LE G& 4851 den 6 tm Mär 1889. nicht. unfer Müter u Schosiegermuter Wilhelmine Blam 12. Mehr Mitage gehler ben den 11½ Auguſt 1896 jist unser Vater Ferdinand Blum Uhr Mittags gestorben. Am 3 Nov. 1954 ist mein lieber. Vater, Eberhard Kreisler muy 715 morgens verschieden. Aan 2 Uhr auf Barmstedten 6 Nov. Friedhof beigesetzt worden Auswahl Geistlicher Lieder mol aus dent Mitauschen Gesangbuche, nebst einem Anhange von Liedern und Gebeten. BIBLIA SACRA Mitau, gedruckt bei Johann Friedrich Steffenhagen und Sohn. 1838. Gb 4851 Der Druck wird gestattet unter der Bedingung, daß nach Vollendung desselben die gesekmäßige Anzahl von Exemplaren hieher eingängig gemacht werde. Riga, am 17ten März 1838. Dr. E. E. Napiersky, Cenfor. Von dem Kurländischen Evangelischen Consistorio wird desmittelst, nach geschehener desfallfiger Beprüfung, bescheinigt, daß der vorstehende Liederauszug aus dem im Jahre 1795 bei Johann Friedrich Steffenhagen im Druck erschienenen Mitauschent Deutschen Gesangbuche Nichts gegen die heilige Schrift und gegen die symbolischen Bücher der Evangelisch- Lutherischen Kirche enthält. Schloß Mitau, den 3ten December 1837. ( L. S.) ( No. 2315.) Consistorial Affeffor Ed. Bahder. Secretaire Richter. Univ.- Bibl. Giessen C Vorerinnerung. Damit amit diejenigen, die das, in allen Auflagen bereits vergriffene Mitausche Gesangbuch nicht besigen, auch diesen Auszug aus demselben beim öffentlichen Gottesdienste benußen können, so sind die ausgewählten Lieder mit doppelten Nummern versehen worden, von denen die größer gedruckte, mit dem Text in einer Linie stehende, die Nummer des alten, bei uns unverändert in kirchlichem Ge brauche bleibenden Gesangbuches bezeichnet. me 231 ( L 3 Ordnung und Inhalt der Lieder. Erfter Theil. Zeitlieder. I. Tägliche Lieder. 1. Morgenlieder 2. Abendlieder II. Allgemeine Sonntagslied. 25- 35 III. Sestlieder. 1. 3u Advent 2. Zu Weihnacht 7. Zu Ostern 8. Zu Himmelfahrt 3. 3u Neujahr 4. 3u Epiphanias 5. Zu Maria Berkündigung 65 6. Zur Paffionszeit 9. Zu Pfingsten 10. 3u Trinitatis 11. Zu Johannis ● 4. Bon der Kirche 5. Bon der Heilsordnung: Buße und Bekehrung Glaube, Rechtfertigung, Gnadenstand 6. Von den letzten Dingen: Vom Tode Zweiter Theil. Lehrlieder. I. Glaubenslieder. 1. Bon Gott.( Wesen, Eigens schaften, Werke Gottes, Schöpfung, Erhaltung, Borsehung und Regierung.) 127-147 Bon Christo, dem Sohne Gottes 148-158 2. Bom Menschen.( Sünden: fall, Erneuerung) 159-165 3. Von den Gnadenmitteln: a. Bom Worte Gottes b. Von der Taufe c. Bom Abendmahl 166-169 170-172 173-182 183-190 2. Besondern Inhalts; a. Pflichten gegen Gott Erkenntniß Gottes ● 222-227 Von der Auferstehung 228-232 Bom jüngsten Gericht 233-234 235-236 Vom ewigen Leben ● II. Tugendlieder. . Nummer. 1-15 16-24 ♦ 1. Vom christlichen Wandel im Allgemeinen 36-44 4553 62 5463-64 6685 86-99 100-109 110-121 122-126 126 . 191-196 197-221 Furcht Gottes Liebe zu Gott Lust und Freude an Sott 256-257 Bertrauen und Ergebung in Gottes Willen 258-272 Neußerer Gottesdienst Gebet. Lob Gottes Gehorsam gegen Gott 284 Berhalten gegen Jesum, Liebe, Bertrauen, Nachs folge b. Pflichten gegen sich selbst: Selbsterkenntniß. Demuth Sorge für die Seele Weisheit Rechter Gebrauch des zeits lichen Lebens Zufriedenheit Treue im zeitlichen Beruf 307 Geduld und Gottergebens heit Vorbereitung zum Tode 309 c. Pflichten gegen den nächs 308 In allerlei Trübfal In geistlicher Anfechtung Bei Verfolgung In Krankheit Am Sterbebett Bei Begräbnissen 312-319 ften Allgemeine Menschenliebe 312 Nachsicht und Sanftmuth 313-314 Gerechtigkeit 315 Wohlthätigkeit u. Dienst: fertigkeit 316 Friedfertigkeit und Vers föhnlichkeit Verhalten gegen Lehrer 319 317 318 Dritter Theil. I. Klag: und Trostlieder. 320-330 320-323 ● Anhang. 237-246 1. Zum Reformationsfest 247-295 2. 3um Erndtefeft 247-249 3. Bei einer Trauung 250-252 4. Bei einer Taufe 253-255 5. Bei der Confirmation 6. Bei Begräbnissen. Bon Erwachsenen. Bon Kindern ● ♦ 324 325 326-327 328 329-330 II. Bittlieder.( Allgem. Inh.) 331-335 III. Dank und Loblieder 336-344 Allgemeinen Inhalts 336-340 Am Geburtstage 341 Für die tägliche Erfahs rung der göttlichen Gna: de und Güte ... Nummer. 273-278 279-280 281-283 • 285-295 ● 296 297 298 299 300 ● 301 302 303-306 342-344 345-348 349 352 353-358 359-362 363-366 367-373 367-371 372-373 Erster Theil. 3 eitlieder. I. Tägliche Lieder 1. Morgenlieder. 1. Mel. Schmücke dich, o liebe. vor dich kommen, Kehre dich zu mir in gnaden, Wende meiner seelen schaden, Bleibe, 4 Auf, mein herz, wach Herr, mir stets zur ſeiten. Wann mich satan will bestreiten. Wann in angst ich zu dir schreie, Mich mit deinem troft erfreue. auf und singe, Gott, dem Schöpfer aller dinge, Gott, der dich so herzlich liebet, Und das licht dir wieder giebet! Alles, was genannt 4. Gieb, o Brunnquell aller mag werden, Feuer, wasser, güter, du treuer Menschenluft und erden, Stunden, tage, hüter! Wo ich sitze, wo ich jahr' und zeiten, Müssen sei- stehe, Und auf meinen wegen nen ruhm ausbreiten! gehe, Daß dein guter Geist mich treibe, Und dein engel bei mir bleibe, Gieb gesundheit, kraft und stärke Zur verrichtung meiner werke. 2. Großer Gott, durch deine gute, Nicht mein herz und mein gemüthe, Daß ich deines namens ehre Diesen ganzen tag vermehre, Daß ich stets, an allen orten, Mit gedanken, werk und worten, Willig, freudig, deinen willen Mich bemühe zu erfüllen. 3. du wahres Licht der frommen! Laß mein flehen 5. Und dieweil an deinem segen Alles, alles ist gelegen, Ach so segne, Vater! segne Mich), dein kind, und mir begegne Früh mit gnad, laß dein gedeihen Täglich sich bei mir verneuen, Laß kein unI 2 I. Tägliche Lieder. glück mich berühren, Und 4. Gedenke auch der meidein heil mich stets verspüren. nen, Sie sind ja alle dein, Laß, Vater! laß der keinen Von dir verlassen seyn. Ich preise dich dafür Mit dankendem gemüthe, Und freu mich deiner gute, Und traue ewig dir. 6. Nun, mein Gott! dir sey ergeben, Gut und ehre, leib und leben! Freund und feind ich dir befehle, Und vor allen meine seele! Laß sie einst im friede fahren Zu den auserwählten schaaren, Und mit ihnen deinen namen Ewig preisen, Amen, Amen. 2. In bekannter Melodie. 5 Aus meines herzens grunde Sag ich dir lob und dank, In dieser morgenstunde Und auch mein lebenlang. Gott! vor deinem thron Fall ich in demuth nieder; Dein antlik such ich wieder, Durch Christum, deinen Sohn. 3. 2. Der du aus lauter gnaden, In der vergangnen nacht, Mich vor gefahr und schaden Behütet und bewacht: Verwirf auch jezt mich nicht, Du Freund der menschenkinder, Und geh mit mir, dem fünder, Herr, Herr, nicht ins gericht. Mel. Von Gott will ich nicht. 8 Das licht erscheint mir wieder, Ich bin vergnügt er= wacht. Erhebt, ihr meine lieder, Den ruhm der höchsten 3. laß mich gnade fin- macht! Gott lenkte die geden, Gieb was mir nützlich fahr, Auf mein erhörtes bitist, Bewahre mich vor sün- ten, Von mir und meiner hütden, Und vor des satans list;| ten; Gott, der mein Hüter Vor bösem schnellen tod, Vor allzuschweren leiden, lasterhaften freuden Bewahre mich, o Gott! war. Vor 5. Gott will ich lassen rathen, Der alles stets vermag. Er segne meine thaten, Und mich auch diesen tag. Ihm nur sey heimgestellt, Leib, seele, glück und leben, Und was er mir gegeben, Er mach's, wie's ihm gefällt. 6. Drauf sag ich freudig amen, Und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Christi namen Mein seufzen gnådig an. Ich geh an meine pflicht, Mit meinem stand zufrieden, Dazu mich Gott beschieden, und er verläßt mich nicht! 2. Der schlaf hat mich erquicket, Der leib fühlt keinen schmerz, Kein herber kum 1. Morgenlieder. 3 mer drücket mit neuer last| 2. Mein Gott hat mich bemein herz, Mir sind in die wacht, Und an das licht geser nacht Die meinen nicht bracht. Durch seine hut und entrissen: Das leid hat wei- gnade Ist mancher fall und chen müssen, Weil Gott für schade, Der mich sonst leicht uns gewacht. verschret, Getreulich abgewehret. 3. Thr, die ihr auf Gott bauet, Auf! seyd zum dank erweckt! Wer seinem schutz vertrauet, Bleibt ruhig und gedeckt; Der satan und die welt Vermag dem nichts zu rauben, Der sich in festem glauben An seinen Schöpfer hält. 3. Mein Vater und mein Hort! Wo find ich kraft und wort, Dich nach gebühr zu preisen? Dir ehre zu erweisen? Zum ruhme deiner werke Besitz ich keine stårke. 4. Du hast von jugend auf Regieret meinen lauf, Und land, Voll seiner ehre werfen von dir haben; Auch hat tausend gute gaben Mich las den! Seht seiner allmacht dein heilger segen Sich müs hand, Seht, wer nur sehen 4. Es müssen meer' und erden, Und jedes volk und kann, Der gut' und weisheiti sen um mich legen. spuren, und in den kreaturen Den glanz des Schöpfers an! 5. Rühmt ihn bei frühem tage! Daß seine herrlichkeit Ein tag dem andern sage, Die zeit der nächsten zeit; Und selbst die stille nacht Sey laut von seinem preise, Ihr schatten selber, weise Die klarheit seiner macht! 5. Es ist, Herr, deine gab, Was ich nur bin und hab; Mein glück und was mich nähret, Hast du mir, Herr, bescheret; Von dir hab ich mein leben Und was mir nůzt darneben. 6. So nimm nun wieder hin Das, was ich hab und bin, Und laß, o Herr, in allen, Mich, dir zum wohlgefallen, Nur deinen guten willen Stets suchen zu erfüllen. 4. Mel. Auf meinen lieben Gott. 11Der sterne glanz erbleicht, 7. Wenn ich auch etwa nicht Der morgen ist erreicht, Ich Erfüllte meine pflicht, Nicht seh das licht nun wieder: thate, was ich sollte, Und Wacht auf ihr meine lieder, och von herzen wollte: So Ein opfer Gott zu bringen strag, o herr, erbarmen, Und Mit beten und mit singen! strafe nicht mich armen. 4 I. Tägliche 8. Laß deines Geistes licht, Mit hulf und unterricht, Mich immerfort regieren; Und mich zur weisheit führen. Die laß, o Herr, mich leiten, In meinen lebenszeiten. 9. Gieb mir ein solches herz, das mit gefühl und schmerz Bereue seine sünden; Und laß mich gnade finden. Du wollst um Jesu willen Mein sehnlich's flehn erfüllen! 10. Laß diesen ganzen tag, Und was ich leben mag, In gut und bösen zeiten, Mich deinen schutz begleiten, Zum anfang und zum ende Mir deinen beistand sende. II. Und wann zu seiner zeit Ich diese eitelkeit Verlassen soll und sterben; So laß mich, Vater, erben Dein reich im himmel droben. Dann will ich dich recht loben. Lieder. 2. Von ganzem Herzen dank ich dir, Für deine gnade, die du mir Auch diese nacht er wiesen. Zu meinem Leben ſet= zest du Jezt einen neuen tag hinzu: Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich! Und ich merke Neue stårke; Dich erhebe Meine zunge, weil ich lebe! 3. Verleih, o Gott der lieb und macht! Daß sünd und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe, Daß ich die kurze lebenszeit In christlicher zufriedenheit Zu nützen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ichs meine: Dir ist keine Meiner sorgen, Auch die kleinsie nicht verborgen. 4. Ich bin ein christ; o Herr, verleih, Daß ich des namens würdig sey. Mein ruhm ist deine gnade. Denn ach! was bin ich ohne dich? Ein irrend schaaf! erhalte mich, Mein Hirt! auf deinem pfade, Stårk mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe Zube= trachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Mel. Brich an du schönes M. 13 Dich seh ich wieder, morgenlicht! Und bin erfreut und saume nicht, Dem Höchsten lob zu singen, Ich steh, entbrannt von dankbegier, In tiefer demuth, Gott, vor dir, Mein herz dir darzubringen, erheben, Im Schöpfer, Vater, Deine treue Rührt auf's neue Mein gemüthe. Froh empfind ich deine gåte. 5. Selbst im geräusch der welt soll mich Der heilige ge= dank an dich Oft still zu dir dunklen thale wall ich hier, Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zumt licht und höhern leben. Auf dich hoff ich, Herr, ich wer 1. Morgenlieder. 5 de Mich der erde Gern ent- 1 5. So weit die himmel geGeht, Vater, deine Ich will sie, Gott, erhöhen: Denn täglich wird fie neu. Von dem wir alles haben, Mein Schuß, mein Heil, mein Licht, Quell aller guten gaben, Gott! wen erfreust du nicht? schwingen, Dir dort ewig hen, lob zu singen. treu. 6. Mel. Befiehl du deine Wege. 15 Erwachet, harf und psalter! Gott hat den tag gemacht. Dankt, danket dem Erhalter Dem hüter in der nacht! Erwachet, ihn zu loben! Gott hat den tag gemacht. Der Hüter sey erhoben, Der Hüter in der nacht. 2. Daß sie ihm danken müsse, Verhüllt er seine welt In seine finsternisfe, Wie in ein sichres zelt. Dann fldBet er verborgen Geheime kraft uns ein Durch seinen glanz im morgen Sichtbarer uns zu seyn. 3. Die frommen schlummern måde Von ihrer tage müh; Und ihres Vaters friede Umringt und stärket sie: Ob er sich bessern möchte, Bedeckt der langmuth arm, Durch viele todes nächte, Der sünder sichern schwarm. 4. Erwacht zu seinem ruhme, Ihr frommen, aus der nacht, Zu seinem eigenthume Geschaffen und bewacht. Ihr abgefallnen kinder, Hört ihren lobgesang! Und buße, buß, ihr sunder, Sey euer morgendank! 6. Ich bin durch deine liebe, Du Liebe, was ich bin, Nimm jeden meiner triebe Zu deiz nem opfer hin! Was sollt ich, Herr, dir geben? Mich ganz und ohne zwang. Ein dir geheiligt leben Sey ewig, Gott, mein dank. 7. In bekannter Melodie. 16 Gott des himmels und der erden, Vater, Sohn und heilger Geist! Der es tag und nacht läßt werden, Mond und sonne scheinen heißt, Dessen starke hand die welt, Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott! ich danke dirvon herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Treu behütet und bewacht, Und, bei aller meiner schuld, Mich noch trågst mit vaterhuld. 3. Laß die nacht auch meiner sünden Jezt mit dieſer nacht vergehn: Laß mich gnade 6 vor dir finden; Glaubensvoll auf Jesum sehn, Der für meine missethat Sich am kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen morgen Geistlich auferstehen mag, Und für meine seele sorgen; Daß, wannnun dein großer tag Uns erscheint und dein gericht, Ich davor erschrecke nicht. I. Tägliche Lieder. 5. Führe mich, o Herr! und leite Meinen gang nach deinem wort; Sey und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort: Unter deinem schutz allein Kann ich froh und sicher seyn. 6. Dir, o großer Gott, befehle Ich, was ich nur hab und bin, Meinen leib und meine seele; Werf auf dich die sorgen hin, Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! Segne mich, dein eigenthum. 7. Du wollst deinen engel senden, Wenn gewalt und list mir droht; Alles mir zum besten wenden, Und mich stårken in dem tod'. Sterb ich, o so bringe du Mich zu deines himmels ruh. 8. Hdre, Gott, was ich begehre, Und was mir dein wort verheißt. Dir sey lob und preis und ehre, Vater, Sohn und heilger Geift! Ich, der hier nur stammeln kann, Bete dich einst würd'ger an. 8. Mel. Ermuntre dich, Herz. 20 Jhm, der das licht ent= stehen hieß, Und mich gesund erwachen ließ, Sey preis und froher dank! Des neuen morgens heiterkeit Sey meinem Gott zuerst geweiht! 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, Mit dir zu reden! staub bin ich, Von deinem hauch beseelt. Gleich als ein todter lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes gut, deß ich mich freu, Empfang' ich jetzo wieder neu Aus deiner milden hand. Mein auge wird, wohin es blickt, Von wundern deiner huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, Dich, Vater! bet ich kindlich an, Ich opfre dir mein herz, Ein herz voll dank und zuversicht, Verwirfst du, Allerhöchster, nicht. 5. du, den meine seele preist! Erwecke mich durch deinen Geist Zu meiner chris stenpflicht. Er helfe meiner schwachheit auf, Bis ich vollende meinen lauf! 6. Ein gut gewissen sey mein theil! Dies wirk' in mir, o Herr, mein Heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner hand. 1. Morgenlieder. 7. Die feldblum' kleidest du| heilgen Hoffnung voll, Laß mit pracht, Nährst jeden vo- täglich mich ermessen, Was gel, Gott der macht! Bin einst ich werden soll. ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine sorg' auf dich; Du, mein Erbarmer, sorgst für mich. 5. Sollt ich nach reichthum trachten? Nie komm es in mein herz! Nach ehr' und wollust schmachten? Ihrlohn ist reu und schmerz. Hienieden schon auf erden Soll meine seele rein, Ein tempel Gottes werden, Ganz ihm geheiligt seyn. 6. 3war dieses lebens freuden Sind nicht der christen loos: Doch ist in ihrem leiden Des Herrn erbarmung groß; Wir leiden nicht vergebens, Und schaun von ferne schon Die wonne jenes lebens, Der überwinder lohn. 9. Mel. Befiehl du deine Wege. 22 Lob sey Gott! der den morgen Uns sendet nach der nacht? Der, wenn wir ohne sorgen Entschlummern, für uns wacht; Der uns im schlaf erquicket, Und unsre kraft erneut; Gott, der die erde schmücket, Und was er schuf, erfreut. müde 2. Der engel heilge heere Erhöh'n ihn mit gesang! Auf! 7. Getrost mein geist! er= singt in ihre chore, In ihrer In deinem kampfe jubel klang! Ertinet harf und nicht! Dich stärket Gottes psalter, Ins lied der seraphim! friede Mit kraft und zuverz Dem Schöpfer, dem Erhal- sicht. Ermuntre dich und ter. Ertout! lobsinget ihm! streite! Des sieges lohn ist nah! Getrost! vielleicht ist heute Des kampfes ende da. 3. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab und bin: Und dieß mein irdisch leben Flieht schnell zum tode hin: Bald ist sie ganz verschwunden, Der wallfahrt kurze zeit; Doch hängt an ihren stunden Das heil der ewigkeit. 10. Mel. Bin ich allein ein Fremdl. 23 Mein erster wunsch, mein innigstes bestreben, Ist, Herr mein Gott, dich würdig zu er heben. Unendlich groß ist deine Batertreu, Mit jedem tag ist deine gute neu. 4. O süßer, heher glaube; Nicht ewig zu vergehn! Es soll der mensch vom staube Einst wieder auferstehn. Ach, 2. Die sonn' enthüllt den laß mich's nie vergessen! Der schauplatz deiner werke, Und 8 I. Tägliche Lieder. alles zeugt von deiner huld| 8. Mein Heiland, gieb mir und stärke, Sie, die das ziel von ihrer laufbahn weiß, Eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem preis. kraft zum neuen leben, Gieb mir den muth, dem beispiel nachzustreben, Daß du, oherr, uns hinterlassen hast, Dein joch ist sanft, und leicht ist deine last. 3. Die erd ist dein, und du regierst dies ganze. Vommenschen an, bis auf die kleinste pflanze, Seh ich, wie groß sich deine vorsicht zeigt. Sie reicht so weit, so weit der himmel reicht. 4. Und sie erreicht auch mich! du, Höchster, denkest An mich, den staub! der du die himmel lenkest, Du sorgst für mich! Gott, wie vergelt ichs dir? Ein dankvoll herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimm's gnådig an; gedenk nicht meiner sünden, Durch deinen Sohn laß mich vergebung finden. Er, welcher nie ein glaubig flehn verwarf, Erlaubt's, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichen: vertrauen Auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, Du bist mein Gott, mein Retter in gefahr, Mein starker Fels, mein Helfer, immerdar. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde, Fållt ohne dich kein sperling auf die erde; So nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr, Mit namen kennst du mich, und zählst mein haar. 9.Dein auge sieht die schwächen meiner seele, Verwirf mich nicht! vertritt mich, wenn ich fehle! Zu dir empor fleht meine seele stets, Und du vernimmst's, Erhörer des gebets. 11. Mel. Ich dank dir schon, durch. 24Mein erst gefühl sey preis und dank; Erheb ihn, meine seele! Der Herr hört deinen lobgesang? Lobsing ihm, meis ne seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne macht Lag ich und schlief im frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, und ruhe für die můden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stårkt mein blut in seinem fleiß, Und schůzt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge seine pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem tag und seinem licht, Die seele zu er= wecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der welt, Und dein ist 1. Morgenlieder. unser leben; Du bist es, der 12. es uns erhält, und mir's jezt mel. Christus, der ist mein 2. neu gegeben! 6. Gelobet feyst du, Gott der macht, Gelobt sey deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tag's erfreue! 26 Noch läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem gemüth Eil ich ihn zu erheben; Er hört mein frühes lied. 7. Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich deine wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnådig wahr; Auf dich hofft meine seele. Sey mir ein Retter in gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle! 9. Gieb mir ein herz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb' und ruhe, Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn und willig thue. 10. Daß ich, als ein getreuer knecht, Nach deinem reiche strebe; Gottselig, züchtig und gerecht, Durch deine gnade lebe! 11. Daß ich, dem nächsten beizustehn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergehn Und ihrer tugend freue! 9 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe! 2. Zu ihm entzückt mich wieder Der morgensonne pracht. Ich falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller welten, Nimmst dich auch meiner an, Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan. 4. Wirst du nach opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur vertrauen, Nur liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, Mich deines namens freun, Nach deiner gnade ringen, Mein ganzes herz dir weihn. 6. den, Tilger meiner sunMein Mittler, Jesu Christ! Laß mich den trost empfinden, Daß du so gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Erfreuender, als leben, Ist deine gute mir. 8.Sie führe mich auch heute Auf deiner tugend pfad. Du Ewigweiser! leite Mich selbst nach deinem rath. 10 I. Tägliche Lieder. 9. Nur eins laß mich erfle- und bet' ihn an, Der so viel hen, Daß christlich weise herz, gut's an dir gethan. Auf dich stets aufzusehen, In freuden, wie im schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte Nach dem, was dir gefällt, Mehr deinen beyfall achte, Als allen ruhm der welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, Das gute standhaft thu, Und froh, gen himmel schauend, Denk: Herr, mich fichest du! 12. Bereit, den lauf zu schließen, Auf deinen wink, o Gott, Und lauter im gewissen: So finde mich der tod! 13. Mel. Ermuntre dich, Herz. 29 Schon weicht die finsterniß dem licht, Auf, seele, denk an deine pflicht, Lobsinge deinem Gott. Du trittst von neuem in die welt, Durch Gottes macht, die dich erhält. 4. Weil dich des Schöpfers hauch bewegt, Und Gottes Geist sich in dir regt, So folge seinem trieb: Sey, als ein wahres Gotteskind, Gottselig, züchtig, fromm gesinnt. 5. Ueb' dich in Gottes gnadenbund, Bereite dich auf jede stund, Und wache als ein christ: Du weißt nicht, wann du gehst zur gruft, Und dich der Herr zur rechnung ruft. 6. Stifter unsrer seligkeit! Leit mich und deine christenheit Auf ebner tugendbahn, Bis wir, mit jener himmelsschaar, Dich dorten preisen immerdar. 14. Mel. Nun laßt uns Gott den H. 36 Wach auf mein herz, und singe Dem Schöpfer aller dinge, Dem Geber aller guter, Des menschen treuem Hüter! 2. Die himmel rühmen seine pracht, Die erde lobet seine macht. Es predigt seine huld 2. Mit göttlichem erbarDer ganze schauplatz der na- men Bedecktest du mich artur, Auf, seele, folge dieser men; Schlaf, sprachst du, spur. ohne grauen: Die sonne sollst du schauen. 3. Du trägst des Allerhöchften bild, Du bist mit licht und kraft erfüllt Zu Gottes ruhm und preis. Erkenne ihn noch sehen. Du machst, daß 3. Dein wort, Herr, ist ge= schehen: Ich kann das licht 1. Morgenlieder. ich auf's neue Mich meines lebens freue. 4. Steig auf, mein dank, zum throne! Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist des Herrn sey ehre! Dreyeinges Wesen höre! 5. Hdr meinen dank, mein flehen! Du kannst ins herze sehen: Ach, möchte dir gefallen, Herr, meines herzens lallen! 6. Dein werk wollst du vollenden; Dich nimmer von mir wenden, Und mich in meinen tagen Stets mit verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen In allen meinen thaten: Mich stets zum besten leiten; Zum himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit segen Auf allen meinen wegen. Dein wort sey meine speise Aufmeiner pilgerreise! 11 2. Ich grüße diesen lieben morgen, Und küsse Gottes vaterhand, Die diese nacht so manche sorgen In gnaden von mir abgewandt. Ach Herr! wer bin ich armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkennet meine seele, Und giebt sich selbst zum opfer hin; Doch, weil ich noch in dieser höhle Mit noth und tod umgeben bin, So weich auch heute nicht, von mir, Denn meine hülfe steht bey dir. 4.Mein glück in dieser neuen woche Soll nur in deinem namen blühn. Ach laß mich nicht am sündenjoche Mit meinem fleisch und blute ziehn; Gieb deinen Geist, der mich regiert, und nur nach deinem willen führt. 5. Soll ich mein brod mit kummer effen, So laß es doch gesegnet seyn, Und was du sonsten zugemessen, Das richte mir zum besten ein; Ich bitte nicht um überfluß, Um das nur, was ich haben muß. 15. Mel. Wer nur den lieben Gott. 40 Ein neuer tag, ein neues leben, Geht mit der neuen 6. Eo thue nun, mein Gott! woche an; Gott will mir heut| das deine, Und laß mich auch auf's neue geben, Was mir sonst niemand geben kann. Denn hätt ich seine gnade nicht, Wer gåbe sonst mir trost und licht. das meine thun. Behüte beides, groß und kleine, Daß sie auf deiner huld beruhn, Und daß ein jedes diesen tag Mit dir vergnügt beschließen mag. 12 I. Tägliche Lieder. 2. Abendlieder. 16. Mel. Wo Gott zum Haus. 42 Ach Gott! wie ein geschwåk, verfließt Die zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbey ein schneller bach; Und dein gericht, Gott, folgt ihm nach. 2. Die ewigkeit, die ewigkeit Ergreift mich nach durchlebter zeit, Jch, wenn sie kommt, sey, was ich sey, Ein sunder, oder Gott getreu. 3. Da wall ich hin, da wartet mein Das anschaun Gottes, oder pein; Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, Laß mich dein selig antlik schaun! 4. Du träufelst auf die muden ruh, Und wenn wir schlummern, wachest du; Ach wie viel seelen wallen nicht, Im schlummer nicht vor dein gericht! 5. Wir sind nur wie ein schlaf vor dir, Wie gras, so blühn und welken wir: Das machet unsre missethat, Die deinen zorn entzündet hat. 6. Jch zittre, Herr, und mein gebein Durchångstet ein gewaltig dräun! Denn denkst du ins gericht zu gehn, Wer kann, wer kann vor dir bestehn? 7. Ach zürne nicht auf deinen knecht, Und gnade, gnad' ergeh für recht! Versöhner, Gottessohn, mein Heil, Sey meine Zuflucht, sey mein Theil! 8. Auf daß ich klug sey, lehre mich Den tod, daß ich nichts fürcht', als dich. Dann leb' und sterb' ich dir allein; Im leben Gott, im tode dein. 9. Ich fürchte nicht, von dir bewacht, Den pfeil des tag's, das graun der nacht; Ich zittre, wenn der tod kommt, nicht: Denn Gott ist meine Zuversicht. 17. Mel. Gott des Himmels und d. 46Da ich mich zur ruh will legen, Treuer Gott, so denk ich dran, Wie mir dein gewünschter segen heute so viel gut's gethan. Nun in Christo opfern dir Geist und lippen dank dafür. 2. Segne mich mit neuen gnaden, Segne mich mit neuer suld. Laß die sünden mir nicht schaden, Und erlaß mir alle schuld. Jesum nimm zum burgen an, Der bezahlen will und kann. 3. Segne mich in meinem schlafe, Gieb, daß unter deiner hut, Treuer Hirte deiner 2. Abendlieder. 13 über mir, bey tag und nacht. schafe! Leib und seele sicher| auge meines Jesu wacht Stets ruht. Dwie schläft sich's so vergnügt, Wenn man dir in armen liegt. 4. Segne mich an meiner haabe, Herr, mit deiner engel schuß. Wenn ich diese wache habe, Biet ich jedem feinde truß, Und bin voller zuversicht, Daß kein schade mir geschicht. 2. Mein Jesus ist mein Sonnenschein, Wann alles um mich trübe; Ich schlafe sanft und sicher ein In armen seiner liebe. Er decket mich mit gnaden zu, Schafft meiner seele süße ruh. 5. Segne mich mit kraft und stärke Ferner auf den künft'gen tag, Daß ich meines standes werke Frisch und fröhlich führen mag, und dann alles wohl gelingt, Was die arbeit mit sich bringt. 6. Segne mich mit långerm leben, So mir's anders selig fällt. Alles sey dir übergeben, Und gelassen heimgestellt. Wie du willst, so schick's mit mir; Denn ich leb and sterbe dir. 3. War gleich mein geist oft můd und matt, hab ich in Christi wunden Mein bett und meine ruhestatt Noch immerdar gefunden; Sie leuchten mir zu aller zeit, Auch in des trübsals dunkelheit. 18. Mel. Machs mit mir Gott. 48 Der Herr ist meines lebens licht, Wann sonn und tag verschwunden; Der mich behütet, schlåfet nicht, Auch in den abendstunden; Das 4. Mein Jesus wird auch meine ruh Des leibes mir versüßen, Er schließt mir sanft die augen zu, Der feind wird weichen müssen. So schlaf ich denn geruhig ein, Er wird mein sichrer Hüter seyn. 19. 7. Was ich mir jezt ausges beten, Wirst du gnådig benedeyn. Morgen will ich vor mel. Herzliebster Jesu, was. dich treten, und mich dank- 60 Entflohen sind auch diebar drüber freun. Nun mein| ses tages stunden, An dem leib, so lege dich, Und schlaf wohl. Gott segnet mich. wir noch des lebens glück empfunden. Laßt uns mit frohem dank den Herrn erheben, Durch den wir leben! 2. Des lebens müh' und elend zu versüßen, Giebt uns, der Herr viel freuden zu ge= nießen, Und welche güter schenkt er unsern seelen! Wer kann sie zählen? 14 3. Noch immer läßt er uns erbarmung finden. Er handelt nicht mit uns nach unsern fünden. Wir häufen schuld auf schrld; er läßt uns leben, Und will vergeben. I. Tägliche Lieder. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner treue! Prüfunser herz! es flehet dir voll reue. Ach laß es uns vor dir im glauben stillen, Um Chrifti willen! 