Cheute Xen 22 Oktober 1563 Worten wier Fürgen Getrauth. Und Kürchliech Den 26th Ciktober 1863. Theocor Vollbach. Jubowan 1346 ( ma 9 fan ileare Maria Catarina Schiffbauer .. Geboren 1820 Den 17 t Dizen ber Strona Hoppl 27 S ہمت ہو سه 2 نه ها یہا سلام ان مو Gb 4503 a fentende Bergisches Gesangbuch bestehend in 930, sowohl alten als neuen geistlichen Liedern für die evangelischen Gemeinen EDA Erweckung heiliger. Andacht, Uebung wahrer Gottseligkeit und zum christlichen Gebrauch. zur bei dem öffentlichen und häuslichen Gottesdienste, nebst Gebete n. 3000 0000 Elberfeld 1838, gedruckt und zu haben bei Sam. Lucas. Gb 4503 дв 1: Univ. Bibl. Giessen 10000 Inhalt. Erste Abtheilung. Fest, Feier- und Sonntagslieder, Lob- und Dankgesänge. Adventslieder Nr. 1-12. 631. 632. Weihnachtslieder 13-28. 633-640. 896. Neujahrslieder 29-39. 641-646. Von dem Leben und der Lehre Jesu 40-52. 647-650. Passionslieder 53-84. 651-669. 897. Osterlieder 85-100. 670-674. 898. Himmelfahrtslieder 101-106. 675. 676.( 709.) Pfingstlieder 107-117. 677-681.( 711.) 899. Vom dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Geist 118-137. 682-687. Sonntagslieder 138-154. 688-691. 890. 891. Allgemeine Lob- und Danklieder 155-166. 692-696. 877-885. 3 weite Abtheilung. Katechismuslieder. Ueberhaupt 167-171. 697. Von den zehn Geboten 172-184. 698. Von Inhalt. Von den Artikeln des christlichen Glaubens 185-193. 699711. 886-889. Vom Gebet 194-206. 712-716. Von der heiligen Taufe 207-210. 717, 718. 900. Von der Confirmation 211-213.( 747.) Von der Buße 214-241. 719-730. 906-908. Von dem heiligen Abendmahl 242-257. 731. 732. 901. Die Haustafel: Ueberhaupt 258-260. 733. Lehrer, Zuhörer und Schüler 261-264. 734. Obrigkeit und Unterthan 265. 266. 735. Häuslicher Stand 267. Ehestand 268-271. Eltern und Kinder 272-277. 736. 737. Herrschaft und Gesinde 278-280. Alte 281. Wittwen und Waisen 282. 283. Jünglinge und Jungfrauen 284-286. Berufsgeschäfte 287-290. 738. Höhere und niedere Stände 291. 292. Dritte Abtheilung. Lehr- und Glaubenslieder. Vom Worte Gottes 293-299. 739-744. Von der christlichen Kirche 300-316. 745-751. Von der göttlichen Vorsorge 317-330. 752-754. Von dem menschlichen Elende 331-335. 755. 756. Von der göttlichen Gnade 757-765. Von der Rechtfertigung 336-342. 766-774. 902. Von Inhalt. Von der Wiedergeburt und Erneuerung 343. 344. 775-780. Von der Vereinigung mit Christo 345. 346. 781-785. Von der Erwählung zum ewigen Leben 347-351.( 780.) 786-790. Vierte Abtheilung. Christliche Lebens- und Wandelsgesänge. Ueberhaupt 352-364. 791-797. 903. 904. 911. 912. 914. Ehrfurcht und Liebe gegen Gott und Sesum 365-371. 378. 379.( 170.) 910. Freude und Wohlgefallen an Gott und Jesu 798-803. 909. Nachfolge Jesu 372-374. 804, 805. 915. Weisheit 375. 376. Vorsichtigkeit in der Religion 377. Eid 380. Dankbarkeit gegen Gott 381. und gegen Menschen 916. Vertrauen zu Gott 382. 383. Zufriedenheit, Geduld und heiterer Sinn 384-387. Sorge für die Seele 388-390. 806. Selbstliebe 807. Vergnügsamkeit 391. 392. Ordnungsliebe 919. Demuth 394. 917. Keuschheit 395. Redlichkeit und Gewissenhaftigkeit 396. 397. 809. Kampf und Sieg des Geistes 810-812. Einsamkeit 813. Menschenliebe 398. 399. 913( 794.) Wohlthätigkeit 400. Versöhn Inhalt. Versöhnlichkeit und Sanftmuth 401-403. 918. Beständigkeit im Guten 404-407. 814.( 797.) Wahrhaftigkeit 408. Gerechtigkeit 409. Bescheidenheit, Wohlwollen 410-413. Sorge für des Nächsten Seele 414. 415. Wider die Weltliebe 416. Wider den Geiz 417. Arbeitsamkeit und Sparsamkeit 418. 419. Wider die Wollust und Schwelgerei 420. 421. 905. Wider die Lügen und Verläumdung 422. 423. Wider den Selbstmord 424. Wider den Mißbrauch der Thiere und Pflanzen 920.( 704.) Seltenheit des wahren Christenthums 815. 816. Kennzeichen des wahren Christen 817-820. Fünfte Abtheilung. Vom Kreuz und Leiden. Ueberhaupt 425-452. 821-826. 921-926. In geistlichen Nöthen 453-464. In allgemeiner Noth 465-474.( 825.) In und nach dem Kriege 475-481. 486. Nach einer Feuers- und Wassersnoth 482-485. In und nach ansteckenden Seuchen 487. 488. In und nach der Krankheit 489-493. In und nach der Theurung 494-496. Erdbeben 827. Führung und Schuß Gottes 497. 498. Sechste Sechste Abtheilung. In besondern Verhältnissen des Lebens und Zeiten. In besondern Verhältnissen: Vaterland 499. Nachbarschaft 500. Freundschaft 501.( 808.) Inhalt. Gelehrte 502. Gesunde 503. Künstler 504. Bergleute 505. Landmann 506. Arme 507. 508. In besondern Zeiten: Tageszeiten. Morgenlieder 509-518. 828.- 832. 892.893. Abendlieder 519-530. 833-835. 894. 895. Tischlieder 531-538. Lieder für Mütter 539-541. Reiselieder 542-545. Jahreszeiten 546. Frühling 547. Sommer 548. 549. Herbst 550. 551. Winter 552. 553. 12 Zu Anfang und Ende der Woche 454. 555. Um Geburtstage 556. Wichtigkeit der Lebenszeit 836. 837. Wetterlieder. Aussaat 557. Das schöne Feld 558. Gedeih Inhalt. Gedeihlichkeit 559. Bei und nach anhaltender Dürre 560. 561. Bei und nach anhaltendem Regen 562. 563. Sparsame, reiche Erndte 564. 565. Bei und nach einem Gewitter 566-568. Bei Erscheinung eines Kometen 569. Siebente Abtheilung. Vom Tode, von der Auferstehung, dem Gericht und der Ewigkeit. Sterbe- und Begräbnißlieder 570-609. 838-863.927-928. Darunter bei dem Tode der Unsrigen 572. 602.( 282.) eines Freundes 603. eines Wohlthäters 604. eines Frommen 852. eines Verunglückten 857. eines Kindes 858. eines Lehrers 859. eines Vaters oder einer Mutter 860.( 283.) Von der Auferstehung 607-609. 861-863. 596. Vom jüngsten Gericht 610-618. 864-866. Von der Ewigkeit 619-630. 867-876. 929. 930. Achte Abtheilung. Vermischte Lieder 877- 930. Diese sind gehörigen Orts angemerkt. Tai Im Namen Jesu! Erste Abtheilung. Fest, Feier- und Sonntagslieder. Lob- und Dankgesänge. Adventslieder. Von der Ankunft des Sohnes Gottes auf Erden. M. Erschienen ist der herrlich. M. Wer nur den lieben Gott. 1.* Nun kommt das neue Kir= 2. Noch steht dein Bund, wie chenjahr, Deß freuet Felsen stehen, Du Gott sich der Christen Schaar. Dein der Gnade, Gott der Treu! Jahr König kommt, drum freue dich, und Jahrhunderte vergehen, Doch Du werthes Zion, inniglich! deine Huld ist täglich neu; Auch Halleluja! heute noch erheben wir mit Freuden unsern Geist zu dir. 2. Wir hören noch das Gnadenwort Vom Anfang immer 2. Kein Feind zerstörte die wieder fort, Das uns den Weg Altäre, Kein Feind zertrat dein zum Leben weist. Gott sey für Heiligthum; Noch fingen wir zu feine Huld gepreist! Halleluja! deiner Ehre, Noch predigt man 3. Gott, was uns deine Wahr- von deinem Ruhm. Durch Tauf heit lehrt, Die unsern Glauben und Abendmahl und Wort Pflanzt stärkt und mehrt, Laß bei uns sich auch hier die Kirche fort. bleiben, daß wir dir Lob und 3. Doch fragst du nach des Preis sagen für und für, Hal- Wortes Früchten, Und bringst, leluja! was wir gethan, ans Licht, Um 4. Ehr sey dem Vater und nach den Werken uns zu richten, dem Sohn, Sammt heil'gem O Richter! so bestehn wir nicht. Geist auf einem Thron! Der Du trugst uns immer mit Geheiligen Dreieinigkeit Sey Lob und duld; Wir aber häuften Schuld Preis in Ewigkeit! Halleluja! lauf Schuld. 20 4. Ver Adventslieder. Verwirf uns nicht, o Herr, Es gehöret dir allein; Mach' es verschone, Und gieb uns nicht der wie du gerne thust, Rein von Sünder Lohn! Wir sehn empor aller Sündenlust. zu deinem Sohne, Und flehn ge- 6. Deine Zukunft, Jeſu, war beugt vor deinem Thron: Ver- Hülf und Rettung aus Gefahr; gieb dem fündigen Geschlecht! So sey mir auch jederzeit Hülf Vor dir ist keiner je gerecht. und Trost von dir bereit. 5. D möcht' es, Vater, uns 7. Tröste, stärke, meinen Sinn, gelingen, In diesem neuen Kir- Wenn ich schwach und zaghaft chenjahr Die Sünde mächtig zu bin; Wenn die Welt, des Sabezwingen! Reich uns von oben tans List Meiner Schwachheit Kräfte dar; Mach uns durch furchtbar ist. deinen Geist geschickt, zu thun, was ewig uns beglückt. 8. Tritt den Schlangenkopf entzwei, Daß ich, aller Nengsten 6. Laß ferner hier dein Wort frei, Dir im Glauben um und erschallen, Daß es zum Heil den an Bleibe selig zugethan. Sünder schreckt, Und Alle, die 9. Daß, wenn du, o Lebensdir wohlgefallen, 3u freudenrei- fürst, Herrlich wieder kommen cher Hoffnung weckt! So oft wirst, Ich dir mög' entgegen wir hier versammelt flehn, Laß, gehn, Und gerecht vor dir bestehn. Herr, uns deine Gnade sehn! 2 M. Ich dank dir schon. In eigener Melodie. 3.* Gott sey Dank in aller 4. Gedanke, der uns Leben giebt! Wer kann dich Welt Der sein Wort ganz durchdenken? Also hat Gott beständig hält, und der Sünder die Welt geliebt, Uns ſeinen Sohn Trost und Rath Zu uns her ge- zu schenken. sendet hat. 2. Hoch über die Vernunft 2. Was der alten Väter erhöht, Umringt mit Finsternis Schaar Höchster Wunsch und sen, Füllst du mein Herz mit Sehnen war, Und was sie ge- Majestät, Und stillest mein Geprophezeit, Ist erfüllt mit Herr- wissen. lichkeit. 3. Ich kann der Sonne Wun3. 3ions Hülf und Abrams der nicht, Noch ihren Bau er Lohn, Jacobs Heil, der Jung- gründen, Und doch kann ich der frau Sohn, Der von Gott ge- Sonne Licht und ihre Wärm' fandte Held Hat sich treulich ein- empfinden. gestellt. 4. So kann ich auch nicht 4. Sey willkommen, o mein Gottes Rath Von Jesu Tod erHeil! Hosianna, o mein Theil! gründen; Allein das Göttliche Richte du auch eine Bahn Dir der That, Das kann mein Herz zu meinem Herzen an. empfinden. 5. Zeuch du Ehrenkönig ein! 5. Nimm mir den Trost, daß Jefus Adventslieder. 3 Jesus Christ Hat meine Schuld Dankbarkeit, So oft ich dich getragen, Mein Gott und mein nur nenne, Und hilf, daß ich Erlöser ist, So werd' ich angst dich allezeit Treu vor der Welt voll zagen. bekenne. 6. Ist Christi Wort nicht Got 15. Soll ich dereinst noch tes Sinn, So werd' ich irren würdig seyn, Um dich, Herr, müssen, Und wer Gott ist, und Schmach zu leiden; So laß was ich bin, Und werden soll, mich keine Schmach und Pein nicht wissen. Bon deiner Liebe scheiden. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein Spötter rauben; Ich fühle seine Göttlichfeit, Und halte fest am Glauben. 8. Ich bin dein ew'ges Eigenthum, Durch dich des Himmels Erbe; Dies, Sohn des Höchsten, ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für Des Glaubens Freud' empfinden; So wirk er doch sein Werk in mir, Und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt- Laß mich noch sterbend denken! Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht Alles schenken? - 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, Im Glauben mich zu. stärken, Und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 5* 10. So lang ich deinen Willen gern. Mit reinem Herzen heran! Empfanget unverdrossen thue; So fühl ich eine Kraft Ihn, der euch helfen kann! Das des Herrn, Und schmecke Fried' Heil der Welt ist hier; Laßt uns und Ruhe. vor allen Dingen Ihm Hosian11. Und wenn mich meine na singen Mit heiliger Begier! Sünde kränkt, Und ich zu dir, 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Herr, trete; Weiß ich, daß dein Der König ist euch nah! HinHerz mein gedenkt, Und thut, weg mit Angst und Schmerzen, warum ich bete. Der Helfer ist schon da! Seht, 12. Ich weiß, daß du, mein wie so mancher Ort So tröstHeiland, lebst, und mich einst lich ist zu nennen, Da wir ihn aus der Erde Erweckst und zu finden können Im Nachtmahl, dem Reich' erhebst, Wo ich dich Tauf und Wort. schauen werde. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag13. Kann unsre Lieb' im ten, Der König ist nicht fern! Glauben hier Für dich jemals Seyd fröhlich, ihr Verzagten erkalten? Dies ist die Lieb', o Dort kommt der Morgenstern! Herr, zu dir, Dein Wort von Der Herr will in der Noth Herzen halten. Mit reichem ETrost euch spei 14. Erfüll' mein Herz mit sen; Er will euch Hülf er22 weisen, M. Von Gott will ich nicht. uf, auf, ihr Reichsgenoſ sen, Der König kommt 4 Udventslieder. weisen, Und dämpfen selbst den schon längst gedacht. Nun wird kein' Angst noch Pein, Kein Tod. 4. Auch hört, ihr frechen Sün- Tod hinfort uns schaden. Schon der, Der König merket d'rauf, hier läßt Gott aus Gnaden Uns Wenn ihr, als böse Kinder, Im seine Kinder seyn. vollen Lasterlauf Auf Arges seyd 10. So eilt mit schnellen Schrit bedacht, Und thut es ohne Sor- ten, Den König selbst zu sehn! gen; Denkt, nichts ist ihm ver- Er merkt auf eure Bitten, Ist borgen, Er gibt auf alles Acht. herrlich, sanft und schön. Auf, 5. Seyd fromm, ihr Unter- tretet froh heran, Den Heiland thanen, Der König ist gerecht; zu begrüßen, Der alles Kreuz Laßt uns den Weg ihm bahnen, versüßen, Und uns erlösen kann. Und machen alles recht! Für 11. Der König will bedenken, wahr, er meint es gut; Drum Die er so herzlich liebt, Mit laffet uns die Plagen, Die er köstlichen Geschenken, Da er sich uns schickt, ertragen Mit uner- selbst uns giebt Sn seinem Gnaschrocknem Muth! denwort. König, hoch erhoben, 6. Und wenn gleich Krieg und Wir alle wollen loben Dich Flammen Uns alles rauben hin; freudig hier und dort! Stürz' auch die Welt zusammen, 12. Nun, Herr! du giebst uns Uns ist es doch Gewinn, Wenn reichlich, Wirst selber arm und gleich ein früher Tod Die wir schwach; Du liebest unvergleichgeliebt, genommen. Getrost! sie lich, Du eilst den Sündern nach, find gekommen Ins Leben aus Willst unser Heiland seyn; Drum der Noth. wollen wir dir singen, Dir Lob 7. Frisch auf in Gott, ihr Ar- und Ehre bringen, Und ewig men, Der König sorgt für euch! dankbar seyn. Er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich. Der an M. Nun danket alle Gott. das Thier gedacht, Der wird 6. Sie kommt, ſie kommt die euch ernähren; Was Menauch Zeit, Die Gott nach seischen nur begehren, Das steht nem Willen Bestimmt, um das, in seiner Macht. was er Versprochen, zu erfüllen. 8. Hat endlich uns betroffen Der große Tag des Herrn, Der Viel Kreuz, läßt er doch nicht Tag des Heils ist nah; Denn der, Die, welch auf ihn stets hoffen der ihm den Weg, Bereiten ſoll, Mit rechter Zuversicht. Von Gott ist da. kommt alles her; Er lässet auch 2. Laut schallt das frohe Wort: im Sterben Die Seinen nicht ver- Der Herr kommt! Es verbreitet derben; Denn er liebt sie zu sehr. Sich überall der Ruf: Erwachet 9. Frisch auf, ihr Hochbetrüb- und bereitet Dem, der da kommt, ten, Der König kommt mit Macht! den Weg! Macht ihm, dem RetUn seine Vielgeliebten Hat er ter, Bahn! Macht Bahn, bereitet Adventslieder. 5 reitet euch, Ihn würdig zu em-] 3. Ein Herz, das Demuth pfahn. liebet, Bei Gott am höchsten 3. Er kommt, von Gott ge- steht; Ein Herz, das Hochmuth fandt, Der Völker Trost und übet, Mit Angst zu Grunde Segen; Und Gnad' und Wahr- geht. Ein Herz, das richtig ist, heit glänzt Auf allen seinen We- Ünd folget Gottes Leiten, Das gen. Er kommt, um unsre Welt kann sich recht bereiten, zu dem Vom Elend zu befrei'n, Das kommt Jesus Christ. menschliche Geschlecht Zu segnen, zu erfreu'n. 4. Das war Johannis Stim= me, Das war Johannis Lehr'. 4. Auf, Christen! kommt, laßt O folget dieser Stimme, Gebt, uns Den Gott der Wahrheit prei- Christen, ihr Gehör! Ja, laß, sen! Er hält uns, was er längst o Gott, auch mich Stets Aus Gnaden hat verheißen. Nie wahre Demuth lieben, mich im täuscht, was Gott verspricht; Gehorsam üben, Dann preis' Sein Wort bleibt ewig stehn. ich ewig dich! Sinkt, Berge, hin in Nichts; Sein Wort kann nicht vergehn. M. Ach, was soll ich Sünder. 5. Heil uns! mit uns ist Gott, 8* Kommst du, kommſt du, Mit uns der Welt Erretter, Das Licht der Heiden? Ja, Längst gewünschte Licht, Die Hoff du kommst und säumest nicht, mung unsrer Väter. Versammelt, Weil du weißt, was uns geVölker, euch, Versammelt euch bricht. O du starker Trost im zum Herrn! O Christen, freut Leiden! Jesu, meines Herzens euch sein, Und folget Jesu gern! Thür Steht dir offen; komm zu mir! E M. Von Gott will ich nicht. 7.* Mit Ernst, o Menschen 2. Ja, du bist bereits zuges gen, Du, Weltheiland, Gottes kinder, Das Herz in Sohn! Meine Seele spüret schon euch bestellt! Es will das Heil Deinen gnadenvollen Segen, Dei.. der Sünder, Der starke Wunder- ner Liebe hohe Kraft, Die uns held, Den Gott aus Gnad' al- Heil und Leben schafft. lein Der Welt zum Licht und 3. Schmücke mich mit deiner Leben Versprochen hat zu geben, Liebe! Jesu, nimm mein Flehen Bei allen kehren ein. hin; Schaffe, daß mein Geift 2. Bereitet doch fein tüchtig und Sinn Sich in deiner Liebe Den Weg dem großen Gast. übe! Sonst zu lieben dich, mein Macht seine Steige richtig, Laßt Licht, Steht in meinen Kräften Alles, was er haßt; Macht alle nicht. Bahnen recht. Das Thal werd' 4. Jesu, rege mein Gemüthe! ihm erhöhet! Macht niedrig, was Jesu, öffne mir den Mund, Daß hoch stehet, Was krumm ist, dich meines Herzens Grund Ingleich und recht. nig preise für die Güte, Die du mir 6 Adventslieder. mir, o Seelengast, Lebenslang zelt, als das geliebte Lieben, erwiesen hast! Womit du alle Welt In ihren 5. Gib mir deines Geistes tausend Plagen Und großer SamGaben, Liebe, Glauben und Ge- merlast, Die kein Mund kann duld, Und Bereuung meiner aussagen, So fest umfangen hast. Schuld! Laß zu dir mich seyn 6. Das schreibt in eure Her: erhaben! Dankbar will ich für zen, Betrübte, klagt nicht mehr, und für Hofianna fingen dir! Als ob in Gram und Schmerzen Für euch kein Helfer wär'! Send M. Herzlich thut mich verlangen. unverzagt! Ihr habet Die Hülfe 9,* Wie soll ich dich empfan- vor der Thür; Der eure Herzen gen? Und wie begegn labet Und tröstet, ist schon hier. ich dir? O aller Welt Verlan 7. Shr dürft euch nicht be gen, Du meiner Seelen Zier! mühen, Noch sorgen Tag und Jesu, Jesu, sebe Den heil'gen Nacht, Wie ihr ihn wollet zieGeist mir bei, Damit, was dich hen Mit eures Armes Macht. ergöße, Mir kund und wichtig sey! Er kommt mit gutem Willen, 2. Dein Zion streut dir Pal- Ist voller Lieb' und Lust, All' men Und grüne Zweige hin; Angst und Noth zu stillen; Sie Auch ich will dir in Psalmen ist ihm wohl bewußt. Ermuntern meinen Sinn. Es 8. Auch dürft ihr nicht er foll mein Herz dir grünen In schrecken Vor eurer Sünden stetem Lob und Preis, Und dei- Schuld; Nein, Jesus, will fie nem Namen dienen, So gut decken Mit seiner Lieb' und Huld. es kann und weiß. Er kommt, er kommt den Sün3. Was hast du unterlassen, dern Zum Trost und wahrem Zu schaffen Trost und Freud', Heil, Schafft, daß bei Gottes Kin2013 wir Elende saßen In un- dern Verbleib' ihr Erb' und Theil. ferm größten Leid? Als uns 9. Laßt eure Feinde dräuen; das Reich genommen, Wo Fried' Weicht darum nicht zurück! Der und Freude lacht, Bist du, mein Herr wird fie zerstreuen In Heil, gekommen und hast uns einem Augenblick. Er kommt, er froh gemacht. kommt, ein König, Dem wahr4. Ich lag in schweren Ban- lich jeder Feind Auf Erden viel zu ben, Du kommst und machst wenig Zum Widerstand erscheint. mich los; Ich war in Spott und 10. Er kommt zum WeltgeSchanden, Du kommst und machst gerichte, Zum Fluch dem, der ihm mich groß, Und hebst mich hoch flucht; Mit Gnad' und holdem zu Ehren, Und schenkst mir großes Lichte Dem, der ihn liebt und Gut, Das sich nicht läßt verzeh- sucht. Uch komm, ach komm, o ren, Wie eitler Reichthum thut. Sonne! Und leit uns allzumal 5. Nichts, nichts hat dich ge- 3um ew'gen Licht, zur Bonne trieben 3u mir vom Himmels: In deinen Freudensaal. 10. Udventslieder. 7 heil'ger Geist uns führ' und leit Den Weg zur ew'gen Seligkeit! Heiland, dir, o Herr, Sey ewig Preis und Ehr'! In eigener Melodie. 10.* Ma acht hoch die Thür die Thore weit; Es kommt der Herr der Herrlich keit, Ein König aller Königreich', Ein Heiland aller Welt zuM. Von Gott will ich nicht. gleich, Der Heil und Leben mit 11. Erhebt den Herrn, ihr sich bringt; Deshalben jauchzt, Frommen! Er hält, mit Freuden singt: Gelobet sey was er verspricht. Der Heiland mein Gott, Mein Schöpfer reich ist gekommen, Der Völker Trost an Gnad'! und Licht. Gott, der uns nicht 2. Er ist gerecht, ein Helfer verstößt, Hat uns zum Heil und werth; Sanftmuth und Huld Leben Selbst seinen Sohn gegeist sein Gefährt, Sein Königs- ben; Durch ihn sind wir erlöst. kron' ist Heiligkeit, Sein Scepter 2. Erlöst, o welche Gnade ist Barmherzigkeit; All unsre Hat uns der Herr ertheilt! Wie Noth zum End er bringt; Des groß war unser Schade! Er hat halben jauchzt, mit Freuden singt: ihn uns geheilt. Sein Rath ist Gelobet sey mein Gott, Mein wunderbar. Von Sünden, vom Heiland groß von That. 3. Owohl dem Land', o wohl der Stadt, Die diesen König bei dar. sich hat! Wohl allen Herzen ins- 3. Er kam zu uns auf Erden gemein, Wo dieser König ziehet In armer Knechtsgestalt. Voll ein! Er ist die rechte Freuden- Mühe, voll Beschwerden War sonn', Bringt mit sich lauter hier sein Aufenthalt. Der ihm Freud' und Bonn'. Gelobet sey gegevnen Macht Enthielt er sich mein Gott, Mein Tröster früh mit Freuden, Bis er durch schwere und spat. Leiden Sein großes Werk vollbracht. Verderben Uns Rettung zu er werben, Gab Gottes Sohn sich 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit; Eu'r Herz zum Tem- 4. Er hats vollbracht. O pel sey bereit! Die Früchte der bringet Gott euren Lobgefang! Gottseligkeit Stellt auf mit Un- Erlöste Menschen, singet Dem dacht, Lust und Freud'; So Mittler ewig Dank! Wo niekommt der König auch zu euch, mand helfen kann, Da hilft der Bringt Heil und Leben euch zu- Herr aus Gnaden, Heilt unsrer gleich. Gelobet sey mein Gott, Seele Schaden; O nehmt ihn Voll Rath, voll That, voll Gnad'. gläubig an! 5. Komm, o mein Heiland, 5. Du Freund der MenschenJesus Christ! Des Herzens Thür kinder, Verwirfuns, Jesu, nicht! dir offen ist; Uch, zeuch mit dei- Dein Name, Heil der Sünder, ner Gnade ein! Dein Freund- Ift unsre Zuversicht. Drum lichkeit auch uns erschein'; Dein kommen wir zu dir. Entreiß uns 8 Udventslieder. uns allen Sünden; Hilf glück- Kann nicht seine Brüder hassen, lich überwinden; Denn dein, o Nie sie hülflos lassen. Herr, find wir! 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns zum Frieden Durch des Grabes Nacht. Unfre todten M. Jesu meine Freude. 12. Gefus ist gekommen! Dan- Glieder Giebt die Erde wieder ket ihm, ihr Frommen! Ihm, der sie bewacht. Jesus Dankt ihm, daß er kam, Daß ruft uns aus der Gruft, Er, der er hier auf Erden, Unser Heil selbst den Tod einst schmeckte. zu werden, Seine Wohnung Den das Grab auch deckte. nahm. Mensch, wie wir, erschien 5. Auf dem Richterthrone er hier, Um des Vaters Gnaden- Werden wir im Sohne Unsern willen Un uns zu erfüllen. Retter schaun. Heil und ew'ges 2. Laßt uns niederfallen, Leben Wird er allen geben, Die Danken, daß er allen Freund ihm hier vertraun. Er ward und Bruder ist! Gott auf sei- hier versucht, wie wir. Unfrer nem Throne Liebt uns in dem Schwachheit wird er schonen, Sohne, Hilft durch Jesum Christ. Ueberschwenglich lohnen. Welch ein Heil, an Christo Theil, 6. Eilt nun, eilt, ihr SünTheil an seines Geistes Gaben, der! Werdet Gottes Kinder! Un Gott selbst zu haben! Werdet seiner werth! Eilt nun, 3. Keine Macht der Leiden eilt, ihr Frommen! Send wie Kann von ihm uns scheiden; er vollkommen! Bleibet seiner Er bleibt ewig treu. Dort wird werth! Preiset ihn, daß er erer vom Bösen Gänzlich uns er- schien, Und für euch sich hat gelösen, Hier steht er uns bei. geben, Durch ein göttlich Leben! Unser Freund, mit Gott vereint, Weihnachtslieder. Von der Geburt Jesu. In eigener Melodie. so zart und klein, Soll eure 13.* Vom Himmel hoch, da Freud' und Wonne feyn. komm' ich her, Sprach 3. Es ist der Herr Christ, einer aus der Engel Heer; Des unser Gott, Der will euch fühGuten bring' ich euch so viel, ren aus der Noth; Will euer Wovon ich sing'n und sagen will. Heiland selber seyn, Und euch 2.» Euch ist der Heiland heut von Sünden machen rein. gebor'n, Von einer Jungfrau aus- 4. Er bringt euch mit die erkor'n; Dies Kind, jetzt noch Seligkeit, Die Gott der Vater hat Weihnachtslieder. 9 hat bereit, Daß ihr mit uns im 13. Uch Jesu, Jesu du bist Himmelreich Sollt ewig leben mein! Laß mich auch ganz der allzugleich. Deine feyn. Komm, zieh hier 5. So merket nun das Zeichen in mein Herz hinein, Auf daß recht: Die Kripp' und Windeln ich nie vergesse dein. sind nur schlecht; Da findet ihr 14. Gieb, daß ich allzeit fröhdas Kind gelegt, Das alle Welt lich sey, Frohlock und singe imerhält und trägt.< mer frei 3u Ehren dir, o Got6. Deß laßt uns alle fröh- tes Sohn, Mit Herzenslust im lich seyn, Und mit den Hirten füßen Zon! gehn hinein, Zu sehen, was Gott 15. Lob, Ehr sey Gott auf hat beschert, Da er uns seinen seinem Thron, Der uns schenkt Sohn verehrt. feinen ein'gen Sohn! Deß freute sich der Engel Schaar, Und sang uns ein solch neues Jahr. 7. Merk auf, mein Herz, und fieh dort hin; In einer Krippe triffst du ihn. Es ist dein Heiland Jesus Christ, Der für dich Mensch geboren ist. s In voriger Melodie. 8. Willkommen, Jesu, edler 14.* om Himmel ward der Engel Schaar Des Gast, Den Sünder nicht ver- Nachts den Hirten offenbar, Und schmähet hast! Du kommst ins große Freude that ihr Mund Elend her zu mir; Wie soll ichs Mit lautem Jubel ihnen kund. immer danken dir? 2. Geht eilend hin, geboren 9. Uch Herr, du Schöpfer aller ist In Davids Stadt der Herr, Ding', Wie bist du worden so der Christ, Des Vaters eingegering! Auf dürrem Gras liegt borner Sohn, Der Sünder Heil, Jesus Christ; Er, der der Herr der Frommen, Lohn. vom Himmel ist! 3. Send fröhlich, daß er sich 10. Doch wär die Welt viel mit euch Vereinigt, euch ist wor mal so weit, mit Edelstein und den gleich! Das Kind, das in Gold bereit, So wäre sie doch der Krippe liegt Sst euer Heil, viel zu klein, Um deine Wiege, hilft euch und siegt. Herr, zu seyn! 4. Thr habt mit euch den 11. Statt Sammt und Seide wahren Gott, Euch schrecke nicht wähleft du Grob Heu und Win- mehr Sünd' und Tod! Last Teu deln dir zur Ruh, Worin du, Kö- fel, Welt und Hölle drohn, Ein nig, groß und reich, Herprangst, Mensch, wie ihr, ist Gottes Sohn! als wärs dein Himmelreich! 5. Auf ihn sest eure 3uver12. Das hat also gefallen dir, sicht, Und seyd gewiß er läßt Die Wahrheit anzuzeigen mir, euch nicht; Fiel auch ein ganWie aller Welt Macht, Ehr' und zes Heer euch an, Troß dem, Gut Vor dir nichts gilt, nichts der nicht mehr schaden kann! hilft, noch thut. 6. Ihr seyd nun göttlichen Ge= Weihnachtslieder. 10 Geschlechts, Und mit uns glei-| M. Vom Himmel hoch. In eigener Metodie. 15.* Gelobet feyst du, Jesu chen Bürgerrechts. Ihr siegt, 16. Dies ist der Tag, den ihr siegt, steht fest im Streit, Gott gemacht; Sein Zuletzt bleibt euch die Seligkeit. werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geChrift, Daß du harrt, Bis daß die Zeit erfüllet Mensch geboren bist Bon einer ward; Da sandte Gott von fei= Jungfrau; das ist wahr! Deß nem Chron Das Heil der Welt, freuet sich der Engel Schaar; dich, seinen Sohn! Halleluja! 3. Wenn ich dies Wunder 2. Des ew'gen Vaters einigs fassen will, So steht mein Geist Kind Jetzt man in der Krippe vor Ehrfurcht still; Er betet an, findt; Mit unserm armen Fleisch und er ermißt, Daß Gottes Lieb' und Blut Bekleidet sich das unendlich ist. ew'ge Gut; Halleluja! 4. Damit der Sünder Gnad' 3. Den aller Welt Kreis nie erhält, Erniedrigst du dich, Herr umschloß, Der liegt in Mariens der Welt, Nimmst selbst an unSchooß; Er wird ein Kind, wird frer Menschheit Theil, Erscheinst zart und klein, Der alle Ding' im Fleisch, wirst unser Heil. erhält allein; Halleluja! 5. Gedanke voller Majestät! 4. Das ew'ge Licht geht da Du bist es, der das Herz erhöht. herein, Giebt der Welt ein'n Gedanke voller Seligkeit! Du neuen Schein: Es leuchtet mit- bist es, der das Herz erfreut. ten in der Nacht, Aus uns des 6. Durch Eines Sünde fiel Lichtes Kinder macht; Halleluja! die Welt; Ein Mittler ists, der 5. Der Sohn des Vaters, sie erhält. Was zagt der Mensch, Gott von Art, Ein Gast in wenn der ihn schützt, Der in der Welt hier ward; Und führt des Vaters Schoose fitt. uns aus dem Jammerthal Als 7. Jauchzt, Himmel, die ihr Erben hin in seinen Saal; Hal- jihn erfuhrt, Den Tag der hei leluja! ligsten Geburt! Und Erde, die 6. Er ist auf Erden kommen ihn heute sieht, Sing ihm, dem arm, Daß er unser sich erbarm', Herrn, ein neues Lied! Uns in dem Himmel mache reich, 8. Dies ist der Tag, den Got Und seinen lieben Engeln gleich; gemacht; Sein werd in alle Halleluja! Welt gedacht! Ihn preise, was 7. Das hat er alles uns ge- durch Jesum Christ Im Him than, Sein groß' Lieb zu zeigen mel und auf Erden ist. an. Deß freue sich die Chri In eigener Melodie. ſtenheit, Und dank ihm deß in 17. Ein Kind, dem keine Ewigkeit; Halleluja! jemals glich, Ist un geboren Weihnachtslieder. 11 geboren heute Von einer Jung- Feft mit Danken zu begehen! frau, daß sein sich Der Arme Lieb' ist der Dank, Der Lobgetrostreich freute. Wär' dieses sang, Durch den wir ihn, den Kind uns nicht gebor'n, Wir Gott der Lieb', erhöhen. wären allzumal verlor'n; Das 2. Sprich dankbar froh: AlHeil ist unser aller. O du theu- so, also Hat Gott die Welt in rer Jesu Christ, Der du Mensch seinem Sohn geliebet! O wer geboren bist, Behüt uns vor bin ich, Herr, daß du mich So der Hölle! herrlich hoch in deinem Sohn 2. Wie freudenreich ist diese geliebet? Zeit! Lobsinget Gott, ihr From- 3. Er, unser Freund, Mit uns men! Es ist vom Thron der vereint, 3ur Zeit, da wir noch Herrlichkeit Der Herr zu uns seine Feinde waren; Er wird uns gekommen. Groß ist die De- gleich, Um Gottes Reich und seine muth, groß die Gnad', Die Gott Lieb' im Fleisch zu offenbaren. vom Himmel bei uns that; Ein Knecht ist er geworden, Ganz, nur ohne Sünd' uns gleich. Daß wir ewig würden reich, Trug er der Sünde Bürde. 4. Un ihm nimm Theil: Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr, spricht, Und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 3. Wohl jedem, der des Glaubens ist, und ganz auf ihn ver5. Uus Dank will ich In trauet! Dem ist die Seligkeit Brüdern dich, Dich, Gottessohn, gewiß. Wohl dem, der darauf bekleiden, speisen, tränken; Der bauet, Was Christus hat für uns Frommen Herz In ihrem Schmerz gethan, Daß wir Barmherzig- Mit Trost erfreun, und dein dakeit empfah'n Von Gott, dem bei gedenken. ew'gen Vater. O der großen 6. Rath, Kraft und Held, Wunderthat! Er trägt unsre Mis Durch den die Welt Und alles sethat, Und stillet unsern Sammer! ist im Himmel und auf Erden! 4. So dank ihm alle Chri- Die Christenheit Preist dich, erstenheit Für solche große Güte, freut, Und aller Knie soll dir Und bitt' ihn um Barmherzig- gebeuget werden. feit, Daß er uns stets behüte 7. Erhebt den Herrn! Er hilft Vor falscher Lehr und bösem uns gern, Und wer ihn sucht, Wahn, Vor allem, was uns scha- den wird sein Name trösten. Geden kann, Uns stürzet ins Verlobt sei Gott! Gelobt sei Gott! derben. Bater, Sohn und heil- Freut euch des Herrn und jauchzt ger Geist, Ewig sey von uns ge- ihm, ihr Erlösten! preist, Laß uns dort bei dir leben! 18. M. Wie schön leuchtet der. In eigener Melodie. 19. stimm auch du mit frouf, schicke dich, Recht hem Dank, Mein Geist, feierlich Des Heilands in jenen Lobgefang, Bovon der Himmel 12 Weihnachtslieder. Himmel tönte, Als der zur Welt denken und zu handeln. Fröhhernieder kam, Und unsre Mensch- lich Will ich Hier im Leben heit an sich nahm, Der uns mit Dich erheben, Und einst droben Gott verföhnte! Freu dich In- Wonnevoll dich ewig loben. nig! Er, dein Führer Und Regierer, Kam zur Erden, Licht Sh eigener Melodie. und Heil auch dir zu werden. 20. Ermuntre dich, mein 2. Ja Preis uns Ehre, Gott, schwacher Geist, Und sey dir! Wie gnadenvoll bist du trage groß Verlangen, Ein kleiauch mir In deinem Sohn er- nes Kind, das Vater heißt, Mit schienen! Du fandtest aus Er- Freuden zu empfangen! Dies barmen ihn, Um die dem Elend ist die Nacht, darin es kam, Und zu entziehn, Die schnöden Lüsten menschlich Wesen an sich nahm, dienen. Preis dir, Daß mir Das dunkle zu zerstreuen Und Neue Pfade Zu der Gnade Offen Menschen zu erfreuen. stehen! Froh kann ich nun auf wärts sehen. 2. Willkommen, Herr, der zu uns kam. Du König aller 3. Und wie vergelt ich, Hei- Ehren! Willkommen, Jesu, Gotland dir, Die große Treue, die tes Lamm! Ich will dein Lob du mir, Schon eh' ich war, be vermehren; Ich will dir all mein wiesen? Du bahntest unter bit- Lebenlang Von Herzen sagen term Leid Auch mir den Weg Preis und Dank, Daß du, da zur Seligkeit. Sey hoch dafür wir verloren, Für uns bist gepriesen! Durch dich Kann ich Mensch geboren. Nun hienieden Gottes Frieden 3. Sohn Gottes! ach, wie Schon empfangen, Und einst vol konnt' es seyn, Dein Himmelles Heil erlangen. reich zu lassen, zu kommen in 4. O gieb, daß ich an diesem die Welt hinein, Wo sich so viele Heil Nun auch im wahren Glau- haffen? Wie konntest du die große ben Theil Durch deinen Bei- Macht, Dein Königreich, die stand nehme; Daß ich hinweg Himmelspracht, Und dein so vom Eitlen seh, Die Wege dei- theures Leben Für Feinde gar ner Wahrheit geh, Und deiner hingeben? nie mich schäme; Bis ich Durch 4. Gemeine, die er sich erbaut, dich, Wenn ich sterbe, Zu dem Du lagst in Fluch und SchanErbe Deiner Frommen Auch den; Doch hat der Herr sich dir dereinst werd aufgenommen! vertraut Am Kreuz in Todes5. Dir bring' ich, Herr, ein banden. Du warst es, Mensch, dankbar Herz, Bereit' in Freu- der Gott verließ, Warst trostlos den und im Schmerz, Wie dir's in der Finsterniß; Da kam er gefällt, zu wandeln. Verleihe deinetwegen, Und brachte Gnad' du mir selbst die Kraft, Nach und Segen. deinem Wort gewissenhaft Zu 5. Du Fürst und Herrscher aller Weihnachtslieder. 13 aller Welt, Du Friedenswieder=| In eigener Melodie. bringer, Du kluger Rath und 21.* obt Gott, ihr Chriſten, tapfrer Held, Des Sündenreichs freuet euch, Und kommt Bezwinger! Die Liebe rührte vor seinen Thron! Er schließt dich so tief; Als unser Elend uns auf sein Himmelreich, Und Hülfe rief, Da kamest du auf Er- schenkt uns seinen Sohn. den, Der Sünder Heil zu werden. 2. Er kommt aus seines 6. O großes Werk, o Wun- Vaters Schooß, Und wird ein dernacht, Von Engeln selbst be- Mensch wie wir, Liegt elend, sungen! Du hast den Heiland dürftig, schwach und bloß, Wie uns gebracht, Der uns das Heil Menschenkinder, hier. errungen! Du hast gebracht den starken Mann, Der selbst den Tod bezwingen kann. Im Sturm und Ungewittern Darf uns nun nichts erschüttern. 3. Er äußert sich der Allge walt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich des Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding'! 7. O liebster Freund, mein 4. Er liegt an seiner Mutter Trost, mein Stab! Wie glücklich Brust, Und Milch ist seine Kost; kann ich werden! Mein Bruder, Er, aller Himmel Lob und Lust, den ich lieber hab' Als alle Der Menschen Hülf und Trost. Schätz' auf Erden! Komm, Be= 5. Uus Davids Stamm er ster! in mein Herz hinein; Komm, kommen sollt' Zu der gesetzten laß es deine Wohnung seyn; Zeit, 3u welcher Gott errichten Komm, komm! ich will bei Zei- wollt' Sein Reich, die Christenheit. ten Mein Herz für dich bereiten. 6. Er wechselt mit uns wun8. Was soll ich dir, du Got- derbar, Nimmt Fleisch und Blut teslamm, Mein' Hoffnung, Freud' selbst an, Und giebt uns ew'ge Güund Leben, Du edler 3weig aus ter dar, Hebt uns zu Gott hinan. Jacobs Stamm, Was soll ich 7. Er wird ein Knecht, der dir doch geben? Ach, nimm von Mensch ein Herr; Das mag ein mir Leib, Seel' und Geist, Ja Wechsel seyn! Wie könnte er alles, was Mensch ist und heißt! doch freundlicher, Der theure Ich will mich ganz verschreiben, Jesus, seyn? Dir ewig treu zu bleiben. 8. Er schließt uns wieder auf 9. Lob, Preis und Dank, Herr die Thür Zu seinem Himmelreich Jefu Chrift, Sey dir von mir Ihr Christen, wie beglückt sind gesungen, Daß du mein Bru- wir! Lobt Gott und freuet euch! der worden bist, Und hast die Welt bezwungen! Hilf, daß ich M. Nun lob mein Seel. deine Gütigkeit Stets preif in 22. So lange wir hier waldieser Gnadenzeit. Und mög' len, Soll, Jesu Christ, hernach dort oben In Ewigkeit dein Lobgesang Empor zum Himdich loben! mel schallen; Dir opfre jede Seele 14 Weihnachtslieder. Seele Dank! Und jeder der Ge- Lohne Der Himmelsbürger dort bornen Sey froh, ein Mensch zu erhöht, Dann stehen wir am seyn, Und jeder der Verlornen Throne, Und schauen deine MaRühm' es, erlöft zu seyn! 3um jestät! Nicht mehr aus dunkler Heiland uns gegeben, Erschienst Ferne Dringt dann der Dank zu du, Gottes Sohn! Mit dir er- dir; Weit über Sonn' und Sterne schien das Leben, Mit dir des Erhaben, jauchzen wir, Und in Himmels Lohn. der Engel Chöre Schallt unser 2. Kommt, laßt uns nieder- Lobgefang: Dem Ewigen sey fallen Vor unserm Mittler, Jesus Ehre, Dem Welterlöser Dank! Christ, Ihm danken, daß er allen Erretter, Freund, und Bruder ist! M. Erschienen ist der herrlich. Er gleicht der Morgensonne Mit 23.* Wir fingen dir, ImmaLebensLicht und Wonne Und Leben über- fürst und Gnadenquell! Dir, all. Durch ihn kommt Heil und Himmelslicht und Morgenstern! Gnade Auf unsre Welt herab; Dir, Gottes Sohn, Herr aller Er segnet unsre Pfade Durchs Herrn! Halleluja! Leben bis ins Grab. 2. Wir fingen dir in deinem 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen Heer Aus aller Kraft Lob, Preis Der Erde und der Sterblichkeit! und Ehr, Daß du, o längst geNun ist uns aufgeschlossen Der wünschter Gast, Dich nunmehr Eingang in die Herrlichkeit. Zu eingestellet hast! Halleluja! unsrer Welt hernieder Kam Got- 3. Von Anfang, da's an Trost tes ew'ger Sohn; Nun hebt er gebrach, Da hat schon, als Gott seine Brüder Empor zu Gottes dich versprach, Auf dich gehofft Thron. Er ward der Trost der so manches Jahr Der Väter und Sünder Und der Verlornen Heil; Propheten Schaar! Halleluja! Nun haben wir als Kinder Un Gottes Erbe Theil. 4. Ach, daß der Herr aus 3ion käm', Und unsre Bande von 4. O du, dem jetzt die Menge uns nähm'! Ach, daß die Hülfe Der Engel und Verklärten singt, bräch' herein, So würde Jakob Vernimm die Lobgesänge, Die fröhlich seyn! Halleluja! dir dein Volk im Staube bringt! 5. Nun bist du hier, mein Auch du warst einst auf Erden, Heiland, du Hältst in der Krippe Was deine Brüder sind, Ein deine Ruh; Bist klein und machst Dulder der Beschwerden, Ein doch alles groß; Bekleid'st die schwaches Menschenkind. O laß Welt und kommst doch bloß! uns stets auf Erden Dir gleich Halleluja! gesinnet seyn, Bis wir einst himmlisch werden, Und dein uns ewig freun! 6. Du kehrst in fremder Hausung ein, Und sind doch alle Himmel dein; Nährst dich aus 5. Ach, sind wir dann zum deiner Mutter Brust, Und bist doch Weihnachtslieder. 15 doch selbst der Engel Lust! Hal- Sammers frei; Du trägst die leluja! Last, besiegst den Tod, Verkehrst in Freud all' Angst und Noth. Halleluja! 7. Du bist der Menschen beß ter Freund; Doch sind dir so viel Menschen feind; Der Spöt: ter nimmt an dir nicht Theil, Und bist doch nichts, als lauter Heil! Halleluja! 15. Du bist mein Haupt, mein Heil, mein Ruhm; Ich bin dein Glied, dein Eigenthum, Und will, so viel dein Geist mir giebt, 8. Ich aber, dein geringster Stets dienen dir, wie dir's beKnecht, Sch sag' es frei, und liebt. Halleluja! mein' es recht, Ich liebe dich, 16. Ich will dein Halleluja doch nicht so viel, Als ich dich hier Mit Freuden fingen für und gerne lieben will. Halleluja! für; Und dort in deinem Ehren9. Der Will' ist da, die Kraft saal Solls schallen ohne Zeit und ist klein; Doch wird dir nicht Zahl. Halleluja! zuwider seyn Mein armes Herz; ja was ich kann, Wirst du gewißlich nehmen an. Halleluja! M. Allein Gott in der Höh. 24.** Hab ab herzlich Lob, hab ewig Dank, Du Va10. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, Erwähltest, was ter in der Höhe! Ich will dir die Welt veracht't; Warst arm all mein Lebenlang, So lang ich und dürftig, nahmst vorlieb, Wo geh' und stehe, Und dieser Leib nur der Mangel dich hintrieb. die Seele hegt, So lange sich Halleluja! mein Athem regt, Stets Dank 11. Du schliefst ja auf der und Ehr erweisen. Erden Schooß, Warst vor der 2. Es ist kein niedrig ErdenWelt so gar nicht groß; Was gut, Das du uns hast gegeben; nur, mein Heiland, dich umfing, Es ist dein Sohn, sein Fleisch War alles schlecht und sehr ge- und Blut, Der Seele Speis und ring. Halleluja! Leben; Der größte Schatz, den 12. Darum hab ich so guten nur die Welt Aus deiner VaterMuth, Du wirst auch halten mich hand erhält; O theure Weihfür gut. Jesu Christ, dein nachtsgabe! frommer Sinn Macht, daß ich 3. Doch, warum mögen viele so voll Trostes bin. Halleluja! nicht Dies edle Kleinod schätzen? 13. Bin ich gleich Sünd' und Du sollst, o unbegreiflich Licht, Schwachheit voll, Hab ich gelebt, Uk ewiglich ergößen! Um dich nicht wie ich soll; So kommst nur sollt' man sich bemühn; du ja deswegen her, Daß sich Dies sollt die Sinne an sich der Sünder zu dir kehr. Hal- ziehn teid alle Seelenkräfte. leluja! 4. Wen du nur manchem 14. So faß ich dich nun ohne Gut und Gold Und Geld in gro Scheu, Du machst mich alles ßen Haufen Geschenket hättest, ach 16 Weihnachtslieder. ach wie sollt' Er eifrig darnach 10. Hab herzlich Lob, hal laufen: Wie würd' er über Er- ewig Dank, Du Vater in de dentand Sich freuen, ja das Va- Höhe! Ich will dir all mein Le terland, DenHimmel dafür geben. benlang, So lang ich geh' unt 5. Nun aber, da du deinen stehe, Und dieser Leib die Seel Sohn, Das höchste Gut, ge- hegt, So lange sich mein Uthem schenket, Den größten Schak, regt, Stets Dank und Ehr' er die schönste Kron, Ist keiner fast, weisen. der denket, Wie er dies Theil besitzen mag. Ach, wie so wen'ge finnen nach, Es ewig zu behalten! 25.* Erschienen ist die heil M. Erschienen ist der herrlich. 6. Die zur Noth, Nur Schäße zu erja- der Welt erzeiget hat, Die züchgen; Der andre ist in Sünden tigt uns, daß nun ein Chrift todt, Und wagt es, kühn zu sa- Verläugnet, was ungöttlich ist. gen: O wär ich nur ein großer Halleluja! Mann! Ich weiß nicht, was mir's helfen kann, Daß ich den Heiland habe. 7. Verblendtes Volk, verruchte| christlich lebt, und früh und spät Schaar, Dir wird der Sohn nach Zugend strebt. Halleluja! nichts nügen! Es ist gewiß, du 3. Wer züchtig in Gerechtigkönntest zwar Den größten Schatz keit Sich übt in der Gottseligkeit, besitzen; Nur müßtest du der Und zu der Welt sich nicht geWelt abstehn, Der Sündenlust sellt, Der ists, der seinem Gott nicht mehr nachgehn, So wäre gefällt. Halleluja! dir geholfen. 4. Der kann mit Freuden sei 8. Doch weil du nicht dem nen Lauf Vollenden, und stets höchsten Hort Willst zu gefallen warten drauf, Wann die gehoffte leben, Stets seinem guten Geist Herrlichkeit Erscheinen wird zur und Wort Nur suchst zu wider- Seligkeit; Halleluja! streben; So sollst du auch zu 5. Wann kommen wird der deiner Pein Dereinst von Gott große Gott, Der alle Feinde macht getrennet seyn, Und in der Hölle zu Spott, Der werthe Heiland wohnen. Jesus Christ, Der uns zum Trost 9. Verhüte doch, o großer Mensch worden ist; Halleluja! Gott, Um deines Namens il- 6. Der sich für uns gegeben len, Daß sich nicht mag der Bö- hat, Für unser aller Missethat, fen Rott Mit Uch und Weh er- Der uns von Ungerechtigkeit, füllen! Laß mich dich een vor Vom Tod und Teufel hat be der Welt, Und Jesum schätzen, freit; Halleluja! mehr als Geld; Laß mich bestän 7. Der sich sein Volk zum dig sagen: Eigenthum Hat rein gemacht zu feinem 2. Weg alle Welt- und Sündenlust, Und was der Bosheit ist bewußt! Der heißt ein Christ, wer Weihnachtslieder. 17 seinem Ruhm, Das fleißig sey zen ehrt, Der darf sich seiner zur Frömmigkeit, Und dem er trösten! Von ihm errettet und schenkt die Seligkeit. Halleluja! belehrt, Lobsingt ihm, ihr Erlö8. Ehr' sey Gott Vater und sten! Es freu' sich deine Chridem Sohn, Und seinem Geist auf stenheit, Herr, deiner MenschenEinem Thron! Auch unser Lob freundlichkeit! Dir, dir sey ewig sey ihm bereit Von nun an, bis Ehre! in Ewigkeit! Halleluja! = T D * M. Kommt her zu mir, spricht. M. Sey Lob und Ehr dem. vollem Dank Den Gott 26. Laßt uns mit ehrfurchts- 27. Bringt Jeſu euern Lobsten, ihm mit Freuden Dank, gefang, Bringt Chris der Lieb erhöhen, Mit feierlichem Preißt ihn, den Herrn des Le Lobgesang Des Heilands Fest be- bens! Von Gottes Chron kam gehen, Preis sey dem Vater, der er herab, Der euch das begre ihn gab! Preis sei dem Sohn! Leben gab: Die Freud' ist nicht er kam herab, Und ward das vergebens. = Heil der Menschen. C 2. Dwelche segensvolle Nacht! 2. Wie liebt uns Gott so vä: Sie hat der Welt das Licht geterlich! Für uns, für uns Ver- bracht, Das Licht des höhern Lorne Erniedrigt bis zum Tode Lebens. Wo seiner Lehre Licht sich Sein Sohn, der Eingeborne! erfreut, Wird jedes. Srrthums Durch ihn sind wir sein Eigen- Nacht zerstreut: Die Freud' ist thum. singt zu seines Na- nicht vergebens. in der Höhe! mens Ruhm: Preis sey Gott 3. Der Völker Sehnen ist gestillt, Der reichste Strom von 3. Doch mehr, als euer Lob- Segen quillt Aus diesem Quell gesang, Preis ihn ein frommes des Lebens. Er strömt nicht bloß Leben. Dies ist sein Wille, dies für diese Zeit, Er strömet für der Dank, Durch den wir ihn die Ewigkeit: Die Freud' ist erheben. Wer liebevoll, wie Je- nicht vergebens. sus Christ, Ein Helfer seiner 4. Erhöhet hat nun Jesus Brüder ist, Der bringt ihm wür- Christ, Der selbst ein Mensch dig Ehre. geworden ist, Den Werth des 4. Im Dürft'gen laßt uns Menschenlebens. O Mensch, das ihn erfreun, Bekleiden, speisen, höchste Gut ist dein, Du darfst tränken; Sa laßt uns frohe Ge- dich deiner Würde freun! Die ber seyn, Und sein dabei geden Freud ist nicht vergebens. fen! Was ihr den Meinen habt 5. Das Bild der Gottheit sah gethan, Das, spricht er, habt ihr die Welt, Ein Muster sah sie mir gethan, Und ich, ich wills aufgestellt Des göttlich schönen vergelten. Lebens. Was uns erniedrigt, das vergeht, Einst fiegt der Geist sam 5. Wer ihn mit treuem Her und 18 Weihnachtslieder. und wird erhöht! Die Freud' wie Sünden kränken: Dein Hei ist nicht vergebens. ist hier, Und Gott will dir Mi 6. Gelobt feyst du! wir fol- ihm gern Gnade schenken. gen dir; Mit festem Muthe rin- 3. Ist deine Kraft 3u man gen wir 3um Ziel des edlern Le- gelhaft; Mußt du mit Schaan bens. Doch hier schon tönt dir dir's denken: Er, der den Sohr Lobgefang, Die stille Thräne Dir gab, wird schon Mit ihn weiht dir Dankt: Die Freud' ist dir Kräfte schenken. nicht vergebens. M. Ach Gott und Herr. 4. Fehlt Weisheit dir, Un heilig hier 3u wandeln und zu denken: Verzage nicht; Got will dir Licht Mit seinem Sohn 28. Mirf, blöder Sinn, Den Kummer hin! Un schenken. Gott mußt du gedenken. Sein 5. Gebricht es dir Bald da Sohn ist hier: Wie sollt er dir bald hier; Will dich die Sorg Mit ihm nicht alles schenken? Fränken: fasse Muth; Da 2. Schlägt dir das Herz Vor höchste Gut Will dir ja alles Angst und Schmerz; Fühlst du, schenken! Neujahrslieder. M. Wer weiß wie nahe mir. nügen, Und thun, was dir de 29. Gs eilt der letzte von den Herr gebeut. Er ruft dir heu Tagen, Die du zu: lebst, o Mensch, herbei. Erkauf ist Noth! was säumest du? die Zeit; und statt zu klagen, Sie fen so kurz, gebrauch sie Seele, Und denke nicht: ein an treu. Nimm mit erkenntlichem 4. Drum eil und rette dein un Gemüth Der nahen Stunde wahr, dermal. Sei wacker, bet überzähle Der Menschentage klei fie flieht. 2. Getäuscht von eiteln Kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär nigkeiten, Verlierst du deines Le auch. fern'; Sei fromm, un benszweck; Verschiebst dein Heilwandle vor dem Herrn. auf ferne Zeiten, Und wirfst so 5. Gott, erleuchte mein forglos Jahre weg. Bist du, Seele, Weil ohne dich sie nichts verwegner Sterblicher, Des näch vermag. Du gönnst, daß id sten Augenblickes Herr? mein Heil erwähle, Aus Gnaden 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, mir noch diesen Tag. Was is Sollst du des kurzen Lebens Zeit, nicht eine Stunde werth, Di Als deine Saatzeit, weislich deine Langmuth mir gewährt? 30. 1 1 1 1 1 t Neujahrslieder. 19 M. Alle Menschen müssen sterben.[ dem Frommen Gott verhieß, Mir theilet, Also schwindet 30. Wie der Blitz die Wolken am Ziele ganz gewiß? 6. Mensch! beginn ein neues unsre Zeit. Schnell und unauf Leben! Fang es diesen Tag noch haltsam eilet Sie ins Meer der an! Ernstlicher sey dein Bestres Ewigkeit. Ach, mit Ernst im ben! Richtiger sey deine Bahn! Angesichte Ruft der Tod uns Laß doch nicht, beschwert von zum Gerichte, Und Verwerfung Sünden, Dir das nächste Jahr oder Heil Wird dort ewig unser verschwinden! Nuke redlich deine Theil! Beit, Seele für die Ewigkeit! M. Sey Lob und Ehr dem. 2. Seele, wiff es nicht vergebens: Klein ist deiner Tage Zahl! Thatst du jeden Schritt des Le- 31. Heut öffnet ſich die neue bens Mit Bedachtsamkeit und Bahn Auf meiner Le 3 Wahl? Säume nicht, dich selbst bens- Reiſe. Froh tret' ich meine zu richten! Forsche nach des Wallfahrt an Nach frommer Pils Glaubens Früchten! Frage: bin ger Weise. Herr, mit Gebet und ich auch bereit, Wenn Gott ruft meinen Gang; Du wirst mich mit Gesang Beginn ich muthig zur Ewigkeit? ficher leiten. 3. Nah' bin ich vielleicht dem Biele Meiner kurz Bahn. Sollt' auch 2. Mich schrecke nicht der Zus gemeßnen kunft Nacht, Die meinen Pfad ich mich, umhüllet: Ich weiß es, daß durch wie so viele, Diesem Ziel mit deine Macht Einst Licht aus NächLeichtsinn nahn? Uch, es ist von ten quillet. Jetzt faß ich deinen meinen Jahren Wieder eins da Rathschluß nicht; Doch einst, hin gefahren! Sind noch viele verklärt in deinem Licht, Werd Jahre mein? Oder wirds das ich ihn ganz verstehen. lehte ſeyn? 3 t 3. Rauh oder eben sey mein 4. Fortgeriffen, wie von Win- Pfad, Laß mich ihn freudig ben, Ists auf ewig nun entflohn; gehen! Ihn hat dein ewig weiMit ihm stehen meine Sünden fer Rath zu meinem Heil Alle vor des Richters Thron! hen. Was du verhängst, Glück Auch, was ich gethan, den Wil- oder Noth, Es sey auch Leben len Meines Gottes zu erfüllen; oder Tod Muß mir zum Besten Selbst, was ich dies Jahr gedienen. 3 e dacht: Alles ist vor Gott gebracht! 4. Mein Ziel sey nahe oder 5. Wag' ich selbst von jedem fern, Das soll mein Herz nicht Tage Meine Sünd' und Tugend quälen. Dir, meiner Lebenstage ab; wie steiget hier die Wage! Herrn, Dir will ich es befehlen. I wie finkt sie dort hinab! Kann In deiner Hand steht meine Zeit; ich so vor Gottes Throne Freu- Laß mich den Weg zur Ewigdig stehen? Ist die Krone, Die keit Nur selig einst vollenden! B2 32. 20 Neujahrslieder. M. Vom Himmel hoch, da.g 2. Ogroßer Gott, wir dane ken dir; Dein Name sei geprie= 32.* Das alte Jahr vergan- sen, Daß du uns so viel Wohlgen ist, Wir danken that hier Das vorge Jahr ers dir, Herr Jesu Christ, Daß du wiesen! Gegeben hast du uns in Noth und in Gefahr Behü- dein Wort, Die Obrigkeit hat tet uns so manches Jahr. unsern Ort Im Frieden noch 2. Wir bitten dich, den ew' regieret. Du hast gesegnet jeden gen Sohn Des Vaters auf dem Stand, Uns bei den Werken unſe höchsten Thron, Du wollest deine rer Hand Versorgt und wohl Christenheit Bewahren ferner geführet. allezeit. 3. Du hast viel Noth und 3. Entzieh uns nicht dein Herzeleid Bon uns ganz abgeheilsam Wort! Es ist der See- wendet, Und Leidenden zur rechlen höchster Hort. Vor falscher ten Zeit Rath, Hülf' und Trost Lehr, Abgötterei Behüt uns, gesendet. Du hast, gleichwie ein Herr, und steh uns bei! Vater thut, Bald weggeleget 4. Hilf, daß wir fliehn die deine Ruth, Uns so zu dir zu Sündenbahn, Und fromm zu ziehen, Daß wir dich liebten werden fangen an! Vergieb des gleicher Weis, Und emsig möchalten Jahres Schuld, Und zeigten seyn mit Fleiß, Die Sünde im neuen deine Huld! stets zu fliehen. 5. Christliches Leben mehre 4. Doch ach, was ist nun unsich, Leicht sey uns einst der ser Loos, Wenn wirs bekennen Tod durch dich! Froh können wollen? In allem ist der Manwir dann auferstehn, Und mit gel groß, Was wir verrichten dir in den Himmel gehn. sollen. Wir haben, o du treuer 6. Wir danken dir und loben Gott, Dein Recht verlassen und dich mit allen Engeln ewiglich. Gebot, Sind dir abtrünnig wor Jesu, unsern Glauben mehr den; Den Nächsten haben wir Zu deines Namens Lob und Ehr! betrübt, Nicht stets ihn, wie uns felbst geliebt, In keinem Stand und Orden. M. An Wasserflüssen Babylon. 33.* Das alte Jahr vorüber 5. Verschon' uns, Vater, gnäs ist, Ein neues ange- diglich, Und strafe nicht dies Lefangen; Da findet nun ein jeder ben! Gedenke, daß dein Sohn Christ, Daß er das Jahr began- ja sich Für uns dahin gegeben! gen Viel Sünd' und viele Mis- Um Jesu willen uns verzeih, fethat, Hingegen unterlassen hat, Und gieb des Geistes Kraft da Dem Bösen abzusagen. Damit bei, Uns täglich zu erneuen! Es er's Gott nun bitte ab, Und müsse, Herr, uns deine Ehr', künftig reichen Segen hab, Soll Und unsers Nächsten Bestes jeder heute sagen: mehr, Uls alle Schätz', erfreuen! 6. In Neujahrslieder. 21 6. In deiner Kirche weit und Gnade, Laß mich fliehen meine breit Gieb ferner reine Lehre, Sünd', Daß sie mir nicht länger Daß Wahrheit, Lieb' und Einig- schade, Ich bei dir Vergebung keit Und Gottesfurcht sich mehre. find'. Gnade wollst du mir verDem Landesherrn gieb Fried und leihn, Alle Sünden zu bereu'n, Ruh Und gutes Regiment dazu. Und wenn du sie mir vergeben, 3u schützen Reich und Arme. Dir zur Ehre stets zu leben. Hilf Leidenden in ihrer Noth. 3. Tröste mich mit deiner LieDen Sterbenden versüß den Tod. be; Nimm, o Gott, mein Flehen Herr, aller dich erbarme! hin, Wenn ich mich in Noth be7. Das Jahr laß uns geseg- trübe, Und voll Ungst und Za net seyn Vom Anfang bis zum gen bin; Wenn ich schlafe, wenn Ende; Wo wir ausgehen oder ich wach, Führe du, Herr, meine ein, All Uebel von uns wende. Sach'; Stärke mich in meinen Laß alles, was wir greifen an Nöthen, Daß mich Sünd' und In unserm Umt, feyn wohlge- Tod nicht tödten. than; Laß uns den Fleiß nicht 4. Serr, du wollest Gnade sparen. Gieb endlich, wenn es geben, Daß dies Jahr mir heidir gefällt, Uns heim zu holen lig sey, Und ich chriftlich möge aus der Welt, Daß wir in leben Ohne Trug und Heuchelei. Frieden fahren. Daß ich meinen Nächsten lieb 8. Gott, Bater auf dem höch- und denselben nie betrüb; Daß sten Thron, Erhöre unser Flehen! ich fromm auf dieser Erde, Und Verleihe uns durch deinen Sohn, dort ewig selig werde. Daß alles mag geschehen! Den 5. Jesu, laß mich fröhlich enVater bitt', o Jesu Christ, Daß den Dieses angefangne Jahr er, wie es uns müßlich ist, Er- Trage mich auf deinen Händen, höre unser Lallen! Durch deine Stehe mir bei in Gefahr; Steh Kraft, o heilger Geist, Uns bis mir bei in aller Noth, Auch verans Ende Beistand leist! Hilf laß mich nicht im Tod! Freuuns, Herr! hilf uns allen! dig will ich dich umfassen, Wann ich soll die Welt verlassen. M. Freu dich sehr, o meine. M. Nun laßt uns Gott den. 34.* Hilf, Herr Sesu, laß treten gelingen! Hilf, das 35. Nun laßt uns freudig neue Jahr geht an! Laß es neue Kräfte bringen, Daß ich fröhlich und mit Beten Zum Herrn, der wandeln kann. Laß mich dir unserm Leben Bis hieher Kraft befohlen seyn, Leib und Seel gegeben! und all das Mein; Neues Glück 2. Wir gehn dahin und wanund neues Leben Wollst du mir dern Von einem Jahr zum anaus Gnaden geben. dern; Wir leben und gedeihen 2. Laß dies seyn ein Jahr der Vom alten bis zum neuen. 3. Durch 22 Neujahrslieder. 3. Durch viele Angst und kummervollen Seelen, Die sich Plagen, Durch Zittern und durch mit Schwermuth quälen. Zagen; Durch Krieg und große 14. Und endlich, was das Schrecken, Die alle Welt be- Meiste, Füll uns mit deinem decken. Geifte, Daß er uns herrlich ziere, 4. Doch, wie von treuen Müt- Und dort zum Himmel führe. tern In schweren Ungewittern 15. Das alles wollst du ge Die Kinder hier auf Erden Mit ben, meines Lebens Leben! Fleiß bewahret werden: So segne, so bewahre Uns in 5. So läßt auch Gott nicht dem neuen Jahre. minder Hier seine frommen Kinder, Wenn Noth und Trübfal M. Vater unser im Himmelr. bligen, In ſeinem Schooße sitzen. 36.* un treten wir ins neue 6. Uch, Hüter unfers Lebens! Jahr. Herr Jeſu, Fürwahr es ist vergebens Mit schüß uns vor Gefahr, Wend ab unserm Thun und Machen, Wo in dieser bösen Zeit Krieg, Theu nicht dein' Augen wachen. rung, Pest und alles Leid! Wir 7. Gelobt sen deine Treue, bitten, laß dir insgemein Die Die täglich sich erneue! Lob sey drei Hauptständ' befohlen seyn. den starken Händen, Die alles Herzleid wenden. 2. Gieb uns dein Wort und Sakrament Im Lande bis an 8. Laß ferner dich erbitten, unser End. Bekrón' das Jahr O Vater, und bleib mitten Sn mit deiner Güt', Und uns mit unserm Kreuz und Leiden Ein Segen überschütt'. Daß dieses Brunnquell wahrer Freuden. alles werde wahr, Von Herzen 9. Gieb mir und allen denen, wünscht der Christenschaar. Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Treue, Ein Herz, das dein sich freue. M. Allein Gott in der Höh. 10. Schließ zu die Jammer37. Gott ruft der Sonn' und schafft den Mond, Das pforten, Und laß an allen Orten Jahr darnach zu theilen; Er Nach so viel Blutvergießen Die schafft es, daß man sicher wohnt, Freudenströme fließen. Und heißt die Zeiten eilen; Er 11. Sprich deinen milden Se- ordnet Jahre, Tag und Nacht; gen Zu allen unsern Wegen. Laß Auf! laßt uns ihm, dem Gott Großen und auch Kleinen Die der Macht Ruhm, Preis und Gnadensonne scheinen. Dank ertheilen! 12. Sey der Verlaßnen Va- 2. Herr, der da ist, und der ter, Der Irrenden Berather, da war! Von dankerfüllten ZunDer Unversorgten Gabe, Der gen Sey dir für das verfloßne Urmen Gut und habe. Jahr Ein heilig Lied gesungen; 13. Hilf gnädig allen Kranken. Für Leben, Wohlfahrt, Trost Gieb fröhliche Gedanken Denlund Rath, Für Fried' und Ruh, für Neujahrslieder. 23 für jede That, Die uns durch Nöthen Des Lebens vor dich dich gelungen! treten, Und kindlich zu dir bes 3. Laß auch dies Jahr geseg- ten; Und du hast mit treuer net seyn, Daß du uns neu ge- Hand, Was uns nicht gut war, geben. Verleih uns Kraft, die abgewandt. Kraft ist dein, In deiner Furcht 2. Hoffnungsvoll betreten wir zu leben. Du schützest uns, und Die neue Bahn des Lebens. Nie. du vermehrst Der Menschen Glück, mals noch vertrauten wir Dir, wenn sie zuerst Nach deinem unserm Gott, vergebens. Du Reiche streben. versäumst uns ferner nicht; Wir 4. Gieb mir, wofern es dir werden es erfahren, Du wirst gefällt, Des Lebens Ruh und uns, Gott, bewahren Vor Unfall Freuden; Doch schadet mir das und Gefahren; Deines Trostes Glück der Welt, Und dient mir Freudenlicht Wird unsern Muth Kreuz und Leiden: So stärke mit erheben; Was nöthig ist zum Geduld mein Herz, Und laß mich Leben, Wirst du uns alles ge nicht in Noth und Schmerz Die ben. Dankbar lehr es uns ema Glücklichern beneiden. pfahn, Und unserm Ziel getrost 5. Hilf deinem Volke väter- uns nahn. lich In diesem Jahre wieder; 3. Die schon an dem Ziele Erbarme der Verlaßnen dich Und stehn Der Pilgrimschaft auf Ers der bedrängten Glieder. Gieb den, Lehre freudig zu dir gehn, Glück zu jeder guten That, Und Wenn sie gerufen werden. Führe laß dich, Gott, mit Heil und selbst. sie durch den Tod, Daß Rath Auf unsern Fürsten nieder. sie von deinem Sohne Empfahn 6. Daß Weisheit und Gerech- an seinem Throne Des bessern tigkeit Aufseinem Stuhle throne; Lebens Krone. Ewig gnadenrei Daß Tugend und Zufriedenheit cher Gott, Du wollft uns alle leis In unserm Lande wohne; Daß ten Durch diese Nacht der Zei Treu und Liebe bei uns sey ten Zum Licht der Ewigkeiten! Dies lieber Vater, dies verleih Herr der Ewigkeiten, dir, Dir In Christo, deinem Sohne! leben und dir sterben wir! M. Gott der Vater wohn. in M. Herzlich thut mich verl Das wir vollendet ha 38. Ewiger, auch dieses Jahr, 39. Durch kummervolle Tage Der bangen Pilgerzeit, ben, Kam, von dir gesegnet, war Durch viele Sorg und Plage, Erfüllt mit deinen Gaben. Glück- Durch manches Herzeleid Bin lich war der Zeiten Lauf; Wir ich hindurch gedrungen; Vorüber fahn, wie deine Treue Uns wohl ist das Jahr. Dem Herrn sey zu thun sich freue, Sich jeden ob gesungen, Der stets mein Tag erneue. Unser Dank stieg Helfer war! zu dir auf; Wir durften in den 2. Vorüber sind die Stunden, Wo 24 Neujahrslieder. Wo ich des Lebens Müh' Sol 4. Soll ich verlassen leben? drückend oft empfunden; Doch Verlaß nur du nicht mich. Soll er verließ mich nie. Du, du ich in lengsten schweben? Ich hast mich erhalten, Mein Schö- hoffe doch auf dich. Und soll ich pfer und mein Hort! Dich laß Krankheit leiden? Du wirst Ge ich ferner waiten; Und traue duld verleihn. Soll ich von hin: auf dein Wort. nen scheiden? Herr, ewig bin 3. In deinen Rath sich schik- ich dein. det o Fen ft Weisheit, Pflicht und 5. Wie du, o Gott der Liebe, Ruh. Soll mich die Armuth drük. Es willst, geschehe mir! Nur ken? Mein höchstes Gut bleibst daß ich nichts verübe; Was Un du. Soll mich Verfolgung pla- recht ist vor dir. Nur daß dein gen? So schützest du mich doch. Geist mich leite In meiner Prü Soll ich Verachtung tragen? fungszeit, Mich stets mehr vor Dein Kind bin ich dennoch. Ibereite Zum Heil der Ewigkeit, minu Von dem Leben und der Lehre Jesu. M. Allein Gott in der Höh. 13ufall, der ihn fand? Kam nicht 40. Erwünschter Tag! Tag, das Licht von oben? der die Macht Des 4. Doch prüfe ja auch heut Gößendiensts zerstörte, Der Welt dich, Wie du nun denkst und nach langer finstrer Nacht Licht, handelst, Ob du auch unverän Heil und Trost gewährte! Er derlich In Gottes Lichte wan fen auch uns ein Freudentag! delst? Was hilft es, daß du Got Die Nacht, die auf den Völkern erkennst, Wenn du das Thur lag, Hat er zuerst durchbrochen. und Wissen trennst, Und noch all 2. Kaum fandte Gott mit sei- Heide lebest? nem Sohn Der Erde große Freu- 5. Uch, prüfe dich! Got den, So sammelt' er sich selber nimmt sein Licht, Wenn man schon Die Erstlinge der Heiden. nicht schätzt, zurücke. Steh au Zu ihrem neugebornen Herrn vom Schlafe, daß er nicht Seit Muß sie von Morgen her ein Wort dir auch entrücke. Got Stern Aus fernen Landen führen. hör nicht uns zu segnen auf 3. Hier denk an deiner Bä- Und fördre deiner Lehre Lau ter Zeit; Heil dir, sie ist ver- Noch zu den fernsten Heiden! schwunden! Doch wie ward in 24 der Dunkelheit Der Weg zu Gott M. Christus der ist mein Leben. gefunden? Wars Menschen- Wiz? 41.' n deinem Wanderstab Wars ihr Verstand? Wie? oder Komm, armer Erden sohn, Von dem Leben und der Lehre Jeſu. 25 sohn, Und denk' am nahen Grabe Pilger hier Ein Vorbild wahrer An einen Simeon! Tugend. Von früher Kindheit 2. Er betet in dem Tempel an Betratst du ihren Pfad, Und Zu seiner Väter Gott, Und blickt ehrtest deinen Gott Mit Herz dir zum Erempel Getroft auf und Mund und That. seinen Tod. nu 2. Wie unschuldsvoll, wie 3. Ihn hatte Gott geleitet, rein, Wie unbefleckt: von SünDer Wahrheit Weg zu gehn; den Floh deine Jugend hin! Ihm war der Trost bereitet, Den Wie lieb war dir, dem Kinde, Heiland noch zu sehn. Wie lieb dem Jüngling schon, 4. Er sieht ihn. Mit Ent- Was deinem Gott gefiel! Ihm zücken Drückt er ihn an die Brust; angenehm zu seyn, War deines Und aus des Heilands Blicken Strebens Ziel. Strahlt ihm die süßste Luft. 3. So arm, so freudenleer, 5.» Die Fülle meiner Freu- und allem Glanz entrissen Durch den, Das Heil aus Gottes Höhn, frühen Druck geübt, In Müh' Das Licht der fernen Heiden«, und Kümmernissen Floß dir das Spricht er,» hab' ich gesehn. Leben hin, Und dennoch bliebst du groß; Nie riß das Elend dich 6. Nun feh' ich ohne Beben Auf meine Heimfahrt hin; Denn Von deinem Vater los. Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 7. Nun ist kein Glück hienie den Mehr reizend für mein Herz; Ich fahre hin im Frieden, Und sehe himmelwärts.<< 8. Herr, soll ich, alt an Jah ren, Nach mancher Erdennoth Zu meinen Vätern fahren: So gieb mir solchen Tod! 4. Nie hast du, Heiligster, Die kleinste Pflicht verletzet; Nie Leidende gesehn, Und nicht mit Trost gelezet. Stets hast du Trrende Belehrt, gewarnt, ges rührt, Und sie an Freundes Hand Auf bessern Weg geführt. 5. Versuchung ohne Zahl, Hier Ruhm und Schmeicheleien, Dort lockender Gewinn, Hier 9. 3war werd' ich ihn nicht bittrer Feinde Dräuen Umgaben sehen Schon hier, wie Simeon; dich, o Hérr! Und immer ginDoch über jenen Höhen Erwar- gest du Durch das Gewühl hintet er mich schon. durch Mit Festigkeit und Ruh. 10. Dann tönen meine Lie- 6. Gehorsam bliebst du stets der: Heil mir, nun seh ich ihn! Bis an des Lebens Ende; Bez Die Himmel hallen wieder: Heil fahlst dann deinen Geist Froh in dir, nun siehst du ihn! des Vaters Hände. Vollendet war dein Lauf. Um Ziele deiner Bahn Sahst du mit heiterm M. O Gott du frommer. 42. Preis dir, Herr Jesu Blick Den großen Lohn dir nahn. Chrift! Dem Ulter 7. Schau hin, mein Geist, wie der Jugend Warst du als auf ihn! Verschmäh des. Lasters Freuden 26 Von dem Leben und der Lehre Jesu. Freuden! Der Sünden Sold ist uns Urmen Gottes Strafen abTod, Und ihre Frucht sind Lei- zuwenden, Unter frecher Sünder den. Wie Jesus weihe Gott Händen Angst und unerhörte Des Lebens kurze Zeit, Dann Schmerzen Littest mit gelassnem gehst du auch zu ihm Ins Reich Herzen, Als ein Missethäter stars der Herrlichkeit. best, Und uns ew'ges Heil ers warbest! M. Schmücke dich, o liebe Seefe. 43. Heiland, deine Menschen 6. Deine Huld hat dich ge. liebe War die Quelle trieben, Sanftmuth und Geduld deiner Triebe, Selbst ein Mensch zu üben, Haß mit Haß nicht zu für uns zu werden, Tief ernie- vergelten, Deine Schmäher nicht briget auf Erden; Dich zu äu- zu schelten, Allen freundlich zu Bern aller Freuden, Was nur begegnen, Die dich lästerten, zu Fränken kann, zu leiden. O! wer segnen, Deine Feinde zu vertreten, faßt die starken Triebe Deiner Und für Mörder selbst zu beten! 7. Demuth war bei Spott und treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen Hohne Deines Lebens Schmuck Fedem helfend zu erscheinen, Sich und Krone. Nie hast du nach der Blinden, Lahmen, Armen Ruhm getrachtet, Und auf MenMehr als väterlich erbarmen, schenlob geachtet. Deines Vaters Der Betrübten Klagen hören, heilgen Willen Mit Gehorsam Sich in andrer Dienst verzehren: zu erfüllen, Und uns Heil und Dwie voll von solcher Güte, Trost zu geben, War der Zweck War, Erlöser, dein Gemüthe! von deinem Leben. 3. du Zuflucht der Elen- 8. Laß mich, Herr, zu meinem ben! Wer hat nicht von deinen Segen Deinen Wandel oft ers Händen Segen, Licht und Heil wägen! Laß mich in der Angst genommen, Der gebeugt zu dir der Sünden Trost und Hülfe gekommen? wie ist dein Herz bei dir finden! Heilige du meine gebrochen, Wenn dich Kranke Triebe zu rechtschaffner Men angesprochen! O wie pflegtest du schenliebe; Laß mich immer mehr zu eilen, Das Gebet'ne zu er- auf Erden Deinem Bilde ähn. theilen! lich werden! 4. Kinder an dein Herz zu drücken, Kummervolle zu erquik M. Mir nach, spricht Christus. ken, Die Unwiſſenden zu lehren, 44. Welch hohes Beiſpiel Die Verführten zu bekehren, gabst du mir, Mein Die Verstockten zu erschrecken, Heiland, durch dein Leben! Sollt Um zur Buße sie zu wecken; ich nicht gern und mit Begier Selbst den Niedrigsten zu die- Dir nachzuahmen streben? Nicht nen, Dazu warest du erschienen. gehn den Weg, den du betratst, 5. Und wie hoch stieg dein Und willig thun, was du, Herr, Erbarmen, Da du, Mittler von thatst? 2. Dein Giessen Von dem Leben und der Lehre Jesu. 27 2. Dein Herz, von Sünden lich liebevolles Herz, Uls er die nie entweiht, War rein, wie Stadt nun vor sich sieht, Und deine Lehre, Dein ganzer Wan- sich bemüht, Daß er sie dem Ges del Heiligkeit, Dein Streben Got- richt entzieht. tes Ehre, Dein Leiden nie der 2. Denn ach, der häuft sich Sünden Schuld, Dein Tod ein zum Gericht Nur Angst und Muster der Geduld. Noth und Plagen, Der in der # 32 Ders Kummervollen Trost Zeit der Gnade nicht Der Sünde zu seyn, zu wehren jedem Leide, will entsagen! Der Heiland ist Stets wohlzuthun und zu er-[ zum Herrn erhöht, Und kommt freun, War deine größte Freu- dereinst in Majestät, Als der vers de; Und eines jeden Menschen klärte Menschen- Sohn, Vom Schmerz Durchdrang dein lie- Himmelsthron, 3u geben jedem bevolles Herz. seinen Lohn. 4. Du trugst mit Sanftmuth 3. Erkennt doch eure Gnas und mit Huld Die Schwachheit denzeit, und fallt in wahrer Buße deiner Freunde; Mit Sündern Dem Gotte der Barmherzigkeit, hattest du Geduld, Und bat'st Der euch noch ruft, zu Fuße! für deine Feinde; Du warst ge- Dann ist der Heiland euer Freund, horsam bis zum Tod, Und ehr- Wenn ihr auch um die Sünde test selbst im Tode Gott. weint; Dann könnt ihr dem Ges 5. Dies große Beispiel hast richt entgehn, Vor ihm bestehn, du mir Zum Vorbild hinterlas- Und ewig seinen Ruhm erhöhn. sen, Daß ich gesinnet sen gleich M. Jefus meine Zuversicht. dir In meinem Thun und Las 46.* Meinen Jefum laß ich sen. Sey standhaft, sprichst du, nicht! Weil er sich so wie ich; Komm, folge mir, für mich gegeben, So erfordert und thu, wie ich. meine Pflicht, Nun auch ganz 6. Ich komme, Herr, gieb für ihn zu leben. Er ist meines Kraft und Licht, Daß ich mein Lebens Licht: Meinen Jesum Heil erkenne; Dein wahrer Schü- laß ich nicht! ler sen, und nicht mich nur zum 2. Jesum laß ich nimmer Schein so nenne; Damit ich, nicht, Weil ich soll auf Erden deinem Vorbild treu, Auch Un- leben. Ihm hab ich voll Zuvers dern selbst ein Beiſpiel sey. ficht, Was ich bin und hab', ers geben. Alles ist auf ihn gericht't: Meinen Jesum laß ich nicht! M. Allein zu dir, Herr Jesu. 45. Es weinet um Jerusalem 3. Laß vergehen das Gesicht; Mein Heiland heiße Hören, Schmecken, Fühlen wei Zähren, Zum Zeugniß, ihm sey's chen! Laß das letzte Tageslicht angenehm, Wenn Sünder sich mich auf dieser Welt erreichen! bekehren. Ihm bricht vor tief em- Wenn der Lebensfaden bricht: pfundnem Schmerz Sein gött. Meinen Jesum laß ich nicht! 4. Ich 28 Von dem Leben und der Lehre Jesu. 4. Ich werd' ihn auch lassen Sünde schade; Machst uns kund nicht, Wenn ich bin dahin ge- des Vaters Huld, Und den Reichlanget, Wo vor seinem Unge- thum seiner Gnade, Daß wir sicht Frommer Christen Glaube nun für unsre Sünden Gnädige pranget. Mich erfreut sein Unge- Vergebung finden. ficht: Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Huldreich rufest du uns zu: 5. Nicht nach Welt, nach ,, Kommt zu mir, beladne SeeHimmel nicht Meine Seele sich len! Es soll euch zu eurer Ruh hier sehnet; Jesum wünscht sie Nie bei mir an Trofte fehlen, und sein Licht, Der mich hat Wenn ihr nur von mir wollt mit Gott versöhnet, Mich be- lernen, Euch von Sünden zu freiet vom Gericht; Meinen Je- entfernen." sum laß ich nicht! 6. Herr! dein Evangelium 6. Jesum laß ich nicht von Hat viel tausend, tausend Zeu mir, Ewig geh ich ihm zur Sei- gen, Die zu deines Namens ten; Christus läßt mich für und Ruhm Dankbar ihre Kniee beufür Zu den Lebensbächen leiten. gen; Denn du haft ihr Herz Selig, wer mit mir so spricht: erquicket, Sie gebessert und be Meinen Jefum laß ich nicht! glücket. M. Liebster Jesu, wir sind hier. 7. D, vernimm auch meinen Dank, Den ich dir in Demuth 47. Theuer sey mir allezeit, bringe! Höre meinen Lobgesang, Welterlöser, deine Leh- Den ich hocherfreut dir singe! Du re! Gieb, daß ich mit Folgsam- befreist auch mich von Sünden, keit Treulich ihre Vorschrift ehre; Lehrst auch mich, fie überwinden. Meinen Geist durch sie erbaue, 8. Köstlicher, als Gold ser Und dann fest auf dich vertraue. mir, Was dein göttlich Wort 2. Nur bei deiner Wahrheit mich lehret! Dank, ja ewig Licht Lernen wir Gott recht er- Dank sey dir Für den Trost kennen, Ihn mit froher Zuver- den es gewähret! Werd' ich einf sicht Unsern Gott und Vater zu dir erhoben, Will ich würdi nennen, und nach seinem heil'gen ger dich loben. Willen Treulich sein Gebot er füllen. Hori 9, Stets, so lang ich hie noch bin Will ich dir zur Ehr 3. Was die Weisen dieser Welt wandeln, Und durch deine Kraft Vor dir nicht erforschet haben, forthin Nur nach deiner Lehr Das hast du ins Licht gestellt, handeln. Dann führst du, went Und durch deines Geistes Gaben ich einst scheide, Meinen Geif Bringst du dieses Licht den See- ins Reich der Freude. len, Daß fie Heil und Frieden wählen. M. Wer nur den lieben Gott. 4. Du enthüllst uns unfre 48 Mie göttlich sind dod Schuld, Zeigst, wie sehr diel Wi göttlich Von dem Leben und der Lehre Jesu. 29 göttlich ist doch seine Macht! So 4. Huldvoll opfert' er sich für bald wir von den Thaten hören, uns auf, Bis er unsre BefreiDie er auf Erden hat vollbracht; ung vollendet. Segnend fuhr So stimmt ihm unser Glaube er zum Vater hinauf, Der uns bei, Daß er der Welterlöser sey. ihn zum Erretter geſendet. 2. Er schenkte das Gesicht 5. Hier hat unser Erbarmer den Blinden, Den Tauben gab und Hort Uns ein theures Verer das Gehör, Der Aussag mußte mächtniß gelassen, Seine Lehren vor ihm schwinden, Der Stumme der Weisheit, sein Wort. Ses bracht' ihm Lob und Ehr, Sein lig, die es erwägen und fassen! Machtwort hieß die Lahmen gehn, 6. Voll Erbarmungen schaut Und selbst die Todten auferstehn. er herab, Denkt dran, was er 3. Sein Segen speiste ganze den Seinen verheißen: Sie soll Heere, Wo Brod den Hungri- keine Verändrung, kein Grab gen gebrach; Und kaum bedroht Seiner schüßenden Allmacht ents er Wind und Meere, So läßt reißen. ihr Sturm gehorsam nach. So 7. Shn, der keines Erlösten sahe man in allem Thun Auf vergißt, Soll nun ewig mein ihm den Geist der Gottheit ruhn. Loblied erheben. Herz, empfind' 4. Wir danken, Bater, deiner es, wie gütig er ist! Preift ihn Stärke, Die Jesum vor der Welt Christen, durch christliches Leben! geehrt, Der durch so große Wunderwerke Als Welterlöser sich beM. Vom Himmel hoch, da. währt. Wir nehmen ihn im 50.* Herr Christ, man dankt Für Glauben an, Und sind ihm willig unterthan. deines Wortes hellen Schein, M. Meine Seele erhebet den. Womit du uns haft angeblickt, 49. Meine Seele lobsinget Und unser mattes Herz erquickt. dem Herrn; Jesum 2. Wir saßen in dem Todespreif' ich von ganzem Gemüthe. thal Sehr tief gefangen allzu O, wer kennt ihn, und preist mal; Dank sey dir nun, Herr ihn nicht gern? Ewig währt des Jesu Christ, Daß du der MenErhabenen Güte. schen Retter bist! 2. Tief erniedriget ging er 3. Hilf, daß dein Licht uns einher, Unser Mittler und himm- leuchten mag Bis an den grolischer Lehrer. Jedes Leidenden Ben jüngsten Tag, Und daß wir Helfer war er, Jedes Flehenden wandeln jederzeit Den rechten milder Erhörer. Weg zur Seligkeit. 3. Seligmachen war immer 4. wahrer Mensch! O Gotder Zweck Seines göttlichen treuen tes Sohn! Du König auf dem Bestrebens; Er, er zeigte zum höchsten Thron! Wer ists, der Heil uns den Weg, Hatte Worte solche Lieb' und Gnad Von dir, des ewigen Lebens. so Herr, verdienet hat? 5. Dein 30 Von dem Leben und der Lehre Jesu. 5. Dein guter Geist woll' uns gend Bahn, Gingst selbst als regier'n, Daß wir ein heilig Le- Führer uns voran, Wer sah dich ben führ'n; Du weißt, o großer je ermüden? Folgt, riefft du, Menschenfreund, Wir sind so oft kämpft mir nach, und ringt, dem Guten feind. Seht, wie die Siegespalme winkt, 6. Nimm unser Opfer, lieber Aus Kampf kommt ihr zum Herr! Dem Irrthum und der Frieden! Jesu, Sey du Unser Sünde wehr. Wir sind dein Führer Und Regierer! Laß uns Volk, und ehren dich Als unsern streben, Göttlich, so wie du, zu König ewiglich. leben! M. Wie schön leucht't uns. M. Jesus meine Zuversicht. 51. Erheb, o Chrift, erheb 52. Schweigt, Berächter den Herrn, Der dich spottet nicht! Schmä, erlöfte, bringe gern Ihm deine het nicht, was ich verehre! Meine Jubellieder! Ihm, dem erhab- Freude, Stärk' und Licht Und nen Gottessohn, Der willig von mein Trost ist Jesu Lehre. Ja, des Himmels Thron Zur Erde was euer kühner Spott Stolz kam hernieder, Um sich Für dich verachtet, ist von Gott. Hinzugeben, Heil und Leben Dir 2. Sie verdrängen könnt ihr zu bringen, Dir den Himmel nie; Nie verdunkeln ihre Klar: zu erringen. heit. Gleich der Sonne leuch. 2. Ja, Jesu, dir gebühret tet fie; Wahrheit ist sie, Gottes Dank, Dir tönet unser Lobge- Wahrheit, Deren reines, helles sang, Denn du bist unser Ret- Licht Unsre Finsterniß durchbricht. ter! Du brachst des Aberglau- 3. Von der Schöpfung an bens Nacht, Durch dich ward ergoß Gottes Lichtstrom sich auf uns bekannt gemacht, Der Herr, Erden; Menschen sollten, wo er der Gott der Götter. Gößen, floß, Weiser und gebessert wer Stürzen Hin in Trümmer, Und den; Und durch dieses Lichts im Schimmer Deiner Lehre Gebrauch Werden's Gottes Kin Schwinden ihre Blutaltäre. der auch. 3. Im Namen Gottes rufest 4. Aber welche Noth, wenn du Den reuerfüllten Sündern wir Säßen noch in Finsternissen! zu: Getrost, Gott will vergeben! Sollten, Herr, wir nichts von Den Leidenden: Gott denkt an dir, Nichts von deiner Wahrheit euch! Den Sterbenden: Wißt, wissen; Welch ein wüthender sterbt ihr gleich, Ihr sollt doch Tyrann Wäre noch das Laster ewig leben! Jefu, Nur du Kannst dann! den Deinen, Wenn sie weinen, 5. Ach, wir ehrten Holz und Trost gewähren; Ewig wollen Stein Immer noch als unsre wir dich ehren. Götter! Und was würdet ihr 4. Du zeigtest uns der Zu- dann seyn, Wie viel blinder noch, Von dem Leben und der Lehre Jesu. 31 noch, ihr Spötter, Die ihr das, schwingen; Da ist Kraft, ins was ihr noch glaubt, Aus dem Heiligthum Seiner Wahrheit Worte Gottes raubt! einzubringen! Und selbst ohne 6. Schaut umher, wo Hei- Furcht und Graun Ueber's Grab den sind! Richtet recht, und sehts hinaus zu schaun. mit Schrecken, Wie sie thierisch 9. Da ist Freiheit, da ist find, wie blind, Welche Nächte Kraft; Da ist Muth, dem Herrn fie bedecken! Werdet dankbar für zu leben, Heilig und gewissens das Licht, Das uns Gott gab, haft Seinen Beifall zu erstreben; spottet nicht! Göttliche Zufriedenheit, Vorge7. Wer hat uns erhellt, wer fühl der Seligkeit. hat Diesem Elend uns entrissen? 10. Schweigt, Verächter, Wo ist Weisheit, wo ist Rath spottet nicht! Schmähet nicht, Für geängstete Gewissen? Wo, was ich verehre! Meine Freude, als da, wo der regiert, Dessen Stärk und Licht und mein Trost Wort zu Gott uns führt? ist Jesu Lehre. Selig, wer fie 8. Da ists Freude, da ists kennt und liebt, und der WahrRuhm, Sich zu Gott empor zu heit sich ergiebt! Passionslieder. Von dem Leiden und Sterben Jesu. M. Herzliebster Jesu, was. mit innigem Erbarmen Die geist 53. Wie schön ists doch wenn lich Urmen. man mit Jesu, Brű4. So will auch ich, ich dern Im Heiligthum des Herrn Sünder, zu ihm kommen. Der mit frohen Liedern Den Freund Kranke wird vom Arzt gern anbefingt, der für uns Blut und genommen; Wie sollt' ich dann Leben Dahin gegeben! nicht gläubig zu ihm eilen? Er 2. Singt, Völker, fingt in wird mich heilen. vielmal tausend Chören! Singt 5. Getrost werf ich mich hin Gottes Sohn, dem Heil der zu seinen Füßen: Auch mir zum Welt, zu Ehren! Befingt ge- Heil ließ er sein Blut einst flie rührt, befingt mit treuen Her- ßen. Es soll mir Lust und Kraft zen Des Heilands Schmerzen! zum Guten geben, Dem Herrn 3. Kommt, Völker, kommt! zu leben. der Zutritt steht euch offen; Wer 6. D möchte doch im ganzen Gnade sucht, fann hier auf Gna- Kreis der Erden Das Wort vom de hoffen. Der Heiland liebt Kreuz den Seelen wichtig werden! 32 Passionslieder. den! O möchte sich das Volk M. Herzliebster Jesu, was hast. an allen Enden Zu Jeſu wenden! 55. Herr, stärke mich, dein Leiden zu M. Mie groß ist des Allmächt. Mich in das Meer der Liebe zu 54. Laß mir die Feier deiner versenken, Die dich bewog, von Leiden, O großer Dul- aller Schuld des Bösen Uns zu der, heilig seyn! Sie lehre mich erlösen. die Sünde meiden, Und dir mein 2. Vereint mit Gott, ein ganzes Leben weihn, Dir, der Mensch gleich uns auf Erden, so ruhig und entschlossen Für Und bis zum Tod am Kreuz mich die schwersten Leiden trug, gehorsam werden, An unsrer Und dessen Herz so unverdrossen Statt gemartert und zerschlagen Für mich auch noch im Tode Die Sünde tragen. schlug. 3. Welch wundervoll, hoch2. Ach, in den stillsten mei- heiliges Geschäfte! Sinn' ich ner Stunden Will ich nach dei- ihm nach, so zagen meine Kräfte, nem Kreuze sehn, Und dich, o Mein Herz erbebt; ich seh' und Herr, für deine Wunden Mit ich empfinde Den Fluch der Dank und Liebe stets erhöhn; Sünde. Will tiefgerührt die Huld ermes 4. Gott ist gerecht, ein Richter sen, Womit dein Herz die Welt alles Bösen; Gott ist die Lieb', umfaßt, Und nie undankbar das und läßt die Welt erlösen. Dies vergessen, Was du für mich er- kann mein Geist mit Schrecken duldet hast. und Entzücken Um Kreuz erblicken. 3. Mir sollen diese Feierzeiten 5. Es schlägt den Stolz und Der größten Liebe heilig seyn. mein Verdienst darnieder; Es Ich will dich an dein Kreuz be- stürzt mich tief, und es erhebt gleiten, Und, was dir mißfällt, mich wieder; Lehrt mich mein standhaft scheun. Dein Leiden Glück, macht mich aus Gottes sey mein höchster Segen, Dein Feinde Zu Gottes Freunde. Tod mein feligster Gewinn! 6. Herr, mein Heil, an Mein Herz schlägt dir voll Dank dessen Tod ich glaube, Ich liege entgegen, Weil ich durch dich hier vor dir gebückt im Staube erlöset bin! Verliere mich mit dankendem Ges 4. Bleibt mir in diesen Ta- müthe In deiner Güte! J gen theuer, Gethsemane und Gol- 7. Sie übersteigt die mensch gatha, Ihr Derter, wo die Welt lichen Gedanken; Allein sollt' ich die Feier Der allergrößten Liebe darum im Glauben wanken? sah! Nach euch will ich voll An- Ich bin ein Mensch; darf der dacht schauen, Wo mein Erlöser sich unterwinden, Gott zu ers litt' und starb, Und hoffnungs- gründen? bus tasi timmE W voll auf den vertrauen, Der mir 8. Das Größt' in Gott ist, die Seligkeit erwarb! Gnad' und Lieb' erweisen; Uns kommt Passionslieder. 33 kommt es zu, sie demuthsvoll wiederschelden. Du Heiliger, du zu preisen, 3u sehn, wie hoch, Herr und Haupt der Glieder, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Schaltst auch nicht wieder. Die Gnade steiget. 7. Ein reines Herz, gleich 9. Unendlich, groß, o Herr, deinem edeln Herzen, Dies ist ist dein Erbarmen! Den einge: der Dank für deines Kreuzes bornen Sohn gibst du uns Ar- Schmerzen; Und Gott giebt men. Dir schalle Preis und uns die Kraft in deinem NaRuhm! mein ganzes Leben Soll men, Dir nachzuahmen. dich erheben. 8. Unendlichs Glück! du lits test uns zu Gute. Ich bin vers In voriger Melodte. föhnt mit deinem theuern Blute 56. Laß deinen Geist mich Du hast, da du für mich am stets mein Heiland, leh: Kreuz gestorben, Mein Heil ers ren, Dein Kreuz durch meinen worben. Glauben so zu ehren, Daß ich getreu in dem Beruf der Liebe Mich christlich übe. 9. So bin ich denn schon felig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meine Krone 2. Das Gute thun, das Böse rauben! So werd' ich dort, von fliehn und meiden, Herr, diese Herrlichkeit umgeben, Einst ewig Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das 10. Ja, wenn ich stets der Böse mir erlauben, und an dich Tugend Pfad betrete, Im Glautglauben? ben kämpf, im Glauben wach' 3. Du hast dich selbst für und bete; So ist mein Heil mich dahin gegeben; Wie dürft' schon so gewiß erstrebet, Als Jes ich denn nach meinem Willen fus lebet.ee leben! leben? Nein, leben muß ich dir, 11. Lockt böse Lust mein Herz dem ich gehöre, 3u deiner Ehre. mit ihrem Reize, So schrecke, 4. Ich sollte, Herr, wenn Lei- Jefu, mich das Wort vom Kreuze. den dieser Erden Mich treffen, Und werd' ich matt im Laufe nicht gelaßnes Herzens werden; guter Werke; So sey mir's Da du so viel für uns, die Stärke. wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden Ein Wer5. Für welche du dein Leben gerniß und eine Thorheit werfelbst gelassen, Wie könnt ich den; So sey's doch mir, trob fie, fie meine Brüder hassen? allen frechen Spottes, Die Weiss Und nicht, wie du, wenn sie mich heit Gottes! untertreten, Für sie noch beten? 13. Gieb ihnen Zeit zur Bu6. Ich will nicht Haß mit ße, Welterretter! Verstoß ihn gleichem Haß vergelten; Wenn nicht, des Kreuzes frechen Spötman mich schilt, nicht rächend ter, Wenn er, auch spät noch, ( S dich, 34 Passionslieder. dich, den er geschmähet, Um Nicht Glück, nicht Schmach, nod Gnade flehet. Leiden Soll nun von dir un 14. Laß, Herr, so oft mich scheiden! Preis sey dir ewig, meine Sünden kränken, Dein Jesu! Kreuz mir immer Ruh und leide, Mir und Freude! M. O Lamm Gottes unschuld. Freude schenken; Dein Kreuz, M. Jesu, meines Lebens Leben. dies fey, wenn ich den Tod einst 58. Sesu, Welche dunkle Stun den, bange Lei densnacht! O wie hart wirst d gebunden! Wie ein Mörder ga 57. Sohn Gottes, sieh, wir bewacht! Wolltest du ein Wor fallen Unbetend vor nur sprechen, Deine Banden wün dir nieder! Zu deinem Himmel den brechen, Und der Feind schallen Der Frommen Jubellie große Zahl Stürzte deiner Gott der. Du hast den Sieg errun- heit Strahl. gen, Und selbst den Tod bezwun- 2. Doch sie liegen schon, zu gen! Preis sey dir ewig, o Jesu! Erden Hingestürzt durch dein 2. Du sahst von fern die» ich binš«, Daß sie selber Zeu Bande, Womit dir Frevler droh- gen werden Deines edlen Hel ten, Sahst vor dir Spott und densinns. Niemand nimmt von Schande Und dich schon unter dir dein Leben, Du willst selbs Todten! Doch du, voll Huld es für uns geben; Uns von und Gnade, Gingst gern die Fluche zu befrein, Weder Schmad Marterpfade. Preis sey dir noch Bande scheun. ewig, o Jesu! 3. Reich bist du an hohe 3. Von heißer Angst erschüt- Stärke, Die auch hier sich nich tert, Lagst du vor Gott im Stau- verlor; Aber im Erlösungswerk be. Wer hat, wie du, gezittert? Geht Geduld der Allmacht vor Doch überwand dein Glaube. Du kennst deiner Feinde Tücke Dich faßte Todesgrauen; Doch Siehst die Bande, fiehst di bliebst du voll Vertrauen. Preis Stricke, Und giebst dich mi sey dir ewig, o Jesu! edelm Sinn Selbst in ihre Wut 4. Vor deinem Untlitz stan- dahin. den Der Missethäter Schulden! 4. Ja, für uns, um unser Was diese nie empfanden, Das willen Streckst du deine Händ mußtest du erdulden. Sie streb- dar; Gottes Rathschluß zu er ten, dich zu höhnen; Du gingst, füllen, Schonest du der frecher sie zu versöhnen. Preis sey dir Schaar, Wehrst dem Schwerdt ewig, o Jesu! deines Freundes, Heilst die Wun 5. Nur uns zum Heil und den deines Feindes, Nimmst di Leben Hast du in Ungst und Bande willig an; Und ha Plagen Dich willig hingegeben, Böses nie gethan! Und gern dein Kreuz getragen. 5. Jesu, gieb mir deinen Frie den; - Passionslieder. 35 den; Du, du bist mein Herr erwählen! Er kommt, mit ihm und Gott! Willig duld ich dann sein Lohn! Wie dürftet ihr vers hienieden Dir zur Ehre Schmach zagen? Ihr werdet freudig fas und Spott. In den bangen gen: Gelobet seyst du, Gottes Augenblicken Wird der Glaube Sohn! mich erquicken, Daß du in der bängsten Nacht Für die Deinen M. Wenn meine Sünd' mich. hast gewacht! M. Nun ruhen alle Wälder. 59. welche Schmach und Gewissen, 60. Von Furcht dahingeris sen, Verleugnet Pes trus dich. Bald straft ihn sein Da weint er bitters Plagen Mußt er, mein lich. Dein Blick, o Jesu, rührt Heiland, tragen, Der nie ein sein Herz; Er fleht zu dir um Sünder war! Ihn stellten Mis Gnade, Und du stillst seinen fethäter Als einen Uebertreter Schmerz. Den ungerechten Richtern dar. 2. Wie wuchs nun deinem 2. Da stand er im Gerichte! Zeugen Beständigkeit und Muth! Doch seinem Ungesichte Ent- Nie konnt' ihn Furcht mehr beus strahlte hoher Muth, Und, groß gen, Auch floß für dich sein auch noch in Banden, Verschmäh't Blut. Dich seinen Herrn und er Spott und Schanden, Und seinen Gott Verherrlichte sein litte still der Frevler Wuth. Leben, Verherrlichte sein Tod. 3. Er blieb bei seiner Lehre, 3. Betrübt ist meine Seele, Und seiner Unschuld Ehre Ver- Erfüllt mit Reu und Schmerz. füßt ihm allen Hohn. Er schwieg Was hilfts, daß ichs verhehle? bei schnöden Fragen, Um endlich Durchschaust du doch mein Herz! laut zu sagen: Ich bin des Hoch- Bekennen will ichs, Jesu, dir: gelobten Sohn! Oft hab' ich dich verleugnet; Vergieb, vergieb es mir! 4. Du hast sogar dein Leben, 3um Segen stets bereit, Getrost dahin gegeben Für meine Seligs keit; Wie undankbar, wie schwach war ich, Daß ich den Haß der 5. Er wird einst wieder kom- Sünder Mehr fürchtete, als dich! men, Und, dem Gericht entnom 5. Ich seh jeht, ich empfinde men, Dann selbst der Richter Die Größe meiner Schuld. Verseyn. Dann werden ihn mit gieb mir diese Sünde Nach dei Grauen Die wilden Frevler ner großen Huld! Voll Mitleid schauen, und keine Macht wird sah'st du Petrum an, Der reuig fie befrei'n. vor dir weinte; Auch mich sieb 6. gnädig an! Seelen! Euch wird der Herr 6. Ich will bei meiner Reue jauchzt, ihr frommen ( 2 Den 4. Thr, seines Reiches Glieder, werft euch vor ihm nieder! O Christen, betet an! Er ist, trot allen Spottes, Der Sohn des ewgen Gottes, Und alles ist ihm unterthan. 36 Passionslieder. Den Bund mit dir erneu'n, Dir du unsre Schuld, Unfrer Sün Folgsamkeit und Treue Und fe- den Bürden, Nur daß wir durch sten Glauben weih'n. Dich zu deine Huld Frei und selig würden. verleugnen, Gottes Sohn, Das 4. Herr, dein Friede sey mit fürchte meine Seele Weit mehr, mir! Stille mein Gewissen! Laß als Qual und Hohn! des Trostes Quell von dir Sich 7. Bewahr' ich deine Gnade, auf mich ergießen! Heiland, hilf, Folg' ich dir standhaft nach; entzeuch dich nicht Meinem ban Wer ist dann, der mir schade? gen Herzen! Tröst', o meine Was fümmert mich die Schmach? Zuversicht, Mich durch deine Der Spötter mag mich hier ver- Schmerzen! fehn. schmähn! Einst wird er mich 5. Ach, mein zagend Herz mit Ehre Von dir verherrlicht erschrickt Ueber meine Sünden! Laß mich, Herr, von dir erquickt, 8. Von dir soll mich nichts Bald Vergebung finden! Dir trennen; Dich will ich frei und fall ich, zerknirscht von Reu, gern Vor aller Welt bekennen, Mit wahrhafter Buße, Mit dem Dich, meinen Gott und Herrn! Vorsatz beßrer Treu, O mein Auch du verleugnest dann mich Heil, zu Fuße! nicht, Du bist mein Freund und Retter Noch einst im Weltgericht! M. Christus, der uns selig. 6. Herr, ich weiß, auf wen ich bau, Und bei wem ich blei be, Wessen Huld ich mich ver trau, Und an wen ich gläube. Yesu, meiner Seele Licht, Du, o Jesu, bists allein, Wel Ursprung meiner Freu- cher mich beschirmet, Wenn der den, Wie viel Trost und Zuver: Sünden Schuld und Pein Mein ficht Fließt aus deinem Leiden! Gemüth bestürmet. 61. Jemu Nimm den Dank in Gnaden an, 7. Jede Sünde will ich scheu'n Den ich, Herr, dir singe! Deß, Hassen stets von Herzen; Doch was du an mir gethan, Bin Herr, deiner auch mich freu'n ich zu geringe. Nach der Buße Schmerzen. 2. Ich erwäg' es oft und Weiche, Furcht und Traurigkeit! viel, Was dich hat getrieben, Aus des Todes Banden Ist Sünder ohne Maaß und Ziel gekrönt mit Herrlichkeit, Jesus Bis ans Kreuz zu lieben; Gei- auferstanden! Beln, Martern, Lodespein, Un- 8. hilf, Christe, Gottes nennbare Plagen, Daß wir wür- Sohn, Durch dein bittres Lei den sündenrein, Willig zu er- den, Daß wir, dir stets unter tragen. than, Ul Untugend meiden; 3. War es unsre Würdigkeit? Deinen Tod und sein' Ursach Nein, des Vaters Güte, Deines Fruchtbarlich bedenken, Dafür, Herzens Freundlichkeit, Dein so wie wohl arm und schwach, Dir treu Gemüthe. Darum trugst/ Daukopfer schenken! In Passionslieder. 37 In eigener Melodie. Daß ich würde losgezählet, Haft 62.* Jefu Refu meines Lebens du wollen seyn gequälet. TauLeben, Jesu, meines send tausendmal zc. Todes Tod, Der du dich für 7. Deine Demuth hat gebüz mich gegeben In die tiefste See- Bet Meinen Stolz und Ueberlennoth, In das äußerste Ver-/ muth, Dein Tod meinen Tod derben, Nur daß ich nicht möchte versüßet; Es kommt alles mir sterben. Tausend- tausendmal sey zu gut. Dein Verspotten, dein dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Verspeien Muß zur Ehre mir 2. Du, ach! du hast ausge- gedeihen. Tausend- tausendmal ic. standen Lästerreden, Spott und 8. Nun ich danke dir von Hohn, Speichel, Schläge, Strick Herzen, Jesu, für gesammte Noth, und Banden, Du gerechter Got: Für die Wunden, für die Schmer. tes Sohn, Mich Elenden zu er- zen, Für den herben bittren Tod. retten Von des Teufels Sünden- Für dein Zittern, für dein 3aketten. Tausend tausendmal ic. gen, Für die tausendfachen Pla3. Du hast laffen Wunden gen, Für dein' Angst und schwere schlagen, Dich erbärmlich richten Pein Will ich ewig dankbar seyn. zu, Um zu heilen meine Plagen, a Und zu setzen mich in Ruh. 3n eigener Mel. oder: Frei dich febr; o meine. Ach, du hast zu meinem Segen Laſſen dich mit Fluch belegen! 63. Gefu deine heil'ge Bun4. Man hat dich sehr hart und bittern Zod Laß mir geben verhöhnet, Dich mit großem alle Stunden Trost in Leibs- und Schimpf belegt, Und mit Dor: Seelennoth. Wenn mir fällt nen gar gekrönet; Was hat dich was Urges ein, Laß mich dendazu bewegt? Daß du möchtest ken deiner Pein, Deiner großen mich ergößen, Mir die Ehren- Angst und Schmerzen, Daß ich Fron auffeßen. Tausend tau sie betracht' im Herzen. sendmal ic. 2. Will sich gern in Wollust 5. Du hast wollen seyn ge- weiden Mein verderbtes Fleisch schlagen Zur Befreiung meiner und Blut, D so laß in mir Pein, Fälschlich lassen dich an dein Leiden Löschen aus der klagen, Daß ich könnte sicher Sündenglut. Dringt der Sa seyn; Daß ich möchte trostreich tan ein zu mir, Hilf, daß ich prangen, Hast du sonder Trost ihm halte für Deine Wunden gehangen. Tausend tausend mal und Zeichen, Daß er von mal 2c. mir müsse weichen. 6. Du hast dich in Noth ge- 3. Wenn die Welt mich will stecket, Sast gelitten mit Geduld, verführen, Auf die breite Sün Gar den herben Tod geschmecket, denbahn, Dann wollst du mich Um zu büßen meine Schuld. so regieren, Daß ich standhaft schaue 38 Passionslieder. schaue an Deiner Marter Cent-| Lasten drückten dich! Wie quoll nerlast, Die du ausgestanden das Blut aus deinen Wunden! haft, Daß ich mög in Andacht Und ach! es floß zum Heil und bleiben, Alle böse Lust vertreiben. Trost für mich, Und ruft noch 4. Gieb für alles, was mich heute mir ermunternd zu, Daß fränket, Mir aus deinen Wun- du mich liebst, du großer Duls den Kraft; Wenn mein Herz der, du! hinein sich senket, Gieb, was 3. So sollt'' es seyn, du muß. neues Leben schafft, Daß mich test leiden; Dein Tod macht mir stärk' in allem Leid Deines Tro- des Vaters Liebe fund. Er wird stes Süßigkeit, Weil du mir für mich ein Quell der Freuden, mein Heil erworben, Da du bist Ein Siegel auf den ew'gen Frie. für mich gestorben. densbund. So wahr dich Gott 5. Laß auf deinen Tod mich mir zum Erlöser giebt, So wahr trauen, Jesu, meine Zuversicht! ist es, daß er mich herzlich liebt. Laß mich standhaft darauf bauen, 4. Sein bin ich nun, des Hims Daß den Tod ich schmecke nicht! mels Erbe; Nun seh ich in sein Deine Todesangst laß mich Baterherz hinein. Auch wenn Stets erquicken mächtiglich! Herr! ich leide, wenn ich sterbe, Un. laß deinen Tod mir geben Auf möglich kann ich je verloren seyn. erstehung, Heil und Leben! Wenn Sonn und Mond und 6. Jesu, deine heil'ge Wun- Sterne untergehn, Mir bleibt den, Deine Qual und bittern doch ewig Gottes Gnade stehn. Tod Laß mir geben alle Stun- 5. Ja, mir zum Trost und den Kraft zum Guten, Trost in dir zur Ehre Gereicht dein Kampf, Noth! Sonderlich an meinem dein herber Kreuzestod. Bestä: End Hilf, daß ich mich zu dir tigt ist nun deine Lehre; Sch wend', Trost in deinen Wunden baue fest darauf in jeder Noth. finde, Und dann fröhlich über- Die Unschuld leidet zwar, doch winde! hoher Ruhm Ist nach dem Kampf der Unschuld Eigenthum. Mel. Dir, dir, Jehova will. 64. Sieh Jefum dulden, Gral Jefum 6. Was fürcht' ich noch des dulden, Grabes Schrecken? Im Grabe bluten, sterben, und schliefft auch du, mein Seelen. fag ihm, meine Seele, frommen freund. Mag Staub einst meine Dank! Sieh, wie er, Heil dir Hülle decken; Mein Geist bleibt zu erwerben, Aus Liebe in den doch mit seinem Gott vereint, größten Qualen rang! Wo ist Und er, der dir ein neues Leben ein Freund, der je, was er, ge- gab, Er wälzt auch einst den than? Der, so wie er, für Sün- Stein von meinem Grab. der sterben kann? 7. Nimm hin den Dank für 2. Wie dunkel waren jene deine Plagen, Den Dank, den Stunden! O Herr, und welche dir, o Herr, die Liebe bringt! Noch Paffionslieder. 39 Noch heißern Dank will ich dir Kreuz geheftet Und ganz ent= sagen, Wenn einst mein Geist der fräftet! Erde sich entschwingt. Dann 3. Was ist die Ursach aller stimmt die Schaar der Seligen solcher Plagen? Ach, unsre Sünmit ein; Der ganze Himmel soll den haben dich geschlagen! Wir, dann Zeuge seyn. treuer Jesu, haben das verschule det, Was du erduidet. M. O Lamm Gottes unschuld. 65. 4. Wie wunderbarlich ist doch Sohn Gottes, im dieſe Strafe! Der gute Hirte Staube, Mit Blut leidet für die Schaafe; Die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte Für seine Knechte. und Ehränen bedecket! Dein tröste sich mein Glaube, Wenn Tod und Sünde mich schrecket. 5. Der Fromme stirbt, der Dein Ringen, Seufzen, Klagen, recht und richtig wandelt; Der Dein Todeskampf, dein Zagen, Böse lebt, der wider Gott miß. Sen meine Ruhe, o Jesu. handelt! Der Mensch verwirkt 2. O Sohn Gottes! unschul- den Tod, und ist entgangen, Der dig Trugst du die herbe Verhöh- Herr gefangen! nung, Und trugest fie geduldig mp 6. Ich war von der Fußsohl 3u meiner Sünden Versöhnung. an voller Sünden; Bis zu der Dein Bild müff uns beleben, Scheitel war nichts Guts zu Zu dulden, zu vergeben, Wie finden; Von Gott verworfen, du, zu lieben, o Jesu! hätt' ich dafür müssen Auf ewig 3. Sohn Gottes! wie büßen. kläglich Hingst du gemartert, 7. O große Lieb', o Lieb' verschmachtet! Dein Tod belehr' ohn' alle Maaße, Die dich ges uns täglich, Wie hoch du See- bracht auf diese Marterstraße! len geachtet. Er schreck uns Ich lebte mit der Welt in Lust ab von Sünden, Er müsf uns und Freuden, Und du mußt dir verbinden Zur innigen Liebe, leiden! o Jesu! In bekannter Melodie. 8. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam folche Treu' ausbrei 66.+ Herzliebster Jefu, was ten? Kein menschlich Herz verhast du verbrochen, mag es auszudenken, Was dir Daß man das Todesurtheil dir zu schenken! gesprochen? Du Heiligster, bist 9. Ich kanns mit allem Sinja in Missethaten Niemals ge- nen nicht erreichen, Womit doch rathen! dein Erbarmen zu vergleichen. 2. Du wirst verspeit, geschla- Wie kann ich dir denn deiner gen und verhöhnet, Gegeißelt, Liebe Thaten Jemals erstatten? und mit Dornen gar gekrönet; 10. Doch dieses willst du, Mit Effig tränkt man dich, ans Jesu, von mir nehmen: Ich soll des 40 Passionslieder. des Fleisches Lüft in mir be 3. Herr, denk an mich! Nein zähmen, Daß sie mein Herz aufs ewiglich Kannst du mich nicht neue nicht entzünden Mit alten vergessen! Wer kann deine Freund. Sünden. lichkeit, Deine Huld ermessen? 11. Weil aber dies nicht steht 4. Herr, denk an mich! Wie in eignen Kräften, Dem Kreuze leicht kann ich In Sünd' und die Begierden anzuheften; So Elend fallen! Laß mich stets an gieb mir deinen Geist, der mich deiner Hand Deine Wege wallen. regiere, Zum Guten führe. 5. Herr, denk an mich! Dann 12. Dann werd ich dankvoll nahe sich Die Stunde schwerer deine Huld betrachten, Aus Liebe Leiden. Bin ich dein, o was gegen dich die Welt nicht achten; vermag Mich von dir zu scheiden? Ich werde mich bemühen, dei- 6. Herr, denk an mich! Genen Willen Stets zu erfüllen. stärckt durch dich Geh ich dem 13. Ich werde dir zu Ehren Tod entgegen. Tod und Grab, alles wagen; Kein Kreuz nicht o Jesu, wird mir durch dich achten, keine Schmach noch Pla- zum Segen. gen; Nichts von Verfolgung, 7. Herr, denk an mich! Dann nichts von Todesschmerzen Neh-, will ich dich Für deine Huld men zu Herzen. erheben, Wenn du mir das Pa14. Dies alles, obs für schlecht rabies Wirst aus Gnaden geben. gleich ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen; M. Herzlich lieb hab ich dich.. In Gnaden wirst du es von 68. Um Gnade für die Sün. mir annehmen, Mich nicht be: schämen. derwelt Rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält Bon 15. Wenn dann, Herr Jesu, frecher Sünder, Rotten. Dies dort vor deinem Throne Auf bricht erbarmungsvoll dein Herz, meinem Haupte steht die Ehren- 1 Wenn dich bei deinem herben krone; Dann will ich würdiger Schmerz Die Bösewichter spot den Dank dir bringen, Dein Lob ten. Du siehst mit segensvollem besingen! Blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese Schaar in dir entehrt; Rufft, daß es Erd M. O Traurigkeit. 67. Herr, bent an mich! Wie und Himmel hört: Vergieb, o oft hab ich den dich verachtet! Sieh die Gericht; Denn was sie thun, Seele gnädig an, Die nach Hülfe, verstehn sie nicht! schmachtet! 2. Erstaunend seh ich diese 2. Herr, denk an mich! Es Huld. Wie mitleidsvoll ist die jammre dich Dies Elend, mein Geduld, Die Mördern so verErbarmer! Wenn du meiner nicht zeihet! Ihr, die ihr euern Heigedenkst, Uch), was bin ich Urmer! land ehrt, Fühlt seiner Große muth Passionslieder. 41 muth hohen Werth, Und danket von dieser Welt, Zum Himmel ihm erfreuet! Er hat auch uns von der Erde! Du bist das durch sein Gebet Den größten Haupt, wir folgen dir. ErmunTrost von Gott erfleht; Er sagt tre uns, so laufen wir; So auch uns, zu unsrer Ruh Er werden wir uns deiner Pein Und barmen und zu. deines Todes ewig freun. Herr Herr Jesu Christ, Gelobt seyst Jefu Chrift, Wie selig ist, Wie du Für deinen Tod! Gott ist selig ist Der Mensch, dem du durch dich auch unser Gott. ein Heiland bist! Vergebung 3. Daß Gott mit Langmuth M. Jesirs meine Zuversicht.. und Geduld Auch ſelbst bei hoch- 69. Jefu Chrifti Sterbetag gehäufter Der euch, dennoch schonet; Daß er so lieb- ewig theuer! Weiht, was Lieb reich ihrer denkt, Und ihnen Frist und Dank vermag, Shm bei zur Buße schenkt, Nicht nach seines Todes Feier! Eure Seele, Verdiensten lohnet; Daß ich noch still vor Gott, Denke des Er fröhlich sagen kann: Auch mich, lösers Tod! #di mich Sünder nimmt Gott an; 2. Dieser Welt und ihrer Müh, Dies Glück hat deines Todes Dieses Lebens kurzer Freuden, Kraft, Mein treuer Heiland, mir Alles Tands vergesse fie! Tief verschafft. O Jesu Christ, Mein gerührt von seinen Leiden Und Herr und Gott, Mein Herr und von seines Todes Schmach, Sey Gott! Vertritt du mich in Noth fie still und denke nach! und Tod! 3. Hocherhabner! Ewiger! 4. Den fanften liebevollen Vor dir wirft mein Geist sich Sinn, Daß ich ein Freund der nieder. Preis dir, UnerforschliFeinde bin, Gieb, Herr, auch cher, Daß für dich und meine meiner Seele, Hilf, daß bei der Brüder Er, dein Sohn, dein Verfolgung Schmerz Ich dir Liebling starb, Und uns Trost des Feindes hartes Herz Und und Ruh erwarb! meine Sach' empfehle. Besänf 4. O wie hochbeglückt sind tige mein reges Blut, Und wir! Welches Heil ist uns ere: flammt des 3ornes wilde Glut worben! Gott, wir sind vers Mein Herz zur Rachbegierde an; söhnt mit dir; Jesus ist für uns Oso erinnre mich daran, Herr gestorben! Nun erschreckt uns Jesu Christ, Wie du am Kreuz/ kein Gericht; Deine Huld vers Durch dein Gebet Selbst deinen wirft uns nicht! Mördern Gnad' erfleht! 5. Sieh, wir weihen dir das 5. Mich tröste dein Bersöh- Herz; Heilig sey dir unser Leben. nungstod! Es bilde mich, dein Jedes Glück und jeder Schmerz Geist, mein Gott, Daß ich dir Soll uns, Gott, zu dir erheben! ähnlich werde! Ach ziehe mich, Leben, leiden, sterben wir, Preis erhöhter Held, Bu dir hinauf und Dank, o Gott, sey dir. 70. 42 Passionslieder. M. Ach, Gott, vom Himmel. Du sprichst: sein Blut kam über 70. Seht, welch ein Mensch! sie, Und über ihre Kinder. wie lag so schwer Auf Seele denkst du auch dabei An ihm der Fluch der Sünder! Wie deine Sünden? bist du frei? unaussprechlich duldet er Für Nicht schuldig seines Todes? euch, ihr Menschenkinder! So 7. Sieh, welch ein Mensch! leiden sah von Unbeginn Die wie er für dich Verschmäht wird Erde keinen je, als ihn, Sound zerschlagen! Hör ihn! er wird auch keiner leiden. spricht: ich muß um dich und deine 2. Er war der ein'ge Sohn Sünden klagen; Die Schuld ist von Gott, Ein Helfer, ein Ge- dein, durch meinen Tod Versöhn' rechter, Und ward der frechen ich, Sünder, dich mit Gott; Du Leute Spott, Verschmäht durch bists, für den ich blute. 8. O du Gerechter, Gottes Hohngelächter. Wie ein Verbre cher stand er da, Verklagt, ver: Sohn, Du Tilger meiner Sünläumbet; wer ihn sah, Der sah den, Du Herrscher auf des Bas ihn mit Verachtung. ters Thron, Ach, laß mich Gnade 3. Geschäftig war der Frevler finden! Laß allen deines Todes Wuth, Erfindrisch ihn zu plagen. Pein Gerechtigkeit und Leben Sein Leib war ganz bedeckt mit seyn Um deiner Liebe willen! Blut, Voll Striemen und zerschlagen. Durch wilder Krieger M. Wer nur den lieben Gott. Spott verhöhnt, Und, ach, mit 71. Solgatha! Zu deinen Dornen gar gekrönt, Litt er die größten Schmerzen! Höhen Erhebet dan kend fich mein Herz. Ich will 4. Den Heiden, der sein Rich- den Heil'gen Gottes sehen Sn ter war, Ergriff ein menschlich seines Opfertodes Schmerz. Ich Schrecken; Er stellt ihn seinen will für seine Lieb' und Pein Ihm, Brüdern dar, Ihr Mitleid zu er- was ich habe, Thränen weih'n. wecken: Seht, welch ein Mensch, 2. Wie rührend scheidet der den kann ich nicht Verdammen, Gerechte, Im Tod als Gottes rief er; denn es spricht Die Un- Sohn bewährt! 3war leidet er schuld für sein Leben. den Tod der Knechte, Von Frev: 5. Vergeblich, ach, vergeblich lern noch am Kreuz entehrt; Doch war Die Menschlichkeit des Hei- laut zeugt, Herr der Herrlichkeit, den. Blut wollte die ergrimmte Dein Tod von deiner Göttlichkeit Schaar, Sah Jesu Schmach mit 3. Mein Jesus stirbt, die Him Freuden. Was sättigt fie? fein melslehren Von Gnade, von Tod allein. Sie stürmten auf Unsterblichkeit Der Welt als den Richter ein, Und schrien: göttlich zu bewähren; Nun ist er sterb' am Kreuze! mein Ziel die Ewigkeit. Nun 6. Du denkest ohne Schaudern fenn' ich meiner Seele Werth, nie Un diese Wuth der Sünder; Durch dich, Erlöser, mir verklärt. 4. Er. Paffionslieder. 43 4. Er stirbt, der Wohlthun] 10. Das Wort vom Kreuze ausgebreitet, Oft Nächte im Ge- bleibt den Deinen Erquickung, bet durchwacht, Die Sterblichen obs die Welt auch schmäht. Es zu Gott geleitet, Sein Tagewerk mag dem Spötter Thorheit scheis getreu vollbracht. Wie freuden- nen, Der auf des Lasters Pfade voll stirbt nun ein Chrift, Dem geht: Uns ist es Ruhm und Jesu Tod den Tod versüßt! Gotteskraft, Und Trost in unsrer Pilgerschaft. 5. Froh feiert er die große Stunde, Da er zu seinem Vater geht, Und noch mit fast erblaßM. Christus, der uns selig. tem Munde Für ſeinen Feind 72.* Seſu, deine Paffion um Gnade fleht, Den sterbend Will ich bedensegnet, der ihn schalt, Sein Wohl- ken, Du wollst mir vom Him. thun ihm mit Haß vergalt. melsthron Geist und Undacht 6. Auf die, die weinend um schenken. In dem Bilde jetzt ihn stehen, Gießt er der Freund- erschein, Jesu, meinem Herzen, schaft Segen aus; Spricht Wie du, unser Heil zu seyn, glaubensvoll vom Wiedersehen Littest alle Schmerzen. Im Himmel, in des Vaters Haus; Strömt hohen Muth und Trost und Ruh Den kummervollen Seelen zu. 2. Ja ich denke an den Tag Deiner Angst und Bande; Sehe, wie dein Herz dir brach Bei der Kreuzesschande, Geißel, Dornens 7. Er sieht auf die vollbrach- kranz und Hohn; Sehe dich ges ten Thaten, Die Aussaat für die bunden, Sterben dich, o Gottes Ewigkeit; Dankt Gott, durch Sohn, Und den Leib voll Wunden. den sein Werk gerathen, Wofür 3. Doch laß mich ja nicht als er bald den Lohn ihm beut; Die lein Deine Marter sehen; Laß Demuth auf dem Angesicht, Freut mich auch die Ursach fein Und die er sich der vollbrachten Pflicht. Frucht verstehen. Ach, die Ursach 8. Er eilt sein müdes Haupt war auch ich, Ich und meine zu neigen, Es war erreicht, sein Sünde; Diese hat gemartert dich; großes Ziel; Und, halb der Ewig- Groß ich sie befinde. keit schon eigen, Erhebt er sich 4. Jesu, lehr bedenken mich mit Dankgefühl, Empfiehlt den Dies mit Buß' und Reue! Hilf, r Geist in Gottes Hand, Und zieht dann froh ins beßre Land. daß ich mit Sünden dich Martre nicht aufs neue! Weg mit aller 9. Sesu! tausend Fromme Sünden Lust! Alles will ich meischieden Auf dein Verdienst mit den, Was du selber büßen mußt Freudigkeit; Empfanden sterbend Mit so großem Leiden. Seelenfrieden, Den Trost, den 5. Seh ich meiner Sünden uns dein Tod verleiht. Olaß Ziel, Angst und Qual der Hölle: mich dir mein Leben weihn, Dir Jesu, mein Gewissen still', Dich noch im Sterben dankbar seyn! ins Mittel stelle! Dich und deine Paffion 44 Paffionslieder. Paffion Laß mich gläubig fassen. ich mich Nach dem Trost aus deis Liebet mich sein eigner Sohn, nen Wunden. Wenn ich dann Wie kann Gott mich haffen? zu ihnen flieh, Uch, so tröste mich 6. Gieb auch, Jesu, daß ich durch sie! gern Dir das Kreuz nachtrage, 6. Lehre mich mein Fleisch und Daß ich Demuth von dir lern Blut Kreuzigen, die Welt verUnd Geduld in Plage; Daß ich achten. Laß mich, o mein höch dir qeb Lieb für Lieb', Stets stes Gut, Nur nach deinem Reidir Dank erweise, Bis ich dich, che trachten. Führe mich durch -o Herr, das gieb! Dort Glück und Leid, Wie du willst, im Himmel preise. - zur Seligkeit. M. Jesus meine Zuversicht. 7. Endlich laß mich alle Noth Freudig sterbend überwinden. 73. Seele, komm nach Gol Nirgends müſſe mich der Tod Als gatha, Blick hinauf in deinen Wunden finden! Licht zu Jesu Kreuze, Fühl es, wie erhellt dann meine Nacht; Denn sein Tod dich da Stark und sanft für mich hast du vollbracht. zur Buße reize! Hier kannst dul nicht fühllos seyn, Hier muß dich die Sünde reu'n! M. Aus tiefer Noth schrei ich. 74.* Herr Jeſu, deine Angst 2. Schaue Jesum, dir zu gut, und Pein, Und dein Zwischen Erd' und Himmel hans betrübtes Leiden Laß mir vor Augen. Dwie strömet hier sein gen allzeit seyn, Die Sünden zu Blut! Alle Kraft ist ihm vergane vermeiden. Laß mich an deine grogen! Gott, was duldet er für se Noth Und deinen herben bittern Noth! Bitter, bitter ist sein Tod! Tod, So lang ich lebe, denken. 3. Lamm Gottes, ohne 2. Laß deiner Seele Höllens Schuld! Alles das hab ich vere qual, Dein Zagen, blutig schuldet, Und du haft aus großer Schwitzen, Und übrig Elend allHuld Pein und Schmerz für mich zumal, Worin du mußtest sitzen, erduldet: Daß ich nicht verloren Mir Sünder oftmals fallen ein, fey, Sprichst du mich am Kreuze Und eine starke Warnung seyn d frei. mehrern Missethaten. Vor 4. Sert, was kann ich dir da- 3. Die Wunden alle, die du für, Daß du mich so liebest, ge- haft, Hab ich dir helfen schlagen, ben? Nimm, was ich vermag, Und meine große Sündenlast Dir von mir! Dir, nur dir gehört aufgelegt zu tragen. Ach, liebster mein Leben. Wie du mein, so Heiland, schone mein, Laß meine will ich dein, Lebend, leidend, Schuld vergessen seyn; LaßGnad sterbend seyn. für Recht ergehen! dels 5. Nur bei dir allein such' ich 4. Du hast verlassen deinen Trost in meinen bängsten Stun Thron, Bist in den Tod geganden. Schmachtend, lechzend fehn genç Ertrugest Schläge, Spott und Passionslieder. und Hohn, Und bist ans Kreuz In eigener Melodie. gehangen, Damit du für uns 76.* Menn mich die Sünden und mein Missethat Bei Gott versöhnen Herr Jesu Christ, So las mich möchtest. wohl bedenken, Daß du gestorben 5. Drum will ich jetzt aus bist, Und alle meine Sündenlast Dankbarkeit Von Herzen dir lob- Am Stamme deines Kreuzes Auf singen, Und wenn du einst zur dich genommen haft. Seligkeit Auch mich, mein Heil, 2. Bunder ohne Maaßen! wirst bringen: So will ich als Betracht es, Seele recht! Es hat dann noch vielmehr Mit jenem sich martern lassen Der Herr für großen Himmelsheer Dich ewig seinen Knecht; Selbst seinen eigdafür loben. nen Sohn hat Gott Für mich ver45 6. Herr Jesu, deine Angst und lornen Menschen Gegeben in Pein, Und dein betrübtes Leiden den Tod. Laß meine letzte Zuflucht seyn, 3. Was kann mir denn nun Wenn ich von hier soll scheiden. schaden Der Sünden große Zahl? Ach, hilf, daß ich durch deinen Tod Ich bin bei Gott in Gnaden; Ganz sanft beschließe meine Noth, Die Schuld ist allzumal Bezahlt Und selig sterbe, Amen! durch Christi theures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Qual und Glut. M. Herr Jesu Christ, dich zu. 75.* Her 4. Drum sag ich dir von HerHerr Jefu Chrift, dein theures Blut Ist mei- sen Jegt und mein Lebenlang Für ner Seele höchstes Gut; Das trö- solche Pein und Schmerzen, stet, stärkt und macht allein Mein Jesu, Lob und Dank; Für deine Herz von allen Sünden rein. Noth, dein Angstgeschrei, Für deine Lieb' und Treu! dein unschuldigs Sterben, Für 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich den Mich reizen für und für, Mit 5. Herr, laß dein bittres Lei Fann vor Gott beftehn, Und zu allem Ernst zu meiden Die fünds der Himmelsfreud' eingehn. liche Begier! Nie komm es mir 3. Jesus Christus, Gottes aus meinem Sinn, Wie viel es Sohn, Mein Trost, mein Heil, dich gekostet, Daß ich erlöset bin. mein Gnadenthron! Dein Blut, 6. Mein Kreuz und meine das mir Vergebung schafft, Giebt Plagen, Solls auch sein Schmach mir auch neue Lebenskraft. und Spott, Hilf mir geduldig 4. Herr Jesu, in der letzten tragen. Gieb, o mein Herr und Noth Wenn mich schreckt Teufel, Gott, Daß ich verläugne diese Höll und Tod, Dann laß mein Welt Und folge dem Erempel, Labsal dieses seyn: Dein Blut Das du mir vorgestellt. macht mich von Sünden rein. 7. Laß mich an andern üben, Was 46 Paffionslieder. Was du an mir gethan, Und Feind zu lieben, Und beten, wie meinen Nächsten lieben, Gern die- mein Heiland that. nen jedermann Ohn' Eigennut 6. Du sahest auf die Deinen, und Heuchelschein, So wie du Sahst sie am Kreuze weinen, Und mir's erwiesen, Aus reiner Lieb' ach, wie schlug dein Herz! Du allein. lindertest voll Liebe und aus dem 8. Laß endlich deine Wunden wärmsten Triebe. Der Mutter Mich trösten kräftiglich In mei- und des Jüngers Schmerz. nen letzten Stunden, Und deß ver= 7. Wird einst mein Kampf be fichern mich, Weil ich auf dein ginnen, Verzagen meine Sinnen, Verdienst nur trau', Du wer- und kann mich nichts erfreun; dest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau'. M. Nun ruhen alle Wälder. 77. Laß deine letzten Stunden, Dann soll das Wort mich trösten: Du sollst mit den Erlösten Noch heut' im Paradiese seyn. 8. Bei deiner Leiden Dauer, Im bängsten Todesschauer Warst du so du den, Mir, Jesu, heilig seyn! Es dich verlassen, Doch hingst du, lehre mich dein Leiden Den Dienst stets gelassen, Un deinem Gott, der Sünde meiden, und mich dir und wanktest nicht. jetzt und ewig weihn! 9. Wenn ich am letzten Tage 2. Un deinem Todestage, Bei In Todesnöthen zage, Ach, dann deiner letzten Klage Schwör ich, verlaß mich nicht! Dann stärke dir treu zu seyn. Wer war's, der mein Vertrauen, Zu dir empor ängstlich klagte, Und zitterte und zu schauen Mit glaubensvoller zagte In namenloser Todes- Buversicht. pein? 10. Du mußtest, matt von 3. Und ich, für den du littest, Plagen, Auch über Durst noch Im Todeskampfe strittest, Für klagen, Und wer, wer labte dich? den dein Herz dir brach, Sch folgte- Wie sollt ich denn nun beben, ohne Sorgen Um Abend und am Wenn Leiden mich umgeben? Du Morgen Der Welt und ihren labst durch deine Freunde mich. Lüften nach. 11. Durch tausend Todeslei 4. Nein, nein, ich will fie laf den Hast du,- o Wort der Freu fen, Sie ernstlich fliehn und has den! Dein großes Werk voll fen, Weil sie dich tief gebeugt. bracht. Nun darf ich nicht verza Du hast, von allem Bösen Mich gen; Du hast die Schuld getra ewig zu erlösen, Um Kreuz dein gen, und mich vom Tode frei sterbend Haupt geneigt. gemacht. 5. Du starbst mit einem Her- 12. Wie du, den Lauf vollen zen, Das auch in Todesschmerzen den, Wie du, mein Werk zu enden, Noch für die Feinde bat. Wie du, Soll meine Sorge seyn. Dann will ich mich üben, Auch meinen kann ich einst am Ziele, Voll feliger 1 Passionslieder. 47 mich 4. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, Den Weg zu jener bessern 13. Du gabst an deinem Ende Welt; Euch sag' ich, die ihr um In deines Vaters Hände Die mich weint: Getrost, bald sind Seele; als ein Pfand. Nun kann wir neu vereint! mit dem Erlösten Ich mich im feliger Gefühle; Wie du meines Sabbaths freun. Sterben trösten; Auch mein Geist M. Wer nur den lieben Gott. ist in deiner Hand. 14. Nun hast du überwunden, 79. Es ist vollbracht! so ruft am Kreuze Des sterUm in den letzten Stunden Mir benden Erlösers Mund. O Wort Beistand zu verleihn, Laß mich voll Trost und Leben, reize Zur auch überwinden Gleich dir, um Freude meines Herzens Grund! frei von Sünden Auf ewig einst Das große Opfer ist geschehn, bei dir zu sein.. Das Gott auch mir zum Heil 15. Wird mir nach kurzen Ea- ersehn. gen Die Scheidestunde schlagen, 2. Mein Jesus stirbt, die Fel Und öffnet sich mein Grab; Wird sen beben, Der Sonne Glanz meiner Seele bange, Fließt über verlieret sich, In Todte dringt ein meine Wange Der kalte Todes neues Leben, Der Heil'gen Gräs schweiß herab; ben öffnen sich, Der Vorhang reißt, die Erde kracht; Der Welt Versöhnung ist vollbracht. 16. Dann sey mir diese Feier, Dein Sterbetag noch theuer: Mit ihm begann mein Glück. Daß ich 3. Wie viel, o Herr, hast du alsdann nicht zage, Dies dank' ich diesem Tage, Und deinem legten Augenblick. vollendet, Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweg gewendet, Der auf der Welt voll Sünder lag. Du hast für uns genug gethan, Nun nimmt uns Gott in Gnaden an. 4. O hilf mir, Herr nun auch im Todesschmerz Noch deiner vollbringen, Was wahre DankFreunde Gram und Pein, Flößt barkeit begehrt! Laß nach der Heis ihnen milde Tröstung ein. ligung mich ringen, zu der dein 2. Der Mutter Stärkung zu Tod mir Kraft gewährt! O stärke verleihn, Sprichst du: Sieh, die- mich dazu mit Macht, Daß meine ser Sohn ist dein; Was ich dir Beßrung werd' vollbracht! war, soll er dir seyn, Und dich mit Trost und Hülf erfreun. 5. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen Hier noch durch manche 3. Wenn euch, die hier mein Trübsal gehn, Und hat mir Gott Herz geliebt, Freunde, einst gehäufte Schmerzen Zu meiner mein Tod betrübt, Dann übergeb' Prüfung außersehn; So laß die ich euch dem Herrn. Er hört, er Hoffnung mich erfreun, Auch das hilft, er lindert gern. wird einst vollendet seyn. 6. Und M. Nun laßt uns den Leib. 78. Dein fanftes liebevolles Herz, O Jesu! fühlt Paffionslieder. 48 6. Und wenn des Todes letz 9. Bald ists vollbracht! Den ter Schrecken Den bangen Geist Erde Nacht Wird dann zum ew im Scheiden faßt; Dann laß den gen Tage. Halleluja! Bonne hohen Trost mich schmäcken, Daß wird Dann des Lebens Plage du ihn überwunden hast. Dann M. Lobt Gott ihr Christen. tret' ich in des Todes Nacht Mit 81. Lobfingt, ihr Völker, preiſ dem Triumph: Es ist vollbracht! den Sohn! Bringt Ehr M. Traurigkeit. und Ruhm ihm her! Fallt nie der, kniet vor seinem Thron; 80. Es ist vollbracht! Des Denn er ists würdig, er! Grabes Nacht Bedeckt 2. Den aller Engel Lobgefang nun deine Glieder. Mittler, sieh, Noch eh' ihr wart, erhob, Dem an deiner Gruft Sink ich Ur- jauchze, Menschen, euer Dank Ei mer nieder! jubelvolles Lob! 2. Von Himmelsruh Be- 3. Ihn soll der Sünder prei schirmt, liegst du In deiner Fel- sen, soll Frohlocken seiner Macht fenhöhle. In des Vaters Händen Die Stimme Jesu Christi schol schwebt Deine große Seele. Vom Kreuz: Es ist vollbracht 3. Nun Menschenfreund, Sind 4. Die Stimme schallet durd fie geweint, Geweint find deine die Welt Zu jeder Nation, Uni Bähren. Ach, nun werden sie den mancher Götentempel fällt Un Glanz Deiner Krone mehren! mancher Gößenthron. 4. Borbei, vorbei Ist das Ge- 5. Die Stimme Jefu geht mit schrei, Das Toben deiner Feinde! Macht; Der Sünder hört's und Nun ertönt der Jammerlaut bebt. Er hört, es sey sein Heil Deiner frommen Freunde. vollbracht; Er hört's, er glaubt 5. Des Frevlers Hohn, Du er lebt! Menschensohn, Der Schmerz von 6. Die Stimme Jesu lade tausend Schlägen, Legt an dei- leuch, Ihn, die ihr elend seyd nem Grabe sich, Wie sich Stürme 3u sich in seiner Wahrheit Reich legen. Belehrt euch, und erfreut. 6. Die lange Qual Im Gräberthal Ist nun wie Dampf verschwunden, Und nun fühlst du sie nicht mehr, Deine Todeswunden. Tod Die Todten Gottes her. 7. Auf ihr gewaltiges Gebot Giebt, wenn er kommt, das Meer Das Grab, der Abgrund und da 7. Die Herrlichkeit Ist dir bereit; Dir darf ich ganz vertrauen; Immer wirst du liebevoll zu mir niederschauen. 8. Sie donnert dann, ihr Sün der, euch Zief in den Pfuhl hin ab; Euch, Fromme, ruft sie in seim Reich, Das ihm der Vater gab. 8. Ich weiß, ich weiß, Den 9. Ihm, ihm sen ewig's Lob Todesschweiß Wird mir ein En- geweiht! Erlöfte, freuet euch! gel kühlen, Und ich werde deine Von Ewigkeit zu Ewigkeit Währ Kraft Noch im Tode fühlen! leures Königs Reich! 10. Ein Passionslieder. 49 10. Ein voller Strom der] 8. Des Todes That Will ich einBonne fließt Von seinem Throne mal Durchwandeln ohne Grauen; her. Lobsingt dem König! Wür- Denn durch dich, Erlöser, wirds dig ist Er eurer Jubel, Er! Mir der Pfad zum Schauen. M. O Traurigkeit. Der Chor. 82. Du bist erblaßt, Mein M. Nun lob mein Seel. Heil, und hast Nun ausgekämpft, und müde Findet, 83. Jesu, nun dein Leib In dem was im Himmel ist! Grabe Friede. Die Gemeine. 2. Ein heilger Schmerz Durchbringt mein Herz; Und Herr, Der Erdkreis müsse werden was soll ich sagen? Ach, an Voll deiner Ehre, Jesus Christ! meine Brust muß ich, Tiefgerühret, schlagen. Der Chor. Der, für uns hingegeben, Den 3. Du rettest mich, Und über Tod am Kreuze starb, Unsterb= dich Gehn aller Trübsal- Wetter.[ lichkeit und Leben Voll Liebe Sterben wolltest du für mich, uns erwarb. Lob deinem groEinziger Erretter! Ben Namen, Gott, der uns nicht verstößt! 4. Du hasts gethan; Dich bet' ich an, Du König der Erlöften! Dein will ich im Tode mich Voll Vertraun getrösten. starb, wir sind erlöst! 5.» Es ist vollbracht!« Riefft du mit Macht, und zeigst, daß 84.* du dein Leben, Mittler habest frei hn preiſe, was auf Erden, Ihn preise, Die Gemeine. Gelobt sey Jesus, Amen! Er Lamm Gottes! un schuldig Um Stamm für mich In den Tod gegeben. des Kreuzes geschlachtet; Allzeit 6. Hochheil'ge That! Des gefunden geduldig, Wiewohl du Höchsten Rath Will ich in Demuth wurdest verachtet, All' Sünd' ehren; Der Erwerber meines hast du getragen, Sonst müß Heils Wird mir's einst erklären. ten wir verzagen. Erbarm dich 7. Ullmächtig rief Er, der ent- unser, o Jesu! schlief, Den Todten; sie erstanden. Erbarm dich unser, o Jesu! Leicht entschwingt der Lebens- Gib uns deinen Frieden, o fürst Sich des Todes Banden. Jeſu! In eigener Melodie. Osterlieder. Von der Auferstehung Jesu. dahin gegeben; Nun ist er auf85.* Chrift lag in Todes erstanden, hat uns gebracht das banden, Für uns Leben. Deß wir sollen fröhlich D seyn, 50 Osterlieder. seyn, Gott loben, und ihm dank- 7. Wir essen nun, und lebe bar seyn, Und singen Halleluja, wohl, Zu seinem Tisch gelader Halleluja! Der alte Sauerteig nicht fo 2. Den Tod niemand bezwin- Seyn bei dem Wort der Gn gen konnt'; Denn alle Men- den. Christus will die Spei schenkinder, Wovon er keines je seyn, Und speisen unsre See verschont, Sind alle, alle Sün- allein. Dies ist des Glauben der. Darum kam der Tod so Leben. Halleluja! bald, Und nahm und hielt uns In eigener Melodie.com mit Gewalt In ſeinem Reich 86. Chriſtus ist erstande gefangen. Halleluja! * Von der Marter all 3. Doch Jesus Christus, Got Deß soll'n wir alle froh seyt tes Sohn, An unsrer Statt ge- Christus will unser Trost sey kommen, hat nun getilgt der Halleluja! Sünden Lohn, Und so dem Tod 2. Wär' er nicht erstander genommen All sein Recht und die So wär die Welt verganger Gewalt. Da bleibt nun nichts, Nun, da er erstanden ist, Lob als Tod's Gestalt; Sein Sta- wir den Herrn Jesum Chrif chel ist verloren. Halleluja! Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher 3. Halleluja! Halleluja! Hal Krieg, Uls Tod und Leben run- leluja! Deß soll'n wir alle fro gen; Dem Leben blieb zuletzt der seyn, Christus will unser Trof Sieg, Es hat den Tod verschlun- seyn. Halleluja! gen. Längst verkündigt dies die M. Wachet auf, ruft uns. Schrift: Ein Tod ward hier 87. Halleluja! jauchzt, is des andern Gift; Ein Spott ist er geworden. Halleluja! Singt Christo Preis und Ehre! Wi 5. Hier ist das rechte Oster- groß, wie herrlich ist sein Tag lamm, Das unsre Schuld ge- Er, der Held ist von den Ban tragen. Das ließ sich an des den Des Todes frei, und auf Kreuzes Stamm Uus heißer Lie- erstanden, Er, der für uns in be schlagen. Sein Blut zeichnet Grabe lag. Sein ist Gewal unsre Thür; Das hält der Glaub' und Macht! Preis ihm! er hat dem Tode für; Der Würger geht vollbracht, Halleluja! Er hat vorüber. Halleluja! vollbracht, Er, der die Macht Del Todes und des Grabes hat. 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud' und Won- 2. Glorreich hat der Hell ne, Das uns der Herr erscheigerungen; Hat mächtig Gra nen läßt; Er selber ist die Sonne, und Tod bezwungen, Von ihren Der durch seiner Gnade Glanz Schrecken uns befreit. Wir von Erleuchtet unsre Herzen ganz; Gott gewichne Sünder Sind Die Nacht ist nun vergangen. nun mit ihm versöhnte Kinder, Halleluja! Und Erben seiner Seligkeit Bald Osterlieder. 51 Bald, bald entschlafen wir, Olbig an! Werft euch mit mir Welterlöser, dir, Ruh'n in Frie- vor ihm nieder, Die er errettet, den Die kurze Nacht, Bis deine meine Brüder, Und rühmts, was Macht Das Licht des ew'gen er an uns gethan! Glaubts alle, Tages ruft. sein Gebot Ist uns Befehl von 3. Unsern Staub mag Staub Gott. Christi Glieder, Euch sein bedecken, Du wirst ihn herrlich zu freun, Dringt mit ihm ein auferwecken, Der du des Stau- Ins Allerheiligste vor Gott! bes Schöpfer bist. Du wirst 7. Wenn wir unsern Cod unvergänglich Leben Und Kraft einst schmecken, Wo sind dann und Herrlichkeit ihm geben, Dem alle seine Schrecken? Wo bleibt Staube, der dir theuer ist. Wir sein Stachel? Was ist er? Je= werden ewig dein, Gerecht und sus lebt, und unsre Glieder Beselig seyn. Halleluja! Tod und Ge- lebt des Siegers Allmacht wiericht erschrickt uns nicht; Denn der; Auch unsre Gräber werden Jesus, unser Mittler, lebt. leer. Sein Eigenthum sind wir; 4. Ja, er lebt uns zu er- Die Seinen läßt er hier Nicht freuen, Und alles, alles zu zer im Staube. Er kommt und streuen, Was uns des Lebens ruft: Verlaßt die Gruft! Steht Frieden raubt. Groß ist seines auf, Entschlafne, folget mir! Namens Ehre, Und ewig gültig 8. Tag des Lebens, Tag der seine Lehre, Und ewig selig, wer Wonne! Wie wird uns seyn, ihm glaubt. Wir gehn an seiner wenn Gottes Sonne Durch un= Hand Auch durch das Thränen- sers Grabes Dunkel bricht! land Nur zum Himmel, Und was werden wir empfinden, dort erhebt Er, der da lebt, Uns Wenn Nacht und Finsterniß verüber Schmerz und Tod und Grab. schwinden, Und uns umstrahlt, des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, kommen? Dir, du Er- Uns die Deinen! Die Todesretter deiner Frommen, Dir sollt bahn Giengst du voran; Wir ich nicht mein Loblied weihn? folgen dir in deine Ruh. 5. Collt' ich nicht mit Danken Du hast bis zum Tod gekämpfet, Und sterbend meinen Feind geM. Sollt' ich meinen Gott nicht. ( mit Beglassung der dritten u. vierten Zeile.) dämpfet: Dein Sieg, o Friedens- 88. Preis dem Todesüberfürst, ist er starb Dank sey dir! Du halfft vom Tode auf Golgatha! Preis dem Ret= mir, Ueberwinder! Mein Lob- ter aller Sünder! Was er uns gesang, Mein heißer Dank Er- verhieß, geschah. Sieh, er starb hebt sich ewig, Gott, zu dir! auf Golgatha! Singt, des neuen 6. Jhn, den Todesüberwin- Bundes Kinder! Der sich uns der, Ihn, euern Heiland, o ihr zum Volk erkor, Eilet aus dem Sünder, Ihn betet froh und gläu- Grab empor. 2 2. Last 52 Osterlieder. 2. Laßt des Dankes Harfeldu, der Sünder Heil, Ganz an klingen, Daß das Herz vor deinem Leben Theil! Freuden bebt'! Laßt uns, laßt 7. Jetzt, da ich an dich nur uns mächtig fingen, Dem der glaube, Seh ich dunkel und von starb und ewig lebt, Daß das fern, Sch, ein Wandrer noch im Herz vor Freuden bebt! Preis Staube, Dich, die Herrlichkeit und Ehre laßt uns bringen Dem, des Herrn! Dich die Herrlich der starb und ewig lebt, Dem, keit des Herrn! Dennoch, wenn der starb und ewig lebt. ich innig glaube, Wenn ich dürste, 3. Du, der uns nun nicht strömt mir Ruh Deines Tods verdammet, Wie erhebt dein Lob und Lebens zu. dem Geist! Durch die Ewigkeit 8. Gerne will ich hier noch entflammet, Rühmt er, denkt wallen, Herr, so lange du es er, jauchzt, entreißt Dieser Welt willst; Knieen will ich, nieder sich; denn er preist Dich, der fallen, Flehn, bis du dich mit ihn nun nicht verdammet, Weil enthüllst, Und mein Herz mit du starbst und auferstandft, Gott Kraft erfüllst, Dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, mensch, weil du überwandst! wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! 4. Da in Morgendämmerungen Noch verhüllt, die Erde 9. Da hinauf die Engel wall schwieg; Da zu tiefern Unbeten, Und vom mächtigen Gesang tungen Gottes Engel niederstieg, gauter ihre Harfen schallten, Da Aber jetzt noch bebend schwieg; ihr Lob zum Throne drang, Day Da erstandest du, schnell sungen davon der Thron erklang, Daß Uller Himmel Chöre dir, To- die Himmel wiederhallten; Da, desüberwinder, dir! da hattest du's vollbracht; Da 5. Bei den Todten ihn zu warst du vom Tod erwacht. finden, Ging sie hin, wo Chri- 10. Singt dem Herrn, fingt stus schlief; Uch, was mußte sie ihm nun Psalmen! Jeſus Chri empfinden, Als er sanft: Mastus hat gesiegt. Streut dem ria! rief; Und als sie: Rabbuni! Ueberwinder Palmen, Die ihr rief. Herr, einst werd auch ich bang und weinend schwiegt, Als dich finden, Wo dein Gott ist er starb. Er hat gesiegt. Zu und mein Gott, Ruft mich nun der Himmel höhern Psalmen, 3u zu dir der Tod. der Ueberwinder Chor Steig, 0 6. Wenn ich aus dem Grabe Lied des Lamms, empor! gehe, Wenn mein Staub Ver- 11. Ueberwunden, überwun klärung ist; Wenn ich, Herr, den Hat der Herr der Herrlich dein Antlitz sehe, Dich, mein keit! Sieh, er schlummerte nur Mittler, Jesu Christ, Dich, Ver- Stunden In des Grabes Dun klärter, wie du bist; dann, kelheit, Und da überwand er wann ich auferstehe, Hab ich, weit, Und da glänzten seine Wunden, Ofterlieder. 53 Wunden, Bluteten, Halleluja! 3. Uns vom Tode zu befreien, Nun nicht mehr auf Golgatha! Sank er in des Grabes Nacht; 12. Hügel um den Todten Uns zum Leben einzuweihen, Gottes, Warum zittert ihr, zu Steht er auf durch Gottes Macht. fliehn? Felsen um den Todten Tod, durch ihn bist du bezwunGottes, Warum bebet ihr um gen, Deine Schrecken sind geihn? Warum stürzt ihr donnernd dämpft, Deine Herrschaft ist behin? Hüter um den Todten Got- kämpft, Und das Leben uns er= tes, Warum sankt ihr, als ihr rungen. Jauchzt, ihr, die man floht? Warum sankt ihr hin, einst begräbt! Jauchzt dem Höchsten! Sesus lebt! wie todt? 13. Diesen deinen ersten Zeugen 4. Aus dem Grab uns zu erFolgten andre Zeugen nach. Konn- heben, Ging er zu dem Vater hin. ten deine Boten schweigen, Da Laßt uns ihm zur Ehre leben; der Feinde Fluch und Schmach, Dann ist Sterben uns Gewinn! Da der Felsen Donner sprach? Haltet unter Luft und Leiden Nichts vermochte sie zu beugen; Im Gedächtniß Jesum Chrift, Nichts der Boten Heldenmuth. Der vom Tod erstanden ist! Starben sie, so sprach ihr Blut. Unvergänglich sind die Freuden Deß, der nach dem Himmel strebt. Preift den Höchsten! Jesus lebt! M. Sollt ich meinem Gott. 89. Auferstanden, auferstan- 5. Freut euch seiner, Gottes den Ist der Herr, der Kinder! Er sey euer Lobgefang! uns versöhnt! O wie hat nach Bringt dem Todesüberwinder Schmerz und Schanden Gott mit Ewig Ehre, Preis und Dank! Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Rühmt's in der Versuchung Vaters Rechten, Ueber Schmach Stunden, Wenn euch Sünd' und Tod erhöht, Herrscht er nun und Elend droht, Rühmt's in in Majestät. Freut euch seiner, eurer Todesnoth: Unser Herr ihr Gerechten! Und ihr, seine hat überwunden! Wenn der Feinde bebt! Halleluja! Jesus Sünder zagt, so hebt Euer Haupt auf! Jesus lebt! lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, Er, der starb auf M. Sesu meine Freude. Golgatha. Rühmt es, rühmts in 90.* Freut euch, Gottes KinWas sein Wort der, verhieß, geschah. Wer, wer kann der, Jesus hat gesiegt! Satan ihm widerstreben? Mächtig ist gefangen, Daß der Kopf der bringt der Held empor, Im Schlangen Nun im Staube liegt. Triumph bricht er hervor, Und Sefus Chrift hat ihre List Durch des Abgrunds Pforten beben, sein göttlich Wort gedämpfet, Da ihr Sieger fich erhebt. Heil Und für mich gekämpfet. uns allen! Jesus lebt! 2. Was kann mich anfechten Weil 54 Ofterlieder. Weil mir steht zur Rechten Ein gebenedeit Von nun an bis in so großer Gott? Laß sich schreck- Ewigkeit! lich rüsten, Wider mich sich brü- 5. Glaube, der das Herz O sten Kummer, Noth und Tod! erhöht, Was ist der Erde MaEinst zerfällt die ganze Welt; jestät, Wenn sie mein Geist mit Ehre, Reichthum, Lust der Sün- der vergleicht, Die ich durch den Müssen dann verschwinden. Gottes Sohn erreicht? 3. Mag der Satan stürmen, 6. Vor seinem Thron, in sei: Mich wird wohl beschirmen Mein nem Reich, Unsterblich, heilig, Immanuel! Mag die Welt nur Engeln gleich, Und ewig, ewig lügen, Durch ihn will ich siegen selig seyn- welche HerrlichUeber ihr Gebell. Er wird mir keit ist mein! wohl für und für,-Trok sey 7. Mein Herz erliegt froh unter Großen ihr, Und Freud' und Staunen kämpft in mir; Voll Ehrfurcht, Gott, auf mein Angesicht! Dank und Zuversicht Fall ich, allen ihren Tücken! Schuß zuschicken. 4. Und wenn meine Glieder Sich nun senken nieder In die Todesnacht, Wird mich Gott be= hüten; Dann wird er gebieten Seiner Engel Wacht, Das Geleit zur Ewigkeit, Und zum rechten Freudenleben Sicher mir zugeben. 8. Du, der du in dem Himmel du wohnst! Und du erfüllst einst thronst, Ich soll da wohnen, wo mein Vertraun, Dich in der - Herrlichkeit zu ſchaun! 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, Einst in den Wolken kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn, Und rein zu deiner Rechten stehn! M. Vom Himmel hoch, da. 91. Erinnre, dich, mein Geift, erfreut Des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt im Ge dächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist! 10. Mit Engeln und mit Se raphim, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen 2. Fühl' alle Dankbarkeit für aller Zeit Soll ich mich freun ihn, als ob er heute dir erschien', in Ewigkeit! 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm Erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, 3. Schau' über dich, und bet' Gottes Sohn, Sind wir auch ihn an! Er weist den Sternen auferstanden schon. ihre Bahn; Er lebt, und herrscht, 12. Nie komm es mir aus mei: mit Gott vereint, Und ist dein nem Sinn, Was ich, mein Heil, König und dein Freund. dir schuldig bin; Damit ich mich, 4. Macht, Ruhm und Hoheit in Liebe treu, 3u deinem Bilde immerdar Dem, der da ist, und stets erneu. der da war! Sein Name sey 13. Er ists, der alles in uns schafft, Als spräch er: Friede sey mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir! Osterlieder. 55 dir bebe. schafft, Sein ist das Reich, sein Sieger seh, Nicht angstvoll vor ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist! M. Allein Gott in der Höh. 6. Wo du, Herr, bist, soll auch dein Freund, Mit Herrlichkeit umgeben, Und ewiglich mit dir vereint, Wie du verheißest, leben. Laß dieses Glück mein Erbtheil dem Heiland dar! Froh- seyn, So werd ich dein mich ewig lockt ihm alle Frommen! Er, der freun, Du Todesüberwinder! 92. Bringt Preis und Ruhm für uns getödtet war Ist aller M. Erschienen ist der herrlich. Angst entnommen. Sey hochge= lobt, Herr Jeſu Christ, Daß du 93. Der Auferstehung Tag für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden! erschien; Frohlockt, ihr Christen, feiert ihn! Er, der 2. Dein Leben in der Majestät des Todes Opfer war, Erstand Befestigt unsern Glauben. Wer und lebt nun immerdar. Gelobt kann, da dich dein Gott erhöht, sey Gott! 2. Ihn hielt der Tod, den er Den großen Trost uns rauben, Daß du uns von der Sünde bezwang, Im Grabe nur drei Macht Befreiung hast ans Licht Tage lang; Der Fels zerriß, die gebracht, Den Himmel uns ge- Hüter flohn; Denn nun erwachte öffnet? Gottes Sohn. Gelobt sey Gott! 3. Vergangen ist der Sünde 3. Gott selbst, der dich dem Nacht, Licht, Heil und Leben wie: Grab entrückt, Hat deinen theu berbracht; Denn er, der unser ren Lehren Der Wahrheit Siegel Heil erstritt, Bringt uns den aufgedrückt, Dich seinen Sohn zufrieden Gottes mit. Gelobt sey ehren; Ja seines Todes hohen Gott! Werth Hat er aufs Herrlichste erklärt, Da er dich auferwecket. 4. Wohl mir, es finke nun ins Grab Früh oder spät mein 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Leib hinab! Da ist sein Sabbath, Mein ist dein Sieg und Leben. er erwacht mit neuer Kraft durch Du lebst und herrschest, um auch Jesu Macht. Gelobt sey Gott! mir Dein ew'ges Heil zu geben; 5. Uns Kreuz ließ Jesus öffentUm meiner Seele Trost zu seyn, lich Vor allen Völkern tödten sich; Zur Tugend Kraft mir zu ver- Doch sahn des Siegers Ungesicht leihn, Und mich zu Gott zu führen. Die Jünger nur, die Feinde nicht. 5. So laß mich, weil ich hier Gelobt sey Gott! noch bin, Stets christlich vor dir 6. Sein Reich ist nicht von wandeln, Und jederzeit nach dei- dieser Welt; Denn er ist höher, nem Sinn Rechtschaffen seyn und als die Welt. Und höher ist die handeln; Daß ich, wenn ich nun Seligkeit, Die er zu hoffen mir aufersteh, Und dich, des Todes gebeut. Gelobt sey Gott! 7. Spier. 56 Ofterlieder. 7. Hier wird nur dunkel offen- Dank ihm erfreut, Christenbart, Was uns durch ihn erstrit- heit! Sein Leben ist dir Seligkeit. ten ward; Es naht ein großer 2. Unser Herz darf nun nicht Tag heran, Da schaun wir ganz, wanken; Die bangen, zweifeln. was er gewann. Gelobt sey Gott! den Gedanken Besiegt des Glau: 8. Wir werden sehn, wie jeder bens Zuversicht. Wie ein Fels Feind Gestürzt liegt; und mit dir des Herrn im Meere, Steht un vereint, Uns freuen deiner Herr- erschüttert Jesu Lehre, Verbreitet lichkeit, Wie deiner sich der Engel um sich Trost und Licht. Der freut. Gelobt sey Gott! Himmel Bau zerfällt, Die Herr 9. Lebt Christus, was bin ich lichkeit der Welt Wird verschwin. betrübt? Ich weiß, daß er mich den; Doch immerfort Steht Jefu herzlich liebt; Und wenn mich alle Wort, Bleibt Troft und Heil Welt verläßt, Halt ich doch mei- in Ewigkeit. nen Jesum feft. Gelobt sey Gott! 3. Bir auch werden ewig 10. Mit Gnade hat er mich bleiben, Mag doch des Körpers gekrönt, Mit seinem Vater mich Staub zerstäuben. Verzehre, versöhnt; Mein banges Herz, er- Moder, mein Gebein! Jesus lebt, muntre dich, Gott und sein Him- und meine Glieder Belebt einst mel liebt auch mich! Gelobt sey seine Ullmacht wieder; Wie er, Gott! werd ich unsterblich seyn. In 11. Froh geht nun aus dem der Verwesung Grab Dringt dunkeln Land, Weil Jesus Chri- dann sein Ruf hinab; Und ich stus überwand, 3um Himmel lebe, Und werde sein Mich ewig hin, wer an ihn glaubt; Denn freun. Gott! Welche Wonne er ist seiner Brüder Haupt. Ge- ist dann mein! lobt sey Gott! 12. Wir sind besprenget durch In voriger Melodie. ſein Blut, Gefichert vor der Feinde 95 eiern laßt uns dieſe Wuth. Nur frisch gewagt des Stunden! Denn Glaubens Streit, Die Krone ist Herr hat überwunden. Wie se uns schon bereit! Gelobt sey Gott! lig ist, wer ihn bekennt! Chri M. Wachet auf, ruft uns. stus hat den Tod bezwungen, Nun sey ihm Lob und Dank 94. Ebre, Lob und Preis und gesungen; Nun jauchze, wer Stärke Sey dem Voll- nach ihm sich nennt! Er stieg ender seiner Werke, Dem Todes- zur Gruft hinab, Und er verüberwinder Dank! Singet ihm ließ das Grab, Groß und herrmit frohem Schalle, Ihr, seine lich. Sein ist das Reich! O Himmel, fingt ihm alle! Der freuet euch! Der Wahrheit Macht ganze Erdkreis sey Gesang! Ihm, behält den Sieg. der vom Tod erstand, Ihm, der 2. Dankbar laßt uns sein ge einst überwand, Preis und Ehre! denken! Mit ihm will Gott uns alles Osterlieder. 57 alles schenken; Gestürzt ist selbst Siegs gewiß, Den Gott verdes Todes Macht. Hört's! Un- hieß; Der Tod hat keine Macht sterblichkeit und Leben Hat Je- an mir. sus Christus uns gegeben, Und 6. Feierlich sind diese Stun Seligkeit ans Licht gebracht. den! Für uns hat Jesus überDes Grabes Nacht ist hin; Der wunden; Auch unser ist UnsterbTod ist uns Gewinn. Wir sind lichkeit! Furcht ist nicht im ChriChristen. Wir beben nicht: Im stenglauben. Wer kann der HoffTode bricht Des neuen Lebens nung uns berauben, Wenn wir Morgen an. nur thun, was Gott gebeut? 3. Nur der Sünder muß er- Wir fürchten nicht den Tod, zittern; Er hört den Tod selbst nicht dein Gericht, o Gott! Je in Gewittern, Und schon wird sus lebet! O jauchzt ihm Dank, seine Wange bleich. Ich er- Der für uns rang! Ihr Chriwarte Heil und Leben; Der Gott, sten, jauchzt, und fürchtet nichts! der mir sein Licht gegeben, Hat auch ein unsichtbares Reich. M. Herr Jesu Christ, wahrer. Verkündigt hats sein Sohn; Auf 96. Wenn meine Seele zweiErden ist er schon Unter Fromfelnd bebt, Ob fie men, Und Seligkeit Ist dem be- dereinst auch ewig lebt; Dann reit, Der treu in Gottes Reiche reich' dem Bebenden die Hand, lebt. Du, der vom Tode auferstand! 4. Du, mein Glaube, lehrst 2. Wenn bänger meinem Hermich siegen; Vor dir muß alle zen ist, Ob du von Gott gesenFurcht erliegen, Du Glaube der det bist; Dann bürge mir dein Unsterblichkeit! Drücken mich des leeres Grab, Daß Gott dich Lebens Leiden; Wie langeliebte, der dich gab! währts? des Himmels Freuden 3. Wenn Zweifel meinen GlauEmpfangen mich nach kurzer ben trübt, Ob Gott mir SünZeit. Klag' ich um einen Freund? der auch vergiebt; Dann AufMit ihm werd ich vereint Ewig erstandner, bring' ein Blick Auf leben. Wen diese Welt Gefes- deinen Sieg mir Ruh zurück! selt hält, Nur der vergißt des hohen Ziels. M. Jesus meine Zuversicht. 5. Daß ich einst vor Gott 97. Gefus lebt! mit ihm auch nicht zage, jeder Leich! wo nun benstage Mit edeln Werken aus deine Schrecken? Er, er lebt, geschmückt! Besser, frömmer nur und wird auch mich Von den zu werden, Das ist es, was Todten auferwecken. Er verschon hier auf Erden Mich nä- klärt mich in sein Licht; Dies her hin zum Ziele rückt. So ist meine Zuversicht. leb ich in der Zeit Schon für 2. Jesus lebt! ihm ist das die Ewigkeit, Und ich sterbe Des Reich Ueber alle Welt gegeben; Mit 58 Ofterlieder. Mit ihm werd auch ich zugleich schon Vom Tod auch aufersteEwig herrschen, ewig leben. Gott hen. Der lebt nicht, den die erfüllt, was er verspricht; Dies Lust der Welt Und ihre Pracht ist meine Zuversicht. gefesselt hält. Nach Gott und 3. Jesus lebt! wer nun ver- Tugend streben, Nur das heißt zagt, Der verkleinert Gottes wirklich leben. Ehre. Gnade hat er zugesagt, 3.» Ich geh zum Vater in Daß der Sünder sich bekehre. das Reich, Er hats auch euch Gott verstößt in Christo nicht; beschieden,« Sprach Jesus,» und Dies ist meine Zuversicht. ich lasse euch, Ich geb euch mei4. Jesus lebt! sein Heil ist nen Frieden. Nicht geb ich wie mein; Sein sey auch mein gan die Welt ihn giebt. Daran, daß zes Leben! Reines Herzens will ihr einander liebt, Daran will ich seyn, Und den Lüsten wider- ich erkennen, Ob ihr send mein streben. Er verläßt den Schwa= chen nicht; Dies ist meine 3uversicht. zu nennen.<< 4. So sprach der Herr; ihr 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, lands Liebe! Denkt, daß, wer Christen, denkt Un eures HeiNichts soll mich von Jesu schei= den; Keine Macht der Finsterseinen Nächsten kränkt, Auch Jeniß, Keine Herrlichkeit, kein Lei- fum selbst betrübe. Dient unden. Er giebt Kraft zu dieser serm Herrn in jedem Stand. Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. Die Zwietracht sey von euch verbannt! Vergebt in diesem Leben; 6. Jesus lebt! nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. So wird euch Gott vergeben. Welchen Trost in Todesnoth 5. Du auferstandner MenWird er meiner Seele geben, schenfreund, Erweck in mir die Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Triebe, Durch die man sich mit Herr, Herr, meine Zuversicht!! dir vereint, Den Glauben und die Liebe. Laß mich, o Herr, dein eigen seyn, Und mich mit Ernst die Sünde scheun. Gieb du mir Muth und Kräfte Zum Heiligungsgeschäfte. M. Ermuntre dich, mein. 98. Das Grab ist leer, und Gottes Sohn Verläßt der Todten Grüfte, Und seiner Kirche Jubelton Dringt freudig 6. So kann ich als ein wahdurch die Lüfte. Du, den der rer Christ Dir leben und dir Engel Loblied preist, Entreiße, sterben, Und einst im Himmel, Heiland, meinen Geist Den Lü- wo du bist, Herr, deine Freusten dieser Erde, Daß er dir den erben. Dazu, mein Hei heilig werde! land, hilf du mir; So bring' 2. Doch, soll ich einst, o Got- ich, ewig froh in dir, Mit der tes Sohn, In deinem Reich dich verklärten Menge Dir Lob- und sehen; So muß ich auf der Erde Dankgesänge. 99. Osterlieder. 59 m. Es ist gewißlich an der Zeit. freun, Und haben Fried' und 99. Bekenner Christi, werde Gnade. rein Von jeder Lieb- 6. Sie dienen Jesu Tag und lingssünde! Ganz mußt du Got- Nacht, Bis sie mit allen Fromtes Tempel seyn, Den er stets men, Bewahrt durch seiner heilig finde. Du bist noch fern Gnade Macht, Zu seinem Reiche vom Himmelreich, So lang sie kommen. Da ist nach ihrer wie ein Sauerteig Dein Gutes Pilgerzeit Das Freudenmahl der auch versäuert. Seligkeit Vor Gott für sie bereitet. 2. Der Herr ist heilig, und will nicht Ins Herz des Sünders kommen; Verbirgt vor ihm M. Lobt Gott, ihr Christen. ſein Ungesicht, und wohnt nur 100.ch fag es jedem, daß in den Frommen. Er will euch er lebt, Und auferreinigen, so laßt Euch reinigen, standen ist; Daß er in unsrer verabscheut, haßt, Und flieht, Mitte schwebt, und ewig bei uns ist. was er verdammet. 3. Vor ihm sind keine Lafter Versant des Todes Graun. In 2. Hinunter in das tiefe Meer klein, Wie klein fie immer schei- feine Zukunft kann nunmehr Ein nen. Nur die, die alle Sünden scheu'n, Die nähern sich dem jeder fröhlich schaun. Reinen: Sie danken ihm es betrat, Geht in den Himmel aus; 3. Der dunkle Weg, den er durch die That, Daß sie sein und wer nur hört auf seinen Blut entfündigt hat, Damit sie Rath, Kommt in des Vaters heilig werden. Haus. 4. Wer von dem guten Wege 4. Nun weine feiner mehr weicht, Wie viel kann der ver- allhie, Wenn Eins die Augen lieren! Ein kleiner Fehltritt kann schließt! Vom Wiedersehn, ſpät uns leicht zu großen Lastern oder früh, Wird dieser Schmerz führen. Und wer nur eine Sünde verfüßt. liebt, Und ihren Lüften sich ergiebt, Der ist vor Gott ein Greuel. 5. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frischer glühn; 5. Wohl aber denen, die voll Denn herrlich wird ihm diese Schmerz, Auch Fehler gern be- Saat In schönern Fluren blühn. reuen, und ihrem Gott ihr gan- 6. Er lebt, und wird nun zes Herz, Ihr ganzes Leben wei- bei uns seyn, Wenn alles uns hen! Sie dürfen, von der Sünde verläßt. Und so soll dieser Tag rein, Sich ihres Osterlammes uns seyn Des ewgen Lebens Fest! Himmel 60 Himmelfahrtslieder. Von der Auffahrt Jesu. M. Christus ist erstanden. besiegt' er ihr Verderben, Und 101.* Chriftus fuhr gen seine Lieb' ermüdet nie. Ein un Himmel; Was vergängliches Glück den Mensandt' er uns hernieder? Denschen zu erwerben, So heiligt' Tröster, den heil'gen Geist Zum er sich selbst für sie. Trost aller Christenheit. Halleluja! 5. Jauchzt, ihr Gerechten, dem 2. Wär' er nicht hingangen, Herrn, und preiset seinen Na Der Tröster wär' nicht kommen. men! Ihm danken, das ist unsre Seit daß er hingangen ist Ha- Pflicht. Wir sind glückselig in ben wir den Geist durch Christ. ibm; sein Wort ist Ja und Umen; Halleluja! Und Gott ist unsre Zuversicht. 6. Preist, ihr Erlösten, den Herrn, und rühmt ihn all' ihr 3. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Deß soll'n wir alle froh seyn; Christus will unser Trost Frommen! Er fährt gen Him seyn. Halleluja! mel als ein Held! In Wolken fährt er hinauf; so wird er wie derkommen, Ein Herr und RichIn eigener Melodie. 102. auchzt, ihr Erlösten, ter aller Welt. dem Herrn! Er hat 7. Dies ist des Gläubigen sein Werk vollendet; Deß müsse Trost, verklärt ihn einst zu schausich der Erdkreis freun! Er fährt en, Und seiner Liebe sich zu freu'n. verkläret hinauf zu dem, der ihn Dies ist des Gläubigen Pflicht, gesendet, Und nimmt die Him- ihm ewig zu vertrauen, Und sich mel wieder ein. durch Tugend ihm zu weih'n. 2. Der Herr, nachdem er das 8. Wer des Erlösers sich schämt, Heil und unvergänglich Leben deß wird auch er sich schämen, Auf Erden an das Licht gebracht, Den wieder ehren, der ihn ehrt. Den Weg zu Gott uns gelehrt, Laß uns das Leben von dir, und sich selbst für uns gegeben, Fährt ew'ge Wonne nehmen, Herr, auf zur Rechten seiner Macht. dessen Herrschaft ewig währt! 3. Sein, fein ist alle Gewalt 9. Du bist der Frrenden Licht, im Himmel und auf Erden, Und du weisest mich zurechte, Und uns hat er das Heil verdient. leitest mich nach deinem Rath; Wer sein Wort glaubet und hält, Machst aus dem Knechte der soll nicht verloren werden; Er hat Welt mich, Herr, zu deinem die Welt mit Gott versöhnt. Knechte, Und tilgest meine Mis 4. Hoch über alle Vernunft sethat. 10. Was Himmelfahrtslieder. 61 10. Was ist die Hoheit der jestät, Dazu dich Gott, dein Welt? Sie rührt den Christen Gott erhöht. wenig; Du kleideft ihn mit Ruhm 7. Wohl nun auch uns! Denn und Pracht. Was ist die Hoheit Herr, bei dir Steht Kraft und der Welt? Zum Priester und zum Macht; und dein sind wir. Nimmst König Bin ich durch dich vor du dich unser hülfreich an, Was Gott gemacht. ist, das uns gebrechen kann? 11. Dank sey dem Heiland 8. In deiner Hand ist unser der Welt! Er hat sein Werk voll- Heil. Wer an dich glaubt, dem führet. Frohlock ihm Volk der giebst du Theil Um Segen, den Christenheit! Er sitzt zur Rechten du uns erwarbst, Da du für des Herrn, er lebet und regieret uns am Kreuze starbst. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit Bei dir zu seyn in Ewigkeit; Nach treu vollbrachtem 103. Auf, Christen, auf und Glaubenslauf Nimmst du uns freuet euch! Der in den Himmel auf. M. Vom Himmel hoch. Herr fährt auf zu seinem Reich. 10. zeuch uns immer mehr Er triumphirt; lobsinget ihm! zu dir! Hilf uns, mit eifrigster Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! Begier Nach dem nur trachten, 2. Sein Werk auf Erden ist was dort ist, Wo du, verklärter vollbracht; Zerstört hat er des Heiland, bist! Todes Macht; Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit Stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, Nur dir zu leben, dir zu trau'n, Bis wir dereinst dein Untlitz schau'n. 12. Dann werden wir uns 3. Weit, über alle Himmel weit Geht seine Macht und Herr lichkeit; Thm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit ewig dein, Du größter Menschenfreund erfreu'n; Dann singen wir im Heiligthum! von deinem Ruhm Ein neues Lied lauter Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt; Er herrscht mit Macht und Gnad', als Held. Er herrscht, bis unter seinen Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. u erhebst dich him104. Du melan Nach Vollen5. Beschirmer seiner Christen- dung deiner Leiden, Gehst die beit ft er in alle Ewigkeit. fternenvolle Bahn, Zum Genusse Er ist ihr Haupt; Lobsinget ihm! ewger Freuden; Du, der uns Lobsinget ihm mit froher Stimm'! mit Gott versöhnt, Herrlich ward 6. Ja, Heiland, wir erheben dein Werk gekrönt. dich; Und unsre Herzen freuen 3. Auch für mich, für mich haft sich Der Herrlichkeit und Ma- du Eine Stätte dort bereitet In den M. Jesus, meine Zuversicht. 62 Himmelfahrtslieder. den Wohnungen der Ruh, Wo-| Kam über sie dein guter Geist! hin deine Hand mich leitet. Gib, Er ist's der auch uns im Leiden daß ich dir ewig treu, Und mein Mit Trost erfüllt, Und uns die Wandel himmlisch sey. Freuden, Den Lohn der Ewigkeit 3. Lenke meinen Blick dahin, verheißt. Er leitet uns die Bahn, Wo ich, frei von allen Mängeln, Auf der dich wandeln sah'n Selig und unsterblich bin, Und Deine Freunde. O folgen wir, geliebt von Gottes Engeln; Führe Erlöser, dir, So glänzt auch mich an deiner Hand Ins ver- uns die Kron' am Ziel. heißne Vaterland. 4. Uns die Stätte zu bereiten, 4. Welch ein herrlicher Gewinn Um die wir Pilger hier noch strei: Für die Kämpfe kurzer Leiden, ten, Gingst du voran ins Vater: Wenn ich ewig bei dir bin Im land. Herrlich wirst du wieder: Genusse deiner Freuden! Deine kommen, Und alle Weisen, alle Seligkeit wird mein, Herrlich Frommen Versammeln in dies meine Krone sein. Vaterland. Geweiht hast du uns Gott Und dir durch deinen Tod. Wo du lebest Und Gott mit dir, Da follen wir Uuch mit dir leben M. Wachet auf, ruft uns die. 105. Ueber aller Himmel Heere Erhobst du ewiglich. dich zum Thron der Ehre, Du 5. Welch ein Jubel wird es Stifter unsrer Seligkeit! Laute, werden, Wenn wir dich wieder freudenvolle Lieder Erschollen sehn auf Erden In aller Majestät durch die Himmel wieder, Und des Herrn! Dann wird unser priesen deine Herrlichkeit. Ernie Sehnen Wonne, Uns glänzt der drigt brachtest du Dein Erden- ew'gen Lebens Sonne; Wir leben zu, uns zum Segen. Nun schauen dich nicht mehr von fern. sehen wir empor zu dir; Wir Dann sehn wir hocherfreut Ganz staunen, jauchzen, beten an. deine Herrlichkeit, Welterlöser! 2. Deines Vaters Gnadenwil Dann führest du Der Wonn' uns len Auf Erden völlig zu erfüllen, zu, Die bei dir ist in Ewigkeit. Warst du gehorsam bis zum Tod. » Sibe, Sohn auf meinem Throne! M. Wenn mein Stündlein. Dir geb' ich meine Welt zum 106. Vollendet freudig euren Lohne Und meine Herrlichkeit,<< Lauf; Bleibt, Chri sprach Gott. Wie herrlich ist dein sten, Gott ergeben! Einst wedt Lohn, Erhöhter Gottessohn! O der Sohn die Todten auf, Und ihr Frommen! Durch Streit und führet sie zum Leben. Zum Him Schmach Folgt Treu ihm nach! mel schwang er sich hinauf; Im Gott, dem ihr dient, belohnt Himmel endet auch der Lauf Der als Gott. glaubenden Erlösten. 3. Deine trauernden Erlösten, Herr, zu stärken und zu trösten, 2. Der Fromme dringet durch das Grab, Um ewig dort zu le ben. Pfingstlieder. 63 ben. Was Gott auf Erden ihm 5. Wen keine Wollust, wen vergab, Bleibt ewig ihm verge- kein Geiz, Kein eitles Lob bethörte; ben. Ihm macht der Glaube, Wer wider aller Lüste Reiz Auf den die Welt, Verachtet, und für seinen Gott nur hörte; Wer Thorheit hält, Gerecht und ewig strebte, mäßig, keusch und rein, felig. Demüthig, sanft und mild zu 3. Die stillste That, dem Herrn seyn, Der wird dann Gottes Erbe. 6. Wer eines der Geringsten geweiht, Will Jesus offenbaren. Lob soll der wahren Frömmigkeit sich Erbarmte, was ihn drückte, Vor allen widerfahren. O welch Die Leidenden erquickte, Den Ihm tragen half, und brüderlich ein Ruhm, den sie gewinnt! fieht der Völkerrichter an, 2013 Selbst heilige Gedanken sind hätt' er dieses ihm gethan; VerGezählt, belohnt zu werden. gilts ihm überschwenglich. 4. Wer Leidenschaften über- 7. So glaubet denn, und übet wand, Um seines Gottes Willen, nur, Was Gott gefällt ihr BrüWie sehr sein Fleisch ihm wider- der! Denn, der für uns zum Himstand, Doch standhaft zu erfüllen; mel fuhr, Kommt zum Gerichte Wer standhaft blieb, obgleich der wieder. Wohl euch alsdann! Spott Der Welt ihn traf, den Dann führt er euch, Euch zu bewird sein Gott Als seinen Strei- lohnen in sein Reich Zu seines ter krönen. Himmels Wonne. Pfingstlieder. Von der Sendung des heiligen Geistes. M. Vom Himmel boch. Herz herab; mit andern Zungen 107. Anbetung fey dir, Gott, macht ihr Mund Die großen gebracht: Du hast Thaten Gottes kund. uns diesen Tag gemacht! Dich preise, wer durch Jesum Christ Erleuchtet und geheiligt ist. 4. Des Geistes voll gehn sie nun gern, Und sammeln Jünger ihrem Herrn; Vom Aufgang bis 2. Der Erdkreis lag in Nacht zum Niedergang Wird alles Licht verhüllt, Mir Wahn und Göhen- und Lobgesang. dienst erfüllt; Da kam von dei- 5. Umsonst bestürmt fie Grimm nem Ungesicht Dein Geist, mit und Spott; Sie fingen, stark ihm der Wahrheit Licht. durch dich, o Gott! Ihr Schutz 3. Er, den des Baters Gnad' ist Jesus und ihr Ruhm Sein uns gab, Kam in der Jünger theures Evangelium. 6. Und 64 Pfingstlieder. 6. Und ihrer Predigt froher 3. Du heil'ges Gut, du süßer Schall Erfüllt den Erdkreis über- Trost! Nun hilf uns fröhlich all; Es kennet deinen Sohn und und getroft In deinem Dienst be dich Das fernste Land, und ständig bleiben; Laß Trübsal uns freuet sich. von dir nicht treiben! Mach un 7. Noch dauert dieser Segen durch deine Kraft bereit, Und fort; Noch siegt, o Ewiger, dein stärk des Fleisches Blödigkeit Wort; Und daß wir glauben, Damit wir ritterlich hier ringen danken wir, Dem Glanze jenes Durch Tod und Leben zu di Lichts von dir. dringen. Halleluja! Halleluja! 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, Mach uns von Sünd' und Irrthum frei; Dein Geift 109. treib' uns zum Guten an, Und In voriger Melodie. Tag der uns des Rath Und leit uns stets auf ebner Bahn. Jesu Heil verkündet hat, Mit 9. Bis wir dereinst im hel- Inbrunst sey von allen Zungen tern Licht Von Ungesicht zu Un- 3u seinem Preis, o Tag, besun gesicht Dich schau'n, und in des gen! Die Erde lag in Nacht ver Himmels Höh'n, Durch dich hüllt, Mit Wahn und Götzen auch uns verherrlicht seh'n. dienst erfüllt; Da ward den die ten Finsternissen Nach lange Nacht die Welt entriffen. Gelobi In eigener Melodie. 108.* omm, heilger Geist, sey Gott! Gelobt sey Gott! o Herr und Gott! 2. Tag, der du heitrer un Erfüll mit deiner Gnaden Gut erscheinst, Uls jener, der mit Der Gläubigen Herz, Muth und Stürmen einst Den finstern Sina Sinnen. Dein brünst'ge Lieb' bedeckte, Und Israel durch Don entzünd' in ihnen. O Herr, durch ner schreckte! Der du ein Tagdeines Lichtes Glanz Zum Glau- des Segens bist, Sey uns will ben du versammelt hast Das kommen, sey gegrüßt! Wir jauch Volk der Welt von allen Zungen; zen dankbar dir entgegen; Fü Das sey dir, Herr, zu Lob ge- uns auch bist du reich an Se sungen! Halleluja! Halleluja! gen. Gelobt fey Gott! Gelob 2. Du heilges Licht, du edler sey Gott! Hort, Laß leuchten uns des Le- 3. Wie furchtbar hat mit Flud bens Wort, Und lehr' uns Gott und Tod Uns Sünder das Ge nur recht erkennen, Von Herzen set bedroht! Nun strahlt in de ihn auch Vater nennen. Herr, sto sanftrer Klarheit Uns Jess behüt' vor fremder Lehr', Daß wir Christi Gnad und Wahrheit nicht Meister suchen mehr, Denn Er, er hat unsern Schmerz ge Jefum Christ mit rechtem Glaus stillt, Vollkommen das Gesetz er ben, und ihm aus ganzer Macht füllt; Er ist zum Vater hinge vertraun. Halleluja! Halleluja! gangen, Für uns viel Gaben zu empfangen. Pfingstlieder. 6 empfangen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Gelobt fen Gelobt sey Gott! Gott! 4. Lobsinget ihm, er ward 8. Der Herr mit euch! Der erhöht Auf Gottes Chron, voll Herr mit euch! Ihr bauet ihm Majestät! Nun segnet gnädig sein neues Reich. Nun herrscht seine Jünger Der triumphirende der Herr auch unter Heiden, Und Vollbringer; Er tauft mit Feuer Völker dienen ihm mit Freuden. und mit Geist Die Schaar der Nun lernt die Welt, erhellt und Beugen, die ihn preis't. Sie ster: frei Vom Joche der Abgötterei, ben selbst für seine Lehre, Daß sich, Den längst vergeßnen Schöpfer die Welt zu Gott bekehre. Gelobt kennen, und ihn durch Christum sey Gott! Gelobt sey Gott! Vater nennen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 5. Ein Sturmwind macht dem Geiste Bahn, Und kündigt ihn 9. Und dieser Segen dauert den Jüngern an. Er kommt her fort. Gelobt sey Gott! Er gab ab, und bringt mehr Gaben, Als sein Wort Durch Schaaren von Menschen je empfangen haben. Evangelisten. Auf! rühme, danke, Gleich Bliten setzt er sich auf sie; Bolk der Christen! Dir sendet, Sie preisen Gott; so tönten nie wie sein Wort verheißt, Der Baz Die Heiligen, wie sie zusammen.jter seines Sohnes Geist; Und O himmlisch Lob! o Wunder- dessen milde Gnadengaben Sollst flammen! Gelobt sey Gott! Ge- du in reicher Fülle haben. Gelobt lobt sey Gott! fey Gott! Gelobt sey Gott! 6. O welch ein Wunder, welch ein Ruf! Der unsern Mund zur In eigener Melodie. Rede schuf, Der giebt Beredsam= 110.* Nun bitten wir den keit den Blöden, Und lehrt sie heilgen Geist Um fremde Sprachen reden! Ver- den rechten Glauben allermeist, folgten giebt er Freudigkeit, Ver- Daß er uns behüte an unserm zagten Unerschrockenheit! Erstau Ende, Wenn wir heimfahr'n aus nend sieht der Kreis der Erden Nun diesem Elende. Kyrie eleison! Fischer seine Lehrer werden! Ge- 2. Du werthes Licht, gieb uns lobt sey Gott! Gelobt sey Gott! deinen Schein, Lehr' uns Jesum 7. Gesandt von Jesu, gehn Christum erkennen allein, Daß sie gern, Und sammeln überall wir an ihm bleiben, dem treuen dem Herrn Selbst aus Verfol- Heiland, Der uns bracht hat zum gern neue Jünger. Dies wahr rechten Vaterland. Kyrie eleison! lich, dies ist Gottes Finger! Um 3. Du süße Lieb', schenk uns fonst bestürmt sie Grimm und deine Gunst, Laß uns empfins Spott; Sie siegen dennoch, stark den der Liebe Brunst, Daß wir durch Gott, Trotz alles Grim- uns von Herzen einander lieben, mes, trop des Spottes, Und Und in Fried' auf Einem Sinne wirken große Thaten Gottes. bleiben. Kyrie eleiſon! 4. Du 66 Pfingstlieder. 4. Du höchster Tröster in al- Durchs Gebet mich dann zu stär ler Noth, Hilf, daß wir nicht ken. Meine Seele suche dich! fürchten Schand' und Tod, Daß, Laß mich, laß mich mein Ver in uns die Sinne nicht verzagen, trau'n Nur auf meinen Heiland Wenn der Feind das Leben wird bau'n, Gnad' um Gnad' auf verklagen. Kyrie eleison! mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen! M. Werde munter, mein. 6. Steh in allen meinen Lei 111. Geist vom Vater und den Mir mit deinem Troste bei vom Sohne, Der Daß ich auch alsdann mit Freu du unser Tröster bist, Blick auf den Meinem Gott gehorsam sen uns von deinem Throne; Gieb Schenke mir Gelaffenheit; Wenn uns, was uns selig ist! Steh' ich sterbe, Freudigkeit. Laß mich mit deiner Kraft mir bei, Daß deinen Trost empfinden, Stand: ich Gott ergeben sey; Dann so haft seyn und überwinden. werd ich schon auf Erden Seines Ruhmes Tempel werden. 2. Laß auf jedem meiner We: 112.* 3hren, Sey mit M. Aus meines Herzens Grunde euch zu deinen ge Deine Weisheit mit mir seyn; Wenn ich bange Zweifel hege, ein werther Gast, Der du mic Deine Weisheit mich erfreu'n. dir erkoren, Mich neu geboren Lenke kräftig meinen Sinn Auf hast; O hochgelobter Geist Del die wahren Güter hin. Lehrst Vaters und des Sohnes, Mit du mich, was recht ist, wählen, beiden gleiches Thrones, Mit Werd' ich nie mein Heil verfehlen. beiden gleich gepreist! 3. Heilige des Herzenstriebe, 2. Zeuch ein, laß mich em Daß ich über alles treu Meinen pfinden, Und schmecken deine Gott und Vater liebe, Und mir Kraft, Die Kraft, die uns vom nichts so wichtig sey, Uls, in Sünden Hülf' und Errettung seiner Huld zu steh'n. Seinen schafft. Entsünd'ge meinen Sinn Namen zu erhöh'n; Seinen Wil- Daß ich mit reinem Geiste Did len zu vollbringen, Müsse mir ehr', und alles leiste, Was id durch dich gelingen! Gott schuldig bin. 4. Stärke mich, wenn zu der 3. Ich war ein wilder Re Sünde Mein Gemüth versuchet ben, Du hast mich gut gemacht: wird, Daß sie mich nicht über- Des rechten Weinstocks Leber winde. Hab ich irgend mich ver- Hast du in mich gebracht. In irrt, so rühre du mein Herz, mir hast du erstickt Der Lüste wilde Daß ich unter Reu' und Schmerz Fluthen, und mich mit allem Gu Mich vor Gott darüber beuge, Und ten Gesegnet und erquickt. den Sinn zur Beßrung neige. 4. Du salbst mit heil'gem Dele 5. Mangelt mir zu guten Wer- Wodurch geweihet ist Mein Leib ken Licht und Kraft, so reize mich, und meine Seele Dem Heilani Jefu Pfingstlieber. 67 Jesu Christ; Machst mich zum er und wir gedeihen; Schmück', Eigenthum Des Priesters und als mit einer Kron' Die Alten Propheten, Des Königs, der in mit Verstand, Mit Frömmigkeit Nöthen Mich schützt vom Hei- die Jugend, Mit Gottesfurcht ligthum. und Tugend Das Volk im gan5. Du bist ein Geist, der lehret, zen Land. Wie man recht beten soll; Mein 11. Erfülle die Gemüther Mit Beten wird erhöret, Bet' ich nur reiner Glaubenszier; Die Häuser glaubensvoll. Es steiget him und die Güter Mit Segen für melan, Und fleht um deine Gabe, jund für. Vertreib den bösen Bis der geholfen habe, Der allen Geist, Der dir sich widersetzet, helfen kann. Und das, was dich ergőhet, Uus unsern Herzen reißt. 6. Du bist ein Geist der Freuden. Und Trauern liebst du nicht; 12. Nicht unser ganzes Leben Du leuchtest uns im Leiden Mit Allzeit nach deinem Sinn; Und deines Trostes Licht; Ach, nimm sollen wir es geben Einst in den dich meiner an! Du hast in dei: Tod dahin, Wenns mit uns hier nem Worte Mir selbst die enge wird aus; So hilf uns fröhlich Pforte Des Lebens aufgethan. sterben, und nach dem Tod era erben Des ew'gen Lebens Haus. M. Wie schön leucht't uns der. 113.* heil'ger Geiſt, kehr bei uns ein Und laß 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Einigkeit; Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zankfucht, Neid und Streit. laß uns Feindschaft fliehn, Und Rach' und Zorn verdammen; Von uns deine Wohnung sein, deiner Liebe Flammen Laß alle komm, du Herzenssonne! Du Herzen glühn. Himmelslicht, laß deinen Schein 8. Du, Herr, haft selbst in Bei uns und in uns kräftig seyn Händen Die ganze weite Welt, 3u steter Freud' und Wonne; Kannst Menschenherzen wenden, Daß wir In dir, Recht zu leben Wie dir es wohlgefällt; Der du Uns bestreben Und mit Beten die Liebe bist, Verknüpf in allen Landen Mit sanfter Liebe Ban= den, Was noch getrennet ist. Oft deshalben vor dich treten. 2. Gieb Kraft und Nachdruck deinem Wort, Laß es wie Feuer 9. Erhebe dich, und steure Dem immerfort In unsern Herzen Herz'leid auf der Erd'; Bring brennen; Daß wir Gott Vater, wieder, und erneure Die Wohl seinen Sohn, Dich beider Geist fahrt deiner Heerd'. Laß blühn auf einem Thron Als wahren durch deine Hut Die Länder, die Gott bekennen. Bleibe, Treibe, verheerte, Die Kirchen, die zer- Und behüte, Das Gemüthe, Daß störte Der Krieg, die Feuersglut. wir gläuben, Und im Glauben 10. Beschirm die Polizeien, standhaft bleiben. Bau unsers Fürsten Thron, Daßl 3. Du Quell, aus der die 2 Weisheit 68 Pfingstlieder. Weisheit fließt, Die sich in fromme Wie eitel sey des Fleisches Lust Seelen gießt, Laß deinen Trost Wie nichtig Sündenwerke. Rühre uns hören. Laß uns in Glau- Führe, Unfre Sinnen Und Be benseinigkeit Uuch andre in der ginnen Von der Erden, Bi Christenheit Dein wahres Zeug wir Himmelserben werden! niß lehren. Höre, Lehre, Herz M. Nun sich der Tag geendet. und Sinnen zu gewinnen, Dich M. Nun sich der geendet. Tag zu preiſen, Gut's dem Nächsten 114. Nicht Gut der Zeit, d icht um ein flüchti zu erweisen. 4. Steh uns stets bei mit dei: fleh um deinen Geist, Gott, de nem Rath, Und führ uns selbst zu meiner Seligkeit Dein the den rechten Pfad, Weil wir den res Wort verheißt. Weg nicht wissen. Gieb uns Be. 2. Die Weisheit, die vom Him ständigkeit, daß wir Getreu dir mel stammt, O Bater, lehr' a bleiben für und für, Wenn wir mich; Die Weisheit, die da auch leiden müssen. Schaue, Herz entflammt 3ur Liebe g Baue, Was zerrissen, Was be- gen dich. flissen, Dir zu trauen, Und auf dich allein zu bauen. 3. Dich lieben, Gott, ist S ligkeit; Gern thun, was dir ge 5. Laß uns empfinden deine fällt, Wirkt edlere Zufriedenheit Kraft, Zum Kampf mit Welt Als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab' ich Vertraut und Leidenschaft Durch dich gestärket werden, Auf, daß wir zu dir; Dann schenket selbst deir unter deinem Schutz Begegnen Geist Das freudige Bewußtsey aller Feinde Trut, So lang wir mir, Daß du mir gnädig seyf 5. Er leite mich zur Wahrhei find auf Erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder hin, Zur Tugend stärk er mich Trost empfinden, Ulles Unglück Beweise, wenn ich traurig bin Auch mir als Tröster sich. überwinden. 6. Du Geist des Friedens, senke 6. Er schaff' in mir ein reine dich In unsre Herzen kräftiglich, Herz, Versiegle deine Huld, Un Und schenk uns deine Liebe, Daß er bewaffne mich im Schmer unser Sinn ergeben sey Dem Mit Muth und mit Geduld. Nächsten stets mit Lieb' und Treu', Sich standhaft darin übe. M. Jesu, meine Freude. Kein Neid, Kein Streit Dich 115.* Ursprung wahrer Fre betrübe; Reine Liebe Wolft den, Komm in mei du geben, Sanftmuth, Demuth nem Leiden, Und erfreue mich Strafe meine Sünden; Doch lag auch daneben. 7. Hilf, daß in wahrer Hei- mich auch finden, Wie du kräftig ligkeit Wir führen unsre Lebens- lich Dich an mir, O werthe Zier, zeit; Sey unsers Geistes Stärke! Hast bewiesen; dich zu lieben, Laß uns stets bleiben wohl bewußt, Hilf mir täglich üben. 2. Laß Pfingstlieder. 69 2. Laß mich nicht erkalten In 3 Du kommst von des Him der Lieb', hilf halten Mir des mels Throne; Milder Regen glei= Herren Wort. Lehre mich er chet dir. Von dem Vater und gründen Dies Wort, und laß dem Sohne Bringst du nichts finden Mich an meinem Ort, als Segen mir; Laß doch, o du Werthes Licht, Was mir gebricht; werther Gaft, Gottes Segen, Doch laß mich in meinen Klagen den du hast, Und vertheilst nach Gleichwohl nicht verzagen. deinem Willen, Mich an Leib 3. Auch wollst du in Zeiten und Seele füllen. Mich behutsam teiten In die 4. Du bist weise, voll Vers Wahrheit ein, Daß ich möge standes; Was geheim ist, ist dir kämpfen, Ritterlich, und dämpfen, kund. Herr, du zählst den Staub Was mir bringet Pein. Wenn des Sandes, Schaust des tiefsten die Sünd' Auf mich geschwind Meeres Grund. Nun, du kennst Ihren Stachel schießt, gieb Stär- auch meinen Sinn, Wie verderbt ke, Daß ich Kraft vermerke. und blind ich bin; Drum gieb 4. Wenn ich nun soll sterben, Weisheit und vor allen, Wie Soll mein Leib verderben, Dann ich möge Gott gefallen. d verlaß mich nicht! Tritt mir an 5. Du bist heilig, und zu findie Seite; Gieb daß ich so streite, den, Wo man rein und heitig ist. Daß in dein Gericht Ich nicht Dir mißfallen alle Sünden, Beil komm'; O mache fromm Mich du rein von Sünden bist. Wasche von Herzen hier im Leben! Hilf mich, o Gnadenquell, Daß ich mir darnach streben! werde rein und hell, Daß ich fliehe, was du fliehest, Thue, was du gerne fiehest. M. Freu' dich sehr, o meine. 116.* 6. Wie ein Hirt der Heerde du allerhöchste Freude, du pfleget Frommen Herzens, fanfallerschönstes Licht, Der du uns ten Muths Sich nur Liebe in in Lieb' und Leide Unbesuchet ihm reget; So thust du uns läsfest nicht, Geist des Höchsten, Bösen Gut's. Ach, Geift Gottes, höchster Fürst, Der du hältst gieb auch mir Diesen edlen Sinn und halten wirst Ohn' Aufhören von dir, Daß ich Freund und alle Dinge, Höre, höre, was Feinde liebe, Keinen, den du ich finge! liebst, betrübe. 2. Du bist ja die beste Gabe, 7. Mein Hort, ich bin wohl Die ein Mensch sich wünschen zufrieden, Wenn du mich nur kann. Wenn ich, Geist des Herrn, nicht verstöß'st; Bleib' ich von dich habe, Geb' ich eitle Wünsche dir ungeschieden, D, fo bin ich dran. Ach, erhör mich, komm zu ganz getröst't. Laß mich seyn dein mir In mein Herz, das du schon Eigenthum, Ich versprech' hinwiedir, Da ich ward zur Welt geboren, derum, Hier und dort all mein VerHaft zum Tempel auserkoren! mögen Dir zu Ehren anzulegen. 8. Sch 70 Pfingstlieder. 8. Ich entfage allem gerne, daß ich Ehre, Gut und Bl Was dir deinen Ruhm benimmt, Kann tapfer für den Glaube Ich will, daß mein Herz entferne, wagen, Und stets mein Kreu Was es für die Erde stimmt. geduldig tragen! Halleluja, Hal Was der Satan will und sucht, leluja! Will ich halten als verflucht, Ihm 3. werther Geist! du rid O auf seinen schnöden Wegen Mich test recht, Wenn ich, ich arm mit Ernst entgegenlegen. Sündenknecht Viel ärger, al 9. Nur allein, daß du mich ein Fluch der Erden Vom S stärkest, Und mir treulich stehest tan soll verdammet werden. D bei; Hilf mein Helfer, wo du mer sprichst, wer sich bekehret he test, Daß mir Hülfe nöthig sen. Von seiner Sünd' und Miss Brich des bösen Fleisches Sinn, that, Und Christo gänzlich fid Nimm den alten Willen hin, ergeben, Der soll nicht sterber Mache, daß er sich erneue, Daß sondern leben. Halleluja, Ha mein Gott sich meiner freue. leluja! 10. Sey mein Retter, halt mich 4. Wie richtet doch die bij eben; Wenn ich finke, sey mein Welt, Wenn uns das Kreu Stab; Wenn ich sterbe, sey mein gefesselt hält! Da heißt es: Get Leben; Wenn ich liege, sey mein hat ihn verlassen, Der Alle Grab; Wenn ich wieder aufersteh', höchste muß ihn hassen. Do Hilf' mir, daß ich dahin geh', Wo nur durch Schmerz und Ung du, Herr, in ew'gen Freuden gefühl Führt seine Kinder Got Wirst die Auserwählten weiden! zum Ziel; Und die sind nic von ihm vergessen, Die hier ih Brod mit Thränen essen. Ha leluja, Halleluja! 5. O guter Geist! du läs Mein treuer Hort in Wort und mich nicht, Wenn mich die Sünd That! Ich bitte dich, bei meinem hart anficht; Du stehst mir be Beten Wollst du mich doch also in meinen Nöthen, Wenn mi vertreten, Daß ich vor Gottes die böse Welt will tödten; D Ungesicht und Richterstuhl er stärkest mir Herz, Muth un schrecke nicht: Uch lehre mich Sinn, Wenn ich in tausen den Mittler kennen, Den alle lengsten bin; Ja, wenn m Welt muß Heiland nennen! will mein Herz zerspalten, S Halleluja, Halleluja! lehrst du mich, an Gott zu hal Halleluja, Halleluja! 2. O stehe mir in Nöthen bei, ten. Und mache mich getroft und frei, 6. Was acht ich doch di Daß ich bei meinem Gott mag schnöde Welt! Was alle Wol bleiben, Wenn mich die stärksten lust, Ehr' und Geld! Was kön Feinde treiben! O mach mich nen mir Tyrannen schaden? Wi freudig, gieb mir Muth, So, bald reißt ihres Lebens Fadem Der M. Komm, heil'ger Geist. 117.* Gottes Geist, mein Trost und Rath, Pfingstlieder. k 71 Der edle Tröster lehret mich, fern. Drum will ich, die mich Auf Gott zu bauen feftiglich; anders lehren, In Ewigkeit, mein Der will mir seine Hülfe rei Gott! nicht hören. Halleluja, chen, Wenn gleich auch Berge Halleluja! sollten weichen. Halleluja, Halleluja! 10. Behüte mich, daß ich der Welt, Die mir so heimlich Netze 7. Du Geist der Wahrheit, stellt, Nicht folge, wenn sie mir zündest an Ein Licht, daß ich will rathen Mit Heucheln und erkennen kann Das, was der mit bösen Thaten. Denn ob Welt bleibt ganz verborgen; gleich Gott sehr gnädig ist; So Darf nicht des Glaubens halber kann er doch in kurzer Frist Den sorgen. Wär' ich vor ihr auch Sündenknechten dieser Erden Ein noch so schlecht, So lehrst du strafender Vergelter werden. Halmich doch Gottes Recht. Ich leluja, Halleluja! kenne seine Wunderthaten, Die Fleisch und Blut nicht kann er rathen. 11. Geist der Wahrheit fteh mir bei, Daß ich nicht blos Halleluja, Halleluja! ein Hörer sey Des Worts, laß 8. Der Satan ist ein Lügen- mich vor allen Dingen Nach eigeist, Den Christus einen Mörnem neuen Leben ringen. Ach, der heißt. Der Geist vom Him- steure meinem Fleisch und Blut, mel müß' uns führen, Und seine Das dir so viel zuwider thut Wahrheit uns regieren. Er leit Wie werd' ich Armer sonst be uns hier stets durch sein Wort stehen, Wenn nun die Welt soll Dies sey der Seele Schutz und untergehen? Halleluja, Halleluja! Hort, Daß Glaub' und Liebe 12. Herr! tröfte mich in aller an uns glänzen, Und unsre Häupter dort bekränzen. Halle- Noth; Ja stärke mich, wenn nun der Tod Die Seele will vom luja, Halleluja! 9. Nun, werther Geist ich Leibe scheiden; Alsdann versüße folge dir; Hilf, daß ich suche mir mein Leiden. Sey du mein für und für Nach deinem Wort Lehrer, Schutz und Rath, Bedas beßre Leben, Das du mir decke meine Missethat! Laß Noth willst aus Gnaden geben. Dein und Tod mir widerstreben: Ich Wort ist ja der Morgenstern, werde dennoch ewig leben! Hal Der herrlich leuchtet nah und leluja, Halleluja! site and Vom dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Geist. 195 M. Wach) auf, mein Herz, und.[ dein Daseyn merken; In allen 118. Gott, aus deinen Kreaturen Find ich der Gottheit Werken Kann ich Spuren. 2. Das 10 72 Vom dreieinigen Gott, 2. Das große Weltgebäude, 3. Laß, Sonn' in hoher Ferne Dein Ruhm und meine Freude, Dein Untlitz schöner glühn; Ruft in unzähl'gen Chören: Glänzt Sonnen gleich, ihr Ster Gott ist, Gott mußt du ehren. ne: Was send ihr gegen ihn? 3. Wer sprach es, daß die Ihr send mit eurer Pracht, Erde, Und daß der Himmel wer- Womit der Herr euch schmücket, de? Wer sprach es, daß im Womit ihr uns entzücket, Blos Meere Des Wassers Sammlung Schimmer seiner Macht. wäre? 4. Der Gott, an den ich 4. Wer hieß in jenen Höhen glaube, hat keinen Leis, wie Das Sternenheer entstehen? Wer ich; Er, der mich Staub vom hieß des Donners Brüllen Mit Staube Belebt hat, lebt durch Ehrfurcht mich erfüllen? sich; Braucht keines Sinn's und 5. Du bists, Gott; deine schafft, Und wirkt uneingeschrän Werke Erzählen deine Stärke, tet, Braucht keiner Hülf, und Verkünden deine Güte Dem fin- denket, Und will aus eigner nenden Gemüthe. Kraft. 6. Herr, du bist hoch erhoben, 5. Wie sollen wir dich nen Und ewig hoch zu loben, Wenn'nen, Beherrscher aller Welt! auch der Thoren Rotten Des Was wissen wir? wir kennen Gläubigen hier spotten. Kaum, was ins Auge fällt. 7. Laß alle, die dich kennen, Der Weisen Scharfsinn steigt Und dich mit Ehrfurcht nennen, Nie zur Natur der Geister; Hier Und die dir fest vertrauen, Auch staunt der klügste Meister: Er deine Hülfe schauen. glaubet nur, und schweigt. M. Aus meines Herzens Gr. 119. Schwingt, heilige Ge6. Stimm in der Engel Chö te, D Seele, dankend ein! Em pfinde ganz die Ehre, Ein Geist, danken, Euch von wie sie, zu seyn! Doch sey auch der Erde los! Gott, frei von stets bereit zu geistigen Geschäf allen Schranken, Ist unaus- ten, Und such aus allen Kräf sprechlich groß. Er ist der höchste ten, Was ewig dich erfreut! Geist, und will schon hier auf 7. Ein Geist ist nicht aus Erden Von uns verherrlicht wer- Erde, nicht der Verwesung den, Wie ihn der Seraph preist. Raub; Nur daß er Sieger wer 2. Kein Sinn kann ihn errei- de, Verband ihn Gott mit Staub. chen, Kein endlicher Verstand. So kämpfe denn, mein Geist, Was kann dem Höchsten glei- Den Kampf um jene Krone, chen? Wer hat ihn ganz er- Die dir zum ewgen Lohne Dein kannt? Macht euch von dem großer Gott verheißt! kein Bild, Der aller Welten M. Nun danket alle Gott. Kreife zu seinem ew'gen Preise 120. Anbetungswürd ger Mit Herrlichkeit erfüllt. Gott, Ehr furcht Bater, Sohn und Geist. 73 furcht stets zu nennen, Du bist im höhern Chor, Dich, großer unendlich mehr, Als wir begrei Gott, erhöhn! sen können; O flöße meinem Geist, Die tiefste Demuth ein, M. Nun danket alle Gott. Und laß mich stets vor dir voll 121. Mir preifen deinen Chrerbietung seyn! Ruhm, Wir beten. 2. Du sprichst, und es ge- an, und danken; Dein ist die schieht. Auf dein allmächtig Erde, Gott! Dein Reich hat Werde! Entstand dein großes keine Schranken. Wohlthätig Werk, Der Himmel und die ist dein Rath Und weise deine Erde. Mit deinem kräft'gen Macht; Wohl uns, daß über Wort Trägst du die ganze Welt; uns, Gott, deine Vorsicht wacht! Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 2. Gott Vater, ewig soll Dich unser Dank erheben! Sohn Gots 3. Wer hat dich je gesehn? tes, dir geweiht Sey unser gan Wer kann im Fleisch dich se- zes Leben! Leit uns, du Gottes hen? Kein sterblich Auge reicht Geist! Wir sind dein Eigenthum. Bis zu des Lichtes Höhen, Wo Dir sey, o ein'ger Gott, Unbedu voll Majestät, Voll Huld tung, Preis und Ruhm! und Gnade thronst, Und unterm frohen Lob Der Himmelsheere M. Es wolle Gott uns gnädig. wohnst. 122.* meine Seel' erhebe 4. Was wir Unendlicher! dich Boll Andacht, Von deinem Wesen wissen, Das und betrachte, Wie Gott in fei hast du selbst zuvor Uns offen: nem Worte sich Bekannt den baren müssen. Die Schöpfung Menschen machte; Daß er der zeugt von dir, Und deines Soh- Allerhöchste sey, Und überall auf nes Mund Macht uns noch Erden In Demuth ohne Heudeutlicher, Herr, deinen Namen chelei Will angebetet werden, kund! Als Ursprung aller Dinge. 5. Ja hier erkennen wir Dich 2. Dich, ein'ger Gott, verehnur sehr unvollkommen; Wird ren wir; Nichts sind der Heiden aber dermaleinst Die Decke weg Götter! Kein Heil, kein Trost genommen, Die dich, Unendli ist außer dir, Kein Helfer, noch cher, Bor unserm Blick verschließt, Erretter! Laß mich, o Herr! auf Dann seh'n wir Flarer ein, Wie dich allein Von ganzem Herzen Herrlich Gott, du bist! trauen, Dir inniglich ergeben seyn, 6. Indeß sey auch schon hier luf niemand anders bauten, Und Dein Ruhm von uns besungen; dir, nur dir, anhangen. Verschmähe nicht ein Lob Von 3. D Herr, mein Gott, du schwacher Menschen Bungen! bist ein Geist; Und theileft bei Dort soll, wenn wir dereinst Vor uns allen Un Gaben aus, was dir verherrlicht steh'n, Ein Lied geistlich heißt, Nach deinem Wohlgefallen, 74 Bom dreieinigen Gott. gefallen. Laß mich stets geist- Denn dir ist nichts verborgen. lich seyn gesinnt, Daß, wenn ich Du prüfest Herz und Nieren. vor dich trete, Ich deine Kraft 8. Gott, du bist heilig und in mir empfind', Und kindlich gerecht, Rannst keine Sünde lei zu dir bete Im Geist und in den; Wer sagen will, er sey dein der Wahrheit. Knecht, Der muß das Böse mei4. Du bist, o Gott! von Ewig- den. Gieb, daß ich mich zu jekeit, Ohn' Anfang und ohn' En- der Zeit der Heiligung befleiße, de; Gieb, daß mein Herz von Nachjage der Gerechtigkeit, Auch aller Freud' Des Sündlichen sich dein Gericht gut heiße, Ob ich's wende. Gieb, daß ich möge im schon nicht begreife. merdar Drum bitten, darauf den 9. Du bist langmüthig, gnä ken, Weil alles hier ist wandel- dig, gut, Wenn sich bekehrt der bar, Daß du mir dort mögst schen- Sünder; Erbarmst dich, wie ein ken Das unvergänglich Erbe. Bater thut, Bon Herzen deiner 5. Gott! du bist an jedem Lieb und Gnad' Mich allzeit Kinder. Herr laß von deiner O Ort, Bist gar nicht zu ermes Trost bekommen, Und von mir sen; Ob einer hier ist oder dort, Du wirst ihn nicht vergessen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sey, weggenommen, Wie Morgen ist Du könn'st dich mein annehmen; 10. Gott, dessen Wahrheit vom Abend.c Auch was ich thu', laß mich da meine Missethat So fern seyn bei Des Bösen stets mich schä- ewig steht, Wohl denen, die dir men, Und überall dich fürchten, gläuben! Wenn Erd und Him mel einst vergeht, Wird dein Wort 6. Unendlich, Herr, ist deine ewig bleiben. Sieb, daß ich fürchte Macht, zu retten, die dich lie- dein Gericht, und alles, was du ben; Und wenn der Sünder dich dräuest; Auch hoffe, was dein veracht't, Gerechtigkeit zu üben Wort verspricht. Daß du mirs Gieb, daß mich deiner Allmacht gern verleihest. Wer hofft, wird Schutz In jeder Noth bedecke, nicht zu Schanden. Daß mich nie Menschengrimm 11. Ulselig bist du Gott, und und Truß, Nur deine Strafe frei, Du thust, was dir beliebet; schrecke; Du strafest Leib und Du bist ein milder Herr dabei, Seele. Der reichlich Gutes giebet. Laß 7. Voll höchster Weisheit bist mich mit dir zufrieden seyn, Mit du, Gott, Kein Mensch kann sie deinem heil'gen Willen; Gieb ergründen; Umringt uns allent: auch, daß ich von dir allein Und halben Noth, Weißt du doch deiner Güte Fülle Mein Heil Roth zu finden. Drum trau erwart' in allem. ich's dir auch findlich zu, Du 12. Gott, wenn ich dich so werdest für mich sorgen; Nur kenn' und ehr, Dein Wort zum gieb, daß ich nichts Uebels thu; Grunde sebze, Kann ich mich dein erfreuen Vater, Sohn und Geist. 75 erfreuen mehr, Als aller Erden- terlich Mich hin zur wahren Tuschätze, Bis ich dort, o du wah gend! Vater! Vater! Alles leires Licht, Dich ohne Lallen nen: test Und bereitest Du mit Liebe, ne, Von Ungesicht zu Ungesicht D daß ich dir folgsam bliebe! Dich schaue und erkenne, Und 4. Schau ich in deiner Welt ohn' Aufhören lobe. umber, Wie sichtbar wird des 13. Gott Vater, Sohn und Segens Meer, Das hier schon heil'ger Geist, Du willst auch mich umfließet! Da strömen tauhier auf Erden Erkannt, verherr send Freuden hin Für meinen lichet, gepreist Von deinen Kin- Geist, für jeden Sinn, Und selbst dern werden. Verleih' mir Gna- der Wurm genießet. Vater! de, Kraft und Stärk', Daß ich Vater! Deinen Segen Zu erwäs zu allen Zeiten, Herr, deinen Na- gen, Das ist weise, Das versüßt men und dein Werk Mög' immer des Lebens Reise. mehr ausbreiten, So lang ich hier noch lebe! 5. Dem Freudenbecher mischest du 3war oft auch bittre Tropfen zu, Doch nur, daß er nicht schade. Und ist die Trauerstunde M. Wie schön leucht't uns der. 123. Hinauf, mein Geiſt, zu O Gott empor, 3umda; dann ist auch dein Bei Schöpfer, den im Jubelchor Die stand nah, Dann tröstet deine höhern Geister loben! Auch dich Gnade. Vater! Vater! Wenn hat er hervorgebracht, Auch dich auch Leiden Mich der Freuden mit weiser Huld und macht Inft berauben, Deiner Liebe will seinem Reich erhoben. Vater! ich glauben. Vater! So ihn nennen, So ihn 6. Ich sehe, daß du Vater kennen, Und verehren, Was kann bist, Selbst dann noch, wenn höhern Rang gewähren? mein Herz vergießt, Dir, Höch. 2. Mit welcher stillen Sorg- ster, sich zu weihen! Wie gran samkeit Verfolgt dein Blick mich zenlos ist deine Huld! Wie gern jederzeit Auf allen meinen We- willst du der Sünden Schuld gen! Du weißt, wie schwach die Bekümmerten verzeihen! Vater! Menschen sind, Und leitest mich, Bater! Ower wollte, Wie er dein schwaches Kind, Dem Ziele sollte, Dich nicht ehren, Nicht fanft entgegen. Vater! Bater! getrost zu dir sich kehren? Dir vertrau ich, wie stärkt 7. Ergeb ich dir mein ganzes mich Der Gedanke! Du bist bei Herz; So wird einst über jeden mir, wenn ich wante!. Schmerz Mich deine Huld erhe3. Mein Leben hier in dieser ben. Bald ist das Thal hier durchZeit Ist nur der Gang zur Ewig- gereis't, Wie herrlich schwingt sich keit, Nur Bildungszeit der Ju- dann mein Geist Empor zum gend. Gott, wie gut erziehst höhern Leben! Bater! Vater! du mich! Wie führest du so vä- Dann erst seh ich Ganz und ewig 76 Vom dreieinigen Gott, ewig Deine Treue. Ach, wie 2. Preis ihm! Er liebt von ich schon jetzt mich freue! Ewigkeit, Wird ein Mensch, stirbt 8. Daß diese Freude mich in der Zeit! Erlöst, erlöst hast durchdringt, Und dir mein fro- du uns dir! Dir leben und dir hes Herz lobsingt, Dies dank sterben wir! Gott ſey gelobt! ich deinem Sohne. Er hat mit 3. Preis ihm! Er führt die dir uns ausgeföhnt; Dein hol- schmale Bahn, Führt zum Himder Vatername tönt Nun hier mel uns hinan. Geheiliget haft wie dort am Throne. Vater! du uns dir! Dir leben und dir Bater! Nie verhalle, Ewig schalle, sterben wir! Gott sey gelobt! Selbst bei Schmerzen, Dieser 4. Sing, Psalter! FreudenTon in Christenherzen! thränen fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! S Höchster, dir, Dir leben und dir sterben wir! Halleluja! M. Erschienen ist der herrlich. 124.* Sey Lob, Preis, Ehr und Herrlichkeit Gott dem Vater in Ewigkeit, Der M. Komm, heil'ger Geist. PAD alle Ding' erſchaffen hat, und sie 126. Lob, Preis und Ehre erhält durch seine Gnad! Halleluja! unser Gott und Vater dir! Dein 2. Chr' sei dem hochgelobten Ruhm soll unter uns erschallen; Sohn, Der alles Gutes uns Laß unser Lob dir wohlgefallen. gethan, Ihm, der für uns am Laßt, Menschen, seiner Huld ums Kreuze starb, Und uns das Him- freu'n, Shm ewig, ewig dankmelreich erwarb! Halleluja! dar seyn! Lobsingt ihm, Christen, 3. Ehr sey auch Gott dem Freunde, Brüder! Fallt vor dem heil'gen Geist, Der täglich seine Gott der Liebe nieder, Und be Sülf uns leist! Er öffne, Gott, tet an, Und betet an! uns den Verstand; Die Wahr- 2. Lob, Preis und Ehre, Jesu, heit mache uns bekannt! Halleluja! dir! Verlorne Sünder waren 4. O heilige Dreieinigkeit, Du wir; Du bist am Kreuz für uns wahre einige Gottheit! Erhör gestorben, Und hast uns ew'ges uns aus Barmherzigkeit, Und Heil eworben. Wer zu dir führ uns zu der Seligkeit! Hal- flieht, und an dich gläubt, Und leluja! in Versuchung treu dir bleibt, Der foll, befreit vom Fluch der M. Gelcbet feyst du, Jesu Chr. Sünden, Erbarmung, Ruh und A 125. Preis reis ihm! Er schuf Leben finden In Ewigkeit, In und er erhält Seine Ewigkeit. wundervolle Welt. Du sprachst! 3. Lob, Preis und Ruhm dir, da wurden, Herr, auch wir. Wir Geift des Herrn! Wir waren leben und wir sterben dir! Gott einst von Chrifti fern, Entfernt sey gelobt! von dir und von dem Leben, Mit Vater, Sohn und Geist. 77 Doch Mit großer Finsterniß umgeben.[ dem Glauben vorbehält. Du hast durch deines Wortes preif ich dich, Gottes Sohn! Macht Auch uns zum wahren O Gottes Sohn, Einst seh ich Licht gebracht; Du lehrst uns Licht an deinem Thron. leben, dulden, sterben, Und wei 3. Geist Gottes, unsre Bus hest uns zu Himmelserben Durch versicht, Verlaß, verlaß uns UrChristi Tod, Durch Christi Tod. me nicht, Und gieb uns Kraft 4. Lob, Preis und Ehre brin- zum Glauben! 3u Gott und gen wir, Gott, Vater, Sohn und Jesu leit uns hin, und kein VerGeist, nur dir! Es müsse jedes luft und kein Gewinn Müss uns Land auf Erden Mit deinem den Himmel rauben! Entreiß Ruhm erfüllet werden! Wie selig, uns aller Eitelkeit, und bild uns wie begnadigt ist, Ein Volk, deß für die Ewigkeit! Ja, unsern Geist Zuversicht du bist! Jehova dei- empfehlen wir Im Leben und. nem großen Namen Sey ewig im Sterben dir. O guter Geist! Ruhm und Ehre! Umen! Sey, Verlaß uns nicht! Verlaß uns Gott, gelobt! Sey, Gott, gelobt! nicht! Dann kommen wir nicht ins Gericht. M. Herzlich lieb hab ich dich. 4. Unendlicher, wie greß sind 127. in Glück im kurzen wir! Wie groß durch dich, der Raum der Zeit Ist du uns hier Zum Himmel suchst gegen ew'ge Seligkeit Nicht zu lenken! Der Erde Scheingut werth, daß ichs erwähle. Du hilft uns nicht, Wenn unserm riefst mich, Vater, aus dem Nichts Herzen Trost gebricht; Dies lehr' Zum frohen Anschau'n deines uns stets bedenken! Dir, Schöpfer Lichts; Dies dankt dir meine und Erlöser, dir, Und dir, Geist Seele. Nicht zu der Freude dieser Gottes, bringen wir, Mit FreuWelt, Die so viel Mängel noch den hier im Heiligthum Vereinigt, enthält; Zur Bonne jener Ewig- Preis und Dank und Ruhm. keit Bestimmt mich deine Gütig- Dreieiniger! In Ewigkeit, In keit. O Vater, Gott, Wie liebst du Ewigkeit Sen unser Herz dir mich! Wie liebst du mich! Wie ganz geweiht. freudenreich bin ich durch dich! M. Sey Lob und Ehr dem. 2. O Sohn, vom Vater mir gesandt, Ich folge deiner fanften 128. Unendlicher, den keine Hand, Die mich zum Himmel Zeit Umschließt mit leitet. Auch mir floß einst dein ihren Schranken, Denk ich mir Blut dahin; Auch mir hast du deine Ewigkeit, So schwinden die mit mildem Sinn Die Seligkeit Gedanken. Ich sinne nach bebereitet. Zwar seh ich jetzt mit wundrungsvoll, Und weiß nicht schwachem Blick Von Ferne nur wie ich's fassen soll. Du bist des Himmels Glück; Noch dun- und bleibest ewig.. kel ist mir jene Welt, Die Gott 2. Noch ward von keiner Sonne 78 Vom dreieinigen Gott. ne Licht Durch deine Welt ver- Freunden Theil; Gieb mir es breitet; Geschöpfe jauchzten dir auch mit ihnen! noch nicht, Durch deine Macht bereitet; Noch war kein Land, M. In dich hab ich gehoffet. noch floß kein Meer Un hoher 129. Gott, wie du bist, ſo Berge Gründe her; Du aber warst schon ewig. warst du schon Noch ehe du von deinem Thron Ge3. Von Ewigkeit her sahest du schöpfe, die nicht waren, Ins Das Die Welten all' entstehen, und seyn riefft, um deine Macht Und maßest ihnen Zeiten zu, Und Güte zu erfahren. 2. Du wirst auch bleiben was Kreise, die sie gehen. Vom Engel bis zum Wurm herab Wogst du bist, Wenn dieser Erdkreis jedem du sein Schicksal ab Mit nicht mehr ist, Wenn längst schon Ewigkeiten Uns Kämpfer krönen, Weisheit und mit Güte. die wir hier Um deinen Himmel streiten. 4. Kein Zeitenwechsel ist bei dir, Kein Unfang und kein Ende. 3. Du, Herr, bist unveränKaum Augenblicke leben wir, derlich, Und deine Wahrheit, Die Werke deiner Hände. Nie Gott, wird sich, Unwandelbar nehmen deine Jahre zu; In alle erhalten, Wenn Welten einst, die Ewigkeit wirst du Derselbe seyn du erschufft, Wie ein Gewand und bleiben. veralten. 5. Ja, du bist ewig, stirbest 4. Ob Felsen weichen, Berg nie, Bleibst ewig meiner Seele ins Thal Sich stürzen, daß durch Der Trost, den sterbend ich für ihren Fall Die Erde weit erzitfie 3ur sichern Zuflucht wähle. tert, Bleibt doch, o Gott, dein Denn deine Huld und Wahrheit Bund mit mir Stets fest und ist So ewig, als du selbst es bist. unerschüttert. Heil mir, daß ich dir traue! 5. Was zaget denn mein Herz 6. Mit Ruhe kann ich mei- in mir? Was klag ich ängstlich, nen Geist Dir, Vater, überge- daß ich hier Kein dauernd Gut ben; Dein Wort, das Wahrheit genieße, Und daß voll Müh und ist, verheißt Ihm ein unendlich Unbestand Dies Leben mir verLeben. Mein Leib ruht auch, fließe? nur kurze Zeit: Um Erndtetag der Ewigkeit Wirst du ihn auferwecken. 6. Was klag ich? Wer dein Wort noch hat, Weiß, daß ihm seine Missethat, Gott, wenn er 7. Wenn alles um mich her glaubt, vergebe; Daß sicher ihm vergeht, Soll ich doch nicht ver- sein Erbtheil sey, Daß er auch gehen; Vor deinem Thron, der ewig lebe. 7. Was flag ich? Liebest du ewig steht, Soll ich auch ewig stehen. Du giebst an allem dei- mich doch Mit aller deiner Liebe nem Heil, Gott, deinen wahren noch, Und willst mich ewig lie: ben; 79 Vater, Sohn und Geist. ben; Haft selber meinen Na-| Schmerz, Und stärkst mit deinem men dir In deine Hand ge- Trost mein Herz. schrieben. 6. O drück, Allgegenwärtiger, 8. Dein bin ich, Gott, und du Dies tief in meine Seele; Daß, bist mein, Und wirst es ewig, wo ich bin, nur dich, o Herr, ewig seyn! Von dir kann nichts Mein Herz zur Zuflucht wähle; mich scheiden! Die Welt vergeht Daß ich dein heilges Auge scheu, mit ihrer Lust; Du bleibst mit Und dir zu dienen eifrig sey. deinen Freuden. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln; Herr, stärke mich mit deiner Kraft, Getrost vor dir zu von uns fern, Du wandeln. Du bist stets um mich, wirkst an allen Enden; Wo ich o verleih, Daß dies mir Trost nur bin, Herr aller Herrn, Bin und Warnung sey. M. Mir nach, spricht Christus. 130. Nie bist du, Höchster, M. Nun danket alle Gott. ich in deinen Händen! Durch dich nur leb' und athme ich; Du leitest, du beschüßest mich. 131. Herr! err, du erforschest 2. Was je mein Herz emmich, Dir bin ich pfunden hat, Was ich verwerf unverborgen; Du kennst mein und wähle, Der erste Trieb zu ganzes Thun, Und alle meine jeder That, Der stillste Wunsch Sorgen. Und was mein Geist der Seele, Der dunkelste Gedank' nur denkt, War dir bereits be in mir, Gott, alles lieget klar kannt, Eh der Gedanke noch In vor dir! meinem Geist entstand. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit 2. Nie spricht mein Mund ein Mein Herz zu dir erhebe, Und, Wort, Das du, o Herr, nicht über deine Huld erfreut, Nach wissest; Du schaffest, was ich deinem Willen lebe; So siehst thu, Du ordnest, du beschließest, du es, und stehst mir bei, Daß Was mir begegnen soll. Erich dir immer treuer sey. staunt seh ich auf dich; Wie 4. Du merkst es, wenn des groß ist dein Verstand! Wie Herzens Rath Verkehrte Wege wunderbar für mich! wählet. Und bleibt auch eine 3. Wohin, wohin soll ich Vor böse That Vor aller Welt ver- deinem Geiste fliehen? Wie könnt hehlet, So weißt du sie und ich jemals wohl Mich deinem Aug züchtigst mich zu meiner Beß- lentziehen? Führ' ich gen Himmel rung väterlich. auf, So bist du, Höchster, da; 5. Du hörest meinen Seuf Führ ich zur Tief hinab, Auch zern zu, Schaffst, daß mir Hülf hier bist du mir nah. erscheine; Mit Vaterliebe zählest 4. Nähm' ich auch schnell zu du, Die Thränen, die ich weine. fliehen Die Fittige vom Morgen; Du siehst und wägest meinen Selbst an dem fernsten Meer Blieb' 80 Vom dreieinigen Gott, Blieb' ich dir nicht verborgen. alles weiß, erkennt, versteht! Auch da umschlösse mich Doch dei Nichts ist so groß, nichts so ge ne Allmachtshand; Denn du bist ringe, Das nicht nach deiner Ord überall, Und dein ist jedes Land. nung geht; Denn der Geschöpfe 5. Wollt ich in Finsterniß ganzem Chor Schreibst du al Mich deinem Aug' entziehen; lein Gesetze vor. So sucht' ich doch umsonst Auch 2. Dein kleinstes Werk ist, wie da dir zu entfliehen. Die dickste das größte Voll Ordnung, Herr Finsterniß Ist vor dir helles lichkeit und Pracht, Ist, denn Licht; Die Nacht glänzt wie der du wählest stets das Beste, Ein Tag Vor deinem Angesicht. Spiegel deiner weisen Macht. 6. Du sorgtest schon für mich Wie mannigfaltig, schön und In meiner Mutter Leibe; Du gut Ist das, was deine Weis bildetest mein Herz, Gott, deß heit thut! ich bin und bleibe. Ich danke dir, 3. Was du mit weisem Rath daß du Mich wunderbar gemacht, erschufest, Regierst du auch mit Und meiner, eh' ich war, Schon weisem Rath; Was kommen ſoll, väterlich gedacht. kommt, wenn du's rufeft, Wie 7. Ja, Vater warst du mir, dein Befehl verordnet hat. Du Eh'ich ans Licht gekommen, Da brauchst, o unerschaffnes Licht ich im Dunkeln erst Die Bildung Der Menschen Rath und Bei angenommen; Dein Auge sah stand nicht. mich schon, Eh' ich bereitet war, Und meiner Tage Lauf War dir schon offenbar. 4. Was du zu thun dir vor genommen, Das kommt unfehl 8. Was für Erkenntnisse, Für bar auch zur That; Wenn tau föstliche Gedanken! Zu hoch, send Hindernisse kommen, So Herr, sind sie mir; Denn sie triumphirt dein hoher Rath. Den sind ohne Schranken. Mit Ehr- beßten Zweck wählt dein Ver furcht will ich stets auf dich, mein stand, Die Mittel sind in dei Schöpfer, seh'n, Dir folgen und ner Hand. dein Lob, So gut ich kann erhöh'n. 5. Die Menge so verschiedne 9. Erforsche mich, mein Gott, Willen, Wo jeder seinen Weg Und prüfe, wie ichs meine, Ob erwählt, Muß doch den deinen ich der wirklich bin, Der ich zu, stets erfüllen, Der seines Ziele seyn mir scheine. Sieh, ob mein nie verfehlt. Was du beschlie Herz vielleicht Sich einem Irr- ßest, das besteht, Was dir sich weg naht, Und halte mich zurück widersetzt, vergeht. auf ebnem, ficherm Pfad." 6. Weisheit, decke meine Seele Des Eigendünkels Thor heit auf, Damit sie dich zum M. Wer nur den lieben Gott. 132. Du weifer Schöpfer Führer wähle In ihrem sonst aller Dinge, Der verwirrten Lauf! Ich weiß den Weg Vater, Sohn und Geist. 81 Weg des Friedens nicht, Ver- Sinn. Gieb uns, wie dein Wort leihe mir dein sichres Licht! M. Freu' dich sehr, o meine. 133. Gott, vor dessen Unverheißt, Vater, deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere, Und zu allem Guten führe. 6. Keine sündliche Begierde gesichte Nur ein rei- Müsse unser Herz entweih'n, ner Wandel gilt, Ew'ges Licht, Frömmigkeit soll unsre Zierde, aus dessen Lichte Stets die reinste Unsre große Wonne sein! Mach Klarheit quillt, Höchster, deine uns deinem Bilde gleich! Denn Heiligkeit Warne uns vor Si- jzu deinem Himmelreich Wirst du, cherheit; Kräftig müsse sie uns Herr, nur die erheben, Die im dringen, Nach der Heiligung zu Glauben heilig leben. ringen! 2. Heilig ist dein ganzes WeIn eigener Melodie. sen, Keine Schwachheit ist an 134. Wie groß ist des All. dir, Heilig bist du stets gewesen, Güte! Und du bleibst es für und für. Ist der ein Mensch, den sie nicht Was dein Wille wählt und thut, rührt? Der mit verhärtetem GeSft unsträflich, recht und gut; müthe Den Dank erstickt, der Deine Weisheit, deine Stärke ihm gebührt? Nein, seine Liebe Wirken nur vollkommne Werke. zu ermessen, Sey ewig meine 3. Herr, du willst, daß deine größte Pflicht! Der Herr hat Kinder, Deinem Bilde ähnlich meiner nie vergessen, Vergiß, seyn; Rufft zur Heiligung die mein Herz, auch seiner nicht! Sünder; Ladest sie zur Beßrung 2. Wer hat mich wunderbar ein. Die nicht deine Wege gehn, bereitet? Der Gott, der meiner Können nicht vor dir bestehn, nicht bedarf. Wer hat mit LangNicht auf deinen Schutz ver- muth mich geleitet? Er, dessen trauen, Nicht dein heilig Untlig Nath ich oft verwarf. Wer schauen. stärkt den Frieden im Gewissen? 4. Laß uns nicht das Heil Wer giebt dem Geiste neue verscherzen, Das dein Rath uns Kraft? Wer läßt mich so viel zugedacht. Schaffe in uns reine Guts genießen? Jsts nicht sein Herzen, Tödt' in uns der Sünde Urm, der alles schafft. Macht. Denn was ist der Mensch 3. Schau, o mein Geist, in vor dir? Du bist heilig, aber wir jenes Leben, Zu welchem du erSind verderbt, und wer kann zäh- schaffen bist, Wo du mit Herrlen, Großer Gott, wie oft wir lichkeit umgeben, Gott ewig sehn fehlen. wirst, wie er ist! Du hast ein 5, Uns von Sünden zu er- Recht zu diesen Freuden, Durch lösen, Gabst du deinen Sohn Gottes Güte sind sie dein. Sieh, dahin; Reinige durch ihn vom darum mußte Christus leiden, Bösen, Unsern Wandel, unsern Damit du möchtest sellig sein! 4. Und 82 Bom dreieinigen Gott, 4. Und diesen Gott sollt' ich was du versprichst, zur That. nicht ehren, Und seine Güte nicht Scheint die Erfüllung gleich noch verstehn? Er sollte rufen, ich weit, So kommt sie doch zur nicht hören, Den Weg, den er rechten Zeit. mir zeigt, nicht gehn? Sein 3. Und wie du das unfehl. Will ist mir ins Herz geschrie- bar giebest, Was deine Huld ben, Sein Wort bestärkt ihn uns zugedacht; So wird, wenn ewiglich. Gott soll ich über alles du Vergeltung übeft, Dein Straf lieben, Und meinen Nächsten, gericht gewiß vollbracht. Wer dich, gleich als mich. o Gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner Strafe schwere Last. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, Ich soll vollkom- 4. O drücke tiefin unsre Herzen, men sein, wie er. So lang' Was uns dein heilig Wort ver ich dies Gebot erfülle, Stell' beut! Gieb, daß wir nie leicht. ich sein Bildniß in mir her. sinnig scherzen Mit deiner Straf Lebt seine Lieb' in meiner Seele, gerechtigkeit. Nie werde das von So treibt sie mich zu jeder Pflicht; uns gewagt, Was dein Befehl Und ob ich schon aus Schwach- uns untersagt. heit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 5. Doch laß mich auch mit feftem Glauben Dem Worte dei 6. Gott, laß deine Güt' ner Gnade trau'n. Wer kann und Liebe Mir immerdar vor den Trost uns jemals rauben, Augen seyn! Sie stärk' in mir Den wir auf dein Versprechen die guten Triebe, Mein ganzes bau'n? Du bist ein Fels, dein Leben dir zu weihn! Sie tröste Bund steht fest; Wohl dem, der mich zur Zeit der Schmerzen, sich auf dich verläßt! Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. 6. Erwäg's mit Ernst, o meine Seele! Und sich, wie treulich Gott es meint. Sey gern nach seines Worts Befehle Der Wahr: heit Freund, der Lügen Feind. M. Wer nur den lieben Gott. 135. Noch nie hast du dein Beweiſe dich als Gottes Kind, Wort gebrochen, Nie Dem Treu' und Wahrheit heilig deinen Bund, o Gott, verletzt; sind. Du hältst getreu, was du verIn voriger Melodie. ſprochen, Vollführst, was du dir 136. Schön iſt die Tugend, vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmein Verlangen, mel auch vergehn, Wird ewig Und meiner ganzen Liebe werth; doch dein Wort bestehn. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, 2. Du bist kein Mensch, daß Hat meine Seele oft begehrt. dich gereue, Was uns dein Wort Ach, könnt' ich's! wie würd' ich verheißen hat; Nach deiner Macht, mich freu'n! Wer heilig ist, muß nach deiner Treue Bringst du, selig seyn. 2. Gott Vater, Sohn und Geist. 83 2. Gott ist der Seligkeiten änderlich! Denn, bin ich erst Fülle Von Ewigkeit zu Ewig- dein Eigenthum, So bin ich ewig feit; Denn sein Verstand ist auch dein Ruhm. Licht, sein Wille Ist Ordnung 7. Und dann auch selig, schon und Vollkommenheit. Er ist auf Erden, Voll himmlischer allein unendlich gut, Und recht Zufriedenheit. Im Himmel werd' ist immer, was er thut. ich's völlig werden, Gott, durch 3. Wie schnell umhüllen Fin- deine Seligkeit! Da strömt der sternisse Mich, wenn ich auch wahren Freude Quell Mir ewig erleuchtet bin! Dann flieh'n die ungetrübt und hell. heiligsten Entschlüsse, Den Mor- 8. Da bist du selber meine genträumen gleich, dahin. Bald Sonne, Die ewig leuchtet; da wähl' ich, was dem Herrn ge- beglückt Mich deines vollen Un= fällt, Bald wieder deinen Dienst, schau'ns Bonne, Die aller Him o Welt! mel Heer entzückt. Denn wer 4. Ich Urmer! darum kommt dir ähnlich ist und rein, Und kein Friede In mein verschmach- heilig, der muß selig seyn. tetes Gebein. Wie bin ich die 9. Bei dir ist alles Guten ses Wechsels müde! Wann werd' Fülle, O Ursprung aller Seligich fest im Guten seyn? Wann keit! Denn dein Verstand ist nicht mehr straucheln, allezeit Licht, dein Wille Ist Ordnung Nur deinem Dienst, o Gott, ge- und Vollkommenheit. Bei dir weiht? ist Freude, denn du bist Ein Gott, der ewig selig ist. M. Nun freut euch, lieben. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in ihrer Klarheit Beständig, unbefleckt und hell, Daß nie der Sünde 137.* Gott, laß dein heilsames Wort Täuscherei Gefährlich deinem In aller Welt verkünden, Daß Kinde sey! wir nur darin fort und fort 6. Oheil'ge, Vater, meine Trost, Freud' und Leben finden. Seele! In deiner Liebe mache Schütz' uns bei der Apostel Lehr', mich, Daß ich kein ander Gut Und stürz' des Satans Höllenmir wähle, Gewiß und unver- lheer, Daß wir dich ewig preisen. Sonntagslieder. M. Erschienen ist der herrlich. Kommt, vor des Herren Unge: 138.* Heut ist des Herren sicht! Halleluja! Ruhetag, Berges- 2. Beugt ihm voll Ehrfurcht fet Mühe, Sorg' und Plag! eure Knie, Denn Gottes MajeTreibt eure Wochenarbeit nicht, ftät wohnt bie, Sein Heiligthum F2 ist 84 Sonntagslieder. ist hier sein Haus; Wer Gott Sinn, Des Todes Macht sey nicht ehrt, gehört hinaus. Hal- nun dahin. Halleluja! leluja! 11. Drum stärkt auf unsrer 3. Wer Böses thut, bleibt Lebensreis Sein Siegstag uns nicht vor ihm; Doch hört er zu deinem Preis. Wir öffnen gern der Urmen Stimm. Des- freudig unsern Mund, Und sawegen lobt ihn allesammt; Gott gen das von Herzensgrund: Hal loben ist der Christen Amt. Hal- leluja! leluja! 12. Gott, der du der Erde 4. Rühmt unsers Gottes große Kreis Erschaffen haft zu deinem That, Da er aus nichts erschaf- Preis, Und uns bewahrst so man fen hat Den Himmel und die ches Jahr In vieler Trübfal und ganze Welt, Und alles, was sie Gefahr. Halleluja! in sich hält. Halleluja! 13. Hilf, daß wir alle deine 5. Und als er fie genug ge- Werk', Voll Weisheit, Güte, ziert, Hat er den Menschen drauf Macht und Stärk', Erkennen, geführt, Den er zu seinem Eben- und je mehr und mehr Aus bild Mit Weisheit und Verstand breiten deines Namens Ehr'! erfüllt. Halleluja! Halleluja! 6. Erkennt mit dankbarem Ge- 14. liebster Heiland Jesu müth, Wie er allein durch seine Christ, Der du vom Tod' er Güt' Uns täglich schützt, erfreut standen bist, Richt' unsre Herzen und nährt, und manches Unglück hin zu dir, Daß sich der Sün von uns kehrt. Halleluja! denschlaf verlier'! Halleluja! 7. Gedenkt, daß heut' erstan- 15. Gieb deiner Auferstehung den ist, Der Sünder Heiland Kraft, Daß dieser Trost stets bei Jesus Christ, Durch den die uns haft, Und wir uns drauf wahre Freudigkeit In aller Noth verlassen fest, Wenn uns nun uns ist bereit. Halleluja! alle Welt verläßt. Halleluja! 8. Er ward von seinem Volk 16. heil'ger Geist, laß uns veracht't, Mit Mördern schänd- dein Wort So hören heut' und lich umgebracht; Doch seiner immerfort, Daß sich in uns Lehre Himmelslicht Verlosch der durch deine Lehr' Glaub', Lieb' armen Menschheit nicht. Hal- und Hoffnung reichlich mehr! leluja! Halleluja! 9. Er ist erstanden, das ist 17. Erleuchte uns du wahres wahr, Und hat erfreut die kleine Licht, Entzieh' uns deine Gnade Schaar, Die ihn bis in den Tod nicht; All' unser Thun auch so geliebt, Und seinetwegen war be- regier, Daß wir Gott preisen trübt. Halleluja! für und für! Halleluja! 10. Lebendig er sich nun er- 18. Verleih, o Gott, daß die wies, Sich sehen, hören, fühlen ser Tag Christlich gefeiert werden ließ, Damit versichert wär' ihr mag, Wir auch die Sabbaths: ruh' Sonntagslieder. 85 ruh' und Freud' Erlangen in der desüberwinder! An diesem Tag' Ewigkeit! Halleluja! hast du zum Heil der Sünder, Die fern von Gott in Todesschatz ten saßen, Dein Grab verlassen. M. Herzliebster Jest, was hast. ies ist der 139. Degen eingeweihet; 9. Es feire dankbar diesen Tag die Erde, Daßß jedes Land voll Ihn feiert gern, wer deiner, Herr, deines Ruhmes werde! Lob sey, fich freuet, O laß auch mich mit Erlöser, deinem großen Namen Freuden vor dich treten, Dich Auf ewig! Amen. anzubeten! 2. Dich preist der Lobgesang M. Nun freut euch lieben. der Himmelsheere! Auch unser 140.* Geprieſen ſeyft du, Tempel schallt von deiner Eh Christ, Daß re! Auch unser Dank und un- nun der Tag erschienen, Der sers Geistes Flehen Soll dich uns ein Eag der Ruhe ist, Dem erhöhen! großen Gott zu dienen. Hinweg 3. Wie freu' ich mich, dieStätte mit aller Eitelkeit! Zur Andacht zu begrüßen, Wo Dürstenden die sey das Herz bereit! Laßt HänLebensbäche fließen, Und wo dein dearbeit liegen! Heil von der Erlösten Zungen Wird froh besungen! th 2. Laßt heute Herz, Gemüth und Sinn Dem Höchsten seyn 4. Vergebens lockt die Welt ergeben; Was fleischlich, irdisch zu ihren Freuden; Mein Geist ist, legt hin, Preist Gott mit eufoll sich auf Gottes Uuen wei- rem Leben; Auf daß durch seines den. Sein heilges Wort, das Geistes Stärk In uns gescheh seine Boten lehren, Das will sein Gnadenwerk, Und er stets ich hören. miso in uns walte. 5. Mit Undacht will ich Höch- 3. Hört heute fleißig Gottes ster, vor dich treten; Ich weiß, Wort. Mit Beten, Lesen, Sins du liebst, die kindlich zu dir be- gen Laßt unserm Herrn uns fort ten; Und die, die ihre Sünden- und fort Des Dankes Opfer schuld bereuen, Willst du erfreuen. bringen! Kommt, tretet freudig 6. O laß auch heute deinen zum Ultar, Und laffet mit der Geist mich lehren, Vom Wege, Frommen Schaar Ein Sabbathder dir mißfällt, abzukehren! Re- lied erschallen! giere mich, daß ich mit ganzer] 4. An diesem Tag' ist Jesus Seele 3um Trost dich wähle. Christ Bom Tode auferstanden, 7. Dein Tag sey mir ein Denk- und hat der Feinde große List mal deiner Güte, Voll Heil für Hierdurch gemacht zu Schanden. mich; und lenke mein Gemüthe Er hat dem Tode seine Macht Aufjenes Heil, das mir dein Sohn Genommen, und uns wiedererworben, Da er gestorben. bracht, Was, leider! war ver8. Ja, Preis sey dir, du To Loren. 75 stonep 5. Wir 86 Sonntagslieder. 5. Wir Christen müssen glei-| geladen; Wo nicht mehr die cher Weif Von Sünden aufer- Streiter ringen, Wo sie Sieges: stehen, und täglich nun mit al- lieder singen. lem Fleiß Auf guten Wegen gehen, Uns fertig machen stets M. Es ist das Heil uns. dazu, Die höchst erwünschte Sab- 142. Lobt Gott in seinem bathsruh' Sm Himmel einst zu Heiligthum, Die ihr feiern. den Höchsten kennet, Der uns sein Evangelium Von Jugend M. Schmücke dich, o liebe Seele auf vergönnet, Der uns den 141. Zeige dich uns ohne Weg der Wahrheit zeigt, Und auf zum neigt; uns der Gnade Fülle, Daß an Gebt unserm Gott die Ehre! diesem Gottestage Unser Herz 2. Dein sind wir, Vater, der Welt entfage, Daß, oSohn und Geist, Dich wollen du, der starb, vom Bösen Uns wir bekennen! Von dem, was Gefall'ne zu erlösen!- Daß uns dein Wort verheißt Soll die glaubende Gemeine Mit dem ewig nichts uns trennen! Nicht Vater sich vereine. Ruhm der Menschen, nicht ihr 2. O, daß frei von Erden- Spott, Nicht Erübsal, nicht der bürden Und der Sünde Lasten Martertod; Nichts soll von dir würden Unfre Seelen, unser Wille uns trennen! währet. Sanft wie diese Sabbathsstille! 3. Den Weg der Wahrheit Daß in deines Himmels Höhen wählen wir, Wir wissen deinen Wir von fern den Aufgang sä- Willen; Gieb uns die Kraft, hen Jenes Lichts, das dort ver- fie kommt von dir, Shn immer kläret, Wo der Sabbath ewig zu erfüllen! In deiner Lieb' er halt das Herz, Daß es im 3. Was ich strahlen seh' am Glücke, wie im Schmerz Sich Throne, Ist es nicht der Sieger kindlich dir ergebe! Krone? Was ich über'm Grab 4. Herr, wir sind dein; vereinst höre, Sind's nicht Ueber- laß uns nicht! Nichts müffe dich winderchöre? Feiernd tragen sie uns rauben! Du bleibest unsre die Palmen, Ihr Triumph er- Zuversicht, Denn du hältst ewig schallt mit Psalmen. Herr, du Glauben. Getreu bist du, auch selber wollst mich weihen Diesem uns mach' treu, Daß unser Bunt Sabbath deiner Treuen! beständig sey Jm Leben, Leiden, Sterben. 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewande Deiner Unschuld, daß am Tage M. Sey Lob und Ehr. Deines Mahls ich froh es wa- 143. Frohlockend, Bater ge, Dort zu wandeln, wo voll wach' auf Gnaden Deine Schaar du ein- Tage deiner Ehre. Mein Mor genopfer n Sonntagslieder. 87 genopfer dringt hinauf; Schau' 7. Gib, daß des Wortes du herab und höre! Du willst Geist und Kraft Mein ganzes durch deinen Unterricht Auch Herz durchdringe; Daß ich auch heute Muth und Trost und Licht stets gewissenhaft, Was du mich In meiner Seele wirken. lehrst, vollbringe. Laß, Herr, 2. Dich beten Erd' und Him-/ durch deinen Unterricht Mich eifrimel an, O Schöpfer aller Din-( ger in meiner Pflicht, Im Glauge! Wohl mir! Auch ich darf ben stärker werden! mich dir nahn; Du hörst, wenn 8. So wird dein Tag, o Vaich dir finge. Du selbst bedarfst ter, mir Ein Tag des Segens zwar meiner nicht; Doch ewig werden! So seh' ich und em= bleibt es meine Pflicht, Dich pfind' ich hier Den Himmel schon findlich zu verehren. auf Erden; So werd ich nach 3. Uch, möcht' ich doch zu der Prüfungszeit Einst im Ge jeder Zeit, Gott! mich deiner nuß der Seligkeit Dich unauffreuen, Und voll von deiner hörlich preisen. Herrlichkeit, Mein ganzes Herz dir weihen! Du weißt es, oft In eigener Melodie. reißt meinen Sinn Die Eitelkeit 144.* Herr Jefu Chrift, dann vergeß' dich zu uns ich deiner. Und deinen heil'gen Geist uns 4. O leite, Vater, mich zu send', Der uns mit seiner Gnad' dir Um Tage deiner Ehre! Gieb, regier, Und uns den Weg der daß ich heut mit Lernbegier Das Wahrheit führ'! Wort des Lebens höre! Laß die2. Laß unsern Mund dir hei sen Ruhetag allein Dir, o mein lig seyn, Bereit' das Herz zur Gott geheiligt seyn Zum Besten Undacht fein. Den Glauben meiner Seele! mehr', stärk den Verstand, Daß uns dein Name sen bekannt. 5. Ich will aus Liebe gegen dich Zum Ort der Undacht ge- 3. Einst fingen wir mit Gothen. Dein göttlich Wort erleuchte tes Heer: Heilig, heilig ist Gott mich. Und lehre stets mich sehen, der Herr! Dann schaun wir dich Wie freundlich du, mein Vater, von Angesicht In ew'ger Freud' bift, Wie dein Gesetz nur Liebe und fel'gem Licht. ist, Wie felig, wer dir folget! 4. Ehr' sey dem Vater und 6. Dann, wenn der Wahrheit dem Sohn, Dem heil'gen Geist Lehrer mir Den Weg zum Him: auf einem Thron! Der heiligen mel zeigen, Laß meinen Geist Dreieinigkeit Sey Lob und Preis empor zu dir In heißer Andacht in Ewigkeit. steigen. Dein Wort den Verstand, Daß erleuchte mir dein . Kommt her zu mir, ſpricht. Wille werd bekannt und ich 145.* Ach, Herr Gott, gieb weiser werde! Von 88 Sonntagslieder. Von oben, der uns Beistand nur. Dein großer Tempel ist leist' Im Hören und im Leh die Welt, Ist jedes Herz, das ren! Vergieb die Sünd', Un- dir gefällt! dacht verleih', Das Herz bereite, 2. Doch reicher noch fließt uns daß es sen Recht munter, dich dein Segen, Der auch dem stil zu ehren. len Beter lohnt, In Gnad' und 2. Den Glauben mehr, die Wahrheit hier entgegen, Wo dei Hoffnung stärk, Laß unsern nes Namens Ehre wohnt; Wo Geist bei diesem Werk Zu dir, Greis und Jüngling, Mann und Gott, sich erheben! Gieb, daß Kind Zu deinem Ruhm versam: wir Hörer nicht allein, Vielmehr melt sind. auch wahre Thäter seyn, Und nach dem Worte leben! M. Liebster Jesu, wir sind. 3. Hier, wo beseelt von glei: chem Triebe Ein Gläubiger den andern hebt, Und alles voll von deiner Liebe In einem Geiste 146. Mir erscheinen hier lebt und webt, Wie stärket hier, vor dir, Dich, o wie tröstet mich Der heilige Ge Vater, zu verehren, und mit dank an dich! stiller Lernbegier Auf das Wort 4. Enthülle dich aus deinem des Heils zu hören, Von der Worte, Gott, Allerheiligster, uns Welt uns zu entfernen, Und, ganz! Nicht hier allein, an je was dir gefällt, zu lernen. dem Orte Umstrahl uns deines 2. Gieb uns deinen Geist, o Lichtes Glanz, Hier uns im Glau Gott, Und durch ihn den wah- ben dir zu weihn, Dein Tem ren Glauben. Nimmer laß der pel überall zu seyn! Lästrer Spott Dieses Segens uns berauben. Gieb auch Licht M. Herzliebster Jesu, was. und Muth und Stärke Uns zu 148. Sen mir geſegnet, Tag jedem guten Werke. der stillen Feier! 3. Hilf, daß alle Sünder sich O Tag der Undacht, sey dem Bald zu dir, o Gott, bekehren Herzen theuer! Mit Ehrfurcht Und wir alle, stark durch dich, will ich, Bater, deine Lehren Gern vollbringen, was wir hö- Auch heute hören.nust ren. O dann findet schon hie- 2. Doch laß nicht bloß mich nieden Unsre Seele Heil und hören deine Lehre; Hilf mir auch Frieden. stets vollbringen, was ich höre. Verleih mir Kraft, mit Freuden deinen Willen Auch zu erfüllen. M. Wer nur den lieben Gott. 147. Dich preifen, Herr, 3. Erleuchte mich, daß ich das Gefang und Lieder Gute liebe, Und meiner Pflicht Un allen Enden der Natur; Und getreu zu seyn mich übe. O wels Erd' und Himmel tönt sie wie- che Würde giebt mir das Be der, Nicht die geweihte Halle streben, Als Christ zu leben! 4. Für Sonntagslieder. 89 4: Für Gott und für die Wort anzuhören. Lenke Sin Wahrheit nur entbrennen, und nen und Begier Auf die süßen Jesum, den Erlöser, recht erken- Himmelslehren, Daß die Herzen nen, Ihm folgsam seyn, und von der Erden Ganz zu dir gefich zum Tode rüsten; Das zogen werden. El most lik ziemt dem Christen. scoring 2. Unser Wissen und Ver 5. Dein Wort, o Gott, ist stand Ist mit Finsterniß ums Licht auf unsern Wegen; Es hüllet, Wo nicht deines Geistes giebt uns Weisheit, Seelenruh' Hand Uns mit hellem Licht ers und Segen, Und Seligkeit wirds füllet. Gutes denken, thun und einst in jenem Leben Den From: dichten Mußt du selbst in uns men geben. verrichten. till 2204 3. O du Glanz der HerrlichM. Herr Jesu Christ, dich zu. keit, Licht vom Licht aus Gott 149.* Gott, du höchster geboren, Mach uns allesammt Gnadenhort, Ver- bereit! Deffne Herzen, Mund leih, daß uns dein göttlich Wort und Ohren! Lehren, Hören, BeVon Ohren stets zu Herzen ten, Singen Laß, Herr Jesu, dring', Und seine Kraft an uns wohl gelingen! vollbring'! 2. Der wahre Glaube ist die M. Nun lob mein Geel. Kraft, Der Heil durch Seſum 152. Laßt uns mit Danken Christum schafft; Die Liebe ist treten Vor unsern der helle Schein, Daß wir des Gott mit Preis und Ruhm! Herren Jünger seyn. Mit freudigen Gebeten Lobt ihn 3. Verschaffe bei uns, lieber in seinem Heiligthum, Shn, der Herr, Daß wir durch deinen mit Batertreue, Was er erschuf Geist noch mehr In der Erkennt erhält! Daß alle Welt sich freue niß nehmen zu Und endlich bei Beglückt er alle Welt; Trägt dir finden Ruh! mit Geduld die Sünder, Hilft feinem Volke gern. Erhebt ihn, Gottes Kinder! Ihr Christen, M. Liebster Jesu wir sind. 150. Gott! vor deinem Undankt dem Herrn! gesicht Hat die dacht uns versammelt; Du ver- der, Vereinigt liebreich Herz und 2. Ihr, unsers Hauptes Gliewirfst die Bitte nicht, Die der Mund; Als Erben und als BrűMund voll Ehrfurcht stammelt: der Macht seine Gnad' und Treue Hier dein Wort mit Fleiß zu fund! Durch Sanftmuth übers hören, Dann zu thun nach dei= windet Euch selbst, und Haß und nen Lehren. In bekannter Melodie. Neid; Versöhnt euch, und em- s pfindet Der Liebe Süßigkeit. 151.* iebster Jefu, wir sind zu einem Speil berufen, Habt hier, Dich und dein alle gleichen Sinn; So tretet zu den 90 Sonntagslieder. den Stufen Des Throns anbe- mit Lobgefang und freuten Sich, tend hin. daß ein Sünder Buße that. 3. D pflanze felbst die Liebe Gott hörte; Gott vergab; Ge Mit aller ihrer Himmelsluft, recht ging er hinab, Und in Mit jedem ihrer Triebe, O Gott, Friede. Nun wandelt er, Kein in unser aller Brust! Hilf, daß Sünder mehr, Den Weg des wir als die Deinen Uns lieben Herrn getroft einher. lebenslang, Und so vor dir er- 3. Allerheiligster! Wir kom scheinen Mit Lob, Gebet und men, Die armen Sünder mit Dank! Dann steigt aus unsern den Frommen, Auch uns anbe Chören Der Eintracht Lied em- tend dir zu nahn; Laß uns, wie por; Und dieses Lied zu hören, den Zöllner kommen, Die ar Neig, Herr, zu uns dein Ohr! men Sünder mit den Frommen, 4. Wenn wir dann vor dir Und thu uns, wie du ihm geflehen, Erhöre gnädig dies Ge- than! Wer, Herr, ist rein vor bet; Laß uns zum Heil gesche- dir? Nur Gnade bitten wir, hen, Was unsre Seele glaubend Gnad' in Christo! Verwirf uns fleht! Wenn wir, aus reinem nicht! Mit Troft und Licht Er Herzen Für Rettung aus der leucht uns, Herr, dein Ungesicht! Noth, Für Linderung der Schmerzen Dir danken, unser Gott; Für M. Liebster Jesu, wir sind hier. ſo viel Huld uns alle Dir wei 154.* Nun, Gottlob es O so ge ist vollbracht, Sin falle Dir deiner Kinder Dank! gen, Beten, Lehren, Hören. Gott hat alles wohlgemacht; Lasset uns sein Lob vermehren! Unser M. Wacht auf, ruft uns die. 153. 3wei verschiedne Men fchen wallen Hinzu des hohen Tempels Hallen, Je- 2. Unser Gottesdienst ist aus, hovah's Throne sich zu nahn. Uns wird mitgetheilt der Se Jener fern, Der stolz und näher; gen. Friedlich gehen wir nach Der Zöllner und der Pharisäer Haus, Wandeln fromm auf Got Stehn beide da und beten an. tes Wegen. Gottes Geist uns Der Stolze dankt, daß er Kein ferner leite, Und zum Guten Sünder ist, wie der. Dieser wohl bereite! Zöllner Der steht, bereut, 3. Unsern Ausgang segne Gott, Und seufzt und schreit Um Gnade, Unsern Eingang gleicher maßen, um Barmherzigkeit.ome Segne unser täglich Brod! Seg 2. Ihr Gebet stieg auf zum ne unser Thur und lassen! Throne, Da ward dem Stolzen Segne uns mit selgem Ster Fluch zum Lohne, Dem armen ben, und mach' uns zu Him Zöllner, was er bat. Alle En melserben! KI gel Gottes weihten Den Tag sd dit boit Vom 1 Gott sey hoch gepriesen, Daß er uns hat unterwiefen! 91 Vom Lobe Gottes. Allgemeine Lob- und Danklieder. 155.* Herr Gott, dich loben zu erlösen das menschliche Ge schlecht. wit! Herr Gott, wir danken dir! Dich, Gott Vater in Ewigkeit, Du hast dem Tod zerstört die Macht, Ehret die Welt weit und breit. Und all' Christen zum Himmel All Engel und des Himmels bracht. Heer, Du fizest zur Rechten Gottes Und was dient zu deiner Ehr', gleich, Die Cherubim und Seraphim Mit aller Ehr' in's Vaters Singen immer mit hoher Stimm': Reich. Geht über Himmel und Erden weit. Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Der Nun hilf uns, Herr, den Dies nern dein, Herr Herr Bebaoth! Dein' göttlich' Macht und Herrlichkeit Ein Richter du zukünftig bist Alles, was todt und lebend ist. Die mit deinem theuren Blut, erlöſet ſeyn. Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heil'gen am ewgen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Christ, Die theuren Märtrer allzumal Und segne, was dein Erbtheil ist. Loben dich, Herr, mit frohem Wart und pfleg' ihr zu aller Schall. Zeit, Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit; Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Und heb sie hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehren deinen Namen stetiglich. Deinen rechten und ein'gen Sohn, Behüt uns doch, o treuer Gott, Den heilgen Geist und Tröster Vor aller Sünd' und Missethat! werth Sey gnädig uns, o Herr und Gott! Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Sen gnädig uns in aller Noth! Du König der Ehren, Jesu Christ, Beig uns deine Barmherzigkeit, Gottes Baters ewger Sohn du Wie unsre Hoffnung zu dir steht. bist. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, Der Jungfrauen Leib nicht haft In Schanden laß uns nimmerverschmäht, 1 mehr! Amen! 156. Allein Vom Lobe Gottes. In bekannter Melodie. Leben, Nimmt dich in seinen 156. Allein Gott in der Schooß, mit reichem Troft be Höh' sey Ehr', schüttet, Verjüngt dem Adler Und Dank für seine Gnade! gleich. Der Herr schafft Recht, Darum, daß nun und nimmer- behütet, Die leid'n in seinem mehr Uns rühren kann kein Scha- Reich. de. Ein Wohlgefall'n Gott an 2. Er hat uns wissen lassen uns hat; Nun ist groß Fried' Sein heilig Recht und sein Ges ohn' Unterlaß. All Fehd' hat richt, Auch seine Güt, ohn' Maanun ein Ende. Ben; Es mangelt an Erbarmung 2. Wir loben, preisn, anbe- nicht. Den Zorn läßt er bald ten dich, Für deine Ehr' wir dan- fahren, Straft nicht nach unsrer ken, Daß du, Gott Vater, ewig Schuld, Läßt Gnad' uns wi lich Regierst ohn' alles Wanken. derfahren, Den Blöden seine Ganz unermeß'n ist deine Macht; Huld. Sein Güt' ist hoch er Forthin geschieht, was du bedacht. haben Bei dem, der fürchtet ihn. Wohl uns des guten Herren! So fern der Ost vom Abend, 3. O Jesu Christ! Sohn, Ein- Ist unsre Sünd' dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen, gebor'n Deines himmlischen Baters, Versöhner derer, die ver- Wenn ihre Kinder Hülflos schrein; lor'n, Du Stiller unsers Ha So will der Herr uns Armen, ders! Lamm Gottes, heilger Wenn wir ihn ehren, Vater seyn. Herr und Gott, Nimm an die Er kennet unsre Schwäche, Er Bitt in unsrer Noth; Erbarm weiß, wir sind nur Staub, Wie dich unser aller! monisdi Gras auf dürrer Fläche, Ein 92 4. O heilger Geist, du höch- Blum' und fallend Laub. Wenn stes Gut, Du all'rheilfamster Winde drüber wehen, So ist es Tröster! Vors Teufels G'walt nicht mehr da; So wird der fortan behüt, Die Jesus Christ Mensch vergehen, Sein Ende ist erlöste Durch große Mart'r und ihm nah. scissor spang bittern Tod. Wend' ab all un- 4. Nur Gottes Gnad' alleine sern Jamm'r und Noth; Wor- Steht fest und bleibt in Ewigauf wir uns verlassen.dekeit. Heil dir, des Herrn Gemeine Die stets sich seinem In eigener Melodie.Dienste weiht, Die ihr den Bunt 157. Nun lob mein Seel behaltet! Er herrscht im Him den Herren! Was melreich. Ihr starken Engel wal in mir ist, müß Andacht seyn, tet Des Lobes, preist zugleid Sein Wohlthun zu verehren, Den größen Herrn der Ehren. Vergiß nie, Herz, dich ihm zu Und treibt sein heilig Wort! Mein weihn! Er hat dein' Sünd ver- Geist soll auch vermehren Sein geben, War gleich die Schuld Lob an jedem Ort.in sehr groß; Er schüßt dein armes 5. Sey Lob und Preis un Ehre Vom Lobe Gottes. Ehre Gott Vater, Sohn und In eigener Melodie. heilgem Geist! Er gebe und ver: 159.