ув 2816 Kunsel Gb 28.16 Go Gesangbuch alte und neue Lieder in sich haltend. Herausgegeben von Johann Anastasius Freylinghausen, vormaligem Prediger zu St. Ulrich. neue, mit einem Anhange vermehrte Auflage. Halle, Berlag der Buchhandlung des Waisenhauses. 1836. (#demol: 0 GF 2816 ## da# silm 3) doing thi#i nedopopono196 12 asundontiem aufentents under 200174 9310 send an is sim 11: 2 12 Smodnisk asd ficundbuc 150 150 DESI Univ.- Bibl. Giessen . a Q al 100 both sedl nost bilundes mans and sup ibh mi bod and of hidin mun u numai sid iludsuse budouc Vorbericht. mis eemic enundulginsa od bilgin di smigel en@ dat;( bilonid sp Da a der völlige Abgang des von dem sel. Herrn Pastor Freylinghausen zu verschiebnen malen und in verschiebnen Gestalten herausgegebnen Gesangs buchs, einen neueh Abbruch desselben nöthig gest macht, so hat man es für billig und den Umständen der Zeit gemäß befunden, daben eine solche Ein richtung zu treffen, wodurch die Wünsche vieler Freunde einer wahrhaft christlichen Erbauung er: füllt wurden. anis( band now and spl@ msmat Zuvörderst fanden sich in den vorigen Ausgaben dieses Gesangbuchs viele Lieder, die bey dem offent lichen Gottesdienst gar nicht mehr gebraucht wurs den, weil sie entweder zu lang waren, oder unbe kannte Melodien hatten. 11 usonge Nächsidem war auch eine beträchtliche Anzahl darin, welche, wegen der veralterten Sprache, zur Beförderung einer allgemeinen Erbauung wenig beytragen konnten, und wenn man gleich darin gern einem jeden seinen eignen Geschmack bey dem Privatgebrauch überläßt, auch zugiebt, daß manches 2 für Vorbericht. für den einen erbaulich seyn könne, was es für den andern nicht ist, so hat doch ein öffentliches Gesangbuch vornehmlich die Bestimmung, in allen sei nen Theilen, wo nicht allen, die es brauchen, gleich nüglich, doch wenigstens der Erbauung keines einzigen hinderlich zu werden. Das letztere ist aber bisher ben vielen Liedern der Fall gewesen. IV o much hi rung, dnu Beide Gattungen von Gesängen sind nun in die ser neuen Ausgabe weggelassen, um dadurch Raum für andere dem Zweck gemäßere Lieder zu gewinnen. Endlich fanden Lieder, deren In halt und Ausführung überhaupt sehr erbaulich war; in denen aber einzelne entweder dunkle, oder doch leicht Mißverständniß veranlassende Ausbrücke vore kamen. Diesen hat man durch eine leichte Berände! ig, wo es thunlich war, abzuhelfen gesucht. Man ist dabey, so wie bey der Beybehaltung vieler Lieder, von denen man wußte, daß sie manchen Personen vorzüglich werth waren, mit möglichster Schonung zu Werke gegangen, hat sehr vieles, was einer Ver anderung bedurft hätte, dennoch unberührt gelassen, um niemand anstößig zu werden, und hat auch bey den Veränderungen stets dahin gesehen, daß die Zahl der Verse dieselbe bliebe, und in der Gemeine keine Verwirrung entstunde. Aus eben diesem Grunde ist auch die bisherige. Nummer der Lieder beybe hal Vorbericht halten, so daß darin die alte und neue Ausgabe des Gesangbuchs völlig übereinstimmen, statt der wegs: gelassenen Lieder aber bloß ihre vorige Nummer ab gedruckt isted this sous pondmi and dang Der Anhang enthält übrigens an der Stelle der weggelassenen, eine Sammlung von vierhundert neuer Liedern. So wie der sel. Freylinghausen zul seiner Zeit den Kern alter und neuer Lieder samme Tete: so hat man dieß auch unsern Zeitgenossenschuldig zu seyn, und von so vielen vortrefflichen Beyträgen, welche neue christliche Dichter geliefert, Gebrauch machen zu müssen geglaubt. Besonders hat man sich bemüht, dadurch das ältere Gefang buch noch vollständiger zu machen, indem es über viele wichtige Materien bisher ganz an Liedern ge fehlt haft. Man ist überzeugt, daß diejenigen, für welche diese Sammlung vornehmlich bestimmt ist, in der willigen und dankbaren Aufnahme des Guten auch aus ißiger Zeit, so vielen ihrer Mitchristen in nahen und entfernten Städten gleichen werden, die schon lange im Besitz verbesserter Gesangbücher sind. Gott lasse den Gebrauch dieser Lieder aufs neue mit alle dem Segen begleitet seyn, der die gewisseste Folge einer ächten christlichen Andacht ist. Halle den 4ten November 1790. aining 3 Da W Vorbericht. Da ein abermaliger Abbruck der neuen Auflage nothig geworden, so hat man Bedenkert getragen, darin etwas zu verändern. Jedoch hat man die, vorher dem Anhang neuer Lieder beygefügten acht und vierzig stark veränderten måltern Lieder lieber diesem Gesangbuch, als jenem Anhang folgen laffen, da sie doch der Hauptsache nach alt sind. Wenn daher, wie z. B. Nr. 25 bey dem Liede: Wacht auf! ruft uns die Stimme, auf den! Anhang verwiesen ist, so darf man nur im Regi ster dieses Gesangbuchs nachschlagen, und wird dadurch belehrt werden, daß es ist unter Nr. 1057 steht; dagegen sind zu den neuen Liedern 21 Schullieder hinzugekommen. Auch hofft man den Wunsch vieler Freunde der häuslichen Andacht durch eine kleine Sammlung einiger Andachtsübungen und Gebete erfüllet zu haben. ulman sisid spiser Direktorium des Waisenhauses. VI natore di Tom whi at Gun andoid picture and nl no 2001 soft and alloge Inhalt. 30% in 208 810 Inhalt des ganzen Gesangbuchs oder 2 no #DC# dois 196 MOER Materien, davon die Lieder handeln. 3 183 V find splofdef 14 nell bs/ u91 89d ainminds mock Von der Zukunft Christi zum Gericht is die in diudad no Sof on der Zukunft Chrifti ins Fleisch, oder Adventslieder વોર્ડ Von der Menschwerdung und Geburt Chriftiersdoft and noge મળ Hoding mobilne ma Neujahrs Lieder Bon JEsu, dessen mannigfältigen Namen und Hemtern 20 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi 291100 9302 126 mag Vem Begräbniß JEsu Christi Von der Auferstehung Jesu Christe ved lodi nodod mag Vor der Himmelfahrt Jefu Chrift ode! mengeradron 1062 Von heiligen Geist, und dessen mannigfaltigen Gaben 11602 und Wirkungen, oder Pfingstlieder einfach god Von göttlichen Wesen und Eigenschaften, oder: Aufs Fest der heiligen Dreyeinigkeit und dur lanuni IGI 081 Bo der Leutseligkeit Gottes und Christi Vom ristlichen Leben und Wandel Bom Jebet iodichino R. 196 NO ES Boj dem Werk der Schöpfung Vor göttlicher Vorsorge und Regierung Vor göttlichen Worte. Vonder heiligen Taufe Bonheiligen Abendmahl Vonwahren und falschen Christenthum Bommenschlichen Elend und Verderben Von er wahren Buße und Bekehrung 12 321950 190 0 Bompahren Glauben Von d geistlichen Wachsamkeit Bem sistlichen Kampf und Sieg findeisa2 midnar tod IVII ● 64 mo m42 39dailing079 dollars f 93 rodollabo 93 ( 16$? 1,0903105 quodredi 112 spol. me 113 35091219117 als an u pogrudado prin 141 160 170 182 . 189 190 Von n n n 18 VIII Von der Keuschheit Von der Von der Begierde zu Gottft und der Welt. er Verleugnung sein. und Christo Von der Liebe zu JEsu Von der Bruderlichen und allgemeinen Liebe Von der Nachfolge Christi. Bom Geheimniß des Kreuzes 231 Von der 239 er chriſtlichen Gelassenheit sinna jagab no Von der Geduld und Beständigkeit Von der Uebergabe des Herzens an Gott Vom gåttlichen Frieden Inhalt. 250 sindused tag 258 hown in the red nos 262 266 281 302 305 $ 09 310 used o giarch f ត់ បី ១ ទៀត ស $ 14 Von der Hoffnung Zions ARCR sada topmutside my Bom Tode und der Auferstehung) na bilib an 316 337 Vom Himmel und himmlischen Jerusalem Morgenlieder Abendlieder Tischlieder Von der Freudigkeit des Glaubens Vom Lobe Gottes Higd me 0151 del nodig? Von der wahren Weisheit• Hing mor dapi Vom hohen Adel der Gläubigen Vom verborgenen Leben der Gläubigen Von den Klagen Zions In gemeiner Noth Ueberhaupt Im Kriege 381 481 Seite 203 204 209 218 001 : huqu datang sed 339 ifie3# 8110 Totaan se 352 362 amabossa na Ins bio Cursigste in store Idomonas pilsdign Reise Lieder dushind oblic suit moudbaggeg 000 573 Nachtrag einiger Lieder 501911989 din ansit) Anhang abgekürzter und stark veränderter Lieder se o que nous nou 377 031 #dunk mids inge 19dna dnu mods mans mo su mobil 366 striosad 900 369 sian- bag silipino 2010 dum Joan Von Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch, ANIC CHE 20 po PROS oder Adventslieder. 190 545 1. und unser Elend angenommen. uf! Auf! weil der Tag 2c. Gewißlich, wer es recht bes denkt, muß Gott dafür Dank, bestreu besingen, die er der opfer bringen, und seine Lies Welt in seinem Sohne schenkt. Das ist ein theures Wort.is 2. Nel. Vater unser im Zimmelr. uf! meine Seele, sey er. freut, das Kirchenjahr vird nun erneut, da man aufs nu das Heilswort lehrt, das ich erneut, das dich bekehrt, j das aus Gott dich neu ge: bert, und dich zu Gott ins Le bn führt. 2. Dein Geist, o Gott! er: fille mich, mein Innerstes er: rue sich, daß ich, von Sünden. lebe frey, ganz rein, ganz neu nd heilig sey: und so mein und eröffne sich, und Gott Ibfinge stetiglich. 3. So wird auch hurtig seyn ein Ohr, das Wort zu hören thr als vor; das Wort, das in das Leben gibt, der dare ich thut und Glauben übt. JEsu! gib, daß dis in mir Frucht gedeye für und für. f! Zion auf! auf sc. as ist ein theures Wort, daß JEsus Christus kome n, daß er sich auf der Welt inserm Fleische eingestellt, die Bidden aufzurichten. Denn 2. Das ist ein theures Wort, JEsus, unser Heil, betrübter Sünder Trost und Theil, kann Sünde, Tod und Höll zernichs gerecht, und soll von seinen ten. Wer an ihn glaubet, ist Gnadengaben Licht, Leben und Erlösung haben. Er ist der Bürge, der gerechte Knecht. Das ist ein theures Wort. 3. Das ist ein theures Wort, die von der Sünde rein, und daß er nicht für die Frommen, ohne Schuld und Fehler seyn, wol aber für die Sünder koms men. Trostwort an: doch, daß man Die Sünder geht dis wegenseinerSünden nochreues voll sich lasse finden. Er ists allein, der selig machen kann. Das ist ein theures Wort. bin 4. Das ist ein theures Wort, tråget mitGeduld, beweist auch daß er die Menschen locket und Freundlichkeit und Huld, damit sich ja kein Herz verstocket; wo durch er eine Reizung gibt, von A Her: PARSSES in 13 2 Von der Zukunft Herzen sich zu ihm zu kehren, und Gott in Christo zu vereh 5 goft ren, der uns so hoch und brus 6. Mel. Tun komm, der Zeiden ic. Oder: Zimmel, Erde, Luft 2c derlich geliebt. Das ist ein Gott sey Dank in aller Welt. der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trot und Rath zu uns her gesendr hat. 5. Das ist ein theures Wort, daß Gott auf Glauben siehet, den er gewirket hat, Verdienst des Menschen findt nicht statt, Pflicht ist es, daß er Sünde fliehet. Des HErrn Erbar. mung ist der Grund, worauf ein gläubig Herz vertrauet, und fest, ja unbeweglich bauet. Drum singet es mit froher Stimm und Mund: Das ist ein theures Wort. 6. Das ist ein theures Wort, daß JEsus uns das Leben der frohen Ewigkeit, nach über, standner Prüfungszeit und wohlvollbrachtem Kampf wird geben. Wir sollen leiblich auf, erstehn, und ihn, der unsern Tod gerochen, und dessen Kerter durchgebrochen, in Herr. lichkeit und vollem Lichte sehn. Das ist ein theures Wort. 6. Und wie du voll Sans muth kamst, dich der Sünd gern annahmst: also sey au jederzeit deine Sanftmuth m bereit. 7. Das ist ein theures Wort, das soll uns dazu leiten, daß wir an JEsum Christ, der uns zu gut gekommen ist, zu glau, ben uns durch ihn bereiten. 7. Trdste, tröfte mein So wird uns unsre Sünde nicht, noch einig Uebel können schaden, weil JEsus, als der Mensch in Gnaden, das Leben bringt, und Fried' im ewgen Licht.Das ist ein theures Wort. 5. ndonini Gottes Sohn ist kommen sc. Sinn, weil ich schwach un blöde bin. Hilf, wenn d Verführung List wider mi geschäftig ist. 8. Tritt der Schlange Ko entzwey, daß ich aller lengst frey, dir im Glauben um u an selig bleibe zugethan; 9. Da 2. Was der alten Våtr Schaar höchster Wunsch up Sehnen war, und was sie us prophezeiht, ist erfüllt m Herrlichkeit. 3. 3ions Hülf und Abram Lohn, Jacobs Heil, der Jung fraun Sohn, der so göttli große Held, hat sich treulich ei gestellt. 4. Sey willkommen, o me Heil, du mein Helfer und me Theil! richte du dir eine Bal auch zu meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenköni ein! Es gehöret dir allei Mach es, wie du gerne thu rein von allem Sündenwust Christi ins Fleisch. 9. Daß, wenn du, o Lebens, klagen; stößt dir Noth und fürst, prachtig wiederkommen wirst, ich dir mdg' entgegen gehn, und vor dir gerecht be: stehn.. 7. Heilig ist Gott der Vater! 8. Hosianna! unser Hort. 9. Mel. Jesus ist das schönste 2c. Riebes Herz, bedenke doch deines JEsu große Güte, richte dich jetzt freudig auf, und erwecke dein Gemüthe, JEsus kommt dir als ein Kdnig, der sich deinen Helfer nennt, und sich durch dis Wort dir also selbst zu deinem Heil verpfändt. 2. Als ein Helfer, dir zu gut, ist er in die Welt gekom: men: als dein Helfer ist er auch in den Himmel aufgenom, men: als ein Helfer herrscht er jetzo unter uns im Gnaden, reich: als ein Helfer wird er kommen, und uns ihm selbst machen gleich. 3. Da er sich nun Helfer nennt, und zwar nicht im bloßen Namen, sondern zeis gets in der That, was er sas get, das ist Amen: Was be kümmerst du dich ofte, suchest Hülfe hie und da? der sich deinen Helfer nennet, ist dir allenthalben nah. 4. Er will helfen allezeit, was dich drückt, darfst du ihm 3 Mangel zu, du darfsts ihm nur kindlich sagen: du hast einen solchen Helfer: der von Ewigkeit dich liebt; der die Noth auch selbst erfahren, und im Leiden sich geübt. 5. Ja er will es nicht als lein, sondern nimmt es so zu Herzen, daß er dich nicht lass sen kann, wenn du schreyst in deinem Schmerzen. Es bricht ihm sein Herz, o Seele, daß er muß dein Helfer seyn, und er schenket nach dem Trauren vole les Maaß der Freuden ein. 6. Nun, mein JEsu, weil du dich selbsten unsern Helfer nennest, und zu deinem Herzen uns freyen Zutritt herzlich gön nest: so komm ich, und falle nieder hier vor deinem Gnas denthron, du kannst dich nun selbst nicht leugnen, hilf mir, großer Gottessohn. 7. Hilf mir allzeit ritters lich ringen in den Glaubenskämpfen; hilf mir auch mein Fleisch und Blut, durch dein Kreuz und Leiden, dåmpfen; hilf, daß ich mög' überwinden, wie du überwunden haft; hilf mir endlich selig sterben, und ablegen alle Last. 8. So will ich dich, meinen Gott, stets als einen Helfer preisen; ich will auch durch deine Gnad hier schon in der That erweisen, daß ich einen Helfer habe, der da herrscht in aller Welt, und auf welchen 22 ganz 4 Von der Zukunft ganz alleine meine Hoffnung bleibt gestellt. 9. Halleluja! Dank sey Gott, der uns diese Gnad er zeiget, und auf uns, sein ar mes Volk, seine Huld so reich lich neiget, daß er seinen Sohn uns schenket, der uns nicht verlassen kann. Amen, Amen, Halleluja singe mit mir jeder mann. 10. Mel. Vom Zimmel hoch zc. Lobsey dem allerhöchsten Gott, gefandt sein'n allerliebsten Sohn, aus ihm gebohrn im höchsten Thron, 2. Auf daß er unser Hei land würd, uns freyte von der Sündenbürd, und durch seine Gnad und Wahrheit führte zur ewigen Klarheit. 3. O große Gnad und Gü tigkeit! o tiefe Lieb und Mil. digkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, auch kein Engel verdanken kann. 4. Der Schöpfer aller Crea: tur nimmt an sich unsere Nas tur, verachtet nicht ein armes Weib, zu werden Mensch in ihrem Leib. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit: das A und O, Unfang und End, gibt sich für uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß Gott für ihn gibt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß es so unserthalben thut? is Gand 7. O weh dem Volk, das dich veracht't, der Gnad sich nicht theilhaftig macht, nicht hören will des Sohnes Stimm: denn auf ihm bleibet Gottes Grimm. 8. O Mensch, wie daß du's nicht verstehst, und dein'm Kdnig entgegen gehst, der dir so ganz demüthig kommt, und sich ſo treulich dein annimmt? 9. Ey! nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm dei nes Herzens Bahn, auf daß er komm in dein Gemüth, und du genießeft seiner Gut. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft in dieser gnaden. reich'n Zukunft; untergib seis ner Herrlichkeit die Werk deiner Gerechtigkeit. 11. Wo du dis thust, so ist er dein, bewahrt dich vor der Höllenpein: wo nicht, so sieh dich eben für, denn er schleußt dir des Himmels Thür. 12. Sein' erste Zukunft in die Welt ist in sanftmüthiger Gestalt: die andre wird ers schrecklich seyn, den Gottlosen zu großer Pein. 13. Die aber jetzt in Chris sto stehn, werden alsdann zur Freude gehn, und besitzen der Engel Chör, daß sie kein Uebel mehr berühr. 14. Dem Christi ins Fleisch. 5 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebohrnenSohn; dem heil': gen Geist in gleicher Weis', sey ewiglich Dank, Ehr und Preis! und 11.mpton Jacht hoch die Thür, die Thor macht weit, es kommt der HErr der Herrlich keit, ein König aller König reich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sey mein Gott, mein Schöpfer, reich von Gnad. 12. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Mit Ernst, ihr Menschen. 2. Er ist gerecht, ein Hel fer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefehrt, sein Königs. kron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit: All' unsre Noth zum End er bringt, der halben jauchzt, mit Freuden fingt; Gelobet sey mein Gott, mein Heiland, groß von That. tinder, das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunders held, den Gott aus Gnad allein, der Welt zum Licht und Leben, gesendet und gegeben, bey allen kehre ein. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen Kd: nig ben sich hatt wohl allen Herzen ingemein, da dieser Kö: nig ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich fauter Freud und Wonn. Ge 3. Ein Herz, das Demuth lobet sey mein Gott, mein Trd: ster, früh und spat. 2. Bereitet doch fein tüch tig den Weg dem großen Gast. Macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht; die Thal laßt seyn erhöhet. Macht nies drig, was hoch stehet; was krumm ist, gleich und schlecht. liebet, bey Gott am höchsten steht. Ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht be reiten, zu dem kommt JEfus Christ. A 3 4. Ach 4. Macht hoch die Thür', die Thor macht weit, laßt eure Herzen seyn bereit, nehmt ihn nur in Gottseligkeit mit Liebe auf, mit Lust und Freud: so kommt der König auch zu euch, bringt Heil und Leben mit zus gleich. Gelobet sey mein Gott, voll Gnade, Rath und That. 5. Komm, o mein Hei land, JEsu Christ, mein's Hers zens Thür dir offen ist. Ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein' Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heil'ger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o HErr, sey ewig Preis und Ehr. ut Von der 4. Ach mache du mich Ar, men in dieser Gnadenzeit, aus Güte und Erbarmen, HErr JEsu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, weil du dich uns gegeben, will ich dir ein zig leben, dir ewig dankbar seyn. 6 13. In voriger Melodey. un jauchzet, all' ihr From men, in dieser Gnaden zeit, weil unser Heil ist kommen, der HErr der Herrlich, keit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren und gånzlich zu zerstören des Teu: fels Reich und Macht. num 2. Er kommt zu uns, zu leiden für uns und unsre Schuld; er kommt zu unsern Freuden, und bringt uns Gots tes Huld. Er bringt kein zeit: lich Gut; er will allein erwers ben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. Zukunft nach Hoheit trachtet, euch Gots tes Zorn dann rührt. 4. Ihr großen Potentas ten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet rathen, und geht die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn verachtet, und nur 5. Ihr Armen und Elen, den in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt has ben Angst und Leid, seyd dens noch wohlgemuth; laßt eure Lieder klingen, und thut dem König singen, der ist eu'r höchs stes Gut.-30 things D 6. Er wird nun bald ers scheinen in seiner Herrlichkeit, und all eu'r Klag und Weinen verwandeln einst in Freud. Er ists, der helfen kann: halt't eure Lampen fertig, und seyd stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. 1440 ALE 14. Nun komm, der Heiden zc. 15. Sion! du heilge Gottesstadt. 16. Von Adam her so lange Zeit, 17.ht Warum willst du draussen 2c. 18. 3. Kein Scepter, keine Kro ne sucht er auf dieser Welt: im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er Mel. Valet will ich dir geben. Oder: Zerzlich thut mich 2c. will hier ſeine Macht und Mar Wie soll ich dich empfan jestät verhüllen, bis er des Bas ters Willen im Leiden hat voll. bracht. gen, und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlans gen, o meiner Seelen Zier? OJEsu, mich regiere, und dei nen Geist verleih, damit, was dir gebühre, mir kund und wissend sey. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psal. men Christi ins Fleisch. men ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deis nem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen, und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban. den; du kommst und machst mich los. Ich stand in Spott und Schanden; du kommst, und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irgends Reichthum thut. 7 7. Ihr dürft euch nicht bes mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet zie, hen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Wil len, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewust. 8. Auch dürft ihr nicht ers schrecken vor eurer Sündens schuld: nein, JEsus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, schafft, daß bey Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreyen der Feind' und ihrer Tück? der HErr wird sie zers streuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein Kd nig, dem wahrlich alle Feind' auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seynd. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him. melszelt, als dein so großes Lieben, womit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, zum Gericht. bey denen Gram und Schmer: Von der Zukunft Chrifti ze sich häuft je mehr und mehr. Seyd unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 10. Er kommt zum Weltges richte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Uch komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. ind 19. Mel. Valet will ich dir geben. Oder: Ich dank dir, lieber zc. Bed edenke, Mensch, das En de, bedenke deinen Tod, der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann 21 4 mors 8 Von der Menschwerdung und vor Gerichte steh mir, o JEsu, bey! daß ich im Hims melslichte zu wohnen würdig in do fey. 20-24. 25. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor JEsus Angesicht, kein Mensch Wachet auf! ruft uns die zc. ist ausgenommen, hier muß ( im Anhang.) ein jeder dran, und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. links 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blens de mit seiner Eitelkeit. Hier Mel. Allein Gott in der Zöh 2c. 26. ist ein kurzes Freuen, dort aber Oder: Mein Zerzens- Jesui. ewiglich ein kläglich Schmer, zensschreven. Ach! Sünder, zensgrund, ihr, die ihr fuf! freuet euch von Hers Auf! hûte dich. war't verlohren: nun wird das große Wunder kund, daß Gott ist Mensch gebohren. Er bringt uns Heil von oben her; da alles sonst im Tode wår, wenn er nicht wår' ere schienen. morgen und geschwinder hin weg gestorben seyn. Drum bilde dir, o Sünder! ein tågs lich Sterben ein. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird verpflegt: dort ist die Les benskrone den Frommen bey gelegt. 5. HErr, lehre mich beden ten der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sey bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl. Laß mich auch nicht verachten der HölleQuaal und Pfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen legten Tag mit Buße mich bereiten, und täglich sterben mag. Im Tod Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 2. Er ist das Wort, so alles schafft, das alles hält und trå, get; der Gottheit Glanz, die ew'ge Kraft, ohn welche sich nichts reget. Und dis ists, was uns kommt zu gut; nun kann er unser Fleisch und Blut verföhnen und erneuen. 3. Er ist des ew'gen Vaters Sohn, von Ewigkeit gezeuget: doch sieh, wie er von seis nem Thron zu uns hernieder steiget, mit unserm schwachen Fleisch sich paart, auf daß in uns und Geburt Christi. uns die göttlich Art mög' angerichtet werden. 7. Hier ist mein Herz, o JEsu Christ, der du bist Licht und Leben. Ach! mach es, wie dein Herze ist, dazu will ich dirs geben. Ach heil der alten Schlange Biß, treib aus des Todes Finsterniß, so bist du mit Mensch worden. 4. Wir Menschen lagen als im Grab, ganz ers storben: drum kommt das Le ben selbst herab, daß die, so ganz verdorben, im schönen Rock des Heils verhüllt, mit neuer Lebenskraft erfüllt, den Tod besiegen können. 5. Noch war die Welt mit finstrer Nacht des Irrthums überdecket; auch hatte sie aus eigner Macht sich noch kein Licht erwecket, da kam das un, umschränkte Licht, und will mit hellem Angesicht in aller Her zen leuchten. 6. Wie bleibst du denn, o Menschenkind! in deinen Sün, den liegen? wie bist du doch so 3. Gelobet sey der HErr von starr und blind, und läßt dich so betrügen? ey folge deiner Trägheit nicht; Er will dir Les ben, Kraft und Licht aus seiner Fülle schenken. d hohen Thaten, gerühmet sey die Größe seiner Macht. Heut hat er unserm Ungemach ge rathen, dies ist die segensvolle Wundernacht. Gesegnet seyen deine Schatten, durch die das Licht anbricht, das wir vers lohren hatten. 9 27. Auf! ihr Menschen allzumal. 9130. Mel. Mein Freund zerschmelzt. as Jeſuskind kann keine Herberg zu lehem, in seiner Baterstadt. Es läßt sich da in schlechte Wins deln binden, wo kaum das årmste Kind die Ruhe hat. Die Krippe ist die Lagerstätte, das dürre Gras und Stroh sein angenehmes Bette. 2. So hat der HErr die Armuth auserwählet, der aller guten Gaben Geber ist. Er wird sogar den Sündern beyges zählet, weil er derSünderBürgeworden ist. Wir Menschen sollen selig werden, weil Gots tes Sohn ein Mensch gebohren wird auf Erden. 4. Ach scheine durch, o Licht, in unsre Seelen, erleuchte des Verstandes Finsterniß; lehr unsern Willen nur das Gute wählen; und mache uns von deiner Huld gewiß. Daß wir nicht möchten ewig sterben, haft du uns ja erkauft zu deines Baters Erben. 28. 22 Christum wirsollen loben schon. 5. Wer kann uns nun aus allen Feinden schaden, da uns Gott selbst hat seinen Sohn A 5 ver: 29. Dank sagen wir alle Gott. Von der Menschwerdung verehrt? Er schenket uns die 5. Du bist das Wort, wo Fülle seiner Gnaden. Was ist, das er uns nicht zugleich be, schehrt? So sey denn ihm auch unser Leben, zum wohlverdien. ten Dank, auf ewig ganz ers geben. och he Parth durch die ganze Welt formiret: denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. Ach! so bin ich, mein Heil, auch dein Ge schöpf und Gab, der ich das, was ich bin, von dir empfans gen hab. 913 6. Sib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz erges be, auch dir allein zum Preis auf dieser Erde lebe. Ja, laß mein Herz ganz neu geschaf fen seyn, und dir bis in den Tod gewidmet seyn allein. 10 JOF 31-34. 35. 04 Mel. O Gott du frommer Gott. Oder: Nun danket alle Gott. vom Anfang her gewesen, du Gott von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein HErr JEfu Christ, willkommen, der du mir zum Heil gebohren bist. 2. Komm, o selbstständigs Wort, und sprich in meiner Seelen, daß mirs in Ewigkeit an Trost nicht solle fehlen: im Glauben wohn in mir, und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht. 3. Du, wesentliches Wort, warst bey Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich, ja du warst sel ber Gott, damit du machst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o JEsu, dich von Anfang doch bewogen? was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach deine große Lieb' und meine große Noth hat deine Glut ent. flammt, die stärker als der Tod. 7. Laß nichts, HErr, in mir seyn, was du nicht hast geschaf fen, rott' alles Unkraut aus, zerbrich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 8. Das Leben ist in dir, und alles Licht des Lebens, laß an mir deine Lieb', mein Gott, nicht seyn vergebens! Weil du das Licht der Welt, so sey mein Lebenslicht, o JEfu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. 36. Mel. Der Tag der ist so 2c. Sin Kindelein so ldbelich ist uns gebohren heute, von einer Jungfrau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten. War uns das Kindlein nicht gebohrn, so wär'n wir allzumalverlohrn: das Heil ist unser aller. Ey du süßer JEsu Christ, daß du Mensch und Geburt Christi.. Mensch gebohren bist, behüt heißt Rath, es ist ein Licht: uns vor der Hölle! 37. Wirst du dich zu den Seinen zählen, so wird es dir in aller Noth und Pein, dein treuer Rath und Licht und Leitstern seyn. Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhmic. Sin Kind ist uns gebohren heut, der liebste Sohn ist uns geschenket, in dem Gott Gnad um Gnad darbeut für alles, das die Seele krånket. Merk auf, mein Herz, schau dieses Kind recht an! denk, welch ein Wunder Gott durch ihn gethan. 6. Fehlt dirs an Kraft, o liebe Seel, auf Gottes Wegen fortzukommen; sey unverzagt, Immanuel, der deine Menschheit angenommen, heißtKraft, und will durch seine Kraft als lein, in allem Kampf, dein treuer Helfer seyn. 2. Es spielt in seinem An. 7. Fehlt dirs an Muth und gesicht, mit freudenreicher Lust und Wonne, des Vaters Klars heit, Lieb und Licht. Er ist des neuen Himmels Sonne, das durch der Welt ein neues Licht entsteht, die ohne ihn im Dun keln untergeht. 2 3. Das Kind ist zart, und tråget doch, was Erd und Meer und Himmel heget; der gans zen Herrschaft Last und Joch ist seinen Schultern aufgeleget von dem, der ihn zum Mittels punct geseßt, deß, was da ist, und werden soll zuletzt. 4. Sein Name heißetWunderbar, er ist auch aller Wunder Krone: Es jubilirt der En gel Schaar mit Herzenslust im süßen Tone das Gloria, als dieses Wunderpfand sich in der Nacht bey uns zur Welt einfand. 5. Bedarfst du Rath und Unterricht, will dirs an Wit und Weisheit fehlen, dis Kind 11 Tapferkeit, der Feinde Menge zu bekriegen; hier ist der held, der in dem Streit dich nicht kann lassen unterliegen. Wer in der Schlacht ihn an die Spitze stellt, der sieget und behält zus letzt das Feld. S 8. Ein ew'ger Vater ist er dir, weil er dich durch sein Wort gezeuget. Nun sorgt er für dich für und für, sein Herz bleibt stets zu dir geneiget. Was er befiehlt den Båtern in der Zeit, wird er vielmehr selbst thun in Ewigkeit. 9. Den Friedensfürsten nennt er sich, weil er, als Her zog für dich streitet, ergeht ins dessen reichlich dich an seinem Tisch, den er bereitet, und macht dein Herz von Furcht und Schrecken los, legt dich auch sanft in seiner Liebe Schooß. 10. Drum freue dich, mein Herz in Ihm; nimm an, was dir Von der Menschwerdung dir dein Gott gegeben: erhebe zu Spott; du verbindest fie jauchzend deine Stimm, und mit Gott. preise ihn mit deinem Leben. Gott gibt sich dir, gib du ihm wiederum dich ganz und gar zu seinem Eigenthum. the res codebun !: 4. Du, du bist der Mitt ler worden zwischen Gott und Menschen: du hast den armen Menschenorden wiederum gebracht zur Ruh, da du würdest Mensch gebohren, mit dem Bas ter uns versöhnt, und mit fei ner Huld gekrönt; solcheGnad, die du erkehren, stårkt den Glauben wider Tod, wider Sünd und Höllennoth. 5. Sollte Gott nicht seyn. gewogen mir, und ich in seiner Hut, der mein Fleisch hat ans gezogen? Haßt auch wer sein Fleisch und Blut? Ist sein Sohn nicht mir gebohren, und bekleid't mit meiner Haut? Hat er mich nicht ihm vertraut? Troß, der sagt, ich sey verloh. ren! stoß mir um dis Felsenwort, daß Gott selber ist mein Hort! 2. Sey gegrüßet! dir ge: håret heut ein Lobgesang mit Recht: weil du so gar hoch ge ehret unser menschliches Ge. schlecht, daß du solches hast 6. Wird das Leben doch mein vermählet mit der göttlichen Leben, leuchtet mir doch selbst Natur, unfre, die so niedrig das Licht, wird das Heil doch nur, unsre Menschheit auser selbst gegeben mir zum Heil. wählet, und geseßt auf Gottes Ach! was gebricht weiter uns? Thron, du des Baters ein'ger die Quell der Freuden fällt in Sohn.liert dieses Jammerthal; aus dem hohen Himmelssaal, uns zu Trost in allem Leiden; meine Lieb und Seligkeit ist ein Mensch gebohren heut. 3. Die durch Adam ganz verderbet, und befleckt durch Sünde war, so von ihm uns angeerbet, wird jetzt wieder weiß und klar, klar und rein 7. O du schönster unter al in dir: von wegen Adams war len, o du keuscher Jungfrauns fie vor verflucht, aber du hast sohn, meiner Seele Wohlges fie gesucht, ja du wurdest ihr fallen, meines Glaubens edle ein Segen. Satan machte sie Kron! laß mich neu gebohren wers 12 E 38. Ermuntre dich, mein 2c. 39. Mel. Lasset uns den Erren 2c. wig sey dir Lob gesungen, o du wunderbarer Held! dich erheben unsre Zungen da: für, daß du in die Welt, mir zu gut, ins Fleisch gekommen, und aus lauter Freundlichkeit, o du Sohn derEwigkeit, Fleisch und Blut hast angenommen, und mein Bruder worden bist: sey willkommen und gegrüßt. und Geburt Chrifti. werden, heilig seyn, wie du, o Kind, das man in der Krip, pe findt; meine beste Freud auf Erden, laß für diesen Gnadenschein mich dir ewig dankbar seyn. 13 3. JEsu, wie soll ich dir dan: ken! Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr: so laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude zc. 41. Mel. Warum sollt ich mich zc. rdlich soll mein Herze sprin sich dieser Seit, ea vor gen 40. Creuet euch, ihr Christen alle! freue sich, wer immer kann: Gott hat viel an uns gethan, freuet euch mit großem Schals le, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Won: 3. Sollt uns Gott nun kons ne! Christus ist die Gnaden, nen haffen, der uns gibt, was sonne. er liebt über alle maaßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Eh ren. 4. JEsu, nimm dich deiner Glieder ferner noch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brü der. Gib der ganzen Christen schaar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude zc. Freud' alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist gebohren.llo 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jams mer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute: Gottes Kind das verbindt sich mit unserm Blute. 2. Siehe, siehe! meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippen 4. Sollte von uns seyn ges Höhle harte lieget, dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude zc. in kehret, der sein Reich und zus gleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will bes trüben? 5. Håtte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wår er nicht Mensch worden. Hått' er Lust zu unserm Schas den, ey so würd' unsre Bürd er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet, und bey Gott, für den Tod, 14 Von der Menschwerdung Tod, Gnad und Fried erwirs bet. 7. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ey so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit gro: Ben Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in gross sen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden: 11. Die ihr arm seyd und elende, kommt herbey, füllet frey eures Glaubens Hånde. Hier sind alle gute Gaben, und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. meine Last all' auf deinem Rü cken; kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 42. Saff't ihn wohl, er wird euch Gelobet feyft du, JE an den da euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmers zen, sey getrost, hier wird ges funden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. Christ, daß Mensch gebohren bist von einer Jungs frau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Gelobt sey Gott! 12. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen; du bist meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast 14. Ich bin rein um deinets. willen, du gibst gnug Ehrund Schmuck, mich darein zu hüls len. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm! edle Blum, laß dich recht genießen. 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, und zu dir einst fahren. Mit dir will ich endlich schwes ben, voller Freud, ohne Zeit, dort im andern Leben. 2. Des ew'gen Vaters eis nig Kind jetzt man in der Krips pe findt: in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Gelobt sey Gott! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß: er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding ers hält allein. Gelobt sey Gott! 4. Das ew'ge Licht geht da herein; gibt der Welt ein'n neuen Schein; es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Ges lobt sey Gott! 5. Der und Geburt Chrifti. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward. Er führt uns aus dem Jammerthal, und macht uns Erben in sein'm Saal. Gelobt sey Gott! 6. Er ist auf Erden kom, men arm, daß Er unser sich erbarm, und in dem Himmel mache reich, und seinen lie. ben Engeln gleich. Gelobt sey Gott! bi 7. Das hat er alles uns ge, than, sein' groß' Lieb zu zeigen an; deß freut sich alle Christens heit, und dankt ihm deß in Ewigkeit. Gelobt sey Gott! 2893-101 302 43-47. KA 48. Mel. Zast du denn, JEsu 2c. Dommst du nun, JEsu, vom 3000 den? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Gwiger 15 den Jammer und Noth, laß mich nicht ewig verderben. 4. Gieb mir, o JEsu, nur heilige gute Gedanken, halte die Glieder des Leibes in heilis gen Schranken. Heiliger Gott! laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. 5. Führe mich endlich, o JEsu, ins ewige Leben, wels ches du allen, die glauben, ver: sprochen zu geben, da ich bey Gott ohne Noth, Jammer und Tod, ewig in Freuden kann schweben. 49. Laßt uns alle frölich seyn. 50. LobtGott, ihr Christen allzugl. ( im Anhange.) 51-54. 55. Mel. Wir Christenleut 2c. JEsu Christ! dein Krippe Jammer und Noth bringen zu Menschengeberden? 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verlohren, hast du mir, JEsu, durch Les 2. Dem Meer und Wind ben und Leiden erkohren. Gü tiger Gott! alle mein Jammer und Noth endet sich, da du ge bohren. gehorsam sind, gibt sich zum Dienst, und wird ein Knecht der Sünder: Du Gottessohn wirst Erd und Thon, gering und schwach, wie andre Mens schenkinder. meine Seele weidet: Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. 3. Sünde, Tod, Teufel und Hölle, die drohen Verderben, wollen mich Sünder bestür men, und schrecken mit Sters 3. Du höchstes Gut, hebst unser Blut in deinen Thron ben. Wächtiger Gott! wende hoch über alle Höhen: Du Men 16 Von der Menschwerdung Menschenfreund, hast dich vers eint, mit uns, die du zu Brü: dern ausersehen. 4. Was will uns nun zu wider thun der Seelenfeind? was schadet er uns allen? Was wirft er mir und andern für, daß Adam, und auch wir mit ihm, gefallen? 5. Schweig' arger Feind! da fist mein Freund, mein Fleisch und Blut, hoch in dem Hime mel droben. Was du gefällt, das hat der Held aus Jacobs Stamm zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und Heil macht alles heil, der Himmels: schatz bringt allen Schaden wie: der. Der Freudenquell, Im manuel, schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder. 7. Drum, frommer Christ, wer du auch bist, sey gutes Muths, und laß dich nicht be trüben, weil Gottes Kind dich ihm verbindt, so kanns nicht anders seyn, Gott muß dich lieben. 8. Gedenke doch, wie herr: lich hoch er über allen Jam: mer dich geführet! Der En gel Heer ist selbst nicht mehr, als eben du, mit Seligkeit ges zieret. 9. Du siehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken: was will doch sich( ich frage dich) erheben, dich in Angst und Furcht zu senken? 10. Dein bidder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, läßt allen Trost verschwinden; komm her, und richt dein An. gesicht zur Krippe Christi, da, da wirst du's finden. 11. Wirst du geplagt; sey unverzagt! dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmå hen; sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thrånen sehen. 12. 12. Tritt zu ihm zu, such Hülf und Ruh, er wirds schon machen, daß du ihm wirst dan. ken: Er weiß und kennt, was schmerzt und brennt, versteht wohl, wie zu Muthe sey dem Kranken. 04 13. Denn darum wollt' er selbst den Sold der Sünd' als unser Bürg' am Kreuze tras gen, daß seine Pein ihm möge seyn ein' unverrückt Erinn's rung unsrer Plagen. 14. Mit einem Wort: Er ist die Pfort zu dieses und des andern Lebens Freuden. Er macht behend ein selges End von alle dem, was fromme Herzen leiden. hould 15. Laß aller Welt ihr Gut und Geld, und siehe nur, daß dieser Schatz dir bleibe. Wer den hier fest hält, und nicht läßt, den ehrt und front er dort an Seel und Leibe. 56. Liebe! die den Himmel hat zc. ( im Anhang.) 57. und Geburt Christi. 37. 68. Puer natus in Bethlehem. Wir singen dir, Immanuel. ( im Anhang.) 58. 69. Send zufrieden, lieben Brüder. Zeuch, mein geliebtes Jefulein. ( im Anhang.) 59-66. 67. Wir Christenleut:: find jetzt erfreut, weil uns zu Trost ist Christus Mensch gebohren, hat uns erlös't: wer sich deß tröst't, und glaubet fest, soll nicht werden verlohren. 2. Welch' große Freud: der HErr wird heut von Mas ria ein wahrer Mensch geboh. ren: wie wir ein Kind, doch ohne Sünd', ist er zu unsrer aller Heil erkohren. 3. Die Sünd' macht Leid:,: Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kom men: mit uns ist Gott nun in der Noth; wer ist, der nun verdammen kann die From: 17 men? 4. Drum sag ich Dank:: mit dem Gesang Christo, dem HErrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all' los seyn der Sünden Last und unträglichen Bürden. 5. Halleluja:,: Gelobt sey Gott, singen wir all' aus uns sers Herzens Grunde: denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen soll'n zu keiner Stunde. Neujahrs- Lieder. 70. Mel. Vom Zimmel hoch, da ic. as alte Jahr vergangen wir HErr JEsu Christ, daß du in mancherley Gefahr uns hast behütet dieses Jahr. 2. Wir bitten dich, ewigen Sohn des Vaters in dem höchs sten Thron, du wollest deine Christenheit hinfort bewahren allezeit. 3. Entzieh' uns nicht dein. heilsam Wort, welch's ist der Seelen Trost und Hort, vor falscher Lehr, Abgötterey, bes hit uns, HErr, und steh uns bey. 4. Hilf, daß wir alle Sünde flieh'n und fromm zu leben uns bemüh'n; kein'r Sund im als ten Jahr gedenk, ein gnadens reich Neujahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, selige lich zu sterben, und hernach frds lich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir zum Hims mel einzugehn; 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O JEsu!, unsern Glauben mehr, zu deines Namens Lob und Ehr. B 71. 18 Neujahrs: Lieder. 71. er neugeborne Menschen, sohn, des Vaters Wons ne, Lust und Kron, bringt abermal ein neues Jahr, zur Freude seiner Christenschaar. 2. Deß freuet sich der Ens gel Chor, und tritt mit Jauch zen nun hervor. Es singet in den Lüften frey, daß Gott mit uns versöhnet sey. 3. Ist Gott versöhnt und unser Freund, was kann uns thun der arge Feind? troß Teufel und der Höllen Pfort! Er, JEsus, bleibet unser Hort. 4. Er bringt das rechte Jus beljahr, was trauren wir denn immerdar? Frisch auf! jetzt ist es Singens Zeit, mein JEsus wendet alles Leid. 72. Mel. So ist denn nun die ic. er du bist A und D, Anfang und Ende, ein HErr der Zeit und auch der Ewigs teit, denn alles steht zu seinem Dienst bereit; zu deinem Thron, Jehovah, ich mich wende, da diese Zeit ein neues Jahr uns bringt, und Zion dir ein Halleluja singt. 2. Dich bet' ich an, unwan delbares Wesen, du Wesen, das kein Zeitenwechsel trifft, du bist, von welchem zeugt der Psalmen Schrift, daß deiner Jahre Zahl nicht ist zu lesen: denn obgleich Erd und Himmel muß vergehn, bleibst du doch, wie du bist, bleibst ewig stehn. 3. Wir aber sind von ge stern her entstanden, und müs sen auch, eh' wir uns deß ver: sehn, oft in der besten Blüthe untergehn; wir sind wie Gras, das frühe zwar vorhanden, und doch wol, eh die Sonne von uns weicht, durchs Schnit ters Hand sein Ende schon ers reicht. 4. Das macht der Fall, der deinen Zorn erwecket, und uns in diesen Jammer hat ver senkt,( o wohl dem Menschen, der es recht bedenkt!) der sich nun über alles Fleisch erstrecket. Fleisch ist wie Heu, wie eines Grases Blum, wie leichte Spreu in seinem besten Ruhm. 5. Du bist gerecht, wer darf dein Urtheil tadeln? Doch sey gepriesen die Barmherzigkeit, die von uns nimmt so gnådig unser Leid, und uns so hoch hat wieder wollen adeln, daß, ob wir gleich hier die Verwesung sehn, wir doch dereinst zum Leben auferstehn. 6. Durch Christum ist uns dieses Heil geschenket, der kommt aus deinem Schooß zu uns herab, wird Mensch, und scheuet weder Tod noch Grab, wodurch er deine Huld so zu uns lenket, daß aller Jammer, alle Noth und Pein, uns nichts als Gegen und Gewinn muß seyn. 7. Durch ihn sind wir zur Ewigkeit erkaufet, wo Freud' und Neujahrs- Lieder. und unvergånglich Wesen nur dich zu lieben als das grünt. Hierzu sind wir dir, Bas ter, ausgesühnt, und auf des Sohnes Blut und Tod getaus fet. Wie gnådig hast du, Gott, an uns gedacht, daß du, durch unser Heil, dis Heil gebracht! 8. Dis ist der Brunn, aus welchem hergesloffen, was mich in meiner Wallfahrt früh und spat, an Seel und Leib, jes mals erquicket hat, der sich hat stromweis über mich ergoffen, daß ich den Augenblick nicht nennen kann, da mir nicht was re daraus Guts gethan. 9. Gelobet sey, o Herrscher, diese Liebe, die sonderlich auch im verstrichnen Jahr mich are men Staub, der deß unwürdig war, so merklich spüren lassen ihre Triebe. Ich stelle mich dafür in meinem Sinn, dir, großer Gott, selbst zum Dank: opfer hin. 19 höchste Gut. 12. Die Zeit flieht hin, laß mich auch von ihr fliehen, die Ewigkeit rückt näher stets herbey, gib, daß ich ihr im Geist recht nahe sey: laß mich als ei lend stets von hinnen ziehen. Es müsse mir nie kommen aus dem Sinn, daß ich hier fremd, ein Gast und Pilgrim bin. 13. Ach! lehre mich recht meine Tage zählen, daß ich sie all' aufs best' anwenden mag, hilf mir auch tragen ihre Last und Plag', so will des rechten Zwecks ich nicht verfehlen. Ich will dereinst mit der erkauften Schaar bey dir begehn das große neue Jahr. 73. Helft mir Gottes Gute zc. 74. Heut fånget an das neue Jahr. 75. 7 10. O! denke nicht an der vergangnen Zeiten gemachte viel' und überhäufte Schuld, laß deine Gnad und milde Baterhuld auch über mich durch Christum sich verbreiten. Was ich gelebet habe, decke zu; was ich noch leben soll, regiere du. Nachdem das alte Jahr verft. 78. Mel. Wach auf, mein Herz ic. un laßt zu Gott uns tres Nun 11. Erneure mich, der du machst alles neue, das Alte laßten, mit Singen und von nun an untergehn, laß mit Beten, zum HErrn, der Heiligkeit an dessen Stelle unserm Leben bis hieher Kraft stehn, die neue Creatur dich gegeben. stets erfreue. Der Geist aus dir verandre Sinn und Muth, 2. Wir gehn dahin und wan dern von einem Jahr zum ans B2 dern, Hilf, HErr JEsu, laß zc. ( im Anhange.) 76. JEsu, nun sey gepreiset. 77. 20 Von JEsu, und dessen dern, wir leben und gedeyen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die oft die Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge: wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret wer: den: nen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ' zu die Jam merpforten, und laß an allen Orten, wo Menschen Blut vergießen, des Friedens Ströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We. gen. Laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sey der Verlass'nen Vater, der Irrenden Bera ther, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 5. Also auch, und nicht min der, låst Gott ihm seine Kin: der, wenn Noth und Trübsal bligen, in seinem Schooße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens! fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue. Lob sey den starken Hånden, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Bater, und bleib mitten in allem Kreuz und Leiden ein Brunnquell unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen seh: Wer sich im Geist beschneidet. 80. Ach! JEsu, deffen Treu. 13. Hilf gnådig allen Kranten; gib fröliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere, und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du ge ben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschaare zum sel'gen neuen Jahre. 79. Von Jesu, und dessen mannichfaltigen Namen und Aemtern. lieb zu hören, daß JEsus ist der Sünder Hort, und will die Armen lehren. Das ist ein theures werthes Wort, daß JEsus ist der Sünder 2. Er, 81. D Mel. Machs mit mir, Gott zc. as ist ein theures werthes Wort, ein Wort sehr Hort. Namen und Aemtern. 2. Er, JEsus, nimmt die bezwungen, durch dich ist Le Kranken an, er heilet allen ben und Heil mir errungen. Schaden; er ist ein Gast bey jedermann, die ihn zu sich einladen. Das ist ein theures werthes Wort, das JEsus ist der Sünder Hort. 2. Priester in Ewigkeit! meine Gedanken denken mit brennendem Eifer an dich, bringe mein Seufzen in heilige Schranken, der du ein Opfer geworden für mich! Du bist als Fürsprach zum Himmel gefahren, kannst auch dein Eigenthum ewig bewahren. 3. König der Ehren! dich wollen wir ehren, stimmet ihr Saiten der Liebe mit ein: las set das Loben und Danken nun hören, weil wir die theuer Ers kaufeten seyn. Herrsche, liebwürdigster Heiland, als König. Menschenfreund! schüße die Deinen, die wenig. 4. Nun dann, so soll auch mein Alles erklingen: ich, als ein Christe, will treten herbey, will, unermüdet, aus Liebe dir singen, will mit vermehren das Jubelgeschrey. Ich will dich, Herzog des Lebens, ver.. ehren, alles, was Othem hat, lobe den HErren! 84. Jesu clemens. 3. Er, JEsus, ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloh, ren, er holt zurücke, was ver: führt, er ist zum Heil erkohs ren. Das ist ein theures wers thes Wort, daß JEsus ist der Sünder Hort. 4. Lob sey dir, JEsu, Got: tes Sohn, du Bürge meiner Schulden! der Tod war meis ner Sünden Lohn, du wolltest ihn erdulden. Das ist ein theu res werthes Wort, daß JEfus ist der Sünder Hort. 5. Ach! gib mir, daß ich diese Gnad, und meine Sünd' erkenne, daß ich, mein Hirte, früh und spat nach dir vor Liebe brenne, und nie vergeß dis werthe Wort, daß JEsus ist der Sünder Hort. 82. Dich, JEsu, loben wir. 83. Mel. Jesu, hilf siegen. roßer Prophete! mein Herze begehret von dir, dem Lichte, gelehret zu seyn. Du, aus des Vaters Schoo8 zu uns gekehret, haft mich befreyet von ewiger Pein. Du haft, als Mittler, den Teufel 21 85. JEsu, der du deine Liebe. 86. JEsu, du mein liebstes Leben. 87. JEsu, frommer Menschen zc. ( im Anhang.) 88-92. B3 93. 22 Bon Jesu, und dessen 93. Mel. Romm, o komm, du ze. Oder: Gott des Zimmels 2c. m Jeines Lebens beste Freu de ist der Himmel, Got tes Thron: meiner Seele Troft und Weide ist mein JEsus, Gottes Sohn: was mein Her ze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mågen sich erquits ten an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel bliks ken, und zu JEsu seyn gesellt; denn der Erde Gut vergeht, JEsus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, als ich schon in JEsu bin: alle Schäße dieser Erden sind vergänglicher Gewinn. JEsus ist das rechte Gut. Er erquicket Herz und Muth. 4. Glånzet gleich das Welt, geprånge, ist es lieblich anzus sehn, währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plötzlich pfleget aus zu seyn dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein JEsus innen hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und fatt: es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Roft und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein JEsus, mein Getreuer, und sein Him. mel mir verspricht; dort wird alles abgelegt, was mein Geist hier duldend trågt. 7. Einen Tag bey JEsu figen, ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freuden nüßen; aber ewig seyn gestellt zu des HErren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. 8. Eitle Luft will ich verach. ten, sie lab't meine Seele nicht: aber nach dem Himmel trachten, und auf JEsum seyn ge: richt't, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach! so gonne mir die Freude, JEsu, die dein Him. mel hegt: sey du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt; und, an dir recht froh zu seyn, nimm mich in den Himmel ein. 94. Mein Geist frohlocket. 95. Mein Herzens- JEsu, meine zc. ( im Anhang.) 96. Mein Vater, zeuge mich, Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Creatur: laß mich so gütig seyn, so heilig, weis' und milde, durch deiner Gnade Kraft, wie du bist von Natur. 2. Mein Licht! erleuchte mich, laß deines Lichtes Strah len mir dringen in mein Herz, vertreib die Finsterniß; ich fall und irre sonst zu wiederholten malen; Namen und Nemtern. malen; ja, werd ich nicht ers Gebet in rechter Brunst ge leucht't, verderb ich ganz ge wiß. scheh. 3. Mein Weg zum Baters land, ach! öffne mir die Pfor te, die mich ins Freyheitsreich im Glauben überbringt: du weißt ja, daß dein Kind an eis nem wüsten Orte schon lang ge nug gewohnt, und nun nach Freyheit ringt. 4. O Wahrheit! heilge mich durch alle deine Wahrs heit, und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterkeit; vertreib den Lügengeist durch deines Wortes Klarheit, und mache mich recht fest in allem Kampf und Streit. 5. Mein Leben! leb in mir, und laß in dir mich leben; ich bin ja ohne dich zum Guten gånzlich todt. Du bist das Les bensbrodt, das einzig Nah, rung geben kann meinem mat: ten Geist, bey Mangel und bey Noth. 75 de 6. Mein Vorbild! still und fromm, rein, heilig und uns schuldig, ach wirke doch in mir den sanften stillen Sinn: so werd ich auch, wie du, im Leiden recht geduldig, und lasse mich zum Kreuz gar willig füh, ren hin. 23 8. Mein Hoherpriester! hör' nicht auf, für mich zu beten, ach rufe doch mit mir den Vater täglich an; laß deinen heil'gen Geist mit Seufzen mich ver treten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann. 7. Mein Meister! lehre mich den Vater recht erkennen, weil ohne dich, o Licht! ich Gott, das Licht, nicht seh; ach! unterweise mich, Ihn Abba recht zu nennen, daß alles mein 9. Mein König! schüße mich, wenn Satan, Welt und Sünde, so sich in mir noch regt, auf meine Seele stürmt. Hilf, daß in deinem Schooß ich allzeit Ruhe finde: denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt. 10. Mein Hirte! weide mich auf einer grünen Auen, und lag're mich im Durft ans frische Wasser hin: Dein Auf sehn schüße mich; wollt ich aufs Eitle schauen, so bringe bald zurecht den ausgeschweiften Sinn. 11. Mein Arzt! bin ich vers wundt, sind ausgezehrt die Kräfte, so komme deine Kraft mir Schwachen dann zu gut, es schenke mir dein Geist er neute Lebenssäfte, erquick e met. nen Geist und stärke Herz und Muth. 12. Mein Freund! vertraue dich doch gånzlich meinem Her zen, und laß mich deiner Treu noch mehr versichert seyn: auf daß zu aller Zeit ich meiner Seele Schmerzen getrost ver. 34 senten Von Jesu, senten darf, HErr, in dein Herz hinein. 24 13. Mein Bruder! liebe mich, und setze mir das Sie: gel der unverfälschten Lieb', den Geist, auf meine Brust: laß deine Freundlichkeit mich schme: dken, sey mein Spiegel, darin ich mich beschau mit aller Herzens- Lust. 14. Mein Ein und Alles! laß mit dir mich Ein's hier wer den, so wird mir alles Nichts, du aber Alles seyn. Nimmt endlich deine Güt' im Tod'mich von der Erden, so geh ich frie denvoll in deine Freude ein. 97. Name voller Güte. und dessen der Zeit, Glanz der Herrlich teit! auserfohren, Leben derer, die verlohren, und ihr Licht dazu, JEsu, süße Ruh. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erld. fer uns geschenket, und in un. ser Fleisch versenket in der Füll 4. Großer Sieges: Held! Tod, Sünd, Höll und Welt, hast du siegreich überwunden, und uns unsrer Schuld ent bunden durch das Lösegeld deines Blut's, o Held! 5. Hochste Majeståt, König und Prophet! deinen Scepter will ich küssen, ich will sizen dir zu Füßen, wie Maria that, höchste Majestät! als dein Eigenthum, durch des 6. Laß mich deinen Ruhm, Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm. 7. Zeuch mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zerschmelze, und auf dich mein Elend wälze, das stets drücket mich: zeuch mich ganz in dich. 98. Nun will ich mich scheiden. 99. OJEsu süß, wer dein gedenkt. 100. Mel. Seelen- Brautigam, er ist wol wie du, JEsu, 8. Deiner Sanftmuth W in daß Schild, deiner Demuth Bild kein Zorn noch Stolz sich rege: vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild.7527 9. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sey du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn.esion 10. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße, und mich nicht in Namen und Aemtern. in seinem Neße Satan halte sern Schmuck gebracht, gelegt auf, fördre meinen Lauf. in Strick und Bande; mit Fluch und Finsterniß bedeckt, und uns mit Tod und Hölle schreckt: 0 Jammer voller Name! 3. Niemand war in der gan zen Welt, der uns durch seinen Namen befreyen könnt', denn nur der Held, der als des Weis bes Saamen sich bei uns in der Füll der Zeit aus der verborgnen Ewigkeit im Fleisch hat eingestellet. nisi 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich was chen mög' und beten, freudig vor dein Antlig treten, unge fårbte Lieb in die Seele gib. 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken: habe auf mich Ucht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Helden: Muth, der da Gut und Blut gern um deinet willen lasse, und des Fleisches Lüfte hasse, gib mir, höchstes Gut! durch dein they res Blut. 14. Solls zum Sterben geh'n, wollst du bey mir steh'n, mich durchs Todesthal beglei, ten, und zur Herrlichkeit be. reiten, daß ich einst mag seh'n mich zur Rechten steh'n. 101. Mel. Es ist das Zeil uns sc. Pir Menschen sind in und verdorben, dadurch wir den gerechten Lohn des Todes uns erworben: das macht, daß man uns Sünder nennt, die sich aus eigner Schuld ges trennt von Gott, dem wahren Leben. allod bad 25 4, Sein Name heißet JE sus Christ, von Gott selbst so genennet, der mir und dir, und wer er ist, dis große Heil gegonnet; ach! nimm es unges säumet an, es freue sich, wer immer kann, des freudenvollen Namens. Te 2. Dis ist der Name, der uns macht vor Gott zu Spott und Schande, der uns um un. 5. Dis ist der Name, der uns bringt vor Gott aufs neu zu Ehren, der, wie das Chor der Engel singt, uns Freude kann beschehren, der uns in Fried und Freyheit feßt, mit Gnad und Gaben uns ergößt, und in den Himmel hebet. 6. Denn JEsus ist, der un fre Schuld, samt aller Straf und Plagen,( o unerhörte Lieb und Huld!) hat willig wollen tragen: Er war gerecht, und ließ doch sich zur Sünde machen, daß du mich in Ihm ges recht könnt'st nennen. 7. So heißt er denn nicht JEsus nur, er ist auch, was er 35 heiffet, 26 Bom Leiden und Sterben heiffet, indem er unsere Natur aus allem Jammerreiffet: die That stimmt mit dem Namen ein, wie's billig auch bey uns follt feyn, er heißt und ist auch JEsus. 8. Er ist der rechte Josua, der uns zur Ruhe bringet; er, als der Priester, ist nun da dem es so wohl gelinget, daß er des HErren Tempel baut, an welchem man ihn selbsten schaut, als Grund, und Eckstein liegen. tani and 9. Drum ist in keinem an dern Heil, ist auch kein Nam' gegeben, daran wir könnten nehmen Theil zur Seligkeit und Leben: nur JEsus ist ders selbe Mann, der uns das Le ben schenken kann. Gelobet sey sein Name! 122. Christus, der uns selig macht. 123. R Da JEsus an dem Kreuze ic. Mel. Tun laßt uns den Leib zc. 124, 107 ie Seele Chrifti heilge mich; sein Geift ver: setze mich in sich; sein Leichnam, der für mich verwundt, der mach' mir Leib und Seel gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seis ner Seite floß, das sey mein Bad, und all sein Blut er 11. Laß mich empfinden quick mir Herz, Sinn und deine Kraft und inn're Süßig, Muth.$ 35.95 133keiten, und was er sonsten Gus tes schaff't, laß sich in mir ausbreiten: so wird der Sünden noth gewehrt, so wird die Last in Lust verkehrt, so bin ich felig. Amen. 3. Der Schweiß von sei nem Angesicht laß mich nicht kommen ins Gericht; sein gan zes Leiden, Kreuz und Pein, das wolle meine Stärkung feyn. 102 120. 4. DJEfu Christ, erhöre mich! nimm und verbirg mich ganz Vom Leiden und Sterben JEfu Christi. 121. na Christe, du Lamm Gottes, der du tråg'st die Sünd' der Welt; erbarm die unser! tes, der du tråg'st die Sünd' 2. Christe, du Lamm Got der Welt; erbarm dich unser! tes, der du tråg'st die Sünd 3. Christe, du Lamm Got der Welt; gib uns deinen Frie. den! Amen. 10. O Name, werde doch in mir durch Gottes Geist verklåret! Denn, was verbors gen liegt in dir, tein mensch: lich Herz erfähret: Vernunft kann es begreifen nicht, ohn' Gottes Glanz und Gnaden licht bleibt es unaufgeschlossen. Univ.- Bibl. Giessen JEsu Christi. ganz in dich: schließ mich in deine Wunden ein, daß ich im Tod' kann frölich seyn. 27 hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb! o Liebesmacht! du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abs zwingen. O Liebe, Liebe! du bist stark, und streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Någeln und mit Spießen: du schlach test ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurrothen Blutes. O süßes Lamm! was soll ich dir erweisen das für, daß du mir erzeigest so viel Gutes? 5. Ruf mir in meiner letzten Noth, und nimm mich einst zu dir, mein Gott, daß ich, mit deinen Heil'gen all'n, laß ewig lich dein Lob erschall'n. 125. Du grüner Zweig 2c. 126. Mel. An Wasserflüssen 2c. Sin in Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder, es geh't und büßet mit Geduld die Süns den aller Sünder; es geh't dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, entzieht sich allen Freuden; es nimmt an sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lamm ist der er habne Freund, und Heiland unsrer Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Söhner wollen wählen: Geh hin, mein Kind, und nimm dich an, der Kinder, die ich aus gethan zur Straf und Zornes. ruthen; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los, durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja Bater, ja, von Hers zensgrund, leg auf, ich wills gern tragen, mein Wollen 5. Mein Lebe: Tage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebess armen faffen: du sollst seyn meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücken bricht, sollst du mein Leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigenthum beståndiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb lichkeit bey Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir nach Möglichkeit zum Freudenopfer bringen: mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dank: barkeit ergießen; und was du mir 28 Vom Leiden und Sterben. mir zu gut gethan, das will ich stets, so gut ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzensschrein: du sollst ein Schathaus werden derSchäße die viel größer seyn, als Him, mel, Meer und Erden. Weg Freud' und Lust der eitlen Welt, das, was mein Herz zufrieden stellt, hab' ich in ihm gefunden. Mein größter Schab, HErr JEsu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. Freuden, so laß dis Blut mei n'n Purpur seyn, ich will mic darein kleiden; es soll seyn meines Herzens Kron, in wel cher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anver: traut, als eine wohlgeschmück te Braut, an deiner Seite stehen. 10. Wenn endlich ich soll treten ein, in deines Reiches 127. Es ist vollbracht! vergiß* c. ( im Anhang.) 128. 8. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten Thränen, und beweinet Mel. Freu dich sehr, o meine. ließt, fließt von machen: im Streite soll es seyn mein Schut; in Traus rigkeit mein Lachen; in Frs. lichkeit mein Saitenspiel; und wenn mir nichts mehr schmek: ten will, soll mich dis Manna speisen: im Durst solls seyn mein Wasserquell; in Einsam keit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen. eure Schuld; brich, mein Herz, von Seufzen, Sehnen, weil dein Mittler, in Geduld, nach Jerusalem zum Tod, ach zum Tod! für deine Noth und der ganzen Welt, hinwandelt: denk, ach! wie hast du gehan: delt? 9. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben: wenn mich der Sonne Hiße trifft, so kann mir's Schatten geben; setzt mir der Schwermuth Schmer zen zu, so find' ich bey dir meis ne Ruh, als auf dem Bett' ein Kranker; und wenn des Kreuz zes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du denn mein Anker. 2. Es soll nun vollendet werden, was davon geschrie ben ist, und warum auf diese Erden ist gekommen JEsus Christ: schauet nun des Höchsten Sohn in dem Leiden, Schmach und Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt alles wohl zu Herzen. 3. Es wird in der Sün der Hånde überliefert Gottes Lamm, daß sich dein Verder: ben wende; Jud- und Heiden sind ihm gram, und verwer fen JEsu Christi. fen diesen Stein, der ihr Eckstein sollte seyn. Ach! dis leis det der Gerechte für die bösen Sündenknechte. zerschlagen, daß kein Maaß noch Ziel der Plagen. 29 8. Endlich wird der Schluß gesprochen, JEsus muß zum Tode gehn. Hört man, da der Stab gebrochen, ihn wohl klagen, bitten, flehn? Barrabas wird losgezählt, JEsus wird zum Kreuz erwählt; weg mit diesem, dem Verfluch ten! ruft der Haufe der Vers ruchten. 9. Folge denn zur Schådelståtte deinem JEsu treulich nach; aber auf dem Wege bete, bet im Geist mit Weh und Ach, daß der Vater auf sein Kind, als den Bürgen für die Sünd', sehen wolle, und der Armen sich aus Gnas den mög' erbarmen. 4. JEsus steh't in Strick und Banden, dessen Hand die Welt gemacht, bey Verachtung, Spott und Schanden, und wird höhnisch ausgelacht: Bak, tenstreich und Fäustenschlag, Jud und Heiden Grimm und Rach duldet Er für deine Sün: den; wer kann solche Lieb er gründen? 5. Laß es dir zu Herzen 5. Laß es dir Herzen gehen, beßre und bekehre dich. Wer kann diese That ansehen, daß man nicht bewege sich? JEsus steht an unsrer Statt, was der Mensch verdienet hat, büßet JEsus, und erdul det, was der Sünder hat ver: schuldet. 6. Er hålt seinen heil'gen Rücken Geißel, Ruth und Peitschen dar: wer kann dis ohn' Reu erblicken? Wenn die rohe Judenschaar Hand anlegt an Gottes Bild, do so freundlich, fromm und mild, und doch nackend wird gehauen; wer kann solchen Greu'l anschauen? 10. Muß ich, JEsu, dich denn sehen am verfluchten Kreuzespfahl, ach! so laß ich übergehen meine Thränen son der Zahl. Ach! erbarm dich, Gottes Lamm, das da hångt am Kreuzesstamm; ach erbarm dich! weil dein Leiden mir gedeyen soll zur Freuden. 11. Ich will dir ein Opfer geben, Seel und Leib ist meine Gab; JEsu, nimm dis arme Leben, weil ich ja nichts bes sers hab': Tidt in mir, was dir mißfällt, leb' in mir auf dieser Welt; laß mich mit dir leben, sterben, und dein Reich im Himmel erben. 7. Also sollt' man dir bes gegnen, du verruchtes Men schenherz; aber nun kommt, dich zu segnen, und zu tragen deinen Schmerz, JEsus, und entblößet sich, und wird dort 12. Tausendmal sey dir ges so jammerlich abgestrafet und sungen, liebster JEsu, Preis und 30 Vom Leiden und Sterben und Ruhm, daß du Höll und Tod bezwungen. Nun bin ich dein Eigenthum, und du meis ne Freud und Wonn: mscht ich dich, o schönste Sonn, bald in deiner Krone sehen! Ja, ich weiß, es wird geschehen. 129. Geduldigs Låmmlein, Jesuc. 130. Gegrüßet seyst du, meine zc. 131. Geheimniß voller Lieb! 2. Wie? soll ich denn Wohl. luft pflegen, und, o schnöde Welt! mit dir gehen auf den breiten Wegen der verderbli, chen Begier? Nein, ich will nun JEsu leben, und euch gute Nacht jetzt geben. 3. Ich mag euch durchaus nicht hören, die ihr bald ein frommes Herz durch den Ans schein könnt bethören; hebet euch nur hinterwärts! ihr sollt mich nicht mehr verblens den, noch von JEsu mich ab Schmach und Spott, als von ihm sich abzuscheiden, und bey der Gottlosen Rott, hier in großen Ehren sitzen, und dort in der Hölle schwitzen. 132. Mel. zrr, ich habe misgeh. Oder: Zeuch mich, zeuch zc. ute Nacht, ihr eitle Freus 6. Ach! das Haupt muß Dornen tragen, und die GlieDer prangen noch: ja, der HErr muß Blöße klagen, und der Knecht stolziret doch. G den, gute Nacht, du fale du falsch beschöntes Gleissen! sche Welt! Sehet doch, welch wer kann dich doch heilig Angst und Leiden Er aussteht der Lebensheld, wie er zittert, wie er ringet, daß sein Blut auch von ihm dringet. wenden. 4. Besser ists, mit JEsu leiden Hohn, Berachtung, 5. Weg mit Hoffart, Stolz und Prangen! weg mit allem Uebermuth! meines Heiland's Haupt und Wangen triefen überall von Blut, und dem Schußherrn aller Frommen sind die Kleider selbst genoms men. heissen? 7. Weiche Schwelgen! Lü ste weichet! denn schon euer Wes sen macht, daß mich Furcht und Schreck erreichet, wenn ich nur bedenk, wie sich, auch zu ihrem großen Schaden, viel' in Wohllust überladen. 8. Und dem Schöpfer aller Dinge hats so gut nicht kön nen seyn, daß, als er am Kreuz nun hinge, in der schwersten Todespein, Er, sein mattes Herz zu laben, möcht ein Tröpflein Wasser haben. 9. Drum geb' ich euch schnde den Sünden hiemit nochmals gute Nacht, weichet fern und bleibt dahinten, ihr habt ihm die Angst gemacht, daß er klas get JEfu Chrifti. GE get ohne Maaßen, wie sein Gott ihn hab' verlassen. 10. Daß der Lebensherr verstirbet, und daß er ein Fluch jetzt ist, der den Segen uns erwirbet, das soll mich zu jes der Frist von der Sünden bahn abschrecken, und zu wah rer Buß aufwecken. 11. Habe Dank, o Freund der Seelen! für die Angst und Traurigkeit, für die Schmer, zen, die dich quålen, für des Todes Bitterkeit, die du hast, von Sünd und Schanden uns zu retten, ausgestanden. 12. Gib, daß wir forthin bereuen unsrer Sünden schwes re Last, und die Strafe nicht erneuen, die du jetzt bezahlet hast, sondern dir uns ganz er geben, und nach deinem Wil, len leben. 133. Herzliebster JEfn! was haft du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat ges, sprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst gegeisselt und mit Dorn'n gekrönet, ins Ans gesicht geschlagen und verhöh, net; du wirst mit Essig und mit Gall' getrånket, ins Grab gesenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach! meine Sünden haben dich geschla gen! Ich, ach! HErr JEsu, 31 habe dis verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe: die Schuld bezahlt der HErre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott miß handelt: die Unschuld stirbt! der das Geset gebrochen, wir losgesprochen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Gut's zu finden, dafür hätt' ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. O große Lieb', o Lieb' ohn alle Maaße! die dich ges bracht auf diese Marterstraße: ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreis ten? Kein's Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kann mit meinen Sinnen nicht erreichen, wos mit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir doch deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dåmpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze Vom Leiden Herze nicht entzünden mit al ten Sünden. 32 11. Weil's aber nicht bes steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften; so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten: ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Eh: ren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, teine Schmach noch Plagen; nichts von Verfolgung, nichts von Todes: schmerzen, nehmen zu Herzen. 14. Dis alles, ob's für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bey Seite seßen: in Gnaden wirst du dis von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, HErr JE su, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte steh'n die Ehe renkrone, so will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. 134. Hilf, Gott, daß mirs gelinge. 135. Mel. Freu dich sehr, o meine. J Esu, deine heil'ge Wunden, deine Quaal und bittern Tod, laß mir geben alle Stun den Trost in Leib's: und See: und Sterben len- Noth. Wenn mir fällt was Arges ein, laß mich denken dei ner Pein, daß ich deine Angst und Schmerzen wohl erweg in meinem Herzen. 2. Will sich gern in Wohl lust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, laß mich den ken, daß dein Leiden löschen muß der Höllen Glut; dringt der Satan ein zu mir, hilf, daß ich ihm halte für, deine Wun den, Maal und Zeichen, daß er von mir müsse weichen. 3. Wenn die Welt mich will verführen auf die breite Sündenbahn, woll'st du mich also regieren, daß ich alsdann schaue an, deiner Marter Cent nerlast, die du ausgestanden hast, daß ich könn' in Andacht bleiben, alle böse Lust vers treiben. ANDRE 4. Sib für alles, was mich frånket, mir aus deinen Wuns den Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, so gib neuen Lebenssaft: daß mich stark in allem Leid' deines Trostes Süßigkeit, weil du mir dein Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Laß auf deinen Tod mich trauen, o mein Gott und Zu versicht! Laß mich feste darauf te nicht. Deine Todesangst bauen, daß den Tod ich schmek, laß mich stets erquicken mach tiglich. HErr, laß deinen Tod mir geben Auferstehung, Heil und Leben! 6. JEsu, JEfu Christi. 6. JEsu, deine heil'ge Wuns den, deine Quaal und bittern Tod, laß mir geben alle Stun: den Trost in Leib's und Sees len: Noth: sonderlich am lege ten End' hilf, daß ich mich zu dir wend', Trost in deinen Wunden finde, und dann frds lich überwinde. 136. JEsu, deine Passion will ich ic. 137. I Mel. Freu dich sehr, o meine. Esu, deine tiefe Wunden, deine Quaal und bitt'rer Tod geben mir zu allen Stun: den Trost in Leib's- und See: lennoth; fällt mir etwas Arges ein, denk' ich bald an deine Pein, die erlaubt nicht mei: nem Herzen, mit der Sünden: lust zu scherzen. 2. Will sich denn in Wohl luft weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut; kommt der Sa: tan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad' und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wohllustbahn, da nichts ist, als Jubiliren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestan. 33 dacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, was mich krånket, geben deine Wun den Kraft: wenn mein Herz hinein sich senket, krieg' ich neuen Lebenssaft. oines Tros stes Süßigkeit wend't in mir das bitt're Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 138. JEsu, der du wollen büßen. 139. JEsu Leiden, Pein und Tod. 140. JEsu, meiner Seelen Licht. ( im Anhang.) 141. Mel. Jesu, der du meine 2c. Esu, meines Lebens Leben, kann ich in meines Todes der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in C das 5. Auf dich sets' ich mein Vertrauen, du bist meine Zus versicht: dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich Eann tddten nicht; daß ich an dir habe Theil, bringet mir Troft, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Aufer: stehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gü tigkeit, so empfind' ich keine Schmerzen, auch im letzten Kampf und Streit; ich ver berge mich in dich, kein Feind kann verlegen mich. Wer sich legt in deine Wunden, der hat selig überwunden. Vom Leiden und Sterben das äußerste Verderben; nur gezählet, hast du wollen seyn daß ich nicht möchte sterben. gequälet. Tausend tausend, Tausend tausendmal sey dir, mal 2c. liebster JEsu, Dank dafür. 2. Du, ach! du haft ausges standen Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge Strick' und Banden, du ge rechter Gottes Sohn; nur mich Armen zu erretten von der Sünden Macht und Kets ten. Tausend tausendmal zc. 34 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich rich: ten zu; um zu heilen meine Plagen, und zu setzen mich in Ruh. Ach! du haft zu meis nem Segen, lassen dich mit Fluch belegen. Tausend taus sendmal 2c. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, und mit Dor: nen gar gekrönet: was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenkron' aufsetzen. Tau send tausendmal zc. 5. Du hast wollen seyn ge schlagen, zu befreyen meine Pein, fälschlich lassen dich an. klagen, daß ich könnte sicher seyn; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend tausend: mal zc. 6. Du hast dich in Noth gestecket, hast gelitten mit Ge duld, gar den herben Tod ges schmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde los 7. Deine Demuth hat ges büßet meinen Stolz und Ueber: muth, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeyen muß zu Ehren mir gedeyen. Tausend tausend. mal zc. 8. Nun ich danke dir von Herzen, JEsu für gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tau, sendfachen Plagen. Für dein' Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar seyn. 142. Ist dieser nicht des Höchsten 20. 143. Mel. Lasset uns den Erren 2. Laſſet uns mit JEſu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entflie hen, auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Him: mel reisen, irdisch noch, doch himmlich seyn, glauben recht, und leben fein, in der Lieb' den Glauben weisen. Treuer JEsu, bleib' bey mir; gehe vor, ich folge dir! 2. Lasset uns mit JEsu leis den, seinem Vorbild werden gleich: nach dem Leide fols gen Freuden, Armuth hier macht dorten reich, Thränen. faat JEfu Chrifti. faat bringt frohes Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld, es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne ma: chen. JEsu! hier leid' ich mit dir, dort theil' deine Freud' mit mir. 3. Lasset uns mit JEsu ster: ben, sein Tod uns vom andern Tod rettet, und vom Seelver, derben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab; so wird er uns aus dem Grab' in des Himmels Leben heben. JEfu, sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit JEsu les leben: weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder ge ben. JEsu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du leb'st, da le ben wir: ach! erkenn' uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. JEsu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bey dir. 144. Mel. Liebster JEfu, wir sind 2c. m eineSeel', ermuntre dich, deines JEsu Lieb' be denke, wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenke; ach! erweg' die große Treue, und dich deines JEsu freue. 2. Sieh', der wahre Got: tes Sohn ist für dich an's Holz gehänget, sein Haupt trägt die 35 Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget; Er läßt sich für dich verwunden: wo ist größ're Lieb' gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leis den, und von Gott verstoßen seyn, ewig fern von allen Freus den: aber JEsus trägt die Sünden, durch ihn kannst du Gnade finden. de 4. Durch sein Leiden ist ges stillt deines Gottes Zorn und Nache; Er hat das Gesetz er: füllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket, und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz? wie sollst du dich recht anstellen? JEsu Leiden ist kein Scherz, seine Liebe kein Vers stellen: denke drauf, was dir oblieget gegen den, der für dich sieget. B 6. Ich kann nimmer nims mermehr das Geringste nur vergelten, er verbind't mich allzusehr: meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet, und wol gar mit Sünd' betrübet. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir geschehen: mein Schluß sey nun fest gericht't, einen andern Weg zu gehen, darauf ich nur JEsum suche, und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg ihr Sünden, weg von mir! euch kann ich an € 2 mir Vom Leiden und Sterben mir nicht leiden; eurentwegen 14. Was für Lust und müst' ich hier und auch dort Süßigkeit, was für Freud' von dem mich scheiden, ohne und Jubiliren, was für Ruhe welchen ist kein Leben, keine nach dem Streit, was für Gnade, kein Vergeben. Ehre wird uns zieren? Ewig, ewig werd ich loben, wenn ich ganz in Gott erhoben. 9. Du, mein JEsu, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, ewig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 15. Ach! ich freu' mich alle Stund', auf dis freudenvolle Leben, danke dir mit Herz und Mund; du, o JEfu, hast's ge: geben: nur im Glauben laß mich's halten, und dein' Kraft in mir stets walten. 145. 36 10. Du, mein JEsu, sollst es seyn, den ich mir zum Zweck gesetzet, wie du mein, so will ich dein, bleiben stets und uns verletzet: was du liebest, will ich lieben, und was dich, soll mich betrüben. Merkt, ihr Menschenkinder. 146. Mel. O Durchbrecher aller 2. 11. Was du willst, das ſey du Liebe meiner Liebe, D du mein dein meines Herzens Spiegel, wenn du schlägest, halt' ich still; dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel: daß ich soll den Him: mel erben, darauf kann ich frölich sterben. keit! die du dich, aus höchstem Triebe, in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Schlachtschaaf, eingestellt, und bezahlt mit dei: nem Blute alle Missethat der Welt. 12. Nun so bleib' es vest dabey: JEsus soll es seyn und bleiben, dem ich lebe, deß ich sey; nichts soll mich von JEsu treiben: du wirst, JEsu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfasſen. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thrånen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhör: lich vest geliebt: Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trågt: den, so niemand konnte stillen, hat dein Sters ben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der 13. Ist bereits schon jetzo hier solche Freud' und Ruh' zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein JEsu, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden, ey! was will im Himmel werden? JEfu Chrifti. Hits der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Athem end't; Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Ars men mich zuletzt umfangen wollt'; Liebe, die aus Lieb'ser: barmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt' fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unaufhörlich sich vers bunden, und auf ewig anvers traut; Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein, in dem blutver. wund'ten Herzen, sanft in dir gestillet seyn. 6. Liebe, die für mich ge storben, und ein immerwäh, rend Gut an dem Kreuzesholz erworben: Ach! wie denk' ich an dein Blut! Ach! wie dank' ich deinen Wunden, unergründ'te Liebe du! wenn ich in den letzten Stunden sanft in deiner Seite ruh'! 7. Liebe, die sich todt ge krånket, und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesen. ket: Ach! wie dank' ich deinem Schmerz? Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig le: ben kann, und der Seele Heil 37 erworben, nimm mich ewig liebend an! 147. O Mel. Zerzlich thut mich ic.. Haupt, voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn: o Haupt! zum Spott gebunden mit einer zum Spott gebunden mit einer Dornenkron': o Haupt! sonst schön gezieret, mit höchster Ehr' und Zier, jetzt aber höchst schimpfiret; gegrüßet seyst du mir! 2. Du edles Angesichte, da vor sich sonsten scheut das große Weltgewichte, wie bist du so entweih't? wie bist du so er bleichet? wer hat dein Augens licht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zuges richt't? 3. Die Farbe deiner Wan gen, der rothen Lippen Pracht, ist hin und ganz vergangen, des blasfen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deiner Leibes: kraft, 4. Nun, was du, HErr, ers duldet, ist alles meine Last; ich hab' es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, der 3orn verdienet hat, gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'. 5. Erkenne mich, mein Hus ter, mein Hirte, nimm mich an: von dir, Quell aller Gü C3 ter, Vom Leiden und Sterben ter, ist mir viel Gut's gethan, will ich, glaubensvoll, dich fest dein Mund hat mich gelabet an mein Herz drücken: wer mit Milch und süßer Kost: so stirbt, der stirbt wohl. dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 148. durch dein bit 6. Ich will hier bey dir stehilf, Christe, Gottes hen, verachte mich doch nicht: von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Herz wird erblaf, sen im letzten Todesstoß, als: dann will ich dich fassen in meinen Arm und Schooß. 38 7. Es dient zu meinen 149. Freuden, und kommt mir herzs Mel. Zerzliebster Jfu, was ic. lich wohl, wenn ich in deinem Lamm! das keine Sünde je beflecket, das Adams Schuld, wie uns, nicht ange stecket, das schön und reiner als die Seraphinen, die dich bedienen: soll. Ach! möcht' ich doch, mein Leben, an deinem Kreuze hier, mein Leben von mir ge ben, wie wohl geschåhe mir! 8. Ich danke dir von Hers zen, o JEsu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da du's so gut gemeint. Ach! gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und, wenn ich nun ertalte, in dir mein Ende sey. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir: wenn ich den Tod soll leiden, so tritt alsdann herfür: wenn mir am allerbångsten wird um das Herze seyn, so reiß' mich aus den lengsten, kraft deiner Angst und Pein. ter Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all' Untugend meis den: deinen Tod und sein' Ur. den: deinen Tod und sein' Up sach' fruchtbarlich bedenken, da für, wiewol arm und schwach, dir Dankopfer schenken. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth; da will ich nach dir blicken, da 2. Du bist das Heil'ge, aus dem Geist empfangen, das man im Schmuck der Unschuld sahe prangen, der Allerschönste unter Menschenkindern, nicht aus den Sündern. S. Wie geht's denn zu, wie soll ich mich drein finden, daß es dir geht, als ob du alle Sünden verübt, und nichts so schndd', als du, auf Erden tönnt' funden werden? 4. Nicht nur der Abgrund, sondern auch der Himmel stürmt auf dich zu; man sies het ein Getümmel der Schaa ren, die mit Lust und vielen Freuden, dir machen Leiden. 5. Da liegest du in Angst, im Schweiß und Blute; wer kann's JEfu tann's begreifen, wie dir sey zu Muthe? man siehet dich vor diesen Zorngewittern und Grimm erzittern. 6. Man fällt dich an, man führet dich gefangen, man höhnt, man schlägt, beschämet deine Wangen, man krönt und geisselt dich, macht deis nem Herzen viel Quaal und Schmerzen. 7. Ja, was noch mehr, du wirst zum Fluch gemachet, an's Holz geschlagen, und dabey verlachet, von Gott verlassen und mußt endlich schmecken den Tod mit Schrecken. 8. Sag' an, o Mensch! sind das nicht lauter Plagen, wo mit man sollt' den größten Sünder schlagen? warum muß denn die Unschuld selbst ohn' Maaßen, sich strafen lassen? 9. Das macht, daß sie sich hat für uns verbürget, drum hat man sie für mich und dich erwürget: Gott mußte so, sollt' er der Schuldner schonen, dem Bürgen lohnen.de 10. Die Sünde konnt' nicht bleiben ungerochen, des Todes Urtheil war ihr långst gespro: chen. Dis mußte nun einmal hier auf der Erden, vollzogen werden. Christi. 12. Hab' Dank, o Lamm, für deine Wunderliebe, du hast mein Strafurtheil aus freyem Triebe erduldet, und was über mich sollt' kommen, auf dich genommen. 13. Fürwahr, du trugest meine Noth und Schmerzen, die Strafe lag auf dir und deis nem Herzen: daß du mir könntest Gnad' und Fried' ertheilen, wirst du voll Beulen. 11. Was Sünde sey, und was sie längst verdienet, hat Gott, eh' ihm der Sünder würd' verfühnet, zum Zeugniß seines Ernstes, wollen zeigen, und nicht mehr schweigen. 39 14. Ich nehme an, mein Heil, was du erworben, und glaube, daß du bist darum ges storben, daß mir, der von der Schuld nunmehr entladen, kein Tod soll schaden. 15. Ach! stårke nur durch deine Kraft den Glauben, daß er sich diesen Schatz nicht lasſe rauben, der nicht vermag mit allem Gut der Erden bezahlt zu werden. 16. Laß deines Leidens Frucht mich stets genießen; laß diesen Quell auf mein Ges wissen fließen: es müsse seyn, zu steter Lust und Freude, des Geistes Weide. 17. Die Sünde, der an dir ihr Recht geschehen, die müsse nun mit Schanden unterges hen; es müsse an mir, ihr forthin zu dienen, sich nichts erkühnen. 18. Nur dir, o Gottes Lamim, soll seyn mein Leben zum Eigenthum hinwiederum ergeben, wozu du mich, durch € 4 dei: Vom Leiden deinen Tod und Wunden, so hoch verbunden. 19. Nichts kann und soll hinfort von dir mich scheiden: ich bleibe dein bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen, stets wird besungen. 40 und Sterben füllt; aus seinem edlen her: zen, bey unerschöpften Schmer, zen, ein Seufzer nach dem an dern quillt. 3. Wer hat dich so geschla. gen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, wie and're Menschenkinder, von Missethaten weißt du 150. Lamm Gottes hoch erhaben. nicht. 151. Lamm Gottes unschul D dig! am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all'zeit er funden geduldig, wiewol du warest verachtet; alle Sünd' haft du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o JEsu! o JEsu! 2. O Lamm Gottes uns schuldig! 2c. Erbarm' dich unser! o JEsu! o JEsu! 3. Lamm Gottes un schuldig! c. Gieb uns deinen Frieden o JEsu! o JEsu! 152. Mel. un ruhen alle Wälder. Welt! sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sink't in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her, und schau' mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes über 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körn: lein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erre get das Elend, das dich schlä, get, und das betrübte Mar: terheer.n 5. Ich bin's, ich sollte büßen, an Hånden und an Füßen ge bunden in der Höll'; die Geis seln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat ver. dienet meine Seel'. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, so mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du bist ein Fluch; da gegen verehrst du mir den Ses Labung seyniss gen, dein Schmerz muß meine 7. Du setzest dich zum Bürgen, låß'st dich sogar ers würgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du spring'st ins Todes Rachen, mich frey und los zu machen von solchem Ungeheuer; JEfu Chrifti. geheuer, versüßest mir mein mich; das Unrecht, will ich Sterben, machst mich zum Himmelserben, o unerhörtes Liebesfeu'r! more dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 9. Ich bin, mein Heil, ver bunden, all' Augenblick' und Stunden, die über hoch und sehr. Was Leib und Seel' vers mögen, das soll ich billig le: gen, all'zeit an deinen Dienst und Ehr'. 15. Ich will an's Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem absagen, was meiner Lust ges lüft't: was deine Augen has sen, das will ich flieh'n und lassen, so viel, durch dich, mir möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen, und die viel taus send Thränen, die dir gefloss sen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hånde begleiten zu der ew'gen Ruh'. nit 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Le ben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Her zen ruh'n. nookale 11. Ich will's vor Augen segen, mich stets daran ers wir armen Sünder! gdhen, ich sey auch, wo ich sey: 153. 153. 12. Wie heftig unsre Sün. den den frommen Gott ents zünden, wie Zorn und Eifer gehn, wie strenge seine Rus then, wie schreckend seine Flu then, will ich aus diesem Lei: den sehn. es soll mir seyn ein Spiegel 154. der Unschuld, und ein Siegel Siehe, mein getreuer Knecht. der Lieb' und unverfälschten som Treu. onis sind 13. Ich will daraus studi, ren, wie ich mein Herz sollzie: ren mit stillem sanften Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Wer. ten, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen ste: chen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen 41 Bais155. Mel. Zion Elagt mit Angst 2c. ey mir tausendmal ges grüßet, der mich je und je geliebt, JEsu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach! wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest, und um meine Seele wirbest. 2. Jch umfange, herz' und küsse der gekränkten Wunden Zahl, und die purpurrothen Flüsse, deine Füß' und Någels maal. O! wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach mir gedürft't, deinen C 5 Durst 42 Vom Leiden und Sterben Durst und Lieb'sverlangen vål: lig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und trau: rig bin: nimm die Schmer zen, die mich quålen, und den 2. Wunder ohne Maa: ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht, und ich ßen, wenn man's betrachtet felbsten mir gemacht! Wird, recht! es hat sich martern o Arzt, dein Blut mich neßen, lassen der HErr für seinen wird sich all mein Jammer Knecht; es hat sich selbst der segen. wahre Gott, für mich vers lohrnen Menschen, gegeben in den Tod. 4. Schreibe deine blut'ge Wunden mir, HErr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bey mir unver, geffen seyn: du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht, laß mich stets zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 5. Diese Füße will ich halten, auf das best' ich immer tann. Schaue meiner Hånde Falten und mich selbst in Gnas den an, wie du von dem Kreu zesbaum gab'st des Sünders Bitte Raum. Sprich: Laß all dein Trauren schwinden! Ich, ich tilge deine Sünden. 156. Unser Heiland steht gebunden. 157. Unveränderliches Wesen. ( Siehe Nro. 1067.) 158. JEfu Christ! so laß mich wohl bedenken, daß du gestorben bist, und alle meine Schulden: last, am Stamm des heil'gen Kreuzes auf dich genommen hast. 5. HErr, laß dein bitt'res Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meis den die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin. of off 6. Mein Kreuz und mei ne Plagen, sollt's auch seyn Schmach und Spott, hilf mir o mein geduldig tragen. o mein HErr Was hat doch des Viches Blut. 159. Mel. Zilf, Gott, daß mir's 2c. enn meine Sünd'n mich 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bey Gott in Gnaden, die Schuld ist allzus mal bezahlt durch Christi theu: res Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Quaal und Glut. im Bet 4. Drum sag' ich die von Herzen, jetzt und mein Les benlang, für deine Pein und Schmerzen, o JEsu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrey, für dein un schuldig Sterben, für deine Lieb' und Treu'. JEfu Chrifti. HErr und Gott, daß ich ver. leugne diese Welt, und folge dem Erempel, das du mir vor, gestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb' allein. 8. Laß endlich deine Wune den mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden, und deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Vom Begräbniß JEsu Christi. 160. Als Gottes Lamm 2. 161. N Mel. Ich hab' meine Sach' ic. un ist es alles wohlge. macht, weil JEsus ruft: Es ist vollbracht! Erneigt sein Haupt, o Mensch! und stirbt, der dir erwirbt das Leben, das niemals verdirbt. hang reisset ein, der Heil'gen Gråber öffnen sich, ganz sichts barlich, und die Erstand'nen zeigen sich. 2. Erschrecklich, daß der HErr erbleicht, dem doch an Hoheit niemand gleicht, der Lebensfürst! Die Erde kracht, und es wird Nacht, weil man die Unschuld umgebracht. 43 4. Weil denn die Creatur sich regt, so werd', o Mensch! hiedurch bewegt: zerreißt ein Fels, und du wirst nicht durch dieß Gericht bewogen, daß dein Herze bricht? shardi 3. Die Sonn' verliehret ih. ren Schein, des Tempels Vor 5. Du hast die Schuld, das nimm in Acht, daß JEsus ist an's Kreuz gebracht, ja gar zum Tod und in das Grab, weil er aufgab den Geist, und mit Geschrey schied ab. 6. Drum folge JEsu nach ins Grab, und stirb dem Greu'l der Sünden ab. Gehst du nicht mit ihm in den Tod, bleibst du von Gott entfernt, in ew'ger Schmach und Spott. 7. Ach! Bater, ach! dein ein'ger Sohn erbleicht am Kreuz mitSchmach und Hohn. Nun dieß geschieht für meine Schuld, drum hab' Geduld, und zeig' in JEsu Gnad' und Huld. 8. Ich will mit ihm zu Grabe gehn, und wo die Un schuld bleibet, sehn: ja ich will ganz begraben seyn im Tod allein mit ihm, und selig schla fen ein. 9. Ertddt', o HErr, in meis ner Brust doch immer jede böse Lust, den alten Menschen, daß ich streb', und mich erheb' gen Himmel, und dir, JEsu, leb'. 10. Sollt' 44 Vom Begräbniß JEsu Christi. 10. Sollt' ich die Lust der Sünde noch mehr hegen? Nein, dis schwere Joch sey abgelegt! es hat mir lang' ge machet bang': nun weiß ich, daß ich Gnad' empfang'. 11. Ich will heut' abgestor: ben seyn der Sünd', und leben dir allein: es hat dein Tod das Leben mir gebracht herfür, und aufgethan des Himmels Thür. 12. O JEsu Christe, stårke mich in meinem Vorsat kråf: tiglich: laß mich den Kampf so feßen fort, nach deinem Wort, daß ich die Kron' erlange dort. 13. So will ich dich, HErr JEsu Christ, daß du für mich gestorben bist, von Herzen preis sen in der Zeit, und nach dem Streit, in Freud' und Wonn' in Ewigkeit. 162. O Lamm, das meine ic. 163. Traurigkeit, o Herze: leid! ist das nicht zu be: Elagen? Gottes Baters einig's Kind wird in's Grab getragen. 2. O große Noth! des To: des Tod ist selbst am Kreuz ges storben; hat dadurch das Hims melreich uns aus Lieb erwor ben. 3. O Menschenkind! nur deine Sünd' hat dieses ange. richtet, da du durch die Misse: that warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gottes Lamm, liegt hier mit Blut befloffen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergos sen. 5. O süßer Mund! o Glaus bensgrund! wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja bekla gen. 6. O lieblich's Bild, schön, zart und mild, du Freude un srer Herzen! niemand kann dein theures Blut sehen ohne Schmerzen. Con 7. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der HErr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket!! 8. O JEsu, du mein Hülf und Ruh', dich bitte ich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis in's Grab nach dir möge sehnen! Von der Auferstehung JEsu Christi. 164. Mel. Christ lag in Todes ic. h Gott! mich drückt ein schwerer Stein, wer will ihn von mir nehmen? Dir ist bekannt mein Schmerz und Pein und mein geheimes Gråmen. JEsus lebt, und ich bin todt! ach Vater! das ist meine Noth, und ich kann ihn, vor Sünden, nicht finden. 2. Wer wälzet diesen Stein von mir, der mich so hart bes schweret? Wenn öffnet sich die Grabesthür? Wenn wird mir Trost Von der Auferstehung JEsu Christi. 45 Trost gewähret? Soll ich aus Hirtenstab, bey dem ist er dem Tode nicht durchbrechen zu dem Himmelslicht? Wer will mich von den Ketten ers retten? vorhanden: darum prüf', o Mensch, dein Herz, thu' Buß' in wahrer Reu' und Schmerz, so ist der Stein gehoben, von oben. 1400 8. Flieh' aus dem Grab' ins Himmelszelt, da ist dein Heil zu finden, geh' aus im Glaus ben von der Welt, verlaß die Bahn der Sünden: so wird JEsus sich in Eil dir zeigen, als das beste Theil, und wirst Ihn, nach Verlangen, umfangen. 3. Betrübtes Herz! verzas ge nicht, dein JEsus ist erstan: den, der Tod und Höllenmacht zerbricht, und löst die Sün, denbanden. Er wird auch durch seinen Tod dich reißen aus der Sündennoth und zu des Geistes Leben erheben. 4. Er ist darum erstanden heut', daß du magst auferstes hen, durch seine Kraft zur Ses ligkeit, und frölich mit ihm ges hen, durch viel Trübsal, Angst und Quaal, und durch das finst're Todesthal, zur Freud' und Wonn erhoben, dort oben. 5. Dein JEsus läßt dich nicht zurück, weil er ist vors gegangen, er wird zerreissen Band und Strick, in welchen du gefangen, und dich aus dem Grabe zieh'n, ohn' alle Sorgen und Bemüh'n, und nehmen deine Schmerzen vom Herzen. 6. Des HErren Engel sind bey dir, die dich zu JEsu leiten, und auf dem Weg zur Lebens: thür frohlockend dich begleiten. Suchst du den Gekreuzigten? Geh' hin mit den Geheiligten, wo JEsus ist von Banden er standen. 7. Er ist nicht in dem Sün: dengrab, nein, wer mit ihm erstanden, und folget seinem 9. O JEsu, laß mich aufers steh'n im Geist, und mit dir les ben, bis du mich selig wirft ers höh'n, und mir die Krone ges ben, die mir ist nach dieser Zeit bereit't im Reich der Herrlichs keit. HErr, hdr, und laß mein Flehen geschehen! 165. Also heilig ist der Tag. 166. uf! auf! mein Herz, mit Au Freuden, nimm wahr, was heut' geschieht! wiekommt, nach großem Leiden, nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt, da wo man uns hintrågt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesen: ket, der Feind trieb groß Ges schrey: eh' er's vermeint und denket, ist Christus wieder frey, und ruft: Victoria! schwingt frölich hie und da sein Fähn lein, 46 Von der Auferstehung lein, als ein held, der Feld und Muth behålt. 3. Der Held steht auf dem Staube, mein Mittler hat ge: siegt. Deß freuet sich mein Glaube, der letzte Feinderliegt; er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich, und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. and 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel: nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entneh, men meinen Muth, zusamt dem edlen Gut, so mir durch JEsum Chrift, aus Lieb' er worben ist. 5. Die Höll' und ihre Rotten, die krúmmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib' all'zeit ohn' Ge fahr; der Tod mit seiner Macht wird nichts bey mir geacht't, er bleibt ein todtes Bild, und wår' er noch so wild. 6. Die Welt ist mir ein La, chen mit ihrem großen Zorn, sie zurnt und kann nichts ma chen, all' Arbeit ist verlohr'n: chen, all' Arbeit ist verlohr'n: die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 7. Ich hang und bleib auch hangen an Christo, als ein Glied; wo mein Haupt durch die Höll'; ich bin stets seit Gesell'. 8. Er dringt zum Saal de Ehren, ich folg' ihm imme nach, und darf mich gar nich kehren an einzig Ungemach es tobe, was da kann, meir Haupt nimmt sich mein an mein Heiland ist mein Schill der alles Roben stillt. 9. Er bringt uns an di Pforten, die in den Himme führt, daran mit goldnen Wor ten der Reim gelesen wird Wer dort wird mit verhöhm wird hier auch mit gekrönt: wer dort mit Sterben geht wird hier auch mit erhöht. 167. Auf! ihr Christen, laßt uns: 168. Christ ist erstanden von de wir alle froh seyn, Christus wil Marter alle; deß sollt unser Trost seyn. Halleluja! so war die Welt vergangen; 2. Wår' er nicht erstanden, feit daß er erstanden ist, lob wir den HErren JEsum Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! deß soll'n wir alle froh seyn, Christus will unse Trost seyn. Halleluja! 169. ist gangen, da nimmt es mich Christ lag in Todesbanden auch mit. Er durch den für Sünd' gegeben; Tod, durch Welt, durch Sünd' der ist wieder erstanden, und und Noth, Er reißet durch hat uns g'bracht das Leben: deß Christi. scheinen läßt; Er ist selber die Sonne, der durch seinen Gnadenglanz erleuchtet unsre Hers zen ganz, der Sündennacht ist vergangen. Halleluja! 2. Den Tod niemand zwin: gen konnt' bey allen Menschentindern: das machet alles un: fre Sünd', tein' Unschuld war zu finden: davon kam der Tod so bald, und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 7. Wir efsen jetzt und leben wohl im rechten Osterfladen: der alte Sauerteig nicht soll seyn bey dem Wort der Gnas den. Christus selber will als lein der Seele Speif und Nahs rung seyn, der Glaub' will 3. JEsus Christus, Gottes tein's andern leben. Halleluja! Sohn, an unsrer Statt isten pi kommen, und hat die Sündemde170.. abgethan, damit dem Tod ge: Mel. Tun freut euch, lieben c. nommen all sein Recht und sein' Gewalt, da bleibet nichts denn Tod'sgestalt, den Stachel hat er verlohren. Halleluja! Oder: Mein Zerzens- Jesu zc. S 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben run: gen: das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod vers schlungen. Dis verkündigt uns die Schrift, so ward ein Tod des andern Gift; ein Spott aus dem Tod' ist worden. Halleluja! JEfu deß wir sollen frdlich seyn, Gott loben und ihm dankbar seyn, und singen Halleluja, Halles luja! 5. Hier ist das rechte Ofter: lamm, das Gott uns hat ges schenket, das für uns starb am Kreuzesstamm, und ward in's Grab gesenket: deß Blut zeich; net unsre Thür, das hält der Glaub' dem Tode für; der Würger kann uns nicht rüh. ren. Halleluja! 6. So feyern wir das hohe Fest, mit Herzensfreud' und Wonne, das uns der HErr ers 47 er Hölle Pforten sind zers stört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verheert, Lob sey dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan, durd Christum ist die Himmelsbahit uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des alten: Adams Schuld im Paradis verlohren, das, und noch mehr, hat Christi Huld uns wieders um erfohren. Der starke Held aus Davids Stamm hat unsre Sund', als Gottes Lamm, ges tilgt mit seinem Blute. 3. Heut' ist er aus dem Grab' herfür, mit großer Macht ges brochen, und stecket auf des Heils Panter, wie er zuvor vers sprochen; Er bringt nach wohl geführtem Streit, uns Gnade, Segen, Fried' und Freud', ja alle Himmelsschäße. 4. Drum 48 Von der Auferstehung 4. Drum lasset uns in Frd, lichkeit Herz und Gemüth er: heben, weil uns ist diese Gna: denzeit vom Himmel wieder geben: wir haben Christi Reich und Macht, es ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Noth, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden: des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugniß obgesiegt, und uns zum Heil erhalten. de 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, wie Christus, auf erstehen, und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmels freud' eingehen: denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch, wie Paulus schließt, die andern Glieder wohnen. 171. Erschienen ist der herrlich' Tag. 172. Fusch Mel. Erschienen ist der 2. Früh Morgens, da die Sonn' aufgeht, mein Heiland, Christus, aufersteht: vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieders bracht. Halleluja. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg' in Noth verschlossen, gleich als wär' ich todt, låß'st du mir früh die Gnadensonn' aufgehn, nach Trauren Freud' und Wonn'. Halleluja. 3. Nicht mehr, als nur dre Tage lang, mein Heiland bleib im Todeszwang: den dritten Tag durchs Grab er dringt mit Ehren seine Sieg'sfahn schwingt. Halleluja. 4. Jetzt ist der Tag, di mich die Welt am Kreuz mit Schmach gefangen hålt; drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh' und Frie den hab'. Halleluja. 5. In kurzem wach' ich frå lich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durc des HErren Stimm', veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja. 6. Am Kreuz läßt Chri stus öffentlich vor allem Volke tödten sich; da er durchs To des Kerker bricht, läßt er's die Menschen sehen nicht. Halle luja. 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, kein groß Ge prång' ihm hier gefällt: was schlecht und niedrig geht her ein, soll ihm das allerliebste seyn. Halleluja. 8. Hier ist noch nicht recht kund gemacht, was er aus ſei: nem Grab gebracht, der große Schatz, die reiche Beur' drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja. 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan; wie er der Schlan ge Kopf zerknickt, die Höll' zer, stört, JEsu stört, den Tod erdrückt. Hal leluja. 10. Da werd' ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud'; ich werde sehn, wie alle Feind' zur Höllenpein gestürzet seynd. Halleluja. 11. Der HErr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt, und sich nicht regt, geht aus dem Grab' mit eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll' an ihm nichts schafft. Halleluja. 12. O Bunder groß! o stars ker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thur. Halleluja. 13. Kein Kreuz und keis ne Noth sich find't, da Christi Sieg nicht überwind't. Er Hand; wer mich will halten, wird zu Schand'. Halleluja. 14. Und daß der HErr er standen sey, das ist von allem Zweifel frey; der Engel selbst bezeugt es klar, das leere Grab macht's offenbar. Halleluja. 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? ich weiß, daß er mich herzlich liebt: wenn mir gleich alle Welt stüúrb' ab, g'nug, daß ich Christum bey mir hab'. Halleluja. Christi. 17. Durch seiner Auferstes hung Kraft hat er mir Freud' und Trost verschafft. Durch Ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz ab, gelehnt. Halleluja. 16. Er nåhrt, er schüßt, er tröstet mich: sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied sein's Leibes bin, hals leluja. seine hoh, 49 18. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die En gel lieben mich: die Freude, die mir ist bereit't, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hal leluja. 19. Für diesen Trost, o großer Held, HErr JEsu! dankt dir alle Welt; dort wols len wir mit großem Fleiß erhes ben deinen Ruhm und Preis. Halleluja. 173. Mel. Erschienen ist der ic. eut triumphiret Gottes erstanden schon, mit großer Pracht und Herrlichkeit, deß dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja. 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft, wie pflegt zu thun ein starker Held, der seis nen Feind gewaltig fåll't. Hals leluja. 3. O süßer HErre JEsu Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ' uns durch dein' Barmherzigkeit mit Freu den in dein' Herrlichkeit. Hal leluja. 4. Hier ist doch nichts, denn Angst und Noth: wer glaus D bet 50 Von der Auferstehung bet und hält dein Gebot, der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein'n schndden Tod. Halleluja. 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, geschlagen ist das ganzeheer; er liegt besiegt, der arge Feind, dagegen wir Gott's Kinder seynd. Halleluja. 6. Dafür danken wir alle gleich, und sehnen uns in's Himmelreich; es ist am End', Gott helf uns all! so singen wir mit großem Schall: Hals leluja, 7. Gott dem Vater im hoch, sten Thron, samt seinem eins gebohrnen Sohn, dem heil'. gen Geist in gleicher Weis' in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja.ed. 174. J Esus Christus, unser Hei land, der den Tod über: wand, ist auferstanden, die Sund' hat er gefangen. Hal. leluja. 2. Der ohn' Sünde war gebohren, trug für uns Got tes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein' Huld gön, net. Halleluja. 3. Tod, Sünd', Teufel, Leben und Gnad', all's in Händen er hat: er kann er retten alle, die zu ihm treten. Halleluja. 175-178. 179. Paffet uns den HErren preis sen, o ihr Christen überall! kommet, daß wir Dank erwei sen unserm Gott mit süßen Schall. Es ist frey von To desbanden, das für uns er würgte Lamm. Er, der Löw aus Juda Stamm, Christus JEsus ist erstanden. Nun is hin der lange Streit. Freu dich, o Christenheit! 2. Christus selbst hat über wunden des ergrimmten Todes Macht: der vorhero war ge bunden, kommt als Sieger aut der Schlacht. Satans Reich hat es, nach der Ruh', ausge ist ganz verheeret, Christus tilget, und dazu aller Feinde Macht zerstöret, daß wir ha ben frey Geleit'. Freue dich, o Christenheit! 3. War'st du gleich, o Held, gestorben, war'st du gleich in's Grab gelegt: dennoch bliebst du unverdorben. Kaum hat sich der Fels geregt: da du sieg, reich bist gekommen, hast das Leben und die Macht aus der Gruft herwieder bracht, und des Todes Raub genommen, schenkest uns die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! Waffen? Hölle, wo ist dein 4. Tod, wo sind nun deine Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf: Christus ist sein Gift gewesen, ja der Hölle Seuch' und Pest, Welt und Günde liegen vest, und wir Menschen sind genesen wieder: um JEsu um durch solchen Streit. Freue dich, o Christenheit! 5. Gott der heilet unsrePlas gen, wenn wir nirgends Hülfe sehn; låffet uns nach dreyen Tagen lebend wieder aufers stehn; darum muß ich dank, bar werden, und mein Herz ist freudenvoll, weil der HErr nicht sehen soll die Verwesung in der Erden, noch der Hölle Einsamkeit. Freue dich, o Christenheit! 6. Er ist aus der Angst ges rissen, und mit Ehren anges than: wer ist, der sein Leben wissen, und die Lång' ausrech, nen kann? Christus ist der Eckstein worden, Gott, das ist von dir gescheh'n, wie wir jetzt vor Augen seh'n; wir sind aus der Sünder Orden hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit! 7. Ging'st du gleich auf rauhem Wege hin zum Kreuz nach Golgatha, littestSchmach und tausend Schlåge, hing'st zum Fluch am Kreuze da; ey! so hast du doch erhoben dein verklärtes Angesicht, stirbest nun und nimmer nicht: ja wir werden ewig loben dich, HErr JEsu, nach dem Streit. Freue dich, o Christenheit! 8. HErr, dieß sind recht edle Früchte, die dein' Auferstehung schenkt, daß wir treten vor Ges richte, ganz in deine Huld vers senkt. HErr, dieß sind die schd. nenSaben: Gnad' und Leben, Christi. Freud' und Sieg, Trost und Friede nach dem Krieg; o! die sollen kräftig laben Leib, und Seel' in allem Leid'. Freue dich, o Christenheit! 51 9. Weil nach diesem Fried' ich dürfte, wie nach Wasser, Tag und Nacht, den du, großer Siegesfürste, durch den Kampf hast wiederbracht: ey! so theil' jetzt aus die Beute, wie der starke Simson that, als er überwunden hatt'. Laß sich rühmen alle Leute, daß ges endigt sey der Streit. Freue dich, o Christenheit! 10. Gib, HErr JEsu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sey unser Schade, daß wir dir gleich auf. erstehn. Brich hervor in un serm Herzen, überwinde Sün de, Tod, Teufel, Welt und Höllennoth; dåmpf' in uns die Angst und Schmerzen, samt der Seele Traurigkeit. Freue dich, o Christenheit: 11. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwol ewig nicht: bald werd' ich das Leben haben, wenn das letzte Welte gericht alle Gråber wird ents decken und der Engel Feldges schrey zeigen, was vorhanden sey: dann wird mich mein Gott aufwecken, und beschlies sen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit! 12. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche seyn, unverweslich leben D2 wieder, 52 Von der Auferstehung wieder, und erlangen solchen Schein, dessen gleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist; ja, mein Leib, HErr JE su Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit! 180. Mel. Erschienen ist der ic. Debt Christus, was bin ich mel bringt. Halleluja. betrübt? ich weiß, daß er mich herzlich liebt, wenn mir gleich alle Welt stürb ab, g'nug, wenn ich ihn zum Freun de hab'. Halleluja. 2. Mein JEsus lebt und schüßet mich, darum mein Herz, freu' all'zeit dich, ob sich erhebt der Bösen Rott', sey gutes Muths, duld' ihren Spott. Halleluja. 3. Lebt doch mein JEsus in der Höh', trok dem, der mir entgegen steh'! Er kann dem Feind begegnen so, daß er der List wird nimmer froh. Hals leluja. 6. Mein Glaub'an JEsum tilgt die Sünd', Gott liebet mich nun als sein Kind. Ist Gott versöhnt, ist er mein Freund, laß toben Welt und alle Feind. Halleluja. 7. O Tod, vor dir fürcht' ich mich nicht, dein' Macht die Bösen nur ansicht; mein Le ben, JEsus, dich bezwingt, und mich durch dich zum Him. 4. Jch seh auch nicht, wars um ich sollt' betrüben mich, wenn ich gleich wollt'. Weil JEsus lebt, an den ich glaub', wer ist, der mir das Leben raub'? Halleluja. 5. Er macht ja durch sein Auferstehn, daß ich zum Hims mel kann eingehn, tein' Sund', kein Tod im Weg' darf seyn, er führet mich zum Leben ein. Halleluja. 8. Wenn ich Trost, Hülf und Gnad' begehr', mein JE, su, mir dasselb' gewähr. Ich glaub' an dich, stårt' meinen Seift; ich weiß, daß du er. standen seyst. Halleluja. 9. So werd' ich nimmer seyn veriohr'n, so wahr, als du ein Mensch gebohr'n. Wer an dich glaubt und zweifelt nicht, kommt nicht, als Sún, der, in's Gericht. Halleluja. 10. Ich glaub' an dich, mein JEsu Christ, daß du für mich getödtet bist, daß du erstanden mir zu gut, und mich nun hältst in deiner Hut. Halleluja. 11. Wie könnt' ich denn verlohren seyn, es ist unmög lich, nein, ach nein! Gott Lob! der starke JEsus lebt, mit ihm lebt, wer im Glauben schwebt. Halleluja. 12. Ich leb' und werd' in Ewigkeit mit JEsu leben, o der Freud'! deß habe Dank, du Lebenshort, hab' Dank, o JEsu, hier und dort. Halleluja. 181. JEfu Christi. 181. Lobsinget Gott, weil JEsus c. 182. Mein JEsu, schönstes Leben. ( Siehe Nro. 1068.) 183. Mel. Kommt, feyd gefaßt ic. erk', Seele, mert', was JEsus sagt: Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Ich habe ja für euch mein Leben dargegeben, und mich an Welt, an Sünd', an Tod und Höll gewagt. 2. Ich legte mich für euch in's Grab, umschlossen mit des Todes Banden; doch bin ich von dem Tod zum Leben auferstanden, und grüne nun hervor, wie Aarons Mandelstab. 3. Hier steh' ich als ein Sieges: Held, Welt, Sünd' und Tod sind überwunden, ich habe ja die Macht der Finsters niß gebunden, und ihre Hdllenrott durch meinen Tod ge fåll't. 4. Nun leb ich, daß ihr gleichfalls könnt in mir das Les ben wieder haben: ich habe euren Tod in meinen Tod be graben, und bring' das Leben dar, das euch mein Vater gönnt. 5. O Seele! nimm dieß wohl in Acht, bedenke, was dir JEsus schenket, wie er dich dür. res Reis dem Lebensbaum ein 53 senket, und seiner Lebenskraft und Safts theilhaftig macht. 6. Vergiß auch nicht der Kreuzesschmach, erwege seis ner Seele Schmerzen, ers inn're dich der Angst mit glaus bensvollem Herzen, und denke seinem Tod in deiner Seele nach. 7 Bleib' aber nicht allein. dabey: gib dich vielmehr ihm ganz zu eigen, und laß so fort dein Herz auch in der That bezeugen, daß es durch Christi Tod vom Tod' erlöset sey. 8. Entsage deinem Fleisch forthin, und dampf' es mit den Lustbegierden, die dich, o Seel', zuvor in das Verderben führs ten, verschmåh' die eitle Welt, brich deinen Eigensinn. 9. Ertödt' den alten Adam gar, laß ihn dort bey dem Kreuze sterben, und in dem finstern Grab' an deiner Statt verders ben, erinn're dich, daß er des Todes Ursach war. 10. Du bist auf Christi Tod getauft, zum unverfälschten Christenleben, nicht, daß du dich dem Tod' auf's neue sollst ergeben, wovon der Heiland dich so theuer hat erkauft. 11. Drum heb' ein neues Leben an, bleib' nicht im Sün dentodte stecken, laß dich doch Christi Kraft vomtiefen Schlaf erwecken, und schwöre, ihm zum Preis, zu seiner Lebensfahn. 12. Dann leb' und glaub' an deinen HErrn, der dich bis 03 54 Von der Auferstehung in den Tod geltebet, und der dir Kräfte g'nug zum rechten Leben giebet, dem leb', dem diene auch, im heil'gen Leben gern. hat gesieget, daß nun alles lie. get unter seinem Thron. Alle Feind, so viel ihr'r seynd, hat er auf das Haupt geschlagen, und zur Schau getragen. 2. Er hat wollen sterben, um uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Und da dieß gesche. hen, hat man ihn gesehen, bald nach kurzer Zeit, da er sich wahrhaftiglich seinen Jüngern els in dem Leben hat zu schau'n 13. Ja, lebe, wie es sich gebührt, Gott, deinem HErrn zum Wohlgefallen, laß ferner deinen Fuß im Lebenspfade wallen, wie es der Christen Stand wahrhaftig mit sich führt. 14. Thust du, o Seele, die ses nicht, und trdstest dich doch Christi Lebens: so ist dein Glaube falsch, dein Hoffen auch vergebens; so bist du noch im Tod', noch in dem Zorngericht. 15. Geh'st du hingegen die ses ein, so wird dir JEsus herrlich lohnen, und mit dem Vater selbst und Geiste in dir wohnen, und deine Lebens: kraft schon hier wahrhaftig seyn. 16. Ja, du wirst auch an jenem Tag mit Christo aus dem Grab' aufstehen, und zu der Herrlichkeit des ew'gen Lebens gehen, wo dich kein Leid, kein Tod, tein Elend treffen mag. 184. Nun hat das heil'ge Gottes zc. 185. nun Mel. JEsu, meine Freude 2c. un ist auferstanden aus des Todes Banden Gott's und Menschen Sohn: JEsus gegeben. 3. Niemand wird nun fins den, daß von unsern Sünden noch was übrig sey, weil der wiederkommen, der sie über. nommen: ja, indem er frey, so ist nun, genug zu thun, feiner so von uns verbunden, weil die Zahlung funden. 4. Was will uns nun schas den, nachdem wir zu Gnaden wieder sind gebracht? Will der Teufel drauen, dürfen wir nicht scheuen sein' verlohr'ne Macht. Hier ist der, vor welchem er augenblicklich muß erbeben, und hinweg sich heben. 5. Hölle, willst du pochen? der dich hat zerbrochen, stellt sich lebend dar. Weil du loss gelassen, und nicht konntest fassen den, der Bürge war; so mußt du fort immerzu deines Rechtes dich begeben wi der unser Leben. 6. Laß nun Zorn erwecken, laß die Hand ausstrecken wi der uns den Tod; sein Pfeil und sein Bogen findet sich be trogen, JEfu Chrifti. trogen, es hat keine Noth. Ob er trifft, ist's doch kein Gift, er muß uns vielmehr ein Le, ben, welches ewig, geben. 7. Darum mir nicht grauet, wenn mein Geist anschauet, daß ich noch in's Grab meine 8. Auch sind all' wir Chris sten dir und deinen Lüsten todt, o Eitelkeit! Wie wir uns nun haben lassen mit begraben, hier in dieser Zeit; so wird er, der große HErr, uns mit sich hervor auch führen, und mit Kronen zieren. müden Glieder werde legen 2. Nun weiß ich, meine nieder: weil ich dieses hab', daß mein Hort mir diesen Ort selbst mit seinem Leibe weihe, daß ich ihn nicht scheue. Seligkeit kann niemand mir absprechen, ich kann mit mei nem JEsu heut' durch Tod und Hölle brechen: Mit des Israe lis Heer will ich auch durch das todte Meer hin in mein Erbtheil reisen. Halleluja. 9. Denn dieß sicher stehet: weil das Haupt nun gehet aus dem Grab' heraus, müssen auch die Glieder ohne Zweifel wieder aus dem Todtenhaus ( wenn jekund die frohe Stund' ihnen wieder gibt das Leben) zu ihm sich begeben. 10. O der großen Freude! weg nun mit dem Kleide die fer Sterblichkeit! Gern will ich's ablegen, weil ja doch hingegen, nach so kurzer Zeit, JE fus Christ bereitet ist, mich zu kleiden, gleich der Sonne, mit der Himmelswonne. 55 186. Mel. Christ lag in Todes 2c. allerschönster Freuden, Tag! o Tag! da meine Sonne, mein JEsus, durch sein Grab durchbrach, zu meis nes Herzens Wonne: Ach! laß deiner Klarheit Schein doch auch auf mich gerichtet seyn, damit ich frölich singe: Halleluja. 3. Weg, Satan, weg! weg, Fleisches Lust! weg sinnliches Egypten! meinCanaan ist mir bewußt bey JEsu, dem Gelleb ten: ach, mein Schat! verlei; he mir, daß dieß mein Herz stets ruh' in dir, und von der Erde fliche. Halleluja. 4. Mein Heiland! weil du lebst in mir, so hilf, daß ich dir lebe, Gib, daß ich mich nun für und für mit ganzem Ernst bes strebe, aufzustehn vom Sün. dengrab, damit ich alles lege ab, was mich und dich kann trennen. Halleluja. 5. Und weil du auferstan. den bist, laß mich auch einst aufstehen, und dorthin, da mein Erbtheil ist, mit vollen Freuden gehen: indeß ist mein Herz bey dir, mein JEsu! hol' mich bald von hier in deine Himmelsfreude. Halleluja. D4 187. 56 Von der Auferstehung 187. Mel. Was Gott thut, das ist zc. auferstandner Lebenss fürst, du Leben aller Les ben! heut' bringst du Friede, da du wirst zur Freude uns ges geben: vor bracht' die Noth dich in den Tod, jetzt bist du auferstanden, und frey von Todesbanden. 2. Die Lust und unsre Süns denschuld ließ dich in Feffeln fallen, ja gabest dich aus gros Ber Huld zum Kreuze, für uns allen: nun sind wir frey von Sclaverey, darinnen wir ges fangen; weil du hervorges gangen. 3. Nun geht uns frölich wieder auf die rechte Gnadens sonne, die vor erstarb in ihs rem Lauf, gibt Strahlen reis ner Wonne; jest ist die Seel' mit Freudendhl von dir ges salbet worden, und steht im neuen Orden. 4. Die Kraft von deiner Majestät bricht selbst durch Grab und Steine: dein Sieg ist's, der uns mit erhöht zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wuth, der Hölle Glut, hat alle Macht verlohren, und wir sind neu gebohren. Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, o JEsu, Fürf der Ehren; laß wahre Reue, Buß' und Schmerz sich in uns Sündern mehren, daß wir in dir die offne Thür zur ew'gen Ruhe finden, und auferstehn von Sünden.rem 7. Ach! hilf, daß wir zur rechten Zeit zu dir, o JEsu, kommen, mit Specerey der Reu und Leid, die aus dem Grund' genommen, daß wir in Eil' zu deinem Heil in wah rem Glauben laufen, und Bußesalben kaufen. 8. Vertreib den Schlaf der Sicherheit, daß wir bey frü hem Morgen zu suchen dich stets seyn bereit, wenn du dich gleich verborgen, und weichen ab vom Sündengrab, weil du hervor gebrochen, und unsern Feind gerochen. 9. Laß uns doch mit dir auf erstehn, wir liegen noch im Grabe, und können noch das Licht nicht sehn. Die Kraft von deiner Gabe, die du durch Macht uns mitgebracht, führ' uns heraus zum Leben, daß wir an dir vest kleben. 5. O! daß wir diesen theus ren Sieg lebendig möchten fen- ter hier, die unser Herz bes 10. Es liegen tausend Hü nen, und unser Herz bey dies rennen, daß wir aus dieser sem Krieg im Glauben möchte Grabesthür nicht zu dir kom brennen! denn anders nicht men können, der Sünden kann dieses Licht uns in das Nacht hålt selbst die Wacht, die JEfu Chrifti. die Welt mit ihren Schätzen fångt an es zu besetzen. 11. Die Wohllust, Sorge, Neid und Geld schiebt vor die stärksten Riegel, der Pharisåer dieser Welt drückt selbst dar auf das Siegel: wer wälzet ab von diesem Grab', den schweren Stein der Sünden, den wir bey uns noch finden? 12. HErr JEsu, du bist es allein, du kannst die Fesseln Id: sen, darin wir eingewickelt seyn, die Tücher zu dem Bösen: wälz' ab den Stein, und führ' uns ein, zum Reiche deiner Gnaden, daß uns die Feind' nicht schaden. 13. Erscheine uns mit deis ner Güt', wenn wir in Buße weinen, und laß uns deinen theuren Fried' zum ersten Anblick scheinen: so können wir, o Held, mit dir die rechte Ostern feyern, und uns in dir verneuern. 14. Ach! laß das wahre Auferstehn auch uns in uns er fahren, und aus den Todten: gråbern gehn, daß wir den Schak bewahren, das theure Pfand, das deine Hand zum Siegen uns gegeben, so geh'n wir ein zum Leben. 188. D Mel. O heiliger Geist, o 2c. herrlicher Tag, o fröliche Zeit, da JEsus lebt ohn' alles Leid! Er ist erstanden von dem Tod'; wir sind erlöst aus 57 aller Noth. O herrlicher Tag, o frdliche Zeit! 2. O herrlicher Tag, o frde liche Zeit, da wir von Sün den sind befreyt! Getilget ist nun unsre Schuld, wir sind ges techt aus Gottes Huld. O herrs licher Tag, o fröliche Zeit! 3. O herrlicher Tag, o frds liche Zeit! der Segen ist uns nun bereit. Durch Christi Sieg sind wir getröst't, und vols lig von dem Fluch erlöst. O herrlicher Tag, o fröliche Zeit! 4. O herrlicher Tag, o frde liche Zeit! die Liebe Gottes uns erfreut: der Zorn des Bas ters ist gestillt, wir sind mit Gnaden nun erfüllt. O herrs licher Tag, o frdliche Zeit! 5. O herrlicher Tag, o frds liche Zeit! die Welt muß laffen ihren Neid: ob sie gleich noch sich sehr erboßt; sie ist besiegt, wir sind getrost. O herrlicher Tag, o frdliche Zeit! 6. O herlicher Tag, o frds: liche Zeit! der Teufel ist erlegt im Streit, der uns verklaget Tag und Nacht; nun hat er an uns keine Macht. O herrs licher Tag, o frdliche Zeit! 7. O herrlicher Tag, o frds liche Zeit! Gott sey gedankt, der Tod ist heut bezwungen und der Kraft beraubt: nun niemand ist, dem vor ihm graut. O herrlicher Tag, o fröliche Zeit! 8. O herrlicher Tag, o frd. liche Zeit! der Hölle Reich in 05 Ewig. 58 Von der Auferstehung Ewigkeit ist nun durch JEsum ganz zerstört, und der Vers dammniß ist gewehrt. Oherr licher Tag, o frdliche Zeit! 9. O herrlicher Tag, o frdlis che Zeit! erhalt uns, JEsu, diese Freud', zu sagen hier zu aller Stund' und dort einmal mit frohem Mund': O herr. licher Tag, o frdliche Zeit! 189. O JEsu! der du dich von Sünden und des To des Banden hast losgemacht, und biſt erſtanden, und lebst nun ewiglich; ach doch, daß ich dich im Glauben recht fasse, und gänzlich dein Leben mein Leben seyn lasse. 2. Dein Tod kommt mir zu gut: wie sollte nicht vielmehr dein Leben mir Seligkeit und Gnade geben, weil dein Tod solches thut? Ach! möcht' ich nur außer dir alles verachten, und in die erfunden zu werden recht trachten! 3. Die Größe jener Kraft, so dich hat aus dem Grab' ges führet, die ist es auch, die mich regieret, und alles in mir schafft. Ach! laß mich recht mit dir aufstehen von Sün. den, und Wirkung der måch, tigen Stärke empfinden. 4. Ich lebe, doch nicht ich, denn weil du mich dir einver, leibest, und auch in meinem Herzen bleibest, so treibst und regst du mich. Ach! laß mich, o JEsu, recht ein's mit dir werden, im Geiste und Sinne, und gleichen Geberden. 5. Dir leb' ich, und nicht mir: denn weil du dich in Tod und Leben mir ganz zu eigen hast gegeben, so geb' ich mich auch dir. Ach! nimm mich, o JEsu! nur gånzlich hinwie. der, so werden dich preisen Geist, Seele und Glieder. 190. Mel. Mein Zerzens Jefu, ic. Oder: Allein Gott in der Zöh'. Tod! wo ist dein Sta chel nun? wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie bds' er sich auch stelle? Gott sey gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat, nach diesem Krieg', aus Gnad' und Gunst gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', als Christus mit ihr kämpfte, mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dåmpfte; ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen; nichts ist, das in dem Sie geslauf den starken Held kann halten auf; Er ist der Ueber. winder. 4. Des tun JEfu Chrifti. 4. Des Todes Gift, der 9. Der alte Drach' und' Hölle Pést ist unser Heiland worden; wenn Satan auch noch ungern läßt vom Wüthen und vom Morden, und da er sonst nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns flaget an, so ist er doch verworfen. seine Rott' hingegen wird zu Schanden, erlegt ist er mit Schimpf und Spott, da Chris stus ist erstanden. Des Haupe tes Sieg der Glieder ist, drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden. 10. O Tod! wo ist dein Stachel nun? wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sey gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg', aus Gnad' und Gunst ges geben. 5. Des HErren Rechte die behålt den Sieg, und ist erhs. het: des HErren Rechte måch, tig fåll't, was ihr entgegen ste het. Tod, Teufel, Hdll' und alle Feind' in Christo ganz ges dämpfet seynd, ihr Zorn ist kraftlos worden. 6. Es war getödtet JEfus Chrift, und sieh'! Erlebet wies der. Weil nun das Haupt er standen ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Chris fti Worten glaubt, im Tod' und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 59 8. Das ist die reiche Osters beut', der'n wir theilhaftig werden; Fried', Heil, Freud' und Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 191. Sey frölich alles weit u. breit. 2012 192. Joh. 2, 13. Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten. 7. Wer täglich hier durch wahre Reu' mit Christo aufers stehet, ist dort vom andern Mel. So ist denn nun die Zütte. Lode frey, derselb' ihn nicht So ist denn nun der Tem angehet: der Tod hat ferner teine Macht, das Leben ist uns wiederbracht, und unver, gånglich's Wesen. pel aufgebauet; der Tem vel, den der Feinde Grimm und Macht vor dreyen Tagen hat dahin gebracht, daß man ihn ganz verwüstet hat ges schauet: nun kann er nimmer wieder untergeh'n; man wird ihn nie auf's neu' zerbrechen seh'n. ndu 2. Die Menschheit ist der Tempel, den ich meine, die sich der Sohn in Gnaden auser kohr'n,( der Sohn, der aus Gott 60 Von der Auferstehung Gott selbsten ist gebohr'n) daß er mit ihr persönlich sich ver: eine, und in ihr wiederum, was Fleisch und Blut verdors ben hat, bey'm Bater machte gut. 3. Wir Menschen sollten feyn der Gottheit Tempel, sein Sit, sein Thron, sein Wohn. haus und sein Zelt,( o Würde, die der ganzen Welt darstellt der Liebe Gottes Beyspiel und Erempel!) doch leider! dieser Tempel ward entehrt, ja in ein Haus des argen Feind's verkehrt. 4. O Greuelthat! o Fres vel nicht zu leiden! der uns fers Gottes Pallast hat ent: weiht, das bringet uns so große Quaal und Leid; nun könnt uns Gott von seinem Tempel scheiden. Wer mir, spricht er, mein Heiligthum verdirbt, ein solcher ihm das mit den Tod erwirbt. 5. Doch diesen Bann und Fluch von uns zu nehmen, so kommt der Sohn, und baut aus unserm Blut ihm selbst ein Haus, das heilig, rein und gut, ein Haus, deß er sich nicht vor Gott durft' schåmen: dieß gibt er preis, als ob's nicht würdig sey, daß es besteh' von Fluch und Plagen frey. 6. Man sahe ihn freywil lig sich hingeben der Feinde Wuth, die auf ihn stürmten los; o! wie so elend, blutig, nackt und bloß muß er am Holze endigen sein Leben Hier brach sein Bau, des Ten pels Grund zerriß, als dieſe große Fürst den Geist aut ließ. 7. Seht aber, seht auf herrlichste ergånzet, was durd den Tod zuvor zerstücket wat seht! wie sein Leib durchlaud tig, hell und klar im Licht' de Unverweslichkeit jetzt glänze Vor diesem andern Bau de erste weicht, weil er an Prad und Schmuck ihm gar nic gleicht. 8. Dieß ist's, was man ih selbst zuvor hört' sagen, und mit ihm aller treuen Zeugen Schaar, daß er, durch sein Kraft, die wunderbar, de Tempel, den man würd' 84 Grabe tragen, auf's neu' auf richten wollt' nach kurzer Friß wie man im Buch des liebsten Jüngers liest. 9. Dieß sehen wir vollkomm lich nun erfüllet, und merken dran des Sohnes Herrlich keit, die vor mit schwachem Fleisch war überkleid't. Nun ist durch ihn des Vaters Zorn gestillet; die Schuld ist weg, die Straf ist abgethan, die långst erwünschte Freyheit bricht nun an. 10. Nun können wir, ( o Freud'!) auf's neue wer den, zu unserm Heil und un sers Goels Ruhm, des Aller höchsten Sik und Heiligthum, ein schöner Tempel Gottes hier JEsu hier auf Erden. Gott will in uns, wir sollen in ihm seyn; wir gehn in ihn, als unsern Tempel ein. 11. Der HErr steht auf, er kann nun nicht mehr sterben, auch soll, wer an ihn glaubet, sterben nicht; obgleich das ird's sche Haus in Stücken bricht, gereicht's dem Glauben doch nicht zum Verderben; der sich durch sich erweckt, hat uns zu gleich schon mit sich selbst ers weckt zu jenem Reich. 12. Halleluja! das Christus wieder lebet, und daß der HErr in seinem Tempel ist, den man noch nicht drey Tage hat vers mißt, und daß sein Reich nun über alles schwebet. Ihr Vols ter, die ihr send sein Eigens thum, bringt ihm dafür Lob, Ehre, Preis und Ruhm. Christi. 2. Steh' aus dem Grab' der Sünden auf, und such' ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf, und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein JEsus ist, und such was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 193. Triumph, Triumph! dem zc. 194. Triumph, Triumph! der zc. 195. Triumph, Triumph! es zc. 196. Mel. Tun freut euch, lieben zc. Oder: Mein Zerzens- Jesu zc. ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn' ist aufgegangen, ermuntre deis nen Geist und Sinn, den Heis land zu umfangen, der heute durch des Todes Thür gebro: chen aus dem Grab' herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 61 3. Vergiß nur, was dahins ten ist, und tracht' nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu JEsu sey er hoben; tritt unter dich die bsse Welt, und strebe nach des Himmels Zelt, wo JEsus ist zu finden. 4. Quålt dich ein schwerer Sorgenstein, dein JEsus wird ihn heben: es kann ein Christ bey Kreuzespein in Freud' und Bonne leben. Wirf dein Ans liegen auf den HErrn, und sore ge nicht, er ist nicht fern', weil er ist auferstanden. 5. Geh' mit Maria Mags dalen und Salome zu Grabe, geh' hin im Geist, wo diese stehn und bringen ihre Gabe; so wirst du seh'n, daß JEsus Christ vom Tod' heut aufere standen ist, und nicht im Grab' zu finden. Juda Stamm heut' siegreich überwunden, und das erwürgs te Gotteslamm hat, uns zum Heil, gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er, nach wohl vollbrachtem Streit, die Feinde Schau getragen. 7. Drum 62 Von der Himmelfahrt 7. Drum auf! mein Herz, fang' an den Streit, weil JE, sus überwunden: er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst, und in ein neues Leben gehst, und Gott im Glauben dienest. 8. Schen' weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar der Hölle Rachen: dein JEsus lebt, es hat nicht Noth, er ist noch bey den Schwachen, und den Geringen in der Welt, als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach! mein HErr JEsu, der du bist von Todten aufer: standen, rett' uns aus Satans Macht und List, und aus des Todes Banden, daß wir zu sammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 10. Sey hochgelobt in dies ser Zeit von allen Gotteskins dern, und ewig in der Herr lichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut. HErr JEsu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Von der Himmelfahrt JEfu Chrifti. 198.0 Mel. Allein Gott in der Zöh uf Christi Himmelfahrta lein ich meine Nachfah: gründe, und allen Zweife Angst und Pein hiemit ste überwinde: denn weil de Haupt im Himmel ist, wi seine Glieder JEsus Chrift zu rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen Hin mel an, und große Gab' en pfangen: so weiß ich, daß mei Herz nur kann im Himm Ruh'erlangen: denn wo mer Schaß gekommen hin, da i auch stets mein Herz un Sinn; nach ihm mich seh verlanget. 3. Ach HErr! laß die fahrt spüren, daß mit den Gnade mich von deiner Aus wahren Glauben ich mag me ne Nachfahrt zieren, un dann einmal, wenn dir's ge fällt, mit Freuden scheiden aut der Welt. HErr, höre die mein Flehen. 199. 200. Auf diesen Tag bedenken wit. Mel. Christ ist erstanden i hrift fuhr gen Himmel: was sandr' er uns hernie der? Den Tröster, den heils gen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja. 197. Ach! wundergroßer& c. frob jevn, Christus will unſer Á 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja. sollen wir alle ( Siehe Nro. 1069.) Trost seyn. Halleluja. 201. JEfu Christi. 201. Dulebensfürst, HErr JEsuzc. ( im Anhang.) 3. 3wing' unser Fleisch, HErr JEsu Christ, der du der Sünder Heiland bist, daß wir, indem du uns machst rein, theilhaftig deines Sieges seyn. Halleluja. 63 202. Mel. Erschienen ist der zc. Sis fähret heute Gottes Sohn hinauf zu seines Vaters Thron: Er gehet ein zur Herrlichkeit, die überall Gomel mit frohem JubelMel. Von Gott will ich nicht ic. ott auf gen Hime ist ausgebreit't. Halleluja. 2. Er hat zerstört des Teus fels Macht, sein Heer erlegt und umgebracht, wie mit Ges walt ein starker Held im Trefs fen seine Feinde fåll't. Hals leluja. schall, mit prächtigem Getums mel und mit Posaunenhall. Lobsing't, lobsinget Gott, lobs sing't lobsing't mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth. 2. Der HErr wird aufges nommen, der ganze Himmel lacht, um ihn stehn alle From men, die er hat frey gemacht. Es holet JEsum ein das Heer der Cherubinen, und selbst den Seraphinen muß er willkom men seyn. 3. Wir wissen nun die Stes ge, worauf das Haupt erhöht, wir wissen nun die Wege, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen, er zeiget uns die Straßen, er macht uns sichre Bahn. 4. Laß seyn den Feind in uns gedämpft, weil du uns haft das Heil erkämpft: tilg' aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel' empor. Halleluja. 5. Zeuch und führ' uns mit dir zugleich, als Gottes Kin. der in dein Reich, da wir ein ewig's Freudenlied dir anzu, stimmen sind bemüht. Hals leluja. 6. Gott Vater, sey von uns gepreift, samt deinem Sohn und heil'gem Geist, der heil'ge unfrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und Mund. Halleluja. 203. Frolocket jetzt mit Hånden. 204. Frolocket, ihr Völker, frolocket. 205. Gelobet sey Jehovah der zc. 206. 4. Wir sollen himmlisch werden, der HErre macht uns Plaß; wir gehen von der Ers den dorthin, wo unser Schaß. Ihr Herzen, macht euch auf, wo JEfus hingegangen, dahin sey das Verlangen, dahin sey euer Lauf. 5. Laßt 64 Von der Himmelfahrt JEfu Chrifti. 5. Laßt uns nur darnach ringen mit herzlicher Begier, 213. Mel. Ach Gott, und Erric. Deuch uns nach dir, so kom uns zugleich Dich, JEſu, ſuchen wir; dich, Zech men wir mit herzlichem o du Gottessohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich unsre Zierd' und Kron'. Verlangen hin, da du bist, o JEsu Christ! aus dieser Welt gegangen. 6. Weg, weg! mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt, dein Tand kann nicht ergdhen; weißt du, was uns gefällt? Der HErr ist unser Preis, der HErr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide, zu ihm geht unsre Reis. 7. Wenn soll es doch ge. schehen? wenn kommt die lies be Zeit, daß wir Gott werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wenn wirst du seyn, da wir zu seinen Füßen ihm werden huld'gen müssen? Komm, stelle dich doch ein! 207-211. 212. Wir danken dir, HErr JEsuzc. ( Siehe Nro. 1077.) 2. Zeuch uns nach dir in Lieb'sbegier, aus diesem Sün denleben, so dürfen wir nicht länger hier in diesen Alengsten schweben. 214. Der heil'ge Geist vom sc. 215. 3. Zeuch uns nach dir, HErr Christ, ach führ' uns dei ne Himmelsstege, wir irr'n sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer' das böse Welts getümmel. Vom heiligen Geist, und dessen mannigfaltigen Gaben und Wirkungen, Du Geist des HErrn, der 2. ( Siehe Nro. 1072, 5. Zeuch uns nach dir nur für und für, und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach' uns gleich den aus erwählten Schaaren. oder Pfingstlieder. 216. Mel. Werde munter, mein 2c. ott, gib einen milden Res gen, denn mein Herz ist dürr' wie Sand; Bater, gib Gott, vom Vom heil. Geist, dessen Gaben und Wirkungen. 65 vom Himmel Segen, tránke du dein durst'ges Land: laß des heil'gen Geistes Gab' über mich von oben ab, wie die stars ten Ströme, fließen, und sich auf mein Herz ergießen. 6. So will ich mich dir er geben, dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kom. men hin, da, mit Vater und dem Sohn, dich, im höchsten Himmelsthron, ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heiß'st guter Vater, deinen Geist mir nicht geben, und mich laben mit den guten Him. melsgaben? 217. Gott Vater, sende deinen Geist. ( Siehe Nro. 1073.) 218. Heil'ger Geist, du Tröster zc. 219. Komm, Gott Schöpfer zc. 220. Komm, heil'ger Geist, du 2c. 221. 3. JEsu, der du hingegan: gen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlane gen ich erwarte, HErr, von dir: laß den Tröster ewiglich bey Domm, heiliger Geist, HErre mir seyn, und lehren mich, in Gott, erfüll' mit deiner der Wahrheit vest zu stehen, und auf dich im Glauben sehen. Komm, 4. Heil'ger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bey mir Armen ein, und sey tausend mal willkommen, laß mich dei nen Tempel seyn, reinige du selbst das Haus meines Hers zens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. Gnaden Gut deiner Gläubis gen Herz, Muth und Sinn, dein' brünstig' Lieb' entzând' in ihn'n! O HErr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sey dir, HErr, zu Lob' gesun, gen. Halleluja, Halleluja. 5. Schmücke mich mit deis nen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn: gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten, und im Geist und Wahrheit beten. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Les bens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Bater ihn nennen! O HErr, behüt' für fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn JEsum Christ mit reche tem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hals leluja, Halleluja. ( S 3. Du 66. Vom heiligen Geist, 3. Du heiliger Geist, süßer Trost, nun hilf uns frölich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! OHErr, durch dein' Kraft uns bereit, und stärk' des Fleisches Bld. digkeit, daß wir hier ritter: lich ringen, durch Tod und Les ben zu dir dringen! Halleluja, Halleluja. 222. Komm, himmlischer Regen 2c. 223. Mel. Gott des Zimmels und 2c. omm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! deine Kraft sey nicht vergebens, sie erfüll' uns jederzeit! so wird Geist und Licht und Schein in dem dun: keln Herzen seyn. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Vers stand und Zucht, daß wir an ders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht: dein Erkenntniß werde groß, und mach' uns vom Irrthum los! 3. Zeige, HErr, die Wohls fahrtsstege; das, was Böses ist gethan, raume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sey um uns an; wirke Reu' an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. ters liebe Ruth' ist uns alle wege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten, frey mit aller Freudig keit: seufz' auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns ab lezeit: so wird unsre Bitt' er hört, und die Zuversicht ge mehrt. 6. Wird uns auch nach Tro ste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott! mein Gott! wie lange? ey so mache den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu, und gib Muth, Geduld und Ruh'. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neue Geist, fördre in uns deim Werke, wenn der Satan Macht beweist: schenk uns Waffen in dem Krieg, und erhalt in uns den Sieg. 8. HErr, bewahr' auch un fern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben mdge rauben: du bist unser Schuß und Gott; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser seyn. 9 Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr', die uns unser Gott erkiest, und nicht auszusprechen ist. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, daß wir Gottes 224. Kinder sind, die auf Ihn alleis Mel. Aus meines Zerzensgr. ne zielen, wenn sich Noth und Drangfal find't; denn des Ba: K nieder von hohen Him mels: dessen Gaben und Wirkungen. melsthron, auf Christi Freund' und Brüder, komm eilig, komm und wohn' im Herzen allermeist, mit deinem Licht und Gaben und Freudendht zu laben, komm, werther heil'ger Geist! 2. Du bist ein Trost der Frommen, gieß' aus dein heil', ges Dehl, und laß es zu mir kommen, daß sich mein Herz und Seel' erfreuen inniglich: komm, Tröster, zu erquicken die Seelen, die sich bücken im Geist demüthiglich. 3. Laß allen Trost ver schwinden, den mir die Welt verspricht, bey ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht: was JEsus mir anpreist, dem will ich veste glauben, du sollst mein Trd. ster bleiben, du, o Gott heil's ger Geist! 4. Du kannst mein Herz erfreuen und kråftig rüsten aus, ja ganz und gar erneuen; ach, laß es seyn dein Haus! Komm, komm mein schönster Gast, ich bleib' im Tod' und Leben, dir Tröster ganz erge, ben, bis mein Gesicht erblaßt! 5. Der du, als Gott, aus: gehest vom Vater und dem Sohn, und mich im Geist er. höhest zu Gottes Stuhl und Thron, kehr' ewig bey mir ein, und ſehr' mich JEsum kennen, ihn meinen HErren nennen, mit Wahrheit, nicht zum Schein. 67 6. Du kommst ja von dem Vater, der meine Seele liebt, drum sey auch mein Berather; wenn mich die Welt betrübt, so komm und tröste mich, und stårk' in Kreuz und Leiden mein Herz mit vielen Freuden, daß es erquicke sich. 7. Ja zeug' in meinem Her zen von JEsu ganz allein, von seinem Tod und Schmerzen, und seiner Wahrheit Schein, daß ich, ganz überzeugt, kein Bild in meiner Seelen, als JEsum, mög' erwählen, bis sich mein Herz ihm gleicht. 8. Leit' mich nach deinem Willen, o Geist von Gottes Thron, du kannst mein Hers ze stillen, wenn mich trifft Schmach und Hohn. Hilf mir, daß keine Noth mich je von JEsu scheide, im Kreuz sey meine Freude, mein Trost bis in den Tod. 225. bitten wir den heil'gen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus dies sem Elende. Kyrieleis! 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein, lehr' uns JEsum Christum erkennen als lein, daß wir an ihn glauben, den treuen Heiland, der uns bracht hat zu dem rechten Va terland. Kyrieleis! 3. Du süße Liebe, schenk' uns deine Gunst, laß uns em: & 2 pfinden Jun nun Vom heiligen Geist, pfinden der Liebe Brunst! daß ist dir kund, zählst den Stauf wir uns von Herzen einander des kleinen Sandes, gründ's lieben, und im Friede auf eins des tiefen Meeres Grund: nem Sinne bleiben. Kyrie, nun, du weißt auch zweifels leis! frey, wie verderbt und blind ich sey; drum gib Weisheit, und vor allen, wie ich mig Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läß'f dich finden, wo man rein und sauber ist, fleuchst hingegen Schand' und Sünden, Bos heit, Trug und alle Lift: ma che mich, o Gnadenquell, durd dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du flie hest, gib mir, was du germ siehest. 68 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyries leis! 226. Mel. Freu dich sehr, o meine. du allersüßte Freude, o D du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb' und Leide unbesuchet låssest nicht: Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du håltst und halten wirst ohn' Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, unter allen, die man kennt: wenn ich dich besik' und habe; hab' ich, was man Gutes nennt. Guter Geist! so komm zu mir, in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt gebohren, selbst zum Tempel auserfohren. 6. Du bist, wie ein Schaf lein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muth's, bleibst im Lie ben unbeweget, thust uns B& sen alles Gut's: ach vergib, und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund' und Feinde liebe, kei nen, den du liebst, betrübe! 3. Du wirst aus des Hims mels Throne, wie ein Regen ausgeschütt't, bringst vom Ba, ter und dem Sohne nichts als lauter Segen mit: laß doch, o du werther Saft, Gottes Segen, den du hast, und vers walt'st nach deinem Willen, mich an Leib' und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Berstandes, was geheim ist, von dir kommt: was der Sas 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstöß'st; bleib' ich von dir ungeschieden, en, fo bin ich g'nug getröst't: laß mich seyn dein Eigenthum; ich ver sprech' hinwiederum, hier und dort all' mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage alle deme, was dir deinen Ruhm be nimmt, ich will, daß mein Herz annehme nur allein, was tan dessen Gaben und Wirkungen, tan will und sucht, will ich hals ten als verflucht, ich will seis nen schndden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich stårkest, und mir treulich ste: hest bey: hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sey; brich des bösen Feindes Sinn, nimm den als ten Willen hin, mach' ihn al lerdinges neue, daß mein Gott sich meiner freue! 10. Sey mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sey mein Stab; wenn ich sterbe, fey mein Leben; wenn ich lie: ge, sey mein Grab; wenn ich wieder aufersteh', ey so hilf mir, daß ich geh' hin, da du in ew'gen Freuden wirst die Aus erwählten weiden! 227. D Mel. Wie schon leucht't uns ic. heil'ger Geist, kehr' bey uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn, o komm, du Herzenssonne! du Him: melslicht, laß deinen Schein bey uns und in uns träftig seyn zu steter Freud' und Won. ne. Sonne, Bonne, himms lisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kom men wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deis nen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch kön: 69 nen alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Hdre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob', und uns zum Leben. S. Steh' uns stets bey mit deinem Rath, und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den, Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir ges treu dir bleiben für und für, wenn wir hier leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen, und geflissen, dich zu schauen, und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns doch deine Les benskraft empfinden, und zur Ritterschaft dadurch gestårket werden; auf daß wir, unter deinem Schuß, begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Ge berden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Les benshort, laß uns dein hims melsüßes Wort in unsern Hers zen brennen, daß wir uns mos gen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr' und deis ner Liebe trennen. Fließe, gie se deine Güte in's Gemüthe, daß wir können Christum uns sern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen tråftiglich, und schenk' uns deine Liebe! daß unser Sinn vers bunden sey dem Nächsten stets 3 mit 70 Vom heiligen Geist, mit Liebestreu' und sich darins nen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried' und Liebe müssen schweben, Fried' und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heis ligkeit wir führen unsre Les benszeit; sey unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sey unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust, und seine tod. ten Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Him, melserben werden. 228. heiliger, o guter Geist. 229. heiliger Geist! o heiliger Gott! du Tröster werth in aller Noth! du bist gesandt von's Himmelsthron von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2.O heiliger Geist, o heili, ger Gott! gib uns die Lieb zu deinem Wort: zünd' an in uns der Liebe Flamm', darnach zu lieben allesamt! Oheiliger sc. 3. O heiliger Geist, oheili. ger Gott! mehr unsern Glaus ben immerfort: an Christum niemand glauben kann, es sey denn durch dein' Hülf' gethan. O heiliger sc. N 4. O heiliger Geist, o heili: ger Gott! erleucht' uns durch dein göttlich's Wort: lehr' uns den Bater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn!! heiliger c. 5. heiliger Geist, o o hei liger Gott! du zeigst die Thür zur Himmelspfort': laß un hier kämpfen ritterlich, und dir dringen seliglich! Ohei liger zc. 6. O heiliger Geist, o heill ger Gott! verlaß uns nicht i Noth und Tod: wir sagen di Lob, Ehr' und Dank jetzun und unser Lebelang. Ohei liger Geist, o heiliger Gott 230. D Mel. Romm, heiliger Geist, theurer Tröster, heilge Geist, der du dich in di Herzen geuß'st, die sich zu dir in Demuth kehren, ich fleh dich, mich zu erhören, un mein erkaltetes Gemüth, nad deiner Lieb' und großen Güt zu wärmen und es zu erneuren, so kann ich recht die Pfingsten feyren. Halleluja, Halleluja 2. Durchdringe du mit dei ner Kraft des Herzens harte Eigenschaft, zerbrich du selbs die Macht der Sünden, daß Ruh' darin kannst finden: ach! es ist, leider! angefüllt mit dem, was Welt und Wohlluß stillt, es hängt noch vest am Land der Erden, wie kanni denn deine Wohnung werden? Halleluja:,: 3. Der Wille liebt die Ei telkeit, hält Sündigen für süße Freud', verläßt die Ruh', das wahr dessen Gaben und Wirkungen. wahre Wesen, und will durch's Tod's Gift genesen: dein theures Wort erkennt er nicht, auch acht't er nicht des Glaus bens Licht, die wahre Speise unsrer Seelen; wie kann ich denn dich, Gast, erwählen? Halleluja:,: 4. So elend ist des Her zens Haus! ach! kehre ein, vertreib daraus die Macht der dicken Finsterniffen. Ach heile selbst, was zerrissen. Zerstd. re, was ohn' dich nicht vest, was sich auf seine Stårk' ver läßt, und laß mich aus der Knechtschaft gehen, und in der süßen Freyheit stehen! Halleluja:,: 5. Du Geist des HErren, dring' herzu, und gib der See. le ihre Ruh': arbeite selbst an meinem Herzen, und zünde an Glaubenskerzen. Schlag' deine Werkstatt bey mir auf, und führe meinen Lebenslauf; so kann sich meine Seele laben, und so den Sabbath in sich haben. Halleluja:,: 6. Du Geist der Kindschaft, zeige mir, wie ich in Andacht komm' zu dir, ach! lehre mich von Herzen beten, in wahrer Kraft vor dich treten. Ich bin 71 7. Leg' du mir dieses Zeugs niß bey, daß ich ein Kind des Höchsten sey, treib' selbsten mich zu deinen Wegen, daß sich in mir die Lüft' legen, und ich in wahrem Glauben kann das Abba, Bater, stimmen an: geuß aus durch deine starke Triebe, die Ströme Gottes reicher Liebe! Halleluja 2,2 8. Umgürte mich in allem Streit mit wahrer GlaubensFreudigkeit, daß ich in deiner Kraft bestehe, und nicht auf fremden Weg gehe. Du Geist der Weisheit, lehre mich, daß Herze, Geist und Seele sich nach deiner hohen Weisheit sehne, und von dir alle Macht entlehne. Halleluja:,: 9. O Geist, regiere meinen Geist, daß er dir folge allermeist, daß er die Mau'r der Sünden breche, und Abba, Vater, stets spreche: laß Ruh' und Fried' im Herzen seyn, und flöße deinen Trost hinein, daß keine Sünd' dich von mir treibe, und ich in deinem Bunde bleibe. Halleluja, Hals leluja. 231. Preis sey dem Vater, der ac. 232. ganz laulich, stårke mich, daß er recht die Pfingsten x. Herz und Seel' entzünde sich, und ich darin den Ruhm nur setze, zu haben dich, Schaß aller Schätze. Halleluja:,: 233. Zeuch ein zu deinen Thoren. ( Siehe Nro. 1074.) 4 Vom Vom göttlichen Wesen Vom göttlichen Wesen und Eigenschaften. Oder: Aufs Fest der heiligen Dreyeinigkeit. 234. 235. llein Gott in der Höh' sey Mel. Jehovah ist mein Licht 16 Shr', und Dank für ſeine auf! den HErrn zu loben, Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade: ein Wohlgefall'n Gott an uns hat. Nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß, du machst der Noth ein Ende. auf! auf! erwecke dich, und saume nicht; was in dir ist, das werde jetzt erhoben zu Gott dem HErrn, der unsre Sonn' und Licht. Er ist allein, Lob, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen würdig stets und über, all: erhebe ihn mit frohem Ju belschall; geh' ein in sein er hab'nes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, die höchst' und einige Vollkommenheit; von wir lesen, das, was nur ist ge ihm, durch ihn, zu ihm ist, wie worden in der Zeit. Er hat und kennet nicht: wer ist, wie er und sei seines gleichen nicht: wer ist, wie er und seis tur mit Zittern steht; sein ne Majestát? vor ihr die Crea Wohnhaus ist ein unzugång. lich's Licht. 72 2. Wir loben, preis'n, an beten dich, für deine Ehr' wir danken, daß du, Gott Bater, ewiglich regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht, fort g'schicht, was dein Will' hat bedacht; wohl uns des feinen HErren! 3. O JEsu Christ, Sohn eingebohr'n deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlohr'n, du Stiller unsers Haders: Lamm Got: tes, heil'ger HErr und Gott, nimm an die Bitt' von unsrer Noth, erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsame ster Tröster, vor's Teufels G'walt fortan behür', die JEsus Christus erlöset durch große Mart'r und bittern Zod, abwend' all unsern Jamm'r und Noth, dazu wir uns vers lassen. 3. Man sieht ihn nicht, doch ist er wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke acht: da seh'n wir ihn als vor den Augen stehen, im Schmu ke seiner weisen Gottheitss pracht: die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr'; die Luft, die Erd', und was im Meer sich regt, das alles, den zu zei gen und Eigenschaften. gen sich bewegt, der ist und heißt Jehovah, unser HErr. 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Lust und Lieblichkeit ans lacht, was in sich faßt der Himmel samt der Erden, der große Bau, von Schönheit und von Pracht, und was dieß Rund nur köstlich's in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpf ten Meer, und dessen unerforschter Fülle her. Er ist die Quell', die immer überfließt. 5. Er ist das A und D, Ans fang und Ende, der Erste und wird auch der Lette seyn. Man findet ihn, wo man auch sich hinwende, das Heimlichste wird tlar in seinem Schein; sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit; die Kraft, so ihm beywohnt, wird nimmer schwach; er weiß in sich von keinem Ungemach; er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 6. Was er zusagt, dem kann man sicher trauen, die That stimmt mit den Worten über ein; man darf mit ganzem Herzen darauf bauen, des HErren Ja ist Ja, sein Nein ist Nein; voll Recht und Bil ligkeit ist sein Gericht: Er hat Geduld, und übet Langmuth aus; mit Heiligkeit hat er ge. ziert sein Haus; Er ist die Lieb', der's nie an Lieb' gebricht. 73 Abba, Vater, sagen kann; den er auch wiederum den Seinen nennet, und ihn als Sohn und Tochter siehet an: nichts ist so hoch, nichts kann so herrs lich seyn: der höchsten Fürsten hocherhabner Stand ist, gegen dieß zu rechnen, lauter Tand; es ist zu schlecht, es bleibt ein bloßer Schein. 8. Herrscher! wie soll ich denn g'nug erheben dich, daß du mich auch denen zugezählt, die du in Christo haft gebracht zum Leben, und sie in ihm za Kindern auserwählt? Zwar seh' ich dich jetzt nur im dun kein Licht, doch weiß ich, es kommt künftig noch der Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, von Angesicht zu fros hem Angesicht. 9. Indeß, mein Geist, auf! auf! ihn stets zu loben: auf! auf! erwecke dich, und säume nicht: was in dir ist, das wer de jetzt erhoben zu Gott dem HErrn, der unsre Sonn' und Licht. Er ist allein, Lob, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen würdig stets und überall: er hebe ihn mit frohem Jubel: schall, bis er dich bringt ins Himmels Heiligthum. 236. Der du bist drey in Einigkeit. 237. Dreyeinigkeit, der Gottheit zc. 238. 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm Du dreymal großer Gott. 239. 74 Vom göttlichen Wesen 239. Ehr' sey Gott in der Höh'. 240. Mel. O Gott, du frommer Gott. Oder: Ich freue mich in dir zc. & Licht, mein elobet sey der HErr, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein'n Leib und Seel' ges geben, mein Vater, der mich schützt vom Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Gut's an mir gethan. 2. Gelobet sey der HErr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich geges ben, der mich erlöset hat, mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sey der HErr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz ers quickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth, Rath, Trost und Hülfe schafft. mit der Engel Schaar da Heilig, Heilig fingen; de herzlich lobt und preist di ganze Christenheit. Gelobe sey mein Gott in alle Ewigkei 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen, und 241. ott der Vater wohn' un verderben; mach' uns alle Sünden frey, und hilf un selig sterben. Vor dem Tea fel uns bewahr', halt' uns be vestem Glauben, und auf die laß uns bauen, aus Herzens grund vertrauen. Dir un lassen ganz und gar, mit alle rechten Christen, entfliehn de Teufels Listen, mit Waffe Gott's uns rusten. Amen Amen, das sey wahr, so singe wir Halleluja. 2. JEsus Christus wohn uns bey, und laß uns nic verderben; zc. wohne bey, und laß uns nicht 3. Der heil'ge Geist und verderben; 2c. 242. Mel. Meine Seel' erhebt den 4. Gelobet sey der HErr, mein Gott, der ewig lebet, Gott sey uns gnådig und barmherzig, und geb uns seinen göttlichen Segen. den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet! Ge lobet sey der HErr, deß Name heilig heißt: Gott Vater, Gott der Sohn, und Gott der werthe Geist; 2. Er lasse uns sein Antlig leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. Es segne uns Gott, un fer Gott! es segne uns Gott, und geb' uns seinen Frieden Amen. 243. und Eigenschaften. 243. Mel. Laffet uns den Erren ic. roßer Gott, der mich erschaffen hat zu seinem Lob und Preis, laß dein Lob bey mir nicht schlafen, wecke selber meinen Fleiß, stets ein Opfer dir zu bringen: denn wer kann so löblich seyn, wer so herrlich, heilig, rein, von so hohen Wunderdingen, so gerecht und schon dazu, schön. ster Herr und Gott, als du? 2. Du bist lauter Güt' und Wahrheit, du ein Quell der Freundlichkeit, unaussprech. lich hell an Klarheit, Licht und Strahlen sind dein Kleid: Heil und Recht sind deine Werke, alle Dinge deiner Hand dir von Ewigkeit be: kannt: deiner Weisheit, deis ner Stärke ist nichts gleich; ja gar nichts ist, was hierin mit dir sich mißt. 3. Niemand mag die wir 3. Niemand mag dir widerstehen; wer ist mächtig doch wie Gott? Wie Er's denkt, so muß es gehen, denn Er heißt HErr Zebaoth. Alles läuft nach seinem Willen: sein allsehend Angesicht weichet von dem Menschen nicht: feine Gegenwart kann füllen Erd' und Himmel hier und dort, schaut und hört sie fort und fort. 4. Das Vermögen seiner Hånde ist unendlich, also auch seine Gnade sonder Ende, und 75 ihm täglich im Gebrauch. Laß dich sehn, und dich empfinden, ew'ges Heil, o höchstes Licht, welchem nimmer Glanz ges bricht, laß mich deine Flamm' entzünden. Ach! du reinste Liebesglut, dringe in mein Herz und Muth. 5. Unerfåttlich süße Weide, gib dich einst zu schmecken mir: odu höchster Trost und Freude, find' ich alles doch an dir! du kannst rechten Reichthum geben, nichts als lauter Armuth ist da, wo du nicht alles bist. Ach! was ist doch dieses Leben ohne dich, als Quaal und Noth, übertünchtes Grab und Tod? 6. HErr, du reizest mein Verlangen, ach! wenn kommt der schöne Tag, daran ich dich einst umfangen und voll kömmlich schauen mag? daß, o meines Geistes Krone, ich, vom eiteln Staube frey, ganz mit dir vereinigt sey, und in deinem Reiche wohne, wo dein Antlig hell und klar uns soll werden offenbar. 7. Nun, du hast schon längst erlesen Zeit und Stuns de mir zu gut, und ein solches lieblich's Wesen auch mit deis nem eignen Blut mir ver schrieben: unterdessen will ich harren in Geduld, Gott, mein König, deiner Huld, deines Lobes nicht vergessen. Lob und Preis sey dir bereit, hier und dort in Ewigkeit. 244, 76 Vom göttlichen Wesen 244. Heilig ist Gott der HErre. 245. Hochheilige Dreyeinigkeit. 246. Mel. Erre GOtt, begnaderc ch glaub' an einen Gott als alle und klein, den Himmel und die Erden, aus nichts hat lassen werden: der auch mich selbst, aus lauter Gnad', zu seinem Diensterschaffen hat, mir Seel' und Leib gegeben, Sinn' und Vernunft daneben. Durch seiter und dem Sohn ausgeht, de den Betrübten hier beysteht, daß sie Vergebung finden all': ihrer Schuld und Sünden. Ich glaube, daß erhalten werd' ein allgemeine Kirch' auf Erd', bey der stets sey des Geistes Gab'. Ich glaube, daß mein erstehn zum Leben. 247. Jehovah ist mein Licht und 248. Jesaia, dem Propheten, dası. 249. ne Weisheit, Macht und Güt' Monarche aller Ding, dem all' sein' Geschöpf Er stets be hüt't. Er ist mein Vater und 250. let mein Gott, der mir zu Hülfe Q Gott, du Tiefe sonder ut. kommt in Noth, mich schützet und ernähret. ( Siehe Nro. 1075.) 251. Mel. Christ, unser Err 2c. 2. Ich glaube auch an JE. sum Chrift, der Gott vom Vas D ter ewig ist, ein wahrer Mensch Sort, wir ehren deine gebohren, daß ich nicht würd' verlehren; der mir des Va ters Huld erwarb, am Stamm des Kreuzes für mich starb, fuhr zu der Hölle nieder, stand auf vom Tode wieder: und, zu vollenden seinen Lauf, fuhr Er ins Himmels. Thron hinauf, von da Er kommen wird einmal, zu richten die sehr große Zahl der Lebenden und Todten. Macht und Gnade zu uns Armen, nach welcher du uns werth geacht't, dich unsrer zu erbarmen, wir sind voll Sünde, du voll Gnad', wir todt, du bist das Leben, und hast, nach deinem Gnaden rath, dich uns zum Heil geges ben, o Abgrund aller Liebe! 3. Ich glaub' auch an den heilgen Geist, der gleich ist wahrer Gott, und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn' Beginnen vom Ba 2. Wir beten dich als Ba ter an, du liebest uns als Kin der, so hast du dich ja kund gethan, zum Trost gebeugter Sünder. Du strafft sie, doch mit Lieb' und Huld, dein våter: lich Gemüthe ist voll Erbar men, voll Geduld, voll Lang much, und Eigenschaften. muth, Treu' und Güte, o liebe reich Baterherze! 3. O JEsu, theurer Gots tessohn, du Licht vom ew'gen Lichte, vor dir, dem rechten Gnadenthron, wird Sund' und Tod zunichte: du bist der Grund der Seligkeit, worauf wir Arme hoffen, dein Gnas denbrunn steht allezeit für uns fre Seelen offen; du Ausfluß alles Segens! 4. O Geist der Gnaden, wahrer Gott, komm, steure dem Verderben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Welt und uns absterben: mach' uns an guten Werken reich, zum Besten unsrer Brüder, damit wir JEfu Christo gleich, und seines Leibes Glieder, durch deine Gnade bleiben. 5. So ehren wir in einem Thron' dich, unsern Gott und Vater, samt Christo, deinem lieben Sohn, als unserm Heils erstatter, und Gott dem wers then heil'gen Geist von gleicher Macht und Wesen: hilf, der du dreymal heilig heiß'st, daß wir in dir genesen, und dich dort ewig loben. 252. O HErre Gott Vater, in 2. 253. Mel. Christ, unser Err, zumac. mit Andacht zu betrach: ten, wie Gott hat offenbaret fich, und wie man ihn soll ach, ten, daß er der Allerhöchste ist im Himmel und auf Erden, und soll gerühmt zu jeder Frist, auch angerufen werden, als Ursprung aller Dinge. 2. Du bist der Ein'ge für und für, nichts sind der Heis den Götter, kein Heil und Trost ist außer dir, kein Hels fer noch Erretter. Laß mich, o HErr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir ins niglich ergeben seyn, auf nies mand anders bauen, dir ganz allein anhangen. 3. DHErr, mein Gott, du bist ein Geist, und theilest bey uns allen an Gaben aus, was geistlich heißt, nach deinem Wohlgefallen. Laß mich stets geistlich seyn gesinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft in mir empfind', und das durch dich anbete im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, ohn' Anfang und ohn Ende. Gib, daß ich von der eitlen Freud' des Zeitlichen mich wende, und daß ich möge immerdar drum bitten und drauf denken, weil alles hier ist wandelbar, daß du mir dort woll'st schenken das unvers gånglich' Erbe. 5. O Gott, du bist an als lem Ort, und gar nicht zu er ob einer oder dort, ist er dir unvergessen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sey, du könn'st dich mein annehs Vom göttlichen Wesen annehmen, auch was ich thu, mich immer Trost bekommen laß mich dabey des Bösen vor dir schämen, und überall dich fürchten. durch sie sey meine Missetha so weit hinweggenommen, al Morgen ist vom Abend. 6. Unendlich ist, HErr, deis ne Macht, zu retten, die dich lieben, und, wenn der Frevler dich veracht't, die Rache auch zu üben. Gib, daß sich deiner Allmacht Schuß fort über mich erstrecke, mich auch nicht Mens schen Grimm und Truß, nur deine Straf' erschrecke: du tödtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Sott, niemand kann fie ergründen, wie groß und schwer auch ist die Noth, weiß'st du doch Rath zu finden. Gib, daß ich, zu der Seelen Ruh', auf dich werf meine Sorgen, auch Uebels weder denk noch thu, weil du siehst, was verborgen, und prüfest Herz und Nieren. 78 8. Gott, du bist heilig und gerecht, du fannst die Sünd' nicht leiden: wer sagen will, ev sey dein Knecht, der muß das Bose meiden. Giv, daß ich mich zu jeder Zeit der Hei ligkeit befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Ge richt gut heiße, ob ich's schon nicht begreife. 9. Du bist sehr gnådig, fromm und gut, wo sich bekehrt der Sünder; erbarm'st dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. HErr, laß von deiner Lieb' und Gnad' 10. Gott, deine Wahrhei stets besteht, und wohl dem der dir glaubet! der Himme und die Erd' vergeht; dei Wort, HErr, ewig bleibe Gib, daß ich fürchte dein Ge richt, und alles, was di dráuest; auch hoffe, was dei Wort verspricht, daß du mir gern verleihest: Hoffnung win nicht zu Schanden. 11. Allselig bist du, Gott und frey, du thust, was dir be liebet, du bist ein milder HEn dabey, der reichlich Gutes gie bet. Laß mich mit dem zufrie den seyn, was mir beschehn dein Wille: gib auch, daß ich von dir allein und deiner Güte Fülle erwarte all's in allem. 12. Gott, wenn ich dich so tenn' und ehr', dein Wort zum Grunde seße, kann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schåpe, bis ich dich dort, wahres Licht, ohn' Lallen werde nennen, von Angesicht zu Angesicht anschauen und erkennen, und ohn' Aufhören loben. 13. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der du auch willst auf Erden von mir und allen seyn gepreis't, laß dei nen Ruhm groß werden: ver leih' mir Gnade, Kraft und Stårt', und Eigenschaften. Stårk', daß ich zu allen Zeis ten, HErr, deinen Namen und dein' Werk' könn' mehr und mehr ausbreiten, so lang' ich leb' auf Erden. 254-259. 260. 2. Wir glauben auch an JEsum Christ, seinen Sohn und unsern HErren, der ewig glauben all' an Einen Gott, Schöpfer Him mels und der Erden, der sich 3. Wir glauben an den zum Vat'r gegeben hat, daß heil'gen Geist, Gott mit Vas wir seine Kinder werden. Er ter und dem Sohne, der aller will uns all'zeit ernähren, Bidden Tröster heißt, uns mit Leib und Seel auch wohl be: Gaben zieret schöne. Die gans wahren, allem Unfall will er ze Christenheit auf Erden hålt wehren, kein Leid soll uns wis, in einem Sinn' gar eben: hier derfahren, er forget für uns, all' Sünd'n vergeben werden; hüt't und wacht, es steht alles das Fleisch soll uns wieder les in seiner Macht. ben; nach diesem Elend ist bes reit't uns ein Leben in Ewig. keit. 261-271. 79 ( Siehe Nro. 1077.) 273. Der edle Hirte, Gottes Sohn. bey dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboh. ren, durch den heil'gen Geist im Glauben: für uns, die wir war'n verlohren, am Kreuz ges vom Tod' wied'r auferstanden ist durch Gott. Von der Leutseligkeit Gottes und Christi. 272. trübe, der umfaßt, und in Also hat Gott die Welt 20. ihr bleibt; sie ist dazu erſchie. nen, und Menschen kund ges macht, daß sie sich deß bedie. nen, was sie hervorgebracht: sie leuchtet aus dem Sohne, den er zu uns gesandt, der ist ihr Glanz und Krone, und ihr Versichrungs. Pfand. 2. Er ist ein Mensch geboh. ren, Er, Gottes Herz und eis nig's Kind, nun geh'n die nicht verlohren, die mit ihm eines Fleisches sind. Sie sollen durch ihn leben, und Gott versöhnet seyn, 274. Ein Herz, das Gott erkennen 2c. ( Siehe Nro. 1078.) 275. Ein's Christen Herz sehnt zc. 276. Gott Mel. un lob', mein Seel, 2c. ott ist die wahre Liebe, die ihn ohn' Maaß und Ende treibt, ihr Blick wird dem nicht 80 Von der Leutseligkeit seyn, doch sich ihm wieder geben; denn er will nicht allein vom Untergang fie retten, er schenkt auch seinen Geist, damit sie alles hätten, was er in ihm verheißt. 3. Bedenket dieß, ihr Lies ben, wo trefft ihr etwas grös ßers an? Er hat sich euch vers schrieben, und hält sich ewig vest daran: was fordert er dagegen? nur eure Lieb' und Tren', hieran sey euch gelegen, damit er euch erfreu'. Ihr könnet reicher werden,( so fern ihr darnach strebt,) als der, so hier auf Erden viel tausend Schäße gråbt. 4. Der liebt nach seinem der gegen Gott in Liebe brennt, und um ſein Herz zu stillen, sich zu dem dürfs t'gen Nächsten wend't; dem wird er so geneiget, wie er sich selber ist, daß er ihm Dienst erzeiget, und keine Pflicht vers gist. Es ist ein findlich Zeis chen, wenn man die Brüder liebt, der Vater thut desgleis chen, der alles Gutes giebt. 5. Drum laßt uns auf ihn sehen, und folgen ihm mit Eifer nach; wir wissen, was gesche hen, wir hatten Unglück, Sünd' und Schmach, nach Freyheit kein Verlangen; noch hat er uns befreyt. Er ist uns nach, gegangen, hat aus Barmher, zigkeit sich unser angenom, men, hat uns das Heil ges bracht, ist uns zuvor gekommen Geht seiner Liebe Macht! 6. Ach! laffet uns ihn lie ben! denn er hat uns zuers geliebt, ist immer treu geblie ben, wie viel wir wider ihn ve übt; nun hat er uns gefunden, wir ihn im Sohn erkannt, a sich mit uns verbunden, und wir sind ihm verwandt; woll ihr ihn alle kennen, so thut was ihm gefällt: ach laßt di Herzen brennen in Lieb' va aller Welt. 277. Ich weiß, daß Gott mich. 278. Der 23. Pfalm. Mel. Wie wohl ist mir 26, hücer, nun wird kein Mangel treffen mich; auf grü ner Aue seiner Güter erquicket er mich füßiglich: Er leitet mich zu frischen Quellen, da häufig sich mir zugesellen viel, die mit mir sich seiner freu'n: wenn ich in Ohnmacht sinte nieder, so stårkt er meine See le wieder, und fisßt ihr Lebens Balsam ein. 2. Er führet mich auf rech ten Wegen, er geht voran, ich folge nach; und wenn ich gleich in finstern Stegen und That lern voller Ungemach durch dick und dünn, durch Dorn'n und Hecken muß wandern, soll mich doch nichts schrecken, denn du bist bey mir stetiglich: du bist mein Gottes und Christi. 81 mein Licht, mein Stern, mein mir gedenken: Mein Hirt' ist Führer, dein Stab und Steks mein, und ich bin sein! ten mein Regierer, auf deiset 279. nen Achseln ruhe ich. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Oder: Du o schönes Weltgeb. Esu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud', dir will ich mich ganz ergeben jeßo und in Ewigkeit. meinen Gott will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein, ich will teines andern seyn. 2. Deine Hand hat mich bereitet, dein Mund blies mir Odem ein: deine Gnad' war ausgebreitet über mich, als ich den Schein deines Sonnens lichts nicht kannte, und dich noch nicht Bater nannte. Ich bin dein, und du bist mein c. 3. Ein Mahl voll Himmels: Süßigkeiten, ein Mahl von Fett, von Mart und Wein, hast du bereitet, daß von weis ten es sehn, die mir nicht güns stig seyn; du salbest mich mit Dehl der Freuden, da weiß ich denn von keinem Leiden, bin voller Trost und Freudigkeit: den Durst des Geistes wohl zu stillen, muß mich dein voller Becher füllen, der Becher deis ner Lieblichkeit. 4. Drum soll mich nun fort nichts bewegen, von dir, mein Hirt zu sehen ab, mir folget nichts als lauter Segen und Gutes nach bis in mein Grab. Der Tod mag Leib und Seele trennen, ich weiß, du wirst mir dennoch gönnen, zu seyn ein Kind in deinem Haus: der Knecht mag nicht darin ver. bleiben, den Sohn tann nies mand draus vertreiben, ob er gleich müßt' zur Welt hinaus. 5. Halleluja sey dir gesun. gen, o Held und HErr aus Da, vids Stamm! Ach hätt' ich hundert tausend Zungen, zu rühmen dich, o Gottes Lamm! doch, du willst nicht viel Zuns gen haben, nur Eins ist, das dein Herz kann laben: ein Herz, das dich nur liebt allein. Das wollst du mir, o JEsu! schenken, so will ich stets bey 3. Deine Güt' hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing, dir bin ich schon angehangen, als ich an den Brüsten hing. Dein Schooß hat mich angenommen, wenn ich nur bin zu dir tommen. Ich bin dein, und du zc. 4. Auf der Kindheit, wils den Wegen folgte mir stets dei. ne Güt'. Deines Geistes Trieb' und Regen regte mir oft das Gemüth, so ich etwa ausges treten, daß ich wieder kam mit Beten. Ich bin dein, und ic. 5. Ach! wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend war in meinem $ Ginn 82 Von der Leutseligfeit Sinn verbast! ach! ich wäre långst gestorben außer dir, und ganz verdorben. Ich bin dein, und* c e 6. Jrr' ich, sucht mich deine Liebe, fall ich, hilft sie wieder auf.ft es, daß ich mich betrů11. Drum ich fterbe, oh lebe, bleib' ich doch dein genthum: dir allein ich mi ergebe, du bist meiner Set Ruhm, meine Zuversicht u Freude, meine Süßigkeiti Leide. Ich bin dein, sc. be, tröft't sie mich in meinem 12. Hdre, JEsu, noch me Lauf. Bin ich arm, gibt sie mir Güter. Haßt man mich, sie ist mein Hüter. Ich bin dein, sc. ni 7. Schmåht man mich, ist fie mir Ehre, trößt man mich, ist sie mein Truß. Zweifle ich, ist sie die Lehre: jagt man mich, ist sie mein Schuß. Niemals hab ich was begeh, ret, war es gut, ich bin's ge währet. Ich bin dein, 2c. glehen, schlage mir die Bi nicht ab. Wenn mein' Aug nicht mehr sehen, wenn icht ne Kraft mehr hab', mit de Mund' was vorzutragen; i mich seufzend doch noch sager Ich bin dein, und du bist mei ich will keines andern seyn. 280. mel. Liebster Jesu, wir sind: Esus Gom 8. Deiner Liebe Süßigkeiten S Lamm, ist für un Schuld gestorben, hat bezah am Kreuzesstamm, und Freyheit uns erworben. die Sünde wohl bereuet, wi durch Christi Tod erfreuet. 2. Gott, der selbst die Lich ist, preiß't die Größe seine Liebe, darin, daß er JEsun Christ für uns gab aus freyen Triebe. Sind wir durch die Blut Gerechte, trifft der Zor nicht mehr die Knechte. 3. Sa, so wir versöhn sind, weil der Sohn ist hing geben, so wird das erstand Kind noch vielmehr uns durt sein Leben selig machen, die Brüder heißt und seines Leibe Glieder. find in mein Herz eingeflößt. Durch den Blick der Herrlich, Feiten deines Himmels wird ges trost't mein Gemüth in seinem Zagen. Alles Kreuz hilsst du mir tragen. Ich bin dein, c. 9. Dein Geift zeiget mir das Erbe, das im Himmel bey: gelegt: ich weiß, wenn ich heu: te sterbe, wo man meine Seel' hinträgt, zudir, JEfu, in die Freude: Troß, daß mich was von dir scheide! Ich bin dein,*. 10. Dieses alles ist gegrün: bet nicht auf meiner Werke Grund. Dieses, was mein Herz empfindet, thu' ich allen Menschen kund, daß es kommt aus deinem Blute, das allein kommt mir zu gute. Ich bin 4. Aber nicht alleine di dein, und zc. sondern weil wir sind im So Gottes und Christi. 83 ne, welcher selbst der Sünden und Sinn; Liebe, die mich Biß heilet, daß Er in uns wohne. Ey! so rühmen auch wir Sünder, daß wir nun sind überwunden, und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, zc. 6. Liebe, die mich ewig lies Gottes Kinder.indbet, die für meine Seele bitt'tj Liebe, die das Löfgeld giebet, und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ze. on 5. Hochgelobet sagen wir, Vater in dem Himmel oben, siehe, wie die Sünd' allhier noch will in uns immer toben. Deinen Geist woll'st du uns geben, daß wir ewig bey dir leben. 7. Liebe, die mich wird er wecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird bedecken mit dem Leis der Herrlichkeit: Liebe, die 281. - 282. Ift Ephraim nicht meineKron. ergeb ich mich, dein zu blei ben ewiglich. Co 02 0 moillee di im Cap chi ndi Mel. Komm, o komm, du 2c. 283. ne mont her#di Liebe, die du mich zum Bilde deiner ges macht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall mit Heil bedacht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Mel. In dich hab' ich gehoffet. ein Geist und Sinn ist hoch erfreut in Gott, det mich gebenedeyt in Christo, seinem Sohne, den Ee zum Heil und besten Theil gesandt von seinem Throne. mic 2. Liebe, die du mich erkohs ren, eh' als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch gebohren, und mir gleich ward'st ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich; c. is 3. Liebe, die für mich ger litten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat er stritten ew'ge Luft und Selig: keit: Liebe, dir ic. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, zc. 5. Liebe, die mich hat ges bunden an ihr Joch mit Leib 2. Er hat mich vor der Welt erwählt, und seinen Kine dern zugezählt, er wird mich dern zugezählt, er wird mich nicht verlassen; die Gnadenliebt ohn' alle Maaßen. füll' gibt, was ich will: n er 3. Bin gleich ich Sünder deß nicht werth, bleibt seine Huld doch unversehrt, sie hebt, sie trågt, sie duldet: drum trifft mich nicht das Zorngericht, das ich sonst wohl verschuldet. 4. In Christo siehet er nicht an was meine Unart hat ges than, wenn ihn mein Glaube faffet, und alle Sünd, die sich F2 noch 84 Von der Leutseligkeit noch find't, mit Ernst und Abs 11. Es wird mir ewig wo schen haffet.adungsergeh'n, ich werd' ihn selbst mi 5. So schenkt er mir auch seinen Geist, der mir den Weg zum Leben weis't, in's Herz die Liebe gießet, die mir mein Leid und Traurigkeit vermindert und versüßet. 6 Er ist der allerbeste Freund, der's treu und gut mit mir stets meint, wo ist wol sei nes gleichen: wer ihn erkennt, und Vater nennt, sollt' er von dem wol weichen? 9. Er ist mein allerhöchstes Gut pimein Herz in seinem Herzen ruht, ich schlafe ganz mit Frieden. So hier als datt, sind wir hinfort, auf endig ungeschieden. du Augen seh'n, den Ursprun aller Freuden: mein Herz win sich, das glaube ich, ohn' End in ihm weiden. 284. 7. Ich habe und behalte Nun freu't euch, lieben Chri ihn, ich geb' mich ihm vollkom. men hin; ohn' ihn will ich nichts wissen, weil ich ihn hab zu meiner Gab, kann ich leicht alles miffen ad sten g'mein, und laßt uns frölich springen, daß wir g trost und all' in ein mit Luf und Liebe singen, was Gott a uns gewendet hat, und seine 18. Er ist mein Leben, Troft süße Wunderthat, gar theur hat Er's erworben. und Licht, mein Fels, mein Heil, drum acht ich nicht selbst Himmel und die Erden, weil Himmel und die Erden, weil mir ohn' ihn, nach meinem Sinn, kein Gut und Thell 2. Dem Teufel ich gefan gen lag, im Tod' war ich ver fohren, mein' Sünd' mich quälte Nacht und Tag, darin ich war gebohren: ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Gut's am Leben mein, die Sünd hatt' mich besieget. mag werden. 8. Mein' gute Werk' die gal ten nicht, es war mit ihn'n ver dorben, der frey' Will' haßt Gott's Gericht, er war zum Gut'n erstorben. Die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bey mit blieb: zur Hölle mußt'ich sinken. 4. Da jammert' Gott in Ewigkeit mein Elend üb'r die Maaßen. Er dacht' an sein' Barme 10. Er fegnet mich, wenn man mir flucht, und wenn der Feind mein Unglück sucht, wird's ihm doch nicht gelin. gen. Er macht mich frey, und fteht mir bey, daß ich kann: frölich singen. Men 12. Kein menschlich Of hat es gehört, was mir vo Gott einst wird beschehrt, id seh' es schon im Glauben, un freu' mich sehr, daß nimme mehr kein Feind es mir tan rauben. Gottes und Christi. 85 und wollt'mir sem Leben, da will ich seyn der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trdsten soll, und lehren mich ers kennen wohl, und in der Wahrs heit leiten. Barmherzigkeit, helfen lassen. Er wandt' zu mir sein Vaterherz, es war bey. Ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ sein Bestes kosten. of 5. Er sprach zu seinem lies ben Sohn: Zeit ist es zu erbarmen, fahr' hin, mein's Herzens werthe Kron, und fey das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sündennoch, erwürg' für ihn den bittern Tod, und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vat'r gehorsam ward, Er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, Er wollt' mein werden: gar heimlich führt' Er sein' Gewalt, Er ging in einer arm'n Gestalt, wollt' nicht in Hoheit prangen. 7. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich, es soll dir jetzt gelingen, ich geb' mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib', da sollst du seyn, uns soll der Feind nicht scheiden. 18. Bergießen wird man mir mein Blut, dazu mein Leben rauben, das leid' ich alles dir zu gut, das halt' mit vestem Glauben: den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Günde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Bater mein fahr' ich aus die. 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gott's werd' gemehrt, zu Lob und seinen Ehren. Nur hute dich vor Menschen G'satz, das von verdirbt der edle Schat, das lass' ich dir zuletzte. 285. Mel. Ich ruf zu dir, Err ic. JEfu Chrift, mein schöns stes der du in deis ner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann, noch zählen. Gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög' umfangen, und als dein Eigens thum, nur einzig an dir hangen! 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel' als deine Liebe wohne: gib, daß ich deine Lieb' erwähl' als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen, und nicht gönnen, daß all' mein Thun und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, füß und schön ist, JEsu, deine Lie be! wenn diese steht, kann nichts entsteh'n, das meinen Geist betrübe. Drum lag F3 nichts Von der Leutseligkeit thun, die sich in Liebe sehnen nichts anders denken mich, Thränen vergösse, wie di nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren, als deine Lieb' und dich, der du sie kannst ver: mehren.de 4. O! daß ich dieses hohe Gut mocht' ewiglich besigen! o daß der Gegenliebe Glut mein Herze möcht' erhitzen! Ach! hilf mir wachen Tag und Nacht, und diesen Schaß bes wahren in Gefahren, worin durch unsre Macht wir nie geholfen waren. 86 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb' in Noth und Tod gegangen, und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, be: schimpft und sehr verwundt. Dir sey für deine Wunden, alle Stunden, mein Herz in Gegenlieb' ergeben und ver, bunden. 6. Dein Blut, das dir ver: goffen ward, ist köstlich, gut und reine; mein Herz hinges gen böser Art, und hart gleich einem Steine. O laß doch dei nes Blutes Kraft mein hartes Herze zwingen, wohl durch dringen, und diesen Lebenssaft mir deine Liebe bringen! 7. O daß mein Herze offen stund', und fleißig möcht' auf, fangen die Erdpflein Bluts, die meine Sünd' im Garten dir abdrangen! ach daß sich meiner Augen Brunn aufthåt, und mit viel Stöhnen heiffe 8. Odaß ich, wie ein guts Kind, mit Weinen dir nac ginge, so lange, bis dein He entzünd't mitleidig mich) un finge, und ich ein dankerfül Gemüth, bewiese durch de Liebe reinste Triebe, und sten in deiner Güt' mit dir ver nigt bliebe! 9. Ach ziehe mich, meinhei zu dir, ach bleib' mein Trof mein Leben! denn du allein nur du kannst mir das, was mir gut ist, geben. Laß mit zu meiner Freud' und Zier, de süßen Trost empfinden, der di Sünden und alles Unglück hie tann leichtlich überwinden. Schaß, mein Licht und Heil 10. Mein Trost, mei mein höchstes Gut und Leben ach! nimm mich auf zu deinen Theil, dir hab' ich mich erge ben: denn außer dir ist laute Pein, ich find' hier überall nichts denn Galle, nichts fan mir tröstlich seyn, nichts i das mir gefalle. Ruh', in dir ist Fried' un 11. Du aber bist die recht Freude: gib, JEsu, gib, daj immerzu mein Herz in dir sid weide. Wohl mir, wenn ic stets leb' in dir; o HErr, wollest eilen, lindern, heilen den Schmerzen, der allhier mich seufzen macht und heu len! eo porady s 12, Wa Gottes und Christi. 12. Was ist, o Schönster! das ich nicht in deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, meinQuell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrodt, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schuß in aller Noth, mein Haus, darin ich wohne. 87 wenn ich, nach vollbrachter Zeit, mich soll zur Ruhe les gen, alsdann laß deine Lies bestreu, HErr JEsu, mir beystehen, und mich sehen, daß ich getrost und frey in dein Reich soll eingehen!.. 1210 pelle 286. Seelen Bräutigam! 20. ( Siehe Nro. 1079.) 15. Laß meinen Stand, dar in ich steh', HErr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh', alsbald zurechte führen: laß sie mich allzeit guten Rath und rechte Werke lehren, steu: ren, wehren der Sünd', und nach der That bald wieder mich) bekehren. 13. Ach! liebstes Leben, wenn du weichst, was hilfteplot mir seyn gebohren? Wenn du 287.ge dan mir deine Lieb' entzeuchst, ist Mel Preis, Lob, Ehr', Ruhm 2c. ey hochgelobt, barmherz'; all' mein Gut verlohren. So gib, daß ich dich, meinen Gast, wohl such, und bester Maaßen môge fassen, und, wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je geliebt, und auch nach die gezogen: eh' ich noch etwas Gut's geübt, war'st du mit schon gewogen. Ach! laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten, und begleiten, daß fie mir immerfort beysteh' auf allen Seiten! ger Gott, der du dich uns ser angenommen, und uns in unsrer Seelennoth mit Hülfe bist zu statten kommen, und schenkest uns von deinem Himmelsthron dein liebes Kind und eingebohrnen Sohn. 2. Du segnest uns in ihm, dem HErrn, mit überschwengs lich reichem Segen, und geheft unsrer Armuth gern mit deie ner theuren Gnad' entgegen: was sind wir doch, du allerhöchstes Gut, daß deine Lieb' so Großes an uns thut? 3. Was dringet dich? wir sind ja nur des ersten Adams Gündenkinder, und sind auch alle von Natur verderbte Mens schen, schndde Sünder, und fremde vom Verheißungstesta: ment, arm, lahm und blos, blind, taub, stumm und elend. 16. Laß sie seyn meine 4. Allein, du Vater voller Freud' in Leid, in Schwach Einge haft unfers Elend's heit mein Vermögen, und dich erbarurety und uns, nach 84 deis 88 Von der Leutseligkeit deinem Gnadenrath, in Chris stb; deinem Sohn umarmet, daß wir in ihm, wie du zus vor bedacht, nun Kinder sind und angenehm gemacht. sis5. Du läsfest uns in JEsu Blut Heil, Leben und Erlds sung finden, und wäsch'st durch diese edle Fluth uns von der Menge unsrer Sünden. tiefe Lieb', o Wundergütigkeit! die unsre Seel' von solcher Schmach befreyt. 6. Du hast uns Menschen deinen Rath durch JEsum Christum wissen lassen, damit du, was da Odem hat, in ihm zusammen möchtest fassen. Er ist der Grund, auf welchem alles steht, bey ihm nur finden wir, was nie vergeht. 7. Er stiftet Frieden zwis schen Gott und uns, da wir noch Feinde waren, und wird, der Welt und Holl' zum Spott, den Frieden auch in uns be, wahren. O Herrlichkeit! daß wir im Frieden steh'n, nun dürfen wir getroft zum Vater geh'n.i 8. Lebt Christus doch in uns, und wir sind auch durch ihn mit Gott verbunden: wir haben seiner Lieb' Panier als eine starte Bestung funden; in ihm sind wir voll Ruh' und Sicherheit, und schmecken schon die Kraft der Seligkeit. 9. Du gibst uns auch das Erb' und Theil durchChristum, der es uns erworben, als Er, der HErr, zu unserm Heil am bittern Kreuzes stamm storben, und sein Verdient ge und Leiden macht allein, daß dir zum Preis, wir nunme etwas seyn. 10. Durch dich und Je sum, unsern Hort, erkenne wir das Wort der Wahrheit und wachsen immer fort un fort im Lichte zur vollkomm nen Klarheit: Du selber bi das wesentliche Licht, das dur den Sohn die Finsterniß vo nicht't. da to get 11. Du, Bater, wirles auch durch ihn in uns den le bendigen Glauben, den uni die Welt nicht kann entzieh noch Satan aus dem Herzen rauben: Er wirket selbst, un seines Geistes Trieb macht un fre Seel' unstråflich in de Lieb'. 12. Du hast mit deines Geistes Pfand durch Christum unsre Seel' geschmücket, und ihn auf unsre Brust und Hand zum vesten Siegel aufgedrüb tet, versicherst uns durch ihn, o welch ein Ruhm! daß wi dein Erbe sind und Eigenthum. 13. Nun, was wir sind, das kommt von dir, in Chri sto hast du uns geschaffen zum Lobe deiner Macht, daß wir in Gottes Kraft und Geistes Waffen, aus reiner Lieb', in deinem Wege geh'n, und dei nen Ruhm mit Mund und Herz erhöh'n. 14. So, Gottes und Christi. 14. So, Bater, so bist du bereit, in, durch und um des Sohnes willen, den du gezeugt von Ewigkeit, mit aller Gnad uns zu erfüllen, auf daß wir nichts, er aber alles sey, und jedermann nur seiner Kraft sich freu'. 15. Drum wollen wir, HErr, deine Macht, du Vas ter aller Herrlichkeiten, die unsre Seel' so wohl bedacht, von Herzen rühmen und aus breiten. Es rühme dich und deine große That, was rüh men kann, was lebt und Odem hat. 16. Ja, treuer Gott, wir loben dich, und ehren deinen großen Namen; Herz, Seel' und Geist erhebet sich, und finget: Halleluja, Amen. Der HErr ist Gott, der dreymal heilig heißt, Gott Vater, Sohn, und auch Gott heil's ger Geist. 288. Mel. Laffet uns den Erren 2c. ollt' ich meinem Gott 89 ihm nicht dankbar seyn? denn ich seh' in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lies ben, das sein treues Herz bes wegt, das ohn' Ende hebt und trågt, die in seinem Dienst sich üben? Alles Ding währt seis ne Zeit, Gottes Lieb' in Ewigs teit. 2. Wie ein Abler sein Ges fieder über seine Jungen streckt: also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutters leibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab', und noch diese Stunde treibe. Alles Ding ic. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein! Er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer durch sein theus res Blut gewinn'. O du uns ergründter Brunnen! wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch besleißt, deis ne Tief' ergründen können? Alles Ding zc. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Res gierer, durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hels len Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht, und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding 2c. nicht singen? sollt ich 5. Meiner Seele Wohle ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt er's gleich: falls wohl in Acht: wenn mein Können, mein Bermds gen nichts vermag, nichts hels fen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermde gen beyzulegen. Alles Ding währt 2c. 85 6. Him: 90 Von der Leutseligkeit 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt, wo ich nur mein Aug' hinkehre, find ich, was mich nährt und hält, Thiere, Krau ter und Getreide, in den Grün den, in der Hdh', in den Bus schen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt zc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle lie: be Morgen schaue neue Lieb' und Gut'. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet; wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding c. 8. Wie so manche schwere Plage hat mein Gott nicht ab. gewandt! Wie so viele frohe Tage hat er auch zu mir ges fandt! Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, so der Feind anzurichten war ges meint, in die Ferne wegge wendet. Alles Ding: c. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz recht erwäge, sind es Zeichen daß mein Freund, der mich lie bet, mein gedenke, und mic von der schnöden Welt, di mich hart gefangen hält, durg das Kreuze zu ihm lenke. A les Ding 2c, n 11. Das weiß ich fürwah und lasse mirs nicht aus den Sinne gehn. Christenkren hat seine Maaße, und muß endlich stille stehn. Wenn de Winter ausgeschneyet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wer erwarten kann, erfreuet. A les Ding zc. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't, o so heb' ich mein Hände zu dir, Vater, als ein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht, zu umfangen Tag und Nacht, hier in meinem gan zen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit, lob' und lieb' in Ewigkeit. 289. entzeucht, ob es gleich biswei: Mel. Wie wohl ist mir, daß 26. len Sünde thut, und aus der Vergiß mein nicht, daß ich dein nicht gib, Bahne weicht: hålt auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth' und nicht mit dem Schwerdte rachen. Alles Ding 2c. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bit ter seynd, dennoch, wenn ich's 3 daß nach Pflicht, ich deine Huld ermesse! wie mir's gebühr't. Erinn're, HErr, mein Herz der unzählbaren Gunst und Lieblichkeiten, die du mir un gesucht hast wollen zubereiten, du wirst, was mir hinfort ges bricht, vergessen nicht. 2. Vers Jind Gottes und Christi.d to 91 2. Berlier' mich nicht, mein Hirt' aus deinen Armen, aus feines der so theuren Pflicht, vergesse nicht. deinem Schooß, aus deiner 6. Bergiß mein nicht! und Huld Erbarmen, von deiner Weid' und honigsüßen Kost; aus deinem Führen, Locken, Warnen, Sorgen, das ich bey dir genieß' vom Abend bis an Morgen, so lang' dein Stab' sein Amt verricht', verlier mich nicht. wer könnt' dich vergessen? man kann ja das Geheimniß nicht ermessen, daß du in mir und ich in dir soll seyn. Wie sollt' ich nicht an dich, du an mich denken, da du mich willst in dich, und dich in mich versenken? Du wirst mein ewiglich, mein Licht, vers gessen nicht. 3. Verlaß mich nicht, mein HErr und bester Lehrer, bey der Gefahr so vieler Friedens stdrer. O! wache selbst, und laß dein Lieb'spanier mich rings herum mit tausend Schilden decken, daß keines Wer will die auserwählte zc. Feindes Macht und Heer mich.292.1- hn kann erschrecken. Dein Auge, Mel. Jsu, meines Lebens 2c. das auf mich gericht't, verlaß omit soll ich dich wol los mich nicht. W 290. Weg, mein Herz, mit den sc. 291. 4. Verstoß mich nicht! doch wie kannst du verstoßen? du weißt von nichts, als Lieb' und Liebekofen, von Gnad' und Huld, daß dein mitleidig Thun dich zwinget, meine Schwach; heit stets zu tragen. Wer wollt' bey solcher Treu' an der Vollendung zagen? Dein Herz, das dir so ofte bricht, verstoß' mich nicht. ben, mächtiger HErr Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott: denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad' und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 2. HErr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wun dermacht, deine Gnade, Treu? und Gütestets erhebe Tag und 5. Vergiß auch nicht, HErr, Nacht: denn von deinen Gnas deiner Reichsgenossen, auf die dengüssen Leid und Seele zeus dein Blut in voller Kraft get gen müssen. Tausend, taus flossen! O! fasse sie in deiner sendmal zc. OR Liebesbrunst: gib, daß dein 3. Denk' ich nur der Sün Zion sich bald deiner freue, und jedermann dir stift' ein Denkmal deiner Treue, daß denstraßen, drauf ich häufte Schuld mit Schuld, so möcht' ich vor Scham erblassen, vor der 92 Von der Leutseligkeit Gottes und Christi. der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Ar men hast getragen mit Erbars men. Tausend, tausendmal zc. tausend Weisen deine Weisht auch zu preisen. Tausent tausendmal zc. 4. Ach ja! wenn ich über lege, mit was Lieb' und Gü tigkeit du, durch so viel Wuns derwege, mich geführt die Les benszeit: so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hie zu ergründen. Tausend, taus fendmal 2c. ig br 5. Du, HErr, bist mir nachgelaufen, mich zu reissen aus der Glut: denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du auf dieß mich achten, wornach man zuerst soll trachten. Taus fend, tausendmal sc. 6. O! wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu zieh'n, daß ich aus der Sün, denhöhle möchte zu den Wun, den flieh'n, die mich ausge. föhnet haben, und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal 2c. 7. Ja, HErr, lauter Gnad' und Wahrheit sind vor deinem Angesicht: du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus dei: ten Werken deine Güt' und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sc. otsus 8. Wie du sehest jedem Dins ge Zeit, Zahl, Maaß, Ges wicht und Ziel, damit einem zu geringe möcht' geschehen, noch zu viel: so hab' ich auf 9. Bald mit Lieben, ba mit Leiden, kam'st du, HE mein Gott, zu mir, nur mei Herze zu bereiten, sich ganz ergeben dir, daß mein gån liches Verlangen möcht deinem Willen hangen. Tau send, tausendmal 2c. 10. Wie ein Vater nimm und giebet, nachdem's S dern nüglich ist: so hast t mich auch geliebet, HErr, min Gott, zu jeder Frist, und di meiner angenommen, wenn auch gleich auf's Hochste ton men. Tausend, tausendmal: 11. Mich hast du auf lers Flügeln oft getragen so terlich, in den Thälern au den Hügeln wunderbar erra tet mich: wenn schien alles zerrinnen, ward doch dein Hülf' ich innen. Tausend tausendmal zc. 12. Fielen taufend mir zur Seiten, und zur Rechten zehn mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel stan kes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend, tau sendmal zc. 13. Bater, du hast mir er zeiget lauter Gnad' und Gü tigkeit; und du hast zu mir ges neiget, JEsu, deine Freundlich teit; und durch dich, o Geist der Von den Werken der Schöpfung. der Gnaden, werd' ich stets noch eingeladen. Tausend taus fendmal 2c.msan ato 14. Tausendmal sey dir ges sungen, HErr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es 293. Ao! Seele, sollte bich sc. dat Von den Werken der Schöpfung, und der daraus hervorleuchtenden göttlichen Liebe burstut und Herrlichkeit. 