5. Uns wohlthun, ist dein göttliches vergnügen. Dein aufsehn schůzt uns, wann wir hülflos liegen. Und wie entfeelt, umhüllt von finsternissen, Von uns nichts wissen. 6. Wår' dies für uns der lezte tag auf erden, Soll unser schlaf ein todesschlummer werden; Dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, Zu jenem leben. 2. Mit dankendem gemüthe Freu ich mich deiner gute; Ich freue mich in dir. Du giebst mir kraft und stärke, Gedeihn zu meinem werke, Und schaffst ein reines herz in mir. 20. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 69 Herr, der du mir das leben Bis diesen tag gegeben, Dich bet ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe Der treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan, 3. Gott, welche ruh der seelen, Nach deines wort's befehlen Einher im leben gehn; Auf deine gute hoffen, m geist den himmel offen, Und dort den preis des glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der schuld entladen, Ich bin bey dir ingnaden, und in dem himmel ist mein theil. 5. Bedeckt mit deinem se gen, Eil ich der ruh' entge= 7. So legen wir getrost zur gen; Dein name sey gepreist! ruh uns nieder. Sehn wir er- Mein leben und mein ende freut die morgensonne wieder, Ist dein; in deine hände BeDann preisen wir mit heite- fehl ich, Bater, meinen geist! rerm gemüthe Des Höchsten güte. 21. Mel. Unsre müden Augenlieder. 74 Nacht und stille führen wieder uns den milden schlaf herzu, Und die matt geword= nen glieder Sehnen sich bereits nach ruh. Aber du, versäume nicht, Meine seele, deine pflicht, Dich zu Gott noch 2. Abendlieder. zu erheben, Seinem schutz dich zu ergeben. 2. dich o feele, Nüztest du auch deine zeit? Wärst du, wenn er dir befehle, Vor gericht zu gehn bereit? Ach, erwag es, eins ist noth! Mach dich auf, und flich zu Gott, Nahe dich zu ihm im staube, Denk an Jesum Christ, und glaube. 3. Der du alles hast gesehen, Führe mich nicht ins gericht. Reuevoll muß ich gestehen, Oft vergaß ich meine pflicht, meines Lebens wahren zweck, Und verließ den rechten weg, Welchen Jesus mich ließ finden, Thöricht irrt ich hin zu sünden. 4. Herrscher über tod und leben, Du willst nicht des funders tod, Willst die größte schuld vergeben, Denen, die dich suchen, Gott. Meine seele suchet dich, Und mein Mittler spricht für mich. Ja, ich find in seinen armen Trost, vergebung und erbarmen. 5. Nur auf dich will ich vertrauen, Du bist meines Lebens Kraft, Wovor sollte mir denn grauen? Du bists, der mir hülfe schafft. Wenn dein segen mich bedeckt, So ist nichts, das mich erschreckt. Meine seele und mein leben Sey dir, Vater, übergeben. 15 22. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 77 Schon ruhet auf den feldern, In stådten und in wåldern, Ein theil der måden welt. Ihr aber, meine sinnen, Auf! ihr sollt noch beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Der sonne licht und glånzen Vermissen unsre grånzen, Uns deckt die dunkle nacht, Fahr hin, du irdsche sonne! Wenn Jesus, meine Worne, Mein herz nur hell und heiter macht. 3. Was jezt der leib noch tråget, Das kleid wird abgeleget. Auch meine sterblichkeit Zich ich einst aus; dage= gen Wird Christus um mich legen Den rock der ehr' und herrlichkeit. 4. Das haupt, die füß und hånde Sind froh, daß nun zum ende Die arbeit kommen sey. Herz, freu dich, du sollst werden Vom elend dieser erden Und von der sünden arbeit frey. 5. Bald legt ihr matten glieder, Euch auf das bette nieder, Das euch die ruh ge= währt. Es kommen stund und zeiten, Da man euch wird bereiten Zur ruh ein bettlein in der erd. 16 I. Tägliche Lieder. 6. Die augen stehn verdros- 4. Hab ich an deiner gassen; Wer wacht, wann sie verschlossen? Wer sorgt für leib und seel? Nimm sie zu deinen gnaden; Sey gut für allen schaden, Du Aug und wächter Israel de mur Noch theil, Herr Zebaoth; So fürcht ich keine kreatur, Und scheue nicht den tod. 7. Dein flügel mich bedecke, Daß keine noth mich wecke, Kein unfall, keine pein. Mein Jesu, meine Freude! Laß du vor allem leide Mein stilles lager sicher seyn! 8. Auch euch, ihr meine lieben! Erschüttre kein betrůben, Keinunfall, noch gefahr. Schlaft ruhig bis zum mor gen. Gott wolle für euch forgen: Euch schütze seiner engel schaar! 23. Mel. Nun sich der Tag geendet. 78So schnell fliehn unsre tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die nacht, der müden trösterinn, Eilt wieder zu uns her. 2. Du, Herr, mur bleibest, wie du bist, Du schläfst und schlummerst nicht. Die finsterniß, die um uns ist, Dir ist fie hell, wie licht. 3. Voll zuversicht befehl ich mich Dir auch in dieser nacht. Du bist mein Gott, ich trau auf dich. Mich schützet deine macht. 5. 3war ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl ich sie. Doch, mein Versöhner, deine huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Jch eil im glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein Sey mein gedank! o weihe dir Mein Herz zum tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die lezte nacht In meiner prüfungszeit? Dann führe mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Ja, dein bin ich, auch todt! Du, mein Erretter, bist bey mir Und hilfft aus aller noth. 24. In bekannter Melodie. 83 Werde munter mein gemůthe! Fühle fromme dankbegier, Und erhebe Gottes güte, Die er heut gethan an mir; Da er mich den ganzen tag Vor so mancher noth und plag Treu behütet, und in gnaden Abgewendet allen schaden. 2. Abendlieder. 17 2. Lob und dank sey dir ge- 6. du licht der frommen sungen, Vater der barmher- seelen? O du glanz der ewigzigkeit! Daß mein werk durch dich gelungen, Daß du mich vor allem leid, Und von sünden gröbrer art, So gar våterlich bewahrt, Die versuchung abgetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. keit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, allhier In dem finstern thal bey mir; Trdste mich mit deiner liebe, Daß kein unfall mich betrübe, 3. Wer vermag es aufzuzählen, Was du, Herr, an mir gethan; Rechnung, wort und kräfte fehlen, Fang ich nur zu zählen an: Deiner wohlthat ist zu viel, Jhr ist weder maaß noch ziel. Wår ich nur, bey deinem lieben, Dir in allem treu geblieben. 7. Laß mich diese nacht eme pfinden, Eine sanft' und süße ruh: Alles übel laß verschwin den; Sende mir nur gutes zu. Leib und seele, sinn und muth, Meine wohnung, haab und gut, Meine freund' und hausgenoffen Seyn in deinen schutz geschlossen. 4. Ach! verzeihe mir aus 8. Ach bewahruns doch vor gnaden Meine sund und mis- schrecken; Schüß uns doch sethat, Die ich heut auf mich vor überfall; Laß uns keine geladen, Nimm mir, Herr, krankheit wecken; Treibe weg nicht deine gnad; Treibe fer= des krieges schall; Wend ab ner satans tück, Gott, durch feu'r und wassersnoth, Pest deine kraft zurück; Laß es ihm und bösen schnellen tod: Keija nicht gelingen Mich in sund nen laß in fünden sterben, und leid zu bringen! Noch an leib und seel vers derben. 5. Bin ich gleich von dir gewichen: Stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen; Kann ich mich doch seiner freun? Ach! ich leugne nicht die schuld: Aber deine gnad und huld Ist viel größer als die sünden, Welche sich an mir noch finden. 9. du großer Gott! ere höre, Was dein kind gebeten hat. Jesu! den ich stets ver= ehre, Bleibe du mein schutz und rath. O du werther heilger Geist! Stårk mich, der du beistand heiß'st. Herr! erhöre dies mein flehen. Amen, ja, es soll geschehen! 2 II. Allgemeine Sonntagslieder. II. Allgemeine Sonntagslieder. 25. christen zum himmel bracht. Du sitz'st zur rechten Gottes Das Te Deum laudamus. 125 Herr Gott! dich loben gleich, mit aller chr' in Ba125 Herr Gott! dich loben ters reich. Ein richter du zuwir! Herr Gott! wir danken künftig bist, Alles, was tod dir! Dich, Gott Vater! in ewigkeit, Ehret die welt, weit und breit. Alle engel, und himmelsheer, Und was nur dienet deiner ehr, Auch cherubim und seraphim Singen immer mit hoher stimm: Heiz lig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Der Herre Zebaoth. Dein' göttlich' macht und herrlichkeit Geht über him mel und erden weit, Der heiligen zwölf boten zahl, Und die lieben propheten all, Die theuren mårtrer allzumal, Lo= ben dich, Syerr! mit großem schall; Die ganze werthe chriz stenheit Rühmt dich auf erden allezeit; Dich, Gott Vater! im höchsten thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heilgen Geist und trde ster werth, Mit rechtem dienst ste lobt und ehrt. Du König der ehren, Jesu Christ! Gottes Vaters ewger Sohn du bist. Der Jungfrau'n leib wir! Herr Gott! wir danken nicht haft verschmåht, zu er- dir! O Vater! Sohn! und Idfn das menschlich' ge= heilger Geist! Den erd und schlecht. Du haft dem tod zer- himmel ehrt und preist! Die stort sein' macht, und alle engel und des himmels heer, und lebend ist. Nun hilf uns, Herr! den dienern dein, Die mit dein'm theuren blut er= löset seyn. Laß uns im himmel haben theil, Mit den heilgen am ewgen heil. Hilf deinem volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein erbtheil ist, Wart und pfleg ihr'r zu aller zeit, Und heb sie hoch in wir loben dich, und ehr'n deiewigkeit. Täglich, Herr Gott! nen namen stetiglich, Behut uns heut, o treuer Gott! Vor aller sund und missethat. Sey uns gnädig, o Herre Gott! Sey uns gnädig in aller noth, Zeig uns deine barmherzigkeit, Wie unsre hoffnung zu dir steht, Auf dich hoffen wir, lieber Herr! In schanden laß uns nimmermehr, Amen. 18 26. Eben dasselbe geändert. 126 Herr Gott! dich loben II. Allgemeine Sonntagslieder. 19 Und was nur dienet deiner| Herr Christ! Und segne was ehr, Die cherubim und seraphim, Lobsingen stets mit fro= Her stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Gott! der Herr Zebaoth! Herr, dei ne macht und herrlichkeit, Geht über erd und himmel weit. Es rühmen die propheten dich Und die apostel ewig lich. Die theuren mårtrer all zumal Erheben dich mit frohem schall; Es preiset deine christenheit Dich, Vater, nun und allezeit. Dich, Gott Bas Herr! Amen. ter! im höchsten thron, Und deinen eingebornen Sohn, Den heilgen Geist, der tro ster heißt, Mit gleichem dienst fie lobt und preist. Du Sohn des Vaters, Jesu Christ! Der du auch Gott ohn' an fang bist, Du wurdest mensch, der Herr ein knecht! Zu retten unser arm geschlecht. Dem tod zerstörtest du die macht, Und hast das leben wieder bracht. Du herrschest in des Vaters reich, An macht und herrlichkeit ihm gleich, Du kommst zu richten, Jesu Christ! Was todt war, und was lebend ist. Drum hilf uns, deidein erbtheil ist! Schütz deine kirche jederzeit, Und bringe sie zur herrlichkeit! Herr Gott! wir loben täglich dich, Und deinen namen ewiglich! Behût uns, Herr! du treuer Gott! Vor aller missethat und noth! Steh, Höchster! üns in gnaden bey! Mach uns von allem übel fréy! Erzeig uns, herr! barmherzigkeit In die ser unsrer wallfahrtszeit! Verlaß die deinen nimmermehr. Wir hoffen auf dich, lieber 27. In bekannter Melodie. 131 Allein Gott in der höh sey ehr', Und dank für seine gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade; Ein'n wohlgefallen Gott an uns hat, Num ist groß fried ohn' unterlaß, All fehd' hat nun ein ende. 2. Wir loben, preisen, anbeten dich, Für deine ehr' wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles wanken; Ganz ungemessen ist deine macht, Fort geschieht, was dein will hat bedacht, nem eigenthum, Daß du er- Wohl uns des feinen Herren. kauft zu deinem ruhm! Führ uns zu den verklärten ein, Im himmel stets bei dir zu seyn! Hilf hier auch deinem volk, 3. O Jesu Chrift! Sohn eingeborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner der'n, die waren verlorn, Du stiller 2 20 II. Allgemeine Sonntagslieder. unsers haders, Lamm Got- uns alle starbst du ja! Erbarm tes, heilger Herr und Gott, dich unser aller. Nimm an die bitt von unser 4.O heilger Geist! du theunoth, Erbarm dich unser aller.[ res pfand! Du tröster der 4. O heilger Geist, du hoch- erlösten! Erleucht mit weißstes gut, Du allerheilsam- heit den verstand, Und komm, ster tröster, Vors teufels ge- das herz zu trösten. Sey, wo walt fortan behüt, Die Je- wir wandeln, unser licht; Versus Christus erlöset, Durch laß uns auch im tode nicht! große marter und bittern tod, Wir traun auf deine treue. Abwend all unsern jammer und noth, Dazu wir uns verlassen. 29. In bekannter Melodie. 133 Wir glauben all' an einen Gott! Schöpfer himmels und der erden, Der sich zum Vater gegeben hat, Daß wir seine kinder werden; Er will uns allzeit ernähren, Leib und seel auch wohl bewahren, Allem unfall will er wehren, Kein leid soll uns widerfahren, Er forget für uns, Hüt't und wacht, Es steht alles in seiner macht. 28. Eben dasselbe verändert. Mel. Allein Gott in der Höh. 132 Gott, unserm Gott, allein sey ehr'! Ihm dank für seine gnade! Uns drücket nun sein zorn nicht mehr; Geheilt ist unser schade. Er, der uns seinen frieden gab, Schaut auf die erde nun herab Mit lieb und wohlgefallen. 2. Dir, Herr Gott Vater, danken wir Für deines namens ehre. Die himmel auch gehorchen dir, Sammt allem ihrem heere. Herr, alles, was du sprichst, geschieht! Sowie dein aug' auf alles sieht. Wohl uns, daß du regierest. 3. Christe, Gottes einger Sohn! Für uns ins fleisch geboren! Kamst du nicht aus des himmels thron, So wå ren wir verloren; Sey uns mit deinem heile nah! Ach, für 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bey dem Vater ist, Gleicher Gott von macht und ehren; Von Maria der Jungfrauen Ist ein wahrer mensch geboren, Durch den heiligen Geist im glauben, Für uns, die wir waren verloren, Amkreuz gestorben, Und vom tod Wieder auferstanden ist durch Gott. 3. Wir glauben an denheilgen Geist, Gott mit Bater II. Allgemeine Sonntagslieder. 21 und dem Sohne, Der aller| licht und tröster heißt, Kommt blöden tröster heißt, Uns mit zu uns vom himmels throne, gaben zieret schöne, Die gan= Er erleuchtet die gemeine, Daß ze christenheit auf erden Hålt er sie mit Gott vereine, Hier in einem sinn gar eben, Hier vergebung ihrer sünden Und all' sund' vergeben werden, das leben dort zu finden. Der Das fleisch soll uns wieder le- leib wird auch einst auferstehn, ben, Nach diesem elend Ist be- Und hell verklärt zum leben reit Uns ein leben in ewigkeit. gehn. 30. Eben dasselbe verändert. 134 Wir glauben an den eingen Gott, Schöpfer himmels und der erden; Er, unser Vater, Herr, und Gott, Läßt uns seine kinder werden. Alles, was wir sind und has ben, Sind bloß seine gnadengaben. Er erhöret unser be ten, Wenn wir vor sein antlit treten. Er sorgt für uns, hilft in der noth, Und steht uns bei bis in den tod. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, Den uns Gott zum heil erkohren, Der ewger Gott vom Vater ist, Von Maria mensch geboren. Hat für uns sein blut und leben Zur erlösung hingegeben. Ist, befreit von todesbanden, Herrlich wieder auferstanden. Er lebt und herrscht, wird zum gericht Erscheinen, im verklärten licht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott vom Vater und dem Sohne, Der unser 31. 135 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein'n heilgen Geist du zu uns send, Mit hülf und gnad er uns regier, Und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Thu auf den mund zum lobe dein, Bereit das herz zur andacht fein, Den glauben mehr, stårk den verstand, Daß uns dein nam' werd wohl bekannt. tes heer: Heilig, heilig ist 3. Bis wir singen mit Gots Gott der Herr, Und schauen dich von angesicht In ewger freud und selgem licht. 32. Dasselbe verändert. 136 Der du stets unsre zuflucht bist, Sey mit den deinen, Jesu Christ! Send uns den Geist, der uns regiert, Und uns den weg zur wahrheit führt! 22 II. Allgemeine Sonntagslieder. 2. Er stärkt den wanken-| zuhören, Lenke sinnen und be den verstand, Macht deinen Bater uns bekannt, Er flammt zur heiligkeit uns an, Er leitet uns des lebens bahn! gier Auf die süßen himmels= lehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir gezogen werden. 3. Halleluja! einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir! Und schauen dich, in deinem licht, Bon ange sicht zu angesicht! 33. In bekannter Melodie. 137 Nun Gott lob, es ist vollbracht, Singen, beten, lehren, hören, Gott hat alles wohlgemacht, Drum laßt uns sein lob vermehren. Unser Gott sey hoch gepreiset, Daß er uns so herrlich speiſet. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, Und uns mitgetheilt der segen, So gehn wir mit freud nach haus, Wandeln fein auf Gottes wegen. Gottes Geist uns ferner leite, Und uns alle wohl bereite. 3. Unsern ausgang segne Gott, Unsern eingang gleicher maßen; Segne unser täglich brod, Segne unser thun und lassen, Segne uns mit selgem sterben, und mach uns zu himmels erben. 34. In bekannter Melodie. 142 Liebster Jesu! wir sind hier, Dich und dein wort au2. Unser wissen und verstand Ist mit finsterniß umhullet, Wo nicht deines Geistes glanz Uns mit hellem licht erfüllet. Gutes denken, gutes dichten, Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du glanz der herrlichkeit, Licht vom licht, aus Gott geboren! Mach uns allesammt bereit, Deffne herzen, mund und ohren, Unser bitten, flehn und singen, Laß Herr Jesu! wohl gelingen. 35. Eben dasselbe verändert. 143 Gott und Vater! wir sind hier! Dich zu suchen und zu hören. Zich uns glaubensvoll zu dir Durch die kraft der himmelslehren, Daß die herzen schon auf erden Durch und durch geheiligt werden. 2. Wort und predigt hilft uns nicht, Keine weisheit wird gespüret, Wenn nicht deines Geistes licht Uns in alle wahrheit führet. Lehr denn selbsten unsre seelen Gutes kennen und erwählen! 3. Mach, o Herr! in uns dein wort Reich an frucht zu deiner ehre, Daß dadurch sich III. Festlieder. 1. Zum Advent. 23 fort und fort Deiner jünger| ser flehn und singen Laß durch zahl vermehre! Und dies un- Jesum zu dir dringen. III. Festlieder. 1. Zum Advent. 36. Mel. Vom Himmel hoch da k. 298 Es kommt ein neues kirchenjahr, Des freuet sich der christen schaar, Ja, freu dich Zion ewiglich. Sing: Gott! Herr Gott! wir loben dich. 2. Es danken Gott! und loben dich, Die solchen schatz erkennen. Dadurch wir hier und ewiglich Uns mögen lig nennen. Vernunft, die fich nur selbst betreugt, Kann nicht zum himmel bringen. Was aber gotteswort uns 2. Wir hören doch das gnadenwort Vom anfang immer zeigt, Dadurch wirds uns gewieder fort, Das uns den weglingen, Den rechten weg zu zum leben weist; Für diese finden. gnad sey Gott gepreist. 3. Es danke, Gott! und lobe dich, Für allen deinen se= gen, Ein jeder christ, bey welchem sich Noch herz und lippen regen! Kein tag vergeh' im jahre nicht, Der nicht dein lob verneue, Bis ich vor deinem angesicht Mich unaufhörlich freue Mit allen engeln. Amen. 3. Gott! was uns deine wahrheit lehrt, Die unsern glauben stets vermehrt, Laß in uns bleiben, daß wir dir Lobsingen ewig, dort, wie hier. 37. In bekannter Melodie. 299 Es woll uns Gott genådig seyn Zum neuen kirchenjahre, Daß er uns unverfälscht und rein Sein theures wort bewahre! Ach! durch sein wort und seinen Geist Woll er den glauben stårken, Daß sich derselbe thätig weist In allen guten werken, Zum wahren christenthume. 38. Mel. Von Gott will ich nicht. 301 Auf, auf, ihr reichsgenossen! Eur König kommt daher, Empfangt ihn unverdroffen, Und bringt ihm macht und ehr. Ihr christen geht herfür, Laßt uns vor allen din 24 III. Festlieder. gen Ihm Hosianna singen Mit| guten meint ers gut, Selbst heiliger begier. unter harten plagen, Er 2. Auf, ihr betrübte herzen, schenkt, sie zu ertragen, GeDer König ist euch nah, Ver- duld und heldenmuth. gesset leid und schmerzen, Der 7. Nun, dies soll uns er trösten soll, ist da. Wie gnd- wecken, Dir, König! treu zu dig ist sein blick? Ihn jam- seyn. Zu schwach, uns abzumert euer weinen, Er kennet schrecken, Soll es vielmehr ja die seinen, Und stößt sie nie uns freun, Wenn es dein zurück, wille ist, Selbst darum spott zu leiden, Uns wird ein reich der freuden Dafür, Herr Je= fu Christ. 3. Auf, auf, ihr hart geplagte! Der König ist nicht fern. Send muthig, ihr verzagte! Auch euch kommt heil vom Herrn. Er wird in eurer noth Mit reichem trost euch speisen, Er will euch hilf er: weisen. Ihn fürchtet selbst der tod. 4. Auf, auf, verlaßne armen! Der König sorgt für euch, Sein herz klopft von erbarmen, Er macht euch groß und reich! Der an ein thier gedacht, Der wird auch euch ernähren, Was menschen nur begehren, Das steht in seiner macht. 5. Erschreckt, ihr frechen sunder! Der König merkt euch an. Ihr seyd verlorne Finder Auf eurer lasterbahn. Kehrt um, noch ist es zeit; Sonst stürzt euch, als rebellen, Sein grimm hinab zur höllen. Dann ifts zu spät bereut. 39. mel. Helft mir Gottes Gute pr. 303 Frohlockt mit herz und hånden! Der König naht heran. Auf! jauchzt an allen enkann! Es kommt der große den, Und sing', wer singen Held, Der Herzog aller Zeiten, Herr der ganzen welt. Der Fürst der ewigkeiten, Der 2. Auf! laßt uns ihn empfangen; War er nicht lange zeit Der gläubigen verlangen? Kommt, macht die thore weit; Kommt, und erhöht die thur, Auf daß der Herr der ehren, Geruhe einzukehren. Nicht wahr? das wünschen wir. 3. Des freudgen volks gedrånge Macht seinen einzug schön. Doch irrdisches geprån= ge Wird nicht an ihm gesehn. Der demuth ist er hold; Hålt 6. Send fromm, ihr unterthanen, Eur König ist gerecht. Die krumme wege bahnen, Die fahren ewig schlecht. Mit nichts von eitlen dingen; 1. Zum Advent. 25 Denkt nicht, er werde brin- verspricht. Der Heiland ist gen Euch silber oder gold.gekommen, Der völker trost 4. Die krone, so ihn zieret, und licht, Gott, der uns nicht Ist kein vergånglich erz; Das verstößt, hat uns zum heil reich, drinn er regieret, Ist und leben, Selbst seinen Sohn unser armes herz. Sein reich- gegeben. Durch ihn sind wir thum und sein schaß Sind erlist. lauter himmelsgaben Sonur die seele laben. Hier macht ihm raum und platz. 5. Wer treu in diesem leben Thm dient in seinem reich, Den will er so erheben, Daß und verderben, Uns rettung er, den engeln gleich, Berz zu erwerben, Gab Gottes gnügt und freudenvoll, Zum Sohn sich dar. hohen gnadenlohne, Auf jenem himmelsthrone, Mit ihm dort herrschen soll. In armer knechtsgestalt. Voll 3. Er kam zu uns auf erden 6. Drum wir ihn billig prei- mühe und beschwerden, War fen. selig ist die stund, Da hier ſein aufenthalt. Der ihm wir ihm ehr' erweisen Aus in- gegebnen macht Enthielt er nerm herzensgrund, Dem sich mit freuden, Bis er durchs Könige und Herrn, Von dem todesleiden Sein großes werk so schöne gaben Wir zu erwarvollbracht. ten haben; Glück zu! er ist nicht fern. 7. Glück zu, dem, der da steiget Von seines Vaters thron, Und sich der erden zeiget! Dem wahren Gottesfohn! Gelobet sey der Herr, Der zu uns kommt hernieder? Stimmt psalmen an und lieder Zu seines namens chr! 2. Erlds't! o welche gnade, hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffene schade, Der uns so tief gebeugt, Ist nun nicht unheilbar. Von funde 4. Er hats vollbracht! o bringet Gott einen lobgesang! Erlöste menschen singet Dem Mittler ewig dank. Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus gnaden, heilt unsrer seelen schaden. Qnehmt ihn glaubig an. 40. 5. Du Freund der men= schenkinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein name, heil der fünder! Ist unsre zuversicht. Drum kommen wir zu 304 Erhebt den Herrn, ihr dir. Hilf uns die macht der frommen! Er hält, was er sunden Noch glücklich überMel. Von Gott will ich nicht. III. Festlieder. 26 winden! Denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser leben. Zu unserm ewgen heil Hast du dich hingegeben. Gieb ung am himmel theil! Laß uns dir folgsam seyn! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre seelen Sich Gottes ewig freun. 41. Mel. Lobt Gott ihr Christen. 305 Er kommt, er kommt, der starke Held, Von göttlich hoher macht. Sein arm zerstreut, sein blick erhellt, Des todeß mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt? Wer ist der Held Voll göttlich hoher macht? Messias ists, Lobsinge welt! Dir wird dein heil gebracht. 3. Dir Menschgewordner! singen wir, Anbetung, preis und dank. An deiner krippe schalle dir Der erde lobgefang. und Davids Herrn; Ihr Heil und ihre Zuversicht, Und aller völker trost und licht. Halleluja! 3. Die nacht entflieht, der tag bricht an Ueber die, fo nie ihn sahn; Auf die, fo finsterniß umgab, Glänzt aus der höhe nun herab Gottes wahrheit. 4. Durch den die Welt einst worden ist, Der einst richtet, Jesus Christ, Der schöpfung Herr kommt in sein reich, Erniedrigt sich und wird uns gleich. Halleluja!! 5. Jauchzt himmel, erde freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich! Uns, Adams fundiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Halleluja! 6. Gelobet seyst du, Jesu Christ! Daß du schon gekommen bist! Dir ist der erdkreis unterthan; Dich beten alle himmel an, Halleluja! 42, 43. Mel. Gelobet seyft du, Jesu C. Mel. Von Gott will ich nicht. 306 Gelobet feyst du, Gottes Sohn, Der du auf der allmacht thron Jezt herrschest, und einst warst wie wir; Anbetung, preis und dank sey dir, Weltversöhner! 310 Mit ernst, o menschenkinder, Das herz in euch bestellt, Damit das heil der fünder, Der große Wunderheld, Den Gott aus gnad allein Der welt zum licht und le2. Dich sahn die Båter ben Gesendet und gegeben, schon von fern, Davids Sohn Auch euch zum Heil erschein. Univ.- Bibl. Giessen 1. Zum Advent. 27 2. Bereitet doch fein tüch-| psalmen Ermuntern meinen tig Den weg dem großen gast; sinn, Mein herze soll dir grüMacht seine steige richtig, Laßt nen In stetem lob und preis, alles, was er haßt. Macht Und deinem namen dienen alle bahnen recht; Die thal' So gut es kann und weiß. laßt seyn erhöhet; Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein herz, das demuth übet, Bey Gott am höchsten steht; Ein herz, das hochmuth liebet, Mit angst zu grunde geht. Ein herz, daß richtig ist, und folget Gottes leiten, Das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Je sus Christ.. 4. Ach mache du mich armen zu dieser heilgen zeit, Aus gute und erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit; Zieh in mein herz hinein; Dies sen statt jener krippe, So werden herz und lippe Dir ewig dankbar seyn. 44. Mel. Herzlich thut mich verlang. 316 Wie soll ich dich empfangen? Und wie begegn' ich dir? O aller welt verlangen! Du meiner seelen zier! Ach! gieb mir zu erkennen, Wie ich), der freuden voll, Dich recht gebührlich nennen, Dich würdig preisen soll? 2. Dein Zion streut dir palmen Und grüne zweige hin, Und ich, ich will in 3. Was hast du unterlassen, Zu meinem trost und freud? Als leib und seele saßen In ihrem größten leid, Ward mir das reich genommen, Wo fried und freude lacht. Bald sah ich dich, Herr! kommen, Da ward ich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren banmich los; Ich stand in spott den; Du kommst und machst und machst mich groß, Und und schanden; Du kommst hebst mich hoch zu ehren, Und schenkst mir großes gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irgend reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom him= melszelt, Als dein getreues lieben, Womit du alle welt In ihren tausend plagen, In ihrer jammerlast, Die dich verlangt zu tragen, So fest umfangen hast. 6. Das schreibt in eure herzen, Ihr, die ihr euch so sehr Verzehrt in gram und schmerzen, Betrübte! traurt nicht mehr. Seyd unverzagt! ihr habet Die hülfe vor der thur, Der eure herzen labet Und tröstet, steht allhier. 28 III. Festlieder. 7. Ihr dürft euch nicht be- 9. Was fragt ihr nach dem mühen, Noch sorgen tag und schreien Derffeind und ihrer nacht, Wie ihr ihn wollet zie- tück? Der Herr wird sie zerhen Mit cures armes macht. streuen In einem augenblick. Er kommt, er kommt mit Er kommt, er kommt, ein willen, Ist voller lieb und lust, König, Dem aller feinde heer All angst und noth zu stillen, Auf erden viel zu wenig Zum Die ihm an cuch bewußt. widerstande war. 10. Er kommt zum weltgerichte, Zum fluch dem, der ihn flucht, Mit gnad 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eure sündenschuld, Nein, Jesus will sie decken mit seiner lieb und und trosteslichte Dem, der huld, Er kommt, er kommt ihn liebt und sucht. den sündern Zu trost und komm, ach komm, o Sonne! wahrem heil, Schafft, daß bey Gottes kindern Verbleib ihr erb und theil. Ach 2. Zu Weihnacht. 45. Mel, Lobt Gott, ihr Christen. 320 Also hat Gott die welt geliebt, Daß er aus freiem trieb' Uns seinen Sohn zum Heiland giebt, Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit Zu unserne heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. Und hol uns allzumal zum ewgen licht, zur wonne In deinen freudensaal, 3. Er, aller menschen höchstes gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünden, 4. Ich freue mich, mein heil, in dir! Du nimmst mein fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, Wer ist denn wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein Vater und mein friedefürst, So, wie das heil der welt, 6. Was mir zum seeligsevn gebricht, Das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung leben, trost und licht, Das hab ich nun an dir. 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt 2. Zu Weihnacht. 29 mein leid. Durch deine| trånken; Der frommen herz knechtsgestalt, mein heil! Ge- In ihrem schmerz Mit trost winn ich herrlichkeit. erfreun, und dein dabei gedenken. 8. Gelobt sey Gott! gelobt sein Sohn! Durch den er gnad 6. Rath, kraft und held, erweist! Lobt engel ihn vor Durch den die welt Und als seinem thron! Erheb ihn auch| les ist, im himmel und auf mein geist! erden! Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller knie soll dir gebenget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn sucht, den wird sein name trösten. Halleluja! Halleluja! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr erlösten! 