* Was soll man dir mehre, Was er aus Gnaden für Lob, o Vas 93 uns verheißt! Daß wir ihm fest ter fingen? Hat auch ein Mensch vertrauen, Verlassen uns auf ihn, die Kraft, es zu vollbringen? Von Herzen auf ihn bauen, Daß 2. Du hast aus nichts den wir in rechtem Sinn Ihm alle- Himmel und die Erden, Und als zeit anhangen, Ihn ehren jede les, was darin ist, lassen werden; Stund'. Herr, laß uns dies 3. Uns Menschen drauf nach erlangen! Wir flehn aus Her- deinem Bild formiret, Und mit zensgrund. Verstand und Gaben schön ge zieret. In bekannter Melodie. 158.* un banket alle Gott 4. Du läsfest uns in deinem Worte lehren, Wie wir dir die Mit Herzen, Mund nen sollen und dich ehren. und Händen, Der große Dinge 5. Von Kindheit an hast du thut Hier und an allen Enden, uns stets ernähret; Was wir Der lebend uns erhält Von bedurften, väterlich bescheret. Mutterleibe an, Und thut uns 6. Du speisest alles Fleisch alles Guts, Mehr als man zäh- mit Wohlgefallen, Und schützest len kann. uns, so lange wir hier wallen. 2. Es wolle unser Gott Ein 7. Wenn Kreuz und Trübsal fröhlich Herz uns geben! Er uns auch oft berühret, So wers lasse uns, sein Volk, Im Frieden den wir doch gnädig draus geimmer leben! Er zeig' uns jeführet. jederzeit, Daß seine Gnad' und 8. Sehr groß ist deine Weiss Treu Bei uns und unserm Land heit, Güt' und Stärke, Und wunBeständig wirksam sey! derbar sind alle deine Werke. 3. Der große, starke Gott 9. Herr, wir bekennen es mit Woll' uns von allem Bösen, unserm Munde, Und danken dir Und was uns schaden möcht' dafür von Herzensgrunde. Gewaltiglich erlösen! Er schütz' 10. Lob sey dir, Vater, der und rette uns, Er helf uns alle- du mit dem Sohne Und heilgem zeit, So lange er uns hier Das Geist regierst auf einem Throne! Leben noch verleiht! 11. Dein großer Name sey 4. Gott Vater, dir sey Preis von uns gepriesen Für alles Hier und im Himmel oben; Gott Gute, das du uns erwiesen! Sohn, Herr Jesu Christ, Wir 12. Hilf, daß wir dir im Glauwollen dich stets loben; Gott ben fest anhangen, Und einst die heilger Geist, dein Ruhm Er- Seligkeit bei dir erlangen! schalle mehr und mehr! O Herr, In eigener Melodie. dreieinger Gott, Dir sei Lob, 160. Gott ist mein Lied! d Preis und Ehr! Er ist der Gott der Stärke. 94 Vom Lobe Gottes. Stärke. Groß ist sein Nam', Ehre, Dein Lob in meinem und groß sind seine Werke, Und Munde sein! alle Himmel sein Gebiet. 11. Wer kann die Pracht Von 2. Er will und sprichts; So deinen Wundern fassen? Ein find und leben Welten. Und er jeder Staub, den du hast wer: gebeut; so fallen durch sein den lassen, Verkündigt seines Schelten Die Himmel wieder in Schöpfers Macht. ihr Nichts. 12. Der kleinste Halm Ist 3. Licht ist sein Kleid, Und deiner Weisheit Spiegel. Du seine Wahl die beste. Er herrscht Luft und Meer, ihr Auen, Thal als Gott, und seines Thrones und Hügel, Ihr send sein Lob: Veste Ist Wahrheit und Ge- lied und sein Psalm! rechtigkeit. 13. Du tränkst das Land, 4. Unendlich reich, Ein Meer Führst uns auf grüne Weiden; voll Seligkeiten, Ohn' Anfang Und Nacht und Tag, und Korn Gott, Und Gott in ewgen 3ei- und Wein, und Freuden Em. ten! Herr aller Welt, wer ist pfangen wir aus deiner Hand. dir gleich? 14. Kein Sperling fällt, Herr, 5. Was ist und war Imlohne deinen Willen; Sollt ich Himmel, Erd' und Meere, Das mein Herz nicht mit dem Troste kennet Gott; und seiner Werke stillen, Daß deine Hand mein Heere Sind ewig vor ihm of- Leben hält? fenbar. 15. ft Gott mein Schub, 6. Er ist um mich, Schafft, Will Gott mein Retter werden; daß ich sicher ruhe; Er schafft, So frag ich nichts nach Himmel was ich vor oder nachmals thue, und nach Erden, und biete selbst Und er erforschet mich und dich. der Hölle Truß. M. Hast du denn, liebster. 7. Er ist dir nah, Du fizest oder gehest; Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft, So 161. Lobe den Herren, den allmächtgen König ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn, Und der Ehre! Stimme frohlockend allen Rath der Seele. Er weiß, mit ein in die himmlischen Chöre! wie oft ich Gutes thu und fehle, Seele, dein Dank Schalle mit Und eilt mir gnädig beizustehn. frohem Gesang Deinem Erhal 9. Er wog mir dar, Was er ter zur Ehre! mir geben wollte; Schrieb auf 2. Lobe den Höchsten, der al sein Buch, wie lang ich leben les so weislich regieret, Der dich follte, Da ich noch unbereitet bis hieher mit Weisheit und Güte geführet, Der dir gewährt, Was 10. Nichts, nichts ist mein, dich erfreuet und nährt. Dank Das Gott nicht angehöre. Herr, es ihm innigst gerühret! immerbar soll deines Namens 3. Lobe den Höchsten, der dei war. nen Vom Lobe Gottes. 95 nen Leib kunstvoll bereitet, Der sterniß in Licht; Er ist allgegendir Gesundheit verliehen, dich wärtig. freundlich geleitet! In wie viel 4. Und wenn dein Auge sterNoth Hat nicht der gnädige Gott bend bricht, Wenn alle Sinne Ueber dir Flügel gebreitet? schwinden, Das starre Herz nun 4. Lobe den Höchsten, der dei- ferner nicht Der Freundschaft nen Stand sichtbar gesegnet! Trost empfinden Nicht liebevoll Ströme des Guten hat auf dich mehr schlagen kann; So schau fein Wohlthun geregnet. Denke auf ihn, denn er ist dann, Auch daran, Was der Allmächtge kann, dann noch gegenwärtig. Der dir mit Liebe begegnet! 5. Dann schwingst du dich 5. Lobe den Herrn! O wie zu ihm hinauf, Zu seines Himselig ists, seiner sich freuen! Al- mels Wonne, Beginnest einen les was Odem hat, komm ihm neuen Lauf, Siehst eine neue ein Danklied zu weiben! Dan Sonne; Schaust ihn, der alle ket dem Heern! Freut euch; wer Welten lenkt, Im Tod und Lewollte nicht gern, Gern seines ben Freude schenkt; Er ist allGottes fich freuen? gegenwärtig. M. Es ist das Heil uns. 162. 3 schwing dich auf, Gott, o Seele, In eigener Melodie. 163.* * Collt ich meinem Gott nicht finUnd fühle Dank und Wonne! gen? Sollt ich ihm nicht dank: Er, der da lenkt der Welten bar seyn? Denn ich seh in allen Lauf, Den Lauf der schönen Dingen, Wie so gut ers mit Sonne, Er, der die ganze mir mein'. Ists doch nichts, Schöpfung lenkt, Auf jedem als lauter Lieben, Was sein Pfad uns Freude schenkt, Er ist treues Herz erregt, Das ohn' allgegenwärtig. Ende hebt und trägt, Die in 2. Wenn du, zu thun, was seinem Dienst sich üben. Alles ihm gefällt, Den frommen Bor- Ding währt seine Zeit; Gottes saß fassest; Wenn du die Eitel- Lieb' in Ewigkeit. feit der Welt Und ihre Thorheit 2. Wie ein Adler sein Gefiehaffest; So mangelt dir nie Licht der Ueber seine Jungen streckt, und Kraft, Denn er, der das Also hat auch hin und wieder Vollbringen schafft, Er ist all: Mich des Höchsten Arm bedeckt; gegenwärtig. Ja auch schon im Mutter- Leibe, 3. Wenn er dir heitre Tage Da er mir mein Daseyn gab, giebt, und dieses Lebens Freu- Und das Leben, das ich hab', den, Und wenn er deine Zu- und noch diese Stunde treibe. gend übt Durch Prüfung schwe- Alles Ding uc. rer Leiden; So hoff auf ihn 3. Sein Sohn ist ihm nicht. und zage nicht, Er wandelt Fin- zu theuer; Rein, er giebt ihn für 96 Vom Lobe Gottes. für mich hin, Daß er mich vom Aus so mancher Angst genesen. ewgen Feuer Durch sein theures Alles Ding c. Blut gewinn'. O du unergründ- 8. Wie so manche schwere ter Brunnen! Wie will doch Plage Hatt' ein Satan herges mein schwacher Geist, Ob er führt! Und sie hat doch meine sich gleich hoch befleißt, Deine Tage Niemals noch bisher be Tief ergründen können? Alles rührt. Gottes Engel, den er Ding ic. sendet, Hat das Böse, das der 4. Seinen Geist, den edlen Feind Unzurichten mir gemeint, Führer, Giebt er mir in seinem In die Ferne weggewendet. Wort, Daß er werde mein Re- Alles Ding 2c. gierer Durch die Welt zur Him- 9. Wie ein Vater seinem melspfort, Das er mir mein Kinde Niemals ganz sein Herz Herz erfülle Mit des Glaubens entzeucht, Wenn es gleich, verhellem Licht, Daß des Todes führt zur Sünde, Oft vom rech Macht zerbricht, und die Hölle ten Pfade weicht; Also hält auch selbst macht stille. Alles Dingic. mein Gebrechen Mir mein treuer 5. Meiner Seele Wohlerge Gott zu gut, Straft mein Fle hen Hat er ja recht wohl be hen mit der Ruth, Will nicht dacht; Will am Leibe Noth ent- mit dem Schwerdte rächen. Alstehen, Nimmt ers gleichfalls les Ding ic. wohl in Ucht. Wenn mein Kön- 10. Seine Strafen, seine nen, mein Vermögen Nichts ver- Schläge, Obgleich oft mein Auge mag, nicht helfen kann, Kommt weint, Sind doch, wenn ichs mein Gott und fängt mir an, recht erwäge, Nichts als Zeichen, Sein Vermögen beizulegen. Al- daß mein Freund, Der mich lieles Ding c. bet, mein gedenke, Und mich von 6. Himmel, Erd' und ihre der schnöden Welt, Die uns Heere Hat er mir zum Dienst hart gefangen hält, Durch das bestellt. Wo ich nur mein Aug Kreuz zu sich hinlenke. Alles hinkehre, Find ich, was mich Ding c. nährt und hält. Thiere, Kräu- 11. Das weiß ich fürwahr ter und Getraide, In den Tie- und lasse Mirs nicht aus dem fen, in der Höh, In den Bü- Sinne gehen, Christenkreuz hat schen, in der See, Ueberall ist seine Maaße, Und muß endlich meine Weide. Alles Ding c. stille stehn. Wenn der Winter 7. Wenn ich schlafe, wacht ausgeschneiet, Tritt der schöne fein Sorgen, Und ermuntert mein Sommer ein; Also wird auch Gemüth, Daß ich jeden lieben nach der Pein, Wers erwarten Morgen Schaue neue Lieb und kann, erfreuet. Alles Ding u. Güt. Wäre mein Gott nicht 12. Weil denn weder Ziel gewesen, Hätte mich sein Unge- noch Ende Sich in Gottes Liebe sicht Nicht geleitet, wär' ich nicht findt, O so heb ich meine Hände Zu 97. Vom Lobe Gottes. Zu dir, Bater, als dein Kind, 2. Erkennt, daß Gott ist unBitte, wollst mir Gnade geben, ser Herr, Der uns erschuf zu Dich aus aller meiner Macht seiner Ehr! Nicht durch sich selbst, 3u umfangen Tag und Nacht durch Gottes Gnad Ein jeder Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit! Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns immer wohl bedacht, hat uns zu seinem Volk gemacht; Er führt uns mit Barmherzigkeit Den Weg zu unsrer Seligkeit. 4. Ihr, die ihr bei ihm wolHoheit an! Menschen, Christen, let sein, Kommt, geht zu seinem Freunde, Brüder! Viel hat er Thor herein! Lobt Gott mit an uns gethan. Seht, wir schö- froher Psalmen Klang: Shm pfen, was wir haben, Aus dem schalle euer Lobgefang! Strome seiner Gaben, Jedes 5. Dankt unserm Gott, lobGut, das uns entzückt, finget ihm! Rühmt all' sein Thun Vorzug, der uns schmückt. mit lauter Stimm! Lobsingt Jeden 2. Keiner rühme seiner Stärke, und danket allesammt! Gott loSeiner Kunst und Weisheit sich! ben, das ist unser Umt. Jeder rühme deine Werke, Va- 6. Er ist voll Güt' und Freundter, jeder rühme dich! Voll von lichkeit, Voll Lieb und Treue je tiefer Demuth preise Dich der derzeit. Sein Gnade währet Starke, dich der Weise! Thre dort und hier, Und seine WahrKraft und ihr Verstand Sind heit für und für. Geschenke deiner Hand. M. Jesu, der du meine Seele. 164. allet nieder! fallet nie7. Gott Bater, auf dem höch3. Dich, mein Vater, will ich sten Thron, Und Jesus Christ, loben Demuthsvoll bis in den sein ein'ger Sohn, Des Vaters Tod. Ewig sei von mir erho: und des Sohnes Geist Sey nun ben Ueber alles, o mein Gott! und immerdar gepreist! Ungebetet sollst du werden, Weil im Himmel und auf Erden KeiIn eigener Melodie. ner bir an Größe gleicht, Keiner 166.* Dank fagen wir alle ie dich ganz erreicht. M. Vom Himmel hoch, da. und unserm Herrn Christo, Der uns mit seinem Worte hat erleuchtet, Und dem uns erlöset mit seinem Blute 165.* Nun jauchz Herren alle Welt! von des Teufels Gewalt. Kommt her, zu seinem Dienst 2. Den sollen wir alle Mit euch stellt! Kommt mit Froh- seinen Engeln loben mit Schalle; locken, säumet nicht, Kommt vor Singen: Preis sei Gott in der sein heilig Ungesicht! Höhe! G Zweite 98 3 weite Abtheilung. Katechismuslieder. $ 20 M. Nun ruhen alle Wälder. 7. Wir sind noch unerfahren; 167. Kommt, Kinder, anzu- Uns reißt in jungen Jahren Der beten! Laßt uns zum Leichtsinn leicht dahin. Laß uns Vater treten, Der Aller Vater die Lust der Sünde, Daß sie uns heißt! Er ists, der uns das Le- nicht entzünde, Als tödtend Gift ben Und seinen Sohn gegeben; der Schlangen fliehn! O fleht um seinen heilgen Geist! 8. Herr, laß zu allen Zeiten 2. Es mangelt unsrer Jugend Uns deine Gnade leiten Auf gu Un Weisheit und an Tugend; ter, ebner Bahn! Führ uns in Wir kennen Jesum nicht. Er früher Jugend Durch Gottes leucht' uns, dir zum Preise! Herr, furcht und Tugend Zum Glück mach uns gut und weise Durch des ewgen Lebens an! deines guten Geistes Licht! 3. Lehr uns den Heiland kenM. Dir, dir, Jehova will. nen! Gieb, daß, wenn wir ihn 168. Du läsfest, Herr, uns unterweisen; Du nennen, Sich unser Herz erfreu! Hilf, daß wir stets ihm gläuben zeigest uns den Werth der Chri Und ihm gehorsam bleiben! Mach stenpflicht; O gieb, daß wir dich unser Herz ihm recht getreu! würdig preisen, Und segne jest 4. Prág alle heilge Lehren, des Lehrers Unterricht! Laß un Das Gute, das wir hören, Tiefser Herz zum Guten munter in die Herzen ein! Gieb, daß seyn, Und sich des Lohns der wir sie zum Segen Behalten Lernbegierde freun. und erwägen! Hilf uns des Wor tes Thäter seyn! 2. Hier wird der Saame aus: gestreuet, Der fünftig blühn und 5. Vermehr in uns die Triebe Früchte tragen soll. Wer früh Zum Beten und zur Liebe, Zum sich schon der Tugend weihet, Fleiß, zur Folgsamkeit! Mach' Legt früh den Grund zu seinem Unvernunft und Laster Uns täg- wahren Wohl. Aus regem Fleiß lich mehr verhaßter; Denn kost- und steter Frömmigkeit Quillt Ruh und Segen für die Ewigkeit. bar ist des Lebens Zeit. 6. Wir sind schon jest, als Kinder, O Vater, vor dir Sünm. Liebster Jesu, wir sind. der; Uch geh nicht ins Gericht! 169. Voll von Liebe war dein Herz, Heiland Gott, sey uns gnädig, schenke Uns unsre Schuld, gedenke Der aller Menschenseelen! Dich er Sünden unsrer Jugend nicht! füllte Gram und Schmerz, Sahst du Katechismuslieder. 99 du sie des Ziels verfehlen, Wo Niedrigkeit; So wirst du nie dich die Weisen und die Frommen unterwinden, Mit thörichter Vers Selig einst zusammen kommen. messenheit 3u tadeln, was sein 2. Auch den Kindern zeigtest Rath beschließt, Der wunderbar, du Stets dein innigstes Erbar- doch heilig ist. men; Freundlich riefst du ihnen 3. Wirst du den Höchsten zu, Faßteft sie mit Liebesarmen, kindlich scheuen, So wird dir Nahmst sie auf zu deinem Reiche, keine Pflicht zur Last; Du wirst Daß ihr Herz der Sünd' ent- nur das vor ihm bereuen, Daß weiche. du sie oft versäumet hast. Wer 3. O wer kann so fühllos Gott als Zeugen vor sich hat, seyn, Deiner Huld nicht zu ge- Der freut sich jeder guten That. denken? Alles willst du uns 4. Wenn Nacht und Dunkelverleihn, Willst zur Seligkeit uns beit dich decken, Die dem Verlenken, Suchen wir nur deinen brecher Muth verleihn, Wird Willen Früh schon eifrig zu er- dich die Furcht des Herrn erfüllen. wecken, Auch dann, was unrecht 4. Ja, dein gnadenreiches ist, zu scheun. Du weißt, vor Wort Leitet uns auf allen We Gottes Ungesicht Fst Finsterniß gen, Lockt uns vom Verderben wie Mittagslicht. fort, Giebt uns Ruhe, Muth 5. Den Höchsten vor der Welt und Segen, Und in bangen To-[ verehren, Wie in der tiefsten Eindesleiden Zeigt es uns des Him- samkeit, Auf des Gewissens mels Freuden. Stimme hören, Und willig thun, 5. Fern, o Heiland, ewig fern was sie gebeut; Auch das lehrt Sey der Leichtsinn von uns allen! dich die Furcht des Herrn, Auch Jeder lerne still und gern Dir das thut sein Verehrer gern. durch Frömmigkeit gefallen! Jeder finge dir zur Ehre: Heilig sey uns Jesu Lehre! M. Wer nur den lieben Gott. 170. Willst du der Weisheit 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihr entfernst; So wird die Furcht des Herrn dich stärken, Daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Quelle kennen? Höchsten wohlgefällt, Ist glückEs ist die Ehrfurcht vor dem lich, selbst beim Hohn der Welt. Herrn. Wir dürfen den nür 7. Vor dem Almächtigen fich weise nennen, Der alle seine scheuen, Giebt Heldenmuth und Pflichten gern, Weil Gott es Freudigkeit, Wenn uns der Men= ihm gebeut, vollbringt, Wenn schen stolzes Dräuen, Was Gott gleich kein Mensch ihn dazu mißfällt zu thun gebeut. Ist zwingt. Gott mein Schuß, mein Heil 2. Lern Gottes Größe recht und Licht; So beb' ich vor den empfinden, Und fühle deine Menschen nicht. 62 8. Laß, Katechismuslieder. 100 8. Laß, Herr, mich diese Furcht M. Befiehl du deine Wege. regieren, Hoheit sehn! Dies wird auch Mich stets auf deine 171.* Laß mich dein ſeyn und bleiben, Du treuer mich zur Weisheit führen, Und Gott und Herr! Von dir laß niemals werd' ich irre gehn. O mich nichts treiben, Halt mich wohl dem, der dich findlich bei reiner Lehr! Ach Herr, laß scheut! Dich fürchten, Gott, ist mich nicht wanken, Gieb mir Seligkeit. Beständigkeit! Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Das erste Hauptstück. den zehn zehn Bon d'en Geboten. M. Lobt Gott, ihr Christen. 7. Entweihe meinen Namen 172. Gehova stand auf Si- nicht; Mit Ehrfurcht sprich von nai, Und die Po- Gott. Mein großer Name hei faune schwieg. Die Nacht ward ßet Herr; Dem Sünder will stets mehr Nacht um ihn. So ichs seyn. sprach der Ewige: 8. Du sollst den Sabbath hei 2. Ich bin Jehova, der dich, ligen. Da sollst du ruhn; du Volk, Aus deinem Elend rief! sollst Gedenken diesen Tag an Nimm neben mir, der ewig ist, mich, Den Schöpfer jeder Welt. Nicht andre Götter an. 9. Den Vater ehr und ehr 3. Mach dir von dem, der auch stets Das Weib, das dich dich erschuf, Von ihm kein sinn- gebahr, Damit dein Lohn Glückse lich Bild; Kein Bild, nicht eines aus dem Meer, Der auf der Woge schwimmt. ligkeit und langes Leben sey. 10. Lösch aus das Feuer schnellen Zorns, Lösch aus der 4. Nicht eines, der auf Staube Rache Glut. Vergieß das Blut geht, Bald selbst zu Staube wird. des Bruders nicht, Den Gott Die Sonne selbst, die er erschuf, mit dir erschuf. Ist sein zu schwaches Bild. 11. Brich nicht der Ehe theu 5. Wenn du vom Unerschaff- ren Bund, Sey rein und keusch nen weichst, So werd ich Rä- vor mir. Beraube deinen Näch cher seyn. Der Uebertreter soll es sten nicht; Gieb jedem seinen Lohn. noch Un Jakobs Nachwelt sehn. 12. Du sollst kein falscher 6. Dem Guten aber, der mich Zeuge sein, Da, wo der Richter liebt, Und mein Gesetz bewahrt, siht. Schänd' auch des Guten Ihm, und wohl Tausenden nach Ehre nicht; Verläumder haßt ihm, Will ich Erbarmer seyn. dein Gott. 13. Begehre Von den zehn Geboten. 101 13. Begehre nicht des Näch- That nicht schlecht;« Und die sten Haus, Noch seiner Jugend That ist doch nicht recht. Weib, Den Knecht nicht, der 7. Aber dann wird nicht be= ihm dient, das Vieh, Das ihn dacht, Daß uns Leichtsinn fehernähret, nicht. len macht, Daß ein Schein, der 14. Wer mein Gesetz nicht uns betrügt, Ueber das Gewisganz erfüllt, Den treffe Fluch sen fiegt. und Tod! Der soll mein Unge- 8. Drum ihr Menschen, ist sicht nicht sehn! Der Gott der es schön, Um Erleuchtung Gott Götter sagts. zu flehn, Wie dies Salomo einst er bat. 15. Der Weltversöhner hing that; Und Gott gab ihm, was am Kreuz, Und neiget in die Nacht Sein Haupt, mit Blut bedeckt, und rief: Es ist vollbracht! und starb. M. Es ist gewißlich an der.. 174.* Herr, deine Rechte, dein Gebot, Wor= M. Gott sey Dank in aller Welt. nach wir sollen leben, Wollst du 173. Feber trägt mit_fich Reder trägt mit sich mir immer, o mein Gott, Vor umher Einen Spie Augen lassen schweben; Daß ich gel, worin er Unverholen sieht zum Guten willig sey, Sorgfälund liest, Wie's mit ihm be- tig ohne Heuchelei, Was du beschaffen ist. fiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein 2. Jede gute That, die wir vertrau, Dich fürchte und dich Willig thun, die freut uns hier, liebe; Nicht auf der Menschen Unser Herz erkennet sie; Dieser Kräfte bau, Nie troftlos mich Lohn entgeht uns nie. betrübe. Laß nie der Großen Gnad und Gunst, Der Reichen Witz und Pracht und Kunst Zu meinem Abgott werden. 3. Süß ist des Gewissens Lohn, Ist des Himmels Vorschmack schon; Fried' und Freud in eigner Brust, D was glei chet dieser Lust? 3. Gieb, daß ich dich von 4. Aber bitter ist die Pein, erkenne, Und daß mit Andacht Herzensgrund Für meinen Herrn Selbst ein Richter sich zu seyn, stets mein Mund Gott deinen Und ein Richter, der durch List Namen nenne. Laß mich bedenEwig unbestechlich ist. 5. Ehret des Gewissens Macht, der Tauf versprach, Wozu sie ten jeden Tag, Was ich dir in O ihr Menschen, Tag und Nacht! mich verbindet. Gott ists, der es in euch schuf; 4. Um Tage deiner heilgen Achtet es als Gottes Ruf! Ruh Laß früh mich vor dich uns treten; Die Zeit auch heilig brinGegen zu Mit Danken und mit jenel Beten; Daß meine Lust ich hab an 6. 3war wir täuschen auch leicht, Denken: das wissen schweigt, Drum sey 102 Katechismuslieder. an dir, Dein Wort gern höre, 10. Laß mich des Nächsten und dafür Dich durch Gehorsam Haus und Gut Mit Unrecht nie preiſe. begehren. Was mir zum Leben 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig- nöthig thut, Das wollst du mir keit, Die vorgesetzt mir wer- gewähren; Doch, daß es Nieden, Laß mich so ehren jederzeit, mand schädlich sey, Und ich ein Daß mirs wohl geh auf Erden. ruhig Herz dabei Und deine Für ihre Treu und Sorg' laß Gnad' behalte. mich, Auch wenn sie werden 11. Herr und Schöpfer wunderlich, Gehorsam seyn und aller Welt, Ich kenne deinen dankbar. Willen, Und gern wollt ich, wie 6. Hilf, daß ich nimmer eigne dirs gefällt, Vollkommen ihn Rach, Noch Zorn und Feind erfüllen; Doch fühl ich wohl schaft übe, Und dem, der mich was mir gebricht, Und daß ich bedeckt mit Schmach, Verzeihe das Geringste nicht Vermag aus und ihn liebe; Sein Glück und eignen Kräften. Wohlfahrt jedem gönn', Drauf 12. Drum gieb du mir von achte, wem ich dienen könn', deinem Thron, Gott Vater, Und thu es dann mit Freuden. Gnad' und Stärke; Verleih mir 7. Unreines Werk der Fin- Kraft, o Gottes Sohn, Zur sterniß, Laß mich mein Lebtag Uebung guter Werke; heilger meiden; Daß ich nicht für die Geist, hilf mir, daß ich Gott Wollust müß Einst Höllenqua- über alles und wie mich Auch len leiden. Schaff in mir, Gott, meinen Nächsten liebe! ein reines Herz, Das Ueppigkeit und frechen Scherz Sich nimmermehr erlaube. M. Sey Lob und Ehr dem. 175. Der Herr ist Gott und 8. Verleih, daß ich mich redkeiner mehr, Frohlich nähr', Und böser Ränke lockt ihm, alle Frommen! Wer schäme, Mein Herz vom Geiz ist ihm gleich? Wer ist, wie er, und Unrecht kehr, Und fremdes So herrlich, so vollkommen? Gut nicht nehme. Was von Sinkt in den Staub; Nur Gott der Arbeit meiner Hand Mir ist groß! Er ist unendlich, gränübrig bleibt, werd angewandt zenlos, Ein unerreichtes Wesen. Auf Arme, nicht auf Hoffart. 2. Shn trifft kein Wechsel 9. Hilf, daß ich meines Näch- flücht'ger Zeit; Der Erst' ist er, sten Glimpf Zu retten mich beflei- wie keiner. Des Hocherhabnen Be, Und von ihm wende Schmach Herrlichkeit Wird größer nie, und Schimpf, Doch Böses nie nie kleiner. Wir Menschen sind gut heiße. Gieb, daß ich lieb' von gestern her; Eh' noch die Aufrichtigkeit, Und Abscheu habe Erde ward, war er, War, eh' jederzeit Um Lästern und am die Welten wurden. Lügen. 3. Um seinen Thron her strömt ein 103 Von den zehn Geboten. ein Licht, Das ihn vor uns verM. Herr Jesu Christ, dich zu. hüllet; Ihn faſſen alle Himmel 176. Wer Gottes Namen nicht, Wie weit er sie erfüllet. frech entweiht, Der Vor seinem Blick ist alles klar, lästert Gottes Heiligkeit, Der Er bleibt verborgen, offenbar achtets nicht, daß Gott es hört, Uns nur durch seine Werke. So oft er fluchet oder schwört. 4. Wir wären nicht, wenn 2. Ihm fehlts an Ehrfurcht seine Kraft Uns nicht gebildet vor dem Herrn, Er ist von wahhätte. Nur er erhält, was er rer Tugend fern; Und ach, aus erschafft, Der Wesen ganze Kette. Leichtsinn denkt er nicht An Tod Bei ihm ist Weisheit und Ver- und Grab und Weltgericht. stand; Bei ihm ist Stärke, seine 3. O du, der immer schwört Hand Lenkt alle Sonnenheere. und flucht, Und Gott so frevel 5. Ist Gott auch jemals von haft versucht, Du häufest selbst uns fern? Weiß er nicht Uller dir Angst und Noth; Denn Gott Wege? Wo ist die Nacht, die erfüllet, was er droht. vor dem Herrn Ein Herz ver- 4. Oft sprichst du: Gott vers bergen möge? Die Finsterniß ist damme mich! Ja, Frevler, einst vor ihm Licht; Gedanken selbst verdammt er dich, Wenn du entfliehn ihm nicht In ihrer er- nicht eilend wiederkehrst, Und sten Bildung. ihn und seine Vorschrift ehrst. 6. Wo ich auch sey, Herr, 5. Oft schwörst du bosheitss siehst du mich, Ich ruhe oder voll bei Gott, Und treibest doch walle; Allgegenwärtig breitet sich mit ihm nur Spott. Du nennst Dein Fittig über alle. Du bist den Namen deines Herrn, Und voll Freundlichkeit und Huld, bleibst doch vom Gehorsam fern. Barmherzig, gnädig, voll Geduld, 6. Einst zieht der Herr dich Ein Bater, ein Verschoner. vor Gericht; Drum sey bedacht. 7. Du bist unsträflich, heilig, sam! schwöre nicht! Nie setze gut, Und reiner als die Sonne. Seligkeit zum Pfand; Sie ist Wohl dem, der deinen Willen ja nicht in deiner Hand. thut; Gehorsam führt zur Won- 7. Betheure nichts bei deinem ne. Du hast Unsterblichkeit allein; Tod, Und wünsche dir auch keine Bist selig, wirst es ewig seyn, Noth! Bedenk, daß Donner, Der Freuden ew'ge Quelle. Blitz und Wind Die Boten 8. Nur dir gebühret Lob und deines Schöpfers sind! Dank, Dir Ruhm und Preis 8. Auch bei dem Satan schwöre und Ehre! Kommt, werdet Got- nicht; Denn er verkannte seine tes Lobgesang, Ihr alle seine Pflicht. Wer bei ihm schwört, Heere! Der Herr ist Gott und der dient ihm nur, Und der Ge keiner mehr! Wer ist ihm gleich, rechte straft den Schwur. wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? 9. Durch Schwüre zeigst du doch nur an, Daß man dir gar nicht Katechismuslieder. 104 nicht glauben kann, Weil du sol M. Es ist das Heil uns. pflichtvergeſſen bist, und thust, 178. Von Sina's wetter. Sprach was ist. 10. Dein Wort, o Christ, sey Gott, vernimms und höre! Be Ja und Nein! Was drüber ist, zeugt, ihr Kinder Israels, Den das sollst du scheun. Wer red Eltern Lieb' und Ehre! Wer lich ist, schweigt lieber still, Wenn lang und glücklich leben will, man ihm so nicht glauben will. Gehorche schnell und froh und still Den Vätern und den Müttern. M. Wer nur den lieben Gott. 2. O Vater aller Kinder, gieb 177. Wie lieblich ist, o Herr, die Stätte, Wo dei Den Kinderherzen Liebe, Zum nes Namens Ehre wohnt! freudigsten Gehorsam Trieb, Zu gieb, daß ich sie gern betrete, allem Guten Triebe! Du bist, Weil da dein Segen die belohnt, den nie ein Auge fah, In El Die deines Wortes sich erfreun, tern sichtbar uns und nahi, O Und dir des Herzens Undacht erster aller Väter! weihn. 3. Du fegneft jeden, der sich 2. Wohl dem, der in der Dei- gern Der Herrschaft unterziehet, nen Mitte Dich zu verehren Ernst Dem Lehrer folgt, in jedem Herrn Dich, Herr der Herren, beweist! Du hörst sein Lob und fehet! Dein Wille, Gott, ver seine Bitte; Du stärkst mit neuer kündigt sich Durch Menschen. Kraft den Geist, Daß er auf willen, dich, ja dich, Ehrt, wer deiner Wahrheit Bahn Recht die Obern ehret! schaffen vor dir wandeln kann. In voriger Melodie. 3. Dein Wort, Herr, bleibt nicht ohne Segen; Es rührt und beſſert unser Herz. Es ist ein 179. Nicht tödten sollst du, sprach der Herr Von Licht auf unsern Wegen, Und Sina's Wolkensißen. So hilf tröftet uns im bängsten Schmerz; uns denn, Allmächtiger, Des Beim Aufruhr jeder Leidenschaft Bruders Leben schützen! Mit Giebt es zum Siege Muth und Freuden eile jedes Herz, Zu linKraft. dern Menschennoth und Schmerz, Gefahren abzuwenden. 4. Auch uns wollst du dies Glück gewähren, Wenn wir in 2. O gieb uns Kraft und deinen Tempel gehn, Um uns Heldenmuth, Mach in Gefahr durch deiner Weisheit Lehren uns eilig, 3u retten kühn des Gebeffert und erbaut zu sehn. Bruders Blut; Es sey uns Laß dir das Lob, das wir dir Brüdern heilig! Und jede That weihn, Ein angenehmes Opfer und jeder Blick, Und jedes Wort feyn. sen Bruderglück, Sey Brüdern Kraft und Leben! 3. Der 105 Von den zehn Geboten. 3. Der Mensch, der Lebens2. Gieb eine keusche Seele kraft erstickt, Den Brüdern mir, Daß ich mit meinem Leibe Frohsinn raubet, Durch harte Nie frevle, daß er immer dir, Urbeit Menschen drückt, Und O Gott, geheiligt bleibe; Daß Stärkung nicht erlaubet, Weh rein und keusch mein Auge sey, ſeinem trägen stolzen Wahn! Und sittsam, daß ichs immer frei Ihr bleiches Untlig klagt ihn zu dir erheben könne. an; Zwiefach ist er ein Mörder. 3. Von meinen Lippen töne 4. Es weckt, o Liebender, dein nie, Was schädlich ist zu hören; Wort In uns die reinsten Triebe, Nie laß der Unschuld Rechte sie Nennt Bruderhaß schon Bru- Durch frechen Scherz entehren, dermord, Und spricht von nichts Bestimmt zum Opfer des Ge als Liebe. O gieb uns Liebe, bets Und deines Lobes, rede Liebe freut Dich, o du Liebe! stets Mein Mund, was nützt Haß und Neid ft Satanslust und bessert! und Hölle. 4. Mein Ohr laß dir nur 5. Der Dulder, dem kein offen seyn, Taub bei der WolSonnenlicht Sein Elend mehr lust Bitten, Mein Herz und erheitert, Den heilt oft Liebe; meine Sitten rein, Wie Josephs fie zerbricht Den Fels, dran Herz und Sitten; Daß ihrer alles scheitert. Der Leidende, Stimme Schmeichelei mir nicht dem deine Hand So manche durch ihre Zauberei Der Unschuld Wunde selbst verband, Algüt- Würde raube! ger, sey uns heilig! 5. Uch, wo die Unschuld flicht, 6. Vom Himmel kam dein da flieht Der Tugend Ruh und großer Sohn, Der Menschen Stille; Da, wo der Wollust Noth zu stillen; Nicht Schmerz Flamme glüht, Fehlt selbst der und Tod, nicht Spott und Hohn, gute Wille. Sie wüthet, tödtet Nichts schwächte seinen Willen. und verheert Mehr Segen, als Mit starkem Urm, o Gott, ent- das Schwert zerstört, Als Pest riß Er uns der Noth und Fin- und Glut zerstören. sterniß, Hilf uns, gleich ihm, zu lieben! M. Allein Gott in der Höh. 6. In seinem Taumel, ach, vergißt Der trunkene Verbrecher, Daß Gott allgegenwärtig ist, Ein Eiferer, ein Rächer; Ver180. Mein Leib foll, Gott, stockt sich und verfolgt mit Spott dein Tempel seyn Die Zugend, höhnt dein Wort, Mit allen meinen Gliedern; Ihn o Gott, Und Jesum, den Erlöser. soll ich dir zur Ehre weihn, Zum 7. Und dieser Leib, den er Dienste meinen Brüdern; Gieb, entweiht, Der wird einst auferdaß ich dies dein Heiligthum Für stehen; Dann wird er ihn in fie und, Herr, für deinen Ruhm Ewigkeit Bedeckt mit Schande Stets unbefleckt bewahre! fehen, Wird selbst sich fluchen; auch Katechismuslieder. 106 auch wird er Der Wollust Opfer] In voriger Melodie. um sich her Ihm ewig fluchen 182. du, der Wahrheit hören. Quell, du 8. Heil dem, der deiner nie alle Finsternisse! Nichts ist, was vergißt, Nicht, Gott, dein Werk jede Zunge spricht, Das, Gott, zerstöret; Der immer reines Her- dein Geist nicht wisse. Zu jeder zens ist, und deinen Tempel eh- Beit, an jedem Ort Hörst du, ret! Heil ihm! Auch er wird Auhörer, jedes Wort Des Redauferstehn; Wird, Herr, dein lichen und Lügners! Untlig ewig sehn, Verklärt wie Jesus Christus. M. Es ist das Heil uns. 2. Verläumdung, Lüge, Trug und List Ist Quelle bangen Schmerzens. Wer lügt, entehrt sich selbst und ist Verkehrten, 181. Du sollst nicht stehlen! argen Herzens. Der Wahrheit sprach dein Gott, Gott haßt Satans Knecht, Der Du sollst das Unrecht meiden. lügt, und Unrecht nennet Recht, Fort gilt das heilige Gebot: Und Wahrheit unterdrücket. Gott will kein Unrecht leiden. 3. Uns helle Mittagslicht her. Von Trug und List und Falsch vor Bringst du der Zunge Sünheit rein, Gerecht und treu und den. Was sich verbarg, vernahm billig seyn, Ist Menschenglück und dein Ohr, Wird einst dein Mund Ehre. verkünden. Thn werden aller 2. Fern sen von jeder Men Augen sehn Beschämt und be schenbrust Unredlichkeit und Tücke! bend vor dir stehn, Den neidis Von fremdem Gute fern die Lust! schen Berläumder. Hinweg davon die Blicke! Es 4. Rein sey des Herzens tief nähre täglich jeder Stand Sich ster Grund Von jedem argen mit der Arbeit seiner Hand, Und Triebe! Ein jedes Wort aus schäme sich zu rauben! unserm Mund Sey Wahrheit, 3. Der Allgerechteste vergilt, Weisheit, Liebe! Beleidigung Weiß Unrecht zu erwiedern. Gott des Bruders sey Unmöglich uns, richtet den, der stahl und stiehlt, die reinste Treu Sey unsers Her: Und Unrecht thut den Brüdern. zens Zierde! Drum hasse Trug und arge List! Des Christen Lust ist Wohlthun, In voriger Melodie. ist nicht nehmen, ſondern geben. 183. Nicht böſe That nur, 4. Was hilft der Reue nasser die Begier Zum Blick Dem Räuber fremder Gü Bösen schon ersticke! Sie rufe ter? Ihn segnet nur, giebt ers laut, sie schmeichle dir- O zurück, Der große Menschenhü- wende schnell die Blicke, Und ter. Was du gerecht und treu er- unterdrück in deiner Brust Den wirbst, Geht als ein Segen, wenn ersten Funken arger Lust, Die du stirbst, auf deine Kinder über! Menschenaugen scheuet! 2. Begehre Von den zehn Geboten. 107 2. Begehre nicht des Bruders nichts als Mühe blicken; Doch Blut, Sein Weib nicht, seine weiterhin führt er zum Heil, Freude, Sein Haus, sein Glück Und endlich zum Entzücken. nicht, nicht sein Gut, Den Ruhm 4. Gefeßt, Gott hätt' es uns nicht! rein vom Neide, Von vergönnt, Nach unsers Fleisches Mißgunst rein sey jedes Herz! Willen, Wenn Wollust, Neid Die Lust nach andrer Glück und Zorn entbrennt, Die Lüfte wird Schmerz, Begier ist Quell frei zu stillen; Gesetzt, Gott ließ von Elend. den Undank zu, Den Frevel, dich 3. Sobald die Lust empfan- zu kränken, Den Menschenhaß; gen hat, Gebieret sie die Sünde. was würdest du Von dieſem Sie ruht nicht, bis sie sich der Gotte denken? That, Der Lasterthat, entbinde; 5. Gott will, wir sollen glück. Und Angst und Elend, Tod und lich seyn; Drum gab er uns Pein Wird Folge des Verbre- Gesetze. Sie sind es, die das chens seyn. Wer Ohren hat, Herz erfreun, Sie sind des Leder höre! M. Was mein Gott will. bens Schätze. Er spricht in uns durch den Verstand, Er spricht durch das Gewissen, Was wir, Geschöpfe seiner Hand, Fliehn oder wählen müssen. 184.ft Flagt dein Herz, wie schwer es sey, Den Weg des Herrn zu wan- 6. Ihn fürchten, das ist Weisdeln, Und täglich seinem Worte heit nur, Und Freiheit ists, fie treu zu denken und zu handeln. wählen. Ein Thier folgt Fef= Wahr ists, die Tugend kostet seln der Natur, Ein Mensch Müh, Sie ist der Sieg der Lüste; dem Licht der Seelen. Was Doch richte selbst, was wäre sie, list des Geistes Eigenthum? Was Wenn sie nicht kämpfen müßte? fein Beruf auf Erden? Die Tu 2. Die, die sich ihrer Laster gend! was ihr Lohn, ihr Ruhm? freun, Trifft die kein Schmerz Gott ewig ähnlich werden. hienieden? Sie sind die Sklaven 7. Lern nur Geschmack am eigner Pein, Und haben keinen Wort des Herrn Und seiner Gnade Frieden. Der Fromme, der die finden, Und übe dich getreu und Lüste dämpft, Hat zwar auch gern Dein Herz zu überwinden! ſeine Leiden; Allein der Schmerz, Wer Kräfte hat, wird durch Ge mit dem er kämpft, Verwandelt brauch Von Gott noch mehr be. sich in Freuden. kommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat genommen. 3. Des Lasters Bahn ist an fangs zwar Ein breiter Weg durch Auen; Allein sein Fort- 8. Du streitest nicht durch gang wird Gefahr, Sein Ende eigne Kraft; Drum muß es dir Nacht und Grauen. Der Tu- gelingen. Gott ist es, welcher gend Pfad ist anfangs steil, Läßt beides schafft, Das Wollen und Vollbringen 108 Katechismuslieder. Vollbringen. Wann gab ein Ba-[ re! Vergleiche mit der Ewigkein ter einen Stein Dem Sohn, der Den Kampf so kurzer Jahre Brod begehrte? Bet oft; Gott Das Kleinod, das dein Glaub. müßte Gott nicht seyn, Wenn hält, Wird neuen Muth dir ge er dich nicht erhörte. ben, Und Kräfte der zukünftger 9. Dich stärket auf der Tu- Welt, Die werden dich beleben gend Pfad Das Beispiel felger 11. Und endlich, Chrift, ser Geister: Ihn zeigte dir, und ihn unverzagt, Wenn dirs nicht im betrat Sa selbst dein Herr und mer glücket; Wenn dich, so vie Meister. Nie müsse dich des dein Herz auch wagt, Stets Frechen Spott Auf diesem Wege neue Schwachheit drücket. Got hindern; Der wahre Ruhm ist sieht nicht auf die That allein Ruhm bei Gott, Und nicht bei Er sieht auf deinen Willen. Ein Menschenkindern. göttliches Verdienst ist dein 10. Sey stark, sey männlich Dies kann dein Herz dir stillen allezeit, Tritt oft an deine Bah-| Das zweite Hauptstück. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. 185.* ch glaube an Gott digen und die Todten. J den Vater, allmäch glaube an den heiligen Geif tigen Schöpfer Himmels und eine heilige christliche Kirche, Ge der Erden; und an Jesum Chri- meinschaft der Heiligen, Verge stum, seinen einigen Sohn, un- bung der Sünden, Auferstehun fern Herrn, der empfangen ist des Fleisches, und ein ewige von dem heiligen Geist, geboren Leben. Amen. von Maria, der Jungfrauen, gelitten unter Pontio Pilato, ge= In eigener Melodie. kreuziget, geſtorben und begra: 186.* Wir glauben all' a ben, niedergefahren zu der Hölle, einen Gott, Schi am dritten Tage erstanden ist pfer Himmels und der Erder von den Todten, aufgefahren zu Er, unser Vater, unser Got dem Himmel, fitet zur Rechten Spieß uns seine Kinder werden Gottes, des Vaters, des Ull- Er will uns allzeit ernährem mächtigen, von dannen er kom- Leib und Seele wohl bewahren men wird, zu richten die Leben- Allem Unfall will er wehren Kein Von den Artikeln des christlichen Glaubens. 109 Kein Leid soll uns widerfahren; Wunder der Werke, Die dir Er forget für uns, schützt und die Schöpfung aufgestellt! Verwacht, und alles steht in seiner kündigt Weisheit und Ordnung Macht. und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und 4. Kannst du der Wesen ununsern Herren, Der ewig bei zählbare Heere, Den kleinsten dem Vater ist, Gleicher Gott Staub fühllos beschaun? Durch von Macht und Ehren; Von wen ist alles? O gieb ihm die 3Maria, der Jungfrauen, Ist er Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst 1 wahrer Mensch geboren Durch du vertraun! den heilgen Geist im Glauben, 5. Mein ist die Kraft, mein Für uns, die wir war'n verlo- ist Himmel und Erde; An meiren, Um Kreuz gestorben, und nen Werken kennst du mich! vom Tod Auch auferstanden ist Sch bins, und werde seyn, der durch Gott. ich seyn werde, Dein Gott und 3. Wir glauben an den hei- Vater ewiglich! ligen Geist, Gott mit Vater und 6. Ich bin dein Schöpfer, dem Sohne, Der aller Blöden bin Weisheit und Güte, Ein Tröster heißt. Und uns Gaben Gott der Ordnung und dein giebt vom Throne. Alle Chri- Heil; Ich bins! mich liebe von stenheit auf Erden Soll nach ganzem Gemüthe, Und nimm an einem Sinne streben; Sünde meiner Gnade Theil! soll vergeben werden, Und der Leib einst wieder leben. Nach dieſem Elend ist bereit Ein Le ben uns in Ewigkeit. M. Sey Lob und Ehr. 188 Menn ich, o Schöpfer, In eigener Melodie. 187. Die ie Himmel rühmen deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alles wacht, Anbetend überlege; So weiß ich, von Bedes Ewigen Ehre, wundrung voll, Nicht, wie ich Ihr Schall pflanzt seinen Na- dich erheben soll, Mein Gott, men fort. Thn rühmt der Erd- mein Herr, mein Vater! Freis, ihn preisen die Meere; 2. Mein Auge sieht, wohin Vernimm, o Mensch, ihr göttes blickt, Die Wunder deiner lich Wort! Werke. Der Himmel, prächtig 2. Wer trägt der Himmel ausgeschmückt, Preist dich, du 7 unzählbare Sterne? Wer führt Gott der Stärke! Wer hat die die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie Sonn' an ihm erhöht? Wer kommt und leuchtet und lacht kleidet sie mit Majestät? Wer uns von ferne, Und läuft den ruft dem Heer der Sterne? Weg, gleich als ein Held. 3. Wer mißt dem Winde sei3. Vernimms, und siehe dieinen Lauf? Wer heißt die Himmel 110 Katechismuslieder. mel regnen? Wer schließt den und Seen? Wer streut im Win Schooß der Erde auf, Mit Vor- ter Flocken aus? Wer heißt die rath uns zu fegnen? Gott Winde wehen? Wer gießt den der Macht und Herrlichkeit, Gott, Regen auf die Au? Wer führt deine Güte reicht so weit, So die Wolken, träufelt Thau Auf weit die Wolken reichen! Wiesen, Felder, Reben? 4. Dich predigt Sonnenschein 3. Dies alles, alles, groß und und Sturm, Dich preist der Sand klein Ist dein Werk, Unsichtba am Meere! Bringt, ruft auch rer! Du bist der Erste, du allein der geringste Wurm, Bringt Bist Schöpfer und Bewahrer. meinem Schöpfer Ehre! Mich, Durch deine Macht, auf dein ruft der Baum in seiner Pracht, Gebot Bin ich, ist alles, großer Mich, ruft die Saat, hat Gott Gott; Durch dich ist alles worden! gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! 4. Von dir kommt alles, was ich hab', Ohn' dich kann nichts 5. Der Mensch, ein Leib, den geschehen. Du, der dem Men deine Hand So wunderbar be- schen Augen gab, Mußt Alles, reitet; Der Mensch, ein Geist, Alles sehen! Dein ist die Welt, den sein Verstand Dich zu er- und ich bin dein; Nichts ist so kennen leitet; Der Mensch, der groß, und Nichts so klein, Wo: Schöpfung Ruhm und Preis, für du, Herr, nicht sorgest. Ist sich ein täglicher Beweis 5. Wie gut, wie liebevoll du Von deiner Güt und Größe. bist, Seh ich, wohin ich blicke; 6. Erheb ihn ewig, o mein Denn gut und nüßlich ist, was Geist, Erhebe seinen Namen! ist und dient zu meinem Glücke. Gott, unser Vater, sey gepreist, Luft, Sonn' und Mond, und Und alle Welt sag Amen! Und Wald und Thier, Feld, Korn alle Welt fürcht' ihren Herrn, und Wasser nügen mir, Und Und hoff auf ihn, und dien' ihm nützen allen Menschen. gern! Wer wollte Gott nicht 6. Für dich nicht, für Ge dienen? schöpfe nur, Daß jedes glücklich werde, Schufst du die prächtigt Natur, Den Himmel und die Erde. Dir, der uns wie ein Welt? Das Nahe Vater liebt, Und Allen alles M. Sey Lob und Ehr. 189. Wer machte diese schöne und das Ferne? Wer hat am Gute giebt, Dir kann der Mensch Himmel hingestellt Die Sonne, nichts geben! Mond und Sterne? Woher der 7. Wie bin ich froh! du machst Thiere große Zahl? Wer schuf auch mich Zum Zeugen deiner die Felder, Berg und Thal, Und Güte. Ich danke dir, und denk Blumen, Bäum' und Früchte? an dich Mit freudigem Gemü 2. Wer goß das Wasser reich- the. Ich seh dich nicht, doch lich aus In Brunnen, Bächlieb ich dich; Du schufft und du Von den Artikeln des du erhältst auch mich 3u immer größern Freuden. christlichen Glaubens. 111 trogen wähle, Was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist meiner Thorheit Schuld, Ift bloß ein Mißbrauch deiner Huld. M. Wer nur den lieben Gott. 190. Es werde Gott von dir 7. Begabt mit wundervollen erhoben, Du seines Sinnen, Mit Freiheit, mit Vers Odems Hauch, mein Geist! Sollt nunft von dir, Sollt' ich, o Gott, ich nicht meinen Schöpfer loben, dich liebgewinnen, Dich nur, und Den jedes seiner Werke preist? nichts gebräche mir. Uch, möchte Ihn, der mich schuf, sein Bild meine Seele dein Mit allen ihren zu seyn, Und seiner Liebe mich Kräften seyn! zu freun? 8. Gott, meine Lust sey, dich 2. Schön ist der sonnenreiche zu kennen, Dich, Urquell der Himmel, Den er zu seinem Stuhle Vollkommenheit! Von deiner wählt; Doch ist der sonnenreiche Liebe zu entbrennen, Mein Ruhm Himmel Gedankenlos und unbe- und meine Seligkeit! Nimm hin feelt. Nur mir, dem Werke sei- mein Herz, was fehlt mir dann, ner Hand, Gab er Gefühl, gab Wenn dies sich deiner freuen er Verstand. kann? 3. Anmuthig, prächtig zum 9. Es werde Gott von dir Entzücken, Ist seine ganze Kör- erhoben, Du seines Odems Hauch, perwelt. Wer zählt die Reize, mein Geist! Auch ich will meidie sie schmücken? Was ich nur nen Vater loben, Den jedes seis sehen kann, gefällt; Und dennoch ner Werke preist; Ihn, der mich kann sie nie, wie schön, Wie schuf, sein Bild zu seyn, Und wundervoll sie sey, verstehn. feiner Liebe mich zu freun. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, Die Gott zu ihrer M. Wer nur den lieben Gott. Würd' erhob, Sind ſie so herr- 191. ch bin zur Ewigkeit lich; sie erzählen Nur Geistern Für eine meines Schöpfers Lob. O Seele, beßre Welt bestimmt, Das Lejauchze, daß sein Ruf Auch dich ben gehet nicht verloren, Wenn zu einem Geiste schuf! gleich das Grab die Hülle nimmt. 5. Nun kann ich denken, ich 3u groß bin ich für diese Zeit; gewinne, Weil ich zu einem Geiste Mein Ziel ist eine Ewigkeit. ward, Durch die Empfindung 2. Was ist der Erde Glück meiner Sinne Gedanken tausend- und Ehre? Und wär' auch alfacher Urt. O strebt ich, alle les, alles mein, So blieb es, Gott zu weihn, Wie selig könnt wenn kein Himmel wäre, Für ich hier schon seyn! meine Wünsche doch zu klein. 6. Wir feurig dürstet meine Sm Staub ist für den Geist Seele Nach Lust und Ruhm und nicht Ruh, Erhabnern Freuden Seligkeit! Nur daß ich oft be- leilt er zu. 3. Cr 112 Katechismuslieder. 3. Er schuf mich ja, der Gott bricht mein neues Leben an; D der Liebe, Zu höherm Glück, zu Gott, wie selig bin ich dann! höhrer Lust, Und pflanzte selbst dazu die Triebe So stark, so tief in meine Brust. Er, der 192. Also hat Gott die Welt den Geist mit Sehnsucht füllt, geliebt, Daß er aus Läßt sie fürwahr nicht ungestillt. freiem Trieb uns seinen Sohn M. Lobt Gott ibr Christen! 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zum Heiland giebt. Wie hat 3.11. lieben, In größrer Klarheit uns Gott so lieb! Hier ist er unihn zu sehn- 2. Was sein erbarmungsvol erfüllt geblieben, Einst muß ler Rath Schon in der Ewigkeit er in Erfüllung gehn! So wahr Für unser Heil beschlossen hat, Gott mein Verlangen kennt, Vollführt er in der Zeit. Bleib ich von ihm durch nichts 3. Er, unser Freund und bestes getrennt. Gut, Der Alle segnen kann, Des 5. Er ist gerecht, der höchste Höchsten Sohn nimmt Fleisch Richter. Die Tugend wird noch und Blut, Doch ohne Sünden an. einst gekrönt, Wenn gleich ein 4. Ich freue mich, mein Heil, Haufen Bösewichter Sie hier in dir; Du wirst ein Mensch, verwirft, verfolgt, verhöhnt. Der wie ich. Was fehlt mir nun? Böse, der hier triumphirt, Wird ft Gott mit mir; Wer ist dann dort einst vors Gericht geführt. wider mich? - 6. Der Höchste kann nicht un 5. Du Sohn des Allerhöch recht handeln; Recht, Ordnung sten wirst Auch mich durch Rath find in seinem Reich. Die From- und That Ein Helfer und ein men, die hier redlich wandeln, Friedefürst Auf dieses Lebens Sind nicht den frechen Spöt- Pfad. tern gleich. Die Eugend siegt, 6. Was mir zur Seligkeit ich sterbe drauf; Gott weckt einst gebricht, Das, Herr, erwarbst zur Bergeltung auf. du mir; Versöhnung, Leben, 7. Mein Jesus lebt, was kann Trost und Licht Hab ich allein mich tödten? Er sichert mir Un- in dir! sterblichkeit; Er giebt mir Muth 7. Dein Mangel wird mein in Todesnöthen, und leitet mich bestes Theil; Dein Leiden stillt zur Seligkeit. Auch dieser Leib mein Leid; Durch deine Demuth, foll auferstehn, Vollkommner einst Herr, mein Heil, Gewinn ich zum Himmel gehn. Herrlichkeit! 8. Gelobt fey Gott! Gelobt 8. Ihr Thäler sinkt, fallt Berge nieder! Mein Glaube steht, sein Sohn, Durch den er Gnad ich fürchte nichts; Denn neube- erweist! Lobt, Engel, ihn vor lebt erwach ich wieder Um Mor- seinem Thron! Erheb ihn auch, gen jenes ewgen Lichts. Dann mein Geist! 193. Bater Vom Gebet. 113 M. Ein Lammlein geht und. Vaters, stärkest sie In Martern 193. Dir, Bater, dankt mein und im Tode! Sie bleiben ihHerz und singt, Daß rem Herrn getreu, Bekennen seiz du den Sohn gegeben, Den nen Namen frei, Und preisen Sohn, der Heil uns Sündern ihn im Tode. bringt, Und unvergänglich Leben. Dir dank ich auch, daß du den der Kraft, Noch jetzt der Men4. Noch jetzt bist du der Geist Geist, Der uns der Finsterniß schen Lehrer, Der Jesu treue entreißt, Zur Erde haft gesendet. Jünger schafft, Des Sündenreichs Er kam auf Jesu Wort herab, Zerstörer. In Sünden wirkst Der seinen Boten Stärke gab, du Neu und Leid, In frommen Daß sie dein Werk vollendet.. 2. Erfüllt von seiner Wun- Muth im Kampf der Sünden. Seelen Trost und Freud, Und derkraft, Gehn fie, die Welt zu Dein Licht zerstreut des Irr lehren; Der Geist, der neue Her thums Wahn, Und führt uns zen schafft, Hilft ihnen sie bekeh auf der Tugendbahn, Und hilft ren. Die Völker hören hocherfreut Die Botschaft ihrer Seligkeit; Der Wahrheit Lehrer siegen. 5. Des Vaters und des SohDie Blindheit und das Lasterj nes Geist, Du Quell des Lichts, flieht; Wo man die Thaten der Liebe, Den Jesus Betenden Gottes fieht, Muß Irrthum verheißt, Ach, heilge meine Trieunterliegen. be! Gieb über meine Sünden uns überwinden. 3. Umsonst, daß wilder Eifer Schmerz, Gieb Muth zum Glautobt, Verfolgung zu erregen; ben in mein Herz; Hilf mir mit Dein Name, Jesu, wird gelobt, Andacht beten! In bangen StunDein Wort ist Kraft und Se- den tröste mich, Und zeige voll gen. Die Jünger schreckt nicht Erbarmen dich mir einst in ToPein noch Müh; Du, Geist des desnöthen! Das dritte Hauptſtück. Von dem heiligen Bater Unser. In eigener Melodie. daß nicht bet allein der Mund; 194.* Vater unfer im Him Hilf, daß es geh von Herzensmelreich, Der du grund! uns alle machtest gleich, Uls 2. Geheiligt soll dein Name Brüder dich zu rufen an; 3u seyn, Dein Wort hilf bei uns dir soll beten Jedermann. Gieb, halten rein, Daß wir auch leben $ 0 heiliglich, 114 Katechismuslieder. heiliglich, Und deinen Namen gen Tod, Und tröst uns in der würdiglich. Behüt uns, Herr, letzten Noth! Bescher uns, Herr, vor falscher Lehr; Das arm' ein selig's End; Nimm unsern verführte Volk bekehr. Geist in deine Händ'! 3. Es fomm' dein Reich zu 9. Amen, das ist, es werde dieser Zeit Und dort hernach in wahr! Stärk unsern Glauben Ewigkeit! Der heil'ge Geist uns immerdar, Auf daß wir ja nicht wohne bei Mit seinen Gaben man- zweifeln dran, Daß deine Macht cherlei! Des Satans Reich, List uns helfen kann. Auf dein Wort und Gewalt Zerstör, und deine trauen wir allein: Laß Amen Kirch erhalt! unsre Bitte seyn. 4. Dein Wille, Herr, gescheh zugleich Auf Erden wie im HimM. Erschienen ist der herrlich. melreich! Gieb uns Geduld in 195. Du, deß sich alle Him. Leidenszeit, Gehorsam seyn in Lieb mel freun, und Leid; Und steure allem Fleisch unsre Seele freut sich dein, Daß und Blut, Das wider deinen du, Gott der unendlich ist, Daß Willen thut. du, auch unser Vater bist, Uns 5. Gieb uns heut unser täg- Vater bist! lich Brod, Was man bedarf zurj 2. Weit, über unser Stam Leibesnoth! Behüt uns, Herr, meln weit Geht deines Namens vor Krieg und Streit, Vor Seu Herrlichkeit. Ihn heilige, von chen und vor theurer Zeit, Daß Lieb' entbrennt, Wer deinen gro wir in gutem Frieden stehn, Dem ßen Namen nennt, Unendlicher! Geiz und Sorgen nicht nachgehn. 3. Du herrschest, Gott; wer 6. All unfre Schuld vergieb ist dir gleich? Die Welten alle uns, Herr, Daß sie uns nicht sind dein Reich! Um väterlich betrübe mehr; Wie wir auch sten herrschest du Durch Chri unsern Schuldigern Die Schuld stum, gieb uns Christi Rub; und Fehr vergeben gern. Zu Wir sind versöhnt. dienen mach uns all bereit In 4. Der du dich uns durch rechter Lieb und Einigkeit! ihn enthüllst, Das nur ist selig, 7. Führ uns, Herr, in Ver- was du willst. Dein Will', o suchung nicht, Wenn uns der Liebender, gescheh Auf Erden, böse Geift anficht; Sur linken so wie in der Höh, Allliebender! und zur rechten Hand Hilf uns 5. In unsers Leibes kleinern thun starken Widerstand, Im Noth Sey mit uns, gieb uns Glauben fest, in Noth getrost, unser Brod: Doch gieb uns auch Mach uns durch deines Geistes ein Herz dabei, Daš dankbar und Trost! genügsam sey, Und dir vertrau! 8. Von allem Uebel uns er 6. Vergieb, vergieb uns unsre lös; Es sind die Zeit und Tage Schuld, Trag unsre Schwachheit bös. Erlös uns von dem ew- mit Geduld, Wie wir, vom Haß des Vom Gebet. 115 des Bruders rein, Beleidigungen Gott begehren, Ist wahrlich keine ihm verzeihn; Erbarme dich! schwere Pflicht; Und seine Wünmender! 7. 3u schwer sey die Ver- sche Gott erklären, Erhebt dies suchung nicht! Uns leuchte, Vater, unsre Seele nicht? Sich in der stets dein Licht! Steh uns zum Furcht des Höchsten stärken, In Siege mächtig bei; Mach uns dem Vertraun, daß Gott uns im Guten fest und treu, Erbar- liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken, Ist diese Pflicht für 8. Erlös, erlös uns, unser dich betrübt? Gott, Wie dirs gefällt, ausj 4. Bet oft in Einfalt deiner aller Noth. Nach wohlvollbrach- Seelen; Gott sieht aufs Herz, em Prüfungslauf Nimm uns Gott ist ein Geist. Wie können in deinen Himmel auf, Gott, dir die Worte fehlen, Wofern dem wir traun! dein Herz dich beten heißt? Nicht 9. In deines Himmels Hei- Töne sinds, die Gott gefallen, ligthum, Auf deiner Erd' erschallt Nicht Worte, die die Kunst gedein Ruhm! Dein ist die Macht beut; Gott ist kein Mensch, ein und Herrlichkeit Von Ewigkeit gläubig Lallen, Das ist vor ihm zu Ewigkeit. Halleluja! Beredsamkeit. 5. Wer das, was uns zum M. Wie groß ist des Allmächt. Frieden dienet, Im Glauben 196. Dein Speil, o Christ, fucht, der ehret Gott. Wer das nicht zu verscherzen, zu bitten sich erkühnet, Was er Sey wach und nüchtern zum Ge- nicht wünscht, entehret Gott. bet! Ein Flehn aus reinem, gu- Wer täglich Gott die Treue schwötem Herzen, Hat Gott, dein Ba- ret, Und dann vergißt, was er ter, nie verschmäht. Erschein beschwur, Und klagt, daß Gott vor seinem Angesichte Mit Dank, ihn nicht erhöret, Der spottet mit Demuth, oft und gern, Und seines Schöpfers nur. prüfe dich in seinem Lichte, Und 6. Bet oft zu Gott, und klage deine Noth dem Herrn. schmeck in Freuden, Wie freund2. Welch Glück, so hoch ge- lich er, dein Vater, ist! Bet oft ehrt zu werden, Und im Gebet zu Gott, und fühl im Leiden, vor Gott zu stehn! Der Herr Wie göttlich er das Leid verdes Himmels und der Erden, füßt! Bet oft, wenn dich VerBedarf der eines Menschen suchung quälet; Gott hörts, Gott Flehn? Sagt Gott nicht: Bit- jists, der Hülfe schafft. Bet oft tet, daß ihr nehmet? Ist des zu ihm, wenn Trost dir fehlet; Gebetes Frucht nicht dein? Wer Er giebt den Müden Stärk und sich der Pflicht zu beten schämet, Kraft. Der schämt sich Gottes Freund zu seyn. 3. Sein Glück von seinem 7. Bet oft, und heiter im Gemüthe, Schau dich an seinen Wundern satt! Schau auf den 52 Ernst, 116 Katechismuslieder. Ernst, schau auf die Güte, Wo- Gott ist kein Mensch, ist dein mit er dich geleitet hat. Hier Begehren Gerecht und gut; so irrtest du in deiner Jugend, Fm hört ets gern. Ifts nicht ge Alter dort; er trug Geduld, Rief recht; so gelten Zähren Der Sich durch Glück und Kreuz zur ganzen Welt nichts vor dem Tugend; Erkenn' und fühle seine Herrn. Huld. 12. Doch säume nicht, in den 8. Bet oft, und schau mit Gemeinen Auch öffentlich Gott selgen Blicken Hier in des Ewi- anzuflehn, Und seinen Namen gen Gezelt, Und schmeck in gläu- mit den Seinen, Mit deinen bigem Entzücken Die Kräfte der Brüdern, zu erhöhn; Dein Herz zukünftgen Welt! Ein Glück von voll Undacht zu entdecken, Wie Millionen Jahren, Welch Glück! es bein Mitchrift dir entdeckt, doch ists, von jenem Glück, Das Und ihn zur Inbrunst zu er dem der Herr wird offenbaren, wecken, Wie er zur Inbrunst Der ihm hier dient, kein Au- dich erweckt. genblick. 13. Bist du ein Herr, dem 9. Bet oft, durchschau mit andre dienen; So sey ihr Bei heil'gem Muthe Die herzliche spiel, sey es stets, Und feire täg Barmherzigkeit Deß, der mit lich gern mit ihnen Die selge seinem theuren Blute Die Welt, Stunde des Gebets! Nie schäme der Sünder Welt, befreit. Nie dich des Heils der Seelen, Die wirst du dieses Werk ergründen; Gottes Hand dir anvertraut! Nein, es ist eines Gottes That. Kein Knecht des Hauses müsse Erfreu dich ihrer, rein von Sün- fehlen; Er ist ein Christ, und den, Und ehr im Glauben Got- werd erbaut! tes Rath. 14. Bet oft zu Gott für deine 10. Bet oft, entdeck am stil- Brüder, Für alle Menschen, als len Ort Gott ohne Zagen dei- ihr Freund; Denn wir sind nen Schmerz, Er schließt vom eines Leibes Glieder; Kein Herzen auf die Worte, Nicht Glied der Menschheit sey dein von den Worten auf das Herz. Feind! Bet oft, so wirst du Nicht dein gebognes Knie, nicht Glauben halten, Dich prüfen und Thränen, Nicht Worte, Seufzer, das Böse scheun, Un Lieb' und Psalm und Ton, Nicht dein Eifer nicht erkalten, Und gern Gelübd rührt Gott; dein Seh- zum Guten weise seyn. nen, Dein Glaub an ihn und ſeinen Sohn. M. In allen meinen Thaten. 11. Bet oft, Gott wohnt 197. Könnt ich in meinen an jeder Stätte, In feiner minder oder mehr. Denk nicht, vertraun, nicht beten; Wie elend wenn ich mit vielen bete; So wär ich dann! Wenn Trost und find ich leicht bei Gott Gehör. Hoffnung wanken; Wie soll ichs Gott Vom Gebet. 117 Gott verdanken, Daß ich dann M. Mir nach, spricht Christus. zu ihm beten kann? 198. Wenn manche BrüP der um mich her 2. Oft raubten bange Schmerzen Den Frieden meinem Her- Sich des Gebetes schämen, Wenn zen, Und störten meine Ruh; sie von dir, Allmächtiger, Wie Doch wenn mich Kummer quälte, Raub die Goben nehmen; Dann Dann fleht' ich, dann beseelte gieb mir Muth, damit ich nie Dein Trost mich, Gott, dann Undankbar sey, verführt durch sie. 2. Und wenn auch Spott und hörtest du! 3. Dann trug ich meine Lei- Hohn mich schmäht, Daß ich den Mit größerm Muth, mit dich fürcht und ehre; Wenn meine Freuden, Und Ruh empfand mein Weisen Thorheit wäre; Laß michs mein Gebet Selbst Geist; Ich fand dann im Gebete nicht achten, christlich groß! Spott Ich fand Den Trost, um den ich flehte, Den Trost, den uns dein Wort war oft hoher Tugend Loos. verheißt. 3. Wie arm, wie klein bin ich, wie schwach, Wenn ich mich 4. Fleht ich zu dir am Mor- deiner schäme, Der ich von dir gen, So schwiegen meine Sor- für jeden Tag So viel des Gugen Den ganzen Tag in mir; ten nehme! Dich, dich erhöhn Mit ruhigem Gemüthe Vertraut voll Dankbarkeit, Sen Ehre mir ich deiner Güte, Und überließ und Seligkeit! mein Schicksal dir. M. Ermuntre dich, mein. 5. Und ruhig war mein Schlummer, Wenn ich dir mei- 199, ie süß, mein Vater, nen Kummer, Gott, zuvor ist die Pflicht, Als geklagt. Von diesem Trost um Kind vor dich zu treten, Voll geben: Du wacheft für mein Demuth und voll Zuversicht Leben, War meine Seele un- Dich, Höchster, anzubeten! Ein verzagt. Glück, das alles übersteigt, Wird 6. Noch werden viele Tage mit Kindertreue Mein Herz, o im Gebete mir erzeigt, Wenn ich Vielleicht mir unter Plage Und Gott, dir weihe. Forde traurig untergehn; Laß, Herr, in meinen Leiden Mich das Ge- nicht, um dich erst zu belehren; 2. Allwissender, zwar bet' ich bet nie meiden, Mich immer freu- nicht mit dem Wahn, was mir dig zu dir flehn! gebricht, Das müsseft du gewäh 7. Und laß mich stets empfin- ren; Nicht, Wunder von dir zu den, Daß die Erhörung finden, erflehn; Nicht, deine Führung Die gläubig dir vertraun! Mit zu verstehn; Auch nicht, dich, ruhevollem Herzen Will ich in Gott, zum Segen, Zum Wohlmeinen Schmerzen Auf dich nur thun zu bewegen. meine Hoffnung baun! 3. Nein, guter Vater, nein, um 118 Katechismuslieder. um dich Recht innig zu empfin- zu beten; Dann blick ich, Gott, den, Zum Dank, zur Ehrfürcht zu dir hinauf, Will seufzend zu feierlich, Die Seele zu entzün- dir beten. Dann lehre du mich, den, Zur Demuth, Liebe, Freund- guter Geist, Der du mir alle lichkeit, Zu kindlicher Ergebenheit, Kraft verleihst, Die letzten Kräfte Zum Fleiß in guten Werken Mein sammeln, Und sterbend, Vater! Herz vor dir zu stärken. stammeln. M. Allein Gott in der Höh. 4. Hier, wo ich in der Einsamkeit Mein Herz zu dir erhebe, Voll gläubiger Zufriedenheit Dir alles übergebe, Hier schöpf 200. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit ich für die Tugend Kraft, Muth die Wolken gehen; Du krönst in dem Kampf der Leidenschaft, uns mit Barmherzigkeit, Und Erquickung in dem Leiden, Und eilst uns beizustehen. Herr, Hoffnung ewger Freuden. meine Burg, mein Fels, mein 5. Mit keiner Welt vertausch Hort, Vernimm mein Flehn ich fie, Die wonnevollen Stun- merk auf mein Wort; Denn ic den, Wo betend, mit gebeugtem will vor dir beten. Knie, Mein Herz dein Heil em2. Jch bitte nicht um Ueber pfunden; Wo ich mit Thränen fluß und Schätze dieser Erden vor dir stand, Tief deine Bater Laß mir, so viel ich haben muß huld empfand, Die liebevoll mich führte, Mit Weisheit mich mir nur Weisheit und Ver Nach deiner Gnade werden! Gieb regierte. erkennen. 6. Wie wird vor deinem Un- stand, Dich, Gott, und den, den geficht Der Christen Glaube wich- du gesandt, Und mich selbst zu tig! Wie warm mein Herz für jede Pflicht, Zu allem Guten 3. Jch bitte nicht um h zu Ehr tüchtig! Wenn böse Lust in mir und Ruhm, So sehr sie Men sich regt, Eil ich, von deinem schen rühren; Des guten Na Geist bewegt, Mich im Gebet mens Eigenthum Laß mich nu mit Thränen Nach Kraft von nicht verlieren. Mein wahre dir zu sehnen. Ruhm sey meine Pflicht, Der 7. Dein denk ich, froh von Ruhm vor deinem Angesicht Dank gerührt, Wenn ich mich nie- Und frommer Freunde Liebe. derlege, Die Wege, die du mich 4. Ich bitte dich, mein Her geführt, Bewundrungsvoll erwä- und Gott, Auch nicht um lan ge. Dich rühm ich, wenn nach ges Leben. Im Glücke Demuth fanfter Nacht Zu neuer Lust mein Muth in Noth, Das wollest d Herz erwacht, Das die Natur mir geben. In deiner Hand entzücket, Und deine Güt erquicket. steht meine Zeit; Laß du mich 8. Bin ich am Ziel von mei- nur Barmherzigkeit Vor dir im nem Lauf Zu schwach, noch laut Tode finden. 201. Ich 119 Vom Gebet. M. Vor deinen Thron tret ich. im Genuß, Und arme Brüder 201. ch komme vor dein zu erfreun, Mich einen frohen Ungesicht, Verwirf Geber seyn. mein kindlich Flehen nicht; Ver- 10. Gieb mir Gesundheit und gieb mir alle meine Schuld, Du verleih, Daß ich sie nütz' und Gott der Gnaden und Geduld! dankbar sey, Und nie aus Liebe 2. Schaff du ein reines Herz gegen sie mich zaghaft einer in mir, Ein Herz voll Lieb und Pflicht entzieh. Furcht zu dir, Ein Herz voll 11. Erwecke mir stets einen Demuth, Preis und Dank, Ein Freund, Ders treu mit meiner ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sen mein Beschützer in Gefahr; Ich harre deiner immerbar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, Wenn deine Rechte mich bedeckt? Wohlfahrt meint, Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, Und werden mei4. Ich bin ja, Herr, in deiner Tage viel; Ach dann, o ner Hand; Von dir empfing ich meine Zuversicht! Verlaß mich den Verstand. Erhalt ihn mir, auch im Alter nicht. o Herr, mein Hort; Erleucht ihn durch dein göttlich Wort. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn; So nimm dich meis 5. Laß deiner Güte mich zu ner herzlich an, Und sey durch freun, Sie stets vor meinen Au- Christum, deinen Sohn, Mein gen seyn; Laß, meines Glaubens Schirm und Schild, mein Trost mich zu freun, Ihn stets durch und Lohn. Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was M. O du Liebe meiner Seele. du mich lehrst; Das sey mein 202. Nicht um Reichthum, Glück, daß ich zuerst Nach deium nem Reiche tracht' und treu In ich, Gott, mein Vater, dich! Wenn allen meinen Pflichten sey. ich Weltbesißer wäre Ohne dich, 7. Ich bin zu schwach aus wie arm wär ich! Nicht um thras eigner Kraft Zum Siège meiner nenlose Tage Flehet, Herr, mein Leidenschaft; Du aber ziehst mit Herz dich an; Sende Freude, Kraft mich an, Daß ich den sende Plage, Wenn ich dich nur Sieg erlangen kann. lieben kann. 8. Gieb von den Gütern die- 2. Weisheit nur, dich zu erkenser Welt Mir, Herr, so viel, als nen, Nur ein stilles, frommes dir gefällt. Gieb deinem Kind Herz, Das dich kindlich Vater ein mäßig Theil, Zu seinem nennen Darf in Freuden und im Fleiße, Glück und Heil. Schmerz; Dankempfindung beim 9. Schenkt deine Hand mir Genießen Deiner Gaben wünsch Ueberfluß; So laß mich mäßig ich mir, Stillen Frieden im Ge wissen, 120 Katechismuslieder. wissen, Freud' am Guten und dann Mit Herz und Lippen dir in dir. uns nahn. Sey, Herr, von uns 3. Kraft und Muth und Her- nicht ferne! zensfreude, Meinen Brüdern 4. Fm Geist und Wahrheit wohlzuthun; Trost und Stärke, laß zu dir Das Herz uns imwenn ich leide, Vater, still in mer richten, Mit Andacht beten dir zu ruhn; Stärke, Lastern für und für, Nichts fremdes auszuweichen, Ihrem Reiz nicht denken, dichten. Gieb uns des nachzugehen; Wenn sie stürmen, Glaubens Zuversicht, Daß wir wenn sie schleichen, Unerschüttert die Bitte zweifeln nicht Durch feſt zu stehn. Christum zu erhalten. 4. Nur nach deinem Willen 5. Hilf, daß wir keine Zeit handeln, Dich und keinen Men- und Maaß Im Beten dir vor schen scheun, Stets vor deinen schreiben, Anhalten ohne UnterAugen wandeln, Vater, dir stets laß, Bei dem allein auch bleinahe seyn: Wer kann diesen ben, Was dir gefällt, was deine Wunsch mir stillen? Wer ver Ehr' Und unsre Wohlfahrt mehr mag es, außer dir? Gott! um und mehr Befördert hier und Jesu Christi willen Bitt ich dich, ewig. erfüll ihn mir! 6. Laß uns, bescheiden im Gemüth, Auf unser Thun nicht M. Aus tiefer Noth schrei ich. bauen; Laß einzig deiner großen 203.* Vater unser Gott, Gür Uns ganz und gar veres ist Schwer von trauen. Und mögen wirs nicht uns auszusinnen, Wie du recht würdig seyn; So wollest du aus anzurufen bist, Hilf selber uns Gnad allein Die Bitt' uns doch beginnen, Und gieß, wie uns gewähren. dein Wort verheißt, In unsre 7. Du, Vater, weißt, was Herzen deinen Geist Der Gnad uns gebricht In unserm ganzen und des Gebetes. Leben; Es ist dir auch verbor2. Daß er mit Seufzen kräf- gen nicht Die Noth, worin wir tiglich Mög uns bei dir vertre- schweben. Um Beistand flehen ten, So oft wir kommen, Herr, wir dich an; Dein Vaterherz vor dich, Zu danken und zu uns niemals fann Verlaffen deine beten. Laß ja nicht plappern Kinder. unsern Mund; Hilf daß zu dir aus Herzensgrund, großer Gott, wir rufen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit In Jesu Christ empfangen, Den Gnadenthron durch ihn bes 3. Zeuch unser Herz zu dir reit, Die Hülfe zu erlangen. hinauf Im Beten und im Sin- Drum taß hier und an allem gen, Und thu uns selbst die Lip- End' Uns stets aufheben heilge pen auf, Ein Opfer dir zu brin Händ' Ohn Zorn und allen gen. Laß dir gefallen, wenn wir Zweifel. 9. Dein Vom Gebet. 121 9. Dein Nam, o Gott gehei- Dem schüttet aus, Was ihr im ligt werd' Dein Reich laß zu Haus Und auf dem Herzen habet. uns kommen! Dein Will' ge= 4. Ach, treuer Hort, wie tröstschehe stets auf Erd, Gieb Brod, lich klingt, Was du versprichst Fried, Nuß und Frommen! Au dem Frommen! Ich will, wenn unsre Sünden uns verzeih, Steh Trübsal zu ihm dringt, Ihm uns in der Versuchung bei, Er selbst zu Hülfe kommen; Er lös uns von dem Uebel! liebet mich, Drum will auch ich 10. Dies alles, Bater, werde Ihn lieben und beschützen; Er wahr! Du wollest es erfüllen! soll bei mir Im Schooße hier Erhör und hilf uns immerdar Frei aller Sorgen sizzen. Um Jesu Christi willen! Denn 5. Der Herr ist allen denen dein, o Herr, ist allezeit Von nah, Die gern zu ihm sich finEwigkeit zu Ewigkeit Das Reich, den. Wenn sie ihm rufen, steht die Kraft, die Ehre! M. Durch Adams Fall ist. er da, Hilft fröhlich überwinden All' Ungst und Weh', Hebt in die Höh', Die schon darniederliegen; Er schüßt, und schafft Uns neue Kraft, Die Trübfal 204.* Barmherzger Vater, höchster Gott, Ge denk an deine Worte! Du sprichst: zu besiegen. 6. Fürwahr, wer meinen Naruf mich an in der Noth, Und flopf an meine Pforte; So will men ehrt, Spricht Christus, und ich dir Errettung hier Nach dei mir gläubet, Deß Bitte wird nem Wunsch erweisen; Dann von Gott erhört, Der treu den foll dein Mund Von Herzens- Seinen bleibet Drum tret hergrund Mit Freud' und Dank an Nur jedermann; Wer bittet, mich preisen. wird empfangen, Und wer da sucht, Der wird die Frucht Und 2. Befiehl dem Herren früh großes Heil erlangen. und spat All deine Weg und 7. Hört, was dort jener RichSachen! Er weiß zu geben Rath ter sagt:» Ich muß die Wittwe und That, Kann alles richtig hören, Dieweil sie mich so treibt machen Wirf auf ihn hin, Was und plagt.<< Sollt' dann sich dir im Sinn Liegt, und dein Gott nicht fehren, Der immerHerz betrübet. Er ist dein Hirt, dar Die Liebe war, Zu uns, die Der wissen wird zu schützen, zu ihm beten? Er wird, das halt Sch, uns auch bald Von 3. Der fromme Vater wird aller Angst befreien. sein Kind In seine Arme fassen, 8. Wenn des Gerechten Thräne Und die gerecht und gläubig rinnt, Will Gott ihn fröhlich sind nicht stets in Unruh lassen. machen; Und die zerbrochnes Drum, lieben Leut', Hofft alle- Herzens sind, Die sollen wie: zeit Auf den, der gerne labet. der lachen. Wer fromm will seyn, was er liebet. 122 Katechismuslieder. seyn, Soll auch in Pein Getrost du willst, du kannst Thun, was die Straße wallen; Denn ihm dein Wort verspricht. steht bei Des Höchsten Treu, Und hilft ihm aus dem allen. M. Was Gott thut, das ist. 9. Ich habe einen Augenblick 206. Der Herr ist meine Dich, liebes Kind, verlassen; Zuversicht, Mein Sieh aber, unaussprechlich Glück höchster Trost im Leben. Dem Und Trost wird dich umfassen. fehlt es nie an Trost und Licht, Ich will dir schon Die Freuden- Der sich dem Herrn ergeben. kron Aufsetzen und dich ehren; Gott ist sein Gott; Des Herrn Dein kurzes Leid Soll sich in Gebot Macht seine Seele stille; Freud' Und ewges Heil ver- Ihm gnügt des Vaters Wille. kehren. 2. Wer wollte, Herr, dir nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, Sehn deine zu Gott Dein Un- Wunderwerke. Herr, groß von dacht fröhlich bringe, Daß dein Rath, Und stark von That, Mit Wunsch und Gebet Durch alle gnadenvollen Händen, Wirst du Wolken dringe; Weil Gott dich dein Werk vollenden! beten heißt, Weil dich sein lie3. Noch nie hat sich, wer dich ber Sohn So freudig treten heißt Vor seinen Gnadenthron! geliebt, Verlassen sehen müsſen; heißt Vor seinen Gnadenthron! Du läßt ihn, wenn ihn Noth 2. Dein Vater ists, der dir Befohlen hat zu beten; Dein umgiebt, Doch deinen Troft ge nießen. Des Frommen Herz Bruder ists, der dich Vor ihn Wird frei vom Schmerz; Der getroft heißt treten; Der werthe Sünder eitles Dichten Tröster ists, Der Worte dir Pflegst giebt ein; Drum muß auch dein du, Herr, zu zernichten. Gebet Gewiß erhöret seyn. M. Nun danket alle Gott. 205.* Wohlauf mein Herz, 4. Drum hoff, o Seele, hoff 3. Du kennest Gottes Herz, auf Gott! Der Thoren Trof Das dir nichts kann versagen; verschwindet, Wenn der Gerechte Sein Mund, sein theures Wort in der Noth Bei Gott Erbarmung Vertreibt ja alles Zagen. Was findet. Wenn jener fällt, If dir unmöglich deucht, kann seine er ein Held; Er steht, wenn Vaterhand Noch geben, die von iene zittern, Ein Fels in Unge dir So viel Noth abgewandt. wittern. 4. Komm nur, komm freudig 5. Wirf nicht die große Hoff her In Jesu Chrifti Namen! nung hin, Die dir dein Glaube Sprich: Lieber Vater! hilf! Ich reichet. Weh denen, die zu bin dein Kind, sprich: Amen! Menschen fliehn! Weh dem, der Ich weiß, es wird geschehn, Du von Gott weichet! Dein Heiland wirst mich lassen nicht; Du wirst, starb, Und er erwarb Auf seinem Todeshügel Von der heiligen Taufe. 123 Todeshügel Dir deines Glau- Glück gebricht, Wenn ich mich bens Siegel. sorgend quäle. Wer wollte sich 6. Sen unbewegt, wenn um Nicht ganz auf dich, Allmächtidich her Sich Ungewitter sam- ger verlassen, Und sich im Kummeln! Gott hilft, wenn Christen, mer fassen? freudenleer Zu ihm um Gnade 8. In deine Hand befehl ich stammeln. Die Zeit der Qual, mich, Mein Wohlseyn und mein Der Thränen Zahl Zählt er, Leben' Mein hoffend Auge blickt er wägt die Schmerzen, Und auf dich; Dir will ich mich erwälzt sie von dem Herzen. geben. Sey du mein Gott, Und 7. Herr, du bist meine Zuver- einst im Tod Mein Fels, auf sicht, Auf dich hofft meine den ich traue, Bis ich dein Seele! Du weißt, was meinem Untlik schaue! Das vierte Hauptstück. Von der heiligen Taufe. M. Allein Gott in der Höh. den! Und trifft dich Leiden, Gott 207. Willkommen in der ist gut. Du bist unsterblich, Menschheit Urm! habe Muth, Und reiner Unschuld Geliebtes Kind, willkommen! Ruhe! sey mit Freuden mild und warm 4. Du mögest dich des Lebens Von Christen aufgenommen! freun! Es ist ein Menschenle Des Lebens Gabe ward auch ben. Und soll dein Geist, zu dir, Und Mensch geboren, so höherm Seyn Gebildet, einst sich wie wir, Bist du, wie wir, un- heben; So sinke, wann dein sterblich. Gott dich ruft, So furchtlos, 2. Empfang im Schooß der fröhlich in die Gruft, Wie in Christenheit Auf Jesu heilgen den Schooß der Mutter. Wegen, Du Zögling der Unsterblichkeit, Der Christen fromM. Jesus meine Zuversicht. men Segen, Bei ihnen sey auf 208. Betend nahen wir uns deinem Pfad Getreue Liebe, Trost dir, Bringen dir auf und Rath Dein Leitstern bis unsern Armen Dieses Kind, dich ans Ende! flehen wir, Guter Vater, um 3. Es gehe, wie dein Gott Erbarmen. Es ist dein, es lebt es gt! Ist wenig dir beschie- durch dich; Segne, schüß es väden! So sey bei wenigem ver- terlich! gnügt? Bei kleinem Gut zufrie- 2. Schwach und hülflos liegt es 124 Katechismuslieder. es da, Ohne Kraft, zu dir zu mels Thron Zum Heil der Welt flehen; Über du bist ihm doch gesandt. nah, Wirst sein Stammeln wohl 3. Ich lernte nun schon früh verstehen, Führst es aus der verstehn, Was dein allweiser Nacht zum Licht Einst durch Rath Auch mir zum ewgen deinen Unterricht. Wohlergehn Voll Huld verord: 3. Gott, dir weihen wir dies net hat. Pfand Deiner väterlichen Güte; 4. Erleuchtet durch dein heiBitten, deine Baterhand Leit es, lig Wort Sah ich die sichre warne und behüte, Wenn es Bahn, Auf welcher wir uns fich nicht leiten kann, Auf des hier und dort Dem wahren Le Lebens rauher Bahn! ben nahn. 14. 3u der Christen hohem 5. Du riefft vom Lafter mich Glück Ward es hier von dir er- zurück, Und gabst mir Trost im koren; Ach, es weiche nie zu- Schmerz; Du zeigtest mir des rück, Sey zu ewgem Heil gebo- Christen Glück, Und bildeteft ren, Hab in Jesu Christi Reich mein Herz. Bürgerrecht, und werd' ihm 6. Wie dank ich dir Alliegleich! bender, Für diese Vatertreu? 5. Liebend, wie ein gutes Gieb, daß dir immer inniger Kind, Müß' es dich, als Bater, Mein Herz ergeben sey. ehren, Deinem Sohne gleichge7. Nur dir bin ich zum Eifinnt Nur auf deine Stimme genthum Durch deinen Sohn hören! Gottes Geist, erfülle du erkauft; Nur dir zum Dienste, Sein Gemüth mit Licht und Ruh! dir zum Ruhm Auf sein Gebot 6. Laß es unter Schmerz und getauft. Lust Treu an seinen Pflichten 8. Dir will ich denn, o stärke hangen! Uch, es nähre seine mich! Mein ganzes Leben weihn. Brust Nie ein unerlaubt Ver- So freut mein Herz sich ewiglich langen! Wann sein Aug' im Des Glücks, ein Christ zu seyn. Tode bricht, Gott, o dann verlaß es nicht! M. Nun lob mein Seel den. M. Lobt Gott ihr Christen. 210, Geweiht zum Christen209. Da thume, Sind wir aß ich in deiner Chri- auch dir, o Gott, geweiht, Nur stenheit, Mein Gott dir zum Preis und Ruhme Zu geboren bin, Dir durch die Taufe führen unsre Lebenszeit; Uns bin geweiht, das ist mein deiner Vaterliebe In Christo zu Gewinn! erfreun, Und deines Geistes Triebe 2. Nun ward ich in der Kind- Gehorsam stets zu seyn, Damit heit schon Mit dir und dem be wir schon auf Erden, Noch mehr fannt, Den du von deines Him in jener Welt, Des Glücks theil haftig Bei der Confirmation. 125 haftig werden, Das nur der 3u Christen haft geweiht, Und Christ erhält. dann zum Tugendlaufe Mit 2. Wie viel hat deine Gnade deinem Licht erfreut. Gieb, daß Von jeher schon an uns gethan. wir oft ermessen, Was uns Auf diesem Pilgerpfade Fing dein Wort verspricht, Und strafkaum sich unsre Wallfahrt an, bar nie vergessen Die dir geSo gabst du schon uns Urmen lobte Pflicht. Um Reiche Christi Theil, Und 4. Sa, hilf du selbst uns alsorgtest aus Erbarmen Für un len In deinem Willen freudig ser wahres Heil; Du schafftest ruhn, Und, dir zum Wohlgefal: unsern Seelen Schon früh Ge- len, Nach deines Sohnes Lehre legenheit, zu lernen und zu thun. Du wirst in diesem Lewählen, Was ewig uns erfreut. ben, Wie du bisher gethan, 3. Ja, Herr, für diese Güte Was wir bedürfen, geben; VerGebührt dir unse: Lobgesang. leih uns nur alsdann Die beste Mit freudigem Gemüthe Bringt deiner Gaben, Daß wir durch unser Herz dir Preis und Dank, Jesum Christ Theil an dem Erbe Daß du uns durch die Taufe haben, Das unvergänglich ist. Bei der Confirmation. M. Herzlich that mich verl. stus, Zum einzgen Vorbild dich! 211. Erhöre, Gott, erhöre Ach, daß sie( wir) stets sich( uns) Der Flehenden Ge- halten Zu dir in Freud und bet, Das inniger und frömmer Noth! Uch, daß sie( wir) nimJetzt, Vater, zu dir fleht! Omer wanken Im Leben und im sich auf deine Kinder! Sie schwö- Tod.. ren ewge Treu! Ach, daß von allen keiner Den heil'gen Schwur M. Wachet auf, ruft uns die. entweih! Die Gemeinde. 2. Die Lust der Welt verschwindet; Nur was von Gott 212, Sieh, da stehn die junist, bleibt. Wer Gott verläßt, gen Seelen, Und verzaget; Getroft ist, wer ihm wollen dich zum Führer wählen, gläubt. Heil allen, die behar Du Mittler unsrer Seligkeit! ren, Wenn Sünde lockt und Gränzenlos ist deine Liebe. Sie Welt! Heil allen, die beharren wissens, und aus reinem Triebe Bei dem, was Gott gefällt! Werd' nun ihr Bund mit dir 3. Dir, ewiger Erbarmer, erneut! Ach, nimm sie huldreich Weihn ihre( unfre) Seelen sich! auf, Und lenke ihren Lauf Durch Sie( wir) wählen, Jesus Chri- das Leben. Wir alle flehn: Laß Katechismuslieder. 126 Laß du sie sehn, Wie herrlich du die Deinen führst! Die Gemeinde. Die Confirmanden. 5. Singt, o singt ihr frohen Chöre! Dir, dir, o Herr, sey Preis und Ehre! Durch dich 2. Höre das Gebet der From- wird unser Geist erfreut! Auch men! Verwirf uns nicht, o Herr, an diesen jungen Christen, Die wir kommen; Wir kommen, um sich zum Zugendkampfe rüſten, uns dir zu weihn. Flieht, ach Verklärst du deine Herrlichkeit. flieht, ihr Jugendsünden! Wer wir sehn: dein Reich besteht, könnte Heil und Frieden finden, wenn gleich die Welt vergeht. Wenn er noch säumt, ein Christ wohl uns allen! welches zu seyn? Wir glauben, Herr, Heil Wird unser Theil, Wenn an dich, und zeugen öffentlich jeder deine Bahn betritt! Daß wir glauben. Sie ist zerstreut, Die Dunkelheit, Die sonst auf unsern Seelen lag. M. Eins ist Noth. Die Gemeinde. Die Gemeinde. 213. Gott ist hier; er hats vernommen, Was 3. Dank sey dir, o Freund ihm euer Mund versprach. Den des Lebens! Du haft auch ihnen fet, wenn Verführer kommen, nicht vergebens Die schauervolle Denket dann an diesen Tag! Nacht erhellt. Selig, wer im und sollt ihr den Lüften der Ju Lichte wandelt, Und weise denkt gend erliegen, So wachet und und redlich handelt! Er geht betet, so werdet ihr siegen! 2 empor zur höhern Welt, Doch weh ihm, wenn sein Geist Der Tugend sich entreißt! Wehe! Wehe! Nur Qual und Tod Ist ihm gedroht; Du rufft ihm einst: Hinweg von mir! wachset an Weisheit und Gnade bei Gott! Das stärket im Leben, das tröstet im Tod. Die Confirmanden. Die Confirmanden. 2. Ja, wir wollen treulich üben, Was ihm unser Herz ver sprach, Wollen Gott und Jesum 4. Nichts vermag uns zu er- lieben; Zeuge sey uns dieser Tag! schüttern. Wer an dich glaubt, Weg Lüste der Jugend, ihr lockt der darf nicht zittern, Den soll uns vergebens! Wir kennen durch dein Wort von Furcht befrein. Jesum die Wege des Lebens Ja mit dir wirds uns gelingen, und sind sie gleich anfangs oft Die Macht der Sünde zu be- dornicht und steil, Wir wandeln zwingen; Herr, wir werden sie dennoch, sie führen zum Heil Sieger sein. Wie gern geloben Beide Chöre. wir aufs neue heute dir Unfre Treue! Im Glück und Schmerz 3. Jesu, Freund der Men Gewinnt das Herz, Das dir mit schenkinder, Nimm dich unser Heldenmuth vertraut. Ignädig an! Laß durch deinen Geist Von der Buße. 127 Geist uns Sünder Kraft zur wachsende Jugend, Und nimm Heiligung empfahn! O schmücke uns nach glücklich vollendetem mit christlicher Weisheit und Lauf 3u dir in die ewige HerrTugend Das reifende Ulter, die lichkeit auf! Das fünfte Hauptstück. Von der Buße und dem heiligen Abendmahl. Von der Buße. In eigener Melodie. Glaube zweifelt nicht Un dem, 214.* us tiefer Noth schrei was Gottes Mund verspricht, ich zu dir, O Gott Und harret seiner Güte. erhör mein Flehen! Entzieh nicht 5. Ob bei uns sind der Sündein Erbarmen mir, Laß Gnad' den viel; Bei Gott ist viel mehr für Recht ergehen! Ach siehest Gnade. Sein Urm zu helfen du als Richter an, Was man hat kein Ziel, Wie groß auch für Unrecht hat gethan; Wer sey der Schade. Er ist allein kann, Herr, vor dir bleiben? der gute Hirte, Der wiederbringt 2. Vor dir gilt nichts, als was sich verirrt, Erlöst von als Gnad allein, Die Sünde zullen Sünden. vergeben; Denn unser Thun ist 6. Ehr sey dem Vater und ja nicht rein, Auch in dem be- dem Sohn, Und auch dem heilsten Leben. Vor dir sich Nie- gen Geiste! Dem Gott, den mand rühmen kann, Es muß bei der Schöpfung schon Das sich fürchten Jedermann, Und Heer der Engel preiste. Gott deiner Gnade leben. sey bei uns mit seiner Gnad, 3. Drum will ich ganz allein Und führ uns auf der Wahrheit auf dich, Auf mein Verdienst Pfad; Wer das begehrt, sprech: nicht bauen; Auf dich verlassen Amen! will ich mich, Und deiner Güte, trauen. Die hat mir zugesagt M. Auf meinen lieben Gott. dein Wort, Daß ist mein Trost 215. Du, der kein Böſes o treuer Hort, Deß will ich allzeit harren. thut, Du schufft den Menschen gut, Du gabst ihm 4. Und ob es währt bis in Licht und Kräfte Zum seligen Gedie Nacht Und wieder an den schäfte, In Heiligkeit zu wandeln, Morgen, Soll doch mein Herz und recht vor dir zu handeln. an Gottes Macht Verzweifeln 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? nicht noch sorgen. Der rechte Uch, wir, dein Eigenthum, Wie tief 128 Katechismuslieder. tief sind wir gefallen! Wo ist unsre Herzen, Dir nicht zu wi jetzt unter allen Ein Mensch derstreben, Damit wir ewig ganz rein von Sünden Vor dir, leben! o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied; In bekannter Melodie. Dein helles Auge sieht Auf alle 216.* ch Gott und Herr, Menschenkinder, Und sieht in wie groß allen Sünder. Vor dir, o Herr, Sind meine vielen Sünden! Da ist keiner, Ganz schuldlos, auch ist kein Mann, Der helfen kann, nicht Einer. In dieser Welt zu finden. 4. Verderbt ist unser Sinn; 2. Flöh ich gleich weit, Voll Die Weisheit ist dahin, Die Bangigkeit, Bis an der Erde uns regieren sollte, Nur, was Enden, Der Angst und Pein dein Wille wollte, Mit freuden- Befreit zu seyn, Würd' ich sie vollen Trieben zu wählen und doch nicht wenden. zu lieben. 3. Zu dir flieh ich, Verstoß 5. Der Sinne Lust und nicht mich, Wie ich es wohl Schmerz Rührt leider! unser verdienet. Ach, geh doch nicht, Herz Mehr, als die höhern Freu- Gott, ins Gericht; Dein Sohn den, Mehr als die größern Lei- hat mich verfühnet! den, Die wir auf Ewigkeiten 4. Solls ja so seyn, Daß Selbst unserm Geist bereiten. Straf und Pein Auf Sünde 6. Dir folgen, dünkt uns folgen müssen; So fahr hier Zwang; Des Herzens böser fort, Nur schone dort, Muß ich Hang Reißt uns mit starkem auch hier viel büßen. Triebe Zu schnöder Sündenliebe, 5. Gieb, Herr, Geduld, Ver Und wer vermags zu zählen, giß der Schuld, Gieb ein ge Wie oft wir vor dir fehlen? horsam Herze, Daß ich nur 7. Herr, gieb uns dein nicht, Wie's oft geschieht, Mein Licht, Daß wir, was uns ge- Heil murrend verscherze. bricht, Beschämt vor dir erken- 6. Verfahr mit mir, Wie's nen, Und stets von Ernst ent- dünket dir; Ich will es gerne brennen Der Sünde zu entsagen, leiden. Nur wollst du mich Der Beßrung nachzujagen. Nicht ewiglich Von deiner Gna 8. Wohl dem, der sie gewinnt! de scheiden. 7. Gleich wie fich fein Ein Gott, so verderbt wir sind, So willst du doch uns heilen, Und Vögelein Im Baum sucht zu neue Kraft ertheilen, Durch Chri- verstecken, Wenns trüb hergeht, ftum schon auf Erden Von Sün- Es stürmt und weht, Und Mensch und Vieh erschrecken: den frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld 8. Also, Herr Christ, Mein Uns deine Baterhuld Nicht fre- Zuflucht ist in deinen Todes ventlich verscherzen! Erwecke wunden! Wenn Sünd' und Tod Mich Von der Buße. 129 Mich stürzt in Noth, Dann werd's mit zerknirschtem Geist Im Glauich da gefunden. ben eilt zu kommen. 9. Woselbst ich bleib; Und ob 5. Verderbt, verhärtet war mein Leib und Seele sich auch mein Sinn; Gott, dir sey es scheiden; So werd ich dort Bei geklaget, Daß ich ein solcher dir, mein Hort, Doch seyn in Sünder bin, Den sein Gewissen ewgen Freuden. naget. O möcht' ich doch durch 10. Dir, Gott, sey Ruhm! Sesum rein Von Sünden abDein Eigenthum Bleib ich in gewaschen seyn, Wie David und Jesu Namen! Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: glaubt, wird selig. Amen. Manasse! Wer 6. Herr, der so manchem Trost verlieh, Der auch für mich gelitten, Sch komme mit gebeugtem Knie, Von Herzen dich zu M. Aus tiefer Noth. Gut, Du 217.* Herr Jefu Chrift, du bitten: Vergieb mir doch, Herr, Brunnquell aller Gnaden, Sieh gnädiglich, Was ich mein Leb doch, wie ich ganz ohne Muth tag wider dich Auf Erden hab begangen. Mit Schmerzen bin beladen, Und in mir hab der Pfeile viel, 7. Ach Herr, mein Gott, verDie im Gewissen ohne Ziel Mich gieb mirs doch Um deines Naarmen Sünder drücken. mens willen! Laß sich in mir 2. Erbarm dich mein in sol- das schwere Joch Der Uebertre cher Last! Tilg sie aus meinem tung stillen, Daß sich mein Herz Herzen; Dieweil du sie gebüßet zufrieden geb, Ich dir hinfort haft Um Kreuz mit Todesschmer zu Ehren leb' In kindlichem zen, Auf daß ich nicht mit groGehorsam. ßem Weh In meinen Sünden 8. Stärk mich mit deinem untergeh, Und ewiglich verzage. Freuden- Geist, Heil' mich durch 3. Uch Gott! fällt mir das deine Wunden, Der du allein alles ein, Was ich hier hab be- zu helfen weißt, In meinen letzgangen; So fühl ich große Her- ten Stunden; Und nimm mich zenspein; Ich bin mit Furcht dann, wenn dirs gefällt, In wahumfangen; Ja ich weiß weder rem Glauben aus der Welt Zu aus noch ein, Und müßte ganz deinen Auserwählten! verloren seyn, Wenn ich dein Wort nicht hätte. M. Vater unser im Himmelr. 4. Dein heilsam Wort mir 218.* So wahr ich lebe, aber sagt, Daß alles wird ver= spricht dein Gott, geben, Was hier mit Thränen Mir ist nicht lieb des Sünders wird beklagt; Wer sich bekehrt, Tod; Vielmehr ist dies mein soll leben. Ja Gnad ist da, Wunsch und Will', Daß seder und du verheißt Sie dem, der Sünder stehe still, Von seiner I Bosheit 130 Katechismuslieder. Bosheit kehre sich, Und lebe mit und jederzeit Zu meiner Heim mir ewiglich. fahrt sey bereit. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind! Verzweifle nicht in un M. O Traurigkeit. deiner Sünd. Hier findest du 219. Gieb Reu und Leid, Gieb Traurigkeit Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit Dem, welcher frevelnd fündigt. einem theuren Eid. O selig, dem Strafe werd' ihm und Gericht die Sünd ist leid! Hier zum Heil verkündigt! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht, die Buße hat noch Zeit; Ich will erst fröhlich seyn auf Erd; Wann ich des Lebens müde werd', Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 2. Gott, störe du Die falsche Ruh, Deß, der dein Wort nicht achtet, Und nach Wollust, Ehr und Gold, Nicht ohne Tugend trachtet. 3. Wenn schon der Tod Uns nahe droht, Wie spät ist dann die Buße! Jeht am Tage un 4. Wahr ists, Gott ist wohl sers Heils Fall'n wir dir zu Fuße stets bereit Dem Sünder mit 4. Erbarme dich, Gott, vä Barmherzigkeit; Doch wer auf terlich, Um deines Sohnes wil Gnade sündigt hin, Fährt fort len! Hilf uns deiner Gnade Ruf in seinem bösen Sinn, Und sei- Gern und früh erfüllen. ner Seele selbst nicht schont, Dem wird, wie ers verdient, gelohnt. M. Es ist gewißlich an der Zeit. 5. Gnad' hat dir zugefaget 220.ch will von meina Durch Missethat Zu dir und Tod; Doch sagen hat er Gott, mich bekehren. Du wollef nicht gewollt, Ob du bis mor- selbst durch deinen Rath Von gen leben sollt. Daß du mußt oben her mich lehren, und dei sterben, ist dir kund; Verborgen nes guten Geistes Kraft, De ist die Todesstund'. neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 6. Speut lebst du, heut bekehre dich; Eh morgen kommt, kanns 2. Der Mensch kann von Na ändern sich. Wer heut ist frisch, tur ja nicht Sein Elend recht gesund und roth, Sst morgen empfinden; Er ist ohn' deines krank, ja wohl gar todt, Und Geistes Licht Nur blind, und tod stirbst du ohne wahre Buß, in Sünden. Verkehrt ist Will, Denk, wie es dir ergehen muß! Entschluß und Thun, Im Sün 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du denlauf fann er nicht ruhn, Den mir, Daß ich noch heute komm Weg zum Heil nicht finden. zu dir, Und Buße thu den Au3. Klopf durch Erkenntniß bei genblick, Eh mich der schnelle mir an, Und führe meine Seele Tod hinrück, Auf daß ich heut Zurück zu dem, was ich gethan Daß Von der Buße. 131 Daß ich mir nichts verhehle, als Vatersinn, Als mütterlich Und alles, alles recht bereu, Erbarmen. Vor dir, o Gott aufrichtig sey, 9. Herr Jesu, nimm mich zu Durch Heucheln nichts verfehle. dir ein, Ich flieh zu deinen Wun4. O wie viel Gutes hast du den, Laß mich da nicht verstomir Un Leib und Seel erwie- Ben sein, Wo andre Troft gesen! Was ich nur habe, kam funden. Du hast ja, o du Gotvon dir! Hab ich dich auch ge- teslamm, Auch meine Sünd' am priesen? Ach, schnöde war ich Kreuzesstamm zu tragen dich oft gefinnt, Und als ein undank- verbunden! bares Kind Hab ich mich stets bewiesen. 10. Hier ist mein Herz; o mach' es rein, D Herr von jemehr 5. Du hast mir nicht an der Sünde, Daß es nic Unterricht Und Warnung fehlen der Lüfte Pein, Daß es nur dich lassen. Wie oft erwecktest du empfinde! O mache mich im mich nicht, Den Lasterweg zu Tyranney Einst gänzlich übermich nicht, Den Lasterweg zu Kampfe treu, Bis ich der Lüfte haffen! Du führtest mich zur winde! Tugend an; Doch schändlich hab' ich ihre Bahn, Die Bahn zum M. Jesu, meines Lebens Leben. Glück, verlassen. 6. Bisher hab' ich in Sicher- 221. Ach, wann werd ich von der Sünde, heit Ganz unbesorgt geschlafen, Gott, mein Vater, völlig frei, Zur Beßrung hofft ich beßre Zeit, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz Mich schreckten keine Strafen; dir wohlgefällig sey! Noch nicht So übertrat ich immer mehr, ich gesteh's mit Thränen- Wenn gleich die Strafen rings- Kann ich mich von ihr entwöhumher So manchen Sünder nen Uch! zu oft ereilt sie mich, trafen. - Zieht mein Herz von dir zu sich. 7. Jest häufen meine Sün- 2. In der Undacht selgen den sich, O Gott, vor mir zu- Stunden, Wo mein Geist die sammen; Ich bin erwacht, und Wahrheit hört, Hab' ich oft das fürchterlich Sind des Gewissens Glück empfunden, Das die FrömFlammen. Mein ganzes Leben migkeit gewährt, Hab' ich nichts Flagt mich an; Da ist nichts, so sehr hienieden Mir gewünscht was mich retten kann, Ich selbst als innern Frieden, Als ein Herz, muß mich verdammen. edir ganz geweiht, Als der Tu8. hättest du nicht Vater- gend Seligkeit. sinn, Nicht mütterlich Erbarmen; 3. Voll von heiligen Entschlüs Wo flöh in meiner Noth ich sen, Schwur ich dann, dir treu hin? Wer hälfe dann mir Ur- zu sein, und mit wachendem men? Ich flieh' zu dir, mein Gewissen Mich der Tugend ganz Vater hin; Du hast ja mehr zu weihn; Willig wollt ich dann 32 mein 132 Katechismuslieder. mein Leben Dir, mein Gott zum mein Begleiter; Täglich führe, Dienst ergeben, Jeder Sünde Gott, mich weiter, Bis ich in widerstehn, Standhaft deine der Ewigkeit Dringe zur Voll: kommenheit. Wege gehn. M. Mir nach, spricht Christus. 4. Aber ach, zu schnell empöret Sich der Leidenſchaften Macht Sie verdunkelt, schwächt 222. Mer Sünde thut, der liebt nur Wahn, und störet, Was ich sonst so gut bedacht. Plötzliche Versuchungs- Nur Träume, die ihn trügen; zeiten, Beispiel, Reiz der Eitel- Er wandelt auf des Irrthums keiten, Deren Menge mich um- Bahn, Und lernt sich selbst be ringt, Das ists, was zum Falle lügen. O bilf mir, Gott, daß bringt. ich dir treu, Und fern vom Selbst5. O ich Armer, dem zur betruge sey! 2. Wer Sünde thut, der un Treue Feste Seelenstärke fehlt, Den so oft aufricht'ge Reue, terdrückt Und schwächt die See: Und so oft doch fruchtlos quält!| lenkräfte, Wird frech, und blind, Ach, wer wird mich ganz vom und ungeschickt Zum Heiligungs Bösen, Ganz von Mängeln mich geschäfte. Vater gieb, daß erlösen? Ich Elender! wer befreit nie mein Geist Sich seine Würde Mich vom Joch der Sinnlichkeit? felbst entreißt! 6. Du verzeihest die Gebre3. Wer Sünde thut, der hast chen Meiner fündigen Natur; das Licht, Das Gott uns hat Nicht die Schwachheit wirst du entzündet; Er kennt die wahre rächen, Bösen Vorsatz strafft du, Weisheit nicht; Die uns mit nur. Hätt' ich nicht den Trost, ihm verbindet. O lehre, Gott, ich würde Unter meiner Fehler mich weise sein, Und stets den Bürde Ganz erliegen, und mich Reiz der Sünde scheun! dein, Höchstes Gut, nie können freun. S 4. Wer Sünde thut, der trott dem Herrn, Durch den wir find 7. Stellet mir denn hier auf und leben; Er bleibt von jenem Erden Lebenslang die Sünde Reiche fern, Nach dem die From: nach; Kann ich nicht vollkom- men streben. Wie thöricht und men werden, Fühl' ich mich noch wie undankbar! Entreiße, Gott, immer schwach; O so segne mein mich der Gefahr!( slim Bestreben, So gerecht ich kann, 5. Wer Sünde thut, ach, der zu leben, Daß ich doch von Heu entzieht Sich stolz dem Ruf der chelei Und von Bosheit ferne sei. Gnade; Verkehrt, verstockt wird 8. Wenn ich wanke laß mich's sein Gemüth, Und tief sein See merken; Laß mich streben, fest lenschade. O welch ein frevel zu stehn; Eile, mich, dein Kind, hafter Sinn, Wenn ich dir, Gott, zu stärken; Lehre selbst mich nicht folgsam bin! fichrer gehn! Warne mich, sey 6. Wer Sünde thut, verwirft das Von der Buße. 133 das Wort, Das Heil und Frie- Was mich ehemals ergött, Hat den stiftet; Er eilet auf dem mich jetzt in Angst gesetzt; Was Pfade fort, Wo sich sein Herz die Sinnlichkeit erquicket, Ists, vergiftet, Wo sein Gewissen einst was jetzt die Seele drücket. ihn nagt, Und laut ihn, Herr, vor dir verklagt. 4. Jahrelang bin ich gelaufen Auf der Sünder falschem 7. Wer Sünde thut, sieht Weg, Habe mit dem großen schreckenvoll Die letzte Stunde Haufen Nicht gesucht den guten kommen; Die Hoffnung, die ihn Steg; Bald Verführer, bald trösten soll, st seinem Geist verführt habe ich nur schwach benommen. Er liebte Gott und gespürt Reue über meine SünJesum nicht; Nun drohn ihm den; Wo soll ich nun Rettung Tod und Weltgericht. finden? 8. So täuscht die Sünde ih- 5. Kann ich, Gott, zum Himren Freund, So lohnt sie schon mel sehen? Alles ist mir fürchauf Erden! Ach, wenn die Ewig- terlich. O wie konnt es doch keit erscheint, Uch, wie wirds dann geschehen, Daß ich so verlassen ihm werden! Viel Gutes, Herr, dich? Ja, zum Speil war ich be ist mir verliehn; O lehre mich stimmt; Über, ach, die Sünde auch Sünden fliehn! nimmt mir die Ruh, hat mich verschlagen In den Abgrund bittrer Plagen. M. Freu dich sehr, o meine. 223.* ch, was hab' ich angerichtet! Leider 6. Alle Freude sey verfluchet Die von Sünden hergerührt; hab' ich nicht gethan Das, wo- Jede Zeit, wo ich gesuchet, Was zu ich war verpflichtet; Mein mir Höllenangst gebiert! Was Gewissen klagt mich an. Alles mir Gottes Wort verbeut, Sey zeuget wider mich; Denn ich verflucht in Ewigkeit; Ewiglich habe freventlich Mich mit La- verflucht die Stunden, Wo ich stern ganz bedecket, Und des Höch- Sündenlust empfunden! sten Born erwecket. 7. O wie schrecklich bist du, 2. Gott, ich muß mit Zittern Sünde! Eine Last wie Felsen sagen, Ich war ganz der Sünde schwer. Daß ich mich so unrein Knecht; Und nun fühl ich ihre finde, O wie kränkt es mich so Plagen, Fühle, Herr, du bist sehr! Gottes Zorn hat mich ge= gerecht! Mein verderbtes Fleisch schreckt, Ueberall bin ich befleckt; und Blut Hat das höchste, beste Keine Kreatur kann rathen Mir Gut, Deine Liebe nicht geachtet, in meinen Missethaten. Sondern Lüsten nachgetrachtet. 8. Herr, es steht in deinen 3. Vorhin hab' ich mich er- Händen, Mich zu retten aus der freuet Meiner schweren Sünden Noth; Du nur kannst den Kumlast; Aber jetzt, da sie mich reuet, mer wenden, Du kannst retten Find' ich nirgends Ruh und Rast. mich vom Tod! Hülfe steht allein 134 Katechismuslieder. allein bei dir; Außer dir hilft und Blut. Immer fälschlich ans Niemand mir. Du kannst gnä- gelacht, Was ich hab zu hoch dig mich erneuen, Und in Ewig- geacht't, Haffen, fliehen, ernstlich keit erfreuen. meiden, und mich gänzlich dir 9. Ich verdamme Seel und vereiden. Glieder; Sprich du sie in Gna- 14. Wirst du mir zur Seite den los! Bittend fall' ich vor stehen Durch des guten Geistes dir nieder; Ich bin elend, arm Kraft, Dann wird das nicht mehr und bloß. Stärke mich, ich bin geschehen, Was jetzt Elend in geschwächt; Uch laß Gnade gehn mir schafft. Gott, ich wende für Recht! Willst du ins Ge- mich zu dir, Wende du dich richte gehen, Herr, so kann ich auch zu mir! Dafür will ich dei nicht bestehen. nen Namen Ewig loben. Amen, Amen! 10. Deines Sohnes Marterzeichen Stell ich zwischen mir und dir. Laß mich dadurch Gnad' M. Wer nur den lieben Gott. erreichen; Seinen Tod half ich 224. Ach, abermal bin ich dir für; Glaube stets und festiggefallen Mit Ueber lich, Daß mein Jesus auch für legung und mit Wahl! Tief, o mich Hat gelitten, ist gestorben, wie tief bin ich gefallen! Viel Und daß mir ist Heil erworben. leicht noch nicht zum letztenmal! 11. Du hast uns gewiß ver- Elender Sünder, der ich bin, In heißen Herzliche Barmherzigkeit. welchen Abgrund eit' ich hin! Herr, wir wollen dich drum 2. O die verhaßte Lieblings preisen, Denk an deinen theu- fünde, O die Gewohnheit böser ren Eid, Der den Sündern Trost Lust, Der Hang, den ich zu ihr verspricht; Du willst ihren Tod empfinde, Wie stürmen fie in ja nicht; Leben willst du ihnen meiner Brust! Wie mächtig und schenken, Wenn sie nur zu dir wie fürchterlich Ist ihre Herrschaft fich lenken. über mich! 12. Laß mich denn nun seyn 3. Längst warnte schon mich erhöret; Siehe den verlornen mein Gewissen: Mensch du em Sohn, Der zum Vater wieder- pörst dich wider Gott! Von bö: kehret; Blick auf mich vom Him- ser Lust dahin gerissen, Eilst du, melsthron! Siehe mein zerknirsch- Betrogner, in den Tod! Dir tes Herz, Voller Reue, voller raubt die Sünd' in kurzer Zeit Schmerz, Das nach deiner Gnade Dein Glück in Zeit und Ewigkeit. trachtet, Und auf Weltlust nicht mehr achtet! 4. Wie oft hab ich mit vorgenommen: Nun, nun will 13. Laß die Engel fröhlich ich die Sünde fliehn; Rein werden, Daß ein Sünder Buße und unsträflich und vollkommen thut! So lang ich noch leb auf 3u wandeln will ich mich be Erden, Will ich das, was Fleisch mühn. Wie oft, o Gott hat mein Von der Buße. 135 mein Gebet Um Kraft dazu dich hier, mein Lobgesang Einst dort angefleht. im Himmel, sey mein Dank! 5. Doch regt aufs neue fich die Sünde, Und schwach nur war In voriger Melodie. mein Widerstand; Sie lockte mich, 225, Gott, lehre mich verund ach, geschwinde Ergriff sie stehn und faffen, mich und überwand. Die Lust Was wahre, rechte Buße sey! verschwand mir im Genuß; Ihr Hilf mir die Sünde ernstlich folgten Ekel und Verdruß. hassen, Damit ich ohne Heuche6. Auch diesmal bin ich über- jlei Mein Leben besre; dies alwunden, Und abermal fiel ich so lein Kann dir, Herr, wohlgefäl tief! Mein Vorsatz war noch lig seyn. nicht verschwunden; Mein Herz Dein Wort gebeut und schlug, mein Gewissen rief: Gott, spricht: thu Buße! Berändre, Richter! ich gedacht an dich! Und, beßre deinen Sinn; Fall deinem dennoch, dennoch fündigt' ich! Gott gebeugt zu Fuße; Sey 7. O tief verborgne Sünden nicht ein Sünder, wie vorhin, liebe, Wie werd' ich endlich frei Der immerfort in Sünden lebt, von dir? Wie überwind' ich deine Nie ernstlich fromm zu handeln Triebe, Wie dämpf ich deine strebt. Macht in mir? Gott, mein Erbarmer, hör' mein Flehn, Und lehre mich, ihr widerstehn! 3. Bezähme nur in dir die Liebe Zu allem dem, was Sünde heißt, Und folge jedem guten 8. Ach, liebt' ich dich nur, Triebe, Den Gott erweckt durch wie ich sollte, Dann flöh' diel seinen Geist. Von nun an sey, Lust zur Sünde mich; Wenn als Gottes Kind, Ihm folgsam, sie mich auch versuchen wollte, ähnlich ihm gesinnt. Ich widerständ ihr, stark durch 4. Dein Frommseyn sey kein dich; Durch deiner Liebe Got Heuchelwesen, Dein Beten nicht teskraft Bleib' ich dir treu und Scheinheiligkeit; Dein ernster, tugendhaft. steter Haß des Bösen Beweis 9. Gott, pflanze du in meine von deiner Frömmigkeit. VollSeele Rechtschaffne Lieb' und bringe das, was Gott gefällt, Lust zu dir; Und was ich denke, Und flieh die Lüste dieser Welt. was ich wähle, Das zeuge durch 5. Erstatte deinem Nächsten die That von ihr! Dich lieben, wieder, Was du mit Unrecht ihm als mein Eigenthum, Das sey entwandt, Und leite die verführmir Lust und Heil und Ruhm! ten Brüder Zurück zur Tugend; 10. So werd ich endlich überbeut die Hand Dem Unterdrückwinden, Und Herrscher meiner ten liebevoll; Thu jedem, auch Lüste sein; Und du wirst alle dem Feinde, wohl. meine Sünden mir aus Barmherzigkeit verzeihn. Mein Leben 6. Flieh Neid, Verläumdung, Haß und Lügen; Begehr nicht, was 136 Katechismuslieder. was des Nächsten ist; Zeig durch Angst und Noth, So wird dein den Abscheu am Betrügen, Daß Herz gekehret Für Augenblicke du ein Feind des Lasters bist; himmelan; Doch ziehn dich zu Sen billig, friedlich und gerecht, der Erdenbahn Bald wieder neue Aufrichtig, wahrhaft, schlecht und Sünden. recht. 5. Mit kalten Lippen ehrst du 7. Herr, dies befiehlt mir Gott, Dein Herz weiß nichts zu deine Lehre! Du weißt am be- sagen; Dein Beten ist vor ihm sten, wie ich bin; Gieb, daß ein Spott, Wie sollt er darnach ich deine Stimme höre, Ver- fragen? Die Lust der Welt schwebt ändre, beßre meinen Sinn. Ich dir so vor, Daß du nicht kannst will, und laß oft wieder nach; die Seel empor Zu deinem SchöSpilf du mir auf, ich bin so pfer richten. schwach. M. Aus tiefer Noth schrei ich. 6. Hingegen dienest du der Thust, was derselben wohlge: Welt Mit heißergebnem Herzen, 226.* Wie kannst du dich, fällt, Und leidest ihre Schmero fündlich Herz, zen; Vollbringest willig und mit So ohne Sorgen leben? Em- Fleiß Des Satans Willen und pfindest du denn keinen Schmerz? Geheiß; Das Gute wird ver Hat dich nie Ungst umgeben? geffen. Des Höchsten Langmuth schütte 7. Drückt dich, gleich einem dir Dein Leben; doch was hast schweren Stein, Zuweilen Reu du hier mit deinem Thun er worben? der Sünden, Dann willst du gern gebessert seyn, Und Gnade 2. Beschau das Leben, das vor Gott finden; Doch ernstlich du führst; Betrachte deine Wege, wird dein Vorsat nicht; Der Und sieh, ob du dich so regierst, Sinn bleibt vor wie nach ge Zu wandeln Gottes Stege. Hast richt't, Nur Sünden auszuüben. du gethan, was Gott begehrt? 8. Dein Beten, Lesen, den Hast du vom Bösen dich gekehrt, Gesang Weißt du sehr schnell zu Und deinen Gott geliebet? schließen; Der Gottesdienst währt 3. Wann hast du wohl an dir zu lang, Du mußt die Welt ihn gedacht? Du, der des Flei- genießen; Was dir begegnet, sches Willen, Die Lust nach Ehre, reizt dich an, 3u wandeln auf Geld und Pracht Nur trachtetest der Wollustbahn, Von Gottes zu stillen! Was eigner Wille zu Weg zu weichen. dir spricht, Das wird sogleich 9. Bach endlich auf, du sichins Werk gericht't, Dem folgst res Herz, Wach auf von deinen du ohne Maaßen. Sünden! Füht endlich wahre 4. Du denkst nicht so an dei- Neu und Schmerz, Damit du nen Gott, Wie ers von dir be- Gott mögst finden! Er rief auch gehret; Und trifft dich Leiden, dich zu seinem Mahl. Fleh', daß er Von der Buße. 137 er dir die große Zahl Der Sün- Des Gewissens sanfter Friede, den jetzt verzeihe. Dann wird Qual der Sünde 10. Er hat sich gnädig dir Lohn, Und ihr Dienst macht gezeigt, Dir deine Schuld ver- krank und müde. Keine, keine geben, Wenn du dein Herz zu Freude blüht, Wo des Herzens ihm geneigt, Und besser wolltest leben. Er that dir gleich den 3. Drückend ist der Sünde Himmel auf, Wenn du, obschon Joch, Hart des Lasters starke im schwachen Lauf, Verzeihung Bande, Und ihr Sklave wählt kamst zu suchen. sie doch, Taumelt an des AbUnschuld flieht. 11. Noch schlug dir nicht des grunds Rande, Dünkt sich oft Todes Stund, Noch kannst du noch stark und frei In der tief Gnade finden; Drum komm zu sten Sklaverei. Gott mit Herz und Mund, Und 4. In der ungestümen Brust reiß dich los von Sünden! Be- Weilet keine Freude lange; Unkenn ihm reuvoll deine Schuld; muth folgt auf Sündenlust, So wird er dir mit Baterhuld Ungstvoll bebt sein Herz und Und Gnade bald erscheinen. bange, Sucht vergebens Fried' und Ruh, Eilt nur neuen La12. Bekehre dich zu deinem Gott; So wird sich Gott auch stern zu. Fehren Zu dir in deiner letzten 5. Gottes schön geschmückte Noth, Dir deine Bitt' gewäh- Welt Ist umsonst für ihn ge ren. Wohlan, dein fester Vor- schmücket. Blumenau und Saa satz sey, 3u werden von der tenfeld, Und was sonst das Aug' Sünde frei, Und Gott dich hin- entzücket, Und des Herzens Kums zugeben! mer bricht, Rührt die stumpfe Seele nicht. 13. Sag allen deinen Lüsten ab, Sag ab all deinen Sün- 6. Niedre Lust und eitles Spiel den; Bekämpf die Lüfte bis ins Locken ihn zu wilden Scherzen. Grab, Dort wirst du rein dich Edler Freundschaft sanft Gefühl finden. Versprich, du wollest Bannt er weg aus seinem Her Gott allein Hier deine Freude zen, Uebt in dunkler Einsamkeit, lassen seyn, Ihn über alles lieben. Was der Unschuld Auge scheut. M. Jesus meine Zuversicht. 7. Herr, dein heiliges Gericht Trifft die Sünder, die dich 227. wie fanft ist, Herr, hassen; Die Verächter ihrer dein Joch! O wie Pflicht Fühlen sich von dir vere leicht dein guter Wille Fühlten lassen. Gott, erhalte mich dir treu! alle Seelen doch Jenen Frieden, Steh mir in Versuchung bei! jene Stille, Die in reinen Herzen wohnt, Und den Fleiß der Tugend lohnt! 2. Uber, ach! ift er entflohn, 1 M. O Traurigkeit. 228. Wie groß wird seyn Die Qual und Pein, 138 Katechismuslieder. Pein, die Sünder leiden müs- Leidens Wuth, Nichts konnte fie fen, Welche hier durch Gottes bewegen, Ihrer Zukunft Wohl Geist Sich nicht bessern ließen! und Weh Ernstlich zu erwägen. 2. Vom Himmel fern, Sind 12. Dies alles reißt Nun ih. fie vom Herrn, Dem Freuden- ren Geist 3u tiefem Kummer quell, geschieden, Sehen nicht nieder. Ihres Lasters Schreck sein Angesicht, Finden keinen gestalt Kehrt nun immer wieder. Frieden. 13. Wer Gottes Rath Ver 3. Hier haben doch Die Sün- achtet hat, Und stirbt in seinen der noch Auch Theil am Glück Sünden, Wahrlich, der wird der Erden; Selbst der Sinnenfreu- einst zum Lohn Höllenangst em: den viel Können ihnen werden. pfinden. 4. Hier können sie, Bei Sorg 14. So, dräut der Herr! Ge und Müh Sich mancher Hülfe recht ist er; Wahrhaftig ist sein freuen, Hier, wenn sie ein Vor- Dräuen. Möchten alle Men wurf plagt, Ihr Gemüth zer- schen doch Stets das Laster streuen. scheuen! 5. In jener Welt, Die nichts enthält, Was hier ihr Herz beM. Nun ruhen alle Wälder. gehret, Uch, da fühlen sie sich 229. Wie qualvoll find bie arm, Elend und entehret. Die 6. Die Hölle hat Nicht Trost den Sünder wecken, In seiner noch Rath Für ihre bangen Her: Todesnoth! Mit schauervollem zen; Nicht Zerstreuung lindert Blicke Bemerkt er seine Tück hier Innre Angst und Schmerzen und seinen Frevel wider Gott. 7. Nie kehrt ihr Blick Zur 2. Der Herr, den er verhöhnte Welt zurück, Nie in die frühern Als er den Lastern fröhnte, Kommi Zeiten, Ohne des Gewissens wie die Wetternacht. Er kommt Qual Ihnen zu bereiten. nun zum Verderben, Gebietet 8. Wie wichtig war So man- ihm zu sterben; Denn seine Zeit ches Jahr! Und frech ward es ist nun vollbracht. verschwendet. Onun kommt 3. Gott sah ihn trotzig han es nie zurück; Ewig bleibts vol- deln, Den Weg der Bosheit lendet! wandeln; Nun hält er bald Ge 9. So manche Kraft, Die richt, Wägt auf gerechter Wag Gott nur schafft, Damit sie nüß- Nun bald des Frevlers Tage; lich werde; Ach, in ihnen wirkte Er wäget sie und schonet nicht sie Nur zum Fluch der Erde! 4. Nun sind die Beßrungs 10. Oft suchte sie Gott spät stunden Der Gnadenzeit ver und früh Zur Besserung zu- len- schwunden; Sie kehren nie zu ken; Und sie wollten ihres Herrn rück. Nun hilft kein banges Fle Nimmermehr gedenken. hen, Wenn er vor Gottmuß stehen 11. Des Segens Fluth, Des In seinem letzten Augenblick. 5. Mit Von der Buße. 139 5. Mit nagendem Gewissen] M. Herr ich habe mißgehand. Irrt er in Finsterniſsen, Die ihm 231. Seinem eignen Herzen kein Licht erhellt, Sucht auf des heucheln, Sünde Todes Pfade zu spät des Höch- thun und sicher seyn, Sich mit sten Gnade, Will sich ermannen, falscher Tugend schmeicheln, Und finkt und fällt. dann sagen: ich bin rein, Selbst 6. O jammervolles Ende! sein Elend nicht empfinden: Mein Heiland, sich, ich wende Welche gift'ge Frucht der Sünden! Schon jetzt mich hin zu dir! 2. Wer so schläft ohn allen Laß mich doch so nicht sterben! Kummer Für der Seele SeligAch, laß mich nicht verderben! keit, Eingewiegt in tiefen SchlumEröffne deinen Himmel mir! mer Einer trägen Sicherheit; Ach, wie fürchterliche Schrecken Werden endlich den erwecken! M. Kommt ber zu mir, spricht. 230. So hoff ich denn mit 3. Bin ich, wenn ich das nur festem Muth Auf hasse, Was auch Heiden nicht Gottes Gnad und Christi Blut; verzeihn, Das nur meid' und Ich hoff ein ewig Leben! Gott unterlasse, Was mir nicht gefällt, ist ein Vater, der verzeiht, Hat schon rein? Ists genug nur mir das Recht zur Seligkeit In nichts verbrechen, Was schon seinem Sohn gegeben. Menschenstrafen rächen? 4. Bin ich darum auch schon 2. Herr, welch ein unaus besser, Darum Gottes Kind und fprechlich Heil, Un dir, an dei Freund, Weil die Schuld des ner Gnade Theil, Theil an dem Nächsten größer, Als die meinige Himmel haben; Im Herzen durch mir scheint? Weil an eines anden Glauben rein, Dich lieben dern Sünde Ich mich rein und und versichert seyn Von deines schuldlos finde? Geistes Gaben! 5. Oder weil durch äußre 3. Dein Wort, das Wort der Werke, Und oft nur durch ihren Seligkeit, Wirkt göttliche Zufrie: Schein, Ich mich in dem Wahne denheit, Wenn wir es treu be stärke, Wohlgefällig Gott zu seyn? wahren. Es spricht uns Trost Oder weil geheime Sünden Menim Elend zu, Versüßet uns des schenblicke nicht ergründen? Lebens Ruh, Und stärkt uns in Gefahren. 6. Sollt' ich darum thöricht wähnen: Ich bedarf der Bes 4. Erhalte mir, o Herr, mein rung nicht, Keiner Reue, keiner Hort, Den Glauben an dein Thränen, Keiner festern Zuvergöttlich Wort, Um deines Na- sicht? Dürfe mich zu Gottes mens willen! Laß ihn mein Licht Kindern Zählen, und nicht zu auf Erden seyn, Jhn täglich den Sündern? mehr mein Herz erneun, Und mich mit Trost erfüllen! 7. Nein, dies Blendwerk sey verachtet! Gott, du siehst das Herz 140 Katechismuslieder. Herz nur an. Wer nachinnerm Da ich herzlich suche dich, Da Frieden trachtet, Flieht auch ich Reue bei mir finde, Da ich heuchlerischen Wahn, Will auf hasse jede Sünde. falschen Trost nichts gründen, 4. Herr, dein Sohn ließ hier Sucht der Hoffnung Grund zu auf Erden Martern sich, vergoß finden. sein Blut, Daß der könne selig 8. Keine Sünde müß' ich lie- werden, Der im Glauben Buße ben, Auch den Wunsch der Sünde thut. Ach! sein Kreuz und Dornicht! Rein in allen meinen Trie- nenkron Bring ich hier vor dei ben, Fern von falscher Zuversicht nen Thron; Seinen Tod und Müß ich in der Zahl der Dei- Blutvergießen Laß mich Armen nen Immer seyn und nicht nur auch genießen. scheinen! 5. Längst schon hätt' ich sollen 9. Hilf mir streiten mit den kommen, Da es noch war rechte Lüften, Fliehen Stolz und Sicher- Zeit. Doch auch jetzt ist nichts heit, Betend mich zum Kampfe benommen Deiner großen Gü rüsten Mit der Welt und Sinn- tigkeit. Keine Buße ist zu spät, lichkeit, Daß ich nicht vergeblich Wenn sie nur von Herzen geht: ringe Und gewiß zum Ziele dringe. Darum wird dir auch mein Fle hen, Herr, mein Gott, zu Her zen gehen. M. Zion klagt mit Angst und. 6. Großer Gott, voll Lieb und 232.* Mater, laß mich Gnade finden; Tröste, tröste Treue, Laß durch Jesu Wunden meinen Sinn, Da ich wegen doch Meine späte Buß und Reue meiner Sünden So betrübt und Vor dir etwas gelten noch! traurig bin! Bater, siehe, wie Denke weiter nicht daran, Was ich hier Jetzt vor deiner Gna- lich habe mißgethan; Laß mein denthür Mit dem Zöllner schaam- arges Sündenleben Mir aus roth stehe, Und dich um Ver- Gnaden seyn vergeben! gebung flehe! 7. Ja, du wirst mir großem 2. Du bist heilig, ich hinge- Sünder, O mein Gott, barm gen Bin voll Ungerechtigkeit. herzig seyn! Du wirst unter Gnade nur kann dich bewegen; deine Kinder Wiederum mich Nur auf deine Gütigkeit Set nehmen ein; Dann will ich von ich meine Zuversicht; Denn, wenn Herzen dich Dafür preisen ewig du, Herr, dein Gericht Ließest lich. Drum in Jesu ChristiNamen ohne Gnad' ergehen, Würd' es Wollst du mich erhören, Amen! übel um mich stehen. 3. Heil mir, Heil! nach Jesu M. Aus tiefer Noth schrei ich. Lehre Willst du keines Sünders 233.* ch, hilf mir, hilf, Tod; Sondern daß er sich beHerr Jesu Christ, kehre, Frei zu werden von der Und schau auf meine Schmer Noth. Dieser Trost erquicket mich, zen! Da nun die Lust verschwun den Von der Buße. den ist, Wie quält es mich im In eigener Melodie. Herzen, Daß ich, vom Satan 234.* efu, der du meine 141 Fleisch bewegt, Das Böse hab deinen bittern Tod Aus des Sabegangen! tans finstrer Höhle Und der schwe2. O Sünde, deine Süßigkeit ren Sündennoth Kräftiglich herHat mir die Angst geboren; ausgerissen, Und mich dieses lassen Durch dich hab ich die Seligkeit wissen Durch dein angenehmes Verscherzet und verloren. Ich Wort, Sey auch jetzt, o Gott, bin durch diese meine Schuld mein Hort! Aus meines lieben Gottes Huld 2. Treulich hast du ja gesuchet, In seinen Zorn gefallen. Was verloren schien zu seyn, 3. Uch Gott, erbarme dich, Das Gesetz hatt' uns verfluchet, die That Ist leider nun gesche- Uns gedrohet ew'ge Pein; Doch hen; So soll ich nun ohn' Hülf du, Satansüberwinder, Hast die und Rath In meiner Angst ver- hochbetrübten Sünder So gerugehen? Ich will zu meinem Hei- fen zu der Buß', Daß ich billig land hin, Von dem ich abgewichen kommen muß. bin, Will Hülfe bei ihm suchen. 3. Ach, ich bin ein Kind der 4. Es ist ja Gottes reiche Sünden, Ach, ich irre weit und Gnad Viel größer, als die Sünde breit; Es ist nichts an mir zu Die alle Welt begangen hat, finden, Als nur Ungerechtigkeit! Und die ich an mir finde; Sa All' mein Tichten, all mein TrachChristi theur vergoßnes Blut, ten, hieß nur meinen Gott vers Das macht vor Gott gerecht achten; Böslich lebt' ich ganz und gut, Und rein von allen und gar, Und sehr gottlos imSünden. merdar. 5. Uch Jesu, ach, erbarm dich 4. Herr, ich muß es ja bemein, Und heile mein Gewissen! kennen, Daß nichts Gutes wohnt Uch laß mich deiner schweren in mir. Ich will mich nach Pein Zu meinem Trost genießen! Christo nennen, Dennoch wich Verzeihe mir, was ich gethan, ich ab von dir. Ja mein Fleisch Uch, schau mich wieder freund- und Blut zu zwingen, Und das lich an, Und sey mir Sünder Gute zu vollbringen Folget gar gnädig! nicht, wie es soll; Was ich nicht 6. Nur an dir, Jesu, halt ich will, thu ich wohl. mich; Ich will des Glaubens 5. Gott, mein Herr, ich kann leben, Du werdest mir auch gnä- nicht wissen, Wie viel meiner diglich Die schwere Schuld ver- Fehler seyn; Denn mein Herz geben. Ich will nun deine Gü ist ganz zerrissen Durch der Sünde tigkeit In Zeit und einst in Ewig- Ungst und Pein; Matt ist es leit Mit Dank und Freude von bangen Sorgen, Ach, verpreisen. Igieb mir, was verborgen; Denke nicht 142 Katechismuslieder. nicht der Missethat, Die dich, vergossen ist, Geb' ich dir, Herr Herr, erzürnet hat! Jefu Chrift! 6. Jesu, bu hast weggenom- 11. Nun ich weiß, du wirs men Meine Schulden durch dein mir stillen Mein Gewissen, das Blut; Laß es, o Erlöser, kom- mich plagt, Was verheißen ist men Meiner Seligkeit zu gut! erfüllen; Denn du selbst haf Und dieweil du bist zerschlagen, zugesagt: Daß auf dieser weiter Haft die Sünd' am Kreuz ge- Erden Keiner soll verloren wer tragen; so sprich mich endlich den, Sondern jeder leben soll frei, Daß ich ganz dein eigen sey! Dessen Herz ist glaubensvoll. 7. Will mich dann die Sünde 12. Herr, ich glaube, hilf mi schrecken, Das Gericht, die Ewig- Schwachen; Laß mich ja ver keit, Neue Angst mir zu erwecken, zagen nicht. Du, du kannst mid Stets mich führen in den Streit; stärker machen, Wenn mich Sünd Muß ich fürchten zu erliegen, und Tod anficht. Deiner Güt Uch, so hilf, Herr Jesu, siegen; will ich trauen, Bis ich fröhlic Laß mich, meine Zuversicht, In werde schauen Dich, Herr Jesu dem Kampf verzagen nicht! nach dem Streit In der frohe Ewigkeit! 8. Dann blick ich zu deinen Wunden, Denk an deinen Tod und Grab; Du, für mich ans M. In dich hab ich gehofft. Holz gebunden, Wendest meine 235.* Verzage nicht, o Mer schenkind, Bein Plagen ab! Deine Pein, dein blutig Schwißen, Was du littest, Unblick deiner großen Sünd mir zu nutzen, Bis dein Haupt Die du hier haft begangen! We am Kreuz erblich, O Herr Jesu, wahre Reu' und Buß empfind tröfte mich! Nach dem trägt Gott Verlangen 9. Wenn ich vors Gericht soll 2. Ruf Jesum Christum fle treten, Wo man nicht entfliehen ßig an; Denn ihm ist alles w kann, Uch, so wollest du mich terthan. Er hat Macht zu ve retten, Und dich meiner nehmen geben; Er wills auch thun an! Du allein, du kannst es wohl uns, er kann Erretten un wehren, Daß ich nicht den Fluch zum Leben! ak darf hören: Ihr zu meiner lin- 3. Steh ab von allem, we ken Hand Send von mir noch Gott hast, Sey auf den große nie erkannt! Tag gefaßt, Wenn Jesus wit 10. Du ergründest meine erscheinen, Daß du dann, Schmerzen, Herr, du kennest ein Himmelsgast, Dich könn meine Pein, Es ist nichts in mit ihm vereinen. 4. Gott will ja nicht de meinem Herzen, Als dein herber Tod allein. Dieses Herz, von Sünders Tod; Drum hat i Leid gebränget, Und mit deinem Jesus aus der Noth Erkauft m Blut besprenget, Das am Kreuz seinem Blute. Er giebt sich zum Von der Buße. 143 zum Lebensbrod; Dank ihm mit Den ich nun wandeln soll; Dafrohem Muthe! für sey, Herr, gepriesen! Sey 5. Drum, o mein Heiland, hochgelobt, daß ich Die alte bitt ich dich, Du wollest doch Sünde haß', Und willig ohne erhören mich, Und selber mich Furcht Die todten. Werke laß'! bekehren! Denn soll ich recht bekehren mich, So mußt du selbst michs lehren. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle; So gieb mir deinen Geist, So lang ich hier noch walle, Der meine Schwachheit stärk, Und mächtig in mir 236.* Was kann ich doch sey, Und meine Seele stets Zu M. Nun danket alle Gott. deinem Dienst erneu'. für Dank, Herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit Geduld So lange Zeit getragen, Da ich in mancher Sünd' Und Uebertretung lag, Und dich, o großer Gott, Erzűrnt so manchen Tag? 7. Ach, leit und führe mich, So lang ich leb auf Erden; Laß mich nicht ohne dich Durch mich geführet werden! Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich bald verführt; Führst du mich aber 2. Sehr große Lieb und Gnad selbst, Thu ich was mir gebührt. Erwiesest dit mir Urmen; Ich 8. Gott, du großer Gott, fuhr in Sünden fort, Du aber O Bater, hör mein Flehen! O in Erbarmen; Ich widerstrebte Jesu, Gottes Sohn, Laß deine dir, Und schob die Buße auf; Kraft mich sehen! O werther Und du verschobst die Straf, heilger Geist, Regier mich alleDaß sie nicht folgte drauf. zeit, Daß ich dir diene hier Und bort in Ewigkeit! 3. Du, du hast mich bekehrt, Du hast mich unterrichtet; Du haft des Satans Reich Und Werk in mir vernichtet. Herr, deine Güt und Treu Die an die Wol- 237.* M. Zion Flagt mit Angst und. du Schöpfer aller Dinge, Höre, höre Fen reicht, hat auch mein stei- mein Gebet, Das ich Ärmer vor nern Herz Gebrochen und er- dich bringe, Wie mein Herz um weicht! Gnade fleht! Meine Schulden 4. Selbst konnt ich, ach, zu ängsten mich; Darum komme viel Beflecken mich mit Sünden; ich vor dich, Und bekenne meine Ich konnte aber nicht Selbst Sünden; Uch, Herr, laß mich Gnade wieder finden. Selbst Gnade finden! fallen konnte ich, Und ins Ver- 2. Du, du heißest alle komderben gehn; Doch selber konnt' men, Die beladen sind, zu ich nicht Ven meinem Fall auf- dir! Ich bin auch nicht ausge stehn. nommen, Noch gewiesen von 5. Du hast mich aufgericht't, der Thür Deiner Gnade; sonUnd mir den Weg gewiesen, dern du Willst mir geben Trost und 144 Katechismuslieder. und Ruh, Von den Sünden, gen, Der sich ließ für mich erdie mich drücken, Mich befreien würgen. und erquicken. 8. Sieh, o Vater aller Gna3. Dein Wort bleibt, nie wird den, Siehe seine Leiden an! Er, gebrochen, Was du einmal hast er hat ersetzt den Schaden, Hat geredt; Nun hast du, o Gott! für mich genug gethan. Durch gesprochen: Sucht mein Antlig ihn bin ich ganz erlöst, Durch im Gebet! Darum komm ich ihn ist mein Herz getröst't; Denn auch vor dich, Suche dich, o in seinen tiefen Wunden Hab Herr, laß mich Bei dir Trost ich Fried' und Ruh' gefunden. und Gnade finden; Sprich mich 9. Hierauf will ich nun ge los von meinen Sünden! nießen Christi wahren Leib und 4. Was du selbst gesagt, das Blut, Meinem Herzen und Ge hebe Ich empor zu dir, o Gott! wissen Zur Erquickung und zu Du, du sprichst:>> so wahr ich gut. Gieb, daß würdig ichs gelebe, Ich will nicht des Sün- nieß', Jesu; und mach' mich geders Tod; Sondern daß er sich wiß, Wie du Freund seyft allen bekehr' Von den Sünden, und denen, Die sich nach dir herz: begehr' Ewiglich bei mir zu le- lich sehnen. ben; So ist Alles ihm vergeben.<< 5. Herr, dies läsfest du bezeuM. Ich dank dir schon. gen; Ich vertraue auf dein Wort, 238. Mohlan, o Seele, sey erfreut! Du bist Will hierauf in Demuth beugen Meine Knie' an diesem Ort. Ich mit Gott versöhnet. Mit Gnad' bekenne meine Sünd', Ich bin und mit Barmherzigkeit Hat das verlorne Kind, Das, vom Jesus dich gekrönet. Satan oft verblendet, Deine Güter hat verschwendet. 2. Heiland! viel hast du gethan, Die Sünder zu befreien. 6. Mehr vermag ich nicht zu Ach, nimm das Freudenopfer an, fagen; Ich kann nur an meine Das Herz und Mund dir weihen! Brust Mit dem armen Zöllner 3. Ich kam gebeugt in Gottes schlagen. Gott, es ist dir wohl Haus; Mich reu'ten meine Sün: bewußt, Wie ich fündigte an dir; den; Da theiltest du mir Gnade Aber sey doch gnädig mir! Sieh, aus, Und ließest Trost mich finden. ich fall' in deine Arme, Ach 4. Geheiligt sey dir nun mein Herr, meiner dich erbarme! Herz! Ich will mich dir ergeben, 7. Herr, ich läugne nicht die Und glaubensvoll im Glück und Sünden, Ich verläugne nicht die Schmerz Zu deiner Ehre leben. 5. O dann, Erbarmer, hilfft Schuld; Aber, laß mich Gnade finden, Trage, Herr, mit mir du mir, Daß ich auch selig sterGeduld! Alles, was ich schuldig be; Dann hör' ich einst das Wort bin, Will ich zahlen, nimm nur von dir: Sey meines Himmels hin Die Bezahlung meines Bür- Erbe. 239. Sch Von der Buße. 145 M. Herzlich thut mich. Fleiß im Christenthum! Dir, Je239. ch bin der Ungst ent- ſu, geb' ich mich auf's neue Zu nommen; Gott blickt deinem ew'gen Eigenthum! Von mich gnädig an. Ich darf mit deinem guten Geist allein Will seinen Frommen Mich wieder zu ich hinfort geleitet seyn. ihm nah'n. Dahin sind meine 2. Nie laß mich wieder treulos Schmerzen; Mein Mittler stillte werden, Nie deine guten Wege sie, Ach, solche Ruh' im Herzen flieh'n! Kein Scheingut, keine Fühlt' ich, als Sünder, nie! Lust der Erden, Kein Glück laß 2. Der Lüfte wild Getümmel mich dir je entzieh'n! Entflieh', o Schweigt nun in meiner Brust; eitle Lust von mir! Gott hört es, Ich seh' den offnen Himmel, Und jetzt entsag' ich dir! athme Himmelslust; Bin frei 3. Regiere du, o Gott, mein von Seelenleiden, Bin frei von Leben, und mache selbst mein Herz inn'rer Pein; Und ihr, derTugend dir treu, Daß dir mein Wandel Freuden, Kehrt wieder bei mir ein. ganz ergeben, und deinem Willen 3. Gott, voll Huld und folgsam sey; Denn ohne dich ist Treue, Was macht mich dir so immerdar Mein Herz verkehrt werth, Daß du das Fleh'n der und wandelbar. Reue So gnädig haft erhört? Ich fühl's, ich fühl's im Staube, In voriger Melodie. Was dich zur Huld bewog; Mein 241. Nicht, daß ich's ſchon Glaube, Gott, mein Die War's, der dich zu mir zog. beste Tugend bleibt noch schwach; 4. So sey denn nun mein Le- Doch, daß ich meine Seele rette, ben, Erbarmer, ewig dein! Mein Sag' ich dem Kleinod eifrig nach. eifrigstes Bestreben Sey, deiner Denn Tugend ohne Wachsamkeit werth zu seyn! Der Lüste Macht Verliert sich bald in Sicherheit. zu dämpfen, Für's Gute nur zu 2. So lang' ich hier im Leibe glüh'n, Die Sünde zu bekäm- walle, Bin ich ein Kind, das pfen, Sey ewig mein Bemüh'n. strauchelnd geht. Der sehe zu daß 5. Und wankt auf meinem er nicht falle, Der, wenn sein Pfade Mein ungewisser Schritt, Nächster fällt, noch steht! Auch So lenke, Geist der Gnade, Oldie bekämpfte böse Lust Stirbt lenke meinen Tritt! Dir, Füh- niemals ganz in unsrer Brust. rer, folg' ich immer, Dir folg' 3. Nicht jede Besserung ist Tuich bis ans Grab! Verlassen gend; Oft ist sie nur das Werk wirst du nimmer Den, der sich der Zeit. Die wilde Hitze roher dir ergab. Jugend Wird mit den Jahren Sittsamkeit; Und was Natur und Zeit gethan, Sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Uend'rung deiK ner M. Wer nur den lieben Gott, 240. Herr, dir gelob' ich neue Treue, Und neuen 146 Katechismuslieder. ner Seelen Ein Tausch der Triebe uns die Welt entgegen, So regt der Natur. Du fühlst, wie Stolz sich unsre Leidenschaft. Wir wer und Ruhmsucht quälen, Und den im Geräusche schwach, Und dämpfft sie, doch du wechselst geben endlich strafbar nach. nur; Dein Herz fühlt einen an- 9. Du opferst Gott die leich dern Reiz, Dein Stolz wird Wol- tern Triebe Durch einen strenluft oder Geiz. gen Lebenslauf; Doch opferst du, 5. Oft ist es Kunst und Eigen- will's seine Liebe, Fhm auch die liebe, Was Undern strenge Tu- liebste Neigung auf? Dies ist das gend scheint. Der Trieb des Neids, Auge, dies der Fuß, Die sich der Schmähsucht Triebe Erweck der Christ entreißen muß. ten dir so manchen Feind; Du 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' wirst behutsam, schränkst dich ein, und Stille, Die Welt, und liebst Fliehst nicht die Schmähsucht, die Einsamkeit; Doch bist du, fordert's Gottes Wille, Auch dienur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich ser zu entflieh'n bereit; Dein nicht rühren, Durch die der An- Herz haßt Habsucht, Neid und dern Tugend fällt; So werde Zank; Flieht's Unmuth auch nichts dein Herz verführen; Doch und Müßiggang? jedes Herz hat seine Welt. Den, 11. Du bist gerecht; denn auch welchen Stand und Gold nicht bescheiden? LiebstMäßigkeit; denn rührt, Hat oft ein Blick, ein auch Geduld? Du dienest gern, Wort verführt. wenn Andre leiden; Vergiebst du 7. Oft schläft der Trieb in Feinden auch die Schuld? Von deinem Herzen, Du scheinst von allen Lastern sollst du rein, 3u Rachsucht dir befreit; Jezt sollst aller Tugend willig seyn. du eine Schmach verschmerzen, 12. Sey nicht vermessen, wach' Und sieh, dein Herz wallt auf und streite; Denk nicht, daß du und draut, Und schilt so lieblos schon g'nug gethan! Dein Herz und so hart, Als es zuerst ge- hat seine schwache Seite, Die scholten ward. greift der Feind der Wohlfahrt 8. Oft denkt, wenn wir der an. Die Sicherheit droht dir Stille pflegen, Das Herz im den Fall; D'rum wache stets, Stillen tugendhaft; Kaum lachet wach überall! Bom heiligen Abendmahl. M. Jesus meine Zuversicht. kommt, erneu't Euren Bund 242.Die ihr seine Laufbahn der Seligkeit! lauft, Theure, mit- 2. Nehmet hin, und eßt sein erlöste Brüder, All' auf Christi Brod! Jesus Christus ward geTod getauft, Ulle seines Leibes geben Für die Sünder in den Glieder, Kommt, Versöhnte, Cod. Nehmt und trinkt! ihr trinkt Vom heiligen Abendmahl. 147 trinkt sein Leben! Hingegeben melnd Lallen, Wenn von Serain den Tod Ward er, in der phim umringt, Die Verklärten Sünder Tod. niederfallen, Singen ihr Hallelu3. Die mit voller Zuversicht ja, Mittler, deinem Golgatha! Deines Heils, o Herr, sich freuen, 10. Ausgeschüttet warest du, Laß sie stets in diesem Licht Wan- Warst wie Wasser ausgegoffen; deln, ewig dir sich weihen! Laß Suchtest, fandest keine Ruh'! ihr Herz vom Stolze rein, Voll Deines Todes Wunden flossen, von deiner Demuth seyn!. Strömten über, ach, vom Blut, Deines großen Opfers Blut! 4. Ach, die oft in Traurigkeit Ueber ihre Seelen wachen! Hilf 11. Deiner Zunge Durst war du, Herr der Herrlichkeit! Herr, heiß; Heißer noch der Durst der fie glauben, hilf den Schwachen! Seele! Müd' in deines Todes Die gebeugt von ferne steh'n, Schweiß Hing dein Leib, und Können unerhört nicht fleh'n. deine Seele Lechzte schmachtender zum Herrn; Aber er, dein Gott, war fern! 5. Hoherprieſter, Jeſu Christ, Du bist einmal eingegangen In das Heiligthum, du bist Als ein Fluch am Holz gehangen. So 12. Jesus rief: mein Gott, bist du durch deinen Tod Ein- mein Gott, Warum hast du mich gegangen, Sohn, zu Gott! verlassen? Neigte d'rauf sein 6. Hoherpriester, ja du bist Haupt, und Gott Hat t'ihn nun Auch für uns zu Gott gegangen! nicht mehr verlassen. Jetzo war's Sprich uns los, Herr Jesu Christ, vollbracht, jetzt war Gottes Gnas Wenn wir nun dein Mahl em- de offenbar. pfangen! Laß uns fühlen: in's Gericht Kommen wir nun, Mittler, nicht! 13. Nehmet hin, und eßt fein Brod! Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. 7. Augenblick voll heil'gen Nehmt und trinkt! ihr trinkt ſein Grau'ns, Voller Wonn' und sü- Leben! Hingegeben in den Tod Ben Lebens! Theures Pfand des Ward er, in der Sünder Tod! fünft'gen Schau'ns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad' auf uns, Ulle dein Gnad auf M. Wachet auf, ruft uns die. 243. Herr, du wollst ſie 8. Jesu Christi Mittlertod nes Mahles Seligkeiten! Sey Werd' in aller Welt verkündigt! mitten unter ihnen, Gott! Leben, Jesu Christi Mittlerted, Der Leben zu empfahen, Laß sie, o vor'm Richter uns entsündigt! Je- Sohn, sich würdig nahen, Und sus Christ, mit Preis gekrönt, Hat sprich sie los von Sünd' und uns Staub mit Gott versöhnt! Tod! Sind sie schon nicht ganz 9. In das Chor der Himmel rein; Sie sind doch, Jesu, dein schwingt, Herr, sich unser stam- Und unsterblich! Uch, laß sie K2 sehn 148 Katechismuslieder. sehn Von deinen Höhn Von fern) 3. Salt im Gedächtniß Jeſum der Ueberwinder Lohn! Christ! Der von dem Tod er 2. Nehmt und eßt zum ewgen standen, Und nun zur Rechten Leben! Nehmt hin, und trinkt Gottes ift! Er hat von Todes zum ewgen Leben! Der Friede Banden Und aus der dunkeln Christi sen mit euch! Nehmt, Grabesnacht Befreiung dir ans und eßt zum ewgen Leben! Licht gebracht. Dank ihm für Nehmt hin, und trinkt zum ew- feine Liebe! gen Leben! Ererbt, ererbt des 4. Halt im Gedächtniß Jesum Mittlers Reich! Wacht, eure Christ! Er wird einst wieder Seele sey Bis in den Tod ge- kommen, 3u richten, was auf treu! Amen! Amen! Der Weg Erden ist, Die Sünder und die ist schmal, Und klein die Zahl Der Frommen. Drum sorge, daß Sieger, die der Richter krönt. du dann bestehst, Und mit ihm 3. Die dein Kreuz in jenen in den Himmel gehst, Ihm ewigTagen Der Märtyrer dir nach- lich zu danken! getragen, Verließen oft des Bun- 5. Ja, Herr, mein Heiland, des Mahl, Um vorm Blutge- dich will ich nicht aus dem Her richt zu stehen, Mit dir bis in zen lassen; Mit Gegenliebe will den Tod zu gehen, Voll Freud' ich dich, So lang ich leb', umin aller Marter Qual! Sey, fassen! Dein Abendmahl vermehr Herr, den Deinen Licht! Ent- in mir Des Glaubens Kraft, weihen laß sie nicht Deines Mah- damit ich dir Mit steter Treue les Hochheiliges Pfand, Von dir diene! gewandt Zurück zu kehren in die Welt! MOKönig, dessen Majestät. M. Es ist das Heil uns. suche dich Mühselig 245. h komme, Herr, und 244. Ha alt im Gedächtniß und beladen. O mein Erbar Jefum Christ, Omer, würd'ge mich Des Wun Seele, der zur Erden Vom Him- ders deiner Gnaden! Ich liege ( sthron gekommen ist, Ein hier vor deinem Thron, Sohn Heiland dir zu werden! Vergiß Gottes und des Menschen Sohn, sein nicht! denn dir zu gut Ver: Mich deiner zu getrösten. Ich band er sich mit Fleisch und fühle meiner Sünden Müh; Ich Blut. Dank ihm für seine Liebe! suche Ruh und finde sie Im 2. Halt im Gedächtniß Jesum Glauben der Erlösten. Chrift! Er hat für dich gelitten, 2. Dich bet ich zuversichtlich Und dir, da er gestorben ist, Um an, Du bist das Heil der Sün Kreuz das Heil erstritten. Er der; Hast ihre Schulden abgerettung von der Sündennoth than, Und wir sind Gottes Kin Erwarb er dir durch seinen Eod. der. Ich denk an deine Leidens: Dank ihm für seine Liebe! nacht, Und an das Wort: F ist Vom heiligen Abendmahl. 149 ist vollbracht! Du hast mir Heil/ trug und Heuchelei Und allen erworben. Für mich hast dujeitlen Lüsten! dich dargestellt; Mit sich ver 3. Dir, mein Erlöser, will ich föhnte Gott die Welt, Da du mich Zum Eigenthum ergeben. für sie gestorben. Bekennen will ichs öffentlich, 3. So freue dich, mein Geist, Dein Sterben sey mein Leben. in mir! Er tilget meine Sün- So lang ich athme, will ich dein den, Und läßt an seiner Tafel und deiner Liebe mich erfreun, hier Mich Gnad um Gnade fin- Und sie noch sterbend preisen. den. Er hört der Reue sehnlich 4. Hilf, das ich reuvoll meine Flehn, Will gern mich frei und glücklich sehn, Will mir die Schuld Vor meinem Gott geSchuld vergeben; Nur soll ich stehe, Und überzeugt von seiner dem, der für mich starb, Und Huld, Ihn um Vergebung flehe. mir so großes Heil erwarb, Bon traun, Auf dich, mein treuer Laß mich mit gläubigem Verganzem Herzen leben. Mittler, schaun, Und Seelenruhe finden. 4. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch 5. Dein Liebesmahl versichre deinen Tod Die Kraft zu die mich Bon deines Vaters Gnade, sem Willen! Laß mich von nun Daß ich, o Herr, gestärkt durch an eifrig seyn, Mein ganzes Le- dich Auf ebnem Tugendpfadé, ben dir zu weihn, und deinen Versöhnt mit Gott und kumTod zu preisen. Laß mich den merfrei, Und voll der frohen HoffErnst der Heiligung Durch eine nung sey, Den Himmel einst zu wahre Besserung Mir und der erben. Welt beweisen. M. Jdy will von meiner Misfety. 246. h will den Bund mit 6. Gieb, daß ich, jeder Sünde feind, Dich, o mein Retter, liebe, Und ernstlich mich, mit dir vereint, In guten Werken übe. meinem Herrn Bei Duforderst von mir diesen Dank; feinem Mahl erneuen; Ich will, Ihn müsse dir mein Lebenlang von Weltgeschäften fern, Mich Mein Herz, o Jesu, bringen! seines Todes freuen. Tag, wie heilig bist du mir! Es soll In eigener Melodie. * mein dankbar Herz zu dir, Er- 247. Schmücke dich, o liebe Seele, Würdig löser, sich 2. Mich führe nicht Gewohn- nach des Herrn Befehle! Komm, heit hin, Nicht der Betrug der Vergebung zu empfangen; Dein Sünde, Als wenn auch laster- Licht ist dir aufgegangen. Denn hafter Sinn Schon hierdurch der Herr, voll Huld und GnaGnade finde. Nein, mache mich den, Hat dich zu sich eingelao Heiland, frei Bon Selbstbe: den; Der dein Heil hat zu vers walten, 150 Katechismuslieder. walten, Will jetzt Wohnung bei Brod nie wird verzehret, Ob dir halten. es gleich viel tausend nähret; 2. Eil ihm glaubensvoll ent- Und das mit dem Saft der Re gegen, Und nimm Theil an sei- ben Uns wird Christi Blut ge nem Segen! Daß er dich der geben! der großen Seligkei Sünd' entlade, Giebt er heute ten, Die nur Gottes Geist kann Gnad um Gnade, Deffnet dir deuten! die Himmelspforten, Red't dich 7. Jesu, meines Lebens Sonne, an mit Trostesworten; Will, du Jesu, meine Freud' und Bonne! sollst sein Mahl genießen. Weg Du, du bists, den ich erwähle, mit allen Hindernissen! Lebensquell und Heil der Seele! 3. In Erkaufung theurer Hier fall ich zu deinen Füßen; Waaren Pflegt man sonst kein Laß mich würdiglich genießen Geld zu sparen; Aber er will Dieser deiner Himmelsspeise, Mir für die Gaben Seiner Huld nur zum Heil und dir zum Preise. Glauben haben; Zur Vergebung 8. Herr, es hat dein treues deiner Sünden Nur dies Kleinod Lieben Dich vom Himmel her: bei dir finden. Denn wer kann getrieben, Daß du willig haft die Opfer: Schaalen, Wer dies dein Leben In den Tod für uns Manna je bezahlen? gegeben; Daß du hast ganz un 4. Uch, wie hungert mein verdrossen, Herr, dein Blut für Gemüthe, Menschenfreund, nach uns vergossen, Uns zu speisen, deiner Güte! Ach, wie pfleg ich uns zu tränken, Deiner Liebe oft mit Thränen Mich nach zu gedenken. deinem Mahl zu sehnen! Uch, 9. Jefu, wahres Brod des wie pfleget mich zu dürsten Lebens, Hilf daß ich doch nicht Nach dem Trank des Lebens- vergebens, Oder mir wohl, gar fürsten! Wünsche stets, daß ich, zum Schaden, Sey zu deinem der Deine, Mich durch dich mit Tisch geladen. Laß mich durch Gott vereine! dies Seelen- Effen Deine Liebe 5. Weg mit Furcht und Ungst recht ermessen, Daß ich einst, wie und Zittern, Mir die Freude zu jetzt auf Erden, Mög' ein Gast verbittern! Ich genieße diese im Himmel werden. Speise Ganz nach frommer Christen Weise. O wie selig, wenn M. Freu dich sehr, o meine. ich merke, Herr, die Größe deiner Werke! Ist auch wohl ein 248. Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden, Komm Mensch zu finden, Der sie je ich, Herr, auf dein Gebot, 3u mals könnt' ergründen? dem Denkmal deiner Leiden, Und 6. Nein, Vernunft, hier mußt gedenk an deinen Tod. Mittler, du weichen; Kannst das Wun- der du für mich starbst, Mir ein der nicht erreichen, Wie dies ewig Heil erwarbst, Dir zur Ehre Vom heiligen Abendmahl. 151 Ehre stets zu leben Sey mein hört, Mit Gehorsam dich vereifrigstes Bestreben! ehrt, Und in deinem Dienst auf 2. Ich empfind es jetzt aufs Erden Immer besser sucht zu neue, Was ich dir, Herr, schul- werden. dig bin. Du, du gabst mit 7. Geh mir, wo ich bin und großer Treue Ganz dich mir wandle, Immerfort mit Hülfe zum Dienste hin; Wiesest mir nach, Daß ich als ein Christ den Weg zu Gott, Und ertrugst stets handle; Und wird ja mein den schweren Tod, Mir im Le Glaube schwach, D so hilf mir ben und im Sterben Sichre liebreich auf, Daß ich in dem Tröstung zu erwerben. Tugendlauf, Nimmer wanke, nie 3. Durch dich ist zu Gottes ermüde; So erquicke mich dein Gnade Freier Zutritt, und die Friede. Kraft, Auf der Tugend selgem 8. Ewig will ich dir es danPfade Fest einher zu gehn, ver- ken, Daß du so barmherzig bist, schafft. Und du rufft aufs neue, Daß auch, wenn wir Schwache mir Durch dein Nachtmahl, daß wanken, Deine Treu beständig ich hier Theil an deinem Segen ist. Herr, ich hoff' es froh und nehme, Und mich deiner niemals fest, Daß fie mich auch nicht schäme. verläßt. Zu des Himmels Se4. Sollt ich, Jesu, denn ver- ligkeiten Wird sie mich gewiß gebens Diese deine Huld em- auch leiten. pfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens Mich zu deinem Ti- M. Herzlich thut mich verlangen. will ich mich vor Sünden scheun, ſche nahn? Ja, mit neuem Ernst 249. Den Tag des Herrn zu feiern, Und sein und dich Durch ein dir geheiligt Gedächtnißmahl So würdig zu Leben Mit vermehrtem Fleiß erneuern, Als er es einst befahl, erheben. Erinnre seines Todes Sich jeder 5. Diesen Vorsatz, den ich beim Genuß Des hier geweihhabe, Thätig dankbar dir zusten Brodes Und bei des Weins seyn, Präg ihn, Jesu, bis zum Genuß. Grabe Tief in meine Seele ein! 2. Es nahe sich dem Mahle, Gieb mir Kraft, ihn zu vollziehn, Wer um den Menschenfreund Lehre mich mit Vorsicht fliehn, Noch hier im Erdenthale Des Was ihn könnte bei mir schwä Dankes Thränen weint; Wenn chen, Was mich reizt, ihn gar auf des Frommen Scheiden Er zu brechen. seine Blicke lenkt, Und alle seine 6. Laß mich über alles schä- Leiden Im Stillen überdenkt. Ben Dein mir theur erworbnes 3. E3 nahe sich dem Mahle Heil, Und nie aus den Augen Der Christ erfüllt mit Dank setzen, Wie nur der daran hat Für den, der einst die Schaale Theil, Der auf deine Stimme Des bittern Jammers trank, Eh' er, 152 Katechismuslieder. er, den Erdenleiden Durch Kampf M. Jesus meine Zuversicht. und Tod entrückt, In Hoffnung 250. Naht mit Undacht im höh'rer Freuden Zu Gott hinauf geblickt. sten dem Altare! Wer in Ju4. Wie man um edle Freunde, gendkraft noch blüht, Und der Die uns der Tod entriß, Un Greis im Silberhaare, Hoch und ihrem Grabe weinte, Dem niedrig, arm und reich, Alle find Schmerz sie überließ, Und dann wir hier uns gleich. mit trübem Blicke Bald auf zum 2. Alle gehn wir eine Bahn; Himmel schaut, Bald auf die Alle schreiten wir zum Ziele. Auf, Gruft zurücke, Der man den und wandelt himmelan. Und voll Staub vertraut. himmlischer Gefühle! Knüpfet 5. So denke man noch heute hier der Liebe Band; Reichet Un jenen großen Tag, Da er euch die Bruderhand! im Todesstreite, Der Menschen 3. Wer in tiefer Armuth lebt, Heiland, lag; So laßt zur Höh Wer des Lebens Glück genießet, uns schauen, Wo er sein Blut Wessen Herz sich froh erhebt, vergoß, Wo er in Nacht und Wem der Reue Thräne fließet, Grauen Sein Leben früh beschloß. Jeder, jeder ist mein Freund; 6. Ja, Jesu, dein und des Keinem Menschen bin ich feind. sen, Was, du an mir gethan, 4. Wandelt alle fanft und Soll nie mein Herz vergessen; gut! Wandelt edel, o ihr BrüSo lang ich athmen kann, Soll der! Denket: Jesu Christi Blut mir vor Augen schweben, Wie Floß für uns am Kreuze nieder! du so schuldlos starbst, Mir Se- Menschenwerth und Brudersinn ligkeit und Leben Durch deinen Uns zu lehren, floß es hin. Tod erwarbst! 5. Der uns mahnet, Welt 7. Der du den Menschen al- und Zeit Für den Himmel hin len Des Himmels Glück erwarbst, zugeben, Gab für Recht und Sich jetzt mit Wohlgefallen Heiligkeit, Gab für Wahrheit, Auf uns, für die du starbst! Der Blut und Leben. Weiht ihm Segen deines Todes Nähr uns eures Herzens Dank, Freuden: bei dem Genuß Des Weines thränen und Gesang! und des Brodes Mit Himmels Borgenuß! 6. Auf mein Blick, zur hö hern Welt! Fließt, ihr Freudens 8. Wie wir in Jesu Namen thränen, fließet! Wer mit mit Jeßt, durch der Liebe Band vom Brod erhält, Wer vom Wei Vereint, zusammen kamen; So ne mit genießet, Fühle froh und werden, Hand in Hand, Mit glaubensvoll, Was er ist und Engeln und Verklärten Wir uns werden soll! einst wiedersehn; Wir, Freunde, 7. Jesus Christus hat sein o! wir werden Uuch unsern Hei- Blut Für der Menschen Wohl land fehn. gegeben. Widmet Kräfte, Beit und Vom heiligen Abendmahl. 153 und Gut, Heiligt ihm nun euer Dann kannst du seines Tod's Leben! Laßt uns zu des Him mels Höhn Auf der Bahn der Liebe gehn! dich freun. 6. Gieb, Jesu, daß von Leichts finn frei Der Christ bei deinem Mahle sey; Da dämpfe der Gedank ans Kreuz Der Thorheit 251. Chrift, eile nie mit Luft, der Sünde Reiz! Daschweb M. Vater unser im Himmelr. sicherm Sinn Zum um uns dein göttlich Bild, Und Liebesmahle Jefu hin. Denk mach uns gütig, sanft und mild. nicht: des großen Dulders Blut 7. O sey, Erlöser, sey uns Macht selbst des Frechen Laster da Mit deines Geistes Hülfe gut. Verblendet dich noch dieser nah! Ja, Dulder, dieses Mahles Wahn: Weh deiner armen Seele Seit Sey- wir geloben's, dann! dir geweiht! Nie müsse Kaltsinn - 2. Dann spottest du des Mitt- sie entweihn, Dein Tod uns imlers fühn; 3um Sündendiener mer heilig seyn! machst du ihn. D! erst erforsch m. Schmücke dich, o liebe Seele. in deiner Brust Die mannigfache Sündenluft. Erst mache dei- 252. Dankbar fall ich vor nen Geist bereit, 3u kämpfen dir nieder, manchen harten Streit. Herr, dir Freudenlieder. Singe, Wer, Wer 3. Erst fühle dein zermalm kann deine Lieb ergründen? Uch, meiner tes Herz Der Sünde Pein, der Reue Schmerz; Erst sey dein mit welchem edlen Herzen Woll Borsak warm und rein, Nicht Schmach und Spott für meine test du die tiefsten Schmerzen, mehr der Sünde Sklav zu seyn; Schulden, Ja den Kreuzestod Erst gieb zurück, was deine Hand Durch List, durch Trug, durch Raub entwandt. erdulden? 2. Meine Sünden willst du decken, Willst mich Todten aufz 4. Erst, Zürnender! versöhne erwecken, Willst ein ewig, felig dich Mit deinem Bruder brü- Leben Mir, wenn ich dir glaube, derlich; Erst trockne dessen Thrä- geben. Nun so sey der Bund nen ab, Dem dein Betragen erneuet! Ganz sey dir mein Herz Kummer gab; Nimm jede Fre- geweihet! Was du hasseft, will velthat, zurück, Womit du kränk- ich hassen, Ganz von dir mich test fremdes Glück. leiten laffen. 5. Besiegst du so in deiner 3. Ich gelobe dir von Here Brust Des Lasters Macht, die zen, Meiner Brüder Noth und böfe Lust; O Christ, wohl dei- Schmerzen Immer brüderlich zu Her Seele bann! Du näherst dich lindern, Elend, wo ich kann, zu der Tugendbahn. Dann erst mindern. Sch gelobe dir mit macht Jesut Blut dich rein, Freuden, Auch das Unrecht still 154 Katechismuslieder. zu leiden, Ungeduldig nie zu kla- die Heiden, Jesus Christus, bald gen, und an dir nie zu verzagen. zu weiden, Daß ein Hirt sey, 4. Zwar ich kenne meine eine Heerde Bald aus allen Schwäche, Jesu, da ich dies ver- Völkern werde! spreche. Was ich heute dir ver- 9. Großes Abendmahl der sprochen, Ward oft morgen schon Frommen, Tag des Heils, wann gebrochen. Darum hilf du mir, wirst du kommen, Daß wir in und stärke Mich zu jedem guten der Engel Chören, Herr, dich Werke. Komm und eile, mich sehn und ewig ehren? Halleluja! vom Bösen, Das ich thun will, Ewig leben Alle die sich dir zu erlösen! ergeben! Halleluja! Welche Freu5. Hilf den ersten Reiz derden Sind die Früchte deiner Sünden, Hilf ihn gleich mir Leiden! überwinden! Wecke, rühre mein Gewissen, Eh' der Geist wird M. Wer nur den lieben Gott. 1 hingeriſsen. Laß der Sünden 253. Nimm hin den Dank Sold mich schrecken, Mich der für deine Liebe, Er Tugend Freuden schmecken, Die habner Mittler, Jefu Chrift! Gieb, mein Herz so süß empfunden, daß ich deinen Willen übe, Der Hatt' ich Sünden überwunden. du für mich gestorben bist! S laß 6. Laß mich deine Treu er die Größe deiner Pein Mir immessen, Deiner Liebe nie verges- merdar vor Augen seyn! sen! Laß mich, weich ich ab vom 2. Heil mir! mir ward dein Guten, Herr, dich sehn am Kreuze Brod gebrochen; Sch trank, Herr, bluten! Liebe schlug dir deine deines Bundes Wein Voll Freu Wunden; Dies soll mich in dun- den hab ich dir versprochen, Dir, Und keln Stunden, Wenn mich Angst treuster Sesu, treu zu seyn; und Zweifel drücken, Mit erhab- nun gelob ichs nochmals dir, Und nem Trost erquicken. flehe nur: Herr, hilf du mir! 7. Gieb, daß ich und alle 3. laß mich dankbar stets Christen Sich auf deine Zukunft ermessen, Was du für mich gelit rüsten; Daß, wenn jett dein Tag ten hast, Und deiner Liebe nie ver schon käme, Herr, vor dir sich gessen, Die so viel Segen in sich keiner schäme! Welt und Tand, faßt. Laß meinen Glauben thätig und alle Güter Eitler, sündlicher seyn, Und mir zum Guten Kraft Gemüther Sollen keinen an sich verleihn! locken, Keinen täuschen noch verstocken! 4. Im Kampfe hilf mir über winden, und stärke mich zu jeder 8. Schaff, o Heiland aller Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünder, Dir viel Jünger, viele Sünden; Verlaß mich in Ver Kinder, Die dir leben, leiden, suchung nicht. Der Glaube an sterben, Deine Herrlichkeit zu dein theures Blut Verleih mir erben! Komm, die Juden und einst im Tode Muth! 5. Und Vom heiligen Abendmahl. 155 5. Und du, o heilige Gemeine! Nun bin ich trost- und segensWir aßen hier von Einem Brod; voll In meinem ganzen Leben. Wir tranken hier von Einem 3. Laß mich auch ewig seyn Weine, Und haben Einen Herrn in dir; Laß dir mich ewig leben, und Gott. Drum laßt uns Eine Und bleib du ewig auch in mir! Seele seyn, Den Liebenden durch Mein Gott, du wirst mirs geben, Lieb' erfreun! Daß ich durch diese Speis und 6. Uns dulden, tragen, Freude Trank Auch stark sey, bin ich matt machen, Uns leichter machen jede und krank, Und fahr zu dir mit Pflicht! Wer stark ist, sey der Freuden. Stab der Schwachen, Der Weise gebe andern Licht; Der Neiche M. Herzlich thut mich verlangen. trag des Armen Laft, Versöhn- 255, Voll Inbrunst, Dank sey, wen Bosheit hast! und Freude Voll7. Wie jetzt in Jesu Christi brachten, Jesu, wir Die Feier Namen Sein Volk vor ihm ver- deines Todes; Preis dir, Herr sammelt war, So kommen wir Jesu, dir! Gestärkt bei deinem noch einst zusammen Vor ihm Mahle Zu neuer, festrer Treu, mit aller Engel Schaar; Und Empfinden wir, wie selig, Wer unaussprechlich freut sich dann, dir sich opfert, sey. Wer, wie er liebte, lieben kann. 2. Wie heilig war die Stunde, 8. So soll denn weder Glück Wo deiner Christen Schaar, Das noch Leiden, Nicht Hohn, noch Nachtmahl zu genießen, Vor dir Ruhm und Lust der Welt Mich, versammelt war, Den Kelch des Herr, von deiner Liebe scheiden, heilgen Bundes, Voll Andacht Die selbst im Tode mich erhält! betend, trank, Im Geist zu deinen Du bist und bleibest ewig mein, Füßen, Du unser Mittler, sankft! O laß mich deiner würdig seyn! M. Allein Gott in der Höh. 254.* 3. Wie brannten unsre Seelen Von Lieb und Dankbegier! Was fühlten unsre Herzen! Wie selig Sesu, bir sey ewig waren wir! Wie fromm war das Dank Für deine Gelübde, Hinfort, von Sünden Treu und Gaben! Ach laß durch rein, Nun unser ganzes Leben diese Speis und Trank Mich auch Dir, Menschenfreund, zu weihn! das Leben haben, Sen mir will- 4. Wie viel du Herr erduldet, kommen, edler Gast, Der du mich Bis an den Tod uns treu; Wie nicht verschmähet hast! Wie soll voll von hohem Segen Dein ich dir Dank sagen? Tod, dein Leiden sey; Zu welchen 2. Herr Jesu Christ, du kannst Seligkeiten Uns unser Glaube allein mir meine Seele laben. führt. Bei deiner Liebe Mahle, Nun bin ich dein, und du bist Wie fühlten wirs gerührt! mein mit allen deinen Gaben. 5. 3war sahen unsre Augen Hier hab ich, was ich haben soll. Dich unsern Mittler nicht; Nicht deine 156 Katechismuslieder. deine ganze Liebe In deinem Un- den, dein Versöhnungstod Erquis geficht; Nicht dich das Brod uns cke mich in meiner Noth. reichen, Des Bundes Kelch uns 4. Dank, Dank sey dir für weihn; Vernahmen nicht die dein Erbarmen, O mein Erlö St mme: Nehmt und gedenket ser, Jefu Chrift! Dir, der du mein! einst auch für mich Armen Den 6. Doch näher, näher fühlten Tod am Kreuz gestorben bist! Wir deine Gegenwart, Uls uns deine Leiden trösten mich! Was das Pfand der Liebe, Ach, deiner wär ich, Mittler, ohne dich? Liebe ward! Zu deinen Herrlich- 5. Nun laß mich sterben oder keiten Hob sich der Blick empor. leben, Herr! wie du willst, ich Wir schauten dich umgeben Von folge gern. Von Schmerz ge deiner Selgen Chor! quält, mit Ungst umgeben, Freut 7. Hin in des Himmels Höhen meine Seele sich des Herrn. War unser Geist entzückt, Wo in Durch dich erlöst, erschreckt mich des Vaters Reiche Ein höhres nicht Des Grabes Graun, nicht Mahl erquickt; Wo wir zu dir das Gericht. versammelt, Der Deinen große 6. Und kommt sie dann, die Schaar, Dir dankten, den wir ernste Stunde, Die mich dem Fr. liebten, Der auch einst sterblich dischen entreißt; Wohl mir auch dann! aus deinem Munde Er wartet mein erlöster Geist Ein fro: M. Wer nur den lieben Gott.hes Urtheil; ew'ges Heil Ist dei war. 256. Ach, könnt ich doch mit ner Auserwählten Theil. deinen Gliedern Vereint, o Jesu, dich erhöhn, Und M. Wie schön leuchtet der. Freudenvoll mit meinen Brüdern 257.* Herr Jeſu, dir ſes Preis und gehr! Doch jetzt, da mich die Für diese heilge Speis und Trank, Krankheit plagt, Ist diese Freude Womit du uns begabet! Es kom: mir versagt. me uns dein Leib und Blut Sm 2. Sieh, hier auf meinem Brod und Wein recht wohl zu Krankenbette Feir' ich dein Abend- gut; Du bist es, der uns labet, maht allein; Doch, Herr, ich weiß, Daß wir Nun dir Zugefallen, Wo an jeder Stätte Hast du verhei- wir wallen, Heilig leben; Ach, Ben, nah zu seyn! Woje ein From- bies wollest du uns geben! mer seufzt und weint, Da bist du, 2. Du kehrest, o Immanuel, großer Menschenfreund! Ja selber ein in unsre Seel, Dir 3. Laß das Gedächtniß deiner Wohnung da zu machen; Drum Leiden Mir Schwachen Troft und uns ein solches Herz verleih, Das Kraft verleihn; Laß es die Quelle frei von aller Weltluft sey, Von höh'rer Freuden Und deines Him- allen eitlen Sachen. Bleibe, mels Borschmack seyn! Dein Lei- Treibe Unfre Sinnen Und Begin nen, Dein be 157 gehen in den Himmelssaal, Wo wir Gott werden schauen, Ewig Selig Uns als Gäste Dann aufs beste Bei ihm laben, Und nun volles Gnüge haben! 3. Ach, Herr, laß uns doch nehmen nicht Deinwerthes Nacht mahl zum Gericht! Ein jeder recht bedenke, Wie wir mit diesem Lebensbrod Im Glauben stillen unsre Noth; Der Fels des Heils uns tränke, Einst dich Tüchtig, Herr, dort oben Stets zu loben, Wenn wir werden zu dir kom men von der Erden. 5. Das gieb du uns von deinem Thron O Jesus Christus, Gottes Sohn! Giebs durch dein bittres Leiden! Das laß uns, weil wir leben hier, Betrachten, und so für und für Das Böse darum meiden! Umen, Amen! Hilf uns 4. O daß wir dieser Seligkeit kämpfen, Hilf uns dämpfen Ull Nur harren möchten allezeit In Sünden; Hilf uns fröhlich überHoffnung und Vertrauen, Und winden! endlich aus dem Jammerthal EinDie Haustafel überhaupt. nen, Daß wir trachten, Stets das Eitle zu verachten! Die Haus tafel. M. Alle Menschen müssen sterben.( ber niedrig seyn und bloß, Als 258. ller meiner Brüder durch Unrecht reich und groß. Rechte Sollen, Gott, 4. Würden der Bedrängten mir heilig seyn. Wenn ich sie zu Zähren, Würden ihre Seufzer kränken dächte, Ihres Kummers nicht Rettung, Gott, von dir bes mich zu freun, Ueber sie mich zu gehren, Und beschleungen mein erheben, Oder mir allein zu leben; Gericht? Würd' ich nicht stets zitDann verlekt ich meine Pflicht, tern müssen? Würde nicht ſelbst Ehrte deinen Willen nicht. mein Gewissen Mir mit Angst 2. Könnt ich, taub bei ihren und Schrecken dräun, Und des Klagen, Ihnen das aus Eigen- Unrechts Rächer seyn? finn, Oder Geiz und Neid verfo 5. Eines Unterdrückten Thrägen, Was ich ihnen schuldig bin, nen, wie furchtbar sind nicht Könnt' ich ohne Treu und Glau- die! Eh es Ungerechte wähnen, ben Undern ihren Segen rauben: Trifft, Herr, deine Strafe sie! Und Welchen Haß verdient ich nicht! wenn du nicht eilen solltest, Wenn Welch ein schreckliches Gericht! du, Richter, säumen wolltest: 3. Nein, ich will das Unrecht Harrt dann mein am Grabe nicht haffen; Will gerecht seyn, kein Ein noch schrecklichers Gericht? Tyrann; Jedem geben, jedem laf- 6. Nein, ich will gerecht und fen, Was er hat und fordern kann. billig Gegen alle Menschen seyn, Lieber will ich Unrecht leiden, Als Keinen drücken, lieber willig Jebegehen, und mit Freuden Lie- dem, der mich kränkt, verzeih'n. Hab' 158 Katechismuslieder. Hab' ich macht, ich will sie nüßen, lich nicht in meiner Brust Brus Die Bedrängten zu beschützen; derliebe brennen, Könnt' ich dann Eilen, wo Verlaß'ne fleh'n, Sh- mit froher Lust, Gott, dich Va: nen liebreich beizusteh'n. ter nennen? 7. Sichern will ich meine Rech- 4. Helfen will ich, wo ich kann, te, Aber sanft und mit Geduld. Andrer Leiden tragen; Kann ich's. Alle sind wir deine Knechte, Und nicht, so will ich dann Doch ein wie groß ist deine Huld! Du Trostwort sagen. Dann wird vergiebst mir meine Schulden; selbst der Kummer nicht Stören Sollt' ich denn kein Unrecht dul- meine Freuden; Das Bewußt: den, Nicht gelind seyn, mich nicht seyn meiner Pflicht Macht mich freu'n, Wie mein Vater zu ver- froh in Leiden. zeih'n? 5. Heilig, heilig ist das Band, 8. Spilf mir immer richtig wan- Das schon hier uns bindet, Und deln, Und, von allem Unrecht fern, im bessern Vaterland Uns aufs Billig, schonend, liebreich han- neue bindet. Wandelt liebend eure deln, Aehnlich Jesu, meinem Bahn Durch das Weltgetümmel! Herrn. Du, der Richter aller Menschen, strebt zu. Gott hinan! Welten, Wirst mir Alles einst Strebt nach Einem Himmel! vergelten, Was ich meinen Brüdern that, Wenn dein großer Tag M. Wer nur den lieben Gott. sich naht! M. Christus, der uns selig. 260.hr, Bürger eines Staates, Brüder, Vereinigt euch zum Lobgesang! 259. Heilig, heilig ist das Bringt unserm Vater frohe Lie Band, Das die der, Sagt ihm für seine Gnade Menschen bindet; Ist geknüpft Dank, Ihm, welcher uns mit von dessen Hand, Der die Welt weiser Hand Vereinigt hat im gegründet, Ist geknüpft, daß bes- Vaterland! fer mir Gottes Welt gefalle. Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater Alle. 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, Nur Menschenumgang bildet ihn; Er wandelt 2. Der im Glück und in der einsam auf Gefilden, Die ihm Noth Uns als Vater liebet. Der umsonst entgegen blüh'n; Nur uns täglich Trank und Brod Und Menschen lindern seinen Schmerz, Gesundheit giebet, Der nicht nur Und gießen Freuden in sein Herz mit Gütigkeit Sieht auf Fürsten- 3. Nur schwach beginnt er die thronen, Der auch segnet und er- ses Leben, Sich seiner selbst noch freu't, Die in Hütten wohnen. unbewußt; Noch kennt er selbst 3. Menschen, wer und wo sie nicht sein Bestreben, und schon find, Ulle sind sie Brüder, Und ist er der Eltern Lust; Schon Gott sieht, als auf sein Kind, sorgt für ihn das Vaterland, Und Auch auf Jeden nieder. Fühlt' pfleget ihn mit treuer Hand. 4. Er Die Haustafel. Lehrer und Zuhörer. 159 4. Er wächst gleich einem jun-| 2. Gesegnet sey ihr Amt und gen Baume Im Schutz des Va- Stand! Sie pflanzen, Herr, von terlandes auf. Erwacht er aus dir gesandt, Von Jahr zu Jahr der Kindheit Traume zu einem dein heilig Wort, Und mit ihm that'gen Lebenslauf; So ist hier, Licht und Tugend fort. was zum Guten Kraft, Im 3. Wie freu't ein guter LehKampf der Sünde Stärke schafft. rer sich, Wenn er, erleuchtet selbst 5. Denn ihm kommt hier auf durch dich, Den Schülern Jesu seinen Wegen Die göttliche Reli- gleichgesinnt, Viel Seelen für gion Mit ihrem Heile früh ent- dein Reich gewinnt! gegen, Zeigt ihm des Glaubens Werth und Lohn; Des hohen uns so liebst, Daß du uns treue 4. Wohl uns, wenn du auch Glücks, ein Christ zu seyn, Kann Führer giebst, Die weise sind und er mit Tausenden sich freu'n. tugendhaft, In Lehr' und That voll Geist und Kraft! 5. Ihr Unterricht soll uns er6. Und tritt er nun zu dem Geschäfte, Wozu die Vorsicht ihn erfor: So wirken hülfreich seine Kräfte 3um allgemeinen Wohl freu'n; Laß uns nur treue Höempor; Denn was ein Mensch rer seyn, Und forschen, ob dein nicht wirken kann, Das wird Wort auch lehrt, Was uns ibr durch Vieler Kraft gethan. Unterricht erklärt. 7. danket Gott, der uns 6. Und ist ihr Wort dein verbunden Durch der Gesell- Wort, o Herr; So mach' uns im schaft enges Band! Wir haben mer eifriger, Den Weg, den es Glück und Ruh' gefunden In uns zeigt, zu geh'n, Durch Frömunserm theuren Vaterland! Hier, migkeit dich zu erhöh'n. wo als Bürger und als Christ 7. Ermahnen, warnen, strafen Ein Feder Freund des Undern ist. fie; So weig're, wer sie hört, 8. D'rum laßt uns auch ein- fich nie, 3u thun, was du durch ander nützen, Auf der uns ange- sie begehrst, 3u hassen, was du wief'nen Bahn, Das allgemeine uns verwehrst. Wohl beschützen, So viel ein Je- 8. Laß ihrer Fehler wegen der immer kann! Nur wer ein nicht Verachtet seyn der Unters Freund des Landes ist, Der ist richt, Den uns sie geben; nimm ein Menschenfreund und Christ. dich dann Auch ihrer Schwachheit gnädig an! M. Erhalt' uns, Herr, bei. 9. Der Frevel sey verbannt, 261. D as Amt der Lehrer, o Gott, 3u kränken sie durch Gott, ist dein; Dein Haß und Spott! Gieb, daß ihr soll auch Dank und Ehre seyn, Herz von Seufzern frei, Und Daß du der Kirche, die du fern von bangen Sorgen sey. liebst, Noch immer treue Lehrer giebst. 10. Laß Jeden, Herr, belohnt von dir, Frohlocken:» Gott ist stets Katechismuslieder. 160 ftets mit mir! Am Throne werd' M. Wie schön leuchtet der. ich wonnevoll Die schau'n, die 263. Jesu, Herr der Herr hier leiten soll.< 11. Ja, lehr' uns, Bater, fie deiner Christenheit, Du Hirte erfreu'n, Und ihnen immer dank deiner Heerde! Du siehst auf die bar sein! So führst du einst erlöste Welt, Regierst sie, wie es auch uns zugleich mit ihnen in dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde; Von dir Sind wir Auch des Himmels Reich. erwählet, Zugezählet Den Er löften, Die du segnen willst und M. Ach Gott vom Himmel. 262.* Gott, wie herzlich trösten. liebst du doch Uns 2. wohl dem Volke, das arme Leut' auf Erden, Daß du du liebst, Und dem du treue Hir von deinem Himmel hoch Dein ten giebst, Die es zum Himmel Heil uns kund läßt werden, führen; Die auf des Lebens Durch's Predigtamt in deinem rechter Bahn Nach deinem Vor Wort, Das jetzt erschallt an un- bild geh'n voran, Und deine Lehre ferm Ort Zur Buße und zum zieren! Treue Hirten Laß den Glauben. Seelen Niemals fehlen, Und die 2. Wir bitten dich, o höchster Heerden Mit den Hirten frömHort, Du woll'st allzeit besche- mer werden! ren Getreue Diener, die dein 3. Wir nehmen hier von dei Wort Rein, unverfälscht uns ner Hand Den Lehrer, den du lehren. Gieb uns des Geiftes uns gefandt, Herr, segne sein Ge Stark und Kraft, Daß unsre schäfte! Die Seelen, die sich ihm Undacht Segen schafft, und wir vertrau'n, Durch Lehr' und Le auch heilig leben. ben zu erbau'n, Gieb Weisheit ihm und Kräfte! Mächtig Steh 3. Hilf daß wir treue Pre- ihm Stets zur Seite, Daß er diger Von Herzen ehren, lieben, streite, Bet und wache, Sich Und folgen ihrer guten Lehr, und Andre selig mache! Darin uns täglich üben. Denn, 4. Herr, deinen Geist laß auf was sie thun, ist dein Befehl; ihm ruh'n, Lehr' ihn sein Umt Sie wachen über unsre Seel, mit Freuden thun, Schaff' weg, Dir Rechenschaft zu geben. was ihn betrübet! Gieb, wenn er 4. Herr, gieb du, daß wir deine Wahrheit lehrt, Uns stets ihnen nun Erzeigen Guts, fie ein Herz, das folgsam hört, Und ehren, Daß sie ihr Umt mit Freu- sich im Guten übet! Stärke Leh den thun. Und nicht mit Seuf- rer Und Gemeine: Laß fie deine zen lehren. Denn solches ist uns Treue sehen, und auf deinen ja nicht gut, Wie dein Wort Wegen gehen! dessen Meldung thut; Wollst uns dafür behüten. 5. Wann einst dein großer Zag erscheint, Laß unsern Lehrer, un fern Die Haustafel. Obrigkeit und Unterthanen. 161 fern Freund Uns dir entgegen 3. Er fördre willig deinen führen! Die Seelen sind ihm zu- Ruhm; Er denke gern daran: gezählt; O gieb, daß dort ihm Sein Reich sey auch dein Eigenkeine fehlt! Laß keine ihn verlie: thum, Und er dein Unterthan. ren! Vor dir, Richter, Wird der 4. Der über Christen, Gott, Lehrer Und der Hörer Dann sich freuen, Und dir Jubellieder weiben. 6. Sen uns gesegnet, Knecht des Herrn! Du kommst im Na5. Sehr groß und schwer ist men unsers Herrn, In Jesu Chrifti feine Pflicht, und er ein Mensch, Namen. Dreich uns deine Freun- wie wir; Ach, er bedarf vor andeshand! Führ uns zum ewgen dern Licht, Und Rath und Kraft Vaterland! Gott mit dir! Amen! von dir! von dir Zum Herrn verordnet ist, Seydeiner Kirche Schutz und Zier, Der beste Mensch und Chrift! Amen! Segne, Vater, Diese Stunde! Laß dem Bunde Treu 6. Verleih es ihm, wenn er beuns leben, Bis wir uns zu dir gehrt, Dir ähnlich, Gott, zu seyn; erheben! Und laß ihn, in dein Bild verklärt, Sein Volk, wie du, erfreun! M: Befiehl du deine Wege. 264. Mit freudigem Ver7. Er zeig in seinen Thaten sich Als deinen treusten Sohn! Dem trauen, mit voller Laster sey er fürchterlich, Der TuZuversicht, Einst Frucht der Saat gend Schuß und Lohn! zu schauen, Blick auf und zweifle 8. Beglückter Völker Liebe sey nicht! Der Vater deines Lebens, Sein edelster Gewinn, Und kein Der immer wohl regiert, Der hat gerechter Seufzer schrei Um Radich nicht vergebens In unsern che wider ihn! Kreis geführt. 9. Noch ferne sey von ihm das 3iel, Nach dem er wallen soll! Gott, mache seiner Tage viel, Und jeden segensvoll! 2. Auch hier ist Gottes Gar: ten; Gleich Blumen blühen wir. Du wirst uns pflegen, warten; Sieh, Gott vertraut uns dir! Ach, 10. Um seinen Thron sey imunsrer jungen Blüthe Droht oft merdar Recht und Gerechtigkeit! ein gift'ger Hauch, Bewahre du, Sey du sein Retter in Gefahr, Und behüte Hinfort die Blüthen auch! wenn sein Hasser dräut! M. Lobt Gott ihr Christen. 11. Sein werd in unserm Flehn 265. Gott, deiner Hülfe freue zu dir Mit Lieb und Dank gesich Der Fürst zu je- dacht! Erhör uns, Gott! so jauchder Zeit! Sein Auge sehe stets auf zen wir Und preisen deine Macht! dich, Sein Herz sey dir geweiht. mit 2. Begnadiget deiner M. Gott sey Dank in aller Welt. Kraft, Und deines Geistes voll, 266. Ehre gern die Obrigkeit, Gedenk er stets der Rechenschaft, Die er dir geben soll! Wie der Herr der Welt gebeut. Sey ein guter Unterthan, L 162 Katechismuslieder. terthan, Weil nicht jeder herr- bindet Des Blutes und der schen kann. Freundschaft Band; Und unser 2. Ungleich ist der Menschen Herz, o Gott, empfindet Die sanfte Loos, Der ist niedrig, jener groß. Leitung deiner Hand. Wir prei Schäm dich deines Standes nicht; sen dich, o Menschenfreund, Der Nüßlich seyn ist deine Pflicht. uns durch dieses Band vereint! 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt 3. Wohl dem, der in dem Ehe fey Dem Gesetze stets getreu; Wil- bunde Von treuer Lieb' und Ein lig sey ihm unterthan. Wohl dem, tracht lebt! Ihm wird so manche der gehorchen kann! Lebensstunde Mit reiner Seligkeit 4. Schaue Jesum Christum an! durchwebt. Er blickt mit Ruh und Er, wie du, ein Unterthan, Und heiterm Sinn Nach seinem ewgen doch aller Fürsten Gott, That, Ziele hin. was das Gesetz gebot. 4. Wohl ihm, wenn frommer 5. Irrt der Herrscher, strau- Kinder Segen Den Ehebund noch chelt er; Denke: Herrschen ist schöner macht, Wenn sie im Herzen sehr schwer. Sey von Lästrung Tugend heben, Und Unschuld in fern und sprich: Er ist auch ein den Blicken lacht, Wenn sie der Mensch, wie ich. Eltern Beispiel rührt, Und auf den Pfad zum Himmel führt! 5. Wohl denen, deren Haus dem Herrn, Weil er durch die genossen Die Furcht des Herrn Obrigkeit Schuß und Ruhe dir vor Augen schwebt, Wenn jeder verleiht.. treu und unverdrossen Nach allem 7. Dwie blüht das Vaterland, wahren Guten strebt, Wenn Ein Wie beglückt ist jeder Stand, tracht und Zufriedenheit Das Wenn sich alle treu bemühn, Un- Haus zum Sitz des Segens weiht! recht, List und Troß zu fliehn! 6. Den Frommen, die dich 6. Was du schuldig bist, gieb gern, Gleich als gäbst du's Gott 8. Obrigkeit und Unterthan! findlich ehren, O Bater, strömt Fallet nieder, betet an Gott den dein Segen zu! Sie wandeln treu Sperrn; denn fein Gericht Ist nach deinen Lehren, Vertrauen dir gerecht, drum sündigt nicht! und finden Ruh, Und heilge Freu: den, deren Werth Und Dauer keine Zeit zerstört. M. Wer nur den lieben Gott. 267. m Stillen wollen wir Stillen wollen wir 7. 3war oft wird auch der dich ehren, Herr, der Kelch der Leiden Den Deinen, du frommen Wandel liebst, Und Herr, von dir gesandt! Oft muß Bittenden, was sie begehren, der Tod die Freunde scheiden, Wenn's ihnen nüket, willig giebst. Die Blut und Treue fest verband. Schon oft sind wir erquickt, er- Oft stört des Grams und Un hört Von deinem Thron zurück- falls Wuth, Oft Krankheit ihren gefehrt. heitern Muth. 2. Uns alle, die wir flehn, ver- I 8. Oft trinken sie den Kelch gelassen; Die Haustafel. Häuslicher Stand. Ehestand. 163 gelassen; Du, Vater, hast ihn Herrn; Ihr seyd von Haß und eingeschenkt. Du zürnest nicht, du Argwohn fern; Bei euch wohnt kannst nicht hassen, Du, der so holder Friede. Geduldig nehmt liebreich an sie denkt, Und wenn ihr Leiden hin, Euch stärkt der ihr Glaube standhaft ringt, Durch Liebe froher Sinn, Die Laft macht Leiden sie zur Wonne bringt. euch nicht müde. Flehet! Flehet! Gott wird hören, Plagen wehren, Schmerzen lindern, Und des Kreuzes Bürde mindern. 9. Mag doch des Todes Urm uns trennen, Wir werden einst uns wiedersehn, Vor deinem Thron die Unsern kennen, Mit ihnen dankend vor dir stehn! Da, wo kein Tod mehr trennen kann, Stehn wir vereint, und beten an. 4. Wie breitet oft sich um ein Haus Ein rebenreicher Weinstock aus! So blühn auch Ehgenossen. Sie sehen rings um ihren Tisch 10. Wir preisen ewig dann die Die Kinder froh, gesund und frisch, Güte, Die unaussprechlich uns Wie junge Frühlingssproffen. geliebt, Und jedem redlichen Ge- Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie müthe Schon hier des Himmels viel Beter Zählt ihr Väter Und Vorschmack giebt, Durch Freund- ihr Mütter! Hier wird Fleiß und schaft uns zur Ewigkeit, Zur Müh nicht bitter. Wonne der Verklärten weiht. 5. Gott, der du sie verbunden haft, Erleichtre ihres Lebens Last; Gieb, daß kein Segen fehle! Las nie sie ihren Bund entweihn, Laß ehrbar sie und friedfam seyn, Ein Herz und eine Seele! Heilge, Heilge, Geist der Liebe, Ihre Triebe, Und gieb Gnade, Daß sie wandeln deine Pfade! M. Wie schön leuchtet der. 268. De er Ehestand soll heilig seyn. Du, Schöpfer, settest selbst ihn ein, Der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand Uus deiner milden Vaterhand Den Frommen Heil entgegen. ter! Vater! Dich erhöhen, Die in Ehen Dein sich freuen, Durch dich blühen und gedeihen. Stif 6. Lenk ab das Herz von Ueppigkeit Auf Freuden, die man nie bereut, Auf Freuden ächter Zus gend! Auch selbst ihr hohes Alter 2.Wie glücklich lebt ein frommer sey Von drückenden Beschwerden Mann, Wenn die sein Herz ihm frei, Und heiter, wie die Jugend! abgewann, Die Gott ihm auser Segne, Segne, Herr und Vater, sehen! Wie glücklich lebt an sei- Und Berather Frommer Ehen, ner Hand Die Fromme, die ihm Alle, die auf dich nur sehen! Gott verband, Ihm hülfreich bei zustehen! Wohl euch! Wohl euch! M. Freu dich sehr, o meine. Fromme Gatten! In dem Schat: 269.* Mer den Ehstand will ten Seiner Güte Jauchzt mit erwählen, er freudigem Gemüthe! ihn bei guter Ruh Ohne Sorgen, 3. Ihr send Gesegnete des Gram und Quälen Möge glückL2 lich 164 Katechismuslieder. lich bringen zu, Fange ihn mit] M. Wer nur den lieben Gott. Beten an; So ist's recht und wohl 271. Non dir find, Gott, gethan, Und Gott wird es gnädig der Ehe Freuden, fügen, Daß er kann das Herz Du, der du Mann und Weib ervergnügen. schufft, Und sie im Glücke, wie 2. Dann ist er wohl angefan- im Leiden Zu großer Pflichten gen, Wann Gebet und reifer Rath Uebung rufst, Gieb, daß sie beide Beiderseits vorhergegangen. Da dir sich weihn, Sich deiner über verspürt man in der That, Daß alles freun. Gott selbst das Liebesband Knüpfet, und mit milder Hand Segen und ein friedlich Leben Will dem Chebunde geben. 3. Dieser Friede, dieser Segen Füllt das Herz mit Heiterkeit. Wo man bleibt auf Gottes We gen, Giebt Gott auch die Seligkeit. Glücklich geht der Ehstand an, Wenn's heißt, das hat Gott gethan, Gott selbst hat es so gefü get, Daß zwei Herzen sind vergnüget. 2. Erhalte sie in deinen We gen, Nimm alles ihres Thuns dich an, Und laß sie jedes Glückes Se: gen Mit Dank aus deiner Hand empfahn, Wenn ihr vereinigtes Gebet Zu dir um Gnad' und Hülfe fleht. 3. Es sey durch deines Geistes Triebe Geheiligt dir ihr Geist und Leib! Wohl ihnen, wenn mit treuer Liebe Das Weib den Mann M. Nun ruhen alle Wälder. liebt, er das Weib! Wenn im mer gleiche Zärtlichkeit Ihr reines Herz vor dir erfreut. 270. Du, Gott, schufft selbst 4. Wohl ihm, wenn er nicht die Triebe Der rei- ihre Tage Verbittert, wenn er nen keuschen Liebe, Thust mehr, froh sie pflegt, Wenn er des Ta als wir verstehn. Die jetzt sich ges Last und Plage Für sie mit Treue schwören, Wollst du, o festem Muthe trägt! Wohl ihr, Gott, erhören, Und segnend auf die mit zu tragen strebt, Ihn fie niedersehn! tröstet, und für ihn nur lebt! 2. Wirst du, o Gott, sie leiten, 5. Wenn sie, geschäftig seinen So werden sie nicht gleiten; Sie Willen Mit zärtlicher Gefälligkeit wollen dir vertraun; Im Glücke Zu seiner Freude zu erfüllen, Sich nie vermessen, Des Gebers je über seine Freuden freut; Wenn, vergessen, In Noth aufdeine Hülfe was sie sittsam bittet, er Auch baun. fröhlich thut, mehr Freund als Herr; 3. Getrost, des Höchsten Gnade Bahnt euch die neuen Pfade, Ge- 6. Wenn sie mit liebevollem trost, mit euch ist Gott! Vereint Herzen Mitleidig seinen Kummer die treuen Hände, Und du, All theilt, Und er, gerührt von ihren mächtger, sende Herab den Se- Schmerzen, Sie fühlt, sich zu er gen, sey ihr Gott! mannen eilt; Und nun, durch ih ren Die Haustafel. Ehestand. Eltern und Kinder. 165 ren Trost erquickt, Muthvoll er telt eure Kinder nicht; Gewöhnet duldet, was ihn drückt; fie in früher Zeit Zu nüglicher Geschäftigkeit. 7. Wenn sie einander, wo sie fehlen, Sanftmüthig nachsehn und 2. Wohl euch, wenn keines je verzeihn; Wenn sie mit immer vergißt, Was aller Weisheit Un= frommen Seelen Im Guten sich fang ist, Die Furcht des Herrn, zu wachsen freun; Wie wächst der alles sieht, Und dem der dann jeden Augenblick Mit ihrer Frevler nicht entflieht! Tugend auch ihr Glück! 3. Lehrt sie, wenn ihr Ver8. Wenn sie dann Mutter wird, stand erwacht, Gott kennen, seine er Vater, Er an sein Herz den Lieb und Macht; Lehrt sie auf Säugling drückt; Heil ihr, der seine Werke sehn, Und was sie Mutter, Heil dem Vater, Den lernen, auch verstehn. A deine beste Gab' entzückt! Was wallet, Gott, für hohe Lust Durch ihre liebevolle Brust! 4. Sorgt zwar für ihren Leib, doch mehr Für ihren Geist, und schaut umher, Was ihrer Unschuld 9. Gesegnet laß sie so auf Er- schaden kann, Und führt sie früh den, Gesegnet auch im Himmel zur Tugend an. seyn! Laß ihren Saamen heilig 5. Erstickt durch Unterricht und werden; Laß sie in deiner Ehre Zucht Der ersten Sünden Keim weihn, Und ernstlich darum sich und Frucht, Damit sie Gottes bemühn, Dem Himmel Bürger Ebenbild Schon früh sind, liebzu erziehn! reich, sanft und mild. 10. Laß nichts die hohe Hoff6. Bei Kindern send auf eurer nung mindern, Dir einst zu sa- Hut! Sie sehn begierig, was ihr gen: hier sind wir, Hier sind thut, Und thun, vom Sinnlichen wir, Gott, mit unsern Kindern; gerührt, Wozu sie euer Beiſpiel Sie folgten uns, fie folgten dir! führt. Nimm uns mit unsern Kindern an! Laß uns, laß sie dein Reich empfahn! 7. Ihr junges Herz ist schwach und weich; Drum rühmt vor ih ren Ohren euch Aus eurer frühen 11. Von dir sind, Gott, der Jugend nicht Der Uebertretung Ehe Freuden! Du, der du Mann eurer Pflicht! und Weib erschufft, Und sie im 8. Erweckt des Guten zart Glücke wie im Leiden, Zu gro- Gefühl In ihren Herzen; euer Ber Pflichten Uebung rufft. Wohl Ziel Sen nicht blos Anstand vor ihnen, wenn sie dir sich weihn! der Welt, Sen Liebe deß, was Ihr Glück wird groß und ewig Gott gefällt! seyn. M. Wenn wir in höchsten. 9. Bewahrt ihr Herz vor Eitelkeit, Gewöhnt sie nicht zur Sinnlichkeit; Lehrt eure Kinder 272. br Eltern, groß ist gnügsam seyn, Entbehren und sich eure Pflicht! Verzär- dennoch freun. 10. Gehorsam 166 Katechismuslieder. 10. Gehorsam pflanzt in ihre Warten ihrer in der Welt; Wer Brust, Macht ihnen Frömmig- vermag sie zu bewahren, Wenn keit zur Lust, Und warnet sie vor sie deine Hand nicht hält? Böses Geiz und Neid, Zeigt ihnen selbst Beiſpiel haftet leicht, und ihr Herz Verträglichkeit. ist bald erweicht; Gieb denn dei11. Gewöhnt sie zu der Tu- nen Geist auch ihnen, Daß sie un gend Müh', Zum Ernst, zum verrückt dir dienen. Fleiß, und lehret sie, Daß Arbeit keine Sclaverei, Daß sie das Glück des Menschen sey. 5. Nicht, daß du mit allen Leiden Hier auf Erden sie verschonst, Nicht daß du durch stete Freuden 12. So nehmt euch ihrer See- Ihrer Tugend hier schon lohnst, len an. Einst richtet Gott, und Jeden ihrer Wünsche stillst, Sede fordert dann Das allen Eltern Hoffnung gleich erfüllst, Nicht um theure Pfand, Der Kinder Wohl, Schätze, die vergehen, Darf und von eurer Hand. will ich für sie flehen. M. Werde munter, mein. 273. Sorge bu für meine 6. Doch, die Bitte, die ich wa ge, Finde gnädiges Gehör! Kann es seyn, laß ihre Tage Doch nicht Kinder, Vater der ganz von Freuden leer! Werden mit Gnade krönt! Sind sie gleich sie geprüft durch dich, O so sey vor dir auch Sünder, Sie sind es väterlich, Und dann laß es ih boch mit dir versöhnt. Dir, oren Seelen Nicht an Trost und Bater, Sohn und Geist, Dir, Stärke fehlen. den unser Glaube preist, Sind 7. Keins von meinen Kindern auch sie, um dir zu leben, Durch werde Hoffnungslos vor dir, o die Taufe übergeben. Gott, Keins den Freunden zur 2. Liebreich hast du sie genäh- Beschwerde, Oder seiner Feinde ret, Sie in Schwachheit unter- Spott! Laß sie nie die Arbeit stützt, Unser Flehen mild erhöret, scheun, Nützlich für die Welt zu In Gefahren sie beschützt. Theuer seyn, Herben Mangel abzuweh. ist ein jedes mir, Als ein Segen, ren, Und sich redlich zu ernähren. Gott, von dir. Dir nun jedes zuzuführen, Laß mich deinen Geist regieren. 8. Der Triumphtag der Ge rechten Sen auch mir ein Freu dentag! Hilf, daß mir zu deiner 3. Du, mein Schöpfer und Rechten Keins der Kinder fehlen Erhalter, Warst mein Gott von mag! O dann jauchz ich;» RichKindheit auf. Sey mein Gottjter, sieh! Sieh, hier bin ich, dort auch noch im Ulter, Lenk' auch sind die, Die dein Vater mir ver: meiner Kinder Lauf! Uch, verlaß liehen, Sie zum Himmel zu er - die Meinen nie! Segne und behüte ziehen!«< fie, Daß fie dir zum Wohlgefallen Immer deine Wege wallen. 9. Mir und allen meinen Kindern, Die du mir auf Erden gabst, Kann dann nichts die Wonne mindern, 4. Mannigfaltige Gefahren 167 Die Haustafel. Eltern und Kinder. mindern, Womit du uns ewig das Erdenleben geht, Bis ihr an labst. Herr, dann drückt uns keine dem Ziele steht; Noth, Und dann trennet uns kein Tod; O dann sind wir, gleich den Engeln, Frei von Sorgen, frei von Mängeln. 7. Eure Kraft den Eltern leis hen, Wenn sie kraftlos sind und schwach; Sie mit Trost und Hülf erfreuen Bei des Alters Ungemach:« Dies ist Kindesdank und Pflicht; Kinder, dies vergesset M. Gott des Himmels und. 274. Kinder, die ihr noch im nicht! Kreise Eurer guten Eltern weilt, Und um Kleid und M. Mir nach, spricht Christus. Trank und Speise Sorglos nur 275. Gott, mein Vater, zu ihnen eilt, Und durch sie in je dein Gebot Sey mir der Pflicht Lehr' empfangt und ins Herz geschrieben, Die Eltern Unterricht! stets bis in den Tod zu ehren und zu lieben; O dieser theuren, süßen Pflicht Bergesse meine Seele nicht! 2. Kinder, o bedenkt es frühe, Was sie thun für euer Glück; Denkt die namenlose Mühe, Euch, vom ersten Augenblick Eures Auf blühns bis zur Zeit Eurer Reife, stets geweiht! 2. Von meiner ersten Kindheit an Erzeigten sie mir Gutes, Mehr, als ich je vergelten kann, Erzeig3. Eltern lieben ohne Schran- ten sie mir Gutes. Und noch sind ken, Was sie thun, belohnt ihr sie für mich, ihr Kind, So zärtnie. Uber ihr könnt ihnen danken, lich und so gut gefinnt. Ihrer Liebe, ihrer Müh, Danken 3 So lang ich lebe, will ich für so manche Nacht, Die sie für sie Auch wieder zärtlich lieben; euch durchgewacht. Gern ihnen folgen und sie nie 4.» Sie aus reinem Herzen Erzűrnen, nie betrüben. So werd' lieben, Ihnen treu und folgfam ich ihre Freude seyn, Und dich, v seyn, Nie mit Vorsatz sie betrü- Bater, auch erfreun. ben, Jedes Unrecht schnell bereun; Ohne Klügeln ihnen traun, Und auf ihre Winke schaun; M. Herr ich habe mißgehand. 276. Wenn Geschwister 5. Thnen dreist nie widersprefromm und weiſe, chen, Ihre Launen selbst verstehn, Nachsichtsvoll und gütig sind, Und gelassen ihre Schwächen- Wenn in ihrem stillen Kreise Stets Sie sind Menschen übersehn, des Friedens Quelle rinnt; D Und sie ehren, bis zur Gruft Sie dann ruht auf ihnen allen Gottes der Herr des Lebens ruft; Blick mit Wohtgefallen! AL- 6. Ringen, daß der Eltern 2. Durch das Band des Bluts Pflege Nicht an euch verloren sey; verbunden Sollten sie durchs LeDaß ihr auf der Tugend Wege, ben gehn, Und den Reiz der schnel Gottes heilgem Worte treu, Durch len Stunden Freundlich mahren und 168 Katechismuslieder. und erhöhn, Sollten Haß und nicht Heilsame Lehr' und Unter: Neid entfernen, Und einander lie- richt, Damit durch's Wort aus ben lernen. deinem Mund Ihr Glaube habe 3. Mit entschloßnem, frohem festen Grund. Herzen Ueben sie, was Gott ge- 4. Darin laß sie seyn ganz bot, Theilen Freude, Gram und gewiß, Auch fliehen Schand und Schmerzen, Mindern jedes Ta- Aergerniß. Gieb, daß sie daselbst ges Noth, Warnen sich, so oft sie niemand find', Wo sich versam: fehlen, Und veredlen ihre Seelen. melt leicht Gesind. 4. Brüder, Schwestern, in der 5. Durch deine Weisheit, Jugend Lernet sanft und friedlich Macht und Güt' Vor allem Uebel seyn! Aus den Häusern dringt sie behüt. Führ du sie selbst auf die Tugend In die große Welt rechter Bahn, Damit ihr Fuß hinein. Wer die Seinen kann be- nicht gleiten kann. trüben, Wird auch fremdes Wohl nicht lieben. 6. Hilf, daß sie dich, Gott über all Vor Augen haben allzumal, 5. Nur das Haus, wo Liebe und sich befleißen jederzeit Der wohnet, Wird gesegnet und er: Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. freut. Eltern sehn sich da beloh- 7. Wo sie nur gehen aus und net, Kindern ist ihr Glück bereit; ein, Da laß fie, Herr, gesegnet Alle Hausgenossen streben, In der seyn; Daß sie an Weisheit jedes Freundschaft Bund zu leben. Jahr, Un Tugend wachsen im 6. Liebe, komm herab vom merdar. Himmel! Komm in unser Herz 8. Wenn sich dann endet einst hinab! Leit' uns durch das Welt- ihr Lauf; So nimm sie, Herr, getümmel, Sanft die Unsern, zu dir hinauf, Auf daß sammt bis an's Grab! Laß durch deine ihnen wir zugleich Dich preisen Macht auf Erden Jedes Haus dort in deinem Reich. regieret werden! M. Erhalt' uns, Herr, bei. 277.* Hilf, Gott, daß ja die Kinderzucht Geschehe stets mit Nuß und Frucht, Daß aus der Kinder Mund 9. Gott, Vater, Sohn und heilger Geist, Von dem der Gnadenstrom herfleußt, Wir loben dich, wir danken dir Mit unsern Kindern für und für! M. Wenn wir in höchsten. dir werd' Ein Lob bereitet auf 278. Wenn Gott dich über Brüder hebt; Denk, der Erd'! 2. Laß Christenkinder allge- ob ein Mensch für sich nur lebt, mein Den Eltern stets gehor- Und ob die Tugend, die Gott sam seyn, Und meiden all ihr lohnt, Nicht auch in niedern HütLebenlang Den Eigensinn und ten wohnt! Müßiggang. 2. Sind Brüder dir hier un 3. Gieb ja, daß ihnen mang'le terthan; So sey ihr Bruder, kein Tyrann! Die Haustafel. Kinderzucht. Herrschaft u. Gesinde. 169 Tyrann! Sey liebreich, und nicht 4. Hilf, daß ich jedem seine blos gerecht! Du bist, wie sie, Pflicht Aufs möglichste versüße; des Höchsten Knecht. Daß er, wenn Hülfe ihm gebricht, Sie auch von mir genieße; Daß ich ihm, fehlt er, gern verzeih', In Krankheit auch sein Pfleger sey. 3. Es nimmt ja jeder höhre Stand Sein Brod nur aus des Niedern Hand. Ihr Reichen, eure Füll' und Pracht Wird aus den Hütten euch gebracht! 5. Auch der geringste Diener ist Bestimmt zum höhern Leben. 4. Berachtet sey in aller Welt, Für ihn und mich hat Jesus Christ Wer niedern Stand verächtlich Sich in den Tod gegeben. Vordir, hält! Wär er, und was ihm o Richter, hat mein Knecht Mit gleicht, allein, Wo würden die mir dereinst ein gleiches Recht. Palläste seyn? 6. O präge dies recht tief mir 5. Was ist der Gottheit ewge ein! Nie darf ich mich erkühnen, Lust; Dies ist ihr Wille, ihre Lust, Tyrannisch gegen die zu seyn, Daß wir uns ihrer Liebe freun, Die meinem Hause dienen. Auch Und liebevoll und selig seyn. wer mir dient, ist Mensch, wie 6. Christen, hört der Liebe ich; Herr, hilj mir lieben ihn, wie Ruf! Folgt dem, der euch dazu mich! erschuf! Die Liebe ist das schönste Band, Und führt zum wahren Vaterland. M. Nun ruhen alle Wälder. 280. Gott, deinen weisen Willen Soll jeder M. Mir nach spricht Christus. hier erfüllen; Laß ihn mir heilig 279. Durch dich, Gott! bin seyn! Du hast auch mich auf ich, was ich bin, Erden Zum Menschen lassen wer Und es ist deine Gabe, Daß ich den. Ich weiß, auch ich soll dir Erleichtrung und Gewinn Vonjmich weihn. meinen Brüdern habe. Ersparung 2. 3war muß ich Andern diemancher eignenmüh Schafft deine nen; Doch dien' ich redlich ihnen; Vorsicht mir durch sie. So folg ich dir, mein Gott. Drum 2. Gieb, daß ich ihnen jeder laß der Herrschaft Willen Mich zeit Mit Freundlichkeit begegne; gern und treu erfüllen, Als deiNie hart sey, ihre Thätigkeit Mit nen Willen, dein Gebot. od meinem Beifall segne, Und unter 3. Lehr' ohne bittre Klagen schlechtem Vorwand nie Dem Des Lebens Last mich tragen, Fleiße seinen Lohn entzieh. Und Weichlichkeit verschmähn, 3. Erfüllen sie mit Redlich: Im Reden und im Schweigen keit, Mit Aufwand ihrer Kräfte, Mich ehrerbietig zeigen, Und stets Was ihnen ihre Pflicht gebeut, den Weg der Demuth gehn. Im häuslichen Geschäfte, So 4. Der Herrschaft Wohl zu gieb, das ich für ihre Treu Nicht mehren, Und Schaden abzuwehfühllos, nein, erkenntlich sey.ren, Soll meine Freude seyn. Ich will 170 Katechismuslieder. will sie herzlich lieben, Mit Vor- gerschaft Dich groß an mir bewiesat nie betrüben, Und Murrsinn, sen. Du hast auch mich Oft wun List und Frechheit scheun. derlich, Und doch stets gut gefüh: 5. Ich will sie nie beneiden, ret, Wohl regieret. In jeder Noth Will alle Trägheit meiden, Und hab ich Dich immer noch gespüret. alle Banksucht fliehn, Will recht 4. Durch dich ist meiner Em thun, nicht betrügen, Nicht lästern figkeit Manch gutes Werk gelunund nicht lügen, und allem Leicht- gen; Doch that ich auch nicht finn mich entziehn. jederzeit Nach deinen Forderun6. In meinem Dienst auf Er- gen. Du, Gott der Huld, Haft ben Stets tüchtiger zu werden, mit Geduld, Als Sünden auf mit Soll meine Sorge seyn. Wer lagen, Mich getragen. Gedenke treu hier ist im Kleinen, Den nicht der Schuld Von meinen vie zählst du zu den Deinen, Und er len Tagen! darf keinen Tag bereun. 5. Du, Herr, bist meine Zu 7. Du, Gott, bist der Gerechte, versicht, Mein Schöpfer und Er Der Herr der Herrn und Knechte, halter. Ich hoff auf dich; verlaß Und Aller Trost und Heil. Wer mich nicht, Verlaß mich nicht im niedrig ist auf Erden, Kann groß Alter! Mein Haar verbleicht, Die im Himmel werden, und hat an Kraft entweicht; Mich führen dir, gleich Fürsten, Theil. meine Jahre hin zur Bahre. Mach' einst mein Ende leicht Wenn ich von hinnen fahre. M. Ich ruf zu dir, Herr. 6. Erlöse mich, o Gott! ich bin 281.h sehe hinter mich zurück Auf die durch Von langem Kampfe müde. lebten Jahre. Ich richte vorwärts Nimm meine Seele zu dir hin! meinen Blick, Mein Geist sieht Bei dir ist Ruh und Friede. Sarg und Bahre. Ich bin nun alt; Schleuß meinen Lauf! Ich hoffe Wie bald, wie bald Sind meine drauf, Du läsfest mich im Ster Lebensstunden Hier verschwun- ben Nicht verderben; Verklärt den! Nach kurzem Aufenthalt wach' ich einst auf, Die Selig Werd' ich nicht mehr gefunden.[ keit zu erben. M. Nun ruhen alle Wälder. 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich; Du bist voll Huld und Gnade. Mit Vaterhänder trught 282. Auf Gott nur will ich du mich auf jedem meinek Pfade. sehen; Er hört der Wie dank ich dir? Du hast auch Wittwen Flehen, Und nimmt sid mir In meinem langen Leben Viel ihrer an. In allem Schmerz gegeben. Was bring ich dir da- und Leide Ist er mit Trost und für? Wie soll ich dich erheben? Freude, Der Fels auf den ich 3. Du meines Lebens Quellbauen kann. und Kraft, Mein Vater, sey ge- 2. Getrost,« ruft seine Gna priesen! Du hast in meiner Pils de,» Ich bin auf jedem Pfad Dein Die Haustafel. Wittwen. Waisen. 171 Dein Führer bis ans Grab; Nie an der Bahre Des guten Vaters kann ich dich verlassen.« Dies stehn, Und sie, die mich geboTrostwort will ich fassen; Es ist ren, War früh für mich verloren; mein stärkster Wanderstab. Ich mußt' als Kind ihr Grab 3. Wo seit viel tausend Jahren schon sehn. Betrübte Wittwen waren, Da fah Gott gnädig hin. Er pflegte der Betrübten, Wenn sie nur treu ihn liebten, Und wandelten nach seinem Sinn. 3. Du wirst auch mich ernäh 4. Auch mich wird er bemerken, Mich trösten, segnen, stärken, Und mir zur Seite stehn. Wie groß ist seine Güte! Mit ren, Und Freuden mir gewähren; ruhigem Gemüthe Will ich auf ich bedarf, das schenke Mir, deis Wo ist ein Gott, wie du? Was feinen Wegen gehn. 5. Auch wenn ich mehr noch nem Kind, und lenke Der Menlitte; Bis zu dem letzten Schritte schenfreunde Herz mir zu. Will ich ihm folgsam seyn. Er 4. Wenn in der Jugend Jahprüft mich nur durch Leiden, Und ren Verführung und Gefahren führt zu höhern Freuden Bewährt Mich rings umher bedrohn; erfundne Dulder ein. dann sey du mein Vater, Mein 6. So eilen meine Tage Mit Freund und mein Berather, Dann jeder Last und Plage, Schnell, wie zeige mir der Tugend Lohn! ein Traum, dahin. Ich lege meinej 5. Ja, pflanz in meiner JuGlieder Im Tode ruhig nieder; gend Mir Frömmigkeit und TuIch weiß, daß ich erlöset bin. gend, O Bater, tief ins Herz! 7. Dann geh ich, den zu schauen, Denn nur auf deinen Wegen Ist Der ewig mein Vertrauen, Mein Freude, Ruh und Segen, Und Gott ist und mein Freund. Wie Sünde bringt nur Qual und will ich dann ihn ehren, Ihm Schmerz. danken für die Zähren, Die ich als Wittwe hier geweint! 6. Die redlich sich bemühen, Mich christlich zu erziehen, An 8. Dann find ich, die ich liebte, Eltern Statt mir sind, Mich Und deren Tod mich trübte, In warnen und belehren, Will ich meines Gottes Hand; Dann gehorsam ehren, Sie dankbar lietrennt kein Tod uns wieder; ben, als ihr Kind. Dann schallen unsre Lieder 7. Wenn einst auch ich verDurchs thränenfreie Baterland. scheide, Dann schwebe Heil und Freude Auf ewig um mich her! In voriger Melodie. Dann werd ich vor dir stehen, 283. m Frühling meiner Die Eltern wiedersehen; Dann Jahre Mußt' ich schon fließet keine Thräne mehr. 284. Sch 2. Doch du, Gott, willst an Waisen Dich liebevoll beweisen, und ihnen Gutes thun; Verlaßne willst du nähren, Die Vaterlofen hören, Dein Segen soll auf ihnen ruhn. Katechismuslieder. M. Ermuntre dich mein. 6. Ach, zeige mir den Werth 284.ch trete vor dein Unge- der Zeit, Daß ich sie nie ver ficht, DuSchöpfer mei schwende; Und stets mit weiser ner Jugend! Verwirf mein kind- Thätigkeit Zum Guten sie vers lich Flehen nicht Um Weisheit und wende! Umsonst ist niemals Fleiß um Tugend! Mein Leben hab' ich und Müh; Ich flehe, Vater, segne ja von dir; Drum, Vater, weiche sie! Laß auch durch mich auf Er nie von mir, Damit ich deine den Dein Werk gefördert werden! Wege Unsträflich wandeln möge! M. Nun freut euch lieben. 2. Du pflanztest selbst in meine Brust Die Triebe zum Vergnü- 285.* Hab Gott dein Lebenlang, mein Kind, gen; Doch lehre mich den Hang Bor Augen und im Herzen, Und zur Lust, Die du verbeutst, besie gen! Dein unausbleibliches Ge- hüte richt Vergesse meine Seele nicht! du fannst leicht verscherzen Dein Sie lerne fromme Freuden Von eitlen unterscheiden! hüte dich vor aller Sünd'; Denn dich wahres Heil, wenn wider Gott Und wider sein Wort und Ge bot Du willst mit Bosheit streben. 2. Vielmehr gedenk zu jeder Zeit, Wie du Gott wollest dan Bum Ehrgeiz, der den Stolz ge- fen Für seine Güt und Freund, 3. Zum Leichtsinn, der so leicht verführt, Das Böse zu erwählen, biert, Das Merkmal schwacher Seelen, Zur Trägheit, die den Geist entehrt, Und jeden Trieb zum Laster nährt, folchen Sünden Laß nie mich wil lig finden! lichkeit, Die dich führt ohne Wanken. Mit Freuden komm vor sei nen Thron, Und bete findlich, Gott, zu weil sein Sohn Dich selbst das Beten lehret. 172 4. Wenn, Vater, sich auf meiner Bahn Mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, So laß mich flüglich fliehen! Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir an, Nach Gottes Wort seyn recht und meiner Pflicht! Ihr Spotten gethan, Und alles wohl gelingen. und ihr Lachen Laß nie mich wankend machen! 3. Drum bitte Gott von Her zensgrund, Daß er dich selbst re giere, Und dich zu aller Zeit und Stund Auf seinen Wegen führe. Dann wird das, was du fängest M. Ermunttre dich, mein. 286.h will in stiller Ein 5. Der Tugend heilige mich samkeit 3u dir mein ganz, Mein Schöpfer und Er- Herz erheben. O möchtest du mir halter! Sie werde meiner Jugend Freudigkeit, Dich anzurufen, ge Glanz, Und einst mein Trost im ben! Laß meine Seele keusch und Ulter! Erhalte mein Gewissen rein Und treu in deiner Liebe seyn; rein! Laß keinen meiner Tage Laß, Vater, mich vor allen Dir seyn, Der nicht zu deiner Ehre suchen zu gefallen! Von mir geheiligt wäre! 2. Vor stolzer Selbstgefällig feit Die Haustafel. Jünglinge. Jungfrauen. 173 keit Bewahre meine Jugend! binden, Und, ihrer Liebe werth Mein Vorzug sey Bescheidenheit, durch dich, Der Freundschaft Mein schönster Schmuck die Zu- Glück empfinden. Laß diesen Umgend! Gieb mir den sanften, stil- gang fanft und rein, Mir lehrlen Geist, Der dich durch wahre reich durch ihr Beispiel seyn, Daß Demuth preist, Den Nächsten nie mich, wenn ich mich freue, Nie verachtet, Sich selbst zu bessern mein Vergnügen reue. trachtet. 8. Der du mich selbst durch 3. Laß eitle Lust der Welt doch dein Gebot Den Weg zum Heile nicht Mein junges Herz entzün- lehrest, Ich will dich preisen, Herr, den! Sie macht mich untreu mei- mein Gott, Daß du mein Flehn ner Pflicht, Und bahnt den Weg erhörest. Ich opfre dir mein Lezu Sünden. Was hilft das Pran- benlang Der Unschuld und der gen vor der Welt, Wenn, Gott, Tugend Dank. Dort will ich mein Herz dir nicht gefällt? Drum in den Chören Der Engel dich will ich mich bescheiden In Zucht verehren. und Demuth kleiden. M. Sey Lob und Ehr dem. 4. Sen hochgelobt, mein Schöterhand, Du Geber pfer! Gott! Du ziertest meine 287, us deiner milden BaSeele. Sen hochgelobt! des Mitt lers Tod Erlöste diese Seele. Der Leib wird einst des Todes Raub; aller Gaben, Muß jedes Volk. und jedes Land Des Segens ZuDer Geist allein ist mehr als fluß haben. Mit großer WeisStaub. Mein höchstes Ziel auf Er- heit hältst du Haus, Und breitest den Sey, schön amGeist zu werden! deine Güte aus Zum Flor und Glück der Völker. 5. O wohl mir, wenn ich sorgsam bin, Mit Weisheit mich zu 2. Von dir stammt Kunst und schmücken! Denn meine Tage Wissenschaft, Wodurch die Länfliehn dahin Gleich schnellen Au- der blühen, Von dir des Bürgenblicken Gieb, daß zu eitler Tängers Muth und Kraft, Durch delei Mir meine Zeit zu kostbar nüßliches Bemühen In seinem sey; Herr, laß es mir gelingen, Amt, Beruf und Stand, Wozu Sie nüßlich hin zu bringen! dein Rath ihn tüchtig fand, Zum 6. Den Umgang, dem Ver- Besten mitzuwirken. führung droht, Den lehre du mich 3. Als milder Geber zeigst du meiden, Und lenke du mein Herz,[ dich Den Völkern aller Lande, o Gott, 3u reinen, edlen Freuden Und du verknüpfft sie unter sich Die Unschuld sey mein liebster Durch deines Segens Bande. Ruhm, Ein guter Ruf mein Ei Von Land zu Land, von Ort, zu genthum, Den jeder gern mir Ort, Strömt deines Segens gönne, Den niemand lästern könne! Quelle fort, Uns Menschen zu 7. Mit wahren Frommen will beglücken. ich mich Durch Frömmigkeit ver- 4. Du lenkst der Schiffe kühnen 174 Katechismuslieder. nen Lauf Auf Strömen und auf zu dir bete; So lenke meine Meeren, Hilfft dem Gewerb', der Hand, Und segne du mein Werk, Handlung auf, Viel Tausende Daß ich es froh verrichte, Und zu nähren, Zeigst überall und bringe edle Früchte. Verleih mir allezeit Zur Nahrung, zur Be- Kraft und Stärk'! quemlichkeit Dem Fleiße sichre Wege. 2. Mein Wandel und Bermő: gen Stehn nicht in meiner Macht; 5. Du, Herr, giebst Weisheit Du bists, du giebst den Segen. und Verstand, Daß jeder Freu- Drum nimm mein Thun in Acht, den finde. Du sorgst auch, daß Daß ich mein täglich Brod Mit sich Land mit Land Und Bolk Ehren mag erringen; Herr, laß mit Volk verbinde, Hier durch des mir dies gelingen, Und steh mir Landmanns Müh' und Schweiß, bei in Noth! Dort durch geschickter Künstler 3. Du hast mir anvertrauet Fleiß, Durch Umtausch, durch Ein Pfund aus deiner Hand; Gewerbe. Dein heilig Untlik schauet, Obs 6. Wer reichlich so gewinnen wohl werd' angewandt. Regiere kann, Der segne seine Brüder, meinen Sinn, Und gieb mir dei Wenn er durch ihren Fleiß ge- nen Segen, Daß ich auf deinen wann, Durch Fleiß und Wohl: Wegen Zur Arbeit willig bin. thun wieder! Er sey zu seinem 4. Behüte mich vor Sorgen, Glücke klug, Doch fern von Urg- Vor Geiz, Betrug und List, Da list und Betrug; Er liebe Recht du an jedem Morgen So gut und Treue! und gnädig bist. Laß mich dir 7. Herr, unser Gott, wir prei- ganz allein, Weil du in guten sen dich Mit freudigem Gemüthe. Werken Mich kräftiglich kannst Du herrschest unveränderlich Mit stärken, Getroft ergeben seyn. Weisheit und mit Güte. Gieß deinen Segen ferner aus Auf unser Land, auf jedes Haus, Um alle zu beglücken. 5. Behüte mich vor Schaden! Gieb, daß ich immer sey Ein Werkzeug deiner Gnaden, Und so mein Thun gedeih Zu deines Na8. Hilf, daß ein jeder redlich mens Ehr' Und meines Nächsten fey In seinem Amt und Handel, Frommen, Bis ich werd zu dir Gerecht und billig, mild und treu kommen. Dort giebts kein Sor In seinem ganzen Wandel. Wie gen mehr. gern, o Vater, wendest du Dem Lande deinen Segen zu, Wo solche Menschen wohnen! M. Auf meinen lieben Gott. * 289. go tret ich demnach an, So gut ich M. Von Gott will ich nicht. immer kann, Mein Umt, Beruf err Jesu, weil ich und Wesen, Wozu mich Gott er288.* Herr trete Zum Werk lesen; Er wird mir meinen Segen in meinem Stand, Und herzlich Auch wissen beizulegen. 2. Dir, Die Haustafel. Berufsgeschäfte. 175 2. Dir, Vater! fag ich Dank, 4. Drum gieb, so viel mir selig Daß du mein Lebenlang Solist, Mehr will ich nicht begehren. reichlich mich ernähret, Mir man- Hilf, daß ich ohne Trug und List che Gnad' bescheret; Un deiner Mich ehrlich mag ernähren. Dann Güte Gaben Laß stets mich An- gieb durch deine Gnade auch, Daß theil haben. ich den Segen recht gebrauch', Den du mir wirft bescheren. 3. Mein Heiland Jesu Christ, Der du mein Helfer bist, Ach, 5. Vor allem gieb die Seligsegne meine Werke, Und mich vom keit; Das ist das Allerbeste. Hier Himmel stärke, Um deinen heil- sind wir doch nur kurze Zeit, Und gen Willen, In allem zu erfüllen! nichts als lauter Gäste. Eh mans 4. Behüte Seel und Leib, vermuthet, sind wir hin. Wohl Und alles von mir treib, Was uns, wenn wir mit festem Sinn meine Arbeit hindert, Und dei Stets nach dem Himmel trachten! nen Segen mindert! Laß mich in Fried' und Freuden Zuletzt von hinnen scheiden. M. Jesus meine Zuversicht. 291. Reichthum, Würden und Verstand Sind des Höchsten freie Gaben, Die 290.* Herr Christe, du wollft wir nur aus ſeiner Hand, Brüs M. Ach Gott vom Himmel. Heil Zu der zu Wohl uns, wenn zu dieser Pflicht Uns die Liebe nicht gebricht! meiner Nahrung geben! Beschere gnädig mir mein Theil In die fem kurzen Leben! Du weißt am 2. Unsrer Gaben Unterschied besten Maaß und Ziel, Mir nicht| Knüpft das große Band auf Ers zu wenig, nicht zu viel Von Gütern zuzulegen. den. Jeder, der sich treu bemüht, Kann oft vielen nützlich werden. Lebtest du, o Mensch, allein, Würdest du nicht elend seyn? 2. Denn, würdest du zu wenig Brod Und Nahrung mir abmes sen; So könnt ich leicht aus gro= 3. Nach dem dir vertrauten Ber Noth Der Furcht des Herrn Pfand Mißt der Vater deine vergessen, Und etwa suchen un- Pflichten. Gab er viel in deine recht Gut; Dadurch dann in Hand, Sollst du ihm auch viel gottlosem Muth Zur Höllen end- entrichten. Vor dem Herrn hat lich fahren. Fürst und Knecht, Weil er Mensch ist, gleiches Recht. 3. Gieb mir auch solchen Reich thum nicht, Der mir gereicht zum 4. Dein Erlöser sagt es dir: Schaden; Ich möchte sonst, wie Pflegst du der Geringsten einen, oft geschicht, Mißbrauchen deiner Heil dir, denn du thust es mir, Gnaden, Und etwa treiben einen Alle send ihr ja die Meinen. JeSpott Mit deiner Furcht, und ner, den die Welt entehrt, Hat von dir, Gott, Das Herz sogar vor Gott oft großen Werth. abwenden. 5. Drum, o Gott, gieb mir ein 176 Katechismuslieder. ein Herz, Das von Menschenlieb' 4. Und werdet ihr auch nimmer entbrennet, Auch in Niedrigkeit reich; Gott segnet doch und nähund Schmerz Seinen Bruder ret euch. Was hat' vor euch der nicht verkennet, Nie in stolzem Reiche mehr? Ihr schlaft, und Wahn vergißt, Daß, wie ich, werdet satt, wie er. ein Mensch er ist. 5. Umringt die Großen auch 6. Jefu, höchster Menschen mehr Pracht; Ist sie es, die uns freund, Lehre du mich schon auf glücklich macht? Der hohe Stand Erden, Allem Stolz und Neide hat auch dafür Oft mehr gehei feind, Dir an Demuth ähnlich men Gram, als ihr. 6. So dankt denn Gott für euren Stand! Genießt die Gaben seiner Hand Bei nüglicher Ge schäftigkeit In heiliger Zufrieden heit! M. Wenn wir in höchsten. 7. Klagt nie, daß Gott nicht 292.hr alle, die ihr fromm und treu Euch ohne mehr euch gab! Auf alle warten List und Trügerei Des Fleißes Tod und Grab. Wer könnte hier eurer Hände nährt, Auch ihr ganz selig seyn? Vollkommen send Gott und Menschen werth. wird man dort fich freun. 2. In keinen hohen Stand ge- 8. Dstrebet nur gewissenhaft, stellt, Beglückt ihr doch die Men- Und fromm zu seyn durch Gottes schenwelt. Ihr schafft durch eure Kraft, Im Glauben willig, bis Thätigkeit Uns Nahrung und zum Tod zu halten, was euch Bequemlichkeit. Gott gebot! 3. In euren Herzen habt ihr 9. Wer hier im Kleinen treu schon Des treuen Fleißes besten dir ist, Dir, Gott, der du so lieb: Lohn, Euch fehlt nicht Hülle, reich bist, Dem giebst du, kommt Brod und Dach, Und Gottes Bei- er einst ans Ziel, Der hohen Him fall folgt euch nach. melsgüter viel! werden, und der Hoffnung mich zu freun, Groß vor deinem Thron zu seyn! Dritte Abtheilung. Lehr- und Glaubenslieder. Vom Worte Gotte 3. M. Durch Adams Fall ist. Lehr' und Leben, Ist worden kund 293.* Herr Sebaoth, dein Aus deinem Mund, Und in der heilig Wort, Das Schrift beschrieben, Rein, schlicht du uns haft gegeben, Daß wir und recht, Durch deine Knecht darnach anjedem OrtStets richten Vom heilgen Geist getrieben. 2. Dies Vom Worte Gottes. 177 2. Dies Wort, das in der Bibel dein Wort Festhalten, und nie steht, Ist fest und unbeweglich wanken! Der Himmel und die Erd' vergeht, Doch Gottes Wort bleibt M. Ach Gott und Herr. Kein Feind, noch Plag, 294. Gott ist mein Hort! Noch jüngster Tag Kann jemals ewig. Und auf sein Wort es vernichten; Und denen soll Soll meine Seele trauen. Ich Seyn ewig wohl, Die sich dar: wandle hier, Mein Gott, vor dir nach recht richten. Im Glauben, nicht im Schauen. 3. Es ist vollkommen, hell und 2. Dein Wort ist wahr; Laß klar, Die Richtschnur reiner Lehre. immerdar Mich seine Kräfte Es zeigt sich jedem offenbar, Ver- schmecken! Laß keinen Spott, D fündigt Gottes Ehre, Und wie Herr mein Gott, Mich von dem man soll Dier leben wohl, Lieb' Glauben schrecken! Hoffnung, Glauben üben. Drum laßt dies Wort Uns fort und fort Von Herzensgrunde lieben! 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Vers ständ ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Im Kreuz giebts Ruh, in Traurigkeit Zeigt es die Freudenstelle; Den Sünder, dem die Werth, Unsterblichkeit und Leben. 4.Dein Wort erklärt Der Seele Sünd' ist leid, Führt es zur Gna- Bur Ewigkeit Ist diese Zeit Von denquelle; Reicht ihm die Hand, dir mir übergeben. Und macht bekannt, Wie man kann fröhlich sterben, Und wie sethat Der Sünder zu verfühnen, 5. Den ew'gen Rath, Die Miszugleich Das Himmelreich Durch Den kennt ich nicht, Wär mir Chriftum dort ererben. dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 5. Das ist der Nußen, das die Kraft;-Wie hoch ist sie zu 6. Nun darf mein Herz In schätzen! Die Gottes Wort in Reu und Schmerz Der Sünden Menschen schafft; Drum soll's nicht verzagen. Nein, du verzeihst, uns mehr ergötzen, Als alles Lehrst meinen Geist, Im GlauGeld, Und was die Welt Sonst ben: Bater! sagen. 1 herrlich pflegt zu achten. In Lieb 7. Mich zu erneun, Mich dir und Leid Laßt jederzeit Nach die zu weihn, Ist meines Heils Ge ser Perl uns trachten! schäfte. Durch meine Müh Vermag ichs nie; Dein Wort giebt mir die Kräfte. 6. Erhalt uns, Herr, dein heilig Wort; Laß uns sein' Kraft em pfinden! Den Feinden steur' an 8. Herr, unser Hort, Laß uns jedem Ort, Und laß es frei ver- dies Wort; Denn du haft's uns künden! So wollen wir Dir für gegeben. Es sey mein Theil! Es und für Von ganzem Herzen dan sey mir Heit Und Kraft zum ken. Herr, unser Hort, Laß unslewgen Leben! M 295. Soll 178 Lehr- und Glaubenslieder. M. O Gott du frommer Gott. Geist, Und stärke dich durch ihn 295. Soll dein verderbtes 3um wahren Edelmuth, Das Herz Zur Heiligung Gute zu vollziehn. genesen, Christ, so versäume nicht, 7. Um tugendhaft zu seyn, Das Wort des Herrn zu lesen! Dazu sind wir auf Erden. Thu, Bedenke, daß dies Wort Das was die Schrift gebeut, Dann Heil der ganzen Welt, Den Rath wirst du inne werden, Die Lehre der Seligkeit, Den Geist aus sey von Gott, Die dir verkündigt Gott enthält.in dalle meist, und dann das Wort verstehn, 2. Merk auf, als ob dir Gott, Dem du gehorsam bist. Dein Gott, gerufen hätte. Merk 8. Spricht sie geheimnisvoll; auf, als ob er selbst zu dir vom So laß dich dies nicht schrecken. Himmel redte. So lies, mit Ehr: Ein endlicher Verstand Kann Gott furcht lies; Mit Luft und mit nie ganz entdecken; Gott bleibt Vertraun, Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbaun. unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt; So glaube, was er ſpricht, nicht was dein Witz be gehrt. 3. Sprich fromm: D Gott vor dem Ich meine Hände falte, Gieb, daß ich dein Gebot Für dein 9. Laß dich, o frommer Christ, Wort ewig halte; Und laß mich deinen Rath Empfindungsvoll Durch keine Zweifel kränken. Hier verstehn, Die Wunder am Geset, bist du Kind; doch dort Wird Gott mehr Licht dir schenken. Am Wort vom Kreuze sehn. 4. Er aller Wahrheit Gott, Dort wächst mit deinem Glüd Kann dich nicht irren lassen, Lies, Dein Licht in Ewigkeit; Dort Chrift, fein heilig Buch, Lies oft ist die Zeit des Schauns, Und du wirst es fassen, So viel dein hier des Glaubens Zeit. Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit giebt, Wenn man sie redlich sucht, Gewissenhaft fie liebt. 10. Verehre stets die Schrift; Und siehst du Dunkelheiten, So laß dich deinen Freund, Der mehr, als du fiebt, leiten! Ein forschen 5. Ties, frei von Leidenschaft der Verstand, Der sich der Schrift Und ledig von Geschäften, Und geweiht, Ein angefochtnes Herz, sammle deinen Geist Mit allen Hebt manche Dunkelheit. feinen Kräften. Der beste Theil 11. Spalt fest an Gottes Wort! des Tags, Des Morgens Heiter- Es ist dein Glück auf Erden, Und keit, Und dann der Tag des wird, so wahr Gott ist, Dein Herrn, Der sey der Schrift ge- Glück im Himmel werden. Ver weiht! achte, christlich groß, Des Bi 6. Rührt dich ein starker Spruch: belfeindes Spott; Die Lehre, die So ruf ihn, dir zum Glücke, Des er schmäht, Bleibt doch das Tags oft in dein Herz, Im Stil- Wort aus Gott. len oft zurücke; Empfinde seinen 296.* Wir Vom Worte Gottes. 179 M. Es ist das Heil uns. WortDieWurzel nicht bekommen. 296.* Wir Menschen sind zu Der Saame, der auf Dornen fällt, Wird von den Lüsten dieser Welt Und Sorgen ganz ersticket. dem, o Gott, Was christlich ist, untüchtig; Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu 7. Ach hilf, Herr, daß wir hoch und wichtig. Wir wissen und werden gleich Auhier dem guten verstehn es nicht, Wenn uns, Lande; Daß wir, an guten WerHerr, deines Wortes Licht Den Weg zu dir nicht weiſet. ken reich, In unserm Amt und Stande Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lieb' und Huld In einem guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den Weg der Sünder meis Gieb, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal. Hilf uns die Weltsorg' überall Und böse Lüste dämpfen. 2. Drum sind vorzeiten aus gefandt Propheten, deine Knechte, Daß durch sie würde wohl bekannt Dein Will' und deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein lieber Sohn, den. OVater, von des Himmels Thron Gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sey, Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben; Und gieb uns deinen guten 9. Dein Wort laß allewege Geist, Daß wir dem Worte gläu- seyn Die Leuchte unsern Füßen. ben; Daß wirs annehmen jeder- Erhalt es bei uns klar und rein, zeit Mit Sanftmuth, Ehrfurcht, Hilf, daß wir draus genießen Lieb' und Freud' Als Gottes, Kraft, Rath und Trost in jeder nicht der Menschen. Noth, Daß wir im Leben und im 4. Hilf, daß der frechen Spöt: Tod Darauf beständig bauen. ter Hauf Uns nicht vom Wort 10. Laß sich dein Wort zu deis abwende; Denn ihr Gespötte ner Ehr, O Gott, sehr weit ausnimmt darauf Mit Schrecken doch breiten! Hilf, Jesu, daß uns deine ein Ende. Gieb du selbst deinem Lehr' Erleuchten mög' und leiten! Worte Kraft; Was deine Lehre O heilger Geist, dein göttlich in uns schafft, Laß reichlich bei Wort Laß in uns wirken fort und uns wohnen! fort Geduld, Lieb, Hoffnung, Glauben! 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, Daß wir dein Wort recht fassen, In Lieb' und Leid, M. Wer nur den lieben Gott. in Freud' und Schmerz Es aus 297. Dein Wort, o Höchster, der Acht nicht lassen; Daß wir ist vollkommen; Dein nicht Hörer nur allein Des Wor- Wort lehrt jeden seine Pflicht, tes, sondern Thäter seyn, Frucht Und giebt dem Sünder, wie dem hundertfältig bringen. Frommen, Ein unbetrüglich sich 6. Um Wege wird der Saame res Licht. O selig, wers mit Ehrfort Vom Teufel weggenommen; furcht hört, Bewahrt und durch In Fels und Steinen kann das Gehorsam ehrt! M 2 2. Es 180 Lehr- und Glaubenslieder. 2. Es leuchtet uns auf unsern 4. Hilf, daß ich den Unterricht Wegen, Zestreut des Irrthums Deines Wortes treu bewahre; Finsterniß; Erfüllt mit Freuden, Daß ich, was es mir verspricht, bringt uns Segen, Und macht Reichlich an mir selbst erfahre. uns unsers Heils gewiß; Lehrt, Herr, es sey mir selbst im Leiden daß du unser Vater bist, Und Jesus unser Heiland ist. Eine Quelle reiner Freuden! 5. Laß in mir von Zeit zu Zeit 3. Dein Wort erweckt uns, dich Dein Erkenntniß sich vermehren. zu lieben; Lehrt, wie du denen Find ich manche Dunkelheit Bei Gutes giebst, Die dein Gebot mit geheimnisvollen Lehren; So hilf Freuden üben, Wie du so väter- 3weifelsucht entfernen, Und in lich uns liebst, Und was dein heil- Demuth glauben lernen. ges Wort verspricht, Bleibt ewig 6. Lenke, Höchster, meinen wahr und trüget nicht. Sinn Von den Gütern dieser Erde 4. So laß mich denn mit Lust Durch dein Wort zum Himmel betrachten Die Wahrheit, die dein hin, Wo ich ewig selig werde, Wo Wort mich lehrt! Laß folgsam in einem bessern Leben Hell'res mich auf alles achten, Was dein Licht mich wird umgeben! Befehl von mir begehrt, So flieBen Trost und Seelenruh Uuch mir aus deinem Worte zu.. M. Jesus meine Zuversicht. 299. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch; Und was kann bei ihm uns fehlen? wie selig sind wir doch Durch den Retter leuchte mich, Daß unsrer Seelen! Welche Wonn' M. Liebster Jesu, wir sind. 298. Herr, mein Licht, er ich dich und mich erkenne, Daß und Herrlichkeit Wartet unser ich voll Vertrauen dich Meinen nach der Zeit! Gott und Heiland nenne. Höch2. Freue deines Glaubens dich, ster, laß mich doch auf Erden Deines Gottes, seines Sohnes! Weise für den Himmel werden. Deine Seele rühme sich Ihrer 2. Lauter Wahrheit ist dein Hoffnung, seines Lohnes, Voller Wort, Lehre mich es recht verste- Muth und unverstellt, Freudig hen. Hilf du meinem Forschen vor der ganzen Welt! fort, Richtig daraus einzusehen, 3. Hat gleich sein Bekenntniß Was zu meinem Heil mich führet, hier Seine Leiden und Beschwer: Und was mirzu thun gebühret. den: Sey nur treu! es sollen dir 3. Aber laß mich nicht allein Ewig hohe Freuden werden. Was Richtig seinen Sinn verstehen, ist gegen solch ein Glück Deines Laß mich, Herr, auch folgsam Leidens Augenblick! seyn, Den erkannten Weg zu 4. Schäme seines Worts dich gehen; Denn sonst würd' ich bei nicht Vor den Frevlern, vor den dem Wissen Größre Strafe leiden Spöttern, Die mit stolzer Zuver: müssen. ficht Sich und ihren Wiß vergöt: tern! Von der christlichen Kirche. 181 tern! Was vermag der Lästrer den Tod, Litten fie getrost für Spott Wider Jesum, wider Gott? Gott. 5. Was vermag er, tobt er 7. Und der Spötter Witz und gleich Wider dich und deinen Sohn Könnte je dein Herz ver Glauben? Gottes Beifall, Gottes führen, Deinen Theil an Gottes Reich Kann doch keine Macht dir Lohn, Deinen Himmel zu verlierauben. Halte dich an dem nur ren? Stehe fest, o wanke nie! fest, Der die Seinen nicht ver- Fleh um Rettung auch für sie! läßt! 8. Sey getreu bis in den Tod! 6. Welchen Kampf hat nicht Denn du glaubest nicht vergedein Herr Für dein ew'ges Heil bens. Nach dem Tode führt dich gestritten! Jene Schaar der Mär- Gott Zu der Wonne jenes Lebens, tyrer, Was hat die für ihn gelit- Und nach einem kurzen Streit ten! Schmach und Martern, selbst Krönt dich seine Herrlichkeit. Von der christlichen Kirche. M. Ein' feste Burg ist. Wer hier sein Jünger ist, Sein 300. Wenn Christus seine Wort von Herzen hält, Dem Kirche schütt; So kann die ganze Welt Die Se= mag die Hölle wüthen. Er, der ligkeit nicht rauben. zur Rechten Gottes sitzt, Hat 4. Auf Christen, die ihr ihm Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit vertraut, Laßt euch kein Droh'n Hülfe nah; Wenn er gebeut, erschrecken! Der Gott, der von stehts da. Er schüber seinen Ruhm, dem Himmel schaut, Wird uns Und hält das Christenthum. Mag gewiß bedecken. Der Herr, der doch die Hölle wüthen! starke Gott, Hält über sein Ge2. Gott siehet Fürsten auf dem bot, Giebt uns Geduld in Noth, Thron Sich wider ihn empören, Und Kraft und Muth im Tod; Die den Gefalbten, seinen Sohn, Was will uns denn erschrecken? Nicht gläubig wollen ehren. Sie schämen sich des Worts, Des Heiz In eigener Melodie. lands, unsers Horts; Sein Kreuz 301.* ch Gott, vom Himist selbst ihr Spott; Doch ihrer mel sieh darein, lachet Gott. Sie mögen sich em- Und laß es dich erbarmen! Wie pören! wenig Herzen sind noch dein! 3. Der Frevler mag die Wahr- Berlassen sind wir Armen. Dein heit schmähn; Uns kann er sie nicht Wort hält man nicht mehr für rauben. Der Unchrist mag ihr wahr; Der Glaub' ist auch erlowiderstehn; Wir halten fest am schen gar Bei vielen MenschenGlauben. Gelobt sey Jesus Christ! kindern. 2. Sie 182 Lehr- und Glaubenslieder. 2. Sie lehren eitel Trug und O heilger Geist, verleih uns Gnad, List, Was Menschenwitz erfindet; Daß wir vor Sünd' und Misse: Ihr Herz, das nicht rechtschaf- that Mit allem Ernst uns hüten! fen ist, Ist auch nicht fest gem. Erhalt uns Herr bei deinem. gründet. Der wählet dies, der M. Erhalt uns Herr deinem. andre das; Sie trennen sich ohn' 302. Der Spötter Strom Unterlaß, Und gleissen schön von aussen. bei reißt viele fort. Ers halt uns, Herr, bei deinem Wort; 3. Gott woll' ausrotten alle So können wir uns, Bater, dein gar, Die falschen Schein uns Im Leben und im Tode freun. lehren! Sie sprechen stolz: Wir 2. Ein Haufen Läftrer wagts, finds fürwahr! Wir sinds, wer o Gott, Wagts, deinen Sohn, mit wills uns wehren? Wir haben wildem Spott, Den Sohn, den Recht und macht allein, Und Mittler, den zu schmähn, Durch was wir setzen, soll es seyn; Wer den die Himmel einst vergehn. ist, der uns will meistern? 3. Wer send ihr, eurer Lüfte 4. Gott hörts und spricht: ,, So Raub, Jetzt lebender, bald tod: folls nicht seyn, Mein Wort wird ter Staub, Daß ihr euch wider ja zerstöret; Der Christen Fleb'n Gott empört Und gar noch euren bringt zu mir ein, Ich habe sie Frevel lehrt? erhöret; Mein Wort soll ihren 4. Denn wißt, zu kühne Sün falschen Wahn Getrost und mu- der, wißt, Daß euer Geist doch thig greifen an, Und seyn die ewig ist! O, den ihr höhnt, ver: Kraft der Urmen." zeihet nicht, Wie einst am Kreuz, im Weltgericht! 5. Im Feuer siebenmal bewährt Glänzt edles Silber heller; So 5. Ach, ihrer Lehre Pest, o wird des Herrn Wort auch be- Herr, Schleicht jeho nicht im Finwährt Durch Spott, und strah- stern mehr; Am Mittag selbst let heller. Es will durchs Kreuz bricht sie hervor, Hebt hoch ihr gewähret seyn; Dann glänzt erst tödtend Haupt empor. recht sein heller Schein, Und bringt in alle Lande. 6. Doch Jesus Christ, ja, Jes sus Christ, Der zu der Rechten 6. Bewahr, o Gott, dein Gottes ist, Ist unser Schutz und Wort stets rein Vorm frevelnden, starke Wehr, Staub ist vor ihm Geschlechte; Und laß uns dir be: der Spötter Heer. fohlen seyn, Erhalt uns deine 7. O kenntet ihr, den ihr ver Rechte! Der böse Haufe wächst höhnt! Auch euch, auch euch hat geschwind, Wo solche böse Leute er versöhnt! Uch, wüßtet ihrs, die find In deinem Volk erhaben. ihr ihn haßt: Sanft ist sein Joch, 7. O dämpfe selbst, du starker leicht seine Last. Gott, Die dir die Ehre rauben! 8. Ihr kriecht und schleppt der O Jesu Christ, in aller Noth, Sünde Joch.- Erbarm, o Herr, Stärk unsern schwachen Glauben! dich ihrer noch, Wenn, nah an ibres Von der christlichen Kirche. 183 ihres Todes Nacht, Selbst dann doch gelingen. Der Fürst dieser erst ihre Seel erwacht! Welt, Wie fauer er sich stellt, Thut er uns doch nicht, Das macht, er ist gericht't; Ein Wört lein kann ihn fällen. wir denken heut' An 6. Das Wort fie sollen lassen unfrer Väter Glauben! Der Feind stahn, Und kein'n Dank darzu erhob sich kühn zum Streit, Der haben; Er ist bei uns wohl auf Welt dein Wort zu rauben; Sie dem Plan, Mit seinem Geist und aber kämpften ritterlich, Gestärkt, Gaben. Nehmen sie uns den Allmächtiger, durch dich; Sie Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib kämpften und sie siegten. Laß fahren dahin, Sie habens 2. Dein Wort war ihnen kein'n Gewinn; Das Reich muß Schwerdt und Schild, Schut, uns doch bleiben. Heereskraft und Bogen. Lung wars in Dunkel eingehüllt, Der Christenwelt entzogen; Sie brach- 7. tens wieder an das Licht, Und achteten Gefahren nicht; Sie sangen heldenmüthig: M. Es ist das Heil uns. 303. Herr, unser Gott, M. Nun danket alle Gott. Die o sangen fie, und weit Erschollen ihre Lieder; Völker kehrten froh Zum freien Glauben wieder. Der Uberglaube floh: Es wich die düstre Nacht; Das Evangelium Ward an das Licht gebracht. In eigener Melodie. 3* in feste Burg ist unser Gott, Ein' gute Wehr und 8. Triumph! Die Wahrheit Waffen; Er hilft uns frei aus siegt! Gott war mit ihren Strei aller Noth, Die uns jetzt hat be- tern! Gott ist und bleibt mit ihr, troffen. Der alte böse Feind, Mit Er wird ihr Reich erweitern. Auf, Ernst ers jeszt meint; Groß die ihr sie erkennt, Und dankbar Macht und viel List Sein grau fie verehrt! Auf, haltet fest an sam Rüstung ist, Auf Erd'n ist ihr, Und zeigt euch ihrer werth! nicht sein's gleichen. 4. Mit unsrer Macht ist nichts M. Sey Lob und Ehr. gethan, Wir sind gar bald ver- 304.* Gott ist die Stärk uns der und Die rechte Mann, Den Gott selbst hat Hülf in unsern Nöthen. Des. erforen. Fragst du, wer er ist? halben fürchten wir uns nicht, Er heißt Jesus Christ, Der Herr Benn man uns gar will tödten; Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Ja wenn die Welt gleich unterDas Feld muß er behalten. ging, Und mancher Berg im 5. Und wenn die Welt voll| Meer versünk, Wenn es auch Teufel wär', Und wollt' uns gar braust und wüthet. verschlingen: So fürchten wir 2. Dennoch soll unsers Got uns nicht so sehr; Es soll uns tes Stadt Fein fröhlich allzeit bleiben, 184 bleiben Mit ihren Brunnen, die In eigener Melodie. fie hat. Der kann die Noth ver: 305.* Es wolle Gott uns treiben, Der seine Wohnung hat gnädig seyn, Und allda; Des Höchsten Hülfe ist seinen Segen geben! Sein Unts ihr nah; Gott selbst ist bei ihr lig uns mit hellem Schein Er drinnen. leucht' zum ew'gen Leben, Daß 3. Deshalben steht sie fort und wir erkennen seine Werk', Und fort Auch in den größten Plagen. was ihn liebt, auf Erden; Daß Der Heide muß an jedem Ort In Jesus Christus Heil und Stärk seiner Noth verzagen. Kein Kö- Bekannt den Heiden werden, Und nigreich kann stets bestehn; Das sie zu Gott sich kehren. Erdreich muß vor Gott vergehn, 2. So danken Gott und loben Wenn er sich läsfet hören. dich Die Heiden, wie wir alle; 4. Der starke Herrscher Zebaoth Und alle Welt erfreuet sich, Und Steht immer uns zur Seiten; singt mit großem Schalle, Daß Der rechte Heiland, Jacobs Gott, du auf Erden Richter bist, Und Schützt uns zu allen Zeiten. So läßt die Sünd nicht walten. Dein oft uns Noth trifft und Gefahr, Wort die Hut und Weide ist, Errettet er uns immerdar, Wenn Die alles Volk erhalten, In rech wir mit Ernst drum bitten. ter Bahn zu wallen. Lehr- und Glaubenslieder. 5. Kommt her und schaut des 3. Es danke, Gott, und lobe Herren Werk, Wie er verheert, dich Das Volk in guten Thaten! zerstöret, Und dann dem Krieg Das Land bring Frucht und besfre durch seine Stärk' In aller Welt sich; Dein Wort laß wohl ge drauf wehret! Der Bogen Macht rathen! Uns segne Bater und der hilft vor ihm nicht, Die Spieße, Sohn, Uns segne Gott der heilge gleichfalls er zerbricht, Die Wa Geist! Daß alle Welt ihm Ehre gen er verbrennet. thut, Vor ihm sich fürchtet allermeist! O sprecht von Herzen: Amen. 6. Send stille und erkennet doch, Daß ich bin Gott auf Erden, Der ich will Ehr' einlegen M. Wer nur den lieben Gott. noch, Daß man's soll inne werden! Ich will der Heiden Lift 306. Bater aller Geiſter, und Macht, So auch Sen von hat gebracht, mit Ruhm und deiner Kinder Schaar, Dir, Herr Ehre dämpfen. der großen Sternenheere, Bring 7. Der starke Herrscher Zebaoth jeder Mund Anbetung dar! Steht immer uns zur Seiten; Vater, aller Vater, gieb Dith Der rechte Heiland, Jacobs Gott recht zu preisen jedem Trieb! Schützt uns zu allen Zeiten. 2. Von tausenden verehrt dich Gott, Vater, Sohn und heilger keiner, Dich, Vater je ganz würGeist, Jegt und in Ewigkeit ge diglich. Wo ist ein Weiser, Gu preist, Reiß uns aus allen Nötben! ter, Reiner, Der sagen darf, ganz kenn Von der christlichen Kirche. 185 kenn ich dich; Ich ehre, reiner unser Herr und Gott, Dies weise, Undacht voll, Dich ganz, wie ich dich ehren soll? zärtliche Gebot. 9. Wer heilig deinen Namen 3. Und dennoch dürfen Men nennet, Voll Ehrfurcht dich zu schenkinder Sich deinem hohen ehren meinet, So gut dich ehrt, Untlik nahn; Die Vaterhuld als er dich kennet, Sey Bruder hört sie nicht minder, Als reine uns, mit uns vereint! wehe Seraphinen an. Auch ihnen dem, der sie verdammt, Die Anschenkst dn deine Huld, Und dacht, die zum Himmel flammt! trägst, ach! trägst sie mit Geduld. 10. Vereiniger der Menschen4. Bereit, dich dem zu offen- herzen, Was du noch lieb hast, baren, Den Sehnsucht drängt, sey uns lieb! Du flehtest in den sich dir zu nahn, Nimmst du von bängsten Schmerzen Für Feinde allen Völkerschaaren Gebete, Lie- Gottes: Gott vergieb! Dein Herz der, Seufzer an. Ohn' einen blieb liebevoll und gut; Für alle, Strahl von deinem Licht Ist kei- alle floß dein Blut. nes Menschen Ungesicht. 11. Erwecke Fürsten, bilde Leh5. Den rufft du lauter, jenem rer Boll weiser Menschenfreundleife: Ein Gott ist, welcher dichlichkeit! Entwaffne schonend den erschuf! Nur der ist gut und froh Berstörer, Der lieblos frommer und weise, Der schweigend horcht Liebe dräut! Gieb jedem Menauf deinen Ruf; Und jeder, der schenangesicht Der Strahlen mehr dich findlich ehrt, Deß Flehen von deinem Licht! wird von dir erhört. 12. Daß nur ein Hirt und 6. Kein Erdensohn hat andre eine Heerde, Geführt an deiner Pflichten, Als seinem Lichte treu Liebe Band, Aus allen Gotteszu seyn. Wie könntest du den Ehrern werde, Steht, Jesus Christ, strenge richten, Dem du mehr in deiner Hand! Nur du machst Licht versagtest? Nein! Be alle Nächte hell; Vollende, Allkehrtest du nicht oft schon den, vollender, schnell! Ders wagte, dir zu widerstehn? ge richten? Wir lieblos seyn, wo 7. Und wir- wir sollten stren- M. Wie schön leucht't uns der. 307. Noch siehet nicht, o du verschonft? Die Einfalt menschenfeindlich richten, Die du viel- dunkler Blick, was Gott der Herr leicht mit Ehre lohnst? Den rich: Im Stillen vorbereitet. Voll ten, der dich anders ehrt, Als heilger Größe ist sein Gang, Und uns der Väter Glaube lehrt. scheint dir oft der Weg zu lang, 1 8. Beschämt, voll Demuth Auf dem das Gute fchreitet; vor dir stehen, Menschenvater, Kannst du In Ruh Doch ihm wollen wir. Erbarmen wollen trauen; Er wird bauen Seinen wir, erflehen Für uns, für alle Garten, Und den Keim des Gu Welt von dir. Du gabst uns, lten warten. 2. Die 186 Lehr- und Glaubenslieder. 2. Die Morgensonne kommt manchen Streit, Auch mit uns gewiß, Muß gleich erst Licht und selbst auf Erden; Doch werden Finsterniß In kurzem Kampfe zur Vollkommenheit Auch wir er: liegen. Bald ist die Dämmerung| hoben werden. Dann endet sich vorbei, Dann wird, von düstern der Deinen Müh; Dann krönest Nebeln frei, Der Glanz der Wahr- und belohnst du sie mit Preis heit fiegen. Herrlich Hebt sich und Ehre ewig. Dann die Sonne; Und mit Wonne Preisen alle, Deine Kinder, Gott, dich, alle! 309. M. Nun freut euch lieben. M. Aus tiefer Noth schrei ich. err, deine Langmuth ist sehr groß; Wer kann sie ganz ermessen? So man 308. Sefu, Licht und Heil cher lebet zügellos, Und seiner der Welt, Der du Pflicht vergessen; Doch schonft in diesem Leben Dein Wort, das du seiner lange Zeit, Und trägst Gottes Rath enthält, Zur Richt- ihn mit Barmherzigkeit, Und schnur uns gegeben, Du bist der willst nicht sein Verderben. Herr der Christenheit, Die du in 2. Der Leichtsinn herrscht noch dieser Pilgerzeit Dir aus den Men- immerfort In vieler Menschen schen sammelst. Herzen, Die, Heiligster, mit dei nem Wort Und mit der Sünde 2. Du willst sie, als dein Eigenthum, 3ur wahren Weisheit scherzen; Und wilde Sittenlosig leiten, und durch dein Evangelium keit, Gestärkt durch freche Sicher 3ur Seligkeit bereiten, Du bist, heit Kennt oftmals keine Gränzen. Herr, groß von Rath und That, 3. Allmächtiger, wir flehn zu Und was dein Mund versprochen dir: Hilf du dem Uebel wehren! hat, Wirst du gewiß erfüllen. Noch mancher kann, das hoffen 3. Du bist der Christen Troft wir, Zu dir sein Herz bekehren. und Heil! So viel nur an dich Das böse Beispiel, Lust der Welt glauben, Die haben an dir alle Ists, was ihn in Verblendung Theil, Die wird kein Feind dir hält, und in das Laster ziehet. rauben. Von dir fließt Weis- 4. Erbarme dich, o treuer heit, Troft und Ruh Dem, der Gott, Der tiefgefallnen Seelen, dir folgt, unfehlbar zu; Du bist Die jetzt verführt, in Sünden des Guten Fülle! todt, Ihr wahres Heil verfehlen. 4. Mag doch die Menge im- Der Wahrheit Licht erleuchte sie, merhin auf deinen Ruf nicht hö- Und Furcht vor Strafen schrede ren, Und mancher im verkehrten die, Die nicht die Liebe bessert. Sinn Sich wider dich empören; 5. Die aber thun, was dir So fällt doch deine Kirche nie, gefällt, Erfreue stets dein Se Du hältst und du beschüßest sie gen! Gieb ihnen Kraft, trob Durch deines Geistes Gaben. aller Welt, zu gehn auf rechten 5. 