토토 2005.0. 1-36 25545 3634 неде дв Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. kocogam 3 weite Auflage. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden: und Soldaten: Waisen: Anstalt. Darmstadt 1833, gedruckt bei L. C. Wittich, Großherzogl. Hofs und Kanzleibusdrucker. iß ät 7. 30. 15. ot: ig: eit m= th 6. It. n. ze. Gb 3634Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nro. 1-9. Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Nro. 10-289. Bon Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nro. 10 41. - Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät und Größe Gottes 13- 17. Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18- 20. Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und GerechtigFeit Gottes 28. 29. Auch 270-275. Wahrhaftigkeit und Trene Gottes 30. 31. Liebe, Güte und Barmnherzigkeit Gotted 32-39. Geduld, Langmuth und Guade Gottes 40. 41. 703. Von der heiligen Dreieinigkeit. Nro. 42- 46. Bon den Werken und Wohlthaten Gottes. Nro. 47 242. 1 Schöpfung 47-53. Auch 420. und 589. Borsehung vder Erhaltung und Regierung der Welt. 54 66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln. 67-69. Der Mensch; seine Würde und Vorzüge. 70-75. Bestimmung des Menschen 74- 77. IV Erlösung 78- 187. Sündhaftigkeit des Menschen 78-83. Folgen der Sünde 84 88. Erlösung und Veredlung des Menschen durch Christum 89 100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu.( Adventslieder) 104-109.704. ( Weihnachtslieder) 110-119. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Borgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134.333.479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Pafsionslie: der) 135-173. Auferstehung Jesu( Ofterlie der) 174-184. 705. Christi Hingang zum Bater und Verherrlichung 185- 187. 706. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Gei stes( Pfingstlieder) 188- 197. Vom Worte Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christli chen Kirche 218-309. Am Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219-224. Bei dem heili gen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164. 165, 312. 335. Von der Unsterblichkeit und Bergeltung nach dem Tode. Nro. 243 289. Vom Tode 243 263. 665, 666. Bon der Auferstehung der Todten 264 269. Auch 669. 708. Vom jüngsten Gerichte 29. 270-275. 709. 710, Geligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gott: Tosen 273. 275. 288. - 3 weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Nro. 290- 498. Gefinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Nro. 290-354. Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336, 346, 347. 354. Werth und WichtigFeit eit der christlichen Zugend 291. 296. 310-312. 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Rene 294. 306. Auch 78. 79. 83. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbesserung 298. 299. 301. 304. 711. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufschub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum, und würdige Gesinnungen gegen ihn 312. 320. 321. 326. 331 335. 343-345. 347. 348. 504. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350 352. 333. - Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Nro. 355 420. - - V - Erkenntniß Gottes 355 358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361.( c) Liebe zu Gott 362. 365. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368 Vertrauen auf Gott Dankbarkeit ge370. M 371-390. Gebet 391 403. gen Gott 404-411. 712. Lob Gottes 412-420. 713. 714. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. nro. 421-476. - Selbsterkenntniß und Demuth 421 425. Selbstliebe 426. Selbstachtung 71. 73-76. 443.( b) Sorge für die Seele 427 431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432-435. Berufstreue 436439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445 VI 445 448. 260 262. Genügsamkeit und Sufriedenheit 449-452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453. 454. 500- 503. nuß der Lebensfreuden 455 458. Gelassenheit im Leiden 459-476. Weiser GeGeduld und Dartne - Gesinnung und Berhalten des Christen gegen andere Menschen. Nro. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482.( b). Gerechtigkeit und Billigkeit 483. 484.( c) Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485.486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth. Friedlichkeit und Eintracht 488.( a) und( b) Versöhnlichkeit und Feindesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492 496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421-424. Glückseligkeit wahrer Christen 499-509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in bes sondern Verbindungen, Zeiten und Umstånden. Nro. 510- 702. Gesinnung und Verhalten des Christen in beson dern gesellschaftlichen Verbindungen. Nro. 510 559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehes stand 512. 513. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Kin= despflicht 522 524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Sür Dienende 528. 529. Für - VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbar: keit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533-544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. Bei der Konfirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541, 542. Bei Einweihung einer Kirche 543. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Vaters landsliebe 546. Regent, Obrigkeit u. Unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Nichter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Chriftliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume 557-559, Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Nro. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagmorgen 571. Beim Anblick der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter gestirn= tem Himmel 584. Jahreszeiten. 63. Im Frühling 585-587. Im Sommer 588-590. Im Herbste 591. 592. Im Winter 593. 594. Saat: und Aerntezeit. 3ur Saatzeit 595. Nach einer reichen Uernte 596. 597. Auch 62. Nach einer sparsamen Uernte 598. Witterung. Flehn um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehn um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. Beim Anfang des Kirchenjahrs 614. Auch 212. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618- 620. Für Jünglinge 621. 134.( a) 433.( b) 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. 433,( c). Für das Alter 623. 624. 1 VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umstånden. Nr. 625-702. 3ur FrieIn WasBei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628-630. densfeier 631. 632. In Theuerung 633. fersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643, In Krankheiten 644-652, 252. 378. 382. 462. 463.474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod, und Trost für Sterbende 658-668. 247. 260 262. 268. 270. 282 287. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671, 672. Einsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tod guter Neltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbniffen 679 702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278-287. 289. Um Trauerhause und beim Bug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258. 260. 262. 679. 680. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Um Grabe eines verdienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wie dersehens 701, 702. 139 Allgemeine Lieder der öffentlichen Gottesverehrung. bei Bei dem Anfang der Gottesverehrung. Domm, heiliger Geist! dich flehen wir: führ uns, Erfüll die Herzen dei- stärk' uns, und erhalt uns ner Gläubigen, und dir! Mit deinem Trost, o entzünd' in ihnen das Feuer Gott, verlaß uns nicht in deiner göttlichen Liebe, der unsrer letzten Noth! Erdu durch Mannigfaltigkeit barme dich! der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt In eigener Melodie. aft, in Einigkeit des Glan: 3 Lob, Preis und Ehre, Halleluja! Halleuja! Gott, Vater Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie felig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör' uns, Gott! Erhör uns, Gott! In eigener Melodie. 2Schöpfer, Gott, Herr und keit, Vater der Barmherzigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme pich! 2. Christe, aller Welt Richt, unser Heil und Trost nd Zuversicht, du Gottes w'ger Sohn, ach, unser Nittler vor des Höchsten Bor der Predigt. In eigener Melodie. hron, Heiland! brünstig 4 Liebster Jesu, wir find um dein eufzen wir zu arme dich! 3. Heiliger Geist, dich, lich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des 20 Hime S 2 Allgemeine Lieder Himmels heil'gen Lehren, daß das Herz ist von der Erde ganz zu dir gezogen werde! In voriger Melodie. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsternis 6 Demuthsvoll komm ich umhüllet, wenn nicht dei nes Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr' aufs Wort uns glau= bend merken: laß es uns zur Tugend stärken! zu dir, dich im Gei ste zu verehren, Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weis heit mich recht rühren, mic den Weg zum Himmel füh ren. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tempel auserkohren! Lenke du Gebet und Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! 5 Hen Mel. Liebster Jesu! wir sind hier err! vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, des dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier bringen und mit göttlicher Gewait tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den dugesandt, Jesum Christum herzlich lieben; daß kein 2. Ach gib, daß dein the res Wort meine Seele gang durchdringe, und in mij o Herr, mein Hort, Fruct zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung gu ter Werke. 3. Laß es seyn mein Trost, mein Licht, Herr, auf all meinen Wegen; meine starke Suversicht, wann sich Zweifel in mir regen; meines Her zens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Mel. Vom Himmel fam ber 75 Gott! du bist mein Preis mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig seyn, und gern ihn deinem Dient weihn! 2. Gib, daß ich mein G müth bewahr, wann ich m deiner Christenschaar zu dei nes Hauses Stätte geh, u so mit Ehrfurcht vor dir stei 3. Ci bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3 3. Erinn're selber meinen Bei dem Schluße der öf Geist, daß du mir gegenwärtig sei'st, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör'. fentlichen Gottesverehrung. 4. Drück Alles tief ins hinein, und laß mich nicht blos Börer feyn; ſteh 9 Höchfter off, wir Mel. Liebster Jesu! wir Gott, danken dir, daß mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter fei. du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt' die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Herr Jefu Chrift, dich er du stets unsre 3u: mit den Deinen, Jesu Christ! send uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Lebens Bahn. 3 Halleluja; einst singen wir, Gott, heilig! heilig! beilig! dir und schauen dich in deinem Licht, von Angesicht zu Angesicht. 2. Uns, o Bater! lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohl gelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben vernommen, was uns fromm und weise macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken.. 4. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang segne A 2 Gott, 4 Bon Gott, Gott, unfern Eingang und Geschäfte; er sei bei uns in der Noth, er verleih' zum Erste Abtheilung. dessen Wesen Guten Kräfte, daß wir, seines Himmels Erben, ihm nur leben, ihm nur sterben!. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Bon Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nenuen? 4. Nein, wahrlich nicht von ohngefähr entstanden Himmel, Erd' und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Kreatur ist Alles, was wir sehen. Daseyn Gottes. Mel. Kommt ber zu mir 10 er könnte zwei Were feln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zenge deines Lebens. 3u sichtbar ist's, daß Gür und macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ord nung, die entzückt, im GroBen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nußbar seyn, daß die sich ih res Daseyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ord: nung stets erhält, mit Weisheit sie regierer. Du bist es, der nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Guade führet. 6. D wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche und Eigenschaften. sche Biet nun nicht vergeb lich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Luft der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Frende seyn, dir Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 110 er Gott und feiner mehr, Frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem gan zen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist, Wer strebet nicht vergebens, ihn auszuspre: chen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war Er, noch eher als die Himmel, 5 3. Um feinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet: ihn fas sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. ihm ist Weisheit und Vers stand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. Bei 5 Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? in sterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du verailtst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, 21 3 bist 6 Bon Gott, bist selig, wirst es ewig seyn, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erst Geschäft sei Preis Einer 12 Herr und Gott € im Himmel und auf Erden. Majestät und Größe Gottes. In eigener Melodie. chwingt, Nur sein Geheilige bor hieß Erd' und immer 13 S Gedanken, u von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein entlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlichkeit erfüllt! werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer; der Sterne, die er ausgefäet, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann er's der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath! wer sollte dich nicht preisen? dessen Wesen 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls kein Andrer seyn, von dem ich Heil verlange. 5. Dich preißt entzückt der Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich trane, bis ich dich einst noch mehr als hier in deiner Größe schaue. 3. Die Soun' in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seyd ihr gegen ihn? Ihr seyd mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte, vor seinem Angesichte und Eigenschaften. 7 begreifen können. O flöße meinem Geiste die tiefſte Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Chrerbietung seyn! 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von keinemLeide; höchst selig in dir felbst, schmeckst du vollkomm'ne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. gesichte, nur Schimmer sei ner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich Bater der Natur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharf finn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der klügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Bon dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele auch; sey voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Geligkeit und Leben; das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Nun danfet Alle Gott 14 Anbetungswürd'ger willst, deß Hoheit muß be= stehn. Gott, mit furcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befinet, der 21 4 3. Duriefft dem, das nicht war, um Lust und Selig. keiten aufs mannigfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Vers stand und Rath sind dein: und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel, und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister kannſt du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen Von Gott, dessen Wesen 8 Mel. Freu' dich sehr, o meine S. Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet; den Geist, der in uns lebt, den 15 Höchster, wer ists, haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. dir gleichet? Was sind Engel? was bin ich? Du, an den kein Ses raph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du, der höhern Geister Größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigkeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung al fer Gaben, und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hä! t, du bist unveränderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird nene Tiefen finden, wer's versucht, sie zu ergründen. 5. Den7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickft, und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zu vor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe kund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll' dereinst hinweg genommen, die, Unbegreiflicher! dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sey auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Sungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preisgesang dich, großer Gott, erhöhn. und Eigenschaften. 9 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Er. forsch' ich gleich dein götte lich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 5. Dennoch soll mir meinen Glauben, daß du bist, und auch für mich, nie der Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir; dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. In eigener Melodie. 16 Erhabner Gott! gierst, so sey mirs g'nug, daß du mich selig führst. was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle Here, daß du unendlich bist und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren, einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und tren dich hier verehrt. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von dei: ner Majestät, die dir gez bührt, und über Alles geht. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle: zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wefen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Berstand: von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen, und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden. Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschuur sei. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt reIn eigener Melodie. 17 Gott ist mein Lied! Er der der Stärke; groß ist sein Nam', und groß sind seine A 5 Werke 10 Bon Gott, Werke und alle Himmel fein Gebiet. 2. Er will und sprichts; so sind und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmet wieder in ihr Nichts. Er 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. herrscht als Gott, und sei nes Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere find ewig ver ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sißest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. dessen Wesen 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar foll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weis den; und Tag und Nacht und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jft Gott mein Schutz, will Gott mein Retter wer den, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truh. Ewigkeit und Unveránderlichkeit Gottes. Mel Liebster Jesu, wir find Ewigkeit, und 18 Gott, du bist von dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Seit. Du und Eigenschaften. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geift beleben, ehrfurchts voll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wesen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Nie mals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen! 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinut. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns Allen thun nach deinem Wohlgefallen! 4.Gunden bleibst du ewig 19 Herr Gott, Du biſt die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd' und Himmel ward, eh noch dein Arm. sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben. doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für.. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die 26 Him: Feind; wehe denen, die sie lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue! Laß nur deis nen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu blei ben. 11 6. Stets ist Wohlthun deine Lust: ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Beit, Herr des Himmels und der Erden! diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu frauen, und mein Glück auf dich zu bauen. Mel. Erhabner Gott 12 Bon Gott, Himmel und die Erden, wie ein Gewand, von dir verwandelt werden, du bleibest, wie du bist; denn welche Beit umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner star ken Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Mel. Ich freue mich, mein Gott o wie du bist, so 20 S warst du schon, Gott, che du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu seyn, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer krönen, die wir hier um deinem Himmel streiten! 3. Von Ewigkeit zuEwig keit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden: bedarf dessen Wesen auch nie, sich gleich zu seyn, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unverän derlich, bezeugte deine Weiss heit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Wel ten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felfen weichen, Berg' ins That sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir: was klag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 7. Was klag' ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte? 8. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben? Hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich nichts schei den. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; nicht du und deine Freuden. All und Eigenschaften. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Christenmensch. " 21 Nie fet us fern; da wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weise sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu; du siehst es, wann ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug ents fliehn; und nichts mich deis ner Hand entziehn. 3. Wann ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer ſei. 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du fie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Bater, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 13 6. O drück, Allgegenwär tiger! dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge schen, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissen haft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln! Daß du, o Gott! stets um mich seist: das tröst' und begre meinen Geist! In eigener Melodie. 22 A ich bin dir nicht verborgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwin gen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter sei nem Sternenchor im Glanze zu verstecken; so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab; du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richter: stab auf schauervollen Wegen. 4. Der Alles schuf, ist überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sünder Ohren! Sie fürchten kei: A7 14 Bon Gott, keinen Ueberfall: nun zit tern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Her zen dachten; was in gehei mer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen feinen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem Ang' entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handelu! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war und ist, und einst geschieht, fey meine Ruh und Frende! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. Allmacht Gottes. In eigener Melodie. err! deine All= 23 H macht reicht so dessen Wesen weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das dei ner Herrlichkeit und deinen Tharen gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär? 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führeft deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht fie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöps fer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' nicht sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern wer den läßt. 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist ver: und Eigenschaften. verlieret fich, und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O! schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. Allwissenheit Gottes. Mel, D Gott, du frommer Gott err! du erforschest 245 mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits be kannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegs nen soll. Erstaunt feh ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 15 4. Nehm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsoust vor dir mich zu ver stecken; denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon fiber mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Ges bein, eh ich aus Licht gekom men, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meis ner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntniffe, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn ſie find ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer! sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Er 16 Bon Gott, 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen pin, wie ich von Aussen scheine? Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Wel. Wie groß ist des Allmächt's gen üre 30 dessen Wesen dem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? Wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand fast und ermißt? Wer kennet ihn von Ungesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seeten von ihrem ersten Urs sprung her; so wär ich weis fer, als aufErden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engeljemals werden; doch wüßt ich ges gen Gott noch nichts. 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohneft, schau ich mit heiliger 25 du es und belohnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief verbors gen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich dekken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde ftets sein Daseyn schrecken, könnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet feines Her zens Tiefen? wer darf, Gott, sich selber traun? Allwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschaun. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Biel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! 3. Nichts gegen ihn, der fie durchschauet, die Tiefe ber Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet und jeben Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nen: net, werden Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott n weiser foll und war; wie bist du je: 26 Der Schöpfer Alles und Eigenschaften. 17 6. O Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ih rem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leis te mich dein sichres Licht. Alles weiß, erkennt, ver: steht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Biel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Beugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du Enden, was dein Verstand hervor 27 gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Bei stand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand 5. Die Menge so ver. schiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den Deinen blos erfüllen, der seines Zicles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unver: uunft beschämen kann. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath ge= führt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs Beßte mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erde. nerforschlich sey meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat: doch ist Atles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ist's, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh! Frevelt der nicht, welcher Flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glanben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt Bon Gott, dessen Wesen 18 4. Sollt' er zu Regiere: rinnen feiner Werke, seiner Welt meine Lüste setzen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wehl uns, wenn er nie gewährt, was ein thörigt Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerstande sey mein Theil Zufrie: denheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmef ein, mag er immer dunkel seyn. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach! so klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß' erft Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin, Heiligkeit und Gerechtig keit Gottee. und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadels haft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 4. O! so laß' uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? Mel. Freu' dich febr, o meine 5. Uns von Sünden zu erlöfen, gabst du deinen 28 ott! vor desfen Sohn dahin! O! so reinige Angesichte nur ein reiner Wandel gift; ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde stets von uns geschent! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! vom Bösen unsern ganzen Sinu durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und uns zu dem Himmel führe. 2. Peiliz ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für 3. Herri du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld erfreun. Wer beharrt in feinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 6. Jede Neigung und Be gierde, jede That sei dir geweiht! Unfers Wandels größte Zierbe sey recht= schaffue Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmetreich wirst und Eigenschaften. 19 5. Doch dem, der dich, o Gott! nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht ents weiht, bist du ein strenger 29 Gerechter Gott; Rächer. Verachtung, Elend, vor dein richt muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrena Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O! laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder, bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht fiehst du die Personen an; auf das allein; was wir gethan, siehst du, gerechter Nichter. 3. Das Vorgefühl der Setigkeit gibst dn schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohtge: fällt, den man der Tugend wirst du, Herr! nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von G. widmet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr! und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufge: nommen. Sein Zugendfleiß gefällt die wohl, ist er gleich nicht, so wie er foll, ganz heilig, ganz vollkommen. sensmattern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbes lohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Dazeigest du im Hellstenlicht, wie recht und billig dein Gericht: dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Surcht vor dir, daß ich sie überwinde! Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott Doch nie dein 30 N Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! verlegt. Du hältst getren, was du versprochen, voll führst, was du dir vorgesett. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, wird ewig noch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gerene, was uns dein Bon Gott, dessen Wesen 20 dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach dei ner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kömmt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht; wer hier verlebet feine Pflicht, entgehet dei ner Etrafe nicht. 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafges rechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dies, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit der Wahrheit Freund, der Lügen Feind, beweise dich, als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Mel. Gott des Himmels und 31eicht, ihr BerHügel, brecht, ihr Felsen, ge, fallt, ihr stürzet ein! Fester wird als Berg und Hügel, Gottes Vatertrene seyn, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Trene bürgt dafür. Erd' und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will auch bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält! Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Dränt die Welt mir, mich zu haffen, und verfogt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlaffen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht; läßt mich rufen, läßt mich schmachten; so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6 Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem und Eigenschaften. nem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immerSonn undSchild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht seyn; sollte nicht mein Herz sich freun? 8. Ihm allein will ich vers trauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn unr bauen; was er sagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vergehn! Ewig wird sein Bund bestehn. In eigener Melodie. 21 sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr' und gleit' ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getren! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübsal ist's; mein Vater beffert mich durch Alles, was thnt. Die Tribsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getren! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich, nach weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum 31 Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getren! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getren! 7. Gott ist getren! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sey Gott getren und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Arglist seyn. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke Mott Sein Herz, sein Baterherz verläßt die Seis nen nie. Gott ist getren! Im Wohlfeyn und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ibr Berge! fallt, ihr Hügel; Gott ist getreu! 2. Gott ist getren! Er ist mein treuster Freund! Dies weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich kei nen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach seinem Bunde, in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getren! Er thut, was er verheißt. Er Bon Gott, dessen Wesen 22 Tücke gereichen mir alsdann zum Glücke. Gott ist getren! 8. Gott ist getren! Vergiß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu er ist! Ihm treu zu seyn, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, fei tren im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getren! Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eisener Melodie. 32 Wie groß ist des All: mächt'gen Güte; ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermes: fen, fey ewig meine größte Paicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ges leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? It's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott follt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich dies Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwach heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. D Gott! laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. und Eigenschaften. Mel. Herzliebsler Jesu! Rauchzt unserm 33 Gott! Er ist von großer Güte, barms herzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ew'ge Lust gewähren, die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschutz det 3. Hoch ist der Himmet fiber seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Wem bleibt fein Untliß, wann er's sucht, verborgen? So weit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sün de Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder ervarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Usche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewig23 keiten währet die Güte Got. tes jedem, der ihn ehret. Ach leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd ich ewig dei: ner Huld genießen, so wird mein Leben sanft vor dir verfließen, so werd' ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Mel. Mein Gott, das Herz Geist, 34( a) Penn sich mein mächtiger! der Gnaden Menge denkt, womit dit mich, mein Gott und Herr! so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz fo hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit, nicht wie es danken soll. 5. Als ichnoch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr! mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterb lichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wann ich als Jüngling ( Jungfrau) von dem Pfad der 24 Bon Gott, der Tugend mich verirrt; hat mich unsichtbar, Herri dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr, wie sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 9. Von Frendenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wobl: that, Herr! ist nicht dies Herz, das fühlen kann, dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd': ger mir vergehn, als, Ew' ger, dir zum Preis; ich soll frohlockend dich erhöhn, als Jüngling, and als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth, trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. dessen Wesen Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 2. Ich seh's an jeder dunklen Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet: am Moud, wann er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wann Don= nerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wann sie vorüber fliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht nur, wann Frühlingslüfte wehn durch Land und jungeBlüthe; nicht nur, wann reife Saaten stehn, seh ich des Schöpfers Güte; 5. Ich seh sie auch, wann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh der Nord den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur alliebend meinem Blicke entdeckt, so seh ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Frenden: ich seh' sie mit bethräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thränen sie, noch heitrer, als die Sonne, und singe, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne. Mel.. Mein ganzer Geist, In eigener Melodie. 34b) s lebt ein Gott, liebt! Ich seh's, wohin ich 35 Gott, deß ſtarke am Nebel, der den Hand Wett er und Eigenschaften. erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ost. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wann zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich da, von sehen kann; so seh ich deine Güte. Der Himmels: körper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Ge müthe, mächtig, freudig, dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke, 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlan gen; dir anhangen hier auf 25 Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott Po weit, Herr! 36 reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Ge birgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Gott, dir ist kein Ge schöpf verborgen; nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst Alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: dir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe, erheb ich, Gott der Guade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väter: lich, uns, die wir ohneFurcht und Graun dem Schatten deiner Stügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Ge nusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! Unsers Les 3 Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Lich B Ente Bon Gott, dessen Wesen 26 Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antliß nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren, segne sie! Mel. Herzliebster Jesu! ist die Liebe! er 37 Gott beglücken! Dies ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sey blan der Himmel, sey er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! lein geboren; die Welt vergeht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst, wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 4. Wann ich erwache, denk' ich dein, und wann ich schlafen gehe: denn du, mein Vater, kannst verleihn, um was ich kindlich flehe. Drum seufz' ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir um deiner Güte Willen! 3. So sey es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier gn werden; der heißeste, der erste meiner Triebe sey 39 Hohen Triebe! Mel. Herr, wir singen uldigt Gott, Menschenliebe! Mel. Es ist das Heil uns pie viele Freuden Mond und Sterne; so bet ſo ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verzie: hen! O Gott voll Langmuth und Geduld! noch tägs lich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 3. Dein Auge schaut auf ihn herab: so geht er nicht Welt, nicht für das Grab ist er at 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne, und überseh des Himmels Pracht, und Sonne, 38 den Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ist's in alle Ewigkeit! O wo kann ich der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe, Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll find deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele benget sich. Aber deine Univ.- Bibl. Giessen und Eigenschaften. deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohn't; ich seh es und er: hebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturm, und Alles, Alles preiset ſie. 3. Huldreich riefst du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Jeder Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels seyn. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschützt und unterstüßt, durchlauf ich fröhlich meine Bahn. 27 empfinde, daß du, Erbar. mer, mich noch liebst. Du hast Geduld mit mir, und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sey. Weisheit kam mit ihm her. nieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Aengsten frei. O Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du sandtest ihn! Wie doch hast du die Welt geliebt! 7. Gott, ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf seiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor, und singt im Sternenchor: Liebe, Liebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerklage! nur du, mein Vater, trübest sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir be reiten, und Trost und Hoff Hung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf SünMel. Ein Lämmlein geht de, und dennoch ſeh' ich und 40 mit welcher Lang= muth und Ge B2 duld Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Von Gott, dessen Wesen 28 duld trägst du die Menschen kinder, o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du die frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß fie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Beit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den un fruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest fein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzig keit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Baterhuld nicht inniglich vertrauen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder: so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und träg zu guten Werken: so zürnst di nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täu, schen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre Sperzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sey uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Reichthum deiner Gütiga keit zur wahren Beßrung leite. In eigener Melodie. 41 Aller Welten Herrscher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schauplat deiner Güte. Sie vers herrlicht täglich sich auch an uns Allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, sie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, felbst die größten Sünder. 2. Dieser Langmuth Grö: ße läßt sich zwar empfinden; aber, wer kann fie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich haffen: Herr: wer kann dies fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne; liebst nur unser Le ben; Zeit zur Beßrung uns zu geben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Ara men, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reichthum deiner Baterliebe uns zur Sinnesänderung triebe! O und Eigenschaften. O daß wir, voll Rene, unsre Schuld bedächten, und wir willig folgen mögten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns kränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sey dir, o Vater, daß du unsrer schonest, und Von der heiligen Gott; Bater, Sohn und heiliger Geist. In eigener Melodie, 42 Allein Gott in der Höh sey Ehr' und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohl zu thun, ist er bereit; er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 29 nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. Dreyeinigkeit. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach! teit uns stets, so sind wird hier beglückt, dort ewig felig. Mel. Erschienen ist der herrlich T. 2. Ja, Bater! wir erhe 43 Dank und Anbetung ben dich mit freudigem Gemüthe; du herrschest unveränderlich mit Weisheis und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohl bedacht, Wohl uns, daß du regierest! bringen wir, Herr, unser Gott und Va ter, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod: erbarm dich unser Aller! 3. Gelobet seyst du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht uns Allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! B3 In 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. Mel Mein ganzer Geist, Gott 442 ir glauben an den 45 Lobinget Gott! ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt, und wacht, und Alles steht in seiner Macht. Dank, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr, für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, bringet frohe Lies der; fallet nieder! Gott ist herrlich; unaussprechlich groß und selig. Er 2. Wir glauben auch an JesumChrist, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er achtete sein Leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand; herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Ges horsam bis zum Tod das Les ben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Froms men, die durch dich zum Bater kommen. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern gött: lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung findent, und der Tugend Werth empfinden. Er flöBet uns im Todesschmerz des ew'gen 3. Lobsinget Gott! Dn Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weiß und rein, hilfft uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüsten. Leit uns, stärk uus, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Mel. Es woll' uns Gott err, unser Gott, n's Heren Lebens Trost 46 Hwer ist die gleich Du Von der heiligen Dreieinigkeit. Du bist das höchste Wesen: und doch hast du, an Gnade, reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöch ster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unfrer an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich kindlich fürchten. 31 Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde, sterben! Du gibst zum Gu ten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst, nach vollbrachter Zeit, uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 3. Jesu, ew'ger Got. tes Sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n von Sünd' und Tod, kamst du zu uns auf Von den Werken und Wohlthaten Gottes. zum Thau: erquiche Saat und Blüthen? das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach Von der Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns Der machte diese 2. Auf wessen mächtiges Ström 47 Whöne Welt? und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wesen? B4 3. Das Werke und Wohlthaten Gottes. 32 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was ge= schaffen ist, und dient zu meis nem Glücke. Luft, Sonn und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Wasfer nüßen mir, und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glück lich werde, schufft du die prächtige Natur, den Him mel und die Erde. O du, der uns als Bater liebt, und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum 3eugen deiner Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufft und du erhälst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodie. 48 Lobfinget Gott! er schuf die Welt zum Schauplatz seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Ge= müthe, Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor leer von Frend' und Leben bliebe: Drum schufft du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst be durftest ihrer nie: Unendlilicher! du ließest sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreut nun die Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Enget selbst ermißt dein Wohlthun, deinen Segen: wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott! deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Vater, welchem Keiner gleicht an Liebe wie an Stärke! Kein Dank, kein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgefang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner Le= Schöpfung. 33 Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. fer voll, mehr dich kennen lernen soll! 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich seyn; will glücklich machen; will er freun; will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten: will ich deine Schöpfung fehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offuem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Aermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühlos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für Mel. Gott, der du die Menschen 49 ott aus deinen meine Freuden vor dem ers Zum Genuß ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vols lenden, kounte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die 3eugen deiner Stärke, dei: ner Huld und Weisheit sehn, und doch stumm vorübergehn? für Leib und Seele hast du, Herr! mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle Wer so viel, so gern mir gibt, a der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme feine Baterforge weiht, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder: Herr! dein Preis fei mein Beruf! Preis, daß ich dich Bater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer Mel. Sey Lob und Ehr dem o kenne, und, von hohem Eiz 50 Wenn ich, Schöp= fer! deine Macht, 35 die Werke und Wohlthaten Gottes. 34 die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben foll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde feinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, dei ne Güte reicht so weit, als Erd' und Himmel reichen. 4. Dich predigt Son: nenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meis nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder: bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb ihn ewig, mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vas ter, sey gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? In eigener Melodie. 51 Die Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; ver= nimm, o Mensch, ihr götte lich Wort? 2. Wer trägt die unzäh baren Sterne? Wer führt die Sonn' in ihrem 3elt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimme, und sieh die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt! Ver= kündigt Weisheit, Ord= nung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wobl beschau'n? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein ist die Erde; an meinen Wer Schöpfung. 35 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil. Ich bin's! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. Erde an, fie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht, Vögel nährt er, speist die Heerde, erneuert die Ge stalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. Mel. Herr, wir singen deiner ufer Gott groß 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das 52 11 und machtig, und Jahr darnach zutheilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret, und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt ſeine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott voll Weisheit, Gott voll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiten Meeren; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der. Sand. Mit Mannigfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Va= ter ewiglich. seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. Dihr, seis ner Aumacht Heere, verkün digt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichges wicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand, die Him mel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, 36 Lám 36 Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon hente bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich, vertraue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin. Er wird sorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was unser wahres Wohl ver mehrt. Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Dank dem guten Gott zu singen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchste Freude seyn; laut soll ihm mein Lob er schallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott Gott des Himmels 53 du allgegenwärtig bist; von niemand kannst begriffen werden; vor dem kein Ding verborgen ist. Ach ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar dich selber mir. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich dei ner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: wie groß ist Gott! wie klein bist du! 3. Mir zeigen alle Ele= mente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär' stets der Ju befschall: rühmt, Menschen! Gottes Güt' und Macht, die euch und uns hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd' ist deiner Güte voll. Ogib mir dankbarfromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und bab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lokken, höchstes Gut! daß fie mir nicht zum Fallstrick wer den, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn; mein leptes Ziel sey du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh' nach jener du mich fromm und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf. Borsehung oder Erhal tung und Regierung der Welt. Mel. Nun danfet Alle Gott 54 Dichts ist von unge: fähr! Ein großer Gost Borsehung. Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Bufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird feyn, als was sein Rath= schluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Hän den ruht! 8. Wie dürft' ich mißver gnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse seyn, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur Flagt und murrt, und läs stert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken; Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich follte, was ich bin, nicht etwas anders seyn, und mein besonders Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 37 mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz, denn, was 6. Wie thörigt würd ich seyn, wenn ich begehren wolls te, daß alles Ungemach nur mich verschenen sollte! Mein Bater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterfeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edtem Sinn von falschen Freuden trens nen. Wie kann mir schrecks lich seyn, was mich vollkommer macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sin= uenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schoose niedrer Freuden, und stark erschei net sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Seit. 9. Pinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf raus her Bahn zu meinem Biele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgfam fei! In eigener Melodie. n meinen 55 J Thaten laß ich den höchsten rathen, der Alles B7 kann Werke und Wohlthaten Gottes. 38 kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue seiner Baterhuld. 3. Es kann mir nichts ges gebeut. Sei mir mein End' verborgen, komm es heut oder morgen, er weiß dazu die beste Zeit. 7. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet deffen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Mel. Es ist das Heil uns schehen, als was sein Rath 56 Dir, unfer Gott, ist für heil sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh' es, wie es ihm gefällt. 4. Ich trane seiner Gnas de, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlezen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. niemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen; so sei sein Wort mir Trost und Licht. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrscheft über Alles. 6. Was über mich beschloß sen, dem will ich unverdros fengetroft entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gesetzen. Du willst auch deis ner treuen Hut das Kleinste würdig schäßen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk, zu segnen, zu bez glücken. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über Alles führest! Und wohl dem, der den Borsehung. den 3weck erkennt, dazu da uns regierest! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sieh auf mich mit Gnade. 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so ei frig, wie ich soll, bin oft zum Guten träge. Doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst den Reuenden die Schuld. Drum hoff' ich auf Vergebung. 39 benget feine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 6. Ich hoffe, weil mich der verirrt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel. cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig fei; auch mich hat er verföhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst erges ben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot, durch dei nen Beistand wandeln. In eigener Melodie. 57 Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, den Weisen, der feinen seines Gleichen hat. Der Herr thut große Werke. Wer 2. Er will und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reiffen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestümm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm, Er will und Blize zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: bis hierher! Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieſeln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneu'n? 4. Herr! dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott! ist dein. Das preis fen deine Werke, die deiner Allmacht sich erfreu'n. Auch wir erfreu'n uns ihrer: ihr Lob sei unsre Pflicht! O Va= Werke und Wohlthaten Gottes. 40 Vater, o Regierer, wen hält, wen schüßt sie nicht 3 Du lebst, du wirkst in Allen; wir leben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir. Mel. Von Gott will ich, oder: Beuch ein zu deinen Thoren. 58 Gott, der an allen und immerdar. Enden viel große Wunder thut! Du bist's, in dessen Händen mein ganz zes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sorund dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei geprie sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jezund 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft ge= geben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt' ich und war stille, 6. Du hast mir wohl ge rathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater! daß ich dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dir danke fort und fort. mel. Wer nur den lieben Gott gen. Ach! Later, wie vers 59 Fürwahr, du biſt, o mag mein stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir Huldreich zugewandt? Gott! verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst find alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väters lich. Dies sey genug zum Trost für mich. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh', so führt auch sie zum Segen, und du verfüsfest sie. Du bleibest mitleidsvoll; hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern; beförderst stets ihr Wohl. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weiss heit, deiner Macht; du kannst viel Vorsehung. viel taufend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, sei stets unsre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab' und bin: und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Aues wirkt zu deis ner Ehre und meiner Seele Seligkeit, und einst preis ich vollkommen dich, und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt' ich mich 60 ei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmet, preffen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie bez weisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die Werke seiner Hände, Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so klei41 nes nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu fins den, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Setten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott! sie tragen. Wa: kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschieht wahr lich nicht; er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut; er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen 42. Werke und Wohlthaten Gottes. Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. In eigener Melodie. 6. Soll ich hier noch län ger leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet: nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. Mel. Lobt Gott, ibr Chrißen ott forgt uns. 61 Alles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Altes hoch dich schäßen, und 62 G singt ihm Dank, auf dich Vertrauen sehen, gibt allein getrosten Muth, ihr Christen singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Nies dergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Sons nenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sechen, die nur Sorg' und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken: du bistherr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst; so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster! wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr als Speis und Trank. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihu zu unsrer Häude Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preiß. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Bermehr in uns die 3us Borsehung. 3uversicht, dir ewig zu ver: trau'n, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Aernte schaun. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, Mein Gott, das Herz ich bringe oder: 43 leben wir in dir, befeelt durch deinen Hauch. 3. Von deinem Himmel, Höchster! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter seinen 3weigen Raum, Era frischung, und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so tren, so mild, so väterlich, wie du? och 63 seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr! wie du stets gethan; du ſegnest und 64 Me Gott, nach dir, du Land mit Mein nen Gütern an. von deinem Throne hilf du mir; mein Heil kömmt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 7. Herr! ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch, und dennoch 8. Nicht einem mangelt deine Huld, wem strahlet nicht dein Licht? Mit wels cher Langmuth und Geduld verschonst du unſrer nicht! 9. Obetet, Menschen, denket nun: was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? Mel Mein Gott, das hers ich bringe 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch feine treue Vaterhand wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Frendigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn, und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Tea Werke und Wohlthaten Gottes. 44 Segen folg' aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit! Mel. Gott Vater, an Erbarmen ot gott! deine weise 65 ganze lebenvolle Welt, und Auer Augen freuen sich, und warten Hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, and Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, fo fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst und machtest selbst dich mir bekanut. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfah'n. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohue sein Gebet; und fleht' ich nicht darum zu dir, gea währtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genüg= sam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohls fahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben Ue. berfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott! mein Lebentang. Met. Jesus, meines Lebens Leben Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein beschiedenTheil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Beit. Kein Vater sorgt so väterlich für feinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land: du nährst ihn doch mit milder Hand. Du 66 Bester, weiſester schmückst die Blume könig: lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Regierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Une Borsehung. Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug er heben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hos he Stufe stellte, perr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Ba= ter! dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Va 45 terhuld verlich? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr! dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht vers zagen, will aufs 3iel von meinen Tagen, auf die begre Zukunft schaun, und von Herzen dir vertrann. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater! deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester! immer inniger und fester hier mit dir vereinigt seyn, deie ner. Gnade mich zu freun. 9. O der seligen Verbin dung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Bater, stets Empfindung deiner Vaterliebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu, und in dir ganz selig sey. Die 46 Werke und Wohlthaten Gottes. Die vorzüglichsten Geschöpfe. Engel und Geister. Mel. Auf, Christenmensch ott! deine Güte, 67 nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden: und noch be: greift bei aller Müy', der größte Weise niemals sie. 2. Du bildetest im Stufengang, uns deiner zu er: freuen, durch Ordnung und Susammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men= fchen bis zum Thier und Banm ist nirgends leerer Swischenraum. Jubeln gern dich, seinen Bater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie fie, an Tugendfrüchten reich, dich, und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Vater, freun. Met. Vom Himmel kam der Per zählt, Unendlicher, die Reih'n der Wesen, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir, als Vater sehn, aus allen Wel ten zu dir flehn? 3. Auch Engel, deren Geiſterblick kein schwaches Licht 68 Wer begrenzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher; der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, die uns so oft entehret, vomBlendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That, betreten sie der Tugend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schran ken hält. 3. Unzählbar ist der See ten Schaar, die unbegreif lich wunderbar du noch zur Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball die nicht allein sind Wesen, fich Vorsehung. fich deiner freun, hinauf zu dir als Bater sehn, dir jauch zen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geis sterheer riefft du ins Leben, Gütigster! dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster! grenzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure sel'gen Reih'n mich, Mitarbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höh're Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wann sie dem Vater singt; 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur meis ner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. Mel. Alle Me schen müssen sterb. 47 ne Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn' uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, wer den deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Er lösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir rin gen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen, und, den Engelu gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu seyn, wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen, wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schutz. Dann wir unsern 69 Lauf vollenden, wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freun. schon auf Erden Engeln 5. Welch ein Heil, Gott, an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen dieses große Heil versäumen; lehr uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu sehn. Der Mensch. Seine Würde und Borzüge. 2. Wir, zu Gnaden aitgenommen, hoffen, Vater, voll Vertrau'n, auch wie Mel. Wer nur den lieben Gott fle, mit allen Fkommen dei 70 Dein bin ich, Gott! Le= Werke und Wohlthaten Gottes. 48 Leben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Daseyn mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefft mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die vernünft'ge Seele; die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlseyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. seyn und seiner Liebe mich. zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Throne seiner Hand gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zumEntzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich uur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott, zu ihrer Würd' erhob, sind fie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. O Seele jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Jch, Gott! kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art Auch strebt ich, alle Gott zu weihu; wie selig könnt ich hier 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn, und stets ein Freund der Zügend seyn. Mel. Wer nur den lieven Gott 71 Es werde Gott von schon seyn! erhoben, du seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes feiner Werke preist, ihn, der mich schuf, sein Bild zu 6. Ich kann sie sammeln, ste verbinden; sie trennen; wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab Borsehung. hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürstet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Bater, meine Schuld, du schaffest, was du schaffst, aus Huld 8 Begabt mit wundervol len Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach mögte meine Seele dein, mit allen ihren Kräften seyn! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm, und Seligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mich an; hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geift! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn. 49 Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich ſei, o Gott, ein Werk von dir, und deiner Weisheit Spie gel. Mel. Es ist das Heil uns 72 Dir, Gott, fei Preis und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann jäh ich nicht, mit welcher Pracht, du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmücktest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden; froh bet ich meinen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt fie auf, damit ich athmen möge; Gott ist es, der dies Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! C 6. Ja, Werke und Wohlthaten Gottes. 50 6. Ja, dir sel Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhal ter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih', auf daß mein Herz ein Tempel sei, in wel chem dein Geist wohnet. Mel. Mein erst Geschäft fey welch ein Glück, 73 ein Mensch zu seyn! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank' ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk' und wähle. 3. Mich allen Wesen vore zuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit mir verliehn, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch unr ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, kann andrer Lehrer Thaten Kraft und Ruh' und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott er: kenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find' ich selbst an mir, voll Weisheit, Güt' und Stärke. 8. Ich höre deinen heil': gen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getrost und freudig treten, ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Seil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preifen, und des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig stets erweisen. Bestimmung des Menschen zur Gottáhnlichkeit. Mei. Nun danket Alle Gott Umächtig großer werden. 5. Ihn schufst du zur Geſelligkeit, gabst ihm ein Herz 74 Am A voul Triebe zum für Freud und Leid zur Freundschaft und zur Lieve. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden; gibt mir zu edlen dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, Borsehung. hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch Alles trägt. 2. Du schuf'st, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütig: ster! daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch' ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! Owohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 51 freu'n, und dem, der's üben will, auch gern behülslich seyn. dem mich üben, was mich zur Weisheis führt, zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kümmer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm verfüßt, und wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärk: ster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben, in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, als lein, daß ich auch, so wie du, gefinner möge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch lieben, mit Mel Mein Gott, das Herz bin, o Gott, ſtets munterm Steiß in duem 753 dein Eigenthum. Duschufft mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, ver: kündigt mir, Gott! deine € 2 Herrs 9. Beglückt ist nur als= dann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn'Unterlaß. Gott! deiner Güte freun. 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühl= los seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so tren, Herr; als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Woh! dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Dimmel ein. Herr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Mel, Schon ist der Tag von G. 76 Herr err! lehre mich, den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Allem dem, was mich entehrt, voll Ab schen mich entwinden! Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Ich, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Ges felligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden, und seßtest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten, auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich erfennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Swang entfernen. Und wer, wer zeigt die Grenzen an, wo ich nicht weiter stre ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Borsehung. mein Geift sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich fann mich freun, Mel. Es ist das Heil uns Dir folgen, bir ergeben ſeyu 77 Wie wichtig ist doch der Beruf, den seyn uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Voltgenuß der Seeligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr! wirst ihn verklären. 8. Bom Himmel kam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernst lich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 9. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich den Thieren handeln, der Flei schestust ergeben seyn, und Herr, vor dir nicht wandeln? Fern fey ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 53 Vorzugs würdig sey, den du mir hast verliehen. 10. Gib, daß ich jetzt, und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Ei= fer trachte, dich liebe und mich deiner freu, und so des 2. Nicht hier ist unser Baterland: allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein trau rig Ende nimmt. Hier find wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden, was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust ge= winn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel: reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: laß' mich dies nie vergessen; nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor C3 Au Werke und Wohlthaten Gottes. 54 Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit, um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehu, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Sunden durch Chriſtum. Von der Sünde: Mel. Auf meinen lieben Gott ut, der kein Böses 78 D thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum féligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wer, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen, wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sieht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Siun; die Weisheit ist da. hin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten, 6. Dir folgen, dünkt uns 3wang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe: und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bekennen und stets von Ernst entbrenuen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach= zujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, und neue Kraft er: Erlösung. ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. dir kindlich zu vertrauen! wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott! angehören; wir sollen aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Mel. Schon in der Tag von G Dein Mensch, 79 KGott, ist fünden soll? Wer hilft' so, wie 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Baterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, das mit wir ewig leben. 55 frei: wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du kennest Herz und Leben, Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevethaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sündendienste weißen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, vers scherzen wir oft unsre Seit, und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir könnens auch; denn du, o Gott! wilst gern die Schwachen stärken. Met. Alle Menschen müssen sierb. ferdrücken wir ſo oft die 80B ich leben, Recht Ehrfurcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüften. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre, wie wir fehlen. Sie sehn auf uns; die Lust er wacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns, verschmähn sie deine Huld, und ihr Verderben, ihre Schuld ver= mehret unsre Schulden. 7. O großer Gott! hier stehen wir verklagt von un sern Sünden. Vor dir, Allheiliger! vor dir ist keiner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Erbarm dich unser Aller! thun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Geset in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir. Quell von Schmerzen. Mich beschwert ( 64 der SPRING Werke und Wohlthaten Gottes. 56 der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen beten, meinem Vorsatz trau ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine Paicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tu gend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen mit mir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater! dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd und Wahn zerstreut; mach' mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich! 5. Sieh, mich dürftet nach dem Guten. Früh' und spät ruf' ich zu dir: lass mein Herz nicht länger bluten! deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwin: gen, und nach deinem Beifall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 6. Ja, du hörst mein kindlich Stehen! Du erquickst mein Herz mit Ruh'! Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott! bist du. Ueberwinden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth! Endlich werd' ich fromm und gut. Mel. O Gott, du frommer Gott er nur Ein Laster 81 fällt der in alle! Wer Ein Geseß entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch) zugleich in feinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute ftritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermögen, dann dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsätzlich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Schaam, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Fehler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht Erlösung. Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren, und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dies könnte leicht der Grund von schweren Sünden seyn. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend find selbst Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 6. Im lezten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 7. Denn Tugend wird in's Reich der ew'gen Herr lichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu seyn? Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 82 zu schätzen. Nennt fie klein, doch bringt sie Schuld. Denn sie wider spricht Gesezen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, 57 um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Geseh ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie laffen. 3. Über gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünden Schuld erhöhn? O!; die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz verstehn, es als wahrhaft gut zwar schätzen, doch aus Leichtsinn oft verleben. berlegung wider des Gewis 4. Sündgen wir mit Uesens Spruch: achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir vollbrachten, schon für größre Schuld zu achten. gezogen und mit Wohlthun 5. Hat dich Gott hervor überhäuft, und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegen läuft: ſo mehrt Undank deine Sünden, wichtiger wird Gett fie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, entfliehn, und eilest doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt' entziehn; wirst, gestärkt durch ihn nicht bes fer: so wird deine Schuld noch größer. € 5 7. Wenn SPRING Werke und Wohlthaten Gottes. 58 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Un recht dir bewußt; o! so ist dann dein Bergehen größer, als sonst, anzusehen. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßest sie geringe, ärgerst, aber besserst nicht: größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Troß, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, das der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Ges fet entehret! 10. Gott! laß mich dies wohl bedenken, und entfernt von Sicherheit, meines Le bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu', was dem gebühret, der den Christennamen führet! 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend seyn! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gefeß zu leben, und nach Tagend nur zu streben. Menschen sich zum Dienst erlesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth, und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach ich seh mit Reu' und Schrecken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vater: hand. O! wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Guade. Nähmest du zurück, was dein, ach! was würd mir übrig seyn? 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit großgethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. O! wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier licg ich in 83 tief vor Mel. Alle Menschen müssen roßer habues Wesen, das, voll segnender Begier, mein Gott, gebückt: doch mein demnthsvoller Glaube, der Erlösung. der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief bez schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte felbst die Triebe trener Dank barkeit in mir! Vater! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr! ich Herr! ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbietigkeit Was du willst, zu thun und leiden, dies gelob' ich dir mit Freu: den. Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt! Folgen der Simden. Mel. Jefus, meine Zuversicht 84 Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt, 2. Aber, ach! ist er ent. flohn, des Gewissens sanfter Friede; dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr 59 Dienst macht krank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sklaverei. 4. In der ungestümmen Brust weilet keine Frende fange. Unmuth folgt anf Sündenlust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried' und Ruh, und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trübem Blicke; will, und kann nicht fröhlich seyn, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön ge= schmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und Saatenfeld, was den ket; dem sein Herz entge gen wallt, läßt die stumpfe Seele falt. 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich haffen, die Verachter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlassen; steh' mir in Versuchung bei, und er= halte selbst mich treu. € 6 Mel. 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Auf, Christenmensch. her Sünde thut, 85 der liebt nur We Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. O! hilf mir, Gott, daß ich dir tren, und fern vom Selbstbetruge sey! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Bater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst ent reißt! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise seyn, und stets den Reiz zur Sünde scheun! ich dir, Gott, nicht folg. sam bin! 6. Wer Sünde thut, verwirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er ehet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor dir verklagt. 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade. D! welch' ein frevelhafter Sinn, wenn 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist fei= nem Geist benommen. Er liebte Gott und Jefum nicht; nun droh'n ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund! So lohnt sie schon auf Erden! Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wird's dann ihm werden? Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn; o lehre mich auch Sünden flieh'n! 4. Wer Sünde thnt, der troyt dem Herrn, durch den Mel. Herzliebster Jesu wir sind und leben; er bleibt 86 W und Elend auf ist von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thörigt und wie un dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Ver= wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greife dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Ere Erlösung. 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert wer. den, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch, ach, fie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und ver: wüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod undGrab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 6. Die Lust zum Bösen. feffelt sie, und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet; fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten, und stegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! 61 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trost's genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? lich Verz brechen, weil sie, kaum vol lendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Geseß und dich! Ach! dem Lafter folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben! 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wan deln sollen, Gott! was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach! was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thorheit Freuden! 4. Starke, Gott, verfolgen Schwache; Schwache Schwächre! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit; wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ott! schreck6. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges. Gericht Elends 87 finders Thränen, acht' auf unſre Laster nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt? ihm gleich; es sei kein Rächer? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan, gingen Jünglinge und Greise immer auf € 7 der Werke und Wohlthaten Gottes. 62 der Tugendbahn; o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden; jede wahre Luft erhöht, wenn den Lockungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedan ken seyn; mich nie zweifeln am Gerichte; auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stäre ke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! Mel. Wie groß ist des Aumächt'. I welch ein 88 2 Kampf in mei ner Seele, welch steter Wis Derspruch in mir! Mein Geist will, daß ich Gutes wähle, er sehnt sich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen un terthan, strebt, ihre Lüsternheit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 2. Ein doppeltes Geset. regieret mein Wesen; o wie rächselhaft! Wenn mich der Wahrheit Straht berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ents zieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und schene oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach; reißt ste mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Tbränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von mir felbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur setigsten Genes sung mir; o send' ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Zugend mir! Von der Erlösung. In eigener Melodie. 89 Hen err, wir singen deiner Ehre. Era barm dich unser, und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dans ken voll Entzücken, wo ist ein Erlösung. ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heit wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn. 2. Um zu dir uns zu er= heben, hauchst du in unfre Brust das Leben, und schen63 geslied werd' ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm verföhnt; ihr Lobgesänge tont! tönut zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron, und beten an. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du fuchst allein, uns zu erz freun; daß wir verderben, willst du nicht. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lägen, und Nacht des Todes uns umpfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Baterblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu schn. 4. Preiset ihu, ihr Jubellieder der Sohn des Höchsten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Zod bezwungen; ein Sie Mel. Mache dich mein Geist bereit 90unser Gott, der Herr der Welt, schant der Zukunfe Zeiten, kann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heik der Welt einer unsrer Brüz der; freudig, wie zum Sieg der Held; kam zu uns er nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edterm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset ihn voll Zuvers sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; følget ihm mit Freuden. Mel. 64 Mel. Mein erst Geschäft fei Preis 91 Gedanke, der uns Werke und Wohlthaten Gottes. kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vermunft erhöht, umringt mit Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stilleft mein Gewissen 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Nath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; werd ich stets irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein 3weifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich; und das ist mein sterbe. 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werkent. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zum Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und mich einst aus der Erde erweckt, und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen Rubm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken: wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken! Met. Erlösung. 65 kennt ihn und den Bater nicht, der nur Fromme Mel. Schwing dich auf zu Dommt mit Dank 92 K vor Gottes Thron! liebet. Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preißt ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 6. Laßt uns, Christen, faßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: Es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wann die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten, leiten. 2. Tren vollbracht er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Menschen trösten und er freun immer sein Bestreben, und um Aller Heil zu seyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach volbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät, und mit Guad' und sammelt Mel. Vom Himmel hoch, da ruf! freue dich, mein uns in fein Reich, die wir 93 2 Geist, in mir, und darnach streben. Fromme follen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. preise deinen Gott, der dir, selbst seinen Sohn zum Hel fer gibt; preif ihu, daß er so sehr dich liebt! 4. Ehrfurcht und Gehor: sam soll ihm der Mensch bezeigen, Aller Knie sich de muthsvoll vor dem Mittler beugen, frendig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Batertren, wie werth ihm deine Wohlfahrt ſei. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heis lig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Setigkeit dir kund gethan, durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu feie ner Zeit, die Größe seiner Gü 66 Gütigkeit; denk' oft und stets mit Freuden dran, und bete Gott in Demuth an. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zuge= Hört und selig ist, wenn es ihn ehrt. kein Grab, nur seine Hülle finkt hinab; dieß lehrte Je: sus glauben. 3. Mit edler Wärme tehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reis nem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin, aus edlem, reinem Tugendsinn, zum Besten für die Brüder. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 8 In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er Mel. Sei Lob und Ehr dem ficherlich dir zu dem Glück, 95 Quf, Christen, laßt das der Welt bereitet hat. Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unferm Tod, will, daß wir ewig Mel. Allein Gott in der Höb' 94 leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Chrift erbarmungsvoll bereitet. gefühle an, die wir dir, Bater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von Neuem. Ja, ewig, ewig, Dank sei dir; belehrt durch Jesum können wir uns uns frer Würde freuen. 2. Sonst fahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unfre Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt 4. Auf Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Tutgendliebe! O daß ihm Keis ner diesen Dank, kein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Vater! Mögten Alle wir frei von der Sünde leben. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unfrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat ſein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgeschwungent. 3. Wo ist des Todes Herrschaft Erlösung. schaft nun? Hier ist sein Ue: berwinder; die Furcht davor hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Ge brochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns Himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er nnser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis feinem Sohn, der uns zu Gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5 Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns er: warb; als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm tranen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun, und seine Stimme hören, auf seine Mitt: lershülfe baun, ihn mit Gehorfam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man frieden voll auch schon auf Erden wandelt. 67 Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeug uns zu deinem Sohne, daß Glaub an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne: so haben wir an seinem Heil, zur Mel. Schon ist der Tag von G. fröhlich daß 96 Nun last uns Alle Gott uns Jesum sandte! Laßt uns des Gottes hoch erfreun, den Jesus Bater nannte; der Alles schufund liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. 3ur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. Owohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Va= ters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschieden Wegen uns Alle überTodund Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und findlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt: Gott sey dafür gepriefen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und 68 und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt, und fest zum Biele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt JesuLehr' und Tod: Gott sey dafür gepriesen! Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach undWeh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schweren Schritt aus Grab beut Jefus einen festen Stab; Gott sey dafür gepriesen! 7. D guter Gott, wir zagen nicht; du wirst zum höheren Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unfern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterb: lichkeit: sei hoch dafür gevriesen! Mel. Zeach ein zu deinen Thoren 97 Erhebt den Herrn, Frommen! kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu ers werben, sein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erdenkin tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Lodesteiden sein großes Werk vollbracht 4. Er hats bollbracht! D bringet Gott euern Lobgesang! Erlöste Menschen, fins get dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an 5 Du Freund der Men schenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Suversicht! Drum kommen. wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sürden uns glücklich überwinden; denn dein, o Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben felbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst, 2/ Ertöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe fein Herz zu uns geneigt! 98 Guné deinen Sohn Mel. Herzliebster Jesu! der du für Von seines Himmels Thron ge= 6/ Bei dir steht unser Le ben. 3uunserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Erlösung. gegeben: o wer kann g'nugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld an den verlornen Schaafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Vers söhner schenkest? Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Berachtung göttlicher Gefeße, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient ge häufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 6. O welche Tiere deiner Menschenliebe! Wer faßt, v Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 69 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, demen guten Willen tren zu er füllen. 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Bater nennen, und zum Ge. horsam dir mein ganzes Le ben willig ergeben. In eigener Melodie. 99 eiland, den uns Gott verhieß, den. der Himmel jauchzend vrieß, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gürtigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst wil lig in die Welt, uns von Sünden zu befrei'n, unser Licht und Trost zu seyn. 4. Stark in deines Va: ters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, find o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod erlöset hat! 6. Der Werke und Wohlthaten Gottes. 70 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung über nahmst, dein uns theu'r erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unfre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! In eigener Melodie, it frohlocken100 the schau ich, Gott, voll Dankbegier, in die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; dean du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe, unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dies Heiluns, zu erwerben, spilte dein Geliebter sterbens 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen, Guad' und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Seligfeiten wiederum uns zu bereiten. 4. Ja, du zeigst aus wei. ser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zn Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Him: welsfeligkeiten erben. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Sünſterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preis sen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Bernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu seyn. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeng niß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gna 71 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgsam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. Würde des Erlösers. 