46. Mel. Wir Christenleut.\ 321 Auf, schicke dich, Recht feierlich Des Heilands fest mit danken zu begehen; Lieb ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der lieb, erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die welt in seinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um Gottes reich und seine lieb im fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm theil, Er ist das heil; Thu täglich buß, und glaub an seinen namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr, spricht, Und doch nicht sucht sein beispiel nachzuahmen. 5. Aus dank will ich In brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, 47. Mel. Gelobet seyst du, Jesu Ch. 323 Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Jesu Christi mittlertod, Der uns mit Gott versöhnet hat, War keines nur erschaffnen that! Der Herr ist Gott! 2. Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Er bezwang den ewgen tod; Er kam von seines himmels thron, Als er, erniedriget, ein Sohn Der menschen ward. 3. Gott ist der Herr! Gott ist der Herr! Ewig, ewig ist auch er! Der wesen wesen, Licht vom licht, Schaun ihn die vor dem angesicht Der Gottheit stehn. 4. Er sprach: da kam die welt hervor, Wonnevoll stieg 30 III. Festlieder. sie empor. Noch spricht er,| Erscheinst im fleisch, und wirst und sie eilet fort Auf ihrer uns heil. bahn, durch ihn, das Wort. Halleluja. 5. Er spricht; und schafft zum heiligthum Sich erlöste seelen um. Die fünder, die sich ganz ihm weihn, Sind ohne fehl vor Gott, sind rein Durch Christi blut. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm, im buche steht von mir; Gott deinen willen thu ich gern." Gelobt sey, der da kommt im Herrn! 6. Vor Gott, durch Christi blut, o heil! O du mei nes Mittlers heil! Einst schlummr' ich auch, und erbe dich, Einst ruft mein Herr und Gott auch mich. Halleluja. 48. Mel. Vom Himmel hoch da k. 325 Dies ist der tag, den Gott gemacht; Sein werd' in aller welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ Im himmel und auf erden ist. 6. Herr, der du mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die våter hoffend sahn, Dich, Gott mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser heil und hochstes gut, Vereinest dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und Gottes kinder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das herz erhöht. Gedanke voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der mensch, wenn der ihn schůzt, Der in des Vaters schooße 2. Die volker haben dein geharrt, Bis daß die zeit er füllet ward; Da sandte Gott von seinem thron Das heil der welt, dich, seinen Sohn. sitzt? 3. Wenn ich dies wunder faffen will; So steht mein geist vor ehrfurcht still, Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes lieb unendlich ist. 4. Damit der fünder gnad erhält, Erniedrigst du dich Herr der welt! Nimmst selbst 10. Jauchzt, himmel, die ihr ihn erfuhrt Den tag der heiligsten geburt; Und erde, die ihn heute sicht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues lied.. 11. Dies ist der tag den Gott gemacht; Sein werd' in aller welt gedacht! Ihn an unsrer menschheit theil, preise, was durch Jesum 2. Zu Weihnacht. 31 Christ Im himmel und auf Christus reich, Die ewig sind, erden ist. uns engeln gleich. Halleluja. 7. du, der gnad um gnade giebt, Herr, wie haft du uns geliebt! Dank ihm, die den Ewigen gebar, Die dank ihm, erlöste schaar, Für, sterbliche! 49. In bekannter Melodie. 329 Gelobet feyst du, Je su Christ, Daß du mensch geboren bist. Es folgte dir von deinem thron Der engel schaar, und sang dem Sohn, Des menschen Sohn! 50. Mel. Herr Gott dich loben wir. 335 Halleluja! die zeit, Bestimmt von ewigkeit, Die zeit der wonn und jubel kam, Da Gott des menschen leib annahm. Sie, die auf ihn gestorben sind, Wie seufzten sie, zu sehn das kind, Das find, das Gott, und sterblich war? Er kam, da sang der himmel schaar: Anbetung, dank und ruhm! Gott in der höhe ruhm! Heil dir, 4. Vom himmel nimmt er und Gottes ruh! Erlöst, o feinen lauf, Geht, ein licht mensch, wirst du! Der Sohn, seinen lauf, Geht, ein licht das heil der welt, erschien des heils, uns auf; Es überstrahlt mit gnad und Schon Abraham und segnet' recht Der Sohn das mensch- Sohnes macht, Sie führt in ihn! Erwähltes volk! des liche geschlecht. Halleluja. flammen dich, die nacht, 5. Der Sohn des Vaters, Den tag, in hohen wolken Gott von Gott! Nimmt auf dich! Dir schuß, und Pharo sich der fünder noth; Nach fürchterlich! Auch sah auf dieser kurzen prüfungszeit Er- Sina Moses schon Des Va= hebt er uns zur herrlichkeit. ters herrlichkeit, den Sohn! Halleluja. 2. Er, dessen boten engel sind, Lag in einer Fripp ein Kind; In unser fleisch und unser blut, Verhüllte sich das höchste gut, Des Vaters Sohn! 3. Den nie der welten freis umschloß, liegt in einer mutter schooß. Es weint in unsrer fundenwelt, Der alle ding allein erhält. Halleluja. 6. Der uns des Vaters fulle gab, Kam zur erden arm herab. An gütern macht uns Er ists, der immer wunderbar, Und frieden Abrahms kindern war! Es ist der held, die macht, der rath, Den 32 III. Festlieder. Bethlehms hütt' umschattet| hat. Gelobet seyst du, Jesu Christ, Daß du ein mensch geboren bist! Noch warst du auf des Vaters thron, Da nannten deinen namen schon Die himmel; und es beugt vor ihm Sich aller knie, der Seraphim, Und derer, die entschlafen sind, Und derer die noch sterblich sind. Auch ist kein ander heil, es ist Kein ander nam', als Jesus Christ! Dein großer ewger nam' allein, Durch den wir können selig seyn! Mit herzlicher barmherzigkeit hast du uns sünder Gott geweiht! Dir laß uns leben, sterben dir; Denn mensch wardst du, ach! staub wie wir, Barmherzigkeit, barmherzigkeit Ist all dein thun, barmherzigkeit! Geboren wardst du, daß du stürbst, Uns eine seligkeit erwürbst, Die, in die ewigfcit versenkt, Nie ganz des frommen seele denkt! Sie fühlt nur dunkel, nur von fern, Das schaun, die herrlichkeit des Herrn! Bis du uns dort dir ganz vereinst, Schall in der hütte, wo du weinst,( Die hütt' ist auch dein heiligthum!) Erschall in ihr durch und dein ruhm! Halleluja. 51. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 338 Jhr, die ihr wart verloren, Hört, was euch trösten kann: Der Heiland ist geboren, Und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben Der engel heilge schaar; Und ihre chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts von neide, Freun sich mit uns zugleich, Und singen: große freude Verkündigen wir euch, Euch ist dies kind gegeben, Euch solches heil bereit, Bey Gott dereinst zu leben, In steter seligkeit. 3. Daß sich kein mensch betrübe, Zerbricht dies Kind das joch, Bringt euch des Baters liebe. Was trauert ihr nun noch? Es schenkt ein himmlisch erbe, Wohlan, wer an ihn glaubt, Daß jeder fröhlich sterbe, Da solch ein schatz ihm bleibt. 4. Tod, sünde, teufel, hölle, Was wider euch gekämpft, Hat er, an eurer stelle, Bestritten und gedämpft; Dies Kind tritt sie darnieder, Nun seyd ihr wohl gerächt; Und Gott erhöht nun wieder Das sterbliche geschlecht. 5. So rühmen sie; mit ih nen Frohlocket jeder christ, Daß Gott im fleisch erschie 2. Zu Weihnacht. 33 nen, Der Herr sein bruder| Freund, Und erweint Seinen ist. Dein sind nun unsre her- feinden segen. 6. Er, er will für eure schulden Armuth, noth, Schmach und tod, Göttlich groß erdulden. Lernt den menschenfreund erkennen, Gnadenreich Will er euch Seine brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eur inns res sehnen Sehen kann, Betet an, Weinet freudenthranen, Liebt ihn, der von liebe brennet, Preist den Herrn, Der euch gern Seine brüder nennet. 8. Wenn euch eure funden Eilt herzu, SuEr will sie euch Tchenken. Schaut auf ihn zen. Herr, dir geloben wir; Uns trennen weder schmerzen, Noch freud und glück von dir. 52. Mel. Fröhlich soll mein Herze. 340 Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hocherfreut Laßt uns heut Ihm verehrung bringen! In des himmels hohe chore Stimmet ein, Gott allein, Unserm Gott sey ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller wesen, Steigt frånken, herab Bis ins grab, Sun- chet ruh, der zu erlösen. 3. Wer kann Gottes rath- mit glaubensblicken, Zittert schluß fassen? Aber dies Ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen; Kommt der Sohn aus freyen trieben Zu uns her; Wie sollt er nicht die menschen lieben? nicht, Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr erdulder schwerer tage, Euren schmerz Fühlt sein herz, Kein erlöster zage! Bringet ihm an seinem feste 4. Wann er uns verworfen Zutraun her, Wiffet, er hätte, Nähm er dann Mensch- Wählt für euch das beste. heit an? Er spricht: ich er- 10. Er verläßt euch nicht, rette. Deß soll sich der erd- ihr schwachen, Mehr, als freis freuen. Zum gericht ihr, Litt er hier, Euch beKömmt er nicht, Sondern glückt zu machen. Eure kleizum verzeihen. ne zeit der leiden Und der müh, Was ist sie Gegen ewge freuden? 5. Eilt im geist nach Bethlehms hutten, Seht, was dort Euer hort Schon für euch erlitten, Er wird niedrig euretwegen, Wird eur Daß auch ich 11. Gottmensch, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Frey und selig 3 III. Festlieder. 34 würde. Wer kann deine lieb ergründen? Heiligster, Du o Herr, Machst mich rein von funden. 12. Dir will ich mein leben weihen, Mich in dir Für und für, Mein Erldser, freuen. Keine kreatur, kein leiden, Keine noth Und kein tod Soll von Dir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum weltgerichte, Dann werd ich, Richter, dich Schaun von angesichte. Gott, wie wird dein schaffer beben? Dann werd ich Deiner mich Freun, und ewig leben. 53. Mel. Wir Christenleut. 346 christenheit! Sey hoch erfreut! Das Heil der welt, der Mittler ist geboren, Der uns erlöst Und ewig trist't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2.Ogroße that! Nach Gottes rath hat sich sein ewger Sohn für uns gegeben. Ein menschenkind, Doch ohne sund, Ward er für uns, und bracht uns heil und leben. 3. seligkeit! Er hebt das leid, Daß durch den sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott Nun in der noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr from= men. 4. Auch mein gesang, Herr bringt dir dank, Du wurdest mensch, damit wir selig würs den. Du machst uns groß, Und völlig los Vom fluch der sund und ihren schweren bürden. 5. Gelobt sey Gott! Auf ünsre noth Sah er, als Va= ter, mitleidsvoll hernieder, O christenheit! Preis ihn erfreut! Denn Gottes Sohn bringt das verlorne wieder. 3. Zu Neujahr. 54. und münd und herz nicht satt sam danken kann. In bekannter Melodie. 355 Nun danket alle Gott, 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm leben, mit herzen, mund und hån-| Auch in dem neuen jahr, was den, Da sich in fried und ruh das alte jahr will enden, Ach so viel tausend guts hat er an uns gethan, Daß hand gut und selig geben. Und sollte dir und mir dies jahr daß lezte seyn, So führ er mich und dich ins reich des himmels ein. 3. Zu Neujahr. 35 3. Lob, ehr und preis sey gut. Und schickst du kreuz Gott, dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich, auf einem Gottheitsthrone! Mit freuden wird der schluß des alten jahrs gethan; Mit freuden fangen wir das neue wieder an. herein; So kommts von lieben hånden, Die werdens auch so wenden, Wie mirs wird selig seyn. 55. In bekannter Melodie. 359 Aus meines herzens grunde Erhebt sich die begier, Und auch mit frohem munde Kommt sie, o Gott, zu dir! Heut ist das neue jahr, Drum bring ich dank und gabe, Und was ich armer habe, Züm freudenopfer dar. 2. Daß du mich auß genaden, In der vergangnen zeit Behütet hast vor schaden, Und mich mit schutz erfreut. Kein morgen ging vorbei, Kein abend war zugegen; Du machtest deinen segen An mir auch täglich neu. 3. Du wollest auch behüten Vor unglück und gefahr, Und mir die hånde bieten Durch dieses ganze jahr. Wirst du mich, lieber Gott, Nach deinem rathe leiten, Und überall begleiten; Was hats mit mir für noth? 5. Laß deine engel bleiben Um mich zur wach und hut, Das alles abzutreiben, Was satans bosheit thut. Und endet sich mein lauf, Daß feel ich durch sie mit freuden In und leib sich scheiden; Komm deinen schooß hinauf. 6. Gott will ich laffen rathen, Der groß von rath und that. Wer Gottes gnadenthaten Zum herzenstrofte hat, Der kann nicht traurig stehn. Drum hoffet mein gemüthe, Durch seine segensgüte, Auf alles wohlergehn. 7. Darauf so sprech ich amen Mit aller zuversicht. In meines Jesu namen Hab ich, was Gott verspricht. Das ist gewißlich wahr, Wer seinen Gott låßt walten, Der wird von ihm erhalten Ein glücklich neues jahr. 56. Mel. O Gott, du frommer Gott. 362 Ein jahr der sterblichfeit, der kurzen lebenstage, 4. Mein leib, mein feel, Ist abermals dahin, mit ſeimein leben, Beruf, auch ner lust und plage, Und wiegut und blut, Sey dir, Gott! derum ein theil von unsrer übergeben. Du machest alles pilgerschaft Nunmehr zurück3* 36 III. Festlieder. gelegt, durch Gottes schutz| seyn; du machst doch alles und kraft. gut. 2. Herr! deine gute machts, die niemals uns zu lieben Ermüdet noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsern herzensdank denn jetzo gnådig an, Für das, was du an uns in diesem jahr gethan. 57. 3. Wir schließen uns aufs neu' in dein so treues sorgen, mel. Es ist das Heil uns komm. In deine obhut ein; da sind 364 Er ruft der sonn, und wir wohl geborgen, Da ist schafft den mond, Das jahr das feste schloß vor aller feinde darnach zu theilen, Er schafft truß, Da läuft dein häuflein es, daß man sicher wohnt, hin, und findet sichern schuß. Und heißt die zeiten eilen. Er 4. Gieb, mit dem neuen ordnet jahre, tag und nacht; jahr, uns neue stårk im glau- Auf, laßt uns ihm, dent ben, Laß uns den alten grund der wahrheit niemand rauben; Erneure herz und sinn; und das gegönnte licht des ewig wahren worts erlische bei uns nicht! Gott der macht, Ruhm, preis und dank ertheilen. 5. Entzünde neue lieb' und fanftmuth in uns allen. Und soll auch dieses jahr uns neue noth befallen; So stärke die geduld, und mache deine treu', Vater, über uns mit jedem tage neu. 7. Wem du, auf dieses jahr, von dieser welt zu scheiden, Sein ziel hast festgesetzt, den laß auf dich mit freuden Im glauben selig hier beschließen seinen lauf, Und nimm in deine hand die seele gnådig auf. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten menschen tödten. Verleih an feel und leib, was jedem ist von nothen; Und laß uns, Herr! 2. Herr! der da ist, und der da war, Von dankerfüllten zungen Sey dir für das verfloßne jahr Ein heilig lied gesungen: Für leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried und ruh, für jede that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies jahr ge= segnet seyn, Daß du uns neu gegeben. Verleih uns. kraft, die kraft ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst Der menschen glück, mit dem, was deine weisheit wenn sie zuerst Nach deinem thut, Stets wohl zufrieden! reiche streben. 3. Zu Neujahr. 37 4. Gieb mir, wofern es dir führet meines Lebens lauf. gefällt, Des lebens ruh und Wie Gottes hand mein ziel freuden. Doch schadet mir gestellt, So folg ich in- und das glück der welt, So gieb aus der welt. mir kreuz und leiden. Nur stårke mit geduld mein herz, Und laß mich nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke våterlich In diesem jahre wieder, Erbarme der verlaßnen dich, Und der bedrängten glieder. Gieb glück zu jeder guten that, Und laß dich, Gott! mit heil und rath Auf unserm Fürsten nieder. 5. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuhle throne; Daß tugend und zu friedenheit In unserm lande wohne; Daß treu und liebe bei uns sey; Dies, lieber Vater, dies verleih, In Christo, deinem Sohne! 3. Indessen preis ich deine gute, Du Vater der barmherzigkeit, Mit höchsterkennts lichem gemüthe, Weil du mich) bis auf diese zeit, So våterlich, mein Gott! bedacht, und alles mit mir wohl gemacht. 4. Laß mich nur dir zu ehren leben, Und zu des nächsten nutzbarkeit; Und laß mir stets vor augen schweben Das lenke dadurch stets mein herz ende dieser kurzen zeit, Und Von dieser erde himmelwärts. 59. Mel. Aus meines Herzens G. 367 Gottlob, nun ist ver= gangen Des alten jahres zeit! Erneure dein verlangen Nach Gottes gütigkeit, seele! 58. Mel. Wer nur den lieben Gott. 366 Gottlob, es ist von meinen jahren Nun abermalen eins dahin; Wie strome schnell vorüberfahren, So seh ich, daß ich sterblich bin; Jedweder blick der kurzen zeit Führt näher zu der ewigkeit. 2. Wie soll ich dich verehren? Mein Gott! wenn gleich in mir Viel tausend zungen wåren, Könnt ich doch nach 2. Ich weiß, mein leben gebühr Nicht preisen deine muß sich enden, Und meine treu, Die über alles gehet, jahre hören auf, Doch alles Und ewiglich bestehet, Die steht in Gottes hånden, Er alle morgen neu. sey bemüht, Lobopfer darzubringen, Und deinem Gott zu singen Ein neues freudens lied. 38 III. Festlieder. 3. Erneur' auch mein ge= 1 4. Gott ist unser höchstes müthe Durch deinen guten gut, Der uns wahres heil Geist, O Vater aller güte, gewähret. Wünschet nicht, Den meine seele preist; Herr! was fleisch und blut, Welt laß mich jederzeit, Durch dei- und augenlust begehret, Seenen beistand streben, Zuerst len, die ihr Christum kennet, nach jenem leben Und nach und nach ihm euch christen der ewigkeit. nennet! 4. Damit ich selig fahre Aus dieser eitlen welt, Wenn auch in diesem jahre seyn, Was ihr wünscht an 5. Soll es Gott gefällig Mein diesem tage, So macht eure leib in staub zerfällt; Daß herzen rein Von der sünden angst und plage! Nur der ich, mit deiner schaar, Dein antlitz ewig sehe, Und selig dort begehe Daß ewge jubeljahr. Will und wird der Herr erfülfrommen wunsch und willen 60. len. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 374 Nun, Gottlob! es ist ein jahr Wiederum zurückgeleget, Nehmet fromm die freude wahr, Die jezt euer herz erreget; Christen! nur in Jesu namen Sind die wünsche ja und amen. 6. In dem namen Jesu kann Kein gebet umsonst geschehen. Sein wort låffet je dermann Die verheißung das von sehen. In mir habt ihr heil und leben; Bittet, so wird euch gegeben! 2. Gutes wünschen ist die 7. Nun wir bitten: Herr, pflicht Aller menschen hier gieb heil Aller obrigkeit im auf erden. Aber wie viel lande! Jedem sein bescheiden giebt es nicht Wünsche, die theil! Glück, gedeihn, in jezur sunde werden? Die, zum dem stande! Laß uns, satt abscheu aller fronimen, Nur an lebensjahren, Wenn du aus bbsem herzen kommen? willt, in friede fahren! 3. Mancher wünschet lust und geld, Sich und andern zum verderben, Der dem wesen dieser welt Niemals will und wird absterben. Andre wünschen mit dem munde, Aber nicht von herzensgrunde. 8. Friede sey an jedem ort, Neusserlich und im gewissen! Friede, welchen Gottes wort, Durch den glauben låßt genießen! Jesu! nur in deinem namen, Bitten wir; erhör uns! amen! 3. Zu Neujahr. 61. Mel. Nun laßt uns Gott den. 375 Nun laßt uns gehn und treten, Mit fingen und mit beten, Zum Herrn, der unserm leben Bis hieher kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel kreuz und plagen, Durch so viel angst und zagen, Durch krieg und große schrecken, Die alle welt bedecken. 4 Denn wie von treuen müttern, In schweren ungewittern, Die kinder hier auf erden Mit fleiß bewahret werden: 5. Also auch, und nicht minder, Läßt Gott stets seine kinder, Wann noth und trübsal blitzen, In seinem schooße sitzen. 6. Ach, Hüter unsers les bens! Fürwahr, es ist vergebens, Daß man entwürfe machet, Wo nicht dein auge wachet. 39 In unserm kreuz und leiden, Die quelle unsrer freuden! 9. Gib mir und allen denen, Die, Herr! nach dir sich sehnen, Ein herz, durch deine gnade, Das sich der sorg' entlade. 10. Schließ zu des jammers pforten, Und laß an allen orten, Auf so viel blutvergießen, Die freudenströme fließen. 11. Sprich deinen milden segen Zu allen unsern wegen. Laß großen und auch kleinen Die gnadensonne scheinen. 12. Sey der verlaßnen Vater, Der irrenden berather, Der unversorgten gabe ,. Der armen gut und haabe. 13. Hilf gnådig allen kranken, Gieb fröhliche gedanken Den sehr betrübten seelen, Die sich mit schwermuth qualen. 14. Und endlich, was das meiste, Segn' uns mit deinem Geiste, Daß er allein uns leite, 3um himmel zu= bereite. 15. Daß alles wollst du geben, meines lebens leben! Mir, sammt der christen schaare, 3um seelgen neuen jahre. 62. 7. Gelobt sey deine treue, Die alle morgen neue, Lob sey den starken hånden, Die alles herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, Mel. O Gott, du frommer Gott. 383 Ach Jesu! dessen treu O Vater, und bleib, mitten im himmel und auf erden 40 III. Festlieder. Durch keine zunge kann ge- sey mein fester stab, daß nug gepriesen werden; Ich ich nicht gleit und falle; In danke dir, daß du des zornes hitz ein schatten mir, mein schwere last, Im fleisch ge- schirm vor satans wuth, offenbart, von mir genomn- Mein reichthum, ehr und men hast. ruhm, er sey mein höchstes gut. 2. Wie leicht, wie bald wird nicht mein banges herz gestillet, Wenn mich mit seinem trost dein süßer nam erfüllet. So lieblich ist kein trost, als den dein name giebt, Der name deß, der uns bis in den tod geliebt. 3. O Jesu, höchstes Gut! nur du kannst freude bringen; Mir kann nichts lieblicher, als Jesu name Klingen. Dein name kündigt mir, hab ich des traurens viel, In dir den Heiland an, der selig machen will. 6. Er sey mir stets der weg, die wahrheit und das leben, Er wolle mir zulezt aus gnaden dieses geben, Daß ich, erscheinet nun auch mir mein sterbenstag, Mit großer freudigkeit in ihm entschlafen mag. 7. Bis dahin helf er mir, so lang ich hier noch wandle, Daß ich in meinem thun, wie sichs gebühret, handle. Er steh auch immerdar mit seiner kraft mir bei, Erhalt in meinem amt und stande mich getreu. 4. Will des gesetzes fluch, will tod und grab mich schrekken; So soll dein Name, 8. Dir leb ich, und in dir, Herr! mich schützen und be- in dir will ich auch sterben; decken. Er sey mir Trost Herr! sterben will ich dir, in und Hülf in aller angst und noth, So bin ich unverzagt im leben und im tod. dir will ich ererben Das ewge himmelreich; denn daß erwarbst du mir; Von dir verklärt will ich dir danken für und für. Epiphanias. Mel. Werde munter mein Gem. Gottes macht! Freuet euch, ihr armen fünder, Gott hat nun an uns gedacht, Und den Heiland kund gethan, Der 388 Freuet euch, ihr Gotteskinder, Preiset mit mir uns führet himmel an, Daß 5. Er sey mein licht, wenn ich im finstern thale walle; Er 4. Am Feste 63. 5. Um Feste Maria Verkündignng. 41 64. wir, ehmals heiden, können! Uns nun Gottes finder nennen. Mel. Meinen Jesum laß ich n. 2. Seine Herrschaft sich er- 390 Jesu, großer wunderstrecket Ueber alles, was da lebt; Seine hand schützt und bedecket, Was sich reget, lebt und schwebt. Wenner spricht, so geht sein wort Schnell, wie blitz und donner, fort; Er durchdringet geist und leben, Kann trost, heil und leben stern, Der aus Jakob ist erschienen! Meine seele will so gern Dir an deinem feste dienen, Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich armer schenken kann. geben. 3. Nun, ihr sunder, hier auf erden, Schäßt ihr dies so hohe gut? Wollt ihr Gottes kinder werden, Ei so fast getrosten muth, Fleht zu Gott, der alles schafft, Alsdann, feht, giebt er euch kraft, Daß ihr auch zu ihm könnt kommen, Und euch freuen mit den frommen. Mel. Freu dich sehr, o meine. 402 Du bist in die welt gekommen, Gottes Sohn, du 2. Nimm das gold des glaubens hin, Wie ichs von beschenket bin; So ist dirs die dir selber habe, Und damit liebste gabe. Laß es auch bewährt und rein In dem kreuzesofen seyn. 3. Nimm den weihrauch des gebets, Laß denselben vor dir tügen; Herz und lippen sollen stets, Jhn zu opfern, vor dir liegen, Wann ich bete, nimm 8 auf, Und sprich ja und amen drauf. 4. Aller heiden troft ist kommen, Jesus, unser freudenlicht, Der beschirmer aller 4. Nimm die myrthen bittfrommen, Unser schutz und rer reu, Ach! mich schmerzet zuversicht! Preiset seine gut meine fünde; Aber du bist und treu, Die uns noch wird immer neu, So wird er euch allen geben, Hier und dort, mit ihm zu leben. fromm und treu, Daß ich. trost und gnade finde, Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein opfer an. Verkündigung. 5. Um Feste Maria 65. höchstes Gut! Da hast du an lich fleisch und blut. Und wir dich genommen Unser menschallzumal, wir sunder, Sind durch dich mit Gott versöhnt, 42 III. Festlieder. Daß er uns, als seine kinder, dafür. Ohne herz kann ich Nun mit heil und gnade krönt. nicht leben, Und nicht leben ohne dich, Doch du hast dein wort gegeben, Daß du mein bist ewiglich. 2. Ich, auch ich kann mich des trösten; Und ist ewig mein gewinn, Daß ich unter den erlösten, und dein blutzverwandter bin. Liebster Jesu, o mein leben! Sage doch mir armen an, Was ich dir dagegen geben, und wie ich dir danken kann? 3, Mag dir denn mein herz gefallen? Ist die gabe nicht zu klein? Ach! gewiß, vor andern allen Wird dir das gefällig seyn. Zwar das opfer ist geringe Und verächtlich anzuseh'n; Doch, weil ichs im glauben bringe, Wirst du solches nicht verschmähn. 5. Leib und seele mag vers fahre hin! Nichts ist gegen schmachten! Erd und himmel fahre hin! Nichts ist gegen dies zu achten, Daß Gott ich armer staub und erde was ich bin. Und ich auch, wie er ist, werde, Habe diese herrlichkeit, Daß Wenn ich ende meine zeit. 6. wie hoch bin ich gez segnet! Ob mir elend, schmach und noth, Ob mir alles kreuz begegnet, Ob auch endlich selbst der tod, Jesu, mich) von dir will reißen; Reißt 4. Nun so legt mein herz mich dennoch nichts von dir. sich nieder, Immanuel! Denn dies wort muß ewig vor dir, Aber, ich will auch heißen: Ich in dir und du in hinwieder Dein getreues herz mir. 6. Zur Passionszeit. 66, Mel. Liebster Jefu, wir sind, 409 Jesu, heil und seligkeit! Ohne dich mag ich nichts wissen. Hilf, das ich zu dieser zeit Auf dies einzge sey befliffen, Nur dein leiden zu betrachten, Nichts so hoch, als dich zu achten. 2. Meine weisheit suche ich In dem buche, wo die frommen Christum fegnen, wie er sich Aller menschen angenommen; Er lehrt mich in diesem buche Lust und weißheit, die ich suche. 3. Unter deinem kreuze heißt, Herr, dein wort an dich mich glauben. Laß mich 6. Zur Passionszeit. 43 nur durch deinen Geist In 6. Seht ihn auf der schådem glauben treu verbleiben, Christlich leben, und durchs leiden, Hilf mir zu des himmels freuden, delståtte Für euch ringen im gebete! Schauet mit zerschlagnen herzen hin auf ihn, den mann der schmerzen, Am freuz! er hats vollbracht und stirbt, 67. In eigener Melodie. 413 Seht den Leidenden! er gehet hin zum tode, sünder sehet! Er, der Herr, gefront zum hohne, Tråget seine dornenkrone, Und büßt für euren frevelmuth. 2. Euer König, cur Vertreter Wird geführt, wie übel thåter, Wer kann seine leis den zählen? Eine welt verlorner seelen Erfauft er sich um diesen preis. 3. Seht den schönsten unter allen, Bleich, entstellet und verfallen! Seiner hoheit glanz vergangen! Seine töniglichen wangen Bedeckt mit speichel und mit blut! 4. Seht den heiligen, den guten, Euch zum heile sich verbluten! Daß der sünder leben möge, Wandelt auf schmerzen. dem todeswege Der Gott versöhner willig fort. 7. Herr! dein leiden zu bedenken, Wollest du mir weißheit schenken. Mich vom la= ster abzuschrecken, Mich zur tugend zu erwecken, Laß mir es stets vor augen seyn. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, Niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, Wann du kommst, den kreis der erde 3u richten mit gerechtigkeit. 68. Mel. Christus ber uns selig m. 415 Deine marter, angst und hohn, Gläubig zu bedenken, Wollst du mir, o Gottes Sohn! Geist und andacht schenken. Ach erschein in diesem bild, Jesu, meinem herzen, Wie du Gottes zorn gestillt Durch die größ'sten 2. Laß mich aber nicht allein Deine schmerzen sehen, Laß die ursach deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach! die ursach war auch ich, Ich, und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich 5. Keine lindrung stårkt den müden, Auf ihm liegt, zu eurem frieden, Fluch und straf! er trågts gelassen! Seine kraft hat ihn verlassen; Er sinket nieder in den staub. gnade finde.. 44 III. Festlieder. 3. Hilf, daß ich in buß und du den tod bestritten, Den reu Dieses recht bedenke, Und tod, der sünde lohn! Da dich künftig nicht aufs neu folgte schmerz auf schmerzen; Durch die sunde frånke! Da traf dich schmach auf Dampf in mir die böse lust; schmach; Da lag auf deinem Laß mich alles meiden, Was herzen Angst, die das herz du für mich büßen mußt dir brach. Mit so schwerem leiden! 3. Entblößt von allem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem freuze, Ein fluch vor aller welt. Dich flohen deine freunde; Du warst der leute spott; Dich höhnten deine feinde: Wo ist denn nun sein Gott? 4. O schreckliches empfinden! Du fühltest das gewicht Bom fluche unsrer fünden, Und lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine plagen; Kein helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott wie verläß'st du mich. 69. 5. Mein Heil! was du ers duldet, Das ist auch meine last. Ich habe mit verschulSieh gnädig auf mich armen, det, Was du getragen hast. Der zorn verdienet hat, Und hilf mir aus erbarmen Von meiner missethat. Mel. Herzlich thut mich verlang. 418 Der du, voll blut und wunden, Für uns am kreuze starbst, Und unsern lezten stunden Den größ'sten trost 6. Ich will auf dich stets erwarbst, Der du dein theu sehen Mit aller zuversicht. res leben, Noch eh ich war, Wohin soll ich sonst gehen? auch mir Zur rettung hinge- Verwirf du mich nur nicht! geben; Mein heil! wie dank Wo soll ich ruhe finden, Wenn ich dir? du mich, Herr! nicht liebst? Wo reinigung von sünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 4. Drohet mir die höllene pein, Um der fünde willen; Ach! so tritt ins Mittel ein, Hilf die schrecken stillen! Eaß mich denn mit heilsbegier Dich, mein Jesu! fassen. Bin ich glaubig nur in dir, Kann mich Gott nicht haffen. 