3war kämpfen wir noch Wegen! Herr, mache deine Ba terhand Von der christlichen Kirche. 187 terhand Bei deinen Kindern so ist es, wo das Herz Sich bes bekannt, Daß fie dir folgsam tend deiner freu't; D'rum bleibe bleiben! stets dies Haus Der Undacht nur geweiht! M. Nun danket alle Gott. 310. Des es Weltversöhners 3. Mit lautem Preisgesang Dich ehrfurchtsvoll erheben, Dies Schaar, Die Zeus heilige Geschäft Ist Seligkeit im gen seiner Lehre, Von Sündern Leben. Du, Vater, giebst fie uns; einst verkannt, Und nun des In diesem Tempel soll Ertönen Himmels Ehre; Gegeiffelt wur- unser Lied Zu dir, des Lobes voll. den sie, Zerfleischt noch mehr 4. Wir sollen hier, welch Glück! vom Spott, Von Schmach; Die ächten Christenlehren Und und litten's gern Für Jesum ihren hohen Werth Selbst fühund für Gott. len, nicht bloß hören. Hier strahlt 2. Verscheucht in Wüstenei'n, dem Geiste Licht, Hier quillt dem Auf Berg', in tiefe Klüfte, Sie, Herzen Ruh'; Hier spricht dein deren diese Welt Nicht würdig Wort, o Gott, Geduld und Trost war, in Grüfte Voll Grauns uns zu. verscheucht, entfloh'n Sie kurze 5. Hier wird mit Dankgebet Zeit der Wuth Der Peiniger; Das Kind in früher Jugend Gedenn bald Trank doch das weiht dem Kinderfreund, Dem Schwerdt ihr Blut. Vorbild jeder Tugend. Hier wird 3. Da so viel Märtyrer Uns des Kindes Herz, O Gott, von rings umber umstrahlen; So dir erfüllt, Und deine Herrlichwerfen wir von uns Der Sünde keit Ihm täglich mehr enthüllt. Last und Qualen, Der Sünde, 6. Hier sollen wir vereint Das die uns ganz Den Geist, das Mahl der Liebe feiern, Den heiHerz umringt, Bis uns zur ligen Entschluß Der Besserung Kron' am Ziel Der große Lauf erneuern; Erinnern uns an den, gelingt. Der auf der Liebe Bahn, Durch Leben und durch Tod, Uns muthvoll ging voran. In voriger Melodie. 311. Vom heiligen Gefühl 7. Wie viel willst du uns Der Undacht tief bier In deinem Hause schenken! durchdrungen, Sey heute dir Laß diese Segnungen, O Vater, von uns Ein hohes Lob gesun- uns bedenken! Laß dieses heil'ge gen, Da wir am Weihungsfest Haus Ein Quell des Heils uns In diesem Tempel dich Vereint, seyn, Und seiner einst sich noch o guter Gott, Verehren feierlich. Die späte Nachwelt freu'n! 2. O, welch' ein Glück ist es, Mit Christen hier verbunden, In eigener Melodie. Sich betend dir zu nah'n! Ja, 312.* Erhalt uns, Herr, das sind sel'ge Stunden. Hier bei deinem Und 188 Lehr- und Glaubenslieder. Und steu'r der Feinde List und nem Wort, Und wehr' des Teu Mord, Die Jesum Christum, dei- fels Trug und Mord, Gieb dei nen Sohn, 3u stürzen droh'n ner Kirche Gnad' und Huld, von seinem Thron. Fried', Einigkeit, Muth und 2. Zeig' deine Macht, Herr Geduld. Jesu Christ, Der du der Herr 5. Ach, Gott! Es geht gar der Herren bist. Beschirme deine übel zu; Auf dieser Erd' ist keine Christenheit, Daß sie dich lob Ruh'. Viel Sekten sind, viel in Ewigkeit. Schwärmerei, Und Irrthum, 3. Gott heil'ger Geist, du Trug und Heuchelei. Tröster werth, Gieb deinem 6. Den stolzen Geistern wehre Volke Fried' auf Erd'! Steh' doch, Die sich mit Macht erhe: bei uns in der letzten Noth, Leit' ben hoch, Und bringen stets was uns in's Leben aus dem Tod. Neues her, 3u fälschen deine 4. Ihr' Anschläg', Herr, zu rechte Lehr'. nichte mach', Zerstöre ihre böse 7. Die Sach' und Ehr', Herr Sach', Laß sie ihr Unrecht sehen Jesu Christ, Nicht unser, sondern ein, Und uns von dir bewahret dein ja ist; Drum stehe du doch seyn! denen bei, Die sich auf dich verlassen frei! 5. Laß endlich sie erkennen doch, Du, unser Herr Gott, le- 8. Dein Wort ist unsers Her best noch. Du hilfft gewaltig zens Truß, Und deiner Kirche deiner Schaar, Die dir verwahrer Schutz; Dabei erhalt uns, trauet immerdar. lieber Herr, Daß wir nichts an ders suchen mehr. In voriger Melodie. 9. Gieb, daß wir thun nach 313. Ach, bleib' bei uns, deinem Wort, Und darin ferner Herr Jesu Christ, fahren fort, Bis wir aus diesem Weil es nun Abend worden ist! Jammerthal Zu dir gehn in den Dein göttlich Wort, das helle Himmelssaal. Licht, Laß ja bei uns auslös schen nicht. M. O daß ich tausend. 2. In dieser sehr betrübten 314. Mohl dem, der Jeſu angehöret! Wer Zeit, Verleih' uns, Herr, Bes ständigkeit, Daß wir dein Wort Jesum liebt, der ist sein Freund; und Sakrament Behalten rein Wer von der Lust der Welt bis an das End'. sich kehret, Ist liebend eng mit 3. Herr Jesu, deine Kirch' ihm vereint. Nicht einfam wan: erhalt! Wir sind gar sicher, delt er den Pfad, Auf den ihn träg' und kalt. Gieb Glück und Gott gerufen hat. Heil zu deinem Wort, es schall' an jedem Ort. Damit 4. Erhalt uns nur bei dei 2. Verkennt die Welt ihn: o es lieben, Es kennen ihn doch die, die sich mit ihm auf Gottes Wegen Von der christlichen Kirche. 189 Wegen üben, Aufrichtig, treu und 3. Dank, daß, wo deine Sonne brüderlich. Ein Gott vereinigt scheint, Kein Auge ungesehen fie, Ein Geist, Ein Band, das weint; Denn über Meer und über keine Zeit zerreißt. Land, Da waltet deine Baterhand. 3. Kein Eigennut, kein Stolz, 4. Dank, daß an alle du gekein Leiden, Kein Wechsel ihres denkst, Und allen einen Heiland Glücks, kein Schmerz Zerstöret schenkst, Für deinen Himmel alle dieser Liebe Freuden; Denn Gott schufft, 3um Glauben fie, zur vereinte selbst ihr Herz Sie ha- Tugend rufft. ben an einander Theil Durch Ei 5. Deß freun wir uns, und nen Trost, Ein Glück, Ein Heil. danken dir, Und beten herzlicher 4. Nicht alle kennt er, aber zu dir: Laß, Herr, fie deine alle Sind doch mit ihm bekannt Kinder seyn, Und ewig deiner dem Herrn. Wie unbekannt er Huld sich freun! selbst auch walle, Ihm ist der große 6. Nimm aller väterlich dich Tag nicht fern, Wo Jesus ihm an, Und leite sie auf ebner Bahn, als Freund erscheint, Und mit und bilde sie zu deinem Ruhm, den Sel'gen ihn vereint. Zu deinem Volk und Eigenthum! 5. Und welche Freunde, wel- 7. Berirrte führe, Herr, zurück che Brüder Hat er an Jesu Throne Zu dir, zu ihrem wahren Glück; nicht: Sie alle Eines Hauptes Und wer von dir sich führen läßt, Glieder, Sie wandeln dort im Den mach' im Glauben treu reinen Licht. Nicht kennen soll und fest! er sie allein; Nein, auch mit ihnen selig seyn. 8. D mache, Gott, die Süns der frei Von jedes Lasters Ty6. O Trost! zu Jesu Außer- rannei, Daß sie auf deinen Pfafornen zu kommen, zu der Väter den gehn, Und einst dein VaterSchaar, Zu seines Gottes Erst- antlik sehn! gebornen, 3u jedem, der hier hei= 9. Gieb allen einen frohen lig war. Was hier in Schwach- Muth! Bewahr ihr Leben und heit ihm erschien, Das sieht er ihr Gut; Bewahr ihr bestes Eidort verherrlicht blühn. genthum, Des guten Namens Glück und Ruhm! M. Wenn wir in höchsten. 10. In ihrer Noth verlaß sie nie, Und sind sie traurig, tröste sie! Gieb ihnen hier Zufriedenheit, und dort des Himmels Seligkeit! M. Ach was soll ich Sünder. 315. Für unsre Brüder beten wir, O Vater, wie für uns, zu dir. Du, der du aller Vater bist, Gieb jedem, was ihm heilsam ist! 2. Dir opfert unser Lobgesang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, 316. Gott, du weißt, in Daß du, was Mensch heißt, göttwelchen Zeiten lich liebst, Und Gutes ohne Maaß Deine liebe Kirche schwebt, Die und giebst. nach deinem Willen lebt. Uch, es * 190 Lehr- und Glaubenslieder. es nimmt auf allen Seiten, Ueber- und spat Trost und Hülfe, Rath all in jedem Stand, Unkraut und That. stärker überhand. 4. Laß uns deines Wortes 2. Weil bei Hirten und bei Saamen, Lehr und Leben, hal Schaafen Leider große Sicherheit ten rein, Und ein reiner Weizen Herrscht in dieser argen Zeit, Sä't seyn, Daß wir deinen großen Na der Feind, indem sie schlafen, Auf men Rühmen hier in dieser Zeit, den Acker, wo dein Wort Wach- und in jener Ewigkeit! sen soll, List, Trug und Mord. 5. Wenn du endlich selbst wirt 3. Hilf, daß deine Diener wa- kommen, Und der Erndtetag bricht chen, Daß nicht Unkraut Sünd' ein; Sammle uns mit Freuden und Schand' Nehmen gänzlich ein; Und laß uns mit allen From überhand; Hilf du selbst in allen men Frei von aller Angst und Pein, Sachen, Gieb den Dienern früh Bei dir ewig selig seyn. Von der göttlichen Vorsorge. M. Wachet auf, ruft uns die. Inem Zelt, Die Sonne und er 317.11nser Gott ist groß und freu't die Welt. mächtig, und seine 3. Er, der auf den Winden Schöpfung schön und prächtig, schwebet, Er schau't die Erde an: Voll Weisheit und Vollkommen sie bebet. Er rührt den Berg an, heit. Dihr, seiner Allmacht Heere, und er raucht. Vögel nährt er, Verkündigt eures Schöpfers Eh- speißt die Heerde, Erneuert die re, Und preiset seine Herrlichkeit! Gestalt der Erde, Erfreu't, was Sein Kleid ist reines Licht; Er auf ihr lebt und haucht. Mit hält im Gleichgewicht Ganze milder Freundlichkeit Giebt a Welten. Der Welten Heer, Das zu seiner Zeit Allen Speise Liebt weite Meer, Den Engel und und erhält Die ganze Welt; Sein den Wurm schuf er. Segen fleidet Wald und Feld. 2. Ullmacht sproch zum Nichts: 4. Kräuter schuf er, uns zu es werde! Da trat auch uns're heilen, Den Mond, das Jahr schöne Erde Vor ihren Herrn, darnach zu theilen, Der Sonne um aufzublühn. Allmacht spricht, Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist so stürzen Welten, Die Berge gnädig, Gott regieret, Wenn er flieh'n vor ihrem Schelten, und die Flur mit Blumen zieret, Und finken vor dem Donner hin. Er fie mit Saaten überstreu't. Det hat wie ein Gewand Die Him- Wallfisch und der Wurm, Das mel ausgespannt. Durch ihn ge- Frühlingswehn, der Sturm Zeugt het, So wie ein Held Uus sei- vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht Von der göttlichen Vorsorge. 191 Nacht Rühmt seine Macht, Und 2. Wenn Noth zu meiner rühmt, daß er für Alles wacht. Hütte sich nahte; So hörte Gott, 5. Gott voll Weisheit! Gott der Herr, mein Flehn, Und ließ, voll Stärke! Wie viel und groß nach seinem gnädigen Rathe, Mich find deine Werke! Wie reich an nicht in meiner Noth vergehn. Gütern ist das Land! Schiffe 3. Ich fank in Schmerz und geh'n in weiten Meeren. Da Krankheit darnicder, Und rief: wimmelt's von den frohen Hee: Herr, errette mich! Da half ren Der Thiere, zahllos, wie mir Gott, der Mächtige, wieder, der Sand. Mit Mannigfaltig- Und mein Gebein erfreute sich. feit, Mit Regelmäßigkeit, Prangt 4. Wenn mich der Haß des die Erde; Wohin entzückt, Mein Feindes betrübte; Klagt' ich Gott Auge blickt, Da ist die Welt mit kindlich meinen Schmerz. Er Reiz geschmückt. half, daß ich nicht Rache verübte, 6. Wer vergänglich Gras be- Und stärkte durch Geduld mein kleidet, Die Fische nähret, Läm- Herz. mer weidet, Der forgt als Bater 5. Wenn ich, verirrt vom richauch für mich. Seele, wolltest tigen Pfade, Mit Sünde mich du für morgen Schon heute bang umfangen sah; Rief ich zu ihm, und ängstlich sorgen? Nein, sey dem Vater der Gnade; Und getrost, ermanne dich! Bertraue seine Gnade war mir nah. Gott! Auf ihn Wirf alle Sorgen hin. Er wird sorgen; Er, der uns bört, Und gern gewährt, Was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu fingen, Und stets mein Herz ihm 7. Er half und wird mich darzubringen, Soll meine höchste ferner erlösen, Er hilft; der Herr Freude seyn. Laut soll ihm mein ist fromm und gut. Er hilft Lob erschallen; Mein Opfer wird aus der Versuchung zum Bösen, ihm wohl gefallen; Gerührt will Und giebt mir zu der Tugend ich mich seiner freun. Sein Lob Muth. ist Seligkeit! Es macht schon hier 8. Dir dank ich für die Prübereit Für den Himmel. Dort fung der Leiden, Die du mir liebwerd ich stehn, Entzückt ihn sehn, reich zugeschickt. Dir dank ich Und ewig seinen Ruhm erhöhn. für die häufigern Freuden, Wo mit mich deine Hand beglückt. In eigener Melodie. 318. Du bists, dem Ruhm 6. Um Trost war meiner Seele so bange; Denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Uch Herr, wie so lange? Und Gott verließ den Schwachen nicht. 9. Dir dank ich für die Güter und Ehre gebühret; der Erden, Für die Geschenke Und Ruhm und Ehre bring ich deiner Treu. Dir dank ich, denn dir. Du, Herr, hast stets mein du hießest sie werden, und deine Schicksal regieret, Und deine Hand Güt ist täglich neu. war über mir. 10. Dir dank ich für die Wun der 192 Lehr- und Glaubenslieder. der der Güte; Selbst deinen bestehen. Rath, Witz und Kunst Sohn gabst du für mich. Von Ist ganz umsonst, Läßt er es nicht ganzer Seel' und ganzem Ge- gerathen. Gott führt mich noch, müthe, mit allen Kräften preis Das glaub ich doch, In allen ich dich. meinen Thaten. 11. Erhebt ihn ewig, göttliche 4. Die Gaben theilt des Vaters Werke! Die Erd ist voll der Huld Güt' Uns aus nach Wohlgefallen, des Herrn. Sein, sein ist Ruhm Und mit gemeßnem Unterschied und Weisheit und Stärke; Er Schenkt er nicht alles allen. Dort hilft und er errettet gern. giebt er viel, Hier setzt er 3iel 12. Er hilft; des Abends wäh. Der Menschen kühnem Streben. ret die Klage, Des Morgens die Gott giebet doch, Das glaub ich Zufriedenheit. Nach einer Prü- noch, Die Nothdurft meinem fung weniger Tage Erhebt er Leben. uns zur Seligkeit. 5. Dem giebt er Reichthum, 13. Vergiß nicht deines Got- jenem nicht, Der kann sich kaum tes, o Seele! Vergiß nicht, was ernähren; Der ist gelehrt und er dir gethan. Verehr und halte jener nicht; Der niedrig, der in feine Befehle, Und bet ihn durch Ehren. So ists bestellt, So wird Gehorsam an! die Welt Durch Ordnung stets erhalten. Gott hält sie noch, Das glaub' ich doch, Und laß ihn im mer walten. M. O Herre Gott, dein göttl. 319.* Mein liebes Herz, was zagest du, Und krän6. Dabei will er die Arbeit aud teft deine Sinnen? Gott selber Frisch angegriffen haben, Und for gönnet dir die Ruh, Du willst sie dert von dir den Gebrauch Da dir mißgönnen? Wenn nach Be- Leib's- und Seelengaben. Drum gehr Es nicht geht her, Was willst nicht vergrab, Was Gott dir gab; du dich drum grämen? Gott lebt Fleiß, Kraft und Müh' anwen ja noch, Das glaube doch; Der de! Gott nährt mich doch, Das mag es auf sich nehmen. glaub' ich noch Gebrauch ich nur die Hände. 2. Dort oben sitzt der große Mann, Der diese Welt regieret, 7. Wornach und wie ein jeder Der alles weiß und alles kann, ringt, Und wem er nachgegangen, Und wunderbarlich führet. Mit Darnach es ihm auch oft gelingt, Vorbedacht Hat Gottes Macht Mit Gott es zu erlangen. Dein Verwaltet alle Sachen. Gott herr: Fleiß gewinnt, Was Gott dit schet noch Das glaube doch, Und gönnt; Auf Arbeit folgt Ersprie laß ihn weislich machen! Ben. Gott fegnet noch, Das 3. Wie, wann und wo ers will glaub ich dochy, Und läßt es mich und heißt, So muß es auch ge- genießen. schehen; Was er von dir und mir beschleußt, Das soll und wird 8. Wenn so von oben her das kommt, Was zeitlich mich erfreuet, Und, 193 Von der göttlichen Vorsorge. Und, was in diesem Leben frommt, M. Was Gott thut, das ist. Mir Gottes Gunft verleihet: Weg 320. Auf Gott, und nicht auf blindes Glück! Weg Nothgeschick! meinen Rath Will Ihr seyd's, die ich verlache! Gott ich mein Glück mir bauen, Und fügt es doch, Das glaub ich noch, dem, der mich erschaffen hat, Und stell' ihm heim die Sache. Mit ganzer Seele trauen. Er, 9. Auf deine Vorsicht, Gott der die Welt Ullmächtig hält, ich schau', Dich will ich lassen Wird mich in meinen Lagen Als walten; Auf deine Treu' und Lieb' Gott und Vater tragen. ich bau', Die nimmermehr erkal: 2. Er sah von aller Ewigkeit, ten. Der Fromme geht Froh mit Wie viel mir nützen würde, Be= Gebet In seines Amtes Schran- stimmte meine Lebenszeit, Mein ken. Gott segnet doch, Das glaub' Glück und meine Bürde. Was ich noch, Und trau' ihm ohne zagt mein Herz? Sst auch ein Wanken. Schmerz, Der zu des Glaubens 10. Ich fen in Armuth oder Ehre Nicht zu besiegen wäre. reich, Tief unten oder oben, Vor 3. Gott kennet, was mein Herz dir, o Gott, find Ulle gleich; Ich begehrt, Und hätte, was ich bitte, will dich allzeit loben. Es hält Mir gnädig, eh' ich's bat, ge= mein Will' Dem deinen still; währt, Wenn's seine Weisheit Schick, was du mir willst schicken. litte. Er sorgt für mich Stets Gott schickt es doch, Das glaub väterlich. Nicht, was ich mir erich noch, Wenn mir auch nichts sehe, Sein Wille, der geschehe! will glücken. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tra11. Geht's mir beim frommen gen, Als selbst das widrige GeLeben schlecht, Und wohl den schick, Bei desfen Last wir klaschlimmsten Leuten; Gilt Unrecht gen? Die größte Noth Hebt einst oftmals mehr als Recht; Ich weiß der Tod; Und Ehre, Glück und es mir zu deuten. Du ordnest Habe Berläßt mich doch im Grabe. schon Den Gnadenlohn, Womit 5. Un dem, was wahrhaft du mich willst zieren. Gott liebt glücklich macht, Läßt Gott es mich noch, Das glaub' ich doch; keinem fehlen; Gesundheit, EhEr wird mich selig führen. re, Glück und Pracht Sind nicht 12. Gieb, Vater, daß ich dir das Glück der Seelen. Wer Got= befehl Mein ganzes Thun und tes Rath Vor Augen hat, Dem Leben, und mich mit Sorgen wird ein gut Gewissen Die Trübnimmer qual'; Dir bleibt es sal auch versüßen. beimgegeben. So wie es woll', 6. Was ist des Lebens HerrUnd wie es soll, Mag Alles im- lichkeit? Wie bald ist sie vermer gehen. Gott hilft mir doch, schwunden! Was ist das Leiden Das glaub ich noch; Es muß dieser Zeit? Wie bald ist's überum mich wohl stehen. wunden! Hofft auf den Herrn, N Er 194 Lehr- und Glaubenslieder. Er hilft uns gern; Seyd fröh-[ dein Gebein In ordentlicher Fülle? lich, ihr Gerechten! Der Herr Wer gab den Augen Licht und hilft seinen Knechten. M. Ermunt're dich, mein. u Mensch Schein? Dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hier und dort, Und jed' an ihre Stell und Ort? Wer und wie: 321.* Das weißt du wohl. der So viele schöne Glieder? 6. Wo war dein Wille und Was strebst du denn nach Dingen, Die Gott, der Herr, alleine Verstand, Als Wasser alles deckte, soll und kann zuwege bringen? Und über See und über Land Du fährst mit deinem Witz und Sich Finsterniß erstreckte? Wer Sinn Durch so viel tausend brachte Sonn' und Mond herfür? Sorgen hin, Und denkst: wie Wer machte Kräuter, Bäum' und will's auf Erden Doch endlich Thier', Und hieß sie deinen Willen mit mir werden? Nach Herzenslust erfüllen? 2. Es ist umsonst, du wirst 7. Heb auf dein Haupt, schau fürwahr Mit allem deinem Tich- überall Hier unten und dort ten Auch nicht ein einig kleines oben, Wie Gottes Sorg' auf je: Haar In aller Welt ausrichten. den Fall Für dich sich hat erho Es dient dein Gram sonst nir- ben! Dein Brod, dein Waffer gends zu, Als daß du dich aus und dein Kleid War eher noch, deiner Ruh In Angst und als du bereit. Die Milch, die Schmerzen stürzest, Und selbst du einst nahmest, War auch schon, da du famest. dein Leben kürzest. 8. Die Windeln, die dich all 3. Willst du was thun, das Gott gefällt, Und dir zum Heil gemach Umfingen in der Wiegen, gedeihet; So wirf dein Sorgen Dein Bettlein, Kammer, Stub auf den Held, Den Erd' und und Dach, Und wo du solltest lie Himmel scheuet. Und gieb dein gen; Das war schon alles zuge Leben, Thun und Stand Gericht't, Eh' noch dein Aug' und trost nur hin in Gottes Hand; Angesicht Eröffnet ward und sahe, So wird er deinen Sachen Ein Was in der Welt geschahe.. fröhlich Ende machen. 9. Und gleichwohl soll dein 4. Wer hat geſorgt, wer da Ungesicht Dein ganzes Leben füh für dich, Eh du zur Welt gekom- ren; Du glaubst und trauest wei men? Wer hat im Mutterschooße ter nicht, Als was die Sinne spu sich Schon deiner angenommen? ren. Was du beginnst, das soll Wer hat schon da dein Heil be- allein Dein Kopf, dein Licht und dacht? Was that da aller Men- Meister seyn; Was du nicht aus schen Macht, Uls Geist, Gefühl erkoren, Das hältst du für verloren. und Leben Dir ward zuerst ge= geben? 10. Nun siehe doch, wie viel und oft Ist das ganz umgeschla 5. Durch wessen Kunst steht gen, Was du gewiß und fest ge hofft, . Von der göttlichen Vorsorge. 195 hofft, Mit Händen zu erjagen!| das nimmer ruht, Dein Bestes Hingegen wie so manchesmal vorzunehmen. Er zeiget stets als Doch das geſchah, was überall Vater sich, Sein Vaterherz ist Kein Mensch, kein Rath, kein Sin- gegen dich Und gegen jeden Arnen Ihm hat erfinden können! men Voll Lieb und voll Erbarmen. 11. Wie oft bist du in große 16. Er brennt vor Vaterlieb' Noth Durch eigne Schuld ge- und Treu; Und also kannst du kommen, Da dein verblendter denken, Wie ihm dabei zu Muthe Sinn den Tod Fürs Leben an- sey, Wenn wir uns oftmals krängenommen! Und hätte Gott dein ken Mit so vergebner SorgenWerk, die That Ergehen lassen bürd', Als ob er uns nun ganznach dem Rath, In dem du's lich würd', Wo wir sein Thun angefangen, Du wärst zu Grund nicht fassen, Ganz hülf- und gegangen. trostlos laffen. 12. Der aber, der uns ewig 17. Das schlag hinweg, und liebt, Macht gut, was wir ver- laß dich nicht Durch Sorgen so wirren, Erfreut, wo wir uns bethören! Obgleich nicht allzeit felbst betrübt, Und führt uns, wo das geschicht, Was Freude kann wir irren; Und dazu treibt ihn vermehren, So wird doch wahrfein Gemüth, Und die so reine lich das geschehn, Was Gott dein Batergüt', In der uns arme Sün- Vater ausersehn; Was er dir der Er trägt als seine Kinder. zu will kehren, Das wird kein 13. Ach, wie so oftmals Mensch verwehren. schweigt er still, Und thut doch 18. Thu als ein Kind und was uns nüzet, Wenn unser Herz lege dich In deines Vaters Urverzagen will, Und tief in eng- me; Bitt' ihn und flehe, bis er sten siget, Sucht hie und da, und sich Dein, wie er pflegt, erbarme! findet nichts, Will sehn, und So wird er dich durch seinen mangelt doch des Lichts, Will aus Geist Auf Wegen, die du jetzt der Angst sich winden, Und kann nicht weißt. Nach wohlgehaltnem den Weg nicht finden. Ringen Aus allen Sorgen bringen. 14. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen; Er geht und bringt uns an den Ort, Wo In eigener Melodie. 322.* Warum betrübst du Wind und Sturm sich legen. dich, mein Herz, Hernachmals, wenn das Werk Und quälest dich mit bangem geschehn, Dann kann der Mensch Schmerz, Blos um ein zeitlich es selbst wohl sehn, Was der, Gut? Vertraue dem nur, der der ihn regieret, In seinem Rath die Welt Erschaffen hat und auch geführet. erhält. 15. Drum, liebes Herz, sey 2. Er kann und will dich las= wohlgemuth, Laß ab von Sorg sen nicht, Er weiß sehr wohl, und Grämen! Gott hat ein Herz, was dir gebricht; Die ganze N 2 Welt 196 Lehr- und Glaubenslieder. Welt ist sein. Er ist dein Vater von Ewigkeit; 31 dir steht mein und dein Gott; Er steht dir bei Vertraun! Mach mich an meiner in jeder Noth. Seele reich, So gilt mir alles 3. Weil du mein Gott und andre gleich. Vater bist, So weiß ich, daß mich 11. Des Zeitlichen entbehr' ich nie vergißt Dein väterliches Herz. gern, Hab ich das Ewge nur Ich Staub und Asche habe hier vom Herrn, Das Jesus mir er Ja keinen Trost, als nur bei dir. warb Durch seinen herben bittern 4. Der Stolze trotzt auf Ehr' Tod; Das, das gieb mir, mein und Geld, Und ich, verachtet von treuer Gott! der Welt Und arm, vertraue 12. Denn alles, was die eitle Gott, Und bin der frohen Zuver- Welt Für Leben, Glück und ficht: Wer Gott vertraut, den Freude hält, Geld, Ehre, Wol läßt er nicht. lust, Pracht, Das währt nur 5. Elias, wer ernährte dich Als eine kurze Zeit, Und hilft uns einst des Himmels Regen sich So nichts zur Seligkeit. lange Zeit verzog? Dich nährte 13. Dir, Jesu, Gottes Sohn einer Wittwe Hand, Zu der dulsen Preis, Das ich aus deinem warst von Gott gesandt! Worte weiß, Was ewig selig 6. Ging nicht aus seines Va- macht, Gieb, daß ich nun auch ters Haus Einst Jacob leer und fest und treu In diesem meinem einsam aus, Ein Fremdling ohne Glauben sey. Schut? Und fehet, überhäuft mit 14. Lob, Ehr und Preis sey Glück Kamer nach Kanaan zurück! dir gebracht, Der du es immer 7. So dachte Gott an Daniel, wohl gemacht! In Demuth bitt Als ein erschlichener Befehl Ihn ich dich: Verwirf von deinem zu den Löwen warf. Gott hielt Ungesicht Mich Herr, mein Gott, der Löwen Rachen zu, Und gab nur ewig nicht! ihm Speise, Schuß und Ruh. 8. Der junge Joseph ward M. Herzlich thut mich verlangen. bestraft; Um Sugend mit Ge- 323.* Befiehl du deine Wege, fangenschaft; Doch hob ihn Gott zum Herrn, Der, seiner Hoheit nur kränkt, Der allertreusten völlig werth, Des Vaters ganzes Pflege Deß, der den Himmel Haus ernährt. lenkt! Der Wolken, Luft und Und was dein Herz 9. So groß auch immer die Winden Giebt Wege, Lauf und Gefahr Für den und jenen From- Bahn, Der wird auch Wege fin men war, Gott führte ihn heraus. den, Wo dein Fuß gehen kann. Wo Menschenrath und Hülfe 2. Dem Herrn mußt du ver schwand, Da schützte seine Ba- trauen, Wenn dirs soll wohler: terhand. gehn; Auf sein Werk mußt du 10. Uch Gott! so reich bist schauen, Wenn dein Werk soll du noch heut, Uls du es warst bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Von der göttlichen Vorsorge. 197 Grämen Und selbst gemachter dich wundern wirst, Wenn er, wie Pein, Läst Gott sich gar nichts ihm gebühret, Mit wunderbarem nehmen; Es muß erbeten seyn. Rath Das Werk hinausgeführet. 3. Dein' ewge Treu und Das dich bekümmert hat. Gnade, Vater, weiß und sieht, 9. Er wird zwar eine Weile Was gut sey oder schade Dem Mit seinem Trost verziehn, Und sterblichen Geblüt. Und was du thun an seinem Theile, Als hätt' dann erlesen, Das treibst du, star in seinem Sinn Er deiner sich beker Held, Und bringst zum Stand geben, Als sollst du für und für und Wesen, Was deinem Rath In Ungst und Nöthen schweben, gefällt. 2013 frag er nichts nach dir. 4. Weg' hast du allerwegen; 10. Wirds aber sich befinden, Un Mitteln fehlt dir's nicht; Dein Daß du ihm treu verbleibst, So Thun ist lauter Segen, Dein wird dein Leid verschwinden, Gang ist lauter Licht. Dein Werk Wenn du's am mindsten gläubst; kann Niemand hindern, Dein Urm Er wird dein Herz erlösen Von kann niemals ruhn, Wenn du, der so schweren Last, Die du zu was deinen Kindern Ersprießlich keinem Bösen Bisher getragen ist, willst thun. haft. 5. Und ob gleich Welt und Teu- 11. Wohl dir, du Kind der fel Hier wollten widerstehn, So Treue! Du hast und trägst dawird doch ohne Zweifel Gott nicht von Mit Ruhm und Dankgezurücke gehn. Was er sich vorge- schreie Den Sieg, die Ehrenkron'. nommen, Und was er haben will, Gott giebt dir selbst die Palmen Das muß doch endlich kommen In deine rechte Hand, Und du 3u seinem Zweck und Ziel. fingst Freudenpsalmen Dem, der 6. Hoff, o du arme Seele, dein Leid gewandt. Hoff, und sey unverzagt, Gott 12. Mach End, o Herr, mach wird dich aus der Höhle, Wo Ende Mit aller unsrer Noth! Reich dich der Kummer plagt, Mit gro- uns die Baterhände, Und laß bis Ber Gnade rücken; Erwarte nur in den Tod Uns allzeit deiner Pfle= die Zeit, So wirst du schon erbli- ge Und Treu empfohlen seyn, So ken Die Sonn' der Herrlichkeit. gehen unsre Wege Gewiß zum 7. Auf, auf, gieb deinen Himmel ein. Schmerzen Und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was im HerIn bekannter Melodie. zen Betrübt und traurig macht! 324* Wer nur den lieben Bist du doch nicht Regente, Der Gott läßt walten, alles führen soll; Gott sitzt im Re- Und hoffet auf ihn allezeit, Den gimente, Und führet alles wohl. wird er wunderbar erhalten In 8. Ihn laß doch thun und wal- allem Kreuz und Traurigkeit. ten, Er ist ein weiser Fürst, Und Wer Gott dem Allerhöchsten traut, wird sich so verhalten, Daß dulDer hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was 198 Lehr- und Glaubenslieder. 2. Was helfen uns die schwe- ich traue, Ich bitte dich: verlaß ren Sorgen? Was hilft uns unser mich nicht! In Gnaden meine Weh und Ach? Was hilft es, daß Noth anschaue; Du weißt ja wir jeden Morgen Beseufzen un- wohl, was mir gebricht. Mach's ser Ungemach? Wir machen unser mit mir, wie wohl wunderlich, Kreuz und Leid Nur größer durch Durch Jesum Christ nur ſeliglich. die Traurigkeit. M. Was Gott thut, das ist. 3. Man halte nur ein wenig stille, Und seh doch, in sich selbst 325. Mas zagst du? Gott vergnügt, Wie unsers Gottes regiert die Welt, Gnaden- Wille, Wie sein allweiser Und Gott ist ja allmächtig. Den Rath es fügt. Gott, der uns ihm Urm, der dieses Weltall hält, Was hat auserwählt, Der weiß auch macht dir den verdächtig? Wenn gar wohl, was uns fehlt. Meeresfluth Und Feuersgluth 4. Er kennt die rechten Freu- Uns schon ereilet hätten; So kann denstunden; Er weiß wohl, was er doch noch retten. uns nüßlich sey. Wenn er uns 2. Was zagst du? Gott regiert nur hat treu erfunden, Und mer- die Welt, Und Gott weiß alle fet keine Heuchelei, So kommt Dinge. Selbst was der Mensch er, eh wirs uns versehn, Und läs- für kleinlich bält, Ist ihm nicht fet uns viel Guts geschehn. zu geringe. Sein Auge sieht In 5. Denk nicht in deiner Drang- dein Gemüth. Die Bitte, die du falshige, Daß du von Gott ver- thateft, Vernahm er, eh du batest. lassen seyst, Und daß der Gott im 3. Was zagst du? Gott regiert Schooße size, Der sich mit stetem die Welt, Und Gott ist der Ullwei Glücke speist. Die Folgezeit ver- se. Dich reizt einst, was dir jetzt ändert viel, und setzet jeglichem mißfällt, Zu seines Namens Prei fein Ziel. se. Er führt gewiß Durch Finster: 6. Es find ja Gott sehr leichte niß, Durch jede Nacht der Leiden, Sachen, Und seiner Allmacht gilt es gleich, Den Reichen klein und 3um Lichte reiner Freuden. arm zu machen, Den Urmen aber groß und reich. Gott ist der Herr, der Jedermann Bald heben und bald stürzen kann. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, Sft seines Heils gewärtig. O glaub 7. Sing, bet und geh auf Got- es gern: Gott ist nicht fern. Wo tes Wegen, Verricht das deine Menschen zu ihm flehen, Da eilt nur getreu, Und trau des Him- er beizustehen. mels reichem Segen, So wird er 5. Was zagst du? Gott regiert bei dir werden neu. Denn wel- die Welt, Und Gott ist ja die cher seine Zuversicht Auf Gott Liebe. Nichts ist, was dem, der feßt, den verläßt er nicht. ihm gefällt, Ein Quell des Elends 8. Auf dich, mein lieber Gott, bliebe. O fasse Muth! Selbst Jesu Blut Von der göttlichen Vorsorge. 199 Blut Sagt dir bei jedem Leiden:| und gar Kein Tod noch Teufel Gott segnet uns mit Freuden. schaden. 6. Was zagst du? Gott regiert 3. Dein tröst ich mich Ganz die Welt, Und Gott ist auch gedul- sicherlich; Denn du kannst mir dig. 3war wenn er vor Gericht wohl geben, Was mir ist Noth, Du uns stellt, Sind selbst die From- treuer Gott, Hier und in jenem Lemen schuldig; Doch sein Gericht ben. Gieb wahre Reu, Mein Herz Trifft Fromme nicht. Er schonet als Erbarmer. Was wärst du sonst, du Urmer? erneu; Errette Leib und Seele! Ach, höre, Herr, Was ich begehr', Daß mir's an Trost nie fehle! 7. Was zagst du? Gott regiert die Welt, Und Gott ist ja auch M. Jesus, meines Lebens. ewig Wenn alles gleich in Staub 327. Womit kann ich dich zerfällt; So bleibe dennoch fröhwohl loben, Mäch8. Nun, Gott, da du die Welt regierst, Nun will ich nie verzagen. lich. Gott stirbt ja nie; Er sorgt tiger Herr Zebaoth? Sende mir für die, Die hier verlassen scheinen. dazu von oben Deines Geistes Sie sind ja stets die Seinen. Kraft, mein Gott! Deine Liebe zu verkünden Kann ich keine Worte finden. Tausend, tausendmal sey Ich folge dir, wie du mich führst. dir, Großer König Dank dafür! Nichts soll mich niederschlagen. 2. Herr, erhebe mein Gemüthe, Ich hoff auf dich; Du segnest Daß ich schaue deine Macht, Daß mich, Wenn ich auf dich nur ich fühle deine Güte, Die mich Urschaue, Und freudig dir vertraue. men stets bewacht. Wo ich wallte, floß dein Segen Meiner Dürftigkeit entgegen. Tausend zc. 3. Denk ich, wie ich dich ver326.* Mer Gott vertraut, laffen, Wie ich häufte Schuld Hat wohl gebaut auf Schuld; So möcht ich vor Im Himmel und auf Erden. Wer Schaam erblassen, Vor der Langsich verläßt Auf Jesum Christ, muth und Geduld, Womit du, o Dem muß der Himmel werden. Gott, mich Urmen Haft getragen Darum hoff ich Allein auf dich mit Erbarmen. Tausend ic. Mit ganz getrostem Herzen. Herr 4. O wie hast du meine Seele Jesu Christ, Mein Trost du bist Stets gesucht zu dir zu ziehn! In Todesnoth und Schmerzen! Daß ich nur das Gute wähle, 2. Und wenns gleich wär' Der Und das Böse möge fliehn, Haft Feinde Heer Und aller Welt zu- du mir durch Christum Leben, wider; Mein Schutz du bist, Herr Licht und Kraft und Geist gegeJesu Christ! Du schlägst sie alle ben. Tausend zc. nieder. Und wenn ich dich Nur hab 5. Ja, Herr, Majestät und um mich mit deines Geistes Gna- Klarheit Strahl von deinem Unden; So kann fürwahr Mir ganz gesicht. Ull dein Thun ist Gnad und In eigener Melodie. Oder: Was mein Gott will. 200 Lehr- und Glaubenslieder. und Wahrheit, Und dein Gang| drücket, Mein Anliegen, meine ist Recht und Licht. Wer muß Noth; Er steht bei mir bis zum nicht aus deinen Werken Deine Tod'; Er weiß, was mein Herz Macht und Weisheit merken? erquicket; Seine Lieb' und VaterTausend 2c. treu' Bleibt mir alle Morgen neu. 6. Bald kommst du mit Va- 3. Der die Vögel all' ernäh terschlägen, Bald mit Wohlthun ret, Der die Blumen, Laub und Gott, zu mir, Um mein Herz Gras Kleidet schön ohn' Unternur zu bewegen, Ganz sich zu laß, Der uns alles Guts besche ergeben dir, Und stets deinen ret, Sollte der verlassen mich? guten Willen Ohne Murren zu Nein, ich trau' ihm sicherlich. erfüllen. Tausend 2c. 4. Wenn ich seinem Reich nachtrachte, Wenn ich in Gerechtigkeit 7. Mich hast du auf Adlers: flügeln Oft getragen väterlich, Suche meine Seligkeit; Wenn ich In den Thälern, auf den Hügeln der Welt Lust verachte, Segnet Wunderbar errettet mich. Schien mein Gott früh und spat, Wort mir alles zu zerrinnen, Dann wurd und Werke, Rath und That. ich der Hülfe innen. Tausend zc. 5. Nun, so mag dem andern 8. Fielen Menschen mir zur Morgen Bleiben, was noch künfSeiten, Fielen tausend um mich tig ist! Irrt mich nicht, ich bin her, Herr, dein mächtiges Be- ein Christ, Lasse meinen Gott gleiten War mir Licht und Schutz nur sorgen. Alles war er allezeit und Wehr, Und den Nöthen, die Zu versorgen schon bereit. mich drangen, Bin ich wunderbar entgangen. Tausend ic. 6. Gott Lob, der mein Herz er freuet, Daß ich glaube festiglich: 9. Tausendmal sey dir gesun- Er, mein Vater, sorgt für mich! gen Preis und Lob und Dank, Gott Lob, der den Trost erneuet, mein Gott, Daß es mir bisher Daß ich weiß: Gott liebet mich! gelungen! Ach, laß mich bis in Gott versorgt mich ewiglich! den Tod Fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlitz sehen! Dann werd ich, dein Eigenthum, Ewig preisen deinen Ruhm. M. Singen wir aus Herzens. 329.* Sen getroft, der Herr weiß Rath, Wenn man wenig übrig hat, Schwa cher Christ, was trauerst dus M. Uch, was soll ich Sünder. 328.* Soll ich meinem Segnet Gott, so nimmt es zu. Gott nicht trau- Dehl und Mehl dort mehrte en, Der mich liebt so väterlich, sich; Sollte denn nicht kräftiglich Der so herzlich sorgt für mich? Gott auch nähren dich und mich Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet fest, Der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich spricht; Brod allein erhält mid nicht 2. Jesu, nähre mich hinfort, Speise mich auch durch dein Wort Das mir manchen Trost ein Von der Bestimmung des Menschen. 201 nicht. Gieb auch mir nach dieser offen Zu deinen Freuden, Gott Zeit Jenes Gut, daß Gott be- zu dir! Wenn ich mich dir erreit't In der frohen Ewigkeit. gebe, Und, selbst von dir erneu't, Nur dir zur Ehre lebe, Geschmückt mit Heiligkeit. Wenn ich auf dich nur sehe, Gestärkt Daß du für Gott durch deine Kraft, Was eitel ist, erschaffen bist! Empfind's voll verschmähe, Stets fromm und Dank und wähle, Was deiner tugendhaft. M. Nun lob mein Seel den. 330. Gedenk, o meine Seele, Wünsche würdig ist! Dir müs- 5. Schon hier dich, Gott, erfen Gottes Sonnen, Dir seine kennen, Der du mein Herr und Sterne glüh'n; Für deine Lust Vater bist, Von deiner Lieb' entbegonnen Gebirg und Thal zu brennen, Und thun, was deiner blüh'n; Und sie und alle Ga- würdig ist; Von Herzen Jesum ben, Die sie doch nicht für sich, lieben, Der für mich starb, und Nein, nur für And're haben. mich In guten Werken üben Sind noch zu arm für dich. Aus Ehrfurcht gegen dich, Un2. Der Mensch darf mehr be- schuldig, liebreich Allen Zum gehren, Als diese Welt ihm ge- Dienste gern bereit, Dem Ziel ben kann. Gott will ihm mehr entgegen wallen: Gott, welche gewähren, Beut ihm ein größ- Seligkeit! res Erbtheil an. Er führt ihn Er führt ihn 6. Mir, der ich auch im Leiauf die Erde, Daß er in dieser den, Dir, o mein Vater, theuer Zeit Von ihm erzogen werde 3u bin, Fließt so in stillen Freuden seiner Seligkeit, Bis er mit al- Die Stunde meiner Wallfahrt len Kräften, Gebildet und ge- hin. Komm früher oder später, wöhnt Zu göttlichen Geschäften, O Zod, ich zitt're nicht; Denn Nach ihr allein sich sehnt. nur den Uebelthäter Erschrecket 3. Dann endet er voll Wonne dein Gericht. Ich, Gottes Wink Der hohen Tugend schweren ergeben, Kann frohes Muthes Lauf; Gott selbst wird seine seyn, Und seiner mich im Leben Sonne, Und geht in vollem Und auch im Sterben freu'n. Glanz ihm auf. Entfloh'n sind 7. Dies ist dein Ziel, dies alle Leiden, Die Thränen abge- wähle, Die du so hoch begnawischt, Vollkommen seine Freu- digt bist, Von Gott erlöste den, In die kein Schmerz sich Seele! Dies ist's, was deiner mischt. Er jauchzt, er triumphi- würdig ist! Dies sey dir gegenret, Und hat durch Gottes Sohn, wärtig, Nur darnach tracht und Mit dem er nun regieret, Des sey Zu allem Guten fertig, Bis Kampfes hohen Lohn. in den Tod getreu! Dir können 4. Auch ich darf dieses hof- feine Welten Mit aller ihrer fen! Durch deine Gnade steht Lust Der Sünde Dienst vergelauch mir noch diese Laufbahn ten, und dieses Heils Verlust. Von 202 Von dem menschlichen Elende. M. Ach Gott vom Himmel. frein, Mir Kraft zur Beßrung 331. ott, wie verderbt ist geben. von Natur DasHerz 6. Noch immer schweb' ich in in seinen Kräften! 3um Guten Gefahr; Leicht werd' ich schwach träge, eifrig nur In sündlichen und träge; Erhalte du mich im Geschäften, Kann ich dich, Herr, merdar Auf deinem guten Wege. nicht, wie du bist, Weil mein Ermuntre mich zur Wachsamkeit, Verstand verfinstert ist, Nicht Gieb Vorsicht, gieb Bescheiden dein Gesetz erkennen. heit, Geduld und Muth zu kämpfen. 2. Im Bösen schnell erfindsam irrt Mein Herz von Sünd' in 7. Ermatt ich, so erbarme dich Sünden, Und meint, wenns auch Des Schwachen, Herr, und treibe betrogen wird, Doch da sein Glück Mich zum Gebet, und stärke mich, zu finden. Mein Ohr verschließt Damit ich stehen bleibe. Und fich leicht vor dir; Und ach, wie sink ich doch, so hilf mir auf, lieblich tönet mir Die Stimme Damit ich standhaft meinen Lauf der Verführung! 3ur Seligkeit vollende. 3. So oft, o Gott, belehrst du mich In meinen Finsternissen; In bekannter Melodie. Doch ich betäub' oft freventlich 332.* Durch Adams Fall ist Gefühl, Vernunft, Gewissen; Unganz verderbt Der ruhig, bis die Lust gebar Die Menschen Thun und Wesen. Sünde, bis erfüllet war Das Das Gift ist auch auf uns ges Maaß der Uebertretung. erbt, Wir konnten nicht genesen, 4. Dies Elend läugne, wer Hätt' unser Gott Auf unsre da kann! Wer darf es?- Gott, Noth, Auf unsern großen Scha mir Urmen, Hast du die Augen den, Der uns so lang' Und hart aufgethan; Gelobt sey dein Er- bezwang, Nicht hingeblickt in barmen! Ich ward erleuchtet; Gnaden. mein Verstand Sah mein Verderben, ich empfand Das Elend meiner Sünde. 2. Die Sünde hatt' es weit ge bracht, Seit jenem schweren Falle Herrscht nun ihr Fluch und ihre 5. Du hast mich, Gott, er- Macht Zum Schrecken über alle. griffen, mir Den Weg des Heils Uns drückt der Tod. In solcher gezeiget. Du hast, wie dank Noth Beschloß Gott, uns zu geben ichs, Vater, dir?- Mein stol- Den eingen Sohn Zum Gnaden. zes Herz gebeuget. Du willst thron, Damit wir möchten leben. durch Christum mir verzeihn, 3. Wie wir durch eine fremde Mich von der Sünde Macht be Schuld In Adam alle sterben, So - Von dem menschlichen Elende. 203 So hilft uns eine fremde Huld zensgrund, Du wollest doch nicht Durch Christum vom Verderben, nehmen Dein heilig Wort von Ward überall durch Adams Fall meinem Mund, Nicht mein VerDer erste Fluch verkündigt, So traun beschämen. Der Sünden hat uns Gott Durch Christi Tod Schuld Deckt deine Huld; Nur Versöhnet und entsündigt. ihr will ich vertrauen. Denn 4. Gott hat uns seinen Sohn wer sich fest Auf dich verläßt, geschenkt, Da wir noch Feinde Der wird den Tod nicht schauen. waren; Er ist für uns ans Kreuz 9. Damit ich glaub und imgehenkt, Erstanden, aufgefahren, merfort Nur dir gefallen lerne; Damit wir seyn Von Tod und So leuchte mir dein heilig Wort, Pein Erlöst, wenn wir ihm Gleich einem Morgensterne. trauen. Fest steht das Wort. Wenn der aufgeht, Ach, dann Wem mag hinfort Noch vor dem versteht Der Mensch die hohen Tode grauen? Gaben, Die Gottes Geist Uns hoffen heißt, Wenn wir nur Glauben haben. 5. Er ist der Weg, das Licht, der Hort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rath und ewges Wort, Zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Truk Umgiebt sein Schuh Uns alle, M. Wer nur den lieben Gott. 333.Mein Gott, zu dem ich traurend flehe, Erdie wir glauben. Die er be- barme dich, erbarme dich! Noch wacht, Kann keine Macht Aus einmal sieh von deiner Höhe seiner Hand ihm rauben. Mit gnadenvollem Blick auf 6. Der Mensch ist gottlos und mich! Erbarme dich, und geh verrucht, Sein Heil ist ihm noch doch nicht mit mir, dem Sünferne, Der solchen Troft bei Men- der, ins Gericht! schen sucht, Und nicht bei Gott 2. Wie oft hast du mir schon sehr gerne. Denn wer sich will vergeben, Wenn ich dich, Herr, Ein ander Ziel zu seinem Tröster um Gnade bat! Wie oft verstecken, Den mag gar bald Des sprach ich, dir zu leben! Zu Feinds Gewalt und seine List meiden jede Missethat! Wie feiererschrecken. lich war dann mein Eid Des 7. Wer hofft auf Gott und dem Glaubens und der Frömmigkeit! vertraut, Wird nie zu Schanden 3. Uch, aber bald ergriff mich werden. Wohl, wer auf diesen wieder Der Sünden schnöde LuftFelfen baut! Trifft ihn gleich begier, Riß meinen ganzen Vorhier auf Erden Biel Angst undifah nieder, Und herrschte, wie zuMüh', Hab ich doch nie Den vor in mir. Zum Widerstande Menschen sehen fallen, Der sich viel zu schwach Entfloh ich nicht, nur fest Auf Gott verläßt; Gottlich gab ihr nach. hilft den Seinen allen. 4. Wie viele fündenvolle Tage 8. Ich bitt, o Herr, aus Her- Durchlebt ich, Bater, wie im Traum! 204 Lehr- und Glaubenslieder. Traum! Ich häuste selbst mirf und zu guten Werken Mir Kraft Schmach und Plage, Und fühlte und Freudigkeit verleihn! Du dies mein Elend kaum. Verwuns kannst es, meineZuversicht! Wenn det blutete mein Herz, Betäubt du mich stärkst, so wank' ich nicht. empfand ich keinen Schmerz. 5. Nun bin ich nah dem UnM. Aus tiefer Noth schrei ich. tergange, Der jedem frechen 334.* Der Mensch lag tief inSündennoth, Mit Sünder droht. Um Trost wird meiner Seele bange. Um einen Schuld und Angst beladen; Das Retter aus der Noth. Mein rich-, schmerzte dann den treuen Gott, Er tendes Gewissen wacht, Und alles half ihm auf aus Gnaden. Zum um mich her ist Nacht. Heiland sandt er Jesum Chrift, 6. 3u wem, o Bater, soll ich Der die Versöhnung worden ist, fliehen? Wo find' ich die verlorne Durch Leiden und Gehorsam. Ruh? Wer kann mich aus dem 2. Dies ists, was Gott nun wis Abgrund ziehen? Wer spricht mir sen läßt Der Welt an allen Enden, Trost und Hoffnung zu? Mein Daß jeder ihm vertraue fest, Sich ganz Vertraun seh ich auf dich; alle zu ihm wenden. Vom Wort Freund des Lebens, rette mich! erhält der Glaube Kraft, Von 7. Für meine wiederholten Zauf und Nachtmahl Lebenssaft; Sünden Floß auch des Weltver- Dadurch wird er erhalten. föhners Blut. Noch einmal laß 3. Der Glaub' ergreifet Jesum mich Gnade finden! Der Mittler Christ Mit seinem Kreuz und starb auch mir zu gut. Noch ein- Sterben, Wodurch die Schuld ge mal, Richter, sage mir: Auch tilget ist. Wir könnens nicht erwer diese Schuld erlaß ich dir! ben; Denn unsere Gerechtigkeit Ist 8. Gott, sey mein Zeuge, da gleich wie ein beflecktes Kleid, Und ich schwöre: Mein Herz soll dir kann das Heil nicht bringen. gehorsam seyn; Dir, deinem Wil- 4. Wer nun die Gnad' erlan len, deiner Ehre Will ich mein get hat, Muß Gott vor Augen ganzes Leben weihn; Der Sünde haben, Daß er bei ihm such' Hülf will ich widerstehn, Und stand- und Rath, Voll Dank für seine haft deine Wege gehn! Gaben, In seiner Furcht freiwillig 9. Vergiß nicht wieder, meinelleb', Des Fleisches Lüsten wider: Seele, Wie oft du schon gefallen streb'; Das ist ein christlich Leben. bist! Merk auf die heiligen Be- 5. Wer aber sicher gehet hin, fehle Des Gottes, der dein Ret- Und thut, was ihm beliebet, Lebt ter ist! Ruf ihn im Glauben täg- fort nach seines Herzens Sinn, lich an: Erhalt mich, Herr, auf! Des Fleisches Lust Raum giebet, ebner Bahn! Ruft Gott nicht an, daß er ihn 10. Ja, ich bin schwach, du führ, Und ja mit seinem Geist re wollst mich stärken, Mein Helfer gier', Der läuft den Weg zur Hölle. in Versuchung seyn, Zum Glauben 6. Davor verwahrt sich, wer recht Von der Rechtfertigung. 205 recht gläubt, Das hält, was ihm keine Zahl Der armen Menschen gegeben, Die Welt verschmäht, Leiden. Viel tausend Lasterstimdas Fleisch betäubt, Sich sehnt men schrein Uns laut und tief nach jedem Leben, Den Glauben ins Herz hinein: Sucht Gold stets in Werk' erweist, DemNäch- und Lust und Ehre. sten dient, Gott ehrt und preist; Es geh ihm, wie es wolle. O M. Ach Gott vom Himmel. 4. Vater, kindlich flehen wir, Gieb uns, den Schwachen, Stärke! Lenk' unser Herz empor zu dir, Daß es auf dich nur merke! 335. Regierer aller Welten, Wenn uns die süße Lust betrügt, Gott! Du Lenker Und Freude uns das Laster lügt, aller Herzen, Du, Vater, siehst Erleucht' yns deine Wahrheit! der Kinder Noth, Du kennst der 5. Nicht wahr ist, was die Menschen Schmerzen, Du kennst Sünde spricht, Sie fesselt Herz und wägest jede Last, Die du uns und Hände. Was sie verheißt, auferleget haft, Siehst unsre das hält sie nicht: Verderben ist Thränen alle. ihr Ende. Die Lust wird Pein, 2. Siehst der Verführer großes ihr Licht wird Nacht. Entreiß Heer, Das täglich uns umringet, durch deiner Wahrheit Macht, Und durchs Gefühl und durchs O Bater, uns der Sünde! Gehör Auf unsre Seelen dringet. 6. Entreiß der Sünde Macht Der Sünde täuschende Gestalt und List, O Vater, deine KinVermag das schwache Herz so der! Erlös, erlös durch Jesum bald Dir, Vater, zu entreiffen. Chrift Uns Sterbliche, uns Sün3. 3war strömt in unser Thrä- der! Den Sünden und des To nenthal Ein Strom von tausend des Arm Entreiß uns Bater, ach Freuden; Doch zählt hienieden erbarm, Erbarmender, dich unser! Von der Rechtfertigung. 43 In bekannter Melodie. Iten. Vom Fleische ward besiegt 336.* s ist das Heil uns der Geift, Nur das gesucht, was kommen her Aus es verheißt; Es war mit uns Gnad' und lauter Güte. Die verloren. Werke helfen nimmermehr; Es 3. Es war ein falscher Wahn hilft nur Gottes Güte. Der dabei, Gesetze sey'n gegeben, Als Glaube fiehet Jesfum an, Der könnten wir, von Sünden frei, für uns hat genug gethan, Und Ganz, wie sie's fordern, leben Ein ist der Mittler worden. Spiegel ist uns das Gebot, Das 2. Da man, was das Gesetz uns entdeckt der Sünden Noth, gebot, Nicht kounte völlig hal- In unserm Fleisch verborgen. ten, Erhub sich Angst und gro. 4. Nicht möglich war's, von ße Noth In mancherlei Gestal- Sündenart Aus eigner Kraft zu lassen 206 Lehr- und Glaubenslieder. lassen, Wiewohl es oft versuchet Gesetz giebt keine Ruh Mit al ward; Sie mehrt sich ohne Maa- len seinen Werken. Ben; Und Gleisners Werk hat 10. Die Werke kommen allzeit Gott verbannt; Dem Fleische her Aus einem rechten Glauben, war der Sünden Schand' Von Weil das kein rechter Glaube jeher angeboren. wär', Wenn man ihm die wollt 5. Erfüllt mußt das Geset doch rauben. Doch macht von Schuld seyn, Sonst waren wir verloren; nur Glaube los, Die Werke die Drum schickt Gott seinen Sohn nen andern blos, Den Glauben herein Der uns ist Mensch gedran zu merken. Ganz hat er das Gesetz boren. 11. Die Hoffnung wartet still erfüllt, Damit den schweren Fluch der Zeit Nach göttlicher Zusage, gestillt, Der über uns ging alle. Bestimmt zur Hülf in unserm 6. Und da es nun erfüllet ist Leid Dem Höchsten keine Tage. Durch den, der es konnt' halten; Er weiß wohl, wenns am besten So laß in dir o frommer Christ, ist, Er, der die Seinen nie vergißt; Auch nun den Glauben walten. Drum laß uns ihm vertrauen! Sprich, lieber Herr, du bist nun! mein, Dein Tod soll mir das! Leben seyn, Du haft für mich bezahlet. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschre cken! Selbst, wenn er schon dein 7. Fern sey's, daß mich ein Joch zerbricht, Will ers oft nicht Zweifel nagt! Dein Wort kann entdecken. Sein Wort laß dir nicht betrügen. Genug für mich, gewisser seyn, Und ob dein Herz du hast's gesagt; Unmöglich kannst spräch' immer: Nein; So las du lügen. Wer glaubt an dich dir doch nicht grauen! und wird getauft, Dem ist der Himmel auch erkauft, Daß er nicht geh' verloren. 13. Lob dir und Ehr' und Dank und Preis Um dieser Gutthat wil len, Gott Vater, Sohn und heil 8. Der ist gerecht vor Gott ger Geist! Er woll' in uns er allein, Wer diesen Glauben faffet, füllen Das, was er angefangen Und- denn die Werke sind der hat, zu Ehren seinem hohen Rath, Schein- Nun auch die Sünde Daß heilig sey sein Name! haffet. In Gott muß so dein! 14. Dein Reich komm! Daß Glaube ruhn, Den Nächsten lie- dein Will auf Erd Gescheh, wie ben, Gutes thun: Bist du aus vor dem Throne! Das täg Gott geboren. lich Brod von dir uns werd! 9. Schlägt das Gesetz den Ei- Herr, unsrer Schuld verschone, genruhm Durch seinen Fluch dar- Als wir den Schuldigern ver nieder: Gleich eilt das Evange- zeihn! Versuchung laß fern von lium, Und stärkt den Sünder uns seyn! Hilf uns vom Uebel! wieder. Es spricht: Nur komm Amen. zum Kreuz herzu; Denn das! Mel. Von der Rechtfertigung. 207 M. Gott, du frommer Gott.[ laßt uns fröhlich fingen! Laßt 337. Des Glaubens Zuver- uns getroft und all in ein Mit sicht Wohnt nur in Lust und Liebe singen, Was Gott solchen Seelen, Die ihrer Sünden an uns gewendet hat, Und seine Schuld Nicht läugnen und ver- große Wunderthat; Gar theu'r hehlen. Wo sie ihr Herz verdammt, hat ers erworben. Da spricht sie Gnade los; Sie schauen Gottes Licht, Und ihre Kraft wird groß. 2. Erblickst du dieses Licht Beginnst du froh zu glauben; Dann halt in Demuth fest, Was Zweifel wollen rauben. Gott, der dich zu sich zog, Steht dir auch mächtig bei; Sein Wort, sein Geist macht dich Von Ungst und Zweifeln frei. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein Sünd' mich. quälte Nacht und Tag, Darin ich war gebo ren. Ich fiel auch immer tiefer drein, That niemals Gutes, war allein Von Sünden ganz besessen. 3. Mein' guten Werke galten nicht, Sie waren zu verdorben; Ich haßte Gott um sein Gericht, 3. Des Wissens enges Maaß Zum Guten ganz erstorben. Die Laß dich, o Mensch, nicht kränken! Angst mich zum Verzweifeln trieb, Noch bist du Kind, doch dort Wird Daß nichts, als Sterben übrig Gott mehr Licht dir schenken! Kein blieb; 3ur Hölle mußt' ich sinken. ängstlich Grübeln hilft Uns zur 4. Da jammerts Gott in EwigVollkommenheit; Dort ist die Zeit keit Mein Elend ohne Maaßen. des Schauns, Und hier des Glau- Er dacht' an sein' Barmherzigbens Zeit. Feit, Und wollt' mir helfen las 4. Des Nächsten Glauben sen. Er wandt zu mir sein Va= darfst Du, Christ, nicht lieblos terherz, Es war bei ihm fürwahr richten; Ist dir sein Herz bekannt, kein Schmerz, Er ließ's sein BeSein Schicksal, seine Pflichten? stes kosten. Die Gaben sind nicht gleich, Die 5. Er sprach zu seinem lieben Gott den Menschen giebt. Oft Sohn: Die Zeit ist zu erbarmen. hat, wer zagend. glaubt, Doch Fahr hin, mein's Herzens werthe inniger geliebt. Kron, Und sey das Heil der Ar5. Sey deines Glaubens froh, men! Hilf ihnen aus der SündenEmpfiehl ihn durch dein Leben!, noth, Erwürg' für sie den bittern Nicht durch Gewalt und Streit Tod, Und laß sie mit dir leben! Wirst du ihn Undern geben. Gab 6. Der Sohn dem Vater folgGott zum Lehren die Dir seltne sam ward; Er kam zu mir auf Gabe nicht; So sey ein Hörer Erden, Von einer Jungfrau rein nur Und Thäter deiner Pflicht! und zart; Er wollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er fein' Gewalt, Er ging in armer 338.* Nun freut euch, lieben Knechts- Gestalt, Den Teufel Christeng'mein, Und wollt' er fangen. In eigener Melodie. 7. Er 208 Lehr- und Glaubenslieder. 7. Er sprach zu mir: halt dich sen, Den Himmel aufgeschlossen, an mich, Es soll dir jetzt gelingen; Das Leben wiederbracht. Ich geb mich selber ganz für dich, 3. Laß uns in deiner Liebe, Da will ich für dich ringen. Denn Und Kenntniß nehmen zu, Daß ich bin dein, und du bist mein, wir im Glauben bleiben, Im Und wo ich bin, da sollst du seyn, Geift dir dienen so, Daß wir hier Uns soll der Feind nicht scheiden. mögen schmecken Dein' Freund8. Bergießen wird man mir lichkeit im Herzen, Und dürsten mein Blut, Dazu mein Leben stets nach dir. rauben; Das leid ich alles dir 4. Du Schöpfer aller Dinge, zu gut, Das halt mit festem Glau- Du väterliche Kraft, Regierest ben. Verschlungen wird der Tod ohne Ende, Kräftig aus eigner dann seyn, Mein' Unschuld dich Macht; Das Herz, Herr zu dir der Schuld befrein; So sollst du wende, Und lenke unsre Sinnen, selig werden. Daß fie nicht irr'n von dir. 9. Den Himmel nehm'ich wie- 5. Ertödt uns durch dein' Gü: der ein, Ich fahr' aus diesem Le- te; Erweck uns durch dein' Gnad'. ben; Da will ich stets dein Mei- Den alten Menschen kränke, Daj ster seyn, Den Geist will ich dir der neu' leben mag, Und wit geben, Derdich in Trübsal trösten auf dieser Erden, Den Sinn' foll, Und lehren mich erkennen und die Begierden Stets rich wohl Und in der Wahrheit leiten. ten, Herr, zu dir. 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, Das sollst du thun und In eigener Melodie. lehren, Daß Gottes Reich hie 340.* llein zu dir, Her werd' vermehrt Zu seinem Lob Steht und Ehren. Nur hüte dich vor mein Vertraun auf Erden. Id Menschenwahn, Der dir den weiß, das du mein Tröster bist; Schatz leicht rauben kann; Daß Kein Trost kann mir sonst wer laß ich dir zu letzte. In eigener Melodie. den. Von Unbeginn ist nichts erkor'n Auf Erden nie ein Mensc gebor'n, Der aus der Noth min helfen kann. Dich ruf ich an 339.* Herr Christ, du ein'ger Gottes kann. 2. Mein Sünd ist schwer unt ters in Ewigkeit, Aus ihm schon da entsprossen, Gekommen in der übergroß, Und reuet mich von Her Zeit; Du gleichst dem Morgen- zen, Mach mich von ihnen frei un sterne, Deß Glanz reicht in die los Durch deines Todes Schmer Ferne Vor andern Sternen klar. zen, Und zeig mich deinem Vate 2. Für uns ein Mensch geboren an, Der du für mich haft gnug Im letzten Theil der Zeit, Zu su- gethan; So werd ich los der Süm chen, was verloren, 3u helfen uns denlast. Mein Glaube faßt, Wa bereit; Dein Blut hast du vergof- du mir, Herr! versprochen hat 3. Verleih Von der Rechtfertigung. 209 3. Verleih mir aus Barmher- nicht mehr gedenke, Ins Meer fie zigkeit Den wahren Christen- tief versenke. Glauben, Und laß mir deine 5. Du bist es, der mich tröst't; Freundlichkeit Von keinem Feinde Denn du hast mich erlöst. Was rauben; Daß ich vor allem liebe ich gesündigt habe, Hast du verdich, und meinen Nächsten gleich scharrt im Grabe; Da wolltest als mich. Am Ende meiner Prü- du's verschließen; Da wirds auch fungszeit Sen mir bereit Der bleiben müssen. Glaubenslohn, die Seligkeit! 4. Ehr' sey Gott auf dem groß, So werd' ich ihr'r doch los, 6. Ist meine Schuld gleich höchsten Thron, Dem Vater aller Wenn ich dein Blut auffaffe, Güte, Und Jesu Christo, seinem und mich darauf verlasse. Wer Sohn, Der uns allzeit behüte! sich zu dir nur findet, Deß Angst Und Gott, dem guten, heil'gen Geist, Der uns allzeit sein' Hülfe gar bald verschwindet. leist! Ihm bleibe unser Herz ge= 7. Mir mangelt zwar sehr viel weiht, Hier in der Zeit und ein- Doch was ich haben will, Ist stens in der Ewigkeit! alles mir zu Gute Erlangt mit deinem Blute, Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll' und Sünde. M. Auf meinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin, Da ich be- 8. Und wenn des Satans Heer schweret bin mit vielen großen Mir ganz entgegen wär', Darf Sünden? Wo kann ich Rettung ich doch nicht verzagen; Mit dir finden? Wenn alle Welt herkä- kann ich sie schlagen. Dein Blut me, Mein' Angst sie nicht weg- darf ich nur zeigen, So muß ihr nähme. Trok bald schweigen. 2. D Jesu, voller Gnad! Auf 9. Dein Blut, das Leben dein Gebot und Rath Kommt schafft, Hat solche Stärk' und mein betrübt Gemüthe Zu deiner Kraft, Daß es kann ganz alleine großen Güte; Laß du auf mein Die Welt von Sünden reine, Ja Gewissen Ein Gnadentröpflein aus des Teufels Rachen, Frei, fließen. los und ledig machen. 3. Jch, bein betrübtes Kind, 10. Darum allein auf dich, Werf alle meine Sünd', So viel Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt ihr'r'in mir stecken, Und mich so kann ich nicht verderben, Dein heftig schrecken, In deine tiefen Reich muß ich ererben; Denn du Wunden, Wo ich stets eil ge- haft mirs erworben, Da du für funden. mich gestorben. 341.* Wº 4. Durch dein unschuldig Blut, 11. Ach, führ mein Herz und Du höchstes, bestes Gut, Wasch Sinn Durch deinen Geist dahin, ab all meine Sünde, Mit Trost Daß ich mög' Alles meiden, Was mein Herz verbinde, Und ihr'r mich und dich kann scheiden, Daß D ich 210 Lehr- und Glaubenslieder. ich an deinem Leibe Ein Glied- freun, Daß ich hier am Grabe maß ewig bleibe. Trost und Hoffnung habe, Dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist, Und mich führt M. Jesu meine Freude. 342. Wie getroft und heiter auf deinem Pfade, Dank ich deiHerr, mein Licht, ner Gnade. mein Leiter, Machst du meinen 6. Würdig dir zu leben, Dies Geift! Alle, die dir trauen, Führst seny mein Bestreben, Dies mir du zu den Nuen, Wo du sie er- theure Pflicht! Was die Welt freust. Niemals wird bei dir, vergnüget, Das, o Herr, genüs o Hirt, Freund und Tröster mei- get meiner Seele nicht. Hab ich ner Seelen, Mir Erquickung dich: wie gern will ich Das, wors fehlen. nach die Eitlen trachten, Reich in dir, nicht achten. 2. Deinem Rath ergeben, Freu ich mich zu leben. Was du willst, 7. Macht ein Gut der Erde, ist gut. Nichts vermag ich Daß ich glücklich werde In der Schwacher; Du, mein Seligma- Ewigkeit? Sind nicht hohe Würs cher, Rüstest mich mit Muth. den Oft nur schwere Bürden, Wenn die Welt erbebt und fällt, Traum und Eitelkeit? Du er Wenn Gericht und Hölle schrecken, freust nur stets den Geist. Herr, du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. Wirst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; Mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich 8. Deinen hohen Frieden glaube, Weiß, daß aus dem Schmeck' ich schon hienieden; Und Staube Mich sein Urm erhebt. was hoff ich dort? Unbegränzte Todestag, dein Schrecken mag Zeiten Voller Seligkeiten Hoff' ich Eines Frevlers Herz erschüttern; auf dein Wort. Sie sind mein Ich, ich darf nicht zittern. durch dich allein. Bleib' ich dir 4. Auch in mir ist Sünde; getreu im Glauben, Wer kann Doch ich überwinde Sie, mein sie mir rauben? Herr, durch dich. Sink ich oft 9. Voll von deiner Güte Jauch. noch nieder, Du erhebst mich zet mein Gemüthe, Gott, mein wieder, Du begnadigst mich. Heiland, dir! Dieser Geist der Deine Huld tilgt meine Schuld; Freuden Stärke mich im Leiden, Nie entziehst du deinem Knechte Weiche nie von mir! Laß mich Der Erlösten Rechte. so beherzt und froh Einst durchs 5. Daß ich Gott erkenne, Und Thal des Todes dringen, Dort ihn Vater nenne, Seiner mich zu dein Lob zu singen! Von Von der Wiedergeburt und Erneuerung. M. Nun ruhen alle Wälder. den, Der uns verderbet hat. Er 343.Der Mensch, vom Fleisch lehret unsre Seelen Den Weg der geboren, Denkt, lebt, Wahrheit wählen, Giebt Weißwie eitle Thoren Nach seinem heit, Kraft und Trost und Rath. Fleischestrieb. Der Mensch, vom Geist geboren, 3u Gottes Kind erforen, Hat Wahrheit, Gott und Tugend lieb.. 2. So zeuget Jesu Lehre Zu feines Geistes Ehre; Erfahrung stimmt ihr bei. Zu Gottes Ruhm erzählen Die ihm ergebnen Seelen: Dein Geist macht Sinn und Wandel neu. 3. Ohn ihn und seine Gnade Irr'n wir auf dunkelm Pfade In sehr verkehrtem Sinn. Da fließen unsre Zeiten Im Traum 211 - 8. Dich lehret er uns kennen, Dich unsern Vater nennen Durch Jesum deinen Sohn, und läßt im Schmerz der Sünden Uns Ruh und Trost empfinden Im Zugang zu dem Gnadenthron. 9. Er giebt uns Glaubensstärke, Wirkt in uns gute Werke, Nach deinem Vaterfinn. In deiner Huld und Gnade Führt er auf rechtem Pfade Uns zu dem bessern Leben hin. M. Der güldnen Sonnen Licht. der Eitelkeiten, In Unverstand 344. S mache deinen Lebensweg, Den du, mein und Thorheit hin. 4. Gott wird von uns verges- Seil, betreten, Den engen, raufen; Wir lernen nicht ermessenshen Pilgersteg, Dein Ringen, Der Ewigkeit Gewicht. Wir wol- Wachen, Beten, Mir mehr und leh glücklich werden Durch Lüste mehr bekannt, Damit an deiner dieser Erden, Und sehn das wahre Leben nicht. Hand Ich muthig ohne Fleisches: ruh Nur meiner Heimath eile 5. Was uns für Sünden drükzu. 2. Ja, laß mich als ein Kind ken, Wie sehr sie uns verstricken, des Lichts Die Finsterniß besies Das macht uns keine Pein; Und gen! Die Lust der Welt hat wahrs straft uns das Gewissen In un- lich nichts, Das wahrhaft kann sern Finsternissen; So schläfern vergnügen. Drum führe mich, wir es wieder ein. mein Heil, Mein auserwähltes 6. Gott, welch tief Ver Theil, Daß ich dir unverrückt derben, Das wir vom Fleische nachgeh, Nicht stehe, noch zu erben! Sen ewiglich gepreist, rücke seh! Daß du, uns neu zu zeugen, 3. Wie groß wird meine Das Herz zu dir zu neigen, Uns Freude seyn, Wenn ich dir treu schenkest deinen guten Geist! geblieben; Wenn keine Lust und 7. Durch ihn heilst du aus keine Pein Mich je zurück Gnaden Den großen Seelenscha- getrieben! Ja, wenn ich unges O2 stört 212 Lehr- und Glaubenslieder. stört Nur deinen Ruf gehört, sagt, Soll mich hinfort anspor: Und da es nie an Führern fehlt, nen. Nur durch Gefahr und Hohn Ich dich zum Führer mir erwählt. Kommt man zu deinem Lohn. 4. Wohlan, so sey es denn ge- O sanftes Joch, o leichte Last! wagt! Ich wähle deine Dornen. Wohl dem, der sie getrost auf Was mir dein theures Wort ge- l faßt! Von der Vereinigung mit Christo. M. Wie schön leuchtet der. nicht laffe, Ewig wähle, Dür: 345. Wie herrlich strahlt der stet meine ganze Seele. Morgenstern! D, 4. Von Gott strahlt mir ein welch ein Glanz geht auf vom Freudenlicht, Die Hoffnung, daß Herrn, Wer sollte sein nicht ach- dein Ungesicht Sch einstens soll ten? Glanz Gottes, der die erblicken. Du kannst indeß durch Nacht durchbricht, Du bringst deine Kraft, Die Ruh' in mü in finst're Seelen Licht, Die den Seelen schafft, Mich stärnach der Wahrheit schmachten. ken, mich erquicken. Tröste Du Dein Wort, Jesu, Ist voll Klar- mich, Seligmacher, Daß ich heit, Führt zur Wahrheit Und Schwacher Auf der Erde Himzum Leben; Wer kann dich ge- melsfreuden inne werde! 5. Und wie, Gott Vater, preif nug erheben? 2. Du, hier mein Trost und ich dich? Von Ewigkeit her haft dort mein Lohn, Sohn Gottes du mich In deinem Sohn ge und des Menschen Sohn, Des liebet; Dein Sohn hat mich mit Himmels großer König! Von dir vereint, Er ist mein Bruder ganzem Herzen preis' ich dich. und mein Freund; Was ist's, das Hab' ich dein Heil, so rühret mich betrübet? Seele, Wähle mich Das Glück der Erde we- Ihn, den Besten, Ihn, den nig. Zu dir Komm ich; Wahr- Größten, Dir zum Freunde; lich keiner Tröstet deiner Sich Und dann fürchte feine Feinde! vergebens, Wenn er dich sucht, Herr des Lebens. das 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, Shm müffe fro 3. Durch dich nur kann ich her Lobgesang Mit jedem Tag felig seyn. O drücke tief in's erschallen! Dem Lamme, Herz mir ein Empfindung dei erwürget ist, Dem Freunde, der ner Liebe, Damit ich ganz dein uns nie vergißt, Zum Ruhm und eigen sey, Uus Weltfinn deinen Wohlgefallen! Tönet, Tönet, Ju Dienst nicht scheu, Und dein bellieder! Schallet wieder, Daß Gebot gern übe! Nach dir, die Erde Voll von seinem Lobe Nach dir, Den ich fasse, Und werde! 7. Wie Von der Vereinigung mit Christo. 213 7. Wie freu' ich mich, o Je- stillen, erfreuen, trösten, ſegnen, su Christ, Daß du der Erst' Und unsrer Seele als Freund und Letzte bist, Der Unfang und begegnen, Ist deine Lust. das Ende! Du schließest felig 4. Uch gieb an deinem kostmeinen Lauf, Du weckst mich baren Heil Uns alle Tage gröauch vom Tod einst auf; Deß ßeren Theil; Und laß unsre Flopf ich in die Hände! Ewig Seele sich immer schicken, Aus Werd' ich, Herr, dort oben Hoch Noth und Liebe nach dir zu dich loben, Dem ich traue, Wenn blicken Ohn' Unterlaß! ich nun dein Untlik schaue. 5. Und weinen wir, so tröste das Herz, Und halt uns vor deinen blut'gen Schmerz; Ja, den laß uns immer vor Augen schweben, und an uns dein wahrbaftiges Leben zu sehen sein! 6. Ein frohes Wesen und Kindlichkeit Sey unsre Zierde zu jeder Zeit! Für dich, o Herr, mag 2. Wir seh'n dein freundliches die Wange sich nehen, Wenn nur Ungesicht Voll Huld und Liebe an dir das Herz sich ergößen Und zwar leiblich nicht; Aber wir stillen kann. können dich, Heiland empfinden! Du kannst dich innig mit uns verbinden, Auch ungeseh'n. M. Nun bitten wir den heil. 346. mein Erlöser, dein Naheseyn Bringt großen Frieden in's Herz hinein; Und deine Freundlichkeit macht uns so selig, Daß Alles in uns darüber fröhlich Und dankbar wird. 7. Du reichst uns deine durchgrab'ne Hand, Hast so viel Treue an uns gewandt, Daß wir bei 3. Barmherzig, gnädig, ge deiner Huld beschämt da stehen duldig seyn, Uns täglich reichlich Und unsre Seele muß übergedie Schuld verzeih'n, Heilen, hen Vor Lob und Dank. Von der Erwählung zum ewigen Leben. M. O Gott, du frommer. 347, Herr, ohne Glauben Aus kann Kein Mensch Daß ben! Nichts müsse mir das Wort meinem Herzen rauben: du dem, der dich sucht, D'rum wend' Stets ein Vergelter sey'st, Und Mit demuths hier und ewig ihn Mit deinem zünde selbst eit erfreu'st. vor dir bestehen. ich mich zu dir vollem Flehen: in mir Den wahren Stauben 3. Wahrhaftig ist dein Wort. an, In welchem ich allein Dir Gieb, daß ich darauf traue, Und wohlgefallen kann. meine Hoffnung fest Auf deine 2. Laß mich, Gott, daß du Treue baue. Gieb, daß ich dir sey'st, Mit Ueberzeugung glau- jim Glück Und Unglück stets ge treu, 214 Lehr- und Glaubenslieder. treu, Und dem, was du ge- in die Hand; Längst vermißte beutst, Von Herzen folgsam sey. Brüder Finde ich in Jesu Jün 4. Auch hilf mir, daß ich den, gern wieder. Den du gesandt, erkenne; Ihn meinen Herrn und Gott Im Geist M. Es ist das Heil uns. und redlich thu, Was mich sein und Wahrheit nenne; Und treu 349* Gottes Sohn, Herr Christ, wen Wort gelehrt, Daß ihn Herz, soll ich mich wenden? Daß un Mund und That. Als meinen ser Glaube standhaft ist, Steht Heiland ehrt. nicht in unsern Händen. Drum 5. Sein göttliches Verdienst hilf du mir von oben her, Daß Sen mir beständig theuer! Es ich, gestärkt je mehr und mehr, fülle mich mit Trost, Es mache Recht und beharrlich glaube. mich stets freier Von schnödem 2. Durch deine Wahrheit leite Lasterdienst! Es stärke mich mit mich, Daß ich den Vater kenne, Kraft, Zu deines Namens Ruhm, Mit Freud' und Ehrfurcht, Jesu, In meiner Pilgerschaft. dich Den Sohn des Höchsten nen 6. Wie selig leb ich dann Im ne! Gieb, daß ich deinen guten Glauben schon auf Erden! Noch Geist, Der uns den Weg zum herrlicher wird einst Mein Theil Leben weist, Von ganzem Her im Himmel werden. Da werd zen ehre. traun. In eigener Melodie. ich, was ich hier Geglaubt, im 3. Laß mich vom großen GnaLichte schaun, Und du erfüllst dentheil Die wahre Kenntniß fin dann ganz Mein kindliches Ver- den, Daß der nur an dir habe Theil, Dem du vergiebst die Sün den. Wohl mir, wenn mich dies Wort recht rührt, Mich hin auf 348.Menn ich Jesum habe, deine Wege führt, Zur Wahrheit Wenn er mein nur und zum Leben! ist, Wenn mein Herz bis hin zum 4. Gieb, daß ich traue deinem Grabe Seine Treue nicht ver- Wort, Es recht zu Herzen fasse, gist; Weiß ich nichts vom Leide, Daß sich mein Glaube immer Fühle nichts, als Andacht, Lieb fort Auf dein Verdienst verlasse. und Freude, Laß mich, wenn mich mein Herz 2. Wenn ich ihn nur habe, verklagt, Auf dich voll Reu und Laß ich alles gern, Folg an mei- unverzagt 213 meinen Mittler nem Wanderstabe, Treu gesinnt, hoffen. nur meinem Herrn; Lasse still 5. Mein Glaub', o Jesu, tröste die Undern Breite, lichte, volle sich Des Bluts, das du vergossen, Straßen wandern. Damit in deinen Wunden ich 3. Wo ich ihn nur habe, Ist Bleib allzeit eingeschlossen, Und mein Vaterland; Und es fällt durch den Glauben auch die Welt mir jede Gabe Wie ein Erbtheil Und was dieselb' am höchsten bält, 215 Von der Erwählung zum ewigen Leben. hält, Nicht für mein Erbtheil reißt uns Wahn und Irrthum achte. fort, Und unser wankender Ver6. Oft ist mein Glaube schwach stand Hat, abgewandt Von Gott, und klein, Nicht reich an guten oft Gottes Rath verkannt. Werken; Dann wollst du in mir 2. Auch selber der, der weiser mächtig seyn, Durch deine Kraft denkt, Sich nicht in jeden Abmich stärken. Das schwache Rohr grund senkt, 3war forscht, doch zerbrichst du nicht, Verlöschest mit Bescheidenheit, Dringt doch nicht ein glimmend Licht; Er- nicht weit, Umringt von tiefer barm dich denn auch meiner! Dunkelheit. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig 3. Uns deckt noch Dunkelheit sey, Den Glauben fest zu halten, vom Herrn. Am Grab' hier sollen Von wissentlichen Sünden frei, wir nur fern Des Ewigweisen Das Ird'sche zu verwalten, Daß Rathschluß sehn; Von weitem ich ſey lauter jederzeit. Ohn' stehn, Und noch ins Heiligthum Unstoß, mit Gerechtigkeit Erfüllt, nicht gehn. und ihren Früchten! 4. Ach, wir, der Uebertretung 8. Herr, durch den Glauben Raub, Unsterblich zwar und ach, wohn' in mir, Laß ihn sich immer doch Staub! Du Heiliger! was stärken, Daß er sey fruchtbar für wären wir, Vor dir, vor dir, Ents und für, Und reich an guten Wer- flöhn wir glaubend nicht zu dir? ken; Daß er sey thätig durch die 5. Hier wird der Sohn der Sterb: Lieb' Mit Freuden und Geduld sie üb', Dem Nächsten fort zu dienen. lichkeit Nie von der Sünde ganz befreit. Uch möchtens Schwach9. Drüste mich mit deiner heitsfehler seyn, Die uns entweihn, Kraft, Daß ich bis an mein Ende Und keine Missethaten seyn! Stets übe gute Ritterschaft, Mit 6. O du, der Arme nicht verFreudigkeit vollende; Und endlich, stößt! Wie wollen wir, vom Leib Herr, in meinem Tod Des Glau- erlöst, Vom Leibe dieses Tods, bens Ziel nach aller Noth, Die uns dein, Du Mittler, freun! Seligkeit erlange! Wie dann uns dir, Vollender, weihn! 10. Herr Jesu, der du angezündt Den Funken in mir Schwachen, Was sich von Glauben in M. Christ unser Herr. mir findt, Das wollst du stärker 351. Bewahre mich, Herr, machen! Was du begonnen, das Nie vollführ Bis hin zum Ende, wo mein Gemüth bethöre, Als wär' bei dir Auf Glauben folgt das esschon genug gethan, Wenn dir Schauen. nur äußre Ehre Der Mensch, dein Unterthan, erweist! Erinnre mein M. Ich hab' mein Sady' Gott. Gewissen, Wie in der Wahrheit 350. Noch schauen wir im und im Geist Die dich verehren dunkeln Wort; Noch müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Du 216 Lehr- und Glaubenslieder. 2. Du kennst, o Gott, der Men- 3. Doch wenn ich aus Unwis schen Herz, Und liebst, die redlich senheit Und Uebereilung fehle, So handeln; O laß in Freude, wie thu an mir Barmherzigkeit, Und im Schmerz Mich tugendhaft stets richte meine Seele Durch deine wandeln! Dein Wille sey mein Gnade auf vom Fall. Erhalt Augenmerk, Hilf selbst ihn mir mich bei dem Einen, Daß ich dich vollbringen! Durch dich muß je- fürchte überall, Bis ich einst mit des gute Werk, Sollt es auch den Deinen Dir ohne Mängel nicht gelingen, 3um Segen mir diene. gereichen. Vierte Abtheilung. Christliche Lebens- und Wandelsgesånge. M. Ein Lamm geht hin und. Meister nenne, Als der, der in 352. Mas hilft es mir, ein der Finsterniß Des Irrthums Christ zu seyn, Wenn tappt, noch ungewiß, Ob er auch ich nicht christlich lebe, Nicht hei- richtig wandle. Warum ließ mein lig, fromm, gerecht und rein Zu Erlöser hier Ein Beiſpiel seines wandeln mich bestrebe, Wenn ich Wandels mir, Wenn ich darnach dem seligen Beruf, Zu welchem nicht handle? mich mein Gott erschuf, Nicht 4. Ach, wenn mein Herz in würdig mich beweise; Und den, Leiden zagt, Weil ich viel Böses der mich erlöset hat, In Worten thue; Wenn mein Gewissen mich blos, nicht durch die That Und verklagt, Wo find ich Trost und frommes Leben preise? Ruhe; Wo find ich Trost in 2. Was hilft der Glaub' an meiner Noth, Wenn mir der Jefum Chrift, Den ich im Munde schauervolle Tod Das finstre führe, Wenn nicht mein Herz Grab entdecket? Wenn alle meine rechtschaffen ist, und ich die Sünden sich auf einmal zeigen, Frucht verliere? Wenn mich die und dann mich Die Furcht der Eitelkeit der Welt Mit ihrer Luft Zukunft schrecket? gefangen hält, Ich ihre Fesseln 5. Weh mir! was wird mir's liebe? Wenn ich, verführt vom helfen dort, Erweckt aus meinem Sündenreiz, 3orn, Hoffart, Flei- Grabe, Daß ich an Christum und scheslüste, Geiz In Werk und sein Wort Zum Schein geglaubet Thaten übe. habe? Was hilft der Glaube, 3. Weit strafenswerther bin welcher nicht Vermag, mich stets ich dann, Ich, der ich Christum zu jeder Pflicht zu reizen und kenne, Weiß, was er einst für zu stärken? Der Glaube giebt mich gethan, Ihn Herrn und mir Seligkeit; Doch zeugt er auch Recht Vom christlichen Leben und Wandel überhaupt. 217 Rechtschaffenheit und Fleiß in 4. Laß mich nicht Lust noch guten Werken. Furcht von dir In dieser Welt 6. Gott, dieser Hoffnung werth abwenden; Beständig seyn an's zu seyn, Hilf, daß ich christlich End', gieb mir, Du haft's allebe, Und vor dir heilig, fromm lein in Händen. Und wem du's und rein Zu wandeln mich be- giebst, der hat's umsonst; Es strebe! Gieb mir Erkenntniß, mag Niemand ererben, Noch erKraft und Muth, Damit ich werben Durch Werke deineGunst, Welt und Fleisch und Blut Im Die uns erlöst vom Sterben. Glauben überwinde; Daß ich, 5. Ich lieg' im Streit und winach wohl durchlebter Zeit Die derstreb', Hilf, o Herr Christ, mir Wonne jener Ewigkeit, Die du Schwachen! Un deiner Gnad' alverheißest, finde. lein ich kleb', Du kannst mich stär fer machen! Kommt nun Anfechtung und Gefahr, Laß mich dich In eigener Melodie. 353.* h ruf zu dir, Herr nicht verlasſen; Mich zu faſsen, Jefu Chrift! bitt, erhör mein Klagen! Ver- weiß, du wirst's nicht lassen. leih mir Gnad' zu dieser Frist, Und laß mich nicht verzagen. M. Vater Unser im Himmelr. Den rechten Glauben, Herr, ich 354.* Du wahre Christenmein', Den wollest du mir gefeele, du, Hör ben, Dir zu leben, Dem Näch- Jesu Lehren, tritt herzu! Ich sten nük zu seyn, Dein Wort will dir gründlich zeigen an, Wie zu halten eben. du sollst gehn des Lebens Bahn, 2. Ich bitt noch mehr, o Herr Was dir gebührt zu jeder Frist, mein Gott, Du kannst und willst Wenn du willst seyn ein guter mirs geben; Hilf, daß ich nim- Christ. mer werd' ein Spott, Gieb Hoffnung mir darneben. Und wenn 2. Weil aller Welt Pracht, Ehr' und Gut, Und jeder freche ich einst muß hie davon, So laß Uebermuth Vor deinem Gott gar mich dir vertrauen, Und nicht nicht besteht, Wie Rauch im Aubauen Auf eignes Werk undThun, genblick vergeht; Weil eitle Grö Um ewig dich zu schauen. Be leicht zerrinnt, Was pochst du denn, o Menschenkind? 3. Verleih', daß ich aus Her zensgrund Den Feinden mag ver3. Bedenke lieber oft und viel geben. Verzeih' auch mir zu je Des kurzen Lebens nahes Ziel, der Stund', Schaff' in mir neues Und halte Tag und Nacht dafür, Leben! Dein Wort laß meine Der Tod sey schon vor deiner Speise seyn, Um meinen Geist Thür, Der Tod, der dich in's zu nähren, Mich zu wehren, Grab hinrafft, Und fordert scharfe Wenn Trübsal stellt sich ein, Rechenschaft. Mich nicht von dir zu kehren! 4. Dem Fleische laß den Wil len Vom christlichen Leben 218 len nicht, Wenn es dem Geiste M. Herzliebster Jesu, was. widerspricht. Nichts kann auf Er- 355. Menn sich, o Gott, mein Geist zu dir den besser seyn, Als ist Herz und Gewissen rein. Weg alles schnöde erhebet, Dich suchet, dich zu finGeld und Gold! G'nug, wenn den sich bestrebet; So müß' er dir nur dein Gott ist hold. nicht an Eitelkeiten denken, Sich 5. Behalt im Herzen Jesum ganz dir schenken! 2. Sey du, mein Schöpfer, Chrift, Der dein Gott und dein Heiland ist. Sein sanftes Joch wenn ich dich betrachte, Mein nimm gern auf dich, Dem un einziger Gedanke! Herr, ich terwirf dich williglich. Ein Chrift, schmachte, Dich recht zu ken der mit ihm herrschen will, Muß nen, und nach deinen Lehren Dich zu verehren. hier im Kreuze halten still. 3. Was ist im Himmel, Höch6. Gedenk in Widerwärtigkeit, Daß heute nicht sen alle ster, was auf Erden, Daš, ſo zeit. Wenn Morgens sich ein wie du, verdient, gekannt zu Wetter zeigt, 3um Sturme sich werden? Nichts ist, das meinen der Himmel neigt; So bricht Durst nach Heil so stille, Ale deine Fülle. am Abend d'rauf herein Ein strahlenreicher Sonnenschein. 4. Dich kennen, sen die erste meiner Sorgen! Bist du gleich 7. Der Wahrheit hange stand- unerforschlich und verborgen, So haft an, Und folge nicht der willst du doch, wenn wir dein Sünder Bahn. Betrübe deinen Licht nicht haffen, Dich finden Nächsten nicht; Leg' ab den Zorn laffen. nach Christenpflicht. Ja, ja, nein, 5. Mit lauter Stimme lehren nein, sey dein Bescheid; Und deine Werke Uns deine Weisheit, halte redlich deinen Eid. deine Güt und Stärke; Auch 8. Verachte der Gottlosen hast du uns, sey hoch dafür ge Schaar, Die nur den Frommen priesen! Selbst unterwieſen. bringt Gefahr. Mit Bösen mache 6. Und immermehr willst du keinen Bund, Bekämpf dein Herz dich offenbaren, Wenn wir nur und zähm' den Mund. Streb' deine Lehre treu bewahren; Wenn nicht mit wucherischem Sinn wir den Weg, den sie uns füh Nach ungerechtem Geldgewinn. ren sollen, Nur wandeln wollen. 9. Ja, willst du seyn ein 7. Zu diesem, mir so seligen wahrer Christ, Flieh' Eigennut, Geschäfte Erheb' und stärke mei Betrug und List. Laß nicht Ge- nes Geistes Kräfte. Gieb, wenn schenke blenden dich; Nach Necht ich dich in deinem Worte höre, dem Nächsten Urtheil sprich. Ge- Daß nichts mich störe. 8. Uch, mein Verstand ist träg, borchst du hierin standhaft mir, Wohl dir! ach tausendmal wohl ist leicht zerstreuet, Und irrt, weil er den Ernst der Undacht scheuet, dir! Dir, und Wandel überhaupt. 219 Dir, Gott, entrissen, eh' ich's inne werde, Zurück zur Erde! 5. Der Sünden hasset, und doch mit den Sündern Mitlei9. Auch täuscht er stolz sich den fühlet, und an deinen Kinoft, und wird vermessen, Ver- dern Die Gottesfurcht und ihre führt sich selbst, die Gränzen zu Gaben ehret, Hält, was er vergessen, Will mehr, als deine schwöret; Lehren uns vergönnen, Von dir erkennen. 6. Der nicht der Brüder Glück und Ruhm beneidet, Selbstreich, 10. Steh' mir denn bei und die Urmen speist, die Nackten kleileite meine Seele, Daß sie den det, Froh, ohne Wucher auch mit Weg zur Wahrheit nicht verfehle. milden Gaben Genügt zu haben; Verleih' mir, daß ich nicht so leicht 7. Der, züchtig in Gedanken, ermüde, Luft, Ernst und Friede. keusch auch lebet; Der seiner 11. Dann werd' ich immer Hoheit nie sich überhebet, Im besser dich erkennen, Und täglich Glücke mäßig, gütig und be mehr von deiner Lieb' entbren- scheiden, Getrost im Leiden; nen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Dir ewig leben. In voriger Melodie. 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlösten Nach dieses Lebens kurzem Kampfe trősten; Den schmückt im Himmel einst vor deinem Throne Des Bonne der Erlösten Mittlers Krone. Nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im 356. Men wird, o Gott, die M. Durch Adams Fall ist. Himmel einst vor deinem Throne 357.* ch, höchſter Gott, Der Sieger Krone? verleihe mir, Daß 2. Nur den, o Herr, der, ab- ich nur dich begehre, Und daß gewandt vom Bösen, Sich von ich christlich für und für Durch der Sünde Herrschaft läßt erlö- dich mich neu gebäre; Daß ich, sen; Der an den Sohn glaubt, dein Kind, Dich such' und find' seinen Herrn ihn nennet, Und In allem Kreuz und Leiden, frei bekennet; Daß keine Noth, Und selbst der Tod Mich jemals von dir scheiden. 3. Der deine Wahrheit unter Adams Kinder Verbreitet, sie er= 2. Gieb meinem Herzen wahre leuchtet, und die Sünder Durch Reu', Und Thränen meinen AuThaten reizt, mit einem bessern gen, Daß ich hinfort das Böſe Leben Dich zu erheben; scheu', Und meine Werke taugen; 4. Der, was er glaubt, ge- Hilf, daß ich sey Ohn' Heuchelei wissenhaft auch übet, Die Men- Ein Schuß und Trost der Urschen all' als seine Brüder lie- men, Auch jederzeit Boll Freundbet, Nicht lästert, sie nicht kränkt, lichkeit Mich ihrer mög' erbarmen. nicht stolz sich blähet, Und feinen schmähet; 3. Lösch' aus in mir des Fleisches Lust, Daß ich nur deine Liebe 220 Vom christlichen Leben. Liebe Empfinden mög' in meiner telkeit Mein sündliches Gemüthe, Brust, Und stets mich also übe Daß ich in dieser kurzen Zeit Nach deinem Wort An jedem Ort Vor schnöder Lust mich hüte. In christlich guten Dingen; So Des Herzens Grund Sey wie wird mein Geist Sich allermeist der Mund, Und sinne nicht auf Bu dir, Herr Jesu, schwingen. Schaden! So werd' ich nicht, 4. Treib' aus von mir den Wie oft geschicht, Mit Schmä: stolzen Sinn, Laß mich in De- hen überladen. 9. Gieb, daß ich ja den Mümuth leben; Den Neid und Zorn nimm von mir hin, So kann Biggang Und alle Trägheit haffe, ich bald vergeben. Wenn schon Von Arbeit, Herr, mein Leben: durch List Mein Nebenchrist In's lang, Und treuem Fleiß nicht Elend mich getrieben; Weiß ich lasse; Daß ich zur Noth Mein doch wohl, Daß man auch soll täglich Brod Mit Ehren mög' erwerben, Und wenn ich soll, Die ärgsten Feinde lieben. 5. Hilf, daß ich dir ergeben Fein sanft und wohl In dir, sey! Gieb einen festen Glauben, Herr Jesu, sterben. Und bei dem Glauben rechte 10. Ach, gieb mir deinen gu Treu', Die nimmer steht auf ten Geist, Daß ich die Laffer Schrauben; Daß ich mich üb'jfliehe, Und nur um das, was In wahrer Lieb', Und hoff auf christlich heißt, Von Herzen mich deine Güte, Die mich, o Gott, bemühe. So kann kein Leid In Vor Schand' und Spott Auch dieser Zeit Aus deiner Hand bis in's Grab behüte. mich treiben; Vielmehr werd' 6. Nach vielem Reichthum, ich Dort ewiglich Bei dir, Herr Gut und Geld, Herr, laß mich| Seſu, bleiben. ja nicht trachten. Gieb, daß ich alle Pracht der Welt Mög' inIn bekannter Melodie. niglich verachten, Uuch nimmer- 358.* Gott, du frommer mehr Nach eitler Ehr' Und groHem Namen strebe; Dagegen quell guter Gaben, Ohn' den nur Auf rechter Spur Der nichts ist, was ist, Von dem wir wahren Christen lebe. alles haben, Gefunden Leib gieb 7. Vor Schmeicheln, List und mir, Und daß in solchem Leib Heuchelei Bewahre Herz und Ein' unverletzte Seel, Und rein Sinnen, Und laß mich nie durch Gewissen bleib'. Gleißnerei Des Nächsten Gunst 2. Hilf, daß ich thu mit Fleiß, gewinnen! Laß ja und nein Was mir zu thun gebühret, Bozu Mein' Untwort seyn, Wornach mich dein Befehl In meinem Stan man sich zu richten; Denn die- de führet. Gieb, daß ichs thue bald, ses kann Bei Jedermann Auch Zu der Zeit, da ich soll; Und wenn ichs thu, so gieb, Daß es jede Sache schlichten. 8. Herr, säub're doch von Ei- gerathe wohl. 3. Gieb, und Wandel überhaupt. 221 3. Gieb, daß ich rede stets, Wo- Hier und im Himmel oben, Gott mit ich kann bestehen. Laß kein un- Sohn, Herr Jesu Christ, Dich nüßes Wort Aus meinem Munde will ich immer loben, Gott heilger gehen, Und wenn in meinem Umt Geist, dein Ruhm Erschalle mehr Ich reden soll und muß, So gieb und mehr! O Herr, dreiein'ger den Worten Kraft Und Nachdruck Gott, Dir sey Lob, Preis und Ehr'! ohn' Verdruß. 4. Trifft sich Gefährlichkeit, M. Gott des Himmels und. So laß mich nicht verzagen. Gieb 359.* n dem Leben hier auf einen Heldenmuth, Das Kreuz hilf Erden Ist doch nichts selber tragen. Hilf, daß ich meinen als Eitelkeit, Bös Erempel, viel Feind Mit Sanftmuth überwind', Beschwerden, Plage, Klage, Müh Und wenn ich Rath bedarf, Auch und Streit, Kummer, Sorgen, guten Rath erfind'. Angst und Noth, Krankheit und zuletzt der Tod. 5. Laß mich mit Jedermann In Fried' und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben Un Reichthum, Gut und Geld; So gieb auch dies dabei, Daß ungerechtes Gut Nicht untermenget sey. 2. Darum denke drauf im Herzen, Frommer Christ, zum Kampf bereit, Wie du Erdennoth und Schmerzen Standhaft trägst zu aller Zeit. Laß aus deinem Herzen nicht Diesen treuen Unterricht: 6. Soll ich auf dieser Welt 3. Habe deine Lust am Herren, Mein Leben höher bringen, Durch Laß ihn seyn dein höchstes Gut. manchen sauren Tritt Hindurch Dann wird er zu dir sich kehren, ins Ulter dringen; So gieb Ge- Einzusprechen Trost und Muth. duld; vor Sünd' Und Schande Seine Gnad' und starke Hand mich bewahr, Damit ich tragen Waltet über Stadt und Land. mag Mit Ehren graues Haar. 4. Augenlust und schnöde Freu7. Laß mich an meinem End' de, Ueppigkeit ist nicht von Gott. Auf Christi Tod verscheiden; Die Drum vor Gottes Augen meide, Seele nimm zu dir Hinauf zu Was dir bringt der Sünder Tod. deinen Freuden! Der Leib, Herr, Denke, daß dein Leib soll rein Und ruhe sanft In stiller Christengruft, ein Tempel Gottes feyn. Bis ihn dein Allmachtswort Ins] 5. Denke drauf vor andern neue Leben ruft. allen, Was du thust, nur Gott 8. Wenn du an jenem Tag allein Durch den Glauben zu ges Die Todten wirst erwecken, Wirst fallen, Voller Lieb ohn' argen du auch deine Hand Zu meinem Schein. Häuf dir keine SünGrab' ausstrecken. Dann hör ich denschuld, So bekommst du Gots deine Stimm'; Den Leib, Herr, tes Huld. weckst du auf, und führst ihn schön 6. Sen nicht falsch in deinem verklärt, 3ur Himmelsruh hinauf. Handeln, Nicht im Reden, nicht 9. Gott Vater, dir sey Preis im Thun, Willst du vor dem Herren 222 Vom chriftlichen Leben. Herren wandeln, Und dereinst zen noch einmal so schön. Ach, auch selig ruhn. Liebe Wahrheit, eine freudenreichre Pflicht, Als Recht und Zucht Als des Geistes ächte Frucht. Menschenliebe giebt es nicht! 5. Sie lehrt uns eignen Schmerz 7. Eitle Ehr' und Pracht ver- besiegen; Getröstet ist wer bel= achte, Halt an Demuth allezeit; fen kann. Sie bot ihr göttliches Nach dem Himmel ernstlich trachte, Vergnügen Dem Joseph selbst im Trag geduldig Kreuz und Leid. Kerker an. Wenn alles andre Gott thut nicht mehr Trübsal an, dir zerbricht, Der Liebe Segen Als der Mensch ertragen kann. läßt dich nicht. 8. Stets ans Ende hier ge= 6. Ja, Christen, wer sein Herz denke, Und an Christi Kreuz und hienieden Der reinsten MenschenTod, Daß er seine Huld dir schen- liebe weiht, Der streut den Saa ke; Dann kommst du aus aller men edler Thaten, Und erndtet Noth, Aus der Angst und bösen hohe Seligkeit. O laßt uns dieZeit Zur erwünschten Seligkeit. sen Saamen streun! O laßt uns Menschenfreunde seyn! M. Wer nur den lieben Gott. 360. Vereinigt laßt uns Gu- M. Erhalt uns Herr bei deinem. tes wirken! Chri- 361.* Mit Gott in einer jeden Sach' Den sten füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen Der Anfang und das Ende mach'! Menschenliebe sanftes Band, Und Mit Gott geräth der Anfang jeder liebe Recht und Pflicht, Bis wohl; Fürs Ende man Gott einst sein Auge sterbend bricht! danken soll. 2. Such nicht in deinem Chri2. Wir sind desselben Gottes Kinder, Wir mögen arm seyn oder stenthum Durch Heuchelei bei reich; Und Gott, der unpartheiisch Menschen Ruhm. Gott kennt waltet, Bleibt immer sich an Liebe dein Herz und strafet dich; Du gleich. Er will, wir soll'n voll wirst zu Schanden öffentlich. Liebe seyn, Und Gutes weit umher verstreun. 3. Ob du schon im Verborg: nen bist, Denk dock und thu, 3. So schlage denn für Men- was löblich ist. Bei Gott, dem schenfreude, Für Menschenwohl Herren, ist gewiß Nicht finster auch unser Herz, Und leidet irgend- auch die Finsterniß. 4. Unreine Zoten, faul Gewo ein Urmer, Gemildert sey durch uns sein Schmerz! Sein schwät Nicht für geringe Sünde heitrer, dankerfüllter Blick Sey schätz'. Gott fordert Rechnung stets auch unser reinstes Glück! einst von dir, Auch wenn du un4. O Wonne, Menschen glück- recht redest hier. O lich machen! Bonne, Men 5. Verachte deinen Nächsten schen glücklich sehn! Hier wird nicht, Weil dir noch selber viel die schöne Erde Gottes Dem Her- gebricht. Vollkommen ist kein Mensch und Wandel Mensch auf Erd, Un dem nicht Mangel funden werd'. 6. Betrübe Niemand mit Geüberhaupt. 223 14. Kein unrecht Gut zusams men scharr; Denn, wer es thut, der ist ein Narr. Daß seine Erwalt; Denn solche Macht ver- ben lustig seyn, Dafür rennt er gehet bald. Und wer Gewalt hat zur Höllenpein. dort betrübt. hier geübt, Wird ohne Gnade 15. Wer dir vor Augen dienen kann, Ist darum nicht der 7. Arbeite gern und glaube beste Mann; Es geht oft nicht fest, Daß Faulheit ärger ist als von Herzensgrund, Was schön Pest. Denn Müßiggang viel und lieblich red't der Mund. Böses lehrt, Und Sünd' und 16. Entschlag dich deß zu jeSchande häufig mehrt. 8. Was du dir erst gewöhnest an, Das ist hernach gar leicht gethan, Gewohnheit hat sehr große Ehre trifft. Kraft, Die Böses und auch Gu tes ſchafft. In voriger Melodie. 9. In deiner Kleidung, Trank 362. Gönn jedem, was * und Speis' Der Zucht und Drdder ihm der Zeit, Der gern verläumdet andre Leut. Die Rede ist wie Gall und Gift, Die eines andern nung dich befleiß! Auf Hoffart giebt Gott theilet aus, wie's ihm und auf Ueberfluß, Denk, daß beliebt; Doch der auch Gott zu oft Betteln folgen muß. danken hat, Der Kleidung hat 10. Flieh böse Lust und Hu- und ist sich satt. rerei! Kein Glück noch Segen ist 2. Sag' nicht des Nächsten dabei, Weil Gott, der rein und Mängel her. Was möglich ist, heilig ist, Dich hasset, wenn du zum Besten kehr; So bleibt ein unrein bist. andrer ohne Schimpf, Und du 11. Nimm deines Gleichen zu haft Ehr' von deinem Glimpf. der Eh, Sonst wird dein Ehstand 3. Vergiß es all dein Lebtag leicht zum Weh. Halt den dir nicht, Wenn dir von Jemand gleich, der neben dir Gott liebt Guts geschicht; Das Unglück und fürchtet für und für. bleibt von deinem Haus, Wenn du undankbar bist, nicht aus. 12. Gieb wohl auf deine Kinder Acht. Wehr' ihnen Faul heit, Lust und Pracht. Wenn sie ein gut Erempel sehn, So wirds von ihnen auch geschehn. 4. Die Welt ist voll Betrügerei; Drum, was du thust, vorsichtig sey. Thu Niemand Schaden, sieh doch zu, Daß dir 13. Verschwende nicht dein auch Niemand Schaden thu. Haab und Gut, Gedenk, daß 5. Lern unterscheiden Zeit und Armuth weh drauf thut. Man Ort; Eh du was red'st, wäg giebt dem nichts, der nichts mehr jedes Wort. Die Zung' bei hat; Drum, hast du übrig, halt's Manchem fertig geht, Doch Tod zu Rath. und Leben drin besteht. 6. Was 224 Vom christlichen Leben. 6. Was heimlich ist und blei- und Wahrheit Raum. Im Zürben muß, Tritt gerne unter dei- nen sich der Mensch verstellt, Und nen Fuß. Schweigst du, so ist leicht in Sünd' und Krankheit das Wort noch dein; Was du fällt. gered't hast, ist gemein. 15. Gott, mein Vater mich 7. Des Narren Herz ist in regier! Herr Jesu, hilf mir und dem Maul; Zum reden ist er mich führ! I heilger Geist, mein drum nicht faul. Im Herzen Herz ermahn', Daß ich stets geh ist des Weisen Mund, Den er auf rechter Bahn! bewahrt zu jeder Stund'. 8. Was du willst thun, das M. Freu dich sehr, o meine. thu mit Rath, Daß dich's nicht 363.* Kommt, laßt euch vom reute nach der Denn gethan, hernach bedacht, hat viel Kommt, und lernet allzumal in Schand' und Schaden bracht. Welche die sind, die gehören zu 9. Wenn du geirret hast worin, der wahren Christen Zahl; Die So bleib nicht steif auf deinem bekennen mit dem Mund, Glau:" Sinn. Wir Menschen irren, jung ben fest von Herzensgrund, Und und alt; Wer aber klug ist, bemühen sich daneben, Fromm beffert's bald. zu seyn, so lang fie leben. 10. Wer einst zu Ehren kommen will, Muß lernen vor und 2. Selig sind, die Demuth ha ben, und sich fühlen arm im leiden viel; Drum lern' und leide, Geist, Die sich rühmen keiner hab Geduld, So sind dir Gott! Gaben, Daß Gott werd' allein und Menschen huld. 11. Hat man dir was zu Leid gepreist, Ihm auch danken für gethan, Fang darum keinen Ha- und für; Denn das Himmelreich der an. Laß allemal in deiner ist ihr. Gott wird dort zu Ehren Sach' Der Obrigkeit und Gott sehen Die sich hier geringe schäten. 3. Selig sind, die Leide tragen, die Rach'. 12. Die Sonn' auf Bös und Wo sich göttlich Trauren find't Fromme scheint; Thu du auch Die beseufzen und beklagen Ihr Gutes Freund und Feind! Die und andrer Leute Sünd; Und, Wohlthat den erweichet oft, Un um ihr zu widerstehn, Oft zu dem man sonst kaum Beßrung Gott mit Thränen flehn. Dieſe sollen hier auf Erden, Und dann hofft. dort getröstet werden. 13. Laß jeden bleiben, wer er ist, So bleibest du auch, wer du 4. Selig sind die frommen Her bist. Wem Gott nicht gönnt den zen, Wo man Sanftmuth spüren Ehrenstand, Der fällt wohl ohne Menschenhand. kann, Welche Hohn und Tro verschmerzen, Weichen gerne Je 14. Dem Zorn verhänge nicht dermann; Die nicht suchen eigne den Zaum, Gieb der Vernunft Rach, Gott befehlen ihre Sach. 200le und Wandel überhaupt. 225 Alle die will er so schützen, Daß belohnen Mit den ew'gen Eh. sie noch das Land besitzen. renkronen. 5. Selig sind die sehnlich stre10. Gieb, o Herr, zu allen Zei ben Nach Gerechtigkeit und Treu, ten, Daß ich hier auf dieser Erd' Daß in ihrem Thun und Leben Aller solcher Seligkeiten Doch Nie Gewalt und Unrecht sey; aus Gnaden fähig werd'! Hilf, Die da lieben, was ist recht, daß ich mich acht' gering, Oft dir Sind aufrichtig, fromm, gerecht, meine Noth vorbring', Auch am Geiz, Betrug und Unrecht has- Feinde Sanftmuth übe, Die Ge sen; Die wird Gott satt werden rechtigkeit stets liebe; laffen. 11. Daß ich Armen helf und 6. Selig sind, die aus Erbarmen diene, Immer hab' ein reines Sich annehmen fremder Noth, Herz, Die in 3wietracht stehn, Sind mitleidig mit den Armen, verfühne, Dir anhang in Freud' Bitten treulich für sie Gott. Die und Schmerz! Bater, hilf von behülflich sind mit Rath, Auch deinem Thron, Daß ich glaub' wo möglich, mit der That, Wer an deinen Sohn, Und durch deiden wieder Hülf empfangen, nes Geistes Stärke Mich befleisfe Und Barmherzigkeit erlangen. guter Werke! In eigener Melodie. 7. Selig find, die funden wer: 364. Es kostet viel ein Chrift den Reines Herzens jederzeit; zu seyn, Und Die im Werk, Wort und Geber- dem Sinn des Geistes ganz zu nach den Lieben Zucht und Heiligkeit. leben. Wie gehts so schwer dem Diese, welchen nicht gefällt Die trägen Herzen ein, Sich ganz unreine Lust der Welt, Die viel- dem Herrn zum Dienste zu ermehr mit Ernst sie meiden, Wer- geben! Schwer ist der Kampf; den schauen Gott mit Freuden. und wie so oft erneut Sich nicht 8. Selig sind, die Friede ma- der Streit! chen, Und drauf sehn ohn' Un- 2. Doch ist es wohl des Kamterlaß, Daß man mög' in allen Sa- pfes werth, Wenn man mit Ernst chen Fliehen Hader, Streit und die Seligkeit erwäget, Die hier Haß. Die da stiften Fried und und dort ein wahrer Chrift erRuh, Helfen überall dazu, Sich fährt, Der Jesu Joch und Last des Friedens selbst befleissen, mit Freuden träget. Es kostet Werden Gottes Kinder heissen. Müh'; die Gnade aber schafft 9. Selig sind, die müssen dul- Uns Muth und Kraft. den Schmach, Verfolgung, Ungst 3. Dann ists nicht schwer, ein und Pein, Da sie es doch nicht Christ zu seyn, Und nach dem Sinn verschulden, Und gerecht befun- des Geistes fromm zu leben; den sein. Ob des Kreuzes gleich Dann wirds uns leicht, uns Jeſu ist viel, Seget Gott doch Maaß ganz zu weihn, Wenn er uns hat und Ziel, Und hernach wird ers der Liebe Geist gegeben. Dann Sp stärkt 226 Vom christlichen Leben und Wandel. stärkt er unser Herz mit Freu- Inicht Den Kampf des Glaubens digkeit und Kraft zum Streit. muthig auszuringen! Was for 4. Der Geist, der uns mit Gott gest du, daß dir's an Kraft ge vereint, Wird immer mehr uns bricht? Mit dir ist Gott! Mit in der Liebe üben. Wenn nur, Gott muß dir's gelingen! Dein o Christ, dein Herz es redlich ist die Ruh', der Lohn, den er meint. Kann nicht das Kind schon verspricht; Ermüde nicht! feine Mutter lieben? Wer Liebe hat, für den ist nimmermehr Der Kampf zu schwer. In eigener Melodie. 365.* Herzlich lieb hab ich den Herrn! Ich 5. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der doch dein Herz bitte, sey von mir nicht fern Mit vergeblich drückt und plaget. Er- deinen Gnadengaben. Die ganze wecke nur zum Glauben deinen Welt erfreut mich nicht. Nach Sinn, Wenn beim Gefühl der Erd und Himmel frag ich nicht, Schwachheit er noch zaget. Wenn ich nur dich kann haben! Sprich: Bater, schau mein Elend Wenn gleich mein Herz im Tode gnädig an! Er hilft dir' dann. bricht, Bist du doch meine Zuver 6. Nur fasse Christ dich in sicht, Mein Heiland, der mich hat Geduld, Ob du auch nicht gleich erlöst, Und auch im Tode nicht feine Hülfe merkest. Und fehleft verstößt. Herr Jesu Christ, Mein du, und schmerzt dich deine Gott und Herr, mein Gott und Schuld; So sieh, daß du durch Herr! In Schanden laß mich deine Kraft dich stärkest. Dann nimmermehr! lehrt die Reue dich behutsam feyn, Und Fehler scheun. 2. Es ist, Herr dein Geschenk und Gab', Mein Leib, mein Geist, 7. Laß nur dein Herz im Glau- und was ich hab' In meinem gan ben ruhn, Wenn Nächte dich mit zen Leben. Daß ich es deinem Finsterniß bedecken! Dein Vater Lobe weih', Dem Nächsten damit fann nichts, als was gut ist, nützlich sey, Wollst du mir Gnade thun. Was sollte dich, wenn du geben! Behüt' mich, Herr, vot ihn liebst, erschrecken? Ja, siehst falscher Lehr; Dem Reich des du endlich keiner Rettung Spur; Satans steur und wehr! I So glaube nur. allem Kreuz erhalte mich; Hilf 8. Wohlan, mein Geist! was daß ichs trag geduldiglich! Hert fäumest du, Dich deinem Gott Jefu Chrift, Mein Herr und Gott, ganz kindlich zu ergeben? Hienie- mein Herr und Gott, Sey du den schon giebt er dir wahre Nuh; mein Trost in Todesnoth! Im Frieden sollst du ewig bei 3. Ach, Herr, verleih, daß meis ihm leben. Die Sorg und Last nen Geist, Benn du dereinst mich dir wirf nur getrost und kühn, Al- sterben heißt, Dein' Engel zu lein auf ihn! trage! Mein still verwesendes 9. So kämpfe dann; ermüde Gebein Wird Erde, doch nicht länger 227 gewesen, Was würd' Liebe zu Gott und Jesu. länger seyn, Als bis zum jüng- M. Wie groß ist des Allmächt. sten Tage. Ich weiß es, du er 367. as wär' ich ohne dich weckest mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud', o ich ohne dich, Herr, seyn, Zu Gottes Sohn, Mein Heiland und Furcht und Aengsten auserleſen, mein Gnadenthron! Herr Jesu Ständ' ich in weiter Welt allein. Christ, Erhöre mich, erhöre mich! Nichts wüßt ich sicher, was ich Ich will dich preisen ewiglich. liebte; Die Zukunft wär' ein dunkles Grab, Und wenn mein M. Herr Jesu Christ dich zu. 366.* Gott ist die Liebe! wer es gläubt, Und stets ich in seiner Liebe bleibt, Der bleibt Herz sich tief betrübte, Stürzt verzweiflungsvoll hinab. 2. Verzehrt von ungewissem in Gott in Freud und Leid, Und Sehnen, Säh ich nur Nacht in Gott in ihm zu jeder Zeit. jedem Tag': Ich folgte ohne Trost 2. Das ist der Liebe Völligkeit, mit Thränen Dem wilden Lauf Giebt im Gerichte Freudigkeit, des Lebens nach; Ich fände UnWenn liebreich, wie er ist, auch ruh im Getümmel, und hoffwir In dieser Welt sind für und für. nungslosen Gram zu Haus; Wer 3. Furcht kann nicht in der hielt es ohne Freund im Himmel Liebe seyn; Denn alle Furcht hat Wer hielt es da auf Erden aus? Angst und Pein, Die Liebe treibt die Furcht hinaus, Und hält allein im Herzen Haus. 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, Wie schnell verzehrt ein 4. Laßt uns Gott lieben je lichtes Leben Die bodenlose Finderzeit! Er liebt uns ja von sterniß! Nun schau ich erst des Ewigkeit. So jemand spricht: Menschen Würde; Mein Schickich liebe Gott, Doch Brüder sal wird verklärt durch ihn, Und haßt, der bleibt im Tod'. leichter trag ich jede Bürde, Seh' 5. Weil der ein grober Lüg- in der Wüste Rosen blühn. ner ist, nicht würdig, daß er 4. Nun steig ich froh die steilheißt ein Christ, Wer dies Gebot sten Pfade, Des Vaters Hand nicht will verstehn, Nicht Gott führt mich sein Kind; Nun trau will in den Brüdern sehn. ichs seiner weisen Gnade, Daß 6. Ja, wer den Bruder, den Leiden Freudenquellen sind. Ganz er sieht; Nicht liebet, ihm sein seiner Leitung übergeben, Fliehn Herz entzieht, Der kann Gott von mir alle Sorgen nun. Ein nicht ergeben seyn, Den er nicht sanfter Bach fließt hin mein Leben; sicht, nicht sein sich freun. Des Zweifels wilde Stürme ruhn. 7. Wir haben von ihm das 5. D geht hinaus auf allen Gebot: Wer herzlich liebet feinen Wegen, und holt die Frrenden Gott, Daß der auch seinen Bru- herein! Streckt jedem eure Hand der liebt, und sich in jeder Eu- entgegen, Und ladet froh ihn zu gend übt. uns ein. Der Himmel ist bei uns P2 auf 228 Vom christlichen Leben und Wandel. 10. Noch steht in seinem schö auf Erden; Im( Glauben schauen wir ihn an. Die eines Glaubens nen Glanze Der göttliche Geliebte mit uns werden, Auch denen ist hier. Gerührt von seinem Dor nenkranze, Und seiner Treue, er aufgethan. 6. Ach! eine schwere Last von weinen wir. Ein jeder Mensch ist Sünde War fest an unser Herz uns willkommen, Der Jesu Hand gebannt. Wir irrten in der Nacht, mit uns ergreift, In seinen Bund wie Blinde, Von Reu und Lust mit aufgenommen, 3ur Frucht zugleich entbrannt. Ein jedes des Paradieses reift. M. Wie schön leucht't uns der. Werk schien uns Verbrechen, Der Mensch schien Gottes Feind zu ſeyn; Und schien der Himmel uns 368.* Jeſu, Jeſu, Gottes Sohn, zu er nur von Tod und Pein. ler und mein Gnadenthron, Du 7. Das Herz der Freude reiche meine höchste Wonne! Mein InnQuelle, Gab sich der Angst der res ist dir offenbar, Du siehest, Sünde hin; Und ward's in un- was ich bin und war, Du meiner ferm Geiste helle, So war nur Seele Sonne! Herzlich Such ich Unruh der Gewinn. Der Sinne Dir vor allen Zu gefallen; Nichts Lust hielt an der Erde Das Bild auf Erden kann und soll mit der ewgen Gottheit fest; Das theurer werden. 2. Dies eine nur bekümmert Todeswort: zu Staube werde Der Staub! verschlang der Hoff- mich, Daß ich mit solcher Inbrunst dich Nicht liebe, wie ich wollte. nung Rest. 8. Da kam ein Heiland, ein Der Proben deiner Liebe sind So Befreier, Ein Menschensohn voll viele, daß ich nimmer find', Wie Huld und Macht, und hat ein ich dich lieben sollte. Laß mich allbelebend Feuer In unserm In- Gläubig Deine Güte In's Genern angefacht. Nun fahn wir müthe Stärker fassen, Dir mid erst den Himmel offen, Als unfer ganz zu überlassen! altes Vaterland; Wir konnten glauben, lieben, hoffen, Und fühlten uns mit Gott verwandt. 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bei; So werd ich stets mit festrer Treu Und einzig dir an 9. Seitdem sind Sünd' und hangen. Nichts, was sonst Men Noth verschwunden; Seitdem ist schen wohlgefällt, Nicht Lust de fröhlich jeder Schritt. Auf ewig Sinne, Ehr und Geld Befriedig sind wir ihm verbunden; Er mein Verlangen. Ohn' dich Kam theilt uns feinen Frieden mit. mich nichts von Schätzen Rech Durch ihn geheiligt, zieht das ergötzen und beglücken; Du nu Leben Vorüber, wie ein schöner kannst mein Herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, de Traum; Und ew'ger Lieb' und Lust ergeben, Bemerken wir den liebst auch du, Schaffft seiner Abschied kaum. Herzen Fried und Rub, Und tre fteft Liebe zu Gott und Jeſu. 229 stest sein Gewissen. Ob ihn auch Gieb, daß mein Herz dich wiemanche Noth hier drückt, So wird derum Mit Liebe und Verlaner doch durch dich erquickt In sei- gen Mög umfangen, Und als nen Kümmernissen. Endlich Wird dein Eigenthum Nur einzig dir sich Nach dem Leide Volle Freude anhangen! Für ihn finden; Da wird all sein Trauern schwinden. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel', Als deine Liebe 5. Kein Ohr hat jemals es wohne. Gieb, daß ich deine Lieb' gehört, Kein Weiser hat es uns erwähl' Als meinen Schaß und gelehrt, Kein Mensch kann es be- Krone. Nimm alles aus dem schreiben, Was denen dort für Herzen hin, Was mich und dich Herrlichkeit Bei dir und von dir will trennen, mir nicht gönnen, ist bereit, Die in der Liebe blei- Daß all mein Thun und Sinn ben. Was hier Von dir Wird In deiner Liebe brennen. gegeben, Uns im Leben Zu ergö Ben, Ist dagegen nichts zu schähen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jesu, deine Liebe! Wenn sie mir bleibt, kann nichts 6. So soll denn, Jesu, dies geschehn, Was meinen Geist beallein Stets meine höchste Freude trübe. Drum laß nichts anders seyn, Daß ich dich innig liebe, denken mich Nichts suchen und Und mich in dem, was dir ge- begehren, Lieben, ehren, Als deine fällt, Je mehr und mehr in die Lieb' und dich, Der du sie kannst ser Welt Nach deinem Worte übe; vermehren. Bis sich Für mich Jenes Leben 4. daß ich dieses hohe Gut Wird anheben, Wo die Frommen Möcht ewiglich behalten! D daß Aller Trübsal find entnommen. doch deiner Liebe Glut Nie möcht 7. Da werd ich deine Gütig in mir erkalten! Ach, hilf mir keit, Die mich schon hier so hoch wachen Tag und Nacht, Und erfreut, In voller Wonne schme- diesen Schatz bewahren Vor den dken; Da seh ich in dem hellsten Schaaren, Der Feinde, die mit Licht Dein gnadenvolles Unge- Macht Uns stürzen in Gefahren! sicht, Auf ewig frei von Schre- 5. Mein Heiland, du bist mir den. Ewig Bin ich Dann er zu gut In Noth und Tod gequicket Und geschmücket; Keine gangen; Und hast am Kreuz in Leiden Können mich dann von deinem Blut, Ein Fluch für mich, dir scheiden. gehangen, Verhöhnt, verspeit und sehr verwund't, Ach, laß mich deine Wunden Alle Stunden M. Ich ruf zu dir, Herr. 369.* Jefu Chrift, mein 3ur Lieb' im Herzensgrund Auch höchstes Licht, Der reizen und verwunden. * du der Menschen Seelen So 6. Dein Blut, das dir verherzlich liebst, daß ich es nicht gossen ward, Ist köstlich, gut Aussprechen kann noch zählen! und reine; Mein Herz hingegen böser 230 Vom christlichen Leben und Wandel. böser Art, Und hart gleich einem de, Deilt ich dir nur immer zu, Steine. laß doch deines Blu- Wärst du nur meine Weide! Ver: tes Kraft Mein hartes Herz be- mehre deine Lieb in mir. Im Leizwingen, Ganz durchdringen, Und den wollst du eilen, Nicht verweigeben Lust und Kraft, Das Gute len, Um meine Schmerzen hier zu vollbringen! 3u lindern und zu heilen. 7. O daß mein Herz stets offen 12. Was ist, o Schönster, das stünd, Den Segen zu empfan- ich nicht In deiner Liebe habe? gen Der Leiden, welche meine Sie ist in Finsterniß mein Licht, Sünd', Mein Heiland, dir ab Mein Quell, wo ich mich labe, drangen! Uch, daß sich meiner Mein Trost im Leben und im Augen Brunn Aufthäte und viel Tod, Mein Schmuck vor Gottes Thränen, Heiße Thränen, Ver- Throne, Meine Krone, Mein göffe, wie die thun, Die sich in Schutz in aller Noth, Mein Pfand Liebe sehnen. vom ewgen Lohne. 8. O daß ich dann gleich wie 13. Mein Heiland, ach, wenn ein Kind So lange dir nach- du entweichst, Was hilft mirs ginge, Bis ich Vergebung mei- feyn geboren? Wenn du mir deine ner Sünd' Von deiner Huld em- Lieb entzeuchst, So bin ich ganz pfinge; Bis voll Entzücken mein verloren. Drum gieb, daß ich Gemüth, Herr, deine große Liebe dich ohne Rast Wohl such, und Hoch erhübe, Und ich durch deine bestermaßen Mög umfassen, Und Güt' Mit dir vereinigt bliebe! wenn ich dich gefaßt, In Ewig 9. Ach, zeuch mich, Liebster, keit nicht lassen. ganz zu dir; Laß mich dich recht 14. Du hast mich je und je genießen! Ich will mit sehnli geliebt, und mich zu dir gezo cher Begier Dich in mein Herz gen; Eh ich noch etwas Guts einschließen. Dann werd ich, Herr, geübt, Warst du mir schon ge erquickt von dir, Den süßen wogen. Ach, laß doch ferner, edler Trost empfinden, Der die Sün- Hort, Mich diese Liebe leiten, den Und alles Unglück hier kann und begleiten, Daß sie mir immer leichtlich überwinden. fort Beisteh auf allen Seiten. 10. Mein Trost, mein Schak, 15. Laß meinen Stand, worin mein Licht, mein Heil, Meinlich steh, Herr, deine Liebe zieren, höchstes Gut und Leben! Ach, und, wo ich etwa irre geh', Mich nimm mich auf zu deinem Theil! bald zurücke führen. Laß sie mich Dir hab ich mich ergeben! Denn allzeit guten Rath und rechte ohne dich hab' ich nur Pein; Dann Werke lehren, Steuern, wehren werden selbst die Freuden Mir nur Der Sünd', und nach der That Leiden; Nichts kann mir tröstlich Schnell wieder zu dir kehren. feyn, Nichts meine Seele weiden. 16. Laß fie feyn meine Freud 11. Du aber giebst die rechte im Leid, In Schwachheit mein Ruh; Bei dir ist Fried und Freu- Vermögen, Und wenn ich nad vollbrachter Liebe zu Gott und Jefu. 231 vollbrachter Zeit Mich soll zur 7. Muß ichs vielleicht noch Ruhe legen, Alsdann laß deine lang' entbehren, Als Pilger in Lieb und Treu Auch mich, oder Prüfungszeit; Einst wird ers Jesu, sehen, Mir beistehen; Daß mir gewiß gewähren Im Reiche ich getroft und frei Mög' in dein seiner Herrlichkeit. Drum wehr Reich eingehen. mir Niemand, was ich will; Ich liebe Jesum, ihn, mein Ziel. M. Wer nur den lieben Gott. 370. ch. fagt mir nicht von M. Jesu, der du meine Seele. Gold und Schätzen, 371. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, Von Pracht und Schönheit dieser Welt! Das alles kann mich mein Gott, wie lieb ich dich! nicht ergötzen, Was mir die Welt Und mit welchen Seligkeiten Fülvor Augen stellt. Ein jeder liebe, let deine Liebe mich! Leib und was er will; Ich liebe Jesum, ihn, Seele mag verschmachten; Hab mein Ziel. ich dich, darf ichs nicht achten; 2. Denn er allein ist meine Mir wird deine Lieb' allein Mehr, Freude, Mein einzger Schatz, als Erd und Himmel seyn. mein schönstes Bild, Un dem ich 2. Denk ich deiner, wie erhebet meine Seele weide, Und finde, Meine Seele sich in mir! Wie gewas das Herz mir stillt. Ein tröstet, wie belebet Fühl ich mich, jeder 2c. o Gott, von dir! Jeder Blick auf 3. Die Welt vergeht mit ih- deine Werke, Deine Güte, deine ren Lüsten, Des Leibes Schön- Stärke, Wie entledigt er mein Herz heit dauert nicht; Die Zeit kann Von Bekümmerniß und Schmerz alles das verwüsten, Was Menschenhände zugericht't. Ein jeder zc. 3. Floß aus deiner Segensfülle Mir nicht tausend Wohlthat zu? 4. Sein Schloß kann keine Daß ich ward, das war dein WilMacht zerstören, Sein Reich verle, Daß ich noch bin, wirkest du. geht nicht mit der Zeit; Sein Daß ich denke, daß ich wähle, Thron bleibt stets in gleichen Eh- Dankt dir, Vater, meine Seele, ren, Von nun an bis in Ewig- Dankt dir, daß sie dich erkennt, keit. Ein jeder zc. Und dich ihren Vater nennt. 5. Sein Reichthum ist nicht 4. Du erlöstest vom Verderzu ergründen. Die Huld in sei- ben Mich durch deinen Sohn, o nem Angesicht, Die Unmuth, un Gott! Ließest den Gerechten ster befleckt von Sünden, Verschwin- ben, Mir zum Leben ward sein det und veraltert nicht, Ein jederic. Tod. Ewig dort mit ihm zu le6. Er kann mich über alles ben, Hast du mir durch ihn gegeheben, und seiner Klarheit ma- ben, Ewig deiner mich zu freun, chen gleich; Er kann mir so viel Und von dir geliebt zu feyn! Gutes geben, Daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein jeder ic. 5. Sollt ich dich nicht wieder lieben, Der du mich zuerst ge liebt, 232 Vom christlichen Leben und Wandel. liebt, und mit mehr als Vater- Gottes Huld Auf den Regen hei trieben So unendlich mich ge- ter machen! Jefu, hier leid ich liebt? Könnt' ich ruhig hier auf mit dir, Dort theil deine Freud' Erden Ohne deine Liebe werden, mit mir. Ohne sie nach dieser Zeit Würdig seyn der Seligkeit? 3. Lasset uns mit Jesu ster: ben! Sein Tod schützt vorm an 6. Heil mir, wenn ich dies dern Tod, Rettet uns von dem empfinde, Daß du, Gott, die Verderben, Von der ewiglichen Liebe bist, Und aus Liebe jede Noth. Laßt uns tödten, weil Sünde Ernstlich meide, als ein wir leben, Unser Fleisch, im Ster Christ! Wenn auf dein Gebot ich ben ab! Dann wird er uns aus achte, Und es zu erfüllen trachte, dem Grab In sein Himmelreich Heil mir! dann, dann fehlt mir erheben. Jesu, sterb ich, sterb ich nicht Seelenruh und Zuversicht. dir, O dann leb ich für und für. 7. Noch lieb ich dich unvoll- 4. Lasset uns mit Jefu leben, kommen; Meine Seele fühlt es Weil er auferstanden ist! Er wird wohl. Dort, im Vaterland der uns dahin erheben, Wo er, unser Frommen, Lieb ich dich, Herr, Haupt nun ist. Wir sind deines wie ich soll. Ganz werd ich dort Leibes Glieder; Wo du lebst, deinen Willen Kennen, ehren und Herr, leben wir. Ach, erkenn erfüllen, Und empfahn an deinem uns für und für, Trauter Freund, Thron Der vollkommnen Liebe für deine Brüder. Jesu, dir nur Lohn. leb ich hier, Und so ewig auch bei dir. M. Sollt ich meinen Gott. 372.* affet uns mit Jeſu M. Ach, was soll ich Sünder. ziehen, Seinem Vor- 373.* efus, felbft mein bild folgen nach, In der Welt der Licht, mein Welt entfliehen, Aufder Bahn, die Jesus, meiner Seele Zier, Spricht: er uns brach; Immerfort zum kommt her, und lernt von mir! Himmel reisen, Irdisch noch schon Jesus, dem ich mich ergeben, himmlisch seyn, Glauben recht Mein Heil und Gerechtigkeit, und leben rein, In der Lieb' den Lehrt mich selbst die Frömmigkeit. Glauben weifen. Treuer Jesu, 2. Ach, wie ist mein Herz ver bleib bei mir! Gehe vor, ich derbet! Wie umschlingt das Sün folge dir. denband Leib und Seel', Sinn 2. Lasset uns mit Jesu leiden, und Verstand! Was von Adam Seinem Vorbild werden gleich. angeerbet, Sündlich Wesen, Fleisch Nach dem Leiden folgen Freuden; und Blut, Bleibt Fleisch und Armuth macht dann dort uns thut nimmer gut. reich. Thränenfaaten erndten La- 3. Hilf mir selbst, mein Gott, chen; Hoffnung stärkt und giebt ausrotten Alles Unkraut, Haf Geduld, Und wie leicht kanns und Neid, Hochmuth, Ungered tigkeit! Nachfolge Jesu. 233 tigkeit! Laß den Satan mein 3. Den wir lieben und nicht nicht spotten, Mache selbst mein sehn, Der hat uns den Lohn erHerz ganz neu, Und von aller rungen, Und zu seines Himmels Bosheit frei. Höhn Sich vom Staub empor4. Pflanze du in mein Gemü- geschwungen. Sieger in des Tothe Deine große Freundlichkeit, des Nacht, Sprach er selbst: es Die Geduld und Frömmigkeit, ist vollbracht! Deine Liebe, deine Güte, Undacht, 4. 3euch, o Herr, uns hin zu Treu und Heiligkeit, Wahrheit dir! 3euch uns nach, die Schaar und Gerechtigkeit. der Streiter! Sturm und Nacht 5. Laß mich dir zu Ehren le- umpfängt uns hier; Droben ist ben, Jesu, meines Herzens Licht, es still und heiter; Jenseits, hinMein Trost, Heil und Zuversicht, ter Grab und Tod, Strahlt des Mach mich dir allein ergeben; Lebens Morgenroth. Laß mich sterben dieser Welt, 5. Geht, o Mitgenossen, geht Laß mich thun, was dir gefällt. Muthig durch die kurze Wüste! 6. Führe mich auf deinen We- Seht auf Jesum! wacht und gen, Gieb mir deinen guten Geist, fleht, Daß er selbst zum Kampf Der mir Hülf und Beistand euch rüste! Ihm, der uns in leist. Laß mich deine Gnad und Schwachheit stärkt, Bleibt kein Segen Stets empfinden früh und Kämpfer unbemerkt. spat. Segne Denken, Wort und That! M. Freu dich sehr, o meine. men Aus der Unvollkommenheit. 7. Bis ich endlich werde kom- 375. Lehre du mich, Herr, ergründen, Was wahrZu des Himmels Herrlichkeit, Wo hafte Weisheit sey; Die verborich dann mit allen Frommen gene zu finden, Stehe mir in Deine große Gütigkeit Preisen Gnaden bei. Denn die Klugheit, will in Ewigkeit. die die Welt Ohne Grund für Weisheit hält, Läßt den Geist 374. Steil und dornicht ist nicht aufwärts sehen, Kann am der Pfad, Der uns 3iele nicht bestehen. M. Meinen Jesum laß ich. zur Vollendung leitet. Selig ist, 2. Weisheit ists, wenn unfre wer ihn betrat, Und zur Ehre Seelen Deiner Wahrheit reines Jefu streitet! Selig, wer den Licht Sich zum steten Leiter wähLauf vollbringt, Und nicht kraft- len, Und mit fester Zuversicht los niedersinkt! Nur nach diesem Lichte schaun, 2. Ueberschwänglich ist der Lohn Nicht des Irrthums Scheine Der bis in den Tod Getreuen, traun, Nichts auf leeres Wissen Die, der Luft der Welt ent- gründen; Diese werden Wahrflohn, Ihrem Schöpfer ganz sich heit finden. weihen, Deren Hoffnung unver3. Weisheit ist es, wenn wir rückt Nach der Siegeskrone blickt! trachten Mit uns selbst bekannt zu 234 Vom christlichen Leben und Wandel. M. Nun laßt uns Gottes. zu seyn, Niemand neben uns verachten, Allen Eigendünkel scheun; 376.* Gott, gieb mir zu erkennen, Was Wenn wir unsre Fehler sehn, Reuig sie vor Gott gestehn, Mu- Weisheit sey zu nennen, Daß thig nach Veredlung streben; De- ich dich recht verehre Nach deines Wortes Lehre. muth ist der Weisheit Leben. 4. Weisheit ist es, Christum 2. Laß mich stets christlich le ehren, Seiner Mittlerhuld fich ben, Nach wahrer Tugend stre freun, Nur auf seine Stimme ben, Und hilf mir, deinen Wilhören, Seinem Bilde ähnlich len Gehorsam stets erfüllen. 3. Sint ich in Sünden nieseyn; Und, wenn wir das Gute thun, Froh in Gottes Fügung der, So reiche du mir wieder, ruhn, Wenn uns Leiden hier be- Herr, die Vaterhände, Daß schweren, Hoffend, duldend Gott ich zu dir mich wende. 4. Bleib du mein rechter Leh verehren. 5. Weisheit ist es, alles mei- rer. Sey Brunnquell und Ver mehrer Der Weisheit; meine den, Was das Herz mit Reu Zierde Sen sie, und meine Würde. beschwert, Und uns hüten vor 5. Mein andres Thun und den Freuden, Die der Sünden- Laffen Regiere du dermaßen, dienst gewährt; Eiteln Ruhm, Daß dirs zum Preis gelinge, Und der bald verblüht, Luft, die im ich's durch dich vollbringe. Genuß schon flieht, Nicht für 6. Gieb Nath, gieb That, gieb wahre Wohlfahrt achten, und Freunde, Regiere meine Feinde, nach bessern Gütern trachten. Daß sie doch endlich können Mir 6. Weisheit ist es, stets be- nichts als Gutes gönnen. denken, Daß, was irdisch ist, 7. So sey dir heimgegeben, vergeht, Wunsch und Hoffnung Seel', Ehre, Gut und Leben! dahin lenken, Wo das Ziel des Ich leg' in deine Hände Den Glaubens steht; Seine Augen Anfang und das Ende. unverwandt Nach dem ewgen Vaterland Richten, und sich hier M. Zion flagt mit Angst und. bestreben, Wie man droben lebt, 377. alte, was du haft zu leben. Mein 7. Diese Weisheit ist auf Er- so theur erkaufter Chrift! Es find den, Höchster, unser bestes Theil. Geister ausgegangen, Die durch Die von ihr geleitet werden, De- ihre schnöde List Dich von de ren Weg ist Licht und Heil. nem guten Herrn Führen, dir Diese Weisheit kommt von dir; den Morgenstern Nehmen, ode Herr, verleihe sie auch mir! Laß dunkel machen; Ach, es ist hier sie mich zu allen Beiten Auf Beit zu wachen! den Weg des Friedens leiten. 2. Ach, es ist hier Zeit wachen, Weil es Seelenheil be trifft, Weisheit.- Vorsichtigkeit in der Religion. 235 trifft, Und die Schlang' aus ih- wissen Immer rege, niemals rem Rachen, Speiet stets ihr blind! Brauche gleiche Sorg' Ottergift. Darum sey nicht län- und Fleiß Auch auf deiner Himger blind, Schlag es ja nicht in melsreif Fliehe doch der Bösen den Wind, Als sen nicht viel Haufen, Die dir Spreu für dran gelegen, Ob du gehst auf Korn verkaufen. Irrewegen. 8. Die dir Spreu für Korn 3. Ob du gehst auf Irrewe- verkaufen, Sind zerstreuet durch gen, Oder seyst auf rechter Bahn, die Welt. Gott läßt auch an Pflegst du sonst zu überlegen, dich sie laufen, Wenn er auf die Stehest bei dir selbst oft an, Probe stellt Deinen Glauben, Wenn dein Gang in dieser Welt deine Treu, Ob du ohne alle Ist auf's Zeitliche gestellt; Wa- Scheu. Werdest bei dem Worte rum willst du hier erkalten, Recht bleiben, Wenn dich solche Schwätden Himmelsweg zu halten? zer treiben. 4. Recht den Himmelsweg zu 9. Wenn dich solche Schwäger halten, Fordert die Vorsichtig- treiben, Treibt dich Gott zur keit; Denn die Lehre ist zerspal- Schrift herein. Wie dem Eisen ten Mitten in der Christenheit. nußt das Reiben Auf dem harDer weist hier, der dort hinaus, ten Wetzestein; Wie das Sieb Nach des lieben Vaters Haus; beim Weizen thut, Da es ihn Ach, da alles so zerrissen, Wer macht rein und gut; So kann kann da den Weg recht wissen? Gott bei falschen Lehren Licht, 5. Wer mag doch den Weg Verstand und Glauben mehren. recht wissen, Den man soll zum 10. Licht, Verstand und GlauHimmel gehn? Seufzet hier ben mehren Müssen auch durch ein zart Gewissen. Sieh, beim ihren Wind Alle, die die Schrift Worte sollst du stehn! Du bist verkehren; Merk es dir, du Gotja so thöricht nicht: Gold erkennst teskind! Wie der Wölfe Rauben du am Gewicht; Du vermagst macht, Daß ein Hirte treulich zu unterscheiden, Was zu neh- wacht, Mußt du deinen Schild men, was zu meiden. ergreifen, Wenn sich die Gefah6. Weißt du doch zu unter- ren häufen. scheiden Reinen Weizen von der 11. Die uns Irrthum wollen Spreu, Was das beste unter bringen, Und vom rechten Pfade beiden, Was sey alt und was gehn, Wollen uns durch Muth sey neu, Oder, wo dem guten bezwingen, Scheinen standhaft Wein Hefen untermenget seyn. da zu stehn; Über ein geübter Alles dies kannst du bald wissen, Sinn Wirft als leere Sprent daWeil du dich darauf beslissen. hin, Und schlägt aus der Schrift 7. Weil du dich auf das be- darnieder, Was läuft Gottes flissen, Was doch eitle Dinge Wort zuwider. sind, So sen hier auch dein Ge- 12. Was läuft Gottes Wort zuwider, 31 236 Vom christlichen Leben und Wandel. zuwider, Was im Tode nicht stolz in deinem Dienste seyn; hält Stich, Womit Jesu Christi Nie führe mich zur Sicherheit Glieder Nicht zu trösten wissen Der Reichthum deiner Gütigkeit! sich; Was verlieret seinen Schein, 5. Laß mich mit weiser VorWenn es auf dem Prüfestein sicht fliehen, Was mich zu SünNach der Schrift wird untersu- den reizen kann; Mich um ein chet, Solchelehre sen verfluchet! reines Herz bemühen, Und nimm 13. Solche Lehre sey verflu- dich meiner hülfreich an; So chet, Käm' sie auch von Engeln komm' ich in der Gnadenzeit her! Wer sie zu verbreiten su- Durch dich zur wahren Seligkeit. 6. Erhalt in mir ein gut Ge chet, Dem, o Jesu, steu'r und wehr! Bring' zurecht, du treuer wissen, Das weder Spott noch Hirt, Ulle Seelen, die verirrt; Trübsal scheu', Und mache von Pflanze, stärke, gründe, mehre Deine Kirch' und reine Lehre! den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt Mich, das zu thun, was dir gefällt! M. Wer nur den lieben Gott. 378. Dich, Höchfter, ehrer7. Mit Ehrfurcht laß mich vor bietig scheuen, Sst dir wandeln, Und stets, ich sey unser Glück und unsre Pflicht. auch, wo ich sey, Nach deiner Kein Mensch kann deiner Huld Vorschrift redlich handeln, Entsich freuen, Scheut er dein heifernt von aller Heuchelei. Wer lig Auge nicht. D'rum flöße, dich von Herzen liebt und ehrt, um mich dein zu freu'n, Mir Nur der ist dir, o Vater, werth. wahre Kindesehrfurcht ein. 8. In deiner Gnade laß mich 2. Sie leite mich auf meinen sterben, So schreckt mich weder Wegen; Sie sen mir Weisheit Tod noch Grab; So werd' ich und Verstand, Und treibe mich, jenes Leben erben, Dazu dein das abzulegen, Was ich als Un- Sohn sich für mich gab. Da recht hab' erkannt. Denn wer werd' ich dein mich ewig freu'n, noch Lust zur Sünde hat, Liebt Und völlig selig in dir seyn. wahrlich dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu HerIn voriger Melodie. zen nehme, Daß du allgegen- 379, Du Bater aller deiner das vor dir zu Kinder, Der du die thun mich schäme, Was dir, Liebe selber bist, Und dessen Herz mein Gott, zuwider ist. Der auch gegen Sünder Noch gütig Beifall einer ganzen Welt, Hilft und voll Mitleid ist, Laß mich dem ja nichts, der dir mißfällt. von ganzem Herzen dein Sm 4. Nie laß mich dein Gericht Leben und im Tode seyn! vergessen, Mich nie mit Sündern 2. Gieb, daß ich als dein Kind sündlich freu'n; Nie muthlos, dich liebe, Da du mich als ein doch auch nie vermessen Und Vater liebst, Und so gesinnt zu seyn Ehrfurcht und Liebe gegen Gott. 237 fenn mich übe, Wie du mir selbst sten, die ihr schwöret! Furchtbar die Vorschrift giebst. Was dir ist die Heiligkeit Eures Nichters gefällt, gefall' auch mir; Nichts der euch höret; Allen Lügen ist scheide mich, mein Gott, von dir! er feind, Hier, und wenn er einst 3. Bewahre mich durch deine erscheint. Liebe Vor den Gefahren dieser 2. Wenn ihr eure Hand erWelt; Und gieb, daß ich Ber- hebt, Dann ergreif euch heil'ges läugnung übe, Wenn mir das Schrecken! Denkt: Gott ist uns Eitle noch gefällt. Wie sollt' ich nah, er lebt, Alles wird er doch je die Kreatur Dir vorzieh'n, entdecken, Was Betrug und List Schöpfer, der Natur! verstellt, Er, der Richter aller Welt. 4. Laß mich um deiner Liebe 3. Wenn ihr freveln wolltet, willen Gern thun, was mir dein ach! Eures eignen Herzens KlaWort gebeut. Kann ich's nicht, ge Folgt auf jedem Tritt euch wie ich soll, erfüllen, So sieh auf nach, Quält bei Nacht euch und meine Willigkeit, und rechne mir am Tage. Selbstgericht, was ist nach deiner Huld, Die Schwach ihm gleich? Alle Ruhe raubt heit, Bater, nicht zur Schuld! es euch. 5. Der liebt dich nicht, der 4. Fluch und Elend würde noch mit Freuden Das thut, dann Alles um euch her auf was dir, o Gott, mißfällt; Erden; Alles, was erfreuen kann, O'rum laß es mich mit Ernst Würde Pein und Rache werden, vermeiden, Gefiel es auch der Und Verzweiflung, die so leicht ganzen Welt. Die kleinste Sün- Frevler diesseits noch erreicht. de selbst zu scheu'n, Laß Va- 5. Sagt: für aller Welt Geter, stets mich wachsam seyn! winn Geb' ich nicht des Her6. Aus Liebe laß mich Alles zens Ruhe, Nicht die Ueberleiden, Was mir dein weiserzeugung hin, Daß das Recht ist, Rath bestimmt. Du führst durch was ich thue, Daß mir, was Trübsal uns zu Freuden; Und mein Gott befiehlt, Mehr als wer sie willig übernimmt, Ge- meine Neigung gilt. duldig trägt und weislich nützt, 6. Dann könnt ihr zu Gott Wird mächtig von dir unterstüßt. hinan Voll Vertrau'n und Hoff7. In deiner Liebe laß mich nung sehen, Und hier selbst die sterben, So wird der Tod selbst rauhste Bahn Muthig und mit mein Gewinn; Dann werd ich Ruhe gehen. Dem, der's immer deinen Himmel erben, Wo ich redlich meint, Ist Gott Vater, dir ewig nahe bin. Da lieb' ich ist Gott Freund. in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit! M. Wie groß ist des Allmächt. M. Jesus, meine Zuversicht. 381. Dank, Dank, o Vater, will ich fingen Dit, 380. Heilig, heilig sey der Eid Euch, ihr Chri- lder mir nichts als Gutes giebt. 238 Vom christlichen Leben und Wandel. Mit aller Kraft, vor allen Din- Unterricht und Offenbarung Bet gen Sey du gelobet und geliebt! ich, o Herr, dich dankbar an. Du warst mir, eh' ich war, ge- 6. Im Dunkeln forsch' ich nicht wogen, und ewig auf mein vergebens, Du gabst mir selbst Glück bedacht. Du hast mich dein Wort zum Licht; Du zeig aus dem Nichts gezogen; 3um test mir den Weg des Lebens, Menschen hast du mich gemacht. Mein Glück, mein Elend, meine 2. Du, Schöpfer, gabst mir Pflicht. Ja, Herr, du fandtest aus Kraft zu denken, Und Willens- Erbarmen Selbst deinen Sohn freiheit gabst du mir; Vernunft, zur Welt hinab. Was will ich mein Leben hier zu lenken, und mehr? was fehlt mir Armen, Da auch Empfindung kommt von dir. deine Huld mir Jesum gab? Ich kann dich in der Schöpfung 7. Nein, ich vermag es nicht finden, Mich deiner großen Werke zu sagen, Wie unaussprechlich freu'n, Mich näher, Gott, mit gut du bist, Nun darf die Seele dir verbinden, Und dir mein nicht verzagen. Die Seele, die unsterblich ist. Voll Danks fen Herz und Leben weih'n. 3. Ich finke betend vor dir Geist und Herz und Leben! Du nieder, Und danke froh dir, daß bist die Liebe; nichts bin ich! ich bin. Dich preifen alle meine du, der mir so viel gegeben, Gieb Glieder; Dich rühmt mit Freu- mir auch Dankgefühl für dich! den jeder Sinn. Nur dir, nur M. Warum sollt' ich mich denn. dir gebührt die Ehre; Denn ich viele tausend Wesenbeere Schufft bin alles nur durch dich, und 382. Warum häufst du je den Morgen, Urmes Herz, Deinen Schmerz Durch du, mein Vater, auch für mich die bängsten Sorgen? Warum 4. Du hast mir Dach und Kleid willst du selbst dich fränken? gewähret, Und in Gefahren mich will denn Gott Deiner Noth bewacht, Mir stets, was mich nicht mit Huld gedenken? erfreu't und nähret, Mit milder 2. Sorge statt des Glaubens Liebe dargebracht. Seh' ich zu wählen, Mehrt die Qual Ohne rück auf alle Pfade, Auf denen Zahl In verzagten Seelen. Un du mich haft geführt; So seh' fer Gott hat nichts vergessen; ich Weisheit nur und Grade, Er, dein Heil, at dein Theil Und fühle, daß dir Ruhm gebührt. Längst dir zugemessen. 5. Du lenktest schon von frü3. Du willst vieler Tage Pla her Jugend, O guter Gott, Ver- gen, Deine Noth Ohne Gott stand und Herz Zu deiner Wahr- Heut' auf einmal tragen? Schwa heit und zur Tugend Durch viele cher Mensch, was wird dir's Freuden, wenig Schmerz. Für nützen? Diese Müh' Wird dich jede nüßliche Erfahrung, Für Al- nie Vor Gefahren schützen. les, was mich trösten kann, Für 4. Was dir auf des Lebens Reife Eid. Dankbarkeit gegen Gott. 239 Reise Nöthig ist, Das, o Christ, M. Erschienen ist der herrlich. Kennet der Allweise. Sollte denn 383.* Mas Gott gefällt, in trüben Tagen Seine Huld Zur Geduld Dir die Kraft verfagen? mein Kind, Nimm fröhlich an, stürmt gleich der Wind, Und braust, 5. Schau die Vögel in den daß Alles kracht und bricht, Lüften! Spät und früh Nährt er So sey getroft, denn dir gesie Auf der Erde Triften. Schau schicht, Was Gott gefällt. wie sich die Blumen schmücken! 2. Der beste Will' ist Gottes Seine Macht Schuf die Pracht, Will'. In diesem ruht man ſanft Schuf sie zum Entzücken. und still; Da gieb dich allezeit 6. Sollt' er denn wohl dich hinein, Begehre nichts, als nur verlassen, Den sein Ruf Höher allein, Was Gott gefällt. 3. Der fügste Sinn ist Gotschuf, Kann er je dich hassen? Nein, laß ab von bangen Träu- tes Sinn, Was wir ersinnen, men! Er wird dich Sicherlich fällt dahin, Wir werden kraftlos, müd' und laß, Thun oft Nimmermehr versäumen. das Böse, selten das, Was Gott gefällt. 7. Trachte nur vor allen Din gen Und mit Fleiß Ihm zum 4. Mehr als du glaubst, ist Preis In sein Reich zu dringen. Gott dir gut, Der Niemand ArAlles, was dir sonst auf Erden ges gönnt noch thut. Er segnet, Heilsam ist, Läßt, o Christ, wenn uns schilt und flucht Die Dann dein Gott dir werden. böse Welt, die nimmer sucht, Was 8. Seine Wege Gott empfeh- Gott gefällt. len, Und sich sein Immer freu'n, 5. Das treuste Herz ist Gottes Das beglücket Seelen. Glaube Herz, Treibt alles Unglück hinnur, die Gott so ehren, Die terwärts, Beschirmt und schützet wird Gott In der Noth, Eh Tag und Nacht Den, der stets sie rufen, hören. hoch und herrlich acht't, Was 9. Nun, mein Vater, ich be- Gott gefällt. fehle Glaubensvoll, Wie ich soll, 6. Ach, könnt ich singen, wie Stets dir Leib und Seele. Sorge ich wohl Im Herzen wünsch und du und ich bin stille. Ich soll billig soll; So wollt ich öffnen dein Ewig seyn. Es gescheh meinen Mund, Und singen jetzt in dein Wille! dieser Stund, Was Gott gefällt. 10. Meine Hoffnung laß nicht 7. Ich wollt' erzählen seinen wanken! Herr, laß mich Ewig- Rath, Und übergroße Wunderlich Dir mit Freuden danken! that, Das große Heil, die ewge Lob und Preis sey deinem Na- Kraft, Die allenthalben wirkt und men, Und dein Heil Sey mein schafft, Was Gott gefällt. Theil Hier und ewig! Amen! 8. Er ist der Herrscher in der Höh, Bei ihm steht unser Wohl und 240 Vom christlichen Leben und Wandel. und Weh, Er trägt die Welt in Herzeleid: So sey zufrieden, ſeiner Hand; Dagegen bringt uns trägst du doch In diesem sauren See und Land, Was Gott gefällt. Lebensjoch, Was Gott gefällt. 9. Er hält der Elemente Lauf, 17. Mußt du viel leiden hier Hält dadurch unser Leben auf, und dort, So halt dich fest an Giebt Sommer, Winter, Tag deinem Hort; Denn alle Welt und Nacht; Daß alles lebt, ge- und Kreatur Steht unter Gott, nießt und lacht, Wies Gott gefällt. kann nichts als nur, Was Gott 10. Sein Heer, die Sterne, gefällt. Sonn und Mond, Gehn ab und 18. Wirst du verschmäht von zu, wie sie gewohnt. Die Erd' Jedermann, Höhnt dich dein ist fruchtbar, Gottes Hand Er- Feind und speit dich an; Sey freut mit Brod und Most das wohlgemuth, denn Jesus Christ Land, Wie's ihm gefällt. Erhöhet dich, weil in dir ist, 11. Sein, fein ist Weisheit Was Gott gefällt. und Verstand. Ihm ist bewußt 19. Glaub, Hoffnung, Sanft und Geduld Erhalten und wohl bekannt Sowohl, wer muth und Geduld Böses thut und übt, als auch, Gottes Gnad' und Huld; Die wer Gutes thut, und liebt, Was schließe in das Herz hinein, So Gott gefällt. wird dein ew'ges Erbe seyn, 12. Sein Häuflein ist ihm lieb Was Gott gefällt. und werth. Sobald es sich zur 20. Dein Erbe ist vor Got Sünde kehrt, So winkt er mit tes Thron. Hier ist dein Scepder Vaterruth', Und winkt ihm ter, Reich und Kron'; Hier bis man wieder thut, Was Gott wirst du fühlen, hören, seh'n; Hier wird ohn' Ende dir ge gefällt. 13. Was unserm Herzen dien- scheh'n Was Gott gefällt. lich sen, Das weiß sein Herz, ist gut dabei; Hat keinem Gutes je verſagt, Der Guts geſucht, dem nachgejagt, Was Gott gefällt. M. Wie groß ist des Allmächt. 384. Du klagst und fühleft die Beschwerden Des 14. Ist dem nun so, so mag Stands, in dem du dürftig lebst; die Welt Behalten was ihr wohl. Du strebest glücklicher zu wergefällt; Doch dir, mein Herz sey den, Und siehst, daß du vergeb angenehm, Und nimm vorlieb mit lich strebst. Ja, klage! Gott er Gott und dem, Was Gott gefällt. laubt die Zähren; Doch denk 15. Laß andre sich mit stol- im Klagen auch zurück: Ift zem Muth Erfreuen über großes denn das Glück, das wir begehGut, Getrost nimm du des Kreu- ren, Für uns auch stets ein zes Last, Und sen geduldig, wenn wahres Glück? du hast, Was Gott gefällt. 2. Nie schenkt der Stand, nie 16. Lebst du in Sorge und schenken Güter Dem Menschen in Leid, Haft lauter Gram und die Zufriedenheit; Die wahre Ruhe Bufriedenhenheit. Geduld. 241 Ruhe der Gemüther Ist Tugend ben. Was der Zeichendeuter und Genügsamkeit. Genieße, was spricht, Wärs auch Gutes, glaub dir Gott beschieden! Entbehre es nicht. 1 gern, was du nicht hast! Ein 4. 3auberei und Wunderthat jeder Stand hat seinen Frieden; Scheint dir oft, was Kunst er Ein jeder Stand hat seine Last. sonnen, Was Betrug gewirket 3. Gott ist der Herr, und sei- hat, Oder dein Gehirn gesponnen Segen Vertheilt er stets mit nen; Was du deuteft, ist oft nur milder Hand; Nicht so, wie wir's Gang und Wirkung der Natur. zu wünschen pflegen, Doch so, 5. Wie sie reich an Wundern wie ers uns heilsam fand. Willst ist, Laß dich ihre Forscher lehren; du zu denken dich erkühnen, Daß Gottes Macht, nicht Satans Lift seine Liebe dich vergißt? Er giebt Lerne dann in ihr verehren. Kein uns mehr, als wir verdienen, Geschöpf hält ihren Lauf, Den Und niemals was uns schädlich ist. Gott selbst geordnet, auf. 4. Verzehre nicht des Lebens 6. Fürchte nicht des Satans Kräfte In träger Unzufrieden- Macht; Den hat Christus über heit! Beforge deines Stands Ge- wunden, und in eine ewge Nacht schäfte, Und nütze deine Lebens- Ist sein Reich dahin geschwunzeit! Bei Pflicht und Fleiß sich den. Wer ist, der uns schaden Gott ergeben, Ein ew'ges Glück kann, Wandeln wir auf Gottes in Hoffnung sehn; Dies ist der Bahn? Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! M. Jesus meine Zuversicht. 7. Sen nicht abergläubisch, Chrift! Wenn auf rechten guten Wegen Dein Gefährte Klugheit ist, Baue fest auf Gottes Ses 385. Forsche nach der Zukunft gen; Wiſſe, daß dein Ziel alsnicht mit verwegner dann Keine Macht verrücken kann. Neugier Sorgen! Gott hat dei- 8. Wenn dein letzter Stunnem Ungesicht Weislich, was da denschlag Traurig jetzt die Luft kommt, verborgen, Sendet keine durchbebte, Wenn der Erde letzBeichen mehr, Dirs zu offenba- ter Tag Ueber deinem Haupte ren her. schwebte; Sähest du die Welt in 2. Ob auch Feinde gegen dich Brand, Sprich: ich bin in GotMörderische Pfeile spißen, Fasse tes Hand. deine Seele sich, Gottes Urm wird dich beschützen. Drum laß ferne M. Gott des Himmels und. von dir seyn, Träum' und Ah- 386.* Meine Seele, laß es nungen zu scheun. 3. Traue ihm doch alles zu! der Welt jetzt geht! Meine Seele, Laß durch schnöden Aberglauben laß es stehen, Wenn es jetzt auch Dir nicht Freudigkeit und Ruh, kläglich steht, Liebste Seele, halte Lust und Fleiß zur Arbeit rau- still; Denke, daß dein Gott es will! 2. Ist 242 Vom christlichen Leben und Wandel. 2. Ist die Welt dir gleich zu dem Tod Der Wonne mehr zu wider, Bist du deiner Freunde geben. Spott, Drücken dich die Feinde 3. Die Frühlingswärme haudt nieder; So vertraue deinem Gott sein Mund, Und Kühlung wehn Liebste Seele, halte still; Denke, die Wogen. Um Himmel zeugt daß dein Gott es will! von seinem Bund Der schöne 3 st in deines Herzens Kam- Regenbogen. mer Nichts als lauter Herzeleid, 4. Und Gärten, Wälder, Berg Plaget dich sehr großer Jammer und Flur Verkünden feine Gnade Hier in dieser Sterblichkeit; Lieb- Wir finden seiner Größe Spu fte Seele halte still; Denke, daß Auf jedem unsrer Pfade. dein Gott es will! 5. Drum können wir bei n 4. Gott pflegt die getreuen gem Fleiß Getrost auf Segen war Herzen, Sind sie durch das Kreuz ten. Von heitrer Stirne fließt bewährt, Wohl zu trösten nach der Schweiß Herab auf Feld und den Schmerzen, Und giebt, was Garten. fein Freund begehrt. Liebste Seele, halte still; Denke, daß dein Gott es will! 6. Doch geben wollen wir aud gern. Wie wir von Gott genom men, Und ähnlich werden unsem 5. Nach dem Regen scheint die Herrn, zu dem dereinst wi Sonne, Also kommt auch Lust kommen. auf Leid; Nach der Angst folgt 7. Wir schaun die Wunder fe lauter Wonne, Freude kommt ner Hand Aus unsern tiefen Fe auf Traurigkeit. Liebste Seele nen, Und wissen, unser Vaterlan halte still; Denke, daß dein Gott Ift über jenen Sternen. es will! 8. Auf unserm Leben schwimmt 6. Sollst du von der Welt wie Schaum, Ein wenig Mi abscheiden, Scheide nur getrost und Kummer. Das Leben ist ein zu Gott! Gott giebt nach dem Morgentraum, Der Tod ein fut Scheiden Freude, Wonne schenkt zer Schlummer. er nach der Noth. Liebste Seele, 9. Wir finken freudig in de halte still; Denke, daß dein Gott Staub, Der unsre Väter ded es will! Und gönnen Würmern ihra Raub, Weil Gott uns auferwede M. Freu dich sehr, o meine. M. Ich dank dir schon. 387. Daß eben gab, Deß 388. unfer uns Leben gab, Deß 388.* Mas frag ich de wollen wir uns freuen, Und von der Wiege bis zum Grab Ihm Was soll alles ohne Gott? Könn unfern Dank erneuen. mir mein Gott nicht werden, W 2. Denn auch zur Freude gab ich nichts, als Hohn und Spot uns Gott Auf dieser Welt das Ohne Gott mich nichts vergnügt Leben, und hat verheißen, nach Mich erfreut nur, was Gott füg Herr Heitrer Sinn. Sorge für die Seele. 243 Herr, wenn ich nur dich kann den. Herr, stärke mir dazu den haben, Hab' ich gnug, mein Herz Trieb; Nichts sen mir je so groß, zu laben! so lieb, Mich davon abzuwenden! 2. Wär' mein Gott nicht selbst 4. Gewönn ich auch die ganze im Himmel, Hätt' ich Gott auf Welt mit allen ihren Freuden, Erden nicht; So wär' alles Welt- Und sollte das, was dir gefällt, getümmel Nur ein Tag ohn' al- Gott, darüber meiden. Was les Licht, Nur ein Leib, dem fehlt hülfe mirs? wie kann die Welt der Geist, Und ein Schatten, der Mit allem, was sie in sich hält, nichts heißt. Herr, wenn ich nur Mir deine Gnad' ersetzen? dich kann haben, Hab' ich gnug, mein Herz zu laben! 3. Drum ich ohne Gott nichts achte; Mein Gott ist allein mein Heil, Dem ich früh und spät nach trachte; Gott ist meines Herzens Theil. Gott vergnügt und Muth, Mein Gott bleibt mein höchstes Gut. Herr, wenn ich nur dich kann haben, Hab' ich gnug, mein Herz zu laben! 5. Was führt mich zur ZuLeben? Was kann mir Trost und friedenheit Schon hier in diesem Freudigkeit In Noth, im Tode nicht irdisch Glück; Nur Friede geben? Nicht Menschengunst, Gottes, und ein Blick Aufjenes Lebens Freuden. M. Ach Gott vom Himmel. 389. Nach meiner Seelen Tugend achten! 6. Herr, laß nach diesca Kleinod mich Vor allen Dingen trachten, Und immer laß mich nur auf dich, Auf Recht und Daß ich auf Seligkeit Hilf, Herr, deinen Wegen geh, Und im Gemir eifrig streben. Laß mich die richt vor dir besteh, Sen meine mir verliehne Zeit In Leichtsinn größte Sorge! nicht verleben. Wie würd' ich 7. Doch was vermag ich, wenn sonst vor dir bestehn? Wer in du nicht Vor Trägheit mich bedein Reich wünscht einzugehn, schützest, Und mich zur Treue in Muß reines Herzens werden. der Pflicht Mit Kräften unter2. Erst an dem Schluß der stüßest? O stärke mich, mein Gott, Lebensbahn Auf seine Sünden dazu; So find ich hier schon wahre sehen, Und, wenn man nicht mehr Ruh, Und dort das ewge Leben! sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen; Das ist der Weg, zum Leben nicht, Den uns, Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. M. Werde munter, mein. 390. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffet eure Seligkeit! Säumet nicht, 3. Du rufft uns hier zur Heili- wie sichre Sünder! Schnell entgung; Drum laß auch hier auf Er- flieht der Gnade Zeit. Unverweilt den Des Herzens wahre Besse- bekehret euch! Ringet nach dem rung Mein Hauptgeschäfte wer- Himmelreich, Strebet, heilig hier Q2 auf 244 auf Erden, zu werden! Vom christlichen Leben und Wandel. Strebet, selig dort lohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum Himmel bringe! 2. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf M. Wer nur den lieben Gott. beſteht, Wer des Fleiſches Büste 391.* ch bin vergnügt nach Und den Reiz der Welt verschmäht! Nut auf einen tapfern wie's derselbe mit mir schickt. Was Streit Folgt des Sieges Herr- helfen mir des Kummers Grillen, lichkeit; nur den Treuen schmückt Wodurch man das Vertraun er zum Lohne Seines Kampfs die stickt? selig, wem im Sinne liegt Das schöne Wort: Ich bin Himmelskrone. 3. Ernstlich beten, eifrig was vergnügt! 2. Ich bin vergnügt, wenn ich chen, Die Versuchung weislich fliehn, Sich die Pflicht zur Freude auf Erden Auch großen Reich machen, und mit Sorgfalt sich thum habe nicht, und muß mir's bemühn, Selbst beim Spott und lassen sauer werden, Muß dulden, Hohn der Welt Das zu thun, wenn mirs oft gebricht. Ich den was Gott gefällt: Dieses wollen, ke: Gott hats so gefügt. O schö dies vollbringen, Heißt, nach Got- ner Trost: Ich bin vergnügt! 3. Ich bin vergnügt in ſolchen tes Himmel ringen. 4. Drum entreißet euch den Seiten, Wo ich nicht kann in Lüften, Die ihr noch gefesselt send, Ehren stehn. Was hilfts? Es Und beweiset euch als Christen sind nur Eitelkeiten, Die wie Muthig und getroft im Streit! ein Rauch im Wind vergehn. Wer Schont der liebsten Neigung nicht, dieſen traut, sich oft betrügt. Gott War' es auch die schwerste Pflicht! ist mein Ruhm; ich bin vergnügt! 4. Ich bin vergnügt, obschon Denket oft an Chrifti Worte: Dringet durch die enge Pforte! das Glücke Mich hier nicht freundlich lachet an, und sich dagegen 5. 3ittern will ich vor der saure Blicke Des Unglücks nahen Sünde; Jesu! auf dein Beiſpiel meiner Bahn. Geduld, Geduld fehn, Daß ich deinen Beistand allein nur siegt, Und stärket mich; finde, Fest im Guten zu bestehn. ich bin vergnügt! Fehl' ich, o so gehe nicht, Rich- 5. Ich bin vergnügt und halte ter, mit mir ins Gericht! Reich' stille, Wenn mich gleich manche mir deines Geistes Waffen, Meine Trübfal drückt, und denke, das Seligkeit zu schaffen! ist Gottes Wille, Der mir das 6. Gieb zum Wollen des Voll- Kreuz hat zugeschickt. Und hat bringen, Muth und Kräfte zu er mir es zugefügt, So trägt dem Streit! Lehre mich, mein ers mit; ich bin vergnügt! Herz bezwingen, Und verleih Be- 6. Ich bin vergnügt und laſſe ständigkeit! Beige mir von deinem spotten Den Satan und die blinde Thron Den verheißnen Gnaden- Welt. Was schaden mir die ar gen Sorge für die Seele- Vergnügsamkeit. 245 gen Rotten? Ein frommer Christ] 12. Ich bin vergnügt, wenn behält das Feld, Wenn er sich nur mir am Ende Giebt Jesus einen geduldig schmiegt, und freudig sanften Tod, Und nimmt in ſeine spricht: ich bin vergnügt! treuen Hände Den Geist, erlöst 7. Ich bin vergnügt in mei- aus aller Noth. Alsdann hab ich nem Hoffen; Denn hilft Gott die Welt besiegt, Bin selig und gleich nicht, wie ich will, Hat er in Gott vergnügt! doch alles recht getroffen; Er weiß am besten Zeit und Ziel. M. O Gott du frommer. Ich harr auf ihn; denn so be 392. Laß mich doch nicht, o trügt Die Hoffnung nicht; ich bin vergnügt! dieser Erden So meine Neigung 8. Ich bin vergnügt, weil mir weih'n, Daß sie mein Abgott Gott giebet Genug aus seiner Ba- werden! Oft fehlt beim Ueberfluß terhand; Und wenn er mich sein Doch die Zufriedenheit; Und was Kind betrübet, Bleibt mir doch ist ohne sie Des Lebens Herrseine Huld bekannt. Sein wah- lichkeit? res Wort, das nimmer trügt, 2. Kann ein vergänglich Gut Verspricht mir Trost: ich bin Auch unsre Wünsche stillen? Es vergnügt! steht ja sein Besitz Nicht bloß in 9. Ich bin vergnügt in meinem unserm Willen. Nicht stets wirds Leben; Und hab' ich Urmer gleich dem zu Theil, Der ängstlich darnicht viel, So glaub ich, daß mirs nach rang; Und schnell verlierts Gott kann geben; Drum bleibet oft der, Dem sein Bemühn dies allzeit mein Ziel: Wer Gott gelang. vertraut und hier sich schmiegt, 3. Ein Gut, das unsern Geist Den läßt er nicht; ich bin ver- Wahrhaftig soll beglücken, Darf gnügt! nicht vergänglich seyn, Muß für 10. Ich bin vergnügt, wenn den Geist sich schicken. Der Thor ich nur habe Nach Nothdurft hat Geld und Gut, Er hats und meinen Unterhalt. Und komm' wünscht noch mehr; Noch immer ich näher meinem Grabe, Werd' bleibt sein Herz Von wahrer Ruhe ich dereinst auch schwach und alt; leer. Bleibt doch mein Trost, der nim- 4. O Gott, so wehre doch Der mer trügt: Gott sorgt für mich; Habsucht niedern Trieben, Und ich bin vergnügt! heilige mein Herz, Die Güter 11. Ich bin vergnügt, wird nicht zu lieben, Die man mit mir nur geben Der große wun- Müh' gewinnt, Bald schwelgerisch derbare Gott Ein fröhlich Herz, verzehrt, Bald ruhelos bewacht, gesundes Leben. Und das, was und bald mit Fluch vermehrt. meinem Geist ist Noth. Das übrige, wie es sich fügt, Befehl ich Gott; ich bin vergnügt! 5. Ein weises, frommes Herz, Das sev mein Schatz auf Erden! Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir 246 Vom christlichen Leben und Wandel. mir entriffen werden. Dies bleibt| Immer stiller dir zu leben, Meiim Tod auch mein, Dies folgt mir ner Ohnmacht nie zu traun, Fe aus der Zeit, 3um feligsten Ge- ster stets auf dich zu schaun. winn Bis in die Ewigkeit. 6. Wo dieses fehlt, da ist Das In eigener Melodie. mein herrlichste Vergnügen Den ſüßen 394. Mas ist mein Stand, Träumen gleich, Die unsern Geist betrügen. Drum lenke Gott, den jede gute Gabe? Ein unverdienWunsch Vom irdischen Gewinn, tes Gut. Bewahre mich, o Gott, Durch deines Geistes Kraft, Zu von dem ich alles habe, ewgen Gütern hin! Vor Stolz und Uebermuth! M. Jesu, meines Lebens. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster nüße; 393. Unter nter alles mich zu Wer gab mir Kraft dazu? Und schmiegen, Mich der wenn ich mehr Verstand, als er Stille still zu freun, Ohne Worte besitzt, besize; Wer gab ihn sonst mit Vergnügen Nützlich, wo ich als du? kann, zu seyn, Nie mit Gaben 3. Wenn mir ein größer Glück, stolz zu prangen, Menschenruhm als ihn erfreut, begegnet: Bin ich nie zu verlangen, Diese Weisheit ein beßrer Knecht? Giebt deine fleh ich mir, Gott, von wem, Gütigkeit, die mich vor andern fegnet, Mir wohl zum Stolz von wem, als dir? 2. Unbekannte Wege wandeln, ein Recht? Wege, die dein. Aug' nur kennt, 4. Wenn ich, geehrt und groß, Stille dulden, schweigend han- in Würden mich erblicke; Gott, deln, Wo kein Menschenmund wer erhöhte mich? Ist nicht mein dich nennt, Herzenbilder und Be- Nächster oft, bei seinem kleinern lehrer, Aller Demuth Quell und Glücke, Viel würdiger als ich? 5. Wie könnt ich mich, o Gott, Lehrer, Jesus Christus, lehre mich Still und schweigend sehn auf dich. des Guten überheben, Und meines 3. Gott der Niedrigen und schwachen Lichts? Was ich besis, Stillen, Die so gern im Schatten ist dein; du sprichst, so bin ich ruhn, Streng und redlich deinen Leben; Du sprichst, so bin ich Willen Einsam leiden oder thun! nichts. 6. Von dir kommt das Gedeihn, Gott der Edlen, die nicht klagen, Wenn sie schwere Lasten tragen, und jede gute Gabe Von dir, du Schweigend in sich selber gehn, höchstes Gut! Bewahre mich, o Demuthsvoll auf dich nur sehn! Gott, von dem ich alles habe, 4. Gott, du bist mein Gott! Vor Stolz und Uebermuth! ich falle Freudenvoll zu Fuße dir. Du erquicft, begnadigst alle, Schenkest Gnad' und Ruh' auch 395. Standhaft ſey, o Gott mir; Unterstüßest mein Bestreben, M. Werde munter mein. mein Wille, Züchtig, keusch Keuschheit. Schlecht und Recht. 247 keusch und rein zu seyn; In der streben Jungfrau, Jüngling, Unschuld heitern Stille Deiner Mann und Weib! Vor Verfüh Güte mich zu freun! Keine Freu- rung schüße sie. Und ihr Herz de dieser Welt, Wenn sie noch so gehorche nie Einer schändlichen sehr gefällt, Laß mich wider mein Begierde! Heiligkeit sey ihre Gewissen Wünschen, suchen und Bierde! genießen. 7. Laß mich fröhlich und ge2. Herr, ich weiß, daß deine sellig, Sanft und willig zu erGüte, Die so reich und freund- freun, Liebenswürdig und gefällich ist, Niemals etwas uns ver- lig, aber nur durch Tugend seyn; biete, Was das Leben uns ver- Freundlich ohne Schmeichelei, füßt. Uns zum Besten nur ge- Stets bescheiden und doch frei, beut Dein Gesetz Enthaltsamkeit, Ohne Frechheit, stets bedächtig Zucht und Ordnung im Genusse, Smmer meines Herzens mächtig! Mäßigung im Ueberflusse. 8. Laß die Frechheit wilder 3. Unsre Kindheit, unsre Ju- Sitten Nimmer unser Herz ent gend, Unser Alter darf sich freun. weih'n! Laß Palläste, niedre HütAuch die Freude, Gott, ist Eu ten Jeder Tugend Wohnung seyn! gend, Aber heilig muß sie seyn, Jeder strebe, wer ein Christ, Wes Nicht ein Taumel, der bethört; sen Wunsch dein Himmel ist, Der Gefühl und Kraft zerstört; Daß sein Haus, daß, Herr, die Wilde Lüste soll ich scheuen, Leib Erde Deines Himmels Vorhof und Seele nie entweihen. werde! 4. Nur in einem reinen Her- 9. Dann umfahn uns Heil zen, Nur in einer keuschen Brust und Segen. Göttliche Zufrie Toben nie der Reue Schmerzen, denheit Leitet uns auf unsern Wohnet Ruh und wahre Lust. Wegen Zu noch größrer Seligkeit; Unbeherrschte Sinnlichkeit Tödtet Bis zum Heiligthum auch wir die Zufriedenheit; Sie vergiftet Aus dem Vorhof dringen, die alle Freuden, Und verwandelt sie| Reiner Herzen Opfer bringen, in Leiden. Ewig dir, o Gott, lobsingen! 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket Mehr, als alle SchönM. Meinen Jesum laß. heit ziert; Durch sie wird das 396.* Schlecht und recht Herz entzücket, Wenn die Schönbehüte mich! heit sich verliert. Reinen Herzen bin ich sehr wohl behütet, Und fließt der Quell Jeder Bonne kann ruhen sicherlich, Wenn nur rein und hell, Und sie hoffen gegen sich selbst wüthet Das unvoll Vertrauen, Herr, dein rei- ruhige Geschlecht, Das nicht hält nes Licht zu schauen! auf schlecht und recht. 6. Laß sie keusch und züchtig 2. Ich will meinem Gott und leben, Unbefleckt an Geist und Herrn, Der mich gnädig auserLeib, Nur nach diesem Schmucke sehen, Treulich und von Herzen gern, 248 Vom christlichen Leben und Wandel. gern, Dienen und vor Augen hat. Dwie manchen hört man gehen. Nenn es dann die Welt klagen, Wenns nur einmal ist auch schlecht; Dennoch spricht versehn: Wäre dies doch nicht er mich gerecht. geschehn! 3. Gott der Höchste liebt das 4. Du magst wachen oder Recht, Hält darauf in allen schlafen, Das Gewissen schlum Welten; Drum wird der un mert nicht, Tag und Nacht währt treue Knecht Es gewiß dereinst sein Gericht; Flöhst du auch vor entgelten. Ich bin Gottes Kind seinen Strafen Ueber Meer und und Freund; Denn ich bin dem über Land, Nirgends wird es Unrecht feind. weggebannt. 4. Auf, ihr Frommen, thut 5. Wenn dein Herz auch wird nur recht! Ihr dürft euch vor zerriffen Durch die Trübfal, heilt Niemand scheuen. Tröstet euch die Zeit Dennoch deine Traurig des Rechts und sprecht: Wer keit. Aber ein verletzt Gewissen kann uns des Bösen zeihen? Ruht nicht, wenn ihm auch die Gehts euch schon darüber schlecht; Welt Ganze Tonnen Gold's vor: Nun so habt ihr dennoch recht. stellt. 5. Unrecht muß zu Grunde gehn; Recht muß Recht und ewig bleiben. 6. Ach, willst du nun ruhig Alle, die dies leben, Du magst arm seyn oder recht verstehn, Werden hier sich reich, Niedrig oder hoch, ist gleich; unterschreiben. Jeder spreche nur Laß dein Herz nur darnach stre für sich: Schlecht und recht be hüte mich! ben, Wo du gehest aus und ein, Halt doch dein Gewiffen rein! M. Ach, was soll ich Sünder. 7. Laß dich nicht durch Feind. schaft schrecken; Auch kein Freund 397.* Wer ist, der in bösen sey dir so werth, Selbst wenn Tagen Gerne ru- Liebe es begehrt, Dein Gewissen hig leben will?- Ist nur das zu beflecken! Ließe man dich auch Gewissen still, Ohne Vorwurf, allein, Halt doch dein Gewissen ohne Nagen; Dann muß in der rein! höchsten Pein Uns auch da der Himmel feyn. 8. Hat dich Gott gleich hoch gefehet Ueber andre in der Welt, 2. Fängt hingegen an zu plagen Halte nur, wie's Gott gefällt, Des Gewissens bittrer Schmerz, Dein Gewissen unverletet. Du Wie so krank ist dann dein Herz! magst Fürst, magst König seyn, Du vergehst in deinen Klagen; Halt doch dein Gewissen rein! Keine Weltluft ist so groß, Die 9. Willst du Gottes Heerde dich solcher Angst macht los. weiden, Wart, bis durch die 3. Marter, Schrecken, Reu rechte Thür Gott zum Hirtenamt und Zagen Folgt auf jede böse dich führ'; Krumme Wege mußt That, Die der Mensch begangen du meiden. Tritt nicht wie ein Dieb Gewissenhaftigkeit. Dieb hinein! Halt doch dein Gewissen rein! 10. Bist du in das Amt gegen mußt, Oder was du sonst treten, Strafe, tröste, warn' und auch thust; Wo du etwa Kranke drau; Suche recht nach Hirten- heilest, Und was dein Beruf treu Jede Seele zu erretten. mag seyn, Halt doch dein GeTracht' ein guter Hirt zu seyn, wissen rein! Halt doch dein Gewissen rein! 17. Das wird deinen Geist 11. Must du auch das Ur- erfreuen, Wenn gleich in der Welt theil sprechen, Richte so, daß bei zuletzt Nichts mehr diesen Geist dem Umt Du nicht werdest selbst ergößt; Ja es wird dich nicht verdammt. Laß dich nicht mit gereuen Einst in deiner Todespein; Geld bestechen; Uchte weder groß Drum halt dein Gewissen rein! noch klein! Halt nur dein Gewissen rein! Menschenliebe. 249 16. Wo du Gut und Erbschaft theilest, Wo du eidlich zeuM. Mir nach, spricht Christus. 12. Laß dich nicht zum B6-398. So iemand ſpricht: ich sen treiben, Wenn dir Gott in liebe Gott; Und deinem Stand Giebt die Feder haßt doch seine Brüder, Der in die Hand. Will sich gleich treibt mit Gottes Wahrheit Spott; ein andrer schreiben Gar auch in Denn er lebt ihr zuwider. Gott die Höll hinein, Halt du dein ist die Lieb', und will, daß ich Den Gewissen rein! Nächsten liebe, gleich als mich. 13. Mußt du kaufen und ver- 2. Wer dieser Erde Güter hat, kaufen, Weh dir, wenn die Han- Und sieht die Brüder leiden, Und delsschaft Deine Seel' zur Hölle macht den Hungrigen nicht satt, rafft! Was hilft dir denn all' Läßt Nackende nicht kleiden, Der dein Laufen Ueber Berg und haßt des Christen schönste Pflicht, Thal und Stein?- Halt doch Und hat die Liebe Gottes nicht. dein Gewissen rein! 3. Wer seinés Nächsten Ehre 14. Falsche Maaß und falsch schmäht, Und gern sie schänden Gewichte Hat noch nie was ein- höret, Sich freut, wenn sich sein gebracht, Auch noch Niemand Feind vergeht, Und nichts zum reich gemacht; Underwärts gehts Besten kehret, Verläumdern niedoch zunichte. Drum, verkaufst mals widerspricht, Der liebt auch du, kaufst du ein, Halt doch, seinen Bruder nicht. dein Gewissen rein! 4. Wer zwar mit Rath, mit 15. Was hilft doch all dein Trost und Schuß Den Nächsten Beginnen, Wenn's nicht geht unterstüket, Doch nur aus Stolz mit Rechte zu? Nichts, gar und Eigennut, Uus Weichlichkeit nichts, und könntest du Auch die ihm nüßet, Nicht aus Gehorsam, ganze Welt gewinnen. Der Ge- nicht aus Pflicht, Auch der liebt winn ist viel zu klein, Halt doch seinen Nächsten nicht. dein Gewiffen rein! 5. Wer harret, bis ihn anzus flehn, 250 Vom christlichen Leben und Wandel. flehn, Ein Urmer erst erscheinet,| sen, Die Gott durch seines Soh Nicht eilt, dem Bruder beizustehn, nes Blut So hoch erkaufen las Der im Verborgnen weinet, Nicht sen: Daß er durch Jesum so mich gütig forscht, obs ihm gebricht, ehrt, Bin ich dies mehr, als Auch der liebt seinen Nächsten andre, werth? nicht. 12. Du schenkst mir täglich so 6. Wer andre, wenn er sie viel Schuld, Du Herr von mei beschirmt, Mit Härt' und Vor- nen Tagen! Ich aber sollte nicht wurf quälet, und ohne Nachsicht Geduld Mit meinen Brüdern tra straft und stürmt, Sobald sein gen? Dem nicht verzeihn, dem Nächster fehlet; Wie bleibt bei sei- du vergiebst, Und den nicht lie: nem Ungestüm, Gott, deine Liebe ben, den du liebst? wohl in ihm? 13. Was ich den Frommen 7. Wer für der Armen Heil hier gethan, Dem Kleinsten auch und Zucht Mit Rath und That von diesen, Das siehst du, mein nicht wachet, Dem Uebel nicht Erlöser, an, Als hätt' ichs dir zu wehren sucht, Das oft sie erwiesen. Und ich, ich sollt' ein dürftig machet, Nur sorglos ih- Mensch noch seyn, Und dich in nen Gaben giebt, Der hat sie Brüdern nicht erfreun? wenig noch geliebt. 14. Ein unbarmherziges Ge 8. Wahr ist es, du vermagst richt Wird über den ergehen, Der es nicht, Stets durch die That nicht barmherzig ist, der nicht zu lieben; Doch bist du nur ge- Die rettet, die ihn flehen. Drum neigt, die Pflicht Getreulich aus- gieb mir, Gott, durch deinen Geist zuüben, Und wünschest dir die Ein Herz, das dich durch Liebe Kraft dazu, Und sorgst dafür; preist! so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in M. Wenn mein Stündlein. dir; So ſuch ihn zu beleben. Sprich 399,* Wenn einer alle Ding oft: Gott ist die Lieb', und mir verständ' Hat er sein Bild gegeben. Denk gelzungen red'te, Wenn er zugleich oft: Gott, was ich bin, ist dein; weissagen könnt, Den WunderSollt' ich, gleich dir, nicht gütig glauben hätte, Versetz' ins Meer seyn? die Berge hin, Und hätte nicht 10. Wir haben einen Gott der Liebe Sinn; Wär alles doch und Herrn, Sind Eines Leibes vergebens. Glieder: Drum diene deinem 2. Wenn einer auch all' feine Nächsten gern; Denn wir sind Hab' Vertheilte an die Armen, alle Brüder Gott schuf die Welt und gäbe doch nicht diese Gab nicht blos für mich; Mein Näch- Aus Liebe und Erbarmen, Lief ster ist sein Kind, wie ich. er sein Leben gar dabei, Und 11. Ein Speil ist unser aller seine Lieb wär' nicht treu; Gut. Ich soll nicht Brüder has wär' es ihm nichts nütze. So 3. Die Menschenliebe. Wohlthätigkeit. 251 3. Die Liebe ist von Sanft-| Liebe jedermann, Wie ich's mir muth voll, Ist gütig und gelinde, wünsch', erweise. Daß man, es komme, wie es woll', Nichts Bittres an ihr finM. Freu dich sehr, o meine. de. Wenn einer etwas Gut's ver- 400.* Wohl dem, der den richt't, So eifert und mißgönnt Herren scheuet, sie nicht; Sie thut nichts Unge- Kindlich fürchtet seinen Gott! schicktes. Selig, wer sich herzlich freue, 4. Die Liebe blähet sich auch 3u erfüllen sein Gebot! Wer den nicht, und sie beschimpft auch Höchsten liebt und ehrt, Wird keinen, Sucht liftig ihren Nutzen erfahren wie sich mehrt Gottes nicht; Sie räth den allgemeinen; Huld, und was im Leben Ihm Sie achtet's nicht, ob man viel vom Himmel wird gegeben. sagt Vom Nächsten, über den man klagt, Und kehret es zum Besten. 2. Seine frommen Kinder stehen, Wie die Rosen in der Blüth'; 5. Die Liebe da fich nimmer Sein Geschlecht wird jeder sehen freut, Wo unrecht wird gerich-. Voll von Gottes Vatergüt'; Und tet; Der Wahrheit und Gerech- was diesen Leib erhält, Wird tigkeit Von Herzen sie beipflich- der Herrscher aller Welt Liebreich tet. Des Nächsten Mängel sie und mit Baterhänden Ihnen in verträgt, Bedecket und zurücke die Häuser senden. legt, Und ihm sie nie aufrücket. 3. Das gerechte Thun der 6. Die Liebe ist von Argwohn Frommen Steht gewiß und wanfern, Und glaubt das Best' in ket nicht; Sollt auch gleich ein allen; Sie hofft des Nächsten Beß- Wetter kommen, Bleibt doch rung gern, Wenn er in Schuld Gott, der Herr, ihr Licht, Tröstet, gefallen. Wo man ihr Leid thut stärket, schützt und wacht, Daß unverschuld, Verträgt sie alles nach ausgestandner Nacht, Und mit Geduld, Wird auch dabei nach hoch betrübtem Weinen nicht müde. Freud' und Wonne wieder schei 7. Und wenn zuletzt die Wis- nen. senschaft, Und alles wird aufhö- 4. Gottes Gnade und Erbarren, Behält die Liebe doch die men Bleibt den Frommen immer Kraft, Und wird sich noch ver- fest. Wohl dem, der die Noth mehren, Wenn wir dort in der der Armen Sich zu Herzen geSeligkeit Vollkommen in der hen läßt, Und mit Liebe Gutes höchsten Freud' Einander wer- thut! Sein wird Gott, das höchste den lieben. Gut, Gnädiglich in seinen Armen Als ein Vater, sich erbarmen. - 8. Herr Jesu, du stellst selber dich Zum Vorbild wahrer Liebe, 5. Wenn die schwarzen WolVerleih, daß dem zufolge ich Die ken blitzen, Wenn es donnert in Lieb' am nächsten übe, Daß ich der Luft, Wird er ohne Sorgen ihm helfe, wo ich kann, Und treue sitzen, Wie ein Vogel in der Kluft. Er 252 Vom christlichen Leben und Wandel. Er wird bleiben ewiglich; Auch wißt, Daß jeder Christ berufen wird sein Gedächtniß sich In der ist, 3u segnen, daß ihr jederzeit Welt nach allen Seiten, Wie die Des Himmelssegens Erben seyd! edlen Zweig', ausbreiten. 4. Wer leben will in Fried 6. Wenn die Unglückszeit will und still, Wer gute Tage sehen kommen, Welche rohe Sünder will, Der zähme seinen Mund plagt, Bleibt der Muth ihm unbe- mit Fleiß, Daß er nichts red', nommen, Und sein Herz stets als Gottes Preis! unverzagt. Ganz getroft, ohn' 5. Nichts Böses sey in deinem Angst und Pein Bleibt das Herz, Mund; Nie trüge Lipp' und Her das sich nur fein Seinem Gott zensgrund! Bon allem Bösen und Herrn ergiebet, Und ihn wende dich; Thu recht, such über alles liebet. Frieden stetiglich! 7. Wer Betrübte gern erfreuet, 6. Die Augen Gottes sehen Wird vom Höchsten auch ergößt. hie Auf die Gerechten ſpät und Was die milde Hand ausstreuet, früh, Und ihr Gebet hört unser Wird vom Himmel hoch ersetzt. Gott; Der macht zu Spott die Wer viel giebt, erlanget viel; böse Rott'. Was sein frommes Herz nur will, 7. Sein Ungesicht steht wider Das wird Gott mit gutem Willen die, Die hier anrichten Angst und Schon zur rechten Zeit erfüllen. Müh. Doch wer ist, der uns scha 8. Aber seines Feindes Freude den kann, Wenn wir nur Guts Wird gewißlich untergehn; Er, thun Jedermann? beherrscht vom blassen Neide, 8. Wer leidet Ungerechtigkeit Wird nicht, was er wünschet, Ohn' seine Schuld, erbt Seligkeit. sehn. All' sein Knirschen und sein Getrost, wenn euch auch Leids Grimm Wird doch nichts, nichts geschicht, Was Sünder schreckt, helfen ihm; Er wird damit gar das schreckt euch nicht! nichts wehren, Sondern sich nur selbst verzehren. 9. Laßt Gott in eurem Herzen rein, Und heilig stets verwahret seyn! Ein Gott geheiligt Christenherz Wird überwinden M. Herr Jesu Christ, dich zu. 401* Send gleichgesinnt, ein- Kreuz und Schmerz. müthiglich, Mittei dig, gütig, brüderlich, BarmM. Ach, was soll ich Sünder. herzig, freundlich allesammt, In 402.* Lieber Gott, ich muß jedem Stand, in jedem Amt! 2. Vergeltet ja das Böse nicht bin in deiner Schuld; Ach, Herr, Mit Bösem, wie der Bösewicht! hab' mit mir Geduld! Ich darf Durch Schelten wird ja nichts mich kaum laffen nennen Deiersetzt, Sind wir durch Ungebühr nen Knecht; die Schuld ist groß. verletzt, Herr, mach mich aus Gnaden los! 3. Dagegen segnet, weil ihr 2. Laß dich meine Noth erbar men! Versöhnlichkeit.- Sanftmuth. 253 men! Gott, mit Herz und Hand mein stolzes Herz kann tragen, und Mund Mehrt' ich die zehntau- Wie schwer ich oftmals, wenn send Pfund. Hilf aus Gnaden, mich andre hassen, Mich weiß hilf mir Urmen! Schone, nimm zu fassen. den Bürgen an, Der für mich hat gnug gethan. 5. Vergieb mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei 3. Hilf, daß ich auch mag ver: Born und Haß kann ich dein geben, Wie du mir vergeben hast Reich nicht erben, Und jener Tag Meine schwere Sündenlast, Allen, vergilt nach strengem Rechte Dem die in diesem Leben Mich mit ihrer harten Knechte. 3ung und That Sehr beleidigt 6. So hilf mir denn die Rachfrüh und spat. 4. Laß dein Wort mein Herz in meine Seele drücken; So werd' begier ersticken! Laß sich dein Bild erschrecken, Da du dräuest Höl ich mich versöhnlich finden lassen, lenpein, Wenn wir unversöhnlich nicht wieder haffen. seyn. Laß dein Wort in mir erwecken Güte und Barmherzigkeit, gieb, daß ich ihn ſegne, Und ſeinem 7. Flucht mir ein Feind, so Liebe, Fried' und Einigkeit. 5. So will ich dich ewig prei- Grimm mit Freundlichkeit begeg fen, Daß du mir aus Sündennoth ne; Daß mich das Böse, das ich Hilfft durch deines Sohnes Tod. dann empfinde, Nicht überwinde. Ich will Lob und Dank erweisen Dir für deine Gütigkeit Hier und dort in Ewigkeit. 8. Verleih mir dies um deiner Sanftmuth willen; So erb' ich auch im Lande deiner Stillen Die Seligkeit, wozu sie jenes Leben Wird einst erheben. M. Herzliebster Jesu, was. 403. Herr, deine Sanftmuth M. Freu dich sehr, o meine. 404.* Sey getreu bis an das ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine Ende! Daure alles große Güte Recht zu Gemüthe! redlich aus! Leidest du gleich harte 2. Du segnetest voll Schonung, Stände, Und schickt Gott dir die dich schmähten; Man hörte Kreuz ins Haus; Ach, das Leidich für deine Mörder beten. Du den dieser Zeit Ist nicht werth gabst noch unter deiner Feinde der Herrlichkeit, Welche Jesus Toben Der Sanftmuth Proben. dir will geben Dort in jenem 3. Oglich ich dir! mein Hei Freudenleben. land, ich bekenne, Daß ich noch 2. Sey getreu in deinem Glauoft von schnellem 3orn entbrenne, ben! Baue auf den rechten Grund, Und mich vor dir durch meine Nicht auf zweifelhafte Schrauben! Lust zur Rache Verwerflich mache. Sage den Gewissensbund, Den 4. Dir, Herzenskündiger, dir du schlosseft in der Tauf', Dei muß ichs klagen, Wie wenig noch nem Gott nicht wieder auf. Der ist 254 Vom christlichen Leben und Wandel. ist gottlos und verloren, Wer nicht keiner Strafe Flammen. Will hält, was er geschworen. mich auch mein Herz verdam3. Sey getreu in deiner Liebe men, Dennoch faß ich Muth Gegen Gott, der dich geliebt! An im Schmerz; Gott ist größer, dem Nächsten Gutes übe, Ob er als mein Herz. gleich dich hat betrübt. Denke 2. Er, der das Verborgne kenwie dein Heiland that, Als er für net Kennt auch mich, und weiß die Feinde bat. Zu verzeihen mußt allein, Wie dies Herz von Sehndu streben, Soll Gott anders dir sucht brennet, Ganz sich seinem vergeben. Dienst zu weihn; Schaut den 4. Sey getreu in deinem Lei- Kummer meiner Seele, Der mich den, Und laß dich kein Ungemach, beugt, so oft ich fehle; Und nicht Wie's auch sey, von Jesu scheiden. meiner Zweifel Wahn, Meinen Murre nicht durch Weh und Uch! Glauben sieht er an. Denn was hilft die Ungeduld? 3. Mir auch ist sein Sohn ge Ach, sie häufet nur die Schuld! geben; Durch den Glauben ist er Der thut besser, wer da träget mein. Ja ich weiß, ich werde le Mit Geduld, was Gott aufleget. ben, Und in ihm einst selig seyn. 5. Sey getreu in deinem Hof Mich sah Gott von seinem Throne; fen! Hilft Gott gleich nicht, wie Mich erwählt' er in dem Sohne, du willt, Ist sobald kein Weg Eh' noch seiner Allmacht Ruf getroffen, Daß dein Wünschen Mich und alle Wesen schuf. werd' erfüllt; Halte an, er ist 4. Wer will nun noch den verschon hier, Sein Herz wallt ent- klagen, Den Gott selbst zum Le gegen dir. Rufe nur, Gott ist ben wählt? Den noch zu verdamvorhanden; Hoffnung macht ja men wagen, Den er zu den Sei nicht zu schanden. nen zählt? Hier ist Gott, mich 6. Sey getreu in Todeskäm- kann nichts schrecken; Gottes pfen! Tapfer sey im letzten Streit, Huld wird mich bedecken. War Satans Reich, die Furcht zu däm- ich gleich der Sünde Knecht; Er, pfen. Muthig! es ist Kämpfens mein Gott, macht mich gerecht, Zeit. Denn wer hier, wie Jesus, 5. Theuer bin ich ihm erwor ringt, Und den Feind im Glauben. Heil mir! Hier ist Jesus ben zwingt, at den schwersten Christ; Er, der auch für mich Feind besieget, Und die Lebens- gestorben, Auch für mich erstan kron erkrieget. M. Jesu meines Lebens Leben. 405. Schweiget, bange Zweiden ist, Der zur Rechten Gottes figet, Auf mich sieht, mich mach tig schüßzet, Mich vertritt, mich nie verläßt, Mich aus aller Noth fel, schweiget! Mein erlöst. Erbarmer ist getreu, Und sein 6. Trotz der Welt und ihres Geist in mir bezeuget, Daß ich Spottes! Trotz der Höll und Gott versöhnet sey. Mir drohn ihrer Wuth! Ich, gewiß der Liebe Gottes Beständigkeit im Guten. 255 Gottes, Ueberlaß mich seiner Hut. M. Alles ist an Gottes Segen. Was will je von ihm mich schei- 406. Vat Vater, meine Seele kenden? Nein, ich werd in allen Leinet Dich, und ehrt Gott! den Mehr als blos geduldig dich gern, und nennet Gut und seyn, Selbst mich in der Trüb- heilig dein Gebot. Ewig wünscht fal freun. fie dich zu lieben, Alles Gute aus7. Laßt dann rauhe Wetter zuüben, Dein allein zu sein, o stürmen! Alles um mich her sey Nacht! Gott, mein Gott, wird 2. Ohne dich ist doch kein Friede, mich beschirmen, Der für meine Und die Seele rennt sich müde Wohlfahrt wacht. Wenn ich lang Nach dem Schattenspiel der Zeit. auch hülflos bliebe, Leitet doch Du nur kannst den Durst ihr mich seine Liebe Durch die Nacht, stillen, Möchtest du sie doch erdrum fürcht' ich nichts, In die füllen, Gott, in Zeit und EwigWohnungen des Lichts. keit! 8. 3war ich weiß auch, es be- der Erde Täglich minder reizend 3. Gieb, daß mir der Tand thöre Reichthum leicht das Herz werde; Keines Wunsches ist er zum Geiz. Blendend ist der Glanz werth. Du nur bist das Glück der Ehre, Stark der Wollust süßer der Seele, Gieb daß ich nur dich Reiz. Schlüpfrig sind des Glückes Pfade, Schmeichelnd ist der Hoerwähle, Gott, der mein Gebet hen Gnade. Stolzes Lob führt erhört! leicht von Gott, Und noch leich ter bittrer Spott. Hier den Himmel schon genießen, 4. Friede werd ich im Gewissen, Lieb ich herzlich dich allein. Such 9. Dennoch weiß ich, Schmerz ich, Vater, mehr als allen, Such und Freuden, Tod und Leben, ich dir nur zu gefallen, So find Lob und Schmach Werden mich deine Freuden mein. von Gott nicht scheiden. Gott ist 5. Mag die Welt mich immer stark; bin ich auch schwach. Gunst haffen, kann ich dich im Geist der Großen, Haß der Feinde, umfassen, Und verdammt mein Ueberredungen der Freunde, Herz mich nicht; O so bin ich Nichts erschüttert meine Treu; voller Freude, Glücklicher, je mehr Gottes Liebe steht mir bei. ich leide, Bleib ich nur getreu der Pflicht. 10. Ich beharr' in meinem Glauben. Nichts, wenn man auch 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten alles raubt, kann mir Gottes Nie zur Weltlust mich verleiten; Liebe rauben; Drum erheb' ich Bleibe du mein höchstes Gut! froh mein Haupt. Gnug, daß Hilf mir den Betrug der Sünmeiner der gedenket, Welcher sei- den Sehn und standhaft übernen Sohn mir schenket, Und mich winden! Gieb du selbst mir Kraft nimmermehr verläßt; Dieser Fels und Muth. bleibt ewig fest. 7. Lenke, Vater, mein Bestreben 256 Vom chriftlichen Leben und Wandel. ben Weg von hier zum beßren Le- M. Alle Menschen müssen sterben. ben! Lehre mich schon in der Zeit 408. aß mich Höchſter, dar. Mich am Ewigen ergößen, Und nach streben, Stets den Werth der Dinge schätzen, der Wahrheit Freund zu seyn! Wie einst in der Ewigkeit. 3u des Himmels sel'gem Leben Gehen keine Lügner ein, Und vor deinem Angesichte Werden M. Kommt ber zu mir, spricht. 407. Erfülle redlich deine sie beschämt zunichte; Denn vor Pflicht, und hoffe dir sind immerdar Aller Herzen dann mit Zuversicht: Gott sorgt offenbar. mit Vaterliebe. Zu ihm erhebe 2. Andern zu Gefallen lügen, deinen Blick! Er sorgt für dei- Leeren Schwäßern gleich zu seyn, nes Lebens Glück, War auch der Heuchelnd Brüder zu betrügen, Himmel trübe. Herr, das falle mir nicht ein! 2. Die Wolken werden sich Wahrheit leit' an allen Orten verziehn, Und unter Sonnenstrah- Mich in Werken und in Wor len blühn Dir wieder neue Freu- ten, Redlich sey des Herzens den. Oft wird zur Wohlthat dir Grund, Redlich spreche stets der der Schmerz, Veredelt werden Mund! Geist und Herz; Gott segnet 3. Die der Falschheit sich er geben, Sind vor dir, o Gott, ein auch durch Leiden. 3. Oft führt die dornenvolle Greul, Und ein unglückselig le Bahn Weit fichrer dich zum Ziel ben Ist nach deinem Wort ihr Theil. Hier schon trifft verdiente hinan, Als sanfte Blumenpfade. Drum dulde stets mit festem Schande Sie bei Redlichen im Muth! Was Gott, der Menschen Lande; Denn ein jeder Men schenfreund Ist der Falschheit Bater, thut, Ist Weisheit, Huld Ränken feind. und Gnade. 4. Schmäht mich, ohne mein 4. Doch deines Gottes dich zu Verschulden, Der Verläumder freun, Und auch in Armuth, Lästermund: Herr: so laß michs Schmach und Pein Noch Trost still erdulden! Einst wird doch bei ihm zu finden, Benutze selbst die Wahrheit kund. Darf ich gewissenhaft Verstand und Zeit ja nicht länger schweigen, Meine und jede Kraft, Dein wahres Unschuld zu bezeugen; So ver Wohl zu gründen. leihe, daß dabei Herz und Mund 5. D gieb, Herr, daß ich voll Sanftmuth sey. fromm und treu In meinem Amt 5. Daß du, Herr, an allen und Stande sey, Und meine Pflicht Orten Zeuge meines Wandels erfülle! Wer redlich leistet, was bist, Daß nicht eins von meinen er soll, Der singt getroft und Worten Dir, mein Gott ver hoffnungsvoll: Herr: es gescheh borgen ist; Dies sey stets mir dein Wille! lim Gemüthe, Daß ich mich vor Lügen Wahrhaftigkeit. Gerechtigkeit. 257 Lügen hüte! Denn du liebst den ner Zeit Der Liebe Pflicht ver Wahrheitsfreund, Und bist fal- gessen. schen Herzen feind. 1 M. Wer uur den lieben Gott. M. Kommt her zu mir. 409. Du liebst, o Gott, Ge 410. Nicht mürrisch, finster ungesellig Ist, wer techtigkeit. Wer diese ein Christ zu seyn sich freut, Ist heilge Pflicht entweiht, Kann johne Schmeichelei gefällig, Verdir nicht wohlgefallen. Einst einigt Ernst mit Freundlichkeit, wirst du den verdienten Lohn, Ist traurig mit den Traurigen, Ohn' alles Anfehn der Person Und fröhlich mit den Fröhlichen. Gerecht uns allen geben. 2. Es liegt in keinem seiner 2. Gerechter Gott, laß deinen Blicke, Als wie in einem HinGeist Zu dem, was recht und terhalt; Der Falschheit schadenbillig heißt, Stets meine Seele frohe Tücke, Und Haß in lächelnlenken! Nie komm es mir doch der Gestalt. Sein Blick, kein in den Sinn, Aus Habsucht mir Blick der Heuchelei, Ist liebreich, nur zum Gewinn Des Nächsten offen, gut und frei. Recht zu fränken! 3. Sein Untlig, heiter, wie 3. Pflanz Redlichkeit in meine der Morgen, Wird trüb, und seine Brust, Und laß aus Pflicht mich Freud' entflieht, Wenn er Beund mit Lust Stets Bruderliebe kümmerniß und Sorgen In seiüben! Ein Herz, das nur auf nes Bruders Auge sieht, Und Unrecht denkt, zu schaden sucht, strahlt in neuer Heiterkeit, Wenn den Bruder fränkt, Das kannst ein Getrösteter fich freut. du, Gott, nicht lieben. 4. Bescheiden, sittsam, ehrer4. Nie feufze jemand über bietig Ist, wer ein Jünger Jesu mich! Mein ganzes Herz bestrebe ist, Nie kriechend, auch nicht sich, Dem Nächsten gern zu geübermüthig, Wenn er vor andern ben, Was er mit Recht verlan- glücklich ist. Er ist, weil er wie gen kann, Und billig gegen jeder- Jefus liebt, In allem, was ermann, Wie du gebeutst, zu leben. freut, geübt. 5. Laß mich beständig dahin 5. Er schleicht, für fromm erfehn, Mit jeglichem so umzugehn, klärt zu werden, Nicht traurig, Wie ichs von ihm begehre, Da- Heuchlern gleich, einher; Doch mit ich keines Menschen Herz fündenreizende Geberden Haßt, Durch meine Härte je mit Schmerz wie sein Gott fie haßt, auch er. Und Kümmerniß beschwere. Sein Blick ist redlich, keusch und 6. Herr, mit dem Maaß, wo- rein, Und fröhlich, ohne frech zu mit ich hier Dem Nächsten messe, zu seyn. wirst du mir Dereinst auch wie-, 6. Durch liebliches Gespräch der messen. Dies reize mich zur erheitert Er auch des Blöden Billigkeit, und lasse mich zu kei- Angesicht; Und jedes Herz fühlt R fich 258 Vom christlichen Leben und Wandel. sich erweitert Und freudenvoller, 4. Wer hat mich andern vor wenn er spricht. Denn, was gezogen? Wer wieder andre Men er sagt und was er thut, Ist schen mir? Du, Herr, durch freie anmuthsvoll, ist wahr und gut. Hand bewogen; Denn alles Gute 7. Er muß gefallen, er ge- kommt von dir. Ich gab dir biete, Er warn' und straf auch; nichts zuvor, und ich Bin alles, er gebeut, Er warnt und straft was ich bin, durch dich. voll Lieb' und Güte, Mit Ernst 5. O laß in meinem ganzen und doch mit Freundlichkeit; Und Leben Mich meines Glücks und tröstet er, wie leicht vergißt Sein Vorzugs nicht, Zur Kränkung Bruder, was sein Kummer ist. andrer, überheben, Nein, ehren 8. In allen Worten und Ge- stets der Demuth Pflicht; Nicht berden, In allen Thaten laß, o blos auf meinen Vorzug sehn, Herr, Uns aller Menschen Freude Nicht andre Gaben stolz ver werden, Dir, Heiland, immer schmähn! ähnlicher! Ach, wären wirs, ach, 6. Sa, meine Brüder willid glichen wir, O Vorbild wahrer ehren, Wie arm, wie niedrig sie Liebe, dir! auch seyn. Sie können meine nicht entbehren, Ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt In voriger Melodie. 411. Bon dir in diese Welt keiner meines Glücks sich an; Wie gerufen, Stehn, Va- arm, wie niedrig bin ich dann! ter, alle Menschen hier Auf hö- 7. Was ziert das Alter, wit hern und auf niedern Stufen, die Jugend? Was giebt dem Und was sie haben, kommt von Stande seinen Werth? Nur stille, dir. Sie gleichen sich nicht an nur bescheidne Tugend, Die nie Gestalt, Auch nicht an Kräften mals eitlen Glanz begehrt. Sa und Gewalt. Demuth und Bescheidenheit 2. Nicht jeder hat, was andre unsre wahre Herrlichkeit. haben; Denn du allein, o Va= 8. Gieb, Herr, zu allen dei ter, giebst Dem diefe, jenem andre nen Gaben Auch diese: laß, vom Gaben; Weil du als Bater alle Stolze rein, Uns redlich brau liebst. Sie alle sollen glücklich chen, was wir haben, Um uns seyn, Und einer sich des andern einander zu erfreun! Dann wer freun. den wir in deinem Reich An 3. Beglücken und auch glück- Seligkeit einander gleich. lich werden, Ist aller Ruf, ist M. Ach was soll ich Sünder. aller Loos. Nur darum, Gott, ist der auf Erden Gering und 412. Sollten arm, der reich und groß. Der Menschen, meine Brüder, Mit hat mehr Kraft, der mehr Ver- o Gott, nicht theuer seyn, Soll stand, Und jener braucht, was ich sie nicht gern erfreun? Sin der erfand. nicht alle Chrifti Glieder, Chrifti, der Wohlwollen. 259 der für alle starb, Allen Gottes starb, Allen Gnad und Huld Huld erwarb? 2. Er hat all' aus Einem Blute Stammen lassen, alle sind Gottes, jeder ist sein Kind; Alle verzeihn! erwarb, Lieben will ich euch, ihr Brüder! Für euch beten, euch erfreun, Wohlthun, dulden und find mit Einem Blute Ihm erkauft, und Eines Thrones Erben, Erben seines Sohnes. M. Ich dank dir schon. 3. Sollt ich meine Brüder 413. Aliebender, du schufft mein Herz, Bei meihaffen, Hart und unbarmherzig nes Nächsten Freuden mich mit fenn? Sollt ich Feinden nicht zu freun, und fühlt er Schmerz verzeihn? Ihnen nicht die Schuld Auch gern mit ihm zu leiden. erlaffen? Und der Herr erläßt 2. laß mich diese heilge mir doch meine Schuld, und Pflicht Nie aus den Augen setzen, trägt mich noch. Und wär's auch der Geringste, nicht 4. Der du für die Uebelthä- Gering sein Wohlseyn schätzen! ter Um Geduld bat'st, und die 3. Nie reize mich ein fremdes Last Unfrer Schuld getragen haft, Glück Zur Mißgunst und zum Unser Mittler und Vertreter! Es Neide; Nie meines Nächsten Mißversöhnte Gott durch dich Eine geschick Zur schadenfrohen Freude! Sünderwelt mit sich. 4. Hilf mir vielmehr in and 5. Wenn mein Herz, vom rer Wohl, O Gott, mein eiges Hang zur Sünde Hingerissen, finden, Und, wenn ich kann, auch dich verkennt, Und zu Haß und wie ich soll, Ihr Glück mit FreuRach' entbrennt; Hilf dann, daß den gründen. ich überwinde Meinen Haß, und laß mich sehn In den Tod für uns dich gehn. 5. Laß mich auch selber meinem Feind Des Mitleids Thräne weihen; Wenn er in seinem Unglück weint, Ihn gern mit Hülf erfreuen. 6. Wie dir deine Thränen floffen, Als dein Aug' um mich geweint, Wie du, großer Men- 6. Barmherzig, wie mein Heischenfreund, Auch für mich dein land war, Will ich das Elend Blut vergoffen, Wie du litt'st, lindern, Und seh ich Brüder in mich zu erfreun; Das laß mir Gefahr, Auch schnell das Unvor Augen seyn! glück hindern. 7. Und so hilf mir, daß ich 7. Gott, welch ein seliger Geübe, Was dein Wille mir gebeut, winn Ist dann schon mein auf Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; Erden, Wenn ich an liebevollem Daß ich, wie du liebtest, tiebe; Sinn Dir lerne ähnlich werden! Innig liebe, mild und treu, Sanft 8. Dann wirst du, o Erbarund leicht versöhnlich sey. mer, mir Des Segens Fülle ge= 8. Ja, euch alle, Christi Glie- ben; Dann werd ich einft erfreut der, Unsers Haupts, der für uns von dir, In deinem Reiche leben. R2 414. Laß 260 414. Laß, o Jefu, mich empfinden, Welche SeVom christlichen Leben und Wandel. M. Jesu, meines Lebens Leben. dem Fall ihn warnen, ihn Bitten, weil er kann, zu fliehn. 6. Hilf mir dann sein Herz ligkeit es ist, Daß du, mich von erweichen, Und wenn meine BitWahn und Sünden 3u befrein, ten nicht Bis zu seinem Herzen erschienen bist; Daß du, Herr, reichen, Sey mein Beispiel ihm mit Huld und Gnade Auf des ein Licht, Daß an mir er sehen Lebens dunkelm Pfade Die Ge- möge, Wieso lieblich Gottes Wege fahr mir offenbarst, Mich ergrei- Jedem, der sie liebgewinnt Und sie geht, wie gut sie sind. fest, mich bewahrst. 7. Laß ihn sehn an meinen Freu 2. Laß mich fühlen, welch ein Segen Es für meine Seele sey, den, Wie beglückt der Fromme Wenn ich dir auf Gottes We- sey, Wie so heiter auch im Lei: gen Folgfam bin, und ewig treu, den, Stark und groß und sor Wenn ich meinen Schöpfer lie- genfrei. Ja, laß ihn durch mich ben, Und, von deinem Geist ge- auf Erden Weise, fromm und trieben, Immer froher hoffen ruhig werden. Selig, selig ist fann: Mich nimmt Gott mit Eh- ein Christ, Der ein Menschenret ter iſt! ren an. 3. Doch wie könnt' ich dies empfinden, Und noch fühllos M. Bater unfer im Himmele. Menschen sehn In der Sclaverei 415. Non dir, der meine Freuden schuf, St der Sünden Wege des Verderbens gehn, Und nicht rufen, daß auch mein heiliger Beruf, Im fie's hören: Eilt ihr Brüder, Herzen und im Wandel rein, Und umzukehren, Wenn ihr selig wer- nützlich in der Welt zu seyn. Wer den wollt, Wie ihr's werden könnt diese große Pflicht nicht ehrt, Da ist auch keiner Freude werth. und ſollt! 4. Auch für meiner Brüder 2. Es war, o Bater, deine Seelen Soll ich sorgen, nicht al- Hand, Die mit den Menschen lein Für mein Heil; soll, wenn mich verband. Ich sollte redlich fie fehlen, Liebreich auch ihr Füh mich bemühn, Auch sie zum Gu ter seyn. Wenn sie fündigen und ten hinzuziehn; Und leuchtet ih sterben, und ich rief nicht vom nen stets mein Licht, So fehlt Verderben, Wo ich konnte, fie mir deine Liebe nicht. zu dir, Forderst du ihr Blut von mir. 3. Wie viel wird durch des Beispiels Macht In deine Men 5. Laß ich selbst von dir mich schenwelt gebracht! Es wirkt im führen, Dann, Erlöser, werd' auch Stillen um sich her, Und Andre ich Jeden warnen, locken, rühren, fühlen immer mehr, Wie leicht Der von deinem Pfade wich; von seinem Reiz belebt, Ihr Herz Werd ihm zeigen, was ihn blende, ihm nachzuahmen strebt, Deine Liebe ihm entwende, Vor 4. wehe dem, der forglos bleibt, Wider die Weltliebe. 261 bleibt, und kühn des Lasters Werke was uns gebührt, Und nöthig treibt, Den nie der Blick der Un- ist, mittheilen? schuld rührt, Und nie zur Lebens- 3: Von vielen Gütern lebt man weisheit führt, Der selbst die nicht. Der hat, daß er Gott preiſe, Schwachen gern berückt, Und Wer bei dem Werk, das er verlistig in sein Netz verstrickt! richt't, Hat Kleidung, Trank und 5. Wie trostlos wird er einst Speise. Ob uns ein Mehrers sich sehn, Wenn die Verführ werden soll, Das weiß er, unser ten um ihn stehn, Und wenn nun Vater, wohl, Weiß, ob es uns jeder laut ihn flucht, Ihm seine auch nüte. Qual zu mehren sucht, Vor dir, o Richter, ihn verklagt, Und dann fein frecher Geist verzagt! 6. Ich flehe. Gott, empor zu gerecht, und läßt den Höchsten dir: Ach, fern sey dieses Loos walten. Wohl ihm, sein Wenivon mir! Mein Beispiel locke ges gedeiht Ihm besser, als was jederzeit Auch andre hin zur Fröm- lose Leut' In Meng' errungen migkeit! Die schönste Lehre fruch- haben! tet nicht, Wenn ihr mein Leben 5. Ach, Reichthum wird so widerspricht. oft durch List, Und durch Ge 7. Wer hier durch Beispiel, walt erworben! Ein Mann, der Rath und That Den Christengeist groß von Mitteln ist, Hat andre verbreitet hat, Der sieht sich einst oft verdorben. Nur, daß sich mit Ruhm gekrönt, Wenn seiner, mehr' des Geldes Hauf, Denkt Brüder Dank ertönt, Und er, er bei Tag und Nacht darauf, von Seligen umringt, Das hohe Lied des Himmels singt. Und sieht aus, wie ein Schatten. 6. Die Freund' und Erben lachen dann, Wenn sichs mit ihm will enden. Was sich erspart M. Ach Gott, vom Himmel. 416.* Wh rch treuer Gott, ich der reiche Mann, Dient jetzt nur ruf zu dir, Hilf, zum Verschwenden. Vergebens daß mich nicht bethöre Die böse plagt der Geiz'ge sich, So lang Luft sie steckt in mir- 3u er lebt; denn innerlich kann er Reichthum, Wollust, Ehre; Daß sich nie recht freuen. ich vielmehr an dir mich halt', 7. Und wenns mit ihm ans Und dadurch, was so leicht, so Scheiden geht, Da ist erst Noth bald Mich hinreißt, überwinde. vorhanden; Der Trost, der nur 2. Sollt', der dem Bieh sein in Gold besteht, Die Hoffnung Futter schafft, Und Speife giebt wird zu Schanden. Hier ist nichts, den Naben, Nicht lassen uns durch was ihn retten kann; Der Tag seine Kraft Uuch Trank und Speise des Herrn bricht nun heran; haben? Sollt' uns, der Gras und Hinab muß er zur Hölle. Blumen ziert, Un Kleidung nicht, 8. Was ihn so hat in ewge Noth 4. Wer wenig hat, und das mit Recht, Kann Gottes Huld behalten; Er bleibet redlich, fromm, 262 Vom christlichen Leben und Wandel. Noth Nach Leib und Seel' ge- Geist, drum muß Unsterblich seyn, führet, Das ist am Ende doch was ohn Verdruß Ihn allzeit nur Koth, Wie schön man es soll vergnügen. auch zieret; Die Erde hats her- 14. Nichts ist mir auf der vor gebracht. Was er zum Ab- Welt bewußt, Das diese Ruh gott sich gemacht, Dem hat er kann geben. Nicht Augenlust, nicht nun gedienet. Fleischeslust, Nicht hoffärtiges Le 9. Hingegen wer sein Herz ben. Drum will auch ich nicht erhebt Gen Himmel von der Er- denken drauf, Vielmehr mein Herz de, Sucht, daß er reich, dieweil zu Gott hinauf Und seiner Fülle er lebt, Un guten Werken wer- richten. de, Theilt, segnet Gott ihn und 15. O höchstes Gut, sey hier fein Haus, Den Armen davon und dort Mein Reichthum, Luft wieder aus, Und giebt es gern und Ehre! Gieb, daß in mir und fröhlich. fich fort und fort Das Sehnen 10. Shn drücket nie des Gei- nach dir mehre; Daß ich dich zes Joch, Daß ers auf's Geld stets vor Augen hab', Mir selbst nur sehe; Er streuet aus, und und allem sterbe ab, Was mich fammelt doch Im Himmel wahre von dir will ziehen. Schätze, Die nicht verfliegen, wie 16. Hilf, daß ich meinen Wanim Rauch, Nein, bleiben, und del führ Bei dir im Himmel sind sicher auch Vor Dieben, Rost oben, Wo ich werd ewig seyn und Motten. bei dir, Dich schauen und dich 11. Es ist fürwahr recht ein loben; So kann mein Herz zu Gewinn, Wenn einer nie betrü- frieden seyn, Und findet nur in get, Auf Gott vertraut und fürch- dir allein Die wahre Ruh und tet ihn, Und sich dabei begnüget. Freude. Nackt kamen wir in diese Welt, Nackt müssen wir wenns Gott gefällt, Hinaus, ihr alles lassen. 17. Hiezu gieb mir von dei nem Thron, O Vater, Gnad und Stärke! Zerstör', o Jeſu, Gottes Sohn, Des Satans Reich und 12. Herr, was mir hier von nöthen thut, Mich ehrlich zu er- Werke! O heilger Geist, steh du nähren, Das wollst du mir an mir bei, Daß mein Bestreben dies Hab' und Gut Bei meinem Fleiß nur sey, Gott über alles lieben! bescheren, Daß ich, die Meinen auch nach mir, Bei andern LeuM. Mir nach spricht Christus. ten vor der Thür Aus Noth 417. Mohl dem, der behre nicht betteln dürfen. liebt, 13. Ach, mein Gemüth kann Schätze dieser Erden! Wohl dem, seine Ruh' Im Zeitlichen nicht der sich mit Eifer übt, Un Tu finden: Was ich da unternehm' gend reich zu werden, und in und thu, Muß, wie der Rauch, dem Glauben, daß er lebt, Sich verschwinden. Unsterblich ist der über diese Welt erhebt! 2. Gott Wider den Geiz. Arbeitſamkeit. 263 2. Gott wehret seinen Kindern Bethört durch deines Goldes Reiz, nicht, Hier Güter zu besitzen; Was ihnen nüßet, hindern; Und Er gab sie uns, doch auch die hast du sie nur reich gemacht, So Pflicht, Mit Weisheit sie zu hältst du sie für wohlbedacht. nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, Und unsers Fleißes Antrieb seyn. 9. Aus Geiz verlierst du Muth und Geist, Die Wahrheit frei zu lehren; Du schweigst, wo sie dich reden heißt, Wenn Spötter sie entehren, Und wirst um ein verächtlich Geld Ein Schmeichler 3. Doch nach den Gütern die ser Zeit Mit ganzer Seele schmachten, Und nicht erst nach Gerechtigkeit In Gottes Reiche trach- und die Pest der Welt. ten; Dies ist ja nicht des Men- 10. Erhalte mich, o Gott, daschen Ruf, Den Gott zur Ewig- bei, Daß ich mir gnügen lasse, keit erschuf. Und ewig, als Abgötterei, Den 4. Der Geiz erniedrigt unser Geiz verdamm' und haffe! Ein Herz, Erstickt die edlern Triebe. weises Herz und guter Muth Sey Die Liebe für ein schimmernd Erz meines Lebens größtes Gut! Verdrängt die Tugendliebe, Und machet, der Vernunft zum Spott, M. Es ist das Heil uns. Ein elend Gold zu deinem Gott. 418. Auch uns, o Gott, haft 5. Der Geiz, so viel er an sich du bestimmt 3um rereißt, Läßt dich kein Gut genie- gen Fleiß auf Erden. In wem ein ßen; Er quält durch Habsucht Lebensfunke glimmt, Der foll deinen Geist Und tödtet dein Ge- lauch nützlich werden. Gieb uns wissen, Und lockt durch schmei- Verstand, gieb Lust und Kraft, chelnden Gewinn Dich blind zu Geschickt und treu, gewissenhaft jedem Frevel hin. 3u thun, was uns gebühret. 6. Du wirst, wenn du sein 2. Hilf, daß vor träger WeichSklave bist, nicht achten Treu lichkeit Wir standhaft uns bewahund Glauben, Die Arbeit ihres ren, Und wo die Pflicht uns Müh Lohns durch List Und Tyrannei gebeut, Nie unsre Kräfte sparen. berauben; Wenn Wittwen oder Waisen flehn, Selbst ihren Thränen widerstehn. Ermatten fie, sind sie entflohn, Dann müsse Ruh, der Arbeit Lohn, Zu neuen Pflichten stärken. 7. Dein durch den Geiz verhär- 3. Voll weiser Vorsicht laß tet Herz Schmeckt nie des Wohl- uns nicht Die Zeit mit Nebendinthuns Freuden: Dich rühret kei- gen, 3u weit entfernt von unsrer nes andern Schmerz, Und keines Pflicht, Verschwenderisch verbrinBruders Leiden; Du hältst nicht, gen. Das müsse unsre Freude was dein Wort verspricht, Und seyn, Uns den Geschäften ganz zu achtest selbst auf Eide nicht. weihn, Wozu du uns beriefest. 4. Ein heil'ger Trieb beleb' auch mich, O Vater, meine Pflichten In 8. Du bist ein Vater; doch aus Geiz Wirst du bei deinen Kindern 264 Vom christlichen Leben und Wandel. In deiner Furcht, gestärkt durch gewährt, Wie elend würd' ich dich, Mit Freuden zu verrichten! werden! Ein Herz, das sich des Guten 5. O schenke, Vater, schenke freut, Giebt zu der Arbeit Mun- mir Nur deines Geistes Gaben; terkeit, Erleichtert ihre Mühe. So werd' ich, reich genug in dir, 5. Gieb, daß mein Fleiß in dem Die besten Güter haben; So bin Beruf, Wozu mich auf der Erde ich sicher deiner Huld, Voll Dein weifer Rath, mein Gott, Freude, Friede und Geduld; erschuf, mir eine Stufe werde, nichts fehlt dann meinem Herzen. Worauf ich nach vollbrachter Zeit 6. Den Geiz laß ferne von mir 3ur höheren Geschäftigkeit Des seyn, Die Quelle alles Bösen. bessern Lebens steige. Von Unruh' und Gewissenspein Kann Reichthum nicht erlösen; Er nüßet mir im Tode nichts, M. Sey Lob und Ehr dem. 419. Herr, lehre mich gewis- Kann mich am Tage des Gerichts fenhaft Mein zeitlich Von meiner Schuld nicht retten. Gut verwalten! Gieb du mir 7. Lehr du mich weise Spar Weisheit, gieb mir Kraft, Damit ſamkeit, Nichts unnütz zu ver wohl hauszuhalten, Damit ich, schwenden; Was du mir gabst, im Geringen treu, Durch deine zu aller Zeit Recht nüßlich anzu Gnade fähig sey 3u höhern Gna- wenden. Laß mich damit aus dingütern. Dankbegier Auch meinem Näch2. Was ich besitze, kommt von Müh' erleichtern. sten, nicht blos mir, Des Lebens dir; Es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du chenschaft; Gieb, daß ich dies 8 Es kommt ein Tag der Re mir Dies zeitliche Vermögen; Du bedenke, Und dahin stets gewif gabst es mir zum wahren Wohl. senhaft All' meine Sorgfalt lenke. Drum hilf, daß ich es, wie ich soll, Laß mich die Güter dieser Zeit Nach deiner Vorschrift brauche. So nüßen, daß ich einst erfreut 3. Es ist mir das geschenkte Des Himmels Güter erbe! Gut Vergänglich, wie die Erde. Dadurch verleitet werde. Nie reiß 420. Dewiderstreben, Laß Gieb, daß ich nie zum Uebermuth M. Wer nur den lieben Gott. er Wollust Reiz zu ein irdischer Gewinn Mein Herz so weit zum Eiteln hin, Daß Höchster, meine Weisheit seyn! ich mein Heil vergesse! Sie ist ein Gift für unser Leben, 4. Was nützte mir die ganze Und ihre Freuden werden Pein. Welt, Was alle ihre Schätze? Drum fleh' ich brünstig, Herr, Sind höher nicht als Gut und zu dir: O schaff' ein reines Herz Geld Die heiligsten Gesetze? Ver- in mir! schmäht' ich, was dein Wort be2. Die Wollust kürzet unsre gehrt, Und mir ein ew'ges Heil Tage, Sie raubt dem Körper feine Kraft Wider die Wollust. Wider die Schwelgerei. 265 In voriger Melodie. Kraft, Und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage Sind Früchte 421. Wie mannichfaltig sind die Gaben, Wodurch dieser Leidenschaft. Der haßt sich felbst, wer Lüfte liebt, Und ihren Fesseln sich ergiebt. - uns, Herr, dein Wohlthun nährt, Und die, den Geist und Leib zu 3. Die Wollust raubt dem Geist laben, Uns täglich deine Huld die Stärke, Und schwächet des gewährt! Auch das, was unser Berstandes Licht, Zerstört den Mund genießt, Zeigt uns, wie Eifer edler Werke, Und Ernst gütig, Gott, du bist. und Lust zu jeder Pflicht, Führt Reue, führt Gewissensschmerz In das ihr hingegebne Herz. 2. Du giebst uns Brod für unser Leben, Und, unsre Herzen zu erfreun, Läß'st du, was uns 4. Der Mensch sinkt unter ihrer foll Nahrung geben, So viel und Bürde Zur Niedrigkeit des Thiers mannichfaltig seyn. Du nährefst herab; Er schändet seine hohe und erfreust zugleich; Wer ist, Würde, Die ihm der weise Schö- wie du, so mild und reich? pfer gab; Vergißt den Zweck, filde Mit unerschöpfter Fruchtbar3. Du fegnest Gärten und Gewozu er lebt, Weil er nach nie- keit, Und jährlich wird durch deine Milde, O Herr, der Erde Kraft 5. So schimpflich sind der Wol- erneut. Wie ist, zum Wechsel im luft Bande! Schon vor der Welt Genuß, So reich und groß deir find sie ein Spott. Sie sind vor Ueberfluß! dem Gewissen Schande, Und noch dern Lüsten strebt. 4. So will ich denn auch froh weit mehr vor dir, o Gott! genießen, Was deine Baterhuld Des Lasters Knecht entflieht dir mir schenkt, Und alles dadurch nicht; Du forderst ihn vor dein mir versüßen, Daß deiner stets Gericht. mein Herz gedenkt, Will mäßig 6. Den übergiebst du dem Ver- im Genusse seyn, Mich dankbar derben, Schon hier, der seinen deiner Gaben freun. Leib entweiht; Der wird nicht 5. Mit Trank und Speise sich deinen Himmel erben, Wer sich beschweren, Steht Jüngern Jesu unreiner Lüfte freut; Drum laß niemals an; So wird ja das, mich ihre Lockung fliehn, Und was uns ernähren Und Leib und keusch zu seyn mich stets bemühn. Geist erquicken kann, Ein Gift, 7. Gieb, daß ich allen bösen das in die Adern schleicht, Und Lüften Mit Muth und Nachdruck Krankheit, Schmerz und Tod widersteh, Und stets dagegen mich erzeugt. zu rüsten, Auf dich, Allgegen- 6. Die Schwelgerei zerstört die wärt'ger, seh! Denn wer dich, Kräfte, Erzeugt Betrug und Gott, vor Augen hat, Flicht Müßiggang, Verbittert nützliche auch verborgne Miſfethat. Geschäfte, Befördert Armuth, Gram und Zank, Erniedrigt uns zum 266 Vom christlichen Leben und Wandel. zum Thier herab, Und stürzt uns Zeit Gefährten, Freund' und Brü vor der Zeit ins Grab. der; Im Reiche der Vollkommen7. Wer sich den Bauch zum heit Begegnen wir uns wieder. Gott erkoren, Unmäßig Gottes Drum auf, bis Herz und Auge Gaben braucht, Der ist fürs bricht, Verläugnet Recht und Himmelreich verloren, Zu dem Treue nicht! Hinweg mit Trug kein Knecht der Lüfte taugt. Gott, und Lügen! laß mich ja dies Laster scheun, 5. Es winde sich der Treue Enthaltsam, mäßig, nüchtern Band Um jedes Reich der Erde! seyn! Die Treue schüße jedes Land, 8. So oft wir Speis undTrank Und wohn' an jedem Heerde! genießen, Laß, Herr, es mit Ver- O Menschen, Brüder, brechet nunft geschehn, Und daß wir den nicht, Was Wort und Hand und Genuß versüßen, Mit Dank auf Schwur verspricht! Hinweg mit dich, den Geber, sehn, Auf dich, jeder Lüge! der du uns innig liebst, Uns 6. Hinauf, hinauf zur EwigNahrung und Erquickung giebst. keit! S blickt gen Himmel, Brü M. Sey Lob und Ehr dem. der! Im Reiche der Vollkommenheit Begegnen wir uns wie 422. Hinauf, hinauf zur der. Der Weg der Pflicht, der Ewigkeit, blickt Wahrheit Bahn, Leit' uns zum gen Himmel, Brüder! Was unsre schönen Ziel hinan, Und fern sey Sinne nur erfreut, Vergeht und Lüg' und Laster! M. O Gott, du frommer. kommt nicht wieder. Nur Tugend blühet ewig schön; Drum last des Lebens Pfad uns gehn, Ge- 423. Suchst du den guten leitet von der Tugend! Ruf Des Nächsten 2. O was sind Schäbe, was nur zu schmälern, Und sprichst ist Geld, Und wärens Millionen? du gern und oft Von deines Was sind die Reiche dieser Welt, Bruders Fehlern, Verkleinerst du Und aller Fürsten Kronen? Wer aus Stolz, Aus Mißgunst seigäbe für der Welt Gewinn Des nen Ruhm, Deckst seine Schwach Herzens innern Frieden hin? heit auf; Wo bleibt dein ChriHinweg mit Trug und Lügen! stenthum? 3. Uch, alles, was die Welt 2. Wenn du aus Argwohn verleiht, Entflieht, als hätt' es blos Von ihm nur Böses den Flügel! Ein enger Sarg, ein fest, Und durch ein falsch Gerücht Todtenkleid Und ein bemooster Shm schadest und ihn kränkest; Hügel Ist hier des Menschen letz- Wenn ihn dein Neid, dein Haß tes Loos. Fürwahr, drum ist der Dein Uebermuth entehrt, So bist Mensch zu groß, Für Weltge- du nicht ein Chrift, Nicht dieses winn zu lügen. Namens werth. 4. Wir sind nicht blos für diesel 3. Wer, wenn er Lästrer hört, Und Wider die Verleumdung.-Wider den Selbstmord. 267 Und unter Spöttern sizzet, Aus kehrt, Der ist auch seiner Huld niedrer Menschenfurcht Nicht and- und seines Beifalls werth. rer Unschuld schüßet, Wer aus Gefälligkeit Selbst ein VerläumM. Wer nur den lieben Gott. der ist, Und nichts zum Besten 424. Dein Leben, das dir kehrt, Auch der ist nicht ein Christ. Gott geliehen, Treu 4. O Mensch, bedenke doch: zu bewahren, das ist Pflicht. Gott hört an jedem Orte, Wo Dich eigenmächtig ihm entziehen, du zugegen bist, Ein jedes dei- Es selbst verkürzen, darfst du ner Worte! Und er, der alles nicht; Wie hart auch dir, von sieht, Er sollte dich nicht sehn, Gram gebeugt, Von Schmerz Wenn du dich frech erkühnst, gequält, dein Schicksal deucht. Die Unschuld selbst zu schmähn? 2. Der Glaube lehre Muth 5. Wenn du der Frommen dich faffen, Erleuchte deiner lachst, Wenn du die Tugend Schwermuth Nacht! Der dich schändest, Dem Würdigen das erschuf, kann dich nicht haffen, Lob, Das er verdient, entwen- Und gränzenlos ist seine Macht. dest; Verläumder, Gott bemerkts, Wie vieles ist ihr unterthan, Wie dreist und ruchlos du Ihn Was dein Geschick erleichtern kann! in den Seinen schmähst! Dein Richter hört dir zu! 3. Ob auch noch härtere Be6. Die Thränen zählt der schwerden Dich drückten, bilde Herr, Die von gekränkten From- den auf Erden Der Unglückſedir nicht ein, Von allen Leidenmen, Von denen, die er liebt, ligste zu feyn! Wie viele nagt Wehklagend vor ihn kommen.ein größrer Schmerz, Und doch Es kommt, es kommt ein Tag, Wo Gott einst vor Gericht Im gelaßner schlägt ihr Herz. Ungesicht der Welt Auch dir dein Urtheil spricht! 4. Wie, wenn vor Nacht dir anders würde, Als dirs am trú7. Und du, du wollteft noch ben Morgen ist? Drum trage Des Nächsten Ehr' verletzen, Und deine schwere Bürde Nicht ohne was du ihr entzogst, Nicht schleu- Hoffnung; duld als Christ! nig ihm ersetzen? Nein, immer Selbst grabe dir nicht deine Gruft; sen sie dir So werth, als eigner Erwarte, bis dein Gott dich ruft! Ruhm! Beschüss' und rette fie 5. So halte denn in treuen Stets als ein Heiligthum! Händen Dein Leben; du bekamst 8. Wie hoch verbeut uns Gott es nicht, Es unbedachtsam zu Den Mißbrauch unsrer Zungen! verschwenden; Doch opfr' es wilDrum hüte dich, o Christ, Vor lig deiner Pflicht. Benuße deine allen Lästerungen! Wer in den kurze Zeit Zur Aussaat für die Menschen Gott Und seine Gaben Ewigkeit! Fünfte 268 Fünfte Abtheilung. Von Kreuz und Leiden. Klag- und Trostlieder. M. Bater unser im Himmelr. daß ichs nicht acht'! Hab' ich 425.* Nh Gott, wie man nur dich, so ist mir wohl; Ich ches Herzeleid Be- weiß, was mich erfreuen soll. gegnet mir hier in der Zeit! Dein bin ich ja mit Leib und Der schmale Weg ist trübsalvoll, Seel', Was kann mir thun Den ich zum Himmel wandeln Sünd, Tod und Höll? soll. Wie schwerlich will mein 6. Kein' größre Treu auf Er Fleisch und Blut Sich neigen den ist, Als deine Treue, Jesus Chrift! Ich weiß, daß du mich zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wen nicht verläßt, Dein Wahrheit den hin? Zu dir, Herr Jesu, bleibt mir ewig fest. Du bist steht mein Sinn, Da allezeit der rechte treue Hirt, Der ewig. Hülf, Trost und Rath Mein mich behüten wird. Herz bei dir gefunden hat, Und 7. O Jefu, meine Freud' und niemand je verlassen ist, Der Ruhm, Des Herzens Schatz und dir vertraut hat, Jesus Chrift! Eigenthum, Sch kanns nicht 3. Du nahmst dich unsers gnugsam zeigen an Wie hoch Elends an! Was hast du nicht dein Nam' erfreuen kann! Wer für uns gethan, Für uns, die Glaub und Lieb im Herzen hat ohne dich verlor'n, Bist du, Sohn Der wirds erfahren in der That. Gottes, Mensch gebor'n! Du führest uns durch deinen Tod Ganz wunderbar aus aller Noth. 8. 3u sterben, Jefu, wünscht ich mir, Sätt ich nicht meineluf 4. Du bist mein Herr und an dir! Ja könnt ich mich nicht Gott allein! Wer kann mich au- deiner freun, So möcht' ich nicht ßer dir erfreun? Es kann kein geboren seyn. Wer kennet dich Trauern seyn so schwer; Dein wer liebt dich, Herr, Und wi füßer Nam' erfreut vielmehr. nicht immer feliger? Kein Elend kann so bitter seyn, 9. Du bist mir über alles Dein süßer Trost flößt Lindrung werth, Mein höchster Trost au dieser Erd'! Drum, was du giebt ein. 5. Ob mir denn Leib und mich mehr ergött, Als alles, wa Seel verschmacht, Verleihe, Herr, die Welt hier schätzt. So oft i nur Vom Kreuz und Leiden überhaupt. 269 nur gedenk an dich, So freut Der nicht sein' eigne Qual und mein ganz Gemüthe sich. Plag Mit seiner Ankunft bei sich 10. Wenn ich mein' Hoffnung trag'? Ist nicht die Freude, die stell' zu dir, So fühl ich Trost uns stillt, Gar oft mit Jammer und Freud in mir; Wenn ich in angefüllt? Nöthen bet und sing', So wird 4. Hat jemand Glück und gute mein Herz recht guter Ding'. Zeit, Ach, Gott, wie tobt und Dein Geist bezeugt, daß schon zürnt der Neid! Wen Reichthum, dabei Des ewgen Lebens Vor- Glanz und Pracht umgiebt, Wie schmack sey. wenig wird der oft geliebt! Und 11. Drum will ich, weil ich wer vor andern ist geehrt, st lebe noch, Gern tragen deines auch vor andern hart beschwert. Kreuzes Joch! Gott, mache mich dazu bereit! Es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Werk recht greifen an, Daß ich den Lauf vollenden kann! 5. Hat einer heute frohen Muth, und freut sich dessen was er thut, Sinkt, eh ers meint, oft sein Gewinn Mit seinem frohen Sinne hin; Ein schneller Wetterstrahl 12. Hilf mir bezwingen Fleisch zerstreut Den Wohlstand, deß er und Blut, Daß es nichts Böses sich gefreut. liebt und thut. Erhalt mein Herz 6. Bist du gar fromm und im Glauben rein, So leb und fliehst die Welt, Und liebst Gott sterb ich dir allein. Du bist mein mehr als Gut und Geld, So wird Trost, hör mein Begier! Mein dein Ruhm, dein Schmuck und Heiland, ach, wär' ich bei dir! Kron In dieser Welt oft Spott und Hohn. Wer mit der Welt nicht heucheln kann, Den sieht die Welt für thöricht an. In voriger Melodie. 426.* 2ch hab' oft bei mir felbst gedacht, Wenn 7. Ach, es ist wahr, es steht ich den Lauf der Welt betracht, uns hier Die Trübsal täglich Ob auch das Leben auf der Erd' vor der Thür; Es findet jeder Uns gut sey und des Wünschens überall Des Kreuzes Noth, des werth, Und ob Gott dem nicht Lebens Qual. Doch sollte drum besser thu', Den er recht frühe der Christen Licht Erloschen seyn? legt zur Ruh'. das glaub ich nicht. 2. Bedenke nur, und sage mir, 8. Ein Chrift, der nach dem Was für ein Stand ist doch wohl Himmel strebt, Voll Geist und hier, Dem Angst, Gefahr und Glauben Jesu lebt, Dem kann Schmerz und Weh Nicht täglich kein Unglück, keine Vein Auf Erüber'm Haupte steh'? Ist wohl den jemals schädlich seyn. Auch ein Ort, der kummerfrei, Und da, wo's nicht geht, wie es soll, ohne Klag' und Sorgen sey? Ist ihm im Herzen dennoch wohl. 9. Hat er kein Gold, er hat doch Ist wohl ein Tag von Jugend auf, Gott, Ihn kümmert nicht der 3. Betrachte unsernLebenslauf, Menschen 270 Vom Kreuz und Leiden. Menschen Spott; Er achtet nicht, Vaters Treu; Und schmerzt dich ja er verlacht Der Erde Stolz und gleich des Vaters Ruth', Fürwahr eitle Pracht; Ihn ehret Hoffnung er meint es mit dir gut! Gieb und Geduld; Ihn adelt seines dich getrost in seine Händ'; Es Gottes Huld. nimmt zuletzt ein gutes End'. 10. Es weiß der Christ und 16. Leb immerhin, so lang bleibt dabei, Daß Gott sein Freund Gott will, Und wird dir's schwer, und Vater sey. Gott giebt und so sen du still! Es geht zuletzt nimmt, verbindet, trennt; Es zur Freude aus. Im Himmel weiß, wer seine Wege kennt, Je ist ein schönes Haus, Wo, wer mehr er schlägt, je mehr er liebt, nach Christo hat gestrebt, Mit Ist gut, auch da, wo er betrübt. Christi Engeln ewig lebt. 11. Laß alles fallen, wie es fällt! Wer Christi Lieb im HerMel. Herzliebster Jesu, was. Leid und Kreuz ge zen hält, Der ist ein Held und 427. Ein Herz, o Gott, in kann bestehn, Wenn Erd und Himmel untergehn; Und wenn duldig, Das bin ich dir und mei ihn alle Welt verläßt, Das Wort nem Heile schuldig. Laß mich die des Herrn erhält ihn fest. Pflicht, die wir so oft vergessen, 12. Des Höchsten Wort dämpft Täglich ermessen! alles Leid, Berwandelt es in Lust 2. Bin ich nicht Staub, wie und Freud; Es nimmt dem Un- alle meine Väter? Bin ich vor glück alles Gift, Daß, obs uns dir, Herr, nicht ein Uebertreter? gleich verfolgt und trifft, Es den- Thu ich zu viel, wenn ich die schwe noch unsre Herzen nie In allzu ren Tage Standhaft ertrage? großes Trauern zieh. 3. Wie oft, o Gott, wenn wir 13. So mäßige denn deine das Uebel dulden, Erdulden wir Klag', Wenn dich trifft Leiden, nur unsrer Thorheit Schulden, Angst und Plag'! Auch andern Und nennen Lohn, den wir verChristen ward dies Theil, Und dient bekommen, Trübsal der dir und ihnen Gottes Heil. Wer Frommen! Gott vertraut und Christum ehrt, 4. Ist Dürftigkeit, in der die Bleibt auch im Kreuze unversehrt. Trägen klagen, Sind Haß und 14. Wie, wenn das Gold Pein, die Stolz und Wollust durchs Feuer geht, Sein Werth tragen, Des Schwelgers Schmerz, durchs Schmelzen wird erhöht, des Neids vermißte Freuden So findet auf dem Kreuzespfad Christliches Leiden? Der Christ erst ganz des Höch5. Ist deren Qual, die deinen sten Gnad; Wird nun erst ganz Rath verachtet, Nach Gottesfurcht des Vaters Kind Da er des und Glauben nie getrachtet, Und Vaters Zucht empfind't. die sich jetzt in finstrer Schwermuth 15. Drum, liebes Herz, sey quälen, Prüfung der Seelen? ohne Scheu, Verlaß dich auf des 6. Doch selbst, o Gott, in Stra fen überhaupt. 271 fen unsrer Sünden Läßt du den 14. Das Kreuz des Herrn Weg zu unserm Heil uns finden, wirkt Weisheit und Erfahrung; Wenn wir sie uns, die Missethat Erfahrung giebt dem Glauben zu haffen, Züchtigen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, Wird alles mir feste; Hoffet das Beſte. zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle! M. Nun ruhen alle Wälder. 8. Ich bin ein Gast und pil- 428. Was ists, daß ich mich quäle? Harr'seiner, ger auf der Erden, Nicht hier, meine Seele, Harr' und sey unerst dort, dort soll ich glücklich verzagt! Du weißt nicht, was werden; Und was sind gegen dir nüßet, Gott weiß es, und euch, ihr ewgen Freuden, Dieser Gott schützet; Er schützet den, Zeit Leiden? der nach ihm fragt. 9. Wenn ich nur nicht mein 2. Er zählte meine Tage, Mein Elend selbst verschulde, Wenn Glück und meine Plage, Eh ich ich als Mensch, als Christ, hier die Welt noch sah. Eh ich mich leid' und dulde; So kann ich selbst noch kannte, Eh ich ihn mich der Hülfe der Erlösten Si- Vater nannte, War er mir schon cher getrösten. mit Hülfe nah. 10. Ich bin ein Mensch und 3. Die kleinste meiner Sorgen Leiden müssen kränken; Doch in Ist dem Gott nicht verborgen, der Noth an seinen Schöpfer den: Der alles sieht und hält; Und fen, und ihm vertraun, dies was er mir beschieden, Das dient stärket unsre Herzen Mitten in zu meinem Frieden, Wär's auch Schmerzen. die größte Last der Welt. 11. Schau über dich! Wer 4. Ich lebe nicht auf Erden, trägt der Himmel Heere? Merk Um glücklich hier zu werden; Die auf! Wer spricht: bis hierher! Lust der Welt vergeht. Ich lebe zu dem Meere? Ist er nicht auch hier, im Segen Den Grund zum dein Helfer und Berather, Ewig Glück zu legen, Das ewig, wie dein Bater? mein Geist, besteht. Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch 12. Willst du so viel, als der 5. Was dieses Glück vermehAlweise wissen? Jetzt weißt du ret, Sey mir von dir gewähret! nicht, warum du leiden müssen; Gott, du gewährst es gern. Was Allein du wirst, was seine Wege dieses Glück verletzet, Wenns alle waren, Nachmals erfahren. Welt auch schäßet, Sey, Herr, 13. Er züchtigt uns, daß wir mein Gott, mir ewig fern! uns zu ihm nahen, Die Heiligung 6. Sind auch der Krankheit des Geistes zu empfahen, Und Plagen, Der Mangel schwer zu mit dem Trost der Hülfe, die tragen, Noch schwerer Haß und wir merken, Undre zu stärken. Spott; So harr' ich, und bin stille 272 Vom Kreuz und Leiden. stille Zu Gott; denn nicht mein 5. Lobt ihn mit Herz und Wille, Dein Wille nur gescheh', Munde Für das, was er uns D Gott! schenkt! Wie selig ist die Stunde, 7. Du bist der Müden Stärke, Darin man fein gedenkt! Was Und aller deiner Werke Erbarmst mußt uns sonst die Zeit, In der du ewig dich. Was kann mir wir sind auf Erden?- Wir sol widerfahren, Wenn du mich willst len felig werden, und leb'n in bewahren? Und du, mein Gott, Ewigkeit. bewahrest mich. 6. Denn diese Welt vergehet Mit ihrer Lust und Pracht; Kein' In eigener Melodie. 429. Non Gott will ich Ehr noch Gut bestehet, Sey's nicht lassen; Denn noch so hoch geacht't. Wir wer er läßt nicht von mir, Führt den, kommt der Tod, Einst in mich auf rechter Straßen; Wie die Erd' begraben; Wenn wir gefehr irrt ich sonst hier! Er reicht schlafen haben, Wird uns erwekmir seine Hand. Am Abend und ken Gott. 7. Die Seel' ist unverloren am Morgen Will er mich wohl versorgen, Sen, wo ich woll', In Gottes Baterhand; Der Leib im Land. wird neu geboren Zum bessern 2. Wenn sich der Menschen Vaterland. Wie selig werd' ich Liebe, Ihr Wohlthun von mir seyn! Mit Gott und seinen Fromfehrt, Bleibt mir doch Gottes men Soll ich mich da vollkomLiebe, Durch Macht und Huld men, Soll ich mich ewig freun. bewährt. Er hilft aus aller Noth; 8. Darum, ob ich gleich dulde Er hilft von Sünd' und Schanden, Hier Widerwärtigkeit, Wie ichs Von Ketten und von Banden, auch oft verschulde. Kommt boch Und wenns auch wär' der Tod. die Ewigkeit: Ist aller Freude 3. Auf ihn will ich vertrauen voll, Die, da ich Christum kenne, In meiner schweren Seit, Auf Und mich von ihm nicht trenne, seine Hülfe bauen; Er wendet Mir ewig werden soll. alles Leid. Ihm fey es heim- 9. Das ist des Vaters Wille, gestellt! Mein Leib und Seel' Der uns erschaffen hat; Aus und Leben Sey Gott, dem Herrn, seines Sohnes Fülle Empfahn ergeben; Er mach's, wie's ihm wir Gnad um Gnad: Er giebt. gefällt! uns seinen Geist, Der uns hier 4. Es kann ihm nichts gefal- stets regieret, Und zu dem Himlen, Als was uns nüßlich ist; mel führet. Ihm sey Lob, Ehr Er meints qut mit uns allen; und Preis!: Er schenkt uns Jesum Christ, In eigener Melodie. uf meinen lieben Gott Trau ich in Angst und Noth. Er kann mich allzeit Ihn, seinen ein'gen Sohn, Durch den er uns bescheret. Was Leib 430.* und Seel' ernähret. Lob ihn auf feinem Thron! überhaupt. 273 allzeit retten Aus Trübsal, Ungst gnädig Ohr! Sey du mein Hort, und Nöthen. Mein Unglück kann er wenden; Es steht in seinen Händen. und komm hervor Zu meinem Schutz in Nöthen! Gott, mein Heil, Komm doch in Eil, Mich 2. Ob mich mein' Sünd' an- aus der Noth zu retten! ficht, Will ich verzagen nicht; 3. Herr, mein Beschirmer, Auf Christum will ich bauen, steh mir bei! Sey meine Burg, Und ihm allein vertrauen; Ihm worin ich frei und ritterlich kann will ich mich ergeben Im Tode, streiten! Bleib du mein Freund; wie im Leben. Denn meiner Feind Sind viel 3. Und nimmt der Tod mich auf allen Seiten. hin, Ift Sterben mein Gewinn, 4. Du bist mein' Stärk, mein Und Christus ist mein Leben, Fels, mein Hort, Mein Schild Dem hab ich mich ergeben. Ich und Kraft, sagt mir dein Wort, sterb heut' oder morgen, Die Mein Heiland Hülf und Leben, Seel' wird er versorgen. Mein starker Gott In aller Noth; 4. Ach, mein Herr Jesu Christ, Wer kann dir widerstreben? Der du so willig bist Für mich 5. Recht trüglich hat mir zu am Kreuz gestorben, Mir hast gericht't Durch Falschheit und das Heil erworben, Daß ich in manch Luggedicht Die Welt ge deinem Reiche Dir ähnlich werd' heime Stricke. Nimm meiner und gleiche: wahr In der Gefahr; Mir dro: 5. Erhöre gnädig mich, Mein hen ihre Tücke. Trost, drum bitt' ich dich; Hilf 6. Herr, meinen Geist befehl mir am letzten Ende, Nimm ich dir, Mein Gott, mein Gott, mich in deine Hände, Damit ich weich nicht von mir! Nimm mich felig scheide Bur ew'gen Him- in deine Hände. O wahrer Gott, melsfreude. Aus aller Noth Hilf mir an 6. Sa, ja, zu aller Stund' meinem Ende! Sprech' ich aus Herzensgrund': 7. Dir sey Lob, Preis und Du wollest so uns leiten, Herr Herrlichkeit, Gott Bater, Sohn Chrift, zu allen Zeiten, Daß wir und Geist, bereit, Und Ehre deieinst deinen Namen Dort ewig nem Namen! Dein göttlich' Kraft preisen. Amen! Macht uns sieghaft Durch Je fum Christum! Amen. ted In eigener Melodie. dich hab' ich ge431.* Shoffet, Herr. Laß 432. Jen des Lebens Glück M. Nun ruhen alle Wälder. Ich hab' in guten Stunvor der Welt mich nimmermehr 3u Spott und Schanden wer- empfunden, Und Freuden ohne den. Ich bitte dich, Erhalte mich Zahl. So will ich denn gelasDir stets getreu auf Erden. sen Mich auch im Leiden faffen; 2. Neig, Herr, zu mir dein Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, 274 Vom Kreuz und Leiden 2. Ja, Herr, ich bin ein Sün-] 2. Alles Dunkel dieses Lebens der, Und stets strafft du gelinder, Glänzt vor Gott wie Sonnenlicht Als es der Mensch verdient. Wir durchforschens oft verge Sollt ich, beschwert mit Schul- bens; Seinen Blick beschränkt es den, Kein zeitlich Beh erdulden, nicht. Er kennet das Große, das Das doch zu meinem Besten dient? Kleine, das Ferne, Die Thränen 3. Dir will ich mich ergeben; der Armen, die Schaaren da Nicht meine Ruh, mein Leben Sterne. Mit mächtiger Liebe ver Mehr lieben, als den Herrn. folgt er den Plan, Den seine un Dir, Gott, will ich vertrauen, endliche Weisheit erfann. Und nicht auf Menschen bauen; 3. Von Erstaunen hingerissen Du hilfft, und du errettest gern. Sinnt der hohe Seraph nach 4. Laß du mich Gnade finden, Alles kann er doch nicht wissen; Mich alle meine Sünden Erken Ewig fühlt er sich noch schwach. nen und bereun! Jetzt hat mein Was murren wir Menschen von Geist noch Kräfte; Sein Heil stumpfem Verstande? Wir sind laß mein Geschäfte, Dein Wort ja nur Wandrer im schattigen mir Trost und Leben seyn. Lande. Nur Demuth erhebet 15. Wenn ich in Christo sterbe, den ängstlichen Sinn; Sie wirft Bin ich des Himmels Erbe; Was in die Arme des Vaters uns hin. schreckt mich Grab und Tod? 4. Ach, erkenne dich, o Seele! Auch auf des Todes Pfade Ver- Fühle, wie so schwach du bist! trau ich deiner Gnade; Du Herr, Blicke still zu Gott, und wähle, bift bei mir in der Noth! Was von ihm verordnet ist. Dem 6. Ich will dem Kummer Unglück entströmen geheiligte wehren, Gott durch Geduld ver- Freuden, Und Scheingluck ist oft ehren, Im Glauben zu ihm flehn. nur die Quelle der Leiden. Be Ich will den Tod bedenken. Der denk' es, und jauchze, daß Gott Herr wird alles lenken; Und was dich regiert! Sen folgsam, aud mir gut ist, wird geschehn. wenn er durch Dornen dich führt! 5. Nicht das sinnliche Ver. M. Eins ist Noth, ach Herr. gnügen Wird von Edlen hoch aget nicht, wenn Dun- geehrt. Schäße nur, die nimmer des Le Sind des heißen Stres bens Pfade ruhn! Gott ist gut, bens werth. Hinweg denn, iht er wird euch leiten; Ihm ists bangen, entehrenden Sorgen! Freude, wohlzuthun. Sind seine Die Schätze des Edlen sind in Gedanken nicht eure Gedanken, ihm verborgen. Hier tilgt sie kein Laßt dennoch, o Christen, den Unfall, kein tobender Schmerz Glauben nicht wanken, Daß er, Uuch traurige Stunden bereichem der des Wurmes im Staube ge- das Herz. denkt, Uuch sorgsam und freundlich durchs Dunkei euch lenkt. 6. Dulden wir gleich manche Plage; Der Allweise wägt fie ab. Fr überhaupt. 275 Er durchschauet unsre Tage Von 6. Und ob ich gleich vor an der Wiege bis ans Grab. Was dern Im finstern Thal muß wan jetzt uns betrübet, soll einst uns dern, Fürcht' ich doch keine Zücke, entzücken. Ofelige Hoffnung, Kein widriges Geschicke. wie kannst du erquicken! Nun 7. Denn du stehst mir zur ingsten die künftigen Tage uns Seiten, Schüß'st mich vor bösen nicht; Der Ewige spricht, und Leuten; Dein Stab, Herr, und das Dunkle wird Licht. dein Stecken Benimmt mir allen 7. Hebe dich empor vom Stau- Schrecken. be! Faffe Muth, verzagter Geist! 8. Du sehest mich zu Tische, Siegen, siegen wird der Glaube, Machst, daß ich mich erfrische, Der den Herrn des Leidens preist. Wenn mir mein Feind viel O laß dich das Dunkel der Erde Schmerzen Erregt in meinem nicht kümmern! Schon sieht ja Herzen. bein Glaube die Herrlichkeit 9. Du falbst mein Haupt mit schimmern, Die jenseits der Ster- Dele, Und füllest meine Seele, ne dir Jesus enthüllt! Da rufft Daß sie gestärkt sich fasse, Mit du einst jauchzend: Mein Wunsch vollgeschenktem Maaße. ift erfüllt! M. Wach auf mein Herz. 10. Barmherzigkeit und Gu tes Wird mein Herz gutes Muthes, Voll Lust, voll Freud' und Lachen, So lang ich lebe, machen. 434.* Der Herr, der aller Enden Regiert mit 11. Ich will dein Diener blei= farken Händen, Der Quell der ben, Und dein Lob herrlich treiewgen Güter, Der ist mein Hirt ben Im Hause, wo du wohnest, und Hüter. Und Frömmigkeit belohnest. 2. So lang ich diesen habe, 12. Ich will dich hier auf Behlts mir an keiner Gabe; Der Erden, und dort, wo wir dich Reichthum seiner Fülle Giebt mir werden Selbst schau'n im HimFüll und Hülle. mel droben, Hoch ehren, rüh: men, loben. 3. Er läffet mich mit Freuden luf grüner Aue weiden; Führt ich zu frischen Quellen, Schafft Rath in schweren Fällen. In eigener Melodie. Oder: Wenn wir in höchsten Nöthen. 4. Wenn meine Seele zaget, 435* Nach dir, o Herr, Und sich mit Sorgen plaget, Weiß verlanget mich! fie zu erquicken, Aus aller Du bist mein Gott, ich hoff Noth zu rücken. auf dich! Ich hoff, und bin 5. Er lehrt mich thun und der Zuversicht, Du werdest mich en, Führt mich auf rechter verlaffen nicht. etraßen; Weiß Furcht und Ungst fillen, Um feines Namens willen. 2. Der wird zu Schanden, der dich flieht, Und sein Gemüthe dir entzieht; Der aber, der sich S2 dir 276 Vom Kreuz und Leiden Mein dir ergiebt, Und dich recht liebt, Glaube sich empor, Und trägt dir bleibt unbetrübt. sein Begehren vor. Ach, laß doch, 3. Herr, nimm dich meiner wie du pflegst zu thun, Seele an, Und führe sie die Herz in deiner Liebe ruhn! rechte Bahn! Laß auf dem Weg, 12. Bedarf ich dein, so wende der führt zu dir, Stets deine nicht Von mir dein Vaterange: Wahrheit leuchten mir! ficht. Ich laß dich nicht, bis du 4. Denn du bist ja allein mich hörst, Und meine Bitte mir mein Licht; Sonst weiß ich kei- gewährst. nen Helfer nicht. Ich harre dein bei Tag und Nacht; Was ist, das dich so säumend macht? 13. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, Der's treulich und von Herzen meint. Der Men5. Ach, wende deine Augen schen Gunst besteht im Mund, Du ab Von dem, was ich gesündigt aber liebst von Herzensgrund. hab', Und denk nicht an den 14. Zerreiß die Netze, die die Sündenlauf, Den ich geführt Welt Und Fleisch und Blut mir von Jugend auf. immer stellt. Und wenn mein 6. Gedenk' an deine Gütig- Unglück ist vorbei, So gieb, daß keit, Und an die Kraft und ich auch dankbar sey. Freundlichkeit, Womit dein Wort 15. Laß mich in deiner Furcht zu trösten pflegt Den, der sich bestehn, Und schlecht und recht dir zu Füßen legt. den Weg hier gehn. Gieb mir 7. Der Herr ist fromm und die Einfalt, die dich ehrt, Und herzlich gut Dem, der sich prüft lieber duldet, als beschwert. und Buße thut; Wer seinen Bund und Zeugniß hält, Der wird er halten, wenn er fällt. 8. Ein Herz, das Gott recht kindlich scheut, Wird auch in sei- neuen Sinn. nem Leid erfreut; Und, wenn die 17. Wasch uns von Sünden; Noth am tiefsten steht, So wird aus der Noth Erlös durch einen sein Leid zur Wonn' erhöht. felgen Tod, Und führ uns bald 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl in Gnaden ein Zum ewgen Licht bekannt, Mein Geist schwebt ja und Freudenschein. in deiner Hand; Du siehest, wie mein Auge thränt, Und sich mein Herz nach Hülfe sehnt. M. Herzliebster Jesu. Macht, o Gott, ver 10. Die Angst, die mir zu Her- 436. Collt ich an deiner zen dringt, Und daraus so viel zagen, Wenn, mir zur Prüfung, Seufzer zwingt, Ist groß; du du in trüben Tagen Mein aber bist der Mann, Dem nichts thränend Auge, meiner Seele zu groß entstehen kann. Schmachten Nicht scheinst zu meinlachten? 11. Drum schwingt 2. Wie 16. Regier' und führe mich zu dir, Auch andre Christen neben mir. Nimm, was dir mißfällt, von uns hin, Gieb neue Herzen, überhaupt. 277 2. Wie dürft' ich, o Erhalter denket, Nach ihm frage nicht sein aller Welten, Dich hart, dichgrau- Gott, Wird mit Klagen Nur sich sam, dich ohnmächtig schelten, plagen, Und nicht lindern seine Weil nicht mein Leid gleich, wenn Noth. mein Herz dir flehet, Vorüber gehet? 3. Gott, dein Wächter, Denkt gerechter; O, er schläft undschlum3. Du schaffst des Menschen mert nicht! Zu den Höhen AufWohlfahrt, doch empfindet Sein zusehen Wäre deines Glaubens undankbarer Sinn nicht, wer sie Pflicht. gründet; Vergißt, sein künft'ges Glück auf dich zu bauen, Boll Selbstvertrauen. 4. Im Verweilen Und im Eilen Bleibt er stets dein treuster Freund, Der, voll Güte, Dein 4. Dann träumt er stolz, ihn Gemüthe Tröstet, wenn dein Auge könne nichts erschüttern. Du weint. ziehst die Hand ab; er be: 5. Glaub nur feste, Daß das ginnt zu zittern, Und klagt, wenn beste Ueber dich beschlossen sey. du nicht hilfft: Gott will nicht Wenn dein Wille Nur ist stille, retten; Gott kann nicht retten. So wirst du vom Kummer frei. 5. So ist sein Herz bald trotzig 6. Alle Leiden Nimm mit und bald feige, Und sündigt, Freuden Hin, weil dich dein Baglänzt dein Licht auf seine Stei- ter liebt. Der dich führet, Und ge; Und fündigt, wenn du schlägst, regieret, Hat nie ohne Frucht wenn deine Schrecken Ihn soll- betrübt. ten wecken. 7. Willst du wanken In Ge6. Ach, reinige mein Herz danken, Uebe nur Gelassenheit. von solchen Sünden! Im Glücke Laß den sorgen, Der auch morlehre mich mein Glück empfinden, gen Herr ist über Freud' und Leid. Und gieb mir Muth, an dir in 8. Gott kann retten Tief aus finstern Tagen Nicht zu verzagen! Nöthen; Seine Allmacht hat kein 7. So werd ich nimmer das Ziel. Ifts beschwerlich, Scheints Vertraun vergessen, Das dir ge- gefährlich, Deinem Gott ists nicht bührt, nicht feig seyn, nicht vers zu viel. messen; Im Glück und Unglück 9. Wenn die Stunden Sich rühmen: Gott ist mächtig! Gott gefunden, Bricht die Hülf mit nur ist mächtig! Macht herein; Und dein Grämen Zu beschämen, Wird es unversehens seyn. In eigener Melodie. 