101 Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren " u kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn, Glanz feiner Herrlichkeit! Wer kann dich g'nug erhe: ben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudig: 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderSünden, des Kreuzes Last lich den Sold der schwersten auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande, und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld? 6 Doch, Herr, im Siegs. gepränge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Feit. Wer reicht an deine Auge ich ein verfolget Erlösung. Gnade, und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Grann und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade nur; so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, mich dir, nichts entreißen können. Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt jeder seine Blöße, fühlt keiner dir sich gleich. Du warst, eh' Meer und Land, eh' Sonne, Mond und Erde durch jenes Macht wort: Werde! hervorging und entstand. dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7/ Dich, Heiland, zu ver: ehren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was keiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es immerdar. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Untliß, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagt er's sie zu ergründen, wird er zu Mel. Kommt, kommt den dend finden; auch er schaut 102 mein Heiland, nie sie ganz. deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer Werke und Wohlthaten Gottes. 72 Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur, kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit; eh' noch die Welt geworden, warst du voll Herrlichkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Rahm; drum jammert dich des Falles von deinem Ei= genthum. groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden: wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffst ihm 3ufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uus deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in De muth an; beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuldige Ehre rauben. Theil ihnen Guade mit, dich gläubig zu erkennen; laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm. füll' jedes Land! 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Ullmacht starkes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deis nen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jene Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr' erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir Mel. Mein ganzer Geist Aues beugen; denn göttlich 103 Wie groß, wie angebetet ist, dein Erlösung. dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! Wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging' in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! is du kamest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schmache waren's, die dein Licht ver: breiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, und den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Got: tes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 14. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die, verföhnt, der Sünden Gräuet 73 hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Bom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie anges betet ist dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! wie herr lich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Coöre Lob erschallen, durch die Himmel widerhallen! Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) Mel. Jesu, kommi doch selbst zu 104 tar ott fei Dank in sein Wort beständig hält, aller Welt, der und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet hat! 2. Was der frommen Väter Schaar Wunsch und D Trost Werke und Wohlthaten Gottes. 74 Mel. Aus meines Herzensgrunde Trost und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln fah; Heil uns! ist im 105 mit Ernst, o Lichte da. Menschenkin der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sün= der, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nuu selig seyn. 2. Kommt, reinigt enre Seelen, seid heilig, seid be= reit, was ihm gefällt zn wählen, zu fliehn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was ener König hafa set, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ge= boten, sein Sohn hats ſelbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer gläubt, und wer nicht gläubt, wird sterben. Ein jeder wird verderben, der noch ein Sün der bleibt. 3. Hier ist mehr, als Das vids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ew': ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschen freund, wie dank ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn; mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuch: te mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurigs keit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wann kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jefu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor dir bestehn! 4. Wer wahre Demuth liebet, den wil Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ere giebt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite fel= Erlösung. 75 das Leben: o was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Ren und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln: ja, dir und unserm Nächfelber mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seuf zet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Gegen, und wohne stets in mir! Mel. Mein ganzer Geist, Gott er Heiland 106 omt, lob- Heuchelei, zu denken und zu Handeln. Zu dir flehn wir hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen; auch, wenn wir leiden, auf dich fehn, im Guten immer wei ter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben, und in deinem Reiche leben. finget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, höchstes Wesen! durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friede: fürst und Held, Rath, Bater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, und willst, der Welt Mel. Befiehl du deine Wege zu Gut, selbst unser Bruder 107 Wie soll ich bich empfangen, du, die Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! D Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verder ben müßten sterben, kommt Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte vol, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Palmen: jetzt soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich 02 er= Univ.- Bibl. Giessen 76 erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben; o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befrei test, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du! Werke und Wohlthaten Cottes. 4. O du, an den ich glau= be, was wär's, das dich bewog? Was wär's, das dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du, o Jefu, haft mit mitleids: vollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! flagt nicht mehr! Sagt nicht in fein Helfer war? jehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah, der eureSeelela bet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Rene still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Men schenfreund, ruft heilbegier's gen Sündern der Guade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihnen Seelenruh. 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die Sei nen von Anbeginn beschüßt? Nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd' und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vers geht, wann da im hellen Lichte der Tugendfreund besteht. Wohl ewig Allen denen, die seine Wege gehn ,. und einst mit Freudenthrä: nen zu seiner Rechten stehn! Mel. Gott, der du die Menschen er du das 108 Deit errungen, Mensch geword'ner Gottes= Heil sohn! Ewig sey dir lobgesun. gen, daß du von des Himmels Thron, uns zu Gut, ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Beit, dich auch meiner angenommen und mein Bruder worden bist, sey gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret unser sterb Erli sung. sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja in dir, du Gottessohn herrscht die Menschheit auf dem Thron. 77 bin ich Gott vereint; Gott ist Vater und mein Freund. 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, von Noth uns zu befrei'n; und wir können deinetwegen jetzt schon Kinz der Gottes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig fotgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen: gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar ſei. Mel. Nun danket alle Gort die Tüchtigkeit erworben, 109 Er ist gekommen, er, von Sünden ähnlich dir, o Herr, zu seyn. 4. Du, du bist der Mitte Ier worden, der die Welt mit Gott versöhnt; haft der schwachen Menschheit Ors den wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasset Zuversicht, glaubet fest: nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer fennt, und mich gnädig Bruder nennt, slit als Herr zu Gottes Rechten, durch ihn Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines Ündern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als Er? 2. Gott ist mit uns! wir fehn den Sohn, den Einges bornen, des Vaters Eben= bild, den Retter der Verlors nen, der Reuevollen Trost, Ihr Sünder, nehmt ihn an Freut' des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht, und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße geh'n; die Todten stehen auf. 4. Er ist gekommen, uns 03 dem Werke und Wohlthaten Gottes. 78 dem Vater zu versöhnen, und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun; Er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke seyn. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Bäter harrten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines audern wars ten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt, und betet ihn und seinen Vater au. Geburt Jefu. ( Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herren 110 efter Ehre sei Gott in Höhe! Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Guaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? schien, und es ward Friede durch ihn. Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquis ckung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ges weint, selber geduldet, ges litten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ebren, folgten der 3wietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus er 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter zu sehen, mit den der Herrlichen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch entzückt; Ehre sei Gott in der Höhe! In eigener Melodie, 2. Schatten und Dunkel 111 Lobt Gott, ihr bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien', Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. Christen, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu feie nem Reich, und sendet seiz nen Sohn. 2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die An= Erlösung. Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Bor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehrt uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel: reich. Ihr Chriften, wie bes glückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! Mel. Allein Gott in der Höh 112 2t furchtem aßt uns mit ehre Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichemLobgefang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vas ter, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Men schen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und 79 liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen! 3. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit trenem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Bertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir fei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geist, oder: Wie schon leucht uns Dank, mein Geist, in jenen 113 stimm auch du Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt herpieder kam und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, 04 Gott, Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, fei dir! Wie gna denvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du sandtest aus Erbarmen Mel. Fröhlich foll mein ihn, die dem Verderben zu 1142 Gott lobsingen! sten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahnteft un: ter bitterm Leid auch mir den Weg zur Setigkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Got tes Frieden schon empfan: gen und einst volles Heil er: langen. 4. D gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahs ren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh, und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dank bar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dir gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu han=deln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst oben wonnevoll dich ewig loben. hocherfreut laßt uns heut ihm Berehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sün der zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht wenn er uns verwors die lieben? fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Ges richt kommt er nicht, fourdern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird nie: drig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Gegen. 6. Er, er will für eure Schulden, Urmuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß Erlösung. groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden kränken, chet Ruh: er will ſie euch 115& kommen! Mel. Jesu, meine Freude gottes Sohn ist ihn fchenken. Schaut auf mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: ich will euch erquicken. Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jes sum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch feiner SendungGaben selbst an Gott zu haben! 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt ſein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste 3utraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen? mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudevoll sie mein Herz empfinden! 81 viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, ob wohl schwach, doch um so 3. Keine Macht der Lei= den soll von ihm uns scheiz den; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen oder hülflos laffen. D5 4. Wann Werke und Wohlthaten Gottes. 82 4. Wann wir einst ermüden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne uns sern Bruder schann. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier ver: traun. Er ward hier vers sucht, wie wir: überschwäng= lich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet feiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottes= sohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er den! Die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein 116 Gelobt In eigener Melodie. du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß' und glaub an ſei. nen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. if! schicke dich des Heilands Fest mit Dan ken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Ermuntre dich, mein 2. Sprich dankbar froh: 117 Gott, deine Gna also hat Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß de gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Erlösung. mein Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich darge: stellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! ers wünschte Nacht! von En geln selbst besungen! Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Uederwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 83 stellteft, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath. dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Göt ter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 4. O lehre mich den groBen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kum mer, Schmerz und Lod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen: und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ! dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war Mel. Vom Himmel kam der deine Menschenliebe. Du 118 Dies ist der Tag. mitleitsvollem Triebe. Du macht; sein werd in aller Welt 06 Werke und Wohlthaten Gottes. 84 Welt gedacht! Ihn preise, wag durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da jandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unfrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gotteskinder werden wir. ter Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 8. Gedanke voller Maje stät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke vol 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, da der ihn schützt, der in des Voters Schooße sitzt. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erführt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 5. Dein König, Sion, kommt zn dir! Ich komm, Mel. Kommt, fommt den Herrn im Buche steht von mir, 119 Rom Grab, an wir deinen Willen thu ich gern: Gelobt sey, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Hei land, an. len, soll, Jesu Christ, dein Lobgefang empor zum Him. met schallen! Dir opfre jede Seele Dank; und jeder der Gebornen erfreu sich, Mensch zu seyn; und jeder der Vertornen rühm' es, era löst zu seyn! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm er: schien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns nie. derfallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er, gleich 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Erlösung. gleich der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade, durchs Leben bis ans Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge= nossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlosſen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn: nun hebt er seine Brüder empor zu Gottesthron. Er ward das Heil der Sünder, und der Vertornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. 4. O du, dem lant die Menge der Engel und Ver: klärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Duider der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du mun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu 85 dir; weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobgesang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank! Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will 120 Erfrene dich des Heils, mein Geist, das Gott für dich erkohren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reis nes Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben dringen, gut= thätig seyn, wie Gott, erfreun, und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Er scheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trog aller Macht des Sportes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine frommen Kinder; und väterlich er barmt er sich der reuerfüllten Sünder. 07 4. Mit Werke und Wohlthaten Gottes. 86 4. Mit dieser frohen 3uversicht geh ich dem Tod ent gegen. Ich weiß, mein dunks ler Pfad wird Licht, und Leid und Schmerz wird Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. 5. Es müsse, wer dich Gott erkenut, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen treunt, mun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Mel. Gottlob ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erde Gebets dem, der da glauFreis vom bet und doch stets der Sünde sklavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und: falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche bes trügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. Mel. Christus, der ist mein D O war uns nicht dein 122 Der weihte, am großen Herrn ein helles Licht ers schienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Bölker dienen den todten Göt: tern nun nicht mehr; sie ken. nen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum fandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, 3. Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Gößen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsterniffen. gnadenreichen Beit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandelu, uns in der heiligen Altar, jetzt die Gebenedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. 3. Gott sah ihn still und weise den Weg der Tugend gehn, Erlösung. geht, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. 4. Sept lag vor seinen Blicken das Kind, des Himmels Lust, er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust. 5. Und rief: nun, Herr, mit Freuden neig' ich mein Haupt zur Gruft; voll Dankes will ich scheiden, fobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich gesehen; hier ist der Völker Hirt, der Ifrael erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilger stabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jefum feb. 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon; doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Lieder: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! 87 dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht; brum ſei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum sittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Buversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. Mel. Kommt her zu mir, spricht Entreiße dich, mein Geist, der Welt, 123 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiz ligung sich sehnt, der opfert ächte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben feinen Heiland schaut, kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein, und laß Werke und Wohlthaten Gottes. 88 laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Bonn' erheben. Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. Laßt 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns bekehren? nicht froh des Höchsten Willen- thun? uns entrinnen dem Verder= ben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos seyn, wenn Trübfal, Noth und Tod uns dräin. In eigener Melodie. 124& ssing ein Mann voll Gnad' und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügelbahnt er ihm zu Wegen, hob Hers zen aus dem Staub empor. wer hörte, befannte feine sehr 125er ich bere ben, In eigener Melodie, mmer erfül ter, kehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. len seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist, nach Jesu Lehre, wahre Weisheit, Tugend, Chri stenehre. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder. Er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verhei: fene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, partheilos alle Thaten richten. Heil krönet die er füllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. 3. Ein himmlisch Licht ist feine Lehre, und Geist wird seine Taufe seyn. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon ftrömte froh es auf den Wegen nach dem erhellten Johannes, der Borgånger Jesu. 2. Heil dir schon auf Erden, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Mens schen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unfre höchste Würde. 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrahlt mit Got tes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wankte nicht, fest ents schlossen selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzugeben. 4. Und vergebens drohte Ker= Erlösung. Kerker, Marter, Blutge: rüst: treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ew': gen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. dit, 5. Tugend, Segensfütte, Ziel des höchsten Rühms, du der Gottheit Wille, Geift des wahren Christenthums, durch dich Lehre, Leben und Thaten Jefu. Mel. Lieb er Jesu! wir sind hier kann der Mensch auf Erden 126 Führer zur Volls Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend, unter Freu: den dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Lei= den kann man deinen Urs sprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest; und den Geist fürs Göttliche entflammest. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überird'schem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 89 haft zu leben, christlich weise, christlich gut, daß mich we der Schmerz noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Hö hen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heil'ge mein Bestrez ben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendLehrer, Muster uns zu wer= den hoher, reiner Sittlichkeit, würdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt uns ser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Dn gabst unserm Geis ste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen, und mit froher Zuversicht unsernSchöps fer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet, und uns gibt, was wahrhaft müßet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Lafter überwinden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freus den Werke und Wohlthaten Gottes. 90 den, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, bes tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu sehen. 5. Fürwahr noch immer ist das Leben, das du auf Erden haft geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank ge= bührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahr- und dich Erlöser, preißt. A" heit auszubreis ten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt: dazu erschienst du Jesus, hier, von Gott gefandt, zum Heil auch mir, 6. Ja, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! De würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deis ner Wahrheit tren, und ewig durch sie selig fei! 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Bergnügen fand. Wie emſig haſt du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, anges wandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen- Licht zu seyn! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; thr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit sicherm Schritt einher zu gehu; ihr Licht, mit freudigem Bertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. schwerden; und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt' und Huld, sie gern mit himmlischer Geduld. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch felbst die größesten Be Mel. Liebster Jefu! wir sind hier heuer sei mir 128 The allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamkeit trentich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach seinem heil'gen Willen unsre Pflichten treu erfüllen! 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet ha= Erlösung. haben, das hast du uns aufs gehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde gros Ben Schaden, doch auch deis nes Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unfrer Sün den guädige Vergebung fins den. Mel. Liebster Jesu! wir 5. Huldreich rufest du uns 129Son auf Erden zu: kommt zu mir, beschwers te Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir an Troste fehlen, wollt ihr ans ders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. können wir Himmelsfeligkeit empfinden, wenn nur Lieb' und Eintracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. = 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend tausend Beugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 2. Diese Herzensfreudigkeit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbangsten Leiden; sie erleuchtet unsern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet fie zum bessern Leben. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurchtbringe! Höre meis nen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe! Du bes freist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 91 hoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. 8. Köstlicher, als Gold, fei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir er4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlaffen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns frohe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärke 92 Werke und Wohlthaten Gottes. Stärke zur Vollbringung den! Wer hat nicht von dei guter Werke. nen Händen Segen, Troft und Heil genommen, der ges beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz ge= brochen, wenn dich Krante angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erz quicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthss voll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen, Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöhnen, und zur Schmach mit Dornen fróuen, ja, uns Les ben zu erwerben, willig warst am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deis ne Schmäher nicht zu schel ten, Allen freundlich zu bea gegnen, die dich lästerten, zu fegnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pfle: gen, brüderlich die Men schen lieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu eh ren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Zugend streben. 130 Del. Schmüde dich, o liebe Seele eiland, deine Menschenliebe war die Quelle jener Tries be, die dein treues Herz regieret, und dich selbst da hin geführet, daß du, unferm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O roer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weiven, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzebren; das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elen 7. Aller Welten Herrund König, Sohn des Höchsten, D Erlösung. o wie wenig haft bu je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigun gen. Lob sei dir dafür ge= fungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen, deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 131 ein Lehrer ist dir zufolgen eifrig sei! Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwas chen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sünden schuid, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium 93 Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund ge= hört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort ven Gott. 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahu, gestärkt von die mit steter Treu dir nach3. Du sahest in der Gotts heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt: du machst durch treuer Leh rer Mund noch jest dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Siege mächtig fort; du sens dest, wie dein Mund ver. heißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt/ 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit Werke und Wohlthaten Gottes. 94 mit heitiger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut! Thun auf ihm der Gott heit Fülle ruhn? 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O sah man nicht bei allem 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunders werke als ein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen solchen glaubig an, und sind ihm willig unterchan. Mel. Wer nur den lieben Gott 1322 Sie göttlich sind doch Jesu Lehren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glaus ben bei, daß er der Welts erlöser ſei! 2. Erbarmen war es volter Gnaden, was man in sei. nen Zeichen fah. Nie wirkte es zu Jemands Schaden, Mel. Was mein Gott wid wie von Propheten selbst 133 Kommt, die ihr geschah; er raffte nie in ih: rem Sinn die Sünder schnell im Borne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussaß mußte vor ihm schwinden, der Stumme fang ibm Dank und Ehr. Sein Nachtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst ent= saget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Bortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Borbild an! Dies, dies muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Bahn, hinfort euch selbst bezähmen! 6. Erfüll, o Herr, nar unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscher zen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu' bis in den Tod ergeben sei. 2. Gott war sein Alles; nur an dem hing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weiht' er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Baters, welcher ihn gefandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch Erlösung. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wann er Bosheit freveln ſah, war er voll edler. Schmerzen; wann aber Gottes Wort geschah, quoll Freud' aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er. nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. 5. Stets floh er das Ge ränsch des Ruhms, blieb Mel. O Gott, du fremmer Gott! niedrig und geringe, ents 134) Erscheine mei Geist, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh ich uur fest auf dich! Eigenthums, der Erbe aller Dinge. Urm ward erselber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 95 ihm, Sein blieb sein Herz an troy alles Spottes. Sehnen war im bängsten Schmerz, nichts als das Antliz Gottes. Folgt, Men schen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid nicht schwach, die Kraft da zu erstritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen ſebe; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäße! 6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngting schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudens los Werke und Wohlthaten Gottes. 96 los und allem Glanz ent riffen, durch frühen Druck geübt in Müh' und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch pliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. 4. Gehorsam, warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens herb. sten Schmerz; du sahst die Glücklichen und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verlehet; nie Leidende gesehn 134 3ich mein Ge ( b) dir erhebt Ꮝ und nicht mit Trost ergötet; stets hast du Irrende ge warnt, belehrt, gerührt und fte mit Freundeshand auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, da bittrer Feinde Dränen umgaben, wo du gingst, dich Heiliger, doch du gingst mitten durch sie hin mit Festigkeit und Ruh'. müthe, du Freund der Menschen, Jesu Christ, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild wor= den bist! Du lebtest Sün dern nur zum Besten; sie zu befreien, sie zu trösten, ent sagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun war dein Bestreben: der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 2. Nicht schrecklich waren deine Werke: dn kamst nicht Sündern zum Gericht. Du wardst der blöden Seelen Stärke, und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so wie dein Gemüthe, voll Mitleid, Freundlichkeit und Güte 8. Bollendeter, auch ich, und auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwache heitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht find Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. In eigener Melodie. Erlösung. und deine Hand gab Armen Brod. Du sahst die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Du schmecktest nichts von Ruh und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägli ches Geschäfte, als Men schenfreund umher zu ziehn. Eh' noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend klagte, erquickte schon dein Beistand ihn. 4. Errettung, Nachsicht und Erbarmen fand jeder, der sich dir genaht. Mitleidig schenktest du dem Armen die Hülfe, die er sich erbat. Dem Lahmen stärktest du die Glieder, dem Stummen kam die Sprache wieder, dir dankten Blinde das Gesicht. Nie wurdest du des Wohlthuns müde. Reuvolle fühlten Ruh und Friede: sie glaubten, und verzagten nicht. 5. Herr, wo du gingst, auf jedem Schritte, da folgten Lieb' und Mitleid nach; sie folgten in des Reichen Hütte und unter der Verlaßnen 97 wie die freien Felder, empfanden deine Gütigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holder Zuspruch und dein Segen vertrieb des Lebens Bitterkeit. 6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir bestimmten Tode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh. Auch dann, als Schrecken und Gefahren von allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. Du bliebst ein Schußgott deiner Freunde, bliebst ein Erbare mer deiner Feinde, und liebtest sie bei ihrer Wuth. 7. O Jesu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! Wär ich, wie du, so ganz der Menschenlieb ergeben, so sanft, so mitleids= voll, wie du! O pflanz in mich die holden Triebe des Mitleids und der Menschenliebe, und gib mir deis nen edlen Sinn! So ziert mein Wandel deine Lehre: so krönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionslieder.) Met. Wie groß ist des Allmächt'. Dach. Der Tempel wie die 135 Laß mir die eier öden deiner Leiden, 0 Werke und Wohlthaten Gottes. 98 o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein gan zes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon fein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich und Wunden Mel. Herzliebßer Jefu! mit tiefgerührtem Dank er 136 Hein Leiden zu err, höhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet hast. bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unfrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Weich wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 3., Mir sollen diese Feier: zeiten der größten Liebe bei lig seyn; sie soll mich stär: ken, soll mich leiten, was dir miffällig ist, zu schenn. Dein Leiden sei auch mir zum Se gen, dein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Der= ter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach ench will ich voll Undacht, schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen Tugend üben, in Noth und Tod gelassen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todfeind zu vers zeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie: der: Erlösung. der; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; tehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glau: ben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Guad' und Lieb erweiseu. Uns kommt es zu, sie demnthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wann Gott uns Gnad' erzeuget, die Guade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Frenden deinen Willen üben! O gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigener Melodie. esu, Le137 ben Lebens, deß ben Lebens, deß sich meine Seele freut, der 99 für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben las sen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, g'ung dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet seines Raths Verkünder! längst hast du dein Werk vollendet: Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen dei ner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den To: desberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sey sie mir. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. O wie dank, wie dank ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige! Mir zu Gut hast du gelittell, € 2 SPRI 100 Werke und Wohlthaten Gottes. ten, mir die Lebenskron' uns strömt Beßrungskraft erstritten. Preis, Unbe- und Ruh' aus deinem bittung, Dank sei dir, Ehr- tern Leiden zu. furchtswürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zu Liebe gern ertrug, deinem groß muthvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Lode noch dafür! 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuenden die Schuld vergiebt; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Trost von dir, o Gott, be lebt und stärket Jesu Tod. 7. Ruh' im Leben, Troft am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens Leiden 1382 denken wir, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu Gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr! Ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn' erhöhn. Mel. Schwing dich auf zu Dein 139 M auch für mich, Mein 139 gingst du hin zum Leiden, und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du fahst Bande, Schmerz und Hohn, fahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Dn entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' erschie Erlösung. schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich ein mal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein willig Lei den, denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe: denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Met. Herzliebster Jesu! 101 vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's ver= schuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie meine Brüder hassen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreudeinen Geist Und Gott 140 mich fiets, mein gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. Heiland, lehren, dein gött: Lich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getren in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie konnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im € 3 Glau 102 Werke und Wohlthaten Gottes. Glauben kämpf, im Glauben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Réize: so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke: so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Krenz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eineThorheit werden: so sei's doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden krän Fen; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Krenz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Tren geleis tet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse. mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster: du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst In voriger Melodie. 141 Sei hoch geprie: verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! fen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder, selbst dein Leben dahin. zu geben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du lies Beſt unfre Schuld an dir be. 142 M Gottes Sohn, Mel. Schwing dich auf zu Erlöser, strafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern der du für mich littest, und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, wel Erlösung. welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich felig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Mis fethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath, auch für meine Sünden. Unfre Strafe -trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Ge wissen Ruh, mit Gott Fries den hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 103 men? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen, gib mir Weisheit, gib mir Kraft: du hast fie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sün denreiz hier zu widerstreben, und voll Dankes dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, fraft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Vergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben! 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenom9. Stärke mich durch deiz nen Tod in den letzten Stunden! Wie du deine Todes: noth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 5. Nun kann ich aufs Tedesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken ge= Mel. Freu' dich sehr, o meine S. tiefe hen. Du, Herr, haft aus 143 Wunden, deine aller Noth Rettung mir er rungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich € 4 104 Werke und Wohlthaten Gottes. denk' an deine Pein; sie, fie lehrt mich Sünden las sen, und sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken! In eigener Melodie. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Ei= 144 Wenn mich die telkeiten Bahn, wo so viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn: dann denk ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich kränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme nener Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfrenn; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit; so besieg ich auch die Schmerzen von dem letzten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todes: furcht mich nicht; überwun den, überwunden hab ich, durch dich überwunden. 5. Auf dich seh ich mein Vertrauen, Jesu, meine 3uversicht. Du verbleibst des Todes Grauen; durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewig's Leben ken, so laß, Herr JesuChrist, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben haft. 2. O wundervolle Liebe, bedenks, v Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott ſieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen ist und mein Lebelang Erlösung. lang für deine Todesschmerzen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Tren auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist! Nie komme mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich ertöset bin! 6. Mein Krenz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß aur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt, und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an Undern üben, was du an mir ge= than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelei, und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärk meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau! 145 D Mel. Befiehl du deine Wege ut, der sich einst voll Liebe selbst 105 bis zum Tod und Grab, aus mitleidsvollem Triebe, zu unsrer Rettung gab, ach unter welchen Plagen schloß sich dein Lebenslauf! Mit Bittern und mit3agen stiegst du zum Delberg auf. 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle, und fühltest Angst und Noth; be= trübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach! welche Angstgefühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todes: schweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 4. Auf dich der Menschen Bester drang Ungst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an sei= nem Gott als du, Wie fehnlich bat dein Flehen um Schonung, und wie still: es soll nur das ge= schehen, was Gott, mein Bater, will! 5. So warest du mit Freuden gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig € 5 fam, Werke und Wohlthaten Gottes. 106 kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhe. voll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. und Huld, wie sehr sie gleich: wohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, nah ist des Feindes Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch nieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach! oftmals schlumm'r ich sorglos ein, bin ruhig bei Ges fahren, die meiner Seele dräun. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist Gib verdrossen machen. Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! bald ist die 7. O Freund der Menschenkinder, den nun kein Leid mchr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an. Mel. Wenn mich die Sünden als im 146 ingsgebete, Krone dein! Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte; so tief gebeugt, so bang: 147 Bewerbet nie Mel. Herzliebster Jefu! ekenner Jefu, da fandst du keinen Trost, kein Licht, da schwebte nichts als Marter vor deinem Angesicht. vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir je ver. geffen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsſe den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ersten Stunde durch Wa2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, find muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seele Schmerz und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb' Erlösung. Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; sie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verrather kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingedenk des Hir ten fliehn die Schaafe. Er ward verlassen, er, der uns fre Strafe fo willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Trene! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 107 decket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Kla gen, dein Todeskampf, dein 3agen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugst allzeit geduldig fie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie bu, zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er muß uns dir verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! 7. Wer dich befennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! EingeIn eigener Melodie. denk des Falles der bessern 149 Christe, du Sohn Jünger, streb' er, sein Ver trauen auf dich zu bauen! Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns machen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir wer den fiegen. 2. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. D Lamm Gottes Mel. In allen meinen Thaten 148 Erlöfer, der im Staube einst lag mit Angstschweiß be 150 Wer kann die Lei € 6 Dir Werke und Wohlthaten Gottes. 108 du, o Herr, gelassen für mich erdulder hast? Daß ich ge rettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und über nahmst auch meine Last. Trauer im bangen Todesschauer: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblaffen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 2. Laß deine lettenStun= den, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünden meiden, und dir mich jetzt und ewig weihn. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden, mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen, und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt' er auch nicht, was er that. 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, be fehle: dann ist auch mir der Tod Gewinn. 4. Du tröstetest den Urmen, der sich auf dein Era barmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wenn 151 D ter Lande muß Mel. Befiehl du deine Wege als ich sterbe, war ich dir tren, dein Erbe, und folge dir ins Paradies. sich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor feinen Knechten stehn, und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit fie längst ihn haffen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen muß't? Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? 3. Doch hier wird fals scher 5. Du forgtest, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Ruh'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu! 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen und keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer Erlösung. 109 scher Zeugen Verläumdung gern gehört; hier wird durch Lästerungen der Hei: ligste entehrt; hier wird das Recht gebenget, ent weiht das Richteramt; hier wo die Falschheit zeuget, mich die Rache meiden; und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht leiden, so tröst mich deine Huld! die Unschuld frech verdammt. 152 Blut, o blinD Mel So schlummerst du nach 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dies Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. de Wuth, die kaum erhört ist worden! den Erlöser will sein Volk grausam schändlich morden. 5. O würde nie mit Ränken der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränken, ein Richterstuhl ent= weiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästerworte die Unschuld leiden mögt'! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen fei klug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trügen, mach mich von Falsch heit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei sanft und mild! Lehr 2. Da geht er hin, ach feht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabaß! mit er= bostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen; die mit einem Dornenkrauz ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Behmuth? Mögte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! seht, welch ein Mensch! spricht selbst pi= € 7 ( a= 110 Werke und Wohlthaten Gottes. latus, stellet ihn zur Schau dar, eh er noch ihm sein Urtheil fället! 8. Aus Kreuz mit ihm! ans Krenz mit ihm! so schreit die tolle Menge; und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 10. Ach uns zu Gut sloß hier dein Blut, trugst dir mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qnal, alle deine Schmerzen. 11. Du hast's gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. sten, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott, und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verläum= det. Wer ihn sah, der fah ihn mit Berachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zur plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenkron gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. lag so schwer auf ihm die Last der Sünden! Wie nnaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschen. kinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. 2. Der Sohn des Höch4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu ev wecken. Seht, weich ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! ver: geblich war die MenschlichEeit des Heiden: die auf Met. Schon ist der Eag von G. 153 Seht, weich ein gebrachte wilde Schaar sah Mensch! mit Sein Tod befriedigt sie allein, sie stürmten auf den Richter ein, und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schanz dern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: die Rache strafet fie! noch straft sie ihre Kinder. O See Erlösung. Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden? In voriger Melodie. Bist du frei von Schuld am 154 Wie groß, o Herr, erscheinest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenruh gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du be reit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei dei ner Lebenszeit dein ernstlis ches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für fie Heil, Trost und Seeleuruh voll Großmuth noch erwerben. 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine Sünden tras gen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb um deinetwillen. 8. O hochgelobter Got tessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Guade finden! Laß deines Lodes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe Willen! 9. Ich schwöre, Welter: löser, dir, und willig will ichs halten: so wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern. 111 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: denf, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn, voll Heldenmuth, mit Freuden ges trost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, beiSchmerzen, Mar tern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hober Würde duldest du, des KreuzesSchmach und Schmerzen, sprichstTrost betrübten Seelen zu, und bitt'st mit edlem Herzen selbst in der letzten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Uch, steh ihn hier, erlöfter Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! sich, wie fein Blut zur Erde fließt; jich 112 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Herzliebster Jesu! sieh ihn zum Tode ringen! Sich seine Wunden, feinen 155 Unschuldigster, du Denk an liebevolles Herz! Ach, sich ihn duldend sterben! hattest verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen! Du, Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 6. Hier denk an jenen Zweck zurück, der ihn hie: her getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feier: lich, dein Leben ihm zu weihen! 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegei: selt, und, von Schmerzen schon entkräftet, aus Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschlagen! 3u ihrer Til: gung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 7. Entsag den Sünden dieser Welt und fündenvol len Freuden; flieh Menschenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tus gendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jefu! der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben: uns so viel Heil und Troft erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unfrer Pflicht getren, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Ges duld durch deinen Tod be reiten; und naht einst un ser Tod heran, so laß uns biese Pilgerbahn als Glau: bige beschließen! 4. O große Lieb'! o Lie be, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlichy mei: den, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches Lüs ste dämpfe: so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem hei ligen Geschäfte mir Schwas chen Erlösung. chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd ich dank: voll deine Huld betrachten, dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. 3u deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des Mel. Wenn mich die Sünden bängsten Tedes Leiden nicht 157 Bou Surcht dahin on von dir gerissen, ver längnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Guade, und du stillst seinen Schmerz. 10. Empfang ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob beffugen, und Dank dir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 156 Mein Jefu, für welch ein so berber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden kränkt dich, gleich deinen Feinden. 2. Kaum naht sich die Gefahr: so bebt der Jün ger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Tren vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlaffen dich und fliehen. 113 erschrickt; er flieht, eh' Bande drohen; schämt sich, daß er geflohen: kehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach; dort liegt er, tief im Staube; erloschen ist sein Glaube, fein füh ner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst 2. Wie wuchs nun deia nem Zeugen Beständigkeit ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut, Dich, seinen Herrn und seis nen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Zod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz, was hilfts, daß ichs verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Bekeu= nen will ich's, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spöt: 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Spötter dich schmähten; Guade, fürcht ich selbst nicht wenn ihr Spott dich höhnte, den Tod. Wer ist es, der Welterretter! dich, ihren mir schade? Du bist mein Herrn und Gott; dann Schild; o Gott; von meifchwieg ich furchtsam, schäme nem Haupte fällt kein Haar, te mich, ein Christ zu seyn, und drohte mir von allen und scheute mehr ihren die schrecklichste Gefahr. Spott, als dich. Mel. Wie wobl ist mir, o Freund 5. O du, der du dein Ledu so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie uns dankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 158 Den Sternen in zu sehn, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz ere höhen, deu Beltbeglücker bluten fah! Erwäg' au dies sem heit'gen Orte des stera benden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trö ften kann. 6. Uch Bater, ich em pfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; ; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Rene den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue, dir mein Verföhner, weihn! Dich zu verlängnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei bes kennen. Wann Gott Ges richt einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre; dich laß ich ewig nicht 9. Beschirmt von deiner 2. Geduldig bei den größ ten Schmerzen nimmt er sich seiner Seinde an und ruft mit sanftmuthsvollem Hers zen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge feiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach' und Bern verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 3. Weld Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, = der Erlösung. der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ech; wird mein Aug' einst um die Meinen in meinen letzten Stunden weinen: so soll dies Wort mir Trost ver= leihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyu. 4. Frohleckt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, fommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeng ten Schächer der Mund der Liebe sterbenst spricht: du wirst, so ruft er ihm euts gegen, noch heute, deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese feyn! D Herr! laß an des Todes Pforte einst diese trostes: vollen Worte mich auch im letten Kampf erfrenn! 5. Wer faun die hohen Leiden faffen, als Christus an dem Kreuze rief: mein Gott wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Ver Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Him115 mels und der Erde, von allem Labsal jest entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so, theu'r erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Hei land spricht: es ist volls bracht! O Wort des Sie ges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer dorf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Der Friede ift mit Gott gemacht. Gib, baß am Ende meiner Tage auch ich, e Herr, mit Freuden sage: es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll Jesu auch das meine seyn! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufeft: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele: du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Bater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starb st. 9. Mensch! 116 Werke und Wohlthaten Gottes. 9. Mensch! kannst du ihm gefällt, den Weg zu ohne fromme Sähren den jener bessern Welt, euch Liebling Gottes sterben sag ich, die ihr um mich fehn? Mußt du ihn nicht weint: getrost, bald wermit Freuden ehren, und den wir vereint! willig seinen Ruhm erhöhn? O weine fromm bei sei nen Plagen, und fröhlich sich ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe aufers stehn! Und wenn ihn Spötter hier entehren, dort wirst du ihn als den Verklärten, zur Rechten ſeines 160 Baters sehn! Mel. O Jesu Christ, mein's Mel. Befiehl du deine Wege u, desfen Augen Hoffen, sobald sie 3ion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem 159 wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Männ der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jesus das, der Beste, den je die Erdé fah? Er fühlt der Qua ten größte! Er ist dem Lode nah! 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im bittern Grime tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößest ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mut ter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die troftlos weint: sieh Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyn. 3. Go innig bis zum Tod, so treu sey meine Zärtlichkeit; ich sey so willig, Undern beizustehn, und ihnen Beistand zu erflehn! 6. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast verheißen: ihr seyd mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich ench dem Herrn, er hört, er hilft, er fegnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es Erlösung. 117 Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und, womit du lohust, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Je= sus gab sich selbst für mich; sollt' ich nicht sein eigen seyn, mich ganz feinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist meine Liebe, den ich treu zu seyn mich übe 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz ere blast! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist ze. 7. O Freund der Menschenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sey dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Ge wissen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Krenz ist ic. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Mel. Werde munter, mein 161 Der am Kreuz ist keines, keines Todes Grauen meine Liebe! Meine Lieb' ist Jesus Christ. reißt von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht: er ist ihr Hohngelächter; sie drohn mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Töchter, komm seines Blutes Lohn! 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Krenz hinan. Sie kreuz'gen ihn! O bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: vergib es ihnen! vere gebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. Werke und Wohlthaten Gottes. 118 Gold, nicht Ruhm! Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; sterbend dir! Dich werd ich schauen! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe; wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärnte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 4. Du gingest meinetwe= gen dem Todeskampf entge= gen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu Gut. 5. Bie bin ich dir ver: bunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Danke barkeit! Dir sei mein gan. zes Leben zum Opfer hin gegeben, dir, Jesi, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen seyn, von meinen Chrtstenpflichten mich täglich unMel. In allen meinen 162 Welt, fieh hier terrichten, und mir zur Tudein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldvolle fühlt, was er am Leibe lei det, wie, bis er endlich fcheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ist's, der dich ge: schlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und rein von aller Missethat. 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehorsam seyn; auch meine Brüder lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für ſie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Sport vergelten, nie, wenn ich leide, dráun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie Erlösung. wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen Hassen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getrost, wie da, in deine Baterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh. Met. Befehl du deine Bege er du voll Blut 163 für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben: mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da trafdich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Krenze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine 119 Freunde; du warst der Lente Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nan dein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehänfter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich hat, und hilf mir aus Urmen, der sich verschuldet men von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal, Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst schei 120 Werke und Wohlthaten Gottes. scheiden, o so verlaß mich nicht: sei du in Lodes: leiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird in dem Herzen seyn, so reiß mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! In eigener Melodie. 164 2h, bluten, des Todes Schrecken? Im 5. Was noch [ ch sieh ihn Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunkle Nacht erscheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunkeln Grab. sterben! O meine Seele, fag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eing'gen Sohn dort sterben, weil Menschen liebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so wie er, für Sünder sterben kann? 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der fremmen Unschuld Lohn, sey Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren, und willig thun, was sein Ge ses gebeut. Die Pflicht des Danks dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen: auch dies lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlöhr auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Biele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 2. Ja mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzestod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Ret= ter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann stim men alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Beuge seyn! Mel. Erlösung. 121 Mel. Wer nur den lieben Gott uns gibt, mit der er in der 165 Erftarb, der größ= Ewigkeit den, der die Tute Freund der Tugend, er starb von seigend ehrt, erfreut. das nicht in ihm den Freund 166 D MenschenfinIn voriger Melodie. u bester aller der Jugend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie ge= fühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebe. vollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn, unter Leiden, unter Schmers zen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn, und ihn mit Rath und Trost erfreun. 2. Doch Sanftmuth ist in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht; du flehst: vergib, o Bater! ihnen; was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Und ruhig, bis dein Herz dir brach, tragst du des Kreuzes Quat und Schmach. 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekrenzigter, dann denk ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Peiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Christ? Wie nun nicht freudig Gus tes thun, und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter, und quält F die 4. Wenn wir stets reis nen Herzens leben; wie Jesus uns der Tugend weihn: und unser eifrigstes Bestre: ben nur das ist: Gott er: geben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nav diesem Leben Gott jene Seligkeit Werke und Wohlthaten Gottes. 122 die Schuld der Sünder mich; dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuver sicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnas digung und Heil erfleht. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 167 11h die Sünder welt rufst du, mein Heil, am Krenz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das gedrängte Herz, wann dich bei deinem herben Schmerz die Bösewich, ter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört: Vergib, v Gott, und führe nicht sie ins Ge.. richt; denn was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch fegnendes Gebet auch uns ein ewig Heil er fleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! gelobt feyst du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lang: muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frift zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch m mich, mich nimmt Gott an; hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann, versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' em: pfehle. Besänftige mein re ges Blut; und flammt des 3or. Erlösung. Bornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an; o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Guad' erfleht! 6. Mich tröste dein Verföhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeug mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Dei: nen Schutzpanier. 3euch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freun. Herr Jesu Christ! wie felig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist. Mel. Wer nur den lieben Gott 1685 Golgatha, zu deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Swar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt: doch seines Muths Erhabenheit 123 zeugt laut von seiner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelasfenheit; bemerkt die traurigen Verwandten, und forgt für sie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Trost und Fried' und Ruh den kummervolien Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines Baters Willen, auch wann er Leiden vor sich sah, durch Lehr' und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah, nnd, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jeht nähert sich die ernste Stunde, wo Mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getrost ihm seinen Geist empfiehlt, und unsrer Seelen hohen Werth durch dieses letzte Wort er= klärt! 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren vonTugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu seyn, und weder Schmerz noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Jrrende zu Gott gelei= tet, und Leidende gefund gemacht! So freudenvoll F2 stirbt Werke und Wohlthaten Gottes. 124 stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden, dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em pfanden jenen Seelenfries den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. In voriger Melodie. 169 Seht, Christen, fehet Jesum scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach dem bängsten Erdenleiden sein Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, ruhig sterben kann.. das 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich thums eitlen Glanz vers schmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Tu= gendkampf bestehn, machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sah. 3. Des ewig guten Va= ters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen, war Jesu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Suversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; beförderte des Feindes Glück Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! laßt an Jesu To= destage den Vorsatz lebhaft uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jes sus, nur der Tugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. In voriger Melodie. 1708 ist volbracht! am ze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize zu: Fren de meines Herzens Grand! Das große Opfer ist ges schehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist voll bracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Dn hast den Fluch hinweggewent det, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch's Todes Nacht zur frohen Ewigkeit ge macht. 4. Dank Erlösung. 125 4. Dankvolle Thränen, auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! netzt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er den mir Gott zum Trost ge macht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! hilf mir, Herr, mun auch vollbringen, was wah: re Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beß'rung ist vollbracht! 6. Du littft so viel zu meinem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu er geben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübfal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendigt seyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast! So tret In eigener Melodie. 171 Po schlummer du in stiller Ruh, der du für uns ge= storben, uns am Kreuz in schwerer Müh ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung fehen; fon= dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. F3 8. So Werke und Wohlthaten Gottes. 126 8. So sink ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, gedeyken. In voriger Melodie. mKreuz erblaßt, 172 Am. der Martern Last und Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 10. Bergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver gessen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Mel. Nun last uns den Leib 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Krüb: 173 Ach endlich, Dule wolltest du für mich, einziger Erretter! findest dut ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit fanf tem Schlummer dich er quickt! 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legtest, einmal mun von langer Arbeit auszuruhu! 4. Du hasts gethan: dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Bersöhner, göttlich frei ha= best hingegeben. 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwera ber meines Heils wird mirs einst erklären. der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erfor sche mich, und stehe, wie ichs meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 7. Almächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Hei liger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wenn einst mein ew'ger Geist der Er denhülle sich entreißt, auch ich Erlösung. ich von edlen Thaten ruh! auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. ( Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott eil ihm, dem Todesüber174 Heil winder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der verlohrnen Sünder em-' pfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelthon preißt ihn, des großen Gottes Sohn. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch kur zer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle feine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, er schallt nun ein Triumpý: gesang. 3. Das segenreichste seiner Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendet ists mit Gottes Stär ke, die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu fei: nes Namens Ruhm. 4. Auf Felfen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Stanbe ihn zur Unsterblichkeit er hebt. Nun wird der Tod 127 an Jefu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen singt; er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sey nun Gehors sam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er: löste Brüder! Freut euch, es ist ein Bonnetag! Dann kommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere fol gen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Tod tenweckers Ruf hinab. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und, mit des Himmels Glanz umgeben, getrost zum Richterstuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Füh rer in der bessern Welt. Mel. Jesus, meine Zuversicht efus lebt, mit 175 ihm auch ich. J ihra Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, F4 was Werke und Wohlthaten Gottes. 128 was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt; lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott ver stößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jefus lebt; sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben! Reines Her zens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht, dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ge wiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrs lichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Zod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wann sie glänbig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel kam der ich bet ich an, ers 176 andner Held, Erretter einer Sündenwelt: du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Suversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich vere dammen kann? Ich glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Les ben mir ein fegeureicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sey der Schauplaß meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Tren' auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, und, Herr, wir werdens ewig seyn. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrock. nem Ang' hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dies Erlösung. dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit frendigem Ver. traun im Tod auf dich, Volls ender, schaun. 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihy, den Sieger, der erstand, im Lode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Laud. Halt im Gedächtniß Jesum Mel. Wer nur den lieben Gott 1772, meine Sele, Christ, der von dem Tod erstanden ist! zur denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach über= wundnem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstan= den ist! 2. Denk lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Ver suchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu beslegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 129 voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Zod erstanden ist! 3. Dent ihn im Leben, wenn die Bürde des Staus des und Berufs dich drückt, denn, wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne feines Kampfs geschmückt. palt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmers gen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist 6. Du weinst beim Gros be deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen blies ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Ge dächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueber= winders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch ge= ben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Ge dächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel, Christ lag in Lodesbanden 178 dem land dar! Frohlockt ihm alte Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei ge= tobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! Hat teluja! 2. Dein F5 ringt Preis und Werke und Wohlthäten Gottes. 130 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja. 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln, daß ich, wann ich aufersteh, und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, mit al len Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dies Heil mein Erbe seyn, so werd ich ewig deß mich freun, daß di vom Tod erstanden! Halleluja! 3. Gott felbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Todes hohen Werth hat er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstanduer, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, mei. ner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu 179 A Banden ist der Mel. Jefu, meine Freude Grabes verleihn, und mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erldster wandle! Halleluja! Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gesteget; Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unfrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. rufst einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus oben in der Herrlichkeit! Geiner Herr scherehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu Du Erlösung. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die schren Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flich von mir! ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich nichts zu haben, als was Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort, nach überstandnen Leiden, Gott mit seinen Freuden. 5. Sterb' ich: meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. Un des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Mögt' ich hier doch mehr nach ihr, als nach alten eitlen Dingen dieser Er de ringen! 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe, und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel kam der Frinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herr 180& rin 131 lichkeit: halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! O freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich, und bet ihn an: er mißt den Sternen ihre Bahn: er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht, was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Got: tes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Ver wundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein Ver$ 6 Werke und Wohlthaten Gottes. 132 Vertraun, im höhern Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn! 2. Er lebt, Er lebt! D weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Shu preise jeder Festgesang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo wal tet hier Gerechtigkeit? wie konnt' er hier schon enden? O Christen jauchzt! Er ist erhöht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich, in Liebe tren, zu deinem Bilde stets ernen! 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht, und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein großes Werk vollbracht, und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird felig seyn. O laßt euch diefen Glauben durch keine Leiden rauben! 13. Er ists, der Alles in nus schafft: sein ist das Reich, fein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und fernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungs voll! Nach bangen Mel, Was Gott thut, bad in crohlockt, ihr 181 Chriften, Se Stunden ist Alles überwune fus lebt! Lobsingt dem Ueberwinder! O betet an; erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für fie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mitThronen und mit Cherubin, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! den. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag das Her; dann stehn wir auf im Frieden, O Tag des Danks! Erlösung. O Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir leben. 7. Erstandener, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich seyn, unsterblich seyn, und einst dir näher kommen; o welch ein Lohn der Frommen! Mel. Erschienen ist der herrlich T. Er ist erstanden, 182 der unser Trost und Helfer ifk. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ. Drei Tage sol len nicht vergehn, so were det ihr mich wieder sehn. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig seyn mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Jes fus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich; und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine 133 frommen Freunde zut. Cr wachen werden wir zugleich, uns wieder sehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebs reich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich tm Glauben tren, und tren in meinem Wandel sei! So richt, wenn Stimme zu komm ich nicht in dein Ges mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, von dieser uns volkommnen Welt, und führ re mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! Mel. Kommt, kommt den 183 Lobinge, metne Seele, Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich ges rungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bes zwungen, und seiner Schrek ken Heer. Du darfst nun nicht mehr beben; sein Sieg hat dich befreit. Dein lif unsterblichs Leben, dein, Gottes Seligkeit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen 87 Tag 134 Werke und Wohlthaten Gottes. Tag herauf. Da stand, be: lohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmets mich erhebt! Gedanke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der todt war, Jesus lebet, nnd geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist belehrt; die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! erhebt sich mein Gefang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher er wacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete sein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöfte, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun voubracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seis ner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh, und Hoffnung hoher Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden auferstehn; auf Hoffnung in das Grab gefäet, um schöner aufzugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! Mel. Lobt Gott, ihr Christen om Todesthal 184 V hinauf zu Gott Pfand! Dich feire dankbar 9. D Auferstehungsfest, du bist des Lebens jeder Erlösung. jeder Christ, der deinen Trost empfand. Christi Hingang zum Bas ter, und Berherrlichung. ( Himmelfahrtslieder.) Mel. Freu' dich sehr, o meine 185 err, du fährst mit 135 im Glauben; dort find ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufst du frühe oder späte mich zu meines Frenden auf zu deiner Herr lichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Troft erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du ſelber wollst im Beten bei 186( a) Laßt das Botz dem 3. Lehre mich die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöfer, bist! Wollust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jeho seh ich sie du die Nacht, die des Todes That mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so fammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heilige und verklär sie ganz, daß der Leib in Simmelsglanz, frei von die sem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! Mel. Es ist das Heil uns uns heut in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und derTugend treu zu seyn, tren auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 2. Er kam zu uns, von Gott gesandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Sig der 136 Werke und Wohlthaten Gottes. der Zugend werde. Nach feinem Beispiel sollen wir uns Alle bilden, Alle hier, daß wir zum Vater kommen, 3. 3um Vater! O wir kennen ihn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Sport und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf 8. Ein Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir einander lieben, mit Freuden thun, was Gort gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' ans Grab uns die Natur; aus einem Hims mel gehn wir nur in einen schönern Himmel. Mel. Herr, wir singen uns leicht, sein Lohn die 186eberlerim heiter. 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er hat sie überwunden. Wir bebten vor des Grabes Nacht; sie ist durch ihn verschwunden. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur Ulebergang zu einem beßren Leben. 6. Er schwang zum Himmet sich hinauf, die Stätt uns zu bereiten. Zum Himmel geht nun unser Lauf; zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Biel! Der schönen Woh. nungen sind viel in seines Baters Hause. 7. Wie sinkt das Schattenwerk der Zeit! Wer kann noch darnach streben? Wer ruhn im Schoos der Sinnlichkeit? dem Laster sich ergeben? Die Zeit ist rasch, oft schwer der Lauf; schaut Christen, schaut zum Ziel hinauf, und eilet zu vollenden. hobst du dich im Sieg und Ehre, du Geber der Uns sterblichkeit! Engel fingen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vas ters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zumt Lohne; dich neunt dein Bole nun Erlösung. 137 nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Siege! Wir folgen dir mit Freuden hier; einst loh: net Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Ers tösten im Kampf zu stärken von fern; dann sehn wir, hocherfreut, ganz deine Herre lichkeit, Welterlöser; dann führest du der Wonn' uns zu, bort in des Himmels ew'ger Ruh. Mel. Vom Himmel fam dee und zu trösten, gabst du 1872f, Jefu Jún, vom deinen Geist. ger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seis nem Reich. Er triumphirt! Lobfinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! Gib auch uns in unsern Lei: den den Geist des Trostes, und der Frenden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zich uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst Doran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bez reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herra lich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deis nen Mittlertyd sind wir ver: söhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit dir, da follen wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder fehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhren Lebens, dann schaun wir dich nicht mehr 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott vers söhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Hims mel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsins get ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis nuter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält fie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir ers heben dich; und unsre Hers zen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl Werke und Wohlthaten Gottes. 138 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr! bei dir sieht Kraft und macht, und dein find wir. Nimmst du dich aufrer hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, nur thun. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.). Mel. Vom Himmel hoch, da 1882nbetung sey dir, gelium. Gott, gebracht! Du hast uns diesen Lag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ift! 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Untlig schaun. 9. Dann werden wir uns ewig dein, dn größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heilig3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sicht= barlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Bon ihm gestärkt, gehn fie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieder: gang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sies gen stark durch ihn, o Gott! Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evan6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erbkreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort; noch siegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit tren, mach uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an, und leit nus auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. In Heiligung. In eigener Melodie. 189 den heil gen un bitten wir Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, alle, die im Frr thum sind, bekehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weis.. heis und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Baterland! Erbarm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach uns allefammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen, Niemand gern betrüben! Er barm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod: laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! 139 bald Ulles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers Thaten kund, die Völker zu befehren. Der Heiden Lempet wurden leer; es stürzte jenes Gößenheer von seinen Prunkaltaren. Met. Kommt her zu mir, spricht 1902 Gottes Sohn ollendet fein großes Werk auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich, und tödreten die Jünger. Unüber: windlich war ihr Muth; und schwiegen sie, o sprach ihr Blut, und zengte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Grenzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begehu, o Gott, dies fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher, und, helk uns Gott! auch heiliger, durch deines Sohnes Lehre. In eigener Melodie. omm, o hatte 191K du Geist des Lebens! Hilfuns Schwachen mächtig anf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlanf um das Heil, 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Heil, das Gottes Nath für uns ansersehen hat. 2. Gib in unser Aller See len wahre Weisheit, helles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei, und mach uns vom Irrthum frei! 3. Beig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Rene nach der That, wenn der Fuß gestranchelt hat! 4. Laß uns stets dein Seugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Trübsal findt! Lehr uns, daß des Vaters 3ucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten kindlich und mit Freudigkeit, nur nach sei nem Willen beten, und vers tritt uns alle Zeit; so wird unser Flehn erhört; und die Buversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott! mein Gott! wie lan= ge! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib mir Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kam pfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg ges lingt. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfol gung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge raus ben! Du bist unser Schutz, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: nein![ aß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sol len sterben, o so steb mit Trost uns bei: gib, daß uns, als Gottes Erben, jeneHerrs lichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimint! Mel Mein ganzer Geip 192 ein, und laß uns deine Woh nung seyn, du Beistand unfrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, ente zich uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. heil'ger Geist, 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle, uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd er kannt Heiligung. kannt des Höchsten gnäd'ger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wäh len und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steh uns stets beimit deinem Rath, und führ uns auf den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir wenn Mel. Gott des Himmels und wir hier auch darum ſeiden 193 Heiger Geist, von müssen. Drückt Last uns fast muthlos nieder, laß uns wies der Trost empfinden, und die Trübsal überwinden! Gott gegeben, komm, erleucht und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst undTreu', mich zu bessern, in mir neu! 2. Uch, ich irr in Finster nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunk. ne Seele sich, snchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Htm mel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leden, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, hei lig, wie mein Heiland, seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthtos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele formen mag! 4. Stärk uns durch dei: ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu wer: den! Und sind wir wo dem Falle nah, so sey mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst maz chen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immers fort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Chri. stum ohn' Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig, und sein Heil uns, werth und wichtig! 141 Lebenszeit; du kannst uus dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnentust, mit ihren bösen Werken! Vater, Va ter, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! 6. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre 5. Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Univ.- Bibl. Giessen 142 Werke und Wohlthaten Gottes. und Lust und im Kampfe föße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu seyn bis zum Tod! 6. Sey mein Beistand, wann ich sterbe; zeige meis 195 Gund vom SohMel. Freu dich sehr, o meine Meist vom Vater nem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. ne, der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sey: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wann ich bange 3weifel hege, deine Wahr. heit mich erfreun! Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sey, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Namen zu erhöhn, seinen Wil: len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen! Mel. Mein Gott, das Herz 194 № icht um ein flüch: tig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Geligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere 3ufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket felbst dein Geist das frentdige Bewußtsenn mir, daß du mir gnädig seyst. reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld! 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich! 6. Er schaff in mir ein 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich Heiligung. ich unter Ren' und Schmerz mich vor Gott darüber ben ge, und mein Herz zur Beßzrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf mei nen Mittler, schau, und auf ihn die Hoffnung ban, Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Füh: rung folgsam sey! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Geistes Trost em pfinden! 143 der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geist, v Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in meiner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitelkeit zu dir! Gib einen Geist, der dir getren und willig zu gehorchen sey. 4. Entzieh mir Schwa chen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugebn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens nie von mir und stärke mich durch feine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeitmich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Freu' dich sehr, o meine du uns als 196 fen, du hast nur reine Her 197 Bater liebest, zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften sey! trener Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja uns um ihn bit: ten heiß'st: demurhsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! Mel. Wer nur den lieben Gott großer Gott, dureines Be 2. Laß, guter Bater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler seyn. Dann fühl ich hier schon in der Zeit 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen, Leben Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Perz Werke und Wohlthaten Gottes. 144 Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt ge= weiht, wenn er nicht durch feine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit achter Tren' meinen Gott und Herrn dich nen nen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre! 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güte, hochgelobter Gottes: geist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Prei. se heilig und zum Himmel weise! 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Much seiner Baterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestren stets vor seis nen Augen wandle und rechts schaffen denk und handle. wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten näßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh ter sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Tren', sie zu besseru in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick me ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wann mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zn hören scheint: o dann läß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir du selbst den Trieb haft entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein setig Ende herrlich sich an mir vollende! Das Wort Gottes. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach 1989 gegeben, sei ewig Mel. Wer nur den lieben Gott eligion, von meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Le= Heiligung. Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst au sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen, und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 145 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen: nen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick zur hellen Einsicht meiner 199B ich dich, Gott, Mel. Nun danket Alle Gott on Herzen preis Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärkest den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und Tugend lieb. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Danks barkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Klei nod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 5. Du gibst dem Geiste sü: Ben Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden den fichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 6. Du lehrst mich glau: ben, lieben, hoffen, verkündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: du, du bist meine Zuversicht! 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann mir gleich der Sonne, den Weg ins Todes: that hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei: Dank für dich, Religion! 2. 3um Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit 3weifeln und mit Wahn müßt' ich voll Unruh ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir nud deis nem Sohn und meiner Seele, nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr mein 146 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Schuß, in Finsterniß mein Licht. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief er schüttert; der 3weifler wird beschämt, des Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grob der Seinigen der Christ, wenn er vom Wie dersehn im bessern Leben ließ't. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit SchäBe; hier faßt der Blödeste die göttlichen Geseße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6 Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 7. So kann kein anders Buch die Größe Gottes preis fen, so faßlich rührend nicht den Weg zurTugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren, und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 200 ein Wort, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder wie dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsren Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, vers kündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstun gen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit köſt. licher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt! Heiligung. lehrt! Laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel. Liebter Jesu! wir sind hier err, mein Licht! 201 daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, Mel. D Gott, du frommer Gott! und mir, deinem Kind, ge= 202 Soll bein vers derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam seyn, den er kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Strafe, leiden müssen. 147 zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender. erkennen jener Herrlichkeit 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes freut bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Frenden! 5. Hilf, daß sich von Zeit der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet!. 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk auf, als ob er felbst zu dir vom Himmel redte! So ließ, mit Ehrfurcht ließ, mit Luft und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm; o Gott, 2 vor Werke und Wohlthaten Gottes. 148 vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Ließ, Christ, sein heilig Buch, ließ oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Ließ, frei von Leiden schaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräfs ten. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiter: keit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweibt! 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimniß voll; so laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbaret, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ists, das glauben, wo Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keinen Zweifel kränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit dei nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schaun's, und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Duns kelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forscher: der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Salt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel Heiligung. mel werden. Verachte christ lichgroß des Biebelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch, da 203 Recht dem ganzen mensch lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! Mel. Ach Gott und Herr dein Nam² und 204 Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schaner. 2. Verbreite deines Wors tes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist, der reinste, aller: höchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendhaft. 149 7. Du sättigst sie mit Se: ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deia nes Namens Lobgesang. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns Allen unfre Bahn; das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt' in uns die böselust. 6. So preiset deine Chris stenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keis nen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glaus ben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele werth, Unsterblich keit und Leben; daß diefe Zeit zur Ewigkeit mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort er= schienen. 6. Nun darf mein Herz in Ren' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Bater! fagen. 7. Mich zu erneun, mich 3 dir Werke und Wohlthaten Gottes. 150 dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Mel. Freu' dich sehr, o meine S. 205 Gott, durch den wir sind und leben, deine Güte fei ge= preist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ermahnet, straft, bekehrt, und wenn uns ein Leiden drüks ket, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich ohne Heuchelschein, das darin Befohlne üben, und nicht bloße Hörer seyn; denn, wer deinen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Lehren tief in unfre Seelen ein; laß fie uns mit Nußen hören, und derselben Thäter seyn; treib uns dadurch Fräftig an, daß wir dich vor jedermann froh bekennen, kindlich lieben, und mit Sünden nicht betrüben. 4. In der Seele Finsterniß sey dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost ge= bricht! Es versüß' uns jede, Noth; es erquick' uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Schwing dich auf zu er du selbst die 206 D Wahrheit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand er= mißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen: unser Blick ist ungewiß, unsre Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht läffet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret: glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung Heiligung. Hung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Tau sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel auf gebaut, kann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch bes trügen? 6. Erd' und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige find Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Him met lachest ihr, wann sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht er: schüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. Gefeß. In eigener Melodie. 207( a) Wie gut, wie heilig ist, was Gott den Kindern Abra= 151 hams gebot! Verehre keinen Gott, als mich: mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! 2. Mißbrauche meinen Namen nicht. Weh dem, der lästernd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn den Schöpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3. Stets heilig fei mein Sabbath dir! Dein Knecht auch ruh und weih ihn mir! Da stärke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott! 4. Ehr deinen Vater, ehre sie, die dich gebar, und säume nie, den Aeltern liebreich wohl zu thun; daun wird auf dir mein Segen ruhn. Das will dein Gott! 5. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheun vor Zorn und Haß; die Rach' ist mein. Wem ich die Sünd erlassen soll, der thu auch seinen Feinden wohl. Das will dein Gott! 6. Die Ehe halte kensch und rein: auch selbst dein Herz soll heilig seyn. Dein Leib und Geist sey mir geweiht, dein Ruhm fei Zucht und Mäßigkeit. Das will dein Gott! 7. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut. Der Flüch trifft den, der Unrecht thut. Betrüge nie, und wuchre 4 nicht Werke and Wohlthaten Gottes. 152 nicht. Den Armen zu er freun ist Pflicht. Das will dein Gott! 8. Du sollst kein falscher Beuge seyn; sollst Lügen und Verläumdung scheun. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 9. Des Nächsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Vieh. Wenn meine Huld auch ihn erfreut, gönn ihm sein Glück, und flieh den Neid. Das will dein Gott! 10. Und wis es: eifrig ist der Herr; die Uebertretung strafet er, doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendste Geschlecht. Drum folg' ihm treu. 11. Durch Jesum hat bez stätigt Gott, was er durch Mofen einst gebot. Von ganzem Herzen liebe meb, und deinen Nächsten gleich ats dich. So sprach der Herr! 12. Dieß, Christen, laßt zu aller Zeit erfüllen uns mit Freudigkeit; erfüllen treu bis in den Tod, was Gott aus- Liebe nur gebot! Er sey gelobt! Mel. Gottlob ein Schritt zur 207) Herr, dein Gez und dein Gebot, wornach wir sollen leben, hast du, o liebevoller Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Guten willig sey, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beiz fall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn' Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sey es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir geweihten Ruh' laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehist, vor dir erscheinen: dann deiner im Ge bet mich freun, ein Hörer deines Wortes seyn, und, wie ich foll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Weltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wis derseßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg' und Teeu' erkenntlich und gehorſam ſey, und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bitterm Sinn, Haß, Rach und Heiligung. und Feindschaft übe, und wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du geboten hast, unkensche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wounst folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Ueppig keit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr' und böser Ränke schäme, mein Herz vom Geiz und Unrecht kehr, durch Macht und List nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden sey, nicht karg und nicht verschwendrisch. 153 und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern mögt ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern mögt ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen: allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott, Vater, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Borbild merke! D heil'ger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles, und wie mich, auch meinen Nächsten liebe. Evangelium. mel. Jesu meine Freude 9. Hilf, daß ich meines 208 Mort aus GotNächsten Ehr zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum Besten kehr, doch Böses nicht gut heiße; stets zcige Tren und Redlichkeit, und Abschen trage jederzeit an Falschheit, Schmähn und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewäh ren, doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahz rer Freuden, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben. 2. Was sein Wohlgefal. ten vor der Welt uns Allen ausersehen hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; G5 111 Werke und Wohlthaten Gottes. 154 in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünden haffen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir feyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. scher Lehre Wahn von dei ner Wahrheit klarem Licht! Gewalt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Rich teramt, bleib unter unſerm Volk verdammt! 2. Die Völker sey'n dir unterthan! Es weiche fal: 4. Nur geistlich sey der Wahrheit Krieg! Gib wi der Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg sie und Beweis, und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämm': rung, irren bald! Die Weisheit übet nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allge= mein, nicht mächtig die Vera folger seyn! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe unge. stört. 7. 3erbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrs heit sleget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverei! In eigener Melodie. 209 Erhalt uns, Herr, Am Reformationsfeste. bei deinem Wort; den finstern Irrthum treibe fort; bewahr uns vor Gewissenszwang, so preist 210( a) Veten wir, Mel. Allein Gott in der Höh or dir, Herr, dich unser Lobgesang! erfreut an unfrer Väter Glauben. Der Feind erhob sich Heiligung. 155 es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht: Ein Wörtlein kann ihn fällen. sich kühn zum Streit, dein Wort der Welt zu rauben: sie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Aumächtiger! durch dich; sie kämpften und sie siegten. 2. Dein Wort war ihnen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang wars in Dunkel eingehüllt, der Christenwelt entzogen: sie brachtens wieder an das Licht, und achte. ten Gefahren nicht, sie sangen heldenmüthig. In eigener Melodie. 3.» Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alt' böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist: auf Erd ist nicht sein's Gleichen. 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren! Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkohren. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Sebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er be halten. 8. Triumph! die Wahrz heit siegt! Gott war mit ih ren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr sie erkennt, und dankbar sie verehrt, auf! haltet fest an ihr! Sie sey uns ewig werth! Mel. Sey Lob und Ehr dem 5. Und wenn die Welt 210) Dein Bote, o Volk, voll wär, und uns verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr; 6. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben.« Mel. O Gott, du frommer Gott 7. So fangen sie: und weit erschollen ihre Lieder: die Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube floh, es wich die düstre Nacht, das Evangelium ward an das Licht gez bracht. frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm auch G6 Werke und Wohlthaten Gottes. 156 unser Lobgefang in alle heil gen Chöre, die heut in deinem Heiligthum zu deines großen Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr, ists geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschen tand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, ver nünftig ehren können.. 3. D welche Wohlthat, Gott, ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß seit mehr, als tausend Jahren. Du hast, troy aller Feinde 6. So können wir bei deinem Licht ein frohes Leben führen, wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod her. ein; so spricht dein Geist den Trost uns ein: von non an send ihr selig. 7. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sey ewig Dank gebracht, dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund. Es mach auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen! Mel. Christus, der ist mein Macht es wieder an das 211 2ch bleiß mit dei ner uns dieser Guade. 4. Du läsfest hier im Heis ligthum dein lautes Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu unserm täglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schätzen. 5. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach deinem Wort fie an zur Weisheit und zur Tugend. Das Ansehn unfrer Obrigkeit bleibt ungefränkt; und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. uns, Herr Jesu Christ! da= mit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzieh uns deine Leha re, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft ges währe uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir von Irrthum frei, bei deiner Nede bleiben, dir folgfam, dir getreu. 4. Komm uns mit Kraft eutgegen, hilf unsrer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum ernsten Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüste dämpfen, 157 pfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Troy bekämpfen, du sieggewohnter Held. mer wären! Mach alle Herzen rein und nen, laß alle sich bekehren. Gib uus Wif jenschaft, Glanbe, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 6. Ja bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verlei: he, hilf uns aus aller Noth, Mel. Ein' feste Burg ist unser err, 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns und Frieden. Laß 212 Hedanket dir: uns, gestärket durch dein che noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o JefuChrist, beffege Macht und List, und herrsch in jedem Lande! Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 2. Sey, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uus, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch, und schütze sie; deun wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist: müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör' ihr kindlich Flehn. Eit', ihr beizustehn, daß sie standhaft sey, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen! 3. Eins ists, was deine Treuen kränkt: daß unter 213 Edein Wort Mel. Herzliebster Jesu! Jesu, deinen Christen wird noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüs sten. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb', und ach, sie bedenken nicht: es wart' ein schwer Gericht auf träge, sichre Christen. bestehen, und Erd und Himmel werden eh' vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 4. Und du, o Jesu, bist so tren! Ach, daß wir fröm 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Fries den 67 Heiligung. 158 Werke und Wohlthaten Gottes. den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird fie jemals deiner Hut entreis ßen. Du hasts verheißen. 4. Wohl Allen denen, die dir Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich, und die Freuden, womit du beloh: nest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lob: gefänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich T. 7. Schaut auf zur Son= ne; sie erhellt nicht gleich 214 Lobfinget Gott! den ganzen Raum der Welt. denn seine Macht vertrieb des Überglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß: der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun, und Gott durch Thaten dankbar seyn, wie er sie liebt. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Chri: stenlehrer sahu es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in harte Sklaverei versant das Volk des Herrn. 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da würden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub' und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethau. Singt, singt ihm Dank! 5. Bereint nun Christen, jederzeit mit Wahrheitssinn Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Sier. Dann sicget sie; Gott ist mit ihr: er ist ihr Schuß. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spötter stolz die Wahrheit schmähn; verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott. 3. Wie tobte der Verfol ger Wuth! Wie strömte treuer Christen Blut! Und ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! 215 Laß doch, o Jesu, laß dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leidell Heiligung. 159 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die deinen, wie du felbst versprochen, führe sie. endlich aus dem Kampf hie: nieden zum ew'gen Frieden. den wegen, Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Hei land nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willenschon hier erfüllen! 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen, und dem Aberglauben die Herrschaft rauben! 5. Sei du ihr Licht in Mel. Ein' feste Burg ist bangen Finsternissen, und 217 W feine Kirche wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sist, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet ſeinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 6. Herr, schüß uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, und wir zum Kreise der verklärten Frommen frohlockend kommen. In voriger Melodie. 216 Sh chüße die Dei nen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 4. Ewig, o peiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Him: mel und Erde! 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Stanb Werke und Wohlthaten Gottes. 160 Staub vor Gott. Sie mö: gen sich empören. 4 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drobn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be: decken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? Mel. Gott des Himmels und 218 H errlich ists in deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgesetze sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit dei nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preißt sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weißt! 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach, sie nahen sich dem Falle, und dann tob.n sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht unters gehn. 7. Reiche dieser Welt vers schwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jest noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Grahlen nicht; doch Heiligung. doch der Weise bleibt dir treu und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, einst auch den dich preiſen, der noch blind vor Gößen kniet! Zeig uns Allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! 161 ses Kind empfohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! Mel. Liebster Jesu! wir sind hier err, ste 221 en hier vor ( a) dir: laß dies Kind auf unfern Armen dir gefallen, bita ten wir, und erzenge dein Erbarmen, laß es hier bes glückt auf Erden, dort, des Himmels Erbe werden! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 Dir, Gott, der ſo ( Nach der Taufe.) Mel. Kommt, kommt den Herrn gern erfreuet, immer ſeine Huld ernenet, 221 Geweiht um weihen durch die Taufe dieses Kind, o Vater! dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen, und be glücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stärke künftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, niemand auf der Tugend Bahn Heit 222 ch bin getauft und ihm rauben kann. Mel. Wer nur der lieben Gott err, der du selbst 220 len, dir, dessen Tren' nnwandelbar, dir sei auch die Christenthume ist dieses Kind, dir, Gott, geweiht. Erzieh es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur Seligkeit. Gib, daß es deiner Liebe sich immer dankbar freu, und durch des Geistes Triebe dir stets gehorsam sei; daß fröhlich es dem Lohne der Treu' ent= gegen geh, und vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh! Mel. Wer nur den lieben Gott men, Gott Vater, Sohn und heil ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Saa geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Werke und Wohlthaten Gottes. 162 mein! Laß, Herr, mich dessen würdig seyn! 2. Du hast mich für dein sei ewig mein, und laß mich dein auch ewig seyn! Mel. Liebster Jesu! wir Erlöfer, und ein selig Theil haft du, 223( a) Mein Suome du mich Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbuen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand feyn. dir zum Eigenthum erkanfet; als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn, das was ich heiße. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, das zu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst! 2. Laß mich oft mit Uchtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlseyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen! 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wann ich ihn über schreite, läßt du dein Vater herz mich sehn. Da regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu nener Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! O Sünde, weich! Gott hört es jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dies mein 4. Laß mich denn, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein trener Jünger leben, daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheißne Leben erbe! Mel. Wer nur den lieben Gott Versprechen, mein Vater, 223bch bin getauft es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, Lehren, dich, Bater, deineu Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz Heiligung. Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines Reiches Erben, o treuer Vater, 163 mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heili gung. Gott meines Heils, sey ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn. Mel. Jefus, meine Zuversicht mich erklärt; es hat die 224 Ewig, ewig bin ich dein, aus dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein ge dacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue, nun ganz aus Dank und Liebe, hin. Erwecke mich zu steter Trene, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir, und hei lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verſpreche, auch redlich halte und getren, nie mein Gelübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so vers wirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein! 2.Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein! 3. Ich gelobt es, und dennoch brach ich oft den Bund der Tause, kämpfte schon, und wurde doch schwach im Kampfund matt im Lanfe. im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater feyn! 4. Dies, o Gott, vers prachst du mir: das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, v Welt, mich nicht entreißen? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes seyn! 5 Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein 164 Werke und Wohlthaten Gottes. Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, mei: ne ganze Seele weihu. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf feinen Wegen, heilig und ges wissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn; treu bis in den Tod zu seyn 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. Das heilige Abendmahl. Mel. Befiehl du deine Wege die 225 Bersammelt hat: Jünger feierlich; es nahte feine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung frenten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie soll ten nun ihn dulden, ach, bluteu, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Bekenner der heil'gen Wahrheit seyn; für ste, und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb' undTreu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben, und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gabe, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie ver= gessen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt hin, für euch gege= ben wird dieser Leib, dies Blut: o denket mein, ihr Lies ben, so oft ihr solches that! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des trensten Freundes Bild: gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Nuth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtnismahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt uns am Altare uns seiner dankbar freun, und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund ers neun! Sein Mahl stärk uns fern Glauben, stärk ihn in Schmerz und Noth, mach bei Heiligung. 165 heilig unser Leben, mach in Licht zu wandeln, wie er freudig unsern Tod. Mel. Siebsier Immanuel zu handeln: dies, Christen, sey der ihm geweihte Dank. Mel. Ein Lämmlein geht 226 Maht dem Altare, nahet, und feiert hier den 227 Daus Barmher Tag der Besserung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Füblt Gottes Frieden! Dann schon hienieden gewährt die Tugend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf rau heren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wanket nicht! blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt er füllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gott: heit! Auf, und wanket nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem bohen Tugendbund getreu zu seyn! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterbliche, den Schwur: Wir weihn in diefer Stunde dem großen Bunde der wahren Zugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Se gen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun Lebenslang zigkeit zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eins geladen. Du rufft: Mühsel'ge kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja zu dir erheb ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sey auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich verz mag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht: du siehest meine Reue. Erbarmer, nimm fle gnädig an; du bist, der hel fen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebengte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläu 166 Werke und Wohlthaten Gottes. gläubig Herz voll Ren, und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch künf. tig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deis nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Er den lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklärt, un sterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. Mel. Wer nur den lieben Gott ier bin ich, Jesu, 2285 zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mah! ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unfer Heil bedacht. Wie stark find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. O gib von deinem Todesschmerz jest neuen Einoruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du ſo theuer mir erwarbst! Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständ'ge Trente vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du stärbst für mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist: mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Ge wissen sündlich heißt. D flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den VölFern sichtbar zeigen wirst! 9. Ge Heiligung. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet fei! Mel. Ein Lämmlein geht und ch 167 spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch 229 keine dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib au mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir; ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg ges lingen. und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh, und finde sie im Glauben der Erlösten. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! 2. Dich bet ich zuver sichtlich an: du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht, und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich vers föhnet. Mel. Es ist das heil uns ch 3. So freue dich, mein 230 Jer, meinheit, Herz, in mir! Er tilget dei ne Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gib, daß Werke und Wohlthaten Gottes. 168 daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquifs kung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner gro= ßen Güte. Wie viel haft du an mich gewandt! O stärke mein Gemüthe zum gläubigeu Bertraun auf dich, doß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters undankbar nie vergessen, daß ich aus ächter Gegentreu' dir bis zum Tod er= geben sey, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leidens. großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die ebre Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 6. Laß mich mit Glaus bensfreudigkeit vom Bundesmahle essen, und der Verbrüd'rung heil'gen Eid 8. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sey dein Tod mein Leben! Mel. Gott Vater, an Erbarmen Huld gewiß Vergebung mei 231 Chrift, eile nie mit ner. Schuld auf den werde! 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit nener Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden! sicherm zum Liebesmahle Jesu hin, denk nicht, des großen Dul ders Blut macht jedes Sün ders Laster gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Si cherheit! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind; empfah es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Heiligung. 169 pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh entgegen sehn! Sünde Schmach, der Rene Schmerz! 3. Erst sei dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Skav zu seyn: erst gib zurück, was deine Hand durch List, durch Trug, Mel. Meinen Jefum laß ich nicht durch Raub entwand; erst, 232 Nahtmit Andacht Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brü derlich! 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Lust; bist du entschlos sen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du dich der Tugendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der lieb: reich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuche: lei und Bahn, müs' jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner letzten Nacht, 0 Herr, zum Denkmahl uns gemacht! Da dämpfe der Gedank ans Kreuz der Thorheit Lust, der Sünde Reiz! 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, sanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum KamBrüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und nie: drig, arm und reich, naht; hier seyd ihr Alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lie be Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jetzt genießet, führ Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut: denket Alle: wir sind Brüder! Denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschensinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt. O, wie hat er uns geliebt! 5. Denket feiner; Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Weine H Werke und Wohlthaten Gottes. 170 Weine denket an den Menschenfreund, 233 V Dank und Freu Mel. Freu' dich sebr, o meine soller Ehrfurcht, denkt an Jesum, denkt, und weint! den komm ich Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmahl deiner Leiden, und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwabst, dir zur Ehre stets zu leben, sei mein eifrigstes Bestreben! Ich empfind es jest aufs neue, was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben 3. Durch dich ist zu Got tes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Zugend fel'gem Pfade fest einher zugehn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme, 6. Laßt mit heiligem Gemüth All' uns nahen dem Altare; wer von Lebenskräften glühet, und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich; Brüder, hier sind Alle gleich! 7. Alle gehn wir eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Biele edler Menschlichkeit hinan. Voll der seligsten Gefühle bete jeder inniglich, stärke für den Himmel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jest genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne flie: Bet, ist mein Bruder, ist mein Freund; und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfrenden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden; fühlt euch All' als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Jesus Christus hat fein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn! 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diefe deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir ges heiligt Leben mit vermehrtem Steiß erheben./ 5. Die Heiligung. 5. Diesen Vorfaß, den ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schätzen dein mir theu'r erworbnes Heil, und nie aus den Augen sehen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher: zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Tren' beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird fie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 234 chicke dich, er: löfte Seele, 171 gläubig nach des Herrn Be= fehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, dir auf Seit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. 3um Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und nente Triebe zur Berehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seekenruhe zu empfangen. Deine Liebe foll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genies ßen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. D, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ge= lob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis sensruhe schenken! 5.Ja ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit H2 neuer Werke und Wohlthaten Gottes. 172 neuer Kraft zum Werke mei ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott fucht, erwarbest, Seelenruh und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist uners meßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgfam liebel 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die wie ich, auch Sünder wa ren, ewig Dank und Jubel fingen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danflied weihe! Mel Schon ist der Tag von G gch will den Bund 235 Herrn bei seinem Mahl erneuern, ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir Erlöser sich erheben! 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrter Siun dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, vom eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut feiern! 3. 3um Eigenthume will ich mich auf's neue dir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben sei mein Leben. So lang ich athme, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Reue will ich, meine Schuld vor meinem Gott gestehen, und unwerth feiner Vaterhuld, ihn um Laß Vergebung fehen. mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun, und Seeleuruhe finden. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg' auf der Zugend Pfade, mich immer meines Vaters freu, und voll der frohen Hoffnung sei, den erben! zu 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde Seind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reinem Herzen bringen. Mel. Heiligung. Mel. Herr, wir singen deiner err, wir feiern 236 ein Gedächt niß. Uns freut das heilige Vermächtniß vor deinem blut'gen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und essen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heil' gen Trank, und geloben vor dir aufs neu der Tugend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 173 gibt, der iste, der Jesum Christum liebt. 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; sie duldet Ultes. Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lies ben, tren jede Lebenspflicht uns üben, für sie auch streiten, wie er stritt! Der Menschenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns Alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und 4. Gott zu leben, Gott zu sterben, und seinen Himmel zu ererben, dies ist des Lebens hohes Siel. Jesus, hilf es uns erringeu; hilf Sünd und Laster uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärkuns Alt im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wenn wir sterben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trocknen unsre Thränen ab. Der Chor. 2. Bu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie fein Stifter hier zu wan Mel. Herr, wir fingen deln, stets liebreich, gut 237 Herr, du wyliſt ſle und fromm zu handeln, sind wir entschlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand. Wir gehn ins Vaterland begrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! deines Mahles Setigkeiten; fei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein, find sie, o Jesu, dein, deine Feunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeinde. Mel. Jefus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, All' auf Christi Tod getauft, Alle seine Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, 3 kommt, 174 Werke und Wohlthaten Gottes. kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin, und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt. 3. Die mit voller Zuverficht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröste, die in Trau rigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herr lichkeit, ihren Glauben; hilf den Schwachen! Die ge= beugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün= der Tod! gen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen! Laß fie fühlen, ins Gericht koms men, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heil'gen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens! Theures Pfand des künft'gen Schauns, Ueberzeugung jes nes Lebens! Schütte deine Guad' auf sie, alle deine Guad' auf fie! 9. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. 2. Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmet hin, beu! Der Friede Christi sei und trinkt zum ew'gen Le= mit euch! Nehmt und est zum ew'gen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt! 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal einge= gangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittlers 7. Hoherpriester, ja, du tod werd' in aller Welt ver= bist auch für diese eingegan= kündigt! Jesu Christi MittKreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! fer: Heiligung. lertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wann, von Seligen um ringt, wir vor dir, einst niederfallen, singt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser, hingegossen; suchtest, fandest keine Ruh! Deine Todeswunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Le ben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der Durst der Seele! Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 16. fe wie warst du fürchO terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu ret ten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht! 175 16. Jefus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? Starb darauf des Kreuzes Tod. Wer kann diese Liebe fassen! Fluch und Tod sind nun nicht mehr! Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in je: neu Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Frenden in des Todes Qual! Gib, Herr, Bestäns digkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß tren die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Mel. Wer nur den lieben Gott imm hin 238 Nafür ein Dank Liebe, erhabner Mittler, Je sus Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deine Todespein mir immerdar zum Segen seyn! 54 2. Heil 176 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt' ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! deine heil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe: wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb auch mir zum Les ben in den Tod dich hinzu: geben! Welche Qualen im Mel. Schmüce dich, o liebe Seele Gewissen würd' ich einmat 239 Heiland groß an Huld und Trene, sieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden, und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir ge= fallen! Du versprichst ja felbst es Allen, die nach deiz nem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfangen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfan= gen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Her= zens dann verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestre: ben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und fühlen müssen. 5. Nein, so strafbar, fo vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur auzuhangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dies Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deine Guade auf bes wahren Glaubens Pfade immer nä her zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes sen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. 177 Mel. Wann mein Stündlein 240 D Heiland, des sollte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott belehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; er barme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz derSünde scheun, und Muth zum Kampfe fassen, Mahl nicht unbekehrt ent= weihn und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit voubringen. dein 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil, dein Mahl, dies Pfand der Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du 241 heures Leben Mel. Schmücke dich, o liebe S. err, dein auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. für mich in den Tod gege= ben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weihen, und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täg $ 25 lich Heiligung. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich das hin gegeben: du starbst, der ganzen Welt zu Gut; er warbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu seyn, um ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüften. 5. Wie? follt ich diesen Lüften noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr sklavisch Joch? Ich Werke und Wohlthaten Gottes. 178. lich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir, mit Freuden auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hassest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Borsaß dich betrüben, Alles was du liebeft, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. kunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, teiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen? daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'. ist Morgen ist wohl schon ges 242 Bollbracht heeft was ich heute dir die heir ge Feier; verkündigt ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sey uns theuer, und unvergeßlich dein Ge bot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkals ten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! versprochen. 5. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem guten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken, und der Unschuld Freuden schmekken! 6. Laß mich deine Zren' ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erquicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine 3u: Ober: Mel. Besitz ich nur ein ruhiges Heiland sey gepriesen Menschenfreund, mein für alle Treu', die du an mir erwiesen! durch dich bin ich mit Gott vereint. 2. Dein Beispiel zeigt den Pfad, den ich soll wallen. O führe mich nach deinem Wohlgefallen, bis sich mein Haupt im Tode neigt. Un Der Tod. Unsterblichkeit und Vergeltung. Der Tod. 179 4. Hilf, Todesüberwins der, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast! 5. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen denüberwinder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sün: der den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die, aufgelöst zu werden, mit heitger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Befiehl du deine Wege wallen, 243 Die auf der Erde Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder, die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu 244 Nein AufentMel. Was Gott thut, daß ist kurz ist hier gehen, dein Will einst mir gebent; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigfeit; wann meine Kräfte be ben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! halt; ich bleibe nicht auf Er den. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Serrüt. tet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; mein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch le56 bet, Unsterblichkeit und Bergeltung. 180. bet, und aus den Trümmern schwebet. 3. Was fürcht' ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage des Danks, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weise, und rüste dich zur Reise! des Preisgefangs! Wann 245 W fällt das Laub, Mel. Jesus meine Zuversicht Die im wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, fein reines Freudenle: ben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn Alles andre scheitert. wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen, ruhen in des Grabes Schooß jedes Erdenkummers tos. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor; und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du mirst stegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquelt fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. D Dank dem Freudengeber! Wer weiß, 2. Doch nicht für die Ers de nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur mein Uebungsstand: jen. seits ist mein Vaterland. 3. Jenseits überm Staub beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erstreift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dortumgibt mich reines Licht: dort wird Alles mir zur Klarheit, dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hel lern Der Tod. tern Blicken, was Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebet. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegen gehen, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihu sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist. Ma. Alte Menschen müssen sierb. ir zu 246 i 3 leben, ben, ewig, Vater, dein zu seyn, mit des Himmels from men Erben hier schon dei ner mich zu freun, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen; diese Gnade wünsch ich mir; die erbitt ich mir von dir! 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei vom Wahn und glaubensvoll und ge= recht vor dir zu leben, und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße gus ter Werke ich beständig dir 181 getren, jeder Tugend Vorbild sey! 3. Allen will ich nützlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Vergerniß auf Erden, auch nach meis nem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken, und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daß auch, was ich hin terlasse, nie zur Ungerechtig keit, nie zu Bauf und bitmeinen Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verbor gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augenblicken sey mein Herz von Sorgen frei! Sagen müf ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen ſol chen Tod! Mel. H7 182 Mel. Valet will ich dir geben trauet meine Seele, dich lobt, was in mir Er247 mich ergeben, löſer meiner Seele, der du ern will ich die Liebe bist. dich zu verlassen, Welt: ich geh zum bessern Leben, so bald es wars, was mich betrübte? 248 W der Mensch, Mel. Nun laßt uns den Leib Mie lebt Unsterblichkeit und Vergeltung. den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voul Erbarmen zu: kommt her, belad: ne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dies Wort aus beinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letten Stunde mir Geist und Leben seyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu über: stehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Günz der du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgez danke: Wo ist dein Sta: chel, Tod? stark mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. Ich 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für. mich vergossen seyn. Dir der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk im Glück und Noth im Her zen oft an meinen Lod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Erust an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unfres Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unferm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier ver borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sey stets wachsam und bereit; prüf deinen Glauben als ein Der ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn: dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Got tes Stimme hört, ihr folgt Mel. Wann mein Stündlein und sich vom Bösen kehrt, 249 Du wirst, o Vaz ein gläubig von Lieb erfüllt: dieß ist es, was vor Gott nur gilt. für mein Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 2. Gib, daß ich meine höchste Lust an meinem Heiz land habe, und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich ver trauen! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns seyn kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, v mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf. 9. Die Heiligung erfor dert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 10. Der 3weck, zu wet chem du hier lebst, dein Biel, wornach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft verges' ich diese Pflicht; Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirksam seyn; Tod. 183 Treu' die Furcht des Geistes in ihm sey; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh, und freudig durch des Glaubens macht im Tode ruf: es ist vollbracht! 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Unsterblichkeit und Bergeltung. 184 hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freu: digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen; dann, guter Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ich nicht beten, nicht den ken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müss' ich dir nur seyn; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn, und Chriz stus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb'auch, wie ich wolle. 2503 Mel. Wer nur den lieben Gort ch will dich noch im Tod erheben, serbst nah am Grabe preis ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst Du es mir, du fegnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig seyn! 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getren befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit je dem Schritte entgegen ei ner beßren Welt. Ich bin getrost, und zittre nicht; denn Gott ist meine Zus versicht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode bebeh, da du für mich, Erlöser, starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den letzten Schrecken dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wann ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zn deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich vers scheucht, Der schencht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich zich; denn ewig werd ich bei dir leben, und ewig freu ich dei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Jesus, meine Zuversicht 251 H err, ich hab aus deiner Tren', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, daß ich stets eifrig sey, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink uns ruft! Tod. 185 meiner Seligkeit deine Gnas de mir verleiht! 3. Laß mich auch der Flüchtigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschätzbar sey die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besses rung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sey, und ich reif zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich! 2. Schnell und unaufhalt: bar fliehn die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verschwunden. Mel. Dein sind wir, Gott, in Dieser Augenblick ist mein: 252 Mein Leben steht wird es auch der künft'ge feyn? Hand; er thu, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. 2. Ich nüße mit Zufrie: denheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh' und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht 186 Nicht Jugend schütt, nicht Stand noch Geld; nichts in der Wellt ist, was ihn davor sicher stellt. Unsterblichkeit und Bergeltung. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bür ger der vollkommnen Welt. Den Meinen fag ich auf dein Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft's verheißen: Ihr seyd mein, auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Jesus, meine Zuversicht eine Lebenszeit 253 Me verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier noch zu erwar ten habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht: denn Eins ist Noth. 2, Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, ges lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein. Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhis ges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dies ses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wann in deiner legten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun! 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dent Staube. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre Tod. 187 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimma du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mirs gleich, und geht mirs 254 wann, wo ich sterben sol. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Der lehre du mich selbst beden:: ken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden wag! Mel. Wer nur den lieben Gott ein Gott, ich daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht felig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe; die Blumen müfsen bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewigfeit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem einen wird das Schei: den herbe, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst, gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sey. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst bes deckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt; so nehm ich jede Stelle ein: die Erd' ist allenthalben dein, 255 28 dann, o dann mir seyn, wann ich mich, ganz des Herrn zu freun in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und erwähle schon hienies den, was dir dient zum ew'gen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaum, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! Jus Allerheiligste führt dich der Weg im fine stern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschweng. lich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh' ich dies Flehen noch Unsterblichkeit und Bergeltung. 188 noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! scheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich hin mit Freuden, und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 4. Vielleicht sind meiner Zage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmiert: laß mich, Bater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Dann eil ich dir ent gegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 5. Wie wird mir dann, 257 W vorhanden ist, Mel. Wann mein Stündlein meine Zeit wann o dann mir seyn, ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! peilig! heilig! heilig! sin gen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und seyn wird, Ehre! von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End' empfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Himmet hast gebildet. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget; so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Un Met. Christus, der ist mein 256 Ich geh einst ohne ruh zaget. Mich trößtet in Beben zu mei= nem Tode hin; denn Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. der Noth dein den und dein Krenzestod, dadurch du mich erlöset. 2. Ich schene nicht die Schrecken der nahen dunk: len Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint: deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmerzen. Und sterb ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoff nung 3. Und rief mich, abzus Der nung hast du mir durch dei nen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meis nem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch seyn, und deiner Herrlich keit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. Go wird mein Ster ben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Chron ins ew'ge Leben führen. Tod. 189 lassen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du soust es lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück, besißen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind! Sprich: sollt ich Gutes wohl ver: schieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. Mel. Herr, wir singen deiner 258 SHimmels Erelig sind des ben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht Nach den lesten Ungenblicken des Todesschlummers folgt Ent: zücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh. Gelobt sei Gott! Vor seinen Thron, zu sei nem Sohn begleiten ihre Werke sie. 4. Denk an den Tod, wann böse Triebe, wann Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ers sticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deine Schäße sich vers mehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, In eigener Melodie. pas 259 wann dir wer den, du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Dank ängstlich für dein Leben? Es Gott ge= 190 Bergeltung. er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. 7. Denk an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil Mel. Wer nur den lieben Gott mir, wann ich in Chrifto 260 er weiß, wie mir ein flecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8 Denk an den Tod, wann Leiden kommen. Sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Lod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende kann kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und Muth, und machs mit mei: nem Ende gut! 9. Denk an den Tod, wann freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst; Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plötzTich werden sie vergehn. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jetzt gesund noch bin, sink, eh ichs denke, kraftlos hin. 10. Denk an den Tod zur Beit der Schrecken, wann Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen; Unsterblichkeit und 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken, und nicht verschie ben meine Buß', denn jener ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bes reit Der reit sei für und für, und In voriger Melodie. in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks 261 Nich morgen te lemit mir! Hilf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, fei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünden um Jesu Christi Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkomm ne Ruh'! Du warst mein Gott in jeder Noth; drum sei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Frende, mein Schuh, mein Alles in der Noth. endet felig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So komm mein End' heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Er stärket mir dann meinen Muth, und machts mit meinem Ende gut. Tod. 191 be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Res chenschaft bereit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So finkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh er's denkt, ins Grab; und Seele, du mißbrauchst fo leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel, hier ist der Kampf, dort ist die Ruh'. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner beßren Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit! 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht seyn. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, schre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und Unsterblichkeit und Bergeltung. 192 und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! um Hülfe fleht. Wenn ich mich hente nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerntezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum' im In voriger Melodie. 262 Wald in tiefer ist Weisheit und ist Pflicht. er nicht! Nur dies 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen, ist schreckliche Vermessen. heit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhize mir Ueberlegung und Verstand! Wenn ich in Todes ängsten schwitze, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen 3eiten mir nur ein Fries densbote seyn. Du kommst, vielleicht zu Mitternacht! O wohl dann ewig dem, der wacht. Mel. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit; ich lebe dann hier nicht vergebens, und nüße redlich meine Zeit, und seh, mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin. Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Bätern schlafen legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Va ter blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Biel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bes sern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 4. Vielleicht ist dieß der lezte Arme, der kläglich mich Der Mel. Was Gott thut, das ist 263 zch bebe nicht vor Tod und Grab! Im Grabe ruht der Müde; auf den Ent: schlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hütte fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. 3um Sternen chor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Laster sieget, bis der Vergeltungstag er scheint, wo dieses unterlieget. Die Klage schweigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blühn aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unfrer Tugend vollen Lohn will Gott uns, dort erst geben. Was Tod und heißt, befreit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. Tod. 193 Die Auferstehung. In eigener Melodie. 264efus, meine Zu und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden ge= ben, was die lange Todes: uacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn granen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hat für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub: er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! D. fel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dies Aug' im Tod auch bricht, wirds doch seis I nen Unsterblichkeit und Bergeltung. 194 nen Retter kennen: und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich keit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, feufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd unsterblich seyn! 8. Seid getreft und hocherfreut: Jefus keunt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wie: der, wenn sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin. Ohne Graun folgen wir, wir werden Gott, wer den den Erlöser schaun. Unser ist der Sieg, und Heil ewig, ewig unser Theil! 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr follt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß bier rein und heilig seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott ch 265 keit geboren, für eine beßre Welt be stimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wann hier das Grab den Leichnam nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Him: mel wäre, für meine WünMein fche doch zu klein. Geist findt' nicht im Staube Ruh': er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe, zum höhren Glück, zu höhrer Lust, und pflanzte selbst dazu die Trie: be so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehn sucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblie. ben, muß einst noch in Erfüllung gehn. So wahr Gott diesen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Tu gend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, die vernichten; erhöhen, man hier verhöhnt. Das Laster, mag es hier sich dort kann es nimmer glücklich seyn. 6. Ifts möglich, kann Gott Die Auferstehung. Gott anders handelu? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Bergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dies hofft mein Herz, dies sagt sein Wort. Dies Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Ersichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auferstehn vollkommner einst zum Himmel gehn. 9. Ihr Thäler sinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! In voriger Melodie. 266 DerLenzerfreuet, was da lebet, er bricht des Winters Fes seln los; der Blumen schöner Flor erhehet verjüngt sich aus der Erde Schooß, 195 und freundlich lächelt er mir zu: unsterblich, fren dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Lust mir zu: unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott Forschungsgeist gegeben, und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bürgen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. D, Himmelsahuung ruft mir zu: unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! In eigener Melodie. 267 2[ uferstehn, ja wirst du mein Staub nach kurzer Ruh; unsterblich Le ben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aerute geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich 4. Wie den Träumenden J2 wirds 196 wirds dann mir seyn. Mit Jefu geh ich einst zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt' ich im Heilig thume zu feines Namens Ruhme! Halleluja! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheint, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereint, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger Mel. Wer nur den lieben Gott 268 Warum erbebst nicht, daß deiner Hütte Ban zerbricht! du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle; Mel. Jesus, meine Zuversicht nur deine Hülle finkt hinab, 269 Selig, Jeſu, ſind, Nur sie, weil sie Gott schuf aus Stanb, nur sie wird der Verwesung Raub. die nun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freun, mögten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hler vormals auch in Pil gerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Gött: licher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! Unsterblichkeit und Bergeltung. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirft du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Krenz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott, dich hier getrennt von deinem Gott! 4. Was ist diese Lebenszeit? Uch nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Die Auferstehung. keit. Aber an der kurzen Stunde hängt( dieß präge tief uns ein) ew'ge Wonn und ew'ge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen! Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der beßren Welt, laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getrost zu seyn! 7. Und wenn wir vom Kampsplaß nun zu den Tode ten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist voll bracht! Das Gericht. In voriger Melodie. 270 S mmer näher kommt die Beit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stik 197 ten Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Bergeltung widerfahren; wie er hier den Saamen streut, ärutet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ste= hen dann, und beben. Hei lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sinnenfreuden schmachtet, ſeines Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und verachtet, und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort am Guadenthron er= fchüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihu- nicht. 6. Christen, Christen, richtet nicht! Last den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Wil len handeln, eingedenk der 33 Re= Unsterblichkeit und Bergeltung. 198 Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde schenu, und Verehrer Jesu seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott Henn ich auf 271 WeGottes We nicht erfreun? gen wanke, und strancheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkündigt, fein Gericht ist unaus bleiblich, strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getren und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverlängnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir sel ber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus je der Noth befreit. 4. Einst werd ich Jesu Stimme hören: der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren: nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich: sei felig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Wonne wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm, und Jesu ähnlich bin Wie könnt' ich hart und lieblos seyu? Betrübte sehn, und 6. Dort, dort trifft den, der ohn' Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Urmen, Bedrängte nie erquickt, noch speißt, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht, 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verach: tet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brüs der nicht erfreut, ist frendenteer die Ewigkeit! 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertre: tern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich seyn. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getren, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig seyn, mich ewig deiner, Gott, erfreun. Mel. Das Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann! 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir felgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein, nur der deine will ich ſeyn. 5. Folgen will ich deinem Wort; hili mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör ichs dann von dir: Komm, Gesegne ter, zu mir! Nimm an meiner Woune Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! Gericht. 199 tes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die feit dem ersten Tag der Seit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, un= zählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 7 Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. In eigener Melodie. 273 Schon ist der Tag von Gott be stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Got3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher 3euge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir ver gehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Lichte des Frie34 dens, Unsterblichkeit und Bergeltung. 200 dens, und ihr Angesicht strahlt feliges Entzücken. 6. Frohlockend zieht sie in das Reich, das Gott für fie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück werk wird Vollkommen heit; kein Kummer, keine Trauriges stört ihre sel': gen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechen schaft, nach deinem Wort zu wandeln! 274 Mel. Straf mich nicht in deinem err, ich bin dein Eigenthum; dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gegeben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden; dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht scho: net nicht; Richter aller Welten, du, du wirst ver gelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, hab ich hier sie nicht tren verwendet, sorgios sie verschwendet! 4. Mögte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Mögt' ich mich, stets meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thörigt sie aus den Augen sebe, nie sie frech verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute, dar auf vorbereite! 6. 3eigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wils ten, Herr, nicht mehr ers füllen. 7. Mein Gewissen ftrafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: bes serst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen.. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Das Gericht. Mel. Wann mein Stüdlein 275 roß wird des Sünders Elend seyn, unendlich schwer zu tras gen! Ach, unter des Gewiss sens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens 3weck verfehlt; o welche Reu' ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz und Uebermuth, womit er andre kränkte? Gebeugt ist jetzt sein trozig Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: 201 Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligen verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. 6. DSünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Seit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Das künftige Leben. In eigener Melodie. 276 2e Menschen müssen sterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, 35 wies Unsterblichkeit und Vergeltung. 202 wieder geben, gern verlaffen diese Welt; denn nach diesem Erdenleben warten mei ner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Welt gericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig seyn: Gott er füllt, was er verheißen: seis ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. 4. Dort bei ihm ist wah: 277 in Pilgrim bin stehen res Leben; schon, ihren Retter zu erheben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser, Jesu Christ. ich in der Welt, und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine pilgrimszeit, und stärket mich im Leiden. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heit, Unsterb: lichkeit und Ruh; was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärnten schenkt Gott denen, welche hier gefä't mit Thränen; alle Thränen trocknet er; Sünd'und Elend sind nicht mehr. 6. Mögt ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hütte mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig blei: ben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freus den: wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. Mel. Wann mein Stündlein 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig seyn; dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thrä nen Das künftige Leben. nen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der 3ukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn fie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärke mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Seit mein Glaube nicht erliege. wenn 5. Wenn einst, der jetzt noch ferne dränt, der Tod mir näher winket; nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer finket: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil er wartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Biele stehe. Mel. Wer nur den lieben Gott ist noch eine 278& Ruh' vorhanden für jeden Gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Got: tes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, 203 wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wonach der Last, die mich hier drückt, der Frenden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohl vollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meis ne Klagen; da bringt mein froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz ich dann: es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach heit mehr, ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Fest steht mein Glück und Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dies flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden tren zu seyn! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden 36 Joch Unsterblichkeit und Bergeltung. 204 Joch getragen hast! will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist: so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. Mel. Zeuch ein zu deinen horen ich hoff ein ew's 279 Iges Leben und eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon. hier auf Erden, voukommener zu werden, mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden: doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das fie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber wird sie siegen, dort ärutet fie Vergnügen, wo sie den Preis erhält. 3. Dem Laster folget Schande. 3war geht es oft umher im glänzenden Gewande, gekrönt mit Ruhm und Ehr; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ew'ges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseyns stets zu freun: so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu seyn. 5. Dies tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos klas gen, und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich sehn. Gott leitet und res gieret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehn. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu übers winden die böse Leidenschaft. Ist auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Setigkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewigs keit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungs zeit! Nach diesem kurzen Lauf Das künftige Leben. Lauf wird ewig fel'ges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 280 min ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, das hin dein Rath uns leitet: wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu liebeu, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh ems pinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden sters umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trocks nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles nen: das Alte ist vergangen. Hinfort sind Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Hei: ligthum schallt deines Na205 mens hoher Ruhm von lauter frohen Sungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Hels ler, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir dros ben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lies ben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre, tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe uns ter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Bater hand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. Mel. Wer nur den lieben Gott dort 281 Nach einer Prü Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. 37 Hier Unsterblichkeit und Bergeltung. 206 Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der From me schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in fei nem eignen Herzen Feind, der öfters siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. ein 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öf. ters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vers gist: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei eigner Schwachheit von seyn. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth eme pfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erböhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wun, derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott mein Heil sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! sine gen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig fehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehu; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o mögte Gott Das künftige Leben. 207 Gott es geben! vielleicht Auge sehn, deine Huld auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfrenn, der Retter einer Seele seyn! 12. Was seyd ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen ste, ist doch ein Augenblick voll Müh'! Mel. Alle Menschen müssen D 282 wie manssprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Da, da ärnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren, unser Les ben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deis nes Himmels große Freu: den? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schann. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser sei überschwenglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unfren Seelen offenbaren, wie du.bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomme nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Krenz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgefänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unfre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei, Schuell folgt hier auf Lust oft Weinen: dort nur wird die Seit erscheinen, wo kein Wech Unsterblichkeit und Bergeltung. 208 Wechsel mehr was beugt, wo * das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreut über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleiher! Richte dei nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zn kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoff mung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unfre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh', ein guter Gott belohnet ste in jenem beßren Leben! Mel. Der unfre Menschheit 9. Dhue Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen pimmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß ſie nicht den Weg verfehle, 284 der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Eaat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohut mit vouer Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. 284 Unsterblichkeit 1 feit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Mel. Schon ist der Tag von G. 283& inst, freuet euch, Schmerzen schafft, mit ho die hem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebet! fühlt des Gedankens- Seligkeit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seyd! 2. Sel's, daß der Erde Bauzerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit füllt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt Das künftige Leben. 209 mischt sich in den Schmerza nem Augesichte; führst mich. gefang an unsrer Brüder vom Glauben hin zum Grabe der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser sterbliches Gebein wird, Erde, deine Gabe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist em por zu jener Welt. Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preiß ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. 4. Gott, dir sey Dank! Gott, dir sey Dank! und unser würd'ger Lobgesang sei hier ein heil'ges Leben! Gott, Heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edlen Saamen strenn; dort wird die Vernte uns erfreun. Mel. Schon ist der Tag von enn oft zu jes 285 2 ner Geligkeit mein Geist empor sich schwinget, und über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Lob. lied singet; dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tagend liebet. O Vorschmack jener Him: melslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 5. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor dei4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachsich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid, und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End', ist ohne Beit; kein Tod ist mehr, Fein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ' empor, und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern hdhen Lobgesang, voll Halles tuja, Preis und Dank, hallt jeder Himmer wieder. Mel. Mein ganzer Geist 286 Wie fren ich mich zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung nen beleben! 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last, Unsterblichkeit und Bergeltung. 210 Last, und gürte dich zum letzten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstaab, legst deine Last auf ewig ab, mit aller ihrer Plage. Bange lange Pilgerstunden. sind verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3. Und wenn nach einer kurzen Rast du, Müder! ausgeschlummert haft, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsters niß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort her. unter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, kennst keine Noth, fein Leiden, mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuz den. Reiner, feiner fühlst du immer: wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ew'ger Friede. 5. Dort schielet nicht mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Geiz ster Glück; dort flicht der Neid nie nete; die Rache gräbt dir da kein Grab, fein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schätze. Dro: ben toben keine Feinde; Engel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit dir im Lieben. 6. Hier nähert oft zu sei nem Schmerz, statt eines Freunds, das trante Herz die Natter in dem Schooße; oft welkt in einem Augenblick fein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wanft nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Ge danke, wie entzückest du: Gott läßt des legten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu bele. ben! 8. Nun trag ich meiner. Bürde Laft, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geber, sie mit Himmelskraft beleben! Mel. Das fünftige Leben. 211 Mel. Sey Lob und Ehr dem felbst durch Leiden dieser väterlich bes Zeit mich zu dem Glück der er Freuden 287 Gott, bei dir; dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vol lem Maaße geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was meiner Seele Sehn sucht stillt, und sich ohu' Ende mehret. reitet. 6. In höherer Vollkom menheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich feiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Grö ße kennen, und mit voll kommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Dit hoher Frende bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Batergüte, als ich auf Erden sehen kann und mein ents zückt Gemüthe verliert voll Mel. Schon ist der Tag von G Dank und Freude sich in 288 ergelten wirst deiner denen, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen, die danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, und 7. Mit allen Bürgern jener Weit werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Luft, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in EwigKeit; nichts fehlt ihm an Boukommenheit. Herr, hilf es mir erreichen. Gott, die hier die Tugend übten; doch auch bestrafen nach dem Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu ents fliehn Unsterblichkeit und Bergeltung. 212 fliehn und deiner heil'gen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuklagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen: die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. kraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: 0, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 5. Verbunden überdies zu seyn mit vielen Lasterhaf: ten, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Lei: denschaften, und gegenseitig sich zur Last, weil jeder nur den andern haßt, zur ew's gen Marter werden. 6. Und wer in dieser Lei dennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht, und sich doch 7. Das ist das Feuer, welches brennt im innersten des Herzens; das sind Ges fühle, die nur kennt der Jams mersohn des Schmerzes! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sichs so jammervoll vergilt; von unsrer Pflicht zu weichen. 8. Was könnt' uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß, besigen? Nur sie währt ewig, sie bez glückt! D, hilf mir, Gott, daß sie sich schmückt und schützt vor solchem Elend, Mel. Gottlob ein Schritt zur 3. Weh dem, der nun ein höhres Glück als wirk. lich vor sich siehet, und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürd'gen fliehet, wie Sinnenluft im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebeus heifchet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtseyn sehen: Auch dir gab Gott der Mittel viel, Heile einzugehen; und doch ſelbst keines Troftes 289 Veure Spur, des inneru Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! bleibt, Christen! Gott er geben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll. des Richters; denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchten. 2. Die stillste That, der Pflicht- geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. D welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Das künftige Leben. 213 Gedanken sind bestimmt, half und brüderlich die Leis belohnt zu werden. denden erquickte, das siehet der Gerechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er wille ihm vergelten. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte, wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, feutsch und rein, demüthig, sauft und mild zu seyn, dem wird Gott reichlich lohnen. 5. Laßt, Christen! tu gendhaft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird und Gott Vergelter seyn und ew'ge Wonne ge: ben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himm, lischem Entzücken. 4. Wer eines der Geringsten sich erbarmte; was ihn drückte, ihm tragen 3 weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Berhalten des Christen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag von G. 2. Gott ist es, den er er 290 bekannt mit feinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mitzuversicht sch ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen kenut, ver: ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheutet, wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend freuet, nie seines Daseyus Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets den: ken, leben, handeln. Univ.- Bibl. Grassen 214 Gesinnung und Verhalten des Christen ihnen ihren Schmerz; und Mel. Erschienen ist der herrlich T. freuet sich auch wieder, wenn 291 Empfinde deinen hohen Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt, und über Staub empor ge rückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott die gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Kla. gen schweigen. 4. E dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrängten lehen, als Menschenfreund, erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sor gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet: nnd er betet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Bater fromm verehret, entfernt von aller Heuches lei, vom Wahn des Überglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gele: genheit, den Vortrag beit': ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffent: lich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der 3erstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig seyn; als Christ stets denken, handeln! 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du soust ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden, und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist umhüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufge= wacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der Dunkelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohgefühl sollst du sie sehn, und ihres Schöpfers Ruhm erhöhn und dankbar seyn. 7. Er lenft mit Liebe, was er schuf, und dir er tönt im Allgemeinen. tönt der sanfte Ruf: o fiehe, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt und nichts versäumt. 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er. Hebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stres ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und lerne schnödem Wahn entflohn, von Jefu die Religion, die dich verklärt. 10. Sa, sei ein Christ, ein wahrer Chrift; dann sies hest du, was Weisheit ist, dann stürzet des Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. Weisheit Jesu, leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle sie, die rege Kraft, tie Gott in meiner Seele schafft, dir tren zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn, und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Bierde seyn in Ewigkeit. 215 Herrn wohl mit ihrem Mun de ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tügend Freunde sind! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht tren erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jesum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ durch Werk und That zu seyn, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich fä'te hier für das fünft'ge beßre Leben. Laß mich reich: lichSaamen streun, und mich dort der Aerute freun! In eigener Melodie. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht 293 Wer hat den 292 Fthum, fern, daß erne sei der Irr: dessen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt, und einst vor seinem Angesicht der Tugend hohen Preis erhält? 2. Der auch diese Christen ren, welche Jesum zwar als wä 216 Gesinnung und Berhalten des Christen 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; ist des Glaubens Preis be: stimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist, der, Gott! erbt deines Himmels Frens den: der ist dein Kind, der ist ein Christ! 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig Mel Freu' dich febr, o meine handelt und gern die Wahrs 294 Höchster, den ich sucht spricht; 4. Der alle Menschen herzlich liebt, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und, Andre zu erfreun, sich freut; an Güte, die du mir bisher erzeugt, o so wird mein ganz Gemü the zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt, und dich, der mich so geliebet, mit Vergehun. gen betrübet. 2 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Seinden auch das Gute schätzt, nicht lästert und nicht stolz sich blähet und seinen Nächsten nie verlebt; Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöz den Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt' ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns 3weck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde 6. Der die Verehrer Got: tes ehret, und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür' er sich zum Scha= den, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerech: ten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem im Allgemeinen. Sünde fliehn, und am Ret: tung von dem Schaden mei ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem fanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, benge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade findeu; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 3. Hab ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich ge= weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebessert und er frent? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige bedacht? Und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräf ten zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit 295 und keine böse Lust genährt und angefacht? Mel. O Gott, du frommer Gott! ott, schest mich; dir kann ich nichts verhehlen; K 6. Hab 6. Dir ergeb ich mich aufs nene. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Ge wissen, ach das laß auch mich genießen! 217 du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Sch flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuch ler nur: so ehr' ich Chri stum nicht. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mir's an Kraft nie fehle, folgsam deinem Wort zu seyn! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getren! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Bestreben! 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Hab ich die, welche mein, nad mich durch ihn du zur Aufscht mir ver gestärkt zum Fleiß der Beßtrauet, durch eignes Bei- rung seyn. spiel gern gebessert und erbauet? Sorgt' ich stets für In voriger Melodie. ihr Wohl und ihre Selig 296 Wer Gottes We Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Men: schenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Halfich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist sei ner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 8. War ich der Unschuld Trost, und hab ich sie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Uebermath, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit fe stem Muthe; wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu au Einsicht und an Kraft. 9. Hab ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluch ten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den 3orn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden Bank undStreit? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merfen? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, schent nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bereun, und strebt mit ernstem. Sleiß, der Zugend sich zu weihn. 4. Getren in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben vergnügt; wenn an dre gleich mehr Glück und Ansehn haben, als Christ, bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Scheuft im Allgemeinen. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbst Be leidiger wird er in Noth erfrenn, und wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig seyn.. 6. Er kränkt den Bruder nicht, er schützt sein Glück, fein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, vou Uchtung ehret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei lige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu bestär: ken; er muntert Alte auf zu guten, edlen Werken. Mit Christensinn nimmt er an ihrer Tugend Theil, und denkt: wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 8. Das Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet je= den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melodie. 219 bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn, und, groß durch fie der Sünde Reiz verschmähn. 297 8 s hebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Borsazz dir zu 2. Wohin sich nur mein. Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensſpur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Frinden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weiß ich dir mit Freudens thränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu mei: nem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreife nun Schwer: muth wird, und jede Hoff: nung weicht; dann wil ich auf zu dir, mein Vater, schaun, und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. er 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt? Nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, o Gott; Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesus! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu die kamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlaffen K2 220 Gesinnung und Verhalten des Christen seyn, Mel. Alle Menschen müssen sterb. will ihm Hülfé, Trost und 2983 Gemüthe fehnerhebe mein Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebe: vollem Herzen, will ich mich immer mit den Fro: hen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahuden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewiffensruh' mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu nüßen mich bemühn; zu großen 3wecken war dies Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt; der Sünde Reiz zu widerstreben, die täuschend lockt, oft schwer den Herzen wird: blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. 9. Ja, treu zu seyn, bis einst am 3iele auch mir dort der Bergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das kind lich zu dir fleht; gib Kraft dazu, und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland! fuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gü te; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ'! Gott, du sieheft mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Batertren ist ewig, wie du selber bist. 3. Uch gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden; geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mits ten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld be: im Allgemeinen. betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Seil dich wählen. Deinen ganzen Guadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Pflicht! Keine schudde Lust der Einden soll mich ferner über winden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Mel. Sollt'ich meinem Gott nicht 299 Bi ilden soll ich mich auf Gr den, Gott, für deine EwigFeit; hier, in ungewisser Beit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten, zähltest du, wogest jede Kraft mir gu; keine gabst du 221 mir vergebens! Wuchern stets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohl zu thun, könnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie wiel Tage sind mir schon ungenüßt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon verschwendet! Doch mich ru fet noch die Pflicht, und ich säume länger nicht. 5. 3u befrein mich von dem Hauge meiner sündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew'= ges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn, und zum Leben einzugehn. K 3 Mel. 222 Gesinnung und Berhalten des Christen Mel. O Gott, du frommer ch blick empor zu 300 dir, du Ewiger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Biele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gedenk der Sünden nicht, die tief mein Herz berent! 2. Wie oft gelobt' ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Geset, o Gott, sei stets deia Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu seyn, 3. Und dennoch fehlt' ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüste, die so tief verborgen schliefen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prüfend hin auf die durchlebten Tage; zurück und keine bange Kla: 301 Mo ge; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, von Schein ge täuscht, für kurze Luft oft hin. 5. Der Edle, der fein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufneBahn mit stiller Heiterkeit. Er hat gefät in ihr für eine Ewigkeit, 7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt' zn überwinden, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Rene Bähren. Du wirst dem Schwächen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Trene will ich deine Wege gehu; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! Mel. Nun ist der Tag geendet ein Herz, ter, will ich dir zum Eigenthume weihn. Es forderts já dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 2. 3war hat es durch den Hang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, üch oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Beffe: im Allgemeinen. Besserung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sey mir mit Gnade nah! 3u dir steht meine Zuversicht; mein Bater bist du ja. 5. Dies bürgte mir, ge fandt von dir, dein Sohn mit ſeinem Blut; verleih durch deinen Geist nur mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, und gegen Lift, Gewalt und Spott im Gu, ten standhaft sey! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld! 8. Hilf, daß ich gegen jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig sei! 9. Hilf, daß ich wohlzu thun mich freu, und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, sei mein Ruhm, eutfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz, 223 hier in der Seit; und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit! 12. Weg Welt und Sünd'! Euch dien' ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zuvers sicht, kann ewig mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott 302 Mbem ich weinein nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jetzt von deiner Höhe mit guadenvollem Blick auf mich! Bergib mir, Vater; gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn ren wie voll ich um Gnade bat; oft versprach ich dir ein Leben, gereiniget von Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Uch, aber bald ergriff mich wieder die Günd' und ihre Lust mit ihr, riß meinen frommen Vorfah nieder, und herrschte, wie zuvor, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Bater, als im Traum, und sam melte mir Schmach und Pla ge, und fühlte dies mein Elend kaum! Berwundet blus K. 4 224 Gesinnung und Berhalten des Christen blutete mein Herz: betäubt im Glauben täglich an: erempfand ich keinen Schmerz. halt mich, Herr, auf ebner Bahn! 5. Ich ging den Weg zum Untergange, der dein gerech: ter Ernst mir droht. Jetzt bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kaun sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Ber: traun seh ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für ute, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finden, du meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Bater, sprich zu mir: auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott sey mein 3enge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt seyn! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft dein: Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn Miel Freu' dich sehr, o meine S. 303 Shaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, felig dort zu werden! 2. Doch soll dieses recht geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstreben; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur seyn; es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glau ben kämpfet, felig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! O, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Nei. gung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit im Krieg im Allgemeinen. Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sie: ger schmückt, zum Lohne feines Kampfs, die Him: melskrone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, mnd den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn ha: ben will, der kann auf der Tugend rauhen Bahn nicht im sichern Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die und mit Sorgfalt sich bes mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt; dies nur wollen und vollbringen, heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Nei gung nicht übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. 3ittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! 225 Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Ge. richt! Gib mir deines Geis stes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Beige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Gott, lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sey Hilf mir die Sünden ernstlich hassen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir tren, und dir, Herr, wohl= gefällig fey! 2. Dein Wort gebent und spricht: Thu Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Reu' zu Fuße; sey nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei als Gottes Kind, ihm folgsam, ähn= lich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge jes dem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieh, flieh die Lüste dieser K5 Welt, 226 Gesinnung und Berhalten des Christen Welt, und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Näch sten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu jedem, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieh Neid, Verläumdung, Haß und Lügen, bea gehr nicht, was des Nächsten ist; zeig durch den Abschen vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeihn. Sei renvoll; doch verzage nicht, und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Nur Hüte dich vor Si: cherheit! Denk nicht: noch ist zur Behrung Zeit; erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde seyn, dann beß'r ich, dann bekehr ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht; übt auch als Gott Gerechtigkeit: und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, finkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 6. Herr, dies befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung gelob ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir! 5. Heut lebst du; heut bekehre dich! Eh Morgen kommt, kanns ändern sich. Wer jetzt gesund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drumwandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 6. Mel. Gott Vater, an Erbarmen Zo wahr lebe! 305 spricht dein hilf, daß ich noch heute, heute Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Bernimm, o Mensch, dies Gnadenwort, beßre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeir zu meinem Ende sey bereit. Mel. Wer nur den lieben Gott ch wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir 306 2 Gott, wie den Tagen der mir beschiednen im Allgemeinen. nen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ges lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld: und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld: genoß nicht jede, wie ich soul, nicht im mer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Un recht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sauftmuth Pflicht und folgte Jesu Borbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis ich ganz frei von Feh lern bin! 227 Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists nicht, sein eignes Herz bez kämpfen, Begierden wider stehn, und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie ver gessen? Nach deinen Kräf ten selbst hat er sie abge: messen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein, Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst dn nicht nach deiner Geligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlas fen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu has fen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu Mel. O Gott, du frommer Gott 307 illt du die seyn? Weil sie dich glück lich macht, befiehlt sie Gott allein. Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu voll bri n. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehor6 chen, Gesinnung und Berhalten des Chriſten 228 cben, zwingen? Er gab dir die Vermunft: und du verlängnest sie? Er sendet dir sein Wort und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom La= fter loszureißen; jetzt ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn; um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augen blicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Gez fchrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Ists gnug zur Seligkeit des Glückes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu ge= trösten; ist das Bekenntniß gnng, daß uns die Sünde reut; so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Ge schäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geis stes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuleßt dahin? 13. Hat Christus uns er: löst, damit wir Sünder bleiz ben, und, sicher durch sein Blut das Laster höher treiz ben? Gebent uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht; so ist es nicht von Gott. Gott wider= spricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun? 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnü gen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang lang. jam fort; sei wacker: Gett ist nah, und stärkt dich durch sein Wort! 16. Raf im Allgemeinen. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geseß erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Ren in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; fie führt zu dei nen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? Mel. Wer nur den lieten Gott 308 ie theuer deine Güte, die alle Misſethat vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die 229 Sünden, die es sonst geliebte erkennt, bereut und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Er den, die mir zum Heil ge= geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sey, daß ich sie meiner Beßrung weih'! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu* und Beßrung viel zu klein: doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir verföhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlaffen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu faffen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, das für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwundt Ges wissen mit Trost aus deiner Baterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen fei, laß mich durch Uebung guter Werke beweis R7 fen; 230 Gesinnung und Berhalten des Christen sen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie feite und regiere mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Bater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel seyu! Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich gott, der du un 309 bist, Herr, unser Mittler, Jefu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unend licher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angeficht, mit Misfethat belas den. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehu, daß wir dein Heil, Erbars mer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Ungesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! o 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: fieh, wir fehren voller Reu' zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie feit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Baterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Netter, wenn uns Noth des und der Seuchen droht! Du, Bater, wolleft mit uns seyn, daß wir uns deines Schußes fretin! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo soust Zwietracht war; vereine, was getrennet wor; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gett, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an je dem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch im Allgemeinen. 231 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie in sichrer Nuh', der Völker Wohlstand heben! Dem durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht ver: stößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, teit uus väterlich! Sürsten, der uns schützt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! sey sein Baterblick, uns, seinen Kin. 310 fo trete gleich Mel. Befiehl du deine Wege. ft Gott für so dern Schutz und Glück! O schütt' auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe SegHerr, unser ming aus! Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, beglück es, segne jeden Stand! Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht' ich aller Feinde? Er nimmt sich meiner an. 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Ber in der Nothum Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Ruly; die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr lehtes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch als tes Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thust weit mehr als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind 2. Ja, dies ists, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist; daß er zu allen Zeiten mit Huld Hernieder blickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwach heit fehle und nur aus Vorsay nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Willei, so gut er immer kann, sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleben nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmels: freu 232 Gesinnung und Berhalten des Christen freuden, dem Lohn bewähr: ter Treu. 5. Auf dies mein Heil und Erbe seh ich voll Zuver sicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich, auch unter Bähren, hier manche rauhe Bahn, nimmt mich doch Gott zu Ehren auf 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenest sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah, und wann die Noth am grösten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Unsehn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, nichts soll mir je den Glau= ben an deine Batertreu vermindern oder rauben; nichts, was es immer sey! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung, Trübsal? Leiden? Schwerd? Hunger? Blöse? Tod? Nichts, nichts! Ich über winde in dem, der mich geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. Ist Gott für mich, fo trete gleich Ulles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ists, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum sollt' ich mich 311 Meines Gerzen Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederz zeit hocherfreut seine Stim: me höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt, sanft und mild, ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Das rum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft Er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, ihm vertraun, ärnten Seligkeiten. 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durchs Leben wal im Allgemeinen. 233 keit, vergänglich alles Glück der Zeit: im Himmel sei mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künft'ge Welt gewährt, wo wir Gott dienen. Mel. Wann mein Stündlein an wen 3123 mein Glaub fich Dann, wann mein Auge hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer beßren Welt, leb ich hier nur im Glauben:' dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ists, der mir das Erb. theil raubt, daß Jesus mir erworben? nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag ers scheint, dann werd ichs froh empfinden. wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. 2. Mein Leben ist ein kur zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder bent, zum ew'a yen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. O Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuven Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Herr, tenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Kurz ist der Erde Herrlich 6. Im Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig trane, die Se ligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sicht= bar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir schei den? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden! 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 234 Gesinnung und Verhalten des Chriſten In eigener Melodie.. mich erquicken. Ewig strahlt 313 Meinen Jefum mir dort ſein Licht; meinen laß ich nicht! Er hat sich für mich gege= ben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist mei: nes Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jefu, du nur bists, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt ge. fandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jesum laß ich nicht! 8. Dich, mein Jefn, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Mel. Wie groß ist des Allmächt'. Das wär oh: 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorfam, den ich übe gegen das, halt fest au feiner Liebe, traue dem, 314 W ich gewes was er verspricht, und vers laß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! fen, was würd ich ohne dich, Herr, seyn? 3ur Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief be trübte, wem that ich meine Sorge fund? 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Laba fal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 2. Einfam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im 6. Dort auch laß ich Jefum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach diefes Lebens Müh will er ewig im Allgemeinen. im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 235 Gottesfeind zu seyn. Bang hörten das Gesetz wir spre chen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich feiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch ge worden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde die ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 5. D geht hinaus anfallen Wegen, und holt die Irrenden berein! Reicht jedem eure Hand entgegen und la det froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde wer fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu' und Luft zugleich entbrannt. Ein je des Werk schien uns Ver: brechen, der Mensch ein 7. Das Herz, des Lebens reiche Quette, ein böses Wesen wohnte drin, und wards in unserm Geiste helle: so ward nur Unrnh' der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest; und Gurcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoff= mung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Fener in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen, als unser bei'ges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Ungebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber, wie ein sal'ger Traum; und ew'ger Lieb und Trea' ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 10. Noch steht im wuna dervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und fei: 236 Gesinnung und Verhalten des Christen seiner Treue weinen wir. Mel. Jefu, meines Lebens Leben chweiget, bange Ein jeder Mensch ist uns 316S3weifel, schweiz willkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und, in fein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. get! Mein Erlöser ist getren, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott vers föhnet sei. Mag auch selbst verdammen, mich vernich: mein Herz mich richten, mich ten: Gott ist größer, als mein Herz und gibt Ruh auf bangen Schmerz. Mel. Kommt her zu mir, spricht 315 So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein un aussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haz ben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort ber Seligkeit, wirkt- gött: liche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht ans Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Ge: fahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! 2. Er, der das Verborgne fennet, fennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde le= ben, und in ihm einst fetig seyn. Such ich nur den Hang zu Sünden im mer treu zu überwinden, mich der Jugend stets zu weihn, im Allgemeinen. weihn, so will Gott mir gnädig seyn. 5. Theuer bin ich ihm er worben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, Er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schüget, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Un glück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich be: schirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. Mel. Auf, Christenmensch 317 Wort nicht er Gottes Mel. Jesu, meine Freude hält, und ſpricht: ich kenne 318 Wie getroft und der chem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt, und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. heiter, Herr, mein Licht undLeiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquiks kung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du mein Seligmacher, rüstest mich 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der 237 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 238 Gesinnung und Berhalten des Christen mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich be decken. 3. Ich kann ohne Granen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Urmerhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, ge stärkt durch dich. Gink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kin= desrechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, ewig dein zu feyn; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinen Pfade, dank ich deiner Gnade! 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker, als der Tod. mich deiner Huld nicht dankbar weihn? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, sei mir heil'ge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gerenet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wornach die Eitten trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Bürden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreust uur stets den Geist, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Un begrenzte Zeiten voller Se: ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Gü te jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Frenden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs That des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! In eigener Melodie. 319 grund der Mie wohl ist mir, Seelen, wenn ich in deiner Liebe im Allgemeinen. Lieberuh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, ver: eint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muthlos werden? Du; du bist Aberall mit mir! 2/ Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht Hoffnungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät' Ulles wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; ans dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe, ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Deiz nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig seyn. 239 4. Gelobt seift du, o Freund der Seelen! In deiz ner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Mel. Seelenbräutigam 320 ir ergebe ich der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, seyn! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen Haudeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, sündenrein hier auf Erden seyn! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, Alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Ird'schen hin; 0 dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel vers fehle! 240 Gesinnung und Berhalten des Christen fehle! Denn ein wahrer Christ 321 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgérlauf nur nach deinem Wort zu enden; leis te mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn: leit mich Himmelan. " 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater treten; so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht ver: lieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüste hasse, gib zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wird's von hinnen gehn, woulst du bei mir stehn, mich durch's Todes: thal begleiten, und zu deie nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! Mel. Gott im Himmel und auf ehren, ist mir sanfte, heil'ge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt' ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Je sus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; 3. Der mit liebevoltem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Men= schenfreund, wo mit so viel sanfter Milde, hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu im Allgemeinen. 241 zu preisen, sei mir hohe, der himmlischen Weisheit heil'ge Pflicht: dich, den Liebevollen, Weisen, dich der Menschheit Heil und Licht! Uchnlich, Jesu, dir zu werden, sei mein höchstes Biel auf Erden! mit Andacht zu hören, um fern in den Rothschluß der Gottheit zu sehn, und freudig die Wege der Tugend zu gehn. 4. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich In eigener Melodie. 322 Fins ist Noth! den Frieden finden, den die Und, Was dies Eine ist, was alles kann mir dann fehlen, was Heil umfaßt. Alles Andre, jemals mir schaden; ich bin wie's auch scheine, ist nur ja beim Bater, dem HöchTand und schwere Last, wor- sten, in Gnaden. Fallt, unter das Herz sich oft äng- Welten! Ich schwebe ver= stigt und quälet, und immer herrlicht empor; ein Himder Ruhe, der wahren, ver- mel erseht mir, was hier fehlet. Es wohnet kein Frie- ich verlor. de im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen, ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Ber: dienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Sierde der Menschheit, wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. In dir ist der Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt, durch dein Wort nur wird mein Wille niedrer Erdenluft entrückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren 5. Jest, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du tren dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich, nach dir mich zu bilden, nicht streben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles seyn. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf Erden, entsündigt, gehei ligt, dir ähnlich zu werden, und treu dir zu bleiben im a Le 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Leben und Tod! Dies, Herr, ist das Eine; dies Eine ist Noth. In eigener Melodie. 323 er aß ich der Tu klimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dies eine Ziel nur glänzend steht;-ach, Gott erhöre mein Gebet!- nur darum bet ich, flehe, weine. 2. Es stieg voran die stei len Stufen der Menschen sohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich ge= rufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und geht, daß er zur That sich rüste, die auffer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. 6. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauberhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blut'gen Pfahl. Gott, was nur Menschen reizt, verlassen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuletzt den Tod mit seiner schärfsten Qual umfasſen? 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winft, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spitze die schönsten Reiche ausgedehnt.. Auf folge! und Judäa krönt dich, vor dem Königfiße. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfrenden! Fort Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden, und hange, Bater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluten umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, voll innern Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, chne zu ermüden, und überwindet als ein Held; und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an die Todesnacht, zum lauten Sie, gesruf: Vollbracht! den leßten Athemzug verwendet. In eigener Melodie. 324 Je de: bester Trost im Leide! Meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 2. Unter im Allgemeinen. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laß anch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ist's mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, blizen! Er, er wird mich schüßen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge: richt: frendig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glau: ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimmich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Ich vertrau anf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde hassen, niemals mich verlassen. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre sei der Göße der betrognen Welt! Mich follt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich tren erhält. Elend, Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weicht, verbotne Lie be! Weicht, der Wollust 243 Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmäh sucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet Sorg' und 3agen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh'; Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohlist mir, o Freund 325 Auf dich, Erlöſer, stets zu sehen, so wie du warst, gesinnt zu seyn, der Tugend Weg dir nach zu gehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie drin gend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär' ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinsterLiebe gegen Gott, war seinem heiligen Befehle gehorsam bis zum Krenzestod. Du suchtest nur des Vaters Ch re; im Tempel war sie deine Lehre, und was dem Heilig22 sten 244 Gesinnung und Berhalten des Christen sten gefällt. Den Schöpfer aller Kreaturen verkündigtest du auf den Fluren als Bater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen, als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Menschen trösten und er quicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Ge. schäft, war deine Lust. Die 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie Mel. Gott, der da die Menschen ſorgsam gingst du ihnen 326 W elterlöser, dich nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpftest, Wahrheit zu vers breiten, und Aue zu dem Seil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Getümmel, da war die Einfamkeit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heil'ge Pflicht. Von der Liebe Glut durchdrungen, kamst du, wardst uns Mens schen gleich, gründeteft ein neues Reich, hast uns Ruh' und Heil errungen. Froher Herzen Preisgesang nun deiner Lieve Dank. sagt 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewies seft bei den schwersten Leiden Geduld, Muth und Gelas: fenheit; vergabst, von Liebe tief durchdrungen, die här testen Beleidigungen, im Le: ben, und dem Tode nah; und starbst so rührend und erbauend, so freudig, standhaft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du gesinnt zu seyn, zu handeln, ist deiner Schü ler höchste Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, sein Geist und Segen auf uns Allen hier und im Himmel lohnend ruhn. Be= 2. Keine lockende gierde drängte sich zum Eit len hin; Heiligkeit war deis ne Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest fanft und still hervor, hobft die Welt zu Gott empor, daß im Allgemeinen. daß sie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos, und doch dein Verdienst so groß! 245 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron' ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl!! 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglauben schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, Mel. Auf, Christenmensch. auch uns umglänzt dein 327 Mirnach, ſpricht Chriftus, Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem großen Weltenherrn. Nichts kann Sorg' in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Lies be predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lie ben übe. Menschenfreund, feit du erschienst, ist die Liebe Gottesdienst. fer Held, folgt meinem Vor bild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu einem heil'gen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Woht, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 3. Dein Herz voll Gottergebenheit war auch voll Menschenliebe, voll Des muth, Sanftmuth, Freundlichkeit, und reger Mitteidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schändlich ist, mit weiser 23 Vor= 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist feine Schuld. 246 Gesinnung und Berhalten des Christen Vorsicht fliehen; es lehret entfernt von aller Heuchelei, mich, mein Herz der List aufrichtig ihn verehre als und Heuchelei entziehen. Dächter Christusjünger! wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpf test selbst und brach'st die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt' ich denn so zaghaft seyn, und mich, die nachzufolgen, scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren, wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 2. Der ächte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dies Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der ächte Jünger Jesu lernt von Gottes Geist getrieben, und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzlis cher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit, und rühmt es mit Entzücken: Auch mich hat er geliebet! 4. Der ächte Jünger Jes su weiht dem Heiligungsges schäfte die Tage seiner Lebenszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt; wie sour er nicht der Lüste Reiz verschmähen, und unverrückt den Weg der Pflicht, wie Jesus Christus, gehen, um Mel. Es wolle Gott uns gnädig 328 s preife Gott, ähnlich ihm zu werden? & wer Jesum Christ als seinen Heiland fennet, wer seiner Kirche Mitglied ist, und seinen Herrn ihn nennet! Sein Höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, 5. Der ächte Jünger Je su liebt die Menschen edelmüthig; er tröstet, bessert, hilft und gibt, ist gegen Seinde gütig, und liebreich eilt er jedermann, der sein be darf, entgegen. Er stiftet Gu 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohl= gemuth, getrost und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt einst die Kron des ew'gen Lebens nicht davon. im Allgemeinen. Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ihm gebietet. 6. Der ächte Jünger Jesu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet feine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der ächte Jünger Je su slegt auch über Todesschrecken; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb, und ihn durch To= desteiden des Himmels Seligkeit erwarb; drumjauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jefu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glanben recht verehre! Nimm nach vollerachtem Pilgerlauf zu jenen Seligkeiten den Geist, der dich verehret, auf! Ihm Wohnung zu bereiten, bist du vorangegangen. 247 erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du fuchtest nichts als fein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz dei= nes Baters Willen. Dein Hauptgeschäft war das alLein, Vollender deines Naths zu seyn. 4. Sum Kreuze gingst du ruhig hiu, uns Ruhe zu erz werben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst der schwerften Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich ge= fiunt seyn, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Bas ters thu! Mel. Auf, Christenmensch u deines Va= 329 D ihm gleich an Menschenliebe, 330 Sent Mel. Schwing dich auf zu Follt' ich jetzt du warst, o Jesu, ganz schon deine Güt' erschienen, 24 dich 248 Gesinnung und Berhalten des Christen dich verlassen, GottesSohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden; Mittler, heittest dit doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thörigt, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 3. Nein, ich bin und bleib ein Chrift, folge deinen Lehren, laffe weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen Tausend ab; nicht ich; mags die Welt ver= M. Freu dich febr, o meine drüßen! Sie wird mein 331 Göttlicher, dich Vertraun gönnen müssen. 4. 3eigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedräng: ten Trost und Ruh', Sündern Gottes Frieden? Gibt fie mir die Zuversicht, daß ich, trop dem Grabe, dei ner Ewigkeiten Licht zu er warten habe? erheben und mit frommer Zuversicht deinerTugend nachzustreben, ist dein Ruf und meine Pflicht! Sieh, ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen! 2. Armuth, Haß, Vers folgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; du vergabst mit edlem Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaßnenlehn, eiltest ihnen beizustehn; kanntest keine höhre Freuden, als die Lindrung ihrer Leiden. 3. Ich 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völ fer stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier im Allgemeinen. 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig seyn; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; fest und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel' empor. Wann ich wanke, wann ich fehle, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt; dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn' auf ewig erben. Mel. Meinen Jesum loß ich nicht o 332 Sanft, Christ, ist Jesu Joch; und was kann bei ihm uns fehlen? O wie felig sind wir doch durch den Retter unfrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit wartet un frer nach der Zeit. 249 len ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick! 2. Freue deines Glaubens dich, beines Gottes, seines Sohnes! Deine See Te rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes. voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein BeFenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm tren; denn dir sol 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiß vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und dei nen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil gestritten? Jene Schaar der Märtirer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod, litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Wit und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Autheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie, fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getren bis in denTod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen furzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. 25 Met. 250 Gesinnung und Berhalten des Christen Mel. Auf, Christenmensch elch hohes 333 Wielgabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier, dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 6. Dies große Beispiel Vorbild hinterlassen, daß ich geſinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sich auf mich! 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sey, und nicht mich nur den deinen nenne, damit ich deinem Vorbild treu auch Andern gutes Beispiel sey! 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Ehre; hier Leitung zur Boukommenheit und dort der Menschen Seligkeit. 3. Drum führteſt du zur 334 B Tugend an, und standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Math uns zu beleben; und wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld, 4. Der Kummervollen Trost zu seyn; zu wehren je= dem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und jede Thräne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanft: muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Seinde. Du warstgehorsam bis zum Tod und ehrtest felbst im Tode Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott cglückt, beglückt ist, wer auf Er den mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt mur lebt, stets vorwärts dringt, und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so spre= chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er säet früh und nüßt die Zeit zur Ausfaat für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein gutes Werk vol len im Allgemeinen. fenden kann, und nüzet je den Augenblick für Tugend and für Brüderglück. 4. Ihn schrecken keine Hindernisse, durch edle Tha= ten stärkt er sich, und seine heiligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsay doch zur That. 5. Er widersetzt mit festem Muthe dem Unrecht sich ge stärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebeut. 251 heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zn Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübfal gehu; und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß: noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft, auf diefer kurzen Pilgrimschaft! 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du ge= bentst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben, mein Trost, auf deinen Schuß zu baun, and dir, Auliebender, zu traun! 6. So laßt auch uns als Christen handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht; laßt uns die Bahn der Tu= gend wandeln; da strahlet immer helles Licht, und unfer Loos in Ewigkeit ist reis ner Tugend Seligkeit! Mel Auf, Christenmensch 6. Nie soll des Zweifels 335 Bald oder ſpät des Dunkelheit mir diesen hohen wall ich noch hier auf Er den; doch nur mein Leib wird wieder Staub, ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem der Seligkeit, des Himmels Hoffnnng rauben. Was lin dert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's erwerben; du, der für seine Menschen starb, £ 6 laß, Gesinnung und Verhalten des Christen laß, Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey! Mel. Gott, du frommer Gott, 336 u fagft: ich bin ein Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du fagst, Beweis und Beugniß geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer seyn, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Chris ftum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch fein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse, haffen, den Lüften wider stehn, gewohnte Sünden laffen, dieß ist des Herrn Befehl, dieß seiner Lehre Sinn; fein todter Glaube führt zur ew'gen Wohl= fahrt hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu seyn und selig einst zu gerben! Du bists, doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, tren deiner Christenpflicht, den Bund mit dei nem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind Gehorsam ihm versprochen; haft du mit dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, betrachte, lef und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos lief't und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden; nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Ge= brauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt find in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild; dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes aus zustreuen, die Unschuld zu beschüßen, und selbst dem Feind, im Allgemeinen. Feind, so viel du immer kannst, zu nüßen, ohn' Eigenung und Stotz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Berläugnung gilt; dann sag: ich bin ein Chrift! 10. Tenn, wenn noch Leidenschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Eitelkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebent: so kennest du noch nicht die wahre Hei ligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bis daß dir Herz und Leben von diesem Ruhme erst ein sichres Beugniß geben. Der Nam' ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandelseyn. 12. Ach Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu seyn und nicht blos so zu heißen! Denn, wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein pimmelreich. Wel. Wer nur den lieben Gott 337 ott, dir gefällt 253 vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung fehn; durch Christum vor dir Gnade fiu den, und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben wei n. Wesen; wer böf ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Borsay Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wan ken; so bilf der Unentschloss senheit. Wie viel vermag ich Gott, mit dir! Nimm dei nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben fey: so steg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wann ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Berbirg nicht der bedrängten Seele, wann sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich deiner Guad' und Huld Stein gottlos gewiß! 6. Erquicke mich mit deis nen Freuden; schaff ein ge troftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, 27 zut 254 zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Gesinnung und Berhalten des Christen 5. Oft gehorcht ich dei nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei MenMel. Freu' dich fehr, o meine 338 Gott, ich will mich schen Ehre brächte und den prü fen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herz zens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich tren dir in mei nem Wandet sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! ken, ließ von Eigennuß mich lenken. 2. Eitelkeit und Eigen liebe sind die Göhen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Ge rechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe Willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; dei. ne Liebe foll uns dringen; gute Werke zu vollbringen! 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Heiligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu den Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach wie könnt' ich dich vergessen, wie so undanf= bar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, deines Beis falls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eita ler Ruhm ward mein Ges winn; aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Machereiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe seyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Engend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum: dieß fei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner wür dig werde! Mel. im Allgemeinen. Mel. O Gott, du frommer Gott err, höre mein 339 Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich tren in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, foll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken seyn; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche gut zu seyn: und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; sieh es mit Erbarmen, und reiche deine Hand voll Baterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorsaß Kraft, so kämpf ich glücklicher mit Welt und Leiden schaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß wahres Wohlergehen und innrer Friede nur aus reinem Herzen fließt; daß du 255 mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung ich nicht zaghaft unterlies gen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwaz chen siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folg sam seyn, und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnteleicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verfühs rung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist ge= fährlich wird; dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Ges müth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen seyn! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 3405 err, wie lange muß ich ringen, eh' ich auf der steilen Bahn deis 256 Gesinnung und Berhalten des Christen deines Rechts zum Himmel und dir singen, daß du dringen, und vom Kampfe Stärke gibst zum Ringen. ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? Mel. Herzliebster Jesu! ch 2. Uch, wenn mich die Lust 341 habe, Gott, der Erde, oder der Spott reizet, daß ich träger werde, wirst dn mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstützen, eilen? wirst du dann mich schützen? mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kom men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 3. Ach ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit mei ner Schwachheit macht mir bange, bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht erstege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln, und nicht straucheln möge; 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich nicht untreu mach, und spot. tend triumphire, daß ich auch gefallen sei, daß sie sich nicht ihrer Siege rüh me, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Sa, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs, 2. Erforsche mich, sieh, ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Wil len froh zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet; wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fals len? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hö ren, dich thätig ehren! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten! Chrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Anfehn der Personen; ge recht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlich feit im Allgemeinen. feit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend ich meines Les bens Prüfungsstunden, und werd ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwan: deln sich dann meine Leiden in ew'ge Frenden! Mel. Wann mein Stündlein 257 will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht 342 Ich bin ein Chrift! der Frenden, wo, frei vou mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig Heit mir! allem in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Ach sieh ihn dulden Jumeines Gottes Kraft bez 343 Dricher zu wers berrich ich jede Leidenschaft, im Dulden wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Er stützt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich, und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das fei mein Ziel schon hier auf Ers den, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist ent gegen strebt, ob er sich gleich uie ganz zu ihm erhebt. 3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Much im Leben und im Sterben. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe die selbst den Schein des Eigennußes flicht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun fein sterblich Auge sieht; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen 3weck betrachte, zu dem er stets 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen 258 Gesinnung und Berhalten des Christen stets die besten Mittelwählt, gleich ich dem, der ewig gütig und selbst mit Weisheit handle, so wie er; dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich etend macht, und als mein Glück das Gute lies be, wie sinnenreizend auch das Laster lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 8. So fei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Biel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. Mel. Freu' dich sehr, o meine und 5. Wenn ich, um Tugend 344 Kuns Christi Leh auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe; felbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohut und straft, so gern fein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahrheit ehre, Feind der Falschheit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, and brächt' es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es auf richtig meint, und stets es ist, dem großen Wahrheits: freund. 7. Wenn ich mich Leiden der erbarme mit brüdertiz chem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich fein Erretter bin, dann ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er felig preift! Die im Glauben fest bestehn, freubig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dür fen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit vie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein: Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor nenen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh im Allgemeinen. froh im Geist sehon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft: muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Beleidi: gung vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 259 hen, werden Gottes Unt= lis sehen. 8. Selig, wer in Frieden tebet, wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feind schaft, Haß und Streit seiz ner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach nud Haß und Pein! Ihrer wars tet Heit und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und wird sie für ihre Tren' einst mit Wonn und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn: welche fest am Gu. ten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft ers füllen. 6. Setig sind, bte, voll Erbarmen, feinem ihre Hülf entziehu; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn: gern behütflich sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen, und Barmher: zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Verzen reine Unschuld nie 345 in allen Dingen In eigener Melodie. Qaß mich, entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtstuns scheun, die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerste10. Herr, du wolleft selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser Geligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke. auf deinen Willen sehn, und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn! Nimm meis 260 Gesinnung und Berhalten des Christen meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, so lang ich hier soul leben, in gut und bösen Tagen seyn vergnügt, und deinem Willen mich er geben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückt; Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich dir, wann ich den Lauf. volbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unents weiht, dein Lob verkündis gen in Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Golt 346 M² ein Gott, ach lehre mich ers kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß Tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sei'n. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abge. storben sei; laß mich dir ster ben und dir leben, und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach dei nem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! Uch wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Steg erwähle, ja Ehre such inChristiSchmach. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig seyn; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchelschein. Ach wirk in mir, zu dei: im Allgemeinen. deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Se: ligkeit. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christen: thum! Mel. O Gott, du frommer 347 Mein Schöpfer, deffen Hanch mich, todten Staub, beseel. te; Sinn und Vernunft mir gab, in Chrifto mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preist. 2. Laß, da du heilig bist, mich alle Lüste fliehen, und mich nur um den Schatz, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu demStreit, Herr, mit der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg; er kommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Got. tesdienst sei Glaub' und richtig Handeln! Die Lust an dem Gefeß ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Frende hält. 261 gib, daß ich auch, wie mich, den ärmsten Bruder liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden seyn! 5. Dein Himmel fei mein Glück; das Irdische vergehet: weh jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Ers kenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Faischheit, Heuchelei, und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest; und kurz ist unsre Zeit. 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schutz in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vers gesse ja mein Herz des Chri sten Pflichten nicht! 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; 8. 3nleht erlöse mich von mir beschieduem Leiden; laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthat ins rechte Vaterland. Mek, 262 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. D Gott, du frommer Gott! 348 Mein Bater und Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben, re: giere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohr, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu ſeiner Lehre neige! Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt! So wandt' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in trüben Ta: gen seyn! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Luft er= geben, und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Reid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; so unterstüße mich, wann meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wann sie verzieht, dir doch getrost vertraun! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! Mt. Wer nur den lieben Gett 349 Richt, daß ichs schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, im Allgemeinen. 263 deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt nie. mals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie uur das Werk der Seit. Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unfer Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tanich der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhm sucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen an dern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Undern strenge Zugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweck: ten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt; so werde nichts dein Herz verführen: doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Zrieb in 8. Oft denkt, wenn wir der Stille päegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Chrift entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gots tes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Bank; fieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: bist du bescheiden? bist mäßig: übst du auch Geduld? Dn dienest gern, wenn Andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern soust du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12 Set 264 Gesinnung und Berhalten des Christen 12. Sei nicht vermessen! mit Sanftmuth überwind', Wach und streite; denk und sende Hülf' und Rath, nicht, daß du schon g'nug wenn sie mir nöthig sind! gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum, wache stets, wach überall! 5. Laß mich mit Jeder mann in Fried' und Eine tracht leben, so weit es christlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib auch dies dabei, daß ich nicht umgerecht, nicht stolz, noch In eigener Melodie. 350 Gott, du from= mer du Quelle aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen fei! 2. Gib, daß ich fleißig thu, was mir zu thun ge= bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet! Gib, daß ich bald es thu, zu der Zeit, da ich foll; und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterkeit! 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen: gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind sicher ſei! 6. Soll ich in dieser Wett mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gio nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Chren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu reinen Freu den; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins nene Leben ruft! 8. Wenn alleTodten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen seyn! Mel. Was mein Gott offl 351 ft Flagt bein Herz, schwer es sei, den Weg des Herrn im Allgemeinen. Herrn zn wandeln, und täglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Vein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unfers Fleisches Willen, wann Wollust, Neid und 3orn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; nimm an, Gott lies den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß; was würdest du von diesem Gotte. denken? 5. Gott will, wir follen 265 glücklich seyn; drum gab er uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Ge wissen, was wir, Geschöpfe feiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähn= lich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Guade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen.. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Volbringen. Waun gab der Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßteGott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der M Tu 266 Gesinnung und Verhalten des Christen Zugend Pfad das Beispiel fel'ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm if Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männ lich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Klei: nod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir ge= ben; und Kräfte der zu künft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, fei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket; wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein, er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dies muß das Herz dir stillen. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weis heit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das besigt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit: ihr habt dann Friede, Scelenruh', und alles Andre fällt euch zu. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eiltes Glück, nicht. Macht und Schimmer beruh auf deiner Thätigkeit. Wer blos nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, jo lang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vor theil, den die Tugend bringt! Sei fromm, sei fromm, wenn auch nicht immer die Mel. Wer nur ben lieben Gott 352 Wer stets mit fromme Absicht dir gelingt! reinem was gefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Laster sich entreißt, der sammelt Schätze für den Geist. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit frü: her Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie Mancher sorgte für sein Herz, und fühlte dennoch oft auch Schmerz. That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten; so sei ge trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tus gend, im Allgemeinen. gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn. 7. Ja, leb und sterb für alles Gute; es folgt gewiß Bergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, in dem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht ver: einet; nur droben ist Vollkommenheit. Da schwingt der Edle sich empor, der hier im Dunkeln sich ver: lor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Muster treu, das Jefus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: wer christlich denkt, wird selig seyn. In voriger Melodie. 353 Schon ist die Tuz gend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt' ichs, wie würd' ich mich 267 freun! Wer heilig ist, muß heilig seyn. 2. Gott ist der Seligkeis ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Ents schlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Skla= vendienst, o Welt! 4. Ich Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich fest im Guten seyn? wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienst, o Gott, ge= weiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flich! M 2 Um 268 Gesinnung und Berhalten des Christen Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. was hilft mir aller Unter. richt, wenn ich nicht darnach handle? Mel. Ein Lämmlein geht 4. Und woher nehm ich Trost und Ruh', wann Lei354 Was hilft es mir, den mich umgeben, und ein dazu feyn, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht wür. dig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten bloß, nicht durch die That und gute Werte preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln Liebe, und, fühlbar für der Sünde Reiz, 3orn, Hof: fart, Fleischestüste, Geiz und andre Laster übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finster: niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht; mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, wann sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier bezeichuet hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub', durch ächte Frömmigkeit bewährt, wirkt meis ne Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß ich christlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leidenschaft im Glauben überwinde, und dann, nach wohldurchlebter Beit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde! Ge in Hinsicht auf Gott. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. 355 Mel. Lobsinget Gott! ich kennen, Gott, ift Seligkeit; und sich zu dir erheben, ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu seyn, mich inniger empfinden; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herr: liche Natur, in allen ihren 3wecken, zeigt Ordnung und 3usammenhang; ja aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne ferustem Heer, zeigt deine Macht mir täge lich mehr, gibt stets mir neye Bonne, 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nach denkend überlege: je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück, ein künftig beß'res 269 Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 4. O laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch, wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er ſich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt; die Pflicht des Glaus bens leiten! 5. Denn ganz kann mei ne Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr gesetzte Biel aus Vorwiß überschreiten: so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn, nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen, dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. M 3 Er: Erkenntniß Gottes. 270 Erhaben über Welt und Zeit, eil ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. Mel. Wer nur den lieben Gott 356 Mein Gott, du im Lichte, dahin kein sterb: lich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Aller: höchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sey, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Bater, dich und den, den eu zum Heil uns haft gege= ben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf die fer Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 6 Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenus nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Ver. ständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig ſei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes seyn! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkelu Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen seyn! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich ermahnt, belehrt; Mel. Schon ist der Tag von G. daß weder Lust noch Wahn 357 D mein Schöpfer mir raube, was mir den besten Trost gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! bist, Herr, dem ich angehöre, dich richtig zu erken nen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu seyn, mich deiner immer mehr zu freu'n, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Be streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist Erkenntniß Gottes. Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und, wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du, voll Weisheit, Macht und Huld, uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tansend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann, und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. 3um Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; und wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 271 die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden, und selbst im Tode Freuden. 6. So werd ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer, ein größres Maaß der Weisheit gibt dem, der 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd' ich, was wir hier dunkel nennen, im höhren Licht erkennen. 8. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich, von Bahn und Irrthum frei, dir immer mehr gehorsam sei, und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! In eigener Melodie. aad das ew'ges Heil verſpricht! 358 Was ist im Him5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Biele meines Lebens dein Wort, Nie merk ich drauf vergebens. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu wer den? Nur du bist groß; du bist der Wesen Fülle, und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen; so können wir doch überall dich finden, und deinen Rath mit uns ergründen. 3. Mit lauter Stimme M 4 leh= Ehrfurcht vor Gott. 272 Ehrfurcht vor Gott. lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh' er: zählt von dir, von dir die 359 We Gott! Wie Mel. O großer Gott, von Die groß Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flich, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er heben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, und auch den Weg, den wir betreten sol: len, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. 3u diesem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuthsvoll aus meinem Staube zu dir hinauf schau; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer näher zu dir dringe! 8. So werd ich immer beffer dich erkennen, und immer kindlicher dich: Bater! nennen; dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausge= streckt, der Erde Grund ge legt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt sie in des Meeres Schlund. Wer kann, wer kann ent fliehen, um dir sich zu enta ziehen? 3. Wir Alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht. Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; bes lebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, ges fallig dir zu leben! 5. Laß Ehrfurcht vor Gott. 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig seyn; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheun. Erinnre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde: daß ich ihn über winde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch fen; befreie mein Gemüth von 3wang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. Mel. Wer nur den lieben Gott or dir, o Gott, 360 V fich findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Ehrfurcht, die dich kindlich preist. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke: vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu 273 thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Ge richt mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Bittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn; mich nur um deine Gunst bemühn! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal schen, und mache von den Hindernissen der wahren Zugend selbst mich frei! Nie store Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heil'gen Willen handeln, entfernt von aller Hen chelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben; so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel M 5 er: vor Gott. gesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. lich 5. Den höchsten öffentverehren sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was sie geIn voriger Melodie. 361( a) Milft du der beut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Berachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schätzen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheun, gibt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 274 Ehrfurcht erben, dich schauen in voll kommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun: wie selig, Gott, wie selig seyn! Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weif und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt.. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörigter Vermessenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen; so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft verfäumet hast. Wer Gott als Beugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Unrecht ist, auch dann zu scheun. Mel. O Gott, du frommer Gott, Denk nur, vor seinem Un: 361 Bewahre mei= Annen Mund, fo 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weisheit führen: so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets dich kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. Heilighaltung des Eides. so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit heil'ger Furcht der Geister Heer erkennet, daß nie durch Unbedacht ich strafbar ihn entweih; daß nie mir Spiel und Scherz dein großer Name sei! 2. Stets heilig bleib er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren; so reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenossen bin. 3. Auch Jesus Christus fei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich sein gedenk, so oft in meinem Munde sein hoher Name tönt, mir hei: lig! Ihn entweiht nur der, der ihn nicht kennt, nicht, seines Heils sich freut. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören! Fern sei schamloser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren; auf dessen Lippen schwebt, was wahre Tugend schmäht. Den Beter hörst du nicht, der dich ohn' Ehrfurcht fleht. Mel. Es woll' und Gott u schaust, 361( C) D" mein Schöpfer und mein Herr, ins Innerste der Seelen, und niemand kann, Alwis sender, dir, was er denkt, verhehlen. Laß deine Macht 275 und Hoheit mich mit Ehrfurcht ganz erfüllen, wann ich als Wahrheitszeuge dich, nach meiner Obern Willen, auruf und bei dir schwöre! 2. Arglistig können Menschen zwar oft Menschen hintergehen; doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was fie nicht sehen. Im 3orn schaust du die Lügner an. Verheimlichte Verbrechen, die Menschenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Frevel richtet. 3. Und ich, ich könnt' aus Geiz, aus Neid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Nächsten Sache; könnt ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlich keit entwenden, und so der Unschuld Eigentham, die Wahrheit, frevelnd schänden und mich ins Elend stürzen? 4. Gott! nein, so frech, so freventlich beug ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf mich durch solch Verbrechen brächte! Ach, ein Verdammter würd ich seyn, schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewissens Pein, von mir selbst übergeben? was brächte mir die Zukunft? 5. Nein! Lug und Trug M 6 will 276 will ich, o Gott, aus vollem Herzen hassen, der Wahrheit tren bis in den Tod, von deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, soll mich je reizen und be thören, daß ich es wage, wissentlich deßwegen falsch zu schwören, und mir den Himmel raube. Heilighaltung des Eides. 361( 0) Mel. Der unsre Menschheit pott, der du Herzens fenner bist, dem Falschheit stets ein Greuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund; Allwissender, dir ist es fund, und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh, und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Bengen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn, und frech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, fie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verder= ben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande giebst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei land ist, dein Himmel nicht mein Erbe, wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual be: frein? Dann beffer, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Frevelrot ten. 3war seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; Heilighaltung ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthe willig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein es gilt Gott und Ewigkeit! 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht fre= velnd Sport und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit fro. hem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Untlig schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott ( e) des Eides. 277 Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor dei. nem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und flöh er zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, kann er der Allmacht sich entziehn? Hier hilft nicht. Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schuß der Welt. 5. Dium laß mich eher nichts betheuern, bis ich erwogen, was ich thu, und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der hier die ins du! Du und dein Gericht bringt auch mein Innerstes ans Licht. 361 bei deinem Namen schwöret und treulos sein Versprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er kann Liebe zu Gott. nicht froh, nicht mit Vers 362 AGott!' geden= Mel. Von Gott will ich dich, mein trau zu dir hinauf gen Himmel schaun. 2. Wir sollen ja nach deinem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde seyn, und, was sie fordert, gern erfüllen und uns vor keinen Lastern scheun. Wer sie verleht, verwirft sein Heil; ihm wird des Meineids Qual zu Theil. ken, ist Pflicht und Trost für mich. Wann Sorg' und Gram mich kränken, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor. gen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich hoch erfrent! Mit dankbar frohem Triebe M 7 fühl Liebe zu Gott. 278 fühl ich mich dann bereit, dir Mel. Alle Menschen müssen ganz mein Herz zu weihn, 363 Gott der Liebe, zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu'; denn, Bater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit er: warb. Mit ihm ist Alles mein: du willst mirs guädig schenken, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater seyn. 5. Wie gut ists, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dieß bringt mir wah re Freude, dieß stärkt mich, wann ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senken; mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die Welt; du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet, fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Se: gensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Bater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater neunt. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir kund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bangsten Streite, selbst mit seinem Blute weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt' ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es em= Liebe zu Gott. 279 empfinde, welcher Liebe meine Willigkeit und rechne werth du bist; meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Wil. len ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 364 D u Vater deiner Menschenkin der, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften seyn! mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 4. Laß mich um deiner Liebe Willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen: so sich auf 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es kleinste Sünde selbst zu auch der ganzen Welt! Die scheun, laß, Bater, mich beslissen seyn! 6. Aus Liebe laß mich Als les leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unterstüßt. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, ge= fall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe, vor allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr In eigener Melodie. mich rührt! Wie sollt ich 365 Wenn zur Erfül dir Schöpfer der Natur? lung deiner Pflicht dich Gottes Liebe mich beseelet, so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigen= sinn und Stolz dir nur das Gute 7. In deiner Liebe laß mich sterben; dann wird selbst Sterben mein Ge winn: dann werd ich dei nen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie selig seyn. 280 Gute rathen: so thue noch so große Thaten; du hast vor Gott den Lohn dahin. Liebe zu Gott. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Be= glückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engelhaben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Erbaue Kirchen; brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen; gib alle deine Habe bin: vor Gort hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Allés kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen! Beseelet dich nicht Lieb und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unfern Werken nur; so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Ei genliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, dies ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz befizen: so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; sich auf den Quell, aus dem sie kas men. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig ohue Neid und Tücke, ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langs müthig und erbarmenvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Feh Gehorsam gegen Gott. 281 Wort; es droht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlösse keinem Geist gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Vater, seyn? Nur die sind dieses Namens werth, die deinem Dienst sich weihn. Gehorsam gegen Gott. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht! Ich bin dein Eigenthum. Gib diesem Willen Festigkeit; dir fol Met. So fiehen unsre Tage ( a) 366, Gott, bist gen, sei mein Ruhm! über Alles Herr; die ganze Welt ist Mel. Wer nur den lieben Gott dein. Wer sollte dir, All. 366) ott, deinen P sam seyn? heiligen Befehlen will ichy, deinkind, gehorsam seyn, sie nur zu meiner Richtschuur wählen. und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ge recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! Fehler zu; und freut sich nies: mals seines Falles. Sie sus chet nicht bloß ihre Ruh'; sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen; macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit.. 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl der, der deinen Witten thut, und gut zu seyn sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was böf und schädlich ist, vers beutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Ge fete gibst, nur Bater, nicht Tyrann; und hälft uns blos, weil du uns liebst, dir zu gehorchen an.. 5. Nehm ich auf mich dein sanftes Joch, so seß ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall ich noch; so hilfft du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohl gefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang.. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich in merdar dir, Bater, so gehorchen lerne, wie Jes sus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Gehorsam gegen Gott. 282 und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Ges fete mir immer gegenwärtig seyn; laß mich, daß ich sie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns auf geleget hast. 5. Sobald ich deine Stims me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein; ich soll zugleich auch Thäter seyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Frenden auf unerlaubren Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich im Ge horsam übe und deinen Wil ten treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe, und hab ich des Gewissens Ruh', den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott getren, halt seinen Bund; bekenn ihn durch dein Leben! Dein Glaube ruht auf festem Grund: drum bleib ihm stets ergeben! Denk, wie er dich vers pflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Zugend sichre Pfade! 2. Sei Gott getren! Du mußt, als Kind, ihn auch im Leiden ehren; dein Vas ter waltet ja gelind und bildet dich zum Höhern. Ein edler Muth macht still und gut: der wird durch Gott dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Frenden in deinem ganz zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu' ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getren in jedem Stand, in welchen er dich sezet; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleget? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 5. Sei Gott getreu, fein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann an jedem Ort dich seinen Freund zu nennen! Was dieſe Freude diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getren in jedem Streit, dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den trenen Kämpfer finden. Verlege nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 7. Sei Gott getren bis in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; fein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getren, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. Mel. Schwing dich auf zu 368 eines Gottes freue dich, in Gott. 283 dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vors sicht nicht, wenn Gefahren dräuen? It's nicht Ses ligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Bater, wel cher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch fein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Ges müthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zu versicht nach dem Himmel blicken'; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerz zen. 5. Du bist mein! So jauchz ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann, mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabſt mir mein Leben, wirst auch, was 284 Freude was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekom men; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm an, glaub Met. Jesus, meine Zuversicht an feine Leiden, folg ihm 369 Habe deine Luſt am treulich, und so kann nichts. von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des beß ren Lebens, himmlischeVollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar fei der Tod; er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwesung ge ben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben.. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Frendigkeit, die ich zu dir habe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen in Gott, Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! Bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich ver: fehret. Wisse, wer in sei ner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenu man ihn durchs Wort erkennet. Luft am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe bennet, Lust am Herrn bent Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Luft am Höchhen hat, hat auch Lust an feinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unvers droffen zu e füllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir Freude in Gott. dir ewge Frende werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In eigener Melodie. 370h freue mich, mein Gott, in dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; nie willst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich lieb reich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 285 6. Du bist mein allers höchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht ge lingen. Selbst was mich Fränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einsi werd ich dich noch näher sehn; du Ursprung wahrer Frenden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein mensche lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ich's schon im Glauben. Boukommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir niemand rauben. 4. Du bist mir der be: währte Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Bertrauen auf Gott. Du stehst mir bei und bleibst 371 A nicht auf Men= Mel. Was Gott thut, das ift Gott, und mir tren, wann Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde! schen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit gans zer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigfeit, 286 Pflichten gegen Gott. feit, wie viel mir nüßen lich, ihr Gerechten! Der würde, bestimmte meine Herr hilft seinen Knechten. Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was auch Mel. Was mein Gott will ertrauen mein ein Schmerz, der zu bes 372 Beves Christen V Glaubens Ehre nicht zu be. fiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. forgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! Er 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei des sen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Lod: und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhPflicht, ein kindliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du den Frommen fern: du kannst ihn nie verschmähen, du seguest und errettest gern; und hörest auf sein Stehen. 2. Doch nie darf er voll 3uversicht die stolze Hoffe nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liobreich den. ket, so wird doch deine Bas terhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Mens schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein kühner Wunsch gewährt: er fündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld vers sichert ist, darf deinen Segen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch, wer dich nicht als Bater liebt, und anf Bertrauen auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Anbacht freuet, und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchterisches Herz nur immer Hoffnung faffen: er fühlt bei des Gewissens Schmerz sich endlich doch verlassen. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln doch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihu nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, ent: fernst uns nicht von dro henden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und War: nung nüßen; denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beim Leichtsinn schützen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht: fie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vertraun, nie thörigt, nie vermessen; auf Gott. 287 soll, um getroft auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. In eigener Melodie. 373 Befieht du deine Wege und Altes, was dich kränkt, der treuen Baterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's foll wohl ergehn: auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten seyn. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein be= kannt, was gut sei oder Schade Geschöpfen deiner Hand: und was du ansersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dir's, Allweis ser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk nichts hin dern: du willst, so ists vollbracht! 5..Und Pflichten gegen Gott. 288 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft widers stehn; o nähre keinen Zweis fel; dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vors genommen, was er vollen den will: aufs herrlichste wird's kommen zu dem bestimmteu Biel. 6. Hoff nur, bedrängte Seele, hoff und sei unvers sagt, was dich auch immer quale, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Beit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiter: Feit. nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sist im Regimente, und er führt Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst und wird sich so verbal ten, daß du ihn preiser wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, baß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind'sten glaubst, 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht rene, blick hin auf sei nen Lohn; steh fest im größe ten Leide, das dir begegnen kann; bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friedens an. 7. Auf, auf! Gib dei nen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deinem Herzen, was dich ſo 374 De Suversicht, Mel. Was Gott thut, das ift er Herr mei so mein höchster Trost im Le ben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sih dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Ge bot wird's in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Baters Wille. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wuns derwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vol lenden. 3. Noch 11. Mach, Herr, ein fröh lich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Palege und Treu' empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Bertrauen auf Gott. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß'st ihn, wann ihn Noth umgibt, Beruhis gung genießen. Des From: men Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Wenn jener fällt, ist er ein 375 We Gott vers Mel. Jefus, meine Zuversicht er auf seinen er traut, ängstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kum mer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! zittern, ein Fels in Uluge: wittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Hügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter fammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenteer zu ihm um Gnade stammeln. Die Beit der Qual, der Thränen 3ahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 289 Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Aumächtiger, ver lassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antliß schaue. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er ver. spricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Machts 3. Ihm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Bei stand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern N auf 290 Pflichten auf des Lebens rauhen We gen, er, der liebreich unsrer denkt, und zum Glück die Trübfal lenkt. gegen Gott. 5 Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sehe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll 3uversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost verschwin: det, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich feiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. Er, 7. Drum sey ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Zugend treu; so steht er mir huldreich bei. Met. Sollt' ich meinem Gott nicht 376 Selig, wer mit stillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Uch kein Schicksal meines Lebens, sergt' ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf! Sorge quält, und quäft vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; eh mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des Höchsten milder Hand: und ist Kreuz mir zuerkannt; o so faß ich Muth, zu leiden! Gut ist alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. reichen Segen, als dem 6. Wenn Gott nicht so Nächsten, mir verlieh; foll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust erre: gen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und kränkt: hält sie Gottes Macht um: schränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken; der VOM Bertrauen vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. auf Gott. 291 stillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing' ich hier mit dankerfüllter Seele dir. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertraun auf Gottes Wort setß ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht! Mel. Herzlich lieb hab ich dich 377 Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit segens: voller Vaterhand so manche Mel. Wer nur den lieben Gott moth von mir gewandt. Un- 378 Herr, mache meine endlicher! ich trau auf dich; du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch Dich. 2. 3warist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stárke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Bater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz ge= 3. Ach, alle Leiden dieser Seit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem trener Schaaren, und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherzi ger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlig schaun! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten leukt. Du bists, der Alles ändern kann; und, was du thust, ist wohl gethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen, zu höhe: rer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein, № 2 wird Pflichten gegen Gett. 292 wird doch der Ausgang herrlich seyn. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen! Hast du für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlge: macht! Mel. Auf, schicke dich ſo steht dein Vaterherz dem 379€ Gott, der schüßt herrscht ein offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in dei ner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. in Noth, und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh' und Trost nach kur: zem Weinen. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; genug für uns, du hasts erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen kurzsichtig und roll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfrent; denn endlich führest du die Frommen zur völligen 3ufriedenheit und dann wird Fedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll Dankes und voll Lobes seyn: der Herr hat 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öfters lästet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu beffern und fürs Ew'ge zu gewin nen. 3. Erkenn die Schuld und üb' Geduld, wann du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad', geh seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb vich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die ficheru Wege, die dein Heil bezielen. Sey'n sie auch hier oft dunkel dir; entzückt wirst du ihr End' einst sehn und fühlen. 5. Drum guüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau ,, komm ich auf ihm zum wahren Waterlande, Mel. Bertrauen auf Gott. 293 finn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennew mögten! 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit uns niemals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffe nung hier, mit Palmen und mit Kronen die Uleberwinder lohnen. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit eine ander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preif auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande sichrer Freuden. 3. Wie würde da voll Wengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens das Herz ſchon beben müſsen, wenn 381 Crüfat fränket, Mel. Befiehl du deine Wege wann dich Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterbli chen begegnet. Im Glück und. Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise wer: den wollten, als wir, o Gott, es sollten! vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel leaket, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich: er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Sei froh, dein Gott N 3 re: 380 ott Mel. Was Gott thut, das is ott, dir vers traun, ist meis ne Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Her zen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh' versüßet sie, und lässet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leicht: Pflichten gegen Gott. 294 regieret, fein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Denk an dieß Wort und weine Gott Freudenthränen, Christ! Und könnt fie es vergessen; ich will doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ist's; der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil feine Batergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir be gegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ew'gen Friedens an? Mel. Wer nur den lieben Gott 382 Mein Port ist laß ich walten; ich hoff auf ihn: er kennet mich. Ihm die erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein; das ist meines Her zens Frende, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 6. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Ge duld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb', wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und jeden 3weifel überwiegt. 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zunach seinem Rath, wie er friedenheit. Er leitet mich mir zugesaget hat! Mel. Kommnt ter zu mir, spricht 383 Erfülle redlich deis ne Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht; Gott forgt mit Baterliebe für deines Lebens wahres Glück! 3u ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! 2. Die Wolken werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird Bertrauen wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 3. Oft führt die dornen volle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Quid und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benuße felbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle; zu dem Entschlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! auf Gott. 295 mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertren' wird mir jeden Morgen neu. In eigener Melodie. 384 Sollt ich meinem trauen, der mich liebt so väterlich? der so herzlich auf den Herrn nicht banen, sorgt für mich? Sollt ich welcher, unbewegt und fest, feine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret: sollte der verlassen mich? Nein; weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit, und sie über Alles achte: ſeguet Gott mir früh und spar Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andere Morgen, oder nicht; was künftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütterlich: er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, get Gott für mich! 385 Emein Geist, den Mel. Wer nur den lieben Gott dich, Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht je: den Wunsch erfüllt? Jetzt N 4 fennst Pflichten gegen Gott. 296 kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. volt. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen ungewisser Schritt: was Got 386 W doch für MorMel. Fröhlich foll mein Herze du tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfrente, was er litt, flärt sich am Ziel von feinem Lauf für ihn als glei= che Wohlthat auf. gen, Banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich forgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur das zu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 3. Dort findest du von Licht umsloffen, auch deiner Erbenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen; sie blüht der nahen Aernte schon. Im Kummer ward fie ausgestreut: bald reift fie für die Ewigkeit. 4. Drm heb empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Näch ten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft guädi: ger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zerstö: rest, dich, Bater, ber ich kindlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er. hat bisher Alles mir gez geben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war, ima merdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dies Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Les bensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Auweise. Sollt' er meiner je vergesſen? Er, mein speil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleitet er des Grafes Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zunz Ruhme? 6. Nur Bertrauen 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir foll vor nichts mehr grauen. Bäcerlich liebt er mich: ihm will ich vertrauen. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann all: hier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen 3ukunft zagen will ich nicht; es gebricht Peinem Tag au Plagen. Heute leb' ich; bin ich Morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig seyn: es gescheh dein Wille! has 387 Mel. In allen meinen Thaten soll ich ängstlich kla= gen und in der Noth verza: gen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohl seyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängst: lich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entge: gen gehn? Du, Vater mei ner Tage, kennst, eh ich dirs auf Gott. 297 noch klage, mein Leid und eilst mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, die kindlich zu vertrauen, das Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumist die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, besteht dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft vers borgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Trenen; du weißt den zu erfreuen, der fromma nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dir befehle ich jeden Wunsch dem Herrn. Dir, Vater! der Seele; du hörst, du hilfft, du fegnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und stets zum Besten lenken, was mich bekümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach wei sem Rath. Ob ich mich auch N 5 bea Pflichten gegen Gott. 298 betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz ver stehe, was du mit mir ge= than, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der From men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Was Gott thut, das ist as du? 388 Gott regiert die Welt: und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohlwissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thatest, vernahm er, eh du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preise. Er führt gewiß durch Sinsterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lichte reinrer Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, fasse Selbst Jefu Blut sagt dir bei je dem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. 3war wenn er vors Gericht uns stellt, find selbst die From men schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff' auf dich. Du läs sest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! In Bertrauen In eigener Melodie. 389 war wird 3 noch manche Thräne auf Gottes Welt geweint, doch laß den Muth nicht sinken: nein, wirke, Menschenfreund, voll Glauz ben fort auf Erden! Es wird doch besser werden! 2. Nie werden wir hienieden, von allem Schmerz be freit, nur über Blumen wan deln. VollkommneSeligkeit erwartet nicht auf Erden. Doch besser wird es werden! 3. Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufrieden heit, durch Leidenschaft und Thorheit und Ungerechtigkeit. Wenn wir nur weiser werden, wirds beffer auch auf Erden. 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufried: ner freun; wenn Pflicht uns über Alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wir selbst besser werden; wirds besser auch auf Erden. 5. Wenn nun des Irrthums Binde von unsern Augen fällt: wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereis nigt wirken werden; wirds besser auch auf Erden. 6. Uns selbst hier zu veredeln, und dann mit Thätigkeit zum Wohl der Welt zu wirken; dies ists, was Gott gebeut. Gott, laß auf Gott. 299 uns deinen Willen zu un serm Heil erfüllen. Mel. Was Gott thut, das ist 389 in Gott re giert! Was zagen wir? Ein Gott er: zieht durch Frenden und durch des Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Les bens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht. O laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter feinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. D laßt den Höchsten walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen N 6 und Pflichten gegen Gott. 300 und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tad und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: da, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so fegnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir werden's über stehen I In eigener Melodie. erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wann Hülfe nüßlich sey. Wenn er uns nur hat tren erfunden, geduldig ohne Heuchelei: so kommt er, el wirs uns versehn, und läsfet uns viel Guts geschehu. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshige, daß du von Gott verlaffen seist und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und sehet jeg: lichem sein Biel. ja 390 When Gott läßt leichte Sachen, und ſeiner Der nur den lies Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen fana! walten und hoffer auf ihn allezeit, den wird er wunder bar erhalten in aller Noth and Traurigkeit. WerGott, dem Allerhöchsten, trant, der hat auf einen Fels gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Uch? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traus rigkeit. 7. Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Ses gen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht auf Gott fest, den verläßt er nicht. Gebet. 3. Man halte nur ein we= nig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie es fügt! Mel. D Gott, du frommer Gott Gott, verlag Gott, der uns ihm hat aus: 391 Amnicht reich du Gebet. 301 du mir selbst die Hände, daß Mel. Wer nur den lieben Gott ich die Pilgrimschaft des Le: 392 Deiu Seil, 6 Christ, nicht bens wohl vollende! Irrich im finstern That; so sei du felbst mein Licht, uteinStab, mein Hort, mein Schup! Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geift, des Glaubens Zuvers sicht; und, wann ich straus cheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Uch Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zu rechter Seit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr ich in der Noch, o so verlaß mich nicht mit deinem Zrost, o Gott! 4. Uch Gott, verlaß mich nicht, gib Wollen und Ber: mögen, in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Umts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Uch Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir erge ben voll Lieb' und Hoffunng fei; fest glauben, christlich leben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Uch Gott, verlaß mich nicht! zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Bater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flee hen oft und gern. Er lässet, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet oor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn! Er will blos veine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebent. 4. Sagt Gott nicht: bit: tet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu seyn, und stößt das ihm bestimmte Glück, feindselig gegen sich, zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie füß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet N 7 gibt Pflichten gegen Gott. 302 gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärfen, als glaubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Luft und Kraft mir zum Ges bet! Und wenn aus rei. nem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht: so höre mich von deinem Thron durch Jesum Chris stum, deinen Sohn! In eigener Melodie. 393 3t dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Fle: hen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz vollDemuth, Preiß und Dank, ein ruhig Herz mein Lebentang! 3. Gei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wann deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; er halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun; fie stets vor meis nen Augen seyn! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das fei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und tren in allen meinen Pflichten sei! 7. Ich bin zu schwach ans eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heis terkeit! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürf'ge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüt' und dankbar sey, doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Palicht entzieh! 11. Erwecke mir stets eis nen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint; mit Gebet. 303 er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater ist! Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müdeu Trost und Kraft. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und fei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe schau dich an seinen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet Mel. Wer nur den lieben Gott 394 mm betend oft hat! Oft irrtest du: er trug Kº und mit Geduld; erkenn und preise seine Huld! gnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! Dübe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit trenem Fleiß! 6. Bet oft, durchschan mit frohem Muthe das Wunder der BarmherzigFeit deß, der mit seinem thenern Blute uns von der Sünde Joch befreit: und eigne dir, zu deiner Ruh' und Heiligung, sein Opfer zu! 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und feinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ist, was du wünschest, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott es thut! mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht: vers laß mich auch im Alter nicht! 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott, Wer schnell vergißt, was 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffent= lich Gott anzuflehn, und ſeinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu ers höhn! 304 höhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menfchen als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glie: der: es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bit: ten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüs fen und das Böse schenn, an Lieb' und Eifer nicht er kalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagt Gott dem frommen Beter zu. Pflichten gegen Gott. 3. Erstickt die Sinnlich: keit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich, als Christ, durch deine Kraft bezwingen, und so den Sieg erringen. schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im hö hern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen, und betend zu dir dringen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deis nen. Du zeigtest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und kindlich vor dir bete. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe ge gen Brüder; so flich ich be tend zu dir hin, und haffe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freund: lichkeit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Ge bet, mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Mel. Was Gott tout, das ist 395 zu helch hohes und du willst gern verzeihen, und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück ent: flieht, und edle Freunde feh: len; so wend ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil er: blicken.. 7. In stillen Stunden denk ich oft: was seid ihr, eitle Freuden? Uch, wię geschwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt ge: Gebet. gewiß mein Herz sich ange: trieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8.D welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weiss heit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit See gen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; f lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott 396 M ein bester Trost in diesem Les ben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Ges duld und Math in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewissen mich ver: klagt, wann bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gevet, das, Gott, bei dir um Gnade Reht. 3. Muß ich, um des Gewissens Willen, ein Spott 305 der Lasterhaften seyn: so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schreyn, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unver= stande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kume mer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in dies fem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht ents decket, den verwirft er nicht, 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlich: so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir sle. Er gibt, aus väterlicher Huld, mir Segen, Kluzheit und Geduld. 7. Wann, böser Lüfte Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muthund Kraft gebricht: dann bitt ich Gott: er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im lesten Kampf 306 Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann: so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, felbst meine Seufzer noch versteht. Pflichten gegen Gott. Mel. Ermuntre dich, mein 5. Mit feiner Welt vertausche ich die wonnevollen 397 ie fauft, mein Stunden, wo betend dich mein o mein Bater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll 3uversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, bas Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müsfest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht, andern Pflich ten zu entgehn; nicht, träge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegenz erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu Findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir 6. Wie wird von deinem Angesicht der Christen Glauz be wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu jes der Tugend tüchtig! Wann böse Lust in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niedertege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug' erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick Gebet. 307 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde; so sey auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besiz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu ere höhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. 6.Wünsch ich bei kummer, vollen Leiden von ihrer Last mich frei zu ſehn, und ſehn ich mich nach Lebensfreuden; so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich iſt! blick ich, Gott, zu dir hins auf, und will im Geiste be: ten. Noch sterbend, Bater, dank ich dir, der du fo vieles Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! Mel. Wer nur den lieben Gott Du dir, o Gott, 3983" ben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöhu, ist dein Befehl und meine Pflicht, and stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, be kannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank enmessen, welch Heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und Allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meiM: 1. Es ist das Heil uns nen ſtillen Wunsch vertrau; 399 Greicht so weit, wenn ich in meinem Kummer bete, und auf zu dir nach Hülfe schau; dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünket frei! so weit die Wolken gehen; tu krönstuns mit Barmherz zigkeit, und eilst, uns beizu stehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehu; merk auf mein Wort: denn ich will vor dir beten! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt: nie bitten, das mir zu gewäh ren, was Undern ihre Wohl= fahrt raubt! Denn du er höreft kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörst gewiß mein kindlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal, Ruh' und Heiterkeit. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade 308 Gnade werden. Gib mix nur Weisheit und Verstand, eich, Goit, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. Pflichten gegen Gott. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Na: mens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor dei nem Angesicht, und frommer Freunde Liebe! 4 So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolltest du mir geben! In deiner Hand steht meine Beit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigener Melodie. 400 nicht um Reiche thum, nicht um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbeſißer wäre: ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränentose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich in Schmerz meinen Bater froh zu nennen; dies erflehet sich mein Herz! Dankgefühl bei deinen Ga ben, Lust am Guten, Freud' in dir, und Gewissensruh' zu haben; dies, Augüt'ger, wünsch ich mir! 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Nächsten wohlznthun; Trost und Stärke, wann ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Nuth, die Laster zu bekämpfen; ihre Reize zn verschmähn, jede Leidens schaft zu dämpfen: dieß, Herr, ist mein kindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deis ner Liebe stehen, und dir, Vater, ähnlich seyn: diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, um deiner Liebe Willen wirst du, was ich bat, verleihn. Das Gebet des Herrn. Mel. Gschienen ist der herrlich T. deß sich 401( alle imz met freun, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Bater bist, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Dens ken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Ihn heilige, von Lieb ent brennt, wer deinen großen Naz Gebet. Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Rei: ches Ruhm durch Jesu Evangelium! Mach unser Herz ihm unterthan; so beten wir dich freudig au, Algütiger! nie 4. Der du in deiner Waht 401ater, de irrst, und wohlzuthun une Jesus nie müde wirst, dein Wit offenbaret, den der Geist le, Weisester, gescheh' mit hoher Andacht nennt; auf Erden so wie in der Vater, den kein Himmel von poh, mit Freudigkeit! der Erde, keine Welt von feinen Kindern trenut! 5. Sei mit uns in des Lebens Roth, und gib uns unser täglich Brod; in dieser Erde Freud und Schmerz sei still in dir und frob das Herz und voll Vers traun! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag unfre Schwachheit mit Ge buld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Nächen Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. 3u hart sei die Ver fuchung nicht; Herr, stärk uns, wann uns Kraft ge= bricht; steh uns zum Siege mächtig bei; mach uns im Guten fest und treu, Erbarmender! 309 9. In deines Himmels Heilig thum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrs lichkeit von Ewigkeit zuEwigkeit. Hallelujah! In eigener Melotie. 8. Erlöf, erlöf uns, unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem bessern Les ben auf! Aliebender! 2. Hochgetobet sei dein großer Name, augebetet deine Herrlichkeit! Heis lig ehre dich der Mensch im Staube, von der Wiege bis zur Ewigkeit! 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh dein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Nenschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach wir bitten nicht um Gold und Schähe; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6. Wann Pflichten gegen Gott. 310 6. Wann wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wann ein Nächster uns gefränket hat. 7. Schüße uns in der Versuchungsstunde, wo die Zugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von al tem debel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir fiegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. Fürbitte für den Regen ten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen fren der Fürst des Laudes sich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge sehe stets auf dich; sein Herz sei dir geweiht! 402) 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor andern Licht und Rathund Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig deis nen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum, und er dein Unterthan! 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und zier, ein edler Mensch und Christ! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn, und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht undGerechs tigkeit, und dann beschüß ihn in Gefahr, wann ihm und nns sie dräut! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Bera Gebet. 11. Verdienste heb' er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er errei chen soll; Herr, mache sei: ner Tage viel und jeden fegensvoll! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott: dann jauchzen wir und preifen deine Macht. 311 daß wir in Gottfeligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Engend ärnten! Redlichkeit erfreu, dem Unrecht kräftig steure! 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Fries dens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, 4. Beschirme sie durch dei: nen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller List, Gewalt und Truh ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr untergeben, daß jeder freudig thátig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 6. Laß sie mit uns besliss fen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner OberHerrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge! Mel. Sei Lob und Ehr dem ( b) 402 Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit! Du gabst sie uns, auf Erden mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden! Berleih ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen! 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen und dein Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schirni und Wächter ſei, 403 Verdienst und Allgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Auer Vater bist, gib jedem, was ihm heilsam ist! 2. Dir tönet unser Lob: gesang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie Alle, Pflichten gegen Gott. 312 Alle, Alle liebst, und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dies preisen wir, und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite fle auf ebner Bohn; es sei zu der nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; nnd wer von dir sich führen läßt, der werd' im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade gehu, und freudig einst dein Antlig sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung fle er: freun. 8. In ihrer Noth verlaß fie nie: und sind sie traurig, trößte sie! Gib ihnen hier Bufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir Aue einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, un fer Aller Bater, dir. Dankbarkeit. 404 Dehr und Mel. 2obt Gort, ibr Christen u bists, dem Rahm gebührt; und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du ftete regiert und stets warst du mit mir. 2. Wann Angst und Noth sich mir genaht; so börte Gott mein Blehn, und ließ durch seinen gnäd'gen Rath mich nicht darin vergehn. 3. Wann ich in Schmerz und Krankheit sank, und rief: Herr, rette mich! fo half mir Gott. Mit wel chem Dank, mein Gott! erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Paß: so klagt' ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richt'gen Pfad verlohr und mich ver schuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Trost die Seele rang, Gott fich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht; Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und gibt zur Tugend Muth. 8. err Dankbarkeit. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 9 Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Butritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herru! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorü bergehn, will ums, nach kurs zer Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöhn. 313 mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel pres digen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dan kend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott; was er an dir gethan! Verehr und halte fein Gebot und bet ihn ewig an. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet: so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich vns unzählig Gutes schenkft! 5. Voll Güte läß't du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das mit Du dact= Mel. Nun danfet Alle Gott urch dich, 405 großer Gett, test mein, eh mich die Mut ter noch gebahr, ja sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war. durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeatst, stehts da. Mit Allmacht bist du 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage 3ahl war in dein Buch ge= 9 schrie. 314 Pflichten gegen Gott. schrieben. Du bist der From men Schuß, du bist der 406( et nieder! Be Müden Mel. Alle Menschen müsſen sierb. allet fal: der geru verzeiht. Wie guädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertraun, als dir; du Gott der Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie fanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Schild und Lohn! tet Gottes Hoheit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Streme seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 8. Herr, dein Gebot ist Speil, dein Weg ist Fried' und Leben! Wie könnt' ich einem Gott der Liebe wi derstreben? Der Laster: hafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Nehe ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig fei! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, jeder rähme dich! Voll von tie: fer Demuth preise dich der Starfe, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Vers stand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet ſollst du werden, weil im Himmel und auf Erden keiner dir an Größe gleicht, keiner je dich ganz erreicht! Mel. Sollt' ich meinem Gott 407 du mir gegeben, Alles, Gott, bin ich durch dich; du nur, du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne; Leben, Triebe, Freiheit und Verstand gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh ich noch dich Vater nannte, Dankbarkeit. nannte, eh ich reif zum Das seyn war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest min Daseyn und für mich. 3 In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, fegnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu ent ziehn. 4. Alle meine Lebensfreu: den hab ich, Bater, nur von dir: Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Müth in meinen Leiden: und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es era fahren, wie du deine Men: schen liebst, ihnen Schutz und Beistand gibst, fie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch ge= währst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst, wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, tern ich immer mehr verstehn. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte, und er. 315 fleh auch künftig mir Segen, Trost und Heil von dir. In eigener Melodie. get Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, singet eure Jubel: töne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er er= schafft und er erhält! Tief im Staub verehrt ihn, Kinder, Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ist Vater feiner Welt! 3. 3war sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millio= nen 3eugen, laut verkünden sie den Herru! 4. Aber unsre Seelen he ben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Welche göttlichhohe Frenden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern faget: er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte fich 22 316 sich zum großen Beugen stellt! 6. Naht euch zu ihm, feine Kinder! Bittert nicht, feid ihr gleich Sünder, Suns Sün Pflichten gegen Gott. Denkt den göttlichen Gedanken, fühlt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr, Jubelchöre, jauchzt, Beseligte des Herrn! Brin get Ruhm, ihr Erdensöhne, finger eure Inbeltöne; er, der Herr beglückt uns gern. 409 N Gott mit Herz In eigener Melodie. un danket Alle zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so väterlich von unsrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewigreiche Gott woll' uns, so lang wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth eriösen hier und dort! 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Him: melsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sei ihm im: merdar! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 410 Auf, Christen und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlockt mit jubelrei chem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns uns terstüßt, er, der allein uns helfen kann, und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt, und unsern Se: len auch schon hier Zufrie denheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uus her. Die Noth, womit sein weiser Rath uus prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der beßren Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm Dankbarkeit. ihm Preis und Dank für feine Gütigkeit! Einst wird fie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. Mel. Jesu, meines Lebens alte dich mit 411 an dem Herrn, und opfre Dank! Weih ihm jeden deiner Triebe! Seele, Gott fei dein Gesang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh und fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude, jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, werden Gegen mir und Glück, Riefeln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mirs, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vergnügen zu? Ist's, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft 317 Müh' und Sorgen; sie ents flohn und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis und und Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir ent= gegen, und, wo mir ein Uebel droht, Rettung oder Trost in Noth. 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese star ten, festen Bande für das menschliche Geschlecht, und des Umgangs süße Frenden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Beistand hab' auch ich; Gott, wie preis ich würdig dich! 7. Dieß gewährst du diesem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. I was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig selig dort zu werden, schufft du mich; und schon auf Erden seh' ichs, fühl ichs wonnevoll, was ich fünftig werden soll.. be wie viele frohe Tage 411) De Mel. Nun danket Alle Gott er du von flossen, weil mir nichts ges brach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem Ungemach! Hatt' auch einer auf mit Huld und Baters güte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Ges 93 müthe Pflichten gegen Gott. 318 müthe denk ich voll Rührung wach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An trener Weltern Hand entfloh die erste Ju gend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund, und machte redlich mir der Weisheit Schäße kund. 3 Wie weit wär ich viel leicht vom Tugendpfad entfernet, hätt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahr geler net, der das Lob Gottes. führt! Leicht werden wir ſein 412 mein tönt dir, Mel Mein Gott, das Hert on allen Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mit gabst, entzogen; wie Mancher von der Luft der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verleßt, ch' man sie sieht! 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, von Kindheit än gelehrt. 6. Die ächte Frömmig: keit, die nicht in Mieneu heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jeju Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend auf mich, gu ter Gott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Fuß vom Tugendwege wanken; o dann erinure du mit deiner Gotteskraft, durch mein Gewissen, mich der schweren Rechenschaft. Herr, ein froher Lobgesang. Budir, Anbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar un fers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preifen, ist uns Seligkeit: dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht fein sterblich Lied, 5. Doch Lob Gottes. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde seyn; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. 319 und dich, o Geist, deß Wunderfraft in Sündern nenes Leben schafft! wir! Herr Gott, wir dan ken dir! Der Höchste ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist, Gott Vater, dich! dich Sohu! dich Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Hei tig ist unser Gott! Heilig ist anser Gott, der allgewalt'ge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jeu Martyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich Je su Christ, des Vaters Sohn, Du Hoherpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Dil wardst ein Mensch, doch fündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns ge bracht. Zur Rechten Gottes siseft du; mit Nacht und Güte herrschest du. O der für uns geblutet hat, Das Te Deum. In eigener Melodie. 413) für err Gott, that, im Grabe läsfest du uns nicht; du kommst, du kommst und hältst Gericht. Einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Theil, hilf deinem Volke, Jesu Christ, und fegne, was dein.btheit ist! Leit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch fle erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer, Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm ge horcht, der fündigt nicht; und wer noch fällt und es bereut, der findet da Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heilig: thum! Amen! 24 320 Pflichten gegen Gott. In voriger Melodie. ( b) 413 5 err Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir dan ken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig im hohen Jubelton, auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufen alle Himmel zu: Der uns erschuf, ist groß, an Macht und Weisheit groß, an Huld und Liebe groß, ist unermeßlich groß! Wie groß war deine Herr: lichkeit schon vor dem Anbe: gimn n der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah: zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wint, mit Freuden an. Nie ihr Gleichge: wicht sich auf, noch immer lenkst du ihren Lauf, und froh ist jeder, der es denkt: du bists, der auch die Erde Lenkt. Wie weife, groß und was dein Rath beschließt! Die Kronen find in deis ner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth: und Alles, was du thuft, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Ruh und Glück, die Ordnung und das Recht zurück. Das Feld be: lohnt durch dein Geheiß des trenen Landmanns regen Fleiß; es blühe Kunst und Wissenschaft, und Alles, Herr, durch deine Kraft. In unserm Staube flehen wir voll froher Zuversicht zu dir, zu dir, der uns im Hima mel hört, und liebreich unfre Freuden mehrt. Kein We sen ist vor dir zu klein; da willst sein milder Vater feyn. Ven deines hohen Namens Ruhm erschall auch jest dein Heiligthum! Wie wohl hast du an nns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an, und öffne deine Bater hand auch ferner noch für uns fer Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst lauter noch, als hier, Gott, unser Dank hinauf zu dir! Amen! Mel Mein ganzer Seift, Gott 414 Ertöne, feiernder Gefang, betung Gott und Rühm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Mens schen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höh'ren Psalmen singen. Darum hat er mit den Hee: ren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herra Lob Gottes. 321 Güte wird die Werke feiner Stärke stets erhalten; schüßend über mich auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen der Lust, den Gü tigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! In eigener Melodie. bevoll und mild bepflanzet 415 Lobet ben erret Herren, Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Neiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie ers ausrief, da be: gonnen tausend Sonnen und erhellten ein nnzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen ho hes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch aus gebreitet; hat seiner Erde Lustgefild für mich auch lie mir nicht alle Wälder, alle Fel der froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und fchwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf feinen grünen Trifften? Quellen rieseln, Winde we: hen, Flüff und Seen wer den Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre.. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmük ken. Noch strömt ihr Freudenquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine König der Ehren! Laßt uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freu dentied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs Beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte, bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, des unserer Seelen gedenket geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübsal es kränket! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wann wir Menschen 95 mit Pflichten gegen Gott. 322 mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe besche: ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht läsfet vergehn und verderben, und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! Mel. Allein Gott in der Höb' 416 Lohr und Preis dem höch: sten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der 1 mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. És danket dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ge schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spät mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth; ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden: er, er ist Heil und Frieden. Mit seis seine Zuversicht, sein Segen, ner Allmacht leitet er, der Herr, durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht Lob nicht helfen kann, kein Ret. ter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Dhr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch dei ne Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! Gottes. 323 und alle Himmel gehet feine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Untlig kommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Bäterlich liebt er uns, seine Kinder: singt zu seinem Preise! Ein Lobtied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Leginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Her zen lieben? 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Gözen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht; ihm Dank und Preis zu bringen! Be zahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen ver nimmt er hoch herab von feinem Himmel unfer frohes Danklied, und genßt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Guadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Guade. Doch größre Seligkeit ist dort be reitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halle: Iujah! Amen! O welche Seligkeit ists, sein sich freuen; hier und einst im In eigener Melodie. 417 Preis und Anbe. Himmel ihm ganz sich heitung sei unserm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd' ligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. 96 Mel. Pflichten gegen Gott. 324 Mel. Jesu, meines Lebens Leben Herz befleckt: o dann ließest finden die 418 Sheree zur Buße weckt. Mit unendchöpfer lichem Erbarmen überströms test dn mich Urmen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und, damit ich heilig werde, mich so tren lich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfrich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß michy enden, Bater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebernen, mit des Mittlers Unserkohrnen jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dauk dafür. Met Wer nur den lieben Gott re, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu dei. ner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Bunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften aus geziert wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue Baterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig. Dank und Lob von mir! 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Daseyn auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, ie gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weifer Gott, ich bringe dir 419 ewig und Dank 4. Herr, du zähltest mei: ne Thränen, eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merk= test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Bater, nimm dafür ewig. frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Font ich ich, mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt' ich dir ganz den Dank be weisen, den dies mein Herz. dir schuldig ist, dies Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Gegen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf mei nen Lob Gottes. nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Troft und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bists allein. 3. 3u zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke dei ner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben, und läsfest 325 Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz be wegt; und wird mein Mund einst kraftlos seyn: so stimm ich noch mit Seufzen ein. ben, schickst du auch manche Trübsal her; doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, oherr, nicht muthlos sei. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freuden= thränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plaz gen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfst du mir treu und wunderbar! In voriger Melodie. es nie freudenleer; zum 420 Gott, den alle S mich zu erheWesen ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was mir empfin= den, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht, Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Ge schöpfe weidet, und ihnen Lust und Wohlseyn schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bists, Erhabner, deffen Kraft dem Frühling feine Aumuth schafft: 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in sel'ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. 6. Wie sollt' ich denn nicht Doller Freuden, beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie follt' ich, auch im tiefsten Leiden, nicht freudig tranend auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du dochy, Gott, mein Helfer seyn. 7. Von deiner Güte will ich fingen, so lange sich die Bunge regt; dir will ich 3. Daß. Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlges ruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell 97 alles 326 alles Lichtes, der Sonne Wärme; gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes, und willst auch dadurch uns erfreun, daß nus die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt., 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Welten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe dei ner Schöpfermacht. Weit über meine Fassung weit, geht, Schöpfer deine Herr lichkeit. Pflichten gegen Gott. 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ' mich ihr Anblick, Gott, auf dich: und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst. 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich, mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen 421 as ich nur Gu tes habe, ist Gottes milde Gabe; nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besize, wo durch ich andern nüße, gebührt, Herr dir, nicht mir der Ruhm! 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Ge schäften bescheukt mich deine Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt' ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider: fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorge zogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig seyn. Dies will ich nie vergessen, so werd ich nicht vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt: dies sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Ver stand. In Selbsterkenntniß In eigener Melodie. 422 ie leicht vers kenn ich mei: nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Wahn, aus Stolz und Eigensinn nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Fehler kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! 3. Entdecke mit der Tu gend wahre Größe und je des Lasters Niedrigkeit und Blöße; daß nie sein Reiz mich blendet und verführt; daß immer nur der Tugend Werth mich rührt. 4. Nie laß, o Herr, mich felbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Gib, daß ich fie voll tiefer Scham bereu, und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu'! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfeh fet, gern gut seyn will, und doch das Böse wählet, leicht: finnig und nicht den thum sieht: so gib ihm Licht, daß es den Frrthum flieht! 6. Verheht' ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stol: zem Wahn den Mangel meis ner Kräfte: fo lehre mich und Demuth. 327 ihn redlich mir gestehn, und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinus und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich, von Eigendünkel frei, sie recht zu würdigen stets sorgsam sei! 8. Wie manche That entspringt aus niedrem Triebe, aus Eigennuß, und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, gefällt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe nuterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl: und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir felbst verhehle, und führe du, zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel. In allen meinen Thaten 423 Gib. Gott, wenn ich dir diene; daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu seyn! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehtet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen Wil Pflichten gegen und selbst. 328 Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag'ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufrieden: heit? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft ſind die 424 ist, von dem Mel. O Gott, du frommer err, der du Alles guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und je de gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut, darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel mei ner Tugend, o Herr, ge= denke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft fie Alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, die zurEhre, rein meine Tugend wäre; weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unter richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudig: feit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsge: fchäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schafft, daß ich dich wähle; du rufft mich, wann ich fehle, auf rechten Weg zurück: du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück, 8. Sollt' ich mich deß cr= heben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zumStolz ein Recht? Könnt' ich auch Alles üben, was du mir vor geschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, bea size; bin ich drum mehr als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Züchtig: keit? Ach, Ulles kommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet und deine Gütig= keit mich mehr, als andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe, und andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? If nicht mein Selbsterkenntniß mein Nächster oft viel wür diger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten über heben? Was ich besitz', ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 425 W Der bin ich? Welche wicht'ge Frage! Gott, lehre ste mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht felbft recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben müßlich anzu wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu dei nem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu: sehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glau: ben steh'! und Demuth. 329 4. Du kennest meines her: zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbe= kannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich felbst recht kennen, ist Vers stand, drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vaz ter, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwäh let; so gib, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich vera liert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahreit, was ich hier war, und hier gethan. O taß michs nicht bis dahin sparen, wo Rene nichts mehr helfen fann! Hier mache mich zum Himmel klug und frei von Wahn und Selbstbetrug! Selbst= 330 Pflichten gegen uns selbst. Selbstliebe. Mel. O Goet, du frommer ein Wille ists, 426 Gott; ich foll mich selber lieben. D laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grenzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Ange kindlich schene! Wer als ein Chrift fich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennuh beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Eiend bann! Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergäng lich Gut ists, was uns felig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewiß sen, mur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Neiz eut: flieht ja doch im Tod auf im mer. Was hilft uns kurze 7. D felig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet. Der liebt allein sich recht: der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit! 8 Dies sei auch mir mein Biel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wünsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt, gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei dié Tugend leis det, dabei der, der es sucht, Gott, deine meidet. Wer Unrecht liebt und thut, 427( a) ele gro Sorge für die Seele. Wel. Kommt her zu mir, err, meiner hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! ßen Werth, den mir Ber nunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer tenken! 2. Wie Sorge für 2. Wie huldreich hast du uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu seyn, und haft, in uns es zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für tiefe kurze 427) Nach Beit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich die ses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit dereinst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Siete führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld mir zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, ver: eint zu seyn, mich ewig dei: ner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen: das fei mein Ziel und mein Be mühn! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen! 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe felbst, o Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld berent, mit Vorsatz keine Pflicht entweiht, für Alles Gute glühet! die Seele. 331 in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! 7. Wie werd ich dann fo felig fevn! Schon hier werd' ich mich deiner freun, Mel. Es ist das Heil uns meiner Seele Se ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Solle ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugeha, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Sünde meiden wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Hei: ligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir da zu nur Lust und Trieb; nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schäße mir, was Macht und Glanz, wenn Pflichten gegen uns selbst. 332 wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Bufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst; nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dins gen trachten; mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge! M.. Gott Vater, an Erbarmen 428 prüfungszeit. ier ist noch unsre Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz ich bald ver: strickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch bö: ses Beispiel oft verführt. 2. Dit nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drumhüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn! Doch, wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, ein Neße bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn'ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Zugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen foll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke überwindlich treu, o Herr, mir verleihn, daß ich uns in jeder Prüfung fei! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun, und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gua ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. 3war ist mein Glaub* oft klein; doch du, du starfer Held, sagst Hülfe zn. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz ich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübfal Sorge für die Seele. sal auf mich dringt, und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand, und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein; nun muß mir Alles heilsam sern. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sour auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sklav der La= ster ist! Ich will nicht zagen. Jus Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, pöchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehut, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! 333 sem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung dars auf gründen, werden Heil und Leben finden. 2. Weisheit ists, wenn unfre Seelen sich, Herr, deis nes Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester 3uversicht die: 3. Weisheit ist es, bar: nach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Chris stum ehren, seiner Mittler= huld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, feia nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. Mel. Freu' dich sehr, o meine 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Rew' das 429 Lehre mich, Herr, Herz beschwert; fern sich recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei, meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gna: de bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Got: tes Guade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück ent= gegen gehn; gern auch Got: tes Willen thun; froh in ſeiner Pflichten gegen uns selbst. 334 ner Fügung ruhn, und, wann Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ew'gen Vaterland rich ten, und sich hier bestreben, wie man drohen lebt, zu leben. 4. Wache! Denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schäd: lich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! vers leihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Seiten auf den Weg des Friedens leiten! In eigener Melodie. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verz kehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, die durch List bethöre. Wach' und sieh', daß dich nie die Ver führer fällen, die dir Nege stellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht, schimpflich überwin430 Sie und beſiegt M Geist, bereit; leicht den, der sich heuchelt, fest zu stehn sich schmeichelt. wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gottläßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei undbehutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch seine Guade, auf dem rechten Pfade. 2. Eage nicht; ich habe Beit; jest noch darf ich schlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh', der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wache! dir ist unbe: kannt, ob dich nicht auf Er. den Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 8. Drum so will ich im merdar wachen, beten, fles hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone. Mel. Sorge für die Seele. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 431 mich selbst schwer. muß ich 335 bestehen, er sei mir noch so Du unterstüßest mich, mich selber zu bekämpfen: der Lüste Macht zu dämpfen; ich siege, Gott, durch dich! bezwingen, um dir, Gott, tren zu seyn: das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheun; muß ich mit edlem Muth mich auf den Kampfylag wagen, mir 431 Ut im imSnel. Alle Menschen müssen sterb. nser Wandel manchen Wunsch und jedes falsche Gut. versagen 2. Ich soll kein Uebel flie. hen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unter: ziehen; soll mit Entschloß senheit da, wo Gefahren find, auch die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. mel! Köstlich Wort, wie strömst du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Je= der Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherra schung Kraft? Wie schwach find meine Kräfte! Wie stark die Leidenschaft! Du, Bater, kannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verteihn. Auf jeden meiner Triebe laß, Herr, mich achtsam seyn; laß mich die Eigenliebe und jeden Dünkel scheun! Will Wollust, Born und Geiz mein schwaches Herz berücken, hilf mir fie unterdrücken, beste gen ihren Reiz! 5. Auf dich nur will ich sehen; gestärkt durch dich, D Herr, den Streit mit mir 2. Haltets feft, ihr thenren Brüder, haltets fest, dies werthe Wort! Nichts schlag' eure poffung nie. der! Waltet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Biele; viele schon er griffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pil ger müssen, bleibet wacker, feid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn' Unterlaß! Feinde stehn an euren We gen; Stürme toben euch entgegen; Nebel, Klüfte, Felsen drohu; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, N 336 hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, meinGeist, ermüde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. Pflichten gegen uns selbst. 4.Gesunde Glieder, mun tre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Ge schäfte, wenu Krankheit ſeinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meis nes Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräf te leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört; du selbst bist Störer deiner 432 du zogst dir selbſt dein Uebel zu. Corge für Leib, Leben und Gesundheit. el. Wer nur den lieben Gott es Leibes warbeschützen, gibst du mit mila der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein: wie sollte ſie denn mir es seyn? nähren, das ist, o Schöpfer, meine Paicht. Muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. Ofstehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig fei! 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerk schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sout' ich denn sein 3erstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! Drückt mich die Last der Krankheit nieder; so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leis bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geset mir anbe fiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein der Endzweck meiner Gorge feyn! 8. Mein Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 337 zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seete Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, fegne meinen Fleiß, so leb und sterb ich bir zum Preis. Mel. Wer nur den lieben Gott 433( a) Deixall wi er Wollust derstreben, laß, Höchster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich de muthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unfre Tage: sie raubt dem Körper feine Kraft; und Armuth, Senchen, Schmerz und Plagen sind Früchte die fer Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! schaft gibt, wird nicht von Wer sich in ihre Kuecht. dir, o Gott, geliebt. 6. Den übergiebst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel erben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu seyn mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen böz sen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, dawider mich zu rü sten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh'! Wer dich, D Gott, vor Augen hat, flicht auch verborgne Missethat, und Stärke: den Verstand, der Seele 433 Soust In eigener Melodie. Zei, aller ed= Licht; erstickt den Eifer ler Werke, den Ernst, die Luft zu jeder Pflicht: führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebue Herz. 4. Der Neusch inkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schän det und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöp fer gab; vergißt den Zweck, Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Nüchtern= heit! Laß Speif and Trank dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sei deiner Schwachheit dir bewußt, und meid' oft selbſt erlaubte Lust! 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft ge= P gen 338 Pflichten gegen uns selbst. gen deinen Leib; laß nicht That vollbringen? St, dein Auge dir gebieten; flieh' eitlen Scherz und Beitvertreib! Des frechen Wißlings freier Scherz ernie: drigt und verdirbt das Herz. der's nicht thut, schon tu gendhaft? Nein, auch den Trieb soll ich bezwingen, den Hang und Wunsch der Leidenschaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auch unsre Seele soll es seyn. 8. Die Lüste sind es, die uns schänden, und sie ver: lezen unsre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drumrühmedich der Keusch heit nicht, so lange nicht dein guter Geist der Lüfte Herr schaft dich entreißt. 9. Denk oft den mächtigen Gedanken: die Unschuld ist der Seele Glück, und werse, fängst du an zu wanken, auf Gott und Zukunft deinen Blick! Dir gibt dein ganzer Lebenslauf sie nicht zurüd, gibst du sie auf. 10. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn, so rufe brünstig Gott um Gnade und Weisheit in Bersuchung an. Erzittrevor dem ersten Fall; du fällst ge wiß mehr, als Einmal. 3. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte durch Fleiß und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schußwehr sind Geschäfte; die Trägheit nährt die Sinnlichkeit. Bei Spielsucht und bei Müßig. gang besiegt uns jeder böse Hang. 4. Willst du den Trieb der Wollust dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekämpfen, sobald er sich in dir emport! Hast du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 5. Oft täuschen dich des Lasters Triebe, und du er blickst nicht die Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe, was Anfangs nichts als Freundschaft war; ein langer Umgang macht dich dreist, und du vergißt, was Unschuld heißt. 6. Dein fühlend Herz wird sichs verzeihen, daß es des Lasters Triebe nährt; 433) es nur fchenen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine Fehler übersehn, und so zu größern übergehn. 7. Ists Sünde nur, die Mel. Wethe Mel. Werde munter, mein tandhaft fei, o Gott, mein Wille, züchtig stets und keusch zu seyn; in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun! keine Freude dieser Welt, wenn Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 339 Heil und Segen: himmlis sche Zufriedenheit leitet auf der Unschuld Wegen mich zu größrer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Bonne rein und hell und sie können fest vertrauen, Got tes Antlig einst zu schauen. wenn sie noch so sehr ge= fällt; laß mich wider mein Gewissen wünschen, suchen und genießen! 2. Weiß ich doch, daß deine Güte, die so reich und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Enthaltsamkeit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäffigung im Ueberflusse. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf fich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber hei lig muß sie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste soll ich scheuen, und die Seele nie entweihen. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet Ruh' und wahre Lust. Un beherrschte Sinnlichkeit töd: tet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. O so will ich ernstlich streben, reines Herzens flets zu seyn; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüste schenn. Keine Lockung täusche mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändli chen Begierde! Reinigkeit sei meine Sierde! 6. Dann umgibt mich Mel. In allen meinen Shaten 434 Was ist mein beu, das du mir, Gott, gegeben! Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, hier anf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohlgedeihet, wird reich die Aernte seyn. Je länger ich hier febe, und gut zu hans deln strebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? D Herr, laß mir, im Glauben der künft': gen erntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod Pflicht. Du, Herr, riefft zu stürzen, ist wider meine mich ins Leben, dir soll ichs wieder geben, wenn du ge= beutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht P2 ver: 340 Pflichten gegen uns selbst. verkürzet, laß mich mit Freuden für einen jeden Sorgfalt fliehn; doch auch Sinn, o Gott! Wie groß, nicht ängstlich zagen, es für zum Wechsel im Genuß, ist die Pflicht zu wagen; auch deiner Gaben Ueberfluß! dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Baterhände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es fei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nüht ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wabrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben Gott Die mannigfal 435 i bie Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken, und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du fegnest Uuen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr ernent, damit der Mensch, von Sorgen frei, fich fäctige und dankbar sei. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, du gibst uns auch 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte seyn, und nichts von meinem Ueberflusse durch nie: dre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ists, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Bank und Streit; macht freulos im Berufsge schäfte, raubt des Gewissens Seligkeit: setzt zu den Thie ren uns herab, und stürzet vor der Zeit ins Grab. 7. Ach, mancher starb schon längst und modert durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefordert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. Gott, laß mich ja dies Laster scheun; enthalt sam, mäßig, nüchtern seyn! 8. So oft ich Speif und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 341 jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn.. Mel. In alten meinen Chaten um Fleiße ward Arbeitsamkeit und 4373 das Leben vom Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh: Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Frenden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Ge schäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns füßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer, und lindert oft den herbsten Schmerz. ich beides mir verfüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst! Berufstreue. Met. D Gott, du frommer Gott 436" u hast uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit aufertes get, und Fleiß in dem Beruf nns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßiggang verhaßt: für uns des Unhris Quell, für andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich beque: men, und Bürden des Berufs entschlossen auf mich neh: men! Wenn auch mein Ungesicht der Arbeit Schweiß beneßt: wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf geſetzt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eilten Nahrungsforgen! Gib mir mein täge lich Brod, und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit 3uverficht in deiner Fügung ruhn! 4. Uuch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände, den Anfang fegne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf 3. Er hilft den Hang befiegen zu fündlichen Vergnügen. Was mehr, was stets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schützen, der Welt und Nachwelt nützen, das ist das Glück der Thătigkeit.. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden: du gabst der Kraft uns viel! Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, fei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andre trostlos klagen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen: dann spricht uns Pflichten gegen uns selbst. 342 uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Tausende sich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. Mel. Es ist das Heil uns 438 in ott ist's, der 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, dem gibt er auch auf Erden vom Irdischen mit milder Fleiß Hand so viel, in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet fie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er sie, und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerech tigkeit laß mich vor Allem trachten. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner 5. Laß Müssiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich, gehorsam und mit Stande treu, und meinen Brüdern nüßlich sei, und dir zur Ehre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines gros ßen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! Mel. Schon ist der Tag von G. 439( a) ur Arbeit, Müßiggang, sind wir, o Herr, auf Erden; drum laß auch mich mein Lebenlang durch Arbeit nüßlich werden! Gib mir Verstand und Luft und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Werk hier zu verrichten. 2. Hast du ein Umt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O föße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle; hilf, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 343 ich stets an Willigkeit, an ich thu, mein Heil, dein Einsicht und an Tüchtigkeit Wohlgefallen, so werd ich zu meinem Amte wachse. mit Gewissensruh auf ebnem Wege wallen! Denn wer dir, Heiliger, mißfällt, was nüzet dem die ganze Welt mit allen ihren Schähen? 3. Laß auch vor träger Weichlichkeit mich stets mein Herz bewahren! Laß mich, wenn es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann sie ermatten nur, will ich durch reine stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises Almachtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zut höhern Würden steige! 4. Gib Weisheit, Herr, und laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen und mit Verfäumniß meiner Pflicht verschwenderisch verbringen! Das müsse mein Vergnügen Mel. Allein Gott in der Höh feyn, mich den Geschäften 439) aus einer ganz zu weihn, die du mir auferleget! 5. Ein heil'ger Trieb bes lebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt in der Arbeit Munterfeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit eis nem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bez strickt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben dei nem Dienst zu weihn; so müßlich, als ich kann, zu feyn; das sei mir Ehr und Reichthum! 7. Mir sei bei Allem, was Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Se= gen. Durch dich strömt rings aus der Natur Ges deihn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Bon dir kommt Weisheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land, und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, P4 da= 344 Pflichten gegen uns selbst. damit gesegnet werde mit Würdigung und weiser allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. Gebrauch der irdischen Guter. Du zeigest ihren Wir 440 och gewiffen Mel. Es ist cas heil und err, mich 4. Fungsfreis den Bürgern dieser Erde, daß jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nützlich werde. Daß feder, den dein Wink er: schuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr' weis' uns brauchen unsre Zeit, nach unfern besten Kräften! Hilf nüßlich werden jedermann, wenn Rath und That ihm helfen kann zu seinem bes fern Glücke! 6. Wie du für Alle Vater bist, für Böse und Ge rechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost begehrt, find' er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest dei nen Segen; du rufft: zum Segnen feyd bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! haft mein zeitlich Gut ver: walten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft damit so hauszuhalten, wie es mir nügt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir, es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen; du gabst es mir zum wah ren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ich soll, wach deiner Vorschrift branche! 3. Was ist das mir ges schenkte Gut? Vergäng lich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Ge winn mein Herz so weit zum Eitten hin, daß ich mein Heit vergesſe! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt' mich zeitlich Gut und Geld, forgs los hintan zu setzen, mas meiner Seele Heil begehrt, und mir ein ewig Glück ge währt? Wie strafbar würd' ich handeln? 5. Mein Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 345 5. Mein erstes Trachten daß sie mein Abgott wer: sei allhier nach deines Gei: den! Oft fehlt beim Ueberstes Gaben! Wie reich bin fluß doch die Zufriedenheit, ich, o Gott, in dir, wenn und was ist ohne ſie des Lebens Herrlichkeit? nur dich kann haben! Hab ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich von Glaus ben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stit len? Es steht ja sein Besiß nicht stets in unserm Willen; nicht stets wird dem zuTheil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglü cken, darf nicht vergänglich seya, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr: er darbt in seinem Glück, sein. Herz bleibt freudenteer. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewissenspein kann Reich thum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 7. Lebr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst; nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugkeit, daß ich hier dadurch dem Näch sten, so wie mir, des Lebens Müh' erleichtre! 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh' gewinur, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schaß. auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dies, kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein; dies folgt mir aus der Zeit, zum Mel. O Gott, du frommer Gott 441 Laß mich doch setigsten Gewinn, bis in die nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur Kreu im Ird'schen lenken: daß selbst von Gütern die fer Seit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärnte! Emigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Ver P 5 gnű: 346 gnügen? Nur füße Träume sinds, die unsern Geist be: trügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Gei: stes Kraft, zu ew'gen Gütern hin! Pflichten gegen uns selbst. Mel. Wer nur den lieben Gott 442 h bin der reich auf Erden: ich hab genug; drum hab ich viel! Ein Andrer wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schaz gewährt. 1. Der Reichthum liegt in den Gemüthern: wer sich begnügt, ist nimmer leer. Biel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr: und wer sich felber nicht befizt, hat einen Schat, der Niemand nützt. 6. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hats, und darf sich doch nichts nehmen, weil er sich's immer selbst verbeut: mehr als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt vers fließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Bufriedenheit, und denke: Gott gibt jeden Zag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 443) Wericht bet Ernst der Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit: er scheut sich, zu verschwen den. Du, Vater, du bes glücktest ihn, nun sorgt er, was du ihm verliehn, stets weislich anzuwenden. 2. Dies Gut ist nicht sein Eigenthum; er soll es nur zu deinem Ruhm mit Redlichkeit verwalten. Er weiß es, und voll Dankbarkeit sorgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, damit wohl hauszuhalten. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sin nen- Freuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebent; doch trügend Spiel und leppigkeit heißt ihn die Klugheit meiden. 4. Er suchet, was sein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er Weiser Gebrauch der irdischen Güter. er weiß, der Wechsellauf der Zeit bringt Mangel oft und Dürftigkeit und mancherlei Gefahren. 5. Doch nie verletzt er seine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er fpart mit mildem Herzen. Wie rührt ihn seiner Brüder Noth! Er theilt mit Hung rigen sein Brod; er tindert Gram und Schmerzen. 6. Er hilft im Stillen, wo er kann; was er durch Sparfamkeit gewann, wird zu der Menschheit Segen. Ihm strömet Dank und Freude zu, und froh kann er sich einst zur Ruh des Grabes niederlegen. 7. Solit' ich, o Gott, nicht sparsam seyn, nicht weislich die Verschwendung scheun, den Mißbrauch dei ner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! Ich kann zu dir dann 3nversicht auch felbst im Mangel haben. Mel. Wann mich die Sünden 443( b) Pas, Herr, nach eitlen 347 Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade; verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Besitz von Schäßen und Gütern dieser Beit laß meinen Ruhm mich fehen; sie find doch Eitel. keit; sie sind doch nur des Thoren Glück: verlaffen uns im Tode, und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblenden meinen Ginn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend fei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. mich niemats geizig seyn! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zh freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, 5. Dich kennen: meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Tren' verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Je= fu Beispiel üben, das sei mir wahrer Ruhm! 6. Es sei, daß auf der Herr, nach Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die anfkeimt für die Ewigs feit; und o dein Beifall lohnet mich mit Zufriedenheit. 7. Wenn einst die ernste Waage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergel tungstage der Thaten Werth bestimmst; dann müsse meis P6 nem Pflichten gegen uns selbst. 348 nem ew'gen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! und reißt durch schmeicheln. den Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwin 444 gen, der unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. Mel. Auf, Christenmensch Mohl dem, der liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott ver wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten; ist die fes eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, 7. Wie könnt' ein Herz vom Geize hart, der Wohl that Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst fie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus absucht recht zu sprechen; und selbst der Zugend größ ter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wann sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 349 Gefühl und auch dadurch der Freuden viel! 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch ais genöß' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wann sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, wornach der Mensch fo lüstern geizt; nie was die ge Mel. Wer nur den lieben Gott u gabst mir, 445 Deger, die beut, und wär' es auch voll Bitterfeit. um ein verächtlich Geld ein Schmeichter und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern und haffe! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Le bens größtes Gut! Weiser Gebrauch der Lebenszeit. ses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die EwigBeit. Hier ist der Vorberei: tungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vor: schrift zu erfüllen und lehr. test selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gosfest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächt'ges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein 6. Dein Unterricht fei nicht vergebens! Gib, Va= ter, daß ich ihm getren und beim Genusfe dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sey! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurze Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum beßren Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Hers zen Netze stellt, wenn ich: o feliger P7 Pflichten gegen uns selbst. 350 feiiger Gewinn! als Sieger dort gekrönet bin! 9. D gib mir deines Geis stesStärke, der du in Schwa: chen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch so sinnlich ift! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gefun den Tagen im Geist zu meis nem Grabe gehn, und dabei Freuden und bei Plagen auf dich, und jenes Leben fehn; damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei! Mel. Wer nur den lieben Gott 446& 36 eilt der lette von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf die Beit, und statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: fie flieht! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, ver. schiebst dein Heil auf ferne Beiten, und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einft zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Beit, als deine Saat. zeit, weislich nüßen, und thun, was dir ber Herr ges beut. Er ruft dir menschen: freundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil' und rette deine Seele, und denke nicht; ein andermal! Sel wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so feru! 5. Mit jedem neugeschenk: ten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben geru der Tugend weihu. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Got: tes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Baterhände befehl ich meinen Geist, o Serr! Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Perr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hütte fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott 447 no eilt ihr hin, stunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meis ner Seit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deis nem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dies sei dein Gram, dies sei dein Kummer, daß man cher Tag umsonst verstrich! Den ungenügten Augenblick bringt keine Rene dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des Les bens Werth versteht; er nahet früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Mens schenleben werth, das ungenügt vorüber fährt? 4. Mensch, sei ein Mensch! Fang an zu leben und nüß: lich für die Welt zu seyn; fang an, dem Guten nach zustreben, bring das Versäumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib be: gräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Sei nicht den kleinsten Beitpunkt müßig, da du nicht 351 deine Pflicht erfüllst; bu haft den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wis', ein Verlust, der ewig reut, ist der Vers lust der edlen Beit. 6. Gib dir von einem je den Tage, dendir Gottschenfet, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg' ihn auf die Waage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, fo leb als Chrift ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verlieh'ne Zeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 448 Blick lick hin in die vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitel: keiten, der Tugend dich al tein zu weih'n. Nur fie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück; Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herru, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Ver= 352 Pflichten gegen uns selbst. 3. Vergiß nicht, wie er Genügsamkeit und dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft müzie, oft eh' ihn noch dein Zufriedenheit. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. u und Stehen bat; und wie er oft 449 flagt bie fühlest dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm be: gehrt. 4. Denk an die hingefloß: nen Stunden, die der Allliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern' aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich renn, selbst Mittel dir zur Weisheit seyn. 6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszu streun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Nerute dich erfreut. 7. Dann blickest du am Biel der Zeiten mit Ruh' in das Vergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgiebt, der hier sich tren im Guten übt. Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst, du stre best glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebt. Ja, klage! Gott erlaubt die Bähren, doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren; für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüs ther ist Tugend und Genüge samkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 3.. Gott ist der Herr, und seinen Gegen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzue frie: Genügsamkeit und Zufriedenheit. 353 du? Wenn er dich nährt, res giert und schüßet: was feh let dann noch deiner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; wünsch ihn auch nicht ans 450 Entehre nicht, was er nicht braucht, ente behret, der ist beglückt und reich genug. mein gern, mit Klagen, den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heit sam werden, und bete Got: tes Willen an. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bes darf, und mehr vertiehn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufrieden heit zu fliehu! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vera traum, dich lieben, müss ewig meine Wonne seyn. friebenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! In voriger Melodie. 2. Gott selbst hat dir dein. Loos beschieden; nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand! Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat andern deines Vaz ters Segen mehr Güter onvertraut, als dir: darf dies wohl deinen Neid erregen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüget, und deinem Nächsten frommt, als Met. Wer nur den lieben Gots 451 Gott zufrieden, ch bin mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weiser Rach sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's trentich meint. 2. Er weiß allein, wos durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. Ers Pflichten gegen uns selbst. 354 Erreicht er diesen 3weck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die Freuden fonne scheinen: so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübfal weinen; so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was feine Weisheit thut, ist= les ewig recht und gut. Mel. Here, ich habe mißgehandelt terhand; nicht, wie wir's zu wünschen pflegen; nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zugemessen. 4. Gott vertheitet seinen Segen stets mit weiser Bas 5. Ringet um der Zugend Willen, Brüder, nach Zufries denheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistes: heiterfeit. Gram, im Her zen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! 452 Sheint mir freu denleer das Leben, freudenteer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Stre: ben, reich zu seyn, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Miß. muth, Sorg' und Plage. 2. Lernt ich máßiger bes gehren, mäßiger im Wünfchen seyu, jest genießen, Streben nach Herzensund Gewissensruhe. In eigener Melodie. dann entbehren: o wie 453 nicht auf ich Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht 3ufriedenheit: wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend gründet. Höhn, nicht in den stiltsten Gründen bist, süßer Friede, du zu finden, der Paradiefespale men trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel; du herrschest fegnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leiden: du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du, nicht ein Christ? Hier weis len Streben nach Herzens- und Gewissensruhe. 55.5 len Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweis get und Gottes Geist in meinem Geiste zenget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Lust der Sinne geben? Dies laffe Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, bie schwerste seyu! Sie ists; doch welch Bergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. WelchGlück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank fei Gott! ich schützte mich! 3. Nicht Alle, die zu Christus sich bekennen, nicht alle, die ihu Herr, Herr! nennen, sind würdig, auserwählt zu seyn, Drum suchen viete falsch hienieden, in Gold und Ehre ihren Frieden, und gehen nicht zum Himmel ein. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen lesen; und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was fe nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Bruft sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten; dann haft du, was dich still erhält. Laß toben Schrecken und Gefahren; du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Un dre aber, das zerfällt. 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks eve höhen? Ein ruhig Herz verfüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8 Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stitfea; im schwersten Krenz mit Freuden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriedIn eigener Melodie. 454 Be ich nur ein nes Herz. 3₁ ruhiges Gewissen: so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dies sei mein Theil! Dies soll mir niemand ranben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil, 9. Was gibt mir Muth, die Gäter zu verachten, wonach so ängstlich niedre Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das GILE Pflichten gegen uns selbst. 356 Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Im Herzen rein, hin: auf zum Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann gröBer seyn? 12. Wenn Ulles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heildir, o Christ, der diese Ruh empfindet, und der sein Glück auf das Bewußt: seyn gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist! 14. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. hebet: wenn er die Freude Fennt, dir näher, Gott, zu seva, erstaunt, sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! Frenden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Baterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wann er zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er le bet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern er 3. Wie felig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weis heit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeit: voller Müh' erquicket der Genuß: wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Ueberdruß. 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gerenn! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach tren vollbrach: ter Pflicht darf ich der Ruh' mich doch keinen AuMei. Nun danfet Alte Gott der so 455 D'beücft, gern genblick den faischen Freuz den weih'n. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Frens den! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück be neiden! Was mir an Reich thum fehlt, ersetzt Zufrie denheit: der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlich: feit Weiser Genuß der Lebensfreuden. keit sei niemals ganz verlo: ren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder lei den! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er ver: lebt: wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! Mel. Mache dich meinGeift bereit 456 Vi iele Freuden streust du hin auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unfern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Segen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Weisen laben? 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich; denn du hast mir Le ben und Gefühl gegeben. 357 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur ge nießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlie ßen. Deine Hand gab Ver. stand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht ent locken; nie mich, Bater, gee gen dich und mein Heil verflocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lec bet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie mancher hängt sein Herz fest an Erdenfrenden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Ge wissen rächen! Steh mir bei! Gott, verleih, daß wenn ich erkranke, doch mein Trost nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Ge nuß stärkt des Lebens Kräf= te; er verscheucht den Ueberdruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preißt, wird dabei getrie= ben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise ser, wenn mir Freuden winken! Laß mich nie, dir ungetren, in den Taumel Pflichten gegen und selbst. 358 finken! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre, und mein Heil nicht störe! 10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets ge= nießen. Guter Gott, laß im Tod, wenn die Sinne schwinden, mich dies Glück empfinden. el. Gott des Himmels und is der zod ihm 457 Bibitum Bwinkt Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie fie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret feine Kräfte nicht in unzufriednem Sinu; unter nützlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt fein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Zaumel trennet, bleibet von dem Christen feru, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Erde freudenleer ihm vor feinen Augen stände, Hoff nung flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt: gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. 458 Das eben gab, deß wollen wir uns freuen, Mel. Mein erst Geschäft sei Preis aß unser Gott uns und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank era nenen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Himmel zeugt von seinem Bund der schöne Regenbogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Stur verkünden feine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf je dem unfrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott ge: Geduld und Gelassenheit im Leiden. genommen, und ähnlich wer den unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen, und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8 Auf unserm Leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Wür mern ihren Raub; weil Gott uns auferwecket. Geduld und Gelaß senheit im Leiden. 359 froher Zuversicht, mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar, ihn zu vermindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Bater, weißt, was mir gebricht; du kenneft meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Last, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken; wenu sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. Mel. Was mein Gott will 459 du ptt, immer groß du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewigweisen SchlitBen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müßen. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich tröstest, seguest gern den, der sich ihrer freuet. D laß mein dir ergebues Herz auf diese Hülfe sehen: fo werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen! 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner 460Sensaat, from Mel. Jesus, meine Zaversicht deine deine Freuden, verkenne Baterhuld, vermehre meine Leiden, vergeß' oft des Be: rufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen, beim Mangel mer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad: lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach diefer 360 fer Dunkelheit dich ein hel: les Licht erfrent! Pflichten gegen uns selbst. 2. Ausgerungen haben schon Biele, die im Glauben litten. Sieh', sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Ver. trauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 3. Weislich hat des Ba ters Hand manches Kreuz bir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väters lich ist ſein Bemühn, dich 461 W zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Vater, mild und gut: Lieb ist Alles, was er thut. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost ins Herz gegossen, und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ew'ges Glück. Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt: wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn; dir die Krone winken sehn. 7. Drum sei, Dulder, anverzagt, harr' in deiner 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott Pohlthätig sind der Erde Leis den. Dies glaube fest und murre nicht! Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich leh= ren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt: du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn nud seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein fo leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der Sünde Lockung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 361 Mel. In allen meinen Thaten chy predigt stärker dir die Lehre: Bergänglich 4623 Stunden des ist die in wenn in Trübsal manche Bähre herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Le ben hat nicht seine Qual? 5. Wenn alle deine Stü: ten brechen, auf welche sich dein Arm gestützt, wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und Macht und Reichthum dich nicht schüßt: danu lernst du freudig Gott vertraun, und nur auf seine Hülfe bau'n. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Web erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst künft'ge Freu. den, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Bucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle ohne Furcht und Grauen auch auf der allerrauhsten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun, und Wonne, Rub' und Friede seyn. 3. Dir will ich mich er: geben: nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen banen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte: sein Heil taß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Q AL Pflichten gegen uns selbst. 362 Alles lenken: und was mir gut ist, wird geschehu. Mel. Allgegenwärtiger, ich 11 463 Trübfar, rauben. J" Christ, sei unverzagt! Wann Schwer: muth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väter lich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu, und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herz: lich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt; das wahre Heil der Seele, weckt dich, daß nicht zu dei: ner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone 4. Das Krenz bengt Stolz und Uebermuth; erstickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Ver trauen; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht erhebt dich stets zu größrer 7. 3war flört das Kreuz oft deine Ruh'; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aernte werden. 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Ge wie nuß ohn' Ueberdruß, ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu; steht dir als Bater liebreich bei; forgt, daß er dich erquicte. Er schafft dir Raft, daß deine Last dich nie ganz niederdrücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dies raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen Denkst denn nur du, in träger Ruh' die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu fei: Geduld und Gelassenheit im Leiden. 363 feiner Zeit wird dich dein sie uns, die Missethat zut Gott erhöhen! haffen, züchtigen laffen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen: wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr regierst und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. Mel. Herzliebster Jesu! 464 in Herz, o Gott, in Leid und Krenz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thor: heit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der From men. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wolust tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, des Christen Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freu: den, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden: und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leid' und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: bis hieher, zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jeht weißt du nicht, warum du leiden müssen: allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Q2 Hei 364 Pflichten gegen uns selbst. Heiligung des Geistes zu tranervollen Mitternächten empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. ist dir der Ewige nicht fern. mit deinen Leiden, deinem Harm wirfseiner Huld dich in den Arm! 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfah rung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf, und bet und glaube; versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, was dir ge bührt, sei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Ba terhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. Mel. Wann mein Stündlein Mir trocknen uns Mel. Wer nur ben lieben Gott 465 Groß ist der Herr, die Berge zit tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heitige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der lezten Soun' hinaus, herrscht sein Gesey; als Va ter waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vertraun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vergiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In 466 ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab, und weiter hin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 2. Und Geduld und Gelaffenheit im Leiden.. 365 empor zum Ziele. Wir trock nen unsre Thränen ab, und schanen über Tod und Grab, und wollen nicht verzagen. Mel Jefu, meine Freude 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen, und Mangel, Blöße, Frost und Harm, und, ach! kein Brod für 1 morgen; zur Weisheit führt des Lebens Noth, und 467 Shrift, aus dei bringt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krank; zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! nem Herzen banne Gram und Schmer zen! Faffe neuen Muth! Wenn schon Krenz dich drücket: Gott ist's, der es schicket, was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohl machen.. 4. Wir blicken auf so man: ches Grab geliebter Men. schen nieder, und manche Thräne rollt herab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vater land. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in near Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie lanter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher heiße Tag; sie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen! 6. Das Leid, das schmerz: lich uns zerreißt, veredelt die Gefühle, es stärkt und län: tert unsern Geist, und führt 2. Ist der Himmel trübe: wankt der Freunde Liebe, stehst du, wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohl machen. 3. Bürden abzunehmen; dazu dient fein Grämen: Gram sei dir verhaßt! Ungeduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, besieg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wirds Gott wohl machen. 4. Du führst Christi Namen; tren ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und 23 der 366 der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohl machen. Pflichten gegen uns selbst. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne feines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoff nung lachen; doch wirds Gott wohl machen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu seyn. Stets, im Tod und Leben, bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Biel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigener Melodie. 468 Sou ollt' es gleich bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen: auch im Sturm und Finsterniß glaub ich doch: er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist; hilft er doch, wanns nö: thig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder streben? Weis ist Gott, ich harre still; er gibt, wann und wie er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist ge gen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesiunt. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wa chen! Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd' ich gleich verfolgt vom Neide; leb' mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück ver schimmert, und der Lod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich deinStab! Geduld und Gelassenheit im Leiden. 367 In eigener Melodie. spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in 469 zu Schanden machen. Darum sollt' ich men? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beige legt im Glauben? 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben: nichts nehm ich mit von der Erde, wann ich sie, nach viel Müh, einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib Seel' und Leben, ist nicht mein: Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. 4. Schickt er mir ein Krenz zu tragen, dringt her: ein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei gu: ten Tagen oft ergößt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine Treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Neid und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß' sie 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott ver trauen. Was sollt' er zit schmerzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endet dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. O dann wird an höhern Schäßen Geist und Herz frei von Schmerz, ewig sich ergötzen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, sie enthält Güter, die verschwinden. 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlern Gaben; denn mein. Hirt, Christus, wird dort mich ewig laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Her2.4 zen F Pflichten gegen uns selbst. 368 zen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umpfangen. scheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, mich doch In eigener Melodie. Gott thut, 470 Was ist wohl nicht schrecken; weit mich zuletzt mein Gott ergößt mit füßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. gethan! Voll Weisheit ist fein Wille. Ihn bete ich in Demuth an, und halt' ihm kindlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Cein Wort kann ja nicht trügen; er füh: ret mich auf rechter Bahn zum seligsten Bergnügen. Trost und Geduld gibt seine In eigener Melodie. Huld; er wird mein Unglück 471 Was mein Ge wenden; es Händen. seinen will, gescheh allzeit! Sein Will ist stets der beste. 3n helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züch tiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh', Hoffnung, Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nichtun muthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu' ist täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich doch väterlich in seinem Schuß erhal ten. Drum laß ich ihn nur walten. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann: thm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt Die Beit, da öffentlich er: Geduld und Gelassenheit im Leiden. 369 ge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bleibst du frei von allen Leiden, wie würde deine Treu erkannt? Vollkommne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schützt dein nach der Gefahr, daß er dein Wohl. Einst dankst du ihm Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu be= wahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft, zu helfen, nicht! Dies stärke deine Suversicht! gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wann es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen: so will ich voll Ergebenheit in seinem Rath mich fassen. Dir, Gott, befehl ich meine Seel' in meinen legten Stunden: dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was ist mein Lez der Erde? Ein Wechsel ist's von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Hei terkeit; hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein voll: kommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil; und stehst, nach dei ner Batertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei.. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut.. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständ' 7.. Besteht dich seiner Vaterpflege; hoff und vertran ihm allezeit! Auch auf dem allerrauhsten Wege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit: da wirst du frei von aller Pein, ganz selig, ganz zu frieden seyu.. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und danu mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir; dies stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ.. 25 In 370 Pflichten gegen uns selbst. In eigener Melodie. 473 err, mein Gott, denn ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer feyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahu; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Heil; so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuld: so zag' ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Glehn, mir dennoch eine Hülf er: sehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn? Mel. In allen meinen Thaten 474 Wª Mas ists, daß ich mich quäle? Harr' Seiner, meine Seele, Harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh'ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er den, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, mein Geist, besteht. wie 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ges währet! Gott, du gewährst PB Geduld und Gelassenheit im Leiden. 371 Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne fanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 6. Sind auch der Krank: heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe rer Haß und Spott; so harr ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 4. Wie will ich dann vom Schmerz befreit, Herr, deine Huld erheben; wie fren: dig dir selbst für das Leid, Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoff nung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein 476 W Gott, hie Mel. In allen meinen Thaten mich, o Gott, bewahret mich! Mel. Schon in der Tag von G. nieden des Lebens Last erműden, so stärke meinen Geist! 475 Menn gleich aus Wann mich die Leiden kränbe denken: auch das sei gut, was Trübsal heißt! es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! nacht Gewitter um mich bli Beu, so zag' ich nicht, mein Bater wacht, er wacht und wird mich schützen. Die Gü re, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlassen. 2. Nicht ewig soll sie wäh: ren: oft werden unsre Zäh ren schnell von dir abge wischt. Und senfzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bür den, die uns erdrücken würEr, den, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemähen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. 26 Du 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blickezählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. fandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergesse. 3. Gesegnet sind die Leis den mir, die mich der Welt entziehen; mich lehren, Gott, allein zu dir nach 372 Pflichten gegen den nächsten. Du willst die Lüste schwä- der die Welt gegründet; ist chen, den eignen Willen geknüpft, daß besser mir brechen, uns bilden für die seine Welt gefalle! Einen beßre Welt. Schöpfer haben wir, Einen Vater Alle; 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde haffen und Freunde uns verlaffen, wir stets vertrauen deiner Huld. 2. Einen Bater; Einen Gott, der uns Allé liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, dei: nen Erben, des Himmels Bonne nicht entgehn. 7.3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib ver: wesen, wird doch mein Geist genesen, er eitt zu seinem Schöpfer hin. 8. O drücke meinem Her jen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch aufs tieffte ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig seyn. Allgemeine Men schenliebe. 477 Mel. Schwing dich auf u eilig, heilig ist das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von deffen Hand, 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns einander lieben; wohlthun, Elend mildern hier, keinen je betrüben. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bru ders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein, dies Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch versüßen. Aue, Alle leben wir, um uns zu be glücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leis den drücken. 6, 3mmer will ich, wie ich Allgemeine Menschenliebe. ich kann, fie euch helfen tragen: kann ich's nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und erquicken! Mel. Jesus, meine Zuversicht 478 2en Uen Christen und auch mir hat der Herr dies vorges schrieben: euren Nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich All' erhält: Alle Eines Leibes Glieder, die fein weiser Allmachtsruf Alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns 373 entzwein? Lieblos uns ein ander hassen? Uns, zu unfrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Anfehn, Reichthum, hoher Stand, Leibes kräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Päicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu seyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Undrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Mens schenfreund laßt uns Alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach voubrachtem Lauf auf Erden, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb' uns ganz erfreun! In eigener Melodie. 479 Menschenfreund, 27 Bil 374 Pflichten gegen Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu! Men= schen nahtest, folgte Wohl thun deiner Spur; wo du, segnend Gutes tharest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brü der, wo du je nur hingeblickt, fehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. den Nächsten. Ob er Böses von mir denket: besser will ich seyn, als er. Wenn mir jemand Gram bereitet: irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, den: noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so füßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun? Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn da: hin: wen das Herz zur Liebe dringet, ärntet dauernden Gewinn. 5. Ob mich auch mein Nächster kränket; Jesus denk ich, litt wohl mehr. 7. 3war der Wehmuth 3ähr entfließet dem, der reiche Saat gestrent, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens feiner Güte freut er einst sich, wär's auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. 3. Menschenfreundlichster von Allen, keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in Mel. O Gort, du frommer meine Arme; wer da leidet, 480 G ein pers, das mir, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, sein Vergeben, v mein Herz, stets üb' es gern! jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigénnuß und Neid und Härte flieht; und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß' mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm Allgemeine Menschenliebe. ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottes: dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt: nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, 375 allein auf zeitlich Wohler: gehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun; noch mehr sein See: lenheil mir angelegen seyn. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken: den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Wera ken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn! 9. D heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Hima mel ein. Laß diese Wahr: heit, Gott, mir stets vor Augen ſeyn! der Brüder Zwill zu schlichten. 481 Gutes Mel. Wer nur den lieben Gott ereinigt laßt Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh': er rühme sein Verdienst: deck seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein: o Gott, du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich hast, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht wirken! O Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Va ters Kinder, in jedem Stan= de vor ihm gleich; find ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm seyn, oder reich. In Eintracht sollen wir 376 Pflichten gegen wir uns freun, einander Hülf und Beistand seyn. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men schenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Urmer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, danferfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! O Won= ne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch eins mal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Mens schenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes cruste Stunde dir, Men: schenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkündigt den Lohn der Men: schenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhelt; du. fü'test für die beßre Welt.. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einerreichen Wernte den Saamen für die Ewigfeit. O laßt uns diesen Saamen streun! Olaßt uns Menschenfreunde seyu.. Mel Auf, Christenmensch 482( a) So Jemand spricht, ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, den nächsten. und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Lei bes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder haßsen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch er kaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich ver: fühnt, hab' ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit mei nen Brüdern tragen, dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erge hen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, Gerechtigkeit und Billigkeit. Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Mitfreude und Mitleid.. Met. Mein erst Geſchäft sei Preis 482) liebender, mein Herz, bei meines Nächsten Frenden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, dann auch leiden. Gerechtigkeit und Billigkeit. 2. O taß mich diese heil ge 483 D'Gerechtigkeit, Mel. Kommt ber zu mir, uliebst, o Pflicht nie aus den Augen seßen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein. Wohlseyn schätzen. und strafest den, der sie entweiht, am nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet.. 3. Nie reize mich des Nächsten Glück zur Mißgunst und zum Neide; nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! 4. Hilf mie vielmehr, in Undrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, auch, wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weihen, und ihn, wenn er im Unglück weint, mit Hülfe gern erfreuen! 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 377 Wort verspricht mir dies, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben. 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß und unter dei nem Segen geh' ich, dein 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habe sucht, um Gewinn, des nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt: wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht 378 Pflichten gegen Necht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig dabin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß befchwere! 6. Herr, mit dem Macß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigfeit und Laffe mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! Mel. Alle Menschen müssen sierb. 484) 2er meiner Rechte laß mir, Gott, stets heitig seyn! Wenn ich sie zu kränken dächte, ihres Kum: mers mich zu freun, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verlett' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rau. ben; welchen Haß verdient' ich nicht, welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein ich will das Un recht haffen; Recht erzeigen den nächsten. Jedermann, jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als bege. hen, und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrechtreich und groß. 4. Würden der Bedrängten 3ähren, würden ihre Senfzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht einst zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Ungst und Schrecken dräun, und ihr erster Rächer seyn? 5. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar find nicht die! Eh' es Unges trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Nichter, säumen wolltest, harrt gewiß dem Bös sewicht einst ein schreckliches Gericht. 6. Nein, ich will gerecht und billig felbst auch gegen Feinde seyn; keinen drücken, vielmehr willig dem Belei diger verzeih'n. Hab ich Macht: ich will sie nüßen, den Bedrängten zu beschüBeu: eiten, wo Verlaß'ne flehn, ihnen liebreich beis zustehn. 7. Schüßen will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist Gerechtigkeit und Billigkeit. deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeih'n? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, scho: nend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Wetten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. Mel. In allen meinen ( b) 379 dulden, als dessen Gram verschulden, für den fein Unglück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billigkeit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. Bach 484 Ra 3. Wie solt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu verfagen, der nicht mit Vorsaß fehlt: und, taub bei seinem Stehen, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? Nein, lieber will ich 5. Auf seine Rechte drin: gen, gewaltsam sie erzwin: gen, und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Armen und Dürftigen erbarmen, heißt schändlich alles Recht entweih'n. Jefu Weisheitslehren darf ich nicht stets begehren, was vor dem Rich ter gilt; nicht immer darauf dringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine For: drung nicht erfüllt. 2. Oft mangelts ihm an Kräften, an Fortgang in bei aller ä= tigkeit; und bei dem besten 484 Nimic harter Mel. Gott des Himmels und ichte nicht Willen kann er oft nicht er füllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebent. Strenge, wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist anch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Palicht. 2. Siehst du stets die tic: fern Gründe von des Nächs sten Handlung ein? Ist auch, 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchster, wolltest rechten, wer könnte dann bestehn? Doch wirst du streng die richten, die troBend allen Pflichten der Billichkeit, aufs Recht nur sehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmher: zig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer bils lig bleiben von aller Streng' und Härte rein! Pflichten gegen den Nächsten. 380 auch, was du tadelst, Sünde? oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenbaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt? Und die Feinde seiner Tugend, sind sie Alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn. Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bos heit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich nicht kränken, griff' er deine Ehre an! Deiner der sten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem ers laubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib sei neu frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich be seelen, die nur ungern Arg: wohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Meh re niemats ihren Schmerz! Rühre, beßre mur ihr Herz! 10. Gott, der Richter als ler Welten richtet mit Ge rechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht! Richte du den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten ( a) aller Menschen Bater, du gütigster Bera ther in Allem, was uns drückt! Was wir hier Gu tes haben, sind einzig deine Gaben; du biste, der unser Herz erquickt. dich nachſichtsvoll, wie er! 485 6. Selbst bei wirklichem Vergehen meide mit Be scheidenheit alles unbefugte Schmähen, Härte, Spott mud Bitterfeit! Menschenfreundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Her: zen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du fannst, voll Güte, aus der Irre ihn zurück! Hüte felbst dich, wenn ca stehst, daß du keinen Fall begehst! 8. Siehe nicht des Näch: 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! 3u ew'gen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vers gnügen seyn. 3. Wie groß ist deine MilDe! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 381 de! Barmherz'ger Vater, die Jesus selbst uus lehret, bilde mein Herz nach deinem und die Gott, den Höchsten Sinn! Daß ich der Noth ehret! der Armen mich willig mög erbärmen, nimm alle Härte von mir hin! 2. Speiset die, die Hun ger leiden, und die durstig sind, die tränkt; kommt, die Nackenden zu kleiden, tröstet die, die Kummer kränkt: Schwache eilt zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe flehn, Auen eilt, von Gott getrieben, nach Vere mögen beizustehn; führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Liebe sei dir keine Bürde, keine Last, beglückter Chrift! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hilfreich bist! Welch ein Ruhm für den Erlösten, arme Brüder Christi trösten! 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, wohlzuchun, bestrebe, so wie mein Hei: land that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängs ter Urmer vergebeus je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Trie: be der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Gut's gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Seit. Wer hier den Näch: sten lieber und sich im Wohlthun übet, der ärntet dort die Seligkeit. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 485htzuthun mitzutheilen, Christen, das vergeffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizustehn, ist paicht; Pflicht, 5. O wie lohnt's mit sü: ßen Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein bes trübtes Herz erquicken, schaf fet himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf friedenheit, Huld bei Men unsern Wegen, innige 3 schen, Gottes Segen folgen auf Was ist Mühe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden! 7. Laßt uns eilen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, aus ju: Pflichten gegen den nächsten. 382 zusfreun! Was wir hier gefäet haben, ärnten wir dort reichlich ein. Seid barmherzig; helft den Armen! Gott wird eurer sich erbarmen! Mel. Auf, Christenmensch. 6. Wer für der Armen 486 Wer dieser Erden Heil und Zucht mit Rath Güter hat sieht den nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht fatt, läßt Nackende nicht kleiden; der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; fich freut, wenn sich sein Feind ver geht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Verläum der widerspricht: der liebet feinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Troft, mit Schutz den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennub, aus Weichlichkeit ihm nüßet: nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 7 sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt: sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Unge: ftümm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt: der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Herz vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszus üben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst das für: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beles ben! Denk oft: Gott ist die Lieb' und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab', ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig seyn? Mel. O Gott, du frommer 487) ein Mensch, der Dienstbegierde kennet, und Andern wohlzuthun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't! 2. Dir, Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 383 tigkeit; er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebent. 7. So laß mich auch ge finnt, mein Gott, durch Chris stum werden! Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nühlich als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeslis fenheit sucht er dies zu er reichen. Er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorges bracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte; ihr nüßen ist für mich ein feliges Geschäfte. Als Mel. Gott im Himmel und auf as Glieder schuf uns Gott, 487( b) Seidbarmher Bürger Welt, in der des Einen Hand die Hand des Undern hält. 4. So denkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nachsten Heil sein eige nes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als träf ihn felbst der Streich. zig, Men. schen! Höret, hört das heis lige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feid's, wie Gott! Gebt, so wird euch auch ges geben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind Alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 5. Er eilt; dent, der's bedarf, mit Hülfe beizuste: hen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand und Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, wohlthätig stets zu seyn, und auch den Leidenden gern tröstend zu erfreun. 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet feine Trie: be, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Menschenliebe. Nicht Stols, nicht Eigenmuß treibt ihn zur Gü 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmher: zig, feid's, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch beizustehen! ungesehen, euern Brüdern 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter seyn, Kummer line dern, Wunden heilen, wohl. rfum, 384 Pflichten gegen den nächsten. thun, trösten und erfreun, und den Frieden sucht und und dies thun aus edlem liebt, das statt Rache, Triebe, das ist wahre Men: Sanftmuth übt! schenliebe! 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Zornes Leidenschaft! 3wietracht, 3orn und Haß verzehret selbst des Stärksten LebensFraft; kürzt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwächen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähzorné Raserei nie des Herzens Meister sei! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir ge: ben; laß uns nie fühllos seyn, wo Brüder weinen; unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! Sanftmuth, Friedlich feit und Eintracht. In eigener Melodie. 488 Go ( a) ott, der du die Men schen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem fündigen Geschlecht: laß mich deinen Geist beteben, daß ich, Bater, als dein Kind liebreich sei, wie du, gesinnt! Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, will dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewig Heil ist dem be schieden, der nach frommer Eintracht strebt! Höchster, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewin nen: bis einst in der Herr lichkeit ew'ger Friede und erfreut.. Mel. 2. Laß mich meines Näch ften schonen, ihm erleichtern seine Last: und so lang ich hier soll wehnen, bleibe Banksucht mir verhaßt. Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebest du: o so hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 385 Gott gebent. Sie, Herr, Mel. Befiehl du deine Wege 488) Mach frommer stets hoch zu schätzen, ihr ganz mein zu sie nimmer zu verletzen, foll meine Weisheit seyn! Eintracht streben, mit Allen in der Welt, ist's möglich, friedlich leben, dies ist's, was Gott gefällt. Doch dem nur kann's gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidi. gung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft fie 3wift erre: gen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und fiftet Einigkeit. Der Ueber eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt ſie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, so viel er Wiß besitzt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhist. Er freut sich ihrer Freuden, trott und erbittert nicht, und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Fried und Ein=. tracht lieben, und nie durch Haß und Streit des nächsten Tage trüben, ist Pflicht, die 6. Mich selbst zu überwinden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Bon aller Noth geschieden, werd ich einst selig seyn, und mich in ew'gem Frieden des Lohns der Liebe freun! Versöhnlichkeit und Feindes liebe. 4895 zu Mel. Herzliebßter Jefu! err, deine Sanft= muth ist nicht ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heittest selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, e Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Born entbreune, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuths voll, ach Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer n wels 386 weiß ich, wenn Andre mich haffen, mich recht zu fassen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. Pflichten gegen den nächsten. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder haffen. 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth Willen: so erb' ich auch im Lande deiner Stillen, die Selig feit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. nicht blos Freunde; auch deine Feinde! Mel. Herzliebßler Jefu! 490 h err, mein Versöhner, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte feindlich Haß mit Haß ver: gelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brü der tragen? Wie kann ich zu ihm flehen, mir zu verzei hen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vers gebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglück sel'ge Luft der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht über sehen, und sollten sie mich noch so bitter kränken, an dich nur denken! 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei nen 2. Wann hast du jemals Daß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, 9. Laß mich mit Sanfts als man dich gescholten. muth meinem Feind begeg Du segnetest mit Wohtehun nen, den, der mir flucht, schweren Leidensstunden für mich empfunden! boll Bersöhnlichkeit und Feindesliebe. 387 wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dies will ich treu bewahren: so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir erfann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen, wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu erműden, will ich ihm gern ver zeihn, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten voll Großmuth, wie du, segnen, Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gan. zes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerste= hen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! Mel. Christus, der ist mein 491( ie will ich chen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht, schilt er, so will ich segnen, dieß ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jefus, der Ge- 491 Verbitte dir rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 10. Wann, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhißt: so will ich für ihn beten, und Gott vertraun, Gott schützt! Mel. Auf, Christenmensch 5. Verläumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, nicht, o Christ, durch eigne Rache! Vergeben ist des Menschen Pflicht; vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und erfreut. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und dennoch soll des Christen Herz Born, Haß und Rachsucht R 2 mei: 388 meiden; soll nicht sein eigner Richter seyn, vergessen soll er und verzeihn. Pflichten gegen den Nächsten. bet, Vertraun, und raubt den Muth, aufGott zu baun. 7. Die Rachgier reißt der Menschlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerstört des Geistes Freudigkeit, und straft mit bittern Schmerzen; sie hindert Dank, Ge: 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht! wirst du den Feind besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter fepul 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorge schrieben. Empört dein Herz dawider sich: so sich auf ihn, besiege dich! 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Met. Alle Menschen müssen Herr, der Schmach und 492 Raß mich, Sou von nie verschuldet? Und dennoch fleht' er langmuthsvoll zum Vater für des Feindes Wohl. 5. Ihm folgen ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet dir das Christenthum. Dich ihres Falls nicht freuen; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergeh'n. Höch ster, darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja vor deinem Ungesichte wer den sie beschämt zu nichte, weit Verstellung, Trug und List, dir, o Gott, ein Ab schen ist. 6. Im 3orne denket ntes mand nach, was Gott gefallen sollte; die Rach vermehret noch die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Rachbegier erwacht. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. 2. Undern zu Gefallen fügen, teeren Schwächern gleich zu seyn, und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Or ten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Herz zens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, oGott, ein Grän't, und ein unglück fel'ges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande ste bei Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. 389 bei Redlichen im Lande; nie verleßet, weil er an jedem denn ein jeder Menschen freund ist der Falschheit Ränken Feind. Ort es sich vor Augen sebzet: Gott merkt auf jedes Wort! 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Verläumder Lästermund, Herr, so laß mich's still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht läuger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, v so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Bandels bist; daß kein einz'ges meiner Worte dei= nem Ohr verborgen ist: dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. Mel. Befiehl du deine Wege 493 oht dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheits: freund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit blos heuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen hasset, der, wie die Pflicht gebeut, ftets seine Reden faffet, und Sport und Drohn nicht scheut; die Wahrheit 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Ge fahr und List, für Wahrheit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirft ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir seyn; behüte mich vor Tris gen mit gleißnerischem Schein! Erinure mein Gewissen: du bassest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich ver: sprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal ges than; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Bei= ſpiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmäh sucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine. Pficht mit Klugheit üb' und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 8. Wann je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wann er mit böfen R 3 Pflichten gegen den Nächsten. 390 Mensch zu groß, für Welt. gewinn zu lügen. Tücken in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unter: liegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schüße je: des Land, und wohn' an jedem Heerde; o Menschen, Mel. Allein Gott in der Höh' 494 blickt hinauf Brüder, brechet nicht, was D zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. O, was sind Schäße, was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn verspricht! Hinweg mit je der Lüge! 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Him mel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begeg nen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schö nen Ziel hinan, und fern sei Lüg' und Laster! Mel. Werde munter, mein wie des Herzens innern Frieden 495 b wir find, te erscheinen, hin? Hinweg mit Trug Lügen! 3. Ach! Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt' es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos; fürwahr! drumm ist der ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 391 ster Ruhm unter meinen Brüdern, und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eitlen Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Un ser Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir sind deines Reiches Glie der, deine Kinder; wir sind Brüder. 5. 3war sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drükken, weil ihrFreimuth straft, und nicht schweigt zu seinen Mel. Schwing dich auf zu 496 Redlichkeit! mit Lücken. Aber dieses rückt fie aus der Wahrheit We gen, ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. im Bund auf der Erde wandeln; redlich seyn mit Herz und Mund, nach Gewissen han: deln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben: 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen. Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermissen! 7. Ich will redlich seya, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Zugend immer; und wann auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. 2. Dieser schönen Tu= gendpflicht sei mein Herz ergeben! Redlich bis mein Auge bricht, redlich will ich leben, redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gett die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm, wie Licht: Mitternacht, wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk und thu', erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch: Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen on dir, 497 Vmeine Freude schuf, ist auch mein heiliger N 4 Be 392 Pflichten gegen Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüßlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Frende werth. 2. Es war, o Vater, deine pand, die mit den Menschen mich verband. Ich follte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzu ziehn; und leuchtet ihnen ſtets mein Licht: so fehlt mir Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beis spiels Macht! O würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorg los bleibt und kühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwachen gern berückt nnd listig in sein Net verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Sern sei so schwere den nächsten. Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob es dir! Mein Beispiel raize jederzeit zur Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schaft! Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott on 498 ou dir in diese stehn, Bater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und, was sie haben; kommt von dir du machest arm, du machest reich: doch vor dir sind wir Alle gleich. 2. Nicht jeder hat, was Andre haben; und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Bater, Ulle liebst; es sollen Alle glück lich seyn und jeder sich des Undern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden ges ring und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und jener brancht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld be wogen; denn alles Gute kommt Glückseligkeit wahrer Christen. kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5 Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von al lem Stolze seyn; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch besser dann und seliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren; wie arm, wie niedrig sie auch sey'n. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nähm keiner meines Glücks sich an: wie Glückseligkeit wahrer Christen. Mel Wie großis des aumächt'. 499 Entfernet euch, unsel'ge Spöt: ter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt: mein Herz hat einen Gr zum Net: 393 arm, wie hülflos wär' ich dann! 7. Wer eitter Ehre gern entbehrt, und Tugend an Geringen gern erkennt und schäget, der verehret der Nie dern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! Denn mit 3ufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd' und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schim mer gern entbehrt. Sie ſei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! ter, und eine Hoffnung, die nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben fann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau ich ihn einst im Himmel an. 2. Was seid ihr stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrfücht euch heute, hast euch morgen; ihr waret Götter, und feid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt ener Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. Ihr seid dahin. Des Christen Größe geht auf, be= R 5 fiegt Glückseligkeit wahrer Christen. 394 siegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abschen aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettter den Monarchen gleich; der Tag gibt Adel dem Gerechten, und macht des Christen Seele reich. 5. Ein Blick in meine Zukunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie: ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trüb. sal drücket: wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben, und dann die iun're Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit seyn! 4. Sein eignes Herz be kämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht: doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 6. Du lebte Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Haud. Wie sanft wird sich mein Ange schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 5. Nichts kann im Wohl ergehen so unser Glück erhö hen, als ein geruhig Herz; das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Mel. In allen meinen Thaten 500 in ruhiges Ge- Herz, dies größte Gut. laß, Herr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, darf ich mich deiner trösten, welch Glück, mein Gott, kann größer seyn! 8. Läst 395 Schein. Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbeslissen. Mit dir, Gott, besten Theil, zu haben sei dein heilig Recht nicht zu entweihn: das sei mein größ ter Eifer! 6 Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf ſei ne Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen! 3. Trifft ihn auch hier zu. weilen noch das Gift der Lästerungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, 7. Mit deiner Gnade trö ste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vor satz fehle. Denn wer nur reis nes Herzens ist, hat immer dich, durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste.. mel. Schmücke dich, o liebe Seele om Geräusch er weiß davon sich rein, und flicht auch forgsam bösen 502 V der Welt ge R 6 schie: Glückseligkeit wahrer Christen. 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wann Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet, und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich tren! 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts verdammlich an mir sei! Mel. Schon ist der Tag von G. welch ein habares Gut 501 ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn be= droht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 396 Glückseligkeit wahrer Christen. schieden, schmeck ich des Er- Mel. Wer nur den lieben Gott löfers Frieden und die Freu: 503 Wenn ich ein gut de auf Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. ha be, so hab ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit: in Freud' und Leiden gibt es hier die wahs re Ruh' der Seele mir. 2. O was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden, und des Lebens kurze Leiden, wenn fie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der sie dort einst wird entzücken? 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade: ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath ver= ehren, unter keiner Bürde sinken, und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tausendfaches Leid gelitten, und den schwersten Kampf gestritten. Gib, wann ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf nitr wachen, kämpfen, fie: gen! Friede lohnet nach den Kriegen. 2. Ich bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als einChrift; des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Bater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenbblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück: und was kann höhern Troft verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn! 5. DieFreudigkeit in mei nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wann eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Der Glückseligkeit wahrer Christen. 397 unter Adams Kinder ver= breitet, sie erleuchtet, und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 6. Der bangen Todesfurcht entwöhnet, eil ich der legten Stunde zu, dem Leibe, der nach Rast sich seh net, zeigt sich im Grabe sanfe te Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. * 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all' als seine Brüder liebet, nicht lästert, fie nicht kränkt, nicht stolz sich blähet, und keinen schmähet; 5. Wer Sünden hasset, und doch mit den Sündern Mitleid fühlet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben, genüßt zu haben; 7. Wer züchtig in Gedanken, keutsch auch lebet; wer seines Werthes sich nie en wird, im mäßig, 504 W Gott, die gütig und bescheiden, getrost im Leiden; Wonne der Erlösten nach die ses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei beslissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir imme dar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich! Mel. Herzliebster Jesu net; 3. Wer deine Wahrheit 8. Den, den wird, Gott, die Woune der Erlösten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten; den schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. mat. Mein ganzer Geist, Gott Die groß ist unf 505 Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel BeR 7 schwer Glückseligkeit wahrer Christen. 398 schwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sie herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärntet von der Saat der Leiden! 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit; fo tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bet dir ist unser Vaterland; und wer Mel. Schon ist der Tag von G. will deiner starken Hand 506 Wie Sie heiter fließt Almächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfft du uns doch überwinden. mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust ent sage, von jeder bösen Nei: gung frei, und deiner heil': gen Vorschrift treu, rechtschaffen denk' und handle! 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir fein erkauftes Eigenthum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden, in Beschwerden, unsre Seelen, Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der ho: he Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar wer. den. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 2 Sanft führt dann dei ne Vatertreu', mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird sie neu zu reicherm Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschüßt, gewährst mir Al les, was mir nüßt, lenkst Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz; wie könnt' ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilffst die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht, stets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn Glückseligkeit wahrer Christen. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt, und Ruh'ins Herz mir sendet, Gott, wenn dein Friede mich beglückt, und keine Reu' mich Fränket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn' und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, fie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Eins ist Noth, ach 399 ner zu schmücken. Die irdischen Gaben sind Labfal ihm nur; drum beut sie ihm süßer die holde Natur. 2. Die Natur streut Lust und Wonne jedem in den Pilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schö3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; seinSinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Ruh' strömt ihm von dém Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Frenden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben ihn wieder sanft kühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o fol= get dem Herrn! 507 Lieblich sind der Tugend Pfade; Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Got tes Gnade und der hohen Freuden viel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch 508Mein hift Mel. Ter unsre Menschheit Glaub meines Lebens Ruh' und führt mich deinem Himmel zu, o du, anl den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück Glückseligkeit wahrer Christen. 400 Glück es sei, ein Christ za seyn. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Stau be kehr zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. Trost: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdank ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf; so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens, Ich wachs' in meiner Hei ligung; ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ru hig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebenst. Gott selber mißt mein Theil mir zu; hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich beLohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet at ler Schmerz, und Him melsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, fo trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Mel. Wer nur den lieben em Wandrer Die Tugend ist mir süße 509 Dem gleich, der Pflicht: und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium fest glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig, es erfrent und fühcet mich zur Seligkeit, drum will ichs willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; für ihn preis' ich dort ewig dich!" auf der Reise das festgefette Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt, und sich im Kreise von Furcht Glückseligkeit wahrer Christen. 401 seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wann Leiden und Trübfat ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, bat durch Freuden in guten Ta gen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag die Prüfung mit Ge duld. Furcht und Hoffnung for gend quält, lebt auch der Christ, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht See: lenruh', und find't sie nicht; wünscht den Besitz von Gots tes Gnade, allein er wandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfren'n Sein Glaus be hebet über Zeit und Grä: ber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Besitz der Güter, der Ehr und Hoheit dieser Welt: das Christenthum ist sein Behüs ter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zur Wollust, Ueppigkeit und Geiz. 5. Gerührt durch Mitteid und Erbarmen beim Anblick 7. Sieh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Christ dir nicht! Gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heil'gen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wann nun das Ende dem Wirkungskreise ihn ents reißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich sterbend meinen Geist. Du bist mein Troft: auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte 402 Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besondern Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Hausliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott tracht und Zufriedenheit das Haus zum Siß des Segens weiht! wenn auch 510 Woh eher bei unsern Frenden ſich freut Mohl dem, der Nachbar und der Freund; wenn er, an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend, mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Bei stand gern erzeigt! 5. Ja, denen, die dich Vater, kindlich ehren, Sie strömt dein Segen zu. wandeln, folgsam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Ruh'; sie finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deiz nen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Trene fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Wuth bunde in trener Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird des Lebens schnelle Stunde mit hoher Seligkeit durch webt; er blickt mit heiterm frohen Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 2. Wohl dem, dem from= mer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Weltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn jeder tren und unverdrossen das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Ein Gesinnung und Verhalten des Christen 403 fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 4. Sie mildert Sorg' und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im fest vereinten Streben, durch's kurze Pilgerleben, zum Ziel im bessern Vaterland. Der Ehestand. 8. Drum mag des Todes trennen; wer den einst uns wiederſeh'n, 512 Vind der Ehe Mel. Wer nur den lieben Gott on dir, Gott, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. Mel. In allen meinen Thaten Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft, und sie im Glück so wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weih'n, laß unsers Bundes Endzweck seyn. 2. Erhalt' uns stets auf deinen Wegen: nimm gnädig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jeden Segen mit Dank aus deiner Hand empfah'n, und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth! 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, eingeschenkt: du wirst, du kannst sie nicht ver: lassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standthaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 511 felig, wer zufrieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet, und fest auf das nur banet, was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O selig, wenn die Here zen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint, durc Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 3. Es wohnet schon hie: nieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe im Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfrent! 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem Andern je durch 404 Gesinnung und Berhalten des Christen durch Ungefiüm; und trifft den einen Last und Plage: so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Undern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachseh'n und verzeih'n, und stets, mit dir geweihten Sees len, im Guten uns zu wach, fen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. Mel. M.in ganzer Geist 513 er Ehestand soll Du Schöpfer, sehtest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heit entge: gen. Vater! Vater! dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. ein Haus, ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Eh'genossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssprossen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr Väter, zählt ihr Mütter! Sorg' und jauchzt mit freudigem Gemüthe. 3. So strecket weit sich um Müh' ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier vers bunden bast, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie ihren Bund entweih'n, laß tren sie, züchtig, friedsam Seele! Lenke, lenke, Geiß der Liebe, ihre Triebe, weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite fie von Ueppigs feit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden äch ter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und heiter, wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Ehen, alle ste, die auf dich sehen! 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die fein Herz ihm abgewann, die Gott ihm auserfehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich bei zustehen! Heil euch, Heit In Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam der ott, Schöpfer, dem Schatten ſeiner Güte 514 Gifter beit's ger Eh', schan auf dies Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund in besondern Berbindungen. 405 Bund hier vor dir schließt, haft sich hier geliebt, einanmit Herz und Mund! der ewig wieder gibt. 2. Mit Gnade schau' auf bis ins Grab verträglich, 515 Ver Einigkeit, Mel. Mein ganzer Geist, Gott on dir, du Gott freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander in niglich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und keutsch in Wort und Werken seyn! 4. 3usammen laß sie dir vertrau'n, zusammen ihre Seel' erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöh'n und deinen Segen sich erfleh'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit, und so geling' ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! ward einst der Ehe Bund ge= weiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen steh'n, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß fie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu fich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblichst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Bater, dir ergeben, glücklich leben, freudig ster ben und vereint den Himmel erben! 6. Empfinden und erfahren sie des Erdenlebens Last und Müh', so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Troft und Heil! Nach der Trauung. 7. Willst du durch Kinder zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den 516 Gott der Ei Mel. Mein Gott, das Herz eht hin! Der Pfändern ihrer Eh' ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid, und segn' es für die Ewigkeit! nigkeit hat enern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. und Ihm heiliget Beruf Stand! ihm heiligt ener Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Frenden und durch Schmerz. 3. Euch 9. Und trenner einst auch fie der Tod, so sei ihr Tros: daß unser Gott; die tugend 406 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. Nelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sierb. 517 Menschen weiß und gut er: ziehen, die zum Leben Gott erschuf: welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignenheiles wegen, Kinder weis und gut erziehu: welch ein wichtiges Bemühn! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Bucht heran, ohn' Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn wür dig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbe: ten? seinem Nächsten nützlich seyn? deiner Liebe sich erfreun? Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit, mit vereinter Sorgfalt wa chen, unsre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd' und Laster fliehn! 5. Pflanz' in aller KinderHerzen weisen, frommen Eugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß fie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen! Führe fie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem An gesichte werden die Erzieher stehn; selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn, und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott vergilt nun ihre Müh'! * 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohl fahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist und nichts, 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch' ein wichtiges Bemühen! welchy' ein feliger Beruf! Laß', o Heil'ger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen, lohne hier schon ihre Müh', lohn', Bergelter, ewig ſie! ihr Ueltern, ſpricht euch tos. 518 richtiges GeMel. Wer nur den lieben Gott err! 4. Menschenschöpfer! Tugendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, schäfte für Aeltern: Kinder zu erzieh'n! Gib Segen, Weis: in besondern Berbindungen. Weisheit, Lust und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Bucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, sie sollen glücklich seyn; hast ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn, und diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4 Sie baun das Wohlseyn ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis; sie leh: ren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Ge deihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mütter Luft, flößt Tugend in der Kinder Brust. 407 ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Bucht des Lieblings nicht. 8. O welch ein wonne: reicher Segen für Weltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Weltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch ein feliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen, erzo= gen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht versäumte Kinderzucht! Sie häuft den Nettern selbst Be= schwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr' Aeltern dies erwägen; erweck' und stärke ihr Bemühn, daß, unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie einst fo glücklich seyn, mit ihnen sich noch dort zu freun! 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edler 519 Triebe früh zu senken, ist Mel. Wo Gott zum Haus roß ist, ihr Aeltern, eure Pflicht! 408 Gesinnung und Berhalten des Christen Pflicht! Verwahrlost eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß, Liebe gegen Gott und Schen' vor ihm die beste Klugheit sei! 3. Lehrt sie, wenn ihr Berstand erwacht, Gott kennen, feine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tu gend an! 5. Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß fie werden Gottes Bild, ge= recht und liebevoll und mild! euch der Uebertretung enter Pflicht in eurer eignen In gend nicht! 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren 9. Muthwillen nennt nie Wiß; nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterkeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie und g'nügsam seyn, entbehren und sich dennoch freun; tilgt Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen ſei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böfes Beispiel nicht; schüßt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! 13. Erwägt's und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn ſie sind sein Geschenk und ſein. Mel. Vom Himmel kam der ie Kinder, de 7. Wißt, daß sie recht und irre so wie sie euren Wandet fehn! Sie 520 Dren wir uns find durch Beiſpiel leicht regiert; weh', weh euch, wenn ihr sie verführt! frenu, find alle. Gott und Vater, dein; sind deine be ste Gab', o Herr: bewahre fie, Barmherziger! 2. Wenn trener Weltern Lie in besondern Berbindungen. Liebe fucht sie aufzuziehen in der Zucht; so steh, damit se glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb' und Lust zu dir: und laß sie meiden, ohne Zwang, Trop; Eigensinn und Müsfiggang! 4. Gesegnet fei ihr Unter: richt! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen; laß sie nie gefähr lich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aer: gerniß, und naht Versus chung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Christen seh'n, die freudig deine Wege geh'n; und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchster, dies Gebet; verleih', was wir von dir erfleht! Dann danfen einst, Alvater, wir mit Allen unsern Kindern dir! 409 Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 2. Aber ach wie viel Ge fahren, warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwing: lich laß sie seyn allen Lüsten; fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! Mel. Freu' dich sehr, o meine 521 Meine eine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei ir von ganzer 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie ver schonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihrer Tugend hier schon lohust, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich erfüllst; nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensreise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu ersehen. 5. Doch, die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör! Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich: o so sey es vätere lich, und dann laß es ihren See: 410 Gesinnung und Berhalten des Christen Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kin: dern werde durch das Laster elend, Gott; fein's dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt fie feyn, keine Müh' und Arbeit scheu'n, still sich ihres Flei Bes nähren, und durch ihn dem Mangel wehren! 7. Jener Sieg'stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer feines fehlen mag! Dann frohlock' ich, Vater, sieh, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen! Kindespflicht Mel. Gott des Himmels und 522 Kinder, die ihr noch im Kreise eurer guten Weltern weilt, und um Kleidung, Trank und Speise forglos nur zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Auf blüh'ns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie, danken aber könnt ihr, danken euren Ael tern Lieb' und Müh', danken manche lange Nacht, sorgen: voll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen tren und folgsam seyn; nie mit Vorsay fie betrüben, jede Kränkung schnell bereun; ohne Klü gelu ihnen traun, und auf ihre Winke schaun; 5. Ringen, daß der Trenen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege eurem hohen Rufe tren, jedem Laster troßend, geht, bis ihr einst am 3iele steht; 6. Eure Kraft den Weltern leihen, wenn sie kraftlys find und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach: dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dies vergesset nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht ott, mein Va 523 Gter, Dant fei dir: du haft Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Weltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir beglückst du ihre Müh', und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab' ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen, doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Ge in besondern Berbindungen. Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich; o wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ihre Gunft verscherzen, gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfrent! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kinds pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg' und Angst sie beschwert um meinetwil. len! Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich durchwacht? 411 8. Ehrerbietig laß mein Herz wirklich seyn, und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heißeThränen weinen; ihnen deine Hülf erflehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeltern Schuz sei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu; laß sie alt im Segen werden, und erhör auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht! 10 Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater, selber tragen; und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebensfagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, er war doch von Kindheit au feinen 524 Mir fehn für un= Mel. Wer nur den lieben Gott Weltern unterthan. frer Neltern Leben dich, aller Menschen Bater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Baterliebe dir. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Luft! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! dann wird auch mein dein verheißner Segen seyn! 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorg: falt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zukommen trachten; nicht, für sie Beschwerden scheun, und ihr Glück mir Freude seyn! 2. Berleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz, und laß uns gern und kindlich ehren, daßniemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Wettern Herzen kränkt, und ihre Liebe von uns lenkt! 3 Gib ihnen deinen besten Segen und Alles, was S2 ihr 412 Gesinnung und Berhalten des Christen ihr Herz erfreutt Beschirme fie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Himmel groß! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 enn Geschwi: 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Nettern seh'n sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle Hausgenossen streben, sich mit Freuden zu umgeben. 6. Liebe! Komm herab ser Herz herab! Leite durch vom Himmel! Komm in undas Weltgetümmel auch die und weise, nachsichtsvoll und gütig sind, wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen Allen Gottes Blick und Wohlgefallen. Für Herrschaften. Wiel. Nicht so traurig, nicht 2. Durch das Band des Bluts verbunden, sollen fie 526 Duvertheilst der durchs Leben gehn, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und er höhu; sollen Haß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloßnem fro: hen Herzen üben sie, was Gott gebot; theilen Freu: de, Gram und Schmerzen; mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt' in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich seyn? Aus den Säusern bringt die Zugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kaun be. trüben, wird der Andre redlich lieben? durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst oft Cinen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ges schick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hanses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt' und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsag fehlt. Ich bin selbst nicht fehler frei; kann ich fordern, daß er's fei? 4. Hoch in besondern Berbindungen. 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verlegung meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin: den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam seyn, heißt: der Menschheit Recht entweihu. 5. Herr der Herrn, gib mir Kraft, daß ich stets ge= recht und tren, liebreich und gewissenhaft aegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält fein Recht durch dich. Mel. Auf, Christenmensch urch 527 bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brü: dern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dies, höchster Herr, verdank' ich dir. 2. Erfüllen sie mit Red: und ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebent, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu' auch dank: bar und gefällig ſei! 3. Hilf, daß ich jedem feine Pflicht auf's möglichste verfüße, daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er ste von mir genieße, daß ich ihmFeh: ter gern verzeih', und wird er frank, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm 413 vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne, und ja aus nicht'gen Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh! 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zu höherm Leben: für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein glei= ches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erkühnen, gefühllos gegen die meinem dienen. Der mir hier dient, ist Mensch, wie ich, ich soll ihn lieben, gleich als mich. Für Dienende. Mt. In allen meinen Thaten 528 Gott, einen wei sen Jeder hier erfüssen; laß¹ ihn mir heilig seyn! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrs schaft Willen mich gern und tren erfüllen; dies ist dein Wille; dein Gebot! 3. Lehr' ohne bitt're Klas gen des Lebens Last mich 53 tras 414 Gesinnung und Berhalten des Christen tragen, und Weichlichkeit Mel. Mein erst Geschäft sei Treis 529 Berufen hast du mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben; um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. verschmähu; im Reden und im Schweigen mich ehrer: bietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden ab: zuwehren, soll meine Freude feyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie bez trüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun! 5. Ich will sie nie bes neiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zaufsucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen, und allem Leichtslun mich entziehn! 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er be rent sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Troft und Heil. Werniedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dieß laß mich stets er: wägen; denn dieß gibt Trost und Segen, und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, den Steiß noch mehr vergelten, womit ich Meuschen nützlich war. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nützen und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstüßen. 3. O laß in meinem Dienst dies nie mich aus den Augen setzen; und ko stet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verletzen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe tren, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meis nes Dienst's sich freu", mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Ihrige bes trachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn; mit raubbegjer gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr et was zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sei's mein Tvost auf Erden, daß sie, Gott, deiz nem in besondern nem Ungesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie, und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann; so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an, und schenkst mir ew'gen Frieden. Für Wittwen. Me'. In allen meinen Thaten 530 Auf Gott ur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet seineGnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dies Trostwort will ich fassen; es ist mein stärkster Wanders stab. Verbindungen. 425 nen, stärken, und mir zur Seite steh'n. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen geh'n. 5. Ich will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Einsam keit. Er sieht ja, wie ich's meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz freut. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte der Betrübten, wenn sie nur stets ihn liebten, und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bewerken, mich trösten, seg: 6. Auch, wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage, wie Träume, leicht dahin; ich lege meine Glieder im Zode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einst geh ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist, und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danken für die Zähren, die ich als Wittwe hier ges weint! 9. Dann find ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Tod uns wieder: dann schallen unsre Lieder durch's thräneufreie Baterland. S4 416 Gesinnung und Berhalten des Christen Für Waisen. ganz vertrau'n. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, nur dich in In voriger Melodie. 531 Imet, trüben Stunden ſchaun! ner Jahre, Gott, sah' ich schon die Bahre des guten Baters steh'n; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind muß ich ihr Grab schon seh'n. 2. Unwissend, was mir auße, so schwach und ohne Stüße muß ich verlassen geh'n! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Fleh'n? mich er nähren, mir Rath und Hülf gewähren: wo ist ein Gott, wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lenke mir from mer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich sind: o dann sei, trener Vater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß' nur nicht dein Kind! 9. Es schlag' von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm seyn auf deinen Wegen, sei meine Lust, mein Segen, und Un recht thun und ſeh'n, mein Schmerz! 3. Doch wer war's, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? War'st du's nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, fühs ret es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweis fen, und Armen Gutes thun: Verlaßne willst du hören, die Nelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruh'n. 5. Uud seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sahn, Gott, zu deinen FüBen ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir 10. Arbeitsamkeit und Treue, begang'ner Fehler Reue, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mir mehr, als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich er ziehen mit redlichem Bemüt hen, an Ueltern Statt mir sind, mich warnen und be lehreu, laß herzlich mich ver ehren, sie dankbar lieben, wie ihr Kind. 12. Ihr Lohn sei, Gott! dein in besondern Verbindungen. dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer seyn und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freu'n! 13. Verklärt werd' ich dann stehen, die Aeltern wie der sehen, um die ich hier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, bes ten: lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohl thäter. Mel Wer nur den leben Gott Denu Menschen 532 Weben, ir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn; wenn He mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreu'n: mit reichem Segen fegne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ihe rer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kume mer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lastig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neis disch seyn und nie betrübt. ihre Noth: mit Freuden will ich's thun, o Gott! 3. Und kann ich's nicht, dann, Bater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! benn, Herr, fte thaten wohl an mir. Auf jeden komme 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz: so tröst und heile selbst ihr Herz! sie zu deines Reiches Erben, wann einſt sie scheiden, gnädig au! Er= quicke sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herr: lich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Hans feyn; und kann ich lindern 33 s Amt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gefandt, von 65 Zeit 418 Gesinnung und Verhalten des Christen Beit auf Seit dein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er er= leuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gefinut, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 10. Ja, Gott, wir wol len sie erfreun, und dankbar fromme Hörer seyn: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns trene Führer gibst, die weise fnd und tugendhaft, in Bei Einführung eines Neligionslehrers. Lehr und That voll Geist 534 Wono Mel. Mein ganzer Geift. Gott ohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer trene Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen, die, auf geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rähmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sei unfre heil'ge Freude! 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erklärt! 6. Dein Wort ist, was fie lehren. Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, ftrafen sie; so weig're, wer fie hört, sich nie, zu haffen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 8. Das ist der Lehrer beßter Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unfrer Tugend sehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 9. Fern sey von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zur bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, se lig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn: laß ihn fein Amt mit Freuden thun; nichts sei, was ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er in besondern Verbindungen. er lehrt, ein Herz uns, das fie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. 4. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unfern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt; v gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlie: ren! Gott, wie werden wir uns freuen, um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir in's Vaterland; du führst uns. Amen! Amen! Heilig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig. Streben! 419 Geist das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heil'ge Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wann Sünder sich bekehren; so laß auch heute Frende seyn, da diese Kinder dir sich weihn, und ihren Bund erneuen! 3. O laß' fie Guad" und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dies Lebensbrod, verkündigen durch ihr Leben! damit sie, Jesu, deinen Tod 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer Schwachheit auf, und wann sich Lüste regen: so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust ver= schmähn, und muthig überwinden! 5. Beig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den thenren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier mit dir vermählen! O treuer Heiland, sie sind dein! Bei der Konfirmation. Mel. Es ist das heil uns 535 ie hier vor dei Schreib heut in's Buch des nem die Namen dies for Christem!! stehn sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn ver= eint wir für sie flehn, er Mel. Mitten wir im Leben barmend auf fie nieder;, gib 536 Staettere durch stärke sie, deine F S6 theur 420 Gesinnung und Berhalten des Christen theuer' Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach' über ihre Seelen! Sie flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde; tren zu seyn dir, bis an's Ende! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verderben 4. In der Todesnoth laß sie, deine theu'r Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle fie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich! Schöpfer, Gott! Mittler, Gott! Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß fie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir, bis an's Ende! Heiliger, met. Fren dich sehr, o meine I schwören, die sich weihn! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke fie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht and wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbot'ner Luft dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres ho= hen Seelenheils weit über winden. Heiliger, Heiliger, ward ihr Ende. Beständig 537 Sei getren in bel Glauben; laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen raus ben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durch's Wafferbad fest mit Gott geschlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt: auch die Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verges ben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden, und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden; murre nicht 421 vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt; laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt. 4. Sei getren in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört, und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschefst, wehr't. Halt an seiner Treu' dich fest; glaub, daß er dich nie vers läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 3. Laß sie tren in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geis stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Guade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß fie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 5. Sei getren bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm tren bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß fie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahu; ach, dann nimm dich, freuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, feines, ach von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Mel. O du Liebe meiner 538 Mittler, schau' Gnade fallen und von dir auf sie her: nieder, die sich deiner Gnade frean, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, tren zu seyn: dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau' bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! geschieden seyn! Herr, vers slegte ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht: keis nem laß die Krone rauben, die du allen zugedacht! in besondern Verbindungen. in Weh! und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir gehei= ligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Frre sich zerstreun! Schüße sie 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh die Thränen, die sie weinen, Beugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß fie treu im Glauben stehn! 7. Samm: 57 422 Gesinnung und Berhalten des Christen 7. Sammle sie einst Alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst den En geln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied hocherfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Christus, der ist mein Zieh diese jungen Seelen, die, Vater, dir sich nah'n! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfah'n. 539 S 2. Sie kommen, dir, o Bater, sich feierlich zu weihn, und heilig zu gelo ben, dir ewig tren zu seyn; 8.. Versuchungen zur Sünde arit Muth zu wider. stehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. Oblick auf sie mit Se gen, Allliebender, herab, daß sie vom Weihaltare tren wandeln bis an's Grab! ( Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche heil'ge Srunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, heiligster, dir, wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer kindlich lieben, gehorchen willig dir, und gern dem Nächsten dieneu, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheu'n und immer besser werden, und uns in Unschuld fren'n. 8. D blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab, und laß nus dem Gelübde getren seyn bis an's Grab. Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott Kinder, dieser 540 D Tag des Bundes sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat der Aulwissende gehört. Ihr jun genChristen denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu seyn. Von neuem habt ihr euch verz pflichtet, Gott euer Lebe ganz zu weih'n. O heilig sei euch diese Pflicht! Vera geffer dieses Tages nicht! ( Die Konfirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich seyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir; Gott in besondern Berbindungen. Gott treu zu seyn; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug' im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozun wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns er: geben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm gan zen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier fäct in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Berdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Gegen geben; dann bleibt Gott ewig ener Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. 423 Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! 2. Heilig sei euch dieser Tag; heilig, was ihr jept versprochen! Ach, was euer ( Die Konfirmirten allein.) 3. Ja, zu trener Folg Tamkeit haben wir uns die verpflichtet. Unser Herz sei dir geweiht; unser Geist auf dich gerichtet! O wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärk* uns nur mit deiner Kraft! Schüß uns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewissenhaft böse Lüfte überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unf're Tugend sey! ( Alle.) 5. Sieh, o Herr, wir alle flehn, stärke liebreich uns're Seelen! Laß uns niemals irre geh'n, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. ( 3um Schluß der Konfirmationshandlung.) ( Die Gemeinde allein.) Mel Jefus, meine Zuversicht 541 G mit euch! Sie ottes Gnade sei Kraft und Segen! Wattet freudig, En- 542 Hirdisch ist, ver Mel. Allein Gott in der Höb' err Gott, was geln gleich, eurem hohen Siel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. geht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht Ste 424 Gesinnung und Berhalten des Christen Pflicht und Jefu heil'ge Lehre. 4. Hier sollen am Altar fich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Augesicht sich schwö ren Lieb' und Trek', damit ihr Leben dir stets wohlge: fällig ſei. 5. Hier wird mit Dank gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kins derfreund, dem Vorbild je: der Tugend; hier schwört es einst den Schwur: Gott ewig treu zu seyn, und tritt on heiligem Ges dann in den Bund erwachs 2. Die Lehre bleib' uns bis au's Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Trost und Se gen! Sie leit' in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßire Leben! Bei Einweihung einer Kirche. Wel. Nun dantet Alle Gott 543 Ver- ner Christen ein. fühl Andacht tief durchdrungen, sei, Gott, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freu'n; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nah'n, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu dei nem Ruhm oft unserHerz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fase fen, und zur Befolgung uns, zur Tren' ermunteru laffen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o 6. Hier follen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern: ers innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahu, durch Le ben und durch Tod, uns muthvoll ging voran. 7. Laß' dieser Wohlthat Werth uns, Bater, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überles gen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Se gens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freu'n. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr uns Gott, Gebuld und Trost 544 Laßt dankbar th rell, in besondern Berbindungen. ren, bie stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu beleh: ren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuzieh'n! Owel che Saat wird durch sie aus. gestrent! Sie feimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leis denschaft? 425 im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle sie mit Uchtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinnwehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch, wenn ſie strafen, noch belehren, und folgsam selbst den Schein des Unrechts flieh'n! Religion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jeder Zeit! 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch unter uns, mit Baterhuld gedenk'st, und zu der Weisheit und der Zugend durch treue Führer ihre Schritte lent'! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch ström'st du uns Segen zu. 4. Froh seh'n der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort; so setzen sie dein Werk auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir auweih'n! Laß treuen Sleiß 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh' auch diesem nenen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht; dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst trenen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang es Tag noch ist! 9.D Gott, laß jede Schu= le blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt seyn! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerstren'n, und einst erheb' ihn die beglückte Schaar, 426 Gesinnung und Berhalten des Christen Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Chriß, dich 545 N Nach ach Gottes weisheitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Be. Baterlandsliebe. muh'n ſieht man der Bür- 546 Gett mir vás Mel. Schon ist der Tag von G. as das ger Wohlfahrt blüh'n. terlich zur Wohnung ange= wiesen, läßt seines treuen Schupes mich in Glück und Noth genießen; es gibt mir Nahrung, Sicherheit; erhält Recht und Gerechtigkeit und schützt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets er: kenntlich seyn, durch nühliche Geschäfte mich der ge meinen Wofahrt weih'n, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt, und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. 3. Bedürfniß und des Steißes Gaug wirkt Orba nung und Zusammenhang; der nüßt durch Kunst dem Baterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissen fchaft; der nützt mit seinem kühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpf'st du, Gott, durch jeden Stand der alls gemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. Ruh' fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig seyn, nicht seines Standes sich erfreun: auf der ihm angentesnen Bahn nicht wirken was er wirken kann? 6. Glück, Segen, Reich thum, Ueberfluß, und allerfeitiger Genuß, Bequem lichkeit und Freud' und 8. Wer jede ihm verlich' ne Kraft gebraucht, und durch fieGutes schafft, der les bet, wie es Gott gefällt; zum Segen sich und für die Welt. 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Staate fre: velud stören; will meine Landesobrigkeit, als Gots tes Ordnung, ehren, und ih ren Willen jederzeit, mit treuer in besondern Berbindungen. treuer Unterwürfigkeit, nach Möglichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermin: dern; will freundlich dies nen jedermann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihr's redlich meint, nüßt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott steh uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflichten leben, und schon, als gute Bürger, hier nach je nem Reiche streben, in das nur treue Knechte geh'n, die in dem Dienste hier besteh'n, zu dem du sie berufen! 427 fie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein niedrer Stand fein Loos; doch Jeder, sey er noch so klein, kann achtungswerth als Bürger seyn. Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 eott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen jeder treu, gehorsam und ergeben sey. 2. Sie wachen stets mit offuem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch 4. Er ist's, wenn er den Fürsten liebt, und den Gesetzen, die er gibt, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebent: 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten soll, gern bei: trägt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie and'rer Bürger Rechte fränkt, und fern von schlauer Ränke List, zum Wohl des Landes thätig ist. 7. Er weiß: nur des Gefehes Kraft, und wär' es auch noch meugelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gefeß und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. Gott, laß mich ges wissenhaft, und stark durch deines Geistes Kraft, mich al len 428 Gesinnung und Berhalten des Christen len meinen Pflichten weihn; so kann ich deiner Huld mich fren'n. Mel. Aus der Tiefe rufe ich er gehorcht, 548 Lust! Jeder Bürger fich bewußt, daß nicht jeder herr: schen kann, sey ein guter Unterthan! mit ſündigt nicht! Hoher Stand. Mel. Vom Himmel kam der 2. Bist du niedrig, bist 549 Wer höher durch Geburt schon groß; vergnügt deinem Loos! Schäm' dich deines Standes nicht; nö thig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohl fahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schane Jesum Chris stum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr' gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerech tigkeit, Schutz und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! und sich nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unter: than, betet Gott den Höch ften, an! Fürchtet ihn; denn fein Gericht wird gerecht 7. Lebe selbst gewissen baft; ihres Wandels Neheuschast laß dem Herrn, ist, als seine Brüder, kenn', als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl er, den entehr er nicht! 