294. Geh aus, mein Herz, und sc. 295. Mel. Gott sey Dant in aller ic, immel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr': meine Seele, finge du, bring' auch jetzt dein Lob herzu. ai 2. Seht das große Sons nenlicht, wie es durch die Wols ten bricht, wie der Mond, der Sternen Pracht preisen Gott bey stiller Nacht. 93 mir bisher gelungen; ach lag meines Lebens Gang, ferner doch durch Jesü Leiten, nur geh'n in die Ewigkeiten. Da will ich, HErr, für und für ewig, ewig danken dir. 10 3. Seht, wie unsrer Erde Ball Gott geziert hat überall: Wälder, Felder, jedes Thier ist ein Zeuge, Gott, von dir. 4. Seht, wie fliegt der Bd. gel Schaar in den Lüften Paar bey Paar; wie Bliß, Donner, Hagel, Wind, seines Willens Diener sind.M tes Macht zeiget in furchtba rer Pracht. 110 6. Ach! mein Gott, wie wunderlich zeig'st du meiner Seele dich: drücke stets in meinen Sinn, was du bist, und was ich bin! nds 296. Keine Schönheit hat die 2. radio: noullour 3sid 13 Von göttlicher Vorsorge 120 und Regierung. TOR90104 1047 297. Mel. Zerzlich thut mich ze. Befiehl du deine Wege, und was dein Herze fråntt, der allertreu'sten Pflege deß, der den Himmel lenkt: der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem HErren- mußt du trauen, wenn dir's soll wohl 5. Seht der Wasserwellen ergeh'n: auf sein Werk mußt Lauf, wie sie steigen ab und du schauen, wenn dein Wert auf, wie ihr Rauschen Got, soll besteh'n. Mit Sorgen und Von göttlicher Vorsorge no 94 und mit Gramen und mit felbst eign't Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten seyn. i den 3. Dein' ew'ge Treu und 8. Jhn, ihn laß thun m Gnade, o Bater, weiß und walten, er ist ein weiser Für sieht, was gut sey oder schade und wird sich so verhalten, di dem sterblichen Geblüt: und du dich wundern wirst, wen was erleſen, voller, wie ihin führ'st du, starker Held, und, wunderbarem Rath, das We bring'st zum Stand und We. hinausgeführet, das dich& sen, was deinem Rath gefällt. Fümmert hat. 4. Weg, hast du aller We gen, an Mitteln fehlt dir's nicht, dein Thun ist layter Segen, dein Gang ist lauter Licht: dein Wert kann nies mand hindern, dein' Arbeit kann nicht ruh'n, wenn du, was deinen Kindern ersprießs lich ist, willst thun. 9. Er wird zwar eine W le mit seinem Trost verzieh und thun an seinem Theil als hätt' in seinem Sinn, Pac deiner sich begeben, und sollt du für und für in Angst un Nöthen schweben, und fragt er nichts nach dir. 5. Und ob gleich alle Teus fel hier wollten widersteh'n, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurüche geh'n. Was er ihm vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sey unverzagt, Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken: er warte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. macht. Bist du dochy nie Regente, der alles führen sol Gott sitt im Regimente, führet alles wohl 7. Auf! auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht: laß fahren, was das Herze betrübt und traurig 10. Wird's aber sich be finden, daß du ihm treu va bleib'st, so wird er dich ent binden, da du's am mind'ste glaub'st: er wird dein Herp Idsen von der so schweren Las die du zu keinem Bösen bishe getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind de Trene! du hast und trågst da von, mit Ruhm und Dank geschreve, den Sieg und Eh renkron: Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freuden psalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o HErr! mach Ende all' unsrer Sorg und Noth: stårk' unser Herz und Hände, und laß bis in den 200 und Regierung! den Tod und allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen feyn, so gehen unsre Wege ges wiß zum Himmel ein. $ 40990 400 1298. Mel. Ermuntre dich, mein e. u bist ein Mensch, das weiß'st du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott, der Höchst alleine soll und kann zu Werke brins gen? du fährst mit deinem Wit und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin, und denkst: wie will's auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr, mit allem deinen Tichten auch nicht ein einzig kleines Haar in aller Welt aus. richten: und dient dein Gram sonst nirgends zu, als daß du dich aus deiner Ruh' in Angst und Schmerzen stürzest, dein Leben dir verkürzest. 3. Willst du was thun, das Gott gefällt, und dir zum Heil gedeyer, so wirf die Sorgen auf den Held, den Erd' und Himmel scheuet, und gib dein Leben, Thun und Stand nur frölich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein frölich Ende machen. C 95 ler Menschen Macht, da Geist und Sinn und Leben die ward 191001 zuerst gegeben? d 5. Durch wessen Kunst steht dein Gebein' in ordentlicher Fülle? Wer gab den Aus gen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? wer zog die Adern hier und dort, weislich an ihre Stell' und Ort? wer setzte hin und wies der, so viel, so schöne Glieder? 4. Wer sorgte, da du selbst noch nicht des Daseyns Anfang spürtest, wer brachte dich an's Tageslicht, als du die Erd' be. rührtest? wer hat allda dein Heil bedacht? was that da al. 6. Wo war dein Herz, Will' D und Verstand, da sich des Himmels Decken, erstreckten über See und Land und aller Erde Ecken? Wer brachte Sonn' und Mond herfür? wer machte Kräuter, Baum' und Thier, und hieß sie deis nen Willen und Herzenslust erfüllen? MONARD 17. Heb auf dein Haupt, schau' überall hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg' auf allen Fall für dich sich hab' erhoben. Dein Brodt, dein Wasser und dein Kleid war eher noch, als du, bereit: die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, da du kamest. 8. Die Windeln, die dich allgemach umfingen in der Wiegen, dein Bertlein, Kame mer, Stub' und Dach, und wo du solltest liegen, das war ja alles zugericht't, eh' als dein Aug' und Angesicht eröffnet ward, und sahe, was in der Welt geschahe.. 9. Und Von göttlicher Vorsorge 9. Und dennoch soll dein da, und findet nichts, Angesicht dein ganzes Leben sehn, und mangelt doch führen: du trau'st und glaubest Lichts, will aus der Angst i weiter nicht, als was die Augen winden, und kann den spüren: was du beginn'st, da nicht finden. soll allein dein Kopf dein Licht und Meister seyn; was der nicht auserkohren, das hältst du als verlohren. 96 14. Gott aber geht gera fort auf seinen weisen Wege er geht und bringt uns an ta Ort, da Wind und Sturmf legen. Hernachmals, w das Werk gescheh'n, so tam alsdann der Mensche feh was der, so ihn regieret, seinem Rath geführet a 11. Wie oft bist du in große Noth durch eig'nen Wil len kommen, da dein verblend's ter Sinn den Tod für's Leben angenommen? Und hätte Gott sein Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem 16. Er liebet dich mit Bo du's angefangen, du wär'st zu Grund gegangen. 15, Drum, liebes Her sey wohlgemuth, und laß vn Sorg und Gramen: Go hat ein Herz, das nimm ruht, dein Bestes vorzuneh men; Er kann's nicht lassen glaube mir, sein Vaterherz if gegen dir, und gegen alle A men voll herzlichen Erba mendid 12. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren; erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren: und dazu treibt ihn sein Gemüth und die so reine Batergüt', in der er trågt uns Sünder, als seine liebe Kinder. tertreu, und also kannst du Denken, wie ihm dabey zumu the sey, wenn wir uns oft mals frånken mit so unndth ger Sorgenbürd', als ob e uns nun gänzlich würd', aus lauter Zorn und Haffen, ohn Hülf' und trostlos laffen. 10. Nun siehe doch, wie so gar oft ist schåndlich umges schlagen, was du gewiß und vest gehofft, nach Wunsche zu erjagen: hingegen wie so mans ches mal ist das gescheh'n, was überall kein Mensch, kein Rath, kein Sinnen ihm hat erdenken können. 13. Ach! wie so oftmals schweigt er still, und thut doch was uns nuget! da unterdess fen unser Will' und Herz in Aengsten fizet, sucht hier und 17. Das schlag' hinweg und laß doch nicht so schånd lich dich bethören. Obgleich nicht all'zeit das geschicht, was Freude kann vermehren; so wird doch wahrlich das ge scheh'n, was Gott dein Vater, auserseh'n, was er dir will zu kehren, und Regierung. tehren, das wird kein Mensch 4. Gott der wird's wohl verwehren. 18. Thu' als ein Kind, und lege dich in deines Vaters Arme; bitt' ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme: so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weiß'st, nach wohlgehältniem Ringen, aus allen Sorgen bringen. machen; er wird selber was chen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan, und nimmt dich an: dann vergeht die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 5. Gott der wird's wohl machen; måchtig in den Schwachen ist er allezeit, wenn man ihn nur liebet, fch ihm ganz ergiebet in dem größten Leid. Drum, mein Herz, vers Sa- giß den alles steht in seinen Händen: Gott kann alles wenden. 6. Gott der wird's wohl machen, wenn des Todes Nas chen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er Himmel an. Dieser Bund hat seinen Grund: Die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 7. Gott der wird's wohl machen, der in allen Sachen, hülfreich zeiget sich: führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunders lich; sey bereit zur Freud' und Leid. Ihm befiehl nur deine Sachen: Er, er wird's wohl machen. 299. Mel. Jsu, meine Freude, c. ott der wird's wohl mas chen all'zeit heimgestellt. Er hat mich erkohren, eh' ich noch gebohren bin auf diese Welt, hat mir auch nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben, hier in diesem Le ben. 2. Gott der wird's wohl machen, der mir manches Las chen, Freud'und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Effen tåglich mich bedenkt, auch, wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wird's wohl machen; laß das Wetter kra: chen, und die Stürme geh'n: wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bey dir steh'n. Jonas lag in dritten Tag: schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott er: hebt dich wieder. 97 300. & ott fann's nicht böse meis nen; sein Vaterwort be: trüget nicht, darin er mir so vest verspricht. Er wolle mich mit seinen Augen leiten; so S folg' 98 Von göttlicher Vorsorge folg' ich seinem Zug zu allen Zeiten: ich habe Herz und gus ten Muth. Gott meint's mit seiner Führung gut, er låßt mich nicht, wenn's gleich oft so will scheinen, Gott kann's nicht bise meinen: will's gleich böse scheinen, Gott fann's nicht bdse meinen. 2. Gott kann's nicht böse meinen; niemand ist gut, als er allein: wie kann sein Wille böse seyn? er will, daß allen soll geholfen werden, macht alles wohl im Himmel und auf Erden. Wer nur sein Werk im Glauben thut, find't, daß er's mit ihm meine gut: wohl! wer ihm traut; denn er versäumet keinen. kann's nicht böse meinen. Er versäumet keinen, Gott kann's nicht böse meinen. Gott 3. Gott kann's nicht böse meinen. Er hat mich an das Licht gebracht, und täglich für mein Heil gewacht; er wird mich ferner bis ins Alter tras gen, und, was nur selig ist, mir nicht versagen. Ich steh' in meines Vaters Hut, Gott meint's mit seiner Führung gut. Er sorgt für mich, gleich. wie von Kindesbeinen: Gott tann's nicht böse meinen, mit mir als dem Seinen; Gott kann's nicht böse meinen. Gott sey mir armen Sünd gnädig! Er sprach: Getrof du bist von Sünden ledi Mich reinigt JEsu theur Blut, Gott meint's mit sein Führung gut. Er macht g recht, und zählt mich zu de Seinen, Gott kann's nicht b meinen, er fennt schon Seinen, Gott kann's ni böse meinen. 5. Gott fann's nicht b meinen; wenn ich mir selb nicht rathen kann, nimm Gott sich meiner Sachen a g'nug, ich befehl' dem HErm meine Thaten, er wird's wo machen und mir treulich w then. Es gilt mir gleid wenn's Gott nur thut; G meint's mit seiner Führun gut. Er lenkt das Herz de Großen und der Kleinen, Got kann's nicht böse meinen, t lenkt Groß' und Kleinen, Get tann's nicht böse meinen. Co 6. Gott kann's nicht bö meinen; was mir nicht g ist, geht zurück, das größ Unglück ist mein Glück; i weiß, daß denen, die Gott liv ben wollen, zum Besten alle Dinge dienen sollen. geh' es denn durch Gluth und Fluth, Gott meint's mit sei ner Führung gut: den Abend lang währt nur das bitt't Weinen, Gott kann's nicht böse meinen; bald vergeht das Weinen, Gott kann's nicht böse meinen. 7. Gott 4. Gott kann's nicht bdse meinen. Der Sünden Menge schreckt mich sehr, doch ist die Güte Gottes mehr; ich rief: und Regierung. 7. Gott kann's nicht böse fest Herz und Nieren. Du meinen; die Welt meint's kannst auch, wenn ich bin alfalsch zur bösen Zeit, und lein, und gerne wollt' verbors wenn mir's wohl geht, hab' gen seyn, all' meine Weg' auss ich Neid; doch mag die Welt spüren. gleich ganz im Argen, liegen, so will ich ihre böse Lust be fiegen. Trotz biet' ich aller Feinde Wuth, Gott meint's mit seiner Führung gut: meint's niemand gut, so hab' ich dennoch Einen, der kann's nicht böse meinen, trane die sem Einen, Gott kann's nicht böse meinen. 8. Gott kann's nicht böse meinen; weil ich ein Glied an Christo bin, so ist der Tod auch mein Gewinn: ich bin gewiß, daß mein Erldser le bet, der mich, sein Glied, zu sich, dem Haupt, erhebet; die Seele lebt, der Körper ruht, Gott meint es auch im Tode gut. Er spricht mich los, wenn JEsus wird erscheinen: Gott kann's nicht böse meinen, JEsus wird erscheinen, Gott kann's nicht böse meinen. 99 301. Der 139. Pfalm. Mel. An Wasserflüffen 2c. Err Gott, der du erfors schest mich, kenn'st mich von aus und innen, mein Thun und Laffen kommt vor dich, Geh'n, Stehen und Bes ginnen: was ich im Bette denk und ticht, siehst du von fern' und fehlest nicht, du prů2. Es ist kein Wort in meis nem Mund', so ich dir könnt verhelen. Du, HErr, siehst recht des Herzens Grund, was steckt in meiner Seelen. Du schaffest ja, was ich voll. bring, wie groß es ist, und wie gering, ich kann's ohn' dich nicht richten: wenn aber du durch deine Gnad' Verstand mir gibst, auch Hülf und Rath, so kann ich alles schlichten. 3. Wie du die Deinen wun derlich, o Gott! hier pflegst zu führen, versteh ich nicht, und lasse mich bloß deine Gnad' res gieren: wo soll ich hin vor deinem Geist? denn du auch die Gedanken weißt, es hilft vor die kein Fliehen. Führ ich gen Himmel, bist du da: ich kann, war auch die Höll mir nah', mich nimmer dir entziehen. 4. Nun, großer Gott, weil deine Hand mich überall kann finden, und all mein Thun dir ist bekannt, so hüt' ich mich vor Sünden: denn Finster ist wie Licht bey dir, was heimlich war, kommt flar herfür, ich kann dir nicht entgehen. Was ich gethan, gered't, gedacht, das wird vor deinen Thron gebracht, da muß ich vor dir stehen. ( 52 5. HErr, 100 Von göttlicher Vorsorge 5. HErr, meine Seel' er kennt dieß wohl, daß du mich hast bereitet, und wie ein Mensch gestalt't seyn soll, aus Mutterleib' geleitet; durch deis ne Vorsorg', Fleisch und Bein und alle Glieder an mir seyn; dein Aug' hat mich erwählet. Da ich noch ungebohren war, und Jahr im Lebenslauf ge zählet. 6. Ich danke dir und preise dich für solche große Thaten, und daß du mir so wunderlich an Leib und Seel' gerathen. Sehr köstlich ist dein Werk an mir, wenn ich erwach', bin ich bey dir, und warte deiner Gnaden. Ich glaube vest, daß meine Sünd' durch Chri. stum mir vergeben sind, daß sie mir nicht mehr schaden.. 7. Den Vorsaß gib mir, HErr, dabey, daß ich, was bos ist, meide; der Bösen Rott' fern' von mir sey, von Frommen mich nicht scheide; daß ich nur lieb', was dir ges fällt, und hasse, was ist von der Welt, auch ihren Troß nicht achte, halt' dein Gebot, hor' gern dein Wort, im Glauben und in Hoffnung fort das Ewige betrachte. 8. Erforsch' mich, Gott, er. gründ' mein Herz, durchsuch all' mein' Gedanken, und siehe, ob ich hinterwårts und auf die Seit' woll' wanken. Bin ich vielleicht auf bdsem Weg, so führ' du mich den rechte Steg, der nach dem Himme weise, daß ich vom Sünden dienste frey, und dir, o Her gefällig sey, bis ich von hin nen reise. 302. Mel. un ruhen alle Wälder, n allen meinen Thaten la der alles kann und hat: 6 muß zu allen Dingen, foll anders wohl gelingen, selb geben guten Rath und That. 2. Nichts ist es spåt un frühe um alle meine Mühe mein Sorgen, meine Kuns Er mag's mit meinen Sacher nach seinem Willen machen ich stell's in seine Lieb' un Gunst. 3. Es kann mir nichts ge schehen, als was er auserse hen, und was mir selig ist: ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm von mir beliebet, dai hab' ich auch allein ertiest. 4. Ich traue seiner Gna den, die mich vor allem Scha den, vor allem Uebel schüßt: leb' ich nach seinen Sågen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld: Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil spre chen, und haben noch mit mit Geduld. 6. Leg' und Regierung. 6. Leg' ich mich spåte nies der, erwach' ich frühe wieder; lieg' oder zieh' ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stöß't zu Han den: so tröstet mich sein hei, lig Wort. 9. So sey nun, Seele, sei ne, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat: es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sa. chen Rath. 7. Hat er es denn beschlos sen, so will ich unverdroffen an mein Verhångniß gehn: tein Unfall unter allen wird mir so schwer je fallen, ich will ihn freudig überstehn. 4. Giebet er nicht alles reichlich, und mit großem Ueberfluß? seine Lieb' ist uns begreiflich, wie ein starker Wasserguß;: Luft und Erd uns ernährt, wenn es Gottes Gunst begehrt.s.b. 8. Jhm hab' ich mich erge. 5. Danket nun dem großen ben, zu sterben und zu leben, so bald er mir gebeut, es sey heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß doch wohl die rechte Zeit. Schöpfer, durch den wahren Menschensohn, der uns, wie ein freyer Töpfer, hat gemacht aus Erd' und Thon; groß von Rath, stark von That ist, der uns erhalten hat. STOS 303. Mel. Christi Tod ist Adams 2c. Meine Hoffnung stehet ves ste auf den lebendigen Gott: Er ist mir der aller beste, der mir beysteht in der Noth; Er allein soll es seyn, den ich nur von Herzen mein'. 101 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen auf ein schwas ches Menschenkind? wer kann veste Schlösser bauen in die Luft und in den Wind? Es vergeht, nichts besteht, was ihr auf der Erde seht. 3. Aber Gottes Güte wäh ret immer und in Ewigkeit: Vieh und Menschen er ernäh ret durch erwünschte Jahress zeit: alles hat seine Gnad' dargereichet früh und spat. 304. nun Mel. Tun laßt uns Goft 2c. Nun lasset Gottes Güte uns führen zu Gemü the, kommt, lasset uns ers wegen des frommen Vaters Segen. mamule2 srd 2. Eh' wir an's Licht gesezs: zet, hat er uns hoch geschäßet, und hat uns eingeschrieben zum Leben und zum Lieben. 3. Da wir noch sind geles. gen ohn' Regen und Bewegen, ohn' Menschenhülf und Sor gen, der Mutter selbst vers borgen: 4. Hat er uns schon gege: ben die Glieder und das Les ben, und wunderbarer Weise, versorgt mit Trank und Speise. 63 5. Sein' Von göttlicher 5. Sein' Hand, die uns be. reitet, hat uns an's Licht geleis tèt, auch Er hat uns erquicket, da wir die Welt erblicket. 66. Er hat uns aufgenoms men in die Gemein' der From: men, gemacht zu seinen Erben, daß wir nicht ewig sterben. 7. Er gibt uns zu erkennen sein Wort, daß wir ihn nen. nen den gütigen Ernährer, und freundlichen Bescherer. 102 8. Für unsre Sünd' er gie: bet sein Kind, das er doch lie: bet, und låffet es als Bürgen, für uns, am Kreuz erwürgen. 9. Dieß lasset uns beden. ken, wenn uns die Sorgen wer hergiebet, gewiß auf's höchste liebet. 10. Sollt' er uns was ver, sagen, so wir ihm gläubig klas gen, was wir vonndthen haben an Seel' und Leibesgaben? 11. Die Vögel in den Lüf, ten, die Thiere in den Klüften, die Blumen auf den Wegen uns müssen widerlegen. 12. Der sie so treulich he get, und ihrer fleißig pfleget: follt' einen Himmelserben Er denken zu verderben? 13. O Bater! diese Liebe, laß uns aus heil'gem Triebe doch allezeit betrachten, und nicht geringe achten. 14. O Vater! uns beschere, zu deinem Lob und Ehre, daß wir dir recht vertrauen, und gånzlich auf dich bauen. Vorsorge 15. Wenn wir nur dies haben, so werden uns die Ge ben, die wir zu diesem Lebe bedürfen, wohl gegeben. 16. Eh' Himmel und di Erden zunichte müßten we den, als sollten seyn verlassen die dich in Glauben fassen. 305. So führ'st du doch recht 2. ( Siehe Nro. 1080.) 306. Warum betrübst du dich 20. 307. Mel. Warum sollt ich mich: Oder: Frölich soll mein Zerzex Marum willst du doch für morgen, armes Her immerwärts, als ein Heide sorgen? wozu dient dein täy lich Gråmen, weil Gott wil in der Still' sich der Noth annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib, darum bleib' ihm allein erge ben. Er wird ferner alles schenken, traue vest, er verläß nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: Was sol ich effen? Gott hat dir schon allhier so viel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren: Uebriges wird indeß Gottes Hand bescheren. 4. Werther noch, als Trant und Speisen, ist der Leib; darum glaub', daß Gott wird erweisen, daß er Speif und Trank kann geben dem, der fich und Regierung. sich vestiglich ihm ergibt im Leben. 5. Sorgst du wie du dich follst fleiden? JEsus spricht: Gorge nicht, solches thun die Heiden. Schau' die Blumen auf den Feldern, wie so schön diese stehn, und die Bäum' in Wåldern. 7. Nur der Glaube fehlt auf Erden; wär' er da, müßt' uns ja, was uns noth ist, wer: den: wer Gott kann im Glau ben fassen, der wird nicht, wenn's gebricht, von ihm seyn verlassen. 8. Wer der Frömmigkeit nachtrachtet, und zugleich Got tes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trant lebenslang, wie im Schlaf, empfangen., 9. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin! Nein, mein Sinn soll zu JEsu flie hen. Er wird geben, was mir fehlet, ob er's oft unver: hoft eine Weil' verhelet. 103 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab', die ich hab', mir gar lassen rauben: es muß mir zum Besten kommen, wenn Gott mir alles schier hat hinweg genommen. 11. Er kann alles wieder geben; wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben: ach! wie viele fromme Seelen leben so, und sind froh, ohne Sorg' und Qualen. 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm soll anzeigen, was er essen soll 13. Er kann ihnen nicht und trinken? nein, ach! nein, er allein folgt des Schöpfers Winken. versagen in der Noth, tåglich's Brod, wenn er hört ihr Klas gen: er kommt wahrlich, sie zu trösten, eh' man's meint, und erscheint, wenn die Noth am größten. 12. Sie befehlen Gott die Sorgen: wie er will, sind sie still; ihm ist nichts verborgen; was Gott will, ist ihr Vergnüs gen, und wie's er ohngefähr will mit ihnen fügen. V 14. Ihre Sorg' ist für die Seelen, und ihr Lauf geht hinauf zu den Felsenhöhlen, zu des HErren JEsu Wunden: hier sind sie aller Müh', aller Noth entbunden. 15. Nun, HErr JEsu, meis ne Freude, meine Sonn', meine Wonn', meiner Seele Weide, sorge nur für meine Seele: so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 16. Alles sey dir unverho len, was mir fehlt; was mich quält, sey dir, HErr, befohlen: Sorge du, so will ich schweigen, und vor dir, nach Gebühr, meine Knie beugen. 17. Ich will dir mit Freu den danken fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sey 64 Deis 104 Von göttlicher Vorsorge deinem Namen; sey mein Theil, Hülf' und Heil, liebster JEsu. Amen. 308. 6. Es sind ja Gott se leichte Sachen, und ist da W walten, und hoffet klein und arm zu mache er nur den lieben Gott Höchsten alles gleich, den Re den Armen aber groß un reich: Gott ist der rechte Wun dermann, der bald erhöht bald stürzen kann. auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit: wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand ges baut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein we nig stille, und sey doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wenn es nüßlich sey, wenn er uns nur hat treu erfunden, und merket keine Heucheley, so tommt Gott, eh' wir's uns versehn, und läsfet uns viel Gut's geschehn. sich mit stetem Glücke speist die folg'nde Zeit verändert vie und setzet jeglichem sein Ziel 5. Denk' nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seyst, und daß der Gott im Schooße sige, der 7. Sing', bet' und geh'ar Deine nur getreu, und trai Gottes Wegen, verricht' da des Himmels reichem Seger so wird er bey dir werden neu: denn welcher seine Zuversicht auf Gott segt, den verläßt e nicht. 369. Wo Gott zum Haus nicht 310. N° Der 112. Pfalm. Mel. Werde munter, mein x ohl dem, der den HE ren scheuet, der da fürd tet seinen Gott! wohl dem, der sich herzlich freuet, zu e füllen sein Gebot: wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles, was in seinem Leben ihm von Himmel ist gegeben. 2. Seine Kinder werden stehen wie die Rosen in de Blüth': sein Geschlecht wird einher gehen reich an Gottes Gnad' und Güt'; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und und Regierung. und mit vollen Händen, wenn wohl ergößt: was die milde es ihnen dienet, senden. Hand ausstreuet, wird gewiß von ihm ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel: was sein Herze wünscht und will, das wird Gott nach seinem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanket nicht; sollt' auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott der HErr ihr Licht; tröstet, stårket, schüßt und macht, daß nach ausgestand. ner Nacht, und nach tummers vollem Weinen, Freud' und Sonne wieder scheinen. 4. Gottes Gnade und Er: barmen, bleibt den frommen Christen vest: wohl dem, der die Noth der Armen sich zu Herzen gehen läßt, und mit Liebe Gutes thut; deß wird 105 8. Aber seines Feindes Freude wird er untergehen seh'n: denn dem Feinde und dem Neide kann es nie nach Wunsche geh'n, und ob es ihn gleich verdrießt, daß der Froms me Glück genießt, bleibt es ihm doch sicher stehen, Neid und Bosheit muß vergehen. Gott, das höchste Gut, sich Vom göttlichen Worte. hinwiederum erbarmen, tra: gen ihn in seinen Armen. 7. Wer Betrübte gern ers freuet, wird vom Höchsten 311. 5. Wenn die schwarzen Wolken blitßen vor dem Don. A JEfu Christ, weil es nun Mel. Err JEfu Chrift, dich ic. [ ch! ner in der Luft, wird er ohne Sorgen siten, wie ein Vöglein in der Kluft: er wird bleiben emiglich; auch wird sein Ge: dächtniß sich hie und da auf allen Seiten, wie die grünen Zweig' ausbreiten. Abend worden ist! dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bey uns ausidschen nicht. 6. Wenn ein Unglück will ankommen, das da rohe Sün: der plagt, bleibt der Muth ihm unbenommen, und das Herze unverzagt; unverzagt ohn' Angst und Pein bleibt das Herz, das sich allein seinem Gott und HErrn ergiebet, und die, so verlassen, liebet. 2. In dieser legt'n betrüb: ten Zeit verleih' uns, HErr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein be: halten bis an unser End'. 312. Mel. Chriftus, der ist mein 2c. ch! bleib' mit deiner Gna de bey uns, HErr JEsu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach! bleib' mit deinem Worte bey uns, Erlöser werth, ( 65 daß 106 Vom göttlichen Worte. daß uns beid', hier und dorte, sey Güt' und Heil beschert. 3. Ach! bleib' mit deinem Glanze bey uns, du werthes Licht, dein' Wahrheit uns ums schanze, damit wir irren nicht. 4. Ach)! bleib' mit deinem Segen bey uns, du reicher HErr, dein' Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich ver, mehr'. 5. Ach! bleib' mit deinem Schuße bey uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fåll' die böse Welt. 6. Ach! bleib' mit deiner Treue bey uns, mein HErr und Gott, Beständigkeit vers teihe, hilf uns aus aller Noth. tracht von uns hin; steh' un bey in der letzten Noth, leif uns in's Leben aus dem Tel 3. Gib, heil'ger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwie 4. Ach HErr! laß dir be fohlen seyn dein Christenvol es ist ja dein; bey vesten Glauben uns erhalt', und rei uns aus der Feind' Gewalt. 5. Sie sinnen auf ein Fa velstück, treib' ihre Tückt HErr, zurück, und wenn d uns von ihr befrey'st, gib ih nen einen bessern Geist. 6. So werden sie erkenne doch, daß du, unser Gott, le best noch, und steh'st bey dei ner Kirche vest, die sich allein auf dich verläßt. 317. 313. Auf, auf, mein Herz, und 2c. 314. CS58 Der HErr ist mein getreuer zc. 315. Der 67. Pfalm. Es wolle Gott uns anádi seyn, und seinen Segen geben, fein Antlig und mit hellem Schein erleucht't zum ew'gen Leben, daß wir erken nen seine Werk', und was ihm lieb auf Erden, und JEsus Dieß sind die heil'gen zehn zc. 316. Erhalt uns, HErr, bey dei: Christus, Heil und Stärk', be kannt den Heiden werden, und sie zu Gott bekehren! nem Wort, und steure aller, Feinde Mord, die JE sum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron'. 2. Beweis dein' Macht, HErr JEsu Christ, der du HErr aller Herren bist, be schirme deine Christenheit, daß fie dich lob' in Ewigkeit. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich, und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und läß'st die Sünd' nicht walten: dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. 3 Vom göttlichen Worte. 3. Es danke Gott und lobe dich das Volk in guten Thas ten; das Land bring' Frucht und beßre sich, dein Wort laß wohl gerathen! Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heil'ge Geist! dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchtet aller: meist. Nun sprecht von Her: zen: Amen! 318. Gepreiset seyst du, JEsuChrist. 319. 2. Das Wort, das jetzt in Schriften steht, ist vest und Sunbeweglich: der Himmel und H Err JEsu Christ, dich zu uns wend', dein'n heil's gen Geist du zu uns send', mit Hülf' und Gnade uns regier', und uns den Weg zur Wahrheit führ'! 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Andacht fein: den Glauben mehr', stårk' den Ver: stand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt! 3. Bis wir singen mit Got tes Heer: Heilig, heilig ist Gott der HErr! und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sey dem Vater und dem Sohn', dem heil'gen Geist in Einem Thron'! Der heilis gen Dreyeinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! 320. Mel. Durch Adams Fall ist ic. Oder: 0 Erre Gott, dein zc. Err Zebaoth! dein heilig's 107 gegeben, daß wir darnach an allem Ort' soll'n richten Lehr' und Leben, ist worden kund aus deinem Mund', und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht, durch deine Knecht', vom heil'gen Geist getrieben. die Erd' vergeht, dieß Wort bleibt aber ewig. Kein Spits terheer, kein Freveler vermag es zu vernichten: drum denen soll seyn ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen hell' und klar, die Richtschnur reis ner Lehre: es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben: drum fort und fort wir dies ses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz gibt's Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle. Den Sünder, dem die Sünd' ist leid, entführet es der Hölle. Gibt Trost an Hand, macht auch bekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Him. melreich durch Christum zu ererben. 5. Sieh', solcher Nuß, so große Kraft, die nicht genug zu schätzen, des HErr'n Wort Univ.- Bibl. Giessend darum 108 Vom göttlichen Worte. darum wir sollen seßen zurück, Gold, Geld, und was die Welt sonst herrlich pflegt zu achten, und jederzeit, in Lieb' und Leid, nach dieser Perle trachten. 6. Nun, HErr! erhalt' dein heilig's Wort, laß uns sein' Kraft empfinden: den Fein den steur' an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden. So wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. HErr, unser Hort! laß uns dein Wort vest halten, und nicht wanten. 4. Mein Leib und Seel, und all' das mein', laß dir, o HErr, befohlen seyn, id will dir all's ergeben: wend ab Noth, Angst und Herze leid, du Bater der Barmher zigkeit, kann's seyn, in diesem Willen mög' erfüllen, stets dich Leben, daß ich frölich deinen Mel. Wie schon leucht't uns 2c. htheben deine Gutigkeit, lieben, auch die Lieb' am Näch sten 321. Heut' ist des HErren Ruhetag. 322. daß du von so viel Jahren mich haft behütet wunderbar, wie ich's mein Lebtag' immer: dar, und noch bis jetzt erfah, ren. Singet, bringet eure Lieder, heute wieder, ihm zur Ehre! jedermann sein Lob vermehre. 3. Sieh' ja daffelbe nich mehr an, was ich hab' wide dich gethan, in nächstverwid nen Tagen: nimm zur Ven söhnung Christi Blut, der un gelitten hat zu gut', und völlig abgetragen, was sich täglic noch für Sünden in uns fin den; drum wir Schwachen. zu dem Gnadenthron' uni machen. 2. Du führst durch deinen Gnadenschein aus aller Trüb, fal, Noth und Pein den, der zu dir nur schreyet. Durch Christum gibst du deinen Geist, der uns den Weg zur Buße weist, und innerlich er freuet. Laß mich, bitt' ich, deine Güte im Gemüthe fort empfinden, ohn' Anfechtung meiner Sünden. 5. Gib, daß mir auch dein Ruhetag die tnn're Ruh' beför. dern mag, durch deines Wor tes Stårke; daß mir dasselb durch's Herze dring', und hun dertfältig Früchte bring', als rechte Glaubenswerke. Von dir laß mir Brúnnlein fließen, sich ergießen, daß ich bleibe ein Reis, das in dir bekleibe. 6. Verleihe, daß in dieser Welt mein' Hoffnung sey auf dich gestellt, daß ich dir ganz vertraue, daß ich die wahre Ruh' und Freud' erlange dort ohn' einig Leid, wenn ich dich einstens schaue. Durch did) werd' ich große Gaben ewig haben, Vom göttlichen Worte. haben, bey dir oben: deinen nach Haus, wandeln fein auf Namen will ich loben. Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite! 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleicher Maaßen, ſegne unser täglich zu unser und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben, und mach' uns zu Himmelserben! 323. JEsu, komm mit deinem zc. 324. Liebster JEsu, wir sind hier, göttlich um dein hören: lenke Sinnen und Be: gier auf die süßen Himmels lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezos gen werden. 2. Unser Wissen und Ber: stand ist mit Finsterniß um: hüllet, wo nicht deines Geis stes Glanz uns mit hellem Licht erfüllet: Gutes denken, Gutes tichten hilf durch deinen Geist verrichten. 3. O du Glanz der Herr lichkeit, Licht vom Licht' aus Gott gebohren, mach' uns allesamt bereit, dffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bits ten, Fleh'n und Singen laß, HErr JEsu, wohl gelingen! 325. Mensch, willst du leben 2c. 326. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. Nun Gott Lob! es ist volls bracht Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat al: les wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren. Un ser Gott sey hochgepreiset, daß er uns so wohl gespeiset. 2. Nun der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen, so geh'n wir mit Freud' 109 327. OHErre Gott, dein göttlich zc. 328. Mel. Err JEfu Chrift zc. JEfu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd', auf daß ein jeder selig werd'. 2. Erfülle, die im Irrthum seyn, mit deinem Geist und Gnadenschein: auch die, so heimlich fichtet an, in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst vers laufen hat von dir, das suche du mit Gnad', und sein ver: wund't Gewissen heil': am Himmel laß ihn haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehdr, die Stummen richtig reden lehr', auf daß sie alle sagen frey, was ihres Hers zens Glaube sey. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, bring' her, die sich von uns getrennt: versammle, die zerstreuet geh'n, hilf allen, die im Zweifel steh'n. 6. So 110 Vom göttlichen Worts. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. 329. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. Mensch! wie ist dein Herz bestellt? hab' Achs tung auf dein Leben! was trågt für Frucht dein Herzenss feld? sind's Dornen oder Res ben? Denn aus der Frucht kennt man die Saat, auch, wer das Land befået hat, Gott, oder der Verderber. 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich und hart getretnen Straßen, da auf dem breis ten Lastersteig' die Vögel alles fraßen, ach! prüfe dich, es ist kein Scherz: ist so bewandt dein armes Herz, so bist du zu 5. So lang' noch nicht z knirscht das Herz, und v Gesetz zerschlagen durch wah Buße, Reu' und Schmerz, j kann's nicht Früchte trage bedent es wohl, und the Gott zu Fuß', so ist dein He Buß, glaub vest, und fall genesen. 6. Oft ist das Herz aud Dornen voll, mit Sorgen an gefüllet, es lebet oft im Reid thum wohl, da wird der Sam verhüllet, ja er ersticket gam und gar, und wird nicht ein mal offenbar, die Frucht ble 4. Ist auch dein Herze Fel senart, verhärtet durch die Sünden, so ist der Same schlecht verwahrt auf solchen Felsengründen. Ein Felsen frein hat keinen Saft, drum hat der Same keine Kraft, zu treiben, zu gedeyen. unterdrücket. 7. So geht es, wenn man nur um Geld und Reichthun ist bemühet, und nur no Wohllust dieser Welt mit Au und Herze siehet, da kann kein Gutes finden statt, wo man der Wohllust nicht wird satt beklagen. 4 da muß der Sam' ersticken. 3. Denn, ist der Same weggerafft, vertreten und ges fressen, so hast du keine Glaus benskraft, noch Seelenspeis' zu essen. Fällt dir in's Ohr der Same nur, und nicht in's Herz, so ist die Spur zum Les ben ganz vertreten. 8. Doch ist, Gott Lob! noch gures Land auf diese Welt zu finden, das Gott den HErrn allein bekannt, da in den Herzensgründen der So me, den Gott eingelegt, nod hundertfältig Früchte trågt; das sind die rechten Herzen. 9. Wer Ohren hat, de höre doch, und prüfe sich ohn Heucheln, dieweil es heute heißet noch, hier muß sich kei ner schmeicheln. Die Zeit ver geht, das Ende naht: fällt auf kein gutes Land die Saat so mußt du ewig sterben. 10. HE Vom göttlichen Worte. 10. HErr JEsu, laß mein nimmt ein Ende. Gib du Herze seyn zerknirschet und selbst deinem Worte Kraft, daß zerschlagen, damit der Same deine Lehre in uns haft, auch dring' hinein, und laß ihn reichlich bey uns wohne! Früchte tragen, die mir im Himmel folgen nach, da ich sie finde tausendfach. Erfülle mein Verlangen! 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz, es aus der Acht nicht lassen, daß wir nicht hörer nur allein des Wortes, sondern Thåter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Sas me fort vom Teufel hingenoms men: in Fels und Steinen kann das Wort zum Wurzeln nimmer kommen: der Sas me, so auf Dornen fållt, von Sorg' und Wohlluft dieser Welt verdirbet und ersticket. 330. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. Mir Menschen sind zu dem o Gott! was geistlich ist, untüchtig: dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig, wir wissen's und verstehen's nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohl bekannt dein Will' und deine Rechte; zuletzt ist selbst dein lieber Sohn, o Bater! von des Himmels Thron' ge kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil, HErr, sey gepreis't, laß uns dabey verbleiben, und gib uns deis nen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, dasselb' annehmen jederzeit mit Sanft: muth, Ehre, Lieb' und Freud', als Gottes, nicht der Mens schen. 4. Hilf, daß der lofen Spdt: ter Hauf uns nicht vom Wort abwende, denn ihr Gespötte 111 7. Ach! hilf, HErr, daß wir werden gleich allhier dem guten Lande, und seyn an gus ten Werken reich, in unserm Amt und Stande! viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in feinem guten Herzen! 8. Laß uns, dieweil wir les ben hier, den Weg der Sünder meiden! gib, daß wir halten vest an dir in Anfechtung und Leiden: rott' aus die Dornen allzumal, hilf uns die Welt sorg' überall und böse Lüfte dåmpfen. 9. Dein Wort, o HErr, laß allweg' seyn die Leuchte unsern Füßen, erhalt' es bey endlich drauf mit Schrecken uns klar und rein, hilf, daß wir Vom göttlichen Worte. wir draus genießen Kraft, werden alt, und doch niemal Rath und Trost in aller Noth, ungestalt't, Gott gibt Glid daß wir im Leben und im Tod' zu seinen Thaten, was hierauf beständig trauen. macht, muß wohl gerathen. 10. Laß sich dein Wort zu 4. Aber, wen die Süni deiner Ehr', o Gott, sehr weit ausbreiten! hilf, JEsu, daß uns deine Lehr' erleuchten mdg' und leiten! o heil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Geduld, Lieb', Hoffnung, Glauben. erfreuet, mit dem geht's vi anders zu, er wird wie di Spreu zerstreuet von den Wind' im schnellen Nu. der HErr sein Häuflein richt da bleibt kein Gottloser nicht Summa: Gott liebt all Frommen, und wer bös' if muß umkommen. 112 331. Der 1. Pfalm. Mel. Werde munter, mein 2c. ohl dem Menschen, der Wohl Von der heiligen Taufe nicht wandelt in gotts Christ, unser HErr, zum 332. 333. Mel. Christ, unser rr Oder: Es woll' uns Gott x. loser Leute Rath: wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad, der der Spdtter Freundschaft fleucht, und von ihren Lehren weicht! hingegen herzlich ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchsten treibt, und hier, als auf süßer Weide, Tag und Nacht beständig bleibt; deffen Segen wächst und blüht wie ein Palmbaum, den man sieht, bey den Flüssen an den Sei ten, seine frische Zweig' aus: breiten. Gott, da ich gar keine Rath für meine Seel konnt' finden, hast du mich durch das Wasserbad gewa schen rein von Sünden: da bey du klärlich haft beweist und durch ein sichtbar Zeichen, o Vater, Sohn und heil'ge Geist, es sey nichts zu verglei chen, mit deiner Gnad' und Liebe. 2. Denn willig und von Herzensgrund, so bald ich zu dir kommen, hast du mich in 3. Also, sag' ich, wird auch den Gnadenbund zum Kinde grünen, der in Gottes Wort angenommen. Du hattest Ur sich übt: Luft und Sonne sach, mich vielmehr zu strafen wird ihm dienen, bis er reife und zu hassen, und hast, o Früchte gibt; seine Blätter großer Gott, so sehr herunter dich Von der heiligen Taufe. dich gelassen, den Bund mit len, durch deine Kraft und mir gestiftet. 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, versichert deiner Gnaden: was sich für Schwachheit an mir find't, das läß'st du mir nicht schaden. Den Geist der Kind. schaft gibst du mir: und wenn ich vor dich trete, mein Herz ausschütte, Gott, vor dir, nach deinem Willen bete, werd' ich all'zeit erhsret. 4. Hingegen hab' ich mich verpflicht't, ich wollt' ein gut Gewissen fort bey des Glaus bens Zuversicht zu halten seyn beslissen; dich, Bater, Sohn und Geist, all'zeit für meinen Gott erkennen, und sammt der werthen Christenheit mit Ehr erbietung nennen den ein'gen HErrn und Vater. 5. ch hab 113 Stärke. 7. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih', daß ich vest an dich glaube, mich meines Taufe bund's trist' und freu', darin beständig bleibe; daß ich des Teufels Werke haß', die böse Lüfte dåmpfe, das Gut' zu thun nie werde laß, hier bis an's Ende tåmpfe, und dort dein Reich ererbe. 334. O JEsu Christ, ich preise 2c. ( Siehe Nro. 1081.) 335. Owelch ein unvergleichlich's 2. ( Siehe Nro. 1082.) Vom heiligen Abendmahl. 336. Ach! Gnad' über alle 26. dem bösen Feind entsagt, auch allen seis 337. nen Werken, und dieser Bund, Als JEsus Christus in der 26. wenn er verklagt, kann gegen ihn mich stärken. Ich bin ,. 338. o Gott, dein Tempel mun, und Auf! auf! mein Geist,*. wieder neu gebohren, daß ich 339. foll rechte Werke thun, dazu Der wahre Gott und Gottes: c. ich bin erköhren, und auch 340. Mel. ni 19m dodr durch dich erlöset. 6. Der alte Mensch muß Du Lebensbrod, HErr ic. ( Siehe Nro. 1083.). sterben ab, der neue aber leben; den bösen Lüsten, die ich hab', muß ich stets widerstreben: ich muß dem Guten hangen an, verrichten deinen Willen, mit Fleiß denken dran, daß ich ihn mög' erfülls am Kreuzesstamm für mich den 341-346.8 347. Err JEfu Chrift,. JEfu, theures Gottes lamm, du Lieb 114 Vom heiligen Abendmahl. den Tod gelitten hast, genoms men weg der Sünden Last. 2. Jch tomm' zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall. Ich bin frant, unrein, nackt und bloß, blind, arm; ach HErr! mich nicht verstoß. SINCE UN 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der HErr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. 9. Hilf, daß durch diese Mahlzeit Kraft das Bosi mir werd' abgeschafft, erlaffe alle Sünd' und Schuld, e tangt des Vaters Lieb' un Huld! 10. Bertreibe alle mein Feind', die sichtbar und un sichtbar seynd. Den gute Vorsak, den ich führ', durc deinen Geist mach' vest in mi 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach dei nem heil'gen Willen richt. Ach! laß mich meine Tag in Ruh' und Friede christlich bringen zu! 4. Darum, HErr JEsu, bitt' ich dich, in meiner Schwachheit heile mich: was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnaden, schein. 5. Erleuchte mein verfins Kert Herz, zund' an die schöne Glaubensters': mein' Armuth in Reichthum verkehr', und meinem Fleische steur und wehr'. 348. Mel. Tun last uns Gott x. 6. Daß ich das rechte Hims metsbrod, das du, o JEfu, JEfu, meine Wonne, Mensch und Gott, mir gibst, im wahren Glauben eß, und deine Liebe nicht vergeß'. du meiner Seele Son ne, du Freundlichster auf Er den, laß mich dir dankbar werden! 7, 28sch' alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb' und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz' in mir zu deiner Ehr'. 2. Wie kann ich g'nugsam schätzen dieß himmlische Er gögen, und diese theure Ga ben, die uns gestärket haben? 8. Gib, was mir nüßt an Seel' und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib': komm' in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 12. Bis daß du mich, Lebensfürst! zu dir gen Him mel nehmen wirst, daß ich be dir dort ewiglich an deine Tafel freue mich. 3. Wie soll ich dir's ver danken, o HErr, daß du mich Kranken gespeiset und getrans tet, ja selbst dich mir geschen tet. 4. Ich lobe dich von Her zen für alle deine Schmerzen, für Bom heiligen für deine Schlåg und Wune den, die du für mich empfuns den. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden: dir dank' ich für dein Sehnen und deine heiße Thränen. 6. Dir dant' ich für dein Lieben, das standhaft ist ge blieben: dir dank' ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jest schmecket mein Ges müthe die Größe deiner Güte: dieß theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. HErr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zuges meffen die kraft'ge Himmels. Speise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wolleft, HErr, die Sünde, die ich annoch em: pfinde, aus meinem Fleische treiben, und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezäh, let von Sünden, und vermähs let mit dir, mein liebstes Les ben: was kannst du werthers geben? 11. Laß, Schönster, mei. ne Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes, mit Verlan, gen, an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten, und von der Welt ab, treten. Abendmahl. 13. Im Handeln, Bane deln, Effen, laß nimmer mich vergessen, wie sehr ich bin be glücket, und jetzt durch dich erquicket. 14. Nun kann ich nicht verderben, drauf will ich selig sterben, und freudig auferstes hen, o JEsu! dich zu sehen. 115 349.0 O Mel. O Gott, du frommer Gott. JEsu! willst du noch so gnådig an mich denken, und meiner Seele dich im Abendmahle schenken? Laß dein Gedächtniß auch in mir lebendig seyn, da ich dein Fleisch und Blut empfang' im Brod und Wein. 2. Ich Sünder war von Gott, und Gott von mir ges schieden; so drückte mich der Fluch, so hatt' ich keinen Frie. den; denn das Gesetz verstieß mich in die Höll hinein, und da sollt' ich verdammt mit Leib und Seele seyn. 3. Jch konnte nimmermehr das Lösegeld ersetzen. Kein Engel und kein Mensch, kein Gold mit allen Schäßen, bes zahlte meine Schuld, und ris mich aus der Noth: mein leße tes Urtheil war der Sünden Sold, der Tod. 9 4. Doch du, mein Heiland! bist an meine Statt gekom. men: der Sünden Straf und Schuld hast du auf dich genoms men; du trugft den Fluch für H2 mich, Vom heiligen Abendmahl. mich, du littest Höllenpein, sey dein Haus; ach treib', was daß ich in dir gerecht und selig eitel ist, durch deinen Geist follte seyn. hinaus. 10. Laß mich bußfertig stets zu deinem Tische kommen, und würdig allemal; bis du, mit allen Frommen, mich in den Himmel rufft, daß ich soll bey dir seyn: dann gehe ich ver gnügt zu deinen Freuden ein. led 28 116 5. Gottlob' es ist gescheh'n, ich habe nun das Leben: denn du haft Leib und Blut zum Opfer hingegeben, und ich bin ganz versöhnt; was, theurer JEsu, du, in deiner Kraft gethan, das rechnet er mir zu. 6. Mein Glaube hält dich vest, und, dein nicht zu versi geffen, gibst du mir, mit dem Brod, den wahren Leib zu effen, den Leib, der für mich starb; doch nicht den Leib als lein, dein Blut, dein wahres Blut, empfang' ich mit dem Weinguts des? 350. ' chmücke dich, o liebe See le! laß die dunkle Sún denhöhle, komm an's helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen: denn der HErr, voll Heil und Gnaden, will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jeßt Herberg' bey dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pfle gen, deinem Bräutigam ent gegen, der an deine Herzens fammer klopft, und siehet deis nen Jammer. Deffn' ihm bald die Geistespforten, red' ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß mich wissen, daß ich nimmer dich soll mis sen. 7. Ist, HErr, dein Opfer gleich gescheh'n vor vielen Jah, ren, so muß ich dessen Kraft doch jeho noch erfahren, denn dein Berdienst ist mir so fråf tig, frisch und neu, als; ob's erst diesen Tag von dir erwors ben sey. io alla no 8. Ach! nun ich danke dir, ich danke dir von Herzen, für deine Huld und Treu', für dei ne Pein und Schmerzen, für deinen birtern Tod, für dei 3. Zwar in Kaufung theu nen Leib und Blut, damit du rer Waaren pflegt man sonst mich erquickt, o allerhöchstes kein Geld zu sparen: aber du Gut. wo willst für die Gaben deiner # 20 Pind 9. Laß deine Liebe doch Huld kein Geld nicht haben, Herz, Geist und Seel durch weil auch in den tiefsten Grün bringen; hilf mir mein fünd den kein solch Kleinod ist zu lich Fleisch mit allen Lüften finden, das für unsre Schuld zwingen: Ach! halt mein und Quaalen kann das Löse Inn'res rein, mein Herze geld bezahlen. 4. Ach! Abendmahl. getrieben, daß du willig haft dein Leben für uns in den Tod gegeben, und dazu ganz un verdrossen, HErr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig trånken, deis ner Liebe zu gedenken. 5. Beydes Freude und auch Zittern will zugleich mein Herz erschüttern; das Geheimniß dieser Speise, und die uners forschte Weise machet, daß ich wohl vermerke, HErr, die Größe deiner Werke. 9. JEsu, wahres Brod des Lebens! hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden, sey zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dieß Geelen Effen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mdg' ein Gast im Himmel werden. It t 351. auch wol ein Mensch zu fins Wie wohl hast du gelabet. den, der dein' Allmacht sollt' ergründen? Bom heiligen 4. Ach! wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund! nach deiner Güte. Ach! wie pfleg' ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen; ach! wie pfleget mich zu dür, sten nach dem Trank des Les bensfürsten, wünsche stets, daß mein Gebeine mich durch Gott mit Gott vereine. 6. Nein, Bernunft die muß hier weichen, kann dieß Wun der nicht erreichen, daß dieß Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der 117 Vom wahren und falschen Christenthum. 352. er falschen Christen 2c. 353. Reben uns wird Christi Blut Mel. O Gott, du frommer Gott. gegeben. Oder großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! u sagst: Ich bin ein 7. JEsu, meine Lebenssons ne, JEsu, meine Freud' und Wonne! JEsu, du mein ganz Beginnen! Lebensquell und Licht der Sinnen! hier fall' ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser dei ner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. Christ. Wohlan! wenn Werk' und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugnis geben; so steht es wohl um dich. Ich wünsche, was du sprichst, zu werden alle Tag', ein wahrer guter Chrift. 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. Der ist's, der JEsum kennet, und seinen Gott und Herrn ihn nicht alleine nennet: nein, sondern gerne thut, was fordert sein Gebot: thus 3 8. HErr, es hat dein theu res Lichen dich zu uns herab du Vom wahren 118 du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. 3. Du sagst: Ich bin ein Christ. Wer sich's will nen, nen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Böse haffen: der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen gibt. 8. Ach! du bleibst nach wie vor; mit Worten, Werk und Sinnen wird's oftmals årger noch; dein Vorsatz und Beginnen geht nach dem al ten Trieb: und was noch gut soll seyn, ist, wenn man's recht besieht, nur lauter Heu chelschein. 9. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich laß' mich speisen, trånken mit dem, was Chri ftus uns im Abendmahl will schenken. Wohl! aber zeige mir, ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 10. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich bete, les' und singe, ich geh' in's Gotteshaus; find das nicht gute Dinge? Sie sind es, aber nur, wenn man sie so verricht't, daß es an Reinigkeit des Herzens nicht gebricht. 11. Du sagst: Ich bin ein Christ. Ich kann dir's nicht gestehen, es seyn denn, daß ich's werd' aus deinem Wandel se hen. Wer sagt und rühmet, daß er Christo angehör', und auch sein Jünger sey, muß wandeln gleich wie Er. 7. Du sagst: Ich bin ein 12. Bist du ein solcher Christ, ich beichte meine Süns den, und laß' bepm Beichtstuhl mich auch oftermalen finden, Find't aber sich, mein Freund, ich bitte, fag' es mir, nach ab 4. Du sagst: Ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaus fet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! hast du denn auch gehalten deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund'? 5. Hast du ihn nicht vors långst gar oft und viel gebros chen? Hast du als Gottes Kind, dich, wie du hast ver. sprochen, in allem Thun er, zeigt, dem Guten nachgestrebt? hat nicht der alte Mensch bis: her in dir gelebt? gelegter Beicht' die Beß'rung auch bey dir? 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, weil Gottes Wort und Lehre, ohn' allen Menschen Tand, ich fleißig lef und hd, re. Je, Lieber! thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht der's hort, sondern thut, der ist ben Gott geehrt. Christ, so mußt du seyn gesine net, wie JEsus Christus war; wenn reine Liebe rinnet dus deines Herzens Queft, wenn du demüthig bist von Herzen, wie der und falschen Christenthum. der HErr: so sag', du seyst Namen nur allein, den Chris ein Chrift. 13. So lang' ich aber noch an dir erseh' und spüre, daß Stolz und Uebermuth dein Herz und Sinn regiere; wenn an der Sanftmuth Stell' sich zeiget Haß und Neid: so bist du ganz gewiß vom Christens thum sehr weit. 14. Du sagst: Ich bin ein Christ, und rühm'st dich deß mit Freuden: allein thust du auch mehr, als manche kluge heiden? Ach! Sfters nicht so viel, als Gutes sie gethan; sie werden dorten dich gewiß. lich klagen an. Aftus uns gegeben; und daß man möge immerhin, nach eig'nem Wohlgefallen, und angeerbtem bösen Sinn, in diesem Leben wallen, auf eits len Sündenwegen. 15. Sag' nicht: Ich bin ein Christ; bis daß die Wert und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Die Wort' sind nicht genug: ein Christ muß ohne Schein, das, was er wird ges nannt, im Wesen selbsten seyn. 16. th, gib mir Gnad', o Gott! mich ernstlich zu bes fleißen, zu seyn ein wahrer Christ, und nicht nur so zu heißen: denn welcher Nam' und That nicht hat und führt zugleich, der kommet nimmer: mehr zu dir in's Himmelreich. 354. Mel. Chrift, unfer Err, 2c. Oder: Es wolle Gott uns ic. 119 Fin Christ soll nicht der Meinung seyn, daß un, fer Christenleben besteh' im 2. Ein wahrer Christ denkt allezeit, gebührend zu erweisen den Namen mit der Thätigs keit, und Gott mit Dank zu preisen, der uns des Geistes Kräfte gab im heil'gen Wass serbade; dem wir auch müssen bis in's Grab stets folgen auf dem Pfade des gottergeb'nen Lebens. 3. Wer seinen Sott recht ehrt und liebt, wie einem Kind' gebühret, der schen't sich, daß er nichts verübt, so ihn von Gott abführet; der Heuchler Art hingegen ist, von außen fromm zu scheinen, und doch, durch böse Tück und List, ein anders bey sich meinen, und in der That verrichten. 4. Dergleichen Heucheley, o Gott, laß mich doch nims mer treiben; in Lieb' und Leid, in Noth und Tod, laß mich rechtschaffen bleiben: gib, daß ich mag vor allen dich, her nach den Nächsten, lieben, und auch sogar die, welche mich verletzen und betrüben, das mit ich Christo folge. 5. Jch bin ein Mensch und meine Tritt' vermögen fehl zu gehen: drum richte, JEsu, meine Schritt, bas ich balb $ 4 mög' 120 Vom wahren mdg' aufstehen durch Buße, wenn ich etwa fall': halt' mein Herz bey dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis du mich zu den Deinen wirst in den Himmel nehmen. 355. rleucht' mich, HErr, mein Licht! ich bin mir selbst verborgen, und kenne mich noch nicht: ich merke dieses zwar, ich sey nicht, wie ich war; indessen fühl' ich wohl, ich sey nicht, wie ich soll. 2. Ich lebt' in stolzer Ruh' und wußte nichts von Sors gen vor diesem; aber nu, ems pfind' ich meine Noth, ich fühle Sünd und Tod: was vors mals meine Freud', ist mir jetzt Herzeleid. 3. Kein zeitlicher Verlust verursacht diese Schmerzen, so viel mir je bewußt: mich liebt manch treuer Freund; mich überwind't kein Feind; Leib hat, was er will, Gesund. heit, Hüll' und Füll'. der 4. Nein! es ist Seelenpein, es kommt mir aus dem Her zen, und dringt durch Mark und Bein. Nur dieß, dieß liegt mir an, daß ich nicht wissen kann, ob ich ein wahrer Christ, und du mein JEsus bist. 5. Es ist nicht so gemein, ein Christe seyn, als heißen; ich weiß, daß der allein des Namens würdig ist, der seine liebste Lust durch Christi Kraft besiegt, und sich an ihm ve gnügt. 6. Es ist ein Selbstbetrug mit diesem Wahn sich speisen, als ob es schon genug Glaubensprobe sey, daß man von Lastern frey, die auch ein blinder Heid' aus Furcht de Schande meid't. 7. Nur der zieh't Chriftun an, der aus sich selbst gegan gen, und seines Fleisches Wahn, Vermögen, Lust un Rath, Gut, Ehr' und was e hat, für ihn hingiebt, und spricht: Nur JEsus ist mein Licht. tici 8. Das ist des Glaubens Wort und innigstes Verlan gen: HErr JEfu, sey mein Hort, Versöhner, HErr und Schild, und führ' mich, wi du willt; dein bin ich, wie ich bin, nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dieß nicht gründlich meint, deß Glaub' ist noch untüchtig, der bleibt noch Got tes Feind: sein Hofnunge grund ist Sand, und hält zu legt nicht Stand. Der ein ge Glaubensgrund ist dieser G denbund. mir, die Lieb' ist noch nicht 10. Hier, sorg' ich, fehlt es richtig, die ich, HErr Christ, beynah' ein Christe noch, die zu dir jetzt habe, weil ich doch Welt und Lust noch mehr ge liebt, als deine Ehr'. 11. Mein Herz, begreif dich nu, ich muß es redlich wagen, und falschen Christenthum. wagen, ich komm' eh' nicht zur Ruh': sagst du hiemit der Welt, und was dem Fleisch gefällt, rein ab, und an, so ist die Sach' gethan. 12. Du Erdwurm! solltest du dem Kön'ge dich verfagen, dem alles stehet zu, der allein weis' und reich, der alles ist zugleich, der selbst die ganze Welt erschaffen und erhält? 13. Wenn alles wird ver: geh'n, was Erd' und Himmel heget, so bleibt er vest be steh'n, sein Wesen nimmt nicht ab, die Gottheit weiß kein Grab, und wen er einmal kennt, deß Wohlstand nimmt kein End'. 14. Wer aber in der Zeit mit ihm sich nicht vertråget, der bleibt in Ewigkeit von Gottes Freudenhaus ganz, ganz geschlossen aus, vergöß' er in dem Weh auch eine Thränensee. 15. Wünscht nun Gott den Vertrag, laß ihn dein Jawort schlichten, o liebe Seel', und sag': Dir opfr' ich gånzlich auf, o mein Gott! meinen Lauf, und Geist und Leib und Blut, Lust, Ehre, Haab' und Gut. 16. Thu', was du willst mit mir, werd' ich nur zuge: richtet zu deinem Preis und 3ier, geschmückt mit Herrlich keit, mit deinem Heil bekleid't, geheilig't nun und dann; wohl mir! so ist's gethan. 121 356. Mel. Es kostet viel ein Christ zc. s ist nicht schwer ein Chrift zu und nach dem Sinn des reinen Geistes leben: zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja als ein Kind nur seyn, du darfst ja nur die Liebe kindlich üben. D blöder Geist! schau' doch, wie gut er's mein', das kleinste Kind kann ja die Mutter lies ben: drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit seiner Gnade fülle, der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein Eigenwille, dem wis dersteh' und kämpfe bis zum Tod', so hat's nicht Noth. 4. Wirf nur getroft den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glau ben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, schau mein Elend gnådig an, so ist's gethan. 5. Dein Herz erbitte sich Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft, und fehlft 5 aus 122 Vom wahren aus eig'ner Schuld, so sieh', daß du dich durch die Gnade stärkest: so ist dein Fehl und kindliches Verseh'n, als nicht gescheh'n. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruh'n, wenn dich will Nacht und Finsterniß be, decken; dein Vater wird nichts schlimmes mit dir thun; vor teinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. troffen! ob uns gleich nicht als Unglück droht, will man doch's Beste hoffen: man fo get allenthalben frey, daß a so bof mit uns nicht sey; wi find ja gute Christen. 2. Ein jeder lebt in Sin den fort, und will sich nicht bekehren; man thut nicht nah des HErren Wort, man låst es nur bey'm Hören: genug daß man zur Kirch' sich hält, ob man gleich liebet Sünd und Welt, das soll Gott dis nen heißen. 3. Ey, denket man, man kann doch nicht, wie Gottes Wort will, leben; es ist uns wol ein helles Licht, das zeigt den Weg zum Leben; es war wol gut und stünde fein: doc tann man nicht vollkommen seyn, wir sind gar schwache Menschen. 7. Mit Kraft wirst du ges rüstet steh'n, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir seh'n, du darfst ja nur dem frommen Bater trauen. Seele! sieh' doch, wie ein wahrer Christ fo selig ist. 8. Auf! auf! mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh' hin, mein Herz', genieß die süße Ruh'; im Friede sollst du vor dem Vater leben, die Gorg' und Last wirf nur ge, trost. und kühn, allein auf ihn. 357. Es spricht der Unweisen: c. 358. 5. Ja freylich, so dein Glaub' ist recht, so kannst du dieß auch hoffen, der macht Hilf Gott! wie geht's doch zc. allein vor Gott gerecht, und zeigt den Himmel offen; doch hat der Glaub' die Buß zum Mel. Uch Gott, vom Zimmel xc. Grund', dieß bleiber Gottes 359. Hilf, lieber Gott! wie große sester Bund, nach ſeinem hat zu leben. 6. Folgt 4. 3war troft't man sich: Christ ist für mich, das glaub' ich, ja gestorben, hat mit durch's Leiden mildiglich die Seligkeit erworben, den Him mel durch sein Blut erkauft, so bin ich auch auf ihn getauft; soll ich nicht selig werden? und falschen 6. Folgt dieses auf den Glaus ben nicht, daß man im ganzen Leben sich nach des HErren Willen richt't, so ist der Glaub' nicht eben; er ist ein Traum und falscher Bahn, es geht der Mensch auf breiter Bahn, die zur Verdammniß führet. Christenthum. 11. O lieber Mensch! was denkest du? des liebsten Vas ters Arme sind ausgestreckt, er ruft dir zu, daß er sich dein erbarme. Wie oft ist schon durch seine Macht dir dein Gewissen aufgewacht, und du willst doch nicht hören! 7. Für uns ist Christi reines Blut zum Lösegeld gegeben, doch kommt es denen nicht zu gut, die nach dem Fleische les ben. Wer hier der Sünde nicht abstirbt durch Christi Tod, derselb' verdirbt in seis nen Sünden ewig. 8. Das dünket manchem allzuhoch, davon will er nichts hören, er denkt bey sich, was ist dieß doch? sind dieß nicht neue Lehren? Wie? wenn die Sache also wär', so was ren viel verdammt bisher, und wenig selig worden. 9. Sagt aber nicht des HErren Wort, daß wenig auserwählet? So steht auch von der engen Pfort', daß Christus wenig zählet, die rich, tig durch dieselbe geh'n, und auf dem schmalen Wege steh'n, daß sie zum Leben kámen. 10. Und endlich will auch mancher nicht von wahrer Buße hören, er schiebt es ims mer auf, und spricht: Ich will mich noch bekehren; jetzt hab' ich dieß und das zu thun; ich kann noch nicht, wie ich will, ruh'n, es soll noch wol gut werden. 123 12. Sünder! widerstres be nicht, wenn dich der Vater ziehet, wenn er dich durch des Wortes Licht zu beffern sich bemühet, gewiß, er meint es gut mit dir; er will mit Gnas den für und für dich reichlich übergießen. 13.Nur seufze, flehe, kämpf' und ring', er will die Wunden heilen; die Seligkeit ist nicht gering, die er dir will mits theilen: mach' dich von deis nen Sünden los, so will er dich auf seinem Schooß in süßer Lieb' umarmen. 14. Sein Himmel soll dir offen steh'n mit lauter Freud' und Wonne: Er will in dir mit Kraft aufgeh'n, und leuchs ten, wie die Sonne, dann sollst du freudig seine Bahn fortlaus fen, und stets Himmel an mit. deinem Herzen steigen. 15. O Mensch! o Mensch! was såumest du, dem HErrn dich zu ergeben? du findest doch sonst keine Ruh' in diesem Erdenleben; drum reiß' das Sündenband entzwey, laß JEsum Christ dich machen frey, so sollst du ewig leben. 360. 124 Vom wahren Coun 360. Romm Mel. Freu' dich sehr, o meine, Dommt und laßt euch JE sum lehren, kommt und Iernet allzumal, welche die seyn, die gehören zu der rechten Chris sten Zahl, die bekennen mit dem Mund', glauben auch von Her zensgrund', und bemühen sich Daneben, it's zu thun, so lang' sie leben. 2. Selig sind, die Demuth haben, und sind all'zeit arm im Geist, rühmen sich ganz keis ner Gaben, daß Gott werd' allein gepreis't, danken dem auch für und für: denn das Himmelreich ist ihr, Gott wird dort zu Ehren sehen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind die Leide tras gen, da sich göttlich Trauren find't, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd'; die deßhalben traurig geh'n, oft vor Gott mit Thras nen steh'n: diese sollen noch auf Erden, und dann dort ges tröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth spühren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, weichen gerne jedermann: die nicht suchen eig'ne Rach', und befehs len Gott die Sach'; diese will der HErr so schüßen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu', daß in ihrem Thun Leben kein' Gewalt noch recht sey; die da lieben alti und recht, sind aufrichti fromm und schlecht, Geiz, trug und Unrecht haffen: wird Gott satt werden lassen 6. Selig sind, die aus barmen sich annehmen fra der Noth, sind mitleidig m den Armen, bitten treulich fi sie Gott; die behülflich fin mit Nath, auch wo möglic mit der That, werden wiede Hülf empfangen, und Bam herzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die fundo werden reines Herzens jete zeit, die im Werk, Wort un Geberden lieben Zucht un Heiligkeit: diese, welchen nic gefällt die unreine Lust& Welt, sondern sie mit Emi vermeiden, werden schaun Gott mit Freuden. machen, und drauf seh'n ohn' 8. Selig sind, die Frick Unterlaß, daß man mög'i allen Sachen fliehen Hade ten Fried' und Ruh', rathen Streit und Haß: die da sti allerseits dazu, sich auch Frie dens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. dulden Schmach, Verfolgung, 9. Selig sind, die müssen Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden, und gerecht befunden seyn. Ob des Kreu zes gleich ist viel, seget Gott doch Maaß und Ziel, und hers mad und falschen nach wird er's belohnen ewig mit der Ehrenkronen. in 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab' ein reis nes Herz, die im Unfried' stehn, verfühne, dir anhang' in Freud' und Schmerz! Bater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werte. 10. HErr, regier' zu allen 3. Schaffet, daß ihr selig Zeiten meinen Wandel hier auf Erd', daß ich solcher Geligkeis ten auch aus Gnaden fähig werd'! gib, daß ich mich acht gering, meine Klag' oft vor dich bring'; Sanftmuth auch an Feinden übe, die Gerech, tigkeit stets liebe: Vasta 361. Phil. 2, 12. Mel. Alle Menschen müssen ic. chaffet, daß ihr selig wers. det, ihr, die ihr wollt ſelig ſeyn, euch zwar christlich hier geberdet, doch nur traget bloßen Schein; denket, wenn der HErr wird kommen, hier zu richten Bos' und Frommen, daß ihr schafft mit Furcht al lein, wie ihr mdget selig seyn. Christenthum. Furcht hier insgemein, daß ihr dann mög't selig seyn. 2. Schafft mit großer Furcht und Zittern, o ihr Sünder alls zumal! wenn der letzte Tag wird wittern, daß ihr dann der Hölle Quaal mit erfreuter Seel' entgehet, nicht zur Lins ten JEsu stehet: schafft mit 125 werdet, trau't nicht eurem Fleisch und Blut, daß sich heis lig hier geberdet, und es doch nie meinet gut: flieht das fals sche Christenleben, bleibt an JEsu Leben kleben; dem folgt, schafft hier insgerrin, daß ihr mdget felig seyn. 4. HErr, der du durch dein Leiden uns so theu'r erldfet hast, hilf, daß wir uns nime mer scheiden von dir, Anter, uns die Macht der Sünden, Steur und Mast. Brich in uns die Macht der Sünden, laß uns Gnad' und Leben finden: deine treue Lieb' allein schaffe, daß wir selig seyn. Vom menschlichen Elend und Verderben. 362. Err JEfu Christ, du 2c. ch! Gott, es hat mich ganz verderbt das Mel. nerSünden, die mir von Adam angeerbt, wo soll ich Rettung finden? Es ist mein Elend viel und groß, und ist vor deinen Augen bloß, wie tief mein Herz verdorben. 2. Es ist verdorben mein Verstand, mit Finsterniß um hüllet; der Will' ist von dir abgewandt, mit Bosheit an gefüllet, und die Begierden sind geneigt, die Lust, die aus dem Her: Bom menschlichen Elend Herzen steigt, in Werken zu wenn ich beschau' mein Leb vollbringen. nichts ist an mir, das n entzünd't, in wahrer zu seyn gesinn't, wie dur mir begehrest. 126 swing 3. Wer kann aussprechen solchen Greu'l, der Leib und Geel' beflecket? wer macht uns von dem Uebel heil, das uns hat angestecket? Der taus sendste bedenkt es nicht, der Sinn ist nicht dahin gericht't, daß man davon genese. 4. Ich komm' zu dir in wahrer Reu', und bitte dich von Herzen, o JEsu, JEsa, mache fren die Seele von den Schmerzen, und dem, was sie bisher beschwert, und ihre Le benskräft' verzehrt, sonst bin ich ganz verlohren. o 5. Wen sollt' ich anders rus fen an, als dich mein Heil und Leben? du bist allein der Hels fersmann, der mir kann Rets tung geben, daß ich von Sún. den werde rein, und als ges heilt vor Gott erschein', durch deinen Tod und Wunden. 6. Du weißt, o JEsu, mei ne Noth, und kannst nach dei nem Willen, vertreiben diesen meinen Tod, und allen Jam mer stillen. Ja, HErr, du willst, ich traue vest, daß du mich nicht in Angst verläßt, du heißt und bist ja JEsus. 363. As Mel. Ach Gott, vom Zimmel ic. fch! Gott, ist noch dein Geist bey mir, der mir kann Zeugniß geben, ich sey dein Kind? Ich zweifle schier, 2. Den guten Geist, den mir hast versprochen, mich führen, treib' ich von mir, halt' für Last sein himmliſt Negieren: die Freud' in G die wahre Ruh', kann ich: nimmer eignen zu, weil mein Fleisch mich leitet. 3. Du bist ein hocherh ner Gott, der alles wohls gieret, du dràuest Straf ew'gen Tod, wie Sünd ja gebühret: das alles, der!, acht' ich nicht, den ter weiß ich, das Gericht ich doch nicht erwegen. 4. Die vielen Gaben die Welt lieb' ich mehr als den ber. Pracht, Hoheit, Eh Wohllust, Geld, das sind! schndden Tråber, wornachi meine Wünsche stell', worüb ich die wahre Quell', di meinen Gott, verliere. 5. Ich meine zwar, ich be dich, wünsch' auch deine genlieben: was aber sche dich und mich, scheu' ich m nicht zu üben. Ich halte di für meinen Gott; will nicht halten dein Gebot, e zieh' mich deinem Joche. 6. Du gabst aus Liebe b nen Sohn, mich Urmen zue Issen. Was geb' ich dir f einen Lohn? ich laufe nach de Bein und Verderben.co Bösen. Die Sünden, die du haft verbannt, in die bin ich so sehr entbrannt, daß ich dein gar vergesse. sid 7. Ja, großer Gott, es sas get mir der Zeuge, mein Ges wissen: ich geb' dir nichts, ich raube dir die Seel', die du ge, riffen mit großer Müh aus ihrer Noth, ich stürze sie selbst in den Tod, verrathe sie den Feinden. inde de 8. Die Gaben, die von deis ner Hand ich dankbar sollt' em: pfangen, die sind's, die mich von dir gewandt, die sind nur mein Verlangen: mein Geift klebt Erde an, er dieser daß sich nicht aufschwingen fann zum Ursprung seines Wesens, 9. Ach! daß mein Herz so irdisch ist, durch Eitelkeit vers dorben, dazu voll aller Tück und List, zum Guten gar ers storben! HErr, mein, nicht dein, ist diese Schuld: doch laß, nach deiner Vaterhuld, mich Gnad' und Rettung fins den. im 10. Zerknirsch', zermalme meinen Sinn, wie du hast angefangen, nimm du mein ganzes Herze hin, und laß mich heil erlangen, das Heil, das mir Vergebung bringt, ( und mich zur Heiligung stets dringt,) aus Christi Tod und Wunden. 11. Den guten Geift, den ich nunmehr so lange nicht ge: fühlet, laß mir doch wieder 127 kommen her, und steure dem, der zielet auf meinen Unters gang und Tod, sonst fällt, voll Schrecken, Angst und Noth, die Seel' in das Verderben. 12. Laß nicht der vielen Sünden Bust mich gar kleins müthig machen: des Suns ders Reu' ist deine Lust, der Engel Freud' und Lachen. Dein guter Geist geb' für und für ein Zeugniß meinem Geist in mir, daß ich dein Kind und Erbe. 364. Mel.JEfu, Kraft der blöden x. mein welch Bers derben wohnet nicht in meiner Brust! denn mit ans dern Adamserben steckt' ich vols ler Sündenlust. Ach! ich muß dir nur bekennen: Ich bin Fleisch vom Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege! wie verderbt mein als ter Sinn! der ich zu dem Guten tråge, und zum Bösen hurtig bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bdsen mich doch endlich ganz erlösen? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der angeerbten Noth: heile meinen Seelen. schaden durch dein Blut und Kreuzestod. Tilge alle meis ne Sünden, laß mich vor dir Gnade finden. 4. Ich bin ja doch von der Erden, stecke in dem Sünden. grab: soll ich wieder lebend wer: 128 Vom menschlichen Elend werden, so mußt du von oben ab mich durch deinen Geist ge: båhren, und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff' in mir ein reines Herze, einen neuen Geist gib mir, daß ich ja nicht långer scherze mit der sündlichen Be gier, laß mich ihre Tück' bald merken, mich im Geist dage, gen stärken. 6. Lehr' mich wachen, bez ten, ringen, und mein böses Fleisch und Blut unter's Gei stes Joch zu zwingen, weil es doch thut nimmer gut; was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir erster: ben. 7. Neize mich durch jene Krone, die mir droben beyge: legt, daß ich meiner niemals schone, wenn und wo ein Feind sich regt, sondern hilf mir tas pfer kämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dåmpfen. 8. Sollt' ich etwa unterlies gen, o! so hilf mir wieder auf, und in deiner Kraft obs siegen, daß ich meinen Lebens. lauf, unter deinen Siegeshånden, möge ritterlich) vollenden. 365. Ach! was bin ich, mein Erretter. 366. A Mel. Unser Zerrscher, unfer ic. Oder: Err, ich habe mißgeh. ch! was sind wir ohne JE. fu? dürftig, jåmmerlich und arm. Ach! was sind wir? voller Elend! Ach! HErr JEsu! dich erbarm'! laß dich unsre Noth bewegen, die wir dir vor Augen legen. d 2. Wir sind nichts ohn' dich, HErr JEsu! hier ist alles um uns Nacht, dazu quätet uns gar heftig unsrer bösen Lüfte Macht: dieses Gift steigt zu dem Herzen, und verursacht fteten Schmerzen, dond 3. Ach! ohn' dich, getreuer JEsu, schreckt der Teufel und der Tod; die Verdammniß macht mich zittern, und erregt Gewissensnoth. Sie erwachen, meine Sünden! Ach! wo soll ich Nettung finden? 4. Ohne dich, herzliebster JEsu, kommt man nicht durch diese Welt, sie hat fast auf als len Wegen unsern Füßen Net' gestellt: sie kann troßen und kann heucheln, und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach! wie kraftlos, stars ter JEsu, richten sich die Kranken auf! unsre Macht ist lauter Ohnmacht in dem müs den Lebenslauf: denn man sieht uns, da wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. 6. Darum stårt uns, liebs ster JEsu! sey in Finsterniß das Licht, öffne unsre Geistess augen, zeig' dein freundlich Ans gesicht: sieh' auf uns mit Gna denblicken, so wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker JEsu, unter unsern schwachen Fuß: und Verderben. Herze rühre, und zur wahren Buß' es führe. Fuß: Sey uns Beystand, Schuß und Netter, dann weicht Kummer und Verdruß; 2. Ach! ich fühle keine laß uns Himmelsfreude spüh. ren, und kein Leid uns mehr Berühren. 8. Faß' uns an, o treuer JEsu, führ' uns selbst die Pils gerstß', daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn' Unterlaß! Laß uns meiden alle Stricke, und nicht wie der seh'n zurücke. Schmerzen, ach! ich bin ganz kalt und todt; es geh'n mir nicht recht zu Herzen meine Fehler, meine Noth; ich bin sonder Neu' und Leid, lebe hin in Sicherheit. Wer kann mich von diesem Bdsen sonst, als du, o HErr, erlösen? h 9. Laß den Geist der Kraft, HErr JEsu, geben unserm Geiste Kraft, deinem Vorbild' nachzuwandeln, nach der Lies be Eigenschaft. Ach! HErr, mach' uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, HErr JEsu, schallen aus des Herzens Grund; dann wird alles jubiliren, und die fingen Herz und Mund: dann wird auf der ganzen Erden JEsus hobgelobet werden. 367. Ach weh! ach weh! wo soll 2c. 368. Ach! wie hat das Gift. 369, Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. Ach! wie will es endlich werden? ach! wie will es laufen ab, daß ich stets hang' an der Erden, und so wenig Gutes hab'? Ja, daß ich im harten Sinn ohne Aend'rung gehe hin: JEsu, mir mein 129 3. Ach! ich kann an dich nicht denken, wie ich sollt' und gerne wollt'; mein Herz läßt so bald sich lenken dahin, wo es fliehen sollt', und klebt dem so veste an, was zum Abgrund ziehen kann. HErr, ich bitte, hilf aus Gnaden, mich der schweren Laft entladen. 4. Steh, mein Geist ist ganz erstorben, das Fleisch hat die Oberhand, wie viel ist an mir verdorben, und vom Gu ten abgewandt! Was du willst, vermerk' ich kaum, lasse deinem Geist nicht Raum. JEſu, mir die Gnade gonne, daß ich die Gefahr erkenne. 5. Nun so wache doch von Günden einmal auf, du sich, rer Geist. Suche Gott, weil er zu finden, und weil er dich suchen heißt. Komm, dieweil die Gnadenthür noch jetzt offen stehet dir. Laß dich seinen Geist erwecken, daß dein End' nicht sey mit Schrecken. 6. O bedenk' das Maaß der Schulden, das du hast bisher gehäuft, und was du dafür zu I dul, 130 Vom menschlichen Elend dulden, wo es långer übers läuft: denke, wie, statt Christi Ruh', du der Hölle eilest zu, und wie leicht ein lång'res Zaus dern Ursach wird von schweren Schaudern. du willt, oftmals sehr wenig bey mir gilt, ich setz' es aus den Augen. 3. Es geht des alten Adams Trieb nur immerdar zur Súnde, ein recht Vertrauen, rechte Lieb' ich in mir nicht empfin de; auch diene ich dem Näch.. sten nicht, wenn's nicht zu meinem Nuß geschicht, und suche nur das Meine.l 4. Ja, wenn ich alles recht betracht', so wird gar leicht auf Erden ein Abgott aus mir nen Wunsch erfüllen. we selbst gemacht, dem fort ge dient soll werden: denn eig'ne Lieb' und eig'ne Ehr', auch Eis gennuß, und was deß mehr, mir leider! noch anhänget. 8. Laß mich durch den Glauben finden Gnad' und Huld in deinem Blut; die Befreyung von den Sünden. Dein Geist stårke meinen Muth, und erneure meinen Sinn, daß ich Leib und Seel' forthin dir, nur dir, zum Dienst ergebe, was ich lebe, nur Dir lebe. 5. Dieß ist die Wurzel und. der Grund, draus alles Un heil rühret, daß ich zu man cher Zeit und Stund' von dir werd' abgeführet: es steht mir oft mein Herz und Muth nach Wohllust, Ehre, Geld und Gut, und solchen eiteln Dingen. 7. Ach! es ist Zeit umzus kehren, drum verlaß doch die sen Stand. JEsu, du woll'st mich erhören, und mir bieten deine Hand: wecke diesen Tod, ten auf, steure meinem Sün denlauf; HErr, um deiner Marter willen, woll'st du meis monis 370. Mel. Ach Gott, vom Zimmel 2c. as Elend weiß'st du, Gott, allein, das mir ist angeerbet, und wie der See: le Kräfte seyn durch Adams Fall verderbet: denn mein Verstand verfinstert ist, ich kann dich gar nicht, wie du bist, noch deinen Rath er kennen. 2. Mein Wille ist so sehr verkehrt in meinem Thun und Lassen, daß er am meisten das begehrt, was du befiehlst zu haffen: hingegen, Bater, was 6. Da ich mich nun der Sündenluft nicht sollt' gefan gen geben, und, wie mir's macht dein Wort bewußt, ihr all'zeit widerstreben; so denk ich nicht so fleißig dran, ruf dich nicht fort um Hülfe an, ich bin oft tråg' und sicher. 7. Wenn mir was Böses kommt in Sinn, dawider ich sollt' tampfen: so tracht ich nicht alsbald dahin, das Feu'r mit Macht zu dämpfen, das nimmt Gue und Verderben. nimmt dann in mir überhand, daß ich gar leicht in Sünd' und Schand' darüber gröblich falle. 8. Oft will mich auch die arge Welt, die ich doch stets foll fliehen, wenn meinem Fleisch ihr Werk gefällt, mit zur Gesellschaft ziehen: sie will, daß ich auch Ulebels thu', und and're reizen soll dazu, daß sie auch Sünd' begehen. 9. Ach Gott! ich hab' nach solcher Art gar lang', mit gros ßem Schaden, eh' ich zu dir bekehret ward, gelebet außer Gnaden. Ich bin auch noch nicht ohn' Gefahr, dieweil mir jeßt und immerdar die Sündenlust anklebet. 10. OHErr! in dieser mei ner Noth sieh' mich an mit Er: barmen: fomm mir zu Hülf', du treuer Gott, und steh' mir bey, mir Armen: erleucht' durch deine Gnad' und Güt' mein unverständiges Gemüth, daß ich dich recht erkenne. 11. Den Willen leit' nach deinem Wort, daß ich dich herzlich liebe, dir vest vertrau', und fort und fort in Gottes: furcht mich übe, daß ich dir meine Taufzusag' mit starkem Vorsatz alle Tag' auf's neue wiederhole! or 12. Und weil dir niemand ohn' Gebet beständig kann ans hangen, so gib, daß ich oft vor dich tret', die Gnade zu erlan, gen, damit mein ganzes Chris 131 stenthum des Nächsten Nut und deinen Ruhm ohn' Heus cheley beförd're. 13. Gib mir des Geistes Freudigkeit, daß ich dadurch verachte Geld, Ehr' und Wohl lust dieser Zeit, das Ewige bes trachte: ach! nimm mich mir, und gib mich dir, daß ich dir, leb', und sterbe mir und meis nen bdsen Lüften..er indark 14. Des Fleisches und des Geistes Krieg ist dieß bey Jung und Alten, laß mich da im. merfort den Sieg durch deine Kraft erhalten: HErr, stårte mich, und mich erneu', daß ich stets unverdrossen sey, an dies sen Streit zu treten! 16. Vor Stolz und Ehre sucht mich behüt, daß sie nicht funden werden in meinem Herzen und Gemüth, in Wors ten und Geberden! Hoffart war ja des Teufels Fall: ach hilf, HErr, daß ich überall vest an der Demuth halte! 16. Die Sorg' der Nah, rung nimm von mir, laß mich nicht mehr begehren, denn was ich hab' vonndthen hier, mich ehrlich zu ernähren: daß ich auch keinen Zweifel hab', du werdest mich bis in mein Grab, mit Unterhalt versors gen. LITE 17. HErr, gib mir Gnade, daß ich dämpf' des Fleisches bds sen Willen, und wider mich ja selber kämpf', die Luft nicht zu erfüllen, wenn's gleich nur in 32 Gedan: Vom menschlichen Elend Gedanken wär'. Hilf auch, nicht winken: es lehrt dich ja daß ich mich nicht beschwer' mit Essen oder Trinken. das Wort, das Licht für deinen Fuß, daß Christus dir allein von Sünden helfen muß. 2. Dein Thun ist nicht ges schickt zu einem bessern Leben: zu Christo wende dich, der kann dir solches geben. Er hat dich ausgeföhnt mit sei nem theuren Blut, und dir den Weg gebahnt zu Gott, dem höchsten Gut. 132 18. Gib, daß ich oft der Höllen Quaal hiewider mdg' bedenken: wie häusig man die wird einmat für böse Lust ein schenken: ein großer Jammer ohne Maaß wird folgen dort ohn' Unterlaß auf kurze Lust und Freude. dan 19. Laß mich allzeit vor sichtig seyn, mit wem und wie ich wandle, daß ich halt mein Gewissen rein in allem, was ich handle, und achte keines Menschen Gunst, wenn mich die Welt durch ihre Kunst von dir zu sich will ziehen. 47 20. Dem bdsen Geist gib nimmer zu, mich irgends zu verleßen, und meine Seel' aus ihrer Ruh' in Noth auf's neu' zu sehen wenn sich Versuchung zu mir wend't, laß sie gewinnen so ein End', damit ich's tönn' ertragen. 3. Die Sünden abzuthun, kannst du dir gar nicht trauen, dein Glaube muß allein auf Gottes Hülfe bauen. Der beste Vorsatz wird doch öfters nicht besteh'n: hilft Gottes Geist dir nicht, so ist's um dich gescheh'n. daliminons 4. Nun HErr, ich fühle Durst nach deiner Gnaden quelle, mich quålt Gewissens. angst, auf so viel Sündenfälle. Wo ist der Arzt, der mir die Ruhe wieder schafft? hilf mir durch deinen Geist, in mir ist teine Kraft. 21. Verleih', o Vater, gnå, diglich, daß es ja mög' gesches 5. Du hast ja zugesagt, du hen, was ich, dein Kind, nun bitte dich mit Seufzen und mit Flehen: hilf, wenn mir alle Hülf zerrinnt, daß ich ges duldig überwind' inJEsu Chrifti Namen. woll'st, die Durst empfinden nach der Gerechtigkeit, befrey'n von ihren Sünden; nun zeis get mir den Weg dein Sohn, mein JEsus Christ: nur du fannst Helfer seyn, weil du voll Hülfe bist. 371. Mel. Gott, du frommer 2c. er Gnadenbrunn fließt noch, den jedermann fann trinken: mein Geist, laß deinen Gott dir doch umsonst D 6. O selig! willst du mir von diesem Waffer geben, das trånket meinen Geist zu der Gerechten Leben. Gib diesen Trant mir stets, du Brunn der und Verderben. der Gütigkeit! so ist mir im mer wohl, weil mich sonst nichts erfreut. 372. ( Siehe Nro. 1084.) 373. Durch Adams Fall und sc. 374. Mel. Nun laßt uns den Leib ic. urch Adams Fall und Missethat, die er eh. mals verübet hat, ist auf uns kommen Sünd' und Tod, samt and'rer überhäufter Noth. 2. Wo ist des edlen Bildes Glanz? wo ist der reinen Uns schuld Kranz? wo ist des Le bensbaumes Saft? ist es nicht alles weggerafft? 3. Da lieg' ich nun in met: nem Blut, muß fühlen meis nes Gottes Ruth', von Fuß' bis an das Haupt verwund't, an Seel' und Leib' ist nichts gesund. 4. Wo ist der Arzt, der helfen kann? ist niemand, der fich mein nimmt an? wo ist die Salb', wo ist das Dehl, das heilet meine franke Seel'? 5. Ach aber! ach! nichts hilfet mir, kein Kraut noch Pflaster nußet hier, und was die Kunst erfunden hat; nur Eins ist, das hier findet statt. 6. Dein Blut, das, JEsu, deine Huld vergessen hat für meine Schuld, das ist es, das mich heilen kann; ach nun, so nimm dich meiner an! 133 7. Das Wasser, das so klar. und hell' aus deines Herzens Lebensquell geflossen, macht mich hell und rein, macht rus hig und stillt alle Pein. 8. Die Wunden, die man dir gemacht, da man dich hat an's Kreuz gebracht, die dies nen mir zur Arzeney, und ma chen mich vom Tode frey. 9. Ey nun, so eile doch herzu, schaff' meiner Seele Half und Ruh': gib Dehl und Wein mit mildem Guß, so weicht die Quaal, so fleucht Verdruß. 10. So spür' ich neue Geis steskraft, die Gottes Werke in mir schafft; so dringt ein neues Leben ein, zu dienen dir ohn' Heuchelschein. 11. Ich fasse dich bey dei nem Wort, o starker Fels und Lebenspfort; da du gesagt: Ich bin dein Heil, dein Arzt, dein Leben und dein Theil. 12. Drum leb' ich durch dich ewiglich, und ob ich sterb', so glaube ich, daß ich doch wieder leben werd' ganz frisch, gesund und ohn' Beschwerd'. 18. Halleluja, Dank, Kraft und macht sey von uns allen dir gebracht, o Arzt! jetzt und zu aller Stund', mach' uns doch durch und durch gesund. 375. In eigner Melodie. Erquicke mich, du Heil der Sünder! durch dich und dei: 93 Vom menschlichen Elend deinen Gnadenschein, und laß, deinem Knecht. Durch dich o Freund der Menschenkinder, laß mich seyn neu gebohren, dein Herz auf mich gerichtet daß ich auf ewig treu und seyn: tomm, und erzeige recht dir diene, und auf dein dein Erbarmen den heils, und Wort merke, darnach zu thun hülfsbedürft'gen Armen. all' meine Werke. 134 2. Du bist und bleibst der Trost der Erden, und der gepriesne Wundermann, durch welchen wir errettet werden, der allen Menschen helfen kann, und uns von allem un: sern Schaden, durch seine Huld und Kraft entladen. 3. Der Blinde kann die Sonne sehen, der Taube hört die Stimme an; der Lahme muß gerade gehen; der Aus saß wird hinweg gethan; den Todten hast du Geist und Le ben, und allen Armen Trost gegeben. 4. Hast du vor diesem sol. che Thaten, o HErr, durch deine Hand gestift't, so wolleft du auch jego rathen dem Schaden, der die Seele trifft: ach! zeige deine große Står, te, durch unverdiente Gnaden werke. 7. Ich wandle noch auf schwachen Füßen, und strauchle oft, bald hier bald dort, laß Kraft und Gegen auf mich fließen, daß ich mag geh'n ge: rade fort, und meine Tritte niemals gleiten, noch aus dem Pfad der Wahrheit schreiten. 8. Wer will der Sünden Ausfaß heilen, als meiner Krankheit schlimmsten Theil? Mein Arzt, du wollest nicht verweilen; ach heile mich, so werd' ich heil: laß deine Wun den, o mein Leben! für meine Wunden Pflaster geben. 9. Ich bin erstorben, meine Kräfte, Will' und Verstand sind ohne Kraft, zu thun recht göttliche Geschäfte: HErr, gib mir neuen Lebenssaft, daß ich, gleich einem Baum, ausschlage, und tausendfache Früchte trage. 5. Du weiß'st ja, was wir Menschen taugen, wir sind verblend't, und sehen nicht: darum erleuchte meine Augen mit deinem Glanz und Gna: denlicht, zu sehen, was sonst nicht zu sehen, wenn wir in deinem Licht nicht stehen. 6. Eröffne mir, HErr, mei376. ne Ohren, und mache mich zu Hilf, Gott, wie hat die Eitelkeit. 377. 10. Ich finde mich arm und elende, entblößt von allem eig'nen Ruhm: die Friedens botschaft zu mir sende, dein süßes Evangelium, daß ich das durch noch hier auf Erden ges recht und selig mdge werden. dns und Verderben. 377. Mel. Christi Tod ist Adams ic. Esu, Kraft der bidden Hers zen, Trost in aller Bans gigkeit, Labsal in den Sün, denschmerzen, Arzt für alles Herzeleid, Pflaster für die To deswunden, das man stets voll Kraft befunden. 2. Meines Herzens Bruns nen quillet lauter angebohr nen Wust: Mark und Adern sind erfüllet mit dem Gift der bösen Luft; wie viel ist an mir zu finden, das nicht gleichsam starrt von Sünden? 3. Ja, ich stecke voller Pfeile, mich schreckt Teufel, Fleisch und Welt: eh' ich zu dem Helfer eile, werd' ich wie. derum gefåll't, meine Seele muß erliegen, mir gebricht die Kraft zu siegen. 4. Will ich mich zu dir erheben, wird vor Trägheit nichts daraus: wenn dein Geist in mir soll leben, jagt das wilde Fleisch ihn aus, daß ich auch die Quaal der Schulden fort nicht långer kann erdulden. 5. Drum, du Heil der krans ken Sünder, Brunn, von dem das Leben springt; selbst das Pflaster und Verbinder, dessen Cur stets wohl gelingt: du kannst Pein und Schmerzen lindern, ja des Todes Macht vermindern. 6. Komm, o HErr! und druck' in Gnaden mir, dein 135 Bild in's Herz hinein, so wird meinem alten Schaden durch dein Blut geholfen seyn: salbt dein Dehle meine Wunden, so bin ich dann ganz verbunden. 7: Flößest du dann meiner Seele dich, o Helfer! selber ein, so wird meiner Adern Höhle voll des neuen Lebens seyn. Ja, mein Mund wird mit viel Weisen deine Güte ewig preisen. 378. J Emmanuel, deß Gåte nicht zu zählen, der Kranken Arzt, der Blöden Heil! ver: borg'ner Gott, du Trost bes trübter Seelen, der geistlich Armen Herzenstheil! da du, JEsu, selber wohnest, neig'st auf ihr Geschrey dein Ohr, und mit viel Geduld verschonest das zerbrochne Glaubens. rohr. 2. Ach! siehe doch die Höls lenangst, denSchmerzen, der so viel Seufzer aus mir zwingt: ach! steure doch, HErr, meis nem eig'nen Herzen, aus dem die bdse Quell entspringt, das mir will dein Wort vernich ten; ach HErr, laß es ihm nicht zu. Laß mich nicht den Satan sichten! Meinen Glaus ben stårke du! 3. Ich kämpf', ich schrey', ich ångste mich, ich bete, und bin erbärmlich zugericht't: und wenn ich gleich mit Wei nen vor dich trete, so trau' ich doch mir selber nicht, ob denn 34 dieß, Vom menschlichen Elend dieß, warum ich flage, mir in deinen Händen: was hilf auch wohl zu Herzen geht, weil des bösen Zweifels Plage aus mir leider! selbst entsteht. 136 4. Mein Beten ist voll zweiflender Gedanken, wenn gleich dein Wort und Trost erschallt: so ist und bleibt mein Glaube doch voll Wan ken, mein Herze scheinet todt und kalt: es ist so voll Angst und Zagen, und ganz in sich selbst verwirrt, ich kann kaum mich selbst vertragen, so gar ist mein Sinn verirrt. 5. Wie kann ich doch dem bösen Herzen trauen, das auch dein Wort mir niederreißt, den Grund, darauf ich soll mein Hoffen bauen, und mich an allem zweifeln heißt; das ich muß zum Beten zwingen, und kann's mitten im Ge schrey, leider! doch nicht das hin bringen, daß es sonder Zweifel sey. 6. Erforsche doch, erfahre, wie ich's meine, durchsuche doch mein böses Herz, und prüfe mich, mein Gott, warum ich weine, ob dieß wahrhaftig sey mein Schmerz, daß mein Glaubenstocht so wanket, daß mein Herz so laulicht ist, und dir nicht mit Andacht danket; ob Du mir mein Alles bist. 7. Du kannst, mein Heil! und mußt mein Zagen enden, dein eig'ne Ehre will's von dir; ich bin ja dein, und steh dein schmerzlich Leiden mir, wenn du mich wollt'st fallen lassen, weil ich, Glaubenskran ker, nicht dich getroft und vest tann fassen, weil mein Herze mit mir ficht? 8. Zwar hab' ich's wol mit Trägheit und mit Sünden schon långst, o Gott! ver dient, daß ich jetzt weder Trost noch Glauben kann empfin den: ach! aber ach! erbarme dich! JEsu, hilf dem Unver mögen! ich will; wenn ich aber, ach! dir mein Herz recht vor soll legen, auch mein Wol len ist sehr schwach. 9. Ach! stårke, HErr, das Wollen und das Können, und gib mir den gewissen Geist, daß ich mich wieder freudig dein kann nennen, und glau ben, wie dein Wort mich's heißt. Kann ich dich nicht veste halten, desto vester halt du mich: laß mein Herz nicht ganz erkalten, bis mein Glaub' erholet sich. 10. Troß meines Herzens zweiflenden Gedanken, Troß meinem bösen Fleisch und Blut, das mich so quålt und macht mich immer wanten, daß mein Gemüthe nimmer ruht, sollst du doch mein JE, sus bleiben: ich will beten und an dich, HErr, wie schwach es ist, doch glauben, ist mein Herz gleich wider mich. 11. Kann und Verderben. 11. Kann ich gleich nicht Geist ergießen, da du in der so, wie ich wünsche, siegen, Herrlichkeit nun regierest weit und fall' aus Schwachheit bald und breit. zurück, so will ich doch mit Gott nicht unterliegen. Ach JEsu! gieb mir einen Blick, wie du dort dem Petro gabest, der schon ganz gefallen war, daß du meine Seele labest, und entreisfest der Gefahr. 12. Nur zurne nicht mit deinem schwachen Kinde, und habe, HErr! mit mir Geduld, auch rechne mir, was ich in mir befinde, nicht zur Ver: dammniß und zur Schuld! Laß die Schwachheit mir nicht schaden, weil du kein Verdienst begehr'st, sondern doch nur bloß aus Gnaden uns die Se ligkeit gewähr'st. 13. Ach! aber ach! ist's möglich, ist's dein Wille, so laß den Kelch doch von mir geh'n, und mache mich von der Vers suchung stille, und laß mich wieder veste steh'n, und mit ångstlichen Gedanken in dem Glauben, den mein Mund frey bekennet, nicht so wan ken: mach, o Arzt! mein Herz gesund. 379. Mel. Jesu, der du meine 2c. Riebster JEsu, in den Tagen deiner Niedrigkeit allhier hörte man zum Volk dich sa gen: Es geh't eine Kraft von mir. Laß auch deine Kraft ausfließen, und sich deinen 137 2. Denn dir ist in deine Hån de nun gegeben alle Macht; bis an aller Welt ihr Ende wird dein Name hoch geacht't. Alles muß sich vor dir neigen, und was hoch ist, muß sich beugen: selbst der letzte Feind auch muß, endlich unter deinen Fuß. 3. Darum kannst du allen rathen, deine Kraft ist nie zu klein, es bezeugen's deine Thaten, die uns aufgeschrieben seyn. Ja, du bist deßwegen kommen, weil du dir hast vors genommen, aller Menschen Heil zu seyn, und zu retten Groß' und Klein'. 4. Hier, mein Arzt, steh' auch ich Armer, frank am Geiste, blind und bloß; rette mich), o mein Erbarmer, mache mich von Sünden los, und von den so vielen Tücken, die mein armes Herz bestricken; ach! laß deinen süßen Mund zu mir sprechen: Sey gesund! 5. Siehe, meine Seele rühret deinen Saum im Glauben an, wartet, bis sie endlich spü ret, was du hast an ihr ges than: an dein Wort will ich mich halten, und indeß dich lassen walten; leugnen kannst du dich doch nicht, da dein Wort mir Heil verspricht. 6. Amen! du wirst mich erhören, daß ich durch dich 35 Wers 138 Vom menschlichen Elend werde rein, und zu mir dein Antlig kehren, daß ich könne frölich seyn: so will ich, aus Herzensgrunde, deine Güte mit dem Munde rühmen hier zu dieser Zeit, bis zur frohen Ewigkeit. 380. O Gott, der du die zc. 381. Jesu Christe, Gottes zc. 382. Mel. Mein' wallfahrt ich 2c. Oder: Was mein Gott will ic. O JEsu meine Zuversicht, mein Heiland und mein Leben, verstoß mich armen Sünder nicht, für den du dich gegeben. Gedenke an dein Blut und Tod und an dein schmerzlich Sterben, ach! hilf mir von der Sünden Noth und schrecklichem Verderben. 2. Dir ist ja, HErr, nicht unbewußt, wie viel' und schwes re Sünden von der verderb. ten Adamsluft sich in mir Ars men finden. Da reget sich die Eigenheit, Hoffart und Wohllustliebe, verkehrter Will' und Eitelkeit, und andreSún: dentriebe. 3. Des Satans Reich tobt selbst in mir, und schwächt der Seelen Kräfte, das Fleisch verhindert für und für die göttlichen Geschäfte. Mein Ohr ist taub, die Zunge schwer, mein Auge kann nicht sehen, Verstand und Urtheil trug't mich sehr, das, Gute zu verstehen. 4. Ja, HErr! wie kann ich Armer doch den Jammer meiner Seelen, das Elend bey dem Sündenjoch, und alle Noth erzählen? ich kenne mich ja selber nicht, und habe von dem allen fast kein Er kenntniß und kein Licht: so tief bin ich gefallen! 5. O treuer Gott! was fang' ich an, bey so verderb. tem Wesen? ist denn nichts, das mir helfen kann? wie soll ich doch genesen? Thu' Buße, ruffft du mir zwar zu, und glaube meinem Worte; so off net sich, zu deiner Ruh', die rechte Gnadenpforte. 6. Allein, wo ist in mir die Kraft, dieß beydes auszufüh ren? wo nicht dein Geist, der alles schafft, mein Herze selbst will rühren; so bleibt es todt, so kann es nicht, zur wahren Reu' gelangen, noch wen'ger kann es Zuversicht zu deiner Huld empfangen. 7. Drum stehe du mir selbsten bey, du Abgrund aller Gnaden! und mach' mein ar mes Herze frey von diesem Todesschaden. Ach, HErr! verleih', daß ich durch dich mich selbsten recht verstehe, daß ich das Elend, welches mich ver derbet, tief einsehe. 8. Zerschmelze du mein har: tes Herz, daß es wie Wachs zerfließe, und in wahrhafter Neu' und Verderben. niemals können schaden. Reu' und Schmerz die Thrås de, Welt und Höllenrott' mir nenfluth vergieße. Ach! mach' es durch den Glauben rein, und gib gerechte Werke, ja kehre du selbst bey mir ein, o meiner Seele Stårke! 139 9. Zerstör' in mir des Gas tans Reich, zerbrich die Macht der Höllen, sprich selber, daß er von mir weich', mit dir kann ich ihn fållen: ertddt' und záhm' das böse Fleisch samt al. ler Sündenliebe; mach' aber mich recht rein und keusch, und ganz voll Glaubenstriebe. 13. O JEsu, theurer Gots tes Sohn, gedenke an mich Armen, du bist der ein'ge nas denthron, ach! gonn' mir dein Erbarmen: und weil ich ganz erstorben bin, das Gute zu vollführen; so woll'st du selbst mein Herz und Sinn durch deinen Geist regieren. 14. O heil'ger Geist! mein Trost und Hort, du Geist voll Kraft und Stårte, führ' mich in deiner Wahrheit fort, schaff in mir deine Werke. Laß deinen Frieden in mir seyn, und schreib' den neuen Namen, den niemand kennt, der Seele ein, um JEsu willen! Amen. 10. Dann sieg' ich über Eigenheit und meinen bösen Willen, dann werd' ich, was dein Wort gebeut, durch deis nen Geist erfüllen. Eröffne Ohren und den Mund, gib deines Worts Verständniß, und thu' mir deine Wahrheit tund, zu deiner selbst Ers fenntniß. 384. Mel. Err Jesu Christ, du 2c. 11. Gib deine Furcht in Wer bin ich,& HErr Ze o meine das zuüben, und laß mich dich, mit Herzenslust, getreu und ewig lieben; laß mich in Des muth, Mäßigkeit, Geduld und Sanftmuth prangen, und schmuck' mein Herze allezeit mit heiligem Verlangen. baoth! daß ich mich unterfange, mit dir zu reden in der Noth, die mir macht angst und bange: weh' mir! mir Armen, wo Du dich nicht willst erbarmen über mich, so muß ich seyn verlohren. 12. O Vater, hilf! denn meine Kraft kann dieses nicht erzwingen, du aber bist, der in uns schafft das Wollen und Vollbringen. Ach! stårke mich, o treuer Gott, durch deine Macht in Gnaden, daß Sun: 383. Was willst du, armer zc. 2. Ach Gott! der ersten Eltern Fall, und was auf mich geerbet, hat mich Elen: den überall an Leib' und Seel verderbet: daß ich aus eig'nen Kräften nu nichts Gutes denke oder thu': ich hab' nur Luft zum Argen. 3. Ich 140 Vom menschlichen Elend 3. Ich bin nur Asche, Staub und Erd', und auch davon ges bauet, der Würmer Speis', ich bin nicht werth, daß mich dein Aug' anschauet: HErr, alles dieß ist dir bekannt; wo du abziehest deine Hand, kann ich gar nicht bestehen. 4. Ich bin ein Mensch und habe hier nur kurze Zeit zu leben; mein Leben ist mit Unruh', Müh' und mancher Noth umgeben; ich bin wie nichts, und muß davon, ich werd' zerbrochen, gleich wie Thon, wenn du mich hart an greifest. 5. Wie Blumen zwar voll Anmuth stehn', wenn sich der Sommer findet, bald aber welten und vergeh'n; wie Schatten flieb't und schwin det; wie eine Wasserblas ent steh't, in Eil' zerplatzt und schnell vergeh't: so ist mein armes Leben. 6. Denn man vom Leben kaum mehr find't, als nur den bloßen Namen, es wird bes rückt oft so geschwind, wie Fische von dem Hamen: je mehr es steigt, je mehr es fällt, so schnell es eilet durch die het jung und stark, muß diesen Abend noch im Sarg' vielleicht sein Lager halten.deind 8. HErr, hilf mir, daß ich nicht vergeh', laß mich in dir verbleiben: kein' Angst, kein Elend, Schmerz noch Weh' laß mich von dir abtreiben; ich bin doch dein Geschöpf und Werk, du bist mein Heil und meine Stårk', drum laß mich nicht verderben. dy 9. Gedente nicht der ersten Schuld, darin ich bin empfan gen; vergib, durch deine Lieb' und Huld, was ich selbst hab' begangen. Ich beuge, Gott, vor dir allhie in Demuth mei nes Herzens Knie, du woll's dich mein erbarmen.. 7. Dieß wissen wir, doch kann niemand die Todesstun de wissen, es ist und bleibet unbekannt, wenn man wird hingerissen: wer jetzt da ste 10. Komm mir zu Hülf dich werd' ich erhalten: du HErr, meine Kraft, durch Lebensbrunn, gib Lebenssaft, Du bist mein Licht und Herr mein Herz laß nicht erkalten. lichkeit, erscheine mir mit Licht und Freud', so werd' ich in dir leben. 385. Wie groß ist meine Missethat. 386. Mel. Rommt her zu mir xc. Welt, so ſchnell läuft's auch Wie ist es möglich, höchte Ende. Licht, daß, weil vor deis nem Angesicht doch alles muß erblaffen, ich und mein armes Fleisch und Blut dir zu ents gehen nur den Muth, bas Herze sollte faffen? 2. Wai und Verderben. mehr als allein zu ehren. Ach! laß, HErr JEsu, meinen Geist, und was aus meinem Geiste fleußt, zu dir sich all'zeit teh ren. 2. Was bin ich Erd' und Staub? was ist mein Leib als Gras und Laub? was ist mein ganzes Leben? was kann ich, wenn ich alles fann? was hab' und trag' ich um und an, als was Gott mir gegeben? 13. Ich Sin wie eine Mad', ein Wurm, ein Halm, den nur ein kleiner Sturm gar leichts lich kann hin treiben: wenn deine Hand, die alles trågt, mich nur ein wenig trifft und schlägt, so weiß ich nicht zu bleiben. CROTON. 141 8. Auch wenn ich gleich was wohlgemacht, so hab' ich's Doch nicht selbst vollbracht, aus dir ist es entsprungen: dir sey auch dafür Lob und Dank, mein Heiland, all' mein Les benlang, hier und einst dort gesungen. Von der wahren Buße und Bekehrung. 24. HErr, ich bin nichts; du aber bist der Mann, der alles hat und ist, du du er. hältst mein Wesen: wo du mit deiner Hand mich schreck'st, und nicht mit Huld und Gnade deck'st, so mag ich nicht ges nesen. sig 5. Du bist getren, ich un, gerecht: du fromm, ich gar ein böser Khecht, und muß mich wahrlich schämen, daß ich bey solchem schndden Stand', aus deiner milden Baterhand, ein ein'ges Gut soll nehmen. 2. Schöpfer, ach! ich muß bekennen jeßt zum Preise deis 6. Ich habe dir von Ju, gend an nichts anders als Vers' ner Gnad': Böses war wol druß gethan, bin sündenvoll gebohren:" und wo du nicht durch deine Tieu' mich wieder machtest los und frey, so wär' ich ganz verlohren. 7. Drum sey das Rühmen fern' von mir, was die ges bührt, das geb' ich dir, du bist 387.tole 10% mel. Jesu, der du meine 2c. Oder: Alle Menschen müssen ic. ch! ein Wort von großer Treue, das und annehmens werth, ehre ich in tiefster Neue lebenslang auf dieser Erd': Hier in dieser Welt, ihr Kinder, ein Eridser aller Sünder, JEsus Chris stus kommen ist: Troß nun Welt und Satans List! nichts zu nennen, ich betrat deffelben Pfad. Leider, ach! vor andern allen, ließ ich mir die Sünd' gefallen: aber die Barmherzigkeit sich weit größer anerbeut. le mus. Christe, drum mußt' ich auch billig hier als ein Erempel 142 Von der wahren Buße pel seyn, wie du freundlich, gnådig, willig alle Sünder ladest ein; ruf'st: Ach kommt ihr blöden Tauben, tretet doch herzu im Glauben, nehmt von mir Gerechtigkeit, jetzt ist noch die Gnadenzeit. 4. Halleluja! kommt ihr Armen, lobt mit mir des Hochsten Güt': laßt uns preis sen sein Erbarmen, eitel Gnas de uns jetzt blüht. Leben er den Todten schenket, und mit seiner Lieb uns trånket. JE, su laß uns für und für Halle luja fingen dir! 388. Ach! Gott, ich denke nun 2c. 389. Gott und HErr! wie groß und schwer sind mein' begang'ne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit, zu dieser Zeit, bis an der Welt ihr Ende, und wollt' los seyn der Angst und Pein, würd' ich doch solch's nicht enden. [ ch A ળ 5. Gib, HErr! Geduld, vergiß der Schuld, verleih' ein g'horsam Herze: daß ich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherze. 6. Hand'le mit mir, wie's dünket dir, nach dein'r Gnad' will ich's leiden: laß mich nur nicht dort ewiglich von dir seyn abgescheiden! 7. Gleichwie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum' vers stecket, wenn's trüb' hergeht, die Luft unståt, Menschen und Vieh erschrecket: 4. Soll's ja so seyn, daß Straf" und Pein auf Sún, den folgen fahr' hier fort, und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 8. Also, HErr Christ, mein' Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden; wenn Sünd' und Tod mich bracht in Noth, hab' ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib', ob hier der Leib und Seel' von einans der scheiden: so werd' ich dort bey dir, mein Hort, seyn in ewigen Freuden. 10. Ehre sey nun Gott Va ter, Sohn, und heil'gem Geist zusammen. Ich zweifle nicht; weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. 390. Ach! Heiland, was werd' ich. 3. Zu dir flieh' ich, verstoß' mich nicht, wie ich's wol hab' verdienet! Ach! Gott zürn' nicht, geh' nicht in's G'richt: h dein Sohn hat mich verfüh. net. 391. Ach HErr! mich armen 2. 392.ned Mel. Eins ist noth, ach Err ch! mein Geiſt ist gandit A meine Seel' Schreckens voll, Adams Fall hat mich verdorben, ich weiß ers nicht, und Bekehrung. nicht, wohin ich soll. Die uns zu helfen du dich haft vers Banden des Todes mich gånz, lich umhüllen, du wollest, o Heiland, mein Herze selbst stil. len! Verbirg dich nicht lån, ger, Erlöser von Sünden, dein freundlich's Erbarmen laß je Bund mich finden. 2. Sünden meiner Jugends jahre wachen im Gewissen auf: schon'! ach schon'! nicht hart verfahre, hemme den serkehr, ten Lauf; ach! wirk' in mir, JEsu, rechtschaffene Buße, daß ich dir mag fallen zerknir schet zu Fuße, schaff' göttliches Trauren, und neige den Wils len zu dir, der du seine Pein einig fannst stillen. 8. Ach! daß ich g'nug Thränen hätte, zu beklagen meine Noth, ach! mein Hel. fer, komm und rette, sonst vers sink' ich in den Tod: ich leugs ne nicht, daß ich nicht Sünde verüber, und dadurch den Bater im Himmel betrübet; doch such mich Verlohrnen, ohirte der Seelen! zur Heerde der Deinen woll'st du mich einst zählen. 4. Mach' mich rein von allen Sünden, reinige mich durch dein Blut, daß ich darin Ruh' mag finden. Ich vers diente Straf und Ruth Die Lasten der Sünden mich hefs tig beschweren, o daß ich sie könnte beweinen mit Zähren! Ich tröste mich deiner Versöh nung und Wunden, wodurch 148 bunden. 5. O du Heil der kranken Sünder, auserkohrnes Gotteslamm, unsers Todes Ueberwinder durch den Tod am Kreuzesstamm! ohn' dich, o Erldser! sind ewig verlohren die Menschen, so jemals vom Weibe gebohren, nur deine Versöhnung ist, die uns kann retten von Banden des Todes und höllischen Ketten. 6. Ach! laß mich an meis nem Herzen Kraft verspühren durch dein Blut: deine Mars ter, deine Schmerzen, dein Tod kommt mir zu gut. Laß mich durch dich werden vom Fluche entladen, ach! heile, o Arzt! den vergifteten Scha den: dir will ich mich jetzt und auf ewig ergeben, dir, o mein Erldser, zur Ehre nur leben. 7. Schaff' in mir ein reines Herze, gib mir einen neuen Geist, daß ich nicht mit Süns den scherze, sondern thue, was du heiß'st. Laß Weisheit und Liebe, samt reinem Verlangen mich aus dir, o Fülle des Les bens! empfangen. Gib, daß sich mein Alles zu deinem Dienst lenke: ein seliges Ende aus Gnaden mir schenke! 303.les Mel. Der Tag ist hin, mein ac. sch! schone doch, o großer Menschenhüter, ach! strafe nicht, As 144 Von der wahren Buße nicht, barmherziger Gebieter, 7. Nur, daß, da du mir ach! rechne nicht, wer kann vor dir besteh'n? ach! zür ne nicht, da ich will zu dir geh'n. nunmehr bist verfühnet, du auch züm Knecht, der treu und willig dienet, dich mir darstell'st, und hasfest, was ich haff', so bleibst du mein, ich dein, ohn' Unterlaß. 2. Ach! zurne nicht: in JEfu will ich kommen; hat der nicht, HErr! die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz' ein Fluch für mich ges macht, an meiner Statt hat er es ja vollbracht. 3. Ach! rechne nicht: auf tausend muß ich schweigen, ich will mich nur zum Gna: ich will mich nur zum denscepter beugen, auf meinen Mund die Hand ich legen will, und wie ein Kind gedul, dig schweigen still. 394. Ach! sey mir gnädig, HErr ze. 5. Ach! schone doch: ich bin nur Asch' und Erden, ein schlechtes Blatt, das bald zu Staub wird werden; was nüßet doch zu treten auf die Blum'? was bin ich, HErr? gedenk' an deinen Ruhm. $ 0: 6. Du sprichst: Ich kann mein Kind, dich nicht verlaf sen, ich will mit Lieb' dich ewiglich umfassen; sey nur ge, trost, und habe guten Muth, es ist bezahlt durch meines Sohnes Blut. in 395. llein zu dir, HErr JEfu Christ, mein' Hoffnung steh't auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. kohen, auf Erden war kein Von Anbeginn ist nichts er Mensch gebohr'n, der mir aus Nöthen helfen kann, dich ruf' ich an, auf den ich sicher trauen kann. 4. Ach! strafe nicht: wie wollt' ich dir entgehen, doch du willst nicht die schwere Schuld 2. Mein Sünd'n sind ansehen: da ist dein Sohn, schwer und übergroß, und der stehet vor dem Riß, da ist der Bürg', der hat bezahlet dieß. reuen mich von Herzen, ders selben mach' mich quit und los durch deinen Tod und Schmer zen, und zeig mich deinem Bas ter an, daß du hast g'nug für mich gethan: so werd' ich quit der Sünden Last. HErr, halt' mir vest, weß du dich mir vers sprochen hast. 3. Gib mir, nach dein'r Barmherzigkeit, den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög' innigs lich anschauen; vor allen Dins gen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich: am leßten End' dein' Hülf' mir send', und Bekehrung. send', damit behend', des Teu fels List sich von mir wend'. 4. Ehr' sey Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und JEsu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem heiligen Geiste, der uns sein' Half all'zeit leiste, damit wir ihm gefällig seyn hier in die ser Zeit, und folgends in der Ewigkeit. 396. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. Oder: Aus tiefertioth schrey ic. Aus us tiefer Noth laßt uns zu Gott von ganzem Her, zen schreyen, und bitten, daß er uns aus Noth in Gna. den mog' befreyen, und alle Sünd' und Missethat, die uns ser Fleisch begangen hat, als Vater uns verzeihen. 2. Gott, unser Bater, sieh' uns an, erbarm' dich der Elen den, die wir sehr übel stets gethan mit Herzen, Mund und Händen; verleih uns, daß wir Buße thun, und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Unsre Schuld ist sehr groß und schwer, unzählig das Verbrechen: doch deiner Gnade ist vielmehr, die kein Mensch kann aussprechen, die ſuchen und begehren wir, wir hoffen es auch, HErr, von dir, du wirst dein Wort nicht brechen. 145 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb' und zur Vers dammniß fahre; sondern, daß er das Gnadenerb' erlange und bewahre: so hilf uns nun, o HErre Gott, daß uns ja nicht der ew'ge Tod in Sünden widerfahre. 5. Vergib, vergib und hab' Geduld mit uns Armen und Schwachen, laß deinen Sohn all' unfre Schuld durch sein Verdienst gut machen, nimm unsrer Seele gnädig wahr, daß ihr kein Schade widerfahr: du wollest sie bewahren. 6. Wenn du woll'st in's Gerichte geh'n, und mit uns Sündern rechten: wie würden wir doch da besteh'n, wer würz de uns verfechten? HErr, sieh' uns barmherzig an, und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten. 7. Wir opfern dir uns arm und bloß, gebeuget und zers schlagen; o nimm uns auf in deinen Schooß, und laß uns nicht verzagen! o hilf, daß wir getrost und frey, ohn' arge Lift und Heucheley, dein Joch stets willig tragen. 8. Sprich uns durch deine Boten zu, befried'ge das Ge, wissen, stell' unser Herz durch sie zur Ruh', thu' uns durch sie zu wissen, wie Christus vor dein'm Angesicht all' unfre Sachen hab' geschlicht. Laß uns den Trost genießen. Ⓡ 9. Er 146 Von der wahren Buße 9. Erhalt' in unsers Her, zens Grund dein Wort, den edlen Samen; und hilf, daß wir den neuen Bund in dei: nes Sohnes Namen vollen den mit Beständigkeit, und so der künft'gen Herrlichkeit vers sichert werden. Amen. 397. Der 130. Pfalm. A us tiefer Noth schrey' ich zu dir, HErr Gott! ers hör' mein Rufen: dein gnädig Ohr neig' her zu mir, und meis ner Bitt' es öffne. Denn so du willst das sehen an, Sünd' und Unrecht ist gethan: wer kann, HErr, vor dir bleiben? was 2. Bey dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben, es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben: vor dir niemand sich rühmen kann, es muß dich fürchten jedermann, und deis ner Gnade leben. 8. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen: ihm soll mein Herz ergeben sich, und seiner Gute trauen, die mir zusagt sein werthes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich all'zeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht, und wieder an den Morgen, soll doch mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen: so thut der Fromme rechter Art, der au dem Geist erzeuget ward, un seines Gottes harret. 5. Ob bey uns ist der Sün den viel, bey Gott ist vielme Gnade, sein' Hand zu helfe hat kein Ziel, wie groß aut sey der Schade. Er ist allei der gute Hirt', der Israel e Issen wird aus seinen Sin den allen. 398. 7och der 130. Psalm. Mel. Seelen Bräutigam x Aus us der tiefen Gruft mein du wollest doch aufmerken, un Geist zu dir ruft: HE durch deine Kraft mich str ken, da mein Geist so rust aus der tiefen Gruft. 2. Meines FlehensStimm mein Geschrey vernimm, das mein Herz jetzt zu dir brin get, und durch trübe Wol ken dringet: ach ja, HE! vernimm meines Fleheni Stimm. 3. Niemand, HErr, was gilt vor dir; so du willt so gestreng' die Sünd' ansehen HErr, wer wird vor dir be stehen? wenn du also willt, niemand, HErr, was gilt. 4. Denn allein bey dir if Vergebung hier, daß du wills gefürchtet werden von den Menschen hier auf Erden: weil Vergebung hier ist allein bey dir. 5. HErr und Bekehrung. 5. HErr, allein auf dich hoff' und harre ich, auf dich harret meine Seele, dir allein ich mich befehle. Du wirst trösten mich; ja, ich hoff auf dich. 6. Wie ist mir so bang'! ach! HErr! wie so lang' soll denn meine Seele sorgen, und so warten alle Morgen auf dich, HErr! wie lang' soll mir seyn so bang'? 7. Israel, o schau'! auf den HErren trau', denn bey ihm ist Gnad' zu finden, und Erldsung von den Sünden; Israel drum schau, auf den HErren trau'. 399. Der alles füllt, vor dem zc. 400. Erbarm' dich mein, o HErre 2c. 147 trifft euch kein Verderben, fo könnt ihr selig sterben, und Gottes Reich ererben. 3. 2ch nehmet dieß zu Her. zen, die ihr erlöset seyd durch Christi Blut und Schmerzen, bekehrt euch in der Zeit. Sagt allem ab, was zeitlich ist, und liebt alleine JEsum Chrift; thut, was derselb' euch lehret: denn wer ihn so nicht ehret, der wird im Zorn verzehret. 4. Bekehre du uns, HErre, so werden wir bekehrt: ach! führ' uns aus der Irre zu deis ner Frommen Heerd'. Vers zeih', was wir bisher gethan; nimm uns durch Chriftum wieder an: laß deinen Geist uns leiten, daß wir zu allen Zeiten dein heilig's Lob aus. breiten. 402. Mel. Unser Zerrscher, unser 2c. Oder: Jesu, Kraft der 2c. 401. Mel, Uch Gott, thu' dich 2c. Erwach', o Mensch! erwas HErr, ich habe mißgehan. auf vom denschlaf! es kommt des Höchs sten Rache, und seine schwere Straf, mit Schrecken und mit Ungestüm, und sucht die Sünder heim im Grimm, die auf der Erde wohnen: der HErr wird ihnen lohnen, der Frommen aber schonen. delt, drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt' ich gern, aus Schrecken, mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Drum fallet Gott zu Fuße, ihr Menschen groß und klein! thut rechte wahre Buße, stellt alle Bosheit ein. Seyd auf den großen Tag bereit mit 3. Drum ich muß es nur Glauben und Gottseligkeit: so 2. Doch wie fönnt ich dir entfliehen? du wirst allenthals ben seyn: wollt' ich über See gleich ziehen; stieg' ich in die Gruft hinein; hätt' ich Flügel gleich den Winden: gleichwol würdest du mich finden. bekennen: HErr, ich habe mißges K2 148 Von der wahren Buße mißgethan, darf mich nicht 403. nimm mich zu Gnaden an! HErr JEfu Christ, du hdd, laß die Menge meiner Sün, den deinen Zorn nicht gar ent: zünden. 4. Könnt' ein Mensch den Sand gleich zählen an dem weiten Mittelmeer: dennoch wird es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Wein', ach wein'! jetzt um die Wette, meiner beyden Augen Bach! o daß ich g'nug Zahren hätte, zu betrauren meine Schmach! o daß aus den Thränenbrunnen tåm' ein starker Strohm gerunnen. 6. Ach! daß doch die stren. gen Fluthen überschwemmten mein Gesicht, und die Augen möchten bluten, weil mir Was, ser sonst gebricht! ach! daß sie wie Meereswellen möchten in die Hdhe schwellen! 7. Aber, Christe, deine Beus len, dein für mich vergoßnes Blut, das kann meine Wun den heilen, löschen meiner Süns den Glut: drum will ich, mein' Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 8. Dir will ich die Last auf binden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß, als Schnee: laß den guten Geist mich treiben, einzigstets in dir zu bleiben. aller Gnaden! sieh' doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab' der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm' dich mein in solcher Last, nimm sie aus mei nem Herzen, dieweil du sie ge büßet hast am Holz mit To desschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Weh in meinen Sünden untergeh', noch ewig lich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag' begangen: so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen, ja ich weiß weder aus noch ein, und muß te gar verlohren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Dein heilsam Wort allein es macht, daß ich kann frölich singen, und daß das Herze wieder lacht, ja fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad' verheißt denen, so mit zet fnirschtem Geist zu dir, o JE su, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewiss sen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden losgesprochen seyn, wie David und Manasse: 6. 00 und Bekehrung. 6. Go tomme ich nun auch allhie in meiner Noth geschritten, und will dich mit gebeug. tem Knie von ganzem Herzen bitten: Bergib es mir doch gnädiglich, was ich mein Leb. tag' wider dich, auf Erden hab' begangen. 7. O HErr, mein Gott vergib mir's doch um deines Namens willen, du woll'st in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb', und dir hinfort zu Ehren leb', in findlichem Gehorsam. 8. Stårt' mich mit deinem Freudengeist, heil' mich durch deine Wunden, gib mir den Trost, den du verheiß'st, in meinen letzten Stunden, und nimm mich einst, wenn dir's gefällt, im wahren Glauben aus der Welt, zu deinen Aus, erwählten. 404. 3 Mel. Wer nur den lieben 2c. ch armer Mensch, ich ars mer Sünder, steh' hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott! ach Gott! verfahr' ges linder, und geh' nicht mit mir in's Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Ers barmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herz, lich bange von wegen meiner großen Sünd'! ach! daß ich von dir Gnad' erlange, ich 149 armes und verlohrnes Kind! Erbarme dich, 2c. 3. Ach! höre doch mein seufzend Schreyen, du aller. liebstes Baterherz, woll'st al. le Sünden mir verzeihen, und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, zc. 4. Wie lang' soll ich ver. geblich klagen? hdr'st du denn nicht, hör'st du denn nicht? wie kannst du das Geschrey vertragen? hör', was der ar me Sünder spricht: Erbarme dich, 2c. 5. Wahr ist es, übel steht. der Schade, den niemand hei, let, außer du: ach! aber, Va. ter, Gnade! Gnade! ich lasſe dir nicht eher Ruh'. Erbarme dich, 2c. 6. Nicht, wie ich hab' ver. dienet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd'. O treuer Vater! schone, schone, und nimm mich wieder an zum Kind. Erbarme dich, c. 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben; sprich, daß der arme Sünder hör': Geh' hin, die Sünd' ist dir verges ben; nur fündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, 2c. 8. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret; erhdret bin ich Zwei. fels frey, weil sich der Trost im Herzen mehret: drum will ich enden mein Geschrey. Er. barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! R3 405. 150 Von der wahren Buße 405. Mel. Durch Adams Fall ist ic. ch armer Sünder komm' zu dir mit reuevollem Herzen, o Gott! der gnädig für und für, bekenne dir mit Schmerzen die Sünden all' und jeden Fall, wie ich ihn hab' begangen, von Jugend auf, mit großem Hauf, darin ich bin gefangen. 2. Die Sünden, die ich hab' gethan, kann ich unmöglich zählen: doch ich sie auch nicht bergen kann, weil sie mich immer quålen. Dein liebster Sohn hat mich davon durch seinen Tod entbunden: dens noch hab' ich jetzt lassen mich den Satan neu verwunden. 3. So ist auch mein' Un dankbarkeit sehr groß bis auf die Stunde; ich habe dir zu teiner Zeit gedankt von Hers zensgrunde für deine Treu, die täglich neu, für deine Lieb' und Güte, die ich an mir gar reichlich spür', und stets trag' im Gemüthe. 4. Vornehmlich hast du mit Geduld viel' Jahr' bisher vers schonet, und mich nicht, wie ich oft verschuld't, bald zornig abgelohnet; haft fort und fort, o höchster Hort, dich meiner angenommen; hast nichts ge spart nach deiner Art, bis ich zu dir bin kommen. 5. Mit deinem Wort hast du gar oft an mein Herz ange: schlagen, durch deinen Geist mir zugeruft, den Himmel an getragen: hast früh' und spat durch viel Wohlthat zur Buße mich bewogen, auch mit Trüb sal, Angst, Noth und Quaal zu dir hinauf gezogen. 6. Dennoch, das ich nicht leugnen kann, wenn du gleich angeklopfet, hab' ich dir nie mals aufgethan, die Ohren zugestopfet, mitllnbedacht dies ganz veracht't, den Rücken dir gekehret: doch hast du mich so gnädiglich geduld't, und nicht verzehret. 7. Du könntest oft mit gu tem Recht das Leben mir ver kürzen, und mich, als einen bösen Knecht, hinab zur Hölle stürzen, der ich ohn' Scheu, ohn' Leid und Reu', in Sün den mich verweilet: dennoch gibst du mir Raum und Ruh', hast mich nicht übereilet. 8. Wenn mein Herz dieß bey sich bedenkt, in Stücken möcht's zerspringen: die große Sicherheit mich frånkt, thut Mark und Bein durchdringen. Kein' Höllenpein so groß mag seyn, ich habe sie verschuldet, ich bin nicht werth, daß mid die Erd' trågt, nåhrt und auf sich duldet. 9. Unwerth bin ich, daß man mich nennt ein Werk von die geschaffen; werth bin ich, daß all' Element' zur Strafe mich hinraffen: so weit hat's bracht der Sünden Macht! ich 24 und Bekehrung ich muß es frey bekennen: wo du sieh'st an, was ich gethan, so muß ich ewig brennen. 10. O Vater der Barms herzigkeit! ich falle dir zu Fuße, verwirf nicht den, der zu dir schreyt und thut rechts schaffne Buße. Dein Ange, ficht aus Gnaden richt' auf mich betrübten Sünder, gib mir ein'n Blick, der mich er: quick', so wird die Angst bald minder. 406. Mel. Uus tiefer Toth schrey' c. 3% ch will von meiner Misses that zum HErren mich bekehren: du wollest selbst mir Hülf' und Rath hiezu, o Sott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Her zen in uns schafft, aus Gna: den mir gewähren. 151 11. Erdffne mir dein freund lich's Herz, die Quelle aller Liebe, vergib die Sünd', heil' meinen Schmerz, hilf, daß ich mich stets übe in dem, was die 5. Du hast in Chrifto mich gefällt an mir, und alles Böse meide, bis ich hinfahr' zur Engelschaar, da nichts denn lauter Freude. erwählt, daß nicht der Hölle Fluthen mich tödten: mit hat's nie gefehlt bey dir an einem Guten: zuweilen zeig test du dabey, daß ich nicht ficher lebt und frey, mir dei. ne Baterruthen. 2. Der Mensch kann ohne dich ja nicht sein Elend recht empfinden: er ist, ohn' deines Geistes Licht, blind, taub und todt in Sünden; verkehret ist Sinn, Will' und Thun, des großen Jammers woll'st du nun, o Bater! mich entbinden. 3. HErr, siehe mich in Gnas den an, und führ' mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan, du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer, laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichthum deiner Gnaden! mein Leben dank' ich deiner Hand: du hast mich eingeladen, von dir zu nehmen Kleid und Brod, du machst, daß mir noch keine Noth bisher hat können scha den. 6. Hab' ich denn nun auch stets vor dir Gehorsams mich beslissen? Ach! nein, ein ans ders saget mir mein Herz und mein Gewissen: darin ist leis der! nichts gesund, an allen Orten ist es wund, von Süns den wie zerrisfen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr', und alle schndde Sachen verklagen mich zu of fenbar: was soll ich Armer machen? Sie stellen, HErr, mir vor's Gesicht dein uners träglich Zorngericht, der Hölle offnen Rachen. 84 8. Ach! 152 Von der wahren Buße. 8. Ach! meine Greuel all. zumal schåm' ich mich zu bes tennen: als deren weder Maaß noch Zahl; ich weiß sie kaum zu nennen: doch ihrer keiner ist zu klein, der mich nicht schon für sich allein von dir, o HErr, kann trennen. 9. Bisher hab' ich in Sichers heit fast unbesorgt geschlafen. Ich dacht': Es hat noch lans ge Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 10. Dieß alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir gerspringen, ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen: es regt sich wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wol len mich verschlingen. 13. HErr JEsu Christ, ich flieh' allein zu deinen tiefen Wunden, die sollen meine Zus flucht seyn, und bleiben alle Stunden: dir ist ja, o du Gottes Lamm! der Menschen Sünd' am Kreuzesstamm, ju tragen aufgebunden. 9 14. Dieß stelle deinem Ba ter für, daß er sein Herze lente, und gnådig wiederkehr' zu mir, nicht meiner Schulden denke: auf daß er meiner Sünden Last, die du auf dich genommen hat, ins tiefe Meer versenke. 15. Hierauf will ich nun jederzeit mit Ernst und Sorg falt meiden der schndden Lüste Eitelkeit, und lieber alles lei den, denn daß ich Sünd' mit Willen thu': ach HErr, gib du stets Kraft dazu, bis ich von hinnen scheide. 407. 11. Esu, Seele folcher Noth? nichts helfen I haft durch deinen bittern Thor' und Riegel: wo flich' ich hin? o Morgenroth, hätt' ich doch deine Flügel! verbir ge mich, o fernes Meer, be: Decket mich, fallt auf mich her, ihr Klippen, Berg' und Hügel! Tod, aus des Teufels finstern Höhle und der schweren Sün dennoth, kräftiglich herausge, rissen, und mich solches lassen wissen, durch dein angenehmes Wort: sey doch jetzt, o Gott, mein Hort! 12. Ach! nur umsonst; und könnt' ich gar bis in den Him: mel steigen, und wieder in die Hill', allda mich zu verkrie, chen, neigen: so würde mich doch deine Hand da finden, und von meiner Schand' und großen Sünden zeugen. 2. Treulich haft du ja ge suchet die verlohrne Schäfe lein, als sie liefen ganz verflu chet in der Hölle Pfuhl hin ein: ja du, Satans Uebers winder, hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 3. Ach! und Bekehrung. no 3. Ach! ich bin ein Kind in den Streit, daß ich schier der Sünden, ach! ich irre weit und breit, es ist nichts an mir zu finden, als nur Un gerechtigkeit: all' mein Tich, ten, all' mein Trachten heißet unsern Gott verachten; bds, lich leb' ich ganz und gar, und sehr gottlos immerdar. 4. HErr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir: das zwar, was wir Wollen nennen, halt' ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen, und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll, was ich nicht will, thu' ich wol. 5. Aber, HErr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler seyn, mein Gemüth ist ganz zerriffen durch der Sün. den Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sors gen, ach! vergib mir das ver. borgen: rechne nicht die Miss sethat, die dich, HErr, erzür, net hat. 6. JEsu, du hast wegges nommen meine Schulden durch dein Blut, laß es, o Erlöser! kommen meiner Seligkeit zu gut: und dieweil du, so zer: schlagen, hast die Sünd' am Kreuz getragen; ey so sprich mich endlich frey, daß ich ganz dein eigen sey. 153 7. Weil mich auch der Höls le Schrecken und des Satans Grimmigkeit vielmals pflegen aufzuwecken, und zu führen muß unterliegen: ach so hilf, HErr Jesu siegen. O du meine Zuversicht, laß mich ja verzagen nicht! 8. Deine rothgefärbte Wuns den, deine Nägel, Kron' und Grab, deine Schenkel, veft ges bunden, wenden alle Plagen ab. Deine Pein und blutig's Schwißen, deine Striemen, Schlåg' und Rigen, deine Marter, Angst und Stich, o HErr JEsu, trösten mich. 9. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht ents fliehen kann, ach! so wollest du mich retten, und dich meis ner nehmen an. Du allein, HErr! kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seyd von mir noch nie erkannt. 10. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest mei. ne Pein: es ist nichts in meis nem Herzen, als dein herber Tod allein. Dieß mein Herz mit Leid vermenget, das dein theures Blut besprenget, so am Kreuz vergoffen ist, geb ich dir, HErr JEsu Christ. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu' erfüllen, was du selber haft gesagt, daß auf dieser weiten Erden keiner soll vers lohren werden, sondern ewig leben wohl, wenn er nur ist Glaubens voll. 57 12. HErr! Von der wahren Buße 12. HErr! ich glaube, hilf 5. O Jesu, deine Lieb' ist mir Schwachen, laß mich ja groß! ich komm' mühselig, verderben nicht: du, du kannst nackt und bloß, ach! laß mich mich stärker machen, wenn Gnade finden. Ich habe, lei mich Sünd' und Tod anficht. der! mich verirr't, ach nimm Deiner Güte will ich trauen, mich auf, weil ich verwirr't im bis ich frölich werde schauen Strick und Neß der Sünden. dich, HErr JEsu, nach dem Streit, in der süßen Ewigkeit. 6. Ach! wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Ab grund schier, ach! laß mich wiederkehren zu deiner Heerde, nimm mich an, und mach' mid frey vom Fluch und Bann, dieß ist nur mein Begehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig seyn, und du mein treuer Hirt' allein, im Leben und im Sterben! laß mich vom eiteln Weltgesind' ausgeh'n, und mich als Gottes Kind, um dich, mein Schat, bewerben. 154 408. 3br Mel. Kommt her zu mir, 2c. hr armen Sünder, kommt zu Hauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf, mühselig und beladen! Hier Sffnet sich das JEsusherz für alle, die in Reu' und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! drum komm, dein JEsus will und kann dich retten und umarmen. Komm weinend, komm in wahrer Buß', und fall' im Glauben thm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt' verläßt sein Schäflein nicht, dem's in der Irr' an Hülf' gebricht, er sucht es mit Verlangen: er låsset neun und neunzig steh'n, und sie gar in der Wüste geh'n, das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste JE: sus Christ das Schåfiein, das verlohren ist, bis, daß er's hat 8. Ich will von nun an sa gen ab der Sündenlust bis in mein Grab, und in dem neuen Leben, im Schmucke der Ge rechtigkeit, dir dienen noch die turze Zeit, die mir zum Heil gegeben. 9. 2ch! nimm mich an, denn ich bin dein, und laß mich sicher bey dir seyn! Dir, HErr, ich mich befehle: be wahre mich vor Sündenwerk, und gib mir deines Geistes Stårt', am Leib und an der Seele. 409. gefunden: so laß dich finden, el. Christus, der uns selig x. liebe Seel'! und flieh' in JE su Wundenhöhl', noch sind die Gnadenstunden. Oder: Christe, wahresSeelen 2. DiebsterBater! ich dein Kind, komm' zu dir geeilet, weil ich und Bekehrung. ich sonsten niemand find', der laffe dich eher nicht; ich hans mich Armen heilet: meine Wunden sind sehr groß, groß sind meine Sünden; mach' mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Führ'st du våterlich Ge schlecht, und hast Vatersitten; ey so hab' ich Kinderrecht und darf kühnlich bitten: denn den Kindern steht es frey, Båter anzuflehen: Vater, deine Bas 8. Ach! sey gnådig, ach! tertreu laß mich Armen sehen. 3. Liebster Vater, willst du dich Bater lassen nennen; en so mußt du lassen mich Bater. finn erkennen: denn das wå re viel zu schlecht, bloßen Nas men führen, und nicht thun nach Baterrecht, was sich will gebühren. vergib, was ich mißgehandelt, weil ich nach der Sünden Trieb oftermals gewandelt. Meine Sünde ich versenk', HErr, in deine Wunden, ach! derselben nicht gedenk', laß sie seyn vers schwunden. 4. Nun, so nimm dich meis ner an, wie die Våter pfles gen; meine Buß und Thrås nenbahn laß dich doch bewes gen; meine Sünden bringen Schmerz, die ich hab' begans gen: ach! du liebstes Vaters herz, laß mich Gnad' erlangen. 9. Klagt mich mein Gewiss sen an, und will mich verdam, men; ruft es laut: Du bist der Mann! werth der ew'gen Flammen: ey, so denk' nach deiner Huld, daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld Christi Blut, gewaschen. 5. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen: ge wie die Klett' am Kleid', bis ich Gnad' von dir erlange. 7. Du bist Gott, und heißest gut; weil du Gutthat übest, und, gleich wie ein Vater thut, deine Kinder liebest: dieser Gutthat laß mich auch, Vas terherz! genießen, laß auf mich, nach deinem Brauch, deine Gnade fließen. an der nicht vergeblich pochen. Laß die matten Seufzer doch durch die Wolken dringen, und von deinem Himmel noch Hülfe zu mir bringen. 155 6. Ich laß' doch nicht eher ab, bis du mir gewähret Gna: de, die ich von dir hab' innigs lich begehret: segne mich, ich 410. Mel. O Gott, du frommer Gott. Oder: AchJesu, deffen Treu' c. nein mein Herz hat mich vers lassen, ich bin in höchster Angst, und auf der Trauer Straßen: die Sonne scheint mir nicht, der Tag wird mir zur Nacht, die Freude wird zu Leid, ich weine, wenn man lacht. 2. Gott, ich weiß, daß du auf die Berlaß'nen blickest, und Von der wahren Buße fühlet Himmelsfreud'. und die bekümmert sind, mit fe Trost, so schwindet alles Leib, wahrem Trost erquickest: ich so hat mein Herze Ruh', und ruf' aus Herzensgrund; ers hdre mein Geschrey, und hilf, daß mein Gebet nicht ganz vergeblich sey. 3. Dich such' ich in der Noth, ich hebe meine Hände zu dir gen Himmel auf: vom Himmel Hülfe sende. Wenn ich betrübet bin, so denk' ich stets an dich, mein Herze seufs zet stets: Wenn trdstest du denn mich? 156 8. Wie war doch ehemals mein Herz voll deiner Gün wie ruhig war mein Geist, wie jauchzte mein Gemüthe, als id in meinem Gott und Heiland immerdar empfunden Füßen Trost, und voller Friede war! doch dir, o großer HErr, weil du so hoch mich lieb'st, kommt nur alleine zu, daß du so hos hes gibst. 9. Ich weiß, wie herrlich ist, was ich verlohren habe, darum verlang' ich so nach die ser Himmelsgabe; mein Herze bebt in mir, als wie vom Wind das Schilf: Ach HErr, gib deinen Trost, und komm mit deiner Hülf. 4. Gib meiner Seele Kraft, daß ich kann überwinden, laß nach dem Schrecken doch mich Gnade wieder finden. Es ist mein Bitten zwar nicht klein und nicht gering; doch du, o großer Gott, gibst lauter große Ding'. 5. Die Hülfe, die ich will, der Trost, den ich verlange, ist dein geliebter Sohn, um diesen ist mir bange. Und warum sollt' ich nicht verlangen diesen Held, den du erkohren hast zum Helfer aller Welt? auch hab' ich nicht verdient, feit, ich falle dir zu daß sie mir werd' geschenket, D 6. Zwar ist die Gabe groß 412. und größer, als man dentet, Mel Ach Gott, vom Zimmel x. Vater der Barmherzig, Fuße: verstoß' den nicht, der zu dir schreyt, und thut noch endlich Buße: was ich began gen wider dich, vergib mir alles gnädiglich, durch deine große Güte. 10. Sie kommt, ich fühl es schon: o laß mich dich um fangen! ach! weiche nicht von mir, mein Heiland, mein Ver, langen. Nun scheinet durch die Nacht das frohe Lebens licht, ich lebe jetzt auf's neu', und fürchte kein Gericht. 411. O Christe, Morgensterne! 7. Nach deiner Gütigkeit komm' ich zu dir getreten, und bitte, schenke mir, warum du 2. Durch deiner Allmacht wirst gebeten: gib deiner Hül. Kraft und That nimm von und Bekehrung. mir, was mich quålet: durch 413. deine Weisheit schaffe Rath, Owüster Sünder! denkst duzc. woran es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stårk', daß mit dir ich all' meine Werk' anfange und vollende. 3. OJEsu Christe, der du haft am Kreuze für mich Ar. men getragen aller Sünden Last, wollt meiner dich erbar: men. wahrer Gott, o Da vids Sohn, erbarm' dich mein, o HErr, verschon'! hör' an mein kläglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theu res Blut, dein Leiden, Pein und Sterben, mir kommen träftiglich zu gut: ach! laß mich nicht verderben. Bitt' du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Ge. bühr, wie ich es hab' ver: schuldet! 5. O heil'ger Geist, du wah, res Licht, Regierer der Ges danken, wenn mich die Sün. denlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken: verleihe, daß ja nimmermehr Begierd' nach Wohllust, Geld und Ehr' in meinem Herzen herrsche. 157 6. Und wenn mein Stünd, lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trug und List, durch Christi Sieg, mag dämpfen: auf daß mit Krankheit, Angst und Noth, und dann der letzte Feind, der Tod, nur sey die Thür zum Leben. 414. Psalm 51, 12, 14. Mel. Sun freu't euch, lieben 2c. ( chaff' in mir, Gott! ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet: es fühlt der Sünden großen Schmerz, die ihm sind: angeerbet, und die es hat gethan ohn' Scheu. Ach! mache, daß es wieder sey, iote du es erst erschaffen. 2. Gib mir auch einen neuen Geist, der, wie du, sey gefinnet, der stets dir anhang' allermeist, und was du willst, beginnet: gib, daß er hasse Fleisch und Blut, den Glaus ben zeig' durch sanften Muth, Zucht, Demuth, Hoffnung, Liebe. 10/3. Verwirf von deinem Ans gesicht, ob ich es gleich verdte. net, mich, allerliebster Bater! nicht, weil JEsus dich verfüh net. Ach! laß doch nun und nimmermehr mich, dein Kind, fallen also schwer, daß du mich gar verwürfest. 4. Den heil'gen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich, als nie ents führt von dir, stets deine sey und bleibe: beherrsche mein Herz, Sinn und Muth, durch deinen Geist, so ist es gut, im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergib die Sün den! 158 Von der wahren Buße den! und suchet meine Seele dich, so laß dich von ihr finden: durch dein Verdienst, HErr JEsu Christ, darinnen Trost und Leben ist, hilf wider Tod und Hölle. 6. Dein Freudengeist er: halt' mich doch, stårt' mich mit Freudendhle, daß ich, frey vom Verzweiflungsjoch, ervet te meine Seele: sey du mein Freund, o HErr, allein; ach! laß mich deine Freunde seyn! Erhöre mein Begehren! 415. Sey mir doch gnädig, o mein: c. frdlich seyn auf Erd'; und wenn ich Lebens müde werd alsdann will ich bekehren mid Gott wird wol mein erbarmen sich. 4. Wahrist's, Goit ist zwa stets bereit dem Sünder mi Barmherzigkeit: doch, we auf Gnade sündig't hin, fähn fort in seinem bösen Sin und seiner Seele selbst nicht schont, der wird mit Ungnal abgelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesager Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat e nicht gewollt, ob du bis mor gen leben sollt: daß du mußt 416. Siehe! ich gefall'ner Knecht. sterben, ist dir kund, verbor ngen ist die Todesstund'. 417.6. Heut' bebst du, heut' be Mel. Vater unser im Zimmelr. S o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, viel mehr ist dieß mein Wunsch und Will', daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dieß Wort bedenk', o Menschenkind! verzweifle nicht in deiner Sünd': hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen d theuren Eid. O selig, dem die Sünd' ist leid! 6) kehre dich, eh' morgen kommt, kann's ändern sich: wer heur ist frisch, gesund und roth, if morgen krank, ja wol gar todt. So du nun stirbest ohne Buf', dein Leib und Seel' dort leis den muß. 7. Hilf, o HErr JEfu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir, und Buße thu' den Augenblick, eh' mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut' und jederzeit zu meis ner Heimfahrt sey bereit. tr 418. Der 6. Pfalm. 3. Doch hüte dich vor Sis cherheit, denk nicht: Es ist traf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, ver noch gute Zeit, ich will erst schone! ach, laß mich nicht seyn und Bekehrung. 159 4. Ach! sieh' mein' Gebeis ne an, wie sie all' erstarren, meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harren: ich vers schmacht', Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thránengüssen. 5. Ach! ich bin so můd' und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen: wie so lang' machst du bang' meiner armen Seele in der Schwer, muthshöhle? oben, wie auch Christo gleis cher Weis, der all'zeit zu lo. ben. Heil'ger Geist, sey ge preis't, hoch gerühm't, geeh. ret, daß du mich erhöret. seyn verlohr'n, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd' dich entzünd't, hat sie Zorn verdienet, dein Sohn hat's verfühnet.hu jo 419. 2. HErr, wer denkt im To. de dein? wer dankt in der Hils le? rette mich aus jener Pein, rette meine Seele! daß ich dir Weh' mir! daß ich so oft zc. 420. für und für, auch an jenem o ist mein Schåflein, das ic. Tage, höchster Gott, lobsage. A 3 Beig' mir deine Baters huld, start' mit Trost mich Schwachen: ach! HErr, hab' mit mir Geduld, mein' Gebei, ne krachen: heil' die Seel' mit dem Dehl deiner großen Gnas den, mend' ab allen Schaden. 18421. bin mit Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. o soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? wo soll ich Rettung finden? wenn alle Welt herkáme mein' Angst sie nicht wegnahme. 2. O JEsu! voller Gnad', auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen Troft und Erquickung fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd', so viel ihr'r in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten! Nunmehr darf ich freudig hier vor sein Antlig treten! Teufel, weich), Hölle, fleuch! was mich vor gefrån: tet, hat mir Gott geschenket. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergoffen mir zu gut, wasch' ab all' meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr'r nicht mehr gedenke, in's Meer sie tief verfente! 5. Du bist der, der mich tröst't, weil du mich haft ers 7. Bater! dir sey ewig Idst: was ich gesündigt habe, Preis, hier und auch dort hast du verscharrt im Grabe, da 160 Vom wahren Glauben. 6. Ist meine Bosheit groß, ich ihr'r doch los, Vom wahren Glauben. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 422. dak o es is wenn ich dein Blut auffaſſe, Aufseit, zu suchen die Gerechtigkeit, die Christus ha erworben, der durch sein Blut verdorben. gemachet gut, was Satan hat da hast du es verschlossen, da wird's auch bleiben müssen. und mich darauf verlaffe: wer sich zu dir nur findet, all' Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles, mir zu gute, erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde, Tod, Teufel, Hou und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär', darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen, dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trot bald schwei: gen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stårt' und Kraft, daß es kann ganz alleine die Welt von Sünden reine, ja gar aus Teufels Rachen frey, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dich, HErr Christ! verlaß ich mich: jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ' auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich môg' alles mei: den, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaaß ewig bleibe. Ang nó L 2. Du warst des Schöpfers schönstes Bild, mit Lieb und Licht von ihm erfüllt, als a dich erst formirte: und seine Hand in solchem Stand dich, einer Braut gleich, zierte. 3. Doch sieh', wie durc der Schlange List du bald her aus gefallen bist aus diesem schönen Orden, wie du ein Kind der schndden Sünd', des Todes werth geworden. 4. Da lieg'st du nun in deis nem Blut, getrennt von Gott, dem höchsten Gut, und dessen Licht und Leben, der dir dafür, das glaube mir, des Todes Lohn könnt' geben. 5. Schau' aber den im Glau ben an, den Gott gesetzt zum Helfersmann, JEsum, den Schlangentreter: der selbst für dich geopfert sich; der, der ist dein Erretter. 6. Geh' hin, und falle ihm zu Fuß', und sprich in wah rer Herzensbuß': HErr, tilge meine Sünden, denk' nicht daran, was ich gethan; ach! laß mich Gnade finden. 7. Bringst Vom wahren Glauben. 7. Bringst du ein recht stum sich verläßt, auf sein Ver zerknirschtes Herz, das seiner Sünden Quaal und Schmerz erfährt, und mit Vertrauen zu JEsu flicht, und den an sieht, so darf dir fort nicht grauen. dienst kann bauen, der wan delt in des Glaubens Licht, und wenn des Todes Macht einbricht, ist er ohn' Furcht und Grauen. 8. Dieß Opfer ist Gott ans genehm, und du bist also recht bequem, an Christi theuren Schäßen, die seine Treu' dir schenket frey, dich innig zu ers gözzen. 3. Das aber ist kein Mens schenwerk: Gott muß es uns gewähren; drum bitt', daß er den Glauben stårk', und in dir woll' vermehren: laß aber auch des Glaubens Schein in gus ten Werken an dir seyn, sonst ist dein Glaube eitel. 9. Desselben rein und theus res Blut, so er vergossen, dir zu gut, wird heilen deine Wuns den; dieß ist der Saft, der Heil und Kraft dir giebet alle Stunden. 10. Drum auf, o Mensch! denn es ist Zeit, geh', suche die Gerechtigkeit, die Christus dir erworben; so kommest du zu Fried' und Ruh', und bleibest unverdorben. 423. Der falschen ChristenSchaarsc. 424. Mel. Tun freut euch, lieben 2c. er Glaub' ist eine Zuvers sicht zu Gottes Gnad' und Güte: der bloße Beyfall thut es nicht, es muß Herz und Gemüthe durchaus zu Gott gerichtet seyn, und grüns den sich auf ihn allein, ohn' Wanken und ohn' Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt, und vest im völligen Vertrauen, auf JEsum Chri. 161 4. Es ist ein schändlich bd fer Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und gehen auf der Sünder Bahn, das Chri sten nicht kann ziemen: wer das thut, der soll wissen frey, daß sein Glaub' nur sey Heucheley, und werd' zur Höll' ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst seyn angelegen, daß er aufrichtig, wo er ist, sich halt' in Gottes Wegen, daß sein Glaub' ohne Heucheley, vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey, und vor dem Nächsten leuchte. 425. Es ist das Heil uns kommen her, aus Gnad' und lauter Güte: die Werk' die helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten: der Glaub' sieht JEsum Christum an, der hat genug für uns gethan. Er ist der Mittler worden. 2. Was L 162 Vom wahren 2. Was Gott im G'sets ges boten hat, da man es nicht konnt' halten, erhob sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalte; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'ses erfordert allermeist, er war mit uns verlohren. 3. Es war ein falscher Wahn dabey, Gott hätt' sein G'seh drum geben, als ob wir möchten selber frey nach sei nem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sünd'ge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dies felbe Art aus eig'nen Kräften laffen, wiewol es oft versuchet ward, doch mehrt' sich Sünd' ohn' Maaßen. Sie nahm Ur fache am Gebot, das drohte mir den ew'gen Tod, weil ich der Sünde diente. 5. Noch mußt' das G'setz erfüllet seyn, sonst wär'n wir all' verdorben: darum schickt' Gott sein'n Sohn herein, der selber Mensch ist worden, das ganz' G'set hat er erfüllt, da mit sein's Baters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun er füllet ist durch den, der es fonnt halten; so lerne nun ein frommer Christ, des Glaus bens recht' Gestalte: nicht mehr, denn, lieber HErre mein! dein Tod soll mir das Leben seyn, du haft für mich bezahlet. Glauben. 7. Daran ich keinen Zwei fel trag', dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du, das kein Mensch verzag', das wirk du nimmer lügen. Wer glaubt an dich, und wird getauft, dem selben ist der Himm'l erkauft daß er nicht werd' verlohren. 8. Der ist gerecht vor Got allein, der diesen Glauben fa set: der Glaub' gibt aus von ihm den Schein, so er dit Werk nicht låffet. Mit Gott der Glaub' ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Gut's thun, bist du aus Gott gebohren. 9. Es wird die Sünd durchs G'seß erkannt, und schlägt das G'wissen nieder: das Evangelium kommt zu Hand, und stärkt den Sünde wieder, es spricht: Nur freud zum Kreuz herzu, im G's ist weder Rast noch Ruh' mit allen seinen Werken. 19. Die Werk die kom men g'wißlich her aus einem rechten Glauben: denn das nicht rechter Glaube wär', dem man die Werk' wollt' rauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabey wit Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusaget: wenn das ge schehen soll zur Freud', sest Gott tein g'wisse Tage, weiß wohl, wenn's am be sten Vom wahren Glauben. ften ist, und braucht an uns tein' arge List, deß soll'n wir ihm vertrauen. 12. Ob sich's anließ, als wollt' Er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo Er ist am besten mit, da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser seyn, und ob dein Herz språch' lauter nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sey Lob und Ehr' mit hohem Preis, um dieser Guts that willen, Gott Vater, Sohn, heiligem Geist! der woll' mit Gnad' erfüllen, was Er in uns ang'fangen hat, zu Ehren seiner Majestát, daß g'heiligt werd' sein Name. 163 Glauben, den mir noch will dazu der arge Feind wegrauben: in solcher Noth, o Gott! weil ich auf dich allein vers traue, wollest du mein treuer Helfer seyn. 3. Ach! reiche du mir doch, HErr, deine Gnadenhånde, hilf meiner Schwachheit auf, und Stärkung mir zusende: ob schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube ist sehr klein, so laß ihn doch bey mir in stetem Wachsthum seyn. 426. Mel. O Gott, du frommer Gott. Err, allerhöchster Gott! von dem wir alle Gas ben, und was uns núßlich ist, durch Christum müssen haben: Ich Sünder klage dir, daß leider! ich nicht kann dich, wie ich gerne wollt', im Glauben beten an. 4. Ich bin zwar schwach, doch sey der Glaub' in mir geschäftig, und deine Stärk' und Kraft sey in mir Schwas chen mächtig: ach zeuch mich hin zu dir, HErt, meine Zus versicht! daß sich vermehr' in mir des wahren Glaubens mel 14. Sein Reich zukomm', sein Will' auf Erd' g'scheh wie in's Himmels Throne, das tåglich' Brod ja heut' uns Licht. werd', woll'st unsrer Schuld 5. O frommer Gott, der verschonen, als wir auch une sern Schuld'gern thun, laß nicht Versuchung auf uns ruh'n, lss' uns vom Ulebel. Amen. du ein Fünklein angezündet des Glaubens, blaf es auf, daß, wenn sich Noth einfindet, ich wohl gerüstet sey, und gute Ritterschaft ausübe allejeit, durch dieses Lichtes Kraft.i 6. HErr JEsu, blicke bu mich an, aus lauter Gnaden, wie dort das arme Weib von Cana, das beladen mit vielem Unglück war: vertritt du mich ben Gott, damit mein schwas cher Glaub' nicht werde hier zu Spott. 34 7.0Ach lieber HErr! wie 2. Ich glaube ja zwar du für Petrum haft gebeten, wohl, doch mit sehr schwachem daß er nicht möchte ab, vom L2 wah. 164 Vom wahren Glauben. wahren Glauben treten: so bitte auch für mich, der du mein Mittler bist, weil es dein Wille ja, und mir ersprieß lich ist. 8. Erhdre mich, mein Gott! mein Gott, mich doch erhöre! mert auf mein Flehen, und der Bitte mich gewähre, daß ich des Glaubens Ziel, der Seele Seligkeit, erlange dort einmal bey dir in Ewigkeit. 427. HErr, ich bekenne mit dem zc. 428. Ich Erbe, was erkühn' ich zc. 429. Rein Mel. Err JEfuChrist, dich zc. Dein größrer Trost kann seyn im Schmerz, als daß man Gottes Vaterherz durch seinen Sohn darf sprechen an, der allen Zorn abwenden kann. 2. Wie ofte kommt man, durch den Sohn befördert, vor des Königs Thron: manch Sünder, der den Tod ver dient, wird durch des Rich ters Kind verfühnt. 3. So wird auch ein leib eig'ner Knecht bey seinem Herrn oft bracht zurecht, und wird gestellt auf freyen Fuß, da er sonst ewig dienen muß. 4. Dieß tröstet mich, o froms mer Gott! der ich beschwer't mit großer Noth, daß ich vor deine Majestät in deines Soh. nes Namen tret. in 5. Aus Lieb' zu ihm sey gnådig mir, mich aus dem Sündenkerker führ': des Teu fels Bande reiß' entzwey, mach meine Seel' zum Leben frey. 6. 3war mein Verdienst und Würdigkeit droht mir den Tod und alles Leid: doch dei nes Sohnes Tod und Blut macht mich vor dir gerecht und gut. 7. Wen könnt' ich sonsten bringen dir, der dein Herz neis gen möcht' zu mir, als den, der für die Schuld der Welt ist worden selbst das Lösegeld? 8. Drum sieh', o Gott! hier ist dein Sohn, mein ein' ges Heil, mein Gnadenthron, der sich selbst aufgeopfert hat am Kreuz für meine Misse that. 9. Der nicht versöhnet wer den darf, ob das Gesetz ist noch so scharf: Er selber hat sein eigen Blut vergossen reich: lich mir zu gut. 10. Und dieß sein Opfer ist so groß, daß ich werd' aller Sünden los: ein Opfer, das dir wohl gefällt, dadurch ver föhnt ist alle Welt. 11. Das unbefleckte Lamm ist hier, das meine Sünde nahm von mir: das Lamm, das seinen Mund nicht rührt, da man es hin zur Schlacht bank führt. 12. Der gar nichts Uebels hat gethan, den man mit Recht Vom wahren Glauben. 165 Recht nicht tadeln kann, der in Demuth vor dir zeigt; hat die schwere Sündenlast sprich: Ja, du bist's, die ich der ganzen Welt auf sich ge erwähle. faßt. 3. Sey gnådig, JEsu, vole ler Güte, dem Herzen, das nach Gnade lechz't, das sich nur tröstet deiner Güte, und, sey mir Armen gnådig! åchz't. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du ungnådig seyn dem, den dein Blut von Schuld und Pein erlds't, da es so reich ges flossen? 4. Ich fall' in deine Gnas denhånde; was hått' ich, Ars mer, außer dir? gerechter Kdnig, wende, wende dich wieder gnadenvoll zu mir! Ich bin gerecht durch deine Wun den, es ist nichts sträflich's mehr an mir. Bin aber ich versöhnt mit dir: so bleib' ich auch mit dir verbunden. 13. Durch seine Wunden sind wir heil, und haben jetzt am Himmel Theil. Darum, o Gott! erbarm' dich mein, der ich vor dir mit ihm er. schein'. 14. Ach! laß es kommen mir zu statt, was er am Kreuz erworben hat: ich seh' all' meine Hoffnung drauf, hilf meinem schwachen Glau ben auf. 15. Gott, mein Vater, mich regier', HErr JEsu, hilf mir, und mich führ', o heil' ger Geist, mein Herz beweg', daß ich stets geh' auf rechtem Weg'. 430. Dein JEsu, dem die Se: raphinen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlig dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht: wie sollten blöde Fleischesaus gen, die der verhaßten Sün: den Nacht mit ihrem Schats ten trüb' gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligthum, und laß mich deine Gnad' erquicken, zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Scepter meiner Seele, die sich, wie Esther, vor dir neigt, und sich 5. Ach! laß mich deine Weisheit leiten, und nimm ihr Licht nicht von mir weg: stell' deine Gnade mir zur Seis ten, daß ich auf dir beliebtem Steg', beständig bis ans Ende wandle, damit ich auch in dieser Zeit in Lieb und Hers zensfreundlichkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich' mir die Waffen aus der Höhe, und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg' und stehe, wenn Stårk' und Lift der Feinde wacht: so wird dein Gnadens reich auf Erden, das uns zu L 3 deis 166 Vom wahren Glauben. deiner Ehre führt, und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähi' es, HErr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb' ehmals vers laffen des Himmels Pracht und deine Kron': so würd'ge auch mein Herz, o Leben! und laß es deinen Himmel seyn, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig' hinauf zu dir im Stauben, steig' du in Lieb' herab zu mir! laß mir nichts diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, eh ren, so lang' in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb' auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. 431. Mel. Sun laßt uns den Leib zc. Mei ein'm lieben Gott ergeb' ich mich, weil er all'zeit so väterlich und gnådig sich mir hat erzeigt, und stets zu helfen ist geneigt. 2. Sein' Hülf' beut er mir selber an. Er, der mich nicht verlassen kann, spricht: Rufe in der Noth zu mir! Christus, mein Sohn, soll helfen dir. 3. Ach Gott, wie ist mein Glaub' so schwach! der Geist dem Fleische folget nach, es herrscht die sündliche Begier, das Böse ist zu stark in mir. 4. Der Zweifel trifft mit oft das Herz, Gesetzes Fluch erregt viel Schmerz, es treibt und mahnt ohn' Unterlaß, nun fordert's dieß, nun fors dert's das. 5. Ach! meine Kraft ist viel zu schwach, dem Guten recht zu streben nach: ich leis der! bin zu sehr verderbt, die böse Lust hab' ich ererbt. 6. O! wie ist das so schwe re Pein, nichts haben, und viel schuldig seyn, und da auch feine Hoffnung ist, daß man abzahle eine Frist. 7. HErr Gott, die Schuld bekenn' ich dir, ach! geh' nicht in's Gericht mit mir, ich will dir bringen einen Mann, der hat für mich genug gethan. 8. O Bater! nimm den Bürger an, denn Er allein bes zahlen kann, mit fein'm Ge borsam und Geduld, was Adam und auch wir verschuld't. Heil und Trost, der mich durch 9. Auf ihn feg' ich mein sein Blut hat erlöst, und nehm' an die Gerechtigkeit, die er mir selber anerbeut. 10. Die kannst du ja ver, schmähen nicht, dieweil es ihr an nichts gebricht: sein Opfer willst du sehen an, und was er sonsten hat gethan. 11. Daß ich durch ihn der Sünden frey, in deinem Reich Miterbe sey, und bir, mit al lem Vom wahren Glauben. lem Himmelsheer, mdg' ewig du vergossen, auf daß in dei. singen Preis und Ehr. nen Wunden ich bleib all'zeit eingeschlossen; und durch den Glauben auch die Welt, und was dieselb' am höchsten hält, nur für Verlust stets achte. 6. War' auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merte, woll'st du doch in mir machtig seyn, daß deine Gnad' mich stårke, die das zerbrochne Rohr nicht. bricht, das glimmend' Tocht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 432. Mel. Ach Gott, vom Zimmel 2c. Gottes Sohn, HErr JEsu Christ, daß man recht könne glauben, nicht je dermannes Ding so ist, noch standhaft drin zu bleiben: drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewähr, und daß ich dein verharre! 2. Lehr' du, und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o JEfu Christe, dich, den Sohn des Höchsten nens ne, daß ich auch ehr' den heil': gen Geist, zugleich gelobet und gepreis't, als drey in eis nem Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil das wahr' Er, tenntniß finden, wie der nur an dir habe Theil, dem du ver, gibst die Sünden. Hilf, daß ich's such', wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deis nem Wort, in's Herze es wohl fasse; daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß dieß mir zuge: rechnet werd' zur Seligkeit, wenn mich beschwert der Sün. den große Menge. 167 5. Den Glauben, HErr, laß trösten sich des Bluts, so 7. Hilf, daß ich stets forgs fältig sey, den Glauben zu bes halten, ein gut Gewissen auch dabey, und daß ich so mög' walten, daß ich sey lauter jes derzeit, ohn' Anstoß, mit Ge. rechtigkeit erfüllt und ihren Früchten! 8. HErr, durch den Glau ben wohn' in mir, laß ihn sich immer stårken, daß er sey fruchtbar für und für, und reich in guten Werken: daß er sey thårig durch die Lieb', mit Freuden und Geduld sich üb', dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß einst an meis nem Ende ich übe gute Ritters schaft, zu dir allein mich wen. de, und wenn nun kommt die Todesnoth, des Glaubens End' durch deinen Tod, die Seligkeit erlange. 10. HErr JEsu, der du angezünd't das Funklein in 24 mir 168 Vom wahren Glauben. mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir find't, das woll'st du stärker machen: was du gefangen an, vollführ' bis an das End', daß dort bey dir auf Glauben folgt das Schauen. 433. D Mel. Aus tiefer oth schrey' ic. HErr, mein Gott! ich hab' zwar dich durch mich erzurnen können: wie ich versöhne dich durch mich, vermag niemand zu nennen. Doch tröst't mich, daß dein liebstes Kind, an dem man nichts fündhaftes find't, ist mein Erldser worden. 2. Vom Himmel ist er wils liglich auf Erden zu mir kommen, und hat mein Fleisch und Blut an sich, aus großer Lieb' genommen, daß er mich Schwachen heilen möcht, und dir für das ein Opfer bråcht', was dich zum Zorn gereizet. 3. Dazu hat dich ein Mensch bewegt, dich mußt' ein Mensch versöhnen; durch's Kreuze, das er willig trågt, mußt' er den Zorn ablehnen. Zu deiner Rechten zeigt er dir jetzt immerdar, wie er sich mir mit Freundschaft hat vers bunden. 4. Sieh', dieß ist meine Zu versicht, dieß ist mein ganz Vers trauen: willst du, gerechter Gott, mich nicht, den Sünder, mehr anschauen, so sieh mich doch in Gnaden an, weil dein Sohn g'nug für mich gethan, und meine Sünd' gebüßet. 5. Sieh' an, o Vater! deis nen Sohn, sey gnådig deinem Knechte, weil er ward Mensch, ach! so verschon', straf' nicht nach strengem Rechte: wenn du sieh'st seine Nägelmaal', laß meine Sünden ohne Zahl darin verborgen bleiben. 6. Wie milde ist das Blut, o Gott, von deinem Sohn ge flossen! Auf dieß sich hin bey meiner Noth, weil er's für mich vergossen. Weil dich der Mensch erzürnet hat, so laß dich deinen Sohn zur Gnad hinwiederum bewegen. 7. Sehr groß ist's, was ich oft und viel mit Sünden hab' verschuldet; jedoch ich nicht verzagen will, weil Chris stus hat erduldet gehorsamlich den bittern Tod, und mir das durch, o trener Gott, die Su ligkeit erworben. 8. Groß ist mein' Ungerech tigkeit, die deinen Zorn erwe cket: sein Unschuld aber ist das Kleid, damit sie wird bes decket. Kein Mensch so große Sünde find't, die nicht in Christi Tod' verschwind't, der unser Bruder worden. 9. Wer ist so sehr in dieser Welt durch Hoffart aufger schwellet, den Christi Niedrig feit nicht fåll't, wenn man ſie ihm vorstellet? Des Todes Macht ist so groß nicht, der Tod am Kreuz sie ganz zers bricht, Bom wahren Glauben. bricht, den Gottes Sohn ers niß überdeckt: Gnade, Gnade litten. din ist zu finden wider das, was dich erschreckt. Hier ist der Held, der die Sünde übers wunden, uns von aller Schuld entbunden: sie ist gefäll't. 10. Ja, wenn man Christi Gnad' und Huld, und aller Menschen Sünden auf gleiche Wage legen sollt', so würde sichy befinden ein solcher großer Un terscheid, als zwischen Nacht, und Tageszeit, als zwischen Holl und Himmell 11. Darum, o du liebreicher Gott! deß Gnad' nicht auszugründen, durch deines Sohnes Blut und Tod vev gib mir meine Sünden; laß durch sein' Unschuld meine Schuld, durch sein Geduld mein' Ungeduld, gånzlich ge tilget bleiben. 12. Gib seine Demuth mir zum Schuß, die mich für Stolz behüte; fein sanfter Muth steur meinem Truß, laß mich seyn voller Güte: er fey mir all's, was ich bedarf, so wird kein Unglück seyn so scharf, das mich verdammen möchte. 434. Mel. Auf! hinauf zu deiner ic. chwing' dich auf! o mei ne Seele! steig aus deinem Staub' empor; fleuch aus deiner Schwermuthshdh. le; dein Licht bricht mit Glanz hervor: Gott ist dein Heil, der dir lauter Freude bringet, daß dein Herz frohlockend sin. get: Gott ist mein Theil. 2. Bist du gleich beschwert mit Sünden, mit Verdamm. 169 3. Alles, alles ist besieget, was dir die Verdammniß droht: Christi Leiden übers wieget alle Sünden, Angst und Noth, ja selbst den Tod. Drum so laß dein Herze sprine gen, und vor Freuden immer singen: Versöhnt ist Gott! 4. Dadurch mußt du übers winden, kleid' dich nur in Christum ein, durch Betrache tung deiner Sünden geht nicht auf der Gnadenschein. Er ist das Licht, an dem muß das Herz sich weiden, so entstehen ew'ge Freuden, und sonsten nicht. 5. Moses Strahlen sind zum Schrecken, die uns unsere Ges stalt und des Herzens Grund aufdecken, wie wir gegen Gott so talt. Er treibt das Herz durch Bedroh'n, zu Furcht und Stöhnen, um nach Christo sich zu sehnen, in Reu' und Schmerz. 6. Diesen zieh' denn an im Glauben, gehe von dir sel ber aus: sein Verdienst laß dir nicht rauben, so vergehet Furcht und Graus. Er ist der Mann, der dein Herz weiß zu erquicken, und den Stein, der dich mag drücken, bald heben kann. 25 435 170 Vom wahren Glauben. 435. Uebergroße Wundergüte zc. 436. Versuchet euch doch selbst zc. dhe( Siehe Nro. 1085.) 437. Mel. Zerzlich lieb hab' ich ic. or G'richt, HErr JEsu, steh ich hie, ich beug' in Demuth meine Knie und seuf ze mit Wehtlagen: mein' große Sånd' und Missethat mich Angstig't und verdammet hat; doch will ich nicht verzagen. HErr JEsu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Günden rein, weil ich vest glaube, und dabey im Herzen habe wahre Reu': HErr JEsu Christ, deß dank' ich dir:,: ich will mich bessern, hilf du mir. 438. Wenn das nagende Gewissen. 439.8 Mel. Mein Zerzens- Jsu zc. Oder: ErrJefuChrist, du zc. getragen: er hat mit dir ver söhnet mich, da er am Kreuz ließ tddten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein Herz und Muth mit kindli chem Vertrauen: auf dieß sein rosinfarb'nes Blut will ich mein' Hoffnung bauen, das e für mich vergossen hat, gewa schen ab die Missethat, und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquid ich mich, und komm' zu dir mit Freuden, ich suche Gnad' des müthiglich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir er worben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Ge rechtigkeit, die vom Gesetz her rühret; wer sich in eig'nem Werk erfreu't, wird jammer, lich verführet: des HErren JG su Werk allein, dieß macht's, daß ich kann selig seyn, der ich's mit Glauben fasse. W o nicht enn dein herzliebster 440. wår' auf Erden kommen, und Mel. Uus tiefer oth schrey' u. 2. Jetzt aber hab' ich Ruh' und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst hätt', als ich in Sünden todt, Mo foll ich bin? wer h mein nicht angenom: men; so müßte ich verlohren seyn, ich müßte leiden ew'ge Pein, um meiner Sünde willen. fet mir? wer führet mich zum Leben? zu niemand, HErr, als nur zu dir, will ich mich hinbegeben: du bist, der das Verlohrne sucht; du seg nest das, so war verflucht; hilf, JEsu, dem Elenden! 2. HErrr, meine Sünden angsten mich, der Leib des To des Vom wahren Glauben. des drücket den Geist. Ach. cet meiner Sünden Last, sie Gott! erbarme dich, so wird låst mie feine Ruh' noch mein Geist erquicket. Du Rast: würd' sie mir nicht bes weiß'st es wohl, was mir ge. nommen, so müßt' darunter bricht, ich bin entfernt von ich vergeh'n, ich könnte vor deinem Bicht hilf, JEsu! Gott nicht besteh'n, vor dem dem Betrübten! die Himmel selbst nicht rein, ich müßt' ein Kind der Hölle seyn. HErr JEsu Christ, mein Trost und Licht:: ers quicke mich, und laß mich nicht. 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt den Geist nur allzusehr: du, HErr, woll'st es zerbrechen. Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab' vers schuld't, vielmehr, daß seine Gnad' und Huld mir Armen wieder würd' zu Theil; mach' mich durch deine Wunden heil, HErr JEsu Christ, und für mich bitt':,: wenn Satan wider mich auftritt. e 3. Du sprichst, ich soll mich fürchten nicht; duruf'st: Ich bin das Leben! drum ist mein Trost auf dich gericht't, du kannst mir Gnade geben. Im Tode willst du bey mir steh'n, in Noth mit Gnaden auf mich seh'n: hilf, JEsu, dem Zerknirschten! 4. Bist du der Arzt, der Stranke pflegt? wohl mir! du hilf'st mir, Armen. Bist du der Hirt, der Schwacheträgt? du wirst dich mein erbarmen. O JEsul steh' mir Schwa, chen bey, daß sich mein Herz in dir erfreu': hilf, JEsu, dem Zerschlag'nen! 5. Jch thue nicht, HErr, was ich soll, wie kann es doch bestehen? es drücket mich, das weiß'st du wohl, wie wird es endlich gehen? Ich, Armer, ach! wer wird mich doch erld: sen von dem Todesjoch? Ich danke Gott durch Christum. 441. Matth, 11, 28:30. Mel. Herzlich lieb hab' ich ic. 3₁ u dir, HErr JEsu, kom, me ich, nachdem du selbst so gnädig mich zu dir hast heißen kommen. Mich drů, 171 3. Zu dir steht meine Zus versicht, ich weiß von keinem Helfer nicht, ohn' dich, o Arzt der Sünder! all' andre hels fer sind zu schlecht, du bist als lein vor Gott gerecht, des Tos des Ueberwinder, die Freystadt und der sichre Ort, das veste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gnadens thron, des Vaters Herz und liebster Sohn. HErr JEsu Christ, das glaube ich:,: ach! stårt' in solchem Glauben mich. 4. Hine 172 Vom chriftlichen Leben 4. Hinfort will ich nun je derzeit auf mich zu nehmen seyn bereit dein Joch, die sanfs te Bürde. Darunter find' ich Fried und Ruh', ich wachs' und nehm' im Guten zu, und ob ich d'runter würde aus Schwachheit, die dir ist be, kannt, ermüden; wird doch deine Hand mir immer wie der helfen auf, um zu vollen: den meinen Lauf. HErr JEsu Christ, durch dich allein:,: kann ich hier und dort selig seyn. Vom Christlichen Leben und Wandel. 442. Mel. Rommt her zu mir, ic. Ich Gott! gieb du uns deis ne Gnad', daß wir all Sünd' und Missethat bußfers tiglich erkennen, daß wir an JEsum gläubig seyn, durch ihn einzig diene dir, die Sünde flieh': ach, laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh'. 2. Dir öffne ich des He zens Thür, ach komm und woh ne du bey mir, nimm es 34 deinem Tempel ein, und es deine Wohnung seyn. 3. Laß deines guten Ge stes Licht, mich führen ste so irr' ich nicht, erleuchte mein Herz und Gemüth, o Gott nach deiner großen Güt'. 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgu und Segen reich, gib Weis heit, Stärke, Rath, Verstand, aus deiner milden Gnaden hand. 5. So will ich deines No mens Ruhm ausbreiten, all dein Eigenthum, und diese achten für Gewinn, wenn i nur dir ergeben bin. 445. von Schuld und Sünde rein, Mel. ErrJesu Christ, mein's dich unsern HErren nennen. Erneure mich, o ew'ges lidt! 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort, zu ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geift regier', auf eb'ner Bahn zum Himmel führ', durch JE sum Christum. Amen! und laß von deinem An gesicht mein Herz und Sed mit deinem Schein durchleuch tet und erfüllet seyn. 2. Ertddt' in mir die schn de Lust, feg' aus den alten Sündenwust: ach! rust' mic aus mit Kraft und Muth zu streiten wider Fleisch und Blut. 443. Allein auf Gott setz' dein zc. 444. Mel. Err JEfuChrist, dich zc. 3. Schaff' in mir, HErr! in reines Herz, HErr, den neuen Geist, der dir mit schaff' in mir, daß ich nur Lust Gehorsam leist, und nichts, als und Wandel. als nur was Du willst, will. 4. Laß mich am Tage dei Ach! HErr, mit ihm mein Herz erfüll'. 4. Auf dich laß meine Sins nen gehn, laß sie nach dem, was droben, steh'n, bis ich dich schau', o ew'ges Licht, von Ans gesicht zu Angesicht. ner Ruh mit Andacht vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu, mit Danken und mit Beten: daß ich hab' alle Lust an dir, dein Wort gern höre, und dafür herzinniglich dich preise. 446. Gedenke mein, Jehovah zc. 447. HErr Christ, aus Gott zc. 448. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. bot', darnach wir sollen leben, woll'st du mir, o ges treuer Gott, ins Herze selber geben: daß ich zum Guten willig sey, mit Sorgfalt und ohn' Heucheley, was du be fiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau', allein dich fürcht' und liebe, auf Menschen Hülf und Trost nicht bau', in deiner Furcht mich übe, daß großer Leute Gnad' und Gunst, Ges walt, Macht, Reichthum, Wiß und Kunst, mir nicht zum Ab, gott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Gnas denbund aus deinem Wort ers kenne, auch nicht unnüßlich mit dem Mund', HErr, deinen Namen nenne, daß ich bedenke alle Tag', wie stark mich meine Taufzusag' zu deinem Dienst verbinde. 173 5. Die Eltern, Lehrer, Obrige keit, die vorgesetzt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mir's wohlgeh' auf Erden: für ihre Treu' und Fleiß laß mich, auch wenn sie werden wunderlich, gehorsam seyn und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eig'ne Rach, aus Zorn und Feindschaft, übe, dem, der mir anthut Hohn und Schmach, verzeihe und ihn liebe: sein Glück und Wohlfahrt jedem gönn', auch schau', ob ich ihm dienen könn', und thu' es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk' der Fins sterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich nicht für die Luftfeuch' muss der Hölle Quaal dort leiden: schaff' in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort' und Scherz, nebst andern Sünden fliehe. 8. Gib, HErr, daß ich mich redlich nåhr', und böser Rånke scháme, mein Herz vom Geiz und Unrecht kehr', auch nichts durch List hinnehme: und von der Arbeit meiner Hånd' was übrig ist, auf Arme wend christlichen Leben 174 Vom wend', und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, von ihm abwens de Schmach und Schimpf; doch Böses nicht gut heiße, Gib, daß ich lieb' Aufrichtig: keit, und Abscheu habe jeder zeit an Lästerung und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen, noch begehren: was aber mir von nöthen thut, deß woll'st du mich gewähren; doch daß es niemand schädlich sey, ich auch ein ruhig Herz dabey, und dei: ne Gunst behalte. 12. Drum gib du mir, von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke; verleih', D JEsu, Gottes Sohn, daß ich thu' rechte Werke: o heil', ger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen, und als mich, ohn' Falsch, den Nächs sten liebe. sicht, dir hab' ich mich en ben, verlaß, verlaß mich nich ach laß mich deinen Wil beståndiglich erfüllen, du m ner Seele Zier! 449. HErr Gott, der du Himmel zc. 450. Ho Mel. Err Christ, der ein'ge ic. Err JEfu Christ, mein Leben und ein'ge Zuvers 2. Ach! schenke deine Lie mir deinem Eigenthum: daß ich nicht betrübe dich, mein Preis und Ruhm; laß mich an dir hangen, i Herzen dich umfangen, den du bist liebenswerth. 11. Ach! HErr, ich wollte Reich der Herrlichkeit. deine Recht', und deinen heil'. 4. Uch! laß mich all gen Willen, wie mir gebühret, bleiben ein grüner Neb deinem Knecht, ohn' Mangel dir, dir will ich mich versch gern erfüllen: so fühle ich, ben, ach! weiche nicht m was mir gebricht, und wie ich mir: ich bleib' dir ganz erg das geringste nicht vermag ben, im Tod' und auch im! aus eig'nen Kräften. ben, bleibst du mein Tr mein Licht. 3. Hilf, daß in deiner Lie ich bleibe für und für. ist, das mich betrübe, we ich mich halt' zu dir? Ach! mich mit dir sterben, m nachmals auch ererben t 5. Nun, JEsu, sey m Leben, mein Alles ganz alle nach dir laß mich stets strebe so werd' ich selig seyn; ad laß mich dich stets suchen, un alles das verfluchen, was mid von dir hält ab. 6. Gib, daß ich mein Ve trauen nur set' auf dich d lein, HErr, laß mich auf die schauen, und warten all'e dein: ja, laß mich dich stet oben, hier und hernach bo oben, in alle Ewigkeit. 7. Meir und Wandel.d 7. Mein Heiland, du woll'st auf daß ich mich forthin zu kommen, ja komm! ach kom: me doch, erlöse deine From men von ihrem Sündenjoch: Ach! JEsu, komm und dam pfe das Fleisch, gib, daß ich tämpfe allein durch deine Kraft. deinem Dienst ergebe, und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 8. Nun, Bater, h& r' mein Lallen: mein JEsu, meine Bitt' laß dir doch nicht miß fallen, und selber mich vers tritt: Gott heil'ger Geist, er fülle mein Herz, daß ich sey stille, und all'zeit lobe dich. 451. HErr JEsu Christ, mein c. 452. HErr JEsu, ew'ges Licht zc. ( Siehe Nro. 1086.) 453. 5 Err JEsu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht! laß Leben, Licht und Wonne mein bisdes Angesicht nach deis ner Gnad' erfreuen, und meis nen Geist erneuen: mein Gott, versag' mir's nicht. 2. Bergib mir meine Sünden, und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden, und hilf mir gnådiglich: laß deine Friedensgaben mein ars mes Herze laben, ach! HErr, erhöre mich! 3. Vertreib' aus meiner Seelen des alten Adams Sinn, und laß mich dich erwählen, 175 4. Beförd're dein Erkennt niß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß, HErr, durch dein heil'ges Wort: damit ich an dich glaus be, und in der Wahrheit bleibe, zu Troß der Hölle Pfort. 5. Im Kampf mit bösen Lüften, mit sündlicher Begier, woll'st du mit Kraft mich růs sten, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, was böse ist verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig moge wallen auf rechter Lebens e Bahn. 7. Nun, HErr, verleih' mir Stårke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu'! wend' allen Seelenschaden, und mach' mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh' mir kräftig bey. 454. 176 Vom christlichen Leben 454. Mel. So ist denn nun die 2c. Err, lehr' mich thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führ' mich auf eb'ner Bahn, daß ich dich mehr und mehr erkennen kann, und mit dem Sinn schon in dem Himmel wallen. Hilf, daß ich fort und fort am Glauben stärker werd', verleugne stets mich selbst, verleugne Welt und Erd'. 2. Kein Heuchelschein, kein kalt noch laulich's Wesen, be, flecke meinen Geist; Aufrich, tigkeit und rechter Ernst sey meine Frömmigkeit; nach dei nem Sinn, den wir im Worte lesen, regiere meinen Gang, daß ich durch dein Geleit, auf rechtem Wege geh', in Lieb' und Thätigkeit 3. Gib, daß ich stets in als lem Thun bedenke, ob deine Ehr' desselben Entzweck sey? ob ich was thu', das mich am End' gereu'? ob ich mich stets nach meinem Taufbund lenke? ob ich auch immer mehr von dir mich heil'gen laff'? ja, ob vielleicht noch heut' der Tod mich mache blaß? dessen, was dahinten ist, ver ges", und mir das vorgesteckt Kleinod nur erles'. 5. Daß du, mein Gott, er füllest all's in allen, und daß du auch allgegenwärtig bist, und deinem Aug' gar nichts verborgen ist; das zieh' mich ab, in Sünde nicht zu fallen: dein Name werd' mir groß, dein Zorn mir nicht zu Theil, und deine Gnade sey mein Schuß, mein Trost und Heil. 6. Auch was du willst, da vor laß mir nicht grauen, nichts scheuen, und wenn es auc wår' der Tod: mach' alle Macht der Feinde selbst zu Spott, gib, daß ich nur allein dir mög' vertrauen: ich weiß, du weiß'st vielmehr die Sorge, die uns plagt, verläß'st, ver saum'st uns nicht, gleichwiede zugesagt. 7. Laß mich schon hier von deinen Gütern schmecken, ach! laß schon hier mich speisen deine Kraft, bis mich dein Wil gar in den Himmel schafft, da ein Lob wird das andere erwecken, da die Vollkommen heit ist ew'ge Freud' und Licht, da ich in Klarheit schau' dein herrlich's Angesicht. 455. 4. Mein Seligseyn laß mich mit Zittern schaffen, mein höchst und ein'ges Gut sey du nur, Gott; die Eitelkeit sey mir Inge nur Land und Spott: laß mich in diese Welt mich Mel. O Gott, du frommer erzallerliebster Gott, de Leben, Leib, Seele und Vernunft aus Gnas nicht vergaffen: gib, daß ich den haft gegeben, regiere ferner and und Wandel. ner mich durch deinen guten Geist, daß er in allem Thun mir Kraft und Beystand leist'. 2. Hilf, daß ich allezeit des Fleisches Lüfte meide, hingegen emsiglich des Geistes Werke treibe, und gute Ritterschaft ausübe, auch dabey in Hoffs nung immer stark und vest ges gründet sey. 3. Sib, daß ich als ein Christ, wie Christus, mich bezeige, und meine Ohren stets zu seiner Lehre neige. Im Glauben stårke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhålt. 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Liebe, und gib, daß ich zugleich am Näch: sten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück demüthig mdge seyn. und schützen Tag und Nacht, daß meine Tritt nicht gleiten: du wollest meine Burg und Schuß in Nöthen seyn, wenn ich in meinem Amt ausgehe oder ein. and he to 8. Zuletzt erlöse mich von allem Kreuz und Leiden, und wenn ich soll einmal von dies dser Welt abscheiden, so stehe du mir bey mit deiner Gnas denhand, und führe mich hins auf in's rechte Vaterland. 456. Menschenkind. 457. Mel. un danket alle Gott. 5. Verleihe, daß ich stets nach deinem Reiche ringe, auf daß dein Segen sich zu mir herunter dringe: wer nach dem Ewigen vor allen Dingen tracht't, der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. 6. Haß, Falschheit, Uebers muth, und Heucheley daneben, laß ja nicht an mir seyn in meinem ganzen Leben: List, Unrecht, Frevel, Geiz und Uns barmherzigkeit sey ferne weg von mir, o Gott, zu aller Zeit. 7. Mit deiner rechten Hand, HErr, wollest du mich leiten, 177 Ich armes danke dir, mein Gott! daß du mir haft gegeben den Sinn, der gerne dir will hier zu Ehren leben; regier nun auch mein Herz, steh' mir bey früh und spat; in allem meinen Thun gib selber Rath und That! 2. Laß mein Vorhaben stets auf deine Augen sehen, die merken, was ich thu, und was von mir geschehen; laß die Ge danken stets auf dieser Probe steh'n: Gott sieht's, Gott hört's, Gott straft's, du kannst ihm nicht entgeh'n. 3. Lehr' mich bedenken wohl in allen meinen Sachen: Ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen? Ist's denn auch recht, ob's gleich die Menschen sehen. nicht? ist's recht vor Gott? ist's recht vor seinem Angesicht? m 4. Ach! 178 Vom christlichen Leben 4. Ach! führe mich, mein Gott! und laß ja nicht gesche hen, daß ich sollt' ohne dich nach eignem Willen gehen! denn wo ich selbst mich führ' stürz' ich mich in den Tod: führ'st du mich aber, HErr, so hat es keine Noth. 5. HErr! verlaß mich nicht, entbinde mich von Sün den, daß ich nicht suche mich, nur dich: so werd' ich finden der Seele wahre Ruh'. Sucht ich sie ohne dich, so würde sie gewiß niemals beglücken mich. 6. Laß deine Gnad' an mir doch ja nicht seyn verge: bens! erfülle mich vielmehr, mit Kräften deines Lebens, so, daß ich meine Seel' in Ewigkeit erhöh', und ich mich auch in dir hier glücklich fühl' und seh'. 459. Mel. Ach was soll ichSünder ic. Oder: Unerschaffne Lebens 2c. sey, Fleisch und Blut bleibt Fleisch, und thut nimmer gut. 3. Mein Gott, hilf du mit ausrotten alles Unkraut, Haf und Neid, Hochmuth, Unger rechtigkeit, laß mich nicht mit Sünden spotten, mach' du mein Herz tåglich neu, mac mich aller Bosheit frey. Esus selbst, mein Licht, mein Leben, JEsus, mei nerSeelezier, spricht: Kommt her, lernt all' von mir. JEfus, dem ich mich ergeben, mein Heil und Gerechtigkeit, lehrt mich selbst die Frömmigkeit. 2. Ach! wie ist mein Herz verderbet, wie vest hält das Sündenband Leib und Seel', Sinn und Verstand! Was von Adam angeerber, sündlich We 4. Pflanz' in mein Herz und Gemüthe deine große Freundlichkeit, die Geduld und Frömmigkeit, deine Liebe, dei ne Güte, Andacht, Treu' und Heiligkeit, Wahrheit und Ge rechtigkeit. 458. 6. Führe mich auf deinen JEsu, meines HerzensFreude. Wegen, gib mir deinen gu ten Geist, der mir Hülf' und Beystand leist', laß mich deine Gnad' und Segen stets em pfinden früh und spat, segne Denken, Wort und That. 7. Bis ich endlich werde kommen aus der Unvollkom menheit zu des Himmels Her lichkeit, da ich denn mit allen Frommen deine große Gütig keit preisen will in Ewigkeit. 5. Laß mich dir zu ehren leben, JEsu, meines Herzens Licht, mein Trost, Heil und Zuversicht, laß mich dir allein ergeben, laß mich sterben die ser Welt, laß mich thun, was dir gefällt. 460. Mel. Wer nur den lieben 2. Oder: Ach! sagt mir nichts x. ein Gott, du weiß'st am allerbesten das, was mir, gut ma ad und Wandel. gut und nüßlich sey, du kannst allein mein Heil bevesten, weg mit dem eigenen Gebäu! gib, HErr, daß ich auf dich nur bau', und dir mit ganzem Herzen trau'. 2. Reiß' alles weg aus meis nerSeelen, was dich nicht sucht und deine Ehr': ja wollt' es sich mir auch verheelen, so prüfe selbst je mehr und mehr mein' innere Beschaffenheit, und gib mir Herzens Redlichkeit. 3. Daß ich könn' in der Wahrheit sprechen: Du bist mein Abba, Licht und Heil; du heileft alle mein' Gebrechen, und schenkest mir an Christo Theil; du bist mein allerbe: ster Freund, der's all'zeit herz, lich mit mir meint. 179 6. Du, unerschaffnes höchs stes Wesen, haft vor der Welt an mich gedacht, und, da ich gar noch nicht gewesen, den liebevollen Schluß gemacht, daß ich in Christo dein soll seyn, und frey von aller Höllenpein. 7. Dein Kind, mein JE sus, hat vollendet, was du beschlossen vor der Zeit, hat Schuld und Strafe abgewens det, und mir geschenkt die Ser ligkeit. Dein Geist, der mir dieß macht bekannt, ist alles dessen Unterpfand. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst soll sagen von deiner Treu', die ich verspürt, da du mich haft in meinen Tagen bis hieher wunderbar geführt: ja dort bey dir in Ewigkeit ist mir das Beste noch bereit. 4. Denn kann ich dich nur Vater nennen, o Abgrund der Barmherzigkeit! so muß mir alles nützen können, was man sonst heißet Kreuz und Leid; 9. Nun, HErr, ich falle dir zu Füßen, und bitt', o als lerhöchstes Gut, laß mich wie Wachs doch ganz zerfließen in dieser deiner Liebesglut. Ach! gib, daß wahre Gegentreu' doch stets in meiner Seele sey. denn auch das Bittre wird 10. Und weil ich auf so viele versüßt, wenn man nur deine Huld genießt. 5. Drum gib, daß ich recht findlich glaube, und nur fein frisch und unverzagt, jedoch in Demuth, mir zuschreibe, was mir dein heilig's Wort zusagt. Dein Geist erkläre meinem Geist, was deine Batertreue heißt. Weise, mein Vater, bin dein Eigenthum, so gib, daß ich auch dir zum Preise, und deis nes großen Namens Ruhm, dir diene in Gerechtigkeit, und dir beliebter Heiligkeit. 11. Du mußt das Gute selbst vollbringen in Worten, Werken und Verstand; drum reiche mir in allen Dingen aus Gnaben deine Baterhand: denn hier gilt nicht, wer laus fen kann, es kommt auf dein Erbarmen an. M 2 12. Legst 180 Bom Christlichen Leben 12. Legst du was auf, so hilf's auch tragen, gib nur Ge duld in Leidenszeit, und sey in gut und bösen Tagen mein Trost, mein Rath und meine Freud'. Gib Demuth, Eins falt, Lieb' und Zucht: was falsch und hoch ist, sey ver, flucht. 13. Nun, Amen! es sey vest geschlossen: nur daß des heil'gen Geistes Kraft bleib' über mir stets ausgegossen, als welche alles Gute schafft; so bleibt's in Ewigkeit dabey, daß du mein und ich deine sey. 461. O Durchbrecher aller Bande. 462. du frommer bu Brufalatot, ben! ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gefunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein' unver: leßte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebüh. ret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet: gib, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen: laß tein unnüßes Wort aus meis nem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Berdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen: gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath er. find'. 5. Laß mich mit jedermann in Fried' und Freundschaft les ben, so weit als christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabey, daß von unrechtem Gut nichts unters menget sey. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringst, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen, so gib Geduld: vor Sünd' und Schanden mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf, zu deinen Freuden: dem Leib ein Näumlein gonn' bey frommer Christen Grab, auf daß er seis ne Ruh' an ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag' aufwecken, so thu' auch deine Hand zu meinem Grab' ausstrecken, laß hören deine Stimm', und meis nen Leib weck' auf, und führ ihn und Wandel. ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 463. O Herz des Königs aller Welt. 464. DJEsu, meiner Seele Leben. 464. Psalm 51, 12. 18. Mel. Mein Jesu, dem die 2c. reines Wesen, lautre O Quelle, o Licht ohn' alle Dunkelheit! vor deinen Aus gen, die so helle, ja heller als die Heiterkeit des großen Welts lichts, ist entdecket des Herzens lichts, ist entdecket des Herzens angeborner Wust, und wie so manche schnöde Lust den edlen Geist bisher beflecket. 2. Wenn nur ein reines Herz zu schauen gewürdigt wird dein Angesicht, so kommt mir billig an ein Grauen, wenn ich auf mich mein Auge richt'; mit Wehmuth seh' ich mein Verderben; doch aber schrey ich, HErr, zu dir: Ein reines Herze schaff in mir, das Bose laß in mir ersterben. 3. G'nug, das es ist dem Feind' gelungen, von dir, mein Gott, mich abzuzieh'n; von nun an laß mich unbezwungen dagegen seiner Lift entflieh'n, und wapne mich mit Kraft und Stärke, durch den gewissen neuen Geist, darum dein Wort uns bitten heißt, in dir zu thun all' meine Werke. 181 4. Hat meine Schuld und Ulebertreten mich unwerth deis ner Sunft gemacht; so tret ich doch zu dir mit Beten, und sage: Ach! HErr, hab' nicht Acht auf das, was ich gesün digt habe, im Zorn verwirf, verwirf mich nicht von dir und deinem Angesicht; ein Blick von deiner Huld mich labe. 5. Dein Geist, den du mir haft geschenket, das edle theure Liebespfand, das unsern Geist mit Wohllust trånket, und flie hen heißt des Fleisches Tand, laß nicht von mir genommen werden, vielmehr damit versiegelt seyn mein Herz, bis dies ser Bau fällt ein, und du mich nimmst von dieser Erden. 6. Weil sich auch noch in mir befindet das Zagen, das die Sünde bringt, wenn sie im Kampf uns überwindet, und unter ihre Macht uns zwingt: so woll'st du, HErr, mit Troft der Freuden, der aus dem Brunn des Lebens fleußt, vere binden den verwund'ten Geist, und so beschließen dieses Leiden. 7. Ich bleib' an deiner Gnade hangen, und senke mich in ihren Bund, des Innern heim lichstes Verlangen ist dir, dem Herzenskünd ger, fund; du wirst auch, solches zu vollbrin gen, den Geist der Freud und Willigkeit, mir mitzutheilen seyn bereit; dafür will ich Lobs lieder singen. 466-470. M 3 Bom 182 Vom Gebet. 5. JEsu, dieß ist deine Leh re, schreib' sie mir in's Her hinein, damit ich niemals aufhdre, anzuklopfen und zu schrey'n. Ja du woll'st selbst für mich bitten, Gnad' und Segen auf mich schütten, da für will ich für und für Halle luja bringen dir. Vom Gebet. 471. Matth. 7, 7: 11. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. Bitte ittet, so wird euch gege: ben, was nur euer Herz begehrt; was zu dies' und je nem Leben nüglich ist, wird euch gewährt; sucht mit Fleiß, so werd't ihr finden Rath und Troft für eure Sünden: klopft Der HErr ermahnt uns 2. bey Gott im Glauben an, so wird euch bald aufgethan. 472. 2. Denn wer bittet, der er: langet, was sein Glaube hofft und will; wer Gott sucht und ihm anhanget, findet seiner Gnaden Füll; wer mit rechtem Ernst antlopfet, dem bleibt nimmermehr verstopfet Got: tes Ohr, das alles hört: sein Leid wird in Freud' verkehrt. 3. Welcher ist wol von euch allen, so sein Sohn von ihm heischt Brod, der ihm einen Stein zufallen låßt in seiner Hungersnoth? oder so er zu ihm tråte, und um einen Fisch ihn båte, der ihm bråchte auf den Tisch eine Schlang' für einen Fisch? 4. So denn ihr, die ihr doch Sünder, und aus argem Saamen seyd, könnt begaben eure Kinder mit den Gütern dieser Zeit; vielmehr wird auf euer Bitten euer Gott und Bater schütten über euch den heil'gen Geist, den er euch durch mich verheißt. 473. ir, dir, Jehovah, will ich singen, denn wo if doch ein solcher Gott, wie du? dir will ich meine Lieder brin gen, ach! gib mir deines Gei stes Kraft dazu, daß ich thu' im Namen JEfu Chrif so, wie es dir durch Ihn ge fällig ist. 2. Zeuch mich, o Bater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne, und meine Sinnen und Verstand regier', daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl, und dir darob im Her zen sing' und spiel'. 3. Verleih' mir, Höchster! solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; s preiset dich mein froh Gemi the, und ich bet' dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn Vom 4. Denn der kann mich bey dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, der lehret mich recht- gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe JEsu Christi sey, daher ich Abba, lieber Vater! schrey'. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet, durch deines heil'gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vater herz und wallet ganz brün, stig gegen mich vor heißer Lieb, daß mir's die Bitte nicht ver: sagen kann, die ich nach dei nem Willen hab' gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht't, und wird gewiß von dir erhd. ret, weil es im Namen deines Sohn's geschicht, durch wel chen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe! drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jeder: zeit, die gibst du, und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 8. Wohl mir! ich bitt' in JEsu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt: in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Gebet. Glauben bitt': wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! 183 474. Mel. Uus tiefer Toth schrey' 2c. Oder: Mein Zerzens- Jesu, 2c. ott, unser Vater! der du hoch erhaben, und schauest, was auf Erden ist: von dem wir alles haben: HErr, unser Trost und Zuversicht! zu dir ist un ser Herz gericht't: Erhdr³ uns, deine Kinder! 2. Dein heil'ger Name sey'sallein, dem wir die Ehre geben, und den wir alle insgemein mit Freudigkeit erheben: daß deine Weisheit, Macht und Treu' wir rühmen, und ohn' Heucheley dir und dem Nächsten dienen. 3. Laß uns in deinem Gnadenreich des heil'gen Gei stes Gaben, dein Wort und Lieb' und Hoffnung haben. dessen Kraft zugleich, Glaub', Des Satans Sündenreich zers stor', schüß deine Kirch', und sie vermehr', in Einigkeit und Wahrheit! 4. Dein Will' geschehe für und für, im Himmel und auf Erden, daß unser Will' und bds Begier dadurch gebros chen werden. Verleihe uns in Freud' und Leid ein ruhig Herz, das jederzeit, was du willst, uns gefalle! M 4 5. Gib Vom Gebet. 5. Gib uns heut unser tågs keit, das Reich, die Macht lich Brod, durch Arbeit unsrer die Ehre. Hände: Pest, Krankheit, Feu'r und Wassersnoth, und was sonst schad't, abwende: gib treue Obern, Fried und Heil, auch jedem sein bescheis den Theil, und daß uns d'ran genüge! 6. Vergib uns alle unsre Schuld, und sündhaft böses Leben: hilf, daß mit Liebe und Geduld wir andern auch vers geben. Ach! übe an uns keine Rach, und laß uns Unrecht, Troß und Schmach dem Näch. sten auch verzeihen. 184 7. In der Versuchung, HErr, uns stårk, und hilf uns überwinden das Fleisch, die Welt, des Satans Werk, und was uns reizt zu Günden; daß, wenn uns Wohlluft, Ehr' und Geld wird süß und listig vorgestellt, wir doch darüber fiegen. 8. Von allem Uebel, Angst und Noth in Gnaden uns er lose, daß uns im Leben und im Tod, nicht schaden könn der Böse: gib, daß wir freu: dig und getrost, wenn uns gleich manches Kreuz zustoßt, des Glaubens End erhalten. 9. Dieß alles, Bater, wer de wahr, du wollest es erfül: len; erhör und hilf uns im merdar, um JEfu Christi wil len: denn dein, o HErr! ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigs 475. Mel. Vater unser im Zimmer. Herr Err, der du Gnad' und Bater, Sohn und heil'ge: Hülf' verheiß'st, Gott Geist, du heiligste Dreyeinig teit, erbarm' dich deiner Chri stenheit: erbarm' dich, HE, du treuer Gott, erbarm' dich, HErr, in aller Noth. Gott! verschon', und nach Ver 2. Verschon' uns, Sott, ad dienste uns nicht lohn'; gu dent' an deine große Gnad', verzeih' uns unsre Missethat: gib, daß uns Ehr', Gut, Seel und Leib, durch deine Hülf ohn' Schaden bleib'. 3. Wir bitten dich, o Va ter, noch, um Christi willen, hilf uns doch: durch seine Lei den, Angst und Noth, durch seine Wunden, Kreuz und Tod, melgang, hilf uns all' unser auch Aufersteh'n und Him Lebelang. 4. Verleihe, daß, bey rei ner Lehr', auch Gottesfurcht sich bey uns mehr'; daß man die Jugend wohl erzieh', all Aergerniß und Sünde flich: hilf, daß mit Schanden unter geh'n, die deinem Worte wi dersteh'n. 5. Laß die Regenten insge samt sorgfältig seyn in ihrem Amt; die Obrigkeit an unſerm Ort beschüß und segne immers fort; Vom Gebet. fort; gib heilsam friedlich Res giment, Pest, Theurung, Un, glück von uns wend'. 6. All' denen, die in Nöthen seyn, mit Rettung, Hülf' und Trost erschein'; zerbrich das Joch, nimm weg die Laft, das mit du sie beleget hast. Durch deine Allmacht, Gut' und Treu', von Plag' und Drangfal sie befrey. 7. O JEfu Christe, Got: tes Sohn; o JEsu Christ, du Gnadenthron; o JEfu Christ, du Gotteslamm, das aller Welt Sünd auf sich nahm, erbarme dich, hör' unsre Bitt', erbarme dich, gib deis nen Fried'! 8. HErr, der du Gnad' und Hülf verheiß'st, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, du heiligste Dreyeinigkeit, erbarm' dich deiner Christenheit, er barm' dich, HErr, du treuer Gott, erbarm' dich, HErr, in aller Noth. 476. HErr, hdre mich, und 2c. 477. O Gott, der du in Liebesbr. 478. Mel. Ach Gott, vom Zimmel zc. Bater, unfer Gott, es iſt unmöglich auszugrün den, wie du recht anzurufen bift, Vernunft kanns gar nicht finden. Deßhalben gieß', wie du verheiß'st, selbst über uns 185 aus deinen Geist der Gnad' und des Gebetes; 2. Daß er mit Seufzen träftiglich mög' uns bey dir vertreten, so oft wir kommen, HErr, vor dich, zu danken und zu beten: laß nicht nur plaps pern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer Gott, wir rufen. 3. Zieh' unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen, und thu' uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daß dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lipe pen nah', und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrs heit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn' frem. des Denk- und Tichten: gib uns des Glaubens Zuversicht, daß, was wir bitten, zweifeln nicht, durch Christum zu ers halten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit noch Maaß im Beten dir vor schreiben, anhalten ohne Uns terlaß; bey dem allein auch bleiben, was dir gefällt, was deine Ehr' und unsre Wohlfahrt mehr und mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Thun nicht bauen; laß einzig deiner großen Gut' uns ganz und gar ver trauen. Ob wir es gleich nicht würdig seyn, so wollest du aus M 5 Gnad 186 Vom Gebet. Gnad' allein der Bitt' uns doch gewähren. 7. Du, Vater! weiß'st, was uns gebricht, weil wir noch sind im Leben, es ist dir auch verborgen nicht, in was Ge fahr wir schweben: um Bey: stand flehen wir dich an, dein Vaterherze uns nicht kann verlassen, deine Kinder. 8. Wir haben ja die Freu: digkeit in JEsu Christ' eme pfangen, der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlan gen. Drum laß hier und an allem End' uns stets aufhe: ben heil'ge Hånd', ohn' allen Zorn und Zweifel. 9. Dein Nam', o Gott! geheiligt werd', dein Reich laß zu uns kommen, dein Will' geschehe auch auf Erd', gib Brod, Fried', Nuß und Frommen, all' unsre Günde uns verzeih', steh' uns in der Versuchung bey, erlös' uns von dem Uebel. 10. Dieß alles, Bater, werde wahr, du wollest es er füllen; erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! Denn dein, o HErr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Kraft, die Ehre. ich dir, du Menschensohn! laß dich finden, laß dich fin den, von mir, der ich As und Thon! 2. Sieh' doch auf mich HErr, ich bitt' dich, lenke mig nach deinem Sinn! dich allei ne ich nur meine, dein erkauf ter Erb' ich bin: laß dich fin den:,: gib dich mir, und nimm mich hin. 3. Jch begehre nichts, HErre, als nur deine free Gnad', die du giebest, den du liebest, und der dich liebt in der That: laß dich finden:: der hat alles, wer dich hat. 4. Himmelssonne, Seelen wonne, unbeflecktes Gottes lamm! Meine Seele dich nur wähle, dich, o hölder Brau tigam! laß dich finden:,: star ker Held aus Davids Stamm. 5. Hor', wie klåglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demüthig und weh. müthig deines Kindes Stim me klingt! laß dich finden:;; denn mein Herze zu dir dringt. 6. Dieser Zeiten Eitelkei ten, Reichthum, Wohllust, Ehr' und Freud', sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit: laß dich finden:,: großer Gott! ich bin bereit. TEOR 479. Lieb', hier bin ich, Ehren. 480.43 nen Thron, schwache Thrä: V mort uns lehren, daß tonig, lege mich vor dei. Mel. JEfu, meine Freudej 20. ater aller Ehren, laß bein nen, tindlich Sehnen, bring' dein Vom dein Reich hier sey; es ge scheh' dein Wille; unsern Hunger stille; mach' uns Sünden frey; gib uns nicht dem Bösewicht; rette uns aus allem Leide, und führ' uns zur Freude! Gebet. 5. Gib uns heut' unser tåglich Brod, was man be darf zur Leibesnoth: behüt' uns, HErr, für Krieg und Streit, für Seuchen und für theurer Zeit, daß wir in gu tem Frieden steh'n, der Sorg' und Geizes müßig geh'n. 6. All' unsre 481. Vater unser im Himmel: sib uns, Herr, hvers reich, der du uns alle heißest gleich Brüder seyn und dich rufen an, und willst auch, daß es werd' gethan: gib, daß nicht ber" allein der gib, daß nicht bet'" allein der Mund, hilf, daß es geh' aus Herzensgrund. Schuld daß uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl' vergeben gern: zu dienen mach' uns all' bereit in rechter Lieb' und Einigkeit. 