437. Gottwird machen, Daß 10. Drum wohl denen, Die Thränen Doch nur Gottes die Sachen Gehen in wie es heilsam ist. Auch in Stür- Wege gehn! Nach dem Leiden men Wird beschirmen Dich, der Strahlen Freuden Von des Him immer bei uns ist. mels lichten Höh'n. 2. Wer sich kränket, Und stets 11. Umen! Amen! In dem Namen 278 Vom Kreuz und Leiden Namen Meines Jesu halt' ich sie verhängt. Die Schmerzen stiu. Es geschehe, Und ergehe, wandeln sich in Freuden, Die Wie und wann und was er will! keines Menschen Seele denkt; Die herbe Thräne, die hier floß, Wird Seligkeit, unnennbar groß. M. Wer nur den lieben Gott. 438. Die Trübsal lehrt uns weiser werden, Des In bekannter Melodie. Heiles Wege sichrer gehn, Das 439* efu meine Freude, Herz erheben von der Erden, Meines Herzens Und freudig in die Zukunft sehn, Weide, Jesu, meine Zier! Uch, Wo Wahrheit, Liebe, Thätigkeit wie lang' ach lange Ist dem Her Beständig unsern Geist erfreut. zen bange! Mich verlangt nach 2. Der eigne Schmerz soll dir, Gottes Lamm, mein Bräuuns bewähren In Werken der tigam! Uusser dir soll mir auf Barmherzigkeit, 3u trocknen Erden Sonst nichts lieber werden. fremden Schmerzes Zähren, Zu mindern liebreich fremdes Leid, Und Jedem, der da Trübfal hat, Mild beizustehn mit Rath und That. 2. Unter deinen Schirmen Bin ich vor den Stürmen Uller Feinde frei. Laß fie fich erbittern, Ich darf nicht erzittern, Mir steht Jesus bei! Ob es jetzt gleich Fracht und 3. Wenn taumelnd von der blitt, Ob mich Sünd' und Hölle Sinne Freuden, Wir oft von schrecken, Jesus will mich decken. Rausch zu Rausche fliehn, Dann 3. Trotz dem alten Drachen! sollen dieses Lebens Leiden Uns Trotz des Todes Rachen! Trog in uns selbst zurücke ziehn, Zu der Furcht dazu! Tobe Welt und einer weisen Mäßigung Uns füh- springe, Ich steh hier und singe ren, und zur Besserung. In gar sichter Ruh'. Gottes 4. Was wir zu sehnlich oft Macht hält mich in Ucht; Alles begehren, Was uns oft lieber muß vor ihr verstummen, Mags war, als Gott, Auch dieses freu- auch noch so brummen. dig zu entbehren, Lehrt uns nur 4. Weg mit allen Schätzen! Du Elend, lange Noth; Und drum bist mein Ergößen, Jesu, meine entzieht des Vaters Hand Uns Luft! Weg ihr eitlen Ehren, Ich oft den liebsten Gegenstand. mag euch nicht hören, Bleibt mir 5. Er prüft durch Leiden uns unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, hienieden Aus Vaterlieb' und Ba- Schmach und Tod Soll mich ob tertreu, Damit für seines Him ich viel muß leiden, Nicht von mels Frieden Einst unsre Seele Sefu scheiden. fähig sey; Und ausgeprüft und gnug bewährt, Wird, wer hier duldete, verklärt. 5. Gute Nacht, o Wefen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, 6. So trag ich willig denn Bleibet weit dahinten, kommt die Leiden; Mein Vater ifts, der nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du überhaupt. 279 du Stolz und Pracht, Dir sey Sünde Fluch und Lohn Mich ganz, du Lasterleben, Gute Nacht gegeben! dort nicht betrübe. 5. Schreie, Welt, und sag', 6. Weicht, ihr Trauergeister! es sey Gott mir nicht gewogen; Denn mein Freund und Meister, Doch bleib ich getrost dabei, Sch Jesus, tritt herein. Denen, die ward nie betrogen. Gütig ist mein Gott lieben, Muß auch ihr Be- Gott gesinnt, Gab mir seine Gatrüben Lauter Freude seyn. Duld' ben, Will mich als sein eignes ich schon hier Spott und Hohn; Kind Stärken, trösten, laben. Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude! 6. Was ist in dem Himmelszelt, Was im tiefen Meere, Was ist Gutes in der Welt, Das mir. nicht gehöre? Glänzt nicht mir der Sterne Licht? Ist mir nicht gegeben Luft und Wasser, dient es In eigener Melodie. Oder: Christus der uns selig macht. 440.* Schwing dich auf zu nicht mir zu meinem Leben? deinem Gott, Du 7. Ich bin Gottes, Gott ist betrübte Seele! Gräme dich nicht mein, Wer ist, der uns scheide? bis zum Tod In der Schwer- Dringet Ungemach herein, Mit muthshöhle! Merke, was dir dem bittern Leide; Laß es drintröstlich ist. Fahre fort zu käm- gen, kommt es doch Von geliebpfen! Dein Erlöser Jesus Christ ten Händen; Schnell zerbricht des Will dein Leiden dämpfen. Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 2. Auf, ermuntre dich und sprich: Mir ist nicht mehr bange, 8. Kinder, die der Vater soll Da ich dem, dem ich entwich, Ziehn zu allem Guten, Die geraEwig nun anhange! Sünde hat then selten wohl Ohne Zucht und mich gnug gedrückt. Ich bin durch Nuthen. Bin ich denn nun Gottes das Leiden Meines Heilands ihr Kind, Warum will ich fliehen, entrückt, Schmecke seine Freuden. Wenn er mich von meiner Sünd' 3. Hab' ich was nicht recht ge- Will zum Guten ziehen? than, Mir ists Leid von Herzen, 9. Es ist herzlich gut gemeint Und ich nehme gläubig an Chrifti Mit der Christen Plagen. Wer Tod und Schmerzen. Denn das hier christlich hat geweint, Darf ist das Lösegeld Meiner Missetha- nicht ewig klagen. Bald, bald ist ten; Dadurch ist der ganzen Welt die Kindheit aus; Und nach Zucht Und mir wohlgerathen. und Schlägen Erbt er in des Va4. Angst und Elend, selbst der ters Haus Den verheißnen Segen, Tod Können mir nicht schaden; 10. Gottes Kinder säen zwar Denn mich deckt in meiner Noth Traurig und mit Thränen; EndGott mit seiner Gnaden; Gott, lich aber reicht Gott dar, Wornach der mir selbst seinen Sohn Hat sie sich sehnen; Denn es kommt geschenkt aus Liebe, Daß der die Erndtezeit, Wo fie Garben machen 280 Vom Kreuz und Leiden chen. Dann verwandelt sich ihr unsern Sinn, Und läßt uns weh Leid In ein frohes Lachen. geschehen. Ernimmt oft, was uns 11. Fasse denn, o Christenherz, lieb ist, hin, Damit wir aufwärts Alle deine Schmerzen, Wirf sie sehen, Und uns zu seiner Güt fröhlich hinterwärts, Laß denTrost und Macht, Die wir bisher nicht im Herzen Sich entzünden mehr groß geacht't, Als Kinder wieder und mehr. Gieb dem großen Na- finden. men Deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen. 6. Thun wir das nur; er ist bereit Uns wieder aufzunehmen, Macht aus dem Leiden lauter Freud', Und Lachen aus dem M. Nun freut euch, lieben. 441.* Dudarfst, o Herz, auch Grämen. Es ist dem Höchstenja jetzt nicht ganz In so leicht Daß unser banges KlaTraurigkeit versinken! Gott wird gen schweigt; Es ist ihm leicht, des Trostes milden Glanz Schon zu helfen. wieder lassen winken. Bleib in 7. Drum falle, du gebeugtes Geduld, wart, in der Still, Und Heer, In Demuth vor ihm nieder! laß Gott machen, was er will; Sprich: Herr, wir geben dir die Er fanns nicht böse machen. Ehr', Ach, nimm uns Sünder 2. Ist dieses denn das erste- wieder In deine Gnade, nimm die mal, Daß wir betrübet werden? Last, Die du uns aufgeleget haft, Was haben wir nicht schon für Hinweg, heil unsern Schaden! Qual, Für Angst gehabt auf Er- 8. Denn Gnade gehet doch für den? Wir sind wohl mehr so tief Recht, Zorn muß der Liebe wei: gekränkt, Und doch hat Gott uns chen. Erliegt das sündige Gedrauf geschenkt Ein Stündlein schlecht, Gott wird die Hand voller Freuden. ihm reichen, Die Vaterhand, die 3. Es ist ja Gottes Absicht uns erhält; Wenn wir die lassen, nicht, Wenn er uns Unglück sen- ach, dann fällt Ull' unser Thun det, Als sollte drum sein Angesicht zusammen. Ganz von uns seyn gewendet. 9. Bei Gottes Liebe mußt du Nein, sondern dieses ist sein Rath, stehn; Nichts kann alsdann dich Daß der, der ihn verlassen hat, fällen. Wenn Erd' und Himmel Durch Leiden wiederkehre. will zergehn, Nichts, nichts wird 4. Denn das ist unsers Flei- doch dich fällen. Gott hat uns sches Muth, Wenn wir in Freu- Gnade zugesagt; Sein Wort ist den leben, Daß wir dann unserm klar, und wers drauf wagt, Dem höchsten Gut Nie unser Herz er- kann es nimmer fehlen. geben. Wir sind von Erd', und 10. So darfst du auch an sei: halten werth Vielmehr, was hier ner Kraft Gar keinen Zweifel ha: uns nur beschwert, is was im ben. Wer ists, der alle Dinge Himmel wohnet. schafft, Wer theilet aus die Ga5. Drum fährt uns Gott durch ben? Gott ist es, der für jeder: mann überhaupt. 281 mann Rath schaffen, Hülfe finden decken. Er stärkt, der mächtig stärkann, Wo jedermann verzaget. Een kann, Wenn wir um Hülfe 11. Und wenn dir auch kein flehen. Den Schild des Glaubens Licht mehr scheint, So sollst du angethan, Könnt ihr stets muthig dennoch wissen: Gott ist noch da stehen, und freudig überwinden. dein treuer Freund, Wo du dich! 4. Wer überwindet, soll den fühlst zerrissen. Sein Blick ist Tod, Den ewigen, nicht sehen, frei, sein Herz ist weit; Er dringt Berging er auch in seiner Noth, durch unsre Dunkelheit, Und läßt Dort wird er nicht vergehen. uns Guts geschehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, 12. Was ist sein ganzes gro- Nach diesem kurzen Leiden Wird Bes Reich, Als lauter Wunder- ihn der Unschuld weißes Kleid, fachen? Er hilft und baut, wenn Gerechtigkeit bekleiden, Hell durch wir uns gleich Deß keine Hoffnung das Blut des Lammes. machen, und das ist seines Na= mens Ruhm, Den du, wenn du sein Heiligthum Willst sehen, ihm mußt geben. M. Wer nur den lieben Gott. 443. Wer keine Furcht vor Menschen achtet, 442. Wer vor der Sünder Zorn nicht M. Es wolle Gott uns gnädig. zagt, Ihr Lob und ihren Spott hr 2hr Mitgenossen, auf verachtet, Und alles für das Gute zum Streit, Damit wagt, Wie groß, wie liebensuns Gott belohne! Es gilt das würdig ist Nicht dieser Held, Reich der Herrlichkeit, Der der wahre Christ! Ueberwinder Krone. Der Wei- 2. Er fürchtet selbst der Erde chende wird nicht gekrönt. Wie Götter, Wenn sie Gott widerstrehat der Herr gestritten, Der Herr, ben, nicht; Denn größer ist sein der uns mit Gott versöhnt, Als Schuß und Retter, Gott, seines er den Tod gelitten Um Delberg Herzens Zuversicht. Wer den nicht und am Kreuze. mehr als Menschen ehrt, Ist sei2. Miterben, haltet an und seht ner Hülf und Huld nicht werth. Empor zum großen Lohne! Denn 3. Doch seinem Gott zu widernur durch unsre Feinde geht Der streben, Das fürchtet er, und Weg zu jener Krone. Ob tausend das allein; Stets wie er ihm geauch zur Rechten euch, Zur Linken beut, zu leben, Das läßt er seine tausend sänken; So weicht doch Sorge seyn. Und so gesinnt, ernicht! wird uns sein Reich, Der bebt der Christ Vor nichts, was Kraft zum Streit gab, schenken, andern furchtbar ist. Wenn wir darin erliegen? 4. Verfolgt ein Feind sein Glück, 3. 3war groß ist unsers Kampfs sein Leben, Zieht Lift ihn in ihr Gefahr; Doch laßt uns ihre Schre- Netz hinein; Was kann der Christ? den Nicht größer machen! wun- er kann vergeben, Kann lieben, derbar Wird Gottes Schuß uns ähnlich Gott zu seyn; Kann seiner Haffer 282 Bom Kreuz und Belden Haffer Tücke sehn, Und doch die Macht Der Stolzen nicht be: für sie um Gnade flehn. stehen; Sie werden alle umge: 5. Ist Schmähsucht wider ihn bracht, Und müssen schnell ver: beflissen; Trifft seine besten Tha- gehen. Wenn dieser Gott nur ten Spott. Was ist sein Trost? will allein Bei uns und unser ein gut Gewissen! Wo hat er Helfer seyn, So ist uns wohl Ruhm? bei seinem Gott! Ein geholfen. Neider, der dies Glück nicht stört, 4. Ist Gott für uns, so dür Ist keiner Christenthräne werth. sen sich Die Feind' an uns nicht 6. Er hütet sich in guten Ea- wagen. Er kann sie alle mächgen Bor Uebermuth und Eitel- tiglich Gar bald zu Boden schla keit, und, wenn es stürmt, vor gen. Gott kennet seine Kinder allen Klagen Muthloser Unzu- wohl, Und weiß wohl, wann er friedenheit. Er weiß, daß alles, helfen soll Den Schaafen ſeiner was ihn kränkt, Sein Gott zu Weide. seinem Besten lenkt.. 5. ft Gott für uns, wie er 7. Der du so mächtig bist in denn ist Bei uns aus lauter GnaSchwachen, Belebe mich mit dei- den; Was kann uns dann Bener Kraft! Sie kann mich unbe- trug und List, Haß, Neid und fiegbar machen, Sie ist, die alles Feindschaft schaden? Gott ist so in uns schafft. Kommts dann stark, daß Roß und Mann Durch zum Kämpfen, nun wohlan, Schjeines seiner Worte kann Gar weiß, was deine Gnade kann. leicht zu Boden fallen. 6. M. Wo Gott der Herr nicht. 444.* * ft Gott für uns, so wird er wohl Für seine Lehre kämpfen, ft Gott für uns in Und wird wohl wissen, wie er aller Pein, In allem soll, Die uns verfolgen, damKreuz und Leiden, Wer kann pfen. Er schickt es oft so wununs dann zuwider seyn? Wer derlich, Daß die Verfolger selber mag von ihm uns scheiden? Ist sich zu ihm bekehren müssen. Gott für uns in Ungst und Noth, 7. Ift Gott für uns, so sind So kann kein Satan, Höll' und zugleich Die Engel uns zur Sei Tod, So kann kein Feind uns ten, Die uns in diesem Jammer. schaden. reich Beschützen und begleiten. 2. Ist Gott für uns, so kön Durch sie wird, wenn es Gott nen wir Berrichten große Eha- gefällt, In einem Augenblick geten; Denn er ist bei uns für fällt Die ganze Macht der Feinde und für, Und weiß uns wohl 8. Ist Gott für uns, so muß zu rathen. Wir können Krieges- die Welt Und Fleischesluft ertie. volk mit Gott Bestegen, daß es gen, Da man mit Gott das Feld noch mit Sport und Schande uns muß weichen. behält, Und nur mit ihm kann sies, gen. Der Teufel selbst kann nicht bestehn; Er muß beschämet von 3. Ist Gott für uns, so kann uns überhaupt. 283 uns gehn, Und kann kein Haar trott, Ertroßt sich sein Verder= uns krümmen. ben. Sen er auch noch so stolz; 9. Ist Gott für uns, was kann Bald wird er dennoch sterben. der Grimm Des Todes uns dann Wo ist die Stätte dann, Wo er schrecken? Es wird des Aufer zuvor noch stand? Man findet weckers Stimm' Vom Tode uns ihn nicht mehr; Der Herr hat erwecken Zur Himmelsfreud' und ihn verbannt. Seligkeit, Da wir in alle Ewig- 5. Shr, die ihr Gott verehrt, feit Bei Gott verbleiben sollen. Straut nur ſeiner Güte! Er 10. Drum soll nun auch zu sorgt für euer Wohl, Wie sehr die feiner Zeit, Weil Gott für uns, Neoth auch wüthe. Hofft! eure nichts scheiden Von seiner Liebe, Treue strahlt, Der hohen Sonne ja kein Streit, Kein Kummer, gleich, Einst durch die Wolken Schmerz und Leiden. Kein Krieg, hin; Erst aber prüft er euch. kein Schwerdt, kein Hohn und Spott Soll uns von dir, o großer Gott, In Ewigkeit nicht trennen! 6. Wo ist ein Greis, der sah, Seit seiner ersten Jugend, Daß unser Gott vergaß Den wahren Freund der Tugend? Doch leidet er auch hier, So ist noch eine M. O Gott, du frommer Gott. 445. Sft blüh'n Verbrecher auf, Und Gottes as er verheißt, uns hält. Welt, Wo Gott noch herrlicher Fromme leiden, O möchten sie doch nie Des Sünders Glück 7. O Christen, übet nur, Selbst beneiden! Wie lang es währt, leidend, edle Werke! Send mus währts doch nur einen Augen thig, wanket nicht! Der Herr ist blick. Wie leicht verwelkend Gras Verwelkt ihr eitles Glück. eure Stärke! Das Elend, das euch drückt, Das Uebel, das euch droht, Berwandelt sich in Heil Christen, hofft auf Gott! 2. Nicht immer kann der Herr Zu ihrem Frevel schweigen. Er fommt, der Richter kommt, Sich 8. Ein Richter naht sich einst, herrlich zu erzeigen. Zürnt, From In Macht und Huld gekleidet. me, nicht auf den, Dem feine Dann bebt, wer Unrecht that; Bosheit glückt! Denn durch sein Dann jauchzt, wer Unrecht leidet. Glück wird er In seinem Net Groß ist der Tugend Lohn; Geverstrickt. fahr und Elend fliehn. Der Herr ist Gott, und hilft; Ihr Froms 3. Ja, mancher Frevler stieg, Wir habens angesehen; Er wuchs men, hofft auf ihn. empor und stand, als würd' er nie vergehen. Mit seinem SchatIn eigener Melodie. ten füllt Er einen weiten Naum, 446. Herr, mein Gott, Tief eingewurzelt, fest, Grün, durch den ich bin wie ein Lorbeerbaum. und lebe, Gieb, daß ich mich in 4. Doch wer dem Schöpfer deinen Rath ergebe; Laß ewig deinen 284 Vom Kreuz und Leiden deinen Willen mein, Und, was Wohl entscheiden? Wer schenkt du thust, mir theuer seyn. 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, Herr, 2. Wir streben oft nach Dinerbarmst dich aller deiner Werke! gen, Die, wenn wir sie erringen, Was zag' ich einen Augenblick? Des Unglücks Quellen sind. Ein Du bist mein Gott, und willst Schein, der uns bethöret, Und mein Glück! unsern Stolz vermehret, Macht uns für wahre Güter blind. mir beßre Freuden, Als du, Quell aller Seligkeit? 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden! Was du be- 3. Der Hang zu Eitelkeiten stimmst, das dient zu meinem Stört doch zu allen Zeiten Die Frieden. Du wogst mein Glück, wahre Seelenruh. Wenn wir dir du wogst mein Leid, Und was unser Leben, O Vater, überge: du schickst, ist Seligkeit. ben; Dann fließt dem Herzen 4. Gefällt es dir, so müsse keine Friede zu. Plage Sich zu mir nahn; gieb 4. Dein Rathschluß sey mein mir zufriedne Tage. Allein ver- Wille! Ich will in heitrer Stille wehrts mein ewig Heil, So bleibe Mich deiner Vorsicht freun. Dein nur dein Trost mein Theil. ewiges Erbarmen, Dein Beistand 5. Du giebst aus Huld uns soll mir Armen Zufriedenheit und dieser Erde Freuden; Aus glei- Reichthum seyn. cher Huld verhängst du unsre 5. Laß mich nicht zweifelnd Leiden. Ist nur mein Weh nicht wanken, Wenn traurige Gedanmeine Schuld, So zag ich nicht; ken Mir deinen Trost entziehn! du giebst Geduld. Ich werde nie vergebens Zu dir, 6. Soll ich ein Glück, das du Herr meines Lebens, Mit kindmir qabst, verlieren, Und willst lichem Vertrauen flehn. du, Gott, mich rauhe Wege füh- 6. Erleichtre meine Leiden ren; So wirst du, denn du hörst mein Flehn, Mir dennoch eine Hülf ersehn. Durch deines Geistes Freuden, Durch Muth und Hoffnung mir! Drückt mich die Laft der Schmer7. Vielleicht muß ich nach we- zen; Dann sprich zu meinem Her nig Tagen sterben; Herr, wie zen: Ich, dein Erretter, helfe dir! du willst! soll ich den Himmel 7. Was sollt' ich mich betrü erben, und dieser ist im ben? Den Menschen, die dich Glauben mein,- Wie kann der lieben, Muß alles Segen seyn. Tod mir schrecklich seyn? Ich bin ja dein Erlöster; Sonst weiß ich keinen Tröster, Sonst keinen Schutz als dich allein! M. In allen meinen Thaten. 447. Auf deine Weisheit schauen, Gott, deiIn eigener Melodie. ner Güte trauen, Das schafft 448. Micht so traurig, nicht Bufriedenheit. Wer kann mein sey überhaupt. 285 sen betrübt, Daß dir Gott Glück, ist, das dir unwerth wär'; Denn Gut und Ehr' Nicht so viel als du liebst sie allzumal. Keines andern giebt! Nimm vorlieb mit giebst du weg um Gold, Wenn deinem Gott! Hast du Gott so mans dir abnehmen woll't. hats nicht Noth. 2. Was hast du, o Menschen kind, Für ein Recht an Gut und Geld? Sind nicht, die geschaffen find Hier nur Gästeauf der Welt? Gott ist Herr in seinem Haus; Wie er will, so theilt er aus. 9. Nun fo gehe in den Grund Deines Herzens, das dich lehrt, Wie viel Gutes jede Stund, Dir von oben wird beschert. Du hast mehr, als Sand am Meer', Und willst dennoch immer mehr. 10. Wüßte, der im Himmel 3. Bist du doch nicht darum lebt, Daß dir's wäre nüß und hier, Daß du Erde haben sollt; gut, Wornach so begierig strebt Schau den Himmel über dir, Da, Dein verwöhntes Fleisch und da ist das wahre Gold. Da ist Blut, Würde seine Gütigkeit Dich Ehre, da ist Freud' Ohne End nicht lassen unerfreut. und ohne Neid. 11. Gott ist gnad- und liebe4. Der ist thöricht, der sich voll, Und von ganzem Herzen kränkt Um ein wenig Eitelkeit, treu, Wenn du wünscheft, prüft Wenn ihm Gott dagegen schenkt er wohl, wie dein Wunsch beSchäße der Beständigkeit, Bleibt schaffen sey. Ist dirs gut, so das Ew'ge dein Gewinn, Fahr geht ers ein, Ists dein Schade, das Eitle immer bin! spricht er: Nein. 5. Schaue alle Güter an, Die 12. Unterdessen trägt sein Geist dein Herz für Güter hält, Keins Dir in deines Herzens Haus Freuist, das dir folgen kann, Wenn de, die die Engel speist, Ziert und du gehst aus dieser Welt. Alles schmückt es herrlich aus; Ja, er bleibet hinter dir Wenn du trittst giebt zu deinem Heil, Dir an ins Grabes Thür. seinem Sohne Theil. 6. Uber, was die Seele nährt, 13. Ei, so richte dich empor, Gottes Huld und Christi Blut, Du betrübtes Angesicht, Laß das Wird von keiner Zeit verzehrt, Seufzen, bring hervor Deines Ist und bleibet allzeit gut; Erden Glaubens Freudenlicht! Das begut zerfällt und bricht, Seelengut halt, wenn dich die Nacht Deiverschwindet nicht. nes Kummers traurig macht. 7. Ach, wie bist du doch so 14. Setze, als ein Himmels= blind, Und im Denken unbedacht! sohn, Deinem Willen Maaß und Augen hast du, Menschenkind, Biel, Rühre stets vor Gottes Und hast doch noch nie bedacht Thron Deines Dankes SaitenDeiner Augen helles Glas; Siehe, spiel, Da dir schon gegeben ist, welch ein Schatz ist das! Mehr als deß du würdig bist. 8. 3ähle deine Finger her Und 15. Führe deinen Lebenslauf der andern Glieder Zahl, Keins Immer Gottes eingedenk. Was ja 286 Vom Kreuz und Leiden ja kommt, das nimm auch auf] 7. Unverzagt und ohne Grauen Als ein göttliches Geschenk. Geht Soll ein Christ, Wo er ist, Stets dir's widrig, laß es gehn; Got- fich lassen schauen. Wollt ihn tes Himmel bleibt dir stehn. auch der Tod aufreiben, Soll sein Muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. In bekannter Melodie. 449.* Warum sollt ich mich denn grämen? 8. Kann uns doch kein Zod nicht tödten, Sondern reißt Un Hab' ich doch Christum noch; sern Geist Aus viel tausend NöWer will den mir nehmen? Wer then; Schließt das Thor der will mir den Himmel rauben, bittern Leiden, und macht Bahn, Den mir schon Gottes Sohn Bei Daß man kann Gehn zu Himgelegt im Glauben? melsfreuden. 2. Nackend lag ich auf dem 9. Da, da wird an bessern Boden, Da ich kam, Da ich nahm Schäßen Sich mein Herz Auf Meinen ersten Odem; Nackend den Schmerz Ewiglich ergötzen. werd ich auch hinziehen, Wenn Hier ist kein recht Gut zu finich werd Von der Erd' Als ein den; Was die Welt In sich bält Schatten fliehen. Muß, wie Rauch, verschwinden. 3. Gut und Blut, Leib, See! 10. Was sind dieses Lebens und Leben Ist nicht mein, Gott, Güter? Eine Hand Voller Sand, allein, Ist es, ders gegeben. Will Kummer der Gemüther. Dort, ers wieder zu sich kehren, Nehm dort sind die edlen Gaben, Wo ers hin, Ich will ihn Dennoch mein Hirt Christus wird Mich fröhlich ehren. ohne Ende laben. 4. Schickt er mir ein Kreuz 11. Herr, mein Hirt, Brunn zu tragen, Dringt herein Ungst aller Freuden, Du bist mein, und Pein, Sollt ich drum ver- Ich bin dein, Niemand kann uns zagen, Der es schickt, der kann scheiden. Ich bin dein, weil du es wenden; Er weiß wohl, Wie dein Leben Und dein Blut, Mir er soll All mein Unglück enden. zu gut, In den Tod gegeben. 5. Gott hat mich in guten 12. Du bist mein, weil ich Tagen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt dich fasse, Und dich nicht, mein Auch nicht etwas tragen? Fromm Licht, Aus dem Herzen lasse! Laß ist Gott und scharf mit Maaßen. mich, laß mich hingelangen, Wo Im Gericht Wird er nicht Mich du mich, Und ich dich Ewig so ganz verlassen. werd umfangen! 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir nichts mehr M. Wenn wir in höchsten Nöthen. hier Thun, als meiner spotten. 450.* Menn Menſchenhülfe Laß sie spotten, laß fie lachen! dir gebricht, So Gott, mein Heil, Wird in Eil hoff auf Gott und zage nicht! Sie zu Schanden machen. Wenn niemand hilft, so hilft doch er; überhaupt. 287 er; Mit ihm ist keine Last zu Schmerzen. Für jedes Leiden schwer. Preis und Dank! Erhebt euch, 2. Laß nie der Menschen Gunst bange Herzen! Der Leib, Gott allein Dein einziges Vertrauen Lob! ist nur Gewand Auf unsrer seyn. Denn, ach wie felten ist Reif ins Vaterland. Wir wollen der Freund, Der's immer treu nicht verzagen. und redlich meint! 4. So wie der Blume Farben 3. Nimm deine Zuflucht nur schmuck Aus enger Knospe drinzu Gott! Der rettet dich aus get, So strebt der Geist nach manjeder Noth. Er sey dein Freund; chem Druck Uus seiner Hüll und denn er allein Kann stets, kann schwinget Durch immer wechselnüberall erfreun. des Gefühl Sich nach und nach 4. Wenn er dich liebt, so ist empor zum Ziel; Drum laßt uns dein Feind Ohnmächtig, wenn nie verzagen. er's auch nicht scheint. Selbst 5. Wir blicken auf so manches Stürme ruhen schnell, wenn er Grab Geliebter Menschen nieder, Nur spricht, nicht weiter als Und manche Thräne rollt hinab; hieher! Nur eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaterland! Was hier zerstäubt, war blos Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 5. Es geht doch, wie es ihm gefällt, Was sich ihm auch entge: genstellt. Laß Gott nur machen, wie er will, und hoff auf ihn, und halt ihm still! M. Wenn mein Stündlein. 6. Wie friedevoll ist ihre Bahn! Wie schön die neue Jugend! Wie frei der Geist von Furcht und Wahn! Wie lauter ihre Tugend! Wie hell des neuen Lebens Tag! Ihr gingt voran, wir folgen nach; Wir wollen nicht verzagen. 451. Mir schauen vorwärts auf das Grab, Und weiter hin zum Ziele. Dies trocknet unsre Thränen ab, Dies mil- 7. Das Leid, das schmerzlich dert die Gefühle. Und drückt uns uns zerreißt, Veredelt die Gefühle; auch die größte Noth; Aus allen Es hebt und reinigt unsern Geist, Leiden führt der Tod. Wir wollen Und führt empor zum Ziele. Wir nicht verzagen. trocknen unsre Thränen ab, Und 2. Und wären wir auch noch schauen über Tod und Grab, so arm, Und hätten nichts als Und wollen nie verzagen. Sorgen, Und Mangel, Blöße, Frost und Harm, Und ach! kein Brod für morgen; Zur Weisheit führt M. Herr Jesu Christ, dich zu. 452.* ch will, so lang ich lebe hier, Glück und Fülle bringt der Tod. sten preisen für und für. Biel GuWir wollen nicht verzagen. tes hat er mir gethan, Weit mehr 3. Und wären wir auch noch als ich erzählen kann. so frank; Zur Tugend führen. 2. Er half in Gnaden überall, Verließ 288 Vom Kreuz Verließ mich nicht, auch dieses 10. Nun seh ich, daß dein Vamal; Er hat allein durch seine terherz Mir darum auflegt Pein Hand Das Unglück von mir ab- und Schmerz, Daß du mich zie hen willst zu dir, Weil ich auch gewandt. 3. Als niemand mir zu Hülfe Gnad' im Strafen spür. und Leiden kam, Und meines Elends sich annahm, Als Menschenhülfe war zu schwach, Befahl ich meinem Gott die Sach'. 11. Mein Herz voll Freude dies erwägt, Wie Gott die Ruthe niederlegt, Wie willig er die Hülfe schickt, und mich dem Kummer bald entrückt. 4. Ich flehte zu ihm Tag und Nacht, Daß seine Güte, Weisheit, 12. Und wenn es gleich oft Macht Mich reißen möcht' aus lange scheint; Es ist doch immer der Gefahr, Von der ich ganz gut gemeint. Gott weiß ja Mit tel, Zeit und Rath; Ich hab's umgeben war. 5. Der Bitte hat er mich ge- erfahren in der That. 13. Verleih o Gott, daß mirs währt, Und solche Rettung mir beschert, Daß ich erkenne, seine gereich' Zur Lehre und zum Trost Treu Sey alle Morgen an mir zugleich, Wenn mich vielleicht noch in der Welt Ein neues Unglück überfällt; neu. 6. Durch seinen Engel hat er 14. Daß ich dann denke, deine mich Aus meiner Noth gewaltig- Hand Hat mir die Prüfung zu lich Errettet, und zur rechten Zeit Von Trübsal, Sorg und gesandt, Daß ich dem Golde gleich mög' sein, Und durch das Furcht befreit. Feuer werden rein; 7. Sehr groß, o Herr, ist deine 15. Daß ich dann immer vor Güt, Die mich beschützet und dich tret' Mit Glauben, Hoffnung behüt't! Ich will fie rühmen auf und Gebet, Davon nicht eher der Erd', So lang ich Athem lasse ab, Bis ich die Hülf er haben werd'. langet hab'. 8. Ich will dir bringen Lob 16. Und wenn die Hülf er und Preis, Daß du auf wunder- schienen ist, Da du, o Gott, so bare Weif Mir meine schwere gnädig bist, Daß ich dir danke Kreuzeslast So gnädig abgenom- Nacht und Tag, Mit Herz und Mund dann immer fag': men hast. 9. Obgleich ichs hatte wohl 17. Gelobet sey des Höchsten verschuldt, So hat doch deine Nam', Der mächtig ist und wun Lieb und Huld Mit viel Erbar- dersam! Erschallen müsse seine men mein verschont, Und nach Ehr' In allen Landen mehr und Verdienst mir nicht gelohnt.[ mehr! In 289 In geistlichen Nöthen. M. Wie groß ist des Allmächt. in Anfechtung spür', Wenn sie 453. Wer einsam sitzt in sei allen meinen Glauben Mir will aus dem Herzen rauben. ner Kammer, Und schwere, bittre Thränen weint, 2. Dir, Gott, dir ist nichts Wem nur gefärbt von Noth und verborgen. Was ich bin und Jammer Die ganze Welt umher was ich hab', Ist nicht Frucht erscheint; Wer in die Freuden von meinen Sorgen; Alles ist, beffrer Zeiten Wie tief in einen Herr, deine Gab'! Was ich GuAbgrund sieht, In welchen ihn tes find' an mir, Das hab' ich von allen Seiten Ein süßes Web allein von dir; Auch den Glauherunterzieht: ben giebst du allen Nur nach 2. Den kann allein ein Hei- deinem Wohlgefallen. land trösten, Der innig liebte, 3. O mein Gott, vor den ich litt und starb, Der selbst für die, trete, Sieh auf meine große Noth! die ihm am websten Gethan, mit Höre, wie ich sehnlich bete; Laß tausend Freuden starb. Ja, Je- mich werden nicht zu Spott! fus starb, doch alle Tage Ver- Mach zunicht des Teufels Werk, nimmst du seine Lieb' und ihn, Gieb dem Glauben Kraft und Und kannst getrost in jeder Lage Stärk', Daß ich nimmermehr 3u ihm, dem treusten Freunde, verzage, Christum stets im Hers fliehn. zen trage. 3. Mit ihm kommt neues Blut 4. Jesu, Brunnquell aller und Leben In dein erstorbenes Gnaden, Der Niemanden von sich Gebein; Und wenn du ihm dein stößt, Der mit Schwachheit ist Herz gegeben, So ist auch seines beladen, Sondern seine Jünger ewig dein! Was du verlorst, hat tröst't, Sollt ihr Glaube auch so er gefunden; Du triffft bei ihm klein, Wie ein kleines Senfkorn was du geliebt. Und ewig bleibt seyn, Ihn doch will für würdig mit dir verbunden, Was seine schätzen, Große Berge zu versetzen. Hand dir wieder giebt. M. Freu dich sehr, o meine. 454.* Treuer Gott, ich muß 5. Laß mich Gnade vor dir finden; Ich bin voller Traurigkeit. Hilf du selbst mir überwinden, Stehe mir zur Seit' im dir klagen Meines Streit! Meinen Glauben täglich Herzens Jammerstand; Sind dir mehr', Deines Geistes Schwerdt gleich all meine Plagen Besser, gewähr, Womit ich den Feind als mir selbst bekannt. Große kann schlagen, Und ihn ferne Schwachheit ist bei mir, Die ich von mir jagen. I 6. Geift 290 Vom Kreuz und Leiden. 6. Geist vom Vater und vom Leben, Meine feste Zuversicht, Sohne, Gott voll Kraft von Dem ich Leib und Seel ergeben, Ewigkeit, Sende mir von deinem Gott, mein Gott, verzeuch doch Throne, Mir Betrübten, Trost nicht! Stehe mir in Gnaden bei, und Freud'! Du hast in mir an- Brich des Feindes Pfeil entzwei; gezündt, Was ich noch von Glau- Laß ihn selbst zurücke prallen, Und ben findt; So wollst du auch mit Schimpf zur Erde fallen! 12. So will ich denn alle ferner walten, Und mir deine Gab' erhalten. Tage Rühmen deine starke Hand, 7. Deine Hülfe zu mir sende, Daß du meine Noth und Plage O du edler Herzensgast! Und Hast so gnädig abgewandt. Nicht das gute Werk vollende, Das nur in der Sterblichkeit Soll du angefangen hast. Blas das dein Ruhm seyn ausgebreitt; kleine Fünklein auf, Bis ich nach Auch hernach soll sich's erweisen, vollbrachtem Lauf Deinen Uuser- Wenn ich dich werd' ewig preisen. wählten gleiche, Und des Glaubens Ziel erreiche. In eigener Melodie. Oder: Gott ist mein Lied. 8. Gott, groß über alle Götter, Heilige Dreieinigkeit! Außer 455. Besitz ich nur ein ruhizu ges Gewissen; So mir in meinem Streit, Wenn ist für mich, wenn andre zagen der Feind den Pfeil abdrückt, müssen, Nichts schreckliches in Meine Schwachheit mir aufrückt, der Natur. Mir will allen Troft verschlin2. Dies sey mein Theil! Dies gen, und mich in Verzweiflung soll mir niemand rauben. Ein bringen. reines Herz von ungefärbtem 9. Siehe mich aus seinen Glauben, Der Friede Gottes Stricken, Die er mir geleget hat, nur ist Heil. Und entreiße mich den Tücken, 3. Welch ein Gewinn, wenn Auf die er sinnt früh und spat. meine Sünde schweiget, Wenn Stärk mich gegen jeden Feind, Gottes Geist in meinem Geiste Daß ich Herr mit dir vereint, zeuget, Daß ich sein Kind und Ritterlich und siegreich kämpfe. Erbe bin. Und so alle Bosheit dämpfe. 4. Und diese Ruh, den Trost 10. Reiche deinem schwachen in unserm Leben, Sollt' ich für Kinde, Das auf matten Füßen Lust, für Lust der Sinne geben! steht, Deine Gnadenhand ge- Dies lasse Gottes Geist nicht zu! schwinde, Bis die Angst vorüber 5. Ja jene Pein mich selber geht. Wie die Jugend leite mich zu verklagen, Der Sünde Fluch Daß der Feind nicht rühme sich, mit mir umher zu tragen; In Solch ein Herz hab er gefället, diese stürzt' ich mich hinein. Das auf dich sein' Hoffnung stellet. 6. Laß auch die Pflicht, dich 11. Du bist meine Hülf, mein selber zu besiegen, Die schwerste feyn! In geistlichen Nöthen. 291 seyn! sie ist's; doch welch Ver- diese Ruh empfindet, Und der gnügen Wird sie nach der Voll- sein Glück auf das Bewußtseyn bringung seyn! gründet, Daß nichts verdamm 7. Welch Glück, zu sich mit lich an ihm ist. Wahrheit sagen können:» Ich 16. Laß Erd' und Welt, so fühlt' in mir des Bösen Lust kann der Fromme sprechen, Laß entbrennen; Doch, Dank sey unter mir den Bau der Erde Gott, ich schützte mich.<< brechen; Gott ist es, dessen Hand 8. Und welch Gericht, selbst mich hält! zu sich sagen müssen:» Ich konnte mir den Weg zum Fall In eigener Melodie. verschließen; Und doch verschloß 456.* Ach, was soll ich ich mir ihn nicht.<< 9. Was kann im Glück den Ach, was soll ich fangen an? Werth des Glücks erhöhen? Ein Mein Gewissen klagt mich an; frohes Herz versüßt im Wohler- Es beginnet aufzuwachen. Dies gehen Dir jeden frohen Augenblick. ist meine Zuversicht: Meinen 10. Was kann im Schmerz Jesum laß ich nicht. den Schmerz der Leiden stillen, 2. 3war es haben meine Sün= Im schwersten Kreuz mit Freu- den Meinen Jesum oft betrübt; den dich erfüllen? Ein in dem Doch weiß ich, daß er mich liebt, Herrn zufriednes Herz. Und er läßt sich gnädig finden; 11. Was giebt dir Muth, die Drum, ob mich die Sünd' an Güter zu verachten? Wornach sicht, Meinen Jefum laß ich nicht. mit Angst die niedern Seelen 3. Obgleich schweres Kreuz schmachten? Ein ruhig Herz, und Leiden, Das bei Christen dies größte Gut. oft entsteht, Selten ferne von 12. Was ist der Spott, den mir geht, Soll michs nicht von ein Gerechter leidet? Sein wah: Jesu scheiden. Auf ihn ist mein Ter Ruhm. Denn wer das Böse Herz gericht't; Meinen Jesum meidet, Das Gute thut, hat laß ich nicht. Ruhm bei Gott. 4. Ich weiß wohl, daß unser 13. Im Herzen rein, hinauf Leben Oft nur wie ein Nebel gen Himmel schauen, Und sagen: ist, Und daß wir zu jeder Frist Gott, du Gott bist mein Ver- Mit dem Tode sind umgeben; trauen! Welch Glück, o Mensch, Doch, wenn auch mein Auge fann größer seyn? bricht, MeinenJesum laß ich nicht. 14. Sieh, alles weicht; bald 5. Sterb ich bald, wohl mir, wirst du sterben müssen; Was so habe Ich die Ruhe dann erwird alsdann dir deinen Tod reicht, Ruhe, welcher keine gleicht, verfüßen? Ein gut Gewissen und mir ist im finstern Grabe macht ihn leicht. Jesus noch mein helles Licht. Meinen Sesum laß ich nicht. 32 6. Durch 15. Heil dir, o Christ, der - 292 Vom Kreuz und Leiden. 6. Durch ihn werd' ich wie zu Herzen fassen, Und meine der leben. Er wird mich zur Kraft hat mich verlassen, rechten Zeit Wecken zu der Se- meinen Geist deckt Finsterniß. Und ligkeit, Und mich dann zu sich 5. Oft fühl ich Zweifel, die erheben, Ueber Welt, Tod und mich quälen, Ich zag' in Unruh Gericht. Meinen Jesum laß ich meiner Seelen; Und meine Hülf nicht. ist fern. Ich suche Ruh, die ich 7. Nun so will ich denn ver- nicht finde; In meinem Herzen bleiben; Denn ich traue deinem wohnt nur Sünde, Nur Unmuth, Wort. Von dir, Herr, mein keine Furcht des Herrn. Heil, mein Hort, Soll mich Noth 6. 3ag nicht, o Christ! denn und Tod nicht treiben! Einst deine Schmerzen Sind sichre strahlt mir dein hellres Licht. Beichen besfrer Herzen Als dir Meinen Jesum laß ich nicht. das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, Daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, In eigener Melodie. 457. Du klagst, o Christ, Wär nicht dein Herz mit ihm in schweren Leiden, vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott Und seufzest, daß der Geist der Freuden Von dir gewichen ist. zu erkennen, Noch Jesum einen Du klagst, und rufft: Herr, wie Herrn zu nennen, Als durch den so lange? Und Gott verzeugt, heilgen Geist. Hast du nicht die und dir wird bange, Daß du sen Geist empfangen? Er ists, der dich nach Gott verlangen, von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir und sein Erbarmen suchen heißt. vergeben, Hat Gott mir Sün8. Vertrau auf Gott! er wohnt der Heil und Leben In seinem bei denen, Die sich nach seiner Sohn verliehn; Wo sind denn Hülfe sehnen; Er kennt und feines Geistes Triebe? Warum will dein Glück. Er höret deines empfind ich nicht die Liebe, Und Weinens Stimme; Verbirgt er hoffe nicht getrost auf ihn? gleich, als seys im Grimme 3. Mühselig, sprichst du, und Sich einen kleinen Augenblick. beladen Hör' ich den Trost vom 9. Gott ließ so manchen sei Wort der Gnaden, Und ich em- ner Frommen In dies Gefühl pfind' ihn nicht; Bin abgeneigt, des Elends kommen, Und stand vor Gott zu treten; Ich bet, ihm mächtig bei. Du sollst dein und kann nicht gläubig beten; Nichts erkennen lernen, Sollst Ich denk an Gott, doch ohne das Vertraun auf dich entfernen, Licht. Und sehn, was Gottes Gnade sey. 4. Sonst war mir's Freude, 10. Vor Sicherheit dich zu seinen Willen Von ganzem Her- bewahren, Läßt er dich seine zen zu erfüllen; Sein Wort war Streng' erfahren, Und schickt dir mir gewiß. Jegt kann ich's nicht diese Last. Er reinigt dich, wit Gold In geistlichen Nöthen. 293 Gold im Feuer, Macht dir das mit Beben Nach Licht und Trost, Heil der Seele theuer, Damit und ängstet sich! Doch fruchtlos du haltest, was du hast. ist sein Streben. Der Sünden 11. So wie ein Vater über täglich neuer Streit, Die Bürde Kinder, Erbarmet Gott sich über meiner Sterblichkeit Beugt in Sünder, Die ſeinen Namen scheun. den Staub mich nieder. Dein Seufzen ist ihm nicht ver- 3. Ich bin zu schwach, aus borgen; So fern der Abend ist eigner Macht 3u dir mich aufvom Morgen, Läßt er von dir zuschwingen; 3u schwach, durch die Sünde seyn. diese dunkle Nacht Der Anfech12. Zwar ist um Trost dir tung zu bringen. Wirst du nicht jeho bange; Denn alle Züchti- meine Stärke seyn, Wo find ich gung, so lange Sie da ist, scheint Trost? zu dir allein, O Gott, uns hart. Doch nachmals wird steht mein Vertrauen! fie friedsam geben Furcht der Gerechtigkeit und Leben Dem, der durch sie geübet ward. 4. Mit starkem Glauben an dein Wort Will ich dich mächtig fassen. Ich will von dir, 13. Fahrt fort zu beten und mein Fels, mein Hort, Nicht wanzu wachen; Gott ist noch mäch- ken, dich nicht lassen. Wie viel tig in den Schwachen, Ist Güte auch meiner Fehler sind, Bin ich für und für. Laß dir an seiner durch Jesum doch dein Kind, Gnade gnügen! Sein Wort ist Du mein versöhnter Vater. wahr, und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir! 5. Wohl mir! so fürcht' ich feinen Streit; Du kannst mich 14. Auf, fasse dich in deinen sieghaft machen. Du giebst den Nöthen! Sprich: Wollte mich Bangen Freudigkeit und Kraft der Herr auch tödten; So harr' und Muth den Schwachen. Du, ich dennoch sein. Mir bleibt das Gott, bist meiner Seele Licht; Erbtheil der Erlösten; Und will hab' ich nur dich, so frag' ich nicht mich Gott nicht eher trösten, Wird Nach Himmel und nach Erde. er mich doch im Tod' erfreun. M. Ich dank dir schon. M. Es ist das Heil uns. 458. Wie ist mein Herz fo 459. Chrift, erhebe Herz und Sinn, Was fern von dir, Bon suchst du hier auf Erden? Hinauf, dir, du Quell des Lebens! Mein hinauf zum Himmel hin! Ein Geist bekümmert sich in mir, Christ muß himmlisch werden. Sucht Ruh' und sucht vergebens. 2. In dieser Welt bist du nur Verlaß mich, Gott, mein Vater, Gast, Nur Fremdling, nur ein nicht, Verbirg mir nicht dein Un- Wandrer. Wenn du einst ausgesicht, Du, aller Geister Wonne! gesammelt hast, So erbt dein 2. Rings um ist Dunkelheit Gut ein andrer. um mich. Wie strebt mein Herz 3. Was hat die Welt? Was beut 294 Vom Kreuz und Leiden. beut sie an? Nur Tand und eitle dich nicht, Ihm auch dort Lob Dinge. Wer einen Himmel hof- zu singen? fen kann, Der schäßt die Welt 12. Erlöser, hilf, ach, hilf du geringe. mir Der Weltlust widerstreben, 4. Sieh doch empor! Wie Und meinen Geist empor zu dir, kannst du noch Den Sinn aufs Empor zum Himmel heben. Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken. In eigener Melodie. 460. Die Sünde blendet erst; dann tödtet 5. Wenn dich die Last des Die reizende Vergifterinn. Sie Leidens drückt, So schau nicht ihmeichelt uns, und lügt und muthlos nieder. Getroft, Geredet, Und hin ist Wahrheit, troft! denn dich erquickt Der Friede hin. Hat ihre Lust den Herr doch endlich wieder. Geist bezwungen, Ist in ihr Neh 6. Du bist nicht da für diese das Herz verschlungen, Wer sieht Welt; Dein Ziel ist nicht auf dann noch des Himmels Spur? Erden. Du sollst, wenn deine Der Mächtigste ist Ohnmacht nur. Hütte fällt, Ein Himmelsbürger 2. Wenn du nicht, allmacht: werden. reiche Gnade, Zum tiefversunknen 7. Schau hin ins Land der Herzen sagst: Erhebe dich, geh Herrlichkeit, Wo Lebensströme meine Pfade, Ich kann, was du fließen! Dies wird dir, Christ, nicht mehr vermagst; Wenn du hier in der Zeit Den Leidens- auf's glühende Gewissen Nicht kelch versüßen. läsfest deine Kühlung fließen: 8. Dort oben ist des Vaters Wer kann, wer kann, wie du Haus! Er theilt zum Gnaden- allein, Wer Rath, wer Trost, wer lohne Den Ueberwindern Kro- Retter seyn? nen aus. Kämpf auch um Ruh und Krone! 3. Wer kann mit Kraft ins Innre dringen? Wer strömt dem 9. Dort herrscht dein Heiland Todten Leben zu? Wer kann Jesus Christ, Im Kreise seiner der Sinne Macht bezwingen? Frommen, Und ihm, durch den Wer lenkt die Seelen, Gott, du selig bist, Sollst du einst als du? Der Seelen Vater, alles näher kommen. geben kannst du, du stärken 10. Dort waltet er, der gute und erheben, Du neu erschaf Geist, Mit Licht und Glanz fen den, der fiel, Aufrichten, füh umgeben. Glück, das dir ren ihn zum Ziel. fein Wort verheißt! Auch du sollst dort einst leben. 4. Un dir, an deiner Kraft verzagen, Heißt läugnen deiner 11. Dort ists den Engeln süße Sonne Licht, heißt, was die Pflicht, Dem Höchsten Dank zu Thoren sprechen, sagen: Kein bringen. Seele, sehnest du Gott ist, Vater ist er nicht. Und In geistlichen Nöthen. 295 Und Vater bist du, tausend Her- künftig ist, Scheide mich von zen Empfindens in den bängsten Jesu Christ! Schmerzen, Und jauchzen, hast du sie befreit: Du bist ein Gott der gern verzeiht. M. Werde munter mein. 462. Weg, mein Herz, 5. Du willst, du kannst so mit dem Gedanwahr die Erde Der Fußtritt ken, Als ob du verstoßen seyst! deines Sohns betrat, So wahr Es kann Gottes Wort nie wanmit duldender Geberde Der Herr ken, Das dich anders glauben am Kreuz für Mörder bat; Dujheißt. Bist du gleich voll Sünd willst, du kannst von seinen Ket- und Schuld; Gott ist gut, voll ten, Von aller Angst den Sün- Gnad und Huld. Haft du Straf der retten! Der Tausenden ver- und Tod verdienet; Sinke nicht, ziehen hat, Weiß auch für meine Gott ist verfühnet. Seele Rath. 2. Du bist, wie die Menschen alle, Durch die Sünde zwar verderbt, Die nach jenem schwe= M. Alle Menschen müssen. 461. Ach, wie hat mein Herz ren Falle Sich noch immer auf gerungen, Wie ge- sie erbt; Aber wenn du kehrst fleht am Gnadenthron! Bist du zu Gott, Und dich besserst, hat's noch von Angst durchdrungen, kein Noth. Sey getrost, Gott Seele, oder siegst du schon? wird dein Flehen, Und dein BitOder säumt des Helfers Rechte ten nicht verschmähen. Stets noch? werden meiner 3. Er hat stets ein Herz voll Nächte, Meiner Leiden immer Liebe, Das uns nie zu schaden mehr? Immer meiner Thränen denkt, Das sich durch die reinmehr? sten Triebe Des Erbarmens zu 2. Nah ist meines Helfers uns lenkt. Gott hat einen VaRechte; Sieht sie gleich mein terfinn, Unser Sammer jammert Auge nicht. Weiterhin im Thal ihn; Unser Unglück, unsre der Nächte Ist mein Retter und Schmerzen, Unser Tod gehn ihm sein Licht. Ja, dort wird er zu Herzen. mir begegnen; Dort wird mich 4. Spricht er doch: so wahr sein Untlig segnen. Jegt, jetzt ich lebe, Will ich nicht des Sünist die Prüfungszeit; Jetzt sey ders Tod; Daß er sich bekehr' Seele, stark im Streit! und lebe, Dieses will ich, spricht 3. Schau der alten Helden mein Gott. Gottes Name wird Glauben, Meine Seele glaubend geehrt, Wenn ein Sünder wiean! Laß dir nichts die Krone, derkehrt; Er will, daß aus seirauben! Leid, und klimm zu ner Heerde Nicht ein Schaaf ihr hinan, Keiner Trübsal Tiefe verloren werde. scheide, Weder Tod noch Leben 5. Kann ein Hirt' sich so be= scheide, Nichts was jetzt, was mühen Um ein Schaaf, das sich verläuft, 296 Vom Kreuz und Leiden. verläuft, Als der Herr dich sucht frieden, Seele die du traurig zu ziehen, Als sich sein Erbar- bist! Laß dich nicht den Gram men häuft, Und er von Verlan- ermüden, Da die Angst nicht gen brennt Nach dem, der sich nöthig ist! Sind gleich deiner von ihm trennt? Säh'st du, wie Sünden viel, Gottes Huld ist er liebt die Seinen, Würdest du ohne Ziel. Jesus hat sie dir er vor Freuden weinen. worben, Da er ist für dich ge 6. Doch er liebt nicht nur die storben. Frommen; Auch auf die, die 11. Durch ihn werden deine forglos gehn, Und noch nie zu Sünden Von dem Höchsten dir ihm gekommen, Unterläßt er nicht verziehn! Gnade, Gnade follst zu sehn; Geht selbst dem mit du finden, Ewig dem Gericht Liebe nach, Der von ihm nichts entfliehn. D'rum, o Seele, zage hören mag, Und sucht ihn mit nicht! Eraue dem, was Gott Vaterschlägen Zur Besinnung zu verspricht: Hier sollst du gerecht bewegen. auf Erden und dort ewig selig werden. 12. Bater, schenke meinem 7. Immer bleibt in Liebes flammen Sein Verlangen stark und groß, Ruft und lockt uns allzusammen Von der Welt in Herzen Dieses Trostes Süßigseinen Schooß. Wer sich nun hier keit! Ach, befrei' mich von den Schmerzen, Von dem tief em: stellet ein, Suchet frei und los zu seyn, Den wird auch sein Pfund'nen Leid, Das sonst Nie Locken, Wachen Frei und los mand heben kann! Dich ruf ich in Demuth an: Tröste mich und und selig machen. 8. Der Verklärten Heer dort laß mich leben; Ewig will ich oben, Das den Höchsten ewig dich erheben. ehrt, Jauchzt vor ihm mit fro: M. Herzlich thut mich verlangen. hem Loben, Wenn ein Sünder sich bekehrt. Alles, was geſün- 463. ft Gott für mich, fo trete digt und vergißt, Wie wir ihn beleidigt der mich; Wenn ich zu ihm nur haben; Alles, alles ist vergraben. bete, Berliert mein Kummer sich. 9. Himmel, Erde, Meer und Hab' ich nur ihn zum Freunde, Seen Mögen noch so grundlos Wie selig bin ich dann! Was seyn; Dies und Alles was wir acht' ich aller Feinde? Er nimmt fehen, Ift und bleibt unendlich sich meiner an. klein Gegen Gottes Lieb' und 2. Ja, dies ist's, was mich Huld, Die bei unsrer Sünden- stärket: Ich glaube feft, als fchuld Unverdient sich stets noch Christ, Daß Gott auch mich be reget, Und uns mit Verschonen merket, Auch mir ein Vater ist, träget. Daß er zu allen Zeiten Mit 10. Nun so ruh und sey zu- Huld hernieder blickt, Im Kampfe In geistlichen Nöthen. 297 pfe mir hilft streiten, In Angst mehr als Leben werth. Nichts soll mein Herz erquickt. von ihm mich scheiden, Auch nicht 3. Der Grund, worauf ich des Todes Pein. Er führt zu baue, Ist Christus und sein Tod. hohen Freuden Un seiner Hand Mich, der ich ihm vertraue, Mich mich ein. schrecket keine Noth. Durch ihn 9. Dies ist mein Theil und werd' ich gereinigt Von schnöder Erbe. Ich seh's voll Zuversicht. Sündenlust. Durch ihn mit Gott vereinigt, Mir seiner Huld bewußt. 4. Sollt' ich zum Richter ge hen, und kennte Sefum nicht; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Mein Himmel fällt doch nicht. Fließt immerhin ihr Zähren Auf manche rauhe Bahn! Wie lange Wie könnt ich dann bestehen? kann es währen? Die EwigWo fänd' ich Trost und Licht? feit rückt an. Doch ist nur er mein Tröster, Bereit, mich zu erfreu'n, Wie M. Wie groß ist des Allmächt. könnt' ich, sein Erlöster, Verzagt und muthlos seyn? 464.& ntehre nicht, mein Herz, mit Klagen Den Gott, 5. Er schenkte meiner Seele Die frohe Zuversicht: Auch wenn Lebens Mühe zu ertragen Und der dich zum Glück erschuf! Des ich Schwacher fehle, Verwirft froh zu seyn, ist dein Beruf. mich Gott noch nicht: Den Erdulde standhaft die BeſchwerKummer meines Herzens Sieht er erbarmend an, Daß auch zur bahn; Streb' nur, daß sie dir den Auf deiner kurzen LebensBeit des Schmerzens Ich sein nüßlich werden, Und bete Gotmich trösten kann. tes Willen an. 6. Wer will mich nun verFlagen? Mich schützt des Mitt2. Gott selbst hat dir dein Loos lers Hand. Wer zwingt mich, beschieden; Nimms dankbar aus zu verzagen? Sein Tod ist mir des Vaters Hand. Erfülle jede bekannt. Wohl mir, daß meine Pflicht zufrieden, Die seine Huld Sünden Durch ihn vergeben sind! damit verband. Er giebt dir Nun kann ich Ruhe finden, Bin Munterfeit und Kräfte, Und wieder Gottes Kind. nährt und stärkt dich väterlich. 7. Sein Geist spricht meinem Sie brauchen, das ist dein GeGeiste Manch süßes Trostwort schäfte; Und ihr Gebrauch ist Glück zu. Ich weiß, was Gottmirleiste, Such ich nur Seelenruh. Ich 3. Hat andern deines Vaters weiß, ich werde finden, Was ewig Segen Mehr Güter anvertraut, mich ergößt, Durch Jesum über als dir; Darf dies wohl deinen winden, Was mir sich widersetzt. Neid erregen? Denk: wer ist für dich. 8. Ihm opfr' ich nun mein Le- Gott? und wer sind wir? Weiß ben, Wenn ers von mir begehrt. er, was dir und andern nützet Was er giebt und will geben, Ist Weiß er es beffer nicht, als du? Wenn 298 Vom Kreuz und Leiden. Wenn er dich nährt, regiert und braucht, entbehret, Der ist be schützet, Was fehlet dann noch glückt und reich genug. deiner Ruh? 4. Prangst du auch nicht in hohen Würden; Beneide nicht 5. Herr, der du mir zum frohen viel ich und mehr verliehn, Laß täglich sich der Großen Glück; Sie seufzen mein Herz bestreben, Den for genvollen Gram zu fliehn. In unter schweren Bürden, und oft Demuth laß mein Herz sich üben, stürzt sie ein Augenblick. Ward Stets deiner Güte, Herr, mich dir kein Ueberfluß gewähret, So wünsch ihn nicht aus Selbstbe- freun; Dich fürchten, dir ver lieben, Müß' ewig trug. Wer gern, was er nicht traun, dich lieben, Müß' ewig In allgemeiner Noth. In eigener Melodie. 6. Sieh nicht an, daß die 465. Wenn wir in höchsten Sünd' ist groß; Sprich uns Nöthen seyn, Und von ihr aus Gnaden los. Steb wissen nicht, wo aus noch ein, uns in unserm Elend bei, Mach Und finden weder Hülf noch Rath, uns von allen Plagen frei! Ob wir gleich sorgen früh und ſpat; 7. Auf daß von Herzen wir dafür Nochmals mit Freuden 2. So ist dies unser Trost danken dir. Gehorsam seyn nach allein, Daß wir zusammen ins- deinem Wort, Dich allzeit prei gemein Zu dir dann rufen, treuer sen hier und dort. Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; M. Auf meinen lieben Gott. 3. Und heben unser Aug' und 466.& züchtigt deine Hand, Herz Zu dir in wahrer Reu OHöchster, jetzt das und Schmerz, Und bitten um Land. Zu deinem Vaterherzen Begnadigung, Um aller Stra- Erhebt in bittern Schmerzen Sich fen Linderung; das Geschrei der Armen. Erhör es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; Sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen Sie lindern und auch enden. Ein Wort 5. Drum kommen wir, Herr aus deinem Munde, Verändert unser Gott, Und klagen dir all Zeit und Stunde. unsre Noth; Wir stehen jest ver- 3. D Herr, wir murren nicht laffen gar In großer Trübsal Gerecht ist dein Gericht Bei allem und Gefahr. was wir dulden; Denn groß sind unfre 4. Die du verheißest gnädig lich, Herr, allen, die drum bitten dich, Durch unsern Heiland Jefum Christ, Der unser Heil und Mittler ist. In allgemeiner Noth. 299 unsre Schulden; Und du strafft Dann finden unsre Herzen Nur doch noch minder, Als wir ver- Wonne nach den Schmerzen. dient, wir Sünder. M. Alle Menschen müssen. 4. Ja, Vater, deine Huld Ist Schmerzen! Blick größer, als die Schuld. Gedenke 467. Blick herab auf unfre an die Deinen, Die reuig vor dir weinen! Laß tiefgebeugten See auf unsern Sammerstand! Ach, len Nicht Trost und Hoffnung noch bluten unsre Herzen Von fehlen! den Schlägen deiner Hand. Gott, 5. Verkürze, treuer Gott, Die Schrecklicher ist kaum das Grab. noch war kein Leid uns herber; Dauer unsrer Noth, Und die voll Spät erst sprachst du zum VerKummers flehen, Laß bald Er- derber, Den du sandtest: laß leichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden In neue Lebensfreuden! nun ab! 2. Doch wir jammern hier im 6. Doch wenn, o Herr der Welt, Staube, Nur von Sinnenlust Es dir noch nicht gefällt, Die verführt; Aber das ist ChristenTrübsal zu entfernen; So stärk glaube, Daß dir ewig Ruhm uns, daß wir lernen Mit ehr- gebührt. Herr, einst sehn wir, furchtsvollem Schweigen Vor dir was jetzt trübe, Was jetzt Nacht uns findlich beugen. ist, sonnenklar, Sehn, daß deine höchste Liebe Unsers Leidens Quelle war. 3. Aber, Gott, noch sind wir Arme In der Welt, und brauchen Brod; Darum hilf uns, und erbarme Dich der Deinen in der 7. Herr, deine Züchtigung Leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, Die Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, Und deine Frommen stärken. 8. Wenn unser Herz dich liebt, Noth! Der du weißt, wie Leiden So wird, was uns betrübt, Uns drücken, Und sie selbst getragen doch zum Heil gedeihen, Und uns hast, Jesu, komm, uns zu erzuletzt erfreuen; Es wird uns quicken! Mindre du des Kreudeine Gnade Ein Licht auf dunk: zes Last! lem Pfade. 4. Vormals hast du manche 9. So stärke denn das Herz, Zähre, Mittler, deinem Volk geDaß auch im größten Schmerz weint; O du bist zu deiner Ehre Es nie an Muth uns fehle. Noch derselbe Menschenfreund! sprich zu unsrer Seele: Getrost! Sieh voll Mitleids auf uns niedich soll kein Leiden Von mei- der; Nimm, dir wirds ein leichner Liebe scheiden. tes seyn, Aus der Schaar ver10. Um Schluß von unserm schonter Brüder Viele Herzen Lauf Klärt einst sich alles auf; für uns ein. Dann wird die Aussicht heiter, 5. So, wie treue Mütter eilen, Dann thränt kein Auge weiter, Kindern, die um Hülfe flehn, Liebreich 300 Vom Kreuz und Leiden. Liebreich Hülfe zu ertheilen, Eile les dennoch nicht. Es strahlt aus Herr, uns beizustehn, Ja, das allen Nächten Nur mächtiger her: hast du uns verheißen; Deine vor, Weil der zu Gottes Rechten Worte trügen nicht. Nichts soll Zum Tempel sich erkor. uns den Trost entreißen, Daß dein Mund die Wahrheit spricht. 3. Gott ist in ihren Mauren, Und sie erbaut in Golgatha; Die 6. Herr, nur laß uns auch dem Stadt des Herrn wird dauren, Guten Nachzujagen uns bemühn! Wie der, den sie dort bluten sah. Laß die Herzen, die jetzt bluten, Die Erde wird vergehen, Der Auch des Lasters Lockung fliehn! Himmel nicht bestehen; Die Kirche Deine Güte rief zur Buße, Wir wird es sehen, Und nicht mit ihm vergaßen dein Gericht; Jetzt wirft vergehn. Daß sie ganz herrlich Noth uns dir zu Fuße; Bater, werde, Wird, ihr zur Seligkeit, ach, verwirf uns nicht! Der Himmel und die Erde Ver7. Führ uns selbst auf ebnem jünget und erneut. Pfade! Bei der Tugend blühet 4. Sie hat schon viele Sünder, Heil. Immer ist ja deine Gnade Doch oft bedrängt durch Macht Der wahrhaften Frommen Theil. und Spott, Zu dir bekehrt, viel Nach vollbrachtem frommen Le- Kinder Zum Himmel dir geboren, ben Wirst du uns, o Menschen- Gott! Noch spotten ihrer viele; freund, In ein beßres Reich er- Sie aber achtens nicht. Sie schau heben, Wo kein Auge Thränen et dort am Ziele Die Kron' und weint. das Gericht. Schmäht immer, fchmäht, ihr Spötter! Denn furchtbar ist sie noch; Der Herr 468. Gott ist ein Schuß in ist ihr Erretter, Sie triumphi M. Nun lob, mein Seel. Nöthen Und seiner ret doch. Kirche Zuversicht. Wenn wir um 5. Er wird den Kriegen steu Hülfe beten, Versagt er feine ern, Die ihr noch wider sie be Hülf ihr nicht. Es brech' aus sei schließt; Sie wird das Siegsfest nen Säulen Der Erdkreis auf fie feiern, Das wonnevoll und ewig her; Laßt jede Tiefe beulen, Laßt ist. Vernehmts, ihr neuen Hei Ge taumeln Berg' ins Meer; Laßt den! Gott rettet ja so gern. ihre Haffer toben, Sie stürzen borcht ihm, lernt mit Freuden Von doch sie nie. Gott hat sie hoch er- ihr den Dienst des Herrn, So hoben, und er beschirmet sie. werdet ihr entrinnen; Wenn ihr 2. Sie ist ein Fels im Meere. gewonnen seyd, Auch Kronen noch Es stürme wilder Wogen Fluth; gewinnen Für einen edlern Streit. Doch bricht sich, Gott zur Ehre, An diesem Felsen ihre Wuth. Ob M. Gott des Himmels und der. auch schon oft auf Erden, In 469. Unerforschlich sen mit Got Nacht verhüllt, ihr Licht Schien ausgelöscht zu werden, Verlosch tes Weg und Rath, Und die Nacht sey In allgemeiner Noth. 301 sey ohne Schimmer, Die mich hier Das nicht laut seyn will? Nicht umschattet hat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weif und gut. doch, lieben Brüder! Ist das unser Muth? Schlagt den Kummer nieder! Es wird alles gut. 2. Sollt' ich das von Gott 2. Aufgeschaut mit Freuden, nur loben, Wo auch ich schon Himmelauf zum Herrn! Seiner Weisheit seh'? Ists nicht ein Kinder Leiden Sieht er gar nicht Geschenk von oben, Wenn ich gern. Er will gern erfreuen, Und seinen Weg versteh? Ach, der fre- erfreut so sehr; Seine Hände velt, welcher klagt, Daß ihm streuen Segens gnug umher. Gott mehr Licht versagt. 3. Soll ein Vater unterlassen, the Trägt nicht jedes Glück, 3. Nur dies schwach GemüWas dem Kinde Thorheit ist? Stößet Gottes Güte Oft von Kühner Tadler: Engel fassen sich zurück. Wie's nun ist auf Das, wo du im Dunkeln bist. Erden, Also sollt's nicht seyn. Hier sollst du dem Herrn ver- Laßt uns besser werden! Gleich traun, Lernen hier, nicht völlig wirds besser seyn. schaun. 4. Soll er deine Wünsch' erhe4. Der ist bis zum Grabe ben Zu Beherrschern seiner Welt? Wohlberathen hie, Welchem Gott Soll der Heilige dir geben, Was die Gabe Des Vertrauns verden Lüsten nur gefällt? Wohl lieh. Den macht das Getümmel uns, wenn er nicht gewährt, Dieser Welt nicht heiß, Wer Was ein thöricht Herz begehrt! getrost zum Himmel Aufzu5. Hier in meinem Pilger- schauen weiß. stande Sey mein Theil Zufrie- 5. Sind wir noch vom Schlumdenheit! Dort in meinem Ba- mer Immer nicht erwacht? Leterlande Wohnt die wahre Se- ben und sein Kummer Währt ligkeit. Führt mein Gang zum nur eine Nacht. Diese Nacht Himmel ein, so mag er dun- entfliehet, Und der Tag bricht fel seyn! an. Eh man sich's versiehet, 6. Wandelst du auf rauhen Gehn wir himmelan. Wegen, Sey getrost und klage 6. Wer nur diesem Tage Still nicht! Was hier schmerzet, wird entgegen blickt, Wird einst seiner dort Segen, Was hier Nacht Plage Ewiglich entrückt. Endist, wird dort Licht; Und ich lich ist's errungen; Endlich sind faß erst Gottes Sinn, Wenn wir da. Droben wird gesungen ich ganz vollendet bin. Ein Halleluja. In eigener Melodie. M. Aus tiefer Noth schrei ich. 470. Warum sind der Thrä: 471. Unsträflich bist du, Gott, und rein; Du duldest nen In der Welt so viel, Und so manches Sehnen, kein Vergehen. Willst du ein strenger Vom Kreuz und Leiden. 302 strenger Richter seyn, Wer kann M. Wenn wir in höchsten. vor dir bestehen? Der Sünder 472. Nimm von uns, Herr, fühlet deine Macht, Wenn sein. wir an, Gewissen nun erwacht, Wie ein Du, der allein uns helfen kann, verzehrend Feuer. Nimm von uns, Herr, der Leiden 2. Du winkst; so bebt vor Last, Die du uns aufgeleget haft. deinem Droh'n Der weite Bau 2. Nicht Schwachheit nur, ach, der Welten. Unendlich ist der Missethat IJsts, die uns, Herr, Gnade Lohn, Dem Frommen zu geschieden hat! Wir haben unsern vergelten. Doch endlos ist auch hohen Werth, Dein göttlich EbenSchmerz und Noth, Die dein bild, entehrt! Gesetz dem Sünder droht, Wenn er sich nicht bekehret. 3. Gerechter Gott, vor dir, vor dir Bekennen und bereuen wir, 3. Wir nah'n voll Ehrfurcht Wir übertraten dein Gebot, Wir deinem Thron, Und fallen betend fündigten an dir, o Gott! nieder. Wie schrecklich ist der 4. Doch laß vor uns vorüber: Sünde Lohn! Vergieb, und segn' gehn, Die über unserm Haupte uns wieder! Zwar sind wir nicht stehn, Die Donnerwolken, die des Segens werth; Die Schuld uns drohn, Und gieb uns nicht ist groß, die uns beschwert, Doch verdienten Lohn! deine Gnad' ist größer. 5. Hör unsern Mittler Jesum 4. So liebreich, wie ein Ba- Christ, Der armer Sünder Zu4. So liebreich, wie ein Ba- flucht ist, und laß noch stehen ter sich Erbarmet, seiner Kinder, Erbarmst auch du, o Bater, dich dieses Jahr Den Baum, der Der reuevollen Sünder, Die wil ohne Früchte war! 6. Geist der Gnad' und lig ihre Schuld gestehn, Und nun des Gebets, Behüt uns heut, auf bessern Wegen gehn, Und behüt uns stets! Mach uns von immer frömmer werden. Laß ununsern Sünden rein, fern Wandel heilig seyn! 5. Wir trauen deiner Vater huld, Die uns dein Sohn erwor 7. Ström deinen Segen, Herr, ben. Er ist zur Tilgung unsrer ins Land; Leit' uns an deiner Schuld Um Kreuz für uns getreuen Hand! Gieb unsern Fel storben. O laß uns nun durch dern dein Gedeihn; Hör' nie seinen Tod Beruhigung in unsrer auf, unser Gott zu seyn! Noth Und deinen Frieden finden! 8. Gieb steten Frieden und 6. Verleih uns Eifer, daß verleih, Daß unser Herz dir dank: wir hier Dir wohlgefällig leben! bar sey. Dein Volk sey nie der Nur dann, o Herr, wird uns Feinde Spott! Nimm uns nicht von dir Der Sünden Schuld deinen Schuß, o Gott! vergeben. Dir sey in steter Heilig- 9. Entziehe, treuer Gott, uns keit Ein jeder Lebenstag geweiht, nicht Dein theures Wort, dies Bis einst der Tod sich nahet. heilge Licht; Dies Licht, das uns In allgemeiner Noth. und die dunkle Nacht Des Er- Vor dem. ewigen Tod, denlebens helle macht. Durch deine Menschwerdung Litaney. 473.* Kyrie, Eleison!*) Chrifte Eleison! 10. Und fährst du uns zu und heilige Geburt, zücht'gen fort; So schone dort, Durch deinen Todeskampf ach, schone dort! O gehe, Vater, gehe nicht mit deinen Knech ten in's Gericht! und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heilig Auferstehen und Himmelfahrt; In unsrer letzten Noth, Um jüngsten Gericht, Wir arme Sünder bitten, Du wollest uns erhören, lieber Herr und Gott! Und deine heilige, christliche Kirche regieren und führen, Alle Hirten und Lehrer in Kirchen und Schulen beim heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Sey uns gnädig, Verschon uns, Allen Rotten und Aergernislieber Herr und Gott! sen wehren, Kyrie, Eleison! Christe, Erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarm dich über uns! Herr Gott, Heilger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, Hilf uns lie- Alle Irrige und Verführte ber Herr und Gott! wiederbringen, Vor allen Sünden, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Erndte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Ullen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten. Allen Königen und Fürsten Fried' und Eintracht geben. Und ihnen steten Sieg wider deine Feinde verleihn, unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen. Vor allem Irrthum, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellem Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und BlutvergieBen, Vor der Feinde Tyrannei und Mord, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnoth, 303 * Herr, erbarme dich. Bebüt uns lieber Herr und Gott. Hilf uns, lieber Herr u. Gott. Erhör uns, lieber Herr und Gott. Unsre Kirche, Schule und Gemeinde segnen und behüten, Allen, die in Noth und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugerinnen Vom Kreuz und Leiden. 304 gerinnen fröhliche Frucht und Gedeihen geben. Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen 2. Wir haben unsern Bund entweiht, Gebrochen unsern theuren Eid, Und deinen Weg ver: lassen! Doch sieh, wir kehren voller Reu Zurück zu dir, o laß auf's neu Uns deine Gnade fas sen! Laß sie uns leiten auf den Pfad, Den dein Befehl geheiligt hat, Daß Irrthum und Versu chung nie Uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, Vor Ungeduld, vor aller Schuld Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören.. O Jesu Christ, du Gottes Sohn, Erhör uns, lieber Herr und Behüt uns deine Baterhuld! Gott! du Gottes Lamm, das Welt Sünde trägt, der 3. Sohn Gottes, der zur Erde kam, Und unsre Schwachheit auf sich nahm, Mit Gott uns zu versöhnen; Der durch den Tod in's Leben drang, Sich dann zur Rechten Gottes schwang, Wo Ehr' und Preis ihn krönen; Ver tritt, o Mittler, uns bei Gott Durch deine Leiden, deinen Tod! Stärt uns in unsrer Prüfung Lauf. Und, wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser Gott, Dein Trost, dein Licht verlaß uns nicht m Tod, im Grab, im Weltgericht! vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen Unsern Feinden, Verfolgern und Lästern vergeben und fie bekehren, Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Daß wir dein Heil, Erbarmer, fehn! Herr, unser Gott, Verbirg uns nicht dein Angesicht. Und geh mit uns nicht in's Gericht! Erbarm dich über uns! du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Frieden! Christe, Erhöre uns! Kyrie, Eleison! Christe, Eleison! Kyrie, Eleison! Amen. M. Herzlich lieb hab' ich dich. 474. Du Gott, der unsre 4. Sieh gnädig, Herr, auf unser Land; Ringsum bedeckt Zuflucht ist, Herr von deiner Hand, Laß es der unser Mittler, Jesu Christ, Du Ruh genießen! Wend' ab von heil'ger Geist der Gnaden, uns durch deine Hut Der Flam Ewiger, verwirf uns nicht! Wir men Grimm, den Zorn der Fluth, kommen vor dein Angesicht, Mit Des Krieges Blutvergießen! Sey Sünden schwer beladen. Nimm unser Helfer, wenn die Noth von uns unsre Sündenschuld, Du Des Mangels und der Seuchen Gott der Langmuth und Geduld, droht, Und laß uns ihren Raub Und merk auf unser heißes Flehn, nicht seyn! Laß Sicherheit das Land Krieg. 305 Land erfreun! Herr unser Gott Gott, Durch alles Leid der PilDas Land ist dein; o laß Ge- gerzeit Führ uns zu deiner Herrdeihn, Und Sicherheit das Land lichkeit! erfreun! 8. Du thust weit mehr, als 5. Schütz uns vor Irrthum wir verstehn, Kannst mehr geund bewahr Uns, Christi Glie-/ währen, als wir flehn, Laß uns dern, immerdar Der Glaubens- Erhörung finden! Oneig auf eintracht Segen! Uns leite stets unser Flehn dein Ohr, Heb' undein guter Geist; Und was dein ser Herz zu dir empor, Und mach heil'ges Wort verheißt, Sen Licht uns rein von Sünden? Laß uns auf unsern Wegen! Laß auch nun ganz dein eigen seyn, Im in Lehr und Wandel rein Die Leben und im Tode dein! Wir Diener deines Wortes seyn, Und sind durch Christi Blut erlöst. bringe zu der Wahrheit Glück, O du, der Sünder nicht verZu dir die Irrenden zurück! stößt, Herr, unser Gott, Erbarme Herr, unser Gott, Breit aus dein dich, erbarme dich, Vergieb uns, Wort an jedem Ort! Gieb Geist leit uns väterlich! und Kraft zu deinem Wort! 6. Auch die Regenten lenke du, Daß sie durch Weisheit und M. Durch Adams Fall ist. durch Ruh Der Länder Wohl- 475.* welch ein Uebel ist Fürsten, der der Krieg! Was uns schützt und liebt, Gieb, der schaffet er für Plagen! Dem Chriin ihm so viel uns giebt, Das sten kann kein Krieg noch Sieg beste längste Leben! Noch lange Im Herzen wohl behagen. Krieg fei sein Vaterblick Uns, deinen nimmt das Blut, raubt Ehr Kindern, Schutz und Glück! und Gut, Läßt uns mit Zittern schütt auf ihn und auf sein Haus effen. Das Schwerdt verzehrt; Und seine Räthe Segen aus! Der Krieg verheert; Der Liebe Herr, unser Gott, In deiner Hand wird vergessen. ist unser Land; Beglück' es, segne 2. Der Krieg erreget Ungst jeden Stand! und Noth. Man lebet stets in 7. Bernimm der Leidenden Sorgen, Das leichtlich uns ein Gebet! Dem, der im Elend zu schneller Tod Heut treffe oder dir fleht, Hilf, daß er nicht er morgen. Die Furcht ist da, liege! Gieß Trost in jedes matte Wenns Schwerdt ist nah, Es Herz; Die Kranken lab' in ih- blühet das Verderben. Der Unrem Schmerz; Hilf Sterbenden tergang macht jeden bang; Der zum Siege! Sen aller Unter- Krieg bringt kläglich Sterben. brückten Heil, Der Wittwen und 3. Der Ucker stehet jämmer= der Waisen Theil, Vereitle der lich, Das Brod ist aufgezehret. Verfolger Rath, Und lehre sie Der Räuber reißet das an sich, den rechten Pfad! Herr unser Womit wir uns genähret. Wir 11 waren 306 Vom Kreuz und Leiden. waren Leut' Zu guter Zeit, Die dieser Zeit Sich nur in Sünden feinen Mangel hatten; Ein je- übet, Obgleich ihr Gut, Leib, der saß In Frieden, aß Sein Ehr und Blut Wird schrecklich Brod in seinem Schatten. hingenommen. Kann denn ein 4. Nun ist der Vorrath ganz Chrift, Der Gott vergißt, Auch dahin; Der Krieg hat uns ge- in den Himmel kommen? troffen. Ein fremdes Volk nimmt 9. Uch, Herr, schau unser Elend den Gewinn, Den wir sonst an, und höre was wir klagen! konnten hoffen; Doch haben wir Wer ist der ganz erzählen kann Die Kriegesthür Uns selbst mit Die schweren Kriegesplagen? unsern Sünden Weit aufgemacht, Drum bitten wir Dich für und Und nicht bedacht, Du würdest, für: Steh auf, Herr, schnell zu Herr, uns finden. retten Uns, dein Häuflein, Das 5. Man hat ja mit dem Chri- jest muß seyn Beschwert mit stenthum Den Spott schon längst Kriegesketten! getrieben. Es war und ist noch vieler Ruhm, Sich und die Welt Leibesfrucht Nicht seyn wie Staub 10. Ach Herr, laß doch die zu lieben. Drum läsfest du, O Statt Fried und Ruh, Gott auf Erden! Laß uns auch nicht den Krieg erschallen. Hart ist auf unsrer Flucht Ein Grab be reitet werden! Laß Hungersnoth das Joch: Uch schone doch! Laß Krieg, Brand und Tod Doch Deinen Eifer fallen! 6. Du schickest her ein scharift Gewalt, Drum hilf uns balb endlich von uns weichen! Dein fes Schwert, Uns schrecklich zu Das Friedensziel erreichen. bestrafen. Wir werden wie die Spreu verzehrt, Die deine Wet- 11. Sprich uns noch einmal ter trafen. Das Kriegesfeu'r freundlich zu, Dein Fluch werd Brennt ungeheur; Kein Däm- uns zum Segen! Die Krieges pfen kann es stillen. Wir müs- angst zur sichern Ruh! Gieb sen stehn, Das Elend seh'n Um Fried' auf unsern Wegen! Aus unfrer Sünde willen. Herzeleid Werd' eitel Freud'! 7. Ach Gott die Kirchen sind Herr, zücht'ge uns mit Maaßen! gar leer; Der Lehrer ist verges- Laß Einigkeit Zu jeder Zeit Be sen; Das Land hat keinen Her- herrschen unsre Straßen! ren mehr; Wie hat das Schwerdt 12. Du, Herr, bist unser festes gefressen! Es ist schon fort Un Schloß, Worauf wir uns ver manchem Ort, Was ehrlich war lassen; Drum kann uns weder ererbet; Auch wird das Land Mann noch Roß Durch Stärke Durch Raub und Brand Bis sicher fassen, Erhebe dich Bald auf den Grund verderbet. gnädiglich, Uns deine Kraft zu 8. O Noth, o Qual, o Herze weisen, Daß wir hinfort Dich leid! Der Himmel siehts betrü- hier und dort Für solche Wohl bet, Wie frech viel Volks zu that preisen. 476. D Krieg. 307 M. Wer nur den lieben Gott. Beit! Laß Gnade nur für Recht 476. Gott, es zieht ein ergehn; So bleiben wir noch Kriegeswetter Jetzt aufrecht stehn. über unser Haupt einher; Doch 7. Doch findet, Herr, dein bist du unser Schutz und Ret- weiser Wille Die Züchtigung ter, So beben wir vor keinem noch ferner gut; So fassen wir Heer, Wie sehr es auch Gefahr in frommer Stille Zu dir denund Noth Den Völkern und den noch den frohen Muth, Daß du Ländern droht. gewiß zur rechten Zeit uns zu erretten seyft bereit. 2. Gieb, Vater, in so trüben Tagen Uns nur den Sinn, auf 8. Du züchtigst zwar, doch dich zu sehn, Und da, wo andre stets mit Maaßen, Und meinst troftlos zagen, Mit Zuversicht es immer väterlich. Auch uns zu dir zu fleh'n, Weil Menschen wirst du nicht ganz verlassen; hülfe doch nicht nützt, Wenn uns Auch unsrer Noth erbarmst du nicht deine Rechte schützt. dich! Nur soll uns stets Gefahr und Pein Ein Segensruf zur Beßrung seyn. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; Du bist es, der die 9. Zuletzt wird jeder rühmen Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, Daß dir al lein die Macht gebührt. Es rüste sich der Feind zum Krieg; Dein Wille nur bestimmt den Sieg. du errettest gern.- müssen: Du, Herr, hast wohl in deinen Schlüssen; Dich bete an uns gethan; Du bist gerecht alles dankbar an! Du hilfft und Lobsinget 4. Je weniger fich oft auch ihm! Lobsingt dem Herrn! zeiget, Woher uns Hülfe noch entspringt, Je mehr Gefahr und M. Singen wir aus Herzens. Mage freiget, Und alles in 3er-477.Um Erbarmen flehen laß voll Bertrau'n Uns, Gott, ter, jetzt zu dir! Um Erbarmung auf deine Vorsicht schau'n! flehn wir, Herr! Gnädiger! All5. Was hilft der Streiter große mächtiger! Hör uns, rett' uns! Menge? Was hilft den Stolzen Hilf, o Gott! Hilf! denn allentihre Macht? Dem Schwächern halben droht Raub, Verwüstung, ward oft im Gedränge, Schon Schwerdt und Tod. oft, durch dich der Sieg gebracht. 2. Uch, des Krieges Flammen Du fandtest Schrecken vor ihm glühn! Friede, Freud' und Segen her, Und Feinde drängten ihn fliehn! Der Zerstörer zieht danicht mehr. her, Stürmet brausend wie das 6. Dir werfen wir uns in die Meer. Wie ein Hagelsturm verUrme, O Vater der Barmher- heert Er das Land, und Blut igkeit! Und flehen demuthsvoll: begehrt, Blut und Tod sein Erbarme Dich über uns zur bösen durstig Schwerdt. U12 3. Wer 308 Vom Kreuz und Leiden. 3. Wer ist Mensch und zit-| Hör uns, hör uns, flehen wir tert nicht, Wenn auch Unschuld, Um Erbarmen, Gott, zu dir Recht und Pflicht Uns mit Un- Um den Frieden flehen wir! erschrockenheit Streiten heißt, und Muth gebeut? Wird doch M. Herzliebster Jesu. auch gerechter Muth Leicht zur 478. Herr, unſer Gott, laß zur fließt doch Menschenblut! nicht zu Schanden werden, Die jetzt, gedrückt von 4. 3agend möchten wir ver- Angst und von Beschwerden, Mit gehn, Wenn des Krieges Gräul frommem Blick auf deine Hülfe wir sehn. Um Erbarmen flehen schauen, Und dir vertrauen! wir, Gott, Erbarmer, jetzt zu 2. Beschäme die Verwegnen, dir! Denk an uns in Gnad und die dich hassen Und sich voll Stol; Huld, Nicht an unsrer Sünden aufihre Macht verlassen. Owende Schuld. Rett uns bald, und doch mit helfendem Erbarmen gieb Geduld! Dich zu uns Armen! 5. Herr, wir beten vor dir 3. Vergebens ist's, auf Men: an; Du nur bists, der helfen schenhülfe bauen, Lehr' uns nur kann! Nicht auf Kriegsmacht dir von ganzem Herzen trauen. troßen wir; Unsre Hülfe steht Mit dir nur kann man Thaten bei dir. Eile, Gott, zu dem wir thun und kämpfen, Die Feinde flehn! Eil', uns Urmen beizustehn! dämpfen. Hilf uns, Vater; wir vergehn! 4. O rette, Vater, uns von 6. Send herab von deinem unsern Feinden! Sprichst du ein Thron Deines Segens ersten Wort; so werden sie zu Freun Sohn, Der zu Brüdern Feind den. Ach, sprichs, daß sie die und Freund Durch der Liebe Waffen, uns zum Segen Bald Band vereint. Deinen Frieden niederlegen! und sein Glück Sende Herr, zu 5. Du bist der Held! Nur uns zurück; Deinen Frieden und du kannst sie bezwingen, Und uns sein Glück! des Friedens Kleinod wieder 7. Der du, Ullgewaltiger, bringen. Wir flehen, Herr, laß Sprichst zum Meere: bis hieher! deine Hülf uns sehen! Hör un Sprich, was unser Flehn begehrt: ser Flehen! Fahr in deine Scheid', o Schwerdt! Herr, zur 3wietracht sprich: entM. Erbalt uns, Herr. weich! Zur Verwüſtung ſprich: 479. Bewaffnete! her Krie Denn die Welt entfleuch! Gott, dein Reich. Bewacht, ger beschützt das Baterland, Und ste 8. Ach, die Völker beten dann het dem Geſete bei, Damit fein Deine Macht frohlockend an! Ausspruch wirksam sey. Dann dankt jedes Volk und 2. Gehorsam, Muth und Ta Land, Preiset deine Segenshand. pferkeit Send stets zu zeigen gern 14 Friede. 309 gern bereit. Bergeßt im Krieg mächtig, gnädig, mild ist er, Der und Frieden nicht Den edlen Wonne lauten Dank! Endzweck eurer Pflicht. 2. Das Land ist frei, das 3. Drum übet stets Beschei- Land ist frei Von jedem Gräul denheit, Wenn man euch Ehr des Kriegs, Von der gedrohten und Achtung beut. Die ihr der Sklaverei, Bom Jammer selbst Frechheit Gränzen sett, Nie wer- des Siegs. de Ruh von euch verletzt! 3. Der Friede kehrt von Gott 4. Ehrt Wahrheit, Recht und zurück; Der Freude Ruf voran; fürchtet Gott; Nie werde Tugend Mit ihm der Völker Lust und euer Spott! Auch Kriegern soll Glück. Das hat der Herr gethan! sie heilig seyn; Auch Krieger follen Sünde scheun. 4. Der Herr hat sich zu uns geneigt. Wir warens zwar nicht 5. 3ieht ihr in Krieg, so stö- werth; Doch ruht der Sturm, ret nie Die Rechte andrer; schüßet der Donner schweigt; zum Pflugfie! Gewalt übt ungeheißen nicht; schaar wird das Schwerdt. Stets leit' euch Lieb' und Chri- 5. Mit Feierkleidern angethan, stenpflicht. Bringt Ruhm und Preis ihm 6. Daß ja nicht einer Frevel her! Kniet hin vor ihm und betreib'! Daß jeder schone Greis tet an! Wo ist ein Gott wie er? und Weib, Und Kind, und Säugling und den Mann, Der wider steh'n nicht mag, noch kann! 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt Mit Bruderarmen auf; fließt! wer bebt, Den tröstet; Brüder, 7. Des Kinds Gewimmer nie vergießt Blut, wenn der drang vor ihn, Der Mutter AngstFeind entwaffnet ist. geschrei. Und seht, des Krieges 8. Dann send ihr wahre Hel- Wetter fliehn, Sie fliehn; und den, seyd Vertheidiger der Mensch wir sind frei. lichkeit, Dem Volke, wie dem Fürsten werth, Von Gott und Baterland geehrt. 8. Der Greis, verjüngt, wie schwach er war, Eilt hin, von Dank entbrannt, Mit seiner Toch ter zum Ultar, Den Säugling in der Hand; 9. Gott sey mit euch in Fried und Krieg, Mit euch in Nieder lag' und Sieg, Mit euch in Leben und im Tod! Hier segne, dort beglück euch Gott! 9. Und danket, daß er Bater ist; Daß du der Keuschheit Truk, Des Säuglings Schild, o Vater, bist, Der Schwachheit Wehr und Schuß; 6. Wie er, ein Vater, der so reich An Huld und Mitleid ist? Jauchzt! er erbarmt sich über euch. Fließt, Freudenthränen, M. Lobt Gott, ibr Christen. 480. Bringt Ehre Gott 10. Daß du das Glück der Menschen liebst, und Fröhlichkeit Und Jubel und Gesang! Shm, für Schmerz, Und friedliche Gebringt Ehr' ihm her, danken 310 Vom Kreuz und Leiden. danken giebst Den Fürsten injern, Was deine Segenshand be das Herz. scheert, Gott, deine Huld zu 11. Die Völker sind nun aus- feiern! Gerechtigkeit und Gut geföhnt; Nun werd' auch, wo ein und Treu Begegnen forthin sich Feind Noch einen Bruder haßt aufs neu', Der Länder Glück zu und höhnt, Sein Herz mit ihm bauen. vereint! 5. Gott, unser Vater, sey ge 12. Nun, weil jetzt alle Stür- preist, Daß du die Herzen len me ruhn, Laß uns aus Dank- keft, In harte Krieger selbst ben barkeit Mit Eifer, Gott, auch Geist Des Friedens mächtig sen freudig thun, Was dein Geset kest. Herr, dir gebühret unser gebeut! Dank, Dich preiset unser Lobge: fang, Der du so gern erfreuest! 13. Soviel hast du an uns gethan, O Allgewaltiger! Dich bete froh der Erdkreis an, und jauchze dir, o Herr! ner Treu, Wehr mächtig allen 6. Wehr' ferner nun nach dei Kriegen; Daß Friede forthin uns erfreu', Laß Menschenliebe siegen! Beschütze du mit starker Hand gefang Erschallet dir und jedes Standes Wohlfahrt! Die Obrigkeit, das ganze Land, 7. Wir traun auf dich; mur M. Sey Lob und Ehr dem. 481. Gott, unfer froher Lobzum Preise! Vernimm gerührter Herzen Dank, Daß du nach Vaterweise Durch Frieden uns se wollst du auch Uns wahre Weis wohlgethan, Und alle 3wietracht heit lehren, Daß wir des Frie abgethan, Der Völker dich er- dens rechten Brauch In Miß barmet. brauch nicht verkehren, Und nicht 2. Wie schrecklich wurde man- durch Stolz und Ueppigkeit, ches Land Von Kriegeslast be- Durch Leichtsinn Ungerechtigkeit schweret, Von der zum Streit Uns selber Noth bereiten. erhobnen Hand Geängstigt und 8. Erhebt, erhebt Gott immer: verheeret! Nur du hast größerm dar, Den Geber aller Güter! Leid gewehrt; Du hast das heiße Er ist und bleibet, wie er war, Flehn erhört, Und unsre Noth Der Menschen Freund und Hü geendet. ter. Gleich herrlich stets von 3. Wo Jammer unsre Herzen Rath und That Hilft er, wie er brach, Wo Mordgewehre schreck geholfen hat. Ihm sey allein ten, Wo Zucht und Ordnung nie- die Ehre! derlag, Das Feld Erschlagne deckten; Da kehrt zurück die goldne M. Wenn wir in höchsten. Zeit, Erholung, Ruhe, Sicher- 482. Gott, desſen Macht des heit, Segens Fülle. 4. Der Landmann sammelt Segen und Verderben schafft; ungestört In ausgeleerte Scheu- Mit welcher schrecklichen Gewalt Berwüstets, Nach einer Ueberschwemmung. 311 Verwüstets, und wie leicht, wie den nächsten, schrecklichsten Gebald! fahren Kann er bewahren. 2. Uch, manche Häuser hats 2. Ich will ihm trauen auch verzehrt, Und mancher Menschen in Ungewittern, Vor denen selbst Glück zerstört. Auch dies hat der Erde Säulen zittern, Und deine Hand gethan; Wir wei- da, wo Bergen gleich empörte nen, Herr, und beten an. Wellen Zum Himmel schwellen. 3. Wir weinen, und verehren 3. Sey alles Sturm und doch Auch deine Huld; sie half Aufruhr und Getümmel; Er uns noch, Und hielt der Flam- schuf das Meer, den Erdkreis men schnellen Lauf, Der übrigen und den Himmel. Was er gezu schonen, auf. beut im Himmel und auf Erden, 4. Mit unsern Brüdern seuf- Das, daš, muß werden. zen wir In ihrem Jammer, 4. 3um wilden Strome spricht Gott, zu dir! Laß sie nicht hülfer: Fleuß mit Stille! Und alllos; tröste die, Die du gebeugt gewaltig ist sein Herrscherwille. haft; fegne sie! Der Strom gehorcht, die Wogen 5. Ach, der Verschonte fliehe sinken nieder, Und ruhen wieder. nicht Die Uebung seiner schönsten 5. Wer händeringend sein Pflicht, Der Pflicht, Betrübte Geschick beklagte, Den Abgrund zu erfreun, Und regen Mitleids voll zu seyn. offen sah und schon verzagte, Frohlocket dann, und rufet: Gott 6. Uns wieder segnen kannst ist Retter Im Sturm, im Wetter. du, Gott, In Heil verwandeln 6. So mögen denn Gefahren jede Noth. Ja, weise, liebevoll mich umschweben, und hohe Wound gut Ist alles, was dein gen sich im Sturme heben, Und Wille thut. furchtbar drohend jeden Damm 7. Gieb Unterwerfung und erschüttern; Ich will nicht zittern. Geduld, Und laß uns deiner 7. 3u dir empor will ich am Baterhuld Mit frommer Zuver- Strome schauen, Und ruhig deijicht vertraun, Und stets auf ner Macht und Liebe trauen. deine Hülfe schaun. Du, Herr, kannst leicht uns, 8. Schüß unser ganzes Va- wenn du willst, bewahren Auch terland Bor Mangel, Seuchen, in Gefahren. Krieg und Brand. Gieb, weil du unser Vater bist, Uns allen, M. Gelobet sevst du, Jesu Christ. was uns heilfam ist. 484. Erhebt, erhebt den Herrn der Welt, Dessen Allmacht uns erhält, Und dann 483. h will dem Herrn noch schüßt, wenn uns der Tod M. Herzliebster Jeſu, was. zu jeder Zeit ver- In aufgethürmten Fluthen droht! trauen, Und stets mein Heil auf Erhebet Gott! diesen Felsen bauen. Auch in 2. Wie wälzte sich der Strom daher! 312 Vom Kreuz und Leiden. daher! Ach, er brauste, wie das nicht selbst im Todesgrauen Meer! Gott bändigte des Stro- Durch Hoffnung ihn erhöhn? mes Wuth; Er brach durch seinen 8. Nein, unser ganzes Leben Wink die Fluth. Erhebet Gott! Sen dir, o Gott geweiht; Denn 3. Bei unsrer Furcht, bei un- du nur kannst uns geben, Was ferm Schmerz Sah sein väterli- unser Herz erfreut! ches Herz Erbarmungsvoll auf 9. Nur du kannst uns be uns herab, Als uns Gefahr und schirmen, Wenn Wasserfluth sich Noth umgab. Erhebet Gott! hebt, Wenn Flammen uns um 4. O laffet uns das Herz ihm stürmen, Und wenn die Erde bebt. weihn, Und uns seiner Liebe 10. Herrscher, dich zu prei freun! Auch in dem schrecklich- sen, Selbst wann die Welt ver: sten Gericht Verläßt er seine geht; Dies ist der Ruhm des Kinder nicht. Erhebet Gott! Weisen, Und dieser Ruhm besteht. M. Christus der ist mein Leben. 485. Erhebt den Herrn mit 11. Drum laffen wir dich walten, Und folgen deiner Hand. Was du uns haft erhalten, Ist Freuden! Chri- deiner Liebe Pfand. sten, betet an! Er liebt nicht unfre 12. Wir wollens treu verwen: Leiden; Er hat uns wohlgethan. den, Und stets barmherzig seyn, 2. Schon drohten uns Ge- Bis wir den Lauf vollenden fahren, Schon riß uns Klein- Und uns im Himmel freun. muth fort; Da sprach, uns zu bewahren, Der Herr sein Allmachtswort. In eigener Melodie. 486.* Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr 3. Vor seinem Worte schwan- Gott, zu unsern Zeiten! Es ist den Die Schrecken schnell da- doch ja kein andrer nicht, Der hin, Und unsre Herzen fanden für uns könnte streiten, Denn du, Ihn voll von Vatersinn. 4. Er lenkt mit weiser Liebe unser Herr und Gott, alleine. Uns alle durch die Welt, jeder gern sich übe, 3u thun, was ihm gefällt. 2. Gieb unserm Fürsten und Daß aller Obrigkeit Fried' und gut aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, Daß wir unter ihnem Ein geruhiges und stilles Leben 5. Er reizet unsre Seelen Auch durch Gefahren an, Das beste führen mögen In aller Gottfe Theil zu wählen, Das nie vers ligkeit und Ehrbarkeit, Amen! gehen kann. M. Auf dich bab ich gehoffet. 6. Er steht auf dunkelm Pfade 487. S fallen wir Gebeug In uns bei, Daß Oft unbemerkt seine Macht und Gnade Zulegt und demuthsvoll vor dir, O Her uns lichtvoll sey. des Lebens, nieder. Ach, un 7. Wer wollt' ihm nicht ver- bedroht Ein schneller Tod; Scho trauen, Und seine Wege gehn, würgt er unsre Brüder. 2. Ach, t Nach ansteckenden Seuchen.- Für Kranke. 313 2. Ach, viele sanken schon ins/ Soll, Retter, dir lobsingen! Wir Grab So unerwartet schnell hin- schwebten in Gefahr und Noth; ab. Wie ist um Hülf uns bange! Wir sahen überall den Tod Mit O schone noch! Entreiß uns doch seinen Schrecken drohen. Nun Dem nahen Untergange. wüthet feiner Seuchen Heer 3. Oft retten Kunst und Vor- Durch unser Vaterland nicht sicht nicht. Wir haben keine 3u- mehr; Sie sind vor dir entflohen. versicht, Als nur zu deiner Güte. 2. Wir sahen dort und sahen. Dem Tod, o Herr, Gebeut, daß hier So viele Brüder sterben, er nicht mehr so schrecklich wüthe. Und allenthalben waren wir Um4. Wir glauben an den Sohn fangen vom Verderben. Da galt und dich; O darum schaue vä- kein Schonen; stündlich war Uns terlich Auf tiefgebeugte Sünder! nah und furchtbar die Gefahr, Denn du allein Kannst uns be- Und alle Kunst vergebens. Den frein, Errett uns, deine Kinder! Würger trieb kein Arzt zurück; 5. Wir übergeben Volk und Auch ihm schien jeder Augenblick Land In deine treue Vaterhand; Der letzte seines Lebens. Entferne jede Plage! Erquick 3. Allmächtiger, wir alle schrien uns, Herr, Allmächtiger! Gieb 3u dir mit bangem Herzen. Du wieder heitre Tage! hörtest uns; die Seuchen fliehn; 6. Doch willst du uns noch Du heilest unsre Schmerzen. nicht befrein; So lehr' uns, Gott, du Erbarmer voll Geduld! Nach geduldig seyn, Und dir uns ganz unsrer Uebertretung Schuld Haft ergeben. Und sterben wir, Laß du uns nicht gelohnet. Gezüchuns vor dir In deiner Wonne tigt, o wir preisen dich, Gezüchleben. tigt hast du väterlich, Und väterlich verschonet. 7. Zeig allen Sterbenden dein Heil, Und gieb, daß sie ihr be 4. Wir wollen, der du uns be= ftes Theil Im Himmel nicht ver- freist, O Gott, dich ewig loben. lieren. Laß sie den Tod Aus Sey, ewig, Vater, Sohn und jeder Noth Zu deinem Throne Geist, Von deinem Volk erhoben! führen. Dich, Retter, bete jeder an! Es 8. Laß unser gläubiges Gebet, jauchze, wer nur danken kann, Das, Herr, zu dir um Gnade Und ehre deinen Namen, Und fleht, Dir, Vater, wohlgefallen; rühme: Gott ist unser Gott! Er Und unser Dank Und Lobgesang hilft uns gnädig in der Noth! Frohlockt: Gott hilft uns allen! Frohlockt ihm, Amen! Amen! M. Ein/ Lämmlein geht und.. M. Ach Gott vom Himmel. 488. Wir kommen, Helfer, 489. Für alle Kranke bitt' ich dich Mit Ruhm und Preis zu bringen. Herzen. D Gott, erleichtre väterDes ganzen Volkes lauter Dank lich Die Bürde ihrer Schmerzen! Sprich 314 Vom Kreuz und Leiden Sprich Tröstung den Verzagten Flehn! Laß, den wir innig lieben, ein, Und lehre sie auf dich allein Bald deine Hülfe sehn! Er liegt, Mit festem Muthe trauen. und ringt und duldet, Gequält 2. Des niedern Lebens Eitel- von bitterm Schmerz; Wir sehn. keit, Die Thorheit aller Sünden, ihn an, und weinen; Voll Mite Und deine Huld, die gern verzeiht, leids bricht das Herz. Laß, Vater, fie empfinden! Er- 2. Du pflanztest ja den Menwecke freundlich ihren Geist, Daß schen Des Mitleids Triebe ein; er der Weltluft sich entreißt, Wie solltest du nicht Helfer, Du Und gieb, was sie bedürfen. nicht Erbarmer feyn? Wir wür3. O weise sie zu Jesu hin, den gern ihn retten; Doch ach, Damit sie dulden lernen, Und wir sind zu schwach. Du, Baallen unzufriednen Sinn Mit ter, thu was feiner Von uns Glaubenskraft entfernen. Dein für ihn vermag! Vaterwille müß allein Ihr eig ner ernster Wille seyn, Und ihres Herzens Freude! 3. Sieh, deine Kinder flehen Für diesen Kranken dich! Gieß Balsam in die Wunde, Und hilf 4. Verleih den Schwachen ihm väterlich! Des Leidens schwe Kraft und Muth, zu kämpfen re Stunden, Laß sie vorübergehn! und zu fiegen! Sey du, o Gott, Doch, Herr, nicht unser Wille, ihr höchstes Gut, Ihr innigstes Dein Wille soll geschehn. Bergnügen! Laß durch den Trost 4. Reichst du des Todes Be der Ewigkeit Die Leiden dieser cher, Gott, ihm heute schon, kurzen Zeit Vor ihren Blicken Und rufft aus unsern Händen Du schwinden.iastie ver ihn vor deinen Thron; Dann steh 5. Den Kranken, der nun ster ihm bei und führe Ihn hin durchs ben soll, Laß, Vater, selig ster- dunkle Thal; Dann lindre ihm, ben! Er eile frei und wonnevoll Erbarmer, Des Todes letzteQual! Zu deines Himmels Erben! Sein Geist, von Sündenlast be- M. Wie groß ist des Allmächt. freit Und zu des Sohnes Bild 491. Hier lieg ich, Herr, in erneut, ein in 6. Den Kranken, der durch dich zen, Und flehe, was ich flehen genest, Den lehre heilig Leben! kann, Aus vollem tiefgerührtem Er müsse dir, von dir erlöst, Sein Herzen Dich kindlich um ErHerz zum Opfer geben! Er barmung an. Wen hab ich sonst wandle nun mit Wachsamkeit, in diesen Stunden? Wer kennt Nicht mehr verführt zur Sicher- so ganz mein Leid, wie du? heit, Der Ewigkeit entgegen! Wer heilt die mir geschlagnen Wunden? Wer fendet mir Er quickung zu? 490. Barmherziger, erhöre 2. Ber ists, der, meinen Der Liebe heißes Schmerz zu lindern, Voll Liebe M. Herzlich thut mich verlangen. auf Gebet eines Kranken. 315 auf mich niederblickt? Wer ists,| Stimme will ich hören, und laut der meine Angst zu mindern, verkünd'gen deinen Ruhm. Mit seinem Troste mich erquickt? Du bist es, Vater aller Väter, M. Allgütiger, dir will ich. Der gern den Leidenden erfreut, 492. Getrost! nun geht es Und der so manchem frommen bald zum Grabe, Ich Beter Im Schmerze Hülf und fühle, daß die schwache Hütte Trost verleiht. bricht. Doch, Heiland, wenn ich 3. Dich ruft auch mein Gebet dich nur habe; So schreckt mich mit Thränen Um Linderung und Tod und Grab und Hölle nicht. Hülfe an. Du kennst des kranken Bist du, mein Freund, im ToHerzens Sehnen, Hast stets so deskampf bei mir; So trennet viel an mir gethan. Du wirst ja mich gewiß kein Feind von dir. nie des Helfens müde, Nie müde, 2. Freund, den meine Seele Kranke zu erfreun; Du giebst liebet! Sch glaube fest, du bist Genesung, Trost und Friede, Und schon bei mir da. Du fühlest selbst wirst auch jetzt mein Helfer seyn. was mich betrübet, Und bleibst 4. In diesen bangen Augen- mir stets mit Trost und Hülfe blicken, Wo Angst und Unruh nah. Du kennest ja des Todes mich Wo mich der Krank- Weil du ihn heit Schmerzen drücken, Biſt du für mich geduldet haft ſelbſt der Trost, der ewig bleibt, Auch 3. Wie könntest du mich je verdieser Krankheit schweres Leiden achten? Nein, Jesu, nein, du bist Verhängst du liebreich über mich. der Sünder Heil. Auch wenn mir Im Schmerz, wie im Genuß Seel' und Leib verschmachten, der Freuden, Erkennt mein Herz Bleibst du doch stets mein Trost als Bater dich. und bester Theil. Wie liebevoll hast du mein Wohl bedacht; Und auch für mich dein großes Werk vollbracht! 5. Wenn ich der Krankheit Last empfinde, So stärke selbst mich zur Geduld! Vergieb mir, dem verirrten Kinde, Vater, meine Sündenschuld! Verlängre noch mein Erdenleben, Wenns deinem weisen Rath gefällt! Du hast es gnädig mir gegeben; Drum sey es dein, und nicht der Welt! 4. Nie kann der Vater mich verstoßen; Denn er will nicht be kehrter Sünder Tod. Du hast am Kreuz dein Blut vergoffen; Das fleht für mich auch in der letzten Noth. Nun muß der Tod, trot aller seiner Pein, Durch dich, o Herr, durch dich mir selig seyn! 6. Laß mir den Schmerz, den ich empfinde, Zur Besserung gesegnet seyn, Zu hassen jede Lust der Sünde, Und dir mein ganzes Herz zu weihn. Voll Dank will Oder: Aus meines Herzens Gr. ich dich ſtets verehren, Und leben, 493 ch preiſe dich und ſinge, M. Mit Ernst, o Menschenkind. als dein Auf deiner Liebe Rath, 316 Vom Kreuz und Leiden. Rath, Die mir so große Dinge gethan; Das muß bekennen jederBisher erwiesen hat. Dich prei- mann. Wer aber hat, o Gott, Wie sen ist mir Pflicht. Ich will mein billig, deine große Güt' Erkannt neues Leben Dir ganz zu eigen mit dankbarem Gemüth? geben; Mehr kann und hab ich nicht. 4. Theils lebten viel' in Schwel gerei, Theils haben sie in Geiz da: 2. Herr über Tod und Leben, bei Der Armen nicht gedacht, Und Du halfft mir aus der Noth. Wie nur das zeitlich Gut gefucht; Drum soll ich dich erheben, Mein Heil, trifft uns diese scharfe Zucht. mein Herr und Gott? Un mir] 5. O weh, o weh der großen thatst du jetzt kund, Du könntest Noth! Die jungen Kinder hei uns das Leben Bald nehmen und schen Brod Mit jämmerlicher bald geben: Du machtest mich Stimm', Und niemand ist, der's gesund. ihnen brech'; Ach, ach, der Vorrath ist hinweg! 3. Als in der Krankheit Schmerzen Die Seele fast versant, Und 6. laß dir, du getreuer Gott, nun aus vollem Herzen Mein Zu Herzen gehen unsre Noth, Flehn zum Himmel drang, Da Nach deiner großen Huld! Ver hörtest du mein Flehn. Vergeht| gieb uns unsre Missethat, Weil die Nacht mit Weinen, Muß früh fie dein Sohn getilget hat. die Sonne scheinen; Mein Dank 7. Laß unser Elend jammern soll dich erhöhn. dich! Und überschütt' uns mil 4. Dir, Gott, will ich nun lediglich Mit Segen aus der Höh'! ben, Will seyn dein Eigenthum, Laß uns nicht länger traurig Und jedes Tags Bestreben Sey stehn, Die wir auf deine Hand deiner Gnade Ruhm! Dir weih' nur sehn. ich meine Zeit. Vor deinen Augen 8. Thu auf, Herr, deine milde wallen, Dir dienen und gefallen, Hand! Such heim in Gnaden Ist Ehr' und Seligkeit. unser Land, Und segne sein Ge wächs! Tränk seine Furchen, M. Warum betrübst du dich. mach es reich, Mach es durch 494.* Qumächtiger, gerechter Thau und Regen weich! Gott! Wir klagen 9. Die Früchte laß gerathen dir jetzt unsre Noth; Erhör' uns wohl, Daß unsre Scheuern wer: gnädiglich! Hör', unfre Stimme, den voll, gnadenreicher Gott! unsre Klag'! Hör', wie wir seuf Mit deinem Gute krön' das Jahr! zen Nacht und Tag! Dein Segen triefe immerdar! 2. Von Grund des Herzens 10. Der du die wilden Thiere müssen wir, O treuer Gott, beken- nährst, Den jungen Raben Speif nen dir, Daß diese Hungersnoth bescherst, Die, Herr, dich rufen Um unsre Sünd' und Missethat an; Uns Menschen wirst du las Uns Sünder jetzt betroffen hat. sen nicht, Denn du bist unsre 3. Du hast uns zwar viel Guts Zuversicht. 11. Wir Theurung. 317 11. Wir sind ja, lieber Gott, Herz nicht frei. Uns helfen kannst getauft Auf deinen Namen, und du leicht; Du kannst den Manerkauft Mit deines Sohnes Blut! gel wehren, In Ueberfluß ihn Drum rette unsern Geist vom kehren, Wenns uns unmöglich Tod; Gieb unserm Leibe täglich deucht. Brod! 4. Den Reichen gieb Erbar12. Vor allen Dingen, höch- men Bei ihres Nächsten Schmerz, ster Hort, Speis' uns mit deinem Und für die Noth der Armen heilgen Wort, Und schenk uns Ein mitleidsvolles Herz, Damit deine Huld, Daß wir nach dem, sie gern ihr Brod Mit Jeſu Brüwas droben ist, Nur trachten, dern brechen, Und nie blos heuwo ist Jesus Christ. chelnd sprechen: Euch nähr' und 13. Daß wir die Güter dieser helfe Gott! Welt Gebrauchen, wie es dir gefällt, Allein zu deiner Ehruns wieder zu erfreun, Und al5. Laß unsre Frucht gerathen, Und unsers Nächsten Dürftigkeit, len unsern Saaten Gieb WachsHerr, dazu hilf uns allezeit. 14. So wollen wir, Gott Va- thum und Gedeihn! Mit milder ter, Sohn, Und heilger Geist im und Regen; So kehrt dein reiGieb Wärme, Thau höchsten Thron, Dir dafür danfen stets, Bis wir mit deiner Engelschaar Dich loben werden immerdar. cher Segen Zurück in unser Land. M. Aus meines Herzens. 6. Wir flehn zu dir voll Reue Und auch voll Zuversicht: Verwirf uns, Gott der Treue, In unferm Kummer nicht! Dein Ueber495. Du bester Trost der fluß entwich Von uns und unsern Urmen, Gott, Schö- Uuen; Noch sehn wir voll Verpfer jeder Welt, Du Vater voll trauen, O Vater, nur auf dich! Erbarmen, Der alles trägt und 7. Erhör uns, Vater, kröne hält, Schau her auf unsre Noth! Das Jahr mit deinem Gut, Und Laß deine Hülf' erscheinen! Wie unser Herz gewöhne Sich stets viele gehn und weinen, Und seh- an heitern Muth! O lehr uns, nen sich nach Brod! dein uns freu'n, Und Hoffnung 2. Erbarmender, ach wende zu dir haben, und deine SegensDer schweren Zeiten Lauf! Thu gaben Durch Mißbrauch nie entdeine milden Hände, Uns zu ver- weih'n. forgen auf! Was irgend Leben 8. Allgütiger, wir hoffen Auf hat, Nährst du mit Wohlgefal- dich und deine Treu! Oft hat uns len; Nähr uns auch, schaff uns Noth betroffen; Doch standest du allen In unserm Mangel Rath! uns bei. Du hilfft, du rettest gern. 3. Bisher war jeden Morgen Dein Vatersegen neu; Jekt wird von Nahrungssorgen Das bange Gott und Herrn! So sey denn unser Leben Vertrauensvoll ergeben Dir, unserm 496. Du 318 Vom Kreuz und Leiden. M. Es ist das Heil uns.| ben, Und gern mit dem, was 496. D u hast, o gnadenrei- deine Hand So liebevoll uns cher Gott, In Theu- zugewandt, Auch armen Brü: rung uns ernähret, Im Elend( dern helfen. und in Hungersnoth Errettung 7. Wir hoffen, Herr, getrost uns gewähret; Und nun hat deine auf dich! Du deckst uns in Ge Segenshand Von uns und un- fahren, Und wirst in Zukunft serm Vaterland Den Mangel väterlich Vor Kleinmuth uns be abgewendet. wahren. Wie gern, o Vater, 2. Dich jammerte das große wendest du Dem Lande Schub Leid, Das Ungstgeschrei der Ur- und Segen zu, Wo deine Freunde men; Du bist ein Gott, der gern wohnen! erfreut, Du halfft uns voll Erbarmen. Die Noth war groß, und groß die Schuld; Doch größer war noch deine Huld, Und deine Macht und Weisheit. M. Nun sich der Tag geendet. 497. Wir wallen, Pilger all zumal, Bon mancher Noth bedräut, Durch dieser 3. Auf, laßt uns unserm Helfer Erde dunkles Thal Hinauf zur Dank Und Preis und Ehre brin- Ewigkeit. gen, Ihm lauten, frohen Lobge- 2. Ach, nirgends Heimath, sang Mit unsern Brüdern singen: Vaterland! Die Ruhstatt mirDer Höchste hält, was er ver- gends hier! Der Geist, auf Er spricht! So lang' die Erde steht, den wie verbannt, Verschmach foll's nicht Un Saat und Erndteltet vor Begier; fehlen. 3. Und findet nimmer, was 4. Ja, felbst in Theurung zeigt ihm gnügt. Woran das Herz du dich Der Menschenwelt gewo- fich letzt, Ist oft ein Gift, das gen. Durch Trübsal hast du vä- Heilung lügt, Und tiefre Wun terlich Uns jetzt zu dir gezogen. den ätzt. Nun laß uns stets die Sünde 4. Denn selbst der Erde Freu: fliehn, Und dir, der gnädig uns den sind Ein Rausch, der süß die verziehn, Das ganze Leben weihen. betäubt, Sind Wasserwogen, 5. Wie fürchterlich lehrt Hun- der Wind Schnell an das Ufer gersnoth Uns unser Nichts erken- treibt. nen! lehr uns dich allein, o 5. Wir bauen auf und reißen Gott, Von Herzen Retter nen- ein, Und wechseln Last mit Last; nen! Lehr uns in allem auf dich Ein Glück, deß wir uns heute schaun, Dich findlich ehren, dir ver- freun, Ist morgen uns verhaßt. traun, Und deine Gaben schätzen. 6. Ach, Stolz und eitles Wis 6. Gieb auch, daß wir im sen bläht, Führt irre den Vers Ueberfluß Uns nie mit Stolz er- stand. Ein Blinder ruft dem heben, Stets mäßig bleiben im andern: seht, Ich fand, was Genuß, Der Wollust widerstre- keiner fand! 7. Befrei Führung Gottes. Schutz Gottes. 319 7. Befrei uns Vater, in der wahrhaftig nütte, So oft dein Höh', Von allem eitlen Wahn! Herz ihn darum bat, Und wie Dein Will', Ullliebender, ge- er dir noch mehr gewährt, Als scheh! Nur der führt himmelan. je von ihm dein Herz begehrt. 8. Wo Einfalt nur mit 3u- 4. Erinnre dich der Gnadenversicht, Herr, dein Wort gläu- stunden, Die der Allgütige dir big hält. Da strahlt ein un- gab. Sind sie in seinem Dienst verfälschtes Licht, Das führt uns verschwunden; So fürchte nicht durch die Welt. das nahe Grab. Dir bleibt von 9. Der Geist der Wahrheit der verschwundnen Zeit Dann schwebt herab Im reinsten Him- noch Gewinn in Ewigkeit. melsglanz, Und zeigt uns über Tod und Grab Des frohen Sie ges Kranz. 1 Schaam und Neue, Auf deine 5. Doch sieh, erfüllt mit Fehler auch zurück, Und lerne daraus größ're Treue, Und ernstre Sorge für dein Glück! So werden Fehler, die dich reun, Dir selbst zu deinem Heil gedeihn. M. Wer nur den lieben Gott. 498. Schau hin in die vergangnen Zeiten, Christ, und sammle Weisheit ein, Entfernt vom Dienst der 6. Bestrebe dich, dies kurze Eitelkeiten Der Tugend ganz Leben Der Ewigkeit und Gott dein Herz zu weihn. Nur sie zu weihn! Vom Schöpfer ward gewährt zu aller Zeit Das wahre es dir gegeben, Hier guten SaaGlück Zufriedenheit. men auszustreun, Der für die 2. danke Gott für alle beßre Zukunft reift, Und dir der Freuden, Womit er dich so oft Erndte Freuden häuft. erquickt! Doch dank ihm auch 7. Der Fromme sieht am Ziel für jedes Leiden! Er hats dir der Zeiten Voll Troft in das liebreich zugeschickt. In allem, Bergangne hin, Und schwingt sich was er an dir thut, Bleibt stets zu den Ewigkeiten, Wo nicht, sein Wille recht und gut. wie hier, die Freuden fliehn, Und 3. Vergiß nicht, wie er dich wo der Gott, den er hier liebt, beschüßte, Dir in Gefahr zur Ihn mit des Himmels Glanz Seite trat, Dir gab, was dir umgiebt. Sechste Abtheilung. In besondern Verhältnissen des Lebens und Zeiten. M. Es ist das Heil uns. chen frohe Triebe. Ich fühle 499. Beim holden Namen: mich mit ihm verwandt; Ich Vaterland! Erwa- fühle, daß ichs liebe. In dieſem Lande 320 In besondern Verhältnissen des Lebens. Lande lebt ich auf; O Wonne!| terland Will ich mich nie ver hier begann mein Lauf Zum gehen, Ein fremdes Volk mit Unverstand zu haffen und zu hohen Ziel des Lebens. 2. In heitrer Unschuld lernt schmähen. Verdienst und Tugend, ich hier Die ersten Worte stam- nah und fern, Soll immer mei meln, Und mir Begriffe, Gott ne Seele gern Un jedem Men von dir und deinen Werken sam- schen schätzen. 8. wohl dem Lande, wo meln. Ich sah mit Eltern mich vereint, Und sie und mancher der Geist Des Chrifienthums Jugendfreund Versüßten meine regieret, Wo jeder dich, o Bater, preist, Und sich mit Weisheit Tage. 3. Wie viele strebten um mich zieret, Wo nie die Bürgertreue her, Mich Schwachen zu ver- flieht, und keiner sich der Pflicht pflegen! Wie viele führten im- entzieht, Gemeinwohl zu be mer mehr Der Wahrheit mich fördern! entgegen! Hier war mein Bür- 9. Wer hier sich stets im Wohlgerrecht bereit; Hier fand ich thun übt, Und edeln Sinn ver: Ruh und Sicherheit Im Schuße breitet, Der wird von dir, 0 der Gesebe. Gott, geliebt, Und einst empor 4. So will ich denn auch geleitet. Ihm lohnt das begre dankbar seyn, Und Andern wieder Vaterland Mit Wonne, die er nügen, Will rathen, helfen und hier nicht fand, Und die dort erfreu'n, Und Gutes unterstützen. ewig währet. Was Ordnung, Recht und Eintracht nährt, Und was des LanM. Was Gott thut, das ist. des Wohlfahrt mehrt, Soll stets 500. Gieb, Höchster, daß mir theuer bleiben. ich fromm und treu 5. Ich will durch Fleiß und Auch meine Nachbarn liebe, Daß Redlichkeit Dem Vaterlande die mir ihr Glück erfreulich sey, Ihr nen, Und, was mir das Geset Unglück mich betrübe. Sen in verbeut, Mich nie zu thun er der Noth ihr Freund und Gott! fühnen; Will jedem geben, was Befrei an jedem Morgen Ihr ich soll, Und ohne Zwang und ohne Herz von bangen Sorgen. Groll Die Vorgesetzten ehren. 2. Laß mich auch ihren Bei 6. Um überall aus Dankbe- stand seyn In Krankheit und gier Des Landes Ruhm zu grün- Gefahren! Laß mich sie trösten den, Soll auch der Fremde stets und erfreun, Und sie vor Gram in mir, Den Freund der Men bewahren! Ich bin ja hier, schen finden. Ich will gerecht Gott, von dir Auch dazu aus und liebreich seyn, Ihm in Ge- ersehen, Den Nachbarn beizu fahren Schuh verleihn, Und stehen. Freuden ihm gewähren. 3. O laß durch mein Betra 7. Aus Liebe für mein Va- gen nie Mich ihnen Kummer ma chen! Die christliche Nachbarschaft. 321 chen! Mein Herz sey willig, auch den, Deine treue Vaterhand Mir für sie zu beten und zu wachen! so unverdient verband! Ermuntre mich, Stets nachbarlich 3. Dank, daß du auf meinem Das Gut, das sie besitzen, Nach Wege Manchen Freund mir zuMöglichkeit zu schützen. geführt, Der, bin ich oft matt 4. Gieb, daß ich stets ver- und träge, Oder, wenn ich, leicht schwiegen sey, Und gern den Frie- verirrt, Von dem rechten Pfade den suche, Auch nie aus Neid wanke, Mir voran zum Ziele und Heuchelei Im Stillen ih- wallt; Mit der sanfteren Gewalt nen fluche. Und thun sie mir Milder Freundschaft wenn ich Ruch Unrecht hier. Hab ich's schwanke, Mich erhält, mich leiz nur nicht verschuldet, So wird tete, Wenn mein Fuß schon straues leicht erduldet. chelte! 5. Was hilft der Zwietracht 4. Dank, daß viele begre Seebittrer Sinn? Er führt nur ins len, mir ein Segen und der Berderben. Wie schnell eilt unsre Welt, Mich zu ihren Freunden Zeit dahin! Wer weiß, wie bald zählen, Von dir selbst mir zugewir sterben? Freunde, seyd fellt, Die das Gute mit mir Entfernt vom Streit! Denkt, theilen, Das mir deine Güte daß ich euch im Grabe, Zu stil- schenkt, Gern, wenn mich ein len Nachbarn habe. M. Sollt ich meinen Gott. Kummer kränkt, Meiner Seele Wunden heilen, Mich erheben, wenn ich sank; Preis dir, Vater, Ehr und Dank! 501. Gott, was wären meine Freuden, Theilte fie 5. Dir geheiligt sey die Wonfein Freund mit mir! Und wiejne, Die für mich aus Freundtrüg' ich meine Leiden, Irrt' ich schaft quillt, Die, erwärmend öd und einsam hier! Wär' ich, gleich der Sonne, Uns mit Menwie in Wüsteneien, Auf die Erde schenlieb' erfüllt! Nur an fromhingebannt, Lebt allein und un- mer Freunde Händen, Die, o bekannt, Sollte ohne Freund mich Heiligster, fich dir Und der Eufreuen; Fände hier in Freud' gend weihn mit mir, Sey mir und Schmerz Nie ein gleichge- wohl! O dann vollenden Festern fimmtes Herz. Schritts wir unsern Lauf, Der 2. Dank dir, Herr, mit Herz uns führt zu dir hinauf! und Munde, Daß in treuer 6. Alle, die mir nah und ferne Freunde Schooß Mir so manche Ihre Liebe gönnen, Gott Segne frohe Stunde Wie ein Augen- sie! du segnest gerne, Sey ihr blick verfloß! Dank für alle rei- Beistand in der Noth! Shrer nen Freuden, Die mir deine Liebe Seele stilles Sehnen, Ihr Begab, Die, bereit bis an das Grab, dürfniß, ihr Gebet, Das vielleicht Gern zu theilen Freud' und Lei- für mich jetzt fleht, Ihre Freuden, ihre Thränen, Und was sie * nur 322 In besondern Verhältnissen des Lebens. nur klagen dir, Alles Gott, em- kein vermeßner Spott Der Wahr: heit; denn sie ist von Gott. pfehl ich dir! 7. Spebe, wenn der Tod die 7. Vergeßt nicht, daß ihr ewig Bande, Die uns binden, nun send; Und lernt für Zeit und zerreißt, Zu der Freundschaft Va- Ewigkeit; Gedenkt an eure Re terlande, Zu dem Himmel, un- chenschaft. Wer weise ist, sey fern Geist! Laß uns dort uns tugendhaft! 8. Von Gott kommt alle Wahr: wieder finden, Wo, erhaben über Tod, Keine Trennung mehr uns heit her. Was wir durschaun, droht, Wo wir reiner uns verbin- das lehrt uns er. So leit' ein ben, Keine Abschiedsthräne fließt, mehr erhellter Sinn Zu ihm Und die Freundschaft ewig ist! uns alle näher hin! M. Herr Jesu Christ, mein. 9. Wohl einem solchen weisen Mann! Ihn ehre Fürst und Un 502. Die ihr des Lebens terthan! Die ferne Nachwelt ehr edle Zeit Der Wahr: ihn gern; Denn er, er ist ein heit und der Weisheit weiht, Licht vom Herrn. Wohl euch, wenn, was ihr lernt und wißt, Nicht Täuschung, sondern Wahrheit ist! M. Schwing dich auf zu. gefund, Heiter im 2. Wenn ihr, von Wahn und 503.* Wer wohl auf ist und Irrthum frei zu werden, kühn Gemüthe, Preise stets mit Herz der Sclaverei Der Vorurtheile und Mund Seines Gottes Güte! euern Geist, Voll edler Lernbe- Laßt uns danken Tag und Nacht, gier, entreißt; Unter frohen Liedern, Unserm 3. Nicht um des Selbstruhms Gott, der uns bedacht Mit ge willen, nicht Um von Geset, sunden Gliedern! von Recht und Pflicht Euch 2. Ein gesundes, frisches Blut loszureißen; nein, allein Voll- Giebt ein fröhlich Leben. Schenkt kommner durch mehr Licht zu seyn. uns Gott dies ein'ge Gut, If 4. Wer Gottes Wunder in uns gnug gegeben hier in die der Welt Für andre Menschen ser armen Welt, Da die schönsten mehr erhellt, Und ihre Größe Gaben In dem goldnen Himmels weit umher Den Brüdern zeigt, zelt Wir in Zukunft haben. wie groß ist der! 3. Wär ich schon sehr groß 5. Lernt immer heller, was und reich, Hätte Baarschaft lie beglückt, Was Menschen adelt, gen, Wär ich tapfern Helden hebt und schmückt, Was jedes gleich, Aber nach dem Siegen Volk und jeden Staat Erhoben Müßt' ich gleichwohl fiech und und erniedrigt hat. schwach Meine Betten drücken: 6. Macht für das Laster kei- Würde mich im Ungemach All nen Bund Mit Wahn und Irr- mein Gut erquicken? thum; euern Mund Entweihe 4. Stände gleich mein ganzer Tisch, Für Gesunde. 323 Tisch, Mir zu bringen Freude, Sinn Niemals guter Dinge: Boller Wildprett, Wein und Fisch, Wär's nicht besser, daß ich hin - Prasser Augenweide, Die al: Zu den Vätern ginge? lein ihr Herz ergößt.- Wozu würd's mir nützen, 10. Aber nun gebrichts mir Wenn ich nicht An erwähnten Stücken, doch unausgesetzt Müßt in Ich ergöße mich am Licht, Un Schmerzen siken? den Sonnenblicken. Meine Au5. Hätt' ich alle Ehr' und gen sehn nach ihm, Meine OhPracht, Säß' im höchsten Stan- ren hören, Wie der Vögel süße de, Wär' ich mächtig aller Macht, Stimm' Ihren Schöpfer ehren. Und ein Herr im Lande, Mein 11. Händ' und Füße, Herz Leib aber müßte doch Leiden und Geist, Sind bei guten Kräfviele Schmerzen, Tragen steter ten, Und was ich vermag, erKrankheit Joch. Wär' ich froh weist Sich in den Geschäften, Die von Herzen? mein Herr mir hat bestellt, Daß, 6. Ich erwähl' ein Stückchen so lang' ich bleibe, Ich sie, wie es Brod, Das mir wohl gedeihet. ihm gefällt, In der Welt betreibe. Reichthum bringet oft nur Noth; 12. Ist die Tageszeit, so thu' Gnügsamkeit erfreuet. Schmeckt Ich, was mir gebühret; Kommt mir Speis und Trank nur wohl, die Stunde süßer Ruh, Die zum Bill ich nimmer klagen, Bei Schlafen führet: Ruh ich sanft geringem Brod und Kohl Mei- und unbewegt, Bis die Sonne nem Gott danksagen. wieder mit den hellen Strahlen 7. Sammt und Purpur hilft regt Meine Augenlieder. mir nicht meine Schmerzen tra13. Habe Dank, du mildeHand, gen, Wenn mich Hauptweh, Die du von dem Throne DeiStein und Gicht Und die Schwind- nes Himmels mir gefandt Dieſe sucht plagen. Lieber will ich schöne Krone Deiner Huld, die fröhlich gehn Im geringen Klei- ewig ist, Ewig für mich wachet, de, Als mit Leid und Lengsten Die gleich einem Strome fließt, stehn In der schönsten Seide. Und mich glücklich machet! 8. Sollt' ich stumm und sprach14. Gieb, so lang ich in mir hab' los seyn, Oder lahm an Füßen; Ein lebend'ges Hauchen, Daß ich Sollt ich nicht des Tages Schein diese theure Gab' 21s ein Chrift Sehen und genießen; Sollt' ich mag brauchen! Hilf, daß mein gehen spät und früh Mit ver- gesunder Mund, Die erfreuten schloßnen Ohren: Wünscht' ich Sinnen Dir zur Ehr' zu aller dann nicht, daß ich nie Wär' Stund Lauter Guts beginnen! also geboren? 15. Stärke meine Lebenskraft, 9. Lebt ich ohne Rath und Wenn ich alt nun werde! Rüste Wig, Im Verstand verirretz Wäre mich zur Rechenschaft Hier auf meiner Seele Sig Und mein Herz dieser Erde! Schütz in meiner Leverwirret; Wäre in mir Muth und benszeit Mich vor großem Leide! Gieb 2 324 In besondern Verhältnissen des Lebens. Gieb, Herr, in der Ewigkeit er oft Sm verborgensten Gesenke Mir vollkommne Freude! Reichliche Geschenke. M. Herr Jesu Christ, mein. 504. Die ihr geübt in Kün2. Liegen seine Gaben Noc so tief vergraben, Fleiß entdeft sie doch. Arbeit und Vertrauen sten seyd, Die Noth- Half der Vorwelt bauen, Und durft und Bequemlichkeit Und hilft uns auch noch. Send nur Freud uns geben, Gott mit euch! treu, Und hofft dabei! Bittet Send glücklich, und, wenn Gott Muth, Erfolg und Kräfte Ben will, reich! Gott zum Geschäfte! 2. Send nie dem Lafter feil, 3. In der Erde Gründen Spur und sinnt Auf Werke nicht, die von Gott zu finden, Ist des Bergschändlich sind, Und wendet eure manns Pflicht, Der auf steilen Kunst nie an Zu dem, was euch Wegen, Für die Welt zum Se einst reuen kann. gen, Klüft und Gang durch 3. Was blos die freche Eitel- bricht, Wo sich Macht und hohe keit Begehrt, und nicht die Sitt- Pracht In des Schöpfers großen samkeit, Was nur der Wollust Thaten Unserm Blick verrathen. Flammen nährt, Das ist nicht eures Fleißes werth. 4. Nicht allein in Lüften, Nein, auch in den Klüften Tönet Gottes 4. Ist Förderung der Tugend Ruhm. In der Erde Teufen We nicht Für einen jeden Bürger Metalle reifen, Ist sein Heilig Pflicht? Nicht auch für euch? thum; Und der Schall Ruft über Dürft ihr allein Verderber gu- all; Gott ist weise, groß und mach ter Sitten seyn? tig, Und sein Werk ist prächtig 5. Gebt nie aus Lobsucht, nie 5. Tief in den Gesteinen Legt aus Geiz Dem Lafter Schönheit, er für die Seinen Edle Gänge Schmuck und Reiz! Nur das ist hin; Läßt uns Schacht und eures Fleißes werth, Was auch Stollen Ihren Reichthum zob der Tugend Freude mehrt. len, Fördert den Gewinn; Giebt 6. So dürft' ihr eurer Kunst Verstand, und macht bekannt euch freun. Sie wird des Se- Was in ungemeßnen Tiefen gens Quelle seyn. Ihr schämet Noch für Schätze schliefen. dann einst im Gericht Vor Gott 6. Vor viel tausend Jahren euch eurer Werke nicht. Als wir noch nicht waren, Legt er den Plan, Erze zu bereiten, S der finstern, weiten Kluft de Erde an. Und nun ruft Er un zur Kluft, Wo wir sie in dunkeln Gründen Aufbewahret finden. M. Jesu, meine Freude. 505. Geht getroft zu Werke! Gott giebt Kraft und Stärke. Fahrt auf Hoffnung an! Er giebt reichen Segen, Beigt 7. Groß ist seine Treue, Diee auf vielen Wegen, Daß er geben stets aufs Neue Un uns offenbart kann. Dem, der hofft, Entdeckt Wenn er vor Gefahren, Die un furchtbar Bergleute. Für Urme. 325 Der Stand des Landmanns. furchtbar waren, Gnädig uns be-/ groß; Doch kommen wahre Ruh wahrt; Wenn er sich So väter- und Lust Auch gern, und nur in lich, Da, wo unsre Kraft sich dessen Brust, Der Gott gefällt. neiget, Uns als Helfer zeiget. 7. In seiner Werke Herrlichkeit Siehst du Gott täglich; dich erfreut Der Sonne Glanz, der sanfte Mond; Und Garten, Wald und Flur belohnt Dir deinen Fleiß. 8. Dankt mit frohem Muthe, Daß Gott uns zu Gute Müh' und Urbeit schuf! Strebt mit muntern Händen, Euren Bau zu enden; Folgt des Schöpfers Ruf, Der durch euch In seinem Reich Pracht und Reichthum will verbreiten, Und mit Huld euch leiten! 8. Sieh, GottesErde schmücket sich Durch deine Hand, drum freue dich! Du bist ein Mann fürs Vaterland; Du mährst es, und von deiner Hand Lebt Herr und Fürst. M. Erschienen ist der herrlich. 9. Wohldir! dein Stand ist von 506. NonGott, oLandmann, dem Herrn. Sevglücklich, fröhlich, ist dein Stand. Er baue gern Das Feld, der Schöpfer schuf für deinen Fleiß das Land; schuss für dich; Er segnet und beEr sorgt für alle väterlich, Und glückt auch dich. Lobsinge Gott! segnet und beglückt auch dich. Lobfinge Gott! - - M. Herr Jesu Christ, mein. 2. Lobsinge Gott! denn herr: 507. Wie elend ist, wer arm licher Und schöner und gesegneter und schwach UmWird jede Flur und jedes Feld herirrt, ohne Hüll' und Dach! Durch deinen Fleiß in Gottes Wie voll von Kummer ist ſein Welt, Und auch für dich. Herz! Wie drücket ihn so man3. Im Schweiße deines An- cher Schmerz. gesichts Nimmst du dein Brod; 2. Oft flehn ihn seine Kinder doch nie gebrichts Dir; wenn an Um Brod, das er nicht g du thust, was Gott gebeut, Un ben kann. Er, der sonst keine Segen, an Zufriedenheit. Was Hülfe weiß, Uch, er darbt selbst brauchst du mehr? bei saurem Schweiß. 4. Dir lächeln freudig Uu und 3. Shn heitert keines Tages Flur. In deiner Hütte wohne Licht; Die Saat, die Erndte nur Die Unschuld, die nie Ar- freut ihn nicht; Ihm ist die ges thut; Und Gottes Wohlge- Welt in voller Pracht Doch öde, fallen ruht Und wohnt bei dir. wie die dunkle Nacht. 5. Der Reiche lebt in Füll' und 4. Wie groß ist, Urmer, deine Pracht, Hat größres Unsehn und Noth! Doch blicke still empor mehr Macht, Doch oft bei allem zu Gott! Er hat die Last dir Ueberfluß Auch Sorgen mehr und aufgelegt; Er giebt die Kraft mehr Verdruß. Beneid' ihn nicht! auch, die sie trägt. 6. Beschwerden sind hier aller 5. D sey nur redlich vor dem Loos, Der Mensch sey niedrig oder Herrn, Und immer vom Betruge fern! 326 In besondern Verhältnissen des Lebens. fern! Du wirst durch Armuth 12. Dann danke Gott! Ver: nicht entehrt; Nur Sünde raubt schwende nicht Das Brod, das dir deinen Werth. 6. Bedenke, Gott ist Aller Herr! Hier giebt, und dort entzichet er. Kein Armer darf ihm widerstehn, Und neidisch auf den Reichern sehn. 7. Mitweiser, väterlicher Hand Vertheilt er, was durch ihn entstand, Und er, der keines Wurms dir der edle bricht. Wer Gottes Gaben schnell zerstreut, Verdie: net nichts, als Dürftigkeit. 13. O segne, liebevoller Gott, Den Urmen das gegebne Brod! Beglücke den, der willig giebt, Und in den Brüdern Jeſum liebt! M. Herr Jesu Christ, dich zu. vergißt, Giebt Armen auch, was 508.* Gott ist's und bleibts, heilsam ist. o bet ihn 8. So sey auch du nicht sor. Der viel aus wenig machen kann. genvoll! Dein Vater forget für Wer Gott vertraut, dem man dein Wohl. Von Anfang hat gelts nicht; Denn er weiß wohl, er's außersehn, Und bald wird was ihm gebricht. Hülfe dir geschehn. 2. Wenn dir wird alle Hülf 9. Bald oder spät! Gott will versagt, Wenn Angst und Noth dein Glück. Das Leben ist ein dich drückt und plagt; So schrei Augenblick, Und alles gilt im zu ihm, er läßt dich nicht, Weil Tode gleich, Sey Knecht, sey sein Wort Trost und Hülf' verKönig, arm und reich. spricht. 10. Den Reichen quält einst 3. Wenn er will helfen, muß seine Schuld, Der, fern von geschwind Dir dienen Wasser, Freundlichkeit und Huld, Den Luft und Wind. Ein Stücklein Gram in deinen Blicken liest, Und Brod aus Gottes Hand Thut Herz und Hand vor dir verschließt.! mehr, als dein Witz und Verstand. 11. Doch Gott hat den dir] 4. Drum, wenn dein Thun schon bestimmt, Der Theil an will nirgends fort, So halt doch deinen Leiden nimmt. Du wirst fest an Gottes Wort! Trau nur ihn finden, und er dich, Und auf ihn, er sorgt für dich, Hier er, wie du, erquicket sich. zeitlich und dort ewiglich! Morgenlieder. M. Ich dank dir schon. 2. Mich selbst zu schützen, ohne 509. Mein erst Gefühl sey Macht, Lag ich und schlief im Preis und Dank! Frieden. Wer schafft die Sicher Erheb ihn, meine Seele! Der heit der Nacht, und Ruhe für Herr hört deinen Lobgefang; die Müden? Lobsing ihm, meine Seele! 3. Wer wacht, wenn ich vom mir Morgenlieder. 327 mir nichts weiß, Mein Leben zu In bekannter Melodie. bewahren? Wer ſtärkt mein Blut 510.* Qus' meines Herzens Und schützt mich Grunde vor Gefahren? dir Lob und Dank. In dieser 4. Wer lehrt das Auge seine Morgenstunde Erhebt dich mein Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Gesang. Vernimm von deinem Wer ruft dem Tag und seinem Thron, O Gott, mein kindlich Licht, Die Seele zu erwecken? Lallen, Und laß es dir gefallen 5. Du bist es, Gott, und Herr Durch Christum, deinen Sohn! der Welt, Und dein ist unser Les 2. Du hast mich, Herr, aus ben! Du bist es, der es uns er Gnaden In der verfloffnen Nacht hält, und mirs jetzt neu gegeben. Vor Krankheit und vor Schaden Vor Noth und Tod bewacht. 6. Gelobet feyst du, Gott der Wie oft verging ich mich An dir Macht, Gelobt sey deine Treue, in meinem Leben, Du wollest Daß ich nach einer sanften Nacht! Mich dieses Tages freue! mirs vergeben; Herr, darum bitt 3. Du wollest vor Gefahren 7. Laß deinen Segen auf mir ich dich. ruhn, Mich deine Wege wallen; Mich gnädig diesen Tag, Bor Und lehre du mich selber thun Trug und List bewahren, Vor Nach deinem Wolbgefallen. 8. Nimm meines Lebensgnä- Sünden und vor Schmach, So dig wahr; Auf dich hofft meine wie vor jeder Noth Des Leibes Seele. Sen mir ein Retter in Ge- und der Seele, Die ich dir Herr, fahr, Ein Vater, wenn ist fehle. befehle, Vor bösem, schnellem Tod. 4. Sch will mein ganzes Le9. Gieb mir ein Herz voll ben, Glück, Ehre, Haus und Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Gut In deine Hände geben, In Ruhe, Ein weises Herz, das seine deine Baterhut. Herr, segne, Pflicht Erkenn und willig thue; die du liebst, Die Obern und 10. Daß ich, als dein getreuer Verwandten, Die Freunde und Knecht, Nach deinem Reiche strebe, Bekannten, Und was du sonst Gottselig, züchtig und gerecht mir giebst. Durch deine Gnade lebe; 5. Dein guter Engel bleibe 11. Daß ich, dem Nächsten Bei mir, und schütze mich! Denn beizustehn, Nie Fleiß und Ar- dein bin ich, und gläube Un beit scheue, Mich gern an Andrer deinen Sohn und dich, Damit Wohlergehn Und ihrer Tugend Versuchung nie Mir schade, noch freue; die Sünde Mich täusch' und über12. Daß ich das Glück der winde; So hilf und zähme sie. Lebenszeit In deiner Furcht ge- 6. Gott will ich lassen rathen. nieße, Und meinen Lauf mit Er segne Stadt und Land! Er Freudigkeit, Wenn du gebeutst, segne meine Thaten, Beruf, Gebeschließe. schäft und Stand! Er trägt die ganze 328 In besondern Zeiten. ganze Welt. Mein Leib, mein| 8. Dein Werk wollst du voll: Geist, mein Leben Sey Gott enden, Mir Hülf' und Beistand dem Herrn, ergeben; Er machs, senden, und mich in meinen Tagen wie's ihm gefällt! Stets mit Verschonen tragen. 7. So sprech ich freudig: 9. Sprich Ja zu meinen Tha: Amen! Und zweifle nicht daran, ten, Spilf selbst das Beste rathen! Gott nimmt in Jesu Namen Den Anfang, Mitt und Ende, Mein Flehen gnädig an. So geh' O Gott zum Besten wende! ich an das Werk, Wozu mich 10. Mit Segen mich beschütte; Gott beschieden: Ich treib es, Mein Herz sey deine Hütte; Dein stets zufrieden, Als mein und Wert sey meine Speise, Bis ich Gottes Werk. gen Himmel reise! M. Nun laßt uns Gott dem. In voriger Melodie. 511.* Wach auf, mein Herz 512,* uf, auf ihr meine und finge Dem Lieder! Mein Herz, Schöpfer aller Dinge, Dem Ge- mein Geist und Glieder! Dem ber aller Güter, Dem großen Höchsten Lob zu singen, Und Menschenhüter! Spfer ihm zu bringen. 2. Speut, als die dunkeln Schat-| 2. Er hat die Nacht gewen ten Mich ganz umgeben hatten, det, Das Licht herab gesendet, Hat mich kein Leid gestöret; Du, Und mich ohn' alle Sorgen Er Gott, haft ihm gewehret. weckt an diesem Morgen. 3. Dir traut' ich nicht verge- 3. Er ist mein Schuß gewe: bens; Du Bater meines Lebens, sen, Daß ich frisch und genesen Du hast mich treu bewahret, Un diesem Tag aufstehe, Und Dein Bieben offenbaret. an die Arbeit gehe. 4. Mit göttlichem Erbarmen Bedecktest du mich Urmen. Ich hatte das Vertrauen, Der Sonne Licht zu schauen. 4. Es hätten tausend Schrek ken Mich plötzlich können wecken, hätt' er nicht selbst gewachet Und alles gut gemachet. 5. Und dies, Herr, ist gesche- 5. Mein Leib und Seel und hen, Ich kann das Licht noch se- Leben Sey ferner ihm ergeben! hen. Bon Noth blieb ich befreiet; Hilf, Herr, auch heut, und sende Dein Schub hat mich erneuet. Den Beistand deiner Hände! 6. Du willst ein Opfer haben. 6. Daß ich, von dir geführet, Hier bring ich meine Gaben; Und überall regieret, zu deines Mein dankendes Gemüthe Lob- Namens Ehre Mein ganzes Lefinget deiner Güte. ben tebre. 7.Das wirst du nicht verschmä- 7. Behüte mich vor Sünden, hen, Du kannst ins Innre sehen; Und laß mich Scheu empfinden Du weißt, daß ich zur Gabe Vor allen solchen Dingen, Die Für dich nichts beffers habe. deine Strafen bringen. 8. Durch Morgenlieder. 329 8. Durch deinen Geist mich Bater, Sohn und heilger Geist, leite, Und mein Herz so bereite, Daß ich dein Kind und Erbe, Allein dir leb' und sterbe. Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns schei= nen heißt, Dessen starke Hand die Welt Und was drinnen ist, 9. Gieb deinen heilgen Segen Auf allen meinen Wegen! Ja, erhält! segne meine Thaten, Und laß 2. Gott, ich danke dir von fie wohl gerathen! 10. Vor Unglück mich behüte; Gieb, daß mich deine Güte So leite, daß ich bleibe Ein Glied an deinem Leibe. Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Ungst, Noth und Schmerzen Haft behütet und bewacht, Und bei aller meiner Schuld Mich noch trägst mit Baterhuld. 11. Gieb Hoffnung und Vertrauen, Auf dich allein zu bauen, Daß fich mein Glaube mehre, Und dich durch Früchte ehre. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieſer Nacht vergehn! O Herr Jesu, laß mich 12. Laß Freunde und Be- finden Deine Wunden offen stehn, kannte, Wohlthäter und Ver- Wo allein ist Hülf und Rath wandte, Und die sich Christen hei Auch für meine Missethat. Ben, Für deinen Schutz dich preisen. 4. Hilf, daß ich an diesem 13. Gieb Kraft, Verstand und Morgen Geistlich auferstehen mag, Stärke Zu des Berufes Werke. Und für meine Seele sorgen; Den guten Geist mir sende, Daß Daß, wenn nun dein großer Tag ich es glücklich ende. Uns erscheint, und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 14. Und sollt' ich Schmach und Neiden, Kreuz und Verfol 5. Führe mich, o Herr, und gung leiden; So hilfs geduldig tra- leite Meinen Gang nach deinem gen, Und laß mich nicht verzagen. Wort! Sey und bleibe du auch 15. Schütz alle Hartgeplag- heute Mein Beschützer und mein ten, Erfreue die Verzagten; Gieb Hort! Nirgends, als von dir Brod und Troft den Armen Aus allein Kann ich recht bewahret Gnade und Erbarmen. feyn. 16. Erhöre alle Beter, Be- 6. Meinen Leib und meine tehr die Uebertreter; Sey gnädig Seele, Sammt den Sinnen und mir und allen Nach deinem Verstand, Großer Gott, ich dir Wohlgefallen. befehle Unter deine starke Hand. 17. Insonderheit am Ende, Herr, mein Schild, mein Heil, Herr, deinen Trost mir sende, mein Ruhm, Nimm mich auf, Und laß mich selig sterben, Daß dein Eigenthum! ewge Leben erben. 7. Deinen Engel zu mir sende, Daß er aller Feinde Macht, List 513.* Gott des Himmels und Unschläg von mir wende, In eigener Melodie. und der Erden, Treulich habe auf mich Acht, Und mich 330 In besondern Zeiten. mich endlich jener Ruh In dem gebens; Drum steh mir bei, du Himmel führe zu.. treuer Gott, Du Hüter meines 8. Höre, Gott, was ich be- Lebens! gehre, Vater, Sohn und heilger 9. Es herrscht, daß alle Welt Geist! Meiner Bitte mich ge- ihn preist, Vom Anfang bis zum währe, Der du selbst mich beten Ende Gott Vater, Sohn und heißt; So will ich dich hier und heilger Geist. Er leit' mich bis dort Herzlich preisen fort und fort. zum Ende! In eigener Melodie. M. Es ist das Heil uns. 514.* 3 ch danke dir durch 515. Mit Munterkeit er. deinen Sohn, O wir, Du Gott, für deine Güte, Für dei- schauest auf uns nieder. Gott, nen Schuß von deinem Thron; neues Leben kam von dir In Dein freut sich mein Gemüthe. unsre müden Glieder. Du gabft 2. Ich lag, beschwert in die den Sternen ihre Pracht, Du ser Nacht, Mit Finsterniß um- führst die Sonne aus der Nacht, fangen, Weil meine Sünden auf Erfreuest, was da lebet. gewacht, Die ich bisher begangen. 2. Sen angebetet, Herr der 3. Drum bitt ich dich von Welt, Gelobt von allen Zungen! Herzensgrund, Du wollest mir Von jedem, den dein Arm ervergeben, Wo ich gefehlt bis diese hält, Sey deine Huld besungen! Stund In meinem ganzen Leben. Der Greis und Jüngling preise 4. Du wollest mich auch die dich, und alles, alles freue sich sen Tag In deinem Schuß er- Des neugeschenkten Tages! halten, Und, daß kein Feind mir 3. 3ur Arbeit gieb uns, Va schaden mag, Mit deiner Gnade ter, Kraft, Und Lust an jeder walten. Tugend: Wohl dem, der Gu 5. Regiere mich nach deinem tes lernt und schafft Im Alter. Wort, Laß mich von dir nicht in der Jugend! Ja, deiner soll weichen, Daß dir mein Leben mein Herz sich freun, Kein Tag hier und dort Zur Ehre mög' soll mir verloren seyn, Verloren gereichen. keine Stunde! 6. Denn ich befehle Geist und Leib In deine Vaterhände In aller Noth, Herr, bei mir bleib', Mir deine Hülfe sende. 4. Was du mich thun und lassen heißt, Das hilf mir thun und meiden, und lehr' durch dei nen guten Geist Mich auch ge 7. Damit kein Feind noch List duldig leiden. Bewahre mich der Welt Mein schwaches Herz vor aller Schuld, Und laß mich bestricke; Wenn deine Gnade mich immer deine Huld Mit Dank erhält, So fehlen alle Tücke. barkeit empfinden. 8. Ich weiß es ja: es ist in Noth Der Menschen Schutz ver5. Gerieth ich heut in Angst und Noth, Und drohten mir Ge fahren; Morgenlieder. 331 fahren; So denk ich gläubig, 2. Mein' Seel', Leib, Ehr' Gott, mein Gott Kann retten, und Gut bewahr, Daß mir nichts kann bewahren. Mein Gott weicht Böses widerfahr, und mich kein keinen Augenblick. Er liebt mich, Satan je verlet', Noch mich in und er will mein Glück; Un Schand' und Schaden setz'! ihm will ich mich halten. 3. Des Vaters Gnade mich 6. So eilt mir schnell der Tag| anblick, Des Sohnes Güte mich dahin, Ich werd' ihn froh be- erquick, Des heilgen Geistes schließen; Ich weiß, daß ich Glanz und Schein Laß stets dein eigen bin, Dies kann den mein Licht und Leiter seyn! Schmerz versüßen. Dann schließ ich sanft die Augen zu; Du gönnst dann meinem Körper Ruh, Giebst meiner Seele Frieden. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei. O mein Erlöser, bei mir sey: Weich, Geist des Höchsten, nicht von mir, Mein Herz mit deinen Gaben zier! M. Lobt Gott, ihr Christen. 516. Die helle, fternenvolle 5. Herr, segne und behüte mich! Erleuchte mich, Herr, Nacht Lag schwei- gnädiglich! Herr, heb auf mich gend auf der Flur, Doch siegend dein Angesicht, Und deinen Friekam in voller Pracht Die Seele den auf mich richt'! der Natur. 2. Da blinkt im Morgenthau M. Freu dich sehr, o meine. ihr Strahl. Die stille Welt er- 518. Wenn ich einst von wacht. Wie rings umher, wie überall Uns Gott so fröhlich Welcher Tod heißt, aufersteh', macht! Und, von dieses Lebens Kummer 3. O Morgen, schöner Mor- Frei, den schönen Morgen seh; gen sey Auch mir, auch mir ge- dann wach ich anders auf! grüßt! Und Preis dem Herrn, Schon am Ziel ist dann mein durch dessen Treu Du mir er- Lauf. Träume sind des Pilgers schienen bist! Sorgen, Großer Tag, an deinem Morgen! 4. Einst, wann kein Tod uns ferner droht, Laß, Herr, beim 2. Gieb, daß keiner meiner Auferstehn Des ewgen Tages Tage, Geber der Unsterblichkeit, Morgenroth Mich auch so freundlich ſehn! Dir, dem Richtenden, einst sage, Er sey ganz von mir entweiht. M. Vor deinen Thron tret ich. Dank dir, Herr! zu dir hinauf Auch noch heute wacht' ich auf; 517.* Du heilige Dreieinig- Führ mich jeder meiner Tage, keit, Sen hochge- Jede Freude, jede Plage! lobt in Ewigkeit! Gott Vater, 3. Daß ich gern sie vor mir Sohn und heilger Geist, Heut, sehe, Wenn ihr letzter nun erdiesen Tag mir Beistand leist'! scheint, Wenn zum dunklen Thal ich 332 In besondern Zeiten. ich gehe, Und mein Freund nun ihm lehrreich seyn, Daß ich ihn um mich weint. Lindre dann zum Himmel weise, und dich, des Todes Pein, Laß mein End' Herr des Todes, preise! Abendlieder.. In eigener Melodie. 5. Herr, verzeihe mir aus 519.* Merde munter, mein Gnaden Alle Sünd' und Miſse Gemüthe! Alles that, Die mein armes Herz be rege sich in dir, Daß ich preise laden, Und so gar vergiftet hat. Gottes Güte, Die er hat gethan Wie ist ihrer doch so viel, Die an mir, Da er mich den ganzen zur Höll mich stürzen will! Da Tag, Bei so mancher schweren kannst du allein erretten; Strafe Plag' Hat erhalten und beschützet, nicht mein Uebertreten. Daß mir selbst das Leid genüget. 6. Bin ich gleich von dir ge 2. Lob und Dank sey dir ge- wichen, Stell ich mich doch wie fungen, Vater der Barmherzig- der ein; Hat uns doch dein Sohn keit, Daß mir ist mein Werk ge- verglichen Durch sein Angst und lungen, Daß du mich vor allem Todespein. Ich verleugne nicht Leid Und vor Sünden mancher die Schuld; Uber deine Gnad Art So getreulich haft bewahrt, und Huld Ist viel größer, als Auch die Feind' hinweg getrie- die Sünde; Die ich stets in mir ben, Und ich unversehrt geblieben. empfinde. 3. Kein Verstand kann je 7. du Licht der frommen. ausrechnen Deine Güt' und Seelen, D du Glanz der EwigWunderthat; Ja, kein Redner keit! Dir will ich mich ganz be kann aussprechen, Was sie mir fehlen Diese Nacht und allezeit. erwiesen hat. Deiner Wohlthat Bleibe doch, mein Gott bei mir; ist zu viel; Sie hat weder Auch im Dunkeln bist du hier. Maaß noch Ziel. Herr, du hast Wenn ich einsam mich betrübe, mich so geführet, Daß kein Un- Tröste mich mit deiner Liebe. fall mich gerühret. 8. Schütze mich vor Satans 4. Dieser Tag ist nun ver Netzen, Vor der Macht der Fin gangen, und die dunkle Nacht sterniß. Was kann meinen Geist bricht an; Es ist hin der Sonne verletzen, Bin ich deiner nur ge Prangen, Die uns all' erfreuen wiß? Laß mich dich, o wahres fann. Stehe mir, o Vater, bei, Licht, Nimmermehr verlieren Daß dein Glanz stets vor mir nicht. Wenn ich dich nur hab ſey, Und mein kaltes Herz er- im Herzen Fühl ich nicht der hitze, Wenn ich gleich im Fin- Seele Schmerzen. stern site. 9. Wenn sich gleich mein' Au gen Abendlieder. 333 gen schließen, Und ermüdet schla- 2. Du, der erhält, was er fen ein; Soll mein Herz den erschafft, Erhieltest mir mein Lenoch geflissen Nur auf dich ge- ben; Gesundheit, Segen, Friede, richtet seyn, Daß mit heiliger Be- Kraft, Hast du mir heut gegegier Ich dann träume, Gott, von ben. Mich führte deine Vaterdir, Dir anhange, an dich gläube, hand; Dein Wort belehrte den Und auch schlafend dein verbleibe. Verstand; Und stärkte mein Ge10. Laß mich diese Nacht em- müthe. pfinden Eine sanft und sichre 3. Du hast mich heute väter= Ruh; Alles Uebel laß verschwin- lich Gespeiset und getränket, Beden, Decke mich mit Segen zu. hütet vor Gefahren mich, Zum Leib, und Seele, Muth und Blut, Guten mich gelenket. Du halfft Weib und Kinder( auch die Mei- in der Versuchung mir; Für nen,) Haab und Gut, Freund', jeden Anlaß dank ich dir, Den Verwandte, Hausgenossen Seyn du mir gabst zur Zugend. in deinen Schuß geschlossen! 4. Und dennoch hab' ich treuer 11. Ach, bewahre mich vor Gott, Unsträflich nicht gewanSchrecken; Schüße mich vor Ue- delt; Ich habe wider dein Geberfall! Laß mich Krankheit nicht bot. Zum Schaden mir, gehanaufwecken; Treibe weg des Krie- delt. Zu oft, zu oft vergaß ich ges Schall. Wend' ab Feu'r dein, Und suchte nicht, nur dir und Wassersnoth, Pestilenz und allein, Mein Schöpfer, zu gefallen. schnellen Tod. Laß mich nicht 5. Ich eile dir, Alwissender, in Sünden sterben, Und an Leib die Fehler zu bekennen; Gedenk und Seel' verderben. nicht meiner Sünden mehr, Laß 12. O du großer Gott, erhöre, dich noch Vater nennen! Vergieb Was dein Kind gebeten hat! die Uebertretung mir; Ich will Jesu, den ich stets verehre, Bleibe mit ganzer Seele dir Zum Wohlja mein Schuß und Rath! Und gefallen leben. mein Hort, du werther Geist. Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es wird geschehen. 6. Nun, Vater, übergeb ich dir Mich ganz mit Leib und Seele. Wachst du, mein treuer Gott, bei mir, Was ist dann, das mir fehle? Weck morgen mich zur rechten Beit, Und laß mich heiliger, als 520, Mit Preis und Danke heut, Vor deinen Augen wandeln. M. Sei Lob und Ehr' dem. nah ich mich, Gott, dir, und falle nieder; Denn du M. Wie groß ist des Allmächt'g. zeigtest heute dich Auch mir 521. Hier steh ich unter deials Weit mehr, nem als ich erzählen kann, Hast du tausend Welten über mir, Und mir heute wohlgethan; Wie soll fern vom rauschenden Getümmel ichs dir vergelten? Weih' ich die heil'ge Stille dir! Mein 334 In besondern Zeiten. Mein Geist sinkt betend vor dir sehen, Der als Retter mir er nieder, Vor dir, Herr, dessen scheint, Wenn mit unerhörtem Allmachtsruf Den Himmel dort, Flehen, Wer mich liebet, um mich und meine Brüder Und mich, weint. Stärker, als mein Freund wie jenen Himmel, schuf. im Schmerz, Sey mein Gott 2. Ich finge dir, der jene verlangend Herz! Boll von deiSterne Uus seiner Hand hinwarf, nes Namens Preisen Laß mich wie Saat, Und der in ungemeß- ihn gen Himmel weisen! ner Ferne Auch ihre Bahn bezeichnet hat. Dort wandeln sie M. O Gott, du frommer Gott. in fichern Kreisen So friedlich 523. Der Tag ist wieder hin, wie Freund an Freund; Ein hin; Und diesen großes Chor, das, dich zu preisen, Theil des Lebens, Wie hab' ich In seinem Fluge sich vereint. ihn vollbracht? Verstrich er mir 3. Wer nennt, wer nennt die vergebens? Hab' ich mit allem Wesen alle, Aus deren Mund Ernst Dem Guten nachgestrebt? dein Loblied steigt, Das mit der Hab' ich vielleicht nur mir, Nicht Welten Jubelhalle Bis zu dem meiner Pflicht gelebt? Psalm des Seraphs reicht? Sch 2. War's in der Furcht des mische mich in ihre Heere; Mein Herrn, Daß ich ihn angefanLoblied steigt zu dir empor. gen? Mit Dank und mit Gebet, Gott, wann tritt zu deiner Ehre Mit eifrigem Verlangen, Als Mein Geist in beßrer Welt hervor? ein Geschöpf von Gott Der M. Alle Menschen müssen. Tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und Got tes Freund zu seyn? 522. Sink ich einst in je nen Schlummer, 3. Hab' ich in dem Beruf, Aus dem keiner hier erwacht, Den Gott mir angewiesen, Durch Geh ich aus der Welt voll Kum- Eifer und durch Fleiß Ihn, diemer, Todesruh, in deine Nacht: sen Gott, gepriesen? Mir und O dann schlaf ich anders ein! der Welt genützt, Und jeden Weg aus dieses Lebens Pein Wall Dienst gethan, Weil ihn der ich hin zu deren Hütten, Die, nun Herr gebot, Nicht, weil mich glücklich, hier auch litten. Menschen sahn? 2. Setzt noch schlaf' ich, auf 4. Wie hab' ich diesen Tag zuwachen! Noch für Tage dieser Mein eigen Herz regieret? Hat Beit. Laß mich fertig stets mich mich im Stillen oft, Ein Blick machen, Bater, zu der Ewigkeit; auf Gott gerühret? Erfreut' ich Daßich Wanderer dann sey Leicht, mich des Herrn, Der unser Flehn bereit; von Bürden frei, Von bemerkt? Und hab ich im Ver den Lastern dieser Erde, Wenn trauen Auf ihn mein Herz gestärkt? ich nun unsterblich werde. 5. Dacht ich bei dem Genuß 3. Gerne laß den Tag mich Der Güter dieser Erden An den Allmäch 335 Allmächtigen, Durch den sie sind M. Nun ruhen alle Wälder. und werden? Berehrt in ihn im 524. Herr, der du mir das Staub? Empfand ich Trug ich das Glück mit Dank, Den Unfall mit Geduld? diesen Tag gegeben, Dich bet ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich finge, Und die du heut an 6. Und wie genoß mein Herz Des Umgangs süße Stunden? mir gethan. Fühlt ich der Freundschaft Glück? 2. Mit dankendem Gemüthe Sprach ich, was ich empfunden? Freu ich mich deiner Güte; Ich War auch mein Ernst noch sanft, freue mich in dir. Du giebst mir Mein Scherz noch unschuldsvoll? Kraft und Stärke, Gedeihn zu Und hab' ich nichts geredt, Das meinem Werke, Und schaffst ein ich bereuen soll? reines Herz in mir. Abendlieder. 7. Hab' ich die Meinigen Durch 3. Gott, welche Ruh der SeeSorgfalt mir verpflichtet, Sie len, Nach deines Worts Befehlen durch mein Beiſpiel still Zum Einher im Leben gehn; Auf deine Guten unterrichtet? War zu des Güte hoffen, Im Geist den Him: Mitleids Pflicht Mein Herz nicht mel offen, und dort den Preis zu bequem? Ein Glück, das andre des Glaubens sehn! traf, War dies mir angenehm? 4. Ich weiß, an wen ich glaube, 8. War mir der Fehltritt leid, o Gott, mein Heil! Ich bin der Und nahe mich im Staube Zu dir, So bald ich ihn begangen? Be- Schuld entladen, Ich bin bei dir ftritt ich auch in mir Ein uner- in Gnaden, Und in dem Himlaubt Verlangen? Und wenn in mel ist mein Theil. dieser Nacht Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? Eil ich der Ruh entgegen; Dein 5. Bedeckt mit deinem Segen, Name sey gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist! 9. Gott, der du alles weißt, Was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die Schwach heitmeiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut Mir die verletzte In bekannter Melodie. Pflicht; Vergieb, und gehe du 525* Nun ruhet in den Wäldern, In Häu10. Ja, du verzeihest dem, Den sern und auf Feldern Ein Theil feine Sünden fränken; Du liebst der müden Welt; Du aber, Seele, Barmherzigkeit, Und wirst auch schwinge Dich hoch empor, und mir sie schenken. Auch diese Nacht singe Dem, der dich schützt und bist du Der Wächter über mir. dich erhält! Leb ich, so leb ich dir; Sterb ich, so sterb ich dir! 2. Der Sonne Licht und Glän, zen Ist fern von unsern Gränzen; Uns deckt die finstre Nacht. Geh hin, 336 In besondern Zeiten. hin, der Erde Sonne, Da Je- wird für euch sorgen, Der im sus, meine Wonne, Das Herz mer unser Helfer war. mir hell und heiter macht! 3. Durch jene blaue Ferne, M. Alle Menschen müssen sterben. Weit über alle Sterne, Erhob 526. Gott der Tage, Gott er glorreich sich. Ich will gen der Nächte, Meine Himmel schauen, Und denken voll Seele harret dein, Hofft auf Vertrauen: Dort sorgt mein Hei- deine starke Rechte, Weiß, du, land noch für mich. fannst nicht ferne seyn. O in 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, stiller Nächte Stunden Hat dich Legt Kleider ab und Schuhe, Das manches Herz gefunden, Das am Bild der Sterblichkeit. In jenem Tage dir entlief, Einsam wieder bessern Leben Wird Christus mir zu dir rief! einst geben Sein Kleid, das Kleid der Herrlichkeit. 2. Bater, viele Menschen wei nen, Viele Kranke schmachten 5. In Stunden süßen Schlum- nun; Aber du verläsfest keinen, mers Vergisset seines Kummers Heißest wachen, heißest rubn, Der müde Sterbliche; Herz, freu Trocknest viele tausend Thränen, dich, du sollst werden Frei von Und erfüllst das heiße Sehnen der Last der Erden, Vom Sün- Derer, die auf dich nur sehn, denjoch und jedem Weh! Und um Ruh und Lindrung flehn. 6. Nun legen meine Glieder 3. Vater, sende Muth den Sich auf das Lager nieder, Um Schwachen, Licht in jedes dunkle wieder aufzustehn. Einst werd' Herz! Allen, die beklommen wa ich, wenn im Grabe Sch gnug chen, Mildre freundlich ihren geschlafen habe, Den schönern Schmerz! Laß die Wittwen, laß Morgen glänzen sehn. die Waisen Deine Huld und 7. Die Augen stehn verdros Treue preisen! Gönne Kranken sen; Wer wacht, wenn sie ver- ihre Ruh! Sterbenden sprich schlossen? Wer sorgt für Leib und Tröstung zu! Seel? Du schützest sie aus Gna- 4. O du treuer Menschenhüter! den Vor Noth, Gefahr und Scha- Nacht ist, wie der Tag vor dir. den, Du Wächter über Israel! Allgewaltiger Gebieter! Deinen 8. Dein Schuß, o Herr, bedecke Schuß erflehen wir. Doch auch Den Schlafenden; mich wecke allen, die jetzt leiden, Deffne du Kein Unfall, keine Pein! O Jesu, den Quell der Freuden! Laß fie meine Freude, Laß du vor allem bald, befreit von Pein, Ihres Leide Mein stilles Lager sicher Lebens froher seyn! seyn! 5. Bater!-dieser Nam' erwei 9. Auch euch, ihr meine Lieben, tert Jede Brust voll Ungst und Euch störe kein Betrüben, Kein Schmerz. Wie der Mond die Unfall noch Gefahr! Schlaft ru- Nacht erheitert, Blickst du Rub big bis zum Morgen! Der Herr in jedes. Herz, Das nach deiner Tröstung Abendlieder. 337 Tröftung weinet, Eh die Sonne Der Herr so vieler Welten. Er wieder scheinet. O wie oft ver- kann ichs ihm vergelten? wandelst du Heißen Schmerz in Hat heut' auch an mich Staub süße Ruh! gedacht. 6. Jesus Christus, manche 6. Woher mein Glück, mein Nächte Hast du für uns durch- Leben? Er ists, der mirs gegegewacht, Hast dem menschlichen ben; Er ists, der für mich wacht. Geschlechte Durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf der alles wohl gemacht. Woher auf meinen Wegen So mancher frohe Segen? Gott ists, 7. Wem kann dann ohne Grauen Ich froher mich vertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, Vater, dir befehle Ich jetzt auch Leib und Seele; Verherrliche dich auch an mir! M. Nun ruhen alle Wälder. 527. Die Sonne finket nieder; Die stille Nacht 8. Wenn ich von deiner Erde kommt wieder Und mit ihr Schlaf 3u dir erhoben werde, Wie werd und Ruh. Zur Stärkung unsrer ich dann mich freun! Im HimKräfte Schließt sie des Tags Ge- mel angenommen, Will ich mit fchäfte, Und drückt die müden Au- allen Frommen Dir beßre Lobe gen zu. gesänge weihn. den Kummer lindern; Lenke dann doch ihren Sinn Hoffnungsvoll zum Himmel hin. 2. Doch wer läßts finster werden? Wer hüllt den Kreis der ErM. Nun sich der Tag geendet. den In tiefe Dunkelheit? Gott, 528. Der fanfte Mond steigt der mit seiner Fülle Auch wohnt feierlich in Nacht und Stille. Wer sieht ment einher. Es zeigt im neuen nicht seine Herrlichkeit? Glanze sich Der Sterne goldnes Heer. 3. Er führt aus dunkler Ferne Den Mond und tausend Sterne 2. Und jede müde Kreatur Im Mit Majestät herauf. Sie leuch- Wald und in dem Thal Nimmt ten, ihm zur Ehre, Hoch über stillen Abschied von der Flur, Als Erd' und Meere, Und seine Hand wär's zum letztenmal. lenkt ihren Lauf. 3. Und ich, o Schöpfer, falle 4. Voll Ordnung, Pracht und hier Im Geiste vor dir hin. Wie Stärke Stehn lauter Wunder- viele Freuden gabst du mir! Und werke In Gottes Schöpfung da. welchen heitern Sinn! So bald er rief: es werde! So 4. Auch diesen Tag hat deine standen Meer und Erde, Und Hand Noch über mir geschwebt. alle Himmel herrlich da. Dir dank ichs, daß dich mein 5. Groß, wenn der Morgen Verstand Noch kennet und erhebt. grauet, Groß, wenn der Abend 5. Drum schlaf ich ohne Grauen thauet, Groß ist in stiller Nacht ein; Sch lieg' ich sanfter Ruh. Wie 2 könnt' 338 In befondern Zeiten. könnt' ich jemals furchtsam seyn? 6. Wenn mein Gewissen mich Mein Vater bist ja du! verklagt, Und meine bange Seele 6. Und nun, Geliebte, gute zagt; So kann dein Mittlertod Nacht! Gefahr sey von euch allein Mir Trost und Freudig. fern! Schlaft wohl, und wenn keit verleihn. ihr froh erwacht, So denkt an Gott, den Herrn! 7. Du bist mein Helfer alles zeit! Mein Heil, mein Trost und 7. Und ihr, ihr kranken Brü- meine Freud'! Ich kann durch der, habt Geduld und heitern dein Verdienst allein Hier ruhig, Muth! Der Gott, der jedes und dort selig seyn. Würmchen labt, Machts auch 8. Gott, heilger Geist, du, mit euch noch gut. deffen Kraft Ein neues Leben in 8. Gott segne dich, mein Va- uns schafft, Ist etwas Gutes terland! Ihr Freunde, nah und auch an mir; So ist es alles fern, Schlaft wohl! Wir sind in ganz von dir! Gottes Hand; Und er beschützt uns gern. M. Erbalt uns, Herr, bei.. 529.* Vor or deinen Thron tret 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', Ihn meinen Herrn und Vater nenn', Und daß, wie mich dein Wort gelehrt Mein ich hiemit, Gott, Herz ihn kindlich liebt und ehrt; und dich demüthig bitt, Kehr 10. Daß ich zur Prüfungs doch dein gnädig Angesicht Von zeit besteh, Und nicht in Trübsal mir reuvollem Sünder nicht. untergeh; Daß ich im Herzen 2. Du schufft, von Vaterhuld Trost empfind, Zuletzt mit Freu erfüllt, Mich, Gott, nach deinem den überwind'. Ebenbild! Durch dich bin, web' 11. Drum dank ich dir mit und lebe ich; Vergehen müßt Herz und Mund, O Gott, im ich ohne dich. dieser Abendstund' Für alle Güte, 3. Errettet hast du mich gar Treu und Gnad', Die meine oft, Ganz wunderbar und un- Seel' empfangen hat. verhofft, Da nur ein Schritt, ja, nur ein Haar Mir zwischen Tod und Leben war. 12. Und bitt', daß deine Gna denhand Bleibt über mir heut aus geſpannt. Mein Amt, Gut, Ehr 4. Verstand und Ehr' hab ich Freund, Leib und Seel' In de von dir, Des Lebens Nothdurft nen Schuß ich dir befehl. giebst du mir, Dazu auch einen 13. Von Herzen fromm seym frommen Freund, Der's treu im sey mein Ruhm, Damit mein Glück und Unglück meint. ganzes Christenthum Aufrichtig 5. Gott Sohn, du hast auch und rechtschaffen sey, Nicht blo mir zu gut Vergoffen dein so ßer Schein und Heuchelei! theures Blut! Du bists der lieb- 14. Erlaß mir meine Sünden reich für mich starb, Und mir schuld, Und trage noch mit mi des Vaters Huld erwarb, Geduld! Zünd in mir Glaube an Tischlieder. 339 an und Lieb', 3u jenem Leben 4. Hab' ich an deiner Gnade Hoffnung gieb! nur Noch Theil, o Herr, mein 15. Ein selig Ende mir ge- Gott, So fürcht ich keine Kreawähr'! Um jüngsten Tag erweck tur, Und scheue nicht den Tod. mich, Herr, Daß ich dich schaue 5. 3war ich erkenne meine ewiglich. Durch Jesum Christ Schuld, Mit Reue fühl ich fie; erhöre mich! Doch, mein Versöhner, deine Huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich M. Lobt Gott, ihr Christen. 530. So fliehen unfre Tage Im Schatten deiner Flügel bin; ist nicht mehr. Die Nacht, der Mü- Du wacheft über mich. den Trösterin, Eilt wieder zu von mir! Herr Jesu, du allein 7. Flieht, finstre Sorgen, weit uns her. Sey mein Gedanke! weihe dir 2. Nur du, Herr, bleibest mein Herz zum Tempel ein! wie du bist, Du schläfft und schlummerst nicht. Die Finster niß, die uns umschließt, Ist deinem Auge Licht. 8. Ist dies vielleicht die letzte Nacht In meiner Prüfungszeit; So führe mich durch deine Macht Zum Licht der Ewigkeit. 3. Dir übergeb ich, voll Ver- 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir. traun, mich auch in dieser Nacht; Dein bin ich auch im Tod'. Du Und wovor sollte mir denn graun? mein Erretter, bist bei mir, Und Mich schüßzet deine Macht. Thilfft aus aller Noth. Tischlieder. M. Singen wir aus Herzensgr. deiner Gaben sich; Denn du 531. Mas den Leib erhält forgest väterlich. und nährt, Wird 3. Unsern Dank, Herr, bringen uns von dem Herrn gewährt, wir, Alles Guten Geber, dir! Der uns alle Gaben reicht, Dem Du hast uns nicht nur beschert, an Wohlthun keiner gleicht, Der Was uns Unterhalt gewährt; die ganze weite Welt Durch Dein ist auch die Sicherheit, Dein sein Wort so schön erhält, Daß des Leibes Munterkeit, Die uns fie immer neu gefällt. beim Genuß erfreut. 2. Alles, alles, was wir sehn, 4. Deiner Güte werth zu seyn, In den Gründen, auf den Höh'n, Wollen wir uns dankbar scheun, Was in hohen Lüften schwebt, Deines Segens Ueberfluß Nicht Was im tiefen Meere lebt, Hofft, durch üppigen Genuß, Nicht durch Bersorger, nur auf dich, Freuet Sünden zu entweih'n, Eingedenk 2 der In besondern Zeiten. 340 der Armen seyn, Und durch Wohlthun sie erfreun. 2. Du, du segnest Müh und Fleiß, Alles ist auf dein Geheiß, Alles, was da Odem hat, Und der Halm und jedes Blatt. M. Wach auf mein Herz. 532.* un laßt uns Gott erheben, Ihm Dank 3. Jeder Tropfen Wassers ist Zeuge, daß du Vater bist. Du und Ehre geben Für alle seine Ga- legst Brod auf unsern Tisch, Du ben, Die wir empfangen haben! machst munter uns und frisch. 2. Den Leib, die Seel', das 4. Deine Gaben nehmen wir, Leben Hat er uns ja gegeben; Vater, fröhlich nun von dir, Und sie auch zu bewahren Will Und genießen brüderlich, Was er an uns nichts sparen. du giebst, und preisen dich. 3. Er sorgt für Leib und Seele, Daß uns kein Gutes fehle; So M. Nun danket alle Gott. gar für unſre Sünden Ist Rath 534. Wir danken freudig dir, bei ihm zu finden. Für 4. Ein Arzt ist uns gegeben, ben, Die wir, o Vater, jest Der selber ist das Leben. Der Von dir empfangen haben. Se hat, da er gestorben, Uns alles sundheit schenkst du uns, Giebst Heil erworben. Nahrung, die gedeiht, Und dadurch frohen Muth; Gott, welche Gütigkeit! 2. Laß nie gefühllos uns, Wie gut du bist, vergessen; Nein, laß 6. Dann wird die Schuld ver- uns deine Huld, Und ihren Werth geben, Geschenkt wird uns das ermessen! Mach uns gehorsam Leben. Was werden wir dort ha- dir, Und im Beruf uns treu, ben, Gott, für große Gaben! Daß unser Leben, Gott, Dir 7. Wir bitten deine Güte, Daß wohlgefällig sey! sie uns stets behüte; Mit Großen und mit Kleinen nicht böse meinen. Kannst du's M. Sey mir gelobt in deiner. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, 535. Von dieser Speiſe, dies fem Trank Steigt, Bis wir in Himmelsklarheit Einst voll Bewundrung mein Gemüthe preisen deinen Namen Durch zu dir hinauf, du ewge Güte! Jesum Christum, Amen! Und mein Gebet wird Lob und Dank. M. Gott sey Dank in. 533. Guter Geber, Dank 2. Der Himmel ist durch dich allein, Du nährst und tränkest sey dir! Du belebst; diese Erde, Daß fie dem Mendrum leben wir. Du schaffst Brod schen fruchtbar werde, Mit Himund Milch und Wein; Wer soll melsthau und Sonnenschein. dir nicht dankbar seyn? 3. Du sorgest für des Löwen Raub, 5. Die Mittel seiner Gnaden Sind gut für allen Schaden, Wenn wir nur seinen Willen Bei dem Gebrauch erfüllen. Tischlieder. 341 Raub, Du läsfest in des Meeres empfinden, wie er liebt, Wie Gründen Den Wallfisch seine viel Gutes er uns giebt, Wie er Nahrung finden, Du nährst den unser Leben schüßt, Uns in Burm in seinem Staub'. Schwachheit unterstüht, Und uns darreicht, was uns nützt. 4. Den Menschen, o wie liebst du ihn! Du haft ihm Korn und Most gegeben, Du giebst ihm felbst der Thiere Leben Zu seines Lebens Stärkung hin. 3. Dankvoll schauet um euch her! Gott erfüllet Land und Meer. Willig giebt auf sein Gebot Euch die Erde Frucht und Brod. Flur 5. Doch, Gott, was deine und Garten blühn für euch; Berg Güte thut, Das ist zu hoch für und Thäler sind so reich; MenPsalm und Lieder; Still betend schen, und für wen? für euch! fall ich vor dir nieder. Du bist, du bist unendlich gut! M. Lobt den Herrn, die. 4. Unser Vater, der uns liebt, Und uns das, was gut ist, giebt, Gab auch jetzt uns Speis und Trank. Lobt den Vater, sagt 536. Dankt dem Herrn! Mit ihm Dank! Aller Segen kommt frohen Gaben Füllet vom Herrn. Dankt ihm, und er das ganze Land. Alles, alles, gehorcht ihm gern! Rühmt und was wir haben, Kommt aus freuet euch des Herrn! seiner Vaterhand. 5. Danken, danken wollen wir, 2. Dankt dem Herrn! Er Guter, milder Vater, dir! Dir giebt uns Leben. Giebt uns Nah- zu dienen, stets uns freun, Wilrung und Gedeihn. O wer wollt'llig auch zur Arbeit seyn, Bis ihn nicht erheben, und sich sei- einst in der Ewigkeit Nach durchner Güte freun! lebter Pilgerzeit Größrer Segen 3. Dankt dem Herrn! Ver- uns erfreut. giß, o Seele, Deines guten Vaters nie! Werd ihm ähnlich, M. Wach auf, mein Herz. und erzähle Seine Wunder spät 538.* un laßt uns Gottes und früh! Güte zu Gemüthe! Kommt, lasset uns M. Singen wir aus Herzensgr. erwägen Des milden Vaters 537. Dank, dem milden Ba- Segen! ter, Dank! Unser fro- 2. Eh wir ans Licht gesetzet, her Lobgesang Rühme den, den Hat er uns hochgeschäßzet, Uns alles preist, Der uns segnet, der in sein Buch geschrieben Zum uns speist, Er, der selbst die Leben und zum Lieben. Vögel nährt, Hat auch uns 3. Da wir noch sind gelegen, noch stets gewährt, Was den Ohn' uns auch nur zu regen, Leib erhält und nährt. Ohn' Menschen Hülf und Sorgen, Der Mutter selbst verborgen; 4. Da hatt' er schon gegeben Die 2. Gott zu loben, säumet nicht! Es ist Seligkeit und Pflicht, Zu 342 In besondern Zeiten. Die Glieder und das Leben. Ohn| gen, Was wir vonnöthen haben einig unsern Heller War Küche Zur Hüll', und uns zu laben? da und Keller. 11. Der Vogel in den Lüften, 5. Er hat zur rechten Stunde Das Thier in seinen Klüften, Dankts ihm mit Herz und Die Blume an den Wegen Muß Munde! Wie auf der En- uns ja widerlegen. gel Wagen, Uns in die Welt getragen. 12. Der die so treulich heget, So fleißig ihrer pfleget, Sollt' 6. Er hat uns aufgenommen einen Himmelserben Der lassen In die Gemein' der Frommen, je verderben? 13. O Vater, ach, verleihe Daß deine Güt' und Treue Wir 7. Er giebt sich zu erkennen inniglich betrachten, Und so ge In seinem Wort; wir nennen ring nicht achten. Ihn Vater und Ernährer, Und alles Guts Bescherer. 14. Der Bitte uns gewähre, Daß wir zu deiner Ehre Dir allzeit fest vertrauen, Und gänz8. Er giebt für unsre Sünde In seinem eignen Kinde, Das lich auf dich bauen. er läßt für uns würgen, Den rechten, treuen Bürgen. 15. Wenn wir nur Glauben haben; So werden uns die Ga9. Dies laffet uns bedenken, ben, Die wir zu diesem Leben Wenn uns die Sorgen kränken, Bedürfen, auch gegeben. Daß, wer den Sohn hingiebet, 16. Eh wird der Kreis der Daß der aufs höchste liebet. Erden, Die Welt vernichtet wer10. Sollt' er uns was versa- den, Eh sollten seyn verlassen, gen, Wenn wir ihm gläubig kla- Die Fleisches Sorge hassen. - Gemacht zu seinen Erben, Die auch im Tod nicht sterben. Lieder für Mütter. M. Sesus meine Zuversicht. 134 üben, Und das Pfand dir 539. Unter meinem Herzen zu erziehn, Das mir deine Huld ruht Ein mir theu verliehn. res, junges Leben. Guter Gott, 3. Uch, noch lächelt er mir du hast dies Gut Mir aus wei nicht, und doch fetten mächt'ge fer Huld gegeben. Dein ist die Triebe Un den Liebling mich, ser Segen; dein, Der ihn gab, und Pflicht Heiligt diese heiße mich zu erfreun. Liebe. Diese stille hohe Lust 2. wie froh schlägt meine Senkte Gott in meine Brust. Brust! Voll von süßen Mutter- 4. Preis und Dank, o Vater, trieben, Denk ich jener edlen dir, Der voll Liebe diese Freuden Luft, Bald die schönste Pflicht Unter tausenden auch mir Gütig wußte Lieder für Mütter. 343 wußte zu bereiten! Dank, o hei- san meiner Brust Als zarter SäugBen Herzensdank Sage dir mein ling liegen, Dich selbst zu nähren Lobgesang. ist Mir süße Mutterpflicht, So 5. Gieb mir Stärke, Muth lang es mir an Kraft Und Nahund Kraft, Mich dem schwersten rung nicht gebricht. Schritt zu nahen! Laß mich, 4. Und wenn du leidest, will was mir Hülfe schafft, Recht Ich deine Schmerzen theilen, bedenken und empfahen; Mich Und gern bei Tag und Nacht An voll weiser Vorsicht seyn, Wahn deiner Seite weilen. O.Wonne, und Aberglauben scheun. hab ich dich Gestärket und er6. Und gewährt dann deine quickt, Wenn dann mit FreundHand Mir die heißersehnte Freu- lichkeit 3u mir dein Auge blickt! de, Schenkst du glücklich mir 5. Gott, gieb du uns Kraft das Pfand Deiner Liebe; o so Dies Kind dir zu erziehen, und leite, Guter Gott, dann mein laß uns Freude sehn Bei redliBemühn, Dir, nur dir es zu chem Bemühen, Damit es immer erziehn! fo, Wie heute uns erfreu'. Und 7. Führt indeß dein dunkler unser Kleinod noch Im schönen Pfad Mich zu Schmerzen nicht, Himmel sey. zu Freuden; Möge dann dein 6. Gott, der du mich bisher weifer Rath Mir stets heilig seyn So väterlich erhalten, Und mir im Leiden; Und die Freuden, geholfen hast, Dich laß ich ferner die mich fliehn, Laß sie mich zum walten. Dir übergeb ich mich Himmel ziehn! Im Leben und im Tod; Du warst, du bist, du bleibst Mein und der Meinen Gott. M. Nun danfet alle Gott. 540. un un danket mit mir Gott, Ihr meine M. Wie groß ist des. und Die treuen Freunde! Nun ist die 541. Geliebtes Kind, o schlaf Noth vorbei, In der ich ängstlich weinte. Gott Lob, das Kind ist gen ohne Thränen zu! Wie wäre da, Ist lebend und gesund! Ihr dir der Schlaf so süße, Wie sanft alle, die ihrs seht, Preist Gott die sorgenlose Ruh! Nicht immer mit Herz und Mund! wirst du ruhen können; Bald 2. U13 jene Stunde kam, Dacht ruf ich selbst: sey wacker! dir. ich in meinem Herzen: Dies ist Jetzt möcht' ich dir die Ruhe der Tag der Angst, Dies ist die gönnen, Und dir zum Besten Beit der Schmerzen. Gott wandte Ruhe mir. meine Angst, Die schon vergessen 2. O glaub mir's, daß ein ist, Da du, mein liebes Kind, sanfter Schlummer Dir LindZur Welt geboren bist. rung und Vergnügen schafft! Ein 3. Auf meinen Armen will Ich Schlaf in Unschuld, ohne Kum jeden Tag dich wiegen; Du sollst mer, Giebt Leib und Seele neue Kraft 344 In besondern Zeiten. Kraft. Als ich einst in der Wiege ergebner Wille Ist Troft und schriee, Sang meine Mutter mir Kraft im größten Schmerz. ein Lied, Dann schwieg und schlief Schlaf ein! Ich seh es mit Ver ich spät und frühe, So schön gnügen, Wie dann die Unschuld wie eine Rose blüht. aus dir lacht, Schlaf sorgenlos 3. Schlaf ein und schweige, in deiner Wiegen, So lang die schweige stille! lerne frühe Mutter bei dir wacht. schweigen, Herz! Ein stiller Gott Reiselieder. M. Ewigkeit du Donnerwort. Müh. Dein reichster Segen 542. Wo ist die Welt, die komm auf sie, Und scheide fie dich umschließt, Das von Sünden. Beschüße sie mit Land wo nie dein Segen fließt? starker Hand, Und laß sie auch Gott überall strömt Segen! Wo im fernen Land Noch fromme meine Lieben sind, auch da Bist Freunde finden. Auch da sey du noch immer ihnen nah Auf stets der Tugend Ruhm Ihr un allen ihren Wegen. Du über- verletztes Eigenthum! siehst auch da sie nie; Ach segne, Bater, fegne fie! 5. Sie kehren bald! o süßes Glück; In meine Arme froh zu 2. Die Pflicht entfernte sie rück, Und heitern meine Seele. von mir, Und seufzend schaut' Doch säh ich auch. ihr Angesicht ich auf zu dir; Mein Auge Nun ferner hier auf Erden nicht; schwamm in Thränen. Oft Was ist's, daß ich mich quâle? sucht' ich sie noch um mich her; Ich weiß, o Gott, ein Tag er Und ach! hier fand ich sie nicht scheint, Der wieder mich und sie mehr; Umsonst war all mein vereint. Sehnen. Doch du gabst meiner 6. wie gedenk' ich dein so Seele Ruh; Ich will ihr Gott gern, Du Tag des Lebens, Tag seyn, sagtest du. des Herrn, Wann wird dein 3. Ja, fey und bleib ihr Freund Licht erscheinen? D Tag, der und Gott, Ihr Schutz und Ret- die mir wiedergiebt, Die selbst ter in der Noth, Auf den sie mein traurend Herz noch liebt, ficher trauen! Mit ihrer Schwach- Die Seligen, die Meinen! Wie heit hab Geduld, Laß sie die wird sich unfre Seele freun! Spuren deiner Huld Un allen Gott welch ein Anblick wird das Orten schauen! D du, der alles seyn! Gute schafft Belebe sie mit deiM. Befiehl du deine Wege. ner Kraft! 4. Erleichtre ihres Lebens 543. Beglücke meine Reiſe; Gott, ich vertraue dir. Reiselieder. 345 dir. Du bist der Herr, beweise 4. Vergeß ich dieser Wahrheit Wie treu du bist an mir. Auf nicht, So bleibt die Seele rein; allen meinen Wegen Begleite Schaut dir mein Geist ins Angnädiglich, mit deinem Vaterse- gesicht, kann ich dir ähnlich ſeyn. gen Mit deinem Schuße mich. 5. Bin ich stets deiner Ehr2. Ich bin in deinen Händen; furcht voll, Und leitet mich dein Deß soll mein Herz sich freun. Licht; So weiß ich, wie ich han. Du kannst mir Hülfe senden, deln soll, Und weiß, es fehlt Wenn mir Gefahren dräun. Bin mir nicht. ich bei dir in Gnaden, So fürcht 6. Ja, Vater Jesu Christi, ich nichts o Gott, Du wehrest fey Stets fühlbar, nahe mir, Daß allem Schaden, Mein Helfer in ich der Tugend immer treu, Und der Noth. fröhlich sey in dir. 3. So will ich denn mein Le- 7. Der Glanz der Sünd' und ben, O Vater, und mein Gut, Eitelkeit Entlocke dir mich nie! Dir freudig übergeben, und dei- Was kurz vergnügt und lang gener treuen Hut. Erhalte meine reut, Gieb, daß ichs redlich flich. Kräfte, Beglücke meinen Fleiß, 8. Wo man mich sieht, und Und meines Stands Geschäfte Freund mich nennt, Hilf tugendZu deinem Ruhm und Preis. haft mir seyn, Und da auch, wo 4. Laß dir auch meine Lieben kein Mensch mich kennt, Das LaZur Hut empfohlen seyn. Nichts ster ernstlich scheun. müsse sie betrüben; Dein Segen 9. Wer nichts als Wahrheit fie erfreun! Sehn wir uns fröh- sucht und dich, Wer redlich ist und lich wieder Im Glück und Wohl- still, Und sanft und klug- der ergehn; Wie sollen unsre Lieder ists, den ich Zum Freunde wähDann deinen Ruhm erhöhn! len will. M. Nun sich der Tag geendet. 544. Auch 10. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, Dem Freund von List außer meinem und Spott, Von Wollust, Spiel Vaterland Wirst du, und Ueppigkeit Entreiße mich, Gott, mit mir seyn. Denn, wo o Gott! nur immer deine Hand Mich hinführt, bin ich dein. 11. Wer Wahrheit Recht, und Pflicht verdreht, Der flöße Gram 2. Du schufft, erhältst, befee- mir ein, Und vor dem Thoren lest mich, Du, du giebst alles der dich schmäht, Erzittre mein mir. Umgeben überall bin ich, Gebein! Allmächtiger, von dir! 12. Mich lehre stets dein heilig 3. Vergäß ich dieser Wahr- Wort Auf guten Wegen gehn, heit- ach! Verloren wär' mein Und wenn ich kann Herz. Dem Reiz der Lafter gäb' Ort Im Tempel dich erhöhn! an jedem ich nach, Und fände Reu und Schmerz. 13. Vollkommner, weiser, als ein Christ Betret ich dann das Land, 346 In besondern Zeiten. Land, Das mir von dir bezeich- ¡ vergebens, Du hast mich väter net ist, Wo ich mein Daseyn fand. lich bewacht. Durch deine Gnade 14. Der Fehler Menge deckt bin ich hier; Dein Schutz und die Huld Des, der am Kreuz Schirm war über mir. 2. Nun kann ich wieder mit einst starb, Und die Versöhnung meiner Schuld, Und Leben mir den Meinen Mich deiner reichen Güte freun, Mit ihnen mein Ge erwarb. bet vereinen, Und dir des Dan15. Sa, Leben mir, Unsterb: fes Opfer weihn. Mein Thun lichkeit! Erhebe dich mein Geist! Es ist die frohe Ewigkeit, Wohin der Jüngling reist. gelang, o Gott, durch dich; Du schütztest, du beglücktest mich. 3. Sen uns gelobt, sey hoch gepriesen Für alles Gute, das du mir Auf meiner Reise haft M. Wer nur den lieben Gott. 545. Dank dir, du Hüter erwiesen! Mein schwaches Lob meines Lebens! Du gefalle dir! Ich will mein Wohl hast mich froh zurückgebracht, auf dich nur baun; Es ist so Mein Flehn zu dir war nicht gut, dir, Herr, vertrau'n. Von den vier Jahreszeiten. M. Nun sich der Tag geendet. 5. Wie prangt die blumen546. Noch immer wechseln volle Flur! Wie glänzt der See, ordentlich Des Jah- der Teich Im Sonnenschein! o res Zeiten ab, und unvermindert die Natur Ist unerschöpflich reich! senket sich Dein Segen, Gott, berab. 6. Wem strömt sie nicht von 2. Noch öffnest du die milde dir geschmückt, Luft und Ente Hand, Herr, wie du stets gethan; zücken zu? Wie siehst du uns se Noch füllst du jedes Jahr das gern beglückt, Du milder Ba ter, du! Land Mit deinen Gütern an. 7. O betet, Menschen, bete 3. Von deinem hohen Himmel träuft Gedeihn und Frucht- an! Laßt Gram und Sorgen barkeit. Die Saat geht auf und ruhn! Was hat nicht Gott a blüht und reift, Und sättigt und uns gethan? Was will er nich noch thun? erfreut. 8. Er will in jeder Jahresze 4. Von dir gesegnet giebt der Baum, Wenn jemand Schatten Uns fegnen und erfreun, Ur fucht, Ihm unter seinen Zwei- einst noch in der Ewigkeit D gen Raum, Erfrischung und auch Gott der Liebe seyn. Frucht. 547 Frühling. Sommer. 347 M. Sollt' ich meinen Gott nicht Lob und Dank! Preis ihn fröh547. Höher hebt fich Got- lich, mein Gefang! tes Sonne, Länger 5. Glänzend und im Feierstrahlt uns nun ihr Licht; Alles kleide Prangt die blüthenreiche athmet neue Wonne, Wenn Flur. Jede Blume lächelt Freude. fie durch die Wolken bricht. Vor dem Schöpfer der Natur, Schau, der Frühling senkt sich Der den Thau schafft, den sie nieder In die Wälder, auf die trinket, Daß sie nicht zubald Flur. Die erstorbene Natur verblüh, Der ihr Saamen giebt, Lebet auf und wirket wieder, wenn sie Sterbend endlich nieOpfre nun dem Schöpfer Dank! dersinket. Bring auch du ihm Preif' ihn fröhlich, mein Gesang! Lob und Dank! Preis' ihn fröhlich, mein Gefang! 2. Keine Winterstürme heulen Durch die Luft zerstörend schwinde, O mein Gott, wird er 6. Dieser Frühling, wie geher. Aufgeschwollne Segel eilen verblühn! Wie ein Schiff, be Furchtlos wieder hin aufs Meer: stürmt vom Winde, Wird er unWie die Nebel nun entfliehen! ferm Blick entfliehn. Aber dort Wie verjüngt nun alles ist! Wie der Bach so fröhlich fließt, Fröhvor deinem Throne Wird ein lich Au und Gärten blühen! ewger Frühling seyn. Ewig wird Bring dem Freudengeber Dank! deinem Sohne, Der uns hohes er uns erfreun, Folgen wir nur Preis ihn fröhlich, mein Gesang! Heil errang. Preis ihn fröhlich, 3. Munter zu der Arbeit wallet mein Gesang! Nun der Landmann hin aufs 7. Alle Herrlichkeit der Erde Feld, Und sein frohes Danklied ft ein Schatten von dem Licht, challet Laut empor zum Herrn Das ich ewig schauen werde Dort der Welt. Er vertraut die Saat vor Gottes Angesicht. Auch das der Erde, Ehrt durch fromme freudenreichste Leben hier auf Buversicht Seinen Gott, und Erden ist nur Tod Gegen jenes, weifelt nicht, Daß sie wohl ge- das mir Gott Dort verheißen tathen werde, Bringt schon hoff hat, zu geben. Dir mein Gott, nungsvoll ihm Dank. Preis sey Lob und Dank! Ewig preist auch du ihn, mein Gesang! dich mein Gesang! 4. Sieh, wie in die weiten Felder Freudenvoll die Heerden M. Wie wohl ist mir, o Freund. ihn, Wie dort munter durch 548. Rings um mich her die Wälder Schnelle alles Bildes fliehn! Hör der Vögel Wie schön, ist Schöpfer, deine anfte Chöre, Hier die laute Nach- Welt! Es prangt in seinem Feiergall, Dort der Lerche füßen kleide Gebirg und Thal und Wald Schall! Alles bringt dem Schö- und Feld. Wie heilig wird mir fer Ehre. Bring auch du ihm jede Stätte! Wohin ich geh, wohin 348 In besondern Zeiten. wohin ich trete, Bist du so nahe, Seele, dich In Gottes schönem Gott, um mich! Ich sehe dich Weltgebäude! Wie reichlich seg auf allen Fluren; In allen dei- net er auch mich! Laß dessen Lob nen Kreaturen Erblick ich, Uller umher erschallen, Der dir so Vater, dich. wohl thut Allen, Allen So wohl Stimm 2. Das Lispeln in belaubten thut, der so gütig ist. Bäumen Ruft: fröhlich sollst du ein in der Geschöpfe Chöre: Dir, Gott erhöhn, Die Zeit in Schwer- Gott, sey Preis, dir Dank, und muth zu verträumen, Ist Got Ehre, Der du so mild und gnä: tes Welt für dich zu schön. Mir dig bist. sagt, beglänzt vom Morgenthaue, Die Flur der Gärten, und die M. Kommt ber zu mir, spricht. Uue; Wie segnet unser Gott so 549.* Geh hin, mein Herz gern! Mir sagt das Rauschen Freud feiner Fluthen: Gott ist der Ur- In dieser schönen Sommerszeit quell alles Guten. Der Bach An deines Gottes Gaben! Sich fagt murmelnd: lobt den Herrn! an der schönen Gärten Zier, Sich 3. Wie beugen sich der Saa wie sie sich bald dort, bald hier, ten Spitzen! Wie schwellen sie Ganz ausgeschmücket haben! vom Segen an, Daß kaum der 2. Die Bäume stehen voller Halm die Wehre stüßen, Die Laub, Das Erdreich decket sei reiche Last kaum tragen kann? nen Staub Mit einem grünen Hier sammeln emsig schon die Kleide. Narcissen und die Tuli Bienen Von Gottes Blumen, pan Sehn sich noch ungleich scho uns zu dienen, So manche Süßig-[ ner an, Als Salamonis Seide. feiten ein. Dort spinnt der Sei- 3. Die Lerche schwingt sich in denwurm und webet, Eh' er ver in die Luft, Die Taube fliegt wandelt wieder lebet, Sich selbst aus ihrer Kluft, Und eilet auf sein Grab, und schlummert ein. die Felder. Die hochbegabte Nach 4. Wie hast du, Gott voll tigall Ergötzt und füllt mit ih Güt' und Stärke, So väterlich rem Schall Berg, Hügel, Thal an uns gedacht! Wie viel und und Wälder. groß sind deine Werke, Wie schön, 4. Die Henne führt ihr Küch wie wundervoll gemacht! 3um lein aus, Der Storch baut und vollen fröhlichen Genuffe Em- bewohnt sein Haus, Die Schwalbe pfängt von deinem Ueberflusse, speis't die Jungen. Der schnelle Was lebet, seine Speise, Gott! Hirsch, das leichte Reh Ist froh, Gebirge geben, Thäler geben, und kommt aus seiner Höh Ins Was Allen nöthig ist zum Le tiefe Gras gesprungen. ben; Den Thieren Gras, uns Wein und Brod. 5. Die Bäche rauschen in dem Sand; Es malen sich in ihrem 5. Rings um dich her ist alles Rand Die schattenreichen Myrn Freude; D, freu auch, meine then. Die Wiesen liegen na dabei Frühling. Sommer. 349 dabei, Und tönen von dem Luft- mit Lob und Preis, Mit taus geschrei Der Schaaf und ihrer send schönen Psalmen. Hirten. 12. Drum will ich auch, so 6. Die unverdroßne Bienen- lang ich hier noch in dem Leibe schaar Fliegt hin und her, sucht wohne, dir Dein Lob, Herr, hier und dar, Sich edle Honig- nicht verschweigen! Es soll mein speise. Des süßen Weinstocks Herz fich fort und fort Un diestarker Saft Kriegt täglich neue sem und an jedem Ort, Unbe: Stärk und Kraft In seinem tend vor dir beugen! schwachen Reise. - 13. Spilf mir, und segne mei7. Der Weizen wächset mit nen Geist Mit Segen, der vom Gewalt, Daß jeder jauchzet, Jung Himmel fleußt, Daß ich dir und Alt, Und rühmt die große lieblich blühe. Gieb, daß der Güte Deß, der uns speis't und Sommer deiner Gnad' In meitränkt und labt, Und mit so ner Seele früh und spat Viel manchem Gut begabt Das mensch- Glaubensfrücht' erziehe. liche Gemüthe. 14. Mach in mir deinem Geis 8. Ich selber kann und mag ste Raum, Daß ich dir werd' nicht ruhn; Des großen Gottes ein guter Baum, Von Herzen großes Thun, Rührt alle meine an dich gläube. Verleih, daß Sinnen. Ich finge mit, da alles ich zu deinem Ruhm Ein dir fingt, und lasse, was mein Lied geweihtes Eigenthum Sey und ihm bringt, aus meinem Her- beständig bleibe! zen rinnen. 15. Erwähle mich zu deinem 9. Ach! denk ich, bist du hier Preis, Und laß, bis ich von so schön, Läßt du uns hier so hinnen reif Mich viele Früchte lieblich gehn Auf dieser deiner bringen! Dann will ich dir zu Erden; Was wird uns doch in deiner Ehr' Hier dienen, keinem jener Welt, Dort in dem hohen sonsten mehr; Auch dort dein Himmelszelt, Von deiner Güte Lob besingen. werden? 10. Welch hohe Lust, welch M. Vom Himmel hoch da. heller Schein Wird nicht bei dir 550. Geerndtet ist der Feldort droben seyn! Wie muß es der Saat, Vom da nicht klingen, Wo so viel Herrn der Zeit gerufen, naht tausend Seraphim In höherm Der Herbst mit seiner Fülle sich, Ton mit heilger Stimm' Ihr Und segnet und erfreut auch mich. Halleluja fingen! 2. Der segensreiche Garten 11. war ich da, o stünd' prangt Mit vollen Zweigen und ich schon, Du guter Gott, vor verlangt, Von seiner Frucht be= deinem Thron, Und trüge meine freit zu seyn, Um Gottes MenPalmen! Dann wollt' ich nach schen zu erfreun. der Engelweis Erhöhen dich 3. Der Sänger in den Lüften 350 In besondern Zeiten. ten schweigt, Der hin in ferne die Sonne nieder, Und spät et Lande fleucht, Wo Gott schon scheint ihr schwichres Licht Am eine neue Saat Und Frucht für trüben Himmel wieder. Die ihn bereitet hat. schönste Beit ist nun entflohn; 4. Denn er ernährt, was fleugt Die rauhen Stürme rauschen und webt, Daß alles fröhlich schon Durch die entblößten Fels fey, was lebt, Daß seine ganze der; Die letzte Blume neigt ihr Schöpfung Dank Und Jubel Haupt, Des Herbstes falter sey, und Lobgesang. Hauch entlaubt Die schattenrei5. Auf traubenvollen Hügeln chen Wälder. schallt Des Winzers Lob, es 2. Verlassen steht die öde Flur, wiederhallt Von Berg auf Berg; Entblößt von ihrem Segen; Ent denn Most und Wein Giebt uns der Herr, uns zu erfreun. träftet eilet die Natur Der Win terruh entgegen. Die Vögel eilen 6. Wie liebevoll, wie mild und entfliehn In Schaaren vor und gut Ift Gott, der so viel dem Frost, und ziehn Weit über Wunder thut! Der Jüngling, wie Land und Meere. Gott nimmt Be der Mann und Greis, Sen fröh- der Wandernden sich an, lich, bring ihm Ruhm und Preis! zeichnet ihnen ihre Bahn, Und 7. Auch wenn du alterst, sorgt fättigt ihre Heere. für dich Dein Herr und Gott 3. Wie sie, will er uns Mennoch väterlich; Er, der, wenn schen hier Im Winter auch ver sich dein Abend naht, Doch noch sorgen. Ja, seiner Huld ver für dich viel Freuden hat. trauen wir; Neu wird sie jeden 8. Froh kannst du sterben, Morgen. Er schafft, daß wir wenn du nur, Wie feine fegnende in Sicherheit Des Herbstes rauhe Natur, Gesegnet hast; wenn er die Frucht, Die er verlangt, um sonst nicht sucht. Jahreszeit Beginnen und vollenden. Ruht gleich die Erde; doch gewährt Er uns, was unser Leben nährt, Mit väterlichen Händen. 9. Auch die Natur verblüht und stirbt; Nur daß ihr Saame nicht verdirbt, Und schöner auf lebt, wenn ihr Freund, Der lebensvolle Lenz erscheint. 4. Wie sind nicht unfre Scheu nen voll Von seiner Güte Gas ben, Vom Segen, der uns näh 10. So blüh' und reif ich in ren soll, Vom Borrath uns zu der Zeit zu größerer Vollkom- laben, Vorsehend ließ uns unser menheit. Still keimt der Tu- Gott Das Land schon für den gend Saat hervor, Und reift zur Winter Brod, Dem Bieh sein reichen Erndt' empor. Futter geben; Und Wein, der unser Herz erfreut, Und unsers Lebens Kraft erneut, Trieft aus M. An Wasserflüssen. 551. Früh, mit umwölktem der Frucht der Reben. Ungesicht, Geht schon 5. 26ch! unser Leben auch vers blüht, Herbst. blüht, Wie jetzt das Feld', im Ulter. Getrost! Gott ist, wann es verblüht, Ein mächtiger Er- 5. Doch wachsen soll der Tuhalter; Er, der die Schwachen gend Saat, Aufblühn, was er gern beschützt, Die Müden mäch- im Stillen that, 3u reichen Ernd. tig unterstützt, Die, nah' am ten in der Zeit, 3u reichern in Grabe, wanken. Gebeugt vom der Ewigkeit. Ulter werden wir Mit frohem Herzen, Gott, doch dir, Wie in der Jugend, danken. 6. Drum brause immerhin umher Des Winters Sturm, auch er, auch er Ist deines Segens Diener, Gott! Du thust uns Winter. 351 borgner Lust In seiner zarten Kinder Brust. 6. Wohl Allen, die sich früh der Pflicht Von ganzem Herzen wohl, auch selbst durch Noth. weihen! Die werden ihre Jugend 7. Und wie viel Freuden ha nicht Im Alter einst bereuen. ben wir, Mildthätiger, auch jetzt Wohl dem, der redlich sich be- von dir, Der du so väterlich uns müht, Weil seiner Jahre Kraft trägst, In unsrer Hütt' uns noch blüht, Der Tugend Frucht wärmst und pflegst! zu tragen! Ihm wird das Alter 8. Du, Gott, bleibst gütig Jugend seyn, Und Gottes wird stets und groß, und läsfest, wenn er sich noch freun In seinen letz- der Erde Schooß Auch uns bes ten Tagen. deckt hat, dich zu sehn, Und aus den stillen Gräbern gehn; 9. Und auferweckt das Feier552. Nicht für der Felder kleid Der himmliſchen UnsterSegen nur, Auch lichkeit Anlegen, und vor deinem für den Schlummer der Natur, Thron Dich preisen, Gott, und Für Frost und Winter danken deinen Sohn! M. Vom Himmel hoch. wir, Herr, unser Gott und Ba- m. Mir nach, spricht Christus. Vater dir! 2. 3war ist der Felder Schmuck 553. Verschwunden ist der zerstört, Von Frost und Eis und Sturm verheert, Ein filberfarbe Erde Pracht; Nur Schnee bedeckt die Felder. Der nes Gewand Deckt Berge, Hü- Macht Gebirge, Thal und Wäl Wintersturm durchbraust mit gel, Thal und Land; der. Das Land erstarrt vom 3. Doch pflegt die Erde müt- Froste nun, Und seine Nahrungse terlich Die ihr vertraute Saat, fäfte ruhn. die sich Im nahen Frühling fegensvoll Enthüllen und uns her Zeit! Ich darf vor Frost 2. wohl mir auch in raunähren soll. nicht beben; Mich schützt mein 4. So nährt geräuschlos und Dach, mich wärmt mein Kleid, geheim Der schönen Tugend zar Und Brod erhält mein Leben, ten Keim Ein Vater mit ver- Auf meinem Bette schlaf ich ein, Und 352 In besondern Zeiten. Und kann mich sanfter Ruhe, halt mein Herz im Glauben rein. Halleluja! freun. 3. Wend Trübfal ab und Angst 3. So glücklich ist der Arme nicht, Dem Brod und Kleidung und Noth, Behüt vor bösem fehlen. Er, dem das Nöthige schnellen Tod. Soll diese Woch' gebricht, Den Frost und Hunger die letzte seyn, So laß mich selig quälen, Und schwacher Kinder schlafen ein. Halleluja! Arm umfaßt, Wie fühlet er des Winters Last! 4. Ehr sey Gott Vater und dem Schn, Dem heilgen Geist 4. Ich, den die Wärme noch auf einem Thron! Stets sey ihm. erquickt, Bin auch in rauhen unser Lob bereit, Von nun an Tagen Vor vielen tausenden be- bis in Ewigkeit. Halleluja! glückt, Die dann im Stillen klaM. Wenn mein Stündlein. gen. O freue dich, mein Herz, in mir, und bringe Gott den 555. Gott Lob, ein Schritt Dank dafür! zur Ewigkeit ft 5. Sieh' nicht auf das, was abermal vollendet! Voll Sehndir noch fehlt, Und mancher mehr sucht hab ich in der Zeit Mein befizet, Sieh' auf die Noth, die Herz zu dir gewendet, O Quell, andre quält, Auf Gott, der dich aus dem mein Leben fließt, Und noch schüßzet, Und fleh: gieb mir jede Wonne sich ergießt Zu meiZufriedenheit, Und lindre, Vaner Seele Leben! ter, jedes Leid! 2. Ich zähle Stunden, Tag 6. fäume nicht, mein fro- und Jahr'; Es währt mir allhes Herz, Dem Armen zuzueilen, zulange, Bis ich dich endlich Und liebevoll, bei ſeinem Schmerz, ganz und gar, Mein ew'ges Heil, Ihm Freuden mitzutheilen, Ach! umfange, Damit, was sterblich wem Barmherzigkeit gebricht, ist in mir, Verschlungen werde Verdient des Winters Segen ganz von dir, und ich unsterb lich werde. nicht. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Und ist mein Herz ent M. Erschienen ist der herrlich. zündet, So daß mein Geist, Sinn ott Lob! die Woch, und Gemüth Sich ganz mit dir 554.* Gott heb' ich jetzt an. verbindet. Ich bin in dir und Gott Lob, der mir viel Guts ge- du in mir; Und doch möcht' ich than! Gott Lob für seine Güt voll Sehnsucht hier Noch näher und Treu! Sie ist mit jedem in dich bringen. Morgen neu. Halleluja! 4. Ich preife dich voll Dank 2. Hilf Gott, daß ich stets barkeit, Daß sich die Woche enfrüh und spat Empfinde Trost det, Und daß von dieser bangen und Hülf und Rath! Laß all Beit Auch dieser Schritt vollen mein Thun gesegnet seyn; Er- det. Nun schreit ich hurtig weiter fort, Am Geburtstage. 353 ter fort, Bis ich gelange an den ringe, Mit der du, Herrscher aller Ort, Wo ewger Friede wohnet. Dinge, Stets über mich gewacht. 5. Und wenn die Hände lässig O Gott! damit ich glücklich find, Wenn meine Kniee wanken; werde, Hast du an mich, mich So biet mir deine Hand ge- Staub und Erde Von Ewigkeit schwind In meines Glaubens her schon gedacht. Schranken, Damit durch deine 4. Du sahst und hörtest schon Kraft mein Herz Sich stärke und mein Sehnen, Und zähltest alle ich himmelwärts Mit jedem Tage meine Thränen, Eh ich bereitet steige. war; Und wogst, eh ich zu seyn 6. Mein Geist, geh froh im begonnte, Eh' ich zu dir noch Glauben dran, Und sey nur un rufen konnte, Mir mein bescheiz erschrocken! Laß dich nicht von den Theil schon dar. der rechten Bahn Die Luft der 5. Du ließ'st mich Gnade vor Welt ablocken! Wenn dir der dir finden, Und fah'st doch alle Lauf zu langsam däucht, So meine Sünden Vorher von Ewigeile, wie ein Adler fleugt. Auf keit! O welche Liebe, welch ErFlügeln heilger Liebe. barmen! Der Herr der Welt 7. O Jesu, meine Seele ist sorgt für die Armen, Und ist 3u dir schon aufgeflogen! Dusein Vater, der verzeiht. haft, weil du voll Liebe bist, Mich 6. Für alle Wunder deiner ganz zu dir gezogen. Fahr hin, Treue, Für alles, dessen ich mich was heißet Stund und Zeit! freue, Lobsinget dir mein Geist. Ich bin schon in der Ewigkeit, Er selber ist dein größt Geschenke, Beil ich in Jesu lebe. Dein ists, daß ich durch ihn dich denke, Und dein, daß er dich heute preist. In eigener Melodie. mein Leben; Am 556. Dir dank ich heute für 7. Daß du mein Leben mir gefristet, Mit Stärk und Kraft Tage, da du mirs gegeben, Dank mich ausgerüstet, Dies Vater, ich dir, Gott, dafür! Durch freie dank ich dir! Daß du mich wunHuld allein bewogen, Hast du derbar geführet, Mit deinera mich aus dem Nichts gezogen; Geiste mich regierct; Dies alles, Durch deine Güte bin ich hier. Bater, dank ich dir! 2. Du hast mich wunderbar o Gott, noch bereitet, ich immer väterlich länger leben, So wirst du, was geleitet Bis diesen Augenblick. mir gut ist, geben; Du giebst's; Du gabst mir tausend frohe Tage, ich hoff auf dich. Dir, Gott, Verwandeltest selbst meine Klage empfehl ich Leib und Seele; O Und meine Leiden in mein Glück. Bater, dem ich sie empfehle, O 3. Ich bin der Treue zu ge- segne und behüte mich! 8. Soll ich, 3 Wetter: 354 In besondern Zeiten. Wetterlieder. M. Liebster Jesu, wir sind. alsdann Gleich jedermann Den 557. Herr und Schöpfer der Nahrungsmangel ftillet. Natur, Laß den 3. Der Herr hat an der Hel Saamen, den wir streuen, Sich den Macht und Stärke kein erheben auf der Flur, Und zu Belieben. Was ist vor ihm der reifer Frucht gedeihen, Die beim Menschen Pracht, Wie hoch sie Unblick schon entzücke, Und einst wird getrieben! Wer ihm ver: im Genuß erquicke! traut, Stets auf ihn baut, Kann 2. Einfach streuen wir ihn alles von ihm hoffen; Er hat hin; Gieb, o Gott, ihn vielfach das Ziel, Das rechte Ziel zu wieder, Und voll Danks für seinem Glück getroffen. den Gewinn Laß uns denn auch 4. Kein Tag noch Stunde geht arme Brüder Gern von deinem dahin, In welchen man nicht Segen speisen, Und durch Fröm- spüret, Was Gottes Güte für migkeit dich preisen! Gewinn In unsre Häuser führet. 3. Einst im Himmel werden Herr, deine Quell' Ist reich und wir, Herr, vor deinem Ungesichte hell, Und rinnt voll deiner Gna Freudig erndten für und für den, Daß weder Blitz, Noch Deines höhern Segens Früchte. Frost, noch Hiß' Uns je ver Dort stört uns kein irdisch Lei- mag zu schaden. 558.* den; Ewig währen jene Freuden. 5. Wenn auch ein fanfter Wind anhaucht; So fühl ich Gottes M. O Herre Gott, dein göttlich. Segen; Wenn das Getreide steht Gott, dir dank ich und raucht, Wenn sich die Weballezeit Für deinen ren regen, Wenn Feld und Wald, reichen Segen. Wer kann doch So wohlgestalt't, Die Berg' und folche Mildigkeit, Wie sichs ge- Thäler schmücken; So muß für bührt, erwägen? Du giebst zur wahr Das schöne Jahr Mein Noth Das liebe Brod, Und Inneres entzücken. thust's mit Wohlgefallen. Das 6. So bald ich nur ins Grüne ganze Jahr Reichst du es dar geh, Genieß ich neue Freuden. Mit Batergüte allen. Wenn ich die schönen Heerden 2. Dein Regen macht die Fel- seh Mit Luft im Grafe weiden; der naß, Er tränket Berg und So find ich gleich Ein neues Auen; Dann wächset Laub, Ge- Reich, Boll lauter Gottes Güte. treid und Gras, Daß wirs mit Es ändert sich Dann kräftiglich Lust anschauen. Es wird das Mein traurendes Gemüthe. Land Von deiner Hand Mit 7. Uch Gott, daß wir so thö: Reichthum angefüllet, So, daß richt sind, Und dieses nicht erkennen! 355 Ausfaat. nen! Ach, wie ist doch die Welt M. Sey Lob und Ehr dem. so blind, Wie so verkehrt zu nen- 559. Es baut, o Gott, auf nen! Sie sucht nur Kunst, Nur dein Geheiß Der MenMenschengunst, Und läßt das schen Hand die Erde, Voll Hoffbeste fahren; Die Lust daran nung, daß nun auch ihr Fleiß Verläßt sie dann, Verschwindet Von dir gesegnet werde. Auf mit den Jahren. dein Versprechen trauen sie: Du 8. Ein Ochse kennet seinen sollst dein Brod, bei Fleiß und Herrn, Ein Esel seine Krippe; Müh', Auf dieser Erde essen. Der Mensch allein ist von ihm fern, Regt weder Zung' noch uns ein. Gieb ferner deinen Se2. Noch immer traf dies Wort Lippe; Will ihn nicht sehn, Es gen, Daß Saat und Pflanzen mag geschehn Ihm Böses oder wohl gedeihn! Gieb SonnenGutes; Er geht dahin In eit- schein und Regen! Denn ohne lem Siun, Ist stolz und frechen deine Segenshand Bringt ſelbst Muthes. ein wohlgebautes Land Nicht, 9. O großer Gott, das wissen was es bringen könnte. wir, Wir müssen es bereuen; Drum treten wir mit Schaam Müh Im Pflanzen und Begie3. Umsonst ist aller Menschen zu dir, Uls Sünder, die dich scheuen, und bitten dich Demű- Ben, Läßt du vom Himmel nicht thiglich, Du wollst an uns nicht auf sie Des Segens Ströme flierächen Die große Schuld, Aus ßen. Nur du regierst den WittGnad und Huld Und nicht das rungslauf; Durch dich wächst Urtheil sprechen. jede Pflanze auf, Durch dich nur bringt sie Früchte. 10. Laß uns dir künftig dank bar seyn, Und deine Güt erken4. So kröne denn mit Fruchtnen! Laß Herz und Mund, von barkeit Das Land nach deiner Sünden rein, Dich kindlich Bater Güte, Und wenn die Ausſaat nun nennen! So nimm dich dann, gedeiht; O Vater, so verhüte, Herr, unser an; Laß alles wohl Daß Frost und Sturm und Ha gedeihen, Frucht, Bieh und Wald; gelschlag Sie nicht zerstörend Erhör uns bald, Wenn wir im treffen mag, Nicht Fluth sie überMangel schreien. schwemme. Das schöne Feld. 11. Herr, fegne unser Vater- 5. Wir trauen auf dich, guter land! Dein Wort laß uns stets Gott! Gern lassen wir dich walleiten! Herr, segne jedes Amt ten. Du kennst am besten unfre und Stand, Die Lehrer, Obrig- Noth, Hast lange hausgehalten. feiten! Sodann auch mich, Ich So wirst du denn zu deinem bitte dich, Mit Hoffnung, Lieb' Ruhm Mit Nothdurft uns, dein und Glauben. Nichts müsse mir, Eigenthum, Noch fernerhin verBeschützt von dir Des Himmels sorgen. Erbe rauben! 32 560. Gott 356 In besondern Zeiten. M. Gott des Himmels und. Ite; Er ist Versorger seiner Welt. 560.Gott, von großer Macht Wie wallen nun die Wehren Bom und Güte! Deinen Mark der Erde voll, Das seine Segen suchen wir. Mit geäng- Menschen nähren Und sie erfreuen stetem Gemüthe Schauen wir soll! Auf, preiset Gottes Milde! empor zu dir; Du, du weißt, Er ists, der Regen schickt, Und was uns gebricht, Guter Gott, lechzendes Gefilde Voll Vater verlaß uns nicht! huld erquickt. 2. Längst schon lechzt am Son3. Erhalter unsers Lebens, nenlichte Unser Erdreich, dürr wie Herr, dem wir jetzt uns dankbar Sand. Uch, es schmachten alle nahn, O laß uns nicht vergebens, Früchte In dem säfteleeren Land. DieGaben deiner Hand empfah'n! Schrecklich droht uns ihr Verlust; Du sendest Thau und Regen, Sorge füllt die bange Brust. Giebst milden Sonnenschein, Und 3. Uch, erhalt uns deinen Se- eilst, mit deinem Segen Uns alle gen, Treuer, liebevoller Gott! zu erfreun. O lehr' uns, dich er Gieb uns einen milden Regen, heben, und kindlich dir vertraun, Und verkürze Gram und Noth. Und menschenfreundlich leben, Doch, wir trauen dir es zu: Bis wir dich ewig schaun! Was uns gut ist, fügest du. M. Es ist das Heil uns. 4. Stärk uns, Herr, in dem Vertrauen: Unser Wohl versäumſt du nicht. Nur auf deine Liebe 562.* Gott, du kannst den Himmel ganz Mit bauen Wir die feste Zuversicht: Wolken überziehen; Doch müſsen Du, der helfen will und kann, vor der Sonne Glanz Sie, wenn Nimmst dich unser gnädig an. du willst, entfliehen. Laß doch du liebst ja unser Glück, Laf doch der Sonne frohen Blick Uns wiederum erfreuen! M. Nun lob mein Seel' den. 561.& in milder Regen sinket Erquickend auf die dürre Flur. Wie labt sie sich! 2. Die Felder trauren weit und wie trinket Ihn die verschmach: breit; Die Früchte leiden Scha tete Natur! Die sanften Ströme den. Sie sind von vieler Feuchkühlen Der Lüfte weites Meer, tigkeit Ertränkt und überladen. Und die Geschöpfe fühlen Sich Dein Segen, den du uns gezeigt, nicht mehr träg und schwer. Gott Der sich betrübt zur Erde neigt, spricht, und Seufzer schweigen. Scheint dem Verderben nahe. Und Hitz und Dürre fliehn Und fromme Lieder steigen Empor, und preisen ihn. 3. Wer hilft uns hier? D Gott, wir sehn Auf dich bei unserm Klagen. Du thuft weit mehr, als 2. Mit Muth im Ungesichte wir verstehn, Und dich zu bittem Beschaut der Landmann nun sein wagen. Du, ders mit uns aufs Feld. Erquickt hat Gott die Früch- beste meint, Kannst leicht, was uns Gedeihlichkeit. Dürre. Regen. 357 uns Verderben scheint, In Wohl- unser ganzes Leben Sen ewig that uns verkehren. dir ergeben! - 4. Herr, thue, was dir wohlgefällt; Erquick auch, uns zur M. Was Gott thut, das ist. Bonne, Das schon so lang durch- 564. Mas Gott thut, das ist wohl gethan! So näßte Feld Durch heitern Schein der Sonne. Doch findest du es denken Gottes Kinder. Wenn uns nicht gut; So stärk' Ull- man nicht reichlich erndten kann, weiser, uns den Muth, Auch Liebt er uns doch nicht minder. diese Noth zu tragen. Er zieht das Herz Doch himmel5. Durch Hoffen und durch wärts, Ob wir gleich oft auf Erden Stilleseyn Soll unser Herz dich Beim Mangel traurig werden. ehren. Was du schicft, muß uns 2. Was Gott thut, das ist doch erfreun; Auch diese Noth wohl gethan! Er zeigt uns oft wirds lehren. Schon eh sie ihren den Segen, Und ehe man ihn Anfang nimmt, Ist der Gewinn erndten kann, Muß sich die Hoffvon dir bestimmt, 3u dem sie nung legen. Weil er allein Der uns soll führen. Schat will seyn; So nimmt er andre Güter, Und bessert die Gemüther. M. Nun laßt uns Gott den. 563. Ertönt, ihr Freudenlie3. Was Gott thut, das ist wohl der! Sie scheint, sie gethan! Das Feld mag traurig strahlet wieder! Wir sehn sie, stehen; Wir gehn getrost auf welche Wonne! Die langver- seiner Bahn, Und wollen ihn erhüllte Sonne. höhen. Sein Wort verschafft 2. Und drückten bange Sorgen Uns Lebenskraft, Es nennt uns Un jedem neuen Morgen, So Gottes Erben; Wie können wir oft fich Wolken thürmten, Und verderben? Regenwetter stürmten. 4. Was Gott thut, das ist 3. Des Feldes Früchte sahen wohl gethan! So wollen wir Wir dem Verderben nahen; Was stets schließen. Ist gleich bei Thier und Menschen nähret, uns kein Kanaan, Wo Milch und Schien ganz durch Fluth verheeret. Honig fließen; Doch ists genug 4. Da drang zu deinen Höhen, 3ur Sättigung, Wenn Gott das Gott, unsers Herzens Flehen. Wen'ge segnet, Und uns mit Du hörtest, was wir baten, Und Huld begegnet. schütztest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nie- M. Sey Lob und Ehr, dem. der; Doch du erhobft fie wieder. 565. Dir, Menſchenvater, Lob und milden fegneft uns mit Wonne! 6. Wir preisen deine wachst für unser Leben. Dir tönt Güte von Herzen Preisgefang; Du mit fröhlichem Gemüthe. Ja hast uns Brod gegeben Lobsingt dem 358 In besondern Zeiten. dem Guten! seine Kraft, Die seg M. Wie groß nend ewig wirkt und schafft, Hat 566. Der huldreich Brod gegeben. 2. Die Kraft, wodurch das Vor dem der Engel niederfällt, Saatkorn steigt, wodurch in bun: Gott redet donnernd aus dem ten Streifen Das Feld sich malt, Wetter, Und ruft voll Majestät und reifend bleicht, Wer kann der Welt. Unbetend sinkt der die Kraft begreifen? Wo Mehl| Erdkreis nieder; Der Wald er in einer Wehre schwillt, Fürwahr, töni; es bebt die Flur; Und da wehet stark und mild, O Gott, Blige sagens Blizzen wieder: Uns dein Schöpferathem! lenkt der Herrscher der Natur. 3. Ja, Menschenvater, Lob 2. Auch dich laß seine Stimme und Dank! Du wachst für Aller rühren, Sey ganz Empfindung, Leben! Dir tönt von Herzen o mein Herz! Den Dank, das Preisgefang, Du hast uns Brod Lob, die ihm gebühren Entweihe gegeben. Du gabst's nicht Einem kein unheilger Scherz! Auch Don nur allein; Der Mensch soll ner rufen Gottes Kindern Von Mensch und Bruder seyn. ihrem Vater Segen zu. Sie Für All' ist Brod gewachsen. rufen schonend sichern Sündern, 4. Ja, wohl auch für den Und ihren Ruf verstehst auch du! kranken Mann, Der Kleider, Holz 3. Verstumme, freches Heer und Speisen Durch Arbeit nicht der Spötter! Furcht und Ver erwerben kann; Für Wittwen zweiflung warten dein. Der Herr und für Waisen; Für jeden, wel- ist Gott, es sagts das Wetter. cher sorgt und weint, Für jeden Die Welt, die ganze Welt ist Freund, für jeden Feind, Für sein. Ihr bebt Elende? Wollt All' ist Brod gegeber. ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch 5. Wir haben nichts für uns und euern Spott. Nichts kann allein; Laßt uns den Urmen dem Mächt'gen euch entziehen. Er geben, Er mag ein Christ, ein kennt und straft euch; er ist Gott. Jude seyn, Laßt uns den Brüdern geben! Ach, geben, geben M. Wer nur den lieben Gott. iſt ſo ſüß! O, fließ, der Mensch- 567. Wie gnädig inte heit Thräne, Für Wille! - ist des Allmächt. Mächtige, der Gott der Götter, Brod gewachsen. Der Donner schweigt, die Blige 6. Das Leben flieht, wie Som- fliehn. Nun schmückt in angeneh mer hin; Dann erndten wir die mer Stille Der Sonne Glanz Saaten Von Geist und Herz, das feuchte Grün. O du, mein Gefühl und Sinn, Und edlen Geist, nun opfre Dank! Erhebe Menschenthaten. Du giebst uns deinen Lobgesang! nichts für uns allein; O Gott, 2. Ja preise freudig den Er wir wollen menschlich seyn! Für retter, Der seine große Kraft All' ist Brod gewachsen.. bewies, Den Weltenherrn, der fich Gewitter. 359 sich) im Wetter So majestätisch 4. Von ihrer Stärke schwach hören ließ, Der selbst des Blitzes beschirmt, Erliegen unter FlamStrahlen lenkt, Und gnädig sei- menstreichen Bejahrte, sturmgenes Volks gedenkt. wohnte Eichen, Palläst' aus Fel3. Nimm mit Bewundrung sen aufgethürmt. seine Güte Auch selbst im Un- 5. E3 trifft dein Blitz- wie gewitter wahr; Dem stillen, for- staunen wir! Ein schuldlos schenden Gemüthe, Stellt sich Opfer ohne Fehle; Sie aber auch hier ihr Schauplah dar. Um fährt, die fromme Seele, Im Wohlseyn jeder Kreatur Bemerkt Wetter jauchzend auf zu dir. man ihres Segens Spur. 6. Auch heischt der Abgrund 4. Wie lieblich hebt sich das seinen Raub; Der Frevler foll Getreide, Getränket durch den nicht mehr verbrechen; Duwillst Regenguß, Und wie vergnügt die Tugend an ihm rächen. Dein betritt die Weide Des neubeleb- Blitz erreicht ihn, er ist Staub. ten Thieres Fuß! Wie athmen 7. Die Unschuld aber, die dich wir so fanft und leicht, Wenn fennt, Verkennt dich nicht in Unschwüle Luft dem Donner weicht! gewittern. Sie hat das Vorrecht, 5. Herr, deine Güte sey erho- nicht zu zittern; Sie traut dir, ben Im Wetter, wie im Son- wenn der Erdkreis brennt. nenschein! Wer wollte dich nicht 8. Jetzt eilst du fort auf rother ewig loben? Du kannst und willst Bahn, Das Land mit Ueberfluß uns stets erfreun. Mich schrecken zu segnen Befiehlst den Wolken, deine Donner nicht; Denn du bist daß sie regnen, Und himmlisch meine Zuversicht. glänzt dein Bogen dran. In eigener Melodie. 9. In Silberströmen fließt die Luft, Gereinigt von dem Gift der 568. Sen mir gelobt in dei- Seuchen; Die Erde dampft aus nacht! ner Pracht, Der du Gras und Sträuchen, Aufs neu auf deinem Flammenwagen, Vom belebet, Balfamduft. wilden Sturm emporgetragen, 10. Dein Donner weckt die Herabfährst durch die Wolken- Fruchtbarkeit; So weit die Erd' ihn höret, leben Die Fluren, und 2. Jetzt trennt die Nacht der von seinem Beben Steh'n Herbst Wolken sich. Ein Funke deiner und Erndte hocherfreut. Herrlichkeiten, Der Blitz zerreißt 11. Du donnerst uns zum die Dunkelheiten, und kreuzt den Wohlergehn. wenn wir deinen Himmel fürchterlich. Sinn verstünden, Wir würden tausend Segen finden Da, wo wir Tod und Elend sehn. 3. Jetzt läsfest du den Donner los. Er brüllt herab den Erden föhnen, Daß Berg und Thäler 12. D du in deiner furchtbarn wiedertönen: Der Herr ist groß! Pracht, Laß mir vor nichts als der Herr ist groß! Frevel grauen! Gott, laß mich deiner -- 360 Bei der Erscheinung eines Kometen. deiner Güte trauen; Denn eitel Stern erschien. Als den Boten Gnad' ist deine Macht. große Plagen Den Erdbewoh nern anzusagen, 2013 3ornpro pheten fah'n sie ihn. Dank dir, M. Wachet auf, ruft uns die. 569. Staunend blick ich zu Allgütiger! So seh' ich ihn nicht den Höhen, Wo Mil- mehr. Deine Liebe Erblick ich lionen Sterne stehen, Die deine hier, Und huld'ge ihr Bei dei Allmacht, Gott, erschuf! Diese nen Werken über mir. großen Sonnen glänzen Weit 4. Durch Vernunft und B jenseits unsrer Sonne Gränzen, bellehre Rufft du mir, daß ich Und folgen doch der Allmacht mich bekehre Und beßre, unab Ruf. Auch jener Irrstern dort lässig zu. Dem verstockten Sün Erschien, Herr, auf dein Wort denknechte Verkündest du dort Meinen Augen. Sein trübes Licht deine Rechte; Ihn einst zu stra Erschreckt mich nicht, Denn du fen drohest du. Der Erde Miß bist meine Zuversicht! geschick Ist aber meinem Blik 2. Warum sollt' ich ängstlich be: Tief verschleiert. Des Sternes ben? Ich will, o Schöpfer dich, Licht Enthüllt mir nicht der erheben, Der Welten schuf und Zukunft nahendes Gericht. Welten hält. Wunderbar find 5. Wenn ich dich nur kindlich deine Werke, Und groß die Weis: liebe, Und redlich meine Pflichten heit, groß die Stärke, Vor der übe, So kann ich froh zum Him der Engel niederfällt. In Flam- mel seh'n. Dankbar preist dann menschrift les ich Am Himmel mein Gemüthe In den Gestirnen feierlich Deinen Namen. Auch deine Güte, Die dort in blauet der Komet, Der droben steht, Ferne steh'n. O gieb mir immer Verkündet deine Majestät! hin, Gott diesen guten Sinn! 3. Bitternd sah'n einst meine Laß, o Vater, So mild und rein, Brüder Zum Himmel auf, zur Wie Sternenschein, Mein Herz, Erde nieder, Wenn ihnen dieser mein ganzes Leben seyn! Siebente Abtheilung. Vom Tode, von der Auferstehung, dem Gericht und der Ewigkeit. Sterbe- und Begräbnißlieder. M. Wenn wir in höchsten Nöthen. Und dennoch schmeichelt er sich 570. Wie sicher lebt der gern, Der Tag des Todes sen Mensch, der Staub! noch fern. Sein Leben ist ein fallend Laub; 2. Der Jüngling hofft des Greises Sterbe- und Begräbnißlieder. 361 Greises Ziel, Der Mann noch Tugend durch des Glaubens seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiKraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, ner nimmt den Irrthum wahr. Heißt eingedenk des Todes seyn; 3. Sprich nicht: ich denk in Und wachsen in der Heiligung Glück und Noth Im Herzen oft Ist wahre Todserinnerung. an meinen Tod. Der, den der 12. Wie oft vergeß ich diese Tod nicht weiser macht, Hat Pflicht! Herr, geh nicht mit mir nie mit Ernst an ihn gedacht. ins Gericht! Drück selbst des Todes Bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich: 4. Wir leben für die Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; Und unsers Lebens kleinfter Theil Ist eine Frist zu unferm Heil. 13. Daß ich mein Herz an jedem Tag' Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Liebe, De= 5. Der Tod rückt Seelen vors muth, Fried' und Treu', Die Gericht; Da bringt Gott alles Frucht des Geistes in mir sey; an das Licht, und macht was 14. Daß ich zu dir um Gnade hier verborgen war, Den Rath fleh', Der Sünde standhaft wider Herzen offenbar. dersteh', Und einst durch meines 6. Drum da dein Tod dir Glaubens Macht, Mit Freuden täglich dräut, So sey doch wacker ruf: Es ist vollbracht! und bereit! Prüf deinen Glauben, als ein Chrift, Ob er durch Liebe thätig ist. M. Ich hab' mein Sach. 7. Ein Seufzer in der letzten 571.ie flieht dahin der Menschen Zeit, Wie Noth, Ein Wunsch durch des eilen wir zur Ewigkeit! Wie Erlösers Tod Vor Gottes Chron mancher sinkt, eh ers gedacht, gerecht zu sein, Dies macht dich nicht von Sünden rein. In Todes Nacht! eitler Mensch, nimms wohl in Acht! 8. Ein Herz, das Gottes Stim- 2. Das Leben ist gleich einem me hört, Ihr folgt und sich vom Traum; Gleich einem leichten Bösen kehrt; Ein gläubig Herz, Wasserschaum Ist alle seine Herrvon Lieb erfüllt, Dies ist es, lichkeit. Der Strom der Zeit was vor Gott einst gilt. Reißt schnell uns fort zurEwigkeit. 9. Die Heiligung erfordert 3. Nur du, mein Gott du Müh; Doch glaube, Gott ver- bleibest mir Das, was du bist; läßt dich nie; Ringst du mit ich traue dir. Es falle Berg Eifer nur nach ihr, So stärkt er und Hügel hin! Mir bleibts Gedeine Kräfte dir. winn, Wenn ich dein todt und 10. Der Zweck des Lebens, lebend bin. daß du lebst, Dein höchstes Ziel, 4. So lang ich noch auf Ernach dem du strebft, Und was den wohn', Erwecke mich, o Gotdir ewges Glück verschafft, Ist tes Sohn! Verborgen ist mein Todestag, 362 Sterbe- und Begräbnißlieder. Todestag, Des Richters Tag; verlaß sie nicht. O du, der du Gieb, daß ich stets bereit seyn mag. im Tod entsch liefest, Sey du der 5. Was hilft die Welt in To Seele Zuversicht! Bon allen ju desnoth? Was Ehr und Reich- gendlichen Sünden, Von jedem thum nach dem Tod? Bedenk's, Fehler mach sie rein; Gieb deine o Mensch, was eilest du Dem Kraft ihr zu empfinden. In Schatten zu! Kein Erdenglück Schwachen kannst dumächtig seyn. giebt wahre Ruh. 4. Nimm weg die Lasten, die 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren sie drücken. Sie glaube, was Lust, Mir ist ein beßres Gut dein Mund verheißt! Wir könbewußt. Das ist mein Reich- nen sie nicht mehr erquicken; thum, meine Zier; Das bleibet Erquicke sie durch deinen Geift! mir. Herr Jesu, mich verlangt Der Auferstehung hohe Freuden, nach dir! Das Vorgefühl der Seligkeit Er 7. Wie wird mir seyn, wenn quicke sie im letzten Leiden, Und ich dich seh'! Und froh zu deiner stärke sie im schwersten Streit! Rechten steh'! O mein Erlöser, M. Mitten wir im Leben. stärke mich, Daß standhaft ich 573.* Wir, der Erde Pilger Bis an mein Ende liebe dem Tod umfangen. Wer, ach, wer M. Wie groß ist des Allmächt'gen. errettet uns, Daß wir Gnad' 572. Wch mit dem Tode muß erlangen? Das thust du, Herr, er( sie) ringen, Der alleine. Uns reuet unsre MisseBruder,( die Schwester) kraftlos that, Die dich, Herr, erzürnet liegt er( sie) hier! Für ihn( sie) hat. Heiliger, Schöpfer, Gott! die Seufzer darzubringen, Er- Heiliger, Mittler, Gott! Heili scheinen, Vater, wir vor dir. ger barmherziger Tröster! Du Uch stärke die geliebte Seele! ewiger Gott! Laß uns nicht ver Sey, Jesus Christus, du ihr Licht! finken In des Todes tiefer Noth. Die bange, lebensmüde Seele Erbarm dich unser! Verlaß im Todeskampfe nicht! 2. In dem Tod ergreifen uns Muß sie vor Todesschrecken Unsrer Thaten Schrecken. Ach beben, und schreckt sie der Ber- wer wird, wer wird uns dann wesung Nacht; So ruf ihr zu: Vor'm Gerichte decken? Das Ich bin dein Leben! Ich rief am thust du, Herr, alleine. Preis Kreuz: Es ist vollbracht! Du ihm; wir überwinden weit Durch lebst allmächtig, deines Lebens des Herrn Barmherzigkeit. Hei Laß sich auch diese Seele freu'n! liger, Schöpfer, Gott! Heiliger Wer auf dich hofft, hofft nicht Mittler, Gott! Heiliger barm vergebens; Wer an dich glaubt, herziger Tröster! Du ewiger muß selig seyn. Gott, Laß uns Gnade finden 3. O du, der du am Kreuze In der letzten, letzten Noth. Er riefest:» Mein Gott! mein Gott!« barm dich unser! 3. Ach, Sterbe- und Begräbnißlieder. 363 3. Uch, wenn uns in dieser Schöne? Uch! ein weißer WasAngst Unsre Sünden treiben; serschaum. Helle Stimm' und Wo, wo fliehen wir dann hin, süß Getöne? Nur ein leerer, nicht'Daß wir sicher bleiben? Zu dir ger Traum. Schönheit wie ein allein, Versöhner! Vergossen ist Dampf vergeht, Und nicht vor dein heiliges Blut, Das gnug dem Tod besteht. für die Sünder thut. Heiliger, 6. Was sind unsre JugendSchöpfer, Gott! Heiliger, Mitt- jahre, Die in schönster Blüthe ler, Gott! Heiliger, barmherzi stehn? Junger Muth und graue ger Tröster! Du ewiger Gott! Haare Müssen mit dem Tode Stärke, stärk' im Tode Uns durch gehn. Ist doch hier kein Unterdeiner Liebe Eroft. Erbarm dich schied! Was auf Erden lebt, unser! verblüht. M. Gott des Himmels und. 574.* Mensch, fag' an, was 7. Menschentöchter, Menschenföhne, Laßt euch dies gesaget seyn! Seyd ihr vornehm, reich und ist dein Leben? schöne, Ihr send doch einst Tod= Eine Blum, ein dürres Laub, tenbein; Hier ein wohlgeschmückDas am Zweige nicht bleibt ter Bau, Nach dem Tod der kleben, Und zertreten wird zu Würmer Au'. Staub. O bedenk es, Menschen8. Staub und Asche, willst find, Daß wir alle sterblich sind! du prangen Mit dem Wissen und 2. Was ist Udel, hoch Ge- Verstand? Mit der Röthe deiner schlechte? Was ist hoch geboren Wangen? Mit dem Gold an seyn? Muß der Herr doch mit deiner Hand? Kann es doch dem Knechte Leiden bittre To- nicht helfen dir, Wenn der Tod despein; Kaiser, König, Edel- klopft an die Thür. mann, Alle gehn die Todesbahn. 9. Menschenkind, nimm dies 3. Was ist Weisheit, was zu Herzen! Wähl' das Leben, find Gaben? Was ist hochge- nicht den Tod! Hier ist Freude, lehrte Kunst? Was hilft Ehr dort sind Schmerzen. Willst und Unsehn haben, und bei du meiden ew'ge Noth, Denke, Menschen große Gunst? Dringt daß du sterben mußt, Und stirb der Tod doch auf uns ein, ab der Sündenlust. Nichts hilft klug und weise seyn. 10. Lege Mißgunst ab und 4. Was ist Reichthum, was Haffen; Laß dir Demuth theuer find Schätze? Helfen sie in To- seyn. Alles mußt du andern desnoth? Mensch, die Hoffnung lassen, Nackt einst in der Grube brauf nicht setze! Denke ernstlich seyn. Heute bist du Herr im an den Tod! Plötzlich rafft er Haus, Morgen trägt man dich manchen hin, Und zerstört Gut hinaus. und Gewinn. 11. Wer dies weislich wird 5. Was ist Zierlichkeit und erwägen, Der wird als ein wahrer 364 Sterbe- und Begräbnißlieder. rer Christ Sünden streben abzu- tiger im Guten mache. Uebe legen, Denken auch zu jeder Frist, dich, bereit zu seyn; Lerne, dich Wie er möge fertig seyn, Wenn des Todes freun! fein letzter Tag trifft ein. 6. Ueberwind ihn durch Ver12. Du, Herr Jesu, wollst trau'n! Sprich: Ich weiß, an uns lehren Muthig seyn in To- wen ich gläube, Und ich weiß, desnoth. Hilf uns zeitig uns ich werd' ihn schau'n Einst in bekehren, Und entgehn der See- dem verklärten Leibe. Er, der lennoth, Standhaft und mit rief: Es ist vollbracht! Nahm weisem Sinn Denken stets auf's dem Tode seine Macht. Ende hin. M. Jesus meine Zuversicht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein ver: fenken! Sprich: Herr, daß ich 575. Meine Lebenszeit ver- Erde bin, Lehre du mich selbst streicht, Stündlich bedenken; Lehre du mich's jeden eil' ich zu dem Grabe, Und was Tag; Daß ich weiser werden mag! ist's, das ich vielleicht Das ich noch zu leben habe? Denk o M. Was Gott thut, das ist. Mensch, an deinen Tod! Säume 576. 3um, inauf, und fal Himmel nicht; denn Eins ist noth. wir 2. Lebe, wie du, wenn du ten froh die Hände. Einst endet stirbst, Wünschen wirst, gelebt sich des Lebens Lauf, Doch seg zu haben. Güter, die du hier nen wir das Ende. Nicht furcht erwirbst, Würden, die dir Men bar droht Der nahe Tod. Die schen gaben, Nichts wird dich Leiber nur zerstäuben; Gottlob, im Tod erfreun; Diese Güter die Seelen bleiben! find nicht dein. 2. Drum laßt uns mit Un 3. Nur ein Herz, das Gutes sträflichkeit Nach unserm Ziele liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, streben. Wir wallen hier nur Das vor Gott dir Zeugniß giebt, kurze Zeit; Ein Tag ist unser Wird dir deinen Tod versüßen. Leben. Der Tag entflieht, Ach, Dieses Herz, von Gott erneut, oft verblüht Im Morgenroth der Giebt zum Tode Freudigkeit. Knabe, Und nichts ist fern vom 4. Wenn in deiner lebten Grabe. Noth Freunde hülflos um dich 3. Hier waren vor uns viele beben, Dann wird über Welt schon; Wer mag die Zahl ermes und Tod Dich dies reine Herz sen? Sie flohen, wie die Jahre erheben; Dann erschreckt dich flohn, Und mancher ist verges kein Gericht; Gott ist deine Zu- fen. Wo Menschen geh'n, Wo versicht. hin wir sehn, Weht Staub zer: 5. Ueberlaß des Todes Zeit fallner Glieder Vom Leichnam Gott allein, und bet' und wache, unsrer Brüder. Daß er dich zur Ewigkeit Fer- 4. Wir haben manchen schon gekannt, Sterbe- und Begräbnißlieder. 365 gekannt, Der lebensdurstig glühte, vergeht wie Heu. Was hier lebet, Und wie die Blum' in warmer muß verderben, Soll es anders Hand Bei vollem Reiz verblühte. werden neu. Dieser Leib muß Wie manchen barg Uns schon einst verwesen, Wenn er fröhlich der Sarg, Wie manches Gra- soll genesen Zu der großen Herrbes Rasen, Ach, sahn wir schon lichkeit, Die den Frommen ist begrafen. bereit. 5. Wie manchen Vater sah'n 2. Darum will ich dieses Lewir flieh'n, Und Kinder um ihn ben, Weil es meinem Gott be= zagen! Wie manche Jungfrau liebt, Ihm ganz willig wiederfah'n wir blüh'n, Und früh zum geben, Bin darüber nicht betrübt. Grabe tragen! Hier wird beweint Denn in meines Jesu Wunden Der Jugendfreund; Dort wankt Hab' ich schon Erlösung funden; der Greis am Stabe Zu seiner Und mein Trost in Todesnoth Enkel Grabe. Ist des Herren Christi Tod. 6. Wir gleichen wohl der Fel- 3. Christus ist für mich ges desfaat, Die reif und glänzend storben, Und sein Tod ist mein wehet. Sie weiß nicht, wann Gewinn; Er hat mir das Heil der Erndter naht, Und wann erworben, Drum fahr ich mit die Sense mähet. Uch, sinnet Freuden hin, Frei von diesem nach! Wer kennt den Tag, Der Weltgetümmel, In den schönen uns zur Erndte bringet, Und Gotteshimmel, Wo ich werde aus dem Staube schwinget? allezeit Schauen seineHerrlichkeit. 7. 3um Himmel führt des Le- 4. Da wird seyn das Freubens Lauf; Drum segnen wir denleben, Wo viel tausend Seesein Ende. Entzückt schwingt len schon, Mit des Himmels unser Geist sich auf; Wir falten Glanz umgeben, Stehen da vor froh die Hände. Unsterblichkeit Gottes Thron; Wo die SeraFolgt dieser Zeit. Das Grab phinen prangen, Und das hohe mag uns einst decken; Das Grab Lied anfangen; Heilig, heilig, kann uns nicht schrecken. heilig heißt Gott der Vater, 8. Woblan! von Herzen wol: Sohn und Geist! len wir Auf Gottes Wegen ge5. Wo die Patriarchen wohhen. Wer weiß, ob wir uns nen, Die Propheten allzumal, alle hier noch einmal wiederse- Wo auf ihren Ehrenthronen hen? Wir seh'n uns doch Im Sitzet der zwölf Boten Zahl, Himmel noch. Das Grab mag Wo in so viel tausend Jahren einst uns decken; Das Grab kann Alle Frommen hingefahren, Wird uns nicht schrecken. man, unserm Gott zu Ehr'n, Ewig Halleluja hör'n. In eigener Melodie. 577.* Que Menschen müssen sterben, Ulles Fleisch 6. Jerusalem, du Schöne! Ach, wie helle glänzest du! Welch ein lieblich Lobgetöne Hört man da 366 Sterbe- und Begräbnißlieder. da in Himmelsruh! O der gro- sergeben, Wird immer mehr in Ben Freud' und Wonne! Gehffie verwirrt; In Sünden endlich mir auf, du beßre Sonne! Brich ganz verirrt, Kann er sein Heil mir an, du großer Tag, Der nicht sehen. kein Ende nehmen mag. 4. Wie viel sind in der besten 7. Ach, ich habe schon erbli- Zeit, Eh' sie's gemeint gestorben! ket Alle diese Herrlichkeit. Schön Wie viele sind ganz unbereit Und werd' ich hier ausgeschmücket unbekehrt verdorben! Drum wach Mit dem weißen Himmelskleid, und bet' Und denk dabei, Wie Und der goldnen Ehrenkrone, jede Stund die letzte sei, Worin Stehe da vor Gottes Throne, du kannst verscheiden! Schaue diese Freude an, Die 5. Wer seine Buße spart auf's fein Ende nehmen kann. End', Muß in Gefahr stets schwe: 8. Hier will ich nun ewig ben, Ob sie ihm auch noch sey wohnen; D ihr Lieben, gute vergönnt, Zeit und Verstand gege Nacht; Eure Treue wird Gott ben, Daß er zu Gott sich schik lohnen, Die ihr habt an mir ken kann, Und ob Gott werde vollbracht. Liebste Kinder und nehmen an, Was er so lang Verwandte, All' ihr Freunde und verschoben. Bekannte, Lebet wohl zu guter Nacht! Gott sey Dank! Es ist vollbracht! M. Wenn mein Stündlein. 6. Drum was du thust, be denk das End'; Dann wird viel böses Wesen Aus deinem Leben abgewendt. Willst du im Tod genesen, Und seyn vom ew'gen 578.* Wie felig ist der Tod befreit, So mußt du in Mensch einst doch, der Sterblichkeit Beizeit der Der sich bei Zeiten schicket Zum Sünd' absterben. Sterben, weil er fündigt noch, 7. Ach, laßt uns allzeit fürchUnd allzeit unverrücket Gedenkt ten Gott, Und gehn auf ſeinen an seines Lebens Ziel! Es komme Stegen, Uns stets bereiten zu nun gleich, wann Gott will; dem Tod Auf allen unsern We Er ist recht wohl bereitet. gen; So dürfen wir verzagen 2. Der Tod ist uns zwar ganz nicht, Wenn uns der Tod das gewiß; Wir sterben einmal alle; Herz einst bricht, und können Wann aber soll geschehen dies, selig werden. Und wie es Gott gefalle, Das weiß kein Mensch auf dieser Welt, M. Wie schön leucht't der. Da Gott das Ziel fich vorbehält; 579. Mie wird mir dann, Das er uns hat bestimmet. dann mir 3. Die Zeit ist kurz, ist wie Wenn ich, mich ganz des Herrn ein Schaum; Wir enden unser zu freu'n, In ihm entschlafen Leben, Wie ein Geschwät, wie werde! Bon keiner Sünde mehr einen Traum. Wer sich der Luft entweiht, Entladen von der Sterb lichkeit, Sterbe- und Begräbnißlieder. 367 lichkeit, Nicht mehr der Mensch Mich begleiten Vor den Thron von Erde. Freu dich, Seele! der Ewigkeiten! Stärke, tröste Dich, Erlöste, Mit 6. Wie wird mir dann, o dann dem Leben, Daß dir dann dein mir seyn, Wenn ich, mich ganz Gott wird geben! des Herrn zu freun, Ihn dort 2. Ich freue mich, und bebe anbeten werde! Von keiner Sündoch! So drückt mich meines de mehr entweiht, Ein Mitgenoß Elends Joch, Der Fluch der der Herrlichkeit, Nicht mehr der Sünde nieder. Der Herr erleich Mensch von Erde. Heilig! heitert mir mein Joch; Es stärkt lig! Heilig! fingen Wir dir, durch ihn mein Herz sich doch, bringen Preis und Ehre, Dir, Glaubt und erhebt sich wieder. der war und seyn wird, Ehre! Jesus! Christus! Laß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, M. Wenn mein Stündlein. Deines Vaters Reich zu erben. 580. Herr, wie du willst, so 3. Verachte mir Graun, Mein Geist, er ist ein Leben und im Sterben! Mein Weg zum Schaun In jenem Herz verlangt allein nach dir; bessern Leben. Er sey dir nicht Entreiß mich dem Verderben. mehr fürchterlich! Ins Allerhei- Erhalt mich nur in deiner Huld; ligste wird dich Durch ihn dein Sonst, wie du willst, gieb mir Gott erheben. Gottes Ruh ist Geduld; Dein Will' ist stets Unvergänglich, Ueberschwänglich; der beſte. Die Erlösten Wird sie unaussprechlich trösten. Ehr' und Treu' Und Luft zu deiErfülle mich mit 4. Herr, Herr, ich weiß die nem Worte. Stunde nicht, Die mich, wenn Furcht vor dir Un einem jedem nun mein Auge bricht, Zu deinen Orte. Laß mich, von Sünd' und Todten sammelt. Vielleicht um Weltlust rein, Dich findlich liegiebt mich ihre Nacht, Noch eh ben, kindlich scheun In meinem dies Flehen ist vollbracht, Mein ganzen Leben. Lob dir ausgestammelt. Bater! 3. Wann ich einmal, nach deiBater! Ich befehle Meine Seele nem Rath, Von dieser Welt foll Deinen Händen; Laß mich froh scheiden; O so verleih mir deine den Lauf vollenden! Gnad', Daß es gescheh mit Freu5. Vielleicht sind meiner Tage den. Herr, Leib' und Seel' befehl viel; Ich bin vielleicht noch fern ich dir! Ein selig Ende schenke mir vom Ziel, An dem die Krone Durch Jesum Chriftum. Amen! schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; Die Hütte meiner M. Herre Gott, dein göttlich. Sterblichkeit, Wird sie erst ſpät 581. jertrümmert; Laß mich, Vater, Reiche Saaten Guter Thaten Wille ist 2. Zucht, verleihe mir, Mas mein Gott will, gescheh allzeit; Sein der beste. Zu helfen ist er 368 Sterbe- und Begräbnißlieder. er dem bereit, Der an ihn glau-| ler, Gott! Heiliger, barmherzi bet feste. Er hilft aus Noth, Der ger Tröster! Du ewiger Gott! fromme Gott; Er züchtiget mit Laß sie nicht versinken in des Maaßen. Wer Gott vertraut, Todes letzten Ungst! Erbarm Fest auf ihn baut, Den will er dich ihrer! nicht verlassen. 2. Wer mit einem Wassertrunk 2. Der Herr ist meine Zuver- Der geringsten einen DeinerTreuficht, Mein Trost in diesem Leben. Jen labt, soll froh Im Gericht er Was mein Gott will, dem will scheinen. Wir labten, Herr, fie ich nicht Undankbar widerstreben. gerne. Allein kein Trank mehr Sein Wort ist wahr; Er hat fühlet sie; Drum beten wir für mein Haar Auf meinem Hauptsie; Heiliger, Schöpfer, Gott! gezählet. Er schützt und wacht; Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Und seine Macht Giebt alles, barmherziger Tröster! Du ewiger was uns fehlet. Gott! Laß sie nicht erliegen, Herr, Herr, Herr, Gott, im Gericht! Erbarm dich ihrer! 3. Drum will ich auch, wenn's ihm gefällt, Gelassen und mit Freuden, Mich durch den Tod 3. Ach, selbst Jesus Christus von dieser Welt Und ihren Gü hat Diesen Kelch getrunken, St, tern scheiden. Dir, Gott, befehl' von viel mehr Qual umringt, In Ich meine Seel' In meinen letz- das Grab gesunken. Um seines ten Stunden. Mein Heil, mein Todes willen Hör' unser thränen Gott, Du hast den Tod Für voll Gebet, Das für sie um Gnade mich auch überwunden. fleht. Heiliger, Schöpfer, Gott! 4. Ich bitte dich, verwirfmich Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, nicht, Wollst mir es nicht versa- barmherziger Tröster! Um Gnade gen; Wenn mich der Geist der für sie! Laß sie sanft entschlum Furcht ansicht, Laß du mich nicht mern! Trockne, trockn' in jener verzagen! Hilf du und wehr', Welt All' ihre Thränen! Uch Gott mein Herr, 3u Ehren deinem Namen! Du, Herr, erIn eigener Melodie. hörſt, Und du gewährst. Drauf 583. ch habe Gott es hi fröhlich: M. Mitten wir im Leben. 582. Stärke die zu dieser Zeit, heimgestellt; Er mach's mit mir, wie's ihm gefällt! Soll ich noch länger leben hier, So folg ich dir; Dein Wille, Hen, Da wir Herr, dir gescheh an mir! fingen, Müde, stumm, in kaltem 2. Die Zeit und Stund' ist Schweiß Mit dem Tode ringen! wenn Gott will; Ich schreib Du nur kannst sie erquicken. Sie ihm nicht vor Maaß und Ziel, liegen da, und seh'n hinab In Er hat gezählet all mein Haar, das schauervolle Grab. Heiliger Noch eh ich war; Schöpfer, Gott! Heiliger, Mitt- Huld währt immerdar. Und seine 3. Die * Sterbe- und Begräbnißlieder. 369 3. Die Erd' ist oft ein Jam- thu den Schritt Mit dem, der merthal, Und Ungst und Trübsal auch den Tod einst litt. überall. Des Bleibens ist nur furze Zeit; Mühseligkeit Ist unser Loos, und steter Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenklos, Von Mutterleibe nackt und bloß. Nichts bringt er mit den Tod. fich auf die Welt, Nicht Gut noch Geld; Nichts nimmt er mit, wenn er hinfällt. 11. Und wenn mich schon die Sünd' ansicht, Will ich dennoch verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Mir hilft in Noth, Der seinen Sohn gab in 12. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ Für meine Sünd' gestorben ist, Und auferstanden 5. Es hilft kein Reichthum, mir zu gut; Das macht mir Geld noch Gut, Nicht Kunst noch Muth; Für mich vergoß er auch Gunst, noch stolzer Muth; Dem Tod' kein Kraut gewachsen ist Mein frommer Christ! Da, was da lebet, sterblich ist. sein Blut. 6. Heut sind wir frisch, gesund 13. Dem leb' und sterb' ich allezeit; Von ihm mich selbst der Tod nicht scheid't. Im Tod und Leben bin ich sein; Er wird allein Mein und stark, Und morgen liegen wir ein'ger Trost und Helfer seyn. im Sarg; Heut blüh'n wir, wie 14. Das ist mein Trost zu aller der Rosen Roth, Sind morgen Zeit, Im Kreuz und in der Trautodt; Und überall ist Müh und rigkeit: Ich weiß, daß ich am Noth. jüngsten Tag- Komm, Freu 7. Man trägt eins nach dem tentag! Berd' aufersteh'n ohn andern hin, Wie aus den Augen, alle Klag'. aus dem Sinn. Die Welt vergis 15. Mein frommer und getreuset unser bald, Jung oder alt, er Gott Bewahret mich in Noth Sey unsre Ehr' auch mannichfalt. und Tod; Im Grabe selbst noch 8. Ach, Herr, lehr' uns beden bin ich sein, Er, wird sich mein fen wohl, Daß jeder von uns ster- Erbarmen, ewig mich erfreu'n. ben soll, Daß keiner allhie bleiben kann, Und daß alsdann Der Tod nie die Person sieht an. 16. Ich werde Gott von Ungesicht Einst schauen, daran zweifl ich nicht, In ew'ger Freud' und 9. Das macht die Sünd', o Seligkeit, Die mir bereit. Ihm treuer Gott! Durch sie kam in sey Lob, Preis in Ewigkeit! die Welt der Tod. Er nimmt 17. Jesu Christe, Gottes O ein jedes Menschenkind, Wie er Sohn, Versöhner vor des Riches find't, Fragt nicht, wes Stan- ters Thron, Schließ mich in deine des wir hier sind. Wunden ein; Du kannst allein 10. Ich hab' hie manchen bö- Mein ein'ger Trost und Helfer sen Tag; Mein täglich Brod ist seyn. SOUT 1 Müh' und Plag'. Drum, wenn 18.Amen! Mein lieber from Gott will, so will ich mit, Schmer Gott, Bescher uns einen U a selgen 370 Sterbe und Begräbnißlkeder. fel'gen Tod! Hilf, daß wir mö- melsthür aufthun, Mich führ'n gen allzugleich In deinem Reich zum ew'gen Leben. Bald mit dir leben ewiglich! M. Nun giebt mein Jesus. In eigener Melodie. 584.* Wenn mein Stünd- 585.* Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, Der lein vorhanden ist, du littst Marter, Angst und Spott, Zu gehn die Todesstraße; So Für mich am Kreuz auch endlich leite mich, Herr Jesu Christ, Daß starbst, Und mir des Vaters Huld Hülf mich nicht verlasse! Den erwarbst. Geist an meinem Lebensend' Be= 2. Ich bitt' um deine Todes fehl ich, Herr, in deine Händ'; pein Wollst du mir Sünder gnäs. Du wirst ihn wohl bewahren. dig seyn, Wenn ich einst komm 2. Die Sünde wird mich krän in Sterbensnoth, Und ringen ken sehr, Und mein Gewissen na- werde mit dem Tod'. gen; Denn ihr ist viel, wie Sand 3. Wenn mir vergehet mein am Meer, Doch will ich nicht Gesicht, Und meine Ohren hören verzagen. Bedenken will ich dei- nicht, Wenn meine Zunge nicht nen Tod; Herr Jesu, in der letz- mehr spricht, und mir vor Angst ten Noth: Wirst du mich wohl mein Herz zerbricht; erhalten! worben. 4. Wenn mein Verstand sich 3. Ich bin ein Glied an deinem nicht besinnt, Und Menschenhülse Leib'; Deß tröst ich mich von ganz zerrinnt: So komm, d Herzen. Von dir ich ungeschieden Sesu, mir behend zu Hülf; er bleib' In Todesnoth und Schmer- leichtre mir mein End'! zen. Wenn ich gleich sterbe, sterb' 5. Und führ mich aus dem ich dir; Ein ew'ges Leben hast Jammerthal, Verkürze mir des du mir Durch deinen Tod er Todes Qual; Laß deinen Geist dann bei mir seyn, Und deinen 4. Weil du vom Tod erstan- Trost mein Herz erfreu'n. den bist, Werd' ich im Grab' 6. Wenn ich mein Geist vom nicht bleiben. Mein höchster Troft Leibe trennt, So nimm ihn, Herr, dein' Auffahrt ist; Todsfurcht in deine Händ'! Der Leib rub kannst du vertreiben, Denn wo in der stillen Gruft, Bis einst du bist, da komm ich hin, Daß dein großer Tag ihn ruft! ich bei dir stets leb' und bin; 7. Dann laß ihn fröhlich auf Drum fahr ich bin mit Freuden. ersteh'n, und mich dein gnädig 5. So fabr' ich hin zu Jesu Antlitz seh'n! Herr, meiner Sün Christ, Fahr' ohne Furcht und den nicht gedenk', Uus Gnaden Schrecken: So schlaf ich ein, und mir das Leben schenk! ruhe fein, Kein Mensch kann mich 8. Wie du haft zugesaget mir erwecken; Denn Jesus Christus, In deinem Wort, das trau ich Gottes Sohn, Wird mir die Him: dir: Fürwahr, fürwahr, euch 10:15 fage Sterbe- und Begräbnißlieder. 371 fage ich, Wer mein Wort hält, 5. Wenn dann mein sterbend und glaubt an mich, Haupt sich neigt, Und sich das 9. Der wird nicht kommen nahe Grab mir zeigt; So sey ins Gericht, Den Tod auch ewig dein Wort: Es ist vollbracht! ihmecken nicht; Und ob er gleich- Mein Licht in meiner Todeshier zeitlich stirbt, Denk nicht nacht! daß er darum verdirbt; 6. Mit Sieg gekrönt gingst 10. Vielmehr will ich mit star- du ins Grab, Ich folge dir geder Hand Ihn reißen aus des troft hinab; Ich geh' zu Gott Codes Band, Und zu mir nehmen mit Freuden hin, Und jauchze, In mein Reich, Da lebt er dann daß ich selig bin. mit mir zugleich. 7. Ich traue, Herr, auf deis 11. In Freuden lebt er ewig- nen Tod In meiner letzten Tolich. Dazu hilf uns, Herr, gnä- desnoth; So schließ ich meinen iglich! Ach, Sperr, vergib uns Lebenslauf, Und du nimmst mich unfre Schuld: Hilf, daß wir zum Himmel auf. warten mit Geduld. 8. Um jüngsten Tag erweckst 12. Bis unser Stündlein du mich; Da sieht mein Auge Bommt herbei, Auch unser Glau- froh auf dich. In jenes schreckbe wacker sey, Dir, Herr, zusliche Gericht Führst du mich, hauen feftiglich, Bis wir ein- deinen Freund, ja nicht. schlafen seliglich! 586. Ser 9. Unsterblich werd ich auf M. Nun giebt mein Jesus. erstehn, Verklärt werd' ich den err Jesu, meines Le- Vater sehn; Und du machst mich bens Licht, Mein in deinem Reich Auf ewig deiFrost und meine Zuversicht! Tief nen Engeln gleich. beugt mich meiner Leiden Last; dh, unter ihr erlieg ich faſt. In bekannter Melodie. 587.* Herzlich ist mein Verlangen Nach einem Kräfte her? Der Gang zur Ewig- sel'gen End'; Denn hier bin ich it ist schwer. Nimm deinen Pil- umfangen Mit Trübsal und er an die Hand, Und führ ihn Elend. Ich habe Luft zu schein das Vaterland! den Aus dieser argen Welt Zu 3. In mir tobt jetzt des To- jenen ew'gen Freuden, So bald Des Schmerz, Voll ist davon es Gott gefällt. mein armes Herz; Es schreiet 2. Du kamst, von allem Bösehnsuchtsvoll in mir: Nimm sen, Von Teufel, Tod und Höll' mich, o Herr, nimm mich zu dir! Mich Sünder zu erlösen, Du 4. Ich seh zu deinem Kreuz meiner Hoffnung Quell! Wie mpor, Und halte mir dein Ster- sollte mir denn grauen, Wenn en vor; Denn nichts kann, meine Kraft zerrinnt? Sollt' ich elbst in Todespein, Mir trösten auf dich nicht bauen? Ich bin dein seligs Kind. er, als dieses seyn. Na 2 3. Sey 372 Sterbe und Begräbnißlieder. 