5. Gieb auch, Jesu! daß ich gern Dir das kreuz nach trage; Daß ich demuth von dir lern, Und geduld in plage; Daß ich dich hinwieder lieb! Laß indeß dies lallen, Bis es kommt aus reinerm trieb, Jesu, dir gefallen. 2. Wie viel hast du erlitten, Erhabner Menschensohn! Als 6. Zur Passionszeit. 70. Mel. Machs mit mir Gott. 7. Du hast mir durch dein leiden, Vergebung, bessrungskraft, In trübsal trost und freuden, Die ewig sind, ver- 425 Du wesentliches ebenschafft. gieb an dieser bild Der allerhöchsten liebe, gnade Auch mir im glau- Du warst, o Jesu! ganz ers ben theil; So wird mein see- füllt mit Gott geweihtent lenschade Durch dich, Erlb- triebe. Gott war dein zweck, ser, heil. dein höchstes gut; Shm folgtest du mit heldenmuth. 8. Ich danke dir von her- 2. Du warst mit ihm ein zen, du, mein größ'ster sinn ein herz, Sein wille freund, Für deine todes war dein wille. Du ehrtest schmerzen. Wie gut haft ihn, auch unterm schmerz, du's gemeint! Ach! gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner treu', Und bis ich einst erkalte, Ganz nur der deine sey. Stets mit zufriedner stille. Selbst auf der allerrauhsten bahn Sahst du ihn noch als Bater an. 3. Du suchtest nichts, als sein gebot Vollkommen zu erfüllen; Und unterwarfst dich, bis zum tod, Ganz deines Vaters willen. Dein hauptgeschäft war das allein, Ein herold seines ruhms zu 9. Wann ich dann einst soll scheiden, Uch! dann verlaß mich nicht! Sey auch in todesleiden Mein trost, mein heil, mein licht! Wann mir am allerbångsten Wird um seyn. das herze seyn, Dann reiß mich aus den ångsten Kraft deiner angst und pein. 45 10. Erhebe dann mein hof fen, Zur bessern welt zu gehn. Und laß im geist mich offen, Herr, deinen himmel sehn! Dahin laß mit entzücken Alsdann mich glaubensvoll Nach dir, mein Heiland! blikken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 4. Du gingst verstummt zur schlachtbank hin, Ge= horsam zu bezeigen. Man fah dich mit gelassnem sinn Zur schädelståtte steigen. Du warst zur tiefsten schmach gefaßt, Und trugst die schwere kreuzeslast. 5. Heiland! der du mich versöhnt, Laß dein verdienst mich decken; Wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, Verdiente strafen schrecken. Hilf 46 III. Festlieder. mir, daß ich so gern, wie| delt sich in majestät; Denn du, Den willen deines Vaters thu. du gingst aus dem grabe. 71. In bekannter Melodie. 430 Gottes Lamm, un schuldig Am kreuz für uns geschlachtet, Befunden stets geduldig, Wiewohl du wurdst verachtet! Die fünd hast du getragen; Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich uns ser, o Jesu! 2. Gottes Lammt, un schuldig Am kreuz für uns geschlachtet, Befunden stets geduldig, Wiewohl du wurdst verachtet! Die sund hast du getragen; Sonst müßt auch ich verzagen. Lob sey dir ewig, o Jesu! 3. Gehaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit Gottes, Dein kreuz schien zwar der welt ein gråul; Doch sterben für der feinde heil; Dies ist die höchste tugend. 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht menschen ehre. An de muth groß, an lieb ein held, Und göttlich in der lehre; Geduldig, und von sünden rein, Gehorsam bis zum kreuze seyn, Dies war, Herr, deine größe. 5. Du starbst am kreuz; doch war dir ja Die kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der blinde sah; Du gabst ren todten leben. Du sprachst: es schwiegen wind und meer, Und selbst der bbsen geister heer Gehorchte deiner stimme. 72. Mel. Nun freut euch, lieben. 437 Freywillig hafst du dar gebracht, Für uns, o Herr, dein leben. Du hattest, es zu lassen, macht, Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, Weil du es willig in den tod Für deine feinde gabest. 6. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines kreuzes schanden. Du bist mein Herr, du bist mein 2. Du warst nur eine kleine Gott! Denn du bist auferzeit Von deinem Gott verlas- standen. Dit bist mein heil, fen. Er fronte dich mit herr- mein fels, mein hort, Der lichkeit, Die sterbliche nicht Herr, durch dessen mächtigs fassen. Dein freuz, daran wort Auch ich einst ewig man dich erhöht, Verwan- lebe. 47 6. Zur Passionszeit. 7. Wir sind nun göttlichen ßes leiden Der Gottmensch geschlechts, Durch dich des selbst empfindt, und lern die himmels erben. Dies ist die fünde meiden. Merk dirs, hoffnung deines knechts; In und tröst dich des, daß Chridieser will ich sterben. Wie stus, dir zu gut, Vergoß du nun auferstanden bist, sein heiliges und köstlichs mittSo werd auch ich, Herr Jesu lerblut. Christ, Durch dich einst auf erstehen. 73. Mel. Wenn wir in höchsten. Mel. Nun danket alle Gott. 439 Schau an, ans kreuz wird er, der Gottmensch jezt geschlagen, Durch dessen macht sonst wird die ganze welt getragen! Der allen durstigen den bruin des lebens 2. Was saum' ich denn? schenkt, Leidt selber durst, was qual' ich mich? Beund wird mit bittrer gall geklemmtes herz, erhebe dich trånkt! 444 Rein größ'rer trost kann seyn im schmerz, Als daß man Gottes vaterherz Durch seinen Sohn gewinnen kann, Der selbst für fünder gnug gethan. In deiner angst zu diesent. Sohn, Und durch ihn zu dem gnadenthron! 2. Der alle kreatur versorgt, erquickt, und pfleget, hat nicht, da er für sich sein heilig haupt hinleget! Der rein und heilig ist, der allen unschuld schenkt, Wird sünde und ein fluch, und so ans kreuz gehångt! 3. Der kron und zepter giebt, trågt eine dornenkrone! Der recht und wahrheit liebt, bekommet straf zum lohne! Der allen wohlgethan, muß nun ein frevler seyn, Der große lebensfürst erduldt des todes pein. 3. Verbanne furcht und traurigkeit, Da er selbst dir die hande beut. Halt dich an ihm, und zweifle nicht Un dem, was Gottes mund verspricht. 4. Nun denn, mein Gott, es sey gewagt, Auf das, was mir dein wort gesagt, Daß ich vor deine Majestät In deines Sohnes namen tret'. 5. Aus liebe zu dem ewgen Sohn Gieb mir nicht meiner funden lohn; Vielmehr reiß Und 4. Nun dies bedenk, oihre band' entzwey, mensch! welch göttlich gro= mache mich zum leben frey! 48 III. 6. Zwar ich verdien es freylich nicht. Ach nein! mir braut ein streng gericht. Doch bittet felbst dein mich, Und nur durch ihn, Herr, such ich dich. 7. Wer neigte sonst dein herz zu mir? Wer brachte mich, mein Gott, zu dir, Als der, der für das heil der welt Sich selber gab zum lösegeld? Festlieder. 75. Mel. Christus der uns selig m. Sohn für 445 Mein Erldser! Gottes Sohn, Der du für mich littest, Und auch auf der himmel thron, Jezt noch für mich bittest! Welche wohlthat ist für mich Dein verföhnend leiden! O wie preis' ich würdig dich, Ursprung meiner freuden! 2. Unermessne herrlichkeit War dir, Herr, gegeben, Und du konntest jederzeit Voller freuden leben. Aber, o der großen huld! Daß ich sein geduld Schwerer leiden lig würde, Uebernahmst du 8. Sieh denn, o Vater, deinen Sohn! Er spricht für mich vor deinem thron; Er, der sich aufgeopfert hat, Sich selbst, für unsre missethat! 9. Er, der kein bises je gethan, Den man mit recht nicht tadeln kann, Er, der die schwere sündenlast Der ganzen welt auf sich gefaßt. 10. Sein opfer ist unendlich groß! Er macht uns aller sunde los; Das opfer, das dir wohlgefällt, hat er gebracht zum heil der welt! II. Durch seine wunden sind wir heil, Und haben an dem himmel theil. Darum, D Gott, erbarm dich mein, Der ich vor dir mit ihm er schein! 12. Sich an, was er, an meiner statt, Gelitten und geleistet hat! Laß meiner hoffnung freyen lauf, Und hilf dem schwachen glauben auf! bürde. that noch vergebung finden; 3. Nun kann meine misseDenn du starbst, nach Gottes rath, Auch für meine funden. Unsre strafe trugest du, uns vom fluch zu retten, Daß wir im gewissen ruh, Mit Gott friede hätten. 4. Was uns lust zur bess'rung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue fraft Durch dein kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich um kraft bewerben, Gottes willen noch zu thun, Sünden abzu= sterben. 5. Nun kann ich aufs todesthal Noch mit freuden 6. Zur Passionszeit. 49 sehen, Und zu jener welt ein-| dank ich ewig dir Für dein mal Ohne schrecken gehen. bittres leiden. Du, Herr, hast aus aller noth Rettung mir errungen, Und durch deinen kreuzestod Meinen tod bezwungen. 76. Mel. Wenn meine Sund mich. 450 Wenn mich die sunden krånken, O Heiland Jesu Christ! So laß mich froh be denken, Wie du gestorben bist! Und wie du meines elends last Am stamm des heilgen kreuzes Auf dich ges nommen hast! 2. O wunder ohne maßen! Fürs menschliche geschlecht wenden. 7. Laß das wort von dei- Hast du dich martern lassen, nem kreuz Mich mit muth Du, Herr, dich für den knecht! beleben, Siegreich jedem füne Selbst Gottes Sohn ward für denreiz Hier zu widerstreben. den staub, Für mich verlornen Treib mich machtig dadurch funder, Des finstern grabes an, Gottes zorn zu scheuen, Was ich unrecht je gethan, Innig zu bereuen. raub. 6. Herr! was bin ich, daß du mein So dich angenommen? Laß die frucht von deiner pein nun auch auf mich kommen! Gieb mir weisheit, gieb mir kraft,( Du hast sie in hånden), Was du mir zum heil verschafft Gläubig anzu8. Drückt mich meine fündennoth, Straft mich mein gewissen, dann laß aus deinem tod Mich den trost genießen, Daß du auch für meine schuld Büßend bist gestorben, Und vergebung, gnad und huld, Mir bei Gott erworben. schaden, Wie groß die fund 3. Was kann sie mir nun auch sey? Bei Gott bin ich in gnaden, von allen schulden frei; Sie sind getilgt durch Christi blut! Und ich darf nicht mehr fürchten Der hölle qual und gluth. 4 Drum sag ich dir von herzen, Jezt und mein lebelang, Für deine pein und schmerzen, Erlöser, lob und 9. Stårke mich durch dei- dank. Für deinen schweiß, dein nen tod Auf die lezten stun- angstgeschrei, Für dein uns den. Wie du deine todesnothschuldigs sterben, Für alle Siegreich überwunden, so lieb und treu. hilf dazu auch mir! Laß mich 5. Herr, laß dein bitter leifröhlich scheiden! Herr! so den Mich reizen für und für 4 50 III. Festlieder. Mit allem ernst zu meiden| kelch trinkt; Wie er für frev: Die sündliche begier; Nie ler bittet! Wie wasser ausge= komm es mir aus meinem schüttet, Hångt er, da er in sinn, Wie viel es dich geko- tod hinsinkt. stet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein kreuz und meine plagen, Ach, alle meine noth, Hilf mir geduldig tragen! Ja, gieb, mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese welt, Und folge jenem bilde, Daß du mir vorgestellt. 3. Wir sunder, sollten sterben; Fluch lag auf Adams erben, Fluch auf der sündgen welt. Doch er kam uns zu gute, Und gab mit seinem blute Für uns ein ewges Idsegeld. 4. Kein freund meint es mit 7. Laß mich an andern freunden So treu, als es üben, Was du an mir ge- mit feinden, Er, unser Mittthan, Und meinen nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn eigennuß und heuchelschein! Und wie du mirs er wiesen Aus reiner lieb allein. ler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder, Nun sind wir Gottes kinder Mit Gott versöhnt, durch unsern Freund. 8. In meinen lezten stun den Strom du mir kraft und ruh, Und heil aus deinen wunden, Zu meinem troste, zu! Du bists allein, auf den ich trau! Stårk meine seel im tode, Daß ich dich ewig schau. 77. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 452 Frohlocke, mein ge müthe, Und bete Gottes gute In deinem Heiland an. Was selbst der engel schaaren Zu thun, nicht fähig waren, Das hat des menschen Sohn gethan. 2. Schau hin, wie der ge rechte Für uns, der sünden knechte, Den bittern zorn78. Mel. Jesu, meines Lebens Leb. 463 Lasset uns mit Jesu ziehen, Welcher rufet: folgt mir nach; In der welt, der welt enfflichen, Auf der bahn die er uns brach; Stets im sinn gen himmel reisen; In der lieb den glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, Gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jeſu leiden, Seinen vorbild werden gleich; Nach dem leide folgen freuden, Armuth hier macht dorten reich. Die allhier mit thrånen såen, Werden dort mit freuden måhen. Jesu, hier leid ich mit dir, Dort theil deine freud mit mir. 6. Zur Passionszeit. 51 3. Lasset uns mit Jesu sterzwürgte, Der für mich beim ben, Daß uns nicht der an- richter bürgte. dre tod Zieh ins ewige verderben. Werden wir, nach dem gebot Seiner lieb', uns selbst absterben, Sollen wir das leben erben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 3. Der am kreuz ist meine liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich am kreuz erbläßt! Undank für so blutgen schmerz, Der beflecke nie mein herz; Und mein schutz sey der Erwürgte, Der für mich beim richter bürgte. 4. Der am freuz ist meine liebe. Nun, mein herz, was zagest du? Schau aus wie so heißem triebe Schafft er dem gewissen ruh! Stille dich; denn Jesu blut Macht die bdse sache gut; Und dein trost sey der Erwürgte, Der für mich beim richter bürgte. 79. Mel. Werde munter mein G. 5. Der am kreuz ist meine 486 Der am freuz ist meine liebe, Der so sehnlich mein liebe, Meine lieb ist Jesus begehrt. Wenn ich ihm nicht Christ. Weicht, ihr schnd treu verbliebe, Wår ich da den fleischestriebe! Alles fern, des lebens werth? Nein, mich was eitel ist! Eitle weltlust trennt von ihm kein draun, wirkt den tod; Wer sie liebt, Keine schmäch, gefahr noch ist nicht von Gott. Meine pein; Und mein fels ist der lieb ist der Erwürgte, Der Erwürgté, für mich beim richter bürgte. 4. Lasset uns mit Jefu le ben, Weil er auferstanden ist. Das grab mußt ihn wieder geben. Unser Haupt bist du, Herr Christ, Wir sind deines leibes glieder, Ach, erkenn uns, deine brüder, Jesu, dir, dir leb ich hier! Ewig, ewig leb ich dir! Der für mich beim richter bürgte. 2. Der am kreuz ist meiné 6. Der am kreuz ist meine liebe. Welt, was wunderts liebe. Nun, o tod, bist du dich, daß ich Stets in sei mein freund. Wenn ich, wie nem lob mich übe? Er, er ein staub, zerstiebe, Werd blutete für mich, Dürstend, ich Jesu stets vereint. Dann bleich, zum fluch gemacht, erfahr ich ganz sein heil; Hing er in des todes nacht. Meiner feele licht und theil Meine wonn ist der Er- Bleibet ewig der Erwürgte, 4 52 III. Festlieder. Der für mich beim richter| Heiland, aus und ein. Durch bürgte. 80. dich find ich den himmel of fen, Dein kreuz soll mir die Pforte seyn. Dort drückt mich nicht des kreuzes last, Dort 489 Hier stehn wir unter hab ich ewge ruh und rast. Mel. Wer nur den lieben Gott. deinem Freuze, Gekreuzigter Herr Jesu Christ! Hilf das uns keine lust mehr reize, Die deinem freuz zuwider ist; Laß nichts in unsern herzen seyn, Als, Jesu, nur dein kreuz allein! 2. Zur kreuzesschmach wardst du erkohren, Långst ward dein kreuz uns vorgebildt; Zum kreuzestod wardst du geboren, Den hast du, Jesu, auch erfüllt, Nun predigt man den elenden Nur Jesum, den gekreuzigten! 3. Laß uns die welt, zu allen zeiten, Und wir der welt gekreuzigt seyn, Und kost't es kampfen, kost't es streiten, So laß dein kreuz uns kraft verleihn. Nur dann gehört man Christo an, Wenn man sein fleisch schon kreuzgen kann. 4. Es sey nun ferne, von mir rühmen, Denn nur von deinem kreuz allein! Für die empfangnen blutgen striemen, Für jeden schmerz, für jede pein, Für jede schmach, und alle noth, Dank ich dir lebend, dank ich todt. 81. Mel. Wenn meine Sünd mich. 490 Hin an dein kreuz zu treten, In deinem leiden dich Voll glauben anzubeten, Versöhner, stårke mich! Laß mich mit zittern und vertraun, Wie du dich für die fünder Hin in den tod gabst schaun. 2. Wie ist des Besten seele Bis an den tod betrübt! So brünstig, meine seele, Hat Jesus dich geliebt. In heißen ångsten schwebt er da, Mit unsrer schuld beladen, Deni opfertode nah. 3. Fallt nieder! bebt ihr sunder! Verhüllt das ange= sicht! Jetzt ist für Adams kinder Der Mittler im gericht! Er leidet unsers todes pein, Fühlt unnennbare, qualen, Uns menschen zu befrein. 4. So liebt er uns verbrecher! So groß ist unsre schuld! Gott ist der finden råcher! und Gott ist gnad und huld. Wer nun den fundengraul nicht haßt, Häuft 5. So geh ich in geduld auf den tag des zornes Sich und hoffen, Mit dir, mein selbst des zornes last. 6. Zur Passionszeit. 5. Horts! die ihr eure herzen Noch ihrem dienst ergebt; Der preis so vieler schmerzen Ist, daß ihr ewig lebt. nehmt an seiner gnade theil, Erkennet feine liebe, Verwerft nicht euer heil. 6. Vernehmts auch ihr, o spotter, Die ihr den Mittler schmäht! Er ist auch euer retter! Hört für euch sein gebet: Sie wissens nicht, was sie begehn; Vergieb, o Vaz ter ihnen, Wenn einst sie zu dir flehn. 53 9. Vor seines todes schrekFen Berlischt der sonne licht! Die engel Gottes decken Ihr bebend angesicht! Nun sinkt er in die todesnacht! Erbarm, o Gott, dich unser! Er stirbt! es ist vollbracht. 82. Mel. Erschienen ist der herrl. 503 Es ist vollbracht! vergiß ja nicht Dies wort, mein herz, das Jesus spricht, Da er für dich am kreuze stirbt, Und dir die seligkeit erwirbt. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht des Baters rath, Und was sein wort verkündigt hat; Was sonst durch keinen konnt geschehn, Gelinget dem Gekreuzigten. Es ist vollbracht! 7. Ihr, eurer bråder feinde, Dschlagt an eure brust! Send aller menschen freunde! Verdammt der rache luft! Bergeltet euren haffern nie! Den 3. Es ist vollbracht und gnug gethan, Daß Gott nichts weiter fordern kann; Er ist versöhnt, sein zorn gestillt, Und ganz sein will nun= mehr erfüllt. Es ist vollbracht! feinden, die euch fluchen, Verbrauch ich nun, O Jesu! noch 4. Es ist vollbracht! was gebt, und segnet sie. dazu zu thun? Nichts, nichts, 8. Noch währen seine qua- denn was von dir geschehn, len, Noch trinkt er ohne raft Wird als mein werk schon. Des zornes volle schaalen, angesehn. Es ist vollbracht! Trågt unsrer fünden last, Und fühlt für uns des todes noth, Und nun ergreift den måden Der fürchterlichste tod. 5. Es ist vollbracht! ich bin befreit; Ich habe schon die seligkeit. Denn er zerbrach des todes pfeil, Und nun wird leben mir zu theil. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! vergiß ja nicht Dies wort, mein herz, das Jesus spricht, Und eifr' ihm nach mit ganzem fleiß, Daß es von dir auch endlich heiß: Es ist vollbracht! 54 III. Festlieder. 83. Mel. Herr Gott dich loben wir. engel stärken kann! 508 Erwürgt erwürgt ist er, Des menschen Sohn und Herr! Des tod für uns beim richter bürgt, Vom anbeginn der welt erwürgt! Vom lichte licht, aus Gott gezeugt, Vor dem der engel knie sich beugt! Versöhner hier! einst im gericht Nicht liebe mehr, Erbarmer nicht! Heilig ist Je sus Christ! Heilig ist Jesus Christ! Heilig ist Jesus Christ! Der unser Mittler ist! Der weisheit wunder that sein mund Dem frommen und dem sunder kund. Gott růstete von seinem thron Mit andern wundern noch den Sohn! Allmächtig auch, allmächtig ist Der Gottversöhner Jesus Christ! Die tauben hören, lahme gehn, Die stummen reden, blinde sehn, Die todten gehn aus ihrer gruft, Wenn ihnen Jesus Christus ruft! Das hat kein endlicher gethan; Im staube beten wir dich an. ter unterthan, Daß ihn ein Verdammt zum tod auf Gabbatha, Trägt er sein kreuz nach Golgatha; Ins allerheiligste, uns rein Vor Gott zu machen, geht er ein. Ach, bis zum tod am kreuz hinab, Wurd' er erniedrigt, bis ins grab, Voll schmerz, yoll qual, ein fluch gemacht, Hing Jesus Christus in der nacht, Von Gott verlassen hing er da Am freuz, am kreuz auf Golgatha. Und nun, nun kam der tod. Er rief; Es ist vollendet! und entschlief. Das hat kein endlicher gethan; Mit thrånen beten wir dich an. Preis, chr und ruhm und heißer dank Sey dem, der mit dem tode rang, Dem Lamme, das geopfert ist, Dem überwinder Jesu Christ, Dem Gotte der barmherzigkeit, Von ewigkeit zu ewigkeit. 84. Mel. O Traurigkeit o Herzel. 512 2m kreuz erblaßt, Der marterlast, Der todesqualen müde, Findet mein Erldser erst In dem grabe friede. Sein höchstes werk war dies noch nicht; Am bach erst ging er ins gericht, Am Kidron in Gethsemane, Ver- 2. Ein heilger schmerz fank er ganz in unser weh! Durchdringt mein herz, Und Im lauten, thrånenden gebet, Herr, was kann ich sagen? Im schweiß, im blut liegt er nur an meine brust kann ich und fleht, So tief dem rich- Tiefgerühret schlagen. 6. Zur Passionszeit. 3. Du schützest mich, Und 85. über dich Gehn aller trübfol mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger erretter! 4. Du hasts gethan. Dich bet ich an, Du König der erIdsten! Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit macht; Du zeigst, daß du dein leben, Mein Versöhner! göttlich frei habest hingegeben. 6. Gott, welch ein tag! Entseelet lag Mein Jesus, der gerechte, In die felsengruft gesenkt Lag er noch zwo nachte. 7. Allmächtig rief Er, der hier schlief, Den todten; sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des todes banden. 8. Das finstre thal Will ich einmal Durchwandeln ohne, grauen. Denn durch dich, Erldser, ifts Mir der pfad zum schauen.. 55 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und siehe, wie ichs meine; Ja, du siehst mich, wenn ich still Meinen dank dir weine. 517 So schlummerst du In stiller ruh; Der du für uns gestorben, Uns am kreuz in schwerer måh Ewges heil erworben! 2. Du bist erblaßt, O Herr, und hast Doch in dir selbst das leben. Gleich als sterbliche hält dich nun ein grab umgeben. 3. Doch heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die ver= wesung sehen. Sondern bald, aus eigner kraft, Aus dem grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, Mein Lebensfürst, Wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig herz Vor der gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem frieden liegen. Denn durch deinen tod kann ich Zod und grab besiegen. 6. Jhr, die die welt Gefesselt hålt, Zagt nur vor der verwesung! Sch, ich hoff' in Christo einst Meines leibs erlösung. 10. Vergeß ich dein, so werde mein In ewigkeit vergeffen. Herr, ich will, so 7. Nein! nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, Der leib wird auferstehen, Und, lang ich bin, Deine lieb er- zum himmelsglanz verklärt, messen. Aus dem grabe gehen. 56 III. Festlieder. 8. So sink ins grab Mein| Heiland, mir zum troft, An leib hinab! Ich will mich dein grab gedenken. drum nicht kranken; Theurer 7. 3u Ostern. 86. Mel. Herr Gott dich loben wir. 521 Auf felfen liegt ihr grund, Und ewig ist ihr bund!! Den bund hat Gott mit ihr gemacht, Sie schreckt nun nicht des todes nacht! Sein großer tag, sein weltgericht, zitterte, da sprang Des grabSelbst dies schreckt die ge- mals fels zurück; da schwang, meine nicht! Besprengt mit Durch den mein staub einst Gottes blut, ist sie Sein auch erwacht, Sich aus der tempel und vergehet nie. kurzen todesnacht. Auf, laßt Jesus, denn Jesus Christ! uns feiren, laßt uns gehn, Er der ihr Mittler ist! Jesus, Und glaubend seine wunden ihr Herr und Gott, Bezwang, sehn. bezwang den tod. Sie macht sich auf, fie eilt, wird licht, Des Herrn gemeine, denn ihr licht, Ihr heil, ihr ewges heil geht auf, Am to deshügel wieder auf. Nun blutvoll nicht, nicht sterblich mehr, Tritt er den staub, und glänzt daher, Vom tode Wir wandeln noch am grab, los, vom grabe fern, Geht und schaun Zu oft noch auf auf die herrlichkeit des Herrn! den tod mit graun! Die salz Verbreitet bist du wunderbar, bung, die vom himmel fließt, Gemeine, zahllos derer schaar, In gnade dürftende sich gießt, Die den mit psalter und ge- Durch deiner auferstehung fang Anbeten, der den tod kraft, In uns ein neues le= bezwang. ben schafft, des Geistes sal Sie bluteten, jezt strahlen sie! Wer sie im glauben sieht, stirbt nie! Dem sunder strahlen sie gericht; Bds ist sein herz, drum glaubt er nicht. Erhalt, Herr, unsre herzen rein, Und laß uns, laß uns standhaft seyn. Auch wir, Herr, sind von iener schaar Ein häuflein, das du wunderbar, Als es im todesschlummer lag, Umstrahltest mit des lebens tag. Preis, Herr, dir, daß du auferstandst, Und überwandst, und überwandst! Die erde 7. Zu Ostern. 57 bung send uns, Gott! So leben gebeft; Daß du mein freun wir uns auf unsern tod, erretter seyst, und neue kråfte So sind wir dein, so sind wir mir verleihst, Mit freuden dein! So werden wirs auf Gott zu dienen. Halleluja. ewig seyn! 5. Mein Herr! mein Gott! hilf mir dazu, Befreie mich von sünden. ß mich für 87. en, Im frieden Pflanze Damit Mel. Chrift lag in Lodesband. meine seele ruh 522 Bringt preis und ruhm mit Gott fin dem Heiland dar, Frohlockt deinen sinn in mir, ihm alle Frommen! Er, der ich, Gott ergeben, hier Alz für uns getödtet war, Ist dein erlöster wandle. Haldem gericht entnommen. Sey leluja. gelobt, Here Jesu Christ! Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden. Halleluja. 2. Dein leben in der majeståt Befestigt unfern glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, Uns nun den troftgrund rauben, Daß du unser heil vollbracht, Und von des ewgen todes macht Uns sünder haft erliset? Halleluja. 3. Gott selbst, der dich dem grab entrückt, hat dem, was du gelehret, Der wahrheit siegel aufgedrückt, Und dich als Sohn geehret. Deines opfers hohen werth hat er aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. Halleluja. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, Daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir Daß ewge 6. Dein ist das reich, dein ist die macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der gråber nacht Wird todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, So werd auch ich, Herr Jesu Christ! Durch dich einst auferstehen. Halleluja. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im glauben an dich wandeln, Und jederzeit, nach deinem sinn, Recht= schaffen seyn und handeln; Daß ich, wann ich aufersteh, Und dich, des todes sieger, seh, Vor dir dann nicht er= schrecke. Halleluja. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, Zu deiner freud erheben. Laß dies auch mein erbtheil seyn; So werd ich ewig deß mich freun, Univ.- Bibl. Giessen 58 Daß du vom fod erstanden, Halleluja. III. Festlieder. Herv, an meinem ende Den geist in deine hånde! 88. 3. Doch soll ich einst, o Gottes Sohn! In deinem In eigner Melodie, reich dich sehen, So muß ich 523 Christus ist erstanden auf der erde schon Vom tod Von des todes banden, Freue auch auferstehen. Der lebt dich, o christenheit! Jesus nicht, den die lust der welt lebt in herrlichkeit. Halleluja! Und ihre pracht gefesselt hålt; 2. Wår er nicht erstanden, Nach Gott und tugend streWår kein heil vorhanden; ben, Nur das heißt wirklich Nun er aber wieder lebt, Unser herz in freuden schwebt. Halleluja! leben. 3. Halleluja! Halleluja! Freue dich, o christenheit! Jesus lebt in ewigkeit. Halleluja! 89, Mel, Ermuntre dich, mein. 524 Das grab ist leer, des Höchsten Sohn Verläßt der todten grüfte! Und seiner Jünger jubelton Dringt freudig durch die lüfte. Du, den der engel loblied preist, Entreiße, Heiland, meinen geift Den neigungen der erde, Daß er dir heilig werde. 2. Die menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, Mit dir empor zu steigen, Bis diese schwache hutte bricht. Wird sich mein haupt einst neigen, Alsdann nimm, nach vollbrachtem lauf, Auch mich in deinen himmel auf; Nimm, 4. Du auferstandner menfchenfreund! Erweck in mir die triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe! Ich will, o Herr, dein eigen seyn; Laß mich mit ernst die sünde scheun; Und gieb selbst muth und fråfte Zum heiligungsge schäfte! 5. So kann ich als ein wahrer christ Jezt leben und einst sterben; Und einmal da, wo du herr, bist, Vollkommne freude erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir, So bring ich, ewig froh in dir, Mit deiner frommen menge, Dir lob- und dankgesänge. 90. Mel. Christ lag in Todesband. 529 Erblaßt in todesbanden, Für uns dahin gegeben, Lag Jesus! auferstanden Ist er, und bringt uns leben! Dessen sollen wir uns freun, 7. Zu Ostern. 3u 59 Ihm ewig, ewig dankbar seyn,| leucht eur herz! erfüll es ganz! Wir, seine theur erkauften. Der sünden nacht entfliehe! 2. Der tod kam, durch die sünden, Auf alle menschenkinder. Kein reiner war zu finden, Wir alle waren sunder. Wer erlöst? wer half uns hier? Verdammt zum tode waren wir, Gefangene des grabes. 3. Des lebens Fürst geruhte, Für uns sich hinzugeben. Er thats; mit seinem blute Erwarb er uns das leben, Nahm dem tode die gewalt, Und ließ ihm nichts, denn nur gestalt; Sein stachel ist zernichtet, 91. Mel. Vom Himmel hoch da k. 530 Erinnre dich mein geist, erfreut, Des hohen tags der herrlichkeit; Halt im gedichtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden ist. 2. Fühl alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien, Als språch er: friede sey mit dir. So freue dich, mein geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an, Er mißt den sternen ihre bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein könig und dein freund. 4. Macht, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein name sey gebenedeit, Von nun an bis in ewigkeit. 4. Der feind der menschen finder Ist in den sieg verschlungen. Dem todesüberwinder Sey hohes lob ge fungen! Einst ruft seiner stimme macht Auch seinen todten zu: erwacht! Sie schauen ihn und leben. 5. Von diesem Ofterlamme Singt christen! das betrach: tet! Es ward am kreuzes 5. glaube, der das herz erhöht, Was ist der erde majeimme Zum heil der welt ståt, Wenn sie mein geist geschlachtet. Zeichnet euch mit der vergleicht, Die ich sein theures blut, Was ach- durch Gottes Sohn erreicht? tet ihr des würgers wuth? Er muß vorüber gehen. 