2. Geheiligt werd' der Name dein, dein Wort bey uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach dei nem Namen würdiglich: be hüt' uns, HErr, vor falscher Lehr', das arm' verführte Volk bekehr.. 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit, und dort her: nach in Ewigkeit: der heil'ge Geist uns wohne bey mit seinen Gaben mancherley; des Satans Zorn und groß' Ge. walt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt! 4. Dein Will' gescheh', HErr Gott, zugleich auf Er; den, wie im Himmelreich; gib uns Geduld in Leidens Zeit, gehorsam seyn in Lieb' und Leid, wehr' und steur' unserm Fleisch und Blut, das wider deinen Willen that. 187 7. Führ' uns, HErr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht zur linfen und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Wi derstand, im Glauben vest und wohl gerüst't, und durch des heil'gen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös': es sind die Zeit'n und Tage bös; erlös' uns von dem ew'gen Tod' und tröst' uns in der letzten Noth; beschehr uns, HErr, ein selig's End', nimm unsre Seel' in deine Hånd'! 9. Amen, das ist, es wers de wahr, stårk' unsern Glaus ben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, wenn wir dich kindlich rufen an; auf dein Wort, in dem Nas men dein, so sprechen wir das Amen fein. 482. 188 Vom Gebet. 482. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ic. er ist wol würdig, sich zu W nahen zu Gott, dem unveränderlichen Licht? will sich's, was finster, unterfahen, so wird der Frevel ihm gelingen nicht: kein Sünder darf die Heiligkeit berühr'n, den Heiligen will solches nur ge: bühr'n. 2. Der Mensch, dieweil er ist gefallen, und sich an seines Schöpfers Majeståt vergrif: sen, muß zurücke prallen, wenn er zu ihm zu geh'n sich untersteht. Er ist für sich gar kei ner Gabe werth; nur Fluch und Mangel ist's, was ihm gehört. 3. Doch, was ihn kann mit Recht ausschließen vom Eingang in des Vaters Heis ligthum, und was ihn, Gots tes zu genießen, unwürdig macht, und ihm benimmt den Ruhm, das ist bey dem durch Christum abgethan, der ihn im Glauben hat gezogen an. 4. Der ist es, der uns ausgesühnet durch sein selbst eig'nes theures Opferblut; der hat uns Gnad' und Heil verdienet, und uns zum Freund gemacht das höchste Gut: drum wir durch ihn uns dür: fen untersteh'n, in's Heilige zu Gott ohn' Furcht zu geh'n. 5. Der Himmel ist uns aufgeschlossen, der Weg dahin ist uns durchs Blut gebahnt, das unser Bürge hat vergo sen, als unser Unrecht an ihm ward geahnd't: nur frisch hin zu; der Vorhang ist entzwey, nun steht uns Gnad' um Gnad' zu nehmen frey. 6. Er selbst ist hin zu Gott gegangen, da er als unser Mittler uns vertritt. Seht, wie er brennet vor Berlan gen, zu thun, was von ihm heischet unsre Bitt'; der Reich thum, den er hegt in seinem Echooß für uns, ist theu'r und unaussprechlich groß. 7. Nun kann und darf ich nimmer zagen, mein Sünden elend machet mich nicht scheu: im Glauben will ich's frölich wagen, dadurch ich Abba, lie ber Bater, schrey', und weiß, weil ich im Namen JEsu Christ ihn bitte, daß es ihm gefällig ist. 8. HErr, lehre mich nur recht so beten, denn es ist deis nes Geistes Gnadengab': laß mich nie anders vor dich tre ten, als daß ich deinen Sohn im Herzen hab'. Ach! mache mich nur von mir selbsten frey, daß Christus alles mir in ab lem sey. 9. Sein Nam' sey mir in's Herz geschrieben! mein Werk sey nichts; nur sein's allein sey groß! in Christi Schmuck mußt du mich lieben, ohn' ihn steh' ich beschåmet, nackt und bloß: bring' ihn ich mit, steht offen mir dein Haus, ohn' ihn Gebet. Namen JEsu bitt't, der schme cket seiner Bitte Frucht, er fin det, was er hat gesucht. 7. Drum bet' und fleh' aus Herzensgrund im Geist und nicht nur mit dem Mund, in Glaubenskraft und Zuvers sicht, um alles, woran dir's gebricht. 8. Du aber, JEsu, lehre mich zum Vater beten würs Mel. Err JEfu Christ, dich zc. diglich, damit ich dadurch früh Wohl dem, der vest im und spat in dir erlange Gnad Glauben und in um Gnad'. Vom ihn werd' ich von dir gestoßen aus. 10. Nun, Vater, fülle mei: ne hånde, so oft ich sie in Christo hebe auf; aus seiner Fülle mir zusende, was mach tig ist zu fördern meinen Lauf dahin, wo man ohn' End' Halleluja dir und dem Lamme finget. Das sey ja! 483. dem Namen JEsu fleht, denn wahrlich, wahrlich, es geschicht, was ihm des HErren Mund verspricht. 2. Doch müssen's Gottes Ach! treuer Gott, wie z. Kinder seyn, die sonder Trug und Heuchelschein zu ihm aufs heben heil'geHånd'; zu solchen er sein Antlig wend't. 189 485. Ach, wachet, wachet auf, es zc. 486. 3. Wenn zu dem Vater schrey't ein Kind, so hört Liebster JEsu, liebstes Leben zc. darauf sein Ohr geschwind, wenn's ihn anspricht in Huns 4. Ein Vater giebet feis nen Stein, wenn seine Kinder hungrig seyn nach Brod, noch tragen sie davon, für Fische, Schlang und Scorpion. 5. Also, wer Gott zum Vas ter hat, der wird erhdret in der That; die Sünder aber hört er nicht, er kehrt von ih, nen sein Gesicht. Von der geistlichen Wachsamkeit. 487. Mel. Straf' mich nicht in 2c. gersnoth, versagt er ihm ja Mache dich, mein Geist, bes Brod. und 6. Nur der, der von der Sünd' abtritt und in dem bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete: denn es ist Satans Lift über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber, wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth, samt dem Tod, möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache 190 Von der geistlichen Wachsamkeit. 3. Wache auf! sonst kann Fleisch und Sünden kräftig dich nicht unser HErr erleuch ten; wache! sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll' seiner Gnadengaben offne Au gen haben.. 4. Wache! laß dich Sa: tans List nicht im Schlafe fin: den, weil es leicht geschehen ist, daß du fåll'st in Sünden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich ge hen, wenn wir ihn durch sei nen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll' sei ner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 5. Wache! daß dich nicht die Welt durch Gewalt be zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach' und sieh'! daß dich Bom geistlichen Kampf nie, falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. und Sieg. 7. Bete aber auch dabey mitten in dem Wachen! denn der HErr muß selbst dich frey von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest, und sein Werk nicht treibest. 10. Drum so laßt uns im merdar wachen, flehen, beten; weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten: denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten, und die Welt vernichten. 488-496. $ 497. 6. Wach auch selber ge Mel. Was mein Gott will D₁ gen dich und dein böses Herze, der: O Vaterherz, Liebesbt. damit es nicht freventlich Got tes Gnad' verscherze; denn es ist voller List, und kann sich bald heucheln, und in Hoffart schmeicheln. u armer Mensch, laß dei nen Sinn nicht eitle Lust verführen, sie reißet zu der Hölle hin, ohn' daß man's kann verspüren; sie füllt dein Herz mit Angst und Schmerz, und wenn gleich scheint zu küffen ihr Honigmund, trifft doch zur Stund' ihr Stachel das Gewissen. 8. Ja er will gebeten seyn, wenn er was soll geben: Er verlanget unserSchrey'n, wenn wir wollen leben, und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, 2. Du armer Mensch, ver giß es nicht, erkenne deine Banden; ob dich die Lust nicht stets ansicht, ist sie doch noch vorhanden: spür'st du auch gar nichts von Gefahr, darfst du nicht sicher werden; brichst Vom geistlichen Kampf und Sieg. brichst du ihr Joch, so bleibt 498. sie doch dein alter Feind aufu bist ja, JEsu, meine Freude, warum ist denn mein Herz betrübt? kann denn die Freud' auch bey dem Leide seyn in dem Herzen, das dich liebt? Ach! ja, mein Jesu, wenn ich übe mein Herz in deiner süßen Liebe, so regt sich solche Freud' in mir, als hätt' ich schon den Himmel hier. Erden. 3. Du armer Mensch, hast schon zu viel auf deinen Hals geladen, ach! seße heut' den Sünden Ziel, vermehre nicht den Schaden, doch mußt du dieß, das glaub' gewiß, auf Gottes Kraft bloß wagen; und im Gebet ihm früh und spåt dein Unvermögen klagen. 4. Sprich: Vater, sieh' den Jammer an, die große Macht der Sünden; wie ich mir selbst nicht helfen kann, ach laß mich Gnade finden! Ich bin zu schwach, das Un gemach der bösen Lust zu dám: pfen: erbarme dich, und leh. re mich, durch deine Kraft zu tämpfen. G 5. Laß mich stets ausges rüstet seyn mit deines Geistes Waffen, daß, wenn die Lust sich findet ein, sie nichts an mir mdg' schaffen: verleihe Sieg in diesem Krieg, und laß mich überwinden: ach! wehr' und steur' dem Ungeheu'r, das mich stets sucht zu binden. 6. Wirst du, o Mensch, ihm also thun, so kannst du kühnlich glauben, daß du einst wirst in Friede ruh'n, den Sieg kann nichts dir rauben. Drauf folgt die Kron', zum Gnadenlohn', mit einem ew', gen Frieden, den Gott uns hat, aus lauter Gnad', in seis nem Reich beschieden. 191 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein bdses Fleisch und Blut, und noch der Geist dawider kåms pfet, wird oft dadurch gekränkt der Muth. Drum leg' ich mich vor dich mit Flehen, mein Heil! laß Hülfe mir gesche hen, und stärke mich in diesem Streit, daß ich mög' überwins den weit. 3. Du hast, o Held, ja überwunden, gib mir auch Ueberwindungskraft, und laß mich in den Kampfesstunden erfahren, was dein Leiden schafft, dadurch du alles hast besieget, daß unter deinen Füßen lieget Welt, Sünde, Teufel, Höll' und Tod: Nun, mach' sie auch an mir zu Spott! 4. Ich trau' allein auf dei ne Gnade, die mir dein theures Wort verspricht; es fagt, daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft ges bricht. Nun hast du mich ja angenommen, als ich bin fle: hend zu dir kommen: es hat's mein Vom geistlichen Kampf mein Herz ja wohl gespürt, als stand hierinnen thut, und hegt es dein Gnadenblick gerührt. nur Lust zur Sünde: es macht, daß ich zu alle dem, was gut ist, mich gar nicht be quem, mich tråge dazu finde. 4. Der Feind des Guten tracht't dahin, wie er mir böse Lust in Sinn, mich selbst in Sünde bringe: er nußer die Gelegenheit, braucht dabey List und Wachsamkeit, bis daß es ihm gelinge. 5. So sucht die böse Welt auch dieß, wie sie durch man ches Aergerniß, Fallstricke kann bereiten: Pracht, Ehre, Wohl lust, Gut und Geld, ists, was sie mir vor Augen stellt, da durch mich zu verleiten. 192 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wie wol unwürdig, bin, so gib, daß ich stets in dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn; laß mich nicht and're Helfer su chen, laß falsche Lüfte mich ver: fluchen, besige du mein Herz allein, dein Leben laß mein Les ben seyn. 6. Gib, daß ich mich in dir stets freue, weil dein Herz mich beständig liebt: doch auch dabey kein Leiden scheue, als welches meinen Glauben übt, und macht, daß ich viel stärker ringe, und immer näher in dich dringe, bis endlich, nach besiegter Pein, in mir wird lauter Freude seyn. 499. Mel. Kommt her zu mir 2c. " u sagst mir zu, o from mer Gott! wenn ich dich liebe bis in Tod, mehr als mein eigen Leben, so woll'st du mir nach dieser Zeit, dort in des Himmels Herrlichkeit, die Lebenskrone geben. 2. Von Herzen gerne wollt' ich nun, o Gott! nach deinem Willen thun, dir ewig treu verbleiben, der du ja selbst so gnådiglich durch Gut und Bd ses pflegest mich hiezu stets an zutreiben. 3. Ach! aber selbst mein Fleisch und Blut mir Wider. 6. Nehm ich denn nur gleich oftmals mir, so viel ich kann, was Gutes für, kann ich's doch nicht vollenden; weil mir darin der arge Feind, Welt, Fleisch und Blut zuwi der seynd, und mich davon ab wenden. 7. O Gott! wie übel bin ich dran, daß ich das Gute fo nicht kann verrichten, wie ic wollte, hingegen ohne Rast und Ruh das Böse gar mit Freuden thu', so ich nicht will, noch sollte. 8. Ach Herr! erbarme dich doch mein, und laß mich nicht verworfen seyn, gib mit ein neues Herze, damit ich thu, was dir gefällt, und nicht mit der gottlosen Welt dein Himmelreich verscherze. 9. Vers und Sieg. 9. Berleihe, daß dein guter Wort, die Lebenskron' auf. Geist mir Hülfe, Rath und sehen. Beystand leist' in meinem gan. zen Leben: von ihm rührt's her, von ihm allein, kommt's, daß man kann beständig seyn; das wollest du mir geben. 10. Ach! hilf, daß er mich leit' und treib', daß ich ja vest und standhaft bleib' in deiner reinen Lehre, und schlecht hin glaube deiner Schrift, auf daß das süße Irrthumsgift mich niemals nicht verkehre. 11. Laß mich auch meiner Christenpflicht in keinem Stück vergessen nicht, vielmehr das hin nur streben, damit bey mir dein heilig Wort bring' reiche Früchte fort und fort durch ein gottselig Leben. 12. Hilf, daß in schwerer Leidenszeit ich nur mit Glaus bensfreudigkeit zu dir mich möge halten; und, weil doch alle Kreuzespein muß meiner Seele heilsam seyn, dich lass' in allem waltem. 13. Vornehmlich in der letz. ten Noth laß mich von Sün de, Teufel, Tod doch keinen Anstoß leiden; daß ich kann mit getrostem Muth, auf deis nes Sohnes Tod und Blut, aus diesem Elend scheiden. 14. Wenn ich dir so getreu hier leb', auch so getrost den Geist aufgeb', kann ich mich selig schäßen, weil du aus Gnaden mir wirst dort, wie mir verspricht dein heilig 193 15. Drum bitt' ich noch. mals stehentlich, gib, daß ich bis an's Ende mich dir mög' getreu erweisen. Ach! treuer Gott, ich bitte noch, um Chris sti willen, gib mir's doch, ich will dich ewig preisen. 300. s kostet viel ein Chrift zu seyn, und nach dem Sinn des reinen Geistes leben, denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben: und ist hier gleich Ein Kampf wohl ausges richt't, das macht's noch nicht, das macht's noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen geh'n, die ihren Gift in unsre Fersen bringen, da kostet's Müh', auf seiner Hut zu steh'n, wenn dieses Gift nicht soll zur Seele drine gen. Wenn man's versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit:,: 3. Doch ist es wol der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erweget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wol Müh', die Gnade aber macht, daß man's nicht acht't:,: 4. Man soll ein Kind des. höchsten seyn, ein reiner Glanz, ein Licht im großen N Liche 194 Vom geistlichen Kampf Lichte: wie wird der Leib so 501. stark, so hell' und rein, so herr Entbinde mich, mein Gott lich seyn, so lieblich im Ges sichte! dieweil ihn da des Himmels Glanz und Pracht so schöne macht:,: 5. Da wird das Kind den Vater seh'n, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden, der laut're Strom wird es da ganz durchgeh'n, und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird gescheh'n? Wer mag's versteh'n?:,: 6. Da gibt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets mit Mutterhand gefühs ret, sie trdnet es mit ihrem Perlenkranz, es wird mit Himmelsglanze schon gezieret. Die Herrlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war:,: ( 57 7. Was Gott genieß't, ge. nieß't es auch, was Gött be. fißt, wird ihm in Gott gege ben, der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch: wie lieb lich wird es doch mit JEsu les ben? Nichts höher wird an Kraft und Würde seyn, als Gott allein:,: 8. Auf, auf, mein Geist! ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen: was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? be denke, was für Kraft uns Gott verheißen! wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruh'n, wie wohl wird's thun!:: 502. Mel. Zeuch meinen Geist x H ier legt mein Sinn sig vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder: laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armuth seyn gericht't! 2. Schau' her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o möch te doch in deiner Pein die Ei genlieb' ertödtet seyn! 3. Du wolleft, JEfu, mei nen Willen mit der Gelassen heit erfüllen: brich der Natur Gewalt entzwey, und mache meinen Willen frey! 4. Ich fühle wol, daß ic dich liebe, und mich in deinen Wegen übe: nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befrey't. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden: mein Sinn muß dir in Lieb' allein zur ew'gen Treu' verpflichtet seyn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gelten nichts der Menschen Thaten: wer macht sein Herz wol sel ber rein? es muß durch dich gewirket seyn. 7. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben: du bist ned immer treu geblieben; ich weiß und Sieg. weiß gewiß, du stehst mir bey, und machst mich von mir sels ber frey. 8. Indessen will ich treulich tämpfen, und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersich'st, und mich aus solchen Neßen zieh'st. 9. In Hoffnung kann ich frdlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh' und Sicherheit. 10. Ich will die Sorge meiner Seelen dir, meinem Bater, ganz befehlen; ach! drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke, mein Herz zu deiner Liebe lenke, so werd' ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir ers von di quickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck' ich theils die süße Beute, und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. 503. Hilf, JEsu, hilf fiegen! und zc. R 504. Ich hange doch an dir, mein 2c. 505. ch ruf' zu dir, HErr JEsu mein Klagen! ich weiß, daß du mein Helfer bist, laß mich doch nicht verzagen! Den rech. 195 ten Glauben, HErr, ich mein', den wollest du mir geben, dir zu leben, den nächsten nut zu seyn, dein Wort zu hal, ten eben. 2. Ich bitt' noch mehr, o HErre Gott! du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd' zu Spott, die Hoffnung gib daneben, voraus wenn ich muß hier davon, daß ich dir mdg' vertrauen, und nicht bauen auf alles eig'ne Thun, sonst wird mich's ewig reuen. 3. Verleih', daß ich aus Herzensgrund mein'n Feinden mog' vergeben, verzeih' mir auch zu dieser Stund', schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein Speis' laß all'weg seyn, damit mein' Seel" zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald mocht' abkehren. 4. Laß mich kein' Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig seyn an's End' gib mir, du hast's allein in Händen, und wem du's gibst, der hat's umsonst, es mag niemand ererben, noch erwerben durch Werke deine Gnad', die uns errett't vom Sterben. 5. Ich lieg' im Streit und widerstreb, hilf, o HErr Schwachen: an deiner Gnad' allein ich kleb', du kannst mich stårker machen. Kommt nun Anfechtung her, N 2 so Vom geistlichen Kampf so wehr', daß sie mich nicht Gefahr, b'hüt' mich vor fab umstoße: du kannst maßen, scher Tücke. daß mir's nicht bring' Se, fahr; ich weiß, du wirst's nicht lassen. 6. HErr, meinen Geist be fehl' ich dir, mein Gott, mein Gott, weich' nicht von mir nimm mich in deine Hån ler Noth hilf mir am lege de: o wahrer Gott, aus ab letzte 196 506. JEsu, hilf siegen! du Fürsten. 507. Psalm 31, 1.6. 35₂ n dich hab' ich gehoffet HErr! hilf, daß ich nicht zu Schanden werd', noch ewigs lich zu Spotte: das bitt' ich dich, erhalte mich in deiner Treu', HErr Gotte! NO 2. Dein gnädig Ohr neig' ml 508. her zu mir, erhör' mein' Bitt', thu' dich herfür: eil', bald mich zu erretten in Angst und Weh, ich lieg' od'r steh', hilf mir aus meinen Nöthen. 3. Mein Gott und Helfer, steh' mir bey, sey mir ein' Burg, darin ich frey und rit. terlich mög' streiten wider mein' Feind', der'r gar viel seynd an mir auf beyden Seiten. 4. Du bist mein' Stårt, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein' Kraft, sagt mir dein Wort, mein' Hülf', mein Heil, mein Leben, o wahrer Gott! in aller Noth; wer mag dir widerstreben? Ende... 7. Preis, Lob, Ehr', Ruhn und Herrlichkeit sey dir, Gott Vater und Sohn, bereit, dem heil'gen Geist mit Namen! Die göttlich' Kraft mach' uns sieghaft durch JEsum Chri stum. Amen. Lebt, ihr Christen, so allhier: 509. Mein liebster Heiland, Jesu 510. O JEsu, siehe drein, und 511. Mel. O Gott, du frommer Gon D JEsu, voller Kraft o Heiland voller Güte laß deine Lieb' und Kraft a füllen mein Gemüthe: i weiß sonst keinen Trost auf dieser ganzen Welt, wo si nicht deine Gnad' mir Arma zugesellt.de 2. Betrübt ist mir mein Herz von wegen meiner Sün de, die ich mit Traurigkeit und tiefster Reu' empfinde: o wi hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, so allgemein, so sehr uns Sünder hier ver 3. Wie 5. Mir hat die Welt trüg: lich gericht't, mit Lügen und mit falsch'm Gedicht, viel'Nek' und heimlich' Stricke: HErr, nimm mein wahr in dies'r derbi! an und Sieg. mode 197 3. Wie oft hat mir dein 8. Ich wende mich zu dir, Wort das Böse unterfaget, und mein Gewissen mich als Schuldner angeklaget! wie oft hat mich dein Wort bald so, bald so erschreckt, und mein Verderben mir recht gründlich aufgedeckt! der du mich kannst erquicken, låss'st du mich deine Huld und Freundlichkeit erblicken, so weicht die Unruh' weg, der Sünden Macht zerbricht, ich finde Fried' und Ruh' vor deis nem Angesicht. mi 4. Doch bleib' ich immer noch in meinem Elend liegen, und kann nicht über mich und meine Günde siegen: mich schließet ihre Macht in ihren Feffeln ein; ich muß ein Sclav' der Lust und meines Fleisches feyn. 9. Nun du, mein Heiland, du kannst mich doch nicht vers lassen, da meine Glaubens arm' dich suchen zu umfassen: schließ' ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will ich hier und dort, und keines an dern seyn. Challed 512. 5. O JEsu, der du hast die ganze Macht der Höllen durch Blut und Tod besiegt, du Mel. O! der alles hátt 2c. kannst die Feinde fällen, die Ringe recht, wenn Gottes nun auch wider mich und meis ne Seele steh'n; sprich nur ein Wort, so muß ihr Trots und Macht vergeh'n. Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geift sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier Sleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 6. Ach! laß mir offen steh'n die Quelle deiner Wunden; dadurch hab' ich doch schon die Sünden überwunden: dem Bater bin ich ja durch dich 3. Kämpfe bis auf's Blut schon ausgeföhnt, daß mich und Leben, bring' hinein in nun feine Gnad' durch dein Gottes Reich: will der Sa Verdienst bekrönt. aftan widerstreben, werde weder 7. Dieß glaub' ich; fühl matt noch weich'. ich schon die Menge meiner 4. Ringe, daß dein Eifer Sünden, drückt mich gleich ihre glühe, und die erste Liebe dich Laft, muß ich gleich Zorn em von der ganzen Welt abziehe; pfinden; so weiß ich doch, du halbe Liebe hält nicht Stich. haft schon solchen Zorn gestillt, der Sünden Macht zerstört, und das Gefeß erfüllt. 5. Ninge mit Gebet und Schreyen, hatte damit feu. rig an; laß dich keine Zeit ges N 3 reuen, 198 Vom geistlichen Kampf reuen, war's auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl' errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr: hier in dieser Leibeshöhle schweb'st du tags lich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone veste, halte månnlich, was du haft: recht beharren ist das beste; Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schndden Eis telkeit bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Tråg- und Sicherheit. 10. Laß dem Fleifche nicht den Willen, gib der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierd erfüllen, so verlöscht das Gnadenlicht. 11. Fleisches Freyheit macht die Seele sicher, frech und vol ler Kålt, läßt nicht merken, wo man fehle, was das Herz gefangen hålt. i 12. Wahre Treu' führt mit der Sünde bis in's Grab be: ständig Krieg, richtet sich nach teinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. ind 13. Wahre Treu', liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiz ner Wohllustpflege, hålt sid selber nichts zu gut. 14. Wahre Treu' hat viel zu weinen, spricht zum chen: Du bist toll! weil es wenn Gott wird erscheine lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu' komm dem Getümmel dieser W niemals zu nah': ist ih Schaß doch in dem Himme drum ist auch ihr Herz all 16. Dieß bedenket wo ihr Streiter, streitet red und fürchtet euch; geht de alle Tage weiter, bis ih tommt in's Himmelreich. 17. Denkt bey jedem genblicke, ob's vielleicht te letzte sey; bringt die Lamper in's Geschicke, holt ste neues Dehl herbey. 18. Liegt nicht alle We im Bösen? Steht nicht dom in der Glut? Seele, we soll dich erlösen? Eilen, ein ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erret ten und nicht mit verderbe willt; mach' dich los vond len Kettten, fleuch als eing jagtes Wild: 20. Lauf der Welt de aus den Händen, dring in stille Zoar ein; eile, daß d mög'st vollenden, mache did von allem rein. 21, Laß dir nichts am hu zen kleben, fleuch vor dem ver borg'nen Bann, fuch' in Got geheim und Sieg. me geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag' und Stunden, bis dein Heiland dir erscheint, und, wenn du nun überwunden, ewig sich mit dir vereint. 23. Eile, lauf ihm doch. entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, meine Hütte abzulegen, mich dürft't nach der Ewykeit! 513. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Füstet euch, ihr Christens leute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eu'r begehrt. Wapnet euch mit Gottes Worte, und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Welche Hülfe! der Starke fällt, durch diesen Held, und wir behal ten mit das Feld. 2. Reinig't euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seyd Christen, und stehet in des HErren Kraft. Stårket euch in JEsu Namen, daß ihr nicht strauchelt, wie die Lah men. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermú. den will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wolan! so send zum Kampf bereit, so trd net euch die Ewigkeit. 199 Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt er schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt: daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat långstens schon uns beygelegt die Ehrenkron'. 4. JEsu! stårke deine Kins der, und mache die zu Uebers winder, die du erkauft mit deis nem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns ents fallen will der Muth. HErr, gib uns deinen Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir getreu an dir, im Tod' und Leben für und für.ponsi 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh' ihr kommt auf die om m 514.9 Mel. Freu' dich sehr, meine. chaffet, schaffet, Men schenkinder, schaffet eure Seligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegensi wårt'ge Zeit: sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr mö get selig werden. d CHE 2. Daß nun dieses mög' geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und dessel ben Neigung gehen; sondern, was Gott will und thut, das muß einig und allein eures Les bens Richtschnur seyn, es mag N 4 Fleisch 200 Vom geistlichen Kampf Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bes kennen, daß in euch noch Sas de steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade, in euch nichts, denn Seelenschade. zur Hölle niederschlagen: Er ist's, der des Geistes Dehl, und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O! so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 4. Selig! wer im Glaus ben támpfet, selig! wer im Kampf besteht, und die Sün, den in sich dämpfet, selig! wer die Welt verschmåht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach: wer den Himmel will ererben, muß 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, die des Fleis sches Lust erregt, in dem Kreu zestod darnieder, bis derselben Macht gelegt. Schont der liebsten Neigung nich:, war es auch die schwerste Pflicht; und denkt mehrmals an die Worte: Dringet burch die enge Pforte. 9. Zittern will ich vor der Sünde, und dabey cuf JEsum seh'n, bis ich seinen Beystand zuvor mit Christo sterben. finde, in der Gnade zu bes 5. Werdet ihr nicht treus lich ringen, sondern tråg' und lässig seyn, böse Neigung zu bezwingen; so ist bey euch bloßer Schein: ohne tapfern Streit und Krieg folget nie: mals rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone beyges legt zum Gnadenlohne. steh'n. Ach! mein Heiland, geh' doch nicht mit mir Armen in's Gericht, gib mir deines Geistes Waffen, meine Selig, keit zu schaffen. Een 6. Mit der Welt sich luftig machen hat bey Christen keine Statt: fleischlich reden, thun und lachen, schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach! bey Christi Kreuzesfahn', geht es wahrlich niemals an, daß man 515. Mel. Ach Gott, vom Zimmel ic. noch mit frechem Herzen ſicher Schau, lieber Gott! 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel' uns 10. Amen! es geschehe, amen! Gott versieg'le dieß in mir; auf daß ich in JEsu Na men so den Glaubenskampf ausführ'. Er, er gebe Kraft und Stärk, und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. stets muß tämpfen, so listig und so mächtig seynd, daß sie mich leichtlich dämpfen: Err! wo pion und Sieg. wo mich deine Gnad' nicht len. Verleih mit deines Geis hålt, so kann mich Teufel, Fleisch und Welt gar leicht in Sünde stürzen. stes Stárk', daß meiner Feinde List und Werk dadurch zerstd. ret werde. 2. Der Satan ist es, der mit List im Anfang gar süß locket; und, wenn die Sünd' begangen ist, das Herz wol gar verstocket: er treibt mit Trug und mit Gewalt von eis ner Sünd' zur andern bald; und endlich in die Hölle.on 3. Der Welt Art ist auch wohl bewußt, wie die kann Anlaß geben zu Augenluft, zu Fleischeslust und zu hoffået's gem Leben: wenn aber Gottes Zorn angeht, ein jeder da zu rücke steht, die Freundschaft hat ein Ende. 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne lassen, was ihm so großen Schaden thut, es will die Sünd' nicht hassen: die turze Freud gefällt ihm wohl, drum will's nicht, daß ich meis den soll des Teufels Netz und Stricke.se 5. Nun muß ich Armer immerfort mit diesen Feinden streiten, fie ångsten mich an jedem Ort, und stehen mir zur Seiten der Satan seßt mir heftig zu die Welt läßt mir gar keine Ruh', mein Fleisch zur Sünd' mich treibet. 6. Zu dir flieh' ich, o treuer Gott, ich weiß sie nicht zu stil. lerr: hilf, Vater, hilf in dieser Noth, um JEsu Christi wils 201 7. Laß diesen deinen guten Geist mich innerlich regieren, daß ich stets thu', was du mich heiß'st, und mich nicht laff' vers führen: daß ich dem Argen widersteh', und nicht von deis nem Weg' abgeh zur Rechten oder Linken. 8. Ob böse Lust noch mans nigfalt mich anficht, weil ich lebe, so hilf, daß ich ihr also: bald im Anfang widerstrebe, und daß ich ja vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 9. Gib, daß ich denke jes derzeit an diese letzten Dins ge, und dadurch alle Sündens freud' aus meinem Herzen bringe, damit ich mög' mein Lebelang dir dienen, ohne Furcht und Zwang, in willis gem Gehorsam. 10. Gott Bater! deine Kraft und Treu' laß reichlich mich empfinden. O JEsu Christe, steh' mir bey, daß ich kann überwinden. Hilf, heil's ger Geist! in diesem Krieg, daß ich da immer einen Sieg erhalte nach dem andern.d inn) 3 516. Schütte deines Lichtes zc. 517. Mel. Zion Elagt mit Angst zc.. reuer Gott, ich muß dir tlagen meines Herzens Jams N 5 202 Vom geistlichen Jammerstand, ob dir wol sind meine Plagen besser, als mir felbst, bekannt: große Schwach, heit ich bey mir in Anfechtung oft verspür', wenn der Satan allen Glauben will aus meis nem Herzen rauben. Kampf und Sieg. verehr', damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. at 22 dan bis 6. Heil'ger Geist in's Him melethrone, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Bater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud'! der du in mir angezünd't, so viel id vom Glauben find', über mit mit Gnaden walte, ferner dei ne Gab' erhalte. 2. Du Gott, dem nichts ist verborgen, weiß'st, daß ich nichts von mir hab', nichts von allen meinen Sorgen: alles ist, HErr, deine Gab'e Was ich Gutes find' an mir, das hab' ich allein von din; auch den Glauben mir und allen gibst du, wie dir's mag gefallen. nie du 7. Deine Hülfe zu mir sen de, o du edler Herzensgast! und das gute Werk vollende, das du angefangen haft; blaf das kleine Fünflein auf, bis daß, nach vollbrachtem Lauf, ich den Auserwählten gleiche, und des Glaubens Ziel er reiche. 3. O mein Gott! vor den. ich trete jetzt in meiner großen Noth, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott: mach' zunicht des 8. Gott, groß über alle Teufels Werk, meinen schwa, chen Glauben stårt, daß ich nimmermehr verzage, Chris stum stets im Herzen trage. Götter, heilige Dreyeinigkeit! außer dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil' ab drückt, meine Schwachheit mit aufrückt, allen Trost mir will verschlingen, und mich in Ver zweiflung bringen. 9. Zieh' du mich aus sei nen Stricken, die er mir gele get hat: laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er finnet früh und spat. Gib Keaft, daß ich wach' und fleh', meinen Lüften widersteh', und so oft ich hier muß tåmpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen. 10. Reiche deinem schwa chen Kinde, das auf matten Füßen 4. JEsu, Brunnquell aller Gnaden! der du niemand von dir stöß'st, der mit Schwach. heit ist beladen, sondern deine Jünger tröst'st: sollte auch ihr Glaube klein und gleich einem Senfkorn seyn, woll'st du sie doch würdig schågen, große Berge zu versehen.anand 5. Laß mich deine Gnade finden, der ich bin voll Trau, rigkeit, hilf du mir selbst über winden, so oft ich muß in den Streit: meinen Glauben tåg lich mehr', deines GeistesKraft SC Von der Keuschheit. Füßen steht! deine Gnaden, hand geschwinde, bis die Angst vorübergeht: wie die Jugend führe mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hab' ein solch Herz gefället, das auf dich sein' Hoffnung stellet. 11. Du bist meine Hülf im Leben, mein Fels, meine Zu versicht, dem ich Leib und Seel ergeben: Gott, mein Gott, verzeuch doch nicht, eile mir zu stehen bey, brich des Fein des Pfeil entzwey, laß ihn bald zurücke prallen, und mit Schimpf zur Hölle fallen. 12. Ich will alle meine Tas ge rühmen deine starke Hand, daß du meine Angst und Pla: ge haft so gnådig abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll deln Ruhm seyn ausges breit't: ich will's auch her, nach erweisen, und dort ewig, lich dich preisen. 90 518. Was mich in dieser Zeit ac.d 519. Wer überwindet, soll vom 2c. Von der Keuschheit. A 520. ch! HErr und Gott, du zc. 521. FROM ist Mel. O Gott, du frommer Gott. ott, der du heilig bist, wir soll'n auch heilig leben, und unsre Leiber dir zum Opfer Cott 203 ganz begeben, das da lebens dig ist; ach! wie hat bise Lust doch unser Herz befleckt mit vielem Sündenwust! 2. Vor deinem Richterstuhl kann ja tein Mensch bestehen, wenn du die fleischlichen Bes gierden willst ansehen, zusamt der Eitelkeit, die unser Herz ansicht; ein Greuel sind sie, HErr, vor deinem Angesicht. 3. Drum hilf uns, bdse Lust durch deines Geistes Starte bezwingen, und mit Ernst stets fliehen Fleischeswerke; damit der Glaub' und Geist behalten Sieg und Macht, und dein hochheil'ger Will: von uns hier werd' vollbracht. 4. Verbinde du dich selbst mit unsern Geist und Seelen, daß wir des schmalen Weg's zum Leben nicht verfehlen; nimm weg, was unrein ist, und wider dein Gebot, das mit nichts fündliches uns stürs ze in den Tod.indho 5. Ach! laß dein Gottess bild in uns von neuem prane gen, zu dir nur und dem Lamm' steh' unser ganz Vers langen; befreye unsern Geist von schndder Lüste Pein, und laß uns göttlicher Natur theils haftig seyn. 45 6. Nimm uns zum Tempel ein, o HErr! nach Leib und Seele, ach heil'g' uns durch und durch, und dich mit uns vermähle in Christo, unserm HErrn, dem keuschen Mens schens 204 Von der Keuschheit. fchensohn, den nur ein reines Herz wird schau'n in seiner Kron'. 4918 522. Keuscher Jesu, hoch von zc. 523. Gott! der du mein Vater c. 524. Gott, mein Schöpfer, c. 525. ma Mel. Tun last uns den Leib ic. Jeg Lust, du SündenW mel nicht verscherz', erneure meinen Geist und gib; daß ich, was droben ist, nur lieb'. 7. Bis daß ich komme zu der Lust, die keinem Herzen noch bewußt, wo nichts Un reines, alles rein, ganz heilig und gerecht wird seyn. Von der Verleugnung sein selbst und der Welt. quelle, fleuch, du Peſt de Ade, 326.12 #de, du süße Welt! di 527. der Seele, von mir weich': du Gottesliebe, nimm mich ein, und laß mich deinen Tem. Mel. Valet will ich dir geben. pel ſeyn.orge Auf! auf! mein Geift, bes Aka 2. Treib' aus, was mich trachte: Wie ist's mit dir macht frech und wild, erneur' bewandt? wach' auf! wach' in mir der Gottheit Bild, daß auf! verachte die Welt und ich mit Herzensreinigkeit nur ihren Tand: denn ihre Lust vergehet, und folget großes dich zu lieben sey bereit. Leid; im Gegentheil bestehet ein Christ in Ewigkeit. 3. Laß mich bedenken jene Lieb', die Gottes Sohn zum Tode trieb, daß, ihm zu Lieb, mein Fleisch ich haff, nichts, was er haßt, mich lüsten lass'. 4. O möchte doch unreine Susft mir immer bleiben un. bewußt! indem ihr End' ein Elend heißt, das endlich uns zur Hölle reißt. in 2. Du bist von Gott erse hen zu seiner Aehnlichkeit, und bleibst doch ferner stehen, ganz voller Sicherheit. Auf! auf! die Zeit verschwindet, und als les mit der Zeit: wer hier nicht überwindet, bleibt in der Dienstbarkeit. 5. Ein Augenblick, der hier 3. Gewalt und Ernst be ergott, gar leicht in ewig Trau, sieget den Himmel, spricht ren setzt: drum heilige mir dein Heil: wer hier nicht Herz und Sinn, o JEsu, zeuch männlich krieget, hat dorten mich zu dir hinteinen Theil. Drum auf! 6. Schaff' in mir, Gott ein denn deine Feinde verändern reines Herz, daß ich den Him, die Gestalt: oft thun sie gleich als Von der Verleugnung sein selbst und der Welt. 205 als Freunde, oft brauchen sie Gewalt. nicht erblickt, der bleibt im Staube liegen und ewig une erquickt. 4. Bergleiche dieses Leben mit dem, was Gottes Geist, aus Gnaden uns zu geben, in seinem Wort verheißt; so wirst du bald erkennen, daß jenes in der That kein Leben fev zu nennen, wie viel's auch Gönner hat. 9. Drum auf! mein Geist, laß fahren, was Gott nicht selber heißt, weil alles mit den Jahren sich dem Gebrauch entreißt; Gott aber bleibet stehen, wenn alles in der Welt wird fallen und vergehen, was jeßo dir gefällt. 5. Du suchest Gunst und Ehre, such'st Anseh'n in der Welt, als wenn nichts bessers wäre, das doch den Preis bes hålt, denn Christus ist gestore ben, hat dir ein Königreich und Priesterthum erworben, dem nichts zu schäßen gleich. 6. Du liebest Gold und Gaben, und was der Welt bes liebt: willst du den Schatz nicht haben, den JEfus allen giebt, die sich an ihn ergeben, und stets geflissen seyn, nur einzig, ihm zu lesen, und ſich 7. Du wähl'st dir Lust und Freuden, der Sinnen Gaus telspiel, die hier doch schon mit Leiden und Schmerzen groß und viel sich allzuoft nur enden, und dein Herz mehr und mehr vom höchsten Gute wenden, und es verwüsten sehr. 8. Gott ist die rechte Quels le, draus reine Wohllust fließt, die lauter, klar und helle sich in die Seele gießt. Ohn' ihn ist kein Vergnügen, wer sein Licht me 01 10. Ach mache Herz und Sinnen, o Gott! von allem frey, und gib, daß mein Bes ginnen aufwärts gerichtet sey. Die Welt kann doch nichts ges ben, das wahre Ruhe bråcht': wer dich zur Ruh' und Leben erwählet, der trifft's recht. nia 528. Christi Tod ist Adams Leben. 329. Die Liebe leider nicht Gesellen, 530. ins ist notht ach socker, nen doch: alles and're wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget, und dennoch kein wahres Ver gnügen erjaget. Erlang' ich dieß eine, das alles ersetzt, ſo werd' ich mit Einem in allem, ergößt. 2. Seele willst du dieses finden, such's bey keiner Creas tur; laß, was irdisch ist, das hinten, schwing' dich über die Natur, wo Gott und die Mensch. 206 Von der Verläugnung sein selbst 20 Menschheit in Einem vereis mir gelingen, durch das Löse: net, wo alle vollkommene geld, dein Blut. Die höchste Fülle erscheinet, da, da ist Gerechtigkeit ist mir erwor das beste nothwendigste Theil, ben, da du bist am Stamme mein Ein und mein Alles, des Kreuzes gestorben: die mein seligstes Heil. Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glau be in Ewigkeit prangt. m 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwach', du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben: entreiffe mich aller vergånglichen Lust, dein Leben sey, JEsu, mir einzig bewußt.... 3. Wie Maria war beflis sen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu JEfu Füßen vol fer Andacht niederließ. Ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was JEfus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gånzlich in JE: sum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Ver: langen, liebster JEsu, nur nach dir, laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eis gen mir. Ob viel auch um tehr'ten zum größesten Hau, fen; so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen: denn dein Wort, o JEsu, ist Leben und Geist, was ist wol, das man nicht in JEsu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille, fein in solche Schran ken fügt, worinnen die Des muth und Einfalt regieret, und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach! wenn ich nur JEsum recht ken ne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut: JEsu, es muß 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? mich beschwemmt die Gnadenfluth: du bist eins mal eingegangen in das Heil's ge durch dein Blut; da hast du die ew'ge Erldsung erfuns den, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden: dein Eingang die völlige Freyheit mir bringt, im kindlichen Geis ste das Abba nun klingt. 9. Bolles G'nügen, Fried' und Freude jeho meine Seel' ergdtt: weil auf eine frische Weide mein Hirt', Jesus, mich gesetzt. Nichts füßes kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, JEsu, dich ims mer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig er quickt, als wenn ich dich, JEsu, im Glauben erblickt. 10. Drum und der Welt. no 10, Drum auch, JEsu, du alleine sollst mein Ein und Als les seyn. Prüf', erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heu chelschein: sieh', ob ich auf bd: sem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster! auf ewis gem Wege: gib, daß ich hier alles nur achte für Koth, und JEsum gewinne. Dieß Eine ist noth. Erd' und Abgrund muß vers gehen, Gottes Kraft bleibt stehen. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößen, JEsu, meine Lust. Weg, ihr eis teln Ehren, ich mag euch nicht hdren, bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod, soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von JEsu scheiden. 533. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir ges fållst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit das hinten, kommt nicht mehr an's Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sey ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 3 Esu, meine Freude, meis nes Herzens Weide, JE: su, meine Zier, ach! wie lang', ach! lange, ist dem Herzen bange, und verlangt 6. Weicht, ihr Trauergeis nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. ster! denn mein Freund und Meister, JEsus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freus de seyn. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleib'st du auch im Leide, JE su! meine Freude. 531. Entfernet euch, ihr matten 2c. 532. Gott und Welt, und beyder 2c. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frey. Macht mich Sas tan zittern, will er mich er: schüttern; mir steht JEsus bey. Ob es jetzt gleich kracht und blißt, ob gleich Sünd' und Hölle schrecken, JEsus will mich decken. 207 3. Er will mich bewachen. Troß des Todes Rachen, Troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh' hier und finge in gar sichrer Ruh': Gots tes Macht hält mich in Acht: 534. Mel. Aun lob', mein Seel' zc. Naß uns doch nicht begehren, o liebste Seel', in dieser Zeit das, was dich kann bes schweren, ja hindern an der Seligkeit. Was will man Ehs re suchen, die doch vergänglich ist, die vielmehr zu verfluchen, da sie in kurzer Frist, die Sie chern 208 Von der Verleugnung sein selbst chern låsset fallen in Trübsal, sum fassen, so bleib' ich sor Hot Mi Angst und Pein? Drum fus genfrey. chen wir vor allen bey Gott geehrt zu seyn. 2. Was tann uns Wohl: Iust nüßen, o werthe Seel', in dieser Welt? Was kann uns Reichthum schützen, wenn einst der Tod uns überfällt? Die rechte Lust ist oben, wo nein HErr JEsus wohnt, den alle Zungen, loben, der uns so reich belohnt, daß wir ges Erdnet werden im hohen Hims metssaal: ach! eilt doch von der Erden zu seinem Hoch. zeitmahl.. 3. Was Pracht, was frs, lich's Leben? was Reichthum, 5. Die Welt mag mich ver fluchen, ist doch mein Segen Jesus Christ: in JEsu kann ich suchen und finden, was mit nüßlich tst: laß mich die Welt nur setzen in Angst und Trau rigkeit, mein JEsus kann er. gdhen mein Herz zu aller Zeit: und sollt' ich schon hier sterben noch mehr als tau sendmal, kann ich doch nicht verderben, dort rührt uns kei ne Quaal. 4. In JEsu hab' ich Gus ter, in JEsu hab' ich Lieb' und Lust, wie dir, du Menschenhů, ter, ist mehr denn allzuwohl bewußt. Laß mich die Welt verachten, das frånkt mich nicht ein Haar, ich will nach Ehren trachten, die frey sind von Gefahr; laß mich die Welt nur hassen, ich will mit Lieb' und Treu' nur meinen JE. 6. Das aber kann ich zeu gen, das kann ich rühmen Tag und Nacht, daß mir mein Gott Ehr' und Herrlichkeit? Der zu eigen sein Königreich hat, Himmel kann uns geben, was zugedacht. Ihr Sterblichen uns an Leib und Seel' erfreu't: auf Erden, lebt wohl in die ser Welt, ich soll getrdnet wer in JEsu sich ergdhen, bleibt den, mir ist ein Reich bestellt, ewig süß und gut, sein Reich ich soll mit Gott regieren, den für alles für alles schätzen, erquicket Erd' und Himmel preis't, ich Geist und Muth: in JEsu soll ein Leben führen, das un Reichthum haben, in JEsu vergånglich heißt. seyn geehrt, kann uns ohn' Ende laben, wie er uns selbst gelehrt. 7. JEsu, meine Freude, wenn kommt die liebe Zeit her an, daß ich von hinnen scheide, daß ich dich herzlich loben kann? wenn werd' ich doch gezieret mit Kleidern weiß und hell? wenn werd' ich aufgeführet zu dir? Ach! laß mich schnell, HErr, goldne Kronen tragen, die unvergånglich sind; dann werd' ich dir Lob sagen, die preisen als dein Kind. 535-543. 544. und der Welt. 544. Was Mel. Gott, du frommer 2c. as frag' ich nach der Welt und allen ihren Schåhen, wenn ich mich nur an dir, HErr JEsu, kann ergößen! dich hab' ich einzig mir zur Wohllust vorgestellt, du, du bist meine Ruh'; was frag' ich nach der Welt! 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft verges het, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet; mein JEfus aber bleibt, wenn alles bricht und fällt: Er ist mein starker Fels; was frag' ich nach der Welt! 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm bey hocherhab'nen Leu ten, und denkt nicht einmal dran, wie bald doch diese glei: ten; das aber, was mein Herz vor andern rühmlich hålt, ist JEsus nur allein; was frag' ich nach der Welt! 4. Die Weltsucht Geld und Gut, und kann nicht eher ras sten, sie habe denn zuvor den Mammon in den Kasten! ich weiß ein besser Gut, wornach mein Herze stellt: ist JEsus nur mein Schat; was frag' ich nach der Welt! 209 mich mein Heiland ehrt, was frag' ich nach der Welt! 6. Die Welt kann ihre Lust nicht hoch genug erheben, sie darf noch wol dazu den Him mel dafür geben; ein andrer halt's mit ihr, der von sich selbst viel hält: ich liebe meis nen Gott, was frag' ich nach der Welt! 7. Was frag' ich nach der Welt! wie bald wird sie vers schwinden! ihr Unseh'n kann durchaus den strengen Tod nicht binden; die Güter müs sen fort, und alle Luft verfällt: bleibt JEsus nur bey mir, was frag' ich nach der Welt! 8. Was frag' ich nach der Welt! mein JEsus ist mein Leben, mein Schat, mein Eis genthum; dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich, und was mir sonst ges fällt. Drum fag' ich noch eine mal: Was frag' ich nach der Welt! 545. Was mich auf dieser Welt zc. 346. Wer Chriftum recht will lieben. 547. Weltlich Chr' und zeitlich Gut. Von der Begierde zu Gott und Christo. 5. Die Welt bekümmert fich, im Fall sie wird verach: tet, wenn man mit 3548. Liſt nach ihren Ehrent trach: Ach! tomu, ou süßer. tet; ich trage Christi Schmach, 549. so lang' es ihm gefällt: wenn Uch Liebster, zench mich zc. O 550. Von der Begierde 550. Geist, steh' du mir bey, daß Mel. Uch Gott, vom Zimmel 2c. mein Begehren dieß nur sey: Ah! meine Seel' kann ihre Gott über alles lieben. Ruh' im Zeitlichen 551-555. 556. 210 finden; was ich da vornehm' oder thu', wie Rauch pflegt zu verschwinden: unsterblich ist die Seel', drum muß unsterb lich seyn, was ohn' Berdruß dieselbe soll vergnügen. 2. Mir ist nichts auf der Welt bewußt, das wahre Ruh' könn' geben: nicht Augenlust, nicht Fleischesluft, nicht hof fårtiges Leben. Drum will Drum will ich auch nicht denken drauf, vielmehr mein Herz zu Gott hinauf und seiner Fülle rich ten. 3. O höchstes Gut, sey hier 3. O höchstes Gut, sey hier und dort mein Reichthum, Lust und Ehre: gib, daß in mir sich fort und fort das Sehnen nach dir mehre: daß ich dich stets vor Augen hab', mir selbst und allem sterbe ab, das mich von dir will ziehen. Du unbegreiflich höchstes Gut ( Siehe Nro. 1087.) 4. Hilf, daß ich meinen Wandel führ' bey dir im Him, mel oben; da ich werd' ewig seyn bey dir, dich schauen und dich loben: so kann mein Herz zufrieden seyn, und fins det, Gott, in dir allein die wahre Ruh' und Freude. 5. Hiezu gib mir von deis nem Thron, o Bater, Gnad' und Stärke. Zerstör', JE, o fu, Gottes Sohn, des Satans Reich und Werke: Oheilger 557. Seh' auf, mein's Herzens. 558. Mel. tan freu't euch, lieben x. Oder: nein Zerzens- JEfu,. Sott Lob! ein Schritt zur Ewigkeit ist abermal vollendet: zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehn lich wendet. O Quell, dar aus mein Leben fließt, und alle Gnade sich ergießt in mei ne Seel' zum Leben. und 2. Jch zähle Stunden, Tog und Jahr, und wird mir all Jahr', und wird mir all zulange, bis es erscheine, da ich gar, o Leben! dich umfan ge, damit, was sterblich ist i mir, ein Ende nehme don bey dir, und ich unsterblid werde. 3. Vom Feuer deiner Lich glüht mein Herz, daß sich en zündet, was in mir ist, und mein Gemüth sich so mit dit verbindet, daß du in mir, un ich in dir, und ich doch immer dar allhier noch mehr nach b verlange. 4. O! daß du selber t mest bald! ich zähl' die Augen blicke; ach! komm, eh' mit Da zu Gott und Christo. das Herz erkalt't, und sich's ser Zeit ein Schritt nochmals zum Sterben schicke: komm doch in deiner Herrlichkeit! schau', deine Braut hat sich bereit't, entgegen dir zu gehen. 5. Und weil das Dehl des Geistes ja ist in mir ausges gossen, du mir auch selbst von innen nah', als deinem Reichs: genoffen, so leuchtet mir des Lebens Licht, und meine Lamp' ist zugericht't, dich frölich zu empfangen. 6. Komm! ist die Stimme deiner Braut, tomm! rufet deine Fromme; sie ruft, und schreyet überlaut: Komm' bald! ach! JEsu, komme. So komme denn, mein Brdus tigam, du kennest mich, o Gottes Lamm, daß ich dir bin vertrauet. 7. Doch sey dir ganz ans heim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewol ich weiß, daß dir's gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße, und darauf von nun an richte meinen Lauf, das ich dir komm' entgegen. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frey vor jedermann dich darf den Braut'gam nennen, und du, o theurer Lebensfürst! dich dort mit mir vermählen wirst, 9. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, so oft ein Tag sich ender, und also auch von dies 211 vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 10. Wenn auch die Hände läßig sind, und meine Kniee wanken; so biet' mir deine Hand geschwind' in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmels wärts ohn' Unterlaß aufsteige. 11. Geh', Seele! frisch im Glauben dran, und sey nur unerschrocken, laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken: so dir der Lauf so langsam deucht, so eile wie ein Adler fleucht, mit Flüs geln süßer Liebe. 12. JEsu, meine Seele ist schon längst zu dir gezogen. Ich weiß, weil du voll Liebe bist, bist du auch mir gewogen. Fahr' hin, was heißet Stund' und Zeit! ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in JEsu lebe. 559. Guter Hirte! willst du nicht. 560. HErr, wenn ich dich nur zc. 561. Mel. Der Tag ist hin, mein 2c. Oder: Gottlob, es ist nunmehr. ier lieg ich nun, o HErr, zu deinen Füßen, ach! laß mich doch der süßen Huld genießen, mit welcher du die Deinen oft erquickst, und ih. 22 nen Von der Begierde 212 2lombon ti nen Licht, Trost, Freud' und Kraft zuschickt. 2. Ohn' dich, mein Heil, fann ich nicht ruhig leben, ohn' deinen Trost muß ich in Angst stets schweben: ohn' dich bin ich ganz fraftlos und vers schmacht't, ohn' deinen Schein tapp ich in finstrer Nacht. 3. Du bist der Arzt, der meis nem matten Herzen alleine kann benehmen seine Schmer 562-566. 567. gen: ach! heile mich, nimm Mel. Züter, wird dielacht. meine Schwachheit hin, ach! Meine Armuth macht mich zu mach gefund den mehr als tranten Sinn. 4. Du bist mein Hirt, der mich auf grüner Aue so gerne führt, sieh, wie ich um mich schaue nach deiner Hut: ach ruf mich zu dir hin, führ'st du mich nicht, weiß ich nicht, wo ich bin. dir, du bist allein mein Trost und meine Zier. 8. Zünd' in mir an die rei nen Liebesflammen, die alle samt aus deiner Lieb' herstam men: ich fleh', ich bitt', mein Heil, ich laff' nicht ab, bis du dich selbst mir hast geschenkt zur Gab'. 5. Durch deinen Schein er leucht'st du, meine Sonne, mein dunkel Herz, und gibst mir Freud' und Wonne: denn ohn' Dein Licht müßt' ich im Finstern steh'n, dein liebreich Herz läßt solches nicht gescheh'n. 6. Du hast es ja gefaget und versprochen, dein heilsam Wort hast du noch nie gebrochen: wer dich um Hülf' anschreyt, dem gibst du sie; wen nach dir dürft't, bleibt ungetränket nie, 7. So laß mich nun die Güßigkeit empfinden, durch die, was du nicht bist, ganz muß verschwinden: Ich schrey und ách ohn' Unterlaß nach der mich segnet und macht reich. JEsu, du bist's, den ich mei ne, da ich weine, damit ich dein Herz' erweich. 2. Ach! wo nehm' ich her die Kräfte zum Geschäfte, da zu ich verbunden bin? HErr, mein armes Herz anfeure, und erneure den zerstreuten Geist und Sinn. 3. Sieh', es eilt zu deiner Quelle meine Seele, von dem Durst geplagt und matt, du kannst die Begierde stillen, und mich füllen, daß ich werd' er freu't und satt. 4. Treibe ferne, die mich hindern, du fannst mindern der Versuchung starke Kraft, laß nichts meinen Glauben schwächen, dein Versprechen, gibt mir einzig Kraft und Saft. 5. Eil' mit ausgespannten Armen zu mir Armen, drüde mich an deine Brust. Du er fenn'st zu Gott und Christo. fenn'st mein tiefes Sehnen, und die Thränen, JEsu, meis nes Herzens Luft! 6. Du bleib'st ewig meine Freude, auch im Leide, wenn mich Angst und Kummer plagt: denn du bist der Auss erfohrne, das Verlohrne haft du nimmer weggejagt. 568. M Der 25. Pfalm. Mel. Mein Jesu, dem die ic. Hein Geist, o HErr, nach dir sich sehnet, nach dir, der du ihm alles bist; mein Herz sich hoffend auf dich lehs net, o Fels, der bleibet, wie er ist: laß mich mit Schans den nicht bestehen, damit mein Feind nicht freue sich; viel mehr laß den, der wider dich sich seßt, mit Schanden unter gehen. 2. Denn keiner ist zu Schanden worden, vom Anfang bis auf diese Stund', der sich gefunden in den Orden der Gläubigen von Herzenss grund; du hast der keinen nie verlassen, der dich zu seinem Gott erwählt: es hat ihm nie kein Gut gefehlt; du hasfest nur, die dich, HErr, hassen. 213 3. Drum woll'st du deinen Weg mir zeigen, den Weg, der mich zum Leben führt, zu deinen Steigen wollst du neis gen mein Herz, das deine Kraft gerührt: laß meinen Fuß ja nimmer wanken von Wahrheit und Gerechtigkeit, von Uns schuld und Gottseligkeit, dafür will ich dir immer danken. 4. Gedenk', o HErr, an dein Erbarmen, das weder End' noch Anfang fennt: ach! schau' in Gnaden auf mich Ars men, der sich nach deinem Na men nennt: gedente nicht der Kindheit Sünden, und was die Jugend hat verschuld't, hab aber, HErr, mit mir Geduld, und laß für Recht mich Gnade finden. 5. Der HErr ist gut, ja selbst die Güte, er ist von Hers zen treu und fromm; leutselig, sanft ist sein Gemüthe, drum spricht er zu dem Sünder: Komm! und leite ihn auf seis nen Wegen, die voller Ruh' und Sicherheit: wer elend ist, sich des erfreu't, bey Gott ist für ihn lauter Segen. 6. Ach! ja des HErren Weg ist richtig, Wahrheit und Gnade ist sein Pfad; wer fromm ist und zum Glauben tüchtig, erfährt es wol recht mit der That: der Unglaub' ist nur nicht zufrieden, der Eigenwill' sieht sauer aus, Gott halte, wie er wolle, Haus: drum bleibt er auch von ihm geschieden. 7. Ach! siehe nicht an mein Verbrechen, bitt' ich nochmals aus Herzensgrund; laß es dein strenges Recht nicht råchen; gedenke doch an deinen Bund, und was du bey dir selbst ge. 23 schwo 214 Von der Begierde schworen, daß der, so sich von Sünden kehrt, und seinem Fuß vom Unrecht wehrt, mit nichten folle seyn verlohren. 8. Wer fromm ist und den HErren scheuet, dem zeiget er den besten Weg; sein Geist wird immerdar erfreuet, er wandelt auf dem Friedenssteg': der Segen kommt auf seinen Saamen, des HErrn Geheim: niß wird ihm fund, der Geist eröffnet seinen Mund, zu offens bar'n des HErren Namen. 569. 9. 3war legt des Feindes List viel Neße dem, der nur Gott erwählet hat; er suchet, Mel. Err Jesu Christ, x. wie er ihn verleße, und Scha, Nach dir, o Gott! verlan den thue früh' und spat: Gott aber wachet für die Seinen, gibt sie dem Feinde nimmer preis, weil er sie wohl zu schu Ben weiß, er läßt sie nicht vers geblich weinen. get mich; mein Gott! ich denke stets an dich: zieh' mich nach dir, nach dir mich wend', aus Zion deine Hülf mir send'. 2. Die Sonnenblume folgt der Sonn'; so folg' ich dir, o meine Wonn'! nur wünscht ich, daß ich könnte hier, ganz frey von Sünden, folgen dir. 3. Doch, leider! hat das Sündengift solch) Uebel in mir angestift't, daß sich der matte Geist nicht kann davor recht schwingen himmelan. 10. Drum will ich mich zu dir auch wenden, wenn ich elend und einsam bin; du wirst mir Hülf aus Zion senden, und trösten den geångsten Sinn: ja führe mich aus mei: nen Nöthen; vergiß, vergiß die Missethat, die dich so hoch betrübet hat, daß ich davor nicht dürf' erröthen. 11. Noch eins, HErr, will ich von dir bitten, bewahre mich durch deine Macht; will Gift und Gall' der Feind aus: schütten, so hab' auf meine Seele acht: laß schlecht und recht sie stets behüten; sey gnädig deinem Israel, und rette deines Volkes Seel' von aller seiner Feinde Wüten. 12. Ehr' sey dem Vater, der regieret vonEwigkeit zu Ewig, keit, samt seinem Sohne, der uns führet aus allem Jammer dieser Zeit; der Geist, der Tröster, der uns lehret, und unsern Geist mit Liebe nährt, sey gleichfalls von uns hoch, geehrt; sein Lob werd' immer, dar vermehret! 4. Ach! wer wird mich be freyen doch von diesem schwe ren Sündenjoch? O HErr! ich sehne mich nach dir: be freye mich und hilf du mir. 5. Es ist mein Will nach dir gericht't; doch das Voll bringen mir gebricht: und wenn ich auch hab' Gut's ges than, zu Gott und Christo. 573. unbil than, so klebt doch was un reines dran. 6. Ich laufe zwar, doch bin Ursprung des Lebens! o ich matt; ach! laß den Willen finden statt! erleicht're mir die schwere Last, wie du mir zus gesaget hast. ewiges Licht! da nie, mand vergebens sucht, was ihm gebricht. Lebendige Quels le, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt, und in die begieris gen Seelen einfließt. 7. Gedenke, daß ich bin dein Kind, vergib und tilge meine Sünd'; daß ich zu dir, mit freyem Lauf, mich ton. ne schwingen himmelauf. 8. Den Sinn der Welt tilg' in mir aus, sey du nur HErr in meinem Haus; den Schild des Glaubens mir vers leih', und brich des Feindes Pfeil entzwey. 10. Hinweg, hinweg, du schndde Lust, bleib' mir auf ewig unbewußt: was mein Herz fort vergnügen soll, deß ist allein der Himmel voll. 11. Ach! alles, was mich reißt von dir, o höchstes Gut! das treib' von mir: in dir, mein Gott, in dir allein, laß hinfort meine Freude seyn. o 3. Hier tomm' ich, mein 9. Nach dir, mein Gott! laß stets forthin gerichtet seyn Hirte, mich dürftet nach dir: den ganzen Sinn! ich eig'ne Liebster, bewirthe dein dich mir gånzlich zu, und such Schäflein allhier. Du kannst dein Versprechen mir Armen in dir nur meine Ruh'. nicht brechen, du siehest, wie elend und dürftig ich bin, auch gibst du die Gaben aus Gnas den nur hin. 570. Nur mein JEsus ist mein 2c. 215 571. O JEsu, komm zu mir, ic. 572. unbegreiflich herrlich Wesen. 2. Du sprichst: Wer begehe ret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme, allhier sind himmlische Ga ben, die füßiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 4. Du, süße Fluth, labest Geist, Seele und Muth, und wen du begabest, find't ewiges Gut. Wenn man dich genies ßet, wird alles versüßet, es jauchzet, es singet, es springet das Herz, es weichet zurücke der traurige Schmerz. 5. Drum gib mir zu trins ten, wie's dein Wort verheißt, laß gånzlich versinken den seh, nenden Geist im Meer deiner Liebe; laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen Univ.- Bibl. Giessen Von der lischen hin, mein Herze belebe ein göttlicher Ginn. 6. Wenn du auch von Leis den was schenkest mit ein, so gib, dir mit Freuden gehor: sam zu seyn. Denn alle die, welche mit trinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leis den allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 216 7. Drum laß mich auch werden, mein JEsu, erquickt da, wo deine Heerden kein Leis den mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wohlluft, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig be lohnt. 574. Mel. Valer will ich dir geben. chatz über alle Schätze, o JEsu, liebster Schak, an dem ich mich ergdhe, hier hab' ich einen Platz in meinem treuen Herzen dir, Schönster zugetheilt, weil du mit deis nen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. Ady! Freude meiner Freu den, du wahres Himmels brod, damit ich mich kann weis den, das meine Seelennoth ganz fråftiglich kann stillen, und mich in Leidenszeit erfreu lich überfüllen mit Troft und Süßigkeit. 3. Laß, Liebster, mich ers blicken dein freundlich Ange. sicht, mein Herze zu erquicken, Begierde komm, tomm, mein Freuden, licht! Denn ohne dich zu leben, ist laute: Herzeleid; vor dei nen Augen schweben, ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o JEsu, süße Ruh', du treuer Kreuzgeselle, schlag' nach Be lieben zu; ich will geduldig leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich seyn. 5. Mein Herze bleibt erger ben dir immer für und für, ju sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwitzen, als, Schön ster, ohne dich im Paradiese sigen, veracht't und jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Er den! dich mag und will ich nicht: mein Geist will himm lisch werden, und ist dahin ges richt't, wo JEsus wird ge schauet, da sehn' ich mich hin ein, wo JEfus Hütten bauet, denn dort ist gut zu seyn. 7. Nun, JEsu! mein Ver gnügen, komm, hole mich zu dir, in deinem Schooß zu lie gen. Komm, meiner Seele Zier, und setze mich aus Gnos den in deine Freudenstadt, so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. 575. Mel. Erleucht' mich, Err,. chau' meine Armuth an, o Err! nach deiner Treue, sey du mein Helfers mann, ju Gott und Christo. mann, ich weiß sonst keinen nicht, du sieh'st, was mir ges bricht, und kannst in einem Nu mir schaffen Hülf' und Ruh'. 2. Ich merke keine Kraft, zu wirken deine Werke: des Geistes Lebenssaft, den ich so oft verspürt, der meinen Geist gerührt, ist schier vertrocknet gar, ach HErr! nimm meiner 3. Du bist der Gnadenquell, zu dem mein Inn'res eilet, ers gieß' dich, mild und hell, er quicke den, der matt, erfreu' und mache satt den, der zwar deß nicht werth, doch sehnlich es begehrt. 4. Ach! nimm, HErr, von mir weg, was meine Ruhe stdret; was mich, den Friedens. steg zu laufen, hindern will, was mir verrückt mein Ziel, das laß, dem Feind zur Pein, DHErr! zernichtet seyn. 5. Ja eile her zu mir, mit ausgespannten Armen, ich schenk' auf's neu' mich dir, und warte deiner Huld, vergiß du meiner Schuld, solch' Lieb' und Glaubensband soll trens nen keine Hand. 6. Muß ich denn gleich noch oft mein Sündenelend fühlen, so kommt wol unverhoft ein Blick der Freundlichkeit, der Gnad' und Süßigkeit, von deinem Angesicht, der machet alles licht. 7. Ach ja! dieß ist der Bund durch den sich kräftig stårket 217 mein Geist zu aller Stund', daß mir nicht schaden kann mein Elend um und an; HErr, dir sey Dank dafür in Ewige feit und hier. 576. Mel. Guter Zirte, willst du zc. Oder: Mensch, was such'st zc. Seele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Ers den, die doch bald verzehren sich, oft zur Angst und Sorge werden? Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreu's ten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt' ihn stets zum Himmel hin, laß dich nichts davon abdringen. Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein betrübtes Herz zu laben: eil' zur Lebensquell' hinzu, da kannst du sie reichs lich haben. Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsfel'ge Pein, die der Sündendienst gebieret; laß nur den dein Labsaal seyn, der zur Glaubensfreude führet. Suche JEfum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 5. Ach! es ist ja schlecht ge. nug, daß du sonst viel Zeit vers dorben mit nichtswürdigem Gesuch', dabey du fast bist ers 05 storben! 218 Von der Begierde zu Gott und Christo.. storben! Suche JEsum und bet sich dein Herz zu ihm erhe sein Licht, alles and're hilft ben. Suche JEsum und sein dir nicht. Licht, alles and're hilft dir nicht. 6. Geh' einfältig stets eins her, laß dir nichts das Ziel verrücken: Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, 12. Sey im übrigen ganz still', du wirst schon zum Ziel gelangen: glaube, daß sein wohl erquicken. Suche JE: Liebeswill stillen werde dein sum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. Verlangen. Drum such' JE sum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 577-582. 7. Weiß'st du nicht, daß diese Welt ein ganz ander We sen heget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung Von der Liebe zu JEsu. dir vorleget? Suche JEfum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 583. Mel. Wer nur den lieben c. 8. Du bist ja ein Werk von Gott, und aus seinem Geist gebohren, bleib' doch nicht in Sünden todt. Bist du nicht zum Reich erkohren? Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels. höhen: laß, was dich zur Er. de reißt, weit von dir entfers net stehen. Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lauter'n Quell, der vom Thron des Lammes fließet, und auf Fromme rein und hell', sich in reis chem Maaß ergießet. Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schwe, ben: laß mit brünstigem Ges Gold und Schatsen, von Pracht und Schönheit dieser Welt! es fann mich ja kein Ding ergößen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe JEsum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schak, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen wei de, und finde, was mein Herze stillt Ein jeder liebe, was er will, ich liebe JEsum, der mein Ziel. 5. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit daurer nicht, die Zeit kann alles das verwi sten, was Menschenhände zu gericht't; drum lieb' ein je der, was er will, nur JEsus ist allein mein Ziel. 4. St Von der Liebe zu JEsu. 4. Er ist allein mein Licht wand're in der Zeit, so wird und Leben, die Wahrheit er mir's doch wohl gewähren, selbst, das ew'ge Wort: Er im Reiche seiner Herrlichkeit. ist mein Stamm und ich sein Drum lieb' ich billig in der Reben, er ist der Seele Fels Still' nur JEsum, meines und Hort. Ein jeder liebe, Herzens Ziel. was er will, ich bleib' bey JEsu, meinem Ziel. 6. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit: sein Thron bleibt stets in gleis chen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will, weil JEsus ist mein höchstes Ziel. 7. Die Wohlfahrt ist nicht zu ergründen, die uns vor seis nem Angesicht erwartet: was bey ihm zu finden, vergehet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, denn JE, sus ist mein höchstes Ziel. 8. Er will mich über all's erheben, und seiner Klarheit machen gleich: er wird mir so viel Schäße geben, daß ich werd' unerschspflich reich. So lieb' nun jeder, was er will, mein JEsus bleibt mein bes stes Ziel. 219 5. Er ist der König aller Ehren, er ist der HErr der Herrlichkeit; er kann mir ew'; ges Heil gewähren, und ret ten mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will, Coffen, mein Glauben, Mel. Lobe den Erren, den 2c. hrifte, mein mein nur JEsus ist und bleibt mein Ziel. mein Wallen, und das, was Christen kann schmecken und einzig gefallen: richte den Ginn, treuer Weltheiland, das hin, Ruhm dir zu bringen vor allen. 9. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, so lang' ich 584. Uch! unselig ist zu nennen. 585. An JEsum denken oft und 2c. 586. 2. Einig Geliebter, du Wonne! dich will ich erheben, ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben: nimmst du mich hin, ist es mein großer Gewinn, dir will ich sterben und leben. 3. Eines, das nöthig, laß mächtig vor allen bestehen, Ruhe der Seele; laß alles, was eitel, vergehen: einzige Lust ist mir in dir nur bewußt, den ich mir ewig ersehen. 4. Herzog des Lebens! du wollest mich selber regieren, daß ich mein Leben mög' heilig und seliglich führen: gib du den Geist, reiche, was göttlich nur heißt, sonst nichts die Seele kann zieren. 6. Fries 220 Von der Liebe zu JEsu. 5. Friedensfürst! laß mich im Glauben dir treulich an hangen: eile zu stillen dieß Wünschen, mein höchstes Ber: langen: von dir nichts mehr, Heiland, ich jetzo begehr', laß mich nur dieses erlangen. 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo du nicht willst tragen; alles, was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn seyn: lebt man nur Christo gemein. Er wird's wohl können verjagen. 7. Nun, nun, so will ich auch immer und ewiglich has sen Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen. Er soll mir seyn Reichthum und alles allein. Gott, Gott, wer wollte dich lassen? 587. Dein' eig'ne Liebe zwinget c. 588. Du bist ja ganz mein eigen ic. 589. Du unvergleichlich's Gut: c. 590. 5 Psalm 73, 23-28. Mel. Zerzlich lieb hab' ich c. Err JEsu Christ, mein Fleisch und Blut, mein Seelenschat, mein höchstes Gut, und aller Sinnen Freus de! ich bleibe dennoch stets an dir, so ist auch nichts, das dich von mir, und unsre Liebe scheis de: du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bey meiner rechten Hand, regier'st und führst' den Lebenslauf, und hilfest meiner Schwach heit auf. HErr JEsu Christ! du bist mein Licht:: ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach dei nem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet: geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Kro ne der Gerechtigkeit. HEr Jesu Christi! ach! voll Be gier:: wünsch' ich zu seyn, mein Gott, bey dir. 3. Mein alles ist auf dich gericht't, hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden; denn war der Himmel ohne dich, so könn te keine Lust für mich in tau send Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht' ich auch nicht auf den seyn: denn auch die ganze weite Welt hat nichts, dat mir, wie du, gefällt. HEr JEsu Christ! wo du nicht bist:,: ist nichts, das mir er freulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Mar ter, durch Gewalt und Tod, auch Seel' und Leib verschmach ten; dieß alles wird, wenn's auch Von der Liebe zu JEsu. auch noch mehr, ja gar wie 591. eine Hölle wär', für nichts Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. mein Glaube achten: du bist ach! laß mich immerzu und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig seyn. HErr JEsu Christ! ich hoffe vest:,: daß deine Kraft mich nicht ver, läßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht bestån: dig Glauben hält, muß frey: lich wol verderben, und kann, weil er die Luft und Pracht des Fleisches hier zum Him, mel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer Satan folgt, und årgerlich in Sünden le: bet wider dich, und denkt an keine Buße nicht, den bringst du einst vor dein Gericht. HErr JEsu Christ! du bist dabey:,: dem, der dir treu ist, ewig treu. 221 6. Drum halt' ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud' und auch im Leide: dein Thun soll alles und allein in meinem Herz' und Munde seyn, bis ich dich kann mit Aus gen seh'n. Ach! möchte sol. ches bald gescheh'n: HErr JE, su Christ! ich warte drauf:,: fomm, fomm, mein Heil, und nimm mich auf. in deiner Liebe brennen, und dich im Herzen kennen, und preisen deinen Namen mit dem erwählten Saamen. 2. HErr, deiner Liebe Kraft, so alles in mir schafft, erneure meine Sinnen; mein Thun und mein Beginnen sey nur auf dich gerichtet, dir hab' ich mich verpflichtet. 3. Verlobe dich mit mir; ich habe mich auch dir zu eis gen ganz geschenket; in dir bleib' ich versenket: wir müs sen uns im Lieben stets mit einander üben. 4. Du bist allein mein Heil, und meines Herzens Theil: ach! gib dich meiner Seelen, thu' dich mit ihr vers mählen; dir bin ich ganz er geben im Tod' und auch im Leben. 5. HErr, deine Freudigs feit sey meine Freud' im Leid', und deine große Güte rühr kräftig mein Gemüthe, daß ich auf dich nur baue, und auf dein Heil nur schaue. 6. Zu deiner Herrlichkeit mach' mich, o Gott! bereit, laß mich stets an dir bleiben, kein' Lust von dir abtreiben; fomin, gib dich meinem Herzen, zu tilgen dessen Schmerzen. 7. Send' mir von deinem Thron, du wahrer Gottes Cohn! 222 Von der Liebe zu JEfu. Sohn! den Geist der Kraft und Stärke, daß ich ihn stets vermerke in allen meinen Sin. nen; er selbst sey mein Be. ginnen. 8. So sey ich für und für, HErr, anbefohlen dir: der alte Adam sterbe, der neue Mensch ererbe das Reich der Kraft und Ehren: ein Amen laß mich hören! 592. o HErr, ich bitte, sey von mir nicht fern mit deiner Hülf' und Gnaden! die ganze Welt erfreu't mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich dich nur kann haben: und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Heil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. HErr JEsu Christ, mein Gott und HErr! mein Gott und HErr! in Schanden laß mich nimmers mehr. 2. Es ist ja dein G'schenk und Gab' Leib, Seele, alles, was ich hab' in diesem armen Leben: damit ich's brauch' zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, woll'st du mir Gnade geben! Behüt' mich, HErr, vor fal scher Lehr', des Satans Mord und Lügen wehr': in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldiglich. HErt JEsu Christ, mein HErr und Gott! mein HErr und Gott! tröst' mir mein' Seel' in Tor desnoth. 3. Laß deine Engel bey mit seyn am letzten End', die Seele mein in 2brams Schooß zu tragen, den Leib in sein'm Schlafkämmerlein laß sanft, ohn' ein'ge Quaal und Pein, ruh'n bis am jüngsten Tage: alsdann vom Tod' erwecke daß meine dich in aller Freud', o Gots tes Sohn! mein Heiland und mein Gnadenthron HErr Esu Christ, erhöre mich! erhdre mich! ich will dich prei sen ewiglich. 593. höchste Lust und Herzvergnüg 594. Ich hab' ihn dennoch lieb. 595. Ich lasse JEsum nicht! mit 2. ( Siehe Nro. 1088.) 596-599. 600. mel. Jesus, meine Zuversicht. Oder: Mensch, was suchst u. Meit einen JEsum las id nicht. Ach! was wollt ich beff'res haben? Ruhe, Freu de, Trost und Licht, ist in seis nem Schooß begraben: alles, was Vergnügung gibt, hab' ich, weil mich JEfus liebt. 2. Er ist mein und ich bin sein, Liebe hat uns so verbun den, Von der Liebe zu JEsu. den, er ist auch mein Heil als lein durch sein Blut und tiefe Wunden. Auf ihn bau' ich felfenvest, voller Hoffnung, die nichts läßt. 3. Ohne JEsum würde mir nur die Welt zur Hölle werden; hab' ich ihn, so gibt er mir schon den Himmel auf der Erden: hungert mich, so fetzt er mir Brod, wie lauter Manna für. 4. Eine Stunde, da man ihn recht in's Herze sucht zu schließen, gibt den seligsten Gewinn, Gnad' und Friede zu genießen; ein nach ihm geschickter Blick bringt viel tausend Lust zurück. 5. O wie wird mein Kreuz so tlein! weil er mir's selbst hilft ertragen, richtet es zum Besten ein; er will auch nicht immer schlagen: nach der Ru the kommt die Huld; er bes gehret nur Geduld. 6. Führt er mich gleich wunderlich, hin und her, durch dick und dünne; er hat dennoch über mich immer ets was Gut's im Sinne: ja es führt die Wunderbahn nirs gend hin als himmelan. 7. Von der treuen Liebes: hand offenbart sich lauter Lie, be; nichts beruht auf Unbe stand ben dem- treuen Liebes: triebe: JEsus immer einer ley, ist und bleiber ewig treu. 8. Blinde Welt, such im merhin eitle Luft auf dieser 223 Erden! außer JEsu kann mein Ginn niemals recht vers gnüget werden. Also bleibt's bey dieser Pflicht: Meinen JEsum laff ich nicht. 601. meine Seele, willst du ruh'n. 602. DJEsu! Hoffnung wahrer c. 603. Mel. Wie schon leucht't uns 2c. D JEsu, JEsu, Gottes Sohn, mein Mittler und mein Gnadenthron, mein Trost und meine Wonne! du weißest, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar, und klårer, als die Sonne. Herzlich lieb' ich mit Gefal len dich vor allen: nichts auf. Erden kann und mag mir lies ber werden. 2. Dieß ist mein Schmerz, dieß trånket mich, daß ich nicht g'nug fann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzünd't, je mehr ich lieb', je mehr ich find', daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte in's Gemüthe lieblich fließen, so wird sich die Lieb' ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich all'zeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wohllust, Ehre, Freud' und Geld, wenn ich es recht erwas ge, fann mich ohn' dich g'nugs sam Von der Liebe zu JEsu. sam laben, ich muß haben reis. Furcht und Schrecken. Reich ne Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. lich werd' ich seyn erquicket, und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Him, melskrone. 224 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffft seinem Herzen Fried' und Ruh', er, freuest sein Gewissen: es geh' 604. ihm, wie es woll', auf Erb', O Vaterherz! o Liebesbrunst. 605. wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch Mel. Zerfließ', mein Geist 2. dein genießen. Ewig, wird sich Sag' an, o Mensch, wer ik wol werth zu dem für ihn finden, alles Trauren muß verschwinden. daß man ihn liebe nur allein? daß Aug' und Herz an ihm 5. Kein Ohr hat dieß je sich stets ergsten, und im mals gehört, kein Mensch ge mer in ihm frölich seyn? der sehen und gelehrt, es kann's ist es, den man Chriftum heißt, niemand beschreiben, was de- und der sich selber uns an nen dort für Herrlichkeit bey preis't, daß über alles hier dir und von dir ist bereit't, die, auf Erden, Er würdig sey ge in der Liebe bleiben. Gründ lich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschågen, was alsdann uns wird ergößen. liebt zu werden. 6. Drum laff ich billig dieß allein, o JEsu, meine Sorge feyn, daß ich dich herzlich lie: be, daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein klares Wort vermeld't, aus Liebe mich stets übe, bis ich end lich werd' abscheiden, und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 3. Ist er nicht Gott? des Vaters Bild und Spiegel? der Glanz der ew'gen Herr 7. Da werd' ich deine lichkeit, der bey ihm war, eh Süßigkeit, dein himmlisch alle Berg' und Hügel geschaf Manna, jederzeit in reiner Lie, fen sind hier in der Zeit? Ach be schmecken, und seh'n dein ja! er ist das schönste Licht, liebreich Angesicht mit unver: das selbst des Vaters Ange wandtem Augenlicht, ohn' alle sicht mit, höchster Lust und Freud' 2. Ach ja! der ist's: ihm müssen alle weichen im Rang der Liebe; Vater, Sohn, auch Bruder, Mutter, Tochter und desgleichen, deß Liebe sonst hat großen Lohn. Selbst un ser Leben ist zu schlecht, wenn man es nur bedenket recht, daß wir es wollten lieber ha ben, wår's auch geschmückt mit tausend Gaben. Von der Liebe zu JEsu. Freud' erblicket, und sich an ihm ohn' End' erquicket. 4. Er ist ein Meer voll als ler Trefflichkeiten; ein Quell, der ohn' Aufhören fließt; nies mand vermag die Fülle uns zu deuten, die seine Gottheit in sich schließt. Schau', wie das ganze Engelheer, und was im Himmel sonst noch mehr von frommen Geistern, wird gezählet, ihn hat zur ein'gen Luft erwählet. 225 weil dieses zu geringe war, dich und mich wieder frey zu ma, chen: er stürzt sich selbst in's Todes Rachen. 8. Dadurch wird er bein Hirt', dein Arzt, dein Leben, das Heil und die Gerechtigs keit; dein Bräutigam, der sich hat hingegeben für dich, dein Schmuck und Ehrentleid: er ist dir alles, was dir noth; er ist der Freund, der weiß und roth. Mein! sollt' er nicht seyn werth zu lieben? Ja wohl! dieß eine ist zu üben. 9. Mit höchstem Recht kann jedermann den schätzen bejammernswerth, der ihn nicht liebt: er selbst, der HErr, wird ihn zur Rede setzen, wenn er das Richteramt ausübt. Wohl aber allen, deren Sinn sich neigt zur Liebe Christi hin; denn er wird ihrer ewig scho nen, und ihre Lieb' mit Liebe lohnen. S 10. Hilf, JEsu, hilf, daß ich mit reinem Herzen, dich über alles lieben mag! die Welt und eig'ne Lieb' macht lauter Schmerzen, dein Lieben weiß von teiner Plag'. Laß mich empfinden mehr und mehr, wie du mich lieb'st so hoch und sehr, damit aus sols chen reinen Flammen die Fun ten meiner Lieb' herstammen. 5. Er ist es, der uns hat zuerst geliebet, da du und ich nur Zorn verdient. Fragst du, worin er solches hab' geübet? darin, daß er uns Gott vers fähnt; Gott, der von uns war hoch entehr't, da wir uns von ihm abgefehr't, der uns dars um hätt' lassen können in jes nen Flammen ewig brennen. 6. Abgrund, der sich hier dem Aug' entdecket! o Tiefe der Barmherzigkeit, durch des ren Trieb er hat das Werk vollstrecket, dadurch gewehrt ist unserm Leid! Er ward ein Mensch, o Menschenkind, uns Sündern gleich, doch ohne Sand'; ließ auf die höchsten Marterzinnen sich stellen, um dich zu gewinnen. 7. Daß er dir wiederbrin, gen möcht' den Segen, wird er ein Fluch am Kreuzesstamm; läßt allen deinen Jammer auf 11. Man hörte eh'mals sich legen, wird zum Brand: opfer selbst das Lamm. Nicht Gold und Silber legt er dar, 800 dich wol dreymal fragen den Simon, ob er dich lieb hätt'. Hilf, daß, wie er, ich könn P aufs Von der brüderlichen aufrichtig sagen, falls bein 4. Hergegen, wer beladen Mund gleiche Frage that; Ach Ere, du weißese alle Ding' du weiß'st, daß ich, was wahr, vorbring', und ich dich, als die höchste Gabe, im Hers zen lieb gewonnen habe ( b) 796) no misdid 606. Schönster Immanuel: c. mit bittern Haß und Zorn, der hat deß großen Schaden, et ist und bleibt verlohr'n; es fommt das theute Blut, Christus unverdroffen, aus Liebe, hat vergoffen, ihm nim mermehr zu gut. 226 Amy Air Von der brüderlichen und 5. Wer seinen Nächsten haffet, der haffet selbsten Gott drauf Gottes Zben ihn fasse und stürzt in solche Noth darinnen er verdirbt, woselb ften tein Erretten; der Hille Band und Ketten ihn fesseln, wenn er stirbt. allgemeinen Liebe. mo ng 607, sld! ldoor Mel. Voit Gott will ich nicht sc. Oder: Mit Ernst ihr se ött ist ein Gott der Liebe, Godi ein Freund der Einigs teit; er will, daß man sich übe in dem, was wirket Freud' und Fried' in einem Sinn; der Zwistigkeit absage, sich brü, derlich vertrage, in much immerhin, 2. Der Satan ist ein Std. rer des Friedens, und bedacht, daß ja des Wortes Hotev ganz lasse aus der Acht, was wider Haß und Neid der Heiland treulich lehret, und wie von Gott ablehrer die Unversöhn, ( m lichkeit. og heißt. 13. Wer hier den Frieden liebet in Wahrheit ohn' Ver, druß, dem Nachsten sich ergie. Bez ohn' Absicht auf Genuß, der hat am Himmel Théil, da Fried und Liebe wohnet, da Friede wird belohnet: Gott ist und bleibt sein Heil. Sanft, dan 6. Wer dieses recht beden tet, der wird der Sonne Light wenn es zur Erd' sich lente und eh der Glanz gebrid nicht lasſen untergeh'n, bew sich hab' geleget der Zorn, de er geheget; wohl! wohl wenn's ist geſcheh'n. wenn's ist gescheh'n. 7. O Christe, steu'r un wende des Satans Bitterfe damit er nicht behende erwe Zorn und Streit bey dene die der Geist des Friedens regieren, und in der Stil führen zu dem, was lieb heißt. don 8. Hilf uns ja fleißig ha ten die Einigkeit im Geist, über uns mög' walten de Segen allermeist; nach b nem Geist und Sinn einande uns vertragen in Freundschaft und nachjagen dem köstlichke Gewinn Gewinn. on the 608 und allgemeinen Liebe. 22 608.tisalur HErr! einige doch bald diene. 609. and JEsu, allerliebster Bruder zc. 610.hog Ihr Kinder des Höchsten zc. 611.. Mel. Ach! Gott vomZimmel ic. Barmherzigs teit! die JEſus uns anpreiset. Ach wer ist doch zu dieser Zeit, der sich auch so erweiser, der gütig sich, wie Gott, erzeigt, der zur Barms herzigkeit geneigt and das aus Herzensgrunde? ner 12. Daß Gott barmherzig, spricht der Mund, und wer ist's, der's nicht glaubet? Doch, da Gott dieß macht also fund, daß er zur Nachfolg' treibet; so ist verschlossen Herz und Ohr, und wankt der Glaus be wie ein Rohy, weil man's unmöglich achtet. sis 3. Von Gott will man Barmherzigkeit in feinem gans zen Leben, jg daß sie möge weit und breit sich über uns erheben; allein soll manBarm. herzigkeit an Nächsten thun, wie Gott gebeut, so will sich niemand finden. bim 4. Ach! denke, daß der Höchste dir Barmherzigkeit ers zeiget, daß dich die Güte über, führ', und du auch seyft genet: get, zu geben dem, der dürfe tig ist, und gar ein Gliedmaaß JEsu Christ': dieß ist des HErren Wille. 227 i5.08 wird ein grausames Gericht dort über den erges hen, der dieses hat erkannt im Licht, und läßt es nicht gesche hen! Das Wissen das ents schuldigt nicht, man muß auss üben, was Gott spricht: das ist die rechte Liebest ind 6. Wie mancher Reiche ftößet aus, und weif's von Thür und Pforten die Armen, die vor seinem Haus die Noth mit vielen Worten ausschüts ten, daß ein Felsenstein dar über sollt erweichet seyn: als lein man wills nicht hören. 7. Ach! laß mein herz barmherzig seyn, und nach Bermögen geben aus wahrer Liebe, nicht zum Schein, wenn ihre Stimm' erheben die Ar men in der Hungersnoth, daß JEsu! sich erfreuen. sie an meinem Stücklein Brod, D auto 8. Du gibst Barmherzige teit ohn' End' mir Armen auf der Erden, so laß auch wieder Herz und Hånd' mit freund lichen Geberden austheilen, was du mir beschert, daß auch der Arme werd' ernährt durch den bescherten Segen. and sign 9. Ist unbarmherzig gleich die Welt, hat sie ihr Herz ver schlossen; so laß mich thun, was dir gefällt, und helfen unverdrossen: laß mich dem Vater ähnlich seyn, der über. flüssig schenket ein Barmhers zigkeit und Güte. P2 10. Ja, Von der Nachfolge Christi. 228 810. Jay Bater, gis.mir folchen Sinn, daß ich von dei nen Gaben, die du mir gibst, geb' andern hin, die Dürftigen zu laben; laß mich, nach dei nem Ebenbild, seyn liebreich, gütig, sanft und mild. Dieß bitt' ich herzlich). Amen! siste 612618. a 3. Wachsanier JEsu! ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh' und Kummer, bist du gewesen Tag und Nacht; du mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lag'st du vor Gott mit Flehen, und haft gebete und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, damit ich alle zeit wach' und bete: JEsu, ey mu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sey wie du. and 4. Gütigster Ess! ach! wie gnädigy wie liebreid, freundlich und gutthätig bist dudoch gegen Freundund Feind! Dein Wegen muß auf alle fals len, so, wie dein Sonnenglang uns allen, auch Undankbaren täglich scheint. Mein Gott, ach! lehre mich, damit hierin nen ich dir nacharte: JEsu, ey nu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sey wie du. 5. Du sanfter JEsu! war's unschuldig, und litteft alle Schmach geduldig, vergab's und ließ'st nicht Nachgier aus Lehre mich die Sanftmuth üben, bey der kein Eifer did getrieben, als den du hatt'st um's Vaters Haus. Mein Heiland, ach! verleih" mit Sanftmuth, und dabey reinen Eifer: JEsu, ey nu, hilf mit dazu, daß ich sanftmüthig se wie du. 6. Wir Von der Nachfolge desta Chriftitesis 619. 619. Der schmale Weg ist. mobbie 38 o 620. ist Du bist ein guter Hirt, und sc. 621. wie ein gehorsam Kind, stille, stilles Jesu, ey nu, hilf mis dazu, daß ich fein stille sey wie du. Folget mir, ruft uns das 2. 622. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. eiligster Jesu, Heiligungs, quelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du laut'rer Strom der Heiligkeit! aller Glanz der Cherubinen, und Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dir nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir, ach! bilde mich nach dir; du mein Alles! JEsu, ey nu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig seyn wie du! 2. O stiller JEsu! wie dein Wille dem Willen deines Bas ters stille und bis zum Tod' ges horsam war: also mach' auch gleicher Maaßen mein Herz und Willen recht gelassen, und bir ergeben ganz und gar. Mach' mich dir gleich gesinnt, Von der Nachfolge Christi. 6. Würdigster JEsu, Eh dringe, daß ich viel Glaubense renkönig! du suchtest deine früchte bringe, und tüchtig sey Ehre wenig, und wurdest zu deinem Reich! Ach! zieh niedrig und gering; in Ar mich ganz zu dir, behalt' mich muth lebtest du auf Erden, in für und für, treuer Heiland! Demuth und in Knechtsgebers JEsu, ey nu, laß mich wie du, den, erhob'st dich selbst in keis und wo du bist, einst finden nem Ding'. HErr! solche Des Nuh'. muth lehr' mich auch je mehr und mehr stetig üben: JEsu, en nu, hilf mir dazu, daß ich us Rile demüthig sey wie du. 623. 20 JEsu, wie sanft und wie so ac. 624. dein Wesen war züchtig, teufchou in Gedanken? nichts 7. O keuscher JEsu, all' Mel. Der Tag ist hin, mein 2c. Menschenkind, was hast du Sterblich's füll't der Seele, weite Schranken: dem, wel cher recht an JEsum Christum denkt, wird, was sein Herz von ihm verlangt, geschenkt. 2. Den laß nur stets dir im Gedächtniß stehen, nur seis nen Weg, nach seinem Sinn, zu gehen; was du nur thust, dein Herz und ganzen Sinn, ja Lebenszweck, richt' einzig zu ihm hin. 3. Denn dir zu gut ist er gebohren worden: aus großer Liebe trat er in den Orden der Menschheit ein. Wer ihn bes kennt, muß rein, ein neuer Mensch, vom Geist gezeuget, seyn. nd, 4. Sein Leben hat er dir zu gut geführet, auf daß auch du, mit Geist und Kraft ge zieret, ihm folgen sollst; trag in Geduld ihm nach die Kreu zeslast, leid' Hohn und Unge mach. P3 5. Die und auserlesen, von tugendvol ker Sittsamkeit: Gedanken, Reden, Glieder, Sinnen, Ge, berden, Kleidung und Begins nen, war voller laut'rer Züchs tigkeit. O mein Immanuel! mach' mir Geist, Leib und Seel' keusch und züchtig: JE, fu, ey nu, hilf mir dazu, auch teusch und rein zu seyn wie du. 8. Mäßiger JEsu, deine Weise im Trinken und Genuß der Speise lehrt uns die rechte Mäßigkeit: den Durst und Hunger dir zu stillen war'st du, des Vaters Werk und Wil len zu thun, auf Erden stets bereit. HErr! hilf mir meis nen Leib stets zähmen, daß ich bleib' immer nüchtern: JEsu, ey, nu, hilf mir dazu, daß ich stets måßig sey wie du. 9. Nun, liebster JEsu, lieb, stes Leben! mach' mich in al lem dir recht eben, und deinem heil'gen Vorbild gleich: dein Geist und Kraft in mich ein 229 250 Von der Nachfolge Christi. 5. Die Noth und Angst, ser Thun und Leben sey voll. die Schmerzen, nebst den Bans bracht. den, der Tod, den er für dich hat überstanden, muß deine Stark und bestes Labsal seyn; fadringest du zur Ehr' in's Leben ein. o days 11. Durch seinen Sieg sind wir nun Gottes Kinder, der Sünden Feind' und Fleisches Ueberwinder: durch seinen Geist stårkt er uns selbst dazu, und führt uns ein zur ewig wahren Ruh'. 6. Was ihm gescheh'n in seiner Auferstehung, die ihn gebracht zur himmlischen Er. höhung, ist alles dein: nur willst du in sein Reich, so folg' ihm nach, werd' ihm in allen gleich. 12. Darum, o Mensch! was hast du in Gedanken? nichts Sterblich's füllt der Seele weite Schranken. Wohl dem, der recht an JEsum Christum denkt, dem wird, was er verlangt, gewiß gu 7. Es ist gewiß, daß, die nicht mit ihm sterben, auch nicht die Frucht des Lebens schenkt. können erben: wer nicht mit ihm des Leidens Bahn betritt, der bleibt zurück, und herr schet auch nicht mit. 8. Was es daß wir uns ſeiner ſchämen, nicht seine Schmach mit Freuden quf uns nehmen? Gefällt uns wohl sein' Herrlichkeit und heit, so haben wir an seinen Wegen Theil. 9. So, wie der HErr geles bet und gewandelt, nach wel, cher Art die Welt mit ihm ges handelt, so soll und muß der Knecht gesinnet seyn, und so dabey den Haß der Welt nicht schou'n. 625. O stilles Gotteslamm, ich 626. süßes Lamm, laß mich. 627. ' tilles Lamm und Frie les feſt, meine Set densfürst, Seek nach dir dürft't: ach! wem wird, o mein Hirt' doch me Herz und Muth nach deinem Sinn regiert? 2. Gib, daß ich in Lieb' un Treu', dir allein gehorsam f daß mein Ginn lieb gewin sich zum Opfer ganz und g zu geben hin. 3. Schenke mir den fanfie Geift, der nur Lindigkeit be weis't, der in mir sey die zi und der Schmuck, der köstlic ist und werth vor dir. 10. Was er gethan in dem Erldsungswerke, der theure Held, aus göttlicheig'ner Stårs 4. Gib, daß ich mit Tapfe te, kommt uns zu gut, auf feit dich zu lieben sey bertit daß aus seiner Macht all' una wenn mich) Pein nimmet en Da Von Geheimniß des Kreuzes. daß ich mög' ein guter Streis ich weiß, daß diese Last du mir ter vor dir seyn: nec nisin aus Lieb' ertheilet hast, und gar aus keinem Hasse.ilabt 5. Halte mich dir unbe, fleckt, und beständig aufges weckt, nachzuflehn, nachzus seh'n, und wo: da hingeh'st, getroft die nachzugeh'n. 16. Lamm, das überwun den hat, gib mie Armen diese Gnad', daß ich hier für und für, durch dein Blut gestår. tet, streit und sieg in dir. 7. Führe mich wenn ich einmal wandern muß im fine stern Thal. Kommt der Tod, o! mein Gott, nun so stårk' und schütze mich in dieser Noth. 48. Wenn du wirst auf Sion steh'n, müsse man mich um dich seh'n, ohne Pein, weiß und rein, da sollst du, o HErr, mein Licht und Tempel seyn. 628. Wo ist der Weg, den ich muß ic. 231 Vom Geheimniß des Kreuzes. : 2. Denn das ist all'zeit dein Gebrauch, wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebste den ståupst du auch schickst Trauren für die Freuden, führst uns zur Hölle, thust uns weh, und führst uns wie. der in die Höh?, und so geht ein's um's ander'. him sindsd 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergößen: was leben soll, muß erstlich sich in Todeshöhlen ses hen: was steigen soll zur Ehr: empor, liegt auf der Erd, und muß sich vor im Koth und Staube wälzen. teden& 14: Das hat der HErr, dein liebster Sohn, selbst wohl ers fahrin auf Erden, denn eh' er kam zum Ehrenthron', mußt' er gekreuzigt werden: er ging durch Trübfal, Angst und Noth, ja durch den herben bits tern Tod drang er zur Himi melsfreude. 5 Hat mun dein Sohn, der fromm und sich 629. 131 Ach Gott! wie manches sc. ergeben, was will ich armer ( Siehe Nro. 1089.) 630. Sündenknecht dir viel zuwis der streben? Er ist der Spies gel der Geduld, und wer sich sehn't nach seiner Huld, der muß ihm ähnlich werden. A Mel Ach Gott, vom Zimmel 2c. ch treuer Gott, barmhere zig's Herz! deß Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dieß Kreuz und Schmerz dein Vaterhand zusendet: ja, HEres 6. Ach liebster Vater! wie so schwer ist's der Vernunft, zu glauben, daß du demselben, den bu sehr schlägst, solltest P4 günstig 232 Vom Geheimniß günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen! und Hülfe haben. Acht stärke meine schwache hand, ach heil und bring' in bessern Stand das Straucheln meiner Füße. 7. Was ich nicht kann, das gibst du mir, o höchstes Gut der Frommen! gib, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trübsal werd' entnommen: erhalte mich, o starter Hort! bevest'ge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren. 12. Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich auf's Beste, denn du bist ja der Müden Rub', der Schwachen Thurm und Beste, ein Schjat ten vor der Sonnenhig, ein Hütte, da ich sicher sik', im Sturm und Ungewitter. 8. Bin ich ja schwach, laß 13. Und weil ich ja nach deine Treu' mir an die Seite treten; hilf, daß ich unvers drössen sey zum Rufen, Seufs zen, Beten: so lang' ein Herze hoffe und glaubt, und im Ge. bet beständig bleibt, so lang' ist's unbezwungen. deinem Nath, hier soll ein wes nig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad', als wie ein Schäflein, weiden, daß ich im Glauben die Geduld, und durch Geduld dein edle Huld nach harter Prob' erhalte.w 14. O heil'ger Geist, du Freudendhl, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gib meiner Seel', was Mart und Bein erquicket: du bist der Geist der Herrlichkeit, weiß'ft, was für Gnade, Trest und Freud' mein in dem Him mel warte. aduse bun 9. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe, du weiß'st wohl, was ich tragen kann, wie's um mein Leben stehe: ich bin ja weder Stahl noch Stein; wie balde geht ein Wind herein, so fall' ich hin, und sterbe. u 10. Ach JEsu, der du wors: den bist mein Heil mit deinem 15. Ach! laß mich schauen, Blute, du weiß'st gar wohl, wie so schön und lieblich set was, Kreuze ist, und wie dem das Leben, das denen di sey zu Muthe, den Kreuz und durch Trübsal geh'n, du des großes Unglück plagt, drum maleinst wirst geben: ein le wirst du, was mein Herze. ben, gegen welches hier die tlagt, gar gern' zu Herzen ganze Welt mit ihrer Zier faffen. band durchaus nicht zu vergleichen. 11. Ich weiß, du wirst in 16. Daselbst wirst du i deinem Sinn mit mir Mits ew'ger. Lust auf's süß'ste mit leiden haben, und mich, wie mir handeln; mein Kreu ich jest dürftig bin, mit Gnad' das mir und die bewußt, Freud abes Kreuzes. Freud und Ehr verwandeln: hen. Histlas wird erst nach da wird mein Weinen lauter der Sterbensnoth befrey't vom Wein, mein Aechzen lauter Tod. Jauchzen seyn, das glaub' ich. Hilf mir! Amen!! 233 5. Dein JEsus selbst geht: dir zum Beyspiel vor, der muße te ja auf Erden vieles leiden, eh' er sich hob zur Herrlichkeit empor, da er nun hat und gibt die ew'gen Freuden. Wer treus lich tämpft, bringt auch den guten Lohn zuletzt davon. 6. Drum hoffe nur auf den, der Vater heißt, er ist dir gut, auch mitten in dem Jammer:. er hört's, wenn du auch im Verborg'nen schrey'st, sein Aus ge blickt in die verschloß'ne Kammer, da sieht er's wohl, wenn du bist Trostes bloß und Hülfe los. 631-634. 635. Mel. Es Fostet viel ein Christ 2c. r wird es thun, der fromme treue Gott, er kann ja nicht ohn' alle Maaß' versuchen, er bleibet noch ein Vater in der Noth, sein Segensmund wird feinem Kind' nicht fluchen. Ey höre nur, wie er so freundlich spricht: Berzage nicht! 2. Bedente fein, daß du berufen bist, in Gottes Reich durch Trubsal einzugehen. Du glaubest ja, du feyst ein wahe rer Christ, so muß man auch von dir die Probe sehen. So lang es geht nach deinem Fleisch und Blut, steht's noch nicht gut. 7. Und also bricht das Herz ihm gegen dir, er spricht: Ich muß mich über dich erbare men, du liebes Kind hast nies mand außer mir, drum halt ich dich in meiner Güte Ars men. Sey gutes Muths, der Hülfe Stund' ist nah', dein Trost ist da. e 3. Du hast genug vom Chri stenkreuz gehört, so hast du auch genug davon gesprochen, doch haftet mehr, was die Er. 8. Dir sey gedankt, du auss fahrung lehrt; drum tomm' erwählter Freund, daß du dein getroft zum Kreuz heran ges Auge richtest auf die Deinen: trochen. Wer dieses faßt, dem denn wenn uns jetzt der arge wird zuletzt zu Theil Kraft, Friedensfeind so ångstig't, daß Trost und Heil. wir fast verlohren scheinen, so ante at 14. Eh' Joseph steigt auf der Egypter Thron, muß er zuvor den schwarzen Kerker ses hen. Eh' David kommt zu der verheiß' nen Kron, muß er mit Schmach umher im Elend ges stürzest du ihn in der Hölle Schlund, zur rechten Stund'. 8. Gib, daß auch wir, die du so innig liebst, dich mögen stets in Lieb' und Hoffnung eh. ren, weil du ja nicht von Hers P 5 zen 234 Vom Geheimniß zen uns betrübst, und unser Leid in Freude willst verkeh, ren. So sey dir dann Lob, Ruhm und Dank gebracht, aus aller Macht. achten, als sollt Gott nicht mein Helfer seyn, dennod will ich's nicht achten. De Schutzherr mein ist Gott al lein, dem hab' ich mich erge ben: dem ich vertrau', vest 636. Fahre fort mit Liebesschlägen. auf ihn bau', der kann mich wohl erheben. 5. Ob sich's bisweilen schon anließ, als wollt' mich Gott nicht schüßen, und wär' die will mein woll dein erbarmen, will Rath und Hülfe theilen mit, er ist ein Schutz der Armen. Geh'ts hart manchmal, im Rosenthal kann man nicht allzeit sißen. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut, den will er ewig 6. Drum freue dich, o liebe schützen. mich auch dazu trußzen: so weiß ich doch, er wird mich noch zu seiner Zeit nicht lassen. Wer Gott vertrau't, hat wohl ge bau't; wie könnt' er mich dem haffen? 2 2. Dieß hat so mancher from: me Mann gar oft und viel er fahren. In Gottes Wort man lesen kann, wie sie im Unfall waren: noch hat sie Gott in ihrer Noth so gnädiglich behüz tet: denn wer Gott trau't, hat wohl gebau't, wenn auch der Feind sehr wütet. 3. Trotz sey dem Teufel und der Welt, von Gott mich ab. zuführen: auf ihn mein' Hoffs nung ist gestellt, sein Wohl thun werd' ich spüren, weil er mir hat Gnad, Hülf und Rath in seinem Sohn verheis 7. Der'r feinen er verlas sen hat, die nach sein'm Wil len leben, die Gnade suchen früh und spat, sich gänzlich ihm ergeben. Glaub, Lieb Geduld bringt Gottes Huld, dazu ein gut Gewissen. We Gott vertrau't, vest darauf bau't, soll ewig es genießen. sen. Wer ihn vertrau't, hat 8. Wer nur bey Mensche wohl gebau't: wer will mich anders weisen? Hülfe sucht, und nicht be Gott dem HErren, der ist ver worfen und verflucht, kommt nimmermehr zu Ehren; denn Gott 637. Mel. Was mein Gott will, 2c. Cerisch auf, mein' Seel'! vers 4. Wenn böse Leute spotten mein, mich ganz und gar ver Seel'! Noth muß ein Ende haben, Welt, Sünde, Teufel, Tod und Holl' soll ewig di nicht schaden: denn Gottes Sohn, der Gnadenthron, hat alle überwunden. Auf Gott vertrau', vest auf ihn bau', de hilft zu allen Stunden. des Kreuzes. GHE Gott allein will Helfer seyn, in JEsu Christi Namen: wer solches glaubt und Gott, vers trau't, soll selig werden. Amen! 638. Mel. Der lieben Sonne Licht ic. risch, frisch hinzu, mein Geist und Herz, auf JE. su Dornenwegen! bekrieget mich hier Leid und Schmerz: auf Siegen folget Segen. Nur frölich aufgefaßt die leichte Lies beslast; das Leiden dieser kurs zen Zeit ist doch nicht werth der Herrlichkeit. 235 2. Du kennest, liebster JE fu wohl, was Menschen hier vermögen, du weiß'st schon, was ich tragen soll, und was du sollst auflegen. Leg' auf, ich halte dir, dein Will' gescheh' an mit: dein Will, an dem mein Wollen hangt, das nichts, als was du willst, verlangt. 3. Du gingest selbst zu Eh, ren ein durch Schmerz, Ge duld und Leiden: sollt' ich nun, JEsu, besser seyn, und hier in Rosen meiden? des Himmels schönster, Glanz, strahlt aus dem Dornenkranz; dem, der den Rock des Kreuzes trägt, wird dort der Purpur ange: Jegt. Sonn' und Ruh', die mich mit ihrem Licht erquickt, wenn gleich des Kreuzes Sturm mich drückt. 5. Denn du, mein Gott, bist Sonn' und Schild der Glaubigen auf Erden, die deis nem Kreuz und Marterbild hier sollen ähnlich werden, eh' sie die Herrlichkeit mit ihrer Kron' erfreu't, und der Ges duld die Palmen bringt, die sie nach Sieg des Leidens schwingt. 6. Mein Herz kann diese Leidenschr', o JEsu, fast nicht fassen. So tomm, du liebe Last, denn her, wer will sein Wohlseyn hassen? Mit JEsu hier gehdhnt, mit JEsu dort gekrönt, mit JEsu hier an's Kreuz gedrückt, mit JE su Freude dort erquickt. 7. Wohlan! so will ich mit Geduld nach deinem Willen leiden; der Becher kommt von deiner Huld, den du mir willst bescheiden. Im Kreuz erblick ich schon die mir verheiß'ne Kron'. Du leuchtest in Ges duld mir vor: ich folg', es geh't zum Sternenthor. 639-644. 645. 4. Wo bliebe hier der Gård Psalm 126, 5, 6 ten Pracht, wenn Süd und Mel. Wie nach einer Wasserg. Mein Dein Sorgen, Angst und Nord stets schliefen? nur das bewolkte Wehen macht, daß Plagen laufen mit der ihre Würze triefen. So blei: best ja auch du, Gott, meine 21st Zeit zu End'; alles Seufzen, alles Klagen, das der HErr alleine 236 Vom Geheimniß alleine tennt, wird, Gott Lob! nicht ewig seyn; nach dem Re: gen wird ein Schein, gleich viel tausend Sonnenblicken, mets nen matten Geist erquicken. mit Palmen ausgezieret: weil fie glücklich triumphiret. 6. Gottes Ordnung stehet veste, und bleibt ewig unver rückt: seine Freund' und lieb sten Gåste werden nach dem Streit beglückt. Israel en hielt den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg: Canaan ward nicht gefunden, bis man hatte überwunden. 2. Meine Saat, die ich ge fået, wird zur Freude wachsen auf: sind die Halmen abges måhet, sammlet man die Frucht zu Hauf: wenn ein Wetter ist vorbey, wird der Himmel wieder frey; nach 7. Darum trage deine Pla dem Kämpfen, nach dem Streiten, kommen die Erquit: tungszeiten. gen, meine Seel' und dulde dich, Gott wird helfen sie er tragen, das Gewitter leget sich, nach dem Blitz und Donner schlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach dem Gorgen. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still", daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. der den Sternen führet, ist mit Kreuz beseßt, hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut beneßt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt man nicht leicht ohne Streit: die in Sas lems Mauren wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 646. Mein Freund zerschmelzt zc. F 647. Mel. un ruhen alle wälder. Dein Herz, gib dich zufrie Mei den, und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Noth, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zu geschicket, sey still' und halt dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Zas gen und unmuthsvollen Klagen häuf'st du nur deine Pein; durch stille seyn und hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich seyn. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels. Klarheit seh'n, aus viel Trüb, sal hergekommen: darum sies het man sie steh'n vor des Lam. mes Stuhl und Thron, pran 3 Kann's doch nicht ewig gend in der Ehrentron, und währen, oft hat Gott unfre 09109 Zähren, des Freuzes. more Zähren, eh' man's meint, abges wischt, wenn's bey uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange? so hat er Leib und Seel' erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu ma, chen: Nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnens schein; nach rauhen Winters tagen muß uns der Lenz behas gen; er führt in Holl und Himmel ein. 5. Indeß ist abgemeffen, die Last, die uns soll pressen, auf an uns nicht wagen, und sollt's auch nur ein Quentlein seyn. 237 6. Denn es sind Liebesschlås ge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerdter, sondern Ruthen find's, damit Gott, zum Gus ten, auf uns, die Seinen, hier zuschlägt. 7. Er will uns dadurch zie hen zu Kindern, die da fliehen das, was er untersagt, den als ten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch leh ren, wie wir ihn sollen ehren, mit Glauben und Geduld, und follt' er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch fcheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns verseh'n? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch steh'n. 10. Ist Christus unser Les ben, so muß uns, seinen Res ben, der Tod seyn ein Gewinn; er mag wohl diese Höhle zere brechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. daß wir werden klein was ihren Händen hintragen zu aber nicht zu tragen, darf sich dem Bräutigam. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram: vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf 648-652. 653. Troft! mein Leiden hat ein Ziel, es soll nicht ewig währen: der bösen Tage sind zwar viel, die Weh und Angst gebåren: die Thránenfaat geht schmerzlich ein, doch muß auch nach erlitt'ner Pein, die Freus denerndte kommen, wenn Win ter, Wind und Sturm ihr Ende nun genommen. 2. Den Abend lang weint mir mein Herz, des Morgens kommt die Freude: nur in der Hölle bleibt der Schmerz in unverrücktem Leide. Nicht so das Leiden dieser Zeit, das ist nicht werth der Herrlichkeit, die Gott mir beygeleget, weil es, nach kurzem Weh', viel Himmelsfrüchte tråget. non 3. Der Himmel stürmt nicht allezeit mit Regen und mit Blißen; 238 Vom Geheimniß des Kreuzes. Bligen; so läßt Gott in der Traurigkeit nicht stets die Seis nen sitzen: wer heute sich in Thränen wäscht, und seinen Durst mit Wermuth löscht, kann morgen wieder lachen; aus Dornen kann die Hand des Höchsten Nosen machen 4. Abba, mein Vater, haft du mich dein Kind, so gar vergessen? wirst du, mein Hels fer, ewiglich mich mit dem Kreuze preffen? ist's aus mit deiner Baterhuld und soll mich noch die Ungeduld um Kraft und Glauben bringen? soll ich mit dir, o Gott, als meinem Feinde, ringen? 5. Nein, Vater, nein, du bist kein Feind, mich Armen wegzuraffen; du schlägst zwar, doch ist's gut gemeint, und kannst auch Hülfe schaffen. Du bleibst getreu, und kannst mir nicht dein freudenvolles Angesicht in meiner Noth ent: ziehen: scheint mir dein Licht, so muß die Nacht der Trüb. fal fliehen.nopaus) 6. O Trost! die Bande sind gelds't; du hast mir zugesproe chen, wie einen seine Mutter tröst't, mein Joch hast du zer: brochen: ich fliehe, wie dein Kind, zu dir, und du, mein Bater, reichest mir zur Hülfe deine Hände: die Tage meis ner Noth die haben nun ein Ende. sodania 655 de maadle Was bist du doch, o Seele! one of 656. Was bein Gott thut, ist: 010020 mà 657) of as Gott that, das il wohl gethan, es blei gerecht sein Wille, wie er fång meine Sachen an, will ich ihn halten stille. Er ist mein Gott der in der Noth mich wohl wel zu erhalten, drum laff ich ihn nur walten. Laaid, and 2. Was Gott thut, das i wohl gethan. Er wird mid nicht betrügen, er führet mid auf rechter Bahn, so las i mich begnügen an seiner Hulb, und hab' Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händendas 654.4 Wachet auf, ihr lieben Herzen. 3. Was Gott thut, daß it wohl gethan. Er wird mid wohl bedenken, Er, als mein Arzt und Helfersmann, wird mit nicht Gift einschenken für Arzeney; Gott ist getren drum will ich auf ihn baum und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das i wohlgethan. Er ist mein Licht mein Leben, der mir nicht Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud' und Leid, es kommt die Zeit, da dffentlich erscheinet, wit treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das i wohl gethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bit tet Von der christlichen Gelaffenheit.( 239 ter ist nach meinem Bahn; faß dieß sein Stath hat auserseh'n, ich mich doch nichts schrecken: so und nicht anders muß es weil doch zuletzt ich werd er geh'n. dun gött mit süßem Trostrim Hevs 8. Wie werden deine Les gen, da weichen alle Schmet, seni benstage so manches Kums mers seyn befreyt! wie leicht wird alle. Noth und Plage dir werden in der Eitelkeit, wenn du nichts wünscheft in der Welt, als ivas Gott will und ihm gefällt 4. Dir wird's an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz gewöhn'st und lehr'ft, nur Gottes Willen zu erwäh len, und deinem eig'nen Wile len wehr'st, den oft sein eig's nes Wählen trügt, wenn er die Lüfte nicht besiegt. mug can gol bil 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; dabey will ich verbleiben: es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laff' ich ihn nur walten. 658. 1890 Was soll ein Christ sich fressen. Von der christlichen Ges Laffenheit, 100 mund 5. Gib meinem Herzen sole che Stille, mein JEsu, daß ich mit allem, 659.4 m Auf! die du so liegest nieder. was dein Gnadenwille mit und midour #blo) de 660. Auf, Seele, die du dich mit zc. mir und meinem Leben fügt: nur nimm dich meiner Seele an, so hab' ich, was ich wüns schen kann. ansjon 6. Ich weiß, du thuft's, 661. Mel. Wer nur den lieben 2c. Oder: 2ch! fagt mir nichts 26. Besteht dem HErren deine sie ist die Deine, und kostet dich Wege, mache dich theures behalte fie von Sorgen los; vertraule sei dir schön und reine, laß dieß ner Vaterpflege: vor ihm ist dein mir vertrautes Gut nur nichts so schwer und groß, das einzig meine Sorge seyn, so er zu seines Namens Preis trifft mein ganzes Wünschen nicht herrlich auszuführen ein. did 469 weiß. and 2017. Indeß sey stets, mein 2. Wo du ihn nur haft ras Heil, gepriesen für alle Sorg, then lassen, da hat er alles wohl falt, die du mir, noch eh' ich gemacht: denn was dein Den war, schon haft erwiesen, da ten nicht fann fassen, das hat du, mein treuer Hirte, dir er längst zuvor bedacht: wie zum Eigenthum mich haft ers wählt, 240 Von der christlichen Gelaffenheit. wählt, und mich den Deinen zugezählt.un 10la 8. Dir sey auch ewig Lob gegeben, daß du so unvermuthet haft für mich gesorgt in meinem Leben so lang' ich bin der Erde Gast, ist alles liebreich, niß und gut, was deine Schickung mit mir thut. Gug, Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit, wenn nur mein Wünschen ist gerathen, daß ich kann in der Ewigkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. do fo dir schaden kann? warum soll Furcht dich quälen? Gott if dein Gut, steht auf der Hut, bereit für dich zu streiten: drum freue dich ganzinnig, lich, jetzt und zu allen Zeiten. 4. So führe mich denn im merhin, mein Gött, nach dei nem Willen, und gieb mit ei nen solchen Sinn, daffelbe zu erfüllen, was über mich bu ghadiglich in deinem Rathy be schlossen. Laß deine Kraft, die alles schafft, in mir seyn dues gegoffen! 5. Auf daß ich thu, was mir gebührt, und alles möge 662 meiden, was dir mißfällt, und mich verführt, ja ganz von dir kann scheiden. Ach! nimm mich dir, und gib dich mir, laß mich stets an die kleben, und folgen still', wohin dein Bill' mich führt im Tod und Leben. Mel. Was mein Gott will, 2c. as ist ja gut, was mein Dort will, fein Will der ist der beste, dem folge ich, und bin ganz still an ihn halt' ich mich veste; der liebe Gott hilft in der Noth, und will den nicht verlassen, der auf ihn schau't, und ihm vers 663. trau't, er wird ihn vest um. faffen. 2. So sey denn immer still' zu Gott, o Seele, und vers " gnüget: weich nicht von ihm Gott will's machen, daß die in Noth und es ist gut, wie er's füget! In Lieb' und Leid sey du bereit, dich ihm zu übergeben; er hut't und wacht, stets für dich tracht't in deinem ganzen Leben. wie es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nut bey JEsu bist. dil m 2 Dein Will', o Gott! sey se. 6642 ROTTS 80 90 000 Mel. Seelenweide, meine is 2, Wer sich frånket, weil er denket, JEsus liege in dem 3. Nimmst du nur dieß im Schlaf, wird mit Klagen nur Glauben an, so kann dir gar sich plagen, daß der Unglaub' nichts fehlen. Wer ist es, der leide Straf'.849 3. Du Von der christlichen Gelaffenheit. 3 Du Verachter! Gott, 11. Eig'nen Willen zu er dein Wächter, schläfet ja und füllen leidet sich's noch ziem. schlummert nicht. Zu den Hd: lich wohl: da ist Plage, Noth hen aufzusehen, wäre deine und Klage, wo man leiden Glaubenspflicht. muß und soll. 94. Im Verweilen und im Eilen hat er stets ein Vaters herz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5, Glaub' nur veste, daß das Beste über dich beschlossen fey. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kums mer frey. 8. Gottes Hånde sind ohn' Ende, sein Vermögen hat tein Ziel. It's beschwerlich, scheint's gefährlich; deinem Gott ist's nicht zu viel. 9. Dent', wie ofte, eh' man's hoffte, hat der Glaube schon gesiegt! Alle Thaten sind gerathen jedesmal wie er's ges fügt. 241 10. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf' mit Macht herein, und dein Grå 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Wils lensruh! auf das Wollen fållt dem Sollen die Vollbringungss kraft bald zu. 6. Laß dir süße seyn, und tüffe deffen Ruthe, der dich liebt. Der sie führet und res gieret, hat nie ohne Frucht betrübt. das Zeichen ihres Oberherrn 15. Die da weichen und verschmäh'n, müssen laufen 7. Willst du wanken in Ge danken, übe die Gelassenheit. Laß Den sorgen, der auch morgen HErr ist über Leid' zu den Haufen, die zur linken und Freud'. Seite steh'n. 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung steh'n: die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug' anseh'n. 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld: wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sün denschuld. 16. Aber denen, die mit. Thrånen tüssen ihres JEsu Soch, wird die Krone einst zum Lohne: denn ihr Heiland. liebt sie doch. 17. Amen, Amen! in dem Namen meines JEsu halt' ich still'; es geschehe und ergehe, wie, und wenn, und was er will. 665.1911 oct and HErr! besänftige mein Herzsc. 666.19 Mel. Was mein Gott will, ic. men zu beschämen, wird es ch hab' in Gottes Herz und unversehens seyn. sinn mein, der und Sinn 242 Von der christlichen Gelassenheit. Sinn ergeben: was böse weiß, wenn Freud', er weiß, scheint, ist mein Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn, deß, der mich schon als Kind zu sich gezogen: ob er gleich schlägt, und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. wenn Leid uns, seinen Kin dern, diene, und was er thut ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 2: Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer, so will er mich nur üben, und mein Ge: müth in seiner Güt' gewöhnen vest zu stehen; halt' ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 1 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sey mit ei ner großen Last dein Glück und Heil beschweret, haft spår und früh viel Sorg' und Müh zu deinem Wunsch zu kom men, und denkest nicht, das, was geschicht, gescheh' zu dei: nem Frommen. cs, Ich bin ja von mir sels ber nicht entsprungen und for miret; mein Gott ist's, der mich zugericht't, an Leib und Seel' gezieret, der Seele Sig mir Sinn und Wig, den Leib mit Fleisch und Beinen. Wer so viel thut, deß Herz und Muth kann's nimmer böse meinen. 4. Wie könnt' ich meinen Unterhalt auf dieser Welt er langen? Ich wåre långstens tod und falt, wenn Gott mich nicht umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gefund und frölich machet. Was er nicht hålt, das bricht und fällt; was er erfreu't, das lachet. 5. Budem ist Weisheit und Verstand bey ihm ohn' alle Maaßen: Zeit 7 Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu laffen. Er 7. Fürwahr, der dich er schaffen hat, und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon långt in seinem Rath erseh'n und überschauet aus wahrer Treu, was dienlich sey dir und den Deinen allen; laß ihm de zu, daß er nur thu' nach sei nem Wohlgefallen. 8. Wenn's Gott gefällt, se kann nichts seyn, es wird die legt erfreuen; was du jest nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Heil gedeyen: wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich fin den, all' Angst und Quaal wird auf einmal, gleich wit ein Dampf, verschwinden. 9. Das Feld kann ohne Un gestüm gar keine Früchte tra gen: so fällt auch Menschen Wohlfahrt um bey lauter gu ten Tagen. Die Aloe bringt bitt'res Weh, macht gleichwol rothe Wangen: so muß ein Herz Von der christlichen Gelassenheit. 243 werd' in's Werk gebracht, und er sich dessen freue: des Höch sten Rath der macht's allein, daß Menschen Rath gedeye. Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 10. Ey nun, mein Gott! so fall' ich dir getroft in deine Hände: nimm mich und mach' es so mit mir bis an mein lets tes Eide, wie du wohl weiß'st, daß neinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr' je meh: und mehr sich in mir selbst esdhe. 11. Billst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit reuden: soll's aber Kreuz uni Unglück seyn, will ich's gedulig leiden; soll mir allhier des Lbensthür noch fer: ner offen steen, wie du mich führ'st und ühren wirst, so will ich gern nitgehen. 12. Soll ih denn auch des Todes Weg un finst're Straße reisen; wohla, so tret' ich Bahn und Steg, den mir dein' Augen reisen. Du bist mein Hirt', dr alles wird zu solchem Ende ehren, daß ich einmal in dei em Saal dich ewig mdge ehrn. 667. Mel. In dich hat ich gehoffet ic. ch weiß, min Gott! daß all' mein Dun und Werk auf deinem Wilen ruh'n, von dir kommt Glüc und Segen; was du regierst das geht und steht auf rechter guten Wegen. 2. Es steht in keines Men: schen Macht, diß sein Rath 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für. schädlich an, was Gott doch selbst erwählet. 4. So fångt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk zwar frölich an, und bringt's doch nicht zu Stande: er bau't ein Schloß und vestes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seis nem Sinn fast über Berg' und Hügel hin, und eh' er sich's versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergebens sich bemühet. 6. Drum, lieber Vater! der du Kron' und Scepter tråg'ſt ins Himmels Thron, und aus den Wolken blißest, vernimm mein Wort, und höre mich vom Stuhle, da du sißest. 7. Berleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Ans gesicht in fromme Seelen stres cket, und das der rechten Wahrheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gib mir Verstand aus deiner Höh', auf daß ich ja nicht ruh' und steh auf meis nem eignen Willen; sey du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. Q2 9. Prüf 244 Von der christlichen Gelassenheit. 9. Prüf' alles wohl, und was mir gut, das gib mir ein: was Fleisch und Blut erwäh let, das verwehre. Der höchs ste Zweck, das beste Theil, sey deine Lieb' und Ehre. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn' und Zier! gefallen und belieben: was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben. 11. Ist's Werk von dir, so hilf zu Glück: ist's Menschen. thun, so treib's zurück, und and're meine Sinnen. Was du nicht wirk'st, pflegt von sich selbst in kurzem zu zers rinnen. 12. Sollt' aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen; ist dieß mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt du zu mir, und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring' zu gutem Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weis, heit deiner Hände. genstein wird in der Eil' in tausend Stücken springen. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich gleich in's tiefe Meer der bits tern Sorgen treten; so treib' mich nur ohn' Unterlaß zum Seufzen und zum Beten. 15. Wer fleißig betet und dir trau't, wird alles, da ihm sonst vor grau't, mit tapferm Muth bezwingen; sein Sors 16. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch, wer ihn freudig gehet, kommt end. lich, HErr! durch dinen Geist, wo Freud' und Bonne stehet. 17. Du bist mein Sater, ich dein Kind, was ich len mir nicht hab' und find', hast du zu aller Gnüge; so klf nun, daß ich meinen Stand wohl halt', und herrlich sege. 18. Dein soll jeyn aller Ruhm und Ehr', h will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seien, vor dei nem Volk und a'er Welt, so lang' ich leb', ezählen. 668 JEsu, gieb mindeine Fülle. 66% Esu! meiner Seele Leben. 67). JEsus, JEsus nichts als x. 67. Mel. Seelenwide, meine Laß es gehen laß es stehen. liebes Here, wie Gott will! wie er'sfüget, sey ver gnüget, und alt seiner Füh rung still'. 2. Er, men Vater, mein Berather, hatvon Kindesbei hen an mich referet und ge führet, daß ichs ihm nie dan ten kann. 3. Tau Von der christlichen Gelaffenheit. 245 3. Tausend Glücke, Gnas Schuß; er in allen, nach Ges denblicke hat er mir geworfen fallen, mag verleihen, was zu; in viel Jahren hab' ers mir nuß. fahren großen Segen, Fried und Ruh'. 4. Sollte kommen, was die Frommen oft in Angst und Weinen setzt, daß viel Leiden, Haß und Neiden dich auf man che Art verletzt: 5. So ertrage diese Plage in recht christlicher Geduld, wenn die Probe Gott zu Lobe ist gescheh'n, folgt seine Huld. 6. Wie nach Regen, Blitz und Schlägen, folgt ein schd. ner Sonnenschein: ſo nach Leis den folgen Freuden. Der dich schlägt, will Helfer seyn. 7. Sein Versprechen wird nicht brechen, der die Wahrs heit heißt und ist: glaub' es veste, daß das Beste über dich beschlossen ist. 8. Laß die Wellen sich auf schwellen, und die Fluthen raus schen her! Es wird fiille, wenn's sein Wille, er bedro: het Wind und Meer. 9. Steht's gefährlich, ist's beschwerlich, scheint's, du solltest untergeh'n: nur geduldig, bleib unschuldig, es kann gar bald besser steh'n. 10. Gott ist måchtig, hilft recht kräftig, seine Hand ist nicht verkürzt. Er kann en den, und bald wenden, was uns sonst zu Boden stürzt. 11. Jch ergebe, weil ich le, be, mich in seine Gnad' und 12. Ift's nicht herrlich; sey es spährlich, ich bin schon damit vergnügt, geht's nicht glücklich, sey's nur schicklich. Wohl mir, wie mein Gott es fügt.. 13. Auf ihn baue und vers traue ich getroft zu jeder Frist: er wird machen meine Sachen, wie mir's gut und selig ist. 672. Mel. JEfu, meine Freude, sc. Meine Seel in kille du zu helfen steht: mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmt an, wie es geht; geht es nur zum Himmel zu, und bleibt JEsus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir, und verlanget, Gott! bey dir zu seyn. Bey dir find't sie Freuden, du schenk'st selbst im Leiden Trost und Labsal ein. Von der Welt, Ehr', Lust und Geld, wornach so viel sind beslissen, mag sie gar nicht wissen. 3. Nein, ach nein! nur eis ner, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt. JEsus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt: Er allein, er soll es seyn, dem ich wieder mich ergebe, und ihm einzig lebe. 2.3 4. Got 246 Von der christlichen Gelaffenheit. 4. Gottes Gut' erwege, und nichts gebricht: wer findet Ver: dich glaubig lege sanft in seinen Schooß, lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus fillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. gnügen an Gottes Verfügen, der lebet schon selig auf irdischer Welt, weil er ist zufrieden, wie Gott es gefällt. 5. Meine Seele sehnet sich nach Gott, und lehnet sich an JEsu Bruft, sie wird stark durch Hoffen, was sie je bes troffen, tråget fie mit Luft; fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben veste: am End kommt das Beste. 6. Amen! es geschiehet, wer zu JEfu fliehet, wird es recht erfahr'n, wie Gott seis 4. Ein gnügsames Herze ist besser als Gold; unmäßigen Wünschen sind Thoren nur hold. Den Himmel auf Er den hat, wem es mag werden, und der es auch unter der Prü nen Kindern pflegt das Kreuz fung hålt vest. Drum fag zu mindern, und das Glück ich: Gelassenheit ist doch das zu spar'n, bis am End als best. dann sich wend't das zuerst 3. Gelassener Wille darin: nen besteht, das man ist zus frieden, wie's immer hergeht. Bey glücklichen Tagen kann mancher wol sagen: Ich will nun zufrieden mit meinem Gott seyn: so sey auch zufrie den, wenn Kreuz sich stell: ein. 5. Gott geb' einem jeden empfund'ne Leiden, und geh'n gelassenen Muth, daß, was er an die Freuden. ihm schicket, er halte für gut. Mit Sorgen und Gråmen läßt Gott sich nichts nehmen; es schwächt die Gesundheit, dem Herzen bringt's Pein; drum sey nur zufrieden, dein Trau ren stell ein! 673. Mel. O Ursprung des Lebens. ein Herz, sey zufrieden, betrübe dich nicht! ge denk', daß zum Besten dir alles geschicht. Wenn dir was bes gegnet, ob's Unglück gleich regnet, bald zeigt sich die Gonne mit frölichem Schein; drum sey nur ganz stille, pein Trauren stell ein! 2. Mit Trauren und Sor: gen ist nichts ausgericht't: wer nur ist zufrieden, dem gar 6. Wohl! ich will zufrie den mit meinem Gott seyn, er schicke mir Freuden, er schicke mir Pein; so soll mir in allen sein Wille gefallen; denn er weiß am besten, was nüßlich mir sey; drum bin ich zufrieden, es bleibet dabey. 674, Von der christlichen Gelaffenheit. Tell 674. OJEsu! lehre mich, wie zc. 675. O reicher Gott von Gütigkeit. 676. Seele, wenn du stets willst: c. 677. Mel. JEfu, deineLiebesflamme. oll ich denn mich täglich frånken, immer auf das Künft'ge denken? soll ich denn niemal mit Ruh' meine Augen schließen zu? soll ich immer darauf sehen, wie es einst mir werde gehen? da doch durch mein Sorgen nicht das ges ring'st ist ausgericht't. 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret noch nicht auf zu walten; oder sollt' er jetzt allein dessen müde worden seyn? Nein! drum mag mein Sorgen bleiben, er alleine soll vorschreiben, daß nur, toie es ihm gefällt, es mir gehe in der Welt. 247 mich solches gar nicht krånken, mir zum Troste will ich dens ken, daß ich vieler Sorgen frey, und für's Fallen sicher sey. mop 5. Dennoch will ich audy nicht fliehen, wenn mein Gott mich wollte ziehen aus des niedernStandes Staub: weil ich solches sicher glaub', es liegt nur an seinen Gaben, die wir dann gewiß auch haben, wenn wir seinen Wink allein: im Beruf gehorsam seyn. lnd 6. Will die Armuth meiner) Hütten er mit Segen übers schütten, und mit Gütern dies ser Welt, sey es ihm auch heimgestellt: ich will ihm für solches danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst viel gethan, ich mein Herz auch hänge dran. 291 7. Ist mir Armuth denn beschieden, bin ich auch damit zufrieden, denn ich weiß ges wiß und vest, daß er mich drum nicht verläßt. Ich will doch ihm freudig singen, und mein täglich Opfer bringen, bis nach dieser armen Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 3. Er ist's, der allein vers stehet, wenn mir's so und so ergehet, ob dasselbe nüß und gut, oder ob's mir Schaden thut: da wir oft in unsern Lüs sten uns nicht zu entschließen wüßten, öfters wählend ohn, gefähr, was uns doch nur 8. Wird Gesundheit mir gegeben, soll sie mir in meis nem Leben dazu dienen, daß ich mehr fördern könne seine schädlich wär'. l Ehr'. Daß ich müßig nicht 4. Soll ich denn stets nie drig leben, und nur an der Erde kleben, daß, wenn ich zür Ruh' mich leg', niemand vergrabe, was ich drum ema pfangen habe, damit ich zu meinem Wohl es vernünftig brauchen soll. von mir wissen mög': soll 9. Soll ich aber Krankheit leiden, 1 248 Von der christlichen Gelassenheit. leiben, will ich dennoch auch mit Freuden, weil mir seine Treu' bekannt, aus des Hoch, sten Liebeshand solche Züchtis gung annehmen, und mich nicht ohnmäßig gråmen, daß solch herbe Arzeney meinem Fleisch vonndthen sey. 10. Soll ich viele Jahre zählen, und mich also lange qualen; so gescheh' des HErs ren Will! dem ich auch gern halte still'. Er wird doch auch Gnade geben, daß in diesem Trauerleben je zuweilen komm' ein Tag, der mich noch ers freuen mag. 11. Bin ich aber bald vors über, ist mir solches desto lies ber, daß ich denn von Sünden frey, und in solchem Stande sey, wo ich meinem Gott in allen Stücken möge wohlges fallen, so hier nicht geschehen kann, weil die Sünd' mir hånget an. 12. Also bleibe Gott gepries sen für das, was er mir er wiesen, und was etwa noch sein Rath über mich beschlossen hat. Ich will anders nichts mehr achten, sondern dieses nur betrachten, daß den Seis nen zum Beschluß endlich alles frommen muß. 678. Mel. Von Gott will ich sc. Oder: Mit Ernst, ihr 2c.. oll ich nach deinem Wil: len, o Gott! gebucket seyn, und hier mein Maaß er: füllen, das mir geschenket ein; soll ich des Kreuzes Weh, so lang' ich lebe, dulden, so ist es mein Verschulden: HErr! dein Will' gescheh! 2. Dir sind bekannt die Sorgen, die täglich drücken mich: dir ist es nicht verbor gen, was inn und außerlich die matte Seele quålt: dir ist es unverholen, drumi fey dir's anbefohlen; Du weiß'st, HErr, was mir fehlt. 3. Willst du es mir abneh men, so will ich danken dir: soll aber es noch zähmen des Fleisches Lustbegier, so fahre fort, mein Gott, und schlage kräftig nieder, was dir an mir zuwider, die ganze Sündens rott. Jalos 4. Kann ich es nicht verste hen, warum bald dieß bald das hat müssen so geschehen, und daß ohn' Unterlaß das Kreuz mich hat gedrückt: so wirst du's offenbaren, und werd' ich's wol erfahren, warum du's zugeschickt. 5. Drum will ich seyn ges lassen in Einfalt als ein Kind, und gehen meine Straßen, bis ich den Ausgang find': ich will in Hoffnung still' auf dich, mein JEsu, schauen, und dir die Noth vertrauen, bis ich mein Theil erfüll' annust pas 6. Ich weiß doch, daß mein Leiden mir nüß und selig ist, dieweil ich lerne meiden der Sünden Von der christlichen Gelaffenheit. 249 Sünden Schlangenlist: mein hab' erkühnt zu leben auf der Sündenleib verdirbt, und ich Welt; du bist gerecht, drum seh' sich anheben das neue richte, und mache ganz zu Geistesleben, je mehr das alte nichte, was mich noch von stirbt. dir hält. 7. Es lebt im Kreuz vers borgen mein liebster JEfus noch; und wo die größten Sorgen, als seines Kreuzes Joch, da ist er ganz gewiß mit großem Heil und Segen im Herzensgrund zugegen, und stehet vor dem Riß. 8. Drum, Seele, sey zus frieden und dulde deine Pein: es wechselt ja hienieden bald Sturm, bald Sonnenschein schau' an die große Meng, die mit dir auf dem Wege; und werde ja nicht tråge, ob gleich der Weg ist eng. 9. Mein'st du, daß deine Plagen seyn überhäuft und groß: so dent', was andre. tragen, die elend, nackt und bloß, ja gar gefangen sind, die Freund und Feind' verlassen und als ein Scheusal hassen, was deren Herz empfind'. 10. Ach ja, so denke jeder, und tröste sich dabey, daß über alle Brüder ergeh' so manchers ley, so manche Leidensart, so manche Noth und Schmerzen, die sich in fromme Herzen zu gleich mit offenbart. 11. Drum sprich: Mein Gott, ich leide, was meine Schuld verdient, weil ich in Lust und Freude mich vormals 12. Ich küsse deine Ruthe, und beuge willig mich, bis in dem Fleisch und Blute die Lust geleget sich, die noch zur Súna de treibt; bis sie in mir ges dåmpfet, und nachdem sie bes kämpfet, der Liebe Herrschaft bleibt. 13. So will ich dich erhes ben in allem Kreuzestreit, und dir gehorsam leben in Zeit, und Ewigkeit: wenn dieß das Kreuz gebiert, so hab' ich g'nug erhalten, und lasse ferner walten dein' Hand, wie sie mich führt. JAN) Kivleri3 679. Stille, mein Herze, nur sc. 680. Was Gott gefällt, mein 2c. 681. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. Oder: Mein Zerzens Jesu zc. Mie Gott mich führt, will ich geben, on alles, so eig'ne Wählen, geschieht, was er mir auserseh'n, wird mir's an keinem fehlen: wie er mich führt, so geh' ich mit, und folge willig Schritt vor Schritt, in tindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still, und folge seis nem Leiten, will gleich des Fleis sches Eigenwill ihm öfters wi 25 der: 250 ainda Von der Geduld no derstreiten: wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren, Von der Geduld und Be ständigkeit, Inmig 683-693.0 on 694. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. oft herrschet und hält ben old and 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh' in seinen Händen, wie er es. schickt und mit mir fügt, wie uns aus; was sagst du, er es selbst will wenden, sey Mensch, dawider? was schlägt ihm hiermit ganz heimgestellt, du seinen Willen aus? Leg er mach' es, wie es ihm gefällt, in den Staub dich nieder. zum Leben oder Sterben. Schweig' still, laß Ihn nur Führer seyn: Er ist das Haupt, wir insgemein desselben schwa. n 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich in seinen Bater. willen; scheint's der Vernunft che Glieder. gleich wunderlich, fein Rath, Belegt er dich mit Kreuz wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. und Noth, die dir greift an dein Herze; so denke nur: Dieß kommt von Gott. Und fühlf du, daß es schmerze, so hute dich vor Ungeduld, du möchtest sonst durch deine Schuld das beste Theil verscherzen. 3. Dieß ist so Brauch von Alters her: jetzt hålt er sich verborgen, als wiss' er nichts um dein Beschwer, låst im merhin dich sorgen, hat gegen dich sich hart gemacht; dieß währt vom Abend in die Nacht, und wieder an den Morgen. 4. Jetzt ist er wieder gnå dig hier, giebt Endschaft dei nem Leiden; Er leget deinen Sack von dir, und gürtet dich mit Freuden. Er züchtigt als ein Vater dich, jedoch muß seine Gnade sich darum nicht von dir scheiden. 5. Wie Gott mich fährt, so bleib' ich tréu im Glauben, Hoffen, Leiden's sieht er mit seiner Kraft mir bey, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich vest, was Gott mir widerfahren last, muß mir zum Besten, dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich geh'n, es geh' durch Dorn und Hecken; zum vor. aus läßt sich Gott nicht seh'n zuletzt wird er's entdecken, wie er, nach seinem weisen Nath, mich freu und wohl geführet hat. Dieß sey mein Glaubensanker. aid of ON!! 4101682. 5. Wie wohl ist doch der Wie'sGott gefällt, so gefällt ze. Mensch daran, der sich in Sots und Beständigkeit. Gottes Wege in tiefster Des muth schicken kann, gern dula det seine Schläge! dieß nimmt der höchsten Kunst den Preis. HErr, gib uns, daß sich aller Fleiß auf dieß zu lernen lege. 695. Kommt, meine Kinder, 2c. 161 696. o Mag ich Unglück nicht ic. mich gegeben, so erfordert meis ne Pflicht, ihm dafür getreu zu leben, er ist meines Lebens Licht, meinen JEsum laff' ich nicht. 6. JEsum lass ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten: JEsus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein Mel. JEfus ist das schönste 2c. so spricht: Meinen JEsum leiten. Selig, wer mit mir JEfum 697. Meinen Schult fich für laft' ich nicht! weil er 2. JEsum laff' ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben, ihm hab' ich voll zu versicht, was ich bin und hab', ergeben: alles ist auf ihn ge: richt't, meinen JEsum las ich nicht. 251 3. Laß vergehen das Ge. sicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen: wenn das matte Herz nun bricht, last' ich meis nen JEsum nicht. 4. Ich werd' ihn auch las, sen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht aller Frommen Glaube pranget: mich erfreu't sein Angesicht, meinen JEsum laff ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht, meine Seele hier sich sehnet, JEsum wünsch' ich und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich bes freyet vom Gericht, meinen JEsum lass' ich nicht. 698. Mel. Aus meines Zerzensgr. Ober: un jauchzet all ihr 20. Me ein Herz, sey doch zufrie: den, und stell' dein Traus ren ein: du mußt nicht gleich Wenn dich ein Unglück drückt; ermüden, noch so verzaget seyn. laß dir es doch in allen mit Freuden wohl gefallen, wie Gott es mit dir schickt. 2. Gott sucht durch Kreuz und Plagen dein Bestes alles zeit; du weiß'st, bey guten Tagen lebst du in Sicherheit, gibst Raum der Sündenluft, und hångst an Eitelkeiten. Ach! laß dich nicht verleiten, daß du zur Hölle mußt. 3. Wenn aber je zuweilen ein Kreuz beschweret dich, pflegst du zu Gott zu eilen, dein Geist ermuntert sich, dein Beten hat mehr Kraft, du lers nest auf Gott bauen, ihm in Geduld 252 Von der Geduld Geduld vertrauen, bis er dir Hülfe schafft. 4. Drum sey doch gutes Muthes, mein Herz, in dei: ner Noth, weil dir dadurch viel Gutes erweist der fromme Gott: flag' ihm nur deine Pein, vor Ungeduld dich hüte, und hoff' auf seine Güte; so wirst du selig seyn. 5. Laß deinen Gott frey machen, und tadle ihn ja nicht: befiehl ihm deine Sachen; er weiß, was dir gebricht, und wird, nach seiner Treu', durch seine Hand und Thaten, die wissen wohl zu rathen, und hülfreich stehen bey. 6. Scheint es, daß Gott ausbliebe, mußt du erwarten sein; du weiß'st, wie er aus Liebe auch öfters wartet dein: je länger währt das Leid, je besser es sich endet, und wenn Gott Hülfe sendet, sie desto mehr erfreu't. 7. Darum sollst du nicht forgen in langer Kreuzespein: vielleicht kann dir schon mor gen nach Wunsch geholfen seyn. Gott ist niemals so nah)', als wenn die Noth sich mehret; wenn Menschenrath aufhöret, ist seine Hülfe da. 8. Wer Gott in allen Dins gen getroft vertrauen kann, dem wird es nie mißlingen, Gott nimmt sich seiner an: denn wo er ihn verließ, so müßte sein Wort trügen; Gott aber kann nicht lügen, drum hilft er ganz gewiß. 9. Es ist niemals geschehen, daß ein geplagter Christ, wenn er auf Gott gesehen, zu Schan den worden ist: gewiß ist, daß sich Gott nicht unsern Bate nenn'te, wenn er nicht woll noch könnte uns helfen in de Noth. 10. Mein Herz aus diesem allem nimm Trost in deiner Noth: hat dich ein Kreuz be fallen, wünsch' dir nicht gleich den Tod. Dein Vater kann und will Rath schaffen allen Plagen, willst du es nur drauf wagen, und willst ihm halten still. 11. Nun, HErr! was die gefället, so mir begegnen soll, das werd' ins Werk gestellet: ich bin der Hoffnung voll, du wirst, nach deiner Gnad', Ge duld und Trost verleihen, zu leht mich auch erfreuen durch Hülfe in der That. 12. Du wollest mich nur stårken in meiner Blddigkeit, daß ich mög' christlich merken des Kreuzes Nußbarkeit, und daß desselben Pein, wie sehr sie auch betrübet, demselben, der dich liebet, muß nüß und heilsam seyn. 13. Weil ich dich auch soll preisen für Kreuz und Unge mach, dieß aber zu erweisen, allhier bin viel zu schmach: so hilf doch, daß ich dir im Him mel einst mit Freuden für all mein und Beständigkeit. mein Kreuz und Leiden dank sage nach Gebühr. 699. Mein Mel. Warum betrüb'st du 2c. Dein Herz! warum bes trüb'st du dich, und willst in mir so ångstiglich voll Gram und Unruh seyn? Ach! stille dich, und denke doch: es lebt ja unser HErr Gott noch. 2. Er lebt und stirbt auch nimmermehr: so ist kein Traus ren nicht so schwer, das er nicht åndern tann; er prüfet nur auf kurze Zeit dein' Hoffnung und Gelassenheit. 3. O wie verkehrt ist unser Sinn! wir betten uns auf Dornen hin, wenn wir voll Sorgen sind: und könnten, wenn wir's wollten thun, bey Gott auf lauter Rosen ruh'n. 4. Geht's nicht, wie du dir's vorgestellt, so geht's doch, wie es Gott gefällt; und so geht's immer gut. Denn end. lich spürt man's in der That, wie treulich er's gemeinet hat. 5. Nicht eine Thräne sich ergießt und aus den trüben Augen fließt, er sieht und zäh, let sie. Er macht, daß auf den Thránenguß das Licht der Freuden scheinen muß. 6. Kein Mensch, er sey auch wer er sey, ist von Berdruß und Kummer frey; ein jeder hat sein Theil; doch hängt ein großer Trost daran, wenn man in Unschuld leiden kann. 253 7. Es thut zwar weh, doch gib dich drein, Geduld wird hier der Balsam seyn, der alle Wunden heilt: Geduld und unverzagter Muth macht ends lich alles Böse gut. 8. Was ist es denn, warum du klagst, und dich mit Seufzen drüber plagst? wird's nicht was Zeitlich's seyn? Ift's aber wol der Mühe werth, daß dieß dein Herz so stark begehrt? 9. Du hast ja Gott, und Gottes Wort, den theuren Schat, den starken Hort, wie? gnüget dieß dir nicht? Wer sich an diesen Reichthum hålt, ist reicher als die ganze Welt. 10. Dein JEsus meint's so treu und gut, und gibt dir selbst sein Fleisch und Blut: kann wol was größers seyn? wer dieß zu seinem Labsal hat, den machet keine Trüfal matt. 11. Der Himmel ist dir zu gedacht, durch Christi Testas ment vermacht, mit aller Herrs lichkeit: so laß der Welt, was ihr gehört, nimm frölich an, was Gott beschert. 12. Was Gott beschert, bleibt unverwehrt: er ist's, der alles sieht und hört, was deine Feinde thun. Du wirst, das wird gewiß gescheh'n, nody deine Lust an ihnen seh'n. 13. Ja, harr' und hoffe vest auf ihn, die Hoffnung wird voll 254 Von der Geduld voll Segen blüh'n, der Leib und Seel' erfren't: die Zeit rückt morgen wo! heran, daß ich ihm frölich danken kann. 700. Ob schon das Kreuz, die zc. 701. Seelenweide, meine Freude zc. wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wün schen wird erfüllt; hoffe vest, Gott ist schon hier, sein Her bricht ihm gegen dir: hoffe nur, Gott ist vorhanden, Hoffnung macht dich nicht z zu Schanden. 5. Sey getreu in Todesni then, scheue nicht den letzten Streit; sollt' dich gleich der Mel. Freu' dich sehr, o meine. HErr auch tddten, seine Hülf 702. Sey getreu in deinem Leis ist dir bereit: wer da recht mit ringt, und, wie Jacob, ihn bezwingt, wird gewiß zu: letzt noch siegen, und im Streit nicht unterliegen. den, laß nur kein Ungemach von der Liebe JEsu scheiden, murre nicht mit Weh und Ach: denke, wie er man, che Zeit dir zu helfen war bes reit, wie viel Gut's auf dich geflossen, war ihm gleich dein Herz verschlossen. 2. Sey getreu in deinem Slauben, baue deiner Seele Grund nicht auf zweifelhafte Schrauben: sage den gewis: sen Bund, so geschlossen in der Tauf, deinem Gott nicht wieder auf; fange an ein besser Leben, ihm sey es zum Dienst ergeben. 6. Sey getreu bis an das Ende, daure redlich aus den Kampf; leidest du gleich harte Stånde, duldest du gleich manchen Dampf; ist das Le ben dieser Zeit doch nicht werth der Herrlichkeit, so dir wird dein JEsus geben dort in je nem Freudenleben. 7. Ey wohlan, so will ich leiden, glauben, lieben, hoffen vest, und getreu seyn bis zum Scheiden, weil mein JEsus nicht verläßt den, der ihn be ständig liebt, und im Kreuze sich ergiebt. Ihm befehl' ich meine Sachen, JEsus wird's zuletzt wohl machen. 3. Sey getren in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; an dem Nächsten Gus tes übe, ob er dich gleich hat betrübt; denke, wie dein Heis land that, als er für die Feinde bat: eben so mußt du vers zeihen, wenn dir Gott soll So bleibt's denn also, daß Gnad' verleihen. 703. 4. Sey getreu in deinem 704. Hoffen, hilft Gott gleich nicht, Verzage nicht, ob dir das 2. 705. und Beständigkeit. si de 705. W Der 62. Pfalm. Mel. Durchbrecher aller zc. Oder: Odu Liebe meiner Liebe. as von außen und von ins nen täglich meine Seele drückt, und hält Herz, Ge müth und Sinnen unter seiner Last gebückt; in dem allen soll dein Wille, Gott, von mir geehret seyn. Mein Herz hålt sich in der Stille, bis die Hülfe bricht herein. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, du, bey dem ich ficher leb': deine Hülfe muß mir werden, so ich mich die übergeb'. Dein Schuß ist mein Truß alleine gegen Súns de, Noth und Tod: denn mein Leiden ist das deine, weil ich dein bin, o mein Gott. 5. Lieben Leute, trau't be: ständig auf ihn, als auf euren Hort, er ist Gott, und heißt lebendig, ist euch nah' an je: dem Ort; ist euch Rath und Hülfe nöthig, glaubt, er stößt euch nicht hinaus; kommt, er ist zur Hülf erbötig, schütt't das Herz nur vor ihm aus. 6. Aber wie kann's dem Tegelingen, der auf Fleisch die Hoffnung richt't? große Leute, samt geringen, sind in Noth gar ohn' Gewicht: trau' doch lieber auf den Einen, welcher Lieb' und Allmacht hat, daß er helfen will den Seinen, und beweiset's in der That. bau ich veste, geh' in aller 7. Auf dich, mein Gott, Stille hin; denn gulegt kommt doch das Beste, und das End ist mein Gewinn. Deine Alle macht hilft mir tragen, deine Lieb' versüßet mir alles Bitt's re, alle Plagen, darunt bin ich still' zu dir. 3. Auf dich harr' ich, wenn das Leiden nicht so bald zum Ende eilt. Dich und mich tanns nimmer scheiden, wenn's gleich noch so lang' verweilt. Und auch dieß mein gläubig's Hoffen hab' ich nur allein von dir: durch dich steht mein Herz dir offen, du bist's, der dieß schafft in mir. 255 4. Bey dir ist mein Heil und Ehre, du bist meine Zu versicht. Willst du, daß die Noth sich mehre, weiß ich doch, du läß'st mich nicht. Meint der Feind mich zu ers reichen und zu werfen unter sich; will ich, HErr, von dir nicht weichen, du wirfst alles unter mich. 8. Laß, o Seele! es nur gehen, wie es geht, und sorge nicht: endlich wirst du dens noch sehen, daß Gott übt ein recht Gericht. Jeho ist er deine Stärke, daß dir gar nichts schaden kann. Dort vergilt er alle Werke, so ein jeder hat gethan. 9, Breit, o HErr! doch deine Güte über mich, und schüße mich: so wird hinfort mein 256 Von der Geduld. mein Gemüthe stille bleiben ewiglich. Werde alles und in allen: gib uns, daß wir dir allein trachten all'zeit zu gefals len, so wird alles stille seyn. 706. Was willst du dich, o Seele 2c. 707. Was zagst du, Herz, von ic. 708. Mel. wenn wir im höchsten 2c. enn Unglück dich will W greifen an, und wenn kein Mensch dir helfen kann, so ruf' zu Gott im Glauben vest, in keiner Noth er dich verläßt. 2. Das sollst du ihm ver, trauen gar, er ist bey dir auch in Gefahr, er siehet wohl das Unglück dein; es kommt nichts ohn' den Willen sein. 3. Ob du schon hier haft böse Zeit, und jedermann dich hafft und neid't, greif zum Gebet, flag' nicht so sehr, Gott steht dir bey, was willst du mehr? 4. Er schüßt dich recht, er schüßt dich wohl, in keiner Noth man zweifeln soll: Gott ist ein Fürst, der retten mag; auf Trauren folgt ein froher Tag. 5. Trag' nur Geduld im Leiden dein, befiehl dich stets dem Willen sein, er weiß gar wohl die rechte Zeit, wenn er soll wenden Kreuz und Leid. 6. Set' ihm nicht Zeit, Ziel oder Maaß, denn er weiß 1090 wohl, wie, wenn und was dit nützlich ist zu jeder Frist, du weiß'st, daß er ein Helfer ist. 7. Des Hauptes Haar ge zählet seynd, es schad't dir nicht dein årgster Feind, er wird an dir zu Schand' und Spott, und bringt sich selbs in Angst und Noth. 8. HErr JEsu Christ, das bitt' ich dich, in deinen Schus befehl ich mich: erhalt' mich vest im Glauben rein, laß mich dein Kind und Erbe seyn. 9. Amen! amen! HErr JEsu Christ, der du für uns gestorben bist, bescher' uns alle ein selig's End', nimm unfre Seel' in deine Händ'. 709. Mel. Freu' dich sehr, o meine. underlich ist Gottes Schis cken, wunderbarlich ist fein Rath, herrlich ist doch sein Erquicken, dieß erweist zulegt die That; wohl dem, der es recht bedenkt, seinen Sinn zu Gott nur lenkt, der wird sich in seinem Leben Gottes Obhut stets ergeben. 2. Also pflegt es Gott machen, dieses ist sein alter Brauch; über die sein' Augen wachen, die betrübt und prüft er auch, bringt in Jammer, Angst und Leid, die er doch zu ihrer Freud' will erhöhen, hoch versehen, und an Seel' und Geist ergößen. 3. Dieß und Beständigkeit. 3. Dieß bedenke, meine dein Hort. Himmel und die Seele, wenn bey dir die Noth bricht ein, und dich ja nicht felbsten quåle, als soll'st du verlassen seyn. Gott verhålt fich wunderlich, herrlich zu ers retten dich: laß dein Herze nur nicht wanken, du wirst ihm dereinst noch danken. 4. Denke selbsten nur zu rücke, deine Jugend dich es lehrt; o wie manches Unge fucke hat Gott schon von dir gekehrt! öfters, da man hått' gedacht, du würd'st in der Kreuzesnacht bleiben liegen und ersterben, ließ dich Gott doch nicht verderben. 5. Nun, der große Gott der Erden, der ist unveränder: lich: wollt'st du jezt verzaget werden, als sollt' er nicht schüßen dich? nein, sein werthes Baterherz bricht ihm noch in deinem Schmerz, ja, wie's eine Mutter krånket, so dein Gott an dich gedenket. 6. Also fehlt's auch nicht an Rinnen, Gott tann mas chen was aus Nichts; drum låßt er sich måchtig nennen, wenn er redet, so geschicht's. Nimmt die Noth schon übers hand, sind doch Mittel ihm bekannt, wie er könne dich ers Issen, unerwartet von dem Bösen. 7. Hor' auch, was dir Gott versprochen hier und da in seinem Wort, das hålt er dir unverbrochen, so gewiß, als er 257 Erd vergehn, Gottes Wort muß doch bestehn. Drum nur seinem Wort vertraue, und auf seine Zusag' baue. 8. Doch, mein Herz, noch dieses wisse, Gott ist auch ein weiser Mann; denk' nicht, daß er helfen müsse plöglich, da er helfen kann. Wunderlich fügt er die Zeit, wenn er wenden will das Leid, wenn er's herrlich will ausführen, Weisheit zeigen im Regieren. 9. Hålt's nun Gott vor dir verborgen, wenn, wie, wo er helfen will: mach' dir darum keine Sorgen, sey nur in dem HErren still. Er will sehen, ob auch vest sich dein Herz auf ihn verläßt: er will, daß du ihn wohl kenneft, desto mehr ihn Vater nennest. 10. Er will deine Andacht mehren, welche sonst fast kalt und todt: er will gern das Lob anhören, so du nach er littner Noth ihm, als deinem Lebensfürft, hocherfreuet ges ben wirst, wenn du tröstlich wirst erblicken Gottes herrli ches Erquicken. 11. Drum so laffe Gott nur walten, ob du manchmal harren mußt; er wird den noch bey dir halten; deine Noth ist ihm bewußt, die er so ges nau abmißt, daß auch aller Feinde List dir kein Hårlein mög' berühren ohne Gott: sie muß verlieren. R 12. Nun, 258 Von der Uebergabe 12. Nun, mein JEsu, sey gelobet; freylich bist du mir getreu. Ob des Kreuzes Meer schon tobet, ist doch deine Hand dabey. Stárk' nur meine Zus versicht, daß sie vest auf dich gericht't: wunderlich wirst du's noch schicken, herrlich dein Kind zu erquicken. ni bild 710. 710. 5. Ich ganz und gar will nicht mein eigen seyn, Dren einiger! dein bin ich ganz ab lein. Ich lebe zwar annod auf dieser Erden, doch sehn Zuletzt geht's wohl dem, der ic. ich mich ganz himmlisch hier zu werden. Von der Uebergabe des Herzens an Gott. fördre selbst den angefang'nes Lauf: du wollest Seel', Herz, Sinnen und mein Denken von Sünd' und Welt zu dem, was droben, lenken. 711. Mel. Du Geist des Errn 2c. uf! auf! mein Herz, und du mein ganzer Sinn, gib, was du hast, dem Ge. ber wieder hin: willst du von Gott, was göttlich ist, erlan. gen; so widme ihm, was du von ihm empfangen. 2. Gott Vater! nimm dein Kind in Gnaden an, betrachte nicht, was ich zuvor gethan. Ich bin nicht werth, daß ich dich Bater nenne, erbarme dich, weil ich die Schuld bes kenne. 6. Auf! auf! mein Her und du, mein ganzer Sinn! schwing eilend dich zu deinem Ursprung hin: so kann man hier den Himmel schon erlan gen; so kann man dort im Himmel ewig prangen. 3. Erlöser! nimm, was du erkaufet hast, nimm weg von mir die schwere Sündens last; du Gotteslamm! hast fie ja selbst getragen: ich weiß, du wirst die Bitte nicht versagen. 4. Du werther Geist! hilf meiner Schwachheit auf, und 712. Großer König, den ich ehren 713. Hi Mel. Was mein Gott will t Oder: 0 Vaterherz, oLiebesbr ier ist mein Herz, HEr nimm es hin, dir hab ich es ergeben! Welt, imme fort aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben! dein Thun und Tand hat nicht Be stand, das werd' ich oftmals innen. Drum weg von mit weil mit Begier mein Geiß sich schwingt von hinnen. 2. Gott ist mein allerbe stes Gut, nach ihm steht mein Verlangen: ach! könnt' id doch mit frohem Muth' nut meinem Gott anhangen! ad! daß mir doch das Sündenjod war des Herzens wår' völlig abgenommen, daß ich einmal dort in den Gaal des Himmels möchte kommen! 3. Ich sehe doch, daß in der Welt, mit allen ihren Sachen, was sie von Gütern in sich was sie von Gütern in sich hält, kein wahres Glück zu machen; ihr Gut verschwind't wie Staub und Wind, ihr Wesen muß zerstieben: nur Gott, mein Schatz, behält den Plaß, und bleiber unver: trieben. 4. Wie thöricht hab' ich doch gethan, daß ich den Er. denlüften bis hieher so gehan. gen an, als ob sie glücken müßten! Ich sehe nun, daß all' ihr Thun, wie gut es uns mag dünken, schon hier in Noth, und nach dem Tod in ew'ge Pein läßt sinken. 5. Was mag doch wol die Urfach seyn, daß ich mich so bes thdret? Die Sünd', die mich genommen ein, hat meinen Sinn verkehret, daß ich alle hier mich, Gott, von dir hab' öfters lassen trennen: dieß lasse mich, ich bitte dich, mit steter Reu' erkennen. 6. Gib, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Hims mel schwinge, mit Lieb' und inniger Vegier, und mich in teinem Dinge erfreue hier, als nur in dir, Gott, meiner See le Leben: du allermeist kannst meinem Geist die beste Gått' gung geben. an Gote. 7. Drum immer hin, was nichtig ist! ich will es laffen fahren; wenn du, o Gott, mich wohl bewahren, daß, mein Beystand bist, wirst du mich wohl bewahren, daß, fällt, ich lasse, und verlange, was der Welt sonst wohlges mit Herz und Muth, das höchste Gut, und ewig ihm anhange. 259 714. Hier ist mein Herz, o Seel' zc. 715. Hochster Priester, der du zc. 716. Ich komm' zu dir, mein 2c. 717. Mel. un sich der Tag 2c. Mein Gott! das Herz ich und Geschenk, du forderst dies bringe dir zur Gabe ses ja von mir, deß bin ich eingedenk. 2. Gib mir, mein Sohn! dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth: du findest anders auch nicht Nuh' im Himmel und auf Erd'. 3. Nun du, mein Vater! nimm es an dieß Herz, vers acht' es nicht: ich geb's, so gut ich's geben kann, kehr' zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Süns denwust und voller Eitelkeit, des Guten ist es unbewußt, und wahrer Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu', erkennt sein'n lebels stand, und tråget jegund vor N 2 dem 260 Von der Uebergabe dem Scheu, woran's zuvor Luft fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß, und schreyt: Nur schlage zu; zerknirsch' es, Va: ter! daß ich Buß' rechtschaffen vor dir thu'. 7. Zermalme meine Hår: tigkeit, mach' mürbe meinen Sinn, daß ich in Seufzer, Neu' und Leid und Thränen ganz zerrinn. 8. So dann laß mich, HErr JEsu Christ, rein werden durch dein Blut. Ich weiß, daß du gekreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 9. Stårt' meine schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, als der Vergebung Unterpfand, das alles machet gut. 10. Schenk' mir nach deis nes JEsushuld, Gerechtigkeit und Heil, und nimm auf dich mein Sündenschuld und meis ner Strafe Theil. 11. In dich woll'st du mich kleiden ein, Unschuld mir zie hen an, daß ich, von allen Sünden rein, vor Gott be: fiehen kann. 12. Gott Heil'ger Geist! nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein! ergieß, um JEsu willen, dich tief in mein Herz hinein. 13.Dein göttlich Licht breit' in mir aus, und Kraft der reis nen Lieb': lösch' Finsterniß, Haß, Falschheit aus, schenk mir stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sey von Herzen treu im Glauben mei nem Gott, daß mich im Su ten nicht mach' scheu der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sey von Herzen vest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du nur mich nicht verlåff'st, mich tri ste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sey von Herzen rein im Lieben, und erweis', daß mein Thun nicht sey Augenschein, durch's Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß von Herzen als dein Knecht, aufrichtig ohn' Betrug, in Worten und in Werken recht, ich niemand schen, ohn' Fug. 18. Hilf, daß ich sey von Herzen klein, Demuth und Sanftmuth halt, daß ich, von aller Weltlieb' rein, vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sey von Herzen fromm, ohn' alle Heu cheley, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sey. 20. Nimm gar, o Gott! zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es auch dein Wohnhaus seyn in jener Ewigkeit. 21. Dir geb' ich's ganz zu eigen hin, brauch's, wozudir's gefällt, ich weiß, daß ich der Deis des Herzens an Gott. Deine bin, der Deine, nicht du denn mich), dein arm Ge der Welt. schöpf, verlassen? 3. Ein guter Meister weiß das, was sich nicht will schis ken, gar künstlich abzuthun, er machet alles fein: du wirst, was hindern kann, und dein Werk will bestricken, nicht lassen ewiglich mir eine Hins drung seyn. Du bist der weise Gott, und kannst zum Besten lenken, worüber wir uns oft am allermeisten krånken. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr dieß richten aus bey mir, sie lock' und droh' auch noch so sehr, daß ich soll dienen ihr. 23. In Ewigkeit geschieht das nicht. Der Glanz der Eitelkeit gar wenig mich, Gott Lob! ansicht; mein Ziel ist Ewigkeit. 24. Weg Welt, weg Sund'! dir geb' ich nicht mein Herz: nur, JEsu, dir ist dieß Ges schenke zugericht't, behalt' es für und für. 4. Mein Schöpfer, ich will mich dir hiemit ganz ergeben, bereite du mich nur, wie du mich haben willst. Bey mir ist keine Kraft, auch ist in mir kein Leben: es sei denn, daß 718. Mein Schöpfer, bilde mich, du mich mit deiner Gnad' er. nach Was uns von deiner Hand begegnet, mag uns scheis nen, wie's immer kann und will, du kannst's nicht böse meinen. 5. Ein Töpfer ist vergnügt, so oft er sein Werk treibet, wenn der gelinde Thon nur immer stille hålt: darum, mein Schöpfer, dir mein Herze stille bleibet: mach' ohne meine Kraft aus mir, was dir ge: fällt. Ja, wirke selbst in mir die dir beliebte Stille: es sters be tåglich mehr in mir der Ei genwille. Willen: nimm weg die Hin: derniß, vertreib' die finstre Nacht, die deine Würkung stört, an mir das zu erfüllen, was deiner Liebe Rath mir långst hat zugedacht. Du läsfest dich, mein Gott, Rath, Kraft, allmächtig nennen: hilf, daß ich auch an mir dich mdge so erkennen. 261 2. Ein Künstler liebt sein Werk, das er hat zubereitet, mit Willen låsset er nicht einen Fehler dran: mein Schd, pfer, siehe! wie mich Fleisch und Blut bestreitet; befreye mich von dem, was mir noch schaden kann. Du kannst ja nichts von dem, was du selbst machest, hoffen: wie solltest 6. Ich weiß, es wird noch einst das Werk den Meister lo ben; du bist viel treuer ja, als jemand denken kann. Darum erschallt dein Ruhm hier un. N 3 ten 262 Vom göttlichen Frieden. ten und dort oben: du wens dest deine Kraft niemals ver. gebens an. Erwecke meinen Geist, im Glauben dich zu eh. ren, und täglich deinen Ruhm durch stetes Lob zu mehren. stad dan Nun nimm mein Herz, und ic. ona 720. OJEsu! du bist mein, und ic. Ce smis 3. Wer stöß't mich nun aus Christi Huld? wer kann mich von ihm scheiden? wer mir beymisset eine Schuld, dem halt' ich vor sein Leiden. Dieß stellet mich in Sicherheit, und 719.mstillet mein Gewissen; so wird der Friede mir zur Beut', zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab' Dant, o JEsu, Gottes Sohn, du Friedens wiederbringer, daß du herab von deinem Thron bist kom men als Bezwinger deß allen, was den Frieden stört: ach! laß mein Herz doch werden zum Tempel, da der Fried einkehrt! sey selbst mein Fried' auf Erden. L 721. Was gibst du denn, o meine sc. Vom göttlichen Frieden. Stor 722. Friede bin riede! ach Friede! ach c. 1723. Mel. Vaterherz, o liebes 2c. Oder: Durch Adams Fall ist. ch bin getrost und freue. weil ich hab? JE, 726. sum funden; ich lieg' und schlafe sicherlich in seinem Schooß und Wunden. Dieß ist der Ort, allwo mich nicht Cand, Tod und Hölle schre, J Lieb' Chrifto hat ver Mel. Der lieben Sonnen 2. hr Herzen, die die reine in Sünd', cket, weil mir in Christo nichts gebricht, und seine Macht mich decket. bunden! was für ein starter Glaubenstrieb sollt' nicht za allen Stunden uns reißen schnell dahin, wo unser Geist und Sinn, in sel'ger Still, sich schließen zu, und kommen zur erwünschten Ruh'! 2. Er spricht zu mir: Ich bin ganz dein, und du bist mein hinwieder; ich mache dich frey aller Pein: drum sin. ge Friedenslieder. Ich stärke dich durch Trost und Freud', und fröne dich mit Wonne, dich schmückt mein reines Uns schuldskleid viel schöner als die Sonne. dur 2. Ach! laßt uns denn in einem Geist nach diesem Kleis nod trachten! laßt uns, was zu demselben weist, im Glaus ben stets hoch achten! dieß ist das beste Gut, das stärker und gibt 2010 724.66 JEsu, o du Trost der Seelen. 725. JEsu, Ruhe meiner Seelen: c. Vom göttlichen Frieden. gibt Muth, das bringt uns Erden! ach! laßt uns immer viel Vergnügung ein, und läßt nie ohne Labsal seyn. mehr entzünd't von Christi Liebe werden! Sorg't für das Glaubensdhl und rettet eure Seel'! ach! lasset uns mit voller Flamm' entgegen geh'n dem Bräutigam. 3. Kunst, Herrlichkeit, Gut oder Geld kann uns dahin nicht bringen, die angesehnste Macht der Welt kann den Schatz nicht erzwingen; in Christo nur allein mag er er langet seyn: wenn der mit seiner Liebesfüll' das Herz ers füllt, so wird es still. 4. Drum laßt uns Kräfte, Muth und Sinn zu diesem Zweck verbinden! auf, auf! und stets zu JEsu hin! da ist der Schatz zu finden, der mehr als köstlich ist, den keine Motte frißt, und den kein Dieb nicht stehlen kann: so sind wir wahr: lich ivohl daran! 5. Jetzt ist die angenehme Zeit, da uns die Gnad" steht offen; der HErr zeigt sich in Freundlichkeit uns, die wir auf ihn hoffen: ach! laßt uns diese Gnad', die er geschenket hat, in tiefster Demuth stets verehr'n, und sein Lob unter uns vermehr'n! 6. Laßt uns die schnode Eis telkeit je mehr und mehr ver, achten, und immer mehr in dieser Zeit der Heiligkeit nach. trachten; stets unser Herz und Sinn zum Himmel rich ten bin: so können wir in Chrifto ruh'n, so fann uns airch nichts Schaden thun. 7. Last uns mit allem, was wir find, entfliehen von der rem 263 8. Laßt uns, weil wir sind in der Zeit, umgürten unsre Lenden, und so den Lauf zur Ewigkeit in Christo selig ens den! so nimmt uns ein die Ruh'; so stößt kein Leid uns zu; so sind wir recht des Fries dens voll; so ist uns unauf hörlich wohl. 727. Laß mich dich, mein Heiland 2c. 728. Meine Seel'! komm in die zc.. 729. Meine Seele senket sich hin x. 730. Mel. So ist denn nun die Zütte. ein Salomo, dein freund, liches Regieren stillt als les Weh, das meinen Geift beschwert; wenn sich zu dir mein blödes Herze tehrt, so läßt sich bald dein Friedens, geist verspüren; dein Gnaden. blick erfreuet meinen Sinn, und nimmt die Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen fann: schau' an die Welt, schau' ihren Reichthum an, er kann ja nicht die müden Sees len laben; mein JEsus kann's, R4 et Vom göttlichen Frieden. er thut's im Ueberfluß, wenn Freundlichkeit aus seinem An alle Welt zurücke stehen muß. 3. O süßer Freund! wie wohl ist dem Gemüthe, das im Geset sich so ermüdet hat, und nun zu dir, dem Seelen: leben, nah't, und schmeckt in dir die wundervolle Güte, die alle Angst, die alle Noth be zwingt, und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. gesicht, so wird in dir die Fin sterniß zum Licht, der Weis heit Schåße sind für dich ent siegelt, ja selbst dein Herz wird in dieß Bild verklärt, und alle Kraft der Sünden abgekehrt. 8. Was dem Gesetz unmög lich war zu geben, das bringt alsdann die Gnade selbst her für, sie wirket Luft zur Heilig teit in dir, und åndert nach und nach dein ganzes Leben, indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt, und mit Geduld und Langmuth dich regiert. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen mein armes Herz so inniglich er freu'n, so muß in mir der Glaube sich erneu'n, durch den ich kann das Baterherz erreichen, in dem man nichts als nur Vergebung spürt, da eine Gnadenspur zur andern führt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, je mehr es Kraft und Seligkeit ge nießt, daß es dabey der Eitels teit vergißt, die sonst den Geist gedämpfet und beschweret: je mehr das Herz die Baterliebe schmeckt, je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 264 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, der wird in ihr ein Brunn des Lebens seyn, so in das Meer des Les bens geht hinein, und Lebensstrdme wieder von sich gießet. Behält des Lebens Quelle ih ren Lauf, so geht bey dir die Frucht des Geistes auf. 7. Wenn sich in dir des HErren Klarheit spiegelt, die 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! besuche mich, mein Aufgang aus der Höh', daß ich das Licht in deinem Lichte seh', und könnte schlechterdings der Gna de trauen: kein Fehler sey so groß und schwer in mir, de mich von solchem Blick de Liebe führ'. 10. Wenn mich vor dir mein Elend niederschläget, und deinen Geist der Kindschaft in mir dåmpft, wenn das Gese mit meinen Glauben und lauter Angst und Furcht in mir erreget; so laß mich doch dein Mutterherze sehn, und neue Kraft und Zuver sicht entstehn. 11. So rub' ich nun, mein Heil, in deinen Armen, du selbst sollst mir mein ew'ge Friede seyn; ich wickle mich in deine Gnade ein; mein Element Vom Element ist einig dein Erbar: men; und weil du mir mein Ein und Alles bist, so ist's ges nug, wenn dich mein Geist genießt. gåttlichen Frieden. 731. Ruhe ist das beste Gut, das 2c. 732. Die wohl ist mir, o Freund der Seele! wenn ich in deiner Liebe ruh'. Ich steige aus der Schwermuthshöhle, und eile deinen Armen zu, da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit so angeneh. men Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Er den: wer wollte nicht vergnü get werden, der in dir suchet Ruh' und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, es sey also, ich trau' ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb' erweisen, bey einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freund haft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks: wellen mir deine Treu' den Anter reicht. 3. Will meine Missethat mich drücken, blißt auf mich des Gesetzes Weh', droht Pein und Strafe meinem Rücken, so steig' ich glaubig in die Hdh', zu dir, wo wider Fluch und 265 Sünde ich Zuflucht, Schuß und Rettung finde, wo mich kein Fluchstrahl treffen tann. Tritt alles wider mich zusams men, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe: nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich auch durch Noth und Leiden, ich folg' und lehne mich auf dich. Ich weiß, du wirst von mir nicht scheiden, mit deiner Liebe lab'st du mich; ich traue dei nen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb' und Segen. Ges nug, wenn ich dich bey mir hab'. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren, und über Sonn' und Sterne führen, den füh rest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth indir, der du verläsfest keinen, o allerliebstes Leben! ruht. Wen kann des Weges End' erschrecken, wenn er aus mdrs dervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht! so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh' der Ewigkeit. De 6. Wie ist mir denn, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! mich kann Welt, Noth und Tod nicht qualen, weil du mein Gott! vergnügest mich. Laß solche Ruh' in dem Ge müthe, nach deiner unum: R 5 schränk 266 Von der Freudigkeit schränkten Güte, des Him mels süßen Vorschmack seyn. Weg, Welt, mit allen Schmeis cheleyen, nichts fann, als JEsus, mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund fft mein! 8. Best, fein vest dich an gehalten an die starke JEsus. treu, laß du, laß du Gott nur walten, seine Güt' ist tåg, lich neu; er meint's recht gut, Wenn die Feinde dich anfal len müssen sie zurücke pal len, hab' gut Muth. Von der Freude im heili: gen Geist. 733-739. 740. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, die dir JEsus auf gethan! tlag' und sag' ihm deinen Jammer, schreye ihn an: er steht dir bey. Mein JEfu, süße Seelent. Wenn dich alle Menschen has ( Siehe Nro. 1090.) 741-744. sen, kann und will er dich nicht lassen, das glaube frey. 5. Hoch, so hoch du kannst Bon der Freudigkeit des erheben deine Sinnen von der Erd', säume nicht, dem zu er geben, was du hast, der Glaubens. 745. Ach alles, 75 Himmel zc. ist werth! Dein Sofus des 746. Ach! JEsu, meiner Seelen 2c. der um dich so treulich wirbet, und für dich aus Liebe stirbet, drum du sein bist. 6. Auf, hinauf, das droben suche, trachte doch allein da hin, wo dein JEsus; sonst verfluche allen schndden Sün densinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwin den, nur bey JEsu ist zu fin den die wahre Ruh. 747. Auf [ uf, hinauf zu deiner Freus de, meine Seele, Herz und Sinn! weg, hinweg mit deinem Leide, hin, zu deinem JEsu hin! er ist dein Schaß. JEsus ist dein einzig Leben: will die Welt fein'n Ort dir geben; bey ihm ist Plag. 748. 2. Fort, nur fort steig' im, mer weiter in die Hdh zu JEſu auf! an, hinan die Auf meinen lieben Gott Glaubensleiter, Elettre mit ges schwindem Lauf! Gott ist dein Schuß. JEfus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbe. stürmer, und bietet Truß. trau' ich in Angst und Noth, er kann mich all'zeit retten aus Trübfal, Angst und Nöthen, mein Unglück fann er wenden, es steht in seinen Händen. 2.01 des Glaubens. 2. Ob mich mein' Sünd' ans ficht, will ich verzagen nicht, auf Christum, will ich bauen, und ihm allein vertrauen: ihm hab' ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mir Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem hab' ich mich ergeben: ich sterb' heut' oder morgen, mein' Seel' wird er versorgen. 3. Geben die Felder den. Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein; schlagen die Schloßen die Früchte darnieder, brens nen die Berge und schmachten 4. O mein HErr JEsu, vor Pein: kann doch ihr HerChrist! der du geduldig bist ze den Frieden erhalten, weil für mich am Kreuz gestorben, es den Schöpfer in allen läßt haft mir das Heil erworben. walten. Führ' uns alle zugleiche zum ew'gen Himmelreiche. 5. Amen zu aller Stund' sprech' ich aus Herzens Grund, du woll'st uns ferner leiten, HErr Christ, zu allen Zei ten, auf daß wir deinen Nas men ewiglich preisen. Amen. 4. Viele verzehren in ångsts lichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit: da doch im Rathe des Höchs sten verborgen, wenn und wo jedem sein Ende bereit: sind es nicht alles unndthige Schmer: zen, die ihr euch machet, o thdrichte Herzen? 5. Zweifel und Sorge vers stellen die Frommen; Glau: ben und hoffen bringt Ehre bey Gott. Seele, verlangst du zur Ruhe zu kommen; hoffe, den Feinden des Glaus bens zu Spott. Ob auch die göttliche Hülfe verborgen; traue dem Höchsten, und meis de die Sorgen. 6. Gutes und alle wunschwürdige Gaben werden dir, bis man dich leget ins Grab, folgen, den Himmel selbst wirft du einst haben, ey! warum sagst du den Sorgen nicht ab? werde 267 sten die Häupter nicht sinken, denen sich JEfus im Herzen. verklärt: wüthen die Feinde mit Schnauben und Toben, lernen sie Gottes Gerechtig, keit loben. 749. Mel. Großer Prophete, mein 2c. Oder: Jefu, hilffiegen, du ic. £ ¹ hriften erwarten in aller ley Fällen JEsum mit seiner allmächtigen Hand; mitten in Stürmen und to: benden Wellen sind sie gebauet auf felsigtes Land: wenn sie bekümmerte Nächte bedecken, kann doch ihr Grauen sie wen nig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken; hauet und frisfer das blinkende Schwerdt: lassen doch Chri Von der Freudigkeit werde doch in dir recht ruhig gen Güter, der ist mein Hirt und stille: dieß ist des Vaters, und Hüter. der droben ist, Wille. 268 7. Freue dich, wenn du, statt freundlicher Blicken, man cherley Jammer, Anfechtung und Noth duldest; und wisse, was Gott will erquicken, müsse mit JEsu durch Leiden und Tod. Willst du mit les ben, so mußt du mit sterben, anders kann keiner den Him: mel ererben. 8. Böllige Wonne, weit reinere Freude, himmlische Gü. ter, undenkliches Heil, werden dir einsten auf ewiger Weide unter den Engeln und Men, schen zu Theil; wenn Christus pråchtig am Ende wird kom: men, und zu sich sammlen die Heerde der Frommen. 9. Seine allmächtige Står: ke beweiset in den Ohnmäch. tigen mächtige Kraft: dann wird alleine sein Name gepreis set, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Gib nur, o JEsu, daß ich dir vertraue, wenn ich die Hülfe nicht sicht: barlich schaue. 2. So lang'ich diesen habe, fehlt mir's an teiner Sabe: der Reichthum seiner Fülle gibt mir auch Füll' und Hülle. 3. Er låsset mich mit Freu den auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quel len, schafft Rath in schweren Fållen. 4. Wenn meine Seele za get, und sich mit Sorgen pla get, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, låßt Furcht und Angst sich stillen, um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch kei ne Tücke, bin frey vom Un gelücke. 7. Denn du steh'st mir zur Seiten, schütz'st mich vor be sen Leuten: dein Stab, HErr, und dein Stecken benimmt mir alles Schrecken. 8. Du setzest mich zu Ti sche, machst, daß ich mich er frische, wenn mir mein Feind Das Jesulein soll doch mein zc. viel Schmerzen erweckt in 750. 751. Der 23. Pfalm. Mel. Wach auf, mein Zerz ic. D er HErr, der aller Ens den regiert mit starken Händen, der Brunn der ew's meinem Herzen. 9. Du salb'st mit Freuden dhle mein Haupt, und füll'i die Seele mit Gütern deiner Gnade, daß mir kein Mans gel schade. 10. Barm des Glaubens. 10. Barmherzigkeit und fer Welt, wie sauer er sich Gutes wird mein Herz gutes stellt, thut er uns doch nichts, Muthes, voll Lust, voll Freud' das macht, er ist gericht't; ein und Lachen, so lang' ich lebe, Wortlein kann ihn fållen. machen. 11. Ich will dein Diener bleiben, und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du woh nest, und Frommseyn wohl belohnest. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und tein'n Dank dazu haben: er ist bey uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin, sie haben's kein'n Ges winn, das Reich Gott's muß uns bleiben. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schau'n im Hins mel droben, hoch rühmen, preis sen, loben. 752. ( Sin in' veste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen, er hilft uns frey aus aller Noth, die uns jetzt Feind mit Ernst er's jetzt meint, groß' Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist, auf Erd'n ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar hald verlohren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkohren! Frag'st du: wer er ist? er heißt JEsus Christ, der HErr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er be, halten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wollten uns verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es muß uns doch gelingen. Der Fürst die, 269 753. Es traure, wer da will, ich zc. 754. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Oder: Wer ist diese Fürstendirne. Sy, mein Herz, sey unver Liebe nicht? höre, was sein Wort dir saget, glaube, daß sein Herz ihm bricht, wenn du ringst mit dem Tod und empfindest große Noth! Got tes zarte Batertreue ist noch alle Stunden neue. 2. Wie oft hat er dieß bewiesen! ja gewiß unzählig mal hat er seine Lieb' gepries sen gegen dich, und überall: ey, so traue ihm nur zu, er bringt dich zur sichern Ruh'. Gottes zarte Vatertreue ist noch alle Stunden neue. 3. Dent' an die vergang'ne Zeiten, da er seine Gnaden: hand sich ließ über dich auss breiten, zum gewissen Unters pfand seiner ew'gen Lieb' und Huld: Von der Freudigkeit Huld: leide, leide mit Ges größter Ruhm. Beuge did duld. Gottes zarte Vatertreue ist noch alle Stunden neue. vor seinem Thron, er gi Segen dir zum Lohn. Gotte zarte Batertreue ist noch d Stunden neue. 4. Er hat dich ans Licht ges zogen aus dem Leib, der dich empfing. Was hat ihn dazu bewogen, da es nur von ihm abhing?. seine unergründte Lieb' wars, die ihn dazu an. trieb. Gottes zarte Batertrene ist noch alle Stunde neue. 5. Wer hat dich der Höll' entriffen? wer dem Teufel und dem Tod? saget dir nicht dein Gewissen, dein Erretter fey dein Gott? er verbirgt dir jetzt auch nicht sein erbar: mend Angesicht. Gottes zars te Batertreue ist noch alle Stunden neue. 10. Schande ists, daß h willst weinen, da du tausend Zeugniss' hast, wie Gott he fen will den Seinen, wenn si drücket ihre Last; wie er mit Trost umfångt, wenn ein Leiden sie bedrångt. Gott zarte Vatertreue ist noch d Stunden neue. 6. Wer hat dich bisher ge, leitet, und geführt auf ebner Bahn? wer den Tisch dir zu bereitet, und dir sonst viel 11. Er betrübet nie w Guts gethan? ists nicht Gott, der dich erwählt, und zu seiner Schaar gezählt? Gottes zar. te Batertreue ist noch alle Stunden neue. Herzen, wenn er züchtigt, er liebt: er stillt alle ih Schmerzen, wenn er fie in Kreuze übt. Wer nur har der rechten Zeit, der wird bal von ihm erfreut. Gottes zart Vatertreue ist noch alle Stun den neue. 7. Er hat dich ihm selbst versöhnet in dem Blute JEsu Christ, mit Barmherzigkeit gekrönet; weil er ganz die Lies be ist: unaussprechlich ist die Gnad', die er dir erwiesen hat. Gottes zarte Vatertreue ist noch alle Stunden neue. 270 8. Christum hat er dir ges schenket ganz zu deinem Ei, genthum, und sein Herz zu dir gelenket: dieß sey denn dein 9. Preis und rühm' vor d len Dingen solchen Reichthun seiner Güt': du mußt ih Dankopfer bringen mit in brünstigem Gemüth. Stimm ein Lied im Glauben an von dem, was er die gethan. G tes zarte Vatertreue ist neod alle Stunden neues 12. Darum laß dir dein Glauben und die freud'gez versicht keine Nacht des Kreu zes rauben; warte, bis de Licht anbricht. Auf den Bi und Donnerschlag folgt Gottes angenehmer Tag. zarte Vatertreue ist noch al Stunden neue. 13. Fr des Glaubens. 02 13. Freue dich, wenn du Schen, daß Gott, der höchst mußt leiden; denn es folgt ein Segen drauf: du wirst noch in Rosen weiden, wenn vollendet ist dein Lauf auf dem rauhen Dornenweg: werde nur dabey nicht tråg'. Gottes zarte Batertreue ist noch alle Stunden neue. und beste, mir herzlich güns stig sey, und daß in allen Fåle len er mir zur Rechten steh', und dåmpfe Sturm und Wel len, und was mir bringet Weh.sad aim id fact 14. Sieh', dein Helfer streckt die Arme so gar liebe reich nach dir aus, daß er deis ner sich erbarme. Er führt dich ins Himmels Haus, und, nach seiner Lieb und Huld, will er trdnen die Geduld. Gottes zarte Vatertreue ist noch alle Stunden neue. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, das ich finde das ew'ge mahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wertho 15. Eile ihm getrost ent, gegen, greif' im Glauben freus big zu, eile, nimm von ihm den Segen, so gelangest du zur Ruh'. Er ist's, der dir helfen kann, glaube nur, so 5. Der, der hat ausgeld, ist's gethan. Gottes zarte schet, was mit sich führt den Batertreue ist noch alle Stuns. Tod; der ist's, der mich rein den neue. 4. Mein JEsus ist mein' Ehre, mein Glanz und schde nes Licht: wenn der nicht in mir wäre, so dürft' und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen in seinem hohen Sig, ich müßte schnell vergehen, wie Wachs in Feuershig'. 755-760. 761. St Mel. Zerzlich thut mich ic. ft Gott für mich, so trete gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde, und bin geliebt bey Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott'? 2. Nun weiß und glaub' ich veste, ich rühm's auch ohne 271 wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. In ihm tann ich mich freuen, hab' einen Heldenmuth, darf kein Ges richte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts fann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz: die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz; kein Urtheil mich erschrecket, tein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Von der Freudigkeit. 7. Sein Geist wohnt mir 12. Das ist mir nicht ver im Herzen, regiert mir meis nen Sinn, vertreibet Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeyen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreyen aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schres cken find't, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich find mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bes wußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 272 9. Sein Geist spricht meis nem Geiste manch süßes Trost, wort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bey ihm suchet Ruh', und wie er hab' erbauet ein' edle neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil und Erbe mir prachtig zugericht't. Wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht: muß ich auch gleich hier feuch ten mit Thránen meine Zeit, mein JEsus und sein Leuch ten versüßet alles Leid. borgen, doch bin ich unverzagt, Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt: estoste Leib und Leben, und alles, was ich hab', an dir will ich vest tleben, und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zet brechen; du stehst mir ewig. lich: kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich: kein Hunger und kein Dürsten, kein' Armuth, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein' in drung seyn. 14. Kein Engel, keine Freu den, kein Thron, kein' Herr lichkeit, kein Lieben und tein Leiden, kein' Angst und Fähr lichkeit; was man nur kann erdenken, es sey klein oder groß, der keines soll mich len ten aus deinem Arm und Schooß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen, und kann nicht traurig seyn; ist voller Freud' und Singen, sieht lauter Son nenschein: die Sonne, die mit lachet, ist mein HErr JEsus Christ; das, was mich sin 11. Wer sich mit dem vere gend machet, ist, was im Him mel ist. bindet, den Satan flieht und haßt, der wird verfolgt, und findet ein' große schwere Last zu leiden und zu tragen, ge: råth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brodt. 762. Mel. Es ist das Zeil uns x. Oder: Mein Herzens Jesu,. ft Gott für uns in aller pein, in allem Kreuz und Leiden; wer mag uns denn ai des Glaubens. denn zuwider seyn? wer mag 6. Ist Gott für uns, so von ihm uns scheiden? Ist Gott für uns in Angst und Noth, so kann uns Teufel, Holl' und Tod, auch sonst kein Feind mehr schaden. 2. Ist Gott für uns, so fönnen wir ausüben große Thaten: denn er ist bey uns für und für, und weiß uns wohl zu rathen: wir können Kriegesvolk mit Gott zers schmeißen, daß es noch mit Spott und Schande muß ab weichen. 3. Ist Gott für uns, so kann die Macht der Stolzen nicht bestehen, sie werden alle umgebracht, und müssen schnell vergehen: wo dieser Gott nur will allein bey uns und unser Helfer seyn, so ist uns wohl geholfen. 4. Ist Gott für uns, so dürfen sich die Feind' an uns nicht wagen: er kann sie alle mächtiglich zum Spott mit Blindheit schlagen. Gott kennet seine Kinder wohl, er weiß schon, wenn er helfen soll den Schaafen seiner Weide. 5. Ist Gott für uns, wie er denn ist bey uns, aus lauter Gnaden; was kann uns denn Betrug und List, Haß, Neid und Feindschaft schaden? Gott ist so stark, daß Roß und Mann er auch mit einem Worts lein kann gar leicht zu Boden fållen. 273 wird er wohl für seine Lehre kämpfen, und wird wohl wis sen, wie er soll, die uns ver: folgen, dåmpfen: er schickt es oft so wunderlich, daß die Vers folger selbsten sich zu ihm be. kehren müssen. 7. Ist Gott für uns, so sind zugleich die Engel uns zur Seiten, die uns in diesem Jammerreich beschüßen und begleiten: durch sie wird, wenn es Gott gefällt, allein in einer Nacht gefäll't ein ganzes Heer der Feinde. 8. Jft Gott für uns, so muß die Welt und Fleischesluft erliegen: mit Gott man stets das Feld behålt, mit Gott man kann obsiegen. Der Teufel selbst kann nicht besteh'n, er muß beschämt doch von uns geh'n, und kann kein Haar uns frümmen. 9. Ist Gott für uns, was kann der Grimm des Todes uns denn schrecken? Es wird ja Christi Lebens Stimm' uns wieder auferwecken zur Hims melsfreud' und Seligkeit, da wir in alle Ewigkeit bey Gott verbleiben sollen. whil 10. Drum soll uns auch zu aller Zeit, weil Gott für uns, nichts scheiden von seis ner Liebe: ja kein Streit, kein Kummer, Schmerz und Leis den, kein Krieg, kein Schwerdt, kein Hohn und Spott, foll und 274 Von der Freudigkeit uns von unserm starken Gott, und seiner Liebe trennen. For 763. Mel. Valet will ich dir geben. Deinen hat Gott verlassen, Keiner der ihm vertrau't allzeit, und ob ihn gleich viel haffen, geschieht ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch, und ges ben, was ihn'n nüßet hier zeitlich und auch dort. 2. Allein ich's Gott heim. stelle, er mach's, wie's ihm gefällt, zum Nußen meiner Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Kreuz und Leiden, und muß auch also seyn: die Welt mit ihren Freuden führt leicht zur ew'gen Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten, und nehmen zum Bey, stand, in allen meinen No, then, ihm beff'r als mir be, kannt: um G'duld will ich stets bitten in all'm Anliegen mein, er wird mich wohl be: hüten, und mein Nothhelfer seyn. Welt gefällt, ich meinen Sinn nicht sehe; das bleibet in de Welt. Mein'n Schaß hab ich im Himmel, der JEsus Christus heißt, der giebt, was alle Schäße ersetzt, den heil gen Geist. 5. Auf Reichthum, Ehr' und Schäße, und was der 6. Den hab' ich einge schlossen vest in mein Herz hinein: sein Blut hat er ver gossen für mich, drum bin ich sein. Er starb, mich zu er Issen von ew'ger Angst und Pein, könnt' ich dem Dienst des Bösen nun noch ergeben seyn? 7. Um mich nun zu erzei gen dankbar für solche Gnad; geb' ich mich Ihm zu eigen mit allem, was ich hab': wie ers mit mit will machen, sa ihm all's heimgestellt; i b'fehl ihm meine Sachen, e mach's, wie's ihm gefällt. 8. Amen! nun will ich schließen und nicht im Zweifel steh'n: HErr, durch dein Blut vergießen werd' ich zur Freud eingeh'n. Durch dich hab' ic auf Erden, was mich er freuet schon: im Himmel foll mir werden die ew'ge Gna dentron'. 4. All's Glück und Unges lücke, das kommt allein von Gott: ich weiche nicht zurücke, und fleh' in meiner Noth. Wie kann er mich denn has sen, der treu' Nothhelfer mein? ja, wenn die Noth am Mein Gott und Vater kann. größten, so will er bey mir seyn. 764. 765. Schwing dich auf zu deinem ( Siehe Nro. 1091.) 766 des Glaubens, ofe 766. Mel. In dich hab' ich zc. en unverzagt, o frommer Chrift, der du im Kreuz und Unglück bist, befiehl Gott deine Sachen: in Noth und Pein vertrau' allein auf ihn: er wird's wohl machen. 2. Dein Unglück kommt nicht ohngefähr, es rühret von dem Höchsten her, der hat es so versehen. Drum sey nur still', und was Gott will, das laß du nur geschehen. 3. Sollt' auch der Himmel fallen ein, und die Natur ges ändert seyn, wird Gott dich doch nicht hassen. Er wird den Mann, der ihm recht tann vertrauen, nicht vers lassen. 4. Zudem wird deine Traus rigkeit ja auch nicht währen allezeit: Gott wird dir Freu, de geben, wo nicht allhie, doch dort, da sie soll ewig ob dir schweben. 5. Hab' immer einen Hel denmuth, vertraue Gott, es wird noch gut auf alle Trüb fal werden: Gott ziehet dich durchs Kreuz zu sich gen Hims mel von der Erden. 6. Der liebe Gott ist so ges treu und fromm, daß er dir stehet bey, wenn Unfall sich erreget, auch jedermann mehr, als er fann ertragen, nicht aufleget. 275 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traus rigkeit und Kreuz oft müssen schwitzen: warum willst du denn immerzu im Rosengars ten sitzen? 8. Bet, hoff' und trau' auf deinen Gott in allem Jams mer, Angst und Noth: laß, wie er will, es gehen. Set' ihm kein Ziel: ist er im Spiel, wirst du noch Wunder sehen. 9. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, der du ein Gott des Trostes heiß'st, laß alle Trost empfinden, die traurig seyn, und hilf allein das Böse überwinden! 767. Mel. Liebster Jesu, du wirst ze. ollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott verließ die Seinen; ey so weiß ich und glaub' dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufges schoben, hat er drum nicht aufgehoben: hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Gleichwie Våter nicht bald geben, wornach ihre Kins der streben; so hat Gott auch Maaß und Ziel. Er giebt, wie und wenn er will. 4. Seiner kann ich mich ge trösten, wenn die Noth am allergrößten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als våterlich gesinnt. S2 5. Troß 276 Von der Freudigkeit 5. Troß der Feinde Grimm und Toben, will ich meinen Gott doch loben. Troß des schweren Kreuzes Joch, Gott, mein Bater, lebet noch. 6. Troß des bittern Todes Zähnen, troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn' Ursach feind: Gott im Him, mel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht lån. ger leiden, ey! so frag ich nichts darnach: Gott ist Rich. ter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Ist denn nun der Himmel mein, ey! so kann ich ruhig seyn. 9. Welt! ich will dich gerne lassen, was du liebest, will ich hassen: liebe du der Erde Lust, mir ist behre Freud' bewußt. 10. Ach HErr! wenn ich dich nur habe, bis zum Tode, bis zum Grabe; fag' ich allem andern ab. Ach HErr! wenn ich dich nur hab'. 768. on Gott will ich nicht lass sen, denn er låst nicht von mir, führt mich auf rechs ter Straßen, da ich sonst irre sehr; er reicht mir seine Hand: den Abend als den Morgen will er mich wohl versorgen, sey, wo es woll', im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all' ver fehrt: so find't sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt, und hilft aus aller Noth, errett't von Sünd' und Schanden, von Ketten und von Banden, ja wenns auch wär' der Tod. 3. Auf ihn will ich ve trauen in meiner schweren Zeit, es kann mich nicht gereuen, et wendet alles Leid, ihm sey es heimgestellt: mein Leib, mein' Seel', mein Leben sey Gett dem HErrn ergeben, er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts ge fallen, denn was mir nütlic ist, er meint's gut mit uns allen, schenkt uns den HErren Christ, sein'n eingebohrnen Sohn: durch ihn er uns be scheret, was Leib und Seel ernähret; lobt ihn im Him melsthron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, für das, was er uni schenkt: das ist ein' selge Stunde, darin man sein ge denkt. Verderbet nicht die Zeit die ihr zubringt auf Erden, such't selig hier zu werden, und dort in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, wed'r Ehr' nochy Gu bestehet, das vor war gro geacht't: wir werden nad dem Tod tief in die Erd' be graben, wenn wir geschlafen haben, des Glaubens. haben, will uns erwecken Gott. nackend werd' ich auch hinzies sol a hen, wenn ich werd' von der 7. Die Seel' bleibt unvers Erd' als ein Schatten fliehen. lohren, geführt in Abrams 3. Gut und Blut, Leib, Schooß, der Leib wird neu ge: bohren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb' des HErren, daran muß uns nicht irren des Teufels list'ge Art. Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's ges geben: soll's zu ihm auch wieder fehren, nehm' er's hin, ich will ihn dennoch frölich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt' ich drum vers zagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück enden. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich's auch wol verschulde; kommt doch die Ewigkeit, so aller Freuden voll, die, da ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mir wider: fahren soll. 9. Das ist des Vaters Wil le, der uns erschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben und viel Gnad; auch Gott der heil'ge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels führet. Ihm sey Lob, Ehr' und Preis! 769. Warum bist du, liebe Seele. 770. W Mel. Frölich soll mein Zerze 2c. arum sollt' ich mich denn gråmen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beygelegt im Glauben? indignit 12. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich tam, da ich nahm meinen ersten Odem: 277 5. Gott hat mich bey guten Tagen oft ergötzt, sollt' ich jetzt auch nicht etwas tragen? Er ist gütig, schårft mit Maaßen sein Gericht, er kann nicht gånzlich mich verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. capta 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, sich stets lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod auf reiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8: Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt un sern Geist aus viel tausend Nd then, schließt das Thor dem bittern Leiden, und macht 3 Bahn, 278 Von der Freudigkeit Bahn, daß man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Da wird sich an bessern Schäßen einst mein Herz, nach dem Schmerz, ewiglich ergd: Ben. Hier ist kein recht Gut zu finden, was die Welt in sich hält, muß wie Dampf ver: schwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüs ther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt', Chris stus, wird mich ohn' Ende laben. na nung hat, der wird von Seuf zen matt, und muß trauren: ein wahrer Christ hingegen ist getrost. Wohl dir, wenn du es bist! 2. Mich bekümmert zwar die Sünde, die ich so wol an mir befinde, als auch an an dern in der Welt: diese will ich stets beweinen, doch nie im Trauren trostlos scheinen, weil mein Vertrauen JEsum hält. Er, er ist, der mich tröst't, darch ihn bin ich erlöst. JEsu, JEsu! wie wohl ist mir, wenn sich allhier durch diesen Glau 11. HErr, mein Hirt, ben traue dir! Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden: ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich freudig werd' um fangen. 3. Meine Schuld ist mir vergeben, ich habe Theil an jenem Leben, das weiß und glaub' ich vestiglich. Lob se Gott! der mir geschenket die Sünden, die mein Herz ge krånket, und sich erbarmet über mich. Was kann mir Satan thun? ich bin und hei ße nun Kind und Erbe. Wa acht ich Hohn? die Ehrenkron besitze ich in Hoffnung schon. 771. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. as beweget mich zu Wa trauren? mein Leiden 4. Meinen JEsum werd ich sehen, und ihm zu seiner Rechten stehen in vollem Glan und hellem Licht. Gläubig hof ich im Vertrauen, Gott, me nen Heiland, werd' ich schauen wird nicht lange dauren, es von Angesicht zu Angesicht währet einen Augenblick. Bey aller Traurigkeit find' is Schwinge dich zu jenen Freus Zufriedenheit in der Hoffnung, den, o Seele, die du trågest die er, mein Hort, mir fort Leiden, und laß der Welt ihr und fort erhalten wird, nad Gut zurück. Wer keine Hoff:: seinem Wort. 5. Wohl ades Glaubens. d 5. Wohl mir, mich darf ter selbst auf Erden sterblich nicht mehr schrecken der Tod: sind. ich kann dagegen schmecken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ich bin schon in Hoffnung ses lig, mein Glaube macht mich all'zeit frölich, weil er das Unsichtbare hålt. Getrost ist mir mein Muth; zuleht wird alles gut, wenn wir glauben. Mein Glaube hält, was ihm gefällt, dich, JEsum, und be siegt die Welt. 772-775. 2. Unmöglich ist's, daß den sein' Hoffnung kann betrügen, der Gottes Wahrheit traut, die nimmermehr kann lügen. Der HErr ist gut und fromm, und was sein Wort verspricht, das folger in der That gewiß, und fehlet nicht. 776. Mel. Nun danket alle Gott. Mohl dem, der Jakobs fen will und kann. zum Helfer sich erwählet, der, was sein Herze krånkt, voll Hoffnung ihm er zählet, der seine Zuversicht vest auf den HErren stellt, der alle Hülfe thut und ewig Glau: ben hålt. 3. Wie gut ist's auf den HErrn, und nicht auf Men: schen bauen! wie eitel, schwach und falsch, ist doch ein solch Vertrauen, das sich auf Fleisch verläßt, und auf ein Men. schenkind: denn auch die Gdt, 279 4. Die sich mit ihrer Noth zu ihren Füßen legen, die müss sen Zeugen seyn, wie nichtig ihr Vermögen, wie wandelbar ihr Seyn, und ihrer Hoheit Pracht; wie mancher Uns glücksfall ihr Können schams roth macht. 5. Viel fichrer ist mein Trost: ich weiß, an wen ich glaube, troß, daß die größte Noth mir solch' Vertrauen raube zu dem, der ewig bleibt, dem rechten Wundermann, dem teine Noth zu groß, der hels 6. Bey ihm ist meine Seel' in höchster Ruh' und Stille, sein' Hand ist unverkürzt, sein gnadenvoller Wille ist unver, åndert gut: unendlich seine Kraft, die stets von Alters her hat Hülf' und Rath ge schafft. 7. Drum halt ich mich zu Gott, und das ist meine Freus de, wenn mein erquicktes Herz, nach überstandnem Leide, sich seiner Wohlthat rühmt, und ihm mit ganzem Fleiß ein Danklied fingen kann zu seis nes Namens Preis. 8. Laß du mich nur, mein Gott, dein Lob hier zu erhd. hen, nie tråg' und müde seyn, wie du nie auf mein Flehen zu merken, müde wirst, und stets, von Kindheit an, 34 fo 280 Von der Freudigkeit des Glaubens. so überschwenglich viel an mir haft Guts gethan. 9. Gieb, daß ich ferner auch an dir vest hangen bleibe, daß weder Glück noch Noth mich von der Bahn abtreibe, die dein Gebot mir heißt: gieb neuen Geist und Kraft, zu üben immerdar hier gute Rite terschaft. 10. Daß ich, was eitel ist, nicht für mein Wohlfeyn achs te, noch Fleisch für meinen Arm; 777. daß ich nach dem nur Mel. Machs mit mir, Gott x. trachte, wornach sich sehnt odott recht kindlig nen kann verlassen! den man gleich Sünde, Höll' und Tod und alle Teufel haffen: so bleibt a dennoch wohl vergnügt, wenn er nur Gott zum Freunde kriegt. 2. Die böse Welt mag im merhin mich hier und da be feinden: kann sich nur mein Gemüth und Sinn mit mei nem Gott befreunden; frag' ich doch nichts nach ihrem Haß: ist Gott mein Freund, wer thut mir was? 3. Und hab' ich gleich dar über oft viel Unglück leider müssen; so hat Gott gleich wol unverhofft mich wieder draus gerissen: da lern' ich erst, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß seyn. les mir, so schmeichle gleich die Welt, ich folge dennoch dir. 11. Laß mich in allem Kreuz, und auch im Tode schmecken, wie freundlich du mir bist, laß mich die Schuld nicht schrecken, die JEsus schmerzlich g'nug schon längst an meiner Statt gebüßt, und dir, mein Gott, durch sich bezahlet hat. 12. Laß seine Wunden mir alsdann an meinem Ende Trost und Erquickung seyn, daß sich der Kummer wende, wenn mich mein Herz verdammt: wenn Satan noch zuletzt mich zu erschrecken sucht, und heftig an mich setzt. res Eigenthum, das in der Schwachheit hier schon lebt zu seinem Ruhm. 14. Daß an dem Freuden ort, wo sel'ge Geister schwe ben, auch ich dich, meinen Gott, mög' ewiglich erheben, wo ich in flarem Licht dich mehr erkennen kann, und mit der Engel Schaar ein Dank lied stimme an. 13. Daß, wie ich JEsu hier mich ganz zu eigen gebe, dort, wo er herrscht und lebt, ich ewig mit ihm lebe, als fein erkauftes Gut, und wah. in mir zusammen, wenn sic 4. Ja, wenn gleich mei ner Sünden Schuld sich häuft Vom Lobe Gottes. mir abspricht Gottes Huld, und will mich nur verdammen; so fürcht' ich doch dieselbe nie, denn Gott, mein Freund, vers tilget fie. 5. Dahero troß der Höllen Heer! troß auch des Todes Rachen! trotz aller Welt! mich kann nicht mehr ihr Dro hen traurig machen. Gott ist mein Freund, mein Schuß und Rath: wohl dem, der Gott zum Freunde hat! Vom Lobe Gottes. 778. Alle Welt, was lebt 16. 779. Bringt her, bringt her dem 20. 780. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. Ober: Mein Zerzens- Jefu, c. B 281 ringt her dem HErren Lob und Ehr, aus freu. digem Gemüthe! ein jeder Gottes Ruhm vermehr', und preise seine Güte! Ach lobet, lobet alle Gott, der uns be freyet aus der Noth, und dan: tet seinem Namen. 4. Lobt Gott, der uns ers schaffen hat, der Seele, Leib und Leben, aus lauter våters licher Gnad', uns allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schüßt, und tåglich gies bet, was uns nützt: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und alles Gutes noch verheißt, uns stärkt, bes vestigt, gründet; der uns ers leuchtet durch sein Wort, re giert und treibet fort und fort: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott, der auch dieß gute Werk, so in uns ans gefangen, vollführen wird und geben Stark', das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dars gestellt, und seinen Gläub'gen vorbehålt: drum danket seinem Namen. 61 THE 2. Lobt Gott, und rühmet 7. Es loben Gott die Ses allezeit die großen Wunder, werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er be: weif't in aller Welt, dadurch er alle Ding' erhält: drum danker seinem Namen, raphim, die in dem Himmel thronen. Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott, und preis't ihn früh und spat! ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. 781. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die fel'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höllen Gift, und Frie: den hat mit Gott gestift: drum danket seinem Namen. 282 Vom Lobe Gottes. Suites 781. Dankt dem HErrn, ihr 2c. 782. Das ist fürwahr ein köstlich zc. 783. Du hochgelobter Gott, Herr ic. 784. Der 146. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben. Oder: Zerzlich thut mich 2c. u, meine Seele! singe, wohlauf, und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd', ich will ihn herzlich loben, so lang' ich leben werd'. das höchste Gut erlesen, den schönsten Schaß geliebt: sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräf te, die unerschöpfte Macht, das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde, mit ihrem gan zen Heer, der Fische große Heer de in Flüssen und im Meer. 3. Was Mensch ist, muß erblassen und sinken in den Tod, er muß den Geist aus lassen, selbst werden Erd' und Koth: allda ist's dann gesche: hen mit seinem klugen Rath, und ist frey klar zu sehen, wie schwach sey Menschenthat. 6. Hier sind die treuen Ginnen, die niemand unrecht thun, all' denen Gutes gån nen, die in der Treu' beruhn. Gott hålt sein Wort mit Freu den, und was er spricht, ge schicht, und wer Gewalt muß leiden, den schüßt er im Ge richt. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch 7. Er weiß viel tausend nüglich seyn, laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein: verlasse sich ja keiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind, als nur ein Dunst. Weisen, zu retten aus dem Tod. Er nåhrt und giebet Speisen zur Zeit der Hungers noth, macht schöne rothe Wan gen oft bey geringem Mahl: und die da sind gefangen, die reißt er aus der Quaal. 8. Er ist das Licht der Blin den, erleuchtet ihr Gesicht; und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht. Er livbet alle Frommen; und die ihm günstig seynd, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hüt te, die Waisen nimmt er an erfüllt der WittwenBitte, wird 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jacobs Gott und Heil! wer dem sich anvers trauet, der hat das beste Theil, selbst ihr Trost und Mann. Die Vom Lobe Gottes. Die aber, die ihn haffen, vers gebohren, der uns mit Glaus dienen Zorn und Grimm: ihr Haus und wo sie saßen, das wirft er um und um. 10. Ach! ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der HErr allein ist König, ich eine Wiesenblum': jedoch, weil ich gehöre gen 3ion in sein Zelt, ist's billig, daß ich mehre sein Lob vor als ler Welt. 785. Entzünde dich in Andacht zc. 786. Mel. Wie schon leucht't uns 2c. Halleluja, Lob, Preis und Ehr' je 3. Halleluja, Gott heil'ger Geist! sey ewiglich von uns gepreis't, durch den wir neu ben ausgeziert und uns den Weg zum Himmel führt, zu dem wir sind erkohren. Wons ne! Wonne! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna, und ein ewig Hosianna! 283 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr' sey unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar, und finget nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen. Brin get, singet ihm ein heilig: Singet: heilig! heilig ist Gott, unser Gott, der HEr re Zebaoth! 787. Err Gott, mehr und mehr für alle seine Werte! von Ewigkeit zu Ewigs keit sey uns in allen ihm bereit't Dank, Weisheit, Kraft und Stårke! Bringet, singet ihm ein heilig! Singet: heilig! heilig ist Gott, unser Gott, der HErre Zebaoth! dich loben wir, HErr Gott, wir dans ten dir, Dich, Gott Vater, in Ewige feit 2. Halleluja, Preis, Ehr' und Macht sey auch dem Got: teslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seis nem Blut erkauft, und uns, Ehret die Welt weit und breit. All' Engel und Himmels. heer, Und was dienet deiner Ehr' die wir auf ihn getauft, zu sei: Auch Cherubim und Seras nem Volk gezählet! Heilig, selig ist die Freundschaft und Ges meinschaft, die wir haben, und an welcher wir uns laben. phim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der HErre Zebaoth! Dein' Hert Vom Lobe Gottes. Dein' göttlich' Macht und Ein Stichter du zukünftig Herrlichkeit d care nu ne bist bist da Geht über Himm'l und Alles, was todt und lebend Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl, 284 Und die lieben Propheten all', Die theuren Mårtrer allzu mal, Loben dich, HErr! mit großem Schall. Die ganze werthe Christens heit Rühmt dich auf Erden allezeit, Dich, Gott Vater! im höch. sten Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn. Den heil'gen Geist und Trdster werth, Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Du König der Ehren, JEsu Christ! Gott Vaters ew'ger Sohn du bist; Der Jungfrau'n Leib nicht hast verschmäht, 3u erlösen das menschlich' Geschlecht. Du hast dem Tod zerstört sein' Macht, Und all' Christen zum Hims mel bracht Du sig'st zur rechten Gottes gleich Mit aller Ehr' ins Vaters and Reich. ist. Nun hilf uns, HErr! den as Dienern dein, m Die mit dein'm theuren Blut eridset seyn: Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heil'gen im ew' gen Heil. Hilf deinem Volk, HE JEfu Christ! Ind segne, was dein Erb theil ist, Wart' und pfleg' ihr'r zu ab ler Zeit, Und heb' sie hoch in Ewig teit. Täglich, HErr Gott! wir les ben dich, Und ehr'n dein'n Namen stetiglich. Behüt uns heut', o treuer Gott! Vor aller Sünd' und Misse that. Sey uns gnådig, o HE Gott! Sey uns gnådig in alle Noth, Zeig' uns deine Barmherzig feit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber HErr! Jn Schanden laß uns nim mermehr. Amen! 788 Vom Lobe Gottes. mint 788. i and Höchster Formirer, der 20. 19 154 789. Ich, der ich oft in tiefes c. e bizim 790. Mel. Kun sich der Tag 2c. Oder: Lobt Gott, ihr Christenic. ch singe dir mit Herz und Mund, HErr, meines Herzens Lust! ich sing und mach' der Erde kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind mir doch? was haben wir auf dieser gans zen Erd', das uns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Him melszelt hoch über uns gesetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? wer macht es, daß man Korn und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Gedeihn? wer hålt mit seiner Hand den Frieden, dessen wir uns freu'n, in unserm Bater land? 285 Wach' an unfrer Thür, und låss'st uns sicher ruhn. 8. Dundhrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treus lich bey. 7. Ach! HErr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun, du hältst die 9. Du trågst uns Sünder mit Geduld, und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreyt, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut, und dir zur Ehr' gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Chrifte wein', weiß'st, was sein Kummer sey; und keine Thras ne ist so klein, du sieh'st und legst sie bey.la 5. Wer wärmet uns in 13. Wohl auf, mein Herz, Kålt und Frost? wer schüßt frohlock' und sing', und habe uns vor dem Wind? guten Muth! dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf' und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 12. Du füll'st des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 15. Was krånkst du dich in deinem Sinn, und gråmst dich Tag und Nacht? Nimm deine 286 Bom Lobe Gottes. war. deine Sorg' und wirf sie hin damit ich ganz umringet auf den, der dich gemacht. do 1900 5. Der Bitte hat er mich gewährt, und solche Rettung mir beschert, daß ich kann sa gen: Seine Treu' und Gar ist alle Morgen neu. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ers nährt? wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück ges kehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regis ment; nein, was er thut und låst geschehn, das nimmt ein wapi gutes End'. 18. Ey nun, so laß ihn fers ner thun, und red' ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn, und ewig frd, lich seyn. 6. Durch seinen Engel hat er mich aus meiner Noth ge waltiglich errettet, und zur rechten Zeit von Trubsal, Sorg' und Furcht befreyt. 7. Groß ist, HErr, deine Wunderthat, die mich so wohl beschüßzet hat. Ich will sie rüh men, und dabey mein Leben lang dir seyn getreu. 791. 8. Ich will dir sagen Lob und Preis, daß du auf wun derbare Weis', ohn' mein Ver Mel. Wenn wir im höchsten 2c. Oder: Lob sey dem allerhöchſt. dienst, des Kreuzes Last mit will, so lang' 3 bier, ben sens ich lebe gnädig abgenommen hat. preiſen für und für. Viel Gutes hat er mir gethan, weit mehr, denn ich erzählen kann. 2. Er hat geholfen überall, er ist es, der da jedesmal als lein durch seine starke Hand das Unglück von mir abges wandt. fis 3. Niemand mir sonst zu Hülfe kam, noch meines Elends sich annahm: auch war der Menschen Hülf' zu schwach, darum befahl ich Gott die Sach'. 4. Jhn rief ich an bey Tag und Nacht, daß seine Weis, heit, Gut' und Macht mich reißen möcht aus der Gefahr, 9. Wiewol ich's hatte schwe verschuld't, so hat doch deine mit viel Erbar men mein verschont, und nah Berdienst nicht abgelohnt. 10. Nun seh' ich, liebes Baterherz, daß mir deßwegen Pein und Schmerz zustoßet, daß du für und für mich zie hest von der Welt zu dir. 11. Drum ich mit Freuden schaue an, wie Gottes Zom sich wenden kann: wie willig er die Hülfe schick', sein Zom währt einen Augenblick. 12. Und ob die Hülf' ent fernet scheint: ift es zum be sten stets gemeint. Er weiß wol Vom Lobe Gottes. wol Mittel, Zeit und Rath. Ich hab's erfahren in der That. 13. Verleihe, HErr, daß mir's gereich' hinfort zur Lehr' und Trost zugleich: wenn mich vielleicht noch in der Welt neu Unglück wieder überfällt. rein. 14. Gieb, daß ich denke stets, daß du darum mir Trüb, sal schickest zu, daß wie das Gold ich möge seyn, und durch dieß Feuer werden werden rein. 15. Daß ich alsbald auch vor dich tret', im Glauben, Hoffnung und Gebet anhalte und nicht lasse ab, bis ich die Hülf' erlanget hab'. 16. Und wenn die Rettung tommen ist,( denn du Gott all'zeit gnädig bist) daß ich dir danke Nacht und Tag, mit Herz und Munde also fag: 17. HErr Zebaoth, dein großer Nam' ist mächtig und ganz wundersam: erschällen müsse deine Ehr' in allen Landen mehr und mehr. 792. Jeboo Mel. Ermuntre dich, mein 2c. ehovah! dein Regieren macht, daß Menschenwiß vergiffet, was sonsten ist gar hoch geacht't, wenn er gebüh rend misser die Höhe deiner Majestät, wie weit sie über alles geht, was auf den höch, sten Thronen trägt die gerecht sten Kronen. 287 2. Wo ist, der je sein Res giment mit solcher Macht ges führet? wer ist, der dir sich gleich erkennt, ob er gleich viel regieret? Was sich noch sterb. lich nennen muß, legt Kron' und Scepter dir zu Fuß, spricht: Wir sind nur Vas fallen, so lang' dirs wird gefallen. 3. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet, das ist noch ungemessen. Was dein Aug' irs gend wohnen sieht, wird nicht von dir vergessen. Der allers größte Landesherr ist ja dein größter Schuldener; der Gros ße, wie der Kleine, hat auch von dir das Seine. 4. Gerecht sind, Herrscher, die Gericht', die du gewaltig übest: wie richtig hålt doch dein Gewicht, damit du Maaße giebest, das alles werde recht erfüllt, wenn gleiches du vers gelten willt, wenn, Richter, du mit Strafen und Lohnen Recht willst schaffen! 5. Es gehet alles ordentlich, in teinem wird geirret: dein Rathschluß geht nie hinter sich, durch nichts wird er verwirs ret. Erhalten, schüßen ist dein Thun, versorgen, ordnen, vor wie nun, es sey schlecht oder wichtig, so ist dein Scepter richtig. 6. Gepriesen sey die hohe Hand, die so rechtschaffen richtet. Wohl dem, der recht erkennt das Band, womit er dir Vom Lobe Gottes. dir verpflichtet! Ich, dein ges der sie erworben, ringster Unterthan, weiß doch, mich gestorben. daß ich es wagen kann, vor deinen Thron zu treten, dich, Ew'ger! anzubeten. 288. 7. Ich lieg auf meinem Angesicht, befehl mich deiner Gnade. Kehr' deinen Scepter von mir nicht, du siehst, wie groß mein Schade. Vor dei nem heil'gen Angesicht bin ich zwar Staub und tauge nicht, doch dir, HErr aller Dinge, dir ist nichts zu geringe. 8. Ich bin ein ungerechter Knecht, und muß die Strenge scheuen; doch sing' ich mit von Gnad' und Recht, deß sich die Deinen freuen. Du neigst den Scepter her zu mir, ich wag' es, daß ich ihn berühr': so bin ich dann in Gnaden, mir wird dein Zorn nicht schaden. da er für Und 11. Sorg', schüß', erhalte ferner noch, regiere mit Ver schonen; laß unter deinem Liv besjoch in Fried' und Freud' uns wohnen. Ich freu mich deiner Huldigung und deines Sohn's Verbrüderung låst mich nicht seyn geschloffen aus seinen Reichsgenossen. 9. Das macht, der mich bey dir vertritt, den du der Welt gegeben: auf JEsum gründ' ich jede Bitt, und fine de neues Leben. Er hålt mich alles Zweifels frey, daß ich der Gnade fähig sey, weil du in Ihm mich liebest, mir Recht zum Himmel giebest. d793. bi JEsu, meine Liebe! die darle 794.9 mel. Jauchzet all mit Macht. Laffet uns den HErren prei sen, und vermehren:: seinen Ruhm! stimmet an die füßen Weisen, die ihr send sein:,: Eigenthum! Ewig währet sein Erbarmen, ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht ge denken unsrer Schuld. Preis set ewig:,: seinen Namen, vom auserwählten Saamen: rühmet ewig:,: seine Werte, gebet ihm Lob:: Ehr und Stärke. 10. Ich gebe wieder, was ich hab', du wirst es nicht verschmähen: mein Herz sey mei ne Gegengab'. Kann es denn nicht bestehen mit seiner eigs nen Würdigkeit, so giebt mir 2. Che noch ein Mens gebohren, hat er uns zu erkannt, und in Christo au erfohren, seine Huld uns gewandt. Selbst der Him mel und die Erden müssen und zu Dienste werden, weil w durch sein liebstes Kind sein Kinder worden sind. Ewig dazu Freudigkeit dein Sohn, solche Gnade währet, bie 1105 Vom Lobe Gottes. uns in ihm bescheret. Ewig nen uns von seiner Liebe trenwollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. nen. 1914 8. Ja wir wollen nur mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns in seiner Liebe wei den, wie die thun, so vor ihm stehn, heilig, heilig, heilig fingen, Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen, und erzählt sein Werk vor als len, daß er ewig uns erwäh, let, und zu seinem Bolt ges zähler. 4. Lernet euren JEsum feunen, der euch theu'r erkau: fet hat; lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und Rath, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Frölichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer allerbestes Theil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn wieder fähret; ewig soll das Lob er: tlingen, das wir ihm zu Eh, ren fingen. Posel 5. Tretet nur getroft zum 795. Throne, da der Gnadenstuhl Mel. zast du denn JEfu ic. zu tann von Gottes Sohne nichts als Lies Lobe den HErren, den mäch, und Huld geschehn. Er er wartet mit Verlangen, bis er fónne uns umfangen, und das allerhöchie Gut uns mit theilen durch sein Blut. Große Gnad' ist da zu finden, er will sich mit uns verbinden, und soll niemals etwas kön, tigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren! Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe wach' auf! laffet den Lobgesang hören. 2. Lobe den HErren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher र ge: 289 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit auf: gethan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jeder mann; teiner soll sich hiebey schämen, sondern Gnad' um Gnade nehmen; wer ein hungs rig herze hat, wird aus seis ner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Gut's bescheret; Wollust, die uns ewig trånket, wird uns daraus eingeschenket. stud 7. Nun, du Liebster, unt, ser Lallen, damit wir dir danks bar seyn, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir alle insges mein ewig deine Gütigkeiten mit gesammtem Lob ausbreis ten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Ehr', Ruhm, Dank, Macht und Stårke, und was rühmet seine Werke, werde unserm Gott gegeben; laßt uns ihm zu Ehren leben! #dpl and the lis 290 Vom Lobe Gottes. Mensch uns helfen kann, ſo rufet Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja. 13. Selig, ja felig ist der zu nennen, deß Hülfe der Gott Jacobs ist, welcher vom Glau ben sich nichts läßt trennen. und hofft getrost auf JEsum Christ. Wer diesen HErrn zum Beystand hat, findet am besten Rath und That. Hals leluja, Halleluja. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß půnctlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herr scher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halle luja, Halleluja. geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den HErren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Noth hat nicht der gnådige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den HErren, der deinen Stand sichtbar geseg, net, der aus dem Himmel mit Strdmen der Liebe geregnet: denke daran, was der All, mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den HErren, was in mir ist, lobe den Namen! alles, was Odem hat, lobe den heiligen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es 5. Seigen sich welche, die ja nicht, lobend beschließe mit Amen! Unrecht leiden; er ist's, de ihnen Recht verschafft. Hung rigen will er zur Speis be di 796.9 Der 146. Pfalm. scheiden, was ihnen dient zu Robe den HErren, o meine in Lebenskraft. Die hart Ge bundenen macht er frey: sein Genad' ist mancherley. Hal leluja, Halleluja Seele! ich will ihn loben bis in Tod: weil ich noch Stunden auf Erdenzähle, will 6. Sehende Augen gik ich lobsingen, meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat! Halleluja, Halleluja. er den Blinden; erhebt, b tief gebeuget gehn. Wo kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn Sein' Aufsicht ist des Frem den Truß. Witwen und Wa sen hält er Schuß. Hallelu ja, Halleluja. 7. Aber der Gottesverges nen Tritte febrt er mit start Hand 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib gebohren, und keh, ren um zu ihrem Staub, ihre Anschläge sind auch verlohren, wenn einst das Grab nimmt seinen Raub, Weil nun kein Vom Lobe Gottes. Hand zurück, daß sie nur mas 8. Du, o Gott, haft chen verkehrte Schritte, und aufgenommen mich in dei fallen selbst in ihren Strick. nen Gnadenbund, den mir Der HErr ist König ewig; dein Wort machet fund, und lich: Zion, dein Gott sorgt ich habe schon bekommen:,: stets für dich. Halleluja, mehr als tausendfachen Se. Halleluja.cuando di gen von dir, Bater, in dem Sohn, unserm ein'gen Gnadenthron: ach:,::,: ach daß ich's recht könnt' erwegen! Viel zu:,: 2c. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen, und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preift Vater und Sohn und heiligen Geist. Halleluja, Halleluja. 4: Gnad' und Wahrheit sind die Wege, die du uns zu führen pflegst; wenn du auch auf uns zuschlägst, sind es doch nur Liebesschläge:,: Gott, dein Pfad ist immer richtig: scheint er gleich ver tehrt zu seyn, führt er doch zum Himmel ein: wer:::: wer ist ihn zu fassen tüchtig? Viel zu:: c. 5. Wenn du etwas uns entziehest, thust du es, daß unsre Lust oft dran klebt, uns unbewußt; und weil du's uns schädlich siehest:,: wenn die Hoffnung auch verziehet, uns viel Sorg' und Kummer macht, hilft er doch, eh mans gedacht, wenn:::: wenn er es uns heilsam siehet. Viel zu:,:*. 6. Wenn die Feinde uns anfallen, wenn's von außen Unruh gibt, und von innen Furcht betrübt, läßt er in ihr Nets sie fallen:,: da heißt dann der Stein der Frommen Eben. Ezer, bis hieher, bis hieher hilft uns der HErr, bis:::: T2 bis 797. Mel. Liebster Jesu, liebstes 2c. Robe, lobe, meine Seele, den der heißt HErr Zebaoth, aller Herren HErr und Gott; seinen großen Ruhm erzähle:,: singe: groß sind seine Werke, groß ist seine Vatertreu', sie ist alle Morgen neu: ich:::: ich will rühmen seine Stärke. Viel zu, viel zu, viel zu klein:,: bin ich, daß mit so großem Glanz mir leuchten soll dein Gnadenschein:,: 2. Deine Hand hat mich formiret und gebildet wun. derlich; deine Augen sahen mich; du hast mich ans Licht geführet: deine Hand hat mich bereitet. Durch den ganzen Lebenslauf, der von dir geschrieben auf, hat:::: hat dein Auge mich geleitet. Biel zu:: 20. 291 292 Vom Lobe bis hieher sind wir nun kom men. Biel zu:,: 2c. 7. O wer bin ich, HErr der Herren? was ist doch mein: Haus vor dir, daß du so viel thust an mir? ja du willst noch mehr gewähren, als ob es zu wenig wäre, was du bisher hast gethan, das ich doch nicht zählen kann:: dir:::,: dir sey dafür alle Ehre. Viel zu:: 20. 8. Nun so fahre fort und segne, HErr, HErr, deines Kindes Haus, gieß' doch deine Fülle aus, und mit Liebesskrd, men regne:,: laß in meinem Herzen klingen das Wort: Ich will mit dir seyn, du bist mein, und ich bin dein: dann, dann will ohn' Aufhören sin gen: viel zu, viel zu, viel zu flein, bin ich, daß mit so großem Glanz mir leuchten soll dein Gnadenschein:,: ano 1961 og ensam 798. Gottes. 2. Es müssen, HErr, sich freuen, die dir vertrau'n von ganzer Seel'! welch' unauf hörlich schreyen: Gelobt sey der Gott Israel! sein Name werd' gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich zu ihm mich halt', und niemals von ihm scheide, bis einst mein Herz erkalt'. 3. HErr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht, denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du haft mir Gnad' erzeiget: nun, wie vergelt' ich's dir? Ach! bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des heils erheben, und preisen weit und breit dich, HErr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit.. mered Dy Man Mel. Tun lob', mein' Seel' 2c. Man lobt dich in der Stil le, du hoch erhab'ner Zions, Gott, des Rühmens ist die Fülle vor dir, o HErr Gott Zebaoth! Du bist doch HErr auf Erden, der From, men Zuversicht: in Trübfal und Beschwerden, låff'st du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang' er fallen kann. 799. Mel. Rommt her zu mir, x. Oder: Gel' aus, mein Zerzu. ein Herz sey Gottes Lo bethal, darin der Hoch ste allemal sein Lob erschallen höre. So lang' du dich durch Gott bewegst, so sieh' zu, daß du ihm ablegst Ruhm, Dank, Lob, Preis und Ehre. 2. Ach! frage ja nicht erst: warum? denn du bist Gottes Eigenthum, zu Gottes Lob bereitet, durch Christi Tod und Vom Lobe Gottes. und Blut erlds't, und durch meine Seele soll ihn preisen, den heil'gen Geist getröst't, geheiligt und geleitet. mein Mund soll ihm Dank erweisen, daß mein Lob auch tröstlich werd' allen, die das Kreuz beschwert. 3. Du bist so oft von Gott erneu't, versöhnt, erquicket und erfreu't, aus Noth und Tod gerissen; drum sollst du ja zu jeder Zeit, für Gottes Lieb' und Gütigkeit, zum Lobe seyn beslissen. 2. Kommt nur her und helft mir singen, helft mir ihm Dankopfer bringen, daß er mein Gebet und Flehn, hat so gnådig angesehn. Da mich große Furcht umfangen, ist sein Licht mir aufgegangen; da ich dacht; wie wird's noch gehn? ließ er Hülfe mir geschehn. 4. Mein Gott! mein Herz sey stets bereit, zu deinem Lob, nach Möglichkeit, nimm's hin in deine Hände: es sey dein Tempel; ach! vernimm in sel. bigem die Freudenstimm': Lob, Lob sey Gott ohn' Ende! 5. Lob für dein' Lieb' und Christi Blut! Lob für des heil'gen Geistes Gut! Lob für Hülf' Kraft und Stärke! Lob für so manchen Freudenblick! Lob für all' Seel und Leibes glück! Lob dir für alle Werke! 3 6. Gieb, daß mein Herz stets sey bereit, dich, meinen Gott, zu jeder Zeit mit Loben zu erheben. Gelobet sey Gott überall, mein Herz bleibt Gottes Lobethal, im Sterben und im Leben. 800. Der 54. Pfalm. Mel. Jesu, deine Liebesflam. Oder: Folget mir, ruft uns 2c. ein Herz soll den HEr. M ren loben, und mein Geist soll stets erhoben, rüh men seine Gut und Macht, die er an mir hat vollbracht: 293 3. Dieß ist unsers Gottes Weise,( sagt's nur nach zu seis nem Preise!) daß er keinen hülflos läßt, der ihm nur vers trauet vest; der, wie Jacob, mit ihm ringet, und im Glaus ben ihn bezwinget: deckt ihn gleich die finstre Nacht; Gott ist's, der sie lichte macht. 4. Ich kann selbst, nebst vielen andern, die durchs Thal des Kreuzes wandern, auch hievon ein Zeuge seyn, daß, wenn uns drückt Noth und Pein, und wir um Etrets tung schreyen, er uns Hülfe låst gedeyen: eh' wir sollten untergehn, muß sein Engel für uns stehn.7854 5. Schmeckt und sehet doch die Liebe, die mit freyem sü Bem Triebe aus dem Herzen Gottes fließt, und so reichlich sich ergießt. Wohl dem, der sich ihr vertrauet! der kann, wenn dem Bösen grauet, ruhig und gelassen seyn, fiel auch 23 Vom Lobe Gottes. 10. Hier sind noch die Kreuzesstunden: sind wir dar 6. Denn wer Gott im in treu erfunden, so kommt Glauben ehret, seinen Fuß eine beff're Zeit, die nichts von Sünden kehret, dessen weiß von Tod und Leid. Dort Gut bleibt doch bestehn, sollt' wird's erst recht besser wer. die Welt auch untergehn. den, wenn uns Gott von Wenn die Reichen darben dieser Erden dahin führt, we müssen, hat, wer sich auf er regiert, und die Liebe Gott beflissen, aus des Höch: triumphirt. ften Gnadenguß Reichthum, Fall' und Ueberfluß.ibi 7. Drum tommt her und laßt euch lehren, wie man soll den HErrn verehren, daß man gute Tage seh', und dem Fluch der Welt entgeh'. Lers net euch vor Gott recht beu, gen, und, wenn's übel gehet, schweigen; thut das Gute; übt nicht Rach'; suchet Fried' und jagt ihm nach. id dich 11. Halleluja sey gegeben unserm Gott, der unser Le ben von so mancher Noth macht frey, unsre Banden reißt entzwey; er helf' uns und allen Frommen auch das hin, wo er ist, kommen, wo man immer frisch und froh. Amen! es gescheh' also. 8. Selig, wer sich läßt so finden! wahrlich, man kann nicht ergründen, mit wie zar. ter Liebesbrunst Gott auf ihn wirft seine Gunst. Aug' und Ohr des HErrn steht offen, wenn ihn eine Noth betrof fen; da hingegen Gottes Rach' andre trifft mit Weh und Ach. 294 auch gleich der Himmel ein. 801. Mein' Seel', o HErr, mußx. scheint's oft, Gott sey ihm nicht nah', eh' man's meint, 802. TER Nut un danket alle Gott mit Herzen, Mund und Hän den, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kin desbeinen an unzählich viel zu gut, und noch jetzund, gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bey unserm Leben ein immer frölich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 9. Denn Gott liebet nur die Frommen, und wer bös ist, muß umkommen; wer ein niedrig Herze hat, wird aus seiner Sülle fatt. Ein zer schlagner Geist empfindet, wie sich Gott mit ihm verbindet: 3. Lob, Chr und Preis sey Gott, dem Bater und dem Sohne, und dem, der beiden ſo ist er dag den der gleich, im hohen Himmels, throne: Vom Lobe throne: dem dreymal großen Gott, Ihm, der von Anfang war, und ist und bleiben wird jekund und immerdar. 803. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Dun danket all' und brinRun get Ehr', ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld't.:,: 2. Ermuntert euch und fingt mit Schall Gott, un serm höchsten Gut, der seine Gottes. 8. So lange dieses Leben währt, sey er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd', bleib' er stets unser Theil.:,: 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Aus gen zu, und lass uns sehn sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh'.:,: 295 5. Er gebe uns ein frd. lich's Herz, erfrische Geist und Sinn, und werfe alle Angst und Schmerz ins Mees res Tiefe hin.: 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland: er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil für jeden Stand.:,: 7. Er lasse seine Lieb' und Güt', bey, mit und um uns gehn: was aber ångstlich dem Gemüth, gar ferne von uns stehn.:,: 804. Der 100. Pfalm. Mel. ErrGott, dich loben alle. Oder: Wo Gott zum Zaus ic. Wunder überall, und große Nun jauchz't dem HErren Dinge:, her, 3. Der uns von Mutter leibe an frisch und gesund er hált, und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt.:,: zu seinem Dienst euch stellt! kommt mit Frolocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht! 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, dech bleibet gu: tes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt, und thut uns alles Guts.:,: 2. Erkenn't, daß Gott ist unser HErr, der uns erschaf, fen ihm zur Ehr, und wie nicht selbst: durch Gottes Gnad' ein jeder Mensch das Leben hat. Sun 3. Er hat uns ferner wohls bedacht, und uns zu seinem Volk gemacht: zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf guter Weid'. 4. Jhr, die ihr nun bey ihm wollt seyn, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Lo ben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Ge sang. 5. Erhebet Gott, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit hoher Stimm'! lobfingt und lobet alles 296 Bom Lobe Gottes. allesammt, Gott loben das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt' und Freundlichkeit, voll Treu' und Lieb zu jeder Zeit: sein' Gna: de währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, und JEsus Christ, sein ein'ger Sohn, sammt Gott dem werthen heil': gen Geist, sey nun und immer dar gépreis't! 805. Der 117. Pfalm. Mel. Tun danket alle Gott. Jun Nun lobet, lobet Gott den HErren, alle Heiden, ihr Volter allzumal, lobsinget ihm mit Freuden. Ihr Völker, singet ihm Lob, Preis je mehr und mehr, erhebet seinen Ruhm, und seines Namens Ehr'. 2. Denn seine Güt' ist groß, und seine Wahrheit währet und bleibet ewiglich ganz vest und unversehret, und waltet über uns in alle Ewigkeit: drum sen ihm Lob und Preis, Dank, Ruhm und Ehr' bereit. w ontal 806. Der 103. Pfalm. und heilt dein' Schwachheit groß, errett't dein armes Le ben, nimmt dich in seinen Schooß; mit reichem Trof beschüttet, verjüngt dem Ad ler gleich. Der König schafft Recht, behütet, die leiden in sein'm Reich. 2. Er hat uns wissen las sen sein heil'ges Recht und sein Gericht, dazu sein' Güt' ohn' Maaßen, es mang'lt an seint Erbarmung nicht: sein'n Zom läßt er bald fahren, straft nicht nach unfrer Schuld, die Gnad' thut er nicht sparen, den Bidden ist er hold, sein Güt' ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn, so fern' det Ost vom Abend, ist unsre Sünd' dahin. 3. Wie sich ein Vat'r w barmet üb'r feine junge Kind fein klein: so thut der HEr uns Armen, so wir ihn tind lich fürchten rein. Er weiß wie's um uns stehet, daß wir nur sind wie Staub, den leicht die Luft verwehet, ein Gras und fallend Laub, der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah'. 4. Nur Gottes Gnad' al feine steht vest und bleibt in Ewigkeit bey seiner lieb'n Ge meine, die stets in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht in Himmelreich: ihr starken En gel N un lob', mein' Sect', den HErren, was in mir ist, den Namen sein! sein' Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein. Hat dir dein Sünd' vergeben, Vom Lobe Gottes. gel waltet sein's Lob's, und braucht allen euren Fleiß, und dient zugleich dem großen HErrn zu Ehren, und treibt sein heil'ges Wort; mein Seel' soll auch vermehren sein Lob an allem Ort.dtunned stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines HErren, Preis; mein Leib und Seele schicke dich, und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blåtter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir: ihr schwanten Gråschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein. d 5. Sey Lob und Preis mit Ehren Gott Bater, Sohn, heiligem Geist! der woll' in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm vest vertrauen, uns ganz verlaff'n auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß uns'r Herz, Muth und Sinn ihm stetig mög' anhangen; drauf sprechen wir zur Stund': Amen! wir werd'ns erlan: gen, glaub'n wir aus Her zensgrund. 807. D' Mel. Wer nur den lieben 2c. ! daß ich tausend Zungen hätte, und einen tausendfachen Mund! so stimmt' ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an, von dem, was Gott an mir gethan. and 2. O! daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! o! daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach! war' ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! des 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte! auf, auf, 297 5. Ach! alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Ges hülfen geben, denn mein Vers mögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allents halben uni mich stehn. 6. Dir sey, D allerliebster Bater, unendlich Lob für Seel und Leib: Lob sey dir, mildes ster Berather, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nußen haft bestellt. 7. Mein treuster JEsu, sey gepriesen, daß dein erbar: mungsvolles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todes: schmerz, als Erben jener Ewigs keit, von Sünd' und Elend hat befrey't. 8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottes Geist! für deines Tro stes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt: ach! 35 wo Vom Lobe Gottes. 298 wo was Gut's von mir ges schicht, das wirket nur dein göttlich's Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? bist du es nicht, o reicher Gott? wer schüßet mich auf meinen Wegen? du, du, o HErr Gott Zebaoth! du trågst mit meiner Sún. denschuld ganz unaussprech, liche Geduld. 10. Vor andern füß ich deine Ruthe, die du mir auf gebunden hast; wie viel thut sie mir doch zu gute, und ist mir eine sanfte Last: sie macht mich fromm, und zeugt das bey, daß ich von deinen Lieb. sten sey. Sams 11. Ich habe ja mein' Les betage zu deinem Ruhme oft daß du mich unter vieler Plage mit weiser Gü te haft geführt und in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets ges wahr. hes 12. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in deinem ste: ten Lobe stehn? soll' ich nicht auch im tiefsten Leiden doch triumphirend dich erhöhn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig seyn. 13. Drum reiß' ich mich jetzt aus der Höhle der schnd den Eitelkeiten los, und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott! du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit. 14. Ich will von deine Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freu denopfer bringen, so lange sig mein Herz bewegt: ja, wenn der Mund wird kraftlos seyn, so stimm' ich doch mit Seuf zen ein. 16. Ach! nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin: im Him mel soll es besser werden, wenn ich einst unter Engeln bin; da sing' ich dir im höhern Cher viel tausend Halleluja vor. 808. Mel. Tun freu't euch, lieben x. gläubig Herze, beneden, dien' ihm ohn' alle Heucheley mit dankbarem Gemüthe, die weil ja niemand nicht vermag ohn' seinen Beystand einen Tag und Augenblick zu leben. 2. Er ist, der dich von Herzen liebt, viel Gutes dir mittheilet, dir deine Misse that vergiebt, und deine Wun den heilet, dich gånzlich wap net zu dem Krieg, auf de der Feind nicht oben lieg', und deine Hoffnung raube. 3. Er ist harmherzig und sehr gut den Armen und Elenden, die sich von allem Uebermuth zu seiner Wahrheit wenden: er nimmt sie als ein Bater auf, und gibt, daß fie den Vom Lobe Gottes. den rechten Lauf zur Gelig, teit vollenden. 4. Wie sich ein Vaterherz bezeigt, bey seinen lieben Kin dern: also hat sich auch Gott geneigt zu uns sehr armen Sündern. Er hat uns lieb und ist uns huld, vergiebt uns gnådig alle Schuld, und hilft uns überwinden. 5. Er gibt uns seinen gus ten Geist, verneuret das Ge müthe, daß wir vollbringen, was er heißt, und trauen seiner Güte. Er hilft uns hier mit Gnad' und Heil, verheißt uns auch ein herr. lich Theil von großen Him. melsschätzen. 6. Nach unsrer Ungerech: tigkeit hat er uns nicht vergols ten, vielmehr erzeigt Barm, herzigkeit, da wir verderben follten. Er ist mit Lieb und Freundlichkeit denselben immerfort bereit, die ihn von Herzen lieben. 7. Was Gott nun ange fangen hat, das woll' er auch vollenden: wir geben uns ganz seiner Gnad', und seinen treuen Händen, thun auch das neben allen Fleiß, daß Gottes Name, Ehr' und Preis durch uns befördert werde. 8. Vater! steh' uns gnådig bey, uns deinen Geist zusende, daß unser Thun auf richtig sey, und nehm' ein se: Hig Ende. Leucht uns mit deinem hellen Wort, o HErr, 299 an diesem dunkeln Ort, auf daß wir ja nicht irren. 9. Gott, nimm an den schwachen Dank, den wir ges rührt dir bringen. Laß uns sers Mundes Lobgesang auch an das Herze dringen. O hilf, daß wir durch deine Kraft, hier üben gute Ritterschaft, und dort die Kron' erlangen. 809. Preis, Lob, Ehr', Ruhm 2. 810. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. Zey Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Bas ter aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Hims melsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die als les also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ges schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum HErrn in meiner Noth: Ach Gott! vers 300 Vom Lobe Gottes. 9. So tommet vor sein Angesicht, ihm Preis und Dank zu bringen, bezahlet die ge lobte Pflicht: und laßt und frölich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und alles alles recht gemacht! Gebt un did ferm Gott die Ehre! vernimm mein Schreyen; da half mein Helfer mir vom Tod, ließ Trost mir anges deyen. Drum dank', ach Gott, drum dank' ich dir, ach! danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der HErr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, er bleibet ihre Zus versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhån: den leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Troft und Hülf' ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft in Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh'. Gebt unserm Gott die Ehre und 7. Ich will dich all mein Lebelang, o Gott! von nun an ehren, man soll, o Gott! dein'n Lobgesang an allen Ors ten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib, erfreue dich. Gebt un serm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nenn't, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekenn't, gebt unserm Gort die Ehre! Die falschen Göten macht zu Spott: der HErr ist Gott, der HErr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 811. Der 96. Pfalm. ingt dem HErrn nah und fern, rühmet ihn mit frohem Schall! das Alte ist vergangen, das Neue an gefangen. Laß die erneum Sinnen ein neues Lied begin nen. Es vermehre seine Ehre, was da lebet, was da schwebet auf der Erde überall. 2. Was nur tann, stim me an, daß Jehovah werd erhöh't! laßt euren Lobsprud wandern von einem Tag zum andern, die Menschen ohn aufhören von seinem Heil lehren. Sagt mit Freuden auch den Heiden alle Werkt seiner Stårke, die ihr sein Wunder seht! 3. Groß ist Gott Zebaoth hochgelobt in seiner Pracht, Er ist Regent und Retter, den alle Erdengötter mit Zitten zu den Füßen anbetend falle müssen. Gößenknechte! d Gerechte macht zu nichte in Gerichte, den, der ihn hie hat veracht't. 4. Herrlichkeit, Wonn' und Freud', ist vor seinem Ange ficht; Vom Lobe Gottes. ficht; auch seiner Wohnung Er lebt, der starke Retter! Würde besteht in Kraft und Zierde. Drum'eilt, ihr Ról terhaufen, begierig hinzulau fen, ihn in Chören, zu ver ehren, ihm zu singen ihm zu bringen Preis und Dank in Demuthspflicht. dan Er wird kommen, alle Froms men zu erlösen: weh' den Bd. sen, die sein Tag zum Fluch erweckt! 9. Jauchze, Christ! JEfus ist der von Gott bestimmte Mann, durch den der Kreis 5. Gebt mit Fleiß allen der Erden einst soll gerichtet Preis seinem großen Namen werden im Licht und Recht bin! doch sollt ihr, als die und Klarheit, nach. Billigkeit Reinen, im heil'gen Schmuck und Wahrheit Die Erquik erscheinen, wenn ihr wollt fung und Beglückung aller anzubeten in seinen Vorhof Frommen, wird bald kommen. treten. Er will haben Liebes. Stimmt das Hosianna an! gaben: die zu schenken, laßt m 2 812.ndt pen euch lenken. Aller Welt Kreis Mel. O Gott, du frommer Gott. fürchte ihn las kann ich doch für 6. Saget an auf dem Plan, Dank, o HErr, dir der von Heiden wird bewohnt, daß er allein regieret, daß er das Scepter führet, daß er sich läßt auf Erden ein Reich bevestigt werden. Er will rich: ten, er will schlichten, alle Sa: chen gleich zu machen. Er ist's, der nach Werken lohntad dafür sagen, daß du mich mit Geduld so lange Zeit getragen? da ich in mancher Sünd' und Ulebertretung lag, und dich, o frommer Gott, erzürnte jes den Tag. 3 301 2. Sehr große Lieb und Gnad' erwiesest du mir Ars men, ich fuhr in Bosheit fort, du aber im Erbarmen: ich schob die Buße auf und wis derstrebte dir, du schontest gnädiglich und trugft Geduld mit mir. 7. Freue dich inniglich, preise ihn, du Himmelsheer! du, Erde, laß ertönen sein Lob von deinen Söhnen! Im Meer und in den Seen müss' auch sein Loblied gehen! Lasset sausen, lasset brausen, was ihr heget und beweget! alles zu Jehovah's Ehr'! 8. Was die Welt in sich hålt, was der Erde Kreis bes deckt, was diesen Raum bele, bet, preis' ihn, der ewig lebet. Er lebt, der Gott der Götter! ret und erweicht. 218 3. Daß ich nun bin bes kehrt, hast du allein verrichs tet, du hast des Satans Reich und Werk in mir vernichtet. HErr, deine Güt' und Treu', die an die Wolken reicht, hat auch mein hartes Herz gerüh4. Selbst 302 Bom Lobe Gottes: 4. Selbst fonnt' ich allzus de 813. un viel beleid'gen dich mit Sie Wunderbarer König, Hem scher von uns allen, " ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden: felbst fallen konnte ich, und ins Verderben gehn, ich konnte selber nicht von meinem Fall aufstehn. laß dir unser Lob gefallen! deines Vaters Güte schon unsrer Sünden, ließ uns durc dich Gnade finden. Hilf un das noch, stårt' uns doch, laj die Zunge singen, dir Daut opfer bringen. merie) Ch 5. Du hast mich aufge. richt't und mir den Weg gewiesen, den ich nun wan. 2. Himmel, lobed pride deln soll, dafür sey, HErr, tig deines Schöpfers Thaten, gepriesen. Gott Lob! ich mehr als aller Menschen hasse nun, was meine Lust Staaten; großes Licht da sonst war, und bringe ihm Sonne, schieße deine Strah mein Herz mit Luft zum len, die der Erde Kreis be Opfer dar.de mahlen: lobet gern, Mont und Stern', send bereit ehren einen solchen HErren. 6. Damit ich aber nicht auf's neue wieder falle: so gib mir deinen Geist, so lang' ich hier noch walle, der meine Schwachheit stårk', und in mir mächtig sey, und mein Gemüthe stets zu deinem Dienst erneu'. 23 and 7. Ach leit und führe mich, so lang' ich leb' auf Er den. Laß mich nicht ohne dich 4, Halleluja bringe, w durch mich geführet werden. den HErren kennet, wer de Führ ich mich ohne dich, so HErren JEsum lieber! werd' ich bald verführt: wenn leluja singe, welcher Chriftun du mich führest selbst, thu nennet, sich von Herzen ihn ich, was mir gebührt. ergiebet! Owohl dir, glauk 8. mir. Endlich wirst du drobn Gott, o Vater, hör' mein ohne Sünd ihn loben. 3. O du meine Seele, sin ge frölich, singe, finge dei ne Glaubenslieder! was den Odem holet, jauchze, preise, klinge, wirf dich in den Sta danieder. Er ist Gott Zebaoth er ist nur zu loben hier und ewig droben. nico Gott, du großer Fleben! JEsu, Gottes Sohn, laß deine Kraft michyi gi sehen! o werther heil'ger Geist, regier mich allezeit daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit! 201 Von der wahren Weisheit. 814. Auf Erden hier wohnt x. As 815 Von der wahren Weisheit. 815. heit liebet, und sich derselben HErr, aller Weisheit Quell: c. recht ergiebet, wird solches 4 303 Blendwerk bald gewahr. 4. Wohlan denn, die wir Christen heißen nach dem, der die wir Weisheitslehre, die dich zum Leben führen kann! sieh zu, daß dich ja nichts bethore, noch ziehe von der rechten Bahn. Ach! fliehe doch die Trügereyen, die leicht durch ihre Schmeicheleyen bethören, und geh'n süße ein: weg, weg mit solchen Thorheitsproben: dagegen suche das, was dro, ben, wenn dir soll hier und 5. Wer wahre Tugenden dort wohl seyn. wollen uns mit Ernst befleißen, zu fliehen vor der Thorheit. Lift: wir wollen Christi Joch erwählen, den Schaß wird uns die Welt nicht fehlen; denn ihre Augen sind verblend't, daß sie die Seligkeit nicht sies het, die ein solch Herze an sich ziehet, das sich zu Gott rechtschaffen wend't ausübet, die Gottes Geist ges wirket hat: wer seinen Heis land herzlich liebet, und sole ches zeiget in der That, den kann man tlug und selig nens nen, wenn ihn die wenigsten gleich temen: denn er hat 2. Was ist Weltehr'? ein eitles Wesen; ein Göße, der Gott raubt die Ehr; ein Schaß für solche auserlesen, die durch die Lüfte, als vom Meer dahin gerissen, ins Vers derben sich stürzen, und dann elend sterben; ein Tand; ein Gift; ein Seelentod, den man mit allem Ernst muß meiden, sollt' man gleich Schmach der Welt drum leiden: denn die ses bringt uns keine Noth. ott, das höchste Gut, und zieht den vor den reichsten Schåßen; in ihm kann er sich stets ergößen, wenn er in seis ner Liebe ruht. 3. Und so sind alle andre Sachen, die diese Welt als Schätze weist, damit sie sich pflegt groß zu machen, und sich dabey glückselig preist Such' nur den Grundreche aufzudecken, die Thorheit tann sich nicht verstecken, der falsche Schein wird offenbar; ein Herz, das wahre Weise 816. Mel. Wie wohl ist mir, o, 6. Wer mag die Seligkeit beschreiben, darin ein solches Herze lebt, das sich den Geist zu Gott läßt treiben, und nicht an eiteln Dingen klebt! O! sollt' uns dieses nicht bes wegen, nach diesem reichen Himmelssegen zu trachten beis des Tag und Nacht? Was können wir wohl bessers han ben? woran kann sich das Herz sonst laben? die Weis heit 304 Von der wahren Weisheit. heit spricht: Nimm dieß in Acht.dsigns hr Anun817, di Mel. Freu dich sehr, o meine. Oder: Werde munter, mein 2c. Commt, ihr Menschen, laßt 5. Weise sind, die sich e wählen Gottes Wort un zum Prüfestein, damit sie nicht m gen fehlen, zu erkennen Kraft und Schein. Wer will den betrügen leicht, der von Go weicht, das wenn alles auch vergehet, ohn' Aufhören doch bestehet.on lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rech. ten Weisen Zaht, und die bile 6. Weise sind, die das nicht lig jedermann als verständig siehet an; obgleich viele sie verlegen, und ihr Thun für suchen, was nicht ewig wi ren mag, und die Sündenlust verfluchen, die das bringt ein Thorheit schäßen i langes Ach: die nicht lieben, was der Welt und dem Fl sche nur gefällt; sondern allen dem absagen, weil es doch nut mehrt die Plagen. 112. Weise sind, die sich selbst kennen, wie so gar verderbt sie find; die sich selber Thören nennen, und befinden, wie so blind beides Wille und Vers 7. Weise sind, die Gott e stand, weil sie sich von Gott gewandt, die sich ihrer Thors heit schämen, und zur Buße sich bequemen. ci greifen, als ihr höchst und be stes Theil, die nicht müßig umherschweifen, die bey Chi sto suchen Heil. Die sich ist zum Zweck gesetzt, die sout nichts, als er, ergdet, die ihn zu gefallen trachten die fam man recht weise achten. 3. Weise sind, die Christum wissen, durch des Geistes Glaus benslicht; die auf Weisheit find beflissen, der es nie an Licht gebricht: denen mehr als alle Welt, Christum wissen wohlgefällt; denen alles mag zerrinnen, wenn sie Christum nur gewinnen. 8. Weise, die sich sein nicht schåmen, sondern deren Sin sich lenkt, Christi Kreuz auf sich zu nehmen, den man ha 6 ans Kreuz gehenkt. Chrifi 4. Weise sind, die Gott stets flehen um den Geist, der weise macht; die nach dessen Leitung gehen, und darauf stets haben Acht; denn die Gottes Geist Kreuz entehrt uns nicht, s bringt uns zum ew'gen Licht wer recht weise denkt zu wer den, liebe Christi Kreuz a Erden. dun ord nicht lehrt, bleiben thdricht 9. Weise sind, und sol und verkehrt, ob sie gleich von Geistes Sachen können fluge Worte machen. 01 Spol Berstandes, die, so lang s wallen hier, ihres rechten Ba terlandes, das dort oben, mit Ber Von der wahren Weisheit. Gläubigen. Begier, sind und bleiben ein. Vom hohen Adel der gedenk, und nicht, mit der gro: Ben Meng' andrer, sich hier veste setzen, sondern sich als Pilgrim schätzen. 831. 10. HErr, deß Weisheit zu erreichen keinem möglich hier auf Erd'! hilf, Gnad' uns ers 1 Joh. 8, 1. 2. Mel. Vater unser im Zimmelr. Oder: Wie schön ist unsers zc. daß dies ch! fehet, welche Lieb' und A ich aus Gnaden fähig werd'. Gieb, daß ich mich selbst recht kenn', Christum meine Weisheit nenn', dich um seinen Geist stets flehe, und vom Worte nie abgehe: zeiget hat, der für die Seinen uns erkennt, uns Arme seine Kinder nennt, der uns Uns würdigen, aus Huld, erlåsset alle Sündenschuld. 305 11. Daß ich alles eitle hass se, und nur dich allein er, wähl; Christi Schmach und Kreuz auffasse, und stets meis ne Tage zähl'. Bater, hilf sammt deinem Sohn' und dem Geist von deinem Thron, daß ich môge hier auf Erden doch so klug und weise werden. 2. Dieß zwar verstehet nicht die Welt, die uns für Gottes Feinde hält, uns haßt, verfolgt, belegt mit Spott, und meint, sie diene drinnen Gott: denn sie erkennet Gott nicht recht, drum kennt sie auch nicht sein Geschlecht. 3. Indessen kann es scha den nicht, wenn uns die böse Welt ansicht, vielmehr gereicht es uns zu gut, weil wir stehn O Gott, mein Vater und zc. unter Gottes Hut. Wir rüh, men uns auch in der Pein, daß wir des Höchsten Kins 818. shesh 819. Prange, Welt, mit deinem zc. der seyn. 4. So jemand fluchet, seg nen wir, und bitten Gott in Von der geistlichen Ver- Demuth hier, daß er der Feind' Unwissenheit vergebe, nach Barmherzigkeit: wie denn ein jedes Gotteskind ist seinem Bater gleich gesinnt. mählung. 820-829. 830. 5. Wenn wir denn also Kreuz und Schmach dem Soh Wie schon leucht't uns der 2c. ne Gottes tragen nach: so ( Siehe Nro. 1093.) sind wir in ihm angenehm, zu 11 306 Vom hohen Adel 11. Doch aber wissen wir gewiß, daß dieses einst erschei nen müss', daß wir in Gottes Freudenreich seyn ihm und sei: en Engeln gleich. Weil da ein jeder frommer Christ ihn schauen wird, so wie er ist. 12. Drum, Vater, preis sen wir aufs best' dich, der du uns dieß wissen låff'st. Wir bitten, gib uns deinen Geist, der uns die Wege unters weist, dadurch wir zu dir, Vater, gehn, und vor die ewiglich bestehn. zu allem guten Werk be. quem; wir werden schon in dieser Zeit die Erben wahrer Seligkeit. 6. Dann zeuget seines Geis ftes Kraft, daß er uns Freus digkeit verschafft; durch wel ches Zeugniß unser Geist, Gott Abba, lieber Vater, heißt, daß wir in voller Zuversicht hintreten vor sein Angesicht. 7. Der nimmt sich denn auch unsrer an, wenn unser Mund nicht beten kann, ver: tritt uns auf das allerbest', wenn er die Seufzer reden läßt, die Gott versteht, ob gleich der Mund vor ihm sie nicht kann kund. 832. Mel. Singen wir aus i. ch bin Gottes Bild und 8. Durch ihn verachten wir Ebr"; bitt feit Sinh; 3% Ehr', sein die Welt, und trachten nach dem Himmelszelt, das droben für uns steht bereit, zu woh, nen da in Ewigkeit. Da un fre Hoffnung wird erfüllt, und unser sehnend Herz gestillt. 9. Ist denn für uns der große Gott, was scheuen wir denn noch den Tod? ist Gott für uns, der uns losspricht, so kommen wir nicht ins Ges richt. Wer ist, der uns von Gott abtrennt, da Gott uns seine Liebe gönnt? 10. So bleibt es, daß Gott unser Freund, und wir denn Gottes Kinder seynd: und noch ist es erschienen nicht, was wir vor Gottes Angesicht dort werden seyn in Ewigkeit, und was uns allda sey bereit. was will ich mehr? Christus ist mir anverwandt, herrlich ist daher mein Stand; Chri stus ist mein Schmuck und Kleid, hier und dort in Ewig keit, durch ihn werd' ich ho erfreut. 2. Gott hat mich geregt gemacht; Christus hat mit Heil gebracht: Gott zurn nimmermehr mit mir, ich bi selig für und für: Gott h mich in seinem Schooß, ich bin Gottes Hausgenoff', mei Erb' ist im Himmelsschloß. 3. Gott verläßt mich nim mermehr, er gibt, was i nur begehr'; alles, was Got hat, ist mein; Christi Opfe macht mich rein; ich bin Go tes Heiligthum: Christus zie ret der Gläubigen. ret mich mit Ruhm, schenkt fich mir zum Eigenthum. 4. Gottes Liebe wohnt in mir, Gottes Gnad' ist mein Panier: Christus hat mich auserwählt; Er hat sich mit mir vermählt; Er hat sich mit mir vertraut; ich bin Christi Schaß und Braut, Christi Auge auf mich schaut. 5. Meine Ruh' bleibt un gestört, mein Vergnügen ewig währt, meine Lust vergehet nicht, ich komm' nimmer ins Gericht: Christus selber ist der Mann, der für mich hat gnug gethan, keine Plage rührt mich an. 6. Drum bin ich stets wohl gemuth, weil mich Christus hålt in Hut, und sein Herz mich ewig liebt, ja weil er sich ganz mir giebt. Auf, mein Geist, und nicht ver weil', Gott, der selbst dein Gut und Theil, stets zu lie, ben für dieß Heil. 833-838. 839. o bin ich nun nicht mehr ein fremder Gast, nach dem du mich, o Gott! bes kehret hast, ich bin ja auch im heil'gen Bürgerorden ein Glied und Hausgenosse Gots tes worden; doch hab' ich noch den Weg vor mir, daß ich von hinnen geh' zu dir, und das: worauf ich jetzt vertraue, im Himmel offenbaret schaue: 307 drum bin ich ein Bürger und Pilgrim zugleich, und walle nach jenem verheißenen Reich. 2. Ich bin nun frey ges macht durch JEsum Christ, und habe Recht zur Stadt, die droben ist; das Erbe ist auch mir vest beygeleget, wornach mein Herz gewisfe Hoffnung tråget: doch hab' ich nur alls hier das Pfand, und bin noch nicht im Vaterland; so lang' ich in dem Leibe wohne, trag' ich noch nicht die Ehrenkrone. So bin ich ein Bürger und zc. 3. Gott hat mich lieb und hat nach seiner Huld, mit mir unfåglich gnådige Geduld, ich hab' in meinem Heiland alles funden, und bin mit ihm auf's innigste verbunden: doch jag' ich billig Tag für Tag dem großen Kleinod eifrig nach, damit ich auch in meinem Wallen dem HErren möge wohlgefallen. So bin ich ein Bürger 2. 4. Ich hab' in Chrifti Blut Gerechtigkeit, der heil': ge Geist bringt wahren Fried' und Freud', ich bin Herr über Teufel, Welt und Sünden, und kann im Glauben alles überwinden: doch sehnet sich mein Herz zur Ruh', nach meis ner rechten Heimath zu, denn weil ich diese Hütte trage, fühl' ich noch manche Noth und Plage: drum bin ich ein Bürger und Pilgrim zugleich, 11 2 und 308 Vom Hohen Abel der Gläubigen. 4. Du bist auch beines J. su Braut: hat er sich nicht mit dir vertraut, und dich selbst schdn geschmücket? hat 840. Was hat gethan der heil'gezc. er dir nicht des Geistes Pfand von seinem Thron herab ge fandt, damit du unverrücket stündlich gründlich mit dem Herzen unter Schmerzen ihm anhangest, und nach ihm als lein verlangest? mis 5. Du stehst, bedenk's! mit Gott im Bund, sein Thron ist deines Herzens Grund, dar in er Wohnung machet. Aus dir macht er sich einen Ruhm, du bist sein bestes Eigenthum, darüber er stets wachet. Mein Christ! Gott ist, der dich Ar men, voll Erbarmen, hier stets tråget, und mit Muttertreue pfleget. und walle nach jenem verhei, Benen Reich. 841. Wie Mel. Wie schon leucht't uns ic. Die groß ist deine Herr lichkeit, e Christens mensch! hier in der Zeit, und noch vielmehr dort oben! wenn anders, was dein Name heißt, dein Wesen und die That bes weif't, und deine Werk' dich loben: Christus JEsus heilt aus Gnaden deinen Schaden; Geistesgaben kannst du reich, lich bey ihm haben. 2. Du bist selbst göttliches Geschlechts, der Kindschaft und des Kinderrechis macht Christus dich theilhaftig. Steh', welche Lieb und Ehr' ist dieß! hålt's gleich die Welt für ungewiß, so bleibt es doch wahrhaftig. Laß sie dich hie nur verachten, laß sie trachten, dich zu haffen: sie muß dir den Ruhm doch lassen. 3. Du bist ein Priester und Prophet, der vor des Hoch, ften Throne steht, und wird von Gott gelehret. Du bist ein König, dessen Macht weit größer ist, als man gedacht, ob dich gleich niemand ehret. Freylich heilig und so herrlich bist du schwerlich ohne Glaus ben, den dir doch kein Feind fann rauben. 6. Wer ist, der alles sa gen fann, was dir für Ehre angethan schen hier auf die ser Erden? so ist's auch noch nicht offenbar, doch bleibt's gewiß und ewig wahr, du wirst Gott ähnlich werden. Deine reine Liebesaugen wer den taugen, Gott zu sehen, wenn du wirst verklärt auf stehen. 7. O Christenmensch! be denk' den Stand, darein dich Gottes Gnadenhand gesett, und seine Würde: rühm' deine Hohe jederzeit in aller deiner Niedrigkeit; trag' aber auch die Bürde. Lebe, strebe, daß dein Adel ohne Tadel immer bleibe, Vom verborgenen Leben der Gläubigen. 309 842. 5. 3war Sleibt hier ihr Glanz verdecket vor der Welt, die sie hält, als wär' sie be. Wohl recht wichtig und recht zc. flecket: sie lebt jetzt in Gott verborgen, kriegt oft Hohn, Gott sorgen. hier zum Lohn; doch sie läßt 6. Hier steht diese Ros' im Grunde, und ihr Schein bleis bet klein in der Prüfungs stunde. Man tritt sie hier oft mit Füßen, aber Gott wird den Spott ihr einmal vers füßen. 7. Christus, der sie hat erwählet, und als Braut ihm bleibe, und vor allen Dingen glaube! Vom verborgenen Leben der Gläubigen. Es 843. s glånzet der Christen zc. 844. O Licht vom Licht! o*. 845. Mel. Frölich soll mein Zerze ic. Oder: Warum sollt' ich mich 2c. was sen hat ein Christ, der da ist recht in Gott genesen; der aus ihm ist neu gebohren, und hier schon in dem Sohn ist zum Kind erkohren! 2. Wenn die Seele von der Erden sich losreißt, durch den Geist heilig hier zu werden: so ist das ihr hoher Adel, wels chen sie spåt und früh findet ohne Tadel. 3. Ird'sche Scepter, ird'sche Kronen glänzen sehr, aber schwer drücken sie auf Thros nen; eine Seel', die Gott regieret, hat hier schon eine Kron', die sie ewig zieret. 4. Köstlich ist sie ausges schmücker, schön wie Seid' ist ihr Kleid, hoch ist sie beglücket: trägt sie gleich hier schwere Bürde, glänzt sie doch; denn ihr Joch ist der Weg zur Würde. fehlet: er troft't sie im bittern Leiden, führt sie dann auf die Bahn der vergnügt'sten Freuden. 8. Ihre Hoheit wird ver. mehret bey dem Schmerz, der ihr Herz hier im Kreuz bes währet: dieses schmücket ihre Krone, die einmal nach der Quaal sie bekommt zum Lohne. 9. Ewig wird sie triumphis ren, wenn ihr Hire', Christus, wird in sein Haus sie führen, und ihr öffnen alle Schäße, damit sie nach der Müh' sich daran ergöße. 10. Dann wird sie kein Leid mehr beugen, und ihr Glanz wird sich ganz offenbarlich zeis gen. Sie wird leuchten als die Sonne; Gott allein wird stets seyn ihre Freud' und Wonne. 11. Dann wird sie mit Chrifto figen auf dem Thron', 11 S ihre 310 0 Von den Klagen Zions. uns soll meistern? ihre Kron' wird von Golde das gilt gemein, wer ist, der bligen: dann wird jedermann fie kennen, und sie frey ohne Scheu die Beglückte nennen. 846. Sey wohlgemuth, o 2c. 847. Verborgner Gott, du 2c. Von den Klagen Zions. 848. Ach ch Gott! thu' dich sc. 849. Der 12. Pfalm. 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf seyn, die Ar men sind verstöret, ihr Seuf zen dringt zu mir herein, ich hab' ihr' Klag' erhöret: mein heilsam Wort soll auf dem Plan getrost und frisch sie greifen an, und seyn die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal bewährt, wird laus ter funden: an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret seyn, da wird erkannt sein'Kraft undSchein, und leuchtet in dem Lande. 6. Das woll'st du, Gott, bewahren rein vor diesem arg'n Geschlechte, und laß uns dir befohlen seyn, daß sich's in uns nicht flechte! der gott lof Hauf sich umher find't wo diese lose Leute sind in dei nem Volk erhaben. As ch Gott! vom Himmel sieh' darein, du wolleft dich erbarmen: wie wenig sind der Heil'gen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man nicht läßt bleiben wahr, der Glaub' ist fast erloschen gar bey allen Menschenkin, dern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was Eigenwiß erfindet, ihr Herz nicht eines Sinnes 850. ist in Gottes Wort gegrün. Ach HErr! wenn kommt. det: der wählet dieß, der an851. dre das, sie trennen uns ohn' An Wasserflüssen Babylon alle Maaß, und gleißen schön von außen. 852. Dein Schifflein, JEsu. 3. Gott woll' ausrotten mehr und mehr, die falschen Schein uns lehren, ihr Mund 853. verhöhnet feine Ehr', ſpricht: Gott, du weiß'st, li will's uns ren? wir haben Recht und Macht allein, was wir seßen, Mel. Ach was soll ich Sünder in für Zeiten deine liet Kirche schwebt, die nach de nem Willen lebt. Sie doch Von ben Klagen Zions. doch! an allen Seiten, über, schen Bosheit fähret fort, und all, in jedem Stand' nimmt der Unglaub' überhand. du bleibst doch der treue Hort, du willst uns nicht verderben. 2. Weil bey Hütern, samt den Schafen, allzu große Si: cherheit herrscht, in dieser les ten Zeit, så't der Feind, indem sie schlafen, auf den Acker, da dein Wort wachsen soll, List, Trug und Mord. 3. Hilf, daß deine Diener wachen, daß nicht Unkraut, Sünd' und Schand' plöhlich nehmen überhand, hilf du selbst in allen Sachen, gib den Deinen früh und spat Trost und Hülfe, Rath und That. 4. Laß uns deines Wortes Saamen, Lehr' und Leben halten rein, und ein guter Acker seyn, daß wir deinen heil'gen Namen rühmen hier in dieser Zeit, und in alle Ewigkeit. 5. Wenn du endlich selbst wirst kommen, wenn die Frnd te bricht herein, sammle uns mit Freuden ein, und daß uns mit allen Frommen, die schon jetzt vor dir sich freu'n, bey dir ewig selig seyn. 311 2. Die Sünde nimmt fast überhand, du siehest selbst die Schmerzen, die Wunden sind dir wohl bekannt der sehr vers kehrten Herzen: die Schulden nehmen täglich zu, es haben weder Rast noch Ruh', die dir den Rücken kehren. 1 3. Dein Auge stehet wider die, so deiner Wege fehlen, und in dem ganzen Leben hie den krummen Weg erwählen, und suchen in dem Sünden. wust zu büßen ihre Fleischeslust, nach dem verderbten Willen. 4. Die Creatur entseget sich, und seufzet frey zu wers den, sie wartet und thut ångs stiglich: der Himmel und die Erden, die deiner Finger Wers ke sind, und was sich in denselben find't, beweinen solch Verderben. 5. Wir hoffen dennoch vest zu dir, du werdest uns erhsren, wir flehen, o Gott! für und für, du wollest doch bekehren die sündenvolle blinde Großer Immanuel! schaue zc. Welt, die sich für so glückselig do 854. hält, da sie zur Hölle eilet. 6. Erbarme dich, o treuer 855. Mel. Wo Gott, der Erric. Err! deine Treue ist so Gott, der du die Welt groß, daß wir uns wun, dern müssen, wir liegen vor dir arm und bloß allhier zu deinen Füßen. Der Mens bet, die Welt, die ganz in Sünden todt, in Jerthum dich betrübet; ach! gib doch deinem Worte Kraft, daß es 11 4 in 312 Von den Klagen Zions. in solcher Herzen haft, die hart sind, wie die Felsen. 7. Laß doch die Welt erkens nen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft und ange nehm dein Soch sey allen ar: men Sündern, die fühlen ihre Sündenschuld, und wenden sich zu deiner Huld, und dei: nes Sohnes Wunden. 8. Die Heerde, die du haft erwählt, die sege du zum Se, gen, und schenke, was ihr an, noch fehlt, zu gehn auf rech, ten Wegen: laß deine Treue, Aug' und Hand sein deinen Gliedern wohl bekannt, die deiner Güte trauen. den die, so in ihren Nöthen und Beschwerden bey Tag und Nacht auf deine Güte bauen, und dir vertrauen. 9. Ein Vater und ein Hirte meint es treulich mit den Seis nen: du bist noch mehr, als beide seynd, du fannst's nicht bdse meinen; drum trauen wir allein auf dich. Ach! leite du uns våterlich nach deinem Rath und Willen. 856. HErr JEsu Christ, du 2c. 2. Ach! mach' zu Schan den alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht ver lassen. Ach! tehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dich's erbarmen. 3. Und schaff' uns Bey stand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, sich nicht mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; ver gebens ist, auf Menschenhülfe bauen: wir wollen mit dir Thaten thun, und kämpfen, die Feinde dåmpfen. 5. Du bist der Held, de sie kann untertreten, und das bedrängte kleine Häuflein ret ten. Wir trau'n auf dich, wit schrey'n in JEsu Namen: Hilf, Helfer! Amen. 10. Hier sind wir, deine Reben, schon, und freuen uns darneben, daß du uns, HErr! die Gnadenkron' gewiß dereinst wirst geben. Wir hoffen bald dein Angesicht zu sehen dort in deinem Licht, da uns das Lamm wird weiden. 857. Mel. Wend' ab deinen Zorn sc. Err, unser Gott, laß nicht zu Schanden wer, 858-862. 863. Mel. Freu' dich sehr, o meinex reuer Hirte deiner Heerde deiner Glieder starte Schuß! sieh' doch, wie be Asch und Erde, großer Gott mit Grimm und Truh, tobt und wüther wider dich. vermißt sich freventlich, dein Kirde Von den Klagen Zions. Kirche zu zerstören, und dein 6. Hilf den Deinen, und Erbtheil zu verheeren. 2. Du, HErr, bist ja un, ser König, wir sind dein mit Leib und Seel': Menschens hülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der Dei nen Rettung wachst, dich zu ihrem Schuß' aufmachst, für dein wahres Wort zu kåm: pfen, und der Feinde Rott' zu dâmpfen. bekehre, was noch hångt an falscher Lehr': der Verfolgung steur' und wehre, daß sie uns nicht sey zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, leit' auch die auf rechter Bahn, die noch jeßt, durch Satans Lus gen, sich selbst um ihr Heil betrügen. 3. Es betrifft selbst deine Ehre, deiner Wahrheit Heis ligthum, JEsu! deine Glaus benslehre, deines Leidens Kraft und Ruhm, und den Dienst, den die allein wir zu leisten schuldig seyn, dazu kannst du ja nicht schweigen: deine Stärke wirst du zeigen. 4. Du verlachst der Feinde Tücke, treibst der bösen Nath und Schluß, Muth und Ans schlag selbst zurücke, daß er nicht gelingen muß. Die Verfolgung hat ihr Ziel, du verhängest nicht zu viel, und pflegst derer nur zu spotten, HErr, die wider dich sich rotten. 313 7. Laß uns recht und red. lich handeln, und, in Taus beneinfalt, dir ganz ergeben, heilig wandeln, und dabey uns flüglich hier schicken in die bd. se Zeit, und vor falscher Heis ligkeit, auch der Feinde Lift und Wüthen, uns mit Schlans genklugheit hüten. 8. Laß mit Beten und mit Wachen uns auf unsrer Hut hier stehn, und nur dich, HErr, lassen machen; so wird alles glücklich gehn. JEsus streitet für uns hier, und vers tritt uns dort bey dir, bis wir jenseit dieser Erden bey ihm triumphiren werden. 864. Und wird denn auch der zc. 865. 5. Stårke nur den schwas then Glauben, den, bey so bes Unser Herrscher, unser Kö. trübter Zeit, unsre Feinde uns zu rauben, und mit Furcht und Blödigkeit uns zu schres cken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deis ner Kinder schwach Vermd, gen, und wird nicht zu viel auflegen. I e nig, unser allerhöchstes Gut! herrlich ist dein großer Name, weil er Wunderthaten thut. Erdensöhne, Himmels, heere preifen deines Namens Ehre. 2. Wenig sind zu diesen Zeiten, welche dich von Her 11 5 zens, Von den Klagen Zions. zensgrund lieben, suchen und müs'n verzagen, die so ein begehren: aus des schwachen kleines Häuflein sind, ver Säuglings Mund hast du dir acht't von so viel Menschen ein Lob bereitet, welches deis kind, die an uns sehen alle. ne Macht ausbreitet. 2. Sehr zornig ist auf uns ihr Sinn, hätt' Gott es zus gegeben, so wären wir schon långst dahin, mit unserm Leib und Leben! wir wär'n als die ein' Fluth ersäuft, und über die groß Wasser läuft, und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht' fangen: wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel' entgangen. Strick ist entzwey, und wir sind frey: des HErren Name steh' uns bey, des Gotte Himm'ls und Erden. 314 3. Es ist leider! zu beklas gen; ja wem bricht das Herze nicht, wenn man siehet so viel tausend irren bey dem hellen Licht? Ach! wie sicher schläft der Sünder, wie verkehrt sind Menschenkinder! 4. Unterdessen, HErr, mein Herrscher, will ich findlich lieben dich, denn ich weiß, du treuer Vater, das du herzlich liebest mich: zieh' mich kräftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden. 5. HErr, dein Nam' sey hochgerühmet, sey in aller Welt bekannt! wo die wars men Sonnenstrahlen irgend nur erleuchten Land, da ruf Himmel, da ruf' Erde: Hochgelobt Jehovah werde! 6. So, mein Herrscher, ist dein Name herrlich auch in 869. meiner Seel', die ich dir, dem Zion klagt mit Angst und x. 867. Was will doch der Heiden. 868.shpaly Wo Gott der HErr nichts treuen Vater, ganz zu deiner Huld befehl'. Ja selbst meines Leibes Glieder, geb' ich Von der Hoffnung Zions. dir zum Dienste wieder. 870-879. 880. Mel. Wunderbarer König. ingt dem HErren, fing ein neu Lied ihm brin get, alle Welt dem HE singet! singt dem HErren, bet seinen großen Namen, get 866. Der 124. Pfalm. Mel. Wo Gott der Zrr 2. ar' Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel fagen: wär' Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten Von der Hoffnung Zions. get, singet, Amen, Amen! HErr sey König, daß ihm alSinget gern diesem HErrn! les unterthänig. Der die Welt euch gebührt zu singen, und veste stellt, daß sie ewig stehe, ihm Dank zu bringen. und nicht mehr vergehe. 2. Predigt alle Tage dessen Heil mit Freuden, rühmet unter allen Heiden, unter als len Völkern seine Wunders werke, seine Ehre, Macht und Stårke. Preiset gern, euren HErrn, der allein zu loben hier und ewig droben. 815 7. Solch' ein Reich und Herrschaft hat er angefangen, drinnen er wird ewig prans gen; der die Völker richtet im Gericht und Rechte, und er rettet seine Knechte, und zer bricht im Gericht alle Macht der Feinde, daß es sehn die Freunde. 8. Freue sich der Himmel, freue sich die Erde, alles frölich sich geberde! braus, o Meer! was drinnen, frölich sich bewege, und das Feld vor Freud' sich rege! Freuet euch allzugleich, alle Bäum' im Walde: denn der HErr kommt balde. 3. Er ist wunderbarlich über alle Götter, Er, der HErr, ist ein Erretter. Denn der Völker Götter sind nur bloße Gößen; Er allein ist hoch zu schätzen: Er ist Gott Zebaoth, Himmel und die Er. den hat er lassen werden. 4. Vor ihm stehet alles herrlich und sehr prächtig, und geht löblich zu 1: nd machtig, und in seinem Hause ist er hoch zu ehren. Bringt, ihr Völker, her dem HErren, richte. bringet her Macht und Ehr' diesem HErrn, was lebet, und auf Erden schwebet. 5. Bringe her dem HEr ren Ehre seinem Namen, o du auserwählter Saamen! bringet ihm Geschenke, kommt zu seinen Thoren, stimmet ein mit seinen Choren. Kommt heran, betet an, seht, wie er gezieret, und wie er regieret! 882. Mel. Werde munter, mein 2c. Dion, gib dich nur zufries 6. Alle Welt ihn fürchte, den, Gott ist noch bey und vor ihm sich neige, und dir darin! du bist nicht von vor seinem Thron sich beuge. ihm geschieden; er hat einen Saget unter Heiden, daß der Batersinn. Wenn er straft, To 9. Sieh', er kommt! seyd frölich vor des HErrn Gesich te, daß er selbst das Erdreich Mit Gericht und Rechte wird er diese Erden richten, und der Völker Heer: den weit und breit in Wahrs heit: da wird man ihn preis sen auf viel tausend Weisen. 881. Triumph! Triumph! des c. 316 Von der Hoffnung Zions. so liebt er auch, dieß ist sein beliebter Brauch: Zion, lerne dieß bedenken; warum willst du dich so krånken? 2. Treiben dich die Mees reswellen in der wilden tiefen See: wollen sie dich gar zers schellen, mußt du rufen Ach und Weh; schweigt dein Heis land still' dazu, als låg' er in sanfter Ruh'. Zion, laß dich nicht bewegen, bald wird diese Fluth sich legen. 3. Berg' und Felsen mögen weichen, ob sie noch so veste stehn, ja die ganze Welt des gleichen möchte gar auch un. tergehn: dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanten; Gottes Treu' hat keine Schranken. wird dich schon stårken, du wirst seine Gnade merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbey: Sieb dich nur in Got tes Hånde, der dich nun will machen frey. Für die Trüb, sal, Sport und Hohn giebt er dir die Freudenkron': Zion, du wirst wieder lachen; drum so laß die Welt nur machen. 7. Halleluja! deine Won ne, liebes Zion, wird nun groß: denn die schöne Gna densonne geht dir auf. Nur mach' dich los von der Erde Lust und Tand, droben such dein Vaterland. Zion, dann wirst du nicht klagen, du wirst nur von Freude sagen. 8. O ihr Engel, Himmels erben, freuet euch mit Zion hier! denn die jetzt hat wob len sterben, soll nun leben für und für, und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmels saal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ew'gen Freuden? 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönste Perlen seyn; muß das Seufzen und das Stöhnen an der Freude Stelle seyn; muß dein Purs pur seyn das Blut, mangelt dir auch Haab' und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vers trauen. Vom Tode und der Auferstehung. 883. 5. Drau't man dir mit Schmach und Banden, mit Ah! lieben Christen. dem Tod und Herzeleid: ey, du wirst doch nicht zu Schans 884. den, denk' nur an die Ewig. Ach! wie elend ist unsre u. teit; sey nur immer wohlges 885. much, denn der HErr ist's, Ich wie nichtig, ach A₁ wie der es thut. Gott flüchtig der Leben! Vom Tode und der Auferstehung. 317 Leben! wie ein Nebel bald 8. Ach wie nichtig, ach entstehet, und bald wiederum wie flüchtig ist der Menschen vergehet: so ist unser Leben, Wissen! der das Wort kann fehet! trefflich führen und die Rede bestens zieren, muß bald sei, nen Wiß verlieren. 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! wie ein Strom pflegt hin zu rinnen, und mit Laufen nicht hålt innen: so fährt un. fre Zeit von hinnen. 9. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Tichten! der die Künste lieb gewonnen! und manch' schd, nes Werk ersonnen, ist doch nicht dem Tod' entronnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Freude! wie sich wechseln Stund' und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried' und Streiten: so sind unsre Frölichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schönheit! wie die Blume bald vergehet, wenn ein raus her Nordwind wehet: so ist unsre Schönheit, sehet! 5. Ach wie nichtig, ach 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Stärke! der sich wie ein Löw' erwiesen, und sich gleichges schäßt den Riesen, fällt dahin wie Gras der Wiesen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Glücke! wie sich eine Kugel drehet, die bald da, bald dors ten stehet: so ist unser Glücke, sehet! 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! über den, dem man hat müssen heut' die Hände höflich küssen, geht man mors gen wohl mit Füßen. 10. 2ch wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schåpe! es tann Glut und Fluth entstehen, dadurch, eh' wir's uns versehen, alles muß zu Grunde gehen. 11. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen herrschen! der durch Macht ist hoch gestiegen, muß sich vor dem Tode schmiegen, und zu lebt im Grabe liegen. 12. Ach wie nichtig, ach Prangen! der in Purpur wie flüchtig ist der Menschen stolz, vermessen, und als wie Tode bald vergessen. ein Gott geseffen, wird im wie flüchtig sind der Menschen 13. Ach wie nichtig, ach Sachen! alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und bleibt ewig stehen. vergehen: wer Gott fürcht't, 886. Mel. Liebster Jefu, du wirstic. llenthalben, wo ich gehe, fibe, liege, oder stehe, sehn' ich 318 Vom Tode. ihm komme, ewig bey ihm zu seyn. ich mich nach JEfu Christ, der für mich gestorben ist. 2. Von der bösen Welt zu scheiden, nach so vielem Kreuz und Leiden, wenn es ihm ge. fällig ist, bin ich fertig und gerüst't. 3. Wenn ich werde mit ihm 4. Wenn meine Kräfte leben, herrschen und in Freu. den schweben, o wie selig werd' ich seyn, seiner werde ich mich freu'n. brechen, mein Odem geht schwer aus, und kann fein Wort mehr sprechen: HErr! nimm mein Seufzen auf. 4. Herzlich werd' ich mich 5. Wenn mein Herz und erfreuen, wenn mich Christus wird erneuen; in den Him. mel führen ein, ewig dort bey ihm zu seyn. Gedanken vergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm' gebricht: 6. Atsdann fein fanft und stille, HErr! laß mich schla fen ein nach deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stundelein. 5. Herz und Zunge wird da klingen, und dem HEr ren JEsu singen: ewig werd' ich stimmen ein mit den En geln mich erfreu'n. 6. Besser Leben werd' ich finden, ohne Tod und ohne Sünden. O! wie selig werd' ich seyn, und mich mit den Seinen freu'n! 3. Nun hab' ich überwun den Kreuz, Leiden, Angst und Noth, durch JEsu Tod und Wunden bin ich versöhnt mit Gott. } 887. Chrifti Leben tröstet mich sc. ( Siehe Nro. 1094.) le 888. hristus, der ist mein Le. 7. Und laß mich an dir fle ben wie eine Klett' am Kleid, und ewig bey dir leben ins Himmels Wonn' und Freud. 889, 14 Der Tod führt uns zum ( Siehe Nro. 1095.) 890. 2 Tim. 4, 7. 8. Met. Christus, der uns felig. inen guten Kampf hab' ich auf der Welt gefam pfet: denn Gott hat sehr gn diglich meine Noth gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf fo Gewinn: ihm hab' ich mich ergeben, mit Freud' fahr' ich dahin. 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu liglich vollendet, da die Seele Him und der Auferstehung. Himmel auf sich zu Gott davon glüh' und brenne: til: ge doch das Bös' in mir, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich sonsten freudig spur'. nun wendet. 2. Forthin ist mit beyge: legt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud' erregt, vor des Himmels Throne: fort? hin sehe ich im Licht, den, dem ich vertrauet. Gottes frohes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser jammervollen Welt kümmerliches Leben mir nun långer nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem JE fu; bey ihm bin ich in lauter Freuden: denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Ver. dienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund', alle meine Lieben, alle, die ihr um mich weint! laßt euch nicht betrüben die sen Schritt, den ich jetzt thu', hin zur Erde nieder: schaut, die Sonne geht zur Ruh', kommt doch morgen wieder. 891. Ein Warmlein bin ich arm zc. omy ant 892. Es ist genug! so nimm zc. 893. Freu' dich sehr, o meine 2c. ( Siehe Nro. 1096.) 894. Eines Kranken. 6: ott, den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst, und des Lei: dens Flamm' erregst, daß ich 319 2. In der Schwachheit sey du kräftig, in den Schmerzen sey mir süß; schaffe, daß ich dich genieß', wenn die Kranks heit streng' und heftig: denn, was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jeßt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Ger schaffte, anders kann ich jetzt nichts thun, als nur in dem Leiden ruh'n, leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst; das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr' ich sanft und stille: Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehm's aus deinen Händen als ein Liebess zeichen an: denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die Las bung, die man mir zu des LeibesStärkung giebet, kommt von dir, der mich geliebet, als les kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bey des Leibes Mat tigkeit, daß er sich zu aller Zeit zu dir halt' in Lieb' und Fries den; laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Wohlfahrt hindern, und die Ruhe in 320 Vom Tode. in die mindern; unterstüße du das Herz. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh' mit Freundlichkeit, sanfte, mit Zus friedenheit mög' auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leid't, wird errets tet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneu't. 7. Dir empfehl' ich nun mein Leben, dulde gern das Kreuz am Leib'. Gieb, daß ich mit Freuden bleib' an dich vols lig übergeben; denn so weiß ich vestiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe rettet mich. nimmt nun Gott von hinnen, und låsset mich entrinnen der Noth und überhäuften Pein. 4 4. Kurz ist mein irdisch Leben; ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit: da werd' ich nicht mehr ster. ben, in keiner Noth verderben, mein Leben wird seyn lauter Freud'. 5. Gott eilet mit den Sei nen, låßt sie nicht lange weis nen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrens saal. 895. Eines Kindes. Mel. un ruhen alle wälder. ott Lob! die Stund' ist kommen, da ich werd' aufgenommen ins Reich der Herrlichkeit; ihr Eltern dürft nicht flagen, mit Freuden könnt ihr sagen: Gelobt sey Gott in Ewigkeit. 6. Wie öfters wird verfüh ret ein Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmig keit! Die Welt, voll List und Tücke, legt heimlich ihre Stricke und stellt ihm nach zu jeder Zeit. 2. Wie fann's Gott beffer machen? Er, welcher alle Sachen so weislich hier res giert. Bald werd' ich seyn entgangen dem, was uns hålt gefangen, und uns so oft hier irre führt. 7. Sie mag ihr Neß nun stellen, mich wird sie nicht mehr fållen, sie wird mir thun kein Leid: denn wer kann den verlegen; den Christus jeht wird segen in seine Ruh' und 110 Sicherheit? 3. Dieß sind die letten Tas ge, worin so viele Plage mit Haufen bricht herein. Mich 8. Zuvor bracht' ich euch Freude, nun, da ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz Doch, wenn ihr's' recht ber trachtet, und, was Gott that, hochachtet, wird sich bald lin dern aller Schmerz. 9. Gott zählet alle Stun den, er schlägt und heilet Wun den, er fennet jedermann. Nichts, und der Auferstehung. Nichts, nichts ist je geschehen, als was er vor gesehen, und was er thut, ist wohl gethan. 10. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frey aller Sünden, in weißer Seide steh'n, und tragen Siegespal: men in Händen, und mit Pfals men des HErren Lob und Ruhm erhöh'n: 11. Dann werdet ihr euch freuen, es wird euch dann ges reuen, daß ihr euch jetzt bes trübt. Wohl dem, der Got tes Willen gedenket zu erfül. len, und in Geduld sich ihm ergiebt. 12. Lebt wohl! nun send gesegnet! was euch jekund be: gegnet, ist andern auch ge. scheh'n: viel müssen's noch er: fahren. Nun, Gott woll euch bewahren, dort wollen wir uns wieder sehn. 896. HErr Gott! nun schleuß zc. 897. HErr JEsu Christ, mein's 2c. ( Siehe Nro. 1097.) 898. HErr, ich bin ein Gast auf 2. 899. HErr JEsu Christ, ich weißsc. ( Siehe Nro. 1098.) 900. 5 Err JEsu Christ, wahr'r Mensch und Gott! der du litt'st Marter, Angst und Spott, für mich so gar am 321 Kreuze starbst, und mir des Baters Huld erwarbst! 2. Kraft deiner Angst und Todespein wollst du mir Súns der gnädig seyn, wenn ich nun komm' in Sterbensnoth, und ringen werde mit dem Tod; 3. Wenn mir vergehet mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zun, ge nicht mehr spricht, und mir vor Angst das Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, der Menschen Hülfe auch zerrinnt: alsdann mir deine Hülfe send', o HErr, an meinem letzten End'. 5. Und führ' mich aus dem Jammerthal, verkürze mir des Todes Quaal! die Furcht des Todes von mir treib', mit deis nem Geiste bey mir bleib'. 6. Und wenn die Seel' vom Leib sich trennt, so nimm sie, HErr! in deine Hånd': der Leib hab' in der Erde Ruh', bis dein Gerichtstag nah't herzu. 7. Ein frölich Aufersteh'n verleih', und vor Gericht mein' Fürsprach' sey, und meiner Sund' nicht mehr gedenk', aus Gnaden mir das Leben schenk. 8. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau' ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält, und glaubt an mich, X 9. Der 322 Vom Tode 9. Der wird nicht kommen ins Gericht, und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, er darum doch nicht gar ver: dirbt. Het staat 10. Ich werde ihn mit starker Hand erretten aus des Todes Band, ihn zu mir neh: men in mein Reich, da soll er denn mit mir zugleich d 11. In Freuden leben ewig: lich: dazu hilf uns ja gnådig lich. Ach! HErr, vergieb all' unfre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir; will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel' fährt hin, deß freu' ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 12. Bis unsre Stunde kommt herbey; daß unser Glaube wacker sey, dein'm Wort zu trauen vestiglich, bis wir einschlafen seliglich. 901. Mel. Valet will ich dir geben. Herzlich thut mich verlan nach fel'gen End', weil ich hier bin um, fangen mit Trúbfal und Elend. Ich hab' Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn' mich nach ew'gen Freuden, o JEsu, tomm' nur bald. 4. Der Leib, der in der Er den von Würmern wird ver zehrt, soll auferwecket werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne, und leben ohne Noth, in hims melsfreud' und Wonne: was schad't mir denn der Tod? 2. Du hast mich, ja erlöset von Sünd', Tod, Teuf'l und Holl', es hat dein Blut geko, stet, drauf ich mein' Hoffnung stell': warum sollt' mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sund'? ich will auf dich ver: trauen in Christo, als dein Kind. 5. Ob mich die Welt gleic reizet, långer zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr', Geld, und alle Zier: dieß alles ich nicht achte, t währet kurze Zeit; nach dem allein ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleid nun scheide von Freunden, die mir gut, wobey ich gar vid leide: doch tröstet mich mein Much, daß wir in größen Freuden uns dorten treffen an wo ewig uns nichts scheide noch sonst verlegen kann. 7. Wenn gleich auch n mein Bette betrübte Baijen stehn, und daß der HErr mid rette, umsonst mit Thranes flehn: will ich doch gerne si ben, und trauen meinem Gett erwird sie wohl versorgen, ten aus aller Noth. 8. Ba und der Auferstehung. schließt all' Arbeit zu. 8. Warum wollt ihr so dieß ist Gottes Gabe, und zagen? Sollt't ihr verlassen seyn? sollt' euch Gott Hülf' versagen, der speist die Ras ben tlein? fromme Wittwen und Waisen schützt Gottes Batertreu', er wird's an euch beweisen, das glaubet ohne Scheu. 2. Was ist mein ganzes Wesen, von meiner Jugend an, als Müh' und Noth gewesen? so lang ich denken kann, hab' ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht, mit Kummer und mit Corgen des Herzens zuges bracht. 9. Euch segne Gott der HEr: re, ihr Vielgeliebten mein, trauret nicht allzusehre über 3. Mich hat auf meinen den Abschied mein, beharret nur im Glauben, wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. Wegen manch' harter Sturm erschreckt; Blizz, Donner, Wind und Regen hat in mir Angst erweckt: Verfolgung, haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuld't, hab' ich oft müssen leiden, und tragen mit Geduld. 10. Wohlan, zu dir ich wende mich nun, HErr JEsu Christ; gieb mir ein selig's Ende, weil dieß mein Wunsch nur ist. Führ' mich ins ew'ge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Ster, ben und blutiges Verdienst. 4. So ging's den lieben Als ten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch tåglich halten, wenn's fehlt am guten Rath. Wie mußte sich doch schmiegen der fromme Abraham, eh' als ihm sein Bergnügen und rech, te Wohnstadt tam! 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, HErr JEsu Christ! den schwachen Glaus ben stårke in mir zu aller Frist. Laß ritterlich mich rin. 5. Wie manche schwere gen selbst in der Todes Nacht, daß ich mag frölich singen: Gott Lob! es ist vollbracht. Bürde trug Isaac sein Sohn, und Jacob, dessen Würde verdiente großen Lohn! wie mußte er sich plagen! in was führ Weh' und Schmerz, in was für Furcht und Zagen fant oft sein armes Herz! 6. Die frommen heil'gen Seelen, die gingen fort und fort, und änderten mit Quds len den erst bewohnten Ort: sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz € 2 902. In voriger Mielodey. Sch bin ein Gaft auf Erden, 3 hier ist kein vester Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reif' ich nur zum Grabe, zu der gewünschten Ruh'. Auch 323 Vom Kreuz war immer groß, bis sie der Tod darnieder legt' in des Grabes Schooß. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben, als solche große Leut'? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelits ten seyn! wer hier nicht wohl gerungen, geht nicht zur Freu: de ein. 324 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt: doch dent' ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimath führt, da mich ohn' alle Maaße mein Vater trösten wird. Tode derschaft, und was mich frånkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 12. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus: mein Ziel ist abgemessen; ist dieß nun einstens aus, so scheid' ich dann mit Frieden, so leg' ich alles ab: und wenn ich ab geschieden, bedecket mich das Grab. 11. Die Welt ist viel zu böse, der Trübsal ist zu viel: drum komm, mein Gott, er Isse mich, wenn dein Rath. schluß will; fomm, mach' ein selges Ende von meiner Wan, 13. Du aber, meine Freu de, du meines Lebens, Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ew'gen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst ander leuchten soll. 14. Da will ich immer wohnen, doch nicht mehr als ein Gast, bey denen, die mit Kronen du schon geschmücket hast, da will ich herrlich sin gen von deinem großen Thun, und frey von schndden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. 9. Mein Wohnhaus ist dort droben, da aller Engel Heer den großen Herrscher loben, der Himmel, Luft und Meer in seinen Händen tråget, und für und für erhålt, auch alles hebt und leget, nachdem's ihm wohlgefällt. 10. Dahin steht mein Ver langen, da wollt ich gerne hin: 903. ich bin die Welt durchgangen, ch hab' mein' Sach' Gott 3% daß ich's fast müde bin; je långer ich hier walle, je wen's ger find' ich Lust, die meinem Geist gefalle, das meiste ist nur Wust. heimgestellt, er mach's mit mir, wie's ihm gefällt! ich will, soll ich hier långer leb'n, nicht widerstreb'n, und seinem Willen mich ergeb'n. 2. Mein Zeit' und Stund ist, wenn Gott will, ich seh ihm weder Maaß noch Ziel. Es ist gezählet jedes Haar von ihm so gar, ohn' ihn fällté nicht, so klein es war. 3. und der Auferstehung. 3. Es ist allhier ein Jams hin jedes Menschenkind, wie merthal, Angst, Noth und Trübsal überall, des Bleibens ist oft kurze Zeit, voll Müh und Leid, und wer's bedenkt, ist stets im Streit. er sie find't, fragt nicht, weß Stand's und Ehr'n sie sind. 10. Ich hab hie wenig gute Tag, mein täglich Brodt ist Müh' und Klag'. Wenn mein Gott will, so will ich mit hinfahr'n in Fried', Sterb'n ist Gewinn und schad't mir nicht. 4. Was ist der Mensch? ein Erdenkloß: er wird ge: bohren nackt und bloß, bringt nichts mit sich auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hins fållt. 5. Es hilft tein Reichs thum, Geld noch Gut, nicht Kunst, noch Gunst, noch stol. zer Muth: vor'm Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ! alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut' sind wir frisch, ge sund und stark, und liegen morgen todt im Sarg: heut'blüh'n wir wie die Rosen roth, bald krank und todt, und über all ist Müh' und Noth. 325 11. Und ob mich schon mein Sünd'ansicht, dennoch will ich verzagen nicht: wer weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein'n liebsten Sohn gegeben hat. 12. Derselbe, mein HErr JEsus Christ, für all' mein Sünd' gestorben ist, und auf erstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem theus ren Blut. 13. Dem leb' und sterb' ich allezeit, von ihm tein Tod mich jemals scheid't: ich leb' od'r sterb, so bin ich sein, er ist allein der ein'ge Troft und Helfer mein. 7. Man trågt ein's nach dem andern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn: 14. Das ist mein Trost zu die Welt vergisset unser bald, aller Zeit, in allem Kreuz und sey's jung od'r alt, auch unsrer Traurigkeit: ich weiß, daß ich Ehren mannigfalt.nam jüngsten Tag, ohn' alle Klag, werd' auferstehn aus meinem Grab'. 8. Ach! HErr, lehr' uns bedenken recht, daß wir vom sterblichem Geschlecht, daß für uns hier kein Bleibens sey, daß keiner frey; so reich, so jung, so schön er sey. 15. Mein frommer Gott, mein treuer Hirt', all' mein Gebein' bewahren wird, da wird nicht eins vom Leibe mein, sey's groß od'r klein, umkommen, noch verlohren seyn. 9. Das macht die Sünd', o treuer Gott, denn dadurch kam der bittre Tod, der rafft 3 16. Mein'n 326 Vom Tode: 16. Mein'n lieben Gott von Angesicht werd' ich an schau'n, dran zweifl' ich nicht, in ew'ger Freud' und Herr lichkeit, die mir bereit't: ihm sey Lob, Preis in Ewigkeit. 17. O JEsu Christe, Gots tes Sohn, der du für mich haft g'nug gethan, ach! schließ mich in dein' Wunden ein, du bist allein der ein'ge Troft und Helfer mein. 18. Amen, mein lieber frommer Gott! gieb allen eis nen sel'gen Tod. Hilf, daß wir alle arm und reich, ein mal zugleich eingehen in dein Himmelreich. 4. Ich bin Fleisch, und muß daher einst zu Staub und Asche werden, das gesteh' ich: doch wird er mich ers wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn mdg² allezeit. 5. Da wird mich statt die ser Haut ein verklärter Leib umgeben, Gott wird werden angeschaut dann von mir im höhern Leben, auch in diesem Leib werd' ich JEsum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Hei land, kennen: ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen: nur die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. G 904. 3 Esus meine Zuversicht und mein Heiland ist im Les ben; dieses weiß ich: sollt' ich nicht darum mich zufrieden ge. ben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. JEsus, er mein Heiland lebt, ich werd' auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erld. ser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Låffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff. nung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glau: benshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 7. Was hier frant ist, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen: irdisch werd' ich ausgefä't, himmlisch werd' ich auferste hen, hier sink' ich verwes lich ein, dort werd' ich un sterblich seyn. 8. Seyd getroft und hoch et freut, JEsus trägt euch, meis ne Glieder! gebt nicht statt der Traurigkeit, sterbt ihr, JEsus ruft euch wieder, wenn die einst die Posaune klingt, auch durch die Gråber dringt. 9. Lacht der finstern Eu denkluft, lacht des Todes und der Höllen! Wenn euch einst der Heiland ruft, sollt ihr euch ihm zugesellen; dann wird Schwach und der Auferstehung. Schwachheit und Verdruß lies gen unter eurem Fuß. 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beygefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. 906. iob 19, 25-27. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Oder: Mein Zerzens Jesu zc. 4. Dann werd' ich diese grobe Haut und diese schwache Glieder, die jeder jego an mir schaut, auch was sich hin und wieder von Aldern und Gelenten find't, und meinen Leib zusammen bind't, zwar nicht mehr an mir tragen; di 905. 5. Denn alles, was der Ich bin ja, HErr, in deiner zc. Mensch nur trågt, das Fleisch ( Siehe Nro. 1099.) und seine Knochen, wird, wenn er sich zum Sterben legt, zers malmet und zerbrochen, der ird'sche Bau zerfällt in Staub, der Leib wird der Verwesung Raub; doch soll's nicht stets so bleiben. 6. Es soll einst aus dem Grabe gehn mit einem beßren Wesen: was niederlag, wird Gott erhöhn; was umkam, wird genesen; was die Zerstörung hat verheert, und die Verwesung ausgezehrt, wird schöner wieder kommen. ch weiß, daß mein Erlöser lebt, das soll mir niemand nehmen: er lebt, und was ihm widerstrebt, das muß sich ends lich schämen. Er lebt fürwahr, der starke Held, sein Arm, der alle Feinde fällt, hat auch den Tod bezwungen. 327 aus dem Lager, da ich hab' auf kurze Zeit geschlafen. -3. Mein Heiland lebt! ob ich nun werd' ins Todes Staub mich strecken, so wird er mich doch aus der Erd' hernachmals auferwecken. Er wird mich reißen aus dem Grab', und 2. Deß bin ich inniglich ers freut, und darf den Tod nicht 7. Das hab' ich je und je ges scheuen, wenn er gleich alles Fleisch zerstreut, so wie der Wind die Spreuen. Nimmt er gleich mich und mein Gebein, und scharrt uns in die Gruft hinein; was kann er damit schaden? glaubt, und faß ein vest Vertrauen, ich werde den, der ewig bleibt, in der Verklärung schauen. Wenn dann verklärt ist, was hier stirbt, was durch Verwesung hier verdirbt, darin werd' ich Gott sehen. 8. Ich selber werd' in seis nem Licht ihn sehn, und mich erquicken: mein Auge wird sein Angesicht mit großer Luft erblicken; ich werd' ihn sehen mir zur Freud', und werd' 4 ihm Bom ihm dienen ohne Zeit, ich fel. ber, und fein Fremder. 9. Troß sey nun allem, was mir will mein Herze blds de machen! wår's noch so machtig, groß und viel, kann ich doch frölich lachen. Man treib' und spanne noch so hoch Sarg, Grab und Tod, so bleibet doch Gott, mein Er, Idser, leben. 328 907. Ist meine Wallfahrt nun zc. 908. Kom Mel. Es ist gewißlich an der ic. Jomm, Sterblicher, betrach: te mich! du lebst, ich lebr' auf Erden: was du jetzt bist, das war auch ich, was ich bin, mußt du werden. Ich ging vor dir zum Grabe hin; ach! denke nicht in deinem Sinn, daß du nicht dürfest sterben. Tode 4. Ach ja, es ist wol Kla gens werth, es ist wol zu be weinen, daß mancher nicht sein Heil begehrt, daß man cher Mensch darf meinen, er sterbe nicht in seiner Blüth'; da er doch viel Erempel sieht, wie junge Leute sterben. 5. So oft du athmest, wird ein Theil des Lebens wie ver wehet. Und du verlachst des Todes Pfeil, vor dem nie mand bestehet? Du hältst dein Grab auf tausend Schritt entfernt, und hast kaum einen Tritt: den Tod trågst du im Busen. 6. Sprich nicht: Ich bin frisch und gesund, mir schmeckt auch noch das Essen. Ach! es wird wol jetzt diese Stund' dein Sarg dir abgemesſen. Es schneidet dir der schnelle Tod ja täglich in die Hand das Brod: bereite dich zum Sterben. 7. Was ist dein Leben hier? Ein Schaum, ein Schatten, der vergehet: ein welkend Laub, ein leerer Traum, ein Schein, der nicht bestehet. Wenn man's am wenigsten gedacht, so heißt es wol: Zu guter Nacht! ich bin nun hier gewesen. 8. Jetzt, da du lebest, lebe so, daß du kannst selig sterben; Es ist gar du weiß'st nicht, wenn, wie oder wo der Tod um dich wird werben. Ach! denk', ach! denke doch zurück: ein Zug ein 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, dent'an die letzten Stuns den! wenn man den Tod ver. achtlich hält, wird er sehr oft gefunden. Es ist die Reihe heut an mir, wer weiß, viel, leicht gilt's morgen dir, ja wol noch diesen Abend. 3. Sprich nicht: Ich bin noch gar zu jung, ich kann noch lange leben; ach nein! du bist schon alt genung, den Geist von dir zu geben. bald um dich gethan, es sieht der Tod kein Alter an; wie magst du anders denken? und der Auferstehung. ein kleiner Augenblick führt zum Leben aufgenommen. dich zu Ewigkeiten. 9. Du seyst dann fertig oder nicht, so mußt du gleich: wol wandern, wenn einst dein letter Tag anbricht; es geht dir, wie den andern. Drum laß dirs eine Warnung seyn, dein Auferstehn wird überein mit deinem Sterben kommen. 10. Ach! denke nicht: Es hat nicht Noth, ich will mich schon bekehren, wenn mir die Krankheit zeigt den Tod, Gott wird mich wel erhören. Ob långre Krankheit dir bestimmt? ob's schnell mit dir ein Ende nimmt; wer saget das dir Armen? 11. Ein Mensch, der sich der Sünd' erfreut, und selbst sein Unglück bauet, irr't, wenn er auf Barmherzigkeit am Ziel des Lebens trauet. Drum lerne sterben, eh' du stirbst, damit du ewig nicht verdirbst, wenn Gott die Welt wird richten. 12. Zum Tode mache dich geschickt, gedenk' in allen Din gen: Würd' ich hierüber hins gerückt, sollt' es mir auch ges lingen? wie? fönnt ich jetzt zu Grabe gehn? wie? könnt' ich jetzt vor Gott bestehn? so wird dein Tod zum Leben. 13. So wirst du, wenn der große Gott zum Weltgericht wird kommen, befreyt von Schwachheit, Noth und Tod, 329 Bereite dich, auf daß dein Tod beschließe deine Pein und Noth. Mensch! gedenk' ans Ende. 909. M Mel. Mein Geift frohlocket 2c. Jach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'; hilf mir in meinem Leiden; was ich dich bitt', versag mir nicht: wenn meine Seel' soll scheiden, so nimm sie, HErr, in deine Hånd'! Alles ist gut, wenn gut das End'. 2. Gern will ich folgen, lieber HErr, du wirst mich nicht verderben, denn du bist gleich hier muß sterben, ver, ja von mir nicht fern, ob ich lassen meine lieben Freund', die's herzlich gut mit mir gemeint. in der Erd', die Seel' sich zu 3. Ruht doch der Leib sanft dir schwinget, in deine Hånd' sie unversehrt vom Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Jammerthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Holl', Teufel, Tod, die Welt und Sünd' mir nicht mehr mögen schaden; bey dir, o HErr, ich Rettung find'. Ich tröst' mich deiner Gnaden: dein ein'ger Sohn, aus Lieb' und Huld, für mich bes zahlt hat alle Schuld. 5. Warum soll ich denn traurig seyn, wenn ich zum Hims € 5 330 Vom Tode Himmel gehe, bekleid't mit Christi Unschuld fein, vor ihm geschmücket stehe? Gehab' dich wohl, du schndde Welt! bey Gott zu leben mir gefällt. 910. Mein' Wallfahrt ich zc. 911. Dit Fried' und Freud' fahr' ich dahin, weils Sot tes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir vers heißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. alleine. Uns reuet unsre Mis sethat, die dich, Err! erzur net bat. Heiliger HErreGott! Heiliger starker Hott! Heili ger barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht verfinken in der bittern Todes noth. Kyrie eleison! 3. Den hast du allen vor. gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden, durch sein heilsam theures Wort, das überall erschollen. 2. Mitten in dem Tod an: ficht uns der Hölle Rachen: wer will uns aus solcher Noth frey und ledig machen? das thust du, HErr! alleine. Es jammert dein' Barmherzigkeit unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger HErre Gott! Heilis ger starker Gott! Heiliger 2. Das machet Christus, Gottes Sohn, der treue Heiz land, den du mich, HErr, barmherziger Heiland! du haft laffen sehn, und machst bekannt, daß er mein Heil und Leben sey in Noth und auch im Sterben. ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hil lenglut. Kyrie eleison! 4. Er ist das Heil und sel', ge Licht für die Heiden, zu ers leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deines Volkes Israel Preis, Ehre, Freud' und Wonne. 912. Mitten itten wir im Leben sind mit dem Tod umfan: gen; wen such'n wir, der Hülfe thut, daß wir Gnad' er: langen? Das bist du, HErr! 3. Mitten in der Höllen. Angft unsre Sünd' uns treis ben; wo soll'n wir denn flies hen hin, da wir mögen blei ben? Zu dir, HErr Christ, alleine. Bergoffen ist dein theures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger HErre Gott! Heiliger starter Gott! Heiliger barmherziger Heiland! du ewiger Gott: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Kyrie eleison! 913. In feiner eigenen Melodey. un laßt uns den Leib be N daran wir nen und der Auferstehung. nen Zweifel haben, er wird am jüngsten Tag, an welchem Gott jüngsten Tag aufstehn, und unverweslich hervor gehn. Antwort. ihn wird verklår'n, und ew'ger: Freude ihn gewähr'n. Wenn alle Welt durchsFeu'r zerbricht, und Gott wird hal. ten sein Gericht, so wird mein Leib verklåret stehn, und in das Himmelreich eingehn.d Begrabet mich nun immers hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein trener Seelenhirt', mich wieder auf erwecken wird. 2. Er ist Erd' und von der Erden, wird auch zur Erd' wieder werden, und von der Erd' wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun' wird angehn. Ja freylich werd' ich durch den Tod zu Asche, Erde, Staub und Koth: doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret seyn. 3. Sein' Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier, aus lauter Gnad', von aller Sünd' und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. Mein Leib wird hier der Würmer Spott, die Seele lebt bey meinem Got, der durch sein's Sohn's Tod's Bitterkeit sie hat erlöst zur Seligkeit. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm sel'gen End': er hat getragen Christi Joch, ist ges storben, und lebet noch. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun mit Him melslust ersetzt. Die Welt ist nur ein Jammerthal, dort ist der rechte Freudensaal. 15. Die Seele lebt ohn' alle der Leib schläft bis an 331 6. Hier ist er in Angst ges wesen, dort aber wird er ge nesen in ewiger Freud' und Wonne; leuchten wie die helleSonne. Wie manche Widerwärtige keit hatt' ich bey meiner Les benszeit? Nun aber ist mir nichts bewußt, denn ewig füße Himmelslust. 7. Nun lassen wir ihn hier. schlafen, und gehn all' heim unsre Straßen; schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis. So laßt mich nun in fanf ter Ruh', und geht nach eurer Wohnung zu. Ein jeder denke Tag vor Tag, wie er auch se lig sterben mag. 8. Das helf uns Christus unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlds't von's Teufels G'walt und ew'ger Pein. Ihm sey Lob, Preis und Ehr' allein. 914. Nun sey getrost und zc. Mel. Mein' wallfahrt ich zc. 915. Oder: Durch Adams Fall ist sc. Sott! Wer wird von diesem Leib des Todes mich Vom Tode nach ausgestandnem Leiden, ja teine Creatur von Gott und seiner Liebe scheiden. mich erlösen? so lang' ich mich weder Noth noch Tod, noch im Fleische bleib', em: pfind ich Lust zum Bösen: das Gute wollen hab' ich wol, nicht aber das Vollbringen; drum laß mich, wenn ich ster ben soll, vom Tod ins Leben dringen. 6. Inzwischen muß der Leib jedoch den Tod zuvor empfin den, und dulden dieses schwere Joch von wegen seiner Sün den: er muß auf eine kleine Frist, dieweil er war von Er den, sobald die Seel' im Hims mel ist, zu Erde wieder wer den. 332 2. Zwar ist es elend anzu sehn, den Leib mit Erd' zu dek fen, ihn sehen in den Staub zergehn: doch laß dich dieß nicht schrecken. Der beste Theil, die Seel' ist dann schon in des Höchsten Händen, da teine Quaal sie rühren kann, wer kann sie ihm entwenden? 3. Der all's aus nichts her, 3. Der all's aus nichts her: vor gebracht, wird leichtlich meine Glieder, ob sie gleich Staub, durch seine Kraft, in Ordnung bringen wieder. Das Weizenkörnlein muß voran, foll's fruchtbar seyn, verwesen; so fault der Leib auch, eh' er kann dort ewiglich genesen. 4. Ich weiß, weil mein Er, löser lebt, werd' ich mit ihm auch leben, der wird mich, wenn der Erdkreis bebt, mit seiner Macht umgeben; da werd' ich, und kein Fremder nicht,( der Glaub' hat dieß Vertrauen) des Allerhöchsten Angesicht in der Verklärung schauen. 7. Geh' hin, mein Volk, spricht unser Held, geh' hin in deine Kammer; verbirg dich in dein Schlafgezelt, und schließ vor diesem Jammer die Thür ein wenig nach dir zu, bis daß mein Zorn verschwinde, und ich nicht mehr so schrecks lich thu', von wegen deiner Sünde. 8. Es hat ja Gott durch seine Macht der Hölle Reich zerstöret, und unsre letzte To desnacht in einem Schlaf vers tehret. Ins Grab gehn, heißt: sein Kåämmerlein verschließen ohne Sorgen, und halten sich vor gröff'rer Pein ein'n Augenblick verborgen. 9. Was zagst du denn, o meine Seel', den Leichnam zu verlassen? dort wird dich dein Immanuel recht brüderlich umfassen, und deinen Leib, der nichtig war, voll Elend, vols ler Schweren, an jenem Tage ganz und gar wie seinen Leib 10. Wacht 5. Hievon wird weder Pracht noch Ruhm, wenn alles muß erwachen, nicht Engel oder Fürstenthum mich je abwendig machen; da wird verklären. und der Auferstehung. 333; keit? 10. Wacht auf, und rühmt lichkeit genießen sollt' in Ewig, des Höchsten Rath, die ihr in Gråbern lieget, nachdem der Fürst des Lebens hat dem Ster: ben obgesieget; wie herrlich wird zu aller Zeit in solchem Freudenteben die Krone der Gerechtigkeit auf euren Häup: tern schweben! 11. Wer eine Auferstehung glaubt, Vergebung auch der Sünden, und daß ein ewig's Leben bleibt, der wird sich leichtlich finden, ob Krankheit, Angst, Gefahr und Noth ihn plößlich überfallen; der wird mit Freuden durch den Tod in Abrahams Schooß wallen. 12. Wie selig sind die Tod ten nun, die in dem HErren sterben! sie ruhn von allem ih: ren Thun, und werden nicht verderben von nun an, sagt der heil'ge Geist. Gott mehr' uns dieß Vertrauen! daß wir im Sterben allermeist auf's andre Leben schauen. 916. DHErre Gott! in meiner zc. 917. O Mel. Err JEfu Christ, mein's. JEsu, du mein Freund allein, ich leb' od'r sterb', so bin ich dein: ich bitt, laß mich mit dir zugleich ein Erbe seyn in deinem Reich. 2. Denn was wär' sonst dein' Sterbensnoth, so viel Striemen und Wunden roth, wenn ich auch nicht der Se 3. Warum hátt'st du dein Leib und Leb'n im Grab vers schlossen und aufgegeb'n, wenn nicht mein Tod durch deinen Tod besiegt sollt' werd'n, du treuer Gott. 4. Darum, o JEsu, steh' mir bey; gewissen Trost und Hülf' verleih: verlaß den nicht, HErr JEsu Christ, der mit dein'm Blut bespren get ist. 5. Im Friede laß mich schla fen ein, und in dir haben Ruhe fein: ein selig's Ende mir be scher', dein Antlitz laß mich sehen, HErr. 6. Jch bitt' durchs bittre Leiden dein, laß dieß mein leks tes Wünschen seyn: so will ich loben allezeit dich, o HErr Gott, in Ewigkeit. 918. Welt! ich muß dich lassen 2c. 919. 1. Chor. wie selig send ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekoms men: ihr seyd entgangen aller Noth, die uns noch hält ges fangen. 2. Chor. 2. Ja höchstselig sind wir, lieben Brüder, unser Mund ist voller Freudenlieder; doch was wir schauen, wird Gott euch gar bald auch anvertrauen. 1, Chor 334 Vom Tode 5 1. Chor. 3. Muß man doch auch bey dem besten Leben, immer noch in Sorg' und Furcht hier schweben: was wir hier kennen, ist nur Müh' und Her zeleid zu nennen. 2. Chor. 4. O ihr Lieben, send doch ja zufrieden, wünscht nicht Freude, weil ihr seyd hienies den: sucht euren Willen sanft in Gottes Vaterhuld zu stillen. 1. Chor. 5. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und be: freyt von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hins derlich in euren Freuden. 2. Chor. th 6. Mußten wir nicht eben: falls dort kåmpfen, da in uns war Sund' und Tod zu dâm, pfen? was euch jetzt quålet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. 1. Chor. 7. Christus trocknet alle eure Thränen, ihr habt schon, wornach wir uns erst sehnen. Schon hört ihr fingen, was in feines Ohr allhier mag dringen. 1. Chor. 9. Ach! wer wollte denn nicht gerne sterben, und den Himmel für die Welt ererben? wer wollt' hier bleiben, sich von Furcht und Sorgen las sen treiben? 2. Chor. 8. Duldet euch nur immer unter Thränen, fahret fort, euch Himmel: an zu sehnen. Ist euer Leiden nicht die Saat zur Erndte jener Freus den? 2. Chor. 10. Freylich ist hier gut bey Christo leben, doch müßt ihr euch in Geduld ergeben: all éuer Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten. 1. Chor. 11. Komm, HErr JEsu, komm, uns auszuspannen, 18 uns auf, und führ' uns bald von dannen; bey dir, o Son ne! ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. 2. Chor. 12. Ach! ihr theure See len! eure Kronen, eure Pal men, eure güldne Thronen, sind schon bereitet, schafft nur, daß ihr recht zum Siege streitet. Beide Chore. 13. Preis und Ruhm se dir, o HErr, gesungen, fer bend hast du uns das Heil e rungen; ein ew'ges Leben hat du uns durch deinen Tod ge geben. 14. Lobt ihn, Menschen, lobt ihn, Himmelschdre! gebi dem höchsten Gott allein die Ehre! die Ewigkeiten werden unsers Gottes Lob ausbreiten. 920. und der Auferstehung. 920. So komm, geliebteTodesstund. 921. Valet will ich dir geben zc. 922. Was traurest du, mein c. 923. Weil nichts gemeiners ist sc. ( Siehe Nro 1100.) 924. Wenn ich in Todesndthen: c. 925. W enn mein Stündlein vorhanden ist, und ich soll fahr'n mein' Straße, so g'leit du mich, HErr JEsu Christ, mit Hülf' mich nicht verlasse: mein' Seel' an mei: nem letzten End' befehl ich, in deine Hånd', du wirst sie wohl bewahren. 2. Mein' Sünd' mich wers den frånken sehr, mein G'wiss sen wird mich nagen, denn ihr'r sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht ver. zagen; betrachten will ich deis nen Tod, o HErr, in meiner letzten Noth, durch den werd' ich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deis nem Leib, deß tröst' ich mich von Herzen: von dir ich un geschieden bleib' in Todesnoth und Schmerzen: wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir, ein ew'ges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 335 4. Weil du vom Tod erstan: den bist, werd' ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Tod's: furcht kannst du vertreiben: denn wo du bist, da komm' ich hin, daß ich stets bey dir leb' und bin, drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu JEsu Christ, mein' Arm' will ich ausstrecken, so schlaf' ich ein und ruhe fein; tein Mensch kann mich aufwecken, doch JEsus Christus, Gots tes Sohn, der wird die Hime melsthür aufthun, mich führ'n zum ew'gen Leben. 926. Mel. Wer nur den lieben 2c. er weiß, wie nahe mir mein Ende! geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach! wie geschwinde und bes hende kann kommen meine Tos desnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nachts leicht anders werden, als es am frühen Morgen war: denn weil ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott 2c. 3. HErr, lehr mich stets mein End' bedenken, und weil ich doch einst sterben muß, mein Herz in Zeiten zu dir lenken, und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott 2c. 4. Laß Vom 4. Laß mich bey Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sey für und für, und sage stets in allen Fällen: HErr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott zc. 336 5. Mein Herz und Sinn sen auf den Himmel gerichtet, nicht auf diese Welt, gieb, daß mir in dem Weltgetüm mel die Ewigkeit bleib' vors gestellt. Mein Gott 2c. 6. Ach! Bater, decke meis ne Sünde mit dem Verdienste Christi zu, dadurch ich nur Vergebung finde, und das mir giebt erwünschte Ruh'. Mein Sott 2c. 7. Ich weiß, in JEsu Blut und Wunden find' ich die beste Ruhestått, da find' ich Trost in Todesstunden, und alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott 2c. 8. Nichts ist, das mich von JEsu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod: ich leg' die Hand in seine Seite, und sage: Mein HErr und mein Gott! Mein Gott 2c. 9. Ich habe JEsum anges zogen schon längst in meiner heil'gen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott 2c. 10. Ich habe JEsu Leib genossen, sein Blut hab' ich getrunken hier, du kannst und wirst mich nicht verstoßen: ich Tode bleib' in ihm, und er in mir. Mein Gott zc.. 11. Ich leb' indeß in ihm vergnüget, und sterb' ohn' alle Kümmerniß: mir gnüget wie mein Gott es füget, ich glaub' und bin es ganz gewiß, durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. 927. Mel. Ich hab' mein' Sach'. Wie fleucht dahin der Men schen Zeit! wie eilet man zur Ewigkeit: wer denfet an die letzte Stund' von Her zensgrund? wie schweigt hie von der tråge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, verschwindet schneller als der Schaum: im Augenblick es bald vergeht, und nicht besteht, wenn ihr's im höchsten Glanze seht. 3. Nur du, Jehovah, bleis best mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg' und Hü gel fallen hin, mir ist's Se winn, wenn ich allein bey JEsu bin. 4. So lang' ich in der Hüt te wohn', so lehre mich, Gottes Sohn! daß ich stets zähle meine Tag', es niemals wag zu leben sicher in den Tag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? was Ehr' und Reichthum in dem Tod? o Mensch, du läufst dem Schat ten und der Auferstehung. ten zu, bedenk' es nu, du 3: Christus ist für mich ges kommst sonst nicht zur wah, ren Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist das höchste Gut bewußt, das such' ich nur, das bleibet mir, dort so wie hier, HErr JEsu, zieh' mein Herz nach dir. storben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben, drum fahr' ich mit Freud' dahin, hier aus diesem Weltgetümmel, aus der Trüb, sal in den Himmel, da ich wers de allezeit schauen seine Herrs lichkeit. 7. Was wird da seyn, wenn 4. Da wird seyn das Freus ich dich seh', und dort vor dei nem Throne steh'? Nun, weil ich lebe, lehre mich, daß klüglich ich von ganzem Her zen suche dich. denleben, wo viel tausend Sees len schon sind mit Himmelss glanz umgeben, stehen da vor Gottes Thron, da die Sera, phinen prangen, und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 928. Woher kommt's, daß der sc. 337 Vom Himmel und himmlischen Jerusalem. 929. Ale 5. Da die Patriarchen woh nen, die Propheten allzumal, wo auf hocherhabnen Thronen siget der Apostel Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle lle Menschen müssen sters Fromme hingefahren, deren ben, alles Fleisch vergeht jeder Gott zu Ehren läßt sein wie heu: was da lebet, muß Halleluja hdren.lmt and verderben, soll es anders wersi 6. O Jerusalem, du schöne, den neu. Dieser Leib der o! wie helle glänzest du! welch' muß verwesen, wenn er eins sten soll genesen, und dann zu der Herrlichkeit auferstehn, die ihm bereit. and put 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott ein lieblich Lobgerdne hört man da in stolzer Ruh'! o der gros ßen Freud' und Wonne! jego gehet auf die Sonne, jeho ges het an der Tag, der kein Ende nehmen mag. beliebt, auch ganz willig von 7. Ach! ich habe schon ers mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines JEsu Wunden hab' ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des HErren JEsu Tod.. blicket diese große Herrlichkeit, jego werd' ich schön geschmüs cket mit dem weißen Himmels. kleid: mit der goldnen Ehrens krone steh' ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude 2 an, 388 Bom an die fein Ende nehmen tann. ndio Himmel dra geh' ruhig ein, wo Gott allein wird alles und in allen seyn. 930-934. 936-940. 1935. dan 941. Mele Wachet auf, ruft uns ic. Mel. Es ist das Zeil uns x. Es mag dieß Haus, das aus Oder; Mein Herzens- JEfux der nun hin zerbrochen werden! ein andres Haus wird uns erbaut: Sott selbst will diesen Bau vollführen, mit ew'ger Hims melstlarheit zieren, dran man nichts unvollkommnes schaut. Hinweg, was irdisch heißt, mein Herz und ganzer Geist flieht von hinnen, ergreift dieß Wort, und ist schon dort, an jenem fel'gen Freudenort. Gott, wer dieses Leben wohl betrachtet, der wird finden, daß es ist allent halben voll Angst, Elend, Noth und Sünden, voll Müh, Beschwerniß, Sorg' und Leid, voll Schwachheit und voll Eitelkeit, auch wenn es if am besten. tim di 2. Ich habe leider! vilt Jahr' dieß niemals recht erwo gen, es hat die Welt mich im merdar durch ihren Schein be trogen. Vergieb mir, H durch deine Gnad', auch die meine Missethat, und and schwere Sünden. 3. Jetzt aber denke ich da an, und auch an jenes Leben ich rufe dich demüthig an, da du mir's wollest geben, zu den ich ja erschaffen bin, erlöst, neu'rt in meinem Sinn, auch aus Gnad' berufen. und 2. Da wird kein Vorhang angetroffen, das Allerheilig, ste steht offen: o seligste Zu friedenheit! Denn alles Lei: den wird verschwinden, was wird dann unser Geist empfin: den im Glanze der Unsterblich, teit? Gleich Engeln leben wir in froher Unschuld hier; alle Fromme umfaffen sich recht brüderlich. Dherz und Seele, freue dich! Tower De utr 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns 4. Die Sorge, die mi nur weiße Seide der allerrein, hier ansicht, und mich no sten Heiligkeit. Wir wissen möchte quälen, die will id dann von teinem Kummer, Gott, mit Zuversicht dir gan und unser Auge trübt tein und gar befehlen: wenn Schlummer. Hier wechselt dann Leib und Seel weiter keine Zeit. Hör auf, schmacht, so hilf du, H mein blöder Sinn, wo willst daß ich's nicht acht, weil i du endlich hin? stille! stille! dich hab' im Herzen. ver 5. G und himmlischen 5. Es ist das Leiden dieser Zeit, wie schwer es auch auf Erden, nicht werth der großen Herrlichkeit, die uns darauf soll werden. Wer die erlangt von Gottes Sohn, empfängt ganz überreichen Lohn, auf sehr geringe Arbeit. 6. Die Thränen werden allzumal vom Auge abgewis schet, die seel'ge Rub' im Freus densaal das Herz alsdann er, frischet: kein Schmerz, kein' Trubsal, keine Pein, wird all da mehr zu finden seyn, nur lauter Freud' und Wonne. Jerusalem. 10. O Gottes Sohn, HErr JEsu Christ, der du vom Hims met kommen, und nun bey deinem Vater bist im Him mel aufgenommen; zieh' mich auch nach, und zeige mir die Macht und Herrlichkeit, die dir der Vater hat gegeben. 7. Der Leib wird leuchten hell und klar, wie Christi Leib verklåret: und ob er schon von Würmern war vernichtet und verzehret; so wird er doch im Himmelreich, den heil'gen Engeln Gottes gleich, mehr als die Sonne glänzen. 389, 11. O heil'ger Geist, res giere mich, bis ich von hins nen scheide, laß michy empfins den kräftiglich den Vorschmack dieser Freude, die kein Mensch hier erfahren hat, und doch an uns, nach Gottes Rath, soll offenbaret werden. 12. Nun hilf denn, daß ich meinen Lauf, HErr JE su, bald vollende; ich sehne mich zu dir hinauf; gieb mir ein selig's Ende. Komm bald, HErr, und erlöse mich, denn meine Hoffnung steht auf dich, tomm, JEsu, komm in Gnas den. 8. Alsdann wird unser Aus 942. ( Siehe Nro. 919.) genlicht Gott, wie er ist, an. O wie selig seyd ihr doch zc. sehen, von Angesicht zu Ans gesicht: ach! wenn wird das geschehen, daß dieser Hütte irdisch Haus zerbrochen werd', und ich daraus geh' in des HErren Freude? 943. Welt, ade! ich bin dein 2c. 944. Wie schön ist unsers Königs x. 945. Zu dir erheb' ich meine zc. 9. Gott! mein Vater, höre doch mein sehnliches Bes gehren, und laß mich hier das Sündenjoch nicht långer mehr beschweren: ach! bringe mich Mel. Valet will ich dir geben. bald an den Ort, an welchem Oder: Ermuntert euch, ihr 2c. ( uf, mein Geist, zu Morgenlieder. 946. ich werd' immerfort, ohn' alle Afoben! auf! finge deffen Schwachheit leben. 2 Ruhm, 340 Morgenlieber.aid buu Ruhm, der über dich dort oben gen zu allem, was ich thu'! wacht in dem Heiligthum: HErr, sende du mir Kräfte hätt' er dir nicht die Wache von deiner Himmelshöh', auf der Engel zugeschickt, so war daß all' mein' Geschäfte ges es leichte Sache, daß Unfall wünscht von statten geh'. dich erdrückt. 7. Gieb mir vor allen Din gen getrosten Muth und Geist, dieß freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt: laß mich in guten Tagen nicht übermüthig seyn, und laß mich auch nicht zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. 8. Hilf, daß in meinem 3. HErr der Himmels, Stande ich thu', was dir ge heere, wie soll ich nach Ges fällt; auch laß mich nicht in bühr dich preifen, daß man Schande gerathen vor der höre, was du gethan an mir? Welt: richt', HErr, mein Ich bin viel zu geringe; doch ganzes Leben nach deinem nimm dieß Opfer hin, nimm Willen ein; laß auch mein hin, was ich dir bringe, ein'n Haus daneben von dir ge dir ergeb'nen Sinn. segnet seyn. 2. Dir, HErr, und deis ner Güte, ja dir, mein Gott, allein, lobsinge mein Gemů the, ich will dir dankbar seyn: denn du hast mir mein Leben noch bis daher verlångt, und täglich auch darneben viel Wohlthat mir geschenkt. 4. Wirst du nach Opfern schauen? Nein, du willst Herz und Brust. Ein kindliches Vertrauen, das, das ist deine Lust; das, das laß dir gefal: len: wie schlecht es immer scheint, so ist dennoch vor allen dieß Opfer gut gemeint. 9. Gieb, daß im Kreuz und Glücke ich stets so leben mag, daß ich all' Augenblicke dent an den letzten Tag: und wenn der wird einbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, HE, ich bin bereit. 5. Verzeihe mir die Sün de, die ich bisher verübt, die, 947. wie ich jetzt befinde, mein Auf, auf, mein Herz, zu. Herz gar sehr betrübt; vers zeihe mir und dampfe all' ups 948. Mel. Der lieben Sonne. deis pige Begier, mit der ich tågs Auf, Seel'! und dank O vers lich zeihe mir! 6. Send' auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Se, Herzensgrunde; das helle Licht vertreibt die Stern' in dieser Morgenstunde; die Sonn entdecker dir der Erdengüter Zier, Morgenlieder. Zier, die sich dir gleichsam wie Leide, weil deine Hand es ans zur Schau darstellen in dem Morgenthau. dern fann, und wenden Leid in Freude. Dein Herz, auf mich gericht't, tann mich vers lassen nicht: denn wer im Glauben kommt zu dir, der ist gesegnet für und für. 7. Nur dir sey alles heims gestellt, Leib, Seele, Gut und Leben: mach' alles, wie es dir gefällt, dir hab' ich es ergeben. Bewahre Stadt und Land, sey gnådigjedem Stand, erhalt' dein Wort und Sacra, ment; gieb ein vernünftig ses lig End'. 2. Sprich: Gott, ich bin nicht g'nug dazu, die Gnade zu erzählen, die du durch sanfte Leibesruh' erzeigt haft meiner Seelen. Ich kann nicht zei gen an, was du mir Gut's gethan, nebst andern, die auch trauen dir, und Eines Glau, bens sind mit mir. 3. Nun, meiner Seele Hülf' und Schut! ich rühme deine Treue, die deinen Kin dern kommt zu Nuß, die alle Morgen neue; ich danke in, niglich, daß du so gnådig mich und auch die Meinen diese Nacht durch deine Engel hast bewacht. 4. Gieb, liebster Gott, daß ferner auch ich heute christlich wandle, und meine Kräfte so gebrauch', daß, was ich thu und handle, gereiche mehr und mehr zu deines Namens Ehr, zu meiner Seele Heil und Schuß, und meines Nächsten Dienst und Nuß. 5. Behüte mich vor alle dem, was Leib und Seele tránket: hingegen gieb, was angenehm, was deinen Segen schenket. Wend' ab Gefahr und Noth, Krieg, Hunger, Feu'r und Tod: schickst du mir aber Kreuz mit zu, so gieb Ges duld, Trost, Hülf' und Ruh'. 6. Ich will gern alles neh. men an, zu Lieb' und auch zu 341 8. Mein HErr und Gott, dich laß ich nicht, dir lieg' ich hier zu Füßen, bis mir dein Mund den Segen spricht, der alles kann versüßen, was sonst von Last und Müh' mich tref fen soll noch hie, der mit Vers gnügen meinen Geist zu seiner Arbeit gehen heißt. 9. So fang' ich denn mit Freuden an, was mir ist ans befohlen: dein Geist führ' mich auf ebner Bahn, bis du mich einst wirst holen ins schöne Paradeis zu deinem Lob und Preis; so wird mein Leben wohl vollbracht, und auch das Ende gut gemacht. 949. Aus meines Herzens Grunde. ( Siehe Nro. 1102.) 950. Christe, wahres Seelenlicht. 93 951. 342. Morgenlieder. 951. Mel. Herzlich thut mich zc. ant sey Gott in der Höhe in dieser Morgenstund', durch den ich wied'r aufstehe vom Schlaf frisch und gesund: mich hielte zwar gebunden die Finsterniß der Nacht, nun ist sie überwunden durch Gott ,, der mich bewacht. 2. Demüthig will ich bit: ten, o Schußherr Israel! du woll'st treulich behüten den Tag mein Leib und Seel'. All' christlich Obrigkeiten, die Schulen und Gemein' laß dir zu allen Zeiten, o HErr, be. fohlen seyn! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried' ges sund und måßig Leben, ein frdliches Gemüth, daß wir in allen Stånden Tugend und Chrbarkeit lieben, und Fleiß drauf wenden, als rechte Chris stenleut'. Wort sein'n Trost mit Petro setze, so geht die Arbeit fort. 5. Gieb uns, HErr, deis nen Segen, daß wir nach dein'm Geheiß wandeln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jedermann sein' Neke auswerf, und auf dein 6. Was dir gereicht zu Eh, ren, und der Gemein' zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truß, doch kann er's nicht vollbrin gen, weil du, HErr JEsu Christ, herrschest in allen Din gen, und unser Beystand bist. 3. Erhalt' uns durch dein' 952. Güte bey rechter reiner Lehr', Das walte Gott, der mich. vor Irrthum uns behüte, streit' für dein Wort und Ehr', daß wir und unser Saame immer in Einem Geist sprechen: Des HErren Name sey groß und hoch gepreis't. 7. Wir sind die zarten Re ben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachs'n und kleben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr: dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr. 953. Das walt' mein Gott. Der 954. Mel. Dir, dir, Jehovah, will u. er frohe Morgen kommt gegangen; das schöne Licht am Himmel bricht her für; man spüret schon der Sonne Prangen: das Dunk le weicht, der Tag ist vor der Thür; und was vorhin er starrt und schlafend lag, reget sich, ist munter, frisd und wach. das 2. Auch du, mein Geist und meine Kräfte, ermuntert euch, gebt keiner Trägheit Plaß! Gott loben sey jetzt eut Geschäfte, den Gott, der sei nes Morgenlieder. mich; mein Gott zu seyn er. bietet selbst er sich.sl ord 7. 3war ging ich irr' in der Gottheit nie an Kraft ge, finstern Wegen, er aber zeigte bricht. tour des sist aid mir sein Angesicht: ich spürte 3. Er ist der HErr der Tag': seines Geistes Regen, ich fam und Måchte, er sprach: Es zu seinem wunderbaren Licht: werde Licht! und es ward mir war, als wär' ich aus Licht. Des Himmels Bau ist dem Schlaf erwacht, wenn sein Gemächte, und was dar, uns nach sanfter Ruh' verläßt. an sich zeiget dem Gesicht, die die Nacht. Sonn', der Mond, das ganze Sternenheer, erzählet dieses großen Schöpfers Ehr'.mo 8. In Christo hat er mich geliebet, durch dessen Tod bin ich ihm ausgeföhnt: die Schuld und Sünden er vergiebet, und wår' er dadurch noch so hoch verhöhnt; ja durch den Sohn bin ich sein Erb' und Kind, das ewig vor ihm Gnad' um Gnade find't. nes Volkes Schuß und Schat: deß Auge schläft noch schlum mert nimmer nicht, weil es 4. Die Luft und was dar, innen schweber, das Meer und alles, was es in sich hält; was auf dem Rund der Erde le: bet; mit einem Wort! die ganze weite Welt ist schuldig, diesen HErrn mit Preis und Ruhm stets zu erhöh'n in sei, nem Heiligthum. ¹5. Drum will auch ich jegund nicht schweigen, ich will, ob ich es gleich nicht würdig bin, vor seiner Majes ståt mich beugen, daß ich ihm opfre Dank im Geist und Sinn; ja ich will ihm mich selbsten ganz und gar, so gut ich kann, zum Opfer stellen dar. 343 9. Er hat mir seinen Geist geschenket zum Führer, Sies gel, Licht und Unterpfand; der ist's, der meinen Willen lentet und unterthänig machet seiner Hand; der, wenn ich schwach, bedrückt und elend. bin, mit Fried' und Trost ers quickt den bidden Sinn. 6. Er ist mein Vater, Gott und Schöpfer, von dem ich Leib und Seel' und alles hab': ich bin sein Thon, er ist mein Töpfer; was gut an mir, ist alles seine Gab'. Er nährt, er pflegt, er schüßt, er tråget 10. Nun, Bater, sey ges benedeyer, sey hoch gerühmt von mir in Ewigkeit für alles, womit mich erfreuet die Fülle deiner Güt' hier in der Zeit, und was sie guts mir dort hat zugedacht, wo uns die frohe Ewigkeit anlacht. 11. Dir will ich ferner mich ergeben, und deiner Trew' auf. ewig anvertrau'n. Ich heil', ge dir mein ganzes Leben: 24 mein Morgenlieder. mein Auge laß beständig auf mel 2bschied nehmen: unsers dich schau'n, daß dieser Tag, Morgensternes Pracht darf mit dem ich bin erwacht, von sich niemals schämen. mir durch dich recht christlich werd' vollbracht. 6. Der Menschen Schaar, die wie todt war, greift jetzt zu ihren Werken; laß mich, HErr, bey meinem Werk dein Werk in mir merken. 12. Ja segne, Vater, und behüte mein Leib und Seel' und alles, was nur dein; das Untlig deiner Lieb' und Güte 7. Ein jeder will der süßen erleuchte mich mit seiner Klars heit Schein: ach! richt' auf mich dein gnädig's Angesicht, und gönne mir dein göttlich Freudenlicht. Still' und Ruhe Urlaub ge ben: JEsu, deine stille Ruh' sey des Geistes Leben. 8. Nun will ich auch, nach meinem Brauch und Pflicht, zum Werke greifen: laß nur, HErr, aus deiner Nuh' nie mein Herz ausschweifen. 9. Halt' du die Wach', das mit kein Ach und Schmerz den Geist berühre: meinen ganzen Lebenslauf deine Hand regiere. 10. Wenn wird einmal, des Lebens Quaal und Müh' ihr End' erreichen? wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, wenn diese fällt, die uns oft dringt zu weinen, soll noch heller siebenmal Tag und Sonne scheinen. 344 955-958. 959. Mel. O Traurigkeit, a Zerzel. Oder: Der Tag ist hin, mein 2c. ie Nacht ist hin, mein D Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, vor dem völlig weichen muß Finsterniß und Plage. 2. Der Tag ist da, das Licht ist nah', das Dunkle zu ver, treiben: vor dir, JEsu, schön, stes Licht, kann nichts dunkel bleiben. 3. Der Sonne Licht aufs neu' anbricht: o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud' und Bonne. 4. Des Mondes Glanz vers liert sich ganz, er muß dem größern weichen: mit dir, Glanz der Herrlichkeit, ist nichts zu vergleichen. 5. Der Sterne Pracht muß mit der Nacht vom Him. 12. Ja, dann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren, denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Halleluja, ey wår' ich da, wo meine Sonne woh net, wo die Arbeit dieser Zeit völlig wird belohnet. 14.0 Morgenlieder. 14. O JEsu du, schaff mich dein Angesicht, und deis Hülf' und Ruh in unsern nen Frieden auf mich richt'. dunkeln Zeiten: führ' uns aus der finstern Welt in die Ewigkeiten. 964. Erhebe dich, o meine Seel' zc. 965. 960. Die Nacht ist nun verjaget sc. Erschein', du Morgenstern c. 961. Dieweil ich auferstehe in zc. 962. Du Gott des Lichts, vor 2. 963. Mel. Für deinen Thron tret' ic. u heilige Dreyfaltigkeit, du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heil's ger Geist: heut' diesen Tag mir Beystand leist'. 345 3. Des Vaters Huld mich heut' anblick'; des Sohnes Güte mich erquick'; des heil'. gen Geistes Glanz und Schein erleucht' mein's finstern Hers zens Schretn. 4. Mein Schöpfer! steh' mir kräftig bey; o mein Er Isfer! ben mir sey: o Tröster werth! weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier. 966. Mel. Zerr Gott, dich loben alle Oder: Zerr Jesu Christ, mein's. 2. Du hast mich, Gott, nach deiner Mild', gemacht zu deinem Ebenbild. In die web', schweb' und lebe ich, ver: 2. Mein' Seel', Leib, Ehr und Gut bewahr', daß mir gehen müß't ich ohne dich. kein Böses wiederfahr', daß mich der Satan nicht verleß', noch mich in Schand' und Schaden set. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Leben war. Vo or deinen Thron tret' ich hiemit, o Gott! und dich doch dein Angesicht von mir, demüthig bitt'. Ach! wende dem armen Cünder, nicht. 4. Verstand und Ehr' hab'. ich von dir, des Lebens Noths durft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich im Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du haft mich durch dein Blut eridset von der Hölle Glut, das schwer' Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn ges stillt. 5. HErr, segne und behüte mich! erleuchte mich, HErr, 6. Wenn Sünd' und Sas gnädiglich! HErr, heb' auf tan mich anklagt, und mir 95 das Morgenlieder. 346 das Herz im Leib' verzagt, als.. dann brauchst du dein Mittler, amt, so werd' ich Schuldner nicht verdammt. 7. Du bist mein' Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud': Ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig seyn. 8. Gott heil'ger Geist, du höchste Kraft, deß Gnade in mir alles schafft, ist etwas Gut's am Leben mein, so ist Gott, der du selber bist zc. es wahrlich lauter dein. 967. 14. Erlaß mir meine Sün denschuld, und habe noch mit mir Geduld: zünd' in mir Glauben an und Lieb', zu je nem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein selig's Ende mit bescher', am jüngsten Tag ers weck' mich, HErr, daß ic dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich. 968. ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn, heiliger Geist! der du Tag und Nacht lås' st werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dies ser Nacht vor Gefahr, Ang Noth und Schmerzen hast be hútet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nige machtig worden ist. 3. Laß, o HErr, auch mu ne Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o HErr JE fu, laß mich finden deine Wun den offen stehn, wo alleine Hülf' und Rath ist für meine Missethat. 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', ihn meinen HErrn und Vater nenn', sein wahres Wort und Sacras ment' behalt' und lieb' bis an mein End'; 10. Daß ich vest in Anfech, tung steh', und nicht in Trüb, fal untergeh', daß ich im Herzen Trost empfind', zuletzt mit Freuden überwind'. 11. Drum dank' ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund', für alle Gate, Treu' und Gnad', die meine Seel' empfangen hat. 12. Und bitt', daß deine Gnadenhand von mir heut' nicht sey abgewandt, mein Amt, Gut, Ehr', Freund, Leib und Seel' in deinen Schuß ich dir befehl'. 13. Hilf, daß ich sey von Herzen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrich, tig und rechtschaffen sey, nicht sorgen, daß, wenn nun bein Augenschein und Heucheley. großer Tag uns erscheint 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele und dein Morgenlieder. dein Gericht, ich davor ers schrecke nicht. 5. Führe mich, o HErr! und leite meinen Gang nach deinem Wort, sey und bleibe du auch heute mein Beschü, Her und mein Hort: nirgends, als bey dir allein, kann ich recht bewahret seyn. 6. Meinen Leib und meine Seele, samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand: HErr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende, und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh' trage nach dem Himmel zu. 8. Hore, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn, hei liger Geist; meiner Bitte mich gewähre, der du selbst mich bitten heiß'st, so will ich dich hier und dort herzlich preisen fort und fort. 969-972. 973. ch dank dir, lieber HEr Jah re, daß du mich haft be. wahrt in dieser Nacht Ge fährde, darin ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, das ju in großer Noth, daraus ich bin entgangen, weil du mir halfft, o Gott! 347 2. Mit Dank will ich dich loben, o du mein Gott und HErr! im Himmel hoch dort oben. Den Tag mir auch ges währ', warum ich dich will bitten, und auch dein Will' mag seyn: leit' mich in deis nen Sitten, und brich den Willen mein. 3. Gieb, daß ich nicht abs weiche von deiner rechten Bahn, der Feind mich nicht ers schleiche, damit ich irr' möcht' gehn. Erhalt' mich durch dein' Güte, das bitt' ich fleißig dich, vor's Teufels List und Wü then, damit er sett an mich. 4. Den Glauben mir vers leihe an dein'n Sohn, JE, sum Christ, mein' Sünd' mir auch verzeihe, weil du die Lies be bist: du wirst mir's nicht versagen, weil du verheißen hast, daß er mein' Sünd' soll tragen, mich. Idsen von der Last. 5. Die Hoffnung laß mich halten, die nicht verderben läßt, laß nie die Lieb' erkals ten, zu dem, der mich ver: stößt, daß ich ihm Gut's ers zeige, such' nicht darin das Mein', ihn liebe als mich eigen, nach all' dem Willen dein. 6. Dein Wort laß mich bes kennen vor dieser argen Welt, mich deinen Diener nennen, nicht fürchten G'walt noch Geld, das mich bald möcht' ableiten von deiner Wahrheit Pfad, daß ich nicht möge glei ten, 348 Morgenlieder. ten, führ' mich nach deinem Rath! 7. Laß mich den Tag volls enden zu Lob dem Namen dein, laß mich nichts von dir wenden, an's End' beståndig seyn. Behüte Leib und Leben, dazu die Frücht' im Land', was du uns hast gegeben, steht all's in deiner Hand. 8 HErr Christ, dir Lob ich fage für deine Wohlthat all', die du mir all' mein' Tage erzeigt haft überall. Dein'n Namen will ich preisen, der du allein bist gut: mit deis nem Leib mich speise, trånk' mich mit deinem Blut. 9. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm, dein' Gút' sich bey uns mehre, dein Segen zu uns komm', daß wir in Fried' einschlafen, mit Gnaden zu uns eil', gieb uns des Glaubens Waffen für's Teufels List und Pfeil. 974. Jd ch dank' dir schon durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich heut' in dieser Nacht so gnå dig haft behütet. die dir ist fund, aus meinem ganzen Leben. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuß erhalten, daß mir der Feind, nicht schaden mag mit Listen mannigfalten. 5. Regier' mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd' nicht fallen, auf daß die mig' das Leben mein und all' mein Thun gefallen. 6. Denn ich befehl' dir leib und Seel', und all's in deine Hånde: in meiner Angst und Ungefäll, HErr, mir dein' hülfe sende; 7. Auf daß der Fürste di ser Welt fein' Macht an mit nicht finde: denn wo mich nicht dein' Gnad' erhält, if er mir viel zu g'schwinde. 8. Ich hab' es all' mein Tag gehört, Menschenhülffen verlohren: drum steh' mir bey, du treuer Gott, zur Hülf' biß du erkohren. 9. Allein Gott in der Höh sey Preis, samt seinem ein'gen Sohne, in Einigkeit des heil gen Geist's, der herrscht ins Himmels Throne. 2. In welcher Nacht ich 975. lag so hart mit Finsterniß um. Jest leuchtet schon vom 2. fangen, von all' mein'n Sund'n geplaget ward, die ich mein'n Tag begangen. 976. 3. Drum bitt' ich dich aus Herzensgrund, du wollest mir vergeben all meine Sünd', Mel. Zerzliebster JEfu, was ic n dieser Morgenstund' will ich dich loben, o Gott, mein Vater! in dem Himmel oben: für alle Gnade, die du Sid mit Morgenlieder. mir erwiesen, sey hoch ge: bdsen Lüsten, daß ich auch priesen! meinen eignen bösen Willen nicht mög' erfüllen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, und durch die Tauf' in dein Reich aufgenommen, du läsfest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 9. HErr, laß in deinen Schutz seyn eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Feinde, Haus genossen, und was ich sonst, durch deine milde Gabe, auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt' bey gutem Stande, gieb Fries de, Glück und Heil im ganzen Lande! behüt' uns allerseits, o HErr, aus Gnaden vor Schand' und Schaden. 11. Du wollest auch an dies sem Tag mich stärken durch deine Kraft zu des Berufes Werken, auf daß ich möge in denselben allen dir wohlges fallen. 3. Du giebest mir den heil', gen Geist daneben, daß er mich lehr' und führ' in meinem Les ben, damit ich lern' auf dich alleine schauen, und dir vers trauen. 4. Du hast mich all'zeit våterlich ernähret, was ich bes durft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Noth und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. So hast du auch durch deiner Engel Schaaren in dies ser Nacht mich lassen treu be wahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. O HErr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl' und rühm' ich solche große Güte, die ich empfangen hab' an allen Enden aus deinen Händen. 7. Ich bitt', du wollest über mir fort walten, und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 349 12. Zuletzt verleih', wenn ich aus diesem Leiden, es sey heut' oder morgen, werd' abs scheiden, daß ich auf Christi Tod mög' frölich sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel' genesen, und mir ist wohl auf dieser Welt gewesen; dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heil'gem Geist regierst auf Eis nem Throne: gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd' gewähret. 977. 8. Hilf, daß ich bleib', wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren Lobet den HErren:: alle 2c. 978. 350 Morgenlieder. 978. deine Güt', so wie vor einem Morgenglanz der Ewigkeit zc. schnellen Tod in dieser Na On behüt't. $ 979. Mel. un sich der Tag ic. Oder: Lobt Gott, ihr Christen. un sich die Nacht geen, det hat, die Finsterniß zertheilt, wacht alles, was am Abend spat zu seiner Ruh' geeilt. 9. Hab' Dank, o habe Dank für deine Lieb' m Treu': hilf, daß ich dir me Lebenlang von Herzen da bar sey. I 2. So wacht, ihr meine Sinnen, wacht, da sich der Tag erneu't. Seyd nun auf Gottes Lob bedacht, denn es ist Dankens Zeit. 3. Und du, des Leides edler Gast, du theure Seele du! die du jetzt auch geruhet hast, 12. Laß mich, o 96 dank' Gott für seine Ruh'. keine Sünd' mit Vorsag het 4. Wie soll ich aber dir, mein Licht, zur Gnüge dank, bar seyn? mein Leib und Seel' ist dir verpflicht't, und ich bin ewig dein. begehn, sonst möcht' ich d ein Sündenkind nicht m vor die bestehn. 13. Wend' meine Auge gnädig ab von schnöder Ein keit, damit bis an mein fühle Grab ich alles Bdse meid'. 14. Gieb deinen Cen diesen Tag zu meinem und That, damit ich fr sagen mag: Wohl dem, JEsum hat. de 15. Wohl dem, der J sum bey sich hat, und ihn 7. In deinen Armen schlief vertraut allein, der ist getrof ich ein, drum konnte mir der geht seinen Pfad, und wi Feind mit seiner List nicht einst selig seyn. schädlich seyn, wenn er's gleich bds gemeint.. 16. Nun denn, so fang' id meine Werk in JEfu Name 8. Vor Wassers und vor an: er geb' mir seines Geistes Feuersnoth hat mich, HErr, Stårk', daß ich sie enden kann. 980 5. Dir geb' ich, JEsu, die se Gab' zu einem Unterpfand, als die ich selbst empfangen hab' von deiner Liebeshand. 6. Und diese deine Liebes, hand ist's, die mich hat be: wacht, die allen Schaden ab. gewandt in der verfloßnen Nacht. 10. Gedenke, HErr, aut heut' an mich, an diesem gan zen Tag, und wende von mit gnådiglich Noth, Jamme Angst und Plag'. 11. Erhör', o JEsu, m ne Bitt', nimm meine Se zer an, laß alle meine Tri und Schritt' heut' gehn a rechter Bahn. Morgenlieder. 980. Nun wachen alle Wälder 2c. 981. Dallerhöchster Menschenhüter. 982. D O heilig, heilig, heilig zc. AS983. Mel. O Gott, du frommer 2c. JEsu, du mein Licht, nun ist die Nacht vers gangen, nun hat dein Gna: denglanz auf's neue mich um fangen: nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt, und unter deinem Schutz hat mich kein Leid erschreckt. di 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? ich will mit Dank und Preis an deine Gnade denken. Dir sey Leib, Seel' und Geist gewidmet diesen Tag. Das soll mein Opfer seyn, weilich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine See le, sie sey dein Eigenthum, zum Tempel sie erwähle. O du mein höchstes Gut! da haft du, meinen Geist, darinnen wollst du dich verklåren allers meist. 4. Dir sey denn auch mein Leib zum Tempel ganz erge ben, zur Wohnung und zum Haus; laß mich dir einzig les ben! Ach wohn', ach leb' in mir, beweg' und rege mich, so wird Geist, Seel' und Leiß in die erfreuen sich. 351 5. Dem Leibe hab' ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seele seyn dein Bild. Mit Uns niß eingepräget. schuld schmücke fie und mit Ges rechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein JEsu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demuth mich vor allem kleide an: so bin ich wohl geschmückt, und köstlich angethan. 7. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwes be, daß deine Gegenwart mich überall umgebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund'. 8. Ach! segne, was ich thu', ja rede und gedenke, durch deines Geistes Kraft es also führ' und lenke, daß als les nur gescheh' zu deines Nas mens Ruhm, und daß ich uns verrückt verbleib' dein Eigens thum. et ol 984. Licht, geboren aus dem sc. 985. Seele, du mußt munter 2. 986. Wach' auf, mein Herz, und 2c. ( Siehe Nro. 1103.) das 987. Weil ich nun seh' die zc. 988. 352 Abendlieder. 988. mehr vergangen: sey du selbst Wie schon leuchtet der 2c.id mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. Abendlieder. 989. Mel. Ach! was soll ich Sünder. Oder: Unerschaffne Lebensson. ch! mein JEsu! sieh' ich AS! trete, da der Tag nun: mehr sich neigt, und die Fins sterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron, und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinne hin. 2. Meine Tage gehn ge. schwinde, wie ein Pfeil, zur Ewigkeit, und die allerlångste 3. Und, mein JEsu! sieh', ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bey Tag und Nacht herzlich suchte. Mein Erbarmer! mancher Tag geht so dahin, daß ich nicht recht wacker bin. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gön nen willt; mein Herz sey mit dir erfüllt, so wird mich nichts können quålen. Denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 990. Zeit eilt vorbey, als wie die Christ! der du bist der 2. Winde, strömet fort, als wie ein Fluß, gleich dem schnellsten Wasserguß. 17. Nun, mein theurer Hei land, wache, wache du in die ser Nacht, schüße mich mit dei ner Macht, deine Liebe mich anlache. Laß dein Aug' ge richtet seyn auf mich, wenn ich schlafe ein. 4. Ach! ich muß mich herz. lich schämen, du erhältst, du schüßest mich Tag und Nacht so gnådiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heucheley dir dafür recht dankbar sey... 991. Christe! der du bist Tag. 992. er lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Lauf vollführet, die Welt hat sich zur Ruh' gemacht, thu', Seel! was dir gebühret; versäume nicht den Dank, stimm' an den Lobgesang, laß deine Au gen, Herz und Sinn auf J sum seyn gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuch tet wol, und glänzt mit Licht und Strahlen; ihr macht die Nacht des Prachtes voll: 5. Nun, ich komme mit doch noch zu tausendmalen Verlangen, o mein Herzens, scheint heller in mein Her freund! zu dir, neige du dein und lindert allen Schmerz Licht zu mir, da der Tag nun, mein JEsus, meiner Seele Ruhm, Abendlieder. Ruhm, mein Schut, mein Schat, mein Eigenthum. 3. Herrscht gleich der Schlaf auch diese Nacht bey Menschen und bey Thieren ist einer doch, der droben wacht, bey dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, JEsu, nicht dein Aug' auf mich gericht't, drum soll mein Herz gerichtet seyn auf dich und deinen Schuß allein. 353 Armen: dein' Aufsicht wird mir Decke seyn; mich schützet dein Erbarmen. Mir ist sonst nichts bewußt, als nur die reinste Luft, die aus dem Wort des Lebens fließt, und dein Geist in mein Herz eingießt. 8. So oft die Nacht mein' Alder schlägt, soll dich mein Geist umfangen: so vielmal sich das Herz bewegt, soll dieß seyn mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall még' rufen überall: o JEsu, JEsu! du bist mein, ich aber bin und bleibe dein. 4. Verschmåhe nicht das schlechte Lied, das ich dir, JEsu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried', eh' ich es zu dir bringe: ich bring' es, wie ich's tann, ach nimm es gnådig an, es ist doch herz: lich gut gemeint, o Esu! meiner Seele Freund. * 5. Mit dir will ich zur Ruhe gehn, dir will ich mich befehlen: du wirst, mein Hü: ter, auf mich sehn, und rathen meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, nicht Hölle, Welt noch Tod: denn wer mit 993. JEsu schlafen geht, mit Freus Der Tag ist hin, die Sonne sc. den wieder aufersteht. td ting e 9. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh', und schlaf' fein fanft und stille; ihr müden Augen schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dieß mit ein: HErr JE su, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster JEsu, gute Nacht. 6. Bleibt fern, ihr Schre: 994. den! weg mit euch! hier habt Mel. Traurigkeit, o Zerzel. ihr nichts zu schaffen, dieß Hauser Tag ist hin, mein So will ich denn nun schlafen ein, JEsu, in deinen es ganz sicher schlafen; der sich nach jenem Tage, der uns Engel starke Wacht hålt es in völlig machen wird frey von guter Acht, ihr Heer und Las aller Plage. ger ist sein Schuß, drum bies ten wir euch allen Truß. 2. Die Nacht ist da, sey du mir nah', JEsu, mit deiner Gnade; treibe von mir alles weg, was mir irgend schade. 3 3. Der 2354 Abendlieder. 3. Der Sonne Licht uns weinen, soll noch heller fie 400 jetzt gebricht: o unerschaffne benmal Mond und Sterne Sonne, brich mit deinem Licht hervor, mir zur Freud' und Wonne. scheinen. 4. Des Monden Schein fällt nun herein, die Finster niß zu mindern: ach! daß nichts Veranderlich's meinen Lauf möcht' hindern. 12. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren: denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Halleluja! ach war' ich da, wo alles lieblich flinget, wo man in vollkommner Ruh' heilig, heilig singet. 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr' am hohen Him, mel flimmert: wohl dem, der in jener Welt gleich den Sters nen schimmert! 6. Was sich geregt und erst bewegt', ruht jetzt von seis nen Werken: laß mich, HErr, in stiller Ruh' dein Werk in mir merken. 995. Mel. Mein Herz und Seel' it. S er Tag ist hin, mein JE, su bey mir bleibe, o Seelenlicht! der Sünden Nacht vertreibe: geh' auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit! erleuchte mich, ach HE! denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein Gott, gefun gen; dir sey die Ehr', daß als les wohl gelungen nach deis nem Rath, ob ich's gleich nicht versteh': du bist gerecht, es gehe wie es geh'. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quålet: Bestän digkeit im Guten mir noch fehlet, das weiß'st du wohl, o Herzenskündiger, ich strauch le noch wie ein Unmündis ni mstad? 4. Vere 7. Ein jeder will, weil als les still', der süßen Ruhe pfle. gen: laß die Unruh' dieser, Zeit, JEsu, bald sich legen. 8. Ich selbst will auch, nach meinem Brauch, nun in mein Bette steigen: laß mein Herze sich zu dir voller Sehnsucht neigen. 9. Halt' du die Wach', das mit kein Ach und Schmerz den Geist berühre, sende deis ner Engel Schaar, die mein Bette ziere. 14. O JEsu du, mein' Hülf' und Ruh'! laß mich das hin gelangen, daß ich mög' in deinem Glanz vor dir ewig prangen. 10. Wenn wird einmal, des Lebens Quaal und Müh' ihr End' erreichen? wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da die: se fällt, die uns oft dringt zu ger. Abendlieder. bracht. 4. Vergieb es HErr, verletzt und frey hindurch ges was mir sagt mein Gewissen, daß ich durch Sünd' von dir mich abgerissen. Es ist mir leid, ich stell' mich wieder ein, gelobe dir, der Deine stets zu seyn. 3. Bergieb es mir, wenn ich nicht recht gelebet, wenn ich nach dem, was unrecht ist, gestrebet: laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit vor dir getilget seyn. 4. Schaff', daß mein Geist dich ungehindert schaue, inst dem ich mich der dunkeln Nacht vertraue, und daß der Leib nach dem durchlebten Tag durch sanfte Ruh' sich nun ers holen mag. out othe 5. Vergönne mir, daß dei, ner Engel Schaaren mich diese Nacht vor allem Leid bewah ren, auf daß ich vor der List und Tyranney der argen Feind im Schlafe sicher sey.da t 5. O HErr, mein Schuß, mein Hüter und mein Hirte! zu meinem Tröst dein sieghaft Schwerdt umgürte, bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meis ner Seele tracht't. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach! laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen; o Le benssonn'! erquicke meinen Sinn, dich laff' ich nicht, weil ich der Deine bin. 355 6. HErr, wenn mich wird d die lange Nacht bedecken, und in die tiefe Grabeshöhle stres cken: so blicke mich mit deinert: im Tode nehmen kann. sing Augen an, daraus ich Licht 996. th Der Tag mit seinem Lichte zc. de vi 997. Die Nacht ist vor der Thür zc. Spinti 1998. ani Mel. Der Tag ist hin, mein 2c. ie Sonn' hat sich mit ih rem Glanz gewendet, und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet, die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Thier, und was ni nur lebt, zur Ruh 999. 2. Ich preise dich, du HErr der Nacht' und Tage, daß du mich Mel. Alle Menschen müssen 2c. Oder: Du, o schönes Weltgeb. erreis Bid heut vor aller Noth und Gott, du läffeſt mich geret Plage, durch deine Hand chen abermal die Abende gnadenreiche Macht, hast uns zeit, das ist mir ein neues 32 Zeichen 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des bessern Lebensd großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Abendlieder. 356 Zeichen deiner Lieb' und Gü tigkeit. Laß, o HErr, mein schwaches Singen durch die trübe Wolte dringen, und sey auch in dieser Nacht gnådig dir, und nicht der Welt wid, met, so wie dir's gefällt. 6. Geht, ihr meine müde Glieder, geht und leget euch zur Ruh', reget ihr euch mor auf mein Heil bedachtasse gen wieder, schreibt es eurem 2.is Neige dich zu meinem Bitten, stoße nicht mein Opfer weg. Hab ich gleich oft über schritten deiner Wahrheit heil's gen Steg; so bereu' ich meine Sünden, und will mich mit dir verbinden. Könnt ich nur Schöpfer zu, der so treue Wach gehalten. Wenn ihr aber müßt erkalten, wird des bittern Todes Pein doch der Seele Vortheil seyn. hole 1000. aus meiner Brust tilgen alle Gott Lob! es ist nunmehr. böse Luft! ahu aplod 18. HErr, es sey mein Leib und Leben, und was du mir haft geschenkt, deiner Allmacht übergeben, die den Himmel selbst beschränkt. Laß um mich und um die Meinen eis nen Strahl der Gottheit scheis nen, der, was deinen Namen trågt, als dein Gut, zu schüs hen pflegt. bis 4. Laß mich mildiglich er quicken deines Segens Uebers fluß, wehre aller Feinde Tüs den, wende Schaden und Ber: deuß, Brand und sonst betrübte Falle. Zeichne meines Hauses Schwelle, daß hier keinen nicht der Schlag des Verderbers treffen mag. diodd 5. Wirke du auf meine Sinnen, deine Gnade steh' mir bey, daß mein Thun und mein Beginnen niemals dir zu wider sey. Schaffe, daß ich, schon auf Erden, mag ein sol. cher Tempel werden, der sich D 1001. Mel. Odu Liebe meiner Liebe. Err und Gott der Tag und Nächte, der du schläfst noch schlummerst nicht! handle nicht nach strengem Rechte mit dem, der nach Kindespflicht, da der Abend eingetreten, und der Tag sich hat geneigt, die kommt, dich anzubeten, und vor deinem Thron sich beugt. 2. Bater! ich bin zu ge ringe aller Treu und Gütige keit, die du, Wesen aller Dins ge, mir in meiner Lebenszeit und auch heute haft erwiesen: o daß ich recht dankbar wår! HErr, dein Nam' sey hoch gepriesen! alles sing' zu dei ner Ehr'. 3. Siehe nicht an mein Verbrechen, ach! gedenke nicht der Schuld, die dein strenges habe Recht könnt' råchen, doch mit mir Geduld: schau auf deines Sohnes Wunden, das dadurch ich versöhnet bin; da. durch ich Erldsung funden, und das Leben zum Gewinn. Abendlieder. 6. Jest will ich mich schla. fen legen, laß mich dir empfoh. len seyn. Vater! gönne mir den Segen, der am Leib' und Geiste rein mich auch in der Nacht bewähre: deine Gnade sey mein Schild, bis ich JEsu einst nachfahre, und erwach' nach seinem Bild. 4. Ich verlange frey zu werden, HErr, durch deines Sohnes Tod, von dem Súns denjoch auf Erden wünsch' ich 2. HErr, deine Weisheit, frey zu seyn, mein Gott! Ach HErr! rein'ge mein Gewissen, Leib und Seel' dir heilig sey, dein Geist mache mich geflis. sen, dir zu dienen ohne Scheu. 5. Laß mich nicht dahinten bleiben, laß mich nicht zurücke sehn, dein Geist müsse mich stets treiben, unverzüglich forts zugehn, ja mit schnellemSchritt zu laufen zu dem Kleinod, das das Lamm uns mit Blute zu erkaufen, willig war am Kreus zesstamm. 1002. Hinunter ist der Sonnenschein. 1003. Ich danke dir, liebreicher 2c. 1004. Mel. Mein Zerzens Jefu ic. Oder: un freut euch, lieben x; Jo 3 357 ch dank' dir, Bater, daß du hast die Nachtzeit bey dem Tage erschaffen, frey zu seyn von Last, von Arbeit und von Plage: daß man in Still' sie bringe zu, und Mensch und Vieh hab' seine Ruh', sich das durch zu erquicken. mida Gut und Macht ist nimmer auszugründen: du hast es als les wohl bedacht; wie wir es stets empfinden. Gieb, daß ich es je mehr und mehr ers kenne, und dein Lob und Ehr' bey Tag und Nacht ausbreite. 3. Jetzt preif' ich dich ins sonderheit, daß du, aus laus ter Gnaden, mich und die Meinen haft auch heut' bes wahrt vor allem Schaden. HErr, deine Treu' verhütet hat, daß ich in Schand' und Missethat nicht gröblich bin gerathen. 4. Dabey ich doch nicht leugnen kann, daß ich viel uns terlassen, hingegen aber das gethan, das du befiehlst zu hassen: ich habe nicht so ime merfort, wie mir gebeut dein heilig's Wort, untadelich ges wandelt. 5. Was aber noch versehen ist, und wo ich ausgeschritten, das hat versöhnet Jesus Christ, da er am Kreuz gelitten. Um dessen willen mir verzeih' all' meine Sünde, und verleih, daß ich mich täglich beßre. 6. Nun stehet fort, o HErr! zu dir mein herzliches Verlan gen, daß du auch wollest seyn 33 bey Abendlieder. 358 bey mir jetzt, da der Tag vergangen: du woll'st Leib, Seele, Sinn und Muth, samt allem, was mir núß' gut, in dieſer Dracht behüten. bd 7. Du wollest vor dem ars gen Feind in deinem Schuß mich faffen, daß er, und die sein Anhang seynd, mich rus hig müsse lassen; woll'st mich vor schnellem bösen Tod, vor Feuer und vor Wassersnoth und allem Leid beschirmen. 1005. Mel. Durch Adams Fall ist. Oder: O Vaterherz, o liebes 20 Petzt komm' ich, HErr, vor deinen Thron lob- et mit fülltem Munde, und danke dir, durch deinen Sohn, in dieser Abendstunde. Nimm an das Opfer, das ich dir mit schwachen Lippen bringe, ach! höre gnådig, was ich dir zu deiner Ehre singe. 2. Ich preise dich, daß du mich haft mit deinem Schuß geleitet, und, nach der schwe. ren Tageslast, die Nacht zur Ruh' bereitet. Ich bin vor Leibs und Seelennoth durch dich befreyt geblieben, auch hat kein böser schneller Tod im Zorn mich aufgerieben. 3. Ich bitte dich, du woll'st die Schuld, die ich gehäuft ohn' Maaßen, nach deiner våterlichen Huld, mir, deinem Kind, erlassen. Bergieb mir, was ich wider dich heut' diesen Tag begangen: sieh' an den Mittler, der für mich am Kreuze hat gehangen. 4. Breit' über mich noch ferner aus die Flügel deiner Güte, und mich vor Schrecken, Furcht und Graus, auch dies se Nacht behüte. Wo aber ich, nach deinem Rath, nicht wieder sollt' aufstehen: so laß mich, HErr, durch deine Gnad', zu deiner Freud' eingehen. 5. Dir, Gott, befehl' ich leib und Seel zu deinen treuen Hans 8. Erhalt', durch deine Gnadenhand, zu deines Na, mens Ehren, die mir im Glauben sind verwandt, und sonst mir angehören: gieb, daß die Nacht und immer dar dein heil'ger Engel uns bewahr' vor Unfall, Noth und Schaden. 9. HErr, laß mich ruhig schlafen ein, hilf, daß mich nichts erschrecke: und wenn die rechte Zeit wird seyn, als: dann mich wieder wecke, daß ich an meine Arbeit tret', wenn ich zuvor hab' durchs Gebet dir meine Werk' be fohlen. 10. Berschmäh', o Gott, mein Vater, nicht mein Seuf, zen, Bitt und Flehen! laß mich, o JEfu, wahres Licht, dich auch im Finstern sehen! o heil'ger Geist, am letzten End' mit deinem Trost dich zu mir wend', daß ich drauf fanft einschlafe. Abendlieber. 1006-1008. 1009. Nun ruhen alle Wälder ic. ( Siehe Nro. 1104.) 359 Händen, du starter Hüter Israel, kannst all' mein Uns glück wenden; du woll'st, was uns mag schädlich seyn, von unsrer Wohnung treiben: laß alle Christen insgemein in deiner Aufsicht bleiben. 6. Beschirme, was mir nach dem Blut und Namen angebdret: wer mir sonst Gus tes gonnt und thut, bleib' alle zeit unversehret: dir sey ihr Leib, Seel', Gut und Ehr' in deinen Schuß ergeben; laß sie, mein Gott, je mehr und mehr in vollem Segen schweben. 7. Gieb mir die lieben En, gel zu, die starke Heldenwache, daß sich an mich in meiner Ruh' der böse Feind nicht ma che; so will ich, wenn des Tas ges Schein wird wieder zu 7. Drauf thu' ich meine uns kehren, zu deinem Lobe freudig seyn, und dich mit Dank verehren. Augen zu, und schlafe frölich ein: mein Gott wacht jetzt in in meiner Ruh', wer wollte traus rig seyn? 1010. ၅ ။ un sich der Tag geendet hat, und keine Sonn' mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt't, und was zuvor geweint. 3. Gedenke, HErr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht; du bist es ja der gnå, diglich für unsre Wohlfahrt wacht. 4. Wend' ab, was mir Fann schädlich seyn, durch dei, ner Engel Schaar: so werd' ich deiner Huld mich freun, so bringt mir nichts Gefahr. 6. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, so mich bey die lagt an: doch aber deis nes Sohnes Huld hat g'nug für mich gethan. 6. Den fetz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vor's Gericht, ich kann ja nicht verloren seyn in solcher Zuversicht. 8. Weicht, nichtige Gedans ken, hin, wo ihr habt euren Lauf! ich baue jetzt in meis nem Sinn Gott einen Tem pel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte seyn in diesem Jammers thal, so führ mich in den Himmel ein zur auserwähl, ten Zahl.co 2. Nur du, mein Gott, 10. Und also leb' und sterb haft keine Rast, du schläfft ich dir, o HErr Gott Zes noch schlummerst nicht; die baoth! im Tod und Leben Finsterniß dich nicht umfaßt, hilf du mir aus aller Angst weil du bist selbst das Licht. und Noth.( 190fre she 34 1011. 360 Abendlieder. 2 1011. Mel. Mein Jesu, der du mich. o ist nun abermal von meiner Tage Zahl ein Tag verstrichen! o wie mit schnellem Schritt und unvers merktem Tritt ist er gewichen! 2. Kaum war der Morgen nah', nun ist die Nacht schon da mit ihrem Schatten; wer kann der Zeiten Lauf und Eilen halten auf, sie abzumatten? 3. Nein, nein, sie säumt sich nicht, sie kehret ihr Gesicht niemals zurücke: ihr Fuß steht nimmer still'; drum, wer sie nußen will, sich in sie schicke. achtsamkeit dich in verwich, ner Zeit so oft betrübet. 4. Sie fliegt gleich wie ein: Pfeil zum Ziel in schneller Eil: eh' man's gedenket, und sichs versehen mag, hat uns der letzte Tag ins Grab versenket. 5. Was träumest du denn noch, mein Geist? erwecke doch die trågen Sinnen, um von der schnellen Zeit auf jene Ewigkeit was zu gewinnen. 6. Wie mancher Tag ist nicht vor deiner Augen Licht nun schon vergangen; da du, zu jenem Zweck zu laufen deis nen Weg, kaum angefangen? 7. HErr der Ewigkeit, der du vor aller Zeit all' meine Tage, eh' sie noch worden seyn, ins Buch geschrieben ein, hdr', was ich sage: 8. Vergieb nach deiner Huld,( wie du bisher Geduld an mir geübet,) daß mein' Un 9. Gieb aber Wackerheit, den Rest der Lebenszeit so ans zuwenden, daß ich den letzten Tag einst frölich schließen mag und selig enden. 10. Hilf auch durch diese Nacht, und habe auf mich Acht, sey mir zur Wonne, zum hellen Tag und Licht, wenn mir das Licht gebricht, sey meine Sonne! 1012. unerschaffne Lebenssonne 2c. 1013. Mel. Freu' dich sehr, o meine x. Oder: Werde munter, mein 26. Unre müden Augenlieder schließen sich jetzt schläf rig zu, und des Leibes mate te Glieder grüßen schon die Abendruh': denn die Finsters niß der Nacht hat des hellen Tages Pracht jetzt in Dunkel heit verstecket, die den halben Erdkreis decket. 2. Ach! bedenk', eh' du gehst schlafen, wie du diesen Tag vollbracht, ob du den, der dich erschaffen, hast geehret und geacht't? thu', ach! thu' bey Zeiten Buß', geh' und fall ihm bald zu Fuß, und bitt' ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll' entladen. 3. Sprich: HErr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlen, ja ich habe nicht bes Abendlieder. betracht't meines Daseyns Ziel chung tddten; hilf uns, HErr, und Zweck, habe gleichfalls aus allen Nöthen.d deinen Weg, leider! o meinindig01: 36 Gott! verlassen, bin gefolgt 361 1014. der Sünde Straßen: Walt's Gott! mein: Werk sc. 4. Ach! HErr, laß mich Gnad' erlangen, gieb mir nicht 1015. verdienten Lohn, laß mich deine Perde munter, mein Ges Huld umfangen, sieh' an deis nen lieben Sohn, der für mich genug gethan: Vater, nimm den Bürgen an, dieser hat für mich erduldet, was mein' Un art hat verschuldet. müthe, und ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat ges than an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag' hat erhalten und beschüßet und gegeben, was mir nútet, ne dun 5. Laß mich deine Gâte spüren, sende deine Wach' hers: ab, laß tein Unglack mich be rühren, daß des Todes fins fires Grab, daß das Uebet, so bey Nacht unsern Leib zu fållen tracht't, mich nicht mit dem Net umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barm herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid, und vor Sún: den mancher Art so getreulich haft bewahrt, jeden Feind hins weg getrieben, daß ich unses schädigt blieben.. 6. Laß mich, HErr, von dir nicht wanken, fey mein Schuß, so schlaf' ich wohl: 3. Keine Klugheit kann auss gieb, mir heilige Gedanken, und bin ich gleich. Schlafest voll; so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenroth' an gehet, und man von dem Bett: aufstehet. rechnen deine Gür' und Wuns derthat, ja kein Redner kann aussprechen, was dein' Huld. erwiesen hat: deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder. Maaß noch Ziel; ja du hast Sau mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 7. Bater, droben in der Höhe! dessen Nam' uns theu'r und werth; dein Reich komm'; dein Will' geschehe; unser Brod werd' uns beschert; und vergieb uns unfre Schuldg schent uns deine Gnad' und Huld, laß uns nicht Bersu 4. Dieser Tag ist nun vers gangen, und die trübe Nacht bricht an, es ist hin der Sons ne Prangen, das uns all' ers freuen tann: stehe mir, o Vater! bey, daß dein Glanz stets vor mir sey, und mein 35 Herz 362 Abendlieder. Herz zu dir erhebe, deß ich bin, und dem ich lebe. an 5. HErr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd' und Missethat, womit sich mein Herz beladen und dich sehr ers zürnet hat, Tilge alle meine Schuld, habe doch mit mir Geduld, denn du kannst al: lein erretten, strafe nicht mein Uebertreten. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft' und süße Nuh', alles Uebel laß ver in schwinden, decke mich mit Se gen zu. Ich empfehle deiner Huth Leib und Seele, Haab und Gut; Freunde, Feind' und Hausgenoffen seyn in deis nen Schuß geschlossen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld: aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewig, keit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alles zeit. Meine Hülfe steht bey dir, darum bleib', o Gott, bey mir, daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit dei ner Liebe. DER STADT müdet schlafen ein, bleibe doch mein Herz beslissen, dich zu lieben ganz allein. Meine Seele nur nach dir, HErr, sich sehne mit Begier, daß mich nichts von dir je treibe, und ich immer dein verbleibe! 9. Wenn mein Augen schon fich schließen, und er 11 Ach! bewahre mich vor Schrecken, schüße mich. vor Uleberfall, laß mich Krank heit nicht aufwecken, treib' hinweg des Krieges Schall, wend' ab Feur und Wasserss noth, Pestilenz und schnellen Tod: laß mich nicht in Suns den sterben, noch an Leib und Seel' verderben. 12. O du großer Gott, ers höre, was dein Kind gebeten hat: JEsu, den ich stets vers ehre, bleibe ja mein Schuß und Rath; und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heiß'st, höre doch mein sehnlich Flehen. Amen; 8. Schüße mich durch deis ne Gnade, daß die Dunkelheit der Nacht nicht mir und den Meinen schade. Unser Schirm sey deine Macht. Laß mich dich, o wahres Licht, nim, ja es soll geschehen! ed mermehr verlieren nicht: wenn ich dich nur hab' im Herzen, fühl ich weder Angst noch: Schmerzen. Tischlieder. 1016.484 Danket dem Erren 2. uf! läffet uns dem HEr ren frölich singen, was an Mel. Tischlieder. an uns ist, soll ihm Dank: opfer bringen. en 2. Aus seiner Hand, die auch den jungen Raben schafft Unterhalt, wir Guts empfan: gen haben, 3. O milder Gott! von deinen reichen Schåßen kann unser Leib sich nähren und ers gößen. 4. Das Himmelbrodt, die frische Lebensquelle ist unsre Lust und Stårk' auf alle Fälle. 5. Wir preisen dich dafür, und unser Leben soll dir allein zum Dienste seyn ergeben. 6. Ach! stelle nicht vor Aus gen unsre Sünden, laß, Ba, ter, uns nur Gnad' und Schonung finden. 7, Erwecke doch ein herz. 7. liches Erbarmen, zünd' in uns an die Liebe zu den Armen. 8. O! laß mit Dank und ruhigem Gewiffen uns deiner, Gut' und Friedens doch ge, nießen; 9. Auf daß wir stets mit sehnlichem Verlangen an deis ner Lieb' und Himmelsschätzen hangen. 10. So singen wir in JE, su Chrifti Namen, o großer Gott! es sey erhåret. Amen! 1017. Mel. Zerzliebster JEfu, was ic. Aut uf! lobt den HErrn und dankt für seine Gaben, die wir von ihm aus Gnad' empfangen haben. Er nåh 363 ret, was da lebt an allen Ene den, mit Batershånden. 2. Er hat ans Licht uns als le lassen kommen, und durch die Tauf' in sein Reich aufges nommen, vergiebt uns auch, durch seines Sohnes Dulden, der Sünden Schulden. 3. Sein guter Geist ist's, der uns selbst regieret, straft, unterweis't, erhält und kräf tig führet, auf daß wir vest im Kreuz, ohn' alles Grauen, ihm können trauen. 4. Er pflegt uns auch durch seiner Engel Schaaren bey Tag und Nacht vor Unfall zu bewahren, damit der Feind nicht möge bösen Willen an uns erfüllen. 5. Als Vater will er seine Kinder nähren, und ihnen Húf' in aller Noth besches ren: ja läßt gewiß all' ihre Feind auf Erden zu Schans den werden. 6. Derhalben seyd getrost in Gott, ihr Frommen, denn ihr sollt Schuß und Brod ges nug bekommen: und über dieß nach diesem armen Leben bey Christo schweben. 7. Deß danket ihm von ganzem Herzensgrunde, und bittet ihn jetzt und zu jeder Stunde, daß er uns helf, als seinen lieben Erben, einst selig sterben. 8. So sind wir recht an Leib und Seel' genesen, und reich genug in dieser Welt ges wesen: Tischlieder. 364 wesen: so haben wir den besten Schat gefunden, und über wunden.m 1018. anket dem HErren, denn er ist sehr freundlich, und seine Güt' und Wahrheit bleibet ewiglich. 2. Der, als ein barmhers ziger gütiger Gott, uns dürf tige Creaturen gespeiset hat. 3. Singet ihm aus Hers zensgrunde mit Innigkeit: Lob und Dank sey dir, Gott Bater, in Ewigkeit, 4. Der du uns als ein rei cher milder Bater speisest und cher milder Bater speisest und kleideft, dein? elende Kinder. 5. Berleih', daß wir dich recht lernen erkennen, und nach dir ewigen Schöpfer uns sehnen. 6. Durch JEsum Christum, Deinen allerliebsten Sohn, wel, cher unser Mittler ist worden cher unser Mittler ist worden vor deinem Thron. 7. Der helf' uns allesamt frölich zugleiche, und mach' uns Erben in sein's Baters Reiche. 8. Zu Lob und Ehren sei. nem heil'gen Namen. Wer das begehrt, der sprech' von Herzen: Amen! 1019. Mel. Err Christ, der ein'ge zc. Err Gott, nun sey ge preiset, wir bringen dir den Dank, du hast uns wohl gespeiset, du gabst uns guten Trank, dein' Mildigkeit zu merken, und unsern Glaub'n zu stärken, daß du seyst unser Gott. iest and hig 2. Ob wir solch's hab'n ges nommen und nicht an dich ges dacht, laß nicht die Strafe kommen, die wir auf uns ges bracht. Du wollest uns aus Gnaden, o HErr, der Schuld entladen, durch Christum, deis nen Sohn. 3. Auch wollest du stets nähren, HErr, unsre Seel' und Geist, in Christo uns bes fehren, daß unser Herz dich preist, daß wir die Sünde meiden, stark seyn in allem Leiden, und leben ewiglich. 4. Bater aller geheiligt werd' dein Nam', laß dein Reich zu uns kommen, dein Will mach' uns folgfam, gieb Brod, ver: gieb die Sünde, kein Arg's das Herz entzünde, 18s' uns aus aller Noth. 1020. Lobet den HErren:,: denn 2. 1021. Mel. Zerzliebster JEfu, was. Job't und erhöh't des großen Gottes Güte, denn sie be zeugt sein våterlich Gemüthe: sie ist es, die auch unsern Tisch besetzet, und uns ergohet. 2. Wie sollte das nicht uns die Hoffnung mehren, weil er uns pflegt so treulich zu er nähren, daß wir nach Wunsch auch of Tischlieder.# 2 auch von ihm werden haben, des Geistes Gaben? werden uns im Glauben veste gründen, das Herz mit Liebe gegen ihn entzunden, die Seel' in Andacht durch Gebet und ins gen stets aufwärts schwins gen; 4. Sie werden uns zu al lem Guten stårten, und tüch. tig machen zu des Geistes Werken, daß wir uns auch der Kranten und der Armen all' zeit erbarmen; 5. Daß wir in Unschuld unsern Wandel führen, mit Treu' und Demuth alle Tha ten zieren, zugleich der Welt: luft und dem Fleisch absterben, als Gottes Erben; 6. Und so im Vorschmack seiner Ruh' genießen, bis wir in Christo unser Leben schlies ßen, und dann von ihm aus Gnaden, aufgenommen, zur Freude kommen. 7. Die er bereitet denen die ihn lieben, die er uns selbst durch Christi Blut vers schrieben; darauf wir einzig und alleine bauen, und vest vertrauen. 8. Nun ihm, samt Vater und dem heil'gen Geiste, dem Gott, dem alle Welt den Dienst stets leiste, sey jetzt und ewig Lob und Dank gesungen mit Herz und Zuns gen. 365 1022.10 Mel. Wach) auf, mein Zerz 2c. uns Gott dem un HErren Dank sagen und ihn ehren, von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel', das Leben hat er allein geges ben, dieselben zu bewahren will er an uns nichts sparen.. 3. Nahrung giebt er dem Leibe, die Seele muß auch bleis ben, wiewol tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns geges ben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein' Tauf', sein Nachtmal dient wider im Glauben lehrt uns darauf allen Unfall: der heil'ge Geist vertrauen. 6. Durch ihn ist uns verges ben: im Himmel soll'n wir has ben die Sünd', geschenkt das Les ben, o Gott! wie große Gaben. 7. Wir bitten deine Güte, du woll'st hinfort behüten, die Großen mit den Kleinen, du tannst's nicht böse meinen. 8. Erhalt' uns in der Wahrs heit, gieb ewigliche Freyheit, zu preisen deinen Namen durch JEsum Christum. Amen! 1023. Nun lobet alle Gott, den 26. 1024. Singen wir aus Herzensgrund. 366 In gemeiner Noth. In gemeiner Noth. Durch dein' heilige Ge E burt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer leßten Noth, Am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten! teisest emmel, s Du wollest uns erhören, Erbarm' dich über uns! HErr Gott Sohn, der Welt Heiland Erbarm' dich über uns! HErr Gott heil'ger Geist, Erbarm' dich über uns! Sen uns guadig, Verschon' uns, lieber HErre der amid a Gott! Sen uns grådig, alla Hilf uns, lieber HErre Gott! in sce 1025 1025 1030. 1031. gomis? naporno Christe, DO s nd Die Litaneye yrie, Eleison! Eleison! Eleison! ind Erhöre uns! Kyrie, Christe, HErr Gott Vater im Hime Vor allen Sünden, Vor allem Frrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug se und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theuAkar ver Zeit, Vor Krieg und Blutver: du gießen, Vor Aufruhr und Zwie trachte Vor Hagel und Unge: witter, Vor Feuer und Wassers, noth, Vor dem ewigen Tod, Behür uns, lieber HErre Gott! lieber HErre Gott! Und deine heilige christ) liche Kirche regieren und führen, Hilfuns, lieber HErreGott! Alle Bischöfe, Pfarrher, ren, und Kirchendiener im heilsamen Wort und. heiligenleben erhalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführ te wiederbringen, Den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Erndte senden, Deinen Geist und Kraftzum Worte geben, Allen Betrübten und Bld. den helfen und sie trösten, Allen christlichen Poten: taten, Kaiser, Köni gen, Chur, und: Für sten( indir) Fried' und Eintracht geben, Unsere hohe Landesobrig Anteit, mit allen ihren Gewaltigen, leiten und schüßen, Erhör' uns, lieber HErre Gott! Un In gemeiner Roth. Unsern Rath, Schul' undid 1032.mn band Gemeine fegnen, Das Kyrie, don) no Allen, so in Noth und mGefahr find, mit Hülf erscheinen, yrie, Gott Vater in Ewigs teit, groß ist deine Barme herzigkeit, aller Ding' ein Schöpfer und Regierer. Eleis son! naar 2. Christe, aller Welt Trost! uns Sünder allein du haft erlöst: JEsu, Gottes Sohn! unser Mittler bist du in dem höchsten Thron, zu dir schrey'n wir aus Herzens Bes gier: Eleison sont montad 3. Kyrie Gott heiliger Geist! trdst'stårt' uns im Glauben allermeist, daß wie am letzten End' frölich abe gern und Låsterern verscheiden aus diesem Elend. ingeben und sie bekehren, Eleison ter Die Früchte auf dem Laned pool 1033 Unsern Feinden, Verfol SC de,( famt dem lieben Mel. Vater unser im Zimmelr. Thalgut allhier) geben cur und bewahren, Und uns gnådiglich ers hören, und) 15 DJEfuChriste, Gottes Sohn, Erbarm' dich über uns! O du Gottes Lamm! das der der Welt Sünde trågt, Erbarm' dich über uns! O du Gottes Lamm! das der Allen Schwangern und Saugern frdlicheFrucht und Sedeyen geben Alle Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefange ne los und ledig machen, Alle Wittwen und Wais sen vertheidigen und versorgen, 4 Aller Menschen dich er 12 barmen, 367 Welt Sünde trågt, Erbarm' dich über uns! O du Gottes Lamm! das der nimm imm von uns, HErr, du treuer Gett, die schwere Straf' und große Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal: bes hút' vor Krieg und theurer Zeit, vor Seuchen, Feur' und großem Leid.nl 2. Erbarm' dich deiner bes sen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht! denn so du, HErr, den rechten Lohn uns geben wollt'st nach unsernt Thun, so müßt die ganze Verleih' uns steten Fried'! Welt vergehn, und könnt' Christe, Erhöre uns! tein Mensch vor dir bestebn. tein Menschen, und könne Eleison! d 3. Ach! HErr und Gott, Eleison!: durch deine Treu' steh' uns Kyrie, Eleison! Amen, mit Troft und Rettung bey, Welt Sünde trågt, 17 Kyrie Christe, 0.0 bes 368 In gemeiner Noth. beweis an uns dein' große Gnad', und straf uns nicht auf frischer That, wohn' uns mit deiner Güte bey den Born und Grimm fern von uns sey.igi daug 4. Ach HErr, du woll'st uns gnädig seyn! wir sind ja doch und bleiben dein: Du weissfest wohl, o großer Gott, wie schwer uns drückt die ird's sche Noth, es ist ja unsre Schwachheit nicht verborgen deinem Angesicht. 15. Die Sünd' hat uns vers derbet sehr, wir häufen unsre Schuld noch mehr, die Welt, auch unser Fleisch und Blut, uns zu verführen niemals ruht: solch Elend kenn'st du, HErr, allein, ach! laß es dir Befohlen feyn. A 6. Gedent' an dein's Sohn's Bittern Tod, an seine Wunden, seine Noth, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigkeit. 7. Leit uns mit deiner rech ten Hand, und segne unsre Gradt and Land: gieb uns all' geit dein heilig's Wort, behüt' vor's Teufels List und Mord. Ach; laß uns selig schlafen ein, und dort einst ewig bey dir seyn! 1033 1036. 1037. feit! willst du das ganze Band strafen mit Heftigkeit? viel: leicht möchten noch Fromme seyn, die thaten nach dem Willen dein, drum wolleft du verschönen, nicht nach den Werken lohnen! S 2. Ogroßer Gott von Ehr'! dieß ferne sey von dir, daß Bos' und Fromm' zugleich die strenge Straf' berühr': der'r möchten etwa fünfzig seyn, die thaten nach dem Willen dein, drum wollest du verschönen, nicht nach den Werken loh. Rens bid b 4 3.O großer Gott von Rath! laß die Barmherzigkeit erges hen, und halt' ein mit der Ges rechtigkeit: der'r möchsten fünf und vierzig seyn, die thaten nach dem Willen dein, drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen! 4. großer Gott von Stårt'! schau' an das arme Land, und wende von der Straf' dein' ausgestreckte Hand: der'r möchten etwa vierzig seyn, die thaten nach dem Willen dein, drum wol lest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen! er's 5. O großer Gott von Kraft! laß doch erweichen dich, weil das elend' Gebet so oft holet sich der'r möchten etwa # dreyßig seyn, die thåren nach dem Willen dein, drum wol großer Gott von Macht, lest du verschonen, nicht nach und reich von Gütig den Werken lohnen! a 6.0 In gemeiner Noth. 6. O großer Gott von 1040. Gnad'! erhör' auch dieſe Verleih' uns Frieden gå Stimm, von deinem hohen Thron das Seufzen tief vers nimm: der'r möchten etwa zwanzig seyn, die thåten nach dem Willen dein, drum wolleft du verschonen, nicht nach den Werken lohnen! diglich, HErr Gott, zu unsern Zeiten, es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du uns\ ser Gott alleine. 7. O großer Gott von That! schau', wie die arme Erd' von deiner Mildigkeit noch einen Wunsch begehrt: der'r möchten etwa. zehen seyn, die thaten nach dem Willen dein, drum wollest du 1041. verschonen, nicht nach den Mel. Zerzliebster Jesu, was zc. Werken lohnen! Wend 8. O großer Gott von Lob! wenn ja das Maaß er: füllt' der Sünden, und im Zorn du uns verderben willt, so möchten, die jetzt noch sind klein, dereinst thun nach dem Willen dein, drum wollest du verschonen, uns nicht nach Sünden lohnen! end' ab deinen Zorn, lies ber Gott, mit Gnaden, laß uns nicht fühlen deine blut'ge Ruthen, richt uns nicht streng' nach unsern Mis sethaten, sondern nach Güte! 9. O großer Gott von Treu'! weil vor dir niemand gilt, als dein Sohn JEsus Christ, der deinen Zorn ges 3. Bergieb, HErr, gnådig stillt: so sieh doch an die Wunden sein, sein' Marter, Angst und schwere Pein; um seinet willen schone, uns nicht nach Sünden lohned alb 1038.90 Sagt unserm Gotte Dank ic. unsre große Schulden, las über das Recht deine inade walten, der du zu schonen pflegst nach großer Hulde, uns zu erhalten. NDË Im Kriege. en 04. 1039. reuer Wächter Israel ic. 369 2. Gieb unserm Könige und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stils les Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehr barkeit. Amen. 2. Denn so du wolltest nach Verdienste strafen, wer könnte deinen Zorn und Eifer tras gen? All's müßt' vergehen, was du hast geschaffen, vor deinen Plagen. 4. Sind wir doch arme Wärmer, Staub und Erde, mit Erbsünd', Schwachheit, Noth und Tod beladen: warum soll'n wir denn gar zu nichte A a werden In gemeiner Noth. werden im Zorn, ohn' Gna, in großer Tråbsal und Ges den? fahr. 6. Sieh' nicht an unfre Sünde groß, sprich uns der selb'n aus Gnaden los, steh' uns in unserm Elend be, mach' uns von allen Plagen frey. 370 5, Sieh' an dein's Sohnes Kreuz und bittres Leiden, der uns erlöset hat mit seinem Blute, und öffnen lassen auch sein Herz und Seiten, der Welt zu gute. 7. Auf daß von Herzen 6. Darum, o Bater! laß uns nicht verderben, dein' fönnen wir nachmals mit Gnad' und Geist durch Chris Freuden danken dir, gehor stum wollst uns geben: mach' sam seyn nach deinem Wort, uns samt ihm des Himmelreis dich all'zeir preisen hier und ches Erben, mit dir zu leben. dort. 1042. enn wir in höchsten Nd. then seyn, und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen ins gemein dich rufen an, o treuer Gott um Rettung aus der Angst und Noth. 1043-1045. Reiselieder. 1046. Err JEsu Christ, der HER 1047. HErr! so du wirst mit mirx NOW1048. Mel. Es ist das Zeil uns Oder: Mein Zerzens- Jesu Gore, im Namen 30 fu Christ reif nat meine Straßen: mein Hut und mein Hirt' du bist, wirst mich nicht verlasſen; mein Leib und Seel' befeh ich dir, mein' Ehr' und Gut und was du mir auf dieje Welt bescheeret. 3. Wir haben unser Ang' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz, und bits ten um Begnadigung und unfrer Strafen Linderung. 4. Die du verheißest gnå, diglich allen, die darum bitten dich im Namen dein's Sohn's, JEsu Christ, der unser Heil und Fürsprech'r ist. 5. Drum kommen wir, o HErre Gott! und Elagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlaffen gar, erlangen: ich bin ein Pilgri $ 1907701 D 2. Ich weiß, daß ich allhi auf Erd' bin mit Gefahr un fangen; zu keiner Zeit au völlig werd' die Ruh' daselb Reiselieder. der stets muß fortsetzen seinen Stab und Fuß, der nirgend hat sein Bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich immerzu die Noth noch über winde, bis daß ich dort die wahre Ruh' und rechte Heis mat finde: da ist denn Müh' und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh' hat ein Ende. 4. An solche Ruhstatt denk' ich hier jegund bey meinem Wallen: ich bitt', o HErr! mich so regier', daß ich dir mog' gefallen. Leit' mich all', zeit auf rechter Bahn, und alles, was ich fange an, das segne du von oben. 371 7. Daneben gieb auch dieß dabey, daß ich behutsam wandle, und immerdar vor: sichtig sey in allem, was ich handle: durch deines heil'gen Geistes Gnad' gieb rechte Zeit, Verstand und Rath, zu meie nem Thun und Lassen. 8. Schick' deine Engel vor mir her, den Weg mir zu bereiten; so fürchte ich kein Ohngefähr, sie werden mich begleiten. Nimm mich, o HErr, in deinen Schutz, daß böser Leute List und Truß mir nimmer könne schaden. 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich, du kannst stets Hüls fe senden, bewahr' und führ mich gnådiglich, hier und an allen Enden. Und laß mich bald, wo dirs gefällt, nach dieser Unruh' in der Welt, bey dir dort Ruh' erlangen. 5. Du weißt, o HErr, daß es mein Stand erfordert aus zureisen; drum wollest du mit deiner Hand die Bege selbst mir weisen: bring' mich gesund, dahin ich soll, mein Mel. Werde munter, mein 2. erde munter, Werk laß mich Me wohl, und glücklich wieder Seele! zu des Höch1049. meine verrichten kommen. SANDE 6. Wend' unterdeß all' Une heil ab von meinen Anver, wandten, die ich zu Haus ge lassen hab', und auch von den Bekannten: laß sie dir, Gott, befohlen seyn, hilf, daß ich sie, und all' das Mein' in gutem Zustand finde. sten Dankbarkeit, daß ich sei. nen Ruhm erzähle, diesen Tag und allezeit: weil er auch in dieser Nacht mich so gnädig hat bewacht, daß ich nicht bin hingerissen zu des Grabes Finsterniffen. 2. O du großer Gott der Ehren, Vater aller Güt' und Gnad', wie soll ich genug ver klåren deine große Wunders that, die vor Unfall mancher Art mich so treulich hat be. A a 2 wahrt, In gemeiner Noth. fahr. werden im Zorn, ohn' Gna, in großer Tråbsal und Ges den? es fanale 6. Sieh' nicht an unfre Sünde groß, sprich uns ders selb'n aus Gnaden los, steh' uns in unserm Elend bey, mach' uns von allen Plagen frey. 370 5. Sieh' an dein's Sohnes Kreuz und bittres Leiden, der uns erlöset hat mit seinem Blute, und öffnen laffen auch sein Herz und Seiten, der Welt zu gute. 7. Auf daß von Herzen 6. Darum, o Bater! laß uns nicht verderben, dein' können wir nachmals mit Gnad' und Geist durch Chris Freuden danken dir, gehor, stum wollst uns geben: mach' sam seyn nach deinem Wort, uns samt ihm des Himmelreis dich all'zeir preisen hier und ches Erben, mit dir zu leben. dort. 1042. We enn wir in höchsten Nd. then seyn, und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen ins gemein dich rufen an, o treuer Gott um Rettung aus der Angst und Noth. 1043-1045. Reiselieder. 1046. Err JEsu Christ, der. 1047. HErr! so du wirst mit mirx. 1048. Mel. Es ist das Zeil uns. Oder: Mein Zerzens- Jesu. nun 3. Wir haben unser Aug Gort, im Namen JGund Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz, und bits ten um Begnadigung und meine Straßen: mein Hüter und mein Hirt' du bist, du unfrer Strafen Linderung. wirst mich nicht verlassen; 4. Die du verheißest gnå, diglich allen, die darum bitten: dich im Namen dein's Sohn's, JEsu Christ, der unser Heil und Fürsprech'r ist. X mein Leib und Seel' befehl ich dir, mein' Ebr' und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 2. Ich weiß, daß ich allhier 15. Drum fommen wir, auf Erd' bin mit Gefahr um o HErre Gott! und Elagen fangen; zu keiner Zeit auch dir all' unsre Noth, weil völlig werd' die Ruh' daselbst wir jetzt stehn verlaffen gar, erlangen: ich bin ein Pilgrim, der Reiselieder. der stets muß fortsegen seinen Stab und Fuß, der nirgend hat sein Bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich immerzu die Noth noch über: winde, bis daß ich dort die wahre Ruh' und rechte Hei: mat finde: da ist denn Müh' und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Un ruh' hat ein Ende. 4. An solche Ruhstatt denk' ich hier jeßund bey meinem Ballen: ich bitt', o HErr! mich so regier', daß ich dir mög' gefallen. Leit' mich all', zeit auf rechter Bahn, und alles, was ich fange an, das segne du von oben. 6. Wend' unterdeß all' Un heil ab von meinen Anver, wandten, die ich zu Haus ges lassen hab', und auch von den Bekannten: laß sie dir, Gott, befohlen seyn, hilf, daß ich sie, und all' das Mein' in gutem Zustand finde. 371 7. Daneben gieb auch dieß dabey, daß ich behutsam wandle, und immerdar vor: sichtig sey in allem, was ich handle: durch deines heil'gen Geistes Gnad' gieb rechte Zeit, Verstand und Rath, zu meie nem Thun und Lassen. 8. Schick' deine Engel vor mir her, den Weg mir zu bereiten; so fürchte ich kein Ohngefähr, sie werden mich begleiten. Nimm mich, o HErr, in deinen Schuß, daß böser Leute List und Truß mir nimmer könne schaden. daß 5. Du weißt, o HErr, daß 5. Du weißt, o HErr, es mein Stand erfordert aus: zureisen; drum wollest du mit deiner Hand die Bege selbst mir weisen: bring' mich gesund, dahin ich soll, mein Mel, werde munter, mein 2c. Werk laß mich 1049. wohl, und glücklich wieder kommen. 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich, du kannst stets Hüls fe senden, bewahr' und führ mich gnädiglich, hier und an allen Enden. Und laß mich bald, wo dirs gefällt, nach dieser Unruh' in der Welt, bey dir dort Ruh' erlangen. erde munter, meine Seele! zu des Höchsten Dankbarkeit, daß ich seis nen Ruhm erzähle, diesen Tag und allezeit: weil er auch in dieser Nacht mich so gnådig hat bewacht, daß ich nicht bin hingerissen zu des Grabes Finsterniſsen. 2. O du großer Gott der Ehren, Vater aller Güt' und Gnad', wie soll ich genug vers klåren deine große Wunders that, die vor Unfall mancher Art mich so treulich hat be. A a 2 wahrt, 372 Reiselieder. wahrt, daß ich heute meine Pflichten mit Gesundheit kann verrichten! 3. O Jehovah, mein Ver: gnügen! Sonne der Gerech, tigkeit, laß mich nicht so sorg, los liegen bey der frohen Mun, terkeit, die sich zeigt in der Natur, die man merkt auf jeder Flur. HErr! mit recht erfreuter Seele ich nun dei, nen Ruhm erzähle. 4. Kann das Licht der Sonne machen, daß die Thiere lustig seyn, daß die Felder gleichsam lachen, durch den bunten Blumenschein: ach! mein auserwähltes Licht, was wirst du denn selber nicht dermaleinst in jenem Leben deinem Volke wieder, geben! 5. Nun ich reise meine Straßen, HErr, in deinem Namen hin: laß mich, gånz, lich dir gelassen, wandeln nur nach deinem Sinn; gleichwie vormals deine Knecht' wan: delten nach deinem Recht, daß ich heut' auf meinem Wege deinen Himmel überlege. rathen in Gefahr und Misses thaten. 7. Schaffe, daß sich ihre Herzen mit mir sehnen nach der Stadt, wo kein Unfall, Sünd' noch Schmerzen, teis nen je betroffen hat. Wo hingegen Himmelslust, jeder sich ist froh bewußt, wo wir ewig werden stehen, und dein Angesicht ansehen. 8. HErr, es steht in deis nen Händen, alle die Gelegen heit, wohin ich mich werde wenden, zu regieren allezeit; Land: alles steht in deiner Wasser, Wetter, Wind und Hand, ohne dich und dein Bewegen, kann sich kein Ge schöpfe regen. 9. Darum wollst du alles lenken nur allein nach deis nem Sinn, daß ich dadurch mdg' gedenken, wie ich dir verpflichtet bin, deine große Güt' und Treu', welche alle Morgen neu, nach Vollbrin gung meiner Reisen, desto eifriger zu preisen. 10. Auch vorsichtig sey mein Wandel in Gesellschaft böser Leut'. Gieb, daß ich an ihrem Handel hege Abscheu allezeit: und was ich nicht åndern kann, nur geduldig höre an, sie doch aber von Bosheiten möglichst suche abs zuleiten. 6. Sey denn auch stets bey den Meinen! die mich wünschen bald zu sehn! laß auf sie, als auf die Deinen, deine Gnadenaugen gehn. Führe sie doch allermeist, großer Gott! durch deinen 11. Laß mich so die Reis Geist, daß sie ja nicht hinges vollführen, daß ein jeder, wo Nachtrag. wo ich bin, mdg' an meinem fried und freudenvoll aus, Wandel spüren, daß ich ganz raften. nach deinem Sinn meine Zeit will wenden an, bis ich end. lich nach Wiegenlied. schweren Pilgrimstaften, Schlaf' fanft und wohl sc. Vom Leiden Christi. Wenn Bernunft von x. Vom christlichen Leben und Wandel. Folgende fünf Lieder, so oben aus Versehen vergessen worden, hat man hier noch anhangen wollen. 1052. Mel. Was mein Gott will, 2c. ilf mir, mein Gott! hilf, daß nach dir von Her, zen mich verlange, und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange: verleih', daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald fin. de: gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid' allen Dienst der Sünde. $ 2. Hilf, daß ich stets mit Reu' und Schmerz mich deiner Gnad' ergebe, hab' immerdar ein wachsam Herz, in wahrer Buße lebe: vor dir erschein', herzlich bewein' all' meine Missethaten: die Hand alle: 373 zeit laß seyn bereit, den Dürf tigen zu rathen. 3. Die Lust des Fleisches dåmpf' in mir, daß sie nicht überwinde, rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir durch deinen Geist anzünde, daß ich in Noth, bis in den Tod, dich und dein Wort bekenne, mich auch kein Truß noch Eigennut von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmuth ziere, auch alle Hoffart von mir nimm, zur Demuth mich anführe. Was noch von Sünd' sich in mir find't, laß mich hinfort able: gen, laß allezeit Trost, Fried' und Freud' sich in mir Armen regen. 5. Den Glauben stårk', die Lieb' erbalt', die Hoffnung mas che veste, daß ich von dir nicht wanke bald, Beständigkeit ist's beste; den Mund bewahr'.. Nas daß Nachtrag. 374 daß nicht Gefahr durch ihn mir werd' erwecket, speis ab den Leib, doch daß er bleib' von Lüften unbeflecket. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sey in dem, was mir gebühret, daß ich auch nicht durch Heucheley und Ehrgeiz werd' verführet: Leichtfertigs keit, Haß, Zank und Neid laß nicht in mir verbleiben, und was den Sinn zum Geiz führt hin wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meinung trete; den Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete: dien' jeder, mann, so viel ich kann; das Bose haff und meide, nach deinem Wort, an jedem Ort, bis ich von hinnen scheide. Von der Nachfolge Chrifti. 1053. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. Oder: ein Geift frohlocket zc. ir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle: verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Unge: mach auf euch, folgt meinem Wandel nach. ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Des müthigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanfts muthsöhle; mein Geist, Ges müthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort, und führ' euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein biser Knecht, der still' darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel' zu fin den meint, wird sie ohn' mich verlieren, wer sie hier zu vers lieren scheint, wird sie zu Gott hinführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt, und folgt mir, ist mein nicht werth, und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben HErrn mit Leib und Seel' nachgehen, und wohl gemuth, getrost und gern bey ihm im Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens Yon 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch für mit heil'gem Tugendleben; wer zu mir kommt, und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; nicht davon. Nachtrag. Von der christlichen Ge- wird's gewährt; drauf sprech laffenheit, de ich frölich: Amen. 1901911 375 4. Noch eins, HErr, will ich bitten dich, du wirst mir's nicht versagen: wenn bdse Lust versuchet mich, daß ich sie mog' verjagen; hilf, steur' und wehr, ach! Gott, mein HErr, zu Ehren deinem Nas men: wer das begehrt, dem ENO Morgenlied, me 19 MHESU 1054. m as mein Gott will, ge: fcheh' all'zeit, sein Will' der ist der beste, zu helfen dem Mel. A" f er ist bereit, der an ihn glåu. Juf, auf, ihr meine Lieder, bet veste; er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchti: get mit Maaßen. Wer Gott vertraut, vest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. mein Herz, mein Geist und Glieder! dem höchsten Lob zu singen, und Opfer ihm zu bringen. 2. Er hat die Nacht gewens det, das Licht herabgesendet, und mich ohn' alle Sorgen er: weckt an diesem Morgen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, mein' Hoff nung und mein Leben, dem was Gott will, daß mir ge schicht, will ich nicht widerstre, ben. Sein Wort ist wahr, denn all' mein Haar er selber hat gezählet; er hút't und wacht, stets für uns tracht't, auf das uns ja nichts fehlet. 3. Er ist mein Schuß ges wesen, daß ich frisch und ges nesen an diesem Tag aufstehe, und an die Arbeit gehe.. 4. Es hätten tausend Schres cken mich grausam können wes cken, wo er nicht selbst gewa. chet, und alles gut gemachet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt scheiden, nach Gottes Willen, zu meinem Gott, wenn's ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein' arme Seel' ich Gott befehl in meinen letzten Stunden; o frommer Gott, Sünd', Holl' und Tod hast du mir übers wunden. 5. Mein Leib, Seel' und mein Leben, sey ferner ihm ergeben: hilf, HErr, auch heut', und sende den Bey, stand deiner Hånde! 6. Daß ich von dir gefüh ret, und überall' regieret, zu deines Namens Ehre den bd. sen Trieben wehre. 1055. un, laßt uns Gott zc. 7. Behüte mich vor Sün. den, und laß mich stets em pfinden Abneigung von den Dingen, die deinen Zorn mir bringen. 8. Dein guter Geist der leite mein Herz, daß sich's bes reite, damit, als Kind und 20 a 4 Erbe, 376 Nachtrag. Erbe, ich dir nur leb' und sterbe. 9. Begleite mich mit Ses gen auf allen meinen Wegen, beglücke meine Thaten, und laß sie wohl gerathen. 10. Verleihe Kraft und Stärke, daß des Berufes Wers te, durch deines Geistes Sens den, ich möge glücklich enden. 11. Gieb, daß mich deine Güte vor Unfall stets behüte, ja daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 12. Mein Hoffen und Vers trauen laß nur auf dich hins schauen, daß sich mein Glaube mehre, und dich mit Früchs ten ehre. 13. Laß Freund' und An verwandten, Wohlthäter und Bekannten, und die sich Chris sten schreiben, vor dir bewah, ret bleiben. 14. Und soll ich Schmach und Neiden, Kreuz und Vers folgung leiden, so hilf mir's träftig tragen, und laß mich nicht verzagen. 15. Schüß' alle hart Ges plagten, erfreue die Verjags ten, gieb Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Ers barmen. 16. Erhört auch alle Bes ter, bekehr' die Uebertreter! sey gnådig mir und allen, nach deinem Wohlgefallen. 17. Insonderheit am Ende nimm mich in deine Hände, und laß mich selig sterben, und ew'ges Leben erben. Schlußlied. 1056. men! Gott Bat'r und. 2 Amen! Anhang. 377 Anhang abgekürzter und stark veränderter ålterer Lieder. keit sey dir geweiht, HErr! uns ser Dank und Lob und Preis. mbi 1057. ( Ist das alte Lied: Wachet auf! ruft uns die Stimme.) Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. W achet auf! ruft einst die Stimme, des Sohnes Gottes Allmachtsstimme: Vers laßt, ihr Todten, eure Gruft, wachet auf, erlöste Sünder! Versammlet euch, ihr Gottes Kinder! Der Welten HErr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbey, er wacht! Halleluja! Macht euch bereit zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da. 2. Erd' und Meer und Holle beben, die Frommen stes hen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf. Ihr Erld: fer kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit. Des Glaubens Lohn front ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron, und Les ben, Gottessohn! Hosianna! Erldser! dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ew'ges Lob sey dir ge Jungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen! Am Ziel sind wir, beym großen Lohn! Chri: stus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn! Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne! In Ewig: 1058. ( Ist das alte Lied: Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich.) Mel. Ich finge dir mir Zerz 2c. obtGott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Himmel Thron beruft er uns zu seinem Reich, und sender seinen Sohn. 2. Der Sohn kommt, nach des Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ewgen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Bey seinem Eintritt in die Welt, umgiebt ihn keine Pracht, die glänzend in die Augen fållt, und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn; vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaus bens fliehn. 6. Erlehret uns die Sünde scheun, er giebt auch Kraft dazu, und schafft uns, wenn wir sie bes reu'n, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn A a 5 unfre Anhang 378 unfre Hütte fällt, den from. men Geist kein Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel. reich. Ihr Christen, wie be: glückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch! 1059. ( Ist das alte Lied: Liebe, die den Himmel hat zerrissen.) Mel. Mein Freund zerschmelzt. Liebe, die vom Himmel Noth: ich darf ja nur die Zus flucht zu ihm nehmen, so dient mir selbst das Elend und der Tod. Und drücket mich manch Elend noch, stårkt seine Gnade mich, und ich besieg es doch. 5. Die Sünde kann mir nicht Verdammniß bringen, weil sie an ihm schon längst verdammet ist; will Angst und Furcht mein blödes Herz durchs dringen, getroft! Er starb, ferden, Mittler, Jeſus zu mir ins Efend niederließ: was trieb dich an, mir Armen gleich zu werden, ein Mensch wie ich? Sie, die ich oft vers stieß, die Liebe, hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust: die Liebe macht dir meinets wegen Schmerzen, daß, mir zu gut, du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebes: grad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anvers wandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit, des höchsten Sohn lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Lebenselbst ist Mensch gebohrn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlohrn. 4. Kein Elend kann uns nun den Muth benehmen, Immanuel ist bey uns in der der bis zum Tode treu ver: blieb, låst meine Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 6. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Steichthum, Ehr' und Freude schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden; ich bin vergnügt, er ist mein Himmel hier. Der Durst des Geistes ist gestillt, weil mich ein Strom von Lust und Seligkeit erfüllt. 7. Auf! auf! mein Geist! vergiß die Trauerlieder, er freue dich in dieser Liebes macht, des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig eins gebracht. D! ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Chrifto nun ein Wohlgefallen spür'. 1060. mel. Unerschaffne Lebensfonne. eyd zufrieden, lieben Brüs der, denn des Vaters Wort und Licht, das er aus sich selber spricht, bringet das verlohrne wieder, und in uns fer abgekürzter und veränderter ålterer Lieder. 379 fer Fleisch und Bein kleidet ihn du allerbester Freund! Was die Liebe ein. gleicht deiner Gnad' undLiebe? da du uns an Licht und Pracht denen Engeln gleich gemacht. Chor. 6. Er ist auf Erden 2c. 7. Nun dein paradifisch Les ben kehret wieder bey uns ein, Himmelswonne wirds nun seyn, deinen Namen zu erhes ben; wir genießen deiner Ruh, o wie selig sind wir nu! Chor.in Chor. 1. Gelobet feyst du, JEfusc. 2. Hdret, wie derEngel Chds re, in den Lüften sich erfreun. Stimmt mit in ihr Loblied ein, bringt dem höchsten Ruhm und Ehre, weil man Gottes liebstes Kind unter Adams Kindern find't. Chor. 2. Des ew'gen Vaters zc. 3. Der die Himmel aufges führet, wird ein schwacher Mensch, wie wir, und in Er denhütten, hier, wohnt Er, der die Welt regieret. Er, der alle Ding' erfüllt, wird in Windeln eingehüllt. Chor. 3. Den aller Weltkreis sc. 4. Werde auch in uns ge bohren, gieb uns Kraft zur Besserung, laß, im Fleiß der Heiligung, Gottes Bild, das wir verlohren, sich in unserm Geist verneu'n, daß wir Men schen Gottes seyn. Chor. 4. Das ewge Licht geht zc. 5. Uns verlangt auf dieser Erden, durch der Liebe Wunderkraft, zu des Lichtes Bürgers schaft, wiederum gebracht zu werden, daß uns unser Bater: land fünftig wieder sey bekannt. Chor. 5. Der Sohn des Vaters sc. 6. Wir verehren diese Liebe, die sich so mit uns vereint. O 7. Das hat er alles uns gethan, sein ic. 1061. Wit ( t das alte Lied: Wir singen dir, Immanuel.) Mel. Vom Zimmel hoch, da 2c. ir singen mit der Engel Heer, aus aller Kraft, Lob, Preis und Ehr, daß nun, o lang gewünschter Freund, der Tag, der dich uns schenkt, erscheint. 2. Nun du bist da, da liegest du, und findest kaum den Ort zur Ruh; und doch verschmäht dein sanfter Sinn die Erde nicht, auf der ich bin. 3. Drum faß ich dich auch ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frey: du führst's hinaus, besiegst den Tod, verkehrst in Freud' all Angst und Noth. 4. Du bist mein Haupt, hins wiederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, weil Kraft dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. 5. Jch 380 Anhang 5. Ich will dein Halleluja hier, mit Freuden singen für und für; dort soll in deinem Ehrensaal, es schallen ohne Zeit und Zahl. 5. JEsu, laß mich frdlich enden dieses angefangne Jahr: trage mich auf deinen Händen, sey meinRetter in Gefahr, steh mir bey in aller Noth, auch vers laß mich nicht im Tod, daß ich freudig dich kann fassen, wenn ich soll die Welt verlassen. 1062. Hilf Mel. Werde munter, mein 2c. ilf, HErr JEfu, laß ge. lingen, hilf, das neue Jahr geht an, laß es neue 1063. Mel. JEfu, meines Lebens c. MenschenKräfte bringen, daß wandeln fann: laß mich und Sheerden guter und getreuer die Meinen, dein, laß uns dir befohlen seyn; neues Heil und neues Leben wollst du uns aus Gnaden geben. Hirt, laß mich auch dein Schafs lein werden, daß dein tab und Stimme führt. Ach! du hast aus Lieb' dein Leben, für die Schaafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Laß dieß seyn ein Jahr der Gnaden, laß mich hassen alle Sünd': hilf, daß, da sie immer schaden, ich sie fliehe als dein Kind. HErr, durch deine Gnad' verleih', daß ich herzlich sie bereu', und so wol lest du, mein Leben, gnådig mir die Sünd' vergeben. 3. Trdste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, wenn ich mich in Noth betrübe, und voll Angst und Gorgen bin: wenn ich schlafe, wache du, schaffe, daß ich sicher ruh', stårke mich in meinen Nöthen, hilf, daß sie mich doch nicht tödten. 4. HErr, du wollest Gnade geben, daß dieß Jahr mir heilig sen, und ich chriftlich mdge les ben, ohne Falsch und Heucheley, daß ich meinen Nächsten lieb', und denselben nie betrüb', daß ich täglich auf der Erde from: mer, und einst selig werde. 2. Heerden ihre Hirten lies ben, und ein Hirt liebt seine Heerd. Laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb' hers nieder, soll dir meine schallen wieder. Wenn du rufft: ich liebe dich; ruft mein Herz: dich liebe ich. 3..Hdre, JEsu, und erhö re meine, deines Schäfleins Stimm', mich auch zu dir beten lehre, wenn mich schreckt der Feinde Grimm. Laß mein Rufen dir gefallen, deinen Trost herniederschallen. Wenn ich bete, hdre mich; JEsu, sprich! ich höre dich. 4. Hdre, JEsu, und erhde re, wenn ich rufe, klopf und schrey! JEsu, dich von mir nicht fehre, steh mir bald in Gnas abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 381 Gnaden bey! Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub' und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn! lesen, durch dich will ich nur selig seyn, in dir ist Kraft und Wesen: ach, mach' mein Herz doch völlig frey, daß es nur podir ergeben sey, durch den es kann genesen. 1064. Mein Mel. Allein Gott in der Zöh' 2c. ein Herzens JEsu, meis ne Lust, an dem ich mich vergnüge, der ich an deiner Lies bes Brust, gleichwie dein Jünger liege, mein Mund hat. dir ein Lob bereit't, weil ich von deiner Freundlichkeit, so großes Labsal kriege. 2. Mein Herze wallt, ist gegen dich mit heißer Lieb' ents zündet, es singt, es springt,' es freuet sich, wenns deine Lieb' empfindet, wenn es im Glaus ben dich genießt, der du dem Herzen alles bist, das dich im Glauben findet. 3. Du bist mein unfehlbas res Licht, durch welches ich er. blicke, mit aufgedecktem Unges sicht, mein ganzes Heil und Glücke. Nimm hin mein Herz, erfüll es ganz, o wahres Licht, durch deinen Glanz, so fehlts in feinem Stücke. 4. Du bist mein sichrer Hims melsweg, durch dich steht er mir offen, wer an dich glaubt, der hat den Steg zur Seligkeit getroffen. Ach! laß mich, liebs stes Heil, hinfür, doch ja den Himmel, außer dir, auf kei nem Wege hoffen. 5. Du bist die Wahrheit, dich allein hab' ich mir auser, 6. Du bist mein Leben, dess ne Kraft soll mich allein regies ren: dein Geist, der alles in mir schafft, kann Leib und Seele rühren, daß ich voll Geist und Leben bin; mein JEsu, laß mich nun forthin, das Leben nicht verlieren. 7. Du bist das wahre Hime melsbrodt, des Vaters höchste Gabe, damit ich mich in jeder Noth, zu großer Stärkung labe. O Brodt, das Kraft und Leben giebt, gieb, daß ich, was der Welt beliebt, niemals zur Nahrung habe. 8. Du bist mein allerschöne stes Kleid, mein Zierath, mein Geschmeide; du schmückst mich mit Gerechtigkeit, gleich als mit reiner Seide. Ach! gieb, daß ich die schndde Pracht, das mit die Welt sich herrlich macht, weil sie vergånglich, meide. 9. Du bist mein treuer Seelenhirt, du bist auch selbst die Weide, du hast mich, wenn ich war verirrt, zurückgeholt mit Freude. Ach! nimm dein Schåflein nun in Acht, damit es weder List noch Macht, von deiner Heerde scheide. 10. Du bist mein auserkohrs ner Freund, bey dem mein Herz mir schläget, mein Brus der, 382 Anhang der, der es redlich meint, mit Muttertreu mich pfleget, mein Arzt, wenn ich verwundet bin, der Balsam, welcher Herz und Sinn, in Schwachheit stårkt und tråget. 11. Was soll ich, Schuster, wohl von dir, noch weiter sa gen können? Ich will dich, aller Welt Panier, mein Ein und Alles nennen: denn, was ich will, das bist du mir. Ach! laß mein Herze für und für von deiner Liebe brennen. 1066. Mel. Christus, der uns selig x. Esu, meiner Seelen Licht, Ursprung meiner Freu den, meines Lebens Zuversicht, nimm doch für dein Leiden meines Herzens Dank hier an, laß dieß schwache Lallen, das mein Mund dir bringen tann, gnådig dir gefallen. 2. Ich erwåg es oft und viel, was dich doch getrieben, uns ohn alles Maaß und Ziel, wie du thatst, zu lieben, daß du Angst, Gewalt und Noth, Schlåg' und Hohn und Ban den, Låsterung und Kreuz und Tod willig ausgestanden. 3. War es unsre Würdig keit? Nein! des Baters Güte, deines Herzens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe, das hat dich ans Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht die Gewissen nagte. 4. Welch ein wunderbarer Rath, den man nie ergründet! welche unerhörte That, als man nirgend findet! Sünden, deren, Gott zum Hohn, Mens schen sich erfrechen, die läßt Gottes eigner Sohn, an sich strenge rächen. 5. Meine 1065. Mel. So wahr ich lebe, spricht. ( S Es ist vollbracht! vergiß ja nicht dieß Wort, mein Herz! das JEsus spricht, da er, für dich am Kreuze stirbt, und dir ein ewigs Heil erwirbt, da er, der alles wohl gemacht, nun: mehro spricht: Es ist vollbracht. 2. Es ist vollbracht am Kreuze dort Gesetz und der Propheten Wort. Die Last, die auf den Sündern lag, das Heil, das Gott der Welt vers sprach, und was sein ew'ger Rath bedacht, das ist durch Christi Tod vollbracht. Geist, das JEsus spricht. Er will, daß du nun ernstlich ringst und deineHeiligkeit vollbringst, So stårkt einst in der Todes nacht dich JEsu Wort: Es ist vollbracht. 3. Es ist vollbracht! zur Seligkeit ist alles nun für mich bereit. Durch dich ist Gnad' und Beßrungskraft, und Heil und Leben mir verschafft; und wenn mein Herz mir Zweifel macht; sag' ich getrost: Es ist vollbracht! SUD 4. Es ist vollbracht! ver: giß ja nicht dieß Wort, mein abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 383 5. Meine schwere Sündens zu befreyn, daß wir nun des schuld traf den treuen Bürgen, Himmels Erben, Gottes Kins Er ließ gar aus großer Huld der können seyn. sich für mich erwürgen. So hat er uns heil gebracht. Sollt uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ins niglich zu rühmen? 6. HErr! dein Friede sey mit mir; und auf mein Ges wissen, wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen. JEsu, meiner Seelen Hort, treiß durch deine Schmerzen alle Seelenangst hinfort fern aus meinem Herzen. 7. Laß mich, wenn ich dich erblickt, so bald Gnade finden, als mein banges Herz ers schrickt, über Straf' und Sün: den. Sieh', ich fall, zerknirscht von Reu, mit wahrhafter Buße und dem Borsaß beßrer Treu, JEsu, dir zu Fuße. 8. Nun ich weiß, worauf ich bau', und bey wem ich bleibe, wessen Fürsprach' ich vertrau', und an wen ich glaube. JEsu, du bist es als lein, welcher mich beschirmet, wenn gleich alle Höllenpein meinen Geist bestürmet. tid 58 12.49 do 394 1067. Mel. O du Liebe meiner Liebe. nveränderliches Wesen, unbegreiflich höchstes Gut! Du, du wurdest auserlesen, uns durch dein versöhnend Blut, durch deinDulden, durch dein Sterben vom Verderben 2. Ich verehre deine Liebe, unbeflecktes GottesLamm! die durch ihre heißen Triebe dich gebracht ans KreuzesStamm; ach! daß ich doch könnte schauen in dein liebevolles Herz, und in gläubigem Vertrauen dadurch lindern meinen Schmerz. 3. 3war kann ich mich werth nicht schätzen, daß in meiner Seelennoth ich an dir mich soll ergößen, du, mein Mitte ler und mein Gott! Doch du bist ein Arzt der Schwachen, der betrübten Sünder Freund, pflegst den freundlich anzulas weint. chen, der mit Petro kläglich 4. Drum sieh' nicht auf meine Würde, Lamm, das als ler Würde werth! schau' hins gegen auf die Bürde, die den mattenGeist beschwert. Weiß'st du doch, wie dem zu Muthe, welchen drückt der Sündens laft, weil du selbst im Schweiß und Blute, dieses Joch ges tragen hast. 5. O wie hat es dich ges drücket, blutend, ringend liegst du da! Bis zur Erde hinges bucket gehst du hin nach Gols gatha! trågst dein Kreuz. O welche Liebe! Wirst von Sún dern stolz verhöhnt; aber so hast du uns wieder mit dem Bater ausgeschnt. 6. Laß 384 Anhang dibeda 6. Laß mich diese Freunds schaft schmecken, so auf ewig vest gestellt; laß dein Blut die Schuld bedecken, das du hast zum Lösegeld deinem Vater dargegeben, durch der Liebe Wundermacht, und dadurch du uns das Leben deiner Gott heit wiederbracht. best für die Welt, die doch von dir nichts hält.ston 3. Hier hångt das Heil der Erden, der Held aus Juda Stamm: hier will zur Sünde werden das reine Gotteślamm. Dasleben selber stirbt, Gnad", Segen, Fried' erwirbt, uns allen insgemein: ach laßt uns dankbar seyn! 4. Dieß Lamm, das läßt sich tddten für uns und unfre Schuld, reißt uns aus Sún denndthen, erwirbt uns Gottes Huld. Sein Blut fließt uns zu gut und stärker unsern Muth, wenn unsre Seele zagt, wenn uns das Herz verklagt. 8. HErr! du hast dich mir 5. Doch bleibt nicht immer ergeben, dir ergeb' ich wieder mich, und verschreibe mich das neben, dein zu bleiben ewiglich. Du bist nnn erhöhet worden: Liebster, zeuch mich dir einst nach, daß ich in der Engel Or, den deine Treu besingen mag. 1068. liegen das Lamm in seinem Grab; es steht auf und will fiegen: nachdem's geleget ab die Schwachheit, nimmt es an den Löwen Muth, und kann nun zwingen als ein Held, Sünd, Teufel, Tod und Welt. 7. Dieser Trost flößt Leib und Seele dann ein neues Les ben ein; hilft mir Schwachen, wenn ich fehle, stårkt mich, dir getreu zu seyn. Drum gieb, JEfu, meinem Geiste deiner Gnade Unterpfand, daß ich dir Gehorsam leiste, wozu mich dein Tod verband. du rechtes Osterlamm, der du dich hast gegeben für mich ans Kreuzesstamm, aus reinerHerzenslieb, aus freyem Geistestrieb, zumOpferund zur Gab': mein mattes Herze lab'! 6. Wer steht in schweren Leiden, wen ångst't der Seelen Schmerz, kann in dir, JEsu, weiden, sein jammervolles Herz, wer sich fühlt schwach und matt, wird durch dich stark und satt; wen hier der Kummer drückt, der wird durch dich erquickt. 2. O Lamm ganz ohne 7. Nun, Gottes Lamm, fey Schulden! das läßt erwürgen sich und gerne will erdulden die Straf' und Pein für mich! Du hångest an dem Holz, zu büßen meinen Stolz; du stir. Speise in deinem Fleisch und Blut, für uns zur Himmels reise, und bring uns zu der Hut, wo keinen nicht mehr durst't, wo du selbst leiten wirst dein Mel. Auf, auf! mein Zerz ic. Jein JEsu, schönstesLeben, abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 385 dein Schäffein zu der Quell, die selig, klar und hell. 8. Da Gott, die Lebensson: ne, in, durch und an uns scheint, wo JEsus Freud' und Wonne, dem einschenkt, der geweint, wo jauchzt, wer hier geachzt; wo hüpft, wer hier gelechzt; wo alles wird ergößt, was fehlte, wird ersetzt. 3. Du bist das Haupt, hins gegen wir sind Glieder; und es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried' und Freude, Stårk' und Kraft, und was uns sonst Er quickung schafft, wird uns von dir gegeben. Rühre, führe, ewge Güte, mein Gemüthe, daß dichs preise, dir Lob', Ehr' und Ruhm erweise. 9. Da wollen wir dem Lams me, verklärt vorGottes Thron, dem Held aus Juda Stam me, dem rechten Davidssohn, Preis, Ehre, Lob und Ruhm, Macht, Weisheit und Reich. thum, zusammt Victoria brin: gen. Halleluja! 4.3euch, JEsu! uns, zeuch uns nach dir! hilf, daß wir künftig für und für nach deinem Reiche trachten! Laß uns im Wandelheilig, rein, vollSanfts muth und voll Demuth seyn; die Ueppigkeit verachten! Uns art, Hoffart, laß uns meiden, Mel. Wie schon leucht't uns 2c. auchimleiden, wohlergründen, 91ch ch wundergroßer Sieges, wo die Gnade sey zu finden. 24 held, Erldser, Richter, 1070. 1069. HErr der Welt! Heut hast Mel. Ermuntre dich, mein c. du dich erhoben zur rechten Hand der höchsten Kraft. Dein Arm hat dir den Sieg ver schafft, durch den du jest dort oben, prächtig, mächtig, trium, phirest und regierest, Tod und Leben sind, HErr Christ, die untergeben. 2. Dir dienen alle Seras phim, dir jauchzen sie mit hoher Stimm, dich, ihren HErrn, zu loben. Du hast den Segen wiederbracht, und dich mit Majestät und Pracht zur Herrlich, keit erhoben. Singet, bringet Ruhm, und ehret den, der fåh, ret durch die Himmel mit froh, lockendem Getümmel. zu Chrift! der du bist su aufgenommen gen Himmel, da dein Vater ist, und die Ges mein' der Frommen; wie soll ich deinen großen Sieg, den du durch deinen schweren Krieg erworben, würdig preisen, und dir genug Ehr' erweisen? 2. Du hast dich zu der reche ten Hand des Vaters hinges setzet; der hat dir alles zuers kannt, weil du den Feind vers lehet, ja ihn nun gånzlich um gebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht, und ihn auf deinem Wagen sehr herrlich schau getragen. B6 3. Du 386 30Anhang dihanta 3. Du Herrscher! fährst ser Wandel ist, wo sich Fried', mit Jauchzen auf, mit mehr Freud' und Wahrheit füßt, denn tausend Wagen der star und wir nur solches Wesen, ten Engel, die zu Hauf dir das himmlisch ist, erlesen. Preis und Ehre sagen. Du fahrest auf mit Lobgesang, es schallet der Posaunen Klang: Mein Gott! vor allen Din: gen will ich dir auch lobsingen. 8. Hilf, daß wir unsern Schaß allein in jener Welt er: lesen, wo Gottes Kinder ewig seyn, nicht in dem eitlen We: sen; und dorthin sehn, was fünftig ist, da du uns Schab und Alles bist: weil doch in diesen Gründen kein bleibend Gut zu finden. 4. Du fåhrest freudig in die Höh' und führest die ges fangen, die sonst, zu unserm Ach und Weh, ergimmt auf uns gegangen: drum preifen wir mit süßem Schall, o star: ter Gott! dich überall, wir, die wir so viel Gaben hiedurch empfangen haben. 5. Du bist das Haupt in der Gemein', und wir sind deine Glieder: du wirst ein Schutz der Glieder seyn, wir fallen vor din nieder, und bitten: Gieb uns Trost und Licht, wenn uns für Angst das Herz zerbricht; denn du kannst Kraft und Leben und Fried und Freude geben. 6. Nun hat uns deine Him, melfahrt die Straße schon be, reitet: du haft den Weg nun offenbart, der uns zum Vater leitet. Und weil du denn, HErr JEsu Christ! nun stets in deiner Wonne bist; so wer. den ja die Frommen dereinst auch zu dir kommen 74 HErr JEsu! zieh' uns für und für, lenf unsere Ges müther, Herz und Gedanken fiets zu dir, und deine Him. 4. Umsonst, umsonst em melsgüter: daß da schon un. pdret sich der Fürst der Hölle wider 9. Zieh uns dir nach, so lau fen wir, gieb uns des Glaus bens Flügel. Reiß uns durch deine Kraft von hier auf Zions Freudenhügel. Mein Gott! wenn fahr' ich doch dahin, wo selbst ich ewig frölich bin? wenn werd' ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 1071. Mel. Vom Zimmel hoch da ic. ir danken dir, HErr JG, du zue Rechten Gottes bist. Du star kerHErr, Immanuel! o start' im Glauben unsre Seel'! 2. Du sigest auf der Himmel Thron, als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unsrer nicht; drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Ma jestät dir gleich? Mensch, Ene gel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur. abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 387 wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt; durch dei: ne Macht ist er besiegt. 2. Das Herz erquick', ents zünde mein Gemüth, auf daß es schmecke neue Lieb' und Güt'! Du Lebenskraft, be: lebe meine Kräfte zu jedem dir geheiligten Geschäfte. 5. Du unser triumphirend Haupt! Wie selig ist, der an dich glaubt! du bist sein Licht, fein Trost, sein Theil, sein star ter Schuß, sein ew'ges Heil. 6. Err! unsre Herzen trau'n auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. DuHeld von unserm Fleisch und Blut! bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht ist dir bekannt. Der Segen ist in dei: ner Hand. Von keiner Seele bist du fern; du siehst auf sie, und hilft ihr gern. 8. Sieh' auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit hilf unserm schwa. chen Glauben auf, und heil'ge unsern Lebenslauf! 9. Gen Himmel fuhr'st du als ein Held. Als HErr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Laß uns dann freudig vor dir stehn. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich. Dann jauch zen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, HErr JEsu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. 1072. S In eigner melodie. u Geist des HErrn, der du von Gott ausgehst, und doch mit ihm in gleichem Wesen stehst: Kraft aus der Höh, du stärkest ja die Mats ten, so komm denn meiner Schwachheit auch zu statten. 3. Du Weisheitsbrunn, du Abgrund ohne End', Vernunft und Kunst ist ohne dich vers blend't: gieb mir Verstand und Einsicht deiner Werte, daß ich dich, Gott, in allen seh' und merke. 4. Des Worts, in welchem sich Gott offenbart, weiß'st du allein die beste Deutungsart: aus dir allein durch deine Kraft getrieben, hat der Prophet und Jünger es geschrieben. 5. Drum, Licht vom HErrn, komm und durchleuchte mich! sonst fehl' ich leicht, mein Geist verirret sich. Komm, Lehrer, lehre Christum mich erkennen, und meinen HErrn, in deinem Licht, ihn nennen: 1 6. Bestrafe aber auch die Sünd' in mir, rott' aus, was mich verwerflich macht vor dir, den Willen brich, entsünd'ge meine Sinnen, und schaff in mir neu Leben, neu Beginnen. 7. Mach', daß mein Geist vor dir zerknirscht erschein', gieb Neu und Leid, flöß' wahre Demuth ein; ach säubre ihn von allen Eitelkeiten, daß deis nem Trieb nichts könne widers streiten. 8. O fanfter Geist, zieh' meinen Geist empor, und stelle Bb 2 mir 388 Anhang do mir des Lebens Hoffnung vor! 2. Dein Geist mehrt unsers versiegele und stärke mich im Glauben, die Siegeskron' laß mir den Feind nicht rauben! Glaubens Licht. Wenn alle Welt dawider ficht, mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 3. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; wo dieser hilft, da nimmt der Krieg gewiß ein gu tes Ende. Was ist doch Satans Reich und Kraft? wenn Gots tes Geist ims Starkung schafft, so siegen Muth und Hände. 4. Er steht uns in Versu chung bey, er tröstet uns, und macht uns frey von allem, was uns frånket; wenn uns des UnglücksWetter schreckt; soist ers, der uns schützt und deckt, viel besser, als man denket. 9. Du Geist aus Gott, entzünde mein Gebet, daß ich vor dich in reiner Andacht tret', und, wenn ich dir im Herzen sing' und spiele, mein Geist darin des Himmels Wonne fühle.biz 10. Gieb mir indeß den Vorschmack jener Welt; der Seligkeit, die mir dein Wort vorhålt: laß Christi Sinn in mir gebohren werden, und tilge, was sich sehnt nach die: fer Erden. 11. Nimm hin, mein Herz, bewohn' es als dein Haus, komm, schmück' es selbst mit jeder Tugend aus: ach! heil' ge mich, wie du der heil'ge heißest, und unsern Sinn der Sünd' und Welt entreißest. 12. Wirst du, o Lebens. geist! dieß an mir thun, so wird mein Geist in deiner Gnade ruhn, und so du mich inwendig wirst verneuren, so kann ich jeden Tag ein Pfingst. fest feiren. T 1073. Mel: Rommt her zu mir zc. ott Vater, sende deinen erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß uns doch ja nicht unerhört von dei: nem Throne gehen. 5. Er macht das bittrekreuz uns süß, ist unser Licht in Fin sterniß, führt uns als seine Schaafe; hält über uns sein Schild und wacht, daß seine Heerd' in tiefer Nacht, mit Ruh und Frieden schlafe. 6. Er lehret uns die Furcht des HErrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, keuschen Seelen, wer Buße thut, sich recht bekehrt, und Gott und Tugend liebt und nicht fehlen. 7. Er ist und bleibet fiets getreu, er steht uns auch im Tode bey, und höret unser Flehen. Er lindert unsre lette Pored at ur Noth, abgekürzter und veränderter ålterer Lieder. 389 Noth, läßt uns voll Hoffnung durch den Tod, zur Him melsfreude gehen. ich, daß ich sterbe? Ich bin ja Gottes Erbe, nun ist sein Himmel mein. 8. Nun, HErr und Vas 5. Du bist ein Geist, der ter aller Güt', hör' unsern Wunsch, geuß ins Gemüth uns allen diese Gabe: gieb deinen Geist, der uns allhier regiere, und dort für und für mit Himmelswonne labe. lehret, wie man recht beten foll: dein Beten wird erhöret, dein Lob gefällt Gott wohl. Es steigt zum Himmel auf. Wir nahen in dem Sohne getrost zu Gottes Throne, du hilfft der Schwachheit auf.: 6. Du bist ein Geist der Freuden, denn deines Trostes 1074. Mel. Von Gott will ich nicht hc. euch ein zu deinen Thoren, 3 meines Herzens erleuchtet uns der du, da ich gebohren, mich neu gebohren hast, o hochge, liebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleis ches Thrones, mit beiden gleich gepreist! " den; wer dich hat, trauret nicht. Ach ja! wie manches, mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten, zum güldnen Himmelsfaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund. lichkeit: willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feinds schaft bist du feind, willst, daß wir uns bald wieder versöhnen, daß als Brüder sich lies. ben Feind und Freund.. 2. Zeuch ein, laß mich em: pfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden, Hülf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste, dir willigst Dienste leiste, wie ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht: der Tod durchdrang mein Les ben, wo ist nun seine Macht? Ich hab' an Christo Theil; 8. Du, HErr, hast ja in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wens: den, wie dir es wohlgefällt: so gieb doch Rath und That. du gabst im Wasserbade, mir Verknüpf in allen Landen, Recht an seiner Gnade, und mit sanften Friedensbanden, Recht am ew'gen Heil. was sich getrennet hat. 4. An allen Geistesgaben kann Leib und Seele hier schon frohen Antheil haben, du woh. neft selbst in mir. Ich soll dein Tempel seyn: was fürcht 9. Dem Herzleid auf der Erde, Allmächt'ger, wehre du. Gieb deiner armen Heerde die stets erwünschte Ruh', gieb Einen Geist und Simm. Die Lånder 363 390 Anhang Lånder, so verheeret, die Kirs chen, so zerstdret, laß blühen, wie vorhin. 10. Beschirm' die Polizeyen, bau' unsers Königs Thron, daß er und wir gedeihen; schmück, als mit einer Kron', die Alten mit Verstand, mit Frömmig, keit die Jugend, mit Gottes: furcht und Tugend, das Volk im ganzen Land. 11. Richt' unser ganzes Les ben all'zeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns frölich sterben, und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Haus. 1075. Ligne Melodie. Gott, du Tiefe sonder Grund! wie kann ich dich zur Gnúge kennen? du große Hdh', wie soll mein Mund dich nach den Eigenschaften nennen? Du bist ein unbe, greiflich Meer, ich senke mich in dein Erbarmen, mein Herz ist rechter Weisheit leer, um. faffe mich mit deinen Armen! ich stellte dich zwar mir, und andern gerne für, doch werd' ich meiner Schwachheit innen: weil alles, was du bist, mir unbegreiflich ist, verläßt mich Einsicht und Befinnen. 2. Dein Alter ist die Ewigs keit, die niemals mit dir an gefangen, du warst vor aller Welt und Zeit, und eh die Schöpfung angegangen. An dir ist unaussprechlich viel, und was du hast, wird nicht geen: det, dein hohes Wesen kennt kein Ziel, das deiner Jahre Lauf vollendet; Beråndrung trifft dich nicht, dieweil dir nichts gebricht: du bist ein unaufhörlich Leben; was lebet und sich regt, das wird von dir bewegt, du hast ihm dazu Kraft gegeben. 3. Es rührt von deiner Allmacht her, aus welcher alle Ding' entstanden, kein einzie ges kommt ohngefähr, wärst du nicht, so war nichts vors handen: Was Aug' und Oh. ren reizend ist, wovon wir wis sen oder lesen, was sichtbar und unsichtbar ist, das alles hat von dir sein Wesen. Du thust, was du beschleußt, und was unmöglich heißt, ist das ges ringste deiner Werke; du bist nur dir bekannt, dein götts licher Verstand und Weisheit gleichet deiner Ståite. 4. Der Himmel ist dein Thron und Siß, und du re gierest auch auf Erden, vor dir muß aller Menschen Witz, die Weisheit selbst beschämet wer den: worauf man die Gedans ken stellt, ist dir entdeckt und unverborgen, was Finsterniß beschlossen hält, das siehst du, wie am hellen Morgen: Du wohnst in einem Licht, das hat kein Dunkles nicht, noch mit dem Schatten was gemei. nes; abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 391 nes; tein König ist dir gleich, dein allgewaltig Reich ist oben und hier unten eines. neu; so handelst du aus eignem Triebe: ein jeder Augenblick ist deiner Wohlthat Stück, darin wir deiner Huld genie, ßen; dieß alles, was wir seyn, muß immer und allein aus dir, als einen Brunnen, fließen. 5. Du einiger und wahrer Gott, du Herrscher aller Him, melschaaren, die Götter sind vor dir ein Spott, und scheuen alle dein Verfahren; vor dir er. bebt der Engel Chor, sie schla: gen Aug' und Antlig nieder, so schrecklich kommst du ihnen vor, und davon schallen ihre Lieder. DieKreatur erstarrt vor deiner Gegenwart, damit ist alle Welt erfüllet, und dieses Aeußere weist, unwandelbarerGeist, ein Bild, worin du dich verhüllet. 6. Dich schließen keine Grenzen ein; und wenn gleich tausend Welten wåren, so wås ren sie für dich zu klein, und nur wie Zeichen deiner Ehren: dein Arm herrscht unermeßlich weit, und dein Befehl lenkt alle Sterne; dein Ruhm und deine Herrlichkeit erreichet eine solche Ferne, die niemand den. ken kann; dich betet alles an, und muß gebeugt sein Nichts empfinden; doch wer in Zuver: sicht dir seine Noth bericht't, wird Trost und Rettung bey dir finden. 7. Bey dir ist kluger Rath die That, gerechtes Recht in dem Gerichte, Vollkommen heit im höchsten Grad, Geduld vor deinem Angesichte; Barm herzigkeit und große Treu, viel Snad und unermesine Liebe wird alle Morgen bey uns 8. Du, Vater, deine milde Hand verbreitet Leben, Lust und Freude; du wärmst und tránkest jedes Land, giebstkorn zur Saat, giebst Kleid und Weide, und den Geschöpfen Unterhalt, nach eines jeden Art und Weise, dein Segen macht sie wohlgestalt, du fülleft sie mit Freud' und Speise, bist deiner Menschen Freund und deine Sonne scheint so über Fromm' als Ungerechte, dein milder Regen fällt in dies ser ganzen Welt, auf alle Völter und Geschlechte. 9. Bermag dir jemand auch dafür mit Mund und Herzen recht zu danken? In keinem Tempel wohnst du hier, dein Dienst, hat nicht gewisse Schranken; was Menschen für dich aufgebaut, darin wird deiner nicht gepfleget, du liebest den, der dir vertraut, und sich zu deinen Füßen leget: was er dir leisten soll, das thut ihm selber wohl, denn du bedarfst nicht seiner Gaben, statt des sen wendest du ihm Heil und Leben zu, und kannst von nie mand etwas haben. 10. Ja, du belohnst den, der dich ehrt, auf ewig lohnst B64 du 392 Anhang du deine Freunde. Der straft sich selbst, der dich nicht hört, ihm gehts wie jedem deiner Feinde. Du wågst der Mens schen Thaten ab, wirst jedem nach Verdienste geben; wer hier der Sünde sich ergab, der hat kein Theil am sel'genleben. Wer aber in der Zeit, zur fro: hen Ewigkeit, in Hoffnung gus ten Saamen streuet, der ernd tet einst bey dir den Lohn, wird für und für vor deinem An. gesicht erfreuet. 11. Dein Thun ist recht, du Heiligster, was wir hier nicht zu reimen wissen, wird dort entdeckt. Dann wird dir, HErr! der Spotter selbst es zeugen müssen: daß dein Weg Gnad' und Weisheit war; dich preis't dann mit den Se: raphinen die ganze theu'r ers Idste Schaar, die dir dort oh ne Sünde dienen; denn dein ist Kraft und Ruhm, das Reich und Heiligthum, das zur Bewundrung mich hin. reißet; bey dir ist Majestät, die über alles geht, und heilig, heilig, heilig heißet. 1076. ir glauben an den ein'gen Gott, Schöpfer Hims mels und der Erden, er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er er wog schon, eh wir waren, uns fre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und alles steht in sei ner Macht. 2. Wir glauben auch an JEsum Christ, Gottes Sohn, den Eingebohrnen, denHErrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Berlohrnen, er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand; herrscht hoch erhöhet, in dem Reich, daß nie verge het; er läßt auch uns im Grabe nicht, und kommt der: einst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern göttli chen Regierer, den JEsus Christus uns verheißt, uns zum Beystand und zum Füh, rer; der in Trübsal seine Chris sten weiß mit Kraft und Muth zu rüsten; der uns lehrt Vers gebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flößet uns im Todesschmerz, des ew's gen Lebens Trost ins Herz. 1077. Mel. Ermuntre dich, mein 2. Also hat Gott die Welt ge liebt, und Sünder so ges ehret, daß er selbst seinen Sohn ihr giebt! das preise, wer es höret! Sie bet' ihn voll Er staunen an! So viel hat Gott für sie gethan! Der Sohn hat selbst sein Leben zum Opfer dargegeben. 2. Ach, wer hat einen Bas tersinn, und giebt sogar für Sún abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 393 zen mit einem neuen Herzen! Sünder sein Kind zu ihrer durch deines Sohnes Schmers Rettung hin, das liebste seis ner Kinder! Und so liebt Gott uns! brünstiger kann keine Liebe seyn! denn er giebt Frevlern, schenkt Verlohrnen selbst seinen Eingebohrnen. 7. Ja, beuge mich, damit ich nicht auf Strafen Strafen häufe; das nicht dein heiliges Gericht in Sünden mich ers greife! Ich bebe; nimm dich meiner an, weil ich mich selbst nicht retten kann! Laß mir dein Heil nicht rauben; gieb mir den wahren Glauben! 3. Warum? daß durch sein heilig Blut gereinigt, Gottes Erde für den, der wahre Buße thut, des Himmels Vorhof werde! Daß er, wenn er recht glaubt und fest sich auf des Sohnes Tod verläßt, Gott wieder gnädig sehe, und nicht verlohren gehe. 4. Durch ihn befreyt von aller Schuld, versöhnt durch seine Leiden, genießt er seiner Vaterhuld und seines Geistes Freuden. Er soll auch Kraft, Zufriedenheit und Trost, und seine Seligkeit mit allen ihren Gaben, soll seinen Himmel haben. 8. Ich bitt' auch, um ges wiß zu seyn, daß ich den Glaus ben habe, um Eifer, dir mich ganz zu weihn, um deines Geistes Gabe! Wie könntest du, da du mir schon den Sohn geschenkt haft, deinen Sohn, nicht immer mein gedenken, mit ihm nicht alles schenken? 9. Ich hoff es, Gott, voll Zuversicht: ich will das Böse hassen; ich halt ihn fest, und laß ihn nicht, so kannst du mich nicht lassen! Durch ihn, o Bater, bin ich dein, und ewig, ewig will ichs seyn; will deinen Willen üben, dich über alles lieben. e 5. Wer kann dieß wissen Gott, und doch dir fühllos widerstreben; so hoch geliebt seyn, und dennoch sich weis gern, dir zu leben? Ach, will ich, da dein Sohn selbst stirbt, und mir ein ewig Heil erwirbt, nicht deine Lieb' empfinden: wie häuf' ich meine Sünden! 1078. mel. Die Tugend wird durchs. in Herz, das Gott erkens nen lernet, ihn über als les lieb gewinnt, von jeder 6. O, welch ein Gråul! Sünde sich entfernet, ihm wie werth, von dir mit jeder gleich und himmlisch wird ge Plag' auf Erden, mit jeder sinnt, das zieht ihn vor für StrafeQuaalen, hier und dort allen Schätzen, es ehrt ihn als gerächt zu werden! Der Sün das höchste Gut, in ihm als der, Gott, entsetze sich! 2ch, lein kann sichs ergößen, Er HErr, begnadige doch mich ists, bey dem es sicher ruht. 2. Ja, 365 394 mm Anhang drastalagen 2. Ja, HErr, dein majes 6. Welch eine Tiefe! wetståtisch Wesen, das selbst der Engel sel'ge Schaar zur Augenweide sich erlesen, stellt sich mir allenthalben dar. Was groß, was prachtig hier auf Erden, der Glanz der höchsten Majestät, muß dem nur Spiel und Schatten werden, dem dein erhabner Glanz aufgeht. 3. Was giebet uns die Welt für Güter? sie sind wie Rauch, der leicht vergeht, sind oft nur Kummer der Gemüther, und Wollust, die im Traum be: steht. Ihr Reichthum, kaum wird er besessen, so fällt er, mit ihm Trost und Muth, kurz, alle Freude wird vergessen; Gott aber ist ein ew'ges Gut. 4. Du bist und bleibst, bist lauter Liebe, dieß sagt die ganze Kreatur. Du schufft die Welt aus freyem Triebe; hier find' ich tausendfache Spur, die mich zu dir hinauf soll lei. ten, sie ist ein Zeuge deiner Kraft, die Licht und Lust um sich verbreiten kann, und aus Nichts ein Etwas schafft. 7. Er überschüttet dich mit Segen, er speiset dich mit Himmelsbrodt; er ist dein Licht auf deinen Wegen, er führet dich durch Noth und Tod; er trånkt dich aus den Lebensbächen; er stehet dir in Nöthen bey; in Kreuz läßt er dir Trost einsprechen: denn seine Lieb' ist täglich neu. 8. Je mehr man deine Güs te schmecket, mein Gott! je stårker reizet sie, der Geist wird immer mehr erwecket, der Durst nach dir vergehet nie. Man ringt nach dir aus heißen Trieben, man eilt zu dir im schnellen Lauf, man schwingt mit Flügeln süßer Liebe zu dir, dem Quell des Heils, sich auf. 9. Nichts kann denn unsre Liebe stören, du bist ja unser höchstes Gut; die Trübsal muß sie nur vermehren, schafft uns serm Glauben neuen Muth; wird uns zum Glück, wird uns zum Segen, zieht unsern Geist zum Himmel hin, und leitet uns auf deinen Wegen; in Christo wird sie uns Ge winn. 10. Wir che Höhe der Lieb'! O göttlich große That, die, wahrlich, wo ich nur hinsehe, die nir. gends ihres Gleichen hat! So kommt er uns mit Lieb' ents gegen, so, Seele, sucht er heut' auch dich, wirst du dich ihm zu Füßen legen; so öffnet dir sein Himmel sichy. 5. Durch Lieb' allein wardst du bewogen, daß du dein Bild, die Menschen, schufft, und, da die Sünd' uns dir entzogen, uns liebreich wieder zu dir rufft. Dein heil'ger Ernst legt Fluch auf Sünde und doch, Erbarmer! was that'st du? du wend'st dem ungerathnen Kinde in Christo Heil und Segen zu. abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 395 10. Wir fliehn die Lüfte 4. Hilf mir, sündenrein dieser Erden, denn sie sind Gift, auch schon hier zu seyn. Was ihr End' ist Pein; wir wün: die Lust zur Tugend mehret, schen aufgelöst zu werden, bey und der Lüste Macht zerstdret, dir, o Gott! bey dir zu seyn; das erbitt' ich mir, Heilige wir gehn, durch dich gestärkt, ster, von dir. in Frieden, als Reisende zur Ewigkeit, denn dort, dort wartet auf den Müden voll: kommne Ruh' und Geligkeit. 11. Dort soll dich reine Lie: be ehren; hier kann das Leiden dieser Zeit oft unsre Freud' und Liebe stdren, hier gehts durch manchen Kampf und Streit. Dort folgt die Krone nach dem Leiden, die Erndte nach der Thranenfaat. Dank dir, du Schöpfer jener Freuden, Dank dir für deine große That! 1079. ( Ift das alte Lied: Seelen: Bräutigam!) Mel. Wer ist wol, wie du 20. ir ergeb' ich mich, JEsu, der du dich auch zu meis nem Heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, seyn. 2. Deiner Liebe Werth, die dein Tod erklärt, laß mich tief zu Herzen nehmen, und mich deiner niemals schåmen. Sie, fie dringe mich, stets zu lies ben dich. 3. Groß ist deine Huld. Aller meiner Schuld well'st du ewig nicht gedenken, und auch mir den Frieden schenken, den du mir erwarbst, als du für mich starbst. 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit' mich Himmel an. 6. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wache und mit Beten täglich vor dich möge treten: so verlöscht das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht verlies ren. In der Trübsals Nacht nimm mich, HErr, in Acht. 8. Deine Freundlichkeit, wenn sie mich erfreut, treibe Herz und Mund zum Dans ken, und bewahr' mich in den Schranken einer heil'gen Freud', ohne Sicherheit. 9. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfte hasse, gieb zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr. 10. JEsu, hilf, daß ich als les hier, was mich von dir locket, überwinde, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ, treu und stand. haft ist. 11. Wirds Anhang 11. Wirds zum Sterben sie bricht, du bau'st; sie baut, gehn, wollst du mir beystehn, mich durchs Todesthal beglei: ten, und zu deinem Himmel leiten, daß ich da mich dein, ewig mdge freun. 1080. S Mel. Jehovah ist mein Licht. o führst du doch recht se: lig, HErr, die Deinen, ja selig, und doch meistens wun. derlich! Wie könntest du es bdse mit uns meinen? Du bist dem treu, der sich verläßt auf dich. Die Wege scheinen trumm, und sind gerad', auf denen du die Deinen läsfest gehn: da pflegt es oft gar selt: sam auszusehn, doch trium, phirt zuletzt dein hoher Rath. 2. Dein Geist hångt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Meis nung macht, was Menschen schon für ganz verlohren schå: Ben, das rettest du so, wie's dein Rath bedacht. Du reiz Best wohl die stärksten Band' entzwey: was sich entgegens fett, sinkt bebend hin; ein Wort bricht oft den allerhårt sten Sinn, dann geht dein Fuß auch durch Umwege frey. 3. Was unsre Klugheit will zusammen fügen, theilt dein Verstand in Ost und Westen aus: was mancher unter Joch und Last will biegen, führt dei ne Hand zur Freyheit froh heraus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft: 396 du reißest ein; ihr Glanz und Pracht muß bald verdunkelt seyn, wenn deine Hand nicht Licht und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast du's schon aus deinem Buch gethan: wem aber nie, mand will dieß Zeugniß weis sen, den führst du in der Still' selbst Himmel an. Den, der sich heilig dünket, låff'st du stehn, nimmst dich der Sün der an, und sprichst sie frey: wer weiß, was öfters deine Absicht sey? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was Alles ist, gilt nichts in deinen Augen: was Nichts ist, hältst du, großer HErr, recht hoch. DerWorte Pracht, soll die vor dir was taugen, deß Auge nie ein Sterblicher betrog? Die besten Werke bringen dir kein Lob, sie sind versteckt, der Blinde geht vor bey; wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frey. Dein Urtheil stürzt, was Menschen, wiß erhob. 6. Ewiger! sey hoch von uns gepriesen, der du uns tödtest und lebendig machst. Wir danken dir, du hast uns Gnad' erwiesen; du, der du uns so våterlich bewachst, wie treu ist doch dein frommes Bas terherz! so schwach wir sind, hast du mit uns Geduld: du strafft abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 397 strafft uns nicht nach unsrer ich in dir so selig worden bin. Gündenschuld, entfernest bald des Leidens bangen Schmerz. 7. Du kennst, o Bater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unverständ: man kann uns fast an unfrer Stirne lesen, wie es um schwache Kinder sey bewandt. Drum greifst du zu, du Gott voll Gnad' und Huld! brauchst Baterrecht und Müts tertreu: wo niemand meint, daß etwas deine sey, da trågest du die Deinen mit Geduld. 8. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Gang wird selten öffentlich gefehn, damit du seh'st, was sich im Herzen rege, wenn du in Dun. kelheit mit uns willst gehn: das Widerspiel legst du vor Augen dat von dem, was du in deinem Sinne haft. Wer meint, er habe deinen Sinn gefaßt, der wird am End' ein anders oft gewahr. 9. So ziehe mich denn recht nach deinem Willen, und trag' und heg' und führ' dein armes Kind! dein innres Zeugniß laß den Zweifel stillen, damit dein Geist die Unruh' über wind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein. Dein guter Geist regiere mich allhier, so irr ich nicht, so folg' ich immer dir, so werd' ich dann in dir schon selig seyn. 10. So sing ich dann mit Freuden meine Lieder, weil Die Engel selbst sind hier schon meine Brüder, drum preiset dich mein hocherfreuter Sinn. Schon hier erquickt mich mane ches Bruderherz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freus denquell! weich ewig aller Schmerz! 1081. Mel. Es ist das Zeil uns ic. Iſu Chrift, ich prefe dich frölichem müthe, daß du mich hier so gnådiglich, nach deiner großen Güte, durch deine Tauf' ers rettet haft von aller meiner Sündenlast und mir dein Heil geschenket. 2. Ich bin in Christi Tod getauft, dadurch mit ihm ges storben, und Gott zum Eigens thum erkauft, weil Christus mir erworben die göttliche Gerechtigkeit: das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, dars in ich ewig prange. 3. Kein Engel war so schön als ich, da ich dich angezogen, ich prangte vor dir würdiglich, du wurdest selbst bewogen, mich als dein Kind nun ans zusehn, und mir in Schwachs heit beyzustehn. So hoch ward ich erhoben! 4. Ich war dein Glied und lebt in dir, du selber war'st mein Leben: doch lag dein Glanz verdeckt in mir, den du mir 398 Anhanges durabboda ich nun beslissen, daß durch die Buße dieser Bund erneuret werde, weil der Grund bey dir noch feste stehet.. mir zugegeben: ich sollt' erst an das Leiden gehn und unter deinem Kreuze stehn, bis du mich dort verklärtest.is 5. So war icy dazumal, als du mich in den Bund ges hommen; allein gehör' ich dir noch zu? Ach ja! du Heil der Frommen, versiegelst mich noch diese Zeit durch deinen Geist der Freudigkeit, daß ich dir bleibe eigen. 6. Gott hat mich selbst aus Baterhuld, in dir zum Kind erwählet, und hat mich so von aller Schuld, in Gnaden los: gezählet. Sein Bund ist mir ein ew'ger Bund, dieweil ihn Gottes theurer Mund durch einen Eid versiegelt. 7. Drum gehet mich dieß: alles an, was Christi Tod er: worben; er hat es mir zu gut er ist für mich gestor. ben. Sein ganz Verdienst ist mir geschenkt, mein felsenfester Glaube senkt mich ganz in sei: ne Gnade.14 dicker D. 8. Nun bleib' ich Gottes Eigenthum, das läßt sich Gott nicht nehmen. Der Sünden Gift soll diesen Ruhm nicht schmälern, nicht beschämen. Gott låßt den nun und nim. mer nicht, der seine ganze Zus versicht auf ihn von Herzen feget. 9. Zwar bin ich dieser Huld nicht werth, es zeigt mein bds Gewissen, daß ich den Tauf: bund oft versehrt; doch bin 10. Ich streit' und kämpfe wider mich, um Fleisch und Blut zu zwingen: komm selbst und hilf mir väterlich, wenn Lüfte auf mich dringen. Låst mir der Satan keine Ruh, stürmt Welt und alles auf mich zu; so bilf mir doch obsiegen. 11. Regiere mich mit deis nem Geist, entzünde mein Ge müthe, daß sichs der Heilige teit befleißt und stets für Süns den hüte. Du liebst mich sehr, phöchstes Gut! gieb, daß ein jeder Tropfen Blut von Ges genliebe walle. 1082.- 110-11 Mel. Christ, unser Zrr, zum. welch ein unvergleichs Jichs du, HErr, deinen Kindern! Das Wasser und zugleich dein Blut verehrest du den Sündern. Drey Dinge sind, die allers meist auf Erden Zeugniß ges ben das Blut, das Wasser und der Geist, die können uns erheben zu deinem Freudens leben. 2. Dieß Sacrament ist selbst durch dich geheiligt, und bes schlossen, daß wie dich, JEsu, sichtbarlich die Wasserfluth be gossen, als dich Johannes selbst getauft; so soll dein Blut die Schwachen, die du durch deis nen Tod erkauft, frey von der Höllen abgekürzter und veränderter älterer Lieder. Hollen Rachen, und dir ganz eigen machen. ad 3. Du hast uns durch dieß Sacrament der Kirche einvers leibet, daß man nach dir uns Christen nennt, ins Buch des Lebens schreibet. Dieß Was serbad hat uns im Wort auch rein gemacht von Sünden. Laß deinen guten Geist hins fort das Herz in Lieb' ent: zünden, und in dir, JEsu, gründen. 4. Wir sind, HErr, in dein Gnadenreich durch diesen Bund gesetzet, der uns an Seel' und Leib zugleich recht inniglich ergdget. Du hast uns durch dieß reine Bad so trefflich schön bekleidet, daß auch hinfort von deiner Gnad? uns selbst der Tod nicht scheis det, noch alles, was uns neidet. 5. Aus Sündenkindern sind wir schon der Gnaden Kinder worden; dieß ist der Christen schönste Kron und Schmuck in ihrem Orden. Ja, Christus selber und sein Blut, sein Tod und Sieg daneben, ist nunmehr unser eignes Gut, das er uns hat gegeben, mit ihm dadurch zu leben. das 6. Er hat uns auch das Kindesrecht, die Seligkeit, ge: schenket, dadurch der Süns den Macht geschwächt, sie gar ins Meer versenket. Was köns nen Teufel, Hölle, Tod, die uns stets widerstunden? weil JEsus Christus alle Noth 399 samt ihnen überwunden. Nun ist das Heil gefunden. 7. HErr, laß uns nun, den Reben gleich, auch gute Früch te bringen, und auf der Welt nach deinem Reich im Glaus ben eifrig ringen. Laß uns, durch wahre Reu und Buß, auch tåglich mit dir sterben, denn unser alter Adam muß durch Gottes Kraft verderben, soll man dein Reich ererben. 8. Hilf, daß wir diesen Gnadenbund der Taufe nie vergessen. Gieb, daß wir ihn von Herzensgrund beständig recht ermessen. Er müsse uns in Angst und Pein, und wenn wir gehn von hinnen, der Sees len Trost und Freude seyn. Das heißt der Welt entrins nen, den Himmel zu gewinnen. 1083. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. u Lebensbrodt, HErr JEsu Christ! mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist, und sich mit dir will laben; so bitt' ich dich demüthiglich, du wollest recht bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wols lest du mich diesen Tag, HErr, leiten; den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sünd. lich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. 3. Du de 3. Du, der du bist das Himmelsbrodt, du wolleft mit verleihen, daß ich in meiner Seelennoth zu dir mag find. lich schreyen: dein Kleid des Heils bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich zu deiner Tafel kommen. la Anhang 400 8. Du Lebensbrodt, HErr JEsu Christ! laß mich daran stets denken, daß dir dein Blut geflossen ist, um uns das Heil zu schenken! Ich bleib' in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, meiner Seelen Zier, auch mich einst auferwecken. 1084.PAKET 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o HErr! aus meinem Herzen; laß mich Mel. Durch Adams Fall ist ic. den wir, auch sterblich, die Sünd' in dieser Zeit berurch Adams Fall, da wur: reuen ja mit Schmerzen. Du, strafbar, Sünder; vergiftet unser göttlich Osterlamm, das und verderbt von ihr; denn für uns hing am Kreuzes: wir sind Adams Kinder. Ach! stamm; laß mich dich recht hätte Gott nicht unfre Noth mitleidig angesehen, wir tris genießen. gen noch des Satans Joch, und müßten einst vergehen. 5. Zwar ich bin deiner Gunst nicht werth, als der ich jetzt erscheine, mit Sünden und mit Schuld beschwert, die tch voll Schmerz beweine. In folcher Trübsal tröstet mich, HErr JEsu! daß du gnädig, lich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein sündig's Adamskind, laß deine Hand mich heilen: erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad ertheilen. Ich bin verdammt, erbarme dich: ich bin verlohren, suche mich, und hilf aus lauter Gnaden. 7. Mein holder Freund, komm her zu mit, und wohn' in meinem Herzen: laß mich seyn um und neben dir, und lindre meine Schmerzen: laß mich doch deine Freundlichkeit erfahren, und sey stets bereit, zu fillen meinen Jammer.es 2. So weit hats nun sein Haß gebracht; seit jenem schweren Falle, herrscht durch der Sünde Fluch und Macht der Tod jetzt über alle. In solcher Noth verhieß uns Gott, selbst seinen Sohn zu geben, daß wir erneut zur Seligkeit, noch möchten wieder leben. 3. Wie wir durch eine fremde Schuld, in Adam alle sterben; so hilft uns eine frems de Huld, in Christo vom Vers derben. Ward überall durch Adams Fall der erste Fluch ver kündigt; so hat uns Gott durch Christi Tod versöhnet und entsündigt. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, als wir noch Feinde waren, die Huld, wo mit er unsrer denkt, an uns zu abgekürzter und veränderter ålterer Lieder. 401 zu offenbaren. Der starb, ers läßt, der wird den Tod nicht stand, fuhr auf und sandt' uns schauen. seines Geistes Gaben; wer ihn zum Haupt erwählt und glaubt, soll einst den Himmel haben. 5. Er, der uns selbst bey Gott vertrat, zum Opfer dars gegeben, ist unser Licht, er selbst der Pfad, zur Wahrheit und zum Leben. Sein Schuß umgiebt die, die er liebt, wenn sie nur freudig glauben; die er bewacht, kann keine Macht Verſuchet euch doch felbft, aus seiner Hand ihm rauben. ob im Glauben 6. O wie undankbar; wie verrucht ist der, der ihn ver achtet, sein Heil allein bey Menschen sucht und Gottes Trost nicht achtet; wer in der Noth, die ihn bedroht, sucht Helfer blos auf Erden, der muß in Zeit und Ewigkeit, vor ihm zu Schanden werden. 7. Wohl dem, der ihm als lein vertraut, sein Schuß wird ihn bedecken. Denn wer auf diesen Felsen baut. wofür darf der erschrecken? In Angst und Müh', hab' ich noch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf ihn verläßt. Gott hilft den Seinen allen. 9. Damit ich glaub' und immerfort nur dir gefallen lerne, so leuchte mir dein heis lig Wort, gleich einem Mor gensterne! Belehrt von dir, verstehen wir den Werth der hohen Gaben, die Gottes Geist uns hoffen heißt, weil wir zum Heil dich haben. 4 1085. Mel. Mun danket alle Gott. 8. Du wollest nie,( das bitt' ich dich,) dein heilig Wort mir nehmen, noch wegen meis ner Sünden mich und mein Vertraun beschämen. Erlaß die Schuld! auf deine Huld seg' ich all' mein Vertrauen; denn wer sich fest auf dich ver. het, ob, weil ihr glaubt, ihr auch auf Chrifti Wegen gehet, ob ihr demüthig, mild, voll fanfter Freundlichkeit, und eurem Nächsten stets zu die, nen willig send. 2. Der Glaub' ist nicht ein Licht, im Herzen tief verbors gen; sein Glanz bricht aus und strahlt, der Sonne gleich am Morgen, macht Christo gleich gesinnt, beweiset seine Kraft durch unsre Heiligung, und macht uns tugendhaft. 3. Wer also glaubt, der schöpft aus Christo Heil und Leben. Wie ihm sein Gott vergiebt, so will auch er ver. geben; liebt nicht mit Worten blos, er liebt auch mit der That, beständig, wie sein Gott auch ihn geliebet hat. 4. Wenn er gescholten wird, schilt er nicht feindlich wieder; spricht zu den Armen nicht: Geht, wärmt, erquickt euch), Brüder, 402 Anhang dan tibbelo an Brüder, und läßt doch, unge, rührt, die Brüder in der Noth. Er fühlt sie, geht, und bricht dem Hungrigen sein Brodt. 5. Er liebt die Heiligkeit, und lebt nach Christi Lehre; und, was er thut, thut er zu seines Vaters Ehre; ist in Ses danken rein, und heilig in der That, zufrieden, wenn er nur den Beyfall Gottes hat. giebt zur Heiligung, Trieb, Willigkeit und Kraft. 10. So wünschy' ich, Gott, an dich und deinen Sohn zu glauben. Gieb diesen Glaus ben mir, und laß mir nichts ihn rauben! Die Werke fol. gen dann, und folgen aus der Zeit mir noch im Tode nach, in meine Seligkeit. 6. Er jagt der Tugend nach, er meidet jedes Laster, und tåg1086. Ligne Melodie. lich wirds ihm mehr zum Ab. HErr JEsu, ew'ges Licht, das uns von an er ist aufrichtig, ist ein Feind der Heucheley, von Stoz von Eitelkeit, von Neid und Geize frey. 7. Prüft, läutert ihn sein Gott, giebt ihm ein Kreuz zu tragen, so trågt ers mit Ses duld, und ohne zu verzagen: ist wachsam in Gefahr, und nüchtern zum Gebet, hålt in der Prüfung aus, und wankt nicht, und besteht. 8. Er strebt, daß er sich rein und unbefleckt bewahre, hat nicht das Eitle lieb, und sucht das Unsichtbare; er nus Het jeden Tag und heiliget ihn Gott; er wünscht daheim zu seyn, und fürchtet nicht den Tod. 9. Ob folch ein Glaub', o Christ, in deinem Herzen les be, das prüf, und sieh', ob er dir Lust zur Tugend gebe. Er macht nicht nur gerecht, er macht auch tugendhaft, und bricht! erleuchte unsre Seelen, daß wir nur das erwählen, was in der Ewigkeit einst un ser Herz erfreut. 2. Der HErr der Ewigkeit und Glanz der Herrlichkeit wirst du von dem genennet, der sich zu dir bekennet. Es werd uns offenbar, wie groß dein Lieben war! 3. Aus Liebe zu der Welt hast du dich eingestellt, zum Heil der ganzen Erden am Kreuz erwürgt zu werden; du starbest uns zu gut. Was doch die Liebe thut! 4. Von dir kommt alle Kraft, die Gutes wirkt und schafft: laß uns in dir gene sen, daß unser Thun und We sen von Sünd' und Unrecht frey, dir wohlgefällig sey. 5. Gieb dich in unsern Sinn, nimm unsre Herzen hin, füll' sie mit deiner Liebe, und deines Geistes Triebe, daß wir abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 405 wir wahrhaftig dein, der Weisheit Kinder seyn. bin ja dein, und du bist mein, du wirst mein Trost und Hels fer seyn. 6. Verneure du uns ganz, durch deines Lichtes Glanz, daß wir im Lichte wandeln, und allzeit thun und handeln, was Lichtes Kindern ziemt, und deinen Namen rühmt. 7. Sey du mit deinem Licht bey uns, verlaß uns nicht, im Leben und im Sterben, bis wir dein Reich ererben. Bring' uns ins Licht zur Ruh', du ew'ge Weisheit du. 1087. Mel. Tun laff'r uns den Leib 2c. u unbegreiflich höchstes Gut, an dir nur hängt mein Herz und Muth, ich dürft', o Lebensquell, nach dir, ach hilf! ach eile, komm zu mir! 2. Ich seufze zu dir, ach! vernimm des bangen Herzens schwache Stimm', erquicke mich, du Gnadenquell, ach! labe meine matte Seel'. 3. Die Ruh der Seele fehlet mir, HErr JEsu, zeuch, zeuch mich nach dir! nach dir ein großer Durst mich treibt, ach wär' ich dir nur einverleibt! 4. Wo bist du, Freund der Seelen, jetzt? Du hast mich sonst so oft ergdgt. Wer giebt mir Kraft und Trost, als du? Wer schenkt der Seele wahre Ruh'? 5. Ich kann nicht mehr, ich bin zu schwach, ich schreye, dürft' und ruf dir nach. Ich 1088. J'a Mel. Sun danket alle Gott, Schlasse JEsum nicht! mit JEsu ist gut leben, er ists, der anfangs mir das Leben hat gegeben; er ists, der mirs vers mehrt, er ists, der mirs ers hält, wenn dieser Erdenball zergehet und zerfällt. 2. Ich lasse JEsum nicht! mit JEsu ist gut leiden: er lindert mir mein Kreuz, er führet mich zu Freuden, durchs Kreuz und Traurigkeit: wenn JEsus bey mir ist, so wird die Bitterfeit des Kreuzes mir versüßt. 3. Ich lasse JEsum nicht! mit JEsu ist gut streiten: will Sünde, Welt und Tod sich rüsten und bereiten, zu streis ten wider mich, so steht mir JEsus bey; er kämpfet selbst für mich, macht mich von Feinden frey. 4. Ich lasse JEsum nicht! mitJEsu ist gut sterben; wenn er nur bey mir ist, so fann ich nicht verderben: er führet durch den Tod in jene begre Welt; drum laß ich JEsum nicht; er ists, der mir gefällt. 5. Ich lasse JEſum nicht! denn wenn ich ihn nur habe, so hab' ich hier und dort die allerbeste Gabe: ohn' dieses höchste Gut acht' ich nichts für Gewinn, er ist mein Lebenslicht, Cc 2 404 Anhang licht, nach ihm steht nur mein Sinn. 6. Drum laff' ich JEsum nicht, ich mag vom Schlaf erwachen, ich mag zur Ruhe gehn, so bleibt in allen Sachen doch JEsus meine Lust auf ihn nur ist gericht't mein Dich ten und mein Thun. Ich lasse JEsum nicht! 1089. A Mel. Zerr Jefu Chrift, mein's. ch Gott! wie manches Her zeleid begegnet mir hier in der Zeit, der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie widerstrebt nicht Fleisch und Blut, wie schwer sucht es das wahre Gut! Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, HErr JEsu, steht mein Sinn. 3. Mein Herz fand bey dir Trost und Rath, so oft ich dich um Hülfe bat: weil du dem niemals ferne bist, der auf dich traut, o JEfu Christ. 4. Es kann tein Trauren seyn so schwer, dein Heil und Trost erfreut vielmehr: kein Elend mag so bitter seyn, du schenkst mir volle Freuden ein. 15. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht't, du bleibst mein Licht in Trübsalsnacht: wenn ich dich hab', so hab ich dann, was ewig mich erfreuen fann. 6. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd', Tod und Holl'? Kein beßre Treu auf Erden ist, denn nur bey dir, HErr JEfuChrift. 7. Ich weiß, daß du mich nicht verlås'st, es bleibt dein Wort mir ewig fest: du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 8. Wer wahre Lieb und Glauben hat, nur der erfäh, rets in der That, was deine Gnad' und Liebe sen, wie sehr sie unser Herz erfreu'. 9. Drum sag' ich oft: Hätt' ich an dir nicht vollen Trost und Freude hier, so wünscht' ich Ted und Grab mir her, ja, daß ich nicht gebohren war. 10. So oft ich nur gedenk' an dich, so find' ich Trost und freue mich. Und wend' ich hof fend mich zu dir, so fühl ich Fried und Ruh' in mir. 11. Wenn ich in Nöthen bet und sing', so wird mein Herz recht guter Ding': dein Geist bezeuget mir dabey, daß es des Himmels Borschmack sey. 12. Drum trag' ich, weil ich lebe noch, dein Kreuz hier als ein sanftes Joch; mein Gott, mach' mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. 15. Hilf mir, hilf meiner Schwachheit auf, daß ich voll ende meinen Lauf! Hilf mir besiegen Fleisch und Blut, in jedem Kampf gieb Kraft und Muth. 14. Erhalt' mein Herz imi Glauben rein, so leb' und sterb ich) abgekürzter und veränderter álterer Lieber. 405 ich dir allein. Mein Trost JEsus gleich zu mancher Zeit komm und erscheine mir, o ben großer Herzenstraurigkeit Heiland! wär' ich doch bey dir! sein Antlitz zu verdecken; ist doch sein Joch sanft, und seine 1090. Last mir eine leichte Bürde, ohne die ich straucheln würde. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewig wirst verstecken. Zwar schließt dein Herz sich vor mir zu, doch wirst du desto größre Ruh' hernach in mir erwecken, wenn ich treulich auch im Leis den, wie in Freuden an dir hange, nur nach deiner Huld verlange. 6. Derhalben soll mich teis ne Noth, mein JEsu, war' es auch der Tod, von deinem Dienst abschrecken: ich weiß, daß mich dein Herze liebt, dars um so geh' ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage, ich bin stille, ists dein Wille, was mich frånket, weiß ich doch wer mein gedenket. Mel. Wie schôn leucht't uns 2c. Dein JEsu, süße Seelen, lust, mir ist nichts außer dir bewußt, das mein Herz so erquicket, weil alles, was die Welt verspricht, Lust, Ehr' und Gut, die Seele nicht erfreuet, noch beglücket. Laß mich in dich, aus dem Triebe reiner Liebe, von der Erden hin zu dir gezogen werden. 2. Was hatt' ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein JEsu, noch nicht kannte? Wie blind und thdricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte? Bis mir von dir Licht und Le: ben ward gegeben, dich zu kennen, mich den Deinen froh zu nennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär' ihr schlechtes Fröhlichseyn ein herrs liches Vergnügen: allein, wie eilend gehts vorbey; da sieht man, daß es Blendwerk sey, wodurch wir uns betrügen; drum muß JEsus mit den Schätzen mich ergdtzen, die bestehen, wenn die Weltlust muß vergehen. 4. Wer JEsum fest im Glauben hålt, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt 7. Und sollt' ich auch, mein Hort, allhier des Geistes Trds stung nicht in mir in reichem Maaß empfinden; so will ich doch zufrieden seyn, ich werde deinen Gnadenschein in jenem Leben finden, wo ich ewig vor dir stehen, dich soll sehen und am Throne prangen in der Siegeskrone. 8. Jch tenne, holder Menschensohn, dein Herz voll Lieb". und Treue schon, ich denk' an Cc 3 dein 406 Anhang Enll dein Versprechen; dein Herz, das mich in Trauren seßt, und fich verschließt, muß doch zuleßt von lauter Liebe brechen: eine kleine Zeit betrübest du, und liebest doch die Deinen: wie könnt'st du es bdse meinen? 9. Du salbest mich mit Freudendhl, so, daß sich öfters Leib und Seel' recht innig, lich erfreuen; ich weiß wohl, daß du mich betrübst, doch weiß ich, was du denen giebst, die deine Zucht nicht scheuen. Drum gieb den Trieb, dir in allen zu gefallen, treu zu blei ben, und recht fest an dich zu glauben. 10. Der Glaub' ist eine starke Hand, und hält dich als ein festes Band; ach stårke meinen Glauben: im Glau: ben kann dich niemand mir, im Glauben kann mich nies mand dir, o starker JEsu, rauben: frölich werd' ich dich dort oben dankend loben, und die Sünden hier im Glauben überwinden. 1091. Mel. Christus, der uns selig 2c. chwing dich auf zu dei nem Gott, du betrübte Seele! warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwers muthshöhle? Achte nicht des Satans List, er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den JEsus Christ dir erwor, ben, dampfen. 2. Schrecket dein Gewissen dich wegen vieler Sünden, dir soll doch nicht ewiglich aller Trost verschwinden. Bange Seele! laß dir doch diesen Trost nicht rauben: JEsus lebt! dir lebt er noch! Stehe fest im Glauben. 3. Christi Unschuld ist mein Ruhm, meine Ehr' und Krone; damit prangt mein Christens thum einst vor seinem Throne. Gott, der seinen Sohn mir gab, sollte der mich haffen? JEsus, der mich bis ins Grab liebte, mich verlassen? 4. Nein! er haßt und läßt mich nicht! Låstre, Welt, ver gebens! noch scheint mir des Trostes Licht durch das Wort des Lebens. Gott ist wahr. lich nicht mein Feind, giebt mir so viel Gutes, ist mein allerbester Freund. Ich bin gutes Muthes. 6. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, die wir Christen nach Gebühr tiefanbetend hören. Gott ers muntert spåt und früh meis nen Geist und Sinne, daß ich stets gestärkt durch sie neuen Muth gewinne. 6. Nun auf diesen heil'gen Grund bau' ich mein Gemüs the, bin getrost, mein froher Mund preiset Gottes Güte. Gottes Wort bleibt ewig stehn! Meines JEsu Lehre wird doch nimmermehr vergehn, trok der Spotter Heere! 7. Ich abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 407 7. Ich bin Gottes, Gott Gottes Preis und Ehr; er ist mein, wer ist, der uns wird helfen. Amen! scheide? Dringt das herbe Kreuz herein, samt dem bits rern Leide: laß es dringen, Herr Gott, wir danken 1092. 1 6ou In bekannter Melodie. dich loben wir! kommt es doch von geliebten Hånden, lebt doch Gott, mein Helfer, noch, kanns zum Be, sten wenden. dir! Dein, Vater, ist in Ewig keit das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit. Die Welt, dein Werk und Eigenthum, verkün digt deines Namens Ruhm. Der Engel Heer, die Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der HErr, HErr Zebaoth! 8. Kinder, die der Bater soll ziehn zu allem Guten, die gerathen selten, wohl ohne Zucht und Ruthen: bin ich denn nun Gottes Kind, war: um sollt' ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd' will zum Guten ziehen? 9. Es ist herzlich gut ge meint mit der Christen Leiden, was sie zu verderben scheint, führt zu ew'gen Freuden, die sie nach der Thránensaat dort vom HErrn erlangen, und für jede gute That vollen Lohn empfangen. 10. Gottes Kinder såen zwar traurig und mit Thrå nen: aber endlich kommt das Jahr, wornach sie sich sehnen: ja es kommt die Erndtezeit, da sie Garben machen, da wird all' ihr Gram und Leid lauter Freud' und Lachen. 11. Darum fasse dich, mein Christ! unter Noth und Schmerzen; du schmeckst, wenn du stille bist, neuen Trost im Herzen. Bald drückt dich kein Leiden mehr, gieb dem großen Namen deines 2. Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. Der heiligen zwölf Boten Zahl, und die Pros pheten allzumal, der Wahrheit Mårtrer überall, lobsingen dir mit frohem Schall. Auch deis ne ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit; dich, Bater, auf der Himmel Thron, und JEsum, deinen ein'gen Sohn, samt deinem Geiste, dessen Kraft ein neues Leben in uns schafft. 3. Du HErr der Ehren, JEsu Christ, der du der Süns der Heiland bist, du wards, um unser Trost zu seyn, ein Mensch, wie wir, doch süne denrein. Du hast den Weg zu Gott gelehrt, des Todes Macht hast du zerstört. Nun herrschest du ins Vaters Reich, an Majestät und Gnad' ihm Cc 4 gleich. 408Anhang dan ma gleich. Im Grabe låsfest du uns nicht; du kommst dereinst und hältst Gericht. 4. So hilf uns denn dir dankbar seyn, dir folgen und uns deiner freun. Einst sey im Himmel ewges Heil, mit allen Frommen, unser Theil. Hilf deinem Volk, HErr JEsu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' uns durch unsre Prüfungszeit, bis zu der frohen Ewigkeit. 5. Taglich, HErr Gott, wir loben dich. Dir heiligt unsre Seele fich. Vor aller Ungerech tigkeit behüt' uns jetzt und alles zeit. Sey gnådig uns, o HErs re Gott. Sey gnådig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schreyn, laß dein Erbarmen uns erfreun. Auf dich steht unsre Zuversicht; verlaß uns auch im Tode nicht! Amen. 1093. ( Ist das alte Lied: Wie schön leucht't uns der Morgenstern.) In bekannter Melodie. Wie ie herrlich strahlt der Morgenstern! o welch ein Glanz geht auf vom HErrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! du bringst in unsre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, JEsu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! von ganzem Herzen preis' ich dich! hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erden wenig Zus dir komm' ichy: wahrlich kein ner tröstet deiner sich verges bens, wenn er dich sucht, HErr des Lebens. ja 11 3. Durch dich nur kann ich selig seyn. O drücke tief ins Herz mir ein Empfindung dei ner Liebe; damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltfinn deinen Dienst nicht scheu und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dür stet meine ganze Seele. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht, ich eins stens soll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Nuh' in můden Seelen schafft, mich stårken, mich erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich? Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund, was ists, das mich berrúbet? Seele! wähle ihn, Dent abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 409 den Besten, ihn, den Größten, 3. Gott sey Lob, ich glaube dir zum Freunde! und dann dieß, mein Ertsser ist am Les fürchte keine Feinde. ben, er wird mir auch ganz gewiß einst das Leben wieders geben. Frölich werd' ich aufs erstehn, meinen Gott mit Aus gen sehn. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgefang, mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freuns de, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Td, net, tönet Jubellieder! schals let wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde. 4. Ziehe meine Seel' zu dir, JEsu, daß sie bey dir bleibe; und, damit du lebst in mir, meinen Sündenschlaf vertreibe. Wer sich selbst hier schläfert ein, wird des ew'gen Todes seyn. 7. Wie freu' ich mich, o JEfu Christ, daß du der Erst 5. Leb' ich mit dir, Jesu, und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Du schließest felig meinen Lauf; du weckst mich von den Todten auf; wenn ich in die vollende. Ewig werd' ich dann dort oben, HErr, dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Untlig schaue, bilj nun, auf das innigste verbun den, giebt dein Leben, Leiden, Thun, mir, Trost in den letzs ten Stunden. Was ich hab', ist alles dein: was du hast, ist alles mein. 1094. Mel. Jefus meine Zuversicht. Oder: Mensch, was suchst du zc. Christi Leben tröstet mich, mir ists ein gewünschtes Leben: denn ich glaube sicher, lich, er sey mir von Gott geges ben, daß er mich vom Tod be frey', und mein ewig Leben sey. 2. Mit ihm hat es keine Noth, er hat Tod mit Tod bezwungen: so bin ich auch durch den Tod schon zum Leben durchgedrungen. Tod, ich fra: ge nichts nach dir, ich will les ben für und für das 1095. Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. er Tod führet uns zum Leben, seyd frdlich, die ihr Gott ergeben, des Todes Macht ist längst dahin. Nur der Leib wird einst verwesen, der Geist lebt fort, und wird genesen; der Christen Tod ist ihr Gewinn. Was ist es, das hie stirbt? die Sünde nur vers dirbt. Hochgelobet sev unser Gott in Todesnoth. Er hilft den Seinen durch den Tod. 2. Dann ist alles überwuns den, das Band zerreißt, das uns gebunden, die Seele wird des Jammers los. Ihre Freuden sind unendlich und Gott ist ihr, als Gött, recht Fun Ce 5 fennt. 410 Anhang Lohnes. kenntlich, und seine Majestät Sohnes, zum Genusse seines recht groß. Seht, wie die Seel' geziert, wie hoch sie triumphirt! Victoria! ruft sie durch Gott. Was ist der Tod? das sel'ge Ende aller Noth. 2. Dank' ihm für dein Pilgerleben! Wie viel Gutes hat er schon dir in dieser Welt gegeben, und wie groß ist dort dein Lohn! O wie herrs lich, wenn du Gott auch im Kummer, auch in Noth fest vertraust und freudig glâu, best, und dein Werk nie lässig treibest! 3. Sollt' uns noch der Tod anfechten, da JEsus sitzt zu Gottes Rechten, der von dem Tod' erstanden ist? Er, unser Haupt kann nicht mehr ster. ben, kein Glied kann an dem Leib verderben, ich bin sein Glied, ein wahrer Christ. Darum ist mir der Tod ein rechter Freudenbot'. Erlöste Seel', bald wirst du dort, ain bessern Ort, beym HErrn das heim seyn fort und fort. 3. Reine, ganz vollkomme ne Freuden kennen Gottes Pilger nicht: dennoch sind sie, auch im Leiden, ruhig und voll Zuversicht. Ihres Glaubens Läuterung ist die Frucht der Züchtigung. Alle Dinge müss sen ihnen endlich doch zum Besten dienen. Pal 4. Ja du wirst vor Gott dann treten, mit frohem Dant 4. Sey bey allen deinen den anzubeten, der heilig, hei, lig, heilig heißt. Dann eilst du zu den Baterarmen, wo Gott voll Gnaden, voll Erbar. men erquicket deinen múden Geist. O Tod! was bist du mir? die rechte Lebensthür. Gott öffnet sie. O Herrlich, keit! in Gott erfreu't sing' ich ihm Dank in Ewigkeit. Sorgen Gottes Willen unters than; bricht doch auch ein heis trer Morgen auf die längste Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus, und sein våterliches Haus tröstet, nach dem Pilgerleiden, ihn mit tausend süßen Freuden. 1096. Forer In eigner Melodie. Creu' dich sehr, o meine Seele! Selig, selig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich befehle, sollst du ewig dich erfreun. Aus der Trübsal die, ser Zeit führt er dich zur Ses ligkeit, zu dem Throne seines 5. Ringe, dich von allen Sünden loszureißen, und die Welt und dich selbst zu über. winden; liebe nur, was Gott gefällt. Schmücke dich mit Tugend; sey Gott bis in den Tod getreu, um, erscheint die Zeit zu sterben, seines Soh, nes Reich zu erben. 6. JEsu, den ich hier bes tenne, gieb, daß weder Lust noch abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 411 noch Schmerz mich von deiner 2. Ich bin nur als auf Reis Liebe trenne; wo mein Schatz ist, sey mein Herz! Mache du mich selbst bereit für das Heil der Ewigkeit! Ich, von dir erlöst zum Leben, will mich ewig dir ergeben. 7. In des Todes bittern Stunden will ich deiner Huld mich freun; dann auch sollen deine Wunden meiner Seele Zuflucht seyn. In mein himm lisch Baterland wird mich deis ne treue Hand hin zu deinem Vater führen, um bey dir zu triumphiren. 8. Sie, zu deiner Wonn' erhoben, wird mit neuen Kräf ten sich ewig üben, dich zu loben, ewig, Gott, mein Vater, dich; sicher, daß ihr Leib der: einst, wenn du zum Gericht erscheinst, auferwecket aus der Erde, auch wie sie verherr. licht werde. 9. Darum freue dich, o Seele! Selig, selig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich befehle, sollst du ewig dich er freun. Aus der Trübsal dies ser Zeit führt er dich zur Se: ligkeit, hin zum Throne sei: nes Sohnes, zum Genusse seines Lohnes. 1097. In eigner Melodie. Err JEsu Christ, mein's sen hier, mein Ziel, o HErr, ist dort bey dir, da ist mein rechtes Vaterland, daran du hast dein Blut gewandt. 3. Die Reis' ist schwer, das Herz ist matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; drum rufet meine Seel' in mir: HErr! hol mich heim, nimm mich zu dir. 4. Ach! laß in meiner Tos despein dein Leiden meine Stärkung seyn; dein Blut, das für mich floß, erquickt, wenn mich der Sünden Menge drückt. 5. Wenn mein Mund nicht kann reden mehr, dann bet' in mir dein Geist, o HErr. Hilf, daß mein' Seel' den Himmel find', wenn meine Augen finster sind. 6. Dein letztes Wort laß seyn mein Licht, wenn mir der Tod das Herz zerbricht; den Geist nimm zu dir von der Erd', wenn ich mein Haupt nun neigen werd'. 7. Auf deinen Abschied, HErr, ich trau', drauf meine letzte Hinfahrt bau': des Hims mels Thüre thu' mir auf, wenn ich beschließe meinen Lauf. 8. Am jüngsten Tag erweck den Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib', daß mich nicht ster Trost, mein' Zuversicht! erschrecklich Urtheil spricht. auf Erden bin ich nur ein 9. Alsdann mein'n Leib Gast, hier drückt mich noch der Sünden Last. erneure ganz, daß er leucht? wie 412 Anhang Seele sich von ihrem Leibe trenne. wie der Sonne Glanz, und ähnlich sey dein'm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib'. 5. Entweicht jedoch zu jes * ner Zeit, wie leicht in großen 10. Wie werd' ich dann Schmerzen, die Ruhe der Ges so frölich seyn, mit den Ber: laffenheit aus meinem bangen tlårten mich erfreun, und mit Herzen; was ich dann rede, der Auserwählten Schaar dein Gott, und thu', ists unrecht, Antlig schauen rein und flar! rechne mirs nicht zu, vergies 1098.00 der Schwachheit Fehler. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Err JEfu Christ, ich weiß gar wohl: ich muß, ich werde sterben; nur weiß ich das nicht, wenn ich soll, noch wie ich werde sterben. Mein Ende steht allein bey dir; die Stunde, HErr, verbirgst du mir, wenn ich die Welt verlasse. 6. Nimm auch die stillen Seufzer an; laß, wenn mein Herz nicht beten, wenn mein Verstand nicht denken kann, mich deinen Sohn vertreten! Geh' ich zu deinem Himmel ein, will ich mich meines En des freun, ich sterb' auch, wie ich wolle. 2. Ich weiß, und dir ists auch bewußt; es ist ja deine Sabe, daß ich hier meine höchste Lust an dir, o JEsu, habe. Ich weiß, daß meine Sündenlast du auch auf dich genommen hast, damit ich se lig würde. 3. Erhalt' in mir, o JEsu Christ, dieß triftliche Vers trauen, daß du auch mein Er. Idser bist, und ich dich werde schauen. Bewahre meine Seel', o Gott, in deiner Gnas de, bis der Tod mich hin zum Himmel führet. 4. Dann gebe ich sie wil lig dir in deine Baterhånde. Nur bitt' ich dich, verleihe mir, HErr, ein recht selig Ende; daß voll Gedanken, Gott, an dich die ruhevolle 7. Soll ich gewaltsam, soll ich, Gott, schnell oder angst voll sterben; so führe mich nur jeder Tod zu deines Reiches Erben. Nur hilf mir, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit und christlich sterben möge. 8. Damit ich so bereitet sey, laß mich, HErr, hier auf Erden je mehr und mehr von Sünden frey und dir gehorsamt werden. Denn wird meint Herz geheiligt seyn, so bin ich, Gott, mein Vater, dein, im Leben und im Tode. 9. Ich will mich mit gelaßs nem inn in deinen Rath ers geben; es ist der Tod mir ein Gewinn; denn JEsus ist mein Leben. Er wird gewiß zu seis ner Zeit auch meinen Leib zur Herrs abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 413 Herrlichkeit, zum Himmel aufs hintertreibt kein ångstlich Fle erwecken. 1099. In bekannter Nielodie. ch bin ja, HErr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, und noch erhältst du mir das Leben. Du tennest meiner Tage Ziel, du weißt, wie wenig oder viel du selbst zum Antheil mir gege: ben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Allwissender, das weißt du wohl. 2: Wen hab' ich in der let. ten Pein? Wer kann mirNath und Trost verleihn, mit neuer Hoffnung mich beleben? Wer blicke voll Huld mich Schwar chen an, wenn mir kein Mensch mehr helfen kann, und ich der Welt muß Abschied geben? Wer schafft der trüben Seele Licht? thust du es, o mein Heiland, nicht. XP hen. Nur seiner Frommen Loos ist Heil; Verdammniß bleibt der Sünder Theil. inte 5. Nicht Stand und Macht erretten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den andern da noch zu erlösen. Nach dem, was jeder hier gethan, wird jeder dort den Lohn empfahn; kein Schein der Tugend hilft den Bösen. Verschwendern. ihrer Gnadenzeit folgt Un glück in der Ewigkeit. er 6. Drum fleh' ich, HErr, mein Gott, zu dir, erleuchte mich, damit ich mir nicht Eine böse That verzeihe. Erhalte mich im Guten treu, daß ich, vom Joch der Sünde frey, mich gånzlich deinem Dienste weihe; so geh' ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vor Gericht. E tod 3. Mich dúnkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Aus genblicke nah, von Todesangst schon überfallen. Der Sine nen Kräfte lassen nach, Gehör und Augen werden schwach, und kaum fann noch die Bunge lallen; doch des Gewissens Stimme spricht noch laut ge nug: Gott hålt Gericht! 7.0 Menschenfreund, dein theures Blut floß auch für mich: dieß giebt mir Muth; ich weiß, daß ich dir angehöre. Doch fällt in meiner Todess. pein mir noch ein banger Zweifel ein, so rette deines Leidens Ehre, und nimm dich meiner huldreich an. Du bists, der Schwache stårten kann. 8. Ja, ja, du meines Les 4. Schon hör' ich der Pos bens Heil! ich nehm' an deis faunen Ton, ich sehe meinen ner Wonne Theil, ich darf die Nichter schon und vor ihm alle nach zum Himmel steigen. Völker stehen. In seiner Hand Nun sieg' ich über Angst und ist Heil und Fluch, unwieder. Noth, nun mögen sich mir ruflich ist sein Spruch, ihn höll und Tod mit allen ihren Schres 414 12mn Anhang Schrecken zeigen. Solang' ich lebte, war ich dein, dein werd ich auch im Tode seyn. We 1100. Ne Mel. Wer nur den lieben 2c. eil nichts gemeiners ist als Sterben, und mich der Tod bald treffen kann; so lehre mich die Kunst zu sterben. Mein Gott, nimm dieß mein Flehen an! Hier fall' ich, eh ich sterben muß, in Demuth, JEsu, dir zu Fuß. 2. HErr meiner Tage! laß mein Ende mir oft, recht oft, vor Augen seyn. Dir geb' ich mich in deine Hände, mach' du mein Herz von allem rein, was meines Geistes Ruhe stöhrt, und einst das Sterben mir erschwert. 3. Du bist mein JEsus, haft dein Leben für mich ge, opfert. Was bin ich, daß du dich so für mich gegeben? Wie groß ist dein Verdienst um mich! Durch dich, durch dei ne Todesnoth sterb' ich einst einen sel'gen Tod. 4. Mein Heiland, ach! ge: denke meiner, wenn einst mein Aug'im Tode bricht; wenn als les weicht, gedenk' ich deiner; verlaß, mein Gott, verlaß mich nicht! Wo soll mein banger Geist sonst ruhn? Ich hab' es blos mit dir zu thun. lernen, daß ich sterblich sey, das mit ich mich all' Augenblick zu einem sel'gen Sterben schick'. 6. Dir, HErr, empfehl' ich Leib und Seele, denn bei, des ist dein Eigenthum. Wenn ich nur dich zum Trost erwäh. le, so end' ich einst zu deinem Ruhm in Frieden meinen Lebenslauf. Nimm meinen Geist, HErr JEsu; auf! 67. Nur darauf richte meine Sinnen, wie du, o HErr, mich haben willst. Dann geh' ich froh und sanft von hinnen, wenn du mein sterbend Herze stillst. Im Glauben leb' und sterb' ich dir, der Friede Gots tes wohnt in mir. You shold 8. So find' ich denn in Todesstunden in deinem Tode Trost und Ruh'. Wer heilt sonst des Gewissens Wunden in Todesnoth? Wer sonst, als du? Mein letzter Seufzer sey. alsdann: Gott, nimm mich Sünder gnädig an! 10:10 9. Ich weiß, ich werde frölich sterben, wenn du, o HErr, mich rufen willst. O welch ein Trost für Himmels erben, daß du ihr letztes Flehn erfüllst! Denn Gottes Liebe, JEsu Blut, macht es mit uns serm Ende gut. self 1101. Mel, wie schon leucht't uns 1. 5. Laß mich abſterben meinen Wie herrlich ist die neue Sünden durch Leid und Reu', im Glauben mich mit dir verbinden, und Welt, Gott Frommen vorbehålt! Kein Mensch kann sie erwerben. D abgekürzter und veränderter älterer Lieder. 415 O JEsu, HErr der Herrlichs 5. Dein guter Engel bleibe keit, du hast die Stått auch bey mir und schüße mich; denn mir bereit't, hilf mir sie auch dein bin ich und glaube an deis ererben. Einen kleinen Blick nen Sohn und dich! Damit in jenes Freudenleben gieb mir der Satan nie mir schade, Schwachen, mir den Abschied noch die Sünde mich täusch leicht zu machen. und überwinde; so hilf, und zähme sie! 1102. 6. Gott will ich lassen ra then; er segneStadt undland; er segne meine Thaten, Beruf, Geschäfft und Stand; er trågt die ganze Welt: mein Leib, mein Geift, mein Leben, sen Gott dem HErrn ergeben; er mach's, wie's ihm gefällt! van Aus In eigner mielodie. [ us meines Herzens Gruns de sag' ich dir Lob und Dank; in dieser Morgenstuns de erhebt dich mein Gesang! O Gott, vor deinem Thron erschein' ich, dich zu ehren; dir will ich angehören, durch JEsum, deinen Sohn. 2. Du hast aus lauter Gna den mich auch in dieser Nacht, vor Krankheit und vor Schas vor be1103. In bekannter Melodie. ach auf, mein Herz, und als wacht. Wie oft verging ich ler Dinge, dem Geber aller mich an dir in meinem Leben! Du wollest mirs vergeben; ach, darum bitt' ich dich. Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbar men bedecktest du mich Armen, und stårktest mein Vertrauen, der Sonne Licht zu schauen. 3. Und dieß, HErr, ist ges schehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Les bens freue. And Tongo S 4. Ich will mein ganzes Leben, will Ehre, Haus und Gut, in deine Hände geben, in deine Baterhut; dir alle, die du liebst, die Obern, die Verwandten, mit Freunden 5.Hor' meinen Dank, mein und Bekannten; dir alles, Flehen! du kannst ins Herze was du giebst. sehen. Ach, möchte dir gefal, len, 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des HErrn sey Ehre, Anbetung, Preis und Ehre. dota 12A56 3. Du wollest vor Gefahren mich gnädig diesen Tag, vor Satans List bewahren, vor Sünden und vor Schmach, vor einer jeden Noth des Leis bes und der Seele, weil ich sie dir befehle, vor einem schnellen Tod. 416 Anhang veränderter ålterer Lieder.gia len, HErr, meines Herzens will gen Himmel schauen, und Lallen. denken voll Vertrauen: dort sorgt mein Heiland noch für mich. 6. Dein Wert woll'st du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Ver: schonen tragen. 7. In allen meinen Thaten woll'st du mir selber rathen, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten. 8. Auf allen meinen Wes gen begleite mich dein Segen; dein Wort sey meine Speise, auf meiner Pilger, Reise. 1104: ( Ist das alte Lied: Nun ruhen alle Wälder.) In bekannter Melodie. chon ruhet auf den Fels dern, in Städten und in Wäldern, ein Theil der müden Welt. Du, meine Geele! schwinge dich noch empor und singe dem, der dich schüket und erhält. 2. Der Sonne Licht und Glånzen vermissen unsre Grånzen. Uns deckt die finstre Nacht. Fahr' hin, du ird'sche Sonne! da JEsus, meine Wonne, mein Herz nur hell' und heiter macht. 3. Durch jene blaue Ferne, weit übern Kreis der Sterne, erhob er glorreich sich. Ich 4. In Stunden süßen Schlummers vergiffet feines Kummers der müde Sterb liche. Herz! freu' dich, du sollst werden frey von der Last der Erden, vom Sündenjoch und jedem Weh. Glieder! euch auf das Bette 5. Bald legt ihr matten nieder, das euch die Ruh' ges währt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten, die Ruhestätte in der Erd'. 6. Die Augen stehn vers drossen. Wer wacht, wenn sie verschlossen? wer sorgt für Leib und Seel'? Deck' sie mit deinen Gnaden, sey gut vor allem Schaden, du Wächter über Israel! 7. Dein Flügel, HErr! bedecke mich Schlafenden; es wecke kein Unfall mich, noch Pein! O JEsu, meine Freus de! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher seyn. 8. Auch euch, ihr meine Lieben! erschüttre tein Bes trüben, fein Unfall noch Ge fahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Der HErr wird für euch sorgen, der immer unser Helfer war. Register. 417 you smind nd Idsze2 Register. te res 440 4 101 102 summer am Nummer des Liedes. 08à con des Liedes. Alle Menschen müssen 929 Allenthalben, wo ich gehe 886 Also hat Gott die Welt 1077 Auf! auf! ihr, meine 1055 Auf! auf! mein Geist auf! auftmal 235 Auf! auf! mein Geift, bes trachte 527 You for blade A. ( ch bleib? bey uns, HErr JEsu Christ 311 Ach bleib' mit deiner Gn. 312 Ach! ein Wort von großer 387 Ach Gott es hat mich ganz 362 Of verderbt Ach Gott! gib du uns deine 442 Ach Gott! ist noch dein 363 Ach Gott! mich drückt ein 164 8 loben Ach Gott und HErr! wie groß Auf! auf! mein Herz mit Stundnis d: 01 389 0 Freudens) 0 166 Ach Gott! vom Himmel, sieh' Auf! auf! mein Herz, und 0 du mein tigl711 darein Auf! auf! mein Geist, zu 946 16849 Ach Gott! wie manches 1089 Ach! meine Seel' kann ihre 550 Ach! mein Geist ist ganz er. storben hin 392 392 Ach! mein Eu, sieh' ich 989 Ach! mein JEfu, welch Ver: 8 derben 3 364 Ach sagt mir nichts von 583 Ach! schone doch; ogroßer 893 Ach! sehet, welchelieb' und 831 Ach treuer Gott, barmherzig's Herz 630 Ach! was sind wir ohne 366 Ach wie nichtig, ach wie 885 Ach! wie will es endlich 369 Ach! wundergroßer Sieges. held frolichan1016 Auf! lobt den Herrn und 1017 Auf meinen lieben Gott 748 Auf! meine Seele, sey. 2 Auf Seel'! und danke 948 Aus der tiefen Gruft mein 398 Aus meines Herzens GrunDe 1102 Aus tiefer Noth last uns 396 Aus tiefer Noth schrey' ich 397 25: 25. Bedenke, Mensch, das Ende 19 1069 Allein Gott in der Höh' 234 Allein zu dir, HErr JEsu 895 Befieht dem HErren deine 661 Befiehl Auf! auf! oMensch! es ist 422 Auf Christi Himmelfahrt 198 Auf! freuet euch von Hers Sensgrunde 226 308 Auf, hinauf zu deinerd 747 Auf! taffet uns den HErren 418 Register. Nummer des Liedes. Befiehl du deine Wege 297 Bittet, so wird euch gegeb. 471 Bringt her dem HErren Lob, und Ehr' 780 Christe, du Lamm Gottes 121 Christe, mein Leben, mein 586 Christen erwarten in allerley Fällen eindin 749 Christ fuhr gen Himmel 200 Christi Leben tröstet mich 1094 Christ ist erstanden Christ lag in Todeshanden 169 Christus, der ist mein 888 D. 168 4 Danket dem HErren, denn er ist 1018 Dank sey Gott in derhöhe 951 Das alte Jahr vergangen 70 Das Elend weiß'st du, Gott, Lallein 370 Das JEsuskind kann keine 30 Das ist ein theures werthes 81 Das ist ein theures Wort Das ist ja gut, was mein 662 Der du bist A und Oid 72 Der frohe Morgen kommt 954 Der Glaub' ist eine Zuv. 424 Der Gnadenbrunn fließt. 371 Der HErr, der aller End. 751 Der Hölle Pforten sind 170 Der lieben Sonne Licht und 30Pracht 992 Der neugebohrne Menschen. sohn 71 Der Tag ist hin, mein Geist und Sinn 994 Der Tag ist hin, mein JEsu bey mir995 Der Tod führt uns zum 1095 Nummer des Liedes. Die Nacht ist hin, mein 959 Die Seele Christi heil'ge 124 Die Sonn' hat sich mit 998 Dir, dir, Johovah, will 473 Dir ergeb' ich mich, 1079 Du armer Mensch, laß 497 Du bist ein Mensch, daß 298 Du bist ja, JEsu, meine 498 DuGeist des HErrn, der 1072 Du heilige Dreyfaltigkeit 963 Du Lebensbrod, HErr JEsu Christ 1083 Du Lebensfürst, HErr JEsu Christ 1070 Du, meine Seele, singe 784 Durch Adams Fall ist 372 Durch Adams Fall, da wur orden 1084 Du sagst: Ich bin ein 353 Du sagst zu mir, b frommer e Gott 1499 Duunbegreiflich höchstes 1087 Du wesentliches Wort 1035 mism S Ein Chrift soll nicht der 354 Einen guten Kampf 1890 Ein Herz, das Gott erkennen lernet fd 1078 Ein Kindelein so löbelich 36 Ein Kind ist uns gebohren 37 Ein Lämmlein geht und 126 Ein reines Herz, HErr, schaff in mir 444 Eins ist noth! ach HErr 530 Ein' veste Burg ist unser 752 Erhalt' uns, HErr, bey 316 Erleucht' mich, HErr, 355 Erneure mich, o ew'ges 445 Erquicke mich, du heil 375 Erwach, o Mensch! erw.401 Fr Register: Tommy? 356 Nummer des Liedes, Er wird es thun, der fromme Gott lamp 635 Es fähret heute Gottes 202 Es ist das Heil uns komm. 425 Es ist nicht schwer ein Es ist vollbracht! vergiß 1065 Es kostet viel ein Christ 500 Es mag dieß Haus, das 935 Es wolle Gott uns gnådig 317 Ewig sey dir Lob gesungen 39 Ey, mein Herz, sey unverza: 754 get nism 299 968 419auf atsid ast Nummer. des Liedes. Gott sey uns gnädig und 242 Gott, unser Bater! der 474 Gott Vater, sended 1073 Gott wills machen, daß 664 Großer Gott, der mich 243 Großer Prophete, mein Herze begehret 83 Gute Nacht, ihr eitle 132 51. S. Fließt, ihr Augen, fließt 128 Freu' dich sehr, o meine 1096 Freuet euch, ihr Christen 40 Frisch auf, mein' Seel'! ver 241 zage nicht asals637 Frisch, frisch hinzu, mein 638 Frölich soll mein Herze 41 Früh Morgens, da die 172 G. Gelobet sey der HErr 240 Gelobet feyst du, JEsu 42 Gott, den ich als Liebe 894 Gott, der du heilig bist 521 Gott der Vater wohn' Gott der wirds wohl Gott des Himmels und Gott, du låffest mich err. 999 Gott, du weiß'st, in was 853 Gott fähret auf gen 206 Gott, gieb einen milden 216 Gott herrschet und hält 694 Gott ist die wahre Liebe 276 Gott ist ein Gott derLiebe 607. Gott fanns nicht b8fe 300 Gott Lob, die Stund ist 895: Gott Lob! ein Schritt 558 Gott sey Dank in alles 6i Hallelujah, Lob, Preiß. 786 Heiligster JEsu, Heiligungss quelle a E622 816 Herbey, mein Herz HErr, allerhöchster Gott! 426 HErr, deine Rechte 448 HErr; deine Treue ist 855 HErr, der du Gnad' und 475 HErr Gott, der du erforschest 19 301 mich HErr Gott, dich loben 787 HErr Gott, dich loben 1092 HErrGott, nun fey gepr. 1019 HErr, ich habe mißgeh. 402 HErr JEsu Christ, dich zu 319 uns wend' HErr JEsu Christ, du höch160403 stes Gut HErr JEsu Christ, ich weiß nisu. 191 1098 HErr JEsu Christ, mein Fleisch und Blut 590 HErr JEsuCh., mein Leb.450 HErr JEsu Ch., mein's 1097 HErr JEsu Chr., wahr'r 900 HErr JEsu, ew'ges 1086 HErr JEsu Gnadensonne 453 HErr JEsu, meine Ruh' 591 HErr, lehr' mich thun 454 HErr und Gott der Täg' und Nächte D02 1001 HErr 420 Register. dol2, 230 Nummer des Liedes. HErr, unser Gott, laß nicht zu Schanden 857 HErr Zebaoth, dein heilig's Wort ie: 320 Herzallerliebster Gott, der 455 Herzlich lieb hab' ich dich 592 Herzlich thut mich verl. 901 Herzliebster JEsu! was 133 Heut triumphiret Gottes 173 Hier ist mein Herz 713 Hier legt mein Sinn 502 Hier lieg' ich nun, o HErr, 561 Hilf, Herr Jesu, laß gel, 1062 Hilf, lieber Gott! wie 359 Hilf mir, mein Gott, 1052 Himmel, Erde, Luft und 295 LC 350 TO 3. 39 se Nummer des Liedes. 407 Ich will, so lang' ich 791 Ich will von meiner Misses that thatod 1 406 તો Jehovah! dein Regieren 792 Jehovah ist mein Hirt' 278 JEsu, deine heil'geWund.135 JEsu, deine tiefe Wunden 137 JEsu, der du meine JEsu, frommer Menschen. Heerden 09 1063 JEsu, Kraft der blöden 377 JEsu, meine Freude 533 JEsu, meiner Seeleleben 279 JEsu, meinerSeel.Licht 1066 JEsu, meines Lebens 141 JEsus Christus, Gottes 280 JEsus Christus, unser 174 JEsus meine Zuversicht 904 JEsus selbst, mein Licht, mein Leben mit Hal 459 Jetzt komm' ich, HErr, vor deinen 1005 832. Jhr armen Sünder, kommt zu Hauf 408 deiner 1099 Ihr Herzen, die die reine 726 378 Ich dank' dir, lieber, Ich dank' dir schon Ich dank' dir, Bater, Ich danke dir, mein Ich glaub' an einen Ich hab' in Gottes Ich hab' mein Sach 978 Immanuel, deß Güte nicht 974 zu zählen 1004. In allen meinen 457 In dich hab' ich nie 302 507 246, In dieser Morgenstund' will 666 976 903 Ich lasse JEsum nicht! 1088 Ich ruf zu dir, HErr 505 Ich finge dir mit Herz 790 Ich weiß, daß mein Erldser lebt 20 906 Ich weiß, mein Gott, daß. all' mein 667 Ich will, o Bater, allezeit 322 Ich armer Mensch, ich 404 Ich armer Sünder komm' 405 Ich bin ein Gast auf Ich bin getroft und Ich bin Gottes Bild; Ich bin jaz HErr in Macht 902 723 ichism 763 ft Gott für mich, so ft Gott für uns in PD- s are say. Keinen hat Gott) Kein größrer Trost Komm, heiliger Geist, HErre Gottsd 221) Komm, o komm, du Geist 223 Kommst 429 761 762 Register. Nummer des Liedes. Kommst du nun, JEsu, 48 Komm, Sterblicher, betrach te michy 908 Komm, Tröster, fomm 224 Kommt, ihr Menschen, laßt euch lehrenbih 817 Kommt und laßt euch JEsum lehremd 360 Kyrie, Eleison, sm1031 Kyrie, Gott Vater 1032 qismiss 11 mor& L. Nummer 3545/2 des Liedes. Meine Armuth macht 567 Meine Hoffnung fiehet 303 Meinen JEsum laff ich nicht. & Ach! 600 meinen JEsum laff ich nicht; weil 1: 697 Meine Seel, ermuntre 144 Meine Seel ist stille 672 Meines Lebens beste 93e Meine Sorgen, Angst 645 Mein Geist, o HErr, nach 568 Mein Geist und Sinn ist 283 Mein Gott! das Herz ich 717 Mein Gott, du weiß'st 460 Mein Herzens JEsa, meis 794 ne 42 and 300 1064 Mein Herz, gieb dich 647 Mein Herz, o treuer Gott, mein Herz do 19doi 410g Mein Herz, sey doch 6983 Mein Herz sey Gottes 7994 Mein Herz, sey zufrieden 6732 Mein Herz soll den HErren loben 800 #a 180 282 Lasset uns den HErren preisen, o ihr Christen. 179 Lasset uns den HErren preisen, und vermehren Lasset uns mit JEsu 143 Laß es gehen, laß es 2671 Laß uns doch nicht begehr. 534 Lebt Christus, was Liebe, die du mich Liebes Herz, bedenke doch 9 Liebster JEsu, in den Tag 379 Liebster JEsu, wir Liebster Bater! ich dein 409 Litaney amtnd, 1031 du dich Lobe den HErren, den måch tigenggal 795 Lobe den HErren, o meine Seele! bim 796 Lobe, lobe, meine Seele, 797 Lob sey dem allerhöchsten 10 Lobt Gott, ihr Christen, 1058 Lobt und erhöht des 1021 324 1 421 $ 17. Mache dich, mein Geist, 487 Machs mit mir, Gott, 909 Macht hoch die Thür11 Man lobt dich.798 Mein Herz, warum betrübst ander 699 Mein JEsu, dem die 430 Mein JEsu, schönstes 1068 Mein JEsu, süße 1090 Mein'm lieben Gott ergeb'431. Mein Salomo, dein 730 Mein Schöpfer, bilde 718 Mein Vater, zeuge mich 96 Merk', Seele, mert' was 183 Mir nach, spricht Christus, unser 1053 Mit Ernst, ihr Menschens kinder 12 Mit Fried' und Freud' ich 911 Mitten wir im Leben sind 912 Dd 3 27. 422 Register. Sandsi2 asd Nummer des Liedes. Nummer des Liedes. PT88 bor7monie Gott, wir ehrend 251. Nach die Gott, verlanget O großer Gott von 1037michbi Told 569 1033 Nimm von uns Nuh bitten wir den heil'gen Seift 225 802 803 Nun danker alle Gott Nun danker all' und Nun freu't euch, lieben 284 Nun, Gott Lob! es ist 326 Nun jauchzet, all' ihr 13 Nun jauchz't dem HErren 804 Nun ist auferstanden 185 Nun ist es alles wohlgem. 161 Nun laffet Gottes Güte 304 Nun laßt uns den Leib 913 Nun laßt uns Gott, dem 1022. Nun laßt zu Gott uns Nun lobet, lobet Gott Nun lob' mein Seel Nun ruhen alle Wälder Nun fich der Tag Nun sich die Nacht 979 0. 189 Haupt voll Blut im 147 heil'ger Geist, kehr. 227. O heiliger Geist, o heiliger 229. Oherrlicher Tag, o fröliche188 HErr, mein Gott 1433. hilf, Christe, Gottes 148 O himmlische Barmherzigkeit $ 801 110 611 O JEsu Christ! dein Kripp lein ist 0655 JEsu Christe, wahres 328 JEsu Christ, ich preise 1081 Esu Christ, mein 285 O JEsu, der du dich JEsu, du mein Freund 917 JEsu, du mein Licht 983 OJEsu, JEsu, Gottes 603 806 OJEsu, meine Wonne 348 OJEsu, meine Zuversicht 382 JEsu, voller Kraft 511 OJEsu, theures Gotteslamm 428 GOP 1347 JEsu, willst du noch 349 Lamm, das teine 149 Lamm Gottes unschuld, 151 807 Liebe, die vom Himmel 1059 226 meine Seel', erhebe 253 146 Menschenkind, was 624 8080 Mensch wie ist do 329 333 O reines Wesen, lautre 4652 462 Otheurer Tröster, heil'ger 280 Tod! wo ist dein 190 O Traurigkeit! o Herzeleid 805 1104 1010 1075 Gottes Sohn, HErr JEsu Christ 2 Gott, im Namen JEsu 432 O! daß ich tausend O du allersüßte O du Liebe meiner O gläubig Herze, Gott, da ich gar Gott, du frommer O Gott, du Tiefe 78: O allerschönster Freudent. 186 auferstandner Siegesfürst 187 Christ 1048 Gott, wer dieses Lebens 9413 O Gott, wer wird 915 163 O Trost! mein Leiden 653 Ursprung des Lebens! b ewiges die bod 573 Water aller Frømmen 1019 O Va: Register. Nummer ins des Liedes. 896312 894 O Bater der Barmherzigkeit sbilang snied for 412 Vater, unser Gott 1478 D was für ein herrlich 845 O welch ein unvergleichlich's & Gutbilgbaresi 1082 Welt! sich hier dein 152 Owie selig seid ihrb) 9.19 8 monsters i chi otside out si Ringe recht, wenn 13 512 Rüstet euch, the Christenleute 082 malno le module 515 mnd 6.duble st Sag' an, o Mensch, wer 605 Schaffet, daß ihr selige 361 Schaffet, schaffet, Menschen ockinder no 514 Schaff' in mir, Gott! ein 414 gen Schatz über alle Schätze 574 Schaw', fieber Gott Schaut meine Armuth 1575 Schmücke dich, o liebes 350 Schon ruhet auf den 1104 Schwing' dich auf meine eas TrGeele 515 dmd 10434 Schwingt dich auf zu deinem seGott bid bi la) 111091 Seelenbräutigam 1079 Seele, was ermüdlst du 576 Seyd zufrieden, lieben 1060 Sey hochgelobt, barmherz'ger Gott 287 Sey getreu in deinem 702 lich Sey Lob und Ehr dem 810 Sey mir tausendmal Sey unverzagt! o frommer Christ Sich', hier bin ich, Ehren. tonig 155 766 15MANGE bodol2 896 423 Nummer des Liedes. Singt dem HErren, finget 880 Gingt dem HErrn nah' 8il 811 So bin ich nun nicht 839 677 678 So führst du doch recht 1080 So ist denn nun der Tempel aufgebauet, Just 192 So ist nun abermal 1011 Sell ich denn mich Soll ich nach deinem, Sollt' es gleich bisweilen 767 Sollt' ich meinem Gott 288 Sowahr ich lebe, spricht 417 Stilles Lamm und Friedefürst Yea 627 804 110 1100 Straf' mich nicht in deinem 3orneni 418 Or onu Taub now& DUR Treuer Gott, ich muß dir klas no 517 Treuer Hirte deiner Heerde 863 est di muista sain linke Unser Herrscher, unser, 865 Unsre müden Augenlieder @ 1013 Unveränderliches Wesen 1067 se nislini nisin m 80 mg dibülent Y Bater aller Ehrenic 480 Vater unser im Himmelreich 481 289 Bergiß mein nicht Verleih' uns Frieden gnädigs 1040 nd 9101 100 Versuchet euch doch selbst 1085 Von Gott will ich nicht 768 Vor deinen Thron tret' ich hiemit Vor G'richt, HErr JEſu, 479 steh' ich 966 437 W. 2424 Register. Nummer A des Liedes. 3 Nummer 6693 894 des Liedes. 088mmandien Wie Gott mich führt, so 681 es the mo Wach auf, mein Herz, die Wie groß ist deine Herrlich. 1968 feit 1611841 Wie herrlich ist die neue 1101 Wie herrlich strahle der 1093 Wie ist es möglich, höchstes Lichtsd old do 886 # 1 ie schon leuchft uns 1093 Wie soll ich dich empfangen 18 Wie wohl ist mir, 770 Nacht ist hin Wach auf, mein Herz, und Jagfinge 1103 Wachet auf, ruft einst 1057 War Gott nicht mit uns diese Zeit fad bi 1866 Warum sollt ich mich denn gramen paid bisle 60 ill Warum willst du doch Was beweget mich zu Was frag' ich mach Was Gott thut, das 657 Was kann ich doch für 812 Was mein Gott will, das 1054 Was von außen und 705 Wend ab deinen Boin lieber Gott 1041 307 1076 732 Wir Christenleutbar 67 Wir danken sit, HErr 1071 771 bir, 544 Wir glauben all' an Einen 260 Wir glauben an den Wir Menschen sind in Adam 10fchoni di and as 101 Wir Menschen sind zu dem, To Gotti 330 Wirsingen dir Immanuel 150 Weg Lust, du Sündenquelle, 808 525 Weil nichts gemeiner ist, als Sterben bid 100 Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott 439 Td sa 0 1000 1061 Wir singen mit der Enget 1061 Wohl dem, der den HErren 0fcheuetila bis him310 Wohl dem, der Jacobs 776 Wohl dem, der vesti483 Wohl dem, der sichy 910 977 Wohl dem Menscheipiu881 Womit soll ich dich not292 Wo soll ich fliehen hin 8/421 Wo soll ich hin? aver, 1440 Wunderbarer, Königing( 813 Wenn meine Sünd'n 159 Wenn mein Stündlein 925 Wenn Unglück dich will 708 Wenn wir in höchsten 1042 Wer bin ich, b'HErr 8 Gemü Werde munter, mein Gend Wunderlich ist Gortes 709 189 10 3. the 1015 Werde munter, meine 1049 Wer ist wol wie du 100 Wer ist wol würdig, sich 482 Wer nur den lieben Gott 308 Wer weiß, wie nahe 926 Zeuch ein zu defien 1074 dal 3euch uns nach bied 213 Houtes zim Zion, gieb dich nur 882 3u dir, Err JEsu, komme 441 Wie fleucht dahin der 927 sawdd aid mid 8544 Sammlung neuer geistlicher Lieder. Ein Anhang zu Joh. Anast. Freylinghausens Gesangbuch. Neue mit Andachtsübungen vermehrte Auflage. Halle, Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses. 1831. 002 noilin sundo Challal sintomasmid desbenz RATED is ang ingestel stue Age otst mimib Vorbericht. big bie mad spinaca & Es enthält diese Sammlung vierhundert aus den vorzüglichsten neuen Gesangbüchern und geistlichen Lies derdichtern gewählte Lieder. Sie ist zunächst dazu be stimmt, dem älteren Gesangbuch des sel. Herrn Pastor Freylinghausen, welches derselbe zu seiner Zeit, bea sonders zum Gebrauch der Glauchaischen Gemeinde, wie auch der zahlreichen Jugend, welche in den verschiednen Schulen des hiesigen Waisenhauses Unterricht genießt, veranstaltete, zum Anhang zu dienen; kann aber auch, da sie alle Materien der öffentlichen und Privats erbauung möglichst vollständig enthält, als ein Gesangs buch für sich betrachtet werden. Bey der Sammlung selbst hat man es sich zum Hauptgesetz gemacht, diejenigen neuen Lieder vorzüglich aufzunehmen, welche die Lehren und Pflichten unsrer Religion auf eine dem Verstande faßliche und dem Herzen eindrückliche Art behandelten, in denen sich Licht und Wärme vereinigt fanden, und die dabey durch bekannte Melodien überall zum gemeinschaftlichen Ge sang bequem waren. Da es aber ein öffentliches Gesangbuch seyn sollte, da wir also auf sehr verschiedne Elassen von Menschen Rücksicht nehmen mußten; da wir auch vorzüglich unsrer Schulen, unter denen eine jungen Studirenden gewidmet ist, nicht vergessen durften: so konnte allerdings nicht ein Lied gerade denselben Ton wie das andre haben, und wir glaubten aus eben diesem Grunde, und um das mannichfaltige Bedürfniß Erbauung suchender Christen zu befriedigen, für eine gewisse Mannichfaltigkeit der Vorstellungsarten einzelner Lehren des Christenthums sorgen zu müssen. Es ist aber immer die Uebereinstim mung mit der in der heiligen Schrift enthaltenen Wahrheit der letzte Prüfstein gewesen. * 2 Vorbericht. Es ist von jeher durch den christlichen Gesang un gemein viel Gutes gestiftet worden, und dieses Gute ist auch zu der Zeit, da von hier aus viele damals ganz neue Lieder in alle Theile von Deutschland verbreitet wurden, unverkennbar gewesen. Wir haben daher mit einer um so freudigeren Hoffnung unsre frommen Borgånger hierin nachahmen, und unsern izigen Zeit genossen das Gute ihres Zeitalters bekannter machen wollen. Gottes Vorsehung begleite unsre Absichten mit dem reichsten Segen, und lasse auch durch dieses Mittel die Liebe zur gemeinschaftlichen Andacht und Erbauung aufs neue belebt werden. IV * 3013 Halle, den 4. November 1790. na onderdhjasd mot stor Gassin desting Adithin Gloy ang ating 5 St G Diese zweyte Ausgabe hat noch einen Nachtrag von 24 Liedern besonders für Schulen er halten, auch ist sie durch eine kleine Sammlung von Andachtsübungen und Gebeten vermehrt worden, welche, wie wir hoffen, zur Beförderung der häuslichen Erbauung einen nützlichen Beytrag lie fern werden. Halle, den 4. Julius 1801. Direktorium des Waisenhauses. into 013 245 10 Ueber: Uebersicht der Materien. Allgemeine Lobgesänge und Aufmunterungen zum Lobe Gots tes, No. 1-7. Von dem Daseyn und den Vollkommenheiten Gottes übers haupt, seiner unendlichen Größe und Unbegreiflichkeit, No. 8-13. Ewigkeit und Unveränderlichkeit, 14-16Allgegenwart und Allwissenheit, 17-23. Allmacht, Alweisheit, und deren Spuren in den Werken der Schöpfung, 24-28. Güte, Barmherzigkeit, Geduld und Langmuth, 29-36. Heiligkeit und Gerechtigkeit, 37-39. Wahrhaftigkeit und Treue in seinen Zusagen, 40. 250 82 Ho Ueberhaupt, 41-44. Der gestirnte Himmel, 45. Die menschliche Seele, 46. Der menschliche Körper, 47. Der Mensch überhaupt, 48. Göttliche Erhaltung und Regierung der Welt überhaupt, 49-53. Von der Schöpfung der Welt und den Geschöpfen. Besondre göttliche Fürsorge für das Wohl der Menschen, und weise Regierung ihrer Schicksale, 54-61. Danklied für die vor Andern empfangenen Vorzüge, 60. Fürsorge Gottes für die Wohlfahrt der Menschen durch JEsum Chriftum, oder von der Erlösung. Allgemeine Lobgefange, 62-65. Von der Geburt Jesu, 66-72. Von JEsu heiligem Leben und Beyspiel, 73-76. Von dem Leiden und dem Tode JEsu, 77-95. Am Charfreytag, 84. JEsus am Kreuz, 85. JEsu letzte Worte, 87. 88. Begräbniß JEsu, 94. 95. Von der Auferstehung JEsu, 96-104. Von der Rückkehr JEsu zu Gott, 105-108. Von der Ausbreitung der Lehre JEsu, oder der Mittheis lung des heil. Geistes, 109-114. Von dem göttlichen Unterricht und der heiligen Schrift, 115-124. * 3 Von Uebersicht Von der Aufnahme in die Gesellschaft der Christen, oder von der Taufe, 125-130. VI Erinnerung an die Taufe, 125-127. Vor der Taufe, 128. 129. Nach der Taufe, 130. Von der Gedächtnißfeyer JEsu im heiligen Abendmahl, 181-141. Während der Communion, 134-139. Nach der Com munion, 141. Von der Schwäche und dem Verfall des Menschen durch die Sünde und den traurigen Folgen desselben, 142-151. Verführbarkeit des menschlichen Herzens, 144. 145. 147. Verwöhnung durch Lieblingssünden, 149. 150. Verlust aller wahren Freude durch die Sünde, 151. Von der Verbesserung des Menschen durch Selbsterkenntniß, Reue und Sinnesånderung, 152-162. Von dem wahren Glauben, oder dem christlichen Vertrauen auf die Gnade Gottes, 163-171. Von dem thätigen Christenthum überhaupt, 172-178. Einzelne Pflichten in näherer Beziehung auf Gott und die Religion. Erkenntniß und Nachahmung Gottes, 179-183. Ehrfurcht vor Gott und Achtung für den Eid, 184-189. Gegen leichtsinnigen Gebrauch des göttlichen Namens und das Schwören, 186-189. Eid, 187-189. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, 190. dan Vertrauen auf Gott und Unterwerfung unter seinen Wil len, 194-205,( Dahin gehört auch Nr. 54-61.) Von dem Gebet, nebst allgemeinen Gebetliedern, 206-216. Von der öffentlichen und gemeinschaftlichen Verehrung Gottes, 217-225. Am Sonntage, 221-223. Einzelne Pflichten der richtigen Selbstliebe. Sorge für die Seele, 226-232. Gorge für den Leib durch Mäßigkeit und Keuschheit, 233-239. Weise Anwendung der irdischen Güter, 240-244. Weise Schätzung der Ehre, 245. Weise Anwendung der Vergnügungen, 246, 247. Arbeitsamkeit und Berufstreue, 248. Weise Scházung und sparsamer Gebrauch der Lebenszeit, 249-256. Von den Pflichten gegen andre Menschen. Allgemeine Liebe und wohlwollende Gesinnungen, 257-261. Allgemeine Fürbitte, 262. Gerech der Materien. Gerechtigkeit, Billigkeit, Neidlosigkeit, 263-267. Aufrichtigkeit und Redlichkeit, 268. 269. Wider die Lü gen, 270. Friedfertigkeit, Sanftmuth und Versöhnlichkeit, 271-273. Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit, 274-278. Pflichten des Umgangs und der Freundschaft. Glück des freundschaftlichen Umgangs, 279. 280. Bescheidenheit, 281. 282. Gefälligkeit und Dienstfertigkeit, 283. 284. Dankbarkeit, 285. Für abwesende Freunde, 286. Pflichten gegen die niedern und dienenden Stände, 287.288. Von der Beständigkeit im thätigen Christenthum, 289-293. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, 294-297. Vom Tode, 298-303. Fürbitte für Sterbende, 304. Am Sterbebette, 305. Nach der Auflösung, 306. Bey Begråbnissen, 307-809. Von den Erwartungen der Christen nach dem Tode. VII Auferstehung, 310. 311. Weltgericht, 312. 313. Ewigkeit Unsterblichkeit des Geistes, 314. 315. Auss. sichten auf den Zustand der Seligen, 316-320. Gesänge für besondere Zeiten, Umstände und Personen. Jahreswechsel, 321-325. Am Geburtstage, 326. Jahreszeiten. Frühling, 327 328. Sommer, 329. Gewitter, 330. 331. Herbst, 332. Winter, 333. 334. Morgenlieder, 335-344. Für einen Leidenden, 845. Am Sonntage, 346. - Abendlieder, 347-360. Am Schluß der Woche, 361. Tischlieder, 362-366. dürfnissen. Gesänge an öffentlichen festlichen Tagen. An allgemeinen Buß und Bettagen. allgemeines Gebet, 367. 368. Bey der Confirmation der Kinder, 369. 370. Am Erntefest, 371. 372. Am Friedensfest, 373. 374. Ben Einführung eines Predigers, 375. Bey Einführung eines Schullehrers, 376. Gesänge ben allgemeinen Landesangelegenheiten und Bes Dürre und Mißwachs, 377. Danklied für den Regen, 378. Theurung, 379. In Kriegszeiten, 380. Allgemeine Landesnoth, 381. Feuersnoth, 382. Fürbitte für den König, 383. - Litaney oder Ge VIII llebersicht der Materien. Gesänge in besondern Anliegen. Dürftigkeit und Armuth, 384. 385. In der Krankheit, 386. 387. Fürbitte für einen Kranken, 388. Nach der Genesung, 389. Bey dem Verlust geliebter Personen, 390. Bey dem Verlust geliebter Kinder, 391. Lieder für die Jugend, 392-394. Für Jünglinge auf Schulen, 395. Um Bewahrung der Unschuld, 396. Fürbitten für die Schulen, 397. Im Alter, 398. Bey dem Antritt des Ehestandes, 399. Auf Reisen, 400. Nachtrag einiger Lieder, besonders zum Gebrauch in öffent lichen Schulen. Weiser Genuß der Jugend und Lebenszeit, 401. 402. Bey dem Anfang und Schluß des Lectionscursus, 403-405. An Tagen allgemeiner Schulprüfungen, 406-410. Bey Einführung neuer Lehrer, 411-413. Bey Aufnahme und Entlassung der Mitschüler, 414-419. Ben Todesfällen und Begräbnissen eines Lehrers oder Mitschülers, 420-424. Gebete und Betrachtungen für die häusliche Andacht. I. Morgen und Abendgebete. 1. Morgengebet am Sonntage. 2. Abendgebet am Sonns tage. 3. Morgengebet in der Woche. 4. Abendgebet in der Woche. 5. Morgengebet einer christlichen Familie. 6. Abendgebet einer christlichen Familie. II. Andachten bey der Fever des heiligen Abendmahls. 1. Selbstprüfung am Tage der Beichte. 2. Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Verfündigungen, 3. Nach denken über die Geschichte der Stiftung des heil. Abends mahls. 4. Vor der Feyer des heil. Abendmahls. 5. Ers hebung des Herzens ben dem Genuß des heil. Abendmahls. 6. Dankgebet nach dem heil. Abendmahl. 7. Am Abend des Communiontages. 8. Nachdenken über die Wichtigs keit der ersten Communionfeyer. III. Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes Schickungen. IV. Dankempfindung einer Wochnerin. V. Bey Krankheiten. 1. Gebet eines Kranken. 2. Gebet bey anhaltender Krank heit. 3. Gebet am Sterbebette. VI. Unterhaltung bey einem Begräbniß. Allge, mutid 0000000000000000000000000000 Allgemeine Lobgesänge. 1. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. A₁ nbetungswürdiger, zu dir steig' unser Preisgesang, wir alle deine Kinder, wir sind Freude, Lob und Dank. 2. Wir singen Gott! Auf, Saitenspiel! ton' in den Fests gefang! Wer fühlen kann, Mitgefühl, was Odem hat, sey fey Dant! 3. 3war stammeln wir, es bebt der Ton, so warm das Herz auch glüht. Dich, Vaz ter, und den hohen Sohn er: reicht kein sterblich Lied. 4. Doch ist es hohe Selig: keit, dich singen, und den HErrn. Er, wie du, voll Barmherzigkeit, hört unser Stammeln gern. 5. Drum soll dein Lob auch allezeit in unserm Munde seyn, und, dankend deiner Güs tigkeit, sich unsre Seele freun. 6. Preis fey dem HErrn, Preis sey dem HErrn! Er gab der Brust Gefühl, dem Mund' ein Lied, Preis sey dem HErrn! der Hand ein Saitenspiel. 2. Mel. Nun danket alle Gott. o lang' ich lebe, Gott, will ich dein Lob vers breiten. Dies Leben gabst du mir mit seinen Süßigkeiten. der dich erkennen kann, und Du selbst gabst mir Berstand, botest ew'ges Heil in deinem Sohn mir an. Sohn mir an. 2. Was bin ich, Gott der uld, daß du so viel mir schenkest? Was ist der Mensch, der Staub, HErr! daß du sein gedenkest? Ja du gedachtest, HErr, schon vor der Welt an mich, und denkst noch meis ner stets; regierst mich våtere lich. 3. Du nimmst mich Schul digen, wenn ich die Schuld bereue, voll Gnade wieder an, und segneft mich aufs neue. Bis an des Grabes Nacht sey Dir mein Dank geweiht, und einst vor deinem Thron, Gott der Barmherzigkeit. 3. Pfalm 103. ut bit Mel. Zerzliebster Jefu, 2c. 7. Einst fingen wir im hd. Lobsinge Gott, erwecke deine Ton Seele Dank, einst tönt dem Vater und dem Sohn ein beßrer Preisgesang. zu seines Preises heiligem Geschäfte! Mein Geist, erhebe, rühme deinen Retter, den Gott der Götter! 2. Lob: 0 Allgemeine Lobgesänge. 2. Lobsinge seinem Namen, meine Seele! der Höchste forgt, daß dir kein Gutes fehs le, vergiß nicht, dankbar dich ihm zu beweisen, und ihn zu preisen. 3. Er hat dir alle deine Schuld vergeben. Er heilet deine Schmerzen, schützt dein Leben; entreißet dich dem drauenden Verderben, läßt dich nicht sterben. 4. Er macht dich fröhliche trdnet dich mit Gnade, und führt zum Heile dich auf ficherm Pfade; dem Adler gleich, den neue Kraft durch dringet, wirst du verjünget.schwören. 5. Er leitet, die Gewalt und Unrecht leiden, vom Kum mer zum Genusse sichrer Freus den, belohnet, die ihn fürchten, seine Kinder, und straft die Sünder. AminIG 9. Hoch ist der Himmel über seiner Erde; so groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des HErrn bey denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 10. Wem bleibt sein Ants liß, wenn ers sucht, verbor. gen? Soweit der Abend sich entfernt vom Morgen, ents fernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 11. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sün der, wenn sie vom Frevel sich zu ihm bekehren, ihm Treue 12. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen, er weiß, der Mensch ist ein ges brechlich Wefen; er denkt dar an, daß das Geschöpf aus Er de bald Asche werde. es 13. Ach, es ist Gras! cs blüht, wie Blumen blühen; die Winde wehn darüber, sie verblühen, und ihre Stätte wird nach wenig Stunden nicht mehr gefunden. 14. Von Ewigkeit zu Ewig keiten währet die Güte Gots tes jedem, der ihn ehret, von Kind auf Kindeskinder ist er Gnade, ganz treu und Gnade. 15. Ganz Gnade denen, die ihm treu verbleiben, die sein Geset in ihre Herzen schreiben, damit ihr Fuß sich nie von seinem Wege verirren möge. GANDING 16. Gott 6. Er offenbarte Most, feinem Knechte, und Jacobs Stammendes GesetzesRechte, damit sie nicht von seinen We gen tråten, und Sünde thäten. 7. Barmherzig und von duldendem Gemüthe ist Gott, und gnådig, und von großer Güte, er zurnt nicht ewig, will mit seinen Knechten nicht ewig rechten.s 8. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, vers schont uns, trägt uns, låst uns nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. A Allgemeine Lobgefange. 16. Gott hat im Himmel seinen Stuhl gefeßet, da herrscht er über alles, wågt und schäßer der Menschen Thaten, und bestimmet ihnen was sie verdienen. 17. Lobt, lobt den HErrn, ihr seiner Engel Heere, ihr starken Helden, rühmt ihn, bringt ihm Ehre, die ihr ihm gern gehorcht, und seinen Wil len, eilt zu erfüllen. 18. Lobt, alle seine Heere, lobt ihn, rühmet, ihr seine Diener; denn sein Lob gezies met den Knechten Gottes; und den HErrn erheben, ist Heil und Leben. net! Er stürzt zu Boden und erhöht, sträft, trågt Geduld, belohnet. Die Götzen, die die Welt sich weiht, und, ihm zum Hohn, verehret, find nichts, sobald der HErr ges beut! Seyd stille, Volter, Hd ret: was Gott vom Himmel lehret! 3. Der HErr erwählt sich Herz und Geist, hier hat er Lust zu wohnen. Wer ihn durch Christum Vater heißt, besigt weit mehr als Thronen. HErr! die ganze Welt ist dein! Gieb Frieden unsern Zeiten. Laß deine Frömmen fröhlich seyn, der Sünde wi derstreiten, und Segen uns begleiten. 4. Sey fröhlich, Himmel! Erde, du, sey deines Königs Freude! Sein Reich ist Fries de, Freud und Ruh: sein Zeuge niß unsre Weide. Erfüll, o HErr, bis in das Grab dein Wort an unsern Seelen! Durch Christum, der für uns Mel. Es woll' uns Gott 2c. Bringt dem Allmächt'gen sich gab, laß uns dein Scepter und deinen Preis und Er zählet seine Werke! Er herrscht 19. Lobsingt, lobsingt ihm, alle seine Werke! Rühmt überall des HErren Macht und Stärke; lobsinge Gott, den ich zum Trost mir wähle, lobsing' ihm, Seele! 3 erzählen. in seinem Heiligthum, sein 5. Dein Segen, Väter, Wort ist Macht und Stärke. Der HErr ist groß und wun derbar! Wer kann ihn g'nug erhöhen? Das, was der Weis heit Rathschluß war, muß al lezeit geschehen; nichts kann ihm widerstehen. weiche nicht von uns und uns sern Kindern. Es leuchte, Gott, dein Angesicht uns sonst verlaßnen Sündern. Dein heil ger Geist wirk' in uns oft das seligste Vergnügen, daß wir, wie unser Glaube hofft, im Kampf nicht unterliegen, und Welt und Tod besiegen. a 2 5. 2. Bringt Ehre seiner Mas jestát, die ihr auf Erden wohs Allgemeine Lobgefange. 5. Mel. Ich dank dir schon 2c. [ nbetung sey dir, Herrlich: ster! Gott, Schöpfer aller Dinge! Wer ist dir gleich? wer würdiger, daß man ihm Ehre bringe? 2. In die vereinigt alles fich, was wir vollkommen nens nen. Preis dir! Heil uns, HErr, daß wir dich als uns fern Bater kennen. 3. Nun dürfen wir, wir Schwache, nicht vor deiner Größe beben; zu dir kann sich mit Zuversicht stets unser Herz erheben. 4. Dein, dessen Macht uns endlich ist, ist auch allweise Liebe; und ewig, wie du sel ber bist, sind deines Wohls thuns Triebe. 5. Wer dir nur folgt, den führest du auf sichern g'raden Wegen, hier einer wahren Geistesruh, dort vollem Glück entgegen. 9. Mit Unterwerfung, Lieb und Dank soll unser Herz dich ehren, und einst soll unsern Lobgesang der ganze Himmel hören. 6. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Bringe deinem Gott, dem dem und Allerbesten, mit Freuden, Seele, Preis und Dank! Seine Majestät und Gnade, womit er auf des Lebens Pfas de dich führt, sey täglich dein Gesang! Du wardst auf seis nen Ruf! Dich schüßt, der dich erschuf. Seiner Aufsicht sollst du dich freu'n; ihm ganz dich weihn, und Herold seines Ruhmes seyn. 2. Was im Himmel und auf Erden nur je sein Allmachtswort hieß werden, vers kündigt seine Herrlichkeit. Ihm, ihm jauchzen Engel chöre, und du, du wärest, ihm zur Ehre, nicht auch zu seinem Preis bereit? Auch dir gab feine Hand Empfindung und Verstand, zu erkennen, wie groß Er ist, er, deß du bist, und der voll Huld dein nie vergißt. 3. Schätze diese deine Wür de, und acht' es nie für eine Bürde, lobsingend Gottes dich zu freu'n. Seligkeit ists, ihn zu loben. Wie sanft wird dann der Geist erhoben, wie wird das Glück des Himmels fein! 2009 m 6. Ja, nicht bloß zur Zus friedenheit auf kurzem Pilger: pfade, zu Freuden einer Ewigs teit erschuf uns deine Gnade. 7. Wie, sollten wir denn deinen Ruhm nicht wonnevoll erheben? nicht als dein Volk und Eigenthum zu deiner Ehre leben? 8. Kein Tag von unsrer Lebenszeit soll, Höchster, uns vergehen, an dem wir deine Herrlichkeit nicht ehrfurchts voll erhöhen. Allgemeine Lobgefange. Im voraus schmeckt er schon der Frommen künft'gen Lohn, ew'ge Freuden. Erheitert sieht sich sein Gemüth, und Kum mer, der ihn nagte, flieht. 4. Immer inniger und fe ster wird er mit dir, du Al lerbester, durch deines Namens Preis vereint; fühlt sich ims mer mehr getrieben, aus allen Kräften dich zu lieben, als seis nen Bater, seinen Freund. Wie wächst ihm da der Muth, von dir, du höchstes Gut, froh zu hoffen, was für die Zeit und Ewigkeit ihm nüßt und sichern Trost verleiht. 5. Sollt' ich denn nicht gern dich preifen, und dir, mein Gott, den Dank erweisen, der deiner Vatertreu gebührt? Täglich will ich dir lobsingen, und mich im Geiste zu dir schwingen, bis mich dein Arm zum Himmel führt. Da lies gen dann vor mir mehr Quel len noch, als hier, immer of fen, auf ewig dein mich zu erfreu'n und deines Preises voll zu seyn. 7: Mel. Gott sey Dank in aller ic. immel, Erde, Luft und Meer, aller Welten zahl 5 los Heer jauchzen Gott, dem Schöpfer, zu; meine Seele, sing auch du! 2. Ihn erhebt das Son nenlicht, wenn es durch die Wolken bricht, und der Ster ne Licht und Pracht lobt ihn in der stillen Nacht. 3. Sich, wie er das Land beglückt, und mit reichem Segen schmückt! Jedes Kraut und jedes Thier ist ein Zeuge, Gott, von dir. 4. Aller Vågel fröhlich Chor singt und jauchzt zu dir empor! Dich verkündigt übers all auch des Donners Blitz und Schall. 5. Deine starke Schöpfers hand füllt das Meer und trånkt das Land. Vor dir schweiget, drohst du ihm, jes des Sturmes Ungestům. 6. O mein Gott, wie sichts barlich zeiget mir dein Daseyn fich! Druck' es tief in meinen Sinn, was du bist, und was ich bin. 7. Mich auch riefst du in die Welt; du, du bist's, der mich erhält; der mir alles, was ich hab', Kraft, Bernunft und Freyheit gab. a 3 Univ. Bibl. Giessen Von 6 Von dem Daseyn Von dem Subrow an Daseyn und den Vollkommenheiten Gottes überhaupt. 1514912 90 919 vel nisi bi 8. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. er HErr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der HErr ist groß sein Nam' ist groß! Er ist unendlich, grån zenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wes sens Herrlichkeit. Nur er war stets, sonst keiner. Wir Men. schen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er; noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bey ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft undStårke; seine Hand regieret Erd' und Himmel. Wege? wo ist die Nacht, da sich dem HErrn ein Mensch verbergen möge? Die Fins sterniß ist vor ihm Licht! Ges danken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o HErr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Aufsehn über alle! Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnådig, voll Geduld, ein Vater, ein Ver schoner. 7. Unstråflich bist du, heis lig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deis nen Willen thut; denn du lohn'st ihn mit Wonne. Du haft Unsterblichkeit allein, bist felig, wirst es ewig seyn, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, dir Ruhm und Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr, alle seine Heere! Der HErr ist Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? wer ist, wie Er, so herrlich, so vollkommen? 9. Mel. Rommt her zu mir, x. Die könnt' ich zweifeln, daß du bist, o Gott! W3 daß 5. Ist er auch jemals von uns fern? weiß er nicht Aller der ganze Weltbau ist ein Zeus ge und den Vollkommenheiten Gottes überhaupt. 7 ge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Gut' und Macht mit Weisheit ihn hervorges bracht. Nichts ist daran ver gebens. 7. Mein Sehnen nach Zu friedenheit, mein Durst nachy ew'ger Geligkeit wird sicher nun geftillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hålt, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ord. nung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Biel vereinen. 3. Eins muß dem andern nutzbar seyn, daß die sich ihres Dafeyns freun, die sich em. pfinden können. Und wie? M, 10.00 doch wäre die Natur und ihre Mel. wach auf, mein Zerz ic. weise Ordnung nur des Zu falls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich, nicht von ohngefährentstanden Himmel, Erd' und Meer; so konnte nichts entstehen. Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Kreatur ist alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die ges schaffne Welt in ihrer Ordnung noch erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath ouch uns auf uns fers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weih'n, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost, und einst im Tod des Himmels Wonne ges ben. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, und nur dein Werk der Weltkreis ist! Nun ist ge wiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel: ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergeblich streben. Gott, aus deinen Wers ten kann ich dein Daseyn merken; in allen Kreaturen find' ic) der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chd, ren: Gott ist! Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? wer sprach es, daß im Meere des Wassers Sammlung wåre? 4. Wer ließ in jenen Höhen das Sternenheer entstehen? wer hieß des Donners Brüllen die Welt mit Furcht ers füllen? 5. Du bist's, Gott! Deine Werke erzählen deine Stärke und deine weise Güte dem achtsamen Gemüthe. a 4 6. Das 8 quadradi Von dem 6. Das Würmchen in dem Staube, die bunte Raup' am Laube, das Gras, die schlan: ken Halmen, sind deines Ruh: mes Psalmen. 7. HErr, du bist hoch er. bist hoch ers hoben, und ewig hoch zu loben, wenn auch der Thoren Rotten dich läugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen, und dich mit Ehrfurcht nens nen, und die dir fest vertrauen, dein gnädig Untlig schauen. 11. Mel. Ich finge dir mit Zerz 2c. ( ingt unserm Gott ein frohes Lied! er ist's und teiner mehr. Groß, unaus. sprechlich groß ist er, der Welt kreis sein Gebiet. 2. Groß ist sein Nam'! Er will und sprichts: da steht voll Herrlichkeit der Welten Meng'; und er gebeut: so fallen sie in Nichts. Daseyn d 6. Gerechtigkeit und Wahrheit ist die Beste seines Throns. Lobt ihn, der auch des Erdensohns, des Menschen, nie vers gißt. 3. Licht ist sein Kleid; un endlich reich, ein Meer voll Seligkeit; von Ewigkeit zu Ewigkeit ist er. Wer ist ihm gleich? 4. Er überschaut, was ist und war im Himmel, Erd' und Meer; und seiner Werke zahllos Heer bleibt vor ihm offenbar. 5. Deß freuet euch! Die Lieb' ist Gott, das Beste seine Wahl; groß seine Thaten alls zumal und heilvoll sein Gebot. 7. Er tennet uns. Er ist mir nah im Abgrund, in der Höh'; wohin ich fliehe, oder geh', ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vers nimmt mein Fleh'n, schafft meiner Seele Ruh', sieht's, wenn ich fehl und Gutes thu', und eilt mir beyzustehn. 9. Er wog mir seine Gaben dar, schrieb auf sein Buch auch mich und meiner Tage Zahl, da ich noch unbereitet war. 10. Ihm dank' ich Alles. Nichts ist mein, das Gott nicht angehört. HErr, deine Huld, die ewig währt, soll stets mein Loblied seyn. 11. Wer faffet deiner Wuns der Pracht, die da sind, wenn du rufft? ein jeder Staub, den du erschufst, verkündigt deine Macht. 12. Hell strahler aus dem kleinsten Halm, Gott, deine Weisheit her; und Au' und Hügel, Luft und Meer sind deiner Ehre Psalm. 13. Frohlockend preiset dich das Land, das deine Milde trånkt; und Korn und Wein und Freud' empfängt der Mensch aus deiner Hand. 14. HErr, ohne deinen Willen fällt keinSperling hin, und ich, ich freute nicht des Tro und den Bollkommenheiten Gottes überhaupt. 9 Trostes mich, daß deine Huld mich hålt? 15. Ich fürchte, bleibest du mein Schuß, Gefahr und Schrecken nicht, und biete voller Zuversicht dem Grimm der Feinde Truß. 5. Du bist der Herren HErr. Der Erde Majestäten find, Höchster! vor dir Staub. Auch Geister kannst du tädten. Wen du erniedrigest, Gott! wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 12. Mel. Nun danket alle Gott x. Anbetungswürd ger Gott! mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen kön nen. O flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehr erbietung seyn. 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von keinem Leide; stetsruhigindir selbst, schmeckt du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. Auch oh ne Kreatur bist du dir selbst ges nug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs mannichfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst. Berstand und Rath sind dein; und du ge. brauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es ges schieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem fråft'gen Wort trågst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der Les ben giebt und nimmt, der uns fern Odem schüßzet. Den Geist, der in uns lebt, ems pfingen wir von dir. Willst du, so wird er nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich ses hen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Hd. hen, wo du voll Majestät und unterm frohen Lob der auf deinem Stuhle thronst, Himmelheere wohnst. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offens baren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unferni Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott! so herrlich, wie du bist. a 5 10. In 10 Von dem Daseyn und Vollkommenh. Gottes: c. 10. Indeß sey auch schon jetzt dein Ruhm von uns bes sungen. Verschmähe nicht ein Lob von unsern schwachen Zuns gen! Dort soll, wenn wir der einst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöhn. Wort ist wahr: es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht; so gnüge mir davon dein Unter: richt! 13. Mel. Du Geist des Errn 2. Frhabner Gott, was reicht an deine Größe? Denk' ich an dich; so fühl' ich meine Bloße. Ich fühle, HErr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Den ten ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann koms men. Was ist's, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über Alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Nath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand. Von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. do 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, 6. Von dir, Unendlicher, sind alle Dinge: gieb, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe! Begreif' ich's nicht, wie du die Welt regierst, so sey mir's g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd' ich mehr von deinem Rath ers fahren; wenn ich nuf dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Wil ten handle: zufrieden sey, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Danıf werd' ich dich im Hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ew'ges Lob erhös Hen. HErr, du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. Unendlicher! dich völlig zu er: gründen? O mache mich von solchem Dünkel frey! daß mir dein Wort des Glaubens Richt schnur sey. 14. 5. Mein eigner Geift kann und dein herrlich großes Mel. Liebster Jefu, wir sindic. ott, von Ewigkeit, sich leicht hintergehen. Dein Wesen Ewigkeit und Unverän derlichkeit. Ewigkeit und Unveranderlichkeit. 11 7. Erd' und Himmel wird vergehn; diese Welt muß ich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn. Deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wis sen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleis Psalm 90. 15. ben müssen. Niemals tann Mel. Du Geist des Zerrn 2c. HErr Gott, du bist die Zus aller Zeiten: denn du bist Gott in allen Ewigkei ten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geof fenbart. 2. Was bin ich, HErr, und alle Menschenkinder? Staub Sünder. Wie schnell entflieht sind vor dir der Heilige, der das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. Wesen åndert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum 3. HErr, du bist kein Men schenkind, daß dich etwas reuen follte. Immer bleibst du gleich: gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das uns recht üben. Immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Ges treue, der das hält, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, HErr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun dei ne Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir! wenn ich auch mit Lust mich in guten Werken übe! Dann, o HErr! wird's meiner Seelen nie an wahren Freuden fehlen. 3. Du hast vorhin die Ers de zubereitet, dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebrei tet. Doch sie vergehn, verals ten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Him: mel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn welche Zeit, um grånzet wol, HErr, die Uns endlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starten Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig Allgegenwart und Allwiffenheit. dal ewig deiner freu'n, und bleibst nen mir, mich ewig zu beglüs ihr Gott: denn sie sind ewig Dein. 010 cken! Du machst dies Leben ( dir sey Dank) zu einem heis tern Ulebergang in ein beglück ter Leben. 12 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stunden, vom Tode selbst werd' ich nicht überwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil verbleibst du ewig mir. 1154 16. bi Mel. Sey Lob und Ehr dem 2c. er gleicht dir, Gott? ist die Zahl von deinen Jahren! Duwarst, o Schöpfer, was du bist, eh' alle Sonnen waren. Schon eh' dein Arm die Welten trug, warst du dir ohne sie genug, und keiner Welt bedürftig! 5. Unwandelbar und ewig ist, HErr, deine Gnad' und Treue. Du bleibst auf immer, wie du bist, das ist's, deß ich mich freue. Ob Erd' und Himmel untergeht, wohl mir, daß dein Wort fest besteht, du wirst mich nie verlassen. 4. Und dennoch zeigst du mir von dir so viel in Augen blicken; entdecktest dich darine Allgegenwart und Allwis fenheit. Psalm 139. 17. Mel. Tun danket alle Gottic. 2. Jehovah, tausend Jahre find dir weniger als Stunden, HErr, du erforscheft mich; die schneller, als ein Tropf verrinnt, begonnen und verschwunden; sie, långst ents flohn, sind immerdar, mit dem, was ist, was wird und war, dir, Schöpfer, gegenwärtig! dir bin unverborgen. Du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Ges danke noch in meiner Seel entstand. 3. Was bin ich), Gott, vor dir? Ich Staub, ich leicht verblühte Blume; ich, ach! wie bald des Grabes Raub, mit Glück und Lust und Ruhme! Wie ein Geschwätz des Tages fleucht mein Pilgerles ben hin und gleicht kaum eis nem Morgentraume. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o HErr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich, vordeinem Geiste fliehen? wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ ich Allgegenwart und Allwissenheit. ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah. 4. Nåhm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem ferns sten Meer blieb' ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachts: hand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Språch' ich zur Finsters niß: Sey um mich, mich zu decken!- so sucht' ich doch um sonst vor dir mich zu verste: cken. Denn auch die Finsters niß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 13 dich, mein Schöpfer! fehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wenn ich's von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 18. nie Mel. Miir nach, spricht Christ. ie bist du, Höchster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, HErr aller Herr'n! bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weiss sest du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Eins famkeit mein Herz an dich ers gebe, und, über deine Huld ers freut, lobsingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bey, daß ich dir immer treuer sey. 6. Du warest schon mein Schutz in meiner Mutter Leis be; du bildetest mein Herz, Gott! deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meis, ner, eh' ich war, schon våters lich gedacht. 7. Du kanntest mein Ge: bein, eh' ich an's Licht gekoms men, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und mei ner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Uns zählbar sind sie mir; denn sie find ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf hehlet; so weißt du sie, und 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet: und bleibt auch eine böse That vor aller Welt vers stras 14 Allgegenwart und Allwissenheit. strafest mich zu meiner Beß, rung vårerlich. 5. Du hörest meinen Seuf zern zu, daß Hülfe mir er scheine; voll Mitleid, Bater, zählest du die Thrånen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück', Allgegenwärs tiger, dies tief in meine Sees le! daß, wo ich bin, mein Herz, o Err! nur dich zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich hans deln; und stårke mich dann auch mit Kraft, vor dir ge trost zu wandeln. Daß du, o Gott! stets um mich seyst, das tröst' und beßre meinen Geift! 19. Mel. Es woll' uns Gott 2c. llwiffender, vollkommner Geist! deß Auge alles siehet, was Nacht und Ab. grund in sich schleußt, was uns serm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht. Du weißt sie aufzudecken, und Tag daraus zu machen. dargeleget. Dir sind die Her zen offenbar: du kannst ihr Dichten spüren. Den Rath der Seele siehst du klar; du průfest Herz und Nieren, und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh ihre Lippen flehten. Was deiner Feinde Rath beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, ihr eitles Mühn und Sorgen, im Wah, ne ihres Herzens. heget, eh sie noch der vers schloßne Mund durch Worte 4. Bleibt gleich vor Mens schen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einft als les offen liegen. HErr, dein Gericht, dem nichts entflicht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 5. Laß mich, o höchste Majeståt! dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heuches leyen? Laß mich auch in der Einsamkeit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit bey allem Thun mich lenken, und stets mein Herz behüten. $ 2. Selbst die Gedanken 20. sind dir kund, die unsre Seele Mel. Vor deinen Thron tret ic. er du allein unendlich bist, du tennest alles, Gott, was Allgegenwart und was ist; siehst alles, was nur werden kann, als stund' es da, durchschauend an. 2. Du dringest sicher und gewiß durch aller Nächte Finsterniß, siehst alles offen und enthüllt, nichts durch ein trüg, lich Schattenbild. 3. Eh' noch die Werke dei ner Hand der Engel pries, der Mensch empfand, da zähltest du den Sand am Meer, die Himmel und der Himmel Heer. 4. Was irgend nur auf Erden webt, zum Leben aufstrebt, fühlt und lebt, was lebend hd. her steigen kann, schaust du von deinen Höhen an. 5. Auch mich und was ich dicht' und thu', Allwissender, durchschauest du. Du siehst, was meinem Wohl gebricht, du siehest es, und irr'st dich nicht. 6. O du, der alles sieht und weiß, Anbetung sey dir, Dank und Preis, daß du, dem nichts verborgen ist, mein Vater, Freund und Führer bist. 7. Mein Herz gedenke stets an dich, und sag' es sich: Gott kennet mich, sieht, ob ich wand: le oder ruh, sieht, was ich auch im Finstern thu. Allwissenheit. 9. Dein Beyfall ist mir dann gewiß; auch in der größ ten Finsterniß erheitert der Gedanke mich: Gott kennet und versorget mich. 10. Selbst in der finstern Todesnacht erschreck' ich nicht; dein Auge wacht. Auch dann frohlock' ich über dich: ich bin des HErrn, er kennet mich. 8. Gieb, so zu wandeln, Starte mir, als ging ich in's Gericht vor dir: so täuschen mich Berführer nicht, so scheu' ich nie der Wahrheit Licht. 15 21. Mel. Tun lob mein' Seel 2c. er HErr ist in den Höhen, auch in den Tiefen ist der HErr! Wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schaun, ist er. Wo ich nur in Gedanken mich denk', ist er mir nah; ist frey von allen Schranken, in jedem Siaume da; umfaßt mit seinen Hån den die Welten und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Er zündet jede Sonne, und Licht in allen Sternen an; strömt Leben, Luft und Wonne aufalles, was empfinden kann. Des Erdgewürms Gewimmel, und was im Meere webt, wer unterseinem Himmel, und wer im Himmel lebt: ihr alle sei.. ne Werke, empfindet Tag und Nacht die Nähe seinerStårke, die Güte seiner Macht. 3. Er giebt von seinem Throne, wie's ihm gefällt, hier Lust, dort Schmerz; giebt Fürsten ihre Krone, und lenkt, wie Wasserbach', ihr Herz. 16 Allgegenwart und Allwissenheit. Es müssen seinen Willen selbst Volkverderber thun; was er beschließt, erfüllen, bald braus sen oder ruhn; die Welt wie Stürm' erschüttern, und, furchtbar nur durch ihn, wie Laub im Walde zittern, und will er, kraftlos fliehn. 4. Allgegenwärtig schauet sein allumfassend Aug' umher, und wer ihm nur vertrauet, den schüßzet, den versorget er. Er hört das Schreyn der Ra ben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gas ben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und Macht. Er ist's, der auch verborgen uns nah ist, uns bewacht. 5. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, dem, der so nah' euch ist, entgehn? könnt wäh; nen: er, der Rächer, werd euer finstres Werk nicht sehn? Eh noch Gedanken werden, sieht er vom Himmel sie, und alle Nacht auf Erden verbirgt vor ihm euch nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse: mit seinen Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, worin ihr euch verhüllt. 6. Er wird, er wird euch finden; denn in den Höhen herrscht der HErr; herrscht in den tiefsten Gründen, in allen Welten herrschet er; hat über: all auch Schäße von Strafen mancher Art, zur Rache der Gesetze für sein Gericht vers wahrt. Und plötzlich stürzen Flammen, wenn ihr euch sicher, glaubt, ihr Frevler, schnell zus sammen herab auf euer Haupt. 7. Er ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot, hört sie, zählt ihre Thränen, hilft und verscheucht, was ih nen droht. Wohl mir! zu meiner Rechten ist mir der HErr, mein Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufz', ist Gott. Wo ich nicht Freunde habe, wo nies mand hilft, ist Gott; im Sturm, im Tod, im Grabe, und überall ist Gott. 22. Mel, Ich dank dir schon zc. Gott, Dari simmel und auf Erden, was jetzt noch ist, was vormals war, und künftig noch wird werden. 2. Du schaust, o Urquell alles Lichts, durch alle Finsters nisse; an jeglichem Geschöpf ist nichts, was dein Verstand nicht wisse. 3. Mein biddes Auge sieht allein, so weit dein Licht mir glänzet; nichts sieht es ganz, nichts völlig rein. So ist mein Blick umgränzet. 4. Nur dir ist alles aufges hellt; vor dir liegt ohne Hülle das Inn're deiner Körperwelt, der Geister Rath und Wille. 5. Ses Allwissenheit. 2. Seyd heilig, seyd den Sünden feind, Gedanken, Wünsch', Entschlüsse, daß ich, wenn eure Frucht erscheint, euch nicht bereuen müsse. Ihr seyd der Quell von Freud' und Schmerz; ihr bildet, wie es wird, mein Herz, zur Tugend und zum Laster. 10. Wohl mir, daß du mein Führer bist! Du kennst und wählst das Beste; dir willig folgen, Höchster, ist nun meiner Pflichten größte.. Allmacht und 5. Gedanken siehst du, ehe sie in unsrer Seel' entstehen; vor dir verschwinden sie auch nie, wenn sie für uns vers gehen. 6. Was wir verstehn, ents decken wir im Schimmer der Empfindung: doch sonnenhell war alles dir schon vor der Welten Gründung. 7. Erst nach und nach lernt unser Geist, oft mühsam, das Geringe, was er erkennt; du aber weißt auf einmal alle Dinge. 8. Zu hoch ist solch Erkennts niß mir; mir schauert vor der Höhe. Was ist mein Wissen, wenn ich hier, Gott, auf das deine sehe? 24. 9. Du, den ich nicht erreis chen kann, in ehrfurchtsvol ler Stille bet' ich, Allwissens der, dich an, und deiner Kennte Mel. Lachs mit mir, Gott ic; niß Fülle. 17 3. Allgegenwärtiger, wenn ich auf meinem Pfade wanke, dann gebe der Gedank' an dich, der heilige Gedanke, dem leicht verführten Herzen Kraft, das mit ich meine Pilgerschaft, wie du es willst, vollende. 23. Mel. Es ist gewißlich an deric. mo Do ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor Gott verhehle? Er sieht euchy schon, noch eh ihr seyd, Ges danken meiner Seele; eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr zu Thaten reifet. Allmacht und Allwissenheit. so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun unmöglich wär'. 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort bey allen Hinders nissen. Du winkst; so stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge fah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet fiets b dein 18 Allmacht und Allwissenheit. 25. dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch im Mel. Wachet auf, ruft uns zc. merhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wuns der zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Ges setze steigt, die die Natur bes wegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach und ihren Lauf hebst du nach. weiser Willkühr auf. 5. Wer deiner Gnade folge sam wird, sein Herz zum Gu ten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget; o! dem vergiebst du Sünd' und Schuld mit all machtsvoller Gnad' und Huld. 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen! wenn nach der langen Grabes Nachtdie Tods ten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läß'st. 7. Allmächt'ger! mein ers ftaunterGeist wirft sich vor dir danieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebt noch meine Glieder. Dach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. Ozund' in mir den Glaus ben an, der deiner Macht vers trauet, der stark und machtig werden kann, wenn er auf dich nur schauet. Gieb, daß ich traue deiner Kraft, die alles fann, und alles schafft. Umächtig, fehr herrlich, schön geschmückt und prächtig, Kraft, Weisheit und Vollkom menheit. O ihr, seiner Allmacht Heere, rühmt mit den Himmeln Gottes Ehre, ver fündigt seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht! Er hält im Gleichgewicht gan ze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum nichts: Es werde! Da trat die anmuthsvolle Erde por ihren Schöpfer, aufzubhühn, Allmacht spricht; so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und fahren vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Him mel ausgespannt. Durch ihn gehet, so wie ein Held aus dem Gezelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an, sie bebet; er rührt den an, er raucht; speist den Bogel, nährt die Heerde, verneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihm lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit giebt er zu seis ner Zeit allen Speise, liebt und erhält die schöne Welt, und trånkt die Thiere auf dem Feld'. 4. Krau Allmacht und Allwissenheit. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen, den Mond, das Jahr darnach zu theilen, der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er den Lenz mit Blus men zieret, im Sommer seine Saaten streut. Der Walls fisch und der Wurm, der Blüs thenduft und Sturm zeugt vom Höchsten; der Tag, die Nacht rühmt seine Macht, rühmt, daß er stets allmåchtig wacht. Låmmer weidet, Gott sorgt als Vater, sorgt für mich. Für das Glück von fernen Tas gen sollt' ich wie Heiden traus rig zagen? Nein, meine Sees le, tröste dich! Trau deinem Gott! Auf ihn wirf alle Sors gen hin! Gott wird sorgen, der mich erhört, mein Flehen hört, allmächtig, was mir müßt, gewährt. 1 5. Dir gebühret Preis und Stärke! Wie groß und viel find deine Werke, wie voll von Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiten Meeren, da wimmelts von den frohen Hees ren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Mannichfaltigs keit, mitRegelmäßigkeit prangt die Erde, mit Reiz geschmückt, wohin entzückt mein Aug' auf deine Wunder blickt. 19 7. Der vergånglich Gras bekleidet, die Fische nährt, die 8. Dank und Ehre Gott zu bringen, mein Lebenlang dem HErrn zu singen, soll meine höchste Freude seyn! Laut soll ihm mein Lob erschale len; mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit. Zu Himmelss glück erneut, werd' ich dereinst bey Engeln stehn, entzückt ihn sehn, dann ewig seinen Ruhm erhöhn. 26. 6. Er herrscht in ungemeß. Mel. Sey Lob und Ehr dem 2c. Gott, unendlich groß an nen Weiten, läßt Wonne sich auf uns verbreiten, und sorgt mit weisheitsvollem Rath. Menschen muß der Wein ers quicken, für sie muß sich die Blume schmücken, vor ihren Augen reift die Saat. Hain, Garten, Flur und Vieh vers gnügt und nåhret sie. Er, vor dem sich die Ceder neigt, der Sturmwind schweigt, Gott ließ sich uns nicht unbezeugt. sind und leben! Wer zählt, was du hervorgebracht, noch giebst, und schon gegeben? Wer zählet der Gestirn: Zahl? wer die Geschöpf' auf Berg und Thal? wer Thiere, Mens schen, Welten? 2. HErr, der du Erd' und Himmel füllst, dein allvermde gend: Werde! schafft noch und wirket, was du willst, im Himmel, auf der Erde. Zu hoch ist 62 20 Allmacht und Allwissenheit. ist nichts für deine Kraft; was ist, ist dein, und alles schafft dein unerforschter Wille. jeder Noth, verlassen ganz in Nacht und Tod bist du mir immer nahe. 8. Allmächt'ger! außer mir zu sehn, und in mir zu em. pfinden, in allen Tiefen, allen Höhn zu suchen, leicht zu finden, du bist's, der mich auch schufund trägt, mich ganz belebt, mich stets bewegt. Dank sey dir und Bertrauen. 3. Du willst und winkst: und da ist schnell dein Werk nach deinem Willen. Du sprichst: die ew'ge Nacht wird hell, und Wesenheere füllen den leeren Naum, und alles lebt, empfindet, freut sich, jauchzt und strebt mit Kraft nach neuen Kräften. 4. Was über mir und um 27. Ich! mich ist, ist Wirkung deiner Mel. Von Gott will ich nicht sc. Stärke. Bewunderung und Freude fließt aus jedem deiner Werke. Wie weis' ist ihr Zu sammenhang, und ihre Kett' unmeßbar lang! Wer hält der Wesen Kette? chlobe dich, und preise dich, o mein Gott, allein! Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein! Laß immer meinen Geist in allen deinen Werken auf deine Weisheit merken, die auch der Engel preist. 5. Du bist's, HErr, dessen Hand sie hält. Du lenkest Erd' und Meere, den Ufersand, den 2. So weit mein Auge niemand zählt, und alle Sons nenheere. O Quell des Lebens und des Lichts, Gott, ohne dich ist alles nichts! Du, du regierest alles. 6. O du, vor desfen Ange: sicht vieltausend Sonnenpran gen, mein Vater, welche Zus versicht kann fest g'nug dich umfangen? Du bist, was keis ner ist; du hast mehr hoheit, als der Mensch je faßt, als alle Geister faffen. 7. Ich bete dich mit Ehre furcht an, allmächtiger Beles ber! Du giebst, was niemand geben kann, unendlich reicher Geber! In jeder Ohnmacht, The schauet, strahlt deiner Weiss heit Licht. Du hast die Welt gebauet nach Zahl, Maaß und Gewicht. Gott! deine Hand erhält, zu segnen, zu ergößen, nach herrlichen Gesetzen, den Lauf der ganzen Welt. 3. Du schufft das Heer der Sterne, und gabst der Sonne Kraft, daß sie aus großer Fer ne uns Licht und Leben schafft. Du hångtest sie an nichts. Ihr Feuer brennt und währet, bleibt immer, unverzehret, die Quelle unfres Lichts. 4. Wer hält im Gleichge: wichte so großer Körper Last? Wer giebt dem schnellen Lichte die Allmacht und Allwissenheit. die Flügel? Wer umfaßt den 28. großen weiten Kreis des Hims Mel. Wer nur den lieben Gott. mels mit der mißt aller Sternen Bahnen? hålt jeglichen im Gleis? 5. Wer rief, uns zu um geben, der Luft, daß sie ent stand, in der wir athmen, les ben? Wer hat sie ausges spannt? Wer sammlet ohne Müh' darin den Thau und Regen, zur Fruchtbarkeit, zum Segen für Menschen und für Vich? 6. Wer gründete die Erde auf unsichtbarem Grund; hob, daß sie fruchtbar werde, sie aus der Wasser Schlund; goß Strôme aus; wer bricht die Wasser, wenn sie schwel len? spricht zu des Mees res Wellen: Hieher und weis ter nicht! 7. Wer schafft das Laub der Wälder? Wer ruft das Gras hervor; befeuchtet unsre Felder; thürmt Berge hoch empor? Wer schmückt sie überall? Wer gråbt dem Feuer Schlünde; legt in der Tiefe Gründe den Marmor, das Metall? 21 8. HErr! deine Weisheit schmücker, bereichert und ers hålt und segnet und beglücket die lebenvolle Welt. Sie rühs me mein Gesang! Ich singe dir und preise dich, Gott; denn du bist weise. O bringt ihm alle Dank! jedes deiner Werte macht deiner Größe Ruhm bekannt, verküns digt deine Macht und Stärke, verkündigt Weisheit und Vers stand. Wie herrlich ordnet deine Wahl der Wesen uners meßne Zahl! 2. Dein kleinstes Wert ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlichkeit und Pracht, ist, ( denn du wähleft nur das Bes ste) ein Spiegel deiner weisen Macht. Wie mannichfaltig und wie gut ist das, was deine Weisheit thut! 3. Was dunach ihrem Rath erschufest, regierst du auch nach ihrem Rath; was kommen soll, kommt, wenn du's rufest, wie es dein Schluß geordnet hat. Wem Weisheit und Verstand gebricht, versagst du's, wenn er bittet, nicht, 4. Oft ist uns, HErr, dein Weg verborgen; dein Rath ist dennoch wunderbar; der Ausgang deiner weisen Sor gen erhellt, was unbegreiflich war. Was du beschließeft, das besteht; was dir. entges gen firebt, vergeht. 5. Der Mensch hat seinen freyen Willen, und dennoch muß, wie frey er wählt, er immer deinen Rath erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt. Zu Schanden machst du Tück 63 und 22 Güte, Barmherzigkeit, und List, und lehrst, daß du nur weise bist. 6.0 Weisheit Gottes, meis ne Seele kennt ohne dich, was gut ist, nicht. Damit sie stets das Beste wähle, gewähre du ihr selbst dein Licht. Deckst du, was täuschen kann, mir auf, so wandt' ich sicher meis nen Lauf. 7. Noch immer, Vater meines Lebens, hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir! ich lebe nicht vergebens, wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Herrlichkeit. Güte, Barmherzigkeit, Geduld und Langmuth. 29. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. Dein Geist erstaunt, All Gnade denkt, womit du mich, mein Gott und HErr, so uns verdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß für heißer Dankbarkeit nicht, wie es dans ten soll.pd 3. Als ich noch in der Mut ter Schooß, in Nacht verbors gen schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterb: lichen Geschick, eh' er gebohren ist; und so ward ich, o welch) ein Glück! schon als ein Kind, ein Christ. 5. Mir Schwachen nah', vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich, zu sicher, von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst lieb. reich, HErr, dein Rath dare auf zurück geführt. 7. Du wardst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr, wie sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad' erquickte mich, wenn Menschen mich gekrånkt. 9. Von Freudenstrahlen hoch mich liebst, und in der wahren FreundschaftGlück des Lebens Trost mir giebst.. 10. Und welche Wohlthat, HErr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann! dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis; ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich tann und weiß. 12. In Geduld und Langmuth. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn trachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich dich preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt; 14. Dich, der mich bey der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! Selbst Ewigkei, ten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob. 30. Mel. Dir, dir, Jehova, will c. Raßt unserm Vater, laßt uns singen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied! Erwache, Geist, dich aufzuschwingen, hinauf zu Gott, der auf uns niedersieht, uns hört von seis ner Höh, und reine Lust, wenn wir ihm danken, strömt in unsre Brust. 2. Laßt uns ihm singen! Was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz, für alle, alle seine Gaben, für alle Batertreu bey Glück und Schmerz, für alle Freus den, alle Lieb' und Huld, für alle Treu' und schonende Ges duld. 23 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbarmen, hat, eh' wir waren, uns als Gott geliebt! Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt; ruft uns zu rück von ungerader Bahn, beut uns die Hand und nimmt sich unser an. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen, undankbar oft, was er an uns gethan, der Gnade, die das Herz nicht messen, nicht, was sie thut, die Sprache nennen fann; vers geffen sein, der unser nie vere gißt, den Undank sieht und doch Erbarmer ist. 5. Seit wir auf dieser Er de wallen, hast du uns mit Barmherzigkeit geführt, uns segnen war dein Wohlgefallen, uns retten, wenn wir uns von dir verirrt, uns trösten, wenn wir weinten, unbewußt uns Freud' erschaffen, das war deis ne Lust. 6. Das wird sie seyn, mit Vaterhånden willst du uns lei ten bis an unser Grab; uns vollbereiten, uns vollenden, im Todesthale Stecken seyn und Stab; und, lebten wir Dir unsre Pilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. 7. Gott, Gott, wie gut bist du! O Seele, sint in den Staub, ber' ihn verstummend an! Fließ, Freudenthråne, und erzähle, was Gott, dein Gott, an dir, an dir gethan! Ihm ähnlich werden sey der beßre Dant, dein Leben ihm ein stes ter Preisgesang. 64 31. 24 Güte, Barmherzigkeit, 31. Mel. un lob' mein' Seel' ic. it fröhlichem Gemüthe dankt, die ihr Christo angehört! Dankt Gott, daß seine Güte, gleich als sein Leben, ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an frohem Se gen waren, bleibt sie sich im mer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und sorget immer treu. Sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. HErr, deine Güte reis chet, so weit als Luft und Him mel geht, und ihre Dauer gleis chet dem Fels, der unbewegs lich steht. Vor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Quaas len, wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sie sich auch verklärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich unser Aug' entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Gut erquickt. Erfreulich ist das Leben und schauervoll der Tod, doch besser noch, als Les ben, ist deine Güte, Gott. Wie ist sie uns so theuer! Sie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und tröstender, als sie? gab, vom höchsten Engel droben bis zu des Staubs Ges würm hinab. Denn von so viel Geschöpfen läßt sie nicht eines leer, sie bleibt, beym ste ten Schöpfen, ein unerschöpf tes Meer, und wie sie, zum Entzücken, stets für den Him mel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdtreis voll. 5. Zu ihrem Lob erwecke vor allen du dein Herz, o Christ, komm her und sich und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist. Auf! seinen Ruhm erzähle dein frommes Saitenspiel, und deine ganze Seele sey Jhbrunst und Ge fühl! Von seiner Güte fage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht! 6. Wir sind viel zu gerin ge der Treu', die du an uns gethan! Wir schaun die großen Dinge, Erbarmer, mit Be wundrung an. Du schenkst den Sohn uns Sündern, er lösest uns durch ihn, wählst uns zu deinen Kindern, willst selbst uns zu dir ziehn. Auf! weil in Jesu Namen ihm un fer Lob gefällt, lobsingt ihm! Amen! Amen! sein Lob füll' alle Weit. 32. Mel. O daß ich tausendzungen. ben? die allen alles 4. Wer wollte ſie nicht los könnt' ich dich, meite Gott, recht preisen, O du Geduld und Langmuth. du des Preises würdig bist! könnt' ich dir ganz den Dank beweisen, den dieses Herz dir schuldig ist, dies Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mity was mir gebricht? Wer leitet mich auf meinen We gen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer giebt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bist's allein. 3. Zu zählen ſind ſie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh' mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das ges schenkte Leben, und läsfest es nie freudenleer; zum höhern Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her; doch stehst du auch mit Kraft mir bey, daß ich nicht zag' und muthlos sey. 5. So oft hab' ich in mei nen Tagen mit Freud' und Dank es schon verspürt, wie du mich unter allen Plagen zwar dunkel oft, doch gut ge: führt; in wie viel drohender Gefahr halfst du mir treu und wunderbar! 25 und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bewegt; und wird mein Mund einst krafts los seyn, so stimm' ich noch mit Seufzern ein. 6. Von deiner Güte will ich singen, so lange sich die 3unge regt; dir will ich Dank 7. Nur Dank und Lob kann ich dir geben. Nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in einem bessern Leben dich würdiger besingen kann. Da steigt in sel'ger Geister Chor mein Lobgesang zu dir empor. 33. Ligne Melodie. ie groß ist des Allmächt's gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemü the den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu crmessen, sey ewig meine größ te Pflicht. Der HErr hat mein noch nicht vergessen, vers giß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunders bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft ver: warf. Wer stårkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer låst mich so viel Gut's genießen? Sein Arm ist's, welcher alles schafft! 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du 65 26 Güte, Barmherzigkeit, Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte find sie dein. Sich! darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Gü te nicht erhöhn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestårkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meis nen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen seyn wie er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meis ner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stårk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn! Sie trd: ste mich zur Zeit der Schmers zen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in mei: nem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34. Mel. Wunderbarer König ic. ller Welten Herrscher! Gott, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja sie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergründen? Süns der so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nach, sicht dulden, und dabey doch so treu warnen, die dich hassen; HErr, wer kann dies fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne; liebst nur unser Leben; Zeit zur Beßrung uns zu ges ben, dringt dich deiner Liebe zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Behrung trachten. 4. O daß doch der Reich thum deiner Baterliebe uns zur Sinnesåndrung triebe! O daß wir voll Reue unfre Schuld bedachten! und dir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns frånken, gnådig uns zu schenken. 5. Dank sey dir, o Vater, daß du unser schonest, und nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Günde loben! 35. Geduld und Langmuth. 35. Mel. Tun lob' mein' Seel' ic. Gott! du bist die Liebe! und wohlzuthun erfreuet dich; aus väterlichem Triebe verbreitet deine Güte sich. Wer ist dir zu vergleichen? Gott aller Sütigkeit! so weit die Wolken reichen, übst du Barmherzigkeit. Du, HErr, hast Wohlgefallen an dem, was du gemacht; und hast uns Sündern allen noch Leben zu gedacht. 2. Als du uns hießest wer, den, da schufst du uns zum den, da schufst du uns ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner Güte voll; auch in dem Him, mel droben hat deine Bater, hand uns Güter aufgehoben, die noch kein Mensch erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ew'ger Sohn dahin. 27 thun neu; und du kommst une sern Sorgen zuvor mit deiner Batertreu. Du Ursprung als ler Gaben! du weißt, was uns gebricht; und was wir nöthig haben, versagst du, Gott! uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, sind unsre Tage voll. Auch wenn du uns betrübest, geschiehts zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lies ben? Du hast uns ja zuerst geliebt; und bist stets treu ges blieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sey, HErr! auch unsre Lust! Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, Vater! thun? o 6. Wer hier auf deinen Wegen sich völlig deinem Dienste weiht, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du krds neft seine Leiden mit herrli chem Gewinn, und führeft ihn zu Freuden, zu ew'gen Freus den, hin. Wie theu'r ist deine Güte! Gott! laß mich ihrer freun, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes seyn. 3. Wie groß ist deine Gnas de! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße. Und fållt, voll Reu und Leid, der Sünder dir zu Fuße, so ist ihm Trost bereit. Du siehst auf ihn, den Armen, mit våterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die mel. Sollt' ich meinem Gott ic. ganze Sündenschuld. 36. Dinge sind und wirken gen wird über uns dein Wohl und vergehn, stårk mich, da 4. Mit jedem neuen Mor, Gott! durch welchen alle ich 28 Heiligkeit und Gerechtigkeit. ich dich befinge; lehre mich dein Lob erhöhn. Laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Lieb' und Huld, aus den Tiefen seiner Schuld, zu des Christen Glück erhoben! dich verehr' ich immerdar, der mich schuf und neu gebahr. 2. Könnt ihr die Gestirne zahlen? Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Vers suchungen der Luft, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten, Heiligkeit und GerechtigFeit. stårkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn. Kann ich größ. res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz; o! so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren. Erd' und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich seyn! mit deinem Troft erquickt, hoff nungsvoll gen Himmel blickt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, geh' ich zwar den rauhen Pfad; doch ich weiß, er führt zum Leben, wo das Leid ein Ende hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott, und das Elend und der Tod, HErr, von deiner Liebe scheiden? Nein! ich leb' und sterbe dir! ewigs Leben giebst du mir. 4. Wenn mich Leiden nies derdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an, von der Hand, die nur beglücken, aber nies mals schaden kann. Du bes Lohnst mir meine Schmerzen, mit der Geeten Heiterkeit, und erleichterst alles Leid meinem kummervollen Herzen, das, 37. Mel. Es ist gewißlich an der 2. Gott, du bist heilig und ges in gen. Du krónst das mensch liche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch dringst du auch auf Frömmigkeit, weil die nur zur Zufriedenheit und ew'gen Glück uns leitet. 2. Drum willst du auch, daß in der Welt ein jeder die Gesetze, die deine Weisheit feft gestellt, in Ehren halt' und schätze. Wer davon weicht, der weicht zugleich von seinem Glück; in deinem Reich ist nur der Fromme glücklich. 3. Ja, HErr, dein heiliges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du läsfest, fürchtet man dich nicht, uns hier schon Zeugen Heiligkeit und Gerechtigkeit. Zeugen werden, daß du auf unsre Thaten siehst, und ein gerechter Richter bist zur Ahndung alles Bösen. 4. Es flagt uns das Ges wissen an, wenn wir dir wis derstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben; da flicht der Fried' aus unsrer Brust, und auf die schnöde Sündenlust folgt eine bittre Neue. 5. Du strafft auch hier den Sünder schon für seine böse Thaten, und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gerathen; hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut, so fühlt er ihre Leiden. 6. Doch bloß zu ihrer Bes ferung strafft du, o Gott, die Sünder, und züchtigst zur Heiligung nur deine schwa, chen Kinder. Wohl dem, der sich noch bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt und deiner Zucht gehorchet. 7. Weh' aber dem, der in der Zeit nicht deine Warnung hdret, dein ernstes Strafges richt nicht scheut, und nicht zu dir sich kehret! Wie schrecklich ist dereinst sein Theil! wenn du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben. 8. HErr, dies bezeugt dein wahres Wort. Du kannst umsonst nicht drauen. O hilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen. 29 Nimm unser dich erbarmend an, und leit uns auf der Tugend Bahn, daß jeder selig werde! 38. Pre Mel. O Gott, du frommer 2c. reis dir, dem Heiligen! Olehr'uns dir gefallen, durch Aehnlichkeit mit dir. Du schentest ja uns allen Erkennts niß deines Rechts; schenk uns auch Lust dazu, und lehr' uns heilig seyn, und fromm und gut wie du. 2. Wer schüßte so das Glück des menschlichen Geschlechtes durch unser eigen Herz, durch sein Gefühl des Rechtes? Wer schreckt des Sünders Troß? Wer giebt der Tugend Ruh, auch wenn sie kämpfen muß? Du thuft's, Vergelter, du! 3. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe, giebt Zeugniß ihm sein. Herz, daß er, was recht ist, thue. Mit Seligkeit belohnt's ihm jede gute That. Selbst leidend freut er sich, daß er gehorchet hat. 4. Wer von der Frömmigs keit, von dir, Gerechter, weis chet, umsonst fldh' er vor dir; denn dein Gericht erreichet ihn dennoch; es verfolgt, wo kein Verfolger ist, ihn selbst sein eigen Herz, durch das du Richter bist. 5. Laß 30 Wahrhaftigkeit. 5. Laß mich denn, Heiliger, die Sünde stets verachten! nur auf der Tugend Ruf und deinen Willen achten. Mein Sinn sey Jesu Sinn, so heis lig und so rein! Dann wird gewiß mein Herz voll deines Friedens seyn. S 39. Wahrhaftigkeit. Mel. Wohl dem Menschen 2c. 40. ott, vor dessen Angesichte Mel. Wer nur den lieben Gott. nur ein reiner Wandel gilt; reines Licht, aus deſſen noch nie hast du dein Wort Wahr Lichte stets die heit quillt; nein, kein Bdses ist an dir, und so bleibst du für und für. Heilig ist dein ganzes Wesen, ewig bist du so gewesen.. gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! verletzt. Du hältst getreu, was du verspros chen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. HErr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn; rufft zur Hei: ligung die Sünder; nur wer heilig ist und rein, kann vor deinem Blick bestehn, einst in deinen Himmel gehn, ruhig deinem Schuß vertrauen und dein heilig Antlits schauen. 3. Uns von Sünden zu er: 18sen, gabst du deinen Sohn dahin. Oso reinige vom B8: sen durch ihn unsern ganzen Sinn. Sieb uns, was du uns verheiß'st, gieb uns deinen guten Geist, daß er unfern Geist regiere und zu allem Guten führe. Zierde sey rechtschaffne Heis ligkeit! Mach uns immer mehr dir gleich; denn zu deis nem ew'gen Reich wirst du, HErr, nur die erheben, die dir glauben und dir leben. 4. Keiner sündlichen Bes gierde bleibe unser Herz ge weiht! Unsers Wandels größte 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du vers sprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit; so kommt sie doch zu rechter Zeit. 3. Und wie du das unfehl, bar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird, wenn du Bergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß volls bracht. Wer dich, o Gott! bes harrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. O! drücke dies tief in mein Herze, zu meiden, was dein Wort verbeut. Gieb, daß Wahrhaftigkeit, had? 1642 daß ich nie leichtsinnig scherze 6. Wie stark sind unsers mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir ges wagt, was dein Befehl mir untersagt. Glaubens Gründe! Hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beyfall finde, hast du den Eid hins zugefügt. Wahrhaft'ger! was dein Mund beschwört, ist völ lig unsers Glaubens werth. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Ber: sprechen baun? Du bist ein Fels. Dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. 31 41. Mel. Ein Lamm geht hin 2c. Robfinget Gott! er schuf die Welt zum Schauplaß seis ner Güte. Lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe. Gott ist die Liebe. Rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich verneu't, und ewig, ewig währet. 2. Daß außer dir nicht als les leer von Freud' und Leben bliebe, schufst du, o Gott, der Himmel Heer und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurf teft ihrer nie; Unendlicher, 7. Laß, Seele! laß dich dies beschämen. O! traue Gott, der treu es meint. Such ihn zum Muster anzunehmen, und sey auch allen Lügen feind. Bes weisedich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Comsinid Von der Schöpfung der Welt und den Geschöpfen. du ließest sie zu ihrem Heile werden. Du aber fåttigeft dich nun mit Wonne, allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt die Größe deis ner Segen, wie gütig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, HErr, als dein Leben. Ach, was sind wir? die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben. 4. O Bater, welchem keis ner gleicht, an Liebe, wie an Stärke! Kein Dank, kein Lobs 32 Von der Schöpfung der Welt Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke. Doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 15. Du bist die Liebe. Dank sey dir, daß ich dich so erken ne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Bas ter nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang' ich lebe, weichen. 42. Mel. Allein Gott in der Zöh zc. W die enn ich, o Schöpfer, heit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Be: wundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein HErr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke! Der Himmel, präch: tig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichs keit, Gott, deine Gute reicht so weit, so weit die Wolken gehen! im da 4. Dich predigt Connens schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Eh re! Mich), ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Bene? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geift! Erhebeseinen Namen! Gott, unser Vater, sey gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren HErrn, und hoff auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 43. hat die Sonn' an ihm erhöht? Mel. Wachet auf, ruft uns 2. Wer kleidet ſie mit Majeſtät? Betet an, laßt uns lobins ruft Heer der Sters gen und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen; dem Allerhöchsten Ehr und Macht! Betet an! Er hat er schaffen! und den Geschöpfen. schaffen! Frohlockt! Frohlockt! Er hat geschaffen! Ihm wers de Lob und Preis gebracht! Die Engel sind durch ihn! Die Menschen sind durch ihn! Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er ers hält; es rühm', es preif' ihn seine Welt. 2. Er verließ die erste Stille, die Welt zu schaffen; was sein Wille aus freyer Huld beschloß, geschah! Er gebot allmächtig: Werde! Da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da! Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon: Preis dem Schöpfer! Doch schien noch nicht der Welt sein Licht; Er sprach: Es sey!da ward es Licht. 3. Oben wölbt er seinen Himmel; aus Wassern unter seinem Himmel wird jede Wolk' ein hangend Meer! Wasser deckt der Erde Hd hen; es flieht auf sein all machtig Wehen und überstrd: met sie nicht mehr! Sobricht erseinen Lauf! Enthüllet steigt herauf Gottes Erde, sein Ei genthum, sein Preis und Ruhm, und seiner Menschen Eigenthum! 4. Er gebeut, der Erde Felder und Hügel, Thåler, Berg' und Wälder blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in ho: her Ferne regiert den Tag; 33 der Mond, die Sterne regie: ren stiller in der Nacht! Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer! Preis dem Schöpfer! Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schöpfer, der's zum Les ben ruft. 5. Menschen fragt auf dem Gefilde das Vieh nur; fragt nur, wer dem Wilde die Fes sel aufgeldset hat; fragt, wer gab den Wüsteneyen zum Herrn, der Thiere Furcht, den Leuen? Der HErr, so groß durch Rath und That! Das Roß, das Schaaf, der Stier, HErr, was ist nicht von dir? Alles jauchze: Der HErr ift Gott, der HErr ist Gott! Er ist der Schöpfer! Er ist Gott! 6. Tiefer betet an, und bringet der Lobgesänge mehr, und singet gewaltigern, erhab nern Dank! Laßt uns, sprach er, Menschen schaffen; ein Bild von uns, nach uns er schaffen; und Adam war ers staunt, und sang: Es ist mein Schöpfer Gott! Jehovah! Zebaoth! Preis dem Schöps fer! Der HErr ist Gott! Der HErr ist Gott! Es ist kein andrer HErr, als Gott! 7. Ewig wollen wir lobsins gen und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen; dem Allers höchsten Ehr und Macht! Denn er hat auch uns erschafs fen; zu seinem Ruhm auch uns erschaffen, ihm werde Lob C und Von der Schöpfung der Welt und Preis gebracht! Wir sind, Lob vernehmen, und doch sei o Gott, von dir! Frohlockend nes Rühms mich schämen? jauchzen wir: Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält. Es rühm', es preis' ihn seine Welt! e 4. Er hat der Sonne hoch Gezelt, die Himmel über seis ne Welt für mich auch aus gebreitet! Wer nützt die Erde mehr als ich? hat sie mein Vater nicht für mich gegrün det und bereitet? Lächeln mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Ge birg'? Wemtont und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wen lobt der Thiere zahllos Heer auf jährlich grü nen Triften? Quellen riefeln, Winde wehen, Flüss' undSeen werden Meere, mir zum Se gen, ihm zur Ehre! 34 44. Flende Mel. Wie schon leucht't uns ic. leuch auf, mein Pfalm, mein Lobgesang, Anbe tung Gott, und Ruhm und Dant vor seinen Thron zu bringen! Er hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem HErrn viel höhre Psalmen singen. Dars um hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch dich ge: rufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seis nen Himmeln: Seyd! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen davoll Reizund Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde! Wie ers ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schon einträchtig alle Gott erhöhn und seine Größe preis sen! Wie jede Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lob gefang des Gütigen und Wei fen! Ach wie könnt' ich fühls los schweigen, solcher Zeugen 6. Noch strahlt mir unges schwächt sein Licht, noch weis gert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken. Noch hat sie Freuden g'nug für mich, noch immer schön, und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Hände nicht- veralten, bis er kommt, Ges richt zu halten. 7. So hat mein Gott an mich gedacht; hat über sie durch seine Macht zum Herrs scher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib, und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm und den Geschöpfen. Rühm' ihn, Seele! Jauchz', es schalle von dem Halle deis ner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 8. Das Kind, der Jüngs ling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seis ner Wunder Menge! Strömt hin aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesänge! Schöpfer, Bater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 45. Mel.Wie groß ist des Allmacht. ier steh ich unter Gottes 35 zu dem Psalm des Seraphs reicht, der in des Himmels höherm Tone von Sonne bis zu Sonn' erklingt, und der geflügelt zu dem Throne hin aufaus goldnen Harfendringt. 4. Auch mich schuf Gott in niedern Sphären aus Staube, doch mit einem Geist, der, Engeln gleich, sich in die Heere des Himmels mischer und ihn preist. Lobsing' ihm denn, der dich zum Leben, zum höhern Flug den Geist erfohr, einst wirst du hoch vom Staube schweben zu einer bessern Welt empor. 46. Welten über mir. Entfernt Mel. Gdaß ich tausend Zungen vom rauschenden weih ich die heil'ge Stille dir! Gott werde hoch von dir ere Dir wirft mein Geist sich bes tend nieder, auf dessen all. machtsvollen Ruf der Himmel ward, der meine Brüder und mich, wie diesen Himmel, schuf. hoben, dir, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Jhn, der mich schuf, sein Bild zu seyn und seiner Liebe mich zu freun? 2. Dich singt mein Lied, der jene Sterne hinwarf aus seiner Hand wie Saat, der in der ungemeßnen Ferne für alle zeichnete den Pfad. Sie wandeln ihn in sichern Kreisen so friedlich hin, wie Freund an Freund, ein großes Chor, das, dich zu preisen, in seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennt, wer nennt die Wesen alle, aus deren Mund dein Loblied steigt, das mit der Welten Jubelhalle bis 2. Schön ist der sonnens reiche Himmel, den er zu sei mm Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel ges dankenlos und unbeseelt; nur mir, dem Thone seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Vers stand. 3. Anmuthig, prachtig zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt: und € 2 dens Von der Schöpfung der Welt dennoch kann sie nicht, wie Seele dein mit allen ihren schön, wie wundervoll sie sey, Kräften seyn! verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind sie so herrlich! Sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. D Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geifte schuf. 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, mein Lob und meine Seligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mich an, hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? 5. Ich, Gott, kann dens ken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art. Ach strebt' ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt' ich hier schon seyn! 36 10. Gott werde hoch von dir erhoben, dir, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 6. Ich kann sie sammlen, 47. fie verbinden, sie trennen, wie Mel, Sey Lob und Ehr dem x. es mir gefällt; die Welt emir, Gott, fey Preis unh pfinden, mich empfinden, mich Dank gebracht! dich unterscheiden von der Welt. rühme Harf und Pfalter! Ich Zu tausend Thaten hab' ich bin ein Wunder deiner Macht, Kraft; die giebt mir Gott, der mein Schöpfer, mein Erhal alles schafft! ter! Mein ganzer Leib, er baut von dir, ein jeder Sinn und Nerv' an mir ist Denk mal deiner Größe. 7. Wie feurig durftet meine Seele nach Lust und Ruhm und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was, wenn's errungen ist, mich reut! Doch das ist, Vater, meine Schuld; du schufest, was du schufft, aus Huld. 2. Haupt, Aug' und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, se künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe, und alle Glieder sagen mir: ich sey, o Gott! ein Wert von dir, voll Weisheit ausgebildet. 8. Begabt mit wundervols len Sinnen, mit Freyheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, lieb gewins 3. Wie biegsam, wie ge nen, dich nur; und was ge bråche mir? Ach möchte meine lenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, der's leugnet, daß und den Geschöpfen. daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, HErr, gehorchen sie, wenn meine Seele ſpåt und früh des Leibes Dienst ver langet! 4. O! hättest du mein Auge nicht so meisterlich bes reitet; was müßte mir der Sonne Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, HErr, die Welt, die du gemacht, zum Siß der Freuden schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich se hen kann, und hören und ems pfinden.& Dich bet' ich, Va ter, staunend an, denn wer kann dich ergründen? Mein Mund sey voll von deinem Dank, und deiner Schöpfung Lobgesang sey mein Gehör geweihet. 6. Wer leitet meines Blus tes Lauf? wer lenkt des Hers zens Schläge? Wer drängt die Brust und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. 7. O pries' ich, Höchster, ihmer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh', lieg'undausruh, oder mich bewege, athme, hau: che! Gieb, daß ich nie mich selbst entweih, und daß mein Leib ein Tempet fey, worin dein Geist stets wohne! 37 48. In voriger Nielodie. welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Wer mag es würdig preisen? Dies Glück, dies hohe Glück ist mein! Wie mag ichs würdig preisen? Ich bin ein Wunder deiner Macht, du, Gott, haft mich ans Licht gebracht, dir singen meine Lieder. Gebein, du hauchtest mir die 2. Du bildetest mir mein Seele allmächtig, omein Schdpfer, ein, durch die ich denk und wähle! Vor Tausenden durch dich ernährt, gabst du mir einen höhern Werth, Verstand, Gefühl und Leben. 3. Bernunft und Freyheit dank' ich dir, welch Glück, sie zu besitzen! Ach dir zum Ruhm, zum Heile mir, lehr du mich, Gott, sie nüßen! O daß ich zu dir beten kann, o Heil, daß aus der Brust hinan zu dir mein Flehen dringet! 4. Du schufft mich zur Ges selligkeit, gabst mir das Herz voll Triebe zum Mitgefühl, zur Menschlichkeit, zur Freunde schaft und zur Liebe. Dies Mitgefühl, o Gott, es schafft zur Tugend Lust in mir und Kraft, und lohnt mit süßen Freuden. 5. Mein ist, was deine schöne Welt in ihrem Umkreis nähret. Mein ist, was mei nem Sinn gefällt und was das € 3 Thier 38 Göttliche Erhaltung Thier entbehret. Ich kann mich deiner Werke freun, sie forschen, nußen, tiefer ein in deine Schöpfung dringen. 6. Und wenn der Erde Herrlichkeit aus meinem Sinn verschwindet, was ists, da die, se Sterblichkeit doch nur den Körper bindet? Was ists, da die Unsterblichkeit dem Geiste höhre Freuden beut, als er auf Erden findet? 7. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn, zur Ewigkeit gebohren! Dies Glück, dies hohe Glück ist mein, von Gott dazu erkohren. Was in mir ist, erhebe dich, den Schaffenden! du, du hast mich aus meis nem Nichts gezogen. Göttliche Erhaltung und Regierung der Welt. 49. Mel. un sich der Tag geendet. Nº och immer wechseln or dentlich des Jahres Zei: ten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd' herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohlzus thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. auf und blüht und reift, und fåttigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum den Schatten, den man sucht; und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nåhreft jede Kreatur. O HErr! wer ist die gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. 6. Wem strdmt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Ver gnügen zu? Wer ist so gut, fo treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. HErr! ohne dich ver: gingen wir, und wir verdien ten's auch: und dennoch leben wir in dir, beseelt durch dei: nen Hauch.d one 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld ver schonst du unser nicht! 9. O betet Gott, ihr Mens schen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan! was will er nicht noch thun! 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, HErr, hießest du uns seyn. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 3. Von deinem Himmel, 11. Låff'st du uns deine Höchster, träuft Gedeihn und Freundlichkeit schon hier fo Fruchtbarkeit. Die Saat geht herrlich sehn: was wird in der und Regierung der Welt. der Vollkommenheit der künft's gen Welt geschehn! 12. Noch tiefer dringt als dann mein Blick in deine Wuns der ein. O HErr! laß dies erhabne Glück mir stets vor Augen seyn! und dem du Tag auf Tag un zählig Gutes schenkst? 5. Als Schaafe laff'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis' und Trank, und füllst das Herz mit Freuden. Du sahst mich, ch' der Grund der Welt geleget. war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß. Du bist der Müden Ruh; ein Gott, der gern verzeiht. Wie dgnådig, Gott, bist du! 50. Mel. Lun danket alle Gott zc. urch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vor: handen. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts, wenn du gebeutst, stehts da. Mit All macht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meerey und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an. Mein Heil kommt von dem HErrn. Du hörst ver Menschen Flehn und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt wers de, was frag' ich außer dir nach Himmel und nach Erde? Veralten doch vor dir selbst Himmel wie ein Kleid, du bleibst unwandelbar, Gott, meine Seligkeit. 39 4. Wenn ich die Himmel sch, die du, HErr, ausgebreitet; der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so sprech' ich: Was ist doch der Mensch, an den du denkst? 7. Wem soll ich ganz vers traun, als dir, du Gott der Göttér? wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie fanft ist dein Befehl: Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meis nen Weg; ich bin dein Schild und Lohn. 8. HErr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? Umsonst lockt mich ein Glück, in dem das Laster blüht. Ich hasse, was dein Aug', o Gott, mit Abscheu sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; du wirst, was Nacht verbarg, vor dein Gericht einst ziehen. Wenn meine böse Lust € 4 mir Göttliche Erhaltung mir allzureizend ist, schreckt der 5. Wie muß ich sein Lob Gedanke mich, daß du ihr erheben! wie so gar wunders Richter bist. bar gab er mir mein Leben! Seel' und Leib ist sein Ges schenke. Bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 10. Sollt' ich der Men schen Ruhm stolz zu erringen trachten? Nein, HErr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zu Dienst ich Leib und Seele weih'. Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruh mes sey. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nachtnimmt in Acht, das zeigt jeder Mor gen. Ja tein Augenblick vers schwindet, dermich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dant verbindet. 40 51. Mel. Warum sollt' ich mich ic. ey zufrieden, mein Ge: müthe! Gott ist gut. Was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Schaue seine große Thaten! Was die Welt in sich hålt, ist ihm wohl gerathen. 2. Beides, Erd' und Hims mel, preisen seine Macht. Tag und Nacht müssen es bes weisen. Sonn' und Mond sind laute Zeugen. Was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau' die Werte seiner Hånde! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so klei nes nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke. Jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stårke. 7. Drückten mich des Kreus zes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Ges duld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs übers standen. i 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan. Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen! Es geschicht wahr: lich nicht! Er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich sei: nem Willen! Heiße gut, was er thut! Er wirds auch ers füllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That. Er, er wirds wohl machen! 52. Mel. Zerzliebster Jesu, 20. S o weit die Menschen deis ne Welt bewohnen, bist du der Vater aller Nationen, die und Regierung der Welt. die Zuflucht aller, die an fernen Meeren dein Heil begehren. 2. Du suchst das Land heim, die Gefilde lachen; du wässerst sie mit Thau, sie reich zu ma chen. Dein Strom ist voll, durch dich reift das Getreide zu unsrer Freude. 3. Die tief gepflügten Furs chen fällt dein Segen, und das erstorbne Land belebt dein Regen; du machst es frucht: bar, segneft seine Saaten, daß sie gerathen. T 4. Sie träufeln, deine Trit te, daß von ihnen die frohen Auen bey den Feldern grü nen. Die Hügel hüpfen, Gott, im Feierkleide, vor Dank und Freude. 5. Du schmückst und klei dest das Gefild mit Heerden, du schaffest Gras, daß sie ges sättigt werden; dem Schnit: ter rauscht der vollen Felder Segen zur Ernt' entgegen. 6. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt uns allen, und Hain und Auen und Ges fild' erschallen von lautem, dir frohlockendem Getümmel, bis in den Himmel. 53. Mel. Wer nur Sen lieben Gott. ie kann ich meines Gots tes Wege mit meinen Blicken übersehn; noch, wenn ich alles überlege, vollkoms men seinen Rath verstehn. Er herrscht als Gott, drum bleibt 41 auch mir sein Thun stets uns erforschlich hier. 2. Doch kann ich g'nug von ihm erkennen, ihn zu bewuns dern und für ihn in frommer Liebe zu entbrennen, ihn jedem Gute vorzuziehn; genug, um ihm mich ganz allein, mich seis nem Dienste gern zu weihn. 3. Er wählt( was brauch' ich mehr zu wissen?) nichts Böses, thut vergebens nichts! Selbst in des Lebens Finsters nissen bedarf ich keines hellern Lichts. Was er hier werden läßt, ist ja zum Besten euch, ihr Frommen, da. 4. Es ist, o glaubt ihm, alles euer, die Welt, das Les ben und der Tod; er führe durch Ströme, führt durchs Seuer, nichts kann euch schas den, wie's auch droht; in Trümmer falle selbst die Welt: was zaget ihr, da er euch hålt? 5. Der Wolken Sturm, des Meers Getümmel braust oder ruht, wie er's beschließt; er, welcher höher, als der Himmel, und tiefer, als der Abgrund ist, erquickt selbst durch den Sturm, was lebt, obgleich der Erdkreis schaudernd bebt. 6. Was brauch' ich alles zu ergründen, was er beschlossen hat und macht? Genug, ich fann den Bater finden im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, ist alles recht, ist alles gut. 7. Kenn' ¢ 5 Göttliche 7. Kenn' ich den Weg des Lichts und Regens, des Blizzes und der Winde Gang? Kenn' ich die Quellen alles Segens? Versteh' ichs, wie das Meer entsprang? Sah ichs, wie er die Berge wog? und seiner Erde Richtschnur zog? 8. Wer kann, wie er, die Welten gründen, bestimmen ihrer Sonnen Stand? der Sterne Heer zusammen bin den, und lösen seiner Sterne Band? Der HErr nur! Und ich sollt' ihn, kühn auf meine Einsicht, meistern? Ihn? 9. Wer trägt die Himmel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergehn? Wer giebt verständige Gedans ten, der Weisheit Lehren zu verstehn? Er giebt sie; er, der nur beschließt, nur thut, was gut und heilsam ift. 10. Ihm will ich folgen, alles haffen und meiden, was er mir verbeut, ihm will ich kindlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich! Er führt gewiß zum Lichte aus der Finsterniß. 42 Fürsorge m gegeben, ich danke dir dafür, Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, HErr, hast mich bereitet; mich våterlich geleis tet, bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage ges reichte mir zu meinem Glück. 3. Ich bin, HErr aller Dinge, der Treu' viel zu ge ringe, mit der du mich be wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich wer de, hast du schon ewig mein gedacht! 4. Du hörtest schon mein Gehnen und zähltest meine Thrånen, eh' ich bereitet war; eh' ich zu seyn begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. OHöchster, welch Erbarmen! Du sorgtest für mich Armen, und bist ein Vater, der vers zeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobe singet dir mein Geist. Er ist dein größt Geschenke! Daß ich durch ihn dich benke, ist dein; dein ist's, daß er dich preist. Göttliche Fürsorge für das Wohl der Menschen und weise Regierung ihrer Schicksale. 54. D Mel. In allen meinen Thaten. ir dank' ich für mein Lea ben, Gott, der du mirs 7. Daß du mein Leben fris fiest, und mich mit Kraft aus rüstest, dies, Vater, dank ich dir; daß du mich liebreich füh rest, mit deinem Geist regie: rest, für das Wohl der Menschen. rest, dies alles, Bater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Les ben noch nützt, wirst du mir geben, du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. HErr, segne und be Hüte mich. 55. D Mel. Ich finge dir mit Zerz 2c. u bists, dem Ehr und Ruhm gebührt; und das, HErr, bring ich dir. Du hast mich våterlich geführt, und warest stets mit mir. 2. Wenn Angst und Noth mich übersiel; so hörtest du mein Flehn. Du sehtest mei nem Kummer Ziel, und kamst, mir beyzustehn. 3. Ich fant in Krankheit und in Schmerz, und rief: HErr, rette mich! Da halfft du mir, Gott, und mein Herz ward froh, und stårkte sich. 4. Mich trånkte oft des Feindes Haß; ich klagte dir den Schmerz. Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, und stille. test mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt vom richt'gen Pfad, mich in Ge fahren sah, rief ich zu dir, mein Gott, um Rath; und Hülfe war mir nah. 6. War oft um Trost der Seele bang'; sucht' ich dein Angesicht, ich rief voll Sehn: 43 sucht: HErr, wie lang'! Und du verließ'st mich nicht. 7. Du halfst, und hältst mit Batertreu' mich noch in deiner Hut. Du stehst mir in Versuchung bey, giebst mir zur Tugend Muth. 8. HErr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt; und für die Freuden, welche mir dein milder Se gen giebt. 9. Dir dank' ich's, daß die Kreatur mich nåhrt und mich erfreut. Ich schmeck im Segen der Natur, HErr, deine Freundlichkeit. 10. Selbst deinen Sohn gabst du für mich, welch Wunder deiner Huld! Von ganzem Herzen preis ich dich. Du tilgest meine Schuld. 11. Gott liebt uns, fördert unser Wohl. Erheb' ihn, Volk des HErrn! Die Erd' ist seis ner Güte voll. Er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald vor uns übers gehn; will uns nach kurzer Prüfungszeit zum ew'gen Glück erhöhn. 13. Vergiß, o meine Seele, nicht, was Gott an dir ges than. Vergiß nicht die ihm schuld'ge Pflicht. Bet' ihn gehorsam an. 56. Mel. Was Gott thut, das ic. uf Gott, und nicht auf meinen Sath, will ich mein 44 Göttliche Fürsorge 201 mein Wohlseyn bauen, und dem, dermich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hålt, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. den dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den HErrn! er hilft uns gern; seyd fröhlich, ihr Ge rechten! der HErr hilft sei. nen Knechten. das 57. 2. Er sah von aller Ewig: feit, wie viel mir nüßen wür de, bestimmte meine Lebens: zeit, mein Glück und meine Mel. Befiehl du deine Wege.. Bürde. Was zagt mein Herz? Nimmt Gott, dem wir vers ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen ware? 3. Gott tennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnådig, eh' ichs' bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tras gen, als selbst das widrige Ge schick, bey dessen Last wir kla gen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 58. 5. An dem, was sicher durch den ich bin und D Mel. Der Tag ist hin, mein c. HErr, mein Gott! glücklich macht, låßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewiss sen die Trübsal auch versüßen. lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heil'gen Willen mein, und was du thust, dem Her zen theuer seyn! 2. Du, du regierft, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, HErr, erbarmst dich aller deiner Werke! Was zag ich 6. Was ist des Lebens Herr: lichkeit? Wie bald ist sie ver: schwunden! Was ist das Lei " Werks sich an; will er das Haus nicht bauen, vergebens bau'n wir dann. Will er die Stadt nicht schützen, er, groß an Rath und Macht, was wird der Wächter nüßen? umsonst ist's, daß er wacht. 2. Ihr wachet spåt und frühe und eßt voll Traurigkeit das Brod der Sorg' und Mühe und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bans ge Kummer? da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer und unerwars tet giebt. für das Wohl der Menschen. ich dennnoch einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst nichts, als mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmt, das dient zu meis nem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist für mich Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gieb mir zufriedne Tage. Al lein verwehret es mein ew'ges Heil, so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus glei cher Huld verhängst du unsre Leiden. Lad' ich sie nicht auf mich durch meine Schuld, so zag' ich nicht; du giebst dabey Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen; so wirst du, denn du hörst mein kindlich Flehn, mir auch alsdann noch eine Hülf' ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben: HErr! wie du willst. Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein; wie sollte dann der Tod mir schrecklich seyn? 45 Sieb mir, mein Gott, nach deinem Willen, was deis nem Kinde heilsam ist. Du nur fannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Din gen sorge du für meines Geis stes wahre Ruh. 2. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beslissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl' ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung våters lich. 3. Ein Herz, das in bes glückten Tagen, o Vater, deis ner nicht vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir, und voll Geduld verleihe mir. 4. Das andre alles wirft du fügen, du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld lass' ich mir gnügen, die Schwache machtig unterstützt. Zufrieden, Bater, folg' ich dir, befest'ge diesen Sinn in mir. 5. Soll ich auf Erden läns ger leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; und kömmt dereinst mein Sterbes tag, so sey mein Ausgang aus der Zeit mein Eingang in die Herrlichkeit. 59. 60. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. Piel zu gering bin ich, o HErr, der Huld und Göttliche Treu', womit du mehr als Tausende mich segnest. Was ist es, daß du also dich, Gott, mein erbarmst, so våterlich vor andern mir begegnest? Alle Freuden, die auf Erden schon mir werden, aller Segen blüht durch dich auf meinen Wegen. 46 2. Wie sanft floß meine Jugend hin, wie trübte da den frohen Sinn noch keine Noth und Plage! Wie strömtest du, mir zum Genuß, der Ga: ben reichenileberfluß aufmeine ersten Tage! Froh und selig find wie Stunden sie ver: schwunden, wenig Leiden störs ten meiner Jugend Freuden. 3. Wie viele meiner Brüs der drückt der Armuth schwere Last! Wie blickt hinauf zu deis ner Höhe ihr müdes Aug' und fleht um Ruh! Mir fiel, was ihnen mangelt, zu, mir wird es, ch' ich slehe. Alles, was ich von dir habe, jede Gade, jeder Segen fließt mir unverdient entgegen. - 4. Wenn andre Durst und Hunger quålt, Bedeckung, Schlafund Wärme fehlt, wenn sie im Elend schmachten; wenn krant, verlassen, ohne Freund', kein Aug' um ihren Jammer weint, sie Menschen nicht mehr achten: wie viel hast du meis nem Leben nicht gegeben, was fle missen, wie viel Leiden mich entrissen! Fürsorge 5. Du schenkst Gesundheit mir und Ruh', mit Wohlges fallen sättigst du mich, ohne meine Sorgen; giebst Ulebers fluß statt Nothdurft; schenkst des Lebens Güter mir und denkst an mich bey jedem Mors gen. Süßer Schlummer hat auf sanftem Stuhelager dann den Müden schon erquickt; ich schlaf' in Frieden. 6. Das alles hab' ich, HErr, durch dich! Und dar um, Bater, beuget sich tief meine Seele nieder. Der Gas ben, die du mir bescheert, wie werd' ich, Geber, ihrer werth, und was geb' ich dir wieder? Laß nur dankbar, nur mit Demuth mich empfangen, was du giebest, du, der du so hoch, mich liebest. 61. Mel. Befiehl du deine Wege. Christ, alles, was dich kräns tet, befiehl getroft dem HErrn. Der alle Himmel lentet, ist auch von dir nicht fern. Warum willst du vers zagen? Getrost, ermanne dich! Er hdret deine Klagen, und liebt dich våterlich. 2. Nur hasse stets die Sün de; dann eile vor den Thron der Gnade Gottes; gründe dein Heil auf seinen Sohn. Laß deinen Vater sorgen; er nimmt sich deiner an; denn ihm ist nichts verborgen, was dich bekümmern kann. 3. Der für das Wohl der Menschen. 3. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Heil bes ruht, ist stets in seinen We gen gerecht und weis' und gut, und was er seinen Kindern zu ihrem Heil ersah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 4. Gott zählet deine Zäh ren, wird, harrst du auf den HErrn, dir dein Gebet ges währen, und giebt, was gut ist, gern. Er weiß ja, was dir fehlet; doch laß das Glück allein, was er, dein Vater, wählet, das deine Freude seyn. 5. Sey auch in deinem Leis den ein Christ, und tugend: haft; und warte seiner Freus den, gestärkt durch seine Kraft. Ergreife, start im Glauben, den Trost der Ewigkeit. Wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 47 6. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Sohns vers gißt? Denk an dies Wort, und weine der Freude Thran', o Christ! Und könnt' ihn sie vergessen: will ich doch, fürchte nichts! ich deiner nicht vers gessen. Dein Gott, dein Vas ter sprichts. 62. Mel. Ich dank dir schon ic. Gedanke, der uns Leben giebt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat 7. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil seine Macht und Güte dich ewig nicht verläßt. Er wird von deinem Leide dich våters lich befreyn. Zu deiner grds ßern Freude verzieht er: harre sein. 8. Wohl dir alsdann, du Treuer! Wie groß ist einst dein Lohn! Dich krönet dein Befreyer, dein Heiland, Gots tes Sohn. Auf kurze, trübe Tage folgt Wonne, Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage, und wird Triumphges sang. Fürsorge Gottes für die Wohlfahrt der Mentschen durch JEsum Christum, oder von der Erlösung. Allgemeine Lobgesänge. Gott die Welt geliebt, uns seis nen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finster nissen, füllst du mein Herz mit Mas 48 Von der Erldsung Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht, und ihre Warm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von JEsu Tod. ergründen; allein das Göttli che der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß JEsus Christ nicht meine Schuld getragen, mein Hels fer, mein Erldser ist, so werd' ich bånger zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; so werd' ich irs ren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin und wers den soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spotter rauben; ich fühle seis ne Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 8. Ich bin dein ew'ges Eis genthum, durch dich des Him mels Erbe. Dies, Sohn des Höchsten, ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glaus ben mich zu stärken, und bil dest mich durch deine Hand zu. allen guten Werken. 10. So lang' ich deinen Willen gern mit reinem Her zen thue; so führ' ich eine Kraft des HErrn und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu dir, HErr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst, und zu dem Reich erhebst, da ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, um dich hier Schmach zu leiden; so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaus bens Freud' empfinden, so wirk' er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt,( laß michs noch sterbend denken) wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? 63. durch JEsum. 63. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Err, wir fingen deiner Ehre! Erbarm' dich uns ser, und erhöre, nimm gnådig unser Loblied an! HErr, wir danken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe! Schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn! 2. Um zu dir uns zu erhes ben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu.erheben, entziehst du umfrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott! du führst auch durch den Tod uns zum Leben; bist liebevoll, nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade; da war es, Gott! als deine Gnas de erbarmend vor uns über ging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind, wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubels lieder! Zur Erde stieg sein 49 Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod Christus hat den Tod bezwuns gen. Ein neues Lied werd' ihm gesungen! Er hört uns, er ist unser Gott! Wir sind mit ihm versöhnt: ihr Lobges sånge, tönt! tönt zum Himse mel! erschallt schon hier! einst knieen wir an seinem Thron und beten an! 64.¹ Mel. Wie schon leucht't uns 2c. ingt JEsu Christo nah' Glanz geht auf vom HErrn, und fern! Ein heller wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in fins stre Seelen Licht, die nach der Wort, JEsu, ist voll Klars Wahrheit schmachten. Dein heit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich ges nug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! von ganzem Herzen preis' ich dich! Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich, keiner tröstet deiner sich vergebens, wenn er dich sucht, HErr des Lebens! 3. Durch dich nur fann ich selig seyn. O drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner d Von der Erlösung 50 deiner Liebe. Wer wär' ich, wenn durch Heiligkeit ich nicht der Prüfung kurze Zeit dir treu, Erlöser, bliebe? Dich, dich lieben, hilf mir Schwas chen, hilf mir wachen, kåms pfen, ringen, stark in dir zu Gött mich schwingen! mein Erldser bist, und daß ich dich erkenne. Stets heilig sey dein Name mir, es glüh' mein Herz voll Dankbegier, so oft ich ihn nur nenne. Laß stets fester mein Verlangen an dir hangen, die mich trauen, und Bereinst dein Antlig schauen. 65. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens soll erblicken. O süßer Blick In voriger Nielodie. in jene Ruby! voll wunderbar Wie groß, wie angebetet ren Heils bist du, voll Wonne, voll Entzücken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Him, melsfreuden inne werde. ist dein Herrs o scher, JEsu Christ! wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du, HErr! kamst, hörten Taube, und der Glau be half den Kranken; Stum me sangen, dir zu danken. 5. O du, der schuf und der erhält! du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund, hat bis zum Tod geliebet. Preis dir, Vater! Ach ich falle nies der; lalle Dank im Staube, weiß und fühl, an wen ich glaube. 2. Nur Fischer warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gögendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht; List nicht; deine Gaben, Mittler, haben dich vertlåret, uns den Weg zu Gott gelehret! 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse fros her Lobgesang mit jedem Tag' erschallen; dem, der für uns erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen Tonet, tönet, Jubellieder, schallet wies der, daß die Erde voll von seis nem Lobe werde. 7. Wie freu' ich dein mich, JEsu Christ, daß du auch 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, weil du für uns starbst, was du uns durch dein Blut er: warbst, der Engel hohe Freu den. Freu' dich, Erde, daß auch durch auch Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn sie JEsu folgen wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr' undRuhm gekrönt, nun machst du selig, die, versöhnt, der Sünden Gräuel hassen. Sün: dern willst du gern vergeben, ihnen Leben geben, allen dei nes Vaters Wohlgefallen. 5. Bom Aufgang bis zum Untergang erschallet dir der Lobgefang geretteter Gerech ten. Unzählbar sind die Schaa ren schon, die gerne dir vor deis nem- Thron ein würdig Loblied Brachten. Ihrer, JEsu, JEsu! werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebe. 6. Wie groß, wie angebes tet ist dein Nam, o Herrscher, JEsu Christ! wie herrlich bey den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ih. rer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Von der Geburt JEsu. 66. Mel. Lobe den Erren, den ic. hre sey Gott in der Höhe! Der HErr ist gebohren. JEsum. R Laffet uns singen, o Brüder! Sind wir nicht erföhren, hier schon uns sein, seiner Erbar: mung zu freun? Ist er nicht uns auch gebohren? 51 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irr ten Völker umher, wie die Heer den verlaffen vom Hirten." JEfus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, zu Brüdern bestimmt, Gott durch Liebe zu ehren, haßten mit Bitterkeit sich an der Gottheit Altären. Esus erschien! Und es ward Friede durch ihn! Friede! Singt's laut ihm zu Ehren. 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Schritten, Trost und Erquis ckung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sey Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn uns, o Preis ihm, durch ihn uns gegeben. Bis an das Grab stieg er vom Himmel herab, einft uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht, wenn dann meinen Retter ich sehe, ihn mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! Danket schon hier, selige Brüder, mit mir. Ehre sey Gott in der Höhe! D2 67. 52 Von der Geburt JEsu. 67. Met. Gelobet feyst du, Jesuic. elobet seyst du, Gottes Allmacht Thron itt herrschest, und einst warst wie wir! Anbetung, Preis und Dank sey dir! Hallelujah! 2. Dich sahn die Våter schon von fern, Davids Sohn und Davids HErrn; ihr Heil und ihre Zuversicht und aller Völker Trost und Licht. Hal lelujah! 3. Die Nacht entflicht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Fin sterniß umgab, glänzt aus der Höhe nun herab Gottes Wahrheit. 4. Jauchzt, Himmel, Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich. Uns, Adams fündiges Geschlecht, entsün digt er, macht uns gerecht. Hallelujah! 5. Gelobet seyft du, JEsu Christ, daß du Mensch geboh ren bist. Dir ist der Erdkreis unterthan, dich beten alle Him mel an. Hallelujah! füllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 68. Mel. Dom Zimmel hoch da ic. ies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht! Ihnpreise, wer durch JEsum Christ so hoch von Gott begnadigt ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, HErr der Welt! nimmſt selbst an unsrer Menschheit Theil, wirst gleichwie wir, zu unserm Heil. 5. HErr, der du Mensch gebohren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Båter hoffend sahn, dich, mei nen Helfer, bet' ich an! 6. Du, unser Heil und höch stes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 7. Gedanke voller Maje ståt! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Se ligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoose fitt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt. Und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem HErrn, ein neues Lied. 10. Dies Von der Geburt Jesu. 10. Dies ist der Tag, den 6. Rath, Kraft und Held, Gott gemacht, sein werd' in durch den die Welt, und alles aller Welt gedacht! Ihn preis ist, im Himmel und auf Ers se, was durch JEfum Chrift den. Die Christenheit preist im Himmel und auf Erden ist! dich erfreut und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 69. Mel. Wir Christenleut' zc. uf! schicke dich, recht feyer lich des Heilands Feft mit Danten zu begehen, Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er ward uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 53 70. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 2. Sprich dankbar froh: A¹ Alſo, also hat Gott die Welt so hat Gott die Welt ges in seinem Sohn geliebet. D! wer bin ich, HErr, daß du mich so herrlich hoch in dei nem Sohn geliebet? liebt, daß er aus freyem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland giebt! Wie hat uns Gott so lieb! 4. An ihm nimm Theil, er ist das Heil; ihm werde gleich und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer HErr, HErr, spricht, und doch nicht sucht sein Beyspiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Dürft'gen dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, trån. ken, der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft er freun, und dein dabey ge denken. 7. Erhebt den HErrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trdsten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des HErrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten. 2. Was sein erbarmungss voller Rath schon in der Ewigs keit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen fann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Heil! in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich; was fehlt mir nun, ist Gott mit mir, wer ist denn wider mich? 5. Du Sohn des Allers höchsten wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Bater und mein Friede- Fürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligseyn gebricht, das, HErr, erwarbst d3 54 Von der Geburt JEsu. du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nun von dir. 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil, dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Knechts: gestalt, mein Heil! gewinn' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sey Gott, gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch, mein Geist! 71. Mel. un lob mein' Seel' ic. an wir om wallen, o Brüder, laßt den Lobgesang empor zum Himmel schallen, singt JEsu Christo Preis und Dank. Auf! Jeder der Gebohrnen erfreu' sich, Mensch zu seyn, und jeder der Berlohrnen rühm' es, erlöst zu seyn. Uns ist das Kind gegeben, geboh, ren uns der Sohn; mit ihm erscheint das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns nie: derfallen vor unserm Mitt: ler, JEsu Christ, uns danken, daß er allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab, er leuchtet unserm Pfade durchs Leben bis ans Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge noffen der Sünde und der Sterblichkeit! Auch uns ist aufgeschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erde nieder kam Gottes ein' ger Sohn, nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlohr nen Hort: nun sind sie Gots tes Kinder und Gottes Erben dort. 4. O du, dem ist die Men: ge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesån die dir unſre bringt. Auch du warst einst auf Erden, was wir auf Er den sind, ein Dulver der Se: schwerden, ein Jüngling und ein Kind. O laß auch uns auf Erden dir früh schon ähne lich seyn, ganz ähnlich dort dir werden, uns ewig deiner freun. 5. Sind wir dann zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht: nah sind wir dann dem Throne, und schauen deis ne Majeståt. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir, weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir. Dann schallt durch jede Sphäre der begre Lobgefang, dem ew'gen Vater Ehre und JEsu Christo Dank. 72. mel. Allein Gott in der Zehic. aßt uns mit ehrfurchtsvol lem Dank den Gott der Lieb Von der Geburt Jeſu. Lieb' erhöhen, mit feyerlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sey dem Bater, der ihn gab! Preis sey dem Sohn, er kam herab, und ward das Heil der Erde. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und lieb gewinnet? Auch du, mein Geist, nimm an ihm Theil, und werd' ihm gleich gesinnet. Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Ihm gleichen, heißt ihn ehren. 3. Freu' dich, mein Geist, und sing' ihm Dant, wär's auch mit schwacher Lippe, stimm' in der Engel Lobge: fang, und ers' an seiner Krip: pe in Unschuld und in Hei: ligkeit des Lebens turze Pils gerzeit zu seinem Ruhm volls enden. Von JEsu heiligem Le ben und Beyspiel. 73. Mel.& Gott, du frommer 2c. rscheine meinem Geist, ers habnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters wie der Jugend! Du gingst des Lebens Pfad, dein Vorbild leite mich, denn sicher geht mein Fuß, seh' ich nur fest auf dich. 55 3. So arm, so freudenlos, in Müh' und Kümmernissen, durch frühen Druck geübt, was Andern wird, zu missen, entflohn die Jahre dir der jugendlichen Lust, da seufzte schon der Gram aus deiner frommen Brust. 4. Doch du gehorsam, stets bereit, des Vaters Willen, und wårs auch Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen, du trugst geduldig, still Verlust und Müh' und Schmerz, sah'st die Beglückteren, und neidlos blieb dein Herz. 5. Dein edles Herz! Wer mag die hohe Schönheit fass sen, die göttliche Geduld, so schonend, so gelassen? den himmlisch reinen Sinn, vom Eigennük so fern, wer wür dig dich erhöhn, du frommer Knecht des HErrn? 2. Du Heiliger, wie rein, wie unbefleckt von Sünde floh deine Jugend hin! wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gott gefällt, Gott wählt! Doch ich, wie oft hab' ich als Jüngling schon gefehlt! 6. Hat je dein frommes Herz die kleinste Pflicht ver lezzet? den Leidenden gesehn, ihn nicht mit Trost geleget? nicht gern gewarnt, belehrt, wo sich ein Mensch verirrt, und ihn mit treuer Hand den bess sern Weg geführt? 7. Bersuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche: leyen, dort lockender Gewinn, D4 hier Von JEsu heiligem Leben hier bittrer Feinde Drauen, 2. Du kamst zu uns, von umgaben, wo du gingst, dich, Heiliger, doch du gingst stand: haft durch sie hin mit Festigs keit und Ruh'. Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreyt vonSündenschuld, theilhaftig werdenseiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, HErr, für dein Evans gelium. 56 8. Voll hohen Friedens blieb bis an des Lebens Ende dein schuldlos Herz! Der Geist gab in des Vaters Hände sich ohne Beben hin! Vollendet war die Bahn, mit jedem Schritt fah'st du den großen Lohn dir nah'n. 9. Vollendeter! Auch ich, auch ich kann ohne Beben in meines Vaters Hand die Seele übergeben, wenn sie, voll Eis fer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich wird an Treu', an Tugend und Ges duld. 10. Schau auf, mein Geift, auf ihn! Verschmåh' des La sters Freuden, der Sünde Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden; wie JEsus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit, dann erbst auch du, wie er, das Reich der Herrlichkeit. 74. Mel. Unser Vater im Zimmel. Dein Lehrer ist dir, JEsu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich bist du, so wohl durch Wort und That, der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, HErr JEsu, dein und lobet dich. 3. Du sahest in der Gotts heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchs sten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand sind uns ein gåtts lich Unterpfand, mad man aus deinem Mund gehört, sey Wahrheit, die uns Gott ges lehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reins sten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gieb, HErr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig sey. 6. Du bist es, HErr, vott dem das Amt, das die Vers söhnung predigt, stammt, du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen- schafft! 75. und Beyspiel. 75. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. elch hohes Beyspiel gabst durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du selbst thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein wie deine Lehre; dein ganzer Wans del Heiligkeit; dein Streben Gottes Ehre; auch wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du's willig mit Geduld. 3. Du führtest uns zur Tugon gingst, daß wir folgen möchten, der Heiligkeit so schwere Bahn voran vor deinen Knechten; du schaltst nicht, wenn dein Feind dich schalt, und Liebe dir mit Haß vergalt. 4.Der Kummervollen Trost zu seyn, zu wehren jedem Leis de, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg' und Freude, und eines jeden Mens schen Schmerz durchdrang und jammerte dein Herz. 5. Du trugst mit Sanft muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; auch Sünder trugst du mit Geduld, und batst für deine Feinde; du warst gehorsam bis zum Tod, und ehrtest selbst im Tode Gott. 57 6. Welch hohes Beyspiel hast du mir, o JEsu! Hinters lassen, wie du zu leben, ähne meinem Lassen. Nimm, sprichst du, meine Last auf dich; komm, folge mir, und thu' wie ich. 7. Ich komme, HErr, gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Juns ger sey, und nicht mich deinen Knecht nur nenne, damit ich, deinem Vorbild treu, auch ans dern selbst ein Beyspiel sey. 76. 3⁰⁰ Mel. Wie wohl ist mir, 2c. du dir erhebt sich mein Ges müthe, du Freund der Menschen, JEfu Chrift, derdu durch nie gesehne Gûte des Wohlthuns höchstes Vorbild bist. Du lebtest nur der Welt zum Besten; sie zu erretten, sie zu trösten, entsagtest du der Herrlichkeit. Nur Gutes thun war dein Bestreben, der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 2. Nicht schrecklich waren deine Werke, du kamst nicht Sündern zum Gericht. Du warst der blöden Seelen Stärke und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so wie dein Gemüthe voll Mits leid, Freundlichkeit und Güte, und deine Hand heilt jede Noth. Du stillt'st die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht D5 derer, Bon dem derer, die dich liebten, auf deinen Wink floh Schmerz und Tod. 58 3.Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Du schmecks test nichts von Ruh und Freus den, so oft du Menschen lei dend fandst. Auch selbst mit Schwächung deiner Kräfte war es dein tägliches Geschäfs te, als Menschenfreund um herzuziehn. Eh' noch ein Leis dender es wagte, und dir sein Elend thrånend klagte, erquick te schon dein Beystand ihn. 4. Errettung, Nachsicht und Erbarmen fand jeder, der sich dir genaht. Mitleidig schenktest du dem Armen, was er von dir im Glauben bat. Den Lahmen stårktest du die Glieder, den Stummen kam dieSprache wieder, dir dankten Blinde das Gesicht. Nie wur: dest du des Wohlthuns müde; Reuvolle fühlten Ruh' und Friede, fie glaubten und ver zagten nicht.h 5. HErr, wo du gingst, auf jedem Schritte, da folgte Lieb' und Mitleid nach; sie folgten Leiden 6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir bestimms ten Tode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in dei: ner Seele Himmelsruh. Auch dann, als Schrecken und Ges fahren an allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein edler Muth. Du bliebst der Schützer deiner Freunde, du bliebst Erbarmer deiner Fein de, und batst für sie bey ihrer Wuth. 7. O JEsu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! war ich, wie du, so ganz der Menschenlieb' ergeben, so sanft, so mitleidsvoll wie du! pflanz' in mich die holden Triebe des Mitteids und der Menschenliebe, und gieb mir deinen edlen Sinn! So ziert mein Wandel deine Lehre, so krönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. Von dem Leiden und dem Tode JEsu. 77. in des Reichen Hütte und un- Mel. Zerzliebster Jefu, was ic. ter der Verlaßnen Dach. Der Tempel wie die öden Wälder, die Städte wie die freyen Fels der, sind Zeugen deiner Gü tigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein hol der Zuspruch und dein Segen vertrieb des Lebens Bitterfeit. Hot Err, stårke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu vers senken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns auf Erden, und dem Tode JEsu. und bis zum Tod am Kreuz 9. Laß deinen Geift mich gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschla: gen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch: heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so sinken meine Kräf te, mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde die Macht der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Dià cher alles Bösen. Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erid sen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder. Es stürzt mich tief, und es erhevr mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O HErr, mein Heil, an den ich innig glaube, ich lies ge hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte! 7.Sie übersteigt diemensch: lichen Gedanken; allein sollt' ich darum im Glauben wans ten? Ich bin ein Mensch, darf er sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad'und Lieb' erweisen; uns tommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzei get, die Gnade steiget. 59 stets, mein Heiland, lehren, dein Kreuz in wahrem Glau: ben zu verehren, daß ich ges treu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 10. Das Gute thun, das Bdsefliehn und meiden, HErr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden! Kann ich zu: gleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen. leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deis ner Ehre? 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 13. Für welche du dein Les ben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie, meine Brüder, hass sen, und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heili: ger! du, HErr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen, und Gott giebt uns Von dem 60 uns die Kraft in deinem Na men, dich nachzuahmen. 16. Unendlich Glück! Du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du haft mein Heil, 78. da du für mich gestorben, am Mel. Schmücke dich, o liebe zc. erworben. Kreuz erbe ich denn schon Heiland, beine Menschen, 17. So bin war Quelle je: ner Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unferm Heil zu dienen, bist in Knechts gestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe? felig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben! So werd' ich dort, von Herrlichkeit umge: ben, einst ewig leben. 18. Ja wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete; so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als JEsus lebet. Leiden Ruhe schenken! Dein Kreuz, dies sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. 19. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze. Und werd' ich matt im Laufe guter Wer ke, so sey mir's Stärke! 20. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so sey's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 21. Gott, eile nicht, sie råchend zu zerschmettern; ers barme dich, wenn einer von den Spöttern sich spåt bekehrt, und dich, den er geschmåhet, um Gnade flehet. 22. Wenn endlich, HErr, mich meine Sünden trånken, so laß dein Kreuz mir wieder 2. Ueber seine Feinde weis nen; jedermann mit Hülf' er scheinen, sich der Blinden, Lah men, Armen mehr als vater. lich erbarmen; der Betrübten Klagen hören; sich in andrer Dienst verzehren; lindern des Bedrängten Schmerzen: das war Wonne deinem Herzen. 3. O du Zuflucht der Elens den! Wer hat nicht von dei nen Hånden Segen, Trost und Heil genommen, der ges beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Krante angespros chen! und wie sah man, HErr, dich eilen, Hülf und Segen mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu ers quicken, sie dem Kummer zu entrücken; die Unwissenden zu lehren; die Verkehrten zu be tehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir und dem Tode JEsu. dir zu locken: das war täglichaalarm 79. dein Geschäfte, selbst mit Aufs Mel. Sun laßt uns den Leib. wand deiner Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland! da du für uns Armen Angst und uns erhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu ers werben, willig war'st, am Kreuz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich ges trieben, Sanftmuth und Ge duld zu üben, ohne Schel: ten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten, und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten Herr und König! Sohn des Höchsten! o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wils lig litt'st du, um den Willendeis nesVaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sey dir dafür gesungen! 8. Laß mich, HErr, zu reichem Segen deinen Wan: del oft erwågen! oft, wenn Noth und Sorgen drücken, mich auf dich, du Dulder, blicken. Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Mens schenliebe! Täglich mehr laß mich auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 61 uch Seel' ermuntre sich, in deinem Leiden, JEsu, dich in jener Nacht voll Angst und Graun mit stiller Ehrfurcht anzuschau'n. 2. Da liegst du in den Staub gestreckt, mit Angstschweiß wie mit Blut bedeckt, und ringst, und kämpfft und flehst zu Gott, dem Retter in der Todesnoth. 3. Du rufft zu ihm, der diese Nacht der Leiden über dich gebracht: ,, Ach laß sie ,, bald vorübergehn! Nicht ,, mein, dein Wille soll ges schehn!" 33 4. Bey deinen Freunden suchst du Ruh', doch schlums mernd fiel ihr Auge zu. Vers lassen, ohne Freund, mit Gott, mit Gott allein in deiner Noth. 5. Von deinem Volke uns gesehn kämpft deine Seele! Nimm sein Flehn, Weltrichter, seine Thränen an, und rett ihn, du, der retten kann! 6. Umsonst! Noch hilft der HErr dir nicht, verbirgt sein Baterangesicht; noch ist der Leis den Kelch nicht leer, der Quaas len warten dein noch mehr. 7. Du aber gehst mit Hel denmuth, gewiß: ,, des Bas , ters Will' ist gut, auch aus den trübsten Nächten bricht ,, einst herrlicher der Rettung Licht!" » 8. Ane Von dem 8. Anbetend folgen wir dir nach, von Hohn zu Hohn, von Schmach zu Schmach, und schaun zu deinem Kreuz hinan, und fassen's nicht, und be: ten an. 62 9. Auch uns zu gut, o HErr, betrat dein Fuß den dornen: vollen Pfad. Aus deinem Leis den nehmen wir des Segens Ueberfluß von dir. 10. Daß Gott uns liebt und Bater ist, dem Sieuigen die Schuld vergißt, daß, ob fie vor dem Tod' auch bebt, doch ewig unsre Seele lebt; 11. Daß fester als auf Fel sen steht, was du uns lehrt'st, nie untergeht dein ew'ges Reich: den Trost von Gott bringt uns, Geopferter, dein Tod. 12. Uns scheide Tod und Leben nicht von dir! Ach oh ne Trost und Licht, mit unge. wissen Schritten geht deß Le benspfad, der dich verschmåht. 13. Mit Freudenthrånen danken wir dir, unserm Heil und Retter, hier, und hoffen, dich, wenn wir dich sehn, mit allen Sel'gen zu erhöhn, 80. D Mel. Zerzlich thut mich 2c. er du voll Blut und Wun den für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Troster warbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch Leiden mir zur Rettung hingegeben; mein Heil, wie dank' ich dir? 2. Wie viel hast du gelit: ten, erhabner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünden Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmer zen, da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reis ze, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun sein Gott? 4. O schreckliches Empfin den! Du fühltest das Gewicht der ganzen Macht der Sün den, und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen, kein Helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschul det, was du getragen hast. Sich gnådig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Meissethat. 6. Ich will auf dich stets sehen, mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du und dem Tode JEsu. du mich, HErr, nicht liebst? sich mein Lied. Boll Dank, voll wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden Bergebung, Beßrungskraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, vers schafft. O, gieb an dieser Gnas de auch mir im Glauben Theil, so wird mein Seelenschade durch dich, Eridser, heil! 8. Ich danke dir von Hers zen, o du, mein größter Freund! für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu', und, bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine sey! . 9. Wenn ich dann einst foll scheiden, ach, dann vers laß mich nicht! Sey auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbångsten wird um das Herze seyn, dann reiß mich aus den Aengsten, kraft deiner Angst und Pein. 10. Erhebe dann mein Hof fen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, HErr, deinen Himmel seh'n. Dahin laß mit Entzücken als: dann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland! blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 81. Mel. Wer nur den lieben Gott. D Golgatha, zu deinen Höhen erhebet preisend 63 2 Glauben will ich sehen, wie göttlich groß mein Mittler schied: ich will für seine Lieb' und Pein ihm, was ich habe, Thrånen weih'n. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod' als Gottes Sohn bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz vers höhnt; doch laut zeugt, HErr der Herrlichkeit, dein Tod von deiner Göttlichkeit. 3. Für Peiniger, die dich verkannten, siehst du noch voll Gelassenheit, erquickst die traus rigen Verwandten, und sorgst für sie voll Zärtlichkeit, fühlst, was kein Engel je empfand, und legst den Geist in Gottes Hand. 3 4. Mein JEsus stirbt, die Himmelslehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren. Mein Lehrer sey gebenedeyt! Nun kenn' ich meiner Seele Werth, den Vater, den du hier verklärt! 5. Unschuldig stirbt er, uns beflecket, der Vater nimmt sein Opfer an. Der Sünder Schuld ist zugedecket, am Kreuz die Feindschaft abgethan. Es ist vollbracht, nun ist für mich kein Tod, kein Richter fürch terlich. 6. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächtebetend durchgewacht, die Sterblichen zu 64 Von dem Leiden zu Gott geleitet, sein Tage: werk getreu vollbracht. Wie friedevoll stirbt nun ein Christ, dem JEsu Kreuz den Tod verfüßt! 7. Froh feyert er die große Stunde, da er zu seinem Va: ter geht, und noch mit halb gebrochnem Munde für seis nenFeind voll Großmuth fleht, den sterbend fegnet, der ihn schalt, sein Wohlthun ihm mit Haß vergalt. 8. Auf die, die weinend um ihn stehen, gießt er der Freundschaft Segen aus, spricht glaubensvoll vom Wie: dersehen im Himmel, in des Baters Haus, empfiehlt sie seis ner Zärtlichkeit, und stirbt voll Gottergebenheit. 9. Er sieht auf die voll brachten Thaten, die Aussaat für die Ewigkeit, dankt Gott, durch den sein Werk gerathen, wofür er bald den Lohn ihm beut, die Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der volls brachten Pflicht. 10. Er, halb der Ewigkeit schon eigen, beschäftigt mit dem großen Ziel, sieht Engel zu sich niedersteigen, erhebt das Herz mit Dankgefühl, empfiehlt den Geist in Gottes Hand, und zieht getrost zum Vaterland. 11. Die Miene, die den Freund erbauet, der Mund, der stammelnd, JEsus! spricht, das Auge, das zum Kreuze schauet, das Herz, das unter Danken bricht, rührt jeden, der ihn sterben sieht, zum Ruhm, daß hier ein Chrift verschied. 12. Mein Mittler! taus send Fromme scheiden, durch dich gestärkt mit Freudigkeit, empfinden sterbend Seelens freuden, den Trost, den uns dein Tod verleiht; o laß mich die mein Ende weihn, für dich noch sterbend fühlbar seyn! 13. Das Wort vom Kreuz bleibt allen Deinen Erquis ckung, Heil und Majestát. Dem Spotter mag esThorheit scheinen, der ohne dich verloh ren geht; uns ist es Trost und Gotteskraft, der Ruhm in un frer Pilgerschaft. 82. Mel. Tun freu't euch, lieben ic. Freywillig hast du darges bracht für uns, o HErr, dein Leben. Du hattest es zu lassen Macht, Macht wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott ver: lassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen, dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät; denn du gingst aus dem Grabe. 3. Ges und dem Tode JEsu. 3. Gehaßt in deiner Nies drigkeit, warst du ein Ziel des Spotted, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Ho: heit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Greu'l; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höch ste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschen Ehre; an Demuth groß, an Lieb' ein Held, und göttlich in der Leh. re, geduldig und von Sün: den rein, gehorsam bis zum Kreuze seyn: dies war, HErr, deine Größe. S. Dubst am Kreuz. Doch war dir ja die Kraft des HErrn gegeben. Du schaff, test, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst, es schwiegen Wind und Meer, und selbst der Seu, chen tödtend Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deis nes Kreuzes Schanden. Du bist mein HErr, du bist mein Gott; denn du bist auferstan: den. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort; der HErr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist 65 die Hoffnung deines Knechts; in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd' auch ich, HErr JEsu Christ, durch dich einst aufers stehen. 83. Mel. O du Liebe meiner Liebe. S em Gedächtniß deinerleis den, Heiland, sey dies Lied geweiht. Fern vom Taus mel wilder Freuden such' ich Still' und Einsamkeit. Die Erwägung deiner Plagen der für uns erlittnen Pein soll in diesen heil'gen Tagen meiner Pflichten liebste seyn. 2. Hierzu schenke mir die Kräfte, steh' mit deinem Geist mir bey, daß dies seligste Ges schäfte meiner Seele heilsam sey; daß beym Wunder deis ner Liebe mein von Liebe glü hend Herz durch der Andacht heiße Triebe sey ganz Dants barkeit, ganz Schmerz. 3. HErr, ich folge dir mit Thränen zitternd nach Geth, semane, hör' dich flehen, hör' dich stöhnen, daß der Kelch vorüber geh'; da du, krafts los hingesunken unter unsrer Sündenlast, willig doch den Kelch getrunken und für uns gebüßet hast. 4. Kein Erschaffner kann dies fassen, daß du, HErr, des höchsten Sohn, unterm Fluch, von 66 Von dem von Gott verlassen, trugst der Missethäter Lohn; daß dich, der von Schuld nichts wußte, dich, den Tilger unsrer Schuld, felbst ein Engel stårken mußte. O! welch göttlich große Huld! 5. Ach welch schauervolle Ståtte, als am Delberg vollev Angst du blutschwitzend im Gebete zitternd mit dem Tode rangst. Deine Seelennoth, dein Zagen, deine Pein, o Schmerzensmann! kann kein Mund zu singen wagen, tief erbebend bet' ich an. 6. Seefe, von dem Delberg eile hin zum furchtbar'n Gol gatha, wo zu unserm ew'gen Heile das Erldsungswerk geschah. Hier auf diesem Mar terhügel ward der große Bund gemacht, und zu dem Bestät: gungssiegel dient das Wort Es ist vollbracht. 7. Dieses Loosungswort des Christen sey mein Trost zu aller Zeit, hier in diesen Pilgerwüsten bis zur selgen Ewigkeit. Kommt's nun auch mit mir zum Scheiden, bricht herein die Todesnacht, ruf ich froh am Ziel der Leiden, HErr, dir nach: Es ist voll bracht. 84. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eist der Andacht, senke du dich in unsre Seelen nieder! Sie erfülle Troft und Ruh', im Gesange frommer Leiden Lieder, in geweihter Psalmen Chor strebe sie zu dir empor. 2. Diesen feyerlichen Tag weih' die ehrfurchtvollste Stille, daß der Wehmuth Seufzern nach unsers Dans kes Thrane quille, unsre Sees le, still vor Gott, denk' an ihres Mittlers Tod. 3. Diese Welt und ihre Müh', dieses Lebens kurze Freuden, eitle Lust vergesse sie. Tief gerührt von seinen Leiden, seiner martervollen Schmach, folge sie ihm betend nach. 4. Zwischen Erd' und Him met schwebt blutend er, der nichts verschuldet, für der Brüder Wohl gelebt, with und Arbeit gern geduldet, Nächte im Gebet durchwacht, und auf Menschenwohl ge dacht. 5. O wie oft hat an sein Herz mit den ausgespannten Armen, ausgespannt zuQuaal und Schmerz, er voll Mitleid und Erbarmen, Kinder seines Bolts gedrückt! Wie die Schmachtenden erquickt! 6. Nun verschmachtet er und ringt, ach! von aller Welt verlassen. Kein Gefühl des Mitleids dringt in die. Seelen, die ihn hassen. Also, also hat die Welt Sünd' und Eitelkeit entstellt. 7. Aber er, er murret nicht, will des Vaters Rath vollen den, und dem Tode JEsu. den, weiß, die Nacht wird doch in Licht, Schmach in Herr lichkeit sich enden, hålt getrost im Kampfe aus, führt sein großes Werk hinaus. 8. Hocherhabner! Ewiger! Vor dir werfen wir uns nie der. Dich, o Albarmherzis ger! Preisen unsers Dankes Lieder. Welches Heil und welche Ruh' strömt aus diesem Tod uns zu! 9. Du gabst, den du ewig liebst, bis zum Tode hin. Das Leben wirst du nun, der du Ihn giebst, allen, die ihm treu sind, geben. ,, Weg!" ruft uns sers Mittlers Tod ,,, weg mit Furcht und Angst vor Gott!" 10. Er ist Liebe, zürnet nicht, liebend gab er den Ge rechten hin zum Opfer, daß sie nicht, die er liebt, ihm Opfer bråchten, angstvoll zit: tern. Kindessinn und Vers trauen ehret ihn. ● 11. Ja, Erbarmender, wir schau'n nun getroft zu deinem Throne. Auch uns liebst du, denn wir trau'n dir und deis nem hohen Sohne, leben die und sterben dir, o wie hochbe glückt sind wir! 85. Mel. wie wohl ist mir, ic. einleben, JEsu, war auf Erden voll Liebe; Liebe jede That. Ein Opfer für die Welt zu werden, war dein erbarmungsvoller Rath. Ihn 67 zu vollziehn, gingst du mit Freuden den Weg des Todes, trugst die Leiden, die dir der Feinde Wuth gedroht; warst selbst ein Retter deiner Feinde, und liebtest deine schwachen Freunde, und liebtest sie bis in den Tod. 2. Selbst in den grauenvols len Stunden, da du den Kelch des Todes trankst, und bey der Quaal, die du empfunden, bes trübt zur Erde niedersankst; auch da ermanntest du dich wieder, um deiner sorgenlosen Brüder Erinnerer und Schutz zu seyn. Du trugst mit Nach sicht ihr Bersehen, und eiltest ihnen beyzustehen, und von Gefahr sie zu befreyn. 3. Mit welcher göttlich großen Treue verziehest du dem schwachen Freund, als er, ges martert von der Steue, so bite terlich den Fall beweint. Dein Blick voll Majestät und Gnas de rief den Berirrten von dem Pfade des Leichtsinns und der Sicherheit. Bey deiner eig nen Pein, den Schwachen durch sanften Zuspruch stark zu machen, war für dich Trost und Seligkeit. 4. Du hångst am Kreuz, die Frevler haben, o Heiligster, mit bittrer Wuth die Hånd und Füße dir durchgraben; aus allen Adern strömt dein Blut; doch du, voll Huld in deinen Mienen; flehst laut: Bergieb, mein Vater, ihnen! € 2 was Von dem was sie jetzt thun, verstehn sie nicht. Es strömt auf dich von tausend Zungen das schwarze Gift der Låsterungen; du aber schweigst, und råchst dich nicht. 5. Kein Schmerz erstickt die edlen Triebe der Zärtlichkeit in deiner Brust. Im Tode noch bist du die Liebe, und Wohl thun macht die Pein zur Lust. Der Schächer fleht: HErr, denke meiner! du hörst sein Flehn, erbarmst dich seiner, und öffnest ihm das Paradies. Nun, als ein Sünder Heil gefunden, fühlst du weit minder deine Wunden, und deines Geiftes Kümmerniß. 6. Durch Angst und Nacht siehst du die Deinen und ihr zerrißnes wundes Herz; siehst ke untróftbar dich beweinen, und fühlest ganz der Theuren Schmerz. Du, dessen Quaal kein Herz erweichte, dem nie mand einen Labtrunk reichte, sprichst Trost noch den Verlaß nen ein. Sie fühlen deines Trostes Segen; nun siehst du froh dem Tod entgegen, und trågst noch stiller deine Pein. 7. Wunder der Erbar: mung! Keiner von deinen Ens geln liebt wie du. Von den Erschaffnen auch nicht Einer, o Welterldser, liebt wie du. Des Himmels unnennbare Freuden verlassen, selbst die Todesleiden, des Kreuzes tiefe Schmach nicht scheu'n, auch sterbend Feinde noch vertreten, 68 Leiden um Gnad' und Rettung für sie beten; kann eine Liebe grd ßer seyn? 8. Nein, über allen Hims meln bete dich, JEfu, jeder Engel an! Es müsse deiner Todesståtte anbetend jeder Geist sich nah'n! Da steh' er unter deinem Kreuze, daß ihn dein hohes Beyspiel reize, der Menschen wahrer Freund zu seyn; da lern' er, ohne Droh'n und Klagen, die Lasten seiner Brüder tragen, und gern Be leidigern verzeihn. 9. Mein Herz zur Liebe zu entzünden, erheb' ich mich nach Golgatha; der Feindschaft Trieb zu überwinden, ermåg' ich dann, was dort geschab. Sollt' ich nicht meinen Nächsten lieben? Auch Einen könnt' ich nur betrüben, für den du littest, JEsu Christ? Ich wollte nun nicht auch mit Freuden Beschwerden für die Menschen leiden, für welche du gestorben bist? 10. Seh' ich im Geist dich, Heiland, bluten, dent' ich an deine Todespein: so weck' in mir den Trieb zum Guten, den Trieb, ein Menschenfreund zu seyn. Hilf mir, wie du, den Feind erquicken, wie du, den Leidenden beglücken, wie du, der Armen Beystand seyn: so folgt mir der Erquickten Segen. Einst eilen sie mir froh entgegen, sich über meis nen Lohn zu freu'n.; 86. und dem Tode JEsu. 86. Mel. O Lamm Gottes 2. Gridser, fich, ich falle anbes tend vor Zu deinem Himmel schalle der Jus bel meiner Lieder. Du hast den Sieg errungen, für mich den Tod bezwungen. Preis sey dir ewig, o JEsu! 2. Du fah'st von fern die Bande, die dir die Frevler drohten; sah'st vor dir Quaal und Schande, und dich schon unter Todten. Doch du, voll Huld und Gnade, gingst gern die Marterpfade. Preis fey dir ewig, o JEsu! 3. Von heißer Angst er schüttert, lagst du vor Gott im Staube. Wie hattest du gezittert! Doch überwand dein Glaube. Dich faßte Todes: grauen; doch bliebst du voll Vertrauen. Preis sey dir ewig, o JEsu! 4. Nur uns zum Heil und Leben hast du in Angst und Plagen dich willig hingegeben, des Kreuzes Laft getragen, und uns, da du gestorben, ein ew'ges Glück erworben. Preis sey dir ewig, o JEsu! 87. Met. Lin Lamm geht hin c. uf! schau' im Geist nach Golgatha, o Christ! auf dessen Höhen der Liebe größ: tes Werk geschah, was je die A ઈ 69 Welt gesehen. Auf! denke jenen Worten nach, die da noch dein Erlöser sprach. Sie können dir im Leben, und bes test du Gott glaubig an, auch, wenn dich nichts mehr trd sten kann, noch Trost im Tode geben. Ver. 2. Hör' ihn, bey seinem größten Schmerz, bey seiner Hasser Schmähen,( so voller Sanftmuth ist sein Herz!) für seine Mörder flehen: gieb es ihnen, Vater, nun, sie wissen nicht, was sie jetzt thun!" Chrift! soll dich dies nicht rühren? O folge seinem Vorbild nach: laß nie Belei digung und Schmach zur Ras che dich verführen. 3. Mit welcher Zärtlichkeit empfahl sein Herz, voll Kin destriebe die Mutter unter Schmerz und Quaal in seines Freundes Liebe: ,, Sieh deine Mutter! sey ihr Sohn." Er, der dies sprach, wird einstens schon, wenn nun mit froms men Zähren der Deinen Auge dich beweint, auch ihnen einen treuen Freund nach deineur Tod' gewähren. 4. Voll Gnade sprach er Trost und Ruh' dem, der an seiner Seite so glaubensvoll ihn ehrte, zu: Fürwahr, du wirst noch heute mit mir im Paradiese seyn!" Der Tod schließt seiner Freunde, Pein, führt sie zum bessern € 3 Les 70 Von dem Leiden Leben. Und dahin wird dich 88. JEsus Christ, wenn du ihm Mel.Traurigkeit, ozerzeleid. treu ergeben bist, auch durchs ist vollbracht! so ruft den Tod erheben. ( ³ mit Macht der HErr vom Kreuz hernieder. Stimmt in seinenSiegsgefang, miterlöfte Brüder! 2. Durch Wort und That hat er den Rath des Vaters tren vollendet, der ihn, uns zum Trost und Heil, in die Welt gesendet. 5. Wie beugte ihn sein Schmerz so tief! Er konnt' ihn nicht mehr fassen, als er zu Gott am Kreuze rief: ,, Wie hast du mich verlaffen!" Und doch blieb Gott ihm noch sein Gott. O lern' auch in der tiefsten Noth Gott mit Vers trauen ehren; so wird sich deine Traurigkeit gewiß, wie deines JEsu Leid, in Freuden einst verkehren. 6. Nach Labung sehnte sich sein Herz am Rande seines Lebens.„ Mich dürftet!" rief er, matt vom Schmerz, und ach! er rief's vergebens. O Christ, das ruft er noch allhier aus tausend Armen neben dir, die Durst und Hunger drücket. Oselig! wer den Ruf erfüllt; denn wer die Noth des Armen stillt, hat JEsum selbst erquicket. 7. Nun rief er laut: ,, Es ist vollbracht! Mein Vater, ich ,, befehle nun meinen Geist in ,, deine Macht!" Dank ihm, erlöste Seele! Gewiß durch ihn ist dir dein Heil; nimm so trifft dich kein Verderben. Er, der dir dieses Glück er warb, er neigte fanft sein Haupt und starb. HErr, laß mich auch so sterben! 3. Für uns nahm er, wie hart und schwer ihn auch sein Leiden drückte, dessen Last doch gern auf sich, daß er uns bes glückte. 4. Er trug voll Huld es mit Geduld, durch kämpfre honge Stunden. Doch sein Gon hat ihn erhört; er hat überwunden. 5. Preis ihm und Dank! Er, er errang uns Seligkeit und Leben, da er sich in Quaal und Tod für uns hingegeben. 6. Es ist vollbracht! Hell ist die Nacht des Todes und der Gråber. Heil uns! Nun ist Jesus Christ ew'ger Freus den Geber. 89. Mel. Dir, dir, Jehova, will ic. sterben! O meine Seele, fag'ihm frommenDank! Sieh Gottes ein'gen Sohn und Er ben, wie machtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, und dem Tode JEsu. Freund, der je, was er ge than? der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o HErr, und wel che Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach! es floß zum Heil und Trost für mich; und ruft noch heute mir er munternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder du. 3. So sollt' es seyn! Du mußtest leiden, dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel für den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer gtebr, so feste steht's, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloh. ren seyn! Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein gans zer Kampf, dein Kreuzestod; bestätigt ist nun deine Lehre, ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du, doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eis genthum. 6. O HErr, dein Beyspiel soll mich lehren, wie herrlich 71 mich des Lebens Unschuld lohnt; ob sich auch meine Leis den mehren, wenn Friede nur in meinem Herzen wohnt. Dir folgen ist des Lebens wahr, ste Ruh', und führt mich einst dem sanft'sten Tode zu. 7. Nie will ich mich an Feinden råchen, auch dies lern" ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, war auch sein Pfad jetzt noch so dankel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin, ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Vernimm in deinen Hims melsfreuden den Dank, den dir die treuste Seele bringt. Einst sey es Lohn für deine Leiden, daß auch mein Psalm zu dei nem Throne dringt. Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein, dann soll der ganze Him. mel Zeuge seyn. 90. Mel. Zerzlich thut mich se. u, dessen Augen floſſen, sobald sie Zion sah'n, zur Frevelthat entschlossen, sichy seinem Falle nah'n; wo ist das Thal, die Höhle, die, JEsu, dich verbirgt? Verfolger ſeiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klas gen seufzt in Gethsemane? Wer ist der Mann der Plas gen, der langsam Sterbende? Ist JEsus das, der Kinder e 4 von 72 Von dem Leiden von Abam Bester, Er? Und gittert, gleich dem Sünder, und finkt, und trägt's nicht mehr! 3. Ach, wie er tief im Staus be bedeckt mit Angstschweiß liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe, dennoch siegt! Schon kommt der Mdr. der Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zum Hohn und Spotte, ihn, ach! zum Kreu: ze führt. 4. Sein Volk im heißen Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremdes Mitleids Stimme, die von dem Nicht stuhl spricht. Er ist ihr Hohn. gelächter, sie droh'n mit wil dem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Tochter komm' seines Blutes Lohn! 5. Zur hohen Schädelståtte trågt er sein Kreuz hinan. Sie kreuz'gen ihn! O bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen sein Volk des Dul ders Schmerz. Er ruft: Bergieb es ihnen!" Und Mitleid bricht sein Herz. 6. Es bricht, und matt vom Kummer finkt auf die Brust zur Ruh' sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 99 7. O Freund der Menschens tinder, hier liegen wir gebückt, wie hoch hat uns, die Sünder, wie hoch dein Tod beglückt! Dich ehre unser Glaube, Ans betungsey dein Dank, hör' ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang! 91. Mel. Wenn meine Sünd' mich. in an dein Kreuz zu tres Hiten, dich voll Glauben anzubeten, Versöhner, stårke mich, laß mich mit Zittern und Ver trau'n, wie du dich für die Sünder hin in den Tod gabst, schau'n. 2. Wie ist des Besten Sees le bis in den Tod betrübt! so brünstig, meine- Seele, Fat JEsus dich geliebt: in heißen Alengsten schwebt er da mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah. 3. Fallt nieder! bebt, ihr Sünder! verhüllt das Ange sicht! jetzt ist für Adams Kins der der Mittler im Gericht! Er leidet unsers Todes Pein, fühlt unnennbare Quaalen, uns Menschen zu befrey'n. 4. So liebt er uns Verbres cher! so groß ist unsre Schuld! Gott ist der Sünden Rächer und Gott ist Gnad' und Huld. Wer nun der Sünden Greu'l nicht haßt, häuft, auf den Tag des Richters, sich selbst der Strafe Last. 5. Hdrt's, die ihr eure Her zen noch ihrem Dienst ergebt! Der und dem Tode JEsu. Der Preis so vieler Schmer zen ist, daß ihr ewig lebt. O nehmt an seiner Gnade Theil, erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil! 9. Vor seines TodesSchrek ten verlöscht der Sonne Licht, die Engel Gottes decken ihr bes bend Angesicht! Nun sinkt er in die Todesnacht! Erbarm', o Gott, dich unsrer! Er stirbt! Es ist vollbracht! 73 2. Ihr Augen weint! Der Menschenfreund sinkt unter tausend Plagen. Konnte seine sanfte Brust so viel Schmerz ertragen? 3. Ihr Augen weint! Der Menschenfreund verläßt sein theures Leben, hat dem Vater seinen Geist willig hinges geben. 4. Ihr Augen weint! Der Menschenfreund ruht in des Grabes Schatten. Weint nicht! Süßer Schlaf ers quickt den gequälten Matten. 5. Nein, weint nicht mehr! Es kann der HErr nicht die Verwesung sehen, wird nach furzer Grabesruh' wieder aufs erstehen. 6. Vernehmt's auch ihr, o Spôtter, die ihr den Mittler schmåht, er ist auch euer Rets ter! hört für euch sein Gebet: Sie wissen nicht, was sie bes gehn; vergieb, o Bater ihnen, wenn einst sie zu dir flehn! 7. Jhr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seyd aller Menschen Freun de! verdammt der Rache Luft! Vergeltet euren Hasfern nie! den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und- segnet sie! 8.Noch währen seineQuaas Ten, noch trinkt er ohne Rast des Zornes volle Schaalen, trågt unsrer Sünden Last, und 93. fühlt für uns des Todes Noth! V Schmerzen schwör ich, Mel. Wie wohl ist mir, 2c. ollendeter, bey deinen Und nun ergreift den Müden der fürchterlichste Tod. mich ewig dir zu weihn, ganz dir mit dankerfülltem Herzen bis an den Tod getreu zu seyn, dir nachzudulden, ist's dein Wille, dir gleich in meines Lebens Stille, in Müh' und Arbeit ohne Ruh, durch Wohlthun Menschen zu bes glücken, den, der mich haßte, zu erquicken, und sanften Sinn's zu seyn, wie du. 2. O laß den 92. Mel.OTraurigkeit, ozerzeleid. weint! Der I'Wrenfchenfreund, der Ed. Renglauben, daß du mir ferbend Heil erwarbst, mir nichts, nichts jenen Trost mir rauben, daß du auch mir zum e 5 Gegen le, der Gerechte wird verach, tet, wird verschmåht, stirbt den Tod der Knechte. Von dem Tode und Begräbniß JEsu. 74 Segen starbft. Lockt mich zu ihren falschen Freuden die Welt, so laß dein bittres Leis den vor meinem schwachen Herzen steh'n. Und hat die Tugend auch Beschwerden, so laß mein Auge heller werden, und deiner Leiden Lohn mich seh'n. 94. Mel. Tun laßt uns den Leib. ch endlich, JEsu, findest du ein stilles Grab zu deis ner Ruh', das nach der Noth, die dich gedrückt, mit süßem Schlummer dich erquickt. 2. Ach, daß du endlich fun: den hast, wo nach des heißen Tages Last dein Haupt du les gest, einmal nun von langer Arbeit auszuruh'n. 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des HErrn, dein Staub; aus ihren dunklen Nächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wenn einst mein ew'gerGeist des StaubesHül le sich entreißt, auch ich von ed len Thaten ruh', auch Nuh' verdienen mag wie du. 95. Mel.Traurigkeit, ozerzeleid. [ m Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todes Quaq: len måde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und HErr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gerühret schlagen. 3. Du schüßzest mich, und über dich geh'n aller Trübfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan, dich bet' ich an, du König der Ers Idsten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht! Du zeigst, daß du dein Leben, mein Erldfer! göttlich frey, habest hins gegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Er, der Stif ter meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie er standen. Leicht entreißt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finst're Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen, denn durch dich, Erldser! ist's mir der Weg zum Schauen. Ich preise dich! Erfors sche mich, und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still' meinen Dank die weine. 10. Bergess' ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver gessen. HErr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. Von Von der Auferstehung Jesu. 96. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. re! Singt JEsu Christo Lob und Ehre! wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden; er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht! Preis ihm, er hat's vollbracht! Halleluja! Er hat's voll bracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Sund und Tod bezwungen, hat uns von banger Furcht befrey't. Wir von Gott gefall'ne Sün der sind nun durch ihn erlöst, find Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald ents schlafen wir, entschlafen, JE fu, dir, ruh'n in Friede, die turze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Ob uns Gråber gleich bedecken, wirst du doch unsern Staub erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergånglich Leben, und Kraft und Herrlichkeit ihm ge: ben, dem Staube, der dir hei: lig ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig seyn. Halles luja! Tod und Gericht er schreckt uns nicht, denn JE. fus, unser Mittler, lebt. 75 4. Lob sey, Bater, deinem Namen! Gelobt sey Christus! Amen! Amen! Geldbet sey seinen Seraphinen, die heilis ger, als wir, ihm dienen, wird nie Jehova g'nug gepreist; doch ihr anbetend Chor lobs singt zu ihm empor: Heilig, heilig ist unser Gott, Gott Zebaoth, die Welt ist seiner Ehren voll. 97. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. Mein Heiland lebt, er hat die Macht des Todes ganz bezwungen und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hålt, den Tod, o JEsu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bey der Gråber, Grauen. Ich bingetreft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deine Todtenrufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 4. Bie 76 Von der Auferstehung JEsu. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an; låss st in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last A98. Mel. JEfus, meine Zuversicht. Esus lebt, mit ihm auch Beschwert, an Leib und Seele S ich. Tod, wo sind nun ganz verklärt, leb' ich bey dir dann ewig. deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von dem Todten auferwecken. Er vers klärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. JEsus lebt, ihm ist das Reich über alle Weit gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 5. O welch ein selig Theil ist mir auf jene Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bey dir. Von dir, o HErr, geleitet, werd' ich in deinem Himmels reich, unsterblich, deinen En geln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frey von Schmerz und Müh', von Se ligen umgeben, genießen dei ner Herrlichkeit. D, was find Leiden dieser Zeit, HErr, ge: gen jene Freuden? 7. Laß die zukünft'ge Herr lichkeit mir stets vor Augen schweben, und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwach, heit uns mehr drückt, wo wir, derSterblichkeit entrückt, froh lockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach: zustreben, und als dein Jün ger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst das mit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben. 3. JEsus lebt, wer nun verzagt, denkt sein nicht zu Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Unser Gott verstößt uns nicht; dies ist meine Zus versicht. 4. JEsus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Seines Her zens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er vers läßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. JEsus lebt, ich bin ges wiß, nichts soll mich von JE, su scheiden, keine Macht der Finsterniß, teine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meis ne Zuversicht. 6. JEsus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Le. Von der Auferstehung JEsu. Leben. Welchen Trost in To: desnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: HErr, HErr, meine Zuversicht! 99. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. ( Die Melodie der beiden er sten Zeilen wird aber nicht wiederholt.) reis dem Todesüberwin der! Sieh', er starb auf Golgatha! Preis dem Heilis ger der Sünder, Preis ihm und Halleluja! Was er uns verhieß, geschah! Singt, des neuen Bundes Kinder! Aus dem Grab' eilt er hervor, sin -get ihm im höhern Chor. 2. Du, der uns nun nicht, verdammet, wie erhebt dein Lob den Geist! Ganz von deis ner Lieb' entflammet, rühmt er, dankt er, und entreißt die ser Welt sich, denn er preist dich, der ihn nun nicht vers dammet. JEsus hat sein Werk vollbracht, er war todt und ist erwacht. 3. Da in Morgendämmes rungen noch verhüllt die Erde schwieg; da zu tiefern Anbes tungen Gottes Engel nieders stieg, aber jetzt noch bebend schwieg; da erstand der HErr! da sungen aller Himmel Chöre dir, Todesüberwinder, dir. 4. Bey den Todten ihn zu finden, ging sie hin, wo JE fus schlief. Ach, was mußte TOOME 77 sie empfinden, als er sanft: Maria! rief; und als sie: Mein Lehrer! rief! HErr, einst werd' auch ich dich fins den, wo dein Gott ist und mein Gott: ruft mich nun zu dir der Tod. 5. Wenn ich aus dem Gras be gehe, wenn mein Staub verklåret ist, wenn ich, HErr, dein Antlitz sehe, dich, mein Mittler, JEsu Christ, dich, Verklärter, wie du bist: o dann, wenn ich auferstehe, hab' ich, du, der Sünder Heil, ganz an deinem Leben Theil. 6. Jßt, da ich an dich nur glaube, seh' ich dunkel und von fern', ich, ein Wandrer noch im Staube, dich, die Herrlichkeit des HErrn! Dens noch, obwohl schwach und fern, dennoch, wenn ich in nig glaube, wenn ich dürfte, strömt mir Ruh' deines Tod's und Lebens zu. 7. Singt dem HErrn, singt ihm nun Psalmen! JEsus Christus hat gesiegt! Streu't dem Ueberwinder Palmen, die ihrbang'und weinend schwiegt, als er starb! Er hat gesiegt! Zu der Himmel höhern Pfals men, zu der Ueberwinder Chor steig' auch unser Lied empor! 8. Uleberwunden, überwun den hat der HErr der Herrs lichkeit! Sich', er schlummerte nur Stunden in des Grabes Dunkelheit, und da überwand er weit! Ueberwunden, übers wüns 78 Von der Auferstehung JEsu. wunden hat dereinst auch uns ser Geist, wenn des Staubes Fessel reißt. 100. Mel. Erschienen ist der 2c. erfreut, des hohen Tag's der Herrlichkeit; halt' im Gedächtniß JEsum Chrift, der von dem Tod' erstanden ist. Halleluja! 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien', als språch'er: Friede seyymit dir; so freue dich, mein Geist, in mir. Halleluja! 3. Schau' über dich und bet' ihn an. Er mißt den Sters nen ihre Bahn; er lebt und herrscht, mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. Halleluja! 4. Macht, Ruhm und Ho heit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sey gebenedeyt, von nun an bis in Ewigkeit! Hal leluja! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Mas jestát, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? Hal leluja! 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heis lig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; HErr, welche Herrlichkeit ist mein! Halle: luja! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Verwuns drung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. Halleluja! 8. Du, der du in den Hims meln thronst, ich soll da woh nen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein Vertrau'n, in meinem Fleische dich zu schau'n! Halleluja! 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken götts lich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe geh'n, und rein zu deiner Rechten steh'n. Halleluja! 10. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt unsnicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. Halleluja! ✔ 11. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deis nem Bilde stets erneu'. Halleluja! 12. Er ist's, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß JEsum Chrift, der von dem Tod' erstanden ist. Halleluja! 101. Froh Mel. Wie schon leucht't uns 2c. rohlockt dem HErrn! Bringt Los und Dank ihm, Von der Auferstehung JEsu. ihm, der des Todes Macht be zwang, und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenrdthe. Bebet, gebet, stolze Spotter unserm Retter Preis und Ehre, huldigt ihm und seiner Lehre! 2. Preis ihm! Heil uns, fein Grab ist leer; fest stehet, wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut, er hat den Tempel neu gebaut, den Feindeswuth gebrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens. Auf ihn hoffst du nicht verges bend. 3. Zum höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein, doch wird es nicht verloren seyn; vertlårt giebt er's dir wieder. Herrlich wird sich dann aufs neue seine Treue offenbaren. Volles Heil wirst du erfahren. 102. Mel. Man lobt dich in der 2. Robfinge, meine Seele, dem Auferstandnen, bet ihn an. Lobsing' ihm und erzähle, was dir zum Heil der HErr gethan. Er hat für dich ge rungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwuns 79 gen und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwächt, da er entstand. Nun läßt uns Gott einst schaus en der Frommen Vaterland. 2. Froh führte seine Sonne den festlich frohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf, mein Heis land auf. Gedanke, der ju Freuden des Himmels mich ers hebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! des hohen Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund ers bebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh', er lebet! Er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wan ken, er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, dans ken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freu den hin und zeigen von ihm bis in den Tod. 4. HErr, deine Boten sie gen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Götentempel lies gen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Nietter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der HErr ist mein Vera Von der Auferstehung JEsu. Vertrauen; er starb für mich Banden, der du vom Tod' und lebt. erstanden. 80 103. 104. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Mel. Err Jesu Christ ic. meine Seele as Grab ist des Höchsten Sohn verläßt W feind bebe, ob ewig, fie die Gruft, nun lieget zu seis nem Fuß der Tod. Entfloh'n ist Schmerz und Leid; er sie get. Du, den der Engel Loblied preist, entreiß', Erstand ner, meinen Geist den Lüsten dieser Erde, daß er dir heilig werde. 2. Du lebst, und leben soll auch ich; o Wonne! mit dir leben. Ich kenne dich; es hat auch mich dein Vater dir gegeben. Doch in dein hohes Reich zu geh'n, einst deine Herrlichkeit zu seh'n, mit dir, mit dir zu erben, muß erst der Sünd' ich sterben. auch ewig lebt, dann reich' dem Bebenden die Hand, du, der vom Tode auferstand. 2. Wenn bånger meinem Herzen ist, ob du von Gott gesendet bist, dann bürge mir dein leeres Grab, daß Gott dich lohnte, der dich gab.. 3. Wenn Zweifel meinen Glauben trübt, ob Gott mich Sünder, auch mich liebt, dann, Auferstandner, bring' ein Blick auf deinen Sieg mir Ruh zurück. 4. Für mich nahmst du die Menschheit an, für mich gingst du des Todes Bahn, und hoher Segen wäre nicht, daß Gott des Grabes Fesseln bricht? 3. O mein Erretter, wirke du in mir die frommen Triebe; gieb, daß ich ohne Rast und Ruh' mich in der Tugend übe. Vom Schlummer meiner Si Von der Rückkehr JEsu cherheit erwecke mich; laß teis ne Zeit mir ungenußt verges hen, vom Schlummer aufzus stehen. zu Gott. 105. Mel. Niir nach, spricht Christ. 4. Erstanden bist du, lehr' auch mich im neuen Leben Mit Preis und Ruhm ges wandeln, durch dich gestärkt, belohnt durch dich, nach deis nem Vorbild handeln; bin ich entschlafen, wecke du auch meinen Staub, nach kurzer Ruh', Ids' ihm des Todes krönt, hast du dein großes Werk geendet, schau'st. auf dein Tagewerk mit Ruh', denn alles ist vollendet. Dein ist der Sieg nach Kampf und Streit. Du wohnst nun in der Herrlichkeit. 2, Du Von der Rückkehr JEsu zu Gott. 2. Du schau'st herab und siehst den Lohn für deiner Leis den Menge. Stets sammeln zu dir, Gottes Sohn, im fröh: lichen Gedränge sich Schaaren, hoch durch dich beglückt, bes lehrt, geheiligt und erquickt. 3. Aus allen Völkern koms men sie niühselig und beladen, und suchen Ruh' und finden sie, und sind des Jochs entlas den, weih'n freudig sich dir, Gottes Sohn, und werden deis ner Arbeit Lohn. 4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsterniß verloh ren. Welch eine Schaar von Kindern wird dir durch dein Wort gebohren, wie auf der Frischen Morgenau' auf Blus men ungezählt der Thau. 5. Sie alle selig und durch dich, Lohn deinem großen Her. zen, das nur für Andre klopfte, sich vergaß bey Quaal und Schmerzen. Gerettet alle, les bend dir, und unter ihnen, HErr, auch wir. 6. Auch wir!- O schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder, auch wir sind deiner Arbeit Lohn, zwar sterblich noch, noch Sünder; doch, das ist unsre Zuversicht, einst sündenfrey und sterblich nicht. 81 allen sey, dir, seinem Retter, ungetreu! GHR 8. Was wird das seyn, wenn in die Schaar, die du zum Schau'n erhoben, auch wir uns drången, mit der Schaar dich unsre Lieder los ben. Das Herz von reinerm Danke glüht, der Blick dich freudeweinend sieht. 9. Vollenden Hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk voll bringen, und ist's vollbracht, zu dir hinauf die Seele freu dig schwingen, dort, wie du, an des Richters Thron auch finden guter Thaten Lohn. 106. Ueber Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Teber aller Himmel Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du, Mittler unsrer. Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du haft die Sünden Welt mit deinem Licht erhellt, Preis und Ehre sey, JEsu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. ? 2. Deines Vaters Gnadens willen auf Erden völlig zu ers füllen, warst du gehorsam bis zum Tod. ,, Sige, Sohn, auf meinem Throne! Dir geb' ich meine Welt zum Lohne und meine Herrlichkeit," sprach Gott. Wie herrlich ist dein Erhöhter! Gottes Ihr, ihr Frommen, folgt 7. O daß, Beseliger, wir nie dich, unser Heil, verkens nen; mit schwächerm Danke, JEfu, nie dich preisen, tålter Lohn! nennen! 2ch keiner von uns Gohn! 82 Von der Rückkehr JEsu folgt treu ihm nach, durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine traurenden Er 18sten, o HErr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der beßren Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sah'n deis ne Freunde. Auch wir em pfah'n, auf dieser Bahn, der einst, vondir, die Kron' am Ziel. 4. Uns die Ståtte zu berei ten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wieder kommen, und zu dir alle deine Frommen versam: mein in dies Baterland. Ge weiht hast du uns Gott und dir, durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welche Wonne wird uns werden, wenn wir dich wie derseh'n auf Erden in aller Majestät des HErrn! Das wird seyn ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schau'n wir dich nicht mehr von fern, dann seh'n wir hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit. Welt eridser! Dann führeft du der Wonn' uns zu, die bey dir ist in Ewigkeit. 107. Mel. Wie wohl ist mir, Sollendet ist dein Wert; unser Heil! Uns lieber Gott, vollendet, o Welterlöser, der dich gesendet, und seine Gnad' ist unser Theil. Erheb', erhebe dich vom Staube, zum vollen Schau'n wird nun dein Glaube, o Sieger, himmlisch wird dein Licht! Dich will, nach deinem Leid und Thra nen, dein Gott mit Herrlich, feiten krönen, vor aller Hims mel Angesicht. 2. Heil dir! des Himmels Pforten schließen vor dir sich auf, des Vaters Sohn! Der Erde Niedrigkeit entriffar krönt Ehre dich; es kommt dein Lohn. Noch segnest du die Treugeliebten, noch senkst du Trost auf die Betrübten, strömst süße Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn's, du bist von Gott gekommen, wirst mit Triumph dort aufgenom men: zur hohen Wonne wird ihr Schmerz. 3. Ich seh' empor zu dir, Vertreter! Dich bet' ich still mit Thrånen an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter, im Staube dir gefallen kann. Zwar fallen vor dir Engel nie, der: doch auch der Engel höh're Lieder verdrången nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgehobnen Händen wirst du nicht weg dein Antlig wenden; du zu Gott. du siehst den Dank, der in mir glüht. 4. Gieb meinem Glauben Muth und Leben, sich über Erde, Welt und Zeit mit star ken Flügeln zu erheben zu dir in deine Herrlichkeit! O du, der mich vom Tod' errettet, von Erd' und Himmel anges betet, durch den sich Gott mit uns vereint: du aller Welten HErr und Führer, der Geister ewiger Regierer, du bist mein Bruder, bist mein Freund. 5. Einst wirst du herrlich wiederkommen zum Weltge: richt; dein Lohn mit dir. Frohs lockend heben dann die From men die Häupter zu dir auf mit mir. Dann werden auf den Wolkenwagen dich Millios nen Engel tragen. Du wirstin deiner Herrlichkeit, HErr, allen, die jetzt zu dir weinen, vom Himmel als ihr Freund erscheinen, und Jubel wird der Erde Leid. 108. Mel. Erschienen ist der zc. Dit allen Engeln beugen Mwir heut unsre Knie und singen dir. Mit allen Christen beugen wir heut'uns ser Knie, o HErr, vor dir. Gelobt sey Gott! 2. Weit über alle Majestät hat dich nun Gott, dein Gott, erhöht; doch bist du auf der Himmel Thron jetzt unser Freund, einst unser Lohn. Gelobt sey Gott! 83 3. Auch uns, nach wohl vollbrachtem Lauf, nimmst du zu deinem Himmel auf. Einst, denn das sagt dein Wort uns zu, sind wir unsterblich gleich wie du. Gelobt sey Gott! 4. O zeuch uns immer mehr zu dir. Laß uns, so lang' wir leben hier, nur suchen das, was droben ist, wo du, vers klårter Heiland, bist. Gelobt sey Gott! Von der Ausbreitung der Lehre JEsu, oder der Mittheilung des heili gen Geistes. 109. Mel. Zeut' triumphiretGottes. rhaben über alles Leid, lebt in des Himmels Herrs lichkeit mein JEsus nun, der für uns starb. Gekrönt von Gott mit Preis und Chr', lebt er, und stirbt hinfort nicht mehr; er, dessen Lieb' uns Heil erwarb, 2. Ganz ungestört genießt er nun die Wonne Gottes, wohlzuthun; wer nur auf seis ne Stimme hört, dem giebt er am erworbnen Heil schon hier und einst auf ewig Theil. Wohl dem, der ihn von Hers zen ehrt. 3. Er lebt und herrscht voll Majestát. So weit der ganze Weltkreis geht: so weit ers f 2 streckt 84 Von der Ausbreitung der Lehre JEsu, streckt sich seine Macht. Durch seine Hand geht hier und dort der Rathschluß seines Vaters fort. Auf immer sey ihm Preis gebracht! 110. 4. Der Engel Heer, die Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. Seraphim, und alle Himmel jauchzen ihm. Auf! bet auch du, mein Geist, ihn an! ihn, der hier mit Zufriedenheit, und dort mit voller Seligkeit dich segnen will und segnen kann. 5. O du, der Deinen glor: reich Haupt, an den mein Herz mit Freuden glaubt, wie viel, wie viel hab' ich an dir! Wenn alle Welt mich auch vergißt, und du nur eingedenk mein bist, so bin ich froh, so gnus get mir. 6. Und wahrlich, du vers giß'st mein nicht. Was mir zum wahren Wohl gebricht, ist dir weit mehr, als mir bes wußt. Und was mir nüßt, das wendest du mir gern zu meiner Freude zu; denn Men fchenglück ist deine Lust. 7. Drum hoffet auch mein Herz auf dich. Und, o mein Heil, wie freu' ich mich, daß du auch mir im Himmel lebst, auch da für meine Wohlfarth wachst, mich heilig und zufries den machst, und einst zu deis nem Reich erhebst. 8. Wie froh werd' ich nicht dann erst seyn, wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, nun deinem Throne nahe bin! Dann schau' ich, HErr, durch dich erhöht, die Größe deiner Majestät, zum Preise dir, mir zum Gewinn. H Err! du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deis ner Herrlichkeit: und mich drücken noch die Leiden dieser unvollkommnen Zeit. Gieb mir, JEsu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft hier also zurücke lege, daß ich dein stets bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, die mein ganzes Herz zu weih'n. Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich mein Flehn zu dir hinauf, helf seinen Troft erfreu'n. Stig er meiner Schwachheit auf; und du selber woll'st im Beten bey dem Vater mich vertreten. 3. Lehre mich die Welt vers achten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Er. löser! bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde zichn, da ich jenseit überm Grabe eine größreHoffmung habe? 4. Diese müsse nichts mir rauben, wenn ich auch schwer leiden muß. Selig bin ich hier im Glauben, dort im himm lischen Genuß. Dort belohnst du das Vertrau'n deiner Glau bigen im Schau'n, und ver, wan: oder der Mittheilung des heil. Geistes. 85 der Schaar der Zeugen, die ihn preist. Sie sterben froh für seine Lehre, daß sich der Erde kreis zu ihm kehre. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! wandelst ihre Leiden in unends lich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Haus se zu: rufft du frühe oder spåte mich zu meines Grabes Ruh', so erleuchte du die Nacht, die des Todes That mir macht; du hast ja den Tod bezwuns gen und den Sieg für uns er rungen. 6. Kommst du endlich glors reich wieder an dem Ende die fer Zeit; o! so sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit. Heil'ge und vers klar' sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, nach der Nichs tigkeit der Erde, deinem Leibe Ahnlich werde. 111. Mel. Komm, heiliger Geist ic. Tag, der uns des va ters 3. Gesandt von JEsu, gehn sie gern, und sammlen überall dem HErrn aus Feinden selbst, die sich empören, Apostel, die ihn muthig lehren. Umsonst bes stürmt sie Grimm und Spott, sie siegen dennoch, stark durch Gott, trots alles Drohn's und alles Spottes, und wirken große Thaten Gottes. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Heil verkündigt hat, mit In brunst sey von allen Zungen, zu seinem Preis, o Tag, be sungen. Die Erde lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt, du haft den dicken Finsternissen, nach langer Nacht, die Welt entrissen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 4. Der HErr mit euch! Der HErr mit euch! Ihr bauet ihm sein neues Reich; nun herrscht der HErr auch unter Heiden, und Völker die nen ihm mit Freuden. Nun ternt die Welt, erhellt und frey vom Joche der Abgötte: rey, den 2. Singt JEsu Dank! Er ward erhöht auf Gottes Thron voll Majestät. Nun segnet gnädig seine Jünger der tri: umphirende Vollbringer. Er sendet den verheißnen Geist Schöpfer kennen, und ihn durch Christum Bater nennen. Gelobt sen Gott! Gelobt sey Gott! 5. Auch uns hat dieses Se gens Kraft, zu der beglückten Bürgerschaft in JEsu großes Reich geführet. Wir preisen laut, vom Dank gerühret. Laß dieses Segens uns zu freu'n, uns seiner, Vater, würdig seyn. Erheb' uns, die wir dir vertrauen, durch unfern Glauben einst zum Schauen. Preis sey dem HErrn! Preis sey dem HErrn! fs 112. 86 Von der Ausbreitung der Lehre JEsu. 112. Mel. Err Jesu Christ, dich. Inbetung sey dir, Gott, ges den Tag gemacht, mit welchem deiner Gnade Nath sich in der Welt verbreitet hat. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammlen Jünger ihrem HErrn. Vom Anfang bis zum Niedergang preist ihn der Völker Lobge: sang. 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Geßendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 113. 3. Auf JEsu Boten ließ er Mel. Romm, heiliger Geist zc. sich herab mit Segen ſichtbar. von Gott gesandt! Mach des HErrn, lich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. deine Kraft auch uns bekannt. Geuß deines Trostes Seligkeis ten auf uns, die Christo sich weihten. Die Gläub'gen ler Welt führst du ins Heiligs thum, zu Gottes Ruh'. Es schall Anbetung dir zum Ruhme! Singt, Völker, ihm im Heiligthume! Halleluja! Halleluja! 5. Umsonst bestürmt fie Grimm und Spott; sie siegen stark, durch ihn, o Gott. Ihr Schuß ist JEsus; und ihr Ruhm sein theures Evange, lium. 6. Und dieser Predigt fro: her Schall erfüllt den Erdkreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und JE sum, deinen Sohn. 8. Erhalt' uns deiner Wahrheit treu, mach) uns von Sünd' und Irrthum frey; Geiſt 7. Noch dauert dieser Se: gen fort; noch siegt, o Ewis ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir den Glanze jenes Lichts von dir. ten an, und leit' uns auf der Tugend Bahn. 9. Bis wir dereinst im hels lern Licht von Angesicht zu Ans gesicht dich schau'n, und in des Himmels Höh'n durch dich auch uns verherrlicht seh'n. 2. Du heiliges Licht! stars ter Hort! Durch dich leucht' uns des Lebens Wort! Den Ewigen lehr' uns erkennen, von Herzen Vater ihn nens nen. Ein neuer Irrthum ist erwacht; zerstreue du des Irrthums Nacht. Sie wol len, HErr! uns unsern Glaus ben, den Mittler, JEfum Chriftum, rauben. Bekehre sie! Bekehre sie! 3. Du heilige Ruh'! süßer Trost! Hilf, daß wir freudig und oder der Mittheilung des heil. Geistes: 87 und getroft in unsers Gottes ger schreckt nicht Pein und Dienste siegen: unter teiner Müh'; der Geist der Stärke Noth erliegen. Dies Leben stårkte sie in Martern und im ist der Prüfung Zeit; wir Tode. Sie blieben ihrem Kd überwinden durch dich weit. nig treu, bekannten ſeinen Hilf einst denn auch uns sieg. Namen frey, und tobten ihn haft ringen und durch den Tod im Tode. ins Leben dringen. Halleluja! Halleluja! 114. Di Mel. Lin Lamm geht hin zc. ir, Vater! dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt und unvergånglich's Leben! Ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch under preist, zur Erde haft gesendet! Der Geist der Wahrheit kam herab, der dei nen Knechten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. 4. Noch ist bist du der Geist der Kraft, noch ist der Menschen Lehrer, der JEsu neue Jünger schafft, des Süns denreichs Zerstörer. In Sün -dern wirkst du Buß' und Leid, in frommen Seelen Trost und Freud', und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh', und hilft uns überwinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heil'ge meine Triebe! Schaff' du in mir ein neues Herz, gieb wahre Buß und Suns denschmerz, hilf mir im Glaus ben beten. In bangen Stuns den tröste mich, und zeige volk Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen. 2. Erfüllt von seiner Wuns derkraft, geh'n sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis hört erfreu't die Botschaft unfrer Seligkeit; Licht, Wahr heit, Tugend siegen. Das Laster und die Blindheit flieht; wo man dich), Gott! als Leh. rer sieht, muß Irrthum un terliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name JEsu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jüne Von dem göttlichen Un terricht und der heil. Schrift. 115. Mel. Tun freu't euch, lieben 2c. obt Gott in seinem Heilig. thum, die ihr den Höchs ften f4 88 ften tennet, der uns sein Evans gelium von Jugend an ver gönnet; der uns den Weg zur Wahrheit zeigt, und unserHerz zum Guten neigt. Gebt uns ferm Gott die Ehre! Von dem göttlichen Unterricht 2. HErr, durch dies Wort erkennen wir: im Himmel und auf Erden tommt alles, alles nur von dir, du hießest Wel ten werden. Der du des Ses gens Quelle bist, deß Furcht der Weisheit Anfang ist, dir, dir gebühret Ehre! gebühret Ehre! 4. Durch dies Wort wird auch uns der Geist, der uns zur Wahrheit leitet, zur Gots tesfurcht uns unterweist, uns stärkt und vollbereitet. Er giebt uns Freudigkeit in's Herz, versüßt uns einst des Lodes Schmerz, und hilft uns überwinden. 6. Den Weg der Wahrheit wählen wir, wir wissen deis nen Willen; gieb uns die Kraft, sie kömmt von dir, ihn immer zu erfüllen. Erhalt' in deiner Furcht das Herz, daß es in Freuden und im Schmerz sich kindlich an dich halte. 3. Dein Wort entdecket uns das Heil, das du der Welt ges geben; dir, JEsu, durch den unser Theil hier Ruhe ist, dort Leben; der du für uns am und uns ein Mel. Wir Christenleute ewig Heil erwarbst, dir, die W JEfu Christ, dein weiser Unterricht für meine Seele! Hier hab' ich Licht, dabey ich nicht, acht' ich darauf, den Weg des Heils verfehle. 5. Sey innig, HErr, das für gepreist, du, den wir Bas ter nennen! Von dem, was uns dein Wort verheißt, soll ewig uns nichts trennen. Nicht Ruhm der Menschen, nicht ihr Spott, nicht Trübsal, selber nicht der Tod, nichts soll uns von dir scheiden. 7. HErr, wir sind dein; verlaß uns nicht; stårk' uns in unserm Glauben; vermehre unsre Zuversicht; laß niemand uns sie rauben. Getreu bist du; auch uns mach' treu, daß uns dein Wort stets wichtig sey. Preis sey dir, Dank und Ehre! 116. 2. Es macht mir klar, wie, eh' ich war, mein Gott voll Huld, erbarmend, mein ges dachte, und gnadenvoll zu meis nem Wohl dich, seinen Sohn, auch mir zum Helfer machte. 3. Es lehret mich, wie williglich du für die Welt voll Sünder bist gestorben; und wie du ihr, und wie du mir, was uns zum ew'gen Heil führt, selbst erworben. 4. Daß Gott voll Huld mir meine Schuld, wenn sie mich reu't, als Vater will vers zeihen, und der heil. Schrift. zeihen, und Kraft genung zur Heiligung, wenn ich mit Ernst sie suche, will verleihen. 5. Daß meinen Geist, was Sterben heißt, gewiß nicht trifft, wenn gleich mein Leib muß sterben; daß der auch einst, wenn du erscheinst, vom Grab erweckt, Unsterblichkeit wird erben; 6. Daß mir die Zeit, zur Ewigkeit mich anzuschicken, ist von Gott gegeben; daß, wenn ich dir treu folge hier, ich dann auf immer dort soll glücklich leben; 7. Daß alles Leid der Pil gerzeit in Wonne sich alsdann für mich verkehret: das alles bar von Gottes Rath mich, HErr, dein weiser Unterricht gelehret. 8.0 welche Kraft verspricht und schafft mir nun dein Wort zum seligen Bemühen, den Sinn der Welt, der dir miß, fällt, und alle schndde Sün. denlust zu fliehen! 9. Und wie zerstreut in je: dem Leid dies Wort den Kum mer, der mich niederdrücket! Die Schwermuth weicht, das Herz wird leicht, wenn mich der Trost, den es enthält, er: quicket. 117.8 117. Erre Gott! dein ic. HErr, mein Hort! dein heil'ges Wort ist meines Geistes Leben. Es macht gewiß; in Finsterniß wird mich dies Licht umgeben. HErr! zeige mir den Weg zu dir, laß mich ihn treu bewah. ren. Dein Wort versprichts: laß, Gott des Lichts! mir Gnade wiederfahren. 2. Eröffne du, zu meiner Ruh', die Augen meiner Sees le, daß ich erfreut die Seligs keit, die du uns schenkst, ers wähle. Wie herrlich hat dein guter Rath mich durch dein Wort regieret! Wenn ich ges irrt, hast du, o hirt! mich treu zurück geführet. 3. Dein Wort, HErr! lehrt den, der es hört, daß du Beruf und Leben, in dies ser Zeit die Seligkeit zu schaf fen, uns gegeben. Es giebt Verstand und macht bekannt, wornach wir ringen müssen. Wer's sucht und liebt, ers forscht und übt; wird deinen Willen wissen. 10. O laß dies Wort, HErr, immerfort mein ganzes Herz zu deinem Dienst beleben; und hört mein Lauf hienieden auf, so mús' es mir noch Trost im Tode geben. 89 Mel. 4. Nichts tröstet so, nichts macht so froh, als deines Wors tes Weide. Nicht Macht, nicht Gutgiebt solchen Muth, schenkt uns so große Freude. Dein Wort allein ist Trost in Pein, ist unser Sieg in Schmerzen; und keine Noth, kein Feind, kein Tod, entreißt es from men Herzen. f 5 5. Wenn 90 Von dem göttlichen Unterricht 5. Wenn alles bricht; vers geht doch nicht, was uns dein Zeugniß lehret. Dein Wort, o Gott, verletzt kein Spott, es bleibt wohl unversehret. Es macht uns frey, fromm und getreu; lehrt Christen muthig fiegen. Stets sey dein Wort, o HErr, mein Hort! mein seligstes Vergnügen. 118. Ko Mel. Liebster Jesu, wir sindic. dftlich, o mein Heiland, ist deines Wortes Gnas denlehre. Wem du Licht und Weisheit bist, der lebt recht zu Gottes Ehre; und es wird zu seinem Heile volle Gmüge ihm zu Theile.. 2. In dem Glanz von deis nem Licht lernen wir erst Gott erkennen, ihn mit Herzens Zuversicht unsern lieben Vater nennen, und, nach seinem heil'. gen Willen, unsre Pflichten fromm erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Belt nimmermehr erforschet haben, das hast du ins Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es an unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld, unsern tiefen Seelen schaden; aber auch des Höchs sten Huld und den Reichthum ſeiner Gnaden; lehrſt und, gnädige Vergebung finden. 5. Du rufft uns holdselig zu: ,, Kommt zu mir, ihr můden Seelen! Es soll euch zu eurer Ruh' nicht bey mir am Troste fehlen; werdet ihr von mir nur lernen, wird der Kummer sich entfernen." 6.HErr! dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeus gen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Knie beu gen, daß du noch dies Wort erfüllest und die bange Seele stillest. 7. Nimm auch gnådig hin den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe, hdre meis nen Lobgesang, den ich hoch. erfreut dir singe: du heilst als len meinen Schaden, trdnet trdnest mich mit Gnaden. 8. Köstlicher, als alles Gold, HErr, ist deines Wortes Lehre. Gott ist meiner Seele hold. Dank dir, ewig Dank und Ehre, daß du mich so hoch ers. hoben! Dort werd' ich dich beffer loben. 9. Weil indeß ich hier noch bin, will ich dir zu Ehren wandeln, täglich in verneutem Sinn, HErr, nach deinem Willen handeln. So sterb' ich auf deinen Namen einst getrost und fröhlich. Amen. 119. Mel. Wer nur den lieben Gott. er du dein Wort mir haft gegeben, wie preif' ich würdig dich dafür? Aus JEju Unters und der heil. Schrift. Unterricht quillt Leben für meis nen Geist, und Weisheit mir, Kennt' ich ihn, meinen Lehrer, nicht, wer gåbe mir den Trost, das Licht? 2.Auf ungewissem, finsterm Pfade würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; ach! unbes kannt mit deiner Gnade, in Gott den strengen Richter scheu'n. Bang' sucht' ich Hülfe in der Noth, und schrecklich wäre mir der Tod. 3. Doch diesen trüben Fins sternissen des Irrthums und der Sünde Macht hat JEsu 5. O laß mich dieser guten Lehre gehorchen stets mit größe rer Lust, und keines Zweiflers Spott zerstöhre ihr Trostges fühl in meiner Brust. Er erntet doch nur Neu' und Schmerz; und hohen Frieden fühlt mein Herz. 91 nen, JEsu Christ! send' uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrs heit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deinen Bater uns bekannt; er flammt zur Heiligung uns an, er leitet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! einst singen wir, Gott! heilig, heilig, heis lig dir! und schauen dich, in deinem Licht, von Angesicht zu Angesicht! 121. Mel. Ach Gott, mein rr 2. Lehre mich entrisſen, ihr Licht Gott ist mein Hort, und auf sein zerstreut Zweifels Nacht, lehrt mich, wie viel Gott für mich that, und ebnet selbst den rauhsten Pfad. meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glaus ben, nicht im Schauen. 4. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen, ich kenne bes fer meine Pflicht; weiß, muß ich gleich im Tod' entschlafen, so stirbt mein ew'ger Geist doch nicht, der Werke Lohn folgt dort ihm nach, und Gott er füllt, was er versprach. 120. Mel. Err JEfu Christ, dich. er du stets unsre Zuflucht bist, sey mit den Dei D 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o HErr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wos fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstund ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übers geben. 5. Den ew'gen Diath, die Missethat der Sünder zu vergeben, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch) dein Wort gegeben. 6 Nun 92 Von dem göttlichen Unterricht 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Süns den nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. HErr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hast's uns gegeben! Es sey mein Theil, es sey mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! 122. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. Err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich dich und mich erkenne, daß ich voll Ver: trauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden, weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber, laß mich nicht als lein richtig seinen Sinn vers stehen! Laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen, denn sonst werd' ich bey dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Sieb, daß ich den Un: terricht, deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sey in meinen Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Laß mich durch der Wahrheit Licht heller stets, o Gott, erkennen jener Herrlich keit Gewicht, und wie glück lich der zu nennen, der darnach) mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet. 6. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissen haft, als dein treues Kind zu wandeln! So wird einst in jenem Leben, mich ein hell'res Licht umgeben. 123. Mel. Tum sich der Tag geendet. Bicht um ein flüchtig's Gut der Zeit; ich fleh' m deinen Geist, Gott! den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe ges gen dich. 3. Dich lieben, Gott! ist Seligkeit; gern thun, was die gefällt, wirkt edlere Zufries denheit, als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab' ich Vers trau'n zu dir, dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig seyst. 5. Er und der heil. Schrift. 5. Er leite mich zur Wahr: heit hin, zur Tugend stårk' er mich, beweise, wenn ich traus rig bin, auch mir, als Tröster, sich. 6. Er schaff' in mir ein reis nes Herz, versiegle deine Huld und waffne mich in jedem Schmerz, mit Muth und mit Geduld. 124. Mel. 7un bitten wir den 2c. ich flehen wir, der Weis ich flehen wir, der Weis: heit Geist du, der uns den Weg zum Leben weist, lehre jeden Irrthum uns über winden, uns den Weg zum Unendlichen finden, Geist der Auserwählten! 2. Es ist des Lebens wahr': ste Ruh', führt uns einem sanften Tode zu, dein'Erkennts niß, Mittler! wie Felsen stes hen, stehts; wenn Himmel und Erde vergehen, bleibt's noch unsre Bonne. 125. Mel. Liebster Jesu, wir sindic. Dein Erlöser der du mich M dir zum Eigenthum er kaufet; als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke 93 3. Wenn wir des Vaters Willen thun, können wir im sichern Frieden ruh'n, still und unüberwindlich; des Vaters Willen lehr' uns, göttlicher Tröster! erfüllen, lauter und mit Einfalt. 4. Den Beter sieht Gott gnådig an, der aus ganzer Seele beten kann. Hilf, o Geist der Gnaden, uns mäch tig beten! hilf zum Vater, zum Vater, uns beten kinds lich, unaussprechlich! Von der Aufnahme in die Gesellschaft der Christen 5. Geist Gottes, die die widersteh'n, laß sie, ach! nicht ewig untergehn, deinem To desurtheil sie noch entrinnen, noch ins ewige Leben entrins nen! HErr erbarm' dich ihrer! oder von der Taufe. mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße. barkeit meiner Taufe Bund betrachten, laß es mich zu jes der Zeit für mein größtes Wohlseyn achten, wenn ich, JEsu, 94 Von der Aufnahme JEsu, deinen Willen treulich suchen zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zu rücke. Nur ein wahres Chris stenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Alle Lust der Welt vergehet, Gottes Gnade nur bestchet. 4. Laß mich drum, wie dirs gefällt, deinem Dienst, HErr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe! 126. Mel. Tun sich der Tag geendet. dh preise dich voll Dank J barkeit, daß ich zum Christenthum von Kindheit an bin eingeweiht, dein ganzes Eigenthum. 2. So lernt' ich schon als Kind verstehn, was dein alls weiser Rath auch mir zum ew'gen Wohlergehn voll Huld geordnet hat. 3. Erleuchtet durch dein heil'ges Wort sah ich die sichre Bahn, auf der wir hier uns und auch dort dem großen Ziele nah'n. 4. Ich kannte noch das Las ster nicht, du warnteft mich dafür, und zogst mich durch der Wahrheit Licht, zur Tu gend und zu dir. 5. Wie dank' ich dir, Al liebender, für diese Batertreu'? Gieb, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sey. 6. Dir will ich, Gott, o stärke mich, mein ganzes Les ben weihn! Es freut mein Herz sich inniglich des Glücks, ein Christ zu seyn. 127. Mel. Tun danket alle Gott. rinnre dich, mein Geist, der feyerlichen Stunde, wo dir noch unbewußt, auch dich zum heil'gen Bunde, der Vors sicht Will' erkehr! Ein Chrift, ein Christ zu seyn, ward ich als Kind geweiht, dies hohe Glück ward mein! 2. Welch Licht und welche Ruh' schenkt mir mein hoher Glaube! Wie hebt er mich zu Gott empor vom Erdens staube! Dich, den Unendlis chen, den keiner fassen kann, vor dem der Erdkreis bebt, bet' ich als Vater an. 3. Des Vaters höchstes Bild, der Sohn von Gott gesendet, ward Licht und Vors bild mir. Wohin mein Blick sich wendet, sucht er vergebens doch die Weisheit, den Verstand, den Frieden für das Herz, den es bey JEsu fand. 4. Läßt sich durch Gottes Geist mein schwaches Herz regieren, so wird er mich zum Quell der reinsten Wahrheit führen. Lebt dieser Geist in mir, werd' ich ihm gleich ges sinnt, mehr hab' ich, mehr als in die Gesellschaft der Christen. als der, der eine Welt ges winnt. 5. Preis dir, mein HErr, mein Gott, an den ich ewig glaube! O daß dies hohe Glück mir nie ein Zweifler raube! Mein unverlierbar Gut sey echtes Christenthum; ein Schüler JEsu seyn mein allers höchster Ruhm! Vor der Taufe. 128. Mel. Jesus meine Zuversicht. etend nahen wir uns dir, bringen dir auf unsern Armen dieses Kind, dich fles hen wir, großer Vater, um Erbarmen! Es ist dein, es es väterlich. 2. Schwach und hülflos liegt es da, ohne Kraft, zu dir zu flehen. Aber du bist doch ihm nah', wirst sein Stams mein wohl verstehen; führst es aus der Nacht zum Licht, einst durch deinen Unterricht. 3. Sieh', wir weihen dir dies Pfand deiner våterlichen Güte; bitten, deine Bater: hand leit' es, warne und behúte, wenn es sich nicht leiten kann, selbst auf seines Lebens Bahn. 4. Zu der Christen hohem Glück ward es hier von dir erkohren. Ad), es weiche nie zurück, sey vergebens nicht ge bohren, hab' in JEsu Christi 95 Reich Bürgerrecht, und werd' ihm gleich. 5. Liebend, wie ein gutes Kind, müsf' es Gott als Vater ehren, seinem Willen gleich gesinnt, nur auf seine Stimme hören. Gottes Geist, erfülle du stets sein Herz mit Licht und Ruh. 6. Laß es unter Schmerz und Lust treu an seinen Pflich ten hangen; ach es nähre seis ne Brust nie ein unerlaubt Verlangen. Wenn sein Aug im Tode bricht, schau' es dort dein Angesicht. 129. Mel. Wer nur den lieben Gott. Err, der du keinen je vers ben dir genaht, nie unerfreut ihn von dir ließest, wenn er um deine Gnade bat, gelobt sey deine Freundlichkeit, die gern erhdret und erfreut. 2. Du hattest, Heiland, voll Erbarmen, an Kinderunschuld deine Lust: du würdigtest sie zu umarmen, du drückteft fie an deine Brust. ,, Laßt, sprachst du, laffet sie zu mir, denn wißt, das Himmelreich ist ihr." 3. Dir sey auch dieses Kind empfohten, dir, dessen Treu' unwandelbar. Wir bringen's, wie du selbst befohlen, dir in der heil'gen Taufe dar. O selig, kennt es einst den Werth des Glücks, daß es dir anges hört! Nach Von der Gedächtnißfeyer JEsu Nach der Taufe. ? uns zum Vertrauen, mit kinds lich frohem Sinn, gen Hims mel aufzuschauen, zu unserm Mel. un lob' mein' Seel' ic. Bater hin! Erweck' uns, zu 130. Geweiht zum Christenthuz ermeſſen! was uns ſein Wort dieses Kind verspricht, und nimmer zu Gott geweiht! Erzieh' es dir vergessen der ihm gelobten zum Ruhme, o Vater der Pflicht! Barmherzigkeit! Verlängert deine Liebe sein Leben, so vers leih' durch deines Geistes Tries be, daß es, dir immer treu, den hohen Werth der Tugend schon früh empfinden lern'. Es ziere seine Jugend die sel'ge Lust am HErrn. 2. Auch wir sind Gott Ge. weihte durch unsre Taufe: ihm sey Dank! Dies reize uns noch heute zu einem neuen Lobgesang! Entflamm' weltlich ist. 96 Von der Gedächtnißfever JEsu im heiligen Abendmahl. 131. Mel. Wer nur den lieben Gott. ier bin ich, JEsu, zu er: Leidensnacht, nach deinemgna denvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 3. Du Vater von uns Als len! O lehre du uns selber thun nach deinem Wohlgefals len! Laß deinen Segen auf uns ruhn. Du wirst zu dies sem Leben, wie du bisher ges than, was wir bedürfen, geben. Verleih uns nur alsdann die beste deiner Gaben, daß wir durch JEsum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvers. 2. Es werde, HErr, für mein Gewissen dein Abend. mahl ein Unterpfand, daß ich der Sündenschuld entrissen, bey dir und Gott Vergebung fand, so freuet meine Seele dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie start sind deines Mitleids Triebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gieb von deinem Todes schmerz heut' neuen Segen in mein Herz. . 4. Eag im heiligen Abendmahl. 9. Hier lieg' ich, HErr, zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n, laß 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schndden Mißbrauch nie ents neue Gnade auf mich fließen. weihen, was du so theuer mir. erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. Mein Heiland, laß es doch gescheh'n, daß mir zur Stårs kung meiner Treu' dein Abends mahl gesegnet sey. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o HErr und Heiland! hier an dich, gelobe dir bes stånd ge Treue bey deinem Mahle feyerlich. Dein eigen will ich immer seyn. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spottern schämen des Diens stes, den man dir mich nie zu einem Schritt bes quemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o HErr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Vers föhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwe re Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 97 8. Es stårte sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. 132. Mel. Ein Lamm geht hin zc. fuche dich mühselig und komme, und beladen. Gott, mein Erbars mer, würd'ge mich des Sies gels deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrde sten. Ich fühle meiner Süne den Müh', ich suche Nuh' und finde sie im Glauben der Ers 18sten. 2. Dich bet' ich zuversichts lich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Hand, schrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! du, hoch um mich verdienet, du haft für mich dich darges stellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich versöhnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebs 9 98 Von der Gedächtnißfeyer JEsu liebreich: Sey getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vers geben. Du bist in meinen Tob getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr' es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weins stock, bleib' an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, HErr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, HErr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung, durch eine wahs re Besserung, mir und der Welt beweisen. 133. Mel. Freu' dich sehr, o meine. Dommt und eßt das Brodt 93 trinkt von meinem Wein!" HErr, dem Worte deines Mundes soll mein Herz gehors sam seyn. Du, du blutetest für mich, starbst zu meinem Heil, und ich sollte deiner nicht gedenken? meinen Freund durch Undank frånken? 2. Nein, dich soll mein Mund bekennen vor der Welt, bis in den Tod, nichts soll je von dir mich trennen, weder Glück, noch Ungst, noch Noth. Meiner Seele Ruhm bist du; wo kann sie mehr Trost und Ruh, reinigt sie sich nur von Sünden, als in deiner Liebe finden? 3. Unter meinen Miterlds sten, komm' ich, HErr, zu deinem Mahl, will mich dessen freuen, trösten, daß ich von der sel'gen Zahl derer bin, die du geliebt, bis zum Tod am Kreuz geliebt, uns vom Elend zu befreyen und zum Himmek einzuweihen. 4. HErr, dein Wort, das du gesprochen, glaub' ich fest und preise dich: dein Leib ward für mich gebrochen, und dein Blut floß auch für mich. Bin ich nun noch Gottes Feind? Vater ist mir der und Freund, der den Sohn für mich geges ben, will, ich soll nun ewig leben. 5. Nie vergiß es, meine Seele, was der HErr an dir ihn erwähle nun die ebne Tugend, bahn, die sein Wort dich ges hen heißt, gehe sie. Sein gue ter Geist wird zu allen gu ten Werken, dich bey deiner Schwachheit stärken. 6. HErr! im Heiligen 6. HErr! ich schwör' und will es halten, ewig dir getreu zu seyn. Laß den Eifer nie erkalten, mehr und mehr mich dir zu weih'n. Dir zu folgen ist mein Glück. Wich' ich je von dir zurück, würd' ich doch nach kurzen Freuden, Schaden an der Seele leiden. 7. Das Gedächtniß deiner Liebe, heilige mein ganzes Herz, unterhalte fromme Tries be, tröste mich in Noth und Schmerz, stårke mich im Tos deskampf, wenn mein Leben, wie ein Dampf, mit der Welt einst wird verschwinden, glaus bensvoll zu überwinden! 134. Mit Mel. Was GOtt thut, das 2c. it frohem Dank erschein' ich hier, dein Leiden zu besingen; von deinem Mahs le bis zu dir mich, JEsu, auf zuschwingen. Mein Glaube ist da, wo du bist; anbetend bey dem Throne, vor dir, des Höchsten Sohne. 2. Zwar immer groß ist mein Gewinn an jedem stillen Orte, wo ich im Geiste bey dir bin. Es fließt aus deinem Worte mir Trost und Ruh' in Strömen zu; dein Leben und dein Leiden sind stets ein Quell der Freuden. 3. Auch weißt du, HErr, wie herzlich dich die ganze Seele liebet, und wie dein Knecht so willig sich in guten Abendmahl. Werken übet. Långst ist der Bund mit Herz und Mund geknüpft, ich bin der Deine, und du, o Freund, der Meine. 4. Doch feyerlich sey heut' mein Dank und festlich diese Stunden! Und lauter tone mein Gesang vom Tod, den du empfunden! Du liebtest mich, und starbst für mich, für mich und meine Brüder; du starbst, und lebst nun wies der. 99 5. Und dich, o Freund, dich sollt' ich nicht vor aller Welt bekennen? Für dich und für des Dankes Pflicht nicht warm von Liebe brennen? Nicht Hand in Hand in festem Band, mit allen deinen Gliedern die Liebe dir erwiedern? 6. Nein, JEsu Tod- vers ges' ich nicht; nicht seine Huld und Treue; nicht meine Schule digkeit und Pflicht: das schwör' ich jetzt auf's neue. Du hör'st den Schwur Gott hör' ihn nur!- Die Liebe soll mich dringen, ihn redlich zu vollbringen. - 7. Bey deinem Mahl stårk' mich, o HErr! Du bist der Gott der Stårke, daß ich von nun an williger auf JEsu Stimme merke; und von ihm gern die Weisheit lern', nach deinem Wort zu handeln, vor dir, o Gott, zu wandeln. - 8. Daß ich die Lust bey jes dem Streit noch glücklicher bezwinge; die Früchte der Ge92 rechs 100 Von der Gedächtnißfeyer JEsu rechtigkeit in größrer Schönheit bringe. O bilde mich, ich bitte dich, noch mehr nach JEsu Bilde, demüthig, sanft und milde.) 9. Einst kommt die Zeit so wahr ich hier bey deinem Tische stehe, daß ich in Wonne, HErr, bey dir ihn selbst, den Heiland, sehe. Wie wallt mein Blut; wie wächst der Muth zum Hoffen und Vertrauen! Auf Glauben folgt das Schauen. scatt 135. Mel. Werde munter, mein 2c. Raß, o JEfu, nicht verges bens mich zu deinem Mahle nah'n; laß mich dieses Brodt des Lebens mir nicht zum Ge richt empfah'n! Ach, es nåhr und stärke mich, Heiland, im Vertrau'n auf dich; mächtig lent' es meinen Willen, deinen Willen zu erfüllen. 2. Laß den Vorsatz, den ich habe, nie der Sünde mich zu freu'n, unbeweglich bis zum Grabe, stark und fest und thd tig seyn! Wohl mir, wenn mein Herz nicht weicht! Doch der Rückfall ist so leicht, den nur fürcht' ich, und empfinde schon von fern die Macht der Sünde. 3. Wenn sie mich von deis nen Wegen abzuführen, reizt und droht, laß mich ernstlich überlegen: welch ein Tod war JEsu Tod! Als er im Ges richte stand, als er starb: ach, was empfand er nicht da, von Gott verlassen! Sollt' ich nicht die Sünde hassen? 4. Wenn ich in der Frre wandle, geh' du mir, Erbar mer, nach, und, daß ich nicht unrecht handle, stärke mich, denn ich bin schwach. Trag', JEsu, mit Geduld meine Schwachheit, meine Schuld. Sage: Gnade sollst du finden, denn ich tilge deine Sünden! 5. Dir will ich es ewig dan fen, daß du mir so gnådig bist. Laß mich nur nicht wieder wanken, mein Erretter JEfu Christ. Mache selbst mich dir getreu, daß mein Vorsats standshaft sey, jede Sünd' und ihre Freuden bis an meinen Tod zu meiden. 136. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Esu, groß an und Treue! Sich, ich widme dir auf's neue bey dem Denke mal deiner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer ähnlicher zu werden, und an deines Gegens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir ges fallen! Du versprichst ja selbst es allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfangen, und, wenn sie dir treu seyn wollen, Kraft dazu im heiligen dazu gewinnen sollen. O wie tönntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! 3. Nein, ich trau' auf dein Versprechen. HErr, du kannst es mir nicht brechen, denn du siehest mein Bestreben, treu nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Ge nusse deines Heils, in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Gehorsam stets zu ehren. 4. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaus bens Pfade, immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich felig fühle. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworb nen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 5. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dir's weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter sids ren, dankvoll, Heiland, dich zu ehren: und du wirst mich mit den Freuden deines Him, mels ewig weiden. Abendmahl. giebt, ist auch für mich gestore ben. Mein ganzes Herz froh, lockt in mir! o Vater, ich lobs finge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's neu' mich deiner Baterhuld erfreu'. Gott meis nes Heils! sey ewig mein, sey ewig mein! und laß mich dir recht dankbar feyn. baoth! Gelobt sey un. fers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! Wie haft du, Gott, auch mich geliebt! Er, der uns ew'ges Leben Adm 101 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich mir nie aus dem Sinn, wie dahin gegeben. Es komme viel ich dir, HErr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Opfers ew'ge Kraft hast du, Durch deines o HErr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geiste Christ! wie liebst du mich! ewig nüßt. HErr JEsu wie liebst du mich! Sieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, HErr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir ein gläubis ges Gemüthe! Mich dürftet, gleich dem dürren Land, bey deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, HErr, was mir ges el. Zerzlich lieb hab' ich ic. bricht; o stårte meine Zu vers 137. Zes ficht, daß du mein ErIdser fey'st, und mich von aller Furcht befrey'st. HErr, dies ser Trost sey fest in mir, sey fest in mir, so dien' ich voller Freuden dir. 93 4. Zue Von der Gedächtnißfever JEsu 4. Zur Weisheit und Ge 2. Nehmet hin und eßt sein rechtigkeit, zur Heiligung und Brodt! JEsus Christus ward Seligkeit bist du mir auser gegeben für die Sünder in den sehen. Auch mir zum herrs Tod. Nehmt und trinkt, ihr lichsten Gewinn gabst du dein trinkt das Leben. Hingegeben Leben willig hin: drum hör' in den Tod ward er, in der auch jetzt mein Flehen. Mein Sünder Tod. Heiland! zeuch mich ganz zu dir; ja, durch den Glauben wohn' in mir; so nimmt in mir die Seelenruh', und meis nes Herzens Bessrung zu. Mein HErr und Gott! vers Taß mich nicht, verlaß mich nicht, so tomm' ich einst nicht in's Gericht. 102 5. 3u deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bey dir; laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schließen, daß mir dein Wort stets heilig sey, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. HErr, mein Heil, O sey stets mit mir, sey stets mit mir, so komm' ich einst gewiß zu dir. 3. Die mit voller Zuvers ficht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen. Laß das Herz, vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn. 4. Bis zum Tode liebtest du, bis zum Tode all' die Deis nen. Süßes Wort, voll Hims melsruh, voll von Trost für die dieweinen, wenn sieSchuld und Vorwurf schreckt, wenn ihr Auge Nacht bedeckt. 5. Gab, der schuf und der erhält und einst richtet, der Gerechte, dich nicht einer gans zen Welt, einem sündigen Ge schlechte? Deffnet ihrer Neue Schmerz sich nicht auch ein Baterherz? 6. Ja in deinem Angesicht spiegelt sich des Vaters Liebe, und du gehst nicht ins Gericht, bleibst, ob wir auch fehlen, Liebe. In des Ewigen Ges richt kommt der Reuende nun nicht. 138. Mel. Jfus, meine Zuversicht. Dit ie ihr seine Laufbahn lauft, theure miterliste Brüder, all' auf Christi Tod 7. Gott ist gnådig, und wir getauft, alle seines Leibes Glie: der, kommt, Erlöfte, kommt, erneu't euren Bund der Se: ligkeit. trau'n seiner Gnade nicht vers gebens. Theures Pfand vom künft'gen Schau'n! Ueberzeu gung jenes Lebens! Inniger fühlt je im im Heiligen fühlt heut' der Geist, daß Gott hält, was er verheißt. 8. JEsu Christi Schmerz und Tod werd' in aller Welt verkündigt. Freudiger naht nun zu Gott, wer geheiligt, wer entsündigt, dem, der lies bend uns verzeiht, sich zum Opfer dankbar weiht. Abendmahl. Günde rein, nun unser gans zes Leben, der Tugend,- dir's zu weihn. 2.Wie heilig ist die Stunde, wenn wir uns betend nah'n, wenn wir mit stiller Ehrfurcht der Liebe Pfand empfah'n; den Kelch des neuen Bundes die Lippe preisend trinkt; der Geist zu deinen Füßen, du unser Mittler, sinkt. 103 9. In das Chor des Him. mels schwingt, HErr, sich uns fer stammeind Lallen. Wenn 5. Dich sehen unsre Augen, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein beff'rer Lobgesang deiner hohen Liebe Dank. 3. Wie brennen unsre Sees len von Lieb' und Dankbegier, wie klopfen unsre Herzen; wie selig werden wir! Bie fromm ist das Gelübde, hinfort von 4. Wie viel du, HErr, ers duldet bis an den Tod uns treu; wie voll von hohem Se. gen dein Tod, dein Leiden sey; zu welchen Seligkeiten uns unser Glaube führt; bey deis ner Liebe Mahle, wie fühlen wir's gerührt! dich, unsern Lehrer, cht; nicht deine ganze Liebe in deis nem Angesicht; nicht dich das Brobt uns reichen, des Bun des Kelch uns weihn; wir hören nicht die Stimme: Mel. O Zaupt voll Blut x. Nehmt und gedentet mein. 139. Voll Inbrunst, Dank und Freude versammelt, beten wir, gedenken deines Todes, und singen, JEsu, dir. Ge stårkt bey deinem Mahle, zu neuer fest'rer Treu', empfins den wir, wie selig, wer dir sich opfert, sey. 6. Doch näher, näher fühls ten wir deine Gegenwart, so oft das Pfand der Liebe, ach! deiner Lieb' uns ward. 34 deinen Herrlichkeiten hob sich der Blick empor, wir schaus ten dich umgeben von deiner Sel'gen Chor; 7. Wo in des Vaters Reis che ein höher Mahl erquickt, wo, nicht im Schattenbilde, dich selbst das Ang' erblickt; wo wir, zu dir versammelt, wie eine Brüderschaar, dir danken, den wir liebten, der auch einst sterblich war. 8. O laß den Tag des Se gens uns freudig wiedersehn, uns gern voll heißes Dankes bey deinem Mahle stehn. Und was wir dir gelobten, dazu, 94 HER, 104 Von der Gedächtnißfeyer JEsu HErr, gieb uns Kraft, so enden wir einst freudig des Lebens Pilgerschaft. 140. In voriger Melodie. du, der bis zum Tode auch uns, auch uns ges liebt, o du zu jeder Tugend, durch jeden Schmerz geübt, wir nah'n voll heil'ger Ans dacht zu deinem Todesmahl, gedenken deiner Liebe, gedens ken deiner Quaal. 2. Wir weihen uns aufs neue zu deinem Eigenthum, wir möchten dir nur leben, durch ächtes Christenthum. Es ist auf Erden feiner, der besser ist als du, es findet unsre Seele, in dir die wahrs ste Ruh. 3. Wenn dein Gebot zu hd. ren, sich unser Ohr verschließt, wenn deinem Wink zu folgen, das Herz zu trage ist, wenn eitle Luft der Sinnen in unsrer Seele wohnt, dann ernten wir die Früchte, womit die Sünde lohnt. 4. Bon Eitelkeit umgeben, vom Irrthum oft verführt, von Sinnlichkeit betrogen, wie oft sind wir verirrt! Das Vor bild deiner Tugend vergaß so oft das Herz, verwarf die beff'ren Freuden und wählte Reu' und Schmerz. 5. Doch heut', o JEsu, fühlen wir deine Lieb' aufs neu', empfinden ganz, wie selig dein treuer Schüler sey. Das Bild von deinem Leben erneut sich unserm Blick, wir sehn auf unsre Schwächen mit Schaam und Reu' zurück. 6. O laß, wenn wir dies Denkmal der höchsten Lieb' empfah'n, mit fündereinem Herzen uns alle zu dir nah'n. Der Segen deines Todes wird dem nur, der, dir gleich, nach Gottes Reiche trachtet, des Lichts, der Tugend Reich. 7. Mit ganzer Seele hans ge hinfort an seiner Pflicht das Herz, nach Lust, nach Schmerzen frag' es im Kams pfe nicht. So standhaft, wie du kämpftest, sey unsrer Tus gend Streit, so herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der uns erfreut. 8. Sey es auch Last und Mühe der Pflicht getreu zu seyn, führ's auch zu Spott und Schande unsGottesdienst zu weihn, was sind der Erde Freus den, wie bald sind sie dahin! Was sind der Erde Leiden, wie bald sind sie dahin! 9. Kommt, miterlöste Brüs der, wir wandeln Hand in Hand dem großen Ziel entges gen, dem rechten Vaterland, vollBruderlieb' und Treue, voll süßes Vorgefühls des Lohns bewährter Tugend, des Wies dersehns am Ziel. 10. Den herrlichen Vollender erhebe Lobgesang! Empfangt das Mahl der Liebe mit im heiligen Abendmahl. mit Preis und frohem Dank. Wir schauen hier im Bilde: und dort von Angesicht; wir wandeln hier im Dunkeln, doch einst wird alles Licht. 141. Oº Mel. Freu dich sehr, o meine. effentlich in der Gemeis ne, hab' ich, Mittler, dich bekannt. Ich empfing im Brodt und Weine deiner Liebe theures Pfand. Feyerlich war da mein Eid ewiger Beståns digkeit. Du, mit dem ich mich vereinte, HErr, du weißt es, wie ich's meinte. 2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Mit dem danks barsten Gemüthe fühlt' ich ihren ganzen Werth, als im Geist auf Golgatha ich dein bitt'res Leiden sah, und dich an dem Kreuz erblickte, wo dein Tod auch mich beglückte. 3. HErr, ich will dich nicht verlassen, nie des Lasters Wes ge geh'n; jede Sünde will ich hassen, und den Lüsten widers steh'n. Mein Erretter, ogieb agil du Stårk' und Freudigkeit das zu, daß ich standhaft bich bes kenne, und mich nimmer von dir trenne. 105 4. Laß mir's mein Gewiss sen sagen, wie so schmerzhaft inn're Dein, wie so schwer der Sünde Plagen, und der Zus kunft Strafe seyn. Es erinnre mich daran, wie viel du an mir gethan, und wie unwerth deiner Liebe ich durch schndden undank bliebe. 5. Auch zur Liebe meiner Brüder treibe mich die Danks barkeit! Sie sind alle deine Glieder, Erben Einer Seligs keit. Auch der mich jetzt has. set, ist dein Erlöster, JEsu Christ; dort wird er mich nicht betrüben, nein, er wird mich wieder lieben. 6. HErr, zu dem ich kinds lich trete, blicke gnadenvoll auf mich. Hore huldreich, was ich bete; ganz verlass ich mich auf dich. Bolle Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffnung auf das ew'ge Leben, laß dein Abends mahl mir geben. # 0 95 HD VIAL Von 106 Von dem Verfall des Menschen Von der Schwäche und dem Verfall des Menschen durch die Sünde und ihre Folgen. 142. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. u, der kein Böses thut! Du schufft den fchen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte zum feligen Ges schäfte, in Heiligkeit zu wans deln, stets recht vor dir zu Handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir, dein Eis genthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott! zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster! sieht auf alle Menschenkinder und findet alle Sünder. Ganz ist vor dir, HErr! keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freus denvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Schwach sind wir von Natur. Uns rühren leider nur die Güter dieser Erden, die niz vollkommen werden, mehr, als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des Herzens macht's ger Hang reißt uns mit ſtars Triebe vom Fehl zur denliebe. Wie könnten wir es zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O HErr! was uns ge bricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir vom Ernst en bren nen, der Sünde zu entsagen, ver Beff'rung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie ges winnt. Gott! so verderbt wir- sind, so willst du uns doch heilen, und Kräfte uns ers theilen, schon wiederum auf Erden dir gleich gesinnt zu werden. 9. HErr! diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 143. Mel. Alle Menschen müssen 2c. roßer Gott! erhab'nes der Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen! Ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und, was ich bin, übers lege: durch die Sünde und ihre Folgen. 107 zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir. Bater! laß das schwas che Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit; HErr, ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leis den, sey der Gipfel meiner Freuden. Gott und HErr der ganzen Welt! thu' mit mir, was dir gefällt. lege: o wie dürftig, und wie klein, muß ich mir nicht sels ber seyn! 2. Schwäch' und Elend, Furcht und Sünde drücken leider mein Gemüth, machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Tausend Mangel, tausend Flecken schåns den mich zu meinem Schres cken, und in der verderbien Brust regt sich täglich böselust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vater hand. O wie manche gute Gabe hast du, HErr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trågt mich scho nend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach! was würd' ich Armer seyn? 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Uns dank an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan, oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. O wie häuft sich meine Schuld durch Berach tung deiner Huld! 144. S Mel. Ein Lamm geht hin 2c. rbarm' dich, HErr! mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind regiert: so irrt, von Leidenschaft verführt, auch oftmals meine Seele. HErr, hilf mir, daß ich als ein Christ, das flich, was vor dir strafs bar ist, und nur das Gute wähle. 5. Sieh', hier lieg' ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott! gebückt: doch mein des muthsvoller Glaube, der auf dein Verschonen blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neis gung wanken. Erhebe meis nen ird'schen Sinn zu himm lischen Gedanken. Wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreyt, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Geiste still. Ich will 108 Von dem Verfall des Menschen 145. Mel. Befiehl du deine Wege. Mie schwach ist meine Tus gend; wie leicht verirr' ich mich! Seit meiner frühen Jugend, wie oftmals straus chelt' ich! Zum Guten oft so tråge, und sinnlich bis ins Grab, führt mich vom rech ten Wege gar leicht Verblen dung ab. will mich andern; HErr, ich will. Gieb selber das Volls bringen. 5. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und mich, be frey't von Menschenwahn, nicht zu der Wahrheit leitest. Du hasseft jeden falschen Schein. Mit Ernst willst du verehret seyn. HErr! hilf um JEsu Willen. Erhebe den ges beugten Muth. Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen. 4. Mein Gott, mein Gott! gedenke, nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht, wie rauh die Bahn der Tus gend. Jedoch, du trugst mich mit Geduld. Laß, Bater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen ist mein wahres Heil: o, laß mich's, als mein bestes Theil, auch immerfort betrachten. 2. Oft fehlt es mir am Muthe, zu thun nach meiner Pflicht; ich kenne wohl das Gute, und thu' es dennoch nicht: leicht laß ich mich vers leiten, das Böse zu vollzieh'n, scheu' mich, es zu bestreiten, versäum' es, flug zu flieh'n. 3. Gott, laß mich eifrig streben, der Tugend treu zu seyn, zur Ehre dir zu leben, des Guten mich zu freu'n; laß mich es nie vergessen, daß auch der Fromme fållt, der sich, stolz und vermessen, vorm Falle sicher hält. 4. Um auch die kleinsten Sünden vorsichtig stets zu flieh'n, laß lebhaft mich em pfinden, daß sie zu größern zieh'n; laß über meine Triebe mich immer wachsam seyn, ers halt' von Sündenliebe, HErr, meine Seele rein. .. 5. Ich bin ein Mensch; du kennest mich. Wie schwach find meine Kräfte! Doch meis ne Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf' ers freu'n, vor dir gerecht zu les 5. Hilf mir bey den Ges ben. Ich, dein erkauftes Eis genthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. 2004 fahren der Welt und Eitelkeit mein schwaches Herz bewah. ren, daß es sie flüglich scheu't; auch nie Verführer hören, die in durch die Sünde und ihre Folgen. in ihr Netz mich ziehen, und, wenn sie mich bethören, als falsche Freunde fliehn. 6. Mein Herz kann bald verzagen, bald wieder trokig seyn, hier, was es nicht soll, wagen, dort, was es nicht darf, scheu'n, tann leicht mich Hintergehen, durch seiner Lüste Spiel, will, was es tauscht, nicht sehen, und trauet sich zu viel. 7. Sieb, Gott, auch hier mir Schwachen Muth und Entschlossenheit, zu beten und zu wachen, daß mich kein Schritt gereu't; gieb, daß ichs stets bemerke, wenn sich mein Herz verirrt, und stolz auf seine Stärke, selbst sein Verräther wird. 8. Dann werd' ich nicht erliegen; bey steter Wachsams. keit hilft du, mein Gott, mir fiegeninjedem schwerenStreit. Bon dir werd' ich nicht weis chen, so sehr Gefahren drohn, des Glaubens Ziel erreichen, mit ihm des Kampfes Lohn. 146. Mel.Zerzliebster JEfu, was ic. ott, wo ist Weh, wo Elend horsam deinem Willen, gut und weise: was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! auf der Erde, das von der Sünde nicht gebohren wer de? Wer seufzt, der nicht für einer Thorheit Freudewehklag' und leide. 109 2. O wären wir, vom Jüngling bis zum Greise, ges 3. Denn schön und Herre lich, zahllos sind die Gaben, die wir von dir zur wahren Freude haben. Wo wandelt nicht der Tugend Heil und Segen von dir entgegen? 4. Wie würde jede wahre Lust auf Erden erhöht, und jede Last erleichtert werden, wenn, HErr, dein Mensch den Täuschungen der Sünde stets widerstünde! 5. Doch ach! sie herrscht, um alles zu zerrütten, erschüt tert Thronen, und verwüstet Hütten, trübt jedes Gegens Quell, droht allen Tagen mit neuen Plagen. 6. Benn können Sünder froh zum Himmel schauen? an dich gedenken, ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab, und an ein ewig Leben, und nicht erbeben? 7. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet: sie leis den selbst durch das, was sie gebietet, um neidisch zu vers wandeln Andrer Freuden in Gram und Leiden. 8. Benn können wir dich, Gott, genug erheben, daß du uns führen willst den Weg zum Leben, uns heiligen, uns stärken, alle Sünden zu übers winden? 9. Heil 110 Von dem Verfall des Menschen 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versöhnte, uns Licht gab, uns der Sünde Dienst entwöhnte, Lust gab und Trieb, auf deiner Bahn zu wandeln, und recht zu handeln! 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden; dir stets gehorsam, dir getreu auf Erden, thun, was du willst, bis wir, zu dir erhoben, dich ewig loben! 147. Mel. Vater unser im Zimmelr, erHangzumBdsenwohnt in mir. Auch wenn ich schon, mein Gott, von dir ges heiligt bin, versucht er mich zu Sünden doch, und stårket sich durch Leidenschaft und Sinnlichkeit, zu thun, was dein Geset verbeut. 2. Ich seh's, die Tugend, Gott, ist schon; ich will auch ihre Bahn nun gehn, betrete fie voll Lust und Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünden thut, und seines Mittlers nie ver. gißt, hier ruhig und einst se: lig ist. 3. Doch bald erwacht in meiner Brust die unterdrückte bose Lust, und locket mich zur Sicherheit, zu eitler Selbst gefälligkeit. Gelingt ihr's: ach! so glaub' ich dann auch leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald vers führt: denn, ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach, vers größert seine Kräfte sich, vers läßt sich mehr auf sich, als dich, verschmäht die Feinde, die ihm dråun, wird tråg' und laß, und schlummert ein. 5. Und ach! wie nah' ist dann sein Fall, wenn er, vers sucher überall, von außen, durch sein eignes Herz, durch Lust, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kämpfen soll, wie leicht, wie leicht verliert er alle Kraft und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachs heit, Gott, mich schrecken leicht Gefahr und Spott. Zers streuung und Vermessenheit, des Beyspiels Reiz, die Weichs lichkeit, ein stark Gefühl für Lust und Schmerz: wie leicht verderben die das Herz! 7. Wer kann mir beystehn? Du allein sollst meine Hülf und Stårke seyn. Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen seyn, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft ' sey, dir, bis zum Tode selbst getreu! 8. Dann kommt die Zeit, wo, HErr, von dir der Hang zum Bösen ganz in mir vers tilgt und ausgerottet wird, wo nie Berstand, noch Herz, mehr irrt. Wie heilig werd' ichy dann, wie rein, wie herrlich, Gott, wie selig seyn! 148. durch die Sünde und ihre Folgen. 111 Saatenfeld, was der Tugend Aug' entzucket, dem ihr Herz entgegenwallt, läßt die stumpfe SG 148. Mel. Jesus, meine Zuversicht. wie fanft ist, HErr, dein wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tus gend lohnt. m 2. Aber ach! ist er entflohn des Gewissens sanfter Friede, dann wird Quaal der Sünder Lohn, und ihr Dienst macht frank und mide. Reine, keine Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 4. In derungestümen Brust weilet keine Freude lange; Unmuth folgt auf Taumellust, angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried' und Ruh' und eilt neuen Las stern zu. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden hars te Bande, und ihr Sclave 149. wählt sie doch, taumeind an des Mel. Wer nur den lieben Gott, Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frey bey der Ach, abermal bin ich gefal tiefsten Sclaverey. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich seyn, sehnt vergangne Zeit zurücke; wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. - 7. Niedre Lust und eitles Spiel locken ihn zu wilden Scherzen; edler Freundschaft sanft Gefühl bannt er weg aus seinem Herzen; übt in dunkler Einsamkeit, was der Unschuld 6. Gottes schön geschmück te Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und Auge scheut. 8. HErr! dein heiliges Ges richt faßt die Sünder, die dich Haffen, die Verachter ihrer Pflicht! HErr, ich will dich nie verlassen, steh' mir in Vers suchung bey, und erhalte selbst mich treu! mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen: vielleicht noch nicht zum letztenmal! Elender Sünder, der ich bin! In wels chen Abgrund eil' ich hin! 2. O die verhaßte Lieblingss sünde! O die Gewohnheit ihs rer Lust, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie wüthen sie in meiner Brust! Wie unum, schränkt, wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich! 3. Långst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott! Von böser Luft dahin gerissen, Bes trogner, eilst du in den Tod! Die kurze Freude dieser Zeit raubt 112 Von dem Verfall des Menschen raubt dir des Himmels Ses ligkeit. 4. Wie oft hab' ich mir vorgenommen: Nun will ich meine Sünde fliehn! rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich be müh'n! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht. 5. Bald reizt' aufs neue mich die Sünde wie schwach war gleich mein Widerstand! Ach! sie gefiel mir, und ge, schwinde ergriff sie mich, und überwand. Dielustverschwand mir im Genuß: nun folgten Ekel und Verdruß. 7. O unbegränzte Sünden liebe, wie werd' ich endlich frey von dir! Wie überwind' ich deine Triebe, und dåmpfe dich und sie in mir! Gott! mein Erbarmer, hdr' mein Fleh'n, und lehre mich ihr widersteh'n! weicht die Sünd' und ihre Lockung schweigt. 8. Liebt' ich dich nur so, wie ich sollte, so fidh' die Luft der Sünde mich! Wenn sie mich auch versuchen wollte, ges lång' es ihr nicht wider dich! Wo du die Seele füll'st, da 9. O pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Luft zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben als dein Eigens thum, das sey mein Werk, mein Heil, mein Ruhm! 6. Auch diesmalbin ich übers wunden; auch diesmal- und 150. ich fiel so tief! Mein Vorfah Mel. JEsu, meines Lebens 2c. nicht wenn werd ich von der mein Herz schlug, mein Ge. A Sande, Gott, mein Bar wissen rief, Gott, Richter, ich gedacht' an dich: und dennoch, dennoch fündigt' ich! ter, völlig frey, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohls gefällig sey? Noch nicht, ich gesteh's mit Thránen, kann ich mich von ihr entwöhnen, noch, zu oft noch, regt sie sich, und versucht zum Bösen mich. 10. Dann werd' ich ends lich überwinden, und Herrscher meiner Lüste seyn, dann wirst du alle meine Sünden, wie viel, wie groß sie sind, vers zeih'n. Wer treulich kämpft, trågt nur die Kron' am Ziel, nur der trägt sie davon. 2. In der Andacht fel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich ganz das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt, habe nichts so sehr hienieden mir gewünscht, als innern Fries den, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend See ligkeit, 3. Voll durch die Sünde 3. Voll von heiligen Ente schlüssen schwur ich dann, dir treu zu seyn, und mit wachen dem Gewissen meiner Unschuld mich zu freu'n; willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, allerSünde widersteh'n, stands haft deine Wege geh'n. 4. Aber ach, zu schnell em pdret sich der Leidenschaften Macht; sie verdunkelt, schwächt und stdret, was ich sonst so gut bedacht. Plskliche Versu: chungszeiten, Beyspiel, Reiz der Eitelkeiten, derenSchwarm mich) stets umringt; das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. Du verzeih'st, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schwachheit willst du rächen; bösen Vorsatz strasst du nur. Hått' ich nicht den Trost, ich würde unter meis ner Fehler Bürde ganz erlies gen, und mich dein, höchstes Gut, nie können freu'n. 6. Wenn ich falle, laß michs merken; laß mich streben, auf zusteh'n; eile, mich, dein Kind, zu stärken; lehre selbst mich fester geh'n; warne mich; sey mein Begleiter, täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Volls kommenheit. 151. Mel. Die Tugend wird durchs. ie schrecklich wachet mein Gewissen aus seinem und ihre Folgen. 113 langen Schlummer auf, und prüft, von spåter Neu' zers rissen, aufrichtig meinen Les benslauf. Nichts, nichts als Thorheit und Verbrechen und Missethat entdeckt es mir. Gott, willst du meine Thors heit rächen, dann wehe, wehe, wehe mir! 2. Was hab' ich nun seit so viel Jahren von meinen Sünden für Genuß? Ach, laus ter Schrecken und Gefahren, Pein, Seelenunruh' und Vers druß! O Laster! Quelle meis ner Schmerzen! wie zügellos lief ich euch nach! Nun lohnt ihr mich mit Angst im Hers zen, mit Unzufriedenheit und Schmach! 3. Wo sind nun deine Freus den, Sünde, die ich mir so gewiß versprach? Ach, wie vers rauschten sie geschwinde, und ließen Gram und Ekel nach! Zugleich mit euch, ihr eitlen Freuden, entfloh mir meines Lebens Ruh': nun stürmen tåglich neue Leiden von allen Seiten auf mich zu. 4. Ach! alles ist für mich verlohren: Gesundheit, Wohls stand, gut Gerücht! Verspots tet werd' ich von den Thos ren, der Weisen Mitleid find' ich nicht! Nicht leben mag ich und nicht sterben; gleich fürchterlich ist beides mir! Ein unabsehliches Verderben, wie nah' gränzt es, o Sünd', an dir! h 5. Ich † 14 Von der Besserung des Menschen 5. Ich fühl es, ewig währt mein Leben, und ewig ist der Sünde Pein. Was ich ver: dient, muß Gott mir geben, und schrecklich wird mein Urs theil seyn! Verachtet hab' ich seine Liebe, getroßt ihm selbst ins Angesicht: gerecht, wenn ungestraft ich bliebe, wår' er, der Welten Richter, nicht! 6. Darf ich noch vor dein Antlig treten, der du den Tod den Sündern schwörst? noch vor dir weinen, zu dir beten, und hoffen, daß du mich ers hörst? Du bist gerecht! mein Herz erbebet vor deiner Heiligfeit in mir! Du bist die Liebe! dies erhebet mein sin tendes Vertrau'n zu dir. 7. Wenn ich nun noch der Sünd' entsage, sie flieh' und hasse, wie den Tod, nun noch nach deinenSiechten frage, und ernstlich ehre dein Gebot; wenn ich dich noch in deinem Sohne anrufe: Hab', o Gott, Geduld! um seines Todes wil len schone! o so vergiebst du meine Schuld! 8. Hort es, ihr Himmel! Erde, höre! seyd Zeugen zwis schen Gott und mir! Vergieb mir, Ewiger, ich schwdre, beym Tode JEsu schwör' ich dir! Erbarm' dich meiner, und befreye vom Elend meiner Sünde mich! Mit kindlicher, mit fteter Treue, so wahr du lebest, fürcht' ich dich. Von der Besserung des Menschen durch Selbsterkenntniß, Reue und Sinnesänderung. 152, 2. O wie viel Gutes haft Mel. Uus tiefer Toth schrey ic, du mir an Leib und Seel' ers Sich Selbsterkenntniß, zei- wiesen! Ich habe, was mir ge mei ner Seele, mich, wie ich bin, daß ich vor dir nicht länger mich verhehle. Laß mich die Schuld mit Ernst bereu'n, laß mich des Ziels, dir werth zu feyn, durch Trägheit nicht vers fehlen. ward, von hab' ich dich gepriesen? wie oft, ein ungehorsam Kind, mich gegen dich nicht treu gesinnt, nicht dankbar mich bewiesen! 3. Du haft mir nichts an Unterricht, an Warnung mans geln lassen! Wie oft erweck: teft durch Selbsterkenntniß, Reue: c. test du mich nicht, des Lasters Weg zu haffen! Du führtest mich zur Tugend an; doch schåndlich hab' ich deine Bahn und deinen Bund verlassen. 4. Nimm hin mein Herz, und mach' es rein von allen seis nen Sünden, und laß es, dir getreu zu seyn, wie sehr du liebst, empfinden! Laß aller Lüfte Tyranney, daß ich nur dir ergeben sey, mich standhaft überwinden. 153. Mel.wie groß ist des Allmächt. Mie ie fürcht' ich mich, mein Herz zu prüfen, mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick' ich über seine Tiefen nachlässig und mit Vorsatz hin! Mich warnt im Stillen mein Gewissen: Betrüg', o Mensch, dich selber nicht! Se neigt, mein Unrecht nicht zu wissen, verges' ich alles, was es spricht. 115 meinen Pflichten unbekannt; mein Glaub' ist todt und ohne Früchte; mein Wandel ohne Besserung und dennoch hoff ich im Gerichte von dir, o Gott, Begnadigung. 4. Ich Unbesonnener, wie lange werd' ich mich selber hins tergehn? Ich nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe! Ach! groß ist freylich meine Schuld! doch eile nicht mit mir zur Strafe, und hab', o Water, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir selbst verhehle, verhehl' ich mich vor dir doch nicht; denn in der Tiefe meiner Seele ist alles deinen Augen Licht. Reiß' mich aus meinen Finsternissen; entfalte du mein Herz vor mir! Dann treibe mächtig mein Ges wissen zur Buße mich und, Gott, zu dir! 6. Der du die Herzen prüfft, bekehre, erleuchte, beff're, leite mich auf deiner ebnen Bahn, und lehre mich dann ein recht Bertrau'n auf dich! Dir laß mich ganz mein Leben weihen, vor dir sey Herz und Wandel rein, so werd' ich die Gefahr stets scheuen, betrogen von mir selbst zu seyn. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der Eitelkeit. Gott, durch den Mißbrauch deiner Gnadestårt' ich mich in der Sicherheit. Nach tausend froh vollbrach ten Sünden denk' ich einmal an JEsum Christ, und hoffe dich versöhnt zu finden, weil er für mich gestorben ist. 154. 3. Ausschweifend bleiben meine Triebe, und unerleuchs Mel. Zier legt mein Sinn 2c. tet mein Verstand, mein Herz ist leer von deiner Liebe, mit Hier wirft mein Sinn sich vor nieder, mein H2 Seift Von der Besserung des Menschen Geist sucht seinen Ursprung bey, Allmächtiger, und mach' wieder, er ward durch dich, ihn frey! durch dich allein kann er ges füllt und selig seyn. 116 2. Doch ach! dir ähnlicher zu werden, säumt er so oft; die Lust der Erden, der Sinne kur ze Schmeicheley macht mich so oft dir ungetren. 155. 3. Ich fühle wohl, daß ich 3% dich liebe und mich in deinen Mel. Tun laßt uns den Leib. Wegen übe, doch fehlt es inch Staub von Staube, dem Kampf und Streit der wer bin ich, der Süns Tugend an Beständigkeit. der, daß du meiner dich noch steis, du Heiliger, erbarmst, Weltrichter, meiner dich er barmst? 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geift geheiligt werden, muß unverrückter auf dich sehn, muß mehr dem Bösen widerstehn. 2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach; ich kämpf, o Bater, nicht ge 5. Oft besser als ich bin zu scheinen, mit Sünde Tugend zu vereinen, mich selbst zu schonung den Kampf der ernsten Heiligung. nen, wo ich kann, entfühit mich oft der rechten Bahn. 6. Ich muß mich besser kennen lernen, mich seltner, HErr, von dir entfernen, mein Herz muß mehr vom Stolze rein, muß himmlischer gesins net seyn. 7. Oft schwur ich dir's doch ach, ich Armer! was kann ich ohne dich, Erbars mer? Der Geist ist willig, doch es reißt der Leib zur Süns de hin den Geist! 9. Sind dann, sind der Versuchung Stunden dahin, ist er der Sünd' entbunden, dann, o mein Setter, rühmt und preist dich inniger der sel'ge Geist. 8. Er fühlt der Sinnlich keiten Ketten, er ringt nach Freyheit, will sich retten, o hilf ihm ringen, steh' ihm 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg' oft der Schritt gethan! Wie schnell! Mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abs grund blickt! 4. Die Missethat, wie nah' grånzt sie an einen Fehl, den Gott verzieh! HErr, HErr! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt. 5. Schmal ist der Weg zu Gottes Hdh'n, und wenige sind, die ihn gehn! Die Pfort' ist eng', und der nur dringt durch sie zu Gott em por, der ringt! 6. Jch durch Selbsterkenntniß, Neue zc. 6. Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh' und weine, laß dein Licht mir leuchten! Bater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn! 7. Der mir in Christo alles gab, mit Gnade blick auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub! den Hims melserben und den Staub! 8. Sink' tief, o Seele, nies der, tief vor dem, deß Stims me dir stets rief! Sint' in den Staub vor dem hinab, der dir in Christo alles gab. 156. Mel. Wer nur den lieben Gott. er du mir vers geben, wenn ich zu dir um Gnade bat, wie oft versprach ich, dir zu leben, zu meiden jede Missethat! Wie feyerlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 117 3. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Bater, als im Traum, und häufte selbst mir Plag' auf Plage, und fühlte dies mein Elend taum! Verwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 4. Bom Leichtsinn machtig hingerissen, nur stolz auf meis ne schwache Kraft, taub für das warnende Gewissen, das mich so treulich warnt und straft, entriß mir oft ein Aus genblick der Tugend und der Unschuld Glück. 5. Vergiß nicht wieder, mei ne Seele, wie oft du schon ges fallen bist! Bergiß nicht mehr des HErrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Netter ift. Ruf ihn im Glauben täglich an: Erhalt' mich, HErr, auf ebner Bahn! 6. Ich bin so schwach, wer fann mich stårken, mein Hels in seyn? Glauben und zu guten Bera ten mir Kraft und Freudigkeit verleih'n? Du kannst es, meis ne Zuversicht! Wenn du mich stärkst, so want' ich nicht. 157. 2. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und Mel. Jfu, deine tiefeWunder. ihre Lust mit ihr, riß meinen ganzen Vorsatz nieder, und herrschte, wie vorher, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, entfloh ich nicht, und gab ihr nach. H ochster! dent' ich an die Güte, die du mir bisa her erzeigt: o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt, und dich, der du mich geliebet, doch so oft und schwer betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deis nes Dienstes fertig seyn. O wie hab' ich sie entweiht! Ach! H3 zur 118 Von der Besserung des Menschen zur Ungerechtigkeit und zum schnsden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Bon wie manchen schwe, ren Sorgen machtest du mein Herze frey! Was mir nützte, gabst du mir. Aber ach! wie dankt' ich dir? O wie hab' ich so vermessen deines Wohl thuns Zweck vergessen! 4. Bey dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab' ich ges fündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! Dir hab' ich oft aufgekündigt meine schuld'ge Kindespflicht. Ach! vergieb, was ich gethan. Nimm mich noch erbarmend an. Führe mich vom Gündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue! Gieb, daß mein bes schwerter Geist deiner Baters huld sich freue, die dein trd stend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewiss sen, ach! das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deis nem Wort zu seyn. Stehe mir stets måchtig bey! Mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben! 158. Mel. O Gott, du frommer 2c. Err, mein Humdeiner Wahrheit wil len! Du bist an Gnade reich. und wirst meinSeufzen stillen. Ach! gehe in's Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o HErr, ist ja tein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind' ich sie; o triste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir mir wahren Trost gewährt? 3. Zu dir, o treuer Gott! erheb' ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bey dir, o daß ich Hülfe fånde! Für Recht laß Gnad' ergehn. Ich hoffe, HErr, auf dich. Zeig' mir den rechten Weg; dennnach dir sehn' ich mich. 4. Ich will, o starke mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd' auth durch Selbsterkenntniß, Reue: c. auch von mir gethan! Führ' mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen! Laß seiner Lehre Troft auch mein Gewissen stillen! Du bist die Liebe selbst, ganz unveränders lich. Dein will ich ewig seyn. O Gott, erhöre mich! 159. 2 in Mel. Zerzliebster Jefu, x. [ llein vor dir, mein Gott, hab' ich gesündigt! O laß die Gnade, die dein Wort vere kündigt, wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, auch mich erfreuen. 2. Schaff' in mir, Höchs ster, eine reine Seele; ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befördere und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. 3. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte; gieb deis nen Geist, daß er mich unters richte; gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge. 4. Erquicke mich in meiner Seeleleiden mit deinerHülfe; gieb den Geift der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft besitze, mich) unterstüße. 5. Mit neuer Treue will ich dich verehren; ich will die Sünder deine Wege lehren, mein Beyspiel soll sie reizen, deinen Willen gern zu erfüllen. 119 6. O hdre, Gott, erbars mend auf mein Flehen! Wie solltest du ein reuend Herz vers schmähen? ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Sünde fluchet? 7. Ein reuevolles Herz, das willst du haben; ein solches Herz willst du mit Troste las ben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. 160. Vat Mel. Liebster Jefu, wir findic. ater, der so gern verzeiht, gern uns feine Liebe schenket, und, wenn uns die Sünde reu't, mit Erbarmen an uns denket! laß auch mich im Schmerz der Sürden bey dir Trost und Gnade finden. 2. Tiefgebeugt und voller Schaam, beym Bewußtseyn meiner Bisße fühl' ich Weh. muth, Angst und Gram, fühl ich meiner Sünden Größe, seh' im schrecklichsten Gedrån ge ihre ungezählte Menge. 3. Oft versäumt' ich meine Pflicht; oft fing ich sie an zu lieben, und ermannte mich doch nicht, sie mit Eifer auszuüben, war verdrossen, schwach und träge, und ging dann verkehrte Wege. 4. Oft der Leidenschaften Spiel, that ich das, was ich nicht wolfie, wankte, strauchelte und siel, liebte, was ich haffen sollte, und befleckte mein Ges h 4 wissen, 120 Von der Besserung des Menschen wissen, von Verblendung hin geriffen. 5. Allzuoft nur ward mein Herz der Verführung sich're Beute, fühlte zwar der Nach reu'Schmerz, doch, nach schwas chem Gegenstreite, ließ es sich zu neuen Sünden, gar zu leicht nur, überwinden. 6. So, so fiel ich immer mehr, ging einher verkehrte Pfade, liebte eitle Lust zu sehr, suchte, Gott, nicht deine Gnas de; scheute jegliches Bemühen, mich der Sünde zu entziehen. 7. O erbarme, Vater, dich; ich bin auch eins deiner Kin der. Tröfte, mein Erldser, mich, mit dem tiefgebeugten Sünder; daß mein Herz bey meiner Reue sich der Gnade Gottes freue. 8. Du, du sieh'st mich den Entschluß einer wahren Beß rung faffen; ja, ich will nun, wie ich muß, jede Sünde flieh'n und hassen, will mein ganzes Herz dir geben, und nach deis ner Vorschrift leben. 9. Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, meinen Vorsatz auszuführen; laß im Kampf der Leidenschaft mich den Sieg doch nicht verlieren; laß mich nur das Gute lieben; stårke mich, es auszuüben. 161. Wa Mel. Gott, du frommer 2c. agt' ich es långer noch, die Beßrung aufzuschieben, zu der mein Gott mich ruft: so würd' ich mich nicht lieben. Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? warum verlier' ich denn noch einen Augenblick? 2. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz be tämpfen, der Sünde widers steh'n, und böse Lüfte dáms pfen; doch bleibt es meine Pflicht, und jede Schwierigs keit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 3. Je dfter ich vollbring', was Fleisch und Blut befohs len: je stärker wird mein Hang, die That zu wiederhos len. Scheu' ich mich heute nicht, der Lüfte Knecht zu seyn: so werd' ich morgen schon das Bdse minder scheu'n. 4. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt ents rücken! und Beßrung ist kein Werk von wenig Augenblicken: ein Seufzer hin zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst vor Strafen ist nicht g'nug zur Heiligung. 5. Mein Gott gewinnet nichts, wenn ich ihn kindlich liebe, und, seiner werth zu seyn, in seinem Dienst mich übe. Wenn ich das Gute thu', das mir sein Wort gebeut: so bringt es mir allein Ruh' und Zufriedenheit. 6. So süß ein Lafter scheint, doch giebt es keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott durch Selbsterkenntniß, Neue zc. Gott dies Glück beschieden; nur der, der ihm gehorcht, er wählt das beste Theil; wer seis nen Gott verläßt, verläßt sein eigen Heil. 7. Was hålt mich denn zu rück, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, bes fichle Gott, es zu hassen. Was hålt mich denn zurück, der Tus gend Freund zu seyn? Weil sie mich glücklich macht, bes fiehlt sie Sott allein. 8. Die Beff'rung endet nicht in Schmerzen einst und Leiden: sie führet mich viel mehr zuGott, zu wahren Freu: den, macht meine Seele rein, erfüllt mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Muth zu jeder Pflicht. 9. HErr, du reichst Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ift, bringt göttliches Vergnügen; was zag' ich? geht er gleich im Anz fang langsam fort, du, Gott, bist mir ja nah', und stärk'st mich durch dein Wort. 10. O gieb denn, weil ich jetzt, HErr, deinen Ruf noch hore, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre; so darf ich nicht zu spåt, zu meis ner größten Pein, mein hier versäumtes Glück, durch meine Schuld, bereu'n. 162. Mel. Jefu, meines Lebens c. u, der alles sieht und ken, net, Ewiger, du kennst 121 auch mich. Ach! ich bin von dir getrennet, Bater! ach ers barme dich! Höre mein Gebet, mein Sehnen, sieh' die Ins brunst meiner Thrånen, schent' mir ferner deine Huld, und ver gieb mir meine Schuld. 2. Forsche selbst in meinem Herzen, sieh', es fehlt und wanket noch; und mit unruh. vollen Schmerzen fühlt es oft der Sünde Joch. Straus chelnd, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege; nur zu oft noch sieht mein Blick auf des Lasters Bahn zurück. 3. Ach! als einst vor meis nen Blicken der Verblendung Nebel schwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlig wiederfand; wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! Ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Freude Spur. 4. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit! ich war dein müde; Sünd'! ich fluchte deis ner Lust. Meinen Wandel zu erneuen, und mich deiner Huld zu freuen, darnach strebte nur mein Sinn, Gott, mit froms mem Eraste hin. 5. Aber ach! ihr sel'gen Stunden voller Ruhe, voll Gewinn, ach! wohin send ihr verschwunden? Gluth der Andacht! ach, wohin? Oft noch wagt es mein Bestreben, sich 55 zu Von dem wahren Glauben zu dir, Gott, zu erheben; oft der Pflicht, und bekenne doch der Welt Geräusch zer. JEsum nicht. streu't meiner Andacht Innigkeit. 6. Wenn die Menge der Verachter meines frommen Wandels lacht, aus der Ans dacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spottisch auf mich sehen, gen. Bater! bis an's Ende mich und meinen Glauben sey dir mein ganzes Leben schmähen: dann vergess' ich treu. 122 163. Mel. Wer nur den lieben Gott. welch ein Trost für meis ne Seele, daß, Gott, bey dir Bergebung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Richter bist. Wie könnt' ich sonst vor dir besteh'n, und der verdienten Straf' entgeh'n? 2. Ja deine Gnad' ist für mich Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Berges ben, o Bater, williger, als du? Du, den nur unser Wohl erfreu't, erzeigst uns gern Barmherzigkeit. 7. O, der du mit Kraft von oben uns zu allem Guten stårtst, der du hoch von mir erhoben- auch auf meis ne Schwachheit merkst, hilf die Sünde mir bezwingen, glücklich meinen Lauf vollbrin Von dem wahren Glauben oder dem christlichen Vertrauen auf die Gnade Gottes. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen, heißt uns, gesandt 1 von dir, dein Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt ofs fen zu deinem ew'gen Gnadens thron, wenn wir uns redlichy nur bemüh'n, derSünde schndden Dienst zu flieh'n. 4. Wohl mir! Wenn deis neGnad' und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Bergeh'n zur Reue, zur Sorgfalt in der Beff'rung führt; dann find' ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Und o wie wohl ist meis ner Seele, wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch auß'res Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Ruh doch nicht; und die ist mehr als oder Vertrauen auf die Gnade Gottes. 123 3. Und liebt ihn mehr, als Bater, mehr, als eine Mutter liebt, liebt er, und will durch seine Güte ihn zu hoher Ses ligkeit erziehn. 4. Er lehrt ihn våterlich; er zeigt ihm, was ihm heilsam ist; er neigt sein Herz dazu, und stärkt und pflegt den Schwachen, den er schont und trägt, 5. Daß er zum Jüngling' und zum Mann' erwachse, der selbstwandeln kann; und straus chelt er denn auch im Lauf, o wie so gern hilft er ihm auf! 6. Nun hat er Friede, HErr, mit dir. Die Ruh' kommt ihm zurück; mit ihr die Hoffnung jener Geligkeit, der er sich schon im Glauben freut. 7. Der Hochbeglückte darf auch kühn zu seinem Vater nah'n; darf ihn um Nachs sicht anflehn und um Licht und Kraft zur Uebung seiner Pflicht. 8. Dich nicht zum Richter, nicht zum Feind, Allmächtiger, dich nur zum Freund, an deines Sohnes Liebe Theil, o Gott, zu haben; welch ein Heil! 9. Was wirst du, HErr, für ihn nicht thun! Die gans ze Welt verwandelt nun für den Begnadigten, durch dich, in deines Himmels Borhof sich. als alles werth, was sonst die Welt für Glück erklårt. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes bey jederFurcht, in jedem Leid; dann hoff' ich von dir lauter Gutes für meine Zeit und Ewigkeit. Des Him mels Vorschmack hab' ich hier, hab' ich nur Friede, Sott, mit dir. 7. Gieb, daß ich dies zu Herzen fasse, und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leiten lasse, so fehlt mir nie Beruhigung; und tröstest du mein Herz, o Gott, so halt' ich treulich dein Gebot. 8. Dann komm' ich auch zum innern Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht; und freue mehr noch als hienie: den mich in des höhern Les bens Licht des großen Glücks, im Herzen rein, und dir, Gott, angenehm zu seyn. 164. Mel. Err JEfu Chrift zc. oder: Tun laßt uns den Leib. Mohl dem, dem seine Miß sethat der Schonende vergeben hat! Boll Muths ist er, voll Zuversicht, und weiß, fein Gott verdammt ihn nicht! 2. Welch eines Heils darf er sich freu'n, Gott selbst will ihm ein Vater seyn. Wem er die Schuld vergessen kann, den nimmt er auch zum Kins de an, 10. Weil du der Sünden nicht gedenkst, genießt er alles, was 124 Von dem wahren Glauben was du schenkst, als Gaben, die ein Vater giebt, der zårts lich seine Kinder liebt. 11. Frey, wie ein Erbe Gottes, geht der Pilgrim auch durch Sturm und steht durch dessen Hand, der Wels ten trågt, wenn alles eins stürzt, unbewegt. 12. O JEsu, Preis und Dank sey dir, durch dich ward dieses Heil auch mir. Ich weiß, daß, der so hoch mich liebt, auch mir dich gab, auch mir vergiebt. 165. Mel. Christus, der uns selig. dein Kind, falle vor dir nieder. 166. Du weißt, was wir Menschen Mel. Gott, du frommer ic. H Err, allerhöchster Gou! von dem wir alle Gaben, und was uns nüßlich ist, aus freyer Gnade haben; o, sieh' erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich nicht, wie ich will, dir recht ver trauen kann. sind, und erbarmst dich wies der. Groß ist meiner Güns den Schuld, die mich innigst reuet, größer deine Baterhuld, die mich noch erfreuet. 2. Zwar ich bin's nicht werth, zu dir kindlich aufzus sehen; doch du bleibst ein Bas ter mir, du vernimmst mein Flehen, kennst mein Innres, siehest mich, wenn ich vor dir weine; und vergiebst mir väterlich, wenn ich's redlich meine. hassen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. 4. Preis sey dem Allgútis gen, der mein Seufzen tens net, der den Gnadesuchenden freyen Zutritt gönnet. Sing' es, Seele, vor dem HErrn, fließ' vor Freuden über! Gott, dein Gott verstößt nicht gern, er begnadigt lieber. 5. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele! Auch wenn ich, deinstraucheind Kind, noch aus Schwachheit fehle; so gedenk'st du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und verzeih'st dem, der wiederkehret. 3. Dies, dies soll in jedem Schmerz mein Vertrau'n er wecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir ers schrecken. Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glaus ben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o HErr, allein? Las deine Hülfe doch von mir nicht ferne seyn. 3. O reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände. Hilf meiner Schwachheit auf, daß nichts von dir mich wende. Ift oder Vertrauen auf die Gnade Gottes. 125 Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruh't in JEsu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurs zer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit; erwünschterlohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt! durch deinen Schild werd' ich bes deckt. Was kann mir denn nun schaden? 3. Ist schon, demSenfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein; so laß ihn doch bey mir in stetem Wachsthum seyn. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sey; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott! so träftig, daß ich mein Lebenlang in deis nem Dienst geschäftig, und stets beflissen sey, zu thun, was dir gefällt: so hab' ich, Gott! in die den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland! der du einst für deine Jünger batest, und wenn sie wanketen, beym Vater sie vertratest; ach! uns terstüß' auch jetzt mein sehns liches Gebet, und schenke Glaubenskraft dent, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlers: Hand ist Heil und aller Se: gen. HErr! unterstüße mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit, erlange und dich rühm in alle Ewigkeit. HErr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir ergeben. Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; du schaffest nach dem Streit mir Ruh', und reichst mir meine Krone. 4. HErr! lenke meines Geis stes Blick von dieser Welt Ges tümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel. 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und ers ſcheint, dann werd' ich's froh 6. Nur 167. Mel. Allein Gott in der Zöh 2. weiß, an wen Glaub' sich häft; tein Feind soll ihn mir rauben, empfinden. 126 Von dem wahren Glauben 6. Nur dunkel seh' ich hier mein Heil; dort ist mein Ant: li heiter. Hier ist die Schwachs heit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mirnoch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott! voll kommen schmücket. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o HErr! durch deine Leiden, auf deinen Tod bin ich getauft! Wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; HErr! du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freus den. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde nie entweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Ges rechten Ruhin besteht durch alle Ewigkeiten. A der Wahrheit Lichte? Soll's uns, wie wir's verdienen, gehn, wer kann denn wohl vor dir bestehn? Auf Erden wahrlich keiner. 3. Und dennoch, Vater, schoneft du; du willst nur un ser Leben; schau'st uns mit großer Langmuth zu, bist wib lig zum Vergeben, und tilgst erbarmend unsere Schuld, wenn sie uns reu't, und deine Huld uns auch zur Beff'rung leitet 4. Erbarmen ist's, und nicht Verdienst, daß du uns, Gott, so liebest; daß du in JEsu uns erschienst; wie du so gern vergiebest, so gern ein reuers fülltes Herz zur Bess'rung ftårtst, und seinen Schmerz mit deinem Troste heilest. 5. Wohl uns! daß du mit so viel Huld Verschuldeten bes gegnest, und mit Verzeihung aller Schuld vor dir Gebeugte segnest. Auf ewig, Bater, sey dir Dank! und deiner Gnade Lobgesang sey ein dir heilig Leben. 6. Wer sollte sich auch dir nicht gern, Allgütiger, erges ben? Wer nicht, von Süns denliebe fern, dir zu gefallen streben? Wen deine Gnade dazu rührt, wen sie zum Fleiß der Bess'rung führt, den führt sie auch zum Frieden. 169. 2. Wer kennt sein Herz und schämt sich nicht vor deinem Angesichte? Wer fühlt, Mel. Wachet auf, ruft uns 2. daß Unſchuld ihm gebricht, nicht in er, aus deiner Gnadens Seligkeit und 168. Ad! Mel. un freu't euch, lieben 2c. ch! wåre nicht, o HErr, bey dir Bergebung unsrer Sünden; wir Fehlende, wo würden wir Gewissensruhe finden? Wie oft vergessen wir nicht, Gott, dich und dein våterlich Gebot, und folgen schnös den Trieben! d oder Vertrauen auf die Gnade Gottes. 127 bleibst du mein Trost, und deine Gnade, die keinen Froms men je verläßt. Des Lebens größte Pein muß mir zum Heil gedeih'n; denn dich liebet mein kindlich Herz. Auch un ter Schmerz seh' ich getroft nun himmelwärts. 5. Ja, ich seh im Geist ihn offen, und bin schon froh im sichern Hoffen, daß ich auch einst sein Bürger bin. Unter wonnevoller Stille fließt ( so ist's dein gnåd'ger Wille!) mir meine Ewigkeit dahin. Dann fühl' ich, hocherfreu't, die volle Seligkeit deiner Gnas de; und preise dich, HErr, daß du mich damit beglückt hast, ewiglich. und fanfte Stille, und Kraft zur Heiligung uns zu. Wenn wir uns an dich ergeben, ems pfangen wir das wahre Leben, und fühlen des Gewissens Ruh. Du giebst durch deinen Sohn uns hier auf Erden schon deis nen Frieden. Preis deiner Treu'! Sie schafft uns neu, und macht vom Sündendienst uns frey. 2. Heiter fühlt sich meine Seele, wenn ich, was vor dir recht ist, wähle, und, unterstüßt von dir, auch thu'. Jeder Sieg, den ich erringe, wenn ich der Lüste Reiz bezwinge, erfüllt mit neuer Wonn' und Ruh. Gott! welche Selige teit! vom Lafterdienst befreyt, deinen Willen von Herzen thun, und fröhlich nun in deis 170. ner Huld und Liebe ruh'n. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Beugt auch ie theuer, Gott, ist deine Fehl mich nieder, so richtest da mein Herz doch wieder mit Trost an deiner Gnade auf. Du vermehrst zu dem Ge schäfte der Heiligung mirTrieb und Kräfte und förderst mich Güte, die alle Misses that vergiebt, sobald ein reuens des Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, vers dammt und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt. im Tugendlauf. Wie freu't 2. O laß mich ja nicht sicher sich dann mein Geist, daß du so gern verzeihst! Reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu und wachsamer in Zu tunft sey. werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meis ne Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sey, daß ich sie meiner Besf'rung weih. 4. Und wie solit' ich ångste lich zagen, wenn auch in meis nen Pilgertagen mein Fuß auf rauhe Wege stößt? Sel: ber auf dem rauhsten Pfade 100 3. Zwar, deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Bess's rung viel zu klein; doch, darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu 128 Von dem wahren Glauben zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hålt? 4. Wie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft? Der kann kein Herz zu JEsu fassen, der zwar auf sein Berdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharr't, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen, vergieb mir gnådig meine Schuld und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vater huld! Ich will mit Ernst die Sünden scheu'n und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, will ich durch Uebung guter Werke be weisen. Mache selbst mich treu, HErr! in der Liebe ge gen dich. Sie dringe stets und leite mich.sand 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst; das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel seyn! Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! Keiner harr't auf dich vergebens. Nur Verachs ter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, HErr, deine Wege! Zeige deinen Willen mir, daß zum Heil ich koms men mdge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du fichest mein Vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen, deine Vaters treue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke an die Sün den meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Bater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich! meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Süns ders Leben. Seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt: dent verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elens den, deren Herz sich dir er giebt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld bes trübt. Freude schenket deine Güte dem geångsteten Ges müthe, welchem du die Güne denlast liebreich abgenommen 6. HErr, g 171. Mel. Alle Menschen müssen 2c. ch erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; denn ich kenne deine haft. M oder Vertrauen auf die Gnade Gottes. 129 7. Dir will ich mich denn ergeben, Gott, mein Gott, vers laß mich nicht! Laß mich im mer heilig leben, HErr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr', ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! 6. HErr, zu was für Ses ligkeiten du, in jener bessern Welt, jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu' und Glauben hålt, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. Von dem thätigen Christenthum überhaupt. 4. Verbotner Lüfte Schmeis cheleyen verführen, Gott, und täuschen leicht: doch, wer kann dort vor dir, sich freuen, wenn er sie hier nicht hast und fleucht? Ach, keiner Lüfte Reiz und Wahn entferne mich von deiner Bahn! 172. Mel. Wer nur den lieben Gott. amit dein Pilger auf der S Erde im Guten immer eifriger, stets weiser, stets auch beffer werde: so leite du mich selbst, o HErr, und laß, zu wandeln deine Bahn, dein Kind mehr Licht und Kraft empfah'n! 2. Daß ich mich nie von ihr entferne, gieb mir dein Licht; gieb du, daß ich mich immer besser kennen lerne; wenn ich mich täusche, warne mich, daß nicht mein Herz durch Heucheley und Stolz selbst sein Verführer sey. 3. So oft ich, HErr, zu dir nur flehte, empfing ich neue Kraft von dir. Gieb denn zum Eifer im Gebete stets deines Geistes Antrieb mir, daß ich auch übe, was, entbrannt von reiner Inbrunst, ich empfand! 5. Um mich zu sichern vor Gefahren, laß vor der Selbsts zerstreuung mich mein leicht verwildert Herz verwahren; auf nichts mehr achten, als auf dich, auf deine Stimm', auf dein Gebot, auf dein Ges richt, auf meinen Tod. 6. Auch laß mich täglich mein Gewissen vor dir erfors schen, laß es rein, vor selbst ges suchten Finsternissen gesichert, immer wachsam seyn! Stets aufmerksamer, zeig' es mir, was recht ist, Gott, und gut vor dir. 7. Wenn ich mich des Ents schlusses freue, nur dir zu fole gen, 130 Von dem thätigen Christenthum überhaupt. S. Doch täuscht mein Herz sich oft, mir immer unergründ lich, bleibt, nach der Heilis gung durch deinen Geist, noch sündlich. Das Wollen hab' ich wohl, zum Thun auch Licht und Kraft; wie unvollkom: men bleibt's dennoch, wie man gelhaft! 4. Du kennst mich ganz. Du kannst mich reinigen und låutern; den Geist, wenn Licht ihm fehlt, mit deinem Licht ers heitern. Wenn eine Leidens schaft erwachen will, kannst du durch mein Gewissen ihr gebies ten, daß sie ruh'. 5. Ach! darum wollest du mich lautern, mich belehren, der Trägheit des Gemüths, der Lust zur Günde wehren, mich), wo Gefahren sind, erschrecken, mich zum Streit ermuntern, wo dein Wort zu streiten mir gen, gieb, daß ich den besten Vorsats oft erneue, nichts mehr zu lieben, Gott, als dich; und, was dein Knecht von sich nicht hat, auch zum Entschlusse felbst die That! 8. Zum Ziele schneller hin zu eilen, laß nie mich meiner Prüfung Zeit mit dir und mit der Sünde theilen; ach, teine Stunde werd' entweih't; und keine, die ich nüßen kann, tlag' einst vor dir, o Gott, mich an! 9. O laß durch segnende Geschäfte für meinen Näch: ften und für mich mich nüßen alle meine Kräfte, stets aus Gehorsam gegen dich: so werd' ich stets vollkommner, dir zum Preis, o Gott, zum Segen mir! 173. Mel. O Gott, du frommerGott. gebeut. HErr, Höre mein Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Er greife, leite, HErr! den Schwachen, der dir fleht, weil seine Bitte nicht aus falschem Munde geht. 2. Gieb, daß ich redlich mich in jeder Tugend übe! Der Glaube, den du willst, soll fruchtbar durch die Liebe, in wahrer Heiligkeit, in guten Werken seyn. Ich will's, ich will dir, Gott! mein ganzes Leben weih'n! 6. Erhalte meinen Gang auf deinem Fußsteig! Leite mit deiner Rechte mich, damit mein Fuß nicht gleite! Mein Auge laß allein auf deine We ge schau'n! So hilf mir! denn du bist mein Heiland, mein Vertrau'n! 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Gündern; ihr Beyspiel könnte leicht der Eugend Eifer mindern. Be wahre deinen Knecht vor ih nen! Ihre Lust vergift', ent weihe nie die diri geweihte Brust. 8. Ber Von dem thätigen Christenthum überhaupt. 131 8. Bewahre mich, wenn fie, verstrickt von eitlen Lüften, sich ihrer Sünden freu'n, mit ihren Lastern brüsten. Des Sünders Lachen wird in Weis nen einst verkehrt, in Trauern seine Lust, wenn er sich nicht bekehrt. 4. So lang' ich noch, ein Frenidling hier, in diesem Leis be walle: so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 9. Ich aber werde, Gott! dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir bin, dein selig Antlitz schauen; und wenn mein Staub erwacht, von deiner Wonne fatt, froh, locken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du ges beutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu trau'n; und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 174. B Mel. Mir nach, spricht Christ. ald oder spåt des Todes Raub, wall' ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher; doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann ist mein bestimmtes Theil, o Gott! Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Hei le ringen; verachten, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn; und stands haft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele: doch mein Fuß bes ginnet oft zu wanken. HErr, stårke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 6. Die freche Thorheit dies ser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffe nung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? und was verſüßt mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und eitel unsre Werke. Doch unser Glaube giebt uns Muth; und Christus giebt uns Stårke, durch ihn sind wir in Traus rigkeit getrost und überwinden weit. 8. Was ist die Trübsal dies ser Zeit und alles Leid der Ers den, Gott! gegen deine Herrs lichkeit, die kund an uns soll werden? Wie schnell flicht dies mein Leben hin, hin, wo ich ewig selig bin! 9. Der uns in Christo alles giebt, Sott, wird mich nicht vernichten; der uns bis in den Tod geliebt, wird mich nicht i 2 132 Von dem thätigen Christenthum überhaupt. nicht strenge richten. Wenn zu schwach. Denn Tugend oh. Erd' and Himmel untergehn, ne Wachsamkeit, verliert sich werd' ich zum Leben aufer. bald in Sicherheit. stehn. 10. Nicht Trúbsal mehr, nicht leid und Schmerz betrü bet dort die Beinen. Nicht klagen mehr wird unser Herz; nur Freudenthránen weinen. Er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thras nen ab. 11. Dort schauen wir und beten an, vor seinem Anges fichte. Und die wir hier im Dunkeln sah'n, wir werden dort im Lichte die Wunder sei: ner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 12. Ihr, die ihr ihn ers habner preist, ihr Engel, meis ne Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Ju bellieder, und eurer hohen Har: fen Klang ertönt in meinen Lobgesang! 13. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, JEsu, mich's ererben! Du, der für alle Menschen starb, laß, JEsu, dir mich sterben! Gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey! 175. Mel. Wer nur den lieben Gott. Damit ich meine Seele rets te, so gieb, HErr, daß ich bet' und wach'! Wenn ich dich nicht zum Beystand hät. te, wär' ich zum Guten viel 2. So lang' ich hier im Leis be walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht! Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der Andern Tugend fällt; wird darum nichts mein Herz vers führen? Ach jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Geld nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Nachs sucht schein' ich mir befreyt; jetzt soll ich eine Schmach vers schmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gieb, HErr, daß ich wach' und streite, nie dens te, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohl, fahrt Von dem thàtigen Christenthum überhaupt. 133 fahrt an. Die Sicherheit droht mit dem Fall. Hilf, daß ich wache überall! sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit, auch selbst im Tode geben? Nicht Menschen Gunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, HErr, laß mich vor allen Dingen trachten, und, was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst besteh, sey meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich), wenn du nicht für Trägheit mich beschützest, und mich zur Treu' in meiner Pflicht mit Kräften unterstüßest? O stårke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh, und dort das ew'ge Leben! 176. Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. ach meiner Seelen Seligs teit laß, HErr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Prüfungszeit in Sichers heit vollbringen? Wie würd' ich einst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzu geh'n, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Günde sehen, und, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung slehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deis nem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäf te werden. HErr, stårke mir dazu den Trieb. Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, daß ich's ihm nicht aufopfre. 4. Gewinn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, und sollte das, was dir gefällt, frech aus den Aus gen setzen; was hülfe mirs? Kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hålt, mir deine Gnad' ersetzen? 5. Was führt mich zur Zu friedenheit schon hier in die 177. Mel. Err Jefu Chrift, dich. ch komme vor dein Ange S sicht. Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Ge duld! 2. Schaff' du ein reines Herz in mir; ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir; ein Herz voll Demuth, Lob und Dank; ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Scy mein Beschützer in Gefahr! Ich harre deiner im merdar. Ist wohl ein Ulebel, i 3 das 134 Von dem thätigen Christenthum überhaupt. das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beyspiel giebt! 4. Ich habe ja aus deiner Hand, was mich zum Menschen macht, Verstand. Er halt' ihn mir, o HErr, mein Hort; erleucht' ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, keiner Bosheit mich zu freu'n, sie stets vor meinen Augen seyn! Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, ihn stets durch Liebe thätig seyn! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deis nem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey! 7. Ich habe oft, die Leiden schaft zu überwinden, keine Kraft. Du aber ziehst mit Kraft mich an; und was du willst, vermag ich dann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, HErr, so viel als dir gefälit! Sieb deinem Knecht ein måßig Theil; zu seinem Fleiße Glück und Heil! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, und, arme Brüder zu erfreu'n, mich einen frohen Geber seyn! 10. Gieß mir Gesundheit, und verleih, daß ich sie nütz' und dankbar sey, und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'! 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in 12. Bestimmst du mir ein lång'res Ziel, und werden meis ner Tage viel; ach dann, o meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich mei ner herzlich an, und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm und Schild, mein Trost und Lohn! 178. mel. In dich hab' ich gehoffet. u gingst, o JEfu, deine von Sünden rein, vom Staub' hinan, zu nie erreichten Höhen. Du warst, wie ich, ein Mensch, laß mich den Weg, den du gingst, gehen! 2. Nicht, daß ich dich er: reichen mag, ich folge dir von ferne nach, dem Engel staus nend singen; du bist mein Ziel, nach dem ich will aus allen Kräften ringen. 3. Von Fehlern rein sey meine Brust, nie müsse selbst des Bösen Lust der Unschuld Glück entweihen! So rein war er, wer kann, sprach er, mich einer Sünde zeihen? 4. Nicht mir zu leben, bin ich hier, auch unsern Brüdern sollen wir, was wir uns selbst sind, werden. So brachtest du dein Von dem thätigen Christenthum überhaupt. 135 dein Leben zu, und wards das Glück der Erden. Eigennuße sey, Ruhm bey der Welt nicht achte; dein Eigens thum, des Höchsten Ruhm, HErr, mehr als alles achte! 8. Ich will in Gott ergebs nem Sinn, durch den ich wur de, was ich bin, mich jeder Schickung fügen, und keiner Noth, die Gott gebot, vers zweifelnd unterliegen. 5. Voll Mitleid schwelle meine Brust, es sey mir reine Seelenluft, der Brüder Noth zu theilen; auch du, HErr, wardst der Kranken Arzt, nie müde, sie zu heilen. 6. Wenn ich auch Feinden mag verzeih'n, so werd' ich ähnlicher ihm seyn, deß Lip: pen sterbend flehten: Verzeih' voll Huld der Sünder Schuld, die mich im Irrthum tödten. 7. Daß ich, wie du, von Selbstsucht frey, wie du, von Einzelne Pflichten in näherer Beziehung auf Gott und die Religion. 9. Denn Christus nahm den Kelch voll Tod, den Gott. dem Weltversöhner bot, und sprach: ,, Ich mied' ihn lieber! Doch willst du's, HErr, so gehe er dem Dulber nicht, vorüber." Erkenntniß und Nachahmung Gottes. 179. Mel.Zerzliebster Jesu, was ic. W denn sich, o Gott, mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bestrebet: so müss' er nicht an Eitelkeiten denken; dich müss' er denken! 2. Sey du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke! HErr, ich schmachte, dich recht zu fens 00 nen und nach deinen Lehren dich zu verehren! 3. Was ist im Himmel, Höchster, was auf Erden, das so wie du, verdient gekannt zu werden? Nichts ist, das meis nen Durst nach Heil so stille, als, HErr, dein Wille. 4. Dich tennen sey die ers ste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und vere borgen, so willst du doch, wenn i 4 wir 136 Erkenntniß wir dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme leh: ren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke, auch hast du uns, sey hoch dafür gepriesen! selbst unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewah. ren; wenn wir den Weg, den fie uns führen sollen, nur wan Deln wollen. 7. Zu diesem mir so seligen Geschäfte erheb' undstårkemeis ner Seele Kräfte! Gieb, wenn ich dich in deinem Worte höre, daß nichts mich) store. 8. Ach! mein Verstand ist tråg', ist leicht zerstreuet, und irrt, wenn er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entrissen, eh' ich's inne werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht vermes, sen, verführt ihn, seine Grån. zen zu vergessen, will mehr, als deine Lehren uns vergönnen, von dir erkennen. 10. O lehre mich dich ims mer besser kennen, und tåg lich mehr von deiner Lieb' ents brennen; dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, und ganz dir leben! 180. Mel. O Gott, du frommer zc. er, hocherhabner Gott, ben? Du gabst der ganzen Welt ihr Daseyn, Kraft und Leben. Was Geist und Körs per heißt, was Erd' und Hims mel hegt, hat deine Hand ges baut, die ißt noch alles trågt. 2. Du schufst, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Eh re; und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre. Drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest, wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höch ster, ähnlich seyn, ist unser größtes Glück. O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstårkster Wunsch, mein eifriges Bestreben in al lem meinem Thun sey dies, o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet mdge seyn! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrs heit lieben, und mit stets muns term Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weiss heit führt, zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beyfall giebt, was du uns selbst ges lehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. die ver: und Nachahmung Gottes. verbot'ne Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreu'n, und dem, der's üben will, auch gern be, hülflich seyn. 7. Gieb, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen wers de, dem Wohlthun Freude macht; der Kummer und Bes schwerde dem nächsten gern ers spart, dem Nächsten gern ver. süßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Zie le! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Gu ten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deis nem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich wers den. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deis ner Gute freu'n. 181. Mel. Dir, dir, Jehova, will ic. ir immer ähnlicherzuwers den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das werde uns schon hier auf Erden das große Ziel, nach dem inEwigkeit mit höhrer Kraft der Geist zu dringen strebt, und doch nie ganz zu ihm empor sich hebt. 137 2. Wenn ich aus treuer Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennutes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, wenn es durch Rath und durch die That geschieht: dann gleich' ich Gott, der, selig felbst, die Welt aus Liebe schuf und liebevoll erhält. 3. Wenn ich auf seine Weiss heit achte, die nicht dem klein, sten seiner Werke fehlt, wenn ich den edlen Zweck betrachte zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er: dann werd' ich meinem Vors bild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse haffe, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch dasLaster lacht: dann gleich' ich dem, der heilig, heilig ist, nur Gutes liebt und feind dem Bösen ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, der Tugend Müh' belohne, wo ich kann; wenn ich, zur Bess'rung ihn zu leiten, den Frevler strafe, der auf Bosheit sann: dann gleich ich ihm, der mit Gerechtigkeit den Sünder straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich getreu der Wahrheit lebe, die nie der Täuschung Unrecht dulden mag, nie unbesonnen Worte gebe, tren jedem halte, was ich 138 Erkenntniß ich ihm versprach: dann gleich ich ihm, der allwahrhaft, nje lügt, und weises Hoffen nims mermehr betrügt. 7. Wenn ich, des Leidens den Erbarmer, gern, kann ich's, jeder Thrane Trockner bin, nicht stolz erst frage, ob ein Armer es werth sey, daß ich sein Erretter bin: dann gleich' ich ihm, der allerbar: mend ist, und keines Menschen, feines Wurms vergißt. 8. So sey, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, zu un ferm Glück schon hier auf Er den dies unser Ziel, nach dem in Ewigkeit mit höh'rer Kraft der Geist zu dringen strebt, und doch nie ganz zu ihm empor sich hebt. ner Liebe scheiden, so groß sie immer seyn. 360 3. Mit fröhlichem Gemüs the denk' ich an deine Treu'; denn, Vater! deine Güte ist alle Morgen neu. Seh' ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unters stüßest mich. 4. Du gabst mir aus Er barmen den Sohn, der für mich starb, und großmuths voll mir Urmen dein Kind schaftsrecht erwarb. In ihm, Gott! bist du mein, drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. 5. Wie gut ist's, dein ges denken! Die Welt mag im merhin ihr Herz auf's Eitle lenten, wie schlecht ist ihr Ges winn! Zu dir halt' ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stårkt mich einst im Tod. 182. Mel. VonGott will ich nicht zc. In dich, mein Gott! ge denken, ist Pflicht und Trost für mich; wenn Sorg' und Gram mich trånken, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz; dann flieh'n die bangen Sor: gen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! Wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter dråut, ist fie mein Sonnenschein; mich 183. Mel. Es woll' uns Gott x. können keine Leiden von beis Gott, der du meinSchöps fer bist, dem ich stets ans 6. Drum will ich an dich denken, so lang' ich denken tkann. Wird man in's Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mich die Welt vergißt; doch du, Err! dent'st noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein einges dent mehr ist. und Nachahmung Gottes. angehöre! dich richtig zu ers kennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu seyn, dich immer mehr zu lieben, mich deiner immer mehr zu freun, laß mich mich tåglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bes streben, wie schwach ich auch bin, mich zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht von dir in deinen Werken, und auch auf deines Wortes Licht getreu und forschend merken, damit ich weiser werde. 3. Dann wird mir nicht, aus eignerSchuld entgehn, was du uns lehrest; wie du, voll Weisheit, Macht und Huld, uns jeden Tag ernährest; wie alles, schon geordnet, sich zum allgemeinen Segen vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest. 4. Ich sehe dann und seh', erfreut, stets immer mehr Bes weise von deiner Größ' und Herrlichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsternis, die deiner Vorsicht Pfade mir oft ver: birgt; ich bin gewiß, daß Herrlichkeit und Gnade stets ihren Ausgang krönen. 5. Und welchen Aufschluß giebt mir nicht vom Ziele mei, 139 nes Lebens dein Wort, das ewig's Heil verspricht! Nie merk' ich drauf vergebens. Ich lerne dich, und deinen Sohn, und seiner Liebe Thaten, der Seele Werth, der Tugend Lohn, die Ernten ihrer Saaten daraus stets besser kennen. 6. So werd' ich stets ers leuchteter, von Vorurtheilen freyer, zum Guten immer wil liger, standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Ers kenntniß giebt mehr Willigkeit zum Leiden; dein Wort, das meine Seele liebt, erhshet meis ne Freuden, und tröstet mich im Kummer. 7. Gewährt der Morgen: räthe Licht mir denn schon so vielWonne: wie vielverschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann wirst du dich, mein Vater, mir noch näher offenbaren; dann werd' ich noch weit mehr von dir, und deinem Rath erfahren, und ewig froh dich preisen! 8. O laß von heiliger Bes gier mich immer mehr ent brennen, dich, Gott, und deis nen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich, von jedem Wahne frey, dich immer treuer liebe, dir im. mer mehr gehorsam sey, und täglich mehr mich übe, dich würdig zu verehren. Ehr 140 Ehrfurcht vor Gott Ehrfurcht vor Gott und Achtung für den Eid. Herz vor dem bewahre, wenn meine Augen alles scheu'n, was dir verhaßt ist, wenn ich gern dich fürcht' und liebe, dich, den HErrn! 184. Mel. Wer nur den lieben Gott. ich ehrfurchtsvoll und tindlich scheuen, sey, Was ter, meineSeligkeit. Der kann sich deiner Huld nicht freuen, der nicht dein heilig Auge Drum wirke, HErr, bein Geist in mir Furcht, wie ein Kind sie hat, vor dir. 2. Laß mich, wie groß du bist, empfinden, oft fühlen meine Nichtigkeit; wie könnt' ich denn mich unterwinden, mit thdrichter Verwegenheit zu tadeln, was dein Rath be schließt, der wunderbar, doch heilig ist? 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allger genwärtig bist, und das vor dir zu thun mich schåme, was dir, mein Gott, ein Gräuel ist. Was hilft das Lob der ganzen Welt, wenn die mein Leben nicht gefällt? 4. Wenn Nacht und Dune tel mich bedecken, die dem Vers brecher Muth verleihn, wird mich die Furcht vor dir erweke ten, auch da, was unrecht ist, zu scheu'n. Ich weiß, vor deinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Wie werden meine Jus gendjahre mich einst im Alter noch erfreu'n, wenn ich mein 185. In voriger Melodie. du W Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem HErrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern'Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thdrichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Stath beschließt, der wuns derbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir teine Pflicht zur Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dune kelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleih'n, wird dich die Furcht des HErrn erwecken, auch dann, was uns recht ist, zu scheu'n. Denk nur: und Achtung für den Eid. nur: vor seinem Angesicht ist Geift anbetet und erkennet, Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffentlich verehren, so wohl als in der Einsamkeit; auf des Gewis. sens Stimme hören, und wil lig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des HErrn; auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Vers achtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Höchsten wird dich stårken, daß du auch dies vers schmerzen lernst. Wer seinem Gotte wohlgefällt, ist glücklich, felbst beym Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Alb macht'gen scheuen, giebt Hel: denmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was Gott mißfällt, zu thun, gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht: so bebe ich vor Men schen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott! mich regieren, auf dich stets glaubensvoll zu seh'n. Laß fie mich zu der Weisheit füh: ren; so werd' ich niemals irre 187. geh'n. Wohl dem, der dich Heuch, the Christen, wenn Mel. Jesus, meine Zuversicht. eilig, heilig der Eid stets tindlich scheut! Dich fürchten, Gott! ist Seligkeit! ihr schwöret. Furchtbar ist die Heiligkeit eures Richters, der euch hdret; furchtbar, aller Mel. O Gott, du frommer 2c. Lügner Feind, hier, und wenn 186. Bewahre meinen Mund, er einst erſcheint. oft er, 2. Er, der Wahrheit Gott, nennet, dich, den mein ew'ger begehrt, wenn wir ihm gefals len 4 141 daß, Hocherhabener, nic Leichts sinn ihn entweih', mir nie ein Spiel und Spott dein großer Name sey. 2. Stets heilig bleib' er mir; und muß mein Ohr es hören, daß Andre- ihren Gott und, was er sprach, entehren, so reiße nie der Strom der Spotter mich dahin; die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch JEsus Christus sey zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich sein gedent', so oft in meinem Munde sein hoher Name tint, mir heilig. Ihn entweiht nur der, der ihn vers kennt, nur die Undankbarkeit. 4. Bon meinen Lippen fern sey Fluch und freches Schwds ren! Fern sey schaamloser Scherz! Der Mund kann Gott nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; den Beter hörst du nicht, der dir mit Leichtsinn fleht. 142 Ehrfurcht vor Gott len wollen, daß wir ihren hohen Werth fühlen und vers ehren sollen; denken, wie wir reden; sie nie verstellen, leug: nen nie. 3. Wenn ihr eure Hand erhebt, dann ergreif' ein heis lig Schrecken euch vor ihm; und denkt: Er lebt, er wird alles doch entdecken, was Betrug und List verstellt; Er, der Richter aller Welt. 4. Denkt, daß keine Fins sterniß ihm des Sünders Herz verhehlet, daß Er's merket, und gewiß, wo er frevelt oder fehlet, daß er tausend Wege hat, zu enthüllen jede That; 188. Mel. Ich dank' dir schon xc. 5. Daß, mit Eifer anges than, Er,( denn ach! wir werden sterben!) wenn Ge richt und Tod sich nahn, alleu, HErr und Richter aller Welt, deß Auge alles siehet, dem nur der Redliche gefällt, der Trug und Lüs gen fliehet, wird 2. Laß mir den Eid stets heilig seyn, auch dadurch dich zu ehren; mich nie aus Leicht sinn ihn entweihn, nie aus Gewohnheit schwören. 3. Ehrwürdig sey dein Na me mir! So oft ich ihn nur nenne, so sey's mit Ehrfurcht auch vor dir, deß Hoheit ich erkenne. 4. Erfordern es Gesetz und Pflicht, bey dir es zu bezeugen, was Wahrheit sey: so laß mich nicht um alles sie verschweigen. 5. Die von seiner Wahrheit Thron schaut er her, und zielet schon. 6. Tödtliche Geschosse hat euer Richter, das Verbrechen, jede Neigung, jede That, die er euch verbeut, zu rächen. Diesem Richter troket nicht; bebt, und fürchtet sein Gericht. 7. Wenn ihr freveln woll tet, ach! immer, in der Nacht, am Tage, überall dann folge' euch nach des Gewissens Furcht und Klage; Selbstgericht, ( was ist ihm gleich?) quälte, wo ihr ginget, euch. kann, würde Pein und Stache werden. Und Berzweiflung, wie erreicht sie die Frevler schnell, wie leicht! 9. Sagt: Für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Her: zens Ruhe, nicht die Uebers zeugung hin, daß gerecht ist, was ich thue; daß selbst meis ne Neigung nicht, was mir Gott gebietet, bricht. 10. Dann darf ich zu Gott empor voll Bertraun und Hoffe nung sehen; gnädig neigt Er dann sein Ohr allezeit zu meis nem Flehen. Er, der HErr, der Lügner Feind, ist mein Vas ter, ist mein Freund. 8. Fluch und Elend würde dann alles um euch her auf Erden; alles, was erfreuen und Achtung 5. Die deines Namens Hei ligkeit durch falschen Schwur entweihen, die trifft in ihrer Sicherheit mit Schrecken einst dein Drauen. 6. Drum sey stets meines Herzens Grund voll Ernst, dich, Gott, zu ehren; und ferne sey von meinem Mund entheiligendes Schwören! 7. Er sey beståndig lügen. rein! Nur Wahrheit heiß' ihn sprechen! Sein Ja sey ja, sein Nein sey nein! denn Lügen wirst du rächen. für den Eid. Vor deinem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und fish' er zu dem fernsten Meere, du findest als lenthalben ihn, wenn er auch noch so mächtig wåre; wer. kann sich deiner Macht ents zieh'n? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Bey, fall, Gunst und Schuß der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich bedenke, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bist Du! schau'st meines Herzens Innerstes, bringst es ans Licht, und richtest es. 6. Ja, hilf mir, daß ich stets mit Treue nur was ich dente, schwör' und halt', und dich mit heil'ger Ehrfurcht scheue, und deine richtende Ges walt. Wer fälschlich schwört, kommt in's Gericht, der Reds liche, der Fromme nicht. 189. Mel. Wer nur den lieben Gott, W er, Gott, bey deinem Namen schwöret, und, was er zugesagt hat, bricht, der ist ein Frevler; denn er ehret dich, der die Wahrheit selbst ist, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vertrau'n zu dir, o Gott, gen Himmel schau'n. 2. Wir sollen ja, nach deinem Willen, wie du, der Wahr heit Freunde seyn, und was fie fordert, gern erfüllen, und keineLasten dabey scheu'n. Wer sie verleßt, verwirft sein Heil, ihm wird des MeineidsQuaal zu Theil. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der, Gott, die Wahr. heit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen, und falsch bey deinem Namen schwört? 143 Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 190. mel. Jefu, meines Lebens 2c. uelle der Vollkommenheis ten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! und mit welchenSeligkeiten fåttigt deis ne Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten: hab' 144 Liebe und Dankbarkeit hab' ich dich, darf ich's nicht achten! Mir wird deine Lieb' allein mehr als Erd' und Hims mel seyn! 2. Denk' ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie bes lebet fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deis ne Werke, deine Süte, deine Stärke, wie entledigt er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Floß aus deiner Gottes: fülle mir nicht tausend Wohl. that zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt. 6. Heil mir, wenn ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist; wenn mein Herz vom Haß der Sünde, die dich haßt, durchdrungen ist; wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte! Heil mir! dann verbirgst du nicht einst vor mir dein Angesicht. 7. Noch lieb' ich dich un vollkommen, meine Seel' ers kennt es wohl. Dort, im Bas terland der Frommen, lieb' ich dich, HErr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und ers füllen. Gieb mir dann vor deinem Thron der vollkomme nen Liebe Lohn! 191. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Du erkauftest vom Ber. Gott, bester Vater deiner derben mich durch deinen Sohn, o Gott! ließest den Gerechten sterben: mir zum Leben ward sein Tod! Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben: ewig deiner mich zu freu'n, und von dir geliebt zu seyn. Kinder, der du die Liebe selber bist, du, dessen Herz selbst gegen Sünder so liebes voll, so gnädig ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's aus allen Kräften seyn! 2. Gieb, daß ich als ein Kind dich liebe, der du mich als ein Vater liebst, und dein Gesetz mit Freuden übe, das du zu meinem Glück mir giebst! Was dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 5. Sollt' ich dich nicht wie: der lieben, der du mich zuerst geliebt? der mit mehr als Batertrieben so unendlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Ewigkeit? 3. Der liebt dich nicht, der nicht mit Freuden das wählt und thut, was dir gefällt. Was du verbietest, laß mich meis gegen Gott. meiden, gefiel' es auch der gans zen Welt. Es müsse meine Freude seyn, die kleinste Süns de selbst zu scheu'n. 4. Laß mich um deines Nas mens willen stets thun, was dein Gesets gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen: so sich auf meine Willigkeit. Ach, rechne, Gott, nach deiner Huld nie meine Schwachheit mir zur Schuld! 5. Vertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt; daß, zu verleugs nen, ich mich übe, was dir, o Bater, nicht gefällt. Wie sollt ich, was vergänglich ist, die vorzieh'n, der du ewig bist? 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Wohl dem, der muthvoll und mit Freuden, was du ihm auflegst, über nimmt! Du willst zum Hims mel ihn erzieh'n; da krdnst du, da belohnst du ihn. 7. In deiner Liebe laß mich sterben: so wird auch Sterben mein Gewinn. Dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich bey JEsu ewig bin, wo ich dich, Gott, entzückt von dir, vollkommner lieben kann, als hier. 192. Mel. Die Tugend wird durchs. ant, bester Bater! will ich singen, Dank dir, 145 der mir nur Gutes giebt! Mit allerKraft, vor allen Dine gen, fey du gelobet und geliebt! Du warst mir, eh' ich war, ges wogen, und ewig auf mein Glück bedacht, du hast mich aus dem Nichts gezogen, zum Menschen hast du mich ges macht. 