3. Sen noch so süß das Le- Er speist ja groß und klein. Di ben, Der Tod so bitter mir, Ich Wittwen und die Waisen Schüs will mich doch ergeben, 3u ster- er mit Vatertreu'; Er wird si ben willig dir. Ich weiß ein gnädig speisen; Sein' Güt' if beßres Leben, zu dem mein Geist täglich neu. 9. Gott wird euch wieder seg geht hin; Du hilfft es mir erstreben; Der Tod ist mein Ge- nen, Und euer Vater seyn, Euch winn. freundlich stets begegnen, Nach 4. Der Leib wird in der Er- Thränen euch erfreu'n Fahrt den Verscharrt zwar und ver- fort, ihm zu vertrauen; Es währt zehrt, Doch um erweckt zu wer- nur kurze Zeit, Dann werden den Durch Christum, neu ver- wir uns schauen, Dort in der klärt. Dann leucht' ich, wie die Ewigkeit. Sonne; Dann leb ich ohne Noth, 10. Spilf, daß ich mich nun In ew'ger Freud' und Wonnewende 3u dir, Herr Chrit Was schadet mir der Tod? allein; Gieb mir ein selges Ende 5. Ob mich die Welt auch Laß bald mich bei dir sent reizet, zu bleiben länger hier, Führ mich ins ew'ge Leben, Daß Und mancher immer geizet, Um du erworben hast. Du hast, id reich zu seyn in ihr; Gottlob, darf nicht beben, Getilgt der daß ichs nicht achte! Es währt Sünden Last. nur kurze Zeit. Das, wornach 11. Laß mich nicht wanken: ich hier trachte, Das bleibt in merke Auf mich, Herr Jesu Chrit Ewigkeit. Den schwachen Glauben stärk 6. Und wenn auch gleich das In mir zu aller Frist. Hpilf tit Scheiden Von Freunden wehe terlich mir ringen. Nimm, He thut, Dann ich und sie viel lei- land, mich in Ucht, Daß ich mag den; Gott giebt uns Trost und fröhlich fingen: Gottlob, esit Muth. Dort in des Himmels vollbracht! Freuden, Die uns erwarb sein Sohn, Wird uns kein Tod mehr In voriger Melodie. scheiden, Vereint vor seinem 588* ch will dir Abſchied Thron. geben, Du arge 7. Muß ich auch hinterlassen falsche Welt, Da dein so böfe Betrübte, die dann schrein; Gott Leben Durchaus mir nicht g wird sie nicht verlassen; Er wird fällt. Im Himmel ist gut w ihr Tröster seyn. Drum will nen, Hinauf geht mein Begin ich gerne sterben, Und trauen Da wird Gott ewig lohnen Den meinem Gott; Er läßt sie nicht der ihm dient allhier. verderben; Er hilft aus aller Notb. 2. Rath mir nach deinm 8. Warum wollt ihr verza- Herzen, O Jesu, Gottes Soh gen? Der Herr wird mit euch Und soll ich dulden Schmerz feyn, Euch keine Hülf' versagen; So hilf du mir davon. B kürz Sterbe- und Begräbnißlieder. 373 kürze mir das Leiden, Stärk der Krone Pracht Und Reichthum meinen schwachen Muth; Laß in des Grabes Nacht? mich nur selig scheiden, Und 4. Denk an dein Grab, wenn schenk mir ew'ges Gut. dich der Reiz Des Goldes leiten 3. Es prang' ins Herzens will zum Geiz. Sprich: Bringt Grunde Dein Nam' und Kreuz der Schöpfer im Gericht Nicht allein zu aller Zeit und Stunde; meine Thaten an das Licht? Dann kann ich fröhlich seyn. Erschein' mir oft im Bilde, Zum Trost 5. Bestelle zeitig nur dein Haus, Und streue guten Saa in meiner Noth, Wie du, Herr men aus. Vor Gottes Throne Christ, so milde Mich hast geliebt im Tod'. reift die Saat, Die hier der Christ bestellet hat. 6. Dein Trost in deiner letzten Noth Sey Jesu Wort und Kreuz und Tod! Heil dir, wenn du beiner Herrlichkeit. Der ist wohl voll Zuversicht Ihn fürchtest nicht hier gewesen, Wer kommt ins im Weltgericht! Himmelsschloß, Und ewiglich genesen, Wer ruht in deinem Schooß. 5. Schreib, Jesu, meinen Namen Ins Buch des Lebens ein; der Noth und Qual! Christus, Laß mich mit dir zusammen In dem ich dich befehle, Ruft dich deinem Himmel seyn. Ich werde aus dem Jammerthal; Aus der ewig blühen, Wenn du mich dort Trübsal dieser Zeit Führt er dich führst ein, Vor Dank und Liebe zur Herrlichkeit, Die kein Ohr glühen, und ewig treu dir seyn. ie hat gehöret, Die in Ewigkeit dann währet. 4. Beschirme mich aus Gnaden, Stärk' mich im letzten Streit! hilf mir aus allem Schaden Zu In eigener Melodie. 590.* Freu Preu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß M. Nun laßt uns den Leib. 589. Der Strom des Lebens 2. Tag und Nacht warst du mein Hoffen, Du mein Herr, rinnet schnell; Er mein Trost, mein Gott! Ach, fließt bald trübe und bald hell, mich hat viel Kreuz getroffen, Und stürzt, getrieben von der Manches Elend, manche Noth! Beit, Sich in das Meer der Wie ein müder Wandrer klagt, Ewigkeit. Oft nach seinem Ziele fragt, So 2. Denk an die Flucht der mußt' ich mich oft mit Thränen Zeit, wenn Licht Und Trost im Nach dem Lebensziele sehnen. Leiden dir gebricht. Im Grab 3. So wie schöne Rosen steist Ruhe; Trost und Heil Wird hen Unter einer Dornenschaar, frommen Duldern einst zu Theil. So, ah! müssen Christen gehen 3. Denk an dein Grab, wenn Oft in Ungst und in Gefahr; irdisch Gut Verleitet dich zum Wie die Meereswellen sind, und Ulebermuth). Sprich: glänzet auch der ungestüme Wind: So ist auch 374 Sterbe und Begräbnißlieder. auch oft hier auf Erden Unser mein Licht und Hort, Leben, Leben voll Beschwerden. Weg und Himmelspfort'; Gnä 4. Welt und Teufel, Tod und dig wirst du mich regieren, Auf Hölle, Unser sündlich Fleisch und der rechtem Bahn heimführen. Blut Sind so vieler Leiden Quelle, 9. Laß dein'n Engel mich Und benehmen uns den Muth; dann tragen, Nach hier überstand: Wir sind voller Angst und Plag', ner Noth, Wie einst Lazarum Und sein Kreuz hat jeder Tag; nach Klagen, Zu dir, Bater, Wie wir nur geboren werden, durch den Tod. Laß mich ruh'n Findt sich Jammer g'nug auf in deinem Schooß, Mach mich Erden. alles Jammers los, Bis mein 5. Wenn die Morgenröthe Leib einst aus der Erden Wird schimmert, Und der Schlaf fich von dir erwecket werden. von uns wendt, Giebts so viel, 10. Freu dich sehr, o meine das uns bekümmert, Müh' und Seele, Und vergiß der Noth und Plag' an allem End'; Und wir Qual! Christus, dem ich dich effen unser Brod Oft mit Thrä- befehle, Ruft dich aus dem Jam nen in der Noth; Hört die Sonne merthal. Seine Freud' und Herr: auf zu scheinen, So währt doch lichkeit Sollst du sehn in Ewigs noch unser Weinen. feit, Und, wann Engel dich hin 6. Drum, Herr Jesu, ach! führen, Ewig, ewig triumphiren. wie gerne Folg ich dir, wo du In eigener Melodie. hingehſt. Sen, bitt' ich, von 591. Christus, der ist mein mir nicht ferne, Du hast ja auch Leben, Ster mich erlöst. Hilf, daß ich in ben mein Gewinn. Ihm hab ich Fried' und Freud' Fahr' zu dei- mich ergeben, Mit Freuden fahr ner Herrlichkeit. Ach, ich flehe, ich hin. Herr verlasse Mich nicht auf der 2. Ich fahre hin in Frieden Todesstraße! 3u dir, o Jesu Chrift, Bon dir 7. Gläubig will ich zu dir stets ungeschieden, Der du mein fliehen Auf dem bittern Codes gang; Mit dir will ich fröhlich ziehen In das rechte Vaterland, Bruder bist. 3. Dann hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; In das schöne Paradies, Das Durch deine heilge Wunden Bin dein Wort dem Schächer wies; ich versöhnt mit Gott. Dahin wirst du mich auch füh 4. Wenn meine Kräfte bro ren, Dort mit ew'ger Klarheit chen, Mein Athem schwerer geht zieren. Ich kein Wort mehr kann spre 8. Ob mir schon die Augen chen, Mein Herz noch zu dir fleht; brechen, Das Gehör mir ganz 5. Wenn Sinne und Gedank verschwindt, Sch kein Wort ver- ken, Wie ein verlöschend Licht mag zu sprechen, Der Verstand Noch hin und wieder wanker sich nicht besinnt, Bist du doch Dann, Herr, verlaß mich nicht 6. Dann Sterbe- und Begräbnißlieder. 375 6. Dann laß fein fanft und im Guten nicht! Nur dies ist stille Mich, Jesu, schlafen ein Weisheit, dies ist Pflicht. Es ist dein Rath und Wille, 5. Die Kraft von meinen Wenn kommt mein Stündelein. besten Jahren Sey Gott, dem 7. Ach, laß mich dir ergeben Heiligen geweiht! Die Buße bis Auch noch im Tode seyn, Dann ins Ulter sparen, Ist strafbar, iſt ewig bei dir leben, Mich ewig Verwegenheit; Ja schrecklich ist dein erfreun! ein solcher Wahn, Da man auch schlafend sterben kann. 8. Dort vor des Himmels Throne Bring ich dir Ehr und Preis, Wenn ich nun bei dir wohne, Gott Bater, Sohn und Geist! und Fieberhitze Mie Ueberlegung 6. Wie leicht raubt Schmerz und Verstand! Wenn ich in To desängsten schwike, Wer macht mich dann mit dir bekannt? S Gott, vielleicht ein Fall, ein M. Wer weiß, wie naye mir. 592. Mer weiß, wie bald in Schlag Bestimmt mir meinen tiefer Sterbetag. Stunde meines Abschieds schlägt, Wie bald man meines Geistes 7. Laß, Höchster, deinen Geist Hülle Zu meinen Vätern schla- mich leiten! Er mache mich von fen legt? Wer weiß, ach wer Sünden rein! Dann wird der bestimmt die Zeit Des Eintritts Tod zu allen Zeiten Mir nur in die Ewigkeit? ein Friedensbote feyn. Du kommst 2. Vielleicht in wenig Augen- vielleicht zur Mitternacht; blicken Rückt dieses große Ziet wohl dann ewig dem, der wacht! heran, Wo ich nicht andre mehr M. Ich bin ja, Here, in deiner. beglücken, nicht an mir selbst! mehr besfern kann. Wie schnell 593. Mein Leben ist ein erscheint die letzte Nacht, Die Prüfungsstand; Ich meinem Thun ein Ende macht! eile nach dem Vaterland, Ich 3. Vielleicht ist dies der lebte finde keine Ruh' auf Erden. Ich Urme, Der jetzt um meine Hülfe suche meines Gottes Stadt, Die fleht. Wenn ich mich heute nicht er mir dort erbauet hat; Da erbarme, Vielleicht ist's morgen werd' ich ewig selig werden. schen zu spät; Und dann, was Mein Leben ist ein Prüfungsstand; bringt die Erndtezeit? Die Frucht Der Himmel ist mein Vaterland. der Unbarmherzigkeit. 2. Wie Schatten vorder Sonne 4. Mein Pfund erst morgen flieh'n: So fliehet meine Zeit wuchern lassen, Welch ein Ge- dahin, Und was vorbei ist, ist danke voll Gefahr! Kann ich verschwunden. Ich eile zu der nicht Abends schon erblassen, Ewigkeit, Herr Jesu, mache mich Wenn ich noch Morgens fröhlich bereit, Und laß mit vir mich seyn war? O Mensch, drum fáum' verbunden! Gieb, daß die Luſt, die 376 Sterbe und Begräbnißlieder. die schnell entflieht, Mein schwar schon am Abend ab. So finkt ches Herz nicht an sich zieht. mit seinem Glück und Ruhme 3. Der Tugend Hindernisse, Der Mensch, eh er's besorgt, in's Gott, Sind viele; Trübfal, Noth Grab. Und doch mißbrauch' ich und Spott Muß hier so oft, oft so leicht Ein Leben, das so wer fromm ist, leiden. Sein schnell entfleucht. Weg ist schmal, und weit sein 3. Entziehe dich dem WeltZiel; Und doch sind seiner Feinde getümmel; Hier ist der Kampf viel, Und wenig sind der Tugend und dort die Ruh. Mit Eifer Freuden; Und dennoch solls ihn ringe nach dem Himmel; Der nie gereun, Dein Pilger hier, bessern Heimath eile zu. Wie o Gott, zu seyn. bald verfließt der Prüfung Zeit! Wie bald kommt dir die Ewigkeit. 4. Hilf darum mir, Herr Jesu Christ, Der du mein Heil geworden bist, Hilf mir, du Führer aller Frommen! Laß auf der schuldig bist, Das eile heute zu Selbstverläugnung Pfad, Den verrichten; Wer weiß, ob's morauch dein Fuß gewandelt hat, 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt Mich näher stets zu Ziele kom: gen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; Der nächste men. Und bleibe ich nur stand wirds vielleicht nicht seyn. haft hier; So erb' ich ewig auch mit dir. 5. So sey denn, Vater meis 5. Verleihe mir Beständigkeit nes Lebens, Die Warnung: waLaß mich mit Unerschrockenheit, chet! feyd bereit! Un meiner Mit Muth auf deinen Wegen Seele nicht vergebens, Berloren gehen. Fall ich, mein Gott, so nicht der Gnade Zeit! Dann führt hilf mir auf; Hilf mir vollenden mich selbst ein schneller Tod Zu meinen Lauf; Laß in der Noth deiner Seligkeit, o Gott! mich feste stehen, Getrost auf deinen Schuh vertrau'n, Und selig einst dein Untlik schau'n! M. Wenn wir in höchsten. 595.* Se e M. Wer nur den lieben Gott. 594. Noch leb' ich; ob ich länger hier, je ſpa ter dort, Drum will ich nach dem Himmel fort, Und will, so bald es Gott gefällt, Mit morgen lebe, Ob bis Freuden lassen diese Welt. zum Abend, weiß ich nicht. Doch, 2. Ich habe hier viel Herze Herr, wenn ich mich dir ergebe, leid, Viel Kreuz und Sorge, Dann thu ich treulich meine Müh' und Streit. Dem allen Pflicht, Und bin, gestärkt durch komm ich dann erst ab, Wenn man deine Kraft, Stets fertig zu der bringt meinen Leib in's Grab. 3. Alsdann wird in der Se: 2. Am Morgen blüht und ligkeit Mir solche Freude seyn prangt die Blume, Und fällt oft bereit, Die hier im Leben nie ein Rechenschaft. Sterbe- und Begräbnißlieder. 377 4. Der Freund sieht seine Freunde dann Un Gottes Throne wieder, Die Gattin trifft den Gatten an, Der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; Denn alle gute Seelen sind In Gottes Stadt beiſammen. ein Mann Ausdenken, noch beschreiben kann. 4. Wie selig mögen die nicht seyn, Die schon zur Heimath fehrten ein! So selig werd' ich einstens doch, Muß ich mich hier gleich plagen noch 5. O liebe Seele, säume nicht, Und liebe Gott und deine Pflicht! Dann wohnst du einst am sel'gen Ort. Je länger hier, je später dort. 5. 3um Berge Zion kommen wir, 3u Gottes Stadt im Him: mel, Wo Engel stehen, Herr, vor 6. Komm, Bater, löse bald dir, Im jauchzenden Gewimmel. mich auf! Ich warte mit Ver- Zu der Gemeine Strahlenchor, langen drauf. Ach, eile, du ge- 3u Geistern steigen wir empor treuer Hort! Je länger hier, je Vollendeter Gerechten. später dort. 6. Und ach, zu Gott, zu Gott, zu Gott! Dem Herrscher über alle. D komm nur, Tod, komm, süßer Tod, Damit ich niederfalle M. Wenn mein Stündlein. 596. Der Trennung Schmerz Um Thron, und meinen Vater liegt schwer auf mir; seh', Und meinen Mittler, Jeſum Ich liebe sie, die Meinen. Laß, feh', Der mich so theu'r erlöste! meines Herzens Gott, vor dir 7. Drum laßt uns hier schon Mich diese Frage weinen:» Werd' Hand in Hand Auf Gottes Weich nach meinem Tode gleich, gen gehen, Damit wir einst im Werd' ich in Jesu Christi Reich Baterland Uns freudig wieder Die Meinen wiedersehen?<< fehen! Wie wirds uns seyn, wenn 2. Wohl mir, o Gott! ich höre wir uns seh'n, Wenn wir uns schon Des Geistes Stimme we froh entgegengeh'n. Und Freuhen; Sie haucht mir zu mit denthränen weinen! sanftem Ton:» Du wirst sie 8. Da wollen wir vor Got wiedersehen. Bist du nur fromm, tes Thron Einander alles sagen, sind sie nur gut, So send ihr Was wir auf dieser Welt für ja durch Jesu Blut Erlöst zum Sohn Und Ungemach ertragen, ew'gen Leben.< Uns freuen, daß des Lebens Zwist Und Fährlichkeit vorüber ist, Und Gott für alles danken. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht Von gleichgestimmten Frommen. Sie werden all' in 9. Doch Frommen nur wird's Gottes Licht Aufs neu' zusam- Freude seyn, Wenn sie sich wiemen kommen, Forthin durch kei- der sehen. Gottlose häufen nur nen Tod getrennt; Denn Got- die Pein Mit ihrer Brüder Wes tes Engel, der sie kennt, Ver- hen. Dort fühlt der Lüstling sammelt die Erwählten. fein Gericht, Und er verlangt dieBrüder 378 Sterbe- und Begräbnißlieder.. Bruder nicht zu sehn in gleichen 3. Dieser schneden, bösen Well Jämmerliches Leben Ist es nicht Qualen. 10. Drum bitt ich dich durch was mir gefällt; Ich will mich Christi Blut, Weltrichter in der ergeben Meinem Jesu, durch ihn Höhe: Erhalte meine Lieben gut, bin Ich in lauter Freuden; Denn Daß ich sie wiedersehe; Auch sein Tod ist mein Gewinn, Mein mich erhalte dir getreu, Damit Verdienst sein Leiden. ich da zugegen sey, Wo sich die Lieben finden. 4. Gute Nacht dir, treuer Freund! Gute Nacht, ihr Lieben! 11. Weltrichter, welch ein Tag Alle, die ihr um mich weint, für dich! Ein Festtag voll Er- Laßt euch nicht betrüben Diesen barmen, Wenn so viel tausend Hintritt, den ich thu' In die Seelen sich Vor deinem Thron Erde nieder, Schaut die Sonne, Dann bluten keine geht zur Ruh, Kommt dod Herzen mehr, Und dann versiegt morgen wieder. die Abschiedszähr'; Du trocknest ja die Thränen. umarmen. M. Christus der uns ſelig. 12. Send froh, ihr Lieben, 598. Gürte dich, um wie ein Mann Nebo zu denn gewiß, Wir werden uns dort finden, In Gottes Stadt, ersteigen; Denn ich will dr im Paradies, Befreit von allen Canaan Bon den Höhen zeigen. Sünden. Auch unser Leib wird Diese Ruhe nach der Noth Sell auferstehn. O Wiedersehn! Odein Auge sehen; Dann erst wirst Wiedersehn! Wie tröstest du die du durch den Tod Zu den B Seele! tern geben. 2. Moses höret, was Gott spricht Von dem Wolkensie Eilt mit frohem Angesicht An 597.* inen guten Kampf zu Nebos Spitze, Schaut de hab ich Auf der Honigreiche Land, Das die S Welt gekämpfet, Und Gott hat nen erben, Sinket dann in Got so gnädiglich All' mein Leid ge- tes Hand Seinen Tod zu sterber dämpfet, Daß ich nun des Le- 3. Soll den Berg des Tode bens Lauf Seliglich vollendet, hiér Ich dereinst ersteigen: D Und mein Schöpfer himmelauf wolle Gott auch mir Die Ge Meinen Geist nun sendet. filde zeigen, Wo für den erlö 2. Forthin ist mir beigelegt Geist Nach dem Kampf des e Der Gerechten Krone, Die mir des Ruhe und Erquickung flut hohe Freud' erregt Dort vor Got: In dem Garten Gottes. testhrone. Gott ist meines Le- 4. Wie von Elend ungeplag bens Licht, Dem hab ich ver- Keine Thränen fließen, Wo trauet; Wohl mir, wenn sein Lippen, die geklagt, Ewig jaud Ungesicht Meine Seele schauet!' zen müssen. Müder Wandre steige M. Schwing dich auf zu. Oder: Christus, der uns selig. 379 Sterbe- und Begräbnißlieder. steige fort, Um das Land zu M. Nun ruhen alle Wälder. ſchauen, Wo wir mit den Bä- 600.* Gott Lob! die Stund tern dort Friedenshütten bauen. ist kommen, Da ich werd aufgenommen Zur hoM. Alles ist an Gottes Segen. hen Seligkeit. Stillt, Eltern, 599, Erdentöchter, Erden eure Klagen, Mit Freuden sollt föhne! Send nicht ihr sagen, Gelobt sei Gott in stolz auf Reiz und Schöne; Trohet Ewigkeit! nicht auf eure Kraft! Eures Mun 2. Wie kann's Gott besser mas des Hauch verflieget; Eures Le- chen? Er, dem ich meine Sachen bens Quell versieget; Auch des Als Kind schon heimgestellt, Starken Arm erschlafft. Macht nur in meinem Scheiden 2. Doch, ihr Christen, send mich frei von allen Leiden. Gut nicht traurig, Wenn so früh, so ist, was seinem Rath gefällt. dumpf, so schaurig Euch die Sterbeglocke ruft. Ebler, kräftiger, brach auch manche Plage Auf 3. Er zählte meine Tage; Und verklärter, Liebevoller, liebensGruft. werther Ueberfliegt der Geist die mich schon früh herein; So nimmt er mich von hinnen, Und läßt 3.- was ist des Grabes Höh- mich früh entrinnen Der über le? Christen stark sey eure Seele! häuften Noth und Pein. Fürchtet nicht, hinab zu sehn! 4. Kurz war mein irdisch Le Ueber Grab und Grabestrümmer ben; Ein bessers wird mir geben Wird der Geist im Sonnenschim: Gott nun in Ewigkeit. Nun mer Himmlischer Erkenntniß stehn. werd ich nicht mehr sterben, In 4. Nein, umsonst ist nichts ge- keiner Noth verderben; Nichts boren! Alles ruhet unverloren stört nun meine Seligkeit. In des ew'gen Vaters Schooß. 5. Gott eilet mit den Seinen, Süße Hoffnung! Schöner Glau- Läßt sie nicht lange weinen Im be! Alles windet einst vom Staube bangen Thränenthal. Ein frü Herrlicher sich wieder los. hes, seligs Sterben Läßt bald und # 5. Leibesschönheit wird verblü: glücklich erben Des schönen Him hen, Seelenschönheit nie entflie- mels Ehrensaal. hen; Sie ist für die Ewigkeit. 6. Wie oftmals wird verfüh Sanfter Sinn und reine Zugend ret Ein Kind, an dem man ſpü Lohnt mit ewig froher Jugend, ret Rechtschaffne Frömmigkeit! Lohnt mit Himmelsfeligkeit. Die Welt voll List und Tücke 6. Himmelsfeligkeit bestehet; Legt heimlich ihre Stricke Bei Nur der Erde Glück vergehet; Tag und Nacht, zu jeder Zeit. Nur das Eitle bleibt zurück. Wie 7. Ihr Netz mag sie nun ſtels die Gottheit unvergänglich, Wie len; Mich kann sie nicht mehr der Himmel überschwänglich Ist fällen, Mir thut sie nun kein Leid. des Christen wahres Glück. Denn wer kann den verletzen, Den 380 Sterbe- und Begräbnißlieder. Den Christus will versetzen Ins ja mein Trost, Weil Gott spricht: Schloß vollkommner Sicherheit? Weine nicht! 8.3uvor bracht' ich euch Freude; 2. Lieb war mir, was der Tod Jetzt, da ich von euch scheide, Be: So schmerzlich mir genommen; trübt sich euer Herz; Doch, wenn Doch ist's viel lieber Gott. Von ihrs recht betrachtet, Und, was Gott thut, hoch achtet; So min dert bald sich euer Schmerz. ihm ist es gekommen, Dies liebe, liebe Kind. Da nun sein Will geschieht; So trag ichs mit Ge 9. Gott zählet alle Stunden; duld; Denn er spricht: Weine nicht! Er schlägt und heilet Wunden; Er kennet Jedermann. Nichts ist 3. Es lebt in Gottes Hand; jemals geschehen, Das er nicht Gott will das wieder geben, Was hat ersehen, Und was er thut, er genommen hat, zu seinem ist wohlgethan. Freudenleben. Ich komm' gewiß 10. Einst werdet ihr mich fin- denlicht. Wie sollt ich weinen, da Gott bleibt mein Freu den Bei Gott, mich frei von Gott selbst spricht: Weine nicht! Sünden, Im Glanz des Himmels ſeh'n; Dann laßt mich Siegespalmen In Händen, und mit Psalmen Uns froh des Höchsten 602. Wenn der Stifter der Geschlechter Unfre Lieben zu sich ruft, Wenn die 11. Da werdet ihr euch freuen, Söhne, wenn die Töchter Sin Und Dank und Lieder weihen ken in die frühe Gruft; Ach, dann Dem, der euch jetzt betrübt. Wohl fühlen unsre Herzen Unaussprech dem, der Gottes Willen Sucht lich tiefe Schmerzen. treulich zu erfüllen, Und ihm sich in Geduld ergibt! M. Herr, ich habe mißgehand. Ruhm erhöh'n! 2. Wenn der Säugling kaum geboren, Gleich der Blume, schnell 12. Lebt wohl, und send ge- verblüht, Und die Mutter nun fegnet! Was euch anjetzt begeg- verloren Ihre schöne Hoffnung net, Ist Undern auch geschehn; sieht: Leicht kann dann ihr Herz Viel' müssens noch erfahren. Nun, verzagen, So viel schwere Pein Gott woll' euch bewahren! Bald zu tragen. werden wir uns wiedersehn. Mel. Nun danket alle Gott. 601. Was Gott thut, 3. Wenn der Tod im edeln Sohne Seine Lust dem Vater raubt; Wenn des Hauses Stüt das und Krone Sinket mit des Va ist recht Und gut ters Haupt; Mütter von den in allen Sachen, Sollts auch Kindern scheiden: Herr, was dem Herzen noch So schwere gleichet diesen Leiden! Sorgen machen. Was Gott 4. Ach, es müßte unterliegen, nimmt, lebt bei Gott, Vor sei- Dieses arme, schwache Herz, Hüls nem Ungesicht; Sein Wort bleibt fest du nicht, Herr, uns siegen lle ber Sterbe- und Begräbnißlieder. 381 ber Tod und Trennungsschmerz!| brachtest deinen Lauf; DuschwanDeine Rechte schlug uns nieder. gest dich zu Gott hinauf, 3u Deine Rechte hebt uns wieder. allen seinen Freuden. 5. Vater, deines Trostes Quelle 5. O Trost, o hoher Trost Trocknet auch am Grabe nicht. für mich! Mein banges Herz, Selbst des Todes Nacht wird erheitre dich, Und stille deine helle Durch des Glaubens mil- Klagen! Die Seele die hier heilig des Licht. Alles, was wir hier war, Vereint sich mit der Engel beweinen, Wird einst freuden- Schaar; Wie könnt ich heidnisch reich erscheinen. zagen? 6. Wandeln nicht in hohen 6. Nein, Seele, keinen AugenFreuden Deine Lieben dort am blick Wünsch' ich dich in den Thron? Sollten wir sie nicht be: Staub zurück: Ich gönne dir neiden Um den früh errungnen dein Leben. Du warst ja meiner Lohn? Herr, du wirst im bessern Liebewerth, Und Gott, dein Gott, Leben Die Verlornen wiedergeben. hat dich verklärt. Mein Dank soll ihn erheben. M. Kommt her zu mir. 7. 3war hört, wenn einst mein 603. Ach, fern bist du, ach, Auge bricht, Mein Ohr von dir fern von mir! Du o Theure nicht Gebet und Trost bist nicht mehr auf Erden hier, und Segen; Doch, wenn durch Oliebe, treue Seele! Dich sucht Gottes Kraft mein Geist Sich umsonst mein trüber Blick; Du im Triumph dem Staub entkehrest nicht zu mir zurück, Was reißt; So eilst du mir entgegen. auch mit dir mir fehle. 8. Dann steht mein Geist vor 2. Ach, deiner Freundschaft Gott mit dir; Dann reden und Trost ist hin, Dein Beistand, dann singen wir Von weggewenn ich hülflos bin, Dein Mit weinten Leiden, Und von der leid wenn ich leide! Auf meinem Eugend hohem Lohn, Sind voll Gang ins Vaterland Gebricht von Dank, und schmecken schon mir deine treue Hand, Dein Blick Des Himmels reinste Freuden. voll Ernst und Freude. 9. Gedanke der Unsterblichkeit! 3. Doch sey mein Schmerz Erheitre jede Dunkelheit! Gieb auch noch so groß; Du ruhest nun Muth mir, wenn ich wanke! in Gottes Schooß; Ich will vor Veredle jede Leidenschaft! Erfülle ihm mich beugen. Du lebst, ge- mich mit Heldenkraft, Du götts liebte Seele, noch, Erlöst von licher Gedanke! deines Leibes Joch; Geduldig will ich schweigen. M. Alle Menschen müssen. 4. Den Leichnam nur um- 604. Wer mit Luft und schließt das Grab, Und ihm nahm Eifer strebte, NützGott die Schmerzen ab, und jede lich seiner Welt zu seyn, Wer Last der Leiden. Du selbst voll nicht bloß für sich nur lebte, Menschen 382 Sterbe- und Begräbnißlieder. Menschen suchte zu erfreu'n, Deß gegrüßt! Du Ort, wo jede Klage Gedächtniß bleibt und dauert, Verstummt, wo mancher Ruhe Und die Schaar der Edlen trauert, fand, Der sie auf Erden nie ge Wo sein Grab ist, weinet man; fannt. Doch er steiget himmelan. 2. 3war flossen hier der Thrä2. Unvergeßlich sey sein Name! nen viel, Wenn von des FreunNur die Sünder treffe Schmach! des Herzen Den treusten Freund Jeder folg' ihm, jeder ahme Sei- der Tod hinriß, Mit tiefgefühls ner Tugend Thaten nach! Sanft ten Schmerzen Hab' ich auch und heiter strahl' er immer, Wie selbst, ach! manchem Freund Die der Abendröthe Schimmer Sanft Abschiedsthräne schon geweint. und lieblich Gottes Welt, Eh' 3. Doch unser Freund ist ja es Nacht wird, noch erhellt. 3. Denn so kehren seine Tha- der Tod; Er schaffet Ruh' den Müden, Nimmt Leidenden die ten Segnend in die Welt zurück, Bürden ab, Und führt zum Bleiben immer reiche Saaten, Für die Nachwelt Heil und Glück, ew'gen Frieden. Die nach eins ander von uns geh'n, Die Gott, der Richter aller Welten, werden wir dort wiederseh'n. Wird sie öffentlich vergelten. Jede bringt er einst ans Licht; 4. Drum kann mein Blick Bloß der Fehler denkt er nicht vom Leichenfeld Zum Himmel 4. Darum schaue diese feiner, sich erheben; Und winkt auch Um sie zu enthüllen, an. Denn, mir das kühle Grab, Werd' ich wo lebt auf Erden einer, Der nicht ängstlich beben. Mir pflückt nicht irre geben kann? Der nicht Gott in der Ewigkeit Die Blume wünscht mit heißem Triebe, Daß der Unsterblichkeit. 5. Was ihr einst war't, das man seiner schon' in Liebe? Wer sich nur des Guten freut, Hüllt bin ich jetzt, Ein Pilger hier auf fie in Vergessenheit. Erden; Was ihr, entschlafne 5. So gedenkt der edeln Brü- Brüder, seyd, Werd ich vielleicht Nun dann der, Wenn sie nun im Frieden bald werten. ruhn! Denn so wird man euch durchs Todesthal eilst du, Mein einst wieder, Wenn ihr ihnen Geist dem Vaterlande zu! folget, thun. 6. Doch dem nur wird der Fortzupflanzen eure Namen, Eure Tugend nach- Uebergang 3u jenem Vaterlande zuahmen, Euer Beispiel zu er. Der Weg zum Heil, der edel neu'n, Wird sich eure Nachwelt hier Zerriß des Lasters Bande, Der hier in dieser Prüfungszeit freu'n! Sein Herz der Tugend treu geweiht. M. Mir nach, spricht Christus. 7. Auf Gräbern der Entschlaf605. ftiller Ort, hier lies gen sie, Die ihre nen sey, Der Christenbund auf's Pilgertage Vollendeten; sey mir neue Versiegelt! fest gelob ich hier, Sterbe- und Begräbnißlieder. 383 hier, Dir, Jesu, ew'ge Treue! land ist mein Leden. Dieses weiß Sa heilig sey mir jede Pflicht, ich, sollt ich nicht Darum mich Bis einst mein Auge sterbend zufrieden geben, Was die lange bricht! Todesnacht mir auch für Gedanken macht? In bekannter Melodie. 606. Begrabt den Leib in 2. Jesus, er mein Heiland lebt! feine Gruft, Bis ihn Ich werd auch das Leben schauen des Richters Stimme ruft! Wir Seyn, wo mein Erlöser lebt; fäen ihn, einst blüht er auf, Und Warum sollte mir denn grauen? fleigt verklärt zu Gott hinauf. Läsfet auch ein Haupt sein Glied, 2. Aus Staube schuf ihn einst Welches es nicht nach sich zieht? der Herr. Er war schon Staub, 3. Ich bin durch der Hoffnung und wirds nur mehr. Er liegt, Band Zu genau mit ihm verer schläft, verwest, erwacht Der- bunden; Meine starke Glaubenseinst aus dieser Todes- Nacht. hand. Hält ihn in den letzten 3. Des Frommen Seele lebt Stunden, Daß mich auch kein bei Gott, Der sie aus aller ihrer Todesbann Ewig von ihm trenNoth, Von aller ihrer Missethat nen kann. Durch seinen Sohn erlöſet hat. 4. Ich bin Fleisch, und muß 4. Hier hat ihn Trübsal zwar daher Auch einmal zu Erde wergedrückt; Doch nun wird er bei den. Das erkenn' ich, doch wird Gott erquickt. Er wallte hier er Mich erwecken aus der Erden, im finstern Thal; Nun ist er Daß ich in der Herrlichkeit Um frei von Schmerz und Qual. ihn seyn mög' allezeit. 5. Blieb er nur treu bis an 5. Dann wird mich, statt dies sein Grab, So wischt Gott seine ser Haut, Ein verklärter Leib Thränen ab. Was sind die Lei- umgeben, Für die neue Welt den dieser Zeit, Gott, gegen deine gebaut, Und geschickt zum bessern Herrlichkeit! Leben; Und in diesem Leib' werd' ich Sesum sehen ewiglich. 6. Du Todter Gottes, schlummr' in Ruh! Wir gehn nach unfern Hütten zu, Und eicht Werd' ich meinen Heiland 6. In weit höherm, hellerm machen zu der Ewigkeit Durch kennen. Ich, ich selbst, ein Fremfrommes Leben uns bereit. 7. Uch Jesu Christ, dein bitt brennen, Wenn die Schwachheit der nicht, Werd" in seiner Liebe ter Tod Stärk uns in unfrer um und an Wird von mir seyn legten Noth! Laß unsre ganze abgethan. Seele dein, Und selig unser ide seyn! In bekannter Melodie. 7. Was hier kränkelt, seufzt und fleht, Wird dort frei und herrlich gehen. Irdisch wird der Leib wird er 07.* Jefus, und mein Hei- auferstehen. Hier finkt er natürsicht, lich 384 Sterbe- und Begräbnißlieder. lich ein; Nachmals wird er gei-[ du, der Herr allein Macht dich von Sünden rein, Und du sün stig seyn. 8. Send getroft und hoch er- digst Nun bald nicht mehr; Des freut! Jefus fennt euch, seine Himmels Heer Vor Gott nimmt Glieder. Gebt nicht Statt der brüderlich dich auf. Traurigkeit! Sterbt ihr; Christus ruft euch wieder, Wenn einst seine Stimm' erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 3. Nimm noch einen Troft und Segen! Du eilest zwar der Gruft entgegen. Doch zittre deine Seele nicht! Irdisch werden wir dich, 9. Lacht der finstern Erdenkluft, säen, Doch himmlisch wirst du Lacht des Todes und der Höllen! auferstehen, und schauen deines Denn ihr sollt euch aus der Gruft Gottes Licht. Geh ein zu deiner Eurem Heiland zugesellen. Dann Ruh! Du eilst dem Vater zu. liegt Schwachheit und Verdruß Auferstehen Nach kurzer Ruh, Du Todter du, Wirst du zum Ewig unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist er- Leben auferstehen! hebt Von den Lüsten dieser Erden, Und euch dem schon jetzt ergebt, In eigener Melodie. Dem ihr beigefügt wollt werden. 609. Auferſteh'n, ja aufer Schickt das Herz stets dahinein, Wo ihr ewig wünscht zu seyn! wirst du, M. Wachet auf, ruft uns die. Staub nach kurzer Ruh; Unsterbe lichs Leben Wird, der dich schuf, dir geben! Frohlocke Gott! 608. Sen gesegnet! Amen! 2. Wieder aufzublühn werd' Amen! Entschlaf' in ich gesä't. Der Herr der Erndte jenem großen Namen, Vor dem geht Und sammelt Garben, Uns sich Erd' und Himmel beugt! ein, uns ein, die starben. Gelobt Deine Laufbahn hat ein Ende; sey Gott! Dein Vater nimmt in seine Spände 3. Tag des Danks, der FreuDie Seele, die der Erd entfleucht. denthränen Tag, Du meines O hör', erlöster Geist, Der bald Gottes Tag! Wenn ich im Grabe am Thron ihn preist: Jesus Chri- Genug geschlummert habe, Er aus Hat dich versöhnt! Von ihm weckst du mich. gekrönt Empfängst du nun der Erben Lohn. 4. Wie den Träumenden wirds dann mir seyn. Mit Jefu geh' ich 2. Welcher Glanz wird dich ein Zu seinen Freuden. Der műumfangen, Ist dir der Tag nun den Pilger Leiden Sind dann aufgegangen Des Lebens, nach nicht mehr. des Todes Nacht! Gott sey mit 5. Ach, ins Allerheiligste führt dir! Amen! Amen! Entschlaf in mich Mein Mittler, dann leb' ich Jesu Christi Namen! Sein Werk Im Heiligthume Zu seines Nas ist auch für dich vollbracht. Nicht mens Ruhme. Gelobt sey Gott! Vom Vom jüngsten Gericht. 385 im Gericht; Du hast die Schuld M. Es ist das Heil uns. * 3 610. trifft gewiß einst bezahlet. ein die Zeit, Da 6. Vor Gottes Thron mein Gottes Sohn wird kommen In Beistand sey, Wenn du nun wirst seiner großen Herrlichkeit, Zu erscheinen; Und lies mich aus dem richten Bösund Frommen. Dann Buche frei, Worin nur stehn die wird das Lachen werden theu'r Deinen. Laß mich mit ihnen ſelig Wenn alles wird vergehn im seyn, Mit dir geh'n in den HimFeu'r, Wie Petrus davon schreibet. mel ein, Den du uns hast er2. Posaunen wird man hören worben. geh'n Un aller Welten Ende; 7. Herr Jesu Christ, uns wird Die Todten werden aufersteh'n es lang Mit deinem jüngsten Durch Gottes Macht behende. Tage. Den Menschen wird auf Die aber auf der Lebensbahn Erden bang' Bei ihrer vielen Noch wallen, wird der Herr Plage. Komm, Richter, deine fortan Verwandeln und erneuen. Macht ist groß, Und mach uns 3. Das Urtheil wird uns spre- bald aus Gnaden los Von allem chen bald Das Buch, worin geUebel. Umen. schrieben, Was alle Menschen, M. Es ist gewißlich an der Zeit. jung und alt, Auf dieser Welt getrieben. Da wird erstaunend 611. Schon ist der Tag von Gott bestimmt, Da, Jedermann Nun hören, was er hat gethan In seinem ganzen wer auf Erden wandelt, Sein Loos aus Gottes Händen nimmt, Leben. 4. O weh dem Menschen, wel- Nachdem er hier gehandelt. Er cher hat Des Herren Wort verach- kommt, er kommt, des Menschen tet, Und hier auf Erden früh und Sohn, Er kommt, und Wolken ipat Nach Lust, Geld, Ehr' ge- find sein Thron, Er kommt, die trachtet! Fürwahr, er wird sehr Welt zu richten. schlecht besteh'n, Mit Satans Rotten müssen geh'n Von Christo in die Hölle. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, Hier steh'n die Millionen, Die seit dem ersten Tag der 5. O Jesu, hilf in dieser Zeit, Beit Auf dieser Erde wohnen, Nur Hilf mir durch deine Wunden, dem Allwissenden bekannt, UnDaß in dem Buch der Seligkeit zählbar, wie am Meer der Sand; Mein Name werd' gefunden! Hier steh'n sie vor dem Richter. Daran ich denn auch zweifle 3. Hier muß der falsche Wahn nicht, Der Feind muß weichen der Welt Der Wahrheit unterBb liegen 386 Vom jüngsten Gericht. liegen. Hier, wo das Recht die hier nicht seine Stimme hört, Und Wage hält, Wird keine Bosheit ihn nicht mit Gehorsam ehrt, fiegen. Hier hat der Sünder nicht Wird nicht vor ihm bestehen. mehr Frist; Hier gilt nicht mehr 2. Herr, laß mich deiner Majes Betrug und List, Hier gilt kein stät Mit wahrer Freude dienen! falscher Zeuge. Wie herrlich dich dein Gott erhöht, 4. Ja, Herr, mit hoher Maje- Ist zwar noch nicht erschienen; stät Wirst du das Urtheil fällen. Doch was uns hier verborgen Was wird dann dem, der dich war, Macht jener Tag uns offen verschmäht, Den dunklen Pfad bar, Un welchem du erscheineft. erhellen? Dann nagt ihn des 3. Da werden, Herr, auf dein Gewissens Pein, Und Niemand Geheiß Die Todten wieder leben; kann sein Retter seyn; Er muß Dein Feind mit Furcht, dein sich selbst verdammen. Freund mit Preis Sich aus dem 5. Wie glänzend aber wird Grab' erheben. Wann alle Engel alsdann Der Frommen Werth vor dir stehn, Da wird auch je erscheinen! Du, Herr, nimmst des Auge seh'n, Wie hoch dich fie mit Ehren an, Und nennest Gott erhoben. fie die Deinen. Nun seh'n sie 4. Und wenn du dann die Dei mit erstauntem Blick Des Glau- nen nun Mit Preis und Ehre bens und der Liebe Glück, Und ziereft, Sie, ewig ihnen wohlzus jauchzen deiner Gnade. thun, In deinen Himmel führest. 6. Sie gehen in das sel'ge Wie herrlich wirds dann offenbar, Reich, Das Gott für sie bereitet, Daß es in deinen Händen war, Und sehen ewig, Engeln gleich, Die Deinen zu beglücken! Ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das 5. Daß ich dies Glück erlangen Stückwerk wird Vollkommenheit; mag, Laß doch in diesem Leben, Rein Kummer, keine Traurigkeit D Heiland, deinen großen Tag Stört nun die reinste Freude. Mir stets vor Augen schweben! Er 7. Mein Heiland laß mich dein reize mich, dir treu zu seyn, Mich Gericht Mit stetem Ernst beden- deinem Dienste gern zu weihn, fen! Es stärke meine Zuversicht, Und so mein Heil zu hoffen! So oft mich Leiden kränken; Es reize mich, gewissenhaft Und einIn eigener Melodie. gedenk der Rechenschaft Nach dei- 613.* Machet auf! ruft uns nem Wort zu handeln! M. Sey Lob und Ehr' dem. die Heiligthum, der Wächter Stim me: Wach auf, wach auf, Seru 612. Er kommt, er kommt falem! Mitternacht heißt ihre zum Weltgericht, Der Stunde; Wie Donner tönt's aus Heiland, den wir ehren. O wei- ihrem Munde: Wach auf, wach gert euch, Erlöste, nicht, Jeßt auf, Jerusalem! Des Todes stille auf sein Wort zu hören! Wer Nacht Ift nun nicht mehr; et wacht! Vom jüngsten Gericht. 387 wacht! Gelobt sey Gott! Macht ist es nicht mehr Zeit, Daß ich euch bereit Zur Ewigkeit! Sein Gnad erflehe. Wann der Tod Tag, sein großer Tag ist da. Mir schon droht, kann ich deinen 2. Zion hört mit seinen Söh- Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. nen Und Töchtern die Posaune 4. Mein Gewissen strafe mich tönen; 3um neuen Leben steh'n Gleich für jede Sünde, Daß ich fie auf. Ihr Versöhner kommt Mittler, bald durch dich Gnade voll Klarheit. Durch Gnade mäch- such' und finde! Rufe du Dann tig, stark durch Wahrheit; Shr mir zu: Alles ist vergeben! Beßre Licht wird hell, ihr Stern geht nur bein Leben! auf. Sie stehn vor deinem Thron, Und leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Vollender dir, Dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 5. Dann werd ich auch im Gericht, Herr vor dir bestehen, Und vor deinem Ungesicht Freud' und Wonne sehen. Ewig dein Werd ich seyn, Und mich, dich 3. Ew'ges Lob sey dir gesun- zu lieben Ewig, ewig üben. gen! Wir sind zum Leben durchM. Zion klagt mit Angst und. gedrungen; Wir haben deinen 615. Komm, Herr Jeſu, * großen Lohn. Heil uns aus der laß mich sehen Ende Gottheit Fülle! Wir schauen sie lich deinen Freudentag, Komm, nun ohne Hülle. Seil uns! und laß es doch geschehen, Daß Die Lieb' ist Gottes Sohn. Kein sich endet alle Plag'! Sieh doch Auge sahe fie, Dem Ohr erscholl deine Glieder an, Die dir, Herr, fie nie, Diese Wonne. Von sind zugethan. Heiland, sieh die Ewigkeit zu Ewigkeit Sey Dank Ungst der Armen, Laß dich ihre und Preis und Ehre dir! Noth erbarmen! M. Mache dich, mein Geist. 2. Gieb Geduld in allen Leis den; Tröfte das betrübte Herz.. 614. Herr, ich bin dein Ei- Laß kein Leid von dir mich scheigenthum; Dein ist den; Lindre freundlich meinen auch mein Leben. Mir zum Heil Schmerz. Denk an deine Gütige und dir zum Ruhm Hast du keit, Sey zu helfen mir bereit. mir's gegeben. Väterlich Führst Deinem Kinde, das oft zaget, du mich Auf der Prüfung We- Wenn es viele Trübsal plaget. gen Meinem Ziel entgegen. 3. Komm, Herr Jesu, laß mich 2. Lehre mich gewissenhaft sehen Den erwünschten FreudenMeine Tage zählen, Eingedenk tag! Laß dir's doch zu Herzen der Rechenschaft Nur, was gut gehen; Höre meine Jammerklag'! ist, wählen. Gieb, daß ich Ernst- Du siehst ja, was mich betrübt, lich mich Zäglich und auch heute Wenn ich werd' im Kreuz geübt. 3um Gericht bereite. Komm doch, hilf aus allen Leis 3. Zeigt sich erst die Ewigkeit den; Nimm mich auf zu deinen Furchtbar in der Nähe, D dann Freuden! Bb 2 616. Bald Vom jüngsten Gericht. 388 M. Kommt her zu mir, spricht. Sind alle noch verwandt mit mir 616. Bald sinkt der Leib ins Und singen stets, Erlöser, dir Uus fühle Grab, Der Einem Munde Lieder! Staub zu allem Staub hinab, 8. Der Seligkeiten, Gott wie Nicht sterblich mehr zu leben. Mit viel! O Freuden ohne Maaß und freiem Flug und frohem Blick Biel! Hoch über alles Sehnen! Kehrt der entbundne Geist zurück O Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie nichts Zu dem, der ihn gegeben. 2. O wohl ihm, war er fromm sind alle Thränen! 9. Sen stark, sey freudenvoll, und gut, Wenn, da er von der Urbeit ruht, Nun Thaten ihn be- mein Geist! Gott lebt, Gott hält, gleiten, Wenn er, vereint mit Jesu was er verheißt. Er ist der Gott Christ, Unsträflich, rein und fähig der Frommen; Kein Heil ist je ist Zum Glück der Ewigkeiten! für dich zu groß. Ist doch zu dir 3. hohes Glück, vor Gott aus Gottes Schooß Sein eigner zu stehen! Freude, Jesus, dich Sohn gekommen. zu sehen, und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem M. Herzlich lieb hab ich dich. Licht Von Angeſicht zu Ungesicht, 617. Mein Heiland, wenn aller 4. Wie wird mir dann zu Muthe Fm Glauben auf die Herrlichkeit seyn, Wenn alle Todten, groß Des ewgen Erbtheils blicket, Das und klein, O Richter, vor dir du für mich bereitet haft, Wie stehen? Wenn du mich dann bei'm leicht dünkt mir dann jede Laft, Namen nennst, Und vor den En Die mich hienieden drücket! Dann geln mich bekennst, Die dich mit wird der Eitelkeiten Tand In sei mir erhöhen? nem Unwerth mir bekannt; Der 5. Ich, ich, der jetzt noch Thrä- Erde Pracht ist mir wie nichts nen weint, Ich werde, wenn dein Beim Unblick jenes ew'gen Lichts. Glanz erscheint, Dann leuchten, Herr Jesu Christ, Mein Herr und wie die Sonne. Ich Sündiger Gott, mein Herr und Gott! Dies von Sünden rein, Ich Sterbli- Heil verdank ich deinem Tod. cher unsterblich seyn, Und Gottes Bild und Wonne. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist Des Körpers Banden 6. Befreit und ewig fern von sich entreißt; Dann stärk' ihn aus Qual, Getränkt mit Freuden ohne der Höhe, Daß mir nicht schred Zahl, Gott immer, immer näher, lich sey das Grab, Daß ich ins Steigt dann mit jedem Augen- Todesthal hinab Getroft und freu blick Der Seele namenloses Glück dig gehe, Die Klarheit jener bes Noch unaussprechlich höher. fern Welt Schafft, wenn mich 7. Und aller höhern Geister Dunkelheit befällt, In meinem Schaar, Und wer auf Erden hei- finstern Herzen Licht, und Heiz lig war, Sind alle meine Brüder, terkeit im Angesicht. Dann, Jeſu Chrift, Vom jüngsten Gericht. 389 Christ, mein Herr und Gott, mein m. O Gott, eu frommer Gott. Herr und Gott! Dann wird ein Schlummer mir der Tod. 618.* bu will Gott ernstlich Phu Rechnung! Dieſe 3. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh Mein thränenvolles Au- von dir haben. Thu Rechnung, ge zu, Und schlummert in dem ſpricht der Herr, Bon allen deiStaube. Doch der, der mich zum nen Gaben! Thu Rechnung, Staube ruft, Ist auch ein Herr fürchte Gott! Bald mußt du plößder stillen Gruft; Ich weiß, an lich fort. Thu Rechnung! denke wen ich glaube. Er lebt, und ich stets Un dieses ernste Wort! werd' auch durch ihn Der Gra- 2. Sprich: Großer Gott, wer besnacht gewiß entfliehn; Mein kann Vor deinem Thron bestehen, Geist und mein verklärt Gebein Wenn du mit deinem Knecht In Wird sich des Herrn, des Mittlers dein Gericht willst gehen? Es ist freun. Herr Jesu Christ, mein in weiter Welt zu finden nicht ein Herr und Gott, mein Herr und Mann, Der dir auf tausend nur Gott! Du schaffst das Leben aus Ein Wort antworten kann. dem Tod. 3. Laß Gnade geh'n für 4. Du bleibest meine Zuversicht, Recht! Ach, laß mich Gnade Mein Trost, wenn du zum Welt- finden! Mach mich aus Gnagericht Mit Majestät wirst kom- den los Von allen meinen Sün= men. Vor deinem Thron werd' ich den! Laß deines Sohnes Huld dann steh'n, Dich, Richter, aller Auch mein Herz machen rein; Völker, seh'n, Dich seh'n mit al- Laß alle meine Schuld Getilgt, len Frommen! Auch mir schenkst vergessen seyn? du dann jenes Heil, Der Auser- 4. Laß mich in dieser Welt wählten sel'ges Theil: Ich soll,- Nur dir zu Ehren leben, Und dein Mund schwur mir es zu,- thun, was dir gefällt, Dir allIch soll verherrlicht seyn, wie du. zeit seyn ergeben! Dein Geist Herr Jesu Christ, mein Herr und regiere mich; So werd' ich wohl Gott, mein Herr und Gott! Stärk' besteh'n In meiner Rechenschaft, diesen Glauben einst im Tod'! Und Himmelsfreuden seh'n. - Von der Ewigkeit. M. Jerusalem, du meines Kön. 619.11nsterblichkeit! Gedanke, strahlst, mehr als die Sonne, Mir Licht und Wärme zu. Mein Glück der den Geist Des und meine Wonne, Mein schönSterblichen belebt, In Trübsal ster Ruhm bist du. ihn dem finstern Gram entreißt, 2. Ich daure fort, auch wenn Und zu den Sternen hebt, Du der Leib zerfällt; Senst wäre Leben 390 Bon der Ewigkeit. Leben Qual. Mein Geist gelangt gen. Hoch tönet noch am Grab zu einer bessern Welt, Zu Freu- das Jubellied Der bald Vollen. den ohne Zahl. Es stammt vom deten. Ich weiß, an wen ich Herrn des Lebens, Dies süße glaube, Weiß, was mir Gott ver Vorgefühl. Er gab mir's nicht heißt; Erhaben überm Staube, vergebens; Ich seh mein höhers Unsterblich ist mein Geist. Ziel. 3. Vernichtet wird im Reiche M. Warum sollt ich mich denn. der Natur Auch nicht der kleinste 620. Warum ſollt auch ich Staub. Hältst o nicht erben? Menschen Seele nur Für der Ver- nur dir, Nicht auch mir Rettung nichtung Raub? Der uns das vom Verderben? Dir nur, der mit Seyn gegeben, Erhält, was er Freud' und Muthe Nimmt sein uns gab, Schafft aus Verwesung Theil Von dem Heil, Von des Leben Lockt Keime aus dem Grab. Bundes Blute? 4. Ich daure fort! Es strebt in 2. Nicht auch mir, der oft mit mir ein Drang Zur Thätigkeit Beben Klomm hinan Auf der schon früh. Und wenn ich gleich Bahn Zu dem ew'gen Leben? mit allen Kräften rang, Kam Den oft dunkle Nächte deckten, ich zum Ziel doch nie. Wozu Wenns ihm schien, Als ob ihn der Muth, dies Streben, Der Schrecken Gottes schreckten. Geist voll hoher Kraft? Für 3. Mag mein Herz doch zitternd diese Spanne Leben?-Wie wanken; Jesus hat Undern Nath, klein! wie räthselhaft! Andere Gedanken. In des Gnä: 5. Hier strebt mein Geist nach digen Gerichte Hab' ich Theil Wahrheit und nach Licht; Doch Un dem Heil, An dem Erb im Wahn und Irrthum hemmt Des Lichte. Forschers Lauf; er findets hier 4. Mannigfalt sind seine Pfanoch nicht; Unzähl'ges bleibt ihm de; Groß die Zahl Für die Wahl, fremd. Ach, dieser Durst nach Wenn er führt zur Gnade. Alle Wahrheit Wird einst gewiß ge- Stufen aller Freuden Sind sein stillt, Dort, wo in größter Klarheit Ziel, Und wie viel Fehlten ohne Der Quell der Weisheit quillt. Leiden! 6. Wie weint hier oft der wahre Tugendfreund, Verkannt, verM. Wer nur den lieben Gott. folgt, geschmäht; Indeß im Glück 621.Nach einer Prüfung kur der freche Tugendfeind Sein fre= zer Tage Erwartet velnd Haupt erhöht. Dort über uns die Ewigkeit. Dort, dort ver Sternen thronet Er, der Gericht wandelt sich die Klage In gött einst hält, Die Tugend wird liche Zufriedenheit. Hier übt die belohnet In einer bessern Welt. Tugend ihren Fleiß; Und jene 7. Deß bin ich froh! Die ganze Welt reicht ihr den Preis. Seele glüht Voll hoher Ahnun2. Wahr ists, der Fromme schmeckt Von der Ewigkeit. 391 schmeckt auf Erden Schon man- dringen, Wo Gott sich ganz mir chen fel'gen Augenblick; Doch alle offenbart, Ein Heilig, Heilig, Freuden, die ihm werden, Sind Heilig! singen Dem Lamme, das ihm ein unvollkommnes Glück. erwürget ward; Und Cherubim Er bleibt ein Mensch, und seine und Seraphim Und alle Himmel Ruh Nimmt in der Seele ab jauchzen ihm. und zu. 9. Da werd' ich in der Engel 3. Bald stören ihn des Körpers Schaaren Mich ihnen gleich und Schmerzen, Bald das Geräusch selig seh'n, Das nie gestörte Glück in dieser Welt; Bald kämpft in erfahren, Mit Frommen stets seinem eignen Herzen Ein Feind, fromm umzugeh'n; Da wird der öfter siegt als fällt; Bald durch jeden Augenblick Ihr Heil sinkt er durch des Nächsten Schuld mein Heil, ihr Glück mein Glück. In Kummer und in Ungeduld. 10. Da werd' ich dem den Dank 4. Hier, wo so oft die Tugend bezahlen, Der Gottes Weg mich leidet, Und oft das Laster glücklich gehen hieß, Und ihn zu taus ist, Wo man den Glücklichen be send, tausendmalen Noch segnen, neidet, Und des Bekümmerten das er mir ihn wies; Da find' vergißt; Hier kann der Mensch ich in des Höchsten Hand Den nie frei don Pein, Nie frei von Freund, den ich auf Erden fand. eigner Schwachheit sein. 11. Da ruft- o möchte Gott 5. Hier such' ich's nur, dort es geben! Vielleicht auch mir werd' ich's finden, Dort werd' ich ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn heilig und verklärt Der Tugend du hast mein Leben, Die Seele ganzen Werth empfinden, Den mir gerettet, du! Gott, wie unaussprechlich großen Werth; muß dies Glück erfreun, Der Den Gott der Liebe werd' ich seh'n, Retter einer Seele seyn! Ihn lieben, ewig ihn erhöh'n. 12. Was send ihr, Leiden die6. Da wird der Vorsicht heil' ser Erden, Doch gegen jene Herrs ger Wille Mein Will' und meine lichkeit, Die offenbart an uns soll Wohlfahrt seyn, Und lieblich We werden Von Ewigkeit zu Ewigsen, Heil die Fülle Um Throne keit? Wie nichts, wie gar nichts Gottes mich erfreu'n; Da läßt gegen sie Ist doch ein Augenblick Gewinn stets auf Gewinn Mich voll Müh! fühlen, daß ich ewig bin. M. Wer nur den lieben Gott. 3 7. Da werd' ich das im Licht 622. Es ist noch eine Ruh' erkennen, Was ich auf Erden Für jeden bunkel sah, Das wunderbar und Gott ergebnen Geist, Wenn er heilig nennen, Was unerforschlich sich dieses Körpers Banden Nach hier geschah; Da denkt mein Geist Gottes Willen einst entreißt, Und mit Preis und Dank Die Schi- nun nicht mehr so eingeschränkt, dung im Zusammenhang. Als hier auf Erden, lebt und 8. Da werd' ich zu dem Throneldenkt. 2. Zu 392 Von der Ewigkeit. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich 8. Gieb, daß in Hoffnung jener kommen, Und, Gott, wie selig bin Ruhe, Die einst der Lohn der ich dann! In deinem Himmel auf- Frommen ist, Ich gern des Vagenommen, Fang ich das beßre ters Willen thue Wie du darin Leben an, Wo nach der Last, die mein Vorbild bist; So folgt auf hier mich drückt, Der Freuden meine Uebungszeit Gewiß voll: Fülle mich erquickt. tommne Seligkeit. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, So tröstet deine GütigIn eigener Melodie. keit Mich mit der Wonne der Er- 623. Gott hats gegeben und lösten, Mit völliger Zufriedenheit; genommen, Der ge: Und dann wird mir recht offen: ben und auch nehmen kann, Des bar, Wie gut hier deine Füh- Bösen Dulder, er, des Frommen Beseliger; ich bete an. Ist sein rung war. 4. Da schweigen alle meine nicht alles, was ich habe? Wer Klagen, Da bringt mein frommer hat auf Alles Recht wie er? Wer Lobgesang Dir selbst für dieses sagt: Verschling! dem offnen Lebens Plagen Mit nie gefühlter Grabe? Gebier! der bangen MutRührung Dank. Froh jauchz' ich ter- wer? Die Ehrfurcht schweigt, dann: fie sind vollbracht; Der die Liebe glaubt: Gott liebt, wenn Herr hat alles wohl gemacht! er das Beste raubt. 5. Auch ewig trifft mich dann 2. Wie kann er rauben? Wies kein Leiden, Kein Schmerz und dernehmen, Was sein ist, kann er. keine Schwachheit mehr; Ich denk Ist dies Raub? Den Lauf der und fühle nichts als Freuden, Thränen will ich hemmen; Er Gekrönt von dir mit Preis und ist Allherrscher, ich bin Staub. Ehr'; Mein Glück wird fest, und Die Wahrheit will ich schweigend volles Heil Wird dann in Ewig- hören; Sie ruft so mütterlich keit mein Theil. mir zu: Horch, wer erschuf, der 6. Gott, laß mich dies zu Her kann zerstören, Er ist die All zen fassen, Daß du den, der dich macht, Ohnmacht du! Er Weis redlich liebt, Nicht stets willst in heit! Lerne willig gehn, Wie er der Unruh lassen, Die dieses Le dich führt; glaub', du wirst sehn. ben noch umgiebt. Das flöße 3. O trage stillen, festen Mu Muth und Kraft mir ein, Dir thes Die aufgelegte schwere Laft! auch im Leiden treu zu seyn! Der Allerbeste will nur Gutes. 7. Mein Heiland, der du selbst Denk nie, die Liebe zűrnt und auf Erden Der Leiden Joch getra- hast. Sie haßt die Schmerzen all' gen hast, Will ich des Lebens als Schmerzen, Und jede Pein, müde werden, Und fühl ich dieser die nicht erfreut; Auch, wenn Tage Last; So stärke mächtig sie fest verbundne Herzen Durch meinen Geist, Daß er dem Un- Krankheit, Tod und Grab zer muth sich entreißt. streut. Sie haßt nicht, zürnt nicht, Von der Ewigkeit. nicht, quält nicht, nein! Nur nimmer letzten Wiedersehns retten kann sie, nur erfreun. Ergreift ihn, hebt ihn über alle 4. Raubt wohl der Unschuld 3u bange Schmerzen hoch emFreuden eine Ein guter Vater por. Still schweigt er, betet an: seinem Kind'? Und sagt ihm la- ich falle Aufs Antlit; was ich chend: jammre! weine! Wenn hier verlor, Find ich geläutert, heiß vom Aug' die Zähr' ihm Christus, einst, Wenn du des rinnt? Wenn er ihm nimmt, Lichtes Licht erscheinst! muß er nicht nehmen? Nicht bes 8. Dann, dann, o rinnt der fers geben, als er nahm? Des Freude Thränen! Dann trennt Baternamens sonst sich schämen kein Tod, kein Grab uns mehr, Müßt er sich mit der bleichsten Und jedes frommen Herzens SehSchaam. Und er, der schuf das nen Befriedigt dann ein WonBaterherz, Er hätte Freud' am[ nemeer. Dann ist Verwesung Kinderschmerz? nicht Verwesung, Und Tod nicht 5. Nein, Schmerz ist Mittel Trennung mehr, das Grab Ges nur, und Freude Des besten Va- burtsort nur, Tod und Erlösung, ters 3weck und Ziel. Er gebe, Nur Huld, was Gott uns nahm nehme, binde, scheide; Nur Freud' und gab. O süßer Glaub', o und Freiheit ist sein Ziel. Und Hoffnung sey Mir lebend, leis nie kann er dies Ziel verfehlen, dend, sterbend treu! Der Kräfte Kraft wird niemals schwach. Dem Vater aller Men In eigener Melodie. schenſeelen Geh, Seele, du nur 624. Ewigkeit! du Dons kindlich nach! Sind Tiefen dort, nerwort, Das einst Gesträuche hier, Bald zeigt sich des Sünders Herz durchbohrt, hell're Aussicht dir. Ob ers gleich sonst verlachte, Und 6. So spricht die Wahrheit; die in dem Schlaf der Sicherheit Un Erfahrung Besiegelt jeden Tag Gott und an die Ewigkeit Wohl ihr Wort, Und Glaub' an Gottes niemals ernstlich dachte, Bis er Offenbarung Hilft weiter noch vielleicht zu spät erbebt Und klas den Bangen fort. Da, wo das get, daß er dort noch lebt. Aug' nur Gräber schauet, Das 2. Es ist kein Leiden in der Ohr nur Schaufeln klirren hört, Welt, Das uns in Fesseln ewig Da, wo dem bangen Herzen hält; Und dadurch wirds erträggrauet, Wenn Staub zum Stau- lich. Gott straft erschrecklich, be wiederkehrt; Da sieht, was wenn er will; Wo ist der Strafe teine Augen seh'n, Der Glaube Maaß und Ziel? Sie ist uns frohes Aufersteh'n. unaussprechlich; Denn wie der 7. Ein Strahl von jener Heiland selber spricht: Ihr Wurm neuen Sonne Des frohen Eags und Feu'r vergehen nicht. des Auferstehns Bestrahlt ihn- 3. Gott, du bleibst heilig und ach! ein Schaur der Wonne Des gerecht, Wenn du dereinst den bösen 393 394 Von der Ewigkeit. bösen Knecht Dort strafft mit dengut, Woran sein Herz hier schweren Schmerzen. Der Sinn, klebte? Wo bleibt die Lust, der dem Sündenlust gefällt, Quält Uebermuth, In welchen er bier dort ihn in der andern Welt; lebte? Gebeugt ist nun sein stol Drum laß uns nicht verscherzen zes Herz, Und jede Lust wird Die unschätzbare Gnadenzeit! nun in Schmerz, In Höllenangst Dort strafest du, wie du gedräut. verwandelt. 4. Wach auf, o Mensch, be 4. Nun flucht ihm, wer des finne dich! Dein ganzes Herz Lasters Bahn, Durch ihn ver bekehre sich zu Gott in diesem führt, erwählte. Nun klagen Leben! Wach auf! Es ist die ihn die Seelen an, Die er aus höchste Beit; Sie naht heran, Bosheit quälte, Und jeder die Ewigkeit, Dir deinen Lohn Schmerz, durch ihn vermehrt, zu geben. Vielleicht ist heut' Und jedes Glück, durch ihn geder letzte Tag; Wer weiß, wie stört, Tritt furchtbar ihm vor bald man sterben mag? Augen. 5. D Herr, der Ewigkeit Ge- 5. Des Richters ernste Stimme wicht, Das Urtheil in dem Welt- spricht: Weich' von mir, Uebel: gericht Lehr jeglichen bedenken! thäter! Entschuldigen kann er Hilf du uns unsern ganzen Sinn sich nicht; Sein Herz wird sein Zum wahren Vaterlande hin, Verräther. Von Gott und Him Zur Ewigkeit zu lenken! O segne mel weit verbannt, Fühlt er, uns mit Jesu Heil, Und sey du was er sonst nie empfand: Ge ewig unser Theil. recht sey diese Srafe. 6. Umsonst wünscht sein ges M. Es ist gewißlich an der Zeit. quältes Herz, Daß Gott ihm 625. Schwer wird des Sün- noch verzeihe. Ihn ängstigt nun ders Elend seyn, der tiefste Schmerz Und hoffnungs Unendlich schwer zu tragen; Ach! lose Reue. Er ruft umsonst den unter des Gewissens Pein, Wird Hügeln zu: Bedecket mich, und seine Seele zagen, Wann ihn, schafft mir Ruh Im Abgrund den nichts zur Buße weckt, Einst dieser Strafe! seines Richters Ruf erschreckt, 7. Gleich einer Donnerstimme. Sünder, fichre Sünder, eilt, Euch reuvoll zu bekehren! 2. Verscherzt ist dann die Gna- Laßt nicht, weil das Gericht vers denzeit, Verloren sind die Stun- weilt, Euch durch den Wahn be den, Die er der Sünde hat ge- thören; Es sey noch stets zur weiht; Sein Trost ist nun ver- Buße Zeit, Noch ferne sey die schwunden. Nun zeiget ihm die Ewigkeit, Und fern des Richters Ewigkeit, Daß nie der Herr ver- Stimme. gebens dräut, Nicht stets des Lasters schonet. 8. Sie kommt: ihr mögt, was Gott euch droht, Bezweifeln oder 3. Wo bleibt nun jedes Er glauben. Wie leicht kann euch ein Von der Ewigkeit. 395 ein schneller Tod Die Zeit zur Todten, die auf Christum sterBuße rauben? Jest will Gott ben! Sie gehen ein zur Herrlichnoch Erbarmer seyn, Will eure keit. Nach den letzten AugenSünden noch verzeihn; O suchet blicken Des Todesschlummers seine Gnade! folgt Entzücken, Folgt Wonne M. Herr, ich habe mißgehandelt. der Unsterblichkeit. In Frieden 626. Richtet nicht, wenn ruhen sie, Los von der Erde Sünder sterben; Müh'. Hosianna! Vor Gottes Ruft bei ihrem Tode nicht Ueber Thron! Zu dir, o Sohn, Bea fie herab Verderben Und des gleiten ihre Werke fie! Höchsten Strafgericht! Wer da 2. Dank, Unbetung, Preis steht,- vernehmt es Alle! und Ehre, Macht, Weisheit, Sehe zu, daß er nicht falle. ewig, ewig Ehre Sey dir, Vers 2. Wer darf richten? Wer söhner, Jesu Christ! Ihr, der verdammen? Wißt, es ist ein Ueberwinder Chöre, O betet an, Einiger, Welcher richten und ver- bringt Preis und Ehre Dem dammen, Und vergeben kann, Lamme, das geopfert ist! Er der Herr. Er, der Gott ist, sant, wie wir ins Grab, Wischt fann erretten, Kann im Tode unsre Thränen ab, Alle Thräs noch erretten. nen. Er hat's vollbracht! Nicht - 3. Uber heilig Dunkel decket, Tag, nicht Nacht Wird dort an Was Gott thun kann oder will. seinem Throne seyn. Durch der Sünder Tod erschrek 3. Nicht der Mond, nicht mehr tet, Stehe, wer noch irret, still, die Sonne Scheint uns alsdann; Kehr zurück zu seiner Gnade er ist uns Sonne, Der Sohn, Auf der Tugend heil'ge Pfade! die Herrlichkeit des Herrn. Heil, 4. Laßt nicht erst des Grabes nach dem wir weinend rangen, Schrecken- Und wie furchtbar Nun bist du, Heil, uns aufges find nicht die!- Euch zur Bes gangen, Nicht mehr im Dunkeln, ferung erwecken; Eilt, beschleu- nicht von fern! Nun weinen wir nigt heute fie! Die nur, welche nicht mehr; Der Tod ist nun heilig leben, Dürfen nicht im nicht mehr; Preiset Jesum! Er Tode beben. sank hinab, Wie wir, in's Grab. 5. Er ist nur für die ein Er ging zu Gott, wir folgten ihm. Schlummer, Die des Höchsten Willen thun, Um, befreit von In eigener Melodie. allem Kummer, Wann die Erndte 628 Gerusalem, du meines kommt, zu ruhn. Selig sind sie, Königs Stadt, Wie Gottes Erben, Die des Herrn sehn' ich mich nach dir! Mein find, eh' sie sterben! Geist, der schon des Himmels Vorschmack hat, Glüht auf, im- entreißt sich mir. Auf Flügeln Die heil'ger Wonne Verfolgt er höh'= res M. Wachet auf, ruft uns die. 627. Selig find des mels Erben, T 396 Von der Ewigkeit. res Glück, Läßt Erde, Meer und haben Theil Um höhern Schmuck, Sonne Tief unter sich zurück. gewannen Ein überschwänglich 2. O Freudentag, ich hoff Heil. 7. Ach Gott, mich reißt dein entzückungsvoll Auf dich, mein großes Ziel! Tag, da mein Geist Thron, dein Heiligthum Schon der Erd' entfliehen soll, Noch bist hier zum Jubel hin; Doch wird du Vorgefühl! Doch reizet mich er einst zu deines Namens Ruhm kein andrer, Du kommst und In Salem höher glühn. Gern führst zu Gott. So hofft und fiel ich in die Chöre Der Seli jauchzt der Wandrer Bei schö- gen mit ein, Die deiner Macht und Ehre Den Psalm der nem Abendroth. 3. Im Augenblick, wenn meine Wonne weihn. Seele fich Von ihrem Körper trennt, Schwingt sie sich auf, M. Jesu, meines Lebens Leben. und ſucht, o Höchſter, dich Hoch 629. wie unausſprechlich überm Firmament! ihren Werden neuen Wegen Kommt Freuden- im Himmel seyn! Ja, die Gü wiederhall Von Engeln ihr ent- ter sind unzählig, Die dann ewig uns erfreun. Keine Sorgen, kei gegen, Und folgt ihr überall. 4. Wie wird mir seyn, wenn ne Zähren Werden unser Glück meines Gottes Stadt Nun strah- dort stören. Gott, zu welcher lend vor mir liegt, Und sich mein Seligkeit Führst du uns durch Geist Jahrtausend' an der Stadt, diese Zeit! nicht mehr. 2. Neue Wunder deiner Güte Nein, ewig drin vergnügt! Das größte Glück der Erde Ist dann Werden unser Glück erhöh'n. mir freudenleer; Der größten Mit erstaunendem Gemüthe Wird Weltbeschwerde Gedenk ich dann dann unser Auge seh'n, Deine Huld sey überschwänglich, Und 5. Wie wird mir seyn, wenn das Erbe unvergänglich, Das ich den ew'gen Sohn, Und, die dem Frommen, der dich liebt, er heiligte, Rings um ihn her Deine Vaterhand dort giebt. und um den lichten Thron In 3. Da wird deiner Frommen großen Schaaren seh'! Und wenn Menge Ein Herz, Eine Seele denn auch die Meinen Mit Pal- feyn, Liebe, Dank und Lobge men in der Hand Sich nähern, sänge Dir, erhabner Gott, Wonne weinen, Daß ich auch weih'n, Dir und dem, der selbst überwand! sein Leben Willig für uns hin 6. Die einst den Rath von gegeben. Mit ihm, unserm be unsrer Seligkeit Der Welt ver- sten Freund, Sind wir ewig fündigten, Die werd ich ganz dann vereint. mit Klarheit überstreut, Ge- 4. Dwer sollte sich nicht seh schmückt mit Kronen, sehn. Die nen, Aufgelöst und da zu seyn unter Bluttyrannen Gott ehrten, Wo nach ausgeweinten Thräner Ewge Von der Ewigkeit. Ewge Güter uns erfreun? Wo sich unser Kampf in Palmen, Unser Klagelied in Pfalmen, 630.wonnevoller Glaube: Ich werde nie verUnsre Ungst in Freude kehrt, gehn! Der Leib nur wird zu Die forthin kein Kummer stört. Staube, Die Seele wird bestehn. 5. Was ist unser Loos auf nie will ich's vergessen; Der Erden? Ob's auch noch so köst- süßen Hoffnung voll, Will ich lich sey, Ist's doch nie ganz von es oft ermessen, Wie ich hier Beschwerden, Sorgen, Furcht wandeln soll. und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; Dort erst wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo die Seligkeit nur steigt. 397 M. Besich: du deine Wege. 2. Ich will mit Sorgfalt streSel'gen zu erheben, und mit ben, Mich zu der Heiligkeit Der Entschlossenheit Und Vorsicht alles meiden, Was meinen Geist ent6. Sen o Seele, hoch erfreuet Ueber dies erhabne Glück, Das ehrt, Und durch der Reue Leis dir einst dein Gott verleihet! den Des Herzens Ruhe stört. Richte deines Glaubens Blick 3. 3war unvermischte Freuden Oft nach jener Stadt der From- Sind hier nicht unser Loos; men, Ringe standhaft, hinzu- Doch ist in unsern Leiden Des kommen! Trachte, weil du hier Herrn Erbarmung groß. Wir noch bist, Stets nach dem, was dulden nicht vergebens, Und droben ist! seh'n von ferne schon Die Wonne 7. Ohne Heiligung wird kei- ienes Lebens, Der Ueberwinder ner, Herr, in deinen Himmel Lohn. geh'n. Mache denn mein Herz 4. Getrost, mein Geist, ermüde doch reiner, Daß auch ich dich In deinem Kampfe nicht! Denn möge seh'n Hilf, ach hilf du mei- süß ist Gottes Friede, Süß die ner Seele, Daß sie nie des erfüllte Pflicht. Ermuntre dich Wegs verfehle, Der mich sicher und streite; Des Sieges Lohn bahin bringt, Wo man ewig dir ist nah. Getrost! vielleicht ist lobfingt. Theute Des Kampfes Ende da. Anhang Anhang zu dem Bergischen Gesangbuch zum öffentlichen und besondern Gebrauch. der Evangelischen Gemeinen. 0-1 0-2 higpita Erste Abtheilung. Fest, Feier- und Sonntagslieder. Lob- und Dankgefange. Adventslieder. M. Allein Gott in der Höh. 631. Gott Lob! ein neues Leben. Kirchenjahr Macht 5. Hierzu erhalt uns, Herr, uns die große Treue Des ew'gen dein Wort, Sammt Tauf und Gottes offenbar; Und nun will Abendmahle, So wandern wir er auf's neue Den alten hochbe- mit Freuden fort In diesem finschwornen Bund, Den einzig stern Thale. Herr, segne dieſes festen Glaubensgrund Durch sei- Kirchenjahr! Laß Kirche, Schul', nen Geist uns lehren. fallen kann In seinem ganzen Tauf' und Altar Uns deine Wege zeigen. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr' und Ruhm Dem höchsten Herrn 6. Gieb deinen Hirten Kraft zu singen! Dein königliches Prie- und Geist Zu reiner Lehr und sterthum Muß Dank zum Opfer Leben, Dein Wort, das Gottes bringen. Gelobt sey Gott, Der Weide heißt, Der Heerde rein zu durch sein Wort Die Christen- geben. Laß alle Hörer Thäter heit und diesen Ort zu seinem seyn, Damit kein heuchlerischer Tempel weihet! Schein Des Glaubens Kraft 3. Wir sind nicht werth der verleugne. neuen Huld Des Gottes aller 7. So halten und vollenden Gnaden. Des alten Menschen wir Das Kirchenjahr auf Erden; alte Schuld, Die wir auf uns Dabei befehlen wir es dir, Wie geladen, Nimmt unsern eignen wir es enden werden. Hier bleibt Ruhm dahin; Denn sie bewies die Kirche noch im Streit, Kommt den alten Sinn Noch stets mit aber einst die Ewigkeit, Dann neuen Sünden. wird sie triumphiren. 4. Uch Herr, gieb uns den neuen Geist, Und mach uns durch M. Liebster Jesu, wir sind. die Güte, Die sich an uns auf's 632.* dam hat im Paraneu' erweist, Erneuert im Gedies Bund müthe. Den neuen Menschen mit Gott gebrochen; Gott, der zich uns an, Der dir allein ge- uns doch nicht verstieß, Hat ErSc lösung 402 Adventslieder. Weihnachtslieder. lösung uns versprochen. Und zu geringe; Dein Sohn wird nun kommt in seinem Namen ein armer Knecht, Daß er min Der verheißne Weibessaamen. den Segen bringe. Jesu, Jesu, 2. Komm, mein Helfer in der welch Beginnen! Wer erreichte Noth, Komm, o Heiland aller mit seinen Sinnen? Sünder! Du wirst Mensch, und 6. Nimmst du nicht die Engel bist auch Gott, Für uns arme an? Hast du sie dir nicht erke Menschenkinder. Ach, wer könnt' ren? Was hat denn der Mensch uns sonst erretten, Wenn wir gethan, Daß du wirst für ihn keinen Jesum hätten? geboren? Was kann er für Dank 3. Aber, Gott, was bin ich dir geben, Daß er nun soll ewig doch, Daß du deinen Sohn mir leben? giebest? Reicht die Gnade schon 7. Auf, mein Herz, hier is so hoch, Daß du deine Feinde dein Gott! Heiß ihn tausend liebest, Was wirst du dann künf mal willkommen! Deine Sünde tig geben Denen, die in Christo deine Noth Hat er huldreid 4. Daß du Menschen haft ge- für dich zu sterben, Dir den Him weggenommen. Jesus kommt macht, Dir zum Bilde sie zumel zu erwerben. leben? weihen, Ach, dies wurde nicht P 8. Drum, so danke, wer da bedacht, Konnte nicht ihr Herz erfreuen. Dennoch kommt dein kann, Gott dem Vater aller Gna Sohn auf Erden, Um sogar ein den! Betet ihn, den Heiland an Der uns heilet unsern Schadem Mensch zu werden. 5. Selbst die Kripp' ist nicht Ehre sey Gott in der Höhe, Uni zu schlecht, Nichts ist für ihn des Satans Reich vergehe! Weihnachtslieder. M. Hast du denn, Liebster, kein. Nächte verschwanden durch ihr 633. Chre fey Gott in der Die auch den Weisen verwinter Höhe! der Herr ist 3. Menschen, berufen als Bri geboren! Laßt uns ihm singen, der einander zu lieben, Folgte o Christen! auch wir sind erko: der Zwietracht und Bitterfe ren, Sein uns zu freun, Und schändlichen Trieben. Jesus en durch ihn selig zu seyn. Heil schien, Lehrte den Menschenha uns! Wir sind nicht verloren. fliehn, Lehrte den Frieden un 2. Dunkel bedeckte den Erd- lieben. kreis, und ohne Gott irrten Völ- 4. Wohlthun und Segen mu ter umher wie die Heerden, verfolgten des Göttlichen Schritten lassen vom Hirten, Jesus erschien. Trost und Erquickung trug, in 5. Ehre sey Gott in der Höhe! Gelobet senst du, Jesus Christ, 1 Ein ewiges Leben Hat er durch Daß du ein Mensch geboren bist! ihn, den Geliebten, erbarmend Noch warst du auf des Bater gegeben. Bis in das Grab Stieg Thron, Da nannten deinen Nader Sohn willig hinab, Einst men schon Die Himmel, und es uns zum Himmel zu heben. beugt vor ihm Sich aller Knie 6. Selige Hoffnung, einst der Seraphim, Und derer, die meinen Erretter zu sehen, und entschlafen sind, Und derer, die mit den Schaaren Vollendeter noch sterblich sind. Auch ist kein vor ihm zu stehen! Völlig be- ander Heil, es ist kein andrer glückt, Sing' ich dann himmlisch Nam', als Jesus Christ, Dein entzückt: Ehre sey Gott in der großer, ewger Nam' allein, Durch Höhe. den wir können selig seyn! 7 1 ₁ 1₁ 1. 1 Weihnachtslieder. 403 in der Weinenden Hütten, Ward Der gnädig Jacobs Kindern ihnen Freund, Hatte oft selber war. Er ist der Held, voll Kraft, geweint, Selber geduldet, ge- voll Rath, Den Bethlems Hütt' stritten. umſchattet hat. D die auf ihn gestorben sind. Wie Geboren wardst du, daß du seufzen sie, zu sehn das Kind, stürbst, uns eine Seligkeit er: Den Sohn, der bei dem Vater würbst, Die, in die Ewigkeit vers war! Er kam, da sang der senkt, Nie ganz des Frommen Himmel Schaar: Seele denkt. Sie fühlt nur dunAnbetung, Dank und Ruhm! kel, nur von fern Das Schaun, Gott in der Höhe Ruhm! die Herrlichkeit des Herrn. Bis Heil dir und Gottes Ruh! du uns dort dir ganz vereinst, Erlöst, o Mensch, wirst du! Schall' in der Hütte, wo du Der Sohn, das Heil der Welt weinst,- Die Hütt ist auch erschien Dem Abram schon, und dein Heiligthum, Erschall in segnet' ihn. In Flammen führtejihr durch uns dein Ruhm! Amen. dich die Nacht, Erwähltes Volk, des Sohnes Macht, Den Tag M. Wer nur den lieben Gott. it 16 73 M. Herr Gott, dich loben wir. Mit herzlicher Barmherzigkeit Hast du uns Sünder Gott ge634. Halleluja! Die Zeit, weiht. Dir laß uns leben, ster. Bestimmt von Ewig- ben dir! Denn Mensch wardst keit, Die Zeit des Heils, der du, ach, Staub wie wir! BarmBonn erschien; Da kam der herzigkeit, Barmherzigkeit Ist all Sohn, Gott sandte ihn. Sie, dein Thun, Barmherzigkeit. inhohen Wolken bich, Dir Schuß, 635. Dies ist die Nacht Feinden fürchterlich. ( der Tag) da mir Mofes fab im Geiste schon Des erschienen Des großen Gottes Baters Herrlichkeit, den Sohn. Freundlichkeit. Das Kind, dem Er ist's, der immer wunderbar, alle Engel dienen, Bringt Licht Cc 2 in 404 Weihnachtslieder. in meine Dunkelheit, Und dieses[ heit paaret, Das die SchwachWelt- und Himmelslicht Weicht heit liebgewinnt, Und sein Blut hundert tausend Sonnen nicht. zur Marter sparet. Ogeheim2. Laß dich erleuchten, meine nißvoller Schluß, Den mein Seele, Versäume nicht den Gna- Geist bewundern muß! denschein! Der Glanz in dieser 3. Hier ist mit der Sterblichkleinen Höhle Streckt sich in alle feit Die Unsterblichkeit verbunWelt herein; Er treibet weg der den. Es wird, uns zur SeligHöllen Macht, Der Sünden und keit, Reiche Armuth hier gefun des Kreuzes Nacht. den. Allmacht, Ohnmacht ein'gen 3. In diesem Lichte kannst du fich Unerhört und wunderlich. sehen Das hellre Licht der Se4. Gottes Sohn, in Fleisch ligkeit, Wenn Sterne', Sonn' und Bein, Und in Windeln einund Mond vergehen,-Vielleicht Wird gekleidet, Will hier arm und noch in gar kurzer Zeit, dürftig seyn; Er, der Arme nährt dieses Licht mit seinem Schein und kleidet, Liegt an seiner MutDein Himmel und dein Alles seyn! ter Brust, Er des Vaters höchste 4. Laß nur indessen helle scheinen Der Liebe und des Glaubens Licht. Mit Gott mußt du Lust. 5. Gott ist nun mit uns veres redlich meinen, Sonst hilft eint, Sein Sohn unser Bruder dir diese Sonne nicht. Willst worden, Unser Helfer, unser du des Lichts dich recht erfreun, Freund; Denn er lebt in unserm Er hat selbst als eine Darfst du kein Freund der Thor Orden. Braut Sich der Menschheit anheit seyn.. getraut. 1 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit 6. Wer hat je fein Fleisch ge deiner Gunst! Dein Licht sey haßt, Daß er träget, pflegt und meine Weihnachtswonne! O lehre nähret? Da Gott unser Fleisch mich die größte Kunst, Wie ich umfaßt, Uns so unaussprechlich im Lichte wandeln soll, Und sey ehret; So ist seine Freundlich an dich des Glaubens voll! keit Auch zu unserm Schutz bereit. M. Jesus meine Zuversicht. 7. Greift, ihr Menschen, greift nur zu, Brauchet eures Schö: 636.* Freundlichster Immapfers Güte! Er sucht bei euch nuel, Sey willkom- Raum und Ruh, Deffnet ihm men auf der Erden! Willst du doch das Gemüthe! Thut, ach, füßer Freudenquell, Der Betrüb- thut die Thore auf, Laßt der ten Bruder werden? Schenkst du Liebe freien Lauf! dich, o Licht voll Pracht, Einer| 8. 3euch, Immanuel, uns hin, Welt voll Furcht und Nacht? 3u dem holden Vaterherzen! 2. Holdes, theures Wunder- Wecke, rühre unsern Sinn, Diefind, Das Gott mit der Mensch- ses Heil nicht zu verscherzen. Locke Weihnachtslieder. 405 Locke, lenke unsern Geist, Bis 6. Gieb, daß ich dir zum er Gott in dir geneußt. Dienst Mein ganzes Herz ergebe; Auch dir allein zum Preis Auf dieser Erde lebe. Ja, Jesu, laß M. O Gott du frommer Gott. 637.* Duwesentliches Wort, mein Herz Ganz neu geschaffen Von Anfang her seyn, Und dir bis in den Tod gewesen, Du Gott, von Gott Allein gewidmet seyn. gezeugt, Von Ewigkeit erlesen 7. Laß ja in mir nichts seyn, 3um Heil der ganzen Welt; O Was du nicht hast geschaffen! mein Herr Jesu Christ, Will Rott' alles Unkraut aus, Und kommen, der du mir 3um Heil brich des Feindes Waffen. Das geboren bist! Bös ist nicht von dir; Das hat 2. Komm, o lebend'ges Wort, der Feind gethan; Du aber fühUnd sprich zu meiner Seele, Daß rest mich Auf rechter, ebner Bahn. mirs in Ewigkeit Un Heil und 18. Das Leben ist in dir Und Trost nicht fehle. Durch Glau- alles Licht des Lebens. Un mir ben wohn' in mir, Und weiche laß deinen Glanz, Mein Gott, nimmer nicht. Laß mich auch nicht seyn vergebens. Du bist nicht von dir Abweichen, schön- das Licht der Welt, Sey auch stes Licht: mein Lebenslicht, O Jesu, bis 3. Du, Gottes ew'ges Wort, mir dort Dein Sonnenlicht anWarst bei Gott, eh' er legte bricht! Den Grund der großen Welt, Als sich dein Herz bewegte Zur M. Wachet auf, ruft uns die. liebe gegen mich, Ja, du warst 638. Christen, seht! im Glanz selber Gott, Dadurch machst du Sonne im Fleisch Des Satans Reich Gottes Engel; Freud' und Wonne zu Spott. Strahlt ihm vom hohen Ange4. Was hat, o Jesu, dich zu sicht. Seht! zu Hirten, die Gott unserm Heil bewogen? Was hat ehrten, Und den verheißnen Trost vom Himmelsthron Dich in die begehrten, Tritt er, und spricht: Welt gezogen? Ach, deine Lieb' erschrecket nicht! Denn ich verallein, Und meine große Noth künde heut Euch hohe Seligkeit, Hat dein Herz so entbrannt, Daß Gottes Frieden. Ein Freudendu gingst in den Tod. meer Strömt auf euch her, Für 5. Du bist das Schöpferwort, euch und für die ganze Welt. Wodurch die Welt entstanden; 2. Sünder seyd ihr, war't Denn alle Dinge sind Durch verloren; Doch ist ein Heiland dich allein vorhanden. Ach, sojeuch geboren, Der Retter der bin ich, mein Heil, Auch ganz verlornen Welt. Höret, wen allein durch dich. Der alle euch Gott gegeben! Er heißet Dinge trägt, Der schüßt und Jesus, ist das Leben, Und wunträgt auch mich. derbar, Rath, Kraft und Held. Durch 406 Weihnachtslieder. Durch Leben, Leiden, Tod Führt Wesen Unser Heil Einen Gräu'l; er die Welt zu Gott. Welch ein Hätt' ers nicht erlesen. Hätt' er Heiland! Durch ihn weicht Trug Lust an unserm Schaden, Odann und Sündenfluch. Nur Gnad' würd' Unsre Bürd' Er nicht auf und Wahrheit strahlt durch ihn. fich laden! 6. Er nimmt auf sich, was 3. Ehre sey Gott in den Hö hen, Wo wir den Himmel offen auf Erden Wird gethan, Giebt sehen, Und Jesum auf des Ba- sich an; Unser Schutz zu werden, ters Thron! Friede wohne nun Unser Lamm, das für uns stirbet, auf Erden! Wir können heilig, Und bei Gott Für den Tod Fried' herrlich werden Durch Gottes und Heil erwirbet. eingebornen Sohn. Nun hat 7. Seht, er liegt in seiner Gott an der Welt, Die an den Krippen, Ruft zu sich Mich und Sohn sich hält, Wohlgefallen. dich, Spricht mit holden Lippen: Herr Jesu dir, Dir leben wir, Laffet fahren, lieben Brüder, Dir leben und dir sterben wir! Was euch quält! Was euch fehlt, Bring' ich Alles wieder. M. Warum sollt ich mich denn. 8. so laßt uns zu ihm eilen! 639.* Fröhlich soll mein Herz Stellt euch ein, Groß und klein; lobsingen Dieser Laßt von ihm euch heilen; Liebt Zeit, Da vor Freud' Alle Engel ihn, der vor Liebe brennet! singen. In der Christen vollen Schaut den Stern, Der uns Chören Hört, wie's schallt, Wie- gern Licht und Labsal gönnet! 9. Die ihr schwebt in großen derhallt: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kam- Leiden, Sehet, hier Ist die Thür mer Gottes Held, Der die Welt zu den wahren Freuden! Faßt Reißt aus allem Jammer. Gott ihn wohl, er wird euch führen wird Mensch, dir, Mensch, zu Un den Ort, Wo hinfort Euch Gute, Unser Freund, Und ver- kein Kreuz wird rühren. eint Sich mit unserm Blute. 10. Wer noch ist beschwert im 3. Sollt' uns Gott nun können Herzen, Eil' herzu, Suche Ruh haffen, Der uns giebt, Was er Bor Gewissensschmerzen! Seyd liebt Ueber alle Maaßen? Gott getroft! Der ist gefunden, Der giebt, unserm Leid zu wehren, in Eil Machet heil Eure tief Seinen Sohn Von dem Thron sten Wunden. Seiner Macht und Ehren. 11. Die ihr angstvoll schaut 4. Sollt' er von uns sein ge- auf's Ende, Kommt herbei, Fül fehret, Der sein Reich Und zu let frei, Glaubensvoll die Hände! gleich Selbst sich uns verehret? Hier find alle gute Gaben, Reis Sollt uns Gottes Sohn nicht lie- nes Gold, Und ihr sollt Euer ben, Der jetzt kömmt, Mächtig Herz nun laben. hemmt, Was uns will betrüben? 12. Süßes Heil, laß dich um 5. Hätte vor der Menschen fangen! Laß mich dir, Meine Bier, Weihnachtslieder. Neujahrslieder. 407 Zier, Unverrückt anhangen! Du Heil der Sünder, Du Freund bist meines Lebens Leben. Nun der Menschenkinder, Willkomkann ich mich durch dich Wohl men tausend, tausendmal! zufrieden geben. 2. 3war niedrig und geringe, 13. Meine Schuld kann mich Beherrscher aller Dinge, Ernicht drücken: Denn du hast Meine scheinest du allhier; Doch was Last nun auf deinem Rücken. Du dem Aug' entfliehet, Den Glanz, willst keine Schuld mehr finden; die Größe siehet Mein Glaube Machst mich gar Rein und klar, auch schon jetzt an dir. Los von meinen Sünden. 3. Unendliches Erbarmen Er14. Ich bin rein um deinet- weisest du uns Armen, Ohn aller willen. Du giebst Muth, Ehr und Hoheit Schein; Uns Freiheit, Gut, Kannst mein Sehnen stillen. Würde, Leben, Ja Kronen einst Ich will in mein Herz dich schlie- zu geben, Muß Knechtsgestalt ßen, Dich mein Heil, Bestes Theil, die deine seyn. Dein recht zur genießen. 4. Mit dankerfüllten Lippen 15. Ich will dich mit Fleiß Nach ich mich deiner Krippen; bewahren. Ich will dir Leben Zwar arm ist nur mein Dank; hier, und mit dir hinfahren Doch laß ihn dir gefallen; Mit dir will ich endlich schwe- Des Säuglings schwaches Lalben, Voller Freud', Nach der len Ist ja vor dir, Herr, LobBeit Dort im andern Leben. gesang. M. Nun ruhen alle Wälder. 5. Die Sünde schlägt mich nieder; Doch Hoffnung stärkt 640. Millkommen, Quellder mich wieder. Bald kommt die Freuden. Mein be- Zeit heran, Wo ich zu deiner ster Trost im Leiden, Mein Schutz Ehre In jene höhre Chöre Den im finstern Thal! Willkommen, frohen Jubel mischen kann. Neujahrslieder. Father M. Wer nur den lieben Gott.[ den an. Ach, daß mein Mund 641.* Gott Lob! Nun geht und mein Gemüthe Ihn nicht mit gutem Glücke, nach Würden preifen kann! Gott Und besser, als ich selbst gedacht, that weit mehr, als ich begehrt'; Der Rest des alten Jahrs zurücke. Ich bin nicht des Geringsten Der Herr hat alles wohl gemacht, werth. Und macht es wohl noch fer- 3. Wie kann ich seine Wohlthat nerhin, Daß ich bei ihm in zählen, Die schlechterdings unzäh Gnaden bin. ligist? Ich sag' es gern von Grund 2. Ich trete nun durch seine der Seelen, Daß du mein Gott Güte Ein neues Jahr mit Freu- und Vater bist, Der hilft und der 408 Neujahrslieder. der geholfen hat, Und helfen wird sterblich ist, Daß ein Gott regiert, durch Rath und That. vergißt, Da der Schöpfer unsers 4. Ach! willst du auf die Sün- Lebens Alles, wie es soll ge den sehen, Womit ich dies Jahr schehn, Vorgesehn. hingebracht; So kann mir anders 3. Wenn der Himmel dich will nichts geschehen, 21s was mir segnen, So empört die Erde Ungst und Schrecken macht. Doch sich Nur vergebens wider dich. du gedenkst nicht meiner Schuld, Soll dir Widriges begegnen; Und schenkst in Christo Gnad' So wirst du durch Widersteh'n und Huld. Nicht entgeh'n. 5. In Christo laß mich dei- 4. Geht dein irdisch Wohl zunen Segen Auch in dem neuen rücke: Werde nicht zu sehr be Jahre seh'n, Und es gesund zu wegt! Der für alles Sorge trägt, rückelegen. Jedoch dein Wille Sorgt für dich, führt dich zum mag gescheh'n! Denn was der Glücke; Deine Stunde kommt selbe schickt und fügt, Damit auch wohl, Wenn sie soll. bin ich auch wohl vergnügt. 5. Ist dir mancher überlegen, 6. Ich wünsche mir kein langes Der es nicht verdienet hat; GlauLeben, Sonst wünscht ich mir be, Gottes dunkler Pfad Ist gar auch lange Noth. Doch willst weit von unsern Wegen, Und es du mir mehr Jahre geben; So ist doch alles gut, Was er thut. gieb, daß ich dir bis zum Tod 6. Hast du Angst vor bösen Durch Glauben, Lieb' und Hoff- Leuten; Ihre Bosheit, die dich nung treu, Und auch dem Näch kränkt, Wird durch Gottes Macht sten nüßlich sey. beschränkt, Will dich Noth und 7. Bringt ja das neue Jahr Tod bestreiten, Waffnen Erd' mein Ende; So trete dieses selig und Himmel sich Wider dich; ein. Ich gebe mich in deine 7. Wisse, wen die Allmacht Hände, So bleib' ich tod und schützet, Den zerschlägt kein Donlebend dein, Und wähle mir zum nerknall, Ob der dicken Wolken Wahlspruch hier: Herr, wie du Schall Um ihn kracht und alles willst, so schick's mit mir! bliget; Sa, obgleich die ganze Welt Bricht und fällt. In eigener Melodie. 8. Drum ergieb dich Gott mit 642, Selig, wer mit stillem Freuden, Warte bis des HöchHerzen Dem All- sten Hand Dir dein Glück hat weisen, der uns liebt, Ganz zuerkannt. Schicke dich auch wohl sein Schicksal übergiebt, Und zum Leiden, Schweige gern zu nicht durch verborgne Schmer- allem still, Was Gott will. zen Seines Elends trübe Nacht 9. Gott weiß alles wohl zu machen. Darum, wer sich stark 2. Denn es ist doch nur ver- und fest Nur auf seine Huld vergebens, Wenn der Mensch, der läßt, Und sich gern in allen SaTrüber macht. chen Neujahrslieder. 409 chen Unter seinen Willen biegt, Wenn ihr inniges Vertrauen, Ihr Lebt vergnügt. W. Machet auf, ruft uns die. freudig Hoffen, fast zum Schauen Emporsteigt, wenn sie wieder liebt; Und nun wahrhaftig weiß, 643. Herr, welch Heil kann Dein Todeskampf und Schweiß, ich erringen! In wel- Weltversöhner! Dein Blut am che Höh'n darf ich mich schwin- Kreuz, Dein Tod am Kreuz, Vergen! Mein Wandel soll im Him- söhn' o Herr, versöhn' auch sie; mel seyn! O du Wort voll heil 5. O dann ist ihr schon gegeben gen Lebens, Voll Wonne, Wort, Ihr neuer Nam' und ew'ges Ledes ew'gen Lebens: Im Himmel ben; Im Himmel ist ihr Wandel soll mein Wandel seyn! Ich sink' dann. Stark, den Streit des Herrn erstaunend hin, Empfinde, wer zu streiten, Sieht sie die Krone ich bin, Wer ich seyn kann. Ich schon von weiten, Die Kron' am trage noch Des Todes Joch; Im Ziel und betet an. Preis, Ehr' Himmel soll mein Wandel seyn! und Stärk und Kraft Sey dem, 2. Schwing dich denn zu die- der uns erschafft Ihm zu leben! sen Höhen, Und lern' im Lichte Für uns verbürgt, Bist du erGottes seben, Wer du, versöhnte würgt. Unbetung, Ruhm und Seele bist! Mit dem göttlichsten Dank sey dir! Entzücken Wirst du in diesem Licht erblicken, Wer, Seele, dein M. Wie schön leucht't der. Bersöhner ist, Du, durch ſein 644 Wie groß, wie angebe Opfer ihm tet zu weihn; Er, des Vaters Ge- Heiland, Jefu Chrift! Wie theuer liebter Sohn, Ruh, Heil und deinem Volke! Welch Licht ging Lohn Der Glaubenden, ihr Fels in der Finsterniß Mit dir der Welt und Hort. auf, wie zerris, Wie floh des Irr3. Wort vom Anfang! Wun- thums Wolke! Dein Licht Trügt derbarer! O du, der Gottheit nicht; Deine Lehren, Die wir höOffenbarer! Den Erdkreis deckte ren Machen weise, Fromm und Dunkelheit. Du erschienst, du selig, dir zum Preiſe. Licht vom Lichte! Wir schaun in 2. Wir werden deinen Ruhm deinem Angesichte Nun deines erhöh'n, Wir werden deinen HimBaters Herrlichkeit. Nicht Wahr- mel sehn, Den Preis von deinen heit nur, auch Ruh Strahlst du Leiden, Genießen, was du uns uns, Heiland, zu, Seelenfrieden. erwarbst, Uls du für uns am Du hafts vollbracht! Des Frr- Kreuze starbst, Der Engel hohe thums Nacht, Der Sünde dunkle Freuden. Welche Gnade, Daß Nacht ist hin. wir Sünder Gottes Kinder Wer 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille den sollen, Wenn wir an dich Versunken ist, wenn ganz ihr Wille glauben wollen! Der Wille deß ist, der sie liebt; 3. Bom Aufgang bis zum Niedergang 410 Neujahrslieder. dergang Erschallet dir der Lobge- zu Füßen, Denn dein Reich besang Erlöseter Gerechten! Unzähl- steht, Höchste Majestät! bar sind die Schaaren schon, Die 6. Laß mich, dir zum Ruhm, gerne dir vor deinem Thron Ein Als dein Eigenthum Deines Gei würdig Loblied brächten. Ihrer, stes Licht erkennen, Stets in deiJesu, Jesu, werden Mehr auf Er- ner Liebe brennen. Herr, dein Eiden, Die dir singen Preis und genthum Ewig seyn, ist Ruhm! 7. 3euch mich ganz an dich; Dank und Ruhm dir bringen. 4. Wie groß, wie angebetet Laß durch Liebe mich Ganz mit ist Dein Name, Heiland, Jesu dir, mein Heil verschmelzen, Und Chrift! Wie herrlich bei den Dei- auf dich mein Elend wälzen, Das nen! Führst du uns einst zu deiner noch drücket mich; Jesu tröste Ruh: wie viel herrlicher wirst mich! du Den Frommen dann erschei- 8. Deiner Sanftmuth Schild, nen! Ewig Müsse, Dir zur Ehre, Deiner Demuth Bild Mir anlege, Ihrer Chöre Lob erschallen, Durch in mich präge, Daß kein Zorn die Himmel wiederhallen! noch Stolz sich rege, Weil vor dir nichts gilt, Als dein eignes Bild. M. Seelenbräutigam. 645.* Mer ist wohl, wie du, 9. Steure meinem Sinn, Der Jefu, füße Ruh? zur Welt will hin, Daß von dir Du, von Gott uns auserkoren, ich nicht mag wanken, Bleiben Leben derer, die verloren, Und ihr in der Treue Schranken; Sey du mein Gewinn, Gieb mir Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Du hast Kreuz und Tod, deinen Sinn! 10. Wecke mich recht auf, Daß Mich aus aller Noth Zu erlösen, einst geschmecket, Meine Schul- ich meinen Lauf Unverrückt zu den zugedecket, Und aus aller dir fortsete, Und mich nicht mit Noth Mich geführt zu Gott. seinem Nebe Satan halte auf. Fördre meinen Lauf. 3. Glanz der Herrlichkeit, Du 11. Deines Geistes Trieb In bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unsre mein Herz mir gieb, Daß ich was Noth versenket 3ur verheißnen chen mög und beten, Freudig ver dein Untlitz treten. Ungefärbte Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Sünde, Lieb' In mein Herz mir gieb! 12. Will der Trübfal Nacht, Tod und Welt Wolltest du zu Schanden machen Durch dein Welt und Menschenmacht Meine Beten, Ringen, Wachen, Durch bange Seele schrecken, Müffe das Lösegeld Deines Bluts, o mich dein Schild bedecken! Hab' in solcher Nacht Huldreich auf Held! 5. Höchste Majestät, König mich Acht. und Prophet! Deinen Scepter 13. Einen Heldenmuth, Der will ich küssen, Gerne sitzen dir da Gut und Blut Freudig für dich Von dem Leben und der Lehre Jesu. 411 dich geb' und lasse, Und des mein Leid gestillt; Führe mich, Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, Herr, wie du willt! höchstes Gut! Für mich floß 3. Scheint was günstig meidein Blut. nem Glücke, Und ist doch zuwider 14. Soll's zum Sterben geh'n; dir; Ach, so nimm es bald zuBollst du bei mir steh'n, Mich rücke! Jesu, gib, was nüket mir. durchs Todesthal begleiten, Und Gieb du mir, was vor dir gilt. zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich Nimm von mir, Herr, was du mich mag seh'n Dir zur Rech- willt! ten steh'n! 4. Nur vollbringe deinen Willen Durch mich und an mir, mein Gott! Deinen Willen laß M. Gott des Himmels und. 646.* Jeſus, Jefus, nichts erfüllen Mich im Leben, Freud als Wunsch seyn und mein Ziel! Ebenbild, Herr, wann, wo und Heute faß ich diesen Entschluß, wie du willt. Daß ich will, was Jesus will. 5. Ewig, Jesu, sey gepriesen, Denn mein Herz, mit ihm erfüllt, Daß du dich durch all dein Rufet nur: Herr, wie du willt! Thun Mir so hülfreich haft er 2. Einer ist es, dem ich lebe, wiesen, Daß ich fröhlich finge Den ich liebe früh und spat. Je- nun: Es geschehe mir, mein sus ist es, dem ich gebe, Was er Schild, Wie du willt, Herr, wie mir gegeben hat. Durch dich ist du willt! Von dem Leben und der Lehre Jesu. M. Es ist das Heil uns. 3. Sie wissen dieses aus dem 647.* ch, wie erfchrickt die Wort Dem König anzupreisen; böse Welt Vor Got: Doch gehn sie selbst nicht an den tes treuen Kindern! Wie wird Drt, Zu dem sie andre weisen. ihr Blick, ihr Herz verstellt, Wenn Wie mancher lehrt, wie mancher sie nicht kann verhindern, Daß sie weiß Von Gottes Wahrheit und im Glauben fahren fort, Das Geheiß, Und thut nicht nach Werk des Herrn an jedem Ort dem Wissen. 3u treiben und zu bauen! 4. Wer bleibet in Jerusalem, 2. Herodes und Jerusalem In Stolz und Pracht des Lebens, Erschrecken, als sie hören, Daß und geht nicht hin nach Bethle Jesus sey zu Bethlehem Geboren, hem, Der sucht sein Heil vergeda ihr Lehren Doch zeuget aus bens. Auch wer die Schrift von der Schrift davon, Daß hier außen kennt, Und thut nicht, des Allerhöchsten Sohn Gebo- was er Wahrheit nennt, Wird ten sollte werden. Jesum nimmer finden. 5. Die 412 Bon dem Leben und der Lehre Jesu. 5. Die Weisen forschen stand- um bemühet ist, Daß der König haft nach, Bis sie das Haus er- Jesus Christ Ihm sich möge of blicken, Wo der ersehnte Heiland fenbaren, Der muß suchen in der lag, Un dem sie sich erquicken. Schrift, Bis er diesen Schatz Osuchten wir doch stets, wie antrifft. fie, Und sparten weder Zeit 2. Er muß gehen mit den Weinoch Müh, Bis wir dies Heil sen, Bis der Morgenstern aufgeht, gefunden! Und im Herzen stille steht; Dann 6. Herodes fraget heimlich nach, kann er sich selig preisen, Weil Wenn dieser Stern erschienen; des Herren Angesicht, Glänzt Folgt seiner Heuchelei nicht nach! von Klarheit, Recht und Licht. Doch dazu laßt's euch dienen, 3. Denn wo Jesus ist geboren, Aufrichtig stets vor Gott zu seyn; Da beweiset fich gar bald Seine Nur dann kann seiner Wahrheit göttliche Gestalt, Die dem Her Schein Zu eurem Heil euch zen war verloren. Diese Klar: leuchten. heit spiegelt sich In den Seelen 7. Aufrichtigkeit, die nichts kräftiglich. verhehlt, Will er zum Opfer ha- 4. Alles Fragen, alles Sagen ben; Umsonst bringt ihr, wenn Geht auf Jesu Herrlichkeit, Die diese fehlt, Ihm eurer Werke der Jünger Herz erfreut, Der Gaben. Wer sich zur Lieb' und sie fort und fort nachjagen, Wahrheit hält, Der wird er Bis das Herz in Kraft und wärmet, wird erhellt, Im Le- That Diesen Schatz gefunden ben und im Sterben. hat. 8. Du hast dich Heiden kund 5. Ach, wie weit sind die zu gemacht, Sie, Herr, zu dir gezo- rücke, Die nur fragen in der gen; Du hast auch uns, dein Welt:» Wo ist Reichthum, Gut Volk, bewacht, bleib uns stets und Geld? Wo ist Unsehn bei gewogen! Dich suchen wir und dem Glücke? Wo ist Wollust, keinen mehr; Erhalt uns dir, zu Ruhm und Ehr?<<- Und nach deiner Ehr, So lang wir sind solcher Thorheit mehr. auf Erden. 6. Ja, unselig sind die Herzen, 9. Ja, preise Gott, o Chri- Die in ihrem Wandel blind, stenheit, Wie dir es heut gebüh- Und so voll von Thorheit sind, ret, Daß er aus der Unwissen- Daß sie diesen Schatz verscherheit Die Heiden hat geführet; zen, Selber häufen ihre Noth. Und denke, daß die Finsterniß Wählen, was nicht hilft im Tod'. Ein böses Ende nehmen müß', Wenn wir wie Heiden leben. 7. Das heißt nicht nach Jesu fragen, Wenn man nur zur Kirche geht, und dort unter Christen M. Ach, was soll ich Sünder machen. steht, Oder eine Beicht' hersagen, 648.* Mer's im Herzen will Und darauf zum Nachtmahl geh'n, erfahren, Wer dar- Meinend, dann sey gnug geſcheh'n. 8. Nein, Von dem Leben und der Lehre Jesu. 413 8. Nein, wenn dies in deinem bar preisen, Der das Heil der Leben Nach Gewohnheit nur ge- Menschen ist? Nennt den Edlen, schicht, So ist's noch nicht aus- nennt den Weisen, Der wie er, gericht't. Du sollst Gott dich wie Jesus Christ, So die Tugend, ganz ergeben, Und voll Glaubens die er lehrte, Durch ein from Nacht und Tag Deinem Jesu mes Beispiel ehrte; folgen nach. 3. Der mit liebevollem Herzen 9. Dann läßt er auch bald sich Hohen, festen Muth verband, Der finden, In dem Tempel, bei der selbst bei des Todes Schmerzen Beicht, In dem Nachtmahl, und Mitleid gegen die empfand, Die er zeigt Dann dir, daß die vor' mit Grausamkeit ihm fluchten, gen Sünden Sind vergeben, daß Seine Qual zu mehren suchten; sein Blut Heilt die Seele, stärkt den Muth. 4. Der auf Erden so gewandelt Unschuldsvoll und tadellos 10. Dann erst kannst du freudig Der so edel hat gehandelt, Götttreten Zu dem Gnadenstuhl, zum lich edel, göttlich groß, Willig, Thron, Und den König in der freudig Glück und Leben Für die Kron' Als ein treuer Knecht an Menschen hingegeben! beten, Der nichts sucht in dieser 5. Gern weil ich an deinem Welt, Als was seinem Herrn gefällt. Bilde, O erhab'ner Menschenfreund! Wo mit so viel sanfter 11. Jesu, laß mich hier auf Milde Tugendwürde sich vereint; Erden Suchen nichts, als das Ja, zu jedem guten Werke Schöpfe allein, Daß ich mag dein eigen ich hier Muth und Stärke. seyn, Und ich dir mög' ähnlich 6. Durch mein Leben dich zu werden In dem Leben dieser Zeit preisen, Sey mir Freud' und heilge Und in jener Ewigkeit! Pflicht, Dich, den liebevollen Wei12. So will ich mit jenen Weisen, Dich, der Menschen Heil und fen, Die die Welt für Thoren Licht! Aehnlich Jesu, dir zu weracht't, Dich anbeten Tag und den, Sey mein höchstes Ziel auf Nacht, Dich erheben, freudig Erden! preisen, Liebster Jesu, und vor dir Christlich wandeln für und für. M. Herr ich habe mißgehand. M. O du Liebe meiner Liebe. 650. Lommen! Sprachst du, Laßt die Kinder zu mir 649. Gefum ewig zn verehren sanfter Menschenfreund. Wort, Sey mir Freud und in denen deine Liebe Rührend heilge Pflicht! Seine weisheitsvol- schön für sie erscheint, Laßt die len Lehren Geben meinem Geiste Kinder zu mir kommen; Ihre licht, Und zu jedem guten Werke Herzen sind noch rein, UnverGiebt sein Beispiel Muth und dorben ihre Seelen; Schön ist Stärke. es, ihr Freund zu seyn. 2. Sollt' ich ihn nicht dank2. Heilig soll uns diese Lehre, Heilig 414 Paffionslieder. Heilig uns dein Beispiel seyn!] 5. Nicht um Kronen, nicht Sanfter Jesu, komm und weihe um Welten Sey ihr Herz dem Uns zu dieser Stunde ein! Blick Lafter feil! Schütze sie! Der Pfad auf unsre jungen Christen, Gro- zum Heile Ist den Menschen oft Ber Mittler, sie sind dein. Sprich so steil. Laß ihr Herz für's Gute mit Segen, Sprich zum Himmel: leben, Bis es einst im Tode bricht! Bater! Bater! fie sind mein. Sie sind dein, du wirst fie retten, 3. Ach, wir blicken auch gen Vater wir verzagen nicht. Himmel, Stimmen fröhlich mit 6. Daß sie einst in jener dir ein, Stammeln unter Freu- Stunde, Wo die Menschen in denthränen: Gott im Himmel! sich geh'n, Froh auf die verfloßne fie sind dein. Nimm sie hin, die Jugend, Heiter in die Zukunft jungen Herzen, Die der Christen fehn, Daß in ihrer Todesstunde Flehn dir weiht; Sie sind dein! Schmerz der Reue sie nicht quält, O süße Stunde! Nimm sie hin Daß sie einst der Friedensbote in Ewigkeit. Unter seine Engel zählt. 4. Laß sie deiner Vaterliebe, 7. Daß wir dort fie wieder. Deiner Treue würdig seyn! Ach, finden, Wo die reinste Wonne bewahre ihre Seelen, Ihre Her- wohnt, Wo im stillen Himmels zen fromm und rein! In der frieden, Muth und Treue wird Stunde der Versuchung Decke belohnt. Laß sie nicht verloren fie mit deinem Schild; Laß sie gehen. Gott und Vater sie sind rein die Zugend lieben, Die vor dein! Bater, laß uns eins auf Er bir im Himmel gilt. den, Eins in deinem Himmel seyn! Paffionslieder. M. Freue dich, o meine Seele. kennen, Deffen Weisheit alles 651.* range Welt, mit eit- hält. Mir soll, Jeſu, deine Pein lem Wissen, Sey Meine höchste Weisheit seyn. es noch so hoch gebracht! Ich Das Geheimniß deiner Liebe kann diese Weisheit missen, Die Sey's, woran ich stets mich übe mich doch nicht weise macht. 3. Undre mögen Herz und Meines Jesu Kreuz und Pein Sinnen Schärfen in Verschla Soll mein liebstes Wissen seyn. genheit, Daß fie Gut und Ruhm Hab' ich das im wahren Glau- gewinnen Bei den Großen dieser ben, Wer will mir den Himmel Beit. Ich will meines Heilande rauben? Schmach Stets und ernstlich 2. Andre mögen Weisheit nen denken nach. Christen will e nen, Was hier in die Augen nicht geziemen, Daß sie sich des fällt, Ob sie den gleich nicht er- Eitlen rühmen. 4. Andern Paffionslieder. 415 4.. Undern mag es wohl be- bringen; So will ich dir ewig hagen, Wenn sie listig und ge- singen. schickt Große Schäße sich erjagen, Und wenn ihnen alles glückt. In eigener Melodie. mein Reichthum, Glück und 652. Ein Lamm geht hin, Theil armen Sünder und trägt die Schuld Heil! Dieses weiß mein Herz Der abgefallnen Kinder, Geht zu finden, Und die Welt zu hin, und büßet in Geduld Die überwinden. Sünden aller Sünder. Es folgt, 5. O, so komm, mein wah- belastet, matt und krank, Den res Leben, Komm und unter Würgern zu der Marterbank, weise mich! Dir will ich mein Entsaget allen Freuden. Es Herz ergeben, Daß es wisse duldet willig Hohn und Spott, nichts, als dich. Theure, liebste Ungst, Wunden, Striemen, Kreuz Wissenschaft, Zeig' an mir auch und Tod, Spricht: ich wills deine Kraft, Daß ich einzig an gerne leiden. dir hange, Und nichts außer dir 2. Dies Lamm ist Jesus, une verlange. fer Freund Und Heiland unsrer 6. Weiß ich keinen Trost auf Seelen. Den wollte Gott, der Erden, Klagt mich mein Ge- Sünde Feind, Zum Sündentilwissen an, Will mir angst und ger wählen.» Sohn, sprach er, bange werden, Ist nichts, das nimm dich derer an, Die über mir helfen kann, Drückt mich sich im blinden Wahn Selbst des Gesetzes Joch; So laß mich Schuld und Strafe brachten. bedenken doch, Daß du haft mit Die Schuld ist schwer, die Strafe deinem Blute Gnad' erlanget groß; Doch du vermagst es, mache los, Die nun im Elend mir zu gute. mein! 7. Ach, mein Jesu, pflanze schmachten.<< weiter Dieses Wissen in 3.» Ja, sprachst du, dies sey Herz! Sey mein treuer Freund unser Bund! Leg' auf; ich will und Leiter, Und laß deines To- es tragen. Mein Wille hängt des Schmerz, Deine schwere an deinem Mund; Mich magst Kreuzespein Stets mir in Ge- du für sie schlagen.« Dunerdanken seyn! Du hast dich mir hörte Liebesmacht, Daß Gott, wollen schenken, Daran laß mich was nie ein Mensch gedacht, ewig denken. Den eignen Sohn uns schenket! 8. Endlich, wenn des Todes O Liebe, wer fast deinen Rath? Grauen Alles Wissen von mir Den, welcher selbst das Leben treibt; So laß meine Augen hat, Hast du ins Grab gesenket! schauen Diesen Trost, der ewig 4. Er büßt für uns am Kreubleibt. Jefu Leiden, Kreuz und zesstamm, Damit wir Gnade Pein Soll mein letztes Wissen finden. Er läßt sich tödten, wie seyn! Jesu, hilf mir dies voll- sein Lamm, 3um Opfer für die Sünden 416 Passionslieder. Sünden. Für alle stirbt er, auch Mit ihm mir alles schenken? für mich Ergießt sein theures Ja, Jesus, meine Zuversicht, It Leben sich In milden Strömen in der Finsterniß mein Licht, Blutes. Lamm Gottes, o wie Mein Tröster, wenn ich leide, soll ichs dir Genug verdanken, Mein Reichthum in der Dürf daß du mir Erzeigest so viel tigkeit, Sm Sturme meine Sicher Gutes? heit, Im Tode meine Freude. 5. So lang ich lebe, will ich 9. Wie könnt' ich vor der dich Aus meinem Sinn nicht letzten Noth, Vor meinem Tode lassen. Dich will ich stets, gleich beben? Soll ich durch meines wie du mich, Mit treuer Lieb' Jesu Tod Nicht aufersteh'n und umfassen. Du bleibest meine leben? Nun schreckt mich nicht Zuversicht, Und wenn mein Aug' das finstre Grab; Ich halte dich im Tode bricht, Sollst du mein und laß nicht ab, Bis du mir, Leben bleiben. Ich will mich Herr, begegnest. Und mich, nach dir, mein Höchster Ruhm, Hie- meiner Pilgerzeit, Mit Leben mit zu deinem Eigenthum Auf und Unsterblichkeit, Mit deinem ewig nun verschreiben. Himmel segneft. 6. Ich will von deiner Gütig- 10. Wenn endlich ich soll tre: keit Bei Nacht und Tage sin- ten ein In deines Reiches Freu: gen; Mich selbst auch dir zu aller den, Werd' ich durch dich, Herr, Zeit Zum Freudenopfer bringen. selig seyn, Durch deine Todes: Mein Lebensquell soll sich nur Leiden. Dann reichst du mir dir Und deinem Namen für und die Ehrenkron', In welcher ich für In Dankbarkeit ergießen; Und will vor den Thron Des höch was du mir zu gut gethan, Das sten Vaters gehen, Und dir, dem will ich stets, so tief ich kann, er mich anvertraut, Auf den im In mein Gedächtniß schließen. Leben ich gebaut, Geschmückt zur 7. Erweitre dich, mein Herz Seite stehen. für ihn, Den Retter unsrer Seelen! Ich will der Sünde mich M. Liebster Jesu, wir sind. entziehn, Will ihn zum Herrn 653.Meine Seel ermuntre dich, Liebe zu Schätzen dieser Welt, Und allem, bedenken, Auf sein Kreuz hin was der Welt gefällt! Ich habe müsse sich Jetzt dein Blick voll ihn gefunden. Mein größter Andacht lenken, Daß dein Herz Schat, mein bestes Gut, Ist, der großen Treue Deines HeiJesu, dein vergoßnes Blut, Der lands sich erfreue. Strom aus deinen Bunden! 2. Siehe, Jesus, Gottes Sohn 8. Wird Gott, der seinen Sohn Ward für dich ans Kreuz gez mir schenkt, Nicht meiner stets schlagen, Ward gekränkt durch gedenken, Nicht, wenn mich Spott und Hohn; Ueberhäuft Schmerz und Kummer kränkt, mit schweren Plagen, Ließ er fich Passionslieder. 417 sich, aus deinen Nöthen Dich kennen, Daß ich stets dein eigen zu retten, willig tödten. sey; Nichts soll je von dir mich trennen! Du, du wirst auch mich nicht lassen; Ewig will ich dich umfassen. 3. Du, du solltest große Pein, Als den Lohn der Sünde; lei den, Und von Gott verstoßen seyn, Von der Quelle aller Freu- 10. Ruh und Freude sind schon den; Aber Jesus, der Gerechte, hier, Sind wir gleich noch schwach, Starb, daß er dir Gnade brächte. zu finden, Wenn wir, Jesu, nur 4. Durch ihn steht zu Gottes mit dir Uns im Glauben recht Huld Dir nun freier Zutritt offen; verbinden. Schenkst du schon Tilgung deiner Sündenschuld, so viel auf Erden, Was wird Recht, ein wenig Glück zu hoffen, uns im Himmel werden! Kraft, der Sünder Weg zu meiden, Ist der Segen seiner Leiden. 11. Welche Wonne nach dem Leid! Nach der Schmach, o welche 5. O vergiß nun nicht, mein Ehre! Welche Ruhe nach dem Herz, Den mit Wort und That Streit! Welche frohe Jubelchöre! u preisen, Dessen Angst und Ewig werd' ich dort dich loben, Todesschmerz Seine Liebe dir Bin ich einst zu dir erhoben. beweisen! Gieb aus dankerfülltem Triebe Ihm die reinste Gegenliebe. M. Nun ruhen alle Wälder. 654.* Welt, sich hier 6. Ich kann nimmer, nimmerdein Leben, Am mehr, Jesu, deine Treu' vergel- Stamm des Kreuzes schweben! ten. Nein, ich muß nur allzu Dein Heil sinkt in den Tod. sehr Meines Herzens Trägheit Der große Fürst der Ehren Läßt schelten, Daß ich dich so lau ge- willig sich beschweren Mit Banliebet, Oft mit Sünden gar be- den, Schlägen, Hohn und Spott. trübet. 2. Tritt her, und schau mit 7. Was geschehen, soll nun Fleiße, Wie ist mit blut'gem nicht Fernerhin von mir gesche Schweiße Des Mittlers Leib beben. Ich will in der Wahrheit deckt, Welch unerhörte Schmer= Licht Künstig beßre Wege gehen, zen Fühlt er in seinem Herzen, Dir mein Herz nicht mehr entzie- Da er den Kelch der Leiden hen, Jede Sünde ernstlich fliehen. schmeckt! 8. Dir, mein Jesu, dir mein 3. Wer hat dich so geschlagen, Heil, Will ich ganz mich über- Mein Heil, und dich mit Pla geben, Als dein Eigenthum und gen So übel zugericht't? Du Theil Dich zu lieben, dir zu bist ja nicht ein Sünder Wie leben. Was du liebest, will ich andre Menschenkinder; Von lieben, Was dich kränkt, soll Missethaten weißt du nicht. mich betrüben. 4. Ich, ich und meine Süns. 9. Ja, es bleibt, es bleibt da den, Der sich so viele finden, bei! Standhaft will ich dich be- Als Sandes an dem Meer, Die Dd 418 Passionslieder. Die haben dir erreget Das Elend, soll mir seyn ein Spiegel Der das dich schläget, Gebracht auf Unschuld, und ein Siegel Von dich der Marter Heer. deiner großen Lieb und Treu. 5. Sch bins, ich hätte büßen, 12. Wie strenge Gott Vers Die Strafe leiden müssen, Verbrechen An denen einst wird rälieren Gottes Huld; Die Geißeln chen, Die seine Huld verschmäh'n; und die Banden, Und was du Wie viel die werden leiden, Die ausgestanden, Verdient ich we- nicht die Sünde meiden, Will gen meiner Schuld. ich aus deinem Leiden seh'n. 6. Du nimmst auf deinen 13. Dein Beispiel soll mich Rücken Die Lasten, die mich lehren Den Rath des Höchsten drücken; Und Gott will mir ver- ehren Mit stillem, sanftem Muth. zeihn. Du wirst ein Fluch. da Von Herzen will ich lieben Auch gegen Erwirbst du mir den Segen; Dein Schmerz muß mir ein Labfal feyn. die, die mich betrüben Mit Wer ten, die die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen ste 7. Du sehest dich zum Bürgen, Ja läsfest dich erwürgen Für chen, Mir Glimpf und Namen mich und meine Schuld. Mir brechen, So will ich zähmen mich. läsfest du dich krönen Mit Dor: Das Unrecht will ich dulden, nen, die dich höhnen; Und lei Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. dest alles mit Geduld. 15. Gerührt von deinen Pla 8. Du gehst, auch meinetwegen, Dem Tode selbst entgegen gen, Will ich mit Ernst entsa Mit wahrem Heldenmuth; Du gen Dem, was dir nicht gefällt. stirbst, mir vom Verderben Er- Was deine Augen hassen, Das rettung zu erwerben. O uner-/ will ich flieh'n und lassen, Ge fiel' es auch der ganzen Welt. hörte Liebesglut! 16. Dein Seufzen und dein 9. Wie bin ich dir verbunden! Mein Heil, zu allen Stunden Stöhnen, Und die viel tausend Bin ich dein Eigenthum. Mich Thränen, Dein Kreuzestod da dankbar zu beweisen, Soll Geist zu, Die sollen mich am Ende und Leib dich preisen. Mein In deine treuen Hände Beglei ganzer Wandel sey dein Ruhm! ten zu der ewgen Ruh. 10. Nur fann ich nicht viel geben In diesem armen Leben; M. Alles ist an Gottes Segen. Eins aber will ich thun. Es 655. Unter vielen taufend Deren soll dein Tod Bis Leib und Seele scheiden, Mir Freuden ich empfunden, Bleibt stets in meinem Herzen ruh'n. mir eine immer neu; Eine, wo 11. Ich wills vor Augen nach bittern Schmerzen Ich er setzen, Mich stets daran ergößen, fuhr in meinem Herzen, Wen Ich sey auch, wo ich sey. Es für mich gestorben sey. 2. Wenn Passionslieder. 419 2. Wenn sie Jesu Liebe wüß- 3. Die Jünger stärkten in der ten, Alle Menschen würden Chri- Trübfalsstunde Durch Wachen sten, Ließen alles andre stehn, und Gebet sich nicht im Bunde Sähen, ohne Furcht und Grauen, Mit ihrem Meister, fielen selbst vor Voll vom gläubigem Vertrauen Kummer In tiefen Schlummer. Alles andre untergehn. 4.» Der ihn verräth, ist da, der Herr soll sterben.<< Wie fürchten sie, mit Jeſu zu verM. Befieht du deine Wege. 656.ft muß ich bitter wei nen, Daß du ge- derben! Wo ist ihr Muth, bis storben bist, und mancher von in den Tod mit Freuden Für den Deinen Dich doch so leicht ihn zu leiden? vergißt. Von Liebe nur durch5. Uneingedenk des Hirten, drungen, Hast du so viel gethan, flieh'n die Schaafe. Er wird Haft uns das Heil errungen; verlassen, der die Todesstrafe Und, ach, wie denkt man dran! Unschuldig duldet, nur daß seine 2. Du stehst voll treuer Liebe Heerde Gerettet werde. Noch immer jedem bei; Du 6. welche Liebe! Jesu, bleibst, wenn keiner bliebe, Uns welche Treue! Du leidest, daß dennoch ewig treu. Die treuste der Mensch sich deiner freue. Liebe sieget; Um Ende fühlt Ach, laß uns nie mit zweifelnden man sie, Weint bitterlich und Gedanken Im Glauben wanken. schmieger Sich innig nur an sie. 7. Wer dich bekennet, fürchte 3. Ich habe sie empfunden; mehr als alles, Des Menschen Laß, Sefu, nicht von mir; Laß Schwachheit! Eingedenk des innig mich verbunden Auf ewig Falles Der bessern Jünger, such seyn mir dir! Einst schauen meine er, sein Vertrauen Auf dich zu Brüder Auch wieder himmel- bauen! wärts, Und finken dankbar nieder, Und fallen dir ans Herz. M. Herzliebster Jesu, was. 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehr' uns wachen, lehr' uns ernstlich 657. Bekenner Jefu, werdet beten! So werden wir im Kamnie vermnessen! Der pfe nicht erliegen; Wir werden Fall ist nah', sobald wir nur fiegen. vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden Auf Gott zu gründen. M. Freu dich sehr, o meine. 2. Dann gleichen selbst die 658. Gen mir tausendmal gegrüßet, Der mich feurigsten Entschlüsse Den leich je und je geliebt, Jefu, der du ten Dünsten, die durch Finster- selbst gebüßet Das, womit ich nisse Schnell in die Höhe schim- dich betrübt! Ach, wie ist mir mern und vergehen, Wie sie doch so wohl, Wenn ich betend entstehen. knieen foll 2n dem Kreuze, wo Od 2 du 420 Paffionslieder. du starbest, Und um meine Seele Voll Lieb' und Ehrfurcht anzu warbest! schaun! 2. Unbetend folgen wir dir 2. Ich umfang' im Geist und füffe Deiner theuren Wunden nach, Von Hohn zu Hohn, von Zahl, Schau mit Andacht jene Schmach zu Schmach; Wir Flüsse Deines Bluts, die Nä- schau'n zu deinem Kreuz hinan, gelmaal. O wer kann doch, Und fassens nicht und beten an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, Friedefürst, Den so sehr nach mir gedürft't, Dein so sehnliches betrat Dein Fuß den dornenvols Verlangen Fassen, und dich recht len Pfad; Auch uns strömt Friede, umfangen? Kraft und Ruh Aus deinem bits tern Leiden zu. 3. Heile mich, o Heil der 4. Daß Gott uns nun als Seelen, Der ich krank und traurig bin; Nimm die Schmerzen, Vater liebt, Dem Reuigen die die mich quälen, Alles Elend Schuld vergiebt, Daß, ob sie vor von mir hin, Das mir Adams dem Tod' auch bebt, Doch unsre Fall gebracht, Und ich selber mir Seele ewig lebt; 5. Daß fester als auf Felsen gemacht. Wird, o Arzt, dein Tod mich letzen, So wird sich steht, Was du uns lehrst, und mein Jammer setzen. nie vergeht Dein ewges Reich; 4. Schreibe, Jesu, deine Wun- den Trost von Gott Bringt uns, den Tief mir in mein Herz hin- Geopferter, dein Tod. ein, Daß sie bei mir alle Stun6. Uns scheide Tod und Leben den Mögen unvergessen seyn. nicht Von dir! Uch, ohne Trost Du bist doch mein höchstes Gut; und Licht Mit ungewissen Schrit Was acht' ich der Stürme Wuth, ten geht Des Lebens Pfad, wer Bleib ich nur zu deinen Füßen, dich verschmäht! Wirst du nur mir nicht entrissen. 5. Dich, mein Heiland, will M. Wie wohl ist mir, ich halten Fest, so fest ich immer 660. Bereite dich, o Chrift! kann. Sieh mein Herz, der Hände Falten, Siehe mich doch schmerzenvollen Golgatha, Auf freundlich an Von des hohen dessen fürchterlichen Höhen, Was Kreuzes Baum, Und gieb mei- nie ein Engel faßt, geschah. Er ner Bitte Raum, Sprich: laß wäg an diesem heilgen Orte Des all dein Trauern schwinden, Ich, sterbenden Erlösers Worte, Und ich tilge deine Sünden. rufe Gott um Glauben an. Sie können dir schon Trost im Leben, Sie sollen Troft im Tode geben, 659. Auch unser Geift er- Wenn hier dich nichts mehr trö M. Nun lasset uns den Leib. muntre fich, In dei- sten kann. nem Leiden, Jesu, dich, In dei- 2. Schon zeigt der Blutberg ner Marter, Angst und Graun, sich von weiten. Erschrick und zittre, Passionslieder. 421 jittre, frommes Herz! Sieh dei- des Todes Pforte Einst diese nen Retter, sieh ihn streiten, Und trostesvollen Worte Auch meis werde ganz Gefühl und Schmerz! ner Seele Trost verleih'n! hier hing, den Mördern überge- 6. Wer kann die hohen Leis ben, Am Holze Gottes Sohn, den fajsen, Als Chriftus an dem dein Leben, Und litt mit göttli Kreuze rief:» Mein Gott, wie cher Geduld. Was fühlt er nicht hast du mich verlassen!« Wie in diesen Stunden!- Nie hats beugt ihn unsre Last so tief! ein Sterblicher empfunden; Was hat der Sohn nicht da Und ach, allein für unsre Schuld! empfunden! Und doch blieb, selbst 3. Gelassen bei den größten in diesen Stunden, Sein Vater Schmerzen, Fleht er für seine feine Zuversicht. D du, von Feinde nun, Und ruft mit sanft Gott erquickt im Sterben, Laß muthvollem Herzen:» Sie wiss mich im Tode nicht verderben! fen, Gott, nicht, was sie thun.« Mein Herr und Gott verlaß Der Göttliche, der größte Beter mich nicht! Fleht liebreich noch für Missethä- 7. Der Fürst des Himmels ter, Die sich nur freuen seiner und der Erde Von allem, was Schmach. O Mensch, den Rach erquickt, entblößt, Wünscht, daß und Zorn verführen, Laß dich sein Durst gestillet werde. Wie durch dieses Beispiel rühren, Und theuer bin ich nicht erlöst! Der bete dem Versöhner nach. Heiland ruft noch um Erbarmen 4. Welch Beispiel kindlich Aus tausend hülfsbedürftgen Urfrommer Triebe, Als unter Lei- men, Die Hunger, Durst und ben ohne Zahl Der Herr dem Mangel drückt. O selig, wer Jünger seiner Liebe Die Mutter den Ruf erfüllet! Denn, wer sterbend noch empfahl! Ach, wird den Durst des Armen stillet, Der mein Aug' einst um die Meinen hat den Heiland selbst erquickt. In meiner letzten Stunde wei 8. Nun enden sich die schwenen; So soll dies Wort mirren Leiden. Der Heiland spricht: Trost verleihn. Der, als der Tod es ist vollbracht!< D Wort des schon um ihn schwebte, Die Sei- Sieges, Wort der Freuden! Du nen noch zu schützen strebte, Wird nimmst dem Tode seine Macht. auch der Meinen Pfleger seyn. Heil uns! Heil uns! Denn wer 5. Frohlockt, bußfertige Vers darf's wagen, Uns, die Erlösten, brecher; Wer glaubet, kommt zu verklagen? Er starb für uns; nicht ins Gericht. Hört, was sind wir nicht sein? Gieb, daß ju dem gebeugten Schächer Der am Ende meiner Tage Auch ich, Liebe Mund im Tode spricht. o Herr, mit Freuden sage: Es Du wirst so ruft er ihm ent- ist vollbracht! Ich bin nun dein. gegen, Noch heute, deines 9. Das letzte Wort aus deiGlaubens wegen, mit mir im nem Munde, Weltverföhner, Paradiese seyn. Herr, laß an sey auch mein! Laß es in meiner - - 422 Paffionslieder. ner Todesstunde Mir Muth und chen Herzen stehn! Und hat die Zuversicht verleihn! Du rufest: Tugend hier Beschwerden; So » Vater, ich befehle In deine laß mein Auge heller werden, Hände meine Seele, Die allen Und deiner Leiden Lohn mich sehn! Menschen Heil erwarb.« Nun M. Ach Gott und Herr. war das große Werk vollendet, Wozu der Vater ihn gesendet; 662. Herr Jesu Chriſt, Du Da neigt er sanft sein Haupt, und starb. Der Tilger meiner Sünden Bei Gott 10. Komm, deinen Mittler zu kann ich Allein durch dich Trost verehren, Ihn, deinen Heiland und Erbarmung finden. zu erhöhn! Wein' jetzt der wah2. Dir dankt mein Herz, Voll ren Buße Zähren, Christ, du Neu und Schmerz, Für alle deine haft ihn sterben sehn! Jetzt hat Leiden. Dein Wort erklärt Mir er deine Schuld getragen; Allein ihren Werth; Ich fühl' ihn nun der Held wird nach drei Tagen mit Freuden. Vom Grabe siegreich auferstehn. 3. Wer liebt, wie du, So Den freche Rotten hier entehr- meine Ruh, Und wer kann ſo ten, Den wirst du einst bei den Verklärten Zur Rechten seines fie lieben? Du littest Qual Aus eigner Wahl, Uus göttlich hohen Vaters sehn. Trieben. In voriger Melodie. 4. Mein Heil zu seyn, Mich 661. Vollendeter, bei deinen zu befrein Von jener Zukunft Schmerzen Schwör Schrecken, Starbft du für mich, ich, dir ewig treu zu seyn, Ganz Und ließest dich Mit Schimpf bir mit dankerfülltem Herzen und Schmach bedecken. Mich lebend, sterbend nur zu 5. Wie kann ich dir Voll weihn; Dir nachzudulden, ists Dankbegier Das, was du thatst, dein Wille, Dir gleich in meines vergelten? Was ist mein Dank, Lebens Stille, In Müh und Mein Lobgesang Hier und in Arbeit, ohne Ruh Durch Wohl- höhern Welten? thun Menschen zu beglücken, Den, 6. 3u schwach bin ich, Um der mich haßte, zu erquicken, würdig dich, Heiland, zu er Und sanften Sinns zu seyn, wie du. heben. Mein Dank sey der, Dir, 2. O laß den hohen, theuren Heiligster, Nur dir allein zu leben. Glauben, Daß du mir sterbend 7. Und doch fehlt mir Der Heil erwarbst, mir nichts, nichts Eifer, dir Mein ganzes Herz zu jenen Trost mir rauben, Caß weihen. D schenke du Mir Kraft du auch mir zum Segen starbst! dazu! Nur du kannst sie verleihen. Lockt mich zu ihren falschen Freu 8. Gestärkt durch dich, D den Die Welt; so laß dein bitt- Herr, will ich Den Reiz der res Leiden Vor meinem schwa- Sünde fliehen. Gieb, daß ich treu Passionslieder. 423 treu Dir immer sey, Und segne 6. Der am Kreuz ist meine mein Bemühen. Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund! Benn ich, wie ein Staub verstiebe, Wird mein m. Freu dich sehr, o meine. 663.D er am Kreuz ist Geist mit Gott vereint. Da, da meine Liebe; Ja, schau ich Gottes Sohn, Erndte ich liebe Jesum Christ. Weg seines Kreuzes Lohn. Der am von mir des Eiteln Liebe, Alles. Kreuz ist meine Liebe, Dem ich was ungöttlich ist! Fleischesluft treu zu seyn mich übe. ist nicht von Gott, Was sie bringt, ist Fluch und Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem 664.* ich treu zu seyn mich übe. M. Herzlich thut mich verlangen. Haupt voll Blut und Wunden, Voll 2. Der am Kreuz ist meine Jammer, Schmerz und Hohn! Liebe, Frevler, was befremdets Otheures Haupt, umwunden dich, Daß ich mich im Glauben Mit einer Dornenkron'! Haupt, übe? Jesus gab sich selbst für wo mit sanften Strahlen Auch mich. Er ist in der Noth mein noch am Kreuze hier Sich Huld Schild, Schafft in mir sein Eben- und Liebe malen, Gegrüßet senst du mir! bild. Der am Kreuz ist zc. 2. Herr, wie bist du gebeu3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir ver- get! Vor dessen Majestät Sich hast! Weh mir, wenn ich den selbst der Engel neiget, Und in betrübe, Der für mich am Kreuz Entzückung steht. Es traf dich betrübe, Der für mich am Kreuz Schmerz auf Schmerzen, Es erblast! Kreuzigt' ich nicht GotSchmach, Es lag auf deinem Herzen Angst, Blut mit Hohn? Der am Kreuz ic. die das Herz dir brach. tes Sohn? Trát ich nicht sein folgte Schmach auf 4. Der am Kreuz ist meine 3. Die Geißel schlägt dir WunLiebe, Was ist mir noch fürch- den, In Strömen fließt dein terlich? Schweig, Gewissen! Er, Blut; Doch, was du da emdie Liebe, Jesus opfert sich für pfunden, Stillt nicht der Feinde mich. Schaue, wie er blutend Wuth. Es floh'n selbst deine ringt Mit der Sünd', und sie Freunde, Du warst der Leute bezwingt! Der am Kreuz ic. Spott. Dich höhnten deine 5. Der am Kreuz ist meine Feinde: Wo ist denn nun fein Liebe; Von ihm trennt mich Gott? keine Noth, Hunger, Blöße, 4. Uch, Herr, was du erdulSündentriebe, Ja, selbst nicht det, Das ist auch meine Last, der Marter Tød, Nicht Gewalt, Ich hab es selbst verschuldet, nicht Gold noch Ruhm, Engel Was du getragen hast. Schau nicht, kein Fürstenthum. Der her hier steh' ich Armer, Der de Fluch verdienet hat, Und hilf mir, am Kreuz 2c. 424 Paffionslieder. mir, mein Erbarmer, Von mei-| Bilde, Herr, deine Kreuzesnoth, ner Missethat! Da will ich nach dir blicken, 5. Erkenne mich, mein Hü- Da will ich glaubensvoll Mein ter! Mein Hirte, nimm mich Herz an dir erquicken. Wer so an! Du hast, Quell aller Gü- stirbt, der stirbt wohl. ter, Viel Gutes mir gethan. Du haft mein Herz gelabet, Gestärket M. Jesu, meines Lebens. meine Bruſt; Dein Geiſt hat mich 665.* efu, der du wollteſt begabet Mit hoher Himmelslust. 6. Im Geist am Kreuze ste- Sünden aller Welt Durch dein hen Will ich, verwirf mich nicht! theures Blutvergießen, Der du Von dir will ich nicht gehen, dich haft dargestellt, Als ein O meine Zuversicht! Wo soll Opfer für die Sünder, Die ver ich Ruhe finden, Wenn du mich, irrten Adamskinder; Ach, laß Herr, nicht liebst? Wo Reini- deine Todespein Nicht an mit gung von Sünden, Wenn du verloren seyn! fie mir nicht giebst? 2. Rette mich durch deine 7. Wie wohl ist meinem Her- Plagen, Wenn mich meine Sünde zen An deines Kreuzes Stamm! plagt. Laß, ach, laß mich nicht Du trägest Spott und Schmer- verzagen, Weil du haft für mich zen Für mich, o Gotteslamm. gezagt! Hilf, daß mich dein Könnt' ich, o du mein Leben, Angstschweiß kühle, Wenn ich Für dich, o meine Zier, Mein Drangsalshiße fühle. Uch, laß Leben auch hingeben, Wie wohl deine zc. gefchähe mir! 3. Mache mich durch deine 8. Ich danke dir von Herzen, Bande Von des Satans BanJefu, liebster Freund, Für den frei. Hilf, daß deine Schmach deine Todesschmerzen. Wie gut und Schande Meine Kren' und hast du's gemeint! Ach, gieb, Ehre sey. Trost der Seelen, daß ich mich halte 3u dir mit Heil der Erden, Laß mich nicht fester Treu, Und wenn ich einst zu Schanden werden! Ach, laß erkalte, In dir mein Ende sey. deine 2c. 9. Wenn ich einmal soll schei4. Rede durch dein göttlich den, So scheide nicht von mir; Schweigen, Liebster Jesu, mir Wenn ich den Tod soll leiden, das Wort, Wenn mich Sünden So tritt du dann herfür. Und überzeugen und verklagen fort wenn am allerbängsten Mir um und fort. Wenn mein bös Gedas Herz wird seyn, So reiß wissen schreiet, Und mir mit mich aus den lengsten Kraft Verdammniß drauet, Dann laß deiner Angst und Pein. deine 2c. 10. Erscheine mir zum Schil5. Laß mich Freudenrosen de; Gieb Trost und Kraft im brechen, Liebster Jesu, meine Zier Tod', Und laß mich seh'n im Von den Dornen, die dich stechen. Jefu, Passionslieder. 425 die Sünde mir nicht schade. Uch, laß deine 2c. Jesu, halte dich zu mir! Kröne M. Herr Jesu, meines Lebens. mich mit Huld und Gnade, Daß 666.* Der für mich litte, heil'ge mich! Mein Auge heft' er stets auf sich! Der 6. Heile des Gewissens Strie- für mich ward am Kreuz vermen, Nimm mir dieser Schmer- wundt, Der mache mir Verge: zen Last Durch die Geißeln, bung kund! Strick' und Riemen, Welche du 2. Wie auf des Speeres To: gefüblet hast, Daß ich böser desstoß Das Blut aus seiner Knecht der Sünde Satans Stricke Seite floß: So fließe bangen nicht empfinde. Ach, laß deine ic. Seelen Ruh Aus ihres Heilands 7. Ach, laß deine tiefe Wun Wunden zu! den Frische Lebensbrunnen, seyn, 3. Er lag auf seinem Unges Wenn mir alle Kraft verschwunsicht, 3u flehn um Gnade im den, Wenn ich schmacht' in See- Gericht. Sein Flehn, fein Kreuz, lenpein! Senk' in Ubgrund dei- sein Tod allein Soll mir im ner Gnaden Alle Schuld, die Tode Ruh verleih'n. mich beladen. Ach, laß deine ic. 4. Jesu Christ, erhöre mich! 8. Uch, brich die verdiente Wenn du willst meine Freistatt Ich flieh zu dir, umfasse dich. Ruthe, Und erzeige Gnad' und seyn, So acht' ich nicht des Toz Huld! Mittler, tilg' mit deinem des Pein. Blute Meine schwere Sündenschuld. Laß mich in der Angst von Sünden Ruh' in deinen Wunden finden. Ach, laß deine ic. ner Noth, So wird ein Schlum 5. Blickst du mich an in meider hier mein Retter war, Dich mer mir mein Tod; Und dich, preis ich mit der Engel Schaar. 9. Hilf, daß mir dein Dursten nüße, Das am Kreuze dich geplagt. Wenn ich sterbend lechz' M. Christus der ist mein Leben. und schwitze, Wenn mich meine Sünde nagt, Uch dann stille 667.* Die Sonne stand verfinstert; Um Tage mein Gewissen, Laß mir Lebens- ward es Nacht. Nun hatt' er ströme fließen! Uch, laß deine 2c. überwunden, Und sprach: es ist 10. Jesu, komm, mich zu be- vollbracht! freien Durch dein lautes Angst- 2. Der Erde furchtbar Bes geschrei! Wenn viel tausend Sün- ben Hob das Gebirg' empor, den schreien, Stehe dann mir und Gottes Todte gingen Aus Urmen bei. Wenn mir Kraft ihrer Gruft hervor. und Sprach' entfallen, Laß mich 3. Den Todesüberwinder Umfanft von hinnen wallen. Las gab des Grabes Nacht; Und mir deine Todespein Leben, und Himmel seyn! Heil Gottes Engel jauchzten: Er hats, er hats vollbracht! 4. Das Opfer für die Sün der 426 Paffionslieder. der War dargebracht vor Gott Ach, was kann mein Herz dir Er starb; und Heil und Leben geben? Welches Lob soll dich Erwarb uns Christi Tod. erheben? Heiliger, ach, welche Gaben Willst du von mir Sünder haben? 2. Haß des Bösen, fromme Triebe, Edle Thaten, Menschen5. Nun wird kein Opfer wie der In Ewigkeit gebracht. Der, den sein Volk erwürgte, Der hat es ganz vollbracht. 6. du, der mich versöhnte liebe; Dies sind, Retter meiner Dem Richter aller Welt, Du Seele, Deine freundlichen Be haft das Heil der Erde Allmäch- fehle. Hilf mir selbst, mich zu tig_hergestellt! bestreben, Deinem Vorbild nach7. Nun wohnt in ew'gem zuleben, So nur kann ich dir Frieden Das menschliche Ge- gefallen, Und zu deinem Himschlecht; Und du regierst die mel wallen. Völker Mit Wahrheit und mit Recht. M. Ich hab' mein' Sach' Gott. 8. Du kömmſt und führst die 669. Gott, erhöre du Deinen In deines Vaters Reich. das Fleh'n Der Du machst an Heil und Würde Christen, die am Grabe stehn, Sie deinen Engeln gleich. Die heut fich nahn der Ewig9. Wie herrlich ist dein Name! keit, Nun bald befreit Von die Wie groß ist deine Macht! Preis fes Lebens Eitelkeit! dir und Dank und Ehre! Du 2. Des Lebens und des To: haft dein Werk vollbracht. des Herr! Wie schnell fließt doch 10. Laß mich dein Beispiel die Zeit daher! Du hast gezähstärken, Daß ich im Glauben let all ihr Haar, Ihr Todesjahr treu, Und standhaft in der Liebe Bestimmt, als keine Zeit noch war. Bis an mein Ende sey. 3. Erfüllt ist ihrer Leiden Zahl; 11. Darf ich den Tod noch Sie weinen heut zum letztenmal. fürchten, Der mich zum Grabe Sey du in ihrer letzten Noth rafft? Auch ich, ich überwinde Ihr Gott, ihr Gott! Ein SchlumDurch deines Todes Kraft. mer sey für sie der Tod! 12. Du führst mich hin zum 4. Hilf, Herr, im letzten ban Ziele; Vollbracht ist dann mein gen Schmerz, Und stärke das Lauf. Dann nimmt in feine beklemmte Herz, Damit auch in Hände Auch mich dein Vater auf. des Leidens Wuth Es, reich an Muth, Getrost in deinen Händen ruht. M. Schmücke dich, o liebe. 668. Jefu, du haft ausge5. Erfülle sie mit deiner Ruh; rungen, Haft dich Sanft führe sie dem Ziele zu! himmelan geschwungen; Sieh, Geist Gottes, laß fie voll Berich reiße mich vom Staube, Und traun Auf Jesum schaun, Auf dein Kreuz umfaßt mein Glaube! Jesum in des Todes Graun! 6. Von Passionslieder. Osterlieder. 427 6. Von ihnen sey, o Geist des| 8. 3u sterben, Herr, gieb ihHerrn, In diesen Stunden doch nen Muth, Durch Jesu Todes: nicht fern! In deiner Kraft laß, schweiß und Blut, Vergoffen in wenn sie flehn, Sie trostvoll Gethsemane, Und auf der Höh', fehn, Daß du sie liebst, zu dem Der Schädelstätte dunklen Höh. fie flehn. 9. Entschlummert! Geht vor7. Sey ihnen, Gott, nicht an zu Gott! Euch segne, segne fürchterlich! Erbarme, Richter, unser Gott! Wenn euer sterbend ihrer dich! Ach, aus der Tiefe Auge bricht, Erschein' das Licht rufen fie! Erlöse sie, Erlöse, Euch dort von Gottes Ungesicht. Gott, erlöse sie! Osterlieder. M. Herr Gott dich loben wir. mit Psalter und Gesang Nun 670. Auf Felfen liegt ihr preiset, der den Tod bezwang. Grund, Und ewig Auch wir sind, Herr, von ist der Bund, Den Gott mit jener Schaar Ein Häuflein, das der Gemeine macht. Sie schreckt du wunderbar, als es im Tonun nicht des Todes Nacht; desschlummer lag, Umstrahltest Sein großer Tag, sein Weltge mit des Lebens Tag. Preis, richt, Selbst dies schreckt die Ge- Herr, dir, daß du auferstandst! meine nicht. Besprengt mit und überwandst, und überwandst! Jesu Blut ist sie Sein Tempel, Die Erde zitterte, da sprang und vergehet nie. Des Grabmahls Fels zurück, da Ihr Heiland Jesus Christ, drang, Durch den mein Staub Er, der ihr Mittler ist, einst auch erwacht, Der Herr Ihr König, Herr und Gott durch seines Todes Nacht. Auf, Bezwang, bezwang den Tod. laßt uns feiern, laßt uns gehn, Sie macht sich auf, fie eilt, und glaubend seine Wunden wird Licht, Des Herrn Gemei- sehn! Die bluteten, jetzt strahlen ne; denn ihr Licht, Ihr Heil, sie. Wer sie im Glauben sieht, ihr ewges Heil geht auf, Um stirbt nie. Dem Sünder strahTodeshügel wieder auf. Nun len sie Gericht; Bös ist ſein blutvoll nicht, nicht sterblich mehr, Herz, drum glaubt er nicht. Tritt er den Staub, und glänzt Erhalt, Herr, unsre Herzen rein, daher. Vom Tode los, vom Und laß uns, laß uns standhaft Grabe fern, Geht auf die Herr- seyn! lichkeit des Herrn. Verbreitet Wir wandeln noch am Grab, bist du wunderbar, Gemeine! und schaun Zu oft noch auf den zahllos ist die Schaar, Die den Tod mit Graun. Die Salbung, die 428 Ofterlieder. die vom Himmel fließt, In Gna- 5. Du fährest in die Höhe, dedurstende sich gießt, Durch Und zeigest mir die Bahn, Wo. deiner Auferstehung Kraft In hin ich endlich gehe, Wo ich dich uns ein neues Leben schafft, finden kann. Dort ist es sicher Des Geistes Salbung send' uns wohnen, Und lauter Glanz um Gott, So freun wir uns auf dich; Da warten Himmelskros unsern Tod; So sind wir dein, nen In deiner Hand auf mich. so sind wir dein, So werden wirs auch ewig seyn. Amen! 6. O meines Lebens Leben! O meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben In meiner leg ten Noth, Und meine Ruhstadt M. Herzlich thut mich verlangen. 671.* ch geh' zu deinem machen In deiner Liebe Gruft; Grabe, Erhabner Da werd' ich einst erwachen, Siegesfürst, Weil ich die Hoff- Wenn deine Stimme ruft. nung habe, Daß du mir zeigen, 7. Du wirst den Hügel zei wirft, Wie man kann ruhig ster- gen, Wo man gen Himmel fährt. ben, Und fröhlich auferstehn, Wie Da werd' ich fröhlich steigen, mit den Himmelserben Ins Land Bis daß ich eingekehrt In's Him des Lebens gehn. mels Friedenshäuser, Wo du bist einst da. 2. Du ruhest in der Erde, ewig nah'. Da trägt man Sie Und haft sie eingeweiht, Wenn gesreiser. Ich kämpf, und bin ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Usch M. Wer nur den lieben Gett. und Staub vermehrt, Weil dir 672. Mein Jeſus lebt, ich nicht doch allerwegen Die Erde zugehört. Hier steht mein Haupt und tri: 3. Du schläfft in deinem umphirt. Drum werd' ich auch Grabe, Daß ich auch meine Ruh das Leben erben, Weil Noth und Un diesem Orte habe, Drückst Tod die Macht verliert. Mein mir die Augen zu; Drum soll Herz erbebet nun nicht mehr; mir gar nicht grauen, Wenn Mein Jesus lebt, das Grab ist leer. mein Geficht vergeht; Ich werde 2. Mein Jesus fiegt, ihm liegt den doch schauen, Der mir zur zu Füßen, Was mir das Leben Seite steht. rauben kann. Sein Tod muß 4. Dein Grab war wohl ver- meinen Tod versüßen, Mir wird siegelt; Du brichst es doch ent- der Satan unterthan. Der Höl zwei. Wenn mich der Tod verlen Abgrund selbst erbebt, Denn riegelt, So bin ich dennoch frei. überall schallts: Jefus lebt! Du wirst den Stein schon rücken, 3. Mein Jesus lebt, das Grab Der auch mein Grab bedeckt; ist offen; Drum geh' ich freudig Da werd' ich dich erblicken, Der in die Gruft. Auch noch im mich vom Tode weckt. Tode kann ich hoffen, Daß mich fein Ofterlieder. 429 fein Wort ins Leben ruft. Wie alle Macht verloren, Und wir füß schallt mir die Stimme hier: sind neu geboren. Schleb', und ihr lebt auch mit mir! 5. O daß wir deinen theuern 4. Mein Jesus bleibt mein Sieg Lebendig möchten kennen! Heil, mein Leben, Er lebt in Für dich nach deinem schweren meinem Herzen hier; Und soll Krieg Im Glauben möchten ich ihm mein Leben geben: Der brennen! Denn anders nicht Tod ist doch nicht schrecklich mir, Rann, Herr, dein Licht Uns in Weil er mich in den Himmel das Leben führen, Wenn wir hebt, So wahr, als Jesus ist nicht Glauben spüren. und lebt. 6. So komm denn selbst in ( unser Herz, O Jesu, Fürst der Mel. Was Gott thut, das ist. Ehren! Bertilge Zweifel, Furcht 673.* auferstandner Sie- und Schmerz; Laß Trost und gesfürst, Du Le Muth sich mehren, Daß wir in dir Die offne Thür Zur ewgen Ruhe finden, Und auferstehn von Sünden. ben aller Leben! Heil bringst du, Frieden, da du wirst Zur Freude uns gegeben. Für unsre Noth Littst du den Tod; Jetzt bist du 7. Ach, hilf, daß wir zur auferstanden, Und frei von Todesbanden. rechten Zeit 3u dir, o Jesu, kommen Mit tiefer Reu und 2. Die Last von unsrer Sün- wahrem Leid! Der Sündendenschulb Ließ dich in Fesseln schuld entnommen, Laß uns in fallen; Du gabeft dich aus gro- Eil Zu deinem Heil Im Glaus ßer Huld Am Kreuz zum Heil ben uns begeben, Und Buße uns allen. Nun sind wir frei thun, und leben. Von Sclaverei, Wir sind nicht 8. Bertreib den Schlaf der mehr gefangen; Du bist hervor- Sicherheit, Laß an des Lebens gegangen. Morgen 3u suchen dich uns seyn 3. Nun bricht uns wieder bereit; Du bleibst uns nicht fröhlich auf Die rechte Gnaden verborgen. Bom Sündengrab sonne; Die uns erstarb in ih- Hilf weichen ab; Du bist her. rem Lauf, Giebt Strahlen neuer vorgebrochen, Haft unsre Schmach Bonne Mit Freudenöl Haft gerochen. du die Seel' Gesalbt, und dir 9. Laß uns, Herr, mit dir erkoren, Was vormals war ver- auferstehn Uus unserm Sündenloren. grabe. Wir wollen oft das Licht 4. Die Kraft von deiner Ma- nicht sehn, Die Kraft von deiner jestät Bricht selbst durch Grab Gabe, Die deine Macht Zu uns und Steine; Dein Sieg ists, gebracht; Führ' uns hinaus zum der uns mit erhöht 3um hellen Leben, Laß fest an dir uns kleben. Gnadenscheine. Des Todes 10. Es liegen tausend Hüter Wuth, Der Hölle Gluth Hat bier. Die unser Herz berennen Daß 430 Ofterlieder. Daß wir durch dieses Grabes heute durch des Todes Thor Thür Zu dir nicht kommen kön- Gebrochen aus dem Grab hervor, nen. Der Sünden Macht Hält Der ganzen Welt zur Wonne. hier die Wacht; Die Welt mit 2. Steh aus dem Grab der ihren Schätzen Sucht uns nur Sünden auf, Und führ' ein neues zu ergößen. Leben; Vollend' im Glauben 11. Die Wollust, Sorge, deinen Lauf, Und laß dein Herz Neid und Geld Sind hier die sich heben Gen Himmel, wo dein stärksten Riegel; Der Pharisäer Jesus ist. Was droben ist, such dieser Welt Giebt Heuchelei zum als ein Christ, Der geistlich auf Siegel. Wer wälzet ab Von erstanden. diesem Grab' Den schweren 3. Vergiß nur, was dahinten Stein der Sünden, Den wir so ist! Tracht hin nach dem, was tief empfinden? droben, Damit dein Herz in jeder 12. Herr Jesu, deine Macht Frist Zu Jesu sey erhoben. Tritt allein Kann diese Fesseln lösen; unter dich die arge Welt, Und Laß uns nur treu und wachsam strebe nach des Himmels Zelt, seyn, zu widerstehn dem Bösen. Wo Jesus sich läßt finden. Wälz ab den Stein, Und führ' 4. Quält dich der Sorge uns ein Zum Reiche deiner Gna- schwerer Stein; Dein Jesus den, Wo uns kein Feind kann wird ihn heben. Ein Christ kann schaden. auch bei Kreuzespein In Freud' 13. Erscheine uns mit deiner und Wonne leben. Wirf dein Güt', Wenn wir in Buße wei- Anliegen auf den Herrn, Und nen. Den theuern Frieden theil sorge nicht, er ist nicht fern; uns mit, Den du versprachst den Denn er ist auferstanden. Deinen; So können wir, 5. Mit Salome und MagdaO Gra Held, mit dir Die rechten Ostern len' Eil auch im Geist zum feiern, Und uns in dir erneuern. be, Die früh dahin aus Liebe 14. O laß das wahre Aufer: gehn Mit ihrer frommen Gabe; stehn Auch uns in uns erfahren, So wirst du sehn, daß Jesus Und aus des Todes Grabe gehn! Christ Vom Tode heut' erstan Laß uns den Schatz bewahren, den ist, und nicht im Grab zu Das theure Pfand, Das deine finden. Hand Bum Siegel uns gegeben, So gehn wir ein zum Leben. M. Allein Gott in der Höh'. 674.* Mach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn' ist aufgegangen! Er muntre dich, mein ganzer Sinn, Den Heiland zu umfangen, Der 7. Drum auf, mein Herz, bes 6. Es hat der Löw' aus Ju da's Stamm Heut glorreich über wunden, Und das erwürgte Got tes- Lamm Hat uns zum Heil gefunden Das Leben, die Ge rechtigkeit, Weil er nach treu durchkämpftem Streit Den Feind zur Schau getragen. ginn Osterlieder. Himmelfahrtslieder. 431 ginn den Streit! Der Herr hat! 9. Ach, mein Herr Jesu, der überwunden. Für dich ist auch du bist Bom Tode auferstanden, der Sieg bereit; Denn er, er Rett uns aus Satans Macht hat gebunden Der Feinde Macht, und List Und aus des Todes daß du aufstehst, Und in ein Banden! Laß deine Jünger ins: neues Leben gehst, Und Gott im gemein Des neuen Lebens fich Glauben dienest. erfreun, Daß du uns hast erworben! TAS 8. Scheu weder Satan, Welt noch Tod; Scheu nicht der Hölle 10. Sen hochgelobt in dieser Rachen! Dein Jesus lebt, es Zeit Von allen Gotteskindern, hat nicht Noth; Er ist noch bei Und ewig in der Herrlichkeit denSchwachen, Beiseinen Treuen Von allen Ueberwindern, Die in der Welt Als ein gekrönter überwunden durch dein Blut! Siegesheld; Drum wirst du Herr Jefu gieb uns Kraft und überwinden. Muth, Daß wir auch überwinden! Himmelfahrtslieder. 675. M. Wie schön leuchtet der. es kommt von dir Auf uns Licht, wundergroßer Sie Troft und Leben; Heil, Friede, gesheld! Versöhner Freude, Stärk' und Kraft, Und einer ganzen Welt, Du hast dich was uns sonst Erquickung schafft, nun gesetzet Zur rechten Hand Wird uns von dir gegeben. Rühre, der höchsten Kraft. Dein Arm Führe, Ewge Güte, Mein Ges hat dir den Sieg verschafft, Durch müthe, Daß dichs preise, Dir den du, unverletzet, Mächtig, Lob, Ehr' und Ruhm erweiſe. Prächtig Triumphirest Und regie4. 3euch, Jesu, uns, zeuch uns rest. Tod und Leben Sind dir zu dir! Hilf, daß wir künftig nunmehr übergeben. für und für Nach deinem Ret= 2. Dir dienen alle Seraphim, che trachten. Laß unser Thun Dir jauchzen sie mit hoher Stimm, und Wandel rein, Und unser Dich, ihren Herrn zu loben. Du Herz voll Demuth seyn, Wu' haft den Segen wiederbracht, leppigkeit verachten. Unart, HofMit Majestät und großer Pracht fahrt Laß uns meiden, ChristGen Himmel dich erhoben. Sin- lich leiden, Wohl ergründen, Wo get, Bringet Ruhm ihm, ehret die Gnade sey zu finden. Den, der fähret Auf gen Him- 5. Sey, Jesu, unser Schutz mel Aus dem niedern Weltge-[ und Schat, Sey unser Ruhm tümmel! und fester Plak, Worauf wir 3. Du bist das Haupt, hin- uns verlassen! Laß suchen uns, gegen wir Sind Glieder, und was droben ist! Auf Erden wohnt 432 Himmelfahrtslieder. Pfingstlieder. wohnt viel Trug und List, Sind 2. 3euch uns nach dir! Nur viele, die uns haffen. Lügen, die Begier Nach dir reiß' uns Trügen, Angst und Plagen, Ach, von hinnen, So werden wir wie nagen Und wie quälen Sie nicht länger hier Auf Eitelkeiten so viele Christenseelen! finnen. - 3. 3euch uns nach dir! Herr Christ, ach, führ' Uns deine Him6. Herr Jesu auf dem Gnadenthron! Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn! Komm stille mein Verlangen! Du bist auch uns, melsstege! Wir irren leicht, Sind auch uns zu gut, D Jesu, durch abgeneigt Vom rechten Lebens. dein theures Blut Ins Heiligthum gegangen. Dafür Soll dir 4. Zeuch uns nach dir! So Von uns allen Dank erschallen; folgen wir Dir nach in deinen Ohn' Aufhören Wollen wir dich freudig ehren. wege. Himmel, Daß uns nicht mehr Drück und beschwer' Das lose Weltgetümmel. M. Ach Gott und Herr. 5. 3euch uns nach dir Stets 676.* 3euch uns nach dir, für und für! Gieb, daß wir dir So kommen wir nachfahren Hin in dein Reich, Mit herzlichem Verlangen Hin, Und mach uns gleich Den auss wo du bist, O Jesu Christ, Aus erwählten Schaaren. dieser Welt gegangen. Pfingstlieder. M. Herr Gott dich loben wir.[ men Schaar, Die glaubensvoll 677, Non Gottes Throne versammelt war, Dich, ihr ver fließt Ein Strom, heißnes Licht zu schaun Und dann der lauter ist, Hell wie Krystall, des Siegers Reich zu baun, durch Gottes Stadt, Die er sich Mit Muth in alle Welt zu gehn, selbst gegründet hat. Des Le Vor Königen mit Muth zu stehn, bens Baum, durch dessen Frucht 3u preisen den, der für uns Gefund wird, wer Genesung starb, Uns Speil, uns ew'ges sucht, Den wässert dieser Strom; Heil erwarb, Nicht Hohn, nicht er stillt Des Pilgers Durst, und Schmach, Nicht Qual zu scheun, ist dein Bild: Und treu bis in den Tod zu feyn. Als eines Sturmwinds Stimm' erscholl, Da wurden sie, Geist, deiner voll. Heiliger, heiliger, Liebender, tröstender, Allbelebender Geist, Der uns der Welt entreißt! Vom Sturme zitterte bas Du strömtest auf der From- Haus, Da goß der Herr auf fie Pfingstlieder. 433 fie dich aus. Du weihtest fie Du Tröster aller Frommen, Wir mit Flammen ein, Denn sicht- beten, daß du mögst Zu uns mit bar soll dein Wunder seyn. In Segen kommen. Auf dich sind fremden Sprachen macht ihr wir getauft; Vollführ in uns Mund Die großen Thaten Got dein Umt, Des Glaubens Früchte tes kund. Das Volk entsetzt schenk Uns reichlich alleſammt. fich; wer es hört, Und nur nicht 3. Du edler, guter Geist, spottet, wird bekehrt. Wer nur Laß deine heil'ge Flammen Durch in ihrem Schatten weilt, Der aller Herzen gehn, Und füge fie Kranke wird durch sie geheilt; zusammen. Bei Christi LiebesUnd wenns der Zeugen Mund mahl Willst du geschäftig seyn; gebot, Entfloh von ihnen selbst Uch, präge Christi Sinn Uns der Tod. allen kräftig ein! So stärkt sie Gott, so führt 4. Wir sind zu Christi Leib er fie. Das Heil des Mittlers Uls Glieder auserkoren, Durch bringen sie 3u jeder fernen Na- deine Gnadenkraft In Christo tion; Und aller Heil wird Got- neu geboren; Gieb,- deine Gas tes Sohn. Das Höchste, was ben sind, O Geist, so manchere fie lehren, ist nur deine Lieb', lei, Daß jeder auch an ihm o Jesu Christ! Ein lebend Gliedmaaß sey. Von Ewigkeit hat er geliebt. 5. Uns lehret Christi Tisch Heil dem, der Jesum Christum Fried' und Gemeinschaft haben, liebt, Ihn und den Bruder, den Und dazu dienen auch, Geist sein Ruf Auch mit zu jenem Gottes, deine Gaben. Wenn Leben schuf! du, der uns der nun der Menschen Feind Uns Welt entreißt, Des Vaters und liftig trennen will, So wehr' des Sohnes Geist, Zur Liebe ihm, daß wir seyn Stets frieds Chrifti flamm' uns an, So wan- sam, fromm und still. - deln wir des Lebens Bahn: 6. Gieb, was dem Wissen So haben wir, Geist Gottes, fehlt, Das doch nur Stückwerk Theil Un Jesu Christi ew'gem bleibet; Laß, was den Willen Heil. Amen. M. O Gott, du frommer Gott. 678. Kommt, Seelen, die lockt, Und zum Verderben treibet, Durch dich, o. Himmels= licht, Durch deinen Glanz verz gehn; Laß uns in Gottes Kraft ser Tag Muß hei- Getroft und gläubig stehn! lig seyn besungen! Sprecht Got- 7. Ben Gottes Geist beseelt, tes Thaten aus mit neuerweck- Wen Gottes Wort beweget, Und ten Bungen! Heut hat des Höch- wer die Erstlinge Von seiner sten Geist Biel Helden ausge- Gnade träget, Der stimme mit rüst't; Drum betet, daß er auch uns ein, und preise Gottes Sich hier auf uns ergießt. Treu! Sie ist an diesem Fest 2. Ja, heil'ger, ew'ger Geist, und alle Morgen neu. Ee 679, Der 434 Pfingstlieder. M. Freu dich sehr v meine Seele.fel'ges Ende Herrlich sich an er du uns als Va- mir vollende! 679. ter liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, M. Komm heil'ger Geist. die dich bitten, giebest, Ja uns 680. reis, Welterlöfer, um ihn bitten heißt, DemuthsPreis sey dir! Du voll fleh ich zu dir: Vater, send fandtest deinen Geist; auch wir, ihn auch zu mir, Daß er mei: Wir sollen Theil an seinen Gas nen Geist erneue, Und ihn dir ben, Theil ewig an dem Him. zum Tempel weihe! om mel haben. Er giebt in unsrer 2. Ohne ihn fehlt meinem Wis- Pilgerschaft Dem Geiste Licht, fen Leben, Kraft und Frucht- dem Herzen Kraft, Den Lauf barkeit; Und mein Herz bleibt zum Ziele zu vollbringen, Und dir entrissen, Stets dem Dienst einst die Krone zu erringen. der Welt geweiht, Wenn er Halleluja! Halleluja! nicht durch seine Kraft Die Ge- 2. Durch deines Geistes Troft finnung in mir schafft, Daß ich erfreut, Wagt deiner. Boten dir mich ganz ergebe, Und zu Schaar den Streit; Kämpft gedeiner Ehre lebe. gen falscher Götter Heere, Und 3. Auch dich kann ich nicht siegt durch deines Kreuzes Lehre. erkennen, Jesu, noch mit ächter Begabt mit Stärke, ging ihr Treu Meinen Gott und Herrn Wort Bis an der Erde Gränzen dich nennen, Stehet mir dein fort, Erleuchtete die Nationen, Geist nicht bei. Drum fo laß! Und drang von Hütten zu den ihn kräftiglich In mir wirken, Thronen. Halleluja! Halleluja! daß ich dich Glaubensvoll ais 3. D send' ihn auch zu uns, Mittler ehre, Und auf deine den Geist, Der uns den Weg Simme höre. au zur Wahrheit weift! Ach, dune 4. Ew'ge Quelle wahrer Gü- ket sind des Lebens Pfade; Er. ter, Hochgelobter Gottes Geist, leuchte sie durch deine Gnade. Der du menschliche Gemüther Er lehr uns Gottes Heil vers Besserst, und mit Troft erfreust, stehn, Er leit' uns, wenn wir Nach dir, ach! verlangt auch irre gehn; Und wenn wir strau mich. Ich ergebe mich an dich. cheln und ermüden, Dann stärk' Mache mich zu Gottes Preise er uns durch Gottes Frieden. Heilig und zum Himmel weise. Halleluja! Halleluja! 5. Was ich Gutes in mir 4. Hier, in dem Heiligthum findet, Ist dein Gnadenwerk in des Herrn, Hier warten deiner, mir; Selbst den Trieb hast du Geift des Herrn, Wir Christen, entzündet, Daß mein Herz ver- unsers Hauptes Glieder. Komm langt nach dir. O so sebe durch segenvoll auf uns hernieder. Hilf dein Wort, Deine Gnadenwir-/ uns, gieb dem Verstande Licht, tung fort. Bis fie durch ein Dem Herzen Muth und Zuver ficht, Vom dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Geist. 435 ficht, Daß uns von ihm, den unsers Erbes Theil. Auch ung wir bekennen, Hier weder Glück ist der Erlösung Heil Durch dich noch Leiden trennen. Halleluja! versiegelt, und wir kommen Durch Halleluja! dich zur großen Stadt der From 5. O leit' uns, Herr, an dei- men. Halleluja! Halleluja! ner Hand Hinauf ins wahre Vas terland! Entreiß uns mächtig dem Verderben; gläubig, bis wir sterben. Dann M. Liebster Jesu, wir sind. Erhalt uns 681. Rüfte ſie mit Kraft vom Herrn, Lehre stärk' uns in des Todes Schmerz sie mit Inbrunst beten. Zeig Das schwache, freudenleere Herz, den Himmel ihr von fern', Unaus Daß wir mit Muth zum Him- sprechlich lehr' sie beten. Komm, mel bringen, Und dann den let o Geist des Herrn, vereine Dich ten Sieg erringen. Halleluja! der glaubenden Gemeine! Halleluja! 2. Diese Welt und ihre Müh', 6. Dort, wo der Zeugen Jesu Dieses Lebens kurze Leiden, Sünd Schaar, Die hier durch dich und Tod vergessen sie, Voll von erleuchtet war, Un seinem Throne ihres Gottes Freuden, Daß fie jauchzend stehet, Und deiner Werke sich zu ihm erhebe, Ihnempfind' Ruhm erhöhet, Dort ist auch und in ihm lebe. Vom dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Geist. M. Jesu der du meine Seele. M. Nun danket alle Gott. 682. Gott, wie bank ichs 683.* Gelobet sey der Herr Daß Mein Gott, mein ich dich erkennen kann! Mit Licht, mein Leben, Mein Schöerkenntlichem Gemüthe Bet ich pfer, der mir hat, Den Leib, dich voll Ehrfurcht an. Spötter, den Geist gegeben, Mein Vater, welch dich verschmähen, Müssen der mich schüßt Von Mutterleibe einst zu Grunde gehen; Kennen an, Der jeden Augenblick Viel felbst ihr Bestes nicht, Sehen Gutes mir gethan! nimmermehr das Licht. 2. Gelobet sey der Herr, Mein 2. Dich zu wissen, Dich zu Gott, mein Heil, mein Leben, fennen, Gott, dies ist mein wah- Des Vaters liebster Sohn, Der rer Ruhm; Und dich meinen Gott sich für mich gegeben, Der mich zu nennen, Lehret mich das Chri- erlöset hat mit seinem theuren stenthum. D gieb meinem Glau- Blut, Der mir im Glauben schenkt ben Stärke, Gieb, daß ich durch Sich selbst, das höchste Gut! gute Werke, Mit dem Blick auf 3. Gelobet fen der Herr, Mein jene Welt Redlich thu', was dir Gott, mein Trost, mein Leben, gefällt! Des Vaters höchster Geist, Den Ee 2 mir 436 Vom dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Geist. mit der Sohn gegeben, Der mir Flehen unsrer Noth, Erbarm, das Herz erquickt, Mir stets giebt erbarm dich unser! ded M 4. Des Vaters und des Sob neue Kraft Der mir in aller Noth, Rath, Trost und Hülfe nes Geist, Von Gott gesandt, schafft! zu trösten Die, welchen Christus 4. Gelobet sey der Herr Mein dich verheißt, Die glaubenden Gott, der ewig lebet, Den alles Erlösten! Rett uns aus jeder freudig lobt, Was in den Lüf- Seelennoth, Wir sind durch Jeten schwebet! Gelobet sey der su Christi Tod Erlöst zu jenem Herr, Deß Name heilig heißt, Leben. Gott Vater, Gott der Sohn, Und Gott der heil'ge Geist. In voriger Melodie. 5. Dem hier das Heilig jetzt 685. Dich, unſern Gott, vers So freudenreich erklinget, Und wir mit freus dem der Engel Schaar Das Hei- digem Gemüthe, Und opfern lig, Heilig finget, Den herzlich Dank und Ehre dir Für deine lobt und preist Die ganze Chri- Macht und Güte. Uch! wir stenheit: Gelobet sey mein Gott sind Sünder; aber du Rufft In alle Ewigkeit: freundlich allen Sündern zu, Un deinen Sohn zu glauben. 684. Gott in der Höh sey 2. Wir glauben, Gott, an deis nen Sohn; Vergieb uns unfre Ehr' allein, Sey Sünden. Vergieb uns, laß vor Dank für seine Gnaden! Der deinem Thron Uns Gnad und Herr hat uns, fein Volk zu seyn, Hülfe finden. Wir dein gefalles Erbarmend eingeladen. Mit nes Geschlecht, Wir flehen heis Wohlgefallen schaut herab Uuf lig und gerecht Durch deine uns, der seinen Frieden gab Dem Kraft zu werden. menschlichen Geschlechte. 3. Gewähr uns deinen guten 2. Dich preisen wir, dich flehn Geist, Dein Wort recht zu vers wir an. Du herrschest, Gott, stehen. Wem er den Weg zum ohn Ende. Die Himmel sind Leben weist, Der kann nicht irre dir unterthan, Sind Werke dei gehen. Er leit uns deine gute ner Hände. Unausgeforscht und Bahn; So nimmst du uns mit ewig ist Die Macht durch die Ehren an, Wenn wir getren du Herrscher bist. Wir freu'n dir bleiben. uns dein, o Vater! radi M. Allein Gott in der Höhe. 3. O Jesu Christ, des Vaters M. Vom Himmel boch. Sohn! Du warst dahin gegeben. 686. us deiner Quelle, Thron Zurück, zurück, ins Le- Der Mensch zur Seligkeit bes ben. Lamm Gottes, Mittler, stimmt, Für jeden heiligen Ge Sohn von Gott, Erhör das nuß Befriedigung und Ueberfluß. 2. Vom Vom dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Geist. 437 2. Vom Himmel strömt dein/ daß auch ich Soll ewig selig Segen her; Er strömt herab auf seyn durch dich. Land und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich; was M. Meinen Jesum laß. ist deinen Schätzen gleich? 687. Serr err du haft in deis 3. Noch größre Freuden sendest du uns, wenn wir dich nur lieben, zu. Du beutst uns Seligkeiten an, Womit kein Sinn erfreuen kann. nem Reich Große Schaaren heilger Engel; Diesen bin ich noch nicht gleich, Denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich auch so rein, Wie die guten Engel seyn! 4. Wenn unsre Seele dich erkennt, Und dann, o Herr dich, Bater nennt, Und deiner Baterhuld fich freut, Was fühlt sie dann für Seligkeit! 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; Hilf du, daß ich geistig werde. Giebir deiner Engel Muth, Der mich trenne von der Erde, Daß ich, dein geliebtes Kind, Immer himmlisch sey gefinnt. 5. Und welche Wonne, wenn fie nun Beginnt, was du befiehlst zu thun, Und fühlet, wie der Tugend werth Erhebt, beglücket 3. Mache mir dein Werk bes kannnt Durch des heil'gen Geiz und verklärt! 6. Fließt so viel hohe Lust von stes Gabe, Daß ich Weisheit dir, Vermagst du uns o Herr, und Verstand Wie ein Engel schon hier mit solchen Gütern Gottes habe; Laß mich einst in zu erfreun; Wie selig mußt du ienem Licht Schauen dich von selbst nicht seyn! Angesicht. 7. Unendlich, ach, unendlich 4. Herr, dein Wille soll geist, D du, der du unendlich bist, Erden, Darum laß uns dahin schehn Wie im Himmel, so auf OFülle der Vollkommenheit, Der Reichthum deiner Seligkeit. sehn, Daß wir dir gehorsam wer den, So in deinem Willen ruhn, 8. Der Seraph dort an dei- ie die reinen Geister thun. nem Thron Sieht durch Jahr5. Unsre Welt ist voll Gefahr, tausende dich schon, Wird im Alles scheint uns nachzustellen; mer weiser, wird, o Herr Von Sende deiner Engel Schaar, deinem Anschaun seliger. Daß sie unsern Pfad erhellen. 9. Und doch wie hoch er strebt Laß sie, wenn wir schlafen ein, umfaßt Er nimmer, was du bist unsre treuen Wächter seyn. und hast. Nur du durchschaust 6. Thue mir wie Lazarus; dich ganz allein. Wie groß, wie Laß mich sanft und selig sterben, selig mußt du seyn! Und der Ewigkeit Genuß, Fries 10. Doch, töne lauter, mein den Trost und Segen erben. Gesang! Vernimm, o Vater, mei- Laß die Engel mich zur Ruh nen Dank! Du, Seliger, willst, Tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß 438 Sonntagslieder. 7. Laß mich dann vor deinem dir gehen. Thron Bei den Auserwählten nem Reich stehen, Wenn du, Richter, Got- gleich. tes Sohn, Heißt die Bösen von! sad musk Mache mich in dei. Deinen guten Engeln CHE Sonntagslieder. M. Wie schön leuchtet der. Juns auf Von unsrer Eitelkeiten 688. Sen uns gesegnet Tag Traum. Es ruh auf uns des des Herrn! Zu Got Sabbaths Stille, Damit im tes Preise nah und fern Weckst Himmel wir wandeln! O sey, du der Christen Menge. Ihr wie du verheißen hast, Versöh Lobgesang tönt spät und früh; ner mitten unter uns; Denn sieh, 3um Heiligthume wallen fie, Jm in deinem großen Namen Sind festlichen Gedränge. Froher schal- wir versammelt anzubeten, I du len Ihre Lieder, Wo die Brüder uns bei Gott vertritt! der Vor dich treten, Dich ver- 3. Es fliehe von uns, was eint, Gott, anzubeten. die Welt Nur angeht, und nicht 2. Komm, Geist der Undacht ewig ist! Zu klein sey hier im und der Ruh'! Auch unsern Heiligthume Uns jeder Erdege: Tempel weihe du Der feierlichen danke! Hier fühl es unser Herz Stille. Mach unfern Geist vom fühl's ganz, Daß es im Staub' Srrthum los, Uns werde Gottes ein Fremdling ist! Laß! Herr, Name groß, Sein Will' auch zu unserm Vaterlande Hinauf unser Wille. Fromme Liebe, die hohe Seele steigen; Hinauf Brudertreue Laß aufs neue Uns zu Gott! Hinauf zu Gott! beleben, Jesu Vorbild nachzustreben. M. Komm beiliger Geist. 690.* M. Wie schön leuchtet der. ch will, o Vater, allezeit Erheben deis 689. Erheb uns zu dir, du, ne Gütigkeit, Daß du ſeit vie der ist, Und war, len Jahren Mich haft behütet und seyn wird, Ewiger! Du Un- wunderbar, Wie ich bisher es erforschter und Bekannter! Dulimmerdar, Bis diese Woch er: aller Himmel Erstaunen! Vor fahren. Singet! Bringet Gott dem sein Knice der Seraph beugt, recht gerne, Nah und ferne, Und nieder feine Krone wirft. Dank und Ehre! Preis und O du, vor dem bald Sünder Dank und Lob und Ehre! weinen, Bald Lobgefang zu 2. Du führst durch deiner stammeln wagen, Unendlicher! Gnade Schein Aus aller Trüb. Unendlicher! fal, Noth und Pein Den, der 2. Entreiß der Welt uns; weck zu dir nur schreiet. Durch Chri stum Sonntagslieder. 439 ftum giebst du deinen Geist, Der Gaben Ewig haben Bei dir uns den Weg der Buße weift, oben; Deinen Namen will ich Uns tröstet und erfreuet. Laß loben. mich Freudig Deine Güte Im Gemüthe, Recht empfinden, In. Aus meines Herzens Grunde. Verzeihung meiner Sünden! 691. Moblauf, Herz und sieb, Der ja nicht an, Das, was ich wi- Tag des Herrn bricht an. Gott der dich gethan In den verwich- zeiget uns die Güte, Die er nen Tagen. Auch mich versöhnte an uns gethan. Hinweg, was Christi Blut; Er hat gelitten uns irdisch heißt! Hinweg mit eitelm zu gut, Die Schuldenlast ge- Sinnen, Und sündlichem Begintragen. Laß mich Täglich Von nen! D komm, du Himmelsgeist! den Sünden Rettung finden; 2. Mein Gott, hilf mir be Hilf mir Schwachen Zu dem denken, Geweiht sey dir der Tag! Gnadenthron mich machen! Die Sünde hilf versenken, Da4. Mein Leib und Seel' und mit ich ruhen mag. Erwecke was sonst mein, Das soll dir, Luft in mir, Ihn christlich zu Herr, befohlen seyn! Ich will begehen! Laß Gnade mir ge mich dir ergeben. Wend' ab Noth, schehen; Beuch Herz und Sinn Angst und Herzeleid, Du Vater zu dir! der Barmherzigkeit, In meinem 3. Mein Gott, hilf mir an ganzen Lebenz Daß ich Fröh- heben Der Seelen Ruhetag. Laß lich Deinen Willen Mög' erfül- mich dir seyn ergeben; Schütz len, Stets dich lieben, Auch die mich vor Ungemach. Lieb' am nächsten üben. Erfrisch Dir Herz, Sinn und Muth, 5. Gieb, daß in mir dein treulich anzuhangen. Ach, stille Ruhetag Die innre Nuh' be- mein Verlangen, Schenk mir fördern mag, Auf daß dein Wort der Seelen Gut. mich stärke. Hilf, daß es tief 4. Hilf, daß ich freudig höre ins Herz mir bring', Und hun. Der Deinen Lobgesang. Uch bertfältig Früchte bring', Glaubens rechte Werke. Des Gott, zu mir dich kehre, Führ Täg- du selbst meinen Gang 3u deilich Laß mich Dahin streben, ner Wohnung hin, Nur da ift Dir zu leben, Daß ich bleibe lieblich Wefen; Da kann und Stets ein Glied an Christi Leibe. wird genesen Mein Herz, mein 6. Verleihe, daß in dieser Geist und Sinn. Welt, Mein Hoffen sey auf dich 5. Hilf, Gott, daß ich hier gestellt, Daß ich dir ganz ver- höre Mit Andacht beine Lehe, traue, Bis ich die wahre Ruh' Und daß ich mich befehre, Daß und Freud' Erlange in der Ewig- fich zugleich vermehr' In mir feit, Und da verklärt dich schaue. Glaub, Cieb und Freu', Spitf, Durch dich Werd ich Großeldaß mein Sinn und Dichten Nach 440 Sonntagslieder.- Allgem. Lob- und Danklieder. Nach dir allein sich richten, Sch felbst dein Tempel sey. 7. Hilf mir den Tag voll bringen 3u deines Namens Ehr', 6. Hilf, daß ich meine Liebe Daß Beten, Lesen, Singen Dem Nächsten willig zeig', Im Mir Seligkeit gewähr'. Laß die Wohlthun so mich übe, Daß ses Tages Ruh Mich führen zu bald sein Kummer weich'; Und den Tagen, Die ohne Weh ich den Urmen nicht Im Elend und Klagen Der Himmel brinlasse stehen. Laß mir zu Herzen get zu. gehen, Was seinem Wohlgebricht. I Allgemeine Lob- und Danklieder. M. Es ist das Heil uns kommen.[ mein Helfer mir vom Tod, 692.* Sey Lob und Ehr und ließ mir Trost gedeihen. dem höchsten Gut, Drum dank, o Gott, drum dank Dem Vater aller Güte, Dem ich dir. Ach, danket, danket Gott der alle Wunder thut, Dem Gott mit mir! Gebt unserm Gott Gott, der mein Gemüthe Mit die Ehre! 2. Es danket dir des Himfeinem reichen Troft erfüllt, Dem 5. Der Herr ist nah, und nim Gott, der allen Jammer stillt. mer nicht Von seinem Volk ge Gebt unserm Gott die Ehre! schieden; Er bleibet ihre Zuverden. Mit Vaterhänden leitet er ficht, Ihr Segen Heil und Friemels Heer, Beherrscher aller Die Seinen ewig hin und her. Thronen. Und die, die in der Gebt unserm Gott die Ehre! Luft, im Meer, Und auf der 6. Wenn Trost und Hülfe Erde wohnen, Die preisen deine Schöpfers Macht, Die alles hat mangeln muß, Die uns die Welt so wohl bedacht. Gebt unserm im Ueberfluß Der Schöpfer ſelbst, erzeiget; So kommt und hilft Gott die Ehre! und neiget Dem seine Baterau3. Was unser Gott geschaf- gen zu, Der sonst hier nirgends fen hat, Das will er auch er- findet Ruh. Gebt unserm Gott halten, Darüber will er früh die Ehre! und spat Mit seiner Gnade wal7. Ich will dich all mein Le ten, In seinem ganzen König benlang, Gott, von nun an reich Ist alles recht und alles ehren; Man soll, Herr, deinen gleich. Gebt unserm Gott die Lobgesang An allen Orten hö ren. Mein ganzes Herz ermuntre 4. Sch rief zum Herrn in sich, Mein Geist und Leib vers meiner Noth: Ach Gott, ver- ehre dich! Gebt unserm Gott die nimm mein Schreien! Da half Ehre! Chre! 8. Thr, Vom Lobe Gottes. 441 8. Thr, die ihr Christi Namen Ist die Freundschaft Und Ge nennt, Gebt unserm Gott die meinschaft, Die wir haben, Unfre Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht Herzen recht zu laben. bekennt, Gebt unserm Gott die 3. Halleluja! Gott heilger Ehre! Die falschen Göten macht Geist, Sen ewiglich von uns zu Spott. Der Herr ist Gott! gepreist, Durch den wir neu geder Herr ist Gott! Gebt unserm boren, Der uns mit seinen GaGott die Ehre! ben ziert, Uns durch sein Wort 9. So kommet vor sein An- zu Christo führt, 3um Himmel geficht, Ihm Preis und Dank uns erforen. Freude! Freude! zu bringen. Bezahlet die ge- Dort ist Freude, Fern vom Leide. lobte Pflicht, Und laßt uns fröh- Dort ist Manna Und ein ewig lich fingen: Der Herr hat alles Hosianna. wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht. Gebt unferm Gott die Ehre! 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr' Sey unserm Gott je mehr und mehr, Und seinem großen 10. Laßt uns Gott Vater, Namen! Stimmt an mit aller Sohn und Geist Von ganzem Himmel Schaar, Und singet nun Herzen ehren. Der heilig, heilig, und immerdar Mit Freuden: heilig heißt Auch in der Engel Amen! Amen! Singet, Singet: Chören. Der heiligsten Dreiei: Heilig, heilig, Ewig selig Ist nigkeit Sey Lob und Preis zu dort oben Unser Gott, und hoch jeder Zeit. Gebt unserm Gott zu loben. die Ehre! M. Wer nur den lieben Gott. M. Wie schön leuchtet der. 693.* Halleluja! Lob, Preis 694.* daß ich tauſend Zungen hätte, Und und Ehr' Sey un- einen tausendfachen Mund! Dann ferm Gott je mehr und mehr stimmt' ich damit in die Wette Für alle seine Werke! Von Ewig- Mit Freuden und von Herzenskeit zu Ewigkeit Sey überall grund Ein Loblied nach dem bem Herrn bereit Dank, Weis- andern an Von dem, was Gott heit, Kraft und Stärke! Sin an mir gethan. get, Singet, Heilig, heilig, Ewig selig Ist dort oben Unser Gott, und hoch zu loben. 2. O möchte doch mein Loblied schallen Bis dahin, wo die Sonne steht, Mein Blut dem 2. Halleluja! Preis, Ehr' und Herrn zu Ehren wallen, So lang Macht Sen auch dem Gottes. es in den Adern geht! Ach, lamm gebracht, In dem wir sind wäre jeder Puls ein Dank, Und erwählet! Wir sind mit seinem jeder Othem ein Gesang! Blut erkauft, Damit besprengt, 3. Was zagt ihr denn, ihr auf ihn getauft; Wir sind mit meine Kräfte? Auf! brauchet ihm vermählet. Heilig, Seligleuren ganzen Fleiß Zu diesem heiligen 442 Vom Lobe Gottes. heiligen Geschäfte, Zu Gottes, auf meinen Wegen? Nur du, meines Herren, Preis. Mein mein treuer Sperr und Gott. Herz, mein Geist, beeifre dich, Du trägst mit meiner SündenBu loben Gott herzinniglich. schuld, Unsäglich gnädige Geduld. 4. Ihr grünen Bäume in den 10. Vor andern rühm' ich Wäldern; Ihr Vögel, reget euch deine Prüfung, Die du mir aufmit mir; Ihr zarten Gräser in geteget haft. Sie ist mir eine den Feldern, Ihr Blumen, las dunkle Führung; Und dennoch fet eure Bier Zu Gottes Ruhm eine sanfte Last; Sie macht mich belebet seyn, Und stimmet lieb- fromm und zeigt dabei, Daß lich mit mir ein! dein geliebtes Kind ich sey. 5. Ach, alles, alles, was nur 11. Un manchem meinerTrüb. Leben, und einen Othem in sich falstage Hab' ich es kräftiglich hat, Soll mir sich zum Gehül- gespürt, Daß du mich unter fen geben, Denn mein Vermö- Angst und Plage Mit Macht gen ist zu matt, Die großen und Liebe haft geführt. Denn Wunder zu erhöhn. Die allent: in der größesten Gefahr Ward halben um mich stehn. ich dein Trostlicht stets gewahr. 6. Dir sey, o treuster, bester 12. Wie? sollt ich nun nicht Bater, Unendlich Lob für Beib voller Freuden Bereit zu deinem und Geist! Dank dir für alles, Lobe stehn? Sollt ich nicht Schöpfer, Vater, Was deine selbst im tiefsten Leiden Boll Güte mir erweist, Was sie in Muth und Hoffnung auf dich deiner ganzen Welt Zu meinem sehn? Sa fiel auch gar der HimNutzen hat bestellt. mel ein, So will ich doch nicht traurig seyn. 7. Mein treuster Jesu, sey gepriesen, Daß dein erbarmungs- 13. Drum reiß ich aus der volles Herz Sich mir so hülf. dumpfen Höhle Des eitlen Sinns reich hat bewiesen, Und mich mich mächtig los, Und rufe mit durch Blut und Todesschmerz erhöhter Seele: Gott, du bist Von Satans Macht und Grau- über alles groß. Kraft, Ruhm famkeit Zu deinem Eigenthum und Dank und Herrlichkeit Ge befreit! bührt dir jetzt und allezeit. 8. Auch dir sey ewig Ruhm 14. Ich will von deiner Güte und Ehre, O heil'ger, theurer fingen, So lange sich die Zunge Gottesgeist, Für deinen Trost, regt; Ich will dir Freudenopfer die frohe Lehre, Die mich ein bringen, So lange sich mein Kind des Lichtes heißt! Wird Herz bewegt. Fa, wenn der etwas Guts von mir verricht't, Mund wird kraftlos seyn. So So wirket es dein göttlichs Licht. stimmt mein Herz mit Seufzen ein. 9. Wer überströmet mich mit 15. Ach, nimm mein armes Segen? Bist du es nicht, o Lob auf Erden, Mein treuer guter Gott? Wer schütet mich Gott, in Gnaden hin! Im Him. mel Vom Lobe Gottes. m In bekannter Melodie, mel wird es reicher werden, Wenn ich ein schöner Engel bin. 696. Herr Gott, dich preis Da sing ich dir im höhern Chor Biel tausend Halleluja vor. sen wir! M. Nun lob', meine Seel. 695.* Man lobt dich in 443 Herr Gott, wir danken dir! Du, Höchster, bist von Ewigkeit Boll Huld und Macht und Herrlichkeit. der Stille, Du Die Welt, dein Werk und Eis genthum, 014 Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, unaussprechlich großer Gott! Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, Verkündigtdeines Namens Ruhm. o Herr Gott Zebaoth! Du bist D Herr, wie groß, wie gut bist du! ja, Herr, auf Erden Der From- Ein Seraph ruft dem andern zu: men Zuversicht. In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht, Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor je Der hocherhab'ne Gott! dermann, Und deinen Ruhm ver- Weit über Erd' und Himmel weit mehren, So lang er lallen kann. Geht deine Größ und Herrlichkeit 2. Es müsse Herr sich freuen, Propheten und Apostel stehn Wer dir durch Glauben wohlge- Um deinen Thron, dich zu erhöhn. fällt Und stets das Lied erneuen: Sie blieben treu bis in den Tod; Gelobet sey der Herr der Welt! Nun jauchzen sie vor dir, o Gott! Sein Name sey gepriesen, Der Auch hier im Thal der Sterbgroße Wunder thut, Und der lichkeit auch mir erwiesen, Was mir ist Lobsinget dir die Christenheit, nüß und gut. Drum ist das Dir, Bater, auf des Himmels meine Freude, Daß ich an ihm Thron, stets kleb', Und niemals von Dir, Jesus Christus, Gottes ihm scheide, So lang ich leb' und web'. Sohn, währt! Und dir, o Geist, der uns bekehrt, 3. Herr, du hast deinen Na- und Kraft zum Guten uns ge mem Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwa- Erlöser! um uns Gött zu weihn, then tamen, Hast du gar bald Wardst du ein Mensch, nur fünan sie gedacht. Du hast mir denrein. Macht, Gnad' erzeiget, Gott, wie ver: Du kamst mit deines Geistes gelt ich's dir? Ach, bleibe mir geneiget, So will ich für und Und brachtest Licht in unsre Nacht. für Dich, o mein Heil, erheben, Von Liebe zeugte jeder Schritt; Und preifen weit und breit Dich, Du littest, was kein Sünder litt. Herr mein Gott, im Leben, Und Nun herrschest du, und nie vergeht bort in Ewigkeit. Dein Reich und deine Majestät ,. Auch 444 Vom Lobe Gottes. Katechismuslieder. Auch Todten leuchtet einst dein Verlaß uns auch im Tode nicht! Wo ist ein Volk, das von dir hört? Und, Herr, nicht deinen Namen ehrt? Dir folgen und uns deiner freun. Voll deines Preises sind auch wir; Stärk' uns auf unsrer Lebens- Es schmachtet unser Herz nach dir bahn, Und nimm dich unsrer Schwachheit an! Sen gnädig uns, o treuer Gott! Sey unser Schutz in jeder Noth! Du bist ein Vater, der uns liebt, Und gern, was heilsam ist, uns giebt. O leit' uns durch die Prüfungszeit Verleih uns Hoffnung, Trost Hinauf ins Land der Herrlichkeit! und Licht! Amen. 3 weite Abtheilung. - Licht; Du weckest sie und hältst Gericht. So hilf uns denn, dir dankbar seyn, Lehr' uns gesinnet seyn, wie du, Und lohn' uns dann mit Seelenruh! Katechismuslieder. Jund glücklich macht, hat er auch uns gegeben. M. Ich dank dir schon durch. Die Gemeine. 697.gute Kinder, send Die Gemeine. bereit Mit uns vor 5. Gott ist die Liebe! rühmt Gott zu treten, Und ihn in sei- es laut, Ihr jugendlichen Chöre! ner Herrlichkeit Voll Ehrfurcht Nur wer sich findlich ihm veranzubeten! Die Kinder. traut, Beweist, daß er ihn ehre. Die Kinder. 2. Hier sind wir, unserm Gott 6. Ja, unser Herz und unser und Herrn Vereint ein Lied zu Mund Lobfingt mit frohem Trie: fingen. Wir wollen, ja wir wol- be; Es werd in allen Welten len gern Ihm Dank und Ehre kund: Gott ist, Gott ist die Liebe! bringen. Die Gemeine: Die Gemeine. 7. Durch Jesum lernt ihr im 3. Der Himmel dort, die mer mehr Den Gott der Liebe Erde hier, Sind unfres Gottes kennen. seht, wie gut, wie Werke, Und alle, alle leben wir gut ist er! Ihr dürft ihn Vater Durch seine Huld und Stärke. nennen! Die Kinder. Die Kinder. 4. Auch uns hat Gott ans 8. Gern lernen wir, was Jes Licht gebracht, Er schützt auch sus lehrt; Wir wollen Christen unser Leben. Was tugendhaft werden; Denn wahres Christens thum Katechismuslieder. 445 thun gewährt, Das reinste Glück verlangen. Es wird sein neuges auf Erden. borner Sinn Zu Gott und zu dem Nächsten hin Sich voller Die Gemeine. 9. Gott selbst gab Jesum für Liebe neigen. euch hin; Drum preiset seinen 5. Die Kraft, die er hier noe Namen! Verehrt ihn stets mit thig hat, Kann er von dem ers Christensinn, Und liebt ihn ewig! Umen. Die Kinder. erben, Der litt und starb an unsrer Statt, Uns Kräfte zu ers werben. Was die Natur zu 10. Als Christen singen fröhlich schwer genannt, Das wird als wir, Gott, deinem großen Namen! süß und leicht erkannt, Wenn Du liebest uns, wir danken dir Christus in uns Lebet. Hier und im Himmel. Amen. M. Nun freut euch, lieben. 6. Fehlt unsrer Tugend gleich noch viel Nach des Gesetzes Strens ge, Erreicht man nicht das weite 698.* Du haft, o allerhöch- Ziel, Drückt uns der Fehler ster Gott, Herr Menge; So sieht doch Gott den über Tod und Leben, Dein hei- Willen an, Und das, was Je lig Recht und dein Gebot Uns sus hat gethan, Die Mängel zu nicht umsonst gegeben. Du willst, ersetzen. daß wir mit aller Kraft, Die 7. Nimmt unser Glaube dies deine Gnade in uns schafft, Es sen an, So wird ihm alles eis freudig halten sollen. gen, Was er gelitten und ge 2. 3war wer noch todt in than; Dann muß der Kläger Sünden liegt, Der wird sich schweigen. Wen Gott in seinem nicht bequemen, Dein Joch, so Sohne find't, Den liebt er als wie dein Will es fügt, Mit sein eignes Kind, Und ist mit Lust auf sich zu nehmen. Sein ihm zufrieden. Sinn, der nichts als irren kann, 8. Die Lust, die noch im Sit dem Gesetz nicht unterthan, Fleische steckt, Muß nunmehr Und hasset dessen Bande. unterliegen; Der Geist, der Chris 3. Wenn aber, Herr, dein sti Liebe schmeckt, kann ihren guter Geist Sich in der Seele Trieb besiegen. Man wandelt reget, Dann thut sie gern, was nicht mehr nach dem Fleisch, Man du sie heißt, Was du ihr vor- lebet fromm, gerecht und keusch, geleget. Wer dich aus reinem Und thut des Baters Willen. Herzen liebt, und sich in dieser Liebe übt, Der wird dein Wort auch halten. 9. Mein Heiland mache dein Gebot Mir angenehm und süße! Dein Wille sey des Geistes Brod, 4. Er wird an deinem lieben Die Leuchte meiner Füße! Schreib Sohn Im wahren Glauben han- dein Geset in meinen Sinn! Fall gen, Undihm, als seinem Schild ich, so wirf mich nicht dahin; und Lohn, Stets treu zu seyn, Stark mich durch deine Gnade! Von 446 Katechismuslieder. Von den Artikeln des christl. Glaubens. M.. Wachet auf, ruft uns die. ters Ehre; Ihr Zweck ist unsre 699, Heilig ist der Gott der Seligkeit. Sie verkündet Heil Götter! Erbebt, er- und Frieden, Wenn unser Herz bebt, ihr frechen Spötter, Die nur stets hienieden Im Glauben ihr des Herrn Gefeß verhöhnt sich der Tugend weiht. Doch Mit gerechtem Abscheu siehet Er sichern Sündern droht Sie Jamden, der Licht und Wahrheit mer, Schmach und Tod. Gott fliehet, Und knechtisch bösen Lüs ist heilig! Wer gläubig ehrt, sten fröhnt. Fluch und Verder- Was Jesus lehrt, Der strebt ben ruht Auf dem, der Böses empor und wird verklärt. thut. Gott ist heilig! Der Frev- 5. Preis dem Freundlichen, ler Schaar Umringt Gefahr dem Guten! Um sich für SünUnd Schrecken Gottes immerdar. der zu verbluten, Ging er zur 2. Heilig war sein Sohn auf Schädelstätte hin. Glaubt an Erden! Ihm täglich ähnlicher zu ihn, ihr bangen Sünder! 9 werden, Ist unser heiliger Beruf. glaubt und werdet Gottes Kin: Ehren sollen wir im Stillen, der, Und bessert freudig euern Gleich ihm, des großen Vaters Sinn. Wer glaubt und sich be Willen, Der zur Vollkommen- kehrt, Der ist des Mittlers werth. heit uns schuf. Wer spricht: ich Gott ist heilig! Den Bösewicht Fenne ihn, Muß jedes Laster Errettet nicht Des Sohnes Ops fliehn. Gott ist heilig! Wie fer im Gericht. glänzt am Thron Des Christen 6. Selig sind die Ueberwin Lohn, Der heilig lebt, wie der, Die Gott als seine guten Gottes Sohn! Kinder Dort inniger mit sich 3. Heilig ist der Geist der vereint! Himmelskronen find er Gnade, Der auf der Wahrheit stritten, Der Erde Leiden auss lichtem Pfade Dem hohen Ziel gelitten, Der Pilger Thränen uns näher führt! Wohl dem, ausgeweint, Und hohe Gottes der des Geistes Triebe Zu Got. ruh Strömt seinen Duldern zu. tesfurcht und Menschenliebe Und Gott ist heilig! Sie liebten ihn, edlen Werken in sich spürt! Sein Und er erschien, um sie zum Herz ist fromm und rein, Und Licht emporzuziehn. Jesus nennt ihn sein. Gott ist 7. Auf laßt uns als Christen heilig! D folge gern Dem Geist ringen, Nur edle Thaten zu des Herrn! Sein Licht, o Mensch volbringen, Wie Christus uns ist dir nicht fern. ein Beispiel gab! Frommer 4. Sieh das Licht in Jesu Sinn macht unfre Herzen Lehre! Sie fördert seines Ba- Im Glück vergnügt, getrost in Schmerzen 447 Von den Artikeln des christlichen Glaubens Schmerzen, Und föhnt uns aus im Walde zittern, Und, will's mit Tod und Grab. Zur bes Gott, muthlos fliehn. fern Welt erhebt Gott den, der 4. Allgegenwärtig schauet heilig lebt. Gott ist heilig! Ihm Sein allumfassend Aug' umher, ähnlich seyn, Vermag allein, Und wer nur ihm vertrauet, Uns ewig, ewig zu erfreun. Den decket, den versorget er, Hört das Geschrei der Raben, M. Nun lob' mein Geist den. Hat für die ganze Welt, Hat 700. Der Herr ist in den für den Wurm selbst Gaben, Höhen; Auch in Und Schmuck für Thal und den Tiefen ist der Herr. Wo Feld. Für uns, für uns zu Menschen zu ihm flehen, Wo sorgen, Fehlts niemals ihm an ihn die Engel schau'n, ist er. Macht. Er ists, der auch verSelbst Wünschen und Gedanken borgen Uns nah ist, und bewacht. Und Sorgen ist er nah, Ist 5. Wie könnt ihr Sünden frei von allen Schranken, In knechte Dem, der so nah euch jedem Raume da. Er faßt mit ist, entgehn? Könnt wähnen, seinen Händen Die Welten, und der Gerechte Werd' euer finstres umspannt An allen ihren En- Werk nicht fehn? Eh noch Ge den, Was je durch ihn entstand. danken werden, Sieht er von ferne sie, Die tiefste Nacht auf 2. Er zündet unsre Sonne Erden Verhüllt vor ihm euch Und jedes Sternes Fackel an, nie. Denk nicht, daß er's nicht Strömt Leben, Lust und Won wisse! Mit seinen Schrecken füllt ne Auf alles, was empfinden Er selbst die Finsternisse, Worin kann; Auf aller Vögel Heere, ihr euch verhüllt. Und was auf Erden lebt, Was 6. Gott ist auch nahe denen. in dem tiefsten Meere, Und was Die willig thun, was er gebot; im Himmel schwebt, Ihr, alle Er zählet ihre Thränen Und er feine Werke, Empfindet Tag verscheucht, was ihnen droht. und Nacht Die Nähe seiner hr Frommen sagt:» 3ur Rech Stärke, Die Güte feiner Macht. ten, Zur Linken ist mir Gott; 3. Von seinem hohen Throne In meines Kummers Nächten. Bertheilt er weislich Lust und Und wo ich seufz', ist Gott. Wo Schmerz, Giebt Fürsten ihre keinen Freund ich habe. Wo nies Krone, Und lenkt, gleich Bä- mand hilft, ist Gott. Im chen, auch ihr Herz. Es müs Sturm, im Tod, im Grabe, fen seinen Willen Selbst Volks- Und überall ist Gott.<< verderber thun, Was er be schließt, erfüllen, Bald brausen M. Schmücke dich, o liebe. und bald rubn; Die Welt, wie 701.* Schmücke dich, mein Stürm', erschüttern, Und, furcht Herz, zu preifen bar nur durch ihn, Wie Laub Den, der dir hat wollen weisen, Wie 448 Katechismuslieder. Wie durch Werke seiner Hände und Sternen Uns dein Licht Er dir seine Güte sende, Wie erkennen lernen. Laß die Wune die Allmacht sey beflissen, Daß der auf der Erden uns zu lau du, von ihr hingerissen, Boll ter Spiegeln werden, Wo wir Bewundrung dankend kämest, deine Güte schauen, Wo wir Liebe gäbest, Freude nähmest. deiner Weisheit trauen, Uns 2. Was ich um mich her er durch Sorgen nicht betrüben, blicke, Das erschuf Gott mir Dich stets fürchten, ehren, lieben. zum Glücke. Wohin ich mein Auge kehre, Find ich nichts als M. Nun ruhen alle Wälder. lauter Lehre. Sollte ich dein 702. Mer zählt der Engel Lob verhehlen, Das der Himmel Die zu erzählen, und die Feste zu deiner Ehre, Herr aller Welten, verkünden Nimmer läßt sie mü- schufft? Sie freun sich, deinen Big finden? Willen Gehorsam zu erfüllen, 3. Erde, Luft und alle Meere, Wie Flammen schnell, wenn du Sonne, Mond, der Sterne Heere, fie rufft. Was nur lebt, und was em- 2. Sie eilen, vor Gefahren pfindet! Hat uns deinen Ruhm Den Frommen zu bewahren In verkündet. Ja zur Rechten und seiner Pilgerzeit; Sie freun an zur Linken Seh ich Gottes Fin- deinem Throne Sich einst auch ger winken: Komm und siehe seiner Krone, Wie ihrer eignen meine Werke! Komm und siehe Seligkeit. meine Stärke! 3. Bekehren sich die Sünder, 4. Eng sind meines Geistes Und werden deine Kinder, Die Schranken; Schwach nur kann dir dein Sohn gewinnt; Dann ich, Gott, dir danken, Wenn ich jauchzen ihre Lieder, Daß ihre auch mein ganzes Leben Deinen neuen Brüder Dem Untergang Namen will erheben. Ach, was entrissen sind. kann ich dir vergleichen, Den 4. In solcher Geister Chören fein Denken fann erreichen! Dich ewig zu verehren, Welch Meine leicht zerstreuten Sinne eine Seligkeit! Wer wird sie Werden ihrer Schwachheit inne. einst empfinden? Der, der, ents 5. Doch erweckt mein schul- wöhnt von Sünden, Sich ihnen dig Sollen In mir auch das gleich zu werden freut. gerne Wollen, Daß ich, im Ge 5. Drum laß mich schon auf fühl der Schwäche, Demuths- Erden Den Engeln ähnlich wers voll dein Lob ausspreche: Herr, den, So weit ich Schwacher wie groß sind deine Werke! kann; Dann bet' ich mit den Herr, wie groß ist deine Stärke! Engeln, Ganz heilig, rein von Herr, wie groß ist deine Güte! Mängeln, Dich würdiger im Tief empfindet's mein Gemüthe. Himmel an. 6. Laß aus Sonne, Mond 703. Du 449 Von den Artikeln des christlichen Glaubens. M. Ich dank dir schon durch. erfreut und erfreut und nähret. Drum, 703. Du schufft mich, Gott, Mensch, bedenke deine Pflicht, dein Bild zu seyn; Mißbrauche Gottes Werke nicht! Dafür will ich dich preisen, Und 2. Dir zwar zum Dienste für das Glück, ein Mensch zu schuf er sie; Du sollst sie froh seyn, Mich dankbar stets be- genießen; Sie sollen dir des weisen. Lebens Müh' Erleichtern und 2. Den Leib, o Gott, verdank versüßen. Doch quäle nie mit ich dir, Du gabst mir diese Seele, harter Hand, Was Gott zu Bernunft und Freiheit gabst du schaffen würdig fand. mir, Durch die ich denk' und wähle. 3. Wie manches edle, gute Thier Erleichtert dein Geschäfte; 3. Der Mensch nur ist's, der Doch dafür fordert es von dir auch reden kann, Sonst kein Geschöpf Stärkung seiner Kräfte. Versagst auf Erden; Der Mensch nur du ihnen Nahrung, Ruh: O ruft dich, Schöpfer, an, Kann Mensch, wie sündlich handelst du! andrer Lehrer werden. 4. Gott gab dir ja Gefühl 4. Ihn schufst du zur Gesel ins Herz, Willst du ihm widerligkeit, Und gabst ihm sanfte stehen? Nein, auch der armen Triebe Zum Mitgefühl, zur Thiere Schmerz Laß dir zu Menschlichkeit, Zur Freundschaft Herzen gehen; Und wenn ihr und zur Liebe, Tod dir nüßen soll, So sey er 5. Dich, dich erkenn' ich, mei- schnell, nicht martervoll. 5. Selbst Thiere, die man deinsschädlich nennt, O Mensch! sollst und du nicht quälen; Der ihres Lebens Endzweck kennt, Gott gab 6. Heil mir, bei meiner Zu- dir Licht der Seelen, Von ihrer versicht, Die ich durch Jesum Last dich zu befrein, Doch nicht, habe! Du rufft zur Ewigkeit ans um ihr Tyrann zu seyn. Licht Grabe. Mich wieder aus dem 6. Er selbst, der größte Menschenfreund, War auch ein Freund 7. D welch ein Glück, ein der Thiere; Daß ihrer kein's, Mensch zu seyn! Dich, Vater, so schlecht dir's scheint, Sich unwill ich preisen, und des Berufs, bemerkt verliere, Spricht er, ist mich dir zu weihn, Stets wür- stets dein Vater wach; Kein dich mich beweisen. Sperling fällt ohn'ihn vom Dach. nen Gott, Erkenne deine Werke, Dein göttlich Wort und Gebot, Und deine Lieb' Stärke. M. Mir nach, spricht Christus. 704 Wuch Thiere hat der 705. Her Ehre! Erbarm M. Wachet auf, ruft uns die. err, wir deigemacht, Den alle Welt verehret, Er ist's, der dich unser, und erhöre! Nimm für ihr Leben wacht, Und sie gnädig unser Loblied an! Herr, Ff wir 450 Katechismuslieder. wir danken voll Entzücken. Wo M. Mir nach, spricht Christus. ist ein Gott, der so beglücken, 706. preift fie laut, der So lieben und so segnen kann? Liebe O du, den wir erhöh'n, Du, ist Erbarmer; Umen! Barmherdessen Heil wir seh'n, Bist die zigkeit, die Sprache hat Für dich Liebe. Schon vor der Zeit, Von nicht Wort' und Namen. ErEwigkeit Warst du der höchsten barmer, kein Erbarmer ist, Wie Liebe voll. dein Erbarmer, Jesus Chrift! 2. Um zu dir uns zu erhe- 2. Fallt nieder, der, durch ben, Hauchst du in unsre Brust dessen Ruf Das Licht entstand, das Leben, Und schenkst uns hier deß Werde Den Himmel und der Erde Glück. Um zu dir uns die Erd' erschuf, Hat menschliche zu erheben, Entziehst du unsrer Geberde, Ist hüflos, dürftig; Bruft dasLeben, Und schenkest uns sehet ihn, Vor dem einst Erd' des Himmels Glück. Du giebst und Himmel fliehn. das Leben, Gott, Und führst auch 3. Was Menschenelend heißt, durch den Tod Uns zum Leben. erfuhr Des Menschen Herr und Du suchst allein Uns zu erfreun; Retter. Frohlocke, menschliche Das wir verderben, willst du nicht. Natur, Dich trägt dein Gott, 3. Als wir von der Sünde, dein Netter! Wie jauchzen wir Plagen Gequält und matt im dir Freude zu, Du nennst uns Staube lagen, Und uns des Brüder, Schwestern, du! Herzens Freude floh; Ach, da 4. Dein, dein ist unser Fleisch strahlte deine Gnade Herab auf und Blut, Du trägst der Sün unsers Lebens Pfade, Und un- der Leiden, Für Todesschrecken ser Herz ward wieder froh. Da giebst du Ruh, Für Tod und Lerief dein Vaterblick Durch Jesum bensfreuden; Du fühltestSchmerz uns zurück Von der Sünde und Todespein, Von Schmerz Wir sind erwacht us tiefer und Tod uns zu befrein. Nacht; Erwacht, um, Herr, dein Licht zu sehn. 5. Kein Leiden ist dir unbe fart, Vollendeter durch Leiden; 4. Preiset ihn, ihr Jubellie- Und deinem Herzen, deiner Hand der: Der Sohn des Höchsten Entquillt einStrom von Freuden. stieg hernieder, Ward Mensch, O Preis und Freudenthränen dir, und starb der Sünder Tod. Du starbst, und ewig leben wir! Christus hat den Tod bezwungen! Ein Siegeslied werd' ihm M. Jesu, der du meine Seele. geſungen! Uns ſegnet, uns be- 707. Großer Mittler, der mit ihm Seiversöhnt! Ihr Lobgesänge, tönt! nes großen Vaters sitzt, Und Tönt zum Himmel! Ersthallt die Schaar von seinen Knechten schon hier! Einst knieen wir Un In dem Reich der Gnade schüßt, seinem Thron, und beten an. Dem auf dem erhabnen Throne In Von den Artikeln des christlichen Glaubens. 451 In der königlichen Krone Aller zu erscheinen. O mit welcher InEwigkeiten Heer Bringt in De- nigkeit Batest du in jener Zeit! muth Preis und Ehr'. 7. Aber jetzo wird dein Fle 2. Dein Geschäft auf dieser hen Von der Allmacht unterErden Und dein Opfer ist voll- stützt, Da in jenen Himmelsbracht. Was vollendet sollte höhen Die verklärte Menschheit werden, Das vollführtest du sigt. Nun kannst du des Satans mit Macht. Da du bist für Klagen Majestätisch niederschlauns gestorben, Sft uns Gnad' gen, Und nun macht dein reund Heil erworben, Und dein dend Blut Unsre böse Sache gut. siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 8. Die Verdienste deiner Lei den Stellst du deinem Vater 3. Nun ist dieses. dein Ge- dar, Und vertrittst nunmehr mit schäfte In des Himmels Heilig- Freuden Deine theu'r erlöste thum, Die erworbnen Segens- Schaar, Daß er möge Kraft fräfte Durch dein Evangelium und Leben Deinem treuen Volke Allen denen mitzutheilen, Die geben, und die alle zu dir ziehn, zum Thron der Gnade eilen. Die noch deine Freundschaft fliehn. Nun wird uns durch deine Hand heil und Segen zugewandt. 9. Großer Mittler, sey geprie4. Deines Volkes werthe Na- So viel Treu' an uns bewiesen! sen, Daß du in dem Heiligthum men Trägest du auf deiner Brust, Dir sey Ehre, Preis und Ruhm! Und an den gerechten Samen Laß uns dein Verdienst vertreDenkest du mit vieler Lust. Du ten, Wenn wir zu dem Vater vertrittst, die an dich gläuben, beten! Sprich für uns in letzter Daß fie dir vereinigt bleiben; Noth, Wenn den Mund verBittest in des Vaters Haus schließt der Tod! Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergiß'st du auch der Irmen, Die der Welt noch die 708* nen, nicht, Weil dein Herz dir M. Vater unser im Himmelr. Lehrer, dem kein gleich, An aus Erbarmen Ueber ihrem Elend Weisheit, Lieb' und Eifer reich, bricht, Daß der Vater ihrer scho- Des ew'gen Vaters höchster Rath, ne, Daß er nicht nach Werken Prophet, berühmt durch Wort logne, Daß er andre ihren Sinn; und That, Den Gott zu unserm Ach, da zielst du immer hin! Heil gesandt, Und ihn gesalbt mit eigner Hand! 6. Einst in deiner Menschheit Lagen, Als die Sünden aller 2. Du kamst aus deines VaWelt Dir auf deinen Schultern ters Schooß, und machtest alle agen, Hast du dich vor Gott Siegel los, Womit sein Rath gestellt, Bald mit Flehen, bald versiegelt war. Durch dich ward mit Weinen, Für die Sünder alles offenbar, Und in das hellFf 2 ste 452 Katechismuslieder. ste Licht gestellt, Was Dunkel-/ rer seyn; Führ' mich in deine heit umschlossen hält. Schule ein! 3. Du wiesest uns die wahre Spur Zu Gott, dem Schöpfer M. Lobt Gott, ihr Christen. der Natur, Du haft den Weg 709. Der Herr, schwingt ſich uns recht gezeigt, Auf welchem mit Glanz und Pracht man zum Himmel steigt. Was zu fernen Welten hin; Zum hodu vom Vater selbst gehört, Das hen Schauplaß seiner Macht Behast du unverfälscht gelehrt. gleiten Engel ihn. 4. Du sahest in der Gottheit 2. Er, den man hier verkannt, Licht mit aufgeklärtem Ange verschmäht, Herrscht, weil ihn sicht, Was nach der ew'gen Liebe Gott erhob, Mit göttlich großer Rath Man künftig zu erwarten Majestät; Ihm jauchzt des Himhat. Du machtest alles klärer mels Lob. fund, Als jemals der Propheten Mund. 3. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und ew'ges Heil ge 5. Das Lehramt, welches du bracht, Mit Preis hat ihn nun geführt, Hast du mit Heiligkeit Gott gekrönt, Und sein ist alle geziert, und mit viel Wundern Macht. oft bestärkt, Woraus man deine 4. Verehr' ihn ewig, o mein Allmacht merkt; Ja endlich, als Geist, Und bet' ihn dankbar an! es Gott geschickt, Ein blutig Siegel drauf gedrückt. Er, der den Weg zu Gott dir weist, Ging diesen Weg voran. 6. Nachdem du hingegangen 5. Auch dich will er zu sich bist, Wo aller Weisheit Ursprung erhöhn, Bleibt ihm dein Herz ist, So setztest du an jedem Ort geweiht; Zur Wonne dir, sollst Dein Lehramt durch die Knechte du ihn sehn In seiner Herrfort, Die dein Beruf herbei ge- lichkeit. führt, Und sie mit Gaben ausgeziert. 6. Welch hohes Glück, wie viel mehr werth, Als alles Er 7. Du aber sendest deinen denglück! Nun zag' ich, was Geist, Den du den Gläubigen mich auch beschwert Nicht einen verheißt, Der allen Seelen, die Augenblick. er liebt, Erkenntniß. Licht und 7. Einst öffnet mir sein Him Weisheit giebt, und der, wo mel fich, Dann ist mein Leid man ihn nicht vertreibt, Dein entflohn, Und ew'ge Wonne Wort in Herz und Sinne strömt auf mich Von meines schreibt. Jesu Thron. 8. Uch laß, o himmlischer Pro- 8. Erlöser, dir sey Preis und phet, Mich scheuen deine Maje Dank Für dieser Hoffnung stät! Mach mich vom Eigendün- Werth! Dir weih' ich höhern tel frei, Damit ich dir gehorsam Lobgesang, Wenn mich dein Arm sey. Du sollst mein höchster Leh- verklärt. 710. Sefu Von den Artikeln des M. Schmücke dich, o liebe. christlichen Glaubens. 453 dem Segen deiner Freunde? Was 710.Jefu, Freund der Men der Ohnmacht deiner Feinde? schenkinder, Retter 6. Herrsch auch, Herr, in der verlornen Sünder, Den nach meinem Herzen! Herrsche über überstandnen Leiden Gott zu sei Luft und Schmerzen! Hilf mir, nes Himmels Freuden, Und auf jeden Reiz zu Sünden Durch seinen Thron erhoben! O wie dich glücklich überwinden! Hilf hoch bist du zu loben! Welcher mir, dich von Herzen lieben, Und König hier auf Erden Kann mit mich im Gehorsam üben, Daß dir verglichen werden? ich muthig kämpf und streite, 2. Himmel, Erde, Luft und Und des Kampfes Kron' erbeute! Meere, Uller Kreaturen Heere Müssen zu Gebot dir stehen;| M. Lobt Gott, ihr Christen. Was du willst, das muß gesche- 711. Rühmt Alle, die ihr hen. Fluch und Segen, Tod und Christen heißt, Der Leben, Alles ist dir übergeben, hohen Wohlthat Werth, Die Alles ist dir unterthänig, Gro Gott auch uns durch seinen ßer Herrscher, großer König! Geist Mit Vaterhuld gewährt. 3. Wo find deiner Gnade 2. Er kommt, er kommt mit Gränzen? Herr, wo sieht man Gotteskraft, Mit seinem Trost, sie nicht glänzen? Wer vermag der Geist, Der Jesu Lehre Sieg es, die zu zählen, Welche dich verschafft, Uls Helfer sich erzum Haupt erwählen, Dir nur weist. zu gefallen streben, Nur nach 3. Sein Licht vertreibt des deinem Willen leben, Alles gern Irrthums Nacht, Die ganze für dich verlassen, Und, wie du, Völker deckt, Besiegt des Überdas Böse haffen? glaubens Macht, Die ganze Völker schreckt. 4. In dem Reiche deiner Ehre Jauchzen dir der Engel Chö- 4. Sein Trost ist Wonne für re; Durch frohlockende Gesänge das Herz, Das treu sich Jesu Preist dich der Erlösten Menge, weiht; Auch bei der Neue tiefDie schon, frei von Furcht und stem Schmerz Wird es durch Grauen, Dein verklärtes Unt- ihn erfreut. lik schauen; Und mit allen die- 5. Sein Beistand treibt mit sen Chören Wollen wir dich auch Gotteskraft Zu edlen Thaten verehren. an; Bezwingt die Macht der 5. Herr, was ist in allen Rei- Leidenschaft, Daß sie nicht siechen Deiner Größe zu verglei chen? Was dem Reichthum dei6. sey auch uns Licht, ner Schäßze? Was der Weisheit Trost und Kraft, Die wir uns der Gesetze? Was der Untertha- deiner freun, Du Geist, der alnen Menge? Was der Herr- les Gute schafft, Dir wollen wir schaft, Macht und Länge? Was uns weihn! Vom gen kann. O 454 Katechismuslieder. Vom Gebet. M. Erhalt' uns, Herr, bei. samkeit; Und so will ich mich 712.* Se err Gott, der du auch bereiten, Will fliehen, was mein Vater bist, mein Herz zerstreut. 3eug mich Ich fleh' im Namen Jesu Christ, von aller Welt allein, Und laß Auf sein Gebot und seinen Tod: nur uns beisammen ſein. Sen mir ein Helfer in der Noth! 4. Du knieft und wirfst dich 2. Erhalt' dein Wort, stärk hin zur Erden, Fällst nieder auf unsern Geist; Hilf das wir thun, dein Ungesicht, So muß die was du uns heißt; Gieb Friede, Demuth sich geberden; Drum Schuß und täglich Brod, Be- säum' ich Staub und Asche hüt' die Deinen, treuer Gott! nicht, Und beuge mich in Nie3. Rett' uns von Sünde, Teu-/ drigkeit, Wie du, voll Trauern fel, Tod, Aus Leibes und aus Angst und Leid. Seelennoth, Ein selig Stündlein uns bescher': Denn dein ist Ruhm und Kraft und Ehr'. 5. Du betest zu dem lieben Vater, Und rufeft Abba, wie ein Kind. Dein Vater ist ja auch 4. Auf dein Wort sprech' ich mein Vater, Sein Vaterherz ist Amen, Herr, Und bitte: meinen treu gesinnt. Drum halt ich Glauben mehr. Du bist mein mich getrost an dich, Und ruf Bater, du allein; Laß mich auch: Vater höre mich! dein Kind und Erbe seyn! M. Wer nur den lieben Gott. 6. Du wirfst, voll Zuversicht und Liebe, Dem treuen Vater dich ans Herz; Ich fleh' aus 713.* Du gehst zum Gar- stärkstem Herzenstriebe: Zeuch ten, um zu beten, mich, o Bater, himmelwärts! O treuer Jesu, nimm mich mit! Uch, Glaub' und Liebe sind mir Laß mich an deine Seite treten, Noth, Sonst ist mein Beten Ich weiche, von dir keinen Schritt. falt und todt. Ich will an dir, mein Lehrer, sehn, Wie mein Gebet soll recht geschehn. 7. Sehr kläglich trägst du deinen Jammer Dem hocherhabnen Vater vor, Und klopfft mit 2. Du gehst mit Zittern und einem starken Hammer Um Ret mit 3agen, Und bift bis in den tung an das Gnadenthor. So Tod betrübt. Ach, dies soll mir flag ich auch, was mich nur ans Herze schlagen, Mir, der quält, Und bitt um alles, viel Sünden ausgeübt. Du willst mir fehlt. es, daß ein Herz voll Reu' 8. Geduldig's Lamm, wie Mein Unfang zum Gebete sey. hältst du stille, Hältst in der 3. Du reißest dich von allen Bitte dreimal an; Es ist dein Leuten, Du suchst die stille Ein- liebevoller Wille, Ich soll so thun, was Vom Gebet. 455 thun, wie du gethan. Hilft, Gewissen drückt, Wenn das GeGott nicht gleich das Erstemal: setz mit seinem Fluche droht, Und So ruf und fleh' ich ohne Zahl. unser Herz erschrickt. Berkünde 9. Dein Wille senkt sich in dann uns Gottes Gnade, Entden Willen Des allerbesten Va- zeuch uns selbst des Lasters Pfaters ein; Da- muß sich auch de. Ach, steh uns bei! mein Sehnen stillen, Wenn ich 3. Sen unser Heil, der du von ihm erhört will seyn. Drum den Kreuzestod Für uns erdulbet' ich in Gelaffenheit: Was det hast. Durch deine Huld vermein Gott will, gescheh' allzeit! süß' uns jede Noth, Erleichtre 10. Obgleich die Jünger dein jede Last. O sprich uns Trost vergessen, Gedenkst du doch ge- zu, wenn wir weinen, Und laß treu an fie, Und da dich alle die Freudensonne scheinen! Ach, Marter pressen, Sorgst du für steh uns bei! sie mit größter Müh'. Mein 4. Sen unser Schutz, wenn Beten bleibet ohne Frucht, Wenn ein verstockter Feind Uns Scha es des Nächsten Heil nicht sucht. den thut und gönnt. Gieb sanf11. Du, Herr, erlangest auf ten Sinn, wenn uns ein fal dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, scher Freund Im Unglück nicht Leben, Herrlichkeit; Und so wirds mehr kennt, und, wenn die Welt auch mit mir geschehen, Daß ich uns auch betrübet: So zeige, zur angenehmen Zeit Auf ernst- daß dein Herz uns liebet. Ach, lichs Beten freudenvoll Densel- steb uns bei! ben Segen erndten soll. 5. Sey unser Licht, wenns 12. Drum hilf mir, Jesu, so Abend werden will, Wenn un zu beten, Wie mich dein heilig ser Tag sich neigt. Mach unsern Vorbild lehrt; So kann ich frei Geist durch Hoffnung stark und zum Vater treten, So werd' ich still! Mach uns das Sterben stets von ihm erhört; So geh' leicht! Laß, wenn dann unsre ich betend himmelein, Und will Kräfte schwinden, Uns deines dir ewig dankbar seyn. Wortes Kraft empfinden. Ach, fteh uns bei! M. Gott ist getreu. M. Wer nur den lieben Gott. 714. Ah, steh uns bei! verlaß, o Jesu Christ, 715.* Mein Gott, ich klopf Berlaß die Deinen nicht! Dein an deine Pforte treues Herz, das voll Erbarmen Mit Seufzen, Flehn und Bitten ist, Sey unsre Zuversicht! Lehr an; Ich halte mich an deine uns in deinem Namen beten, Worte: Klopft an, so wird euch Und froh zum Thron des Va- aufgethan. Ach, öffne mir die ters treten. Ach, steh uns bei! Gnadenthür! In Jesus Namen 2. Sey unser Trost, wenn steh ich hier. uns die Sündennoth Und das 2. Wer kann was von sich felber 456 Katechismuslieder. selber haben, Das nicht von dir oder reich. Un deiner Huld laß den Ursprung hat? Du bist der ich mir gnügen; Die macht mir Geber aller Gaben, Bei dir ist Glück und Unglück gleich. Trifft immer Rath und That. Du bist auch das Glück nicht häufig ein; der Brunn, der immer quillt, So laß mich doch zufrieden seyn. Du bist das Gut, das immer gilt. 9. Wenn ich dich bitt, um lan3. Drum komm' ich auch mit ges Leben; Gieb, daß ich christlich meinem Beten, Das voller Herz leben mag. Laß mir den Tod vor und Glauben ist. Der mich heißt Augen schweben, und des Gerichfreudig vor dich treten, Ist mein tes großen Tag, Damit mein Erlöser Jesus Christ; Der mich Ausgang aus der Welt Den mit seinem Troft erfreut, Ist, Seligen mich zugesellt. Herr, dein Geist der Freudigkeit. 10. O Gott, was soll ich mehr 4. Gieb, Vater, gieb nach dei- begehren? Du weißt schon was nem Willen, Was deinem Kinde ich haben muß. Du wirst mir, nöthig ist, Du, du kannst mein was mir nützt gewähren; Denn Verlangen stillen, Weil du die Jesus macht den frohen Schluß: Segensquelle bist. Doch gieb, och soll in seinem Namen flehn; Geber allermeift Was mich dem So werde, was mir nüßt, geSündendienst entreißt. schehn. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe in- M. Fren dich sehr, o meine Seele. nig sein! Will Satan mir das 716. Großer Gott, ich muß Kleinod rauben; So halte der dir klagen Meines Versuchung ein, Damit mein Herzens schweres Leid, Und mit schwaches Fleisch und Blut Dem Chränen dir es sagen, Daß die Feinde nicht den Willen thut. schnöde Eitelkeit So viel Unruh * 6. Erweck in mir ein gut Ge- macht in mir, Wenn ich flehen wissen, Das weder Welt noch will zu dir, Daß sie meine AnTeufel scheut, Und wenn ja Stra- dacht störe, Wenn ich, Herr, dein fen folgen müssen; So schick fie Wort anhöre. in der Gnadenzeit. Durchstreich 2. Wenn ich irdische Gedanken die Schuld mit Jesu Blut, Und Gänzlich sollte lassen gehn, Mein mach das Böse wieder gut. Gemüth ohn alles Wanten Lassen 7. Vom Kreuze darf ich wohl bei mir stille stehn, Und betrachten nicht bitten, Daß es mich ganz sorgenfrei, Was der Seele nützverschonen soll. Mein Heiland hat lich sey, Was uns muß zum Him ja selbst gelitten; Sein Kreuz trag mel bringen; Quäl ich mich mit ich auch freudenvoll. Doch wird eitlen Dingen. Geduld mir nöthig seyn; Die 3. Wenn ich sollte dich empfinden, wollest du mir, Herr, verleihn. Sollte voller Inbrunst seyn; Will 8. Das andre wird sich alles das Eitle mich entzünden; Kaum fügen, Ich mag nun arm seyn nur noch gedenk ich dein, Deſ ſen, Von der heiligen Taufe. 457 sen, was zum Himmel führt, Und Andacht mehre, Wenn ich deine das höchste Gut gebiert. Ach, wie Lehren höre. lau sind meine Thränen! Ach, 6. Vater, lenke mein Gemüthe, wie kalt mein Himmelssehnen! Daß ich seh dein Licht und Recht, 4. Was beginn ich doch, ich Daß ich schmecke deine Güte, Die Urmer? Herr, es stehet nicht bei dein Wort mir schnöden Knecht mir, Schaffe Rath, du mein Er- Dargebracht, und öffne mirSelbst, barmer! Denn es steht allein bei mein Gott, die Herzensthür, Daß dir. Du, du kannst den schweren ich möge, voll Verlangen, Deine Stein, Höchster, heben, du allein Gnade ganz empfangen. Kannst erwecken das Verlangen 7. Weg ihr eitlen Weltgedanken Dir mit Eifer anzuhangen. Weg du schnöde Eitelkeit! Weicht 5. Zünde deiner Liebe Flammen aus meines Herzens Schranken, Selbst in meinem Herzen an. Die Daß ich, Gott zum Dienst bereit, Gedanken halt zusammen, Daß sie Und von aller Unruh frei, Ihm nichts verwirren kann. Laß im allein ergeben sey; Daß ich in Beten mich allein, Herr, auf mir selbst verborgen, Könne für dich gerichtet seyn, Daß sich meine die Seele sorgen. Von der heiligen Taufe. M. Wer nur den lieben Gott. welche Pracht, Die mich gerecht und selig macht! 717.* * ch bin getauft; ich steh' im Bunde Mit 4. Ich bin getauft, als Christ, meinem Herrn, mit meinem Gott. geschrieben Ins Buch des ew'gen So sprech ich stets mit frohem Lebens ein; Sollt ich nicht meiMunde In Kreuz und Trübsal, nen Vater lieben, Als Kind ihm Angst und Noth. Ich bin getauft: nicht gehorsam seyn, Damit mein deß freu ich mich, Die Freude Name ihm bekannt, Bleib' einwähret ewiglich. geprägt in seiner Hand? 2. Sch bin getauft; ich hab empfangen Den schönsten Schmuck, 5. Ich bin getauft; was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Das Ehrenkleid. Nun soll mein Gottes Kind; Ich weiß, ich bin innigstes Berlangen Gerichtet bei ihm in Gnaden, Bleib' ich seyn auf Frömmigkeit. Ich bin nur kindlich stets gesinnt; Und burch Jesu Blut erkauft; Ich wenn ich weine bitterlich, So bin auf seinen Tod getauft. spricht mein Vater, trau auf mich! 3. Ich bin getauft, bin über geben Dir, Vater, Sohn und 6. Ich bin getauft, was kann beilger Geist! Geheiligt sey dir mir fehlen, Da er, mein Vater, Herz und Leben! Sey ewig, Gott an mich denkt? Wer kann die von mir gepreist! D welche Zierde, Wohlthat all' erzählen, Die er schon 458 Katechismuslieder. schon wirklich mir geschenkt? Mein Eigenthum ergeben! Befördre du Vater ist ein reicher Herr, Der mein Wohl, Verlaß, verlaß mich giebt mir immer mehr und mehr. nicht, Daß mir am wahren Heil weicht, Nichts hier, nichts dort gebricht. 7. Ich bin getauft; Feinde, weichet! Ich stehe unter 4. In deiner Lieb' und Treu, Gottes Schuß, Der seinem Kind O Vater voll Erbarmen, In Jeſu die Hände reichet; Was acht' ich Blut und Tod Ist Rettung für eure Macht und Trut? Greift ihr mich Urmen; Und in des Geistes ein Gotteskind nur an; So wißt, Wort, Regierung, Spülf und daß Gott es schützen kann. Kraft, Da such' und find' ich 8. Ich bin getauft; ich bin das, Was ewig Nußen schafft. zufrieden; Groß ist des Vaters 5. Der Glaub' ist bei mir fest; Lieb' und Treu'. Daß ich von ihm Denn du, o höchstes Wesen, Du nur nie geschieden, Nur stets ihm haft mich dir, ich dich Zum Ei auch ergeben sey! Wie es mein Gott dann schickt und fügt, Bin dein Kind, Dein Schäflein, du genthum erlesen; Bist Vater, ich ich in allem wohl vergnügt. der Hirt, Du Herr, ich Unterthan, Dem Nichts verweigert wird. 6. Gott, wie soll ich's dir 9. Ich bin getauft; ob ich auch sterbe: Was schadet mir das kühle Grab? Dort ist mein Vaterland und Erbe; Hier leg' ich nur die In Ewigkeit verdanken, Daß du Hülle ab. Nach meinem Tod ist mich Sündenkind Geführt in dei mir bereit Des Himmels Freud' ne Schranken, Und mich gewür: digt hast, Daß ich nach deinem und Seligkeit. Sinn Durch Geist und Wasserbad Ein Christ geworden bin? 7. Dabei erhalte mich Bis an Der Taufbund ist ge- mein letztes Ende, Und hilf, daß brochen. Ich sag' es voller Angst: ich es stets zu meinem Trost an Er ist, er ist gebrochen. Ach, gehe wende, Da meiner Feinde List, diesen Bund Mit mir von neuem Tod, Sünde, Teufel, Welt Mir ein! Hier ist Herz, Mund und Armen Tag und Nacht Wohl Hand! Ich will dir treuer seyn. tausend Netze stellt. M. O Gott du frommer. 718.* ch, Bater, zürnenicht! 2. Dem Teufel, Welt und 8. Ich will den Christenstand Fleisch Will ich nun ganz entsa- Weit über alles achten, Wenn gen; Und wollen sie sich auch Von andre mit der Welt Nach Chr neuem an mich wagen, In deines und Hoheit trachten. Ich will Geistes Kraft Nehm' ich es willig, mein Lebenlang Auf deinen We an, Wo ist der Feind, der je gen gehn, Um dort anjenem Tag Den Deinen schaden kann? Einst freudig zu bestehn. 3. Gott Vater, Sohn und Geist, 9. Das wollest du, mein Gott, Dir sey mein ganzes Leben Mit Um meines Jesu willen, Durch Leib, mit Seel' und Geist Zum deines Geistes Kraft In meiner Seel Von der Buße 459 Seel' erfüllen Die jetzt, an Kräf- schreit; So lob' und preis ich ten arm, Nach deiner Hülfe dich Hier und in Ewigkeit. Von der Buße. M. Freu dich sehr. 719.* Nch, wie will es endlich Suche Gott! Er ist zu finden; Und da er dich suchen heißt, werden? Ach, wie Komm; denn Jesus öffnet dir läuft es endlich ab? Daß ich stets Heute noch die Gnadenthür, hang an der Erden, Und so wenig Laß dich seinen Geist erwecken. Gutes hab', Ja, daß ich mit har: Daß du nicht erwachst mit tem Sinn Ohne Uendrung gehe Schrecken. hin. Gott, du wollst das Herz mir rühren, Mich zur wahren Buße führen! 6. bedenk das Maaß der Schulden, Daß du schon haft aufgehäuft, Und was du dafür 2. Ach, ich fühle keine Schmerzu dulden, Wenn es länger zen, Bin erstorben, todt und kalt, überläuft! Denke, daß statt Christi Lasse stets in meinem Herzen Dem, Ruh Du der Hölle eilest zu, Wo was böse ist, Gewalt. Ich bin du über dein Verweilen Dann ohne Reu und Leid, Lebe hin in wirst klagen, ewig heulen. Sicherheit. Wer kann mich von, 7. Ach, es ist Zeit umzukehdiesem Bösen, Herr wenn du ren! Drum verlaß doch diesen nicht hilfst, erlösen? Stand. Jesu, du wollst mich 3. Ach, ich kann an dich nicht erhören, Und mir bieten deine denken, Wie ich öfters gerne wollt'; Hand! Wecke mich vom Tode Und mein Herz läßt leicht sich len auf, Steure meinem Sündenken Dahin, wo es fliehen sollt, lauf! Herr! um deiner Marter Hängt an das so fest sich an, Was willen Wollst du meinen Wunsch zum Abgrund ziehen kann. Ach, erfüllen. Herr, hilf, ich bitt, aus Gnaden Dieser Last mich zu entladen! 8. Laß mich durch den Glauben finden Gnad und Huld in 4. Sieh! mein Geist ist ganz deinem Blut, Die Vergebung erstorben, und das Fleisch nimmt meiner Sünden. Dein Geist überhand; Alles ist an mir ver- stärke meinen Muth, Und erneure dorben, Und vom Guten abge- meinen Sinn, Daß ich Leib und wandt. Was du willst, bemerk Seel forthin Dir, nur dir, zum ich kaum; Zaffe deinem Geist Dienst ergebe, Was ich lebe, nicht Raum. Laß mich die Ge- dir nur lebe. fahr erkennen; Nicht so ins Verderben rennen. M. O Gott du frommer Gott. 5. Aber wache doch von Sün: 720. Willst du die Buße den Einmal auf, du fichrer Geist! noch, Die gebeut, 460 Katechismuslieder. beut, verschieben; So schmähest sten Feind zu seyn: Ach, wie du sein Wort, Und willst dich viel weniger Wirst du dich morfelbst nicht lieben. Ist deine gen scheun! Besserung Nicht deiner Seele 7. Die Buße ist kein Werk Glück? Und wer verschiebt sein Von wenig Augenblicken. Kann Heil Gern einen Augenblick? dich ein schneller Tod Der Welt eine 2. Sprich selbst: gewinnet nicht heut' entrücken? Ist ein Gott, Wenn du ihn findlich Geschrei zu Gott, Ein Wunsch scheuest? Wenn du dich seines nach Besserung Und Angst vor Rechts und seines Beifalls freuest? Strafen wohl Genug zur Hei Wenn du die Tugend übst, Die ligung? Gott, dein Herr, gebeut: Wem 8. Es fordert Gott von uns dienst du? ringst du nicht Nach Die Reinigkeit der Seelen; Ist deiner Seligkeit? Seele rein, Der Glaub' 3. Was weigerst du dich denn, und Liebe fehlen? Ist dieses Das Laster zu verlassen? Weil dein Beruf, Gott dienen, den es dein Unglück ist, Will Gott, du liebst; So zittre vor dir du sollst es hassen. Was wei- selbst, Wenn du dies Werk ver gerst du dich doch, Der Tugend schiebst. Freund zu seyn? Weil sie dich 9. Der Glaube heiligt dich. glücklich macht, Befiehlt sie Gott Ist dieser dein Geschäfte? If allein. ers, warum verschmähst Du dei4. Gott beut die Kraft dir nes Gottes Kräfte? Es schreckt an, Das Gute zu vollbringen. dich nicht sein Wort? Giebt in Soll er durch Allmacht dich, verkehrten Sinn Den Sünder, Ihm zu gehorchen, zwingen? der beharrt, Nicht Gott zulett Er gab dir die Vernunft; Und dahin? du verläugnest sie? Er sendet 10. Hat Christus uns erlöst, dir sein Wort; Und du gehorchsl Damit wir Sünder bleiben, Und, ihm nie? ficher durch sein Blut, Das La 5. Sprich nicht: Gott kennt ster höher treiben? Gebeut uns mein Herz; Ich hab' es ihm Chrifti Wort Nicht Tugend, verheißen, Mich noch dereinst, Recht und Pflicht; So ist es mich bald, Dem Laster zu ent- nicht von Gott. Gott wider: reißen; Jetzt ist dies Werk zu spricht sich nicht. schwer. Doch diese Schwierig- 11. Drum auf, und faffe keit, Die heute dich erschreckt, Muth, Dich selber zu besiegen! Wächst sie nicht durch die Zeit? Der Sieg, so schwer er ist. 6. Je öfter du vollbringst, Bringt göttliches Vergnügen, Was Fleisch und Blut befohlen, Was zagst du? geht er gleich Je stärker wird der Hang, Die Im Anfang langsam fort; Sey That zu wiederholen. Scheuft wacker, Gott ist nah, Und stärkt du dich heute nicht, Des Höch- dich durch sein Wort. 12. Ruf Von der Buße 461 12. Ruf ihn in Demuth an; 4. Ja nicht vergeblich werd' Er tilget deine Sünden. Und ich klagen; Den Büßenden verläßt dich sein Gesetz Erst ihren wirfst du nicht. Du ließest keiFluch empfinden; So widerstreb' nen noch verzagen, Du hörest, ihm nicht: Denn diese Traurig- wenn der Sünder spricht: Er feit Wirkt eine Reu in dir, Die barme zc. niemals dich gereut. 5. Groß ist zwar meiner Seele 13. So süß ein Laster ist, Schade, Und niemand heilt ihn, So giebts doch keinen Frieden. Gott, als du; Doch jede Noth Der Tugend nur allein Hat besiegt die Gnade; Sie schafft der Gott dies Glück beschieden. Ein bangen Seele Ruh. Erbarme ic. Mensch, der Gott gehorcht, Erwählt das beste Theil; Ein Mensch, der Gott verläßt, Verläßt sein eignes Heil. 14. Die Buße führt dich nicht 6. Nicht nach den Werken wollst du lohnen, Nicht handeln, Gott nach meiner Schuld! Du kannst vergeben, willst verschonen; So hör' auch mich nach In eine Welt voll Leiden; Gott deiner Huld! Erbar.ne ic. kennt und liebt dein Glück; Sie 7. Sprich nur ein Wort so führt zu sichern Freuden, Macht werd' ich leben; Sprich, daß ich deine Seele rein, Füllt dich mitjarmer Sünder hör': Geh hin, Zuversicht, Giebt Weisheit und die Sünd' ist dir vergeben, Nur Verstand, Und Muthy zu deiner fündige hinfort nicht mehr! ErPflicht. barme 2c. M. Wer nur den lieben Gott. 8. Ich hoff auf dich, ich bin erhöret; Von Angst und Zwei721.* charmer Mensch, feln werd' ich frei. Ich fühle, ach Gott! ich Sün- daß der Trost sich mehret, Und der Steh hier vor deinem Un- glaub', daß ich begnadigt sey, gesicht. Du Retter der verlor- Ja, Vater, du erbarmest dich nen Kinder, Mein Vater, geh Um Christi willen über mich. nicht ins Gericht! Erbarme dich, 9. Ich zweifle nicht, ich bin erbarme dich, Gott, mein Erbar- erhöret; Mein Glaube sagts mir, mer, über mich! daß ich's bin. Der Trost, der 2. Wie kann ich deinen Trost sich im Herzen mehret, Der neue, verlangen, Ich, dessen Sünden dir geweihte Sinn Bezeugens, zahllos sind? Wie kann ich Gnade du erbarmest dich um Christi noch erlangen? Ich bin ein ab- willen über mich. gewichnes Kind. Erbarme 2c. 3. Noch einmal hör mein sehnM. Sollt ich meinem Gott. lich Flehen, Du liebevolles Ba- 722. Gut und heilig iſt dein terherz! Laß Gnade noch für Wille, Wie du selbst Recht ergehen, Und lindre mei es bist, o Gott! Du gebeutst, ner Seele Schmerz. Erbarme zc. und festlich stille Hört die Schöpfung 462 Katechismuslieder. pfung dein Gebot. Engel, die der Sünde Noth. Alle, alle, dein Loblied singen, Stehn um die dich kennen, Werden unter: deinen Thron bereit, Freuen sich than dir seyn, Werden deiner sich der Seligkeit, Deinen Willen erfreun, Und dich ihren Vater zu vollbringen. Nur der Mensch nennen; Denn wer deinen Willen erkennts oft nicht Für sein Glück thut, Dem gehts ewig, ewig gut. und seine Pflicht. M. Erhalt uns, Herr. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne Deiner höhern Geister 723. Ach, wer auf ſpäte Heer; Deine Veste, deine Sonne, Buße hofft, Erwäg', Sturm und Donner, Erd' und erwäge doch, wie oft Der Sün Meer, Ulles dienet deinem Wil- der plötzlich vors Gericht Geru len, Alles, Höchster, was du fen wird, und frevle nicht! schufft, Eilt und drängt sich, 2. Ich, sprach er, will erst wenn du rufft, Dein Gebot auch fröhlich seyn; Ich will mich zu erfüllen. Nur der Mensch, meines Frühlings freun. Sm der Erdensohn Spricht oft dei- Alter finde ich noch Zeit, Zu nem Willen Hohn. denken an die Ewigkeit. 3. Stolz empört sich seine 3. Noch da er sprach im fre Seele, Herr und Schöpfer, wi- chen Muth, Da stockt auf ein der dich. Deinem göttlichen Be- mal ihm das Blut Und, wie fehle, Ach! ihm widersetzt sie sich, ein Sturm reißt ihn ins Grab Läßt sich nicht von dir regieren, Ein schreckenvoller Tod hinab. Folget lieber ihrem Wahn, Wählt 4. Und ins Gericht, ich sich eine andre Bahn, Die sie zittre, Gott, Vor einem bösen foll zum Heile führen, Und geht schnellen Tod.- Bewahre mich blind mit sicherm Sinn Auf ver- vor Sicherheit, Und vor dem kehrten Wegen hin. Mißbrauch meiner Zeit. 4. Bater, laß uns doch em- 5. Damit ich wach', und vors pfinden, Daß uns unser Herz Gericht Nicht unbereitet komm', verführt, Und daß jeder Hang und nicht Verworfen werde, daß zu Sünden Lauter Angst und ich, treu Bis in den Tod, einst Noth gebiert! Mach uns deinen selig sey! Willen wichtig, Führ auf deine Bahn uns hin, Lehr uns jeden Herzliebster Jesu, was. Irrweg fliehn; Denn dein Weg 724. Wie soll ich einst, o allein ist richtig. Gieb, daß un Gott, vor dir, be fer Herz dir treu, Unser Wan- stehen, Wie, wenn gerecht du del heilig sey! richtest, dir entgehen, Wenn dein 5. Dann, o Gott, wird hier Gesetz ich undankbar verlasse, auf Erden, Wie im Himmel, Das Gute hasse? dein Gebot Stets und froh be2. Als Kind schon lernt' ich folget werden. Weg ist dann deine Güte kennen, Dich stammelnd Von der Buße. 463 meind meinen lieben Vater nen- Wie viele hab ich nicht 3um nen; Vernahm das Heil, das Sündendienst gebracht! uns in deinem Sohne Einst führt zum Lohne. 4. Nicht selten hab' ich auch Daran mit Theil genommen, 3. Ich irrte nicht, wie viele Daß andre in die Zahl Der meiner Brüder Versäumt um. Sünder sind gekommen. Mein her; fiel ich, du halfft mir wie: Beispiel lockte sie, Sie folgten der, Und kamst mir stets auf meinem Pfad; Und ich gab noch allen meinen Wegen Mit Lieb' sogar 3u manchem Fehltritt Rath. entgegen. 5. Wie vielmal hab ich auch 4. Ich sah der Tugend Glück, Das Böse selbst befohlen! Dir, das Laster leiden; Gebildet ward der du alles weißt, Dir ist es mein Geist zu bessern Freuden; unverholen. Die Sünde stellte Sum Dienst der Welt durch nüh- ich U1s etwas Gutes für, Und liche Geschäfte Gabst du mir man gehorchte dann, Uch, leider! Kräfte. leider! mir. 5. O hilf mir stets, was mit 6. Das Unrecht konnte ich so milden Händen Du mir ver- So leicht geschehen lassen, Da liehst, auch treulich anzuwenden! ich, nach deinem Wort, Es sollte Wie werd' ich im Gerichtdir sonst fliehn und hassen; Und so ging entgehen, Vor dir bestehen? M. O Gott, du frommer Gett. M. O Gott, du frommer Gott, 725.* Gott ist der Sünde Feind; Wer sie bemancher fort Auf seiner SündenWas, dacht ich, gehts dich an? bahn. Verhindern sollte ichs; 7. Ich billigte wohl gar Das geht, soll sterben. Die Sünde Böse, das ich merkte, wodurch macht, daß wir Den Himmel ich mehr und mehr Die Bosz nicht ererben. Sie scheidet uns meinte dann, Es habe nichts beit andrer stärkte. Der Sünder von Gott Und seinem Freudenmahl, Und stürzet uns zuletzt Hiebei: was mache ich? auf sich; Er dachte nicht einmal In unerhörte Qual. 2. Wenn ich, gerechter Gott, 8. Noch mehr verging ich mich, Dies bei mir selbst bedenke, Und Wenn ich das Böse lobte; Dies ohne Eigenlieb' Mein Herz zur machte, daß hernach Der SünPrüfung lenke, Ob ich sie nicht der ärger tobte. Wie wohl gefiel geliebt, und ohne Scheu gethan, es mir, Wenn jemand ausge= So kommt mir alsobald Furcht, dacht, Was seinen Nächsten oft Schrecken, Schauer an. Um Ehr und Gut gebracht! 3. Uch, ich bekenne dir, Daß 9. Sehr sträflich war es ja, ich dich nie geliebet, Wohl aber Daß ich darüber lachte, Wenn mancherlei, Was dir mißfällt, einer seine Zeit Miteitlem Scherz verübet; Ja, dabei blieb es nicht, verbrachte. Ein ärgerlich GeDaß ich dich nicht geacht't, schwät Ergötte meine Brust. Ich 464 Katechismuslieder. Sie der gnädig! Ich merkte oft darauf Mit größ- unthätig; So schlag ich nieder ter Freud und Luft. mein Gesicht Vor dir, du reines 10. Befördert habe ich Wohl Himmelslicht. Gott sey mir Sünoft des andern Sünden. zu vertheidigen, Ließ ich mich 3. Die Schulden, die mir sind willig finden. Wars möglich, so bewußt, Durchängsten mein Ge verschwieg Ich Ungerechtigkeit; wissen; Drum schlag ich reuig Zur Strafe aber war Mein an die Brust, Von Reu und Wille nicht bereit. Schmerz zerrissen. Ich bin, o 11. Mein Gott, wie werde Bater ja nicht werth, Daß ich ich Damit vor dir bestehen? Du noch wandle auf der Erd'; Doch wirst zur Linken mich Einst hei weil du winkst, so bet' ich Mit Ben von dir gehen. Denn wer ganz zerknirschtem bangem Geist, mit fündiget, Hat an der Strafe Der gleichwohl dich noch Bater Theil, Und beide bringen sich heißt: Gott sey mit Sünder Muthwillig um ihr Heil. gnädig! 12. Daß dieses nicht gescheh, 4. Mein Vater schaue Jesum So fall ich dir zu Fuße, Und an, Den Gnadenthron der Sünbitte flehentlich: Wirk in mir der, Der für die Welt genug wahre Buße! Vergieb mir mei- gethan, Durch den wir Gottes ne Schuld Durch Jesum, dei Kinder Im gläubigen Vertrauen nen Sohn; So tret ich einst ge- find: Der ist's, bei dem ich Ru trost Bor seinen Richterthron. he find', Sein Herz ist ja gut thätig. Ich fasse ihn, und lag ihn nicht, Bis Gottes Herz er M. An Wasserflüssen Babylon. 726.* König, dessen Ma- barmend bricht. Gott sey mir jestät Weit über Sünder gnädig! alles steiget, Dem Erd und Meer 5. Regiere doch mein Herz und zu Dienste steht, Vor dem die Sinn In diesem ganzen Leben. Welt sich neiget, Der Himmel Du bist mein Gott, und was ich ist dein helles Kleid, Du bist bin, Bleibt ewig dir ergeben. voll Macht und Herrlichkeit, Sehr Uch, heilige mich ganz und gar, groß und wunderthätig; Ich ar- Laß meinen Glauben immerdar mer Mensch vermag nichts mehr, Seyn durch die Liebe thätig! Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Und will es nicht fort, wie es Gott sey mir Sünder gnädig! soll; So ruf ich wenn mein 2. Hier steh ich, wie der Zöll Herz ist voll: Gott sey mir ner that, Beschämt, ich steh von Sünder gnädig! ferne, Und. suche deine Hülf 6. Mein Leben und mein Ster: und Gnad, Herr, du hilfft ben ruht Allein auf deiner Gnaja gerne! Doch weil ich voller de. Mir geh' es übel oder gut, Fehler bin, Und Sünde meinen Gieb nur, daß mir's nicht scha ganzen Sinn Zum Guten macht de! Kommt dann die legte Stun de Von der Buße. 465 de an; So sey mir auf der To- tritt gönnet! Sing es, Seele, desbahn, Mein Jesu, nah und vor dem Herrn, Fließ vor Freugnädig! Und wenn ich nicht mehr den über! Gott, dein Gott vers sprechen kann; So nimm den stößt nicht gern; Er begnadigt lehten Seufzer an: Gott sey mir lieber. Sünder gnädig! 6. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele! Auch, wenn ich, dein strauchelnd Kind, Noch M. Schwing dich auf zu. 727.* Liebster Bater, ich, dein aus Schwachheit fehle; So ges Kind, Suche dich voll denkst du, der du weißt, Daß Reue. Strafbar war mein Herz mein Herz dich ehret, Meiner gesinnt; Gott, ach Gott, verzei- Schwachheit und verzeihst Dem, he! Schwer, wie eines Berges der wiederkehret. Last, Drücken mich die Sünden. Der du mich erschaffen hast, Laß mich Gnade finden! M. Jesus meine Zuversicht. 728.* Sesus nimmt die Sünder an! Sagt doch 2. Gieb nicht den verdienten Lohn; Laß mich Sünder leben! dieses Trostwort allen, Welche Sprich, mir sey durch deinen von der rechten Bahn Auf vers Sohn Ulle Schuld vergeben. kehrten Weg verfallen. Hier ist, Dich umfaßt der Glaub' in mir; was fie retten kann: Jesus nimmt Inbrunstvoll ich hange, Gott, die Sünder an! mein Vater, nur an dir, Bis 2. Keiner Gnade sind wir ich Gnad erlange. werth; Dennoch hat in seinem 3. 3war bin ich nicht werth, Worte Er sich gnadenreich erzu dir Kindlich aufzusehen; Doch klärt, Und die theure Gnadendu bleibst ein Vater mir, Du pforte Durch sein Blut selbst vernimmst mein Flehen, Kennst aufgethan. Sesus nimmt die mein Inn'res, siehest mich, Wenn Sünder an! ich vor dirweine, Und vergiebst 3. Wenn ein Schaaf verloren mir väterlich, Wenn ich's red- ist, Suchet es ein treuer Hirte. lich meine. Jesus, der uns nie vergißt, Su4. Dies, dies soll in jedem chet treulich das Verirrte, Zeis Schmerz Mein Vertrau'n er- get ihm die rechte Bahn. Jesus wecken. Vor der Sünde soll nimmt die Sünder an! mein Herz, Nicht vor dir er- 4. Rommet alle, kommet her! schrecken. Ganz vertrauen will Kommet ihr betrübten Sünder! ich dir, Stets die Sünde haf- Jesus rufet euch, und er Macht fen, Nie vergessen, daß du mir aus Sündern Gottes Kinder. So viel Schuld erlassen. 5. Preis sey dem Allgütigen, Der mein Innres fennet, Und dem Gnadesuchenden Freien ZuGlaubet es, und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden; Laß, 6 g mein Katechismuslieder. 466 mein Heiland mich bei dir M. Schwing dich auf. Gnade zur Vergebung finden, 730. Sollt ich jetzt noch, Daß dies Wort mich trösten da Deis kann: Jesus nimmt die Sünne Güt' erschienen, Dich verlass der an! fen, Gottes Sohn, Und der 6. Ich bin ganz getrosten Sünde dienen? Mit den Lüften Muths; Wie viel auch der dieser Zeit Wieder mich beflecken, Sünden wären, Soll mich doch Und nicht mehr die Süßigkeit fraft deines Bluts Ihre Menge Deiner Liebe schmecken? nicht beschweren, Daß ich gläu- 2. Hab ich doch allein bei big sprechen kann: Jesus nimmt dir Meine Ruh gefunden; Mitt die Sünder an! ler, heiltest du doch mir Alle 7. Mein Gewissen schreckt mich meine Wunden; Und ich sollte nicht; Will mich das Gesetz ver- dein Gebot, Wie die Sünder, flagen? Der mich frei und ledig haffen, Und mein Recht an dei spricht, hat die Schulden abge- nen Tod Wieder fahren lassen? tragen, Daß mich nichts verdammen kann. Jefus nimmt die Sünder an. 3. Nein, ich bin und bleib' ein Chrift, Halt auf deine Leh ren; Laffe mir nicht macht noch 8. Jesus nimmt die Sünder Lift Meinen Glauben wehren. an! Mich hat er auch angenom- Fielen tausend ab, nicht ich; men, Mir den Himmel aufge: Mags die Welt verdrießen! Sie than, Daß ich selig zu ihm kom- wird mein Vertraun auf dich men, Und auf den Trost ster- Mir doch gönnen müssen. ben kann: Jesus nimmt die Sünder an! 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müs den, Den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? 729,* or dir, Herr Jesu Giebt sie mir die Zuversicht. Daß M. Herzlich lieb bab ich. steh ich hie, Vor ich, trot dem Grabe, Deiner Ewig dir beug' ich des Herzens Knie, keiten Licht zu erwarten habe? Ich kann mir selbst nicht rathen, 5. Rettet fie mich, wenn vor Weil meine große Missethat Mich Gott, Einst die Völker stehen, hier und dort verdammet hat; Und das Leben und den Tod Doch will ich nicht verzagen. Shm zur Seite sehen? Wenn Herr Jefu Chrift, dein Blut al- der Sichre nun zu spät, Aus lein Macht mich von allen Sün- dem Schlaf erwachet, Und der den rein, Da ich mit Reu' in Spötter, der hier schmäht Staunt wahrer Buß' Dir falle glaubens- und nicht mehr lachet? voll zu Fuß'. Herr Jesu Christ, 6. wie thöricht, Wenn ich Drum dank' ich dir! Drum mich noch verführen ließe, Jes dank ich dir! Ich will mich bessern, su, da ich schon durch dich Got Hilf du mir! tes Huld genieße! Da ich weiß auf Von der Buße. Vom heil. Abendmahl. 467 auf wessen Wort ich die Hoff- Sollen mich, mein Herr und nung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde. Gott, Jemals von dir scheiden! Welt und Sünd und Eitelkeit, Und des Fleisches Triebe, Ulles 7. Nicht das Leben, nicht der überwind' ich weit, Herr, durch Tod, Trübsal nicht und Leiden, deine Liebe. - Vom heiligen Abendmahl. Eigene Melodie. sich unser innres Leben, Wenn Mein Jesu, der du du dem Glauben Kraft verleihſt. vor dem Schei- Wir fühlen neuen Muth und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. den In deiner letten Trauer nacht Uns alle Früchte deiner Leiden In einem Testament ver6. Wir treten in genau're macht, Es preisen gläubige Ge- Bande Mit deines Leibes Glies müther Dich, Stifter dieser ho- dern ein, Mit ihnen hier im hen Güter. Prüfungslande Durch dich, das 2. So oft wir dieses Mahl Haupt vereint zu sein. Die Liebe genießen, Wird dein Gedächtniß muß uns fester schließen, Da wir bei uns neu. Man kann aus ein Fleisch und Blut genießen. neuen Proben schließen, Wie in- 7. Dein Fleisch muß uns zum nig deine Liebe sey. Dein Blut, Pfande dienen, Daß unser Fleisch dein Tod und deine Schmerzen hier schwachheitsvoll, Einst herrs Erneuern sich in unsern Herzen. lich aus dem Staube grünen, 731.* Mein 3. Es wird dem zitternden Und unverweslich werden soll; Gewissen Ein neues Siegel auf- Ja daß du uns ein ew'ges Leben gedrückt, Daß unser Schuldbrief Nach diesem kurzen werdest geben. nun zerrissen, Daß unsre Hand- 8. D theures Lamm, so edle schrift nun zerstückt, Daß wir Gaben Hast du in dieses Mahl Vergebung unsrer Sünden In gelegt, Und da wir dich zur deinen blut'gen Wunden finden. Speise haben, Wie wohl ist uns 4. Das Band wird fester zu- ser Geist verpflegt! Dies Mahl gezogen, Das dich und uns zu- ist unter allen Leiden Ein wahsammenfügt; Die Freundschaft, rer Vorschmack jener Freuden. die wir sonst gepflogen, Fühlt, 9. Dir sei Lob, Preis und wie sie neue Stüßen kriegt. Wir Ehr' gesungen! Ein solcher hoher werden ganz in solchen Stunden. Gnadenschein Verdient, daß aller Mit dir zu einem Geist verbunden. Engel Zungen Zu deinem Ruhm 5. Dies Brod kann wahre geschäftig seyn. Wird unser Geist Nahrung geben, Dein Blut er zu dir erhoben; So wird er dich quidet unsern Geist. Es mehrt vollkommner loben. Gg 2 732. 468 Katechismuslieder. M. O Gott, du frommer Gott. 6. Mein Glaube hält dich 732.* Jeſu, willst du noch fest; Und, dich nicht zu verges So gnädig an mich sen, Giebst du mir mit dem denken, Und meiner Seele dich Im Brod Den wahren Leib zu essen, Abendmahle schenken? Laß dein Den Leib, der für mich starb; Gedächtniß denn In mir lebendig Doch nicht den Leib allein, Dein seyn, Da ich dein Leib und Blut Blut, dein wahres Blut Trink Empfang' im Brod und Wein! ich auch mit dem Wein. 2. Ich Sünder war von Gott, 7. Geschah dein Opfer gleich Gott war von mir geschieden; Vor fast zweitausend Jahren, Es drückte mich der Fluch, Ich So kann ich dessen Kraft Doch hatte keinen Frieden; Denn das jeho noch erfahren; Denn dein Gesetz verwies Durch des Ge- Verdienst ist mir So selig, frisch wissens Pein Mir das, was ich und neu, Als ob's erst diesen gethan, Hieß mich verstoßen seyn. Tag Von dir erworben sey. 3. Ich konnte nimmermehr, 8. Mein Heil, ich danke dir, Was ich versehn, ersetzen; Kein Ich danke dir von Herzen Für Engel und kein Mensch, Kein deine Huld und Treu', Für deine Gold mit allen Schätzen Bezahlte Pein und Schmerzen, Für dei meine Schuld. Nichts riß mich nen bittern Zod, Für deinen Leib aus der Noth; Mein letztes Ur- und Blut; Recht herzlich preis ich theil war Nichts als der ew'geCod. dich, Mein allerhöchstes Gut. 4. Doch du, mein Heiland, 9. Laß deine Liebe doch Mein bist Un meiner Statt gekommen; ganzes Herz durchdringen, Hilf Der Sünden Straf und Schuld mir, was Sünde heißt, Und Hast du auf dich genommen. jede Luft bezwingen! Halt meine Du trugst, was ich verdient, Du Seele rein; Es sey mein Herz littest schwere Pein, Daß ich in dein Haus! Nimm du, was sünd dir gerecht Und selig könnte seyn.[ lich ist, Durch deinen Geist hinaus. 5. Gottlob, es ist geschehn! 10. Laß mich bußfertig stets Ich habe nun das Leben; Denn 3u deinem Tische kommen, Und du hast Leib und Blut Zum würdig allemal, Bis du mit Opfer hingegeben. Ich bin mit allen Frommen Mich in den Gott versöhnt. Was du, mein Himmel rufft, Daß ich soll bei Jesu, du In deiner Kraft ge dir seyn; Dann geh' ich hoch than, Das rechnet er mir zu. erfreut 3ur ew'gen Wonne ein. Die Haustafel. M. Vater unser im Himmelr. barme dich der Christenheit! Zum 733. Dreiein'ger Gott, er- Tempel sey sie dir geweiht! Er barme dich Mein barm dich über jung und alt, und der Meinen gnädiglich! Er- Daß allen deine Gnade strahlt! 2. Erbarm Die Haustafel. Obrigkeit. 469 2. Erbarm dich aller insge- wie ihr Unterricht, Ihr Beispiel mein, In welchem Stande sie stets ein leitend Licht! auch seyn! Erbarm dich über 5. Laß sie durch Ernst dem Mann und Weib! Erbarm dich Leichtsinn wehren, Durch Güte über Seel' und Leib! Geheiligt alle an sich ziehn. Laß sie selbst sey dir Werk und Wort Zu je- ftrafend nur belehren, Den Schein der Zeit, an jedem Ort'! des Unrechts sorgsam fliehn. 