6. So feiert, ihm zur ehre, Dies große fest der freude! Des Auferstandnen lehre Sey eurer seelen weide! Seiner 7. Mein herz erliegt froh wahrheit heller glanz Er- unter ihr; Lieb und verwunz 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig seyn! Herr, welche herrlichkeit ist mein! III. Festlieder. 60 drung kämpft in mir, Und voll von ehrfurcht, dank und 92. pflicht, Fall ich, Gott, auf Mel. Wachet auf, ruft uns die, mein angesicht. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein vertraun, In meinem fleische dich zu schaun? 9. Ich soll, wenn du, des lebens fürst, In wolken gåttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, und einst zu deiner rechten stehn? 10. Mit engeln und mit seraphim, Mit thronen und mit cherubim, Mit allen frommen aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit! 11. Zu welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu. 534 Halleluja! Jesus lebet. Erldste menschen, o erhebet Des großen Mittlers Majeståt! Horts, betrübte fünder! gebet Der freude raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn auß dem staub erhöht. seele, dein gesang Schall ihm zu preis und dank! Halleluja! Dich, großer Held, Erhebt die welt, Weil deine hand den sieg behält. uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden ist. 2. Jesu Jünger, wehrt dem leide! Lobsinget ihm, und nehmt voll freude Um siege theil, den er erstritt. Scht, der tod ist überwunden! Die herrscht, der für euch starb ganze hölle ist gebunden; Der und litt. Laßt eure feinde braun! Ihr könnt getroft euch freun! Jesus lebet Von ewigkeit zu ewigkeit, Derselbe gestern und auch heut. verbrecher! Gott ist euch nun 3. Nun verzagt auch nicht, kein strenger rächer, Wenn ihr die schuld vor ihm bereut, Durch des todes überwinder 13. Er ists, der alles in Ist er versöhnt, und gegen sünder Ein Vater der barmherzigkeit, Er ruft sein volk hinauf, Schließt seinen himmel auf, Sie zu segnen. Der himmel tont: Gott ist ver= 7. Zu Ostern. 61 föhnt! Weil Jesus lebt, ist| Mit ihm werd auch ich zue Gott versöhnt. gleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Låstert ihn und Gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine zuversicht. 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken, Verwest der leib gleich in der gruft. Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn Jesus den entschlafnen rust. Dann wird das todte feld Zu einer regen welt. Alles lebet, So wie 3ur frühlingszeit Das pflanzenreich die erde kleid't. verneut 4. Jesus lebt, sein heil ist mein; Sein sey auch mein ganzes leben. Reines herz 5. Erstandner! welch ein zens will ich seyn, Und den segen Erwartet uns, wenn lüften widerstreben. Er verz wir auf wegen Einhergehn, läßt den schwachen nicht; die dein fuß betrat! Unnenn- Dies ist meine zuversicht. bare seligkeiten, Die ewig 5. Jesus lebt, ich bin ge währen, sind die beuten, Die wiß, Nichts soll mich von uns dein sieg erkämpfet hat. Jesu scheiden, Keine macht Bald sind sie unser theil, Bald der finsterniß, Keine herrlichkronet uns das heil Deines feit, kein leiden. Er giebt lebens. Halleluja! Der Herr kraft zu dieser pflicht; Dies ist nah. Bald ist der tag des ist meine zuversicht. sieges da. 93. Mel. Jesus meine Zuversicht. 538 Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den todten auferwecken. Er verklärt mich in sein licht; Dies ist meine zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben; 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir der eingang in das leben. Welchen trost in to desnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine zuversicht. 94. Mel. Jesus meine Zuversicht. 539 Jesus lebt, und hat gesiegt, Der zuvor für mich gestorben, Der für mich ging 62 III. Festlieder. ins gericht, Der mir frieden Er hat für dich gerungen. hat erworben, Jesus lebt, und will, daß ich Mit ihm lebe ewiglich. 2. Jesus lebt, und alle macht Ist nunmehr ihm übergeben. Darum, seele, sey bedacht, Wohlgefällig ihm zu leben. Führe einen guten lauf, Steh mit ihm vom todé auf! Durch seine macht hat er Des todes macht bezwungen, Gestürzt der höllen heer. Nun liegt ihr trotz darnieder, Sein sieg hat uns befreit, Uns kronet Gott nun wieder mit huld und seligkeit. 2. Froh führte seine sonne Den festlich hohen tag herauf. Da stand er, meine wonne, 3. Jesus lebt, vor seinem| Mein Gott und mein versöhthron Soll ich einst verherrlicht stehen, Und des großen Gottes Sohn Majestätisch herrschen sehen, Selbst an dieser herrlichkeit haben theil in ewigkeit. ner, auf. Gedanke, der zur freude Des himmels mich erhebt! Gedanke, der int leide Mit reichem troft belebt! Des höhern lebens quelle! Mein schild in jeder noth! Wo ist dein sieg, o hölle? Wo ist dein stachel, tod? 4. Jesus lebt, nun fürcht ich nicht, Was mich konnte sonst erschrecken, Nicht den tod, nicht das gericht, Denn er wird mich auferwecken, 3u dem lichte mich erhöhn, Daß kein auge hat gesehn! 5. Darum, seele, sey be reit, Jesum, deinen Herrn, zu preifen, Rühme ihn mit freudigkeit, Dich ihm dank bar zu beweisen. Denke stets an Jesum Christ, Der vom tod erstanden ist. 3. Des felfen grund erbebet, Die hüter fliehn, das grab ist leer, Der todt war, sich, er lebet! Er lebt! und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen jünger wanken, Er stårkt die wankenden, Sie sehn ihn, freun sich, danken Dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, Und gehr, wie er gebot, Mit freuden hin, und zeugen Von ihmt bis in den tod. 95. Mel. Nun lob mein Seel den H. 543 Lobsinge, meine seele, Dem Welterlöser! bet ihn an, Lobsing ihm und erzähle, Was staunt und wird bekehrt. Ich dir zum heil der Herr gethan! weiß, an wen ich glaube, 4. Herr, deine boten fiegen, Von dir und deinem Geist gelehrt. Die gößentempel liegen, Der erdkreis 7. Zu Östern. 63 Bin freudevoll ein christ. Thn| ihm går mein leben geben, bet ich an im staube, Jhn, So wird kein tod mir schreck der mein retter ist. Ich werd lich seyn, Weil er mich in Wenn er den himmel hebt, So wahr, als Jesus ik und lebt. ihn ewig schauen, auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen, Er starb für mich und lebt. 96. Mel. Wer nur den lieben Gott 544 Mein Jesus lebt! wie sollt ich sterben? Hier steht mein haupt und triumphirt! So muß ich ja den himmel erben, Weil höll und tod die macht verliert. Kein trauerbild erschreckt mich mehr. Mein Jesus lebt; das grab ist leer. 3. Mein Jesus lebt! das grab ist offen! So geh ich freudig in die gruft, Und kann auch in dem tode hoffen, Daß mich sein wort ins leben ruft. Wie lieblich schallt die stimme hier: Ich leb, und ihr auch lebt in mir! 97. Mel. Wie schön leucht't uns. 2. Heil uns! triumph! daß grab ist leer, Fest steht es, wie ein fels im meer, Das wort, das er gesprochen. D Den satan traf des Heilands selig, wer sich ihm vertraut! bann. Der höllen abgrund selber bebt, Denn überall schallt: Jesus lebt! 2. Mein Jesus siegt! drum liegt zu füßen, Was mir das leben rauben kann. Der tod wird völlig weichen müssen; Et hat den tempel neu gebaut, Den blinde wuth gebrochen. Hölle! Fälle Nun den Sieger! Gottes Krieger, Der erstanden, Macht nun deinen stolz zu schanden. 3. Leer ist die gruft, die ihn umgab. Sen mir ge grüßt, mein künftig grab, Du wohnung ernster stille! Nur wenig tage werdens seyn, 4. Mein Jesus bleibt also mein leben! Mein herz wallt nur für ihn allein, Soll ich 549 Triumph, triumph! und lob und dank, Dem, der des todes macht bezwang, Und uns, den staub, erhöhte. Der hohe sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand In helle morgenrothe. Bebet! Gebet, Stolze spotter, Unserm retter preis und ehre, Glaubt an ihn und seine lehre. so empfängst du mein gez bein In deiner schatten hülle. Ewig Selig Werden wie 64 III. Festlieder. der Diese glieder Aufer-| siegt. Er stand, ein held, stehen, Werden die verklå- im kriege. rung sehen. 98. Mel. Jesus Christus unser. 551 Ueberwunden hat der Herr den tod! Des menschen Sohn und Gott Ist auferstanden, Ein sieger auferstanden! Halleluja. 2. Rein, entweiht von keiner sunde nicht, Trug er des Herrn gericht, Daß wir, von sünden Erlöst, Gott wieder finden. Halleluja. 3. Heil, verwerfung, tod und leben, ist Dein werk, Gott, Jesu Christ! Du willst das leben Den überwindern geben. Halleluja. 2. Zermalmet war zwar sein gebein, Zermartert ſeine glieder; Da sank er unter seiner pein In todesnacht dar nieder. Schon tont der feinde fiegeslied! Vergebens! eure hoffnung flieht, Ihr feinde Jesu! sehet, Er wird nicht der verwesung raub, Besieget tod, und grab und staub Und wird von Gott er höhet. 3. Wir glauben, Herr, und zweifeln nicht, Du bist vom tod erstanden. Der trost, den und dein mund verspricht, Erschall in allen landen: Vom Er lebt für uns, und seine tod ist Gottes Sohn erwacht, macht Wird uns vom tode wecken. Der leib wird neu von ihm gebaut, Von ihm verklärt wird diese haut Dann meine glieder decken. 99. Mel. An Wasserflüssent. 552 Vollendet bist du nun vor Gott, Das heil ist uns erworben. Wir preisen dich! der sünder tod Bist du, für uns, gestorben. Es stimm in unsern lobgesang, durch den tod ins leben drang; Wir singen Christi siege. Ihn hat der heile macht bekriegt. Wer Er hat der hölle macht be- alle himmel schallen. 4. Welch glück, das Jer sus mir erwarb! Ich soll einst auferstehen, und ihn, der blutend für mich starb, Mit meinen augen sehen. Dann, dann werd ich, o Gottes Sohn! Vor deinen majeståte schen thron Anbetend nieder fallen; Dann soll ein höhrer lobgesang Von dir, der tod und grab bezwang, Durch 8. Zu Himmelfahrt. 8. 3u Himmelfahrt. 100. Mel. Vom Himmel hoch da. 555 Auf! jünger Jesu! freuet euch, Der Herr fährt auf zu seinem reich. Er triumphirt; lobsinget ihm! Lobfinget ihm mit lauter stimm! 2. Sein werk auf erden ist vollbracht. Zerstört hat er des todeß macht. Er hat die welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit preis gefront. 3. Weit, über alle himmel weit, Geht seine macht und herrlichkeit. Ihm dienen selbst die seraphim. Lobsinget ihm mit lauter stimm! 4. Sein sind die völker aller welt. Er herrscht als sieggewohnter Held. Er herrscht, bis unter seinem fuß Der feinde heer sich beugen muß. 5. Er schuhet seine christenheit, Erhält sie bis in ewigkeit. Er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter stimm! 6. Ja, Heiland! wir erheben dich, Und unsre herzen freuen sich Der herrlichkeit und majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir Steht 65 Ikraft und macht, und dein unser hülfreich an, Was ist sind wir. Nimmst du dich das uns gebrechen kann? 8. In deiner hand ist unfer heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am freuze starbst. 9. Du hast die ståtte uns bereit't, Bei dir zu seyn in ewigkeit. Nach treuvollbrachtem glaubenslauf, Nimmst du uns in den himmel auf. 10. zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifrigster begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter Heiland, bist. II. Dein eingang in die herrlichkeit Stark uns in unfrer prüfungszeit, Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre seel In dir erfreun, Immánuel. Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. 101. Mel. Alle Menschen müssen. 558 Großer Mittler, der zur rechten Gottes feines Baters sizt, Und die schaar von seinen knechten In dem reich der gnaden schůzt; In 5 66 III. Festlieder. der königlichen krone Prangst nach dieser zeit Auch erhöhn du auf der Gottheit throne, zur herrlichkeit. Dir bringt aller engel heer Stets in demuth preis und ehr. 2. Dein geschäft auf dieser erden, Wie es Gottes rath bedacht, Daß es sollt erfüllet werden, Herr, dein opfer ist vollbracht. Denn da du für uns gestorben, Ist uns gnad und heil erworben, Und dein siegreich auferstehn Läßt uns einst dem tod entgehn. 3. Nun ist dieses dein geschäfte In des himmels heiligthum: Die erworbnen segenskräfte Durch dein evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum thron der gnaden eilen. Nun wird uns durch deine hand hell und segen zugewandt. 6. Doch vergißt du auch der armen, Die der welt noch dienen, nicht, Weil dein herz dir, aus erbarmen, Ueber ihrem elend bricht; Bittest daß Gott ihrer schone, Daß er nicht nach werken lohne, Daß er die, die noch dich fliehn, Kräftig wolle zu dir ziehn. 7. Großer Mittler, o wir preisen Dich, daß du im heiligthum So viel treu uns willst beweisen, Dir sey ehre, dank und ruhm! Dein ver dienst laß uns vertreten, Wenn wir zu dem Vater bes ten. Wenn der tod die lippen schließt, Sprich für uns noch), Jesu Christ! 102. mel. Freu dich sehr, o meine. 559 Herr! du fährst mit glanz und freuden Auf zu deiner herrlichkeit; Doch mich drücken noch die leiden Dieses lebens, dieser zeit! Gieb mir, Jesu! muth und kraft, Daß ich meine pilgrimschaft So in dir zurücke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. 4. Du gedenkest stets der deinen, Bleibest ihnen ewig tren, Zählst die thrånen, die sie weinen, Und stehst ihnen mächtig bei. Du verschaffft, daß ihren glauben Keine feinde ihnen rauben, Und wirkst in des Vaters haus Ihnen eine wohnung aus. 5. Die verdienste deiner leis den Stellst du deinem Vater dar, Und vertrittst mit macht und freuden Deine theur erz liste schaar! Bittest, daß er kraft und leben Deinem volke 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber zeuch mein herz nach dir, Wenn ich nach dem himmel blicke, O so öffn' ihn gnådig mir! Neige meinem wolle geben, und sie einst flehn dein ohr, Trag es dei 8. Zu Himmelfahrt. nem Vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich bekehr und lebe! 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist, Und nach dem, was dort ist, trachten, Wo du, mein Erldser, bist. Wollust, ehre sucht und gewinn, Soll mich dies zur erde ziehn, Da ich jenseit überm grabe Eine größre hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben; Du erwarbst sie theuer mir. Fetzund seh ich sie im glauben, Dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das vertraun Deiner glâubigen durch schaun, Und verwandelst ihre leiden In uns endlich große freuden. 5. Dort bereit auch mir die ståtte In des Vaters hause zu, Rufst du frühe oder spåte Mich zu meines grabes rub; Leucht auch mir in dieser nacht Durch die stårke deiner macht, Die des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg errungen. 6. Kömmst du endlich glor= reich wieder An dem ende die ser zeit, so sammle meine glieder, Die verwesung jetzt zerstreut; Heilge und verklår fie ganz, Daß der leib in himmelsglanz, Dann nicht mehr von staub und erde, Aehnlich deinem leibe werde. 67 103. Mel. Nun freut euch, lieben. 560 Herr Jeſu! deiner glieder ruhm, Du starkes haupt der schwachen! Du hast ein ew'ges priesterthum, Kannst allzeit selig machen; Du bist, der das gebet erhört, Und der des glaubens wunsch ge= währt, So bald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine himmelfahrt Der himmel of fen stehen. Du hast den weg geoffenbart, Wie wir zum Vater gehen. Der glaube weiß und ist gewiß, Du habest uns im paradies Die ståtte zubereitet. 3. Geht unser haupt zum himmel ein; So werden auch die glieder Gewiß nicht ausgeschlossen seyn, Du bringst sie alle wieder. Sie werden da seyn, wo du bist, Und dich, verklärt, Herr Jesu Christ, Dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir! Laß uns ein himmlisch wesen, In worten, werken und begier Von jetzund an erlesen! Zeuch unser herz dem himmel zu, Daß unser wandel, schatz und ruh Nur sev bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß künftighin Uns unablässig suchen; Was eitel ist, das 5* 68 III. Festlieder. laß uns flichn, Was sündlich| wort beständig sey, Von allen ist, verfluchen! Weg welt, feinden ewig frei. dein luft- und freudenschein Ist viel zu elend, viel zu klein, Für himmlische gemüther. 6. O kleinod, das im himmel strahlt, Ich will nach dir nur laufen! O perle, die die welt nicht zahlt, Dich will ich an mich kaufen! erbtheil voll zufriedenheit, himmel, voller seligkeit, Sey mein, aus Jesu gnaden! 7. Wann fahr ich auf aus dieser noth? Wann komm ich heilserstatter, Zu deinem und zu meinem Gott, zu dein und meinem Vater? Wann komm ich zu dir, höchstes licht? Wann seh ich einst dein angesicht? Komm bald, o Jesu! amen. 104. Mel. Herr Jesu Christ, meins. 562 Heut fahret auf und triumphirt Mein Heiland der den streit vollführt, Und herrschet nun gewaltiglich Zur rechten Gottes ewiglich. 2. Er lebt, hilft mir aus aller noth, Trotz teufel, welt, fund, höll und tod! Er schenkt mir seine seligkeit, Sein himmelreich ist mir bereit. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn Und heilgen geist in einem thron, Singt heut die ganze christenheit, Und preiset Gott in ewigkeit. 105. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 563 Jauchzet! Jesus triumphirt, Jesus hat den sieg errungen, Jesus herrschet und regiert, Ihm sey lob und dank gesungen! Jesus ist nuns mehr erhöht Zu der größten majestät. 2. Ueber alle himmel weit Sizt er zu des Vaters rechten, Lebt in größter herrlichkeit Und wird einstens seinen knechten, Welche fromm sich seiner freun, Dort die seligkeit verleihn. 3. Jauchzet also, rühmt den Herrn, Preist und lobt ihn, ihr erlösten! Er hilft, er errettet gern, Und wird eure seelen trösten, Wenn ihr glaubt, in seinem licht, Einst vor seinem angesicht. 106. Mel. Wachet auf, ruft uns. 565 Jesus rief mit lauter stimme, Für uns geopfert Gottes grimme: Mein Gott, mein Gott, es ist vollbracht! 3. Sein trifter soll indeß allzeit Seyn bei der werthen christenheit, Daß sie durchs Tiefe still ergriff am throne. 8.3u Himmelfahrt. 69 Die engel Gottes, und dem| Die kirche steht; wer thuts? Sohne Antwortet er: es ist Jesus Christus! Die hölle vollbracht! Der himmel hörts tobt; Er sey gelobt! Er triund fang Sein neues lieb umphirt, so sehr sie tobt! voll dank: Halleluja! Er hat gesiegt, Wenn er gleich liegt, Der Low aus Juda hat gesiegt! 2. Jesus Christ, mit preis gekrönet, Verließ das grab, Gott war versöhnet, Der fluch vom bergehoreb schwieg. Dein triumph, o tod, o hölle? Wo ist dein sieg, o tod, o hölle? Ihr send verschlungen in den sieg! Dank sey ihm, heil und macht! Er hats, er hats vollbracht! Halleluja! Nun fürchten wir Den tod nicht; dir, Dir, Todestilger, folgen wir. 107. 3. Jauchzet Gott mit groMel. Herr Christ, der einge. sem schalle! Der ganze erd- 569 Lobt Gott, ihr seine Freis wiederhalle, Und jauchz' knechte! Preist, christen, Jeihm: unser Herr fährt auf! su reich! Wie stark ist seine Wir, im staub anbetend, rechte! Wer ist an würd' ihm sehen Dem Sieger nach, und zu den höhen, Die er für uns verließ, hinauf! O überwinder, dir, Dir, Christe, folgen wir, Halleluja! Nicht ins ge5. Jesus Christ wird wiederkommen! Ach laß uns | denn mit allen frommen Verflårt zu deiner rechten stehn! Ach du wirst, wenn einst in flammen Die welt zerschmilzt, uns nicht verdammen! Laß alle kämpfen, dich zu sehn! Dann setz auf deinen thron Die fies ger, Gottes Sohn! Halleluja! Zur seligkeit Mach uns bereit, Durch glauben und gerechtigkeit, gleich? Ihm, der in seiner krone, Selbst auf der allmacht throne, Doch unser bruder bleibt. 2. Du Herr der Herrlich- richt, Zum erb ins licht Führt keiten, Des Vaters ewges er uns vor sein angesicht. Wort! Du warst vor allen 4. Ewig herrscht der Ueber- zeiten, Und herrschest immerwinder! Geboren werden seine fort. Dein reich ist groß und kinder, Wie aus der morgen- prachtig, Du bleibest ewig råthe thau. machtig Nach deiner Gottheit kommt und schauet! kraft. neues Zion wird gebauet, Er bauts, und er erhälts im bau! Vergießt nur strome bluts! frohlocket! Ein 3. Und da du, Herr! gekommen, Und unsre knechtsgestalt Auf erden angenom 70 III. Festlieder. men; So hast du die gewalt,| Gehorsam dich zu ehren, Sey Daß reich, die macht, das stets mein größter ruhm. leben, Die dir dein Gott gegeben, Der menschheit mit getheilt. 4. Doch hast du für die knechte Dich in der leiden zeit Entäußert deiner rechte; Da du in herrlichkeit Nunmehr zur rechten sißest, Und stets dein reich beschützest In völliger gewalt. 9. Gerechtigkeit und frieden, Und freude giebt dein reich, Daß du auch mir be schieden. Besitz ich also gleich Von erdengütern wenig, So macht mich doch mein könig Un himmelsgütern reich. 10. Er, er lehrt mich bekriegen Der sünde tyrannei, Hilft mir im kampfe siegen, und macht mich wirklich frei. Und wer mit ihm hier streitet, Dem hat er dort bereitet Der überwinder lohn. 5. Die hat dir Gott gegeben Im reiche deiner macht. Du hast uns in das leben Auf diese welt gebracht. Du bists, dem ruhm gebühret! Dein starker arm regieret Uns und die ganze welt. 6. Du haft, als du geftorben, Dir durch dein eigres blut Dein gnadenreich erworben, Da du, die satans wuth Von Gottes gnade trennte, Durchs wort und sakramente Zum erbtheil sammeln willst. 7. Ja, König! du regierest Das reich der herrlichkeit, Woselbst du triumphirest, Wo, nach vollbrachtem streit, Der engel jubel klingen, Dir die verklärten singen: Dank dem erwürgten Lamm! 8. Wohl mir! auch ich gehore Zu deinem reich. wohl mir! Dir dienen, Herr, ist ehre; Ich leb und sterbe dir! Dein gnadenreich zu mehren, 11. Herr, leg auch mir die krone Des lebens ewig bei, Daß ich vor deinem throne Des sieges mich erfreu. Hilf du mir mich regieren, Hilf du mir triumphiren. Herr, hilf, so kommt dein reich. 108. mel. Komm, o Gott Schöpf. 574 Schau, großer Herr der herrlichkeit, Herab vom thron der majestät, Um den, auf deinen wink bereit, Die schaar der starken helden steht. 2. Denn als du ganz dein werk vollbracht, Beschlossest du den edlen lauf, Und fuhrst in königlicher pracht Zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewigs heil hast du geschafft, Sohn Gottes, und 8.3u Himmelfahrt. 71 wartet unser geist erst dort. des menschen Sohn. Nun den du uns zugesagt, Ersitzest du in großer kraft Als Mensch auch auf der Gottheit thron. 4. Dein arm, du Gottmensch, herrscht und siegt. Du bist uns allenthalben nah; Und selber das verborgne liegt Vor deinen augen offen da. 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen höh Auf uns, die deinen, die du kennst; Daß alle welt erkenn und seh, Daß du uns deine brüder nennst. 6. Du bist in deine herrlichkeit Schon eingegangen; aber wir, Wir sind noch im merdar im streit, Und seufzen noch im elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, Da deine hand uns hält, und schůzt. Du, unsre kraft, und unser licht, Bist mitten unter uns auch izt. 8. Jm nachtmahl stårket unsern muth Mit göttlicher allgegenwart Dein eigner leib, dein theures blut. Wohl jedem, welcher deiner harrt! 9. Von deinen brüdern sey gelobt, held, der du uns den sieg erstrittst! Daß du den satan, wenn er tobt, Auch unter unsre füße trittst. 10. So setzen wir denn unverzagt Und freudig unsre wallfahrt fort. Den lohn, II. Ja, aufgefahrner Jesu Christ! Auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, Und unser herz ist schon bei dir. 12. Vollenden wir denn unsern lauf, So eil, uns machtig beizustehn! Nimm unsre seelen zu dir auf! Laß deine herrlichkeit uns sehn. 109. Mel. Erschienen ist der herrl. 576 Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, Daß du zur rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! stårk im glauben unsre seel. Halleluja. 2. Du sißest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht; Drum bleibst du unsre Zus versicht. Halleluja. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede kreatur Ist dein, du herrscher der natur! Halleluja. 4. Umsonst, umsonst emporet sich Der fürst der hölle wider dich. Dein thron steht fest, der seine liegt; Durch deine macht ist er besiegt. Halleluja, 72 III. Festlieder. 5. Du, unser triumphi- 8. Sieh auf uns gnädig rend Haupt, Wie felig ist, allezeit Vom throne deiner wer an dich glaubt! Du bist herrlichkeit! Hilf unserm sein licht, fein troft, sein theil, schwachen glauben auf, Und Sein starker schutz, sein ew- heilge unsern lebenslauf. Halges Heil. Halleluja. leluja. 9. Gen himmel fuhrst du als ein held. Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn, Laß uns dann freudig vor dir stehn. Halleluja. 10. Dann triumphirt der glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Der du zu rechten Gottes bist. Halleluja, 6. Herr, unsre herzen traun auf dich. Dein freuet unfre seele sich. Du held von unserm fleisch und blut, Bist unser trost und höchstes gut. Halleluja. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der segen ist in deiner hand. Von keinem frommen bist du fern; Du siehst auf ihn, und hilfst ihm gern. Halleluja. 9. 3u Pfingsten. 110. schaar, Die glaubensvoll vers Mel. Herr Gott, dich loben. sammlet war, Dich, ihr ver580 Aus Gottes throne Und dann des Siegers reich heißnes licht, zu schaun, fließt Ein strom der sich er zu baun! Mit muth in alle gießt Durchs heiligthum mit welt zu gehn, Vor königen süßem schall, Lebendig, rein, mit muth zu stehn! Zu prehell wie krystall. An ihm digen, der für uns starb, stehn lebensbaum' und blühn Uns heil, uns ewigs heil ers Für alle die der welt entfliehn. warb! Nicht hohn, nicht Er labt die fliehenden, er schmach, nicht qual' zu scheun, stillt Der pilger durst, er ist und treu bis in den tod zu dein bild, Heiliger! Heiliger! seyn! Da eines sturmwinds Liebender! Tröstender! Se- stimm erscholl, Da wurden liger! Schöpfer! Geist! Der sie, Gott, deiner voll. uns der welt entreißt. Du Vom sturme zitterte das strömtest auf der frommen haus, Da gosfest du auf sie 9. Zu Pfingsten. 73 ewige leben erben, Gieb uns, Jesu, frieden! dich aus! Dein wunder, Herr, wenn wir sterben, Uns das soll sichtbar seyn, Drum weihst du sie mit flammen ein! Es glänzt indem er spricht, ihr mund, Die thaten Gottes thut er fund In sprachen, die sie nie gehört, Und die ein augenblick fie lehrt! Wer nur in ihrem schatten weilt, Der kranke wird durch sie geheilt, Wenns ihm der zeugen mund gebot, Entfloh vor ihnen selbst der tod! Gott rüstete, Gott führte sie; Das joch des Mittlers tragen sie Zu jeder fernen nation, Und aller heil wird Gottessohn! Das höchste, was sie lehren, ist, Ist deine liebe, Jesus Chrift! Von ewigkeit hat er geliebt! Heil dem, der Jesum Christum liebt, Ihn und den bruder, den sein ruf Auch mit zu jenem leben schuf! O du, der uns der welt entreißt, Des Vaters und des Sohnes Geist! Zur liebe Chrifti flamm uns an! So wandeln wir des lebens bahn; So haben wir, Geist! Tröster! theil An Je su Christi ewgem heil! 111. Mel. Nun bitten wir den heil. 582 Des Baters und des Sohnes geist, Du, der uns den weg zum heile weist, Gnadenvoller Tröster! laß, 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn! dein schein, Wenn schon tod und verwesung uns dråun, Lehr uns Jesum Chris stum den Sohn erkennen, Von der liebe des Sohnes uns brennen, Lebend und im tode. 3. D du, der liebe geist! erhsh Unsre seele, daß sie schmeck und seh, Wie der Herr uns liebte; laß in den brüdern, 2s in seinen geheis ligten gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster trost in aller noth! Hilf getreu uns seyn bis in den tod. Heilig laß uns leben, uns nicht verzagen, Wenn uns unsre süne den verklagen Vor der welten Richter! 112, Mel. Ein Lamm geht hin und, 583 Dir, Vater, dankt mein herz und singt, Daß du den Sohn gegeben, Den Sohn, der heil den fündern bringt, Und unvergänglichs leben! Ich danke dir, daß Sohn durch wunder preist, du den Geist, Der deinen Zur erde haft gesendet! Der Geist der wahrheit kam herab, Der deinen knechten stårke gab, Daß sie dein werk vollendet. 74 III. Festlieder. 2. Erfüllt von seiner wun-| heilge meine triebe! Schaff der kraft, Gehn sie, die welt du in mir ein neues herz, Gieb, zu lehren; Der geist, der wahre buß und sündenschmerz neue herzen schafft, Hilft ih- hilf mir im glauben beten. nen sie bekehren; Der ganze In bangen stunden tröste erdkreis hört erfreut Die bot- mich, Und zeige voll erbarmen schaft unsrer seligkeit; Ver- dich mir einst in todesndthen. munft und wahrheit siegen; Das laster und die blindheit flieht; Wo man den finger Gottes sieht, Muß satan un113. mel. Freu dich sehr, o meine. 588 Freuet euch, ihr Gots terliegen. 3. Umsonst, daß er noch teskinder, Freut euch, chri3. Umsonst, daß er noch sten, allzumal! Freuet euch wilder tobt, Verfolgung zu ihr armen fünder, Jauchzet erregen. Der name wird gelobt, Sein wort ist Gott mit großem schall! Euer tröfter kommt zu euch, Der kraft und segen. Die Jünger schreckt nicht pein noch muh; euch in sein freudenreich Will Der geist der stårke stårkte sie aus diesem jammerleben EinIn martern und im tode. Sie ftens im triumph erheben. blieben ihrem könig treu, Bekommen, Gottes geist, das kannten ſeinen namen frei, freudenlicht, Der beschirmer 2. Unsers herzens trost ift Und lobten ihn im tode. 4. Noch jezt bist du der aller frommen, Unser schutz geist der kraft, Noch jezt der und zuversicht. Preiset seine menschen lehrer, Der Jesu gut und treu, Die noch alle neue jünger schafft, Des hol- morgen neu; So wird er lenreichs zerstörer. In sün- euch allen geben, hier und dern wirkst du buß und leid, dort mit ihm zu leben. In frommen seelen trost und freud, Und muth im kampf der fünden. In bangen flunden schenkest du, So wie im tode, seelenruh, Daß sie dich froh empfinden. 114. Mel. Von Gott will ich nicht. 589 Freut euch, ihr christen alle! Gott schenkt uns seinen Sohn. Lobt ihn mit frohem schalle! Er schickt vom himmelsthron Uns auch den heilgen Geist, Der durch 5. Des Vaters und des Sohnes geist, Du quell des lichts, der liebe, Den Gott den betenden verheißt, Ach, sein wort uns lehret, Des 9. Zu Pfingsten. 75 glaubens licht vermehret, 2. Er ist ein geift, der frieUnd uns auf Christum weis't. 2. Es låsset offenbaren, Gott, unser höchster hort, Uns, die wir unweis waren, Sein seligmachend wort. Wie groß ist seine gut! Nun könden Den streitern Jesu bringt, Der sie nicht läßt ermüden, Der ihren feind bezwingt; Der geift, der rath verschafft, Der geist der furcht des höchften, Der stårke in den nen wir ihn kennen, Und schwächsten, Der geist der unsern Vater nennen, Der uns allzeit behüt't. wunderkraft. 