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sey ihr Vater, kein Tyrann; so mild und fiebreich als gerecht; er ist wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sey erha, ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn' er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verach: tung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hasse Grausamkeit und 3wang, verprasse nicht durch Müssiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu seyn, mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm in besondern Berbindungen. seine Felder pflügt! Wohl thätig soll er seyn; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er,( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat! 8. Verächtlicher, als Skla: ven, ist im Tod einst jeder, der vergißt, daß er des Va= terlandes Wohl auch mehr, als Undre, fördern soll. 9. Doch, wenn er's nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun fich Kets bestrebt. 10. Und spricht in seinem Tode dann: das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war feines Glücks und Vorzugs werth! Der Richter. M. Schon ist der Tag von gewöhne dich, 550 Gorf und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Rich ter, der dies je vergißt, par: theisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche 429 nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Geses und Rechte bengen! Sie säen Fluch und ärnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch, denn Gott beschüßt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind; Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sle im Todesthal und am Bergel: tungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt, und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt wer. den könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. D dem wo zeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß jeden hier fein Umt getren, o Gott, vor dir verwalten, und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr', o Va 430 Gefinnung und Berhalten des Christen Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche jeder, der dich kennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, beloh: ne die, die sich vom Unrecht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! Za deinen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende be: glückte. 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie wer: de Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christen: pflicht befreit. bewacht, beschüßt das Vaterland und stehet dem Ge seze bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Tren und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit: vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Palicht! 3. Welch wicht ger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh, wer ihn aus den Augen setzt und frevelnd seine Pflicht verletzt! 5. 3ieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Undrer; schüßet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht einer Frevel treib! Daß jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch kann! 7. Wer vor euch nieder: fällt, den hebt mit Brüder, armen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie ver gießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, herr, bei 8. Dann seid ihr wahre 551 Bewaffnete, der Helden, send Bertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort be glück' euch Gott! Der Landmann. Mel. Erschienen ist der herrlich T. 552 W Schöpfer: mir, oht denn in besondern Berbindungen. denn mein Stand ist auch von dir; du schufst das Land für meinen Fleiß; und väterlich beglückst und segneft du auch mich: gelobt seyst du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines Angesicht's arbeite ich: doch wann gebricht's mir, wann ich thu, was Gott gebent, anSegen, an Zufriedenheit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig An und Flur! Ju meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann vorans, mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus: doch auch mehr Sorg' und Ueberdruß; bei allem feinemUleberfluß mehrFurcht und Gram; 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh' und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft Und wenn ich fromm und gut bin, werd' ich selig, wie der Fürst der Erd', wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch 431 gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herr: lichkeit seh' ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll' ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr' es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl wir! Ich baue gern den Acker Got tes, meines Herrn, und ärnt' ich nicht schon hier den Lohn, ich ärnt' ion einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. Der Nachbar. Mel. Was Gott thut, das is 553 ib, Höchster, daß fromm und tren auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizustehen! 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermunt're mich, stets nachbarlich, das Gut, das sie bes sizzen, 432 Gesinnung und Berhalten des Christen shen, nach Möglichkeit zn schüßen! nie 3. Gib, daß ich gern vers schwiegen sey und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, heimlich Nachbarn Aluche! Und thun se mir auch Unrecht hier; hab ich's nur nicht verschuldet: so wird es leicht erduldet. 4. Was hilft ein feindschaftlicher Sinu? Er führt nur in's Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Seinde beben, in ew'gem Frieden leben! net, fleht und droht; kann heilen und verwunden. spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; ste stürzt in Unglück, hilft in Noth; te Aluche und seg. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich, von niedrer Schmei chelei, von Schmähung und Verstellung frei, was sünd: lich ist, nie rede! 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken; hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dieß bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verwegnen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn Fund; wie oft zu ſpät bereuet! Ach, Fluchen bringet Fuch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt, und dessen Wor te trügen; der seinen Nächflen gern betrübt mit Falschheit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur off'ner Umgang( zu Seite 390.) Mel, Schon ist der Tag von G. Bunge, 554 Die vernehmlich Redlichkeit, Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns begleitet. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich flinget, das in besondern Verbindungen. redet überall der Christ; spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz, und laß mich Spöttereien und frechen, sittenlosen Scherz mit from: mem Eifer scheren! Zum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meis nen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himme! kam der 555 welch ein Se: D gen ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit berzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht: wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tu gendhaft. 433 wenn er mir zu irren scheint: so warn' ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Urgwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurig keit, auch nicht des Glückes Unbestand, trennt unsrer Freundschaft festes Band. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und 6. Wir theilen Alles, Freud und Leid, mit brüs derlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir für Wahrheit 556 Herrlich ist's, an nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Biele strebt! Freundes Hand durch das Leben wandeln, und durch Zugend und Ver stand fest vereinigt handeln! 7. Trennt auch das Schicks fal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf; so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Un= endlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. In eigener Melodie. 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf T dem 434 Gesinnung und Berhalten des Christen dem Angesicht Herzensgüte Menschen nur allein, auch thronet. Thiere schuf er, sich zu freun auf seiner schönen Erde. 4. Sittsam ist sie; nicht beim Spiel, nicht bei Trink gelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 2. Ihm, der für Alles Sorge hegt, dem Vater aller Dinge, ist nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Bater it, ist auch des Wurmes Schöpfer. 5. Aber o, du findest sie bei unschuld'gen Scherzen; uur bei der Verläumdung nie, nie bei böfen Herzen. 6. Freundschaft lehrt bescheiden seyn, Andrer Vorzug ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Bergnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir Plar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinenLeiden; unter ihrem sanften Tritt sproffen tausend Freuden. 9. Mögt ein jeder doch recht früh ihrer würdig wer den! Daun vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Anschung der Thiere und Báume. Mel. Es in das heil uns 557 Dweise Schö pfer, dessen Ruf einst mächtig scholl: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für den 3. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rau ben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühllos zu zerstören? 4. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Thier er hebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; allein sie lehrt auch, görtlichmild Glück um mich her ver breiten. 5 Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Geschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Got tes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und ge: in besondern Verbindungen. gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf betrübt, und Härt' und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. Mel. Kommt ber zu mir, ſpricht 558 ie Thiere, deren erwäg es oft mit Ernst, o Chrift, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott ihnen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nieder. auch von Gottes Hand, sind, stolzer 559V heit, Gott der Mel. Es ist das Heil uns on deiner Mensch, dir nah verwandt, durch innern Bau und Triebe; te zeigen oft des Denfens Spur, sind alle Kinder der Natur, und freun sich ihrer Liebe. 3. Du hast durch Geistes: übermacht sie unterwürfig dir gemacht; kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben nützt, von ihrem Le: ben nehmen. 4. Doch ihnen auch, vergiß es nicht; verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. 5. Du kannst, was deine 435 Hand gemacht, was dein Verstand hervorgebracht, ge fällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer richten. 6. 3war sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, 7 Paichten für die Armen, doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Macht, und deiner Bater güte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeugt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt' ihn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 2. Wie könnt' ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! O nein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gett, seine Kinder. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl T2 der 436 Gesinnung und Verhalten des Christen der Sonne; und wenn er reich die 3weige senkt und freundlich feine Gaben schenkt zur Nahrung und Erquickung; 4. Benn mich sein Holz erwärmt und schützt vor Frost, um froh zu leben, wenn es der Hand des Künstlers nüßt, mir Hausgeräth zu geben; wenn Wohnung und Bequemlichkeit, wenn Hain und Garten mich er frent: dann will ich freudig danken. 5. Kein guter Mensch, der böse nur kann seine Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Am Morgen. el. Mein ganzer Geist 560 Dich seh ich wie der, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer dir, mit heil'gem Muth lobsingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt auf's neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. Würde schänden, nur der kann Gaben der Natur, mit frevelhaften Händen ans Schadenfrend', aus Haß. entweihn, kann strafbar ihr Berstörer seyn. Ich, ich will Gutes schaffen! 6. Ich will dem Urbild ähnlich seyn, mit ihm zum Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern er: freun, auch für die Nachs welt pflanzen. In deiner Schöpfung Heiligthum, o Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschöpf, stets leben! 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben sehest du jest einen neuen Tag hinzu; fei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke, neue Stärke: dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ich's meine, dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Chrift; o Herr, verleib', daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn zu besondern Seiten. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Frrender! Erhalte mich, mein Gott, auf meinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich! Perr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, die dort ewig Lob zu singen. 2. Wem dank ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank ich dir Stär: kung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! 437 sehen nicht die Sonne wiec der, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit! 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; drum fchrecket anch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf; so eilt mein Geist zu dir hinauf! Mel. Wer nur den lieben Gott soll 561 Poul Dank an diesem neuen Morgen, blick ich zu dir emDu hörst nicht auf, für mich zu for: 562G und der Erden, In eigener M lodie. ott gen, mein Schuß zu seyn vor jeder Noth; du schütztest mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. Bater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält; 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Baterhuld. 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der GnaT3 3. Wie viel Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mk, Herr, nur deinen Beistand nicht. 438 Gesinnung und Verhalten des Christen de Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Untlig dann ohne Schrecken schauen kann. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und vers leihe mir auch heute Much und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnas denzeit, werde nie von mir entweiht! 6. Deinem Schuhe sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Serl' und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, fegne mich dein Ei= genthum! 7. Hülfe wollest du mir fenden, wenn Gefahr und Noth mir broht; Ales mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb'ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! Mel. Befiehl du deine Wege 563 Lob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmük fet, und, was er schuf, erfreut! 2. Von dir ist mir gege: ben, Herr, was ich hab' und bin. Und dies mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver schwunden, der Wallfahrt kurze Zeit: doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3.D süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube: mein Geist wird nicht vergehn. Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 4. Sollt' ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt seyn! 5. Getrost, mein Geist! ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermunt're dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende de. In zu besondern Zeiten. 439 In eigener Melodie. meine Seele! Sei mir ein 564 mein erst Ge Retter in Gefahr, ein Va= ter, wenn ich fehle! schäft sei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich mit Freudige keit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottfelig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit schene, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Zugend freue; 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! Mel. Von Gott will ich nicht 5. Du bist es, Herr, Gott der Welt, und dein ist 565 Allmächtiger, ich bist der es uns erhält, und mir's jest nen gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sauften Nacht mich dieses Tags erfreue! hebe Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhu, mich deine Wege wallen; und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dies dank ich deiner Macht und deiner Batertreue. Durch sie bin 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft ich 440 Gesinnung und Berhalten des Christen ich auf's neue mit heitrem Muth erwacht. 3. Beschüßer unfrer See: Ten; ich traue stets aufdich. Was soll ich für mich wäh len? D wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach fich ziehn, helf' er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und Riehn! 5. Beglücke du die Mei nen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen; wend' alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilft Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich ange: höre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine 3ähre, Erbarmer, ist ver dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht trant, der bebe, ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Lieder, und mein Herz erhebet dich: denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine 2. Wenn ich einst vollendet habe diese meine Pilger: zeit, ruh ich auch also im Grabe, Saamen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgefang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen seyn; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Tage, Gott; du meine 3uversicht, daß mich kei wer einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht gee tren und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie unges nüßt ein Tag entflieh'! 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben seyn! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich ers Mel. Gott des Himmels und 566 zu ott sei Dank, gib mir heut Stärke, Lust, Gelegenheit! Mel. ju besondern Zeiten. Met. Chriftus, der ist mein 567 Noch läst der Herr mich ben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir willich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab ich mich erge: ben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr als Leben ist deine Güte mir. 6. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Willst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von Mel. Es ist das Heil uns Gottes Namen 5. Dein fei mein ganzes 568 Jang'ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Einn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht, er frönet uns mit Segen. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Zugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath! Herz; auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie 9. Nur eins laß mich erfehen; gib mir ein weises 10. Daß ich, am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt: 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Him mel schauend, denk: Herr, mich siehest du. 12. Bereit den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod! 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang zu meiden, und das, was er T5 mich 442 Gesinnung und Berhalten des Christen mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich tren, gewiss senhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segue Gott, auch heute mir die Werfe meiner Hände, und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstrene. 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Tha: ten wollst du mir selber rathen; mich sters zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen We gen begleite mich dein Segen: dein Wort fei meine Speise auf meiner Pilger reife! In eigener Melodie. 569 Mach auf, mein W Mel. Werde munter,-mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Gü: 570 Menn ich einſt ter, des Menschen treuem Hüter! 2. Gott, Vater, mit Er barmen bedecktest du mich Armen; du sprachst, schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh, und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh', o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen: du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens frene. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Unbetung, Preiß und Ehre! 5. Hor', Güttgster, mein Flehn; du kaunst in's Herze fehn: ach mögte dir gefalz ten, Herr, meines Herzens Lallen! 2. Hilf, daß keiner met ner Tage, Geber der Un fterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf! Dank sei dir! Bu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint; wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein D 443 mich erhoben! Hier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Thron ibr Heilig, Heilig! fiugen! 5. Hier seh ich jeder Tu gend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das kleined zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu' in meiner Pilgerschaft, Am Sonntagmorgen. Met Es ist das Heil uns 571 Frohlockend, Ba- zur Liebe und zur Hoffnung. wach' ich 6. dein Tag, zu besondern Zeiten. mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, und laß mich den stärksten seyn, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preisen. auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf in's Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit zur Seelen bildung schenket. 2. Dich beten Erd' und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! Auch ich darf mich dir nahu: du hörst, wann ich dir finge. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich findlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wphin, Gott, deine Frommen mit Dank undLust und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang zum Himmel o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd' ich nach der Prü fungszeit einst imGenuß der Seligkeit, verklärt dich ewig preisen. Beim Anblicke der aufs gehenden Sonne, In eigener Melodie. 572 Sei mir gegrüßt an meines Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen. vor dich hin! 2. Daß alle Welt ande tend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für Alle mit seiner Allmacht wacht; 3. Daß überall bis zur entfernt'sten Bone, die stau 26 nend 444 Gesinnung und Berhalten des Christen nend deine Größe sieht, 3ufriedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 4. Er läßt es finster wers den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät her. auf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. Am Abend. 6. Groß, wenn der Mor gen grauer: groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnens schein und Sturme, am 573 zeigst du deis Menschen und am Wurme, Mel. In allen meinen Thaten un sinkt die 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh', gieß Heiterkeit in's kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's versteh! 6. Und lehre mich in Freu: digkeit hienieden mich jeder Christentugend weih'n; voll Duldsamkeit bereit zum selgen Frieden und mild, wie ku, zu seyn! der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh', sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 3. Von ihm kommt jede Gabe: das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und trener Hü ter, der, wenn ich schlumm's re, für mich wacht. 2. Noch wach' ich und er zähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing ich deiner Gü: te; er hört mein frommes Loblied an. ne Macht. 7. Voll Majestät und Stärke steh'n lauter Wunderwerke in deiner Schöp fung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gett und Herr der Welten warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bist's, der für mich wacht. Woher auf mei HER zu besondern Zeiten. nen Wegen so mancher rei che Segen? Du bist's, der Alles wohlgemacht. 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wachest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben: so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vols lenden, mein Gott auch noch im Tode seyn. 445 mir und der Welt genüßt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? und hab ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich, bei dem Ges nuß der Güter dieser Erden, an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Mel. O Gott, tu frommer Gott 574 wie das Glück mit Dank, den Unfall mit Ges duld? der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gus ten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meis ner Pflicht gelebt? 2. Wär's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Ver langen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, und züchtig und gerecht und Gots tes Freund zu seyn? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs füße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch uns schuldsvol? Und hab' ich nichts gesagt, was ich bes reuen sou? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir ver pflichtet, sie durch mein Beis spiel still zum Guten unter richtet? War zu des Mite leids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traf, war dieß mir angenehm? F7 8. War 446 Gesinnung und Berhalten des Christen 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlan: gen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut; bin ich vor ihm zu stehn auch willig und be: reit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täg: lich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! bat; du wandest allen Scha den, warst mir Vertrau'n und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verder: ben nicht. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Segen dem Ge schäfte, für das ich Segen 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan; verchr' des Herrn Befehle, ber' ihn in De math an, ihn, der von seinem Size gern auf dein Flehen hört, und auch der Laji und Hiße der Kreuzes: tage wehri! 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich nichts erschrecke, auf daß, wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geist befreit von Gram, froh nach der Höhe blicket, von wel cher Hülfe kam! 10 Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, fo leb ich dir; sterb ich, so sterb' ich dir! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund' und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! 575 Ermüdet von den Nie wird dein Auge müde, Mel. Beficht du deine Wege und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auferte: get haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. nie Hüter, schlummerst du, gib unserm Laude Friede, gib jedem Glück und Ruh! 6. Versag auch diese Bit te mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst ver bricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm mich, deinen Erben, in dei nen Himmel ein! Mel. zu besondern Zeiten. Mel. In allen meinen Staten err, der du mir 5765 das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüs the freu ich mich deiner Gü te; ich freue mich in dir, Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Stanbe zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Guaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinemSe: gen, eil ich der Ruh entge: gen; dein Name seigepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist. In eigener Melodie. 577 fliehen nnfre Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die 442 Nacht, der MüdenTrösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfst und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dies ser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht' ich nichts in der Natur; so schen ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld; mit Rene führ ich sie: doch, mein Erbar mer, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Almacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein feist mein Gedank'; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Dn, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. Mel. 448 Gesinnung und Verhalten des Christen Wel. In allen meinen Thaten ie stillen Abend 578 Die stunden, wie schnell sind sie entschwunden, in häuslich froher Ruh'! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns Allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O laßt uns ihn erwäs gen, den unverdienten Se: gen, den uns der Tag ge bracht! Laßt uns von Dank entbrennen, und tiefgerührt bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade, auf segenvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir sei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen; denn du erweckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. Mel. So fieben unfre Tage 579 Wer unter deinem Schirme ruht, o Gott, von dir bewacht, der troßt mit un= erschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Fin. sterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh: lockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell das hin geeift, und deine Bater hand hat mir viel Gutes zu getheilt, viel Böses abges wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigs feit gethan. 5. Du Herr wirst auch noch immerdar mein guter Vater seyn und jetzt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreu'n. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barm herzigkeit, so lang es dir gefällt. 7. Ich trau auf dich und zittre nicht, kein Unfall wird sich nah'n: du warst ja meine. Zuversicht von meiner Ingend an. 8. Ich schließ' auch jetzt in dunkler Nacht getrost die Augen zu; ich fürchte keine ird'sche Macht: du sicherst meine Ruh'! Mel Freu' dich sehr, meine 580 2uf, Seele, fet o noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Gonne gehet unter; aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, POT zu besondern Zeiten. vor Gefahren mich beschüss zet, mich in Swachheit unterstüßet. 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, canket meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut', als ich er wachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wachest du. Leib' und Seel' befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen! 4. Laß uns doch kein bangesSchrecken, Räuber nicht, 449 anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein, wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch ftritten. dem Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir ster ben, deines Himmels Freuden erben! 2. Jest entschlaf ich, auf zuwachen noch für Tage dies serZeit! Laß mich fertig stets mich machen, Bater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gern laß einst den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wenn mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein hoffmungsvolles Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, las mich ihu gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Haus 582 Jb rothe schön, Herr, deine Sonne untergehn. Noch untergehend frent ihr Glanz, erhebt cin fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, Mel Werde munter, mein 581 in ich einst in entweicht dem Dank, den ihm weint. jenen Schlummer, aus dem feiner mehr er wacht, geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: o dann schlaf ich man 3. Sie finkt; ich blick gerührt ihr nach, nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz 450 Gesinnung und Verhalten des Christen zurück, bescheidne Tugend nur weise werden und vor stärkt den Blick. dir hier auf Erden von Her zen fromm und fröhlich seyi! 4. Berfunken ist sie; so versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unfre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen, durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jest sich ihrer Ankunft freun, und dir nun Morgenlieder weihn. 5. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und uns're kranken Brüder auch! 6. So gehn auch wir der: einst, erwacht vom Schlummer unfrer letzten Nacht, schließt hier sich unser Lebenslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Mel. In allen meinen er Mond ist 584 Fifte til infam bin ich; Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunklen Hülle liegt der Farben: schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohner wach tie Zeit; anfge: than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 583 Der aufgegangen; die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämmung Hülle so feierlich und hold; gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen sollt. Unter gestirntem Himmel. Mel., Nicht um Reichthum 3. Gott, laß dein Heil uns schanen, auf nichts Vergänglichs banen, dem Eit: len nie uns weihn! Laß uns 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heilge Schauer fas sen mich! Wie viel taufend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Grenzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen, und kein Lebensodem weht? 3. Wie zu besondern Zeiten. 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets sie Alte liebend, segnend überschaut? Wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammen: zügen; und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se= ligkeit ist's, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 451 lich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelheit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Uners meßlichkeit. 8. Ist mein Leben hier verrounen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höb' 5. Deine ältre Offenba: rung liegt jetzt aufgeschlagen da; und im Lande der Erfahnah. Du, der wölbte diesen Bogen, und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgezogen, der in meis nen Adern schlägt; rung fand ich dich mir immer 585 ob fei Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den ErdFreis schmücker! Preis fei ihm, Ehr, Stärk' und Kraft, der, was er shuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält, er liebt und segnet feine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt; diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich, bei seiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 7. O dies Sehnen, o dies Streben, dieser hoheLebensfinn bürgt mir ein unend2. Das Land, das erst er: storben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der 452 Gesinnung und Berhalten des Christen der Himmel; Gebirg und That und Wald erklingt von freudigem Getümmel. Mit ben und einst dir, als Chris sten, freudig sterben! Mel. Gott, der du die Menschen der Allen Seyn und Leben 586 Gottes Sonne. gab, auf seiner Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir: denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Than und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freu: den Quellen. 6. Selbst, wann von Don nersturm bedräut; erschrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Frucht: barkeit aus Nacht und Uns gewittern, dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweis gen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir erges länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet nene Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur tebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preiß' ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet unn der Landmann hin aufs Feld, und sein frohes Loblied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde; bringt schon Hoffnungsvoll ihm Dank. Preiß auch du ihn, mein Gefang! 3. Glänzend und im Feier kleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ihr Saamen gibt, wenn sie welkend ende lich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis zu besondern Zeiten. preiß ihn fröhlich, mein Gesang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spren, verweht vom Winde, so wird seine Pracht ent: flichu! Aber, Gott, vor dei: nem Throne wird ein ew'ger Frühling seyn, ewig wird er uns erfreu'n, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preiße mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Got tes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, was mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! Mel. Eobt Gott, ibr Christen er Erde Reize 587 find erneut. Auf Bergen, wie im Thal, ist Frend' an Freude hingestreut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Slur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur? 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der 453 blaue Himmelsraum: ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugend haften, nur dem Menschens freunde lacht die schöne herr. liche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Brüderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in jenen Höh'n der Sel'gen Wohnung seyn! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund eit um mich 588 Wher ist uues Freude; verschönt ist, Schöpfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und That und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah, und fühl ich dich; wo hin ich schau, auf allen Flus ren, in allen deinen Kreas turen, erblick ich, Welterhalter, dich. 2. Bie 454 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebe: voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht. 3um vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueber: fluffe, o Gott, was lebet, Speis und Tranf. Gebirge geben, Thäter geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauchzen froh dir Dant. 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o fren auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebände! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob erschallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre; tir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist. Wel. Wer nur den lieben Gott 589 Allgütiger, dir will ich fingen auf jeder segenreichen Flur; dir meine Dankgefühle brin: gen im großen Tempel der Natur. Vom Unfgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgesang. 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens přer bist du, Gett! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschützt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne, und allen Wesen nene Lust. Ver: jüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain rnd Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träns felt Seg.n herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zengen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor, aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, meine Seele, und rühme deines Schöpfers Macht! Dein lanter Lobgefang erzähle, wie herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank!" Mel. Herzliebßler Jesu! Poweit nur Men: 590 Shendeine bewohnen, bist du der Vater zu besondern Zeiten. ter aller Nationen, die Zu flucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder und die Fluren lachen, du wäs ferst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du forgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Fur chen füllt dein Segen; das techzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Ge: traide zu unsrer Frende. 4. Die Höh'n und Tiefen schmückest du mit Heerden, und schaffest, daß sie froh gefättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Verne' entgegen. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lanten, dir frohlockenden Getümmel, bis in den Himmel. Im Herbite. Mel Bom Himmel kam der eärntet ist der 455 Frucht befreit zu seyn, um Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine nene Saat, und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Anf traubenvollen Hü: geln schallt des Winzers Lob und widerhallt von Berg auf Berg; auch Most und. Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich, ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch, wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst fich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh und reife in der Zeit zu größerer Voll591 hervor kommenheit! Still teimit und reift zur reichen Äernt' empor. Vom Herrn der Zeit gernfen, naht der Herbst mit seiz ner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. Garten 2. Der prangt mit vollen Zweigen, 592 gebt Mel. Lobfinget Gott! Trüh, mit umwölke tem Angesicht, and verlangt von seiner geht schon die Sonne nieder; und 455 Gesinnung und Verhalten des Christen und spät erscheint ibr schwä cher Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die legte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. sein Futter geben; und Wein, der unser Herz ere frent, und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns fieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstützt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ih rer Pflicht von ganzem Her: zenweihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil sei. ner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend seyn, und dankbar wird er sich noch freun in seinen lehten Tagen. 2 Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, begins nen schon daher zu ziehu weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter felbst versorgen. Ja, seiner Quid vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen, Er schafft, daß wir in Sicher heit des Herbstes ranhe Jahreszeit beginnen und vollen den. Die Erde ruht, doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit vä: terlichen Händen. Im Winter. Mel. Vem Himmel kam dec 4. Wie sind nicht unsre 593 Nicht für der Setvoll von Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath uns zu laben! Durch deine Vorsichtmußt', Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grik ner Schmuck zerstört, von Schuee zu befondern Zeiten. Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weißes 594 V Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde still und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwik, fein und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Luft in ihrer zar ten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat; aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Vernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Win: ters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst, und sät tigeft, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Bater, sei dir, wer dich kind: lich ehrt, getreu! Laß jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn! 457 Mel. Auf, Christenmensch. Verschwunden Pracht, nur Schnee bedecktdie Felder. Der Wintert sturm durchbraust mit Mach Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Fro: ste nan, und seine Nahrungssäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser ranhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben: mich schüßt mein Dach, mich wärmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthige gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 4. Ozaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu zueilen! Führ seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Bor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir, und opfere Gott Dank dafür! 11 6. Sieh 1 458 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt und mancher mehr besihet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüßzet! Ach Vater, lind're jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Goit in der Höh' sey auf dein Ge 595& s baut, o Gott, heiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir geseg net werde. Auf dein Ber: sprechen trauen sie, du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, esſen. 2. Dies Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Bater, deine Ull machtshand nicht seine Arbeit segnet. 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht: Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnenglut, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben. werde. 4. Wir traun auf dich, o großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, hast lange ausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dies Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Aernte. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 596 Wir Alle, Menbringen dir unsern feierlichsten Dank, und unsre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgefang!. Ge= krönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land: dein Segen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. 2. Du schenktest Sonnens schein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestrent Wie prangte nicht im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 3. O welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem vns herab gesandt! Für Millionen deiner Kin der zu besondern Zeiten. der ist jetzt ein voller Tisch bereit; du nährst den From men, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar verges sen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, umm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank bar seyn; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglükten seyn. 6. Drum freu' den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wolles feiner liebreich pfle: gen: wir trocknen seine Thränen ab! Er dank' 459 und Preis und Dank ihm bringen für alle milde Gaben, die wir geärntet haben! 2. Uus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. auch heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohl gefallen, so viel, o Gott, en uns gethan. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wieder gaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unfern Saaten. Dank dir, sie sind gerathen. 6. Uus reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärnten. O daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Urmen mit mildem Sinn erbarmen. 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken: so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben! 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier strenen, zu höhern Festen Mel. Wach auf, mein Herz 597, laßt uns schmücken, und ewig sie beK Gottlobsingen, U 2 Bei 460 Gesinnung und Verhalten des Chriſten Bei sparsamer Aernte. Mel. Was Gott that, das ist änderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du in Noth und Then: Preift, Christen, rung uns gewähren, wenn wir dich 598 Pri heit, preist Gott den Herru der Uernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns Ullen geben. 2. Er ist der Herr; in feiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Men: schen Mühe baut das Land: Gott gibt, daß fie gelinget! von ihm allein kommt das nur er, er die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? Er forgt ja doch, Gott sorgt für unser Leben. O last uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein fro: hes Lied erschallen! 4. Wie manches segen: reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerbar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Alvater, schauen, und dei ner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Begen, und trauen unver6. Wir beten demuths: voll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht nie: mats irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter dir, und preifen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. Flehn um Regen. Mel. Komm, o fomm du 599 Gott, macht Ber und Güte, deine Hülfe fü chen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir, Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach dem todten dürren Saude gleichet bald, Herr, unser Land; und versenkt vom Sonnenbrande welkt die Frucht, die kraftvoll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust: Sorge nagt an unsrer Brust. 3. D erhalt und deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! Ende bald durch milden Regen unfre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu, was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dies Ver: zu besondern Zeiten. Vertrauen, unser Wohl ver: säumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht; du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unsrer an. 461 ben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; du eilst, mit deinem Segen uns Alle zu erfreun. Wir wollen dich erheben, dir Höchster, stets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun.. Nach verliehenem Regen. Mel. Kommt, kommt, den Herrn 600 S in milder Re: gen sinket er quickend auf die dürre Flur; wie labt ſie sich, wie trinket jest schmachtende Natur! Die fanften Strö me kühlen die Lüfte weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg. und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hiß' und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 2. Mit Freud' im Ange: fichte beschaut der Landmann. nun sein Feld. Erquicht hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Wehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Anf, preißet Gottes Milde! Er iste, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Va= terhuld erquickt. 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jest dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Ga= Flehn.um Sonnenschein. Mel. Mache dich meinGeiſt bereit 601 Ser Klage füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig nns doch Gnade noch! Vater, voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen!" 2. Du regierst der Wol ken Lauf, und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sons nenschein, der die Frucht er= quicke! Sieh, wir schann auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Frendentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Guade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Her11 3 zen 462 Gesinnung und Verhalten des Christen zen schade! Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Sonnenschein. Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnerud aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wind ertönt, es bebt die Flur, und Blize saMel. Nun laßt uns Gott ist der Herrscher der Natur. 602 Ertönt, ihr Fren- gens Blißen wieder: Gott denlieder! Sie scheint; sie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier' und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her: zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüß: test unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder: doch du erhobst sie wieder. Herr der milden Sonne, du fegnest uns mit Wonne. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheil'ger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kin dern des Weltenvaters Se= gen zu; sie rufen schonend sichern Sünderu, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Berstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagt's das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt? Eiende, wolle ihr fliehen? Kein Ort schüßt ench vor Angst und Noth; nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen. Er kennt, er straft euch; er ist GOTT. Mel. Lobt Gott, ihr Chrißen 6. Wir preisen deine Gü te mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unfer ganzes Leben sei 604 Der hohe Himmel ewig dir Beim Gewitter. Mel. Wie groß is des Aumächt'. Mächtige, dunkelt sich, ein Wetter Gottes draut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit, 2. Du zürnest, wenn du 603 Der Herr der donnerst, nicht; du bist der Mens zu besondern Zeiten. 463 Kraft bewieß, den Welten=herrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, den Bligen ihre Strählen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 3. Nimm mit Bewun. drung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Sum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie fräftig hebt sich das Getraide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebtenThie: res Fuß! Wie athmen wir so fauft und teicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte fei erhoben, im Wetter wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfrenn. Mich schrecken Bliz Nach dem Gewitter. Met Wer nur den lieben Gott 605 ie gnädig ist und Donner nicht; denn du Menschen Freund. Nicht bläser wird mein Ange: sicht, wenn uns dein Bliz erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Bater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gerichtund, deines Blizes Pracht. 5. Du reinigst durch den Bliß die Luft; dein Regen träuft die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Nengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein; du bist die Lieb', o Gott! Beim Jahreswechsel. sten Willen! Der Donner schweigt; die Blige fliehn; es schmückt in angenehmer Sonne Glanz Strische Grün. O du 606 Dres erster MorMel. Wer nur den lieben Gott neuen das mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lob: gesang. 2. Ja, preise frendig den Erretter, der seine große gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu ed= tern Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst 11 4 dil 464 Gesinnung und Berhalten des Christen du ihr tren, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfade mit treuen Vaterhän. den lenkt? Was ist es ans ders, als Geduld, als Nach: ficht gegen deine Schuld? 3. So nüh auch dieses Jahres Tage, als Tage deiner Prüfungszeit, daß keiner verklage, Mel. Es ist das Heil uns Gott, du daß keiner dich im Tode reut: 607 bist der Herr Gott fordert, dem denk immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. der Zeit und auch der Ewig. keiten. Laß mich auch jetzt mit Frendigkeit dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Guad' und Güte. 4. Ermuntre dich zu dei: nen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: sie gern und willig zu verrichten, such dir den Muth, besieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenußt laß sie nicht fliehu! 5. Gebrauch', o Christ, dies Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn, zur Tugend hat ers dir gegeben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deis ner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wonne! dann, ich habe meine Pflicht gethan; 7. Und fegneft noch an Gottes Throne, dies Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewig: keit. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelba. res Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühn und vergehn durch dich; nur du bist unverän derlich, du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Tren', mit Huld uns zu begegnen: und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohl thun uns zu fegnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von dir stets nenes Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du zu besondern Zeiten. 4. Du hast auch im ver floffnen Jahr mich väterlich geleitet; und wann mein Herz voll Sorgen war, mir. Hülf und Trost bereitet. Mel. Allein Gott in der Höh' You ganzer Seele pict: 608 Gott ruft der Von preiß' Sonn' ich dich; aufs neue, Gott, ergeb ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Bergib mir alle meine Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre le-: benslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib nene Lust und neue Kraft, vor dir ge= recht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissen haft mit mir und Andern handeln! Dein Geist be lebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt, zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre. Freuden müsse sich mein Geift mit Ernst bemühen! Den Engeln bin ich ja ver: wandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 465 ne Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meis schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen: er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preiß und Chr ertheilen! 2. Herr ,, der da ist, und der da war, von dankerfüllten 3ungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dies Jahr gesegnet seyn, das du uns nen gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 11 5 5. Hilf 466 Gesinnung und Berhalten des Christen 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaß. nen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und läß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Bufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei; dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! ben. Hüll' und Fülle, Trank und Brod hast du mild ges währet, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück vers breitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gesungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dies Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz. vergebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir Mel. Schwing dich auf zu 609 Ewig und unwan- dir nur leben, Unterhalt delbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich und wir selbst veralten, doch du blei: best, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Mel. Herr, ich habe mißgehantelt Jeden Morgen sendest dues 610 Gott, mit allen Wonne; verbreitest sanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga seinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dies Jahr; und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Beit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute fromme That laß uns wohl gelingen! Frucht laß jede Tugendfaat für den Himmel bringen! zu besondern Zeiten. 2. Bor so manchem, man chem Grabe führtest du vor: über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie find nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. dtebung ist das Erden- 611 U schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! leben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Biel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 467 ne Gabe! Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heil'gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! 5. Herr, dies soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ius Meer der Ewigkeit! Nichts kanu Zeitverlust ersetzen: laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Besserung, es versließe nicht vergebens für des Geistes Peiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Akes, Herr, ist deis Mel. O Jesu Christ, mein's Bebens uwiederbringlich 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sichy mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verletzten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, uufre Reur; um Christi Willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hat 11 6 vie 468 Gesinnung und Berhalten des Christen die Stunden zugezählt, die legte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Mon den, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilarimschaft kommt unsre große Rechen fchaft. lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Him mel nach. 6. Im Staube beug' ich mich vor dir. Bis hieher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Baterhand mehr, als ich werth bin, zuge wandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod. 8. Behüth' uns in dem nenen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, feine Fluth! 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor direrbebt, hat thörigt, hat umsonst gelebt. Mel. Werde munter, mein Onn ist das alte 612 № Jahr entflohu; vir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, fank, eh wirs dachten, schnell dahin, nun deckt des Gra: bes Hügel ihn. 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überal; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns er: träglich seyn. 3. Schauplatz der Ver: gänglichkeit! O schnelle Frucht der Lebenszeit! Wie thörigt ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 10. Ja, segn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank; da preist dich höhrer Lob= gefang! 4. Doch bin ich stets nur wirken, was Ich kann, und ſoul; dann fliehe 613 M uns treten vor Mel. Wach auf, mein Herz it Freuden meine Zeit dahin, fie bringt doch herrlichen Gewinn. 5. Auch komm ich durch die Flucht der Zeit dir näher, Himmelsfeligkeit! Gott: Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wan: deru zu besondern Zeiten. dern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage find nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen! 4. Doch du bist voll Er: barmen, und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Erhalter unsers Le bens, wir sorgen nur ver: gebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vas terhånden, die so viel Noth abwenden. 469 und Kleinen die Gnadenſou: ne scheinen! im Leiden. 8. Gib uns und allen de: nen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe fiegen; und wo nur Thränen fließen, sich deinen Trost ergießen! 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen; laß Großen, Herr, 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Be rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hilf und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Ge danken den kummervollen Seelen, die sich mit Sor: gen quälen! 13. Vor Allem, Herr, ver leihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe.. Beim Anfang des Kirchenjahrs. 7. Hör ferner unser Fle= hen, und eil', uns beizustehen! Gib Mässigung in Mel. Wer nur den lieben Gort Freuden, Geduld und Trost 614 Bund, wie est steht dein Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte ver gehen; doch deine Güt' ift täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würdig unfern Dank dafür? 14. Das wollest du uns geben: du Herr von unserm Leben, so gehen wir im Se= gen der Ewigkeit entgegen. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zer. trat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von dei: nem Ruhm. Durch Tan117 fe, 470 Gesinnung und Berhalten des Christen fe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch, fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unfern Werken uns zu richten: Gott, Richter! so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuf ten Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo fie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, auf's neu' dir und der Tugend ew'ge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, fo wie, die deine Wege wal len, zu freudenreicher Hoff nung weckt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, uns Alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren, als dein geweihtes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten ir dank ich für 615 Dir mein Leben, Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich ge= leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Tren' viel zu geringe, mit der du mich bes wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glück= lich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir meinGeist! Er, den du mir geschenket, er iss, der dein gedenket, und freudig dich, o Bater, preist. 6. Daß du mit Kraft mich rüstest, und mir mein Leben fristest: dies Bater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft: dies Alles, Vater, dank ich dir. 7. Was mir in diesem Le ben noch nüßt, wirst du mir ge= zu besondern Zeiten. geben: du gibst's! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, segue, Herr, behüte mich! Mel. Mein Gott, das Hera u läßt den 616 D mich wieder sehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn, des Lebens Bahn betrat. 2. Bon ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis jetzt noch unverdient so väterlich gesegnet und beschüßt. 3. O! hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir; vergib mir meine Schuld, und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von dei ner Treu', von inniger Er kenntlichkeit dir thätig dank: bar fei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge steht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin: dein Auge siehts allein. 471 mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, Die Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben Gott er du den Mens 617 Der schen schaffst und leitest, und huldreichy ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereiz test, Heil ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu teinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mässigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenu Gefahr ihm dräut! Ö laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. 3. Dem Mann hilf wirfen: hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen, und tra gen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag fei nicht zu schwül, und immer vor ihm fei fein Biel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue 472 Gesinnung und Berhalten des Christen freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab; dies sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! Für die Jugend. Mel. Werde munter, mein 618 1 tufre Kindheit, unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tu gerd, aber heilig muß fie feyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen nur in schen Brust toben nie der Rene Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Lust. Un beherrschte Sinnlichkeit tódtet die Bufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und erzenget bittre Leiden. 3. Reiner Sinn und Un= fchnld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie uur kön nen voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig zu erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend seyn; offen ohne Schmeichelei, stets beschei den und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! 5. Laß die Frechheit wil der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Palläst und Hütten stets der Tugend Wohnung seyn! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erde nur durch Tugend schöner werde. Mel. Wie groß is des Allmächt'. Hohl dem, der 619 Wo de Lebens. Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Be= schäftigt mit den edlen Sor gen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize#ichn; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahnmit festen Schritte immer wei ter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortge. festes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn um= umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. zu besondern Zeiten. 3. Wie thatenreich sind feine Tage! Wie schön entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Plas ge, ihn reut nicht die Ver: gangenheit. Er fä't den Saamen jeter Tugend, und freut sich seiner Wernte schon; die schöne Blüte seiner Jus gend verheißet ihm im Alter Lohn. Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein ach vor dein abe deine Lust, 621 Jungesteht, du Mel. Warum sollt' ich mich 620 be 0 Jugend, im mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vor: überrauschen diese Luft; deis ne Brust muß sie nicht ver: tauschen gegen Lüste dieser Erden, die dein Herz, vol: ler Schmerz bald vergiften werden. 473 gehren; dann wird er oft schon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche fern von dem Ber. derben, Seelenruh'; dann wirst du Himmelssegen er ben.. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zer= streun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, lan= ges Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein BeSchöpfer meiner Jugend! Verwirf mein findlich Fle hen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wann sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite.. 2. Mein Herz von Lastern: zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst bez kannt, und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflichy wandeln möge! 3. Bum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Bö se zu erwählen: zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmal schwacher Seelen: zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb + 474 Gesinnung und Berhalten des Christen Trieb zum Laster nährt; laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Neß zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Er halte mein Gewissen rein; taß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich, mein ch 622 h will in filler Einsamkeit zu dir mich, Gott, erheben! Die sei mein ganzes Herz ge= weiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Frenden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel seyn, um, Bater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen! 3. Voreitler Selbstgefälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Borzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften stiüen Guis der dich durch fromme De muth preist, den nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. Finift 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Ruh zerstören. Ein eitter Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt: drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang mir Verführung droht: so lehre mich ihn meiden, und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Frenden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den jeder gern mir gönne, und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ibres finden, damit in frommer Eintracht wir der Freunds schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe fauft und rein, wie zu besondern Zeiten. wie deiner Engel Umgang, seyn, daß nimmer unfre Seele Neid oder Urgwohn quäle! 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sauft: muth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslich: keit laß, Bater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. 475 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen; wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leis de, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gett, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. Für das Alter. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und dies mir immer näh're Glück zu meinem Trost bedenke! Mel. Mein erst Geschäft sei Dreis tets warst du 623 meine suver sicht, und bist es noch imAlter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäufter Lebenss 9. So bleib ich in Zufrie denheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. jahre, und steh am Rande 624 D meinen Las Mel. In allen meinen Etaten Herr von meiner Zeit. Nah sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Batertreu, die mich bis hie: her brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenktest meinen Lebenslauf. 4. D sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und, voll Vertrann zu dir, das Leben wohl vollende! 2. Ich hatt' oft große Sorgen; doch, wie ein heis trer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's stets erfahren. Der Herr weiß 476 Gesinnung und Berhalten des Christen weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unsrer huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab seyn, mein Erhalter, nach deiner Vater. tren. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Troft Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. In eigener Melodie. und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. Dwelche hohe Fren den erwarten meine Seele da! Bei allgemeinem Wohl- Quen mit schlängelnden Bämen und Reben besetzt, die stande. chen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher ,. wie tragen fie immer an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land, und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wers den hier Fleiß und Verdienste belohut; hier ist es, wo Recht und Gerechtig: keit wohnt. um Himmel ers 625 3 hebe dich, Freu dengefang! Hoch tone aus fröhlichem Herzender Dank! Auf, Alle von Vaterlands: liebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feiern des Lied. 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem Kampfe Frönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir versöhnt. 2. Er läßt uns bewoh: nen ein glückliches Land; bes schirmt und erfreut es mit wohlthät'ger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle herab; und väterlich wen= det Gefahren er ab. 3. Die Berge mit Bän 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt fle uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuch: tung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, unter besondern Umſtänden. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick; schäße das Gute dem Höch: ten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! er 7. Uns bleibe das Chris stenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Ge: rechtigkeit ziere den fürstli: even Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl jedem, ders füh. let, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich füßt! Ein Jeder beförd're, so viel er nur kaun, des Vaterlands Beste, und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich, und fördere du das Werk unsrer Hände in Frieden und Ruh'; so leben wir glücklich und wallen von hier, zum Vaterland droben, o Bater, zu dir! In allgemeiner Noth). Mel. Auf meinen lieben Gott Es züchtigt deine 477 2. Du siehst des Landes Noth, sie kam auf dein Ge bot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Beit und Stunde. 626 ster, jetzt das Land. Zu dei nem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Gefchrei der Armen; erhör' es mit Erbarmen! 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs ver= dient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu ents fenen, so stärk' nus, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung sie die die feit uns zur Besserung! Laß Schlummernden erwecken, und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken! 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns be trübt, 478 Gesinnung und Berhalten des Christen trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt er freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunk lem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu uns': rer Seele: Getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Um Schluß von unferm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. In eigener Melodie. 627 en Wenn gest du sie Allen, die drum bitten, zu, durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. Denn wir in höchsten In Kriegszeiten. Nöthen seyn und wissen nicht, wo aus, noch ein; und finden weder Hülf Mel. Wer nur den lieben Gott noch Rath, ob wir gleich 628 8 zieht, o Gott, sorgen früh und spat; 2. Dann bleibt das un: ser Trost allein, daß wir und deiner Hülfe freun; wir fliehn zu dir, du trener Gott, du einz'ger Helfer in der Noth! ein Kriegeswet= ter jetzt über unserm Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter; so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen bangen Bagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nüßt, 3. Wir heben unser Ang' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade fa5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all' unsre Noth. Ach deine Bateraugen fehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei und mach uns aller Plage frei! 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudenvollem Herzen dir, gehorsam deinem theuern Wort; Herr, preisen wir dich hier und dort. unter besondern Umständen. nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. De, Herr, bist unsre Zuversicht! Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergie: ßen und vor Brand! 5. Doch findet dein allwei ser Wille noch härtre Prüfungen uns gut; so fassen wir in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 479 Steh' uns bei, Alliebender, Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod. 2. Ach des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Ruh' und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 629 11m Erbarmen fle. wir, Gott und Vater, jetzt zu dir. 3 Du, der zu dem Meere spricht: bis hieher und weiter nicht! Sprich, o Höch. ster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Ruh' eilen uns von neuem zu. Unsre Zuflucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden: dann o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir Alle beten dann deine Macht mit Freude an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unfre herziger, verlaß uns nicht. 630 In eigener Melodie. Mel. Wann mein Stündlein ast du denn ganz dein Angesicht, o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht; entgehn dir unſre eine schwere Macht; Gott, wenn nicht 480 Gesinnung und Berhalten des Christen nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefl. de, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudeuleer und keine Ruh erquickt uns mehr; fie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schützen! nun dich finden! Ach dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theu res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abschen fliehn und nur der Tugend leben! Wir laf fen dich, Erbarmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! 4. Du kannst es, du, er: habuer Gott. Es steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu unferm Glück zu wenden. Du fannst dem Elend, das uns Bur Friedensfeier. Mel. Herr, Gott! dich loben drückt, das dein Gericht uns 631 3cher, ju dir, Un= dir, Unendli zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß nud Schwert, mit welchen Seinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt; so bald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach so gebeut, so re: de doch! Was du sprichst, muß geschehen. gütiger, der Völkern still zu fenn gebot und Frieden fandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! 3n unfrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgefang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbe= glücker, Gott! der Frie densgeber, Gott! 6. Vergib uns gnädig unfre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Baterhuld; so laß auch 2. Wer ist an Majestät dir gleich! An Güte und an Macht 481 5. Laß ihn, laß ihn beständig seyn, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns nun, und spät noch unfre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Führer Aller seyn! Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein! Amen! Mel. Lobet den Herren ahet anbetend wie verbeerend war emporter 632 Nem nie, unter besondern Umständen. Macht so reich! Du sprichst ein Wort: der Himmel fchweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Geboth! Du siehest Völker sich entzwei'n, mit Schwert und Waffen sich bedräun: die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, fobald, Herr, deine Rechte draut, und Völkern still zu seyn gebeut. Völker 3wist! Gefahr und Angst und Noth und Tod mmgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder santen hin, bei Schaaren in das Grab da: hin; und Schmerz der Mütter Herzen brach, und blut' ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beige legt! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt, aus deinem Schooß strömt uns des Friedens faufte Ruf und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dies an uns gethan! nahet Beglückte! Singt ihm; er ists, der den Frie: den vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Bater, du weißt es, was wir von der 3wietracht erfuhren; grauße Verheerungen sind noch die trauri gen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet, * die 482 Gesinnung und Berhalten des Christen die Leiden, die über uns kamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu! Ich will dem 634 3 Herrn zu jes 633 Du befter Troft der Zeit vertrauen, und mein In Theuerung. Mel. Von Gott will ich Beherrscher aller Welt, du Bater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; barme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. er: 2. Erbarmender, ach wen de der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch, schaff uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfreun die Urmen, ein mitleidsvol: Les Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen; geht hin; es helf euch Gott! Wärme, Thau und Regen: so kehrt bein reicher Segen zurück in unser Land. 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Ge fahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säuten zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wel len zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. 3um wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herra scherwille, der Strom ge= horcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend fein Geschick beklagte, den Ab: grund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Ret= ter im Sturm und Wetter! 6. So mögen dann Gefahren mich umschweben und Eid unter besondern Umständen. 483 Eisgebirge sich im Strome daß du durch deine Macht heben, und furchtbar drohend jeden Damm erschüt: tern; ich will nicht zittern. 7. Bu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren! die wilde Bluth bezwungen! Verheerend brach fie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest, du Erbar: men und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie Mel. Was mein Gott will 635 Wir sind in Noth: verlassen kannst, uns auch im Leiden laß D Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! Du kannst die Wogen hem Verbirg jest nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden! men. 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um JesuChrifti Willen! Ach du allein Fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, tilf väterlich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gett, dafür Dauk, Preis und Ehre geben. Nach überstandner Noth. Mel. Nun danfet Alle Gott 636 20 Ehr und Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, 3. Dies thatst du, Mächtiger, der jeder Finth ge bieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! Du schüßest, du erhältst, du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Bater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wann wir in höchsien deott, deffen 637 Macht des Feuers Kraft zum Segen und Berderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt X 2 ver: 484 Gesinnung und Berhalten des Christen verwüstets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser und mancher Nach großem Berlust. Mel. Herzliebßer Jefu! hast es mir Menschen Glück zerstört! 638 Degeben und Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; fie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern feufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos, tröste die, die du gebeugt haft; segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung sei ner schönsten Paicht, der Psicht: Betrübte zu er: freun, barmherzig durch die That zu seyn! 6. Uns wieder segnen Fannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll, und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Baterhuld mit frommer Zu versicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Baterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist! genommen; Preis dir., o Herr! 3war ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube foll nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 5. Wenn's nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Alwissender, gemäß gewesen wäre; du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde Kolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, so preif ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name; Freunde, die mich lieben, und, Dank sei dir, es ist mein gut Gewiß sen mir nicht entrissen. 7. Wie unter besondern Umständen. 7. Wie sollt' ich nicht auf deine Güte schauen: nicht ruhig seyn und standhaft dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Ur. beit meiner Hände, und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden.. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege. Catücke meine 639 B Reife; Gott, ich vertraue dir! Sei guä: dig und beweise, wie tren du bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite våterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Ich bin in deinen Hänten, deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott, du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalter meiner Kräfte, beglücke mei= nen Fleiß und meiner Pflicht 485 Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, feine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehu; dann sollen unfre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn!. Der reisende Jünglic Mel. Lobt Gott, ibr Christen außer mei640 Anem Vaterland wirst du, Gott, mit mir seyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. 2. Vergeß ich dieser Wahrheit nicht; bin ich von Herzen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab' ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! D hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz. vergnügt und lang gerent, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich seyn, und dort auch, wo kein Mensch mich X3 486 Gesinnung und Verhalten des Christen mich kennt, das Laster ernst. Fürbitte für liebe Ablich scheun! wesende. 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Bei: spiel führt dir; o du, Mel. Ter unsre Menschheit der Alles hat und gibt, 641 Deine Welt Gott, solchen Freund gib mir! 37. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von List und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppige Feit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der flöße Graun mir ein; vor dem Versuchten, der dich schmäht, erzittre mein Ge. bein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten We gen gehn, und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Se: gen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unfterblichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! umschließt, der du allgegenwärtig bist mit allen deinen Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf allen ihren Wegen! Dies ists, was meine Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach ihnen mild das ferne Land, und laß, an deiner Vaterhand, sie dort auch Freude finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in der Noth; bewahre sie vor Sünden! Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr unverletztes Eigenthum. 3. O kehren sie mir einf zurück: des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht; was ist's, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieder gibt, unter besondern Umständen. 487 und wir sind deine Kinder. gibt, die trauernd meine allein kannst uns befrein, Seele liebt, die Gefigen, die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freun! Wie se: lig werden dann wir seyn! Bei ansteckenden Krank heiten. 6. In deiner treuen Baterhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzag= ten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 642 J" Wiel. Allgegenwärtiger, ich en unserm Kum mer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder. 2. Der Senchen Gift ver: breitet sich, und Gott, wen haben wir, als dich, der seine Wuth ihm raube? Wo deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. 3. Ach, viele fanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hilf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft rettet Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder. Denn du 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr uns doch geduldig seyn, und dir uns ganz ergeben: und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Woune leben! 8. 3eig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Bater, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobgefang wird dann bei uns erschallen. Dank für Gottes Hülfe. Mel. Ein Lämmlein geht nir kommen, 643 Wir Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank foll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken dro: * 4 488 Gesinnung und Berhalten des Christen In Krankheiten. drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Baterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. Mel. Wie groß ist bes ich, 2. Wir sahen dort und 644 Hier lieg id fahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst ver: gebens. Den Würger trieb Fein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der legte seines Lebens. in und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem, tiefgerührtem Herzen dich findlich um Erbar: men an. Wen hab ich sonst in diesen Stunden? Wer fennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlagnen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 3. Allmächtiger, wir äüe schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du heileft unsre Schmerzen. Odu Erbarmer voll Geduld, du hast nach unsrer Sündenschuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt hast du väterlich und väter: lich verschonet. 4. Dich, der du von Gefahr befreift, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Bater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! 2. O Gott, du Bater aller Väter, der gern ben Leidenden erfrent, zu dem so mancher fromme Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir ge währen kann! 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dies sagt mir, der ich dir vertrane, zu meiner Ruh' dein göttlich Wort, dies treibt, so oft ich auf dich schaue; die Furcht aus meis ner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, unter besondern Umständen. 489 hilf mir meine Seele bessern; alle Hülfe fommt von dir. hier, wie im Genuß der Last nicht zu vergrößern, Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dich stets empfinde! O stärke selbst mich in Geduld! Vergelt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meis ner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meis nen Lauf vollenden, dann bebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? Mel. Wer nur den lieben Gott Mal. Alles ist an deinem Gegen 645 5if mir, Gott, 646 Nicht mehr, als der Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen, und mit kind: lichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleicht'rung meines Schmerzes nur auf deine Vorscht schauu! meine tragen, Barmherziger, legst du mir auf.. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier tobfing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weit ich den Kampf zu ängstlich scheu te, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz, mein Geduld entwöhntes 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen faffen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 4. Bater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken, lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und heit': res Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Rud eri fülle meine Brust! Hoff: nung stärke mich, und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu fol gen, meine Lust! 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber kehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre von Herz. 3. Den Kelch der Trübfal. soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist * 5 schwach! 490 Gesinnung und Berhalten des Christen schwach! Bergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärke, Gott voll Vaterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der mei: ne Glieder schwächte, berau bet mich der sanften Rub'; ich bring, o Gott, die lan= gen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Le benskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meis ne Zuversicht! 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen: so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur getrost und hoff auf mich! Wie litt im allerbangsten Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freuist, umfließt mich dann vor den, das ewig unerschöpflich seinem Thron. Wie mein Leiden, so mein Lohn! 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. 3u solcher Hoffnung stärke mich: so preif ich auch in Schmerzen dich! 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand und deine Tröstungen, wie Mel. Wann mein Stündlein viele haft du wir fchon in 648 Es ist ein Wille, Herz gesandt! Wie ruft mein Gott, mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Vater; Kind bist du! 3. O du, mein bester Va ter, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den sü ßen Troft: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. Mel. Wer nur den lieben Gott 647 ott, der du Schmerz und Freude sendest, mit Weis: heit unser Schicksal lenkst, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. unter besondern Umständen. Gott, daß ich jetzt Schmer: zen leide; doch du bist Hel: fer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicke mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit nur mache mich der keit durch deine Gnade wür dig! 3.Verhüte, daß der Krank: heit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, er: leichtre die Beschwerde. Du Bater, weißt ,, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 4. Erquice, Gott, und stärke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Gegen! Gib gegen fie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelassen. heit, Geduld mit meiner Schwäche. 491 Kampfes Schmerz erleichtremir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 5. Soll tödlich meine Krankheit seyn, und steht mein Grab schon offen: so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des lesten bangen 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, fo lang ich lebe hier, mich dank. bar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! Mel. Wer nur den lieben Gott 649 kommt, und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage, wie baug die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleb ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm dich; eil' mir beizustehn! verlaß mich, s mein Helfer, nicht! Ach zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, giv mtr im Schmerz ein ruhig bir ergebnes Herz. 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch 36 ich 492 Gesinnung und Verhalten des Christen ich bin ohne Gram und Sor: gen: du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte dei ner Fügung still. Dein Will' geschehe, will ich sa gen, wie du, Herr, willst; nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Pein geduldig mich, wie Jesus, seyn! 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden; einst rückt mein Abend auch herbei; dann, dann ist Alles über wunden, ich bin von aller Trübsat frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid, dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts foll mir meine Hoffnung rau ben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hinauf zu dir. Mel. Wann mein Stündlein rung nur; ich danke dir auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erhebe sich mein Herz, duSchöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Va= ter, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Ich bin getrost, wenn gleich betrübt die Freunde, deren. Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht; stärk ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! 5. Doch, sollten meiner Zage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, 650 die in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. zenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. verliehst du mir nicht Lind: 651 Met Wann wir in höchsten chon 651 Son wieder Nacht und Gram unter besondern Umständen. Gram und Schmerz zerna gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd' die Einsamkeit! Ich seufz und ring' umsonst nach Ruh', Mel. Wer nur den lieben Gott kein Schlaf drückt mir die 652 So ist mit alter Augen zu. 3. Doch trenu' ich mich noch nicht von dir, o Hoff: nung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, hat Gott dich liebend au mein Herz. seiner Plage nun abermal ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 4. Er ist's, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dul ders Lohn. 493 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der leßte, treue Freund in Noth. 5. O wär' kein Himmel, der einst lohnt; du, Bater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitter: keit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor dei nem Angesicht dein leidend Kind: ists möglich nicht, daß dieser Kelch vorüber geh? Doch nur dein Wille, Herr, gescheh'! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh'; send mir nur ei nen Tropfen zu! 2. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz; da zähl' ich jeden Stunden: schlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräftete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dies mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend * 7 494 Gesinnung und Berhalten des Christen lend Herz? Flich, fästern: der Gedanke, flich: Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübfal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend rei: fen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Denschen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mir's auch schon kühl entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Viel. leicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig seyn in meiner Noth. Das wunde Herz mir ab zunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es fauft und kühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. 2. Uch hier, wo ich im Stillen bete, fei'r ich dein Abendmaht allein; doch; Herr, ich weiß; an jeder Stätte hast du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vor gefühl des Himmels seyn. Dein Leiden, dein Versöh nungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld ver. zeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer; mein Herz erbangt davor nicht mehr. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Ges ich mich dein 653 A och mit mei- Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! nen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und froh mit deines Reiches Gliedern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch da 654 Da Mel. Wer nur den lieben Gott ank, Vater, dir, der mit Era unter besondern Umständen. Erbarmen auf seine schwa: chen Kinder blickt! Wie haft du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Maht erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst: ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: Wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein frohes Ur. theil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unfrer Mitte du ihn vor deinen Thron; dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Lodes letzte Qual! Mel. Alle Menschen müssen flerb. Lage, 656 Gott der Nächs te, unsre Seele harret dein, armherziger, er hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne seyn. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. Mel. Befehl du deine Wege 655 Barmherziger, er495 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Ers barmer seyn? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was feiner von uns für ihn vermag. heißes Flehn! Laß, den ( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, ge= quält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 3. Sieh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunde und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorüber gehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 2. Bater, viele Men. schen weinen, viele KranFen 496 Gesinnung und Berhalten des Christen ken schmachten jetzt! Aber du verläsfest feinen, der auf dich Vertrauen setzt; trocknest liebreich Kummerthränen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh' und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung ſehn. 3. Sende, Vater, uth den Schwachen, Licht in je= des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß' die Waisen, deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranken sanfte Ruh! Sterbenden sprich Tröstung au! 4. O du treuer Menschen hüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, all: mächtiger Gebieter, deinen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freu: den, daß sie, frei von ih: rer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Christus, viete Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern; oso lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! Nach der Genesung. Mel. Nun danket Ante Gott mit welchem kann 657 dich, o Gott, mein Lied erheben? Nur deine Va terhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde, beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, sah ich ge= trost hinab. 3, Allmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glie: der; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und Herr, nun gibst du mich den einigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Le ben selbst will ich dir Dank beweiseu, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Men. schen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu seyn. Vor: unter besondern Umständen. Borbereitung auf den Tod und Trost für Sters bende. 