3. Erbarm dich unser in der Religion und Sittlichkeit Vers Noth! Erbarm dich unser in breite durch sie jederzeit! P dem Tod! Erbarm dich unser 6. O welche Pflichten! welche im Gericht! Erbarme dich, ver- Würde! Steb, Vater, jedem laß uns nicht! So wollen wir Lehrer bei! Erleichtre seines Um dich, unser Hort, Stets loben tes Bürde, Daß er stets froh hier und ewig dort. und heiter sey! Uns allen sey ein Herz gewährt, Das dankbar ihn erfreut und ehrt! M. Wer nur den lieben Gott. 734. Preis dir, der du an 7. Wenn ihn des Tages Launsre Jugend Auch sten drücken, Wenn Unmuth in hier mit Baterhuld gedenkst, Und die Seele schleicht, Dann müß' ihr zur Weisheit und zur Tu- er jenen Lohn erblicken, Den gend Noch immer treue Führer deine Hand ihm dort einst reicht, schenkst! Wie gern, o Gott, er- Und immer zeig' er sich als freuest du! Welch Heil strömt Christ, Der wirkt, so lang es uns aus Schulen zu! Tag noch ist. 2. Durch gute Kinder fließt 8. O Gott, laß jede Schule dein Segen Einst weit umher blühen, und reich an guten in deine Welt. Wir sehn der Früchten seyn! Laß jedes LehBukunft froh entgegen, Wo un- rers Eifer glühen, Der Kinder ser Blick nur auf sie fällt. Naht Herzen dir zu weihn! Einst sich der Tod uns auf dein Wort; fegn ihn die beglückte Schaar, So sehen sie dein Werk hier fort. Der er hier Freund und Füh 3. gieb den Lehrern Licht rer war! und Kräfte Und Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen M. Vom Himmel hoch. Fleiß im Lehrgeſchäfte Ihr Ruhm 735. Mer Obrigkeit, wer und ihre Freude seyn! Mit Lieb' erfüll' sie für ihr Amt, Aus denke doch, Gott, wer du bist! dem das Heil so vieler stammt! Wer Macht hat, wisse, sein Bes 4. Gieb, daß sie immer heller ruf Sey von der Macht, die sehen, Was wahr und ehrbar Alles schuf! ist, und gut, Und immer auf 2. Nie brauch er seine Größ dem Pfade gehen, Auf dem dein und Macht Zur Ueppigkeit und Wohlgefallen ruht! Es sey, so eiteln Pracht; Nie zu des Urmen Katechismuslieder. 470 men Druck und Last, Den du wie ihn, geschaffen hast! 3. Uch Gott, vergieb uns diese Sünden, Regiere uns durch dei3. Für andrer Noth, stets nen Geist, Daß wir den Weg voll Gefühl, Sen schnelle Hülfe, der Wahrheit finden, Und thun, Herr, sein Ziel! Nie seys der was recht und billig heißt. Hilf, Lüfte Sättiguug, Nie sklavische daß wir alle uns bemühn, Die Vergötterung! Jugend christlich zu erziehn. 4. Der Unschuld Rechte beug' er nicht! 21s ging' er gleich in dein Gericht, So müß' er rich ten, und allein Des Trugs und Frevels Schrecken seyn! 4. O möchten wir an diesem Werke In Häusern, Kirchen, Schulen baun, Vereint mit aller Kraft und Stärke Des Lasters breiten Weg verbau'n! So trifft 5. Er zeige, daß nur der, der die Jugend nirgends an, Was frei Die Wahrheit spricht, ihm sie zur Sünde reizen kann. schätzbar sen! Denn hört er 5. Hilf, daß wir bloß auf Schmeicheleien an, Wie leicht, deine Ehre In allem Thun und wie bald wird er Eyrann! Lassen sehn. Nach deines Wor 6. Er, seiner großen Pflicht tes heil'ger Lehre Müß' Untergetreu, Sey der Verlaßnen Zu- richt und Zucht geschehn! Fern flucht, sey Des Armen Trost sey es, daß sich dieser Welt Auch und in der Noth Ein sichrer einer gleich vor Kindern stellt! Schirm, wie du, o Gott! 6. Hilf, daß wir für die Kin 7. So pfleg' er Uller väter- der beten, Durch Lehr' und lelich! Geliebt von allen freu' er ben sie erbaun, In Unglücksfäl fich, Daß er des Volkes Segen ist, len sie vertreten, Und stets auf Und du, Gott, sein Vergelter bist! dein Erempel schaun, Damit wir gegen jedes Kind, Dir, Jesu, gleich gefinnet sind. M. Wer nur den lieben Gott. 736.* Ach Gott! wir sollen 7. Gieb auch der Jugend ein unsre Kinder Nach Gemüthe, Das deinem Sinne deinem Willen auferziehn, Daß ähnlich sieht, Das sich dem Zuge fie den Greuel aller Sünder, deiner Güte Ganz unterwirft, Und der Verdammten Wege das Böse flieht. Ach, laß kein fliehn; Wir sollen sie zum Him- Kind verloren gehn, So wollen mel führ'n, Und ihren ganzen wir dein Leb erhöhn. Lauf regier'n. 2. O wie so langsam, schwach M. Aus tiefer Noth schrei ich. und träge Sind wir zu dieser 737.*& ins hab' ich, liebſter Christenpflicht! Wir weichen oft Bater, vom Tugendwege, Thun, was bittend vorzutragen; Ich weiß wir sagen, selber nicht. Und so gewiß, du schenkst es mir, Du erwächst so schlechte Frucht Aus kannst mirs nicht verfagen. Wohl der verkehrten Kinderzucht. mir, wenn deine Huld mir giebt 471 Die Haustafel. Berufsarbeit. Ein Herz, das den Gehorsam M. Wer nur den lieben Gott. liebt, Sich willig darin übet! 738.* Mein Gott, die Arbeit meinerHändeFang 2. Das wars, was Davids frommer Sohn Von dir sich hat ich in deinem Namen an; Gieb, erbeten, Als er auf seines Ba- daß ich sie auch so vollende, Daß ters Thron Uls Jüngling war sie dir wohl gefallen kann. Ich getreten. Und das war dir so bitte, steh mir gnädig bei, Daß angenehm, Daß du sein Haupt mein Beruf gesegnet sey. noch überdem Mit Ehr und Reichthum kröntest. 2. Laß alles wohl von statten gehen, und stärke mich bei saurem 3. Gehorsam war der schönste Fleiß. Laß deinen Willen mich Schmuck Un deinem liebsten verstehen, Wo ich mir nicht zu Kinde, Das unter Armuth, rathen weiß. Verhüte Schaden Schmach und Druck Gebüßt die und Gefahr Durch deiner lieben Lust der Sünde, Die uns um Engel Schaar. unsern Schmuck gebracht, Und 3. Gieb mir Gesundheit, Muth uns dem Satan gleich gemacht, und Stärke, Vernunft, Geduld, Dem Vater der Rebellen. Geschicklichkeit, Und wenn ich deine Güte merke, Wenn mich dein Segen hat erfreut, So lenke meinen Geist und Sinn, Daß ich nicht übermüthig bin. - 4. Wie willig war dies theure Lamm, Bater, deinen Willen Selbst bis zum Tod' am Kreu zesstamm Gehorsam zu erfüllen! 4. Verleihe mir ein chriftlich Ach, gieb mir einen solchen Leben, und laß mich nicht durch Sinn! Nimm Geist und Leib Wucherei, Durch List und Trug zum Opfer hin Im Thun und nach Gütern streben, Damit dein auch im Leiden! Fluch nicht auf mir sey, Der alles, was du hast gewährt, Zu meiner Strafe bald verzehrt. 5. War mein Erlöser unter than Den mütterlichen Händen, So laß mein Ohr von Kind- 5. Beschere mir ein fromm heit an 3u guter Zucht sich Gesinde, Das redlich, treu und wenden! Laß meiner Eltern ihr fleißig ist, und gieb, daß ichs an Gebot, Laß ihren Rath bis in mir befinde, Daß du ihr Gott den Tod Mich durch Gehor- und Vater bist. Verzeih auch sam ehren! ihnen ihre Schuld, Du Gott der 6. Gieb, daß ich immer folg- Langmuth und Geduld! sam sey Wenn mich die Lehrer 6. Daß keine Neider, keine ziehen. Laß Widerspruch und Feinde Mir je nach meiner Nahe Spötterei Mit aller Macht mich rung stehn. Laß mir beständig fliehen. Nimm allen Troß und gute Freunde Mit Rath und That Eigensinn, Nimm allen Eigen- entgegen gehn; Denn aller Herwillen hin; Dein Wille sey zen und Verstand Hast du, o mein Wille! Gott, in deiner Hand! 7. Iſt 472 Lehr- und Glaubenslieder. 7. Sft denn mein Lebenstag erwählten aus, Daß ich von verloschen, Uch! so bestelle selbst meiner Arbeit ruh' Erhöre mich, mein Haus, Und theile mir den sprich ja dazu! Gnadengroschen Bei deinen UusDritte Abtheilung. Lehr- und Glaubenslieder. M. Herzlich thut mich verlangen Durch einen finstern Ort, Wo 739.* Mohl dem, der Jesum nur der Tod regieret: Komm, liebet, Und dessen hier ist Gottes Wort! Dies ist Himmelswort! Nie, nie wird er dein Stab und Stecken, Mit betrübet; Denn Jesus ist sein diesem kannst du dich In ToHort. Wo Jesus sich befindet, desnoth und Schrecken Beschüs Da stehet alles wohl; Wer sich ten mächtiglich. auf Jesum gründet, Der lebet lebensvoll. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe Dein seligmachend Wort, Und 2. Bist du vielleicht verirret, stets darin mich übe; Hilf, meiSuchst Ruhe hier und dort, Hat ner Seele Hort, Daß ichs in mei dich die Welt verwirret: Komm, nem Herzen Bewahr durch deine hier ist Gottes Wort! Dies wird Huld, Damit in Kreuzes schmer dir deutlich zeigen Die rechte Tu- zen Es Frucht trag' in Geduld. gendbahn, Dein Herz zu ihr hinneigen, Dich führen himmelan. M. Mir nach, spricht Christus. 3. Biſt du vielleicht betrübet, 740. Mühseliger, komm her Durch Und wirst du fort und fort ich Kreuz und Noth geübet: Komm dich erquicken. Mein Joch ist sanft, hier ist Gottes Wort! Dies wird und meine Last Soll dich nicht dein Herz erquicken, Daß, wenn niederdrücken. Die Welt vergeht, gleich Höll' und Welt Dich und wer ihr traut, hat nicht wollten unterdrücken, Du doch auf festen Grund gebaut. behältst das Feld. 2. Wenn Kreuz und Wider 4. Hast du dich lassen blenden, wärtigkeit Dir deine Lebenstage Suchst Licht am dunkeln Ort, Verbittern, lerne dann von mir, Und tappest an den Wänden: Wie sie ein Chrift ertrage. Was Komm, hier ist Gottes Wort! sind die Leiden dieser Zeit Doch Dies macht, daß auch die Blin- gegen jene Herrlichkeit? den Zum wahren Lebenssteg 3. Wenn dich der Zukunft düstre Sich wieder können finden Von Nacht Umhüllt mit bangen Sor ihrem Irreweg. gen, Geb' ich dir Licht, das durch 5. Und wirst du auch geführet bie Nacht Strahlt, wie ein Früh lingsmorgen. Vom Worte Gottes. 473 lingsmorgen. Der Glaube an freund? Sind doch deine Wort' Unsterblichkeit Giebt Hoffnung, und Lehren, Wie dein Herz es Trost, Zufriedenheit. mit uns meint. Sie vertreiben 4. Zeigt man den Schöpfer alles Leid; Selbst des Todes dieser Welt Dir unter Schreckens- Bitterkeit Muß vor deinen Wors bildern, dann, dann eil' und ten weichen, Nichts ist ihnen zu komm zu mir, Ich, ich will dir vergleichen. ihn schildern Als Vater, der aus Liebe dich Erschuf, und herrschet väterlich. 3. Deine Worte sind der Stecken, Boran ich mich halten kann, Wenn der Teufel mich will schree 5. Wenn weinend an demSter: den Auf der schmalen Lebens. bebett' Um dich die Deinen ste- bahn. Sie, sie führen ohne Qual hen; Trockn' ich die Wangen, Mich selbst durch des Todes Thal, tröfte euch Mit frohem Wieder- Sind mein Schirm und meine sehen. Der Trennung Schmerz Stüße Unter aller Kreuzeshiße. herrscht hier allein; Dort wird 4. Jesu, dein Wort soll mich nicht Tod, nicht Trennung seyn. laben, Deine trosterfüllte Lehr' 6. Trau nicht den Gütern die Will ich stets im Herzen haben. ser Welt, Die Zeit und Rost ver- Uch! nimm sie doch nimmermehr zehren, Und lern zu deiner Ruhe Von mir weg in dieser Zeit, Bis sie UlsErdentand entbehren. Such ich in der Ewigkeit- Welches Güter, die kein Rost verzehrt, Kein Heil, o welche Ehre! Dich 3ufall raubt, kein Tod zerstört. Herr Jesu, selber höre. 7. Auf, Dulder! sey den Käm- 5. Unterdeß vernimm mein pfern gleich, Die nach der Krone Flehen, Liebster Jesu, höre mich! ringen; Mein sanftes Joch, mein Laß mich fest bei dir bestehen! Unterricht Soll dauernd Glück Sch, ich will dich ewiglich Preis dir bringen. Er ists, der Muth sen mit Herz, Sinn und Mund, zum Kampf gewährt; Wohl dem, Ich will dir in jeder Stund' Ehr' der meine Stimme hört! und Dank in Demuth bringen, Und dein hohes Lob befingen. M. Freu dich sehr, o meine Seele. 741.* ede, liebster Jeſu, - M. Nun freut euch, lieben. Sind rede! Denn dein 742.* Gesetz und Evangelium Kind giebt Acht darauf. Stärke mich; denn ich bin blöde, Daß Gaben, Die wir in unserm Chris ich meinen Lebenslauf Dir zur stenthum Beständig nöthig haben. Ehre sebze fort. Ach, laß stets Doch bleibt ein großerUnterschied, dein heilig Wort In mein Herz Den nur das Auge deutlich sieht, seyn eingeschlossen, Dir zu fol- Das Gottes Geist erleuchtet. gen unverdroffen! 2. Schon steht, was das Gesetz 2. Uch, wer wollte dich nicht gebeut, Im Herzen uns geschrie hören, Dich, du liebster Menschen ben; Wir sollen nämlich jederzeit Gott 474 Lehr- und Glaubenslieder. Gott und den Nächsten lieben. ffein Drohen weicht, Wenn man Daß aber Gott die Welt geliebt, will Gnade suchen. Es treibt zum Und seinen Sohn für Sünder Kreuz des Mittlers hin; Wenn giebt, Daß muß er selbst entdecken. ich an diesen gläubig bin, So 3. In dem Gesetze wird die hat der Trost kein Ende. Pflicht Uns ernstlich vorgetragen; 9. Mein Gott, laß diesen Unters Das Evangelium giebt Licht Und schied Mich in der That erfahren! Kraft, ihr nachzujagen. Zeigt je- Nach Sündenangst laß Trost und nes, was du thun sollst, an, So Fried' In mir sich offenbaren! sagt dir dies, was Gott gethan; Treib mich durch des Gesetzes Dies schenket, jenes fordert. Fluch, Daß ich die Gnade gläu big such In des Erlösers Armen. 4. Der Lohn, den das Geset verspricht, Wird dir nicht zuge- 10. Gieb aus dem Evangelio wendet, Es sey denn, daß du deine Mir Kräfte, dich zu lieben, Und Pflicht Vollkommen haft vollen als dein Kind mich frei und froh det. Was Christi Gnade uns ver- In dem Gesetz zu üben. Sieb heißt, Wird dem, der gläubig sich Gnade, daß ich meine Pflicht erweist, Frei und umsonst gegeben. Mit Freudigkeit und Zuversicht 5. Wo das Gesetz dem Sünder In wahrem Glauben leiste. dräut, Da schlägt es ihn darnie- M. Jesu meine Freude. der; Das Evangelium erfreut, 743.* Mort des Höchsten Und heilt die Wunden wieder. Mundes, Engel Wenn jenes predigt Straf und meines Bundes, Jesu, unser Fluch, So öffnet dies des Lebens Ruhm! Bald, da wir gefallen, Buch In des Erlösers Wunden. Ließest du erschallen Evangelium, 6. Deckt jenes dir dein Elend Eine Kraft, Die Glauben schafft, auf, So spricht dies von Erbar- Eine Botschaft, die zum Leben men; Weckt jenes nur zum Schre- Uns von dir gegeben. den auf, So träget dies die Ur- 2. Was dein Wohlgefallen Vor men. Droht das Geset dir nur der Zeit uns allen Fest bestim den Tod, So hilft die Gnad' met hat, Was die Opferschatten aus Noth und Tod, Und bringt Längst verkündigt hatten, Das dir Geist und Leben. vollführt dein Rath. Was die 7. Was das Gesetz zu drohen Schrift Verspricht, das trifft hat, Gehört für rohe Herzen, Alles ein in Jesu Namen, Und Für Heuchler, die schon reich und ist Ja und Umen. fatt, Nur mit der Sünde scherzen. 3. Alles ist vollendet! Sesu Des Gnadenwortes Balsamöl Gnade wendet Alle Straf und Senkt sich in eine kranke Seel', Schuld. Jesus ist gestorben, Die arm ist und beladen. Jesus hat erworben Ullen Gnad' 8. Wenn das Gesetz den Zweck und Huld. Auch ist dieß Für erreicht, So hört es auf zu flu- wahr gewiß: Jesus lebt in Preis chen. Sein 3wang, sein Blick, und Ehre; Ach erwünschte Lehre 4. Uns Vom Worte Gottes. 475 4. Uns in Sünden Todten, Heil gewähre? Was habt ihr, Machen Jesu Boten Dieses Le- das so weise macht? Wo find' ben kund, Lieblich sind die Füße, ich außer Jesu Licht? Wo das, Und die Lehren süße; Theuer was mir sein Wort verspricht? ist der Bund. Aller Welt Ist 3. Er ist es, der mich Gott nun vermeldt Dieser guten Bot- erkennen, Jm Geist ihn recht schaft Lehre, Daß man sich bekehre. verehren lehrt. Getroft darf ich 5. Kommt, zerknirschte Her ihn Vater nennen, Gewiß seyn, zen, Die in bittern Schmerzen, daß er mich erhört. Er ruft mir Das Gesek zerschlug! Kommt zu: dein Gott ist gut. Heil dem, zu dessen Gnaden, Der, für euch der seinen Willen thut. beladen, Ulle Schmerzen trug! 4. Er reizt mein Herz, sich Jesu Blut Stärkt euren Muth; selbst zu richten, Er schärft zur Gott ist hier, der euch geliebet, Prüfung meinen Blick, Beleh. Und die Schuld vergiebet. ret mich von meinen Pflichten, 6. Dieser Grund bestehet, Und schreckt vom Bösen mich Wenn die Welt vergehet, Fällt zurück. So stärkt er den Ges er doch nicht ein. Darauf will wissenstrieb, Und macht mir ich bauen, So soll mein Ver- Recht und Tugend lieb. trauen Evangelisch seyn. Auch 5. Er schafft dem Geiste süs will ich nun würdiglich Durch ßen Frieden, Vertreibt den fors die Kraft, die mir gegeben, Evan- genvollen Sinn, Reicht dem gelisch leben. Belasteten, dem Müden, Den 7. Jesu, deine Stärke Schaffet sichern Stab der Hoffnung hin, diese Werke, Stehe du mir bei, Auf den er glaubensvoll sich lehnt, Nichts kann uns nun scheiden: So oft er sich nach Ruhe sehnt. Hilf, daß auch mein Leiden Evan- 6. Er hebt den Geist zum gelisch sey! Ja, laß mich Dereinst frohen Hoffen, Verkündigt mir auf dich, Uls dein Kind, mit dir Unsterblichkeit; Durch ihn seh' zu erben, Evangelisch sterben. ich den Himmel offen, Und mein ist seine Seligkeit. welche Wonne für den Geist, Der fich der Sündenlust entreißt! M. Wer nur den lieben Gott. 744. Christenthum, von Gott gegeben, Sey 7. Ja, ja ich weiß, an wen ewig meinem Herzen werth! Wie ich glaube; Ich glaube fest und dunkel ist der Weg durchs Le zweifle nicht. Kein Wahn, kein bens Dem, der dein himmlisch Wiß des Spötters raube Mir Licht entbehrt! Nur du, du führst jemals meines Glaubens Licht! an sichrer Hand Den Pilger hin Das Christenthum erhebt mein ins Vaterland. Herz, Und adelt mich im Glück und Schmerz. 2. Ja, zeigt mir eine beßre Lehre, Die ihr das Christenthum 8. du, des Lebens reinste verlacht! Was ists, das so viel Wonne, Begleite du mich bis and 476 Lehr- und Glaubenslieder. ans Grab, Und leuchte dann, Obrigkeit Bleibt ungekränkt, und gleich einer Sonne, Mir vor ins Sicherheit Und gute Ordnung Todesthal herab! Und Dank und herrschen. M. Es ist das Heil uns. Preis und Ehr' und Ruhm Bring 6. So glücklich hast du uns ewig Gott mein Christenthum! gemacht Durch deines Wortes Lehre! Dir, Herr, sey ewig Dank gebracht, Dir ewig Preis und ein Volk, o Herr, Ehre! Dir jauchze unser Herz 745. Dein Bolt, fingt frohen Dank und Mund, Und unser Leben Zu deines Namens Ehre. Es mach' es kund, Daß wir dich stimm' auch unser Lobgesang In dankbar preisen! unsrer Brüder Chöre, Die jetzt M. Wie schön leucht't der. zu deines Namens Ruhm In 746.* Kommt her, ihr Chris deinem großen Heiligthum Dir Jubellieder fingen! sten, Erzählet Gottes Freundlichkeit, 2. Wir preisen deine Güt' und Kommt her und laßt erklingen Macht. Von dir ist es geschehen, Ein Lied des Dankes unserm Daß uns verschwand des Irr- Gott, Laßt uns dem Herrn, Herrn thums Nacht, Und wir dein Licht Zebaoth Mit frohem Herzen fins nun sehen, Daß wir, von Men- gen! Singet! Singet! laßt uns schentand befreit, Dich, wie dein preisen, Gott uns preisen Für die eignes Wort gebeut, Im Geiste Gaben, Deren wir so viele haben. recht verehren. 2. Wir gehn in unserm Got 3. Es leuchtet uns dein gött- teshaus Mit Herzenswonne ein lich Licht, Wenn wir zusammen und aus, Um hier den Schat treten, Und hier vor deinem An- zu finden, Den edeln Schat, das gesicht Dich preisen und anbeten. Lebenswort, Das uns beglücket Es singt dir unsre Christenheit; hier und dort, Um unser Heil Es herrschet Geist und Innigkeit zu gründen. Singet, Singet u. In unsern heilgen Liedern. 3. Da fühlen wirs mit Freu 4. Doch nicht nur hier im digkeit, Welch einen Segen es Heiligthum Läßt du dein Wort verleiht, 3u ehren Gott im Tems uns hören, Nicht hier allein zu pel; Da hört man mit Erstaus deinem Ruhm, Zu unserm Heil nen an, Was seine Güt' an uns es lehren; Auch in den Häu- gethan, Die Wunder ohn' Erem. fern stehts uns frei, Ganz ohne pel. Singet, Singet ic. Furcht und ohne Scheu Uns daraus zu erbauen. 4. Da wird gelehret Gottes Wort, Das uns erquicket fort 5. In unsern Schulen bildet und fort; Da wird der Glaub man Berstand und Herz der Ju- entzündet, Und Liebe, Hoffnung, gend, Und führt nach deinem Wort gute Zucht Und was sonst ist des fie an Zur Weisheit und zur Geistes Frucht, Wird alles da Tugend. Das Unseh'n unfrer gegründet. Singet, Singet. 5. D Von der christlichen Kirche. 477 5. O große Wohlthat, die dein;- Erbarmer, weihe Sie Gott thut An uns, o welch ein dir ganz bis in das Grab! Himmelsgut, große Lieb' und 2. Sie bekennen deine Lehre, Gnade! Ach! laß uns leuchten Sind auf deinen Tod getauft. hier dein Wort, Sey unser Schutz, sey unser Hort, Daß uns kein Feind nicht schade! Singet, Singet 2c. Laß sie leben dir zur Ehre; Denn sie sind durch dich erkauft. Leite fie mit deinen Händen, Daß sie auf der rechten Bahn Ihren Lauf 6. Wie manches Land ist schon durch dich vollenden, Immer verheert, Wo vormals ward dein wallen himmelan. Wort gelehrt! Die Kirchen sind 3. Laß die Blüthe ihrer Juverfallen. Hier stehen noch die gend Dir, nur dir, geheiligt seyn, feiler fest, Wo Gott sein Wort Daß sie nie vom Pfad der Eus uns hören läßt, Ihm Lob und gend In der Frre sich zerstreun. Dank erschallen. Singet, Sin- Schüße sie vor allen Sünden, get 2c. Vor den Lockungen der Welt; 7. Bedenke dies, o Christen- Laß sie deine Näh' empfinden, herz, Und laß vor Gott in Freud' Wenn sie ihnen Neße stellt. und Schmerz, Ein frohes Lob- 4. Laß sie treu in deiner Liebe, lied hören! Bitt' ihn, daß er Fest in deiner Lehre seyn, Und dir stets getreu In allen Nöthen durch deines Geistes Triebe stehe bei, Kein Feind dich möge Wunsch und That des Bösen stören. Singet, Singet 2c. scheun. Stärke sie durch deine 8. Noch eins, o Gott, das Gnade, Wenn sie kindlich zu dir bitten wir: Laß uns auch künf- flehn, Daß sie auf der Tugend tig für und für Noch oft zusam- Pfade Stets den Weg zum Les men kommen. Erhalt dein Wort ben gehn. und Sakrament; Verleih zuletzt 5. Halte sie mit starken Armen, ein selig's End', So werden stets Wenn sie straucheln wollen, fest; die Frommen Singen, Singen, Laß sie fühlen dein Erbarmen, Und dich preisen, Ewig preisen Das sie nimmermehr verläßt. Für die Gaben, Deren sie so Und wenn einer fich verirrte, viele haben. Und verließe deine Bahn, Uch, dann nimm dich, treuer Hirte, Des verirrten Kindes an! Die Gemeine. M. O du Liebe meiner Liebe. 6. Keinen, keinen, ach! von 747. Mittler, schau auf sie allen, Die mit dir den Bund hernieder, Die sich erneun, Laß aus deiner Gnade deiner Gnade freun, Du das fallen, Und von dir geschieden Haupt und sie die Glieder, Ewig, seyn. Herr, versiegle ihren Glaus ewig dein zu seyn; Dein, der ben, Der sie ewig glücklich macht; mit der größten Treue Auch für Keinem laß die Krone rauben, fie sein Leben gab! Sie sind Die du allen zugedacht. 7. Sie 478 Lehr- und Glaubenslieder. 7. Sieh hernieder auf die Dei- ren. Drum laß Jesum nur allein nen, Die sich jetzt zu dir ge- Meines Mundes Losung seyn! wandt; Uch, die Thränen, die 4. Ist mein Fleisch und Blut fie weinen, Zeugen, was ihr Herz verzagt, Will die Welt die Zunge empfand. Laß die seligen Ge- binden, Werd' ich hin und her fühle Nie erkalten, nie vergehn; gejagt, Wie ein leichtes Rohr Bis zu ihrem Lebensziele Laß von Winden, Ist mein Feind auf fie fest im Glauben stehn. mich erbost, Uch, so mache mich getrost! Die Confirmanden. 5. Fordert man von mir den M. Ein Lamm geht hin und. Grund Dessen, was ich hoff und 8. Ja, liebe Eltern, bittet, gläube, O so öffne mir den Mund, fleht, Daß Gott uns Kraft ver- Daß er bei der Wahrheit bleibe, leihe, Und wer hier um und Und ein gut Bekenntniß thut: bei uns steht, Der bitte Gott Hierzu gieb mir Kraft und Muth! um Treue, Ja, kommt und tre- 6. David glaubt und redet tet mit zum Bund; Bekennt auch. Beides muß beisammen und schwört mit Herz und Mund, stehen; So bei wahren Christen Nur Sesu anzuhangen! Denn, auch, Die nicht Heuchelei beges wahrlich, anders kann man nicht hen. Und davor behüte mich! Durch Noth und Tod und durchs Denn sie ladet Straf auf sich. Gericht Zu seiner Ruh gelangen. M. Jesus meine Zuversicht. 7. Ach, du wirst die Kraft verleihn, Daß ich lebe, wie ich gläube. Dieses wird das Zeugs 748.* Gott, der du wahr- niß seyn, Daß ich stets an Chris haftig bist, Und sto bleibe, Der, als ein getreuer aus dessen Herz und Munde Hirt, Mich sein Schäflein ken Lauter Gnad' und Wahrheit nen wird. fließt, So, daß ich auf diesem 8. Laß mich bis an meinen Grunde Als auf Felsen bauen Tod Meinen Jesum recht bekenkann; Frische mich zur Wahr- nen, Und mich in der letzten heit an! Noth Seines Leibes Glied noch 2. Dieses Wort bleibt ewig nennen! Leb' und sterb' ich nur wahr: Wer sich einen Christen auf ihn, Weiß ich, daß ich selig bin. nennet, Und dich doch nicht offenbar Vor den Menschen hier be kennet, Den bekennet auch dein Chor. M. Wie schön leucht't der. Sohn, Bater, nicht vor beinem 749. Lob sey dir, Schöpfer Thron. der Natur, Der auf 3. Unter seines Kreuzesfahn' des Himmels blaue Flur, Wie Hab ich dir die Treu geschworen; Goldstaub, Sonnen säte. G Hält mein Glaube sich nicht loben dich die Cherubim, G. dran, Ist die Krone schon verlo- preisen dich die Seraphim Durch Pialmen Von der christlichen Kirche. 479 Psalmen und Gebete. Heilig, Sey ewig dir Erlöser deines Heilig, Dreimal heilig, Gott Je Volks, dafür! hovah, Ist dein Namen, Und die Himmel sprechen Amen! Gemeine. Chor. M. Jefu, meine Freude. 5. Und du, Geist der Gnade, Der uns auf dem Pfade Der Ers M. Wie schön leucht't der. 2. Herr, aller Menschen Gott, leuchtung führt, Kündiger der auch wir Erheben dich und dan- Herzen, Der zu heilgen Schmers ten dir In deinem Heiligthume. sen, Die Gewissen rührt, Lehre Das ganze Volk der Christen stets Geist des Gebets, Wenn preist, Und ehrt dich, Vater, wir vor den Vater treten, Und Sohn und Geist, Und singet voll Glaubens beten. Gemeine. M. Sesu, meine Freude. deinem Ruhme. Heilig, Heilig Dreimal heilig, Gott Jehovah, ist dein Namen, und die Erde schallet Umen! 6. Gieb zum großen Werke Unsers Heils uns Stärke, Hilf uns, reiner Geist, Unsre Lüfte Chor. M. Wachet auf, ruft uns die. zwingen, Und den Preis errin 3. Du, vor dem sich Engel gen, Den dein Wort verheißt. neigen, Dir sinken nieder jene Reine Noth, Noch selbst der Beugen, Durch die du uns dich Tod, Müß uns von dem Heiland offenbart. Sieggekrönte Legio- trennen, Den durch dich wir nen Geopferter weihn ihre Kro- kennen! nen Dem Lamme, das erwürget ward, Dank sey dir, Preis und Ruhm Fürs Evangelium Der Versöhnung! Halleluja Sen ewig dir, Erlöser deines Volks, dafür! Chor. M. Jesu, meines Lebens. 7. Gieb so lange noch hie nieden Dir dein Volk Altäre weiht, Jesu deiner Kirche Fries den Und des Glaubens Einigfeit, Weisheit sey der Stab der Hirten, Sanftmuth gegen Heuchelschein Müß ihr goldner die Verirrten, Tugend ohne Brustschild seyn! Gemeine. Gemeine. M. Wachet auf, ruft uns die. 4. 3u dem Heil der Welt erforen, Wardst du, Sohn Gottes, Mensch geboren, Stiegst von dem Thron der Majestät. Du erfülltest, was die Väter Gehofft, wardst unser Stellvertreter Und Hoherpriester und Prophet. Du Wort uns lehrt, Sey unser Licht, Quell des Lichts und Rechts, auf seinen Werth Laß uus die Des menschlichen Geschlechts, Hoffnung gründen, Daß nach Fürst und Bruder! Halleluja vollbrachtem Pilgerstand Wir in M. Wie schön leucht't der. 8. Die Weisheit die dein des 480 Lehr- und Glaubenslieder. des Himmels Vaterland Uns Gehör, Die Stummen richtig alle wiederfinden Umen! Amen! reden lehr, Auf daß sie freudig, Gott sey Ehre! Engelchöre, ohne Scheu, Bekennen was ihr Menschenchöre, Singt ihm ewig Glaube sey. Preis und Ehre. M. Jesu, meines Lebens. 5. Erleuchte, die da sind ver: blendt, Bring her, die sich von uns getrennt, Versammle, die die 750. Trotz der Welt und zerstreuet gehn, Hilf allen, ihren Freuden, im 3weifel stehn! Troß dem Frevler, der uns 6. So werden sie mit uns höhnt, Wollen wir von dem zugleich, Auf Erden und im nicht scheiden, Der mit Gott Himmelreich, Hier zeitlich und uns hat versöhnt. Alles, Alles, dort ewiglich, Für solche Gnade was wir sehen, Wird veralten, preisen dich. wird vergehen; Über unser Christenthum Schafft uns ewig Heil und Ruhm. 2. Sa, wir sind mit dir verM. Jesu, meine Freude. bunden, Herr, wir wollen treu 752.* Gott, der wirds dir seyn. Wollen dir des Lebens wohl machen, Stunden, Dir des Lebens Kräfte Dem ich meine Sachen Allzeit weihn. Mag dann einst die Hülle heimgestellt. Er hat mich erko: finken, Du wirst unserm Geiste ren Eh ich noch geboren War winken, Und im hohen Engelchor auf diese Welt; Hat dabei Nach Jauchzt er dann zu dir empor. seiner Treu' Was mir nöthig war, gegeben Hier in diesem Leben. 2. Gott, der wirds wohl 751. Jesu Christ, du machen, Der so oft mir Schwas S wahres Licht, Er- chen Freud und Lust geschenkt; leuchte, die dich kennen nicht, Der mich nie vergessen,-9 Und bringe sie zu deiner Heerd', wer kanns ermessen, Was er Auf daß ein jeder selig werd'. mir geschenkt!- Auch wenn fast M. Erhalt uns Herr bei. 2. Erfülle, die im Irrthum Die Kreuzeslast Oft die Seinen seyn, Mit deinem Geist und niederdrücket, Hat er mich ers Gnadenschein; Auch die, die quicket. heimlich fichtet an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Gott, der wirds wohl machen. Laß das Wetter kra 3. Und was sich sonst ver- chen, und die Stürme wehn! irret hat Von dir, das suche du Wenn mit großem Grausen Auch mit Gnad'. Mach ihr verwundt die Meere brausen, Gilt er beizu Gewissen heil; Um Himmel laß stehn. Gott ist da, Mit Hülfe nah, fie haben Theil. Schlägt dich Unglück auch dar 4. Den Tauben öffne das nieder: Gott erhebt dich wieder. 4. Gott. 481 Von der göttlichen Vorsorge. 4. Gott, der wirds wohl 2. Nichts ist es spät und machen. Er wird selber machen frühe mit aller meiner Mühe; Ueber dir in Noth. Wenn du Mein Sorgen ist umsonst. E willst verzagen In Gefahr und mags mit meinen Sachen Nach Plagen, Nimmt der treue Gott seinem Willen machen; Ich stell's Dein sich an, Zeigt dir die in seine Batergunst. Bahn. Dann vergeht die Angst 3. Es kann mir nichts ges geschwinde, Wie der Rauch schehen, Als was Gott hat ers vom Winde. sehen, Und was mir nüßlich 5. Gott, der wirds wohl ist. Ich nehm es, wie er's gie machen. Mächtig in den Schwa- bet; Was ihm von mir beliebet, chen Ist er allezeit. Wem hat's Dasselbe hab' ich auch erkiest. je gefehlet, Der zum Trost er- 4. Ich traue seiner Gnaden, wählet yn in allem Leid? Die mich vor allem Schaden, Drum, mein Herz, Vergiß den Vor allem Uebel schützt. Leb' Schmerz! Alles steht in Gottes ich nach seinen Sägen, So kann Händen; Gott kann alles wenden. mich nichts verletzen, Nichts feh. 6. Gott, der wirds wohl len, was mir ewig nützt. machen, Der in allen Sachen 5. Er wolle meiner Sünden Helfen will und kann. Wenn In Gnaden mich entbinden, fich unsre Jahre Enden mit der Durchstreichen meine Schuld! Bahre, Führt er himmelan. Und Er woll' auf mein Verbrechen fein Bund Hat festen Grund. Nicht gleich das Urtheil sprechen: Wer da schlummert in der Er- Er habe noch mit mir Geduld! den, Soll erwecket werden. 6. Leg' ich mich späte nieder, 7. Gott, der wirds wohl Erwach' ich frühe wieder, Lieg' machen. Sorgen wird er, wa- oder zieh' ich fort, In Schwach chen, Helfen mächtiglich. Führt heit und in Banden, Hier und er gleich die Seinen Spier durch in fremden Landen, Dient mir Leid und Weinen Vielmats zum Trost sein göttlich Wort. wunderlich; Sen bereit 3u Freud' 7. Hat er es denn beschlossen; und Leid! Gott befiehl nur dei So will ich unverdrossen An ne Sachen! Gott, der wirds mein Verhängniß gehn. Kein wohl machen. Unfall unter allen Wird je zu hart mir fallen; Ich will ihn männlich überstehn. M. Nun ruhen alle Wälder. 753.* n allen meinen Tha= ' n 8. Ihm hab' ich mich erge ten Laß ich den ben, 3u sterben und zu leben, Höchsten rathen, Der alles kann Sobald er nur gebeut. Es fen und hat. Er muß in allen heut oder morgen, Dafür laß Dingen, Solls anders wohl ge- ich ihn sorgen; Er weiß die lingen, Der Helfer seyn mit rechte Helfenszeit. Rath und That. 9. Thu, Seele, nur das Deine, 5b Und 482 Lehrs und Glaubenslieder. Und traue dem alleine, Der] 5. Hin find dann der Prü dich erschaffen hat! Es gehe, fung Leiden, Ausgerungen hat wie es gehe, Dein Vater in der mein Herz; Thränen wandeln Höhe, Weiß allenthalben Rath sich in Freuden, Wonne folget und That. auf den Schmerz. Sey auch jetzt die Aussicht trübe, Einst wird sie doch aufgehellt. Alles M. O du Liebe meiner Liebe. 754. Schwer ists, dann noch löst sich auf in Liebe, In dem Muth zu fassen, Licht der bessern Welt. Wenn uns alles trübe wird, Wenn, von Kraft und Licht ver lassen, Sich der Blick in Nacht M. Herr, ich habe mißgehandelt. Verderben verliert, Wenn umsonst das 755,* ch, mein Jeſu, welch bängste Sehnen Einen Tropfen Trost erbat, Wenn das Auge doch in meiner Brust! Jch kann nicht mehr Thränen, Und der nicht den Himmel erben; Denn Mund nicht Worte hat. ich bin voll Sündenlust. Ach, ich 2. Oft ist meine Aussicht muß es dir bekennen, Ich bin trübe, Rauh und dunkel meine Fleisch vom Fleisch zu nennen. Bahn; Nimm dich meiner, Gott 2. Wie verkehrt find meine voll Liebe, Nimm dich deines Wege! Wie verderbt mein alter Kindes an. Trost und Hoff- Sinn, Da ich zu dem Guten träge, nung, Guter, sende, Aller Men- Und zum Bösen hurtig bin! Ach, schen Bater, du! Leite du mich wer wird mich von den Ketten bis ans Ende, Bis zu meines Grabes Rub.. Dieses Sündentodes retten? Er 3. Hilf mir durch den Geit 3. Laß nur einen Strahl mich der Gnaden Aus der angeerbten sehen, zu erhellen meinen Gang. Noth. Heile meiner Seele Scha Höre gnädig auf mein Flehen: den Durch dein Blut und Kreu Und dann nimm den Thränen zestod. Schlage selbst die Sün dank. Nur ein Tropfen Labsal de nieder. Lenke Geist und Herz falle In den Leidenskelch hinab, und Glieder. Den mir, da ich hier noch walle, 4. Ich bin unten von der En Deine Vaterliebe gab! den, Wie versenkt ins Sünden 4. Stärke mich auf meinem grab; Soll ich wieder lebend wer Pfade In der Zeit der Thrä: den, So mußt du von oben ad nensaat, Bis zum helleren Ge- Mich durch deinen Geist gebähren, stade, Das nicht trübe Wolken Und mir neue Kraft gewähren hat. Ja, dann wird mir Licht, 5. Schaff in mir ein reines erscheinen, Dessen Glanz mich Herze; Einen neuen Geift gies fanft erquict, Länger nicht das mir, Daß ich ja nicht länger Uuge weinen, Das jest naß gen scherze Mit der Sünden Luftbe Himmel blickt. Igier. Laß mich ihre Schlingen merken Von dem menschlichen Elende. 483 merken Mich im Geist dagegen Kommt man nicht durch diese stärken. Welt; Neke sind auf allen Wes 6. Lehr mich wachen, beten, gen Unsern Füßen hingestellt. ringen, Um mein böses Fleisch Sie kann trogen, sie fann heuund Blut Endlich völlig zu be- cheln, Leicht uns fangen durch ihr wingen. Ach, verleih mir Kraft Schmeicheln. und Muth, Was nicht kann dein 5. 2ch, wie kraftlos, theurer Reich ererben Laß in deinem Tod Jesu, Richten sich die Kranken, ersterben. auf, Unfre Macht ist lauter Ohn7. Reize mich durch jene Krone, macht In dem schweren LebensDie mir droben beigelegt, Daß lauf; Denn man sieht uns, wo ich meiner niemals schone, Wenn wir wallen, Oftmals straucheln, und wo ein Feind sich regt; Son- oftmals fallen. dern hilf mir tapfer kämpfen, Teu6. Darum stärk uns, liebster Jesu! Sey im Finstern unser fel, Welt und Fleisch zu dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, Licht, Deffne unserm Geist die O so hilf mir wieder auf! Laß Augen; Ach, verlaß, verlaß uns durch deine Kraft mich siegen, nicht! Strahlen laß uns LebensDaß ich meinen Lebenslauf Un- blicke, Daß sich unser Herz erquicke. ter deinen Siegeshänden Möge ritterlich vollenden. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, Unter unsern schwachen Fuß. Laß uns Kraft von dir em: pfangen, Daß die Sünde weichen muß, Daß wir Himmelsfreuden Jesu? Dürftig, jäm- spüren, Wenn uns Leiden hier berühren. merlich und arm, Uch, was sind wir? Voller Elend. Daß es Jesu 8. Faß uns an, o theurer Jefu! dich erbarm! Laß dich unsre Noth Führ uns stets auf deiner Bahn, bewegen, Die wir an dein Herz Daß wir auf dem rechten Wege dir legen. Mit dir wallen himmelan. Hilf 2. Wir sind nichts ohn' dich, uns meiden alle Stricke, Daß die Herr Jesu, Ueberall ist Finster- Sünd' uns nicht berücke. niß; Und es quälet uns so heftig 9. Laß den Geist der Kraft, Des Gewissens Schreckens- Biß. Herr Jesu, Geben unserm Geiste Dieses Gift steckt in dem Herzen Kraft, Daß wir treulich dir nachUnd verursacht bittre Schmerzen, wandeln, Dir, der alles Gute 3. Ohne dich, getreuer Jesu, schafft. Mache du uns selber Schrecken Teufel, Welt und Höll, tüchtig, Uns die Heiligung recht erregen Angst und Zittern; wichtig. Nirgends, nirgends ist es hell. 10 Dann wird Lob und Dank, Lufgewacht ist mein Gewissen; Herr Jesu, Schallen dir aus Ich bin ganz von Angst zerrissen. Herzensgrund; Dann wird alles 4. Ohne dich, geliebter Jesu, triumphiren, Singen dir mit 562 Herz Und In voriger Melodie. 756.* Ach, was sind wir ohne 484 Lehr- und Glaubenslieder. Herz und Mund. Dort soll bes- vergißt, Wenn die Mutter sein ser, als auf Erden, Jesus hoch- vergäße! Selbst die Thräne späs gelobet werden. ter Reu Fließt nicht unerbarmt vorbei. M. Uch was soll ich Sünder machen. 2. Wie verirrten Wandrern bricht Uns ein Strahl durch finstre 757.*, wie groß ist deine Nächte, Mehr erfreun im Him. Gnade, Du getreues mel nicht Viel vollendete Gerechte, Vaterherz, Daß dich unsre Noth 21s wenn einer, lang bethört, und Schmerz, Daß dich aller Wiederum zum Vater kehrt. Menschen Schade Hat erbarmt 3. Dies entflamme meinen so väterlich, Uns zu helfen Muth, Endlich aus der Thorheit ewiglich. Ketten, Aus der Leidenschaften 2. Du hast uns so hoch ge- Wuth, Hin zu dir mich, Gott liebet, Daß wir frei von aller zu retten! Sünde lohnt mit Pein, Sollen ewig selig sein, Daß Neu und Leid; Deine Gnad' ist dein Sohn sich selbst hingiebet, Seligkeit. Und beruft uns allzumal Zu dem großen Abendmahl. M. Wer nur den lieben Gott. 3. Ja dein Geist, o Herr, be- 759,* us Gnaden ſoll ich zeuget Durch die Lauf und Abendselig werden! Herz, mahl, In dem Worte überall, glaubst du's, oder glaubst du's Wie dein Herz sich zu uns nei- nicht? Was fühlest du noch für get; Er ists, der uns Kräfte Beschwerden? Its Wahrheit, schenkt, Daß uns Sünd und was die Schrift verspricht; So Tod nicht kränkt. muß auch dieses Wahrheit seyn: 4. Weil die Wahrheit nicht Aus Gnaden ist der Himmel dein. kann lügen, Will ich dir ver- 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein trauen fest, Der du keinen je ver- Verdienen; Die eignen Werke läßt; Weil dein Wort nicht kann fallen hin. Der Heiland, der aus betrügen, Bleibt mir meine Se- Lieb erschienen, Hat diese Ehre ligkeit Unverrückt in Ewigkeit. zu zum Gewinn, Daß uns sein Tod 5. Lob sey dir für deine Gnade, das Heil gebracht, Und uns aus Du getreues Vaterherz, Daß dich Gnaden selig macht. meine Noth und Schmerz, Daß 3. Aus Gnaden! Merk dies dich meiner Seele Schade Hat Wort: aus Gnaden, So oft did erbarmt so väterlich; Drum lob deine Sünde plagt; So oft dir ich dich ewiglich. M. Jesus meine Zuversicht. will der Satan schaden, So oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, Das 758. wie unermeßlich ist beut dir Gott aus Gnaden an. Deiner Vaterliebe 4. Aus Gnaden kam sein Sohn Größe, Die des Kindes nicht zur Erden, Und übernahm die Sündenlast; Von der göttlichen Gnade. 485 Sündenlast; Was nöthigt ihn, 10. Aus Gnaden! Weiche dein Freund zu werden? Sag's Sünd' und Teufel! Ich schwinge wenn du was zu rühmen haft? meine Glaubensfahn', Und geh Wars nicht aus Gnaden, daß getrost, trotz allem Zweifel! er starb, Nicht Gnade, was er Durchs rothe Meer nach Canaan. dir erwarb? Ich glaube, was die Schrift ver spricht; Ich glaub' es fest, und zweifle nicht. 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahr haftig heißt, Was alle Knechte Jefu schreiben, Was Gott in sei nem Wort anpreist Worauf allein M. Wie schön leuchtet der. der Glaube ruht, Iſt Gnade durch 760.* Brich, heller Mor des Lammes Blut. genstern, herein, Und laß uns deinen Freudenschein 6. Aus Gnaden! Aber sichrer In hellen Strahlen sehen! ErSünder, Denk nicht: Wohlan muntre mich, du Gnadenlicht. ich greif auch zu. Wahr ists, Gott Und laß die arme Seele nicht rufet Adams Kinder Aus Gna- In Satans Stricken gehen. Ruf den zur verheißnen Ruh; Doch mich, Daß ich In dem Herzen den geht seine Gnad' nicht an, Tiefe Schmerzen Um die Sünde, Der noch auf Gnade sünd'gen Die sich an mir zeigt, empfinde. fann. 2. Ach, gieße deinen edlen 7. Aus Gnaden! Wer dies Schein In mein verfinstert Herz Wort gehöret, Tret ab von aller hinein, Und gieb mir reine Triebe. Heuchelei! Denn wenn der Sün- Vertreib die schwarze Sündender sich bekehret, So lernt er nacht, Die mich so angst und erst, was Gnade sey. Beim Sün- bange macht; Zeig mir, wie du digen schätzt man sie nicht; Dem aus Liebe Was mich Ewig Sollte Glauben giebt sie Kraft und Licht. plagen, Schon getragen; Beig 8. Aus Gnaden bleibt den die Wege, Wie ich zu dir komblöden Herzen Das Herz des men möge. Baters aufgethan, Wenns un 3. Bekehre meinen harten ter den Verzweiflungsschmerzen Sinn; Gieb daß ich voller Reue Nichts sieht, und nicht mehr hof- bin Um meine schweren Sünfen kann Wo nähm', ach nähm' den. Zerschlag, zerknirsche Geist ich Stärke her, Wenn Gnade und Herz, Und laß mich wahnicht mein Anker wär'? ren Seelenschmerz Im Innersten 9. Aus Gnaden! Hierauf will empfinden. Hierzu Gieb du ich sterben, Ich fühle Muth, ja Glaubenstriebe, Reine Liebe Und mir ist wohl. Ich kenne, kenne Verlangen, Dich, mein Heil, mein Verderben, Doch auch den, recht zu empfangen, ber mich heilen soll. Mein Geist 4. Denn du bist ja mein Gnaist froh, mein Lauf vollbracht, denlicht, Dem niemals Glanz Weil mich die Gnade selig macht. und Schein gebricht. Wenn ich zum 486 Lehr- und Glaubenslieder. zum Vater gehen, Und seinen deinem ew'gen Eigenthum, 3u strengen Richterschluß Vor sei- deinem Kind erwählet. Selig, nem Nichtstuhl hören muß, Kann Wenn ich, Diese Zierde, Diese ich mit dir bestehen; Weil ich Würde Nie verliere, Und sie Durch dich, Gnadensonne, Lau- einst dort ewig führe! ter Wonne Dort erlange, Und als ein Gerechter prange. 9. Verklär dich täglich mehr in mir, Ein reich Erkenntniß 5. So kleide meine Seele ganz gieb von dir; Laß mich gewisser In deinen reinen Schmuck und werden, Daß ich in deiner Gnade Glanz, Und rein'ge mein Gewis steh', Und auf des Himmels We sen. Uns hat zwar deines Blu- gen geh', So lang ich wall auf tes Kraft, Die alles rein und Erden. Gänzlich Will ich mich heilig schafft, Der Sündenluft verschreiben, Dein zu bleiben, entrissen; Laß doch auch noch Daß ich droben Dich kann ewig Selbst in Schmerzen Sich die sehn und loben. Herzen Zu dir neigen, und ihr Licht den Menschen zeigen. 10. Erfreue mich, mein See. 6. Dring in mein Herz, mein lenschatz! Du hast in meinem Licht, mein Heil, Ich find an Bergnügen. Gieb ihm des Him. Herzen Platz, Erfüll es mit dir mein bestes Theil, Drummels Lebenssaft, Laß mich durch will ich auf dich hoffen. Du hast deiner Liebe Kraft Hier alles dich fest mit mir vereint; Gieb, geid besiegen. Laß mich Innig daß mein Herz es redlich meint, Bell Verlangen Dich umfangen, Da Herr, nun der Bund getroffen. Dich genießen! Dies kann alle dich Halt ich, Du der Noth versüßen. meine, Ich der deine! Ach, uns beide Trenne weder Leid noch Freude! 11. Erhalte mich in deinem Licht, und laß mich, weil ich 7. Befestige mein wankend lebe, nicht Von deiner Gnade Herz, Damit es sich durch kei- trennen. Vollführ in mir dein nen Schmerz Von dir abwen Gnadenwerk, Gieb Geisteskraft den lasse. In dir, mein Vater, und Glaubensstärk' Laß mich dich gründe mich; Gieb, daß mein ewig kennen, und mich Stetig fester Glaube dich Als seinen Hier bestreben, Dir zu leben, Schuß umfasse, Halt mich, Daß Bis ich sterbe, Und mit dir das ich Ja nicht weiche, Komm und Reich ererbe. reiche mir die Hände, Daß kein Fall mich von dir wende. 12. Umgieb mich endlich überall Mit Gnadenproben ohne Zahl; 8. Den Glaubensschmuck trag Dein Auge mich behüte, Daß ich an mir; Verleih auch, daß ich in deiner Gnade steh', Und die Tugendzier Dem Glauben darin immer weiter geh'. Gieb niemals fehlet. Du hast mich, mir o Wundergüte, Täglich, Herr, zu deinem Ruhm, Zu Stündlich Neue Gnade, Daß kein Von der göttlichen Gnade. 487 kein Schade, Daß kein Leiden wiederkehren Zu deiner Heerde, Mich mag je von Jesu scheiden. nimm mich an, Und mach mich frei vom Fluch und Bann; Dies nur ist mein Begehren. M. Kommt her zu mir. 761.* hr Sünder, Sün7. Laß mich dein Eigenthum treuer der, kommt zu stets seyn! Sey du mein Hauf, Kommt eilends, kommt Hirt allein, Im Leben und im und macht euch auf, Mühselig Sterben! Laß mich nicht eitel und beladen! Es öffnet sich des seyn gesinnt, Vielmehr laß mich, Heilands Herz Für alle, die in als Gottes Kind, um dich mich Reu und Schmerz Erkennen ih- stets bewerben! ren Schaden. 8. Ich will von nun an sa2. Es heißt: Er nimmt die gen ab Der Sündenluft bis in Sünder an! Drum komm; dein mein Grab, Und in dem neuen Jesus will und kann Dich ret- Leben Dir heilig, in Gerechtigten und umarmen. Komm wei- feit, Gern dienen noch die kurze nend, komm in wahrer Buß', Zeit, Die mir zum Heil gegeben. Und fall im Glauben ihm zu 9. Uch nimm mich Armen Fuß', Er will sich dein erbarmen. wieder ein, Und laß mich sicher 3. Ein Hirt verläßt sein Schäf- bei dir seyn Zur Rettung meiner lein nicht, Dems in der Irr' an Seelen! Bewahre mich vor SünHülf gebricht, Er sucht es mit denwerk', Und gieb mir deines Berlangen; Er läßt die neun Geistes Stärk, Mein Heil nicht und neunzig stehn, Läßt frei sie zu verfehlen. in der Wüste gehn, Das eine zu umfangen. M. Wer nur den lieben Gott. 4. So sucht der treue Jesus 762. welch ein Troft für Christ Das Schäflein, das vermeine Seele, loren ist, Bis er es hat gefun- Gott, bei dir Vergebung ist, den. So laß dich finden, liebe Und daß du, wenn ich SchwaSeel', Und Jesum dir zu eigen cher fehle, Mir nicht ein strenwähl; Noch sind die Gnaden- ger Richter bist! Wie könnt' ich stunden. sonst vor dir bestehn, Und der 5. O Jesu, deine Lieb' ist verdienten Straf' entgehn? groß! Ich komm mühſelig, arm 2. Ja, deine Gnad' ist für und bloß; Ach, laß mich Gnade mich Leben; Aus ihr fließt Trost finden! Ich bin ein Schaaf, das und Heil mir zu. Wer ist zum sich verirrt, Uch, nimm mich Schonen und Vergeben, O Va= auf, ich bin verwirrt Im Strick ter, williger, als du? Du, den und Neß der Sünden. nur unser Wohl erfreut, Erzeigst uns gern Barmherzigkeit. 6. Weh mir, daß ich gewi chen bin Von dir zum Sünden 3. Mit Zuversicht darauf zu Abgrund hin! Uch, laß mich hoffen, Heißt uns, gesandt von dir, 488 Lehr- und Glaubenslieder. dir, dein Sohn. Durch ihn| nes Leben Für uns zum Opfer steht uns der Zutritt offen Zu hingegeben, Das uns allein ver. deinem ewgen Gnadenthron, söhnen kann, So heißts: er Wenn wir uns redlich nur be- nimmt die Sünder an. mühn, Der Sünde schnöden 3. Nun findet man in seinem Dienst zu fliehn. Schooß Ein sichres Schloß ge 4. Gieb, daß ich dies zu Her- jagter Seelen; Nun spricht er zen fasse, Und mich zum Fleiß sie vom Fluche los, Und tilgt ihr der Heiligung Durch deine Gnade jammervolles Quälen. Es wird leiten lasse, So fehlt mir nie ihr ganzes Sündenheer Ins un Beruhigung; Und tröstest du ergründlich tiefe Meer Durch sei mein Herz, o Gott; So halt nen Tod, sein Blut versenket, ich treulich dein Gebot. Und ihnen Gottes Geist geschen 5. Dann bin ich froh und ket, Der freudig Abba! rufen gutes Muthes Bei jeder Furcht, kann. Mein Heiland nimmt die bei jedem Leid; Dann hoff' ich Sünder an. von dir lauter Gutes Für meine Beit und Ewigkeit. Des Him mels Vorschmack hab' ich hier, Hab' ich nur Friede, Gott, mit dir. 4. So bringt er sie dem Vater hin In seinen liebevollen Urmen. Das neigt sodann den Vaterfinn 3u lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindes Statt, Und was sein Sohn erworben In eigener Melodie. 763.* Mein Heiland nimmt hat, Wird ihnen alles übergeben; die Sünder an, Ja, selbst die Thür zum ewgen Die unter ihrer Last von Sün- Leben Wird ihnen fröhlich aufge den Kein Mensch, kein Engel than. Mein Heiland nimmt die trösten kann, Die nirgends Ruh Sünder an. und Rettung finden. Den'n selbst 5. O möchtest du sein Herz die weite Welt zu klein, Die sich doch sehn, Wie sichs nach armen und Gott ein Gräuel seyn, Den'n Sündern sehnet, Sowohl, wenn Moses schon den Stab gebrochen, sie noch irre gehn, Als wenn Und sie der Hölle zugesprochen, ihr Auge vor ihm thränet! Wie Wird hier die Freistatt aufgethan. eilt er in Zachäus Haus, Stredt Mein Heiland nimmt die Sün- Herz und Hand nach Zöllnern aus! Wie stillt er jener Magda 2. Sein mehr als mütterliches lenen Der Sehnsucht und der Herz Trieb ihn von seinem Reue Thränen, Denkt deß nicht Thron zur Erden. Ihn drang mehr, was sie gethan! Mein Hei der Sünder Weh und Schmerz, land nimmt die Sünder an. Un ihrer Statt ein Fluch zu wers 6. Wie freundlich blickt er Pes den. Er senkte sich in ihre Noth, trum an, War er gleich noch so Und schmeckte unverdient den tief gefallen! Dies hat er nicht Tod. Nun, da er denn sein eig- lallein gethan, Da er auf Erden der an. mußte Von der göttlichen Gnade. 489 mußte wallen; Nein, er ist im-[ mand helfen kann. Mein Heimer einerlei, Gerecht und fromm land nimmt die Sünder an. und ewig treu; Und wie einst 10. Doch sprich auch nicht: unter Schmach und Leiden, So» es ist noch Zeit, Ich muß erst ist er auf dem Thron der Freu- diese Welt genießen; Wenn den Den Sündern liebreich zu Krankheit oder Tod mich draut, gethan. Mein Heiland nimmt Dann fall ich reuvoll Gott zu die Sünder an. Füßen.« Nein, weil er ruft, so 7. So komme denn, wer Sün- höre du, Und greif mit Glaubensder heißt, Und wen sein Sün- händen zu. Wer diesen Tag dengreul betrübet Zu dem, der sein Heil verträumet, Hat eine keinen von sich weist, Der sich Gnadenzeit versäumet, Wo sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? der Himmel aufgethan. Mein willst du dir im Lichte stehn, Heiland nimmt die Sünder an. Und ohne Noth verloren gehn? 11. zeuch uns selber recht Willst du der Sünde länger die zu dir, Holdselig süßer Freund nen, Da, dich zu retten, er er der Sünder! Erfüll mit sehnenschienen? nein! verlaß die der Begier Doch uns und alle Sündenbahn! Mein Heiland Adamskinder. Zeig uns in un nimmt die Sünder an. serm Seelenschmerz Dein offnes, 8. Komm nur mühselig und liebevolles Herz. Und wenn wir gebückt, Komm nur, so gut du unser Elend sehen, So laß uns weißt zu kommen. Wenn dich ja nicht stille stehen, Bis daß ein die Last gleich niederdrückt, So jeder sagen kann: Gottlob! auch wirst du dennoch angenommen. mich nimmt Jesus an! Sieb, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll M. Alle Menschen müssen. Verlangen Geſucht, dich innig 764.* ch, das Wort des ewig Treuen zu umfangen! So komm denn, Theuer und annehmenswerth! armes Herz heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. Muß mich Armen hoch erfreuen, Der sich froh zu Gott 9. Sprich nicht: ich hab's zu gekehrt: Daß für uns verirrte arg gemacht, Und alle Güter sei Kinder Als Erlöser aller Sünner Gnaden So lang, so schänd- der Jesus Christ gekommen ist, lich durchgebracht; Er hat mich Gott uns ewig nicht vergißt. oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst, Und bekennen: Retten konnte mich nur 2. Schöpfer, ach, ich muß deinen Fall mit Ernst beweinst, Huld, Böses war wohl nichts So soll ihm nichts die Hände zu nennen, Ich, ich hatte es binden, Und du sollst jetzt noch verschuldt. Leider, ach vor an Gnade finden. Er hilft, wo Rie- dern allen Ließ ich Böses mir gefallen; 490 Lehr- und Glaubenslieder. gefallen; Aber die Barmherzig- öffne mein Verständniß, Herr, keit Ueberwieget alles weit. durch dein heilig Wort, Damit 3. Jesu, darum muß ich billig ich an dich glaube, Nichts Bö Deiner Güte Zeuge seyn, Da ses mir erlaube, Sen selig hier du gnädig, freundlich, willig und dort. Auch mich Sünder ladest ein. 5. Leit mich in dieser Wüste, Ja, du lad'st uns ein zum Glau- Und unterdrück in mir Die Herr ben; Nichts soll uns die Gnade schaft böser Lüste; Ja, laß mich rauben. Gottes Gnade, Ruh für und für Der eiteln Welt und Freud' Ist uns allen nun absterben, Dem Fleische nach ver bereit. derben; Denn so nur leb ich dir. 4. Halleluja! kommt, ihr Ur= 6. Uch, zünde deine Liebe In men, Lobt mit mir des Höch- meiner Seele an, Daß ich aus sten Güt'! Preiset, preiset sein innerm Triebe Dich ewig lieben Erbarmen, Da für euch nun kann, Und dir zum Wohlgefallen Segen blüht! Seht, was er uns Beständig möge Armen schenket, Wie er uns mit rechter Lebensbahn. wallen Auf Liebe tränket! Jesu, laß uns 7. Verleihe du mir Stärke, für und für Halleluja singen dir! Verleih mir Muth und Kraft; M. Herr Christ, der. Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist in uns schafft; err Jesu, Gnaden- Hingegen ist mein Sinnen, Mein sonne, Du wah- Lassen und Beginnen, Sehr bös res Lebenslicht, Laß Leben, Licht und mangelhaft. 765. und Wonne, Die allen Kummer 8. Darum, du Gott der Gna: bricht, Mein banges Herz er- den, Du Bater aller Treu, Wend freuen, Und meinen Geist erneuen! allen Seelenschaden, und mach Mein Gott, versag mir's nicht! mich täglich neu! Gieb Eifer, 2. Vergieb mir meine Sün- deinen Willen Mit Freuden zu den, Und laß mich, Herr, durch erfüllen, Und steh mir kräftig bei! dich, Der Gnade Troft empfinden, Verleihe gnädiglich, Daß deine Friedensgaben Mein Herz 766.* mit Tröstung laben; Ach, Herr, erhöre mich! M. Alle Menschen müssen. chöpfer aller Men schenkinder, Gro Ber Richter aller Welt! Sieh, 3. Nimm ganz aus meiner hier wird ein armer Sünder Seele Den Hang zur Sünde Vor dein streng Gericht gestellt, hin, Mein Heiland, und beseele Der in Sünden ist geboren, Der Mein Herz, daß ich forthin Mich dein Ebenbild verloren, Der mit dir zum Dienst ergebe, Und dir Sünden sich befleckt, Und in zu Ehren lebe, Weil ich erlöset bin. tiefen Schulden steckt. 4. Befördre dein Erkenntniß 2. Mein Gewissen, das mich In mir mein Seelenhort, Und quälet, Deine Strafgerechtigkeit, Dein Von der göttlichen Gnade. 491 Dein Gesetz, das nichts verheh- mel freut, Da das Blut des Nebst der Sünde, stehn be- Lammes fließet, Da mich die reit, Meine Seele zu verklagen. Gerechtigkeit Des vollkommnen Ich weiß nichts darauf zu sa- Mittlers decket. Wer ist, der gen; Denn ein Zeuge giebt sich mich ferner schrecket? Wer ist, an, Der gesehn, was ich gethan. der sich an mich wagt, Und 3. Wehe mir! ich muß ver- ein Himmelskind verklagt? derben, Sehe nichts als Angst 8. Richter, der mich losgeund Pein. Frecher Sünder, du sprochen, Vater, der mich zärt= mußt sterben- Wird mein stren- lich liebt, Mittler, der, was ich ges Urtheil seyn. Es erzittert verbrochen, Und geraubt, Gott meine Seele Vor des offnen wiedergiebt! Geist, der mich mit Abgrunds Höhle; Es erstarret Troft erfreuet, Und mein gan= Geist und Blut, Und es sinkt zes Herz erneuet, Gott der mir aller Muth. Gnaden, dir sey Ruhm, Und 4. Doch, Gottlob! die Furcht mein Herz dein Eigenthum. verschwindet, Weil ein Bürg' 9. Laß mich nun die Sünde ins Mittel tritt, Weil sich ein hassen, Die das Herz mit Angst Vertreter findet, Der für den beschwert! Laß mich alles unBeklagten bitt't. O beglückte terlassen, Was den theuren Frietheure Stunden! Gottes Sohn den stört! Reinge täglich mein hat seine Wunden Und sein blu- Gewissen, Laß mich eifrig ſeyn tig Lösegeld Meinem Richter beflissen, Mit Verläugnung diedargestellt. fer Welt, Das zu thun, was 5. Richter, siehe meinen Bür- dir gefällt. gen, Siehe die Bezahlung an! Dieser ließ sich für mich würM. Mache dich mein Geist. gen, Dieser hat genug gethan, 767. Dich, o Jefu, dich, mein Der hat dein Gesetz erfüllet, Der Freund, Hab' ich hat deinen Fluch gestillet. Herr, treu erfunden. Wenn mein Herz ich glaube, steh mir bei; Sprich in engsten weint, Fließt aus von Straf und Schuld mich frei. deinen Wunden Trost und Ruh Sanft mir zu, Und die schwersten Plagen Lern' ich still ertragen. 2. Wenn mir aller Schuh ent= 6. Uch! was hör' ich? Gnade, Gnade! Gnade! schallt es in mein Ohr, Und von der Verzweiflung Pfade Hebt ein sanf- geht, Freunde mich verlassen, ter 3ug empor. Gott spricht: Jeder meine Tugend schmäht, Sünder, du sollst leben! Deine Neidische mich hassen; Dann Schuld ist dir vergeben. Sey| greifst du Mächtig zu, Stärkst getroft, mein lieber Sohn! Komm mich im Vertrauen, Lehrst mich zu meinem Gnadenthron! aufwärts schauen. 7. Seht wie sich der Abgrund 3. Stürzt der Erde Glück und schließet! Seht, wie sich der Him- Pracht; Sinkt nur, schwache Stüßen! 492 Lehr- und Glaubenslieder. Stüßen! Herr, bei dir ist Huld] 3. Wir sollen nicht verloren und Macht, Du willst gern mich werden, Gott will, uns soll ge schützen. Stürme flieh'n Vor holfen seyn. Deswegen fam dir hin; Alles, was mich frän- sein Sohn zur Erden, Und nahm ket, Wird zum Heil gelenket. für uns den Himmel ein; Des 4. Fühl ich mich im Glauben wegen klopft er für und für So schwach, Schwach zu guten Wer- stark an unsre Herzensthür. ken, dann eilest du mir nach, 4. Abgrund, welcher alle Eileft mich zu stärken! Das Ge- Sünden Durch Christi Tod ver richt Schreckt mich nicht; Denn schlungen hat! Das heißt, die auf deinem Pfade Find ich Trost Wunde recht verbinden! Hier und Gnade. findet kein Verdammen statt, 5. Uch, wenn einst mein Auge Weil Jesu Blut beständig schreit: bricht, Und mein Herz erstarret, Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! Dann, auch dann vergeß ich 5. An diesen Ruf will ich ges nicht, Was noch meiner harret. denken, Will ihm getrost und Herr, du starbst Und erwarbst gläubig traun; Und wenn mich Sterbend mir das Leben; O wie meine Sünden fränken, Nach könnt' ich beben? Gottes Vaterherzen schaun. Da 6. Ja, mein Heiland, keine finde ich zu aller Zeit Unendliche Noth Soll von dir mich schei- Barmherzigkeit. den! Selbst das Leiden, selbst 6. Wird alles andre wegge der Tod Ist ein Quell der Freu- rissen, Was Leib und Seel er den. Folg' ich nur Deiner quicken kann, Muß ich der Erde Spur; So wird einst am Throne Mir dein Heil zum Lohne. Freuden missen, Nimmt auch kein Freund sich meiner an; Sch habe, was mich mehr erfreut, Vergebung aus Barmherzigkeit. M. Wer nur den lieben Gott. 768.* ch habe nun den Grund gefunden, 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Und häuft sich KumDer meinen Unter ewig hält. mer und Verdruß, Daß ich mich Wo anders, als in Jesu Wun- in so vielen Stücken Um Eitles den? Da liegt er vor der Zeit stets bemühen muß, Werd' ich der Welt, Der Grund, der un- beängstigt und zerstreut; So beweglich steht, Wenn Erd' und hoff ich auf Barmherzigkeit. Himmel untergeht. 8. Muß ich in meinen besten 2. Es ist das ewige Erbar- Werken, Womit ich hier beschäfs men, Das alles Denken über: tigt bin, Biel Unvollkommenheit steigt. Es sind die offnen Lie- bemerken, So fällt zwar alles besarmen Deß, der sich zu dem Rühmen hin; Doch ist auch dies Sünder neigt, Da ihm sein Herz ser Troft bereit; Ich hoffe auf vor Mitleid bricht, Wir kom- Barmherzigkeit. men, oder kommen nicht. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, Von der göttlichen Gnade. 493 Willen, Bei dem so viel Erbar- Geist Stets so schwer der Erd men ist! Er wolle selbst mein entreißt! Ach, vergieb mir, daß Herz mir stillen, Damit es das mein Glaube Hier noch wankt, nur nicht vergißt; Dann hoffe und sich nicht fest, Wie er sollt', ich in Freud und Leid Uuf Gnade auf dich verläßt! und Barmherzigkeit. 6. Täglich laß es mich em10. Bei diesem Grunde will pfinden, Daß nicht Menschen ich bleiben, So lange mich die Hülfe nützt, Wenn mein Herz Erde trägt. Das will ich den auf sie sich stützt. Allen Trost ken, thun und treiben, So lange laß mir verschwinden, Bis ich sich ein Glied bewegt. So sing wieder fleh' zu dir, Und dann, ich einst in Ewigkeit: O Abgrund Vater, hilf du mir! der Barmherzigkeit! 7. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, Und sie selbst auch fles lehrst, Laß mich fest im Glau stehen, Und erfahren, wie so änderlich, so kalt! Wie erstirbt treu Deine Vaterliebe sey! sie doch so bald! Setze nie auf diese Liebe, Die nicht hält, was M. Ach, was soll ich Sünder. 769. Ah, wie ist der Men- hen schen Liebe So ver- ben M. Wie schön leuchtet der. sie verspricht, Seele, deine 3u- 770. Wo ist ein solcher * versicht! wie du? 1 2. Aber deiner Liebe trauen, Du schaffst den Müden süße Höchster, das gereuet nie; Denn Ruh, Ruh, die nicht zu ergrünein starker Fels ist sie. Die auf den. Ein Abgrund der Barmdiesen Felsen bauen, Wohnen herzigkeit Verschlingt ein Meer unverlegt, und sehn, Ruhig selbst vo" Herzeleid; Du, Herr, vers die Welt vergehn. giebst die Sünden. Jesu! Du, 3. Täglich sag ich's meiner du Läßt dich würgen Als den Seele: Gott liebt ewig, seine Bürgen, Um von Sünden Mich Treu Wird mit jedem Morgen auf ewig zu entbinden. neu. Ihn, den Ewigen, erwähle 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, Dir zum Freund, und jauchze Wie hoch wird dessen Geist er dann, Daß kein Feind dir scha- freut, Der dich im Glauben kenden kann. net! Du bist sein Schmuck, bift 4. Plößlich überfällt mich wie- seine Pracht, Die ihn vollkomder Sorge der Vergänglichkeit, men herrlich macht, Für die Irdisch Hoffen, irdisch Leid; Und sein Herz entbrennet Laß mich dann sink ich muthlos nieder, Ewig, Himmelssonne, SeelenSuche bei den Menschen Ruh: wonne, Dich genießen, Und in Und mein Helfer bleibst doch du! deinem Lob zerfließen! 5. Uch, vergieb mir, wenn im 3. Holdselig süßer FriedensStaube Dieses Leibes sich mein fürft, Wie hat dich nach dem Heil 494 Lehr- und Glaubenslieder. Heil gedürft't Der abgewichnen Kleiner, Reiner, Muß ich wer: Kinder! Du stellest dich als den Noch auf Erden, Bis ich Mittler dar, Verbindest, was droben Dich kann ohne Sünde getrennet war, Gott und verirrte loben. Sünder. Freude, Beide Werden Eines, Ungemeines Werk In voriger Melodie. der Güte! Jesu, Du bist unser 771. Wie groß ist unsre Friede! Gott, 4. süßes Lamm! dein treuer schon in der Prüfungszeit, Selbst Sinn Nimmt Schuld und Strafe unter viel Beschwerden, Wenn von mir hin; Sie liegt auf dei- unser Herz sich dir ergiebt, Und nem Rücken. Du blutest an treu in deinem Dienst sich übt! des Kreuzes Pfahl; Da muß dich Wie groß wird sie einst werden, unerhörte Qual Un Leib und Wenn sich Herrlich Jenes Leben Seele drücken. Diese Süße Fluth Wird anheben, Wo man Freuder Gnaden Heilt den Schaden; den Erndtet von der Saat der Durch die Wunden Hat' ich Leiden. Fried' und Heil gefunden. 2. Schon sind wir göttlichen 5. Mittleidender Immanuel, Geschlechts, Und freuen uns des Es ist mein Leben, Leib und hohen Rechts, Ats Vater dich Seel Voll Mängel und Gebre zu preisen. Bei dir ist unser chen. Doch ist dein Herz auch Vaterland; Und wer will deivoller Gnad', Und du willst nicht ner starken Hand, Allmächt'ger, die Missethat Am armen Staube uns entreißen? Wenn wir Gleich rächen. Deine Reine Treue Liebe hier müssen streiten, und zu Weckt die Triebe, Dir mein Le Zeiten Schwach uns finden; Hilfst ben Ganz auf ewig zu ergeben. du uns doch überwinden. 6. Die Gnade führt das Re- 3. Du deckest unsre Schulden giment; Sie macht der Sclave- zu, Schenkst unsern Seelen wahre rei ein End, Besiegt die Luft Rub, Und stärkest uns mit Freu zur Sünde. Der Glaub' an den. Dein Sohn ist unser Haupt fie macht sündenrein, Giebt Kraft, und Ruhm, Wir sind sein Volk sein Leben Gott zu weihn, Die und Eigenthum, Und Schaafe Welt zu überwinden. Seelen seiner Weide. Gutes Muthes Quälen nun im Herzen Keine Sind auf Erden In Beschwerden Schmerzen, Ull dergleichen Muß Unsre Seelen; Herr, was kann des Höchsten Gnade weichen. bei dir uns fehlen? 7. Gieb, Jesu, was mir nüket, 4. Es bleibet zwar der höhe her, Und tilge dadurch mehr und Werth Der Gnade, die uns wi mehr In mir die Sündentriebe! derfährt, Verborgen hier auf Du hast mich dir, Immanuel, Erden, Doch wenn der Herr vor Gar theu'r erkauft mit Leib und aller Welt In Majestät Gericht Seel' 3um Preise deiner Liebe. einst hält, Dann wird er sicht bar Von der göttlichen Gnade. 495 bar werden. Alsdann Sieht oft Hohn Hier zum Lohn; Doch man Ihn mit Kronen Uns be- fie läßt Gott sorgen. lohnen, und die Seinen Ewig 6. Hier steht diese Rof im lich mit sich vereinen. Grunde, Und ihr Schein Bleiz 5. Wie selig, Gott, sind wir bet klein In der Prüfungsstunde. alsdann! Wie viel hast du an Bitterkeit muß sie genießen; uns gethan! O laß uns unsre Aber Gott Wird den Spott. Würde Vor Augen haben jeder- Ihr einmal versüßen. zeit! So tragen wir mit Wil- 7. Christus, der sie hat erwäh ligkeit Der kurzen Leiden Bürde. let, Und als Braut, Sich verHerr, gieb Den Trieb In die traut, Siehet, was ihr fehlet: Seelen, Dich zu wählen, Und im Tröstet sie im bittern Leiden, Leben Sie dir gänzlich zu ergeben! Führt sie dann Auf die Bahn, Reiner, ewger Freuden. M. Warum sollt ich mich denn. 772.* S 8. Ihre Hoheit wird vermeh was für ein herr- ret Bei dem Schmerz, Der ihr lich Wesen Hat Herz Hier im Kreuz bewähret. ein Christ, Da er ist Recht in Denn der Schmerz schmückt ihre Gott genesen! Denn nun ist er Krone, Die einmal Nach der neu geboren, Und hier schon Qual Sie bekommt zum Lohne. In dem Sohn Gott zum Kind erkoren. 9. Ewig wird sie triumphiren, Wenn ihr Hirt Jesus wird 2. Wenn die Seele fich der In sein Haus sie führen, Und Erden Ganz entreißt, Durch den ihr öffnen alle Schätze, Damit Geist Heilig hier zu werden; So sie Je und je Sich daran ergötze. ist das ihr wahrer Adel, Welchen 10. Dann wird nie ein Leid fie Je und je Findet ohne Tadel. sie beugen, Und ihr Glanz Wird 3. Ird'sche Zepter, ird'sche sich ganz Offenbarlich zeigen. Kronen Sind nur Sand Und Leuchten wird sie, wie die Son einTand, Nebst den hohen Thro- ne; Gott allein Wird stets seyni nen. Eine Seel', die Gott regie Ihre Freud' und Wonne. ret, Hat hier schon Eine Kron, Die sie ewig zieret. 11. Dann wird sie mit Christo sitzen Auf dem Thron; Ihre 4. Köstlich ist sie ausgeschmük- Kron Wird von Golde blitzen. ket; Heiligkeit Sft ihr Kleid; Dann wird jedermann sie kenhoch ist sie beglücket. Länger nen, Und sie frei. Ohne Scheu, nicht befleckt mit Schulden, Hoch beseligt nennen. Prangt sie sehr, Lernt nunmehr Gern das Leid erdulden. M. Wer nur den lieben Gott. 5. Denn ihr Glanz bleibt hier 773. Gott, deine Gnad' iſt verdecket Vor der Welt, Die sie unser Leben; Sie hält, Als wär' sie beflecket. Sie schafft uns Heil und Seelenruh. lebt hier in Gott verborgen, Hat Dein. ists, die Sünden zu vers geben, 496 Lehr- und Glaubenslieder. geben, Und willig ist dein Herz du von meinen Sünden Und dazu. Du nimmst die Sünder ihren Strafen völlig frei; Denn gnädig an, Die sich voll Reue der, der aller Sünden trug, Ward zu dir nahn. sterbend auch für mich ein Fluch. 2. Uns, uns Verlorne zu er 8. O laß mich dies im Glaus retten, Gabst du für uns selbst ben fassen, Und, Bater, mich voll deinen Sohn. Er litt, damit Zuversicht Auf deine Treue stets wir Friede hätten, Für uns den verlassen! Wenn alles wankt, Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wankt sie doch nicht. Wohl dem, wie hast du uns geliebt, Welch der sich auf dich verläßt! Sein ein Erbarmen ausgeübt! Heil steht unbeweglich fest. 3. Dank, ewig Dank sey dei- 9. Lobsingend will ich dich ner Treue, Die niemand gnug erheben, Mich ewig deiner Gnade erheben kann! Nun nimmst du freun, Und deinem Dienst mein jede wahre Neue Um Christi ganzes Leben In kindlichem Ge willen gnädig an. Wohl dem, horsam weihn. Herr, du vers der sich zu dir bekehrt, Und gläu- gabst mir meine Schuld; Nie, big seinen Mittler ehrt! nie vergeß ich diese Huld. 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, Die dem Gewissen In eigener Melodie. furchtbar ſind; Der kann getroft 774.* Seelenbräutigam, Jes und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; Hier Habe Dank für deine Liebe, Die ist der, welcher für mich litt, mich macht aus reinem Triebe Und mich noch jetzt bei Gott Frei von allem Gram, Jesu, vertritt. Gotteslamm! 5. Herr, wie selig ist die 2. Dein vergoßnes Blut Giebt Seele, Die so sich deiner Gnade mir Kraft und Muth. Wenn freut! Gesetzt, daß irdisch Glück du freundlich mich anblickest, Und ihr fehle, Ihr fehlt doch nicht dem Kummer mich entrückest, Bufriedenheit. Dein Friede über- Giebt mir Kraft und Muth Dein wieget weit Die Welt und ihre vergoßnes Blut. Herrlichkeit. 3. Wahrer Mensch und Gott, 6. Dein Friede stärkt mit fro- Trost in Noth und Tod, Dazu hem Muthe Das Herz auch in bist du Mensch geboren, Zu der größten Noth, Giebt Hoff- ersetzen, was verloren, Durch nung zu dem ewgen Gute, Und dein Blut und Tod, Wahrer macht getrost selbst auf den Tod. Mensch und Gott. Er ist schon in der Pilgerzeit 4. Meines Glaubens Licht Laß Ein Vorschmack jener Seligkeit. verlöschen nicht, Salbe mich mit 7. Laß, Vater, denn auch mich Freudenőle, Daß hinfort in mei empfinden, Wie köstlich dieser ner Seele Fa verlösche nicht Friede sey! Auch mich sprachsti Meines Glaubens Licht. 5. Dann Von der göttlichen Gnade. 497 5. Dann werd ich in dir Blei- Hier im Hoffen und im Glauben, ben für und für. Deine Liebe Dort im Haben und im Schauen; will ich ehren, Und in mir dein Denn die Ehrenkron Folgt auf Lob vermehren, Weil ich für und Spott und Hohn. für Bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm Uns ernähre, und verwehre, Daß die Welt mich nicht verfehre, Sen sie gleich mir gram, Held aus Davids Stamm! 14. Jefu, bilf, daß ich Ims mer ritterlich lles durch dich überwinde, Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 15. Du, mein Eigenthum, 7. Großer Siegesfürst! Wie Bist mein Preis und Ruhm! hat dich gedürst't Nach der Men- In mir soll nun nichts erschalschen Heil und Leben, In den Tod len, Als nur, was dir kann ge dich hin zu geben, Als du riefft: fallen, Du mein Eigenthum, mich dürft't, Großer Siegesfürst! Du mein Preis und Ruhm! 8. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb Uns, den Deinen, M. Herzliebster Jesu, was. die dich kennen, und nach dir 775. Schaff in mir, Gott, nur eine reine Seele, sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Deinen Frieden gieb. Ein neues Herz, das deine Wege 9. Wer der Welt abstirbt, wähle, Und mach es fest, und Emfig sich bewirbt Um ein kind stärke sein Bestreben, Nur dir liches Vertrauen, Der wird bald zu leben. 2. Verwirf mich nicht von im Innern schauen, Das niemand verdirbt, Der der Welt abftirbt. deinem Angesichte. Gieb deinen 10. Nun ergreif ich dich, Du, Geist, daß er mich unterrichte, mein ganzes Sch! Nimmermehr Den heiligen, daß er auf deine will ich dich lassen, Sondern Wege Mich leiten möge. 3. Erquicke mich in meiner gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich nun ergreife dich. Seele Leiden Mit deiner Hülfe; 11. Wenn ich weinen muß, gieb den Geist der Freuden, Da Wird mein Thränenfluß mich mit er, weil ich keine Kraft be vor deinen Thron begleiten, Und size, Mich unterstütze. zu deinen Wunden leiten, Daß M. Ach Gott vom Himmel. mein Thränenfluß Bald sich 776.* niemand ein, Er I Gottes Reich geht stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu sey denn neu geboren; Sonst Wiederum erfreu, Hältst du mich, ist er bei dem besten Schein Un daß ich nicht weiche, Bis ich Seel' und Leib verloren. Was dort in deinem Reiche Ewiglich fleischliche Geburt verderbt, In aufs neu Mich mit dir erfreu. der man nichts als Sünden erbt, 13. Hier durch Spott und Das kann nur Gott verbessern. Hohn, Dort die Ehrenkron'!! 2. Soll man mit Gott, dem höchsten 498 Lehr- und Glaubenslieder. höchsten Gut, In der Gemein-| lichen Natur In uns, der neuen schaft leben; So muß er andern Kreatur, Beständig sey und bliebe. Sinn und Muth, Und neue 8. Nun, Herr, laß deine VaKräfte geben. Denn nur sein terhuld Uns jederzeit bedecken, göttlich Ebenbild Ists, was alleine Damit uns weder Sündenschuld, vor ihm gilt; Dies muß er in Noch Zorn und Strafen schrecken. uns schaffen. Mach uns der Kindschaft ganz ge 3. Ach Bater der Barmher- wiß, Und schenk uns einst das Pazigkeit, Was Jesus uns erwor- radies, Das Erbe deiner Kinder! ben, Da er zu unsrer Seligkeit M. Sollt ich meinem Gott. Um Kreuz für uns gestorben, 777. Christen, finget JubelUnd von dem Tod erstanden ist, lieder! Bater, Vater Was du durch ihn uns allen ist uns Gott. Huldreich schaut bist, Das laß auch uns genießen! er auf uns nieder, Bleibt uns 4. Dein guter Geist gebär treu in Noth und Tod. Seht, uns neu, Und ändre die Gemü- hier nährt er Vögelheere, Klei ther, Mach uns vom Sünden- det dort mit sanfter Hand Bludienste frei, Schenk uns die Him- men in ein Prachtgewand, Daß metsgüter! 3war in der Tauf der Mensch den Sorgen wehre. ist es geschehn; Doch haben Heiland, unser Dank ertönt! wirs nachher verfehn, Und diesen Du hast uns mit Gott versöhnt. Bund gebrochen. 2. Selbst der Sünder darf 5. Drum willst du durch dein nicht beben, Eilt er nur zu dir kräftig Wort Uns abermals er zurück. Deine Stimme: du neuern. Wir wollen dir, o treuer sollst leben! Heitert seinen Thrä Hort, Mit Herz und Mund be- nenblick. Ach, du blutetest am theuern, Von nun an nicht in Kreuze, Trugest Schmach und Sicherheit, Vielmehr mit Fleiß, Angst und Noth, Starbst für Beständigkeit Und Treue stets ihn, damit dein Tod Ihn zum zu wandeln. frömmern Leben reize! Folgt er 6. Nimm uns, o Bater, wie- dir, o welche Huld! Ausgetilgt der an! Obgleich wir schnöde ist seine Schuld. Sünder Nicht das, was du be- 3.. Seil uns, wenn wir treu fiehlst, gethan; So werden wir dir dienen! Wonne strömt durch doch Kinder, Wenn uns dein unsern Geist. Schon in dir ist Geist von neuem zeugt, Und uns erschienen, Was die Zukunft unser Herz zum Guten neigt, uns verheißt. Dich hat Gott Im Glauben und in Liebe. uns hingegeben: O zu welcher 7. Wir wollen denn, was du Herrlichkeit Wird er, nach durch uns giebst, Hinführo fester fas- kämpfter Zeit, Uns, dein treues sen; Wir wollen dich, weil du Volk, erheben! Herr, durch die uns liebst, Nicht aus dem Her- fen Freudenstrahl Wirds nun zen lassen, Daß nun des Gött- hell im Gräberthal. 4. Spand Von der göttlichen Gnade. 499 4. Hand in Hand gehn deine Erb' einst seyn, Wenn ich zur Freunde Still hinauf ins Va- Ruhe komme. terland, Uchten nicht auf Hohn 2. Was acht' ich doch ein Fürder Feinde, Nicht auf Schmerz stenthum? Was eines Königs und Erdentand. Bald ist alles Krone? Dies ist mir viel ein überwunden, Und dann fliegt größrer Ruhm, Daß ich von mit heiterm Sinn Ihre Seele Gottes Sohne Zum Kinde Gotzu dir hin, Ewig dann mit dir tes bin gemacht, Da er am Kreuze verbunden. O wer fühlt sich ward veracht't Um meiner Sünde nicht entzückt, Wenn er dort hin willen. überblickt? 3. Was kann mir jetzt die 5. Dank sei dir von allen Sünde thun? Was Satan, Tod Frommen, Preis und Dank sey und Hölle? Ich kann vor ihnen dir geweint! Herr, durch dich ist sicher ruhn; Getrost ist meine Heil gekommen In das Land der Seele, Da der mein Bruder Sterblichkeit! Wer gleich dir worden ist, Der alle Bitterkeit verdurchs Leben gehet, Schmeckt süßt Im Leben und im Sterben. schon hier des Himmels Lust, 4. Nun mohl, so will ich auf Friede wohnt in seiner Brust, der Welt Hinfort nach sonst Und sein Geist wird einst erhö- nichts streben, Als wie es dir, het. Ach wann miſscht sich unser o Gott, gefällt, Beständig fromm Dank In der Engel Preis zu leben. Sonst käm ich um gefang! mein Kindesrecht, Und würde 6. Laß den Geist mir Zeug wieder Satans Knecht, Wenn niß geben, Daß mich Gott als ich nicht Jesu folgte. Bater liebt! Gieb mir Kraft, 5. So lang ich aber das nur dich zu erheben, Wenn dein thu', Was er gethan will wisBlick mir Freude giebt. Gieb sen So kann die innre Seelenmir Kraft getroft zu sterben, rub, Mir alles Leid verfüßen. Weil ich nach verfloßner Zeit Was acht ich Hoheit Luft und In der frohen Ewigkeit Soll ein Geld? Was frag ich nach der ewig Leben erben! Da werd ich ganzen Welt, Wenn Gott mein den Vater sehn; Jesu, laß, laß Vater heißet? es geschehn! M. Es ist das Heil uns. M. Allein Gott in der Höh. 778.* welch ein unge 779.* inneugebornes Got teskind Schmeckt meiner Schat! seines Vaters Liebe, Der ihm Dies kann mit Trost mich la: in Christo alle Sünd' Vergiebt ben: Ich soll dereinst im Him- aus reinem Triebe, Der es in mel Plat Bei meinem Jesu ha- seinen Gnadenbund, In dem es ben; Ich soll in aller Angst und durch die Taufe stund, Hat wieDein Sein Kind schon hier, sein der aufgenommen. Ji, 2 2. Ein 500 Lehr- und Glaubenslieder. 2. Ein neugebornes Gottes- unterwirft sich ihrer Zucht, Und kind Darf sich nicht knechtisch läßt dadurch des Geistes Frucht scheuen, Wie viel auch seiner 3u größerer Reife kommen. Leiden sind, Wie oft sie sich er: 8. Hier prüfe, meine Seele, neuen. Der Geist der Kindschaft dich, Bist du aus Gott gebo treibt den Sinn Boll Zuversicht| ren? Regt nicht die Eigenliebe zum Vater hin; Es darf ihn sich, Als seyst du nie verloren, Abba nennen. Und könnest ohne Sorg und Pein 3. Ein neugebornes Gottes: Weil du getauft bist, sicher seyn, kind Wird seinen Bater lieben, und alles Gute hoffen? Und, weil es ihm ist gleichge- 9. Uch hast du deiner Taufe finnt, Sich im Gehorsam üben. Kraft Durch Sündendienst ver: Es hält ihn für fein höchstes loren; So ruh' nicht bis Gott Gut; Und lebt mit ihm durch Rath geschafft, Und dich aufs Christi Blut In einem süßen neu geboren; So ruh nicht bis Frieden. der Kindschaftsgeist Dich durch 4. Ein neugebornes Gottes- sein Zeugniß überweist, Du seyst find Liebt herzlich seine Brüder, sein Kind und Erbe. Die auch aus Gott geboren sind, Die auch sind Christi Glieder, M. Jesus meine Zuversicht. Ja, feine Lieb' ist allgemein, Es780. Wiele sind zu Gottes mehr was Sein Herz ist ohne Tücke. Welt berufen. Viele können einst 5. Ein neugebornes Gottes- im Licht Erben mit dem Mittler kind Kämpft gegen alle Sün- werden. Aber ach! nur wenige, den; Es kann den Feind, wo Wenige sind auserwählt. es ihn findt, Durch Christum 2. Frage, die mir Mark und überwinden. Und greift er es Bein Mit geheimer Angst er auch heftig an, Ihm wird stets schüttert, Aller Fragen größte, Widerstand gethan; Der starke du, Die von Tod und Leben Glaube sieget. fraget. Meiner Stunden lette 6. Ein neugebornes Gottes- ruft mir auf dich die Ant find Ist voll von dem Verlan- wort zu. gen, Die Milch die aus dem 3. Laß die Antwort Wonne Worte rinnt, Zur Nahrung zu seyn, Herr des Todes und des empfangen, Durch dieses süße Lebens! Mittler, in mein Zittern Lebenswort Geht es im Guten mischt Oft fich sanfter Ahndung freudig fort, Und wird am Geist Schauer. Meiner Stunden letzte geſtärket. sey Wonn' und mehr, als Ahn7. Ein neugebornes Gottes- dung mir! find Küßt seines Vaters Ruthe, 4. Viele laufen nach dem Ziel; Und ruft weil es sie liebgewinnt; Einer nur erlangt das Kleinoo. Du thust mir viel zu Gute! Es um des Ueberwinders Haupt Strahlet Von der göttlichen Gnade. 501 Strahlet nur des Himmels Kro-| Gebet! Wenn ich, Herr, vor dein ne. Er nur legt das Feierkleid Antlit tret'. Mich mit dem Munde Deiner Unschuld, Christus an. zu dir nah, Ist oftmals doch 5. Ach, wer überwindet, soll mein Herz nicht da. Auf des Mittlers Throne sitzen! 7. Ich weiß, ich soll recht= Ueberwunden hat er selbst, Und schaffen seyn; Doch zeigt sich oft fist auf des Vaters Throne. Laß nur bloßer Schein. Mein Chris mit Furcht und Zittern stets, Herr, ftenthum und Glaube hat Oft nach dir empor mich schaun! mehr den Namen, als die That. 6. Viele sind zu Gottes Heil In der bessern Welt berufen; 8. Siehst du mich als mein Richter an, Der Herz und Nieren Biele können einst im Licht Er- prüfen kann, Willst mit mir ins ben mit dem Mittler werden; Aber ach! nur wenige, Wenige find auserwählt. Gerichte gehn; So kann ich nicht vor dir bestehn. 9. Ach, Bater, habe noch GeM. Herr Jesu Christ, mein. duld! Bergieb der Schwachheitssünden Schuld. Sieh, was ich Mein Jefu meines Jefu meines felbft nicht merken kann, Um Lebens Licht, Du 781.* Mein weißt gar wohl, was mir gebricht; Christi willen schonend an. Es ist dir mein betrübter Stand 10. Dein Blut und Tod/ Weit besser, als mir selbst bekannt. Jesu, schafft, Daß, was ſelbst 2. Das Fleisch ist schwach, mein Gewissen straft, Vor Gott obgleich der Geist Durch deine mich nicht verdammen kann; Kraft sich willig weist. Die Sün- Ich ziehe deine Unschuld an. de zieht mich immer an, Und führt 11. Bespreng mich täglich mich von der rechten Bahn. durch dein Blut, Und mache 3. So thu' ich denn, was ich meine Fehler gut. Erneur' in nicht will, und steh' im Laufen mir Herz, Muth und Sinn; Was oftmals still. Es tenkt mich der dir mißfällt, nimm von mir hin. verderbte Sinn Stets zum ver- j 12. Laß meinen Vorsatz feste botnen Baume hin. stehn, Und mich auf guten We 4. Die böse Lust regt sich in gen gehn. Steh mir mit deimir, Und zieht mein Herz gar nem Geiste bei, Daß ich ein oft von dir. Die Liebe zu der Kind des Lichtes sey. eitlen Welt Macht, daß mein Thun dir oft mißfällt. 13. Dein Geift ermuntre meinen Geist, Daß er sich ganz der 5. Ich nehme mir das Gute Welt entreißt, Mit Eifer nach vor, Doch steigt der böse Trieb dem Himmel strebt, Und nur empor. Dann flieh ich, leider! in dir alleine lebt! deine Zucht, Und höre dein Wort ohne Frucht. 14. Führt Fleisch und Blut mich in den Streit; So rüste 6. Wie kraftlos ist nicht mein mich mit Tapferkeit, Und treibe stets 502 Lehr- und Glaubenslieder. stets mich freudig an, Daß ich beten, Kindlich beten, Herr, vor mich selbst verläugnen kann. dir! Ach, erscheine, wenn ich 15. Den alten Menschen dämpf weine, Bald mit deiner Hülfe in mir, Mit neuer Kraft den neuen mir! Laß dich finden, laß dich zier. Laß Adam täglich unter finden! Denn mein Herz vergehn, Und mich mit Christo auf langt nach dir! erstehn. 16. Und endlich führe mich dahin, Wo ich erst recht voll kommen bin; Da will ich jauch zend vor dir stehn, Und ewig deinen Ruhm erhöhn. 6. Ach, wie nichtig, Eitel flüchtig Sind die Freuden dieser Zeit! Dich nur wähle meine Seele, Dich, mein Theil in Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Mach zum Himmel mich bereit! Eigene Melodie, oder: Gott des Himmels und der Erde. M. Wer nur den lieben Gott. 782. Sieh, hier bin ich! 783. Gen Zeuge, Gott, ins Heiß und innig dem ich schwöre: Steigt zu dir empor mein Flehn! Sch will mich immer mehr be Meiner Liebe reine Triebe Wirst müh'n, 3u meinem Speil, und du, Mittler, nicht verschmähn. dir zur Ehre Mein Herz der Laß dich finden, laß dich finden! Sünde zu entziehn; Ich will Blick auf mich von deinen Höhn! auf Jesum Christum sehn, Und 2. Gieb mir Urmen, Voll Er standhaft seine Wege gehn. barmen, Gieb aus Gnaden mir 2. Du, der du ihn hast hin den Sinn, Dir vor Allen zu gegeben, Damit er mein Erlöser gefallen, Dir, deß ich nun ewig sey, Du stehest auch in diesem bin. Laß dich finden, laß dich Streben Durch deinen guten finden! Nimm mich ganz zum Geist mir bei. Ich bin getroft, Opfer hin! ich hoff auf dich; Ich weiß, 3. Sieh mein Sehnen, Meine du liebst und segnest mich. Thränen! Ach, fie suchen, Jesu, dich! Deiner trösten die Erlösten In voriger Melodie. In des Lebens Uengsten fich. 784 Menn heiße Thränen Laß dich finden, laß dich finden! mir Mein Hab' ich dich, wie reich bin ich! Herz mit Angst und Schmer 4. Rein, voll Wonne, Wie zen ringt, Dann sink' ich, Herr, die Sonne, War, o Menschen zu deinen Füßen, Und finde, was freund, dein Herz. Ich nur finde mir Tröstung bringt; Dann wird nach der Sünde Tödtend Gift der Glaube mir ein Licht, Das meis in mir mit Schmerz. Laß dich nes Kummers Nacht durchbricht. finden, laß dich finden! Schaff in mir ein reines Herz! 2. Du, Heiland, bietest jedem Müden Erquickung, Muth und 5. Tief in Nöthen, Laß mich Hoffnung an, Und giebst ihm je nen Von der göttlichen Gnade. 503 nen innern Frieden, Den ihm die M. Herzlich lieb hab' ich). Welt nicht geben kann. Durch 785.* 3u bir, Herr Sefu, dieses Kraft erfreut, komm' auch ErWird ihm der Glaube Seligkeit. barmend hießest du ja mich Im 3. Auch wenn wir zweifelnd Glauben zu dir kommen. Mich oft uns grämen, Wenn Kleinmuth drücket meiner Sünden Last; Sie unsern Geist verstimmt, Willst läßt mir keine Ruh' noch Rast. du uns Schwache nicht beschä- Wird sie mir nicht genommen; men, So lang ein Funke Glau- So müßt' ich unter ihr vergehn, bens glimmt; Du fachst ihn an. Ich könnte nicht vor Gott be ' du nährest ihn, Und bald wird stehn, Vor dem die Himmel selbst er von neuem glühn. nicht rein; Ich müßt' ein Kind 4. Du stärkst die schon gesunk des Todes seyn. Herr Jesu nen Hände, Stellst fest des Christ, Mein Trost und Licht, matten Kämpfers Fuß, Giebst Mein Trost und Licht, Erquicke der Versuchung solch ein Ende, mich, und laß mich nicht! Daß unser Dank dich preifen 2. Das Sündenjoch ist mir muß, Und führst auch durch die Prüfungszeit Uns nur zu größ: zu schwer, Es drückt den Geist, rer Herrlichkeit. o Gott, wie sehr! Du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, 5. Wir würden immer unter daß du diese Last Darum für liegen Im Kampfe mit der Lei- mich getragen hast, Mich ewig denschaft, Wir könnten keinen frei zu sprechen, Frei von der Feind besiegen, Erfüllt' uns großen Sündenschuld, Damit des nicht des Glaubens Kraft; Doch Vaters Lieb' und Huld Mir wenn dein Geist nur auf uns Armen wieder werd' zu Theil. ruht, So siegen wir mit Hel- Mach' mich durch deine Wunden denmuth. heil, Herr Jesu Christ, Der für 6. Der Glaube, Herr, ist un- mich litt, Der für mich litt, Und fre Stärke, Er überwindet eine bei dem Vater mich vertritt! Welt, Und wirket in uns Got 3. Auf dir ruht meine Zutes Werke, Und Tugend, die versicht. Von einem andern weiß dir wohlgefällt, Und jeder Sieg, ich nicht, Als dir, dem Arzt der den er verschafft, Belebet uns Sünder. Es ist in keinem andern mit neuer Kraft. Heil; Du bist mein Trost, mein 7. Verleih', o Herr, mir die bestes Theil, Des Todes Uebersen Glauben, Der mehr ist, als winder, Die Freistatt und der blos frommer Schein! Laß nichts sichre Ort, Das feste Schloß, mir seine Freuden rauben! Laß mein Schild, mein Hort, Der ihn durch Liebe thätig seyn! Mittler auf dem Gnadenthron, Dann werd' auch ich in jener Des Vaters ein'ger, liebster Sohn. Welt Den Auserwählten zugesellt. Herr Jesu Christ, Das glaube ich, Das 504 Lehr- und Glaubenslieder. Das glaube ich; Ach, stärk' in voll Wehmuth an, Und fleht zu diesem Glauben mich! dem, der helfen kann; Ach, lieber Herr, ich wollte gern, Ach, sey mir Schwachen nicht so fern; 4. Hinfort will ich nun jeder zeit Auf mich zu nehmen seyn bereit Dein Joch, die sanfte Bür- 5. Ist er schon einem Funken de. Darunter find' ich Fried' und gleich, So ist er doch an WärRuh', Ich wachs' und nehm' im me reich; Er überwindet Sünd' Guten zu; Und ob ich dann auch und Welt, Obgleich der Kampf würde Aus Schwachheit, die dir ihm schwerer fällt; Er übet gute ist bekannt, Ermüden, so wird Ritterschaft, Und siegt auch mit deine Hand Mir doch von neuem der kleinen Kraft. helfen auf, Daß ich vollende 6. Er legt die Mittel treulich meinen Lauf. Herr Jesu Christ, an, Durch die er stärker werden Durch dich allein, Durch dich al- kann. Shn hungert nach dem Le lein Kann ich gerecht undseligseyn! bensbrod; Er wächset dadurch immer fort; Er sehnt sich oft nach Jesu Mahl, Und fleht um Kraft, fleht ohne Zahl. schwach und matt, 7. Er schätet seinen Heiland Daß er nur wenig Kräfte hat. hoch; Verbirgt er sich, er sucht Bald mangelt ihm das helle ihn doch; Er schreitet durch die Licht, Bald hat er die Gewiß- Welt voll Noth, Und dringt zu heit nicht, Bald wird die Zu- Gott durch Noth und Tod. Er versicht gelähmt, Und das Ver- kämpft, bis in des Mittlers Blut trauen wird beschämt. M. Vater unser im Himmelr. 786.* Der Glaub' ist oft so Sein lechzendes Verlangen ruht. 2. Er sieht in Chrifto Gnad' 8. Mein Heiland, wird mein und Heil, Und wünscht: ach hätt' Glaube schwach; So stärke ihn, ich daran Theil! Doch wenn ers und hilf ihm nach! Ach, blas nun ergreifen soll, So bebet er, den schwachen Funken an, Damit und zittert wohl, Weil ihn noch er andern leuchten kann! Ja, Finsterniß bedeckt, und die Un- mache eine Flamme d'raus, Die würdigkeit ihn schreckt. auch ergreift des Nachbars Haus! 3. Doch ist der Glaub' auch 9. Gieb Del, gieb Del, mein noch so schwach; Er giebt doch Heiland her, Wenn meine Lamp nie der Sünde nach; Nie wohnt ist dürr' und leer! Befördre durch ihm Trug und Heuchelei, Noch dein himmlisch Licht Erkenntniß, sonst ein herrschend Laster bei. Beifall, Zuversicht. Laß mich ge Er reinigt unsre ganze Brust treu im Leiden seyn, Und sprich Von Hochmuth, Geiz und Flei mir Muth im Sterben ein. schesluft. 4. Er rühmt sich seiner Schwach- M. Zion Flagt mit Angst und. heit nicht, Er merket wohl, was 787.* Mater, Bater, Gott ihm gebricht; Drum klagt er sich! Dein Licht Von der göttlichen Gnade. 505 licht ist vom Wechsel frei, Und den, Und den Hohn der ganzen in jedem deiner Werke Bist du Welt mir nicht zur Versuchung heilig, wahr und treu. Ach! ich werden, Wenn mich Leiden überflage dir mein Leid, Meine Un- fällt. Denn es ist ja Seligkeit, beständigkeit; Denn mein Herz Leiden für Gerechtigkeit. Was ist, gleich den Wogen, Leicht du zusagst, laß mich fassen, Und bewegt und bald betrogen. mich fest darauf verlassen. 2. Bald durch Menschenfurcht 7. Gieb ein Herz mir, das und Liebe, Bald durch Ehre, im Glücke Nicht verwegen, stolz Ruhm und Geld, Bald durch und frei, Und bei widrigem böse Wollusttriebe, Und durch Geschicke Nicht verzagt noch Nergerniß der Welt. Bald scheint mürrisch sey. Zieh mein Herz Armuth fürchterlich; Bald treibt mit Großmuth an, Daß ich die Verfolgung mich, Läßt mich Alles wagen kann, Und nicht von dem Höchsten weichen, Und vor dem Kampf und Siege mein Ziel mich nicht erreichen. Mit dem Guten unterliege. 3. Ich bekenn' es dir, wie billig, Und bekenn's mit Weh und 8. Wehre allem Trug vom Teufel, Der die Wahrheit will Uch! Oftmals scheint mein Geist verdrehn; Laß mich wieder als zwar willig! Aber ach, mein len Zweifel In der Wahrheit Fleisch ist schwach. Uch, ich bit Gottes stehn. Stärke meinen te, rechne du Mir nicht diese schwachen Muth, Daß ich jedes Sünde zu, Und entzieh' mir Zweifels Wuth Stets aus dei nicht die Gaben, Die ich hier nes Wortes Gründen Kräftig und dort soll haben. möge überwinden. 4. Festigkeit gieb meinem Her- 9. Herr, versiegle hier im Lezen, Nur die Gnade macht es ben Meinen Geist durch deinen fest, Daß mich unter allen Geist! Laß ihn mir das ZeugSchmerzen Muth und Hoff- niß geben, Daß du mich dort nung nicht verläßt. Deine Ehre erben heiß'st. Damit zeichne und dein Ruhm Sey mein ein Haupt und Herz, Daß ich unzig Eigenthum. Lehr' mich al ter Freud' und Schmerz Deiler Gunst und Schätzen Deine nen großen Namen preise, Weil Liebe vorzusetzen. ich dir versiegelt heiße. 5. Laß den allertheu'rsten Glau- 10. Mach mich auf den Grund ben Und die hoffende Geduld Mir erbauet, Den man unbeweglich durch nichts auf Erden rauben, nennt; Wo man dieses Siegel Steh mir bei mit deiner Huld, schauet, Daß noch Gott die Daß ich, Herr, von deiner Treu', Seinen fennt. Ewig unzertrennlich sey. Gieb deine Gottesmacht Meine SeNimm durch mit auch zu allen Stunden Neue ligkeit in Acht, Und bewahre Kraft aus Christi Wunden. mich im Sterben Noch als dei6. Laß den Undank dieser Er- nen Himmelserben. 788. 506 Lehr- und Glaubenslieder. M. O Gott, du frommer Gott. nem Gnadenthrone; Setzt Liebe 788.* Versucht und prüft gegen Haß. Hat dies der Glaub euch selbst, Ob ihr erkannt; So wird die Lieb' entim Glauben stehet, Db Christus zündt, Und aller Haß verbannt. in euch lebt, Ihr seine Wege 7. Was Gott an uns gethan, gehet, In Demuth und Geduld, Wird uns vor Augen schweben. In Sanftmuth, Freundlichkeit? Droht uns der Feind den Tod: Ob ihr dem Nächsten stets Zu Wir zeigen ihm das Leben! dienen send bereit? Flucht er; so segnen wir. Bei 2. Der Glaube ist ein Licht, Schimpf und Spott und Hohn Im Herzen nur verborgen; Ist unser bester Trost Des Bald bricht sein Glanz hervor, Himmels Ehrenkron'. 8. Seßt Gott uns auf die Scheint wie die Sonn' am Morgen, Beweiset seine Kraft, Prob', Ein schweres Kreuz zu Macht Christo gleich gefinnt, tragen; Der Glaube bringt Ges Erneuert Herz und Muth, Macht duld, Erleichtert alle Plagen. Statt Murren und Verdruß dich zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heit, Wird das Gebet erweckt; Der Gerechtigkeit und Leben, und Glaube weiß, daß Gott Der hierzu sucht er auch Den Näch- Noth ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet durch die Noth sten zu erheben. Weil er an Gnade reich In Christo worden Sein Elend rechtverstehen, Merkt. ist; So preist er dieses Heil, Gottes Güt' und Treu, Hält an mit Bitten, Flehen, Verza: Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft mit Zuversicht, get nie an ihr, Und traut auf Was Gott hat zugesaget; Er Christi Kraft, Fühlt, er sey es scheucht den Zweifel fort; Die allein, Der Muth und Kräfte Schwermuth wird verjaget. So schafft. 10. Sält sich an fein Verdienst, folgt dem Glauben stets Die Hoffnung sicher nach, HältSturm Erlanget Geist und Stärke In und Wetter aus, Steht fest im Ungemach. solcher Zuversicht Zur Uebung guter Werke, Steht ab vom Ei 6. In Liebe nimmt, wer gensinn, Flieht die Vermessens glaubt, aus seines Gottes Hän heit, Bleibt bei der Gottesfurcht den Ganz willig alles an; Läßt In Freud' und schwerem Leid. nie von ihm sich wenden; Weiß, 11. Ob solch' ein Glaub', daß ihm alles nuht, So widrig Christ, In deinem Herzen lebe, es auch scheint; Er liebt, wie Das prüf und sieh, ob er Dit Gott geliebt, Den Freund und Lust zum Guten gebe? Er macht auch den Feind. nicht nur gerecht, Er macht auch zur Hei 6. Sa, Gott liebt auch den tugendhaft, Und giebt Feind! Er giebt in seinem Sohne ligung Trieb, Willigkeit und Sein eingebornes Kind Zu eis Kraft. 12. So Von der göttlichen Gnade. 507 12. So soll ich, Gott, an dich 5. Diesen Glauben anzuzünUnd Jesum Christum glauben. den, Giebst du deinen guten Gieb diesen Glauben mir, Und Geist, Den der Tilger unsrer laß mir nichts ihn rauben. Die Sünden Heilsbegierigen verheißt, Werke folgen dann, Und folgen Denen, die gebeuget stehn, Die aus der Zeit Mir noch im Tode ihr Unvermögen fehn, Und zum nach In jene Ewigkeit. Thron der Gnade eilen, Gern und willig mitzutheilen. M. Freu dich sehr o meine Seele. 6. Wo du nun vorhergesehen, mein Daß ein Mensch, erweckt, geThut rührt, Deinem Geist nicht widerjeht einen frohen Blick In den stehen, Noch sein Werk verhinAbgrund deiner Güte; Send' dern wird, Sondern ohne Heuihm einen Blick zurück, Einen chelschein Strebt im GlaubenBlick voll Heiterkeit, Der die fest zu seyn, Diesen hast du aus Finsterniß zerstreut, Die mein erwählet, Und den Deinen zublödes Auge drücket, Wenn es gezählet. nach dem Lichte blicket. 7. Du hast Niemand zum 2. Ich verehre dich, o Liebe, Verderben Ohne Grund in Bann Daß du dich erbarmet hast, Und gethan. Die in ihren Sünden aus reinem, freiem Triebe Den sterben, Die sind selber Schuld allweisen Schluß gefaßt, Der daran. Wer nicht glaubt an in Fluch versenkten Welt Durch deinen Sohn, Der hat Fluch ein theures Lösegeld, Durch des und Tod zum Lohn; Sein mutheignen Sohnes Sterben Gnad' willig Widerstreben Schließt ihn und Freiheit zu erwerben. aus von Heil und Leben. 789.* w'ge Liebe, Gemüthe 3. O ein Rathschluß voll Er- 8. Liebe, dir sey Lob gesunbarmen, Voller Huld und Freund- gen Für den rettenden Entschluß, lichkeit, Der so einer Welt voll Den das Lob der Engelzungen Armen Gnade, Troft und Hülfe Rühmen und bewundern muß, beut! Liebe, die den Sohn nicht Den der Glaub' in Demuth schont, Der in ihrem Schooße ehrt, Die Vernunft erstaunend wohnt, Um die Sünder zu erret- hört, Und umsonst sich unterwinten Aus den schweren Sünden- det, Wie sie dessen Tief' ergründet. fetten. 9. Liebe, laß mich dahin stre4. Doch du haft, o weise Liebe, ben, Meiner Wahl gewiß zu Eine Ordnung auch bestimmt, seyn, Richte selbst mein ganzes Daß sich jeder darin übe, Der Leben So nach deinem Willen am Segen Antheil nimmt. Wer ein, Daß des Glaubens Furcht nur an den Mittler gläubt, Und und Kraft, Die dein Geist in ihm treu ergeben bleibt, Der soll mir geschafft, Mir zum Zeugniß nicht verloren gehen, Sondern dienen möge: Ich sey auf dem heil und Leben sehen. Himmelswege. 10. Laß 508 Vom christlichen Leben und Wandel. 10. Laß mich meinen Namen| setzes Wetter? Ich seh' ins Le schauen In dem Buch des Lebens bensbuch hinein. Da füllt die stehn! Dann werd' ich auch Gnade alle Blätter, Sie ist und ohne Grauen Selbst dem Tod bleibet allgemein. Hier lef ich, entgegen gehn. Keine Kreatur was mir Tröstung giebt: Dich wird mich, Den du liebest ewig- hab' ich je und je geliebt! lich, Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. 4. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden Viel Schulden auf: gezeichnet stehn, Läßt Jesus mid doch Gnade finden, Und mich ins Buch des Lebens sehn. Da M. Wer nur den lieben Gott. 790.* * ch bin im Himmel schau' ich meine Gnadenwahl, angeschrieben, Sch Und steh' in seiner Kinder Zahl bin ein Kind der Seligkeit. Die 5. Auf Jesum will ich fröh: Sünde kann mich nicht betrüben, lich sterben; Ich will des GlauAuch nicht das Leiden dieser bens Hochzeitskleid Nur in des Zeit. Ich weiß, daß ich von Lammes Blute färben; So geh' Unbeginn In Christo auserwähich ein zur Seligkeit, Und zu let bin. dem großen Abendmahl. O 2. Das Lamm hat mich mit freudenvolle Gnadenwahl! ſeinem Blute Gezeichnet in das 6. Kein Teufel foll den Trof Lebensbuch; Dadurch erlang ich mir rauben, Daß ich erwählt alles Gute, Erlösung von dem von Unbeginn, Daß ich aus Tod' und Fluch. Was ists doch, Gnaden durch den Glauben, daß mich schmerzt und quält? Durch Christi Blut, erlöset bin. Ich bin zum Himmel außer- So leb' ich dann, so sterb' ich wählt. drauf; Auf Christum schließ' i 3. Was schreckt mich des Ge- meinen Lauf. Vierte Abtheilung. Christliche Lebens- und Wandelsgesänge M. Es ist das Heil uns kommen. 2. Wem große Kraft verlie 791. Nicht gleiche Kräfte hen ist, Die Wahrheit ſchnell zu haben wir, Wir finden, Und wer im leichten Flug Sterblichen auf Erden; Jedoch mißt, Was andre nie ergründen versagt ist keinem hier, Gut, Der beuge sich, von Demuth weise, froh zu werden. Er, der voll, Vor Gott, und strebe, w sein Bild uns aufgedrückt, Beut er soll, mit vielem viel zu wirken allen Kraft, um unverrückt Zu ihm empor zu streben. 3. Doch blos der Kräfte hobu Schwung Bewahret ihn nicht vor Wahres Christenthum. 509 vor Sünden, Und nur, wer strebt dir zu leben, Uch, mach' in mir, nach Heiligung, Wird bleibend Herr, alles neu! Ach, wirk ic. Bahrheit finden. Sonst sinkt 3. Reiß' du mein Herz los von Stolz geblendet, tief, Wen von der Erden; Was sündlich Gott durch hohe Kraft berief, ist, nimm von mir hin! Laß Der Brüder Licht zu werden. Einen Geist mit dir mich wers 4. Den Starken, wie den den, Und gieb mir meines HeiSchwachen führt Nur Gottes lands Sinn. Ach, wirk 2c. Geift zum Leben, Und Stärke, 4. Uch, führ' mein Herz, führ Einsicht, Schönheit ziert Nur, Leib und Seele, Damit ich Christo wenn zu Gott wir streben. Der folge nach, Daß ich den schmaHimmelsweg bleibt allen schmal; len Weg erwähle, Und Ehre such' Es findet Kämpfe ohne Zahl in Christi Schmach. Uch, wirk u. Der Starke, wie der Schwache. 5. Hilf, daß ich Fleisch und 5. Wer Wahrheit nur in Weltgeschäfte Ertödt und dir Dämmrung fieht, Und wem die verbleibe treu, Daß ich an Christi Kräfte finken, Wenn er voll Kreuz sie hefte, Und mir die Welt Eifer sich bemüht, Aus ihrem gekreuzigt sey. Ach, wirk zc. Quell zu trinken, Gebrauche treu, was ihm verliehn, Bis ihm in voller Schönheit blühn Der höhern Kräfte Freuden. 6. Laß meinen Glauben, Hoff nung, Liebe, Lebendig, fest und thätig seyn, Daß ich bis an mein Sterben übe Das Christenthum 6. Wer wenig hat, wie viel ohn' Heuchelschein. Ach, wirk zc. erlangt Der oft durch Fleiß und 7. So hab' ich schon auf dieTreue, Wenn einst, der jetzt ser Erde Den Himmel und das mit Gaben prangt, BVersinkt in Paradies. Wenn ich mit Gott bittre Neue! Wer wenig Gei- vereinigt werde, Hab' ich, was fteskraft besitzt, Der wage nie, Jesus mir verhieß. Ach, wirk wenn er nicht nützt, Den Schö- in mir zu deinem Ruhm, Mein pfer anzuklagen! Gott, das wahre Christenthum! M. Wer nur den lieben Gott. M. Liebster Jesu, wir sind. 792.* Mein Gott, ach lehre 793.* Glaube, Lieb' und mich Den Selbstbetrug und Heuchel- wahrhafte Schmuck der Christen. Hoffnung find Der schein! O möchten, die sich Chri- Hiermit soll sich Gottes Kind ten nennen, Auch alle Christi Stets bestreben auszurüsten. Wo Glieder seyn! Ach, wirk in mir man Gott will eifrig dienen, zu deinem Ruhm, Mein Gott, Fehle keines je von ihnen! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir ergeben, und abgesagt mir sel ber sey. Laß mich nur streben, 2. Glaube legt den ersten allein Stein 3u des Heils bewährtem Grunde, Sieht auf Jesum ganz allein, Und bekennt mit Herz und 510 Vom christlichen Leben und Wandel. Trübfal stören. und Munde Sich zu seines Gei- M. Durd) Adams Fall ist. ftes Lehren, Läßt fich nie durch 794. Wenn zur Vollfüh rung deiner Pflicht 3. Liebe muß des Glaubens Dich Liebe nicht beseelet; So Frucht Gott und auch dem Näch- rühme dich der Tugend nicht, sten zeigen, Unterwirft sich Christi Weil dann dir alles fehlet. Wenn Bucht, Und giebt ihm sich ganz Vortheil, Wollust, Eigensinn zu eigen, Lässet sich in allem Lei- Und Stolz dir Gutes rathen; den Nicht von ihrem Jesu scheiden. So hast du deinen Lohn dahin, 4. Hoffnung macht der Liebe Thu noch so gute Thaten. Muth, Alle Noth zu überwin- 2. Sey durch die Gaben der den; Sie kann in der Trübsals- Natur Ein Wunder hier auf fluth Ihren Unker feste gründen. Erden; Beglückest du die Men Reichlich wird sie einst versüßen, schen nur, Um selbst geehrt zu Was wir hier erdulden müssen. werden; Erfüllt die Liebe nicht 5. Jesu, du mein Herr und dein Herz; So kannst du alles Gott, Uch, bewahr' in mir den haben, Vor Gort bist du ein Glauben! mache du den Feind tönend Erz, Auch bei den größ zu Spott, Der dies Kleinod ten Gaben. denkt zu rauben. Laß Laß das 3. Bau Häufer auf, und brich schwache Rohr nicht brechen, dein Brod, Die Armen zu vere Und mein glimmend Tocht nicht pflegen, Entreiß die Wittwen schwächen. ihrer Noth, Und sen der Waisen 6. Mache meine Liebe rein, Segen, Gieb alle deine Habe Daß sie nicht im Schein bestehe. hin; Noch hast du nichts gege Flöß mir Kraft des Geistes ein, ben, Wenn Lieb' und Pflicht Daß sie mir von Herzen gehe, nicht deinen Sinn Vor Gott Und ich aus rechtschaffnem Triebe dazu beleben. Dich und auch den Nächsten liebe. 4. Thu Thaten, die der Hel 7. Gründe meine Hoffnung denmuth, Je hat verrichten kön feft! Stärke sie in allen Nöthen, nen, Vergieß fürs Vaterland Daß sie dich nicht fahren läßt, dein Blut, Laß deinen Leib vers Wenn du gleich mich wolltest brennen; Beseelet dich nicht Lieb' tödten. Laß sie nach dem Him- und Pflicht, So rette gange mel schauen, Und auf ew'ge Staaten, Gott achtet deiner ThaSüter bauen. ten nicht, Es waren eitle Thaten. 8. Glaub' und Hoffnung hö 5. Läg' ihm an unsern Wer ren auf, Wenn wir zu dem ken nur; So könnt' er zum Voll Schauen kommen; Doch die bringen Uns leicht durch Fesſeln Liebe dringt hinauf, Wo fie der Natur, Durch seine Allmacht Ursprung hat genommen. Ach, zwingen. Bor ihm, der Alles dort werd' ich erst recht lieben, schafft und giebt, Gilt Weisheit Mich im Lieben ewig üben! Inichts und Stärke; Er sieht das Herz Liebe. Hoffnung. 511 Herz an, obs ihn liebt, Sieht bekenne und bereue, Daß der auf den Zweck der Werke. 3weifel mich befällt. Uch, wie hängt mein Herz an Dingen, Die mich nicht zur Ruhe bringen! Ach, wie leicht vergeß' ich dein, Wenn mein Trost soll - 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes Triebe, Geheiligt durch die Furcht des Herrn, Durch Glauben zu der Liebe; Dies ists, was Gott sichtbar seyn! non 2. Ach, vergieb mir diese Sünde, Nimm die Strafe von mir hin! Schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, 7. Drum täusche dich nicht Den nicht falsche Hoffnung bindet, durch den Schein, Nicht durch Die, wie dürrer Reif, verschwinder Tugend Namen. Sieh nicht det, Die, wie leichter Rauch ents auf deine Werk allein; Sich flieht, Und das Herz zur Erde zieht. auch, woher sie kamen, Prüfdich 3. Laß mich eitle Sorgen vor Gottes Ungesicht, Ob Liebe meiden, Weil du für mich sorgst dich beseelet? Dem fehlt gewiß und wachst, Und im Trauren die Liebe nicht, Wem nicht der wie in Freuden Dich um mich Glaube fehlet. zur Mauer machst. Laß mich, von uns verlangt. Kein Leben wird uns nützen, Das mit den größten Thaten prangt, Wenn wir dies nicht besitzen. 8. Wohnt Liebe gegen Gott Herr, auf dein Wort hoffen, in dir; Sie wird zum Guten Das noch stets ist eingetroffen. stärken. Du wirst die Gegen- Hoffnung, die auf Gott nicht baut, wart von ihr Un Menschenliebe Wird zuletzt beschämt geschaut. merken. Die Liebe, die dich 4. Laß den Anker meiner schmücken soll, Ist gütig, ohne Seelen Unter aller Stürme Wuth Tücke, Sie bläht sich nicht, ist Nur dein Herz zum Grunde wählangmuthvoll, Froh bei des Näch- len, Wo er fest und sicher ruht. sten Glücke. dann wirds kein Zweifel was 9. Sie deckt des Nächsten gen, Mich zum Unmuth zu verFehler zu, Freut nie sich seines schlagen. Unbeweglich werd' ich Falles; Sie suchet nicht blos stehn, Wenn auch Berge unters ihre Ruh, Hofft, glaubt und gehn. duldet alles. Die Liebe thut, 5. Laß mein Herz versichert was Gott gefällt, und ist der werden, Daß dein Wort wahrs Gaben größte. Sie folgt uns haftig sey; O so werd' ich schon nach in jene Welt, Und erndtet auf Erden Vieler Sorg' und Undort das Beste. ruh frei; So werd' ich im Glauben beten, Und erhört zurücke treten; So wächst meine Zuvers sicht, So wankt meine Hoffnung M. Jesu, der du meine Seele. 795.*& w'ge Wahrheit, deren Treue Unsre nicht. Hoffnung stüßt und hält, Ich 6. Bater, meine Hoffnung gründet 512 Vom christlichen Leben und Wandel. gründet Sich auf deines Sohneslich dem folgsam sey, Was dies Tod, Und in diesem Tode findet dein Wort mich heißt. Meine Seele Trost in Noth. 2. Gieb, daß ich von der Durch sein siegreich auferstehen Welt, Mich unbefleckt erhalte, Kann ich neugeboren gehen 3u Und daß in mir der Trieb, Zum den Bürgern jener Welt, Wenn Guten nie erkalte! Hilf, daß ich der Erdenbau zerfällt. immer wach, Im Kampf des 7. Wo mein Haupt sich auf Glaubens treu, Und in der Hoff geschwungen, und auf deinen nung stark Und fest gegründet sey. Thron gesest, Bin auch ich mit 3. Gieb, daß ich als ein Chrift durchgedrungen, Und den Engeln Mich Christo ähnlich zeige, Und gleich geschätzt. Ich besitz' ein achtfam mein Gemüth zu sei ew'ges Leben, Das mir Jesus ner Lehre neige! Sein Geist re felbst gegeben. Ich bin in der giere mich, Und nicht der Geist Hoffnung schon Mit erhöht zu der Welt, So wandt' ich, Herr, seinen Thron. vor dir Den Weg, derdir gefällt. 8. Hier muß ich als Pilger 4. Entzünde du mein Herz wallen, Droben ist mein Vater- Mit deiner wahren Liebe, Und land; Wenn einst wird die Welt gieb, daß ich zugleich Am Nächzerfallen, Find' ich dort den sten Liebe übe! Verleihe mir Ehrenstand. Ich erwarte nur Geduld, Wenn Trübsal bricht die Stunden, Wo ich, von der herein, Und hilf, daß ich im Glück Sünd' entbunden, Meinen Hei- Demüthig möge seyn! land werde sehn, Und verkläret 5. Verleihe, daß ich stets Nach vor ihm stehn. deinem Reiche ringe, Daß deine 9. Unterdessen laß mich hoffen Gnade mir Den reichsten Segen Auch in Trübsal auf dein Licht! bringe! Wer auf das Ewige Beige mir den Himmel offen; Mit heilgem Ernst giebt Ucht, So schreckt Tod und Grab mich Der wird von selbst mit dem, nicht. Laß mich, Herr, voll Was zeitlich ist, bedacht. Trost und Freuden, Aus dem 6. Nie müsse sich mein Herz Thal der Thränen scheiden, Und, Der Fleischeslust ergeben, Auch was ich gehoffet hier, Dort mich nie dem schnöden Geiz; Mein schauen, Sperr, bei dir! dir geweihtes Leben Sey von Betrug und Neid, Von Unbarmherzigkeit, Von ungerechtem Gut, M. O Gott, du frommer Gott. 796.* Herr, allerhöchsterGott, Und stolzem Sinn befreit! Du Herr von mei7. Will, Herr, mich deine nem Leben, Der du dein heilsam Hand Auf rauhe Wege leiten, Wort Zur Richtschnur mir ge- So unterstüße mich, Wenn meine geben, Regiere doch mein Herz Tritte gleiten. Laß mich in aller Durch deinen guten Geist, Daß Noth Auf deine Hülfe baun, Und auch, Ernst im Christenth. Beständigk. im Christenth. 513 auch, wenn sie verzeucht, Dir kein Vergnügen sucht, Das dir, doch getrost vertraun. Gott, nicht gefällt! 8. Bulegt erlöse mich Von 2. Wie selig, wenn sein Geist, allem Kreuz und Leiden, Und Durch den er wirkt und lebet, wenn ich soll einmal Bon dieser Durch den er denkt und wählt, Welt abscheiden; So stehe du Sich oft zu dir erhebet, Wenn mir bei Mit deiner Gnadenhand, er die Freude kennt, Sich deiUnd führe mich hinauf Ins ner Huld zu freun, Die Freude, rechte Vaterland! immer sich Der Tugend nur zu weihn! - M. Wer nur den lieben Gott. 3. Wie felig, wenn er selbst Der Erde kleinre Freuden Mit 797.* Halt an, mein Herz Maaß und Weisheit wählt! Ihr in Glauben! Beständigkeit ist Kronen werth. Wer sich den Anker läs set rauben, Der wird im Sturme leicht gefährd't. Wer aber lebt, Fühlt endlich Ueberdruß. arbeitsvoller Müh' Ist schuldlos Uebermaaß wird Leiden. Nach ihr Genuß; Wer nur der Freude fest an Jefu hält, Der steht, daß auch meine Seele, Wenn 4. O gieb, Allgütiger, Gieb, wenn Erd' und Himmel fällt. sie nach Freude strebt, Nie jene 2. Halt ein mit deinen Jam- Freuden wähle, Die endlich doch merklagen! Der Himmel liebet gereun. Es schlage meine Brust, die Geduld. Wenn wir die Last Durch Laster nie entweiht, Nur gelassen tragen, Gewinnen wir für die reine Lust! des Schöpfers Huld. Wie würde der von ihm geschätzt, Der ihm sich murrend widersetzt? Sen niemals ganz verloren! 5. Der Tag der Fröhlichkeit Ich war zum Dienst der Welt, 3. Halt aus! das Kreuz währt nicht blos zur Lust geboren. boch nicht immer; Die Hoff- Erholung sey er mir! Es stärke nung sieget ganz gewiß. Auf sich mein Muth Mit neuer Kraft Sturm folgt wieder Sonnen- zur Pflicht, So oft ich ausgeruht! himmer, Der Kreuzweg führt 6. Nie laß durch meine Lust ins Paradies. Zur Wonne führt Den ärniern Bruder leiden! Der das Leiden aus; Drum Herz, Tag, der mich beglückt, Sey ihm halt an, halt ein, halt aus! auch Tag der Freuden! Heil mir, wenn nie ein Tag Der Freude mich gereut! Dann opfr' ich freudig Dank, Dir, der ſo glückt, Gern Freu- gern erfreut. den uns bereitet, Wie selig, wer, von dir Un Baterhand geleitet, Nur dann sich glücklich fühlt, M. Nun danket alle Gott. 798. Du, der so gern be M. Befiehl du deine Wege. Benn er zu dir sich hält, und99,* chatz über alle Schä ze, O Jesu, wenn KE ich 514 Vom christlichen Leben und Wandel. ich mich, Un deiner Lieb' ergötze, Im Tode sey mit mir, Und O wie beglückt bin ich! Wie komm, o meine Freude, Komm, selig! alle Leiden Der kurzen Pil- führe mich zu dir! Wenn mich gerzeit Verschwinden vor den kein Leid mehr rühren, Kein Tod Freuden Der nahen Ewigkeit. mehr tödten kann; Wie werd' 2. Komm, wohn' in meinem ich triumphiren! Wie selig bin Herzen; Verbinde dich mit mir; ich dann! Denn mit wie großen Schmer zen Erkauftest du es dir! Dir M. Nun sich der Tag geendet. muß es angehören Mit allem, 800.* Mein Gott, das Herze bring ich dir Zur ren, Der du sein Retter bist! Gabe, zum Geschenk. Du for 3. Wer kann mein Herz be- derst dieses ja von mir; Deß glücken, Als deine Huld allein? bin ich eingedenk. was es ist, Dich über alles eh-| Wer selbst im Tod erquicken? 2. Gieb mir, mein Sohn, Wer da mein Tröster seyn? Dir dein Herz, sprichst du; Dann will ich mich ergeben; Bei dir bist du mir recht werth. Du ist Sicherheit Vor jeder Noth, findest anders keine Ruh, Kein ist Leben, Ist Trost und Seligkeit. Trost wird dir gewährt. 4. Du bist die Lebensquelle, 3. Nun du, mein Vater, nimm Des Müden süße Ruh; Machst es an, Mein Herz, verschmäh es mir das Dunkel helle, Sprichst nicht! Ich gebe dirs, so gut ich Muth und Trost mir zu, Auch kann; Gieb du ihm Kraft und in den größten Leiden; Drum Licht! soll mich keine Pein Von deiner 4. 3war ists bisher voll Sün Liebe scheiden; Ich bin und bleibe denwust Und voller Eitelkeit, dein. Des Guten sich gar nicht bewußt, 5. Mein Herz bleibt dir erge- Fern von der Frömmigkeit. ben, Dir, Jesu, für und für, 5. Doch aber fühlt es dies Im Sterben und im Leben! mit Reu, Erkennt der Erde Land, Viel lieber will ich hier Angst, Und hegt nunmehr vor allem Noth und Drangsal leiden, Als, Scheu, Woran es Lust empfand. Schönster, ohne dich Genießen 6. Es fällt und liegt dir hier alle Freuden, Als je verlassen dich. zu Fuß, Und schreit nach Trost 6. Herrlichkeit der Erde, und Nuh'; Hilf mir, o Bater, Bergebens lockst du mich. Wenn daß ich Buß, Rechtschaffne Buße ich nur selig werde, Wie gern thu'! entbehr' ich dich! Wo Jesus Hüt 7. 3ermalm mir meine Hår ten bauet, Da, da ists gut zu tigkeit, Erweiche meinen Sinn, seyn. Wenn ihn mein Uug' Und wecke in mir Reu und Leid; einst schauet, Wie werd' ich dann sieh mich, Herr, zu dir hin! mich freun! 8. 3ich mich zu dir, pert 7. Sey dann in jedem Leide, Jefu Chrift, Und gieb mir Kraft und Ergebung an Gott. Frommes Herz. 515 und Muth; Ich weiß, daß du zen recht Aufrichtig, ohne Trug; gekreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. Mich leit' als deinen treuen Knecht Stets des Gewissens Zug! - 9. Stärk meine schwache Glau- 18. Hilf, daß ich sen von Herbenshand, 3u trauen auf dein zen klein, Fest an der Demuth Blut, Als der Vergebung Unter- halt', Und von der Lust zum pfand; Nimm mich in deine Hut. Eitlen rein, Bom Fall aufstehe 10. Schenk mir nach deiner bald. großen Huld Gerechtigkeit und 19. Hilf, daß ich sey von HerHeil, Und nimm von mir der zen fromm, Ohn' alle Heuchelei, Sünden Schuld; Dann hab' ich Damit mein ganzes Christenan dir Theil. thum Dir wohlgefällig sey. 11. In dich wollst du mich fleiden ein; Dein' Unschuld zieh mir an, Daß ich, von allen Sünden rein, Vor Gott bestehen kann. 20. Nimm, o mein Gott, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit! Ja, laß es deine Wohnung seyn In jener Ewigkeit! 21. Dir geb ichs ganz zu ei12. Gott, heil'ger Geist, nimm gen hin; Gebrauchs, wie dirs du auch mich In die Gemein- gefällt. Heil mir, daß ich der schaft ein; Ergieß um Jesu wil- Deine bin, Der Deine, nicht len dich Tief in mein Herz der Welt! hinein! 22. Drum soll sie nun und 13. Dein göttlich Licht gieß nimmermehr Dies richten aus in mich aus, 3um Guten gieb bei mir, Sie lock' und droh' auch mir Trieb, Tilg allen Haß und noch so sehr, Daß ich sollt' dieFalschheit aus; Nur Tugend nen ihr. sey mir lieb! 23. In Ewigkeit geschieht dies 14. Hilf, daß ich sey von Her nicht, Daß ihr mein Herz verz zen treu Im Glauben meinem traut. Du, Herr, bist meine ZuGott, Daß ich im Guten stand- versicht; Wohl dem, der auf dich haft sen, Nicht achte Hohn und baut! Spott. 24. Weg, Welt! weg, Sünd'! 15. Hilf, daß ich sey von Her- dir geb ich nicht mein Herz; nur, en fest Durch Hoffnung und Jesu, dir Sey es zur Gabe zuGeduld, Daß, wenn auch Alles gericht't! Behalt' es für und für. mich verläßt, Mich tröste deine Huld. M. O Gott, du frommer Gott. mes Herz, Du 16. Hilf, daß ich sey von Her: 801.* Gieb mir ein from: zen rein, Im Lieben innig heiß; Daß mein Thun nicht sey Au- Geber aller Gaben! Das soll genschein, Sen selbst der Feind mein Reichthum seyn, Den ich Beweis! begehr' zu haben; Das soll seyn 17. Hilf, daß ich sey von Her- meine Zier, Mein Ruhm und KE 2 meine 516 Vom christlichen Leben und Wandel. meine Pracht; Denn fromm seyn Herz, Daß ich nicht von dir wird bei Gott Und Menschen weiche, Und daß ich nie der Welt In ihren Sünden gleiche. hochgeacht't. 2. Gieb mir ein frommes Herz Ich will von ihrem Thun Mich In allem meinem Denken! Wenn gänzlich sondern ab, und in der sich mein eitler Sinn Will hin Frömmigkeit Beharren bis ins zum Bösen lenken; So schrecke Grab. mich doch ab Von der Gottlosen 8. Gieb mir ein frommes Steg, Und führe mich, o Gott, Herz! So wird es wohl mir Den rechten Himmelsweg. gehen; Du wirst mein Beistand 3. Gieb mir ein frommes seyn, Wenn Trübsalsstürme weHerz! Wenn man mich will hen. Den Frommen hast du verführen; Uch, so laß deinen Gnad' Und Hülfe zugesagt, Wenn Geist Mein Herz so kräftig rüh- der verdiente Lohn Der Bösen ren, Daß ich mag nimmermehr, Rotte plagt. Auf böf Erempel sehn, Vielmehr, 9. Gieb mir ein frommes o Jesu, dir, Wie du vorgehst, Herz! So kann ich selig sterben, nachgehn. Und als ein Gotteskind Das 4. Gieb mir ein frommes Himmelreich ererben. Im HimHerz, Wenn ich das Böse höre, mel wird ja einst Die Frömmig Daß die Gewohnheit nicht mich keit gekrönt, Die hier auf Erden auch zuletzt bethöre. Schließ meine Ohren zu, Gieb deinem nur Von Frevlern wird verhöhnt. 10. Gieb mir ein frommes Worte Kraft, Das sagt, du forderst auch Von Worten Re- Herz! Wenn du mir das wirst geben; So will ich dankbar seyn chenschaft. 5. Gieb mir ein frommes In meinem ganzen Leben; So Herz, Wenn ich die Welt be wird mein Herz und Sinn Sich trachte, Daß ich die Eitelkeit lenken himmelwärts. Drum bitt' Und Sündenlust verachte. Einst ich noch einmal: Gieb mir ein muß die schnöde Welt Mit ihrer frommes Herz. Lust vergehn, Den Frommen M. Gott des Himmels und. aber bleibt Der Himmel ewig stehn. zum Bilde Deiner 6. Gieb mir ein frommes 802.* iebe, die du mich Herz, Daß ich fromm sey und Gottheit haft gemacht, Liebe, die bleibe, Und nur, was dir gefällt, du mir so milde Gnade nach In meinem Leben treibe. Heut dem Fall gebracht; Liebe, dir fromm seyn, morgen bös, Und ergeb' ich mich, Dein zu bleiben so in Wankelmuth Bald Gut's, ewiglich! bald Böses thun, Stürzt in die Höllenglut. 2. Liebe, du hast mich erfo ren, Eh ich noch erschaffen war; 7. Gieb mir ein frommes Liebe, du wardst Mensch gebo ren, Wohlgefallen an Gott. 517 ren, und mir ähnlich ganz und mir genügen Un seiner Huld, gar. Liebe, dir zc. Und hab' Geduld. Er wird mein 3. Liebe, die du für mich lit- Unglück wenden; Es steht in test, Für mich starbest in der Zeit, seinen Händen. Die du willig mir erstrittest 3. Was Gott thut, das ist Ewge Lust und Seligkeit. Liebe, wohlgethan! Er wird mich wohl dir zc. bedenken. Er, als ein Arzt, der 4. Liebe, du giebst Kraft und helfen kann, Wird nicht mit Gift Leben; Licht und Wahrheit ist mich tränken. Gott ist getreu; dein Wort! Du hast mir dich Er steht mir bei; Drum will felbst gegeben, Bist mein Heil auf ihn ich bauen, Und seiner und Seelenhort. Liebe, dir zc. Güte trauen. 5. Liebe, die mir hat gebun- 4. Was Gott thut, das ist den Un ihr sanftes Joch den wohlgethan! Er ist mein Licht, Sinn, Mich mit Großmuth über mein Leben, Der mir nichts Bőwunden, Und mein Herz hat ses gönnen kann; Ich will mich ganz dahin: Liebe, dir ic. ihm ergeben, In Freud' und 6. Liebe, die mich ewig liebet, Leid; Es kommt die Zeit, Da Blut'ge Kämpfe für mich stritt, öffentlich erscheinet, Wie treulich Alles, mich zu lösen, giebet, Und er es meinet. mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir 2c. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch 7. Liebe, die mich wird er gleich schmecken, Der bitter ist wecken aus dem Grab der nach meinem Wahn, Laß ich mich Sterblichkeit, Und mein Haupt doch nicht schrecken, Weil doch bort wird bedecken mit dem zuletzt Ich werd' ergött Mit süKranz der Herrlichkeit: Liebe, ßem Trost im Herzen; Dann bir ergeb' ich mich, Dein zu blei- weichen alle Schmerzen. ben ewiglich! 6. Was Gott thut, daß ist wohlgethan! Dabei will ich verIn eigener Melodie. bleiben, Es mag mich auf die 803.* Was as Gott thut, das rauhe Bahn Noth, Tod und ist wohlgethan! Elend treiben! So wird Gott Es bleibt gerecht sein Wille. mich Ganz väterlich In seinen Wie er fängt meine Sachen an, Urmen halten; Drum laß ich Will ich ihm halten stille. Er ihn nur walten. ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; M. Wachet auf, ruft uns die. Drum laß ich ihn nur walten. 804* Heil'ger Jeſu, Heiz 2. Was das ist ligungsquelle, Rein wohlgethan! Sein Wort kann wie Krystall, und glänzendhelle, nimmer trügen Er führet mich Du lauter Strom der Heiligauf rechter Bahn; Drum laß ich keit! Uller Glanz der Cherubinen, 518 Vom chriftlichen Leben und Wandel. nen, Die Heiligkeit der Sera- geduldig, Vergabst und ließst phinen, Ist gegen dich nur Dun- nicht Rachgier aus. Wer kann kelheit. Ein Vorbild bist du mir; deine Sanftmuth messen? Dich Ach, bilde mich nach dir, Du hat kein Eifer sonst besessen, Als mein Alles! O Jesu, du, Hilf der um deines Vaters Haus. mir dazu, Daß ich auch heilig Mein Heiland, ach, verleih Mir sey, wie du. Sanftmuth und dabei Guten 2. Stiller Jefu, wie dein Wille Eifer! Jesu, du, Hilf mir Beim Willen deines Vaters stille dazu, Daß ich sanftmüthig sey, Und bis zum Tod gehorsam war: wie du. Also mach mir gleichermaaßen 6. Großer Jesu, Ehrenkönig, Das Herz, den Willen stets ge: Du suchtest deine Ehre wenig, lassen, und still vor dir, selbst in Gefahr. Mach mich dir gleich und wurdest niedrig und gering, Strebtest nicht nach Glanz der gefinnt, Wie ein gehorsam Kind, Erden; In Demuth und in Sanft und stille! Jesu, du Knechtsgeberden Erhobst du dich O Hilf mir dazu, Daß ich so stille in keinem Ding'- Herr, folche sey, wie du. 3. Treuer Jefu, ohne Schlum- Demuth lehr Mich auch je mehr mer, In großer Arbeit, Müh und mehr Standhaft üben. O und Kummer Bist du gewesen Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß Tag und Nacht, Mustest täglich ich demüthig sey, wie du! viel ausstehen, Und lagst des 7. Keuscher Jesu, all' dein Nachts vor Gott mit Flehen, Wesen, War züchtig, rein und Und haft gebetet und gewacht. außerlesen, Boll tugendreicher Gieb mir auch Wachsamkeit, Daß Sittsamkeit. Denken, Reden, ich, dir gleich, allzeit Wach' und Glieder, Sinnen, Geberden, Kleibete. Jesu, du, Hilf mir dung und Beginnen War voll von dazu, Daß ich stets wachsam lauter Züchtigkeit. O mein Im sen, wie du? manuel, Mach mich nach Leib 4. Guter Jesu, ach, wie gnä- und Seel' Keusch und züchtig. dig, Wie liebreich, freundlich und Jesu, du, Hilf mir dazu, gutthätig Bist du doch gegen Auch keusch und rein zu seyn, Freund und Feind! Deine Sonne wie du! scheinet allen; Dein Regen muß 8. Mäß'ger Jesu, deine Weise auf alle fallen, So groß der Im Trank und im Genuß der Undank auch erscheint. Mein Speise Lehrt uns die rechte Ma Gott, ach, lehre mich, Damit ßigkeit. Durst und Hunger dir auch hierin ich Dir nacharte. Dzu stillen, Vollbrachtest du des Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß Baters Willen, Und warst, sein ich auch gütig sei, wie du.. Werk zu thun, bereit. Hert, 5. Sanfter Jesu, ganz un hilf mir meinen Leib Bezähmen, schuldig Erlittest du die Schmach daß ich bleib Immer mäßig. Jefu, Nachfolge Jesu. Einzig Nothwendige. 519 Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß und scheiden. Ich bin der Seeich stets nüchtern sey, wie du! len Fels und Hort, Führ' euch 9. Liebster Jesu, liebstes Le- den Weg zum Himmel dort. ben, mache meine Bahn recht 5. Fällts euch zu schwer, ich eben, Mich deinem heil'gen Vor- geh voran, Und steh euch stets bild gleich, Gieb, daß mich dein zur Seite; Ich kämpfe selbst Geist durchdringe, Und ich viel und mache Bahn, Bin alles in Glaubensfrüchte bringe, Und tüch- dem Streite. Nur schlechte Streitig werd' zu deinem Reich. Ach, ter bleiben stehn, Wenn ihre zeuch mich ganz zu dir, Behalt Feldherrn vorangehn. mich für und für, Treuer Hei- 6. Wer hier sein Glück zu land! Hilf mir dazu, Daß ich, finden meint, Wird's ohne mich wie du, Und wo du bist, einst verlieren; Wer's bei mir zu verfinde Ruh. lieren scheint, Den werd' ich herrlich führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt, so mich ehrt, Und 805.* Mir nach! spricht mir nicht folgt, ist mein nicht Christus, unser werth. In eigener Melodie. - Held, Mir nach, ihr Christen 7. So laßt uns denn dem alle! Verleugnet euch, verlaßt treuen Herrn Mit festem Sinn die Welt, Folgt eures Hirten nachgehen, Und wohlgemuth, geSchalle! Nehmt willig Kreuz trost und gern Bei ihm im Leiund Ungemach Auf euch, folgt den stehen! Denn wer nicht. meinem Wandel nach! kämpft, trägt auch die Kron' 2. Ich bin der Weg, euch Des ew'gen Lebens nicht davon. leuchtet hier Mein heil'ges Tugendleben. Wer zu mir kommt, In eigener Melodie. und folget mir, Soll nicht im 806.* ins ist noth! Ach, Ich der Herr, dies eine Weg, ich weise wohl, Wie man Lehre mich erkennen doch! Alles wahrhaftig wandeln soll. andre, wie's auch scheine, Ist ja 3. Mein Herz voll Gotterge- nur ein schweres Joch, Darunter benheit Ist auch voll Menschen das Herz sich nur ängstet und liebe, Voll Demuth, Sanftmuth, plaget, Und dennoch kein wahFreundlichkeit, 3u euch voll rei- res Vergnügen erjaget. Erlang' ner Triebe; Mein Geist und ich dies eine, das alles ersetzt, Herz, und Kraft und Sinn So werd' ich mit Einem in Sind Gott gehorsam, schaun Allem ergötzt. auf ihn. 2. Seele, willst du dieses fin4. Ich zeig' euch das, was den, Such's bei keiner Kreatur! ſchädlich ist, 3u hassen und zu Laß nichts Irdisches dich binden! meiden, Wie man das Herz von Schwing dich über die Natur, Trug und List Soll reinigen Wo Gott und die Menschheit in Einem 520 Vom christlichen Leben und Wandel. Einem vereinet, Wo alle voll- gestorben. Da hab' ich die Klei kommene Fülle erscheinet! Da, der des Heiles erlangt, Worin da ist das beste, nothwendigste nun mein' Glaube in Ewigkeit Theil, Mein Ein und mein prangt. Alles, mein seligstes Heil. 7. Nun, so gieb, daß meine 3. Auch Maria war beflissen, Seele Auch nach deinem Bild Hinzuschaun ins Paradies, Da erwacht! Du bist ja, den ich sie sich zu Jesu Füßen Voller erwähle, Mir zur Heiligung ge Undacht niederließ. Ihr Herz macht. Was dienet zum gött war entzündet, ihn einzig zu lichen Wandel und Leben, It hören, Als Jesus, ihr Heiland, in dir, mein Heiland, mir alles fie wollte belehren; Ihr Alles gegeben. Entreiße mich aller war gänzlich in Jesum versenkt; vergänglichen Lust; Dein Leben Es wurde ihr Alles in Einem sey, Jesu, mir einzig bewußt! geschenkt. 8. Ja, was soll ich mehr ver 4. Eben so ist mein Verían- langen? Mich umströmt die gen, Liebster Jesu, nur nach dir! Gnadenfluth. Du bist einmal Laß mich treulich an dir han- eingegangen In das Heilge gen, Schenke dich zu eigen mir! durch dein Blut. Da hast du Ob viele sich wenden, zum grö- die ew'ge Erlösung gefunden, Besten Haufen, So will ich dir Daß nunmehr, der Herrschaft dennoch in Liebe nachlaufen; des Satans entbunden, Dein Denn dein Wort, o Jesu, ist Eingang die völlige Freiheit mit Leben und Geist; Was ists wohl, bringt, Daß kindlich mein Geist das man nicht in Jesu geneußt? auch das Abba nun singt. 5. Aller Weisheit höchste Fülle, 9. Volle Gnüge, Fried' und Herr, in dir verborgen liegt. Freude Ists, was meine Seel Gib nur, daß sich auch mein ergötzt Weil auf eine frische Wille Ganz in deinen Willen Weide Mein Hirt, Jesus, mid fügt. So werd' ich von Demuth gesetzt. Nichts Süßers kann also und Einfalt regieret, Und glück- mein Herz mir nun laben, 2013 lich zur himmlischen Weisheit wenn ich nur, Jesu, dich immer geführet. Uch, wenn ich nur soll haben. Nichts, nichts ist Sesum recht kenne und weiß, was also mich innig erquidt, So hab' ich der Weisheit voll- Als wenn dich, o Jesu, mein kommenen Preis. Glaube erblickt. 6. Nichts kann ich vor Gott 10. Drum, o Jefu, du alleine ja bringen, Als nur dich, mein Sollst mein Ein und Alles seyn. höchstes Gut! Jesu, es muß mir Prüf, erfahre, wie ich's meine. gelingen, Rein zu werden durch Tilge allen Heuchelschein! Sich dein Blut. Die höchste Gerech- ob ich auch irr' auf betrüglichem tigkeit ist mir erworben, Da du Stege, Und leite mich, Höchfter bist am Stamme des Kreuzes die himmlischen Wege! Gieb, daß Selbstliebe. daß ich nichts achte, kein Leiden, kein Tod, Nur Jesum gewinne. Dies eine ist noth! - Freundschaft. 521 mir gebührte, In der Welt geehret seyn; so wär' ich dir verhaßt, Und dem Nächsten eine nur ehre, Weil ich dir, Gott, Last. Hilf dann, daß ich mich M. Freu dich sehr, o meine Seele. 807. Gott, daß man sich zugehöre. selber liebe, Kann dir nicht zuwider seyn; Denn 6. Nicht, wer Geiz und Wollust heget, Liebt sich selber ohne du pflanztest diese Triebe Von Schuld, Sondern wer VerlanNatur den Menschen ein. Jeder gen träget Nach des guten Gotlenket Herz und Sinn Zu dem tes Huld. Welt und Wollust eignen Wohlseyn hin; Keinen macht nicht satt; Wer nicht wird die Erde fassen, Der sein Gottes Gnade hat, Und nicht eignes Fleisch kann haffen. Sesum liebt von Herzen, Wird 2. Uch, daß dies den Nugen sein eignes Heil verscherzen. brächte, Daß man seine Selig- 7. Mache denn, mein Gott, keit und sein wahres Wohl be- in Gnaden Meine Eigenliebe dächte Hier in dieser Gnaden- rein; Laß mich nicht zu meizeit! Wer sich dir, o Gott, er- nem Schaden In mich selbst giebt, Nur die ew'gen Güter verliebet seyn. Sen du selber liebt, Und erkennt der Seelen meine Lust, Und gewöhn' auch Adel, Der nur liebt sich ohne meine Brust, Nach des Nächsten Tadel. Wohl zu trachten, Und ihn als 3. Aber, leider! nach dem mich selbst zu achten. Falle, Der von Adam auf uns 8. Nun, es bleibet fest ge erbt, Sind wir arme Menschen stellet, Darauf soll mein Herz alle Auch in diesem Stück ver- beruh'n, Erst, was dir, o Gott, berbt. Unser Herz will meist al- gefället, Eifrig und mit Fleiß zu lein Selbst sein eigner Abgott thun; Auf den Nächsten will ich seyn, Und sich über alles ehren, denn, So wie auf mich selber Nicht zuerst zu dir sich kehren. sehn; Diese Liebe will ich üben, 4. Höchster, diesen schnöden Dich, mich und den Nächsten lieben. Göhen Will mein Herz auch mit Gewalt Ueber dich und alM. Vom Himmel hoch. les ſetzen, Dämpfe doch dies 808. Gott, welch ein Segen Uebel bald. Hilf mir kämpfen wider mich; Ich verlasse mich deine Hand mit mir vereint, Der ist ein Freund, Den auf dich, Wenn mit meinen zärtlich mich und herzlich liebt, eignen Stricken Mich der Sa- Sich mit mir freut, mit mir betan will berücken. trübt. 5. Statt der schnöden Ehr- 2. Der fromm, in heil'ger begierde Flöß mir Herzensde- Furcht von dir, Das Böse meimuth ein. Wollt ich mehr als det, und mit mir Der Weisheit und 522 Vom christlichen Leben und Wandel. und der Tugend lebt, Mit mir und Segen gibt, Der ihn von nach einem Biele strebt. ganzem Herzen liebt. 3. Wir theilen brüderlich dein 4. Mit Muth trag ich des LeLicht, Wir helfen uns bei jeder bens Leiden, Verfolgung, Läst': Pflicht, Wir bitten dich vereint rung, Schmach und Hohn; Denn um Kraft, Gleich fromm zu seyn, des Gewissens inn're Freuden gleich tugendhaft. Sind süßer als der Menschen 4. Wir theilen alles, Lust und Lohn. Und was kann höhern Leid, In inniger Vertraulich- Trost verleihn, Als ohne Schuld keit, Und Jedes Zärtlichkeit ver- im Leiden seyn? füßt Dem Undern, was ihm schmerzlich ist. 5. Jch eile mit gesetztem Schritte Des Lebens letzter Stunde zu, 5. Und trennst du, Gott, von Und sinket dann des Leibes Hüt mir den Freund; Die Herzen te; So geh ich ein zur wahren bleiben doch vereint Durch Liebe, Ruh, Und meine frohe Seele durch Gebet und Rath, Und, wo schwebt Zu Gott hinauf, dem wir können, durch die That. fie gelebt. 6. Vollenden wir einst unsern 6. D Seele, darum sen beflisLauf; So nimmt uns dann dein sen, Daß deine Tugend rein und Himmel auf, Wo namenlose Se- j treu, Und daß ein freudiges Geligkeit Uns ewig ungetrennt er wissen Die Quelle deiner Hofffreut. nung sey; Und du, mein Gott, regiere mich! Denn was vermag ich ohne dich? M. Wer nur den lieben Gott. 809. Wenn ich ein gut Ge wissen habe; So hab M. O du Liebe meiner Seele. ich große Seligkeit. Es ist des 810.* Durchbrecher aller Himmels beste Gabe, Das höchS ste Glück in dieser Zeit. In Freud' mer bei uns bist, Bei dem Schaund Leiden gibt es hier Die de, Spott und Schande Segen wahre Seelenruhe mir. für den Himmel ist; Fahre fort 2. Ich bebe nicht, wenn Sün- in dem Gerichte Wider unsern der beben, Daß Gott gerecht und Adamssinn. Nur vor deinem heilig ist, Mein Herz gibt Zeug- Angesichte Müssen unsre Feinde niß meinem Leben, Daß ich ge- fliehn. wandelt als ein Christ, Des gött- 2. Ifts doch deines Vaters lichen Berufes werth, Der mich Wille, Daß du endest dieses zum Himmel wandeln lehrt. Werk; Hierzu wohnt in dir die 3. Getroft wag ich vor Gott Fülle Aller Weisheit, Lieb' und zu treten, Und ihn, voll Glau- Stärk, Daß du nichts von dem bensfreudigkeit, Als meinen Ba- verlierest, Was er dir geschenket ter anzubeten, Der, was ich brau- hat, Und uns aus dem Elend che, mir verleiht, Und jedem Heillführest Zu der süßen Ruhestatt. 3. 26ch, Sieg des Geistes. 523 3. Ach, so hilf uns denn voll- siege! König, stehe du uns bei! enden! Willst und kannst ja an- Führe deines Reiches Kriege, ders nicht. Wir, wir sind in dei- Mach' ein End' der Sklaverei! nen Händen, Du bist unser Trost Hilf von Sünden unsern Seeund Licht; Ob wir gleich von len Durch des neuen Bundes jenen Leuten, Die dich schmähen, Blut, Daß sie uns nicht länger sind verlacht, Und das Kreuz quälen; Hilf, und gib uns Kraft von allen Seiten Bei der Welt und Muth! verächtlich macht. 9. Lange hielt uns schon ge4. Schau herab auf unsre Ket- fangen Sündliche Gefälligkeit; ten, Da wir mit der Kreatur Jesu, laß an dir uns hangen, Seufzen, ringen, schreien, beten: Frei vom Dienst der Eitelkeit! Ach erlöse die Natur Von dem Unfre Last treibt uns zu rufen, Dienst der Eitelkeiten, Der uns Alle flehen wir dich an: Zeige jeht so hart noch drückt, Daß uns die ersten Stufen Der ge= doch unser Geist in Zeiten Sich brochnen Freiheitsbahn. auf etwas Beffers schickt! 10. Theuer sind wir ja er 5. Ach, erheb die matten Kräfte, worben, nicht der Menschen Hilf uns, Herr, und reiß uns Knecht' zu seyn; Drum, so wahr los, Siegen über Weltgeschäfte, du bist gestorben, Wirst du uns Stark zu seyn durch dich und auch machen rein, Frei von Süngroß! Weg mit Menschenfurcht den und vollkommen, Aehnlich und Zagen! Weiche nur, Bedenk- deinem hohen Bild. Der hat lichkeit! Weg mit Scheu vor Gnad' um Gnad' genommen, Schmach und Plagen, Weg des Wer von dir wird ganz erfüllt. Fleisches Zärtlichkeit! 11. Jesu, laß mit dir uns ster6. Herr, der Sünden Macht ben! Laß mit dir gekreuzigt seyn, zerstöre, Mach mich von den Was dein Reich nicht fann erRetten frei! Sündentilger, ach, erben; Führ' ins Paradies uns gewähre, Daß ich dein nun ewig ein. Du, Erretter, wirst nicht sey! Heb mich aus dem Staub säumen; Laß uns nur nicht läsder Sünden, Wirf die Schlan- sig seyn! Hilf erwachen uns von genbrut hinaus! Laß mich wahre Träumen, Wenn die Freiheit Freiheit finden, Führ' mich in bricht herein. des Vaters Haus. 7. Ich verlange keine Ruhe, In eigener Melodie. Nicht fürs Fleisch Bequemlich- 811.* Mache dich, mein feit; Was du nöthig findest, thue, bereit! Um nur zu der Ewigkeit Meine Wache, fleh und bete, Daß dein Seele zu bereiten, Daß sie dir ge- Herz zur bösen Zeit nicht von fällig fey, Und an deinen Herrlich Gott abtrete: Denn schon ist keiten Einst dort ewig sich erfreu'. Mancher Christ In Versuchungs8. Herrscher, herrsche! Sieger, stunden Plötzlich überwunden. 2. Aber 524 Vom christlichen Leben und Wandel. 2. Uber wache erst recht auf 9. Doch getrost! es wird uns Von dem Sündenschlafe; Denn schon Alles glücklich gehen, Wenn es folget einst darauf Eine lange wir ihn durch seinen Sohn Sm Strafe. Sieh der Tod, Der dir Gebet anflehen. Er verheißt Sei droht, kann dich leicht in Sün: nen Geist, Mit ihm Kraft und den Unvermuthet finden. Leben Bittenden zu geben. 3. Wache auf, sonst kann dich 10. Nun, so laß uns immer nicht Unser Herr erleuchten. Wa- dar Wachen, flehen, beten, Und, chend waren, die ihr Licht Vor vermehrt sich die Gefahr, Inni den Menschen zeigten; Und Gott ger noch beten! Nach dem Streit will Für die Füll' Seiner Gna- Kommt die Zeit, Da uns Gott dengaben Offne Augen haben. vom Bösen Ewig wird erlösen. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlafe finde: M. Wachet auf, ruft uns. Denn bekämpfen muß der Christ 812.* Rüftet euch ihr ChriJeden Reiz zur Sünde, Und Gott Fein giebt, Die er liebt, Oft in bittre de suchen euch zur Beute, Ja, Strafen, Wenn sie sicher schlafen. Satan selbst hat eu'r begehrt. 5. Wache, daß dich nicht die Waffnet euch mit Gottes Worte, Welt Durch Gewalt bezwinge, Und kämpft getrost an jedem Oder, wenn sie sich verstellt, Li- Orte, Damit ihr bleibet unver: ftig an sich bringe. Wach und sehrt. Ist euch der Feind zu fieh, Daß doch nie Dich ihr Lo- schnell, Hier ist Immanuel, Je den rühre, Und sie dich verführe. sus Christus! Der Starke fällt 6. Wach und achte stets auf Durch diesen Held; Mit ihm dich! Trau nicht deinem Herzen: behalten wir das Feld. Ach, sonst wirst du sicherlich Got: 2. Reinigt euch von euren Li tes Huld verscherzen. Denn es sten! Besieget sie, die ihr seyd ist Voller List, kann sich selbst Christen! Steht muthig in des leicht heucheln, Fest zu seyn sich Herren Kraft; Stärket euch in schmeicheln. Jesu Namen, Daß ihr nicht stran 7. Bete aber auch dabei! Bete chelt wie die Lahmen; Auf, zeigt bei dem Wachen: Denn der Herr was Glaube kann und schafft! nur kann dich frei, Frei von al- Wer hier ermüden will, Det lem machen, Was dich drückt, schaue auf das Ziel; Da ist Freu Und bestrickt, Deß du schläfrig blei- de. Wohlan! so feyd Zum Kampf best, Und sein Werk nicht treibest. bereit, So krönet euch die Ewigkeit. 8. Ja, es muß erbeten seyn, 3. Streitet recht die wen'gen Soll er Hülfe geben. Er ver- Jahre, Eh' ihr kommt auf die langet unser Schrei'n, Wenn wir Todtenbahre. Kurz, kurz ist un wollen leben, und durch ihn Unser Lebenslauf. Wird Gott einst sern Sinn, Welt und Fleisch und die Todten wecken, Und Chriftus Sünden Kräftig überwinden. sichre Sünder schrecken; So ste hen Kampf und Sieg des Christen.- Einsamkeit. 525 hen wir mit Freuden auf. Gott- neues Leben, Und Gefühl, daß lob, wir sind versöhnt! Daß Gott mich liebt. uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange; Und Gottes Sohn M. Wer weiß, wie nahe mir. hat längstens schon uns beige- 814.*& rwecke, Jesu, stets die Herzen! Erlegt die Ehrenkron'. 4. Jesu, stärke deine Kinder, innre uns durch deinen Geist, Und mach aus ihnen Ueberwin- Daß wir mit Sünden niemals der, Die du erkauft hast durch scherzen, Die dein Gebot uns dein Blut. Schaffe in uns neues fliehen heißt. Erwecke mich, erLeben; Gieb, daß wir uns zu innre mich! Ich will dir dandir erheben, Wenn uns entfal- ken ewiglich. len will der Muth! Gieß auf 2. Erwecke mich, dir Dank uns aus den Geist, Aus dem die zu geben Für dein Verdienst, Liebe fleußt In die Herzen; So Geburt und Tod. Du starbst halten wir Getreu an dir Im und gabst für mich dein Leben; Tod' und Leben für und für. Du littest Schmerzen, Ungst und Noth. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich mit Dank recht preise dich. M. du Liebe meiner Liebe. 813. die stillen Feierstun den! Köstlich, herr- 3. Erwecke mich zur Buß lich sind sie mir, Bater, wenn und Reue, Und mache mich von ich dich empfunden, Vater, heiß Sünden frei. Ach, Herr, ich gefleht zu dir! Christus, wenn bitte dich, verleihe, Daß ja mein aus deiner Fülle Trost ich schöpft' Herz nicht sicher sey! Erwecke und neue Kraft! O du unschäß- mich, erinnre mich, Daß ich in bare Stille, Die mir solche Buße suche dich. Freuden schafft. 4. Erwecke mich zum wahren 2. Im Gewirre der Geschäfte, Glauben, Der nach dir dürftet, In dem lärmenden Gewühl, Wie seufzt und ringt. Auf Dornen gehemmt sind da die Kräfte, wachsen keine Trauben; Gieb Wie erstorben mein Gefühl! Selbst Glauben, der auch Früchte bringt. der Kreis von guten Seelen Gibt Erwecke mich, erinnre mich, Daß nicht immer neuen Schwung; ich von Herzen glaub' an dich. Laufend kleine Freuden stehlen 5. Erwecke mich zur wahren Mir die beste Sättigung. Liebe, Zur Liebe, die dich fester 3. Nur die Einsamkeit um- hält, Zur Liebe, da ich das stets. schattet Sanft mit Kühlung mei- übe, Was dir, mein Jesu, wohlnen Geist, Wenn er durstend und gefällt. Erwecke mich, erinnre ermattet Sich Geliebten selbst mich, Daß ich recht innig liebe dich. entreißt. Du nur, Stille, kannst 6. Erwecke die verstockten Sün mir geben, Was mir kein Ver- der, Die nicht in deiner Liebe trauter giebt; Selbstgefühl und stehn. Uch, suche, Herr, die armen Kinder, 526 Vom christlichen Leben und Wandel. Kinder, Die, Schaafen gleich, finden, Wo der Sonne goldnoch irre gehn! Erwecke mich, ner Strahl Nur sein Licht weiß erinnre mich, Daß ich, mein anzukünden. O daß nur der Heil, nicht lasse dich. Christen Ehre Auch so hell und glänzend wäre! 7. Erwecke alle fromme Her zen, Daß sie im Guten weiter 3. Aber ach! die Christenheit gehn. Zeig ihnen deine Todes: Führet meistens nur den Namen; schmerzen, Und laß sie niemals Die sind spatsam ausgestreut, Die stille stehn. Erwecke mich, er- als Gottes reiner Saamen Chri innre mich, Daß ich stets hab' stum ehren, Christum lieben, Und und halte dich. sich in dem Guten üben. 8. Erwecke mich zur Kraft im 4. Liebster Jesu, der du mich Leiden, Mach mich an Trost und Selber durch dein Blut erkauHoffnung reich. Dein Kreuz sey fet, Und auf dessen Namen ich mir ein Grund zu Freuden, Dein Einst zum Christen bin getaufet, Herz mir stets an Huld sich gleich! Laß mich deinen Geist regieren, Erwecke mich, erinnre mich, Daß Diesen Namen recht zu führen. ich im Kreuze seh' auf dich. 5. Laß mich meiner Taufe 9. Erwecke mich zum sel'gen Bund Ernstlich immerdar be Sterben! Mein Jesu, mache mich trachten; Stark durch dich von bereit! Laß mich, o Herr, dein Herzensgrund Satan, Welt und Reich ererben, Hilf mir zu mei- Fleisch verachten. Hilf mir, Jesu, ner Seligkeit! Erwecke mich, stets mich üben, Gott und Menerinnre mich. Daß ich im Ster- schen recht zu lieben! ben halte dich. 6. Laß mich auf dem schma10. Nun, Jesu, höre meine len Weg Durch die enge Pforte Bitte, Nimm dich, o Heiland, gehen. Laß auf deines Wortes meiner an! Ich walle noch in Steg Einzig meine Augen sehen. dieser Hütte; Dein Geist führ' Gieb Geduld in Kreuz und Leimich auf ebner Bahn! Erwecke den, Daß sie nie mich von dir mich, erinnre mich, Bis ich im scheiden. Himmel sehe dich. M. Liebster Jesu, wir sind. 7. Komm, verbinde selber dich, Liebster Heiland, mit den See: len! Gönne mir dies Glück, 815.* 11nverfälschtes Chri- daß ich Dich zu meiner Lust mag stenthum! Ach, wählen; Gieb, daß keine Trübwie bist du doch so feiten! Will falsfluthen Löschen unsrer Liebe dein hochgepries'ner Ruhm Nicht Gluthen. mehr auf der Erde gelten? Ist 8. Laß mich hier in dieser dein Glanz verdunkelt worden Welt Als ein wahrer Christ dir Hier in unserm Christenorden? Leben, Und sodann, wenn dirs 2. Christen sind zwar ohne gefällt, Chriftlich meinen Geist Zahl Auf dem Erdenkreis zulaufgeben; Auch im Himmel zu den Seltenheit des wahren Christenthums. 527 den Frommen und verklärten] Gott der Macht, Wer dich verChristen kommen. lacht, Bereitet sich den Untergang. 9. Ehre, Glück und Kunst 4. Fühlt es tief, ihr frechen und Ruhm Laß ich dieser Welt Spötter! Wo findet ihr einft dahinten; Aber nur mein Chri- euren Retter, Ihr, die ihr Jesu stenthum Werde ich dort wie- Namen schmäht? Ihr Verfolger derfinden, Wo mit schönen Eh seiner Brüder, Ein Richter steigt renkronen Gott will wahren Chri- er einst hernieder; O dann ist sten lohnen. M. Wachet auf, ruft uns die. eure Reu zu spät! Dann trifft euch sein Gericht. Die Berge fallen nicht, Euch zu decken. Ihr 816. Ach, wie hat sie ab- traget noch Der Sünde Joch; Ihr genommen, Die lebt, und lebt euch selbst zur Qual. Zahl der Gläubigen und From- 5. Herr, du wirst die Heerde men, Die unsers Gottes Wege scheiden. Sie gehen ein zu deigehn! Sünder wagens und em- nen Freuden, Die Frommen von pören Sich wider Gott und seine der Welt verkannt. Die aus Lehren; Und Wahrheitsfeinde großer Trübsal kamen, Und weibrohn und schmähn. Laut schallt nend säten guten Saamen, Die ihr Trok umher: Wer ist der ruhen dann in deiner Hand. Herr, und wer Sein Gesalbter? Erhalt' uns dir getreu, Und So lästern sie, Und höhnen die, unsre Seele sey Froh durch HoffDie fest in ihrem Glauben stehn. nung! Noch wallen wir Im 2. Herr, befreie deine Knechte Glauben hier; Einst schaun wir Von diesem trüglichen Geschlechte, deine Herrlichkeit. Und bändige der Frevler Spott. Selig sind die treuen Seelen, M. O Gott, du frommer Gott. Die deinen Sohn zum Führer 817.* Du fagſt: ich bin ein wählen! Er führet sie zu dir, Christ! Wohlan, Gott Wir flehn mit Zuver- wenn Werk und Leben Dir des sicht: Laß unsern Glauben nicht sen, was du sagst, Beweis und Von ihm wanken! Erhebe dich! Zeugniß geben; So steht es wohl Es müssen sich Die Frommen um dich, Und das, was du dann deiner Hülfe freun. bist, Das wünsch' ich auch zu 3. Winken und ein Wort nur seyn: Ein wahrer, guter Christ. sprechen Darfst du, Allmächtiger; 2. Du sagst: ich bin ein Christ! so brechen Die Waffen in der Der ists, der Jesum kennet, Und Thoren Hand. Wie ein Rohr seinen Gott und Herrn Nicht vom Sturm zersplittert; So finkt nur vor Menschen nennet; Nein, von deinem Wink erschüttert, 3u der auch thut mit Fleiß, Was Boden, wer dir widerstand. Du, ihm sein Wort gebot. Thust du der dem wilden Meer Gebietet: nicht auch also; So wird dein Bis hieher und nicht weiter! Ruhm zu Spott. 3. Du 528 Vom christlichen Leben und Wandel. 3. Du sagst: ich bin ein dem alten Trieb, Und was noch Christ! Wer sichs will nennen gut soll seyn, Ist, wenn mans lassen, Muß lieben, was ist gut, recht besieht, Nur lauter Heu Mit Ernst das Böse hassen. chelschein. Der liebet Christum nicht, Wer 9. Du sagst: ich bin ein noch die Sünden liebt. Ist auch Christ, Laß speisen mich und kein Christ, ob er Sich gleich tränken Mit dem, was Christu den Namen giebt. uns Im Abendmahl will schen 4. Du sagst: ich bin ein ken. Wohlan, so zeige dann, Christ; Denn ich bin ja getau- Daß Christi Leib und Blut Bei fet Auf Christi Tod, der mich dir zur Heiligung Auch seine Mit seinem Blut erkaufet. Ja Wirkung thut! wohl, doch prüfe dich, Wie 10. 10. Du sagst: ich bin ein stehts um deinen Bund, Den Christ, Ich lese, bet' und singe, du mit Gott gemacht, In je- Ich geh' ins Gotteshaus; Sind ner Gnadenstund. das nicht gute Dinge? Sie finds, 5. Hast du ihn nicht schon doch nützt dirs nur, Wenns dich längst Gar oft und viel gebro- im Glauben stärkt, Und Gott chen? Hast du, als Gottes Kind, auch stets dabei Ein reines Herz Dich, wie du ihm versprochen, bemerkt. In allem Thun gezeigt, Dem 11. Du sagst: ich bin ein Guten nachgestrebt? Hat nicht Christ! Ich kann dirs nicht geder alte Mensch Bisher in dir stehen, Es sey denn, daß ichsgelebt? werd' Aus deinem Wandel sehen. 6. Du sagst: ich bin ein Denn, wer Herr! Herr! nur Christ, Weil Gottes Wort und sagt, Uch, der betrügt sich sehr. Lehre Ohn' allen Menschentand Ein Jünger Jesu muß Auch Ich fleißig lef und höre. Ja, wandeln, gleich wie er. aber thust du auch, Was dieses Wort dich lehrt? Nur, wer es hört und thut, Der ist bei Gott geehrt. 12. Bist du ein wahrer Christ; So bist du auch gefinnet, Wie Jesus Christus war. Wenn reine Liebe rinnet Aus deines Herzens 7. Du sagst: ich bin ein Quell, Wenn du voll Demuth Christ, Ich beichte meine Sün- bist, Voll Sanftmuth, wie der den, Bekenne sie dem Herrn, Herr; So sag', du seyst ein Chrift. Und laß mich reuvoll finden. 13. Jedoch, so lang dich noch Findt aber sich hernach, Ich bitte, Der Sinn der Welt regieret, fag' es mir, Nach abgelegter Dein Stolz zur Eitelkeit und Beicht, Die Beßrung auch bei dir? Schmähsucht dich verführet, Nicht 8. Ach, du bleibst nach wie Sanftmuth in dir herrscht, Nur vor Bei deinem alten Leben; Born und Haß und Neid; So Selbst ärger wirst du oft. Dein bist du ganz gewiß Vom Chri Vorsatz und Bestreben Geht nach stenthum noch weit. 14. Du Kennzeichen des wahren Christenthums. 529 14. Du sagst: ich bin ein ausgegangen Bom Vater, Mensch Christ, Und rühmst dich deß mit wie wir einst ward. Wenn wir Freuden; Allein thust du auch nicht auch dahin gelangen, Daß mehr, Als jene fluge Heiden? er sich selbst uns offenbart? Hast du des Guten nicht Weit Doch dann erst kehrt er bei dir mehr, als sie gethan; So kla- ein Wenn dein Herz wird rechtgen sie dich dort Vor deinem schaffen seyn. Richter an. 7 4. Was hilfts, daß Christus 15. Sag nicht: ich bin ein ist geboren, Und uns die KindChrist, Bis daß dir Werk und schaft wiederbringt, Wenn, da Leben Auch dessen, was du sagst, dies Recht schon längst verloren, Beweis und Zeugniß geben. Man darnach nicht im Glauben Die Worte sind nicht gnug; ringt, Wenn nicht sein Geist uns Ein Christ muß ohne Schein neu gebiert, Und man kein heil'Das, was er wird genannt, Im ges Leben führt. Wesen selber seyn. 5. Was hilft dem Menschen 16. Uch mein Gott, gieb mir Christi Lehre, Der stolz aufeigne Kraft, Mich ernstlich) zu beflei- Weisheit bleibt, Und nicht zu Ben, zu seyn ein wahrer Christ, seines Heilands Ehre Sein LeUnd nicht nur so zu heißen; ben, Thun und Wandel treibt? Denn wer den Namen hat, Und Ein Christ, der die Verläugnung nicht die That zugleich, Der ehrt, Folgt dem nur, was ihn fommt doch nimmermehr zu dir Christus lehrt. ins Himmelreich. 6. Was hilft uns Christi Thun und Leben, Was Demuth, Lieb' M. Wer nur den lieben Gott. und Freundlichkeit, Wenn wir, 818.* Mohl dem, der sich dem Stolz und Haß ergeben, mit Ernst bemü- Nicht achten seiner Heiligkeit? het, Daß er ein Jünger Chrifti Was hilfts, nur mit dem Mund fey; Der Chrifto nie sein Herz allein, Und nicht im Werk ein entziehet, Und, fern von aller Christ zu seyn. Heuchelet, Den Himmel sich zum 7. Was hilft uns Christi Ungst Biele fest, Und Christum über und Leiden, Wenn man nicht alles schätzt! will ans Leiden gehn? Nur nach 2. Wohl dem, der ihn zum der Pein sind süß die Freuden, Licht und Wege Erwählet, und Und nach der Schmach steht ihm folget nach, Auf der Ver- Purpur schön. Wer hier nicht augnung schmalem Stege Ganz treu zu kämpfen denkt, Dem willig trägt des Heilands wird die Krone nicht geschenkt. Schmach; Der nimmt an sei- 8. Was hilft, o Mensch, dir ſeinem großen Heil Im Glauben Christi Sterben, Stirbit du hier schon freudig Theil. nicht auch den Lüsten ab? Du 3. Was hilfts sonst, daß er, liebst dein Leben zum Berderben, LI Führst 530 Vom christlichen Leben und Wandel. Führst du die Lust nicht in sein| Macht und Stärke. Auf, Seele Grab. Sein Tod wird dir ein auf! Richt' deinen Lauf 3ulehrreich Bild, Wenn du der Sünd' absterben willt. Allmacht, die dich rettet! Des Heilands Blick Zerreißt den 9. Was hilft sein Retten und Strick, Der dich an Sünde kettet Befreien, Wenn man nicht bleibt 3. Der erste Schritt im Chri im Bunde stehn? Was hilfts: ftenthum Macht von der Sünd Herr, Herr und Meister schreien, scheiden. Bei einem wahrer Will man den Weg zum Heil Glaubensruhm Muß man die nicht gehn? Was hilfts dem, Weltlust meiden. Wenn Christ daß er ist versöhnt, Der noch Geist Die Seele reißt Aus ihrer der Welt und Sünde fröhnt? Todesbanden; So spürt sie Kraft 10. Bas hilft dir Christi Auf- Die Jesus schafft, mit dem si erstehen, Bleibst du noch stets auferstanden. in Sünden todt? Was hilft dir sein gen Himmel gehen, Wenn du noch zagst in Noth und Tod? dein Werk, Laß mich voll Kräfte Was hilft dir sein Triumph und werden! Es sey Gerechtigkei Sieg, Führst du nicht mit der und Stärk' In dir mein Thei Sünde Krieg? auf Erden! Du machst gerech 4. Mein Heiland, fördre selbf 11. Wohlan, o Christ, so leb' Uns, dein Geschlecht, Und willf und leide, Wie Christus dir ein zugleich uns stärken, Daß wir Vorbild war! Sieh, daß dich in dir Des Glaubens Zier Unt feine Kraft bemerken. feine Unschuld kleide, So bleibst du in der Seinen Schaar. Wer 5. Brich durch, o starker Got christlich denkt, der sucht allein tessohn, Damit auch wir durch Im Leben Chrifti Glied zu seyn. brechen. Laß uns vor deinem Gnadenthron Nicht mehr von Schwachheit sprechen; Weil deine M. Durch Adams Fall ist. 819.* Wer sich auf sei- Hand Das theure Pfand Des ne Schwachheit Geistes uns gegeben, Wodurch steurt, Der bleibt in Sünden wir frei Bon Heuchelei, Schon liegen. Wer nicht Herz, Sinn streitend siegreich leben. und Muth erneurt, Wird sich 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft gewiß betrügen; Den Himmels- mehr ist: Gieb Kraft, das Fleisd weg, den schmalen Steg Hat er zu dämpfen; Gieb Kraft, wenn nie angetreten; Er weiß auch Satans Macht und List Uns nicht In Gottes Licht, Was schwächen will im Kämpfen kämpfen sey und beten. Wenn uns die Welt Viel Nehe 2. Was oft die Welt nur stellt, Gieb Kraft sie zu vernich Schwachheit heißt, Sind ihrer ten; So wird in Noth, Ja felbf Bosheit Werke; Dadurch zeigt im Tod Uns deine Kraft auf dann der Sündengeist Recht seine richten. 820. 531 Kennzeichen des wahren Christenthums. M. Wer nur den lieben Gott. Welt sie auch befleckte; Sie tritt 820.* Gottseligkeit ist kein im Glauben rein daher; Sie Gewerbe; Das bleibt, so groß die Trübsal sey, 1wissen wir aus Gottes Wort. Dem Hirten, Christo, doch getreu. Sie bleibt beim rechten Theil = i und Erbe, Und weiset alles 4. Gottseligkeit ist keine Sache, andre fort; Sie ist dem reinen Die in der Traurigkeit beſteht; Worte hold, Und liebt es mehr, als alles Gold. Sie ist getroft, hält gute Wache, Daß sie dem Trauergeist entgeht. Weil sie der Freuden Gott erhält; So fiegt sie über Tod und Welt. 2. Gottseligkeit ist kein Gepränge; Sie suchet nicht der Menschen Preis, Nicht Beifall bei der gro sen Menge, Weil sie von Heu- 5. Gottseligkeit ist eine Krone, delei nichts weiß. Ihr Trost Die hier der wahre Glaube ist der: Gott sieht hinein Ins schafft; Uch Gott, gieb mir in Herz, ins stille Kämmerlein. deinem Sohne Durch deinen 3. Gottfeligkeit macht keine Geist die rechte Kraft, Daß ich Sekte; Sie bleibt stets bei der erlange nach der Zeit Die Krone wahren Lehr'; Und wenn die der Gerechtigkeit! 3 + C Fünfte Abtheilung. Vom Kreuz und Leiden. Klag- und M. Herr Jesu Christ, mein. 821.Hilf, Helfer, hilf in Helfer, hilf errette mich! und Noth! Erbarm dich mein, o treuer Gott! M. Was Gott thut, das ist. Ich bin doch ja dein liebes Kind, 822.* Gott lebt! wie kann Und du bist väterlich gesinnt. ich traurig seyn, 2. Ich trau auf dich, o Gott, Als wär' kein Gott zu finden? mein Herr! Hab ich dich nur, Er weiß ja wohl von meiner mas will ich mehr? Ich halte Pein, Die ich hier muß empfinich, Herr Jesu Christ, Der du den. Er kennt mein Herz, Und mein Gott und Heiland bist. meinen Schmerz; Drum darf 3. Deß freu ich mich, ja du ich nicht verzagen, und ihm nur mein! Bin gutes Muths, alles klagen. und barre dein, Verlaß mich 2. Gott hört! wenn niemand hören 21 2 Trostlieder. gänzlich, Herr, auf dich; Hilf 532 Vom Kreuz und Leiden. hören will; Was will der Feind Gott regieret, Ein Gott, der sein dann sprechen, Als würde mei- Welt: Mit reichem Segen zieret ner Seufzer Ziel Nicht durch die Auch was uns Zufall heißt, Sf Wolken brechen? Ruf' ich em- eh es noch geschieht, In seinen por, So hört sein Ohr, So Plan bestimmt, Und einer Kett steigt die Hülfe nieder, Und Glied. schallt das Umen wieder. 2. Er sah vor aller Zeit, Wa 3. Gott sieht! wie klaget denn künftig werden sollte, Und nicht mein Herz, Als seh' er nicht mein ist, nichts wird seyn, Als wa Weinen? Vor ihm muß auch und wie er wollte, Und alles der tiefste Schmerz Ganz offen was er will, Ist weise, recht un bar erscheinen. Kein Thränlein gut. Owohl mir, daß mein Glü fehlt, Das er nicht zählt, Worauf In seinen Händen ruht! sein Aug' nicht blicket, Bis er uns hat erquicket. 3. Wie dürft' ich mißvergnüg In meinem Stande leben? Kan 4. Gott führt! drum geh ich jemals böse seyn, Was Go ruhig fort Auf allen meinen We- mir hat gegeben? Der Thor m gen; Und wenn die Welt bald klagt und murrt, Und läste hier, bald dort Will ihre Stricke Gottes Rath; Er hat nicht, wa legen; So pflegt er mich 3war er will, Und will nicht, was er ha wunderlich, Doch selig auch zu führen, Daß mich kein Fall kann rühren. 4. Wer wahre Weisheit lieb Der liebt auch den Gedanken Mein Heil, mein Fels ist Got 5. Gott giebt! und wär' ich Und wenn auch Welten wanke noch so arm; Doch soll ich nicht Ich sollte, was ich bin, Nic verderben. Was hilft mir denn etwas anders seyn, Und me mein steter Harm, Als müßt' ich besonders Loos Stimmt mit de Hungers sterben? Er hat ja Ganzen ein. Brod, Und wenn die Noth Uns nach der Wüste weiset; Doch werden wir gespeiset. 5. Mein Unmuth ändert Die Ordnungen der Dinge; quale nur mich selbst, Benni 6. Gott lebt; wohlan ich merke die Hände ringe. Doch folg das. Gott hört! ich will's ihm meinem Gott, So lindert sagen. Gott sieht! er hat ein mein Schmerz; Denn was m Thränenmaaß. Gott führt! ich elend macht, Ist immer nur me darf nicht klagen. Nur nicht be- Herz. trübt! Gott giebt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben. 6. Wie thöricht würd' ich ser Wenn ich begehren wollte, 2 alles Ungemach Nur mich schonen sollte! Mein Vater li auch mich, Und mischt mit Freun M. O Gott, du frommer Gott. 823. Nichts ist von ohnge- lichkeit In seinen Segenste fähr! Ein großer Des Leidens Bitterfeit. Trost aus Gott. Demüthigung vor Gott. 533 7. Im Leiden tern' ich mich zu dir Nach Trost und Hülfe Und meinen Gott erkennen, Und fliehen. Ich weiß, einst bringst mich mit edlem Sinn Von fal- du meinem Blick Der Sonne schen Freuden trennen. Wie kann sanftes Licht zurück, Das sich e mir schrecklich seyn, Was mich mir jetzt verhüllet. importer vollkommner macht? Die Zu4. Wie will ich dann, vom 3gend ist mir mehr, als eines Schmerz befreit, Herr, deine Huld Königs Pracht. erheben! Wie freudig dir selbst 3 8. Ja, Tugend wird bald für das Leid Lob, Preis und 3, schwach ImSchooße niedrer Freu- Ehre geben! Wohl denen, die den, Und stark erscheinet sie, Um- dem Herrn vertraun, Die ihre dringt von herben Leiden. Sie Hoffnung auf ihn baun! Sie strahlt am herrlichsten Uus tiefer werden nie zu Schanden. at Dunkelheit; Da leuchtet sie der Belt, Und überlebt die Zeit. t₁ 11. M. Wer nur den lieben Gott. 825.* Wir liegen hier zu tt 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, Und rt auch auf rauher Bahn Zu mei- Herr von großer Güt' und Treu', s nem Ziele führen. Hier bin ich, Und fühlen, leider! im Gewissen, t. Herr, mein Gott! O stehe du Wie wohlverdient die Strafe sey, mt mir bei, Daß selbst in Noth und Das Maaß der Sünden ist er Tod Mein Herz dir folgsam sey! füllt; Uch, weh uns, wenn du strafen willt! M. Sey Lob und Ehr dem. 2. Du bist gerecht, wir alle Sünder; Wie wollen wir vor Mitternacht Ge- dir bestehn? Wir sind die ungemwitter um mich blitzen; So zag' rathnen Kinder, Die Wege des 824. Wen enn gleich aus tiefer ich nicht: mein Vater wacht, Und Verderbens gehn, Sind werth, i wird mich mächtig schützen. Die daß deiner Strafe Schwerdt, GeGüte, die mich werden hieß, Die rechter Gott, uns längst verzehrt. den Bedrängten nie verließ, Wird mich auch nie verlassen. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen 2. Sein Auge schaut auf mei- lieben Sohn. Dein Wort bleibt nen Schmerz, Und seine Blicke ewig Sa und Umen, Dein Eidin zählen Die Sorgen, die mein schwur zeuget selbst davon: Du armes Herz Mit Angst und Kum- willst den Tod der Sünder nicht; mer quälen. Er sandte mir das Drum geh mit uns nicht ins mas Leiden zu, Daß nicht mein Herz Gericht! in stolzer Ruh Des Ewigen no ebt vergeffe. 4. Wir liegen vor dir hier im Staube, Und unsre Herzen find 3. Gesegnet sind die Leiden zerknirscht. Uns tröstet ganz allein mir, Die mich der Welt entzie- der Glaube, Daß du dich noch hen, Mich lehren, Gott, alleinlerbarmen wirst. Ja, du hast noch 534 Vom Kreuz und Leiden. noch ein Vaterherz; Drum sich voll von deinem Ruhme schrein doch jetzt auf unsern Schmerz. Der Herr soll mein Gott ewig 5. Dein Sohn tritt selber in seyn! die Mitte; Ach, schaue seine Wunden an, Die er für unsre Schuld M. Jesu, meines Lebens. erlitte! Wie viel hat er für uns 826. Muthig! muthig! ball gethan! Wirst du nicht gnädig das errungen Ist auf uns sehn, So muß sein Blut Ziel von jeder Pein: Bald if verloren gehn. jeder Schmerz verschlungen Vor 6. Uch Blut, ach Blut von der Freude, frei zu seyn, Fre Gottes Sohne, Schrei für uns von Sorgen und Gefahren, Die um Barmherzigkeit! Schau, Je- mir oft so drückend waren. Unsu, von dem Gnadenthrone, Und aussprechlich zärtlich liebt Er denke doch der alten Zeit, Da der uns durch Leiden übt. dich der Sünder Schmerz ge 2. Ich will harren, hoffen beugt, Und du oft Huld und schweigen; Mein Erbarmer if Gnad' erzeigt. mir nah. Betend soll mein Geiß 7. Uch, laß die wohlverdiente sich beugen; Wo ich leide, Gotz Strafe Nicht über unsre Häupter ist da! Im Verborgnen, wo id gehn, Daß wir nicht als verlorne weine, Bleibt von meinen Thra Schaafe Von deiner Huld ver- nen keine Dem, der mich in lassen stehn! Nimm uns in dei- Schwachheit stärkt, Meinem Vader Gnade Schooß, Und mach ter, unbemerkt. uns aller Plagen los! 3. Seine Bateraugen blider 8. Steck ein das Schwerdt, Sanften Trost auf mich herab o laß uns leben! Den Würger Und die Lasten, die mich drücken laß vorüber gehn! Brod wollst Nimmt er einst gewiß mir ab du uns im Frieden geben, Nie Bis zum letzten trüben Tage laffen eine Zeit entstehn, Wo uns Stärkt er mich, daß ich sie trage dein Wort so selten wird, Daß Wenn mein Herz verschmachter es sich ganz bei uns verliert. will, Ruft er: Kind, sey frok 9. Gieb Fried' im Land und und still! im Gewissen, Gesunde Luft und 4. Jesus Christus trug in gute Zeit. Laß uns stets deinen Staube Muthig seines Leidens Schutz genießen; Befördre die Laft, Und auch mich erhebt de Gerechtigkeit: Krön' unser Feld Glaube, Der die Ewigkeit um mit deinem Gut; Nimm Kirch' faßt. Gott, mein Vater, fieh und Haus in deine Hut. mein Leiden; Gott, mein Vater 10. So wollen wir dir Opfer fiebt die Freuden, Die das Le bringen, Und dein, Herr, seyn den mir gewährt, Wenn mein mit Leib und Seel'. Es soll Herz ihn duldend ehrt. dein Lob zum Himmel dringen, 5. Fließet denn, ihr stiller Und dein erlöstes Israel Wird Thränen! Gott im Himmel zäl let Muth. Erdbeben. 535 = let euch. Er bemerket all mein daß sie sich regt? Doch du Sehnen; Er ist gnädig und ist gebeutst, so wird allmächtig Sie, reich, Naht sich freundlich mei- Gott, durch deinen Wink bewegt. nem Herzen, Reinigt es durch Wer will dann deinem Geist Angst und Schmerzen, Lenkt und entfliehen, Entweichen deinem reisfet meinen Sinn Ganz zu Ungesicht? Kann ihn ein Ab. feiner Liebe hin. grund dir entziehen? Sieht ihn 6. Bald erscheint die letzte auch da dein Auge nicht? Stunde, Meiner Thränen letzte, 3. Ja, über, auf und in der bald. dann heilet jede Wun- Erde Wirkst du mit Macht und de, Und der Gnade Stimme Herrlichkeit. Gieb doch, daß dem schallt: Ueberstanden! überstan- dies warnend werde, Der dich, den! Sey erlöst von allen Ban- Allmächtiger, nicht scheut. Des den! Sen befreit von jeder Pein! Frommen Herz laß den GedanTreue Seele, komm herein! ken: Du seyst mit Hülfe nah, erfreun; So wird,- mag auch die Erde wanken,- Dies Herz doch in ihm ruhig ſeyn. M. Wie groß ist des Allmächt. 827. mächtiger, die Erde bebet 3um Zeugniß 4. Auch mich laß deinen Schuh - deiner Herrlichkeit! Sie ruft genießen; Auch mich erhalt' der uns zitternd zu: es lebet, Der Tugend treu, Damit ein ruhiges fie erschuf und ihr gebeut. Gewissen Mir tröstend in Ge wer vermag dich zu ergründen? fahren sey! Dann mag auch Unendlicher, der ewig war! Auch beben, wanken, brechen Selbst in der Erde tiefsten Schlünden unter mir der Bau der Welt; Wirkt deine Allmacht wunderbar. Bist du mein Freund, so kann 2. Du bautest sie so schön, ich sprechen: Gott ist es, dessen so prächtig, So fest- wer fühlts, Hand mich hält! # ; 1 - Sechste Abtheilung. Morgen- und Abendlieder. - In eigener Melodie. Oder: tönt der festliche Gesang? Laß Es wolle Gott uns gnädig seyn. mich den Jubel hören! Laß mei828. o tönt das Lied, das nes schwachen Liedes Dank Mit dich erreicht, Dich, ihm vereint dich ehren, Dein Lob Herr, und deine Stärke, Die hier wiederhallen! Huld, die nimmer von uns weicht, 2. D könnt' ich, Schöpfer, dich Die Größe deiner Werke? Wo erhöhn, Wie meine höhern Brüder, 536 Morgenlieder. der, Die Engel, die dein Untlik begeistert, dich zu ehren stets sehn! Verständ' ich ihre Lieder! entbrenne! Dein Lob sey meine So lange schon, von dir gewöhnt Wonne. Zu deinem hohen Preise, Lobsingen sie, und Freude tönt Durch M. Wer nur den lieben Gott. aller Himmel Kreiſe, Ein voller 829.* Mein Gott, nun ift es wieder Morgen! Strom des Lobes. 3. Unübersehbar, gränzenlos Die Nacht vollendet ihren Lauf; Ist deiner Wunder Menge; Ein Nun wachen alle meine Sor hoher Inhalt, allzugroß Für end- gen Mit meinen Pflichten wieliche Gesänge! Wohin ich schaue, der auf. Die Ruh ist aus, der zeigen mir Sich Unermeßlich- Schlaf dahin, Und ich seh wiefeiten. Gott, sie sind Herolde der, wo ich bin. von dir, Die feit der Schöpfung 2. Ich bin noch immer auf Zeiten, Wie groß du bist, er der Erde, Wo jeder Tag sein zählen. Elend hat, Und wo ich immer 4. Wie strahlt zum Preise älter werde, Und doch nicht frei deiner Macht In nie durch von Missethat. Ich leb' und schauten Fernen Dein Himmel web' in Gott allein; Ach, möcht mir in jeder Nacht Ven Ster- ich ihm gefällig seyn! nen über Sternen! Wer zählt, wer leitet ihre Schaar? nennet fie bei Namen? 3. Du giebst mir Kraft, gut Wer aufzustehen; Regier mich auch Nur in dieser Welt! Du weißt, was du! als keine Welt noch war, heute wird geschehen; Mach al Da riefst du: Kommt! fie kamen, Und lobten ihren Vater. les so, wie dirs gefällt! Schließ mich in deine Vorsicht ein; Dein 5. Wer dacht auch mein in will ich todt und lebend seyn. jener Nacht, Eh' du ans Licht 4. Vergieb mir, Vater, alle mich riefeft? Wer könnte schützen, Sünden! Wie oft, wie oft hab' welche Macht Mich retten, wenn ichs versehn! Uch, laß mich du schliefeft? Die Himmel schuf Gnade vor dir finden, Erhöre allein dein Ruf, Wie mich, mein Gebet und Flehn! Steh' Herr, deinen Erben; Doch je- lich bei dir durch Jesum wohl; der Himmel, den er schuf, Wird So geh' es, wie es gehen soll. altern und verderben; Ich aber 5. Hilf du in allen Dingen werde leben! rathen; Ich bin mir selbst nicht 6. Stärke Gottes, Macht klug genug. Behüte mich vor des Herrn, O meines Gottes Missethaten, Vor böser Menschen Rechte, O Macht der Liebe, der List und Trug. Hilf Gutes ich gern Ein würdig Opfer schaffen, wo ich kann, und führ brächte! Ergreife, stärk, ent mich stets auf ebner Bahn. flamme mich, Daß ich dich rüh- 6. Behüte mir Leib, Seel und men könne, Daß ich, von dir Leben, Verwandte, Freunde, Hab und Morgenlieder. 537 und Gut! Laß deine Hand den keit, Die unsern Seelen ist Das Segen geben, Wenn meine Hand rechte Ehrenkleid. das ihre thut! Hilf treu erfüllen 6. Mein Jesu, schmücke mich meine Pflicht! Du wirst es Mit Weisheit und mit Liebe, thun; ich zweifle nicht. Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe; M. O Gott du frommer Gott. Auch mit der Demuth mich Vor 830.* Sefu, schönstes Licht, allem kleide an, So bin ich wohl geschmückt Und köstlich angethan. 7. Daß mirs doch diesen Tag Nun ist die Nacht vergangen; Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich um- Stets vor den Augen schwebe, fangen. Nun ist, was an mir Daß dein Allgegenwart Mich ist, Vom Schlafe aufgeweckt, wie die Luft umgebe, Damit Und hat voll Dankbegier Nach mein ganzes Thun, Mein Herz dir sich ausgestreckt. und Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott zu jeder Stund'! 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, zum Opfer geben? Ich will mich ganz und gar Zum 8. Ach, segne, was ich thu', Dienste dir ergeben, Mit Leib, Ja rede und gedenke! Durch mit Seel, mit Geist Heut die- deines Geistes Kraft Es also sen ganzen Tag. Das soll mein führ' und lenke, Daß alles nur Opfer seyn, Weil ich sonst nichts gescheh Zu deines Namens Ruhm, vermag. Und daß ich unverrückt, Herr, 3. Drum siehe da, mein Gott, sey dein Eigenthum! Da hast du meine Seele! Siej sen dein Eigenthum; Du sey's, In eigener Melodie. den fie erwähle, Stark burch 831. Wie lieblich winkt fie der Liebe Kraft. Da hast du mir, Die sanfte meinen Geist, Darinnen wollst Morgenröthe! Das Dunkel weicht du dich Verklären allermeist. von ihr zurück. Wie schön ist 4. Da sey denn auch mein die Natur! O Herr, vor dem Leib Zum Tempel dir ergeben, ich bete, Wie überströmst du Bur Wohnung dir geweiht, Mein mich mit Glück! licht, mein Heil, mein Leben! 2. Du hast mir mehr geIch, wohn', ach leb' in mir, Be- schenkt, Als in den Abendstun weg und rege mich, So hat den Mein Glaube gestern von Geist, Seel und Leib Mit dir dir bat. Viel mehr, als ich vereinigt sich. verstand, Hast du im Flehn ge5. Dem Leibe hab' ich jetzt funden, Womit ich vor dein Die Kleider angeleget, Laß mei- Untlitz trat. ner Seele seyn Dein Bildniß 3. Du schenktest mir den eingepräget Im ächten Glaubens- Schlaf 3ur Sammlung neuer chmuck, In wahrer Frömmig- Stärke Auch für den schwersten Lebenstag. 538 Morgenlieder. Abendlieder. Lebenstag. Jetzt ruft dein Wohl- freudig nun, Was meine Pflicht thun mich Zum Schaffen guter erfordert, thun. Werke Aus meinem stillen Schlafgemach. 2. Dir, Vater, dank' ich für den Schlummer, Und dir ergeb' 4. Wie prächtig kommt der ich mich aufs neu! Durch dich Tag! Ich athme frische Lüfte. beschützt bin ich von Kummer Der Wald singt mir ein Loblied Und allen bangen Sorgen frei. vor; Ich stimme jauchzend ein, Du kennest, was mir nützlich Und rein, wie Blumendüfte, ist, und giebst es, weil du güSteig', Herr, mein Lob zu dir tig bist. empor! 3. Du unterhältst mir meine 5. Und sanft ergieße sich Dein Kräfte, Und willst, daß ich sie rch Licht in meine Seele! Herr, zeige brauchen soll; Denn nur mir den Weg zu dir! Stärk' nützliche Geschäfte Besorg' ich mich durch deine Kraft, Und mein und andrer Wohl. Auf wenn ich Schwacher fehle, Dann, Treu und Fleiß giebst du GeVater, hab' Geduld mit mir! deihn; Drum will ich treu und' fleißig seyn. M. Wer nur den lieben Gott. 4. Ich will es seyn, so lang 832. Der frohe Morgen weckt ich lebe, Und du, o Gott, mir mich wieder, Und Kräfte schenkst, Damit ich mir ladet mich zur Arbeit ein. Der das Glück erstrebe, Daß du mit Schlaf erquickte meine Glie- Beifall an mich denkst. Dann der; Nun soll ich wieder thätig hab' ich hier Zufriedenheit, Und seyn. So will ich denn auch dort des Himmels Seligkeit. - Abendlieder. M. Ach, was soll ich Sünder. ein Traum, Wie ein leichter 833.* ch, mein Jesu, sieh, Wasserschaum. ich trete, Da der 3. Doch, mein Jesu, nehm' Tag nunmehr sich neigt, Und ich Armer, Leider das nicht recht die Finsterniß sich zeigt, Hin zu in Ucht, Daß ich dich bei Tag deinem Thron und bete: Neige und Nacht Herzlich suchte, mein du zu deinem Sinn Mir auch Erbarmer! Mancher Tag geht Herz und Sinnen hin! mir dahin, Wo ich nicht recht 2. Meine Tage fliehn ge- wachsam bin. schwinde, Wie ein Pfeil, zur! 4. Ach, ich muß mich herzlich Ewigkeit, und die allerlängste schämen! Du erhältst, du schüßest Zeit Saust vorüber, wie die mich Tag und Nacht so gnädig Winde; Sie verschwindet wie lich; Und ich will mich nicht be quemen, Abendlieder. 539 quemen, Daß ich ohne Heucheleif und Macht, Mein Schuß und Dir dafür recht dankbar sey. Schirm in dieser Nacht! Vergieb 5. Nun ich komme mit Ver- mir meine Sünden. Und kommt langen, mein Herzensfreund, mein Tod, Mein Herr und Gott, zu dir! Sende du dein Licht zu So laß mich Gnade finden. mir, Da der Tag nun ist vergangen. Sen du selbst mein M. Es ist das Heil uns kommen. Sonnenlicht, Das durch alles Dunkel bricht. 835. Gott Lob! die Arbeit ist vollbracht. Da 6. Laß mich meine Tage zäh ist der Feierabend! Wie naht len, Die du mir noch gönnen sie sich, die stille Nacht, So willst. Wenn nur du mein Herz freundlich und so labend! Wer erfüllst; So wird nichts mich nun im Herzen ruhig ist, Und können quälen. Denn wo du seines Gottes nicht vergißt, Der bist Tag und Licht, Graut uns singe Freudenlieder! vor den Nächten nicht. 7. Nun, mein treuer Heiland, 2. Wie schön ist es, durch wache! Wache bei mir in der Thätigkeit Den Menschen nükNacht! Schüßze mich durch deine lich werden! Was hat man sonst Macht! Dir empfehr ich meine von seiner Zeit, Der kurzen Zeit Sache. Liebe du mich, laß mich auf Erden? Des Müßiggängers dein Wachend und auch schla- Gutes thun, besteht, Und giebt Lust vergeht; Nur was wir fend seyn. Gewissensruhe. M. In dich hab ich geboffet. 3. Mag immerhin oft saurer 834. Für alle Güte sey ge- Schweiß Von meiner Stirne preist, Gott Vater, rinnen! Sch kann doch nur durch Sohn und heilger Geist! Ihr treuen Fleiß Zufriedenheit gewinbin ich zu geringe. Vernimm den nen, Und aller Lohn aus MenDank, Den Lobgesang, Den ich schenhand Ist gegen sie nur eitler dir kindlich singe! Tand; Sie ist und bleibt das Beste. 2. Du nahmst dich meiner berzlich an, Haft Großes heut 4. Wohlan, wer heute fromm an mir gethan, Mir mein Ge- und treu Un seine Pflicht ge bet gewähret; Haft väterlich dachte, Und fern von List und Mein Haus und mich Beschüzet Trügerei Sein Tagewerk vollund genähret. brachte, Der trete nun mit fro3. Herr, was ich bin, ist dein hem Sinn 3um Kreise ſeiner Geschenk, Der Geist, mit dem Brüder hin, Und finde dort Erih dein gedenk, Ein ruhiges quickung! Gemüthe; Was ich vermag Bis 5. Hinweg von uns, wer träge diesen Tag, Ift alles deine Güte. blieb, Und Müh' und Arbeit 4. Sey auch, nach deiner Liebscheute, Wer spielend seine Zeit vertrieb, 540 Wichtigkeit der Lebenszeit. vertrieb, Und sich der Thorheit Auch in der Nacht ist Gott ihr freute! Hinweg, wer nicht mit Licht, Ihr Schutz und ihre Hülfe. Redlichkeit, Mit Sorgfalt und 7. O gute Menschen, bleibet Besonnenheit Und immer fried- gut, Und sends auch morgen wie: lich wirkte! der! Schlaft wohl! der Gott, 6. Er ziehe sich beschämt zu der niemals ruht, Sieht gütig rück, Und lerne weise leben, und auf euch nieder. Er giebt euch nach des Herzens reinem Glück Kraft zu neuem Fleiß, Und end: Mit Ernst und Eifer streben! lich kommt auf sein Geheiß Der Nur gute Menschen zagen nicht. letzte Feierabend. Wichtigkeit der Lebenszeit. M. Wer nur den lieben Gott. 836. Und sey dem ernsten Schwur daß von meinen getreu: Dir, Herr der Zeit und Lebenstagen Doch Ewigkeit, Sen jeder Augenblick keiner ganz verloren sey! Ver- geweiht! Lorne Stunden, ach, sie nagen, 5. Dann seh ich an der Lauf 3u spät das Herz mit Gram bahn Ende Getroft auf meine und Reu, Und den entfloh'nen Tage hin, Und sage: Herr, Augenblick Bringt kein Gebet, durch deine Hände Empfing ich, kein Flehn zurück. was ich hab' und bin! Hier ist 2. Laß jeden meiner Augen- mein Tagewerk; nicht mein, blicke, Gott, mir immer Dein ist der Ruhm, die Ehre theuer seyn; Laß mich die Zeit dein! zu meinem Glücke Nie durch der Sünde Dienst entweihn, M. Jesus meine Zuversicht. Nie durch die Luft der Eitel 837. Mie ein Traum, ſo keit, Die doch zuletzt das Herz bereut. Jahre, Wochen, Tag und 3. Noch ist es Tag; jetzt laß Stunden. Das, womit wir mich Werke Der Tugend wirken, uns bemühn, Sst doch darum eh' die Nacht, Wo niemand nicht verschwunden; Der Ver wirkt, erscheint, jetzt stärke Mich geltung Ewigkeit Folgt auf unsre deine Lieb' und deine Macht. Arbeitszeit. Wie viel ist noch für mich zu 2. Gott, wie ungenütt if thun! Und ich, ich sollte jetzt schon Mir so manche Zeit des schon ruhn? Lebens In der Eitelkeit entflohn 4. Auf, auf, mein Geist! Ach, ich lebte dann vergebens! laß keine Stunde Des Lebens Thöricht ward die Zeit ver ungenügt vorbei! Auf, schwör bracht, Die mich jetzt beküm es jetzt mit Herz und Munde, mert macht. 3. Doch Wichtigkeit der Lebenszeit. 541 3. Doch erbarmend schenkst chen, und es nie vergessen: Hier du mir Jetzt noch Zeit und nur sey die Uebungszeit Zu dem Raum zur Buße. Herr, ich Heil der Ewigkeit. fomm' und falle dir Voller 6. Säen muß ich hier mit Schmerz beschämt zu Fuße. Sey Fleiß Zu der Ernte jenes Lemir gnädig, ach, mich reut Meine bens. O wie glücklich, daß ich hier verlorne Zeit! weiß, Mein Bemühn ist nicht 4. Wiederbringen kann ich vergebens! Ewig freut sich sei nicht, Was mir einmal ist ver: ner Saat, Wer hier treulich schwunden; Doch ich bin der Gutes that. Zuversicht, Nütz' ich nur getreu die Stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 7. Gott, laß deinen guten Geist Mich zu dieser Weisheit führen, Stets, wie es dein Wort verheißt, Meinen Wandel hier 5. Lehre mich die kurze Frist, regieren! Laß mich guten SaaDie du mir hast zugemessen, men streun, Ewig dann mich Wie es dir gefällig ist, Brau- dessen freun! Siebente Abtheilung. Vom Tode, von der Auferstehung, dem Gericht. und der Ewigkeit. Sterbe- und Begräbnißlieder. M. Freu dich sehr, o meine Seele. Denn es ist der alte Schluß: 838.* ch, Herr, lehre mich Menschen sind des Todes Erbedenken, Daß ich ben, Ulle, alle müssen sterben. einmal sterben muß. Lehre mei 3. Bringen, die geboren wernen Sinn mich lenken Auf den den, nicht des Todes Keim ernsten Lebensschluß, Daß ich schon mit? Bis ins kühle Grab wache für und für. Herr, er der Erden Ist's ein kurz gewecke die Begier, Bei Gesund- meßner Schritt. Uch ein jeder heit und in Zeiten Auf das Augenblick Geht mit unsrer Grab mich zu bereiten. Kraft zurück, Und wir sind in 2. Endlich muß ein Licht ver- jedem Jahre Reif genug zur brennen, Endlich läuft der Sei- Todtenbahre. ger aus; Eben so muß ich betennen, Daß ich einmal dieses 4. Und wer weiß, in welcher Stunde Uns des Richters StimHaus Auch gewiß verlassen muß; me weckt? Denn wer hat's aus Gottes Sterbe- und Begräbnißlieder. 542 Gottes Munde Je gehört, wer| wohl, daß ich hat's entdeckt? Wer sein 839.* Mein Gott, ich weiß Haus nun wohl bestellt, Geht mit Freuden aus der Welt; Da sterbe; Ich bin ein Mensch, der die Sicherheit hingegen Ew'ges bald vergeht, und finde hier Sterben kann erregen. fein solches Das ewig Drum zeige Erbe, 5. Predigen doch meine Glie- dauert und besteht. der Täglich mir die Sterblich- mir in Gnaden an, Wie ich keit. Leg' ich mich zur Ruhe recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, nieder, Zeigt sich mir das Leichenkleid; Denn der stille Schlaf wann ich sterbe; Kein Augenist mir Bild des Todes für und blick geht sicher hin. Wie leicht für, Ja, das Bette kann mir zerbricht doch eine Scherbe! Der sagen: So wird man ins Grab Blumen Pracht muß bald verblühn. Drum mache mich nur getragen. 6. Drum, mein Gott, lehr stets bereit Hier in der Zeit zur michs bedenken! Weh mir, wenn Ewigkeit. ich sicher bin! Will die Welt 3. Mein Gott, ich weiß nicht, mich zu sich lenken; Ach, so wie ich sterbe, Weil ja der Tod schreib' mir in den Sinn: Du viel Wege hält. Dem einen mußt sterben, Menschenkind! Das wird das Scheiden herbe, Wenn die Weltlust mir zerrinnt, Die iener sanft und ruhig fällt. Doch mir sonst in allen Sachen Will wie du willst; gieb, daß da bei Mein Ende nur recht chriftden Tod geringer machen. M. Wer nur den lieben Gott. 7. Laß mich nicht die Buße lich sey. 4. Mein Gott, ich weiß nicht sparen, Bis die Krankheit mich ergreift; Sondern in gesunden wo ich sterbe, Und welcher Staub Jahren, Ehe sich die Sünde mein Grab bedeckt. Doch wenn häuft, Laß mich täglich Buße ich nur dies Heil ererbe, Daß thun, Daß die Ewigkeit mich mich dein Ruf zum Leben weckt; nun Frei von allem Dienst der So nehm ich leicht ein Räum Sünde Und mit dir versöhnet lein ein; Die Erd' ist allenthal ben dein. finde. 8. Herr, mein Gott, du wirst 5. Nun, liebster Vater, wenn es machen, Daß ich fröhlich ich sterbe; So nimm du mei sterben kann. Dir befehl ich nen Geist zu dir, Daß ich des meine Sachen, Nimm dich mei- Heilands Reich ererbe. Ja, hab' ner gnädig an! Deines Sohnes ich Jesum nur bei mir; So theures Blut Komm im Tode gilts mir gleich und gehts mir mir zu gut, Und mein letztes wohl, Wann, wie und wo ich Wort auf Erden Müsse Jesus, sterben soll. Jesus werden! 840. 543 Sterbe- und Begräbnißlieder. In voriger Melodie. 8. Nichts ist, das mich von 840.* Wer weiß, wie nahe Jesu scheide, Nichts, es sey Lemir mein Ende? ben oder Tod. Im Leben ist Die Zeit geht hin, es kommt er meine Freude, Mein Trost der Tod. Ach, wie geschwind in meiner letzten Noth. Mein und wie behende Kann kommen Gott zc. meine Todesnoth! Mein Gott, 9. Ich habe Jesum angezoich bitt', durch Christi Blut gen, Schon durch die Taufe ist Machs nur mit meinem Ende gut! er mein; Drum sey mir, Vater, 2. Es kann vor Nacht leicht auch gewogen; Laß mich dein anders werden, Als es am frü- Kind und Erbe seyn! Mein hen Morgen war. So lang' Gott zc. ich lebe hier auf Erden, Leb' ich 10. In Jesu Liebesmahl erin steter Todsgefahr. Mein quicken Sein Leib und Blut Gott 2c. mich, seinen Freund; Nichts kann 3. Herr, lehr mich stets mein mich seiner Hand entrücken, Sch End' bedenken; Und wenn ich bin mit ihm genau vereint. einstens sterben muß, Das Herz Mein Gott ze. zu Jesu Wunden lenken, Und 11. So komm mein End heut ja nicht sparen meine Buß. oder morgen; Ich weiß, daß Mein Gott 2c. mir's mit Jefu glückt. Er ists, 4. Laß zeitig mich mein Haus der mich in allen Sorgen, Der bestellen, Daß ich bereit sey für mich auch noch im Tod erquickt. und für, Und sage dann in al- Mein Gott z. len Fällen: Herr, wie du willst, 12. Ich leb', o Gott, in dir so schicks mit mir! Mein Gott ic. zufrieden, Und sterb' ohn' alle 5. Mach mich stets fähiger Kümmerniß, Mir gnüget, was zum Himmel, Verbittre mir die du mir beschieden; Ich glaube Luft der Welt! Gieb, daß mir fest und bin gewiß: Aus Gnain dem Weltgetümmel Die Ewig- den und durch Christi Blut Machst teit fey vorgestellt! Mein Gott ic. du's mit meinem Ende gut. 6. Ach, Bater, decke meine Sünde Mit dem Verdienste In voriger Melodie. Jefu zu, Damit ich hier Ver841.* ch sterbe täglich, und gebung die mein Leben Eilt Gott 20. längst erwünschte Ruh. Mein immerfort zum Grabe hin. Wer fann mir einen Bürgen geben, 7. Ich weiß, bei Jesu Kreuz Daß ich noch morgen lebend bin? und Wunden Hab' ich die rechte Die Zeit geht hin, der Tod kommt Ruhestatt; Da find' ich Trost her, Ach, wer doch immer ferin Todesstunden, Und mein Herz so gerne hat. Mein Und was tig wär'! Gott 2c. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Ist immer reif zum 544 Sterbe- und Begräbnißlieder. zum Sarg und Grab. Der 8. Kann ich die Meinen nicht Upfel, der den Wurm schon be- mehr segnen, So segne du sie get, Fällt endlich unversehens mehr, als ich Wenn lauter Thräab. Der alte Bund schließt nen um mich regnen, O Tröster, keinen aus; Mein Leib ist selbst so erbarme dich, Und laß, laß ein Todtenhaus. der Verlaßnen Schrein Vor dei3. Es schickt der Tod nicht nem Thron erhöret seyn! immer Boten, Er kommt sehr 9. Dringt mir der letzte Stoß oft unangemeldt, Und fordert uns zum Herzen, So schließe mir ins Land der Todten. Wohljden Himmel auf. Verkürze mir dem, der Haus und Herz be die Todesschmerzen, Und nimm stellt! Denn ew'ges Unglück, mich, Herr, zu dir hinauf: So ew'ges Glück hängt nur an ei wird mein Abschied keine Pein, nem Augenblick. 3war eilig, aber selig seyn. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in dei- mis In eigener Melodie, ner Hand. Wie lange du mir 842. Mas ſorgst du ängst. lich für dein Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich ben? Es Gott gelassen überge jeden Glockenschlag Zum Tode ben, Ist wahre Ruh und deine mich bereiten mag! Pflicht Du sollst es lieben, weis 5. Es kann vor Abend an- lich nüßen, Es dankbar als ein ders werden, als es am Mor- Glück besitzen, Verlieren, als gen mit mir war; Den einen verlörst du's nicht. Fuß hab ich auf Erden, Den an- 2. Der Tod soll dich nicht dern auf der Todtenbahr'. Ein traurig schrecken; Doch dich zur kleiner Schritt ist nur dahin, Weisheit zu erwecken, Soll et Wo ich der Würmer Speise bin. dir stets vor Augen seyn. Er 6. Ein eing'ger Schlag kann soll den Wunsch zu leben min alles enden, Und Fall und Tod dern, Doch dich in deiner Pflicht beisammen seyn; Doch schlage nicht hindern, Vielmehr dir Kraft nur mit Vaterhänden, Und schließ dazu verleihn. in Christi Tod mich ein, Daß, 3. Ermattest du in deinen wenn mein Leib zu Boden fällt, Pflichten, So laß den Tod dich Wie wenig deiner Sprich: sollt ich Der Geist an Jesu Kreuz sich hält. unterrichten, 7. Vielleicht kann ich kein Tage sind. Wort mehr sagen, Wenn Uuge, Gutes wohl verschieben? Nein, Mund und Ohr sich schleußt; meine Zeit, es auszuüben, I Drum bet' ich bei gesunden Ta- kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn gen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine böse Triebe, Wenn Luft der Lippen sich, So rede Jesu Blut Welt und ihre Liebe Dich re für mich! gen; und ersticke fie. Sprich: fann 545 Sterbe- und Begräbnißlieder. fann ich nicht noch heute ster-| M. Befiehl du deine Wege. ben? Und könnt ich auch die 843. Wenn dich in dunklen Welt erwerben, Beginn ich doch folch Uebel nie. Tagen Geheimer Kummer drückt, und unter stil: 5. Denk an den Tod, wenn len Klagen Dein Auge aufwärts Ruhm und Ehren, Wenn deine blickt, Wenn dann kein Licht Schäße sich vermehren, Daß du hernieder In deine Seele fällt; sie nicht zu heftig liebst. Denk So zage nicht, du Müder! Denn an die Eitelkeit der Erden, Daß, Gott regiert die Welt. joll sie dir entrissen werden, Dul 2. Er hat auch deinen Leiden dann dich nicht zu sehr betrübst. Ein weises Ziel bestimmt; Sie 6. Denk an den Tod bei fro- wandeln sich in Freuden, Wenn hen Tagen! Kann deine Lust er dich zu sich nimmt. Dann sein Bild ertragen, So ist sie wirst du heller sehen, Was hier gut und unschuldsvoll. Sprich, dem Blick entschwand, Schaust dein Vergnügen zu versüßen: von entwölkten Höhen Auf dieWelch Glück werd ich erst dort ses Prüfungsland. genießen, Wo ich unendlich leben soll. 3. Dann sind die Finsternisse Durch Gottes Lichtzerstreut; Die 7. Denk an den Tod, wenn die Ewigkeit. Dann fließt die Weisheit seiner Schlüsse Entdeckt deinem Leben Das fehlt, wornach die Reichen streben. Sprich: Freudenzähre, Dann tönt dein bin ich hier, um reich zu feyn? froher Dank; Der Erde Schmach Wohl mir, wenn ich in Christo wird Ehre, Die Klage Lobgefang. sterbe! Dann ist ein unbeflecktes Erbe, Dann ist des Himmels Reichthum mein. 4. Vollbracht ist, Gott zum Preiſe, Dein kurzer Lebenslauf; Du wurdest gut und weise, Drum nahm der Herr dich auf. Nun 8. Denk an den Tod, wenn schwinden dir die Freuden BeLeiden kommen. Sprich: alle währter Tugend nie; Gott prüfte Trübfal eines Frommen Ist zeit- sie durch Leiden, Und nun belich, und durch Hoffnung leicht. lohnt er sie. Ich leide; doch von allem Böfen Wird mich der Tod bald, Erleuchte deine Nacht, Und zeige 5. Dies hemme deine Sorgen, bald erlösen; Er ists, der mir dir den Morgen, Der einst dich die Krone reicht. fröhlich macht. Dies lehre mit 9. So fuche dir in allen Fäl- Vertrauen Auf Gott, den Herrn len Den Tod oft lebhaft vorzu- der Welt, Dich dann noch auf stellen; Dann wirst du ihn nicht wärts schauen, Wenn ganz dein gitternd scheun; So wird er dir Glück zerfällt. in Trost in Klagen, Ein weiser 6. So fammle denn im Stile Freund in guten Tagen, Ein len Den Trost der Vorsicht ein! Schild in der Versuchung seyn. Ihr Rath wird sich enthüllen, Ihr M m 546 Sterbe- und Begräbnißlieder. Ihr Licht wird dich erfreun. Du flehen. Denn was hatt'st du fegneft einst die Pfade, Uuf de- nicht vollbracht, Als du riefft: nen Gott dich führt, Und dan- es ist vollbracht! left seiner Gnade, Die deinen Gang regiert. M. Meinen Jesum laß mich nicht. 845.* Liebster Jefu, laß mich nicht, Schau auf M. Jesus meine Zuversicht. 844. Gefus wills! wir leben mich, wenn ich muß kämpfen, noch, Leben noch in des ein Pilgerhütten. Alle trugen einst bricht: Hilf, daß ich sie möge dies Joch, Alle, die die Kron' dämpfen, und durch deines Kreuerstritten. Endlich, endlich kommt zes Tod Ueberwinden alle Noth. der Tod, Führte fie, führt uns zu Gott. 2. Treuer Jesu, laß mich nicht; Du bist ja ein Arzt der Schwa 2. Jesus lebte selber hier, Lebte chen, Und gedenkst der Liebe selbst in Pilgerhütten. Uch, viel Pflicht, Daß du willst mich se mehr, vielmehr als wir, Hat der lig machen. Meine Kräfte nei Göttliche gelitten! Standhaft laß im Kampf uns stehn, Stets auf dich, Vollender, sehn! gen sich; O mein Jesu, stärke mich! 3. Starker Jesu, laß mich 3. Was ist dieses Lebens Zeit, nicht; Da ich einzig dir anhange 3. Was ist dieses Lebens Zeit, zwar erschreckt mich das Ge Diese schwüle Mittagsstunde, Gegen die Unsterblichkeit? Doch richt, und die Sünde macht mich bange; Aber dein Verdienst und an dieser kurzen Stunde, Hängt, Huld Decket alle meine Schuld. bu unerforschter Gott, Gleichwohl Leben oder Tod. 4. Liebster Jesu, laß mich 4. du unsre Zuversicht, nicht, Wenn ich soll, was zeit: Unser Theil ist einst das Leben! lich, segnen. Führe mich, du Wenn auch unser Auge bricht, bist mein Licht. Laß die Engel Wirst du, Mittler, uns es geben. mir begegnen, Daß fie mich zur Gottes und des Menschen Sohn, ewgen Ruh Tragen nach dem Deinen Frieden gabst du schon. Himmel zu. 5. Daß wir dein sind, nicht 5. Treuer Jefu, laß mich nicht; der Welt, Daß du uns wirst Durch dich kann ich freudig ster auferwecken, Dieſe Kraft der ben. Niemand kann, wie dein bessern Welt Laß in unserm Tod Mund spricht, Ohne dich den uns schmecken. Gieb uns mehr Himmel erben. Darum, bleib, noch, als wir flehn, Mehr noch, ach, bleib bei mir, Daß ich felig als wir jetzt verstehn. sterb' in dir. 6. Wenn wir einst, um aus 6. Jesu, laß auch diese nicht zuruhn, Zu den Todten Gottes Die dann bitter um mich wei gehen, Wollst du überschweng- nen. Laß dein gnädig Ungesicht lich thun, Ueber alles, was wir Ihnen stets mit Trost erscheinen. Führ 547 M. Was Gott thut, das ist. 6. Wohlan, so komm, o Gotteslamm, Mein Hirte, Trost und Leben, Mein bester Freund und Bräutigam, Dem ich mich ganz ergeben! Komm bald zu mir, du bist Mein Hirte, Nimm mich mit dir Aus diesem 846.* treuer Jefu, der Troft und Leben, Mein bester Meer der Leiden Ins Reich der Freund, der nie vergißt Den, ewgen Freuden! der sich ihm ergeben, Ich bitte dich Ganz inniglich, Laß mich doch In eigener Melodie, nicht verderben, Wenn kommt 847.* ch bin, o Herr, in die Zeit zu sterben. Sterbe- und Begräbnißlieder. Führ sie aus dem Ungemach Endlich in den Himmel nach. 2. Steh mir an meinem En- haft mich an das Licht gebracht, de bei, Und hilf mir überwin- Und du erhältst mir auch das den. Sprich mich von meinen Leben. Du kennest meiner Mon= Schulden frei, Sprich, Herr, den Zahl, Weißt, wenn ich diemich los von Sünden. In aller fem Jammerthal Das letzte Les Noth Sen mir dein Tod, Dein bewohl muß geben. Wo, wie unverdientes Leiden Ein Quell und wann ich sterben soll, Das der größten Freuden! weißt du, guter Vater, wohl. 3. Erscheine mir zur Ster- 2. Wen hab ich doch, als benszeit Mit deinen offnen Wun- dich allein, Der mir in meiner den. Was du zu meiner Se- letzten Pein Die Furcht des Scheiligkeit Aus treuer Lieb' empfun- dens hilft bezwingen? Wer nimmt den, Dein theures Blut Komm sich meiner Seele an, Wenn nun mir zu gut, Und labe meine Seele, mein Leben nichts mehr kann, Daß mir's an Trost nicht fehle. Und ich muß mit dem Tode rin4. Und wenn ich nicht mehr gen? Wenn allen Sinnen Kraft sprechen kann, Noch meinen gebricht? Thust du es, Gott, Mund bewegen; So nimm die mein Heiland, nicht? schwachen Seufzer an, Die sich 3. Mich dünkt, da lieg ich im Herzen regen. Laß für und schon, und seh' Den kranken Leib für Ulsdann in mir Den süßen mit Uch und Weh, Das Herz Troft erschallen, Daß, die dir mit Todesangst befallen; Gehör traun, nicht fallen. und Sprache nehmen ab, Die 5. 3u dir fleh' ich, o treuer Augen starren hin aufs Grab; Bott: Du wollest mich umfas Berlassen bin ich nun von allen, en, und mich in meiner Todes: Auch selbst von des Gewissens noth Nicht aus den Armen las Ruh; Es seht mir stets mit en. Ach, stürb' ich doch Selbst Drohen zu. eute noch, Wenn ich das Glück 4. Schon hör' ich der Posaune önnt erben, In deiner Huld Ton, Ich sehe meinen Richter u sterben! schon, Und vor ihm alle Völker Mm 2 stehen 548 Sterbe- und Begräbnißlieder. stehen. In seiner Hand ist Heil Qual, Daß Todesfurcht mid und Fluch, Unwiderruflich ist ängstlich macht und schrecket sein Spruch, Ihn täuschet nicht Wie kommts daß den, den dein des Heuchlers Flehen. Wer hilft Huld bedecket ,, Noch grauet va mir nun in solcher Noth, Wenn dem finstern Todesthal? du nicht hilfst, mein Herr und Gott? 2. Mit Dank muß ich vo deiner Güte sagen, Wie du min 5. Ein hoher Trost erquickt durch das Leben hast getrager mich hier: Ich hab' allein ge- Die Seele oft mit reichem Tre fündigt dir, Der du die Misse- erquickt. Ich weiß, wie o that vergiebest. Du, Vater, mir Rath und Muth verschwan nimmst dich meiner an; Was den; Doch weiß ich auch, w ist, das dem nun schaden kann, du mir beigestanden, Daß mi Dem du verzeihst, und den du die Last der Trübsal nicht liebest? Getroft geh' ich zum drückt. Richter hin; Ich weiß, daß ich versöhnet bin. 3. Nun aber will die Fur den Glauben schwächen, Da 6. Ich bin besprengt mit Christi die dunkle Todesnacht durchb Blut; Er ist und bleibt mein chen, und durch das Grab höchstes Gut; Ich weiß, daß ich Freude dringen soll. Ach, fül ihm angehöre. Doch fällt in mich hindurch, o mein Errett meiner Todespein Mir noch ein Mit starker Hand entreiß m banger Zweifel ein, So rette diesem Wetter! Es stürzt auf m mich zu deiner Ehre, Daß nichts und macht mich schreckensvol mich reiß' aus deiner Hand, An welchen du so viel verwandt. 4. Dein Licht, das mir du manche Nacht geführet, T 7. Nein, nein! du hältst mich helles Licht, das nie den Gl fest, mein Heil! Ich bin dein verlieret, Umstrahle mich in Glied; mein bestes Theil Werd' desfinsterniß! Geh, Sonne ich bei dir, o Herr, besigen. mit deiner Kraft zu theilen, D Da spott' ich aller Angst und Trost die finstre Wolke zu Noth; Da kann kein Leiden und theilen; Herr, mache mich kein Tod Auf mich mehr don deines Heils gewiß! nern oder bliken. So lang ich 5. Du bist mein Fels, lebte, war ich dein; Dein werd' föhner meiner Sünden. ich auch im Tode seyn. In eigener Melodie. als bei dir, kann ich Er ckung finden, Wenn mir der das matte Herz zerbricht? Mu ch sehne mich, mein noch hier im finstern Thaler dern, irren noch von ei über, Du bist mir ja, mein höch- Ort zum andern; So laß ich stes Gut, viel lieber, 21s diese von dir, mein Heiland, nic Welt. Woher kommt denn die 6. Gott, du kannst T Sterbe- und Begräbnißlieder. 549 Tode uns entheben, Du hilfst Weiche, Furcht des Todes, weich! ? den Seelen, die sich dir ergeben; Engeln macht der Tod mich Du wirst an mir, mein Vater, gleich. Großes thun! Du willst mich 6. Frei von jeglicher Beja dereinst zur Freud' erwecken. schwerde, Losgewunden von der. So laß mich hier schon deine Nacht, Flieg ich über Zeit und Liebe schmecken, In ihr laß mich Erde, Fühle ganz: es ist vollvor Angst gesichert ruhen. bracht! Ueber Bitten und Ver stehn Werd ich dann mich glückM. Gott des Himmels und der. lich sehn. 849. Weiche, Todesschrecken 7. Bald, o bald ists überstanweiche! Freu des den; Ruhig harr ich, Herr, auf Todes dich, mein Herz! Liegt dich! Viele tausend überwanfie da, die kalte Leiche; Weg- den; Ueberwinden werd' auch geweint ist dann der Schmerz, ich. Lauter noch, als die NaUnd der Thränenquell versiegt, tur, Ruft mein Heiland: Wenn mein Staub im Staube glaube nur! reliegt. 8. Was in mir dich Heiland 2. Tod, du heilest jede nennt, Trotzt des Todes AUBunde, Jeden Kummer endest gewalt. Wenn mein Herz in du. Flieht der Odem mir vom Sehnsucht brennt, Rufet: komm, Munde, O dann eil ich Engeln Erlöser, bald! O dann komm, zu. Ruht im Grabe mein Ge- und deine Hand Löse sanft das bein, Dann werd' ich in Frei- Lebensband! beit seyn. t ft 9. Sollt ich zagen? sollt 3. Nimm für alle Erden- ich beben? Jesus Christus führet freuden, Vater, heißen Dank mich Durch des Todes Nacht von mir! Dank für alle mei- ins Leben. Zagen sollt' ich, bene Leiden Sagt die frohe Seele, ben ich, Wenn, der starb und dir! Doch entführst du beiden ewig lebt, Bald mich in sein mich, Preif ich herzlicher noch Reich erhebt? dich. M. Alle Menschen müssen. 4. Hier nicht, dort nur, dort nur quillen, Freuden, ungetrübt 850. We enn wir unsern von Qual; Eins mit deinem Lauf vollenden, Baterwillen, Trint ich Freuden Wenn wir unsre Seelen nun ehne Zahl. Mich, von Erd' Uebergeben deinen Händen, Um und Sünde los, Nimmt die in deinem Schooß zu ruhn; EiRuh' in ihren Schooß. len wir aus allen Leiden Hin 5. Welche Freude soll mich zu deiner Engel Freuden, Ewig, babesten An die Erde, an die Zeit? Gott, bei dir zu seyn, Ewig Nein, mit allen meinen Kräften deiner uns zu freun! Ring' ich nach Unsterblichkeit. 2. Wir, zu Gnaden ange00 nommen, 550 Sterbe: und Begräbnißlieder. nommen, Hoffen, Vater, voll Wege gehn, Einst mit ihnen Vertraun Auch, wie sie, mit dich zu sehn! allen Frommen Deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit M. Befiehl du deine Wege. wird uns schmücken, Gleiche 851.8 lobten Engelchöre Wonne uns entzücken; Wir, erIm hohen Jubelton hoben in dein Reich, Werden Den Schöpfer ihrer Heere Viel deinen Engeln gleich. tausend Jahre schon; Es glänz 3. Dieses Glückes der Erlö- ten Berg und Fläche, Die sten, Dieser Wonne, dich zu Sonne kam und wich, Der fehn, Dürfen wir im Tod uns Mond beschien die Bäche, Noch trösten, Wenn wir deine Wege aber nicht für mich. gehn, Wenn wir ringen, schon 2. Es weckte mich kein Mor auf Erden Deinen Engeln gleich gen; Es schien kein Erdentag zu werden, Standhaft in der Ins Dunkel, wo verborgen Der Heiligkeit, Dir zu dienen stets Ungeborne lag; Noch sang der bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen, Und, den Engeln gleich, uns freun, Immer heller dich Vögel keiner Mir seinen Liebe Der Sonn' und Mond erschuf. ruf; Doch er gedachte meiner, 3. Er weckte mich zum Le zu kennen, Vater, folgfam dir ben, 3ur Tugend und zur Luft, zu seyn; Wenn wir hülfreich 3um ersten Wonneleben Un gern mit ihnen Unfern schwächern meiner Mutter Brust. Es wan an ihrem Herzen Mein BettBrüdern dienen; Wenn es unfer Herz bewegt, Daß der Sün- lein mir gemacht; Sie trug mit süßen Schmerzen Mich eine der in sich schlägt; kurze Nacht. 1 5. Wenn wir Kinder in Ge 4. Da grüßt ich sie mit Weifahren Leiten, nie verführen sie, nen, Und schwieg in ihrem Sie, wie Engel thun, bewah Schoof; Sah Mond und Sonn ren, Kinderfreunde stets wie sie; scheinen, Und Treue zog mid Wenn durch Beispiel, wie durch groß. Mit Gottes Segen frönt Lehren, Wir sie reizen, dich zu Sich Unger, Busch und Feld ehren, Ihre Jugend dir zu Mein Lebgefang ertönte 3um weihn, Sich der Frömmigkeit Vater dieser Welt. zu freun. 5. Der Tag mag nun ver 6. Welch ein Heil, Gott, gehen, Der Morgen wieder graum schon auf Erden, Engeln an Wo Gottes Lüfte wehen, D Vollkommenheit Immer ähn- will ich sicher traun. Und wen licher zu werden, Aehnlich einst ich schlafen werde Die fur an Seligkeit! Laß uns nicht in Todesnacht; Ruh ich in Gotte eiteln Träumen Dieses große Erde, Beschützt von Gotte Heil versäumen; Lehr uns deine Macht. 6. So Sterbe- und Begräbnißlieder. 551 6. So wie am Mutterherzen 5. Die Engel steigen nieder, Der Säugling ruhig liegt; So Voll froher Jubellieder, Die schlaf' ich ohne Schmerzen, Von Seele zu empfah'n. Er stimmt Hoffnung eingewiegt. Dann in ihre Chöre Anbetung, Preis sprossen Gras und Blüthe Aus und Ehre Dem Mittler, seimeinem Grab hervor, Mein nem Heiland, an. Geist fingt Gottes Güte In höh'rer Geister Chor. 6. Gott, laß mich ernstlich streben, So in der Welt zu le= 7. Im Sterben Hoffnung ge- ben, Wie man dies Glück erben Mag Erdenweisheit nicht; wirbt, Daß ich als Himmels: Jedoch bei dir ist Leben, Ist erbe Einst auch so freudig sterbe, Lebenskraft und Licht! Du siehst Wie der bewährte Fromme der Schöpfung Enden, Und, stirbt. was dich Vater heißt, Das ruht in deinen Händen; Empfange meinen Geist! In eigener Melodie. 853.* Melt, ach Welt, M. Nun ruhen alle Wälder. dein bin ich műde; Ich will nach dem Himmel 852. Wie sanft fehn wir zu. Da wird seyn der rechte den Frommen, Nun Friede Und des Herzens wahre bald der Erd' entnommen, Sich Ruh. Welt, bei dir ist Krieg feinem Ziele nahn! Wo sich des und Streit, Thorheit, Tand Lebens Freuden Vom frechen und Eitelkeit, In dem Himmel Sünder scheiden, Da gehn des allezeit Friede, Freud' und SeChristen Freuden an. ligkeit. 2. Er lächelt seinem Ende, 2. Wenn ich werde dahin Und hebt voll Dank die Hände fommen, Werd' ich aller Krank: Zu seinem Vater auf. Gesichert heit los, Und der Trübsal ganz vor Verderben, Kann er nun entnommen, Ruhen sanft in Got fröhlich sterben Nach einem woht- tes Schooß. In der Welt ist vollbrachten Lauf. Angst und Noth, Endlich gar 3.Sein ruhiges Gewissen Bebt der bittre Tod; Aber dort ist nicht vor Finsternissen Der Bahn, allezeit Friede, Freud' und Sedie er nicht fennt. Des Toligkeit. des finstre Pfade Erleuchtet ihm 3. Was ist dieser Erde FreuDie Gnade Des Gottes, den er de? Nah' ist ihr das Herzeleid. Vater nennt. Nach des Höchsten Rath sind 4. Er fegnet froh die Seinen, beide Auf des Lebens Weg ge Die um sein Lager weinen, Er- streut. Welt, bei dir ist Krieg mahnt und tröstet sie. Und sei- und Streit, Unruh, Thorheit, her Treue wegen Ruht auch Eitelkeit, In dem Himmel alledes Höchsten Segen Auf ihnen, zeit Friede, Freud und Seund verläßt sie nie. ligkeit. 4. Unaus 552 Sterbe- und Begräbnißlieder. 4. Unaussprechlich herrlich 9. Stets will ich mich fertig finget Gottes auserwählte Schaar machen, Daß mein Thun vor Und das Heilig, Heilig klinget dir besteh', Daß, mag auch der In dem Himmel immerdar. Weltbau krachen, Ich zu dir, Welt, bei dir ist Spott und Sohn Gottes, geh'. Welt, in Hohn, Und des Jammers bittrer dir ist viel Geschrei, Sünde, Ton; Aber dort ist allezeit Falschheit, Heuchelei, In dem Friede, Freud' und Seligkeit. Himmel allezeit Friede, Freud' 5. Unserm Lachen folgt bald und Seligkeit. Beinen; Denit die Freude blei bet nicht. Will uns auch die M. Wer nur den lieben Gott. Sonne scheinen, So hemmt doch 854.* Das Grab ist da! mein dir ist Angst und Noth, Sorg' Bette, Wo ich den Tod umar: und dann zuletzt der Tod, In men soll. Ach, wer sich gut be dem Himmel allezeit Friede, reitet hätte, Entschliefe sanft und Freud' und Seligkeit. ruhte wohl! Wie mancher denkt So 6. Heil mir! denn es wird jetzt kaum daran, Daß ihn der geschehen, Daß auch ich in tur- Tod bald treffen kann! zer Zeit Meinen Heiland werde 2. Das Grab ist da! Se sehen In der großen Herrlich heißt es immer, Wir gehen ein, keit. Heil mir! denn bei uns wir gehen aus. Die Welt hat ist Noth, Müh und Furcht bis zwar viel Pracht und Schimmer, in den Tod; Uber dort ist allezeit Doch ist sie ein geborgtes Haus. Friede, Freud' und Seligkeit. Sitzt man im größten Glüde 7. Heil dem, der dorthin ge: hier, So steht der Tod schon langet, Wo der schöne, große vor der Thür. Bu ad Chor In des Himmets Kronen 3. Das Grab ist da! Oft bei pranget, Und dieStimme schwingt den Wiegen. Wie manches Kind empor! Denn die Welt ist voll grüßt kaum die Welt, So muß von Streit, Und ihr Thun ist es schon im Sarge liegen, Weil Eitelkeit, In dem Himmel alle keines sich der Tod enthält, Und zeit Friede, Freud und Se- alles ohne Schonung bricht, Die ligkeit. die Frucht fen zeitig oder nicht. 8. Zeit, wann wirst du doch 4. Das Grab ist da! Dit anbrechen! Stunden, o wann besten Jahre Sind oft des bla schlaget ihr, Daß ich nun mit sen Todes Raub. Er wirft dit dem fann sprechen, Der mich Stärksten auf die Bahre, Di liebte für und für! Welt, in Schönsten streckt er in den Stau dir ist Sturm und Streit, Trüb- Ja, jeder Schritt, den wir voll fal, Noth und Traurigkeit; Aber bracht, Bringt näher uns zur dort ist allezeit Friede, Freud' Grabesnacht. und Seligkeit. 5. Das Grab ist da! Bi werden die in Sterbe- und Begräbnißlieder. 553 werden älter, Und gehen auf bricht? Und doch erschreck ich den Kirchhof zu. Die Glieder nicht dafür; Mein Grab wird werden immer kälter, Und seh- mir zur Himmelsthür. nen sich zur Grabesruh. Denn 11. Das Grab ist da! Wie Sterben ist der feste Schluß; wenn sichs zeigte, Daß schon Der Junge kann, der Alte muß. Gefahren mich bedroh'n? Wie 6. Das Grab ist da! Wie wenn ich's heute noch erreichte? follt' ich wähnen, Daß es noch Die Zeit eilt flügelschnell davon; ferne von mir sey? Denn man Doch, ich bin immerdar bereit, begräbt ja den und jenen, Und Mein Grab sey nahe oder weit. jeder kommt an diese Reih'. 12. Das Grab ist da! Weg Wie manchen legt man auf die Eitelkeiten! Durch euch vergißt Bahr', Der jünger und gesunder war. man nur das Grab. Ich will mich täglich so bereiten, Daß 7. Das Grab ist da! Ich ich den Tod vor Augen hab. will mit Buße Dahin stets meine Ich bin ein Mensch, mein Ziel Wallfahrt thun. Dir, meinem ist nah'. Ich wache stets, das Gott, fall ich zu Fuße; Ach, laß Grab ist da! mich nicht in Sünden ruhn! Wer Sünde mit sich nimmt ins M. Alle Menschen müssen. Grab, Stirbt dir und auch dem 855. Dir zu leben, dir zu sterben, Ewig VaHimmel ab. 8. Das Grab ist da! Soll ter, dein zu seyn, Mit des HimTrost mich laben, So muß mein mels frommen Erben Hier schon Herz im Glauben sich Mit Jesu deiner mich zu freun, Und mit fest verbunden haben. Mein ruhigem Gewissen Einst mein Heiland, ich umfasse dich. Du Auge fanft zu schließen; Dieſe macht mir fanft und leicht den Gnade wünsch ich mir; Die erTod, Stehst bei mir in der letz: bitt' ich mir von dir! ten Noth. 2. Daß ichs könne, laß mich 9. Das Grab ist da! Mein streben, Frei von Wahn und furzes Leben Soll künftig desto glaubensvoll Stets gerecht vor frömmer seyn! Wollt ich nach dir zu leben, und zu leisten, was Ehr und Reichthum streben; ich soll. Ja, mein Gott, gieb Was fpräche dann mein Leichen Licht und Stärke, Daß im Fleiße fein? Die Grabfchrift, die die guter Werke Ich, beständig dir Tugend gräbt, Macht, daß man getreu, Jeder Tugend Vorbild fey. noch im Tode lebt. 3. Gerne will ich nüttich 10. Das Grab ist da! Das werden, Ungehorsam keiner Pflicht, Weltgetümmel Stört mich bei Nie ein Aergerniß auf Erden, dem Gedanken nicht: Je näher Auch nach meinem Tode nicht; Grab, je näher Himmel. Wer Seelen noch nach seinem Sterweiß, wie bald das Herz mir ben Ihre Freuden zu verderben. Sie 554 Sterbe- und Begräbnißlieder. Sie zu reizen, dich zu fliehn; und Noth! Heute roth und morWelch ein Fluch! Wie fürcht' gen todt! ich ihn! 3. Eins folgt stets dem an4. O wer wollte nicht auf dern nach; Niemand kann vom Erden Immer streben, gut zu Tod erretten. Adam, der die seyn, Um ein Denkmal einst zu Frucht einst brach, Und wir alle werden, Deß sich die Gerechten müssen treten Zu des Grabes freun? Ja, ich will die Sünder Schlafgemach. Eines folgt dem locken, Daß sie nie ihr Herz andern nach. verstocken, Und mit mir zum Biele gehn, Deine Herrlichkeit zu sehn. 4. Mensch, es ist der alte Bund: Nichts kann vor dem Tode schüßen. Bist du heute noch gesund, Was wird dir es fällt, Nie zu Bank und bitterm Haffe morgen nüßen? Morgen Meinen Erben Reiz verleiht, Will der heute stund; Mensch, es ist ich früh schon weislich sorgen; der alte Bund! Denn mein Tod ist mir verbor5. Daß auch, was ich hinter laffe, Nie zur Ungerechtigkeit, gen. Freudig scheid' ich von der Welt, Hab' ich so mein Spaus bestellt. 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod? Ich will sterben, eh' ich sterbe, So wird mir die lette Noth, Wenn sie kommt, nicht 6. In den letzten Augenblicken schwer und herbe. Rüste mich Sey mein Herz, von Sorgen dazu, mein Gott! Ach, wer frei! Sagen müß' ich voll Ent- weiß, wie nah mein Tod! zücken: Du, mein Vater, stehst 6. Selig, wer in Chrifto stirbt; mir bei, Du, dem ich nun meine Christi Tod wird ihm zum Leben, Seele Und die Meinigen em: Wer um seine Liebe wirbt, Kann pfehle. Welch ein Ende! Guter sich ihm getrost ergeben, Weil er Gott, Gieb mir einen solchen Tod! ewig nicht verdirbt. Selig, wet in Christo stirbt! M. Jesus, meine Zuversicht. 856.5 M. Christus der ist mein Leben. und eute mir Heute tiefen morgen dir!« 857. Verzeih ber Tönt mirs, wenn die Glocken Trauer, Die un klingen, Und wir die Verstorb- ser Herz erfüllt! Wir seh'n mit nen hier auf die Gottesäcker bangem Schauer Des Todes bringen. Der Begrabne rufet Schreckensbild. mir: Heute mir, und morgen dir! 2. Was ist des Menschen Le 2. Heute roth, und morgen ben? Was ist des Menschen Kraft? todt! Unser Leben eilt auf Flü: Gott, von Angst umgeben geln; Und wir haben täglich Wird er oft hingerafft. Noth, Daß wir uns an andern 3. Gesund und muthig schrei spiegeln. Wie bald endet Freud' tet Er durch die Welt einher. Ein Sterbe- und Begräbnißlieder. 555 Ein Unglück wird bereitet, Und man sie nicht ein. Sie werden ach, er ist nicht mehr! nur dort oben Vom Vater auf: 4. Wer zählet die Gefahren, gehoben, und werden unverloren Die uns auf Erden droh'n? seyn. Willst du uns nicht bewähren; So stürzen sie uns schon. 2. Sie find ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Von Jesu 5. Auf allen unsern Stegen eingeweiht. Sie sind bei Gott Umhüllt uns Dunkelheit, Und in Gnaden; Wie könnt' es ihoft ist Noth zugegen, Wo unser Herz fich freut. 6. Doch alles, was geschiehet Erfolgt auf dein Gebot. Du willst; der Tod entfliehet. Du willst; so kommt der Tod. 7. Ach, dies nur macht uns stille. Wir sind in deiner Hand, Und gnädig ist dein Wille, Ullweise dein Verstand. nen schaden, Daß ihnen Jesu Ruf gebeut? 3. Der Christ wird kämpfen müssen, um nichts hier einzubü ßen, Und nicht hier durch Vers gehn Den Tod sich schwer zu machen; Bedenke diese Sa chen, Wie schwer sie auszuführen stehn! 4. Ist jemand alt an Jahren; 8. Wo wir oft ängstlich zagen, Hat er oft viel erfahren, Was Erhöhst du unser Glück, Und ihn noch heute kränkt, Und unlenkst von trüben Tagen Uns ter tausend Stunden Kaum etwunderbar zurück. liche gefunden, Woran er mit 9. Auch wenn des Todes Vergnügen denkt. Grauen Uns plötzlich niederreißt, 5. 3war wer in seiner Jugend Darf unser Geist dir trauen; Den Weg zur wahren Tugend Du liebest unsern Geist. Durch Jesum Christum findt, 10. Er kann und wird nicht und sich den theuren Glauben sterben; Er eilet nur hervor, Hat niemals lassen rauben, Der Entreißt sich dem Verderben, lebt und stirbt als Gottes Kind. Und schwebt zu dir empor. 6. Allein wo sind die Klei11. O lehr uns wachen, be- nen, Die jetzt noch so erscheinen, ten, Und stets besonnen seyn, Wie sie das Wasserbad Vor Daß, wenn wir vor dich treten, Gottes Auge stellte, Und die die Wir deines Heils uns freun. Welt nicht fällte, Nicht noch in ihrem Netze hat? 12. Da schwinden dann die Schrecken Auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmet fen: Der Tod war nur Gewinn. 7. Sich Jesu zu ergeben, In dieser Welt zu leben, und doch ihr Freund nicht seyn, Erfordert größre Kräfte, Uls menschliche Geschäfte; Das kann mir Gott M. Nun ruhen alle Wälder. 858.* Menn kleine Himmelserben In ih ter Unschuld sterben; So büßt allein verleihn. 8. Wie gar leicht nehmen Kinder Durch uns erwachs'ne Sünder Sterbe- und Begräbnißlieder. 556 der Das böse Feuer an! O Glück, M. Mache dich mein Geist. wenn wir nun wiſſen, Nichts sey 860.* Meine nicht, Gott lebt mehr einzubüßen, Daß sie kein Tod mehr tödten kann! ja betrübte Seele! Drückt dich gleich 9. Owohl auch diesem Kinde! ein hartes Joch In der Trauer: Es stirbt nicht zu geschwinde. höhle; Nur Geduld! Gottes Huld Zieh hin, geliebtes Kind! Du bist Giebt auf Dornen Rosen, In nun unverloren Bei denen, die er Egypten Gosen. koren, Und ewig unsers Jefu find. 2. Beine nicht, Gott denkt an dich, Wenn du scheinst verlasſen. Es wird seine Treue dich Dann so fest umfassen, Daß die Welt Eh zerfällt, Eh er dich verlassen, Oder gar wird hassen. ken hemmt des Todes Nacht, Ihm winkt der Herr; nun legt er ab Den Hirtenstab; Es öffnet sich für ihn das Grab. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, Scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich Seinen Kelch 2. Ach, unser Lehrer ruhet dort! geschmecket; Strömt schon bier Der Mund, aus welchem wir Freude dir; Gott läßt nach dem das Wort Des Lebens oft ver- Weinen Seine Sonne scheinen. nahmen, spricht Nun länger nicht 4. Weine nicht, Gott höret dich, Zu unserm Trost und Unterricht. Wenn du ängstlich girreft. Wenn 3. O möcht' uns sein Gedächt- du dich gleich wunderlich In die ; Denn niß noch Gesegnet seyn, o trüge Noth verirrest: Rufihn an; doch Der Saame, den er ausge- er kann Deinen Unglückswellen streut Hier in der Zeit, Viel Ihre Gränzen stellen. Früchte für die Ewigkeit! 4. Was je zur Lehr' und Besse: rung Sein Fleiß gethan an alt 5. Weine nicht, Gottliebet dich, Wenn die Welt gleich baffet, Und so mancher giftge Stich Ihrer Wuth dich fasset. Wen Gott liebt, und jung, Was er gewirkt durch Nichts den trübt; Will gleich alles Werk und Wort Un diesem Ort, Das wirke noch zum Segen fort! krachen, Er wird ihn bewachen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für 5. O hätte keiner ihn betrübt! dich. Was kann dir nun fehlen? Wem er gedient, wen er geliebt, warum will dein Herz doch sich Ben seine Hand durch Mildigkeit Stets mit Sorgen quälen? Wirf Hier oft erfreut, Der ehr' ihn auf ihn Alles hin; Er wird deine noch durch Dankbarkeit! Sachen Bald ganz herrlich ma M. Ich hab mein Sach Gott. 859. Er hat sein Tagewerk vollbracht! Sein Wir 6. Einst werden wir ihn wie- Ichen. derfehn, Mit ihm vor Einem Rich 7. Weine nicht, Gott tröstet dich ter stehn. Nimm uns, o Gott, in Nach den Thränengüssen. Endlich Gnaden an, Daß jeder dann Des wird der Kummer sich mit dem Wiedersehns sich freuen kann! Grabe schließen. Durch den Tod Stirbt Sterbe- und Begräbnißlieder. 557 Stirbt die Noth, Und wenn der Hirten Armen Ist ewig dann er: erscheinet, Hast du ausgeweinet. quickt der Geist. Der Tod, was M.- Wachet auf, ruft uns die. ist er mir? Des rechten Lebens Thür. Gott öffnet sie. O Herr= 861.* Sterben führet uns lichkeit! In Gott erfreut Sing' zum Leben. Getrost, ich ihm Dank in Ewigkeit. die ihr seyd Gott ergeben! Des Todes Macht ist längst dahin. M. Alle Menschen müssen. Nur der Leib wird einst verwesen; 862. Auf! von Moder und Doch steht er auf, und wird geneVerwesung Blicke fen; Der Christen Tod ist ihr dort hinauf, mein Geist, Wo im Gewinn. Was ist's, das an uns Friedensthal Genesung Dir von stirbt? Das Irdische verdirbt. allem Jammer fleußt! Nur die O welch ein Trost! Gelobt sey Hülle wird zerfallen; Aber du, Gott in Todesnoth! Er hilft mein Geist, wirst wallen, Frei den Seinen durch den Tod. von aller Erdennoth, Fessellos hinauf zu Gott. 2. Unser Feind ist überwunden; Der Strick zerreißt, der uns ge- 2. Ach des Wonnetags, der bunden; Wir sind von allem wieder, Was am Grabe fromm Jammer los. Unfre Freuden sind geweint, Eltern, Kinder, Schweunendlich, Und Gott wird uns stern, Brüder, Freund und Gat= als Gott recht kenntlich, Und seine ten neu vereint! Wenn, gelehrt Majestät recht groß. Wie selig von Himmelsweisen, Wir des ist der Geist, Wenn er ihn dorten Vaters Liebe preifen, Der aus preist! Halleluja! Ruft er durch Irrthum, Schmach und Gram Gott, Und alle Noth, Ja selbst Uns in seine Ruhe nahm. der Tod ist nur ein Spott. 3. Bald vielleicht, ach bald 3. Sollt' uns noch das Grab verschwunden Ist auch unsre Leanfechten, Da Jesus sißt zu Got: benszeit. Ueberwunden, überwuntes Rechten, Der von dem Tod' den Ist dann ewig alles Leid. D erstanden ist? Unser Haupt kann laßt Gottes Weg uns wandeln, nicht mehr sterben, Kein Glied Immer gut und christlich hanan seinem Leib' verderben; Sein deln, Daß wir, wenn der Vater Glied ist jeder wahre Christ. Mich ruft, Freudig sinken in die Gruft. schrecket nicht die Gruft, Weil Jesus einst mich ruft. So wahr er M. Ein Kind, dem keines. lebt, Er nimmt auch mich Dereinst 863. Einst reift die Saat, ju fich. Erlöste Seele, freue dich! 4. Freue dich, du wirst dann Jesu Christi Leben. O, die ihr treten Vor Gottes Thron, den meinen Glauben schmäht, Wie anzubeten, Der heilig, heilig, hei werdet ihr dann beben? Ihr Spotlig heißt. Jesus trägt dich mit ter des Gerichts, ihr fleht, Fleht Erbarmen, Und in des guten dann, wenn ihr vom Tod ersteht: Fallt 558 Sterbe: u. Begräbnißlieder.-Som jingst. Gerichte. Fallt über uns, ihr Berge!-tet. Wir schauen in das tiefe Meer, Heil dem Glauben: Jesus Christ, Erforschens nicht; denn Gott ist Der für mich gestorben ist, Ist der, Der unser sich erbarmet. auch für mich erstanden! Mehr, vielmehr, als wir verstehn, 2. Ich finke zu verwesen ein, Mehr, als unsre Thränen flehn, Und werde wieder Erde; Doch Giebt uns, der ewig liebte. werd' ich nicht auf ewig seyn, 4. Sey, Seele, stark, und Was ich im Grabe werde. Im fürchte nicht, Durchs finstre Thal Schoose Gottes ruht mein Geist zu wallen! Nah an des Thales Von diesem Leben aus, und fleußt Ziel ist Licht. Der Engel Jubel Von Wonn' anbetend über. Ach, schallen Ins letzte Seufzen der mein Auge sah hier nie, meinem Natur. Der bei sich selbst dir Ohr ertönte nie Solch Heil in Gnade schwur, Sein Haupt am diesem Leben! Kreuze neigte, Der erfüllt des 3. Das kam in feines Menschen Bundes Eid, Der ist ganz Barm: Herz, Was denen Gott bereitet, herzigkeit. Dank sey ihm, Preis Den Pilgern, die oft trüber und Ehr! Schmerz Zum ewgen Leben lei- ¹ Vom jüngsten Gerichte. M. Wachet auf, ruft uns. Lauf Kein Schmerz des Lebens Refus kommt, von allem auf! Ueberwinder! Das Ziel ist 864. Se Bösen Uns, seine Chri- nah! Bald send ihr da, Und eure sten, zu erlösen; Er kommt mit Leiden sind nicht mehr. Macht und Herrlichkeit. Dann, 3. Der sich euch zum Volk er an seinem großen Tage, Ver- wählet, Der eure Thränen alle wandelt sich der Frommen Klage zählet, Stritt auch mit uner: In ewige Zufriedenheit. Sey schöpftem Muth. Wie hat Jefus fröhlich, Bolk des Herrn! Er nicht gerungen; Wie tief war er kommt, er ist nicht fern, Dein von Angst durchdrungen! Wie Erretter! Dein Schmerz ist kaum seufzt' er, ach, wie fleß sein Blut! Ein Morgentraum; Ihm folgt Doch sahn die Feinde nicht auf einst ewig sichres Heil. seinem Angesicht Bange Schr 2. Augenblicke dieser Leiden, ken. Er nahm den Lauf 3u Was seyd ihr gegen jene Freuden Gott hinauf; Da jauchzten Der unbegränzten Ewigkeit! Himmel ihm. Seht die Kron' am Ziele pranalle 4. Wohl uns, wenn wir mit gen, Und kämpft und ringt, fie ihm leiden! Dann erndten wit zu erlangen, Die ihr dazu beru- auch wir, einst Freuden Mit ihm fen fend. Euch halt' in eurem dem Ueberwinder, ein. Laßt uns, kämpfen, Vom jüngsten Gerichte. 559 lämpfen, laßt uns ringen, Mit mannt. Schon die Führer seiner unserm Herrn hindurch zu drin: Jugend Schwächten seine Kraft gen, Und seines Himmels werth zur Tugend. Furcht und Schaam ju seyn! Der Hülfe schafft, ist und trüber Sinn, Alles, alles er, Sein großer Nam' ist Herr, riß ihn hin. Unfre Stärke! Die ihm vertraun, 4. O des Urmen! o des Armen! Die werden schaun, Welch eine Blind betrat er seine Bahn. feste Burg er ist. Fühlt, o Christen, fühlt Erbar5. Ja, du kommst, von allem men; Aber kláget ihn nicht an! Bösen Uns, deine Christen, zu Selbst den Sünder anzuklagen, erlöfen! Wir freuen uns, und Soll vor Gott kein Sünder wadanken dir. Auch in noch so trü- gen. Jeder trägt noch seine Schuld, ben Tagen Soll unser Herz doch Und bedarf des Richters Huld. nie verzagen; Auf deine Zukunft 5. Gott nur ists, der alle Thahoffen wir. Wir wissen, wer du ten Auf gerechter Wage wägt. bist; Wir sehn, o Jesu Christ, Wie kann hier ein Mensch erraStill zum Himmel. Wenn gleich then, Was dort jede That be die Welt Zu Trümmern fällt: Du trägt? Wer kann Tugenden und hältst uns; wir verzagen nicht. Sünden Bis auf ihren Quell ergründen? Ach, noch sind wir fern vom Licht. Christen! Chris M. Jeiu, der du meine Seele. 865. Flagt, o klagt, wenn sten! Richtet nicht. Menschen sterben, 6. Eilet, eilet auf die Pfade, Ohne noch bereit zu seyn! Mit Die der Herr den Seelen zeigt! dem Tode dringt Verderben Auf Sucht, o Sünder, seine Gnade, den frechen Sünder ein. Ach, wer Eh des Lebens Tag fich neigt! kann sein Herz vom Bösen, Und Die ihr seine Wege wallet, Šebon Gram und Angst erlöfen? bet zu, daß ihr nicht fallet! Nur Wie vermag er zu entfliehn, Ru- der Christ erbebet nicht, Fordert fet nun sein Richter ihn? Gott ihn vor Gericht. 2. Wenn er, für sein Heil verblendet, Wüthend hinsinkt und M. Wer nur den liebert Gott. erstarrt, Wenn er ſelbst ſein Leben 866. Wenn ich auf Gottes endet, Und auf Gottes Wink Wegen wanke, nicht harrt: wer sollte nicht fallen will; so schrecke mich Der Und mit Grauen Auf ein solches Ende herzerschütternde Gedanke: Gott hauen? Wer nicht laut zum siehet es, und richtet dich! GeBater flehn: Laß mich nicht verschiehts auch nicht gleich in der loren gehn! 3. Aber, Gott, wie manche Zeit, Doch sicher in der Ewigkeit. Seele Sündigt nur aus Unver- der Sünder, Der Strafe Gottes 2. Vergebens schmeichelt sich and! Mancher denkt nicht, daß zu entfliehn. Gott wird einst fehle, Weil die Noth ihn über alle Menschenkinder Zur Rechenschaft 560 Vom jüngsten Gerichte.- Von der Ewigkeit. schaft des Lebens ziehn; Und beweist, Und fühllos bei der Noth jeder hört vor seinem Chron Das der Armen Sie weder kleidet, Urtheil über Straf und Lohn. tränkt noch speift, Den trifft für 3. Wohl mir, wenn ich die die versäumte Pflicht Ein un Worte höre, Du frommer und barmherziges Gericht. getreuer Knecht, Du warst ge- 6. Fühllose! wird der Richter horsam meiner Lehre, Und liebtest sagen, Verschlossen habt ihr eure mich, und thatest Recht, Komm, Hand, Verachtet eurer Brüder erbe meines Vaters Reich, Und Klagen, Entweicht, ich hab' euc nie erfannt! werde seinen Engeln gleich! Für den, den 4. Ja, diese Worte warten Brüder nicht erfreut, Giebte meiner, Wenn ich mit brüderli- keine frohe Ewigkeit. chem Sinn Den Nächsten liebe, 7. So wirst du jede Sünde und mich seiner Erbarme, wenn richten, Gerechter Richter, wenr ich willig bin, Beleidigern gleich du einst Den Uebertretern ihrem zu verzeihn, Und des Betrübten Pflichten In deiner Majestät er Troft zu sein. scheinst. Dann wird der Fromme 5. Allein den, welcher kein sich erfreun, Den Bösen alles Erbarmen An den Geringeren schrecklich seyn. Von der Ewigkeit. M. Jesus meine Zuversicht. Leiden dieser Zeit Krönet sie di Ewigkeit. 867.* wig! ewig! heißt 4. Ewig aber ist verflucht das Wort, Das Wer die Zeit in seinem Lebe wir wohl bedenken müssen. Beit: 3u verschwenden nur gesucht lich hier, und ewig dort; Das und sich eitler Lust ergeber ists, was wir alle wissen; Denn Dem bringt einft die Ewigke nach dieser kurzen Zeit Folgt Ganz gewiß unendlich Leid. die lange Ewigkeit. mich 5. Mein Gott, laß 2. Es wird endlich alle Zeit der Zeit Un die Ewigkeit g Von der Ewigkeit verschlungen. denken, und durch keine Siche Diese bringet Freud' und Leid, heit Mir das rechte Ziel ve Wie man hier darnach gerungen. schränken, Daß mich, eh Was wir in der Zeit gethan, Zeit verläuft, nicht die Ewigke Zeigt die Ewigkeit uns an. ergreift. 3. Ewig wird das Erbe seyn 6. Ewig! welch ein süß Derer, die an Christum gläuben, Schall, Wenn man hier Und ohn allen Heuchelschein Treu fromm gelebet! Ewig! welche in seiner Liebe bleiben. Für das Wetterstrahl Dem, der Gott wider C Von der Ewigkeit. widerstrebet! Steh' mir, Vater, gnädig bei, Daß das Wort mir Jubel sey! 7 561 Gutes fühlten, dachten, Und für jene Welt vollbrachten. In eigener Melodie. 2. Ja, wir blicken zu den Höhen, Wo der Strom der Wahrheit quillt, Wo der Freiheit Pal868. Dort oben ist Ruh! men wehen, Wo die Gottheit sich wankten dem trö- enthüllt, Heben aus der Sterb stenden Ziele Der Leidenden viele lichkeit Uns empor zur Seligkeit. Doch muthiger zu! Speilige, verklärte Brüder Blicken 2. Wie selig ists dort! Nur liebend auf uns nieder. 5 Freude ist droben und Frieden, 3. Ihnen schlägt das Herz Bom Jammer hienieden Kein Bild und kein Wort. entgegen, Ihnen fliegt die Seele zu; Denn auf ihren Himmels3. Dort trifft uns kein Schmerz. wegen Blüht des Herzens stille Entladen von lastenden Sorgen Ruh. Dort, wo über Grab Wird jeglichen Morgen Noch fro- und Nacht Aller Guten Vater = ber das Herz. wacht, Werden wir durch Ster: 4. Dort find fie verhallt, Die nenhallen, Heil uns! zur Vol Seufzer der Erd' und die Kla- lendung wallen. gen, Und all' unsre Plagen Wie Träume verwallt. In voriger Melodie. 5. Dort trocknet uns ab Die 870. Herr, ich bin noch Baterhand Gottes die Thränen Wandre noch in dunkler Nacht, hier auf Erden, Dort drückt uns kein Sehnen, wo mir unter viel Beschwerden Rein Tod und kein Grab. 6. O Wonne, o Glück! Nur wann werd ich aufgelös't? Ach. Wenig Ruh ist zugedacht; Ach, Pilgrimme sind wir auf Erwann wird mein Geist getröst't? den, Die heimgeholt werden Zu Wann werd' ich nach Finsterniſsen ewigem Glück. Jenen frohen Tag genießen? 2. Bater, leite meine Gänge trage nur muthig dein Leiden, Durch dies Todesthal bergan, Und denke mit Freuden: Dort Sey die Pforte noch so enge, oben ist Ruh! Auf der wahren Lebensbahn. Wenn mich deine Hand nur führt, So wird in mir Kraft 869. Mer für Gott und verspürt, Daß ich einst dich in 7. Was weinest denn du? O M. Freu dich sehr, o meine. Jesum lebte, der Nähe, Und in deiner Klarder stirbt im Grabe nicht! Wer heit sehe. nach Recht und Jugend strebte, 3. Daß mein Geist dich dort Steigt empor von Licht zu Licht. erblicke, Lenke, Vater, meinen Schein und Erdentand vergeht; Sinn, Daß ich mich zum Him Aber ewig fest besteht, Was wir mel schicke Jetzt, da ich noch N n irdisch 562 Von der Ewigkeit. irdisch bin. Laß mich dich im vor verlornes Erb' und Gut. Worte schaun, Und mein Herz Erwäge, Mensch, dies Heil! D dir Hütten baun, Daß ich dei suche doch dein Theil Nicht auf ner stets genieße, Außer dir kein Erden! Dir steht bereit Die Ewigkeit; Drum ringe darnach Gut hier wisse. 4. O wie selig sind die Stun- in der Zeit! 3. Herr, du hast mich dir den, Wenn man das zum Voraus schmeckt, Was dort ewig erkoren, Zur Ewigkeit mich neu wird empfunden, Wo kein Feind, geboren Durch deines ewgen Geis kein Unfall schreckt! Vater, jdäm- stes Kraft. Du entflammest mein pfe stets in mir Alle schnöde Gemüthe, Durchströmst mein Weltbegier! Zeige meinem frohen Herz mit deiner Güte, Und schenkst, Hoffen Jenen Freudenhimmel was ewig Leben schafft. Drum soll die Erdenlust mir nicht mehr offen! 