3. Gieb, Arzt, für unsern. 3. Verleih, daß wir dich schaden, Gieb, Jesu, unserm lieben, Gott von großer geist, Jhn, der ein geist der huld, Aus vorsatz nicht be- gnaden Und des gebetes heißt. trüben Durch ein'ge synden Fürsprecher Jesu Christ! schuld! Leit uns auf ebner Gieb, daß er in uns bete, bahn! Laß uns dein wort, Mit seufzen uns vertrete, recht hören, Und thun nach Das unaussprechlich ist. deinen lehren, So ist es wohlgethan. 116. 4. Den Geift von oben Mel. Nun sich der Tag geendet. sende, Den du verheißen hast, Daß er sich zu uns wende! 592 Gieb mir, Gott! deiStårk uns in leidens last! nen guten geist, Den mir Tröst uns in todespein! Und dein lieber Sohn, Der wahrwann wir endlich scheiden, heit ist, so theur verheißt So führ uns nach dem leiden Von seines Vaters thron. Zur himmelsfreude ein. 2. Die weisheit, die von oben ist, Die flöße er mir Jesu Christ Recht zugethan ein, Dir, höchstes gut! in zu seyn. 115. Mel. Von Gott will ich nicht. 591 Gefalbter! der zur rechten Des Vaters alles lenkt, Und seinen armen knechten Des himmels schätze schenkt. Ach Herr, ach laß nichts erfreut, Als was dir uns doch Den geist vom him- wohlgefällt. mel haben, Den geist der 4. Der geist der wahrheit Gottes gaben Laß immer leite mich Zu aller wahrheit auf und ruhn. an. Der geist des trosts be3. Dich fürchten, heißet herrlichkeit. Er reiß mich von der welt, Daß meine seele 76 weise sich, Wie er erquicken kann. III. Festlieder. 5. Er mache mir ein reines herz, Versiegle deine huld, So trag ich clend, kreuz und schmerz Mit freudiger geduld. 117. Mel. Komm heilger Geiß, 596 Hör unser gebet, Geist des Herrn! Du hörst der mens schen flehen gern. Wir wol len unser herz dir geben! lehre heilig uns leben! Rüst uns mit stårke, Geist der kraft, Der in uns alles gute schafft, Daß nicht die lockun. gen der fünden Uns, Christi junger, überwinden Durch ihre macht, Durch ihre macht. ben und zur ewigkeit! Daß wir, als deine streiter, rin gen, Zu dir durch tod und leben dringen. Halleluja! Halleluja! 118. Mel. Komm, beilger Geift. 597 Komm, Geist des Herrn, von Gott gesandt, Mach deine kraft auch uns bekannt. Gieß deines trostes seligkeiten Auf uns, die Christo sich weihten. Die vol fer aller welt führst du Ins heiligthum, zu Gottes ruh. Es schall anbetung dir zum ruhme! Singt, völker, ihm im heiligthume: Halleluja! Halleluja! 2. Du heiliges licht! star= 2. Du heiligs licht, du ker hort! Laß uns der wahr starker hort! Durch dich leucht' heit helles wort Auf dieses uns des lebens wort. Den lebens pfaden leiten, Daß Ewigen lehr uns erkennen, unsre füße nicht gleiten. Von herzen Vater ihn nenTreib fern von uns des irr- nen. Ein neuer irrthum ist thums nacht, Und stürze dei erwacht, Zerstreue dit deß irrner feinde macht; Daß Jesu thums nacht. Sie wollen, Christ der ganzen erde Be- Herr, uns unsern glauben, kannt und angebetet werde. Den Mittler, Jesum Cristum, Erhör uns Gott! Erhdr uns Gott! rauben, Bekehre sie! bekehre sie! 3. Laß, freudiger Geist, 3. Du heilige ruh! süßer voll vertraun In noth auf trost! Hilf, daßwir freudig deine hülf uns schaun! Lehr und getrost In unsers Got uns, wenn wir zum Vater| tes dienste siegen, Unter keitreten, Mit ganzer zuver- ner noth erliegen. Dies leben sicht beten! Mach uns durch ist der prüfung zeit, Wir deine kraft bereit Zum ster- überwinden durch dich weit. 9. Zu Pfingsten. 77 Du hilfst, o Geist, mit muth| mel hoch zu loben. Halleluja! uns ringen, 3u dir durch tod Halleluja! 119. in und leben dringen. Halleluja! 4. Lehr uns die rechte sters Halleluja! bekunst! O Trister, mach, durch deine gunst, Uns fest Christus sey die lebenspforte! jenem theuren worte: Halt uns im wahren glauben fest, Bis unser geift den leib verläßt! Im lezten kampf lehr uns wohl ringen, Und durch den tod ins leben drinMel. Komm, beilger Geist. 599 Komm über uns, du werther Geist! Du lehrer, der zu Christo weist! Ihn lehr uns kennen, ihn verlangen, Der vom Vater ausgegangen. Er zahlte für die ganze welt gen. Halleluja! Halleluja! In seinem blut das lösegeld. Du knüpfst uns fest mit ihm zusammen; Und nunmehr kann uns nichts verdammen. Halleluja! Halleluja! 2. Mach selber dir mein herz bereit, Und schmück es aus mit heiligkeit. Dein friede wohne stets darinnen, Und bewahre herz und sinnen; So wirds, von missethaten rein, Des großen Gottes tempel seyn, zu seines namens ruhm erbauet, An dem er sein gefallen schauet. Halleluja! Halleluja! 120. Mel. Nun bitten wir den heil. 601 Geist des Vaters, Geist des Sohns! Lehrer, tröster, pfand des gnaden= lohns! Komm, durch deine lehre, Zu deiner ehre, Im bestreben nach göttlichen were ken, Meinen geist zu stärken. 2. Als Gott vom himmel dich ergoß, Wurden seen, wo nie wasser floß, Ströme voll gedeihen In wüstenelen, Und es quollen im durstigen lande Brunnen aus dem sande. 3. Pfand, das die feel in ruhe stellt! Gieb und den frieden; nicht der welt, Nein, jenen edlen felgen frieden, Den uns Gottes rath beschieden, Den Christi hingang uns gebracht; Der ist es, der uns freudig macht, 4. Fließ, thau des Herrn, wenn gleich welt und hölle herab auf mich! Ach, wie ein toben, Noch Gott im him- erstorbner baum bin ich, Ohne Auch 3. Wie blühte da, wo al les wild Und verschmachtet lag, nicht das gefild! Welche reiche saaten Erhabner thaten! Was für erndten, von zeiten auf zeiten, Für die ewigkeiten. 78 III. Festlieder. fraft und leben! Du kannst stets dich hören! Laß uns in es geben. Schaffe, daß es sich in mich ergieße, Und ich grünen müsse. glaubens einigkeit Auch andre in der christenheit Dein wahres zeugniß lehren; Daß sie Sich hie Recht bestreben, Dir zu leben, Dich zu preisen, Guts dem nächsten zu erweisen. 5. Erfülle mich mit bluth und frucht, Daß der Herr, wenn er kommt und sucht, Nicht vergebens suche, Und mir dann fluche, Und ich aus der entheiligten erde Ausgerottet werde. 121. Mel. Wie schön leucht't uns. 602 heilger Geist, kehr bei uns ein, Und laß uns deine wohnung seyn! Sey unsers herzens sonne! Du himmelslicht, laß deinen schein Bei uns und in uns fråftig seyn, Zu steter freud und wonne! Daß wir Uns dir, Recht zu leben, Ganz erge ben, und mit beten Oft deshalben vor dich treten. 2. Gieb kraft und nachdruck deinem wort! Laß es, wie feuer, immerfort In unsern herzen brennen; Daß wir den Vater und den Sohn, Und dich, den Geist, auf einem thron Für wahren Gott bekennen! Bleibe, Treibe, Und behüte Das gemüthe, Daß wir glauben, Und im glauben standhaft bleiben! 3. Du Lehrer, dessen wort und kraft Den seelen licht und leben schafft, Gieb, daß wir 4. Steh uns stets bei mit deinem rath, Und führ uns selbst den rechten pfad, Weil wir den weg nicht wissen! Gieb uns beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir hier lei den müssen! Schaue, Baue, Was zerrissen, Und gefliffen, Dir zu trauen, Und allein auf dich zu bauen. 5. Laß uns, Herr, deine Gotteskraft Empfinden und zur ritterschaft Dadurch ge stärket werden! Auf daß wir unter deinem schutz Begeg nen aller feinde truk, So lang' wir sind auf erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden! Alles unglück laß verschwinden! 6. Du Geist des friedens, senke dich In unsre herzen fråftiglich, Und schenk uns deine liebe; Daß unser herz mit lieb und treu em nächsten ftets verbunden sey, Und sich darinnen übe! Kein neid, Kein streit Dich betrübe, Reine liebe Wollst du gebent, Sanftund demuth auch darneben! 10. Zu Trinitatis. 79 7. Erfüll uns, Herr, zu unsers fleisches lust Und seine jederzeit Mit früchten der sündenwerke. Rühre, Führe gerechtigkeit! Sey unsers gei- Unsre sinnen und beginnen stes stärke! Daß uns hinfort Von der erden, Bis wir sey wohlbewußt, Wie eitel himmelserben werden! 10. Zu Trinitatis. 122. Mel. O Gott, du frommer. 605 Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein licht und leben, Der seele, leib und geist, und wesen mir gegeben; Mein Vater, der an mir, von frühster jugend an, Mehr gutes, als ich weiß, bestån= dig hat gethan! was durch ihn lebt und we bet. Gelobet sey der Herr, Bater sammit dem Sohn und deß name heilig heißt, Der gnadenvollen Geist! 5. Wie ihm die engel dort das heilig! heilig! singen, So soll ihm von uns hier das Halleluja klingen. Erheb ihn sonderlich, erlöste christenheit! Gelobet sey mein Gott in zeit und ewigkeit! 123. Mel. Gott der Vater wohn. 2. Gelobet sen der Herr, mein Gott, mein heil und leben, Des höchsten Vaters Sohn, der sich für mich gegeben, Der mich erldfet hat durch sein versöhnungsblut, dir nahn, Jch, ein erlöster Und mir im glauben schenkt Christi! Tief im staube bet das allerhöchste gut. 606 Gott, ich darf mich zu 3. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein trost und leben, Der heilge Geist, den mir mein Heiland hat gegeben, Der mir mein herz erquickt, und giebt mir neue kraft, Der mir in aller noth, rath, trost und hülfe schafft! ich an Dich, Vater Jesu Christi! Unsichtbarer, der du bist, Und seyn wirst, der du wareft; Du schaffest und bes wahrest Die welt, vor der dut warest. Herr, wer gleichet dir? wer ist Wie du, Gott, über alle, Daß alles dir ge= falle, In allen und durch alle? 4. Gelobet sey der Herr, Herr, Jehova Zebaoth, Sey mein Gott, der ewig lebet, hochgelobt, Cott, Den alles rühmt nnd lobt, Gott! Cott, unser 80 III. Festlieder. 2. Sohn, ich darf zu dir| Mit deinem heil willst du uns mich nahn, Gott, Ebenbild hier Und ewig einst begaben, des Vaters! Tief im staube Du quelle alles segens. bet ich an Dich, eignen Sohn 2. Wir beten dich, o Va= des Vaters! Menschgeword- ter, an. Sind wir gleich vor ner, der du bist, Und seyn dir fünder, So nimmst du wirst, der du warest; Im dich doch unser an, Wie våter fleisch dich offenbarest Der ihrer kinder. Du haft für uns welt, vor der du warest. aus großer huld Selbst deiHerr, wer gleichet dir? wer nen Sohn gegeben. Dein ist Wie du, Gott über alle? herz, voll gute und geduld, Daß alles dir gefalle, Ver- Verleih uns trost und leben, föhnst du zu dir alle. Sohn, Daß wir dich kindlich fürchten. Jehova Zebaoth, Sey hochgelobt, mein Herr und Gott! 3. Geist des Vaters und des Sohns, Du kennst die tiefen Gottes. Siegel unsers gnadenlohns, Mach uns zu tempeln Gottes! Geist der heiligung, du bist vom Bater uns gegeben, Damit wir ewig leben, und ewig ihn erheben. Heilig, heilig, heilig ist Der Vater mit dem Sohne, Der Geist auf einem throne Mit ihm und seinem Sohne! Einiger Herr Zebaoth, Sey hochgelobt, Gott unser Gott. 124. 3. O Jesu, ewger Gottessohn! Du heil, darauf wir hoffen. Durch dich steht zu des Vaters thron Der weg uns wieder offen. Uns zu befrein von sünd und tod, Kamst du zu uns auf erden. O laß uns, unser Herr und Gott! Froh deines segens werden, Und dir im glauben dienen. Mel. Es woll uns Gott gent. 608 Herr, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen, Und doch hast du an gnade reich, Uns dir zum dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, 4. heilger Geist, Du Geist von Gott! Wehr in uns dem verderben, Im glauben an des Mittlers tod, hilf uns der fünde sterben! Du giebft zum guten lust und kraft, Laß es uns stets erfahren, Stårk uns in unsrer pilgrimmschaft, Bewahr uns vor gefahren, Hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf erden schon, Als unsers Gottes, freuen. Herr, segne Du Allerhöchster, haben. uns von deinem thron, Daß 11. Zu Johannis. 81 wir vor dir gedeihen; Dein 2. Preis ihm! er liebt von ist das reich, die herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; Und du wirst, nach voll brachter zeit, Uns einst dahin erheben, Wo wir dich ewig schauen. ewigkeit, Wird ein mensch, stirbt in der zeit. Erlöst hast du uns, Christe, dir. Dir leben und die sterben wir. Halleluja! 125. Mel. Gelobt seyft du, Jesu E. 611 Preis ihm! er schuf, und er erhålt Seine wundervolle welt. Du sprachst, da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Halleluja. 3. Preis ihm! er führt des himmels bahn, Führt den schmalen weg hinan. Dein tempel, heilger Geist, find wir. Wir leben und wir sterben dir. Halleluja! 4. Singt psalter! freudens thrånen fließt, heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! Jehova, dir, Dir leben und dir sterben wir. Halleluja. 11. Zu Johannis. 126. Mel. Vor deinen Thron tret. 616 Bater, voll barmherzigkeit Und treue! ich bin jezt bereit, zu rühmen, was von jugend an Dein vaterherz an mir gethan! 4. Wenn sünde, angst, gefahr und noth, Mich je zuweilen hat bedroht, So war dein segen, schutz und heil, Mein trost und allerbestes theil. 5. Wer bin ich, Herr, was 2. Du hast mich an das ist mein haus? Der gute, ſo, licht gebracht, mit heil und jahr ein jahr aus, Mir und feligkeit bedacht, Un leib und den meinen wiederfährt, Bin, An feele mich beschenkt, Und weg- im geringsten, ich nicht werth. gethan das, was mich kränkt. 6. Vielmehr hab ich den 3. Wie meines lebens an- zorn verdient. Jedoch, weil fang war, So hast du auch, mich dein Sohn versühnt, von jahr zu jahr, In Jesu So kann mit meinem wohlChristo mich geliebt, Viel ergehn, Herr, deine gute gutes an mir ausgeübt. wohl bestehn. 6 82 I. Glaubenslieder. 7. Gieb, daß ichs nie ver-| Gehorsam, treu und dankbar geffen mag, Wozu mich selbst seyn! ein jeder tag, Erkenntlichkeits- und ehrfurchtsvoll Erinnern und erwecken soll. 9. Herr, thue deine hand nicht ab! Und muß ich einst ins finstre grab, So weiß 8. Mit werken, worten, ichs doch, daß aus der gruft Herz und sinn, Will ich dir, Einst deine huld mich wieder wie ichs schuldig bin, Dir, ruft. mein Erhalter, ganz alleinl Zweiter Theil. Lehrlieder. I. Glaubenslieder. 1. Von Gott. 127. Mel. Sey Lob und Ehr dem. 626 Wenn ich, o Schöpfer, deine macht, Die weißheit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbetend 3. Wer mißt dem winde überlege; So weiß ich, von seinen lauf? Wer heißt die bewundrung voll, Nicht, wie| himmel regnen? Wer schließt ich dich erheben soll, Mein den schooß der erden auf, Mit Gott, mein Herr und Vater! vorrath uns zu segnen? Gott der macht und herrlichkeit, Gott, deine gute reicht werke. Der himmel, präch: tig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der stårke! Wer hat die sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit majeståt? Wer ruft dem heer der sterne? 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner 1. Von Gott. 83 so weit, So weit die wolken| lichte, zu dem kein auge reichen. dringt! 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preist der sand am meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt meinem Schöpfer chre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer ehre! 2. Kein sinn fann ihn er reichen, Kein endlicher, verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz | erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den Höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen, Und jede tief er= füllt? 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand, Dich zu erkennen, leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein tåglicher beweis Von deiner gut und größe. 3. Die sonn' in hoher ferne Mag strahlenreicher glühn, Glänzt heller noch, ihr sterne, Was seyd ihr gegen ihn? Ihr send mit eurer pracht, In eu rem schönsten lichte, Vor seinem angesichte Noch dunkler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nen6. Erheb' ihn ewig, onen, Dich, Vater der natur? mein geist, Erhebe seinen namen! Gott, unser Vater, sey gepreist, und alle welt fag amen! Und alle welt fürcht ihren Herrn, Und hoff auf ihn, und dien ihm gern; Wer wollte Gott nicht dienen? Was wissen wir? wir kennen Der wesen fläche nur. Wie wandeln körper sich, Selbst bei dem schönsten schimmer! Gott aber wechselt nimmer, Er ist unkörperlich. 128. Mel. Aus meines Herzens Gr. 5. Preist unsern Herrn und Meister, Der selbst uns unterweist: Er sey der quell der geister, Ganz Geist, der höchste Geist; Selbst thätigkeit und kraft, Ganz weisheit, freiheit, leben! Kommt laßt uns ihn 629 Schwingt, heilige gedanken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen erheben, Daß er auch geister schranken, Ist unaussprech- schafft. lich groß. Lobsinget Gott! 6. Stimm in der engel lobsingt Vor seinem ange- chore, O feele! du, du auch, fichte! Er wohnt in einem( Rühmt es zu seiner chre!) 6* 84 I. Glaubenslieder. Bist seines odems hauch! Ver-| delt werden. Du bleibest wie kenn, o seele, doch nicht du bist; denn welche zeit Umdeinen werth! verachte, Was grånzet wohl, Herr, die unsterblich ist, und achte Für endlichkeit. funden dich zu hoch! 5. Das ist der trost, die 7. Im geiste bet ihn, seele, hoffnung deiner knechte. Du Und in der wahrheit an! Lieb| schützest sie mit deiner starken ich des Herrn befehle, Wie selig bin ich dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben. Das alles wird er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! rechte, Du läßt ihr herz sich ewig deiner freun, Und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 129. Mel. Mein erster Wunsch, m. 632 Herr Gott, du bist die zuflucht aller zeiten, Denn du bist Gott in allen ewigkeiten. Du warst es schon, eh erd und himmel ward, Eh noch dein arm sich uns geoffenbart. 6. Daß sey mein trost in allen' trüben stunden. Vom tode selbst bleibt er unüber: wunden. Kein tod, kein grab trennt mich, o Gott, von dir, Mein fels, mein heil, das bleibst du ewig mir. 130. Mel. Wer nur den lieben Gott. 635 Gott des himmels und der erden, Der du all2. Was bin ich, Herr, und gegenwärtig bist, Von niealle menschenkinder? Staub mand kannst begriffen werden, sind vor dir der heilige, der Da niemand dir verborgen fünder. Wie schnell entflieht ist; Ach, ziehe meinen finn das leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. zu dir, und offenbare dich in mir. 3. Du hast vorhin die erde zubereitet; Dein arm hat, Gott, den himmel ausgebreitet. Doch sie vergeln, veralten wie ein kleid; Du aber bleibst in alle ewigkeit. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find ich deiner Gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Dein werk, die prachtige natur, So ruft mir alles, alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist 4. Es werden noch die du! himmel und die erden, Wie 3. Uns zeigen alle elemente ein gewand, von dir verwan- Macht, gut und weisheit 1. Von Gott. 85 überall! wenn das stumme| groß! Er ist unendlich, grånreden könnte, Wie groß wår zenlos In seinem ganzen stets der jubelschall: Rühmt, wesen. menschen, Gottes gut und macht, Der uns für euch hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine liebe! Die erd ist deiner gute voll. Ogieb mir deines geistes triebe, Daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin! 2. Groß ist er stets und auf einmal, Nie größer oder kleiner. Wer forschet seiner jahre zahl? Nur er war stets, sonst keiner! Die menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel! 3. Des ewgen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig wie er war, Verborgen und nun offenbar In seiner werke wundern! 5. Hilf, daß die güter die ser erden Mich zu dir locken, höchstes gut! Daß sie mir nicht zum fallstrick werden, Der, statt deß nutzens, schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne seyn! Mein schatz und ziel sey du allein! 6. Hier ist mein leben eine reise; hier geht mein weg zur andern welt. Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu, was dir gefällt. Und end ich diesen kurzen lauf, So nimm in deine ruh mich auf. 131. Mel. Nun freut euch lieben. 638 Der Herr ist Gott, und keiner mehr, Frohlockt ihm alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein nam ist 4. Wo wåren wir, wenn seine kraft Uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet was er schafft, Der wesen ganze kette. Bei ihm ist weißheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Umspannet erd und himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht alle wege? Wo ist die nacht, wo sich dem Herrn Ein mensch verbergen mdge? Hüllt keine schatten um euch her; Gedanken selbst erkennet er, Noch ehe sie entstehen. 6. Wer schůzt den weltbau ohne dich, O Herr, vor seiz nem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein fittig über 86 I. Glaubenslieder. alle! Du bist voll freundlich-| ersten bildung an, Bis ihr keit und huld, Barmherzig, euch ganz entfaltet! gnådig, voll geduld, Ein Vater, ein verschoner! 7. Unsträflich bist du, bei lig, gut, und reiner als die sonne! Wohl dem, der deinen willen thut, Denn du ver36 giltst mit wonne! Du haft unsterblichkeit allein, Bist se lig, wirst es ewig seyn, Hast freuden, Gott, die fülle! 8. Dir nur gebühret lob 4. Der Herr gedenket ih und dank, Dir majestät undrer noch! Jahrhunderte vers ehre. Kommt, werdet Got- schwinden, Sie bleiben; und tes lobgesang, Ihr, alle seine ich träume doch, Als wäheere! Der Herr ist Gott, rens keine sünden. Sie alle und keiner mehr. Wer ist müssen an das licht, Wenn ihm gleich? wer ist, wie er, Gott kömmt, daß er im geSo herrlich, so vollkommen? richt Der herzen rath ents hülle. 132. Mel. Es ist gewißlich an der. 642 Umsonst, umsonst ver hüllst du dich, Mein Herz in finsternisse, Was kann ich Gott verbergen, ich, Daß er nicht alles wisse? Sey, kannst du, dunkler, als das grab, Das auge Gottes schaut hinab, Und Kennet deine tiefen? * 3. Er kennet und erfor schet euch, Wenn ihr euch auch entziehet, Bemerkt euch, wenn ihr, strahlen gleich, Schnell auffahrt, schnell entfliehet; Vergebens wünsch euch, aufgezeichnet steht Ihr ich: sterbt! vergeht! Ich haß all in seinem buche! 5. Dann wird das siegel seines buchs Vor aller welt gebrochen; Das urtheil des verdienten fluchs Gedanken selbst gesprochen; Wo ist die nacht, die sie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt, Und keinen sterben lassen. 6. Seyd heilig, send von Gott nur voll, Gedanken meiner feele, Daß, wenn 2. Wo ist die nacht der gerichtet werden soll, Kein einsamkeit, Die mich vor ihm einziger mich quäle. Seyd verhehle? Er sieht euch schon, heilig, und dann fürchtet ch. ihr noch seyd, Gedanken nichts, Gott wird am tage meiner seele! Eh euch ich selbst des gerichts, Gleich thaten, empfinden kann, Von euer euch belohnen. 1. Von Gott. 133. Mel. Wer nur den lieben Gott, 643 Du weiser Schöpfer aller dinge, Der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht. Denn der geschöpfe ganzem chor Schreibst du maaß, ziel und regeln vor. 87 deinen bloß erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft, beschämen kann. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Kront auch, so bald du willst, die that. Wenn tausend hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath. Den beßten zweck wähft dein verstand; Die mittel stehn in deiner hand. 2. Die vielen wunder vollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, So auch durch deine weisheit da. 7. Du hast mich durch mein ganzes leben, Nach deinem klugen rath, geführt. Mein geist muß dir die ehre Unendlich, Herr, ist geben, Daß du aufs beste dein verstand; Der ganze mich regiert. O leite mich weltbau machts bekannt. durch welt und zeit Hinů3. Mit eben diesen mei- ber in die ewigkeit. sterhånden, mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was dein verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den 6. Weisheit! decke meiner seele Die angeborne thor= heit auf, Damit sie dich zum leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten lauf. Ich weiß den weg des friedens nicht; Ach gönne mir dein sichres licht! 134. Mel. Machs mit mir, Gott. 646 Herr, deine allmacht reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit, Und deinen thaten gleichet. Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun nicht möglich wår. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs wort Fållt alles dir zu füßen. Du führeft deinen anschlag fort Bey allen hindernissen. Du winkst, was noch kein auge sah, Steht augenblicklich vor dir da. 88 3. Du hast dies große weltgebäu Allmächtig aufgeführet, Und erd und himmel zeugt, es sey Dein arm, der fie regieret. Dein wort, sie geschaffen hat, Ist ihnen an der pfeiler statt. das I. Glaubenslieder. 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, Schöpfer! dein vermögen Weit über die gesetze steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf. 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wenn nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen; Wenn du von unserm staub- den rest, Zu neuen körpern werden läßt? 6. Allmächt'ger! mein erstaunter geist Wirft sich vor dir darnieder; Die ohnmacht, wie du selber weißt, Umgiebt noch meine glieder. Mach mich zum zeugen deiner kraft, Die aus dem tode leben schafft. 135. Mel. Machs mit mir, Gott. 648 Nie bist du, Höchster, von uns fern; Du wirkst an allen enden. Wo ich nur bin, Herr aller herrn! Bin ich in nur leb und athme ich, Denn deinen hånden. Durch dich deine rechte schützet mich. est du, Du prüfest meine 2. Was ich gedenke, wei feele. Du siehst es, wenn ich gutes thu, Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem aug' entfliehn, Und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller einsamkeit Mein herz an dich ergebe, Und, über deine huld erfreut, Lobsingend dich er hebe; So hörst du es, und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des herzens rath Verkehrte wege wählet. Und bleibt auch eine böse that Vor aller welt verhehlet; So weißt du sie, und strafest mich zu meiner 7. Ach! zund in mir den glauben an, Der sich auf beßrung väterlich. dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, Herr, umfasse? Nun Gott, ich traue deiner kraft, Die alles kann und alles schafft. 5. Du hörest meinen seufzern zu, Daß hülfe mir erscheine. Voll mitleid, Vater! zählest du Die thrånen, die ich weine. Du siehst und wåIgest meinen schmerz, Und 1. Von Gott. stärkst mit deinem trost mein herz. 6. O drück, Allgegenwårtiger! Dies tief in meine feele! Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! Mein herz zur Zuflucht wähle; Daß ich dein heilig auge scheu, Und dir zu dienen eifrig sey. 89 3. Herr, du willst, daß deine kinder Deinem bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der fünder, Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen sünden, Kann vor dir nicht gnade finden. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem wort mich handeln; Und stärke mich denn auch mit kraft Vor dir ge= zugedacht. troft zu wandeln. Daß du, o Gott! stets um mich seyst, Das trist' und besre meinen geift. scherzen, Waß du uns noch O so laß uns nicht ver Schaff in uns stets reine herzen! Todt in uns der fünde macht. Denn; was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 136. Meld. Freu dich sehr, o meine. 649 Gott! vor dessen an5. Uns von sünden zu ergesichte Nur ein reiner wan- lösen, Gabst du deinen Sohn del gilt! Ewges licht, aus dahin. O so reinige vom bddesfen lichte Stets die reinste sen, Durch ihn, unsern gan= Klarheit quillt! Deines na- zen sinn, Gieb uns, wie du mens heiligkeit Werde stets selbst verheiß'st, Gieb uns deivon uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, Nach der heiligung zu ringen. nen guten Geist, Daß er unsern geist regiere, Und zu allem guten führe. 2. Heilig ist dein ganzes 6. Keiner fündlichen bewesen, Und kein boses ist gierde Bleibe unser herz gean dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unstråflich, recht und gut, Und mit deines armes stårke Wirkst du stets vollkommne werke. weiht! Unsers wandels größte zierde Sen rechtschaffne heiz ligkeit. Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im glau: ben heilig leben. 90 I. Glaubenslieder. 137. Mel. Es ist gewißlich an der. 950 Gerechter Gott, vor dein gericht Muß alle welt sich stellen. Du wirst in ihrem angesicht Auch mir mein urtheil fällen. O laß mich dein gericht stets scheun, Und hier mit ernst befliffen seyn, Vor dir einst zu bestehen. dein gesetz und recht entweiht, Bist du ein strenger råcher! Verachtung, elend, schmerz und hohn, Und tod, ist seiner bosheit lohn, Oft schon in diesem leben. 6. Der untergang der ersten welt, Die aus der art geschla gen, Daß feuer, das auf Sodom fällt, Egyptens lange plagen, Und andre wunder 2. Du siehst von deinem deiner macht, Sind zeugen, festen thron Auf alle men- wenn dein zorn erwacht, Wie schenkinder; Bestimmest je- du den fündern lohnest. dem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an. Allein auf das, was wir gethan, Siehst du als rechter Richter. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen. Du schützest fie vor manchem leid, Darin die sünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein freund der frommen. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen. Sein werk und dienst gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Ganz rein von allen fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der glauben eifrig suchen. 7. Bleibt hier viel bdses ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines fünders schonet. Da stellst du, Herr, ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht. Dann triumphirt der fromme. 8. Gerechter Gott! laß mich, wie du, Das gute eifrig lieben! Gieb selber mir die kraft dazu! Wirk inniges betrüben, Wenn sich die sund in mir noch regt! Dein herz, das lauter gutes hegt, Sey meines herzens muster! 9. Und weil vor dir, ge rechter Gott! Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des Mittlers tod Bei ihrer treue sehen; So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von straf und schuld befreit, m 1. Von Gott. 138. Mel. Wer nur den lieben Gott. 651 Noch nie hast du dein wort gebrochen, Nie deinen bund, o Gott! verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wann erd und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestchn. 