2. Ich geh den Weg zum ew'gen Licht: er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht: ich geh zum Leben ein 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforschlichweise Wacht führt mich zur Seligkeit. Mel. Wann mein Stündlein 497 gen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! Mel. Mein Gott, daß her; einst wird es verkläret mir 658 Bald leg ich ihn wiedergeben müſſen. Du Sorg und Schmerzen ab, und diesen Prüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab: ich ruh in Gottes Hand! kommst, Erwecker! Deine Macht; die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. ott, wann mein terbend Auge 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir flehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klas 4. Wie köunt' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fors dert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achund mit Blick auf dich nach meinem Biele trachten, und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. 659 bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Ent schlummernden, uun alle Mel. O Gott, du frommer Gq: t meine Lieben stehn, und 660 Schon naht fich beweinen: meines Laufes und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Bater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft; hier bin ich, Herr, dir folgen will ich gern. 2. Preis 498 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ge breitet, dir Gott, der bis an's Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und feine Pflicht; doch gingst du, Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu' viel zu ge ringe und der Barmherzigkeit, die du an mir gethau. Frohlockend bet ich dich mit allen Himmelu an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vers tranen, und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird felig seyn: denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; nnsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Nach einem kurzen Kampf: fo Erönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn! wahre Ruh' und Quelle vol ter Seligkeiten; dort ärntet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir berei: tet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. 2. Hier lieg ich, wie ges bunden da; dort werd ich voll von Kraft und Leben dem göttlichen Befreier nah, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwadhrit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Selig feit. 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verletzen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Sitz der Geligkeit, zu der verklärten Geister Chören: ich werde ihr: Willkommen hören, und wen ich hier im Herrn ges kannt, den finde ich im bes sern Land. mein 661 math, Geist! O fich, in welche zu, In eigener Melodie. ach eile meiner drum ins ew'ge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die göttlich große Freuden des Furzen Pilgerlebens Müh per: unter besondern Umständen. verwandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in kind: licher Geduld dich deines Baters Lieb' und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verklärt dort oben stehn! Mel. Wer hur den lieben Gott ch 662 faſe, Bater, 3 deine und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Batergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine lette Bitte; nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Bater, ach noch Eins ist Noth; ein gutes End', ein sel'ger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft erquickt, durch Leid 499 denn du bist's, der mir het fen kann. Stärk' mich im Guten bis ans End', damit ich treu den Lauf vollend'! stets wohl geführt, wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. 4. Ach jest, auf meinem Sterbebette, sieh meine Noth, o Vater, an! Er quicke, lindere, errette; 5. Mein Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, e Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu mach' Ende, bringe mich zur 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jetzt soll ich ewig selig werden; drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bist's, wenn das Eitte weicht, der mir des Lebens Krone reicht. Mel. Christus, der ist mein geübet, oft wunderbar, 663 Bald ist sie nun vollendet, die kurze Prüfungszeit: mein Erdenlauf geendet, es waht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist ihm wohl. 3. Und 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit; laß ihnen stets dein Trostlicht schei: nen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach, und bringe mir sie selig nach! 500 Gesinnung und Berhalten des Christen 3. Und manche gute Tha. ten, Heil mir, daß ich sie that! stehu vor mir, schön, wie Saaten, die Gott ge ſegnet hat. 4. Sie reifen nun entges gen dem großen Aerutetag. Welch schöner, reicher Se: gen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht Schwestern, fehet Brüder; so selig stirbt ein Christ! Mel. Jefus, meine Zuversicht 664 Selig find, die in dem Herrn, in ihrem Schöpfer sterben: denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an Alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wert, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so trö stend sendest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig seyn, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, o Tod, wann du willst zu meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schrit: te. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du 3weifleru seyn; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Pein, keinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub.. 5. Aud dem Staube nen gebaut ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts als Sel'ge, nichts als Enget. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein na: hes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick; dann, dann wohn ich bei Verklärten. Fasset Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung haft ers rungen, auch in meiner To: desnoth, Jesu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. In eigener Melodie. 665 Christus, der ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm hab ich mich ergeben: in Frieden scheid' ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel er: ben; mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald unter besondern Umſtänden. 501 3. Bald hab ich überwun- mir die Weisheit ein, stets den des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prü: fungsstunden, leb ich bei dir, mein Gott. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanken, wie ein verloschend Licht, bald hie. bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer; die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, fauft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollen: de im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände; Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Gott u, Herr und 666 ¹3 Bater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern tra, e, die irdisch und zere brechlich sind: drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir ver: borgnes Ziel bestimmt, und daß die Seit, die mir ges geben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das föße auf mein Heil bedacht zu seyn! 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ent fernen und um den Himmel zu bemühn; v mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt ent= rückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufge= hoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Je= sus ist, da sei mein Herz! Herr, lenke selbst es hime melwärts! 5. Hier allen Sünden ab: zusterben, zu leben der Ge= rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, ver Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreun! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn: doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Vater, auf mein Flehn; sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin: bist du, mein Heiland, nur mein Leben 502 Gesinnung und Berhalten des Christen ben, so bleibt selbst Ster: ben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei nur mein Trost, so gnüget mir. wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht, in deinem Licht, Gott, das Licht. 667 Mel. Herr, wir singen deiner eil dir, Seele! Gott erscheinet. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Ens gel steigen nieder; bald Mel. Ermuntre dich werd ich nun, verklärte 668 ott, öffne beinen Brüder, an Gottes Thro: ne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich seyn soll ich, soll ewig dein mich freun. Himmel mir! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herr lichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. I 2. Herr, meine Seel' empfehl ich dir in deine Baterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streis ter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wand'rer sehnt. Heil mir! Halleluja! Ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich Der sterbende Jüngling. mich über Welt und Zeit! 6. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst 669 Nipilger bieMel. Wann mein Stündlein icht vom Glauben mich zum Schauen; Dank dir! Mir fer Zeit, schon reif um ist der Tod Gewinn. Wer, bessern Leben, steh ich am Rand unter besondern Umständen. Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor zum Sih der Wonne. 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und eingedenk der Rechenschaft, und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schau dern säh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; vor mir fäh ich den Rich terthron, an dem, zum wohlverdienten Lohu, Verdammung mich durchbebte. 4. Jest kann ich freudig zu dem Thron des Welten richters treten; denn Jesus Christus, Gottes Cohn, wird mich vor ihm vertre: ten. Ihm war mein Daseyn hier gweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. D Trost in meiner legten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. 503 Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott 670 jedoch ich ster be, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmels pflanze Gott geweiht. 2. Un meiner Gruft stärkt euern Glauben, ihr Weltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wieder giebt. Dank sei dir, Bater! dargebracht, für deine Sorg= falt! Gute Nacht! 3. Nach langem Schmerz und kurzen Frenden, reißt mich der Tod aus viel Ge fahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank ge= bracht. Getrene Mutter; gute Nacht! 4. Beruhigt ench, ihr an dern meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwes't zu schönrer Pracht: wir sehn uns wie der; gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Auf 504 Gesinnung und Berhalten des Christen Aufblühn schon des Todes Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben; du seist, wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ew'gen hiu! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherrlichkeit; so denkt: sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft; daß er sicher deine Huld, und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Himmels erbe! zen ist er( sie) schon dem Mel. Dein find wir, Gott, in 11 Tode nah. Er, so thener 672 D wollt erhd. ren, Gott, sein( ihr) Flehn, nicht ins Gerichte mit ihm gehn, der jego deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Haup tes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als feine Beit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Lei den 3ahl, er leidet jest zum letztenmal. Acth fei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlum Fürbitte für Sterbende. Mel. Fren' dich sehr, o meine nter manchen 671 Ubangen Schmer hülflos liegt er da, ist sich feiner nicht bewußt, röchelnd athmet feine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er bloß in starren Blicken. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, feines Herzens stummes Flehen, seiner Lip pen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht, und durch deiner Lehren Licht, auf des Todes- dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 2: Bald, ach bald ent: Aieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt: jede Laft, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. unter besondern Schlummer sei für ihn der Tod. 4 Vollende, Vater, sei nen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den letzten Schmerz! Bon dir erquicket, ruh sein Herz! Durch Jesut Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! 6. In ihm vermehre deine Ruh', fein armes Herz erquicke du! Geist Got: tes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun, und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern:( aß ihn den Himmel offen sehn, und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu er höhn! 8. Ach Gnade, Gnad' er= geh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme feiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie; erhöre fie, erlöse Gott, erlöse sie! Umständen. 505 10. Behüte ihn in sei nem Tod; ihn segne, seg= ne, segne, Gott! Wann nun sein Ange sterbend bricht, leit ihn dein Licht; tröst ihn vor deinem Angesicht! Einsegnung eines Sterbenden. el. Herr, wir singen deiner ei gesegnet! 673 Umen, Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende; dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd' entfleugt. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Je= sus Christus hat dich versöhnt, von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glau bens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umpfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach To= desnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Stamen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab vom Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf. Y 3. Nimm 506 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Nimm von uns den leßten Gegen! 3war sinkt dein Leib dem Grab entge: gen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht. Geh ein zu deiner Ruy'! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Tod: ter, du, nach kurzer Ruh wirst du zum Leben auferstehn! 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmels lichte ein sanfter Wider schein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Entzücken, ihn laden Boten Gottes ein. Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten Die sanft fehn 674 We wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen, sich seinem Ziele nahn! Wo Erdeiglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel anfgethan. 2. Er sieht sein Pilgerle: ben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu' am Biel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh' und reines Selbstgefühl. 3. Von seiner Angst be: troffen, sieht er sein Grab nnu offen; er geht und fürchtet nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. 5. Er fegnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt fie nie. 6. Er faltet noch am Ende zur Gottheit seine Hände, um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Vater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 7. Dlaßt, wie er, uns le ben und nach dem Sinn uns streben, der uns dies Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Selig: keit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Beim Tode guter Aeltern. Mel. Auf, schicke dich 675 ott, welch ein unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Va: ter( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Uch, unter besondern Umständen. Ach, einen Blick warf er ( fle) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Her zen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast ver gehu in ihren tiefen Schmer 507 uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn wir fromm sind, des besten Vaters Se: gen! weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trösten? Du kannst allein nun Helfer seyn, du bist ja stets Erbarmer der Er lösten. 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, un fer Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Baterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier getreu und fest den Pfad der Zugend gehen, damit wir einst, wann du erscheinst, im bes sern Land die Weltern wieder sehen! zen. 4. Uch Sorg' und Müh' war spät und früh für uns fein stets eifrigstes Geschäf te; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pfle= gen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit. ür allezeit nach Pflicht ganz 676 mel reiften fie, ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? 3war für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 2. Uch meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenlos mein Leben! Ich sah sie, wie den Frühling, 22 blühu; 508 Gesinnung und Berhalten des Christen blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehu, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter follten sie erfreun, und Trost mir noch im Tode seyn. Kinder sehn, mit ihnen dan= kend vor dir stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen seyn, und ewig mich mit ihnen freun. 3. Da, Ew'ger, sprachst du: Gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie Mel. Der unsee Menschheit werden nicht dein Alter 677 Es ist nicht mehr, freun, nicht Trost dir noch im Tode seyn: du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben sah. für nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rofe sah ichs blühn; und weiß und fromm es zu erziehn, war immer mein Bestreben. Uch meine Hoffnung sank ins Grab, und alle Lust mit ihr hinab. 4. Herr, ich verehre dein Gebot, nur laß mich meis ner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der bu Uler Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefüh. le der Natur! nicht murren, weinen will ich nur. 5. Uuch meine Thränen preisen dich! Sie sind die 3eugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun imLichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Zugend übest. Herr, meine Seuf zer danken dir; du, du vertrautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preif' ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst; doch dann mit Freudenthränen! Dann werd ich meine 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch in Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar seyn; du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; ges sichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Frenden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leis den. Gerettet ists in deiner Hand; ging mir voran ins Vaterland. Beint unter besondern Umständen. Beim Tode eines guten Ehegatten, oder eines Freundes. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 678 21, hier nicht fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theure gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick: du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 509 Klagen! Die Seele, die mit der Engel Schaar. Wie hier heilig war, vereint sich könnt' ich heidnisch zagen! mein Auge bricht, mein Ohr 6. 3war hört, wenn einst von dir, oTheurer,( Theure) ach, und und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn: o freudenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblics bü, zum neuen Freundschaftsbunde. 2. Der Freundschaft Labfal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Smitleid, wann ich leide, Es fehlt mir deine trene Hand auf meinem Pfad zum bessern Land, und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß; bu ru hest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugeu. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlößt von deines Leidens Joch: ge duldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge: hoben ist der Geist zu Gott, der Uller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 8. Danu schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele fingen wir von weggeweinten Leiden** von der Eugent hohem Lohn, und vreien Gott und seinen Sohn für unsre höhre Freuden. 9. Gedanke der Unsterblichkeit! erheitre jede DunFelheit, und stärk mich, wann ich wanke; veredle jede Leidenschaft, erfülle mich mit Muth and Kraft, du himmlischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel. Run laßt uns den Leib 5. O Trost, ohoher Trost für mich! erheitre dich, und stille deine 679 Mir gehn aus Grab und 93 510 Gesinnung und Verhalten des Christen hoffen doch: dein Geist, zu Staub und Erde werden Entschlafner, lebet noch, muß. von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Er bleibt nicht immer Erd' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. Hier, Mensch, bier lerne, was du bist; lern' hier, was unser Leben ist! Nach Sorg' und Furcht, nach mancher Noth und Urbeit kommt zuletzt der Tob. 4. Schnellschwindet unsre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folat der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; fo währt auch Leid und Trau= rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, bes sinue dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 2. Ruh' fanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh'. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 6. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh' ins stike Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich seyn; dein Herz war fiebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Baterhand. 5. O Gott, nun blickt bei fanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wv Jesus Christus, unser Hirt, all' unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, sei, Jesus, unfre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater filehu: mein Gott, ich bitt' durch Christi un bringen wir Blut, machs einst mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns Gott uns kindlich scheun! Wir find In voriger Melodie. 680 den Leib zur Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib ber nach des Schöpfers Schluß unter besondern Umständen. sind hier immer in Gefahr; nimm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vols tendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zeuch unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Untlig ewig sehn! 511 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott feine Thränen ab. Was sind die Leiden diefer Seit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schiaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Zugend uns bereit. 7, Ach, Jefu Chrift, dein Mittlertod stärk' uns in uafrer letzten Noth! Laß anfre ganze Seele dein, und felig unser Ende seynl Mel. Mun laßt uns den Beib Mel. Jesus, meine Zuversicht 681 Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stim 682 Senkt den Leichnam, fenkt me ruft! Wir fäen ihn; einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wird's nunmehr. Er schläft, er ruht, und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Misfethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsat oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquicft. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. ihn ein, ehret noch des Geistes Sülle, ruh, zerfale lendes Gebein in bes tenackers Stiile! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du, Todter, tha= test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirkteft, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken All ins Grab einst nieder: faßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? 4 Was 512 Gesinnung und Berhalten des Christen Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Beib ( Die Versammlung.) 683 enkt nun den Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesti: ches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. 4.( Chor.) Gott ist allgü tig und vereint dereinst mit sich den Zugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht! gedrückt. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Rechte mich. 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todes: thal. Auch dugingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt: doch hat auch Trübsal mich 7.( Vers) Vollendeter, genieße du nun ungestört wir, o Herr der die stille Ruh'! Einst gehn durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 3.( Verf.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des. Lasterhaften Strafgericht. Mel. Schwing dich auf zu Sie, fetig auch im Tode 684 Raft dem 1on, empfängt der wählten Sohn. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig feyn. 9.( Vers.) Nach dieser kurzen Lebenszeit erwartet uns Unsterblichkeit; wenn wir uns hier der Tugend weih'n, kann uns der Tod nicht schrecklich seyu. seinen Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Zodte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht, er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erweat kein Klageton! Trocknet eure Thränen! 3. Stim unter besondern Umständen. 513 nem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. 5. Stimmet an das hohe er, Jesus Chrift: die in seiz Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst vers schied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in sei: ner Hand, ruhn in fenftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 3. Und wie sollt' im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herrließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er felbst durch Blut und Ster= ben hat erkauft zu Himmelserben? 4. Nerntefeld! Hier rus hen sie, Christeu, unsre Brüder: kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wie: der. Heil dem Guten, der bier fand sanfte Ruh der Müden! Für das beßre Ba terland schlummre er hie nieden! 5. Saaten der Unsterb. lichkeit! Heilige Gebeine! Bald verströmt auch unsre Beit, ruft der Tod: er scheine! Ruf er dann; wir sind bereit. Wer des Les bens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Laßt den Leib im Tod erkalten, laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ew'gen Himmelsfrieden, den er seinem Bolt beschieden. tenbeine, ungestört in eurer 6. Ruhet woht, ihr Tod: erscheine, da des Richters Stimm euch ruft! Nach des Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ew'gen Freuden. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 N Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; rus het, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Seit; ench, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. Mel. Nun laßt uns den Leib 2. Nur getrost, ihr werS fromme det leben! Der das Leben 686 gib denn, selber ist, wird euch nenes Leben geben! Er gelobts, stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie bent 25 dem 514 Gesinnung und Berhalten des Christen dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst dir. dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. D gib uns Kraft, ge: wissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns Alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Trub; hier findet Mel. In allen meinen Thaten der Bedrängte Schuß; hier 688 Da fehen wir, wird in süßem Schlaf er: quickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf, vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir fingen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Lebeir ruft. 2. Fließt nur, ihr Thrä. nen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabes stätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frie den den sanften Schlaf der Müden: hier find' er die erseufzte Ruh! 6. Erinnre uns zu aller Beit, o Gott, an Zod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn! Mel. So schlummerst du Joch 4. So wie in heil'gen Hai: nen naht sich hier den Gebeis 687 Noh ehen wir, nen nicht Frost, nicht Son= Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. Stürme, brauß't gelinde, und wehet fanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns 5. Senkt dann den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Er unter besondern Umständen. 515 gestillt: unsre Wünsche, unser Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. Erde 100 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Schooß verborgen, nichts feinen Frieden stört! Kühles Grab; 0 wann nimmst du mich in deine stille Ruh? Erde deckt. Sm Grab ist fanfter Schlummer; ihn stört kein Erdenkummer; Gott ist es, der hn einst erweckt. 6. 3um Leben ohne Sor gen weckt ihn der frohe Mor: gen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, fo singt der Christenglaube: auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Betrübte! Dort wandelt der Geliebten hohen Himmelslicht. Vergönnt ihm feine Freude und wehret Mel. Christus, der ist mein eurem Leide, und wischt 690 Das Grab iſt tief die Thränen vom Gesicht! und stille, und schauderhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. Mel. Gott des Himmels und 2. Das Lied der Nach689 Ruhig ist des To= tigallen tönt nicht in fei nen lings Blüthen fallen nur auf des Hügels Moos. des Schlummer und der Schooß der Erde kühl: da stört unsre Ruh' kein Kummer, nicht der Leidenschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unsern Hügel fchwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmäh sucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab. Feb: ler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann 3. Verlaßne Theure ringen auf ihm die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Ruh', nur durch die dunkle Pforte geht man der Heiz math zu. 5. Das arme Herz hienieden von manchem Sturm. bewegt, erlangt den ew'gen Frieden erst, wann es nicht mehr schlägt. 26 Mel. 516 Gesinnung und Berhalten des Christen Mel. Geelenbräutigam Still erheben wir 691 S zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freudenreich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimne ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht, und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode fei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Berunglückten. 4. Wer zählet die Gefah. ren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 3. Gesund und muthig fchreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr 6. Doch Alles, was ge= schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entfliehet. Du willst; so kommt der Tod. 7. Ach, dieß nur macht une stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich niederMel. Cbriftus, der ist mein 692 Berzeih der tiez reißt, darf unser Geiſt dir fen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. trauen. Du liebest unsern Geist. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Men: schen Kraft? Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahin gerafft! 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten, und stets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von ឆ ឌ ៩. unter besondern Umständen. uns hin. Da sehen wir und schmecken, der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühverstorbener. In eigener Melodie. 693 3ur frühen Gruft wirst von uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet, und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Soh: nes Pfade, und lenkte deines Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Ent. ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. Jn steter Ruh, in un gestörtem Frieden, wohnt nun dein Geist, und trö. stend sieht hienieden Gott deiner Neltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er 5,12 hat es euch geliehen. O gebt's ihm gern! Laßt en= ren Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 694 Denn der Stifter ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach dann fühten unfre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, Faum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ih re ganze Hoffnung steht; ach, dann will ihr Herz ver= zagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Bas ter raubt; wenn des Hau ses Stüß und Krone finfet mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was glei= chet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unter= liegen, dieses arme, schwache Herz, hilfst du nicht, Herr, uns stegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wies der. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie Y Z nicht 518 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wieder geben! Schoos! Süße Hoffnung! yolder Glaube! Alles windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wird verblühn; Seelenschönheit nie entfliehn; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und ächte Zugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsseligkeit. 6. Himmelsseligkeit befehet; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gott € heit unvergänglich, wie der Himmel überschwenglich, ist des Christen wahres Glück. Bater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. Alles ist an deinem Segen 695 Erbentöchter, Er densöhne, seyd nicht stolz auf Reiz und Schöne; tropet nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell- versieget, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, Mel. Aule Menschen müssen sterb. fend nicht traurig, wenn so 696 Wifer strebte, früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft: edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. feine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich feyn! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt klag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schäßen kann. 3. O was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zu sehn! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 2. Laßt uns Alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht find unsre Bähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unverloren in des ew'gen Vaters und Am Grabe eines edlen und verdienten Mannes. unter besondern Umständen. und unser eignes Herz, ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben seguend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Nas men! Seine Tugend nach: zuahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft verleihn. 519 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat ausgestreut von unferm Lehrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden! Trost und Gelübde auf Gråbern. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Me!. Liebster Jesu! wir anft, wie er 697 Sª gewandelt endete, zum Trost der Seinen, dieses Edten Er- 698 G Saat von Mel. Auf, Christenmensch geweihter Ort, denpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. O er hat uns tren belehrt und zum Guten hingekehrt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Bater, das hat er verkündet, und, ge= stärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu er heben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende, und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. Gott gefä't, dem großen Tage der Uernte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt! 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schickfal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; erschaf fet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt 520 Gesinnung und Berhalten des Christen bringt zum ew'gen Frieden. Weint, Freunde, nicht: denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! Sklavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit fein Herz der Zugend treu geweiht. 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Elume; seht, sie blüht, vom Frühlingshauch um weht! 9. Auf Gräbern der Ent schlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das heil nne 5. Und was man hier der Erde gibt, ftes pulle. Unsterblich ist 699 Mein eiland Hülle. bes Menschen Geist, Ver: nunft und guter Wille er: hebt uns über Welt und Beit, die Zugend führt zur Seligkeit! 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das kühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach vollbrachter Beit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden, was ihr, entschlafne Brüder, seyd, werd ich vielleicht bald werden. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vater: lande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters lebt hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwun gen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein foll mein ganzes Leben seyn; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schanen. Das ists; was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub fich neu gebild't erheben. Wann du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten TH unter besondern Umständen. rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an; läßt in dein Reich mich Forthin von keiner In eigener Melodie. Last beschwert, an Leib und 700 the fend wie felig ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch um fangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht um geben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkomm nes Glück zu nennen. Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, voll kommne Lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da follen die, die dir hier fol gen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, ge= nießen deine Herrlichkeit, O was sind Leiden dieser Seit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo Feine Schwachheit uns mehr brückt, wo wir der Sterb. lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 521 deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst damit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach: zustreben, und als dein Jünger; dir zum Preis, nach 3. Ihr hingegen ruht in scherm Brieden, der euch nach dem Kampfe ward be fchieden. Kein Schmerz, Fein Leiden tört euch im Genusse reiner Frenden. 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen; ihr genieß't schon, wornach wir uns ſehnen: ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks, den Him mel erben? Wer wollt' in Beiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernsthaft darnach streben! Komm und führ uns zu dem hö bern 522 Gesinnung und Verhalten des Christen hern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle gute See: len sind in Gottes Stadt beisammen. Trost des Wiedersehens. schon Hand in Hand, auf 5. Drum laßt uns hier Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns sehen. Wie Mel. Wann mein Gründlein 701 Srennung Last wird uns seyn, wann wir liegt der uns sehn, wann wir uns froh entgegen gehn, fort: hin uns nie zu trennen! 6. So seid getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns Alle wieder finden! D Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn; wie trößtest du die Seele! auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd' ich, nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Reinen wieder sehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sle ruft mir zu mit sanftem Lon; du wirst sie wieder sehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben unter Mel. Halleluja! Bringet Ehre Settes Hut wirst du fie 702 Wiederfehn! Mit wieder sehen. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich gesinnten Frommen. Sie werden All' in Gottes Licht auf's nen zusammen kom men, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Got: tes Engel, der sie kennt, führt Alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die gen flopft dir jede Bruft entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schloffen; und wenn Abschiedsthränen floffen, hoffte Freundschaft Wiedersehn. 2. Biedersehn! In holden Bildern will uns die Natur sich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröche Strahlen nach der Nacht die Berge mahlen; spricht die Soune: Wiedersehn! 3. Bie unter besondern Umständen. 523 3. Wiedersehn! 3u deis Höhn! Theure, aller Welt nen Freuden wachsen Blu- Gewalten sollen meinen men frisch und kleiden herr- Fuß nicht halten: ja, ich lich sich im Frühlingswehn; werd euch wieder sehn! und der frohen Nachtigallen fummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn. 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen, o wie schmacht' ich dir entgegen über Auen, Ström' und 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! O, ich seh den Himmel offen, winkt der Herr mir, heim zu gehn! Zheure! in der ley= ten Stunde ruf ich mit schon blaffem Munde; ewig, ewig Wiedersehn. Nach 524 Nachtrag einiger, bei Mehreren beliebten, älteren Lieder. Mel. Wunderbarer König unmschränkte 703 U Liebe! gönne blöden Augen, die zum Irbischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmük Fen, und zugleich freuden reich, Besen und den Deis nen, wie die Sonne scheinen. 2. Waffer, Luft und Er be, ja bein ganz Gebiete ist ein Schauplah deiner Güte. Deiner Laugmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, v wie breit Freckt sie ihre Slügel über Berg und Hügel. 6. Was wir davon denfen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich has sen! Herr, wer kann das faffen? 4. Dn vergiebest Sünde, hörst der Sünder Fleben, wann sie weinend vor dir ste hen. Deine Rechte dränet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Born erreget. 5. Hert, es hat noch keiner, der zu dir ge= gangen, statt der Grade Recht empfangen: wer zu deinen Füßen sich mit Thranen fenfet, dem wird Straf und Schuld geschenfet. Unse: Schmerz rührt bein Herz und du willst der Armen guädig dich erbarmen. 6. Höchster! sei gepriefen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter führet. Sahre fort, Sions Hort, Langmuth auszuüben, und die Welt zu lieben! Mel. Nachtra g. 525 Mel. Schon ift ter Tag von G. will euch auch segnen, auch 704 Die Grift Jefu regieren. Wer, fragt ihr Christi; sein, wer auf der Erde wohnet: deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt: er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlöften? Wer darf, des hohen Gegens werth, sich feiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mitt: ler, sich bekehrt, und gläubig wird, und dich zu sei nem Herrn erwählt. 3. Und wer, in deinem Blute rein, der Unschuld sich besleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Misse: that erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Gegen seines Herrn im volten Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kom: met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig, in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Ema pfangt den König: er will ench auch seguen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde tren, den Himmel gibt den Seinen. Mel Mein ganzer Geißt 705 Triumph! Tris und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, er= höhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet! gebet, stolze Epötter, unferm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heit uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest steht es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gefpro chen. O selig, wer sich ihn vertraut! Er hat den Tem pel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gota tes Krieger, der erstanden, macht 526 macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir ge: grüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werden's seyu, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig se: lig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Berklärung sehen. Mel. Es ist das heil uns Nachtra g. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immermehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Tren nicht ab, bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne 706 mit autem gleich, und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! D Gott, schenk uns dies Leben. Schallfroh. locken wir: der Herr ist auf gefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch sinkt drum unser Muth nicht läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. wir, wohin uns unsre Wall. 707 Gott, für Mel. Nun danfet Alle Gott selobt seyft du, fahrt führet. deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Undacht fleißig höre! Omache doch mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schäd= lich ist, für wahres Heil er: wählen! O Höchster, leite felbst den forschenden Ver: stand: so wird was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, und steht der Him: met offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wer glaubt, deß Herz ist freudenvoll, nur daß er sich bestreben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seiwes Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht aum Himmel einzugehn, der Nachtra gi 3. Wie thörigt ist es doch, blos andern Menschen glau ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richt: schnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre; und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geist, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Chrißenmensch. 708 Herr, du bist meine 3uversicht! Du lebst; auch ich werd' leben! Du wirst mir, was dein Wort ver spricht, Unsterblichkeit, einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dieß stärket meine Zuversicht. 527 nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine fanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich sell leden. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Buversicht! 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Zod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! Mel. Der unfre Menschheit Erhöhter Jesu! geh ich oftmals weinend hin, den Saamen 709 Gottes Sohn auszustreuen: dort wird der herrlichste Gewinn der Vernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht: denn du bist meine Suversicht! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der: einst zu rechter Zeit, in gros Ber Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer 528 2. Ber fast, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner En gel Heer erscheiuft, die sich vor dir, Herr, beugen; dann fieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachts. voller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer, das große unzählbare Heer der Todten wieder: geben. Sie stehn durch dich, Herr; neu beseelt, nun Alle auf und keiner fehlt. Nachtra g. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach feiner That zu geben. Dann triff: den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Zag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Frenden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft seyn; und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name fei mir ewig werth und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Mel. Befiehl du deine Wege ch denk au dein 710 du Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrlis ches Geprange! Welch hohe Majestät! 6. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Men= schenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Richterthron; den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Sroh Nachtra g. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber be: ben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen seyn und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Seit, so wie ein Weiser handeln, der seinen Rich: ter scheut. 7. Ist dann dein Tag vor handen; wird diese Welt vergehn: so hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ott, hilf mir, 711 daß ich Buße thue, weil mich noch deine 529 Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, das bei das Herz sich leicht ver stockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines eing'gen Sünders Zod: drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen ſeine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst feine Buße gnädig an: machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Baterhuld: er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft ge= ring sie schätzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen ſei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zugebracht, zu deinem Borngefäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben: drum laß 3 mich Nachtrag. 530 mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sünden; elend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Guade, die uns vom Sün: dendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! Wie felig bin ich dann schon hier; wie glück lich einst, mein Gott, bei dir! In voriger Melodie 712 Mein Herz, era muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ibm, der stets dein Helfer war mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nühlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Freu' mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfsk mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen drein, mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist dei. nes Ruhms, mein Retter, voll. Dkönnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch, meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend 3ungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gung von mir bes sungen, auch bei dem allers größten Steiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gez than. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hörest selbst das schwache Lal Nachtra g. Lallen der Deinen mit 3u: friedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemü: the mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkomm ner deinen Ruhm erheb im höhern Heilig thum. Mel. Herzliebster Jesu! 7. Jehofa, alle deine Werke sollen dir jauchzend ch 713 will, mein danken. Deine Frommen 3 Gott, du wollen aus allen ten sich bestreben, dich zu erheben! nig, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen brin gen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen Loben! Bon allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsſe, Herr, zu allen Zeiten bein Lob verbreiten. 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn g'nug erhe: ben, wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er begreifen und / empfinden; wer Gott er 714 S Gott ein LobMel. Allein Gott in der Höb timmt gründen? lied au mit freudigem Ge müthe; es rühm' und preise, wer da kann, den Geber als ler Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunderwerke: die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem 82 er 3. Von unsern Vätern wardest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werte. 531 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barm. herzig, gnädig, und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an Allen fein Wohlgefallen. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und präch: tig, wie groß in deinen Bundern, Herr, wie mäch tig! Das preiß ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde: Nachtrag. 532 er alle Ding' erhält: drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns er schaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch feinen Engel schüßt; der täglich schenket, was uns nügt; drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! Er gibt uns feinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch feinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dan: ket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Bei stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott: er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott: ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott, und preif't ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! Register. Seite 21 ch bleib mit deiner 156 Uch endlich, Dulder, 126 Ach Gott, verlaß mich 300 Ach Gott, wie mancher 226 Ach, hier nicht mehr, 509 Ach könnt' ich doch mit 494 Ach sieh ihn dulden, bl. 120 Ach welch ein Kampf 62 Allein Gott in der Höh' 29 Alle Menschen müssen 201 Allen Christen und auch 373 Aller meiner Brüder 378 Aller Welten Herrscher, 28 Alles hast du mir gegeb. 314 Alles ist an deinem Geg. 42 Allgegenwärtiger! ich 13 Algütiger, dir will ich 454 Alliebender, du schufft 377 Allmächtiger, ich hebe 439 Bald ist sie nun voll. 499 50 Allmächtig großer Gott Um Kreuz erblaßt Anbetung sei dir, Gott, 138 126 Bald leg ich Sorg und 497 Bald oder spät des T. 251 33 Barma Seite Anbetungswürd'ger G. 7 An deine Leiden denk. 100 An dich, mein Gott! 277 Auch außer meinem 485 Auf, Christen, bringet 316 Auf, Christen, laßt uns 66 Auf dich, Erlöser, stets 243 Auf Erden Wahrheit 90 Auferstehu, ja auferst. 195 Auf, freue dich, mein 65 Auf Gott nur will ich 415 Auf Gott und nicht auf 285 Auf, Jefa Jünger, fr. 137 Auf, meine Seele, auf 129 Uuf, o Seele, sei noch 448 Auf, schicke dich, rechtf. 82 Aus des Grabes Band. 130 Register. Seite Barmherziger, erhöre 495 Beficht du deine Wege 287 Beglücke meine Reise; 485 Beglückt, beglückt ist, 250 Begrabt den Leib in f. 511 Bekenner Jefu, werdet 106 Berufen hast du mich 414 Besiß ich nur ein ruhig. 355 Bester, weisester Reg. 44 Bewaffnete, der Krieg. 430 Bewahre meinen Mund, 274 Bilden soll ich mich auf 221 Bis der Tod ihm winkt 358 Blick hin in die vergang. 351 Bringt Preis und R. 129 Christ, aus deinem H. 365 Christe, du Sohn G.! 107 Christ, eile nie mit sich. 168 Christus, der ist mein L. 500 Christ, wann dich Trüb, 293 Dank und Anbetung 29 Dank, Vater dir, der 494 Das Umt der Lehrer, 417 Das Grab ist tief und 515 Das Land, das Gott 426 Daß ich der Tugend 242 Daß unser Gott uns 2. 358 Da stehen wir, die Dei. 514 Dein bin ich, Gott! D. 47 Deines Gottes freue 283 Dein Heil, o Christ, n. 301 Dein Volk, o Herr, f. 155 Dein Wille ist's, 0 G. 330 Dein Wort, o Höchst. 146 Seite 86 86 2 5 Dem ganzen Erdkreis Dem großen Vater w. Demuthsvoll komm ich Dem Wandrer gleich), 400 Den größten Sterbend. 114 Der am Kreuz ist meine 117 Der du den Menschen s. 471 Der du selbst die Wahr. 150 Der du stets unsre 3ufl. 3 Der du uns als Bater 143 Der du uns das Heil er. 76 Der du voll Blut und 119 Der du von Jugend auf 317 Der Ehestand soll heilig 40% Der Erde Reize sind er. 453 Der Freuden Quell ist 211 Der Heiland kommt, I. 75 Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine 288 Der Herrscher aller£. 108 Der hohe Himmel duuk. 462 Der Lenz erfreuet, was 195 Der Mächtige, der H..462 Der Mond ist aufgeg. 450 Der Morgen kommt u. 491 Der Tag ist wieder hiu; 445 Der weiße Schöpfer, d. 434 Der Wollust Reiz zu 337 Des Leibes warten und 336 Des neuen Jahres erst. 463 Dich bet' ich an, erst. 128 Dich kennen, Gott, ist 269 Dich seh' ich wieder, 436 Die auf der Erde wal. 179 Die Erd' ist Jeſu 525 Die hier vor deinem Die Himmel rühmen 34 Die Kinder, deren wir 408 Dies ist der Tag, den 83 Die stillen Abendstund. 448 Di 419 Register. Seite Die Thiere, deren Herr 435 Die Zunge, die vern. 432 Dir dank ich für mein 470 Dir ergeb ich mich, Dir, Gott, der so gern 161 239 Gott, u. Dir immer abnlicher zu 257 Ehre sei Gott in der Dir tranich, Gott, und 291 Dir, unser Gott, ist 38 Dir zu leben, dir zu 181 Du aller Menschen V. 380 Du bester aller Mensch. 121 Du bester Trost der U. 482 Du bist's, dem Ehr und 312 Du, deines Vaters 247 Du denkest in der tief. 116 Du, der kein Böses thut, 54 Du, der sich einst voll 105 Du, der so gern begl. 356 Du, dessen Augen floff. 116 Du, deß sich alle Simm. 308 Du gabt mir, Ew'ger 349 Du, Gott, bist über Al. 281 Du, Gott, du bist der 464 Du hast es mir gegeben 484 Du hast uns, Herr, die 341 Du, Herr, bast aus B. 165 Du, Herr und Vater 501 Du, Herr von meinen 475 Du kamst herab zum Du klagst und fühlest 352 Du läßt den Tag mich 471 Du liebst, o Gott, G. 377 Durch dich, Gott, bin 413 Durch dich, o großer G. 313 Du sagst, ich bin ein Ch. 252 Du schaust, mein Sch. 275 Du Bater deiner Men. 279 Du vertheilst der Men. 412 Du weiser Schöpfer 16 71 Seite Du, welchen keine Welt 486 Du wirst, o Vater, für 183 Du wollst erhören, G. 501 78 155 Ein' feste Burg ist Ein Gott regiert! Was 299 Ein Herz, o Gott, in L. 363 Ein milder Regen sinket 461 Ein Pilgrim bin ich in 202 Ein ruhiges Gewissen 394 Einsam bin ich; tiefe 450 Eins ist Noth! Und H. 241 Einst, als im Angstgeb. 106 Einst, freuet euch, einst 208 Empfinde deinen hohen 214 Entehre nicht, mein H. 353 Entfernet euch, unfer'ge 393 Entreiße dich, mein G. 87 Entschwinge dich, mein 295 Erdentöchter, Erdens. 518 Erfreue dich des Heils, 85 Erfülle redlich deine P. 294 Erhabner Gott, wasr. Erhalt uns, Herr, bei 154 Erhalt uns, Herr, die 311 Erhebt den Herrn, ihr 68 Erhöhter Jesu! Gottes 527 Erinnre dich, mein G. 131 Er ist erstanden, Jesus 133 Er ist gekommen, er, Erlöser, der im Staube 107 Ermüdet von den S. 445 Erscheine meinem Geist, 95Er starb, der größte Fr. 121 Ertöne, feiernder Gef. 320Ertönt, ihr Frendent. 462 Es baut, o Gott, auf 458 34 77 Register. Seite Es eilt der lette von 350 Es freu' der Fürst des 310 Es ging ein Mann voll 88 Es hebt sich auf der A. 219 Es herrscht ein Gott, d. 292 Es ist dein Wille, Herr, 490 Es ist nicht mehr, für 508 Es ist noch eine Ruh v. 203 Es ist nur Einer Herr Es ist vollbracht, so r. 124 Es lebt ein Gott, der 24 Es preise Gott, wer J. 246 Es werde Gott von dir Es zieht, o Gott, ein K. 478 Es züchtigt deine Hand 477 Ewig, ewig bin ich dein, 163 Ewig, o Jesu, wird dein 157 Ewig und unwandelbar, 466 6 48 Seite Gern will ich mich erg. 182 Geweihter Ort, wo S. 519 Geweiht zum Christent. 161 Gewöhne dia, durch 429 Gib, Gott, wenn ich d. 327 Gib, Höchster, daß ich 431 Gib mir, o Gott, ein 374 Gott, aus deinen Sch. 33 Gott, deine Gnade sei 82 Gott, deine Güte, deine 46 Gott, deine Güte reicht 307 Gott, deinen heiligen 281 Gott, deinen weisen W. 413 Gott, deine weise Macht 44 Gott, der an allen End. 40 Gott, der du die Men. 384 Gott, der du für uns Gott, der du Herzensk. 276 Gott, der du Schmerz 490 Gott, der du unsre 3uf. 230 der Liebe, wie er. 278 68 Sallet nieder, fallet 314 Gott der Tage, Gott d. 493 Ferne sei der Irrthum, 215 Sest steht dein Bünd, 469 Frohlockend, Bater, w. 443 Frohlockt, ihr Christen, 132 Früh, mit umwölktem 455 Führer zur Vollkomm. 89 Für alle Menschen bet. 311 Für deinen Himmel 507 Fürwahr, du bist, o G. 40 Gott, der zum Segen f. 427 Gott des Himmels und 437 Gott, deffen Macht des 483 Gott, dir gefällt kein 253 Gott, dir vertraun ist 293 Gott, du bist von Ewig. 10 Gott, du erforschest mich 217 Gott, durch den wir sind 150 Gottes Gnade sei mit 423 Gottes Sohn ist kom. 81 Gott, heilig sei dein N. 149 Gott, hilf mir, daß ich 529 eärutet ist der Feld. 455 Gott, ich will mich e. 254 Searntet ist der Feld. 455 64 Gedanke, der uns Leb. Geht hin! Der Gott 405 Geist vom Vater und 142 Gelobt seist du, o Gott, 526 Gerechter Gott, vor d. 19 Gott, immer groß an 359 Gott ist die Liebe, Gott 26 Gott ist getreu, sein H. 21 Gott ist mein Hort und 149 Gott ist mein Lied, er 9 Gott Register. Seite Gott ist's, der das Ver. 342 Gott, lehre mich verst. 225 Göttlicher, dich zu erh. 248 Gott, mein Vater, D. 410 Gott, mit allen seinen 466 Gott, öffne deinen Him. 502 Gott ruft der Sonn'u. 465 Gott, Schöpfer, St. 404 Gott sei Dank, ich lebe 440 Gott sei Dank in alter 73 Gott sorgt für uns. D 42 Gott von großer Macht 460 Gott, ver dessen Anges. Gott, wann mein sterb, 497. Gott, welch' ein Schm. 506 Gott, wie schrecklich f. 61 Großer Gott, erhabnes 58 Groß ist der Herr, die 364 Groß ist, ihr Weltern, 407 Groß wird des Sünd, 201 18 Habe abe deine Enft am 284 Habe deine Lust, o 3. 473 Hallelujah, bringet Ch. 315 Halte dich mit hoher L. 317 Hast du denn ganz dein 479 Heiland, deine Mensch. 92 Heiland, den uns Gett 69 Heiland, groß an Huld 176 Heil dir, Seele, Gott 502 Heil'ger Geist, von G. 141 Heilig, heilig ist das 372 Heit ihm, dem Todes. 127 Herr, deine Allmacht 14 Herr, deine Kirche dan. 157 Herr, deine Sanftmuth 385 Herr, dein Geseß und 152 Herr, der du Alles g. 328 Seite 135 173 319 320 Herr, der du dein th. 177 Herr, der du mir das 447 Herr, der du selbst die 161 Herr, du bist meine 3. 527 Herr, du erforschest mich, 15 Herr, du fährst mit Herr, du wollst fle Herr Gott, dich loben Herr Gott, dich I.( b) Herr Gott, du bist die 3. 11 Herr Gott, was irdisch 423 Herr, höre mein Gebet 255 Herr, ich bin dein Eig. 200 Herr, ich hab aus deiner 185 Herr, laß mich doch g. 344 Herr, lehre mich den w. 52 Herrlich ist's, an Freund.433 Herrlich ist's in deinem 160 Herr, mache meine S. 291 Herr, meiner Seele g. 330 Herr, mein Licht, eri. 147 Herr, mein Versöhner, 386 Herr, stärke mich, dein 98 Herr und Richter aller 199 Herr, unser Gott, wer 30 Herr, vor deinem Ang. Herr! welch ein wicht. 406 Herr, wie lange muß 255 Herr, wir feiern dein 173 Herr, wir singen dei. Herr, wir steben hier Hier bin ich, Jefu, zit Hier ist noch unsre P. iertieg ich, Herr, in Hilf mir, Gott, der K. Höchster, denk ich an Höchster Gott, wird. 3 Höchster, wer ist's, der 8 Höher hebt sich Gottes 452 Huldigt Gott, ihr froh. 26 35 Jauchzt 2 62 161 166 332. 488 489 216 Register. Jauch Seite Jauchzt unserm Gott! 23 Ich bebe nicht vor Tod 193 Ich bin der reichste M. 346 Ich bin ein Chrift! G. 257 Ich bin getauft aufd. 161 Ich bin getauft nach J. 162 Ich bin in meinem G. 353 Ich bin, o Gott, dein 51 Kein Lehrer ist dir, I. 93 194 55 Kein Mensch, v Gott, Kinder, die ihr noch im Komm betend oft und Komm, o komm, du G. 139 Kommt, die ihr nicht 94 Kommt, kommt den. 39. Kommt, laßt uns Gott 459 Kommt mit Dank vor 65 Kommt und laßt uns 258 Ich bin zur Ewigkeit Ich blick empor zu dir 222 Ich denk' an dein G. 528 Ich eile meiner Heim. 498 Ich erhebe mein G. 220 Ich fase, Bater, deine 499 Ich freue mich, mein S. 285 Ich geh' einst ohne B. 188 Ich habe, Gott, mir e. 256 Ich hab' in guten St. 361 Ich hoff ein ew'ges 2. 201 Ich kome, Herr, und 167 Ich komm: vor dein 302 Ich preise dich, o Herr, 167 Ich seh' im Abendrothe 449 Ich sterbe schon, jeroch 503 Ich trete vor dein Aug. 473 Ich weiß, an wen mein 233 Ich will dem Herrn zu 482 Ich will den Bund mit 172 Ich will dich noch im 184 Ich will in stiller Einf. 474. Ich will, mein Gott, du 531 Jein, deine tiefe Wund. 103 Jesu, meine Freude, 242 Jefu, meines Lebens 2. 99 Jefum ewig zu verehr., 240 Jesus lebt, mit ihm 127 Jesus, meine Zuversicht 193 Im Frühling meiner 3.416 Immer näher kommt 197 Immer sich bestreben 88 Seite Sn allen meinen Thaten 37 In Gottes Namen f. 441 In Zrübsal, Christ, ſei In unserm Kummer Ist Gott für mich, so 362 487 231 410 303 aß deinen Geist mich 101 Laß doch, o Jesa, laß 158 Laß, Herr, nach eitten 347 Laß mich doch nicht, o 345 Laß mich, Höchster, d. 388Laß mich, o Herr, in 259 Laß mir die Feier deiner 97 Last dankbar uns die 2. 424 Laßt das Vollendungsf. 135 Laßt dem Tode seinen 512 Laßt uns mit ehrfurchts: 79 Laßt uns unserm Gott 80 Lehre mich, Herr, recht 333 Lieblich sind der Zugend 399 Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr' und Dank sei 483 Lob, Ehr' und Preis 322 Lobet den Herren, 321 Lob, Preis und Ehre br. 1 Lob 1 Register. Seite Lob sei Gott, der den F. 451 Lob sei Gott, der den 438 Lobsinge, meine Seele, 133 Lobsinget Gott! Dank 30 Lobsinget Gott, denn f. 158 Lobsinget Gott, er schuf 32 Lobt Gott, ihr Christen, 78 Seite Mit Erust, o Menscheuk. 74 Mit Freuden laßt uns 468 Mit frohlockendem G. 70 Mit lautem Schall fr. 526 Mittler, schau auf sie 421 Mit welchem Dank 496 Mit welcher Langmuth 27 Mache dich, mein 334 Nach einer Prüfung 205 Nach einer schmerzenv. 492 Nach frommer Eintracht 385 Nach Gottes weisheits, 426 Nach Jesu Weisheitsl. 379 Nach meiner Seele Sel. 331 Nahet anbetend dem 481 Naht dem Altare, Unst. 155 Naht mit Andacht im 169 Nicht auf den Höh'n, n. 354 Nicht, daß ich's schon 262 Nicht für der Felder 456 Nicht lang ein Pilger 502 Nicht mehr, als meine 489 Nichts ist von ungefähr! 36 Nicht um ein flüchtig 142 Nicht um Reichthum, 308 Nie bist du, Höchster, 13 Nie will ich wieder fluch. 387 Nimm unsre Dankgef. 66 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich m. Noch nie hast du dein Noch stehen wir, o G., bitten 43 Mein Auge sieht, o Gott 43 Mein bester Trost in 305 Meine Kinder, Gott, 409 Meine Lebenszeit ver. 186 Meinen Jesum laß ich 234 Mein Erlöser, auch für 100 Mein Erlöser, der du 162 Mein Erlöser, Gottes 102 Mein erst Geschäft 439 Meines Herzens reinste 232 Mein ganzer Geist, G. 205 Mein Glaub ist meines 399 Mein Gott, ach lehre 260 Mein Gott, du wohnest 270 Mein Gott, ich weiß 187 Mein Gott, zu dem ich 223 Mein Heiland, deine 71 Mein Heiland lebt und 520 Mein Herz, ermuntre d. 530 Mein Herz, Gott, 2. 222 Mein Hort ist Gott! 294 Mein Jesu, für dein 113 Mein Leben steht in G. 185 Mein Schöpfer, dessen 261 Mein Vater und mein 262 Menschenfreund, nach 373 Menschen weiß und gut 406 Mich selbst muß ich bez. 335 Mir nach, spricht Chr. 245 441 191 19 514 139 510 316 Nut bringen wir den Nun danker Alle Gott Nimm hin den Dank Nun ist das alte Jahr 468 Nun 175 Register. Seite Nun laßt uns Uefröhl. 67 Nun sinkt die Sonne 444 Nur kurz ist hier mein 179 , blickt hinauf zur&. 390 Ob wir sind, wie wir 390 O Durst nach Blut, o 109 Oft klagt dein Herz, w. 264 O Golgatha, zu deinen 123 O Gott, den alle Wesen 325 Gott, der du mein 270 Gott des Himmels 36 Gott, deß starke H. 24 Gott, du bist mein 2 Gott, du frommer 264 großer Gott, du r. 143 O Heiland, dessen hoh. 177 O heil'ger Geist, fehr 140 Herr, mein Gott, d. 370 O Kinder, dieser Tag 422 79 könnt' ich dich, mein 324 O Menschenfreund, m. 178 O felig, wer zufrieden 403 stimm auch du mit O welch ein Glück, ein 50 welch ein Segen ist 433 D welch ein unschäßb. 395 Welt, fleh hier dein 118 wie felig feid ihr 521 O wie sanft ist, Herr, 59 O wie unaussprechlich 207 Preist, Christen, mit 460 Preis und Anbetung 323 Seite Richte nicht mit harter 379 Ruhet wohl, ihr Todt. 513 Ruhig ist des Todes 515 She deine Thränens. 359 1 Sanft, o Christ, ist J. 249 Sanft, wie er gewand. 519 Schaffet, schaffet, M. 224 Scheint mir freudenteer 354 Schicke dich, erlöfte S. 171 Schmerz und Klage füllt 461 Schon auf Erden könn. 91 Schon ist der Tag von 199 Schön ist die Tugend, 267 Schon naht sich meines 497 Schon wieder Nacht 492 Schöpfer der erschaffu. 324 Schöpfer, Gott, Herr Schüße die Deinen, d. 159 Schweiget, bange 3w. 236. Schwer liegt der Tren. 522 Schwingt, heilige G. 6 Geht, Chriften, sehet J. 124 Seht, welch' ein M! 110 Sei, aller Wollust Reiz 337 Seid barmherzig, M. 383 Cei gesegnet! Amen, 505 Sei getren in deinem 420 Sei Gott getren, halt 282 Sei hoch gepriesen, H. 102 Sei mir gegrüßt zum. 443 Sei zufrieden, mein G. 41 Selig, Jesu, sind, die 196 Selig sind des Himmels 189 Gelig sind, die in dem 500 Gelig, wer mit stillem 290 Senkt den Leichnam, 511 Senkt nun den Leib in 512 Redlichkeit, mit dir 391 Religion, von Gott geg. 144 Gich' diese jungen S. 422 Sink Register. Seite Sink ich einst in jenen 449 So fliehen unsre Zage 447 So gib denn, fromme 513 So hoff' ich denn mit 236 So Jemand spricht: ich 376 So ist mit aller feiner 493 Bater, den uns Jesus 309 147 Soll dein verderbtes Sollt' es gleich bisw. 366 Sollt' ich jetzt noch, da 247 Sollt' ich meinem Gott 295 So schlummerst du in 125 So wahr ich lebe! f. 226 So weit, Herr, deine H. 25 So weit nur Menschen 454 So, wie du bist, so Standhaft sei, o Gott, 338 Stimmt unserm Gott 531 Stärke, Mittler, stärke 419 Stets warst du meine 475 Still erheben wir uns. 516 Sünde ist nie klein zu 12 Bater, heilig mögt' ich 55 Verbittre dir dein Leben 387 Vereinigt laßt uns Gut. 375 Vergelten wirst du den., 211 Versammelt hatte Jesus 164 Verschwunden ist der 457 Vertrauen ist des Chr. 286 Verzeih der tiefen Trau. 516 Viele Freuden streust du 357 Vollbracht ist nun die 178 Voll Dank an diesem 437 Vollendet freudig euren 212 Bollendet hatte Gottes 139 Voller Ehrfurcht, Dank 170 Vom Geräusch der W. 393 Vom Grab, an dem wir 84 Tom Todesthal hinauf 134 Bon allen Himmeln t. 318 Von deiner Weisheit; 435 Von dir, der meine 391 Von dir, du Gott der 405 der 57 Ueber aller Himmel H. 136 Bon dir in diese Welt 392 479. 122 17 Um Erbarmen flehen Um Guade für die S. Unerforschlich fei mir Unschuldigster, du hatt. Unser Gott, der Herr d. 63 Unser Gott ist groß u. 35 Unser Wandel ist im H. 335 Kindheit, 472 Von Furcht dahin ger. 113 Von heiligem Gefühl 424 Von Herzen preiß' ich 145 Vor dir, Herr, denken 154 Vor dir, o Gott, sich 273 112 Uns ſtrömt aus deiner 343 Wach auf, mein Herz, 442 Unsterblichkeit, Unsterb, 208 Wann wir unsern Kauf 47 Wa Theuer 90 heuer fei mir allezeit Triumpf! Triumpf! u. 525 Seite Unter manchen bangen 504 Unumschränkte Liebe! 524 Unwiederbringlich schn. 467 Register. Seite Warum erbebst du, m. 196 Warum sollt' ich mich 367 Warum willst du dech 296 Was Gott that, das ist 368 Was hilft es mir, ein 268 Was ich nur Gutes h. 326 Was ist im Himmel, 271 369 Was ist mein Leben Was ist mein zeitlich 339 Was ist's, daß ich mich 370 Was mein Gott will, 368 Was soll ich ängstlich 297 Was sorgst du ängstlich 189 Was wär' ich ohne dich 234 Was zagst du? Gott 298 Weicht, ihr Berge, fallt 20 Weit um mich her, ist A. 453 Welch' hohes Beispiel 250 Welch' hohes Vorrecht 304 Welterlöfer, dich zu i. 244 l. Wenn Christus seine 159 Wenn der Stifter der 517 Wenn Geschwister fr. 412 Wenn gleich aus tiefer 371 Wenn ich auf Gottes 198 Wenn ich ein gut Gew. 396 Wenn ich einst von jen. 442 Wenn ich, o Schöpfer, 33 Wenn meine Zeit vorh. 188 Wenn Menschen streb. 417 Wenn mich die Sünd. 104 Wenn oft zu jener 6. 209 Wenn sich mein Geist 23 Wenn wir in höchsten 478 Wenn zur Erfüllung 279 Wen wird, o Gott, die 397 Wer auf seinen Gott v, 289 Wer bin ich? Welche 329 Wer dieser Erden G. 382 Wer gehorcht, der 428 Seite Wer, Gott, bei dei. 277 Wer Gottes Wege g. 218. Wer Gottes Wort n. 237 Wer hat den Glauben, 215 Wer höher durch Geb. 428 Wer Jesum fennt, ver. 213 Wer kann die Leiden f. 107 4 Wer könnte zweifeln, Wer machte diese schöne 31 Wer mit Luft und Eifer 518 Wer nur den lieben G. 300 Wer nur Ein Laster I. 56 Wer sich mit Ernst der 346 Wer stets mit reinem 266 Wer Sünde thut, ter 60 Wer unter deinem Sch. 448 Wer weiß, wie bald in 192 Wer weiß, wie nahe m. 190 Wer zählt, Unendlich. 46 Wiedersehn! Mit laut. 522 Wie freu ich mich der 209 Wie getroft und heiter 237 Wie gnädig ist des Höch. 453 Bie göttlich sind doch Wie groß bist du, o G. 272 Wie groß ist des Allm. 22 Wie groß ist unsre S. 397 Wie groß, o Herr, erf. 111 Wie groß, wie augebet. 72 Wie gut, wie heilig ist, 151 Wie heiter fließt mein 398 Wie im Herbste fält 180 94 Wie leicht verkenn' ich 327 Wie mannigfaltig sind 340 Wie fanft, mein Vater, 306 Wie sanft sehn wir den 506 Wie selig lebt ein M. 382 Wie sicher lebt der M. 182 Wie soll ich dich empf. 75 Wie theuer, Gott, ist 229 Wie Register. Seite Wie viele Freuden dank 26 Wie wichtig ist doch der 53 Wie wird mir dann, o 187 Wie wohl ist mir, o Fr. 238 Will mich, o Gott, hie. 371 Willst du der Weish. 274 Willst du die Buße noch 227 Wir Alle, Menschenv. 458 Wir flehn für unsrer U. 411 Wir gehn an's Grab u. 509 Wir glauben an den ein. 30 Wir kommen, Helfer, d. 487 Wir sind in Noth, laß 483 Wir trocknen unsre Th. 362 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 351 Wohl dem, der beßre 348 Wohl dem, der in dem 402 Wohl dem, der richtig 389 Seite Wohl dem, der seines 472 Wohl mir, o Schöpfer; 430 Wohlthätig sind der E. 360 Wohl uns! Wohl uns 418 Wohlzuthun u. mitzu. 381 Wo ist wohl Noth und 60 Wort aus Gottes M. 153 Wo sind die Weisen, d. 16 Zu dir erhebt sich mein 96 341 Zu dir, o Gott, das H. 307 3ndir, Unendlicher, zu 480 3um Fleiße ward das 3um Himmel erhebe 3ur Arbeit, nicht zum 3ur frühen Gruft 3war wird noch manche 476 342 517 299 Anhang zum Allgemeinen Evangelischen Gesangbuch. Mel. Gott, des Himmels und der 3. Laß in Furcht mich 716 Thut mir auf die vor dich treten, heilge du schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an die sem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeug doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel sein. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Sam korn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und, was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 1 Stärk 2 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; fpeise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. Anhang. Mel. Wer nur den lieben Gott In eigner Melodie. 717 underbarerkö: 718 baß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Buls ein Tant und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und ' nig, Herrscher, von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deines Vaters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk uns doch! Laß die Zungen fingen, laß die Stimmen tlingen! da Odem holet, jauchze preise, klinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja finge, welcher Christum nennet, sich von Her zen ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr, als aller Menschen Werte. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strah len, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren ein solchen Herren! 3. O du meine Seele, finge fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was Anhang. und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Jhr schwanten Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Got tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 3 Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es beffer werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich Mel. Fren dich sehr, o meine S. mit Segen? Bist du es 719 Warum willst du draußen nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott, Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lob stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind ber Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gefeßes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 3. 4 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleich tern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Trost, der mich be: trübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Luft, was ist sie werth? Was ifts, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht ge reue? Anhang. recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft, GottesLiebe nimmt aefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Mel. Schwingt, heilige Gedanken Jeſu Christ; dein Erfreuen 720 Der heilge Chrift die 6. Freu dich, Hers, du bist erhöret, jego kommt und zeucht er ein: sein Gang ist zu dir gelehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. der theure Gottessohn; deß freun ich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Chrift. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel und aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Anhang. 5 3. Nun sind nicht mehr 5. Ach, Hüter unsers Ledie Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Huls den, gehn in den Himmel ein. bens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Mel. Wach auf, mein Herz, oder Nun laßt uns Gott, den Herren 721 №¹ un laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß be wahret werden; 1. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blißen, in seinem Schooße sizen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbits ten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. 6 Anhang. 13. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christens schaare zum selgen neuen Jahre. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht 722 Jeſus esus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. Mel. Balet will ich dir geben ober: Bestehl du beine Wege ch zu dei2. Jesu Name, Jesu Wort 723 Them Grabe, du soll in der Gemeinde schallen; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, daß sich mein Herz nicht wann ich begraben werde, scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns verfüßen, so wird alle Bitterfeit uns ein Segen 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsers Landes bester Theil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus unser Schuß und Hort, bleib uns Losung fort und fort! 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, drückt mir die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Anhang. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt, 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner legten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 724 U eberwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den er kämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge: schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da! Gott sei Dank, Halleluja! armen 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da! Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Ges rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wa: chet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die lette Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns 8 uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Bein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da! Gott sei Dant, Halleluja! Anhang. du dich im nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zer= brach des Todes Haus. Deine starten Felsen bebten, als er seinen Geist vers haucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, fag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losge rungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenroth? Mel. O du Liebe meiner Liebe 5. D dann laß 725 Wandleucht- bedecken länger mehr die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverLoren, unser Hirte hütet da! Gott sei Dant, Halleluja! 7. Rufe die zerfalinen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die vers jüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deis nen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dant, Halleluja! ner, Dftersonne, deinen Lauf, denn der Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargft Anhang. des Lebens ruft: Wache Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. auf zum neuen Leben, steig hervor aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durch bohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe solst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könn test auferstehen, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur er geben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 9 Mel. Alle Menschen müffen sterk en 726 Siegesfürst und Ehrenkönig, Hochverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch erhöht sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubens aug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klars heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und 5. Du kannst Ales aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geiste leben, gleich als wärst du sichtbar 1** da. 10 da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich verfeßt, damich Jesus nur ergößt. Anhang. In eigner Melodie. euch ein zu dei727 3 zum meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entfündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durch drang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird er höret, dein Singen flinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis densaal! 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen, sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie es dir wohlgefällt. So gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrigfeiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmück, als mit eis ner kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Anhang. mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinemSinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Mel. Erhalt uns, Herr 728 2ch bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das Helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 11 Secten und groß Schwär merei jeßt kommen hau nweis herbei. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu: auf dieser Erd ist keine Ruh; viel 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht un ser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß; dabet erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hins nen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Mel. Es ist das Heil uns Kirch erhalt, wir sind gar 729 Die Feinde beines Kreuzes sicher, gib Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an allem Ort. dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron be stehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüßen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hin Anhang. 12 hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem fanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Mel. Balet will ich dir geben bring alle Welt dir Preis 730 Bis hierher und und deinen Namen! an 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Gläubgen, ollest du fest in der Wahreit gründen, daß wir für infre Seelen Ruh in deier Gnade finden! Mach unsers Glaubens uns gewiß: vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende! 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gefeß erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder fammelst. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleis ben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, ges bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten zu Anhang. 13 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinten ein, die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Binnen, darauf sein Zeichen steht. zu jeder Frevelthat: Er, den du uns gesandt, Herr, Christus ganz alleine bes segne sein Geschäfte! Die schüßt, die ihm vertraut, Seelen, die sich ihm verdie heilige Gemeine, auf traun, durch Lehr und Leihn, den Fels, gebaut. ben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leis den, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, Mel. Mein ganzer Geift 731 Jesu, Herr der das folgfam hört, ein Herz Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst fie, wie es dir gefällt, sorgst, daß fie felig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unfern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Ünterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach dei nem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft, das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heer den mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir hei ßen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir Anhang. 14 dir gehn wir durch die Lei den dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 732 Gott, Bater, als ler Dinge Grund, gib deinen Vater namen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bet Sündern als bei Kindern, Mel. Dir, dir, Jehova voller Klarheit; heilge uns 733 Wach auf, du in deiner Geist der er sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshals len. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden; heil uns ganz vom Sündenschaden. ben. Hilf uns, Jesu Reich ererben. 4. Dreieiniger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auf erbaut, bir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Bungen. Ach hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer. Kinder, Väter, früher, später gehts zum Ster: 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehr. D Herr der Aerndte, siehe doch darein; die Nerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. Dfiehe, Anhang. O siehe, wie an allen Or ten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herz: inbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns wider fahren und brich in Satans Reich und macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 15 falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got tes sei! 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. 5. Ach, daß die Hülf aus Mel. Jesus, meine Zuversicht Zion käme! daß dein 734 Eine Heerden und Hirt! Wie Geist, sowie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei tein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf. wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. - 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! kleine Heerde, sage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, Anhang. 16 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. Jhn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf gethan. Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Je sus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichteit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. In eigener Melodie. 735 ehre wieder, fehre wieder, der bu dich verloren haft! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Rehre aus der Welt Berstreuung in die Einsam teit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zv den Fahnen Jesu Christi reuig schwörst. 3. Kehre wieder, treue Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung dei nem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Er Herz zu seinem Herzen. hat Trost für alle Schmer zen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flek ten rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus Anhang. 17 gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber Mel. Wer nur den lieben Gott 736 weiß von leis macht mich rein und klein Jh nem andern und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, vom feinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzügehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unabläsſig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da fann mein Wachsthum vor sich gehn. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver: bunden, so kann ich immer sicher sein: Gott sieht auch mich in Christo an. Wer ist's, der mich verdammen kann? 8. Jch bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben. nimm auch heute: kehre gleich! 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr; ich halte nichts 18 dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Anhang. 737 Mel. Jesus, meine Zuversicht immelan geht unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste tommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er leuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei math führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir Tod selbst voran, daß ich freudig folgen fann. 6. Himmelan, ach, himmelan! Das soll meine Lofung bleiben. Ich will allen eiteln Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Son ist der Tag 738 Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund voll Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Anhang. 4. Mein Herzenskron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Bier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 ch will dich immer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben, nun schenkst du mir die wahre Ruh, die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königstronen wei: chen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 2. Wie freundlich haft du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff betrogen nach Herzeleid und 19 Ungemach. Du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an irdschen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein; dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getrost und stille leiden und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts, denn du, mehr übrig sei. gerathen, wenn ich aus eigs ner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geiftes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher 20 welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reich thum deiner Güte. Durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dampf und tödte, so schau ich nach der Mors genröthe, wie hell die Sonne felber ift. Anhang. 740 Mel. Was Gott thut, das ift ich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz erges ben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieb zu dir; du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen; aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinen Haupt zu leis den. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir deine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner nicht Mel. Es ist das Heil uns schämen, die kann dir nie- 741 his mit mir mand nehmen. so schicks yem im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu Anhang. zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem gan zen Leben! 3. Sollt ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. In eigener Melodie. Mel. Befiehl du deine Wege 742 Sich hier bin ich, 743 in Wohlstand Chrenkönig, Gleichen lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, findlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lente mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 21 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme flingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitel feiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit! 3. Herr, erhöre, ich bes gehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. ist eines Christen Stand, wie er bei teinem Reichen von dieser Welt bekannt, Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er gesinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Anges sicht, da wird er angenommen, und Niemand widerspricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid, ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist um ringt 22 ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Va terland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. Anhang. Mel. Wer nur den lieben Gott 744 Je größer Kreuz, mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. Oselig ist der Mann ge schäßt, den Gott in Kreuz und Trübfal seßt. 2. Je größer Kreuz, je beffre Christen: das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in man cher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie bas Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete: geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist gegangen, der fehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben: man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Schei tel Anhang 23 liches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt! tel trägt. Ach, dieses theure ger getreuer Hand ein jegKleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus 745 Mohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äulichen Stand mit fleißi6. Wohl, wenn die Neltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück! 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Neltern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund; wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! Diel. Befiehl du deine Wege 746 Ich bin ein Gaſt und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth ges wesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Rummer und mit Anhang. 24 mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein! Wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Hei math führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich I gefalle, das Meist ist Eitelteit. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende aus meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemess sen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so schart man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich schei de, bin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmükket haft; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. A. Mel. Ich hab mein Sach 747 Wohlauf, wohlzum ten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und Anhang. und laß dein Leid; schleuß nur getrost die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist fühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Tri umph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken tönet festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du is zum 25 legten Tritt? Nichts brach test du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Mor genroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12 Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ansLicht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die 2 Anhang. 26 die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein!. hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich gönnt allzugleich auch ihm ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnuns gen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt. Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Mel. Herr, wir singen auf! ruft uns die 748 Machet Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, lem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit Hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthefron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gefehn, fein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Mel. Liebster Jesu, wir sind du Stadt Jerusa: 749( nr. 9. V.5.) Infern Auk= gang fegne, Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. 2 Anhang. In eigener Melodie, 750( 209) ( Frha rhalt uns, Herr, bei beinem Wort und steure dei ner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollenstürzen vondeinem Thron. 2. Beweis deine Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, be schirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit! 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Volt einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der legten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. 27 sehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Batergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er auser 6. Leg ich mich späte nies der, erwach ich frühe wie( Nr. 751 ist ausgefallen.- Siehe der, lieg oder zieh ich fort, - Nr. 211.) in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein In eigener Melodie. 752( 55) In allen mei- träftig Wort. nen Thaten 7. Hat er es denn belaß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. schlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn: kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Jhm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der Anhang. 28 der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. dern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. In eigner Melodie. ( 373 efiehl du Was er ihm vorgenommen und was er das muß doch endlich kom men zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! gib dei nem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du auch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sigt im Regimente und führet Alles wohl. Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sor gen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du. starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allers wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk fann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kin8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich befümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, Anhang. Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel sey und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe, dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn, dann laß mein Herz erschrekten. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dem Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wieder geben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Mel. Der unsre Menschheit 754 Gott, der du Nichts hat sie, was dich 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten glaubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du zu keinem Bösen bisher ge tragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und da fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 29 und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein. ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Alwissender, dir ist es fund, 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden Anhang. 30 Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr meinHerz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe, wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. Zwar seine Langmuth ist befannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten, ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verfüh ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage des Großherzogs. Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände, Durch deiner Ullmacht Hände Beschüße Kirche, Staat und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unserer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten seh: ¹, Jhn schüßen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen Gebet: Allmächtiger Gott 31 - dir 32 Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohl= gefällt. Chor: Amen. Am'n. Amen.. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsere Füße gefeßt auf den Weg des Friedens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem S hne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja! - Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr fei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmähtiger Gott durch Jesum Christum, unfern Heiland und Herrn. - Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geift freue sich Gottes meines Heilandes! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. Del. Nun danfet Alle Gott 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Shirm und Shatten Wir bis zur Sund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret - Und Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter start gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehret den König! Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 33 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Jhm pflanzen in die Brust. 2. Du wollest allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schuß verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wollest seine Tren Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche: Laßt uns beten Segne uns um deiner Liebe willen. Amen. V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfeste, Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn Jhm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Fr'ede Gottes 2c. 133 34 Gemeinde: 1. Nun dantet Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Endea, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Jm höchsten Himmelthrone, Jhm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jepund und immerdar. Der Geistliche: S: gen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Choral Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich 35 Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maaß ist deine Macht Alzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! Der 36 Anhang. Der Geistliche: Im Namen Gebet: Laffet uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. 71 Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jeßt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste! Der Geistliche: Allmächtiger Gott- durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilandes. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. 11 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören Kommet zu Hauf: Psalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm innigst gerühret! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, Der wie auf Flügeln des Ablers dich sicher geführet, Der dir bescheert, Der Anhang. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht - der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlö jung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied: 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Chrift, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 1. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! 2. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns mein Herr und Golt, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth! Der Geistliche: Laßt uns beten 37 Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und der Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Vater unser Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Der Geistliche: Der Friede Gottes ze. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut Un uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, 38 Anhang. 2. Lob, Ehr und Breis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jezund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde Amen, Amen, Amen. Register. Nr. Thut mir auf die schöne 716 Wunderbarer König, 717 O daß ich tausend 3. 718 Warum willst du dr. 719 Der heilge Christ ist 720 Nun laßt uns gehn und 721 Jesus soll die Losung 722 Ichgeh zu deinem Grabe 723 Ueberwinder, nimm die 724 Wandle leuchtender und 725 Siegesfürst und Ehrent. 726 Beuch ein zu deinen Th. 727 Ach bleib bei uns, Herr 728 Die Feinde deines Kr. 729 Bis hierher und nicht 730 Jesu, Herr der H. 731 Gott, Vater, aller D. 732 Wach auf, du Geist d. 733 Eine Heerde und Ein Kehre wieder, kehre w. 735 734 Nr. Ich weiß von keinem a. 736 Himmelan geht unsre B.737 Such, wer da will, ein 738 Ich will dich immer tr. 739 Dich, Jesum, laß ich 740 Herr, wie du willst, so 741 Sieh, hier bin ich, Chr. 742 Ein Wohlstand ohne GI. 743 Je größer Kreuz, je n. 744 Wohl einem Haus, da 745 Ich bin ein Gast auf 746 Wohlauf, Wohlan, zum 747 Wachet auf! ruft uns 748 Uniern Ausgang segne 749 Erhalt uns, Herr, bei 750 Ach bleib mit deiner Gn. 751 In allen meinen Thaten 752 Befiehl du deine Wege 753 Gott, der du Herzens- 754 D In vorstehendem Anhäng sind diejenigen Lieder aufgenommen, welche in den bis zum Jahre 1855 erschienenen Ausgaben des Evangelischen Gesangbuchs nicht enthalten sind. 555 Inches 2.52 Centimetres Blue 12 3 M 5.8. Cyan 4 2 5 ¹6 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 19 B.I.G. Black 18