2. Ja, Vater! dir gebührt die Ehre; ich bin, was ich nur bin, durch dich. Dank, Dank dir! der Geschöpfe Hees re erschufst du, Vater! auch für mich. Dank dir, du gabst mir Kraft zu denken, und Wils lensfreyheitgabst dumir; Vers nunft, mein Leben recht zu lens ken; Empfindung; o wie dant ich dir! 3. Ich kann dich in der Schöpfung finden, mich deiner großen Werke freu'n; Dank dir! ich kann dich, Gott! empfinden: wie freu' ich mich, durch dich zu seyn! Für meis nen Leib und alle Glieder ges bührt dir Dank! für jeden Sinn! Ich fall' anbetend vor dir nieder, und danke laut dir, daß ich bin! 4. Du hast mir Dach und Kleid bescheeret; was fehlte, Bater! jemals mir? Hast du mich nicht bis jetzt ernähret? Von ganzem Herzen dank' ich dir! War ich umringet von Gefahren, du hast, o Vater! mich bewacht; und immer stand, mich zu bewahren, an meiner Seite deine Macht. t 5. Ers 146 Liebe und Dankbarkeit 5. Erwag' ich, Vater! alle Pfade, worauf mich deine Hand geführt, so seh' ich Weiss heit nur und Gnade, und füh. le, daß dir Ruhm gebührt. Wie oft entrisfest du dem Feinde der Wahrheit und der Tugend mich! Für meine Eltern, meine Freunde, für meine Lehrer preif' ich dich! 9. Ein Mensch, um Men schen zu versöhnen, Er, der mich schuf und mich erhält! Er starb, o fließet, Freudens thränen! Wie dank' ich dir, HErr der Welt? Anbetung dir, und ewig Ehre, und Dank und Liebe, JEsu Christ! von mir, der ewig elend wåre, und nun unendlich selig ist! 10. Ja, Vater! Bater! überschwenglich und über je den Ausdruck groß sind deine Gnaden; unausdenklich! und deine Güte namenlos! Dant sey mein Mund, mein Herz, mein Leben! Du bist die Lie be; nichts bin ich! O du, det mir so viel gegeben, gieb mit stets Dankgefühl für dich! 6. Du lenktest von der früs hen Jugend, durch viele Freus de, wenig Schmerz, zu deis ner Kenntniß und zur Tugend, o bester Gott! Verstand und Herz. Für jede müßliche Er fahrung, für alles, was mich lehren kann, fürlnterricht und Offenbarung bet' ich im Stau be, Gott! dich an. 7. Im Dunkeln forscht' ich nicht vergebens, du schenktest mir dein Wort zum Licht; du Mel. Jefu, deine tiefe Wunden. 193. zeigteſt mir den Weg des Les Gott, mein Bater! deine bens, mein meinElend, meine Pflicht. Nein, nein! die Zunge kann nicht sagen, wie unaussprechlich gut du bist; nun darf die Seele nicht mehr zagen, die Seele, die unsterblich ist! Liebe reicht so weit der Himmel ist. Deines Wohl thuns starke Triebe sind so ewig als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöps fet teine Zeit; und wer fann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 8. Unsterblich! Bater! ewig leben soll ich, der doch den Tod verdient! ich ewig seyn! du hast vergeben, du hastdenSün, der dir verfühnt! Dein Sohn ( o wer faßt das Erbarmen?) entäußerte des Himmels sich; vom Tode zu befreyn mich Ars men, ward er dein Sohn, ein Mensch wie ich! 2. Als ich noch, der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Bey stand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie so gegen 3. Nie gedenket mein Ge müthe ohne brünft'ge Danks begier jener unverdienten Güs te, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich, für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlösten voller Zuversicht darf trösten. 4. In den zarten Jugends jahren warst du meines Lebens 194. Stab, mein Beschirmer in Mel. Wer nur den lieben Gott, Gefahren. An dir hab' ich stille! Was mich hienie, bis ins Grab einen Vater, der mich liebt; einen Vater, der mir giebt, was zum wahren Wohl mir nüket; einen Bater, der mich schütet.et den kränkt und drückt, das ist dein weiser Rath und Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles åndern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauh's sten Wegen führst du mich zur Glückseligkeit; von jeder Trübs sal ernt' ich Gegen, ist die nur, Gott, mein Herz geweiht. Ihr Ausgang wird erfreulich seyn, sieht's gleich mein biss der Geist nicht ein. 5. Gott! du leitest uns stets besser, als wir wünschen und versteh'n. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöh'n. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Ses raphim Gesang, dennoch würs de durch mein Loben deine Huld nicht gnug erhoben. 6. O! so zieh' durch deine Liebe, HErr, mein ganzes Herz zu dir. Stårt und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; so mich deines Wohlfeyns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohl thun wahre Freude werde. Gott. get dich lieb', und deinen heil's gen Willen freudig suche zu erfüllen. 7. Laß mich jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemüh'n; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünst 147 Vertrauen auf Gott und Unterwerfung unter sei nen Willen. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prüfung hast bestimmt; dein Baterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zufluchtnimmt. Wer hier gern deinen Willen thut, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch' und Sors gen voll Thorheit und voll Uns verstand! Wer kann, was seis t 2 nem Vertrauen auf Gott nem Wohlergeh'n zum Scha. Pflicht? Sprich, oder wird in den dient, ganz überseh'n? Tagen der Noth das Herz nicht fest, lernt alles weiser tragen, was sich nicht ändern läßt? 5. Nur du, Gott, tennst und wählst das Beste. Ova ter, mache selbst das Herz in dieser Ueberzeugung feste; so ehr' ich auch im größten Schmerz dich stets mit der Entschlossenheit: Was Gott will, das gescheh' all'zeit! 6. Die Stunde wird gewiß doch kommen, da mich voll tommnes Glück erfreut: denn einmal fährst du deine From men zur völligen Zufrieden heit. Und dann wird ihnen offenbar, daß nur dein Rath der beste war. 148 7. Dann wird auch mich von meinen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz, statt aller Klagen, nur voll des fel'gen Lobes seyn: Der HErr hat für mein Wohl gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht. 195. W Mel. Befiehl du deine Wege. arumdeinBlick so trübe, o Christ, dein Herz so schwer? Ist nicht dein Gott die Liebe? dein Helfer nicht der HErr? Den Kummer, der dich quålet, hat Er ihn nicht gesandt? hat nicht dein Loos gewählet des weisen Bas ters Hand? 2. Du fühlst den Druck der Leiden und siehst die Hülfe nicht; doch, lernt bey fteten Freuden man auch die schwere 3. Es sey, daß deine Schmer zen kein Andrer mit dir theilt, die Wunde tief im Herzen kein Trost der Liebe heilt; es sey, daß, die dich liebten, nun ferne von dir steh'n, den wei nenden Betrübten in seinem Gram verschmäh'n. 4. Es sey, daß deinen Klagen der Gott der Hülfe schweigt, die Last, schon schwer zu tragen, dich täglich tiefer beugt: es säumet doch die Rechte des Hel fers ewig nicht! es ist im Thal der Nächte dein Helfer schon dein Licht. 5. Von Todesquaal umge: ben dent', wie dein Mittler rang; sein mattgequältes Leben ohnmächtig niedersank! Und dennoch ließ sein Glaube den großen Bater nicht, und übre tief im Staube der Unterwer fung Pflicht. 6. Und du du willst ver zagen? willst ihm nicht ähn lich seyn? willst seinen Na men tragen, und murrend ihn- entweih'n? Der Gott, der ihn vollendet, lebt noch, und ist dein Gott. Wer sich von ihm nicht wendet, dem hilfter inderNoth. - 7. Wirf alle deine Sorgen auf ihn! Er sorgt, er wacht! hat dir an jedem Morgen das Beste zugedacht. Er wird von deinem Leide dich våters. lich und Unterwerfung unter seinen Willen. 149 mir nichts gebrechen, was mir nützt. lich befreyn. Zu deiner grd. Bern Freude verzieht er; har re sein. 8. Wohl dir alsdann, du Treuer! Wie groß ist einst dein Lohn! Dich trdnet dein Befreyer, dein Heiland, Gots tes Sohn. Auf kurze, trübe Tage folgt Wonne, Preis und Dant. Dann schweiget jede Klage, und wird Triumph gefang. 196. Ligne Mielodie. Yn allen meinen Thaten. 5. Ihm will ich selbst mein Leben getroft und willig geben, sobald er mir's gebeut. Es sey heut' oder morgen, dafür laff ich ihn sorgen. Er weiß allein die beste Zeit. 6. Drum sey, o Seele, seis ne, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 197. d laff ich den Höchsten ras Met. Vom Zimmel hoch da ic. then, der alles kann und hat. W Er muß in allen mit sie uns gelingen, mit Hülf' uns beysteh'n und mit Rath. 2. Gorg' ich auch spåt und frühe, was helfen Sorg' und Mühe, wenn er nicht sorgt und wacht? Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen. Er hat noch alles wohl gemacht. 3. Es kann mir nichts ges fchehen, er hat's vorher geses hen, und selber mir bestimmt. Nie will ich mehr begehren, will gern auch deß entbehren, was er aus Baterhuld mir nimmt. 4. Wohl mir, daß seine Gnade auf jedem rauhen Pfa: de mich leitet und beschützt! Wall' ich auf seinen Wegen: so wird, durch seinen Segen, enn Menschenhülfe dir gebricht, so hoff' auf Gott, und zage nicht. Wenn niemand hilft, so hilft doch er; mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß nie der Menschen Gunft allein dein einziges Vertrauen seyn; denn, ach! wie felten ist der Freund, der's immer treu und vedlich meint. 3. War' seine Lieb' auch tein Betrug; hätt' er auch Lust und Macht genug: ent reißt nicht oft ein Augenblick ihm, deinem Freunde, selbst sein Glück? 4. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott; der rettet dich aus jeder Noth. Wähl' ihn zum Freund; nur er allein kann und will stets der Deine seyn. # 3 198. ne Bertrauen auf Gotta tuu Auf simtal 198.in umgeben. Du siehst mich, ich Mel. Ein' feste Burg ist unser, empfinde dich; sehn werd' ich fuf ewig ist der HErr mein dich und leben. Hier, und Theil, mein Führer und dort, und da ist Gott mir mein Tröster! Mein Gott ist nah. Gedanke meiner Ruh, er! mein Licht! mein Heil! wie reich an Heil bist du! Und ich bin sein Erldster! Du wie reich am Troste Gottes! verwirfst mich nicht selbst im Gericht; mit jenes Lebens Ruh erquickst, beschattest du mich schon in diesem Leben. 150 2. Fern von der Welt, mit dir allein, o allerhöchstes We. sen, wie ist von aller seiner Pein durch dich mein Herz ges nesen! Der die ganze Welt schuf und erhält, half mir, und war mein Gott, haif machtig mir in Noth, und gab mir seinen Frieden! 3. Des Glaubens war ich immer voll; laß stets sein Licht mir scheinen! Gerettet aus der Trübsal, soll mein Herz vor Freuden weinen! Der mich leis den sah, Halleluja! durch den siegt' ich, durch den, der meis ner Seele Flehn, selbst mein Verstummen, hörte. 4. Wenn meine ganze Sees le fleht, erhoben aus dem Staube; wenn ich in freudis gem Gebet, mein Vater, machs tig glaube: dann steig' ich ems por zum Siegerchor, dann ruh' ich ganz in dir, dann ist mein Geist schon hier durch Hoff nung in dir selig. 5. Allgegenwärtig hast du mich, auch) mich, den Staub, 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir, doch nicht durch meine Kräfte. Bin ich des HErrn; so ift's in mir sein göttliches Geschäfte. Ja, ich lebe dir, ich sterbe dir! Ja, Vater! Bater! dein will ich auf ewig seyn, auf ewig dich erheben. 199. Mel. Sollt ich meinem Gott x. Heilig, heilig ist dein Wille! Du gebeutst! in tiefer Stille hört die Schöpfung dein Ge bot! Die im Himmel dir lob singen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Selig: keit, deinen Willen zu voll bringen: nur der Mensch ers kennt es nicht für sein Heil und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne aller deiner Welten Heer, deine Beste, deine Son ne, Sturm und Donner, Erd' und Meer! Alles dienet deis nem Willen! Alles, Schöpfer! was du schufft, eilt, und drångt sich, wenn du rufft, dein Ges bot, HErr! zu erfüllen. Nur der Mensch) erkennt es nicht für sein Heil und seine Pflicht! 3. Stolj und Unterwerfung unter seinen Willen. 151 Muth. Wenn dich Noth rings um bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du als verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bestürzten Geist; weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nie mehr anzulachen: Gott wird's doch wohl machen. 8. Bürden abzunehmen, hilft nicht angstlich Gråmen, hilft nicht Ungeduld. Angst macht, daß man zittert, Ungeduld erbittert, beides häuft die Schuld. Drum, mein Herz, wehr' deinem Schmerz! Drücket gleich die Last mich Schwachen: Gott wird's doch wohl machen. 3. Stolz emport sich seine Geele, großer Schöpfer! wis der dich. Deine göttlichen Befehle wirft er thöricht hin ter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren! Klüglicher nach seinem Wahn wählt er eine beff're Bahn; diese soll zum Heil ihn führen! und die Bahn ist sündenvoll, die zum Heit ihn führen soll. 4. Herrscher! laß ihn früh empfinden, daß er selber sich verführt, daß die eitle Luft der Sünden ihm zuletzt den Tod gebiert. Mach' ihm deis nen Willen wichtig! Lehr' ihn deine Bahn! Laß ihn eilend seinen Irrweg flieh'n, denn dein Weg allein ist richtig. Mach' ihn seinen Pflichten treu, daß sein Wandel heilig fey. dr da 5. So wird auch bey uns auf Erden wie im Himmel dein Gebot freudig ausgerich, tet werden, heftiger und großer Gott: alle Werke deiner Håns de werden dir gehorsam seyn, dir zur Ehre ganz sich weih'n, bis an deiner Schöpfung En de, bis zum Wechsel dieser Zeit mit der künft'gen Ewigkeit. 200. Mel. Jesu, meine Freude ic. dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib' aus deis nem Herzen Ungeduld und Schmerzen; schöpfe neuen 4. Du führst Christi Nas men; Christum nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Er de zittert, und der Himmel bricht. Der steht fest, den Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: Gott wi's doch wohl machen. 5. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich auss gehalten, und Gott lassen wals In Geduld trau' Gottes Huld. Mag dich auch die Welt vers lachen: Gott wird's doch wohl machen. # 4 6. Nus, 152 6. Nun, so soll es bleiben, ich will nie mich sträuben, Gott stets folgsam seyn. Stets im Tod und Leben bleib' ich ihm ergeben; er ist mein, ich sein. Was er will, sey stets mein Ziel. Wie er will, so mag er's machen: wohl wird er's doch machen. Vertrauen auf Gott d meine singt in mir dann ganze Seele dir. ing 3. Ach! alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst of fenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn; bald steh' ich auch vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaas ren; und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frey, ein Seliger des Himmels sey. Barmherziger! fest, ohne Grau'n will ich dir trau'n; denn einst werd' ich dein Ant lik schau'n. alle 201 Mel. Zerzlich lieb hab' ich zc. ir trau' ich, Gott! und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Funke schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wies der findet. Von je her hast du mich geführt, und meines regiert; mit segenvoller Baterhand so mans cheNoth hinweggewandt. Uns endlicher! ich trau' auf dich; du leitest mich; ich kämpf' und siege, Gott, durch dich. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer! kaum fühl' ich Muth und Stårke mehr, noch länger auszudulden: doch ewig, Bater, zürnst du nicht; du gehst mit uns nicht in's Ges richt; strafft nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thrås nen Maaß gefüllt, bald meis ner Seele Schmerz gestillt, bald hat Gott all' mein Fleh'n erhört, mich g'nug geprüft, und mich bewährt. Du Gott der Huld! erhört von dir, lobs Ek Dan 202, Mel. Jesus, meine Zuversicht. mmer Nath mich und meinen Willen lenken. Du, der mich erschaffen hat, kannst ja dein Geschöpfnicht krånken. Wenn du nimmst und wenn du giebst, thust du's nur, weil du mich liebst. 2. Willig folge dir mein Geist, führst du mich gleich rauhe Wege. Hilf mir, daß er stets dich preist, treffen mich gleich deine Schläge: denn noch hast du stets gethan, was mein Heil befördern kann. 3. Wahr und heilig ist dein Wort; was du zusagst, wirst du halten. Dich allein, den treuen Hort, laß ich über als les walten. Wer sich deiner Hülfe und Unterwerfung unter seinen Willen. 153 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. Hülfe freu't, schmeckt auch dei ne Freundlichkeit. 4. HErr, du weißt, was mir gebricht; dich im Himmel lass' ich sorgen. O dein Trost ist Sonnenlicht bey dem allers trübsten Morgen. Harre mit Gelassenheit; endlich kommt die rechte Zeit. 5. Fållt ohn' dich kein Haar vom Haupt: solltest du mein Glück nicht wählen? Wer in Demuth an dich glaubt, der wird nie sein Ziel verfehlen. Dir vertrau'n ist süße Pflicht; du vergißt die Deinen nicht. 6. Wein' ich oft vergebens hier; trüget oft mein irdisch Hoffen: einstens steht gewiß auch mir jenes Buch der Bors sicht offen. Dort seh' ich, wie wunderbar deine weise Füh. 3. Die kleinste meiner Sor gen ist dem Gott nicht vers borgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschies den, das dient zu meinem Fries den, wär's auch die größte Last der Welt. 203. W el. In allen meinen Thaten. as ist's, daß ich mich quale? Harr' Gottes, meine Seele, harr' und sey uns verzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet, Gott weiß es, und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 4. Ich lebe nicht auf Ers den, um glücklich hier zu wers den; die Lust der Welt vers geht. Ich lebe hier, im Ses gen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vers mehret, sey mir von die ges währet! Gott, du gewährst es lehet, wenn's alle Welt auch gern. Was dieses Glück vers schäßet, sey, HErr, mein Gott, mir ewig fern! sab rung war. 7. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thränen und Beschwer ben sind nicht werth der Herrs lichkeit, die dort effenbart foll 6. Sind auch der Krankheit werden. HErr, du hast, rühm' Plagen, der Mangel schwer ich alsdann, Großes stets an mir gethan. zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stårke, und aller deiner Wers te erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? und er, mein Gott, bewahret mich. t 5 204. 154 Vertrauen auf Gottlou his 204. In voriger Melodie. W as soll ich ångstlich kla gen, und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meis ner Seele kein wahres Wohl, seyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nützt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Mors gen mit neuem Kummer seh'n? Du Bater meiner Tage! weißt, ch' ich's dir noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vers trauen, das, HErr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleis dest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quålet, bes fiehl dem HErrn und glaube nur. fehle ich meinen Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du segneft gern. 7. Der du mir hier im Les ben schon größres Heil gege ben und deinen Sohn ge schenkt, du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, HErr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrus be, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 6. Wenn meine Augen thrånen und sich nach Hülfe sehnen, so tlag ich's dir, dem HErrn. Dir, Vater, dir be 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich mich deß doch trösten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bey den from men Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. HErr, alle meine Sors 205. gen, die Noth, die mich vers Mel. Wer nur den lieben Gott. borgen in meinem Geiste nagt, Mein Hort ist Gott! ihn werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. laff' ich walten. Ich hoff auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu ers halten, an Mitteln nie, und sein bin ich. Ich gründe meis ne Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was und Unterwerfung unter seinen Willen. 155 der Erden bedarfst wohl keines Menschen Flehn, du kennst die Sorge, die uns nagt, auch eh' sie unser Herz dir klagt. 2. Was qual' ich mich in meinem Leide, gleich dem, der ohne Hoffnung ist? HErr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stårke mich; denn nichts ver. mag ich ohne dich. 3. Der HErr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtige viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz. Wir stehn; ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht JEsum Chrift? Was könnte mir mein Gott verfagen, der so unendlich gus 4. Was kann zum Fleiß in gü tig ist? Erhabner Trost, der nimmer trägt und jeden Zweis fel überwiegt. 5. Ich harre seiner und bin stille; wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unende liche Zufriedenheit! Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. guten Werken uns träftiger den Muth erhöhn? was mehr in Leidensstunden står ken, als wenn wir slehend auf dich sehn? Ja, Bater, unfre Seelenruh nimmt durchs Ges bet beständig zu. jiig un 5. O laß mich nicht mein Heil verscherzen, gieb Lust und Kraft mir zum Gebet; und wenn mein Mund aus from: men Herzen zu dir um Hülf und Gnade fleht, so hdre mich von deinem Thron, durch JE, fum Christum, deinen Sohn. Von dem Gebet nebst all gemeinen Gebetliedern. 2. Doch sprichst du: ,, Bits tet, daß ihr nehmet!" Ja, des Gebetes Frucht ist mein. Wer sich der Pflicht zu beten schås met, der schämt sich, Gott, dein Freund zu seyn, und stößt das ihm bestimmte Glück undanks bar selbst von sich zurück. 206. Mel. Odaß ich tausend Zungen. 3. Allein von dir sein Wohl begehren, wie leicht ist sie, wie süß die Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unsre Seele nicht! Gebet giebt Muth, Gebergiebt Kraft zur Dämpfung jeder Leis denschaft. b 207. ehrt zu werden, une Mel. Vom Zimmel hoch da ic. im Gebet vor Gott zu stehn! Du HErr des Himmels und felig, felig, wer vor dir des Herzens innigste Begier 125 Von dem Gebetli ona Begier hinströmt im tindli gier hinstrdmt im kindlichen chen Gebet, und festes Glaue Gebet, und festes Glaubens bens zu dir fleht. zu dir fleht. 156 2. O selig, wer, mit dir al lein, ganz voll von dir, und ganz dann dein, vom niedern Land den Geist erhebt, und Bergnügen, mein Geist! 3. Wenn ungestört von dem vor Gortes Angesicht. Nie Gewühl, des Herzens wonnes müsse Trägheit dich besiegen voll Gefühl erstaunend deiner inllebung dieser sel'gen Pflicht. Gnade denkt, und dir des! übe sie, zu Gottes Preis Dankes Opfer schenkt: und deinem Heil, mit treuem Fleiß. 2. Gott hört die Wünsche reiner Seelen. Er sieht auf's Herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 4. Dann weiß er, daß du Vater bist, dann fühlt er, daß dein Kind er ist, und wird ges trost.und glaubt, du giebst, was nüglich ist, dem, den du liebst. 5. Dir birgt er seine Fehe ter nicht; wenn nun sein Herz vor Wehmuth bricht, blickt weis nend er zu dir hinauf, und Licht des Trostes geht ihm auf. 6. Er betet neue Tus gendkraft empfängt er, lernt gewissenhaft vor dir den kleine sten Fehleritt scheu'n, er fühlt, wer fündigt, ist nicht dein. 7. Er fleht zu dir, lockt ihn die Lust der Sünde, fleht und fühlt die Brust voll neues Muths; die Sünde liegt durch Kampf und durch Gebet bes siegt. 8. Du hörst des Weinens den Gebet, du giebst ihm Ruh, sobald er fleht, strdmst Linde. rung in seinen Schmerz, und göttlich tröstest du sein Herz. 9. O selig, selig, wer vor dir des Herzens innigste Be 208. Mel. Wer nur den lieben Gott. Domm 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was Gott mißfällt, entehret Gott. Wer schnell die Treu', die er Gott schwur, vergißt, der spottet seiner nur. 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck' in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er daß Leid versüßt. Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er giebt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet' oft, und, heiter im Gemüthe, schau' dich an seis nen nebst allgemeinen Gebetliedern. nen Wundern satt. Schau' und Eifer nicht erkalten, und auf den Ernst, schau' auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trågt dich liebreich mit Geduld; erkenn' und preise seine Huld. reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagst du, Gott! dem, der bittet, zu. 6. Bet' oft; durchschau' mit frohem Muthe die herz. - liche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute auch dich von banger Furcht bes freyt; und eigne dann, zu deiner Ruh', dir seines Todes Segen zu. 7. Bet' oft; Gott wohnt 209. an jeder Ståtte, in feiner mins Mel. Vom Zimmel hoch da zc. der oder mehr. Dent': ,, wo ich bin und wo ich bete, vau, deß sich alle Himmel da findet frommer Wunsch Ge: ,, hdr." O darum steige oft dein Herz, auch wo du seyn magst, himmelwärts! freu'n, auch meine Seele freu't sich dein, daß du, du selbst, derewig ist, HErr, HErr, daß du mein Vater bist. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzufleh'n, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöh'n. Wie eifrig war dein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht! 9. Bet' oft zu Gott für dei ne Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glieder, ein Glied davon ist auch dein Feind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet' oft; so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheu'n, an Lieb' 157 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Fleh'n. Doch meine Fehler bey dem Beten woll'st du, mein Vater! überseh'n, weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach' unterstützt. ANT 2. Weit über unser Stams meln, weit, geht deines Na mens Herrlichkeit. Jhn heis lige, wer dich bekennt, wer sich nach deinem Namen nennt. 3. Du herrscheft, Gott! wer herrscht dir gleich? Die Welten alle sind dein Reich! Am våterlichsten herrschest du durch Christum; giebst uns Fried' und Ruh'. 4. Der du dich uns durch ihn enthüllst, das nur ift ses lig, was du willst. Dein Will', o Liebender, gescheh' bey uns, wie in der Hims melshsh'. 5. In unsers Leibes klei: nern Noth sey mit uns; gieb uns unser Brod! Labst du den Leib, 158 Von dem Gebet Leib, schickst du ihm Schmerz; froh, still, voll Dank sey un ser Herz! 6. Vergieb uns unsre Miss sethat, die uns von dir entfer: net hat; wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidiguns gen ihm verzeihn! 7. Zu heiß sey die Versu chung nicht! Uns leucht', Ers barmender, dein Licht, wenn uns der Fluch der Sünde schreckt, und Nacht vor uns dein Antlik deckt. 8. Erlds', erlds' uns, un fer Gott, aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend noch uns zu dir fleh'n, und ewig uns dein Antlik seh'n. 9. In deines Himmels Hei, ligthum, auf deiner Erd' er schall' dein Ruhm! Du bist der HErr der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! 210. W Mel. Mir nach, spricht Christ. enn meine Brüder um mich her sich des Ge: betes schämen, wenn sie von dir, Unendlicher, wie Raub die Gaben nehmen, dann gieb mir Muth, damit ich nie undankbar sey, verführt durch sie. 2. Und wenn auch Spott und Hohn mich schmäht, daß ich dich fürcht' und ehre; wenn meine Demuth, mein Gebet selbst Weisen Thorheit wäre: laß mich's nicht achten, christs lich groß. Spott war oft hoher Tugend Loos. 3. Wie arm, wie klein bin ich, wie schwach, wenn ich mich deiner schåme, ich, der ich jes den, jeden Tag viel Gutes von dir nehme! Nein, dich erhöhn vollDankbarkeit, sey Ehre mir und Seligkeit. 211. Mel. O du Liebe meiner Liebe. w'ger Vater aller Welten, alles Lebens, alles Lichts! alle Himmel, alle Welten rief dein mächtig Wort aus nichts. Durch dich leb' auch ich im Staube, schwach und hülflos ohne dich. Deine Huld, Gebet und Glaube stärken und erheben mich. 2. Laß mein Bitten nie vergebens, aber auch nie this richt seyn. Weisheit ist das Glück des Lebens, dieser Reichs thum, Gott! sey mein. Gieb, daß ich rechtschaffen handle, ohne Stolz und Heucheley; stets vor deinen Augen wands le, nie des Lasters Sclave sey. 3. Mache mir die Selige keiten deiner Liebe früh bes kannt. Lüften, die den Geist bestreiten, wehre selbst mit stars ker Hand. Lehre mich wohl überlegen, was ich bin, was mir gebricht, was, nach wohl vollbrachten Wegen, dort die Ewigkeit verspricht. 4. Las nebst allgemeinen Gebetliedern. 4. Laß vergängliches Ver gnügen meinen Endzweck nies mals seyn; nie der Falschheit und der Lügen, stets mein Herz der Wahrheit weih'n. Mache mein Gemüthe heiter, und von Gram und Leichtsinn frey. Gieb, daß ich ein gus ter Streiter auf der Tugend Kampfplatz sey. 159 göttlichen Gesetzen, ja mit Gott und Hölle Spott. Schlägt es Schand' und Mangel nie. der: so murrt es voll Unger duld, zweifelt und verzaget wieder an des Höchsten Hülf und Huld. 9. Beides wende du in Gnaden von mir, mein Ers barmer! ab. Nähm' ich an der Seele Schaden, o wie schreckte mich das Grab! Wes nig, und ein gut Gewissen, macht den Aermsten groß und reich, ist ein sanftes Sterbes tiffen, ist schon hier ein Hims melreich. 5. Wahrheit lieben, gern fie hören, liebreich und gelas fen seyn, liebreich andre Gus tes lehren, ist die Kunst, sich stets zu freu'n. Fern von Andern, sie entehren, schåndet Glaub' und Christenthum; Fehler gern zum Besten kehren, ist für Christen wahrer Ruhm. 6. Groß und edel laß mich denken, Sanftmuth meine Zierde seyn; Feinden, die mich schmäh'n und kranten, willig, wieGott mir, verzeih'n. Gieb, daß ich flug wie die Schlan: gen, und bedeckt durch Vor sicht sey; mache, Freunde zu erlangen, mich rechtschaffen und getreu. 212. Mel. Ich dank' dir schon ic. 7. Haft du mir ein Umt Qumächtiger! der ſeinen Thron Himmel hoch erhöhet, o hdre mich, der Erde Sohn, der hier im Staube flehet! gegeben, und Arbeit aufgelegt, dann verleih', daß mein Bestreben deines Beys falls Siegel trågt. Hilf mir alles wohl ausrichten, gieb auf meiner Pilgerschaft, zur Erfüllung meiner Pflichten, Ernst und Eifer, Muth und Kraft. 8. Hångt das Herz an eits len Schätzen, dann vergißt es Pflicht und Gott, treibt mit 10. Werd' ich einft zurücke sehen auf die Zeit, die ich vollbracht, schrecke mich nicht mein Vergehen, nicht das Bild der Todesnacht. Dann gieb, daß ich meine Seele, mit des Glaus bens Zuversicht, deiner Hand, o Gott! befehle,' dann, mein Gott! verlaß mich nicht. 2. Du schufft mich Staub und ließest Staub zum Geiste sich erheben; hier unten der Verwesung Raub, um ewig dort zu leben. 3. Was ist der Mensch? wie arm, wie bloß ist er, der Herr 160 Von dem Gebet Herr der Erden! Was ist der Mensch? wie frey, wie groß! unsterblich soll er werden. 4. Welch ein Geschenk gabst du mir nicht, da du Vernunft mir schenktest, und der Er kenntniß göttlich's Licht in meis ne Seele senktest! 5. Verleih'mir doch die Wis senschaft, mein ew'ges Glück zu finden; und gieb mir Wil: len, Muth und Kraft, mich selbst zu überwinden. 6. Lehr' mich, was mein Gewissen sagt, in allem vor: zuziehen; und laß mich, was es untersagt, mit größtemErn. ste flichen. 7. Mach' fühlend dieses harte Herz, wenn meine Brü. der leiden; und laß an meis nes Feindes Schmerz sich nie mein Auge weiden. 8. Im Glückt Furcht, im Unglück Muth sey alles, was ich flehe. Was du, mein Schöpfer! willst, ist gut, und was du willst, geschehe! 9. Laß mich mein Brod durch deine Gunst und meinen Fleiß erwerben. Und lehre mich die große Kunst, einst gut in dir zu sterben. 10. du, vor dem der Ses raph kniet, den Cherubim um ringen! von allen Sternen schallt das Lied, so deine Heil's gen fingen. 11. Ich beuge, HErr! vor dir die Knie; du haft den Staub erhoben! Heil mir! ich bin ein Geist, wie sie; der Mensch darf, HErr! dich loben. 213. Mel. In dich hab' ich gehoffet. Su dir, mein Gott! der du mich liebst, mir Leben, Heil und Segen giebst, erheb ich Herz und Hände. Was deine Weisheit will und thut, das nimmt ein gutes Ende. 2. Ich weiß nicht, was mir nützlich ist; mein Herz, der Selbstsucht Trug und List droh'n, mich zu hintergehen, durch Güter, die nur kurze Zeit uns blenden, nicht bestehen. S. Wenn unser biddes Auge wählt, dann wird sehr leicht das Ziel verfehlt, nach dem wir ringen wollten. Wir suchen oft nach unserm Wahn das, was wir fliehen sollten. 4. Du willst: wir sollen, voll Vertrau'n, auf deiner Vors sicht Wege schau'n, und die uns übergeben; denn du, du sorgst mit Baterhuld für uns ser ganzes Leben. 5. Und wo ist wohl ein beff'rer Freund? Wer kann den, der verlassen weint, mit Segen überschütten? Du, Gott! thust überschwänglich mehr, als wir versteh'n und bitten. 6. Du trägst die Welt in deiner Hand. Dein unermeßs licher Verstand weiß alles wohl zu machen. Wie? sollte deine Vore nebst allgemeinen Gebetliedern. 161 Ach, JEsu Christ! Mein HErr und Gott! Mein HErr und Gott! Ein Schlummer sey mir einst der Tod. Vorsicht nicht für meine Wohl fahrt wachen? 7. Wenn deine Macht für mich gebeut, wie könnte meine Sterblichkeit und Ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in Gefahr und Noth mit deinen Flügeln decken. 8. Ach! leite mich durch deine Kraft auf meiner kurzen Pilgerschaft, daß ich von dir nicht weiche, den Weg des Le bens freudig geh', und einst das Ziel erreiche. 9. Ich will auf deine Gnas de schau'n, und nicht auf Mens schenhülfe bau'n, die uns so leicht betrüget. Gieb nur, daß sich mein schwaches Herz an deiner Gnade gnüget. 10, Gabst du mir deinen Sohn zum Heil; so weiß ich: meines Erbes Theil wirst du gewiß mir schenken. Ich kann nun an die Ewigkeit im Glaus ben freudig denken. 214. Mel. Zerzlich lieb hab' ich zc. us ganzem Herzen lieb' ich A 2. Ach! Alles, HErr! hab' ich von dir; den Leib, die Seele gabst du mir, und dies mein erstes Leben. Daß ich es deiner Liebe weih', ein Brus der meinen Brüdern sey; dies Heil wollst du mir geben! Laß, Mittler! mein Erkenntniß rein, und heilig meinen Wans del seyn! Im Kreuz laß mich dir gläubig trau'n, und nur auf deine Hülfe schau'n! Ach, JEsu Christ! Mein HErr und Gott, mein HErr und Gott! sey mir's in meiner letzten Noth! 3. Daß dann, der meinen Geist bewacht, dein Engel, durch des Todes Nacht in's Land des Lichts ihn tragé! Mein still verwesendes Gebein wird Erde, doch nicht immer, seyn; nur bis zum letzten Tas ge. Du läsfest mich im Tode nicht! Du kommst, du kommst zum Weltgericht! Ach, Nichs ter! dürstet mich, die meine Seele labe! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich, mein Gott! dich habe! Und wenn mein Herz im Tode bricht, bist du doch 215. meine Zuversicht, mein Trost, V Gabe, nur du, mein Mel. Wer nur den lieben Gott, on dir kommt jede gute mein Heil, der mich erlöst, der mich im Tode nicht verstößt! Gott, kannst mich allein, mit allem dich dann auf deinem Throne schau'n. MeinHErr und Gott, erhöre mich! erhöre mich! so preis' ich ewig, ewig dich! 162 Von dem Gebet on allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl ers fiei'i. Mein Leben und mein Glück bruht allein auf dir, du höchstes Gut. AN 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, HEri, nicht krönt. Was ich auch noch so ångstlichy fliehe, wird doch von mir nicht abs gelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächt' ger Schuß mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, was meiner deinem Willen bitten, giebst du uns aus Barmherzigkeit, und wer dir dankt, dem sirds mest du beständig neuen Se gen zu. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deinekins der zu dir fleh'n, verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich ers höh'n. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und höreft den, der dich, Gott, hört. 6. Mit Segen uns zu übers schütten, bist du, o Vater, ftets bereit. Was wir nach 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nah'n. Nimm, Bater, nimm in deinem Soh ne der Andacht Opfer gnädig an. Dein Geist regiere meis nen Geist, daß er dich betend würdig preist. 216. Seele Wunsch begehrt? Vor Mel. Wer nur den lieben Gott, dir, o Gott, sein Herz aus: dir, o 3⁰ ſchütten, wenn Noth und Gott, das Herz erheben, zu dir mit Kummer uns beschwert, bes fremmer Andacht leh'n, dir fånftigt unsrerSeeleSchmerz, Dank und Preis und Ehre ges und öffnet deinem Trost das Herz. ben, und meine Schwäche dir gesteh'n: ist dein Befehl, ist meine Pflicht, und fördert meine Zuversicht. 4. Sollt' ich nicht Denk und Ruhm die bringen, wenn mich ein wahres Glück er frent? Dir, Allerhöchster, die lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 2. Wie könnt' ich diese Pflicht vergessen? Nein, tåg lich bleib' es, Gott, mir werth, mit frohem Danke zu ermess sen, welch Heil von dir mir widerfährt, der du auch mich als Vater liebst, und gern mir, was mir nüßet, giebst. 3. Wenn ich zu deinem Throne trete, von dir mir Gu tes zu erfleh'n; wenn ich im Kummer zu dir bete, und wün sche, mich erhört zu seh'n: so gieb, daß ich von Heucheley und frey vom Eigendúnkel sey. 4. Nie müff' ich das von dir begehren, was deine Weiss heit nebst allgemeinen Gebetliedern. heit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was andern ihre Wohlfahrt raubt. Denn du erhdreft tein Gebet, das Rache Neid und Stolz verräth. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erden: so laß zugleich mich darum fleh'n, daß sie mir wirklich Mittel werden, des Nächsten Wohlfahrt zu er: höh'n, daß ich, von Geiz und Kargheit fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern'. 6. Wünsch' ich bey kums mervollen Leiden von ihrer Last mich frey zu seh'n; wünsch' ich des Lebens stille Freuden: so Taß nur so mich darum fleh'n: wenn's deiner Weisheit Rath beschließt, und wenn mir beis des nützlich ist. 7. Dann wird dir mein Ges bet gefallen, ich werde mich nie trostlos seh'n. Du, HErr und Vater von uns allen, erhörst dann auch gewiß mein Fleh'n, giebst mir im Glück Zufrieden heit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit. Von der öffentlichen und gemeinschaftlichen Verehrung Gottes. 217. In voriger Melodie. Dein Gott, du wohnst in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt: 163 doch giebst du uns zum Unters richte dein Wort, das uns zur Weisheit bringt, die dich und unsrer Seele Werth und deis nen Rath uns kennen lehrt. 2. Gieb, daß ich nie dein Wort verachte, dies Licht in meiner Finsterniß, und mache mich, wenn ich's betrachte, von seiner Göttlichkeit gewiß! Stets müff' ich mich der Wahrheit freu'n, stets ihren Lehren offen seyn! 3. Dein Wort sey mir einLicht zum Glauben; und hat's zum Glauben mich gebracht, so laß durch keinen Feind mir rauben, was mich durch JE. sum selig macht! Kein Zweis fel sey mir hinderlich; kein Spotterwitz verführe mich. 4. Dich kennen und den Sohn, ist Leben, und diese Weisheit hast du mir durch deinen Unterricht gegeben. Erhalte mir sie für und für! Vermehre sie, bis du dereinst noch offenbarer mir erscheinst. 5. Doch laß fie fruchtbar und lebendig zur Bess'rung meines Herzens seyn! Laß mich mit Eifer und beståndig mein Leben deinem Dienste weih'n, und alles thun mit Ernst und Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft ein aufgeklärt Verständniß dem, wel er un gebeffert bleibt? Was nüßet jeder Wahrheit Kenntniß, die nicht zu deiner Liebe treibt? 12 Drum Von der öffentlichen 164 Drum hilf, daß ich der Wahr: heit treu, im Glauben fest und thätig sey! 7. Daß ich dich kenne, laß im Leiden die Lind'rung meis nes Kummers seyn, und mich, wenn Leib und Seele scheiden, mich deiner dann im Glauben freu'n! Dort seh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. 218. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mie lieblich ist doch, HErr! die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt!! gieb, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die bes lohnt, die deines Wortes sich erfreu'n, und dir des Herzens Andacht weih'n. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Sott! zu vers ehren, Ernst beweist. Du hörst fein Lob und seine Bitte, und stårtst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahr, heit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt nie: mals ohne Segen dem, der es recht zu Herzen nimmt. Trost giebt's auf dornenvollen Wegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Im Kampfe giebt's uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott! laß auch mir dein Antlik scheinen. Dein Sab: bath bring' auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heil'ger Ståtte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weih'n, ein ange nehmes Opfer seyn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen. Du, HErr! giebst ihnenGnad'und Ehr'. Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wah re Glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 219. In voriger Melodie. it Freuden such' ich HErr! die Stätte, we deines Namens Ehre wohnt, und we, wenn ich mit Brü dern bete, mich oft des Him mels Blick belohnt, in welchem ew'ge Seligkeit uns, dort ver sammlet, einst erfreut. 2. Dein Wort sey mächtig hier verkündigt dem Frommen, den ein Leid betrübt, dem Halb bekehrten, der noch fündigt, dem Frevler, der die Laster liebt, dem Heuchler, der sich schwer bekehrt, dem Zweifler, der die Wahrheit ehrt. 3. Sieb dem, der deinen Christen predigt, zur wahren Kenntniß heilsam Licht; er sey. von Menschenfurcht entledigt, und rede frey nach seiner Pflicht! Sein Beyspiel lehre wie sein Mund; des Lebens Weg werd' allen kund! 220. und gemeinschaftlichen Berehrung Gottes. 165 freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich preist der Lobges fang der Himmelsheere, auch unser Tempel schall' von deis ner Ehre, auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 220. Mel. Komm, heiliger Geist ic. Erheb' uns zu dir, du, der ist, und war, und seyn wird, Ewiger! Du Uners forschter und Bekannter! Du aller Himmel Erstaunen! Vor dem sein Knie derEngel beugt, und nieder seine Krone wirft! O du, vor dem bald Sünder weinen, bald Lobgesang zu stammeln wagen. Unendlie cher! Unendlicher! 3. Wie freu' ich mich, die Ståtte zu begrüßen, wo Durs stenden die Lebensbäche fließen, und wo dein Heil von der Fridsten Zungen frch wird besungen! 2. Entreiß' uns der Welt, weck' uns auf von unsrer Eis telkeiten Traum! Es ruh'auf uns des Sabbaths Stille, das mit im Himmel wir wandeln! - sen, wie du verheißen hast, 4. Bergebens lockt die Welt mit ihren Frenden. MeinGeist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heil' ges Wort, die segenvollen Lehren will gern ich hören. Erlöser, mitten unter uns; denn sich, in deinem großen Namen sind wir versammelt, 5. Ich will mit Undacht, Bater, vor dich treten. Ich anzubeten, o du, der uns bey weiß, du liebst, die glaubig Gott vertritt. zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Wollust freuen, kann nicht gedeihen. 3. Es fliehe von uns, was die Zeit nur angeht, und nicht ewig ist! Zu klein sey in dem Heiligthume uns jeder Erdges dante! Hier fühle unser Herz es ganz, daß es am Staub ein Fremdling ist! Laß, HErr, zu unserm Vaterlande hinauf die hohe Seele steigen, hinauf zu dir! Hinauf zu dir! 221. Mel.zerzliebster Jesu, wasic, ir Ewiger, sey dieser Tag geweihet! Ihn feyert gern, wer deiner, Gott, sich 6. laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg. der dir mißfällt, mich abzu kehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sey mir ein Denkmahl deiner Güte. Er bring' mir Heil, und lenke meinGemütheauf jenenTrost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, Du Todesüberwinder! An diesem 13 Tag 166 Von der öffentlichen Tag hast du zum Heil der Sünder, die fern von Gott im Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müss' er mir stets heilig werden! Lob sey, Erld, ser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! 222. Mel. Wie schon leucht't uns 2c. ey uns gesegnet, Tag des HErrn! Zu Gottes Preise nah' und fern weckst du der Christen Menge. Ihr Lobgesang tönt spåt und früh, zum Heiligthume wallen sie im festlichen Gedrånge. Fro: her schallen ihre Lieder, wo die Brüder vor dich treten, mits vereint Gott anzubeten. 2. Komm, Geist der Ans dacht und der Ruh', auch uns sern Tempel weihe du mit feyerlicher Stille. Mach' une ser Herz vom Irrthum los, uns werde Gottec Name groß, sein Wille unser Wille. From me Liebe, Brudertreue laß auf's neue uns beleben, JEsu Vorbild nachzustreben. 223. Mel.O daß ich tausendzungen. och sing' ich hier aus dunks nº Ller Ferne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wenn einst weit über alle Sterne dich mein verklärtes Auge sieht: dann schallet dir im Ju belflang der Ueberwinder mein Gesang. 2. Wohl mir indeß! Da schau'st hernieder, steigt mein Gebet zu dir hinan; du sieh'st den Dank der schwachen Lie der mit Baterhuld und Gnas de an. Und meine Besserung und Ruh' nimmt durch ein frommes Lied oft zu. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum. De schallt in die geweihten Lies dern des Dantes Stimm' zu deinem Ruhm: o dann durch schauert meine Bruft cir fromm Gefühl der reinsten Lust. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren ergießt sich da durch meinen Geist, wenn er, vereint mit heil'gen Chören, Gott! deinen großen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt, und Fülle der Empfin dung singt. 5. Zwar hab' ich auch in stillen Stunden, wenn ich dir meine Freuden sang, der An dachtSeligkeit empfunden, die durch die frohe Seele drang. Mein Herz, wenn dir mein Lied erscholl, war seliger Em pfindung voll. 6. Doch ward, dich innis ger zu loben, oft, wenn es falt und tråge war, die Seele mehr zu dir erhoben, wenn sich der Miteriösten Schaar hins und gemeinschaftlichen Verehrung Gottes. 167 hinwarf vor deinem Thron, wenn Dank und Preis aus vollen Chören sang. fel rauben. Selig werd' ich hier schon seyn, auch bey einem dunkeln Glauben, bis dereinst nach diesem Leben hell'res Licht mich wird umgeben. 7. Laß gern mit der An. beter Schaaren mich hin zu deis ven Tempeln geh'n, wo einst auch die versammelt waren, die nun vor deinem Throne steh'n. Sie schauten auch im 225. In voriger Melodie. dunklen Wort, von Angesicht Unser Gott, wir danken bir, schau'n sie dich dort. daß du uns dein Wort ges geben. Gieb uns Gnade, daß wir hier auch darnach rechtSieb dem schaffen leben. Glauben solche Stärke, daß er thätig sey durch Werke. 224. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. elig sind, die, Gott, dein Wort hören und zu gleich bewahren. Oso laß auch immerfort dieses Glück mir widerfahren, daß es mich zum Guten stärke und ich seis nen Trost vermerke. 2. Drück es fest dem Her zen ein, laß mir's feinen Zweis 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glau ben sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu; gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. Einzelne Pflichten der richtigen Selbstliebe. Im Sorge für die Seele. RUOTE 226. Mel. Lun danket alle Gott. u willst es, HErr, mein Gott, daß ich mich sels ber liebe.( Sieb, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe; und laß den sel'gen Trieb, mich wahren Glücks zu freu'n, den du mir eingepflanzt, nie mein Verderben seyn. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Aus ge findlich scheue. Wer als 14 ein 168 Sorge für die Seele. ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was deis nem heil'gen Rath, o Gott, entgegen ist. 3. Kein schndder Eigennuß beherrsche meine Seele; und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mittel wähle, so laß mich stets dabey auf Recht und Wahrheit schau'n, und nie mein Wohlergehn auf andrer Elend bau'n. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabey die Tugend leis det, dabey der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt Deinen Himmel nicht, nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Ge müth der Eitelkeiten Schims mer! die Welt mit ihrer Luft vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? was hilft uns eitle Pracht? nicht ein vergånglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverleßt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Lust versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die ny wahre Ruh' und einst voll kommne Seligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß, o segne mein Be mühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. So liebe ich mich so, wie dir es wohlgefällt, und über alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. 227. Mel. Kommt her zu mir, x. Err! meiner Seele großen den mir res Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie von dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht!' wie viel an fie gewendet! Du schufft sie, Gott! dein Bild zu seyn, und hast, vom Fluch sie zu befrey'n, selbst deinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese turze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu größerer Voll kommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Ziele führen. O! laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld ihr zuges dacht, verlieren. 5. Mit Sorge für die Seele. 5. Mit dir, o Gott, ver: eint zu seyn, mich ewig dei ner Huld zu freu'n, und dich zum Trost zu wählen: das sey mein Fleiß und höchster Zweck; laß mich dazu den rech, ten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott! in mir ein Herz, das Sünden hasset, das seine Schuld vor dir bereu't, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet. 7. Gieb, daß ich mich dir ganz ergeb'; und was ich hier im Fleisch noch leb', laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes! der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich dahin gegeben. 8. In meiner ganzen Pil gerschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! Schon hier wird dann mein Herz sich freu'n, in dir, Gott! ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichs keit in deinem Reich erheben. 228. Mel. Jefu, deine tiefeWunden. Nehremich, HErr, recht beden. ken, was wahrhafte Weis, 169 heit scy. Meinen Fleiß darauf zu lenten, steh' mir selbst mit Gnade bey. Denn die Klug heit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn un fre Seelen sich, HErr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fe ster Zuversicht diesem Licht sich anvertrau'n: denn die folgsam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon volls kommen achten, und den Eigens dunkel scheu'n; gern auf seine Fehler seh'n; reu'voll sie vor Gott gesteh'n; eifrig stets nach Bess'rung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Chris stum ehren, seiner Mittlers. huld vertrau'n; so auf seine Stimme hören, und auf seis nen Wandel schau'n, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bile de hier auf Erden immer åhne licher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich huten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genuß schon flieht, nicht 15 für 170 Sorge für die Seele. für wahre Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel er seh'n, und auf seiner Wahr heit Pfade diesem Glück ent gegen geh'n; gern auch Got tes Willen thun, froh in sei ner Fügung ruh'n, und wenn Leiden uns beschweren, hof fend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilger sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't; seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchter, unser bestes Theil. Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! vers leihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens- leiten. Y 229. nicht, Mel. Wer nur den lieben Gott. Licht, daß ich's schon ers griffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach: doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in meiner Brust. 3. Das Herz ist voll Be trügereyen in unsrer ganzen Prüfungszeit. Sie zu ers forschen, sie zu scheuen, er fordert stete Wachsamkeit. Oft dünkt ein Weg uns recht zu seyn, Gott aber findet ihn nicht rein. 4. Er nur kennt ganz des Herzens Tiefen. Doch wer vor seinem Angesicht lernt Herz und Wandel ernstlich prüfen, bey seiner Wahrheit Hellem Licht, der wandelt nicht in Finsternis; Gott machet seinen Gang gewiß. 5. Zwar groß sind auch noch die Gefahren, die unsre Schwachheit mit sich führt: doch mindern sie sich mit den Jahren, wenn Gottes Geist in uns regiert. Nur wachen muß der fromme Christ; ihn stürzt kein Feind, so stark er ist. 6. HErr! stårke mich durch deine Gnade in allem, was dir wohlgefällt, und leite mich auf rechtem Pfade ich die Ge fahr der Prüfungswelt. Bis an das Ende dieser Zeit ers halte mich in Wachsamkeit. 230. Sorge für die Seele. 230. 231. Mel. Gott ist mein Lied 2c. Mel. Ein Lamm geht hin 2c. s lebt in mir ein Geift, der enn ich), o Gott, von dir W S fühlt und denket. Dein fühlt und denket. ist er, Gott; du hast ihn mir geschenket; geheiligt fey er denn auch dir! Deingeführt, auf deinen Wegen wandle; wenn ich durch deinen Geist regiert, nach deis ner Vorschrift handle; wenn mir mein Herz das Zeugniß giebt, daß meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut auf Erden: laß deiner Huld durch Sicherheit, durch Stolz und durchVermessenheit mich dann nicht unwerth werden! 2. Du gabst zum Fleiß für irdische Geschäfte ihm nicht allein die ihm verliehnen Kräf te; weit höher ist sein Wir tungskreis. 3. Er soll nicht bloß für diese Erde leben: weit über's Grab soll er sich einst erheben; du gabst ihm Ewigkeit zum Loos. 4. Drum laß ihn nicht nach niedern Gütern schmachten; laß männlich ihn die Sinnens luft verachten, die seiner Wohl fahrt widerspricht. 5. Hilf ihm das Glück, dich, Gott, zu kennen, nüßen; und führ' ihn stets, es dankbar zu besigen, auf seines Daseyns Ziel zurück. 6. Gieb ihm die Kraft, ganz deiner werth zu leben; verleih' ihm Muth und eifriges Be streben zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 7. Der Tugend Werth laß immer ihn empfinden, und jede Luft zur Sünde überwin: den, und alles, was sie reizt und nährt. 171 2. Wie leicht erliegt ein sich'rer Sinn, bekämpfer durch die Lüste, sieht ruhig auf Ges fahren hin, wovor er zittern müßte! Vollkommen glaubet er zu seyn, glaubt, diese Suns de sey nur klein, und jene Pflicht nicht wichtig! Nun ist er seinem Falle nah; fällt schrecklich, aber glaubt noch da, er wandle fest und richtig. 8. Aufsich allein geh' seine startste Liebe; und laß ihn stets, voll guter heil'ger Triebe, dir zu gefallen, eifrig seyn. 3. Wie schwach ist nicht der Mensch! wie bald zur Sünde fortgerissen! Wie leicht wird nicht sein Eifer kalt, nachgiebig sein Gewissen! Weh' ihm, wenn er vermessen ist, wenn seiner Schwachheit er vergißt, in sich nur Stärke sicher! Ach, ihn besiegt in jedem Streit der Irrthum und die Sinnlichkeit, wenn er nicht flug. lich fliehet. 4. Wer sich mit stolzem Muth erhöht, kann nicht vor dir bestehen; wer seine Niedrigkeit gesicht, den wirst da, Gott, 172 Sorge für die Seele. Gott, erhöhen. Veracht' ich andre neben mir, so mißfällt meine Tugend dir, wie groß ich sie auch finde. Mein Glaube selbst beleidigt dich, denn ohne Demuth macht er mich nicht rein von meiner Sünde. 5. Ach, lehre mit Behute samkeit auf meine Bahn mich schauen, und nie, o Gott, in Sicherheit auf meine Tugend trauen! Wenn die Versus chungen mir droh'n, zeig' in der Ferne mir sie schon, daß ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen 6. Wie schwach, wie uns vermögend ich zum Guten bin, wie tråge! Mein täglich Straucheln mache mich vors sichtig auf dem Wege! Find' ich mich, HErr, auf ebner Bahn, so lehre mich, so sehr ich kann, auf meine Schritte wachen. Bewahre meinen Fuß, daß nicht Vermessenheit und Zuversicht und Stolz mich fallen machen. Demuth deine Gab' empfah'n, und dir die Ehre geben! 232. Blick auf diese Welt, auf Mel. Wer nur den lieben Gott. Zeit und Glück und auf die Macht der Lüfte. 7. Mein Glaube, meine Frömmigkeit, und was ich in mir habe von Tugend und Rechtschaffenheit, ist alles deis ne Gabe. Ich bin nur Staub, den du erschufft, den du begna. digst und berufft, in deinem Reich zu leben. Laß mich, ents fernt von stolzem Wahn, mit 8. So werd' ich, Gott, von dir geführt, auf deinen We gen wandeln; durch deinen gu ten Geist regiert, nach deiner Vorschrift handeln. Ich werde nicht durch Sicherheit, durch Stolz und durch Vermessenheit von deinen Rechten weichen. Heil allen Frommen, Heil auch mir! Wir werden, Preis und Dank sey dir! des Glaubens Ziel erreichen. enn ich ein rein Gewiss sen habe: wie groß ist meine Seligkeit! Es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück schon in der Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 2. Getrost bin ich, vor Gott zu treten, und als ein Kind voll Freudigkeit ihn, meinen Vater, anzubeten, dergnådig Schwachheit mir ver: zeiht, und tåglich neue Kräfte. giebt dem, der sein Wort von Herzen liebt. 3. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, und von den Sündern Haß und Spott. Denn des Gewissens innre Frerden sind mir ein Pfand des Ruhms bey Gott. Die ganze Welt vergehet mir, ein ewig's Sorge für den Leib: c. ewig's Heil kommt, HErr, von dir! 4. O Seele, darum sey bes fliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Zuversicht zu Gott verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! denn e, was könnt' ich ohne dich? Sorge für den Leib durch Mäßigkeit und Keuschheit. 233. In voriger Melodie. nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht; muthwil lig seinen Bau zerstören, vers bietet mir dein Unterricht. Steh' du mir selbst mit Weiss heit bey, daß auch die Pflicht mir heilig sey. 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was zur Erhals tung mir vertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schätzen, das du so wunderbar erbaut? Weß ist mein Leib? Ist er nicht dein? Ich sollte sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu be schützen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die da zu uns nügen, und zum Se brauch giebst du Berstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? Sollte sie denn mir es seyn? 173 4. Gesunde Glieder, mune tre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfs te, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was mei nes Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn seine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Stdrer deiner Ruh'; du zogst dir deine Leiden zu. 6. Laß jeden Sinn und ren achtsam seyn! Drückt alle mich die Last der Krankheit nieder, so fidße selbst Geduld mir ein. Gewähr' mir dann auch guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. übertreibe, was auf des Leis 7. Doch gieb, daß ich nicht bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geseß mir anbefiehlt. allein den Endzweck meiner Des Körpers Wohl laß nie Sorge seyn. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sey stets auf meis nen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh' Dieses Leibes Hitte bricht; dazu, HErr, segne meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deis nem Preis. 234. 174 Sorge für den Leib 234. Mel. Zerzliebster Jefu, was ic. einleib ist dein Geschenk; Mbu haft ſein Leben zum Dienste meiner Seele mir ges geben. Ihn soll ich, Gott, erhalten, vor Gefahren ihn treu bewahren. 2. Ich soll ihn pflegen, soll zu edlen Werken durch Nahrung ihn und auch durch Frende stärken; soll ihn durch keine Weichlichkeit entehren, nicht selbst zerstören. 3. Du gabst ihn zur Em pfindung vieler Freuden; doch auch zur Duldung ehrenvol235. ler Leiden, daß er auch un Mel. Jesu, der du meine Seele. ter ihrer edlen Bürde verherr. licht würde. 4. Ich soll, damit er Kraft dazu gewinne, ihn härten; männlich jede Lust, der Sin ne beherrschen, daß er nicht der Tugend Mühe verzärtelt fliehe. 5. Das will ich; seiner war ten, ihn erquicken, doch müss' er nie die Seele niederdrücken zurSinnlichkeit, zur Trägheit, zu den Lüsten, der Schmach des Christen. heil' ihn, Gott, dein Arzt und stårt' ihn wieder, soll ich noch, HErr, durch sein erneuert Le: ben, dich, HErr, erheben. 6. Unmäßigkeit und Vdl lerey entehre nie seine Sinn' und Glieder; sie beschwere nie meinen Geist; er sey schon in der Jugend ein Siß der Tugend. 7. Schleicht auch der Kranks heit Gift in seine Glieder: so 8. Gieb mir Geduld in allen seinen Schmerzen, daß ich voll Trostes dann in meis nem Herzen auf deine Hülfe harr und seine Plage mit Muth ertrage. 9. Zerstör' ich ihn nur selbst nicht: Gott, so werde mein Leib einst wieder, was er erst war,- Erde! Er wird im Grabe schlummern, nicht vers gehen, einst auferstehen. elche freudenvolle Tage wir, o dich. Unbekannt mit Schmerz und Klage, die vor uns vors über wich, schmecken wir der Jugend Freuden, fühlen selten noch das Leiden, das die heis tern Stunden trübt, die uns deine Liebe giebt. 2. Frisch und thätig zu Ges schäften, stark zur Arbeit nach der Ruh strömet unsers Leis bes Kräften der Gesundheit Fülle zu. Kraftvoll regen sich die Glieder jeden jungen Mors gen wieder, immer noch hat uns die Nacht süßen Schlums mer mitgebracht. 3. Wunderbar erhältst und nåhrest du den Leib, den du gebaut. Wenn du unser Schuß nicht wärest, wenn dein Blick, der durch Mäßigkeit der alles schaut, nicht sie sähe, die Gefahren, die uns droh'n, du nicht bewahren, retten wolltest wunderbar, wir erlågen der Gefahr.. 4. Oft, wenn wir der Pflicht vergessen, diesen Leib, so fein gewebt, treu zu schüßen; wenn vermessen er, der Staub, sich überhebt, sorglos der Gefahr nicht achtet, treuen, weisen Nath verachtet, ist's, zum Hel fen ausgestreckt, deine Hand, 3. Unsre Kindheit, unfre die uns bedeckt. 5. Laß uns dafür dankbar werden. Zwar ist ansre Hütte Staub, nur gebaut für uns auf Erden, bald des Grabes fich'rer Raub, mag auch einst in Trümmer fallen; doch, so lange wir hier wallen, sey sie theuer uns und werth, auch 4. Nur in unbefleckten Her durch sie sey du geehrt. Jugend, unser Alter darf sich freu'n. Auch die Freude, Gott, ist Tugend; aber heilig muß sie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der im Sturs me wilder Lüfte Paradiese macht zur Wüste. 6. Was sie vor der Zeit zerstöret, was uns schwach und elend macht, was Vermessen heit uns lehret, was uns, rus hig überdacht, bitter, doch zu spåt gereuet, was der Tugend Auge scheuet, laß, auch unser Leib ist dein!- Vater, ferne von uns seyn. und Keuschheit. 175 sehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen, sus chen und genießen. 236. Mel. Werde munter, mein 2c. Sifrig sey und fest mein Wille, reines Herzens, Gott, zu seyn! in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freu'n! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so 2. Weiß ich doch, daß deine Güte viel zu reich und freunds lich ist, als daß sie aus Neid verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Bescheiden. heit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigung im Ues berflusse. zen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Neue Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Lust. Unbeherrsch, te Sinnlichkeit tödtet die Zus friedenheit; sie vergiftet alle Freuden, und verwandelt sie in Leiden. 5. Reiner Sinn und Un schuld schmücket mehr als Schönheit; sie vermehrt jede Luft, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; denn sie hoffen voll Vertrauen, selbst dein Antliß, Gott, zu schauen. 6. Daß 176 Sorge für den Leib und 6. Daß er keusch und zuch tig lebe, unbefleckt an Geist und Leib, ringe, wer dich ehs ret, strebe Jungfrau, Jüng: ling, Mann und Weib! Vor Verführung schütze sie; und ihr Herz gehorche nie einer schåndlichen Begierde; Heis ligkeit sey ihre Zierde! 7. Laß uns fröhlich und ge: sellig, sanft, und willig, zu era freu'n, liebenswürdig und ge: fällig, aber nur durch Tugend seyn; hold, und ohne Schmeis cheley stets bescheiden, und doch frey, ohne Frechheit, stets bes dächtig, immer unser selber mächtig. 8. Laß die Frechheit wilder Sitten nimmer unserHerz ents weih'n! Laß dies Haus- wir alle bitten, frommer Uns schuld Wohnung seyn. Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch dein Himmel ist, daß durch Tugend unsre Erde deis nes Himmels Vorhof werde. - 9. Dann umfah'n uns Heil und Segen. Göttliche Zufries denheit leitet uns auf unsern Wegen zu noch größrer Se: ligkeit; bis zum Heiligthum auch wir aus dem Vorhof dringen, dir reiner Herzen Opfer bringen, ewig dir, o Gott, lobsingen. 237. M Mel. Es ist gewißlich an der ic. ein Leib soll, Gott, dein Tempel seyn, mit allen meinen Gliedern. Ihn soll ich dir zum Dienste weih'n; zum Dienst auch meinen Brüs dern. O gieb, daß ich dein Heiligthum für sie und, HErr, für deinen Ruhm stets unbe fleckt bewahre! 2. Gieb eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Lei be nie frevle, daß er immer dir, o Gott, geheiligt bleibe! daß rein und keusch mein Aus ge sey, und sittsam, daß ich's immer frey zu dir erheben könne! 3. Auch eine Lippen schån de nie, was schändlich ist zu hören; nie laß der Unschuld Rechte sie durch frechen Scherz entehren! Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes, rede stets mein Mund, was nützt und bessert. 4. Mein Ohr laß dir nur offen seyn, taub bey der Wol lust Bitten, mein Herz und meine Sitten rein, wie Jo sephs Herz und Gitten; daß ihrer Stimme Schmeicheley mir nicht durch ihre Zauberey der Unschuld Würde raube! 5. Da, wo sie wandelt, haucht sie Gift. Welch Elend, das dieSklaven unheiliger Bes gierden trifft in tausendfachen Strafen! In welcher Schans de Tiefe sinkt, wer ihren Zaus berbecher trinkt, verstrickt in ihren Neßen! 6. Ach! wo die Unschuld fleucht, da flieht der Tugend Ruh durch Mäßigkeit und Keuschheit. 177 Lebens Ruh'. Vernimm sie, Ohr, sie ruft dir zu: Ruh' und Stille; da, wo der Wollust Flamme glüht, fehlt selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert mehr Segen als das Schwert zerstört, als Pest und Gluth zerstören. 7. In seinem Taumel, Gott, vergißt der trunkene Verbres cher, daß du allgegenwärtig bist, ein Eiferer, ein Nächer; verstockt sich und verfolgt mit Spott die Tugend; höhnt dein Wort, o Gott, und seines Mittlers Ehre. 8. Heil dem, der deiner nie vergißt; nicht, Gott, dein Werk zerstöret; der immer reines Herzens ist; der deinen Tems pel ehret! Es wird ihm hier schon wohlergeh'n, dort wird er Gott und JEsum seh'n, denn rein war seine Seele. 238. D Mel. Wer nur den lieben Gott, er Wollust Reiz zu widers streben, laß, Höchster, meine Weisheit seyn. Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir: o schaff' ein reines Herz in mir. 2. Laß mich der Weisheit treuen Lehren, wenn sie mich warnt, mit Willigteit, stets offnen Ohrs, mein Schöpfer, hdren, sie führt mich zur Zu friedenheit, zur Freude, zu des 3. ,, Die Wollust kürzt des Lebens Tage, sie raubt dem Körper seine Kraft, und Ars muth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leis denschaft; der haßt sich selber, der sie liebt, der sich in ihre Fesseln giebt. 4. ,, Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Were te, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie straft mit des Gewissens Schmerz des ihr geweihten Sünders Herz. 66 5. ,, Der Mensch sinkt uns ter ihrer Bürde zur Niedrigs keit des Thiers herab, er schåns det und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, für den er lebt, wenn er nach nies dern Lüften strebt:" 6. ,, Wie blühte nicht des Jünglings Jugend, eh' ihn der Wollust Gift verdarb! Doch er verließ den Weg der Tugend, und seine Blüth' und Kraft ers starb. Sein Leben ist Verwes sung schon; Schmerz, Schand' und Bidße sind sein Lohn. 66 7. ,, DJüngling, willst du sie bekämpfen, eh' sie dein ganzes Wohl zerstört, begins ne früh schon sie zu dämpfen. Wer ihren Trieb gefällig nährt, dem bringt der Un schuld m 178 isd Sorge für den Leibud schuld hohes Glück tein het Ber Wunsch, kein Fleh'n zu ruck." alloe 8. ,, Sey, jedes Lafters Reiz zu wehren, ein Freund der gold nen Mäßigkeit. Laß Speif und Trank dich nie beschwes ren, und steure deiner Sinns lichkeit. Sey deiner Schwachs heit dir bewußt, und meid oft selbst erlaubte Lust." 9. ,, Sey, niedre Wollust zu verhüten, stets schaamhaft gegen deinen Leib. Laß nicht dein Auge dir gebieten, flieh' frechen Scherz und Zeitvers treib. Des Wiklings lasters hafter Scherz erniedrigt und verdirbt dein Herz." 10. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte durch saurer Ar. beit edlen Schweiß; der Uns schuld Schußwehr sind Ges schäfte, du nåhrest die Vers nunft durch Fleiß. Bey Weich, lichkeit und Müßiggang bes fiegt uns jeder böse Hang." 11., Oft täuschen dich des Lasters Triebe, und du er blickst nicht die Gefahr; oft wird das unerlaubte Liebe, was anfangs nichts als Freund schaft war; oft Freundschaft und Vertraulichkeit zu Lafter und Schaamlosigkeit." Fehler übersehn, und so zu großen übergehn?" 13. ,, Ift's Sünde, nur den Trieb vollbringen? Ist, der's nicht thut, schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den Trieb bezwingen? nicht auch den Wunsch derLeidenschaft? Sollbloß dein dußrer Wandel rein, nicht auch die Seele heilig seyn?" Dan 14, Denk' oft den mådy tigenGedanken: Diellnschuld ist der Seele Glück! Dies hab te, fångst du an zu wanten, dich noch von deinem Fall zus rück. Wohl dem, der seiner Tugend Werth nicht erst durch den Verlust erfährt!" 15. ,, Fleuch, Jüngling, vor der Wollust Pfaden! Oft scheis nen sie zwar blumenreich, doch ist das Laster, das dich ladet, ein Giftmahl! Jüngling, Jungs ling, fleuch! Schaujenenschmas len rauhen Steg, dies ist zur Wohlfahrt, dies der Weg." 16. Go ruft die Weisheit! Ihre Lehren laß, wenn sie warnt, mit Willigkeit, mein Schöpfer, oft und gern mich hören, sie führt mich zur 3us friedenheit, zur Freude, zu des Lebens Glück; nie weise fie mein Herz zurück. 12., 0 laß dir's nie dein Herz verzeihen, wenn es des Lasters Trieb ernährt! Nur al Distent 863 sime 239. Mel. Vom Zimmel hoch da ic. er nie in Wols seinen Ausbruch wollt'st du ut Schooß die Fülle scheuen, weil er dich vor der Welt entehre? die kleinen der Gesundheit goß, der blickt getroft durch Maßigkeit und Keuschheit. getroft zu Gott hinan, geht muthig seines Lebens Bahn. 2. Sein Auge glänzt durch Unschuld hell, rein, wie ein fris scher Silberquell; die Wange blüht wie Morgenroth, des Lasters Angesicht bleicht Tod. 3. Er weiß, Gott ist sein Freund, sein Schuh; mit ihm beut er Gefahren Truß; er fühlt, daß seiner Pflicht er lebt, bleibt standhaft, wo der Frevler bebt. 4. Ihn segnet noch ein spät Geschlecht, das, start wie er und ungeschwächt von schndder Wollust, von ihm stammt, wie er voll edlen Feuers flammt. 5. So glånzt der Lohn, den der genießt, so das Geschlecht, das dem entsprießt, der nie in schndder Wollust Schoof die Fülle der Gesundheit goß. 6. Der Lohn, der Lohn sey unser Theil! Hilf uns, o Gott, zudiesem Heil! Schwach sind wir alle, doch mit dir, HErr, überwinden alle wir. 240. Mel. Niir nach, spricht Christ. ohl dem, der beff'reSchas W 179 Be liebt, als Schätze dies ser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugendreich zu werden, und früh es lernt: die Welt vergeht, nichts, nichts, was irdisch ist, besteht. 2. Du, unser Bater, wehrft uns nicht, hier Güter zu be sitzen. Du gabst sie selbst, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen uns ser Herz erfreu'n, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten; nicht erst nach der Gerechtigkeit, nach Gottes Reiche trachten: ist das des edlen Menschen Ruf, den Gott für Ewigkeiten schuf? 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt uns fein Gut genießen; er quålt durch habe sucht unsern Geist, und tödtet das Gewissen; er reißt durch schmeichelnden Gewinn uns blind zu jedem Frevel hin. Weise Anwendung der 6. Wie kann ein Herz, vom irdischen Güter. Seize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken? nach dem, der arm und elend ward, die Hand zur Hülfe strecken? Es lebt nur sich, den Brüdern nicht, nicht für die Welt, nicht seiner Pflicht. unit i 7. Gewinnsucht raubt uns Muth und Geist, die Wahrheit frey zu lehren, Gie schweigt, wenn Tugend reden heißt; sie m 2 tann, 4. Der Geiz erniedrigt uns ser Herz, erstickt die bessern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrångt der Tugendliebe, und macht, selbst der Vernunft zam Spott, ein elend Gold zu unserm Gott. 180 und Weise Anwendung u tann, ihr Gut zu mehren, der Wittwe jammervollem Fleh'n, der Waisen Thrånen widers steh'n. 8. Erhalte mich, o Gott, dabey, daß ich mir gnügen lass fe; entfernt von niedrer Hab. sucht sey, den Seiz von Her zen haffe. Der reinen Seele guter Muth sey meines Lebens größtes Gut. 5. Oschenke, Vater, schenke mir nur deines Geistes Ga ben: so werd' ich, reich ge nug in dir, die besten Güter haben; so bin ich sicher dei ner Huld, voll Freude, Friede und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 241. Mel. Sey Lob und hr dem ic. Err, gewissens Here, lehre mich geh Gut 6. Den Geiz laß ferne von verwalten! Gieb du mirWeiss heit, gieb mir Kraft, damit wohl hauszuhalten; auf daß ich, im Geringern treu, durch deine Gnade fähig sey zu grds Bern Gnadengütern. 2. Mein Hab und Gut tommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen; du gabst es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergånglich, wie die Ers de. Gieb, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde. Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse! gen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersehen? Verschmäht' ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewigGlück gewährt; wie elend würd ich werden! 4. Was mitte mir die gans Je Welt mit allen ihren Scha JINDT mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Ge wissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er nüßet mir im Tode nichts, und kann am Tage des Gerichts nicht mei ne Seele retten. da7. Lehr' du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst, nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden. Laß mich damit aus Dankbegier aud meinem Nächsten, nicht bloß mir, des Lebens Müh' er leichtern. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; gieb, daß ich dies bedenke, und dahin stets gewissenhaft des Geistes Sorge falt lente, so alle Güter dies ser Zeit zu nutzen, daß ich einst, erfreut, weit beff're Gus ter erbe. 242. der irdischen Güter. I WH 242. Mel. Die Tugend wird durchs. uklagstund fühlest die Bes schwerden des Stand's; in dem du dürftig lebst, und strebest, glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebt. Ja, tlage! Gott er laubt die Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir bes gehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Men schen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschie den, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 3. Gott ist der HErr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erküh: nen, daß seine Liebe dich vers gißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 181 dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. HErr, lehre diesen Weg mich geh'n. 56 4. Verzehre nicht des Les bens Kräfte in tråger Unzu friedenheit. Besorge des Bes rufs Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. Bey Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung seh'n, Steph 243. A diu In voriger Melodie. Entehre nicht, mein Herz! mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Die Müh' des Lebens zu ere tragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Der Geist murrt nicht bey den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nüßlich werden, und betet Gottes Wil len an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimm's danks bar aus der Borsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos vers band. Sie giebt dir Muns terkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie våterlich. Sie brauchen, dies ist dein Ge schäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 3. 3war manchem hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir: doch, soll dies deinen Neid erregen? denk': wer ist Gott, und wer sind wir? weiß er nicht bess ser, was mir nützet, und was dem Nächsten nüßt, als du? Wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh'? - 4. Du prangest nicht mit hohen Würden? Beneide nicht m 3 der 182 Weise Anwendung der irdischen Güter. der Großen Glück; sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß ges währet? Ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbeh, ret, der ist beglückt und reich genug. cken, muß nicht vergånglich seyn, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut, er hat's, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 6. HErr! der du mir zum frohen Leben, so viel ich brauch und mehr verlieh'n, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu flieh'n. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott! deiner Güte sich zu freu'n; dich fürchten, dir vertrau'n, dich lieben, muß ewig meine Freude seyn. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald rus helos bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. so meine Neigung weih'n, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beym Ueberfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlich, teit? 5. Ein weises, frommes Herz, das sey mein Schat auf Erden! Sonst alles, nur nicht dies, kann mir entriffen werden; es bleibt im Tod auch mein, und folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 244. Sel. Gott, du frommerGott. Laden Schätzen dieser Erden fehlt, die Herrlichsten Vergnü gen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Ge winn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin. 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stils len? Es steht ja sein Besitz Weise Schäßung der Ehre. nicht ganz in unserm Willen; nicht stets wird's dem zu Theil, der ångstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem ſein Bemüh'n gelingt. 3. Gut, Geist wahrhaftig soll beglü 245. Mel. Wenn meine Sünd' mich. Laß, HErr, nach eitlen Ch ren mich geizig seyn. Laß deinen Geist mich lehren, en Weise Schäßung der Ehre. 183 lehren, der Ehre mich zu 7. Einst, wenn die eitle freu'n, die ewiglich vor dir be Ehre wie leichter Dunst vers steht, einst mit mir von der fliegt; einst, wenn Verdienst Erde zum Himmel übergeht. und Würde auf Gottes Was ge liegt: dann müsse meinem ew'gen Geist die beff're Krone werden, die mir mein Gott verheißt. ad to our 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt. Das bleib', o Vas ter, immer mein Ruhm, was dir gefällt. Wie bald entführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht in Besitz von Schätzen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen; sie sind doch Eitelkeit. Sie sind so oft des Thoren Glück, verlassen uns im To de und bleiben hier zurück. 4. Nicht hoher Stand und Würde vereitle meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Berdienst und Tugend sey allein der Ruhm, nach dem ich ringe, nur der bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Reds lichkeit gewissenhaft verrich ten, wie mir dein Wort ge beut, und überall mein Chris stenthum nach JEsu Vorbild üben: das sey mein wahrer Ruhm. ja 6. Dein Beyfall ist der beste, nach dem ich streben tann; wenn ich mich dessen trdste, hab' ich genug daran, ob mir es auch an Lohn der Welt, an Menschenlob und Ehre bey guten Thaten fehlt. Weise Anwendung der Vergnügungen. 246. D" Morris 29. Mel. un danket alle Gott ic, u, der so gern beglückt, gern Freuden uns bes reitet, wie selig, wer, von dir an Baterhand geleitet, nur dann sich eich fühlt, wenn er zu dir hält, und jede Lust ver, die seinem Gott mißf 2. Wie elig, wenn sein Geist zu dir, durch den er les bet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern ers hebet; wenn er die Freude kennt, sich einsam dir zu weih'n, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freu'n! 3. Wie setig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Ulebermaaß wird Leiden. Nach arbeitsvoller Müh' ist schuldlos ihr Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt Ekel und Verdruß. 4. O gieb, Allgütiger, gieb, daß auch meine Seele, wenn fie m 4 184 Weise Anwendung der Vergnügungen. sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die endlich doch gereu'n. Es schlage meine Brust, vomEiteln unverführt, nur für die reinre Lust. Herz. Schuldlos sey meine Fröhlichkeit, und måßig auch mein Scherz! 2. Will meiner Jahre wal lend Blut mich eiligst hinters geh'n, so gieb mir Weisheit, gieb mir Muth, o Gott, zu widersteh'n! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht töds ten, nie vor der Tugend mich bey meinem Scherz errdthen. Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freu'n, doch keinen Augenblick des Las sters Freuden weih'n. 6. Vernunft und Tugend sey Gefährtin meiner Freu ben, dem Schwelger laß mich nie sein kurzes Glück beneis den; was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit, der frohste Sinn wohnt stets bey stiller Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlich teit sey niemals ganz verloh. ren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwert nicht gebohren. Erholung sey er mir, es stärke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. 8. Nie laß durch meine Luft den årmern Bruder leiden. DerTag, der mich beglückt, sey auch ihm Tag der Freuden. Jft er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereu't; nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut. 247. Mel. Kun sich der Tag geendet. er falsche Glanz der Eitelkeit berücke nie mein 3. Kurz ist ein sündlicher Genuß, nicht das, was er vers sprach; und Reue, Schande, Schmerz, Berdruß folgt, eh' man's denket, nach. 4. Ich kurzer Pilger dieser Zeit will Sündenlüfte flieh'n, daß Tugend und Zufriedenheit auf meinen Wangen blüh'n! Arbeitsamkeit und Be rufstreue. 248. Mel. In allen meinen Thaten. um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns geges ben, und nicht zu tråger Rast; dem Fleiße nur folgt Segen, wie Fruchtbarkeit dem Regen, ohn' ihn sind wir uns selbst zur Last. A ON 30 2. Er stärkt des Leibes Kräfte, schenkt uns gefunde Säfte und ein vergnügtes Herz. Vor Gram und trüben Sorgen hålt uns der Fleiß verborgen, und schützt vor mancher Krankheit Schmerz. 3. Dem sündlichen Vergnüs gen låst er uns nie erliegen: er lehrt, was mehr erfreut, den Arbeitsamkeit und Berufstreue. den Armen zu beglücken, den Kranten zu erquicken, nur das sey reine Seligkeit. 4. Drum laß, o Gott, auf Erden doch nie uns tråge werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unsern HErrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sey immer unser höchstes Ziel. 5. Nie werden wir dann zagen, wenn andre trostlos tlagen, und keinen Tag be reu'n; wenn Tråge zittern müssen, dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Leben ein. 6. Und wenn nun edle Thas ten um uns, gleich goldnen Saaten, mit reichem Segen blühn; wenn Tausende sich freuen und heißen Dank uns weihen: wie froh wird unser Herz dann glüh'n! 185 2. Hilf, daß vor tråger Weichlichkeitwirstandhaftuns bewahren; und wo die Pflicht uns Müh' gebeut, nie unsre Kräfte sparen. Erholen laß uns nur alsdann, wenn unsre Kraft erschöpft, sich kann durch Ruh' zur Arbeit stärken. 3. Voll weiser Vorsicht laß uns nicht die Zeit mit Nebens dingen, zu weit entfernt von unsrer Pflicht, verschwenderisch vollbringen. Das müsse unfre Freude seyn, uns den Geschäf ten ganz zu weih'n, die du uns aufgeleget. 4. Ein heil'ger Trieb beleb auch mich, o Vater, meine Pflichten in deiner Furcht, ges stärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterkeit, erleichs tert ihre Mühe. 5. Gieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weiser Rath, mein Gott, erschuf, mir eine Stufe werde, worauf ich nach vollbrachter Zeit zur höheren Geschäftigkeit des bessern Les bens steige. 249. Mel. Sey Lob und Ehr dem ic ( uch uns, auch uns hast du bestimmt zum regen Fleiß auf Erden; in wem ein Les 250. Mel. Mir nach, spricht Christ. ott uns und bensfunte glimmt, soll andern unterkeit, die Arbeit nüßlich werden. O gieb Vers stand, gieb Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissens haft zu thun, was uns ge bühret. zu vollbringen; wie sollt' ich meine Jugendzeit in Mäßig. gang verbringen? Ist meine Kraft auch schwach und klein, so will ich doch schon thätig seyn. 2. Wenn ich, o Vater, treu vor dir mein Tagewerk vollbringe, so gieb Gedeih'n, daß m 5 186 daß Arbeit mir nach meinem Wunsch gelinge. Dein Ses gen trône meinen Fleiß, mir zum Gewinn und dir zum Preis. Weise Schäßung indi 251. M. Mel Zerzliebster JEfu, was ic ein Glück beruht, o Gott! auf deinem Gegen. Vers trau" ich dir, und geh' auf deis nen Begen; so wirst du mir, auch ohne und 4. Hilf mir mit Treue mei ne Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoff nung stillen. Erlang' ich nur, was du, HErr! mir beschies den, bin ich zufrieden. 5. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: ver forge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr als alles ir dische erquicken, und stets be. glücken. guter kommen, so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, dann ganz erfüllet. 6. Hier hab' ich g'nug; laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmels: Weise Schäßung und sparsamer Gebrauch der Lebenszeit. was nüßet, schenken. sten Flug dahin! Ich weiß, ich lebe nicht vergebens, weil ich dereinst unsterblich bin. Sie flich'n, die kurzen Augenbli cke, wie süße Morgenträume flieh'n. Und jeder ist mir doch zum Glücke der ganzen Ewig 8. Drum fördre selbst die teit verlieh'n. mer Werte meiner Hånde. Ge62. Wie kurz ist meine Pil segnet sey der Anfang und das Ende! Gieb guten Rath, das mit, was ich vollbringe, mir wohlgelinge. 2. Bin ich getreu mit dem verlichnen Pfunde, und harr' ich nur der rechten Gegenss stunde; so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 3 gerreise hinüber in das Bater land! Doch dies ist Wohlthat, dies ist weise Regierung einer Baterhand. Nah' ist vielleicht der Prüfung Ende, und nah am großen Ziel mein Lauf; dann eil ich in des Vaters hånde, zu seiner Herrlichkeit hinauf. 3. Was ist alsdann dies Erdenleben mit aller seiner Leidenspein? Wie froh wird sich mein Geist erheben, und seiner Seligkeit sich freu'n! Wie kurz ist dieses Lebens Dauer! Vielleicht, daß bald die Stunde schlägt, da sich des nahen Todes Schauer in allen meinen Adern regt. 4. Bohl 252. Mel.Wie groß ist des Allmächt. Silt, kurze Tage meines Lu schnell und sparsamer Gebrauch ber Lebenszeit. 187 4. Wohl mir, wenn dann 3. Einst Ewigkeiten zu bes nicht eine Stunde des Lebens fißen, dazu laß dir des Lebens ungenußt verschwand! wenn Zeit als deine kurze Saatzeit ich mit dem verliehnen Pfunde nüßen, und thu', was die der nie meines Dafeyns Pflicht HErr gebeut. Er ruft die verkannt! Früh oder spåt mag menschenfreundlich zu: Die sie dann schlagen, die Sterbes Zeit fleucht hin; was säumest glocke meiner Zeit, ich darf du? alsdann nicht angstvoll zagen vor dem Gericht der Ewigkeit. 5. Sie ist mir Ruf zu ho her Wonne, in einer Welt voll er Welt Troft und Licht, wo nichts den Mittagsglanz der Sonne mit trüben Nächten unter: bricht. Dann zähl' ich nicht mehr Tag' und Stunden; mein Maaßstab ist die Ewige keit, und mein Gefühl, der Erd' entbunden, des Himmels ganze Seligkeit. 981 253. Mel. Wer nur den lieben Gott. Er eilt, der letzte von den die du hier o Mensch, herbey: erkauf die Zeit, und statt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrauch sie treu. Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahenStuns de wahr, sie flieht. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deis nes Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Aus genblickes Herr? 4. Drum eil', errette deine Seele, und denke nicht: Ein ander mal! Sey wacker, bet und überzähle der Menschens tage kleine Zahl. Gefeßt, dein Endewar' auch fern, sey fromm und wandle vor dem HErrn. 5. Mit jedem neugeschenks ten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: Dir, Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freu'n, mein Leben gern der Tugend weih'n.spring misun 6. Erleucht' und stärke meis ne Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkſt, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stun de werth, die deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach wah, rer Weisheit hier gestrebt, in gottgefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, HErr, zu Ehren an. 8. Mein schwaches Fleh'n an meinem Ende hörst du dann, 188 and Weise Schätzung ang? Chu dann, Herzenskündiger; indeis ne treuen Vaterhånde befehl' ich meinen Geist, o HErr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. in 5. Wenn dieser Erde Kleis nigkeiten zu sehr mich reizen, wenn die Lust der Welt und hsh're Pflichten streiten; o dann erwach' in meiner Brust der feste Muth: sey, Seele, dein, der Tand der Erd' ist edir zu klein! 2 bols 254. Mel. Wer nur den lieben Gott. daß von meinen Lebens. tagen doch keiner ganz verlohren sey! Verlohrne Stunden, ach, sie nagen zu spåt das Herz mit Gram und Reu', und den entflohnen Aus genblick bringt tein Gebet, tein Fleh'n zurück. 2. Was ist die Reih' durch lebter Jahre, wenn sie bahin sind wie ein Traum? Gieb, daß ich Augenblicke spare, hilf, daß nicht wie ein leerer Traum mein ganzes Leben mir ver fließt, der Geist stets bürstet, nie genießt. Er NG 8. Laß jeden meiner Au genblicke hinfort mir innig theuer seyn, die Zeit, die du zu meinem Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweih'n, nie durch die Luft der Eitel teit, die doch zuletzt das Herz bereu't. 4. Stets weiter auf dem Weg zum Ziele, stets näher zur Vollkommenheit! voll von dem himmlischen Gefühle: ich ward nicht bloß für diese Zeit, weil du mir, Pilger hier und Gast, ein besser Land bereis tet haft. 6. Wenn mich des Tages Hiße drücket, von Arbeitss schweiß die Stirne trieft, das Auge matt nach Ruhe blicket; wenn Undant meine Tugend prüft; wenn mir der Lohn zu lange säumt, zu sparsam meine Aussaat teimt: mich erquicken: einst kommt 7. Dann laß die Hoffnung mein Abend still und kühl; die Laft der Arbeit wird Ent zücken, Geduld wird Wonn Ende giebt die Saat, die Des und Dankgefühl. Ernt' ohne muth ausgestreuet hat. 8. Noch ist es Tag, ist laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo nies mand wirkt, erscheint; ist stärke mich deine Lieb' und dei ne Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! und ich, ich sollte ist schon ruh'n? 9. Wie schwachistnoch mein Herz, wie wantet es noch so oft von seiner Bahn! Und mein Erkenntniß, ach wie schwanket es zwischen Wahrs heit oft und Wahn! Wie wird mein Eifer oft so bald schon wieter tråge, wieder kalt! 10. Wie und sparsamer Gebrauch der Lebenszeit. 189 messen, wie ein Strom vore überfließt. Niemals laß es uns vergessen, hier sey Vors bereitungszeit für die nahe Ewigkeit. 10. Wie wenig dringt für meine Brüder mich Christi Sinn! Wie schnell entflieht felbst innige Empfindung wie der, wie heiß sie auch im Hers zen glüht! Wie viel ist noch für mich zu thun! und ich, ich sollte ist schon ruh'n? 11. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde des Lebens ungenußt vorbey! Auf, schwör es heut' mit Herz und Munde, und sey dem ernsten Schwur getreu: Dir, HErr der Zeit 256. und Ewigkeit, sey jeder Augens Mel. In allen meinen Thaten. blick geweiht! 12. Einst seh' ich an der Laufbahn Ende dann gern auf meine Tage hin, und sage: HErr, durch deine Hände em pfing ich, was ich hab' und bin. Hier ist mein Tagewerk; nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein. 255. Mel. Jesus, meine Zuversicht. G ott, wie flügelschnell ent flieh'n unsre Tage, unsre Stunden! Eh' wir's denken, find sie hin, schneller als ein Blik verschwunden. Wäre doch von unsrer Zeit jedeStunde dir geweiht! 2. Lehr'uns, daß die kurze Frist, die du uns hast zuges 3. Såen laß uns dann mit Fleiß zu der Ernte jenes Les bens. O wie glücklich, wer es weiß, auch er lebe nicht vers gebens. Ewig freue sich der Saat, wer hier wohl gesået hat. pota 2700 nismi pun m m@.8 Gott, mein irdisch Les gegeben, welch unschätzbares ben, das du mir selbst Gut! Du gabst es mir auf Erden, zum Himmel reif zu werden! Wie viel ist's, das auf ihm beruht! 2. Hier wird die Saat ges streuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Ernte seyn; je långer ich hier lebe, hier gut zu handeln strebe, je größer wird die Ernte seyn. 3. Was nutzt ein langes Leben dem, der nicht Gott ers geben nach wahrer Tugend strebt? Wer ihn von Herzen liebet, der Menschen Pflich ten übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. Jupit prix2 i Bon 190 Allgemeine Liebe Von den AYGER ONE Pflichten gegen andre Menschen. 38) Allgemeine Liebe i und wohlwollende Gesinnungen. Tec 257. Mel. Tun danket alle Gott. St ieb mir, o Gott, ein Herz, d das alle das alle Menschen lies bet, bey ihrem Wohl sich freu't, bey ihrer Noth betrüs bet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und sich um andrer Glück als um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hulfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen; nicht groß vor der Welt zu seyn, nicht mich verehrt zu seh'n; nein, Menschen zu erfreu'n. tsu te segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer ans dre stårkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, HErr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüs der Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht krånke nie mein Mund des Nächsten Ruh', er rühme sein Verdienst, gern deck' er Fehler zu. 3. Dies sey mein Gottes: dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss' andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe die nen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sey dir, Gott, gethan! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrång. 6. Die Rach' ist dein, o Gott; du sprichst: Ich will vergelten! Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Noch höher muß ich, HErr, mit meiner Liebe stre: ben, ihr Ziel sey nicht allein sein Glück in diesem Leben. Noch stårker müsse mich sein ewig Glück erfreu'n, und seine Seligkeit auch meine Sorge seyn. 8. Den und wohlwollende Gesinnungen. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu består ten; den, der noch sicher ist, bey sündenvollen Werten, von der verkehrten Bahn des La sters abzuzieh'n, dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemüh'n. befrey'n, und starbst zum: Heil uns Armen. 8007000 3. Auch ist noch, auf der Himmel Thron, bist du der Trost der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenfire der! Du schaffft den Deinen wahre Ruh', und die Verirr. ten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Ceufs zenden Gebet, und brauchest deine Majestät, nur Gegen auszubreiten. 9.O heilige du selbst, HErr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, zu wah, rer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein, laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor 4. O laß in meiner Pilgers Augen seyn. schaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beys zustehen, betrübter Herzen Troft zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freu'n, mit Weis nenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Red, lichkeit und Treue nicht ver. sagen. 5. Laß mich mit brüderlis cher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächs sten Fehler decken. Kein guter Armer fürchte mich, gern neigemeine Seele sich zu des Bes drångten Flehen! Das wird noch in der bessern Welt, die Gott uns allen vorbehält, mein eignes Glück erhöhen. 259. 191 258. Mel. Ein Lamm geht hin 2c. er du die Liebe ſelber bist, und gern uns Menschen segnest, ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest, o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich, mein Erlöser, hier, wie du ges wandelt, wandeln! Die kön nen teine Christen seyn, die sich nicht andrer Wohlfahrt freu'n, und nicht wie Brüder handeln. 2. Dein Leben in der Sterb: lichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwere Pein, uns vom Berderben zu Met. Mir nach, spricht Christ. o jemand spricht: ich lies be Gott! und haßt doch seine 192 Allgemeine Liebe, feine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. cald 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leis den, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; fich freut, wenn sich ein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Verleumder widers spricht: der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schutz den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz und Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn an zufleh'n, ein Dürft'ger erst ers scheinet; nicht eilt, dem Froms men beyzusteh'n, der im Vers borgnen weinet; nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht: der liebtauch seinen Nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vore wurf quålet, und ohne Nach ficht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet; wie bleibt bey seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft so dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giebt: der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du ver magst es nicht, stets durch die That zu lieben: doch, bist du nur geneigt, die Pflicht getreu lich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst dafür; so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir; so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild ge geben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein; sollt' ich, dein Kind, nicht gütig seyn? 10. Wir haben Einen Gott und HErrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich). 11. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, HErr von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brus und wohlwollende Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreu'n? 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihm flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. 260. Mel. O du Liebe meiner Liebe, enschenfreund, nach deis nem Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde sey mein köstlichster Gewinn. Un werth wär' ich dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth mich nach dir zu nens nen, wich' ich von der Liebe Pflicht. Gesinnungen. 3. O du Menschlichster von allen! Keinen hast du je verschmäht; wer verirrt war, wer gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, HErr, in deiner treuenHand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meis ne Arme; wer da leidet, ruhe hier. Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir. Ohne Liebe ist kein Leben, liebend nur gleich' ich dem HErrn; sein Verschonen, sein Vergeben, o wie übr's mein Herz so gern! 2. JEsu, wo du Menschen nahtest, folgte Wohlthun deis ner Spur; wo du segnendGus tes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager krans ker Brüder, wo du je nur hins geblickt, kehrte Freud' und Hoff nung wieder, und die Mensch heit ward erquickt. 193 5. Ob mich auch ein Brus der krånket, JEsus, denk' ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket, besser will ich seyn wie er. Ob er Kummer mir bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand; weil er straus chelt, weil er gleitet, braucht er öfter meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, immer Menschen wohlzuthun. Es gewährt so hohen Frieden, ach, es läßt so süß sich ruh'n. Wer um Dank und Lohn nur ringet, hat ja seinen Lohn dahin. Wen das Herz zur Liebe dringet, erns tet daurenden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr' entfließet wohl dem, der die Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut: aber 194 Allgemeine Liebe und wohlwoll. Gesinnungen. aber wer beym Gåen weinet, freu't doch einst sich, wär's auch spåt; endlich, Brüder, endlich keimet, was die Liebe ausgeså't. 5. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben: so laß sie nur ein höhres Gut, fie Tugend von mir erben. Hilf, daß ich dir sie, Gott, erzieh', selbst Sünd' und Laster eifrig flich', daß stets mein Beyspiel leuchte. 261. Mel. Es ist das Zeil uns 2c. ott, meines Nächsten bes stes Theil laß stets mich theuer achten; laß mich nach feiner Seelen Heil mit Lieb' und Weisheit trachten. Du schufft sie zur Unsterblichkeit, du hast zu ew'ger Seligkeit sie gnadenvoll bestimmet. 2. Zum Irrthum, zur Ver schlimmerung, zu Sünd' und Eitelkeiten, durch List, durch Zwang, durch Anreizung den Schwachen je verleiten, durch That und böses Beyspiel ihn bewußt, den Bruder irrgefüh ret, hat wo in eines Menschen Brust das Laster triumphiret, durch meine Schuld:-0 dann verzeih', was ich versah; Erbarmer sey, mein Vater, nicht mein Richter. Allgemeine Fürbitte. 262. Mel. Err JEfu Chrift, dich. ür unsre beten wir, fey fern von meiner etc), o water, wie für uns zu Seele. 3. Je mehr du mir Geles genheit, mir Muth, mir Kräfs te giebest, je mehr laß mich mit Redlichkeit, den Bruder, den du liebest, zu retten, Gott, bes flissen seyn. Nicht Last, nicht Arbeit laß mich scheu'n, ihn hin zu dir zu führen. 4. Giebst du mir Kinder, HErr, mein Gott, giebst du mir Hausgenossen, laß mich dein Recht und dein Gebot sie lehren unverdroffen. Du gabst fie mir, und deine Hand wird von dem anvertrauten Pfand einft Rechnung von mir fors dern. dir, gieb, der du aller Vater bist, gieb jedem, was ihm selig ist. 2. Dir opfert unser Lobges sang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst, und ihnen so viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, auch ihnen JEsum Christum schenkst; zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, zur Tugend rufft. 4. Deß freu'n wir uns und danken dir, und beten brüns stig, Gott, zu dir: Laß stets sie deine Kinder seyn, sie ewig deiner Huld sich freu'n. 5. Nimm Allgemeine Fürbitte.. 5. Nimm ihrer våterlich dich an, und leite sie auf dei ner Bahn, und mache sie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum! 6. Verirrte führe, HErr, zurück zu dir, zu ihrem wah, ren Glück, und wer von dir sich führen läßt, den mach' im Glauben treu und fest! 7. Entreiß' des Lasters Tys ranney die Sünder, mache, Gott, sie frey, daß sie nur deine Pfade geh'n, und einst dein Vaterantlig seh'n! 8. Gieb allen einen frohen Muth, bewahr' ihr Leben und ihr Gut, ihr Haus, ihr bestes Eigenthum, des guten Nas mens Glück und Ruhm! 9. In ihrer Noth verlaß sie nie, und sind sie traurig, triste sie. Gieb ihnen hier Zus friedenheit, dort deines Hims mels Seligkeit. 10. Wir all', einst deinen Engeln gleich, erhöh'n, vers setzet in dein Reich, dich ewig; ewig danken wir, o unser als ler Bater, dir! Gerechtigkeit, Billigkeit, Neidlosigkeit. 263. Mel. O Gott, du frommer ic. erechter Gott, du willst, es sollen deine Kinderges recht seyn, gleichwie du. Allein, wie hab' ich Sünder dies heis Ge 195 lige Geset oft wiffentlich vers legt und die Gerechtigkeit so oft hintangesetzt! 2. Du siehst, wie ich mich oft mehr als den Nächsten lies be, durch unrecht richten, thun und reden ihn betrübe. Sein Glück befördr' ich nicht, sein Schaden freu't mich wohl; ich thu' ihm nicht, was ich will, daß er mir thun soll. 8. Du, Heiligster, der du die Ungerechten strafest, den Unterdrückten hilfft, den Are men Recht verschaffest; wie zittr' ich, HErr, vor dir! Ach, geh' mit deinem Knecht, mein Gott, nicht ins Gericht! Wer ist vor dir gerecht? 4. Miß mir nicht mit dem Maaß, mit dem ich oft ges messen; und mein so lieblos Herz, das ich so oft vergessen, dies bilde du doch ganz durch deinen guten Geist zur Liebe, daß ich nur das thue, was du heißst. 5. Laß keinen Menschen mich durch Härte je betrüben; Betrug und List mich flieh'n; nur das aufrichtig lieben, was recht und billig ist, was meis nem nächsten nützt, und was sein Glück und Wohl beförs dert, stårkt und schützt. 6. Wie leicht kann Ehr' und Ruhm und Geiz das Herz bes thören; leicht Menschenfurcht und Gunst von deinem Weg abkehren! Süß ist der Hd hern Lob; noch bittrer ist ihr Spott; n 2 196 Gerechtigkeit, Billigkeit, Spott; und Hoffnung eitlen Glücks, wie oft führt dies von ( Gott! 7. Ah, laß nicht Lob, nicht Schmach, laß weder Schmerz noch Freuden, noch Bortheil und Gewinn von meiner Pflicht mich scheiden. Laß we der Freund noch Feind erschüt: tern meine Treu'; und gieb, daß Redlichkeit mir Ruhm und Ehre sey. 8. Laß mich, so viel ich kann, den Unterdrückten schützen, und wo ich dies nicht kann, mit Rath und Trost ihm nußen; laß mich, auch un term Schein des Rechten selber, nicht Gewalt und Unrecht thun, wenn mir es gleich geschicht. 9. Beseele, HErr der Welt, durch deines Geistes Triebe doch aller Menschen Herz mit Billigkeit und Liebe! Nur der Gerechte erbt des Himmels Geligkeit; des Ungerechten Lohn ist Fluch in Ewigkeit. 264. Mel. Kommt her zu mir, 2c. u liebst, o Gott, Gereche und den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seis nen Werken giebet. und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schndder Habsucht und Ge winn des Nächsten Recht zu frånken! 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Luft der Lie be Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und andre kränkt: wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wi der mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig das hin seh'n, mit jeglichem so ume zugeh'n, wie ich's von ihm bes gehre; damit ich keines Mens schen Herz, durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmers niß beschwere! 6. HErr, mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst mich zur Billigkeit! So werd auch wieder messen. Dies reize Pflicht vergessen! ich auch zu keiner Zeit der Liebe 265. Mel. Gott des Zimmels und. oder: Romm, o komm du x. 2. Gerechter Gott! laß dei: nen Geist zu dem, was recht Theurer wie mein eignes wie mein Nam' 1009 und Neidlosigkeit. icole undEigenthum sey mir, Menschen, euer Leben, euer Eigens thum und Ruhm; alles, was euch Gottes Rath gab und noch bestimmet hat. 2. Strebt schon in der Zeit der Jugend nach Verdienst, erwerbt, gewinnt durch Ges schäftigkeit und Tugend, die die besten Schäße sind; were det angesehn und reich: alles, alles gonn' ich euch. 3. Immer will ich, frey vom Neide, und vom Eigen nuße rein, eures Segens, eus rer Freude, eures Glücks und Ruhms mich freu'n, froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild' und reichlich giebt; 197 7. Laßt uns nie, was wir versprechen, widerrufen, weils uns reu't; nie was zugesagt ist, brechen, oder schånden unsern Eid; von Betrug und Tücken rein, lieber arm, als treulos seyn. 8. Haffen laßt uns alle Lus gen, alle Schmähsucht; jeder sey offenherzig und verschwie gen; in der Freundschaft feft und treu; jeder nehme, wo er kann, der Verleumdeten sich an. 6. Laßt uns halten Tren und Glauben; flich'n, was andern schädlich ist; Arm' und Schwache nicht berauben durch Gewalt, Betrug und List. Welch ein Gråu'l vor Gott ist nicht der, der Treu und Glaus ben bricht! 9. Laßt, was gut ist, gern uns lohnen, wie es unser Gott belohnt, und der Brüder Feh ler schonen, wie der HErr auch unser schont. Ach, er schont; mit welcher Huld, welcher Langmuth und Geduld! 10. Also laßt, von Gott ges trieben, uns einander gern und treu und als seine Kinder lies ben, ohne Zwang und Heuches ley! O wie selig werden wir dann nicht werden dort und hier! 4. Allen helfen, eifrig ih nen wohlthun, wie mein Heis land that, Schaden wehren, allen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath, willig, jedes Unrechts Feind, aller Men schen wahrer Freund. 5. Lasset uns einander lies ben, gern einander glücklich seh'n, feinen frånken und bes trüben, keinen drücken, keinen schmåh'n; aller Zwietracht, als Mel. Err Jesu Christ, dich. 266. les Streits Feinde seyn, denn Nie werde meine Seel' ent: weiht von Trug und Uns gerechtigkeit. Wie könnt' ich sonst der Deine seyn, wie deiner Gnade, Gott, mich freu'n? 2. Wer seines Nächsten Rechte krånkt, auf seinen Schaden boshaft denkt, enthei ligt des Gewissens Pflicht, und ehrt dich, Allgerechter, nicht. n 3 3. Du 198 Gerechtigkeit, Billigkeit, Neidlosigkeit. 4. Dein Wort, das Sün dern Strafe droht, schrieb mir dies heilige Gebot, frey von des Nächsten Gut zu seyn, mit großem Ernst und Nach druck ein. 3.Du schriebst auch in mein Herz, o Gott, tief ein das billige Gebot: Thu', was dich schmerzt, dem andern nicht; sey treu der Pflicht, wenn er sie bricht. 4. Das müsse meine Freu be seyn, was meinen Bruder fann erfreu'n. Mehr als er hofft, find' er bey mir, mehr Hülf' und Rath, mehr Dienstbegier. 5. Du hast so viel für mich gethan, das ich dir nie vergels ten kann; du übersiehst so mans che Schuld, und trågst mich immer mit Geduld.d 6. Dir ähnlich, Vater, werd' auch ich, wenn andern auch, nicht bloß für mich, mein Herz voll reiner Liebe schlågt, die Schwachen duldet und erträgt. 267. In voriger Nielodie. Gern sey von Ungerechtigkeit, & HErr, mein Leben alle zeit! Wie könnt' ich sonst dir ähnlich seyn, mich deiner Ba terliebe freu'n? 5. Das Haus des Räubers ist verflucht, und oft schon zeit lich heimgesucht, und schreck, lich trifft dort dein Gericht den ungerechten Bösewicht. 6. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohls gefallen ruh'n, wenn er nicht redlich wiedergiebt, um was er andre hat betrübt. 7. Es ist damit nur fab scher Schein, macht er nicht Herz und Hände rein von dem, was je sein böser Rath durch Macht und List entwens det hat. 8. Dies präge tief, o Gott, mir ein, im Kleinsten auch ge recht zu seyn. Nicht Geiz, selbst schwere Armuth nicht, verleite mich von meiner Pflicht. Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 2. Wer Ungerechtigkeit vers übt, den nächsten um sein Gut betrügt, der schonet des Ges 268. wissens nicht, verletzt die Heis Mel. Vom Zimmel hoch da. ligkeit der Pflicht. ufrichtig, redlich, offen, 3. Denn tief ins Herzfrey ist JEsu Jünger, schriebst du, o Gott, in jeden stets getreu der Wahrheit, die Menschen das Gebot: Was er nie verletzt, und über alles du nicht willst, daß dir ges liebt und schätzt. schicht, das thue du auch ans dern nicht. 2. Er, irrt er gleich, und oft und leicht getäuscht von Heuch Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Heuchlern, haßt und fleucht der schleichenden Verstellung List, die Gott und ihm ein Gräuel ist. 3. Er haßt Verleumdung, Schmeicheley und glatterWors te Täuscherey; betrügt mit seis nem Auge nicht, spricht, wie er denkt, denkt, wie er spricht. 4. Er rühmt für keinen Preis der Welt der Großen Laster, und enthält sich auch desScheines von Betrug, klug, aber ohne Falschheit flug. 5. Was aus der LiebeQuelle fließt, wasseinen Brüdern nüß, lich ist, und wohlgefällig Gott dem HErrn, das redet er, und redet's gern; el 6. Entdeckt nicht alles, was er denkt, verschweigt, was scha, det oder frånkt, nimmt gern des Irrenden sich an, wenn ihn fein Rath erleuchten kann. 7. Er spricht mit Wahl und Verbedacht, scheut aber keines Menschen Macht, wenn Wahr. heit und Gerechtigkeit der Uns schuld Rettung ihm gebeut. 8. Wohl ihm! Denn aller Lügen Feind, der Gott der Wahrheit, ist sein Freund. Er fürchte nichts, er wird besteh'n, wenn alle Lügner untergeh'n. 9. Mit ihm ist Gott, mit ihm ist Gott! Träf' ihn Vers leumdung oder Spott, tråf' ihn der Haß der ganzen Welt: was achter's der, der Gott gefällt? 199 269. Mel. Befiehl du deine Wege. ohl dem, der richtig wans delt, der als der Wahrs heit Freund in Wort und Wers ten handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl ihm, daß sein Ge müthe, HErr, deine Rechte åbt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 3. O HErr, laß alles Li gen doch ferne von mir seyn. Nie laß die Lippe trügen, nie sey die Tugend Schein. Er innre mein Gewissen, du has sest Heucheley, damit ich stets beslissen der Treu' und Wahrs heit sey. 4. Laß niemals mich vers sprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen bres chen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz vericiten, und nie des Beyspiels Macht, als Wahrheit zu verbreiten, was Falschheit ausgedacht. 5. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, HErr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb', und wisse, wenn n 4 ich 200 Aufrichtigkeit und Redlichkeit. ich für Andrer Wohl und für mich reden müsse, und wenn ich schweigen soll. 6. Wenn jemals, mich zu drücken, des Feindes Rath ges lingt, wenn er mit bösen Tür cken in Kümmerniß mich bringt: so stårke meine Seele, daß sie nicht unterlieg', und alles dir befehle. Du giebst der Unschuld Sieg. 7. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hålt, das soll mir niemand rauben; so scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vers trauen: dort werd' ich, als ein Kind, dich mit den Frommen schauen, die ewig selig sind. len. Umsonst fireb' ich, vor dir mein Innres zu verhehlen. Bis in des Herzens Grund dringt noch dein Flammenblick. Vergebens zieh' ich mich in ties fe Nacht zurück. 2. Du bist der Wahrheit Freund, der Hasser aller Lü gen; die Falschheit kann nicht dich, kann Menschen nur bes trügen. Nicht was die Lippe spricht, nicht was die Miene leugt, täuscht dich; du hörst, du siehst, was unser Mund verschweigt. de, erfindet Trug und List, und spottet deiner Gnade, verliert in Irrthum sich, erschafft sich eitle Müh', es scheut des Ta ges Licht, und quält sich spät und früh. 5. Oft hat, o heil'ger Gott, das warnende Gewissen mich der gehäuften Schuld, der Falschheit mich entriffen. Sie gab mir keine Ruh', ich klagte Mel. O Gott, du frommer ic. selbst mich an, und leichter ging 270. Hour, ber du alles weißt, ich nun der Beff rung selge du kennst Bahn. 3. Und doch verläßt das Herz so oft der Wahrheit Pfa. 4. So häuft es seine Schuld, stößt, gleich dem schwa chen Kinde, des Retters Hand zurück, und fällt von Sünd kennt' es dich, du tilgtest seine in Sünde. O Wahrheit, Schuld; den, der den Fehl gesteht, lohnt Schonung und Geduld. ich die heilge Pflicht verges 6. Doch ach! oft hab' auch sen, verschwiegen meinenFehl, wohl gar mich hoch vermessen; zwar klopfte bang' das Herz, doch ich hatt' es betäubt. Die Wahrheit warnte mich, ich has be mich gesträubt. 7. Verzeih' mir diese Schuld, ich fühle mein Vers gehen; der irrgeführte Sinn will endlich stille stehen. Vers nimm, HErr, mein Gelübd', der Wahrheit treu zu seyn, nie wieder meinen Mund durch Falschheit zu entweih'n. Frieb: Friedfertigkeit, Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Wir wurde den, zu Diensten willig seyn. Wie wird es mich erquicken, wenn zur Versöhnlichkeit mit reuerfüllten Blicken er seine Hand mir beut! 271. Mel. Der du voll Blut und ic. ie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden sus chen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich segnen. Dies ist des HErrn Gebot. 2. Mein JEsus, der Ges rechte, vergalt die Schmach mitHuld; die Wuth ergrimms ter Knechte ertrug er mit Ges duld. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder Schalt, mit Liebe nicht vergel: ten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müssen, sey schwer; wird doch die Pflicht mir leicht, wenn das Gewissen für meine Uns schuld spricht. Dies will ich treu bewachen, so bessert mich mein Feind, er wird mich weiser machen, indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann, auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich råchen, an ihm das Gute seh'n, und Gutes von ihm sprechen. Wie könnt' er långer schmäh'n? 201 5. Ich will niemals ermús den, ihm thätig zu verzeih'n, und als ein Chrift zum Fries 272. el.UnerschaffneLebenssonne. ( ollten Menschen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern erfreu'n? Sie sind alle Christi Glieder; Christi, der für alle starb, allen Gots tes Huld erwarb. 2. Gottes Kinder wollt' ich hassen? lieblos, unbarmherzig feyn? meinem Feinde nicht verzeih'n? seine Schuld ihm nicht erlassen? und der HErr erläßt mir doch meine Schuld und trågt mich noch? 3. Der du für die Ulebels thäter um Geduld batst, und die Last unsrer Schuld getras gen haft; unser Mittler und Vertreter! es versöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich. 4. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt, und zu Haß und Rach' entbrennt: überwind', o Ueberwinder, meinen Haß, laß mich dich seh'n in den Tod für Feinde geh'n! 5. Deine Thränen, wie sie flossen, als dein Aug? um sie geweint, laß mich seh'n, e Men n 5 202 Friedfertigkeit, Sanftmuth: c. Menschenfreund, seh'n dein Blut für sie vergoffen, wie du in der Todesangst im Ge, bet für Mörder rangst. 6. Dringe dann zu meinen Ohren, Wort des HErrn: Ich liebte dich; wer den Bruder liebt, liebt mich; wer nicht liebt, der ist verlohren; Gott ist Liebe, Gottes Kind ist dem Die be Bater gleich gesinnt. 7. Laß mich's hören, daß ich's übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebtest, liebe, auch ,, bey andrer Untreu, treu, sanft und leicht versöhnlich sey. Sed 8. Ja, ihr meines Haups tes Glieder, Christi, der für alle starb, allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, o Brüder, für euch be ten, euch erfreu'n, wohlthun, dulden und verzeih'n! HISA CHIC 273. Mel. Rommt her zu mir, zc. Mid ich deiner Gnade zu ers freu'n, in Thaten auch ein Christ zu seyn, und dir, o Gott, zu leben, hilf mir, dem Feinde, der mich trånkt und mich zu unterdrücken denkt, voll Sanftmuth gern vergeben. mich ja nicht zur Uebertretung meiner Pflicht; auch Feinde soll ich lieben. 8. Du, Gott, voll Nachsicht und Geduld, erzeigst uns allen gleiche Huld im Sonnenschein und Regen. Der Fromme fühlt sie nicht allein; auch Bose suchst du zu erfreu'n, auch sie beglückt dein Segen. 4. Und ich, ich sollte nicht, wie du, voll Huld, zu meiner eignenduh', auch meinen Feind noch segnen? nicht dem Belei diger verzeih'n? aus Nachsucht unversöhnlich seyn? ihm nicht als Christ begegnen? 5. Unwürdig wär' ich deis ner Huld, unwürdig, Bater, der Geduld, mit der du mich verschonest; unwürdig, daß du mir verzeih'ft, mit so viel Se gen mich erfreu'st, und einst bey dir belohnest. 6.Olaßmich Haßund Rache gier scheu'n, durch Wohlthun auch den Feind erfreu'n, und zu gewinnen suchen; laß mich ausUnversöhnlichkeit, die meht erbittert, nichts verzeiht, nie meinem Hasser fluchen. Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 2. Wenn er auch gleich mein Glück zerstört: so bleib' er doch als Mensch mir werth. W mit Erbarmen ich meis 274. Mel. Wie wohl ist mir, x. ist mir, wenn Sollt' ich ihn drum betrü ben? Sein Haß berechtigt ner Brüder Elend seh'! Wie wohl Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 203 entreiße, wenn ich mindern ihr Elend kann, sie weis' er zieh'; wenn ihrem Geist ich Güter schenke, die mehr als Gold sind; ihrer denke, wenn ihrer auch die Welt vergißt; wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverwaiste in der Hütte so werth mir als in Schlössern ist. 5. Du schufft zum Mens schen mich! Erhalte, mein Schöpfer, stets den Sinn in mir, daß meine Liebe nie ers talte; durch Lieb' und Güte gleich' ich dir. Nichts laß mir die Empfindung nehmen für Menschenwohl; mich nie sein schämen des Mitgefühls bey fremder Noth. Erquits kung giebt dem, der des Ars men sich treulich annimmt, voll Erbarmen, auf seinem Krankenlager Gott. a wohl ist mir, wenn ich dem Armen mit Hilf und Rath entgegengeh'; wenn seiner Freude stille Zähre dem, der durch mich ihm half, zur Ehre, von seiner bleichen Wange fließt; wenn dann des Wohl thuns süße Freuden beym Anblick weggeschwundner Leis den des Weinenden mein Herz genießt. 2. Wie wohl ist mir, wenn ich erquicken, ich Menschen fröhlich machen kann; dem, welchen schwere Lasten drük ken, mittragend sie erleichtern kann! wenn ich durch sanf ten Sinn und Mienen den are men Brüdern, die mir dienen, das Loos versüße, das sie traf; in ihnen nie mich selbst vers tenne, Erholung ihren Kråf: ten gönne, und nach der Ar: beit süßen Schlaf. 3. Wie wohl ist mir, wenn auch dem Kranken, der uns 275. yy ter Angst und Schmerzen Mel. Err, ich habe mißgeh. ringt, wenn sein Vertrau'n beginnt zu wanken, ob sein Wohlzuthun und mitzus Gebet zu Gott auch dringt, mit Stärkung ich entgegens eile, sein Elend willig mit ihm theile, ihn tröst' in seis ner Einsamkeit, ihm seiner Armuth Jammer mindre, ihm seiner Wunden Schmerzen lins dre; sein Druck der Hand ist Seligkeit. theilen, du, mein Herz, vergiß es nicht! Mitleidvoll und willig eilen, Armen beyzus steh'n, ist Pflicht, süße Pflicht, die JEsus lehret, Gott wird selbst durch sie geehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die trånft; eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet die, die Kums mer frånkt; Schwache eilt zu unterstüßen; Unterdrückte zu beschüßen. 4. Wie wohl, wenn vater: losen Kindern ich Bater wer de! wenn ich sie der Schand' 3. Kei: 204 Barmherzigkeit durin 3. Keine Laft und keine Bürde sey für mich der edle Sinn. Hoheit ist es, Nuhm und Würde, wenn ich mild' und hilfreich bin. Welch ein Ruhm für den Erldsten, arme Brüder JEsu trösten! 4. O wie lohnt's mit sanfs ten Freuden, der Verlass'nen Helfer seyn, seh'n, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein betrübe tes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 5. Heil und Glück auf uns sern Wegen, innige Zufrieden, heit, Huld bey Menschen, Gots tes Segen folgen auf Barme herzigkeit; was ist Mühe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden? pord 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auss zustreu'n! Was wir hier ge fået haben, ernten wir einst reichlich ein. Seyd barmher. zig! Helft den Armen! Gott will euer sich erbarmen! No 276. W Mel. In allen meinen Thaten. ir alle sind ja Brüder, und Eines Leibes Glies der, Gott, wir sind alle dein! Wie dürft' ich die verachten, die krank und dürftig schmache ten? Willst du nicht selbst ihr Schußgott seyn? 2. Beglückt durch deinen Gegen, will ich der Kranken pflegen mit Troft, mit Rath, mit Müh'! Die Müh' foll mich nicht hindern, ihr Uebel selbst zu lindern, mein Uebers fluß erquicke sie. 3. Auch will ich mich der Armen als meiner selbst ers barmen, des Blinden Auge seyn; die Schwachen unters stüßen; die in Gefahr sind, schützen; aus Nöthen, die ich kann, befrey'n! 4. Ich will sie nicht beschä men, daß sie nicht traurig neh, men, was Bruderliebe beut! Wie Gott giebt, will ich geben, nicht targ; will fie erheben mit sanfter Menschenfreunds lichkeit. 277. Mel. Tun laßt uns den Leib. die arm und dürftig ist, o HErr, ach welche Lasten trågt nicht der, der bey des Reichen Ueberfluß verschmach ten oder darben muß! 2. Wie elend ist, wer alt und schwach) umherirrt, ohne Hüll' und Dach; oft bey der Krankheit Quaal und Noth umsonst herbeysehnt seinen Tod! 3. Wie elend, wenn nun um ihn her viel Kinder rufen: Brod! und er tief auffeufzt und bey Müh' und Fleiß doch weder Rath noch Hülfe weiß! 4. Wenn, ob er sich auch mühsam nåhrt, er doch, vom stillen Gram verzehrt, hin welkt, wenn seine Thrane rinnt, rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind. 5. Ihm strahlt nicht froh der Sonne Licht, ihn freut der schöne Erdkreis nicht, ihm ist die Welt in voller Pracht doch dde, wie die Mitternacht. 6. O du, der auch sein Bater ist, wie du, o Gott, der meine bist, gieb duEmpfindung mir ins Herz für seine Leiden, seinen Schmerz. eng und Wohlthätigkeit. 7. Führst du ihn mir zur Hülfe zu, so gieb, daß eh' mein Herz nicht ruh', bis ich ihm leichtere die Last, die du ihm aufgeleget hast. 8. Mit Nath, mit Hülfe, wie ich kann, nehm' ich mich meines Bruders an; mit Trost, wo Hülfe nichts vermag, mit Mitleid, ist der Trost zu schwach. 9. O daß, durch mich ges stärkt, erquickt, viel Arme, die die Noth gedrückt, einst, wenn ich von der Arbeit ruh', mich fegneten! Hilf mir dazu. CE U2 205 mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig még' erbarmen, der ich ja auch ihr Bruder bin. S 2. Gieb, daß ich reichlich gebe, mich, wohlzuthun, bestres be, wie mein Erldser that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrångter Armer umsonst um seine Hülfe bat. 8. Erhalte mir die Triebe der mitleidvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan: so laß um deinetwillen mich andrer Klagen stillen, so gut ich's durch mein Wohlthun kann. 278. Wie Mel. In allen meinen Thaten. ie groß ist deine Milde! du, aller Bater, bilde ligkeit. 4. Zum Fleiß in guten Werten laß mich die Hoffnung stärken: vor dir, dem HErrn der Welt, der frohe Geber lies bet, sey, was man willig gies bet, ein Opfer, das dir wohl gefällt. 5. Laß mich hier reichlich fåen, denn, HErr, was hier geschehen, folgt uns aus dies ser Zeit. Wer gerne hilft und giebet, wer sich im Wohlthun übet, der erntet reichre Ses Pflich 206 Glück des freundschaftlichen Umgangs. Pflichten des Umgangs und der Freundschaft. Glück des freundschaftlichen Umgangs. 279. Mel. Tun laßt uns den Leib. D welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mich zärtlich und vertraulich) liebt, mit mir sich freut, mit mir betrübt! 2. Der, fest vereinigt, erst mit dir in Einem Geiste, dann mit mir, der Tugend hohes Leben lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, wir helfen uns in jeder Pflicht, wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 4. Bom Jrren hålt er mich zurück durch weisen Rath, durch fanften Blick! Und wenn mir er zu irren scheint, so warn' ich ihn, den Freund, als Freund! 5. Nicht Argwohn, des Ver trauens Pest, nicht Neid, der nicht von Falschheit läßt, auch nicht des Schicksals Unbes stand trennt unsrer Liebe fes stes Band. 6. Wir theilen alles, Lust und Leid, in inniger Bertraus lichkeit; und jedes Zärtlichkeit versüßt dem andern, was ihm schmerzlich ist. 7. Und trennte Gott auch Freund von Freund, die Her zen bleiben doch vereint duré Liebe, durch Gebet und Rath, und wo wir können durch die That. 8. Bollenden wir den Pil gerlauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns zugleich erfreu't! 280. Mel. Sollt' ich meinem Gott x. Auf, erwachet, meine Lieder, singt mit frohem Dank dem HErrn! Gott sieht auf denStaub hernieder, hört vom Staub'einfoblied gern. Sollt ich ihn, nicht ihn erheben? Floß aus seiner Baterhand, eh mein Stammlen ihn genannt, mir nicht Freude schon und Les ben? Alles, alles, was ich bin, bin und ward ich nur durch ihn. 2. Doch was wären Freus dentage, theilte sie kein Freund mit mir? Ach, sie endeten in Klage, Glück des freundschaftlichen Umgangs. 207 Preis dir, Geber, Ehr' und Dank!. Klage, irrt' ich dd' und ein sam hier, wär' ich wie in Wüsteneyen auf die Erde hins gebannt, lebt' allein und unbes kannt, müßt' ich ohne Freund mich freuen! Werde froher, mein Gesang! Brüder, stimmt in meinen Dank! 3. Dank mit Geist und Herz und Munde, daß in treuer Freunde Schooß mir so manche sel'ge Stunde wie ein Augenblick verfloß. Dank für alle reine Freuden, die mir deren Liebe gab, die, bes reit bis an das Grab, mit zu danken, mit zu leiden, deine treue Baterhand mir so un verdient verband. 4. Dank, daß du auf meis nem Wege manchen Freund mir zugeführt, der, wenn ich oft matt und tråge, oder gar mein Fuß verirrt von dem eb. nen Pfade wanket, mir vors an zum Ziele wallt, mit der sanfteren Gewalt milder Freundschaft, wenn er schwan: ket, wenn er gleitet, wenn er fällt, doch den Schwachen fester hält. 6. Dir geheiligt sey die Freude, die für mich aus Freundschaft quillt, mir Ers quickung, wenn ich leide, ims mer rein und sanft und mild. Nur an frommer Freunde Hände, die, du Heiliger, sich dir ganz zum Opfer weih'n mit mir, sey mir wohl!- O dann vollenden schnellern Schritts wir unsern Lauf, und der führt zu dir hinauf! 7. Alle, die mich nah' und ferne lieben, Allbarmherziger! segne sie! du segnest gerne! segne sie, Allgnådiger! Ih rer Seele stilles Sehnen, ihr Bedürfniß, ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht, ihre Freuden, ihre Thränen, ihre leiseste Begier, alles, HErr, empfehl ich dir. 8. Hebe, wenn der Tod die Bande, die uns binden, hier zerreißt, zu der Liebe Vaters lande, zu dem Himmel unsern Geist. Laß uns dort uns wies derfinden, wo nicht Trennung, wo nicht Tod deinen Seligen mehr droht, wo wir fester uns verbinden, keine Abschiedsthråne fließt, und die Freundschaft ewig ist. 5. Dank, daß viel der bess fern Seelen, mir ein Segen und der Welt, mich zu ihren Freunden zählen, von dir selbst mir zugesellt; die das Gute mit mir theilen, das mir deis ne Güte schenkt, gern, wenn mich ein Kummer frånft, meis Mel. Gott, du frommer 2c. ner Seele Wunden heilen, Bescheidenheit. 281. mich erheben, wenn ich sank; HErr, der du alles giebſst, von dem ich alles was 208 Bescheidenheit. was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut. Darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr als mein Nächster nüße, und wenn ich mehr Ber: stand als er besitzt, besitze: bin ich drum mehr als er? Onein! Wer schenkte mir Verstand und Fähigkeit? Gott, alles kommt von dir! 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Stath be gegnet, und deine Gütigkeit mich mehr als andre segnet: giebt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? bin ich darum nicht auch, was andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich, geehrt und groß, in hohen Würden stehe, und andre neben mir in fleis nerm Glücke sehe: wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nach ster oft viel würdiger als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besitz' ist dein. Du sprachst, da ward mein Leben. Du sprichst: so bin ich nitchs. Nichts, was ich hab', ist mein; drum laß mich immer fern vom Stolz, voll Demuth seyn! 282. Mel. daß ich tausendzungen. on dir auf diese Welt ges rufen, steh'n, Schöpfer, meine Brüder hier auf nie dern und auf höhern Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir. Du machest arm, du machest reich; doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Wer hat mich andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du thust's, durch freye Huld bewogen, denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. 3. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, ich stolz und übers müthig seyn? ich den nicht achten, den beneiden? mich, weil er mehr empfing, nicht freu'n? als wär' ich, hätt' ich mehr als er, auch besser dann, auch seliger! 4. Laß, Gott, in meinem ganzen Leben mich meines Glücks und Vorzugs nicht zu andrer Kränkung überheben, verkennen nie der Demuth Pflicht; nicht bloß auf meis nen Vorzug seh'n, nicht andrer Gaben stolz verschmäh'n! 5. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie nies drig sie auch seyn. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nimmt keiner meines Glücks sich an: wie arm, wie nie drig bin ich dann! 6. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Ges ringen gern erkennt und schäßt und ● Gefälligkeit und Dienstfertigkeit. 209 mein Ohr, mich eilen, wohl zuthun und mitzutheilen. 3. Ungestüm und rauher Ton bleibe fern von meinem Munde; fern sey schnöder Spott und ohn. Ach, es schmerzt die trübe Stunde, die ich meinen Brüdern mach te, bitter, ob der Wiß auch lachte. 4. Wo ich Menschen dies nen kann, muss ich schnell und willig dienen; lang' ges säumt heißt kaum gethan. In den heitern frohen Mienen spiegeln sich des Herzens Tries be, fern von Eigennuk, voll Liebe. 5. Süße himmelvolle Lust, Freud' und Segen zu verbreis ten, wohne, HErr, in meiner Brust! Vorschmack sel'ger Ewigkeiten, mehr als Reichs Gefälligkeit und Dienst- thum, Gold und Kronen ist's, fertigkeit. wenn Brüder friedlich woh nen. 283. 284. Mel. Liebster Jesu, wir sindic. Mel. Wer nur den lieben Gott. Laß dir, JEsu, meinem HErrn, in der Uebungs. Nicht mürriſch, finster, unzeit auf Erden auch mich, deis nen Schüler, gern gleich ge sinnt und ähnlich werden, willig meiner Brüder Leiden theilen, theilen ihre Freuden. und ehrt, der ehret der Nie: drigkeit und Hoheit Herrn, und Demuth und Bescheiden. heit belohnt ihn mit Zufries denheit. 7. Sie schmückt das Alter, giebt der Jugend Reiz, Lies benswürdigkeit und Werth, giebt wahre Hoheit jeder Tus gend, die eitlenSchimmer gern entbehrt; bewahrt vor Mißgunst und vor Neid, ist des Verdienstes schönstes Kleid. 8. Gieb, HErr, zu allen deinen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns alles brauchen, was wir haben, uns durch einander zu erfreu'n. Dann nimmt die Lieb' und Freundschaft zu, und Friede wohnt bey uns und Ruh'. 2. Gut, gefällig sey mein Sinn, bey bescheidnen, sanfs ten Sitten. Wenn ich mehr als Andre bin, laß für ihre Wünsch' und Bitten offen seyn Christ zu seyn, sich freu't; ist ohne Schmeicheley gefällig; vereinigt Ernst und Freunde lichkeit; ist traurig mit den Traurigen und fröhlich mit den Fröhlichen. 2. Es liegt in keinem feiner Blicke, als wie in einem Hins terhalt, auflaurend schadens frohe Tücke, und Haß in lås chelnder D } 210 Gefälligkeit und Dienstfertigkeit. chelnder Gestalt. Sein Blick, tein Blick der Heucheley, ist liebreich, offen, gut und frey. 3. Sein Untlik, heiter wie der Morgen, wird trüb und feine Freud' entflieht, wenn er Bekümmerniß und Sorgen in seines Bruders Auge sieht, und strahlt in neuer Heiter teit, wenn ein Getrösteter sich freut. 5. Durch liebliche Ge spräch erheitert er auch des Bidden Angesicht, und jedes Herz fühlt sich erweitert und freudenvoller, wenn er spricht; denn was er sagt und was er thut, ist anmuthvoll, ist wahe und gut. 6. Er muß gefallen, er ge: biete, er warn', er straf' auch; er gebeut, er warnt, er straft voll Lieb' und Güte, mit Ernst und doch mit Freundlichkeit. Und tröstet er: wie leicht ver: gißt sein Bruder, was sein Kummer ist! Dankbarkeit. 285. 4. Bescheiden, sittsam, ehr. erbietig ist, wer ein Jünger JEsu ist; nie sclavisch, auch nicht übermüthig, wenn er Mel. Odaß ich tausend zungen. vor Andern glücklich ist. Er ist, weil er wie JEsus liebt, dir an Güte und Wohl im Glücklichmachen schon ges übt. 7. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, nein, eifrig, jeden zu erfreu'n, und fanft und anmuthvoll und freundlich soll jeder Jünger JEsu seyn. Ach wären wir's! Ach glichen wir, o Vorbild ab ler Liebe, dir! 8. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten laß, o HErr, uns aller Menschen. Freude werden, dir, Heiland, immer ähnlicher: so werden wir uns ewig freu'n, und durch dich Gottes Kinder seyn. ▸ W thun, Bater, gleich zu seyn, und mich mit willigem Ge müthe durch ihren Rath und Troft erfreu'n: mit reichem Segen segne dann, die ich nicht weiter segnen kann. 2. Es zeuge meiner Freude Záhre von meines Herzens Dankbarkeit, mit was für Ei fer ich begehre, was ihre Her zen, Gott, erfreut; mit welcher Inbrunst mein Gebet für sie zu dir, mein Vater, fleht. 3. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freu'n; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröfter seyn; und kann ich tragen ihre Noth, mit Freuden will ich's thun, o Gott! 4. Ich will fie fießen, will sie ehren, will über mein Be dürfniß sie mit meinen Klagen nicht Dankbarkeit. nicht beschweren, stets sittsam, überlästig nie, und wenn ihr Herz auch Andre liebt, niemür risch, neidisch und betrübt. 5. Kann ich, was ihnen schadet, hindern, befördern, was ihr Wunsch begehrt, er leichtern, was sie drückt, und lindern, was sie bekümmert und beschwert: frohlocken will ich, Vater, dann, wenn ich's durch deinen Beystand kann. 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe mein brünstis ges Gebet zu dir, und was sie wünschen, das gelinge; denn, HErr, sie thaten wohl an mir! Auf jeden komme Freud' her ab, der Freude giebt und Freue de gab! 7. Umfange sie mit deiner Güte, mit deiner Huld verlass' sie nie. Sey stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtig. keiten sie. Trifft dennoch fie Gefahr und Schmerz, so tröst' und heile selbst ihr Herz! 8. Nimm sie zu deines Reis ches Erben, wenn sie hinüber schlummern, an. Erquicke sie in ihrem Sterben, sie haben Menschen wohlgethan; beloh. ne sie vor deinem Thron, groß, herrlich, ewig sey ihr Lohn. Für abwesende Freunde. 286. Mel. Rommit her zu mir, 2c. u, welchen keine Weke Welt umschließt, der du all 211 gegenwärtig bist mit allen deinen Segen! wo meine Lies ben sind, auch da bist du, mein Gott, bist ihnen nah' auf allen ihren Wegen. 2. Du selber trenntest fie von mir; da seufzte laut mein Herz zu dir, da flossen meine Thrånen. Sch suchte sie, und fand sie nicht. Du Menschen freund, mein Angesicht ward bleich von bangem Sehnen. 3. Doch du, HErr, bleibst ihr Freund, ihr Gott, ihr Schuß, ihr Retter in der Noth, auf den sie sicher bauen. Gieb ihnen auf der Pilgerschaft durchs Leben immer neue Kraft und laß sie dir vertrauen. 4. Erleichtre ihres Lebens Müh', deinbesterSegen komm' auf sie, auf alle, die uns lies ben. Gesegnet sey durch sie das Land, beschüße sie mit deiner Hand, sie alle, die wir lieben. 5. Vielleicht seh' ich ihr Angesicht nie wieder, und es soll uns nicht ein zweyter Abschied trüben. Vielleicht kehr ich, o süßes Glück! noch hier in ihren Arm zurück. It's hier nicht, ist's doch drüben. 6. O wie gedenk' ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des HErrn! Wann wird dein Licht erscheinen? Tag, der gewiß mir wiedergiebt, die ewig meine Seefe liebt, die Seligen, die Meinen! 02 Pflich= 212 Pflichten gegen die niedern Stände. Pflichten gegen die niedern und dienenden Stände. W 287. Mel. Vom Zimmel hoch da zc. enn Gott dich über Brü der hebt, denk', ob ein Mensch für sich uur lebt, und ob die Würde, die Gott lohnt, nicht auch in niedern Hütten wohnt. 2. Sind dir viel Brüder unterthan, so sey ihr Bruder, tein Tyrann; stets liebreich, und nicht bloß gerecht: du bist, wie sie, des Höchsten Knecht. 3. Es nimmt ein jeder hos her Stand sein Brod nur aus des Niedern Hand: Labsal, Bequemlichkeit und Pracht ist aus den Hütten ihm gebracht. 4. Verachtet sey in aller Welt, wer Hüttenvolk verächts fich hålt: wär' er, und was ihm gleicht, allein; wo würden die Pallåste seyn? 5. Durch euch, ihr Reis chen, sey vergnügt der Fleiß, der eure Felder pflügt. Genießt des Reichthums nicht allein, laßt viele durch euch fröhlich seyn. 6. Was ist der Gottheit ew'ge Luft? Nur diese, daß sie, sich bewußt des Guten, das auf andre fließt, ihr Wohlthun liebreich selbst genießt. 7. Dies, Brüder, ist Voll kommenheit! Dies giebt auch euchzufriedenheit. Ahmt nach, dies ist der Wahrheit Nuf, dem Gott, der uns zur Liebe schuf. 288. Mel. Mir nach, spricht Christ. Durch dich, Gott, bin ich, was ich bin, auch das ist deine Gabe, daß ich, be glückt, so viel Gewinn von meis nen Brüdern habe. Sie leis hen ihre Kräfte mir, dies, Höch ster, dies verdank' ich dir. 2. 3u meinem Wohlsen dienen sie, verzehren oft die Kräfte, ertragen Druck und Last und Müh' im nützlichen Geschäfte. O gieb, daß gegen ihre Treu' ich hart nie, nie undankbar sey. 3. Auch der geringste Dies ner ist bestimmt zum ew'gen Leben. Für ihn und mich hat JEsus Christ sich in den Tod gegeben. Vor deinem Richt stuhl hat der Knecht dereinst mit mir ein gleiches Recht. 4. Laß mich ihm seine saure Pflicht durch sanftenSinn ver süßen. Er soll, wenn Hülfe ihm gebricht, sie stets von mir genießen. Ihn tragen will ich, ihm verzeih'n, und wird er trant, sein Pfleger seyn. Von Von der Beständigkeit im thätigen Christenthumt. 289. Mel. un danket alle Gott. bernimm, o Gott, mein einen Schritt von dir, selbst unbemerkt, zu gehen. Auch wo kein Mensch mich sieht, auch V Ich ser Erden, ich möchte jeden Tag gern weiser, besser wers den! den Weg des ew'gen Heils, den oft mein Fuß vers liert, mit festem Schritte geh'n, von deiner Hand geführt.2. Oft dúnkt der Weg mich schön! In dir geweihten Stunden hat mein gerührtes Herz es innig schon empfuns den, daß, Bater, dein Gesetz mein größter Segen ist; daß der sein Glück verläßt, der Climations in the bright want' ich noch! Die Macht betrogner Sinnen zerstört noch allzu oft mein eifrigstes Beginnen. Ge: wohnheit böser Lust kämpft mit der Bessrung noch; ich weiß, was besser ist, das Schlimmre wähl' ich doch. 4.O gieb, daß, neu gestärkt, mein Herz nicht långer wanke. Dein großer Beyfall sey mein heiligkeer Gedanke. Gelehrig sey mein Ohr der Weisheit treuem Rath! rechtschaffen, ohne Falsch mein Wort, wie meine That. 213 5. Fest stehe mein Entschluß, wie Gottes Felfen fiehen, nicht Tugend heilig mir, sey meine Pflicht mir werth. 6. Laß mich), irzt ja mein Fuß, die Bahn bald wieder finden. Naht sich Verführung mir, hilf du sie überwinden. Wer standhaft kämpft undringt, dem wird vor Gottes Thron im heiligsten Gericht der Treue Preis und Lohn. 290. Mel. Wer nur den lieben Gott. Err, gieb zur Uebung meis ner Beständigkeit und Treu'! O lehre du mich selbst mich rich ten, bewahre mich vor Taus scherey. Und du, mein Herz, wach' überall, die Sicherheis droht dir den Fall. 2. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, siehe unser Stolz für Tugend an. 3. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Zriebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht qualev, 0 3 Von der Beständigkeit 214 qualen, und dampfst sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Habsucht oder Seiz. 4. Oft ist es Kunst und Ei genliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so man chen Feind; du wirst behut sam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmahsucht, nur den Schein. 5. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt; so werde nichts dein Herz verfühs ren: doch jedes Herz hat sei ne Welt; den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 6. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreyt; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 7. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 8.Du opferst Gott die leich ten Triebe durch einen stren gen Lebenslauf; doch, opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ ent reißen muß. 9. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch, bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entflieh'n bereit? Dein Herz haßt Habs sucht, Neid und Zank; flicht's Unmuth und auch Müßig gang? 10. Du bist gerecht; drum keit; drum auch Geduld? Du auch bescheiden? liebst Mäßig dienest gern, wenn Andre leis den; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 11. Sey nicht vermessen, wach' und streite, denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sichers heit droht dir den Fall, drum wache stets, wach' überall! 291. 5 Mel. Wer nur den lieben Gott. Err, dir gelob' ich neue Treue und neuen Fleiß im Christenthum; dir, JEsu, geb' ich mich auf's neue zu deis nem ew'gen Eigenthum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet seyn. 2. Nimm im thätigen Christenthum. 2. Nimm, Bundes Gott! 292. von deinem Kinde den theu Mel. VonGott will ich nicht zc. ren Eid der Treue hin. Ver ſuchet mich hinfort die Sünde; so will ich ihre Netze flich'n, will ganz mich deinem Dienste weih'n; sich dieser Tag soll Zeuge seyn. 3. Hab' ich schon oft das Wort gebrochen, das ich dir in der Taufe gab; hab' ich zwar Beff'rung oft versprochen, und ließ doch nicht vom Bösen ab: HErr! reuvoll denk' ich nun daran, nimm gnädig dies Ber: sprechen an. 4. Nie will ich wieder treus tos werden, nie deine guten Wege flieh'n. Kein Schein gut, keine Lust der Erden, kein Unglück soll mich dir entzieh'n. Weich, eitle Welt, weich, Sünde, weich! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 5. Ja, ja, Gott höret mein Bersprechen, tief sieht er in mein Herz hinein; würd' ich, was ich gelobe, brechen, so würde mein Gewissen schrey'n; und kürzte Gott mir dann mein Ziel, o so geschäh' mir nicht zu viel. 215 Mich selbst muß ich bezwine gen, um dir, treu zu seyn; das Gute zu voll. bringen, die Sündenlust zu scheu'n, muß ich mit edlem Muth mich auf den Kampfs platz wagen, mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. 6. Regiere du, o Gott, mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben und deinem Willen folgsam sey: denn ohne dich ist im merdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 2. Ich soll kein Uebel flies hen, wenn mir's die Pflicht gebeut, mich ihm zu unterzie hen; soll mit Entschloffenheit, auch wo Gefahren sind, selbst die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Treu' im Kampf gewinnt. 3. Wie schwer ist dies Ge schäfte der Selbstbeherrschung mir! Wie schwach sind meine Kräfte! Wer unterstützt mich hier? Du, Vater, fannst afr lein zum eifrigen Bestreben mir Muth und Kräfte geben, und mir den Sieg verleih'n. 4. Hilf mir die Welt vers achten, wenn ihre Lust mich rührt, und nicht nach Gütern schmachten, die man so leicht verliert; hilf jede Leidenschaft in ihrem Anfang dämpfen, sie stets als Christ bekämpfen, ges stärkt durch deine Kraft. 5. Beym stärksten meiner Triebe laß mich behutsam seyn, mich vor der Eigenliebe, por ihrem Beyfall scheu'n. Will 04 Wol 216 Von der Glückseligkeit Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, so hilf sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; laß nur in diesem Streit mich selbst nicht hintergehen; gieb mir Entschlossenheit und unterstüße mich, daß ich mein Herz bekämpfe, die Macht der Lüste dampfe, so sieg' ich, Gott, durch dich. 293. Neir Mel. Mir nach, spricht Christ. lein, Secle, nein, die Lust der Welt besiegst du nicht vergebens. Wer standhaft ringt und kämpft, erhält die Krone jenes Lebens, die dein Erldser dem nur giebt, der treu bis in den Tod ihn liebt. 294. Mel. O Zaupt voll Blut ic. welch ein selig Leben 2. Verzage nicht! Wer Gott vertraut, kann sich selbst überwinden; wem vor der Selbstverläugnung graut, de Wer schweren Pflichten sich liebt noch heimlich Sünden. Tugend flieht. entzieht, zeigt, daß er vor de Bon schon hier! sein Glück ist, wie sein Streben, Zufriedenheit mit dir; du weißt, was jedem nüßet; du weißt, was ihm ge. bricht; wer deine Huld besitzet, wie glücklich ist der nicht! 3. Wår' hier die Tugend ohne Streit, so wär' ihr Werth geringe; so wåren Großmuth, Måßigkeit und Wohlthun klei ne Dinge; und so errânge Tu gendfleiß nicht jenes Lebens hohen Preis. der Glückseligkeit wahrer Christen. 2. Ihm fehlts an wahren Freuden, an innrer Ruhe nicht; gelassen und Bescheiden hofft 1 4. Drum folge deinem Hei land nach und sey sein ächter Jünger! Was dir an Freude hier gebrach, ist wahrlich weit geringer, als Kronen, die am Ziele ruh'n. Es ist um einen Kampf zu thun! auf seinen Wegen sein Schuh und Führer seyn, und ihn mit deinem Segen auch künftig noch erfreu'n. 3. Er trauet deiner Güte, verzagt im Kummer nie; mit freu wahrer Christen. 295. freudigem Gemüthe verläßt er fie auf dieſer Erdenwelt V schieben schmeck ich meis sich auf sie; genießt das viele Mel. Schmuck'e dich, o liebe ic. om Geräusch der Welt ges mit immer frohem Muthe, weil er's von dir erhält. nes JEsu Frieden, und die Freuden schon auf Erden, mit dir, Gott, vereint zu werden. Ich seh' diese Welt der Süns den unter meinem Fuß vers schwinden, und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. Gott, was bleibt der Reiz von Lüften über sie ers habnen Christen? was der Glanz der eiteln Freuden? was des Lebens kurze Leiden? wenn sie jenen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken, und der Krone Werth empfins den, die dort Engel für sie winden. 3. Mag doch Trübsal auf mich stürmen, HErr, dein Trost wird mich beschirmen. Kurz sind meines Leidens Pfa de, ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stils lenzähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Plage sinken, und den Keich der Leis den trinken. 4. Dir, der sein Schicksal lentet, ihn immer weise führt, ihm tausend Freuden schenket, und väterlich regiert, dir dankt er seine Freuden, die dankt er jedes Glück, und schaut bey seinen Leiden auf jene stets zurück. 5. Wenn ihm sein Wunsch gelinget, sein eifriges Be müh'n dem Ziel ihm näher bringet, das ihm noch ferne schien; wenn er sich nicht ver, gebens der nahen Hoffnung freu't, fühlt er das Glück des Lebens ganz mit Zufriedens heit. 6. Wenn, seinen Gram zu stillen, nicht, was er wünscht, geschieht, so ehrt, er deinen Willen, und murrt aus Un muth nicht; weiß, was dein Rathschluß lenket, muß gut und weise seyn, und wenn es ihn gleich kränket, ihn doch zuletzt erfreu'n. 217 7. So sey auch, HErr, mein Leben, der du mein Vater bist; hilf mir dich so erheben, bey dem, was du beschließt, in Noth nie muthlos klagen, und nie aus Eitelkeit zu kühne Wünsche wagen, die oft mein Herz bereu't. 4. Du hast selbst der Mens schen Plagen, Heiland, mit Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, taus sendfaches Leid gelitten. Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hånde beben. Laß. sie mir den Trost gewähren, trockne, trockne meine Zähren. D 5 296. 218 Von der Glückseligkeit 296. Mel. Es ist gewißlich an der ic. Die sanft fließt mir mein Leben hin, und jeder meiner Tage, wenn ich ganz Gott ergeben bin, der Sünden Lust entsage, von allem schndden Triebe frey, der Lehre meines Heilands tren, recht. schaffen denk' und handle. 2. Getrofter Muth erfüllt mein Herz, flieh' ich vorSünd und Laster; mich quält nicht des Gewissens Schmerz, stets fühl ich mich gefaßter zum Kampf für jede Leidenschaft, und Gott verleihet mir die Kraft, sie chriftlich zu besiegen. 3. Mich führet seine Vater treu' auf dieses Lebens Wegen, sie wird mit jedem Morgen neu im Wohlthun und im Se gen. Er, dessen Allmacht mich beschüßt, gewährt mir alles, was mir nüßt, lenkt Ulebel selbst zum Guten. so fühl ich doppelt ihren Werth, mein Herz, das seine Huld erfährt, dankt ihm, dem besten Vater. 6. Wenn sich mein schwa ches Herz verirrt, und ich aus Schwachheit fehle, wenn mei ne Tugend wankend wird, und ich ein Scheingut wähle: fo führt er mich zu meinem Glück von meinem Irrthum baid zui rück, und lehrt mich weiser handeln. Pflicht mich führt zum frohen 7. Gewiß, daß eine jede Leben, bin ich zu Gott vell Zuversicht, er werde zum Be streben, sie auch zu thun, mir Kraft verleihn, und Gnade, wachsam stets zu seyn, um keine zu verletzen. 8. Wie freut mich jede gute That; die ich mit Gott voll bringe; wie freut's mich, wenn ich auf dem Pfad der Tugend weiter dringe: den Ernst in meiner Besserung, den Eifer in der Heiligung belohnt einst volle Wonne. 4. In trüben Stunden wird mein Herz aus Klein muth nie verjagen, und zwingt mich auch der Leiden Schmerz zu wehmuthsvollen Klagen; 297. Ligne Melodie. ſo weiß ich, Gott verläßt Mie wohl ist mir, o French der ist meis ne Zuversicht, und soll es ewig bleiben. 5. Und wenn mich seine Huld erfreut, wenn mich kein Kummer frånket, Gott Glück zu meinem Fleiß verleiht, mir Ruh' und Wohlstand schenket: in deinerLiebe ruh! Ich traure nicht, was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bey dir verges ich meine Leiden, denn, o wie viele hohe Freuden genieß' ich nicht vereint mit dir! Hier ift wahrer Christen. ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthlos werden? du, du bist überall bey mir. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde, was brauch ich dann? du sorgst für mich; hätt' ich auch eine Welt voll Feinde, ich bin getrost, ich trau' auf dich; darf ich doch in den trübsten Tagen nicht wegen meiner Sünden zagen, die Schuld ist von dir abge: than; tret' alles wider mich zusammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnådig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen, doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden einst doch Segen, auf Vom Tode. 298. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 219 dunkle Nächte glänzt das Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe. Ich, der ich dich zum Freunde habe, kann auch des Grabes selbst mich freu'n; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd' ich völlig selig seyn. 4. Gelobt seyst du, o Freund der Seelen, in deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bey dir. In noch so drückenden Be schwerden hab' ich den Him mel schon auf Erden, denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht angst lich klagen. Wie kann, wer JEsu glaubt, verzagen? Und dieser sel'ge Glaub' ist mein! $ 93512 dich im Tod erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. si in 3. Nur ein Herz, das Gus tes liebt, nur ein ruhiges Ges wissen, das vor Gott dir Zeugs niß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneu't, giebt im Tode Freudigkeit. M streicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; und was ist es, das vielleicht ich noch hier zu leben habe? Denk', o Mensch! an deinen Tod. Säume nicht; denn Eins ist noth! 2. Lebe, wie du, wenn du 4. Wenn in deiner letzten stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine. Herz erheben, dann erschreckt dich 220 Vom Tode, th dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz ers wirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' erst deis nen Tod nicht scheu'n, lern' auch seiner dich erfreu'n. 6. Ueberwind' ihn durch Vertrau'n; sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schau'n, einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geift zumGrab oft hin, siehe dein Gebein vers senten; sprich: HErr, daß ich sterblich bin, lehre du mich selbst bedenken, lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser wer. den mag! 299. Mel.Err JEfuChrift, mein's. Die sicher lebt der Mensch, der Staub! sein Leben ist ein fallend Laub; und den noch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und teiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' bey Glück und Noth im Hers zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn ge dacht. 4. Wir leben hier zur Ewigs keit, zu thun, was uns der HErr gebeut, und unsers Le bens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht, da bringt Gon alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut, so sey doch was cker und bereit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der lets ten Noth, ein Wunsch, durch des Erldsers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dies, macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein glau big Herz, von Lieb' erfüllt, ist, was vor Gottes Augen gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stetsnach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Werth des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tw gend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weih'n, heißt eingedenk des Todes Vom Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod's, erinnerung. 12.Wie oft vergess' ich diese Plicht! HErr, geh' mit mir nicht in's Gericht; drück' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, ers forschen mag, ob Liebe, Des muth, Fried' und Treu', die Frucht des Geistes, in ihm sey; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': Es ist vollbracht! 300. Mel. Ermuntert euch, ihr ic. ie auf der Erde wallen, die Sterblichen, sindStaub, sie blühen auf, und fallen, des Todes sichrer Raub. Verbor: gen ist die Stunde, da Got tes Stimme ruft. Doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. Tode. hen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben, und nun mein Herz schon bricht: HErr über Tod und Leben! o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in solcher Angst, für den du, Heil der Sünder! selbst mit dem Tode rangst! Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erldset hast! 5. Heil denen, die auf Ers den sich schon dem Himmel weih'n! die, aufgeldst zu wers den, mit heil'ger Furcht sich freu'n. Bereit, es ihm zu ges. ben, wenn Gott, ihr Gott, ges beut, fließt dieß ihr irdisch Les ben hin zur Unsterblichkeit. 2. Getrost geh'n Gottes Kinder die finstre Todesbahn, 221 6. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt kein sterbs lich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todes, schmerz! Dem Sündenübers winder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trant! 301. zu der die frechen Sünder ver Mel. Wie schon leucht't uns ic. zweiflungsvoll sich nah'n, wo felbst der freche Spdtter nicht mehr zu spotten wagt, und vor dir, Gott der Götter, er zittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir ges beut; wenn vor mir offen stes ie wird mir dann, o dann mir seyn, wenn ich, mich ganz des HErrn zu freu'n, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seete! Starte. 222 Vom Tode. Stärke, triste dich, Erlöste! mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch, so drücket mich der Sün de Joch, der Leib des Todes nieder. Der HErr erleichtert mir mein Joch; es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. JEsus, Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Grau'n, mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n, der Weg im finstern Thale; er sey dir nicht mehr fürchterlich, ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergånglich, über schwänglich; die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. HErr, HErr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammler. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, wenn ich dies Flehen kaum vollbracht, mein Lob dir ausgestammlet. Vater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Hånden! jetzo, Bater! dei nen Händen! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblich: keit, wird sie erst spåt zertrüm mert: laß mich, Bater, gute Thaten, gute Thaten nur begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir seyn, wenn ich, mich ganz des HErrn zu freun, ihn dort anbeten werde! von tei ner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoff der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Heilig! Heilig! Heilig! sin gen wir dir, bringen Preis und Ehre! dir, der war und seyn wird, Ehre! 302. Mel. un ruhen alle Wälder, Wie ie sanft sehn wir den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nah'n! Wo sich des Les bens Freuden vom frechen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. 2. Er lächelt seinem Ende, und hebt voll Dank die Hände zu seinem Vater auf, der, bey der Welt Verderben, so froh ihn lehrt zu sterben, nach eis nem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen, der freudenleeren Gruft. Die schreckensvollen Pfade erleuch tet ihm die Gnade des Gottes, der ihn zu sich ruft. 4. Hier fließen keine Thrd nen der Angst; hier achzt kein Stöhnen der Neu', die ihn zerreißt. Sein Herz zu Gott erho Vom Tode. erhoben, empfängt den Trost von oben und Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 5. Er fegnet froh die Seis nen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie. Und, seiner Treue wegen, erfüllt Gott seinen Segen und weis chet auch von diesen nie. 6. Die Engel steigen' nie: der, voll froher Jubellieder die Seele zu empfah'n; er stimmt in ihre Chöre, Anbetung, Preis und Ehre dem Mittler, seis nem Heiland, an. 7. Laß, Höchster, mich be: streben, so in der Welt zu les ben, wie man dies Glück ers wirbt: damit ich, einst ein Er be der Seligkeit, auch sterbe, wie ein Gerechter, Frommer stirbt. 303. Mel. Wie wohl ist mir, 2c. ie wohl ruht sich's, wenn man seinLeben vor Gott führt und ihn kindlich scheut; schon längst sein Herz ihm übergeben, und lebt, wie Got tes Wort gebeut; zum Him mel wallt und so in reiner danks barer Lieb' ihm lebt und seis ner durch unsern Mittler sich erfreut; der Welt und Sünde ganz entfaget, und eifrig je nem Ziel nachjaget, der Krone der Gerechtigkeit. 2. Wie wohl ruht sich's, wie fanft und stille, wenn hier die Arbeit wohl vollbracht; wenn 223 man,( dies ist des HErren Wille,) sich auch dem Nächs sten nußbar macht; wie Gott voll Gnade, voll Erbarmen, voll Langmuth, voll Geduld uns Armen, oft Undankbaren Guts erzeigt, und sich, o Dank sey seiner Treue! zum größten Sünder, der mit Reue ihn fle hend sucht, als Vater neigt. 3. Wie wohl ruht sich's, wenn man dem Bilde des großen Vaters ähnlich wird, und auch so liebreich, sanft und milde dem Nächsten dient, ihn, wenn er irrt, sanftmüthig bess sert, ihm vergiebet, als Mens schenfreund sie Alle liebet, für welche Christus starb. Dies sind des Allerhöchsten reine Triebe; denn, was ist göttli cher, als Liebe, da, wo man oft nur Undank find't? 4. Wie wohl ruht sich's, wenn man gestritten, im Sturm der Lüfte hat gekämpft, auf Gettes Wegen viel gelits ten, und nun, da Sünd' und Noth gedämpft, von jener Hdh' im Friedenslande zurück auf Christi Schmach und Schande, die man hier trug, mit Freuden schaut, und so nach manchen Wintertagen im holden Lenz kann fröhlich sagen: Ich fand, worauf ich dort vertraut. 5. So laß mich auch, HErr meiner Tage, entschlummern einst zur ew'gen Ruh'. Sprich mir am feßten meiner Tage, mein Vom Tode. 224 mein Mittler! Trost im Tode zu. Dann ruh' ich, wie in Mutterarmen, in Gottes ewis gem Erbarmen, ein Erbejener bessern Welt. Nach wohl voll: brachtem Werk und Leiden empfang' ich volles Maaß der Freuden. Wohl mir dann, ewig, ewig wohl! 304. Fürbitte für Sterbende. Met. Ich hab' mein' Sach' c. u woll'st erhören, Gott, ihr Fleh'n, nicht in's Gericht mit ihnen geh'n, die jeho deiner Ewigkeit sich nah'n, befreyt nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des To: des HErr! nun ist für sie die Zeit nicht mehr. Du hast ges zählet all ihr Haar, ihr Tos desjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist ihrer Leiden Zahl; sie weinen heut' das letzte Mal. Ach, sey in ihrer Todesnoth ihr Gott, ihr Gott, ein Schlummer sey für sie der Tod. 4. Vollende, Vater, ihren Lauf; nimm sie zu deinem Frieden auf! Berwirf sie, wenn ihr Herz nun bricht, verwirf sie nicht, HErr, HErr, von deinem Angesicht! 5. Wend' ihrer Krankheit bangen Schmerz, von ihm entladen ruh' ihr Herz, daß ih. re můde Seele frey von Taus scherey des heißentflammten Leibes sey. 6. In ihr erschaffe deine Nuh', in ihrem Herzen bete du, Geist Gottes, daß sie glaus bend trau'n, auf JEfum schau'n, auf JEsum in des Todes Grau'n. 7. Ber' unaussprechlich, Geist des HErrn! zeig' ihnen ihren Lohn von fern; laß sie des Baters Herz erfleh'n, ge tröstet seh'n, wie der sie liebt, zu dem sie geh'n. 8. Ach Gnade, Gnad' er: geh' für Recht; denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein, kann keiner dein, Gott, ohne deine Gnade seyn. 9. Sey ihnen, Gott, nicht fürchterlich; erbarme, Richter, ihrer dich! Ach, aus der Tiefe rufen sie; erhöre sie, erlöse, Gott, erlöse sie. 10. Entschlummert geht voran zu Gott; euch segne, segne, segne Gott; wenn euer Auge sterbend bricht, leit' euch sein Licht, tröst' euch des Bas ters Angesicht! 305. Am Sterbebette. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. allelujah! Amen! Amen! Ruh' sanft in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Sieh', an deiner Laufbahn Ende bist du, er nahm in seis ne Hände die Seel' auf, die der Vom Tode. der Welt entfleugt. Heil dir, erlöster Geist, der nun am Thron ihn preist! JEsus Christus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun der Erben Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich unifangen! Dir ist der Tag nun aufgegangen des Lebens, nach des Todes Nacht! Sey gesegnet! Amen! Amen! Ruh' fanft in JEfu Chrifti Namen, denn auch für dich hatt' er's vollbracht! Nicht du, der HErr allein macht dich von Sünden rein: und du sündigst hinfort nicht mehr; der Brü der Heer, der Himmlischen nimmt nun dich auf. 63. Laß uns weinen! Dich, entrissen aus unserm treuen Arm, zu missen- wem flosse da die Thräne nicht? Ach nun gehn sie hin und såen dich irs – wirst du mit jenes Tageslicht! Geh' ein zu deiner Ruh'! der HErr schleußt nach dir zu. Auferstehen, nach kurzer Ruh', du Todter du, wirst du, zum Leben aufersteh'n. - 306. Mel. un laßt uns den Leib. ir bringen weinend uns fern Dank, wir stams meln dir den Lobgesang, dir, der den Retter aus der Noth gesendet hat, den sanften Tod. 2. Des Todes Kampf war schwer und heiß; die Stirne 225 deckte talter Schweiß, hoch hob das Herz und zitternd sich, da kam Gott, und ers barmte sich.vet 3. Nun liegt er da, den wir geliebt, er liegt und schläft, kein Kummer trübt die Sees le! Ewig wird sie nun von dies ses Lebens Jammer ruh'n. 4. Der Leiden Kelch ist auss geleert, er weint nicht mehr, er schläft und hört des Weis nens Stimme långer nicht, ges nießt vor Gottes Angesicht. 5. Zeuch hin in Frieden! Himmelsruh' strdm' dir vom Throne Gottes zu. Bald lea gen unsern Pilgerstab auch wir bey unsern Gråbern ab. 307. Bey Begräbnissen. Mel. Mit Fried' und Freud' ic. vor Dir o Gruft, o Todesstille! Ich bin getrost, wenn nun mich ruft, Gott, dein Wille. Durch dein gnadenvolles Wort ist mir der Tod ein Schlums mer. 2. Ihm, der für uns ges opfert ist, sey Preis und Ehre! dir, unserm Retter, JEsu Christ, Preis und Ehre! Dein ist's, daß wir ohne Furcht den Pfad des Todes wandeln. 3. Wir kommen nicht in dein Gericht, die an dich glauben; du läsfest uns im Tode nicht ewig bleiben. Hals p leluja! Vom Tode. leluja! Denn du wirst zum 5. O du unsre Zuversicht! Leben uns erwecken. 226 4. Dann ist nicht Sün: de mehr, noch Tod, nicht Schmerz und Leiden. Dann lohnen dieses Lebens Noth Himmelsfreuden. Halleluja! Denn durch dich ist mir der Tod ein Schlummer. Unser Theil ist einst das Le ben; wenn auch unser Ange bricht, wirst du, Mittler, es uns geben. Gottes und des Menschen Sohn, deinen Frie den gabst du schon. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken; diese Kraft der bessern Welt laß in unserm Tod uns schmecken. Gieb uns mehr noch, als wir flehn; mehr noch, als wir jetzt verstehn. se Shin 308. Mel. Jfus, meine Zuversicht. taub beyStaube ruhst du nun in dem friedevollen Grabe; möchten wir, wie du, auch ruhn in dem friedevol, len Grabe! Ach, der Welt ents rannst du schon, kamst zu deie nes Schweißes Lohn. 2. JEsus wills, wir leben noch, leben noch in Pilgerhüt. ten. Alle trugen einst dies Joch, alle, die die Kron' er ftritten. Endlich, endlich kömmt Mel. Tun laßt uns den Leib, der Tod, führte sie, führt uns zu Gott. 309. 4. Was ist dieses Lebens Zeit, diese schwüle Mittags ftunde, gegen die Unsterblich teit? Aber an der kurzen Stunde hångt, du unerforsch ter Gott, gleichwohl Leben oder Tod. 7. Wenn dereinst auch wir, zu ruhn, zu den Todten Got tes gehen, woll'st du über schwenglich thun, über alles, was wir flehen. Denn was hatt'st du nicht vollbracht, als du riefft: Es ist vollbracht! Chor. 3. JEsus lebte felber hier, Begrabt den Leib in seine lebte selbst in Pilgerhütten. Ach! vielmehr, vielmehr als wir, hat der Göttliche gelit ten. Standhaft laß im Kampf uns stehn, stets auf dich, Volls ender, sehn. ters Stimme ruft! Wir såen ihn, einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. Eine Stimme. 1. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterbliche, im Grabe nicht, denn JEſus nur ein! Es bleibt, es bleibt kommt und hält Gericht. Chor. 2. Aus Staube schuf ihn einst der HErr; er war schon Staub Vom Tode. Staub und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieses Todes Nacht. Eine Stimme. 2. Du wirst mein aufgelöst Gebein, o du Verwesung, weit verstreu'n! Allein, gezählt ist, wie mein Haar, mein Staub, Gott weckt mich wunderbar. Chor. 3. Des Frommen Seele lebt bey Gott, der sie aus als ler ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. Eine Stimme. 3. Gott ist barmherzig und verstößt im Tode nicht, die er erlöft, die nicht, für deren Missethat sein Mittler sich geopfert hat. Chor. 4. Er wandelt' hier im fin, stern Thal; er duldete oft Schmerz und Quaal; es folgten manchem Freudentag bald Schmerz und Kümmer nisse nach! Eine Stimme. 4. Oft hat bey euch mich Gott erquickt, doch hat auch Trübsal mich gedrückt. Im finstern Thale wandelt' ich; doch führte Gott, mein Hirs te, mich. 227 Chor. 5. Er litt viel mehr, der uns versöhnt! Mitdulder wers den mitgekrönt! O Lehn, o Lohn! für wenig Pein, sind selge Ewigkeiten dein. Eine Stimme. 5. Ich trug sein Joch bis an mein Grab; nun trocknet er die Thränen ab. Was sind die Leiden jener Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? Chor. 6. Du Todter Gottes! schlummr' in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. Eine Stimme. 6. Ja, lasset mich in meis ner Ruh', und geht nach euren Hütten zu. O kämpft und ringt, und ringt und siegt, bis Sünd' und Tod bezwuns gen liegt. Chor. 7. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöh'n. 8. HErr unsrer Tage, fühs re du uns alle diesem Ziele zu, daß uns, bey standhaft froms mer Treu, des Lebens Ziel willkommen sey. p2 Von 228 Auferstehung. den Erwartungen der Chriſten nach dem Tode Auferfehung. A Mal. Jis Chriftis mix. fuforſes'in, jc, aufifi wink du, mein Sand, nach Burzer Ra. Unter Rich Leben wird, der dich schuf die geben, Preis sey dem 2. Biederaufzubliche, werd ich gest. Der HErr der Erns te geht und sammler Garben und ein, uns ein, die starben. Preis sey dem HErrn! S. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meis nes Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn; mit JEsu geh'n wir ein zu seinen Freuden. Der múden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler, dann leb' ich im Heiligthume zu seis nes Namens Ruhme! Halles Juja! 311. Mel. Kommt her zu mir, 2c. inst sinkt der Leib in's tühs le Grab, der Staub zu mören Sarif hen, nicht Edlich mehr zu leben: mie fen Zug und froßem Silk Saher der enthundne Seift zo nück zu dem, der ihn gegeben. 2. 0 wohl ihm, war e fromm und gut, wenn er von seiner Arbeit ruhe, wenn Tho een ihn begleiten! wenn er die ähnlich, JEfu Chrift, un träflich, rein, empfänglich ist des Glücks der Ewigkeiten. S. O hohes Glück, vor Gott zu steh'n! O Freude, JEſu, dich zu seh'n, und mit dir deis ne Glieder! zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich, Erster aller Brüder! 4. Wie dann mir wird zu Muthe seyn, wenn alle Tod ten, Groß' und Klein', vor dir versammelt stehen! du vor dem Vater mich bekennst, mit rufest, mich bey Namen nennst, zur Freude einzugehen! 5. Befreyt und ewig fern von Quaal, getrånkt mit Freus den ohne Zahl, Gott immer, immer näher! Ja dann steigt jeden Augenblick der Seele uns aussprechlich Glück noch uns aussprechlich höher! 6. Und Weltgericht. 6. Und aller fel'gen Geister Schaar, und wer auf Erden heilig war, sind alle meine Brüder; wen ich hier liebte, find' ich dort, wir kennen uns, und o! hinfort trennt uns kein Abschied wieder. 7. Der Seligkeiten, Gott, wie viel Freuden ohne Maaß und Ziel, hoch über alles Sehnen! Ewigkeit! O Ewigkeit, was ist das Leis den dieser Zeit? Wie nichts sind alle Thränen! Weltgericht. 312. Mel. ZerrGott, dich loben wir. W enn, Richter aller Welt, der Schöpfung Bau zer fällt; wennErd'und Meer und Himmel flicht, und der Plas net in Flammen glüht; wenn sich hoch, wo die Sonne schwebt, dein Thron, dein hoher Thron erhebt; wenn mit bedecktem Angesicht der Seraph, laut wie Donner, spricht: Preis ,, ihm, des Menschen Sohn! Er kommt, mit ihm sein ,, Lohn! Heil, o Gerechter, ,, dir! Dem frechen Sünder » Hohn!" "> Wenn dich alsdann die Welten seh'n, faydn, wie der Glanz des Himmels, schön, auf deiner Stirn Gerechtigkeit, gefeffelt unter dir die Zeit, zu deiner Rechten Licht und 229 Heil, zur Linken der Berworfe nen Theil; wenn sie dich seh'n, du Herrlicher, und deine Dies ner um dich her; wenn Grås ber lebendes Gebein, die Mees re Menschen von sich spey'n; wenn aus des Staubs und Moders Nacht der Völker große Schaar erwacht, hier Tausende das Haupt erhöh'n, im Richter ihren Freund zu seh'n, Verzweiflung dort und Grimm und Bath auftausend Stirnen schrecklich ruht; HErr, wenn auch mich aus meiner Gruft des Weltgerichts Pofoune ruft, in meinem Grab' fich's regt und webt, und dieser Staub von neuem fest; dann, in die Luft empor gerückt, den Richter mit der Wag' erblickt, dem Uebertres: ter Strafe draun: wie wird mir dann zu Muthe seyn? O hörte dann, des Ew'gen Sohn, auch ich den seguend frohen Ton: Du brachtest, wenn ich hungrig war, mir Hungrigem Erquickung dar; du haft mich Durstigen ges trånkt, mit Nackendem dein Kleid geschenkt; nahmst dich des Gaft's, des Kranten an, haft mir Gefangnem wohl gethan! Ja, strome du, des Ew'gen Sohn, alsdann auch mir durch diesen Ton ein ganzes Meer von Heil und Ruh', das ganze Glück des Himmels zu! Dann Hebe mit der Selgen p 3 Chor 230 Ewigkeit. Chor mein Geist sich zu der Stadt empor, wo Friede bey der Tugend wohnt, und wo der HErr mit Gnade lohnt. Amen. mich, dich zu lieben, ohne Ende üben.at om. Ewigkeit. 314. 313. Mel. Mache dich, meinGeist 2c. Mel. Tun laßt uns den Leib. Finst, o HErr, kommst du es Todes Grau'n, des Kraft zum Gericht auf Erden. Dann soll ich zur Stechenschaft dargestellet wer den. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten! denn du willst vergelten. Grabes Nacht flieht, HErr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, von deis nem Licht erhellt, bebt nicht, wenn seine Hütte fällt. 2. Weh' dann mir in Ewige keit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe. Weh' dann mir, hab' ich hier dein Geschenk verschwendet und nicht angewendet. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selber, lebend wie zu vor, schwing' aus den Trum mern mich empor. 3. Ein innres måchtiges Gefühl verkündigt mir ein höh'res Ziel: dies Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 3. Laß mir täglich dein Gericht, Gott, vor Augen schweben; laß mich eifrig, meis ner Pflicht treu zu seyn, bestre: ben, daß ich nie thdricht sie außer Augen seße, nie mit Fleiß verleße. 4. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit verwenden; eingedent der Rechenschaft jeden Tag vollenden. Gieb, daß ich ernstlich mich darauf, auch schon heute mich, mein Gott, bereite. d- vi 5. Dann werd' auch ich im Gericht freudig vor dir stehen, dann vor deinem Anges ficht Freud' und Wonne sehen, Ewig dein werd' ich seyn, und 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt; in dies ser Seelenwürde liegt ein Hoffnungegrund, der nim mer trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beff're Welt; so ist mein Glaube festgestellt. Wie herrs lich wird der Menschheit Werth durch JEsu Lehren aufgeklärt! 6. Glücksel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da Ewigkeit. 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Gnadenblicks und der Vollen, dung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier; o Gütiger, wie dank' ich's dir! Stets folgte kleinerm Ungemach die größere Verfüßung nach. 9. So hat schon dieser Kind heitsstand der höhern Hoff nung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten Ber trauens voll erwart' ich), was mir werden soll, wenn ich, von Sünd' und Noth befreyt, nun reife zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend seyn; er führt zum wahrenleben ein. Durch Gots tes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit Last, der Tren, nung Schmerz. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der Letzte auch hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöh'n. 13. HErr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns, bey standhaft frommer Treu', des Lebens End' erfreulich sey. 315. Mel. Freu dich sehr, o meinere. chuf mich Gott für Au genblicke? bloß für die CAMB 231 sen Traum der Zeit? nur zu ihrem eitten Stücke, aber nicht zur Ewigkeit? Ist, was in mir denkt, ein Hauch? schwindet weg wie Dunst und Rauch, wenn des Todes letzten Sie: gen alle Kräfte nun erliegen? 2. Bin ich, wenn ich ster. ben werde, völlig der Verwe sung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde; ach! ein bald verwester Staub. Ach! ist das mein letztes Ziel? hab ich alles Selbstgefühl, alles Le ben dann verlohren? bin, nicht mehr zu seyn, gebohren? 3. Nein, Verachter, meis nen Glauben, daß ich nicht ganz sterblich fey, las ich mir tein Blendwerk rauben, keinen Hohn der Spotterey! Meine Seel' ist nicht ein Rauch, ist ein Funke, nicht ein Hauch, den ich von dem Schöpfer has be, den verlöscht kein Sturm vom Grabe, 4. Geist! das ist mein hoher Name; dieser Leib ist Hülle nur; einst des edlern Leibes Same auf der Aufers stehung Flur! Wie ein Saats torn auch verdirbt, Frucht zu bringen: also stirbt auch mein Leib, ein höh'res Leben einem edlern Keim zu geben. 5. Nein, Gott schuf nicht unfre Seelen bloß für einen Augenblick; schuf sie nicht, um sie zu qualen; schuf fie für ein ewig Glück. Nur für dies p 4 232. Ewigkeit. dieses schuf er sie; Geelen, Geelen sterben nie; selig mas chen, oder richten wird er sie, und nicht vernichten. 6. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergångs lichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heis math aus der Zeit: Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe. 316. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Du, o Schrecken im Nach einer Prüfung kurzer bey du, o Ruh', und was From me nur genießen, hoher Friede Gottes du: Zeugen, Bürs gen send auch ihr, wenn der Tod mich schrecket, mir, wenn der Leib zerstäubt zu Erde, daß mein Geist nicht ster: ben werde! Tage erwartet mich die Ewigkeit; dort, dort verwan delt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Zwar schmeck' ich auch schon hier auf Erden wohl manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die mir werden, sind nur ein unvolls kommnes Glück. Ich bleib ein Mensch, und meine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 8. Dankt es JEsu, Got, tes Kinder, daß euch keine Zus tunft schreckt; daß des Todes Ueberwinder einst auch unsern Leib erweckt! Wenn ihr sters bet, führt er gleich eure Sees len in sein Reich, und will selbst ein bess'res Leben eurem Staube wiedergeben. 9. Ewig, ewig werd' ich leben; sicher der Unsterblich teit, streb' ich, mich empor ju heben über jeden Traum der Beit! Bandeln will ich fest und still jeden Pfad der Tus gend, will unverrückt zum Zie le streben, hier schon für den Himmel leben. 10. Aber daß mein Flug nicht wanke, stårke mich), o Gott, dein Wort! und der selige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist wes der Schmerz noch Leid, Wons ne nur und Herrlichkeit! dort, o Gott, vor deinem Throne meines Kampfes Preis und Krone. 3. Bald stdren mich des Körs pers Schmerzen, bald das Ges tümmel dieser Welt; bald tämpft in meinem eignen Hers zen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald sink' ich durch des Nächsten Schuld in Kums mer und in Ungeduld. 2 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster of ters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt; hier kann Ewigkeit. kann ich nie ganz frey von Pein, nie frey von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ichs nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, derTus gend ganzen Werth empfins den, den unaussprechlich gros ßen Werth; den Gott der Lies be werd' ich seh'n, ihn lieben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich ers freu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wuns derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig! Heilig! Heilig! sins gen, dem, der für mich geopfert ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Ens gel Schaaren mich ihnen gleich und heilig seh'n, das nie gestörs te Glück erfahren, mit From men stets fromm umzugeh'n, da wird durch jeden Augenblick 233 ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen malen noch sege nen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 190 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir, denn du hast mein Les ben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß das Glück erfreu'n, der Retter eis ner Seele seyn! 197 12. Was seyd ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! ROUTINE 317. Mel. daß ich tausend Zungen. Entschwinge dich, mein Geist, den Nächten, worein dich trübe Schwermuth hüllt; willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Fleug auf zu seinem höhern Licht, du ken nest, was dir gut ist, nicht. 2. In Finsternissen iert hies nieden des Menschen unges wisser Schritt. Was ihm der Vorsicht Rath beschieden, warum er weinte, was er litt, p 5 das 234 Ewigkeit. das klårt in seinem Pilgerlauf sich erst am Ziel als Glück ihm auf. 3. Dort findest du von Licht umflossen auch deiner Erden, thrånen Lohn. Schau, ihre, 3. Unser Leib wird auch ge Saat ist aufgeschossen, und blüht zur vollen Ernte schon. Im Kummer ward sie ausge: streut, nun reifet fie der Ewig teit. så't; unsre beff're Seele geht, unbesiegt von Tod und Grab, hin zu Gott, der sie uns gab, 4. Drum heb' empor die trüben Blicke, wenn sich dein Pfad in Nacht verhüllt. Dich leitet Gott- o denk' zurücke, wie gnädig er dich stets geführt, wie oft, wenn Dunkel um dich lag, selbst aus der Nacht das Licht dir brach. 5. Gott, gnådig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstörest, tief bet' ich deine Weisheit an, und harr' auf dich mit festem Muth, denn was du sendest, ist mir gut. 6. Den Weg, auf den du mich gestellet, geh' ich getrost an deiner Hand. Ich fürchte nichts; auch unerheller führt er mich doch in's Baterland. Dort seh' ich bald im hellen Glanz die Weisheit deiner Führung ganz.. 2. Freut euch, Brüder, at le wir sind unsterblich! fåen hier, ernten drüben, was die Saat unsrer Hand getragen hat. 318. Mel. Gott sey Dank in aller ic. Greut euch, Brüder, alle wir F find unsterblich; leben hier 4. Bleibt in seiner Bater hand, lernt, was hier sie nicht verstand, forscht nun höh're Wissenschaft, dringet fort von Kraft zu Kraft. 5. Ohne Zahl und ohne Maaß wachsen wir ohn' Un terlaß, nehmen stets an Güte zu, und bedürfen keiner Ruh'. 6. Unser Geist wirkt, leicht und frey von der Sinne Tau scherey; aus der Erde Näch ten bricht ihm hervor ein hellres Licht. 7. Um uns her ist alles gut, Neid und Haß und Zwietracht. ruht, alles liebt und freuet fich, fühlt sich selig, Gott, durch dich. 8.Erdenpilger, welches Heil wird einst drüben unser Theil! welche hohe Seligkeit lohnt uns nach der Pilgerzeit! 9. Brüder, schlaget Hand in Hand! Nach des Himmels Vaterland strebet, ohne Nast und Ruh', stets mit muntern Schritten zu. 10. Bey der Erde Tand in der Kindheit Ulebungsstand, verweilt nur der Tråge. Freu für das beff're Baterland. dig eilt, voll Unsterblichkeitss CAO gefühl, Ewigkeit. gefühl, ihr hinweg von Tand und Spiel. 11. Laßt uns unsrer Würs de freu'n, voll der süßen Hoff nung seyn. Vater, Bater, alle wir sind unsterblich. Preis sey dir! 319. Mel. Wie schon leucht't uns 2. Mein ganzer Geist, Gott! wird wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet, wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Måch tig, fühl' ich mich erhoben, Dich zu loben, der zum Le ben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, HErr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bey dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wuns der deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bey den Freu: den noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist voll kommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab, dort trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrey; denn du, o HErr, machst alles neu, das Alte ist ver: gangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten 235 keine Plagen mehr zur Prüs fung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heis ligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrs lichkeit des HErrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz besungen. Bollig giebt sich den Erlösten, fie zu trösten, der zu kennen, den schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlik wans Deln sie, auf ewig frey von aller Müh', und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausends fache Lust kein feindliches Ges müthe. Kein Neid, teinStreit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche Schaar ist dort vereint! Die Froms men, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammlet deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, HErr! alle deine Glieder. Ewig' werd' ich, frey von Måns geln, selbst mit Engeln Freunds schaft pflegen. O ein Umgang voller Segen! 7. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehålt! Kein Mensch kann sie erwerben. OJEsu! HErr der Herrlichkeit! du hast die Stått' auch mir bereit't; hilf sie mir auch erwerben! Laß mich eifrig darnach streben, und 236 Ewigkeit. Dant, Anbetung, Preis und Ehre dem Mittler, der ges opfert ist. Er sant, wie wir, ain's Grab; wischt unsre Thrä nen ab, alle Thränen. Er hat's vollbracht, nicht Tag, nicht Nacht wird an des Ew'gen Throne seyn. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des HErrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, das Alt' ist nun nicht mehr. Halleluja! er sant hin ab, wie wir, in's Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 320. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. elig sind des Himmels Erben, die Todten, die im HErren sterben, zur Auf erstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent zücken, folgt Wonne der Un sterblichkeit. In Frieden ruhen fie, los von der Erde Müh'! Hosianna! vor Gottes Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werte sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, o Mittler, JEsus Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Gefänge für besondre Zeiten, Umstände und Personen. Jahreswechsel. stond 321. Mel. Gott der Vater wohn'ic. ausend Jahre sind vor dir wie einer unsrer Tage! Zu dem Tode nah'n uns wir mit jedem unsrer Tage. Du nur, Gott, bleibst wie du bist. Du heißest uns entstehen, und Deine Werke sehen, und lebst, wenn wir vergehen. Unfrer Tage Dauer ist kein Punkt von deinem Leben. Selbst alle Zeiten geben kein Maaß zu deinem Leben. Du nur warst schon vor der Zeit, und dein ist Zeit und Ewigkeit. 2. Treu Jahreswechsel. 2. Treu und unveränder lich ist deine Güte und Stärke! Båterlich erbarmst du dich der Menschen, deiner Werke! Du bist unsre Zuversicht! Du fåts tigft uns mit Segen auf uns fers Lebens Wegen, daß wir dich lieben mögen. HErr, wir seh'n dein Angesicht auch sterbend noch voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruh'n wir unsre Zeit: dann weckst du uns zur Ewig, feit. an s 3. Ewiger, auch dieses Jahr, das wir vollendet haben, kam von dir gesegnet, war erfüllt mit deinen Gaben. Glücklich 237 les geben. Dankbar lehr' es uns empfah'n, und unserm Ziel getroft uns nah'n! 5. Die dem Ziel entgegen 4 seh'n, diesem letzten Kampf auf Erden, diese laß vor dir besteh'n, wenn sie vollendet werden! Führe selbst sie durch den Tod! Laß sie von deinem Sohne empfah'n an seinem Throne des bessern Lebens Krone! Ewig gnadenreicher Gott, du wolleft alle leiten durch diese Nacht der Zeiten in's Licht der Ewigkeiten! HErr der Ewigkeiten, dir, dir leben und dir sterben wir. 322. Mel.Wie groß ist des Allmächt. war ſein ganzer Lauf. Wir Gott, wiederum ein Jahr verschwunden, ein Jahr, und kommt nicht mehr zurück! Mehr noch als achtmal tays send Stunden sind weg, weg wie ein Augenblick; weg meis ne Tugenden und Sünden! Doch nein! Der Richter aller Welt läßt jegliche mich wieders finden, wenn er vor seinen Thron mich stellt. Treue, uns wohlzuthun, sich freue, sich jes den Tag erneue. Segnend ging uns jeder auf. Wenn in des Lebens Nöthen wir kindlich zu dir flehten, halfft du uns aus den Nsthen. Und du hast mit deiner Hand Ges fahr und Unfall abgewandt. 4. Freudig, Gott, beginnen wir dies neue Jahr des Les 2. Gedanken, Worte, Thas bens. Wenn, o HErr, vers trauten dir die Menschen je vergebens? Nimmer, Gott, und jetzt auch nicht! Wir wer den es erfahren. Du wirst uns, Gott, bewahren vor Uns fall und Gefahren. Gott, du wirst dein Angesicht noch über uns erheben. Was nöthig ist zum Leben, wirst du uns als tenheere, hat nichts von euch das Licht zu scheu'n? Wenn ich dies Jahr gestorben wäre, wie würde meiner Seele seyn? Könnt' ich, verktårt, mit Gots tes Kindern mich meines Ers denlebens freu'n? ach! oder müßt' ich mit den Sündern verlohrne Jahre schwer bes reu'n? 2. Den 238 Jahreswechsel. S. Den Gott, der liebt wie Våter lieben, hat ihn mein Undant nie betrübt? Den Gott, der mir so treu geblies ben, hab' ich ihn auch so treu geliebt? Lebt' ich für ihn, nach seinem Willen stets, als vor seinem Angesicht? fromm df fentlich und fromm im Stil len, treu dem Gewissen und der Pflicht? 4. O Vater, du kennst mei ne Sünden! Wie viel sind ihrer nur dies Jahr! Laß michs mit tiefer Schaam empfinden, wie oft mein Herz dir untreu war. Ja, Vater, es ist Gnade, Gnade, wenn du der Jahre mehrmir schenkst, und von der Laster krummen Pfade die Seelo ganz zur Tugend lenkst. te 5. Verzeih' den Undank, schent'Erbarmen, gedenke meis ner Sünden nicht, gieb du dem Neuenden und Armen, der Gnade sucht, des Tro. ftes Licht. Wie freudig will ich dann mein Leben von nun an deinem Dienste weihn, wie eifrig will ich mich bestreben, durch deine Kraft ein Christ zu seyn. 6. Ich danke dir für alle Gnaden, die du dies Jahr der Welt erzeigt. Ach eile du, den zu entladen, den noch das Elend niederbeugt! Ja, ich will aller Menschen Seelen, ich, aller Bruder, ich, ein Christ, aufs neue deiner Huld empfeh len, dir, der du allbarmhers zig bist. 323. Mel. Es ist das Zeil uns 2. ott ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eis len. Er ordnet Jahre, Tag und Gott der Macht, Ruhm, Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Preis und Dank ertheilen. der da war! von dankerfüll 2. HErr, der da ist und ten Zungen sey dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohls fahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr ges fegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein! in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche stres ben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch, schader mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf Jahreswechsel. 65. Hilf deinem Volke vår terlich in diesem Jahre wies der. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glies der. Gieb Glück zu jeder gu ten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern König nieder. 6. Laß Weisheit und Ges rechtigkeit auf seinem Stuhle thronen; laß Tugend und Zus friedenheit in unserm Lande wohnen; laß Treu' und Liebe bey uns seyn! Dies, Bater, wollst du uns verleih'n in Chris sto, deinem Sohne. 324. In voriger Melodie. u Gott, du bist der HErr bereit, und auch der der Zeit, und auch der Ewigkeiten! Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank' ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares We sen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und ver gehn durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 3. HErr, ewig währet deis ne Treu', mit Huld uns zu be gegnen, und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keis 239 nen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zus geflossen wäre. 4. Du hast auch im vers floßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von gans der Seele preif' ich dich, aufs neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Bergieb mir die gehaufs te Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre les benslang mich thun nach deis nem Wohlgefallen. Kraft, vor dir gerecht zu wan 6. Gieb neue Lust und neue deln. Laß mich), HErr, stets gewissenhaft mit mir und Ans dern handeln. Dein Geist bes lebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden müsse sich meinGeist schon jetzt bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, HErr, laß mich trachten. 8. lehre selbst mich meis ne Zeit recht weich auszu kaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vors sicht laufen. Der Tage Last er. leichtre mir, bis meine Ruhe einst 240 Jahreswechsel. einst bey dir kein Wechsel unser Dank dafür, deiner Huld weiter storet. ustavia) uns würdig machen. Dazu hilf du selbst uns Schwachen. hoe 325. xúc ninh 325. Mel. Werde munter, mein 2c. dringen,, Bater, uns zum frohsten Dank. Zwar nur schwach, doch kindlich, brin gen wir dir unsern Lobgesang. Denn du warst uns immerdar, warst auch im vergangnen Jahr unser Trost, und Licht und Stärke zu der Bess'rung großem Werke. GURE 2. Drångten viele tausend Sünden sich von uns zu dir empor, kamst du stets im Wie: derfinden uns Verirrten noch zuvor, hattest Mitleid, nah: ten wir uns nur reuevoll zu dir; kehrten wir zum rechten Pfade, gern erzeigtest du dann Gnade. 3. Reißt gleich noch in je dem Stande Leichtsinn viele mit sich fort, o so wohnt in unserm Lande doch auch noch dein heilig Wort. Deinen Geist, der uns noch lehrt, wars net, überzeugt, bekehrt, stårkt, was dir gefällt, zu üben, hat kein Undank noch vertrieben. 4. Ach vergieb, daß deine Heerde dies nicht stets mit Dank bedacht, nicht dafür auf dieser Erde dir, HErr, Preis und Ruhm gebracht. Künftig, Bater, wollen wir, dies sey 5. Sey uns gnädig, und entreiße ja dein heilig Wort deinem Preise, stets an uns sein Unterricht. Immer neue Kraft vom HErrn laß aus den Verkündigern deiner selgen Lehre sprechen, nichts müss' ihren Eifer schwächen. 6. Gieb, daß Irrthum, Aberglaube, Spotterey und Heucheley nie die Kraft der Lehre raube, fern von deiner Kirche sey; hilf uns fromm und heilig seyn, deiner uns als Bater freu'n, dich als deine Kinder lieben, unsre Brüder nie betrüben. 7. Wenn wir, Stärkung zu empfahen, wir, am Geist oft frank und matt, uns dem Lies besmahle nahen, das dein Sohn gestiftet hat, o so laß der Liebe Macht, die ihn an das Kreuz gebracht, uns dann neue Kräfte geben, dem, der für uns starb, zu leben. 8. Noch ist Wollen und Vollbringen, unsre ganze Frömmigkeit, unser Beten, unser Gingen lauter unvolls kommenheit. Aber zum vors aus entzückt wird der Christ, der dorthin blickt, wo wir dich in höhern Chören ohne Mans gel werden ehren. 826. 326. Jahreszeiten. Fr Geburtstage.ages Mel. O bu Liebe meiner Liebe. roher Tag, seh' ich dich wies der? Sey mir festlicher gegrüßt, du, der würdig mei, ner Lieder, meiner Tage erster bist. Heitrer lacht mir heut' der Morgen, schöner scheint die Sonne mir; ich bin froh und ohneSorgen; bist du, fro her Tag, doch hier! 2. Dem ich meine Lieder finge, dem mein heißer Dank gebührt, HErr und Schöpfer aller Dinge! hast du mich nicht treu geführt? Floß nicht seit dem ersten Tage, der mir einst mein Daseyn gab, deine Huld, mehr als ich's sage, ses gensvoll auf mich herab? 5. Giebst du mir ein lans Leben, oder einen frühen Tod; willst du mir viel Freude geben, oder giebst du Schmerz und Noth: Wie du willst! Von deinen Händen nehm' ich alles dankend an; endlich wirst du alles wenden, beffer als ich's wünschen kann. 4. Sicher hast du mich ge leitet, hieltest mich mit starker Hand; hattest mir mein Glück bereitet, eh' mein Herz dich noch gekannt; ließest noch mit treuen Sorgen für mich nie mals, niemals ab; sorgest heute, sorgest morgen, und vers forgst mich bis an's Grab. 241 - 6. Nimm denn, Bater, mein Versprechen eines neuen Wandels an: meine Treue nie zu brechen, lob' ich heut' auf's neue an; dir mein ganzes Herz zu geben, die zu dienen bis an's Grab; Bater, dir getreu zu leben, dir, der mir mein Leben gab. Jahreszeiten. 327. Frühling. 3. Da ich ungewiß noch wankte, jeder Schritt noch strauchelnd war, da kein Lal len dir noch dankte, da schon Mel. Sey Lob und Ehr' dem 2. nahmſt du meiner wahr, Gott, der den forgtest schon im schwächstenling schafft, Gott, der den Früh Alter mehr als våterlich für Erdkreis schmücket! Preis sey mich; welcher Dank, o mein ihm, Ehre, Stårk' und Kraft, Erhalter, ist wohl groß genug der, was er schuf, beglücket! für dich? Der HErr erschafft; der HEre erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst ers storben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömet jes den neuen Tag sein Gegen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Bogel, Q Jahreszeiten. 242 Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freus digem Getümmel. Und voll Erbarmen schaut herab, der allen Seyn und Leben gab, auf feiner Schöpfung Werke. 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah. Singt, alle seine Heere! Der HErr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bey mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch ges fegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freuden Quelle. 6. Selbst, wenn, vom Don nersturm bedråut, erschrockne Länder zittern, strömt Stårs tung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wel sen schweigen. 7. Bon dir kommt, was uns Hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Geligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir als Christen freudig sterben. das dild328.do Met. Sollt' ich meinem Gott. Sher hebt fich Gottes früher strahlt Freud' und Wonne, und mein ihr segnend Licht; alles athmet Lied erwachte nicht? Lächelnd senkt der Lenz sich nieder in die erstorbene Natur lebet wieder, Wälder, auf die Flur. Die wirket wieder. Opfre meinem Schöpfer Dank, preif' ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Keine Winterstürme heulen durch die Luft zerstö rend her, aufgeschwollne Se gel eilen wieder ohne Furcht aufs Meer. Wie die Nebel nun entfliehen! Wie verjungt die Flur mun ist! Wie der Bach so fröhlich fließt, fröh lich Au' und Garten blus hen! Opfre meinem Schöpfer Dank, lob' und preif' ihn, mein Gesang! 3. Fröhlich bey der Arbeit wallet nun der Landmann auf sein Feld, und sein herzlich Lied erfchallet dankbarlich dem HErrn der Welt. Er ver traut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seis nen Gott, und zweifelt nicht, daß er reichlich ernten wers de. Gott vertrau'n sey auch mein Dank, Zuversicht mein Lobgefang! 4. Bie Jahreszeiten. 4. Wie die Heerden auf den Feldern ruhig weiden; wie so mild Gott sie nährt; wie in den Wäldern freyer hüpft und scherzt das Wild! Hört der Vds gel frohe Chdre, hier der süßen Nachtigall, dort der frohenkers che Schall! Alles bringt dem Schöpfer Ehre! Bring' auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gesang! 5. Glänzend und im Feyers kleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume lächeltFreu de, ehrt den Schöpfer der Nas tur, der den Thau schafft, der fie tránket, daß sie nicht zu früh verblüh'; der ihrSaamen giebt, eh' sie welkt und wieder niedersinket. Bring' auch du ihm Lob und Dant, preif ihn fröhlich, mein Gesang! 6. Auch der Frühling meis ner Tage blühe dem, der ihn mir gab. Ach, kein frühes La ster nage meiner Jugend Blü the ab! Unschuld, Frömmig teit und Tugend sey mein Schmuck und meine Zier, dann, o dann gefall' ich dir! Gut und rein verlebte Jugend ist dir doch ein beßrer Dant, als der höchste Lobgesang. 329. Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, 2c. ings um mich her ist als les Freude, verschont ist, Schöpfer, deine Welt! Es N 243 prangt in seinem Feyerkleide Gebirg' und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Ståtte! Wohin ich geh, wohin ich trete, bist du so nahe, Gott, und ich erblicke dich auf allen Fluren; in allen deinen Kreaturen erblick' ich, aller Vater, dich. 2. Das Murmeln in bes redten Bäumen ruft: Fröhlich soll ich Gott erhöhn! Die Zeit empfindungslos verträumen, ist seine Welt zu voll, zu schön! Mir sagt, beglångt vom Mors genthaue, die Flur, der Gars ten und die Aue: Wie segnet unser Gott so gern! Mir sagt das Rauschen seiner Fluthen: Gott ist der Urquell alles Gus ten! Der Bach sagt lispelnd: Lobt den HErrn! 3. Wie beugen sich der Saas ten Spitzen! Wie schwellen sie vom Segen an, daß kaum der Halm die Nehre stüßen, die reiche Last kaum tragen kann! Hier sammeln emsig schon die Bienen viel Ernten, um auch uns zu dienen, von Gottes schös nen Blumen ab. Dort spinnt der Seidenwurm und webet, eh' er verwandelt wieder lebet, sich feine Hüll' und auch seinGrab. 4. Wie haft du, Gott der Güt' und Stärke, so våters lich an uns gedacht! Wie viel und groß sind deine Werte, wie schön, wie wunderbar ges macht! Zum vollen fröhlichen 92 Ses Jahreszeiten. 244 Genuffe empfängt von deinem Ueberflusse, was lebet, seine Speis', o Gott! Gebirge ges ben, Thåler geben, was als len nöthig ist zum Leben; den Thieren Gras, uns Wein und Brod! 5. Weit um mich her ist alles Freude. O freu' auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich segnet er auch mich! Laß dessen Lob umher erschallen, der dir so wohlthut, als len, allen so wohlthut, der so der Geschöpfe Chore: Dir, Gott, sey Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnådig bist! 330. Gewitter. Mel. Ich finge dir mit Zerz 2c. er hohe Himmel trübet fich, ein schwarzes Wet: ter dråut: ich zittre nicht, ich freue mich, HErr, deiner Herr lichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht, bist Vater uns und Freund, bist's, wenn der Bliß sich Bahnen bricht und flammend uns erscheint. 3. Dem Armen nur, der dich nicht kennt, bist du dann fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Bas ter dich. balsamvoller Duft stårkt, was geschmachtet hat. 5. Du kannst wohl tödten, doch es schont viel Tausende dein Schuß; wer unter deinem Flügel wohnt, der beut Ge fahren Truß. 6. Obreit' ihn, Vater, breit ihn aus, bewahre unser Feld und unsre Brüder und dies Haus, du bist ja HErr der Welt. 331. Mel.Zerzliebster Jfu, wasic. uf! uns in ner Größ' erheben; nicht Sündern gleich vor seinem Donner beben, und nicht( denn Gott kann tödten und auch schützen) vor seinen Blitzen; 2. Nicht wähnen, daß wir heidnisch zittern sollen, wo Donner unter seinem Fußtritt rollen, nicht, daß, wenn Blitze flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 3. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stårke. Gleich herrlich ist im Sturm und in der Stille dein Rath und Wille. 4. Von tiefer Ehrfurcht, HErr, vor dir durchdrungen sehn wir in der Natur Erschüts terungen auch Güte, die sie segnet und belebet, selbst wenn sie bebet. 4. Du reinigft durch den Blig die Luft, dein Gegen 5. Furchtbarer wird sic stärkt die Saat; ein frischer dann, wie deine Frommen, geprüft Jahreszeiten. geprüft zu werden, oft in Trüb sal kommen. Wir leiden, durch Geduld zu edlen Werken uns mehr zu stärken. 6. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu man: nigfaltigern und schönernTha ten. Sie werden, wenn die Trübsal sie bewähret, nur mehr verklåret. 7. So strahlt, wenn Done ner die Natur erschüttern, in größter Schönheit sie nach Un. gewittern, als schmückte sie nun eine neue Sonne mitneuer Wonne. 8. Nur gifterfüllte Dünste flieh'n, und Seuchen, die uns und unsern Brüdern droh'n, entweichen; wir athmen nun, von leichtrer Luft umgeben, mehr Kraft, mehr Leben. 9. So steigt, wenn einst am größten aller Tage für Fromme nicht mehr seyn wird Leid und Klage, empor aus deines Weltgerichts Getümmel ein neuer Himmel. 