6. Wie stark sind unsers glaubens gründe! Hier ist dein wort, das niemals trügt! Und daß dies allen beifall finde, Hast du den eid hinzu gefügt. Wahrhaft'ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 2. Du bist kein mensch, daß dich gcreue, Was uns dein mund verheißen hat. Nach deiner macht, nach deiner 7. Zaß, seele, laß dich dies treue, Bringst du, was du beschämen; Vertraue Gott, versprichst, zur that. Scheint der treu es meint. Such ihn die erfüllung gleich noch weit, zum muster anzunehmen! So kommt sie doch zur rechten zeit. Der wahrheit freund, der ligen feind, Beweise dich als Gottes kind, Dem treu und wahrheit heilig sind. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine lieb uns zugedacht; So wird, wenn du vergeltung übest, Dein drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. 91 Wer deiner gnade traun. kann den trost uns jemals versprechen baun? Du bist rauben, Den wir auf dein ein fels, dein bund steht fest! Wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 4. O drücke dies tief in mein herze, Daß es vor dei nem wort sich scheut. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze Mit deiner strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, Was dein befehl mir untersagt. 139. Mel. Wachet auf, ruft uns. 656 Herr, wir singen deiner ehre! Erbarm dich unser, und erhöre, Nimm gnådig unser loblied an! Herr! wir danken soll entzücken; Wo ist ein Gott, der so beglücken, So lieben, und so segnen kann? Der Gott, den wir er höhn, Er, dessen heil wir sehn, Ist die liebe! Schon vor der zeit, In ewigkeit, War Gott die liebe, wird sie 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte seyn. 92 I. Glaubenslieder. 140. 2. Um zu dir uns zu erhe-| ben, Hauchst du in unsre mel. Wer nur den lieben Gott. brust das leben, Und schenkest uns der erde glück. zu dir uns zu erheben, Entziehst du unsrer brust das leben, Und schenkest uns des himmels glück. Du giebst das leben, Gott! Du sendest uns den tod Nur zum segen. Bist liebevoll, Nur unser wohl, Nicht unser elend schaf fest du. Um 658 So weit, Herr, deine himmel reichen, Reicht deine huld, die uns erhält. Eh werden berg und hügel weichen, Als deine gnade wankt und fällt. Gleich machtigen gebirgen steht Die heiligkeit, die dich erhöht. 3. Als wir von der sünbe plagen Gequålt in unserm blute lagen, Und nacht der Höllen uns umpfing, Fern von deiner wahrheit pfade, Da war es, Gott, als deine gnade Erbarmend vor uns überging. Da rief der liebe blick Ins leben uns zurück; Von der sunde, Von ihrer nacht Sind wir erwacht, Erwacht um Gottes licht zu sehn. 2. Gott, dir ist kein geschöpf verborgen; Keins ist vor dir gering geacht't. Du würdigst jedes deiner sorgen, Und bist auf aller wohl bedacht. Vom menschen bis auf jedes thier Dankt alles feine hülfe dir. 3. Mit heilig freudigem gemüthe Erheb ich, Gott der gnade, dich! Wie theuer ist doch deine gute! Wie liebst du uns so väterlich! Daß menschen, ohne furcht und graun, Im schatten deiner flügel traun! 4. Preiset ihn, ihr jubel lieder! Zur erde stieg sein 4. Mit welchem reichen Sohn hernieder, Ward mensch überflusse Von gütern fülund starb der sünde tod. Chris lest du dein haus! Du theilst stus hat den tod bezwungen! sie allen zum genusse, Bis Ein neues lied werd ihm ge- sie gesättigt werden, aus. fungen, Er hört uns, er der Herr, unsers lebens quelle liebe Gott! Wir sind mit ihm fließt Aus dir, der du das Leben bist. versöhnt. Ihr lobgesänge tont, Tont zum himmel! 5. Wir, unerschaffne Erschallt schon hier! Einst knieen wir An feinem thron, und beten an. Sonne! schauen In deinem lichte nur das licht. Entzich doch denen, die dir trauen, 1. Von Gott. 93 Dein gnadenvolles antlik was mir nützet, schenke mir, nicht! Gott, deine Huld sey Um deiner gute willen! über die, Die dich verehren! schütze sie. 142. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 668 Auf! auf, mein ganz gemithe! Und preise Gottes gute, Die je und ewig währt. Die alles hat zu geben, Was man im ganzen leben Zum viel fünde hast du mir Aus segen wünschet und begehrt. gnaden nicht verziehen! D 2. Gott hat sie lassen walGott von langmuth und ge- ten, Uud mich dadurch er= duld! Noch täglich häuf ich halten Vom mutterleibe an. meine schuld, Und deine liebe Ich spüre sie noch täglich, währet! Also, daß mir unsäglich Viel gutes wird von ihr gethan. 3. gen, Gott macht sie alle morDurchy våterlich) versor= gen, An leib und seele neu. Er låsset sie desgleichen Bey nacht nicht von mir weichen, Daß sie mir schild und sonne sey. 141. Mel. Es ist das Heil uns kom. 661 Wie viele freuden dank ich dir, Die du mir, Herr, verliehen! Und wie 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine macht, Blick ich in jene ferne, Und überseh deß himmels pracht, Und sonne, mond und sterne, So bet ich dich voll ehrfurcht an! Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest? 3. Dein auge schaut auf ihn herab, So geht er nicht verloren. Nicht für die welt, nicht für das grab, Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust; Der du den willen Gottes thust, Dein glück soll ewig dauren. 4. Sie fordert meine werke, Daß ich mit freuden merke, Wie Gott mir freundlich ist. Es kann kein ångstig gråmen Mir meine ruhe nehmen, Weil sie mich in die arme schließt. 5. Wenn, durch betrübte tage, Manch freuz und manche plage Mir an die seele tritt; So ist sie auch zugegen, Und bringet troft und segen Aus meines Gottes fülle mit. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, Und wenn ich schlafen gehe. Denn du, mein Vater, kannst verleihn, Um was ich findlich flehe. Drum seufz 6. Ja wann die noth ant ich immerfort zu dir: Herr! größten, Geschiehts, daß I. Glaubenslieder. Des höch- mindern, Beförderst stets ihr Zuletzt muß wohl. 94 man am besten steu güte spürt. doch erscheinen, Daß Gottes hand die seinen, Zwar wunderlich, doch selig führt. 7. Drum preise mein gemüthe Die wunderbare gute, 4. Es hat in meinem leben mir diese zuversicht Stets neue kraft gegeben, und fehlt auch jetzo nicht. Wenn ich bekümmert war, Die dir von Gott geschicht. So seufzt ich, und war stille, Im leben und im sterben und dein stets guter wille Laßt sie dich nicht verderben, Entriß mich der gefahr. Denn Gott verläßt die seinen nicht. 5. Dein name sey gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen! Mein herz und mund soll dir, Du Retter aus gefahr, Mein schuldig opfer bringen, Von deiner gute fingen Jetzund und immerdar. 143. Met. Von Gott will ich nicht. 671 Gott! der an allen enden Viel große wunder thut, In dessen treuen hånden Mein ganzes leben ruht, Der, in der prüfungszeit, Mir jeden meiner tage, Mein glück und meine plage Bestimmt von ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen Im mutterleibe lag, Wacht über mich dein sorgen. Ach Vater! wie vermag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Das du in meinem leben mel. Befichl du deine Wege. Mir huldreich zugewandt? 144. 3. Du fångst uns an zu 674 Gott! meine ganze lieben Noch eh wir sind, und seele Macht deinen ruhm behast Nie lust uns zu betrů- kannt. Dir dank ich und erben! Doch schickst du eine zähle Die wunder deiner last, So bleibst du mitleids- hand. Mein herz ist froh, ich voll, Hilfft liebreich deinen finge: Herr, meine luft bist kindern Sie tragen und ver- du. Dir, dem ich lieder 6. Du hast mir wohl ge rathen, Und lauter guts ge= than, Daß deiner liebe tha: ten Ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, Vater! daß ich dort Verklärt und ganz vollkommen Mit allen deinen frommen Dir danke fort und fort. 1. Von Gott. 95 bringe, Dir, Höchster, jauchz| Der, was er zusagt, hält. ich zu. Er denkt daran, und fraget Nach des gerechten blut, Er hört ihn, wenn er klaget, Und stillt der wetter wuth. 2. Du sikest auf dem throne Als Richter aller welt, Der jeglichem zum lohne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die menschen schmähen, Dann råchst du ihren spott, Du schiltst; und sie vergehen Vor deinem zorn, o Gott! 7. Herr, sey mir gnådig! schaue Voll huld auf meine noth. Du bist, dem ich vers traue, Du hilfft auch selbst vom tod. Nach überwund3. Der Herr hat zum ge- nen leiden Geh ich ins heirichte Sich seinen thron er- ligthum; Und über dich voll höht. Vor seinem angesichte freuden, Erheb ich deinen Bleibt nicht, wer widersteht. ruhm. 145. Ihr kühnen fünder zittert, Bereut noch euren spott. Sein thron wird nie erschütIn bekannter Melodie. tert; Der Herr bleibt ewig 679 In allen meinen thaGott! ten Laß ich den höchsten rathen, Der alles wohl regiert. Es muß in allen dingen Unfehlbar wohl gelingen, Wenn des Allweisen arm es führt. 4. Der Herr regiert, und liebet Das unrecht nimmer nicht. Er wågt die welt, und übet Partheilos sein gericht. Die wage sinkt und steiget, Wie sein gesetz ge- 2. Was hilft des menbeut. Und jedes land bezeu- schen mühe? Was hilfts, get Des Richters heiligkeit. 5. Gott ist ein fels der armen, Ein fels in jeder noth. Sie traun auf sein erbarmen, Wenn ihnen unfall droht. Die thrånen, die sie weinen, Sind dir bekannt und werth. Du, Gott, versaumest keinen, Der deinen schutz begehrt. daß spåt und frühe Sein furchtsam auge wacht? Gott, der das beste wählet, Weiß besser, was uns fehlet, Und giebt als freund und vater acht. 3. Was Gott zuvor ersehen, Sonst kann mir nichts geschehen, Er hålt mich bei der hand. Ich nehme, was er giebet, und weiß, daß er mich liebet, mein ganzes herz 6. Ihr bürger Zions, preifet, Berkündigt in der welt, Wie groß sich Gott beweiset, ist ihm bekannt. 96 I. Glaubenslieder. 4. Auf ihu will ich mich nicht; In finsterniß ist er dein stützen; Er kann mich schwa- licht. chen schützen, Er ist der Herr 3. Kein übel sey dir fürchder welt. So lang ich redlichterlich, Denn Gottes rechte handle, Aufrichtig vor ihm schützet dich. Durch seine wandle, Ist er mein helfer und mein held. treue Baterhand Wird, was dir schadet, abgewandt, 4. Sein schuß gewährt dir sicherheit, Sein trost fullt dich mit freudigkeit. Er leitet dich auf ebner bahn, Und nimmt dich einst mit ehren an. 5. Gesezt, Gott hätts beschlossen, Gleich will ich unverdrossen Den weg des kreuzes gehn. Als christ will ich mit freuden Auf erden trübfal leiden, Und alles månnlich überstehn. 6. Ich lebe oder sterbe, Ich weiß ein sichres erbe, Daß Gott mir zugesagt. Der tod wird mich erlösen Vom anblick alles bösen, Vom jammer, der die menschen plagt. 7. Nun fühl ich neues leben, Seit ich mich dem ergeben, Dem, der die Liebe ist. Es gehe, wie es gehe, Ich weiß, daß in der höhe Gott eines frommen nie vergißt. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff auf dich. Dein segen folg aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. 147. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 684 Noch immer wechseln ordentlich Des jahres zeiten ab. Früh strdmt, und spät ergießet sich Dein regen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine milde hand, Jehova Zebaoth. Du segnest, du erfüllst das land Mit deinen gutern, Gott! 146. Mel. Vor deinen Thron tret. 681 Mein auge sieht, o Gott, zu dir! Von deinem throne hilf du mir! Mein heil kommt nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. 2. Getrost mein herz! dein treuer hirt Schafft, daß dein fuß nicht gleiten wird. Der zweige raum dich behütet, schlummert und auch frucht. 3. Dein fußtritt in den wolken träuft Von fett und fruchtbarkeit, Die saat geht auf, und blüht und reift, Und fåttigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der baum Den schatten, den man sucht, und unter seiner Erfrischung 1. Von Gott. 97 seinen! 5. Wie fröhlich lächelt jede Herr, der Herr vergißt der flur! Es fließt, sich immer gleich, Der freude quell, und die natur Ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, In tausend bächen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, So våter: lich, wie du? 3. Kann ihres eingebornen sohns Ein weib vergessen? Und könnte sie auch ihres sohns Seyn vergessen; O so will ich deiner doch, ich deiner, nicht vergessen! 4. Ich ging vor dir vorbei, und sah: Du lagst im blute! In deinem elend lagst du da, Deinem blute! Als du also vor mir lagst, da sprach ich: du sollst leben! 7. Herr, ohne dich vergingen wir, Und wir verdienten's auch, Und dennoch leben wir in dir, Beseelt durch deinen hauch! 8. Wer, Gott! erfährt nicht deine huld? Wem strahlet nicht dein licht? Mit welcher langmuth und geduld Verschonst du unser nicht? 9. Ach, betet Gott, ihr menschen an! Erwägts, und denket nun, Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 148. Mel. Mit Fried und Freud ich. 688 Jauchzt, himmel! erde, freue dich Mit uns erlösten! Erbarmend, himmlisch, våterlich, Uns zu trösten, Giebt der Richter seinen Sohn für uns dem mittlertode. 5. Erbarmungsvoll rief ich dir zu: Ja du sollst leben! In meines friedens ewger ruh Sollst du leben! Rief ich dir, als ich dich fah, in deinem blute liegen. 149. Mel. Aus meines Herzens Gr. 689 Ich lag umringt mit schmerzen, Und ohne linderung, Als mein gebet im herschwung. Der Herr vernahm zen Sich zu dem himmel mein flehn, Der treue, der erhalter, Und half mir, und mein psalter Soll seine hülf erhöhn. 2. So lag ich auch, ich armer! In funden, Gott ein 2. Wir sind durch diesen greul, Verwundet, ohn ertod geweiht zu himmels- barmer, Entfernt von trost freuden! In jeder kurzen und heil. Gott ging vorbei traurigkeit, Jedem leiden, und sah Mein elend, mein Klagen wir gleichwohl: der verderben, Und schwur: du 7 I. Glaubenslieder. 98 sollst nicht sterben; Denn ich dein heil, bin da. 3. Jch wasche dich im blute Des Eingebornen rein. Es floß, mein eifer ruhte, Du bist versöhnt und mein! Dein schmuck sey heiligkeit, Und deines lebens ehre, zu thun, was ich dich lehre. Brich niemals deinen eid! 4. Herr über tod und leben, Du meiner våter Gott! Wie soll ich dich erheben? Mein Heil, mein Herr, mein Gott! Was kann des staubs gesang? Wer hat dich gnug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Des höchsten engels dank! 5. Und doch, von dir zu schweigen, Wår eine frevelthat! Ich wills, ich wills bezeugen, Wie Gott errettet hat. Horts, menschen, Gott nur kann Vergeben und er retten! Ach, wenn wir Gott nicht hätten, Wer hålf uns armen dann? 6. laßt uns ganz ihm les ben, Ganz Gottes eigenthum; Und jedes tags bestreben Sey seiner gnade ruhm! Ihm weis hen seine zeit, Vor seinen aus gen wallen, Jhm dienen, ihm gefallen, Ist ehr und seligkeit. 150. Mel. Aus tiefer Noth schrei. 695 Singt Jefum! Er ist Gottes Sohn, Durch ihn, durch ihn ist alles. Bei Gott im anfang war er schon Be stimmt zum erben alles. Er ward ein mensch, Maria kind, Mit fleisch und blut, doch ohne fund Wie kinder schwach und sterblich. 2. Aus Gottes fülle that sein mund Des heiles wahre lehren Auch durch gesandte Jünger kund, Die welt ihm zu bekehren. Es war mit ihm der Geist in kraft, Der alles weiß, und wunder schafft, Und, nach ihm, mit den Jüngern. 3. Er sollt, als zweig aus Davids stamm, Ein himm lisch reich sich gründen, Doch erst für uns als opferlamm Angst, pein und tod empfinden. Jerusalem, voll eitelkeit, Sah nur nach helden dieser zeit, Ihn wollt es grausam tödten. 4. Der kampf des todes war schon da, Im beten, zittern, zagen. Weil er des Vaters willen sah, So wollt' er alles tragen, Der klåger grimm, der spotter hohn, Der geisfel qual, die stachel kron, Am kreuz, ach welche wunden! 5. Da! da von Gottes trost entfernt, hing Gottes Sohn im blute! Da hat er mitleid ganz gelernt, Den brüdern, uns zu gute! Da wards voll 1. Von Gott. € 99 bracht! da hing er tod! Er fingen sie, Daß dessen thron, trug nicht eigner sunden noth, Für uns, für uns starb Jesus. 6. Er, der auch uns erwecken wird, Kam selbst vom grabe wieder. Ihn sahn, in zweifel erst verirrt, Bald froh und oft, die brüder, Bis Gott zum himmel ihn erhöht, Zur rechten seiner Majestät, Ihn, aller geister könig. 7. In seinem namen und durch ihn heißt er vor Gott uns treten, Denn lieb und trost wird heiß und kühn, Wenn wir, als christen, beten. Er, Gottes abglanz und gestalt, hat hier und droben die gewalt, Und will gebet erhören. 151. Mel. Herr Gott dich loben wir. 696 Der Herr ist Gott, ist Gott! Der Herr ist Gott, ist Gott! Den uns die sterbliche gebar! Der Gottmensch ist, wird seyn, und war! Sie, die vor seinem throne stehn, Und Jesu Christi antlik sehn, Die cherubim und seraphim, die boten Gottes fingen ihm: Gott ist des menschen Sohn! Gott ist des menschen Sohn! Du starbst den mittlertod, Du liebe! mensch und Gott! Sie werfen ihre palmen hin, Sie werfen ihre kronen hin, Sie beugen feiernd ihre knie, Mit lauten thrånen der ewig lebt, Vor ihrem jubelschall erbebt! Wie stimmen großer wasser tönt Ihr lied. Den singts, der uns versöhnt, Dem tod auf Golgatha ge= weiht! Gott hochgelobt in Ewigkeit! Wir stammeln in der himmel chor, Heb unser herz zu dir empor! Du, der für uns geopfert ist, Du bist die Liebe, Jesu Christ! Du unerforschte liebe, Gott! Uns, uns hast du bis in den tod, O du, der gnad um gnade giebt, Bis in den tod am kreuz geliebt! Wir faffen dein geheimniß nicht, Uns blendet sein zu göttlichs licht! Doch fühlen wirs, es len, es erhebt Uns mächtig wirkt, es lebt In unsern seeüber diese welt, Und giebt uns krafte jener welt! Groß, heilig, wunderbar ist er! Heil uns! Gott ist! Gott ist der Herr! Jehovas todtendem gericht, Dem unterlagst du, Mittler, nicht! Ganz strömt' auf dich sein zurnen zu, Du trugst es ganz, doch siegtest du! Du siegtest; aber namenlos, Uns unempfindlich, furchtbar groß War, was du in Gethsemane Und auf der schådelvollen höh, Du Heiz ligster! gelitten hast, War deiner todesqualen last! Du 7* 100 I. Glaubenslieder. hast, für uns ein fluch ge- weit herrschst du allein! Wer macht, Der thaten göttlichste wollte nicht, o König! In vollbracht! Denn Gott bist ehrfurcht unterthänig du, o Herr, bist Gott! Sey, heil der welt, auch unser Gott! Und stets in deiner gnade segn! 6. Erweitert thor und thu: ren, Laßt ehrenpforten zie ren, Empfangt ihn in der welt, Und jauchzet ihm entgegen! Damit zu eurem segen Der Ehrenkönig einzug hält. 7. Wer ists? wer läßt sich hören Als König aller ehren? Der Herr der herrlichkeit. Der ist es, der kommt prachtig, Der Herr, der stark und mächtig, Der Herr, der mäch tig ist im streit! 152. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 701 Wie lieblich klingts den ohren, Daß du als mensch geboren, und mein Erlöser bist! Wie lieblich, wie erquickend, Wie selig, wie entzückend Ist doch dein name, Jesu Christ! 2. Wie groß ist deine stårke! Wie groß sind deine werke! Wie heilig ist dein wort! Wie ist dein blut so köstlich! Wie ist dein tod so tröstlich, Mein fels des heils, mein lebenshort! 3. Wie bist du von den banden Des todes auferstan153. den! Wie hat dein arm gemel. Auf meinen lieben Gott. siegt! Wie fuhrst du in die höhe, Und herrscheft, bis man fehe, Daß alles dir zu füßen liegt! 4. Wie reich sind deine gaben! Wie hoch bist du erhaben Auf deinem königsthron! Es jauchzen, singen, dienen Dir alle seraphinen, Du wahrer Gott und Menschensohn. 5. Wie süß ist deine lehre! Wie groß ist deine ehre! Wie 8. Erhöhet thor und thi ren, Den König einzuführen! Wer ists, der einzug hålt? Der König aller ehren, Der Herr von allen heeren, Der Ehrenkönig aller welt! 712 Mein Jeſus ist getreu, In noth steht er mir bei! Auf ihn ist gut ver trauen, Drum will ich auf ihn bauen. Ihm bleibt mein herz ergeben Im tod und auch im leben. 2. Der welt armselger lohn Ist schaden, schimpf und hohn; Wer den nicht will ererben, Der muß der welt absterben, Muß ihrer nicht 1. Von Gott. 101 begehren, Und sich zu Jesu| Daß Jesus ist der sünder kehren. hort. 3. Umringet mit gefahr, Nehm ich viel feinde wahr, Die wider mich sich legen. Du, Jesu, bist zugegen! Du lenkst das Herz, auch feinde Verwandelst du in freunde. 4. In aller meiner noth, Und wår es auch der tod, Du bists, der für mich ringet, Und noth und tod be zwinget. Ja, vor der hölle schrecken Kann mich dein schutz bedecken. 5. Wenn sündenschuld mich plagt, Und mein gewissen nagt, Alsbald eilt deine gnade, Daß sie mich ihr entlade, Dein leiden und dein sterben Das läßt mich nicht verderben. 6. Sey, Jesu, auch hinfort Mein beistand, schutz und hort. Laß meinen fuß nicht gleiten, und hilf mir muthig streiten; So will ich deinen namen Von herzen preisen, Amen. 154. Mel. Machs mit mir, Gott. 715 Das ist ein theures werthes wort, Ein wort sehr lieb zu hören: Daß Jesus ist der fünder hort, Und will die armen lehren, Das ist ein theures werthes wort, 2. Er, Jesus nimmt die Franken an, Er heilet allen schaden. Er ist ein gast bey jedermann, Die ihn zu sich einladen. Das ist ein theures werthes wort, Daß Jesus ist der fünder hort. 3. Er, Jesus Jesus ist ein treuer hirt, Er suchet, was verloren. Er holt zurück, was sich verirrt; Er ist zum heil erkohren. Das ist ein theures, werthes wort, Daß Jesus ist der sunder hort. 4. Gieb, Jesu, daß ich diese gnad Und meine sund erkenne, Daß ich, dein schäf= lein, früh und spat Nach dir vor liebe brenne. Erweck mich kräftig durch dies wort: Daß du, du seyst der sünder hort. 155, Mel. Es ist das Heil uns komm. 716 Heil uns! aus unsrer sündennoth Ist rettung uns erworben. Der Herr will nicht des sünders tod. Was Adams fall verdorben, hat er aus gnaden uns ersezt. Wie werth sind wir vor ihm geschåzt! Wie groß ist sein erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn Sandt er zu uns auf erden, Von dem verdien 102 I. Glaubenslieder ten sündenlohn Ein retter 7. Herr, laß uns diese seuns zu werden. Er kam, ligkeit Doch über alles und mit ihm unser heil! Er schätzen. Nie könnten güter kam, am ew'gen leben theil dieser zeit Den mangel uns Uns wieder zu erwerben. ersetzen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, Gott, unser Vater! 3. Wo ist, o tod, dein stachel nun? Hier ist dein überwinder. Für unsre schuld genug zu thun, Starb er, 8. lenk auf dies erhabne das Heil der sunder. Wo ist glück Der seele stärkste triebe! nun, sünde! deine kraft? Hier Zieh mächtig unser Herz zuist der, der uns kråste schafft, růck Von schnöder sündenDein joch von uns zu werfen, liebe! An dem uns theur erworbnen heil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und gewinnen. 156. 4. Gelobt sey Gott! gelobt sein Sohn, Der retter unfrer seelen! Nun kann uns auch auf erden scon Das wahre glück nicht fehlen, Ges trost und froh in Gott zu seyn, Wenn wir uns nur 720 Kein lehrer ist dir, dem Heiland weihn, Den Jesu, gleich. An weisheit Gott für uns verordnet. Mel. Vater unser im himmelr. und an liebe reich Bist du, 5. Was er zum leben uns sowohl durch wort, als that, verschafft, Das ist in seinen Der schwachen menschen sichhånden. Sein ist das reich, rer rath. Es freut mein geist sein ist die kraft, Das heil im glauben sich, Herr Jesu, uns zuzuwenden, Das er so dein, und lobet dich. liebreich uns erwarb, Als 2. Du kamst zu uns von er für uns am freuze starb. Gott gesandt, Und machtest Wohl allen! die ihm trauen.uns den weg bekannt, Wie 6. laßt uns ihm uns wir, befreyt von sündenanvertraun; Und niemals schuld, Theilhaftig werden sein uns schämen! Auf seine seiner huld. Auf ewig sey mittlershülfe baun, Und sein dir dank und ruhm, Herr, für joch auf sich nehmen, Daß dein evangelium. ist der weg zum ewgen wohl, Der weg, auf den man friedenvoll Auch schon auf erden wandelt. 3. Du sahest in der Gottheit licht mit aufgeklärtem angesicht, Was, nach des höchsten weisem rath, Die 1. Von Gott. 103 welt noch zu erwarten hat.| 8. Mein Heiland! send Du machtest selbst, durch ihn auch zu mir, Daß er deinen mund, Das künftige mich zu der wahrheit führ, den menschen kund. Von eigendünkel mich befrei, Damit ich dir gehorsam sey, Bis mich bei dir in ewigkeit Ein hellers licht dereinst er= freut. 4. Dies, und die wunder deiner hand, Sind uns ein deiner hand, Sind uns ein göttlich unterpfand, Was man aus deinem mund gehört, Sey wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der frevler spott Den glauben an dies wort von Gott! 5. Du lehretest durch wort und that. Man trifft der reinsten tugend pfad In deinem heilgen wandel an. Gieb, Herr, daß ich auf dieser bahn, Gestärkt von dir, mit steter treu, Dir nachzufolgen eifs rig sey. 157. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 724 Die erd und was darinnen ist, Das meer, so weit es schäumend fließt, Die welt mit sonne, mond und stern, Dies alles, alles ist des Herrn. heilge stadt So felfenfest ge2. Des Herrn, der seine gründet hat, Daß sie, wenn alles untergeht, Gleichwohl wie berge Gottes steht. 6. Du bist es, Herr, von dem das amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer lehtåtte nahn? Wen nimmt er 3. Wer darf sich dieser rer mund Noch jetzt dein heil den menschen kund. Be- zum bewohner an? Nur den, gleite stets mit deiner kraft Die schweren schulden von der durchs versöhnungsblut Ihr amt, damit es nutzen sich thut. schafft. 4. Nur den, der reines 7. Noch immer hilfft du deinem wort In seinem fie- herzens bleibt, und keine falsche lehre treibt, Deß meingen machtig fort. Du senz eids sich nicht schuldig macht; dest, wie dein mund verheißt, nur dem ist segen zugebracht. Noch immer deinen guten Geist, Der dem, der wahrheit sucht und liebt, Zum glauben licht und kräfte giebt, 5. Ja, segen und gerechtigkeit Theilt Gott, der Quell der seligkeit, Dem, welcher 104 I. Glaubenslieder. vor sein antlik tritt, Recht der fündennoth Erwarb er überschwenglich gnädig mit. dir durch seinen tod. Dank 6. Verlorne sünder, machet ihm für diese liebe! doch Die thore weit, die thüren hoch! Und soll euch recht geholfen seyn, nehmt den Ehrenkönig ein! So 7. Ihr fragt: wer dieser fonig sey? Nichts, nichts kommt seiner größe bei. Er ist der Herr von ewger kraft, Der statt des streits bald frieden schafft. 8. Eröffnct fröhlich thur und thor! Geht aus der finsterniß hervor! Er kommt, der herrscher Zebaoth! Vor ihm fleucht sunde, höll und tod! 158, Mel. Es ist das Heil uns. 727 Halt im gedächtniß Jesum Christ, 3. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden, Und jezt zur rechten Gottes ist. Er hat von todesbanden Die, die ihn lieben, frei gemacht, Und ewges leben, wiederbracht. Dank ihm für diese liebe! 5. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der einst wird wieder kommen, 3u richten, was auf erden ist, Die fün der und die frommen. Drum seele, der sorge, daß du dann bestehst, Und mit ihm in sein reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. auf erden Vom himmelsthron gekommen ist, Ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht! denn dir zu gut, Verband er sich mit fleisch und blut. Dank ihm für diese liebe! 4. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der mit triumph und freuden Gen himmel auf gefahren ist, Die ståtte zu be reiten, Da du einst seine herrlichkeit, Und ihn wirst schaun in ewigkeit. Dank ihm für diese liebe! 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem glauben fassen, Und nie, was du an mir gethan, Mag 2. halt im gedächtniß Je- aus dem herzen lassen; Daß fum Christ, Der für dich hat ich mich dessen in der noth gelitten. Da er am freuz ge- Getrösten mag, und durch storben ist, hat er dir heil den tod Zu dir ins leben erstritten. Errettung von bringen! 2. Vom Menschen. 2. Vom Menschen. 159. Mel. Wo soll ich flichen hin. 739 Du, der kein böses thut! Du schufft den menschen gut, Du gabst ihm licht und kräfte Zum seligen geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 1 2. Wo ist der unschuld ruhm? Ach! wir, dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jezt unter als len Ein mensch ganz rein von sünden, Vor dir, o Gott, zu finden. 3. Hier ist kein unterschied. Dein helles auge sieht Auf alle menschenkinder, Und sieht sie alle sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner Unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller sinn. Die weißheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben zu wählen, und zu üben. 5. Fleisch sind wir von natur, Ung rühren leider! nur Die guter dieser erden, Die uns entriffen werden, Mehr als die höhern gaben, Die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des herzens böser 105 hang Reißt uns mit starkem triebe zu schndder sundenliebe. Und können wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr! was uns gebricht, Laß in der wahrheit licht So heilsam uns erkennen, Daß wir von ernst entbrennen, Der sunde zu entsagen, Der beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem! der sie gewinnt. Gott! so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen, Und kräfte uns ertheilen, Schon wiederum auf erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine huld Laß uns durch unsre schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre herzen, Dir nicht zu widerstreben, Da= mit wir ewig leben. 160. Mel. Herr ich habe mißgehand. 741 Herr, du kennest mein verderben, Ach! es regt in meiner brust, Wie bei allen Adamserben, Sich noch immer böse lust, Die mein herz, Herr, von dir neiget, Und viel böse thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eig 106 I. Glaubenslieder. ner sinn! Ich empfind es, sich regt. Hilf mir selber muGott, wie tråge Ich dir zu thig kampfen, Alle böse lüfte gehorchen bin. Ach! wer dämpfen. wird vom hang zum bösen Mich doch endlich ganz erldsen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, O so hilf mir wieder auf! Laß in deiner kraft mich 3. Hilf mir durch den Geist| siegen, Daß ich meinen leder gnaden Von der angeerb- benslauf, Unter deinen treuen ten noth! Heile meiner seelen hånden, Möge gut und selig schaden Durch des Mittlers enden. kreuzestod! Tilge alle meine funden! Laß mich vor dir gnade finden! 