5. Endlich bricht des Leibes seyn bewußt. Herz und Sinne Hütte, Welche Krankheit morsch Durchdringet schon Der süße Ton gemacht. Gieb ihm, Herr, nach Von Gottes ew'gem Freuden meiner Bitte, Wenn er aus dem thron. Grab erwacht, Daß er herrlich aufersteh, Und ins Reich der M. Herzlich ist mein Verlangen. Klarheit geh, Wo die Frommen, 872,* in Tröpflein von gleich den Sonnen, Licht und Glanz durch dich gewonnen. den Reben M. Wachet, auf, ruft uns die. 871.* Gott fro hen Ewigkeit Kann mehr Er quickung geben, Als dieser ei teln Zeit Gesammte Wollustflüsse, ott in seiner Him- Und wer nach jenem strebt, Tritt melshöhe, Will, unter seine Füße, Was hier die daß mein Geist stets aufwärts Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen sehe, Und suche das, was himmlisch heißt, Hat aus Erde mich nur einen Blick, o Gott! Wie formiret, Mich selbst gebildet und wohl würd' ihm geschehen! Die gezieret Mit dem mir eingehauch- Welt wär' ihm ein Spott Mit ten Geist. O siehe, Mensch, dies allem ihrem Wesen; So herrlich ein! Du sollst nicht irdisch seyn und so rein, So schön, so aus Hier auf Erden! Und bist du erlesen Ist deiner Hoheit Schein. schon Ein Erdensohn: Dein Geist 3. Gott ewig dort zu schauen, stammt doch von Gottes Thron. Das ist die Seligkeit, Und auf 2. Gott will, daß sein Heil des Himmels Auen Die größt ich sehe; Der ewge Aufgang aus Herrlichkeit. Wie war nach ser der Höhe Hat mich erkauft mit nen Blicken Ein Abraham seinem Blut. Durch den Fall froh! Wie wünscht' er zu erqu war ich verdorben; Das ew'ge den Sich an dir, A und! Licht hat mir erworben Mein 4. Sprach freudig und m Prangen Von der Ewigkeit. 563 Prangen Ein frommer Jakob wohnen, Will ewig seyn dein nicht: Nach sehnlichem Verlan- Gott. gen Hab' ich sein Ungesicht Ge10. Wann werd' ich zu dir fehn, und bin genesen. Wie kommen, Zu dir, mein Trost, glänzte Mosis Haut, 213 er bei mein Licht? Wann werd' ich Gott gewesen, Ihn näher ange- aufgenommen? Dich schaun von schaut! Ungesicht? Herr Jesu, nimm mein Flehen Indeß in Gnaden an, Bis ich dich selber sehen, Dich droben preisen kann! - 5. O reichlichste Belohnung Der auserwählten Zahl! Wie lieblich ist die Wohnung, Da sich der Gottheit Strahl In hellem Glanze zeiget! herrlich schöner M. Wie schön leucht't uns der. Tag! Deß Sonne sich nie nei: 873. Mein Geift, o Gott, get; Wie sehn' im mich darnach! wird ganz entzückt, 6. D Licht, das ewig bren- Wenn er hinauf gen Himmel net, Kein Nebel je verhüllt, Das blickt, Wohin dein Wort uns leikeine Nächte kennet, Das Herz tet; Wo deine milde Vaterhand mit Wonn' erfüllt! Wie werden Aus neuen Wundern wird ersich die Frommen Einst ewig fannt, Die du da haft verbreideiner freun, Wenn sie zusam- tet. Mächtig Führ ich Mich men kommen! Wie froh, wie getrieben, Dich zu lieben, Der felig seyn! zum Leben, Daß dort ist, mich will erheben. 7. Gott, deine Liebe bringet Stets neue Seligkeit! Aus dei- 2. Was sind die Freuden diener Lieb entspringet Die reinste ser Zeit, Herr, gegen jene HerrHeiterkeit. Du selber bist die lichkeit, Die wir im Himmel Sonne, Die niemals untergeht, finden! Du stellst uns hier auf Den Seligen zur Wonne Am Erden zwar Viel Wunder deiHimmel ewig steht. ner Güte dar, Daß wir sie froh 8. Dein Licht wird ihnen leuch- empfinden; Doch hier Sind wir ten Mit Majestät und Pracht. Bei den Freuden Noch mit LeiWas keine Sinn' erreichten, Wird den Stets umgeben; Dort nur ihnen hell gemacht. Entrückt der ist vollkommnes Leben. niedern Erde, Sehn fie dein Unge- 3. Dort ist kein Tod mehr ficht, Und Leiden und Beschwerde und kein Grab; Dort trocknest Drückt sie nun ewig nicht. du die Thränen ab Bon deiner 9. Was wünscheft du für Ga- Kinder Wangen. Dort ist kein ben, Mein Herz, was hoffst du Leid, kein Ungstgeschrei; Denn Dort sollst du alles du, o Herr, machst Ulles neu; haben, Sollft leben fort und Das Ulte ist vergangen. Freundfort. Dein Gott, vor dem hier lich Giebt sich Den Erlöften, Sie Kronen Nichts sind, als Zand zu trösten, Den zu kennen, Den und Spott, Will selber bei dir sie hier schon Vater nennen. bort? Nn 2 4. In 564 Von der Ewigkeit 4. In deinem höhern Heilig- erwerben. Jesu, Herr der thum Erschallet deines Namens Herrlichkeit, Du hast die Stätt' Ruhm Von lauter frohen 3un auch mir bereit't, Hilf mir, fie gen. Da strahlt die Herrlichkeit auch ererben! Laß mich Eifrig des Herrn; Da schaut man sie Darnach streben, So mein Le nicht mehr von fern; Da wird ben Hier zu führen, Daß ich fie neu besungen. Heller, Schnel- dort kann triumphiren! ler, Als hienieden, Ohn Erműden Sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben! In eigener Melodie. 874. wie felig fend ihr doch, ihr Fremmen, 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir, Dich, Vater, dann, und die Die ihr durch den Tod zu Gott nen dir Mit fröhlichem Gemüthe. gekommen! Ihr seyd entgangen Allen Leiden, die uns noch um Nichts stört den Frieden unsrer unsre tausendfache 2. Hier, ach, hier ist auch das fangen. Brust Und Lust Un deiner großen Güte. beste Leben Immer noch mit Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe Reiner Liebe Unter Sorg und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, Ist nur Seelen, Die dann weiter nicht Unvollkommenheit zu nennen. mehr fehlen. 3. Ihr hingegen ruhet nun 6. Gott, welche Schaar ist bort vereint! Die Frommen, die im Frieden, Der euch nach dem ich hier beweint, Die find' ich Kampfe ward beschieden. Nicht droben wieder. Dort sammelt Schmerz und Leiden Stört euch deine Baterhand Sie, die Ein im Genusse reiner Freuden. 4. Christus trocknet liebreich Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder! Ewig Werd' eure Thränen, Und ihr habt ich, Frei von Mängeln, Selbst schon, was wir noch ersehnen; mit Engeln, Mir zum Segen, Da Ihr hört und sehet Was des Menschen Geist hier nicht verstehet die reinste Freundschaft pflegen. 5. Ach, wer wollte nun nicht 7. Dort ist mein Freund, des fröhlich sterben, Und statt E Höchsten Sohn, Der mich geliebt, wie glänzt sein Thron In jenen densglück den Himmel erben? Wer wollt' in Zeiten Sich auf Himmelshöhen! Dort werd ich dich, Herr Jesu Christ, Der du diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernstli der Engel Wonne bist, Mir zum darnach streben! Komm und führ Entzücken sehen! Nichts kann Mich dann Jemals scheiden Von uns zu dem höhern Leben, Wo den Freuden Die du droben Mir, Ruh' und Freude kommen. deine Frommen Erst zur voller den Freuden Die du droben Mir, auch mir, haft aufgehoben. 8.* Wie herrlich ist die neue M. Herzlich thut mid) verlange Welt, Die Gott den Frommen 875. Bea * vorbehält! Kein Mensch kann sie edenke, Mensch, da Ende, Bedenke deiner Von der Ewigkeit. 565 nen Tod! Der Tod kommt oft ten Auf meinen letzten Tag Mit behende. Wer heut' ist frisch Buße mich bereiten, Und täglich und roth, Kann morgen, ja ge- sterben mag! Im Tod und vor schwinder Hinweggestorben seyn. Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Drum bilde dir, o Sünder, Dein Daß ich im Himmelslichte Zu Sterben täglich ein! wohnen würdig sey. 2. Bedenke, Mensch, das Ende; Bedenke das Gericht! Es M. Meinen Jesum laß ich nicht. müſſen alle Stände Vor Jeſu 876.* Endlich, endlich muß Ungesicht. Kein Mensch ist auses genommen, Ein jeder wird em- Noth ein Ende nehmen. Endpfahn, Wird seinen Lohn bekom- lich bricht das harte Joch, Und men, Nachdem er hat gethan. es schwinden Angst und Grämen. 3. Bedenke, Mensch, das En Auch der schwerste Sorgenstein de, Der Höllen Angst und Leid, Wird dann ganz gehoben seyn. Damit dich nicht verblende Der 2. Endlich bricht man Rosen Sünden Eitelkeit. Hier ist ein ab, Endlich kommt man durch furzes Freuen, Dort aber ewig- die Wüsten, Wenn wir mit dem lich Ein kläglich, schmerzlich Wanderstab Uns zum Vaterlande Schreien; Ach, Sünder, hüte dich! rüsten. Endlich bringt die Thrä4. Bedenke, Mensch, das En- nensaat, Was die Erndte frode, Die Kürze deiner Zeit, Daß hes hat. dich ja nichts abwende Von jener 3. Endlich sieht man Kanaan Herrlichkeit, Die dort vor Got: Ferne von Aegypten liegen. Endtes Throne Des Frommen Seele lich trifft man Tabor an, Ist trägt; Denk an die Lebenskrone, der Delberg überstiegen. EndDie ihm ist beigelegt. geht man da hinein, Wo 5. Herr, lehre mich bedenken kein Störer mehr wird seyn. Der Zeiten letzte Zeit, Daß sich lich zu 4. Endlich! O du schönes ju dir zu lenken Mein Herz sey Wort! Du kannst alles Kreuz tets bereit. Laß mich den Tod versüßen. Sit der Felsen erst betrachten und deinen Richter durchbohrt, Läßt er Lebensbalthron, Die Strafe nicht verach- sam fließen. O mein Herz, drum ten, Die Qual, der Sünder Lohn. merke dies: Endlich kommt dein 6. Hilf, Gott, daß ich in Zei- Heil gewiß! Achte 566 Vermischte Lieder. Achte Abtheilung. Vermischte Lieder. Wesen wohnen, Hat sie sich stets verklärt. M. Nun lob', mein' Seel'. 877.Mit fröhlichem Ge 4. 3u ihrem Ruhm erwede müthe Verehre dei Vor allen du dein Herz, nen Gott, o Christ! Lobsinge Christ! Komm her, und sich feiner Güte, Die, wie sein Daund schmecke, Wie freundlid seyn, ewig ist! Nach so viel tau Gott, dein Bater, ist! Erhem send Jahren, Die durch ihn alle reich Un mildem Segen waren, ihn, und erzähle, Mit fromment Bleibt er sich stets noch gleich. Dankgefühl, Wie viel für Leit und Seele Er gab und geben Nie hört er auf, zu sorgen Und will Von seiner Güte fage Die er forgt immer treu. Mit je- Nacht der nächsten Nacht, Ein dem neuen Morgen Wird seine Tag dem andern Tage, Wiz Güte neu. treu sie für uns wacht. 2. Was ist das Licht der 5. Wer wollte fie nicht loben, Sonne, Das täglich unser Aug' Sie, die doch Allen alles gab, entzückt? Weit süßer ist die Won- Bom hohen Seraph droben Bi ne, Womit uns Gottes Huld zu des Staubes Wurm hinab! erquickt. Sie ist weit mehr, als Sie hat der Kreaturen Nicht Leben, und alles Glück der Zeit; eine übersehn; Es reichen ihr Sie weiß uns mehr zu geben, Spuren, So weit die Wolken Als eitle Herrlichkeit. Wie ist gehn. Sie ziert, wohin wi fie uns so theuer! Heil uns! sie blicken, Schon dieses Lebens fehlt uns nie. Und was ist Bahn; Einst füllt sie mit Ent milder, treuer, Und tröstender, zücken Für uns den Himmel a als fie? 3. Es jauchzet, was da lebet, i M. Lobt Gott, ihr Christen.. In dieſem ſchönen Sonnenſchein, 1878. Preis fey bem Go Him Und wer nach Tugend strebet, Fühlt, daß er lebt, um froh zu mel lobt den Herrn! Lobt in de ſeyn. Selbst unter finstern Qua- Höhen unsern Gott! Wer prem len Behält er heitern Sinn; set ihn nicht gern? Sie fliehn vor Gottes Strahlen, 2. Euch, Engel Gottes, euc Gleich Nebeln, schnell dahin. geziemt Das Lob des Ewige Wer zählt die Millionen, Die Thr, alle seine Heere, rühm seine Güte nährt? So weit nur Rühmt den Unendlichen! 3. Erheb, Lob und Dank. 567 3. Erheb, o Sonne, seine Macht! Mond erhebe Gott! Ihr hellen Leuchten in der Nacht, Shr Sterne, preiset Gott! 879. Anbetung, Jubel und 4. Thr, alle seine Himmel, sey Gott, und Preis und Dank! Gesang, Und Lob preist Den Herrn, der euch erhob, Frohlockt, frohlockt ihm, unfre Das Wasser, welches euch um Psalter! Gott, welcher unſer nie schleußt, Sey seiner Ullmacht Lob! 5. Ihr auf der Erde, lobt freundlich ist Der Herr, der vergißt, Ist gut und freundlich; den Herrn, Den Herrscher 3e Schöpfer und Erhalter. baoth! Ihr in dem Meere, lobt den Herrn, Die Tiefe lobe Gott? Eigene Melodie. 6. Das Feuer preif ihn; es Der Chor. In eigener Melodie. Die Gemeine. erhöh, Gott, der Hügel dich! 2. Aus allen Kräften, von Bon dir verbreite Dampf und ganzem Gemüthe Frohlocken wir Schnee 3u deinem Lobe sich! dir, Unendlicher, zu! Denn deine 7. Der Sturmwind, der auf Wahrheit, deine Güte Währt dein Geheiß Uns wohl thut, ewig, ewig, Gott, wie du. und auch droht, Und Berg und! Die Gemeine. Hügel sen dein Preis, Jehova 3. Anbetung, Jubel und GeZebaoth! fang, Und Lob sey Gott, und 8. Ihr segenvolle Bäum', er- Preis und Dank! Verstummt, hebt, Ihr Wälder, lobt den verstummt, der Gottheit SpötHerrn! Ihr Thier', und was ter! Vergehet, oder betet an! vom Felde lebt, Lobsingt, lob Dem Herrn ist alles unterthan; fingt dem Herrn! Jehova ist der Gott der Götter. Der Chor. 4. Aus allen Kräften, von 9. Der Vögel lieblicher Gefang, Der Wurm im Staube soll Ihn loben; alles werde Dank, Und seines Preises voll! ganzem Gemüthe u. f. w. 10. Der, der gehorcht, und Die Gemeine. der regiert, Der Herr, der Un- 5. Anbetung. Jubel und Ge terthan; Und der der Urmen Sa- sang, Und Lob sey Gott, und che führt, Der Richter bet' ihn an! Preis und Dank! Jehova hat 11. Der Jungfrau und des Gewalt und Stärke. Der Herr Jünglings Preis Sey dir, o gebeut, und alles ist, Was feiner Gott, geweiht! Es finge, Höch- Weisheit Rath beschließt; Der ter, Mann und Greis, Von Herr allein thut Wunderwerke deiner Herrlichkeit! Der Chor. 12. Groß ist Jehova Zebaoth, 6. Uus allen Kräften, von Daß man ihn preisen soll; Und ganzem Gemüthe u. s. w. Erd und Himmel sind von Gott, Sind seiner Ehre voll. Die Gemeine. 7. Kommt, kommt und bringet 568 Vermischte Lieder. get Lob und Dank, Anbetung, barmt sich Gott der Sünder, Jubel und Gesang Dem Herrn Wenn sie vom Frevel sich zu des Himmels und der Erde! ihm bekehren, Ihn wieder ehren. 7. Von Ewigkeit zu EwigDir, dir, o Gott, frohlocken wir, Damit dein Name für keit erhebet Sein Untlik Gott und für In aller Welt verherr- auf den, der heilig lebet. Er licht werde! krönet ihn auf jedem seiner Pfade Mit Treu' und Gnade. Der Chor. 8. Aus allen Kräften, von ganzem Gemüthe u. f. w. M. Herzliebster Jesu, was. 8. Wohl allen denen, die ihn standhaft lieben, Die sein Gefeß mit Treu' und Eifer üben! Sie finden Schuß, sie finden Heil und Segen Auf seinen Wegen. 9. Lobfingt, lobsingt ihm, alle Er forget stets, daß dir kein feine Werke! Un allen Orten Gutes fehle; Er führet dich zum preiset seine Stärke! Lobsinge Glück auf sichre Pfade, Mit sei- Gott, den ich zum Heil mir wähle, Auch meine Seele! ner Gnade. 880. obfinge Gott! erheb ihn, meine Seele! 2. Der Herr ist freundlich, daß, was lebt, sich freue, BarmIn voriger Melodie. herzig und von großer Gür und 881. Gelobt ſey Gott! Ihm Treue; Er sorgt für uns, daß ich uns kein Unfall schade, Vollfingen, Ihm Dank und Ruhm Lieb' und Gnade. mit den Gerechten bringen, Und 3. Er handelt nicht mit uns der Versammlung aller frommen nach unfern Sünden; Verschont Seelen Sein Lob erzählen. 2. Groß, majestätisch sind des uns, trägt uns, läßt uns nicht empfinden, Was wir, undank- Höchsten Werke, Und würdig, bar gegen seine Gaben, Verschul- daß man sie erforsch' und merke. det haben. Aus ihnen strömen heilige Ver4. Hoch ist der Himmel über gnügen, Die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll seiner Erde. Noch höher ist, daß er geliebet werde, Die Huld Schmuck und Ehre, Daß des Herrn bei denen, die ihn wie groß er sey, die Welten lieben, Und Gutes üben. lehre; Und wir, gerührt, in alle 5. Wem bleibt sein Antlits, Ewigkeiten Sein Lob verbreiten. wenn ers sucht, verborgen? So 4. Die Freud' an Gott, die weit der Abend sich entfernt Luft ihn zu erheben, Führt zu vom Morgen, Entfernt er wieder Weisheit, führet uns zum der unsrer Sünden Strafen, Leben. Sie giebt Verstand und Die schon uns trafen. Licht, damit die Seele, Was 6. So zärtlich sich ein Vater gut ist, wähle. seiner Kinder Erbarmet, so er 5. Von ihr geleitet, wird fie Wege Lob und Dank. 569 Wege wallen, Die nie verfüh- Wohlthätigkeit Un andern Menren, welche Gott gefallen. Der schen übe. In eigener Melodie. Ruhm, womit sie sich ges 2. Du bist die Liebe; Dank schmückt wird sehen, Wird nie sey dir, Daß ich dich so erkenne, vergehen. Und dir zum Ruhm, zum Tro ste mir, Dich Gott der Liebe dankt dem nenne! Auch ich, ich will ganz Herrn! denn er ist Liebe seyn, Und glücklich machen freundlich, und ewig währet und erfreun, Will helfen und seine Huld. Der Erdkreis zeuge: dir gleichen. Von diesem Sinn, Gott ist freundlich, und ewig Liebe, laß mich nicht, So lang von dieser Pflicht, O Gott der währet seine Huld! 2. Ich rief zum Herrn in mei- ich lebe, weicher 882. Dankt, nen Nöthen, Zu seinem Him M. Jesu, meines Lebens. mel betet' ich; Der Herr vernahm sogleich mein Beten, Und 884. Halte ich mit hoher half mir, und erquickte mich. Liebe dem 3. Ich werde leben und nicht und opfre Dank! Weih ihm sterben; Ich werde Gottes Werk jeden deiner Triebe! Seele, Gott erhöhn. Er züchtigt mich nicht sey dein Gefang! Selig einst zum Verderben; Ich werd' im vor ihm zu werden, Schuf er Grabe nicht vergehn. mich, und schon auf Erden, Seh' 4. Der Herr ist Gott, und und fühl ichs wonnevoll, Was der Gerechten Unwandelbare Zu- ich künftig werden soll. versicht. Er geht in ihren fin- 2. Jeder Tag gebiert mir een Nächten Vor ihnen her, Freude, Freude jeder Augenblick; und wird ihr Licht. Selbst die Schmerzen, die ich 5. Wer ist wie du, so gut, leide, Segnen mich, und werden to freundlich? welch ein Gott! Glück. Rieseln nicht im Pitwelch eine Huld! Dankt, dankt gerlande Quellen auch im dürrdem Herrn, denn er ist freundlich, sten Sande? Immer strahlt die Und ewig währet feine Huld! Sonne nicht; Uber auch die Nacht hat Licht. M. An Wasserflüss.n Babilon. 883. 3. Jedes Glück, das ich geBater, welchem kei- winne, Wer gewährt mirs, Herr, ner gleicht Un Lie- als du? Strömen mir durch be, wie an Stärke! Kein Dank, alle Sinnen Nicht der Freuden tein Lobgefang erreicht Die Wun viele zu? Ifts, o Gott, nicht der deiner Werke. Doch ist dir's deine Gabe, Daß ich diese Sinne angenehmer Dank, Dir ist es habe, Und zum täglichen Genuß mehr als Lobgefang, Wenn ich Nothdurft, Füll und Ueberfluß? dich thätig liebe, Und gern in 4. O wie viele frohe Tage meiner Lebenszeit Erbarmen und Flossen, weil mir nichts gebrach, Ruhig 570 Vermischte Lieder. Ruhig hin, und frei von Plage, Throns, die Seraphim, Und vor Frei von jedem Ungemach! Hatt' des Unerschaffnen hellstem Licht auch einer Müh' und Sorgen; Verhüllten sie erstaunt ihr An Sie entflohen, und am Morgen, gesicht, Und einer rief zum an Wann ich deine Sonne sah, Wa- dern- es durchdrang Den gan ren neue Freuden da. zen Himmel dieser Hochgesang: 5. Ja, ich hab' aus deiner Heilig ist Gott, Jehova Ze Fülle, Was mein Herz nur baoth! Heilig ist Gott, Jehova wünschen mag, Speis und Trank Zebaoth! Heilig ist Gott, Jehova und Dach und Hülle, Schuß Zebaoth! Die ganze Welt ist und Hülfe jeden Tag. Immer voll von seinem Ruhm: Da kam und kommt dein Segen zitterte das ganze Heiligthum. Unerwartet mir entgegen, Und, Die Weihrauchwolke dampfte wo mir ein Uebel droht, Ret- boch empor. tung oder Trost in Noth. 6. Ruh und Sicherheit im M. Wachet auf, ruft uns die. Lande, Ordnung und Gesetz und 886. Betet an! Laßt uns Recht, Diese starken, festen Banlobsingen, Und Preis de Für das menschliche Geschlecht; und Dank dem Schöpfer brin Auch des Umgangs süße Freu- gen, Dem Allerhöchsten Ehr und den, Und der Freundschaft Glück Ruhm! Betet an! Er hat er im Leiden, Rath und Beistand schaffen Frohlockt, Frohlockt! Er hab ich hier, Milder Vater, nur hat geschaffen! Die Schöpfung werd ein Heiligthum! Die En von dir. 7. Dies gewährst du diesem gel sind durch ihn, Die Men Leben In der kurzen Uebungs- schen sind durch ihn; Preis dem zeit. D was wirst du, Herr, Schöpfer! Er schuf die Welt, mir geben Einst in jener Ewig Die er erhält; Es rühm', es keit! Selig dort vor dir zu preis ihn seine Welt! M. Jesaia dem Propheten. 2. Er verließ die erste Stille, Die Welt zu schaffen; was sein Wille Aus freier Huld beschloß, geschah. Er gebot allmächtig: Werde! Da ward der Himmel, stand die Erde Zum Preise se 885. Anbetend stand der ner Güte da. Der Allmacht Seher Gottes da, erster Sohn, Der Engel jauchte Als er im Geist Jehova siben schon: Preis dem Schöpfer! Dod fah Auf hocherhabnem Thronesschien noch nicht Der Welt fein in hellem Glanz. Des Kleides Licht; Er sprach: es sey! bo Saum erfüllt den Tempel ganz. ward es Licht. werden, Schufst du mich, und schon auf Erden Seh' ich's, fühl ichs wonnevoll, Was ich künf tig werden soll. Voll tiefster Ehrfurcht standen 3. Oben wölbt er seinen Him neben ihm, Um Fuße seines mel; Aus Wassern unter seinen Himmel Lob und Dank. Schöpfung. 571 Himmel Wird jede Wolk' ein Preis dem Schöpfer! Der Herr hangend Meer. Wasser deckt ist Gott! Der Herr ist Gott! Es der Erde Höhen; Es flieht auf ist nur er, kein andrer Gott! sein allmächtig Wehen, Und über- 7. Ewig wollen wir lobsingen, strömet sie nicht mehr. So bricht Und Ruhm und Dank dem Schö er seinen Lauf. Enthüllet steigt pfer bringen, Dem Allerhöchsten herauf Gottes Erde, Sein Eigen- Ehr' und Macht. Denn er hat thum. Von seinem Ruhm Tönt auch uns erschaffen, Nach seinem rings umher dies Heiligthum. Bild auch uns erschaffen; Ihm 4. Er gebeut; der Erde Fel- jwerde Lob und Preis gebracht! der, Und Hügel, Thäler, Berg' Wir sind, o Gott, von dir. Frohund Wälder Blühn fruchtbar lockend jauchzen wir: Preis dem durch sein Wort voll Macht. Schöpfer! Er schuf die Welt, Seine Sonn' in hoher Ferne Die er erhält; Es rühm', es Regiert den Tag; der Mond preif ihn seine Welt! die Sterne Regieren stiller in 1 M. Befiehl du deine Wege. der Nacht. Er spricht; da füllt das Meer Ein tausendfältig 887. Für wen schuf Gottes Heer. Preis dem Schöpfer!! Auch singt und ruft Das Volk Welt so schön? Für wen ist der Luft Zum Schöpfer! ders Frucht und Blüthe In Thälern zum Leben ruft. und auf Höh'n? Für wen ist 5. Seht, wie er auf dem Ge- Freud' und Wonne Hier, wo filde Die Thier' ernährt, wie er das Echo schallt? Für wen bedem Wilde Die Fesseln aufge- strahlt die Sonne Die Felder löset hat! Seht, er gab den und den Wald? Wüsteneien Zum Herrn der Thiere) 2. Für wen tönt das GetümFurcht, den Leuen, Der Herr,( mel Der Heerden auf der Au? so groß durch Rath und That! Für wen wölbt sich der Himmel Das fühne Roß, der Stier, Hat So heiter und so blau? Für wen seine Kraft von dir. Alles jauchze: find jene Gründe So lieblich ander Herr ist Gott! Der Herr zusehn? Für wen wehn kühle ist Gott! Er ist der Schöpfer! Winde? Für wen ist alles schön? 3. Uns gab Gott ein Vermö6. Tiefer betet an, und bringen, Das Schöne einzusehn; get Der Lobgesänge mehr, und Uns Menschen, seinen Segen finget Dem Menschenschöpfer zu fühlen, zu verstehn. Uns höhern Dank! Ich will, sprach sollte diese Wonne Ein Ruf zur er, Menschen schaffen, Von mir Liebe seyn, Mit jeder Morgenein Bild, nach mir erschaffen; sonne Ihm unser Herz zu weihn. Und Adam war erstaunt, und er ist Gott! M. O du Liebe meiner Seele. fang: Es ist mein Schöpfer, 888. wie köftlich ist der Ich Glaube: der Frommen 572 Vermischte Lieder.- Engel. Vorsehung. Frommen Seligkeit Stehen En- Verjüngt stehn Wald und Flu gel, Himmelsgeister Aufdes Höch- Es lebt und webt auf Trifter sten Wink bereit; Daß sie unser Im Wasser und in Lüften Er Schicksal rühret, Daß sie uns freut sich jede Kreatur. zur Seite stehn, Unsre stille Tu- 3. Dann sammeln seinen Se gend segnen, Unsre stillen Thrägen, So viel sich lebend reger nen sehn! Geschöpfe sonder Zahl. Vor 1 2. O wer wollte sich nicht Menschen bis zum Wurme scheuen Vor geheimer Laster Sm Sonnenschein und Sturm That? Nicht beschämt zurücke Herrscht Freud' und Wohlsey treten Vom verborgnen Sünden überall. pfad? Ist es möglich, daß der 4. Gott aber schaut vom Him Pilger Sein erhabnes Ziel ver- mel Das freudige Getümme gißt, Wenn er den Gedanken Bom Auf- und Niedergang denket, Daß er unter Engeln ist? Sieht seine Kinder sammeln 3. Wird der Geist in ihm und ihr vereintes Stammelt nicht siegen, Wenn ein höhrer Tönt ihm in tausend Spracher Geist ihm winkt? Wird nicht Dank. Himrnelskraft ihn stärken, Wenn 5. Lobsinget seinem Namen sein Flug zur Erde finkt? Wie Und strebt dem nachzuahmen des Mondes sanfter Schimmer Deß Huld ihr nie ermeßt! Wi Ruhe den Bedrängten strahlt: gern muß der nicht segnen, De O so siegt das Herz im Kampfe, selbst den Bösen regnen Unt Wenn sich ihm Vollendung malt! seine Sonne scheinen läßt! 4. Auf, mein Geist, in höhre 6. Mit herzlichem Erbarmen Welten, Wenn die Erde dich Reicht eure Hand den Armen umstrickt! Auf zu jenen Freige: Weß Volk sie immer sey'n, Win wordnen, Wenn dich deine Fessel sind nicht mehr, nicht minder, drückt! Fleuch empor zu jenem Sind alle Gottes Kinder, Unt Ziele, Aus der Finsterniß zum sollen uns wie Brüder freun. Licht! Gott und Engel sind dir na: he; Kämpfe, ringe, weiche nicht! M. Nun ruben alle Wälder. 889. Gefund und frohes M. Nun singet und send froh. 890. Verkläre, großer Geift. Den Erd' und Him Muthes Genießen mel preift, Verkläre deinen Na wir viel Gutes, Das unser Gott men! Komm fegnend in dein uns schenkt. O preist ihn, Chri- Haus, Und streue edlen Saamer sten, preiset, Den Bater, der uns In unsern Seelen aus! Vater speiset, Und unser Herz mit du bist gut! Vater, du bist gut Freude tränkt! 2. Uns hat dein Sohn g 2. Er ruft herab: es werde! lehrt, Was wahres Heil gewährt. Und Segen schwellt die Erde, Nun sind wir hier erschienen. Un Am Sonntage.- Am Morgen. 573 . Uns dieses Heils zu freun. Wer zu freun, Trost der Traurenden wollte dir nicht dienen, Nicht zu seyn! Sesu folgsam seyn? Wohl der 6. Bester Lehrer, lehr' uns Christenschaar! Wohl der Chri- leben, Immer froh nach Tustenschaar! gend streben, Bitten, suchen, dir 3. Wie heilig ist dein Wort! vertraun, Bis wir finden, bis Wie heilig dieser Ort! Gieb, wir schaun! daß Verstand und Wille Sich 7₁ 1 d P die Flur aus ihrer Ruh, Und 4. Noch sind wir nicht am der ganzen Schöpfung Wonne Ziel! Uns fehlt noch immer viel. Strömt verjüngt uns wieder zu. O treuer Sündentilger, Verleih uns frömmern Sinn, Und leit famdüften Preiset ihn der Blu2. Lobt den Herrn! in Baluns schwache Pilger Zu deinem men Flor. Auf den Wipfeln, Himmel hin! Sieh, wir folgen in den Lüften Singet ihm der dir! Sieh, wir folgen dir! Vögel Chor. J 2 mit deinen Lehren weiht! erfülle Dein Volk feit! Hör auf unser Hör auf unser Flehn! 1 Heiliger, In eigener Melodie. HeiligFlehn! 892. Lobt den Herrn! die Morgensonne Weckt M. Ach, daß doch mein Jesus. 3. Lobt den Herrn! aus sei891. Sen auch mir, auch ner Höhle Brüllt das Wild ihm mir willkommen, Froher Festtag aller Frommen! Tag des Segens, Tag der Ruh, Seel' und Leib erquickest du. seinen Dank. O vor allen, meine Seele, Tön' ihm früh dein Lobgefang! 2. Last uns Gottes VaterM. Warum betrübst du dich. lehren, Christen, still und kind- 893. Dir, der das Licht entlich hören! Christen, fühlt, wie stehen hieß, Und der uns liebt, Der uns alles, mich gefund erwachen ließ, Sey alles giebt! Preis und froher Dank! Des 3. Dieser Tag fen Tag der neuen Morgens Heiterkeit Sey Bonne! Jesus Christus, unsre dir, mein Gott, zuerst geweiht! Sonne, Leucht' uns sanft und 2. Wie gut bist du! wie froh wärmend an! Jauchze, wer sich bin ich! Du riefst mit Vaterliebe freuen kann! mich Zum Daseyn in der Welt. 4. Bater, deinen guten Bil- Gleich einem Todten lag ich len Lehr' uns freudiger erfüllen! hier; Daß ich noch lebe, dank Ferne von uns, ferne sen Leicht ich dir. finn oder Heuchelei! 3. Und jedes Gut, deß ich 5. Gieb uns Weisheit, gieb mich freu', Empfang ich heute uns Liebe, Daß sich jeder täg- wieder neu Aus deiner milden lich übe, Sich mit Fröhlichen Hand. Mein Auge wird, wohin 574 Vermischte Lieder. Um Abend. hin es blickt, Von Wundern dei- hen, und ist doch rund und ner Huld entzückt. schön. So sind wohl manche 4. Dich, dem ich nichts ver- Sachen, Die wir getroft verlagelten kann, Dich, Vater, bet' chen, Weil unsre Augen sie ich kindlich an; Ich opfre dir nicht sehn. mein Herz. Ein Herz voll Dank 4. Wir stolzen Menschenkinund Zuversicht Verwirfst du, der, Wir irren- mehr und mein Erbarmer, nicht. minder Und wissen gar nicht 5. du, den meine Seele viel; Wir spinnen Luftgespinnste, preist, Erwecke mich durch dei- Und suchen viele Künste, Und nen Geist Zur Uebung meiner kommen weiter von dem Ziel. Pflicht! Er helfe meiner Schwach- 5. Gott, laß dein Heil uns heit auf, Bis ich vollende mei- schauen, Auf nichts Vergänglichs nen Lauf! trauen, Nicht Eitelkeit uns freun! 6. Ein gut Gewissen sey mein Laß uns einfältig werden, Und Theil! Dies wirk' in mir, o vor dir hier auf Erden Wie Kin Herr, mein Heil, Und segne mei- der fromm und fröhlich seyn! nen Fleiß! Dir ist, was ich be- 6. Wollst endlich ohne Grä darf, bekannt, Und alles steht men Aus dieser Welt uns neh in deiner Hand. men, Durch einen fanften Tod! 7. Die Blumen kleidest du Wann du uns dann genommen; mit Pracht; Du nährst die Vö- So laß uns zu dir kommen, gel, Gott der Macht! Bin ich Du unser Herr und unser Gott! nicht mehr, denn sie? Ich werfe! 7. So legt euch denn, ihr meine Sorg' auf dich; Denn Glieder, In Gottes Namen nie: du, mein Vater, sorgst für mich. der; Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns Gott mit Stra M. Nun ruhe in den Wäldern. fen, Und laß uns ruhig schlafen, Und unsre kranken Brüder auch! T 894. Der Mond ist aufge. M. Nun laffet uns den Leib. gangen; Die goldnen Sterne prangen Um Himmel hell und klar; Der Wald 895, in fanftes Lager war. steht schwarz und schweiget, Und tet mein; Wie viele aus den Wiesen steiget Der weiße meiner Brüder freun, Wenn du Nebel wunderbar. entfliehst, des Tages Licht, Sich 2. Wie ist die Welt so stille, dieser Wohlthat heute nicht! Und in der Dämmrung Hülle 2. Auf hartem Boden hinge So traulich und so hold! Gleich streckt, Bei Frost und Kälte einer stillen Kammer, Wo ihr unbedeckt, Wünscht mancher des Tages Jammer Verschlafen Kranke jammervoll Den Tod und vergessen sollt. der ihn erlöfen soll. 3. Seht ihr den Mond dort 3. Du, werth der Glückliche stehen? Er ist nur halb zu se- zu seyn, Mein Mittler, ach, er Zur Geschichte Jesu. 575 er war nicht dein, Der Ort, wo richtet, Da durch deine Missedu nach Müh und Last Zur that Dein Heil war vernichtet. Ruh das Haupt geleget hast! 4. Vom Kreuzesstamm Liegt 4. Wer bin ich, wie vergelt Gottes Lamm Hier ganz mit ich dir, Mein Vater, was du Blut beflossen; Und dies ward thust an mir? Ich bin zu schwach; so mildiglich Auch für dich verdoch höre du Den Dank für gossen. meine sanfte Ruh! 5. Von Herzensgrund Preis ihn dein Mund! Für dich ward er zerschlagen; Alles, was er trug, hat er Für dich auch geM. Lobt Gott, ihr Christen. 896.& r kommt, er kommt, der starke Held, tragen. Boll göttlich hoher Macht! Sein 6. selig ist Zu jeder Frist, Urm zerstreut, sein Blick erhellt Wer dieses recht bedenket, Wie Des Todes Mitternacht. der Herr der Herrlichkeit Wird 2. Wer kommt, wer kommt? ins Grab gesenket! wer ist der Held, Boll göttlich 7. Jesu, du Mein' Hülf hoher Macht? Dein Heiland und Ruh, Ich bitte dich mit ists, lobsinge Welt! Dir wird Thränen, Hilf, daß ich mich bis dein Heil gebracht. ins Grab Nach dir möge sehnen. 3. Dir, Menschgeborner, fingen wir, Voll Rührung, Preis und Dank! Un deinem Fest er schalle dir Der Deinen Lobgefang! M. Es ist das Heil uns. 898. Freiwillig haſt du dargebracht Für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest 4. Wenn wir einst auf des es zu lassen, Macht, Macht, Himmels Thron In Herrlichkeit wieder dirs zu geben. Und dardich sehn, Soll unser Lob, o um liebte dich dein Gott, Weil Gottes Sohn, Dich würdiger du, gehorsam bis zum Tod, erhöhn! Dich haft für uns erniedrigt. Bekannte Melodie. 897.* Traurigkeit! Herzeleid! Ist das 2. Du warst nur eine kleine Zeit Von deinem Gott verlassen; Er krönte dich mit Herrlichkeit, Die Sterbliche nicht fassen. Das nicht zu beklagen? Gottes Ba- Kreuz, woran man dich erhöht, ters einigs Kind Wird ins Verwandelt sich in Majestät; Grab getragen. Denn du gingst aus dem Grabe. 2. O große Noth! Der Herr 3. Nun irren mich nicht liegt tobt! Um Kreuz ist er ge- Schmach und Spott, Noch deitorben, hat dadurch das Him- nes Kreuzes Schanden. Du melreich uns aus Lieb' erworben. bist mein Herr, du bist mein 3. O Menschenkind! Nur Gott; Denn du bist auferstanden. deine Sünd' Hat dieses ange: Du bist mein Heil, mein Fels, mein 576 Vermischte Lieder. mein Hort, Der Herr, durch selbst ein Haus! Aus dem Hem dessen mächtig Wort Auch ich zen wirf hinaus Alles, was mic einst ewig lebe. je kann scheiden Von den süße 4. Wir sind nun göttlichen Himmelsfreuden. Geschlechts, Durch dich des Him- 5. Schmücke mich mit deine mels erben. Dies ist die Hoff- Gaben, Mache mich neu, rei nung deines Knechts; In dieser und schön! Laß mich wahre Lielm will ich sterben. Wie du nun haben, und in deiner Gnade stebr auferstanden bist; So werd' auch Gieb mir einen starken Mutf ich, Herr Jesu Christ, Durch 3u besiegen Fleisch und Blum dich einst auferstehen. Lehre mich vor Gott hintretem Und im Geist und Wahrheit beter 6. So will ich mich dir er M. Treuer Gott, ich muß dir. 899,* Gott, du giebst uns geben. Dir zur Ehre soll mein milden Regen, Und Sinn Dem, was himmlisch ist befeuchtest trocknes Land, Gieb nachstreben. Dann gelang' i auch mir vom Himmel Segen; auch dahin, Wo mit Vater unt Denn mein Herz ist dürr, wie dem Sohn Ich vor deinem Him Sand. Laß des heilgen Geistes melsthron Dich erhebe, dich num Gab' Ueber uns von oben ab, spreise Nach der sel'gen Engel Wie die starken Ströme, fließen. Weise. Und sich in mein Herz ergießen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, Der doch bös ist von M. Gott, der Vater wohn uns. Natur, Seinen Kindern Gaben 900. In bes Baters, in und zwar Sohns, Und des nur; Solltest du denn, der du Geistes Namen Sind wir Erben heiß'st Guter Bater, deinen Geist jenes Lohns. Er werd' uns! Mir nicht geben, mich nicht laben. Amen, Umen! Sind getauft auf Mit den guten Himmelsgaben? Christo Tod; Und haben off 3. Jesu, der du hingegangen entweihet, Den Bund, den Bund Zu dem Vater, sende mir Dei- entweihet. Wohl uns, daß Gott nen Geist, den mit Verlangen verzeihet, Uns verzeiht durch Jesu Ich erwarte, Herr, von dir! Tod! Laß uns es innig reuen, Laß den Tröster ewiglich Bei Der Liebe Bund erneuen, Und mir seyn, und lehren mich In deines Heils uns freuen! Wed der Wahrheit männlich stehen, durch Jesu Chrifti Tod Zum Und auf dich im Glauben sehen Leben, Gott, uns wieder auf! 4. Heil'ger Geist, du Kraft 2. Sprich dein Todesurtheil der Frommen, Kehre bei mir nicht; Laß uns doch nicht ver Urmen ein! Sen mir taufend derben! Geb mit uns nicht in mal willkommen, Laß mich deinen Gericht, Daß wir nicht ewig Tempel seyn! Säubre dir hier sterben! Herr Gott, Bater, Sobn und Taufe. Abendmahl. 577 und Geist! Du mußt uns alles voll Huld und Gnaden Hatte, geben! Aufrichtig laßt uns stre- Seele, dich geladen, Daß du mben, Von neuem dir zu leben. deinen Bund erneutest, Und dich herr Gott, Vater, Sohn und seines Todes freutest. - Geist! Ach, laß mit heilgem 2. Wie die Gottverlobten pfle Schauern Uns göttlich, göttlich gen, Eiltest du dem Herrn ents trauern! Die Liebe laß nun gegen; Denn der Schuld dich dauern! Herr Gott, Vater, Sohn zu entladen, Gab er seines Mahe und Geist, Hör unser Fleh'n, les Gnaden. Ach, es war des = hör unser Fleh'n! Mittlers Wille, Daß du nähmst aus seiner Fülle! Dich der Sünde ganzer Seele lieben; Dich, zu entladen, Gab er seines Mahvon ganzem Herzen dich, Uus les Gnaden. 3. Ewiger, wir wollen dich Aus allen Kräften lieben. Unser, 3. Mittler, und ich durfte unser Gott ist Gott! Wir wollen nahen, Leben, Leben zu empfauns erheben Zu ihm, und dem hen. Ach, wie pflegt' ich oft nur leben, Der uns sich selbst mit Thränen Mich nach deinem gegeben. Unser, unser Gott ist Mahl zu sehnen! Ach wie hat Gott Nie wollen wir betrüben mich oft gedürstet, Gott, nach Die Brüder, nein, sie lieben, dir, mein Gott, gebürstet! Heute Wie wir uns selber lieben. Auch ließest du mich nahen Leben, Lehr Gott ist unser Gott. Mit ben zu empfahen. ihnen schaun wir einst den Herrn. 4. Du, dem unsre Todten4. Lehr' uns Herr, mit Freu- schaaren, Die, wie wir, auch tigkeit, Mit Eifer lehr uns rin- Sünder waren, Dank und Preis gen, Daß wir zu der Seligkeit und Jubel singen, Daß sie hier Durch Tod und Leben bringen. dein Mahl empfingen, Sohn des Schmal und rauh ist unser Weg; Baters, Licht vom Lichte, Lamm, Und eh' auf deinen Thronen Die dem tödtenden Gerichte HingePalmen und die Kronen Den geben, Heil der Sünder, Retter, leberwinder lohnen, Muß er Todesüberwinder! gehn den schmalen Weg Ach, 5. König, Hoherpriester, Lehtie laß uns erliegen; Hilf uns, rer! Du mein göttlicher Bekehuns selbst besiegen! Die Welt rer! Du für meine Schuld Verbilf uns besiegen! Führ uns bürgter! Gott Geopferter, Erfelbft den schmalen Weg zu dei- würgter! Uch, ich fiel zu deinen her Ruh', Unendlicher! Füßen, Und du ließest mich ge nießen, Mittler, deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir M. Schmücke dich, o liebe. 901. Frohe, fanft erquickte zum Preiſe. Seele, Uch, du kamst, 6. 3um Gedächtniß deiner löfte Seele, Kamst, Vergebung Leiden, Und zum Vorschmack u empfangen; Denn der Herr, jener Freuden, Die du, Mittler Do mir 578 Glaube und Tugend. mir erstrittest, Als du unaus- Igebens. Gott selber mißt mein sprechlich littest, Als dich Todes: Theil mir zu, Hier kurzenSchmerz, schweiße deckten, Dich die Schrek- dort ew'ge Ruh'. ken Gottes schreckten, Als du 4. Dank sey dir, Vater, Dank blutetest, verlassen, Uch, von und Ruhm! Mich lehrt dein Gott, von Gott verlassen! Evangelium Fest glauben, Liebe 7. Deines Heils will ich mich üben. Es macht mich ruhig und freuen; Dir will ich mich ewig erfreut, Führt mich zur wahren weihen. Eng' ist deines Lebens Seligkeit; Wie sollt ich es nicht Pforte; Noch schau ich im dun- lieben! Erhalte stets mein Herz Feln Worte, Einst werd' ich dich dabei, Daß ich dir ewig dank ganz erkennen, Ganz in deiner bar sey! Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; Hilf, ach hilf mir überwinden! M. Mir nach spricht Christus. 903. Wer Gottes Wort nicht M. O Ewigkeit, da Donnerw. hält, und spricht: Ich kenne Gott, der trüget. In solchem ist die Wahrheit nicht 902. Mein Glaub' ist mei- Die durch den Glauben sieget, nes Lebens Ruh', Wer aber sein Wort glaubt und Und führt mich deinem Himmel hält, Der ist von Gott, nicht zu, du, an den ich glaube! von der Welt. Ach, gieb, mir Herr, Beständig- 2. Der Glaube, den sein Wort keit, Daß diesen Trost der Sterb- erzeugt, Muß auch die Liebe lichkeit nichts meiner Seele raube! zeugen. Je höher dein' Erkennt Tief präg' es meinem Herzen niß steigt, Se mehr wird dieſe ein, Welch Glück es sey, ein steigen. Der Glaub' erleuchtet Chrift zu seyn! nicht allein; Er stärkt das Herz 2. Du hast dem sterblichen und macht es rein. Geschlecht, Herr Jesu wiederum 3. Durch Jesum rein von das Recht Zur Seligkeit erwor- Missethat, Sind wir nun Gottes ben. Nun bleib ich nicht mehr Kinder. Wer solche Hoffnung Asch' und Staub, Nicht mehr zu ihm hat, Der flieht den Pfad des Todes ewger Raub; Du bist der Sünder, Folgt Christi Bei für mich gestorben. Mir, der ich spiel als ein Christ. Und reinigt dein Erlöster bin, Ist dieses sich, wie er rein ist. Leibes Tod Gewinn. 4. Ulsdann bin ich Gott an 3. Ich bin erlöst, ich bin ein genehm, Wenn ich Gehorsam Christ; Mein Herz ist ruhig, übe. Wer die Gebote hält und vergißt Die Schmerzen die dem Ist wahrlich Gottes Liebe ses Lebens. Ich dulde, was ich Ein täglich thätig Christenthum dulden soll, Und bin des hohen Das ist des Glaubens Frucht Trostes voll: Ich leide nicht ver- und Ruhm. 5. Der Vermischte Lieder. 579 5. Der bleibt in Gott, und Des Freundes Glück erhöhn, Gott in ihm, Wer in der Liebe Verlaßne Tugend schüßen. Selbst bleibet. Die Lieb' ist, die die den Beleidiger Wird er in Noth Cherubim, Gott zu gehorchen, erfreun; Gut, wie sein Gott getreibet. Gott ist die Lieb'; an sinnt, Wird er auch milde seyn. feinem Heil Hat ohne Liebe Niemand Theil. 6. Die Liebe gegen Gott, Heißt ihn den nächsten lieben. Ihm ist es leichte Last, Die Pflichten auszuüben, Die er in 904. Mer Gottes Wege jedem Fall Dem Nächsten schulgeht, Nur der hat big ist. Lieb unterscheidet ihn; großen Frieden; Er kämpft, und Durch Liebe siegt der Christ. weiß den Lohn, Den Gott dem 7. Er fränket nie dein Glück, Kampf beschieden. Voll Glau- Schützt deinen Ruhm, dein Lebens widersteht Er jeder bösen ben. Er trägt dich mit Geduld, Luft, Ist seiner Tugend sich Froh Ist willig zum Vergeben; Denn vor dem Herrn bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, giebt auch mir. Voll Uchtung Gott, der Heilige, Denkt er, verGeht ihn mit festem Mutheehret er Des Höchsten Bild in dir. Wird aus der Schwachheit stark, Und liebt und schmeckt das Gute, 8. Sein Beispiel sucht dein Das seines Gottes Geist In sei Herz Im Guten zu bestärken; ner Seele schafft. So nimmt Denn alle sind von Gott Ge er immer zu Un Kenntniß und zeugt zu guten Werken, Und an Kraft. haben einen Herrn, Erlöst zu 3. Gott hat er allezeit Vor einem Heil; Er nimmt, voll Augen und im Herzen, Prüft hoher Lust, Un deiner Tugend täglich sich vor ihm, Und stillt Theil. der Sünden Schmerzen Durch 9. Das Heil der Ewigkeit, eines Mittlers Huld, Durch Das hier der Fromme schmecket, redliches Bemühn, Der Tugend Erhöht sein Glück, und macht, treu zu sein, und durch Ver- Daß ihn kein Tod erschrecket; traun auf ihn. Giebt ihm im Leiden Muth, Und pob 4. Getreu in seinem Stand, stillet jeden Schmerz. Im Tode Genießt er Gottes Gaben, und freut sich noch Sein Gott ergeb= it, wenn andre gleich Mehr nes Herz. Glück und Unsehn haben, In Gott bei wenigem Zufrieden, M. Nun ruhen alle Wälder, ei vom Neid, Von Habsucht 905. Was ist mein zeitlich und von Geiz, Von Stolz und Eitelkeit. mir, Gott, gegeben? Ein un5. Schenkt Gottes Hand ihm schätzbares Gut. Du gabst mirs, viel; So wird er vielen nützen, hier auf Erden Zum Himmel Leben, Do 2 reif M. O Gott, du frommer Gott. M. D Gott, du frommer Gott. Vermischte Lieder. 580 reif zu werden, Worauf mein wahres Glück beruht. M. Jefu, der du meine Seele. ich leben, Rechtthun 906. Vater, heilig möcht 2 Hier wird die Saat, gestreuet, Dort, wenn sie wohl wäre meine Lust; Aber Lüste gedeihet, Wird reich die Erndte widerstreben Dem Gesek in meisein. Je länger ich hier lebe, ner Brust. Ach, der SündenUnd gut zu handeln strebe, Se trieb im Herzen Ist noch oft ein Mich größer wird mein Glück bort Quell der Schmerzen. ſeyn, sdno beschwert der Sünden Joch; 3. Sollt ich dies Glück mir Was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwa rauben? Herr, laß mir, im chen beten; Meinem Vorfat Glauben Der fünftgen Erndte= zeit, Mein Beben auf der Erden trau' ich nicht. Lockende Be gierden treten Zwischen mich und So werth und wichtig, werden, meine Pflicht. Selbst den ſüßen Als es mir selbst dein Wort meine Pflicht. Selbst den süßen Undachtsstunden, Wo der nie. gebeut! dan pili dern Welt entschwunden, Ich 4. Mir selbst es zu verkürzen, zu dir von Tugend sprach, Folg Mich in den Tod zu stürzen, ten Sündentage nach. Ist wider meine Pflicht. Ein 3. Dwie oft hab ich gewei redliches Gemüthe Lohnt nie mit net, Schmerzlich meinen Fall Undanf Güte, Entweicht auch bereut, Gläubig mich mit dir dem Berufe nicht... vereinet, Und mich deiner Huld 5. Was leicht in Krankheit gefreut! Gnädig sahst du zu mir stürzet, Das Leben leicht ver nieder, Aber bald vergaß ich kürzet, Laß mich mit Sorgfalt wieder Meine Pflicht und, Vater, fliehn; Doch auch nicht ängstlich dich, und die Welt besiegte mich. zagen, Für meine Pflicht zu 4. Bater, du nur fannst mich wagen, Was du mir, Gott, für retten, Wenn mich niemand ret fie verliehn. ten kann. Beten will ich, brüns 6. In deine Baterhände Be- stig beten: Schau mich mit Er feht ich, Sperr, mein Ende, Und barmen an! Reiß die Wurzel meiner Tage Lauf, Froh sey meiner Schmerzen, Reiß die mein ganzes Leben Dir, Vater, Sünd' aus meinem Herzen! Tief dir ergeben, Hilf du nur selbst im Staube bitt ich dich: Leite der Schwachheit auf! felbst zur Tugend mich! 7. Was nützt ein langes Le- 5. Sieh mich dürften nach ben, Wenn man nicht, Gott er dem Guten! Früh und spät ruf geben, Nach wahrer Tugendlich zu dir. Laß mein Herz nicht firebt? Wer Gott und Menschen länger bluten! Deinen Geist ver liebet, Und sich im Guten übet, leibe mir! Hilf mir böse Lust Nur der hat lang und wohl bezwingen, und nach deinem gelebt. 0: 2 two Beifall ringen! Stärke mich mit Tiox 100 bober Glaube und Zugend. 581 hoher Kraft, Das zu thun, was Segen schafft. 7. Der mir in Christo alles gab, Mit Gnade blick auf mich 6. Ja, du hörst mein kindlich berab! Auf mich, der Sünde Flehen; Du erquickst mein Herz schnellen Raub, Den Himmels mit Ruh', Leben werd' ich, erben und den Staub." nicht vergehen; Meine Stärke, 8. Sink tief, o Seele, nieder Gott, bist du. Ueberwinden, tief Vor dem, deß Stimme dir überwinden Werd ich durch dich stets rief! Sink in den Staub alle Sünden. O wie steigt mein vor dem hinab, Der dir in froher Muth! Endlich werd ich Christo alles gab! fromm und gut! In eigener Melodie. M. Nun laßt uns den Leib. 908. Hier werf ich mich, 907. Staub von Staube, Herr, vor dir niewer bin ich Der der; Mein Geist sucht seinen Sünder, daß du meiner dich Ursprung wieder. Durch NehnNoch stets, du Heiliger, erbarmst, lichkeit mit dir allein, Kann er Weltrichter, meiner dich erbarmst! dir wohl gefällig sein. 2. Zum Glauben und zum 2. Doch ach! dir ähnlicher Thun zu schwach, Giebt oft mein zu werden, Säumt er so oft; Herz der Sünde nach. Ich die Luft der Erden, Der Sinne kämpf, o Bater, nicht genug kurze Schmeichelei Macht mich Den Kampf der ernsten Heiligung. so oft dir ungetreu. 3. Wie schnell ist, von der 3. Ich fühle wohl, daß ich techten Bahn Zum Irrweg oft dich liebe und mich in deinen der Schritt gethan! Wie schnell Wegen übe; Doch fehlt es in mein ganzes Herz erschrickt, Wenn dem Kampf und Streit Der es in diesen Abgrund blickt. Tugend an Beständigkeit. e 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden Durch deinen Geist geheiligt werden, Muß unverz rückter auf dich sehn, Muß mehr dem Bösen widerstehn. 4. Die Missethat wie nah' gränzt sie an einen Fehl', den Gott verzieh! Herr, Herr, mein ganzes Herz erschrickt, Wenn es in diesen Abgrund blickt. ne 5. Schmal ist der Weg zu 5. Oft besser, als ich bin, zu Gottes Höhn, Und wenige sind, scheinen, Mit Sünde Tugend die ihn gehn. Die Pfort' ist zu vereinen, Mich selbst zu schoeng', und der nur dringt Durch nen, wo ich kann, Entlockt mich sie zu Gott empor, der ringt. eft der rechten Bahn 9m 6. Ich lieg' auf meinem An 6. Ich muß mich besser ten geficht, und flehe weinend, laß nen lernen, Mich nie von meiDein Licht mir leuchten, Bater, ner Pflicht entfernen; Mein Herz laß mich dein Im Leben und muß mehr vom Stolze rein Mus im Tode seyn. redlicher gefinnet ſein! c 7. Oft 582 Vermischte Lieder. - 7. Oft schwur ich dirs. allen! Mit dir will Froh und Doch ach, ich Urmer! Was kann still Ich durchs Leben wallen. ich ohne dich, Erbarmer? Der Auch der Tod kann mich nicht Geist ist willig, doch es reißt schrecken; Lebensfürst, Ja, du Der Leib zur Sünde hin den wirst Einst mich auferwecken. Geist. 8. Er fühlt, ach, fühlt der M. Herzlich lieb bab ich dich. nach hilf lieb' ich dich Nach Freiheit, will fich retten; bilt 910. Aus ganzem Herzen ihm ringen! steh ihm bei, All- Gnade, Vater, dürstet mich, Die meine Seele labe! Die ganze mächtiger und mach ihn frei! 9. Ist die Versuchung über- Welt erfreut mich nicht, Nach wunden, Hat er die Freiheit nun Erd und Himmel frag ich nicht, gefunden; O dann, mein Ret- Wenn ich, mein Gott, dich habe. ter, rühmt und preist Dich innig Und wenn mein Herz im Tode der erlöste Geist! bricht; Bist du doch meine Zu versicht, Mein Trost, mein Heil, der mich erlöst, Der mich im Tode nicht verstößt. Uch, Jeſu Freude Ist nur die, Christ, Mein Herr und Gott! Daß ich nie mich von Jesu Mein Herr und Gott! Ein scheide, Daß ich ihn durch Glau- Schlummer sey mir einst mein ben ehre, Jederzeit Hocherfreut Tod! Seine Stimme höre. M. Warum sollt ich mich denn. 909. Meines Herzens reinste 2. Uch, alles, Herr, hab ich 2. Freundlich ruft er alle von dir. Den Leib, die Seele Müden, Und erfüllt Sanft und gabst du mir, Und dies mein mild Ihren Geist mit Frieden. erstes Leben. Daß ich es deia Seine Laft ist leicht zu tragen; ner Liebe weih', Ein Bruden Er macht Bahn, Geht voran, meiner Brüder sey; Dies Heil Stärkt uns, wenn wir zagen. wollst du mir geben! Laß Mitt 3. Ja, er kennt die Leidens- ler, mein' Erkenntniß rein. Unt stunden. Größern Schmerz, Als heilig meinen Wandel seyn; fein Herz, hat kein Herz em- Kreuz laß mich dir glauben pfunden. Darum blickt, wenn traun, Und nur auf deine Hülf feiner Brüder Einer weint, Unser schaun. Ach, Jesu Christ, Mein Freund Mitleidsvoll hernieder. Herr und Gott! Mein Herr un 4. Will das Herz vor Jam- Gott! Sey mirs in meiner le mer brechen; Ach, er trägt Und ten Noth! verpflegt Uns in unsern Schwä 3. Daß dann, der meine chen! Selig, wer in bösen Zei- Geift bewacht, Dein Enge ten In Gefahr Immerdar Sich durch des Todes Nacht In von ihm läst leiten! Land der Ruh' ihn trage. Me 5. Sesu, treuster Freund von still verwesendes Gebein Wir Erde Glaube und Tugend. 583 Erde, doch nicht immer, seyn, Bahn, Die der Gerechte geht. Nur bis zum letzten Tage. Du Er schaut im Zorn den Sünder läffest mich im Tode nicht; Du an; Des Sünders Weg vergeht. kommst, du kommst zum Weltgericht. Ach, Richter, laß mich M. O Gott, du frommer Gott. ohne Graun Dich dann auf dei- 912. Geſegnet ist der Menſch, nem Throne schaun! UllmächtiDer der ger! Mein Herr, mein Gott! gend weihet, Und seine edle Saat Erhöre mich; So preif ich ewig, Weit um sich her verstreuet! ewig dich. Stets kann er glücklich seyn; Denn seine reinste Lust Entspringt nicht außer ihm, Sie quillt in M. Lobt Gott, ihr Christen. 911. Heil, Heil dem Chri- seiner Brust. sten, der dem Rath 2. Zu Gottes Willen stimmt Der Frevler sich entzieht, Dem Sich auch sein eigner Bille. Christen, der den krummen Pfad Nur in der Welt ist Sturm, In Der Uebertreter flieht! feinem Herzen Stille. Der ganze 2. Der, wo der Gottheit Himmel sey Voll banger FinSpötter lacht, Die fromme Seel' sterniß; Sein Tag ist unbewölkt, entfernt; Sich Gottes Recht zur Sein Heil ist ihm gewiß. Freude macht, Und Tag und Nacht es lernt. 3. Indem er immer mehr Im Lichte Gottes wandelt, Und 3. Er grünet, wie am Bach immer edter denkt, und immer ein Baum Von seinen Segen edler handelt, Lohnt ihm Zuschwillt, Sich hebt, und einen friedenheit, Und ein zufriednes weiten Raum Mit seinen Wi- Herz Fühlt seine Freuden ganz, pfeln füllt. Und halb nur seinen Schmerz. 4. Er trägt, wenn seine Zeit 4. Thm wird der Erde Glück fommt, Frucht, Stets unent- Erlaubte Lust gewähren; Doch -laubt und grün; Er tröstet den, mäßigt er sich gern, Und lernt der Schatten sucht; Der Wandter segnet ihn. O 0 es auch entbehren. weh dem Sterblichen, Der stets es haben 5. Das ist der Fromme; was muß! Vor UnzufriedenheitSchüßt er macht, Wird Segen und er- ihn kein Ueberfluß. freut. Der Sünder, welcher 5. Die Wahrheit selbst entzückt feiner lacht, Sft Spreu, vom Den tugendhaften Weisen, Und Wind zerstreut. lehrt ihn seinen Rang Im Rei6. Der, der sich gegen Gott che Gottes preisen. Wie rein emport, Besteht nicht im Ge- und unvermischt, Wie still und ticht, Und wo ein Volk ist, das dauerhaft Sind Freuden, die Gott ehrt, Blühn die Verbre- der Geist Sich durch Gedanken cher nicht. schafft! -d 7. Der Herr verklärt die edle 6. Ein Thor betäubt sich nur Durch 584 Vermischte Lieder. Durch Freuden, die ermüden, ergeben, Für alles Gute glüht, Und immer bleibt sein Herz Das wünsch' ich zu erstreben. Noch leer und unzufrieden. Er stärke mich mit Kraft! Sie ist kein wahrer Mensch, Ist kei- kommt ja nur von dir; Und was ner Seele werth, Wenn er nur ich selbst nicht kann, Das wirke Freuden kennt, Die auch das du in mir. Thier begehrt. 2. Gieb mir ein frommes 7. Wer sich vernünftig liebt, Herz, Das nie von dir sich trens Soll nach dem Bessern trachten. net, Und stets mit Freudigkeit Gefesselt an den Staub Muß Dich seinen Vater nennet, Das er sich selbst verachten. dir sich überläßt, Sich findlich Mensch, sey tugendhaft Sey dei- an dich hält, Und wenn es dich nem Gott getreu, Und fühle, nur hat, Nichts fragt nach die wie beglückt Schon hier der ser Welt. Weise sey! 3. Gieb mir ein weifes Herz, Das deines Wortes Lehre Weit In eigener Melodie. mehr, als Reichthum schätzt, Oder: Alles ist an Gottes Segen ic. Weit mehr, als Pracht und 913. Dir ist niemand zu Ehre, Das seine Schwäche kennt, vergleichen, Du bist Und nimmer sich erhebt, Das groß, und du thuft Zeichen, Du stets mit Sorgsamkeit Nach dei o Herr, bist Gott allein! Weise, nem Beifall strebt. Herr, mir deine Wege, Daß ich 4. Gieb mir ein mildes Herz, richtig wandeln möge; Laß mich Das sich des Wohlthuns freuet, treu der Wahrheit seyn! Den Nächsten gern beglückt, 2. Eins mit dir laß deinen Wil- Ihm willig hilft und leibet, len Mich mit frommer Lust er Selbst Feinden Gutes thut, Auch füllen! Herzlich dank ich dir, mein fremdes Elend fühlt, Und stets Gott. Ewig dankt dir mein barmherzig ist, Wie Christus es Gemüthe; Denn wie groß ist befiehlt. deine Güte, Deine Hülfe in der Noth! 5. Gieb mir ein fanftes Herz, Das keine Zankfucht heget, Das 3. Eitel ist die Macht der nie zu schaden fucht, Und gern Götter, Du allein bist ein Er- die Schwachen träget, Das nut retter; Wer kann Wunder thun, durch Freundlichkeit Und stillen als du? Alle Völker, deine Edelmuth Des Nächsten Haß Werke, Kommen, preisen deine und Zorn, Wo möglich, Eins Stärke, Jauchzen deinem Na- halt thut. men zu. 6. Gieb mir ein reines Herz Das niemats unkeusch denket, Mel. O Gott, du fremmer Gett. Das jeden bösen Trieb Bekam in tugendhaftes Herz, pfet und beschränket, Das wilde Das dir, o Gott, Freuden flieht, Und Sittsamkeit 914. und Glaube und Tugend. 585 und Zucht In seinem Kreise stets[ det. Es freue sich des Heils, Gern zu befördern sucht. Das Jesus hat gegründet, Es 7. Gieb mir ein treues Herz, jauchze, daß der Leib Allein in Das nichts von dem begehret, Staub zerfällt, Und blicke glauBas unrechtmäßig ist, Und Un- bensvoll In jene beßre Welt! dern zugehöret; Das keine Habfucht nährt, Vom Neide sich Mel. Herzliebster Jesu, was. befreit, und stets gewissenhaft 915. Betrug und Wucher scheut. ch bin, o Gott, des redlichen Entschluss 8. Gieb mir ein biedres Herz ses, Den milden Segen meines Das Wahrheit sucht und schätzet, Ueberflusses Zu meines Nächsten Und nie aus Lästersucht Des Wohl mit treuen Händen Stets Nächsten Ruhm verletzet, Das anzuwenden. alle Falschheit haßt, Die Unschuld! 2. Ist doch dein eigner Sohn muthig schüßt, Und willig das einst nicht erschienen, Daß er sich Verdienst Erkennt und un dienen ließ, er kam zu dienen, terstützt. Und ward erniedrigt, um von 9. Gieb mir ein edles Herz, allem Bösen Uns zu erlösen. Das seiner Ueberzeugung Sm 3. Er brauchte seine Macht Guten immer folgt, Auch trok zum Trost der Armen, War der bösen Neigung; Das stets willig, sich der Kranken zu er mit Heldensinn Auch dann die barmen, Verlornen Heil und Tugend liebt, Wenn jeder mich Gnade zu erwerben, Für uns verkennt, Mich schmähet, und zu sterben. betrübt. 4. Wie liebreich trug er uns 10.( Sieb mir ein himmlisch rer Strafen Bürden, Daß wir Herz, Das nicht am Eiteln vor dir gerecht und selig wür flebet, Nicht blos nach Sinnes den! Wie ward die Welt so lust Und Erdengütern strebet, herrlich, dir zur Ehre, Durch Das im Genuß der Welt Mit seine Lehre! Ernst die Sünde flieht, Und 5. Daß nun die Menschen immer, Gott, auf dich Und je wieder Menschen werden, Daß nes Leben sieht. mehr Erbarmen herrschend ift 11. Gieb mir ein stilles Herz, auf Erden, Daß reine Liebe. Daß jederzeit gelassen, Benn tausend Seelen leitet, Hat er du mir Leiden schickt, Auch dei- tereitet. nen Trost kann faffen, Das von 6. Durch ihn erkennen wir Berzweiflung fern, Nur deine der Tugend Freuden, Und lieFügung liebt, und stets sich bevoll entschloß er sich zu leiin Geduld Und Selbſtverläug- den, Und ganz ein Vorbild durch mung übt. fein göttlich Leben Der Welt zu 12. Gieb mir ein heitres Herz, geben. Benn einst mein Leben schwin- 7. O wie verschönert sich nicht deine 586 Vermischte Lieder. deine Erde, Wo Jesu Jünger, Güte, Mit deiner Huld verlaß daß er gütig werde, Mit Eifer sie nie. Sey stets ihr Helfer sich bestrebt, in deinem Namen, und behüte Vor WiderwärtigkeiIhm nachzuahmen! ten sie, Und trifft sie doch Ge 8. Mein Heiland, hilf mir fahr und Schmerz, So tröst' durch ein nüßlich Leben Zur und stärke selbst ihr Herz! Aehnlichkeit mit dir mich zu er- 6. Im Tode nimm sie mit heben! Gieb Kraft, daß ich das Erbarmen Zu deines Reiches Glück, das ich besiße, Für an- Erben an! Sie haben hier er: dre nütze. quickt die Urmen, Sie haben Menschen wohl gethan. Und diese flehn an deinem Thron: M. Wer nur den lieben Gott. 916. Wenn Menschen dir, O Vater, herrlich sey ihr Lohn! Gott, an Güte, Un Wohlthun, streben gleich zu M. In allen meinen Thaten. ſeyn, Wenn sie mit willigem 917. Fern fey's, wenn ich Gemüthe Durch dir diene, Gott, stand mich erfreun; Mit reichem ich mich erkühne, Darüber stolz Segen segne dann, Die ich nicht zu seyn! Wer kann bei seinen wieder segnen kann! Werken, Wie oft er fehlet, mer: 2. Es zeuge meiner Freude ken? Wer ist von Mängeln völ Zähre, Wie tief mich Dankbar lig rein? keit durchdringt, mit welchem 2. Such' ich wohl deinen Wik Eifer ich begehre, Was ihrem len So eifrig zu erfüllen, 213 Herzen Freude bringt, Mit wel es dein Wort gebeut? Trag ich chem Ernste mein Gebet Für sie der Tugend Bürde Aus Kennt: zu dir, o Vater, fleht! niß ihrer Würde Uuch immer 3. Ich will mich aller ihrer mit Zufriedenheit? Freuden Und ihres Glücks von 3. Entzieh ich mich den Sün Herzen freun, Voll Kummer den Auch stets aus rechten über ihre Leiden Gern ihnen Gründen? Aus wahrer FrömFreund und Tröster seyn, Und, migkeit? Oft sind die guten wenn ich kann, gleich dir, o Gott Triebe Nicht Früchte deiner Sie unterstüßen in der Noth. Liebe; Nur Früchte der Natur 4. Und kann ichs nicht, o und Zeit. Gott, so dringe Doch meines 4. Der Sünden meiner Ju Herzens Flehn zu dir! Gieb, gend Der Mängel meiner Tu daß ihr frommes Werk gelinge; gend Wie viel find ihrer nicht! Denn, Herr, sie thaten wohl Welch unbeständig Wanken In an mir. Wer Freude giebt, und Thaten, in Gedanken Bei dei oft schon gab, Dem ström' auch ner Wahrheit hellstem Licht! Freud' ins Herz hinab! 5. Doch wenn auch, dir zur 5. Umfaffe sie mit deiner Ehre, Rein meine Tugend wäre; Weß Glaube und Tugend. 587 Weß ist das Eigenthum? Wer noch deine Hasser; Doch erscholl ließ mich unterrichten? Wer ließ Liebevoll Deine Stimme: Vater! in meinen Pflichten Mein Glück Uch vergiebs, mein Vater! mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lie M. Wer nur den lieben Gott. ben, Und bein Gebot zu üben, 919. Gott, in allen deiDie Lust und Freudigkeit? Wer nen Werken Treff stärkte meine Kräfte Im Heili- ich die schönste Ordnung an; gungsgeschäfte? Wer gab mir Dies müsse meinen Vorsatz stärMuth und Sieg im Streit? ken, Zu handeln stets nach Zweck 7. Du schaffft, daß ich dich und Plan! Die Ordnung giebt wähle, Du rufft mich, wenn ich dem Geiste Licht, Erleichtert ihm fehle, Durch deinen Geist zurück, die schwerste Pflicht. Du ziehst mich ab von Sünden, 2. Sie ist des Menschen wahre Und läßt mich Gnade finden, Zierde. Wer nicht ein Freund Und giebst zu meiner Beßrung der Ordnung ist, Fühlt in fich Glück. keine Ehrbegierde, Und denkt 8. Sollt' ich mich deß er- und handelt nicht als Christ, heben, Was du mir Herr gege- Kann nie der Welt recht nüßlich ben? Hab ich zum Lohn ein seyn, Muß manches oft hernach Recht? Könnt ich auch alles bereun. üben, Was du mir vorgeschrie- 3. Drum sey auf allen meis ben, Wer bin ich? ein unnützer nen Wegen Die Ordnung mir Knecht. Begleiterin! Ihr folgt Zufriedenheit und Segen; Sie ist schon selbst für mich Gewinn. Heil dem, der lebenslang fie ehrt! seyn Eure Qual, Er kennt und fühlt des Menschen M. Mache dich mein Geist. 918.' Erbarmen wird sie Verbrecher, Die dem Bruder Werth. nicht verzeihn, Selber ihre Rächer! Gott wird nicht Im GeM. Herzliebster Jesu, was. ticht, Denen nicht vergeben, 920. Wie groß, wie schön, Welche nicht vergeben. sind deine 2. Hören, hören laß sie mich, Werke! Dich preist die Flur, der Diese Donnerstimme, Wenn im Baum in seiner Stärke, Der schnellen 3orn auch ich, Wie Thiere Menge, die auf Erden mein Feind, ergrimme! Start leben, In Lüften schweben. wie du, Laß mich Ruh, Laß 2. Dein Wille ists, mit Weismich Weisheit finden, und mich heit sie zu nutzen, So gar als überwinden! Eigenthum sie zu besitzen; Doch 3. Ausgeschüttet warest du, sollen wir sie boshaft nicht verHeiligster, wie Waffer. Höh- heeren, Ruchlos zerstören. nend riefen dir noch zu, Da 3. Stets will ich diese große Pflicht 588 Vermischte Lieder. Trost und Ruhe. Pflicht bedenken, Das, was du 2. D was achten weise Chris schufft, aus Leichtsinn niemals sten Jenen Reiz von niedern kränken; Aus Frevelmuth nie, Lüsten, Jenen Glanz der eitlen was du giebst, vernichten; Du Freuden, Und des Lebens kurze wirst es richten! Leiden, Wenn sie schon im Geist 4. Um mich soll alles, was am Throne Deiner treuen Streis da lebt, sich freuen, Das kleinste ter Krone, Und den hohen Lohn Thier niemals um Rache schreien; erblicken, Der sie dort einst wird Niemals will ich den jungen beglücken? M. Mit Fried und Freud. 921. Wir sind durch Jesu Baum verletzen, Nein, dankbar 3. Mag doch Trübsal mich schätzen. umstürmen; Deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade, Ewig währt der Lohn der Gnade. Mit Blut geweiht Zu des Dankes stillen Zähren Will Himmelsfreuden; In jeder kur- ich deiner Rath verehren, Unter zen Traurigkeit, Jedem Leiden keiner Bürde sinken, Und den Klagen wir gleichwohl: der Herr, Kelch in Ruhe trinken. Der Herr, vergißt der Seinen. 4. Du hast selbst der Men 2. Kann ihres Kindes, ihres schen Plagen, Heiland, voll Ge Sohns Ein Weib vergessen? duld ertragen, Tausendfaches Leid Und könnte sie auch ihres Sohns gelitten, und den schwersten Je vergessen; O so will Gott Kampf gestritten. Gieb, wenn deiner doch, Will deiner nicht ich ermattet bebe, Daß mich vergessen. deine Kraft belebe, Hilf mir 3. Jauchzt, Himmel! Erde, wachen, beten, ringen, Šo durch freue dich Mit uns Erlösten! Kampf zum Siege dringen. Erbarmend, himmlisch, väterlich, Uns zu trösten, Giebt Gott sei M. Christus, der ist mein Leben. nen eingen Sohn Für uns bem 923. Nimmnt Gott, dem wir vertrauen, Sich un- sers Werks nicht an; Will er das Haus nicht bauen, Verges bens baun wir dann. Welt geschieden, 2. Will er die Stadt nicht Fühl ich deinen höhern Frieden, schützen, Er, groß durch Rath Und die Freude schon auf Er- und Macht; Was wird der Wäch den, Herr, mit dir vereint zu ter nüßen? Umsonst ists, daß werden! Diese Welt mit ihren er wacht. M. Schmücke dich, o liebe. 922. Vom Geräusch der Sünden Seh' ich unter mir ver- 3. Was hilfts, daß ihr vom schwinden, und das Heil von Morgen Bis in die Nacht euc jenem Leben Den entzückten quält? Laßt euren Bater forgen! Geist umgeben. Er weiß wohl, was euch fehlt 4. Gr Troft und Ruhe. 589 4. Er weiß es, der im Lei- getrost an deiner Hand, Getrost den So treu, so zärtlich liebt, durch dürre Wüsteneien Und bren Und uns so viele Freuden Auch nend heißen Sand. unerwartet giebt. 3. In kranker Luft, und mit ten unter Leichen, Wenn wüthend ringsumher der Tod Auf schwars 924. Mas forgest du, sey zen Flügeln fauler Seuchen Ein stille, meine Seele! schnell Berderben droht. In eigener Melodie. Dein Gott ist ein getreuer Hirt, 4. Getroft auf dich, getrost Der mir, auch wenn ich mich auf sein Gewissen Verachtet er nicht quäle, Nichts mangeln las des Schmähers Wuth, Und tritt sen wird. mit unerschrocknen Füßen Auf 2. Er weidet mich auf blu- ihre Natterbrut; menreicher Uue, Und führt mich 5. Sprich glaubensvoll: der frischen Wassern zu; Er brin- Herr steht mir zur Seiten, Der get mich im kühlen Thaue Sur Herr ist meine Zuversicht! Und fichern Abendruh. er, fein Retter, hilft ihm streiten, Sein Gott verläßt ihn nicht. 3. Er hört nicht auf, mich liebreich zu beschirmen, Im Schatten vor des Tages Glut, In sei- j M. In dich hab ich gehoffet. nem Schooße vor den Stür: 926. Der Attes schuf, ist men, Und schwarzer Bosheit Buth. 000 überall! O fürchterlicher Donnerschall In aller 4. Auch, wenn er mich durch Sünder Ohren! Der Alles schuf finstre Thäler leiten, Mich durch ist überall! Vernehmts und zit. die Wüste führen wird, Will ich tert, Thoren! nichts fürchten; mir zur Seiten Geht dieser treue Spirt. 5. Ach, dann will ich ihn preisen und ihm danken. Ich halt an meinem Hirten fest; Und mein Vertrauen soll nicht wanten, Wenn alles mich verläßt. 2. Noch keines Herzens böser Rath, Ihr Sünder, keine schnöde That It seinem Aug entronnen! Erkennet den geheimen Pfad Des Staubes und der Sonnen. 3. Daß seinem Auge nichts entflieht ,. Was war, und ist, und einst geschieht, Sey meine Ruh' und Freude! Ein Gott, 925. Gott, mein Schut! der Alles weiß und sieht, Der was sollt' in bösen sieht auch wenn ich leide. Beiten, Was sollt' ich fürchten, in Gefahr? Wer dir vertraut, In voriger Melodie. 1500 bat dich zur Seiten; Du hilfft M. Wie groß ist des Allmächtig. hm wunderbar. 2. Wenn über ihm die Wol 927. Darf sich der arme Mensch erheben en Flammen speien; Geht er Vordir, Allmächtiger, der Staub? Vor 590 Vermischte Lieder. Tod und Ewigkeit. Vor dir, der alles ihm gegeben, 3. O hohes Glück, vor Gott Woraufer pocht, als einen Raub? zu stehn! O Freude, Jesu dich Und kannst du ihm nicht wieder zu sehn, Und mit dir deine Glie: nehmen, Was du ihm gabst, und der! Zu sehen dich in deinem er vergißt, Damit der stolze Licht, Von Angesicht zu Unge: Staub sich schämen Und fühlen sicht, Dich, Erster aller Brüder! müsse, was er ist? 4. Wie wird mir dann zu 2. Du hauchest rosenvolle Muthe seyn, Wenn alle Todten, Wangen Am Morgen unerwar groß und klein, Vor dir gesam tet an, Und noch vor Abend ist melt stehen! Du vor dem Vater vergangen Der Reiz, den wir mich bekennst, Mich rufft und bewundernd sah'n. Das Leben mich bei Namen nennst, 3ur steht in deinen Händen: Nach Freude einzugehen! deinem Winke würgt der Tod Und würgt auch zwischen Mar- Qual, Getränkt mit Freuden 5. Befreit und ewig fern von morwänden, Und beim Altar, ohne Bahl, Gott immer, immer noch eh' er droht. näher! Ja, dann steigt jeden 3. Erhalte mir, was du ge- Augenblick Der Seele unaus geben! Denn diese Seele, der Verstand! Und was ich habe, ich höher! sprechlich Glück Noch unaussprech Leib und Leben, Hab' ich aus deiner Baterhand. Ruft dann 6. Der Seligkeiten, Gott, wie mich einst die finstre Höhle; viel! Freuden ohne Maaß Dann, wann des Leibes Hütte und Ziel, Hoch über alles Seh bricht, Entzeuch, ich flehe, mei- nen! Ewigkeit! Ewigkeit! ner Seele Nur, Bater, deine Was ist das Leiden dieser Zeit! Gnade nicht! Wie nichts sind alle Thränen! - M. Sey Lob und Ehr dem. laßt uns für das Gute glühn, Und Staub zu anderm Staub herab, nach dem Ziele streben! Die Nicht sterblich mehr zu leben. Welt vergeht, die Jahre fliehn; Mit freiem Flug' und frohem Wie Rauch enteilt das Leben; Blick Kehrt der entbundne Geist Des Leibes Kräfte nehmen ab, zurück, Zu dem, der ihn gegeben. 3um Staube sinkt der Staub 2. Owohl ihm, war er fromm ins Grab; Wir kommen einst und gut, Wenn er von seiner zum Ziele. M. Kommt her zu mir, spricht. 928. Einft sinkt der Leib ins 929. kühle Grab, Der Urbeit ruht, Und Thaten ihn 2. Da waltet lauter Heiligbegleiten! Wenn er, dir ähnlich, feit Vollkommner, als hienieden; Jesu Christ, Unsträflich, rein und Da wirken wir in Seligkeit und würdig ist Des Glücks der Ewig- reinem Seelenfrieden. O lagt feiten! uns zu des Himmels Höh'n Im Glauben Tod und Ewigkeit. 591 Glauben und in Liebe gehn;| umstrahlt, Die nicht welkt, des Der Weg führt uns zum Ziele. Lohnes Krone! Freudig, freudig fühlen wir, Gott giebt uns des Mittlers Erbe, Schauen hoffM. Jesus meine Zuversicht. 930. Laßt uns unsers Va- nungsvoll empor, Wo das Ende terlands, Unsers Er- unser harrt. bes uns erfreuen! Uch, der Weh- 4. Dort hinauf, wo uns ein muth Thräne rinnt Oft der Pilz Heil, Das kein Auge sah, erger Wange nieder! Auch der wartet, Das kein sterblich Ohr Freuden Thräne sey In dem vernahm, Keines Menschen Herz Blick, der aufwärts schaut! erreichte. Ja, wir dürfen dieses Heils Uns mit sichrer Hoffnung 2. Brüder, sind wir sterblich mur? Nicht unsterblich auch und freun! ewig? Gab der Auferstandne 5. Du, Vollender, leite du nicht Uns ein unvergänglich Le- Ulle, die sich deiner freuen, Zu ben? Soll der Kleinmuth die des Himmels Seligkeit, Zu dem entweihn, Deren Geist kein Grab himmlisch hohen Erbe! Laßt uns, begräbt? ewig dann vereint, Ewig deinen 3. Deren Haupt die Kron' Ruhm erhöhn! Register. Register. A. Ach abermal bin ich Ach bleib bei uns, Herr Ach das Wort des ewig Ach fern bist du 100001 Ach Gott und Herr, wie Ach Gott vom Himmel, sieh Ach Gott, wie herzlich liebst Ach Gott, wie manches Ach Gott wir sollen unsre Ach Herr Gott, gieb uns Ach Herr lehre mich Ach hilf mir, hilf! Herr Ach höchster Gott, verleihe Ach! könnt ich doch mit deinen Ach mein Jesu, sieh ich Ach mein Jesu, welch Ach, mit dem Tode muß er Ach, fagt mir nicht von Gold Ach, steh uns bei, verlaß Ach treuer Gott ich ruf Ach Vater, zürne nicht Seitel Seite 316 112 570 63 72 24 345 449 420 263 328 134 Allmächtiger, gerechter Gott 188 Also hat Gott die Welt 489 Anbetend stand der Seber 381 Anbetung, Jubel und Gesang 567 128 Anbetung fey dir, Gott, 181 Anbetungswürdger Gott 160 An deinem Wanderstabe 268 Auch außer meinem Vaterl. 470 Auch Thiere bat der Gott. 87 Auch unser Geist ermuntre 541 Auch uns, o Gott, hast du 140 Auf, auf, ihr meine Lieder 219 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 156 Auf, Christen auf und freuet 538 Auf deine Weisheit schauen 482 Auferstanden, auferstanden 362 Auferstehn, ja auferstehn 231 Auf Felsen liegt ihr Grund 455 Auf Gott nur will ich sehen 170 261 Auf Gott und nicht auf 468 Auf meinen lieben Gott 131 Auf schicke dich, recht feierlich 133 Aus! von Moder und Verwes. 557 483 Aus deiner milden Vaterh. 291 Aus deiner Quelle Schöpf 462 Aus ganzem Herzen lieb ich 411 Aus Gnaden soll ich selig 484 Aus meines Herzens Grunde 295 Aus tiefer Noth schrei ich 527 427 10 Ach, wann werd ich von der Ach, was hab ich angerichtet Ach, was sind wir ohne Jesu Ach, was soll ich Sünder Ach, wer auf späte Buße. Ach, wie erschrickt die böse Ach, wie groß ist deine Ach, wie hat mein Herz Ach, wie hat sie abgenommen Uch wie ist der Menschen Ach, wie will es endlich Adam hat im Paradies Alle Menschen müssen sterben Allein Gott in der Höh sey Allein zu dir, Herr Jesu Aller meiner Brüder Rechte Allliebender, du schufst mein Allmächtiger, die Erde bebet *# 19: 56 t 5568555-5555ke 384 193 272 173 436 484 327 127 493 B. 314 459 Bald sinkt der Leib ins küble 388 401 Barmherziger, erhöre 365 Barmherzger Vater, höchst 92 Bedenke, Mensch, das Ende 208 Befiehl du deine Wege 157 Beglücke meine Reise 259 Begrabt den Leib in seine 535 Beim holden Namen Vaterf. 319 Bekenner 344 383 121 564 196 Seite 59 Der frohe Morgen weckt 419 Der für mich litte, beilige 420 Der Glaub ist oft zu schwach 290 Der Herr, der aller Enden 123 Der Herr ist Gott und keiner 570 Der Herr ist in den Höhen 308 Der Herr ist meine Zuversicht 215 Der Herr schwingt sich mit 299 Der Mächtige, der Gott der 485 Der Mensch lag tief in Sünd. 204 309 Der Mensch vom Fleisch geb. 17 Der Mond ist aufgegangen 55 Der sanfte Mond steigt 358 211 574 Der Spötter Strom reißt Der Strom des Lebens rinnet 153 Der Tag ist wieder hin 49 Der Trennung Schmerz 405 Der Wollust Reiz zu 498 Des Glaubens Zuversicht 374 Des Weltversöhners Schaar 60 Dich, Höchster, ebrerbietig. 50 Dich, o Jesu, dich mein Dankbar fall ich vor dir Dank, Dank, o Vater Dank, dem milden Vater Dank dir, du Hüter meines Dank sagen wir alle Dankt, dankt dem Herrn Dankt dem Herrn! mit frohen Darf sich der arme Mensch Das alte Jahr vergangen ist Das alte Jahr vorüber ist Das Amt der Lehrer, Gott, Dich preisen, Herr, Gesang Dich unsern Gott verehren 153 Die helle sternenvolle Nacht 237 Die Himmel rühmen des 341 Die ihr des Lebens edle Zeit 346 Die ihr geübt in Künsten send 97 Die ihr seine Laufbahn lauft 569 Die Sonne sinket nieder 341 Die Sonne stand verfinstert 589 Die Sünde blendet erst 20 Die Trübsal lehr uns weiser 20 Dies ist der Tag, den Gott 159 Dies ist der Tag zum Segen Das Grab ist da, hier ist mein 552 Dies ist die Nacht, da mir Das Grab ist leer, und Gottes Daß ich in deiner Christenh. Daß unser Gott uns Leben Dein Heil, o Christ, nicht Dein Leben, das dir Gott Dein sanftes, liebevolles Herz Dein Volk, o Herr, singt Dein Wort, o Höchster, ist Den Tag des Herrn zu feiern Der alles schuf, ist überall Der am Kreuz ist meine Liebe Der Auferstehung Tag Der du uns als Vater liebest Der Ehestand soll heilig seyn 58 Dir dank ich heute für mein 124 Dir, der das Licht entstehen 242 Dir ist niemand zu vergleich. 115 Dir, Menschenvater, Lob 267 Dir Vater dankt mein Herz 47 Dir zu leben, dir zu sterben 476 Dort oben ist Rub! 179 Dreieiniger Gott erbarme 151 Du bester Trost der Armen 589 Du bist ein Mensch, das 423 Du bist erblaßt, Mein Heil 55 Du bist's, dem Ruhm und 434 Du darfst, o Herz, auch 163 Du, der kein Böses thut a Bekenner Christi, werde rein Bekenner Jesu, werdet nie Bereite dich, o Christ! wir Besig ich nur ein ruhiges Betend nahen wir uns dir Betet an! Laßt uns lobsing. Bewaffnete, der Krieger Bewahre mich, Herr, daß Blick herab auf unsre Schm. Brich, beller Morgenstern Bringt Ehre, Gott, bringt Bringt Jesu euern Lobgeſ. Bringt Preis und Ruhm Register. Christ, eile nie mit sicherm Christ lag in Todesbanden Christen! seht im Glanz Christen, singet Jubellieder Christus, der ist mein Leben Christus fuhr gen Himmel Christus ist erstanden D. Geite 538 425 504 275 102 447 122 452 337 182 373 334 377 264 207 187 236 491 88 436 331 109 322 324 146 337 425 294 278 10 85 403 353 573 584 357 113 553 561 468 317 194 49 191 280 127 Du Du, der so gern beglückt Du, deß sich alle Himmel Du erhebst dich himmelan Du gehst zum Garten Du Gott, der unsre Zuflucht Du Gott schufft selbst die Du hast, o allerhöchster Gott Du hast, o gnadenreicher Du beilige Dreieinigkeit Du klagst, o Christ, in Du flagst und fühlest die Du läsfest Herr, uns Du liebst, o Gott Gerecht. Durch Adams Fall ist ganz Durch dich Gott bin ich Durch kummervolle Tage Du sagst: ich bin ein Christ Du schufft mich, Gott, dein Du sollst nicht stehlen Du Vater aller deiner Kinder Du, wahre Christenseele Du weiser Schöpfer aller Du wesentliches Wort, von Register Seite 513 Erheb o Christ, erheb den 114 Erhebt den Herrn, ihr 312 311 125 54 575 386 16 61 Erhebt den Herrn mit 454 Erhebt, erhebt den Herrn 304 Erheb uns zu dir, du, der ist 438 164 Erhöre, Gott, erhöre 445 Erinnre dich, mein Geist 318 Er kommt, er kommt, der 331 Er kommt, er kommt zum 292 Ermuntre dich, mein schwacher 12 240 Erschienen ist die heilsam 98 Ertönt, ihr Freudenlieder 257 Erwecke, Jesu, stets die 202 Erwünschter Tag, Tag der 169 8 baut, o Gott, auf dein 23 Es eilt der letzte von den 527 Es ist das Heil uns kommen 449 Es ist noch eine Ruh vorh. 106 Es ist vollbracht, des Grabes 236 Es ist vollbracht: so ruft 217 Es fostet viel, ein Christ zu 80 Es lobten Engelchöre 405 Es trifft gewiß einst ein die Es weinet um Jerusalem Es werde Gott von dir Es wolle Gott uns gnädig 161 E8 züchtigt deine Hand 298 50756 Ewge Liebe, mein Gemüthe 402 Ewge Wahrheit, deren Treue 511 378 Ewiger, auch dieses Jahr 183 Ewig, ewig heißt das Wort 77 23 270 f. 10 415 Fallet nieder! fallet nieder! 356 Feiern laßt uns diese Stunde 56 499 Fern seys, wenn ich dir diene 586 470 Forsche nach der Zukunft nicht 241 574 Freiwillig bast du dargebr. 519 Freu dich sehr, o meine 557 Freundlichster Immanuel. 590 Freut euch, Gottes Kinder 562 Fröhlich soll mein Herz 584 Frohe, sanft erquickte Seele 565 Froblockend, Vater, wach 297 Früh, mit unwölktem Ang. 379 Für alle Güte sey gepreist 256 Für alle Kranke bitt ich dich 187 Für unsre Brüder beten wir 189 556 Für wen schuf Gottes Güte Ehre gern die Obrigkeit Ehre, Lob und Preis und Ehre sey Gott in der Höhe Einen guten Kampf hab ich Eine feste Burg ist unser Ein Glück im kurzen Raum Ein Herz, o Gott, in Leid Ein Kind, dem keines jemals Ein Lamm geht hin und trägt Ein milder Regen sinket Ein neugebornes Gotteskind Eins hab ich liebster Vater Ein sanftes Lager wartet Eins ist Noth, ach Herr Einst reift die Saat, mein Einst sinkt der Leib ins kühle Ein Tröpflein von den Reben Ein tugendhaftes Herz Endlich, endlich muß es doch Entehre nicht, mein Herz Erdentöchter, Erdensöhne Erfülle redlich deine Pflicht Erhalt uns, Herr, bei deinem Er hat sein Tagewerk Seite 30 7 357 525 24 355 18 205 391 48 47 225 550 385 27 111 184 560 10558830555458ge 373 86 Register. Gott ist's und bleibts Gott lebt, wie kann ich Gott lehre mich verstehn und Gottlob, die Arbeit ist Seite Geite 379 352 401 352 22 81 321 349 Gottlob, nun geht mit gutem 407 348 Gott ruft der Sonn' und 324 Gott sey Dank in aller Welt 66 Gottseligkeit ist kein Gewerbe 343 Gott, unfer froher Lobgesang 435 Gott von großer Macht und 10 Gott vor deinem Angesichte 568 Gott vor dessen Angesichte 85 Gott, was wären meine 583 Gott, welch ein Segen ist 473 Gott, wie dank ichs deiner 572 Gott wie du bist, so warst 315 Gott, wie verderbt ist von 124 Gott wird machen, daß die 320 Großer Gott ich muß dir 515 Großer Mittler, der zur 130 Gürte dich, um wie ein 503 Guter Geber, Dank sey dir 223 Gut und heilig ist dein Wille 461 521 435 78 202 277 456 450 378 340 521 H. Gedanke, der uns Leben gibt Gedenk, o meine Seele Geerndtet ist der Felder Saat Geh hin mein Herz, und suche Geht getroft zu Werke! Geist vom Vater und vom Geliebtes Kind, o schlaf und Gelobet sey der Herr, mein Gelobet feyst du, Jesu Christ Gelobt sey Gott, ihm will Gepriesen seyst du, Jesu Gesegnet ist der Mensch Gesetz und Evangelium Gesund und frohes Muthes Getrost, nun geht es bald Geweiht zum Christenthume Gib, Höchster, daß ich fromm Gib mir ein frommes Herz Gib Reu und Leid Glaube, Lieb und Hoffnung Gönn' jedem, was der Höchst' Gott, daß man sich selber Gott, deine Gnad' ist unser Gott, deine Güte reicht so Gott, deinen weisen Willen Gott, deiner Hülfe freue sich Gott, der du wahrhaftig bist Gott, der Tage, Gott der Gott, der wirds wohl machen Gott des Himmels und der Gott, dessen Macht des Gott, du gibst uns milden Gott, du weißt, in welchen Gott, gib mir zu erkennen Gott hats gegeben und Gott in der Höh sey Ehr' Gott in seiner Himmelshöhe Gott ist der Sünde feind Gott ist die Liebe, wer es Gott ist die Stärk' und Gott ist mein Schutz in Nöthen Gott ist hier, er hals vern. Gott ist mein Hort! Gott ist mein Lied! Gottlob, die Stund ist Gottlob, die Woch heb' ich Gottlob, ein neues Kirchenj. 201 Gottlob, ein Schritt zur 2 2 531 310 356 89 495 118 Hab Gott dein Lebenlang 169 ab herzlich Lob, hab ewig 161 Halleluja, die Zeit bestimmt 478 Halleluja, jauchzt ihr 336 Halleluja, Lob, Preis und 480 Halt an, mein Herz, in 329 Halte dich mit hoher Liebe 310 Halte was du hast empfang. 576 Halt im Gedächtniß Jesum 189 Heiland deine Menschenl. 234 Heil'ger Jesu, Heiligungsq. 392 Heil, Heil dem Christen 436 Heilig, heilig ist das Band 562 Heilig, heilig sey der Eid 463 Heilig ist der Gott der 227 Herr, allerhöchster Gott 183 Herr Christ, du einger 300 Herr Christe, du wollst Glück 175 126 Herr Christ, man dankt dir 177 Herr, deine Langmuth ist 208 29 93 Herr, deine Recht' und dein 326 Herr, deine Sanftmuth 531 Herr, denk an mich 135 Herr, der du mir das Leben 539 Herr, dir gelob ich neue 0.2 172 15 403 50 441 513 569 234 148 26 517 583 158 237 446 512 186 101 253 40 Herr 335 145 Register. Seite Seit 50 33 42 79 Jch bin im Himmel 437 Sch bin, o Gott, des redlichen 58 54 147 Jch bin, o Herr, in deiner 454 Jch bin vergnügt nach Gottes 24 91 Ich bin zur Ewigkeit geboren 11 443 Sch danke dir durch deinen 387 Sch geh zu deinem Grabe 561 Ich glaube an Gott den Vater 10 45 Sch habe Gott es heimgestellt 36 87 Ich habe nun den Grund 422 Sch hab in guten Stunden 129 Ich hab oft bei mir selbst 370 Jch komme, Herr, und suche 14 44 Sch komme vor dein Angesicht 11 156 3ch preise dich und singe 490 Sch ruf zu dir, Herr Jesu 371 3ch sag es jedem, daß er 174 Sch sehe hinter mich zurück 264 3ch sehne mich mein Heil 180 Sch Staub von Staub 113 Sch sterbe täglich 26 31 91 54 14 37 43 28 32 3d trete vor dein Angesicht 17 354 3ch will dem Herrn zu jeder 31 308 3d will den Bund mit 183 Jch will dir Abschied geben 409 Sch will in stiller Einsamkeit 17 367 Sch will, o Vater, allezeit 449 Jch will, so lang ich lebe 176 Sa will von meiner Missethat 13 371 Seder trägt mit sich umher 226 Jehova stand auf Sinai 39 Je länger hier, je später dort 37 554 Jerusalem, du meines 83 Jesu Christi Sterbetag 19 Jesu, deine heilge Wunden 314 Jesu, deine Passion 10 10 39 27 333 Jeju, der du meine Seele 581 Jesu, der du wolltest büßen 168 Sesu, du hast ausgerungen 531 Sesu, Freund der Menschenk. 45 21 Jesu, meine Freude 266 Jesu, meiner Seelen Licht 75 Sesu, meines Lebens Leben 347 Jesum ewig zu verehren Jesus, Jesus, nichts als Jesus ist gekommen 60 Jesus kommt, von allem 461 Jesus lebt, mit ihm auch ich Herr, du erforschest mich Herr, du hast in deinem Herr, du wollst sie vorber. Herr, Gott, der du mein Herr Gott, dich loben wir Herr Gott, dich preisen wir Herr, ich bin dein Eigenth. Herr, ich bin noch hier auf Herr Jesu Christ, dein Herr Jesu Christ, dich zu Herr Jesu Christ, du Heil Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu Christ, mein Herr Herr Jesu, deine Angst und Herr Jesu, dir sey Preis u. Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, meines Lebens L. Herr Jesu, weil ich trete Herr, lehre mich gewissenhaft Herr, mein Licht, erleuchte Herr, ohne Glauben kann Herr, stärke mich Herr und Schöpfer der Herr unser Gott, laß nicht Herr unser Gott, wir danken Herr, welch Heil kann ich Herr, wie du willst, so Herr, wir singen deiner Ehre Herr Zebaoth, dein heiliges Herzlich ist mein Verlangen Herzlich lieb hab ich dich Herzliebster Jesu, was hast Heute mir, morgen dir Heut ist des Herren Ruhetag Heut öffnet sich die neue Bahn Hier lieg ich, Herr, in Angst Hier steh ich unter deinem Hier werf ich mich, Herr Hilf, Gott, daß ja die Hilf, Helfer, hilf Hilf, Herr Jeſu, laß Hinauf, hinauf zur Ewigkeit Hinauf mein Geist zu Gott Höher hebt sich Gottes Sonne Jauchzt, ihr Erlösten, dem Ich armer Mensch, ach Gott Ich bin der Angst entnommen 145 Jesus meine Zuversicht Ich bin getauft, ich steh 17 54 14 42 457 Jesus nimmt die Sünder an 46 58 Jefu 8 Jesus selbst, mein Licht 5 Jesus will's, wir leben noch -7 Jesu welche dunkle Stunden 4shn preise, was auf Erden 13hr alle, die ihr fromm und 03hr Bürger eines Staates 8 3hr Eltern, groß ist eure 8 Shr Mitgenossen, auf zum 8 Sbr Sünder, Sünder, kommt 23m Frühling meiner Jahre 3 Sm Stillen wollen wir dich 9 In allen meinen Thaten In dem Leben hier auf Erden In des Vaters, in des Sohns In dich hab ich gehoffet 1 In Gottes Reich geht 9n unserm Kummer fallen St Gott für mich, so trete 8t Gott für uns in aller K. 1 3 Kinder, die ihr noch im lagt, o klagt, wenn Romm, heilger Geist, o Herr Somm, Herr Jesu, laß mich Rommst du, kommst du Kommt her, ihr Christen Kommt Kinder, anzubeten kommt, laßt euch vom Herrn Kommt, Seelen, dieser Tag Rönnt ich in meinen Nöthen Kyrie Eleison Laß deine letzten Stunden Laß deinen Geist mich stets Lasset uns mit Sesu ziehen Laß mich dein seyn und bleiben aß mich doch nicht, o Gott, Laß mich, Höchster, darnach Laß mir die Feier as, o Sesu, mich empfinden 1aßt die Kinder zu mir Laßt uns mit Danken treten aßt uns mit ehrfurchtsvollem Last uns unseres Vaterlandes Lehre du mich Herr ergr. 1 Siebe, die du mich zum Bilde ieber Gott ich muß bekennen liebster Jesu, laß mich nicht Register. Seite 232 Liebster Jesu, wir sind hier 546 Liebster Vater, ich dein Kind 34 Lobe den Herrn den 49 Lob, Preis und Ehre bringen 176 Lob sey dir Schöpfer der 158 Lobsinge Gott, erhebe ihn 165 Lobsingt, ihr Völker, preist 281 Lobt den Herrn, die Morg. 487 Lobt Gott, ihr Christen 171 Lobt Gott in seinem Heiligth. 162 M. Seite 89 465 94 76 478 568 48 573 13 86 481 221 Mache dich, mein Geist 576 Macht hoch die Thür 273 Man lobt dich in der Stille 497 Meine Lebenszeit verstreicht 312 Meinen Jesum laß ich nicht 296 Mein erst Gefühl 282 Meine Seel ermuntre dich Meine Seele laß es gehen Meine Seele lobsinget dem 167 Meines Herzens reinste 559 Mein Geist, o Gott, wird 64 Mein Glaub ist meines 387 Mein Gott, ach lehre mich 5 Mein Gott, das Herze 476 Mein Gott, die Arbeit 98 Mein Gott, ich klopf 224 Mein Gott, ich weiß wohl 433 Mein Gott, nun ist es wieder 116 Mein Gott, zu dem ich 303 Mein Heiland nimmt die Mein Heiland, wenn mein Mein Jesu, der du vor dem 46 Mein Jesu, meines Lebens 33 Mein Jesus lebt, ich soll 232 Mein Leben 100 Mein Leib soll, Gott, dein ein Prüf. 245 Mein liebes Herz, was zagest 256 Mensch, sag an, was ist dein 32 Mir nach, spricht Christus 260 mit Ernst, o Menschenkinder 413 Mit freudigem Vertrauen 89 Mit fröhlichem Gemüthe 17 Mit Gott in einer jeden Sach 591 Mit Munterkeit erwachen 233 Mit Preis und Dank nah ich 516 Mittler, schau auf sie hern. 252 Mühseliger, komm her zu 546 Muthig! muthig! 523 7 443 364 27 326 416 241 29 582 563 578 509 514 471 455 542 536 203 488 388 467 501 428 375 105 192 363 519 5 N 161 566 222 330 333 477 472 534 11. Nach dir, o Herr, verlanget Nach einer Prüfung kurzer Nach meiner Seelen Seligt. Naht mit Andacht im Gemüth Nicht böse That nur Nicht, daß ichs schon ergriffen Nicht für der Felder Segen Nicht gleiche Kräfte haben Nicht mürrisch, finster Nichts ist von ungefähr Nicht so traurig, nicht so Nicht tödten sollst du Nicht um ein flüchtig Gut Nicht um Reichthum, nicht Nie bist du, Höchster, von uns Nimm hin den Dank für Nimmt Gott, dem wir vertr. Nimm von uns, Herr, wir Noch immer wechseln Noch leb ich, ob ich morgen Noch nie hast du dein Wort Noch schauen wir im dunkeln Noch siehet nicht, o Sterbl. Noch steht dein Bund Nun bitten wir den heiligen Nun danket alle Gott Nun danket mit mir Gott Nun freut euch lieben Chr. Nun, Gottlob, es ist Nun jauchzt dem Herrn Nun kommt das neue Nun laßt uns freudig treten Nun laßt uns Gott erheben Nun laßt uns Gottes Güte Nun lob mein' Seel den Nun ruhet in den Wäldern Nun treten wir ins neue 0. auferstandner Siegesfürst O Christenthum, von Gott O Christ erhebe, Herz und O daß ich tausend Zungen O daß von meinen Lebenst. O die stillen Feierstunden O du allerhöchste Freude O du, der Wahrheit Quell O Durchbrecher aller Bande Register. Seite O du Schöpfer alles Dinge 275 ft blühn Verbrecher auf O Ewigkeit, du Donnerw. 390 Oft klagt dein Herz wie 152 ft muß ich bitter weinen O Golgatha, zu deinen O Gott, aus deinen Werken 1455 Gott, dir dank ich allezeit 3 243 106 351 508 257 O Gott, du frommer Gott O Gott, du höchster Gnadenh. Gott, du kannst den Himmel 3O Gott, erhöre du das Flehn 4 Gottes Geist, mein Trost 532 284 104 68 119 O Gottes Sohn, Herr Jesu O Gott, es zieht ein Krieg 3 79 Gott, in allen deinen O Gott, laß dein heilsames 154 O Gott, mein Schuß, was 588 O Gott, mein Vater, dein 302 O gute Kinder, send bereit 346 376 82 215 185 Haupt voll Blut und Oheilger Geist, kehr bei O Herr, mein Gott, durch Ohn Erbarmen wird sie seyn 58 O Jesu Christ, du wahres 48 Jesu Christ, mein höchstes 2 Jesu, dir sey ewig Dank Jesu, Herr der Herrlichk. 16 Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, Licht und Heil der 18 Jesu, schönstes Licht! Nun 53 O Jesu, willst du noch O König dessen Majestät 21 O Lamm Gottes, unschuldig 46 46 340 341 93 343 207 90 97 Sei 14 39 28 10 92 335 22 O laßt uns für das Gute Lehrer, dem kein Lehrer nache deinen Lebensweg O mein Erlöser, dein O meine Seel erhebe dich O preist sie laut, der Liebe O Sohn Gottes im Staube stiller Ort, hier liegen sie 35 stimm auch du mit frohem Tag, der uns des Vaters 441 O Traurigkeit, o Herzeleid 540 O treuer Jesu, der du bist 525 O Vater aller Geister 69 Vater, unser Gott, es 106 O Vater, welchem keiner 522 was für ein herrlich 293 429 475 9 te 43 welch ein Trost für meine 3D welch ein Uebel ist der 339 welch ein ungemeiner 7 welche Schmach und Plogen 199 Welt, sieh hier dein Leben O wie köstlich ist der Glaube 710 wie sanft ist, Herr, dein 42 O wie selig seyd ihr doch 9 wie unaussprechlich selig 399 wie unermeßlich ist 569 wonnevoller Glaube O wundergroßer Siegesheld p. 26 70 14 Prange Welt mit deinem Preis dem Todesüberwinder Preis dir, der du an unsre Preis dir, Herr Jesu Christ Preis ihm, er schuf und Preis sey dem Gotte Zebaoth 23 Preis, Welterlöser, Preis 51 O.. Quelle der Vollkommenheit R. 29 5 Rede, liebster Jesu, rede 50 Regierer aller Welten, Gott Reichthum, Würden und Richtet nicht, wenn Sünder 37 Rings um mich ber ist alles Rubmt alle, die ihr Christen Rüfte sie mit Kraft vom Rustet euch ihr Christenleute 5. 33 Register. Seite 496 42 252 384 253 487 Schwer wird des Sünders, 305 Schwing dich auf zu deinem 499 Schwingt heilige Gedanken 35 Seele komm nach Golgatha 417 Seelenbräutigam! Jeſu, 571 Seht, welch ein Mensch 137 Sey auch mir, auch mir willk. 573 564 Sey gleich gesinnt, einm. 396 Sey gesegnet, Amen, Amen 484 Sen getreu bis an das Ende 397 Sey getroft, der Herr weiß 431 Sey Lob, Preis, Ehr und Sey Lob und Ehr dem Sen mir gelobt in deiner 414 Sey mir geſegnet, Tag der 51 Sey mir tausendma 469 Seinem eignen Herzen 25 Sen uns gesegnet, Tag des 76 Sey Zeuge, Gott, indem ich 566 Selig sind des Himmels 200 76 440 359 88 gegrüßet 419 139 438 502 395 408 434 Selig, wer mit stillem Herz. Sieh, da stehn die jungen Sieh, hier bin ich 125 502 38 231 Sieh Sesum dulden, bluten Sie kommt, sie kommt, die Sink ich einst in jenen 4 473 Go fliehen unsre Tage hin 205 Sohn Gottes, sich, wir 175 So hoff ich dann mit festem 395 So jemand spricht, ich liebe 347 So lange wir hier wallen 453 Soll dein verderbtes Herz 435 Sollten Menschen, meine 524 Sollt ich an deiner Macht Sollt ich jetzt noch, da mir Sollt ich m. Gott nicht singen 180 Sollt ich m. Gott nicht trauen 243 Sorge du für meine Kinder 497 So tret ich demnach an 513 So wahr ich lebe, spricht 319 Standhaft sey, o Gott, mein 247 Stärke, die zu dieser Zeit 447 Staunend blick ich zu den 149 Steil und dornigt ist der 385 Sterben führet uns zum 82 Suchst du den guten Ruf 490 T. 51 Sanft, o Christ, ist Jesu 3 Schaffet, schaffet, Menschenk. 3 Schaff in mir, Gott, nur 50 Schatz über alle Schäße Schau hin in die vergangnen 3 Schlecht und recht behüten Shmücke dich, mein Herz hmücke dich, o liebe Seele Schon ist der Tag von Gott Schon ist die Tugend, mein Schopfer aller Menschenk. Schweiget, bange Zweifel 254 weigt, Berächter, spottet 30 Theuer sey mir allezeit Schwer ists dann noch Muth 482 Thu Rechnung! diese will Teite 394 279 72 44 334 339 34 139 249 13 178 258 276 466 95 200 166 174 129 246 368 360 233 557 266 28 389 Treuer Treuer Gott, ich muß dir Trotz der Welt und ihren 11. Register. Seite 280 Vor dir, Herr Jesu, steb 480 w. 62 Wach auf, mein Herz, die Wach auf, mein Herz, und 307 Wachet auf, ruft uns die Warum betrübst du dich Warum häufst du jeden 40 Ueber aller Himmel Heere Um Erbarmung flehen wir Um Gnade für die Sünderw. Unendlicher, den keine Zeit Unerforschlich sey mir immer Unser Gott ist groß und Unsterblichkeit! Gedanke Unsträflich bist du, Gott 77 300 190 389 Warum sind der Thränen Warum sollt auch ich nicht Warum sollt ich mich denn Was den Leib erhält und Unter alles mich zu schmiegen 246 Was frag ich doch nach der 301 342 Was Gott gefällt, mein 418 Unter meinem Herzen ruht Unter vielen tausend Stund. Unverfälschtes Christenthum Ursprung wahrer Freuden V. Was Gott thut, das ist recht 526 Was Gott thut, das ist wohl 68 Vater, heilig möcht ich leben Vater, laß mich Gnade finden Vater, meine Seele kennet Vater unser im Himmelreich Vater, Vater, Gott der Vereinigt laßt uns Gutes Verkläre, großer Geist Verleih uns Frieden gnädig Verschwunden ist der Erde Versucht und prüft euch selbst Verzage nicht, o Menschenk. Verzeih der tiefen Trauer Viele sind zu Gottes Heil Vollendeter, bei denen Vollendet freudig euern Lauf Voller Ehrfurcht, Dank und Voll Inbrunst, Dank und Voll von Liebe war dein Vom Geräusch der Welt Vom Himmel hoch da komm Vom Himmel ward der Engel Von dieser Speise, diesem Von dir, der meine Freuden Von dir in diese Welt Von dir sind, Gott der Von Furcht dahin gerissen Von Gottes Throne fließt ein Von Gott, o Landmann Von Gott will ich nicht lassen Von heiligem Gefühl Von Sina's wettervollem Vor deinen Thron tret ich Was Gott thut, das ist gut Was hilft es mir, ein Christ 580 Was ist mein Stand, mein 140 Was ist mein zeitlich Leben 255 Was ists, daß ich mich quäle 113 Was kann ich doch für Dank 504 Was mein Gott will, gescheh 222 Was soll man dir für Lob 572 Was sorgest du, sey stille 312 Was sorgst du ängstlich 351 Was wär' ich ohne dich 506 Was zagst du, Gott regiert 142 Weg, mein Herz, mit dem 554 Weiche, Todesschrecken 500 Weine nicht, Gott lebt ja 422 Welch hohes Beispiel gabst 62 Welt, achy Welt dein bin 150 Wenn Christus seine Kirche 155 Wenn der Stifter der 98 Wenn dich in dunkeln Tagen 588 Wenn einer alle Ding verst. 8 Wenn Geschwister fromm 9 Wenn gleich aus tiefer 340 Wenn Gott dich über 260 Wenn heiße Thränen mir 258 Wenn ich auf Gottes Wegen 164 Wenn ich ein gut Gewissen 35 Wenn ich einst von jenem 432 Wenn ich Jesum habe 325 Wenn ich, o Schöpfer, deine 272 Wenn kleine Himmelserben 187 Wenn manche Brüder um 104 Wenn meine Seele zweifelnd 338 Wenn mein Stündlein vorh. 2 te Wenn Menschen, dir, o Gott 66 Wenn Menschenhülfe dir Wenn mich die Sünden Benn sich), o Gott, mein Wenn wir in höchsten Nöthen 328 Wenn wir unsern Lauf 30 386 195 238 301 390 286 339 242 920 20 380 511 216 246 Wenn wird, o Gott, die Wenn zur Vollführung Berde munter mein Senn Wer den Ehstand will Ver einsam sitzt auf ſeiner Wer für Gott und Jesum Wer Gottes Namen frech Wer Gottes Wege geht Wer Gottes Wort nicht hält Wer Gott vertraut, hat Wer ist, der in bösen Tagen Wer ist wohl, wie du 143 Wer keine Furcht vor Wer machte diese schöne Ber mit Lust und Eifer Ber nur den lieben Gott Ber Obrigkeit, wer Richter Wer sich auf seine Schwachh. Wers im Herzen will erfahr. Wer Sünde thut, der liebt Wer weiß wie bald in Wer weiß, wie nahe mir Wer wohl auf ist und gesund Ber zählt der Engel Heere Wie der Blitz die Wolken Wie ein Traum, so schnell Bie elend ist, wer arm und Bie flieht dahin der Wie getrost und heiter Wie gnädig ist des Höchsten Bie göttlich sind doch Jesu Wie groß ist des Allmächt'gen Wie groß ist unsre Seligkeit Bie groß, wie angebetet ist. 54 Wie groß, wie schön, o Wie groß wird seyn die Wie herrlich strahlt der Wie ist mein Herz so fern Bie kannst du doch, o sündlich Bie lieblich ist, o Herr, die Wie lieblich winkt sie mir Sie mannigfaltig sind Wie qualvoll find die Seite 586 Wie sanft sehen wir den 286 Wie schön ist doch, wenn 45 Wie selig ist der Mensch einst 218 Wie sicher lebt der Mensch 298 Wie soll ich dich empfangen 549 Wie soll ich einst, o Gott 219 Wie süß, mein Vater, ist 510 Wie wird mir dann, o dann 332 Willkommen in der Menschh. 163 Willkommen, Quell der Fr. 289 Willst du der Weisheit 561 Willst du die Buße noch 103 Wir danken freudig dir 579 Wir, der Erde Pilger, sind 578 Wir erscheinen hier vor dir 199 Wirf, blöder Sinn den 248 Wir glauben all an einen 410 Wir kommen, Helfer dir 281 Wir liegen hier zu deinen 110 Wir Menschen sind zu dem 381 Wir preisen deinen Ruhm 197 Wir schauen vorwärts auf 469 Wir sind durch Jesu Blut 530 Wir singen dir Smmanuel 412 Wir wallen Pilger allzumal 132 Wohlauf, Herz und Gemüthe 375 Wohlauf mein Herz, zu Gott 543 Wohlan, o Seele sey erfreut 322 Wohl dem, der beßre Schätze 448 Wohl dem, der den Herren 19 Wohl dem, der Jesu angeh. 540 Wohl dem, der Jesum liebet 325 Wohl dem, der sich mit 361 Wo ist die Welt, die ich 210 Wo ist ein solcher Gott, wie 358 Womit kann ich dich wohl 28 Wort des höchsten Mundes 81 Wo soll ich fliehen bin 494 Wo tönt das Lied, das dich 409 3. Register. 587 137 3aget nicht, wenn Dunkelh. 112 Beige dich uns ohne Hülle 293 3euch ein zu deinen Thoren 136 3euch) uns nach dir, so 104 3u dir, Herr Jesu, komm 537 3u Gott, o Seele schwing 265 3um Himmel schauen wir 138 3wei verschiedne Menschen b Seite 551 31 366 360 6 462 117 366 123 407 99 459 340 362 88 18 108 313 533 179 73 287 588 14 318 439 122 144 262 251 188 472 529 344 493 199 474 209 535 374 86 66 432 503 95 364 90 Allgemeine Kirchengebete. 1. Gebet am Sonntage beim Aufmerksamkeit auf die beilfam Unfange des Gottesdienstes. Belehrungen und Ermunterung die uns die Religion deines Soh lichen Verehrung ist der heutige erkennen, immer herzlicher liet Tag gewidmet; und welche Freude, dir immer freudiger vertrauen, welche Seligkeit ist es, dich vereh- deinen Geboten immer williger ren zu können! Wenn wir hier, horchen lernen! Laß einen ie frei von irdischen Sorgen und Ge- unter uns vorzüglich die Warm schäften, uns vor dir versammeln gen, die ihn insbesondere betref wenn wir in feierlicher Stille uns mit sanftem Sinne und mit zu dir, unserm Schöpfer und Vater licher Besserungsbegierde beme erheben, wenn wir über deine zabllo- und erwägen, und laß keinen sen Wohlthaten, über unsere Pflich genaue Verbindung vergessen ten und unsere Bestimmung nach welcher der Glaube an die W denken, wenn wir uns im Glauben beiten des Christenthums mit an dich und deinen Sohn, Jesum Befolgung der Vorschriften de Christum, zu stärken, im Streben ben, und dadurch mit unserer nach unwandelbarer Rechtschaffen- genwärtigen und künftigen G Gieb uns heit des Sinnes und Verhaltens mit feligkeiten stehet. neuem Muthe auszurüsten, und auf allen unsern Mitchristen ein le solche Art der Hoffnung unserer Un- diges Gefühl deiner Allgegen sterblichkeit frober zu werden suchen; deiner Heiligkeit und Gute, o wie tief empfinden wir es dann, wir auch heute wieder an Wei daß keine Beschäftigung belohnen- und Gnade bei dir und den der sey, keine uns mehr innere schen zunehmen, und jeder Ruhe und Zufriedenheit gewähre, fein erbauliches Beispiel ein als diese. Dank sey es deiner weithäter seiner Brüder werde. sen, väterlichen Güte, die eine solche Vater, dein Segen begleite Veranstaltung getroffen, und auch was wir heute denken, reden uns bisher Gelegenheit gegeben fen und hören, so, daß Wal bat, in dem Hause, wo deine Ehre und Frömmigkeit sich immer wohnt, gemeinschaftlich zu erschei- in deiner Welt verbreiten, unt nen! Ogieb doch, daß wir diese diese Welt durch christliche Ein Gelegenheit heute und jederzeit so und Menschenliebe als den f treu so gewissenhaft benutzen wie Vorhof der beglückenden En es deiner liebevollen Absicht gemäß betrachten können, zu welchen ist! Laß uns fern seyn von Kaltsinn durch Jesum Christum berufen und Leichtsinn! Lenke unsere ganze Amen. 2. ell ned fer ge den in jedem Vorfall unsers Lebens ertheilen, damit wir in deiner Gnade unser Leben vergnügt fortsetzen, und selig vollenden mögen. en red fen der wir verehren dich in tiefster Demuth als den Schöpfer und Erhalter der Welt, und danken dir für die unzähligen Wohlthaten, die du uns von dem Anfange unsers Wir bitten dich für alle Hohen Lebens bis auf diesen Tag an Leib der Erde, denen du die Regierung und Seele erwiesen hast. Wir prei- der Völker und die Verwaltung jen dich insbesondere, daß du dein der Gerechtigkeit anvertrauet hast. feligmachendes Wort und den rei Erfülle sie mit Weisheit, und nen Gottesdienst noch immer unter lenke ihre Anschläge auf das wahre uns erhältst. Wie oft können wir Beste der Menschen. Walte mit uns in deinem Hause versammeln! deiner Gnade über unserm gnädigBie viel Unterricht, wie viel Trost, sten Landesherrn. Erfreue ihn durch wie viel Ermunterung zum Guten deine Güte, und schenke ihm, bei onnen wir da erhalten! Und wel einer glücklichen Regierung, Ges de Vorzüge haben wir nicht in sundheit und langes Leben. Sein dieser Absicht vor so vielen Men- ganzes hohes Haus nimm in deine hen, die weder dich, noch den du liebreiche Aufsicht und in deinen gesandt hast, Jesum Christum er- Schuß. Verleihe den Regierungen ennen! Wie sehr sollten wir sie des Landes den Geist der Weisheit Denn nicht auch an Weisheit, an und des Verstandes, damit durch ristlicher Rechtschaffenheit und Tu- sie Recht und Gerechtigkeit gehands gend, an herzlicher Liebe zu dir habet, das Wohl des ganzen Lanund unsern Brüdern übertreffen, des befördert, und die allgemeine und wie sehr würde es uns dereinst Ruhe und Sicherheit erhalten werde. befchämen, und wenn es sich finden Segne unsere Obrigkeit, und laß te, daß jene ihrem schwachen einen jeden die Pflicht seines Amts te treuer gefolgt wären, als und Standes treulich erfüllen, und bir dem weit helleren Lichte, das allezeit gewissenyaft thun, was recht über uns leuchten läsfest! Wie ist vor dir. Erfülle die Lehrer in roß würde da unsere Verantwor- Kirchen und Schulen mit dem Lichte ung, wie schwer, wie gerecht un- deiner Erkenntniß, und laß sie selbst te Strafe seyn! Ach Herr, be Muster in allen christlichen Tugen. abre uns vor dieser Sünde, por den werden. Segne die Erziehung esem schändlichen Undanke, und der Jugend, und alle darauf zieerzeihe es uns, um Jesu willen, lende Bemühungen. Laß Handel enn wir uns desselben schuldig und Wandel, Künste und nützliche emacht haben! Erneure in uns Gewerbe unter uns immer blühen, en Vorsatz, mit lernbegierigem wachsen und w zunehmen. Segne Derzen nach der Wahrheit zu for den Ackerbau, und laß die Früchte en, und alle Mittel, die du uns des Feldes wohl gerathen. Erhalte Erkenntniß derselben gegeben Liebe und Eintracht, Folgsamkeit , treulich zu gebrauchen. Laß und Ehrbarkeit unter Ehegatten auch den heutigen Unterricht und Kindern, Herrschaften und unserer Besserung und Beruhi- Dienstboten. Sey ng forgfältig anwenden, und in Gemeine gnädig. ge Men urd 16 unserer ganzen Wende Feuer und 62 ben bart ami Shel Bobl the me trac robe igfe r 2. Gebet nach der sonntäglichen Vormittagspredigt. Allgemeine Kirchengebete. find Go 3 der Kenntniß und Ausübung alles Guten und aller Tugenden täglich stärker werden. Erhalte uns ferner dein Wort, worin du selbst zu uns 4 Allgemeine Kirchengebete. und Wassersnoth, Mißwachs und Menschen geworden sind! O Gott! Theurung, und andere Landespla- Wie wenig hilft es uns, wenn wir gen in Gnaden von uns ab. Sey nur äußerlich hier scheinen, aber ein Vater der Wittwen und Wai- mit unsern Gedanken und Em in der eitlen fen, ein Versorger der Armen, ein pfindungen noch Helfer der Kranken und Nothlei Welt sind, wenn wir uns nur mit denden, ein Tröster der Betrübten. dem Munde dir nahen, aber unErleuchte die Unwissenden; bessere ser Herz von dir entfernt halten, die Lasterhaften; stärke bie Schwa- wenn wir dein Wort nur hören, chen und Wankelmüthigen! Erhalte aber es nicht bewahren und nicht uns alle in deiner Furcht und befolgen! Gieb doch, daß kein ein Liebe, und gieb uns Weisheit und ziger unter uns sey, von welchem Kraft, unsere Augen auf das Ziel dies jemals gesagt werden könne! der Ewigkeit zu richten, damit Laß uns alle mit stiller Sorgfalt mit und mit heiligem Ernste die Leh wir uns bei Zeiten bereiten der Ruhe und Freudigkeit solcher ren und Verschriften der seligma Christen zu sterben, die ihrer künf tigen Seligkeit versichert sind. Er höre uns durch Jesum Chriftum unsern Herrn. Amen. chenden Religion deines Sohnes auf uns selbst und unser Verhals ten anwenden, und auch außer dieser Stätte, wo wir zur gemein schaftlichen Verehrung deines Na mens zusammen kommen, die gött liche Kraft dieser Lehren und Vorschriften in unserm ganzen Wan mit del beweisen. Laß uns im Um 3. Nach der sonntäglichen Nachmittagspredigt. reis und Dank sey dir, dem Segnungen dargebracht! Preis und andern Menschen, bei unsern Be Dank auch für die Verkündigung rufsgeschäften und in unsern Erdes Worts der Wahrheit, das da holungsstunden, in frohen und traus bestimmt ist, unsern Geist zu er rigen Schicksalen zu erkennen ge leuchten, unser Herz zu bessern, ben, daß wir gute Menschen und und unser Leben zu heiligen und wahre Christen sind, und daß wir Auch uns mit steter Gewissenhaftigkeit dir wohlgefällig zu machen. heute hatten wir wieder Gelegen-[ zu dem höhern Leben vorbereis heit, uns mit der Betrachtung die ten, wo wir mit der Schaar der ses Wortes zu beschäftigen, und Engel und Auserwählten dich auf daraus neue Antriebe zu wahrer, ewig preisen sollen! Verleibe da christlicher Frömmigkeit zu sam zu selbst uns deinen Beistand um meln. Wohl uns, wenn wir diese der Liebe willen, die du durch Je Gelegenheit so treu und gewissen- sum Christum an uns verherrlichet haft benutzt haben, wie es deinen hast. Amen. heiligen Geboten gemäß ist! Wohl uns, wenn wir uns nun son 4. Auf das Advents- und wieder eifriger fühlen, unsere bö sen Lüste und Leidenschaften zu bekämpfen, und auf dem Pfade wandeln! Wohl zu des Guten Weihnachtsfest. uns err, unser Gott: Erbarmer und Wohlthäter gefallner Sün wenn uns unser Herz das der! Wir, deine Erlösete, werfen Beugniß giebt, daß wir schon wie- uns, von Bewundrung und Freu der stärker im Glauben, und fester de durchdrungen, vor deinem Thro in der Liebe zu dir und zu den ne nieder, und beten dich, als den Ewigen, Allgemeine Kirchengebete. 5 Ewigen, den allein Weisen, den Erlösung auszuführen. Weder Ar unendlich Gütigen und Barmher- muth noch Verachtung, weder Wijigen voll Ehrfurcht und Dankbar- derspruch noch Undank, weder feit an. Dieser feierliche Tag, der Schmerzen noch Tod konnten dich uns vor deinem Angesichte versam davon abhalten, das Werk zu uns melt, an welche Wunder der Liebe ternehmen und zu vollenden, das und Gnade erinnert uns der nicht! dir der Vater aufgetragen hatte. Ungehorsamen Geschöpfen schenk Wie können wir dich für deine test du deinen Sohn, den Einge unendliche Liebe genug loben und bornen, zum Lehrer, zum Mittler, preisen? Wie sollen wir die Emzum Heilande. Ungehorsamen Gepfindungen unserer dankvollen Hers schöpfen, strafbaren Aufrührern in zen an den Tag legen? Ach Herr, deinem Reiche, läsfest du durch der du dich so tief erniedrigt hast, deinen Sohn, anstatt der Strafe, unser armes Geschlecht zu erhöhen; Gnade; anstatt des Todes Leben; dir sey unser ganzes Leben gehei anstatt des Elends, worin sie sich liget! Lenke du selbst unsere Her. gestürzt hatten, Seligkeit anbieten! zen nach deinem Sinne, und hilf Also hast du die Welt geliebet, daß uns, daß wir, durch deine Kraft du deinen eingebornen Sohn gabst, gestärket, dich alle mit willigem auf daß alle, die an ihn glauben, Gehorsam verehren, bis an unser nicht verloren werden, sondern das Ende. Dann werden wir dich und ewige Leben haben. Wer kann die Herrlichkeit seben, die dir der die Größe deiner Liebe begreifen? Vater gegeben hat; dann werden Wer sind wir, daß du um unsert- wir das Glück, deine Erlöseten zu willen solche große und außeror- seyn, ganz empfinden, ganz Dank dentliche Dinge gethan haft? Be barkeit und Freude seyn, dich so, wunderung und Freude, Ehre und wie du es würdig bist, lieben, und Preis, Anbetung und Dank, müß durch dich vollkommen glückselig sen heute, müssen ewig die Opfer seyn. Amen. seyn die dir deine begnadigten und erlöseten Menschen darbringen. 5. Am Neujahrstage. Und du, göttlicher Erlöser, Jesu, gelobet seyst du, der du kommst im Namen des Herrn, und unswiger, gütiger Gott und Bas vom wir kommen heute vor Himmel gute Botschaft brin- dein Angesicht mit Danken, und gest, Gnade und Leben verkündi- rühmen die überschwenglich große dest, den Gefangenen Freiheit, den Liebe, die du uns auch in dem Gebundenen Erlösung predigest, verflossenen Jahre erzeiget hast. und den zerbrochenen, trostlosen Du hast uns Leben, Gesundheit Herzen Erquickung und Muth ein- und Nahrung, du hast uns Se floßest! Wie viel hast du nicht für gen und Gedeihen zu unsern Ges uns Sünder gethan! Von der schäften, so manche vergnügte großmüthigsten Menschenliebe be Stunde in guten, und so manfeelt, entäußertest du dich selbst, chen Trost in betrübten Tagen erschienest nicht in göttlicher Gegegeben, du hast uns dein heilistalt, nahmst unsern schwachen, zer- ges Wort und alle Mittel zur brechlichen Leib, nahmst Knechts- Vorbereitung auf eine felige und unterwarfst dich Ewigkeit geschenket, und dich als allen Bedürfnissen und Beschwer einen höchst liebreichen, für ſeine den unserer Natur, um den gnä- Kinder besorgten Vater digen Rath Gottes von unserer bewieſen. Gelobet feyst gestalt an, an uns du, 0 Gott, 6 Allgemeine Kirchengebete. Gott, für alle die geistlichen und den, gewählet und gethan ju has leiblichen Segnungen, mit welchen ben. Erhöre uns, barmherziger du uns bis auf diesen Augenblick Gott, um deiner ewigen Liebe wil begnadigt hast. D daß doch auch len! Amen. jeder Tag, jede Stunde des verflossenen Jahres von unserer Dank- 6. Nach den Passionspredigten. barkeit, von unserer Gegenliebe, und von unserm Gehorsam gegen Wir danken dir, Herr Jeſu! daß dich zeugen arme Liebe selbst: aber wir müssen uns alle unsere Würdigkeit durch dein schämen, wenn wir unser Verhal- Leiden und Sterben so theuer er ten gegen dich mit deinem Ver- löset hast. Ach, wie groß war dein wie mannigfaltig deine halten gegen uns vergleichen. Wie Leiden, vieler versäumter Pflichten, wie Marter, wie bitter und schmerzlich vielem unterlassenen. Guten, wie dein Tod! Du bist der Allerhöchste, vieler unordentlicher Lüste und bö- und du hast dich uns zu Gute so fer Thaten müssen wir uns nicht tief erniedriget, du warest unschul vor dir, dem Allwissenden ankla dig, unbefleckt, und von den Süngen! Ach Herr, erbarme dich unser den abgesondert, und hast doch, aller um Jesu willen! Höre nicht aus Liebe zu uns, als unser Bürge auf, unser zu schonen! Tilge un und Mittler, unsere Sünden und sere Sünden nach deiner großen die damit verdienten Strafen auf Mit gerührtem Barmherzigkeit, und laß sie, gleich dich genommen. dem vergangnen Jahre, in das Herzen erinnern wir uns feierlich Meer der Vergessenheit sinken. in diesen Tagen an die letzten Wie könnten wir der Zukunft ru- Stunden deines Lebens und Leis hig und freudig entgegen gehen, dens. Ach Herr! um unserer Mis wer würde uns gegen die uns sethat willen bist du verwundet, noch bevorstehenden, uns aber und um unserer Sünde willen Schmerzen deinen jetzt noch verborgenen Schicksale, gemartert, gegeißelt, mit Dornen mit Muth und Hoffnung bewaff- gekrönet, und so unmenschlich und nen, wenn wir solches nicht von schimpflich behandelt worden. Um deiner Gnade und Erbarmung er- die Strafen unserer Sünde hinweg warten dürften? Und diese kannst zu nehmen, und uns durch deine du uns, o Vater, nicht versagen, Wunden zu heilen, hast du unter da wir mit bußfertigen und gläu- den größesten bigen Gesinnungen uns zu dir Geist aufgegeben! Herr Jesu! für alle diese für nahen, und das Gelübde einer ernstlichen Besserung vor dir er- uns erduldete Marter und Pein neuern. Stärke uns in dem leben- sagen wir dir, mit allen deinen digen Vorsatz, dieses Jahr in dei Erlösten, Lob und Dank, und bit ner Furcht anzufangen, fortzusetzen ten dich demüthig, laß doch dein und zu beschließen. Laß uns die bitteres Leiden und Sterben an Kürze und Flüchtigkeit unsers ir- feinem unter uns verloren seyn! dischen Lebens, und seine Verbin- Gieb, daß wir uns dessen jederzeit, dung mit unserm künftigen, ewigen zur Beruhigung unsers Gewissens, Schicksal nie vergessen, damit wir im Glauben trösten, und die Hoffstets das wählen und thun, was nung unserer Begnadigung und darauf getrost und wir dereinst, wann unser letzter Versöhnung Tag erscheinet, und uns der Tod zuversichtlich bauen. Laß es uns vor Gericht führet, wünschen wer- aber auch also betrachten, daß wir uns 7 Allgemeine Kirchengebete. uns, dadurch von der Strafbar- juns gestorben und begraben war; feit der Sünde und dem ernst- er lebt, und ist auferstanden: Heil lichen Mißfallen Gottes an dersel- uns, daß wir ihn nicht im Grabe, ben immer mehr überzeugen. Laß nicht bei den Todten suchen dürdurch das Andenken an deine Lei fen! Nun, o Gott, können wir den alle sündliche Neigungen und nicht daran zweifeln, daß er dein Begierden in uns gedämpfet und Sohn, dein Gesandter, der uns geschwächet, und durch die frucht von dir bestimmte Mittler und bare Erinnerung an deine ewige Seligmacher der Menschen sey. Liebe und an dein großes und er- Nun ruhet unser Glaube auf fehabenes Beispiel Lust und Liebe sten, unbeweglichen Gründen. Nun zum Guten und zu allen Tugen sind wir deiner Gnade völlig verden in uns gepflanzet und vermeh sichert, und wider die Furcht vor ret werden, auf daß wir der Sünde der legten Stunde gewaffnet. abgestorben, der Gerechtigkeit leben, Nein, der Tod kann uns nicht alles Uebel und alle unverschuldete mehr erschrecken! denn er, unser Leiden nach deinem Vorbilde ge- Haupt und Herr lebet, und mit duldig und mit Ergebung in Got ihm und durch ihn sollen wir auch tes Willen ertragen, und jedes Un- leben. So gewiß er das Grab recht mit gutem Gewissen leiden, verlassen hat, und mit verklärtem bis wir endlich, nach allen über unsterblichem Leibe in den Himstandenen Prüfungen, zu dir in mel eingegangen ist: fo gemir dein Reich eingehen, an deiner werden auch wir dereinst auf feiHerrlichkeit Theil nehmen, und dich nen Ruf unsere Gräber verlassen, ewig loben und preisen können. und mit unverweslichen, herrlichen. Erhöre uns, göttlicher Erlöser um Leibern in sein Reich eingehen. deiner unendlichen Liebe willen. Amen. Lob, Preis und Dank sey dir, barmherziger Gott, für die berrliche Hülfe, die du uns durch Jesum geleistet, und für die erhabene Hoffnung, die du uns in ihm gefulmächtiger Gott! Wir feiern geben hast. Und du, göttlicher Er7. Um Osterfeste. den Tag der Vollendung dei- löser, der du nun, nach deiner so nes Sohnes, unsers Herrn Jesu tiefen Erniedrigung über alles ers Christi! den Tag seines Sieges, höhet bist, was nur mag genennet der auch unser Sieg ist; den Tag, werden in dieser und in der zu da du ihn öffentlich für deinen künftigen Welt; wie sollen wir Sohn, und uns, die wir an ihn dich an diesem Feste würdig genug glauben, für deine Kinder und für preisen? Laß dir die Freude wohls Erben seines Reichs erkläret hast. gefallen, die wir öffentlich und geDu hast ihn, unsern Erretter und meinschaftlich vor dir darüber bes Anführer von den Todten aufer- zeugen, daß wir deine Erlöste, wecket, und ihn zu deiner Rechten deine Unterthanen, dein Eigenim Himmel über alles erhöhet. thum sind. Stärke und befestige Wir freuen uns darüber, daß du in uns die Ueberzeugung von der unaussprechliche Menschen Wahrheit und Göttlichkeit deiner liebe so herrlich belohnet, und ihm Lehre, die durch deine Auferstehung nun eine Gewalt gegeben hast, so herrlich bestätiget ist; erwecke diejenigen glücklich zu machen, zu aber auch unsere Seelen durch deren Besten er sich selbst aufge- deinen Geist, daß sie aufwachen opfert hat. Er lebt, er, der für vom Schlafe der Sünden. Laß es feine uns 8 Allgemeine Kirchengebete. zum Herrn uns nie vergessen, daß keine Seland, wieder auferwecket, ihn mi ligkeit, keine Theilnehmung an Preis und Ehren gekrönet, und z deiner Herrlichkeit möglich ist, deiner Rechten im Himmel übe wenn wir uns nicht dazu in wah- alles erhöhet. Du hast ihn zum rem Glauben, in der Tugend und Haupte der Gemeine, Gottseligkeit, und in deiner Nach- und Könige feines erlöseten Vol folge vorbereiten. Dann sterben kes erkläret. Vor ihm müssen sic wir dereinst zu der dir gefälligen salle Kniee beugen. Ihn müffe Stunde, nach vollbrachter Prü- alle Engel anbeten. Lob, Prei fungszeit, und nach glücklich über- und Dank sey dir für alle dies standenem Leiden in der seligen weisen und herrlichen Anstalten Hoffnung, dich in der Herrlichkeit die du zu unserer Errettung un zu sehen, die dir. der Vater gege- Seligkeit gemacht hast! Nun beru ben hat. Da werden wir dich mit het unser Glaube und unsre Hof verklärten Lippen preisen; da wer- nung auf unbeweglichen Gründen den wir jauchzen: Der Tod ist ver- Nun können wir getrost auf der schlungen in dem Sieg! Tod, wo Wege wandeln, auf welchem un ist dein Stachel? Hölle, wo ist Jesus vorangegangen ist! Nur dein Sieg? Gott sey Dank, der dürfen wir die Seligkeit, zu wel uns den Sieg gegeben hat, durch cher er uns berufen hat, zuversicht unsern Herrn Jesum Christum. lich erwarten. Amen. 8. Um Himmelfahrtsfeste. Göttlicher Erlöser, wir freuen uns deines Sieges; freuen uns desse daß du, nun aller Niedrigkeit un allem Leiden entrissen, von Ewigkei ere, unser Herrscher! wie herr- zu Ewigkeit lebest und herrschest Landen; wie groß deine Herrlich- walt, die dir der Vater gegeben keit in dem Himmel! Dein ist das hat. Dein Sieg ist unser Sieg Reich; du herrscheft über alles; deine Herrlichkeit ist das Pfan dein Rath bestehet; dein Wille ge der unsrigen: deine Macht un schiebet; und dein Wille ist lauter Gewalt ist das Mittel und d Weisheit und Güte! Deine ewige Versicherung unserer ewigen Glü Erbarmung beschloß der fündigen seligkeit. An dir haben wir eine Menschen Erlösung, sie sandte uns Freund im Himmel, der eben deinen Sohn zum Erretter und viel Liebe als Macht und Weishen Seligmacher; und dieser festliche besitzet, und der ewig unser Freun Tag rufet uns zu, daß er sein bleibet. Für uns hast du auf großes Werk auf Erden vollbracht den gelebet, gelehret, gelitten; f hat, und nun vollkommen selig uns bist du aufgefahren in d machen kann alle, die sich durch ihn Höhe; für uns lebest und herrsche zu dir und zur Glückseligkeit füh- du nun im Himmel. Deine fich ren lassen. Die Macht der Sünde bare Gegenwart ist uns zwar ist geschwächt, ihre unseligen Folzogen, aber nicht auf immer. gen sind gehoben; Der Weg zur wirst wiederkommen, und uns Freiheit stehet uns offen; deine dir nehmen, damit wir ewig se väterliche Huld ist uns gewiß: Tod mögen, wo du bist. Dank sey d und Grab sind bezwungen; Leben erhöhter Heiland, für deine und Unsterblichkeit sind ans Licht endliche Liebe, und für die erhabe gebracht! Denn du haft deinen Hoffnung, die du uns gegeb Sohn, unsern Mittler und Heis hast. Laß uns doch alle von C a Allgemeine Kirchengebete. 9 t an einen ganz himmlischen Sinn| Erwartung des ewigen Lebens. annehmen. Richte alle unsere Nei Dank sey dir, o gütiger Gott, rgungen und Begierden mehr auf für alle diese unaussprechliche ndas, was droben ist, wo du bist, Wohlthaten. Dank sey dir, Herr als auf das, was auf Erden ist. Jesu! daß du uns so herrliche So werden wir, wenn du einst Gaben erworben: daß du deinen kommst zum Gericht, die mit Freu- Geist uns gesendet, und durch den entgegen eilen, mit dir in jene ihn uns geheiliget hast. Uch bleibe Herrlichkeit eingehen, und dich, und wohne in uns, du Geist der sammt dem Vater und heiligem Liebe und Furcht Gottes. UnterGeiste loben und preisen immer weise uns in den trostreichen und ewiglich. Amen. 11 ( s 1 e 9. Um Pfingstfeste. Gott, Wahrheiten des Evangeliums; bes ruhige unser Gewissen durch den Glauben an die Versöhnung, die durch Jesum Christum gestiftet ist; ott, du Ursprung des Lichts, heilige unsere Seelen, daß fie du Quelle aller Weisheit und reine Wohnungen Gottes seyn aller guten, vollkommenen Gaben! mögen; gieb in der Anfechtung Wir rühmen und preisen dich mit Zeugniß unserm Geiste, daß wir fröhlichem Herzen für die großen Gottes Kinder sind; stärke uns Wunder, die du uns Menschen zu täglich mit Kraft aus der Höhe, gute an den ersten Nachfolgern die bösen Begierden zu überwinund Aposteln unseres Herrn und den, und die Pflichten des ChriHeilandes Jesu Christi gethan hast, sten und des Menschen mit aller da du sie am Tage der Pfingsten Treue und Fertigkeit auszuüben. mit deinem heiligen Geiste erfüll- Weiche nicht von uns, o freuditest, sie mit Weisheit und Kräften ger Geist, in der Stunde der zu Wundern und Zeichen versahest, Leiden; stehe uns einst mächtig und zu Lehrern des menschlichen bei in der letzten Veränderung, Geschlechtes geschickt machtest. Auch und wenn wir selbst nicht mehr uns zum Besten hast du ihnen das beten können; so vertritt du uns Verständniß geöffnet, deinen Wil- mit unaussprechlichem Seufzen, 0 len fund gethan, und sie mit der und erhalte unsere Seelen in der Geschicklichkeit begabet, die gött gottgefälligen Verfassung, daß sie lichen Wahrheiten andern mit se würdig und geschickt seyn mögen, gensvollem Nachdruck wieder vor- aufgenommen zu werden in die zutragen. Was vorhin kein Auge Versammlung der vollendeten Ge gesehen, was kein Ohr gehöret rechten. Da werden wir dich, hatte, was in keines Menschenherz sammt dem Vater und Sohne, gekommen war, das hast du uns preisen und loben in Ewigkeit. geoffenbaret durch deinen Geist. Amen. Dieser gute Geist hat uns durch dein göttlich Wort von deiner 10. 2m Feste der heil. DreiMacht und Weisheit belehret; er bat uns den Abgrund deiner uneinigkeit. S ļ $ $ J P 3 sigkeit aufgeschlossen: er hat den Gott, der Herr aller Welt! Glauben an Christum in unsern Die ganze Erde ist seiner Ehre Geelen angezündet; er hat uns voll! Allmächtiger, der du alle oft erfüller mit Friede und hei Dinge durch dein kräftiges Wort ligen Freuden, und mit froher geschaffen und bisher erhalten; 10 Allgemeine Kirchengebete. der du uns auch Leben und Odem den seligen Wahrheiten des Evans und alles, was wir besitzen ges geliums; befestige uns in der. wir preisen deine leberzeugung von der Göttlichs geben bast; große Güte; wir verehren mit feit unserer heiligsten Religion; demüthiger Seele deine Macht vermehre in uns den lebendigen und Herrlichkeit. Du hast dein Glauben an unsern versöhnten ewiges unsichtbares Wesen in der Vater im Himmel, und an Je Schöpfung der Welt uns Men- sum Christum, unsern Versöh schen und allen Geistern geoffen ner. Hilf uns, daß wir, nach baret, daß sie dich, der du allen unsern Christenpflichten, das Böſe Dingen nabe bist, suchen und fin- haffen und meiden, und das Gute den; daß sie dich lieben, dankbar lieben und vollbringen. Tröste verehren, und in der Vereinigung uns in den mancherlei Trübfalen mit dir die Seligkeit erlangen unsers Lebens, und in der Stun möchten. Wir preisen dich, o du de des Todes. Vereinige uns unbegreifliches Wesen, daß du immer mehr mit dir, o du Gott, dich in deinem Worte noch näher Vater, Sohn und Geist! Erhalte geoffenbaret, daß du dich durch uns stets in deiner Furcht und Jesum Christum, als Vater, Sohn Liebe, und führe uns endlich in und Geist bekannt gemacht hast. die seligen Wohnungen, wo wir Dank sey dir, ewiger, barmher- dich mit allen Engeln und Aus ziger Vater, für alle die unzähl erwählten ewiglich loben und preis baren Wohlthaten, die du uns sen, und in himmlischer Voll von jeher erzeiget haft; für unsere kommenheit singen werden: HeiErschaffnung, für unsere Erhal lig, beilig, beilig ist unser Gott, tung, für unsere Erlösung und der Herr aller Welt! Himmel und Errettung vom Verderben der Erde sind seiner Ehre voll. Amen. Sünde, durch deinen Sohn, den du uns zum Heilande geschenket hast. Dank Sohn Gottes, daß du mit unsrer Herr, du gnädiger, ther heilis menschlichen Natur vereini 11. 2m Buß- und Bettage. sey dir, ewiger get, daß du unter uns niedriger Gott, dir ist jede Regung, gen Geschöpfen eine zeitlang gejjede Absicht, jeder Wunsch un wohnet, uns von dem Willen des serer Seelen aufs genaueste bes Vaters unterrichtet, und das voll kannt: darum wollen wir mit de kommenste Beispiel der Tugend müthiger Aufrichtigkeit, mit ern gegeben, und dann dein theures ster Reue und kindlichem VerBlut, zur Tilgung unserer Stra- trauen dir unsere Uebertretungen fen vergoffen hast. Wie sollen bekennen. Ach, wir alle haben die wir dir alle diese Liebe vergelten! größte Ursache, uns wegen vor wie sollen wir deine unbeschreib- jäglicher und unvorsäßlicher Sün liche Güte würdig mit Worten den, wegen unsrer Trägheit zum und Werken verehren! Ach Guten, unsers Mißtrauens gegen mache uns selbst tüchtig, daß wir deine Führungen und unserer Un im Glauben an dich, unsere dankbarkeit gegen deine Wohl Wir felbst wahre Dankbarkeit durch einen thaten anzuflagen! willigen und freudigen Gehorsam haben das Gute gehindert, das thätig erweisen können. Und du, du so väterlich an uns zu errek v Geist des Vaters und des Soh- chen suchtest. Und wenn gleich nes! erleuchte unsere Seelen mit wie wir freudig zu dir hoffen noch Allgemeine Kirchengebete. 11 noch treue Verehrer und Nach- heute die demüthigen Opfer unsers folger Jesu Christi unter uns sind, Dankes für den Reichthum deiner so werden doch auch diese voll De Güte, den du auch bei der dies muth es vor dir gestehen müs- jährigen gesegneten Erndte über sen, daß sie noch schwach und feh- uns ausgeschüttet hast. Du hast lerhaft sind, und ihnen noch viel dich bisher nicht nur unserer Gees an wahrer Vollkommenheit fehlt. len herzlich angenommen, und uns Sey uns allen gnädig, o du, der aus deinem göttlichen Worte allen du dich aller deiner Geschöpfe er Unterricht ertheilen lassen, den barmest, und laß es keinem Ver- wir zur ewigen Seligkeit nöthig irrten an Mitteln fehlen, zu dir, haben, sondern du hast uns auch der Quelle aller Glückseligkeit, im Leiblichen die herrlichsten Prowieder zurück zu kehren. Entziehe ben deiner gnädigen Fürsorge ge uns um Christi willen den Se- geben. Deine Alles nährende Vas gen nicht, den die Erkenntniß terhand hat uns nicht nur bisher deines Wortes bei allem mißbrau mit dem nöthigen Vorrathe vers che, den verderbte Herzen davon sehen, sondern auch Ueberfluß und zu machen pflegen, dennoch unter Freuden geschenkt. Du hast das uns hervorbringt. Verschone uns Land heimgesuchet und das Ges mit den wohlverdienten Strafen wächse gesegnet. Du hast seine unserer Sünden, und durch deinen Geist Entschließungen, befestige Furchen getränket, und sein Ge die frommen pflügtes befeuchtet. Du hast das mit denen wir Jahr mit deinem Gute gekrö uns heute aufs Neue zum Genet, und die Hügel und Auen borsam gegen dich so feierlich ver- mit Früchten erfüllet. Laß dir, pflichten. Bewahre uns vor Sünden um Jesu Christi willen, und Lastern, und wohls erwecke die gefallen dies Opfer unserer LipUnglücklichen, die deine Lehren ver- pen und unsers berzlichen Dankes. achten, zur Annahme und Befol- Wir sind fröhlich, über deine gung derselben. Erleuchte die Fr- Güte; wir lobsingen dir mit rigen; beruhige die Zweifelnden, dankbarem Geiste. Gieb nur, daß und wirke in denen, die durch wir den Leichtsinn verblendet, den rechten wahrer erhaltenen Segen mit Weg verlassen haben, die stärksten Furcht und Liebe genießen, und Danksagung in deiner Antriebe, sich dir zu ergeben. Ver- uns durch deine große Güte zu gieb uns allen um Christi willen einer ernstlichen Buße leiten lass unsere Sünden, und erfülle uns sen.. Befestige unsern Vorsatz, den mit Früchten des Glaubens, der Lehren und dem Beiſpiele Jesu Liebe, der Gerechtigkeit, Demuth Christi, unsers Heilandes, zu folund Sanftmuth, der Keuschheit gen, und gieb uns Kraft und und der Mäßigkeit, damit wir dem Stärke, alle Sünden zu meiden, großen Muster unsers göttlichen und alles zu thun, was dir wohlErlösers immer ähnlicher Erhöre uns, barmherziger durch unsern Herrn und Jesum Christum. Amen. werden. gefällig ist. Ach, bleibe ferner Vater, bei uns mit deiner Gnade. Laß Heiland ferner die Erde ihr Gewächs, und den Himmel seinen Thau geben. Bewahre uns vor allem, was uns schädlich seyn könnte. Breite dei Allmächtiger, gnädiger Gott und Land. Regiere die Herzen derer, nen Segen aus über das ganze Vater! Wir bringen dir die du mit leiblichen Gütern ges 12. Um Erndtefest. fegnet 12 Allgemeine Kirgengebete. segnet hast, daß sie weder gegen der Leben und Unsterblichkeit ans ihre dürftige Brüder verschlossen Licht brachte, bei dem Tode der sind, noch deine Gaben zum Stolz, Unsrigen, und auch gegen die zur Verschwendung und zum Geiz Schrecken unsers eigenen Todes Wir preisen dich, mißbrauchen. Erfülle die Armen gegeben hast. mit christlicher Geduld und Ge- daß du uns auf einen Zustand laffenheit, Genügsamkeit und Er- vollkommener Ruhe und unauf gebung in deinen Willen, und hörlicher Glückseligkeit nach dem und allen, erfreue sie mit deiner Hülfe. Laß Tode hoffen lehrest, uns unter der Regierung unsers die mit Geduld in guten Werken geliebten Landesfürsten und uns nach dem ewigen Leben trachten, rer Obrigkeit ein geruhiges und Preis und Ehre und unvergäng Laß uns stilles Leben führen in allerlei Gott- liches Wesen verheißest. seligkeit und Ehrbarkeit; und gieb, doch auch bei den täglichen Bei daß wir und unsere Nachkommen spielen der Sterblichkeit bedenken, uns deines himmlischen Gegens wie kurz und ungewiß unser allezeit erfreuen mögen; bis wir Aufenthalt auf Erden sey; damit hier keine Güter mehr bedürfen, wir unsere Tage mit Weisheit Gieb, daß wir und dir in jener Herrlichkeit mit zählen lernen. verklärten Lippen einst ewig Lob die noch übrige Zeit unseres Hier und Dank sagen können. Hilf seyns in gewissenhafter Erfüllung uns, Gott unsers Heils, und laß unserer Pflichten zubringen, und uns nicht zu Schanden werden. immer so leben, wie wir, wann Es danken dir alle Völker! Es wir sterben, wünschen werden, Verleihe uns segne uns Gott, und alle Welt gelebt zu haben. fürchte ihn! Amen. 13. Nach einer Leichenbeerdigung. eie Gnade, daß wir, so lange wir noch hier wallen, deinen Namen verherrlichen, und das Werk voll enden, das du uns aufgegeben hast; damit, wenn wir diese Welt regierende Vorsehung uns fahren, und von dir aufgenom in werden nichts, weder im Leben noch im dein ewige Tode, begegnen kann. Alle un bimmlisches Reich, durch Jesum fere Tage stehen in deiner Hand; Christum, unsern Herrn und Hei du ordnest alle unsre Schicksale, land. Amen. Ewiger Gott, ohne deſſen alles verlassen, wir wir in Friede dahin men wie du willst; durch deine allmächtige Kraft hast du uns ins Leben gerufen, und wenn du 14. Deffentliche Beichte und Absolution. gebietest, so sterben wir, und werden wieder zu Staube. Wir kennen, daß du alles so zu lenken weißt, wie es zu unserm wahren Besten erforderlich ist. Darum dir er- Lasset uns Gott, dem Ullerhöchsten, un fere Sünden demüthig ihn um Gnade anflehen. bekennen, Garnieri der du m mächtiger Gott, ger Vater, in allem, was du über uns ver- durch das Evangelium deines hängest, mit Geduld und völli- ben Sohnes Jesu Christi, ger Ergebung in deinen Willen. Gehorsam gegen deine heilig Wir danken dir für die herrlichen und wohlthätigen Befehle fo feie und mir dur Tröstungen, die du uns durchlich verpflichteſt, das Evangelium deines Sohnes, dasselbe den Beistand deines ligen Allgemeine Kirchengebete. 13 ligen Geistes zu allem Guten an- met sich über uns, und vergiebt bietest! Sch bekenne vor dem Thro uns alle Sünden, wenn wir seis ne deiner Majestät, der Himmel ne Gnade von Herzen und in und Erde erfüllet, daß ich dem gehöriger Ordnung suchen. Euch obngeachtet deine heiligen Gesetze demnach, die ihr eure Sünden sehr oft und auf mancherlei aufrichtig bekennet und herzlich beWeise, wissentlich und unwissent reuet, und den ernstlichen Vor. lich übertreten, viel Böses vegan- saß habt, euer Leben zu bessern, gen, viel Gutes versäumet, mich verkündige ich als ein Diener dadurch deiner Gnade verlustig des göttlichen Wortes die Verges gemacht, und deine gerechte Strafe bung aller eurer Sünden, im wohl verdienet habe. Uch Herr! Namen Gottes des Vaters, und ich bekenne meine Vergehungen des Sohnes und des heiligen Geis aufrichtig, und bereue von Her- stes. Amen. zen, daß ich wider dich, meinen ewigen Vater und besten Wohl thäter, gesündigt habe. Mit dem Dagegen aber sage ich allen Unernstlichen Vorsage, mein Leben bußfertigkeiten, Ungläubigen. Sia zu bessern, nehme ich meine ein- chern, Heuchlern und Verächtern zige Zuflucht zu deiner unendli- der von Gott veranstalteten Heilschen Güte und Erbarmung. Sey ordnung und Gnadenmittel, im mir gnädig, o Gott, und ver- Namen Jesu Christi, daß ihnen gieb mir alle meine Sünden, um Gott, ihre Sünden vorbehalten hat, deiner ewigen Liebe, und um des und gewißlich strafen wird. Wir Verdienstes deines Sohnes, mei empfehlen sie indessen der schonennes Herrn und Heilandes Jesu den Güte, Geduld und Langmuth Christi willen, Amen. Gottes, und wünschen, daß sie das durch endlich gerührt, zur Buße geleitet, und mit uns selig were Absolution. Der barmherzige Gott erbar- den. Amen. Häusliche Andachtsübungen. 15. Morgengebet am Sonntage. feit! Du läsfest mich abermals einen Sonntag erleben. Mit dem demüthigsten Danke preise ich dich an Dies ist der Tag, den der Herr maches, Taffet diesem Morgen für den mir in uns freuen und fröhlich an diesem Tage der vergangenen Nacht verliehenen Schutz und die Erhaltung meifeyn, Pfalm 118, 24. Große roßer und anbetungswürdiger nes Lebens. O Gott! alle deine Gott! Urheber meines Le- Wohlthaten verpflichten aufs stärk bens und aller meiner Glückselig ste, mein ganzes Leben deinem Dienste 14 Häusliche Undachtsübungen. Dienste und deiner Verehrung zu der sind, aufrichtig und von Her. widmen. Ganz vorzüglich aber bin zen liebe; daß ich es nicht bloß ich dir den Theil der Zeit schuldig, dabei bewenden laffe, ihnen Gutes den du mir dazu selbst auf eine be- zu wünschen, und mich aller Be sondere Weise angewiesen hast. Sch leidigungen gegen sie zu enthalten, danke dir für die Einsegung des sondern auch bereit seyn möge, ihnen Sonntags, dieses Tages der heili so viel in meinem Vermögen ist, gen Ruhe. Es ist der Tag, an alles Gute gern und willig zu er dem der Erlöser der Welt, nach weisen. Insonderheit aber laß mich dem er für die Sünden der Men niemals diejenigen Pflichten ver schen gestorben war, siegreich vom säumen, die meine besondern Um Tode wieder auferstanden ist. Ostände und Verbindungen, mein möchte ich mich doch auch vom Tode Stand, mein Beruf und Amt von der Sünde zum Leben der Tugend mir fordern. Lehre mich das Beste und Rechtschaffenheit erheben und meiner Seele allen irdischen Vor nach dem, was droben ist, wo er theilen vorziehen, jede meiner Be zu deiner Rechten sitzet, nach himm- gierden und Leidenschaften in den lischen Gefinnnngen und nach ei gehörigen Schranken halten, und nem himmlischen Wandel, streben! die reizenden Tugenden der De Dir, mein Gott, widme ich mich muth, der Sanftmuth, der Mäßig mit aller Ernsthaftigkeit und Auf- feit und Zufriedenheit ausüben. richtigkeit aufs neue an diesem Gieb mir Kraft, bei allen Mühse Morgen. Dein bin ich, und dein ligkeiten dieses Lebens geduldig und wünsche ich auf ewig zu seyn. unter allen Versuchungen standhaft Nimm du mein Herz, das du dir zu seyn, und nach der künftigen selbst gebildet hast, ganz in Besitz und ewigen Glückseligkeit vor al Halte mich fest an dir, und laß len Dingen zu trachten. nichts mich von deiner Liebe tren Segne, o gütiger Gott, alle die nen. Laß mich, o Gott, mit der Mittel der Gnade, die du mir zu beständigen Empfindung deiner Ge- diesen großen Absichten gegeben genwart leben. Laß mich es füh- hast, insbesondere die Gelegenheit, Ten, welch eine Glückseligkeit es die ich heute haben werde, in der für mich sey, daß ich ein Christ öffentlichen Versammlung mit me bin, daß ich dein Wort erkenne, nen Nebenchristen mich von dei daß ich mich mit dir durch meine nem Willen zu unterrichten und häusliche Andacht unterhalten, mich dich anzubeten. Rüste deine Die mit andern Christen zum öffentli ner mit Weisheit und Verstand chen Gottesdienst versammeln, mei aus; gieb ihren Worten Kraft, die ne Erkenntniß, meinen Glauben Zuhörer zu heiligen, und in ihnen und meine Tugenden stärken und dir wohlgefällige Gesinnungen vermehren, und mich in der seligen erwecken, und laß ihren Hoffnung befestigen kann, dich der in deinem Heiligthume gesegnete einst im Himmel vollkommen an- Früchte bringen. Amen. beten und verehren zu können. Dienst Präge mir zugleich durch die Ue-! bungen meiner Andacht die Nei- 16. Abendgebet am Sonntage gung ein, dir, dem Gütigsten un es hoffen auf dich, die deinen Namen fens ter allen Wesen, darin nachzuahdenn du verläsfest nicht, die dich, Herr suchen. Lobet den Herrn. P. 9, 11. men, daß ich alle meine Nebennen, menschen, die eben ſowohl als ich noch einmal an dem heutigen ich Her Häusliche Undachtsübungen. ju dir, o Gott, um mich deiner muthsvoll an diesem Abende. Wohlthaten dankbar zu erinnern, für die vielen irdischen Wohlthaten, und dich um die Fortdauer deiner womit du mich täglich überhäufest, Güte und Liebe anzuflehen. Dank und besonders für die mir an die sey dir für die erneuerte Gelegen- sem zurückgelegten Tage verliehenen heit, die ich diesen Tag gehabt Segnungen, bringe ich dir von Hers habe, dich in deinem Hause anzuzen Lob und Dank. beten, mich mit meinen Neben- Empfindung deiner O laß die christen öffentlich zu deinem Dienste Güte stets mein Herz rühren, und unverdienten zu vereinigen, dein heiliges Wort gieb, daß ich dich nicht blos durch zu hören, und dadurch unterrich- meine Worte, sondern auch vor tet, zur Tugend erweckt, gestärket nemlich durch ein frommes Leund getröstet zu werden. Gieb ben preise. mir, o Gott, die Gnade, daß ich 15 Auch deine TröUnd nun, mein Gott, nimm nun auch künftig die Erweckung mich auch diese Nacht in deinen zum Guten, die du mir heute gnädigen Schuß. verschafft haft, mir gehörig zu Nu- vor allem Uebel und aller Gefahr, Behüte mich zen machen möge, und es nicht und erquicke mich durch eine sanfte blos bei dem Hören bewenden Ruhe. Dir empfehle ich alle meine lasse, sondern durch die That be- Verwandten und Freunde; thue weise, daß ich sie zur Besserung ihnen Gutes, anwende. Mache mich durch dei allen den geistlichen und leiblichen und segne sie mit nen Geist geschickt, der Würde Gütern, wovon du weißt, daß sie eines Christen und Erben der ewi- derselben am gen Seligkeit gemäß meisten bedürfen. zu leben. Stehe den Unglücklichen und LeidenVergieb es mir, daß meine An- den bei; gieb ihnen Geduld und dacht auch heute mit so vieler Un Ergebung in deinen Willen, und vollkommenheit begleitet gewesen ist. befreie sie vom Elende durch Bergieb mir die Trägheit und Lau- Hülfe, und die göttlichen lichkeit meiner Empfindungen, die stungen, deren du so viele hast. Zerstreuung meiner Gedanken, die Laß alle meine Mitchristen, lag wenige Aufmerksamkeit auf deine das ganze menschliche Geschlecht Gebote! Stärke mich, daß ich die deiner wohlthätigen Güte empfoh fünftigen Sonntage immer heiliger ten seyn! Breite zubringe, und immer weiser und Wahrheit und Frömmigkeit unter Erkenntnis, ernsthafter, immer andächtiger und allen deinen Kindern auf Erden himmlischer gesinnt werde. Laß aus. Siehe mit Gnade auf unser mich immerhin die Freude und den Vaterland herab. Flöße unserm frieden schmecken, die die gewissen Landesherrn und seinen Räthen, Folgen einer täglich zunehmenden und den obrigkeitlichen Personen Gemeinschaft mit dir sind. unseres Landes, Liebe und HochFür alle deine Gnade, o Gott, achtung gegen Religion und Tu die du mir an meiner Seele erwiegend, Weisheit und Gerechtigkeit en, und besonders für die wohlthä- ein, und leite seine und ihre Nathe Veranstaltung, die du durch die schläge auf das allgemeine Beste. ristiche Religion zu meiner Erlö- Vergieb die Sünden unserm Volke, ung, zu meinem Unterrichte, zu und wirke unter einer Besserung, zu meiner Be- Besserung. Gieb den Dienern der uns allgemeine madigung und Seligkeit, durch dei Religion Geist und Verstand, und en Sohn Jesum Christum ge- laß durch sie die Sache des wahoffen hast, preise ich dich deren Christenthums durch nützlichen Unterricht 16 Häusliche Undachtsübungen. Unterricht und ein nachahmungs- ¡ die Versöhnung Jesu Christi, deiwürdiges Leben befördert werden. nes Sohnes, die so zuverläßig Erhöre, gütigster Gott und Vater, menschliche Seelen, welche darauf dies mein demüthiges Gebet, um achten, und sie treu anwenden, Jesu Christi willen. Amen. weise gut und selig macht. Stärke und belebe meinen Vorsatz, auch diese mir aufs neue geschenkt Zeit meines Lebens mit aufmert samem und treuem Ernste dir 17. Morgengebet am Montage. Herr, frühe woltest du meine Stimme hö- heiligen, und die Bewahrung ren; frühe will ich mich zu dir schicken, nes reinen, unverletzten Gewissens und darauf merken. Pf. 5, 4. höher zu achten, als alles, was id ütiger Gott und Vater! durch sonst, im Srdischen zu gewinnen aud diesen Tag erlebt, und mit dank gefährliche Versuchungeu, zu denen barem Herzen erkenne ich auch mein Beruf, mein Umgang, meine darin, wie viel ich dir schuldig Verbindung mit andern, bin. Daß ich mich durch den Schlaf selbst meine eigene natürliche Ge erquickt, an Kräften von neuem müthsart mir Gelegenheit geben gestärkt, und durch den Anblick könnten: und wenn solche Versus des Tageslichts und der sichtbaren chungen kommen sollten, so stehe Natur erfreut finde, das ist dein mir bei, du Gott meines Heils, Werk, du Ursprung alles Segens. und unterstütze meine dann viel O gieb, das ich das mit frommer leicht wankende Seele durch den und gerührter Empfindung beden großen Gedanken deiner Gegen ben, und nie vergessen möge, daß wart, deiner Wohlthaten und de ich allein dir mein Leben und dessen ner Vergeltung, damit ich nicht Erhaltung zu danken habe. Dein von dir abweiche, und ins Ver. allmächtiger, väterlicher Schutz war derben gerathe, sondern an diesem über mir, da ich, meiner selbst Abende mit einem unbefleckten nicht bewußt, in tiefer unbesorg Herzen und mit der Gewißheit von ter Ruhe lag; und nun stellest du deinem Beifall auf den durchlebten mich gleichsam als einen neu Ge- Tag zurücksehen könne. schaffenen in deine Welt hin, daß Gieb dein Gedeihen zu einem ich dich in deinen Werken sehen jeden dir wohlgefälligen Vorhaben, und bewundern, und mit wieder- womit ich heute zu thun haben hergestellter Munterfeit meiner werde; und verleibe mir Muth Geschäfte wahrnehmen soll. und Kräfte, das recht auszurichten, Erhalte mich denn auch heute was in meinem Stande und Be bei dem Einigen, daß ich dich rufe mir obliegt. Bewahre meine stets auf die rechte Art vor Augen Gesundheit, mein Vermögen, me habe, und der christlichen Fröm nen guten Namen vor Schaden migkeit unverrückt treu bleibe, weil und Kränkungen. Walte mit de ich doch auf keinem andern Wege ner gnädigen Beschirmung über ein wirklich zufriednes Herz und meine Angehörigen, daß uns der wahres dauerhaftes Glück finden heitere Genuß deiner wohlthätigen Fann. Hilf mir immer mehr zu Güte durch feine Unglücksfälle und einer richtigen lebendigen Erkennt durch kein Herzeleid gestöret werde niß dessen, was zu meinem Besten Soll ich aber auch nach deinem Rabb dient. Befestige in mir den Glau- heute meinen Anteil an den Bib ben an die göttliche Lehre und terkeiten Lebens empfinden, Häusliche Undachtsübungen. 17 so waffne mein Gemüth mit christ-| gang in meinen Verrichtungen licher Standhaftigkeit, mit kind gekommen, indem du meine Ges lichem Vertrauen auf dich, und sundheit und meine Kräfte erhalmit getroster Hoffnung einer besse- ten, mir Muth und Freudigkeit ren Zukunft. zu meinen Berufspflichten geges Zu dir, liebreicher Vater aller ben, und auch die äußerlichen Menschen, bete ich auch mit dem lenket hast. Dir allein habe ich Umstände zu meinem Nußen ge Geiste der allgemeinen herzlichen Liebe, welchen insonderheit das auch jede Evangelium Jesu Chrifti mir ein- danken, angenehme Stunde zu deren ich heute in dem für alle diejenigen, die Genusse der Gaben der Natur, neben mir von deiner Güte leben. und in der Verbindung mit der Erfülle die Welt mit deinem Se: menschlichen Gesellschaft froh ge worden bin. gen, der alles über alle erfreuet. Breite meine Nebenmenschen deine Wohlthätigkeit aus, und virke dabei die Gesinnung in it nen, daß sie darin deine Vater und destomehr deiner Gnadenerweisungen froh in allen Stücken so von mir an Wäre doch nur auch dieser Tag gewendet, daß ich mich deßhalb sichtlichen Herzen vor mit einem ganz reinen, zuvers dir darstel mich, und alle meine Wege. Du len dürfte! Du, o Herr, kennest bast heute jeder Regung in mei and erkennen, werden. Und so gehe ich, mein Gott nem Gemüthe, jeder Absicht bei und Vater, an die Ausübung mei- meinen Unternehmungen, jedem er heutigen Pflichten mit einem Schritt in meinem Verhalten zuir geweihten Herzen. Sey du gesehen, und auf deiner untrügmit mir, so werde ich sicher blei- lichen Waage gewogen, was daren, und fein Uebel fürchten. Dies in gut oder böse ist. Dir sind offe ich von dir nach deiner also auch alle die Vergehungen Barmherzigkeit, und nach der Ver- und Fehler offenbar, eißung, die du mir durch Jesum mich schuldig gemacht, und woderen ich Ehristum gegeben hast. Amen. durch ich, in größerem oder geringerem Maaße, das Glück meines Lebens wahre zerstöret ver18. Abendgebet am Montage. oder vermindert habe. Sam. 7, 12. is hieher hat uns der Herr geholfen. 1. Erbarmung, die von mir begangieb mir, nach deiner väterlichen armherziger Gott, du Herr ligen Trost des Glaubens an Jegenen Fehltritte, und laß den ſeund Vater meines Lebens! su und an die Verheißungen sei fomme jetzt am Ende dieses nes Evangeliums in mir lebendig ages wieder mit Dank und mit werden. debet vor dich, der du mir bis diese ernstliche Empfindung meiAber laß dann auch eber geholfen, und auch heute ner Schuld deine wohlthätige Güte auf bei und deiner Gnade mannigfaltige Art bewiesen seyn, immer treueren ein kräftiger Antrieb Dein Auge hat über mir meiner Besserung und GottseligEifer in und deine Hand hat feit zu beweisen, damit ich mich geleitet, daß ich vor Un- ja nicht zu meinem eigenen Schau bewahret geblieben bin. Von den ist mir Gedeihen und Fort- beruhige, sondern vielmehr in den bei unfruchtbaren Abbitten mir emacht, folgenden 18 folgenden Tagen wirkliche Früchte Häusliche Undachtsübungen. meines Lebens meiner meiner Reue 19. Morgengebet am Dienstag meines bessern Vorsatzes Wann ich erwache, fo rede ich von dir Psalm 63, 7. und zeige. Wer weiß, wie viel Zeit mir err, mein Gott, du Erhalten noch zum Wachsthum im Guten Her und Wohlthäter meines Leübrig seyn mag? Ein Theil der bens; dir danke ich jetzt wieder felben ist auch schon mit dem mit gerührtem und erfreuten heutigen Tage wieder vorbei; und Herzen für die Gnade, daß du so komme ich mit jedem zurück mich auch diesen Tag haft erleben gelegten Schritte meiner irdi- laffen. Du hast mich die Nacht schen Wanderschaft dem großen hindurch beschützt, und durch den und entscheidenden Ziele näher, Schlaf erquickt, und von dir habe wo die gegenwärtige Zeit auf ich die erneuerte Munterfeit, mit hört, und die Ewigkeit anfängt; welcher ich nun abermals die wo die Saat vollendet, und die Vollbringung der mir obliegendem Erndte erfolgt. O Gott, verleihe Pflichten übernehmen kann. S mir die Weisheit, das zu bedengieb mir dies so lebendig zu er= ken, und also auf die mir ver- kennen und zu empfinden, daß e borgene Stunde bereit zu seyn, mir nie aus dem Sinne komme da ich dir von dem Gebrauche wie so ganz ich dir angehöre, un meiner Tage Rechenschaft geben, wie viel ich dir schuldig bin. und die Folgen desselben erfahren Leite mich nun auch an diesem foll. heutigen Tage mit deiner Gnade In dem Vertrauen auf deine auf lauter guten Wegen. Be= Barmherzigkeit suche ich nun die wahre mich vor aller Ungerechleibliche Rube. Du, Allmächti- tigkeit und Sünde, die doch am ger und Allgütiger, wachest über Ende nichts anders, als das äusmir während der Zeit, da ich serste Elend nach sich ziehet. Mavon mir selbst nichts weiß, und che mich wachsam und stark ge zu meiner Beschüßung, selbst nichts gen die Versuchungen, die mi vermag. Ich übergebe mich also heute vorkommen könnten: dami getrost in deine Hände. Nimm ich nicht am Abend Vergehunger mich auch diese Nacht bindurch gegen dich, und Untreue geger in deine väterliche Aufsicht und mein Gewissen mit bitterm Schmerze Beschirmung. Wende Gefahr, zu bereuen habe. Schrecken und Unglücksfälle von Gieb meinen rechtmäßigen Ge mir und von den Meinigen, von schäften und Unternehmungen diesem Orte, und von allen nen guten Fortgang; denn ohne Menschen ab. Laß einen fanf deinen Segen ist doch alle un tent, Arbeit Wende gefunden Schlaf mir zu sere vergebens. meiner Erholung und Erquicfung Gefahr und Unglück ab von m gereichen; und laß mich morgen und von denen, die mir ange mit neuem Danke gegen dich, hören. Erbarme dich auch m mit neuen Vorsätzen zur christli- väterlicher Güte aller Menschen chen Rechtschaffenheit, und mit, die mit mir deine Kinder sind neuer Thätigkeit zu meinen Ge- und laß die Welt deines Segen schaften fröhlich wieder erwachen. voll werden. Deine Gnade sey mit mir jetzt und Dir, mein Gott, übergebe id immerbar! Amen. jalso auch für heute mein Herz mein Häusliche Undachtsübungen. 19 mein Leben und meine Schicksale. Inen jeden Theil derselben so anzus Erhalte mich in deiner Liebe, und wenden, daß ich auch vor dem laß dann Alles, was mir begeg- legten meiner Tage, der vielleicht nen soll, zu meinem Besten dienen. bald Du wirst mich und unvermuthet kommen gnädig erbören, mag, nicht erschrecken darf. wie du durch Jefum Christum verbeißen hast. Amen. Darauf lege ich mich nun auch jegt getroft zur Ruhe, und übergebe mich, die Meinigen und alle Menschen deinem allmächtigen váterlichen Schutze. Wache du über Verderben mich treffe; mir mit deiner Liebe, ich morgen erwache, und wenn damit fein dann sey mein voll deines Preises! Segne mich, mein Gott und Vater, nach deiner 20. Abendgebet am Dienstag. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich. Pfalm 63, 7. Beschützung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zurückgelegt, und ich beschließe ewigen Güte. Amen. ihn mit dem innigsten Danke für alle das Gute, welches du mir an demselben haft widerfahren lassen; 21. Morgengebet am Mittwoch. für die mir erhaltene Gesundheit; [ bermals Aber erwacht. Das Licht der Son= bin ich vom Schlafe für die Abwendung so onst möglichen Unglücks, für den jegneten Fortgang meiner Ge- j afte, und auch für die Wohl hat, daß ich mich nun einer er- ne ist wieder über mir aufgeganuickenden Ruhe überlassen kann. gen, und mit demselben empfinDas erkenne ich mit gerührtem de ich die Güte eines allgemeierzen, und freue mich deiner nen Vaters der Menschen. Viele feiner Siehe du aber auch mit Lang jetzt an, und mit ihnen soll mein guten Kinder beten ihn muth auf die Fehler, mit denen Gebet auch zu ihm aufsteigen, = Gute. an dem heutigen Tage mein weil ich jetzt zu seiner Verehberz und mein Leben befleckt harung e und mache fie in meinen ei mein Schöpfer und Herr, Wohlam geschicktesten bin. Dir, enen Augen so offenbar, daß ich thäter und Vater! dir danke ich mit ernstlicher Empfindung bevon Herzen für die Erhaltung e, und mit treuer Gewissen- meines Lebens, aftigkeit in Zukunft vermeide. meiner meiner Kräfte, Gesundheit. mich dann mit Freudigkeit mein Schuß, da ich in der Nacht, Du warst Antheil haben an der Vergebung vom Schlafe überwältigt, weder 2nd Begnadigung, die mir dein für mich, ohn, Jesus Christus, durch sein gen sorgen konnte. noch für die Meiniangelium und seinen Tod versicher unter deiner mächtigen BeSch rubete tiert hat. Gieb doch, da nun schon wie de wahrung. Ach, laß deine Gnaauch ein Tag dahin ist, daß dies, Gieb mir zur gewissenhaften Vollheute mich beglücken. en neuen lebendigen Eindruck bringung mich mache, und mich an die deinen Segen. Lehre mich über meiner Berufsgeschäfte nelle Flucht meiner Lebenszeit mein Herz, über meinen Mund, innre, und dann hilf mir, ei über mein Leben machen, C 2 manches 3ch will dem Herrn singen, daß er so wohl an mir thut. Psalm 13, 6. und unter 20 Häusliche Andachtsübungen. unter deiner Aufsicht, wo: großer mit deine Hand auch heute mich Deine Gnade Gott, ein tugendhafter Mensch überschüttet hat. seyn. Stehe mir bei, daß ich ist es, durch die ich war und heute alles, was Pflicht für mich lebte. Von dir kam die Kraft zu ist, als ein Christ, im Namen jedem guten Geschäfte, von dir meines Heilands, verrichte, daß der Gegen, der es begleitete. Le ich bete und arbeite, mich über ben und Wohlthat hast du an deine Wohlthaten freue, mit Mä- mir gethan; dein Aufsehen be meinen Odem. Dafür Bigkeit effe und trinke, meinen wahrte Nächsten nützlich, und mit deinen danke ich dir, mein Gott, und Führungen zufrieden sey. Gieb erhebe deinen Namen. Möchte ich mir an irdischen Gütern, so viel dir doch eben so angenehm gewe. mir heilsam ist, und versage mir, sen seyn, als du mir gnädig was mir Schaden bringen könnte, warst! Möchte ich doch keins der wenn ich dich auch noch so eifrig Gelübde gebrochen haben, darum bitten sollte. Du, bester durch ich mich an dem Morgen Vater, weißt, was zu meinem des vergangenen Tages vor deiwahren Wohle dienet. Das gieb nem Angesichte mit dir aufs neue mir aus Gnaden, wenn ich dich verband! Aber, Herr, allwiffenauch nicht ausdrücklich darum an der Gott, wie könnte ich vor rufe. Mein Christenthum soll mich dir meine Schwäche verhehlen? in die Einsamkeit und in die Wie manche Gelegenheit zum Gu Gesellschaft begleiten, und mich ten habe ich auch heute ungenugt vor allen Versuchungen zum Laster, gelassen; wie viele meiner Kräfte vor der unerkannten Sünde des nicht so angewandt, wie es ge um dir getrost Uebelredens von meinen Mitmenschehen mußte, schen, vor der feineren Ungerech- einst Rechenschaft davon ablegen tigkeit, vor Neid, vor Spott zu können! Ach, handle nicht mit sucht und Heuchelei, und Allem, mir nach meinen Sünden, ver was dir mißfällig ist, bewahren. gilt mir nicht nach meinen Miſſe Wenn ich dies Alles unter dem thaten! Um deines Sohnes, meibegründeten Beifalle meines Ge- nes geliebten Erlösers willen, ver wissens, vor dir, Allgegenwärtizeibe mir die Vergehungen dieses ger, dessen scharfem Auge nichts und aller verflossenen Tage meiEntziehe mir den verborgen bleibt, thue, o, wie nes Lebens. vergnügt werde ich dann am Abend Schuß nicht, welchen alle deine mich in Dank und Anbetung vor vernünftigen Geschöpfe genießen, dir darstellen! Ja, Herr, bewahre die sich mit kindlicher Demuth deimeinen Ausgang. und Eingang, ner Regierung unterwerfen. Er von nun an bis in Ewigkeit. neure die Kräfte meines Körpers durch einen ruhigen Schlaf, damit ich mein Tagewerk morgen mit Freuden wieder antreten, und mit Amen. neuem Eifer, treiben könne. La kein Uebel mir und den Meinigen begegnen, keine Plage sich unserer Wohnung nahen. Laß mich mit ier erscheine ich vor dir, mein reinem Herzen, und voll Preises 22. Abendgebet am Mittwoch. Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich dein. Psalm 25. 5. tem Herzen dich für die unzähli- du mir auch im Schlafe erzeigest. gen Wohlthaten zu preisen, wo morgen wieder erwachen! Amen. 23. Morgen Häusliche Andachtsübungen. 21 an die Arbeiten meines Berufs; 23. Morgengebet am Donners- im Vertrauen uf deinen gnädi tage. gen Beistand laß mich sie fröhlich vollenden, und verleihe mir dazu Christus hat sich für uns gegeben, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, deinen Segen um Jesu Christi und heiligte ihn selbst ein Volk zum Eigen willen. Amen. thum, das fleißig wäre in guten Werken. Titum 3, 11. Mit it kindlichem, dankbarem Her 24. Abendgebet am Donnerszen verehre ich dich, mein ütigster Vater, für den Schuß dieser Nacht, und für die neue Stärke, die du mir durch einen fanften Schlaf verliehen baſt. Möchte ich doch auch an dem heutigen Tage durch findlichen Ge borſam und durch recht viele gute Barmherziger, gnädiger Gott! und Dich zu Erbalte frommen Nach deiner Verordnung begemeinnützige Verrichtungen decket jetzt wieder Finsterniß unser verherrlichen fähig seyn. Erdreich: bei dir aber, du Vater du mich selbst bei den des Lichts, ist auch die Finsterniß Gesinnungen, die dein Licht, und die Nacht scheinet dir, Geist durch Jesu Religion mir wie der Tag. Väterlich siehest du angeflößet hat: gieb mir immer auch zu mir herab, darum preise in Trieb und Kraft, deinen Wil- ich deinen heiligen en mit Freuden zu Namen, für vollbringen. alle die guten und vollkommenen h, wie leicht werden schwache Gaben die mir deine Gnade heute Seelen durch Verführung unge- geschenket oder erhalten hat. Ich efferter Menschen, oder durch an- danke dir nicht nur, daß du mir ere Reizungen und Lockungen das Licht meiner leiblichen Augen der Welt, von dem graden Wege verliehen, und bisher bewahret er Tugend abgebracht! Wie leicht( bast, sondern auch und vornäm önnte denn auch ich der Gelübde lich, daß du dein heiliges Wort sergessen, womit ich mich schon so noch immerfort in meiner Seele ft mit dir zu einem heiligen leuchten läsfest, als ein Licht auf Bandel verbunden habe! Darum meinen Wegen. Zwar muß ich tarke, du selbst meinen Geist, daß auch heute vor dir bekennen, daß in den vielen Versuchungen ich nicht stets in diesem heiligen eses Lebens glücklich siege. Er Lichte gewandelt habe; aber stelle ülle mein ganzes Herz mit Nei doch meine heutigen mir bewußung und Liebe zu dir, damit ich ten oder unerkannten Sünden und So erhalte mich die be du nun Findlicher Ehrfurcht gegen Uebertretungen nicht ins Licht vor ich Alles, was böse ist, basse deinem Angesicht, sondern wirf sie und fliehe, und mit neuem Eifer hinter dich zurück, und sey mir allen Tugenden auch heute um Christi willen gnädig! Bleimich übe. ferner bei mir, mein anze fünftige Zeit meines Le Gott! da es jetzt Abend geworden bindurch in ungeheuchelter ist. Bist du mein Licht und mein commigkeit, damit alle meine Heil, vor wem sollte ich mich Berke dir gefallen, und ich wür- fürchten? Bist du meines Lebens ig fev, von dir gesegnet zu wer- Kraft, vor wem sollte mir grauen? en. In deinem Namen gehe ich Wenn meine Augen geschlossen ens sind, tage. lle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Bater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Fine sterniß. Jac. 1, 17. 22 Häusliche Andachtsübungen. sind, so laß deine Augen über| Schuße bedecket, daß du alle Ge mir offen stehen, daß meine Seele fahren von mir abgewandt, daß und mein Leib und Alles, was du meinen Leib durch einen sanf ich habe, unter deiner liebevollen ten Schlaf erquicket, und mir neue Fürsorge, auch im Finstern wohl Kraft und neues Leben eingeflößet verwahret sey. hast. Gott! deine Güte ist weit Sollte aber nach deinem heili- größer, als daß wir dir jemals gen Willen mich Schrecken oder würdig genug dafür danken könnBetrübniß überfallen, so gieb, daß ten. Wer bin ich, daß du meiner ich auch im finstern Thale kein gedenkest, und dich meiner so vå Ich bin ein Unglück fürchte, weil du, Herr! terlich annimmſt? bei mir bist. Tritt auch in dieser Sünder, der deine heiligen Ge Nacht ins Mittel zwischen uns setze so oft übertreten, der deine und Alles, was mir und den Gaben oft gemißbraucht, der sich Meinigen und allen deinen Gläu- dadurch des schändlichsten Undanks bigen Schaden thun könnte. Sten- gegen dich schuldig gemacht, und re allen Werken der Finsterniß, als ein solcher nichts als Ungnade die im Verborgenen geschehen, und Strafe verdienet hat. Den und wecke das Gewissen muthwil noch fährest du noch immer fort, liger Sünder auf, daß sie sich von meiner zu schonen, ja, sogar mich der Finsternis zum Lichte bekeh- zu fegnen, und mich durch Gute ren. Gott, sey uns allen gnädig näher zu dir zu ziehen. Ach, wie und barmherzig, und laß uns dein beschämt mich diese deine Güte! Antlig feuchten, daß wir auf Er- Strafe mich doch nicht, wie ich es den erkennen deine Wege! Seg verdienet habe! Sey mir gnädig ne uns, Gott, unser Gott! Geg in Christo, deinem Sohne, und ne uns, und gieb uns deinen verzeihe mir um seinetwillen alle Frieden! Amen, in Jesu Christi meine Günden. Ich erneuere hier. Namen, Anten. mit in deiner Gegenwart, o mein Gott! den aufrichtigen Vorsatz, alle unordentlichen Begierden, die aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich Gott! Du bist mein Gott. Wenn ich mich noch an mir habe, zu bestreiten, 25. Morgengebet am Freitage. in mir zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Meine und mich in meinem ganzen Ver Seele hanget dir an; deine rechte Hand halten nicht nach dem Willen me erhält mich. Pfalm 63, 1. 7. 9. nes Fleisches, oder nach dem Bei Herr err Himmels und der Erden, spiel der Lasterhaften, sondern albarmherziger Wohlthäter der lein nach deinem guten und heili Menschen! Dich bete ich, als den gen Willen zu richten. Schenke Geber und Erhalter meines Le nur dazu mir, der ich ohne di bens, als den Gott meines Heils, nichts vermag, deinen Geist, det als die unerschöpfliche Quelle mei- mich erleuchte, reinige und auf ner Glückseligkeit demüthigst an. den Weg der Wahrheit und de Dir danke ich mit Freuden für Tugend führe. Bewahre mich aud mein Leben, für meine Gesund- heute vor schweren Versuchungen heit, für meine Kräfte, für alle zur Sünde, und wenn ich ver geistliche und leibliche Vortheile, suchet werde, so laß mich nicht die ich befize. Dir danke ich ins fallen! Bewahre mich insbeson besondere dafür, daß du mich in dere vor den Sünden, zu denen dieser Nacht mit deinem mächtigen ich am meisten geneigt bin, und die Häusliche Undachtsübungen 23 die noch die größte Gewalt über Verherrlichung sollen sie auf ewig mich haben. Gieb, daß ich sorg geheiliget seyn. fältig über mich selbst wache, auch Gteb mir nur die Weisheit mich alle Veranlassungen und Gelegen- jetzt und alle Abende unpartheiisch beiten zum Bösen fliehe. Laß die zu prüfen, ob ich auch den verganVorstellung von deiner Allwissen- genen Tag so zugebracht, wie es beit und Allgegenwart mich über einem Christen, einem Erben der all begleiten, und mich fromm zukünftigen Herrlichkeit anständig und behutsam machen. Laß mich ist; ob ich in deiner Furcht ges oft an den Tod, an das Gericht wandelt, und die Empfindung deiund an die Ewigkeit gedenken, ner Gegenwart sorgfältig in meidamit ich nicht nur diesen Tag, ner Seele unterhalten; ob ich mir sondern meine ganze Lebenszeit in das Beispiel meines Heilandes zum wahrer Gottseligkeit vollenden, und Muster der Nachahmung vorges das Ziel meines Glaubens, der setzt, und durch mein Verhalten Seelen Seligkeit durch Jesum Chri- bewiesen, daß ich ein Nachfolger stum erlangen möge. Amen. des demüthigen, des fanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlischgesinnten Jesu sey, ob ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern, und andern nützlich zu werden, begierig ergriffen: allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust, widerstanden; ob ich in meinen Bezum Gehorsam Herr, mein Gott! jeder Tag rufsgeschäften und Arbeiten redlich, mir neue fleißig, und zwar um Beweise von deiner väterlichen Huld deinetwillen gewefen: ob ich mich und Gnade, und legt mir neue recht sorgfältig gehütet, weder mit Verpflichtungen auf zur Dankbar- Gedanken und Begierden, noch feit und gegen mit Worten zu fündigen; ob ich dich, meinen Vater und Wohl in einer solchen Verfassung fey, thäter. Darum komme ich auch daß ich freudig sterben und mich) jetzt mit Danken vor dein Unge einer ewigen Seligkeit getrösten sicht, und erinnere mich mit Freude könnte, wenn es dir gefallen sollte, deiner Güte. Auch heute hast du meinem irdischen Leben in dieser dich an mir Unwürdigen nicht un- Nacht ein Ende zu machen. D bezeugt gelassen. Viele Gefahren Gott! wie beschämet, wie ernieund Uebel hast du durch deine origet mich eine solche Prüfung! gnädige Vorsehung von mir abge- Ich bekenne und bereue meine wandt. Vor vielen Sünden, die Sünden und Uebertretungen von unter allen Uebeln die größten ganzem Herzen, und suche Gnade sind, hast du mich Schwachen be- allein um der Gerechtigkeit Jesu wahret. Viele geistliche und leib- willen, mit welcher du sie alle bes liche Wohlthaten habe ich aus dei- decken wolleft. Sch entschließe mich her freigebigen Hand empfangen. heute vor dir, mich immer mehr Bomit soll ich dir alles das Gute von allen Befleckungen des Fleivergelten, das du an mir gethan sches und des Geistes zu reinigen, haft? Nimm meinen Leib und mei- und meine Heiligung in deiner ne Seele zum Opfer hin. Sie sind Furcht zu vollenden. Stärke mich dein, und deinem Dienste, deiner selbst, o Gott! in der Ausführung dieses 26. Abendgebet am Freitage. Erforsche mich, Gott! und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ichs meine! und fiehe, ob ich auf böfem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Psalm 130, 22. 24. 24 Häusliche Andachtsübungen. dieses guten Vorsatzes! Dir über- handle, und den Willen Gottes gebe ich meinen Leib, meine Seele nicht allein mit Dienst vor Augen, und alles, was mein ist, mit dem sondern von Herzen vollbringe. kindlichen Vertrauen, du werdest Segne dann auch, o Herr, nach mich in dieser Nacht gnädig be deiner Zufage meine Arbeit, und schüßen, und wenn ich hier länger was mir deine Gnade gegeben leben soll, dein in mir angefan- hat, daß ich für mich und die genes gutes Werk hinausführen, Meinigen die tägliche Nothdurft bis auf den Tag Jesu Christi. haben möge. Soll ich aber nach Amen. deinem Willen an diesem Tage mit Trübsal und Noth beleget werden; so reiche mir Schwachen nur deine Hand, daß ich nicht 27. Morgengebet am Sonnabende. Herr, du erforschest mich, und kennest mich. persinke noch verzage; stärke mich, Ich fise ader siehe auf, so weißt du es, daß ich Geduld habe, und auf du verstehest meine Gedanken von ferne. dich hoffe. Erbarme dich nach deiIch gehe oder liege, so bist du um mich, ner unendlichen Güte aller Menund siehest alle meine Wege, denn sich, 1<-4. es ist kein Wort auf meiner Zunge, das schen, die dich suchen und lieben. du Herr nicht alles wissest. Psalm 139, Schüße deine wahre Kirche, und erhalte dir allezeit gläubige Chriallmächtiger, barmherziger Gott! sten, die dich anbeten und ehren. Laß genstunde deine väterliche Gnade, lassenen Gebet von dir erhöret wodurch du mir von meiner Ju- seyn, schaffe ihnen Rath und gend an, bis auf diese Stunde, Trost! Gied dem Lande, darin alles Gute, an Leib und Seele ich wohne, Friede, und laß uns reichlich erwiesen hast. Ich preise die Gabe deiner Güte mit Dankdich für diese unzähligen Wohltha- fagung empfangen, und mäßig ge ten, und bitte dich herzlich um brauchen. Vor allen Dingen gieb Kraft und Neigung, solcher großen mir, deinem Kinde, ein Heri, Gnade nimmermehr zu vergessen, das dich ehret, und dir ver sondern dich mit reinem Danke da trauet. Verlaß mich nicht, mein für zu ehren. Laß mich stets vor Gott! denn ich hoffe auf dich. dir, allwissender und allgegenwärti Meinen Leib und meine Seele und ger Gott! wandeln und fromm seyn. alle die Meinigen, meine Ehre Laß mich immer wohl bedenken, und mein Gut befehle ich jet daß du mein steter und genauer und allezeit in deine mächtige Ob Aufseher seyst, alle meine Worte hut. Erhöre mich, o Gott Vater! börest, alle meine Werke schauest, um Jesu Christi deines geliebten alle meine Gedanken bemerkest, Sohnes willen. Amen. und alle meine Wege kennest. In deinem Namen fange ich mein Tagewerk an, sey mit mir, und 28. Abendgebet am Sonngieb, daß es zu deiner Ehre und zu meinem und meines Nächsten abende. wahren Nußen wohl gerathe. Herr Gott! du bist unsere Zuflucht für mein Heiland! laß mich in Liebe und aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Geschäfte und Arbeiten so verrichten, daß ich dir zu ge= Ewiger Gott! bei uns Menschen und redlich! alles ein und für: denn die Berge werden, und die Welt geschaffen worden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Pfalm 90, 2. das Eine fommt, Häusliche Andachtsübungen. 25 kommt, das Andere vergebet, und bald. Wir reden oft das, was eine Woche, ein Monat, ein nicht recht ist! denken von unserm Jahr nach dem andern verschwin-| Nächsten Arges, ob er gleich undet, als flöhen sie davon. Du schuldig ist; verschließen unser Herz aber bleibest, wie du bist, und vor ihm in der Noth, eifern über deine Jahre nehmen kein Ende. ihn ohne Grund, und sehen ihm Deine Güte währet noch täglich, neidisch zu, wenn du ihm gütig und deine Barmherzigkeit hat noch bist. Ach mein Vater, du weißt, kein Ende. Dafür preise ich dich was auch ich in diesen und in nun am Ende dieser Woche von andern Stücken von der verganGrunde meiner Seele. Ja, lieb genen Woche schuldig sei. Erlaß ster Vater! Alle Tage, alle Stun- mir diese Schuld um des vollden dieser Woche sind Zeuge von gültigen Verdienstes Jesu Christi deiner wunderbaren Güte, Ge- willen. Mache du alles gut, was duld und Langmuth, von deiner meine Unart verdorben hat, und treuen Fürsorge, und von dei laß alles, was ich etwa Gutes nem allmächtigen Schußze. Meine gethan, wohl gedeihen; und hat Kräfte, meine Gesundheit, Speise dein Geist auch in dieser Woche und Trank, Beistand, Segen und in mir etwas Gutes gewirket, so Gedeihen bei meiner Arbeit, und erhalte und vermehre dasselbe in was ich sonst von geistlichem und meiner Seele gegen alle Verfuleiblichem Guten genossen, das al chungen! Heilige auch jetzt meinen les habe ich allein von deiner Schlaf, daß ich mit dir und dem Hand empfangen Nun bekenne Gedanken an dich diese Nacht ich am Ende dieser Woche: ich anfange und vollende. Bende bin viel zu geringe aller der furchtsame Vorstellung, unruhiges Barmherzigkeit und Treue, die und bekümmertes Wachen, beftiges du an mir gethan hast. Denn Schrecken, Feuersgefahr, schmerz wie groß ist dabei die Zabl mei- liche Krankheit, plötzlichen Tod und ner Sünden geworden! Wie we alles Uebel in dieser Nacht gnädig nig nehmen wir Menschen so von mir und den Meinigen ab. manche ganze Woche hindurch in Entledige diesmal insonderheit mein unserm Christenthum zu! Und wo Herz, von allen weltlichen Sorgen hin würden wir doch gerathen, die unsere Seele beschweren, daz wenn du uns nicht mit unermü- mit ich an dem morgenden heili deter Geduld trügest, und aus gen Ruhetage zu deinem Dienste der Frre wieder zurechte führtest? tüchtig sey, und nur für das for Wie oft wird die Liebe zu dir ge, was dir angehöret. Aber lehre in unsern Herzen kalt! Wie oft mich beim Ende dieser Woche auch die Ehrfurcht vor dir der Men- bedenken, daß es überall ein Ende schenfurcht nachgesetzet! Wie oft mit mir haben müsse, und wer wird deine Fürsorge getadelt, oder weiß, wie nahe mir dies Ende durch Zweifel und Kleinigkeiten sey? Vielleicht ist dies die letzte entehret! Dein Werk, 0 mein Woche, die ich beschließe. Oso Gott, wird oft nachlässig getrie- hilf denn, daß ich jetzt und allezeit ben; deine Wohlthaten werden auf die Ankunft meines Herrn benicht genug bedacht; deine Bereit sey, und durch ihn zur Seligfehle gering geschäßt, deine Ge- keit geführet werde. Erböre mich schöpfe gemißbrauchet. Und haben in Gnaden um Jesu Christi willen. wir auch etwas Gutes gethan, so Amen. überheben wir uns doch dessen! 29. Einige Häusliche Andachtsübungen. gen und Lästerungen des guten 29. Einige Fragen zur Erleich- Namens meiner Bruder?- Habe ich meinen Zorn stets gemäßigt, terung der Selbstprüfung und nie Nachgier in meinem Herfür Beichtende. zen unterhalten? War ich stets Der Mensch prüfe sich selbst, und also esfe bereit, mich mit meinem Feinde er von diesem Brodie, und trinke von die- zu versöhnen? Habe ich meinem Feinde auch Gutes gewünscht, und Riebte ich auch stets, wie es seyn wo ich konnte, Gutes gethan? sem Kelche, 1. Cor. 11, 28. sollte, das höchste Wesen mehr, Bewies ich auch Geduld und Nach als mich und alle andere Gesicht mit den Fehlern meiner Mit schöpfe?- Dankte ich meinem Gott menschen? Schadete ich niemals auch für alle Wohlthaten, die ich meiner Gesundheit durch Unord aus seiner Vaterhand empfing? nung und Unmäßigkeit im Effen Segte ich in traurigen Stun- und Trinken? Suchte ich auch den immer mein kindliches Ver- alle unzüchtige Gedanken und Be trauen auf ihn? That ich sei gierden zu unterdrücken? Hab nen Willen stets mit reinem und ich mich nie durch irgend eine Un frohem Herzen? Redete und gerechtigkeit an dem Nächsten verhandelte ich nie wider mein Ge- fündigt? War ich ein Feind wissen, weil ich Menschen mehr von jeder Art des Betrugs und fürchtete, als Gott? Entebrte der Untreue? Sft nichts, was ich nie den heiligen Namen Got- einem andern gebühret, unrecht tes durch Fluchen und Schwören? mäßiger Weise von mir zurück be Erhob ich im Gebet oft genug halten worden? Bin ich ein mein Herz zu ihm? Betete ich sorgsamer Verwalter meines rechtnie ohne Andacht? Schätte ich mäßigen Eigenthums gewesen?- stets den hohen Werth des Chri- Habe ich durch Arbeitsamkeit und stenthums? Besuchte ich die Treue in meinem Berufe mir und Versammlungen der Christen, so den Meinigen zu nußen gesucht? 2 * oft es seyn konnte? Hörte ich Wich ich nie auf unerlaubte Art Habe das Wort Gottes mit fteter Auf von der Wahrheit ab? merksamkeit und mit Anwendung ich nie die Heimlichkeiten des Nächauf meinen eigenen Seelenzustand? sten unbefugt und zu seinem Scha Sorgte ich auch für meinen den entdeckt? Habe ich nie vor Geist und mein Herz mehr als Gericht ein falsches Zeugniß gege für irdisches Glück und sinnliche ben? Suchte ich durch lehrFreude? Sab ich auch das Wohl reiche und heilsame Gespräche, so meiner Brüder eben so gern als viel es seyn konnte, andere zu das Meinige? Suchte ich meine erbauen? Entfernte ich mich Eltern, Lehrer oder Vorgesetzten stets von Stolz, Ehrgeiz und Hof stets durch Hochachtung, Folgfam: fahrt? Mäßigte ich auch die keit und Liebe zu erfreuen? Begierde nach zerstreuendem Ver Bin ich meinen Untergebenen nie gnügen? Vermied ich alle Heu hart und lieblos begegnet? chelei und Verstellung?- Dachte Habe ich nichts geredet oder ge- ich auch oft an Tod und Ewigkeit, than, wodurch mein Nächster er und an die Rechenschaft, die ich zürnet oder betrübt werden könnte? einst vor dem allwissenden Gott Half ich den Armen und Noth- von allen meinen Gesinnungen, leidenden, so viel als möglich war? Reden und Handlungen werde ab Enthielt ich mich aller Schmähun- zulegen haben? - Habe ich mich 26 MAS - 1 - - -- - - Häusliche Andachtsübungen. 27 der auf solche Weise immer in der Bedingungen, Nachfolge Jesu Christi, der sich Sünden, Gnade, Leben und für mich in den Tod dahin gab, Seligkeit an. Auch mir willst du redlich geübt? Habe ich meinen von diesem allem in dem heiligen Glauben an Jesumt gern vor den Abendmahle die kräftigsten VerMenschen bekannt, und darf ich sicherungen mittheilen, wenn ich hoffen, daß er mich einst wieder mit wahrer Busfertigkeit, mit bekennen werde vor dem himmli dem lebendigen Glauben, und mit schen Vater? dem aufrichtigen Vorsatze, ein - Vergebung O mein Gott! Bewahre mich heiliges Leben zu führen, zu dir vor Selbstbetrug: Gieb doch, daß nahe. Ach Herr, ich wünsche fehnich meine Schwächen, und Fehler lich an den Früchten der Erlösung, nicht vor mir selbst verheble. Du die durch Christum geschehen ist, fennest sie ja doch, und einst muß Theil zu haben, und durch ihn geich vor dein gerechtes Gericht. Wie recht und selig zu werden. Darum unglücklich wäre ich, wenn ich mich erscheine ich jetzt vor deinem allerdann erst recht kennen lernte, und heiligsten Angesichte. Ich will dir, meine Thorheit zu spät bereuen dem Allwissenden, meine Sünden müßte! Ach, lehre mich bei Zei- und mannigfaltige Vergebungen ten das Bose fliehen und Gutes mit Reue und Schaam bekennen. thun, damit ich einst zu der Herr- Ich will dich, den Barmherzigen, lichkeit gelange, die du allen wei- im Glauben an Christum, meis sen und frommen Seelen durch nen Mittler, um Gnade und VerJefum Christum bereitet haft! 30. Gebet vor der Beichte. Herr gebung anflehen. Ich will dir, dem Allerheiligsten, mit aufrichtigfter Seele angeloben, allen Sünden zu entsagen, und deinem Dienste und dem Gehorsam gegen err, Herr Gott, barmherzig, deine Gebote mein ganzes übriges gnädig, geduldig, und von Leben zu widmen. Laß doch, D großer Güte und Treue; der du Gott, dieses gute Vorbaben bei vergiebst Missethat, Uebertretung mir gesegnet seyn. Verhindere und Sünde denen, die sich von alles, was meine Andacht stören Herzen zu dir bekehren! Dich bete und deine Gnade von mir abwenich als den einigen wahren Gott den könnte. Erwecke mich durch und Vater unseres Herrn Sefu deinen heiligen Geist, daß ich mit Christi, demüthigst an. Du hast aufrichtigem Herzen vor dich treihn, deinen Sohn für uns in die ten und kein Wort reden möge, Weit gefandt, auf daß alle, die das nicht mit dem innern Zuan ihn glauben, nicht verloren stande meiner Seele übereinstimmet. werden, sondern das ewige Leben Stärke meinen Glauben an deinen haben. Du hast ihn für uns in Sohn Jesum Christum, meinen den Tod dahin gegeben, und willst Heiland, und laß mich mit freudi und mit ihm und um seinetwillen ger Zuversicht hoffen, du werdest alles schenken, was wir zu unserer mir um seinetwillen gnädig seyn. wahren und ewigen Glückseligkeit Befestige in mir den Vorsatz, mein nöthig haben. Auch mich, barm- Leben zu bessern, und hilf mir herziger Gott, auch mich Unwür- durch deinen mächtigen Beistand, digen hast du zur Erkenntniß die daß ich nicht in meiner Schwach les großen Heils gebracht. Auch heit erliegen und wieder leichtsinmir bietest du, auf die billigsten nig sündigen, sondern alles, was ich 28 Häusliche Andachtsübungen. schrecklichen ich heute verspreche, in meinem Pfänder derselben, die ich an dem ganzen Leben treulich halten möge, Tische des Herrn empfangen werde, damit mir mein Gewissen nicht laß die Hoffnung der zukünftigen einst den Vorwurf Herrlichkeit so gesegnete Eindrücke mache: du hast nicht den Men auf mich machen, daß ich wenig schen, sondern Gott gelogen. Barm- stens nie aus Vorsatz mich wieder herziger Vater! du bist nahe allen, an dir, meinen besten Vater und die dich anrufen, allen, die dich Wohlthäter versündige, aus der mit Erust anrufen; sey auch mir Verbesserung und Ablegung mei armen Sünder nahe, und laß mich ner Fehler, und dem frommen Gnade vor deinen Augen finden, Wachsthum im Glauben mein da ich mich jetzt vor dir demüthi- Hauptgeschäfte in der Welt mache, gen, und das Bekenntniß meiner jede innere und äußerliche Versu Sünden bußfertig ablegen will. chung zum Bösen mit neuem Mu Bereite mich selbst so zu, daß ich the bestreite, alle Pflichten meines vor dir bestehen kann, und laß himmlischen Berufes mit neuer mich, mit Trost und Ruhe erqui Sorgfalt erfülle, und dir bis in det, zurück kehren. Erhöre mich, den Tod getreu verbleibe. Erhöre um Jesu willen. Amen. mich, gütiger Vater, um Jefit Christi willen. Amen. 31. Nach der Beichte. Nun un sage ich dir, gnädiger und barmherziger Gott und Va32. Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. ter, von Herzen Lob, Preis und Gütiger Gott, barmherziger von Vater, der du gen Vergebung aller meiner Sünden geliebten Sohn zum Heilande und durch das Evangelium deines lie Erlöser geschenket, und uns durch ben Sohnes Jesu Christi, meines seine Lehren unterrichtet, durch Herrn und Heilandes, die erneu sein Beispiel zur Tugend erwecket, erte Versicherung gegeben hast. durch seinen Tod von der Strafe Erhalte mich nun allezeit in deiner der Sünden befreiet, und durch Gnade, und schenke mir Kraft seine Auferstehung die gewisse und Stärke, mein wiederholtes Hoffnung der Unsterblichkeit und Gelübde zu erfüllen, und von nun himmlischer unvergänglicher Freu an ein besseres, dir wohlgefälliges den gegeben haft! Ich lobe und Leben zu führen. Gieb, daß ich preise dich für deine unschäßbadie Sünde als das größte Uebel ren Wohlthaten, und freue mich verabscheue, und meine ganze vor dir, daß du auch mir noch Glückseligkeit nur darin suche, daß jetzt Gnade, Leben und Seligkeit ich deinen heiligen Willen erfülle. anbieten läsfest. Ich will das Ich weiß, daß ich hier im Lande Gedächtniß deiner Liebe und der der Prüfung lebe, und daß ich liebe deines Sohnes feiern. Laß selbst bei dem redlichsten und besten mich doch im heiligen AbendVorsatz von Fehlern nie gänzlich mahle den Leib und das Blut befreiet, die Vollkommenheit eines deines lieben Sohnes mit glauund Dankbar Engels nie erreichen werde. Laß biger Begierde aber die Betrachtung deiner un feit zum Heile meiner Seele endlichen Liebe und Erbarmung, empfangen. Versiegele in meinem laß den Genuß der theuersten Herzen den theuren Trost der Vergebung Häusliche Undachtzübungen. 29 Vergebung der Sünden; verei- erneuerten Andenken seiner Liebe nige mich durch Christum mit dir und Treue gegen ein sündiges auf immer und ewig, daß mich Geschlecht! Aber dieses Andenken keine Liebe der Welt, keine Rei wird in den Zerstreuungen und zung zur Sünde, keine Furcht Verwirrungen dieses Lebens wienoch Hoffnung, noch sonst etwas der schwächer werden, und der se. von dir trennen möge. Dir, mei lige Eindruck davon kann erlönem versöhnten Gott und Vater, schen. Es soll also meine vors übergebe ich mich ganz zu einem nebmste Sorge seyn, mir oft vors lebendigen, beiligen und dir wohl Auge zu stellen, was du, größter gefälligen Opfer. Dir, meinem Menschenfreund, erduldet bast, um Versöhner, Herr Jesu! dir lebe Seelen zu erretten, und allen be ich; dir sterbe ich; dein bin ich). kehrten Freunden Gottes und der Du hast mich mit deinem Blute Tugend, Vergebung der Sünden, erkaufet. Du hast mich zuerst ge- Freudigkeit zu Gott, Beruhigung liebet, darum will ich dich ewig des Gewissens und Hoffnung der wieder lieben. Laß dein Leiden Seligkeit zu erwerben. Deß will und Sterben mir und allen gläu- ich mich stets mit dankbarer Liebe bigen Verehrern eine beständige erinnern; dem will ich nachden= und kräftige Ermunterung seyn, ken; und es mir einen mächtigen uns untereinander so zu lieben, Antrieb seyn lassen, ein gutes Gewie du uns geliebet hast, dann wissen zu bewahren. Wie felig wird die große und weise Absicht werde ich dann seyn; wie wohl deiner Stiftung erfüllet. Ich fin- wird mir seyn in dem Frieden de Alles bei dir, meinem Lehrer, des Herzens, den kein irdisches Versöhner und Herrn, was ich Glück gewähren kann, und in je nur hoffen und wünschen kann: der guten Erwartung des Zukünf du machst mich heilig! du machst tigen! Noch ist es nicht Alles mich selig! Amen. erschienen, was auch ich seyn und werden soll! Aber das weiß ich, daß, wenn es erscheinen wird, es denen nicht anders als wohl geben kann, die dir, Herr Jesu, gleich Christus hat sich selbst für uns gegeben, auf sich bestrebet haben. So wandle gesinnet zu seyn, mit weisem Ernst er uns erlöfete von aller ungerechtig33. Nach dem Genusse des h. Abendmahls. daß Werken. Titum 2, 14. feit, und reinigte ihm selbst ein Volk des ich denn auf der Bahn des GlauEigenthums, das fleißig wäre in guten bens und der Tugend, mit ge stärktem Eifer fort. Du Herr bist mein Hirte, mir wird nichts mandeiner Güte. Amen. ch danke dir von Herzen, Herr Stärkung, die du mir jetzt in dem Genuß deines Abendmahls bast darreichen wollen. Hilf mir nun auch, daß ich die Frucht davon an mir zeige, mich vor jeder Art der Verfündigung hüte, und in rechtschaffenen 34. Bei einem Gewitter. as für gewaltige und schreck liche Kräfte hast du, großer gen dir ähnlich zu werden trachte. Gott, in die Natur gelegt! Der Das ist nun wohl auch jetzt mein ganze Himmel ist jetzt von der ganzer Ernst, und wie sollte er schwärzesten Nacht bedecket; feues nicht seyn, bei dem so lebhaftlrige Wetterstrahlen schießen durch die 30 Häusliche Andachtsübungen. die Wolken, und die Erde bebet Gnaden. Wenn gleich die Welt von dem Brüllen deines Donners. unterginge, so fürchtet er sich doch Wie leicht könnte der Blit uns nicht: du bist seine Zuversicht und und die Unsrigen beschädigen oder Hülfe in allen Nöthen. Selbst plöglich tödten! Wie leicht unsere bei der Zertrümmerung der Natur Wohnungen anzünden und unser wird er einst ruhig von der Höhe Hab und Gut vérzehren! Wie jener schönern Welt auf den Unleicht könnte der Hagel die Hoff tergang dieser Erde herabsehen. nung und Arbeit des ganzen Jah- Und so ergeben wir uns, Allres in wenigen Augenblicken ver- mächtiger, in deine Vaterhand. beschüße nichten! Aber du, bester Vater, Bewahre unser Leben! hast ja nicht den Willen, uns zu unser Vermögen! behüte die Früch verderben. Darum hast du auch te des Landes! und wende alle die Gewitter auf eine so verscho: unglücklichen Wirkungen des Bli nende Weise eingerichtet und ein Bes gnädig von uns ab! So geschränkt. Ja, wie alle Nuturbe wollen wir dann, wenn die Stille gebenheiten, selbst wo sie verderb: des Himmels zurückkehret, deine lich scheinen, die wohlthätigsten verschonende Langmuth mit Freu Wirkungen haben: also können den preisen. wir dir allweiser Schöpfer, auch Gieb nur, daß wir uns vor für die Wohlthaten des Gewitters Sicherheit hüten, und stets in nicht genug danken. Sind sie doch deinen heiligen Geboten wandeln, ein unentbehrliches Mittel, die damit wir dereinst vor dir, dem schwüle, erstickende Luft abzuküh- gerechten und majestätischen Richter len, der ganzen Natur wieder Er der Welt, ohne Furcht erscheinen frischung und Leben zu geben, das können. Amen. Wachsthum der Pflanzen und die Fruchtbarkeit des Erdbodens zu befördern, und den Reichthum des Jahres zu vermehren. Und wie du die Kraft der Na35. Gebet, einem Kranken vorzusprechen. tur in Bewegung ſetzest, uns Gulmächtiger und barmherziger das Leben, tes zu thun; also kannst und willst du uns auch gegen ihre Heftigkeit Gesundheit und jeden andern Se giebst, schützen. Gott, wie groß bist gen aber auch wieder du im Wetter! Wer sollte dich nimmst, wenn es dir gefällt; du nicht im tiefsten Staube anbe hast mich jetzt mit einer Krankheit von der ich nicht ten, wenn du deine Blizze leuch heimgesucht, ten und deinen Donner hören weiß, was sie für Folgen für mich Ich nehme aber läsfest? Nur laß uns die Natur haben werde. nicht mehr fürchten, als dich, den meine Zuflucht zu dir, und bitte Herrn der Natur, und unsere dich demüthig, du wollest diese Furcht durch den Glauben an deine väterliche Züchtigung zum wah Vorfebung mäßigen. ren Heile meiner Seele gereichen Dem frechen Sünder sind deine laffen. Führe mir recht zu Ge Gewitter schrecklich, der wahre müthe, daß Krankheiten, nach dei Christ kann bei jedem Ungestüm nen weisen und guten Absichten, der Natur ruhig seyn. Wenn die uns kräftige Erde unter deiner drohenden Rech- sollen, te erzittert, ſo bleibt er unerschro- uns zu bessern, die Vergänglich den: denn er stehet bei dir in keit dieses Lebens zu erkennen, Erinnerungen seyn von Sünden abzulassen, an Häusliche Undachtsübungen. 31 an unser Ende zu gedenken, und zahlen. Ich will das Leben, wel uns zum Sterben bereit zu maches du mir von neuem gegeben, chen. Laß auch an mir diese heil dir widmen. Dies mein Gott, welche famen Absichten erreichet werden. sind die Entschließungen, Vergieb mir mir nur, Sohnes Jesu Christi willen meine begangene Sünden. rubige meine Seele, und mich gewiß, daß ich mit dir ver- und zur Ausübung gebracht wer söhnet sey. Sit es dein heiliger den? Hier bitte ich dich, o mein Wille, so schenke mir meine Ge- Gott, um den Beistand deines sundheit wieder, und fegne die Geistes. Erinnere du mich, Geist Mittel, welche ich in dieser Ab der Gnaden, an diese meine Ge sicht gebrauche. In allem aber, lübde. Hilf mir sie vollbringen! was du auch über mich beschlossen Lehre mich mit dankbarem Herzen hast, gieb, daß ich mich deinem deinen Willen thun, und jeden guten und weisen Willen, mit meiner gesunden Tage so benutzen, einer gänzlichen Ergebung in den daß ich einst mit Freuden Rechenselben, demüthig und freiwillig schaft davon geben kann. Amen. unterwerfe. Du, mein Gott, wirst alles wohl mit mir machen. In deiner Hand stehet mein Leben und mein Tod. Dir empfehle ich meinen Leib und meine Seele. Du wirst mich nicht verlaffen nody versäumen. Stärke und er um deines deine mir erzeigte Hülfe in mir alle erwecket. Aber ach! werde ich ih Berer nicht auch vergessen, werden mache sie ihr Leben in mir behalten, 37. Gebet einem Sterbenden vorzusprechen. ebens und des Todes! der Ulmächtiger Gott! Herr des halte mich in diesem Glauben. Tag ist vorhanden, Erhöre mich, erhöre alle die für nahe, an welchem du mich willst oder doch mich) beten, um Jesu Christi wil von der Welt nehmen. Ich soll len. Amen. sterben, wie alle meine Väter von Adam her. Gnädiger Va 36. Nach der Genesung. ter, ich kann diese Erde nicht verlassen ohne Dankbarkeit für die Als [ ls ich dich, mein Gott, in unzähligen Wohlthaten, die du meiner Angst anrief, hörtest mir auf derselben erwiesen hast. du mich. Als ich in meiner Ohn- Ich danke dir, daß du mir die macht nach dir blickte, stärktest du ses Leben in den wenigen Tagen mich. Du bringest mich aus einer der Trübsal so erträglich, und in Krankheit und vom Grabe in das den weit mehrern guten Tagen Leben zurück. Du hast die Thrä- so angenehm gemacht hast. nen der Meinigen angesehen, und Gott, du hast mich mit VaterhänD mich ihnen wieder geschenket. Wer den geleitet von Jugend an; du bin ich, Herr, Herr, und was hast mich vor Gefahren beschirmet, ist mein Haus, daß du so viel von Trübsalen errettet, und weisGnade an mir beweisest? Wir lich für meine Wohlfahrt gesorget. ind zu geringe aller Barmherzig- Gutes und Barmherzigkeit sind feit und aller Treue, die du an mir uns thust. Ich will diese Gnade, Habe gefolget mein Lebenlang. diese Wohlthat meinem Gedächt- und muthlos zu seyn, daß ich ich wohl Ursache traurig niß tief eindrücken. Ich will dir, eine Welt verlassen soll, in wel mein Gott, meine Gelübde becher ich so viele Wohlthaten von deiner 32 Häusliche Andachtsübungen. deiner milden Hand genossen ha- sie fest und ungezweifelt; ich erbe? Hat deine Güte, dein Ge- warte ihre Erfüllung durch Jesum gen und meine Glückseligkeit ein Christum, in welchem sie alle Ja Göttlicher Erlö Ende, da mein irdisches Leben und Amen sind. ju Ende gehet? Nein mein Gott, ser! durch dich hoffe ich selig zu Dank sey deiner Barmherzigkeit, werden. Durch dein Blut bin ich daß du durch Jesum, deinen ge rein von allen Sünden, und völ liebten Sohn, den Reichthum lig gewiß, daß auch der Tod mich deiner Gnade geoffenbaret, und nicht von dir scheiden wird. Hilf Von mir durch deine Gnade, wenn auch mich dazu berufen hast. ganzem Herzen preise ich dich für vor seiner Bitterfeit meiner schwa Gieb mir feine Lehre, für sein versöhnen- chen Natur schaudert. des Blut. Dir danke ich es aber Lust abzuscheiden, und bei dir auch, daß deine Gnade in Jesu seyn, mein Heiland! Barmherzi Deine Gott und Vater! Christo an mir nicht vergeblich ger gewesen ist. Noch jetzt gedenke Gnade sen mit den mich Lieben. an den und von mir Geliebten, von ich mit Schaam und Reue meine Sünden. Aber du hast denen ich bald werde getrennet Sterbend hebe ich meine mich erwecket, du hast mein Herz seyn. verändert und gebessert; du hast Hände für sie auf zu dir. Lag einen lebendigen Glauben in mir sie glückselig seyn; erhalte sie in gewirket. Nun darf ich mir mit deiner Gnade; bewahre sie vor freudiger Zuversicht die Verheis allem Bösem; versammle uns wie fungen deines zueignen, der in deinen himmlischen Woh Alsdann werden wir die in diesen Stunden nungen. einziger Trost sind. Sa, uns wiedersehen, und uns freuen mein unaussprechlicher herrlicher mein Gott, ich glaube sie, deine mit Verheißungen, die du mir von Freude. Und nun erwarte ich im der Unsterblichkeit, von der Auf Glauben die Stunde meiner Erlö erstehung und Seligkeit der Gesung. Vater, in deine Hände be rechten gegeben hast. Sch glaube fehle ich meinen Geist. Amen. Wortes bangen Episteln und Evangelia, wie solche auf alle Sonn- Fest- und Feiertage, durchs ganze Jahr pflegen gelesen zu werden. Röm. 13, v. 11:14. Im ersten Sonntag des Advents. gen hin, und thaten, wie ihnen Epistel, Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf. Aber Lieben Brüder! meil wir solches viel Volks breitete die Kleider auf wissen, nämlich die Zeit, daß die den Weg. Die andern hieben Zweige Stunde da ist, aufzustehen vom von den Bäumen, und streueten Schlaf, sintemal unser Heil jetzt sie auf den Weg. Das Volk aber, näher ist, denn da wirs glaubten, das vorging und nachfolgete, schrie die Nacht ist vergangen, der Tag und sprach: Hosianna dem Sohn aber herbei kommen. So lasset David, gelobet sey, der da kommt in dem Namen des Herrn. Ho. niß, und anlegen die Waffen des Lichts. fianna in der Höhe. uns ablegen die Werke der Finster Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Am 2. Sonntag des Udvents. Unzucht, nicht in Hader und Neid, ondern ziehet an den Herrn Jesum Christ und wartet des Leibes, doch dio, daß er nicht geil werde. Das Evangelium. Matth. 21. v. 1-9. geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffe nung haben. Gott aber der Ge a fie nun nahe bei Jerusalem duld und des Trostes, gebe euch, kamen, gen Betphage an den daß ihr einerlei gefinnet seyd unter Delberg, sandte Jesus seiner Jün- einander, nach Jesu Christo. Auf zween, und sprach zu ihnen: daß ihr einmüthiglich mit einem Behet hin in den Flecken, der vor Munde lobet Gott, und den Vater uch liegt, und bald werdet ihr eine unsers Herrn Jesu Christi. Darum elin finden angebunden, und ein nehmet euch unter einander auf, ullen bei ihr, löset sie auf und gleichwie euch Christus hat aufgeühret sie zu mir. Und so euch je- nommen zu Gottes Lobe. Ich sage ein and etwas wird sagen, so sprecht: aber, daß Jesus Christus sey Der Herr bedarf ihr, so bald wird Diener gewesen der Beschneidung, fie euch lassen. Das geschah aber um der Wahrheit willen Gottes, des, auf daß erfüllet würde, das da zu bestätigen die Verheißung den agt ist durch den Propheten, der Vätern geschehen. Daß die Hei ehe, dein König kommt zu dir herzigkeit willen, wie geschrieben spricht: Saget der Tochter Zion, den aber Gott loben um der Barmanftmüthig, und reitet auf einem stehet: Darum will ich dich loben el, und auf einem Füllen der unter den Heiden, und deinen Nabaren Eselin. Die Jünger gin- men singen. Und abermal spricht A. er: Epistel. Röm. 15. v. 4:13. 2 Episteln und Evangelia. er: Freuet euch ihr Heiden mit über alle, die auf Erden wohnen. seinem Volk. Und abermal: Lobet So seyd nun wacker allezeit, und den Herrn, alle Heiden und prei- betet, daß ihr würdig werden mö fet ihn, alle Völker. Und abermal get, zu entfliehen diesem allen, frricht Efaias: Es wird seyn die das geschehen soll, und zu stehen Wurzel Sesse, und der auferstehen vor des Menschen Sohn. wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Am 3. Sonntag des Advents. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede, im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet, durch die Kraft des Dafür halte uns jedermann, nám. heiligen Das Evangelium. lich für und Haushalter über Gottes Geheim. niß. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber Luc. 31. v. 25-36 es werden Zeichen geschehen U an von eu Epistel. 1. Cor. 4. v. 1-6. und Sternen, und auf Erden wird gerichtet werde, oder von einem den Leuten bange seyn, und werden menschlichen Tage, auch richte ich zagen. Und das Meer und die Was mich selbst nicht. Ich bin mir wohl serwogen werden brausen, und die nichts bewußt, aber darinnen bin ich Menschen werden verschmachten vor nicht gerechtfertiget. Der Herr ist Furcht und vor Warten der Dinge, aber, der mich richtet. Darum die da kommen sollen auf Erden. richtet mich vor der Zeit, bis der Denn auch der Himmel Kräfte sich Herr komme, welcher auch wird and bewegen werden. Und alsdann Licht bringen, was im Finstern werden sie sehen des Menschen verborgen ist, und den Rath der Sohn kommen in den Wolken mit Herzen offenbaren, alsdann wird großer Kraft und Herrlichkeit. einem jeglichen von Gott Lob wi Wenn aber dieses anfähet zu ge- derfahren. Das Evangelium. Matth. 11. v. 2-12. aber im Gefäng an die Werke Christi hörete, schehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen einen Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum, und alle Bäume, wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs fandte er seiner Jünger zween, und an ihnen, und merket, daß jetzt ließ ihm sagen: Bist du der da der Sommer nahe ist. Also auch kommen soll, oder sollen wir eines ihr, wenn ihr dies alles fehet an- andern warten? Jesus antwortete gehen, so wisset, daß das Reich und sprach zu ihnen: Gehet bi Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage und saget Johanni wieder, was euch: Dies Geschlecht wird nicht ihr sehet und höret. Die Blinde vergehen, bis daß es alles geschehe. sehen, die Lahmen gehen, die Au Himmel und Erden werden ver- fäßzigen werden rein, und die Ta geben, aber meine Worte vergeten ben hören, die Todten stehen au nicht. Aber hütet euch, daß eure und den Armen wird das Evange Herzen nicht beschweret werden mit lium gepredigt. Und selig ist, Fressen und Saufen, und mit Sor- sich nicht an mir ärgert. Da d gen der Nahrung, und kommt die hingingen fing Jesus an zu rede fer Tag schnell über euch, Denn zu dem Volk von Johanne: B wie ein Fallstrick wird er kommen seyd ihr hinausgegangen in d Wüsten Episteln und Evangelia. 3 Büsten zu sehen? Wollet ihr ein bin eine Stimme eines Predigers Rohr sehen, das der Wind hin und in der Wüsten: richtet den Weg her wehet? Oder was seyd ihr des Herrn, wie der Prophet Esaias hinausgegangen zu sehen? Wolltet gesagt hat. Und die gesandt waihr einen Menschen in weichen ren, die waren von den Pharisäern, Kleidern sehen? Siehe, die da und fragten ihn, und sprachen zu weiche Kleider tragen, sind in der ihm: Warum taufest du denn, so Könige Häuser. Oder was seyd ibr du nicht Christus bist noch Elias, binausgegangen zu sehen? Wolltet noch ein Prophet? Johannes antihr einen Propheten sehen? Ja, wortete ihnen und sprach: Ich ich sage euch, der auch mehr ist taufe mit Wasser, aber er ist mit denn ein Prophet: Denn dieser ten unter euch getreten, den ihr its, von dem geschrieben stehet: nicht fennet. Der ists, der nach Siehe! ich sende meinen Engel mir kommen wird, welcher vor vor dir her, der deinen Weg vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth dir bereiten soll. bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Das geschah zu Betha bara, jenseits des Jordans, da Um 4. Sonntag des Advents. Johannes taufete. Epistel. Phil. 4, v. 4-8. Lieben Brüder! Freuet ench in Um ersten Weihnachtstage. Epistel. dem Herrn allewege, und aber: mal sage ich: Freuet euch. Eure Lit. 2, v. 11-14. Lindigkeit lasset fund seyn allen F8 ist erschienen die heilsame Renschen. Der Herr ist nabe. Gnade Gottes allen Menschen, Sorget nichts, sondern in allen und züchtiget uns, daß wir sollen Dingen laffet eure Bitte im Gebet verläugnen das ungöttliche Wesen, und Flehen mit Darksagung vor und die weltlichen Lüfte, und züch Gott kund werden. Und der Friede tig, gerecht und gottselig leben in Gottes, welcher höher ist, denn dieser Welt, und warten auf die alle Vernunft, bewahre eure Her- felige Hoffnung und Erscheinung en und Sinne in Christo Jesu. der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesus Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlös Ind dies ist das Zeugniß Johan sete von aller Ungerechtigkeit, und nis, da die Juden sandten von reinigte ihm selbst ein Volk zum Jerusalem Priester und Leviten, Eigenthum, das fleißig wäre zu daß sie ihn fragten! Wer bist du? guten Werken. Das Evangelium. Joh. 1. v. 19-28. Und er bekannte, und leugnete nicht, und er bekannte: nicht Christus. Das Evangelium. Luc. 2, v. 1-15. Ich bin Und sie fragten n: Was denn? Bist du Elias? Es begab sich aber zu der Zeit Er sprach: Ich bins nicht. Bist daß ein Gebot vom Kaiser Auein Prophet? und er antwor- gusto ausging, daß alle Welt ge tete: Nein. Da sprachen sie zu schätzet wurde. Und diese Schäß m: Was bist du denn? Daß wir ung war die allererste, und geſchah Antwort geben denen, die uns zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger Was sagest du in Syrien war, und jedermann on dir selbst? Er sprach! Ich ging, daß er sich schätzen ließe, ein A 2 jeglicher esandt haben. 4 Episteln und Evangelia. und sie vermochten jeglicher in seine Stadt. Da machte Stephano; sich auch auf Joseph, aus Galliläa, nicht zu widerstehen der Weisheit, aus der Stadt Nazareth, in das und dem Geist der da redete. Da Jüdische Land zur Stadt David, richteten sie zu etliche Männer, die die da heißt Bethlehem. Darum, sprachen: Wir haben ihn gehöret daß er von dem Hause und Ge- Lasterworte reden wider Mosen und schlechte Davids war, und auf daß wider Gott. Und bewegten das Volk er sich schäzen ließe, mit Maria, und die Aeltesten und Schriftgelehr feinem vertrauten Weibe, die war ten, und traten herzu, und rissen ihn schwanger. Und als sie daselbst hin, und führten ihn vor den Rath, waren, kam die Zeit, daß sie gebä- und stelleten falsche Zeugen dar, die ren sollte. Und sie gebar ihren sprachen: Dieser Mensch höret nicht ersten Sohn, und wickelte ihn in auf zu reden Lästerworte wider Windeln, und legte ihn in eine diese heilige Stätte und Gefeßze. Krippe, denn sie hatten sonst kei- Denn wir haben ihn hören sagen: nen Raum in der Herberge. Und Jesus von Nazareth wird diese es waren Hirten in derselben Ge Stätte zerstören, und ändern die gend auf dem Felde bei den Hür Sitten, die uns Moses gegeben den, die hüteten des Nachts ihre hat. Und sie sahen auf ihn alle, die Heerde. Und siehe! des Herrn im Rath saßen, und sahen sein An Engel trat zu ihnen, und die Klar- gesicht, wie eines Engels Angesicht. beit des Herrn leuchtete um sie, und Da sie solches höreten, gings ihnen fie fürchteten sich sehr. Und der durchs Herz, und bissen die Zähne Engel sprach zu ihnen: Fürchtet zusammen über ihn. Als er aber euch nicht, siehe! ich verkündige voll heiligen Geistes war, sahe er euch große Freude, die allem Volk auf gen Himmel, und sahe die widerfahren wird, denn euch ist Herrlichkeit Gottes, und Jesum zur heute der Heiland geboren, wel- Rechten Gottes stehen, und sprach: cher ist Christus, der Herr in der Siehe, ich sehe den Himmel offen, Stadt David. Und das habt zum und des Menschen Sohn zur Red Zeichen: Ihr werdet finden das ten Gottes sitzen: Sie schrieen aber Kind in Windeln gewickelt, und in laut, und hielten ihre Ohren einer Krippe liegen. Und alsbald und stürmeten einmüthiglich zu ihm war bei dem Engel die Menge ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, der himmlischen Heerschaaren: die und steinigten ihn. Und die Zeu lobeten Gott und sprachen: Ehre gen legten ab ihre Kleider zu den fey Gott in der Höhe, und Friede Füßen eines Jünglings, der hies auf Erden, und den Menschen ein Saulus. Und steinigte Stephanum, Wohlgefallen. der anrief und sprach: Herr Jesus nimm meinen Geist auf! Er Entets aber nieder und schrie laut: Hert behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als er das gesaget, entschlief er. Das Evangelium. Matth. 23. v. 34-39. Um Tage Stephani, oder zweiten Weihnachtstage. Epistel. Ap. Gesch). 6. v. 8-15 u. Cap. 7. v. 54-59. tephanus, aber voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da stunden etliche auf von der Schuleus sprach zu den Pharifäer und Schriftgelehrten, und Obe die da heißet der Libertiner, und sten und Juden: Siehe, ich fend der Eyrener, und der Aleranderer zu euch Propheten und Weisen und derer, die aus Eilicia und und Schriftgelehrten, und dersel Ufa waren, und befragten sich mit bigen werdet ihr etliche tödten un Freuzigen Episteln und Evangelia. 5 reuzigen und etliche werdet ihr mehr, sondern eitel Kinder; finds geißeln in euren Schulen, und wer aber Kinder, so sinds auch Erben bet sie verfolgen von einer Stadt Gottes, durch Christum. zu der andern, auf daß über euch fomme alle das gerechte Blut, das ergossen ist auf Erden, von dem But an des gerechten Abels, bis und sein Vater und Mutter verauf das wunderten deß, das von Das Evangelium. Luc. 2. v. 33.40. In Sonntage nach dem Weihnachtstage. Epistel. Sohn, welchen ihr getödtet habt ihm geredet ward. Und Simeon wischen dem Tempel und Altar. segnete sie, und sprach zu Maria Bahrlich, ich sage euch, daß solches seiner Mutter: Siehe! dieser wird lles wird über dies Geschlecht kom nen. Jeruselem, Jerusalem, die du gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu eiodtest die Propheten, und steini- nem Zeichen, dem widersprochen gelt, die zu dir gefandt sind, wie wird. Und es wird ein Schwerdt oft habe ich deine Kinder versam durch deine Seele dringen, auf meln wollen, wie eine Henne verdaß vieler Herzen Gedanken offenammelt ihre Küchlein unter ihre bar werden. Und es war eine Prolügel, und ihr habt nicht gewollt! phetin Hanna, eine Tochter PhaSiehe, euer Haus soll euch wüste nuel, vom Geschlecht Aser, die war elassen werden. Denn ich sage euch: wohl betaget, und hatte gelebt hr werdet mich von jetzt an nicht sieben Jahre mit ihrem Manne, hen, bis ihr sprecht: Gelobet sey nach ihrer Jungfrauschaft, und war er da kömmt in dem Namen des berrn. Gal. 4. v. 1-7. nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dies selbige trat auch hinein zu dersels bigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jcs Lieben Brüder! Ich sage aber, so rusalem warteten. Und da sie es lange der Erbe ein Kind ist, so alles vollendet hatten, nach dem unter ihm und einem Knecht Gesetz des Herrn, kehreten sie wies in Unterschied, ob er wohl ein der in Galiläam zu ihrer Stadt err ist aller Güter: Sondern er Nazareth. Aber das Kind wuchs, unter den Vormündern und Pfle- und ward stark im Geist, voller n, bis auf die bestimmte Zeit Weisheit, und Gottes Gnade war in Vater. Also auch wir, da wir bei ihm. Kinder waren, waren wir fangen unter den äußerlichen Bungen. Da aber die Zeit erlet ward, sandte Gott seinen Um Neujahrstage. Epistel. Gal. 3. v. 23:29. geboren von einem Weibe, She denn aber der Glaube kam, das gethan, auf wurden wir unter Cap ren, erlösete, daß wir die Kind eft empfingen. er die, so unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret Weil ihr denn werden. Also ist das Gesetz unser nder seyd, hat Gott gesandt den Zuchtmeister gewesen auf Christum, it seines Sohnes in eure Her- daß wir durch den Glauben gerecht der schreiet: Abba! lieber Va- würden. Nun aber der Glaube Also ist nun hier kein Knecht kommen ist, sind wir nicht mehr unter 6 Episteln und Evangelia. unter den Zuchtmeister. Denn ihr seine Mutter zu sich bei der Nacht, seyd alle Gottes Kinder durch den und entwich in Egyptenland, und Glauben an Christo Jesu. Denn blieb allda bis nach dem Tode Hewie viel euer getauft sind, die ha rodis. Auf daß erfüllet würde, das ben Christum angezogen. Sie ist der Herr durch den Propheten ge kein Sude noch Grieche, hie ist sagt hat, der da spricht: Aus Egyp kein Mann noch Weib, denn ihr ten hab ich meinen Sohn gerufen. seyd allzumal Einer in Christo Da Herodes nun sabe, daß er von Jesu. Seyd ihr aber Christi, so send den Weisen betrogen war, ward ihr ja Abrahams Saamen, und er sehr zornig und schickte aus, nach der Verheißung Erben. Das Evangelium. und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ibren ganzen Grän zen, die da zweijährig und drunter Luc. 2, v. 21. Und nd da acht Tage um waren, daß waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß das Kind beschnitten würde, von den Weisen erlernt hatte, Da da ward sein Name genennet Jesus, ist erfüllet das gesagt ist von dem welcher genennet ward von dem Propheten Jeremia: Auf dem Ge Engel; ehe denn er im Mutterleibe birge hat man ein Geschrei gebo empfangen ward. ret, viel Klagens, Weinens und Heulens. Rahel beweinte ihre Kin der, und wollte sich nicht trotem lassen, denn es war aus mit ihnen.. Da aber Herodes gestorben war, sehe, da erschien der Engel des Am Sonntage nach dem Neujahrstage. Epistel. Tit. 3, 4-7. a aber erschien die Freundlich unsers Heilandes, nicht um der Egyptenland, und sprach: Stehe Werke willen der Gerechtigkeit, die auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und jeud wir gethan hatten: sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns bin in das Land Israel. Sie sind selig, durch das Bad der Wieder- gestorben die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf geburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat Mutter zu sich, und kam in das und nahm das Kindlein und seine über uns reichlich durch Jesum Chri stum unsern Heiland. Auf daß wir Land Israel. Da er aber hörte, daß durch desselbigen Gnade gerecht und Archelaus im Jüdischen Lande ko Erben seyn des ewigen Lebens, nig war, anstatt seines Vaters he rodis, fürchtete er sich dahin nach der Hoffnung, das ist je gekommen, und im Traum empfi wißlich wahr. Das Evangelium. Matth. 2, v. 13-23. er Befehl von Gott, und zog die Derter des Galiläischen Landes Und kam und wohnete in der Stad Dª a sie aber hinweg gezogen wa- die da heisset Nazareth. Auf d ren, siehe, da erschien der En- erfüllet würde, das da gesagt gel des Herrn dem Joseph im durch die Propheten: Er soll- Traum und sprach: Stehe auf, und zarenus heißen. nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egypten- Um Feste der heil. drei König land, und bleib allda bis ich Epistel. Efaia 60, v. 1-7. felbe umzubringen. Und er stand mache dich auf, werde ich auf, nahm das und D Herrlichkeit dir fage: Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, das Episteln und Evangelia. 7 herrlichkeit des Herrn geht auf über[ rief Herodes die Weisen beimlich, dir. Denn siehe, Finsterniß bede- und erlernete mit Fleiß von ihnen, det das Erdreich, und Dunkel die wann der Stern erschienen wäre, Volker. Aber über dir gehet auf und weisete sie gen Bethlehem und der Herr, und seine Herrlichkeit sprach: Ziehet bin, und forschet erscheinet über dir. Und die Hei fleißig nach dem Kindlein, und den werden in deinem Licht wan- wenn ihr's findet, so saget mirs deln, und die Könige im Glanz, wieder, daß ich auch komme und der über dir aufgehet. Hebe deine es anbete. Als sie nun den König Augen auf, und siehe umher, diese gehöret hatten, zogen sie hin. Und Alle versammelt kommen zu dir. siehe, der. Stern den sie im MorDeine Söhne werden von ferne genlande gesehen hatten, ging vor kommen, und deine Töchter zur ihnen her; bis daß er kam, und Seiten erzogen werden. Dann wirst stand oben über, da das Kindlein du deine Lust sehen und ausbre- war. Da sie den Stern sahen, wurs dhen, und dein Herz wird sich wunden sie hoch erfreuet, und gingen dern und ausbreiten, wenn sich in das Haus, und fanden das Kinddie Menge am Meer zu dir bekeh- lein mit Maria seiner Mutter, und ret, und die Macht der Heiden zu fielen nieder und beteten es an, dir kömmt. Denn die Menge der und thäten ihre Schäße auf, und Cameelen wird dich bedecken, die schenkten ihm Gold, Weihrauch Läufer aus Midian und Epha, und Myrthen. Und Gott befahl sie werden aus Saba alle kommen, ihnen im Traum, daß sie sich nicht Gold und Weihrauch bringen, und sollten wieder zu Herodes lenken. des Herrn Lob verkündigen. Und zogen durch einen andern Weg, wieder in ihr Land. Das Evangelium. Matth. 2, v. 1-12. * Feius geboren war zu BethUm ersten Sonntage nach heil. drei Könige. Epistel. Röm. 12, v. 1-6. Jich ch ermahne euch lieben Brüs der durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber bege zur Zeit des Königes Herodis, stebe, da kamen die Weisen vom Morgen lande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern bet zum Opfer, das da lebendig, gesehen im Morgenlande, und sind beilig und Gott wohlgefällig sey, kommen ihn anzubeten. Da das der welches sey euer vernünftiger GotKönig Herodes hörete, erschrack er, tesdienst. Und stellet euch nicht dies und mit ihm das ganze Jerusalem. ser Welt gleich, sondern verändert Und ließ versammeln alle Hohe euch durch Verneurung eures Sin priester und Schriftgelehrten unter nes, auf daß ihr prüfen möget, dem Volk, und erforschete von welches da sey der gute, der wohl ihnen, wo Christus sollte geboren gefällige, und der vollkommene werden. Und sie sagten ihm: zu Gotteswille. Denn ich sage, durch Bethlehem im Jüdischen Lande. die Gnade, die mir gegeben ist, Denn also stehet geschrieben durch jedermann unter euch), daß niemand die Propheten. Und du Bethlehem weiter von ihm halte, denn sichs im Jüdischen Lande, bist mit nich- gebübret zu balten, sondern daß er ten die Kleinste unter den Fürsten von ihm mäßiglich halte, ein jeg Juda, denn aus dir soll mir kom- licher, nachdem Gott ausgetheilet men der Herzog, der über mein hat das Maaß des Glaubens. Denn Volk Israel ein Herr sey. Da be gleicherweise, als wir in einem Leibe 8 Episteln und Evangelia. Leibe viel Glieder haben, aber alle 2m zweiten Sonntage nach heil. Glieder nicht einerlei Geschäft hadrei Könige. Epistel. ben: Also sind wir viel Ein Leib in Christo, aber untereinander ist Röm. 12, v. 6:16. einek des andern Glied, und ha- Nieben Brüder! wir haben manben mancherlei Gaben, nach Gnade, die uns gegeben ist. der Gaben nach die uns gegeben ist. Hat jemand Weissfagung, so sey sie dem Glaus ben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amtes. Lehret je alle mand, so warte er der Lehre. ErJahr gen Jerusalem auf das mahnet jemand, so warte er des Osterfest. Und da Jesus zwölf Jahr Ermahnens; gibt jemand, so gebe alt war, gingen sie hinauf gen Je- er einfältiglich; regieret jemand, so rusalem, nach Gewohnheit des Fe- sey er sorgfältig; übet jemand stes. Und da die Tage vollendet Barmherzigkeit, so thue ers mit waren, und sie wieder zu Hause Lust. Die Liebe sey nicht falsch: gingen, blieb das Kind Jesus zu Hasset das Arge, hanget dem Gu Jerusalem, und seine Eltern wußten an. Die brüderliche Liebe untens nicht. Sie meineten aber er tereinander sey herzlich. Einer kom wäre unter den Gefährten, und me dem andern mit Ehrerbietung kamen eine Tagreise und suchten zuvor. Seyd nicht träge, was ihr ihn unter den Gefreundeten und thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Bekannten. Und da sie ihn nicht Schicket euch in die Zeit. Seyd fanden, gingen sie wiederum gen fröhlich in Hoffnung, geduldig in Jerusalem und fuchten ihn. Und Trübsal. Haltet an am Gebet. Nebs es begab sich nach dreien Tagen met euch der Heiligen Nothdurft fanden sie ihn im Tempel sizzen an. Herberget gerne. Gegnet, die mitten unter den Lehrern, daß er euch verfolgen; fegnet und fluchet ihnen zuhörete und sie fragte. Und nicht. Freuet euch mit den Fröb alle, die ihm zuhöreten, verwun-[ lichen, und weinet mit den Weis derten sich seines Verstandes und nenden. Habt einerlei Sinn unter seiner Antwort. Und da sie ihn einanoer. Trachtet nicht nach hohen saben, entsetzten sie sich, und seine Dingen, sondern haltet euch herMutter sprach zu ihm: Mein Sohn unter zu den Niedrigen. Das Evangelium. Luc. 2, v. 41-52. Und nd seine Eltern gingen warum hast du uns, das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben Das Evangelium. dich mit Schmerzen gesucht. Und Joh. 2, v. 1-11. er ſprach zu ihnen: Was ists, daß Und am dritten Tage ward eine ihr mich zu nicht, daß ich seyn muß in dem, und die Mutter Jesu war da. Jes das meines Vaters ist? Und sie sus aber und seine Jünger wurden verstanden das Wort nicht, das er auch auf die Hochzeit geladen. Und mit ihnen redete. Und er ging mit da es am Wein gebrach, spricht die ihnen hinab, und kam gen Naza- Mutter Jesy zu ihm: Sie haben reth, und war ihnen unterthan. nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Und seine Mutter behielt alle diese Weib, was habe ich mit dir zu schaf Worte in ihrem Herzen. Und Je- fen? Meine Stunde ist noch nicht sus nahm zu an Weisheit, Alter kommen. Seine Mutter spricht zu und Gnade bei Gott und den den Dienern: Was er euch faget, Menschen. das thut. Es waren aber allda stei: nerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weife Episteln und Evangelia. 9 Beise der Jüdischen Reinigung, und du willst, kannst du mich wohl reis gingen je in einen zwei oder dreinigen. Und Jesus streckte seine Hand Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Fül- aus, rührete ihn an und sprach: let die Wasserkrüge mit Wasser. Und Ich wills thun, sey gereiniget. Und fie fülleten sie bis oben an. Und er alsbald ward er von seinem Aufsatz spricht zu ihnen: Schöpfet nun und rein. Und Jesus iprach zu ihm: bringets dem Speisemeister, und Siebe zu, sags Niemand; sondern sie brachtens. Als aber der Speise- zeige dich dem Priester, und opfere meister kostete den Wein, der Was die Gabe, die Moses befohlen bat, fer gewesen war, und wußte nicht, zu einem Zeugniß über sie. Da von wannen er kam, die Diener aber Jesus einging zu Capernaum, aber wußtens, die das Wasser ge- trat ein Hauptmann zu ihm, der schöpfet hatten, rufet der Speise- bat ihn und sprach: Herr, mein meister dem Bräutigam und spricht Knecht liegt zu Hause und ist gichtzu ihm: Jedermann gibt zum er brüchig und hat große Quaal. Jes sten guten Wein, und wenn sie sus sprach zu ihm: Ich will komtrunken worden sind, alsdann den men und ihn gesund machen. Der geringern; du hast den guten Wein Hauptmann antwortete und sprach: bisher behalten. Das ist das erste Herr, ich bin nicht werth, daß du Zeichen, das Jesus that, geschehen unter mein Dach gehest, sonderit u Cana in Galiläa, und offen sprich nur ein Wort, so wird mein barte seine Herrlichkeit, und seine Knecht gesund. Denn ich bin ein Jünger glaubten an ihn. Mensch, darzu der Obrigkeit une terthan, und habe unter mir Kriegs drei Könige. Epistel. Rom. 12, v. 17-21. Im dritten Sonntage nach heil. knechte, nody wenn ich sage zu ei nem: gehe hin, so geht er. Und zum andern: fomm her, so kommt Lieben Brüder! Haltet euch nicht das, so thut ers. Da das Jeſus er. Und zu meinem Knechte: tbue selbst für klug. Vergeltet Niehörete, verwunderte er sich, und mand Böses mit Bösem. Fleißiget prach zu denen, die ihm nachfol euch der Ehrbarkeit gegen Sedermann. Ist es möglich, so viel an solchen Glauben habe ich in Israel geten: Wabrlich, ich sage euch), euch ist, so habt mit allen Menschen nicht funden. Aber ich sage euch: Friede. Rächet euch selbst nicht, mei- Biele werden kommen vom Morne Liebsten, sondern gebet Raum tem Zorn. Denn es stehet geschriegen und vom Abend, und mit Abraben: Die Rache ist mein, ich will melreich sitzen. Aber die Kinder des bam, Isaac und Jacob im Him. bergelten, spricht der Herr. So Reichs werden ausgestoßen in die un dein Feind hungert, so speise äußerste Finsterniß hinaus, da wird in; dürftet ihn, so tränke ihn. feyn Heulen und Zähnklappern. Und Benn du das thust, so wirst du eurige Kohlen auf sein Haupt sam: Jesus sprach zu dem Hauptmann: meln. Laß dich nicht das Böse über- gehe hin, die geschehe, wie du gevinden, sondern überwinde das Bose mit Gutem. glaubet hast. Und sein Knecht ward gefund zu derselbigen Stunde. Das Evangelium. Matth. 8, v. 1-13. Rom. 13, v. 8-10. Da Jesus vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach. Und siebe, ein Ausfäßiger kam und Rete ihn an und ſprach: Herr, nd Lieben Brüder! Send Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch Um vierten Sonntage nach heil. drei Könige. Epistel. 10 Episteln und Evangelia. euch unter einander liebet, denn in einem Leibe, und seyd dankbar. wer den anderen liebet, der hat das Lasset das Wort Christi unter euch Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt reichlich wohnen in aller Weisheit, ist: du sollst nicht ehebrechen; du lehret und vermahnet euch selbst sollst nicht tödten; du sollst nicht mit Psalmen und Lobgesängen und stehlen; du sollst nicht falsch Zeug- geistlichen lieblichen Liedern, und niß geben; dich soll nichts gelüsten, inget dem Herrn in euren Herzen. und so ein ander Gebot mehr ist, und alles, was ihr thut mit Wor das wird in diesem Worte verfas ten oder Werken, das thut alles set: du sollst deinen Nächsten lieben in dem Namen des Herrn Jesu als dich selbst. Die Liebe thut dem und danket Gott und dem Vater Nächsten nichts Böses. So ist nun durch ihn. die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Das Evangelium. Das Evangelium. Matth. 13, v. 24-30. Matth. 8, 23. 24. Resus legte ihnen ein ander Gleich niß vor und sprach: Das Himnd Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und melreich ist gleich einem Menschen, stehe! da erhob sich ein groß Unge- der guten Saamen auf seinen Acker stum im Meer, also, daß auch das facte. Da aber die Leute schliefen, kam der Feind und säete Unkraut Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. Und die Jünger tra: zwischen den Weizen und ging das Da nun das Kraut wuchs ten zu ihm, weckten ihn auf und von. und Frucht brachte, da fand sich sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Shr auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stand auf und be- sprachen: Herr, hast du nicht guten drohete den Wind und das Meer, Saamen auf deinen Acker gesäet? da ward es ganz stille. Die Men: woher hat er denn das Unkraut? schen aber verwunderten sich und Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: willst du denn, daß wir bingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht Um fünften Sonntage nach heil. zugleich den Weizen mit ausrau drei Könige. Epistel. fet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachſen bis zu der Aerndte, und um die VerndLieben Brüder! So siehet nun an, tezeit will ich zu den Schnittern als die Auserwählten Gottes, sagen: Sammlet zuvor das Unkraut Heiligen und Geliebten, herzliches und bindet es in Bündeln, daß man Erbarmen, Freundlichkeit; Demuth, es verbrenne; aber den Weizen Sanftmuth, Geduld. Und vertrage sammlet mir in meine Scheuren. einer den andern, und vergebet Col. 3, v. 12-17. euch untereinander, so Jemand Kla- Am sechsten Sonntage nach heil ge hat wider den Andern, gleid) wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziebet! drei Könige. Epistel. 2 Petr. 1, v. 16-24. an die Liebe, die da ist das Band Nieben Brüder! Wir haben nicht der Und und sprachen: was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist. de Gottes regiere in euren Herzen, wir euch fund gethan haben die zu welchem ihr auch berufen feyd Kraft und die Zukunft unsers Herrm Jeju Episteln und Evangelia. 11 Jesu Christi: sondern wir haben sehr. Jesus aber trat zu ihnen, seine Herrlichkeit selber gesehen. rührete sie an und sprach: Stehet Da er empfing von Gott dem Va- auf und fürchtet euch nicht. Da ter Ehre und Preis durch eine sie aber ihre Augen aufhuben, sas Stimme, die zu ihm geschab von hen sie Niemand, denn Jesum als der großen Herrlichkeit, dermaßen: leine. Und da sie vom Berge herab Dies ist mein lieber Sohn, an dem gingen, gebot ihnen Jesus und ich Wohlgefallen habe. Und diese sprach: Ihr sollt dies Gesicht Nies Stimme haben wir gehöret, vom mand sagen, bis des Menschen Himmel bracht, da wir mit ihm Sohn von den Todten auferstanwaren auf dem heiligen Berge. den ist. Wir haben ein festes propbetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ibr Am Sonntage Septuagesimä. darauf achtet, als auf ein Licht, Epistel. das da scheinet an einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der. Cor. 9, v. 24-27. und Kap. 10, v. 1.5. Morgenstern aufgehe in eurem Her Lieben Brüder! Wiſset ihr nicht, zen. Und das sollt ihr für das erste daß die, so in den Schranken wissen, daß keine Weissagung in laufen, die laufen alle, aber einer der Schrift geschieht aus eigner erlanget das Kleinod? Laufet nun Auslegung. Denn es ist noch nie also, daß ihrs ergreifet. Ein Jeg eine Weisfagung aus menschlichem licher aber, der da kämpfet, enthält Willen hervorgebracht, sondern die sich alles Dinges, jene also, daß beiligen Menschen Gottes haben sie eine vergängliche Krone empfangeredet, getrieben von dem heiligen, wir aber eine unvergänge gen Geist. Das Evangelium. liche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib Matth. 17, v. 1.9. Und nach sechs Tagen nahm Se- und zähme ihn, daß ich nicht den sus zu sich Petrum und Jaco- Undern predige, und selbst verbum und Johannem seinen Bruwerflich werde. Ich will euch aber, der, und führete sie beiseits auf lieben Brüder, nicht verhalten, daß einen hohen Berg, und ward ver: unsere Väter find alle unter der kläret vor ihnen, und sein Ange: Wolken gewesen, und sind alle unficht leuchtete wie die Sonne, und ter Mofen getauft, mit der Wol seine Kleider wurden weiß als ein ten und mit dem Meer. Und baLicht. Und siehe, de erschienen ih- ben alle einerlei geistliche Speise nen Moses und Elias, die redeten gegessen, und haben alle einerlei mit ihm. Petrus aber antwortete geistlichen Trank getrunken, sie und sprach zu Jesu: Herr, bier tranken aber von dem geistlichen ist gut seyn. Willst du, so wollen Fels, der mit folgete, welcher war wir hier drei Hütten machen: dir Christus. Uber an ihrer vielen hatte eine, Mosi eine, und Elias eine. Gott keinen Wohlgefallen, denn sie Da er aber also redete, siebe, da sind niedergeschlagen in der Wüsten. überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus den Wolken sprach: Dies ist mein lie ber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. den sollt ihr hören. Da das die Jünger böreten, fielen fie auf ihr Angesicht und erschracken Eine andere Epistel. Röm. 2, v. 1:11. Das Evangelium. Matth. 