10. Weil wir noch hier sind, sey von uns erhoben, dort wers den wir mit neuer Kraft dich loben, dort bringen wir, wie alle deine Heere, dir Dank und Ehre. 332. Berbst. Mel. Ein Lamm geht hin zc. rüh mit umwölktem Anges sicht geht schon die Sonne nieder, und spåt erscheint ihr schwächer Licht am trüben 245 Himmel wieder. Das schöne Jahr ist nun entfloh'n: die rauhen Stürme rauschen schon durch die entfärbten Felder; die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattens reichen Wälder. 2. Verlassen steht die dde Flur, entblößt von ihrem Se gen. Entkräftet siehet die Nas tur der Winterruh' entgegen. In Schaaren abgetheilt ents flieh'n die Vögel vor der Kält und zieh'n weit über Land und Mecre. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeich. net ihnen ihre Bahn, und ste tigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen, und seiner Huld vertrau'n auch wir, die neu wird jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit der ungestümen Monden Zeit beginnen und vollenden. Nichts trägt die Erde; doch gewährt er uns, was unser Leben nährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind nun schon die Scheuren voll von seiner Gü te Gaben, vom Segen, der uns nåhren soll, vom Vors rath, uns zu laben! Borses hend ließ uns unfer Gott das Land schon für den Winter Brod, dem Bieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut und unsers Les 93 bens 246 Jahreszeiten. bens Kraft erneut, trieft aus der Frucht der Reben. 5. Ach, unser Leben auch verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter! Getrost! Gott ist, ob es verblüht, allmächtigerEr. halter! Er trågt die Müden, er beschützt die Schwachen, seine Rechte stüßt, die nah' am Grabe wanken! Gebeugt vom Alter werden wir von gan, zem Herzen dennoch dir, Gott unfres Lebens, danken. 6. Wohl allen, die dein Angesicht in frühen Jahren suchen: die werden ihrer Jus gend nicht im Herbst des Al ters fluchen! Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seis ner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tra gen! ihm wird das Alter Jugend seyn, und göttlich wird er sich noch freu'n in seinen letten Tagen. 333. Winter. Mel. Wie wohl ist mir, xc. ba begonnen sie ihren Kampf, da brausten sie. 2. Von ihrer Arbeit ruht die Erde; sie ruht, von Gots tes Hand bedeckt, daß ihre Kraft erneuet werde, bis sie der Frühling wieder weckt. Vers traut hat in des Schöpfers Namen der Landmann ihr den spåten Saamen; der Schöpfer wacht auch über ihn. Todt liegt er da: ihm soll das Les ben der Sonne Rückkehr wies dergeben, und reich an Hoffs nung soll er blühn. 3. So werden wir auch einst ermüden; den Leib deckt dann des Grabes Nacht, er ruhet sicher und im Frieden, von dem, der nimmer ruht, bes wacht. Daß unser Staub ges läutert werde, sinkt er zur Aus saat in die Erde. Gott fors dert ihn ihr wieder ab! Sein ew'ger Frühlingstag wird koms men: und dann verlassen seine Frommen, voll neuer Lebenss kraft, das Grab. ott re wieder auf deiner weiten Bahn zurück! Sie ging, sant tåglich früher nie. der, entzog fast ganz uns ih. ren Blick. Er rief, und seis ne Winde fuhren gewaltsam her. Bedeckt die Fluren, rief er dem Schnee; er deckte sie, Gerinnt, ihr Ströme; sie ges ronnen. Ihr Meere, wüthet; 4. O Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie sehnet sich mein nach dir! I du, der AuferstehungSonne, wenn wirst du aufgehn über mir? Erst muß ich die Verwesung sehen, erst das Vergångliche vergehen, die Saat muß sters ben und dann blühn. Kann ich als Christ den Tod noch scheuen? Nein, ich will seiner mich erfreuen; du Tag des Le bens folgst auf ihn! 334. Morgenlieder. 334. Mel. Gott fey Dank in aller ic. chöpfer, deine Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolkenvollen Luft, in dem Schnee und in dem Duft. 2. Du verwahrst der Erde Kraft, sparst der Bäume Nahrungssaft, thust, warum der Landmann bat, deckst und wår. mest seine Saat. 3. Nach des Winters tale ter Nacht lebet alles, alles lacht, Baume, Wiesen, Walder blühn, und die dürre Welt wird grün. 4. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Unsterb, lichkeit. Neu und umgeschafs fen einst sind wir, wenn du, HErr, erscheinst. Morgenlieder. 335. Mel. Dir, dir, Jehova, will ic. dir, das vergangen, ein Strah. lenglanz bricht aus der Nacht hervor. Seht töniglich die Sonne prangen, sie zieht her auf aus ihrem goldnen Thor, und was noch erst, gleich Todten, schlummernd lag, das regt vergnügt sich wieder und ist wach. 2. Auch du, mein Geift, ihr, meine Kräfte, ermuntert 247 euch, da alles lebt und wacht. Gott preisen sey mein erft Geschäfte, ihn, der auch mich erhielt in dieser Nacht. Wir ruhten, er nur schläft und schlummert nicht, bedarf der Ruh', bedarf der Stärkung nicht. 3. Er ist der HErr, der Tag und Nächte allmächtig schuf, und sprach: Es werde Licht! Da stieg aus des Er schaffers Rechte die neue Welt mit jungem Angesicht. Der Mond, die Sonne und der SternenHeer verkünden dieses Schöpfers Ruhm und Ehr. 4. Der Lüfte Volt, des Meeres Kinder, und alles Leben, das auf Erden ist, das jauchzet dir, HErr deiner Kins der, und freut sich dein, daß du so gnädig bist, und ich, den deine Huld so hoch erhob, ich stimmte nicht in ihr vereintes Lob? 5. Ja, HErr, in dieser Morgenstunde steigt dir mein lauter Lobgesang herauf. Munde ein feyerndOpfer meines Herzens auf! Auch diese Nacht hieltst du, zu meinem Glück, mit Baterarmen jedes Leid zurück. 6. Dir, dir will ich mich ganz ergeben, und deiner Freue immerdar vertrau'n. Dir heilig sey mein ganzes Leben. Hilf du mie, unvers rückt auf dich zu schau'n. Auch 94 die: 248 Morgenlieder. diesen Tag will ich dir, Heil's ger, weih'n, gieb selbst mir Kraft, dem Vorsaß treu zu seyn. 336. Mel, Sollt' ich meinem Gott ic. denn allein singen, wenn die ganze Schöpfung singt? Sollt' ich dir den Dank nicht bringen, ben dir, was da lebet, bringt? In den Wäldern, auf den Flus ren singt der Vögel waches Chor. Auch mein Lobsang steig' empor zu dem Vater der Naturen! Bater bist du, Gott, auch mir, Bater, darum sing' ich dir. 2. Sanft schlief ich, nicht Schmerz und Jammer nahte meinem Lager sich. Fern blieb von der stillen Kammer Seu che, die im Finstern schlich. Freundlich lachte mir der Mors gen, strömte Lebenskraft mir zu. HErr, das alles thatest du, darum ließ ich dich auch sorgen, schlief am Abend ruhig ein, denn auch schlafend blieb ich dein. wenn um mich die Schöpfung schweigt. 337. Mein Mel. Ich dank' dir schon xc. ein erst Gefühl sey Preis und Dank! Erheb' ihn, deinen Lobgesang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Le ben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefah, ren? 4. Wer lehrt das Auge seis ne Pflicht, sich sicher zu bes decken? Wer ruft dem Tag' und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, HErr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jest neu gegeben. 6. Gelobet seyft du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanfs ten Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Gegen auf mir ruh'n, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohl 8. Nimm 3. Drum sey auch mein neues Leben dir geweiht, der junge Tag; hilf, daß, was du mir gegeben, ich mit Weiss heit nußen mag. Keine meis ner Lebensstunden, keine, die mich weiser macht, feine, die mir Freude lacht, sey mir uns genutzt verschwunden, wenn der Tag sich wieder neigt, gefallen. Morgenlieder. 8. Nimm meines Lebens 3. Aber ich erwach' auch wieder und mein Lobgesang mit mir: dann erschallen meis ne Lieder mächtiger und reiner dir! Ewig wird der Morgen seyn! Ewig schlaf' ich nicht mehr ein! gnådig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue: 10. Daß ich, als ein' ges treuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchs tig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beyzustehn, nie Fleiß und Ars beit scheue, mich gern an Ans drer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. 338. Mel. Gott des Zimmels und zc. Dir sey Preis, ich lebe wies der, 249 de mich! Mit mir wachen meine Lieder, und erheben dank, bar dich; denn dein Aug' hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wenn ich einst vollens det habe diese meine Pilgers zeit, ruh' ich auch also im Grabe, Saame für die Ewigs keit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 4. Wach' auch über meine Tage, Bater, meine Zuvers sicht! daß mich keiner einst vers tlage, wenn du kömmst zum Weltgericht, daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort uns erschrocken sey! 5. KeinenTag zählst du vers gebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens; jeden, jeden richtest du. Lehe' mich wachen, daß mir nie ungenüßt ein Tag entflieh'! 6. Heute leb' ich, laß auch heute nicht umsonst mein Les ben seyn! Laß mich nach volls brachtem Streite dieses Tas ges auch mich freu'n! Recht zu handeln, gieb mir heut' Stärke, Luft, Gelegenheit! 339. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mit dir geh' ich an mein Bas ter, gieb durch deinen Geist zur Tugend Muth, zur Arbeit Kräfte, da mich dein Wink noch leben heißt. Laß, deines Gegens mich zu freu'n, stets deine Weisheit um mich seyn. 2. Die Arbeit, die du mir gegeben, eilaust mir keinen 95 Müßig 250 Morgenlieder. Mäßiggang. Auch schon ein eifriges Bestreben, zu thun, was du gebeutst, ist Dant. In deinem Namen thu' ich hier, was mir gebührt, und traue dir. 3. Wie sollt' ich Reichere. beneiden, die Pracht undUlebers fluß umgiebt? Ein Herz, das dich mit heil'gen Freuden im Schweiß des Angesichts noch liebt, ein Herz, das dich zum Beystand hat, macht beine Güte reich und satt. 4. Ermuntre mich zu allen Pflichten, die mein Beruf mir aufgelegt. Gicb Kraft und Muth, das auszurichten, was deines Beyspiels Siegel trägt. Ich kenne meiner Arbeit Müh': dein Beystand, HErr, ers leichtre sie. 5. Laß mich der Frommen Glück genießen, die bey dem HErrn in Gnaden steh'n. Dann wird mein Leben froh verfließen, und alle Noth vor. über geh'n. Mit dem, was deine Vorsicht schickt, bin ich zufrieden und beglückt. 6. Soll ich Geduld durch Prüfung lernen; mach' es, mein Gott, wie dir's gefällt. Was tönnte mich von dir ent fernen? Du bleibst mein Bey. stand, HErr der Welt; vers zeuch nur, hebt das Leiden an, nicht länger als ich's tras gen kann. 7. Erinnre mich an meine Günde, wenn Müßiggang mie besser scheint. Erwecke, wo ich Zweifel finde, mir ei nen frommen treuen Freund. Wohnt deine Furcht und Lieb' in mir, dann find' ich alles Glück in dir. be 340. Mel. Von Gott will ich nicht ic. [ llmächtiger, ich hebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür. HErr, deine Huld ist groß, und nie mals hat das Lallen der Uns schuld dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frey vom Kummer, ein sanfter Schlaf erquickt; dies dant' ich deiner Macht und deiner Batertreue, durch sie bin ich auf's neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschützer unsrer Sees len, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? O wähle du für mich! Gieb, was mir nützlich ist. Gott, dem ich alles danke, mich stårke der Gedanke, daß du stets gnådig bist. 4. Er stårke mich, mit Freu den zu thun, was dir gefällt; er triste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals an sich zieh'n, helf er mein Herz bewahren, helf er Morgenlieder. er mir die Gefahren der Süns de seh'n und flieh'n. 5. Beglücke du die Meis nen nach deiner Gütigkeit. Verlaß der Armen teinen, wend' alles Herzeleid. Du willst zwar gern erfreu'n, eilft allen beyzustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch ge, fällig seyn. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir. Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freu'n. Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe; so bin ich ewig dein. 341. Mel. Werde munter, mein 2c. We enn ich einst von jenem Schlummer, welcherTod heißt, aufersteh'; frey von dieses Lebens Kummer, nun den schönen Morgen seh': o dann wach' ich anders auf, schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind an deis nem Morgen, großer Tag! des Pilgers Sorgen. 2. Hilf, daß keiner meis ner Tage, Geber der Unsterbs lichkeit, dir, dem Richtenden, einst sage: er sey ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf. Dank sey dir, zu dir hinauf müffe jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten: 251 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letzter nun ers scheint, wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten seyn, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich), HErr des Todes, preisen. 342. Mel. Dir, dir, Jehova, will ic. ich, dich, mein Gott, will ich erheben, du warst mein Schirm in der verfloss's nen Nacht; erquicktest mich, erhieltst mein Leben, und schaff test es, daß ich vergnügt er: wacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jes dem Morgen neu. Mit innig dankendem Gemüthe fühl ich die Größe deiner Batertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freu'n, auch er soll dir zum Dienst geheiligt seyn. 3. Bor deinen Augen will ich wandeln, und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt, gewissenhaft in Allem handeln, und standhaft flich'n das Böse dieser Welt; auch dieser Theil von meiner llebungszeit sey ein Gewinn noch) für die Ewigkeit. 4. Gieb Morgenlieder. 4. Gieb mir auch heute, 5. Wir fleh'n um sanften was mir nützet, vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Vorsicht stüßet, und dir vertraut, auch in dem größ ten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl ges bricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. Brudersinn, um Lieb' in unser Herz; des Bruders Glück sey uns Gewinn, sein Schmerz sey unser Schmerz. 6. Wie JEsus Christus laß uns, HErr, vor dir gesinnet seyn, so gehn wir einst, Bese liger, zu deinen Freuden ein. 344. Mel. DieSeeleChrifti heilge ic. 252 5. In diesem kindlichen Bertrauen will ich getrost an mein geh'n, auf deinen sichern Beyſtand bauen, W Schlaf erwacht, wohl und deiner Fügung still entge gen seh'n. Ich weiß, du führst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß mit Ehren an. 343. Als Mel. Lobt Gott, ihr Christen, Gottes Sonne nieder. fant, da flehten wir um Ruh'. Gott neigte unserm Lobgesang sein Ohr voll Gnas de zu. 2. Nun hebt sie sich durchs goldne Thordes Morgens schön herauf. HErr, neig' auch itzt dein gnädig Ohr zu uns, und merke auf. 3. Wir fleh'n um echte Frömmigkeit, um stilles Gotts vertrau'n; dies nur giebt uns Zufriedenheit, giebt Hoffnung, dich zu schau'n. 4. Wir fleh'n um neue Tus gendkraft, um neuen Fleiß dich an! Treu, redlich und gewiss senhaft sey, was wir thun, gethan. mancher hat die lange Nacht im Schmerz verseufzt, im Gram verweint, verlaffen ohne Trost und Freund. 2. Uns hat der Schlum mer neu erquickt, vor Tausen den sind wir beglückt; wie mans cher sieht der Sonne Strahl zu neuem Schmerz, zu neuer Quaal. 3. Wir kennen nicht der Armuth Noth; doch ach! um Nahrung, ach! um Brod hat mancher unsrer Brüder sich gequält, noch eh' die Nacht entwich. 4. O Bater, wehmuthvol ler Dank ist heute unser Lobges sang! Bermindre unsrer Brüs der Pein. Uns hilf vor andern dankbar seyn. 345. Für einen Leidenden. Mel. Wer nur den lieben Gott. er Morgen komme und meine Plage wird jetzt mit diesem Morgen neu. Wie tran: Morgenlieder. traurig eilen meine Tage der bangen Wanderschaft vorbey! Der Sonne neugeschenktes Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt, und tågs lich mancherley Beschwerde zu Klagen und zu Thränenzwingt. Ich hoffe Lindrung meiner Pein; und noch trifft nicht mein Hoffen ein. 5. Soll ich die Last noch långer tragen; ich halte deiner Fügung still, und will hier, wie mein Heiland, sagen: Wie du, Gott, willst; nicht wie ich will. Ja, Bater, laß mich in der Pein geduldig, so wie JEsus, seyn. 253 ewig überwunden und bin von aller Trübsal frey; und du giebst mir, o Gottes Sohn, den theu'r erworbnen Gnas denlohn.. 33. HErr, eile doch mir beys zustehen; verlaß den måden Wandrer nicht! Mein Vater, neige auf mein Flehen zu mir dein freundlich Angeſicht. Frchlöckend, Bater, wach und bey dem Schmerz ein hoffend und zufrieden Herz. auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer Dringt hinauf, schau' du herab, gendkraft und Licht auch heut' und höre den Dant, daß Tuin deinem Unterricht mir deine Treu' bereitet. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch laff ich dich, mein Vater, sorgen, du tennst und liebst mein wahres Wohl; und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig und gerecht und guts 6. Hab' ich des Lebens Last empfunden, so rückt mein Ens de einst herbey: dann hab' ich 7. Gestärkt durch diesen ho.. hen Glauben tret' ich auf meis nen Lebenspfad. HErr, står. ke, stårke meinen Glauben, wann einst der Tod sich zu mir naht! Vielleicht erscheint er heute mir: wohl mir! ich leb' und sterbe dir. 346. Mel. Sey Lob und hr' dem ic. Am Sonntage.@n an, o Schöpfer aller Dinge. 2. Dich beten alle Himmel Doch auch ich darf zu dir mich nah'n, du hörst's, wenn ich wohnest doch im Licht, in das dir singe. Du willst's, und mein biddes Auge nicht vers mag hinein zu schauen. allezeit an dir, mein Gott, er 3. O möcht' ich doch mich freuen; und, voll von deiner Herrlichkeit, mein ganzes Herz dir weihen! Doch ach! wie oft reißt meinen Sinn die Eis telkeit der Erde hin, daß deiner ich vergeffe. 254 Abendlieder. 4. O zeuch mich, Heiliger, zu dir am Tage deiner Ehre. Sieb, daß ich, inniger in mir ich dich empfind' und höre. Mel.Zerzliebster Jfu, was ic. Laß diesen Ruhetag allein dir, Entflchen sind auch dieſes o mein Gott, geheiligt seyn, zum Besten meiner Seele Tages Stunden; noch ha: ben wir des Lebens Glück em: pfunden. Laßt uns mit fro hemDank denHErrn erheben, durch den wir leben! 5. Es freue meine Seele fich, hin in dein Haus zu ge hen. Dein göttlich Wort ers leuchte mich, laß schmecken mich und sehen, wie freund lich du, mein Vater, bist, wie dein Gesetz nur Liebe ist, wie felig, wer dir folget. 6. Wenn dann der Wahr, heit Lehrer hier den Weg zum Heil mir zeigen, dann laß mein Herz empor zu dir in heißer Andacht steigen. Gieb Lerns begier, Lust und Verstand, daß mir dein Wille ganz bekannt, ich immer weiser werde. 7. Gieb, daß des Wortes Geist und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, und daß ich treu gewissenhaft, was du mich lehrst, vollbringe. Laß tiefer mich erforschen, mehr, was mir noch mangelt, fühlen, leer von allem Stolze werden. Abendlieder. 347. 8. So wird dein Tag, o Bater, mir ein Tag des Se gens werden. So seh' ich und empfind' in dir den Himmel schon auf Erden! So werd' ich nach der Prüfungszeit zur Ruh', in deine Seligkeit, zu deinen Freuden kommen. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt uns der HErr viel Freuden zu ges nießen. Und welche Güter fchentt er unsern Seelen! Wer tann sie zählen? 3. Noch immer låst er uns Erbarmung finden! Er hans delt nicht mit uns nach unsern Sünden! Wir häufen Schuld auf Schuld: er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Bater, deiner Treue! Ach uns ser Herz erkennt's mit Schaam und Reue! Du wollest es mit Trost und Ruh' erfüllen, um Christi willen! 5. Uns wohlthun ist dein ewiges Vergnügen! Dein Aufs fehn schützt uns, wenn wir hülflos liegen, wir, wie ents feelt, umhüllt von Finsternis sen, von uns nichts wissen. 6. War' dies für uns der letzte Tag auf Erden; sollt' unser Schlaf ein Todesschlum mer werden: dann führe uns, die wir uns dir ergeben, zum bessern Leben! mend 7. So Abendlieder. 47. So legen wir getrost zur Ruh' uns nieder! Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen, Gott, mit fröhlichem Gemüthe, wir deine Güte! 348. Fot Mel. Ich weiß, mein Gott 2. ür alle Güte fey gepreist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, ihr bin ich zu geringe! Nimm hin den Dank, den Lobgefang, den ich dir kinde lich bringe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir mein Ge bet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschützet und ernähret. 3. HErr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein rus higes Gemüthe. Was ich ver: mag bis diesen Tag, ist alles deine Gite. p 349. Mel. Kun sich der Tag geendet. 255 o flichen unsre Tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. HErr, du nur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht. Die Fins sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. sing 3. Dir übergeb' ich voll Bertrau'n mich auch in dieser Nacht. Und wofür sollte mir denn grau'n? Mich schützet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnas baoth, so fürcht' ich keine de nur noch Theil, HErr Ze Kreatur, und scheue nicht den Tod. 5. Zwar, ich erkenne meine Schuld, mit Neue fühl ich sie! doch, mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich! 4. Sey auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, mein 8. Vielleicht ist dies die HErr und Gott, so laß mich letzte Nacht in meiner Pris Gnade finden. fungszeit. Dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 7. Flicht, finstre Sorgen, weit von mir! HErr JEsu, du allein sey mein Gedant'! o weihe dir, mein Herz zum Tempel ein! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja, dein bin ich auch todt! Du, mein Erretter, bist bey mir, und hilfft aus aller Noth! 350. Abendlieder. 256 and 350. Mel, Sey Lob und Ehr' dem 2c. ein war ich, eh' der Sons ne Pracht den heut'gen Morgen weckte. Dein war ich, eh' die heut'ge Nacht die Flügel um uns streckte. Da ich in deiner treuen Hand so feft, o Gott, gezeichnet stand, war nichts, das mich erschreckte, treu und gut und strafft nicht gern. Auf, Brüder, auf, und laßt dem HErrn Preis, Dank und Ruhm erschallen.lu 6. Wohl uns, er schläft und schlummert nicht! Des Leibes müde Glieder, ruht sanft. Es wacht sein Angesicht für uns und unsre Brüder. Du Up sprung unsers Lebens, du, ers wecke uns von unsrer Ruh'nach deinem Rathe wieder. in 351. 2. Das Werk des Tages ist vollbracht, der Arbeit Müh vergangen, der Schweiß, so matt er uns gemacht, vers trocknet von den Wangen. Der un ruhen alle Wälder. Du unserm. måde Leib bereitet ſich, o`du, em Besten wendet mit Todes Bruder, Freuden zu empfangen. Gott alles; liebreich sens det er auch die Nacht uns zu, hüllt uns in stille Schatten, erquicket dann die Matten im sichern Schlummer durch die Nuh'. 3. Doch, HErr, dein Lob ist unsre Pflicht, ch' wir die Augen schließen. Laß mir von ihm, o du, mein Licht, die Lippen überfließen. Dann werd ich nach vollbrachter Pflicht, o du, in Finsterniß mein Licht, das Auge froher schließen. 4. Noch führst du uns mit treuer Hand auf unsers Lebens Pfade. Noch hast du Leiden abgewandt, wir dankens deis ner Gnade. Des Lebens klein ster Augenblick, der Odem, unsre Kraft und Glück ist als les deine Güte. 5. Was durch dich lebt, das fåttigst du mit Güt und Wohlgefallen, strömst uns ein Meer von Segen zu, stårkst jeden, hilft uns allen, bist Mel. 2. Der HErr versäumet keis nen. Der fernen Welt zu scheis nen, rief er der Sonne jetzt; uns decken Finsternisse, doch ohne Kümmernisse ruh'n wir, da seine Hand uns schützt. 3. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Fall, meine Seele, nieder; erhebe froh dich wieder, zu deinem Gott, der dich gemacht. 4. Er, der den Mond bes reitet, die Sterne zählt und leitet, ist auch von mir nicht fern. Zu seines Himmels Hds he blick' ich empor und flehe; denn meine Hülfe kommt vom HErrn. 5. Wer Abendlieder. 5. Wer bin ich? Staub und Sünder. Doch, Vater aller Kinder! auch mich er Hörest du. Wenn still geweinte Zähren dir meine Reu' erklås ren: so ruft dein Sohn mir Gnade zu. 6. Mein Herz vergesse nims mer der Baterhuld, die immer mich trug, mich nie vergißt; und meine Lippe preise den Höchsten, der so weise, so gnå dig, als allmächtig ist. 352. Mel. un laßt uns den Leib. & in in sanftes Lager wartet mein; wie viele meiner Brüder freun, wenn heut' ents flicht des Tages Licht, sich dies ser großen Wohlthat nicht! 2. Auf harten Boden hins gestreckt, bey Frost und Kälte unbedeckt, fleht mancher Kran ke jammervoll um Tod, der ihn erlösen soll. 257 353. Mel. Zaupt voll Blut zc. O Err, es gescheh' dein Wil le. Der Körper eilt zur Ruh', es fallen in der Stille die müden Augen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, daß ich, von Sünden rein, zum Tode, wie zum Schlafe, bes reitet möge seyn. 2. Laß fern von Schreckens bildern und wilder Phantafey die Seele sich nichts schildern, was ihrer unwerth sey. Laß frey von eitlen Sorgen mich jetzt zur Ruhe gehn; auf meis ner Laufbahn morgen mit muntern Schritten gehn. 3. Doch wenn mit festem Schlummer des Todes letzte Nacht den Freuden samt dem Kummer ein schnelles Ende macht: so stårk' mich, wenn das Schrecken der letzten Stunde droht, der Troft: Gott wird mich wecken, ein Schlaf ist nur mein Tod. 354. werth, der Glück, lichste zu seyn, mein Mitt: W ner Macht, du hast uns Mel. Ich bin jaherr, in deiner. ir in deis - ler, ach! es war nicht dein der Ort, wo du nach Müh und Last zur Ruh' das Haupt geleget haft. 4. Wer bin ich? Wie ver. gelt' ich dir, mein Vater, was du thuft an mir? Ich bin zu schwach! Doch höre du den Dank für meine sanftre Ruh'. an das Licht gebracht, du un terhältst uns auch das Leben. Du kennest unsrer Monden Zahl, weißt, wenn der Geist dem Ruhethal soll seine Hülle wiedergeben; wo jeder von uns sterben soll, das siehst, das machst du alles wohl. 2. Vielleicht schließt heute nur zur Ruh ein kurzer Schlaf die Augen zu, und fliehet mit dem jungen Morgen. Viels leicht ist's auch die letzte Nacht, viels r 258 Abendlieder. vielleicht des Lebens Weg voll bracht. Das weißfest du, uns ist's verborgen. Wen man von uns zuerst begräbt, kennst du, wie sicher er auch lebt. 3. Uns schreckt der Grabges banke nicht, der dunkle Pfad führt auch zum Licht, wir bleis ben doch in Baterhånden. Ge troft, getroft, wir bleiben sein; wenn wir ihm unser Leben weihn, wird er auch herrlich uns vollenden. Drum sey will kommen, Ruh' der Nacht! Wir fchlummern sicher, denn Gott wacht. heut' an uns geschah, in dieser Stille bringen wir unsern Dant, und fingen dir, der so huldreich auf uns sah. 2. Welch seliges Entzücken, mit unsern letzten Blicken auf den zurück zu sehn, der tausends fache Freuden uns giebt, und felbft im Leiden weit mehr uns liebt, als wir verstehn. 355. Mel. In allen meinen Thaten. nernster Abendstille, HErr, guter weil 3. Ja, Vater vollErbarmen, nimm gnädig von uns Armen dies schwache Loblied an. Einft rühmen wir, durchdrungen von dir, mit Engelzungen, was du, o HErr, an uns gethan. wie hab' ich ihn verbracht? Werstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht mei ner Pflicht gelebt? 356. Mel. Tun danket alle Gott. erTag ist wieder hin, und biefen Theil des Lebens, 2. War's in der Furcht des HErrn, daß ich ihn angefan gen, mit Dank und mit Ge bet, mit eifrigem Berlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, fromm, züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, dies sen Gott, gepriesen? mir und der Welt genügt, und jeden HErr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regierer? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut ich mich des HErrn, der unser Flehn bemerkt? und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bey dem Ge nuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Berehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Wie nutt' ich für mein Herz des Umgangs süßeSrun den? Fühle ich der Freund fchaft Abendlieder. schaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und sprach mein Mund kein Wort, das ich bereuen soll? 7. War mir der Fehltritt leid, fobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 8. Gott, der du alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb dem Neuigen nur die verleßte Pflicht; vergieb und gehe du nicht mit mir ins Ges richt. 9. Ja, du verzeihest dem, ben seine Sünden frånken; du liebst Barmherzigkeit, und wirft auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, fo leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! 357. Mel. un ruhen alle wälder, Det er Mond ist aufgegan gen, die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiefen steiget der weiße Nebel wunderbar. 259 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämmung Hülle fo traulich und so hold! wie eine fille Kammer, wo ihr des ebens Jammer verschlafen und vergessen sollt.nu at 8. Seht ihr den Mond bort stehen? Er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön: so sind wohl man. che Sachen, die wir getrost belachen, weil unfre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschens tinder, wir fehlen, mehr und minder- und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinnfie, und suchen viele Künste, und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Bergångs lich's trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden, und vor dir hier aufErden, wie Kinder, fromm und freundlich seyn! 6. Woll'st endlich ohne Gråmen aus dieser Welt uns neh. men, durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du unser Bater, unser Gott! 7. So legt ench denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abends hauch. Verschon'uns, Gott, mit Strafen, und laß uns rus hig schlafen, und unsre frans ken Brüder auch. r 2 358. 260 Abendlieder. 1 358. a 359. MEM Mel. Wie wohl ist mir, zc. Met. Wer nur den lieben Gott, Die Welt ist ſtille, fanfter JEfu, wenn zum Stars die Friede nahe Mitternacht. Dir sey in unserm Abendliede voll De muth Preis und Dank ges bracht. Vernimm in unsern frohen Chören, HErr, deine Kinder! Dich zu ehren ist ihr Gesang wohl viel zu schwach. Doch stammeln sie den höhern 2. Wie waren deine treuen Liedern von Engeln und vers klärten Brüdern im leisern Ton Anbetung nach. tungsschlummer dein Haupt ermüdet niedersant, wie manches Erdenpilgers Kum mer, der aus dem Kelch der Leiden trank, war dann ge stillt! wie mancher Schmerz geheilt durch dein erbarmend Herz! 144 Hände zum Wohlthun immer ausgestreckt! Wie hatte, wo sich Elend fånde, des Menschenfreundes Blick entdeckt! Du lebtest jeden Augenblick für Brüderwohl, für Mens schenglück. 2. Du haft mit väterlicher Güte uns wieder einen Tag gewährt, hast unsrer Jahre zarteBlüthe geschüßt, gepflegt, bewacht, genährt. Auch heut' hast du der Wahrheit helle, der Weisheit segenvolle Quelle dem Geiste wieder aufgethan; so manche Freuden unserm Le ben, so manche frohe Luft ges geben, dafür nimm unser Danklied an. 3. Und ich? Lebt' ich viel leicht vergebens? vielleicht kaum halb nur diesen Tag? Was helfen Stunden eines Lebens, von denen ich nichts ernten mag? Ach, hätt' ich deiner oft gedacht, sie wären besser zugebracht! 3. Jetzt, guter Vater, find wir müde, ermattet nach des Tags Gewühl; verleih uns, deinen Kindern, Friede zu ih, rem Schlummer! Das Ge fühl, undankbar nicht bey dei nen Gaben vor dir den Tag gelebt zu haben, erheitre uns ser letztes Flehn. Zur Arbeit stårke unsre Glieder, sanft laß Mel. Zaupt vollBlut und 2. uns ruhn und unsre Brüder, Willkommen, Abendstille 360. die benden. 4. Jch blicke reuend auf die Stunde, die ungemußt mir heut' entwich; gelobe dir mit Herz und Munde, o Gott, mehr Treue gegen dich! Ja, jedes fünft'gen Tages Licht sey Zeuge treuerfüllter Pflicht. Ruh'! Des Gnadenvollen Wil le Abendlieder. 3. Du Schöpfer meiner Jugend, mein Schußgott und mein Heil, wich ich vom Pfad der Tugend, Vergebung sey mein Theil! Ach, daß von meinen Tagen,( du zähltest alle sie!) vor dir mich zu vers klagen, nicht einer mehr ents flich! 261 - le legt einen Tag uns zu. Er ist dahin! verschwunden in die Vergangenheit, und nå Her viele Stunden sind wir der Ewigkeit. 3. Dant ihm! Wenn iht voll Freudigkeit das Herz mandy guter That sich freut; weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dem HErrn ges bührt der Ruhm allein. 2. Wohl mir, wenn keine Stunde, die Gott mir zuges legt, dem Herzen eine Wunde quaatvoller Reue schlägt. Wohl 4. Oft fehlten wir und merks mir, wenn ich ißt müde nach guten Thaten ruh'. O des Gewissens Friede, wie himm lisch lohnest du! 4. Hin zu dem großen Zie le führ' jeder fünft'ge Tag! Mit Preis und Dankgefühle segn' ich dann jedem nach. Zum Himmel reif zu werden, dient Freude mir und Last, noch bin ich ja auf Erden ein Pilger nur und Gast. seine ew'ge Batertreu ward uns an jedem Morgen heu. tens nicht! Berzeih uns die verletzte Pflicht; nimm an, Er barmer, unsee Reu, und sprich uns, deine Kinder, frey. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit.HErr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu. Gradit 6. Du läßt, uns långer zu erzichn, uns Wochen, Monden, Jahr entfliehn; doch an dem Ziel der Pilgerschaft tomme unsre große Rechenschaft.. 7. dann laß uns, wir O alle flehn, mit Freudigkeit vor Dir bestehn. Dennach! wer dann vor dir erbebt, hat thd: richt, hat umsonst gelebt. 361. Tischlieder. 362. Mel. DieSeeleChrifti heilge ic. U entfliehn die Tage, die Sie empfangen wir das nwiederbringlich schnell Mel. In allen meinen Thaten. mit frohem Muuns Gott geliehn. Auch diese Woche eilet schon unwieder bringlich schnell davon. 2. Dank unserm Vater, unserm Gott! Uns traf kein Gram und keine Noth, denn Gute, das unser Gott uns schenkt. Preist ihn, o Bru der, preiset den Vater, der uns speiset, und uns mit Freud' und Labsal tránkt., # 3 2. Gr 262 Tischlieder. 2. Er ruft herab: Es wer de! Und Segen schwellt die Erde und Feld und Wiese spriest. Es lebt und webt in Triften, in Wassern und in Lüften, und Milch und Wein und Honig fließt.dids 3. Dann sammeln von dem Segen, so viel sichLeben regen, und freu'n sich allzumal. Vom Menschen bis zum Wurme, im Sonnenschein und Sturme ist Freud' und Wohlthun überall. 2. Naht mit Anbetung, Ruhm und Dank ihm, der da ist und war, auch jetzt reicht er uns Speis' und Trank zu unsrer Stärkung dar. 3. Er that es schon von Kindheit auf, eh' unser Herz ihn bat. Er streut' in unserm Pilgerlauf uns Freuden auf den Pfad. 363. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. Robfingt dem Höchsten tief, gebeugt, der uns als Was ter liebt, der mehr, als unser Dank erreicht, mit milder Hand uns giebt. 4. Nur gieb auch HErr, daß Uebermaaß die Gaben nie entweiht, die deine Hand ohn' Unterlaß mit Baterhuld uns beut. 4. Und gnädig schaut im Himmel der Bater das Ses wimmel, hårt gern den Lobs gefang. Denn seine Kinder sammeln, fie freuen sich und fstammeln in tausendSprachen ihren Dank. 5. Lobsinget seinem Namen, und strebe, ihm nachzuahmen, deß Gnad' ihr nie ermeßt; der alle Welten fegnet, auf Gut' und Böse regnet, und seine Sonne scheinen läßt. 364. 6. Mit herzlichem Erbars men reicht eure Hand den Ars men, weß Bolkes ſie auch ſeyn. nahrt, wird uns durch Mel, un sich der Tag geendet. ott, was des Lebenskräfte nicht Wir sind nicht mehr, minder, sind alle Gottes Kin der, und sollen uns wie Brü der freu'n. Fruchtbarkeit, durch Kraft zum Fleiß von dir beschert, wir danten's dir erfreut. 5. Gieb, daß wir eifrig uns bemühn, der Gaben werth zu seyn; und so wie du von Eis fer glühn, auch Gutes auszus freu'n. 6. Dann nur ist unsrer Lieder Dank dir lieb, du HER der Welt. Wohl dem, der all sein Lebenlang hier thut, was dir gefällt. 2. Sieb von den Früchten, dieser Welt uns, HErr, ein nöthig Theil, und wenn der Fleiß dir wohlgefällt, so ſchent ihm Glück und Heil. 3. Durch deinen Segen haben wir für heute unser Brod. Wir nehmen's hin und Tischlieder. und danken dir, o du liebrei. cher Gott! 4. Vernünftig- froh laß im Genuß, und stets uns måßig feyn, und, schenkest du uns Ueberfluß, den Dürftigen ers freut. 2. Behüt'uns, Gott, für Landesnoth, gieb uns Gefund heit, hilf uns Brod durch eig nen Fleiß erwerben: laß uns dir redlich dankbar seyn, und Gutes lieben, Bdses scheun, froh leben, selig sterben. 263 365. Mel. Kommt her zu mir, x. ch danke dir, o Gott, daß '' Š I heut uns wieder Speis und Trank erfreut! Du Ge Gesänge ber guter Gaben, du selbst bes an öffentlichen festlichen reitest uns den Tisch, und machst uns start, gesund und frisch, wenn wir gegessen has ben. Wandel, Gott, dir wohlges fällig sey! 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket, wie wird uns seyn, wenn uns dein Himmel einst entzücket! Führ' uns dahin und laß uns da dein Antlig fehn, dann wird dich unser Dant auch würdiger erhöhn! wir, o Bater, jetzt von dir empfangen haben. Gefund heit giebst du uns und Nahrung, die erfreut, hier eis nen frohen Muth, dort deine Seligkeit. 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, verkennen, von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen! Mach' uns gehorsam; mach' in unserm Stand uns treu, daß unser Tagen. 367. Litaney, oder allgemeines Gebet. wiger! Erbarme dich! HErr! HErr! Erbars me dich. HErr, HErr! Erhör uns! HErr Gott! Vater und Schöpfer! Der du allein wahrer Gott bist! Erbarme dich über uns! 366. Mel. Tun danket alle Gott. ir danken freudig dir für du, den Gott geſandt hat, alle deine Gaben, die Christus, Unser Lehrer! Unser Ers Idser, Gieb uns deinen Frieden! Der Geist des Vaters und des Sohnes, Der Geist der Heiligkeit und Wahrheit, Er ruh' auf uns allen! du, der Wesen Wesen, Gott! Schau, wir sind Staub, Und doch von dir unsterblich geschaffen. r 4 Laß 264 Gesänge Laß unser teinen, Gott, vers geffen, Daß Staub wir sind, Doch daß in diesem Staube Ein unsterblicher Geist wohnt. Vor allem Stolze, Vor allem Leichtsinn, Vor unsrer Trägheit, Vor den Gefahren unsers schwachen Herzens Behüt' uns HErr, HErr, unser Gott! Vor aller Empörung gegen dich, Vor dem Gift der Spotter deiner Wahrheit, Vor den Finsternissen des Aberglaubens und der Schwärmerey, Vor dem Verzagen an deis ner Hülfe, Vor der Trostlosigkeit im Leben, Und in der letzten Stunde Behüt' uns HErr, HErr, unser Gott! Du hast uns, eh' wir waren, Uns, eh' die Welt war, schon geliebt, Und deinen Sohn zum Heil bestimmt, Uns zu seiner Erkenntniß geführt. Ach! daß es nicht vergebens sey, Daß er auch uns geboren ward, Unschuldig lebte, heilig, rein, Bon allen Sünden abges sondert, Daß er im heißen Todes tampf Mit unaussprechlicher Ge duld Den Kelch der Leiden willig trank, Auf daß wir Fried' und Ruhe hätten, Und nun wahrhaftig wis ten, a Daß er, der in den Tod ihn gab, Die Wahrheit zu versiegeln, Ganz Lieb' und ganz Ers barmung ist. Ach! daß es nicht vergebens sey, Daß er vom Tode aufer stand, Daß er zu dir, dem Vater, ging, Und unsrer Auferstehung Hoffnung, Und unser Theil an jenem Erbe, In unserm rechten Vater: lande Uns durch sein neues Leben versiegelte. Ach! daßes nicht vergebenssey, Daß auch uns die theuren Lehren seiner Lippen, Auch uns seine gnadenvol len Verheißungen Von Kindheit an gepredigt sind, Indeß viel tausend unsrer Brüder Des herrlichen Lichts seines Evangeliums ( 23) Ohn' ihre Schuld entbeh. ren. HErr, an öffentlichen festlichen Tagen. HErr, HErr, Gott, barms herzig und gnådig und and geduldig, Erhalte deine unsichtbare Kirche. Durch deine nicht erforschs te, aber gnådige und alls mächtige Vorsehung! Die noch nicht gebesserten oder 3166 abgefallnen Sünder, Die wähnen, daß sie leben und doch todt sind, Laß sie nicht zu spät von ih rem Wahn erwachen, Erhör' uns, HErr, HErr, unser Gott. Erhalt uns, HErr, in deiner Heiligung, Führ' uns selbst der Tugend schmalen Weg Zum ewigen Leben. Wenn wir im Genuß der Freu den dieses Lebens Schmecken und sehen, wie freundlich du bist, Dann laß es uns mit freus digem Dank empfinden, Daß denen, die dir von Herzen anhangen, Alle Freuden doppelt süß sind. Wenn auch Leiden deine Hand uns zuschickt, Wenn wir dein Kreuz, gåtts licher Vorgånger, Auch auf uns nehmen, dir nachfolgen müssen, Dann überzeug' uns mach tig, daß der Weg, Den du uns führst, doch stets der beste sey. 265 Hilf uns standhaft kämpfen, ringen und überwinden. Unsre Brüder laß von ganzer Seele, Wie uns selber laß uns alle lieben, Unsern Feinden gern verzeis hen, die uns fluchen, segnen, Daß wir vollkommen seyn wie du. Erbarme, Gott, dich aller deis ner Kinder, Die auf der ganzen Erde, Unter allen Völkern und in allenzungen zu dir flehen, Du kennst die Deinen und bist ihnen bekannt.is. Erbarme dich aller Leidenden und Betrübten, Aller Kinder, Schwachen und Kranken, Aller Wittwen undWaisen, Aller unschuldig Gefangnen und Gedrückten, Aller Elenden, deren sich tein Mensch erbarmt. Gegne alle Fürsten und Res genten Mit dem Geist der Weiss heit, Mit dem Sinn der Vaters liebe. Segne allen Fleiß, gieb aller Arbeit Fortgang und Gedeihen. Unser Gott! Unser Vater! Allgnädiger! Allbarmhers ziger! Um deiner Liebe willen Erhör uns! Erhör' uns! Gieb uns deinen Frieden. 368. -5 266 go# Gesänge Gefangens no 368. 368. An Buß- und Bettagen. Mel. Zerzlich lieb hab ich ic. u Gott, der unsre Zuflucht ist, Gott unser Mittler, JEsu Christ, Gott heil'ger Geist der Gnaden! Unendli cher! verwirf uns nicht; wir tommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuthund Ges duld! und merk' auf unser heis ses Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer! sehn. HErr, un ser Gott! verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Wir haben unfern Bund entweiht, gebrochen unsern theuren Eid, und deinen Weg verlassen: doch sieh', wirkehren voller Reu' zurück zu dir; o! laß auf's neu' uns deine Rechte faffen; laß sie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl ges heilige hat; daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. HErr, unser Gott! Bor Ungeduld, vor aller Schuld behüt uns deine Baterhuld. 3. Dein Antlitz leucht' auf unser Land; ringsum bedeckt von deiner Hand, laß es der Ruh' genießen! Wend' ab von uns, mit deiner Hut, der Flams men Grimm, den Zorn der Fluth, des Krieges Blutvers gießen. Sey rettend mit uns, wenn die Noth dee Mangels und der Seuche droht, und schüß' uns, nicht ihr Raub zu seyn; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unser Gott! das Land ist dein; o! laß Gedeihn und Sicherheit das Land erfreun. 4. Sohn Gottes, der zur Erde kam, und unfreSchwachs heit auf sich nahm, um Gott uns zu verföhnen! der durch den Tod ins Leben drang, sich dann zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr' und Preis dich krönen! vertritt, o Mitt ler, uns bey Gott! durch deis ne Leiden, deinen Tod stårt uns in unsrer Prüfung Lauf, und, wenn wir straucheln, hilf uns auf! HErr, unser Gott! dein Trost, dein Licht verlaß uns nicht im Tod', im Grab', im Weltgericht. 5. Schüß' uns vor Irrs thum und Gefahr; erhalte deiner frommen Schaar der Glaubenseintracht Segen! Uns leite, Gott, dein heil's ger Geist, und was dein Wort verspricht und heißt, sey Licht auf unsern Wegen! Laß aud in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrenden zurück. HErr, unser Gott! breit' aus dein Wort an jedem Ort, gieb Geist und Kraft zu deinem Wort. 6. Audy die Regenten lente du, daß sie durch Weisheit und durch an öffentlichen festlichen Tagen. 267 Durch Ruh' der Länder Wohl Bey der Confirmation der Binder.s stand heben; dem Kon'ge, der uns schützt und liebt, gieb, der in ihm so viel uns giebt, das beste, spåtste Leben! Noch 369. mel. Mitten wir im Leben ic. lange sey sein Baterblick uns, Stärke, Mittler, stårte ſie, deineTheu'rerlösten! Laß seinen Kindern, chuß und Glück; o, schütt' auf ihn und auf sein Haus, und seine Rås the Segnung aus! HErr, unser Gott! in deiner Hand ist unser Lant: beglück' es, segne jeden Stand. 7. Bernimm der Leidenden Gebet; wer in Gefahr und Noth dir fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gieb Krans ken Linderung und Ruh'; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten! Sey aller Unterdrückten Heil, der Witts wen und der Waisen Theil; vereitle der Verfolger Rath, und lehre sie den rechten Pfad. HErr, unser Gott! durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! sie ihr Vertrau'n auf dich uns aussprechlich trösten! Wach' über ihre Seelen! Sie stehn und schwören alle dir: HErr, dein Eigenthum sind wir! Heis liger, Schöpfer, du! Heiliger, Mittler, du! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allbarms herziger, laß sie nie vergessen ihren theuren großen Eid bey deinem Namen. 8. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr ge. währen, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb' unser Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Sünden. Laß uns nun ganz dein eigen seyn, im Leben und im Tode dein; wir sind durch Christi Blut er. 18st; o du, derSünder nicht vers fidßt, HErr, unser Gott! erbars me dich! erbarme dich! Bergieb uns, leit' uns väterlich! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten; aber treulos ließen sie ihre Lieb' ers talten! Verderben ward ihr Ende. Beståndig laß dir diese seyn, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger, Schöp. fer, dir! Heiliger, Mittler, Sir! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allbarmherzis ger, stårke sie, die Deinen, im Vertrau'n auf JEsu Tod, in wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, HErr, zu ihren Lüften. Ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner Luft dåmpfe früh in ihrer Brust, Heiliger, Schöpfer, du! Heis liger, Mittler, du! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Alls 268 Gefänger Allbarmherziger! Laß sie ihre Feinde, alle Haffer ihres Heils weit überwinden! 4. Laß dein Heil im Tode sie, deine Theu'rerlösten, weil ihr Glaube standhaft blieb, unaufhörlich trösten! Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe sie mit uns zugleich in dein unvergånglichReich! Heis liger, Schöpfer, du! Heili ger, Mittler, du! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! All barmherziger! Laß sie nie vers gessen ihren theuren großen Eid bey deinem Namen! no daß sie nimmer wanten im Le ben und im Tod! 370. Erhö Mel. O Zaupt voll Blut zc. Frhöre, Gott, erhdre der Flehenden Gebet, das in niger und frömmer ißt, Vas ter, zu dir fleht. Schau' her auf deine Kinder, sie schwören ew'ge Treu'! Ach, daß von al len feines den heil'genSchwur entweih! 2. Die Luft der Welt vers schwindet, nur, was von Gott ist, bleibt. Wer Gott verläßt, verzaget, getroft ist, wer ihm glaubt. Heil allen, die nicht weichen, wennSünde lockt und Welt; Heil allen, die behars ren bey dem, was Gott gefällt. 3. Dir, ewiger Erbarmer, dir weiht ihr Leben sich. Ihr Herz wählt, JEsus Christus, zum einz'gen Vorbild dich. Ach, daß sie stets sich halten zu dir in Freud' und Noth; ach, bil dom Am Erntefest. 19371. Mel. Zerr Gott, dich loben wit. obsingend nahen wir uns, HErr, Gott Vater, dir. Dir danken, HErr, ist Seligs keit. Froh sey dir Herz und Mand geweiht. Dich preise, was dein weiser Rath, sich dein zu freu'n, beschieden hat. Auf, die ihr euch nach Christo nennt, und ihn als euren Vater tennt, rühmt ihn, der uns so liebt, so mild uns Gaben giebt, den hocherhabnen Gott, den Vater, unsern Gott. 2. Von deiner Hand lebt, was die Welt im ganzen Ums kreis in sich hålt. Der Thiere zahlenloses Heer nährst du af lein, Allgütiger. Was jedem nüßt, und jedes freut, das giebst du ihm zu rechter Zeit. Wie könnt'st du dich nun uns entziehn, uns, denen du dein Bild verliehn? Nein, dessen, was uns nähren soll, ist übers all der Erdkreis voll; uns giebst du, was uns stärkt und freut, in reichster Mannig, faltigkeit. 3. Auch ißt hat deine Güt und Macht Brod aus der Erd' hervorgebracht. Wir streuten unsern Saamen ein, du ließest gnädig ihn gedeihn. Dein Auge hat die Saat be: wacht, und sie hat reiche Frucht an öffentlichen festlichen Tagen. Frucht gebracht. Froh nahm der Ernter sie von dir; was ist der Mensch? was sind auch wir, HErr, der du alle Wels ten lenkst, daß du an uns so Huldreich denkst? 4. Nun hilf uns, HErr, dir dankbar seyn und deinem Dienste ganz uns weihn. Mach' uns an guten Werken reich, im Wohlthun deinem Bilde gleich, daß auch den Armen keinen Tag es nun am Brod gebrechen mag. Durch Kleinmuth schände dich tein Christ, da du so reich an Gnade bist. 5. Doch mach' auch uns stets eingedent, daß du ein höheres Geschenk als Speise, die den Leib nur nährt, in JEsu haft der Welt gewährt. Erweck' und mehr' an unserm Ort den Hunger, HErr, nach deinem Wort. Den Durst mach' bey uns allgemein, am Geist und Tugend stark zu seyn, und laß einst ohne Maaß und Zeit uns ernten in der Ewigkeit. 372. Mel. Wer nur den lieben Gott. ir, milder Geber aller Saben, HErr! dir ge bühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schreyn der jungen Raben, du liebst der Lerche Lobgesang. O neige jetzt dein Ohr zu mir! Du forderst Dant; ich danke dir. 269 2. Die kleinste deiner Kreas turen macht deine Weisheit offenbar, man siehet deiner GüteSpuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gras belehret mich: Wie groß ist Gott! wie klein bin ich! 3. Du sorgst, nach treuer Båter Weise, für deine Mens schen und für's Bich: du schens keft allem Fleische Speise, du sorgst und segnest spåt und früh. Auch Bösen wirfst du Gutes zu. Wo ist ein solcher Gott, wie du? 4. Der Erdkreis ist von dei: ner Güte, von deiner Weiss heit ist er voll. HErr, unters weise mein Gemüthe, wie ich dich würdig loben soll; gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, dich, der mir so viel Gutes giebt. 5. Das Saamforn ward in deinem Namen auf Hoffnung in das Feld gestreut; du großer Schöpfer gabst dem Saamen, da du ihn schufft, die Fruchts barkeit. Der Ucker, den du heimgesucht, bringt nur durch deinen Segen Frucht. 6. Was dürr' ist, feuchtest du mit Regen, was talt ist, wärmt dein Sonnenschein. Du theilst die Zeiten, wie den Segen, zu unserm Besten weislich ein. Bey Wärme, Hitze, Kålt' und Frost grünt, wächst und reifet unsre Kost. 7. Kommt, laßt uns bey den vollen Scheuern dem HErrn 270 Gesängens HErrn der Ernte dankbar seyn! Laßt uns den Bund mit ihm erneuern, ihm selbst, was er uns schenkte, weihn. Kommt, laßt uns seine Macht erhöhn; der HErr ist gut, sein Lob sey schön! 8. Gieb, Vater, daß uns deine Liebe zu deinem Ruhm und Ehr' erfreut; dein Segen mehr' in uns die Triebe zur Demuth und zur Dankbarkeit, Du hast uns gnådig Gut's ges than; treib uns zum Fleiß im Guten an. 9. Gieb denen herzliches Erbarmen, die deine Hand mit Gütern füllt, damit ihr Ueberfluß der Armen Beküm, merniß und Mangel stillt. HErr, der du Aller Vater bist, gieb jedem, was ihm nöthig ist. 10. Beschüße die verliehs nen Güter; laß uns die Gas ben wohl gedeihn. Laß theure Zeit und Ungewitter entfernt von unfern Gränzen seyn. Verhüte Krieg und Hungers, noth, und gieb uns unser tågs lich Brod. 2. Wir flehten ihm: Laß uns, o Gott, das Elend über stehn, und laß nach aller Krie gesnoth uns dankend vor dir stehn! 3. Der HErr hat unser Flehn erhört, und noch weit mehr gethan, als unser Herz von ihm begehrt: o betet froh ihn an! 4. Die Laft des Krieges traf uns nicht so hart, als manches Land. Der Feinde schreckend Angesicht blieb von uns abgewandt. 5. Das Feld giebt nun zu feiner Zeit die Frucht dem, der es baut; er sammlet ru hig und erfreut, was er ihm anvertraut. 6. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf; und keine Furcht für's Feindes Wuth stört der Geschäfte Lauf. 7. Allgütiger, allein von dir und deinem gnåd'gen Rath kommt uns dies Heil: o hilf, daß wir dich preisen mit der That. 373. 8. Lehr' uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn, und allem, was das Herz beschwert, in deiner Furcht entgehn, Friedensfest. Mel. Ich finge dir mit Zerz 2c. 9. Daß Güte und Gerechy Bringt Gott, ihr Christen, tigkeit, und aller Laſter Scheu, Preis und der den Frieden schafft; erhebt mit frohem Lobgefang die Wunder feiner Kraft. vereinigt Lande herrschend sey. 10. In unsrer ganzen Les benszeit leit' uns nach deinem Rath; an öffentlichen festlichen Tagen. Rath; und froh sey bir von uns geweiht Gedanke, Wort und That.deinche 11. Getroft sehn wir auf deine Hand und trauen deiner Güt'; und hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. 374. Mel. Wer nur den lieben Gott. elobt, gelobt seyst du mit Freuden, o Gott, der alles weislich lenkt, und nun uns nach des Krieges Leiden des Friedens Wonne wieders schenkt! Verwüstung, Mord, sucht heißt du fliehn, und Sis cherheit und Segen blühn. 2. HErr, das thust du. Was du behüteft, dem darf sich kein Zerstörer nahn; und plöglich, wenn du es gebietest, ist alle Zwietracht abgethan. Auch uns hast du mit Huld bewacht, auch uns die Ruh' zurückgebracht. 271 4. Preift ihn mit freudis gem Vertrauen; ihr seht, was seine Hülfe kann, er låßt sie uns auch ferner schauen und nimmt sich unser måchtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, wird, was uns nützt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch Wohl, thun und Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Armen speist, trånket, kleidet und er, quickt; damit sich alles, alles freu', und durch den Frieden glücklich sey. 6. Der beste Preis sey euer Leben, und alles, was ihr habt und send; was könnt ihr sonst Gott wiedergeben, für seine große Freundlichkeit? Laßt euren Sinn und Wandel rein, und ihm ein würdigOpfer seyn. 7. Nimm, Vater, unsers Dankes Lieder auch jetzt mit Wohlgefallen an! Froh schals len unsre Tempel wieder von dir, der uns so wohlgethan. HErr, unser Gott, dich loben wir! HErr Gott, wir danken, danken dir! 375. Bey Einführung eines Predigers. 3. O Christen, fühlt das ganz, und preiset frohlockend ihn, der uns erfreut, der seis nes Armes Macht beweiset, und in der Macht Barmher, and Kräfte zu seinem Mel. daß ich tausendzungen. icb zigkeit; der uns auf Gnaden. flügeln trågt, und Wunden heilet, die er schlägt. fegensreichen Stand, thm, den zum heiligsten Geschäfte du uns voll Gnade zugesandt! Hilf du ihm selbst, daß seine Treu', o Gott, an uns geseg. net sey. 2. Laß auf sein Pflanzen und Begießen des Geistes Kraft me Gefangenti no 376. Bey Einführung eines Schullehrers. Mel. Befiehl du deine Wege. 272 Kraft von oben her, zum stes tenSegen auf uns fließen, daß sich des Wortes Kraft vers mehr, und hier für jenen Erntetag Frucht hundertfäl tig bringen mag. 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du ihm ist haft anvertraut, kein einziger verloren werde, und daß sein Wandel uns erbaut, daß seine Predigt überzeugt, und selbst deri frechen Sünder beugt. 4. Laß ihn mit deines Geis stes Waffen der Wahrheit Feinden widerstehn. Muß er uns warnen, muß er strafen, müss' er auf Menschengunst nicht sehn. Sein Trostwort sey in unserm Schmerz ein milder Balsam für das Herz. 5. Knüpf' ihm und uns die fanften Bande der Lieb' und der Verträglichkeit. Was ihm gebührt in seinem Stande, sey jeder ihm zu thun bereit. Wer Gott von Herzen liebt und ehrt, der hält auch treue Leh. rer werth. 6. Dereinst, o Gott, laß unsern Lehrer zu deines Thro. nes Rechten stehn; dann laß uns alle, seine Hörer, mit ihm zu deinem Himmel gehn. Dann freut sich spåt noch uns ser Geist des Wegs, den er uns gehen heißt. it freudigem Vertrauen, mi mit voller Zuversicht, einst Frucht der Saat zu schauen, blick' auf und zweifle nicht. Der Vater deines Les bens, der immer wohl regiert, er hat dich nicht vergebens in unsern Kreis geführt. 2. Schau auf uns her, wir alle sind Kinder Eines HErrn; sey uns gegrüßt, komm, walle nun mit uns froh und gern. Führ uns mit Freundeshån den, geh' uns zum Ziel voran, geführt, gewarnt vollenden wir sichrer unsre Bahn. 3. Auch hier ist Gottes Garten, gleich Blumen blus hen wir, du wirst uns pflegen, warten, der HErr vertraut uns dir. Ach unsrer jungen Blüthe droht oft ein gift ger Hauch; bewahre du, behüte hinfort die Blüthen auch. 4. Getrost! Gott wird dich stårken, Gott wird dir Muth verleihn. Zu segenvollen Wers ken giebt er ja stets Gedeihn. Nie sey dein Auge trübe von uns, ach uns gekrånkt. Ges trost! Mit voller Liebe sehn wir dich uns geschenkt. Gefänge Gesänge ben allgemeinen Landesangelegenheiten und Bedürfnissen. 3. Betäubt und mit ges beugtem Haupt, der Hoffnung und des Trofts beraubt, schaun wir das Feld, und sind bes trübt, weil es uns sein Ge: wächs nicht giebt. 273 377. Dürre und Mißwachs. Mel. Nun last uns den Leib. En unserm Kummer kom men wir gebeugt, doch voll Bertraun, zu dir; wir rus fen dich, o Bater, an, dein Himmel werd' uns aufgethan. 3 378. Danklied für den Regen. Mel.zerzliebster JEfu, wasic. Err, Herrscher, freus 2. Die Felder sind ein dür. Dig sey geprieſen! Groß res Land, von lauter Hiße aus, gebrannt; ach! sie verdorren immer mehr; send' einen mils den Regen her. ist die Hülfe, die du uns ers wiesen. Wir flehten traurig dich um milden Regen, da kam dein Segen. 2. Er fällt herab! Bald wird auf deiner Erden die matte Frucht durch ihn erquiks tet werden. Du willst, daß unsre hoffnungsvollen Saaten uns wohl gerathen.. 4. Entkräftet stehn die Baus 3. So weit, du Gnådiger, me da, die Frucht ist dem Vers die Himmel reichen, ist alles derben nah. Die Hoffnung, die voll von deiner Liebe Zeichen. die Blüth' uns gab, nimmt, laß dein Wohlthun uns ach! mit jedem Tage ab. O zum Dank bewegen, bey deis nem Segen. 6. Erbarme, HErr, dich unsrer Noth; nimmuns nicht unser täglich Brod; hilf uns im Elend; du allein kannst Hels fer hier und Retter seyn. 6. Gieb, Gnädiger, zu rechs ter Zeit uns Regen, der das Land erfreut, der die geddrrte Erde trånkt und sich in ihre Furchen senkt. und Güte schaun. Trost' uns, o HErr, verlaß uns nicht; gieb Muth auch zu der schwes rern Pflicht. 4. In aller Noth soll uns ser Herz dir trauen, dir kinde lich glauben, auch wenn wir nicht schauen. Du, der uns schuf, wirst ohne unsre Sors gen uns wohl versorgen. gen uns wohl versorgen. 379. In Theurung. Mel.Von Gott will ich nicht sc. 7. Dir wollen wir getrost Du bester Trost der Urmen, auf deine Macht aller Welt; 274 Gesänge ben allgem. Landesangelegenheiten Welt; du Bater voll Erbar, men, der ewig Glauben hålt! du, du erhörst Gebet! Hör auch, was unser Glaube zu dir ißt aus dem Staube in unsern Nöthen fleht. ger, du hilfft uns endlich doch. Du Helfer in der Noth, auf deiner Kinder Leiden folgt hos her Lohn der Freuden, wär's auch erst durch den Tod. 2. In Druck und Armuth lebet das tiefgebeugte Land; doch unser Blick erhebet sich noch zu deiner Hand. Der Es zieht, o Gott, ein Krie 38 du Bater bist, du uns diese Wunden. Du kennst die rechten Stunden, wo Trost uns nüßlich ist. geswetter ißt über unser Haupt einher; doch, bist du unser Schutz und Retter, fo fürchten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den Låndern droht. 3. Ja, lieber Vater, wende der Zeiten schweren Lauf. Thu' deine milden Hände, den Schats der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; nähr'auch uns, schaff uns allen bey unserm Mangel Rath. 2. Gieb, Vater, in so trů, ben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo andre trostlos zagen, mit Zus versicht zu dir zu flehn, weil nie doch Menschenhülfenützt, wenn deine Rechte uns nicht schüßt. 4. HErr, der du uns er. schufest, hdr unser Angstges schrey. Allmächtiger, du rufest dem Nichts selbst, daß es sey. Uns helfen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich däucht. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden, du bist es, der die Welt regiert. Laß auch ißt alle inne werden, daß dir allein die Macht gebührt.Seyd böse, Völker! rüstet euch! ist Gott für uns, so fehlt der Streich. 5. Laß alle Frucht gera: then, uns deine Hülfe sehn. Erquicke du die Saaten, so oft fie traurig stehn. HErr, baue felbst das Land, tránk' es mit Thau und Regen, und füll' es an mit Segen, aus deiner mils den Hand. 4. Je weniger sich oft auch zeiget, woher uns Hülfe noch entspringt, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles in Zer rüttung bringt: um so viel mehr laß voll Vertraun uns, Gott, auf deine Gnade schaun. 5. Was hilft der Streiter große Menge? Was hilft Ses walt's 6. Doch, säumt die Hülfe långer, verzieht die Stunde noch, wird unserm Herzen båns 380. In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott, und Bedürfnissen. 275 walt gen ihre Macht? Der Zu deinem Vaterherzen erhebt Ross' und Wagen dicht Ges drånge hat doch nicht immer Sieg gebracht; der wird allein von deiner Hand, wie dir es recht dúnkt, zugewandt. in bittern Schmerzen sich das Geschrey der Armen; erhör' es mit Erbarmen. 6. Drum fallen wir in deine Arme, o Vater der Barmhers zigkeit, und flehen demuthss voll: Erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Laß uns auf deine Hülfe sehn, so können wir nicht untergehn. 7. Und findet, HErr, dein weiser Wille noch ferner Leiden für uns gut, so fassen wir in frommer Stille dennoch zu dir den frohen Muth, daß du ges wiß zur rechten Zeit uns zu erretten seyst bereit. 8. Du schickst uns Noth, doch stets mit Maßen, und meinst es immer väterlich; auch uns wirst du nicht ganz verlassen, auch unsrer Noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch Angst und Pein ges läutert und gereinigt seyn. 9. Froh werden wir auch rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach, nach uns verborgnen Schlüssen, zum Heil uns oft durch Noth die Bahn. Du bleis best unsre Zuversicht! Barm herziger, verlaß uns nicht! 381. Allgemeine Landesnoth. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c, deine Höchster! jetzt das Land. 2. Du siehst des Landes Noth, sie kam auf dein Ges bot. Du kannst mit macht's gen Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. O HErr, wir murren nicht; gerecht ist dein Gericht, bey allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schuls den, und du bestrafft uns minder, als wirs verdient, wir Sünder. 4. Doch, Vater, deine Huld ist größer als die Schuld. Gedenke an die Deinen, die reuend vor die weinen; geden: te mit Erbarmen an die ges beugten Armen! 5.Verkürze, gnåd'ger Gott, die Dauer unsrer Noth! Laß, die voll Angst dir flehen, Trost und Erleichtrung sehen; vers wandle unsre Leiden in Quels len neuer Freuden. 6. Doch wenn, HErr als ler Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfers nen, so stårt uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kinds lich beugen. 7. Ja, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Laß die die Schläfrigen erwecken, auf dein Ges 62 276 Gesänge bey allgem. Landesangelegenheiten Gebot zu merken, undRedlich Fromme stärken. 8. Wenn dich das Herz nur liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, dem wird auch deine Gnade zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stårke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth uns fehle; o sprich zu unsrer Seele: Ges trost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von uns ferm Lauf, dann klärt sich alles auf; dann wird die Auss ficht heiter, dann thrånt kein Auge weiter; und dieses Les bens Leiden verwandeln sich in Freuden. 382. Seuersnoth: Sürbitte für Unglückliche. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. oder: Tun laßt uns den Leib, u bist es, der des Feuers Kraft zum Segen, zum Verderben schafft! Ach! schau der Flammen wilde Wuth, und gieb zur Hülfe Kraft und Muth! 2. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir! Laß sie nicht hülflos, tröste die, die du ge beugt haft, segne fie! 3. Der, deß du schonft, vers geffe nicht im Undank seiner Menschenpflicht, betrübte Brüs der zu erfreun, barmherzig und auch mild zu seyn! 4. Was du uns nimmst, das kannst du, Gott, auch wiedergeben, jede Noth in Heil verwandeln. Weis' und gut ist alles, was dein Wille that. 5. Gieb, wen du ißt be trübet haft, Geduld, zu tras gen seine Laft. Erfreu' ihn, wenn er ausgeweint, sey du sein erster bester Freund. 6. Der Kinder und der Kranken, HErr, erbarme dich, und wer nicht mehr, vom A ter schwer belastet, sich itzt rets ten kann, der finde dich. 7. Der finde bey dir, wenn er matt umherwankt, Hülf und Trost und Rath. Erhör', erhdre das Gebet, das heiß für unsre Brüder fleht. 383. Sürbitte für den König. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. n deiner Stärke freue sich der König, Gott, und sey, geheiligt und regiert durch dich, dir, seinem HErrn, getreu! 2. Begnadigt, HErr, mit deiner Kraft und deines Geis stes voll, gedent' er stets der Rechenschaft, die er dir ges ben soll! 3. Er fördre willig deinen Ruhm! Er denke gern daran! SeinReich sey auch dein Eigens thum, und er dir unterthan! 4. Der und Bedürfnissen. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum HErrn verordnet ist, sey deiner Kirche Schuß und Zier, der beste Mensch und Christ! 5. Groß und voll Mah' ist seine Pflicht, und er ein Mensch wie wir; ach er bedarf vor Andern Licht, und Rath und Kraft von dir! 6. Er suche dich: wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn; so müss' er, in dein Bild verklårt, sein Bolt wie du erfreun! 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, dein erster treus ster Sohn; er sey den Lastern fürchterlich; er sey der Tus gend Lohn! 8. Beglückter Völker Liebe sey der Ruhm, den er verdien', und keiner ihrerSeufzer schrey' um Rache wider ihn! 9. Fern sey für ihn das hohe Ziel, nach dem er wats len soll! Gott, mache seiner Tage viel, und jeden ehrens poll! 10. Sein Thron besteh' unwandelbar; sey seiner Freuns de Freund; sey sein Beschüßer in Gefahr, und seiner Hasser Feind! 11. Er wünsche nie der Helden Ruhm! doch, zeucht er in den Krieg, zu schützen unserEigenthum; so folg' ihm Muth und Sieg! 12. Sein werd' in jedem Slehn zu dir mit Lieb' und 277 Dank gedacht! Erhör' uns, Gott, dir trauen wir, und freu'n uns deiner Macht! Gefänge in besondern Anliegen. 384. Dürftigkeit und Armuth. Mel. Wer nur den lieben Gott. ein Gott, du hast mein 2008 dir unterwerf ich willig mich; du kennst am besten, was mir fehs let, drum halt ich weinend mich an dich. Schwer drückt der Ars muth bittre Noth, und Kums mer ist mein täglich Brod. 2. Laß nur an dir mich nicht verzagen, wenn alles wankt und alles weicht; dann wird auch in den trübsten Tagen mir selbst der schwerste Kums mer leicht. Die größten Schätze dieser Zeit sind doch zuleht Vers gånglichkeit. 3. Ich seh die Reichen dies ser Erden voll Sorg und Uns zufriedenheit, der Mächtige kämpft mit Beschwerden, den Stolzen drückt die Eitelkeit; sind sie denn glücklicher als ich, und sorgt mein Gott nicht auch für mich? 4. Ich forge ferner! Ists dein Wille, so mindre meine Dürftigkeit; wo nicht, so sey mein Herz nur stille und hoffe einer bessern Zeit. Laß mich der kleinsten Gaben freun und auch für wenig dankbar seyn. $ 3 5. Ben 278 Gesänge 5. Bey Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, das ist der Weg zur Ruh' im Les ben; Gott, lehre diesen Weg mich gehn. Dann folgt dem Leiden dieser Zeit einst jenes Lebens Herrlichkeit. 385. Mel. Gott des Zimmels und ic. licht von mir, ihr bangen Sorgen! mein Bersorger lebt und wacht. Meinem Gott ist nichts verborgen, was dem Herzen Kummer macht. Was sein Rath beschließt und thut, ehret ihn und ist mir gut. 2. Ehe noch, als Welten waren, war mein Schicksal ihm bekannt, und den Lauf von meinen Jahren lenket seine Baterhand. Nichts geschieht von ohngefähr, alles kommt von oben her. 3. Zahr', o Seele, deine Tage bis auf die Geburt zu rück; zähle Kummer, Müh' und Plage; zähl' auch Freu: den, Trost und Glück. Sprich, ob Gott nicht immerdar weise, mild' und hülfreich war. 4. Widme Gott dein gans zes Leben; trau' auf ihn und forge nicht. Er ist Bater, er wird geben, was zum Leben bir gebricht. Geh' getrost zu ihm, und sprich: Gott, mein Bater, segne mich! 5. Bet' und sey nicht zwei felmüthig, nicht des Meeres Wellen gleich. Sey getrost, denn Gott ist gütig; bist du dürftig, er ist reich. Fürchte nichts, denn der weiß Rath, der auch Kraft zu helfen hat. 6. Ja du kennst die Noth der Armen. HErr, mein Gott, fie drückt auch mich. Doch ich tenne dein Erbarmen und ver durch diese Zuversicht zag' ich trau' allein auf dich. Stark auch im Mangel nicht. 386. Krankheit. Mel. Zerzlich lieb hab' ich u. er du mich als ein Vater liebst, und mich mit Wohl thun ganzumgiebst, Gott, meis ner Seele Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg be kannt, hältst mich bey meiner rechten Hand, regierest meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachheit auf. O HErr, mein Gott, du bist mein Licht;:,: ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach deis nem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Trifft gleich jetzt Schmerz und Leiden mich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelins get. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich Dort in besondern Anliegen. dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein HErr, mein Gott, o laß mich fest:,: dir trauen, der mich nie verläßt. 3. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Mare ter, durch Gewalt und Tod auchSeel'undleißverschmach, ten, dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja über Mens schenkräfte wär', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein tann Leib und Seele selig seyn. Mein HErr, mein Gott, ich hoffe fest,:,: daß deine Kraft mich nicht verläßt. 4. Wer von dir weicht und auf der Welt dir nicht beharrs lich Glauben hålt, muß ends lich doch verderben. Er tann, weil er die Luft und Pracht der Erde sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lies ben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, tommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht,:,: nur den führst du zur Herrlichkeit. 5. Drum halt' ich mich ges troft zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist 279 meine Freude. Ich setze meis ne Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, oHöchster, soll allein mein Trost und meine Richts schnur seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz volls kommen deiner freut. Gott meines Heils, ich warte drauf,:,: nimm mich in deis nen Himmel auf! 387. 300 Mel. Befiehl du deine Wege. eit, die ich seufzend zähle, vollQuaal undUngemach! Betrübt ist meine Seele, und Kraft und Odem schwach; der neue Morgen mehret Bes schwerde mir und Schmerz; auch so sey Gott geehret, ges duldig sey mein Herz! 2. Was zieht dich Noth und Plage von Freud' und Danten ab? Gedenk' der ers sten Tage, die dir dein Vater gab. Tage, reich an Freus den, an tausend Gegen reich, was bleiben alle Leiden, vers gleich' ich sie mit euch? 3. Mein Gott, in tiefer Reue, mir meiner Schuld bes wußt, komm' ich, der Unges treue, und schlag' an meine Brust. Laß mich nur Gnade finden; und was ich lei den soll, o HErr, für meine Sünden, duld' ich dann de muthsvoll. 44 4. Du 280 Gefänge 4.Du machst dem frommen Herzen selbst Plagen zum Ges winn, zeigst mir in meinen Schmerzen, wie nichts, gar nichts, ich bin; den Trost, die der Welt und ihrer Lust, wie nimmst du, wenn ich leide, sie mir aus meiner Brust! 5. Du reißt mich los von Sünden, beugst meinen Ueber: muth; nun lern' ich recht eme pfinden, was böse ist, was gut. Nah, nah sind meinen Blicken mein Tod und dein Gericht, und geben Augenblicken ein schreckliches Gewicht. 6. Gott, dein Weg ist Güte, und ewig wird ers seyn! Gerührt soll mein Gemüthe hm dieses Zeugniß weihn. In meinen tiefsten Nöthen geh' ich davon nicht ab, und wolle test du mich tödten, nehm' ich es mit ins Grab. 7. Gieb mir nur Kraft, beständig auf deine Hand zu sehn, und lehre mich lebens dig der Leiden Werth vers stehn, damit ich christlich tras ge in siegender Geduld, und nimmermehr verzage an dir und deiner Huld. 8. Und so gescheh' dein Wille! Erbarmer, Gott, zu dir ist meine Seele stille; denn täglich hilfst du mir. Berzeih mir meine Schulden, die oft verlaßne Pflicht, dann werd ich stiller dulden. Ich weiß, du zúrnest nicht. 388. Sürbitte für einen Kranken. Mel. Ozaupt vollBlut und u. Barmherziger, erhöre der den( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn. Der Leiden schwere Stunden, laß fie vorübergehn, doch, HErr, nicht unser Wille, dein Wille soll geschehn. 2. Er( Sie) liegt und ringt und duldet, gequält von bitterm Schmerz, wir fahn es an und weinten, voll Mitleid brach das Herz. Du pflanztest ja dem Herzen des Mitleids Triebe ein, wie solltest du nicht gnädig, du nicht Erbarmer seyn? für ihren Bruder( Schwester) 3.Sich, deine Kinder flehen den, und hilf du våterlich. Wir dich; geuß Balsam in die Wun wollten gerne retten, doch ach! wir sind zu schwach. Thu, Mächtigster, was keiner von uns für ihn( fic) vermag. 4. Doch, soll des Todes Bes cher er( sie) trinken, soll er( sie) schon zu früh beglückten From men, zu des Vergelters Thron hinübergehn, so führe du ihn ( sie) im dunkeln Thal, und lins dre du, Erbarmer, des Todes letzte Quaal. 5. Lehr uns mit heil'gem Beben am Sterbelager stehn, und näher jene Stunde, die uns entfesselt, sehn; die neue Treue schwören, durch dich von in besondern von Sünden rein, mit jedem neuen Morgen bereit zum Tode seyn. zen die Seele fast versant, und nun aus vollem Herzen mein Flehn zum Himmel drang, da hörtest du mein Flehn, du måchtiger Erhalter: nun soll auch dich, Erhalter, mein Dank und Lob erhöhn! 2. HErr über Tod und Les ben, du meiner Båter Gott! wie soll ich dich erheben, mein Heil, mein HErr, mein Gott? Was kann des Staubs Ges sang? Wer hat dich g'nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, des höchsten En gels Dant. 389. Mel. In allen meinen Thaten. Deinbanges Nach der Genefung. MÉswardes Baters Wille, Mel. Aus meines zerzens ic. des Vaters Will' ist gut! Was 3. Und doch von dir zu schweigen, wår' eine Frevel that; laut will von dir ich zeus gen, der mich errettet hat! will rühmen: Gott nur kann vers geben und erretten; ach! wenn wir Gott nicht hátten, wer hülf' uns Armen dann? Anliegen. 4. O möcht' ich ganz dir leben, ganz, Gott, dein Eis genthum! Ja, jedes Tag's Bestreben sey deiner Gnade Ruhm! Dir opfern seine Zeit, vor deinen Augen wallen, die dienen, dir gefallen, ist hier schon Seligkeit. 281 390. Bey dem Verluft geliebter Personen. das nicht entziehen? und darfst du tadeln, was sie thut? 2. Was du so treu geliebet, gab dir, der alles giebet, für eine kurze Zeit; doch, was er nun entrissen, sollst du nicht ewig missen. Drum freu' dich der Unsterblichkeit! 3. Wer wohl den Lauf volls brachte, den führt Gott, eh ers dachte, ans große letzte Ziel! Er bleibt in Baterhånden; ihn herrlich zu vollenden, entriß er ihn dem Weltgewühl. 4. Des Lebens Freud' und Kummer löst sich im sanften Schlummer des Todes endlich auf. Der Tod kommt, uns zu retten von allen unsern Kets ten, frey steigt der Geist zu Gott hinauf. 5. Der morsche Rest vom Staube wird nun dem Grab zum Raube; die irdne Hütte bricht. Sie kann nicht ewig stehen, was Erd' ist, muß vers gehen, zum ew'gen Leben taugt sie nicht. 6. Trüb' ist der Trennung Stunde; tief ist des Herzens Wunde, das treu geliebt und fest, wenn alles nun verschwin $ 5 det, 282 Gesänge in besondern Anliegen. det, was Seel' an Seele bin det, und wenn der Freund den Freund verläßt. 7. Doch konnt's nicht ewig dauren: es mußte einer traus ren; denk', daß dich Gott ers kohr; gehorche seinem Willen, fühl' deinen Schmerz im Stil len, doch blick' auch glaubig dann empor. 8. Sprich: Gott, du hast's gegeben; HErr über Tod und Leben, du nahmst es auch das hin. Dein war's ja, nicht ganz meine, verzeih' nur, daß ich weine, dent', daß ich schwach und endlich bin. 9. Mit allem deinem Seh: nen, mit allen Deinen Thrås nen rufst du doch nichts zus rück. Im Vaterlande drüben, da warten deine Lieben, dann trennt kein Tod der Freunds schaft Glück. 10. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen Ers denfreuden für uns die Stuns de schlågt. Drum trocknet, Wehmuthszähren; es wird nicht lange währen, wo man auch uns zur Ruhe trägt. 391. Bey dem Verlust geliebter Kinder. zu erziehn; dir, der es mir ge geben. Im Alter wollt' ich sein mich freun; im Tode sollt es Trost mir seyn. 2. HErr, ich verehre dein Gebot. Doch- laß mich meines Kindes Tod, Barm herziger, beweinen. Du, der du aller Vater bist, und weiß, was Herz der Eltern ist, laß mich ißt gehn und weinen. Verzeih den Trieben der Na tur, nicht murren- klagen will ich nur. 3. Auch meine Thränen preisen dich, sie sind ja Zeugen, Gott, daß ich das liebte, was du liebest, und nun im Lichte deines Throns in der Gemeins schaft deines Sohns in höhrer Tugend übest. Auch weinend will ich dankbar seyn, du gabst, du nahmst, es war ja dein. 4. Aus aller Noth, von allem Schmerz befreyt, und rein von Schuld das Herz, ging es zu höhern Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünd' und Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ist's in Gottes Hand, ist in dem rechten Vaterland. traurig Herz ist hoffnungsleer, von Freuden leer mein Leben. Ich fah es wie den Frühling blühn: Gott, es - Mel.OLwigkeit, du Freudenw. Dein Kind ist, ach! für Lieder für die Jugend. 392. Met. Mir nach, spricht Christ. Jugendzeit, wie fi flügel schnell du vor uns vor: Lieder für die Jugend. vorüber! Noch lacht uns alles schön und hell, einst wird uns alles trüber. O goldne Tage, wie viel Glück mit euch ents flohn, kehrt nie zurück! 7. Führ' uns an deiner Bas terhand, noch schwanken unsre Schritte; mehr' in uns Tus gend und Verstand, lehr' uns gewisse Tritte; und straucheln wir in unserm Lauf, so hilf du våterlich uns auf. 2. Noch glüht des Lebens Morgenroth auf unsern fris schen Wangen; noch schmeckt uns unser täglich Brod so gut, so süß; wir hangen an Freus den eines Augenblicks, und uns jedes 393. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. ich komme vor dein Ange freuen ganz Stücks. licht, du Schöpfer 3. Kein Gram, kein Gift des Kummers schleicht im Schlaf durch unsre Glieder, und ob ein Schmerz uns nies derbeugt, wie bald entflieht er wieder! Wie bald kommt, un erkämpft, die Ruh, und führt uns neuen Freuden zu! 4. Noch liegt des Lebens långre Bahn vor unserm Blick. Wir heben sie kaum erst zu durchlaufen an! Was läßt sich noch erstreben, wenn, treu der Pflicht, wir eifrig thun, was sie gebeut, zu früh nicht ruhn! 5. Noch ist, Heiluns! die Zeit der Saat; wie wird die Ernt' entzücken, wenn guter Werk' und edler That wir viel um uns erblicken, wo, wer hier fårglich ausgestreut, zu spåt, was er entbehrt, bereut. 6. HErr, der uns schuf, der Jugendkraft hinströmtinunsre Glieder; den Geist mit edler Wissenschaft ernährt: nimm unsre Lieder mit Gnad', ob sie auch stammeln, an, du, den kein Lied erreichen kann. 283 Jugend! Verwirf mein kinds lich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! Mein gans zes Leben dank' ich dir; Erbars mer, weiche nicht von mir, das mit ich deine Wege unstråflich wandeln möge! 2. Du pflanztest, HErr, in meine Brust Verlangen nach Vergnügen; laß mich den Hang zu jeder Luft, die du vers beutst, besiegen. Dein unauss bleibliches Gericht vergesse meine Seele nicht; und weder Glück noch Leiden laß, HErr, von dir mich scheiden! 3. Wenn, Vater, sich auf meiner Bahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meis ner Seele nahn, so laß mich tlüglich fliehen! Ihr Beyspiel, HErr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht! Ihr Spotten und ihr Lachen laß nie mich wans tend machen! - 4. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Ers halter! Sie werde meiner Jus Lieder für die Jugend. 284 Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre von mir geheis ligt wäre. 5. Ach lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie vers schwende; daß ich mit weiser Thätigkeit zum Guten sie vers wende. Laß meiner Jugend Fleiß und Müh umsonst nicht seyn, und segne sie, und auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 394. Mel. Nun danket alle Gott. mit Huld und Watergate für mich so treu gesorgt, mit dankendem Gemüthe denk' ich erstaunend nach, wie viel du mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich dans ten kann. 2. An treuer Eltern Hand entfloh die erste Jugend, sie zeigten sorgsam mir den Weg der frommen Tugend. Wenn ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund, und mach te Weisheit mir und ihre Schåpe fund. 3. Wie weit wär' ich viel leicht vom ebnen Pfad entfer net, hätt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelernet, zu der das Lafter führt! Wie leicht ward ich sein Raub, war weggewandt mein Ohr, fü ihre Lehren taub. 4. Wie manchem ward das Glück, das mir Gott gab, ent zogen, wie mancher von der Lust derSinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unte Blumen lauscht, und sticht, ch man sie sieht. 5. Was gut und edel ist, was Gott gefällt und nüßet, was auf des Lebens Bahn uns vor dem Fall beschüßzet, was Muth im Leiden giebt, vor guten Menschen ehrt, hat mich von Kindheit an mein guter Gott gelehrt. 6. Die achte die nicht in Mienen heuchell, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeis chelt, die JEsu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Kindheit an mich, heil'ger Gott, gelehrt. dir? Durch Thaten will ich 7. Wie dank' ich würdig danken. Will dennoch auch mein Fuß vom ebnen Wege durch deines Wortes Kraft, wanten, o dann erinnre, Gott, durch mein Gewissen mich der großen Rechenschaft. 395. für Jünglinge auf Schulen. Mel. Kommt her zu mir, 26. er Tugend und der Wis senschaft sey unsrer Ju D gend Lieder für die Jugend. 396. gend ganze Kraft auf's neu, o Gott, geweihet. Du führst an treuer Lehrer Hand, die Um Bewahrung der Unschuld. uns dein Wille hier verband, Mel. Wenn mein Stündlein 2c. den Weg, der nie gereuet. 2. Wetteifernd klimmen wir die Bahn, auch, wo sie steil ist, leicht hinan, ihr Ziel ist Freud' und Ehre. Besiegt wird jedes Hinderniß, wir schwans ten seltner ungewiß, selbst Beyspiel wird uns Lehre. 3. Der Weisheit Schäße öffnen sich; wie Nebel vor der Sonne wich schon manches Irrthums Hülle. Was hoher Menschengeist erfand, umfaßt der forschende Verstand, ihn trånkt der Freuden Fülle. I 4. Hier sammlen wir, was auf die Welt, wenn, der uns schuf, uns ihr erhålt, des es gens viel verbreitet; was, des Verdienstes Eigenthum, der Weisen Lob, den ächten Ruhm im Alter uns bereitet. 5. Und unser Herz, das ungeführt sich selber, ach! so schwer regiert, hört Stimme treuer Liebe; fühlt sich gebes fert, wenn sie spricht, veredelt durch den Unterricht, und folgt dem Zug der Liebe. HA 6. Du, unser Bater, Preis sey dir, auf dein Geheiß ents hüllt sich hier der Jahre erste Blüthe. Laß edlen Trieb, sie dir zu weihn, im Jungling' und im Kinde seyn, du Bater voller Güte. 285 u Heiliger, es wirft vor bir sich unste Secle nies der. Barmherziger, dir flehen wir für uns und unsre Brüs der. Du bist ja unser Bater, du, o sende uns Erhörung zu, uns deinen, deinen Kindern. 2. Wir sind so schwach, der Sinne Luft und ihre falschen Freuden mit festem Sinn, mit tühner Brust zu hassen und zu meiden. Das Laster lockt uns von der Bahn der Unschuld! Nimm dich unser an, und laß uns nicht verderben. 3. Ach, wenn der Sinnlich, keit Betrug auch uns, auch uns berückte! Hat er der Opfer nicht genug, die er zum Abs grund schickte, woSchand' und Jammer ihrer harrt, wo, ach! so mancher elend ward, so mancher unsrer Brüder? 4. Ach, wenn der Wollust tddtend Gift auch unsre Kraft zernagte! Ach, wenn, der nur den Sünder trifft, der Vors wurf uns verklagte: ,, In „ dieser lastervollen Brust tobt Leidenschaft, glüht wilde „ Lust, und schrecklich wird ihr Ende." " " 9 5. Ach, wenn der Wollust giftger Hauch auch unsreBans gen bleichte! Ach, wenn sie unfern Lippen auch den Zaus bers 286 Fürbitte für die Schulen. berbecher reichte! Wenn uns rer Unschuld hohes Glück von uns entwiche und zurück zu reis nern Geelen kehrte. 6. Ach wenn, die unser jetzt sich freun, mit Thränen auf uns schauten, und seufzs Auch sie waren rein und schuldlos, doch sie traus ten dem Laster! Keine Ruhe ,, wohnt, die nur die reinern Seelen lohnt, hinfort in ih ,, ren Herzen!" "" "" 7. Wie elend wåren wir, befleckt das nagende Gewissen, des Lebens kurzer Rest bedeckt mit Schande; hingerissen von Schuld zu Schuld, der Welt verhaßt, der Tugend Gråul, der Erde Last durchseufzten wir das Leben. 8. Gott, Erbarmer, rette du uns, deine schwachen Kin der; wir eilen deinen Armen zu, die Reinen und die Sün der. Erhalte uns der Tugend treu, und fehlten wir, o Vas ter, sey, Erbarmer, und nicht Richter. 397. Fürbitte für die Schulen. Mel. Allein Gott in der Zöb 2c. Mit Dit Dank erfüllt, o Gott, sehn wir zurück auf unsre Jugend. Wie sel'gen Unters richt von dir, und Reiz zu jeder Tugend, und Brauchbarkeit für diese Welt, zu allem, was dir wohlgefällt, verliehst du uns in Schulen! 2. Hilf uns dies Glück des Unterrichts zeitlebens theuer achten. Und in Befolgung dieses Lichts stets zuzunehmen trachten. Laß aber bey dem Wenigen uns nicht in Tråg heit stille stehn, was wir als Kinder lernten. 3. Laß unsre Schulen ins gesammt zum Wohl des Lan des blühen, und alle Lehrer für ihr Amt mit frommen Eifer glühen. Hilf auch, daß alle, welche sie hier mühsam bilden, ihre Müh' nie undankbar ver: fennen. 4. Laß Wahrheit zur Gotts seligkeit, dies höchste Glück der Erden, mit höchstem Fleiß zu unsrer Zeit erlernt auf Schu len werden! Daß deine Lehr aus ihnen sich des Leichtsinns Strömen mächtiglich bey und entgegen seße. 5. Laß alle Eltern ihre Pflicht gewissenhaft verwalten, und zu der Schulen Unterricht stets ihre Kinder halten, daß ja nicht ein verwahrlos't Kind die, welchepflichtvergessen sind, vor dir einst hart verklage. 6. Erfülle aller Kinder Brust mit edlen starken Trieben, nicht Müßiggang nicht eitleLust, nur Tugendfleiß zu lieben. Durch Achtsamkeit und Ernst laß sie den Lehrern ihres Amtes Müh erleichtern und versüßen. 7. Du siehst, wie wir ver führbar sind, was oft ein Be ser stifte, bewahre jedes gute Kind Im Alter. Kind vor der Verführung Gif te. Halt' es getreu bey seiner Pflicht, laß junger Frevler Stimme nicht es schmeichelnd an sich locken. 8. Die Jugendjahre fliehn geschwind, und kehren nie zu rücke. Hilf, Vater, hilf, daß jedes Kind zu seinem wahren Glücke von seinerSchulzeitjes den Tag gewissenhaft benutzen mag, und ihrer einst sich freue. 19. Und weil dein Rath schon vor der Zeit dies ganze Pilgers leben, zur Schulzeit für die Ewigkeit, wohlthätig uns ge. geben: so hilf, daß jeder jes den Tag auch treu hierzu verwenden mag, und einst sich dessen freue. 2. Oft hatt' ich große Sor: gen; doch wie ein heller Morgen durch dunkle Nächte bricht: so hab' ich's auch erfahren, du weißt uns zu bewahren, und führst durch Finsterniß zum Licht. 287 398. Im Alter. Mel. In allen meinen Thaten. u, HErr von meinen Tas gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf: auf allen meinen Wegen In voriger Melodie. umgab mich, Gott, dein Sees, was Gott beschie felig, dem, gen, auch selbst im schwersten Leidenslauf. den, den Weg durchs Leben geht, von Herzen ihm vers trauet, auf nichts vergånglichs bauet, und nichts begehrt, als was besteht. 3. War Menschenrath vers gebens, so warst du, HErr des Lebens, mein Licht auf dunkler Bahn. Dich ließ ich thun und rathen, denn du thuft große Thaten, und nimmst dich unser huldreich an. 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen, und dein Erretter seyn: dies hast du mir versprochen, und nicht dein Wort gebrochen, deß will ich mich auch immer freun. 5. Du wirst in meinem Al ter mein Stab seyn, mein Ers halter, nach deiner Vatertreu. Bin ich gleich schwach und müde, bey dir ist Trost und Friede; du stehst mir Schwas chen mächtig bey. 6. Nach wenig bangen Stunden hab' ich ganz über: wunden; ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden erwars tet meine Seele da! 399. Bey dem Antritt des Ehestandes. 2. O selig, wenn die Her zen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch einen Sinn, sich liebend hier verbins den, das wahre Gut zu finden, den ewigdaurenden Gewinn. 3. Es 288 Ben dem Antritt des Ehestandes. 3. Es wohnet schon hienies den des Himmels süßer Fries den bey froher Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Ses gen der Zufriedenheit. 4. Da theilt man alle Freus den, da theilt man Gram und Leiden, da wallt man hand in Hand durchs kurze Pils gerleben, geht mit vereintem Streben den Weg ins rechte Vaterland. 2. Jch bleib' in deinen Hån den, wo ich auch werde seyn; du kannst mir Hülfe senden, wenn mir Gefahren dråun. Bin ich bey dir in Gnaden, gedenk' ich findlich dein, kann Steine Noth mir schaden, du wirst mein Retter seyn. 5. Du, Gott, schufft selbst die Triebe der reinen feuschen Liebe, thust mehr als wir ver: stehn; du woll'st auch heut erhören, die feste Treu sich schwören, und segnend auf sie niedersehn. 6. Du wollest selbst sie leis ten, so wird ihr Fuß nicht gleis ten, sie wollen dir vertraun, im Wohlseyn nie vermessen des Gebers je vergessen, in Noth auf deine Hülfe schaun. 7. Getrost, des Höchsten Gnade bahnt auch die neuen Pfade, getrost, mit uns ist Gott. Schlagt ein die treuen Hände, und du, Allgnåd'ger, fende herab den Segen, sey ihr Gott. Dir ist es nicht verholen, was mich betreffen kann. Wo ich auch bin, da leitet dein treues Auge mich, und ob mein Fuß auch gleitet, stüß' ich mich doch auf dich. 400. Auf Reisen. Mel. Befiehl du deine Wege. ir sey mein Weg befohlen! dich, Bater, ruf ich an. 3. Von meinem Pilgerles ben ist jeder Augenblick von dir, der mirs gegeben, be stimmt zu meinem Glück. Auch was mir Unfall scheinet, wird endlich Wohlthat seyn, was hier das Herz beweinet, deß wird es einst sich freun. 4. Getrost in diesem Glaus ben wall' ich von Ort zu Ort. Wer mag den Trost mir raus ben? ich habe ja dein Wort: Ich will dich nicht verlassen, wo du bist, bin auch ich. Das macht mein Herz gelassen; nichts ist mir fürchterlich. 5. Auch für sie, die ges trennet nun von mir sind und fern, sorgst du, der alle tens net, mein guter Bater, gern. Giebst du mich ihnen wieder, dann singt vereint ihr Dank in meine Freudenlieder, in meis nen Lobgesang. Nachtrag Nachtrag Gra einiger Lieder besonders zum Gebrauch mattin in öffentlichen Schulen. dentistace 401. Mel.Wie groß ist des Allmacht. 31296 Weiser Genuß der Jugend von seinem Segen! tönt übers und Lebenszeit. all der Schöpfung Ruf. ner Jugend und jeder Lust des Lebens freun; auch fröhlicher Genuß ist Tugend, nur, o mein Herz, genieße rein! Genieß der Freuden dies fer Erde, Gott wills; nur húte dich, mein Herz, daß keine Lust zur Reue werde, und keine deis ner Freuden Schmerz. apar 2. Brich jede Blum' am Weg des Lebens, noch eh' sie welket; brich sie ab, sie blüht und duftet nicht vergebens so süße Wohlgerüch' herab. Ums sonst blüht nicht die Rosen: laube, sie beut dir Blumen für dein Haar; und nicht umsonst fårbt sich die Traube, sie beut dir ihre Freuden dar. 289 3. Gott füllet seine schöne Erde mit neuem Segen jedes Jahr, daß sie der Freude Schauplatz werde, für seine Menschen immerdar. Thal, Hain und Flur ruft uns entge: gen: Gott liebt die Menschen, die er schuf. Genießt, genießt 4. Folg' diesem Ruf und nimm die Freude mit frohem Sinn, die Gott dir beut; im Blumens kleide sich rings um dich die Flur erneut; so oft im Soms mer reicher Nehren Goldschims mer dir entgegenblinkt; so oft im Herbst aus traubenschwes ren Weinhügeln Gottes Ses gen winkt! 5. Freu' dich der Welt; doch nie genieße die Freude ganz allein für dich. Getheilte Lust ist doppelt süße, und höhre Wonn' erfüllet dich, wann deis ne Hand des Kummers Thrä nen von deiner Brüder Auge wischt, und die sich nach Er quickung sehnen, durch einen Labetrunk erfrischt. 6. Dann blüht mit süßerent Entzücken die Schöpfung Got tes um dich her; dann weht ein lieblicher Erquicken der West, von Blumendüften schwer; dann gießt wohlthätiger die Sonne ihr Licht auf deinen Lebenspfad; und reiner wird der Schöpfung Wonne durch das Bewußtseyn guter That. t 7. Sea DAR 290 Nachtrag einiger Lieder 7. Genieße, was dir Gott beschieden, doch so, daß nie dein Herz vergißt, daß auch die reinste Lust hienieben nur Vor, bereitungsfreude ist; daß nicht allein für diese Erde, was in dir denkt, geschaffen ist; genieße måßig, weis' und werde der hds hern Freuden werth, als Christ. Himmel aufzusehn, Gott selbst das Haupt erhoben. Drum want' und fall' es links und rechts, wir sind unsterblichen Geschlechts; das Vaterland ist oben. 4. Wir müssen, müssen vors wärts gehn, wie Wahn und Trug auch toben; uns hat, zum 5. Ach! unsrerHeimath ein gedenk, laßt uns doch gehn wit Brüder, in Lieb', ohn' Eifer und Gezant, im Klange froher Lieder. Du krånktest mich aus Mißverstand; komm, Lieber, reiche mir die Hand, und thu' es niemals wieder! 402. Mel. Sey Lob und hr dem ic. orwärts, mein Geist, den schroffen Pfad! Nicht tråg' umhergeschauet! bort d oben winkt die Ruhestadt! Bey dem Anfang und Wohlauf! dir selbst vertrauet. Dich, GottesOdem, dich, Bersi ftand, in Staub gehüllt, hat Gottes Hand so wunderbar gebauet. 2. Nicht ziemt dir, edler Himmelssohn, aneitlemSchein zu haften; dein würdig tritt in Staub mit Hohn die niedern Leidenschaften, und ob sie rechts und links nach Stolz, nach Sinnlichkeit, nach Dunst des Golds die Freude direntrafften. 3. Dir, Wahrheit und Ges rechtigkeit, bir schwdr' ich Treu' auf immer! Bergebens lockt die Welt und draut mit ihrem Trug und Schimmer; sey noch so schlimm Gefahr und Noth, Berachtung selbst und schnd der Tod, unredlich seyn ist schlimmer! Schluß des Lectionss cursus. Het d 403. Mel. Sollt' ich meinem Gott. uf, Brüder, hin zum Zie o le, das aufs neue vor und glänzt! Unsre ganze Seele fühle, daß kein Leben sie bes grånzt, jene reinen hohen Freu den, echtes Fleißes sichren Lohn, wenn Verachtung, Sport und Hohn, wenn der Neue bittre Leiden fühlt, wer hier die Zeit der Saat tråge weggeschlum mert hat. 2. Laßt mit Muth und neu beginnen! Unlust, Trägheit weiche fern! Ruft dann Gott uns einst von hinnen, o dann, Brüder, sehn wir gern auf das Tagewerk des Fleißes, das uns herrlich lohnt, zurück; Freude glänzt in unserm Blick; wie vergeffen froh des Schweißes, achten besonders zum Gebrauch achten Arbeit nicht und Müh; herrlich, herrlich lohnet sie! 3. Nein, kein Tag sey mehr verlohren; jeder reich an guter That! Uns, zur Thätigkeit gebohren, täusche nicht der Trägheit Nath, morgen, mors gen, und nicht heute, was die Pflicht gebeut, zu thun!- Nach der Arbeit laßt uns ruhn. Wer durch Müßiggang entweihte seine Zeit, tehr' heus te um, Beßrung sey und Fleiß sein Ruhm! 4. Segne, Gott, nach dei ner Treue deiner frohen Kin der Chor. Stärke unsern Trieb auf's neue, führ' uns mehr zu dir empor. Schenke unfern Lehrern Kräfte, Freud' an uns und frohen Muth! Uns laß weise seyn und gut, und bey jeglichem Geschäfte dir verdans ten jede Kraft, denken unsrer Rechenschaft. 2. Ja, Nacht und Irrs thum flichet da, wo dein Licht erhellt. Auch unsre Schule blüher durch dich, o HErr der Welt! in öffentl. Schulen. 291 denn deine Watergüte beglückte unsern Fleiß. 3. Mit kindlichem Gemüthe fingt Jeder dir heut Preis; 405. Mel. Was Gott thut, das ist. Bollendet ist auch diese 404. Mel. Ach, bleib mit deiner e. da blus Gott, du läh'jt Schülen bid, mußte Stunden. hen zum für Welt und Staat, låß'st Menschen hier erziehen, führst sie der Tugend Pfad. Bahn! Preis dir, der sie uns führte, der Großes auch an uns gethan, deß Aufsehn uns regierte! Du gabst uns Kraft, der Wissenschaft und unfrer Pflicht zu leben, und weiter fortzustreben. 2. Wohl uns, wenn des Gewissens Ruh in unsern Herzen wohnet! Sie strömt uns füße Freuden zu; ihr sanft Schweiß, den treuen Fleiß; Gefühl belohnet für Müh und fie läßt uns mit Vertrauen die hellste Zukunft schauen. 8. Doch ach! wenn uns der Borwurf quält, daß wir die Zeit verträumten; wenn uns der Guten Beyfall fehlt, weil wir die Pflicht versäumten: welch bittrer Schmerz faßt dann das Herz! Auf ewig weggeschwunden sind unges 4. Empfang', o Bater, uns fern Dank für diesen Theil des Lebens! Du bists, durch den es uns gelang, wenn nicht det Geist vergebens nach Wahrheit rang und weiter drang; du gabst uns Muth und Kräf te, du Segen zum Geschäfte. 5. Verzeih, wenn säumend unser Fuß nur träge Schritte wagte, der Mund voll Mißt2 muth 292 Nachtrag einiger Lieder muth und Verdruß oft über Lasten klagte! Hinfort soll nie der Arbeit Müh uns schrecken, nicht Beschwerden, wir wollen besser werden." An Tagen allgemeiner Schulprüfungen. 406. 2. Wie dank' ich dir, daß du mir Muth und Lust und Kräfte schenktest; zudem, was edel ist und gut, mein Herz so früh schon lenktest! Ich folge dir voll Zuversicht, an deiner Hand, HErr, gleit' ich nicht. Mel. Mir nach, spricht Christ. tets weiser, besser stets zu seyn, strebt meine ganze Seele; der Trieb, die Kraftig re ist, Vater, dein, dem ich mich neu befehle. Du, ohne den ich nichts vermag, segn' auch des neuen Fleißes Tag. 3. Wie kostbar und wie schön sind sie, der Jugend süße Stunden! Vielleicht fühl ich im Alter nie, was ich bisher empfunden: durch kleine Freus den mich beglückt, das Herz von keinem Gram gedrückt. 4. Drum sey es dein, der es mir gab, mein Leben', dir geweihet! Es führt ja näher an das Grab, wo man nicht Saat mehr streuet, mich jeder, jeder Augenblick; kein Flehn bringt mir die Zeit zurück. do Stunde wieder, die ungenugt sich mir entschwingt. Auf schnellerem Gefieder flicht je de; doch mit Heiterkeit er scheint die, die ich dir geweiht. 5. Kein Wunsch, kein bans ges Sehnen bringt nur eine so heiß nach wahrer Weisheit 6. O daß ich stets, wie ißt, strebte! O daß ein immer regs rer Fleiß in meinem Herzen lebte! Mit Wonne fåh' ich einst als Mann die Tage meis ner Jugend an. 407. Mel. Wie schon leucht't uns ic. ey mir gegrüßt und feyers lich, der Prüfung Tag, wo rings um mich sich viel der Zeugen sammeln! Du kommst; mit die kommt Freud' und Schmerz, hier freut sich hoch, dort bebt ein Herz, wenn sich die Zeugen sammeln. Lob und Ehre, Lob und Ehre krdnet heus te Fleiß und Tugend. Heildir, wohl durchlebte Jugend! 2. Wenn sorgsam und ges wissenhaft, so viel mein Gott mir gab von Kraft, ich mei nen Pflichten lebte; wenn, an der Weisheit treuer Hand ges führt, mein Auge unverwandt dem Ziel entgegenstrebte: werd' ich schüchtern, stumm, erröthend, ängstlich stam melnd, heute beben, Rechen schaft davon zu geben? 3. Bang' klopft der Trågs heit nur die Brust; sie reicht den Becher kurzer Lust, vers mischt besonders zum Gebrauch in dffentl. Schulen. 293 mischt mit Gram und Neue. Blieb fern von mir ihr Zau bertrank, dein sey die Ehre, dein der Dank, daß ich mich Heute freue! Alles Gute kommt von oben, von dem Vater un sers Lebens; ohn' ihn strebt der Fleiß vergebens. 408. U₁ Mel. Gott des Zimmels und ic. Insre ganze Seele fühle sich zu neuer Luft erhöht; im mer mehr nahn wir dem Ziele, wo der Lohn des Fleißes steht; laßt den Borsaß, gut zu seyn, heute wieder uns erneun! 2. Ewig dauern jene Freu den, die uns Fleiß und Tugend bringt; Trägheit aber lohnt mit Leiden dem, der hier in Schlummer sinkt; o, laßt uns nie stille stehn, nein, im Suten weiter gehn! 3. Wer durch Müßiggang entweihte seine edle Jugends zeit, der kehre reuvoll heute wieder zu der Thätigkeit! Laßt uns nußzen jede Kraft, einges dent der Rechenschaft! 409. Mel. Ich finge dir mit Zerz zc. u, welcher Weisheit will und schafft, und Zugends eifer liebt, zur Weisheit und zur Tugend Kraft so gern uns Menschen giebt! 2. Sieh, Vater, froh ges rührt sind wir, wir Alle, Jung und Ale, und blicken dankbar froh zu dir, dem uns ser Lied erschallt. 3. Wir preisen dich, daß du uns liebst, und Segen und Gedeihn dem edlen, guten Saamen giebst, den treue Leh.. rer streun. 4. Auch diese Schule ward durch dich ein segenreiches Land, der gute Saame mehrs te sich, und manches Unkraut schwand. 5. Da sieht sie nun, die junge Saat, und preist dich, hocherfreut, dich, der geschüst, gepflegt sie hat mit Vatergus tigkeit. 6. Vernimm dafür den Dank, den Preis, den wir vereint dir weihn; laß Tus gend, Gittlichkeit und Fleiß auchy fernerhin gedeihn! 410. Mel. Kommt her zu mir, 2c. Frschalie, freudigerGesang! ter Dank für alle seine Treue. Voll Nachsicht, Schonung und Geduld erschien uns seine Baterhuld auch heute noch auf's neue. 2. Er sah mit Baterblicken an, was unser reger Fleiß ges than; uns lohnt sein Wohlge fallen durch des Gewissens Ruhgefühl, wir fühlen uns gestärkt, zum Ziel noch eifris ger zu wallen. 3. Lohn war auch edler Menschen Lob, so lang' kein # 3 Stolk 294 Nachtrag einiger Lieder eldrand Hauch; bewahre du, behüte hinfort die Blüchen auch. 4. Getrost! mit reinen, warmen Gefühlen, brüderlich sehn auch in ihren Armen nun unsre Lehrer dich. Nie sey dein Auge trübe, von uns, ach! uns gekrånkt. Getroft! mit voller Liebe sehn wir dich uns geschenkt. Stolz das Herz erhob. Ihr Beyfall werd' uns Lehre! Ihr Beyfall glänze vor uns her! Doch Ruhm bey Gott sey stets uns mehr, als Menschenruhm und Ehre. 4. Gott, Schöpfer, Bater, unsre Zeit flieht schnell dahin zur Ewigkeit; lehr' uns die Tage zählen. Mach' uns zum Dienst der Welt bereit, laß Tugend, Fleiß und Frömmig, keit nic unserm Kreise fehlen. Bey Einführung neuer Lehrer. 411. Mel. Befiehl du deine Wege. Dit freudigem Vertrauen, einst Frucht der Saat zu schauen, blick auf und zweifle nicht. Der Vater deines Les bens, der immer wohl regiert, er hat dich nicht vergebens in unsern Kreis geführt. 2. Schau auf uns her, wir alle sind nur ein Brüderchor. Sey uns gegrüßt, komm, walle mit uns zum Ziel empor. Führ uns mit Freundeshånden, geh' leitend uns voran, geführt, gewarnt vollenden wir sichrer unsre Bahn. us 3. Auch hier ist Gottes Garten, gleich Blumen blú hen wir, du wirst uns pflegen, warten, sieh, Gott vertraut uns dir. Ach), unsrer jungen Blüthe droht oft ein gift'ger dirbo 412. Mel. Sey Lob und Ehr' demx. Dobsinget Gott und preiset ihn, für seine Batertreue. Ihm müssen unsre Herzen glühn; er segnet uns aufs neue. Gott giebt uns einen neuen Freund, der liebreich sich mit uns vereint, zur Weisheit und zu führen. 2. Schwer ist des Lehrers hohe Pflicht und steil sein Ziel auf Erden. Es müsse unser Leichtsinn nicht ihm Quell des Kummers werden. Er weiht uns liebreich Kraft und Fleiß, auf! laßt uns seinen sauren Schweiß durch Folgsamkeit verfüßen. 3. Nie widerstreb' ihm un ser Herz, wenn er's zum Gu ten lenket, nie mach' ihm unfre Trägheit Schmerz. Wer treue Lehrer tråntet, der trånket Gott, der sie uns gab, und Reue wird ihm bis ins Grab des Les bens Glück derbittern. 4. Nein, nie soll unser Leichtsinn, nie der Undant fie betrüben. Wie unsre treuften Freunde sie zu ehren und zu lieben, besonders zum Gebrauch lieben, sey unser Vorsatz alles zeit; dann wird des Herzens Freudigkeit tein Unmuth uns verbittern. in öffentl. Schulen. 295 er ihn uns so treulich wies. Einst find' er in des Höchsten Hand uns wieder, wie er hier uns fand. 093413. Mel. daß ich tausend Zungen. Rob sey dem HErrn, der uns Lob frer Jugend so manchen treuen Führer gab! Der Weiss heit Segen und der Tugend strömt mild durch sie auf uns herab. Auch heute, Vater, führest du uns einen Freund und Lehrer zu. 5. Lehr' uns, o Gott, ge wissenhaft auf unser Ziel zu blicken. Gieb unsern Lehrern Muth und Kraft, einst lohne fie Entzücken, wenn nun von Weisheit jeder Art durch sie ein großes Maaß uns ward, uns und der Welt zum Gegen! 6. Belohne sie an unfrer Statt, daß ihre Wohlfahrt grus net. Was nur das Leben frohes hat, und was zum Heile dienet, das gieb du ihnen in der Zeit. Einst noch in ſpåter Ewigkeit be! Wir heißen euch mit Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. eilig sey euch diese Stuns sey du, Gott, ihr Vergelter! einem Munde willkommen, wie den Freund der Freund! Gott, der über uns regieret, hat euch in unsern Kreis ger führet; nun streben wir mit euch vereint, an guter Lehrer Hand, die Liebe uns verband, hin zumZiele. Auftschwört ihn heutden theurenEid, euch ganz Gott und der Pflicht zu weihn! 4. Dort ruft, o mdge Gott es geben! vielleicht auch ihm ein Selger zu: ,, Heil sey dir, denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du!" O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer See le seyn. turbij danes zalizz Bey Aufnahme und Ents laffung der Mitschüler. 414. 2. Laß dir auf allen seinen 2. Geht der Lehrer Arme Wegen, den du uns gabst, em. pfohlen seyn! Bekrone, was er thut, mit Segen, und jede Aussaat mit Gedeihn! Für unser Wohl schlag ihm das Herz, Schmerz, den er fühlt, sey unser Schmerz. offen; seht, wie in ihren Aus gen Hoffen und Lieb' auf ihren Mienen schwebt. Schuldlos bleibe euer Leben, das erste feurigste Bestreben sey Tugend, die den Geist erhebt! Selbst Weisheit ohne sie bleibt doch nur eitle Müh. Gottes Liebe ist mehr als Ruhm; sein Ei genthum seyd ihr, vergeßt, vergeßt es nie! 3. Einst laß uns dankvoll ihm begegnen, der Gottes Weg uns gehen hieß; ihn mit ents zückter Rührung fegnen, daß t 4 3. Bey Nachtrag einiger Liederodnojs 3. Bey der Freunde from 416. men Sehnen, bey guter Eltern Mel. Wie schön leucht't uns x. Heißen betuß für euch geweint: wei, V kommt ihr, Geliebte, her chet von der Tugend Pfade nicht einen Schritt, und Gottes Gnade wird mit euch seyn! Gott wird euch Freund! Bleibt euch an Unschuld gleich, an neuer Tugend reich, tehret wieder ins Baterland! Mit voller Hand streut dann, was ihr hier sammelt, aus! gesandt, in unsre frohen Kreis se. Bertraut auf Gott, und glaubet fest, der Vater, der euch nie verläßt, der Gütige, der Weise, wird euch Huldreich täglich geben, was das Leben euch versüßet, daß es sanft vors überfließet. 2. Hier firdmet unerschöpfs volgutit and pruf allich reich der Wahrheit Quell, 415. und nähret euch; tommt, schöpft an dieser Quelle! Die Tugend und die Wissenschaft giebt eurem Geiste Licht und Kraft, und macht die Augen helle. Die sie suchen, die ges nießen viel der süßen Frucht des Fleißes, zur Belohnung edles Schweißes. 296 • Mel. Zaupt voll Blut 2c. ereint zu deinem Preise, Regierer deiner Welt, sind Brüder unserm Kreise von neuem zugesellt. Nimm, Gnådiger, dieß Flehen für sie um Segen an, und lehr' sie richtig gehen auf dieser neuen Bahn 2. Es sey ihr erstes Stres ben, von dir geliebt zu seyn, und durch ein weises Leben sich deiner Huld zu freun! Des Lasters falscher Schims mer bethöre nie ihr Herz; und acht es fühle nimmer zu spås ter Reue Schmerz! 3. Laß sie die Weisheit ler. nen, die freye Seelen ziert, von dem sich zu entfernen, was sie der Pflicht entführt. Des Raths, der Warnung Stimme verschmåhe nie ihr Ohr; und treu geleitet klimme ihr Fuß zum Ziel empor. 3. So kommt und knüpft der Freundschaft Band, geht friedlich mit uns Hand in Hand; weiht euch mit uns der Tugend. Gott segnet uns, bot das Auge blickt. Gott wenn unverrückt auf sein Ges schützet unsre Jugend. Seine Güte wird uns leiten, wenn wir gleiten, uns erheben. Wir sind sein, sein unser Leben. 417. mel. Sey Lob und Ehr dem ic. eyd uns gegrüßt in uns sern Reihn, gegrüßt zumFreundschaftsbunde! Auf! Brüder, euch mit uns zu weihn, besonders zum Gebrauch in öffentl. Schulen. 297 weihn, in dieser Feyerstunde, dem Gewissen. Schaut getroft der Tugend und der Wissens schaft, und ihm, dem Geber jeder Kraft, dem Vater unsers Lebens. zu Gott hinan; und wenn Sünder zittern müssen, fühle Eure Brust hienieden schon der Tugend Lohn und Frieden. 2. Beginnt mit Muth die neue Bahn! Sie führt zu süßen Freuden. Klimmt müh. was ſind die kleinen Leiden, was Müh' und Arbeit, wenn der Lohn so herrlich strahlt, wenn Freude schon selbst bey der Müh uns lohnet? 3. Gott segne, die er uns verband, mit Kraft zu guten Thaten, mit Tugendliebe, mit Verstand! Gott lasse wohl ges rathen die Saat, von treuer Hand gestreut, und uns einst in der Ewigkeit die reichen Ernten sammlen. 418. Mel. Liebster fu, wir sindic ottes Friede sey mit Euch, die wir liebten! Heil und Segen- innig flehen wir für Euchfolgen Euch auf Euren Wegen! Seyd getroft! Gott wird Euch leiten, seine Gnade Euch begleiten. 2. Spåter, früher, doch Euch nach werden bald wir alle gehen. Allen kommt ein Abschiedstag; mögen wir ihn freudig sehen, ohne Neu und ohne Schmerzen, ohne Vor: wurf in dem Herzen! 3. Wandelt muthig Eure Bahn, tren der Pflicht, treu 419. Mel. Valet will ich dir geben. Schon schlägt die Tren nungsstunde, die unfre Herzen rührt, die euch aus unserm Bunde, aus unsrer Schule führt. Doch Gott, der Weltregierer, kann überall ere freun, er wird auch euer Füh rer und Beystand künftig seyn. 2. Der überall zugegen den Guten segnen kann, der streue seinen Gegen auf eure neue Bahn. Was wahrhaft euch beglücket und eure Tugend mehrt, was euren Geist ents zücket, sey euch von ihm ges währt. 3. Die Freundschaft, reiner Freuden des Umgangs sich bes Leiden, verlöscht nie in der wußt, versüßt der Trennung Brust. Getrennt denkt noch mit Wonne der Freund an seis nen Freund, und freut sich, wenn die Sonne auch seinen Freunden scheint. 4. Der Freundschaft heil'ge Bande vernichtet keine Zeit; im bessern Vaterlande knüpft sie die Ewigkeit. Dort finden die sich wieder, die tren sich liebten hier, und singen frohe Lieder, o Gott der Liebe, dir. t 5 Bey 298 Bey Todesfällen und Bes gräbnissen eines Lehrers oder Mitschülers. Nachtrag einiger Nachtrag einiger 420. ( S. auch Nr. 306,309.) Mel. Jsu, der du meine ze. er mit Luft und Eifer strebte, nüßlich für die Welt zu seyn; wer nicht bloß für sich nur lebte, Mens schen suchte zu erfreun; deß Gedächtniß bleib' und daure; seine Nachwelt tlag und traure; wo ſein Grab ist, weine dann, wer die Tugend schätzen kann. 201 2. Alle, Alle müssen tla gen: viel zu früh starb dieser Mann! O wie viele müssen sagen: meiner auch nahm er sich an! Laßt uns ehren sei, nen Namen, seine Tugend treu nachahmen, und sein Bey. spiel stets erneun; dann wird sich die Nachwelt freun. 3. Ja, laßt uns auch heute weinen, Alle, die sein Tod be, trübt; unsre Klagen hier vereis nen um ihn, der uns so geliebt. Lieder, d Gottes Welt, eh' es Nacht wird, noch erhellt. 6. Seine schöne Tugend thaten bleiben segnend uns zu rück; tragen- gleich den reis hen Saaten für die Nach welt Heil und Glück. Gott, der Richter aller Welten, wird schentadel trifft sie nicht, fie öffentlich vergelten. Men schentadel trifft sie nicht, umstrahlt sie Gottes Licht. dort dort 421. Mel. un sich der Tag geendet. Bon Allem, was die Erde bleibt nur ein eins zig Gut. Es ist der Christ, der Tugendfreund. Nur Er ist groß und gut. 2. Heil ihm! die späte Nachwelt ehrt noch dankbar sein Bemühn; sie wird ein ewig, festes Band um seine Thaten ziehn. 3. Er ist's, der für die Ewigs keit der Tugend Saamen så't, und nach Vollendung seiner Bahn getroft hinübergeht. 9422. Met. Jesus, meine Zuversicht. Ja, gerecht find unfre Zähren, Unerforschlich ist dein Rath, laßt uns im Tode Doch bey allem Schmerz und Leid tröst' uns seine Seligkeit. an schweigen! Ihn, der uns der Eugend Pfad pflegte liebevoll zu zeigen, unsern Lehrer nahmst du, Gott, von uns weg. Ach! er ist todt! 4. Ja, sein Name sey uns heilig, unvergeßlich, was er that! Heil dem, der so treu und redlich seine Pflicht erfüllet hat! Sein Gedächtniß strahle immer, wie der Abendrothe Schimmer, sanft erquickend, 2. Jeder seiner Schüler weint! und gerecht sind unsre Thränen. Bater war er uns und Freund! Aber ach! kein ban: besonders jum Gebrauch in öffentl. Schulen. 299. banges Sehnen führet ihn zu uns zurück! Beinend folgt ihm unser Blick. ger That! laß uns würdige Verehrer seiner Tugend schon auf Erden, laß uns gut und weise werden. 3. Er lebt in der bessern Welt, wo für seine Lehrertreue 5. Laß ihn ruhen sanft und er von dir den Lohn erhält, wo er ohne bange Nieue auf uns, feine Schüler, blickt, die im Leben er beglückt. 4. Sein Gedächtniß bleib' uns werth, unvergeßlich seine Liebe! Ja, was er uns hier gelehrt, wollen wir mit reinem Triebe immer üben. Gott, gieb 424. du seiner Asche sanfte Ruh! Thränen, heitert euren Mel. Jesu, der du meine Seele. rocknet eures Jammers trüben Blick! denn es bringt tein banges Sehnen Ihn, der von uns schied, zurück. Ach! die holde Stimm' und Rede, und der Lieblichkeiten jede, und sein freundliches Gesicht ruht im Grab' und kehret nicht. 2. Gleich des Feldes Blue men schwindet, was da lebet rings umher, traurend sucht der Freund und findet den geliebten Freund nicht mehr. Vor dem welken Greif' am Stabe sinkt der Jüngling und der Knabe; und so zog ein frühes Grab, den wir liebten, auch hinab. 3. Gleich des Feldes Blus men werde, was geboren wird, verstäubt! Nur der Erdenleib wird Erde, aber sein Bewohner bleibt. Ja, du lebst, Ges liebter! lebeft über Sternen, oder schwebest mitleidsvoll um jeden Freund, der an deinem Grabe weint. 4. Dies 423. Mel. Liebster Jefu, wir sind sc. anft, wie er gewandelt hat, endet sich, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, dessen Hingang wir beweinen; ihn, der sanft von uns geschieden, lohnet nun die Ruh der Müden. 2. Klaget nicht an seiner Gruft, die nur seine Hüll'ums schließet, nur den Staub zum Staube ruft, da sein Geist den Lohn genießet, der der Tugend ist beschieden, Seligkeit und Himmelsfrieden. 3. Bater, treu ging er den Pfad hoher Tugend bis ans Ende, und gab nun nach deis nem Rath seinen Geist in deis ne Hände; und die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. mild, unfern Freund, uns ewig theuer! Und ein Blick hin auf sein Bild sey uns sanft wie Frühlingsfeyer! Seine schönen Tugendlehren wollen wir durch Thaten ehren. 4. Laß die schöne Tugends faat, ausgestreut von deinem Lehrer, teimen reich an heil's 300 Nachtrag einiger Lieder in dffentl. Schulen. Pest und wilde Gluthen, wo nicht Trennung mehr, noch Tod, liebenden Geliebten droht! 4. Dieses Streben, dieses Trachten aufwärts zur Volls tommenheit, dieses Vorgefühl, diesSchmachten, Brüder, nach Unsterblichkeit, dieser Geist, der Welten denket, würde mit ins Grab gesenket? und geschafs fen hätte Gott dieses alles nur zum Spott? 7. Ach, des Wonnetags, der wieder, was am Grabe hier geweint, Eltern, Kinder, Schwestern, Brüder, Freund und Gatten fest vereint; wann, gelehrt von Himmels weisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrthum, Schmach und Gram uns in feine Ruhe nahm!* 8. Bald vielleicht, ach, bald verschwunden ist auch unsre Lebenszeit; und wer weiß? von meinen Stunden kommt die letzte wohl schon heut. O, laßt Gottes Weg uns wan deln, immer gut und redlich handeln, daß wir, ruft der Vater nun, freudig hingehn, 5. Nein! nicht spottend, nicht vergebens schufst du, Ewiger, dein Bild, weisheitss voll hast du des Lebens edlen Geift in Staub gehüllt; diese Hülle wird vernichtet, und die freye Seele richtet zu der hd: hern Geister Chor freudig ih. ren Weg empor. 6. Auf! von Moder und Verwesung blicke dort hinauf, mein Geist, wo im Friedens: thalGenesung alles Erdenjams mers fleußt; wo nicht Krieg, Erdbeben, Fluthen, Hunger, auszuruhn. shin puls WERTOG D 3533 903 Gebete Gebete und Betrachtungen für die häusliche Andacht. 海 COPunAcn andur otsid did and modtodo mond shulent and and at the houdt du marais 89 456 sided dus Dimitro sed ni I. Toto si alte missmecilice somm Morgen und Abendgebete. 2 #olin asi 11509501 i GRY HOPS S 13E Ca sobiap min 09 and Morgengebet am Sonntage.dui aind ingin dan the ott, mein Vater! mit Freuden und Dank erscheine ich jetzt vor deinem Angesichte. Ich freue mich des Lebens, welches du mir von neuem geschenkt haft, und aller Wohlthaten, die ich durch dasselbe von dir erhals ten habe. Ich danke dir für den Schutz, den du mir in der verflossenen Nacht hast angedeihen lassen, für die Ruhe, durch welche mein Körper erquicft ist, und für den neuen Morgen, welchen du mich erleben låffeſt! HErr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit, die du mir erzeiget hast. Laß mich nun auch den heutigen Tag, der zu deinem feyerlichen Dienst bestimmt ist, so anwens den, wie es die Absicht erfordert, zu welcher die Feyer desselben angeordnet ist. Dein Geist mache mich tüchtig, dir recht wohlgefällig zu dienen, und dein Wort ane dächtig zu betrachten. Wenn ich dffentlich mit meinen Brüdern dich in deinem Hause anbete: so gieb meinet Seele eine lebendige Empfindung deiner Allgegenwart, deiner Güte und Heiligkeit, damit ich dich im Geist und in der Wahrheit anbete. Wenn ich dir und deinen Sohn JEfu Chrifto zu Ehren Loblieder singe: so laß es mit Andacht und Inbrunst geschehen. Wenn ich öffentlich oder in der Einsamkeit zu dir bete: so laß mein Herz ganz zu dir gerichtet seyn. Wenn ich dein Wort betrachte oder verkündigen hdre: so laß mich durch dasselbe erleuchtet und überzeugt, gebeffert und gestårft, ermuntert und getröstet werden. So laß dies sen Tag für mich einen Tag des Segens werden, deß sen ich mich einst noch in der Ewigkeit freuen könne. Alle meine Mitmenschen empfehle ich deiner Gnade und deis • 304 Gebete und Betrachtungen deinem Schutze, o barmherziger Bater! Erbarme dich der Verirrten und führe sie auf den Weg der Wahrheit und Gottseligkeit. Bekehre die Lafterhaften, und gieb, daß heute viele durch dein Wort gewonnen werden mö gen. Stärke die Schwachen im Glauben, damit sie immer vollkommner, immer fester in der Erkenntniß JEfu Christi und in der Uebung aller christlichen Tugenden werden. Gieb allen Traurigen heute Trost und Freude für ihr Herz, und den Kranken Erquickung und Hoffnung. Sorge väterlich für die Bedürfnisse aller deiner Kinder und deines ganzen Reiches. Laß Wahrs Reintracht immer heit und Gottseligkeit, Friede und Eintracht mehr unter den Bekennern deines Sohnes JEsu Christi ausgebreitet und dadurch die allgemeine Glückseligkeit befördert und erhalten werden. Amen. immer ains and not sisgod ud on siden dildoes th on sin ad Abendgebet am Sonntage. aid, tinal redisquamp fr Womit soll ich, mein Gott und Bater! auch jetzt, in dem ich mich zu dir wende, anders anfangen, als mit Lob und Danksagung? denn du hast mir bis auf diesen Augenblick lauter Gutes erwiesen. Wie viel Gutes habe ich auch heute hören, lesen, oder sonst lernen können! Du hast mir Zeit und Gelegenheit gegönnt, über mich selbst, mein eignes Herz und Leben, und über deine mannigfaltige Barmherzigkeit nachzudenken. Du hast mir dein Wort gegeben, mich bey diesem Nachdenken zu leis ten. Wie viel Licht, wie viel Ermunterung und Trost würde uns fehlen, wenn uns dein Wort fehlte! Darum danke ich dir herzlich, gütiger Vater, für die unschätzbare Wohlthat deiner Offenbarung, welche uns zur himmlischen Seligkeit leitet. Laß mich nur nicht morgen oder übermorgen schon wieder vergessen, was ich heute aus derselben Gutes und Wahres ge hört und gelernt habe; und laß auch andre eben diefer Gnade theilhaftig werden, und nicht vergeßliche Hö rer, sondern Thåter deines Wortes seyn. Hilf uns allen das halten, was wir dir heute gelobet haben; und das Gute ausüben, wozu wir ermuntert worden find! Gieb, daß wir uns alle durch unser ganzes Vers halten als treue Jünger JEsu beweisen. Det 350 für die häusliche Andacht. Der morgende Tag und alle folgende Tage sollen mir heilig und wichtig seyn. Möchte ich es nur nie vers gessen, daß du mir in meinem Hause eben so nahe bist, als in der Kirche; daß du alle meine übrigen Worte eben so wohl hörest, als mein Gebet; und daß jeder Tag für mich ein Vorbereitungstag auf die Ewigkeit ist. Laß mich darauf merken, was ich heute gesündiget habe; was ich etwa hätte unterlassen oder besser machen sollen. Laß mich so mit jedem Tage meines Lebens im Guten immer mehr zunehmen, und behüte mich gnädig vor Rückfällen in Leichtsinn und Sorglosigkeit. O laß mich recht darauf denken, den Schaden, den meine Sünden vielleicht anrichteten, so viel ich kann, wieder gut zu machen, und mich immer sorgfältiger hüten, mich von der Sünde hinreißen zu lassen. Gieb mir einen fanften erquickenden Schlaf. Vor Unglück und Gefahr bewahre, o Gott, mich, die Meis nigen und alle meine Mitmenschen. Beweise insonderheit deine Gnade allen Elenden, Trostlosen und Verlaßnen! Unterstütze, stärke, tröste sie durch dein Wort und deinen Geist! Laß sie mitten in ihrem Elende noch erkennen, daß du die Liebe bist. Laß mich morgen gesund erwachen, und mit Freuden und Munterfeit an meine Arbeit gehen, die ich zum voraus deinem Segen anbefehle. 305 Run, Vater! ich verlasse mich auf deine Güte! Erhöre mich durch JEsum Christum, meinen HErrn. Amen. Morgengebet in der Woche. Gutes zu thun und nicht müde zu werden, das verlangst du, HErr, von mir, deinem Geschöpfe, deinem Kinde! dem Jünger und Erlösten Jesu Christi. Und wie fonnte ich dieß besser thun, als wenn ich auch hier auf dich, meinen HErrn und Vorgånger, aufsehe und dein Vorbild mir zur Nachahmung vorstelle? Und wie schwebte doch dir das große Werf immerdar vor Augen, das dir dein himmlischer Vater aufgetragen hatte! Wie opfertest du ihm doch alle deine Zeit, alle deine Kräfte auf, vollbrachtest es, bey allen noch so großen Hinders nissen und Schwierigkeiten, ganz und vollkommen, und fans u 306 Gebete und Betrachtungen fandest in der Vollbringung desselben deine Speise, dein größtes Vergnügen auf Erden. Ich muß wirken die Werke deß, der mich gesandt hat, weil es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. O möchte doch dieser dein Sinn auch mich beleben! Möchte ich doch das Werk, das mir auf Erden aufgetragen ist, eben so willig, eben so treu und emsig vollbringen, als du das deinige vollbrachtest! Möchte ich doch jede Ges legenheit, Gutes zu thun, begierig ergreifen, jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick aufs beste ante gen, den Plag, der mir in deinem Reiche angewiesen ift, ganz ausfüllen, mich im Recht und Wohlthun feine Schwierigkeiten abschrecken, keine Hindernisse muthlos machen, feinen Undank ermüden lassen, und meine Freu de und Seligkeit darin finden, daß ich thue den Willen deines Vaters im Himmel! Das ist mein ernstlicher Vorsatz. Laß ihn That und Wahrheit werden. Starfe du mich, der ich ohne dich nichts fann und vermag. Mache mich tüchtig, in allen guten Werken zu thun dei nen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch die Kraft deines Geistes. Amen. Abendgebet in der Woche. Gott, der du uns allenthalben nahe bist, uns allents halben die Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Gnade erfahren läffeft, der Gedanke an dich sollte heute mein Führer seyn. Er sollte mich allenthalben begleis ten, sich an alles, was ich that und redete und dachte, und was mir begegnete, anschließen, und mir Kraft und Trost und Freude und Seligkeit einflößer. Wie unglückselig würde ich seyn, wenn ich diesen Tag zuges bracht hätte, ohne an dich zu denken, wenn der Ge danke an dich mir gleichgültig und beschwerlich gewesen wäre! O möchte ich nie so unglückselig seyn und wers den! Möchte doch der große, selige Gedanke an dich meinem Geiste immer gegenwärtiger, meinem Herzen immer angenehmer und willkommner, und in meinem ganzen Verhalten immer wirksamer werden! Wie selig werde ich seyn, wenn ich dich immer vor Augen und im Herzen habe! Wie kann es mir an Kraft und Stärke feb für die häusliche Undacht. 307 fehlen, das Böse zu meiden und Gutes zu thun, wenn ich dich zum Zeugen aller meiner Gedanken, Worte und Werke nehme? Wie kann es mir an Muth gebrechen, die Leiden dieser Zeit geduldig zu ertragen, wenn ich weiß, daß du ben mir bist in der Noth? Wie sollte ich mich nicht allewege freuen können, da ich Gemeinschaft habe mit dir, dem Quell aller Freude? O führe mich, führe alle, die dich kennen, zu dieser Seligkeit! Schenfe mir die Gnade, dich mir immer zu vergegenwärtigen, bey allem, was ich denke und rede und thue und genieße und dulde, auf dich zu sehen, mich immer nahe an dich zu halten, wie du mir allenthalben nahe bist, und in der Vorstellung von deiner Nähe Kraft und Stärke, Freude und Seligkeit zu finden. Voll des frohen Ge dankens an dich und deine Gegenwart überlasse ich mich getroft der Ruhe dieser Nacht, und sehe allen meinen künftigen Schicksalen im Leben und im Sterben, in dieser und in jener Welt unerschrocken entgegen. Ich fürchte kein Unglück, denn du bist bey mir. Amen. Morgengebet einer christlichen Familie. Vater aller Menschen, der du deine schöne Sonne alle Tage über Gute und Böse aufgehen läßt, wir danken dir von Herzen, daß du uns diesen Morgen gesund haft erleben lassen. Wir danken die für die Ruhe der vers gangenen Nacht, für die Erquickung, die du uns ge= gönnet hast. Laß uns mit neuem Muth und inniger Zufriedenheit unser Leben und unsere Berufsgeschäfte fortsegen, und den großen Zweck, warum wir auf der Welt leben, immer vor Augen haben! Du hast uns erschaffen, daß wir heilig und un sträflich in der Liebe vor dir- daß wir einst ohne Aufhören ben dir selig seyn sollen. Du hast deinen lieben Sohn, Jesum Christum, in die Welt gesandt, daß wir durch ihn heilig und selig würden. Dank sey dir, be ster Vater der Menschen, daß du uns erschaffen, und zu einer unaufhörlichen Glückseligkeit bestimmt haft. Herzlicher, inniger Dank für alles, was du uns durch JEfum Christum gelehrt und verheißen und Gutes gethan haft, und ewig Gutes zu thun willens bist. Gieb 42 uns - 308 Gebete und Betrachtungen uns die Gnade, daß wir alle von ganzem Herzen an dich und deinen Sohn Jesum Christum glauben, und uns in allem, was uns heute widerfahren mag, an dein Wort und deine treuen Verheißungen festhalten. Laß uns nie vergessen, daß du uns siehst, hörst, und einem jeden ohne Ansehen der Person nach seinen Werken, Worten und Gedanken vergelten wirst. Laß diese wichtigen Wahrheiten diesen ganzen Tag über unser Herz erfüllen, daß wir vor der Sünde und jeder Versuchung, gleich als vor einem gefährlichen Abgrunde, erschrecken, und unsre Pflichten mit freudiger Entschlossenheit und treuem Eifer ausüben! In einem so furzen Leben, als das unsrige auf Er den ist, ist ein einziger Tag sehr wichtig, wenn auch wirklich unser Leben das höchste Ziel erreichte; wie viel wichtiger, da keiner von uns weiß, ob er nicht jetzt zum letzten Mal erwacht ist! OHErr, unser Gott! Vater unsers Levens, möchten wir das wohl erwägen; nichts Gutes aufschieben; und mit unsrer Zeit sparsamer um gehen, als mit Gold und Silber! - Gieb uns Gelegenheit, Lust und Vermögen, heute recht viel Gutes zu thun. Laß unsre Liebe gegen unsre Mitmenschen aufrichtig, herzlich, von allem Stolze frey, und thätig seyn! Laß uns alle Kräfte, die du uns geschenkt haft, zur Wohlfahrt Anderer mit Freu den anwenden. Laß den Geist der Liebe uns unter ein ander aufs genaueste verbinden, daß wir im Frieden und herzlicher Eintracht bey einander leben; unsre Lei den uns tragen helfen und unsers gemeinschaftlichen Glückes uns freuen. Bewahre uns, liebreicher, allgegenwärtiger Vater, vor Unglück und Gefahren! Gieb uns ein lebendiges Vertrauen auf dich, wenn uns heute etwa Unglück, oder eine Gefahr treffen sollte! Laß uns auch im Unglück deiner und deiner Liebe uns freuen, und stärke unste Seele zu stiller Gelassenheit und freudiger Ergebung in deinen Vaterwillen. Segne unsre Verrichtungen, damit sie uns wohl gelingen! Bewahre uns vor Unvorsichtigkeit; und laß uns nicht, durch Lift und Betrug Anderer, Schaden lei den! für die häusliche Andacht. den! Hilf uns aber auch unsre Geschäfte treu und unverdrossen vollbringen. Beweise heute, o barmherziger Vater, allen Menschen deine Huld und Güte. Laß Wahrheit, Tugend, Rechtschaffenheit und wahres Christenthum auch heute ummer mehr ausgebreitet werden. Gieb jedem, was ihm nöthig, und wende von jedem ab, was ihm schäd lich ist! Erbarme dich aller Armen und Verlaßnen; laß sie weise und treue Helfer und Tröster finden in ihrem Elende! Erbarme dich aller Kranken; lindre ihre Schmerzen; flöße ihnen christliche Geduld und gute tröstliche Gedanken ein. Erbarme dich aller Reisenden, und bewahre sie vor allem Unfall! Segne alle Arbeiter und Handwerker! Segne alle, welche heute das Licht der Welt erblicken, und die heute dasselbe zum letzten Mal sehen! Ja, segne uns alle, Allgütiger, nach deiner unendlichen Liebe. Amen. 309 Abendgebet einer christlichen Familie. Gott, wie schnell folget nicht die Nacht auf den Tag, und der Tag auf die Nacht, und wie eilend gehen nicht Tage und Nächte und Wochen und Monate und Jahre mit allen ihren Geschäften und Leiden und Freuden dahin! Wie bald sind sie nicht alle durchlebt, und wie wenige merkliche Spuren lassen sie hinter sich zurück! Was sind sie alle für den, der sie durchlebt hat, an ders als ein Traum, aus welchem er entweder mit Hei terkeit und Freude, oder mit Verwirrung und Schrekken zu einem höhern, weniger traumähnlichen Leben erwachet? Jetzt legen wir uns ruhig in die Arme des Schlafs, dieses Bruders des Todes, und danken dir, gütigster Vater, für alles, was du uns heute Gutes gethan, für alle Hülfe und allen Beystand, die du uns geleistet, für allen Fortgang und Segen, womit du unsre Geschäfte gefrönet, für alle Annehmlichkeiten und Freuden des Lebens, die du uns gegónnet hast! Ja, alle Tage unsers Lebens sind mit unzähligen Beweisen deiner Huld und Güte bezeichnet. O möchten sie doch auch alle mit Beweisen unsrer Dankbarkeit und unsers Gehorsams # 3 gegen Gebete und Betrachtungen gegen dich bezeichnet seyn! Wie froh würden wir dann nicht zum bessern Leben erwachen! wie bald aller Sor gen und Mühseligkeiten des gegenwärtigen kurzen Pils gerlebens vergessen! wie viel geschwinder und sicherer uns der Vollkommenheit nähern! wie gewiß die Früch te von jedem Schritte, den wir hier in dieser Absicht thun und gethan haben, einernten! 310 Gott, laß doch diesen Gedanken unserm Geiste oft gegenwärtig, laß ihn unsern Lehrer, unsern Führer, unsern Trdster auf dem Wege des Lebens seyn. Ja, dieser Gedanke müsse uns vor jeder Thorheit und Sun: de warnen, uns zu jeder Pflicht und Tugend antreiben, uns jede Beschwerde leicht, und jedes Leiden heilsam machen! Mit diesem Gedanken wollen wir einschlafen, und mit diesem Gedanken morgen, wenn es dir gefällt, unser irdisches Leben zu fristen, wieder aufwachen. Der Gedanke an unsre Sterblichkeit ist zugleich Gedanke an unsre Unsterblichkeit; und wenn uns jener beunruhigen und erschrecken könnte, so richtet uns dieser wieder auf, und flößt uns Muth und Zuversicht ein. Nein, wir werden nicht sterben, nicht ganz, nicht auf immer sters ben, nur unsre irdische Hütte werden wir verlaffen, nur verwandelt und in einen höhern Zustand versett werden; und da werden wir ewig leben, und unsers Lebens erst recht froh werden! Amen. II. Andachten bey der Feyer des heiligen Abendmahls. 1. Selbstprüfung am Tage der Beichte. Gott, vor dir, dem Allwissenden und Allgegenwärtigen, will ich über mein bisheriges Verhalten nachdenken und mein Herz und meine Wege erforschen. Möchte ich es mit dem Ernste, mit der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe thun, die dieses wichtige Geschäft von mir fordert! Möchte ich bey dem Gefühle meiner Schwach für die häusliche Andacht. Schwachheit undSündhaftigkeit mit schmerzlicher Schaam und Reue, aber auch mit dem ernstlichen Vorsage und dem redlichen Bestreben der Beßrung durchdrungen und belebt werden! Wenn ich an deine Liebe denke, womit du uns alle von Ewigkeit geliebet haft in Christo JEsu; wenn ich überlege, mit welchen Vorzügen du uns, seine Bekenner, vor allen Völkern der Erde durch ihn begnadiget, welche Mittel des Unterrichts und der Besserung, welche Kraft und Stärke zum Leben und göttlichen Wandel du uns verliehen haft und verleihen willst, wenn ich erwäge, wozu du uns als Christen berufen, welcher Glückseligkeit du uns fähig gemacht, welche Aussichten in die zukünftige Welt du uns eröffnet hast; wenn ich bedenke, wie sehr uns dieses alles zum Glauben und Vertrauen, zur Liebe und Dankbarkeit, zur willigsten, eifrigsten Beobachtung deiner Geseke, zu einem vorzüglich heiligen Sinne und Wandel antreiben sollte; und wenn ich mit dem allen mein Berhalten vergleiche: dann, ja, dann muß ich mich schämen; dann, ja, dann darf ich es kaum wagen, meine Augen auf zuheben zu dir! 311 Ich bin dein Geschöpf, dein Kind, ein Erldseter JEfu Chrifti, ein Erbe der Unsterblichkeit, von dir mit großen Fähigkeiten und Anlagen ausgerüstet, zu erhab: nen Absichten bestimmt, zu einer ewigen Herrlichkeit be rufen in Christo JEsu. Wie habe ich nun als ein sol cher gedacht und gehandelt? Habe ich dich als meinen Schöpfer erkannt und gepriesen, die als meinem HErrn gehorcht, dich als meinen Vater geliebet? Bin ich das geworden, was ich als dein Geschöpf, dein Kind, dein Erldseter, durch deine Gnade und die Gnade deines Sohnes und Geistes werden konnte und sollte, der weise, erleuchtete, gläubige, geheiligte, nach deinem Ebenbilde erneuerte, dir ähnliche und wohlgefällige, zu allen guten Werken geschickte, in denselben geschäftige und eines höhern Zustandes fähige Mensch? Ich bin ein Bekenner, ein Nachfolger Jesu Chris sti, und rühme mich, das zu seyn. Ich glaube an ihn als den Heiland und Seligmacher aller Menschen, als den Erretter von der Sünde und dem Tode, als den Wiederbringer des Lebens und der Unsterblichkeit, als U14 un: Gebete und Betrachtungen unfern Vorgänger und Herrn. Ich hoffe durch ihn Gnade und Vergebung, Kraft und Stärke, Trost und Ruhe für meine Seele, Hülfe und Errettung im Leben und Sterben, Seligkeit und ewiges Leben zu erlangen. Denke und handle ich nun auch so, wie es einem Befen: ner und Nachfolger JEsu zukommt? Würde JEfus in mir seinen Befenner und Nachfolger erkennen? Werden andere mie es anmerfen, daß ich JEfu Bekenner und Nachfolger bin, daß ich sein Bild an mir trage, daß ich so gesinnet bin, wie Jesus Christus auch war, daß ich so denke und handle, wie er dachte und handel te? Finde ich selbst eine gewisse Aehnlichkeit zwischen mir und JEsu, zwischen meinem Verhalten und seinem Verhalten? Habe ich mich durch ihn von der Knechts schaft der Sünde erlösen und durch seinen Geist reinis gen und heiligen lassen? Bin ich zu der herrlichen Frey heit der Kinder Gottes gelangt? Habe ich Gnade bey Gott und Vergebung meiner Sünden durch ihn gefunden, oder muß ich sie erst suchen? Genieße ich die Ge rechtigkeit und Stärke, den Frieden, die Freude, die Ruhe der Seele, die bey ihm zu finden ist? Bin ich wirklich durch ihn selig geworden, und kann ich mit Zu verlässigkeit hoffen, es fünftig zu werden? Ich bin ein Mitglied der Gesellschaft, ein Borge setter oder Untergebener, ein Herr oder Diener, ein Hausvater oder eine Hausmutter, ein Kind oder ein Hausgenoffe, ich bin reich oder arm, hoch oder nie. drig, glücklich oder unglücklich. Auch hier habe ich große und wichtige Palichten, deren Beobachtung oder Unterlassung für mich Folgen haben wird auf ewig. Jo soll den Stand, darin ich stehe, würdig behaupten, den Plaz ausfüllen, den ich einnehme, meinen Beruf mit der gewissenhaftesten Treue und Redlichkeit abwarten. Ich soll die Stelle JEsu unter meinen Brüdern vertres ten, einen jeden lieben, einem jeden wohlwollen, einem jeden helfen und dienen, eines jeden Glück befördern, so viel ich kann, von einem Tage, von einer Stunde zur andern Gutes thun und nicht müde werden. J foll Andern, und besonders denen, mit welchen ich auf besondere Weise verbunden bin, durch mein Beyspiel vorleuchten und vorgehen. Ich soll im männlichen Alter mich 812 für die häusliche Undacht. mich durch männliche Gesinnungen und Thaten, durch geübte, standhafte, exemplarische Tugend auszeichnen. Ich soll meine jugendliche Unschuld nie entweihen, fie auf das sorgfältigste bewahren, mich einer unbefleckten Reinigkeit des Leibes und des Geistes, einer frühzeitis gen, lebenswierigen Frömmigkeit und Gottesfurcht be: fleißigen. Ich soll im Glücke demüthig, im Unglücke geduldig, måßig in der Freude, getrost im Leiden seyn. Ich soll alles thun, was ich thue, in dem Namen unfers HErrn JEsu Christi, mich in allen Dingen als seis nen Diener beweisen. Und wie habe ich nun dieß alles zeither gethan? Wie diese Pflichten erfüllt? Welche Fol gen wird das für mich haben in jener Welt? 313 Ich besitze so viele Mittel des Heils und der Besserung, durch welche ich weiser, gläubiger, tugendhafter und seliger werden kann, als diejenigen, die diese Mits tel nicht besigen. Wie habe ich nun diese Mittel angewendet, und bin ich durch sie das geworden, was ich wers den konnte? Welchen Gebrauch habe ich von der heiligen Schrift gemacht? Wie habe ich die Religion, die Leh ren, Vorschriften und Verheißungen JEfu, wie sein heis liges Vorbild benutzt? Wie oft, und wie habe ich sein Abendmahl gefeyert? Wie habe ich den öffentlichen und besondern Gottesdienst abgewartet, und welchen Nußen habe ich davon gehabt für meine Erkenntniß, für meis nen Glauben, für meine Heiligung und Beruhigung? Wie, und wo habe ich den Sonntag zugebracht? Und das Gebet, dieses vorzügliche Mittel der christlichen Besserung, wie habe ich es benugt? Habe ich an jedem Tage so oft und so gut gebetet, als ich konnte und soll te? Habe ich ohne Unterlaß gebetet? Habe ich mich ge wöhnt, in allem auf Gott und auf JEsum zu sehen, mir ihn immer zu vergegenwärtigen, mitten unter meinen Arbeiten und Freuden meinen Geist auf ihn hinzurichten und stets in seiner Gegenwart zu wandeln? Und finde ich an diesen Uebungen der Andacht mehr Lust und Ge schmack, als an allen Freuden der Erde? HErr, du erforschest mich und kennest mich. Du weißt es, ob ich zeither auf guten oder bösen Wegen gewandelt habe, ob ich besser oder böser, zu einem hö hern Leben geschickter oder ungeschickter geworden bin, ob ich 11 5 Gebete und Betrachtungen ich mich dem Ziele der christlichen Vollkommenheit ge nähert, oder von demselben entfernet, meine Seligkeit, oder meine Schuld und Strafbarkeit vermehrt und vergrößert habe. Führe, ach führe mich, Höchster, auf ewige Wege! Amen. 314 2. Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Verfündigungen. mit Betrübniß meiner Seele sehe ich auf so manche übel angewandte Jahre zurück, und beklage die Thors heiten und Ausschweifungen meines verdorbenen Hers zens. Jch darf mich nicht mit Unwissenheit oder bloßer menschlicher Schwachheit entschuldigen: denn du haft mir, o mein Gott! deine Gebote frühzeitig bekannt, und durch die machtigen Wirkungen deines Wortes mich zum Guten tüchtig gemacht. Mit wie vielen Beweisen deiner zärtlichen Baterliebe hast du mich von meinen ersten Jahren an überhäuft! wie viel Gutes mir durch meine Eltern und Freunde, und Lehrer erwiesen! wie oft mich vor den Verführungen der Welt gewarnet, und durch väterliche Züchtigungen von dem Verderben zu rückgezogen! Ach! daß ich diese Stimme zur Buße nicht eher mit Aufmerksamkeit gehört, dich nicht eher von Herzen geliebt, so oft mich von deinen Geboten ents fernt, und durch die bösen Triebe meines Herzens zu so manchen Uebertretungen mich habe hinreißen lassen! Vers gieb mir doch um Christi willen alle diese Verschuldungen, du gerechter Gott! Vergilt mir nicht nach jenen Werken des Unverstandes und der Eitelkeit. Laß mich nicht die traurigen Folgen derselben zu heftig erfahren, oder, wenn sie mich treffen, so laß sie mich zu meinem Besten anwenden. Entziehe mir nicht um meiner Sunde willen den göttlichen Trost in den Leiden, die mich vielleicht treffen werden. Mache mich durch deinen Geist geschickt, das Versäumte, so viel nur möglich ist, ein zubringen, den bösen Folgen meines Erempels bey Andern Einhalt zu thun, und durch das leuchtende Beyspiel einer wahren Gottseligkeit fünftig viel Gutes zu schaffen. Wenn ich aber, mein Gott! bey diesem Ernst mei: für die häusliche Andacht. meiner Besserung noch immer so mannigfaltig strauchle; ach! so verwirf mich nicht! Trage noch ferner Geduld mit mir Schwachen; leite mich von einer Vollkommen heit zur andern, und führe mich durch alle Versuchungen zur Sünde in diesem Leben glücklich dahin, wo ich, von allen bösen Wirkungen meiner vorigen Sünden auf ewig befreyt, dir in unbefleckter Heiligkeit dienen werde! Amen. 315 3. Nachdenken über die Geschichte der Stiftung des heiligen Abendmahls. Um uns die Feyer des Gedächtnißmahls JEsu lehrreich und rührend zu machen, bedarf es beynahe nur einer ruhigen Ueberdenkung der Geschichte seiner ers sten Stiftung. Die Person des Stifters, die Umstände, unter welchen er das Abendmahl einsetzte, die unverkennbare Absicht, in der er es stiftete, alles dieß vereinigt sich, um unser Nachdenken würdig zu be schäftigen, und unser Herz zu tugendhaften und from men Empfindungen zu bewegen. Den Stifter dieser Feyer kennen wir schon aus unserm frühesten Religionsunterricht als den Weisesten, den Tugendhaftesten, den Heiligsten, eben so wohl als den größten Wohlthäter der Menschheit. Die Geschich te seines Lebens liegt in den einfachen Erzählungen seis ner Schüler vor unsern Augen. Sie zeigt uns den Mann, der nach einer schuldlosen Kindheit, nach einer weise durchlebten Jugend, in den Jahren seiner vollsten Reife einen Plan auszuführen anfing, wie er vor ihm in feines Menschen Herz gekommen war, die Beseligung der gans zen Menschheit durch reine Gotteserkennts niß und durch echte gottgefällige Tugend. Von dem Erfolg seiner Arbeiten zeigt die Weltgeschichte. So hat keiner gewirkt wie er. Eine solche Veränderung in der Menschheit ist durch nichts zu Stande gebracht, als durch das Christenthum. Bey weitem nicht alle, zu denen diese heilsame Lehre gekommen ist, haben sie, wie sie verdient, aufgenommen und benutzt. Aber die, wel che nach ihren Vorschriften dem ungöttlichen Wesen und den Gebete und Betrachtungen den verderblichen Küsten entfagten, züchtig, gerecht und gottselig gelebt haben, die haben auch gefunden, was sie verheißt, Ruhe und Frieden für ihre Seelen. Was ein solcher Wohlthäter stiftete, sollte es nicht unfrer ganzen Aufmerksamkeit werth seyn? Aber es gewinnt noch an Interesse, wenn wir uns die Umstände zurückrufen, unter denen das erste Abendmahl gefeyert ward. Die Zeit war da, wo JEsus nicht mehr, wie bisher, durch rastlose Arbeiten, durch Lehren, Helfen und Trösten, wo er auch durch die Erduldung der hårte: sten Leiden zeigen wollte, wie er nichts scheue, was zur Vollendung des großen Werks dienen könne, das ihm Gott sein Vater aufgetragen hatte. Fast drey Jahre der beyspiellosesten Thätigkeit lagen hinter ihm; die besten Jahre seines Lebens waren unter erschöpfenden Anstrengungen hingebracht. Schon da hatte es so oft an Aufmunterung und Erfolg gefehlt. Aber das Härtere stand ihm bevor; Stunden, die er selbst gern vermieden hätte, wenn es nicht sein erstes Gesetz, von dem er sich nie los sprach, gewesen wäre, sich Gottes Fügungen in allem zu unterwerfen; Stunden, in denen alles, was Mißhandlungen des Körpers, was Krånfungen eines immer wohlwollenden Herzens Bitteres haben, auf ihn eins dringen sollte. Und sie famen nicht unerwartet, diese Stunden!- Ihr Bild schwebte Jahre lang vorher vor seiner Seele. Er kannte die Wuth seiner Feinde; die Macht der Bos heit; und den Rathschluß dessen, der ihn durch Leiden zur Herrlichkeit führen wollte. 316 Wie er die Menschen, wie er seine Freunde immer geliebt hatte, so liebte er sie bis ans Ende.( Joh. 13, 1.) Undank und Verkennung vermochten nicht seinen Eifer zu schwächen. Selbst seine Vertrautesten ließ er nichts von dem Unmuth empfinden, welcher dem Menschen so gewöhnlich ist, wenn seine gutgemeinten Absichten miß lingen. Ihr Umgang blieb seine Erholung. Auch den letzten Tag vor seinem Tode hatte ihn herzlich verlangt, sich noch einmal in ihrem Kreise zu erblicken. Die Nation feyerte an diesem Tage- es war der Donnerstag vor Ostern- durch ein festliches Mahl das Ana für die häusliche Undacht. Andenken an ihre vormalige Befreyung aus der Sclaves rey in Egypten.( 2 Mof. 12.) Wie damals ein Lamm ihr lettes Effen war: so wiederholten sie das jedes Jahr, und gedachten des Retters, den ihnen die Borsehung in Moses sandte. Auch bedienten sie sich wohl der Auss drücke, wenn sie das Brod aßen: Das ist das Brod der Thränen, das unsre Våter in Egypten aßen"; oder wenn der Becher umherging: ,, Das ist der Wein, den unsre Vorfahren mit ihren Thränen vermischten". Jesus beobachtete alle Gebräuche seines Volks. Auch dieses Nationalfest beging er mit seinen Jüngern nach der Vorschrift des Gesetzes.gi and wisse 317 Aber wie flossen bey diesem Mahl seine Lippen von Lehren himmlischer Weisheit über, welche uns der edelste und geliebteste seiner Jünger, fjohannes, als ein foste bares Vermächtniß aufgezeichnet hat.( Joh. 13-17.) Seine Seele ist voll von der nahen Trennung, aber vols fer noch von dem, was das Geschäft seines ganzen Lebens gewesen war,- der Vollendung seines Werks, in der Stiftung eines Reichs der Tugend und der Wahrheit. Seine Schüler sollen nun in seine Stelle treten, sie sollen wirken, wenn er nicht mehr wirken wird. Ausbreitung der Wahrheit soll ihnen über alles gehen; sie sollen, wie er, kein Opfer zu schwer halten. Ein festes Band der Eintracht und Liebe soll sie umschlingen, und so sollen sie durch vereinte Kraft gründen, was feine Menschengewalt zu zerstören im Stande seyn wird. Die festliche Mahlzeit ist unter solchen Gesprächen hingegangen. Die Nacht nahet sich. Noch einmal nimmt Jesus von dem Brod, das noch vor ihm liegt, bricht es, und sagt, indem er es unter seine Schüler vertheilt, die Worte: ,, Nehmet dieß und effet! Es ist mein Leib! Bald wird er gebrochen, aber zu eurem Heil. Thut dieß fünftig zu meinem Gedächtniß!" Was kann er meinen, als, dieß Brechen des Brods sey ein Bild der Mißhandlungen, denen sein Körper bald entgegengehe"? Was kann er wollen, als- ,, an diese bedeutende Handlung die Erinnerung knüpfen, wie es ihm auf Erden ging? Auch wenn er nicht mehr unter ihnen feyn wird, sollen sie eben so bedeutend das Brod brechen, und dar an gedenken, was er gelitten hat". Fr Gebete und Betrachtungen Er endet das Mahl mit einem Dankgebet; dann nimmt er den mit Wein gefüllten Kelch. Er erschien ihm wie ein Bundeskelch. Denn ein neuer Bund sollte gestiftet werden. Blut von Thieren war bis dahin das Wahrzeichen aller feyerlichen Berträge. Mit Opferblut besiegelten Völker ihre Friedensverträge. Mit Opferblut heiligten Juden und Heiden ihre Gelübde vor Gott. So follte es hinfort nicht mehr seyn. Nur ihm selbst sollte es noch Blut und Leben kosten, die würdige, die kinde liche Verehrung Gottes zu begründen. DEL TOAD 318 Nehmet hin sprach er voll von diesen Vor: stellungen und trinfet aus diesem Kelch. Er fey euch das Unterpfand eines neuen Bundes, den ich zu eurem Heil mit meinem Blute, das bald vergoffen werden wird, besiegeln werde. Ich selbst trinke hin: fort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks. Erst in einem bessern Reich sehen wir uns wieder, um uns nie zu trennen. Jetzt lasse ich euch auf der Erde zurück. Wiederholt diese Handlung oft in euren Kreis sen zu meinem Gedächtniß." Sunday's - O So ging unter inhaltvollen Gesprächen, und der freudig wehmüthigen Feyer des ersten Gedächtnißmahls der letzte Abend, den JEsus vor seinen Leiden mit den Seinen verlebte, hin. Er endigte ihn mit dem erhabnen Gebet,( Joh. 17.) worin seine bewegte Seele überfließt von dem hohen Bewußtseyn, seine Bestim mung auf Erden vollendet zu haben, von inniger Liebe für seine Getreuen, von seliger Hoffnung einer hellen Zukunft, selig vor allem durch den Gedanken, der Stifter des Heils von zahllosen Menschenschaaren aus allen Völkern der Erde geworden zu seyn. Dann steht er auf und geht getrost seinem Schicksal entgegen, wird verrathen von seinem Schüler, kommt in die Gewalt emporter Feinde, wird in der Stunde der Mitternacht von einem ungerechten Richterstuhl zum andern geriffen, wird gehöhnt, gemißhandelt, zum schmachvollen Tode am Kreuz verdammt, und blutet nach wenigen Stunden, vor den Augen eines Volks, dem er wohlgethan hat, sein schuldloses Leben aus. Seis für die häusliche Andacht. Seinen Schülern blieb feine Stiftung, wie ein letztes Vermächtniß von theuren Händen, heilig. Als er von ihnen genommen war von wem hätten sie ofter reden, wessen lieber gedenken sollen, als ihres, ach! unersetzbaren Lehrers und Freundes? Durch wessen Bild hätten sie sich in der Fortsetzung seines angefangenen Werks besser zum Muth, zum Vertrauen, zur standhaften Ueberwindung aller Gefahren stärken können, als durch sein Bild? Die Handlung war so einfach, so anspruchlos. Der bescheidne Jesus er fordert keine prachtvollen Huldigungen, keine glänzenden Feste zu seiner Ehre, keine kostbaren Opfer. Nur ein stilles Mahl, der gemeinschaftliche Genuß der eins fachsten, dabey gesundesten und stärkendsten Nahrungsmittel, foll sein Andenken unter denen erhalten, die er sich durch Verdienste ohne gleichen zu einer ewigen Dankbarkeit verbunden hat. - 319 So lange daher Christenthum in der Welt ist, ist auch das Abendmahl gefeyert. Lange haben sich die Christen damit begnügt, in dieser Stiftung ein rührendes Bild der letzten Aufopferung des Stifters zu finden. Sie wußten es aus seiner Art sich auszudrücken, daß er oft seinen Leib und sein Blut Nahrungsmittel des Geistes genannt und damit die Lehre bezeichnet hatte, die er durch seine Aufopferung besiegelte ( Joh. 6, 51-63.). Später suchten sie darin einen noch geheimnisvolleren Sinn, und stritten sich über eine Fever, die sie zur innigsten Liebe und Gemeinschaft ( Communion) zu vereinigen bestimmt war. Wem sie ein Erinnerungsmittel an Jhn, den Heiligsten und Besten, ein Ermunterungsmittel, ihm ähnlich zu werden in seiner Tugend und Wirksamkeit, ein Stärkungsmittel in dem Verz trauen auf den Gott der Liebe, ein Bundesmahl zu herzlicher Liebe gegen alle seine Brüder, eine Ers hebung der Seele in die künftige unsichtbare Welt ist, der verfehlt gewiß nicht die Absicht ihrer Stiftung. Denn er feyert nach JEsu Vorschrift das Mahl zu seinem Gedächtniß. 4. 320 Gebete und Betrachtungen 4. Vor der Feyer des heiligen Abendmahls. In der Stille will ich jetzt dem Zweck und Nutzen des Mahls, das mein Erldser für seine Befenner eingesetet hat, nachdenken. Christus sagt: Nehmet hin und effet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; und folches thut, so oft ihrs thut, so oft ihr diese feyerliche Mahlzeit wiederholt, zu meinem Gedächtniß. Er sagt: Trinket alle aus dem Kelche des neuen Bundes, und folches thut, so oft ihr künftig daraus trinfet, zu meis nem Gedächtniß. Sein Apostel bestätigt diese Haupts absicht des Abendmahls durch die Worte: So oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Kelche trinfet, sollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt zum Gerichte der Welt. JEfus brachte den letzten Abend seines Lebens auf Erden überhaupt unter solchen Handlungen und Unters redungen zu, welche das Andenken seines Todes bey den Seinigen stets gegenwärtig und segensvoll erhalten follten. Alles bezog sich auf seinen nahen Tod. Mich hat herzlich verlanget, noch einmal dieß Abendmahl mit euch zu halten, sprach er; es ist das letzte Mal, da wir zusammen aus dem heiligen Becher der Freund schaft trinken; dieß ist mein letzter Labetrunk vom Ges wachs des Weinstocks: aber ich gehe zu höhern Erquif: fungen im Reiche meines Vaters. Thr aber, wenn ich nun von euch getrennt seyn werde, versammelt euch oft, und alle eure Lieben mit euch, zu einem stillen, freunds schaftlichen Kreise; esset dann von diesem Brod, und trinket von diesem Kelche, und denket dabey meiner, dessen Leib nun bald für euch getödtet, dessen Blut nun bald für euch vergossen werden soll. Wenn die letzten Ermahnungen eines sterbenden Baters oder eines scheidenden Freundes einen tiefern Eindruck auf die Herzen der Hinterlaffenen machen; wie unvergeßlich mußten denn diese letzten Reden JEsu für seine Jünger seyn! Wie werden sie sich seiner, so oft fie nachmals vom gesegneten Brode aßen und vom ges weiheten Kelche tranken, und ihrer vertraulichen Gespräs che mit Thränen des Danfs erinnert haben! Hier für die häusliche Undacht. 821 Hier lerne ich, wie ich das Abendmahl genießen soll, nämlich mit dem lebhaftesten Andenken an meinen ges kreuzigten Erlöser. Ich will mir also seine himmlischen Lehren, fein heiliges großes Betragen, die herrlichen Thaten seiner Liebe, seine Leiden, und seinen martervollen Tod vergegenwärtigen. Es soll nichts in meinem Herzen seyn, als das Andenken an JEsum den Gekreuzigten. Ich will zu seinem Tische mit der Ehrfurcht und tiefen Rührung meiner ganzen Seele hinzunahen, als wenn ich selbst unter sein Kreuz hintråte; denn hier wird mir ja die große Begebenheit seines heilvollen Todes in sichtbaren Unterpfändern vor Augen gestellt. O, mit Dank, mit Freude, und mit Inbrunst will ich deiner gedenken, mein Jesus, bey deinem Abendmahle; will mich freuen der durch dich geschehenen Erlösung, will dir danken für deine Leiden, für dein vollkommenes Verdienst, für die großmüthige Aufopferung deines Lebens zum Heil der Welt; will aber auch dir zur Ehre nach deinen Vors schriften und deinem Vorbilde leben, der du dich auch für mich in den Tod gegeben hast. Amen. 5. Erhebungen des Herzens bey dem Genuß des heili, gen Abendmahls. 1. Ich nahe ist dem Altare, um das Mahl der Liebe zu empfangen. Allgegenwärtiger, du kennst mein Herz! Ach, daß es rein vor dir befunden würde! 2. Meine Seele erhebt sich zu dir. Sie ist durchdrungen von den Wundern deiner Liebe, und von dem Gefühl ihrer Schwäche! 3. O, daß ich dem ganz ähnlich würde, dessen Andenken ich feyere; der für mich lebte, der für mich starb, der mir sein Vorbild hinterlassen hat! 4. Großer Menschenfreund! Nach deinem Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Es ist mein ganzer Ernst, der Sünde zu entfagen und dir zu leben, in Heiligkeit und Gerechtigkeit. Stärke meinen Vorsatz! 5. Ich empfing Brod und Wein zu JEsu Gedächts niß. Sein Vorbild soll mich begleiten in die Geschäfte meines Berufs! Gesinnt zu seyn, wie er gefinnt war, E das Gebete und Betrachtungen das soll hinfort mein Bestreben, das soll der Ruhm seyn, nach dem ich trachte! 322 6. Du bist aufgenommen, göttlicher Heiland, aus den Leiden des Lebens in die Herrlichkeit des Vaters. Olaf auch mich, den Leidenden und Gedrückten, einen Blick thun in dein himmlisches Reich! Hilf mir vollenden den Lauf, und leite auch mich auf jedem Wege, der dir wohl gefällt, zu dem Ziel, zu dem du erhoben bist. 7. Mit fester Treue hange hinfort an seiner Pflicht mein Herz! Nach Lust, nach Schmerzen frag' es im Kampfe nicht. So standhaft, wie du kämpftest, sev meiner Tugend Streit; so herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der mich erfreut. 8. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, das Kreuz nicht achten, feine Schmach und Plagen; nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen! 6. Dankgebet nach dem heiligen Abendmahl. Ich danke dir von Herzen, HErr JEsu, für allen Trost und für alle Stärkung, die du mir jetzt in dem Genuß deines Abendmahls haft darreichen wollen. Hilf mic nun auch, daß ich die Frucht davon an mir zeige, mich vor jeder Art der Verfündigung hüte, und in allen rechtschaffnen Gesinnungen dir ähnlich zu werden trachte. Das ist nun wohl auch jest mein ganzer Ernst; und wie follte er es nicht seyn, bey dem so lebhaft erneuerten Andenken deiner Liebe und Treue gegen ein fündiges Ges schlecht! Aber dieses Andenken wird in den Zerstreuungen und Verwirrungen des Lebens wieder schwächer werden, und der selige Eindruck davon fann verlöschen. Laß es also meine vornehmste Sorge seyn, mir oft vors Auge zu stellen, was du, größter Menschenfreund, erduldet hast, um Seelen zu erretten, und allen deinen treuen Verehrern Freudigkeit zu Gott, Trost des Ges wissens, Hoffnung der Seligkeit zu erwerben. Deß will ich mich stets mit dankbarer Liebe erinnern; dem will ich nachdenken; es mir einen mächtigen Antrieb seyn faffen, ein gutes Gewissen zu bewahren. Wie selig werde 323 für die häusliche Undacht. werde ich dann seyn! wie wohl wird mir seyn in dem Frieden des Herzens, den kein irdisches Glück gewähren kann, und in jeder guten Erwartung des Zukünftigen! wie ruhig wird dann mein Hoffen seyn, auch einmal zu dem Leben bep dir zu gelangen, wo Freude die Fülle eiviglich ist. Noch ist es nicht alles erschienen, was auch ich seyn und werden soll, und mein Glaube sagt es mir, daß hier noch nicht der ganze Rath meines Gottes an mir vollendet sey! Aber das weiß ich, daß, wenn es erscheinen wird, es denen nicht anders als wohl gehen kann, die dir, HErr JEsus, gleichgesinnt zu seyn, mit weisem Ernst sich bestrebt haben. So wandle ich denn auf der Bahn der Tugend mit gestärktem Eifer fort. Der HErr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er wird mir Weisheit und Kraft verleihen, wenn ich sie aufrichtig suche, er wird mir Trost und Freude ins Herz geben, so viel ich nöthig habe; er wird mir vergelten nach seiner Güte. Amen! i prial 7. d G Am Abend des Communiontages. Der Tag, an dem wir das Gedächtniß unsers großen Wohlthäters gefeyert haben, eilt zu Ende. Auch seine letzte Stunde sey Jhm geweiht, der dem Dienst der Menschheit, der auch unserm Heil sein ganzes Leben widmete. Immer soll uns das Andenken an ihn beglei ten. In guten Tagen soll es uns erinnern, wie maßig, wie nüchtern, wie immer seiner hohen Bestimmung eingedenk er blieb, wie er alle Versuchungen überwand, wie feine Ehre und keine Lust der Welt ihm das Ziel vers rückte. Kommen dann auch Tage der Leiden, so werden wir Trost finden wie er, in dem Bewußtseyn unsrer Unschuld, und in dem Vertrauen auf den Gott, dem er vertraute, und dessen Willen er sich in allem unterwarf. Seiner wollen wir gedenken, so oft wir in der Erfüllung unsrer Pflicht ermüden! Unter welchen Mühseligkeiten und Beschwerden hat er sie erfüllt; welche Aufopferungen hat es ihm gekostet, ihr immer treu E 2 zu Gebete und Betrachtungen zu bleiben! Mit welchen Schwierigkeiten hat er zu kämpfen gehabt! Aber wie herrlich ist seine Stand: haftigkeit belohnt! 324 Seiner wollen wir gedenken, so oft die Versuchung zu einem trågen und unthätigen Leben un sern Eifer, uns zum Dienst der Welt geschickt zu machen, schwächen will. Je weniger unsre äußere Lage uns no thigen wird, arbeitsam zu seyn und für andre zu leben, desto mehr wollen wir aus eigenem Triebe alle unfre Kräfte aufbieten, zu dem allgemeinen Wohl der Mensch heit mitzuwirken. Gott! wie viel ist noch zu thun übrig! Wie viele Gebrechen sind noch zu heilen! Wie viele Uebel sind noch wegzuschaffen! Wie viele Irrthümer sind noch zu besiegen! Wie viele Lasten sind noch der gedrückten Menschheit abzunehmen! Wie viel einzelnes Gute ist noch zum allgemeinen Guten zu erheben! Wenn jeder Einzelne thut, was er vermag, so muß das Ganze ges winnen! Was hat Christus, so unbemerkt und still im Anfang seine Wirksamkeit, so wenig der nächste Erfolg glücklich schien- was hat er nicht zu Stande ges Bracht! Welche bewundernswürdige Wirkungen sind von ihm nach einer langen Reihe von Jahrhunderten zurückgeblieben! Und sind es denn nicht unsre Brüder, für die wir wirken? Wie heute Bekannte und Unbekannte, Arme und Reiche, Gebildete und Ungebildete von Einem Brod aßen, aus Einem Kelch mit uns tranken: so ges hören wir ja alle Einem Vater an, sind die Schüler Eines Meisters, sind durch Eine Natur, durch Eine Bestimmung, durch Einen Glauben, Eine Hoffnung verz bunden. Ja, so oft uns eine feindselige Leidenschaft bes herrschen, so oft Menschenverachtung, Stolz und Eitel feit sich in uns regen will, wollen wir deiner geden: ken, göttlicher Menschenfreund, dem nur der Mensch etwas galt, und der für alle lebte, duldete, blutete, dessen Herz sich jedem Bedürfniß liebend öffnete, der mit sterbenden Lippen uns das Gebot hinterließ: Das ges biete ich, daß ihr euch unter einander liebt. Ihr seyd meine Freunde, wenn ihr thut, was ich euch gebiete! All für die häusliche Andacht. Allwissender, du blickft in unser Herz. Du siehst unsre Vorsätze und Entschlüsse. Gieb, daß sie von nun an unwandelbar bleiben. Welchen Tag des Segens werden wir dann heute gefeyert haben. 325 8. Nachdenken über die Wichtigkeit der ersten Communionfeyer. Die erste Feyer des Abendmahls war von jeher für nachdenkende Christen eine eben so ernsthafte als rührende Handlung. Selbst der Leichtsinnige sammelte sich oft an diesem Tage, und sein Herz empfing Eindrücke, die sich durch das ganze Leben erhielten. Bey dem Eintritt in die Welt machen es sich christliche Eltern zur Pflicht, ihre Kinder durch die Taufe in die christliche Gesellschaft aufnehmen zu lassen. Sie erklärten dadurch, daß sie ihnen einst alle die Vors züge zu verschaffen wünschen, die mit einer reinen Er fenntniß und Verehrung Gottes, wie sie Christus gelehrt hat, verbunden sind. In den Jahren des reifenden Verstandes empfangen wir den Unterricht in dieser beseligenden Religion. Am ersten Communiontage bekennen wir uns öffentlich und feyerlich als ihre Schüler und Verehrer, und es hört nun die nähere Unterweis fung auf, weil wir selbst fähig seyn sollen, über ihre Lehren nachzudenken und ihre Vorschriften auf unser Leben anzuwenden. Welcher Tag könnte nun wohl geschickter seyn, auch mich zu dem ernsthaftesten Nachdenken zu veranlassen, und mein Herz mit der innigsten Rührung zu erfüllen? Aus dem Zustande der Hülflosen Kindheit hat mich Gottes väterliche Güte bis hieher gebracht. Meiner selbst unbewußt, lag ich bey meinem Eintritt in die Welt auf fremden Armen. Schon damals, als ich für nichts forgen konnte, ward für mich gesorgt; gesorgt für die Bes dürfnisse meines Körpers, auch gesorgt für die höheren Bedürfnisse meines Geistes. Man pflegte mich, man belehrte mich, man bildete mich. Ich lernte Gott kennen und meine Pflichten. Es ist meine Schuld, wenn F3 mir Gebete und Betrachtungen mir das nicht wichtig geworden ist, was man mich als das Wichtigste für den Menschen kennen gelehrt hat. 326 1 0 Wenn ich zurückblicke in die verlebten Jahre, und wie möchte ich heute nicht zurückblicken?- o Gott, welche zahllose Menge des Guten, das ich schon genossen, ohne alles mein Verdienst genossen habe, stellt sich meinem Auge dar! Aber zugleich.- wie vieles, was mich beschämt und niederbeugt wie viel ver lohrne Stunden- wie viel gemißbrauchte Kräfte- wie viel Vergessenheiten meiner Pflicht vielleicht selbst wie manche Schuld, die auf meinem Gewissen liegt, wie manches Vergehen meiner Jugend, das ich wohl als Unrecht erkannte, aber dennoch beging! Und doch hat es nie an Belehrung und Warnung gefehlt. Doch ist mir dein Bild, göttlicher Erldser, von Jugend an vor meine Augen gestellt. Ich habe an dir die Unsträflichkeit der Kindheit und die Heiligkeit der Junglingsjahre kennen gelernt. Die Größe deiner Vers dienste hat so manchesmal mein Herz gerührt, und wenn ich es hörte, durch welche Leiden und Aufopferun gen du mich von der Herrschaft der Sünde frey machen und zu der Würde der Kinder Gottes erheben wolltest, so hat mein Herz das fromme Gelübde gethan, mich dir mit allen meinen Kräften wieder aufzuopfern, und durch diedinschuld und Heiligkeit des Lebens des hohen Chris stennamens, den ich führe, würdig zu machen. An dem wichtigen Tage meiner ersten Communion feyer werde ich diese Gelübde öffentlich ablegen. Meine Eltern oder meine Lehrer, meine Bekannten und Freun de, so manche Gespielen meiner Jugend, werden Zeu gen seyn, wenn ich mich dem Altar des HErrn nahe, um es da durch den Empfang von Brod und Wein, als der sinnlichen Zeichen des Todes des Heiligsten und Unschuldigsten, zu bestätigen, daß ich ihm angehöre, daß ich mich zu seiner Lehre bekenne, daß ich es für mein höchstes Glück halte, ein Chrift zu seyn. Gewiß wird in diesem Augenblicke mein Geist von einem geheimen Schauer ergriffen werden, wie heilig mein Schwur ist, und zu welcher unverbrüchlichen Treue ich mich vers pflichte. Wäre von dem allen nichts in meiner Seele, für die häusliche Undacht. o so wäre ich ja ein Heuchler und spottete deffen, in dessen Hand mein ganzes Schicksal liegt, und den ich nie tauschen fann. 327 O daß mich der Eindruck dieser Handlung nie verlasse! Ich gehe mit jedem Jahr, das ich älter were de, schwereren Versuchen entgegen. Bisher ging ich an der Hand leitender Eitern oder Freunde. Bald soll ich allein gehen; soll mich selbst halten. Die Welt ers wartet mich mit allen Reizen zum Bösen. Ich trage in meiner Sinnlichkeit einen innern Feind mit mir umher, der so geneigt ist, sich mit der Verführung von außen gegen mich zu verbinden. Werde ich stark genug seyn, ihm zu widerstehen? Heute sind meine Vorsäge ſo fest, unsträflich meine Laufbahn in der Welt zu durchwandeln, unermüdet an meiner Pflicht zu hangen. Werden fie es bleiben? Unterstüße du mich selbst, Vater meines Lebens, mit deiner göttlichen Kraft. Dein Vorbild, o JEsu, welches dieser Tag meiner Seele so anschaulich macht, schwebe mir immer vor, und der Gedanke, welche Versuchungen du überwunden, welche Siege du über die Welt errungen hast, gebe mir Muth, die nachzukams pfen und getreu zu seyn bis an den Tod. III. Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes Schickungen. Du HErr und Vater meines Lebens! ich erfenne es, daß alle meine Schicksale in deinen Händen sind, mit allen ihren Veränderungen von dir abhängen, und freue mich dieser Ueberzeugung. Du willst nach deiner uns endlichen Güte nur mein wahres Beste. Nach deiner Allwissenheit siehst du alles, was etwas dazu beyzutras gen vermag, und was du willst, das geschieht, wenn du gebeutst, so ist's da. Wie sollte ich mich nicht ben deinen Schickungen beruhigen! Sicher darf ich dir zu trauen, daß du den Lauf meines Lebens, nebst allem, was mir darin begegnet, so geordnet hast, wie es seyn muß, Gebete und Betrachtungen muß, wenn deine wohlthätigen Zwecke an mir erreicht werden sollen. Laß diesen Gedanken bey allen den Vorfållen meines Lebens, die mich zum Mißvergnügen mit deinen Führungen verleiten könnten, meiner Seele stets gegenwärtig und lebhaft genug seyn, um allen aufstei genden Unmuth zu unterdrücken. Meine Wünsche stim men freylich nicht immer mit dem überein, was du mich erfahren läsfest. Aber kindischer Unverstand würde es seyn, wenn ich darin dich meistern, wider dich mur ren, und mich unglücklich halten wollte, weil du mich nicht so leitest, als mein Herz begehrt. Die Wege, welche du mich führst, sind doch immer unendlich besser, als die, welche ich selbst zu meinem Wohlergehen wäh len würde. Rauh zwar sind sie oft, und schmerzhaft für mich, aber sicher führen sie zu Glück und Freuden. Wunderbar ist dein Rath, aber herrlich führst du alles hinaus. Denn du machst alles wohl, läsfest denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Starfe mich, Bater, in diesem Glauben, in dieser Ueberzeu gung von der Weisheit und Güte aller der Wege, die du mit uns Menschen gehst. Gieb mir Weisheit, alles gut zu finden, was dein Rath für mich beschloß; Zufriedenheit mit jeder Lage meiner äußern Umstände, worin es deiner Vorsehung gefiel, mich zu setzen; Kraft, je mehr und mehr nur das zu wollen, nur das zu wüns schen, was du willst. Laß es mich immer lebhafter empfinden, daß wahre Zufriedenheit nicht von außerm Glück abhänge; daß nur eine Seele ihrer fähig sey, die nach deiner Gnade über alles strebt, sich ihrer im Glaus ben an die durch JEsum gestiftete Versöhnung bewußt ist, heilig vor dir wandelt, dein sich freuet, und getrosten Herzens in jene bessere Welt hinüber blicken darf. Dieß einzige, was noth ist, laß mich suchen, dazu alle deine Führungen, sie mögen meiner natürlichen Empfin dung angenehm oder unangenehm seyn, mit gewissen hafter Sorgfalt christlich nutzen. Dann wirds mir auch unter den herbsten Kümmernissen meines Lebens nie an überwiegendem Troste fehlen, und mein Tod wird einf voll Erquickung und Freude seyn. Amen. 328 IV. für die häusliche Undacht. 329 IV. Dankgebet einer Wöchnerin. Gott, du hast mich von der Angst und den Schmerzen befreyet, unter denen ich seufzete, du hast mich errettet aus der Gefahr des Todes, die mich umschwebte, hast mein schon geschlossenes Auge wieder geöffnet, und mir das Leben für mich und die Meinigen aufs neue geschenkt. Dank sey dir dafür, Allgütiger, der du auch dann für uns sorgst, wenn wir es am wenigsten denken; Lob und Dank sey dir, der du die Frucht meines Leibes bewahrt, und mich zur frohen Mutter gemacht haft! Hilf, daß ich nun durch mein ganzes Leben fruchtbar sey an allen Früchten der Rechtschaffenheit, und da durch zeige, daß meine Dankbarkeit aufrichtig sey. Lehre mich, gütiger Gott! für das zarte Kind, das du mir geschenfet und meiner Pflege anvertrauet haft, ver nünftige Sorge zu tragen. Stårke meinen Vorsatz, alle Mühe, die mit seiner Auferziehung begleitet ist, gern und mit Freuden über mich zu nehmen, und nie aus Liebe zur Gemächlichkeit oder zum Vergnügen eine eins zige Pflicht zu versäumen, die Natur und Religion mir auflegen. Gieb mir die Gnade, sie zur Dankbarkeit für meine glückliche Entbindung auf eine vernünftige Art zu erfüllen. Lehre mich insbesondere für seine edle, zur Unsterblichkeit geschaffene Seele die äußerste Sorgfalt tragen. Hilf mir selbst an christlicher Weisheit und Rechtschaffenheit immer mehr zunehmen, damit ich im Stande sey, mein Kind, wann es zum Gebrauch des Verstandes gelangt, gottesfürchtig zu erziehen, und ihm durch sanfte und freundliche Erinnerungen und durch ein gutes Beyspiel die Liebe zur Tugend einzuflößen. Wenn es dir aber gefiele, mir mein Kind wieder zu nehmen, so lehre mich, o HErr, meine Neigungen måßigen, und deinem Willen mich unterwerfen, damit ich nie einiges Mißtrauen in deine Vorsehung setze, fondern deine unerforschliche Weisheit mit Demuth anbete, feft auf deine Güte gegen mich vertraue, und gern dem wieder entsage, was ich von dir empfangen habe. Wenn du mich nach deiner Güte wieder gefund in den öffentli 1) chen 330 Gebete und Betrachtungen chen Versammlungen deines Volks erscheinen läsfest, so gieb, daß ich diese Gnade mit dankbarem frohlockendem Herzen genieße; und in allen Stücken das thue, was zur Berehrung deiner herrlichen Majestät gehöret. Står: ke du mich, daß ich künftig in der Erfüllung meiner Pflichten unermüdet und eifrig sey, und mit freudigem Herzen auch Andern Gutes erweise, und dadurch deine Gnade und die reinen Freuden eines guten Gewissens erlange in der Zeit und in der Ewigkeit. Amen. V. Bey Krankheiten. 1. Gebet eines Kranken. Nun erfahre auch ich es in der That, mein Gott, was der Mensch ist, wie hinfällig und wie leicht seine Ge sundheit und Kraft dahin ist! Aber Dank sey dir, daß ich weiß, du könneft nie deinen schwachen Geschöpfen zu viel auflegen, du habest auch jede Last der Krankheit gemäßiget, daß sie erträglich sey, und du werdest auch diese Veränderung mir zum Besten dienen lassen. Was follte ich also unruhig klagen oder ängstlich sorgen? was kann ich Besferes thun, als zu dir aufsehen, den: Gott, der da hilft, und der es nie böse meinen kann. Du hast mich bisher so väterlich geleitet, mir so manche Freude gewähret, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten und verstehen konnte. Auch mit allem dem, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursachet hat, hast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele unterwirft sich vertrauungsvoll dir, ohne deffen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! auch das wirst du wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir erges benen und vertrauenden Sinn. Füge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein väterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches bes fer für die häusliche Undacht. fer für mich und meine Verbindungen in der Welt feyn möchte, ein langes oder kurzes Kranfenlager, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! auf dich traue ich! nur lehre mich in meiner, vielleicht noch ganz kurzen, Lebenszeit an meiner Seligkeit mit ganzem Ernst arbei= ten. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe, wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umgegangen bin, wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnet gewesen bin, wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe, wie werth mir die Religion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin: das ist die ernsthafte Ueberlegung, die ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen und mir die Tröstungen des Evangeliums JEfu Chrifti fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freylich ben dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit widerfahren lassen. Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Ernte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Zus ruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens sind, die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und dursten! Das ers wecke mich, mein Herz von allem dem loszureißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und Allen um mich her durch Ge duld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukünftigen erwecklich zu werden. Dann trdste mich, o Gott, deine Liebe; dann sen mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen freudigen Gesinnung beharren: HErr, ich warte auf dein Heil! Amen. 92 331 2. 332 Gebete und Betrachtungen 2. Gebet ben anhaltender Krankheit. Noch währen meine Leiden, o Gott! Noch empfinde ich sie in ihrer ganzen Stärke. Noch ist der Kampf nicht ausgekämpft, wodurch ich ins höhere, bessere Leben hindurch dringen soll! Ach, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach! Ich erkenne meine Pflicht; ich bin bereit, sie zu erfüllen; ich bete dich, meinen Schöpfer und Vater, mit Unterwerfung an. Aber oft reget sich heimliche Ungeduld in mir. Oft will mein Muth sinken und mein Vertrauen auf dich wanken. Gott, stärke mich Schwachen! Hilf du mir alles überwinden und bis an das Ende beharren! Du kennest ja das Maaß meiner Kräfte. Du wirst mir nicht mehr zu leiden auflegen, als ich tragen kann! Noch ist es um wenige mühsame Schritte zu thun, so stehe ich am Ziele! Und auch diese Schritte wirst du mir gewiß erleichtern, du, der du mich von dem ersten Tritte an, den ich auf dem Pfade des Lebens that, bis jetzt so vaterlich geleitet und geführet hast! Ja, du weißt es am besten, zu welcher Stunde und auf welche Art und Weise ich diesen Zustand mit dem fünftigen verwechseln soll. Und wann deine Stunde kommt, dann fommt Errettung und Heil mit ihr! In deine Arme werfe ich mich als in die Arme des weißesten, gütigsten Baters! Du wirst dein Kind, an dem du dich schon so gnädig und huldreich erwiesen hast, gewiß nicht verlassen! Bald, bald wirst du es allem Leiden, aller Schwachheit entreißen und in die Wohnungen der Ruhe und des Friedens einführen! Ich will auf Jesum, meinen Vorgånger, sehen. In seinen Gesinnungen will ich mich stärken. Wie ges duldig, wie standhaft hielt er nicht aus bis zum Tode, bis zum Tode am Kreuze! Wie ganz ohne alles Widersprechen, wie findlich unterwarf er sich nicht deinem Willen! Wie unbeweglich war nicht sein Vertrauen auf dich, seinen himmlischen Bater! Wie ruhig, wie hoff nungsvoll sah er nicht allen Schrecknisfen des Todes und des Grabes entgegen! Ja, ich will ihm nachfolgen. Er hat für die häusliche Undacht. hat den dunkeln Pfad, der vor mir ist, erhellet, und die Schreckniffe des Todes hinweggenommen. Mit ihm und gleich ihm will ich feiden und sterben, damit ich auch dereinst mit ihm und gleich ihm leben und glücks felig seyn mdge. Sein Sinn soll der meinige, feine Sprache die meinige seyn: Vater, nicht was ich will, sondern was du willst! Bater, dein Wille ge schehe! Bater, in deine Hände übergebe ich meinen Geift! Amen. 3. 338 Gebet am Sterbebette. Gott und Vater aller Geister! HErr alles Fleisches! Laß dir unsre demüthige Bitten für diesen Sterbenden ( diese Sterbende) und für uns gefallen! Wann du sprichst, so werden Menschen erschaffen; und wann du winkest, so fallen sie dahin und werden wieder zu Staub. Was ist doch der Mensch! Wie eitel, wie hinfällig ist alles, was irdisch ist! Hier liegt unser Freund u. s. w. ( unsre Freundin u. s. w.) vor unsern Augen. Ohne den Gebrauch seiner( ihrer) Sinne; ohne Bewegung feiner( ihrer) Glieder liegt er( sie) vor uns, und predigt uns unsre Sterblichkeit. Lehre uns bedenken, daß auch wir sterben müssen, damit wir weise werden! Ach, wie bald können wir eben so hülflos hinfallen! Hier ist aller unser Beystand, alle Menschenhülfe umsonst. Er( Sie) höret uns nicht mehr! Aber du, ewiger, lebendiger Hüter der Menschen! der du die letzten Seufzer des mit dem Tode kämpfenden Geistes zählest und verstehest, höre du unser Flehen! Du bist barmherzig und gnädig: Erbarme dich deines Geschöpfes! JEsus Christus ist auch für ihn( sie) gestorben: Erbarme dich. seiner( ihrer)! Du wirst es thun, du Gott der Liebe! Du verläsfest die Deinigen nicht, sondern du unterstützest sie in der Noth. In deine treuen allmächtigen Hände wirst du diese wegscheidende Seele aufnehmen, wenn fie Glauben, Liebe und Gehorsam gegen deine Gebote geübt hat. Ach Gott! wir können freylich in Ansehung des künftigen Schicksals dieses unsers( dieser unsrer) sterbenden Geliebten nichts mehr beytragen, nichts ändern, 13 Gebete und Betrachtungen ändern, nichts befördern: Du aller Welt Richter! du wirst recht richten! nach den Bedingungen deines uns geoffenbarten Willens wirst du jedem vergelten, was seine Thaten werth sind! O welch ein ernsthafter, ers schütternder Gedanke! Es kommt eine Zeit, wo wir unser Heil nicht mehr wirken können, wo es zu spät ist, das Versäumte, das Aufgeschobene in Ordnung zu brin gen. Laß uns doch dieses tief zu Herzen gehen, damit wir unser Heil mit aller heiligen Sorgfalt und gewissen haftem Ernst wirken, so lang' es Tag ist. Laß es uns doch lebhaft erkennen, wie gefährlich, wie thdricht es fen, seine Buße immer weiter hinaus bis auf die legten Augenblicke zu verschieben. 334 Nun, du wirst auch mit dieser Seele nach deiner Gerechtigkeit und Güte handeln. Ach, wie traurig wäre unser Schicksal, wenn du, Gott und Vater unsers HErrn Jesu Christi, uns nicht wiedergebohren hättest zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung JEsu von den Todten! Dank, inniger Dank für deine Gnade! Du hast uns einen Erlöser gegeben, welcher dem Tode die Macht genommen, und Leben und Uns sterblichkeit an das Licht gebracht hat. O daß doch auch diese Seele mit dieser Hoffnung aus dem Leibe weggehe! D daß sie, welche du theuer erfauft haft, als dein Ei genthum zu deiner Herrlichkeit vollendet werde! O daß fie, rein von Sünden, deine Barmherzigkeit mitten im Lode empfinde! O daß ihr der wahre Trost in diesen entscheidenden Augenblicken nicht mangle! O JEsus! du hast den Tod für uns alle ausgestanden; du bist mit leidig und machtig, denen zu helfen, welche den letz ten Kampf fåmpfen! Erbarme dich dieses( dieser) Sterbenden! Verwirf ihn( sie) nicht von deinem Angesicht! Reinige und heilige ihn( sie) durch und durch, damit sein( ihr) Geist und Leib unsträflich bewahret werden auf deine Zukunft; und wenn auch unser Lauf vollendet ist, so laß uns ihn, den( sie, die) wir hier liebten, unter den vollendeten Gerechten wiederum ans treffen, und ewig vor dir leben! Amen. VI. für die häusliche Undacht. VI. Unterhaltung ben einem Begräbniß zum Vorlesen in der Trauerversammlung. 335 ( Die eingemischten Verse können auch von der Versammlung gesungen werden.)*)( ED ( Nr. 309. V. 1. 2.). Begrabt den Leib in feine Gruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir faen ihn, einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu Gott hinauf. Aus Staube schuf ihn einst der HErr; Er war schon Staub und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieses Todes Nacht. Während man den verweslichen Theil unsers enta schlafnen Mitbruders( unsrer entschlafnen Mitschwester) zu seiner Ruheståtte trågt, was fönnen wir, die wir uns hier zu seinem( ihrem) Andenken versammelt haben, wohl besseres, lehrreicheres und tröstenderes thun, als darüber nachdenken, daß früher oder später der Tag fommen wird, wo man auch von uns sagt, daß man uns zu unsrer Ruhe gebracht habe? Noch halten wir uns, wenn wir auf unsre Jahre sehen, zum Theil von diesem Ziele fern; wir fühlen uns gesund und stark. Auch wir, die wir schon älter sind, kennen doch andre unsrer Mitbrüder, die ein noch viel höheres Alter erreicht haben, und warum sollten denn wir gerade die Hoffnung aufgeben, das höchste Ziel zu erreichen? Aber gleichwohl werden wir täglich, werden wir auch heute erinnert, wie unsicher diese Hoffnungen sind, wie nahe uns oft der Tod ist, den wir fern glaubten, und wie schnell es ganz anders mit uns werden kann, als wir noch am Morgen eines Tages gedacht haben. Wie wahr singen wir:( Nr. 300. B. 1.) 14 Die 336 Gebete und Betrachtungen Die auf der Erde wallen, Die Sterblichen sind Staub, Sie blühen auf, und fallen, Des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, Wo Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns zur Gruft. Aber eben so wahr ist es auch:( V.2.) Getroft geh'n Gottes Kinder Die finstre Todesbahn, Zu der die frechen Sünder Verzweiflungsvoll sich nah'n, ni 48 Wo selbst der freche Spotter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem Retter, Erzittert und verzagt, Das ist, lieben Brüder, nun einmal unsre Bestim mung. Wir sind unter der Bedingung ins Leben getres ten, es wieder verlassen zu müssen. Wir sollen hier feine bleibende Ståtte haben, sondern immer eingedenk seyn, daß ein andres Land auf uns wartet, in welches unser Geist aufgenommen wird, wenn wir unsern irdischen zerbrechlichen Körper abgelegt haben. Wie zerbrechlich dieser irdische Körper, wie vielen Zufällen, Schwächen und Leiden er ausgesetzt ist, das haben wir aufs neue an dem Krankenlager unsers lieben Todten lernen können. Wir haben da die ganze Hinfälligkeit des menschlichen Lebens vor Augen gesehen, und vielleicht selbst zuletzt gewünscht, daß Gott den schweren Leiden, welche mit jedem Tage zunahmen, ein baldiges Ende durch einen sanften Tod machen möchte. So kann es auch uns gehen! So sehr wir auch ist noch Ursach haben, das Leben für eine Wohlthat zu halten, und so wenig das Christenthum von uns verlangt, den Tod hers benzusehnen, so könnte doch leicht der Fall eintreten, wo wir Gott selbst båten, uns aufzulösen, und den Schmerzen, den Beangstigungen, den mit jeder Stunde steigenden Quaalen ein Ende zu machen, und uns auss zuhelfen zu seinem himmlischen Reich. Wohl für die häusliche Undacht. Wohl uns, wenn diese Vorstellungen uns nicht traurig machen und den Muth benehmen. Wohl uns, wenn der Tod uns nicht in der fürchterlichen Gestalt eines Feindes, sondern als unser Freund, als unser Ret: ter von allen Mühseligkeiten und Unvollkommenheiten des Lebens erscheint. Wir glauben an den, der dem Tode die Macht genommen, und das Leben und die Unsterblichkeit ans Licht gebracht hat. In diesem beseligenden Glauben ist unser entschlafner Mitchrist( Mitchristin) gleich uns ges bohren und auferzogen, und hat alle die Vortheile, welche daraus für unsern Wandel auf Erden und für unsre Hoffnungen nach diesem Leben fließen können, ges nossen. Dieß ist, nebst so vielen andern Wohlthaten, die ihm( ihr) während der Pilgrimschaft auf Erden widerfahren sind, ohnstreitig die allerwichtigste gewe sen. Denn alles, was zum wahrhaft.glücklichen Leben und zu einem gottseligen Wandel, bey dem man sich doch allein recht wohl befindet, dienen kann, das ist uns geschenkt durch Christum. Im Tode verlieren alle andre Dinge, so unentbehrlich und herrlich sie auch oft scheinen mögen, den Werth, und es bewährt sich da, daß der Gewinn aller Güter der Welt, alle irdische Ehre und Macht, alle vorübergehenden Freuden nicht so viel werth sind, als der Gewinn eines guten Ge wissens.( Nr. 298. V. 3.:) Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott uns Zeugniß giebt, Kann uns unsern Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneu't, Giebt im Tode Freudigkeit. 337 Und darum ist es ein so wahres und herrliches Wort: ( V. 2.) Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts fann dich im Tod erfreu'n; Diese Güter sind nicht dein. 95 Aber Gebete und Betrachtungen Aber die wahren Güter kann uns nichts rauben. Wenn wir, nach der Lehre unsers HErrn und Heilandes, am ersten nach dem Reich Gottes getrachtet haben, wenn uns an dem Wohlgefallen Gottes mehr lag, als an dem Beyfall der ganzen Welt, wenn wir vielmehr auf das Unsichtbare und Unvergångliche, als auf das Sichtbare und Bergängliche sahen; so können wir durch den Tod nichts verlieren, was uns in dem Leben nach dem Tode noch brauchbar wäre. Wir lassen nur auf der Erde zurück, was der Erde angehört, und lassen es willig zurück, weil wir unser Herz nicht daran gehängt hatten. Aber das, was wir für unsern Geist und unser Herz gesammelt haben, das begleitet uns hinüber, und macht dort unsre Seligkeit, wie es uns hier schon den Vorschmack davon gab. 338 Freylich zerreißt der Tod die engsten Bande. Auch heute sehen wir solche Bande zerreißen. Wir weinen uns ferm Geliebten( Vater, Gattin, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, 2c.) nach. Es ist eine Lücke in dem angenehmen Kreise, in dem wir oft so froh geworden sind. Wir werden nun den Borangegangenen nicht mehr sehen, nicht mehr mit ihm sprechen, nicht mehr unsre Leiden und Freuden mit ihm theilen. Auch das letzte, was uns von ihm übrig geblieben war, hat man nun zur Gruft getragen, wo Staub zu Staube, Asche zu Asche werden, und nach wenigen Jahren keine Spur mehr von der irdischen Hülle übrig seyn wird, welche ein zur Unsterblichkeit erschaffner Geist bewohnt hat. Dieß macht uns mit Recht traurig, wenn wir die wirks lich geliebt haben, die vor uns hingegangen sind. ( Nr. 390. V. 6. 7. 8.:) Trüb' ist der Trennung Stunde; Tief ist des Herzens Wunde, Das treu geliebt und fest, Wenn alles nun verschwindet, Was Seel' an Seele bindet, Wenn nun der Freund den Freund verläßt. Doch about für die häusliche Andacht. 339 on Doch fann's nicht ewig dauren; Es mußte einer trauren; Denkt, daß uns Gott erfohr; Gehorchet seinem Willen, hilar Fühlt euren Schmerz im Stillen, Doch blickt auch glaubensvoll empor! Sprecht: ,, Gott, du hasts gegeben! HErr über Tod und Leben, d Du nahmst es auch dahin.memme Dein war Er, nicht der Meine, Verzeih' nur, wenn ich weine, Der ich zurückgeblieben bin." - n dg 196 Ja, Gott, der Gott der Liebe, der selbst die Bande der Freundschaft unter den Menschen geknüpft hat, verzeiht unsre Thränen, und sendet Trost und Beruhigung in unser Herz, wenn wir uns ihm nur still unterwerfen. Auch unsre Leiden, auch der Verlust theurer Pers sonen soll uns näher zu ihm ziehen. Wir sollen an den Gräbern unsrer Entschlafnen den wahren Werth des Lebens kennen, und einsehen lernen, daß, da wir hier keine bleibende Ståtte haben, wir mit desto mehr Eifer unser himmlisches Vaterland suchen sollen. Dazu ist das sichers sie Mittel, daß ein jeder die Geschäfte seines irdischen Berufs mit der größten Gewissenhaftigkeit betreibe, und sein Geschäft mag noch so gering scheinen- immer dahin trachte, im Kleinen wie im Großen treu erfunden zu werden, um, wenn der große Hausvater seine Diener zur Rechenschaft fordert, sagen zu können: Hier bin ich, HErr! Ich habe treulich vollendet das Werk, das du mir auf Erden angewiesen hast. Ich habe gethan, so viel meine Kräfte vermochten. Dir sey der Ruhm! Dein sey die Ehre!" Laßt uns dazu auch in dieser Stunde der Trauer und der Thränen aufmuntern! Laßt uns eingedenk seyn unsers großen Vorgängers, der auch mit solchem getros sten Muth sein Tagewerk in die Hände seines Vaters nic: 340. Gebete und Betracht. für die häusl. Undacht. niederlegen konnte. Je ähnlicher unser nun zur Ruhe gebrachter Mitbruder( Mitschwester) seinem Bilde gewesen ist, desto gewisser hat er( sie) auch hoffen dürfen, dahin zu kommen, wohin JEsus Christus ging, nachdem er vollendet hatte das Werk, das ihm befohlen war. Je ähnlicher wir ihm werden, desto froher darf auch unsre Aussicht auf die Ewigkeit seyn, wenn nun unser Tages werk vollbracht ist. mögen wir uns dort freudig wie der zusammenfinden, mit allen, die wir liebten und die uns vorangegangen sind!( Nr. 309. V. 7. 8.:) Ja, wenn von uns, die Gott vereint, Der letzte auch hat ausgeweint, Dann soll ein frohes Wiedersehn Auf ewig unser Glück erhöhn. HErr unfrer Tage, führe du Uns alle diesem Ziele zu, Laß unser ganzes Leben dein Und selig unser Ende seyn. Register. ww 341 Register. Nummer des Liedes.. 21. ewig der HErr 198 Ach, abermal bin ich gefal- Auf Gott, und nicht auf 56 Auf! laßt uns Gott in 331 Auf! o Brüder, hin zum 403 Aufrichtig, redlich, offen 268 Auf! schau' im Geist Auf! schicke dich, recht 69 Aus ganzem Herzen lieb' 214 87 len 149 Ach endlich, JEsu, findest 94 Ach sieh ihn dulden, bluten 89 Ach! wäre nicht, o HErr, bey dir 168 Ach! wenn werd' ich von 150 Allein vor dir, mein 159 Aller Welten Herrscher! 34 Allmächtiger! der seinen 212 Allmächtiger, ich hebe 340 Allwissender, vollkommner Geist! 19 Als Gottes Sonne nieders sant 343 Als in der Krankheit 389 Also hat Gott die Welt ges liebt, daß er 70 Am Kreuz erblaßt, der 95 Anbetungswürd'ger Gott! 12 Anbetungswürdiger, zu dir 1 Anbetung sey dir, Gott, ge: bracht 112 Anbetung sey dir, Herrlich. ster! 5 Un dich, mein Gott, ged. 182 Auch uns, auch uns haft 249 Auch unsre Seel' ermuntre 79 Auferstehn, ja auferstehn 310 Auf, erwaches, meine 280 Nummer des Liedes. 23. Bald oder spåt des Todes 174 Barmherziger, erhöre 388 Begrabt den Leib in seine 309 Betend nahen wir uns dir 128 Betet an! laßt uns 43 Bewahre meinen Mund 186 Bringe deinem Gott, dem 6 Bringt dem Allmächt'gen 4 Bringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank 373 C. Christ, alles, was dich 61 D. Damit dein Pilger auf der Erde 172 Damit ich meine Seele 175 Dant, bester Vater! will ich singen 192 Dank dir, das Dunkel ist vers gangen 335 Das 342 Register. Nummer des Liedes. Das Grab ist leer, des Höch. sten Sohn 103 Deines Wohlthuns Schäße dringen 325 Dein Leben, JEsu, war 85 Dein war ich, eh der Sonne Pracht 350 Dem Gedächtniß deiner 83 Der du allein unendlich 20 Der du dein Wort mir hast gegeben 119 Der du die Liebe selber 258 Der du mich als ein 386 Der du so oft mir schon vers geben 156 Der du stets unsre Zuflucht bist 120 Der du voll Blut und 80 Der du von Jugend auf 394 Der falsche Glanz der 247 Der Hang zum Bösen wohnt in mir 147 Der HErr ist Gott und keis ner mehr 8 Der HErr ist in den Höhen 21 Der hohe Himmel trübet 330 Der Mond ist aufgegangen, die 357 Der Morgen kommt, und meis ne Plagen 345 Der Tag ist wieder hin 356 Der Tugend und der Wissen: schaft 395 Der Wollust Reiz zu 238 Des Leibes warten und 233 Des Todes Graun, des Gra. bes Nacht Dich, dich, mein Gott, will ich 342 erheben 314 Nummer des Liedes. 124 300 138 68 22 Dich ehrfurchtsvoll und 184 Dich flehen wir, der Die auf der Erde wallen Die ihr seine Laufbahn Dieß ist der Tag, den Die Welt ist stille, sanfter 358 Dir dank ich für mein 54 Dir, Ewiger, sey dieser 221 Dir, Gott, ist alles Dir, Gott, sey Preis und Dank gebracht 47 Dir immer ähnlicher zu 181 Dir, milder Geber aller 372 Dir sey mein Weg befohlen! dich, 400 Dir sey Preis, ich lebe 338 Dir trau ich, Gott, und 201 Dir, Bater! dankt mein 114 Du bester Trost der 379 Du bist es, der des Feuers 382 Du bists, dem Ehr und 55 Du, der alles sieht und 162 Du, der kein Böses thut 142 Du, der so gern beglückt 246 Du, dessen Augen flossen 90 Du, deß sich alle Himmel 209 Du gingst, o JEsu, deine 178 Du Gott, der unsre Zuflucht ist 368 Du Gott, du bist der HErr 324 der Zeit Du Heiliger, es wirft vor 396 Du, HErr und Richter aller Welt 188 Du, HErr von meinen 398 Du klagst und fühlest die Bea schwerden 242 Du liebst, o Gott, Gerechtigs teit 264 Durch Register. Nummer des Liedes. Durch dich, Gott, bin ich, was ich bin 288 Durch dich, o großer Gott, durch dich 50 Du, welchen keine Welt ums schließt 286 Du, welcher Weisheit will 409 Du willst es, HErr, mein Gott 226 Du woll'st erhdren, Gott, ihr Flehn 304 SE 66 Ehre sey Gott in ber Eifrig sey und fest mein 236 Eilt, turze Tage meines 252 Ein sanftes Lager wartet 352 Einst, o HErr, kommst du mit Kraft 313 Nummer des Liedes. Erscheine meinem Geist 73 Es ist vollbracht! so ruft 88 Es lebt in mir ein Geist 230 Es zieht, o Gott, ein Kries 380 geswetter Es züchtigt deine Hand, D Höchster 381 Ew'ger Vater aller Welten 211 Ewiger! Erbarme dich! 367 S. Einst sinkt der Staub ins kühle Grab 311 Entehre nicht, mein Herz! mit Klagen 243 Entflohen sind auch dieses Tas 347 ges Stunden Entschwinge dich, mein 817 Erbarm' dich, HErr, mein schwaches Herz 144 Er eilt, der letzte von 253 Erhaben über alles Leid 109 Erhabner Gott, was reicht 13 Erheb' uns zu dir, du, 220 Erhöre, Gott, erhdre der 370 Erinnre dich, mein Geist, der feyerlichen 127 343 Fern sey von Ungerechtigkeit, o HErr, 267 82 Fleuch auf, mein Psalm, 44 Fliehtvonmir, ihrbangen 385 Freut euch, Brüder, alle 318 Freywillig hast du Froher Tag, seh ich dich 326 Frohlockend, Bater, wach' ich auf Frohlockt dem HErrn! 101 Früh mit umwölktem 332 Für alle Güte sey gepreift 348 Für unsre Brüder beten 262 346 Erinnre dich, mein Geist, er: freut 100 Erldser, sieh, ich falle 86 Erschalle, freudiger Ges. 410 டு. Gedanke, der uns Leben 62 Geist der Andacht, sente 84 Gelobetseyst du, GottesSohn, der du 67 Gelobt, gelobt seyst du 374 Gelobt seyst du, HErr 137 Gerechter Gott, du willst 263 362 Gesund, mit frohem Geweiht zum Christenthume ist dieses Gieb ihm, o Vater 130 375 Gieb mir, mein Gott, nach deinem Willen 59 Gieb mir, o Gott, ein 257 Sieb 344 Register. Nummer des Liedes. Gieb Selbsterkenntniß, zeige 152 mir Gott, bester Vater deiner 191 Gott, du bist heilig und 37 Gott, du bist von Ewigkeit 14 Gott, du låff'st Schulen 404 Gott! durch welchen alle 36 Gottes Friede sey mit euch 418 Gott giebt uns Kraft und Munterkeit 250 Gott, meines Nächsten bestes Theil 261 Gott, mein Vater! deine Liebe 193 Gott, mein Vater, ich dein Kind 165 Gott ist mein Hort, und 121 Gott rief der Sonne: Kehre wieder 333 Gott ruft der Sonn' und schafft den Mond 323 Gott, vor dessen Angesichte 39 Gott, was des Lebens 364 Gott werde hoch von dir 46 Gott, wiederum ein Jahr vers schwunden 322 Gott, wie flügelschnell 255 Gott will, ich soll mich 401 Gott, wo ist Weh, wo 146 Großer Gott! erhabnes 143 3. Hallelujah! Amen! Amen 305 Hallelujah! jauchzt, ihr 96 Heiland, deine Menschenliebe war die 78 199 Heilig, heilig ist dein Heilig, heilig sey der Eid 187 Heilig sey euch diese 414 HErr, allerhöchster Gott 166 110 Nummer des Liedes. HErr, aus deiner 169 HErr, deine Allmacht reicht 24 HErr, der du alles giebst 281 HErr, der du alles weißt 270 HErr, der du keinen je 129 HErr, dir gelob' ich neue 291 HErr, du erforschest mich 17 HErr, du fährst mit Glanz und Freuden HErr, es gescheh' dein 353 HErr, gieb zur Uebung meis 290 ner Pflichten HErr Gott, du bist die 15 HErr, höre mein Gebet, um 158 deiner HErr, höre mein Gebet, und laß 173 HErr, lehre mich gewissens haft 241 HErr, mache meine Seele 194 HErr! meiner Seele großen 227 Werth HErr, mein Licht, erleuchte mich 122 HErr, stårke mich, dein 77 HErr, unser Herrscher, freus $ 78 dig sey HErr, wir singen deiner 63. Hier bin ich, JEsu, zu 131 Hier steh ich unter Gottes 45 Hier wirft mein Sinn 154 Himmel, Erde, Luft und 7 91 Hin an dein Kreuz zu Höchster! denk ich an die 157 Höher hebt sich Gottes 328 3. Ich danke dir, o Gott 365 Scherhebe mein Gemüthe 171 Ich komme, HErr, und 132 Ich Register. Nummer des Liedes. 393 Ich komme vor dein Angesicht, du Schöpfer Ich komme vor dein Angesicht. Verwirf 177 Ich lobe dich, und preise 27 126 Ich preise dich voll Ich Staub vom Staube, wer bin ich d 155 Ich weiß, an wen mein Glaub' sich hält 167 JEsu, groß an Huld und Treue 136 Fid JEsus lebt, mit ihm auch 98 Ihr Augen weint, der Mens schenfreund 92 Immer müsse, Gott, dein Rath 202 In allen meinen Thaten 196 In deinerStårke freue sich383 In ernster Abendstille 355 In unserm Kummer kommen wir 377 Nummer des Liedes. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Dant 345 72 Lehre mich, HErr, recht 228 Litaney 367 Lob sey dem HErrn, der 413 Lob sey Gott, der den Frühling schafft 327 Lobsinge Gott, erwecke 3 Lobsinge, meine Seele, dem Auferstandnen 102 Lobsingend nahen wir 371 LobsingetGott! Erschufdie 41 Lobsinget Gott und preiset 412 Lobsingt dem Höchsten 363 Lobt Gott in seinem 115 M. Mein banges Herz, sey 390 Meine Lebenszeit verstreicht, ostündlich 298 Mein Eridser, der du 125 Mein erst Gefühl sey Preis und Dank 337 Mein ganzer Geift, Gott! wird entzückt Mein Geist erstaunt, 319 All29 您. Kein Lehrer ist dir, JEsu 74 Köstlich, o mein Heiland 118 Komm betend oft, und mit 208 Vergnügen Komm, Geist des HErrn, von Gott gesandt 113 Kommt, und eßt das Brod des Bundes 133 2. Laß dir, JEsu, meinem 283 Laß, HErr, nach eiteln 245 Laß mich doch nicht, o Gott, 244 den Schäßen Laß, o JEsu, nicht vergebens mich zu deinem 135 Laßt unserm Vater, laßt 30 mächtiger Mein Glück beruht, o Gott! auf deinem 251 Mein Gott, du hast mein Loos gewählet 384 Mein Gott, du wohnst 217 Mein Heiland lebt, er 97 Mein Hort ist Gott, ihn laff ich walten 205 Mein Kind ist, ach! für mich 391 nicht mehr Mein Leib ist dein Geschenk 234 und Gabe Meinleib soll, Gott, dein 237 Men 346 Register. Nummer des Liedes. Menschenfreund, nach deinem Bilde 260 Mich deiner Gnade zu 273 Mich selbst muß ich 292 Mir schauert nicht vor dir, 30% Mit allen Engeln beugen 108- Gott, du bist die Liebe! 35 MitDank erfüllt, o Gott 397 O Gott, mein irdisch 256 Mit dir geh' ich an mein Ges Gott, unendlich groß 26 schäfte Nummer des Liedes. O du, der bis zum Tode 140 Deffentlich in der Gemeine 141 O Golgatha, zu deinen 81 Gott, aus deinen 10 O Gott, der du mein 183 339HErr, mein Gott! durch den ich bin 58 Mit Freuden such' ich, HErr! die Stätte 219 Mit freudigem Vertrauen376 und 411 O HErr, mein Hort! heilig's Wort bein 117 359 392 Mit fröhlichem Gemüthe 31 Mit frohem Dant erschein' ich hier Mit Preis und Ruhm 105 o Schöpfer, jedes deiner 28 Esu, wenn zum Jugendzeit, wie O tönnt' ich dich, mein Gott, recht preisen 32 134 27. Oselig, selig, wer vor dir 207 O selig, wer zufrieden 399 Tag, der uns des Vaters 111 welch ein Glück, ein 48 welch ein Segen ist 279 welch ein selig Leben 294 O O welch ein Trost für 165 wie sanft ist, HErr, dein Joch 148 P. 316 Nach einer Prüfung Nach meiner Seelen 176 Nein, Seele, nein, die 293 Nicht, daß ichs schon 229 Nicht mürrisch, finster, unge, sellig 284 Nicht um ein flüchtigs 123 Nie bist du, Höchster, 18 Nie kann ich meines Gottes Wege 53 Nie werde meine Seel' 266 Nie will ich wieder fluchen271 Nimmt Gott, dem wir 57 Noch immer wechseln 49 Noch nie hast du dein Wort gebrochen Noch sing' ich hier aus dunk ler Ferne 40 223 99 Preis dem Todesüberwinder! Sieh', er Preis dir, dem Heiligen! 38 Ø. Quelle der Vollkommenheis ten, Gott 190 R. Rings um mich her ist alles Freude 329 0. S. O daß von meinen Lebens. Sanft, wie er gewandelt 423 tagen 254 Schop: Register. Nummer des Liedes. Schöpfer, deine Herrlichkeit leuchtet: 334 Schon schlägt die Trennungs. stunde redd 419 Schuf mich Gott für Augen blicke und 315 Y. Seele, sey zufrieden! 200 0S SCH Selig sind des Himmels 320 Selig sind, die, Gott, 224 Seyd uns gegrüßt, in 417 Sey mir gegrüßt und 407 Sey uns gesegnet, Tag des HErrn 222 Sey zufrieden, mein 51 SingtJEsu Christo nah' und fern 64 Singt unserm Gott ein fro hes Lied 160 Vater, der so gern Vereint zu deinem Preise 415 Vernimm, o Gott, mein 289 Viel zu gering bin ich, o 60 Vollendeter, bey deinen 93 Vollendet ist auch diese 405 Vollendet ist dein Werk 107 VollIJnbrunst, Dank und 139 Vom Geräusch der Welt ges schieden 295 11 Vom Grab', an dem wir wal 3490 len So fliehen unsre Tage So jemand spricht: ich liebe Gott 259 So lang' ich lebe, Gott, 2 Sollten Menschen, meine Brüder 272 Sollt' ich dennallein nicht 336 So weit die Menschen deine Welt 52 Stärke, Mittler, stårke 369 Staub bey Staube ruhst du 306 Stets weiser, besser stets 408 nun T. 347 Nummer des Liedes. Unser Gott ist groß und 25 Unser Gott, wir danken 225 Unsre ganze Seele fühle 408 Unwiederbringlich schnell ents fliehn 361 Tausend Jahre sind vor 321 Theuer, wie mein- eignes 265 Trocknet eures Jammers 424 U. Ueber aller Himmel Heere 106 Unerforschlich ist dein Rath 422 71 Von Allem, was die Erde 421 Von dir auf diese Welt gerus fen 282 Von dir kommt jede gute Gabe 215 Vorwärts, mein Geist 402 w. Wagt' ich es långer noch, die Behrung 161 Warumdein Blick so trübe195 Was ist's, daß ich mich 203 Was soll ich ångstlich 204 Welch Glück, so hoch 206 Welche freudenvolle Tage 235 Welch hohes Beyspiel Welch Kleinod ist, HErr JEsu Christ 116 Wenn Gott dich über Brüder hebt 75 287 Wenn 348 Register. Nummer des Liedes. Wenn ich ein rein Gewissen as habe no 232 Wenn ich einst von jenem 341 Wenn ich, o Gott, von 231 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 42 Wenn meine Brüder um 210 Wenn meine Seele zweifelnd bebt: min104 Wenn Menschenhülfe dir 197 Wenn Menschen streben, die an Güten 285 Wenn, Richter aller Welt 312 Wenn sich, o Gott, mein Geist zu dir 179 Wer gleicht dir, Gott? 16 Wer, Gott, bey deinem 189 Wer, hocherhabner Gott, kann würdig 180 Wer mit Luft und Eifer 420 Wer nie in schndder 239 Wie arm und dürftig ist 277 Wie fürcht' ich mich, mein Herz zu prüfen 153 Wie groß ist deine Milde 278 Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 33 Wie groß, wie angebetet 65 Wie könnt' ich zweifeln, daß du bist 9 Wie lieblich ist doch, HErr! die Ståtte 218 Wie sanft fließt mir mein Les ben 296 Nummer des Liedes. Wie sanft sehn wir den 302 Wie schrecklich wachet 151 Wie schwach ist meine 145 Wie sicher lebt der Mensch 299 Wie theuer, Gott, ift 170 Wie wird mir dann, o dann 00mir seyning 301 Wie wohl ist mir, o Freund der Seelend 297 Wie wohl ist mir, wenn mit To Erbarmenis aim: 274 Wie wohl ruht sichs, wenn 9 man sein Leben ur 303 Willkommen, Abendstille 360 Willst du der Weisheit 185 Wir alle sind ja Brüder 276 Wir bringen weinend 306 Wir danken freudig dir 366 Wir sind nach sanftem 344 Wir sind, o HErr, in Wohl dem, der beßre 240 Wohl dem, der richtig 269 Wohl dem, der seine 164 Wohlzuthun und mitzutheis len, du, mein Herz 275 Wo ist die Nacht der 23 354 3. Zeit, die ich seufzend zähle 387 Zu dir erhebt sich mein 76 Zu dir, mein Gott! der du 213 Zu dir, o Gott, das Herz 216 Zum Fleiße ward das 248 Zu unserm Besten wendet 351 Halle, gedruckt in der Buchdruckerey des Waisenhauses. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 44 6 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 ( O 15 White 16 7 17 18 3/ Color 19 B.I.G. Black