20, v. 1-17. efus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich ei nem Jen 12 Episteln und Evangelia. nem Hausvater, der am Morgenssten die Letzten seyn. Denn viele ausging, Arbeiter zu miethen in sind berufen, aber wenige sind seinen Weinberg. Und da er mit auserwählet. den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er fe in seinen Weinberg, und ging aus um die dritte Stunde, und Um Sonntage Sexagesimä. Epistel. sah andere an dem Markt müßig 2. Cor. 11, v. 19-33. und, Cap. 12. v. stehen, und sprach zu ihnen: Ge 1-9. het ihr auch hin in den Weinberg, Lieben Brüder! Jhr vertraget gerne ich will geben, recht und sie gingen hin. Abermals ging sevd. Ihr vertraget, so euch jemand er aus um die sechste und neunte zu Knechten machet, so euch jemand Stunde, und that gleich also. Um schindet, so euch jemand nimmt, ſo die eilfte Stunde aber ging er aus euch jemand troket, so euch jemand und fand andere müßig stehen, und in das Angesicht streichet. Das sage sprach zu ihnen: Was stehet ihr ich nach der Unehre, als wären wir hie den ganzen Tag müßig? Sie schwach worden. Worauf nun je ich rede in sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand kühne ist, darauf bin ich auch mand gedinget. Er sprach zu ihnen: Thorbeit, Gehet ihr auch hin in den Wein fühne. Sie sind Ebräer, ich auch. berg, und was recht seyn wird, soll Sie sind Israeliter, ich auch. Sie euch werden. Da es nun Abend sind Abrahams Saamen, ich auch. ich) war, sprach der Herr des Wein- Sie sind Diener Christi, ich bin wohl mehr. bergs zu seinem Schaffner: Rufe rede thörlich, den Arbeitern und gib ihnen den Ich habe mehr gearbeitet, ich habe Lohn, und bebe an von den Lezz- mehr Schläge erlitten, ich bin öfter ten bis zu den Ersten. Da kamen gefangen, oft in Todesnöthen ge die um die eilfte Stunde gedinget wesen. Von den Juden habe ich waren, und empfing ein Jeglicher fünfmal empfangen vierzig Streiche seinen Groschen. Da aber die Er weniger eins. Ich bin dreimal ge ften tamen, meinten sie, sie wür. staupet, etamal gesteiniget, dreimal den mehr empfangen, und sie em- habe ich Schiffbruch erlitten: Tag pfingen auch ein Seglicher seinen und Nacht habe ich zugebracht in Groschen. Und da sie den empfin- der Tiefe des Meers. Ich habe gen, murrten sie wider den Haus- oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit vater und sprachen: Diese Letzten gewesen zu Wasser, iu Fährlichkeit haben nur eine Stunde gearbeitet, unter den Mördern, in Fährlichkeit und du hast sie uns gleich gemacht, unter den Juden, in Fährlichkeit die wir des Tages Last und Hiße unter den Heiden, in Fährlichkeit getragen haben. Er antwortete aber in den Städten, in Fährlichkeit in und sagte zu einem unter ihnen: der Wüsten, in Fährlichkeit auf Mein Freund, ich thue dir nicht dem Meer, in Fährlichkeit unter unrecht; bist du nicht mit mir eins den falschen Brüdern. In Mühe geworden um einen Groschen? Nimm und Arbeit, in viel Wachen, in was dein ist und gehe hin. Sch Hunger und Durst, in viel Fasten, will aber diesen Legten geben sleich in Frost und Blöße, ohne was sich wie dir. Oder habe ich nicht macht sonst zurrägt, nämlich, daß ich tägzu thun, was ich will, mit dem lich werde angelaufen, und trage Meinen? Siehest du darum scheel, Sorge für alle Gemeinen. Wer ist daß ich so gütig bin? Also werden schwach, und ich werde nicht schwach? die Letzten die Ersten, und die Er- Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? - Episteln und Evangelia. 13 nicht? So ich mich je rühmen soll, beit, auf daß die Kraft Christi bei will ich mich meiner Schwachheit mir wohne. rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damasco, der Landpfleger des Königs Areta, verwahrete die Stadt der Damascener, a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten ward in einem Korbe zum Fenster zu ihm eilten, sprach er durch ein aus durch die Mauer niedergelassen, Gleichniß: Es ging ein Säemann und entrann aus seinen Händen. aus zu säen seinen Saamen, und Es ist mir ja das Rühmen nichts indem er säete, fiel etliches in den nüge, doch will ich kommen auf Weg und ward vertreten, und die die Gesichte und Offenbarungen des Vögel unter dem Himmel fraßens Herrn. Ich kenne einen Menschen auf. Und etliches fiel auf den Fels, in Christo, vor vierzehn Jahren, und da es aufging, verdorrete es, ist er in dem Leibe gewesen, so darum, daß es nicht Saft hatte. weiß ichs nicht, oder ist er außer ind etliches fiel mitten unter die dem Leibe gewefen, so weiß ichs Dernen, und die Dornen gingen auch nicht, Gott weiß es, der mit auf, und ersticktens. Und etliſelbe war entzückt bis in den ches fiel auf ein gut Land, und es dritten Himmel. Und ich kenne ging auf, und trug hundertfältige denselbigen Menschen, ob er in Frucht. Da er das sagte, rief er: dem Leibe oder außer dem Leibe Wer Ohren hat zu hören, der höre. gewesen ist, weiß ich nicht, Gott Es fragten ihn aber seine Jünger weiß es. Er ward entzücket in und sprachen: Was diese Gleichniß das Paradies, und hörete unaus wäre? Er aber sprach: Euch ist fprechliche Worte, welche kein Mensch gegeben zu wissen das Geheimniß fagen kann. Davon will ich mich des Reiches Gottes, den andern rühmen, von mir selbst aber will aber in Gleichnissen, daß sie es nicht ich mich nichts rühmen, ohne meiner sehen, ob sie es schon sehen, und Schwachheit, und so ich mich rüh nicht verstehen ob sie es schon hös men wollte, thät ich darum nicht ren. Das ist aber das Gleichniß: thörlich, wenn ich wollte die Wahr- Der Saame ist das Wort Gottes. beit sagen. Ich enthalte mich aber Die aber an dem Wege sind, das deß, auf daß nicht jemand mich sind, die es hören, darnach kommt höher achte, denn er von mir sie der Teufel und nimmt das Wort het, oder von mir böret. Und daß von ihren Herzen, auf daß sie nicht ich mich nicht der hohen Offenbarung glauben und selig werden. Die aber überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl auf dem Fels, sind die, wenn sie in Fleisch, nämlich des Satans es hören, nehmen sie das Wort mit Engel, der mich mit Fäusten schlage, Freuden an, und die haben nicht auf daß ich mich nicht überhebe. Wurzel,- eine Zeitlang glauben sie, Dafür ich dreimal den Herrn ge- und zur Zeit der Anfechtung fallen flehet habe, daß er von mir weiche. sie ab. Das aber unter die Dornen Und er hat zu mir gesagt: Laß dir fiel, sind die, so es hören, und gean meiner Gnade genügen, denn hen hin unter Sorgen, Reichthum meine Kraft ist in den Schwachen und Wollust dieses Lebens, und ermächtig, Darum will ich mich am stickens und bringen keine Frucht. allerliebsten rühmen meiner Schwach- Das aber auf dem guteen Lande, sind die das Wort hören und behal tert - - Eine andere Epistel. 2. Petri 1, v. 2-8. Das Evangelium. Luc. 8. v. 4-16. - 14 Episteln und Evangelia. ten in einem feinen guten Herzen, Liebe diese drei, aber die Liebe ist und bringen Frucht in Geduld. die größeste unter ihnen. Um Sonntage Quinquagefima. Epistel. 1. Cor. 13. v. 1-13. Das Evangelium. Luc. 18. v. 31-43. Jeu Resus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, Menschen und mit Engelzungen und es wird alles vollendet werden, redete, und hätte die Liebe nicht, das geschrieben ist durch die Proso wäre ich ein tönend Erz oder pheten, von des Menschen Sohn. eine klingende Schelle. Und wenn Denn er wird überantwortet werden ich weissagen könnte, und wüßte alle den Heiden, und er wird verspottet, Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und geschmäbet und verspeiet wer und hätte allen Glauben, also, daß den, und sie werden ihn geisseln ich Berge versetzte, und hätte die und tödten, und am dritten Tage Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wird er wieder auferstehen. Sie wenn ich alle meine Habe den Ar- aber vernahmen der keines, und men gebe, und ließe meinen Leib die Rede war ihnen verborgen, und brennen, und hätte die Liebe nicht, wußten nicht, was da gesagt war. fo wäre mirs nicht nüße. Die Es geschah aber, da er nahe zu Liebe ist langmüthig und freundlich, Jericho kam, saß ein Blinder am die Liebe eifert nicht, die Liebe Wege und bettelte. Da er aber hötreibet nicht Muthwillen. Sie blä- rete das Volk, das durchhin ging, Da het sich nicht, sie stellet sich nicht forschete er, was das wäre. ungebärdig, sie suchet nicht das verkündigten sie ihm: Jesus von Ihre, sie läffet sich nicht erbittern, Nazareth ginge vorüber. Und er sie trachtet nicht nach Schaden, sie rief und sprach: Jesu, du Sohn freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, David, erbarme dich mein: Die aber sie freuet sich aber der Wahrheit, vorne an gingen, bedräueten ihn, sie verträget alles, fie gläubet alles, er sollte schweigen: Er aber schrie sie hoffet alles, fie duldet alles. Die vielmehr: Du Sohn David, erbar Liebe höret nimmer auf, so doch me dich mein. Jesus aber stand die Weisfagungen aufhören werden, stille, und hieß ihn zu sich führen. und die Sprachen aufhören werden, Da sie ihn aber nahe bei ihn brach und das Erkenntniß aufhören wird. ten fragte er ihn und sprach: Was Denn unser Wissen ist Stückwerk, willst du, daß ich dir thun soll? und unser Weissagen ist Stückwerk, Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Wenn aber kommen wird das Voll- und Jesus sprach zu ihm: Sey kommene, so wird das Stückwerk. sehend, dein Glaube hat dir gehol aufhören. Da ich ein Kind war, da fen. Und alsbald ward er sehend, redete ich wie ein Kind, und war und folgete ihm nach, und preiſete Flug wie ein Kind, und hatte kin- Gott. Und alles Volk, das solches dische Anschläge; da ich aber ein sabe, lobete Gott. Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch Um ersten Sonntag in der Fasten einen Spiegel in einem dunkelni oder Invocavit. Epistel. Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ichs stück2. Cor. 6, 1-16. weiſe, dann aber werde ichs erken- Rieben Brüder! wir ermahnen nen, gleich wie ich erkennet bin. euch als Mithelfer, daß ihr nicht Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, vergeblich die Gnade Gottes empfa bet Episteln und Evangelia. 15 het. Denn er spricht: Ich habe dich schrieben: Er wird seinen Engeln in der angenehmen Zeit erhöret, über dir Befehl thun, und sie werund habe dir am Tage des Heils den dich auf den Händen tragen geholfen. Sehet, jest ist die ange- auf daß du deinen Fuß nicht an nehme Zeit, jetzt ist der Tag des einen Stein stößest. Da sprach JeHeils. Lasset uns aber niemand sus zu ihm: Wiederum stebet auch irgend ein Nergerniß geben, auf daß geschrieben: Du sollst Gott deinen unser Amt nicht verlästert werde, Herrn nicht versuchen. Wiederum sondern in allen Dingen lasset uns führete ihn der Teufel mit sich auf beweisen, als die Diener Gottes. einen sehr hohen Berg, und zeigete In großer Geduld, in Trübfalen, ihm alle Reiche der Welt, und ihre in Nöthen, in Nengsten, in Schlä- Herrlichkeit, und sprach zu ihm: gen, in Gefängnissen, in Aufruh- Dies alles will ich dir geben, so ren, in Arbeit, in Wachen, in Fa- du niederfällst und mich anbetest. sten, in Keuschheit, in Erkenntniß, Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg in Langmuth, in Freundlichkeit, in von mir, Satan, denn es stebet dem heiligen Geist, in ungefärbter geschrieben: Du sollst anbeten Gott Liebe, in dem Worte der Wahrheit, deinen Herrn, und ihm allein dies in der Kraft Gottes, durch Waffen nen. Da verließ ihn der Teufel: der Gerechtigkeit, zur Rechten und Und siehe, da traten die Engel zu zur Linken, durch Ehre und Schan- ihm, und dieneten ihm. de, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekann. Um zweiten Sonntage in der Fas ten, und doch bekannt, als die sten, oder Reminiscere. Epistel. Sterbenden, und siehe, wir leben, als die Gezüchtigten und doch nicht 1 Theff. 4, v. 1: 8. getödtet, als die Traurigen, aber alle Nieben Brüder! Wir bitten euch, zeit fröhlich, als aber die und ermahnen in dem Das Evangelium. Matth. 4, v. 1-11. doch viel reich machen, als die nichts su, nachdem ihr von uns empfans inne haben, und doch alles haben. gen habt, wie ihr solltet wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset welche Gebote wir euch gegeben a ward Jesus vom Geist in die baben, durch den Herrn Jesum. Wüste geführet, auf daß er Denn das ist der Wille Gottes, eure vom Teufel versuchet würde. Und Heiligung, daß ihr meidet die Hus da er vierzig Tage und vierzig Nächte rerei und ein jeglicher unter euch gefastet hatte, hungerte ihn. Und wisse sein Faß zu behalten in Heider Versucher trat zu ihm, und ligung und Ehren, nicht in der sprach: Bist du Gottes Sohn, so Lustseuche, wie die Heiden, die von sprich, daß diese Steine Brod wer Gott nichts wissen. Und daß nies den. Und er antwortete und sprach: mand zu weit greife, noch vervorEs stehet geschrieben: Der Mensch theile seinen Bruder im Handel, lebet nicht vom Brode allein, son- denn der Herr ist Rächer über das von einem jeglichen Wort, das durch alles, wie wir euch zuvor gesagt den Mund Gottes gehet. Da füh- und bezeuget haben. Denn Gott rete ihn der Teufel mit sich in die hat uns nicht berufen zur Unreinigheilige Stadt, und stellete ihn auf feit, sondern zur Heiligung. Wer die Zinne des Tempels, und sprach nun verachtet, der verachtet nicht ju ihm: Bist du Gottes Sohn, so Menschen sondern Gott, der sei laß dich hinab, denn es stehet ge- nen H. Geist gegeben hat in euch. Das Episteln und Evangelia. Das Evangelium. Math. 15. v. 21-28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend men, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger, welcher ist ein Götzen Tyri und Sidon. Und siehe, ein diener, Erbe hat an dem Reich Lasset euch Cananäisch Weib ging aus dersel Christi und Gottes. bigen Gränze, und schrie ihm nach, niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen und sprach: Ach Herr! du Sohn kommt der Zorn Gottes über die David! erbarme dich mein, meine Kinder des Unglaubens. Darum Tochter wird vom Teufel übel ge= plaget. Und er antwortete ihr kein feyd nicht ihre Mitgenossen, denn Da traten zu ihm seine ihr waret weiland Finsterniß, nun Sünger, baten ihn und sprachen: aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Laß sie doch von dir, denn sie Wandelt wie die Kinder des Lichts. schreiet uns nach. Er antwortete Die Frucht des Geistes ist allerlei aber und sprach: Ich bin nicht ge- Gültigkeit, und Gerechtigkeit und fandt, denn nur zu den verlornen Wahrheit. Wort. Das Evangelium. Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm und sprach: mir. Luc. 11, v. 14-28. Er antwortete aber und ſprach: war ſtumm. Und es geschab, trieb einen Teufel aus der da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk ver: Etliche aber unter Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr! aber doch essen die Hünd- wunderte sich. lein von den Brosamen, die von ihnen sprachen: Er treibt die Teus ihrer Herren Tische fallen. fel aus durch Beelzebub, den OberDa sten der Teufel. Die andern aber antwortete Sesus, und sprach zu ihr: dir geschehe wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derfelbigen Stunde. Weib, dein Glaube ist groß, versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere: Ist denn der Satanas mit ihm selbst un eines, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget: Ich triebe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzes bub austreibe, durch wen trieben 16 Ein anderes Evangelium. Joh. 8, v. 31-40. Um dritten Sonntage in der Fasten, oder Oculi. Epistel. Ephes. 5, v. 1-9. Brüder! So send nun Got Seteben nachfolger, als die lieben fie eure Kinder aus? Darum wertes Kinder und wandelt in der Liebe, den sie eure Richter feyn. So ich gleich wie Christus uns hat geliebet, aber durch Gottes Finger die Teu und sich selbst dargegeben für uns, fel austriebe, so kommt je das zur Gabe und Opfer, Gott zu einem Reich Gottes zu euch. Wenn ein süßen Geruch. Hurerei aber und starker Gewappneter seinen Pal alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset last bewahret, so bleibet das Seine nicht von euch gesagt werden, wie mit Frieden. Wenn aber ein Stärden Heiligen zustehet, auch schand- kerer über ihn kommt, und über bare Worte und Narrentheidigung windet ihn, so nimmt er ihm ser oder Scherz, welche euch nicht zie! nen Harnisch, darauf er sich ver lief Episteln und Evangelia. 17 ließ, und theilet den Raub aus. ist dienstbar mit seinen Kindern. Wer nicht mit mir ist, der ist wi- Aber das Jerusalem, das droben der mich; Und wer nicht mit mir ist, das ist die Freie, die ist unser sammlet, der zerstreuet. Wenn der aller Mutter. Denn es stehet geunsaubre Geist von dem Menschen schrieben: Sey fröhlich, du Ünausfähret, so durchwandelt er dürre fruchtbare, die du nicht gebierest, Stäten, suchet Ruhe und findet sie und brich hervor, und rufe die du nicht. So spricht er, ich will wie nicht schwanger bist, denn die Einder umkehren in mein Haus, dar- same hat viel mehr Kinder, denn aus ich gegangen bin. Und wenn die den Mann hat. Wir aber lieer kommt, so findet ers mit Bese ben Brüder, sind Isaacs, nach der gekehret und geschmücket. Verbeißung Kinder. men Dann gehet er hin, und nimmt Aber gleichwie zu der Zeit, der sieben Geister zu sich, die ärger nach dem Fleisch geboren war, find denn er selbst. Und wenn siejverfolgte den, der nach dem Geist binein kommen, wohnen sie da, geboren war; also gebet es jetzt und wird hernach mit demselbigen auch. Aber was spricht die Schrift? Menschen ärger denn vorhin. Stoß die Magd hinaus mit ihrem Und es begab sich, da er solches Sohn, denn der Magd Sohn soll redete, erhub ein Weib im Volk nicht erben mit dem Sohn der die Stimme und sprach zu ihm: Freien. So sind wir nun, lieben Selig ist der Leib, der dich ge- Brüder, nicht der Magd Kinder, tragen hat, und die Brüste, die sondern der Freien. du gesogen hast. Er aber sprach: Sa, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Ein anderes Evangelium. Joh. 12, v. 35= 50. Eine andere Epistel. Röm. 5, v. 1 8. Das Evangelium. Joh. 6, v. 1= 15. das Meer, an der Stadt Ti Gal. 4, v. 21= 31. Am vierten Sonntage in der berias in Galiläa. Und es jog Fasten, oder Lätare. Epiſtel. ihm viel Volke nach, darum, daß sie die Zeichen saben, die er Rieben Brüder! Saget mir, die den Kranken that. Jesus aber ihr unter dem Gesetze seyn ging hinauf auf einen Berg, und wollt, habt ihr das Gesetz nicht setzte sich daselbst mit ſeinen Jüngehört? Denn es stehet geschrie- gern. Es war der nahe die Ostern, en, daß Abraham zween Söhne der Juden Fest. Da hub Jesus batte, einen von der Magd, den seine Augen auf, und siehet, daß andern von der Freien. Aber der viel Volks zu ihm kommt, und von der Magd war, ist nach dem spricht zu Philippo: Wo kaufen Fleisch geboren, der aber von der wir Brod, daß diese effen? Das Freien ist durch die Verheißung sagte er aber, ihn zu versuchen, geboren. Die Worte bedeuten et denn er wußte wohl, was er thun pas. Denn das sind die zwei Te- wollte. Philippus antwortete ihm: tamente, eines von dem Berge Zweihundert Pfennige werth Brods Sinai, das zur Knechtschaft ge ist nicht genug unter sie, daß ein bieret: welches ist die Agar. Denn jeglicher unter ihnen ein wenig Agar heißt in Arabia der Berg nehme. Spricht zu ihm einer ſei Sinai, und langet bis gen Jeru- ner Jünger, Andreas, der Bruder alem, das zu dieser Zeit ist, und Simonis Petri: Es ist ein Knabe B bie, 18 Episteln und Evangelia. Erbe empfahen. hie, der hat fünf4Gerstenbrod undlichen Reinigkeit: wie vielmehr zween Fische, aber was ist das wird das Blut Christi, der sich unter so viele? Jesus aber sprach: selbst ohn allen Wandel durch den Schaffet, daß sich das Volk lagere, Heil. Geist, Gott geopfert hat, Es war aber viel Gras an dem unser Gewissen reinigen von den Ort, da lagerten sich bei fünftau- todten Werken, zu dienen dem les send Mann, Jesus aber nahm die bendigen Gott? Und darum ist er Brode, dankete, und gab sie den auch ein Mittler des neuen Te Jüngern, die Jünger aber denen, staments, auf daß durch den Tod die sich gelagert hatten. Desselbi- so geschehen ist zur Erlösung von gen gleichen auch von den Fischen, den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die so wieviel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach berufen sind, das verheißene ewige er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben, denen, die gespeifet nun die Menschen das Zeichen ſaben, das Jeſus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen ner Sünde zeihen? So ich euch soll. Da Jesus nun merkete, daß aber die Wahrheit sage, warum sie kommen würden, und ihn ba- glaubt ihr mir nicht? Wer von schen, daß sie ihn zum Könige Gott ist, der höret Gottes Wort, machten, entwich er abermal auf darum höret ihr nicht, denn ihr send nicht von Gott. Da antwor den Berg, er selbst alleine. teten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr un ehret mich. Ich suche nicht meine Ebre, es ist aber einer, der sie fuchet und richtet. Wahrlich, wahr Das Evangelium. Joh. 8, v. 45-59. ther unter euch kann mich ei Refus den Wel Hebr. 9. v. 11.: 15. Lieben Brüder! Christus aber ist lich, ich sage euch: So jemand kommen, daß er sey ein Ho- mein Wort wird halten, der wird herpriester der zukünftigen Güter, den Tod nicht sehen ewiglich. Da durch eine größere und vollkom- sprachen die Juden zu ihm: Nun menere Hütte, die nicht mit der erkennen wir, daß du den Teufel Hand gemacht, das ist, die nicht hast: Abraham ist gestorben, und also gebauet ist. Auch nicht durch die Propheten, und du sprichst: ſo der Böcke oder Kälber Blut, son- jemand mein Wort hält, der wird dern er ist durch sein eigen Blut den Tod nicht schmecken ewiglich? einmal in das Heilige eingegan Bist du mehr denn unser Bater welcher gestorben ist, gen, und hat eine ewige Erlösung Abraham, erfunden. Denn so der Ochsen und die Propheten sind gestorben, und der Böcke Blut, und die was machst du aus dir selbst? Se Asche von der Kube gesprenget, sus antwortete: So ich mich selber beiliget die Unreinen von der leib- ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ift Ein anderes Evangelium. Matth. 16, v. 21-28. Um fünften Sonntag in der Fasten, oder Judica. Epistel. Eine andere Epistel. 1. Joh. 3, v. 1-7. Episteln und Evangelia. 19 ist aber mein Vater, der mich eb Nachricht von der Einsehung des ret, welchen ihr sprecht? er sey euer. Gott, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, soch habe es von dem Herrn emwürde ich ein Lügner, gleich wiej ihr fend. Aber ich kenne ihn, und habe, denn der Herr Jesus in balte sein Wort. Abraham, euer der Nacht, da er verrathen ward, Vater, ward froh, daß er meinen nahm er das Brod, dankete und Tag sehen sollte, und er sahe ihn brachs, und sprach: Nehmet, effet, und freuete sich. Da sprachen die das ist mein Leib, der für euch Juden zu ihm: Du bist noch nicht gebrochen wird, solches thut zu fünfzig Jahre alt, und hast Abrabam gesehen? Sesus sprach zu ih nen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Steine auf daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Philipp 2. v. 5:11. Lieben Brüder! Ein jeglicher sey meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, solches thut, so oft ibrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Keld) trinket, sollt ihr des Herrn Tod verfündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brode iffet, oder von dem Keld) des Herrn trinket, der ist schuldig gesinnet, wie Jesus Christus auch an dem Leib und Blut des Herrn. war. Welcher, ob er wohl in gött: Der Mensch prüfe aber sich selbst, licher Gestalt war, hielt ers nicht und also esse er von diesem Brod, für einen Raub, Gott gleich seyn. und trinke von diesem Kelch). Denn Sondern äußerte sich selbst, und welcher unwürdig isset und trinket, nahm Knechtsgestalt an, ward gleich der iffet und trinket ihm selber wie ein anderer Mensch, und an das Gerichte, damit, daß er nicht Gebärden als ein Mensch erfun- unterscheidet den Leib des Herrn. den. Er erniedrigte sich selbst, und Darum sind auch so viel Schwache ward gehorsam bis zum Tode, jalund Kranke unter euch, und ein zum Tode am Kreuz: Darum hat gut Theil schlafen. Denn so wir ihn auch Gott erhöhet, und hat uns selber richteten, so würden wir ihm einen Namen gegeben, der nicht gerichtet. über alle Namen ist. Daß in dem gerichtet werden, so werden wir Wenn wir aber Namen Jesu sich beugen sollen von dem Herrn gezüchtiget, auf aller derer Knie, die im Himmel daß wir nicht sammt der Welt und auf Erden, und unter der verdammet werden. Erden sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. Um Palmsonntage. Epiſtel. Epistel. Evang. S. am ersten Sonntag des Advents. heiligen Abendmahls. 1 Cor. 11. 9. 23:32. Ein anderes Evangelium. Luc. 9. v. 51:58. Um heiligen Osterfeste. Epistel. Cor. 5. v. 6-8. Lieben Lieben Brüder! Euer Ruhm ist nicht fein. Wiffet ibe nicht, daß ein wenig Sauerteig den gan zen Teig versauert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß B2 ihr 20 Episteln und Evangelia. ihr ein neuer Teig seyd, gleich| Um zweiten Ostertage. Epistel wie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das Ap. Gesch. 10, v. 34-41. ist Christus, für uns geopfert. Petrus aber that seinen Mund Darum lasset uns Ostern halten, ich mit der Wahrheit, daß Gott nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süß teig der Lauterkeit und Wahrheit. Eine andere Epistel. Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm ange: nehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Ifrael gesandt hat, und verkündüz gen lassen den Frieden durch Je sum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die durchs ganze ji dische Land geschehen ist, und ans gangen in Galiläa, nach der Taufe Col. 3. v. 1.10. Das Evangelium. Marc. 16. v. 1-8. 11 nd da der Sabbath vergangen die Johannes predigte. Wie Gott war, kauften Maria Magda- denselben Jesum von Nazareth ge lena, und Maria Jacobi und Sa- falbet hat mit dem Heil. Geist und lome Specerei, auf daß sie kämen Kraft, der umher gezogen ist, und und salbeten ihn. Und sie kamen bat wohl gethan, und gesund gezum Grabe, an einem Sabbather macht alle, die vom Teufel über sehr frühe, da die Sonne aufging. wältigt waren, denn Gott war mit Und sie sprachen untereinander: ihm. Und wir sind Zeugen alles Wer wälzet uns den Stein von deß, das er gethan hat im jüdi des Grabes Thür? Und sie sahen schen Lande, und zu Jerusalem: dahin und wurden gewahr, daß Den haben sie getödtet, und an ein der Stein abgewälzer war, denn Holz gehangen. Denselben hat Gott er war sehr groß. Und sie gingen auferwecket am dritten Tage, und hinein in das Grab, und fahen ei ihm lassen offenbar werden, nicht nen Jüngling zur rechten Hand allem Volk, sondern uns den vor sitzen, der hatte ein lang weiß erwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrun Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet fen haben, nachdem er auferstan euch nicht. Ihr suchet Jesum von den ist von den Todtep. Nazareth, den Gefreuzigten, er ist auferstanden und ist nicht hie, fiehe da die Stätte, da sie ihn hinleg Das Evangelium. Luc. 24, v. 13-35. ten. Gehet aber hin, und sagts und fiehe, zween aus ihnen gin feinen und daß gen an er vor euch hingehen wird in Ga- einen Flecken, der war von Jeru liläam, da werdet ihr ihn sehen falem sechszig Feldweges weit, des wie er euch gesaget hat. Und sie Name beißet Emahus. Und sie rede gingen schnell heraus, und flohen ten mit einander, von allen die von dem Grabe, denn es war sie sen Geschichten. Und es geschahe, Bittern und Entsetzen ankommen, da sie so redeten, und befragten und sagten niemand nichts, denn sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. fie fürchteten sich. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden Episteln und Evangelia. 21 Reden, die ihr zwischen euch han- Brannte nicht unser Herz in uns, delt unterwegen, und seyd traurig? da er mit uns redete auf dem Da antwortete einer mit Namen Wege, als er uns die Schrift öffCleophas, und sprach zu ihm: Bist nete? Und sie stunden auf zu derdu allein unter den Fremdlingen selbigen Stunde, und kehrten wieju Jerusalem, der nicht wisse, was der gen Jerusalem, und funden in diesen Tagen drinnen geschehen die Eilfe versammelt, und die bei ist? Und er sprach zu ihnen: Wel ihnen waren, welche sprachen: Der ches? Sie aber sprachen zu ihm: Herr ist wahrhaftig auferstanden, Das von Jesu von Nazareth, wel- und Simoni erschienen. Und sie cher war ein Prophet, mächtig von erzähleten ihnen, was auf dem Thaten und Worten, vor Gott und Wege geschehen war, und wie er allem Volk. Wie ihn unsere Ho- von ihnen erkannt wäre an dem, hepriester und Obersten überant- da er das Brod brach. wortet haben zum Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber Um ersten Sonntage nach Ostern bofften, er sollte Ssrael erlösen. oder Quasimodogeniti. Epistel. Und über das alles ist heute der 1. Joh. 5, v. 4- 10. dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt et Lieben liche Weiber der Unsern, die sind Brüder! Alles was von Gott geboren überwindet frühe bei dem Grabe gewesen, ha- die Welt, und unser Glaube ist der ben seinen Leib nicht funden, kom- Sieg, der die Welt überwunden men und sagen, sie haben ein Gebat. Wer ist aber, der die Welt ſicht der Engel gesehen, welche fa- überwindet, ohne der da glaubet, gen, er lebe. Und etliche unter daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieuns gingen hin zum Grabe, und ser ist, der da kommt mit Wasser fundens also, wie die Weiber fag- und Blut, Jesus Christus, nicht ten, aber ihn funden sie nicht. Und mit Wasser alleine, sondern mit er sprach zu ihnen: O ihr Thoren Wasser und Blut. Und der Geist und trägen Herzens, zu glauben ist, der da zeuget, daß Geist Wahralle dem, was die Propheten geredt heit ist. Denn drei sind, die da haben! Mußte nicht Christus fol zeugen im Himmel: Der Vater, das thes leiden, und zu seiner Herr- Wort, und der Heil. Geist, und dieſe lichkeit eingeben? Und fing an von drei sind eins. Und drei sind, die da Mose und allen Propbeten, und zeugen auf Erden: Der Geist, und legte ihnen alle Schrift aus, die das Wasser, und das Blut, und die von ihm gesagt war. Und sie fa drei sind beisammen. So wir der men nahe zu dem Flecken, da sie Menschen Zeugniß annehmen, so ist hingingen. Und er stellte sich, als Gottes Zeugniß größer. Denn Gotwollte er förder geben. Und sie tes Zeugniß ist das, daß er gezeunöthigten ihn und sprachen: Blei- get hat von seinem Sohn. Wer be bei uns, denn es will Abend da glaubet an den Sohn Gottes, werden, und der Tag hat sich gej der hat solch Zeugniß bei ihm. neiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Eine andere Epistel. Und es geschah, Ephef. 1, v. 15-23. da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Das Evangelium. Joh. 20, v. 19-31. ion, und er vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: let, und die Thüren verschlossen wageöffnet, und erfenneten Am Abend aber deſſelbigen SabJünger versammren, 22 Episteln und ren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch. Und als er das sagte, jeigte er ihnen, die Hände und seine Seite. Da wurden Evangelia. Am zweiten Sonntage nach Ostern, oder Misericordias Domini. Epistel. 1. Petri 2, v. 21-25. die Jünger froh, daß ſie den Herrn Lieben Brüder! Denn dazu ſevd Da abermal auch ihnen: Friede sey mit euch. Gleichstus gelitten hat für uns, und uns wie mich der Vater gesandt hat, so ein Vorbild gelassen, daß ihr sollet sende ich euch: Und da er das sagte, nachfolgen seinen Fußstapfen. Wel blies er sie an, und sprach zu ihnen: cher keine Günde gethan hat, ist Nehmet hinden Heil. Geist: Welchen auch fein Betrug in seinem Munde ihr die Sünde erlasset, denen sind erfunden. Welcher nicht wieder sie erlaffen, und welchen ihr sie be- schalt, da er gescholten ward, nicht baltet, denen sind sie behalten. Tho- dräuete, da er litte, er ſtellete es mas aber, der Zwölfen einer, der da aber dem heim, der da recht richtet. beißet Zwilling, war nicht bei ihnen, Welcher unsere Sunde selbst ge da Jesus kam. Da sagten die andern opfert hat an seinem Leibe auf Jünger zu ihm: Wir haben den dem Holz, auf daß wir der Sünde Herrn gesehen. Er aber sprach zu abgestorben, der Gerechtigkeit leben, ihnen: Es sei denn, daß ich in sei durch welches Wunden ihr seyd heil nen Händen sehe die Nägelmaal, worden. Denn ihr waret wie die ir und lege meine Finger in die Nägel rende Schaafe, aber ihr seyd nun maal, und lege meine Hand in seine bekehret zu dem Hirten und BiSeite, will ichs nicht glauben. Und schof eurer Seelen. über acht Tage waren abermal feine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thü ren waren, und tritt Das Evangelium. Joh. 10, v. 12-16. mitten ein und ſpricht: Friede sev pirte läffet sein Leben für die bin guter ein der mit euch. Darnadh spricht er zu Thoma: Reiche deine Finger her, Schaafe, ein Miethling aber, und stehe meine Hände, und reiche nicht Hirte ist, deß die Schaafe deine Hand her, und lege sie in nicht eigen sind, siehet den Wolf meine Seite, und sei nicht ungläu- fommen, und verläffet die Schaafe, big, sondern gläubig. Thomas ant- und fleucht, und der Wolf erhascht wortete und sprach zu ihm: Mein und zerstreuet die Schaafe. Der Herr und mein Gott! Spricht Se Miethling aber fleucht, denn er fus zu ihm: Dieweil du mich gese ist ein Miethling und achtet der ben hast, Thoma, so glaubest du. Schaafe nicht. Ich bin ein guter Selig sind, die nicht sehen, und doch Sirte, und erkenne die Meinen, bin bekannt den Meinen. glauben. Auch viele andere Zeichen und that Jeſus vor seinen Jüngern, die Sie mich mein Vater fennet, und nicht geschrieben sind in diesem Buch. ich kenne den Vater, und ich lasſe Diese aber sind geschrieben, daß ihr mein Leben für die Schaafe. Und glaubet, Jesus sey Christ, der Sohn ich habe noch andere Schaafe, die Gottes, und daß ihr durch den sind nicht aus diesem Stalle, und Glauben das Leben habt in sei dieselbigen muß ich berführen, und fie werden meine Stimme hören, nem Namen. und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am Episteln und Evangelia. 23 Um dritten Sonntag nach Ostern| Vater gehe? Da sprachen sie: Was oder Jubilate. Epistel. 1. Petr. 2, v. 11-20. Lieben Brüder! Ich ermahne euch, ist das, das er saget: Ueber ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkete Jeſus, daß sie ihn als die Fremdlinge und Pilgri fragen wollten, und er sprach zu me, enthaltet euch von fleischlichen ihnen: Davon fraget ihr untereinLüsten, welche wider die Seele strei ander, daß ich gesagt habe: Ueber ten. Und führet einen guten Wan- ein kleines, so werdet ihr mich del unter den Heiden, auf daß die, nicht sehen, und aber über ein so von euch afterreden, als von kleines, so werdet ihr mich sehen. lebelthätern, eure gute Werke sehen, Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, und Gott preisen, wenn es nun an ihr werdet weinen und heulen, aber den Tag kommen wird. Geyd un die Welt wird sich freuen, ihr aber terthan aller menschlichen Ordnung werdet traurig sein; doch eure um des Herren foillen, es sey dem Traurigkeit soll in Freude verkehrt Könige als dem Obersten, oder den werden. Ein Weib, wenn sie geHauptleuten, als den Gesandten bieret, so hat sie Traurigkeit, denn von ihm, zur Rache über die Ulebel ihre Stunde ist kommen: Wenn thäter, und zu Lobe den Frommen, sie aber das Kind geboren hat, den. Denn das ist der Wille Gottes, fet sie nicht mehr an die Angst, um daß ihr mit Wohlthun verstopfet der Freude willen, daß der Mensch die Unwissenbeit der thörichten Men- zur Welt geboren ist. Und ihr habt fchen, Als die Freien, und nicht auch Traurigkeit, aber ich will euch als hättet ihr die Freiheit zum De- wieder sehen, und euer Her; soll del der Bosheit, sondern als die sich freuen, und eure Freude soll Ruechte Gotte Thut Chre jeder niemand von euch nehmen. Und mann. Habt die Brüder lieb. Fürch- an demselbigen Tage werdet ihr fet Gott. Ehret den König. Jhr mich nichts fragen. Knechte, feid unterthan mit aller Jac. 1, v. 17:21. Furcht den Herren, nicht allein den Um vierten Sonntage nach Ostern gütigen und gelinden, sondern auch oder Cantate. Epistel. den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewis eieben Brüder! Alle gute Gabe, sens willen zu Gott das Uebel verund alle vollkommene Gabe, trägt, und leidet das Unrecht. Denn kommt von oben herab, von dem was ist das für ein Ruhm, so ihr Vater des Lichts, bei welchem ist um missethat willen Streiche leidet? feine Veränderung noch Wechsel Aber wenn ihr um Wohlthat wil des Lichts und der Finsterniß. Er len leidet und erduldet, das ist hat uns bezeuget nach seinem Wils Gnade bei Gott. len durch das Wort der Wahrheit auf daß wir waren Erstlinge seiner Creaturen. Darum, lieben Brüder! Das Evangelium. Joh. 16, v. 16:23. Ueber ein kleines, so werdet ihr ein jeglicher Mensch sen schnell zu mich nicht sehen, und aber über hören, langsam aber zu reden, und ein kleines, so werdet ihr mich se- langsam zum Zorn. Denn des Menben, denn ich gehe zum Vater. Dasschen Zorn thut nicht, was vor sprachen etliche unter seinen Jün- Gott recht ist. Darum so leget ab gern unter einander: Was ist das, alle Unsauberkeit und alle Bosheit, daß er fagt zu uns: Ueber ein klei- und nehmet das Wort an, mit es, so werdet ihr mich nicht sehen, Sanftmuth, das in euch gepflanzet und aber über ein kleines, so werdet ist, welches kann eure Seelen selig ihr mich sehen, und daß ich zum machen. Das 24 Episteln und Evangelia. Das Evangelium. Stund an davon, und vergiffet, wie er gestaltet war. Wer aber Joh. 16. v. 5= 15. So aber sich jemand unter euch aber gehe ich hin zu dem, durchschauet in das vollkommene beharret, und ist nicht ein vergeß mand unter euch fraget mich, wo gehest du hin? Sondern dieweil ich licher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner folches zu euch geredet habe, ist euer That. Herz voll Traurens worden. Aber. ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so läßt dünken, er diene Gott, und ich nicht hingehe, so kommt der tält seine Zunge nicht im Baum, Tröster nicht zu euch, so ich aber sondern verführet sein Herz, deß hingehe, will ich ihn zu euch senden. Gottesdienst ist eitel. Ein reiner Und wenn derselbige kommt, der und unbefleckter Gottesdienst vor wird die Welt strafen um die Sün: Gott dem Vater t der, die Waide, und um die Gerechtigkeit, und fen und Wittwen in ihrem Trübum das Gerichte. Um die Sünde, ſal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt erhalten. daß sie nicht glauben an mich: Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht Das Evangelium. lehet. Um das Gericht, daß der Wahrheden Vater etwas bitJoh. 16. v. 23-30. Bahrlich, wahrlich, ich sage euch: Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ten werdet in meinem Namen, so ihr könnt es jetzt nicht tragen. wird ers euch geben. Bisher habt Wenn aber jener, der Geist der ihr nichts gebeten in meinem NaWahrheit kommen wird, der wird men. Bittet, so werdet ihr nehmen, euch in alle Wahrheit leiten. Denn daß eure Freude vollkommen sey. er wird nicht von ihm selber reden, Solches hab ich zu euch durch Sprich sondern was er hören wird, das wort geredet: Es kommt aber die wird er reden, und was zukünftig Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprich ist, wird er euch verkündigen. Der wort mit euch reden werde, son selbe wird mich verklären, denn von dern euch frei heraus verkündigen dem Meinen wird ers nehmen, von meinem Vater, an demselbigen und euch verkündigen. Alles was Tage werdet ihr bitten in meinem der Vater hat, das ist mein, darum Namen. Und ich sage euch nicht, habe ich gesagt, er wirds von dem daß ich den Vater für euch bitten Meinen nehmen, und euch verkün werde, denn er selbst der Vater digen. hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und kom men in die Welt, wiederum verlaffe ich die Welt, und gehe zum Va ter des Worts und nicht Hörer ter. Sprechen zu ihm seine Jünger: allein, damit ihr euch selbst betrü- Siehe, nun redest du frei heraus, get. Denn so jemand ist ein Hörer und sagest kein Sprichwort. Nun des Worts, und nicht ein Thäter, wissen wir, daß du alle Dinge der ist gleich einem Mann, der weißest, und bedarfst nicht, daß fein leiblich Angesicht in einem dich jemand frage: Darum glau ben wir, daß du von Gott aus Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von gegangen bist. Jac. 1. v. 22:27. Lieben Brüder! Send aber Thä N der Freiheit, un Um fünften Sonntage nach Ostern oder Rogate. Epistel. Am Episteln und Evangelia. Himmelfahrt Epistel. Um Feste der Chrifti. Das Evangelium. Marc. 16, v. 14-20. ulegt, da die Eilfe zu Tische faßen, offenbarte sich Jesus, und Ap. Gesch. 1, v. 1-11. ie erste Rede hatte ich zwar schalt ihren Unglauben und ihres gethan, lieber Theophile, von Herzens Härtigkeit, daß sie nicht allem dem, das Jesus anfing, beide geglaubet hatten denen, die ihn zu thun und zu lehren, bis an den gesehen hatten auferstanden. Und Tag da er aufgenommen ward, sprach zu ihnen: Gehet hin in alle nachdem er den Aposteln welche Welt, und predigt das Evangelium er hatte erwählet durch den allen Creaturen: Wer da glaubet heiligen Geist Befehl gethan hatte. und getauft wird, der wird selig Welchen er sich nach seinem Leiden werden, wer aber nicht glaubet der lebendig erzeiget hatte, durch man wird verdammet werden. cherlei Erweisung, und ließ sich ſehen unter ihnen vierzig Tage werden denen, die da glauben, sind Die Zeichen aber, die da folgen lang, und redete mit ihnen vom die: In meinem Namen werden Reich Gottes. Und als er sie versie Teufel austreiben, mit neuen sammelt hatte, befahl er ihnen daß Zungen reden, Schlangen vertreisie nicht von Jerusalem wichen, ben, und so sie etwas tödtliches sondern warteten auf die Verhei- trinken, wirds ihnen nicht schaden. sung des Vaters, welche ihr habt Auf die Kranken werden sie die gehört sprach er von mir. Hände legen, so wirds besser mit Denn Johannes hat mit Wasser ihnen werden. Und der Herr, nachgetauft, ihr aber sollt mit dem dem beiligen Geist getauft werden, nicht ward er aufgehoben gen Himmel, er mit ihnen geredet batte, lange nach diesen Tagen. Die aber, und sißt zur rechten Hand Gottes. o zusammen gekommen waren, Sie aber gingen aus, und predigfragten ihn und sprachen: Herr, ten an allen Orten, und der Herr wirst du auf diese Zeit wieder auf- wirkete mit ihnen, und bekräftigte richten das Reich Israel? Er aber das Wort durch nachfolgende Zeichen. sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wiffen Zeit oder Stunde, Um sechsten Sonntage nach welche der Vater seiner Macht vor Ostern, oder Eraudi. Epistel. behalten hat. Sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes em pfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn ßig und nüchtern zum Vor allen Dingen aber habt unter Jerusalem, und in ganz, Judäa einander eine brünstige Liebe, denn und Samaria, und bis an das die Liebe decket auch der Günden Ende der Erden. Und da er solches Menge. Seyd gastfrei untereingesagt, ward er aufgehoben zuse ander ohne Murmeln, und dienet bens, und eine Wolke nahm ihn einander, ein jeglicher mit der auf vor ihren Augen weg. Und als Gabe, die er empfangen hat, als ne ihm nachsaben gen Himmel fah- die guten Haushalter der mancherten, siebe, da stunden bei ihnen lei Gnaden Gottes. So jemand redet, ween Männer in weißen Kleidern, daß ers rede als Gottes Wort. So jewelche auch sagten: Sbr Männer mand ein Umt hat, daß ers thue, als on Galiläa, was stehet ihr und se- aus dem Vermögen, das Gott darreiet gen Himmel? Dieser Jesus, wel- chet, auf daß in allen Dingen Gott ger von euch ist aufgenommen gen gepreiset werde durch Jesum Christ, himmel, wird kommen, die ihr ihn welchem sey Ghre und Gewalt, von gesehen habt gen Himmel fahren. Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Das - 25 3 1. Petr. 4. v. 8-11. Rieben Brüder! So seyd nun mäGebet. 26 Episteln und Evangelia. Das Evangelium. chen unter einander; siehe, find nicht diese alle, die da reden, au Joh. 15, v. 26. bis Kap. 16, v. 4. W enn aber der Tröster kommen Galiläa? Wie hören wir denn eir wird, welchen ich euch sen- jeglicher seine Sprache, darinner den werde vom Vater, der Geist wir geboren sind? Parther unt der Wahrheit, der vom Vater aus- Meder, und Elamiter, und die wi gehet, der wird zeugen von mir. wohnen in Mesopotamia, und in und ihr werdet auch zeugen, denn Cappadocia, Ponto und Asia, Phryihr seyd vom Anfang bei mir gegia und Pampilia, Egypten, unt wesen. Solches habe ich zu euch an den Enden der Libien bei Cygeredet, daß ihr euch nicht ärgert. renen, und Ausländer von Rom Sie werden euch in den Bann Juden und Judengenossen, Creter thun. Es kommt aber die Zeit, und Araber. Wir hören sie mit daß, wer euch tödtet, wird meynen, unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsagten sich er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum aber alle, und wurden irre, thun, daß sie weder meinen Vater sprachen einer zu dem andern: Was noch mich erkennen. Aber solches will das werden? Die andern aber habe ich zu euch geredet, auf daß, battens ihren Spott, und sprachen: wann die Zeit kommen wird, daß Sie sind voll süßen Weins. und Eine andere Epistel. 1. Cor. 2, v. 1-16. ihr daran gedenket, daß ich euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch). Das Evangelium. Joh. 14. v. 23- 31. Um heiligen Pfingstfeste. Epistel. Wer mich liebet, der wird mein Ap. Gesch. 2, v. 1-13. und wird ihn lieben, und wir werden nd als der Tag der Pfingsten zu ihm kommen, und Wohnung erfüllet war, waren sie alle bei ihm machen: Wer aber mich einmüthig bei einander. Und es ge-( nicht liebet, der hält mein Wort schahe schnell ein Brausen vom nicht, und das Wort, das ihr hö Himmel, als eines gewaltigen Win- ret, ist nicht mein, sondern des des, und erfüllete das ganze Haus, Vaters, der mich gefandt hat. Sol da sie saßen. Und man sahe an ches habe ich zu euch geredet, weil ihnen die Zungen zertheilet, als ich bei euch gewesen bin. Aber der wären sie feurig, und er setzte sich Tröster, der heilige Geist, welchen auf einen jeglichen unter ihnen, mein Vater senden wird in meinem Und wurden alle voll des heiligen Namen, derselbe wird euch alles Geistes, und fingen an zu predigen lehren, und euch erinnern alles deß, mit andern Zungen, nachdem der das ich euch gesagt habe. Den Geist ihnen gab auszusprechen. Es Frieden laffe ich euch, meinen Frie waren aber Juden zu Jerusalem den gebe ich euch. Nicht gebe ich wohnend, die waren gottesfürchtige euch, wie die Welt giebt. Euer Männer aus allerlei Volk, das Herz erschrecke nicht, und fürchte unter dem Himmel ist. Dd nun sich nicht. Ihr habt gehört, daß diese Stimme geschah, kam die ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, Menge zusammen, und wurden und komme wieder zu euch. Hättet verstürzt, denn es hörte ein jegli- ihr mich lieb, so würdet ihr euch cher, daß sie mit seiner Sprache freuen, daß ich gesagt babe: Sch redeten. Sie entsagten sich aber gehe zum Vater, denn der Bater alle, verwunderten sich und spra- ist größer denn ich. Und nun habe ichs Episteln und Evangelia. 27 euch gesagt ehe denn es ge- der wird nicht gerichtet, wer aber Sieht, auf daß, wenn es nun ge- nicht glaubet, der ist schon gerichdeben wird, daß ihr glaubet. Ich tet, denn er glaubet nicht an den werde fort nicht mehr viel mit euch Namen des eingebornen Sohnes Preden, denn es kommt der Fürst Gottes. Das ist aber das Gerichte, dieser Welt, und hat nichts an daß das Licht in die Welt kommen mir. Aber auf daß die Welt er ist, und die Menschen liebeten die lenne, daß ich den Vater liebe, Finsterniß mehr denn das Licht, und ich also thue, wie mir der denn ihre Werke waren böse. Wer Bater geboten hat. Stehet auf, Arges thut, der basset das Licht, und lasset uns von hinnen gehen. und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Im zweiten Pfingsttage. Epistel. Up. Gesch. 10, v. 42-48. Der er Herr hat uns geboten zu Werke offenbar werden, denn sie predigen dem Volk, und zu find in Gott gethan. welch eine Tiefe des Reichthums, ngen, daß er ist verordnet von Um Sonntage Trinitatis, oder Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem eugen alle Propheten, daß durch einen Namen alle, die an ihn glauben, Bergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch beide der Weisheit und Erkennt die Worte redete, fiel der Heil. niß Gottes! Wie gar unbegreiflich Beist auf alle, die dem Worte zu sind seine Gerichte und unerforschlich gehöreten. Und die Gläubigen aus seine Wege! Denn wer hat des der Beschneidung, die mit Petro Herrn Sinn erkannt? oder wer ist fommen waren, entsatzten sich, daß sein Rathgeber gewesen? Oder wer auch auf die Heiden die Gabe die hat ihm etwas zuvor gegeben, das beiligen Geistes ausgegossen ward. ihm werde wieder vergolten? Denn Denn sie höreten, daß sie mit Zun- von ihm, und durch ihn, und in en redeten, und Gott hoch prei- ihm sind alle Dinge, ihm sey Ehre eten. Da antwortete Petrus: Mag in Ewigkeit, Amen. auch Jemand das Wasser wehren, aß diese nicht getauft werden, ie den Heil. Geift empfangen aben, gleich wie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. am Feste der heiligen Dreieinigfeit. Epiſtel. Röm. 11, v. 33-36. Das Evangelium. Joh. 3, v. 1. 15. 8 war ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer Jesus sprach zu Nicodemo: Also von Gott kommen, denn Nientand Das Evangelium. Joh. 3, v. 16-21. feinen eingebornen Sohn gab, thust, es sei denn Gott mit ihm. uf daß alle, die an ihn glauben, Jesus antwortete und sprach zu nicht verloren werden, sondern das ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage enige Leben haben. Denn Gott dir: Es sey denn, daß jemand von tie Welt, daß er die Welt richte, Reich Gottes nicht sehen. Nico at seinen Sohn nicht gesandt in neuem geboren werde, kann er das ondern daß die Welt durch ihn demus spricht zu ihm: Wie kann dig werde. Wer an ihn glaubet, ein Mensch geboren werden, wenn er . 28 Episteln und Evangelia. er alt ist? Kann er auch wiederum digkeit haben am Tage des Ge in seiner Mutter Leib gehen, und richts, denn gleich wie er ist, ſo geboren werden? Jesus antwortete: sind auch wir in dieser Welt. Furcht Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: ist nicht in der Liebe, sondern die Es sey denn, daß jemand geboren völlige Liebe treibet die Furcht aus, werde aus dem Wasser und Geist, denn die Furcht hat Pein, wer sich so kann er nicht in das Reich aber fürchtet, der ist nicht völlig Gottes kommen. Was vom Fleisch in der Liebe. Lasset uns ihn lie geboren wird, das ist Fleisch, und ben, denn er hat uns erst geliebet. was vom Geist geboren ist, das So jemand spricht: Ich liebe Gott, ist Geist. Laß dichs nicht wundern, und haffet seinen Bruder, der ist Denn wer seinen daß ich dir gesagt habe: Ihr müs ein Lügner. set von neuem geboren werden. Bruder nicht liebet, den er siehet, Der Wind bläset wo er will, und wie kann er Gott lieben, den er du höreft sein Sausen wohl, aber nicht siehet? Und dies Gebot haben du weißt nicht, von wannen er wir von ihm, daß wer Gott liekommt, und wohin er fähret. Al bet, daß er auch seinen Bruder liebe. so ist ein jeglicher der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie Das Evangelium. Luc. 16, v. 19:31. mag solches zugehen? Jeſus ant leidete sich mit Purpur und wortete und sprach zu ihm: bist 8 war reicher Mann, der und lebete du ein Meister in Israel, und köstlichem Leinwand, wisfest das nicht? Wahrlich, wahr- alle Tage herrlich und in Freuden. lich, ich sage dir: Wir reden, das Es war aber ein Armer, mit Nas wir wissen, und zeugen, das wir men Lazarus, der lag vor seiner gesehen haben, und ihr nehmet Thüre voller Schwären, und be: unser Zeugniß nicht an. Glaubet gehrte sich zu sättigen von den ihr nicht, wenn ich euch von irdi Brosamen, die von des Reichen schen Dingen sage, wie würdet ihr Tische fielen. Doch kamen die glaubet, wenn ich euch von himm- Hundé, und leckten ihm feine lischen Dingen sagen würde? Und Schwären. Es begab sich aber, Niemand fäbret gen Himmel, denn daß der Arme starb, und ward geder vom Himmel hernieder fom- tragen von den Engeln in Abramen ist, nämlich des Menschen hams Schooß. Der Reiche aber Sohn, der im Himmel ist. Und starb auch, und ward begraben. wie Moses in der Wüsten eine Als er nun in der Hölle und in Schlange erhöhet hat: Also muß der Qual war, hub er seine Augen des Menschen Sohn erhöhet werden. auf, und sahe Abraham von ferne, Auf daß alle, die an ihn glauben, und Lazarum in seinem Schooß, nicht verloren werden, sondern das rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Laewige Leben haben. zarum, daß er das Neußerste seines und Um ersten Sonntage nach Tri- Fingers ins Wasser tauche, nitatis. Epistel. 1. Joh. 4, v. 16-21. Lieben fühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß Brüder! Gott ist die Liebe, du dein Gutes empfangen hast in und wer in der Liebe bleibet, deinem Leben, und Lazarus dages der bleibet in Gott, und Gott in gen bat Böses empfangen, nun ihm. Daran ist die Liebe völlig aber wird er getröstet, und du bei uns, auf daß wir eine Freu- wirst gepeiniget. Und über das alles Episteln und Evangelia. 29 alles ist zwischen uns und euch viel darzu. Und sandte seine Knechte eine große Kluft befestiget, daß, die aus zur Stunde des Abendmahls da wollten von binnen hinab fah- zu sagen den Geladenen: Kommt, ren zu euch, fönnen nicht, und denn es ist alles bereit. Hind sie auch nicht von dannen zu uns her fingen an. alle nacheinander sich überfahren. Da sprach er: So zu entschuldigen. Der Erste sprach itte ich dich, Bater, daß du ihn zu ihm: Ich habe einen Acker geendest in meines Vaters Haus, denn kauft, und muß hinausgehen und ich habe noch fünf Brüder, daß er ihn besehen, ich bitte dich, entschulihnen bezeuge, auf daß sie nicht dige mich. Und der Andere sprach: auch kommen an diesen Ort der ich habe fünf Joch- Ochsen gekauft, Quaal. Abraham sprach zu ihm: und ich gehe jetzt hin, sie zu beseSie haben Mosen und die Prophe- hen, ich bitte dich, entschuldige mich. ten, laß sie dieselben hören. Er Und der Dritte sprach: ich habe aber sprach: Nein, Vater Abraham, ein Weib genommen, darum kann sondern wenn einer von den Tod ich nicht kommen. Und der Knecht ten zu ihnen ginge, so werden sie kam, und sagte das seinem Herrn Buße thun. Er sprach zu ihm: wieder. Da ward der Hausherr Hören sie Mosen und die Prophe- zornig und sprach zu seinem Knechte: ten nicht, so werden sie auch nicht Gehe aus bald auf die Straßen glauben, ob jemand von den Tod- und Gassen der Stadt, und führe ten auferstünde. die Armen, und Krüppel, und LahUm zweiten Sonntage nach Tri- der Knecht sprach: Herr, es ist ge men, und Blinden herein. Und schehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der nitatis. Epistel. 1. Joh. 3, v. 13-18. Lieben Brüder! Verwundert euch Herr sprach zu dem Knechte: Gehe nicht, ob euch die Welt haffet. aus auf die Landstraßen, and an Wir wissen, daß wir aus dem Tode die Zäune, und nöthige sie herein in das Leben kommen sind: denn zu kommen, auf daß mein Haus voll wir lieben die Brüder. Wer den werde. Ich sage euch aber, daß der Bruder nicht liebet, der bleibet im Männer keiner, die geladen sind Tode. Wer seinen Bruder hasset, mein Abendmahl schmecken wird. der ist ein Zodtschläger und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht bat das ewige Leben, bei ihm bleiEin anderes Evangelium. Luc. 12, v. 37-48. bend. Daran haben wir erkannt Am dritten Sonntage nach Tridie Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder las nitatis. Epistel. 1 Petri 5, v. 6-11. en. Wenn aber jemand dieser Welt Nieben Brüder! So demüthiget Güter hat, und siebet seinen Bru- euch nun unter die gewaltige er darben, und schleußt sein Herz Hand Gottes, daß er euch erhöhe or ihm zu, wie bleibet die Liebe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge Gottes bei ihm? Meine Kindlein, werfet auf ihn, denn er forget für affet uns nicht lieben mit Worten, euch. Seyd nüchtern und wachet, och mit der Zungen, sondern mit denn euer Widersacher der Teufel der That und mit der Wahrheit. gehet umher wie ein brüllender Das Evangelium. Luc. 14, v. 16-24. Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieein großes Abendmahl, und lud selbige Leiden über eure Brüder war ein Mensch, der machte in Evangelia. Um vierten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 30 Episteln und in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnaden, der uns berufen bat zu ſeiner ewigen Herrlichkeit derselbige wird Römer 8, v. 18:23. in Christo Jesu, euch, die ihr eine kurze Zeit leidet, Lieben Brüder! Ich halte es do für, daß dieser Zeit Leiden de vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sey Ghre Herrlichkeit nicht werth sey, di und Macht, von Ewigkeit zu Ewig- Denn das ängstliche Harren de an uns soll offenbaret werden. keit, Amen. Das Evangelium. Luc. 15, v. 1:10. naheten aber zu ihm allerlei Creatur wartet auf die Offenba rung der Kinder Gottes. Sintemal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unter daß fie auf Denn ihn höreten. Und die Pharisäer auch die Creatur frei werden wird und Schriftgelehrten murreten und von dem Dienst des vergänglichen sprachen: Dieser nimmt die Sün- Wesens, zu der herrlichen Freibeit der an, und isset mit ihnen. Er der Kinder Gottes. Denn wir wis aber sagte zu ihnen dies Gleichniß, sen, daß alle Creatur sebnet sich und sprach: Welcher Mensch ist un- mit uns, und ängstiget sich noc ter euch, der hundert Schaafe hat, immerdar, nicht allein aber sie, und so er der eins verlieret, der sondern auch wir selbst, die wir nicht lasſe die neun und neunzig haben des Geistes Erstlinge, sebnen in der Wüsten, und hingehe nach uns auch bei uns selbst nach der dem verlorenen, bis daß ers finde. Kindschaft, und warten auf unsers Und wenn ers funden hat, so le- Leibes Erlösung. get ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein funden, das war. Ich fage euch: Also wird auch euer Vater barmherzig iſt. NidFreude seyn im Himmel über eitet nicht, so werdet ihr auch nicht nen Sünder, der Buße thut, vor gerichtet. Verdammet nicht, so wer neun und neunzig Gerechten. Oder det ihr auch nicht verdammet. Ver welch ein Weib ist, die zehn Gro- gebet, so wird euch vergeben. Ge schen hat, so sie deren einen ver- bet so wird euch gegeben. Ein voll fiert, die nicht ein Licht anzünde, gedrückt, gerüttelt und überflüsſig und kehre, das Haus und suche Maaß wird man in euren School mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? geben, denn eben mit dem Maaß, Und wenn sie ihn funden hat, ru- da ihr mit messet, wird man eud fet sie ihren Freundinnen und wieder messen. Und er sagte ihnen Nachbarinnen, und spricht: Freuet ein Gleichniß: Mag auch ein Bli euch mit mir, denn ich habe mei- der einem Blinden den Weg we nen Groschen funden, den ich versen? Werden sie nicht alle Beide loren hatte. Also auch, sage ich in die Grube fallen? Der Jünger euch, wird Freude seyn vor den ist nicht über ſeinen Meister, wen Engeln Gottes über einen Sünder Jünger ist, wie sein Meiſter der, der Buße thut. arum wie aud fo ist er vollkommen. Was sieheft du aber einen Splitter in deines Bruders Eine andere Epistel. Jac. 3, v. 13-18. Das Evangelium. Luc. 6, v. 36-42. Episteln und Evangelia. 31 Bruders Auge, und den Balken und wuschen ihre Neße. Da trat in deinem Auge wirst du nicht ge er in der Schiffe eins, welches wahr? Oder wie kannst du sagen Simonis war, und bat ihn, daß zu deinem Bruder: Halt still, Bru- ers ein wenig vom Lande führete. der, ich will den Splitter aus dei Und er satzte sich, und lehrete das nem Auge ziehen, und du siehest Volk aus dem Schiff. Und als er selbst nicht den Balken in deinem batte aufgehöret zu reden, sprach Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor er zu Simon: Fabret auf die Höhe erst den Balken aus deinem Auge, und werfet eure Netze aus, daß und bestehe dann, daß du den ihr einen Zug thut. Und Simon Splitter aus deines Bruders Au- antwortete und sprach zu ihm: ge ziehest. Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thäten, beschlossen sie eine große Menge und ihr Netz zerris. Und gesinnt, mitleidig, brüderlich, andern Schiffe waren, daß sie käGesellen, die im barmherzig, freundlich, vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort fie kamen und fülleten beide Schiffe men und hülfen ihnen ziehen. Und mit Scheltwort, sondern dagegen voll, also daß sie sunken. Da das ſegnet, und wisset, daß ihr dazu Simon Petrus sahe, fiel er Jesus berufen seyd, daß ihr den Segen zu den Füßen, und sprach: Herr, ererbet. Denn wer leben will und Am fünften Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Petr. 3, v. 8= 15. Endlich aber, send allesammt gleich- Siche, gute Tage sehen, der schweige seine gese von mir hinaus, ich bin ein Bunge, daß sie nichts Böse rede, ihm ein Schrecken ankommen, und fündiger Mensch. Denn es war und seine Lippen, daß sie nicht alle, die mit ihm waren, über trügen. Er wende sich vom Bösen, diesem Fischzuge, den sie mit einund thue Gutes, er suche Frieden, ander gethan hatten. Desselbigen und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Ge- gleichen auch Jacobum und Johanrechten, und seine Ohren auf ihr Gesellen. Und Jesus sprach zu Sinem, die Söhne Zebedai, Simonis Gebet. Das Angesicht aber des Herrn mon: Fürchte dich nicht, denn von siehet auf die, die da Böses thun, nun an wirst du Menschen fahen. und wer ist, der euch schaden kön- und sie führeten die Schiffe zu ne, so ihr dem Guten nachkommet? Lande, und verließen Alles, und Und ob ihr auch leidet um Gerech folgeten ihm nach. tigkeit willen, fo seyd ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Um sechsten Sonntage nach Eroßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Trinitatis. Epistel. Röm. 6, v. 3= 11. Lieben Brüder! Wiſſet ihr nicht, Das Evangelium. Luc. 5, v. 1= 11. daß Alle, die wir in Jesum Fs begab sich aber, daß sich das seinem Tod getauft? So sind wir Christum getauft sind, die sind in Volk zu ihm drang, zu hören je mit ihm begraben durch die das Wort Gottes. Und er stand Taufe in den Tod, auf daß, gleich am See Genezareth, und sahe wie Christus ist auferwecket von wei Schiffe am See stehen, die den Todten durch die Herrlichkeit Fischer aber waren ausgetreten, des Vaters, also sollen wir aud) in 32 Episteln und Evangelia. in einem neuen Leben wandeln.[ Gabe. Sey willfährtig deinem WiSo wir aber sammt ihm gepflan- derfacher bald, dieweil du noch bei zet werden zu gleichem Tode, so ihm auf dem Wege bist, auf daß werden wir auch der Auferstehung dich der Widersacher nicht dermalgleich seyn. Dieweil wir wissen, eins überantworte dem Richter, daß unser alter Mensch sammt ihm und der Richter überantworte dich gekreuziget ist, auf daß der fünd- dem Diener, und werdest in den liche Leib aufhöre, das wir hinfort Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahr. der Günde nicht dienen. Denn wer lich, du wirst nicht von dannen her: gestorben ist, der ist gerechtfertiget auskommen, bis du auch den let von der Sünde. Sind wir aber ten Hellér bezahlest. mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben Um siebenten Sonntage nach werden; und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbt, der Tod wird hinfort Trinitatis. Epistel. Röm. 6, v. 19= 23. über ihn nicht herrſchen. Denn ich muß menschlich davon reden, der ener ist, das er der res Fleisches. Gleich wie ihr eure Sünde gestorben, zu einem mal; Glieder begeben habt zum Dienste daß er aber lebet, das lebet er der Ungerechtigkeit, und von einer Gott. Also auch ihr, haltet euch Ungerechtigkeit zu der andern: als dafür, daß ihr der Sünde gestor so begebet nun eure Glieder zum ben seyd, und lebet Gott in Christol Dienste der Gerechtigkeit, daß fie Jesu unserm Herrn. beilig werden. Denn da ihr der Sünden Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit, was battet ihr nun zu der Zeit für Furcht? Welches ihr euch jetzt schäs met, denn das Ende derselbigen ist Eine andere Evistel. Ebr. 12, v. 1. 6. Das Evangelium. Matth. 5, v. 20= 25. ch sage euch: Es sey denn eure der Tod. Nun ihr aber seyd von Schriftgelehrten und Pharisäer, so worden, habt ihr eure Frucht, daß werdet ihr nicht ins Himmelreich ihr heilig werdet, das Ende aber Denn der Tod kommen. Ihr habt gehört, daß zu das ewige Leben. den Alten gesagt ist: Du sollst ist der Sünden Sold, aber die nicht tödten; wer aber tödtet, der Gabe Gottes ist das ewige Leben, soll des Gerichts schuldig seyn. in Christo Jesu unserm Herrn. Ich aber sage euch: Wer mit fei nem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig: wer aber zu fei: Marc. 8, v. 1= 9. viel Volks da u war, und hatten nichts zu esſen, der nem Bruder saget: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: rief Jesus seine Jünger zu sich und Du Narr, der ist des höllischen sprach zu ihnen: Mich jammert des Feuers schuldig. Darum, wenn du Volks, denn sie haben nun drei Ta deine Gabe auf den Altar opferst, ge bei mir verharret und haben und wirst allda eindenken, daß dein, nichts zu essen, und wenn ich fic Bruder etwas wider dich habe, so ungegessen von mir heim ließ ge laß allda vor dem Altar deine Ga- hen, würden sie auf dem Wege ver be, und gehe zuvor hin, und ver- schmachten, denn Etliche waren von söhne dich mit deinem Bruder und ferne kommen. Seine Jünger ant alsdann komm und opfre deine worteten ihm; woher nehmen wit Brod Das Evangelium. Episteln und Evangelia. 33 Brod hier in der Wüsten, daß wir An ihren Früchten sollt ihr sie erfie sättigen? Und er fragte sie: kennen. Kann man auch Trauben Wie viel habt ihr Brod? Sie spra- lesen von den Dornen, oder Feichen: Sieben. Und er gebot dem gen von den Disteln? Also ein Volk, daß sie sich auf die Erde la- jeglicher guter Baum bringet gute gerten. Und er nahm die sieben Früchte, aber ein fauler Baum Brode, dankete und brach sie und bringet arge Früchte. Ein guter gab sie seinen Jüngern, daß sie die Baum kann nicht arge Früchte felbigen vorlegten, und sie legten bringen, und ein fauler Baum sie dem Volke vor. Und hatten ein kann nicht gute Früchte bringen. wenig Fischlein, und er dankete Ein jeglicher Baum der nicht gute und hieß dieselbigen auch vortra- Früchte bringet, wird abgehauen gen. Sie aßen aber und wurden und ins Feuer geworfen. Darum satt, und huben vie übrigen Bro- an ihren Früchten sollt ihr sie erden auf, sieben Körbe. Und ihrer kennen. Es werden nicht Alle, die waren bei vier tausend, die da geges zu mir sagen: Herr! Herr! ins sen hatten. Und er ließ sie von sich. Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem o sind wir nun, lieben Brüder, nicht in deinem Namen Teufel Namen geweisfaget? Haben wir Schuldner, nicht dem Fleisch, ausgetrieben? Haben wir nicht in daß wir nach dem Fleisch leben. deinem Namen viele Thaten geDenn wo ihr nach dem Fleische than? Dann werde ich ihnen bes lebet, so werdet ihr sterben müssen. kennen: Ich habe euch noch nie Wo ihr aber durch den Geist des erkannt. Weichet alle von mir, Fleisches Geschäfte tödtet, so wer ihr Uebelthäter! Röm. 8, v. 12:17. Um achten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. det ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, die sind Got: Um neunten Sonntage nach tes Kinder. Denn ihr habt nicht Trinitatis. einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müß tet, sondern ihr habt einen kindli- as dhen Epistel. 1. Cor. 10, v. 6:14. ist aber uns zum Vorbild hen wir rufen: Abba, lieber Va- gelüsten lassen des Bösen, gleich ter, Derselbige Geist gibt Zeugniß wie jene gelüftet hat, werdet auch unserm Geiste, daß wir Gottes nicht abgöttisch, gleich wie jener Kinder sind. Sind wir denn Kin- Etliche wurden, als geschrieben ste der, so sind wir auch Erben, näm- het: Das Volk setzte sich nieder lich Gottes Erben und Miterben zu essen und zu trinken, und stand Christi, so wir anders mit leiden, auf zu spielen. Auch lasset uns nicht auf daß wir auch mit zur Herrlich- Hurerei treiben, wie etliche unter feit erhoben werden. jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Chris ebet euch vor, vor den falschen von jenen ihn versuchten, und wur stum nicht versuchen, wie Etliche Propheten, die in Schafsklei: ben von den Schlangen umgebracht. dern zu euch kommen, inwendig Murret auch nicht, gleich wie jener aber sind sie reißende Wölfe. Etliche murreten, und wurden umDas Evangelium. Matth. 7, v. 15-23. gebracht 34 Episteln und Evangelia. gebracht durch den Verderber. Sol- schlechte. Und ich sage euch, machen ches Alles widerfuhr ihnen zum euch Freunde mit dem ungerechter Vorbilde, es ist aber geschrieben Mammon, auf daß, wenn ihr nur uns zur Warnung, auf welche das darbet, sie euch aufnehmen in die Ende der Welt kommen ist. Dar- ewigen Hütten. um, wer sich läsfet dünken, er ste be, mag wohl zusehen, daß er nicht Um zehnten Sonntage nach falle. Es hat euch noch keine, denn Trinitatis. Epistel. menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch 1. Cor. 12, v. 1:11. nicht läßt verſuchen über euer- Ver- Von den geiſtlichen Gaben aber will mögen, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, nicht verhalten: Shr wisset, daß ih daß ihr es könnet ertragen. Heiden seyd gewesen, und hingan gen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thum ich euch fund, daß Niemand Je Das Evangelium. Luc. 16, v. 1-10. Resus sprach zu seinen Jüngern: sum verfluche, der durch den Geif hatte einen Haushalter, der ward Jesum einen Herrn heißen, ohn vor ihm berüchtiget, als hätte er durch den heil. Geist. Es sind man ihm seine Güter umbracht. Und cherlei Gaben, aber es ist Ein Geist er forderte ihn, und sprach zu ihm: Und es sind mancherlei Aemter Wie höre ich das von dir? Thue aber es ist Ein Herr, und es fin Rechnung von deinem Haushalten, mancherlei Kräfte, aber es ist Ein denn du kannst hinfort nicht mehr Gott, der da wirket Alles in A Haushalter seyn. Der Haushalter lem. In einem jeglichen erzeiger sprach bei sich selbst: Was soll ich sich die Gaben des Geistes zum ge thun? Mein Herr nimmt das Amt meinen Nuß. Einem wird gegeben von mir; graben mag ich nicht, so durch den Geist zu reden von de schäme ich mich zu betteln. Ich Weisheit; dem Andern wird gege weiß wohl, was ich thun will, den zu reden von der Erkenntnis wenn ich nun von dem Amt ge nach demselbigen Geist, einem Am feget werde, daß sie mich in ihre dern der Glaube in demselbigen Häuser nehmen. Und er rief zu Geist, einem andern die Gabe ge sich alle Schuldner seines Herrn, sund zu machen in demselbigen Gef und sprach zu dem Ersten: Wie einem andern Wunder zu thute viel bist du meinem Herrn schul- einem andern Weissagung, einem dig? Er sprach: Hundert Tonnen Andern Geister zu unterscheiden Dels. Und er sprach zu ihm: einem andern mancherlei Spr Nimm deinen Brief, setze dich, und chen, einem Undern die Sprache schreibe flugs fünfzig. Darnach auszulegen. Dies aber Alles wirke sprach er zu dem Undern: Du derselbige einige Geist, und theile aber, wie viel bist du schuldig? einem jeglichen seines zu, nad Er sprach: Hundert Malter Wai- dem er will. zen. Und er sprach zu ihm: Nimm Das Evangelium. deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er ſo klug- ls Jeſus nabe hinzufam in Luc. 19, v. 41-48. die Kinder er die Stadt an, und weinet dieser Welt sind flüger, denn die über sie und sprach: Wenn du es Kinder des Lichts in ihrem Ge- wüstest, so würdest du auch beden fen Episteln und Evangelia. 35 ten zu dieser deiner Zeit, was zu einmal, derer noch viel leben, Et1 deinen Frieden dienet. Aber nun liche aber sind entschlafen. Darists vor deinen Augen verborgen. nach ist er gesehen worden von JaDenn es wird die Zeit über dich cobo, darnach von allen Aposteln. kommen, daß deine Feinde werden Am letzten nach Allen ist er auch um dich, und deine Kinder mit von mir, als einer unzeitigen Ges dir, eine Wagenburg schlagen, dich burt, gesehen werden. belagern und an allen Orten äng- bin der Geringste unter den ApoDenn ich sten. Und werden dich schleifen und steln, als der ich nicht werth bin, feinen Stein auf dem andern las daß ich ein Apostel heiße, darum, darum, du Gemeine 3 haft die Zeit, darinnen du heimge- folget habe. Aber von Gottes Gnasuchet bist. Und er ging in den den bin ich, was ich bin, und ſeine -Tempel und fing an auszutreiben, Gnade an mir ist nicht vergeblich die darinnen verkauften und kauf- gewesen, sondern ich habe viel mehr ten, und sprach zu ihnen: Es ste- gearbeitet, denn sie Alle, nicht bet geschrieben: Mein Haus ist aber ich, sondern Gottes Gnade, ein Bethhaus, ihr aber habts ge- die in mir ist. macht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hobenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach), daß sie ihn umbrachten. Und fanden nicht, wie sie ibm thun sollten, denn alles Volk bing ihm an und hörete ihn. C Eine andere Epistel. Jac. 1. v. 2-15. Um eilften Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Das Evangelium. Luc. 18, v. 9-14. 1. Cor. 15. v. 1-10. Ich er Herr Jesus sagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, Einer ein Pharisäer, der Andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand ch erinnere euch, lieben Brüder, und betete bei sich selbst also: Sch des Evangelii, daß ich euch danke dir, Gott, daß ich nicht bin verkündigt habe, welches ihr auch wie andere Leute, Räuber, Ungeangenommen habt, in welchem ihr rechte, Ehebrecher oder auch wie auch stehet, durch welches ihr auch dieser Zöllner. Ich faste zwier in felig werdet, welchergestalt ich es der Wochen, und gebe den Zeheneuch verkündiget babe, so ihrs be ten von Allem, das ich habe. Und balten habt, es wäre denn, daß der Zöllner stand von ferne, wollte brs umsonst gegläubet bättet. Denn auch sein Auge nicht, aufheben gen ich habe euch zuvörderst gegeben, Himmel, welches ich auch empfangen habe, feine Brust und sprach: Gott sondern schlug an daß Christus gestorben sey für unsey mir Sünder gnädig! Ich sage fere Sünde, nach der Schrift. Und euch: Dieser ging hinab gerechtdaß er begraben sei, und daß er fertiget in sein Haus vor Jenem. auferstanden sei am dritten Tage Denn wer sich selbst erhöhet, der nach der Schrift. Und daß er ge- wird erniedriget werden, und wer ſehen worden ist von Kephas, dar sich selbst erniedriget, der wird ernach von den Zwölfen. Darnach höhet werden. ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf! € 2 Am Episteln und Evangelia. 2. Cor. 3, v. 4-9. Lieben Brüder! Ein solch VerObren auf und das Band seiner Bunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie solltens Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die trauen aber haben wir durch Maaße und sprachen: Er hat Alles Christum zu Gott. Nicht daß wir wohlgemacht; die Tauben macht er tüchtig sind von uns selbst etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher uns auch tüchhörend und die Sprachlosen redend. tig gemacht hat, das Amt zu füh- Am dreizehnten Sonntage nach ren Trinitatis. Epistel. Gal. 3, v. 15-22. des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Ger stes. Denn der Buchstabe tödtet, ieben Brüder! Ich will nach aber der Geist machet lebendig. menschlicher Weise reden: Vers Go aber das Amt, das durch die achtet man doch eines Menschen Buchstaben tödtet und in die Ste- Testament nicht, ne ist gebildet, Klarheit hatte al- tiget ist, und thut auch nichts wenn es bestä so daß die Kinder Israel nicht konnten darzu. Nun ist ja die Verheißung, ansehen das Angesicht Abrahä und seinem Samen juges Mosis, um der Klarheit willen fagt. Er spricht nicht durch die feines Angesichts, die doch aufhö: Saamen, als durch viele, sondern ret. Wie sollte nicht vielmehr das als durch einen, durch deinen Saa Amt, das den Geist giebt, Klar men, welcher ist Christus. Ich sage heit haben, denn so das Amt, aber davon, das Testament das das die Verdammniß prediget. Klar von Gott zuvor bestätiget ist auf heit bat, vielmehr hat das Amt, Christum, wird nicht aufgeho das die Gerechtigkeit prediget, über ben, daß die Verheißung sollte schwengliche Klarheit. durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erwors ben würde, so würde es nicht durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist darzu Jefus wieder ausging von kommen um der Sünde willen, bis Eine andere Epistel. 2. Theff. 2, v. 1:13. 36 Um zwölften Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Das Evangelium. Marc. 7, v. 31= 37. - don, kam er an das Galiläische heißung geschehen ist, und ist ge Meer, mitten unten die Gränze stellet von den Engeln, durch die der zehen Städte. Und sie brachten Hand des Mittlers. Ein Mittler zu ihm einen Tauben, der stumm aber ist nicht eines Einigen Mitt war, und sie baten ihn, daß er die ler, Gott aber ist einig. Wie? Jit Hand auf ihn legete. Und er nahm denn das Gesetz wider Gottes Vers ihn von dem Volke besonders, und heißung? Das sey ferne. Wenn legete ihm die Finger in dies aber ein Gesetz gegeben wäre, das Ohren, und sprüßzete, und rührete da könnte lebendig machen, ſo fa feine Zunge und fahe auf gen me die Gerechtigkeit wahrhaftig Himmel, seufzete und sprach zu aus dem Geset. Aber die Schrift ihm: Hephata, das ist, thue dich hat es Alles beschlossen unter die auf. Und alsbald thäten sich seinel Sünde, auf daß die Verheißung 4 Fame Episteln und Evangelia. 37 Eine andere Epistel. käme durch den Glauben an Je Thier und fübrete ihn in die Her. fum Christum, gegeben denen, die berge und pflegete sein. Des anda glauben. dern Tages reisete er, und zog beraus zween Groschen und gab fie dem Wirth und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst thun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien Pesus wandte sich zu seinen Jün- der Nächste sey gewesen, dem der 2. Cor. 5, v. 1-10. Das Evangelium. Luc. 10, v. 23:37. gern und sprach insonderheit: unter die Mörder gefallen war? Selig sind die Augen, die da sehen, Er sprach: der die Barmherzigkeit das ihr sehet. Denn ich sage euch: an ihm thät. Da sprach Jesus zu Viel Propheten und Könige woll- ihm: So gehe hin and thue desten sehen, und habens nicht gese- gleichen. ben, und hören, das ihr höret und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schrift- Um vierzehnten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. gelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Gal. 5, v. 16:24. Er wrach zu ihm: Wie ſtebeth fage: Wandelt im Geiſt, ſo werdet ihr die Lüste des Flei im Gesetz geschrieben? Wie liefest sches nicht vollbringen. Denn das du: Er antwortete und sprach:| Fleisch gelüstet wider den Geist und Du sollst Gott deinen Herrn lieder Geist wider das Fleisch, diesel: ben von ganzem Herzen, von gan bigen sind wider einander, daß ihr jer Seelen, von allen Kräften, und nicht thut, was ihr wollet. Regievon ganzem Gemüthe, und deinen ret euch aber der Geist, so send ihr Nächsten als dich selbst. Er aber nicht unter dem Gesetz. Offenbar sprach zu ihm: Du hast recht ge sind aber die Werke des Fleisches, antwortet, thue das, so wirst du als da sind: Ehebruch, Hurerei, leben. Er aber wollte sich selbst Ungerechtigkeit, linzucht, Abgötterei, rechtfertigen, und sprach zu Jesus: Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Wer ist denn mein Nächster? Da Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, antwortete Jesus und sprach: Es Haß, Mord, Saufen, Fressen und war ein Mensch, der ging von dergleichen. Von welchem ich euch Jerusalem binab gen Jeriche, und habe zuvor gesagt, und sage noch fiel unter die Mörder; die zogen zuvor, daß, die solches thun, werihn aus, und schlugen ihn, und den das Reich Gottes nicht erer gingen davon, und ließen ihn halb ben. Die Frucht aber des Geistes todt liegen. Es begab sich aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, obngefabr, daß ein Priester diesel Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, bige Straße hinab zog, und da er Sanfimuth, Keuschheit, wider solibn sabe, ging er vorüber. Dessel che ist das Gesetz nicht. Welche bigen gleichen auch ein Levit, da aber Christo angehören, die freuer fam bei die Stätte, und sahelzigen ihr Fleisch, sammt den Lüsten in, ging er vorüber. Ein Sama- und Begierden. riter aber reisete und kam dahin und da er ibn sabe, jammerte ihn ſein, ging zu ihm, verband ihm ſeine Wunden und goß darein Del und Wein, und hub ihn auf sein Das Evangelium. Quc. 17, v. 11-20. s begab sich, da Jesus reiſete gen Jerusalem, zog er mitten durch 38 Episteln und Evangelia. durch Samariam und Galiläam,| Worte, der theile mit, allerlei Gutes und als er in einen Markt kam, dem, der ihn unterrichtet. Jrret begegneten ihm zehen aussäßige euch ticht, Gott laßt sich nicht ſpot: Männer, die standen von ferne, ten. Denn was der Mensch säet, und erheben ihre Stimme, und das wird er ärndten. Wer auf sprachen: Jesu, lieber Meister, er sein Fleisch fäet, der wird von barme dich unser. Und da er sie dem Fleisch das Verderben ärndfahe, sprach er zu ihnen: Gehet ten; wer aber auf den Geist säet, hin, und zeiget euch den Priestern. der wird von dem Geist das ewige Und es geschahe, da sie hingingen, Leben ärndten. Lasset uns aber wurden sie rein. Einer aber unter Gutes thun und nicht müde werden, ihnen, da er sahe, daß er gefund denn zu seiner Zeit werden wir auch worden war, kebrete um, und prei- ärndten ohne Aufhören. Als wir denn fete Gott mit lauter Stimme, und nun Zeit haben, so lasset uns Gutes fiel auf sein Angesicht zu seinen Fü- thun an Jedermann, allermeist aber ßen, und dankete ihm. Und das an den Glaubensgenossen. war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer Das Evangelium. nicht Zehen rein worden, wo sind Matth. am 6., v. 24:34. aber die Neune? Hat sich ſonst niemand kann zween Herren Resus sprach zu seinen Jüngern: keiner funden, der wieder umkehre, und gäbe Gott die Ehre, denn die fer Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. dienen, entweder er wird Einen hassen und den Andern lieben, oder er wird Einem anhangen und den Andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Um fünfzehnten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Darum fage ich euch: forget nicht euer was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für eu ern Leib, was ihr anziehen wer Gal. 6. v. 1-10. Lieben Brüder! So wir im Geist det. Ist nicht das Leben mehr, uns im denn die der Leib Geist wandeln. Lasset uns nicht mehr denn die Kleidung? Sehet eitler Ehre geizig seyn, uns unter die Vögel unter dem Himmel an, einander zu entrüsten und zu haffen: sie säen nicht, sie ärndien nicht, sie Lieben Brüder! So ein Mensch sammlen nicht in die Scheuren, etwa von einem Fehl übereilet und euer himmlischer Vater näh würde, so helfet ihm wieder zurecht ret sie doch. Seyd ihr denn nicht mit sanftmüthigem Geist, die ihr viel mehr denn sie? Wer ist un geistlich feyd, und siehe auf dich ter euch, der seiner Länge eine selbst, daß du nicht auch versuchet Elle zusetzen möge, ob er gleich werdest. Einer trage des andern darum forget? Und warum forget Last, so werdet ihr das Gesetz Christi ihr für die Kleidung? Schauet die erfüllen. So aber sich jemand läßt Lilien auf dem Felde, wie sie wach dünken, er sey etwas, so er doch sen sie arbeiten nicht, auch spin nichts ist, der betrüget sich selbst. nen sie nicht. Ich sage euch, daß Ein jeglicher aber prüfe sein selbst auch Salomon in aller seiner Herr Werk, und alsdann wird er an lichkeit nicht bekleidet gewesen ist, ihm selber Ruhm haben, und nicht als derselbigen eins. an einem andern. Denn ein jeg: Gott das Gras auf dem Felde also licher wird seine Last tragen. Der kleidet, das doch heute stehet und aber unterrichtet wird mit dem morgen in den Ofen geworfen wird, So denn follte Episteln und Evangelia. 39 ſollte er das nicht rielmehr euch aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigthun? O ihr Kleingläubigen! Dar keit. Amen. um sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werDas Evangelium. Luc. 7, v. 11= 18. sus ist eine Stadt, den wir uns kleiden? Nach solchem s begab sich darnach, daß Jeallen trachten die Heiden, denn mit Naeuer himmlischer Vater weiß, daß men Nain, ging, und seiner Jün. ihr das alles bedürfet. Trachtet ger gingen viel mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das am ersten nach dem Reich Gottes, Stadtthor kam, siehe, da trug und nach seiner Gerechtigkeit, so man einen Todten heraus, der ein wird euch solches alles zufallen. einiger Sohn war seiner Mutter, Darum forget nicht für den andern und sie war eine Wittwe, und Morgen, denn der morgende Tag viel Volks aus der Stadt ging wird für das Seine sorgen. Es ist mit ihr. Und da sie der Herr sabe genug, daß ein jeglicher Tag seine jammerte ihn derselbigen, und eigene Plage habe. sprach zu ibr: weine nicht. Und trat hinzu, und rührete den Sarg Um sechszehnten Sonntage nach er sprach: Jüngling, ich sage dir, an, und die Träger standen. Und Trinitatis. Epistel. stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Ephef. 3, v. 13= 21. Lieben Brüder! Darum bitte ich und es kam ſie alle eine Furcht ihr um meiner Trübfal willen, die ich für an, und preiseten Gott, und spra euch leide, welche euch eine Ehre chen: Es ist ein großer Prophet sind. Derhalben beuge ich meine unter uns aufgestanden, und Gott Knie, gegen den Vater unsers hat sein Volk heimgesucht. Und Herrn Jesu Christi, der der rechte diese Rede von ihm erscholl in Vater ist über Alles, was da Kin- das ganze Jüdische Land und in der heißt, im Himmel und auf alle umliegende Länder. Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herr Um siebenzehnten Sonntag nach lichkeit stark zu werden durch ſeinen Geist an dem inwendigen MenTrinitatis. Epistel. Ephef. 4, v. 1= 6. ichen, und Chriftum zu wohnen Rieben Brüder! So ermahne nun durch den Glauben in euren Her- euch ich Gefangener in dem zen, und durch die Liebe eingewur- Herrn, daß ihr wandelt wie sichs zelt und gegründet werden. Auf gebühret, eurem Beruf, darinnen daß ihr begreifen möget mit allen ihr berufen seyd, mit aller Des Heiligen, welches da sey die Breite, muth und Sanftmuth, mit Geduld, und die Länge, und die Liefe und vertraget einer den andern in und die Höhe. Auch erkennen, der Liebe, und seyd fleißig zu haldaß Christum lieb haben viel besten die Einigkeit im Geist, durch fer ist, denn alles wissen, auf daß das Band des Friedens. Ein Leib ihr erfüllet werdet mit allerlei und Ein Geist, wie ihr auch beruGottesfülle. Dem aber, der über- fen seyd, auf einerlei Hoffnung schwenglich thun kann, über alles, eures Berufs. Ein Herr, Ein das wir bitten oder verstehen, Glaube, Eine Taufe, Ein Gott nach der Kraft, die da in uns und Vater unser aller, der da ist wirket, dem sey Ehre in der Ge- über euch alle, und durch euch alle, meine, die in Christo Jesu ist, zu und in euch allen. Das 40 Episteln und Evangelia. Das Evangelium. seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht, in aller Lehre und Quc. 14, v. 1= 12. Matth. 22, v. 34= 46. 8 besab sich, daß Jesus kam in in aller Erkenntniß. Wie denn ein Haus eines Obersten der die Predigt von Christo in euch Pharisäer, auf einen Sabbath, kräftig worden ist, also, daß ihr das Brod zu essen, und sie hiel- keinen Mangel habt an irgend ten auf ihn; und siehe, da war einer Gabe, und wartet nur auf ein Mensch vor ihm, der war was die Offenbarung unsers Herrn Je fersüchtig. Und Jesus antwortete, su Christi, welcher auch wird euch und sagte zu den Schriftgelehrten fest behalten, bis ans Ende, daß ihr und Pharisäern, und sprach: Ists unsträflich seyd, auf den Tag un auch recht, auf den Sabbath heisers Herrn Jesu Christi. Denn Gott len? Sie aber schwiegen stille. Und ist getreu, durch welchen ihr beru er griff ihn an, und heilete ihn, fen send zur Gemeinschaft feines und ließ ihn gehen, und antwor: Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. tete und sprach zu ibnen: welcher Das Evangelium. ist unter euch, dem sein Ochse oder Efel in den Brunnen fällt, und er a aber die Pharisäer höreten, das er den Sadducäern daß nicht alsbald ihn heraus zeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm Maul gestopfet hatte, versammel darauf nicht wieder Antwort ge- ten sie sich, und einer unter ihnen, ben. Er sagte aber ein Gleichniß ein Schriftgelehrter, versuchte ihn Meister, welches ist zu den Gästen, da er merkte, wie und sprach: sie erwählten oben an zu sitzen, und das vornehmste Gebot im Geset? sprach zu ihnen: wenn du von Jesus aber sprach zu ihm: Du jemand geladen wirst zur Hochzeit, sollst Gott deinen Herrn lieben fo sebe dich nicht oben an, daß von ganzem Herzen, von ganzer nicht etwa ein Ehrlicher, denn du, Seele, und von ganzem Gemüthe. von ihm geladen sey. Und so denn Dies ist das vornehmste und größte kommt, der dich und ihn geladen Gebot. Das andere aber ist dem hat, spreche zu dir: weiche diesem, gleich: Du sollst deinen Nächsten und du müsseft dann mit Schaam lieben als dich selbst. In diesen unten an sitzen. Sondern wenn du zween Geboten hanget das ganze geladen wirst, so gehe hin und Gesetz und die Propheten. Da nun sebe dich unten an, auf daß, wenn die Pharisäer bei einander waren, da kommt, der dich und ihn ge- fragte sie Jesus und sprach: wie laden hat, spreche zu dir: Freund, dünket euch um Christo? Weß Sohn rücke hinauf; dann wirst du Ehre ist er? Sie sprachen: Davids. Er haben vor denen, die mit dir sprach zu ihnen: wie nennet ibr zu Tische sitzen. Denn wer sich denn David im Geist einen Herrn? selbst erhöhet, der soll erniedriget Da er sagt: Der Herr hat gesagt werden, und wer sich selbst ernie- zu meinem Herrn, setze dich zu driget, der soll erhöhet werden. meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage all ihn fragen. Ein anderes Evangelium. Matth. 19, v. 13= 25. Es Um achtzehnten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Cor. 1, v, 4= 9. Lieben Brüder! Ich danke mei für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr Am Episteln und Evangelia. 41 Am neunzehnten Sonntage derte es sich, und preifete Gott, nach Trinitátis. Epistel. der solche Macht den Menschen gegeben hat. ( Eph. 4, 5. 22= 28. Ephef. 5, v. 15= 21, Lieben Brüder! so leget nun von euch ab nach dem vorigen Wan del, den alten Menschen, der durch Lüfte in Irrthum sich verderbet, erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und zieher den neuen Lieben Brüder! So sehet nun zu, Menschen an, der nach Gott ge- wie ihr vorsichtiglich wandelt, schaffen ist, in rechtschaffener Ge- nicht als die Unweisen, sondern rechtigkeit und Heiligkeit. Darum als die Weisen, und schicket euch in leget die Lügen ab, und redet die die Zeit, denn es ist böse Zeit. DarWahrheit, ein jeglicher mit seinem um werdet nicht unverständig, sonNächsten, fintemal wir unter ein- dern verständig, was da sey des. ander Glieder sind. Zürnet und Herrn Wille, und saufet euch nicht fündiget nicht, lasset die Sonne voll Weins, daraus ein unordentnicht über eurem 3orn untergehen, gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite gen, und geistlichen Liedern, singet. und schaffe mit den Händen etwas und spielet dem Herrn in eurem lich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes, und redet untereinander von Psalmen und LobgesänGutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. alles, Gott und dem Vater, in dem Herzen, und saget Dank allezeit für Namen unsers Herrn Jesu Christi, und send unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Das Evangelium. Am zwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Dª Matth. 9, v. 1-9. trat Jesus in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und tam in seine Stadt. Und siehe, da brachten ſie zu ihm einen Gicht: Könige, der ſeinem Sohne Hoch as einem der lag einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sabe, zeit machte, und sandte feine Knechte sprach er zu dem Gichtbrüchigen: aus, daß sie den Gästen zur Hochs fey getrost mein Sohn, deine Sün- zeit rufeten, und sie wollten nicht den sind dir vergeben. Und siehe, kommen. Abermal sandte er andere etliche unter den Schriftgelehrten Knechte aus, und sprach: Saget sprachen bei sich selbst: dieser läden Gästen: Siehe, meine Mahlstert Gott. Da aber Jesus ihre zeit habe ich bereitet, meine Ochsen Gedanken sahe, sprach er: war und mein Mastvieb ist geschlachtet, um gedenket ihr so Arges in und alles bereit, kommet zur Hocheurem Herzen? welches ist leichter zeit. Aber sie verachteten das, und zu sagen: dir sind deine Sünden gingen hin, einer auf seinen Acter ,. vergeben, oder zu sagen: stehe auf der andere zu seiner Handthierung. und wandle? Auf daß ihr aber Etliche aber griffen seine Knechte, wiffet, daß des Menschen Sohn höhneten und tödteten fie. Macht habe auf Erden, die Sün- das der König börete, ward er zorDa den zu vergeben, sprach er zu dem nig, und schickte sein Heer aus, Gichtbürchigen: stehe auf, hebe und brachte diese Mörder um, und dein Bette auf, und gehe beim. zündete ihre Stadt an. Und er stand auf und ging heim. Da das das Volk sahe, verwun- Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber Da sprach er zu seinen Knechten: die Das Evangelium. Matth. 22, v. 1= 15. 42 Episteln und Evangelia. die Gäste warens nicht werth. Dar-| ihr auslöschen könnet, alle feurige um gehet hin auf die Straßen, Pfeile des Bösewichts. Und neh und ladet zur Hochzeit, wen ihr met den Helm des Heils, und das findet. Und die Knechte gingen Schwerdt des Geistes, welches ist aus auf die Straßen, und brachten das Wort Gottes. zusammen, wen sie fanden, Böfe und Gute, und die Tische wurden alle voll. Eine andere Epistel. 1. Thef. 5, v. 14= 24. Das Evangelium. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein Joh. 4, v. 47= 54. hochzeitlich Kleid an, und er sprach und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. zu ihm: Freund, wie bist du her: Dieser hörete, daß Jesus kam aus ein kommen, und hast doch kein Judäa in Galiläam, und ging hin hochzeitlich Kleid an? Er aber verzu ihm, und bat ihn, daß er hinab stummete. Da sprach der König zu käme, und hülfe seinem Sohn, denn seinen Dienern: Bindet ihm Hände er war todtkrank. Und Jesus sprach und Füße, und werfet ihn in die zu ihm, wenn ihr nicht Zeichen und äußerste Finsterniß hinaus, da wird Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. ſeyn Heulen und Zähnklappen. Der Königische sprach zu ihm: Herr, Denn viele sind berufen, aber we- komm hinab, ehe denn mein Kind nig sind auserwählet. stirbt. Jesus spricht zu ihm: gebe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch Um ein und zwanzigsten Sonn- glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm tage nach Trinitatis. Epistel. fagte, und ging bin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm ſeine und Ephef. 6, v. 10= 17. ulegt meine Brüder, seyd stark Knechte, verkündigten ihm, in dem Herrn, und in der sprachen: dein Kind lebet. Da for Macht seiner Stärke. Ziehet anschete er von ihnen die Stunde, in den Harnisch Gottes, daß ihr be welcher es besser mit ihm worden stehen könnt gegen die listigen Anwar. Und sie sprachen zu ihm: gestern um die siebente Stunde läufe des Teufels. Denn wir ha- verließ ihn das Fieber. Da merkte ben nicht mit Fleisch und Blut zu der Bater, daß es um die Stunde Pämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich, mit den Her wäre, in welcher Jesus zu ihm ge ven der Welt, die in der Finster- sagt hatte, dein Sohn lebet. Und niß dieser Welt herrschen, mit den er glaubte mit seinem ganzen Hause. bösen Geistern unter dem Himmel. Das ist nun das andere Zeichen, Um deßwillen so ergreifet den Hardas Jesus thät, da er aus Judia in Galiläam kam. nisch) Gottes, auf daß ihr, wenn das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl aus. richten, und das Feld behalten möEin anderes Evangelium. Luc. 12, v. 13= 21. get. So stehet nun, umgürtet eure Am zwei und zwanzigsten SonnLenden mit Wahrheit, und angezoPhil. 1, v. 3= 11. gen mit dem Krebs der Gerechtig- tage nach Trinitatis. Epistel. feit: und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangeliumdes Friedens, damit ihr bereitet seyd. ich euer gedenke- welches ich Vor allen Dingen aber ergreifet den allezeit thue in meinem Gebet für Schild des Glaubens, mit welchem euch alle, und thue das Gebet mit ch danke meinem Gott, so oft Freuden Episteln und Evangelia. 43 Freuden über eurer Gemeinschaft zahle mir was du mir schuldig bist. am Evangelio, vom ersten Tage an Da fiel ein Mitknecht nieder, und bisher. Und bin desselbigen in gu bat ihn, und sprach: babe Geduld ter Zuversicht, daß der in euch an mit mir, ich will dir alles bezahlen. gefangen hat das gute Werk, der Er wollte aber nicht, sondern ging wirds auch vollführen, bis an den hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis Tag Jesu Christi. Wie es denn mir daß er bezahlte, was er schuldig war. billig ist, daß ich dermaßen von euch Da aber seine Mitknechte solches allen halte, darum, daß ich euch in sahen, wurden sie sehr betrübt, und meinem Herzen habe, in diesem tamen, und brachten vor ihren meinem Gefängniß, darinnen ich Herrn alles, was sich begeben hatte. das Evangelium verantworte und Da forderte ihn sein Herr vor sich, bekräftige, als die ihr alle mit mir und sprach zu ihm: Du Schalksder Gnade theilhaftig seyd. Denn knecht, alle diese Schuld habe ich Gott ist mein Zeuge, wie mich nach dir erlassen, dieweil du mich batest. euch allen verlanget von Herzens: Solltest du denn dich nicht erbargrund, in Christo Jesu, und damen über deinen Mitknecht, wie selbst um bete ich, daß eure Liebe ich mich über dich erbarmet habe? je mehr und mehr reich werde in Und sein Herr ward zornig, und allerlei Erkenntniß und Erfahrung. überantwortete ihn den Peinigern Daß ihr prüfen möget, was das bis daß er bezahlete alles, was er Beste sey, auf daß ihr seyd lauter ihm schuldig war. Also wird euch und unanstößig, bis auf den Tag mein himmlischer Vater auch thun, Christi, erfüllet mit Früchten der so ihr nicht vergebet von eurem Gerechtigkeit, die durch Jesum Chri Herzen, ein jeglicher seinem Brustum geschehen- in euch- zur der seine Fehler. Ehre und Lobe Gottes. Das Evangelium. Matth. 18, v. 23= 35. Philipp. 3, v. 17-21. Fola as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er an: olget mir, lieben Brüder, und fing zu rechnen, kam ihm einer fehet auf die, die also wandeln, vor, der war ihm zehntausend Pfund die ihr uns habt zum Vorbilde. schuldig. Da ers nun nicht hatte Denn viel wandeln, von welchem zu bezahlen, hieß der Herr verkau- lich euch oft gesagt habe, nun aber fen ihn und sein Weib und seine sage ich mit Weinen, die Feinde Kinder, und alles was er batte, des Kreuzes Christi, welcher Ende und bezahlen. Da fiel der Knecht ist das Verdammniß, welchen der nieder, und betete ihn an, and Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre sprach: Herr, habe Geduld mit zu Schanden wird, derer die irdisch mir, ich will dir alles bezahlen. gesinnet sind. Unser Wandel aber Da jammerte den Herrn desselbigen ist im Himmel von dannen wir Knechts, und ließ ihn los, und auch warten des Heilandes Jesus die Schuld erließ er ihm auch. Christi, des Herrn, welcher unfern Da ging derselbige Knecht bin nichtigen Leib verklären wird, daß aus, und fand einen seiner Mit- er ähnlich werde seinem verklärten fnechte, der war ihm hundert Gro- Leibe, nach der Wirkung, damit er schen schuldig. Und er griff ihn an, kann auch alle Dinge ihm unterund würgete ihn, und sprach: Bethänig machen. Das Um dreiundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 44 Episteln und Evangelia. Das Evangelium. der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzt in das Reich seis nes lieben Sohnes, an welchem wir gingen die Pharisäer bin, haben die Erlösung durch sein Blut, Matth. 22, v. 15-23. Das Evangelium. sie ihn fingen in seiner Rede, und fandten zu ihm ihre Jünger, sammt Matth. 9, v. 18:27. Herodis Dienern und sprachen: a Jesus mit ihnen re Meister, wir wissen, daß du wahr: dete, siehe da kam der Ober, haftig bist, und lehrest den Weg sten einer, und fiel vor ihm nieGottes recht, und du fragest nach Darum niemand, denn du achtest nicht das der und sprach: Herr, meine Toch ter ist jetzt gestorben, aber komm Unsehen der Menschen. fage uns: was dünket dich? Ift's und lege deine Hand auf sie, so recht, daß man dem Kaiser Zinse wird sie lebendig. Und Jesus stand gebe oder nicht? Da nun Jesus auf, und folgete ihm nach und merkete ihre Schalkheit, sprach er: seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Ihr Heuchler, was versuchet ibr mich? Weiset mir die Zinsesmünze, Sabre den Blutgang gehabt, trat Und sie reichten ihm einen Grovon hinten zu ihm, und rührete schen dar. Und er sprach zu ihnen, feines Kleides Saum an, denn ſie weß ist das Bild und die Uleber- sprach bei sich selbst: mögte ich nur schrift? Sie sprachen zu ihm: des sein Kleid anrühren, so würde ich Kaisers. Da sprach er zu ihnen: gesund. Da wendete sich Jesus um, so gebet dem Kaiser was des Kai- und fahe sie, und sprach: Sey gesers ist, und Gotte, was Gottes trost, meine Tochter, dein Glaube ist. Da sie das höreten, verwun bat dir geholfen. Und das Weib derten sie sich, und ließen ihn, und ward gesund zu derselbigen Stunde. gingen davon. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: weichet, denn das Mägdist nicht todt, sondern es schläft. Und sie versuchten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging Um vier und zwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Col. 1., v. 9:14. erhalben auch wir von dem ben, hören wir nicht auf, für euch Hand, da stand das Mägdlein auf. zu beten, und zu bitten, daß ihr Und dies Gerücht erschallte in da erfültet werdet mit Erkenntniß sei selbige ganze Land. nes Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seyd in allen guten Werken, und wachfet in der Erkenntniß Gottes. Und gestärket werdet mit aller Kraft Um fünf und zwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. nach ſeiner herrlichen Macht, in Brüder, nicht verbalten von aller Geduld und Langmüthigkeit 1. Thessal. 4, v. 13-18. wollen lieben mit Freuden. Und danksaget dem denen, die da schlafen, auf daß ihr Vater, der uns tüchtig gemacht hat, nicht traurig seyd wie die ander, zu dem Erbtheil der Heiligen im die keine Hoffnung haben. Denn Licht. Welcher uns erreftet hat von so wir glauben, daß Jesus gestor ben Ein anderes Evangelium. Matth. 25, v. 14= 30. ir Episteln und Evangelia. 45 ben und auferstanden ist, also wird pheten aufstehen, und große Zei Gott auch, die da entschlafen sind, chen und Wunder thun, daß verdurch Jesum mit ihm führen. Denn führet werden in den Frrthum das sagen mir euch, als ein Wort wo es möglich wäre auch die des Herrn, daß wir, die wir leben Auserwählten. Siehe, ich habs und überbleiben in der Zukunft des euch zuvor gesagt. Darum, wenn Herrn, werden denen nicht vor sie zu euch sagen werden: siebe, er kommen, die da schlafen. Denn er ist in der Wüste, so gehet nicht selbst, der Herr, wird mit einem hinaus. Siehe, er ist in der KamFeldgeschrei und Stimme des Erz: mer, so glaubts nicht. Denn gleich engels, und mit den Posaunen Got: wie der Blitz ausgehet vom Auf tes hernieder kommen vom Him. gang, und scheinet bis zum Nieder mel, und die Todten in Christo gang, also wird auch seyn die Zuwerden auferstehen zuerst, darnach kunft des Menschensohns. Wo aber wir, die wir leben und überbleiben, ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. werden, zugleich mit denselbigen tage nach Trinitatis. Epistel. hingerückt werden in den Wolken, Um sechsundzwanzigsten Sonne dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit dieſen Worten unter einander. Das Evangelium. 2. Theff. 1, v. 3-10. Wir follen Gott danken allezeit um euch, Matth. 24, v. 15-28. es billig ist, denn eure Gabe wächs fet sehr, und die Liebe eines jeglis Men enn ihr nun sehen werdet den chen unter euch allen nimmt zu Gräuel der Verwüstung, da- gegen einander, also, daß wir uns von gesagt ist durch den Propheten euer rühmen unter den Gemeinen Daniel, daß er stehet an der heili Gottes, von eurer Geduld und gen Städte wer da lieset, der Glauben, in allen euren Verfol merke darauf- alsdann fliehe auf gungen und Trübsalen, die ihr die Berge, wer im jüdischen Lande duldet. Welche anzeiget, daß Gott ist, und wer auf dem Dache ist, recht richten wird, und ihr würdig der steige nicht bernieder, etwas aus werdet zum Reich Gottes, über seinem Hause zu holen. Und wer welchem ihr auch leidet. Nachdem auf dem Felde ist, der kehre nicht es recht ist bei Gott, zu vergelten um seine Kleider zu holen. Wehe Trübsal, denen, die euch Trübsal aber den Schwangern und Säu- anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal genden zu der Zeit. Bittet aber, leidet, Ruhe mit uns, wenn daß eure Flucht nicht geschehe im nun der Herr Jesus wird offenWinter, oder am Sabbath. Denn baret werden vom Himmel, sammt es wird alsdann eine große Trübsal den Engeln seiner Kraft, und mit seyn, als nicht gewesen ist von An-| Feuerflammen, Rache zu geben über fang der Welt bisher, und als auch die, so Gott nicht erkennen, und nicht werden wird. Und wo diese über die, so nicht gehorsam sind Tage nicht würden verkürzt, so dem Evangelio unsers Herrn Jesu würde kein Mensch selig, aber um Christi. Welche werden Pein leis der Auserwählten willen werden den, das ewige Verderben, vor die Tage verkürzt. So alsdann dem Angesicht des Herrn, und von jemand zu euch wird sagen: siehe, seiner herrlichen Macht, wann er hie ist Christus, oder da, so sollt kommen wird, daß er berrlich erihre nicht glauben. Denn es wer- scheine mit seinen Heiligen, und den falsche Christi und falsche Pro- wunderbar mit allen Gläubigen. Denn - 46 Episteln und Evangelia. Denn unser Zeugniß an euch von mir ihr Verfluchten in das ewige demselbigen Tage babt ihr geglaubet. Feuer, das bereitet ist dem Teufel Eine andere Epistel. 2. Petr. 3, v. 3:14. und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränfet. Ich bin ein Gast gewesen, und Das Evangelium. Matth. 25, v. 31- 45. B enn aber des Menschen Sohn ihr habt mich nicht beherberget. kommen wird in seiner Herr- Ich bin nackend gewesen, und ihr lichkeit, und alle heiligen Engel babt mich nicht bekleidet. Ich bin und mit ihm, dann wird er sitzen auf krank und gefangen gewesen, dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie ihm auch ant werden vor ihm alle Völker versammelt werden, und er wird sie worten und sagen: Herr, wann von einander scheiden, gleich) als haben wir dich gesehen bungrig ein Hirte die Schaafe von den oder durstig, oder einen Gast, oder Böcken scheidet. Und er wird die nackend, oder krank, oder gefan Schaafe zu seiner Rechten stellen, gen, und haben dir nicht gedienet? und die Böcke zur Linken. Da dann wird er ihnen antworten und wird denn der König sagen zu de- sagen: wahrlich, ich sage euch: was nen zu seiner Rechten: fommt her, ihr nicht gethan habt einem unter ihr Gesegneten meines Vaters, er diesen Geringsten, das habt ihr Und sie erbet das Reich, das euch bereitet mir auch nicht gethan. ist von Anbeginn der Welt. Denn werden in die ewige Pein gehen, ich bin hungrig gewesen, und ihr aber die Gerechten in das ewige habt mich gespeiset, ich bin durstig Leben. gewesen, und ihr habt mich ge= tränket, ich bin ein Gast gewesen, und ihr( abt mich beherberget, ich bin nackend gewesend, und ihr habt mich bekleidet, ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet, Um sieben und zwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2. Petr. 3, v. 3= 14. ich bin gefangen geweſen, und ihr und wisſset das aufs erſte, daß zu in den Dann werden ihm die Gerech-[ werden Spötter, die nach ihren ten antworten, und sagen: Herr, eigenen Lüsten wandeln und sawann haben wir dich hungrig ge- gen; wo ist die Verheißung seiner sehen, und haben dich gespeiset? Zukunft? Denn nachdem die Väter Oder durstig, und haben dich ge- entschlafen sind, bleibt es alles, wie tränket? Wann haben wir dich es vom Anfang der Kreatur gewe einen Gast gesehen, und beherber- sen ist. Aber muthwillens wollen get? Oder nackend, und haben dich sie nicht wissen, daß der Himmel gekleidet? Wann haben wir dich vorzeiten auch war, dazu die Erde Frank oder gefangen gesehen, und aus Wasser und im Wasser bestan sind zu dir kommen? Und der Köden durch Gottes Wort, dennoch nig wird antworten und sagen zu ward zu der Zeit die Welt durch ihnen; wahrlich, ich sage euch: dieselbigen mit der Sündfluth vers Also auch der Himmel was ihr gethan habt einem unter derbet. diesen meinen geringsten Brüdern, jetzt und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum das babt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu Feuer behalten werden am Tage denen zur Linken: gehet hin von des Gerichts, und Verdammniß der Episteln und Evangelia. 47 der gottlosen Menschen. Eins aber die ihre Lampen nahmen, und ginsey euch unverhalten, ihr Lieben, gen aus dem Bräutigam entgegen. daß ein Tag vor dem Herrn ist Aber fünfe unter ihnen waren thöwie tausend Jahre, und tausend richt, und fünfe waren klug. Die Jahr wie Ein Tag. Der Herr Thörichten nahmen ihre Lampen, verzeucht nicht die Verheißung, aber sie nahmen nicht Del mit sich. wie es etliche für einen Verzug Die Klugen aber nahmen Del in achten, sondern er bat Geduld mit ihren Gefäßen, sammt ihren Lamuns, und will nicht, daß jemand pen. Da nun der Bräutigam ververloren werde, sondern, daß sich zog, wurden sie alle schäfrig und Jedermann zur Buße kehre. Es entschliefen. Zur Mitternacht aber wird aber des Herrn Tag kommen ward ein Geschrei, siehe, der Bräuals ein Dieb in der Nacht, in tigam kommt, gehet aus ihm entwelchen die Himmel zergehen wer- gegen. Da standen die Jungfrauen den mit großem Krachen, die Ele- alle auf, und schmückten ihre Lammente aber werden vor Hiße zer- pen. Die Thörichten aber sprachen schmelzen, und die Erde und die zu den Klugen: gebet uns von Werke, die drinnen sind, werden eurem Dele, denn unsre Lampen verbrennen. So nun das Alles verlöschen. Da antworteten die soll zergehen, wie sollt ihr denn Klugen und sprachen: Nicht also, geschickt seyn mit heiligem Wandel auf daß nicht uns und euch ge: und gottseligem Wesen? Daß ihr breche: gehet aber hin zu den Kräwartet und eilet zu der Zukunft mern, und kaufet für euch selbst. des Tages des Herrn, in welchem Und da sie hingingen, zu kaufen, die Himmel vom Feuer zergehen, kam der Bräutigam, und welche und die Elemente vor Hiße zer- bereit waren, gingen mit ihm hinschmelzen werden. Wir warten aber ein zur Hochzeit, und die Thür eines neuen Himmels und einer ward verschlossen. Zuletzt kamen neuen Erde, nach seiner Verheißung, auch die andern Jungfrauen und in welchen Gerechtigkeit wohnet. sprachen: Herr, Herr, thue uns Eine andere Epistel. auf. Er antwortete aber und sprach: wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn 1. Thel. 6, 1-11. Das Evangelium. Matth. 25, v. 1-13. Da ann wird das Himmelreich gleich seyn zehn Jungfrauen, kommen wird. Episteln 48 Episteln und Evangelia für einige besondere Feiertage. Um St. Thomastage. Epistel. gläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Ephef. 1, v. 3-6. Se elobet sey Gott und der Vater Mein Herr und mein Gott! Spricht unsers Herrn Jesu Christi, Jesus zu ihm: Dieweil du mich der uns gesegnet hat mit allerlei gesehen hast, Thoma, so glaubest geistlichen Gegen, in himmlischen du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viel ans Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch den dere Zeichen that Jesus vor seinen felbigen, ehe der Welt Grund ge- Jüngern, die nicht geschrieben find in diesem Buch. Diese aber leget ward, daß wir sollten seyn heilig und unsträflich vor ihm in geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus der Liebe. Und hat uns verordnet sey Christ, der Sohn Gottes, und zur Kindschaft gegen ihn selbst, daß ihr durch den Glauben das durch Jesum Christ, nach dem Leben habt in seinem Namen. Wehlgefallen seines Willens, zu sind Lobe seiner herrlichen Gnade, durch Um Tage der Reinigung Ma riä. Lection. welche er uns hat angenehm ge macht in dem Geliebten. Malach. 3, v. 1-4. Das Evangelium. Joh. 20, v. 24:31. Ziehe, ich will meinen Engel sen den, der vor mir her den Weg The homas aber, der Zwölfen einer, bereiten soll, und bald wird kom der da beißet Zwilling, war men zu seinem Tempel, der Herr nicht bei ihnen, da Jesus kam. den ihr suchet, und der Engel de Da sagten die andern Jüngern zu Bundes, deß ihr begehret. Siehe ihm: Wir haben den Herrn gese- er kommt, spricht der Herr Zebaots hen. Er aber sprach zu ihnen: Wer wird aber den Tag seine Es sey denn, daß ich in seinen Zukunft erleiden mögen? Un Händen sehe die Nägelmale, und wer wird bestehen, wann er wir lege meine Hand in seine Seite, erscheinen? Denn er ist wie de will ichs nicht glauben. Und über Feuer eines Goldschmiedes, acht Tage waren abermal seine wie die Seife der Wäscherin. E Jünger drinnen, und Thomas mit wird sigen und schmelzen, und da ihnen. Kommt Jesus, da die Thü- Silber reinigen. Er wird die Ki ren verschlossen waren, und tritt der Leri reinigen und läutern mitten ein und spricht: Friede sey Gold und Silber. Dann werde mit euch! Darnach spricht er zu sie dem Herrn Speisopfer brings Thoma: Reiche deine Finger her, in Gerechtigkeit, und wird de und siehe meine Hände, und reiche Herrn wohlgefallen das Speisopf deine Hand her, und lege sie in Juda und Jerusalem, wie vorbe meine Seite, und sey nicht un- und vor langen Jahren. un Da S 1 49 Das Evangelium. beleidiget, ihr müßt auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird Luc. 2, v. 22-32. Und da die Tage ihrer Reini: euch der Herr selbst ein Zeichen gung dem eine famen, brachten sie das Kind Jesu schwanger, und wird einen Sohn gen Jerusalem, auf daß sie ihn gebären, den wird sie beißen Imadarstelleten dem Herrn.( Wie nuel. Butter und Honig wird er denn geschrieben steht in dem Ge- essen, daß er wisse Böses zu versetze des Herrn: Allerlei Männ- werfen, und Gutes zu erwählen. lein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt bei sen) und daß sie geben das Opfer, 8 d Er 8 Episteln und Evangelia. Das Evangelium. Luc 1, v. 26= 38. nach dem geſagt iſt im Geſetze des Und im ſechsten Monat ward der Ein paar Turteltauben, von oder zwo junge Tauben. Und siehe bin in eine Stadt in Galilää, die da ein Mensch war zu Jerusalem, mit heißet Nazareth, zu einer Jungfrau Namen Eimeon, und derselbige die vertrauet war einem Manne, Mensch war fromm und gottesfürch) mit Namen Joseph, vom Hause tig, und wartete auf den Trost David, und die Jungfrau hieß Ifrael, und der heilige Geist war Maria. Und der Engel kam zu in ihm. Und ihm war eine Antibr hinein, und sprach: Gegrüßet wort worden von dem heiligen seyst du Holdselige, der Herr ist Geist, er sollte den Tod nicht sehen, mit dir, du Gebenedeite unter den er bätte denn zuvor den Christ des Weibern. Da sie aber ibn sabe, Herrn gesehen. Und kam aus An erschrack sie über seine Rede, und regung des Geistes in den Tempel. gedachte, welch ein Gruß ist das? Und da die Eltern das Kind Jesu Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte in den Tempel brachten, daß sie dich nicht, Maria, du hast Gnade für ihn thäten, wie man pfleger bei Gott gefunden: siebe, du wirst nach dem Gesetze: da nahm er ihn schwanger werden im Leibe, und auf seine Arme, und lobete Gott einen Sohn gebären, des Namen und sprach: Herr, nun läsfest du sollst du Jesus heißen, der wird deinen Diener in Frieden fahren, groß, und ein Sohn des Höchsten wie du gesagt hast. Denn meine Au genennet werden, und Gott der gen haben deinen Heiland gesehen, Herr wird ihm den Stuhl seines welchen du bereitet haft für alle Völ- Vaters Davids geben, und er wird ter, ein Licht zu erleuchten die Heiden, ein König seyn über das Haus Jacob und zum Preis deines Volks Israel. ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende seyn. Da sprach 3 D Um Tage der Verkündigung Mariä. Lection. Maria zu dem Engel: Wie foll das zugeben? Sintemal ich von Feinem Manne weiß. Der Engel antwortete, und sprach zu ihr: Der Cfata 7, v. 10-15. Und nd der Herr redete abermal zu Achas und sprach: Fordere dir heilige Geist wird über dich kommen ein Zeichen von dem Herrn deinem und die Kraft des Höchsten wird eGott, es sey unten in der Hölle, dich überschatten. Darum auch das oder droben in der Höhe: Aber Heilige, das von dir geboren wird, Achas sprach: Ich wills nicht for- wird Gottes Sohn genennet wer dern, daß ich den Herrn nicht verden. Und siehe, Elisabeth, deine fuche. Da sprach er: Woblan, so Gefreundin, ist auch schwanger mit boret ihr vom Hause David. Ifts einem Sohn in ihrem Alter, und euch zu wenig, daß ihr die Leute gehet jegt im sechsten Monat, die 8 D im 50 Episteln und Evangelia. im Geschrei ist, daß sie unfrucht- und lobete Gott. Und es kam eine bar sey; denn bei Gott ist kein Furcht über alle Nachbarn, und Ding unmöglich. Maria aber sprach: dies Geschicht ward alles ruchbar Siehe, ich bin des Herrn Magd, auf dem ganzen jüdischen Gebirge mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Um Tage Johannes des Täufers. Lection. Efaia 40, v. 1-5. Und alle, die es höreten, nahmens zu Herzen, und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindleim werden? denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll weissagete und sprach: Gelobet sey der röstet, tröstet mein Volk, spricht falem freundlich und prediget ihr, daß suchet und erlöset sein Volk, und bat ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn uns aufgerichtet ein Horn des Heils ihre Missethat ist vergeben, denn sie in dem Hause seines Dieners Davids, bat zwiefältiges empfangen von der als er vor Zeiten geredt hat durch Hand des Herrn, um alle ihrer Sünde. den Mund seiner heiligen PropheEs ist eine Stimme eines Predigers ten, daß er uns errettete von in der Wüsten: bereitet dem Herrn den unsern Feinden, und von der Hand Weg, machet auf dem Gefilde eine ebe- aller, die uns hassen, und die Barm ne Bahn unserm Gott. Alle Thale sol herzigkeit erzeigte unsern Vätern, und len erhöhet werden, und alle Berge und gedachte an seinen heiligen Bund, und Hügel sollen erniedriget werden, und an den Eid den er geschworen hat un was ungleich ist, soll eben und was hö- serm Vater Abraham uns zu geben cericht ist soll schlecht werden. Denn daß wir erlöset aus der Hand unsere die Herrlichkeit des Herrn soll offenbar Feinde, ihm dieneten obne Furch werden, und alles Fleisch mit einander unser Lebenlang, in Heiligkeit uni wird sehen, daß des Herrn Mundredet. Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist Das Evangelium. Und du Kindlein wirst ein Prophe des Höchsten heißen, du wirst vo Luc. 1, v. 57= 80. daß sie gebären sollte, und sie dem daß du Weg bereitest, und Erkenntniß des gebar einen Sohn. Und ihre Nach- Heils gebest seinem Volk, die da ist in barn und Gefreunden höreten, daß Vergebung ihrer Sünden, durch di der Herr große Barmberzigkeit an herzliche Barmherzigkeit unier ihr gethan hatte, und freueten sich Gottes, durch welche uns besud mit ihr. Und es begab sich am hat der Aufgang aus der Höh achten Tage, kamen sie zu beschnei- auf daß er erschiene denen, die d den das Kindlein, und hießen ihn sizen in Finsterniß und Schatten de nach seinem Vater Zacharias: aber Todes, und richte unsere Füße auf de seine Mutter antwortete und sprach: Weg des Friedens. Und das Kindler Mit nichten, sondern er soll Jo- wuchs, und ward stark im Geist, un hannes heißen. Und sie sprachen war in der Wüsten, bis daß er soll zu ihr: Ist doch niemand in dei- hervortreten vor das Volk Israe ner Freundschaft, der also beiße. Und sie winketen seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen? und er forderte ein Täflein, schrieb Am Tage Petri und Pauli. Lection. Ap. Gesch. 12, v. 1:11. und ſprach: Er heißt Johannes. 11m dieselbige Zeit legte der Se verwunderten an Und alsbald war sein Mund und liche von der Gemeine, sie zu pe ſeine Zunge aufgethan, und redete nigen. Er tödtete aber Jacobu Jahan = 3 Episteln und Evangelia. 51 Er Johannis Bruder, mit dem Schwert. Wer sagen die Leute, daß des Und da er sahe, daß es den Juden Menschen Sohn sey? Sie sprachen: gefiel, fuhr er fort, und fing Pe- Etliche sagen, du seyst Johannes frum auch. Es waren aber eben der Täufer. Die andern, du seyest die Tage der süßen Brodte. Da er Elias. Etliche, du seiest Jeremias, ihn nun griff, legte er ihn ins Ge- oder der Propheten einer. fängniß und überantwortete ihn sprach zu ihnen: wer saget denn vier Viertheilen Kriegsknechten ihn ihr, daß ich sey? Da antwortete zu bewahren; und gedachte ihn nach Simon Petrus, und sprach: Du den Ostern, dem Volk vorzustellen. bist Christus, des lebendigen Gottes Und Petrus ward zwar im Gefäng Sohn. Und Jesus antwortete und niß gehalten, aber die Gemeine sprach zu ihm: Selig bist du Sis betete ohne Aufhören für ihn zu mon, Jonas Sohn; denn Fleisch Gott. Und da ihn Herodes wollte und Blut hat dir das nicht offen vorstellen, in derselbigen Nacht baret, sondern mein Vater im schlief Petrus zwischen zween Kriegs- Himmel. Und ich sage dir auch: knechten, gebunden mit den zwo Du bist Petrus. und auf diesen Ketten, und die Hüter vor der Felsen will ich bauen meine Ges Thür hüteten das Gefängniß. Und meine, und die Pforten der Höl. siehe der Engel des Herrn kam len sollen sie nicht überwältigen. daher, und ein Licht schien in dem Und ich will dir des Himmelreichs Gemach, und schlug Petrum an Schlüssel geben: Alles, was du die Seiten, und weckte ihn auf, auf Erden binden wirst, soll auch und sprach: Stehe behende auf: im Himmel gebunden seyn, und und die Ketten fielen ihm von sei- alles, was du auf Erden lösen tnen Händen. Und der Engel sprach wirst, soll auch im Himmel los seyn. zu ihm: Gürte dich, und thue deine Am Tage der Heims. Maria. an, und er Um Lection. Efa. 11, v. 1-5. ter sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus folgete ihm, und wußte nicht, daß hen von dem Stamm ihm wahrhaftig solches geschebe durch und ein Zweig aus seiner Wurzel und Und es wird eine Ruthe aufge 8 eden Engel, sondern es deuchte ihn, Frucht bringen. Auf welchen wird er sehe ein Gesicht. Sie gingen ruben der Geist des Herrn, der taber durch die erste und andere Geist der Weisheit und des Ver. 2, Huth, und kamen zu der eisernen standes, der Geist des Raths und Thür, welche zur Stadt führet, die der Stärke, der Geist der Erkennt. that sich ihnen von selber auf, und niß und der Furcht des Herrn. entraten hinaus, und gingen hin und sein Riechen wird seyn in eine Gaffe lang, und alsobald schied der Furcht des Herrn, er wird der Engel von ihm. Und da Pe- nicht richten, nach dem seine Augen etrus zu ihm selber kam, sprach er: sehen, noch strafen, nach dem seine Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Ohren hören. Sondern wird mit Herr seinen Engel gefandt, und mich Gerechtigkeit richten die Armen, errettet aus der Hand Herodis, und und mit Gericht strafen die Elens vor allem Warten des Jüdischen Volks. den im Lande, und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlas gen, und mit dem Odem seiner Lippen a kam Jesus in die Gegend der die Gottlosen tödten. Gerechtigkeit Stadt Cäsarea Philippi, und wird die Gurt seiner Lenden seyn, und fragte feine Jünger, und sprach: der Glaube der Gurt seiner Nieren. Das Evangelium. Matth. 16. v. 13-19. D 2 Das 52 Episteln und Evangelia. Maria Das Evangelium. Luc. 1, v. 39-50. Daria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Und Maria sprach: Gebirge Endelich, zu der Stadt Lieben Brüder, wir wiſſen aber, denen, Gott lieben, Juda, und kam in das Haus Za= charias, grüßete Elisabeth; und es le Dinge zum Besten dienen, die begab sich, als Elisabeth den Gruß nach dem Fürsatz berufen sind. Maria hörete, hüpfete das Kind Denn welche er zuvor versehen Und Elisabeth hat, die hat er auch verordnet, in ihrem Leibe. Sohnes, und ward des heiligen Geistes voll, daß sie gleich sein sollten dem und rief laut, und sprach: Gebene: Ebenbilde seines deiet bist du unter den Weibern, daß derselbige der Erstgeborne sey und gebenedeiet ist die Frucht dei unter vielen Brüdern. Welche er nes Leibes. Und woher kommt aber verordnet bat, die hat er mir das, daß die Mutter meines auch berufen. Welche er aber bes Heern zu mir kommt? Siehe, da rufen hat, die hat er auch gerecht ich die Stimme deines Grußes gemacht. Welche er aber hat ges hörete, hüpfete mit Freuden das recht gemacht, die hat er auch herrs lich gemacht. Was wollen wir Und D " Kind in meinem Leibe. felig bist du, die du geglaubet denn weiter sagen? Ist Gott für bast! denn es wird vollendet wer: uns, wer mag wider uns seyn? den, was dir gesagt ist von dem Welcher auch seines eigenen Sohns nicht hat verschonet, sondern hat Herrn. ihn für uns alle dahin gegeben. Wie sollt er uns mit ihm nicht Wer will die eine Seele erhebt den Her- alles schenken? meir ren, und mein Geist freuet Auserwählten Gottes beschuldigen? sich Gottes meines Heilandes. Gott ist hie, der da gerecht macht. Denn er hat seine elende Magd Wer will verdammen? Christus an ist hie, der gestorben ist, ja viel angesehen. Siehe, von mun werden mich selig preisen alle mehr der auch auferwecket ist, Kindeskind. Denn er hat große welcher ist zur Rechten Gottes, Dinge an mir gethan, der da und vertritt uns. Wer will uns mächtig ist, und des Name hei- scheiden von der Liebe Gottes? lig ist. Und seine Barmherzigkeit Trübsal, oder Angst? oder Verfol währet immer für und für bei gung oder Hunger? oder Blöße? denen die ihn fürchten. Er übet oder Fährlichkeit? oder Schwerdt? Gewalt mit seinem Arm, und Wie geschrieben stebet: Um deinet zerstreuet, die boffärtig sind, in willen werden wir getödtet den Wir sind geachtet Er stößet ganzen Tag. ihres Herzens Sinn. die Gewaltigen vom Stuhl, und wie Schlachtschaafe. Aber in dem erhebet die Elenden. Die Hung, allen überwinden wir weit, rigen füllet er mit Gütern, und deswillen, der uns geliebt hat. lasset die Reichen leer. Er den Denn ich bin gewiß, daß weder fet der Barmherzigkeit, und hilft Tod noch Leben, weder Engel noch Wie Fürstenthum, noch Gewalt weder seinem Diener Ifrael auf. er geredet hat unsern Vätern, Gegenwärtiges, noch zukünftiges, Abraham und feinem Saamen, weder Hohes noch) Tiefes, nod ewiglich. Und Maria blieb bei teine andere Kreatur, mag un ihr bei drei Monden, darnach keh- scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist unserm Hearn rete sie wiederum heim. um Am Sanct Jacobstage, Epistel. Rom. 8, v. 28-39. Das 53 den Tod. Darum freuet euch ihr Hime mel, und die darinnen wohnen.. Episteln und Evangelia. Das Evangelium. Matth. 20. v. 20:23. Das Evangelium. trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi, mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm, und er sprach zu ihr: Was willst du? Matth. 18, v. 1= 11. Du derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und spraSie sprach zu ihm: Laß diese chen: Wer ist doch der Größeste meine zween Söhne sißen in deis im Himmelreich? Jesus rief ein nem Reich, einen zu deiner Rech- Kind zu sich, und stellete das mit ten, und den andern zu deiner ten unter fe, und sprach: WahrLinfen. Aber Jesus antwortete lich, ich sage euch, es sey denn, und sprach: Ihr wisset nicht, was daß ihr euch umkehret, und wer: ihr bittet. Könntet ihr den Kelch det wie die Kinder, so werdet ihr trinken, den ich trinken werde? nicht in das Himmelreich kommen. Und euch taufen lasse mit der Wer nun sich selbst erniedriget, Taufe, da ich mit getaufet werde? wie dies Kind: der ist der größe: Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. ste im Himmelreich, und wer ein Und er sprach zu ihnen: Meinen solches Kind aufnimmt in meinem Kelch sollt ihr zwar trinken, und Namen, der nimmt mich auf. mit der Taufe, da ich mit getau- Wer aber ärgert dieser Gerings fet werde, sollt ihr getaufet wer: sten einen, die an mich glauben, den: aber das Sitzen zu meiner dem wäre besser, daß ein MühlRechten und Linken zu geben, stein an seinen Hals gehänkt würs stehet mir nicht zu, sondern denen de, und erfauft würde im Meer, es bereitet ist von meinem Vater. da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der ergerniß halben. Um S. Michaelistage. Epistel. muß ja Nergerniß kommen, doch Offenb. Joh. 12, v. 7-21. wehe dem Menschen, durch wel nd es erhob sich ein Streit im chen ergerniß kommt. So aber Himmel, Michael und seine deine Hand oder dein Fuß dich Engel stritten mit dem Drachen, ärgert, so haue ihn ab, und wirf und der Drache stritt, und seine ihn von dir, es ist dir besser, daß Engel und siegeten nicht: auch du zum Leben lahm oder ein Krüps ward ihre Stätte nicht mehr fun pel eingehest, denn daß du zwo den im Himmel. Und es ward Hände oder zween Füße habest, ausgeworfen der große Drache, und werdest in das ewige Feuer die alte Schlange die da heist geworfen. Und so dich dein Aus der Teufel und Satanas, der die ge ärgert, reiß es aus, und wirfs ganze Welt verführet, und ward von dir, es ist dir besser, daß du geworfen auf die Erde, und sei- jeinäugig zum Leben eingehest, ne Engel wurden auch dahin ge- denn daß du zwei Augen habest worfen. Und ich hörete eine gro- und werdest in das höllische Feuer ße Stimme, die sprach im Him- geworfen. Sehet zu, daß ihr mel: Nun ist das Heil und die nicht jemand von diesen Kleinen Macht unsers Gottes feines Chri- verachtet. Denn ich sage euch: stus worden, weil der verworfen Ihre Engel im Himmel sehen ist, der sie verklaget Tag und Nacht allezeit das Angesicht meines Vavor Gott; und sie haben ihn über- ters im Himmel. Denn des Menwunden durch des Lammes Blut, und schen Sohn ist kommen, selig zu durch das Wort ihrer Zeugnisse, und machen das verloren ist. haben ihr Leben nicht gelieber bis an Und Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi aus den vier Evangelisten zusammen gezogen. Es war aber nahe das Fest der nen Gutes thun: mich aber habt heißt, und Jesus sprach zu seinen was sie gekonnt, denn daß sie das Jüngern: Shr wisset daß nach Wasser hat auf meinen Leib gegos zween Tagen Ostern wird, und sen, damit sie zuvorkommen, mei des Menschen Sohn wird überant- nen Leichnam zu salben, zu meiwortet werden, daß er gefreuziget nem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch: wo das Evangelium gepres werde. Da versammelten sich die Ho- diget wird in aller Welt, da wird henpriester und Schriftgelehrten, man auch das sagen zu ihrem Ge und die Aeltesten im Volk in dem dächtniß was sie jetzt gethan hat. Pallast des Hohenpriesters, der da Es war aber der Satanas gefabbieß Caiphas, und hielten Rath, ren in den Judas, genannt Ischa wie sie Jesum mit List griffen und rioth, der da war aus der Zahl der tödteten. Denn sie fürchteten sich zwölfen, und er ging hin, und vor dem Volk; sie sprachen aber: redete mit den Hohenpriestern und Ja nicht auf das Fest, auf daß mit den Hauptleuten, daß er ihn nicht ein Aufruhr werde im Volk. verrieth, und sprach: Was wollt Und da nun Jesus war zu Be- ihr mir geben? Ich will ihn euch thanien im Hause Simonis des verrathen. Da sie das höreten, Aussätzigen, trat zu ihm ein Weib, wurden sie froh, und sie boten ihm das hatte ein Glas mit ungefälsch- dreißig Silberlinge, und er ver tem und köstlichem Nardenwasser; sprach sich. Und von dem an suchte und sie zerbrach das Glas und goßer Gelegenheit, daß er ihn über. es auf sein Haupt, da er zu Tische antwortete ohne Rumor. saß. Da das seine Jünger sahen, Aber am ersten Tage der süßen wurden sie unwillig und sprachen: Brod, auf welchen man muß opfern Was soll doch dieser Unrath? Man das Osterlamm, traten die Jünger könnte das Wasser mehr denn um zu Jeju, und sprachen zu ihm: dreihundert Groschen verkauft ha- Wo willst du, daß wir hingehen, ben, und dasselbe den Armen ge- und dir bereiten daß Ofterlamm ben, und murreten über sie. Dazu essen? Und er sandte Petrum das Jesus merkte, sprach er zu ih- und Johannem, und sprach: Gebet nen: Lasset sie zufrieden, was behin in die Stadt, sehet wann ihr kümmert ihr das Weib? Sie hat hinein kommt, wird euch ein Mensch ein gutes Werk an mir gethan; ihr begegnen, der trägt einen Wasſer, habt allezeit Armen bei euch, und frug, folget ihm nach in das Haus wenn ihr wollt, so könnt ihr ih- da er hinein geht, und ſagt dem Haus Das Leiden Christi aus ben vier Evangelisten 55 geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebet er sie bis ans Ende. Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei kom men, ich will bei dir die Ostern halten, wo ist das Gasthaus, darin schon der Teufel hatte dem Juda Und nach dem Abendessen, da nen ich das Osterlamm essen möge Simonis Ischarioth ins Herz ge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal geben, daß er ihn verrieth, wußte zeigen, daselbst bereitet es. Sie Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und gingen hin, und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten daß er von Gott kommen war, und das Osterlamm. zu Gort ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, Und am Abend kam er, und und nahm einen Schurz, und ums setzte sich zu Tische mit den zwölf gürtete sich. Darnach goß er WasAposteln, und er sprach zu ihnen: ser in ein Becken, hub-an den Mich hat herzlich verlanget, dies Jüngern die Füße zu waschen, und Osterlamm mit euch zu essen, ehe trocknete sie mit dem Schurz, da denn ich leide. mit er umgürtet war. Denn ich sage euch, daß ich hinDa kam er zu Simon Petro, und fort nicht mehr davon essen werde, derselbige sprach zu ihm: Herr, soll bis daß erfüllet werde im Reich test du mir die Füße waschen? JeGottes. Und er nahm den Kelch, sus antwortete und sprach zu ihm: dankete und sprach: nehmet densel was ich thue, daß weißt du jetzt ben, und theilet ihn unter euch, nicht, du wirst aber hernach erfah denn ich sage euch, ich werde nicht ren. Da sprach Petrus zu ihm: trinken von dem Gewächs des Nimmermehr sollst du mir die Füße Weinstocks, bis das Reich Gottes waschen. Jesus antwortete ihm: komme, an dem Tage, da ichs neu Werde ich dich nicht waschen, so trinken werde mit euch, in meines hast du kein Theil an mir. Spricht Vaters Reich. zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht Und indem sie aßen, in der Nacht, die Füße allein, sondern auch die. da er verrathen ward, nahm der Hände und das Haupt. Spricht Herr Jesus das Brod, dankete, Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, brachs, und gabs den Jüngern der darf nicht, denn die Füße wa und sprach: Nehmet, esset, das ist schen, sondern er ist ganz rein, und mein Leib, der für euch gegeben wird; folches thut zu meinem Gedächtniß. ihr seyd rein, aber nicht alle; denn er wußte seinen Verräther wohl, darum Desselbigen gleichen nahm er auch sprach er: Ihr seyd nicht alle rein. den Kelch nach dem Abendmahl, Da er nun ihre Füße gewaschen dankete, gab ihnen den, und sprach: hatte, nahm er seine Kleider und Trinket alle daraus, dieser Kelch setzte sich wieder nieder, und sprach ist das neue Testament in meinem abermal zu ihnen: Wisset ihr, was Blut, das für euch und für viele ich euch gethan habe? Ihr heiß, vergossen wird zur Vergebung der set mich Meister und Herr, und Sünden; solches thut, so oft ibrs saget recht daran, denn ich bins trinket zu meinem Gedächtniß. und auch. So nun ich, euer. Meister und Herr, euch die Füße gewaschen Vor dem Fest aber der Ostern, hab, sollt ihr auch euch unter einandas ist, auf denselbigen Abend, da der die Füße waschen. Ein Beiſpiel Jesus erkennete, daß seine Zeit hab ich euch gegeben, daß ihr thut, kommen war, daß er aus dieser wie ich euch gethan habe. WahrWelt ginge zum Vater, wie er hat lich, wahrlich ich sage euch, der sie tranken alle daraus. Knecht 56 Das Leiden Chrifti Knecht ist nicht größer, denn sein daß er forschen solle wer es wäre, Herr, noch der Apostel größer, denn von dem er sagte, denn derselbige der ihn gesandt hat. lag an der Brust Jesu, und sprach Jeſus So ihr solches wisset, selig send zu ihm: Herr, wer ists? ihr, so ihrs thut: Nicht sag ich antwortete: Der ist es, dem ich von euch allen, ich weiß welche ich den Bissen eintauche und gebe. Und erwählet habe, sondern daß die er tauchte den Bissen ein, und gab Schrift erfüllet würde: Der mein ihn Judas Simonis Jscharioth. Und Brod isfet, der tritt mich mit Fü- nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. sen; jetzt sag ichs euch, ehe denn Da sprach Jesus zu ihm: Was es geschiehet, auf daß wenn es ge- du thust, das thue bald: dasselbige schehen ist, daß ihr glaubet, daß aber wußte niemand über dem Tisch, ichs bin. Wahrlich, wahrlich ich wozu ers ihm sagte; etliche meine fage euch: Wer euch aufnimmt, so ten, dieweil Judas den Beutel ich jemand senden werde, der nimmt hatte, Jesus spräch zu ihm: Kaufe mich auf; wer aber mich aufnimmt, der was uns noth ist, aufs Fest, oder nimmt den auf, der mich gesandt hat. daß er den Armen etwas gebe. Da er Da solches Jesus gesagt hatte, nun den Bissen genommen hatte, ging ward er betrübt im Geist und zeu- er so bald hinaus, und es war Nacht. Da aber Judas hinaus gegangen gete, und sprach: Wahrlich, wahr. lich ich sage euch: Einer unter war, erhub sich ein Zank unter euch, der mit mir isset, der wird ihnen, welcher unter ihnen sollte mich verrathen; siehe, die Hand für den Größten gehalten werden. meines Verräthers ist mit mir über Er aber sprach zu ihnen: Die welt: Tische. Und die Jünger wurden lichen Könige herrschen, und die sehr traurig, sahen sich unter einan: Gewaltigen heißet man gnädige der an, und ward ihnen bange, Herren; ihr aber nicht also, son von welchem er redete, und sie dern der Größeste unter euch soll fingen an zu fragen unter sich selbst, seyn wie der Jüngste, und der welcher es doch wäre unter ihnen ,, Vornehmste wie ein Diener. Denn der das thun würde, und sagten welcher ist der Größeste? Der zu zu ihm einer nach dem andern: Tische sitzet, oder der da dienet? Herr, bin ichs? Und der andere, Ists nicht also daß der zu Tische siget? bin ichs? Er antwortete und sprach: Ich bin aber mitten unter euch wie Einer aus den Zwölfen, der mit ein Diener; ihr aber seyds, die ihr mir in die Schüssel tauchet, der beharret habt bei mir, in meinen wird mich verrathen. Unfechtungen, und ich will euc Des Menschen Sohn gehet zwar das Reich bescheiden, wie mire dahin, wie von ihm beschlossen und mein Vater beschieden bat, daß ih geschrieben ist, doch wehe dem effen und trinken sollt über meinen Menschen, durch welchen des Men Tisch in meinem Reich, und sizzer fchen Sohn verrathen wird; es auf Stühlen und richten die zwol wäre ihm besser, daß derselbige Geschlechte Israel. Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortere Judas, der ihn ver: rieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es. Da sprach aber Jesus: Nun i des Menschen Sohn verklärt, un Gott verklärt ist in ihm, ist Got verklärt in ihm, so wird ihn Got Es war aber einer unter seinen auch vertlären in ihm selbst, un Jüngern, der zu Tische saß an der wird ihn bald verklären. Brust Jefu, welchen Jesus lieb Lieben Kindlein! ich bin noc hatte, dem winkete Simon Petrus, eine kleine Weile bei euch, i werdet aus den vier Evangelisten werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hin. gehe, da könnt ihr nicht hinfom men. Und fage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch un ter einander liebet, wie ich euch gelies bet habe, auf daß ihr euch einander lieb habt. Dabei wird jedermann er kennen, daß ihr meine Jünger seyd, so ihr Liebe unter einander habt. 57 siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus, nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach, da sprach er zu ihnen; In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet ges Spricht Simon Petrus zu ihm: schrieben: Ich werde den Hirten Herr, wo gehest du hin? Jesus schlagen, und die Schaafe der antwortete ihm: Da ich bingehe, Heerde werden sich zerstreuen; wenn kannst du mir auf diesmal nicht ich aber auferstehe, will ich vor folgen, aber du wirst mir hernach euch hin gehen in Galiläam. Pes mals folgen. Petrus spricht zu ihm: trus aber antwortete und sprach zu Herr! warum kann ich dir auf ihm: Wenn sie auch sich alle an diesmal nicht folgen? Ich will mein dir ärgerten, so will ich mich doch Leben bei dir lassen. Jesus ant nimmermehr ärgern. Jesus sprach wortete ihm: Solltest du dein Le: zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heut ben bei mir laffen? Simon! Si in dieser Nacht, ehe denn der Hahn mon! siehe der Satan hat eurer zweimal krähet, wirst du mich drei. begehrt, daß er euch möchte sich mal verläugnen. Er aber redete ten, wie den Weizen, ich aber noch weiter: Ja, wenn ich auch habe für dich gebeten, daß dein mit dir sterben müßte, wollt ich Glaube nicht aufhöre; und wenn dich nicht verläugnen, desselbigen du dich dermaleinst bekehrest, so gleichen sagten alle Jünger. stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Da kam Jesus mit ihnen zu ei: nem Hof, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darin ging Jesus Er aber sprach: Wahrlich, wahr und seine Sünger. Judas aber, der lich, ich sage dir, Petre, der ihn verrieth wußte den Ort auch, Hahn wird heute nicht fräben, ehe denn Jesus versammelte sich oft da denn du dreimal verleugnet hast, selbst mit seinen Jüngern. Da sprach daß du mich kennest. Jesus zu ihnen: Geget euch hier, Und er sprach zu ihnen: So oft bis das ich dort hingehe und bete. ich euch gesandt habe ohne Beutel, Und er nahm zu sich Petrum ohne Taschen und ohne Schuhe, und Jacobum und Johannem, die habt ihr auch je Mangel gehabt? zween Söhne Zebedai, und fing an Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach zu trauren, und zittern und zagen, er zu ihnen: Aber nun, wer einen und sprach zu ihnen: Meine Seele Beutel bat, der nehme ihn, dessel ist betrübt bis in den Tod, bleibet bigen gleichen auch die Tasche; wer hier und wachet mit mir, betet auf aber nicht hat, der verkaufe sein daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Kleid, und faufe ein Schwerdt. Und er riß sich von ihnen bei Denn ich sage euch, es muß noch einem Steinwurf, und kniete nieder, das auch vollendet werden an mir, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, das geschrieben stehet: Er ist un- und betete, daß so es möglich wäre, ter die Ulebelthäter gerechnet; denn die Stunde vorüber ginge, und was von mir geschrieben ist, das hat sprach: Abba, mein Vater, es ist ein Ende. Sie sprachen aber: Herr! dir alles möglich, überhebe mich dieses 58 Das Leiden Christi dieses Kelchs, doch nicht was ich ein Zeichen gegeben, und gesagt: will, sondern was du willst. Und Welchen ich küssen werde, der is, er fam zu seinen Jüngern, und den greifet, und führet ihn gewiß. fand sie schlafend, und sprach zu Als nun Jesus wußte alles, was Petro; Simon! schläfest du? Ver- ihm begegnen sollte, ging er hinaus, magst du nicht eine Stunde mit mir und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? zu wachen? Wachet und betet, daß ihr Sie antworteten ihm: Jesum von Na: nicht in Anfechtung fallet, der Geist zareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. ist willig aber das Fleisch ist schwach. Judas aber, der ihn verrieth, Zum andermal ging er aber hin, stand auch bei ihnen. Als nun betete und sprach: Mein Vater! Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, ists nicht möglich, daß dieser Kelch wichen sie zurücke und fielen zu Be von mir gehe, ich trinke ihn dann, den. Da fragte er sie abermal: Wen so geschehe dein Wille. Und er suchet ihr? Sie sprachen: Jesum tam, und fand sie abermal schla- von Nazareth. Jesus antwortete: fend, und ihre Augen waren voll Ich habe euch gesagt, daß ichs sey, Schlafs, und wußten nicht was sie suchet ihr denn mich, so lasset diese ihm antworteten, und er ließ sie, gehen, auf daß das Wort erfüllet ging aber hin und betete zum drit- würde, welches er fagete: Ich habe tenmale dieselbigen Worte, und der Keinen verloren, die du mir sprach: Vater! willst du, so nimm gegeben bast. Joh. 17. diesen Kelch von mir; doch nicht! Und Judas nahete sich zu Jeſu: mein, sondern dein Wille geschehe ihn zu küssen, und alsbald trat er Es erschien ihm aber ein Engel zu ihm und sprach: Gegrüßest seyst vom Himmel, und stärkete ihn, und du Rabbi! und küssete ihn. Jesus es kam, daß er mit dem Tode aber sprach zu ihm: MeinFreund, was rang, und betete heftiger. Esrum bist du kommen? Juda! verrä war aber sein Schweiß wie Bluts- thest du des Menschensohn mit einem tropfen, die fielen auf die Erde. Kuß? Da traten sie hinzu, und legten Und er stand auf von dem Ge- die Hände an Jesum, und griffen ihn. bet, und kam zu seinen Jüngern, Da aber sahen die um ihn wa und fand sie schlafend vor Traurig ren, was da werden wollte, spra keit, und sprach zu ihnen: Ach! chen sie zu ihm: Herr! sollen wir wollt ihr nun schlafen und ruben? mit dem Schwerdt drein schlagen? Da Was schlafet ihr? Es ist genug, hatte Simon Petrus ein Schwerdt, fehet, die Stunde ist kommen, und, und zogs aus, und schlug nach des des Menschen Sohn wird über. Hohenpriesters Knecht, und hieb antwortet in der Sünder Hände; ihm sein rechtes Ohr ab, und der stehet auf, lasset uns gehen: siehe, Knecht hieß Malchus. der mich verräth ist nabe; betet aber, Jesus aber antwortete und sprach: auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Lasset sie doch so ferne machen. Und Stecke dein Und alsbald, da er noch redete, sprach zu Petro: siehe, Judas', der Zwölfen einer, Schwerdt in die Scheide, denn wer da er nun zu sich hatte genommen, das Schwerdt nimmt, der soll durchs die Schaar, und Diener der Ho- Schwerdt umkommen: oder meinest henpriester und Pharisäer, der du, daß ich nicht könnte meinen Neltesten und Schriftgelehrten, ging Vater bitten, daß er mir zuschickte er zuvor der Schaar, und kommt mehr denn zwölf Legionen Engel? dahin mit Fackeln, Lampen, mit Soll ich den Kelch nicht trinken, Schwerdtern und Stangen. den mir mein Vater gegeben hat? Der Verräther aber hatte ihnen Wie würde aber die Schrift erfül let aus den vier Evangelisten 59 let? Es muß also geschehen. Und er rübrete sein Ohr an, und beilete ihn. Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlenfeuer Zu der Stunde sprach Jesus zu gemacht, danieden mitten im Pal den Hohenpriestern und Hauptleu last, denn es war falt, und wärs ten des Tempels, und den Aelte meten sich. Petrus aber stund bei sten, die über ihn kommen waren: ihnen, und wärmete sich, auf daß Ihr seyd als zu einem Mörder, mit er säbe, wo es hinaus wollte. Die Schwerdtern und mit Stangen aus- Magd aber des Hobenpriesters, die gegangen, mich zu fahen, bin ich Thürhüterin, sahe Petrum bei dem doch täglich gesessen bei euch, und Licht, da er sich wärmete, und sahe habe gelehrt im Tempel, und ihr eben auf ihn, und sprach: Und du babt keine Hand an mich geleget. warest auch mit dem Jesu von Ga Aber dies ist eure Stunde, und die liläa? Bist du auch nicht tiefes Nacht der Finsterniffe, auf daß die Menschen Jünger einer? Er längs Schrift erfüllet würde. Das ist aber nete aber für allen, und sprach: alles geschehen, auf daß erfüllet wür- Weib, ich bins nicht. Ich kenne de die Schrift der Propheten. Da ver- sein nicht, ich weiß auch nicht, was ließen ihn alle Jünger, und flohen. du sagest. Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn, er aber ließ den Leinwand fahren, und floh bloß von ihnen. fum um seine Jünger und um seine Aber der Hohepriester fragte Ses habe frei öffentlich geredet vor der Lehre. Jesus antwortete: Ich Welt: Ich habe allezeit gelehret Die Schaar aber, und der Ober: pel, da alle Juden zusammen komin der Schule und in dem Tem= hauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jesum an, und men, und habe nichts im Winkel bunden ihn, führeten ihn aufs erste um? Frage die darum, die es ges geredt. Was fragest du mich dars zu Hannas der war Caiphas Schwäber, welcher des Jahrs Hosiehe, dieselben wissen, was ich ge bört haben, was ich geredet habe; herpriester war. Es war aber Cai phas, der den Juden rieth, es wäre dete, gab der Diener einer, die sagt habe. Als er aber solches regut, daß ein Mensch würde umge- dabei standen, Jesu, einen Backenbracht für das Volk. streich, und sprach: Sollst du demUnd sie führten ihn zu dem Ho- Hohenpriester also antworten? Jes henpriester Caiphas, das ist, zum sus antwortete: Hab ich übel geFürsten der Priester, dahin alle redet, so beweise es, daß es unHohenpriester und Schriftgelehrten, recht sey; hab ich aber recht gereund Weltesten sich versammelt hat- det, was schlägest du mich? Hanten. Simon Petrus aber folgte nas hatte ihn gebunden gesandt zu Jefu von ferne, und ein anderer dem Hohenpriester Caiphas. Sünger bis an den Pallast des Ho benpriesters. Derselbige Jünger war Simon Petrus aber stand und dem Hohenpriester bekannt, und wärmete sich. Und über eine kleine ging mit Jesu hinein in des Ho- Weile, nach dem ersten Verläugbenpriesters Pallast. Petrus aber nen, als er hinaus ging nach dem stund draußen vor der Thür. Da Vorhof, kräbete der Hahn. ging der andere Jünger, der dem eine andere Magd sahe ihn, und Hohenpriester bekannt war, hinaus, hub abermal an zu sagen denen, und redete mit der Thürhüterin, die dabei stunden: Dieser war auch und führete Petrum hinein. mit Jesu von Nazareth. Da sprac chen Und 60 Das Leiden Christi chen sie zu ihm: Bist du nicht sei- Da fragte ihn der Hohepriester ner Sünger einer? Und ein ande- abermal, und sprach zu ihm: Bist rer sprach: Du bist auch der einer. du Christus, der Sohn des Hoch Und er läugnete abermal, und gelobten? Ich beschwöre dich bei schwur dazu, und sprach: Mensch, dem lebendigen Gott, daß du uns ich bins nicht und kenne auch den sagest, ob du sevest Christus, der Menschen nicht. Sohn Gottes? Jesus sprach: Du Und über eine kleine Weile, bei sagest es, ich bins. Doch sage ich einer Stunde, bekräftigets ein an euch: Von nun an werdet ihr se derer mit denen die du stunden, und ben des Menschen Sohn sißen zur sprach: Wahrlich du bist auch der Rechten Hand der Kraft, und kom einer, denn du bist ein Galiläer, men in den Wolken des Himmels. deine Sprache verräth dich. Spricht Da zerriß der Hohepriester seine des Hohenpriesters Knecht, ein Ge Kleider, und sprach, er hat Gott freundeter des, dem Petrus das gelästert, was bedürfen wir weiter rechte Ohr abgehauen hatte: Sabe Zeugniß? Siehe, ießt haben wir ich dich nicht im Garten bei ihm? seine Gotteslästerung gehöret, was Da fing er an sich zu verfluchen, dünket euch? Sie aber verdamm und schwören, ich kenne des Men- ten ihn alle, und sprachen: Er ist des schen nicht, von dem ihr saget. Todes schuldig. Die Männer aber, Und alsbald, da er noch redete, die Jesum hielten, verspotteten ibn, krähete der Hahn zum andernmal. und speieten aus in sein Angesicht, Und der Herr wandte sich, und und schlugen ihn mit Fäusten. Et sahe Petrum an. Da gedachte Pe- fliche aber verdeckten ihn, und schlus trus an das Wort Jesu, als er gen ihn ins Angesicht, besonders zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der die Knechte, und sprachen: Weij Hahn zweimal krähet, wirst du sage uns, Christe, wer ist der dich mich dreimal verläugnen, und ging schlug? Und viel andere Lästerum: hinaus, und weinte bitterlich. gen sagten sie wider ihn. Die Hohenpriester aber, und die Neltesten, und der ganze Rath, Des Morgens aber versammelten fuchten falsche Zeugniß wider Je sich alle Hohepriester, Schriftgelebr sum auf daß sie ihn zum Tode hül- ten, und die Weltesten des Volkes, fen, und funden keins, wiewohl darzu der ganze Rath, und hielten viel falsche Zeugen herzu traten, einen Rath über Jesum, daß sie denn ihre Zeugnisse stimmten nicht ihm zum Tode bülfen, und führe: überein. Zulegt stunden auf und ten ihn hinauf vor ihren Rath, traten herzu zween falsche Zeugen, und sprachen: Bist du Christus? und gaben falsche Zeugnisse wider Sage es uns. Er aber sprach zu ihn, und sprachen: Wir haben ge- ihnen: Sage ichs euch, so glaubet hört, daß er sagte: Ich kann und ihr nicht. Frage ich aber, so ant will abbrechen den Tempel Gottes, wortet ihr nicht, und lasset mich der mit Händen gemacht ist, und dennoch nicht los; darum, von nun in dreien Tagen einen andern an wird des Menschen Sohn sizzen bauen, der nicht mit Händen zur rechten Hand der Kraft Got gemacht ist. Und ihre Zeugnisse tes. Da sprachen sie alle: Bist du stimmten noch nicht überein. denn Gottes Sohn? Er sprach zu Und der Hohepriester stund auf ihnen: Ihr sagets, denn ich bins. unter sie, und fragte Jesum und sprach: Sie aber sprachen: Was dürfen Untwortest du nichts zu dem, was wir weiter Zeugniß? Wir habens diese wider dich zeugen? Jefus aber selbst gehört aus seinem Munde. schwieg stille, und antwortete nichts. Und aus den vier Evangelisten. 61 Und der ganze Haufen stund auf, sprach Pilatus zu ihnen: So neh. und bunden Jesum, führten ihn met ihr ihn hin, und richtet ihn von Caipha vor das Richthaus, und nach eurem Gesetz. Da sprachen überantworteten ihn dem Landpfleger die Juden zu ihm: Wir dürfen Pontio Pilato; und es war noch frühe: niemand tödten, auf daß erfüllet Da das Judas sahe, der ihn ver: würde das Wort Jesu, welches er rathen hatte, daß er verdammt war sagte, da er deutete, welches Todes. zum Tode, gereuete es ihn, under sterben würde, Matth. 20. Joh. 12. brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und und die Äeltesten ihn hart zu vers Da fingen an die Hohenpriester Ueltesten, und sprach: Ich hab übel klagen, und sprachen: Diesen fins gethan, daß ich unschuldig Blut den wir, daß er das Volk abwenverräthen habe. Sie sprachen: Was det, und verbeut den Schoß dem gehts uns an? Da siehe du zu. Kaiser zu geben, und spricht: Er Und er warf die Silberlinge in den sey Christus, ein König. Da ging Tempel, hub sich davon und er- Pilatus wieder hinein in das Richts henkte sich selbst, und ist mitten haus und rief Jesu und fragte entzwei geborsten, und sein Einge- ihn, und sprach: Bist du der Juweide ausgeschüttet. den König? Jesus stand vor ihm Aber die Hohenpriester nahmen und antwortete: Redest du das von die Silberlinge, und sprachen: Es dir selbst, oder habens Dir andere taugt nicht, daß wir sie in den Gottes: von mir gesagt? Pilatus antwor fasten geben, denn es ist Blutgeld. tete: Bin ich ein Jude? Dein Volk Sie hielten aber einen Rath, und die Hohenpriester haben dich mir und kauften um diese Silberlinge, überantwortet: Was hast du geum den Lohn der Ungerechtigkeit, than? Jesus antwortete: Mein Reich einen Töpfersacker, zum Begräbniß ist nicht von dieser Welt. Wäre der Pilger. Und es ist kund wor mein Reich von dieser Welt, meine den allen, die zu Jerusalem woh- Diener würden drob kämpfen, daß nen, also, daß derselbige Acker gelich den Juden nicht überantwortet nannt wird auf ihre Sprache Ha- würde. Aber nun ist mein Reich feldama, das ist ein Blutacker, bis nicht von dannen. Da sprach Piauf den heutigen Tag. Da ist er: latus zu ihm: So bist du dennoch füllet, das da gesagt ist durch den ein König? Jesus antwortete: Du Propheten Jeremiam, der da spricht: sagest es. Ich bin ein König, id) Sie haben genommen dreißig Sil bin dazu geboren, und auf die berlinge, damit bezahlet war der Welt kommen daß ich die WahrVerkaufte, welchen sie kauften von beit zeugen soll. Wer aus der den Kindern Israel, und haben sie Wahrheit ist, der höret meine gegeben um einen Töpfersacker, als Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: mir der Herr befohlen hat. Was ist Wahrheit? Die Juden aber gingen nicht in Und da er das gesagt, ging er das Richthaus, auf daß sie nicht wieder hinaus zu den Juden, und unrein würden, sondern die Ostern sprach) zu ihnen: Ich finde keine effen möchten. Da ging Pilatus Schuld an ihm. Und da er vers u ibnen heraus, und sprach: Was flaget ward von den Hohenpriestern bringt ihr für eine Klage wider und Aeltesten, antwortete er nichts. diesen Menschen? Sie antworteten Pilatus fragte ihn abermal, und und sprachen zu ihm: Wäre dieser sprach: Antwortest du nichts? Siehe nicht ein lebelthäter, wir hätten wie bart sie dich verklagen. Hörest ihn dir nicht überantwortet. Da du nicht? und er antwortete ihm nicht auf 62 Das Leiden Christi auf ein Wort mehr, also daß sich der der war fast rüchtig, nämlich ein Landpfleger auch sehr verwunderte. Uebelthäter und Mörder, der hieß Sie aber hielten an, und spra- Barrabas, der mit den Aufrühri: chen: Er hat das Volk erreget, daschen war ins Gefängniß geworfen, mit, daß er gelebret hat hin und welcher im Aufruhr, der in der her im ganzen Jüdischen Lande, Stadt geschah, einen Mord beganund hat in Galiläa angefangen bis gen hatte. Und das Volk ging hieher. hinauf, und bat, daß er that, wie Da aber Pilatus Galiläam hörete, er pflegte. Und da sie versammlet fragte er: Ob er aus Galiäa wa waren, antwortete ihnen Pilatus. re? Und als er vernahm, daß er 3hr habt eine Gewohnheit daß ich unter Herodis Obrigkeit war, über einen los gebe auf Ostern, wel fandte er ihn zu Herodes, welcher chen wollt ihr, daß ich euch loss in denselbigen Tagen auch zu Je gebe, Barrabam oder Jesum, den König der Juden den man nennet rusalem war. Christus? Denn er wußte, daß Da aber Herodes Jesum sahe, ihn die Hohenpriester aus Neid ward er sehr froh, denn er hätte überantwortet hatten. ihn längst gern gesehen, denn er hatte viel von ihn gehöret, und er Und da er auf dem Richtstuhl hoffete, er würde ein Zeichen von saß, schickte sein Weib zu ihm, und ihm sehen, und er fragte ihm man ließ ihm sagen: Habe du nichts zu cherlei, er antwortete ihm aber schaffen mit diesem Gerechten, ich nichts. Die Hohenpriester aber und habe heute viel erlitten im Traum Schriftgelehrten stunden und ver von seinetwegen. klagten ihn hart. Aber Herodis mit follten, und Jesum umbrächten. Aber die Hohenpriester und Aelseinem Hofgesind verachtete und testen überredeten und reizten das verspottere ihn, legte ihm ein wei: Volk, daß sie um Barrabam bitten Bes Kleid an, und sandte ihn wie: der zu Pilato. Auf den Tag wurde Da antwortete nun der Landpfleger, Pilatus und Herodes Freunde mit und sprach zu ihnen: Welchen einander, denn zuvor waren sie wollt ihr unter diesen Zweien, einander feind. den ich euch soll los geben? Da Pilatus aber rief die Hohenprie schrie der ganze Haufe, und sprach: fter und die Obersten, und das Hinweg mit diesem, und gieb uns Volk zusammen, und sprach zu ih- Barrabam los. Da rief Pilatus aber: nen: Shr habt diesen Menschen zu mal zu ihnen, und wollte Jesum los mir bracht als der das Volk ab- lassen, und sprach: Was soll ich mit wende, und sehet, ich hab ihn für Jeſum machen, den man Christus euch verhöret, und finde an dem nennet? Sie schrien abermal: KreuMenschen der Sache keine, der ihr zige, freuzige ihn! Er aber sprach ihn beschuldiget, Herodes auch nicht, zum drittenmale zu ihnen: Was denn ich habe euch zu ihm gefandt, hat er denn übels gethan? Ich finde und sehet, man hat nichts auf ihn keine Ursach des Todes an ihm, bracht, das des Todes werth sey; darum will ich ihn züchtigen und darum will ich ihn züchtigen, und los lassen. los lassen. Aber sie schrien noch viel mehr, und sprachen: Kreuzige Auf das Fest aber mußte der ihn! und sie lagen ihm an mit Landpfleger nach Gewohnheit dem großem Geschrei, und forderten Volte einen Gefangenen los geben, das er gekreuziget würde: und ihr welchen sie begehrten. Er hatte und der Hohenpriester Geschrei nahm aber zu der Zeit einen Gefangenen, überhand. Da aus den vier Evangelisten. 63 Da nahm Pilatus Jesum, und mich dir überantwortet hat, der geiffelte ihn. Die Kriegsknechte bats größere Sünde. Von dem aber des Landpflegers führeten ihn an trachtete Pilatus, wie er ihn hinein in das Richthaus, und rie: los ließe. Die Juden aber schrien fen zusammen die ganze Rotte, und und sprachen: Lässet du diesen los, zogen ihn aus, und legten ihm ei: so bist du des Kaisers Freund nicht; nen Purpurmantel an, und floch- denn wer sich zum Könige machte, ten eine Krone von Dornen, und der ist wieder den Kaiser. festen sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte führete er Jesum heraus, und sagte Da Pilatus das Wort hörete, Hand, und beugten die Knie vor sich auf den Richtstuhl, an der ihm, und spotteten ihn, und fin- Stätte, die da beißet Hochpflaster, gen an ihn zu grüßen, und spra- auf Hebräisch aber Gabbatha. Es chen: Gegrüßet seyst du König der war aber der Rüsttag in den Ostern Juden! und schlugen ihn ins An- um die sechste Stunde; und er gesicht, und speieten ihn an, und sprach zu den Juden: Sehet, das nahmen das Rohr, und schlugen ist euer König! Sie schrien aber: damit sein Haupt, und fielen auf Weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht die Knie und beteten ihn an. Pilatus zu ihnen: Soll ich euren Da ging Pilatus wieder heraus, König freuzigen? Die Hohenpries und sprach zu ihnen: Sehet! ich ster antworteten: Wir haben keis führe ihn heraus zu euch, daß ihr nen König, denn den Kaiser. erkennet, daß ich keine Schuld an Da aber Pilatus sahe, daß er ihm finde. Also ging Jesus heraus, nichts schaffete, sondern daß viel und trug eine Dornen- Krone, und ein größer Getümmel ward, ge Putpurkleid. Und er sprach zu ih dachte er dem Volk genug zu thun, nen; Sehet, welch ein Mensch und urtheilete daß ihre Bitte ge Da ihn die Hohenpriester und die schehe, nahm Wasser, und wusch Diener sahen, schrien sie und spra- die Hände vor dem Volk, und chen: Kreuzige ihn! kreuzige ihn! sprach: Ich bin unschuldig an dem Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet Blute dieses Gerechten, sehet ihr ihr ihn bin, und kreuziget ihn! zu. Da antwortete das ganze Volk denn ich finde keine Schuld an ibm. und sprach: Sein Blut komDie Juden antworteteten ihm: Wir me über uns und über unsere baben ein Geset, und nach dem Kinder! Geser soll er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn der ums Aufruhrs und Mords Da gab er ihnen Barrabam los, gemacht. willen ward ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesumt aber, gegeisfelt, und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. Da Pilatus das Wort börete, fürchtete er sich noch vielmehr ,, und ging wieder hinein in das nicht haus, und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pi Jesum, zogen ihm den Mantel Da nahmen die Kriegsknechte latus zu ihm: Redest du nicht mit aus, und zogen ihm seine Kleider mir? Weißt du nicht, daß ich macht an, und führeten ihn hin, daß sie babe dich zu kreuzigen, und macht ihn kreuzigten, und er trug ſein babe dich los zu geben? Jesus ant- Kreuz. Und indem sie herausginwortete: Du bättest keine Macht über gen funden sie einen Menschen, mich, wenn sie dir nicht wäre von der vorüber ging, von Eirene, oben herab gegeben, darum, der mit Namen Simon, der vom Felde Fam, 64 Das Leiden Christi Fam, der ein Vater Alexandri und geschrieben: Jesus von Nazareth, Ruffi war, den zwungen sie, der Juden König. Diese lieberschrift daß er ihm sein Kreuz trüge, und lasen die Juden, denn die Stätte legten das Kreuz auf ihn, daß ers war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist; und es war geschrie: Jefu nachtrüge. Es folgeten ihm aber nach ein ben auf Hebräisch, Griechisch und großer Haufe Volks und Weiber, Lateinischer Sprache. Da sprachen die klagten und beweineten ihn: die Hohenpriester der Juden zu Jesus aber wandte sich um zu ih- Pilato: Schreibe nicht der Juden, nen und sprach: Ihr Töchter von König, sondern daß er gesagt habe, Jerusalem, weinet nicht über mich, ich bin der Juden König. Pilatus sondern weinet über euch selbst, antwortete: Was ich geschrieben und über eure Kinder, denn sehet, hab, das hab ich geschrieben. es wird die Zeit kommen, in wel. Die Kriegsknechte, da sie Jesum cher man sagen wird: Selig sind gekreuziget hatten, nahmen sie seine die Unfruchtbaren, und die Leiber Kleider, und machten vier Theile, die nicht geboren haben, und die einem jeglichen Kriegsknecht ein Brüste, die nicht gesäuget haben. Theil, dazu auch den Nock. Der Dann werden sie anfangen zu sa Rock aber war ungenäht, von oben gen zu den Bergen: Fallet über an gewirket durch und durch. Da uns; und zu den Hügeln: Bede: sprachen sie unter einander: Laſſet det uns: Denn so man das thut uns den nicht theilen, sondern dar am grünen Holz, was will am um loosen, weß er seyn soll, auf dürren werden? daß erfüllet würde die Schrift die Es wurden aber auch hingeführet da saget: Sie haben meine Klei zween andere Ulebelthäter, daß sie der unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos gewor mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte fen. Und saßen allda, und hüz Colches thaten die die da heißt auf Hebräisch Golgateten sein. tha, das ist verdollmetschet, Schä- Kriegsknechte. Und das Volk stand delstätt; und sie gaben ihm Essig und sahe zu. und vermyrrten Wein zu trinken, Es standen aber bei dem Kreuz mit Gallen vermischet; und da ers schmeckete, wollt ers nicht trinken. Jesu feine Mutter, und seiner Und sie kreuzigten ihn an der Mutter Schwester, Maria, EleoStätte Golgatha, und zween Ue- phas Weib, und Maria Magdabelthäter mit ihm, einen zur rech- lena. Da nun Jesus seine Mutter ten, und einen zur linken Hand, sabe, und den Jünger dabei ste Jesum aber mitten inne. Und die ben, den er sehr lieb hatte, sprach Schrift ist erfüllet, die da saget: er er zu seiner Mutter: Weib, siebe, ist unter die Uebelthäter gerechnet. das ist dein Sohn; darnach sprach Und es war die dritte Stunde, da er zu dem Jünger: Siehe das ist sie ihn kreuzigten. deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Jesus aber sprach: Vater! vergieb ihnen, den sie wissen nicht, was sie thun. Die aber vorüber gingen, läster ten ihn, und schüttelten die Köpfe, Pilatus aber schrieb eine Ueber und sprachen: Pfui dich! wie fein schrift, geschrieben was man ihm zerbrichst du den Tempel und bauest schuld gab, die Ursach seines Todes, ihn in dreien Tagen, hilf dir selber, und setzte sie auf das Kreuz, oben bist du Gottes Sohn, so steige zu seinem Haupte. Es war aber berab vom Kreuze. Desgleichen aud) die aus den vier Evangelisten. 65 die Hohenpriester verspotteten ihn] ner unter ihnen hin, nahm einen untereinander mit den Schriftgelehr- Schwamm, und füllete ihn mit Effig ten und Aeltesten, sammt dem Volk, und Isoven, und steckte ihn auf ein und sprachen: Er hat andern gehol- Rohr, und hielts ihm dar zum Munfen, und kann sich selber nicht helfen. de, und tränkete ihn, und sprach mit Ist er Christ, der König von Israel, den andern: Halt, lasset sehen, ob der Auserwählte Gottes, er helfe Elias- komme, und ihn herab nehme. sich selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wirs sehen und gläuben ihm. Er hat Gott vertrauet, der bracht! Und abermal rief er laut erlöse ihn nun, lüst es ihn, denn und sprach: Vater! ich befehle meier hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. nen Geist in deine Hände. Und als Dasselbige rückten ihm auch auf die er das gesagt, neigete er das Haupt, Morder, die mit ihm gekreuziget und gab seinen Geist auf. und schmäheten ihn. Es Da nun Jesus den Effig genom: men hatte, sprach er: Es ist vollwaren, verspotteten ihn auch die Kriegs- Tempel zerriß in zwei Stücke, von Und siehe da, der Vorhang im knechte, traten zu ihm, und brachten oben an bis unten aus, ihm Essig, und sprachen: Bist du Erde erbebete, und die Felsen zer der Juden König, so hilf dir selber. riffen, und die Gräber thaten sich und die Aber der Uebelthäter einer, die auf, und standen auf viel Leiber der da gehenkt waren, lästerte ihn, und Heiligen, die da schliefen, und gin. sprach: Bist du Christus, so hilf dir gen aus den Gräbern nach seiner selbst und uns. Da antwortete der Auferstehung, und kamen in die heis andere, strafte ihn und sprach: Und lige Stadt und erschienen Vielen. du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß stand gegen ihm über, und die bei Aber der Hauptmann der dabei bist, und zwar wir sind billig drin- ihm waren, und bewahreten Jesum, nen, denn wir empfahen was un- da sie sahen, daß er mit solchem sere Thaten werth sind, dieser aber Geschrei verschied, und sahen das hat nichts Ungeschicktes gehandelt, Erdbeben, und was da geschah, erund sprach zu Jesu: Herr, gedenkeschracken sie sehr, und preiſeten an mich, wann du in dein Reich Gott und sprachen: Wahrlich dieser kommest. Und Jesus sprach zu ihm: ist ein frommer Mensch gewesen, Wahrlich ich sage dir, heut wirst und Gottes Sohn. Und alles Volk du bei mir im Paradiese sein. daß dabei war und zusahe, da sie Und da es an die sechste Stunde sahen, was da geschah, schlugen sie kam, ward eine Finsterniß über das an ihre Brust, und wandten wieganze Land bis in die neunte Stunde, der um. und die Sonne verlor ihren Schein. Es standen aber alle seine Ver Und um die neunte Stunde rief Je- wandten von fernen, und viel Weisus laut und sprach: Eli, Eli, Laber die ihm aus Galiläa waren ma, Asabthani! Das ist verdoll nachgefolget, und sahen das alles, metichet: Mein Gott! mein Gott! unter welchen war Maria Magdawarum hast du mich verlassen? Et: lena, und Maria des kleinen Jaliche aber, die da stunden, da sie cobs und Joses Mutter und Sa. das böreten, sprachen sie: Der rufet lome, die Kinder der Mutter Zebe dem Elia. Darnach, als Jesus wußte, däi, welche ihm auch nachgefolget daß schon alles vollbracht war, dag hatten, da er in Galiläa war, und die Schrift erfüllet würde, spricht gedienet, und viel andere, die mit er: Mich dürftet! Da stand ein ihm hinauf gen Jerusalem gan, Gefäß voll Essig, und bald lief eigen waren. & Die 66 Das Leiden Christi aus den vier Evangelisten. Die Juden aber, dieweil es der Myrrthen und Aloen untereinan Rüsttag war, daß nicht die Leich der, bei hundert Pfunden. Da nah. name auf dem Kreuz blieben am men sie den Leichnam Jesu, der Sabbath,( denn selbigen Sabbaths- abgenommen war, und wickelten tag war groß) baten sie Pilatum, ihn in ein rein Leinwand, und daß ihre Gebeine gebrochen und ab- bunden ihn mit leinen Tüchern, genommen würden. Da kamen die und mit den Specereyen, wie die Kriegsknechte und brachen dem er Juden pflegen zu begraben. sten die Beine, und dem andern, Es war aber an der Stätte, da der mit ihm gekreuziget war. Als er gekreuziget ward, ein Garten, sie aber zu Jesu kamen, da sie sa- und im Garten ein neu Grab, das hen, daß er schon gestorben war, war Josephs, welches er hatte laf brachen sie ihm die Beine nicht, son sen hauen in einen Fels, in wels dern der Kriegsknechte einer öffnete ches niemand je geleget ward, das feine Seite mit einem Speer, und als selbst hin legten sie Jesum um deß bald ging Blut und Wasser heraus. Rüsttags willen der Juden, daß Und der das gesehen hat, der hat der Sabbath anbrach, und das es bezeuget, und sein Zeugniß ist Grab nahe war, und wälzten einen wahr, und derselbige weiß, daß er großen Stein vor die Thür des wahr gesagt, auf daß auch ihrglau- Grabes, und gingen davon. Es bet, denn solches ist geschehen, daß war aber allda Maria Magdalena, die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt und Maria Joses, die saßzten sich ihm kein Bein zerbrechen. Und aber- gegen das Grab, auch andere Weis mal spricht eine andere Schrift: ber, die da Jesu waren nachgefol Sie werden sehen, in welchen Sie get von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward. gestochen haben. Darnach am Abend, diewel es Sie kehreten aber um, und bereis der Rüsttag war, welcher ist der teten die Specerey und Salben, Vorsabbath, kam Joseph von Ari- und den Sabbath über waren sie mathia, der Stadt der Juden, ein still, nach dem Gesetz. reicher Mann, ein Rathsherr, ein Des andern Tages der da folgte guter frommer Mann, der hatte nach dem Rüsttage, kamen die Ho nicht gewilliget in ihren Rath und henpriester und Pharisäer zu Pilato, Handel, welcher auf das Reich Got und sprachen: Herr! Wir haben tes wartete, denn er war ein Jün- gedacht, daß dieser Verführer sprach, ger Jesu, doch heimlich aus Furcht da er noch lebete: Sch will nach vor den Juden, der wagets, und dreien Tagen auferstehen. Darum ging hinein zu Pilato, und bat, befiehl, daß man das Grab ver daß er möchte abnehmen den Leich- wahre bis an den dritten Tag, auf nam Jesu. daß nicht seine Jünger kommen, Pilatus aber verwunderte sich, und stehlen ihn, und sagen zum daß er schon todt war, und rief Volk: Er ist auferstanden von den dem Hauptmann, und fragte ihn: Todten, und wäre der letzte Be Ob er längst gestorben wäre? Und trug ärger denn der erste. Pilatus ſprach zu ihnen: da habt ihr die als er erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Hütte, gehet hin, und verwahret Jeſu, und befahl, man sollte ihn es, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahrten das Grab ihm geben; und Joseph kaufte ein Leinwand. Es kam aber auch ni- mit Hütern, und versiegelten den Stein. codemus, der vormals bei der Nacht zu Jejum kommen war, und brachte Geschichte Geschichte der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christ i. 1. a der Sabbath vergangen war,| gen ihr Angesicht nieder zu der Erkam Maria Magdalena, und de. Da sprachen sie zu ihnen: Was die andere Maria, welche genen- suchet ihr den Lebendigen bei den net wird Jacobi und Salome, und Todten? Er ist nicht hier, er ist Johanna und andere mit ihnen, die auferstanden, gedenket daran, wie mit Jesu kommen waren aus Gaer euch sagte, da er noch in Galis liläa, kauften und bereiteten die läa war, und sprach: Des Menschen Specerei, daß sie kämen und salbe Sohn muß überantwortet werden ten Jesum, denn den Sabbath über in die Hände der Sünder und gewaren sie still, nach dem Gesetz. freuziget werden, und am dritten Am Abend aber des Sabbaths, wel- Tage auferstehen. Und sie gedachcher anbricht am Morgen des ersten ten an sein Wort und giengen vom Tages der Sabbathen sehr früh, da Grabe, und verkündigten das dares noch finster war, kamen sie zum Grabe, da die Sonne aufging, und trugen die Specerei, die sie bereitet hatten. nach den Eilfen, und den andern allen, und sagten solches den Aposteln, und es däuchten sie ihre Worte eben als wärens Mährlein, und Und siehe es geschah ein groß Erd- glaubten ihnen nicht. Da aber Maria beben, denn der Engel des Herrn Magdalena also lief,( wie gesagt) stieg vom Himmel herab, traf hin- kam sie zu Simon Petro, und zu zu, und wälzete den Stein von der dem andern Jünger, welchen Jes Thür, und setzte sich darauf, und sus lieb hatte, und sprach zu ihseine Gestalt war wie der Blit, nen: Sie haben den Herrn wegs und sein Kleid weiß wie der Schnee. genommen aus dem Grabe, und Die Hüter aber erschracken vor Furcht. wir wissen nicht, wo sie ihn hingeund wurden, als wären sie todt. legt haben. Die Weiber aber sprachen unter- Daging Petrus und der andere Jüns einander: Wer wälzet uns den Stein ger hinaus, und kamen zum Grabe. von des Grabes Thür? Denn er Es liefen aber die zween zugleich, war sehr groß; und sie sahen dahin, und der andere Jünger lief zuvor und wurden gewahr, daß der Stein schneller denn Petrus, und kam am abgewälzet war von dem Grabe, ersten zum Grabe, kuckte hinein, und sie giengen hinein in das Grab, und sah die Leinen gelegt, er ging aber und fanden den Leib des Herrn nicht hinein. Da kam Simon Petrus Jesu nicht, da lief Maria Magda- ihm nach und ging hinein in das Grab, lena hinweg, solches nachzusagen und sah die Leinen gelegt, und das Und da die Weiber darum beküm Schweißtuch, das Jesu um das mert waren, daß der Leib Jesu nicht Haupt gebunden war, nicht bei den da war, siehe da, traten bei sie keinen gelegt, sondern beiseits ein. ween Männer in glänzenden Klei- gewickelt an einen besondern Ort. dern, und sie erschracken, und schlu- Da ging auch der andere Jünger hinein, 68 Von der Auferstehung. hinein, der am ersten zum Grabe Die Weiber aber gingen hinein fam, und sahe, und glaubte es, in das Grab, und sahen einen denn sie wußten die Schrift noch Jüngling zur rechten Hand sitzen, nicht, daß er von den Todten auf der hatte ein lang weiß Kleid an, erstehen müßte. Da gingen die Jün- und sie entsatzten sich. Es war aber ger wieder zusammen, und Petrus der Engel des Herrn. Er aber sprach verwunderte sich, wie es zuginge. zu ihnen: Entsetzet euch nicht, ich Maria aber stand vor dem Grabe weiß, daß ihr suchet Jesum von und weinete draussen; als sie nun Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist weinete, fuckte sie in das Grab, und nicht hier, er ist auferstanden, wie sabe zween Engel in weißen Klei er gesagt hat, kommet her, und der sigen, einen zu den Häuptern, fehet die Stätte, da der Herr ge und den andern zu den Füßen, da legen hat, und gehet schnell hin und sie den Leichnam Jesu hingelegt hat faget es seinen Jüngern, und Petro, ten, und dieselben sprachen zu ihr: daß er auferstanden sey von den Weib! was weinest du? Sie sprach Todten, und siebe, er wird vor euch zu ihnen: Sie haben meinen Herrn bingehen in Galiläa, da werdet ihr weggenommen, und ich weiß nicht, ibn sehen, wie er euch gesagt hat: wo sie ihn hingelegt haben. Siehe ich habs euch gesagt. Und als sie das sagte, wandte sie Und sie gingen schnell zum Grabe sich zurück, und sahe Jesum stehen, hinaus, mit Furcht und großer und wußte nicht, daß es Jesus war. Freude, und liefen, daß sie es fei Jesus sprach zu ihr: Weib! was nen Jüngern verkündigten, denn es weinest du? Wen suchest du? Sie war sie Zittern und Entsegen an meinete, es sey der Gärtner, und kommen, und sagten niemand nichts, sprach zu ihm: Herr! bast du ihn denn sie fürchteten sich. weggetragen, so sage mir wo hast du Und da sie gingen seinen Jün ihn hingelegt? So will ich ihn holen. gern zu verkündigen, siehe da be Jesus sprach zu ihr: Maria! Da gegnete ihnen Jesus und sprach: wandte sie sich um, und sprach zu Seyd gegrüßet, und sie traten zu ihm: Rabbuni! das heißt Meister. ihm, griffen an seine Füße, und fieUnd Jesus sprach zu ihr: Rühre len vor ihm nieder. Da sprach Jemich nicht an, denn ich bin noch sus zu ihnen: Fürchtet euch nicht, nicht aufgefahren zu meinem Vater. gehet hin, und verkündiget es mei Gehe aber hin zu meinen Brüdern, nen Brüdern, daß sie gehen in Galiund sage ihnen, ich fahre auf zu läa, daselbst werden sie mich sehen. meinem Vater, und zu eurem Vater, Da sie aber hingingen, siehe, da zu meinem Gott und zu eurem Gott. kamen etliche von den Hütern in Diese ist die Maria Magdalena, die Stadt, und verkündigten den von welcher Jesus austrieb sieben Hohenpriestern alles, was geschehen Teufel, welcher er am ersten erschien, war, und sie kamen zusammen mit da er auferstanden war, früh am den Aeltesten, und hielten einen ersten Tage der Sabbather. Und sie Rath, und gaben den Kriegsknech ging hin, und verkündigte es de ten Geld genug, und sprachen: nen, die mit ihm gewesen waren, Saget, seine Sünger kamen des die da Leid trugen und weineten, Nachts, und stohlen ihn, dieweil daß sie den Herrn gesehen hätten, wir schliefen, und wo es würde und solches hätte er zu ihr gesagt. auskommen bei dem Landpfleger, Und dieselben da sie höreten, daß wollen wir ihn stillen, und schaffen, er lebete, und wäre ihr erschienen, daß ihr sicher seyd. glaubten sie nicht. men das Geld, und Und sie nab thäten, wie fie und Himmelfahrt Jesu Christi. 69 sie geehret waren. Und solche Re- Und fing an von Mose und allen Prode ist ruchbar worden bei den Ju- pheten, und legte ihnen alle Schrif den, bis auf den heutigen Tag. ten aus, die von ihm gesagt waren. Und siehe, zween aus ihnen gien- Und sie kamen nahe zum Flecken, gen an demselbigen Tage in einen da sie hingingen. Und er stellte Flecken, der war von Jerusalem sich, als wollte er weiter gehen. sechszig Feldweges weit, des Namen Und sie nöthigten ihn, und sprabeisfet Emabus, und sie redeten mit chen, bleibe bei uns, denn es will einander von allen Geschichten. Abend werden, und der Tag hat Und es geschah, da sie so redeten sich geneigt. Und er ging hinein und befragten sich mit einander, bei ihnen zu bleiben. Und es genahete sich Jesus zu ihnen, und schab, da er mit ihnen zu Tische wandelte mit ihnen; aber ihre Au- saß, nahm er das Brod, dankete, gen wurden gehalten, daß sie ihn brachs, und gabs ihnen. Da wur: nicht kannten. Denn in einer an den ihre Augen geöffnet, und erdern Gestalt erschien er ihnen. kenneten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwi- Herz in uns, da er mit uns redete schen euch handelt unterwegens, und send traurig? Da antwortete auf dem Wege, als er uns die einer mit Namen Eleophas, und Schrift öffnete? Und sie standen sprach zu ihm: Bist du allein unauf zu derselbigen Stunde, kehrten ter den Fremdlingen zu Jerusalem, die Eilfe versammlet, und die bei wieder gen Jerusalem, und fanden der nicht wisse, was in diesen Ta ihnen waren; welche sprachen: Der gen drinnen geschehen ist? Und er prach zu ihnen: Welches? Sie aber Herr ist wahrhaftig auferstanden, sprachen zu ihm: Das von Jesu und Simoni erschienen. Und sie von Nazareth, welcher war ein erzählten ihnen, was auf dem WeProphet, mächtig von Thaten und ge geschehen war, und wie er von Worten, vor Gott und allem Volk, ihnen erkannt wäre an dem, da wie ihn unsere Hohepriester und er das Brod brach. Und denen Obersten überantwortet haben zur aber am Abend desselbigen Sabbaths, glaubeten sie auch nicht. Es war Verdammniß des Todes, und gekreu- und die Thüren waren verschlossen, ziget. Wir aber, hoffeten, er sollte Sfrael erlösen. Und über das alles da die Jünger versammelt waren, ist heute der dritte Tag, daß sol- aus Furcht vor den Juden. ches geschehen ist. Auch haben uns er- Da sie aber davon redeten, fam schrecket etliche Weiber der Unsern, die Jesus selbst, da sie zu Tische saken, find frühe bei dem Grabe gewesen, ha- und trat mitten ein, und sprach ben seinen Leib nicht funden, fom zu ihnen: Friede sey mit euch! und men und sagen, sie haben ein Ge- schalt ihren Unglauben, und ihres ficht der Engel gesehen, welche sagen, Herzens Härtigkeit, daß sie nicht er lebe. Und etliche unter uns gin- geglaubet hatten denen, die ihn gen hin zum Grabe, und fanden es gesehen hatten auferstanden. Sie also, wie die Weiber sagten, aber erschracken aber und fürchteten sich, ihn fanden sie nicht. Und er sprach meineten, sie sähen einen Geist. zu ihnen: O ihr Thoren und trä Und er sprach zu ihnen: Was ges Herzens, zu glauben alle dem, seid ihr so erschrocken; und warum das die Propheten geredet haben! kommen solche Gedanken in eure Mußte nicht Christus solches leiden, Herzen? Sehet meine Hände und und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Füße, ich bins selber, fühlet mich und 70 Von der Auferstehung. und sehet, denn ein Geist hat nicht Verständniß, daß sie die Schrift Fleisch und Bein, wie ihr sehet, verstanden, und sprach zu ihnen: daß ich habe. Und da er das Also ist es geschrieben, und also fagte, zeigete er ihnen Hände und mußte Christus leiden, und auferDa stehen von den Todten am dritten Füße, und seine Seiten. wurden die Jünger froh, daß sie Tage, und predigen lassen in seis nem Namen Buße und Vergebung den Herrn sahen. Da sie aber noch nicht glaubten der Sünden unter allen Völkern, vor Freuden und sich verwunder- und anheben zu Jerusalem. Ihr ten, sprach er zu ihnen: Habt ihr aber seid des alles Zeugen. Und hier was zu essen? Und sie legten abermal sprach er zu ihnen: Frie: thm vor ein Stück vom gebraten de sei mit euch! Gleich wie mich Fisch und Honigseims. Und er mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das ſagte, nahms, und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das bließ er sie an, und sprach zu ih sind die Reden, die ich euch sagte, nen: Nehmet hin den heiligen Geist, da ich noch bei euch war; denn es welchen ihr die Sünde erlasset, des mußte also erfüllet werden, was von nen sind sie erlassen, und welchen mir geschrieben ist im Gesetze Mose, ihr sie behaltet, denen sind sie bein den Propheten, und in den halten. Psalmen. Da öffnete er ihnen das II. homas aber der Zwölfen einer, sich Darnach in Galiläa offenbarete nicht bei ihnen, da Jesus kam. Tyberias. Er offenbarte sich aber Da sagtens die andern Jünger zu also: Es waren bei einander Si ihm: Wir haben den Herrn gese- mon Petrus, und Thomas, der da hen. Er aber sprach zu ihnen: beisfet Zwilling, und Nathanael, Es sey denn, daß ich in seinen von Cana in Galiläa, und die Händen sehe die Nägelmaale, und Söhne Zebedäi, und andere zween lege meine Finger in die Nägel seiner Jünger. Und Simon Pe maal, und lege meine Hand in trus sprach zu ihnen: Ich will hin seine Seiten, will ichs nicht glauben. fischen gehen; Sie sprachen zu ihm: Und über acht Tage waren aber- So wollen wir mit dir gehen. Sie mal seine Jünger drinnen, und gingen hinaus, und traten ins Thomas mit ihnen. Da kam Je- Schiff alsobald. Und in derselbigen sus, da die Thüren verschlossen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen war: waren, und trat mitten ein, und sprach: Friede sey mit euch! Dar- stand Jesus am Ufer, aber die nach sprach er zu Thoma: Reiche Jünger wußten nicht, daß es Je deine Finger her, und sich meine sus war. Und Jesus sprach zu ih Hände, und reiche deine Hand nen: Kinder habt ihr nichts zu her, und lege sie in meine Seiten. essen? Sie antworteten ihm: Nein. und sey nicht ungläubig, sondern Er aber sprach zu ihnen: Werfet gläubig. Thomas antwortete und das Netz zur Rechten des Schiffs, sprach zu ihm: Mein Herr und so werdet ihr finden. Da warfen mein Gott! Jesus sprach zu ihm: sie und konnten nicht mehr ziehen, Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, vor der Menge der Fische. die Selig sind, so glaubest du. nicht sehen, und doch glauben! Da sprach der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der " 71 und Himmelfahit Jesu Chrifti. der Herr; da Simon Petrus hö- Jesus sprach zu ihm: Weide meine rete, daß es der Herr war, gür- Schaafe. Da er aber das gesagt, sprach Petete er das Hemd um sich, denn Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, er war nackend, und warf sich ins da du jünger warest, gürtest du Meer, die andern Jünger aber ka dich selbst, und wandeltest, wo du men auf dem Schiffe, denn sie hin wolltest, wenn du aber alt wirst, waren nicht fern vom Lande, son- wirst du deine Hände ausstrecken, dern bei zweihundert Ellen und und ein anderer wird dich gürten zogen das Netz mit den Fischen. und führen, wo du nicht hin willst; Als sie nun austraten aufs Land, das sagte er aber zu deuten, mit saben sie Kohlen gelegt, und Fi welchem Tode er sche darauf, und Brod. Und Je- würde. Gott preisen sus sprach zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hin- er zu ihm: Folge mir nach. ein, und zog das Netz aufs Land trus wandte sich um, und sabe den voll großer Fische, hundert und Jünger folgen, welchen Jesus lieb drei und fünfzig. Und wiewohl ihr hatte, der auch an seiner Brust so viel waren, zerriß doch das Neß am Abendessen gelegen war, und nicht. Und Jesus sprach zu ihnen: gesagt hatte: Herr! wer ist's der Kommt und haltet das Mahl. dich verräth? Da Petrus diesen Niemand aber unter den Jüngern ſabe, sprach er zu Jesu: Herr! was durfte ihn fragen: Wer bist du? soll aber dieser? Jesus antwortete: Denn sie wußtens, daß es der Herr So ich will, daß er bleibe, bis ich war. Da kam Jeſus und nahm komme, was gehet es dich an? das Brod, und gabs ihnen; dessel. Folge du mir nach. Da ging eine bigen gleichen auch die Fische. Das Rede aus unter den Brüdern: ist nun das dritte mal, daß Jesus Dieſer Jünger stirbet nicht. Aber offenbart ist seinen Jüngern, nach: Jesus sprach nicht zu ihm: er stirbet dem er von den Todten auferstan- nicht; sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat es geschrieben, und wir wissen, den war. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, sprach Jesus zu Simon Petro: Simon Johanne, hast du daß sein Zeugniß wahr ist. mich lieber, denn mich diese haben? Aber die elf Jünger gingen in Er sprach zu ihm: Ja, Herr! du Galiläa auf einen Berg, dahin sie weißt, daß ich dich lieb habe. Und Jesus beschieden hatte, und da ist Jesus sprach zu ihm: Weide meine er gesehen worden von mehr denn Lämmer. Darauf sprach er zum fünfhundert Brüdern auf einmal, andern mal: Simon Johanne, hast deren noch viel leben, etliche aber du mich lieb? Er antwortete: Ja sind entschlafen. Und da sie ihn Herr! du weißt, daß ich dich lieb sahen, fielen sie vor ihm nieder. abe. Weide meine Schaafe, sagte Etliche aber zweifelten. Und Jeparauf Jesus, und dann sprach er sus trat zu ihnen, um drittenmal zu ihm: Simon nen und sprach: Mir ist gegeben redete mit ih Johanne, hast du mich lieb? Pe alle Gewalt im Himmel und auf rus ward traurig, daß er zum Erden. rittenmale zu ihm sagte: Hast du Welt und prediget das Evangelium Darum gehet hin in alle ich lieb? Und sprach zu ihm: allen Ereaturen, und lehret alle VolDerr! Du weißt alle Dinge, du ker, und taufet sie im Namen des peißt, daß ich dich lieb habe. Und Vaters, und des Sohnes und des heili 72 Von der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi. heiligen Geistes, und lehret sie; den. Und siehe ich bin bei euch alle der Welt Ende. halten alles, was ich euch befohlen Tage bis an habe. Wer da glaubet, und ge: Darnach ist er gesehen worden tauft wird, der wird selig werden; von Jacobo. 1. Cor. 15. wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen Also ehe er zum Himmel vor ihaber, die da folgen werden, denen, ren Augen aufgenommen ward, er die da glauben, sind die: In mei zeigte er sich lebendig seinen Aponem Namen werden sie Teufel aus: steln nach seinen Leiden, und das treiben, mit neuen Zungen reden, selbe durch mancherlei Erweisun. Schlangen vertreiben, und so sie gen, und ließ sich sehen vierzig Tage etwas Tödtliches trinken, wiro es lang, und redete mit ihnen vom ihnen nicht schaden, auf die Kran Reich Gottes, eröffnete ihnen das fen werden sie die Hände legen, Verständnis, daß sie die Schrift so wird es besser mit ihnen wer- verstanden. III. Und nd als er sie versammelt hatte, schied er von ihnen, und war aufe undbefahl er ihnen, daß sie nicht gehoben zusehens, und fuhr auf von Jerusalem wichen, sondern war gen Himmel, und eine Wolke nahm teten auf die Verheißung des Va- ihn auf vor ihren Augen, und hat ters, und sprach: Sehet, ich will sich zur rechten Hand Gottes gesetzt. euch senden die Verheißung meines Und als sie ihm nachsahen gen Vaters, welche ihr habt gehöret Himmel fahren, siehe, da standen von mir: Ihr aber sollt in der bei ihnen zween Männer in wei. Stadt Jerusalem bleiben, bis ihr ßen Kleidern, welche auch sagten: angethan werdet mit Kraft aus Ihr Männer von Galiläa, was der Höhe; denn Johannes hat mit stehet ihr, und sebet gen Himmel? Wasser getauft, ihr aber sollt mit dieser Jesu, welcher von euch ist dem heiligen Geist getauft werden, aufgenommen gen Himmel, der wird kommen, wie ihr ihn gesehen nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen habt gen Himmel fahren. Sie aber beteten ihn an, waren, fragten ihn, und sprachen: Herr! wirst du auf diese Zeit wie- fehrten wieder gen Jerusalem, mi der aufrichten das Volk Israel? großer Freude, von dem Berge, Er sprach zu ihnen: Es gebühret der da heißet der Delberg, welcher euch nicht zu wissen Zeit oder Stun ist nahe bei Jerusalem, und liegt. de, welche der Vater seiner Macht ein Sabbatherweg davon. Und als vorbehalten hat, sondern, ihr wer- fie binein kamen, stiegen sie auf det die Kraft des heiligen Geistes den Söller, da denn sich enthielten empfahen, welche auf euch kommen Petrus und Jacobus, und Johan wird, und werdet meine Zeugen nes und Andreas, Philippus und seyn zu Jerusalem, in ganz Judäa Thomas, Bartholomäus, und Mat und Samaria, und bis an das Ende thäus, Jacobus, Alphai Sohn und Simon Zelotes, und Judas Thadei. der Erde. Er führet sie aber hinaus bis Diese alle waren stets bei einander gen Bethania, und hub die Hand einmüthig mit Beten und Fleben, auf, und segnete sie, und es gesammt den Weibern, und Maria schah, da er sie gesegnet, nach dem der Mutter Jesu, und seinen Bru er nun genugsam zu ihnen geredet dern, und waren allwege im Tempel, hatte, nach seiner Auferstehung, lobeten, und benedeieten Gott. Kleine Der Katechismus Dr. Martini Lutheri. Vorhergehende Fragstücke, zum Eingang des Katechismi. Mein liebes Kind, was bist du? Antwort. Wie viel sind Hauptstücke des Katechismi z Untwort. Ich bin ein Christ. Fünf. Das Erste: Die heiligen zehn Gebote Gottes. Woher weißt du das? Antwort. Daß ich getauft bin, und glaube an meinen lieben Herrn Jesum Christum. Der Katechismus. Was ist einem Christen zu feiner Seligkeit zu Glaubens. wissen nöthig? Antwort. Das Undere: Die Artikel des christlichen Was ist der Katechismus? Antwort. Der Katechismus ist ein furzer Begriff der ganzen heiligen Schrift, daraus ein Christ lernen kann, was ihm zu seiner Das heilige Abendmahl oder Seligkeit nützlich und dienlich ist. Sakrament des Altars. Das Fünfte: Das erste Gebot. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das Dritte: Das heilige Vater Unser. Das Vierte: Die H. zehn Gebote Gottes. Wie sie ein Hausvater seinem Gesinde einfältiglich vorhalten und lehren soll. Das andere Gebot. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnüglich führen. Das Sakrament der heiligen Taufe. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, selben in allen Nöthen anrufen lügen oder trügen, sondern denbeten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was A 2 Das erste Hauptstück. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten: son dern dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe und lange lebest auf Erden. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herrn nicht verachten noch erzür nen: sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an feinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun; sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben, in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das ficbente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumund machen; sondern sollen ihn' entschuldigen, Gutes von ihm reden, und Alles zum Besten kehren. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waar oder Handel an uns bringen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst kein falsch Zeugniß geben wider deinen Nächsten. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen: sondern ihm dasselbige zu be halten, förderlich und dienslich seyn. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vich, oder Alles, was sein ist. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselbigen an halten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Antwort. Er sagt also: Ich der Herr dein Gott, bin ein starker eif riger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Bäter heimsucht an den Kindern, bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so Mich lieben, und meine Gebote halten, thue ich wohl ins taus fendfte Glied. Was Das andere Hauptstück. Was ist das? Antwort. Gott dräuet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten vor seinem Born, und nicht wider solche Gebote thun; er verheißet aber Gnade und alles Gutes allen denen, die solche Gebote balten; darum sollen wir ihn auch lieben, und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Summa aller Gebote, Du sollst lieben Gott dei- Propheten. 3 nen Herrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe, und von allen deinen Kräften; das ist das vornehmste und größeste Gebot. dem gleich: Du sollst deinen Das andere aber ist Nächsten lieben als dich ſelbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Der christliche Glaube. Wie ein Hausvater denselbigen seinem Gesinde aufs Einfältigste vorhalten soll. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Va= ter, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Untwort. Ich glaube, daß mich Gott ge schaffen hat sammt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Obren, und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält, dazu Stleider und Schub, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kinder, Necer, Vieb und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens, reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret, und das Alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzig feit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, das Alles ich ihm zu danken, und zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsam zu seyn, schuldig bin. Daß ist gewißlich wahr. Der andere Urtikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, feinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem hei ligen Geist. Geboren aus Maria Pontio Pilato. Gekreuziget, geder Jungfrauen. Gelitten unter storben und begraben. Niedergefahren zu der Hölle. Um dritten Tage wieder auferstanden von den Todten. Aufgefahren gen Himmel. Sizet zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Antwort. Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrauen Maria geboren, sey mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erA 2 worben Das andere und dritte Hauptstück. 4 worben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sey, und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene, in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Selig: keit, gleichwie er ist auferstanden vom Tod, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, christliche Kirche. Die Gemeinschaft der Heiligen. Vergebung der Sünden. Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben, Amen. Was ist das? Antwort. er= hei Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum meinen Herrn glauben, oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben leuchtet, im rechten Glauben gebeiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammlet, erleuchtet, liget, und bei Jesu hält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit, Er mir und allen Gläubigen tag lich alle Sünde reichlich vergibt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir sammt allen Gläubigen in Christo, ein ewiges Leben ge ben wird. Das ist gewißlich wahr. Christo er• Das Vater Unser, Wie ein Hausvater dasselbige seinem Gesinde aufs einfältigste Bater ater Unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Antwort. Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, Er sey unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder; auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht Ihn bit ten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten. vorhalten soll. Die erste Bitte, Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Antw. Gottes Name ist zwar an sich selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er bei uns hei lig werde. Wie geschieht das? Antwort. Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, darnach leben: Das hilf uns, lieber Vater im Himmel; wer aber an ders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheili get unter uns den Namen Gottes; da behüte uns vor, lieber himmlischer Vater. Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Antwort. Gottes Reich kommt wohl ohn unser Gebet, von ihm selbst, aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie Das dritte Hauptstück. Wie geschieht das? Antwort. Wenn der himmlische Vater uns, seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Untwort. Gottes guter, gnädiger Wille ge schieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Antwort. Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen las sen wollen, als da ist des Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille; sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende, das ist sein gnädiger und guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gib uns heute. Was ist das? Antwort. Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohn unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in die sem Gebet, daß Ers uns erkennen lasse, und mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Antwort. Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehöret, als: EF fen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberberren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und dergleichen. 5 Die fünfte Bitte. Und vergib vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselben willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der feiauch nicht verdienet, sondern Er nes werth, daß wir bitten, habens wolle uns Alles aus Gnaden ges ben, denn wir täglich viel ſündigen, und wohl eitel Strafe verdienen, so wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Antwort. Gott versucht zwar Niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht betrüge, noch verführe, im Mißglauben, Verzweiflung, und andere große Schand und Laster, und ob wir dabei angefochten würden, daß wir doch endlich gewin nen, und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebete, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel, von allerlei Hebel, Leibes und Seelen, Guts und Ehre erlöse, und zuletzt, wann unser Stündlein kommt, ein feliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel, Amen. Was 6 Das vierte Hauptstück. Was heißt Amen? Antwort. Daß ich soll gewiß seyn, solche Bitten sind dem Vater im Himme! angenehm und erhöret, denn Er Das Sakrament der H. Taufe. Wie ein Hausvater dasselbige seinem Gesinde einfältiglich vorhalten soll. Zum Ersten: Was ist die Taufe? Antwort. Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solches Wort Gottes? Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes.. Zum Undern: Was gibt oder nutzt die Taufe? Antwort. Sie wirket Vergebung der Sünden, erföset von Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit Allen die es Worte und Verheißung Gottes lauten. 7 Welche sind denn folche Worte und Verheißung Gottest Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden. Wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. 3um Dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Untwort. felbst hat uns geboten, also zu be ten, und verheißen, daß er uns wolle erbören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glau be, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Was ſer und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist: Ein gnadenreich Wasser des Lebens, ein Bad der neuen Geburt sagt zu Titum am dritten Kapitel: im heiligen Geist, wie St. Paulus Gott machet uns selig durch das Bad der Wiedergeburt, und Erneuerung des heiligen Geis stes, welchen Er ausgegoffen hat über uns reichlich, durch Jesum Chriftum unsern Heiland, auf daß wir durch des selben Gnade gerecht und Er ben seyen des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum Vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Untwort. in uns durch tägliche Reue und Es bedeutet, daß der alte Adam Buße soll ersäufet werden und sterben mit allen Sünden und bös sen Lüften, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit u. Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Antwort. St. Paulus zum Römern am sechsten Das fünfte Hauptstück. sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleich wie Christus ist von den Tod: wandeln. Das Sakrament des Altars. Wie ein Hausvater dasselbe seinem Gesinde einfältiglich vorhalten soll. Was ist das Sakrament des Altars? Antwort. Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi unter dem Brod und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? Antw. So schreiben die heiligen Evangelisten: Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs, und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle dar aus, dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. 7 ten auferweckt, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben Was nüket denn solch Essen und Trinken? Antwort. Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sakrament Seligkeit, durch solche Worte geVergebung der Sünden, Leben und geben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Effen und Trinken folche große Dinge thun? Antwort. Essen und Trinken tbuts freilich nicht, sondern die Worte so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sich neben dem leiblichen Essen und Trinken, als das Hauptstück im Sakrament, und hat was sie sagen, und wie sie wer denselben Worten glaubet, der lauten, nämlich, Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sakrament würdiglich? Untwort. Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht. Über der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gege= ben und vergoffen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig, und ungeschickt, denn das Wort( Für euch) erfordert eitel gläubige Herzen. Vom 8 Vom Amt der Schlüssel. Wie viel sind der Schlüssel? Antwort. alle arme bußfertige Sünder, soDer Schlüssel des Himmelreichs wohl insgemein, als auch einen find zwei, nämlich: Einer der da jeden insonderheit. löset, und der andere der da bindet. Wen sind sie befohlen? Antwort. Diese beide Schlüssel des Him: melreichs hat unser Herr Christus befohlen seinen Aposteln, wie auch allen ihren nachfolgenden reinen Lehrern und Kirchendienern. Wo stehet das geschrieben? Antwort. Daß der Herr Christus solche beide Schlüssel des Himmelreichs seinen Aposteln und allen reinen Lehrern befohlen habe, das stehet geschrieben Joh. am 20. Kapitel. Jesus blies seine Jünger an: und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, wels chen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen find sie behalten, Und Match. am 18. Kapitel Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was ihr auf Erden bin den werdet, das soll auch im Himmel gebunden seyn; und was ihr auf Erden lösen werdet, das soll auch im Himmel los seyn. In welchen Worten ist der Löseschlüsſel begriffen? Antwort. Der Löseschlüssel ist begriffen in diesen Worten, da der Herr Christus spricht: Welchen ihr die Sündé erlasset, denen sind sie erlassen. Und was ihr auf Erden lösen werdet, das soll auch im Himmel los seyn. Welche löfet man mit diesem Löseschlüssel: Antwort. Wie kann man aber wissen welche die busfertigen Sünder sind? Antwort. Die bußfertige Sünder sind alle diejenigen, die mit diesen dreien Stücken umgehen: erstlich, daß sie herzlich Leid tragen für ihre Sünde. Zum andern, mit dem Herzen glauben, und mit dem Munde bekennen, daß Christus Gottes Sohn, mit seinem Leiden, Ster: ben und Auferstehen, sie von ewis ger Verdammniß errettet. zum dritten, die einen reinen Und Wandel führen, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, der Gott gefällig ist, und alle Tage sich befleißigen, ihr Leben zu bessern. was wird ihnen denn aufgeschloſsen? Antwort. Den bußfertigen Sündern wird durch diesen Löseschlüssel aufge schlossen die Gnade, Barmherzigfeit und Güte Gottes, der Him mel, Gerechtigkeit, Geligkeit und das ewige Leben. 3 uns denn der Himmel zugeschlossen? Antw. Sa freilich ist uns der. Himmel zugeschlossen. Denn unsere Sünde Gott von einander geschieden, daß, wo uns der durch Christum nicht wieder eröff net würde, müßten wir ewig draußen bleiben, und dazu verdammt und verloren seyn. In welchen Worten wird uns der Bindes schlüssel vorgestellt? Antwort. Der Bindeschlüssel wird uns vor gestellt in diesen Worten: Welchen ihr die Sünde behaltet, denen sind sie behalten. Und was ihr auf Erden binden werdet, das soll auch im Himmel gebunden Welche Mit diesem Löseschlüssel löset man seyn. Vom Umt der Schlüssel und der Beicht. Welche Leute werden mit diesem Bindeschlüss fel gebunden? Untwort. Mit diesem Bindeschlüssel werden gebunden alle halsstarrige und unbußfertige Sünder, sowohl ins gemein, als einen jeden insonderheit. Wobei kann man solche gottlofe Leute kennen? Antwort. Die Gottlosen kann man darbei kennen, welche sich vom Worte Got tes und Sakramenten absondern, der Predigt des Evangelii nicht gehorchen, ein ärgerlich Leben führen, und davor keine Reue noch Leidwesen tragen. Was wird ihnen denn mit diesem Bindes schlüssel zugeschlossen? Untwort. Es wird den Gottlosen zugeschlos sen der Himmel, die Seligkeit, und Welche Sünde soll man denn Gott beichten? Antwort. Wie man die Einfältigen soll lehren beichten. Was ist die Beicht? Antwort. Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne: Das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seven dadurch vergeben, vor Gott im Himmel. ungehorsam, untreu, unfleißig ge= wesen seyest? Ob du jemand Leid gethan hast, mit Worten oder Werken? Ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset oder Schaden gethan hast? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beich. tiger wir allein die Sünde bekennen, die wir wiſſen und fühlen im Herzen. 9 das ewige Leben; und wird ihnen Hölle und ewige Verdammniß. aufgeschloffen der Zorn Gottes, die Welche sind die? Antwort. Da siehe deinen Stand an, nach den zehn Geboten: Ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, oder Magd seyest? Ob du Durch welche Mittel geschieht dies Losund Zuschließen? Antwort. Dies Los und Zuschließen geschieht durch des evangelischen Predigers mündliche Ankündigung, da er einem gläubigen, Menschen zusagt im Namen der bußfertigen Heil. Christo Jesu alle seine Sünden verDreifaltigkeit, daß ihm in geben sind. Herwiederum auch, da er einem unbußfertigen und ungläubigen Menschen verkündiget, aus Gottes Befehl, Gottes Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammniß, wofern er sich nicht bekehret. Lieber! stelle mir eine kurze Weise zu beichten? Antwort. So sollst du zum Beichtiger ſprechen: Würdiger lieber Herr, ich bitte euch, ihr wollet meine Beichte hören, und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen. Ja, sage an: Gott und charmer Mensch bekenne vor euch, daß ich ein armer Sünder bin, und die zehn Gebote in allen Stücken übertreten habe: damit ich verdient habe Gottes Zorn, zeitliche Strafe und ewige Verdammniß, welches mir alles von Herzen leid ist. Ich 10 Von der Beichte. Ich glaube aber, der allmächtige geben: Und was er mehr wider Gott werde mir meine Sünden die Gebote Gottes und seinen vergeben, und derselben wohlver: Stand gethan, ic. dienten Strafe, aus Gnaden erlafsen, um seines lieben Sohnes unsers Herrn Jesu Christi willen, der seinen Leib für mich gegeben, und sein Blut für mich vergossen hat, zur Vergebung der Sünden. Dafür ich Ihm will von Herzen danken, und mein Leben durch feine Gnade bessern. Bitte, wollet mich mit Gottes Wort trösten, von meinen Sünden lossprechen, und mir morgen das Hochwürdige Abendmahl, zur Stärkung meines schwachen Glaubens, mittheilen. Eine andere Beicht. Jdh charmer sündiger Mensch bekenne mich vor Gett aller Sünden schuldig; insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich ein Knecht ( Magd 2c.) bin; aber ich diene, leider! untreulich meinen Herrn, denn da und da habe ich nicht ges than, waß sie mich gebeißen, babe sie erzürnet, und zu fluchen beweget, habe versäumet, und SchaBin auch den lassen geschehen. in Worten und Werken unschambar gewesen, habe mich mit meines gleichen erzürnet, wider meine Frau gemurret, und gefluchet ic. Dies alles ist mir leid, ich bitte um Gnade, ich will mich bessern. Noch eine kurze Beicht. charmer, elendiger, fündiger daß ich, leider! viel gefündiget habe mit Gedanken Worten und Werken; es sei tödtlich, täglich, heimlich, öffentlich, wissentlich oder unwissentlich, die sind mir von Herzen leid, und bitte um Gnade, ich will mich bessern. Wenn aber jemand sich nicht bea schweret befindet mit solchen oder größeren Sünden, der soll nicht forgen, noch weiter Sünde suchen noch erdichten, und damit eine Marter aus der Beicht machen; sondern erzähle eine oder zwo, die du weißt, also: Insonderheit be kenne ich, daß´ ich einmal gefluchet: item einmal unhübsch mit Worten gewest. Einmal dies N. versäumet habe ic. Also laß es genug sein. Weißt du aber gar keine,( welches doch nicht wohl sollte mög lich seyn) so sage auch keine insonderheit, sondern nimm die Verge bung auf die gemeine Beicht, so du vor Gott thust, gegen den Beichtiger. Ein Herr oder Frau fage also: Ansonderheit bekenne ich für euch, und Gesinde nicht treulich erzogen habe, zu Gottes Ehren; ich habe gefluchet, böse Erempel mit unzüchtigen Worten und Werken gegeben, meinen Nachbarn Schaden gethan übel nachgeredet, zu teuer erkauft, falsche und nicht ganze Waare geDarauf soll der Beichtiger sagen: Gott sey dir gnädig und stärke deinen Glauben. Sprich weiter: Glaubst du auch, daß meine Vergebung Gottes Bergebung sey? Antwort. Ja, lieber Herr! Darauf spricht er: Wie du gläubest, so geschche dir. und ich, aus dem Befehl unsers Herrn Jesu Christi, vergebe dir deine Sünden, im Namen des Vaters und des Sohnes, und des heiligen Besondere Fragstücke. 11 beiligen Geistes, Amen. Gehe hin im Frieden. Beichtvater wohl wissen mit mehr Sprüchen zu trösten und zum GlauWelche aber große Beschwerung ben reizen. Das soll allein eine des Gewissens haben, oder betrübt gemeine Weise der Beicht sein für und angefochten sind, die wird der die Einfältigen. Etliche Fragstücke mit ihren Antworten. Für die so zum Sakrament gehen wollen. Gestellt durch D. Martin Luthern. Nach gethaner Beicht und Unterricht von hat sein Blut am Kreuz vergossen, den zehn Geboten, Glauben, Bater unfer, zur Vergebung der Sünden. von den Worten der Taufe und Sakrament, so mag der Beichtvater, oder einer sich selbst fragen: Glaubest du, daß du ein Sünder bist: Antw. Ist der Vater auch für dich gestorben? Antw. Nein, denn der Vater ist nur Gott, und der H. Geist auch; Ja, ich glaube es, ich bin ein aber der Sohn ist wahrer Gott Sünder. und wahrer Mensch, für mich ge storben, und hat sein Blut für Wie weißt du das? Antwort. Aus den zehn Geboten, die hab mich vergossen. ich nicht gehalten. Sind dir deine Sünden auch leid? Antwort. Ja, es ist mir leid, das ich wider Gott gesündiget habe. Was hast du denn mit deinen Sünden bel Gott verdient? Antwort. Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammniß. Hoffest du auch selig zu werden? Untwort. Ja, ich hoffe es. Wes tröstest du dich denn? Antwort. Meines lieben Herrn Christi. Wer ist Christus? Antwort. Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel sind Götter? Antwort. Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und beilger Geist. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich seiner Er ist für mich gestorben und Wie weißt du das? Antwort. Aus dem heiligen Evangelio, und aus den Worten vom Sakrament, und bei seinem Leib und Blut, im Sakrament mir zum Pfande gegeben. Wie lauten die Worte? Antwort. Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm Er das Brod, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: Solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm Er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab met hin und trinket alle darihnen den, und sprach: Nehaus, dieser Kelch ist das neue Testament Besondere Fragstücke. 12 Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut so oft ihrs trinket zu meinem Gedächtniß. So glaubest du, daß im Sakrament der wahre Leib und Blut Christi sei? Antwort. Ja, ich glaube es. Was bewegt dich denn das zu glauben? Antw. Das Wort Christi: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib: Trinket alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen, und fein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Antwort. Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie Er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihr es trinket zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselbigen verkündigen? Antwort. Daß wir lernen glauben, daß keine Kreatur hat können genug thun für unsere Sünden, denn Christus, wahrer Gott und Mensch, und daß wir lernen erschrecken für unsern Sünden, und dieselbigen lernen groß achten, und uns sein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben selig werden. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünz den zu sterben und dafür genug zu thun? Antwort. Was soll einem Christen vermahnen und reis zen, das Sakrament des Altars oft zu empfangen? Antwort. des Von Gottes wegen soll ihn beide Herrn Christi Gebot und Ver heißung. Darnach auch seine eige ne Noth, so ihm auf dem Halſe liegt, treiben, um welcher willen, folch Gebieten, Locken und Ver: heißung geschieht. Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet. Joh. 15. Röm. am 6. Gal. am 2. Kap. Wie soll ihn aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen tann, oder teis nen Hunger noch Durst zum Satrament empfindet? Antwort. Dem kann nicht besser gerathen werden, denn daß er erstlich in seinen Busen greife, ob er auch Fleisch und Flut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon fagt Galat. 5. Röm 6. Zum andern: daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sey, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt, Joh. 15. und 16. 1 Joh. 2. und 5. Kap. Warum willst du denn zum Sakrament gehen? Antwort. Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sey, wie geſagt. Und darnach auch von Shm lerne, Gott und meinen Nächsten lieben. Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift abmalt, Johann. am 8. und 16. 1 Petr. 5. Eph. 6. und 2 Tim. 2. Kap. ΝΟΤΑ. Diese Fragstück und Antwort ſind kein Kinderspiel, sondern von dem Ehrwürdigen, Hocherleuchte ten und theuren Mann Gottes D. Martin Luther, für die Jungen und Alten, aus einem großen Ernst vorgeschrieben. Ein jeder sehe sich wohl vor, und lasse es sich auch ein Erust seyn: denn St. Paulus zu den Galatern am 6. ſpricht: Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Wie 1 Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren, Morgens und Abends sich fegnen. Der Morgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette aufstehest, sollst du dich segnen und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn. und heiliger Geist, Amen. 13 Der Abendsegen. Des Abends, wann du zu Bette gehest, sollst du dich segnen und fagen: Darauf knieend oder stehend den Glauben und das Vater Unser, willst du, so magst du dies Gebet dazu sprechen: ch danke dir, mein himmlischer Bater, durch sefum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich: du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände, dein heiliger Engel sey mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als: Die zehn Gebote oder was deine Andacht gibt. geschlafen. Das wallt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen. 3 Glauben oder das Vater Unser, Darauf knieend oder stehend den willst du, so magst du dies Gebet dazu sprechen. ech danke dir, mein himmliſcher Bater, durch Jefum Chriſtum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet haft; und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten: denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Und alsdann flugs und fröhlich Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren, das Benedicte und Gratias sprechen. Die Kinder und Gesinde sollen Darnach das Vater Unser, und mit gefalteten Händen und züchtig dies nachfolgende Gebet. vor den Tisch treten, und sprechen: Aller ller Augen warten auf dich, Hegne uns dieſe deine Gaben, err Gott Vater, du ibre Speise zu seiner Zeit. Du thust die wir von deiner milden Güte deine milde Hand auf, und sättigest zu uns alles, was lebet, mit Wohlgefallen, Christum nehmen, durch Jesum unsern Herrn, Amen. Das 14 Die Haustafel. Das Gratias. Also auch nach dem Essen, fol: len sie gleicher Weise thun, züchtig mit gefalteten Händen sprechen: anket dem Herrn, denn Er Dante vendlich und ſeine Güte ir danken Dir, Herr Gott Whimmlischer Bater, durch währet ewiglich, der allem Fleisch Speise gibt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben Jesum Christum unserm Herrn, die ihn anrufen. Er hat nicht für alle deine Gaben und WohlLust an der Stärke des Rosses, that, der du lebest und regierest noch Gefallen an jemandes Beinen, in Ewigkeit, Amen. Den Bischöfen, Pfarrherrn und Predigern. in Bischof soll unsträflich seyn, eines Weibes Mann, nüchtern, fittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht pochen, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht baderhaft, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, daß gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen, durch die heilsame Lehre; und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 5 Tit. 3. der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, und auf seine Güte warten. Die Haustafel, oder etliche Sprüche, für allerlei H. Orden und Stände, dadurch dieselbe, als durch eigene Lection, ihres Amtes und Dienstes zu ermahnen. Den Zuhörern und Pfarrkindern. Darnach das Vater unser, und dies nachfolgende Gebet: er Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren, 1 Cor. 9. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gu tes dem, der ihn unterrichtet. Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, Die Aeltesten, die wohl vorstehen, die halte man zweifacher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen der da drischet, das Maul nicht verbinden. Stem, ein Arbeiter ist seines Lohns werth, 1. Tim. 5. Luc. am 10 Kap. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch vorstehen in dem Herrn, und ermahnen, habt ſie desto lieber um ihres Werks wil len, und seid friedsam mit ihnen, 1. Theff. 5. Seyd unterthan euern Lehrern, und folget ihnen, denn sie wachen über Die Haustafel. 15 über eure Seelen, als die da lichen Ordnung um des Herrn Rechenschaft davon geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut, Hebr. 13. willen, es sey dem Könige als dem Obersten oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Ulebelthaten, und zum Lobe der Frommen, 1 Petr. 2. Der weltlichen Obrigkeit. Den Ehemännern. Pedermann Je brigkeit, die Gewalt über hr Männer, wohnt bei euren 1 keit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber wider streben, werden über sich ein Urtheil empfahen; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Den Eheweibern. Strafe über den, der Böses thut, Die Weiber ſeien unterthan ih13. Den Unterthanen. ebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist, Matth. 22. So send nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gegebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeug seine Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Geber nicht verhindert werde, 1 Petr. 3. Und seyd nicht bitter gegen sie, Col. 3. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam seyn, Tit. 3. Seid unterthan aller menschwie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seyd, so ihr wohl thut, und nicht so schüchtern seyd, ic. 1 Petr. 3, Eph. 6. Col 3. Den Eltern. hr Väter, reizet eure Kinder nicht daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet fie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn Sph 6. ihr auch Schoß geben, denn es find Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seyd, ic. Röm. 13. Den Kindern.. So ermahne ich nun, daß man vor allen thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Dank Ihr Kinder ſeyd gehorſam eifern Herrn, denn. fagung für alle Menschen, für die Könige, und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiglich und stilles Leben führen mögen; in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, denn solches ist gut, dazu auch an-* genehm, 2c. 1. Tim. 2. das ist billig; ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot das Verheißung hat, nämlich, daß dirs wohl gehe, und lange le best auf Erden, Eph. 6. Den Hausherrn und Hausfrauen. hr Heren was recht und gleich den und 16 Die Haustafel. Kinder lieben, and lasset das Dräuen, und wisset Männer lieben, daß auch euer Herr im Himmel sittig seyn, keusch, häuslich, güist, und ist bei ihm kein Ansehen tig, ihren Männern unterthan, der Person. Col. 3. Ephes. 6. auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Der gemeinen Jugend. hr Jungen, seyd den Alten hr leiblichen Herrn mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet, und nicht den Menschen, und wis Den Wittwen. ſet, was ein jeglicher Guts thun Welche eine rechte Wittwe und wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sey ein Knecht oder ein Freier, Eph. 6. stellet ibre Hoffnung auf Gott, und bleibe am Gebet Tag und Nacht. Wel che aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1. Tim 5. die Demuth, denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den De müthigen gibt Er Gnade. demüthiget euch nun, unter die gewaltige Hand Gottes, daß Er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petr. 5. Den Ulten. " u aber rede, wie es sich gezienach der Den Alten, daß ſie nüchtern seyn. ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Lehre, in der Geduld. Den alten Weibern desselbigen gleichen, daß sie sich stellen, wie den Heiligen geziemt, nicht Lä- Ein jeder lern sein Lection, ferin seyn, nich Weinsäuferin, die Lehrerin, daß sie die junge So wird es wohl im Hause Beiber lehren züchtig sein, ihre stohn. Der Gemeine. Nächsten als Liebe deinen Machort find alle ſelbst, Gebot verfasset. Rom. 13. Und haltet an mit beten für alle Menschen. 2. Tim. 5. Ende des kleinen 3 techismi. Ittara. tree ا اور الا مع ہو موسو جب * carpe c Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 3 + 4+ 4, ²0 6 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 16 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8