4. Deinen willen hier auf erden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt du selbst von oben her Kraft und stårke mir verleihen, Und mein sündhaft herz erneuen. 5. Schaffe ben ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, Daß ich nicht mein heil verscherze. Laß der sündlichen begier Mich mit nachdruck widerstehen, Und auf deine hülfe sehen. 6. Unter wachen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter deinen willen zwingen; Denn dein wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die sind in mir 161. Mel. Wenn wir in höchsten. 750 Hier, bin ich, Herr! du rufest mir, Du ziehest mich, ich folge dir, Du for derst von mir herz und sinn, Mein Heiland, nimm, ach! nimm es hin. 2. Ich hab oft deinen wink verschmäht, Es ist mir leid, ich komme spåt. Wie dank ich dir, o Gott der huld, Für deine langmuth und geduld! 3. Nun aber såum ich långer nicht. Mich dringt und treibet meine pflicht. Ich komm, ich komm voll reu und buß! Ach, aber, ach! wie wankt mein fuß! 4. Herr, ich bin deinem Petro gleich. Dort kommt ein sturm! ich sink! ach reich, Reich schnell mir deine starke hand, So wird mein fall noch abgewandt. 5. Du rufest mich, nun ruf ich dir, Mein Heiland, komm und hilf du mir! Mein 2. Vom Menschen. 107 fuß ist můd und weigert sich.| einsicht schwaches licht? Hebt Herr, unterstüß und trage sie die zweifel die mich plamich! gen? Und bleibt der trost den sie verspricht? Ach, ohne Christi licht und heil War finsterniß und tod mein theil! 6. Floß deine kraft mir müden ein, So werd ich künftig stärker seyn; So folg ich dir, mein Herr und Gott! Durch fluth und gluth, durch noth und tod. 162. Mel. Wer nur den lieben Gott. 752 Der du das daseyn mir gegeben, Wie preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein dank dich gnug erheben! Durch Christum schenktest du es mir. Kein licht, kein troft erfreute mich, Kennt ich nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern pfaden Würd ich ein raub des irrthums seyn; Mit sundenschuld und fluch beladen, Müßt' ich des richters rache scheun; Ich fånde keinen troft in noth; Mich schreckte stündlich grab und tod. 5. Ja, du hast mich den finsternissen Des irrthums, und der sünde macht, Durch deine lehre, Herr, entrissen, Ihr licht zerstreut des zweiFels nacht. Du zeigest mir des Höchsten rath, Und führst mich auf der wahrheit pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; Ich kenne meine ganze pflicht; Mein geist wird nicht im tod ent= schlafen; Wer an dich glaubt, wird im gericht, Durch dich, o Heiland, wohl bestehn, Und dann verklärt dich selber sehn. 7. Jesu, laß mich deiner lehre Gehorchen mit stets größrer lust, Und keines spotters wahn zerstöre Dein heiligthum in meiner brust! Mein ganzes leben preise dich. Dein heil erfreu im tode 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? Was ist auf mich! erden meine pflicht? Wird auch mein geist im tod entschlafen? Und hålt Gott künf tig ein gericht? Wie werd ich im gericht bestehn? Wie der verdienten straf entgehn? 163. Mel. Aus meines Herzens G. 762 Du Geber guter gaben, Selbständigs höchstes gut, Den wir zum Vater 4. Entscheidet die ver- haben, Der lauter gutes thut! nunft die fragen Durch ihrer Du ursprung alles lichts! 108 I. Glaubenslieder. Von dir muß deinen from-| gewidmet sey. Herr, bleibe lemen Ja alles gute kommen; benslang, Auch mitten in Wir selber haben nichts. dem leide, Mein ruhm und meine freude, Mein pfalm und lobgesang. 2. Laß mein gebet dich rühren, Daß angefangne werk In mir auch zu vollführen Durch deines Geistes stårk; Auf daß ich lauter sey, Fest in der wahrheit stehe, wandel richtig gehe, Und ohne heuchelei. 7. Wir arme pilger wallen hier, als in trüber nacht. Ac) hilf, daß wir nicht fallen! Jm Hab immer auf uns acht! Wann ich im straucheln bin, Halt mich in deinen schran ken! Wann meine tritte wan ken, So gieb mich nicht dahin! 3. Gieb, daß ich welt und funde, Und satans macht und list, Durch dich, Herr, überwinde, Der du mein Helfer bist! Gieb, daß ich ritterlich Um jene krone ringe, Und mir der sieg gelinge; Denn alles kommt durch dich. 8. Gieb, daß ich, wie die můden, Einst sanft ent schlafen mag! Erwecke nich zum frieden, An deinem jungsten tag! Mach mich im himmel froh! Schenk mir, o lebenssonne, Auf ewig deine wonne! Ja! es geschehe so! 164. 4. Gieb mir den Geist der liebe, Der sanftmuth und der huld, Den Geist der demuthstriebe, Der stårke, der geduld, Den Geist, der mich entzund', Daß ich recht find- Mel. Alle Menschen müssen ft. lich bete, Den Geist, der 763 Komm, o Geist, o heiz mich vertrete, Daß ich erhö- ligs wesen, Laß und deinen rung find'. tempel seyn, Den du dir zum sit erlesen, Zieh in diese wohnung ein! Wirke selbst in uns thu, Denn diesen zu erfüllen, sern herzen Wahrer buße. Bringt wahre seelenruh. Gieb, daß mich deine kraft Stets stårke, kråftge, gründe, Bis ich das leben finde, Das Jesus mir verschafft. 5. Gieb, daß ich deinen willen Von herzen gerne sel'ge schmerzen, Wirke weißheit, liebe, zucht, Als des glaubens ächte frucht! 6. Entzünde meine triebe, Daß, ohne heuchelei, Nur dir und deiner liebe Mein lob beten andachtreich, In der 2. Mach uns in der hoffnung sehnlich, In der demuth Jesu gleich, Mach uns in geduld ihm ähnlich, In dem 2. Vom Menschen. 109 treu unüberwindlich, In der Herr, durch deine gute, In gottesfurcht recht findlich! Christi blut gewaschen seyn! Bilde uns, dein eigenthum, Dann mache mich zur reinigNur zu unsers Königs ruhm. keit Des wandels tüchtig und bereit! 3. Zieh uns aus dem weltgetümmel, Bring uns unsrer ruhe nah! Unser herz sey schon im himmel, Denn auch unser schatz ist da. Laß sich unsern sinn gewöhnen, Sich nach jener welt zu sehnen! Denn dein auserwählt geschlecht Hat des himmels bürgerrecht. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, Der mein getreuer beistand sey, Und mir erwünschte hülfe leiste! Gott, stehe mir aus gnaden bei, Und gieb mir einen solchen geist, Der neu, gewiß und heilig heißt. 4. Doch da ich meine schwachheit merke, Mein Va= ter, so verwirf mich nicht; werke, Ja nicht von deinem Und stoß mich, wegen meiner angesicht! Laß mich hier in der gnade stehn, Und dort in deinen himmel gehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der liebe, Doch nun und nimmermehr von mir! Ach leite mich durch seine triebe Und seinen beistand für 2. Vor allem mache mein und für Ja führe du mich gemüthe Durch ungefärbten durch die zeit Zu jener reinen glauben rein; Und laß es, lewigkeit! 3. 165. Mel. Wer nur den lieben Gott. 765 großer Gott, du reines wesen, Der du die reinen herzen dir Zur steten wohnung außerlesen! Ach schaff ein reines Herz in mir, Ein herz, das von der argen welt Sich rein und unbefleckt erhålt! Von den Gnadenmitteln. a) Vom Worte Gottes. lehrt uns unsre ganze pflicht. Es giebt dem sünder und dem frommen, Zum leben sichern unterricht. selig, hört, 166. Mel. Wer nur den lieben Gott. 767 Dein wort, o hochster! ist vollkommen, Es wer es achtsam I. Glaubenslieder. 110 Bewahrt und mit gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen, Vertreibt des irrthums finsterniß. Es füllt mit freuden, bringt uns segen, und machet unser herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, Und was dir wohlgefällig ist. 2. Dein wort ist wahr! Laß immerdar Mich seine kräfte schmecken. Laß keinen 3. Dein wort ermuntert, spott, Herr, mein Gott, dich zu lieben, Lehrt, wie ich von dem glauben viel guts du denen giebst, Die dein gebot mit freuden fern mich nicht Dein wort 3. Wo hatt ich licht, Woüben, und wie du väterlich die wahrheit lehrte? Gott, schrecken! wort uns liebst. Und was, o Herr, dein mund verspricht, Bleibt ewig wahr; du lugest nicht. ohne sie Verstund ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein wort erklärt Der seele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit st diese zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ewger rath, Die missethat Der fünder zu verfühnen, Den kennt ich nicht, Wår mir dies licht nicht durch dein wort erschienen. 6. Nun darf mein herz In reu und schmerz Der sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, Lehrst meinen geist Ein glaubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines heils geschäfte. Durch meine müh Vermag ichs nie; Dein wort giebt mir die fråfte. 4. Gott, deine zeugnisse find besser, Und mehr der ſehnsucht werth, als gold. Ihr werth ist köstlicher und größer, Als alles noch so feine gold. Wer das thut, was dein wort gebeut, Dem ist dein segen stets bereit. 167. Mel. Ach Gott und Herr! 769 Gott ist mein hort! Und auf sein wort Soll meine feele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir, Im glauben, nicht im schauen. 5. Drum laß auch mich mit lust betrachten, Was mich dein wort, o Höchster, lehrt, Und auf das mit gehorsam achten, Was es von mir zu thun begehrt; So fließen trost und seelenruh Auch mir aus deinem worte zu. 3. Von den Gnadenmitteln. 111 8. Herr, unser hort, Laß| muth, Der auch an feinden uns dies wort! Denn du gutes thut. hasts uns gegeben. Es sey mein theil, Es sey mir heil, Und kraft zum ewgen leben! 7. Die eh' sollst du bewahren rein, Und auch dein herz soll heilig seyn. Dein leib und geist sey mir geweiht, Dein ruhm sey zucht und måßigkeit. 168. Mel. Vor deinen Thron tret. 777 Hort an die heilgen zehn gebot, Sie gab uns der 8. Mit unrecht mehre Herr Zebaoth, Aus finstern wolken sprach er sie herab vom berge Sinai. 2. Ich bin der Herr, sonst keiner mehr, Mich, und sonst keine götter, ehr. Mich fürchte, mir vertraue dich. Nichts sollst du lieben so wie mich. 3. Du sollst nicht freventlich entehrn Den namen Gottes deines Herrn. Mit tiefer ehrfurcht nenn ihn nur, Und halte deines eides schwur. nicht dein gut; Verflucht ist der, der unrecht thut. Betrüge nie, und wuchre nicht, Und wohlthun sey dir freud und pflicht. 9. Du sollst kein falscher zeuge seyn, Verläumdung, lügen, schmähsucht scheun. Des nächsten unschuld rette du, Und seine schande decke zut. 10. Des nächsten haus begehre nie, Auch nicht sein weib, knecht, magd und vieh. Gönn ihm sein glück und flieh den neid, Wenn Gottes segen ihn erfreut. 4. Der sabbath sey ein tag der ruh, Bring ihn in from mer andacht zu. Komm dans kend vor mein angesicht, Und stärke dich in deiner pflicht. 5. Den vater und die mute find 11. Die heiligen gebote Gegeben, daß du deine ter ehr, Gieb ihnen williges lernen wohl, Wie man vor fund Erkennen sollst, und gehör, Sey eifrig, ihnen bey- Gott recht leben soll. zustehn, So wirst du lan Gott recht leben soll. ges leben sehn. 6. Du sollst nicht tödten, und dich scheun Vor zorn und haß, nicht råcher seyn. Beleidigt, 12. Das hilf uns du, Herr Jesu Christ! Der du der Mittler worden bist, Und stärke uns mit deiner kraft, zeige fanften Die in uns alles gute schafft. 112 I. Glaubenslieder. 169. Mel. Jesu, meine freude. 778 Wort aus Gottes munde! Wort vom friedens- reich ist ihr mund, Liebreich bunde! Evangelium! Bald, ihre füße, Ihre lehren füße da wir gefallen, Ließ dich Gott erschallen! Du bist unser ruhm! Gottes kraft, Die glauben schafft! Gute botschaft, uns zum leben, Von Gott selbst gegeben! Welch ein theurer bund! Got tes huld Tilgt unsre schuld, Und wer ihn mit glauben ehret, Wird von ihm erhöret. 5. Auf, und wehrt den schmerzen! Kommt ihr, deren herzen Das gesetz zerschlug. Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen, Alle schmerzen trug. Jesu tod Bersöhnt euch Gott; Gott, der euch als Vater liebet, und die schuld vergiebet. 2. Was dein wohlgefallen Vor der zeit uns allen, Gott, bestimmet hat; Was sonst dunkle schatten Vorgebildet hatten, rath. Daß dein eid Dich nicht gereut, Zeigst du nun; in Jesu namen Wird er ja und amen. 170. Ganz vollbracht und lebt in chre. Ach erwünschte lehre! 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Ihm nur 3. Alles ist vollendet, Gott will ich leben, Ihm mich hat den gesendet, Der ver- ganz ergeben, Ewig treu ihm heißen war. Jesus, der sein seyn, So werd ich Auch einst leben Wollte für uns geben, durch dich, mein Heiland, Stellt sich wirklich dar. Ja selig sterben, Und den himer hat Des Höchsten rath mel erben. 4. Da uns strafen drohten, Was für frohe boten! Troft= b) Von der Taufe. Mel. Wer weiß, 782 Du unerforschlichs meer der gnaden, Wie selig ist dein wasserbad! Es heilet an uns allen schaden, Den Adams fall verursacht hat. Die fündfluth gehet über: wie nahe mir. hin, Wann ich in dieser arche bin. 2. Wie groß sind, Jesu, deine gaben! Du kommst mit wasser und mit blut! Und wann wir diese schätze haben, So erben wir das höchste 3. Von den Gnadenmitteln. 113 gut. Wann wir damit ge-| Sohn und heilger Geist! Ich zeichnet seyn, So läßt du uns zum himmel ein. bin gezählt zu deinem saamen, Zum volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig seyn. 3. Was frag ich nach der eitlen ehre, Ich bin des Allerhöchsten kind, Weil ich in derer zahl gehöre, Die gar aus Gott geboren sind. Kein ehrenstand ist diesem gleich, Das ist mein recht zum himmelreich. 4. Du schriebest mich ins buch des lebens, Du, meines lebens leben! ein; Ach laffe mich doch nicht vergebens Auf deinen tod fet seyn! Ja, schreibe mich so kräftig an, Daß mich kein fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir herz und hand gegeben, So gieb mir, Jesu! deine gnad, Auch dem versprechen nachzuleben, Das selbst dein Geist versiegelt hat. Des satans werk und wesen sey Kein Hinderniß an mei ner treu. 6. Erhalte mich durch deine taufe Im bundlein der lebendigen, Und führe mich in meinem laufe Bom irdischen zum himmlischen; Daß ich durch diesen Jordan geh, und dort im lebenslande steh. 2. Du hast mich für dein kind erklåret, Mein Vater! und ein selig theil hast du, Sohn Gottes! mir gewähret An dem von dir erworbnen heil. Du willst, mein leben Gott zu weihn, Geist Gottes! selbst mein beistand seyn. 3. Die liebe ist nicht zu er messen, Die du, mein Gott, mir zugewandt. Olaß mich nie die pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich dir verband, Als du in deinen bund mich nahmst, Und mir mit heil entgegen kamſt. 4. Du bist getreu; auf deiner seite Bleibt dieser bund stets feste stehn. Ja, selbst wenn ich ihn überschreite, Läßt du dein Vaterherz mich sehn! Du klopfst an mein gewissen an, Und lockst mich auf die rechte bahn. 5. Ich gebe, höchster Gott, aufs neue Dir feel und leib zum opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, Und bilde mich nach deinem sinn. Mel. Wer nur den lieben Gott. Weich, eitle welt! o sunde, 786 Ich bin getauft auf weich! Gott hört es; jezt deinen namen, Gott Vater, entsag ich euch. 171. 8 114 I. Glaubenslieder. 6. Befestige dies mein ver-| betrachten; Und nur das zu sprechen, Mein Vater! und jederzeit für mein größtes bewahre mich, Daß ich es wohlseyn achten, Daß ich, niemals möge brechen. Mein Jesu, deinen willen Treuganzes leben preise dich! Gott| lich suche zu erfüllen. meines heils! sey ewig mein, Und laß mich stets den deinen feyn. 172. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 789 Mein Erlöser! der du mich Dir zum eigenthum erkaufet, Als dein jünger bin auch ich Vormals auf dein wort getaufet. Derwecke mich zum fleiße, Recht zu seyn, das was ich heiße. 2. Laß mich oft mit achtfamkeit meiner taufe bund 3. Dieser erde gut und ruhm Bleibt im tode doch zurücke. Nur ein wahres christenthum Folgt uns nach zum ewgen glücke. Davon ist auch, nach dem sterben, Ewig segen zu erwerben. 4. Laß mich denn, wie dirs gefällt, Deinem dienst, Herr! ganz ergeben, Und, entfernt vom sinn der welt, Als dein treuer Jünger leben; Daß ich einst auch, wenn ich sterbe, Das verheißne leben erbe.. c) Vom Abendmahl. 173. fannt! So freuet meine feele bet dich. Mel. Wer nur den lieben Gott. fich In deinem heil, und lo800 Hier bin ich, Jesu, zu 3. Bewundernd denk ich erfüllen, Was du in deiner an die liebe, Womit du un leidensnacht, Nach deinem ser heil bedacht. Wie stark gnadenvollen willen, Zur sind deines mitleids triebe, pflicht und wohlthat mir ge- Die dich bis an das kreuz gemacht. Verleih zur übung bracht! gieb von deinem dieser pflicht Mir deines Gei- todesschmerz Jezt neuen einstes kraft und licht. druck in mein herz! 2. Es werde, Herr, für 4. Laß mich mit ernst die mein gewissen Dein abend- fünden scheuen, Für welche mahl ein unterpfand, Auch du, dich opfernd, starbst; mir sey dein versöhnend büßen Durch schnöden mißbrauch Von Gott aus gnaden zuer- nie entweihen, Was du so 3. Von den Gnadenmitteln. 115 theuer mir erwarbst. Nie| mich neue gnade fließen! führe mich zur sicherheit Der Mein Heiland, laß es doch trost, den mir dein tod ver- geschehn, Daß mir, zur stårleiht. fung meiner treu, Dein abends mahl gesegnet sey. 174. 5. Jch übergebe mich aufs neue, du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beståndge treue Vor deinem tische feierlich: Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich, drum bin ich dein. Mel. Schmücke dich, o liebe. 802 Müde, sündenvolle seele! Mach dich auf, erliste seele! Komm, vergebung zu empfangen, Denn dein licht ist 6. Nie will ich mich vor aufgegangen, Denn, der Herr, spottern schämen Des dien- voll heil und gnaden, hat zu stes, den man dir erweist; sich dich eingeladen. Deinen Nie mich zu einem schritt be- bund sollst du erneuen, Und quemen, Den mein gewissen dich seines todes freuen. fundlich heißt. O flöße mir den eifer ein, Wie du, o Herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit ernst den nächsten lieben, Und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und sanftmuth üben. Nie komm es mir aus dem gemüth, Welch eine schwere schuldenlast Du mir aus huld erlassen hast. 2. Eil, wie Gottverlobte pflegen, Glaubensvoll dem Herrn entgegen, Daß er dich der sünd entlade, Giebt er heute gnad um gnade. Komm, es ist des Mittlers wille, Komm, und schöpf aus seiner fülle; Daß er dich der sünd entlade, Giebt er heute gnad um gnade. 8. Es starte sich in mir der glaube, Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmachtger ruf erhebt, Wenn du dich, großer Lebensfürst, Den völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen füßen, Mit dank und lob, gebet und flehn. Laß auf 3. Herr, ich freue mich mit beben, Laß mich gnad empfahn, und leben Mit der glaubenden gemeine, Daß mit ihr sich Gott vereine, Durch des neuen bundes speise, Auf so wunderbare weise! O wer darf sich unterwinden, Dies geheimniß zu ergründen. 4. Gottmensch, laß mich würdig nahen, Leben, leben zu empfahen! Ach, wie 8* 116 I. Glaubenslieder. pflegt ich oft mit thrånen| deines lebens pforte; Noch Mich nach deinem mahl zu schau ich im dunkeln worte. sehnen! Ach, wie hat mich Einst werd ich dich ganz erso gedürstet, Gott, nach kennen, Ganz in deiner liebe dir, mein Gott, gebürstet! brennen! Laß sie mich auch Laß, Geopferter, mich na- hier empfinden; hen, Leben leben zu empfahen. hilf mir überwinden. Hilf mir, 5. Du, dem unsrer todten schaaren, Die wie wir, auch fünder waren, Dank, und preis, und jubel singen, Daß sie hier dein mahl empfingen! Sohn des Vaters, licht vom lichte! Lamm, dem tödtenden gerichte hingegeben! heil der funder! Retter! Todesüberwinder! 175. Mel. Jesus meine Zuversicht. 803 Tag, den mir der Herr gemacht, Sey gesegnet, tag der freude! Du erhellst des kummers nacht, und er quickest mich im leide. Heil und leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 6. König! Hoherpriester! 2. Widerspenstig seinem ruf, Lehrer! Du, mein göttlicher hab ich meinen Gott betrůBekehrer! Du, für meine bet, Jhn, der mich zum schuld Verbürgter! Gottge- glück erschuf, Und mich stets opferter! Erwürgter! Hier fall ich zu deinen füßen, Laß, laß würdig mich genießen Diese deine himmelspeise, Mir zum heil und dir zum preise! so treu geliebet; Bin gewichen von dem pfad, Den sein wort gezeichnet hat. 3. Der ich kühn sein recht entehrt, Der ich seine macht 7. 3um gedächtniß deiner verkennet, Ach! ich bin es leiden, Und zum vorschmack nicht mehr werth, Daß er jener freuden, Die du, Gott- noch sein kind mich nennet. mensch! mir erstrittest, Als Ich verdiene fluch und- tod, du unaussprechlich littest, Als Die sein mund den fündern dich todesschweiße deckten, Dich die schrecken Gottes schreckten, Als du blutetest, verlassen, Ach! von Gott, von Gott verlassen! droht. 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich Wieder auf zu seinem kinde. Heut vergißt er våterlich Seines zorns und meiner fünde; Giebt durch sei ner boten hand Mir der 8. Deines heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig weihen! Eng ist gnade süßes pfand. 3. Von den Gnadenmitteln. 117 5. Tag der wonne, heiligs 177. mahl, Ewig will ich dein ge mel. Jesus Christus unser H. denken. Meines Jesu todesqual Soll mir trost im leiden schenken, Und mein leben foll allein Seinem ruhm gewidmet seyn. 807 Jesus Christus hat sein leben In den tod für uns gegeben. Vom gericht hat uns befreit Seine herzliche barmherzigkeit. 2. Daß wir niemals deß vergessen, Giebt er uns sein mahl zu essen. Brod soll deines leibs, und wein Deines bluts gemeinschaft, Jeſu, seyn! 176. Mel. Wachet auf, ruft uns d. 806 Herr, du wollst sie vorbereiten Zu deines mahles feligkeiten, Sey mitten unter ihnen, Gott! Heil und leben zu empfahen, Laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, Und sprich sie los von sind und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So sind sie, Jesu, dein, Und unsterblich! Laß, laß sie schn, In deinen höhn, Von fern der überwinder lohn! 3. Nahet euch mit heilgem beben, Hier empfaht ihr ewges leben, Aber die, ach, die empfahn Lod für leben, die unwürdig nahn. 4. Für sein wunderbares speisen Sollt ihr Gott den Vater preisen, Der, um eure missethat, In den tod den Sohn gegeben hat. 5. Glauben sollt ihr und nicht wanken, Daß es sey ein mahl der kranken, Denen von der sünde schmerz Schwer belastet ist ihr büßend herz. 6. Die mit ernst ihr thun bereuen, Die wird heil von Gott erfreuen. Dünkst du rein dich? nah dich nicht, Denn du gehest, stolzer! ins gericht. 2. Nehmt und eßt zum ewgen leben Das brod, daß euch der Herr will. geben! Sein troft und friede sey mit euch! Nehmt und trinkt zum ewgen leben Den kelch des heils, auch euch gegeben! Everbt, ererbt des Mittlers reich! Wacht, eure seele sey Bis in den tod getreu! Amen! 7. Jesus Christus spricht: amen! Der weg ist schmal, ihr armen, Laßt mich über Klein ist die zahl Der sieger, euch erbarmen, Die ihr die der richter krönt. schwach und elend seyd, Ihr, 118 I. Glaubenslieder. nur ihr empfaht barmher=| sicht, O wie hoch bin ich be zigkeit. glücket! Er, mein Jesus, er allein Soll auch nun mir alles seyn. 2. Nun mag das gesetze noch Mich verklagen und verfluchen; Weiß es mein gewissen doch, Wo ich soll den segen suchen! Jesus macht durch seine huld Mich gerecht von aller schuld. 8. Konntest du dir was er werben, Was durft ich für dich dann sterben? An mir hast du keinen theil, Bist du, sünder, selber dir dein heil! 9. Glaubst du mir aus herzensgrunde, So hat meines mahles stunde Dich von neuem eingeweiht, Durch des bundes blut, zur ewigkeit. 3. Ach was hab ich für ein 10. Leb, und liebe deine gut, Was für schake kann brüder, Ihr seyd eines haup- ich zeigen! Meines Jesu tes glieder, Jhr, ihr alle seyd geweiht, Durch mein blut, zu einer ewigkeit. fleisch und blut Ist und bleis bet nun mein eigen! Heil und leben und was sein Ist mit ihm auch alles mein. 178. Mel. Wachet auf, ruft uns. 813 Die dein freuz in je nen tagen Der mårtyrer dir nachgetragen, Verließen oft des bundes mahl, Um vorm blutgericht zu stehen, Mit dir bis in den tod zu gehen, Voll 5. Brenne, feel und geist, freud, in vieler todesqual. in mir! Lodre herz, in vollen Sey, Herr, den deinen Licht flammen! Halt mit feuriger Und kraft, damit sie nicht begier Mich und Jesum stets Deines mahles Hochheiligs zusammen; Daß ich ewig pfand Entweihn, gewandt gegen ihn Mög in heißer liebe Von dir, umkehren in die glühn. welt. 6. Erd und himmel fahre hin! Leib und seele mag ver schmachten! Kein verlust und kein gewinn Ist doch gegen dies zu achten, Daß mein Je fus in mir bleibt Und mich feine liebe treibt. 179. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 814 Meinen Jefum laß ich nicht, Denn er hat mich nun erquicket! Er ist meine zuver4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tie fer finden? Mag die treue fester stehn, Oder näher sich verbinden, Als, da dieser, der uns liebt, Uns sich selbst zum pfande giebt? 3. Von den Gnadenmitteln. 119 7. Jesus ist des herzens| viel segen in sich faßt. Laß meinen glauben thåtig seyn, Und mir zum guten kraft vers leihn. theil; Jesus ist mir trost und leben; Jesus ist der seele heil; Jesus kann mir alles geben. Drum was in mir lebt, das spricht: Meinen Jesum laff' ich nicht! 180. Mel. Wer nur den lieben Gott. 815 Nun, habe dank für deine liebe, Du großer Mittler Jesu Christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe. Der du für mich gestorben bist. Laß deines leidens angst und pein Mir immerbar vor augen seyn. 2. Wie kann ich dich genug erheben? Ich, der ich fluch und tod verdient, Ich soll nicht sterben, sondern leben, Weil du mich selbst mit Gott verfühnt. du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 5. Jm streite hilf mir überwinden, Und stårke mich zu meiner pflicht! Bewahre mich vor neuen funden, Verlaß mich in versuchung nicht! Und dein für mich vergoßnes blut Schenk mir im todess kampfe muth. 6. Und euch, ihr seines leibes glieder, Die Jesu heil wie mich erfreut, Euch lieb ich stets als seine brüder, Uls erben seiner herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott! Uns speist und trånkt ein wein, ein brod. 7. Wie jezt in unsers Heilands namen Sein volk vor ihm versammelt war, So Ach! kommen wir noch einst zusammen Vor ihm, mit ſeiner engel schaar, Und preisen, als sein eigenthum, Dann ewig seines namens ruhm. 3. Heil mir! mir ward das brod gebrochen, Ich trank, Herr, deines bundes wein! 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, Die ihr ihn Voll freude hab ich dir ver- ewiglich erhöht, Und wenn sprochen, Dir, treuster Jesu, treu zu seyn. Ich schwer es nun noch einmal dir! Schenk du nur deine gnade mir! wir einst vor ihm erscheinen Im glanze seiner Majestät, Dann geh ich im triumph mit euch, Ihr auserwählten, in fein reich. 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, Was du für mich gelitten hast, Und deine liebe nie vergessen, Die so 9. So soll denn weder spott noch leiden, Noch ehre, freud und lust der welt, Mich, 120 I. Glaubenslieder. Herr, von deiner liebe schei-| finge! Gieb ihm flügel, daß den, Die selbst im tode mich dein dank Bis zum throne erhält. Du bist und bleibest Gottes dringe! In der engel ewig mein! O laß mich dei- jauchzend chor Hebe sich sein ner würdig seyn. flug empor! 181. 2. Meine sünden dråuten Mel. Allein Gott in der Höh. mir Schon mit meinem un816 Jefu, dir sey ewig dank Für deine treu und gaz ben, Von welchen diese speis' und trank Mich jezt versichert haben. Wie bin ich sünder nun erquickt! Wie reichlich hast du mich beglückt!! Ach könnt ich recht dir danAch könnt ich recht dir dan tergange. Ich erbebte, Gott, vor dir, Um erquickung war mir bange. Ewigkeit, geſe und grab Schreckten mich, und Gott vergab! ken! 2. Jesu Christ, du kannst allein mir meine seele laben. Nun bin ich dein und du bist mein Mit allen deinen gaben. Der quell der gnaden ist stets voll; Hier hab ich, was ich haben soll, Hier find ich troft und leben. 3. Laß mich auch ewig seyn in dir, Laß mich allein dir leben, und bleib du ewig auch in mir! Mein Gott! du wirst mirs geben, Daß ich, kraft dieser speis' und trank, Stark bleib; und wird die seele krank, Laß sie dadurch genesen! 182. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 817 Rühme, feele! dein gesang Triumphire, rühme, 3. In der feierlichsten nacht Rang, für fündige geschlechte, Jesus Christ, zum fluch ge macht, Daß der richter schonen möchte. Und der feierlichsten nacht Hat der richter, Gott, gedacht. 4. Sey getrost! vergeben find, Wenn du glaubest, deine sünden; Ewig bist du Got tes kind. Wer vermag das zu empfinden? Welche seligkeit und ruh! Gott, wo ist ein Gott, wie du. 5. Ich empfing ihr göttlich pfand, Seinen leib für mich gegeben, und sein blut, ich blute heil und leben. Preis und In dem der feierlichsten nacht! Ewig werde dein gedacht! 6. Mittler, auserwählter Freund, Ursprung aller meiner freuden! Du hast mich 4. Von der Kirche. mit dir vereint, Nichts soll| und heiligkeit, Sey mich von dir je scheiden! schmuck und feierkleid! Ewig, ewig bist du mein, Ewig, ewig bin ich dein. 7. Jch, entzückt an deiner brust, Will auf deine stimme merken! Hohe himmelvolle lust Flammt mich an zu großen werken. Furcht vor Gott 4. Von der Kirche. 183. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 818 Ach Bater, der die arge welt In seinem Sohn geliebet, Der, was er zugesagt, auch hålt, Und stets erbarmen übet! Sieh gnädig an die Christenheit, Die du in dieser pilgerzeit Dir aus den menschen sammelst. 121 mein 8. Jch, ein pilgrim, strecke mich Nach dem kleinod an dem ziele, Sicher, daß ich bald durch dich Gottes feligkeiten fühle, Da, wo stets dein lob erschallt. Komm, Herr Jesu, komme bald! 3. Es ist doch Christus unfer Heil. So viel nur an ihn glauben, Die haben an ihm ihren theil, Den satan nicht soll rauben. Von ihm fließt trost und leben zu, Erquikkung, segen, schutz und ruh, Und alle gnadenfülle. ihrem heer Auf ihres Herr4. Verging die welt mit schers winken, Wenn berge mitten in das meer Von Gottes schelten sinken; So fållt doch seine kirche nie. Der Herr erhält und schützet sie, Drum wird sie ewig bleiben. 5. So stårke denn uns, un2. Du willst sie, als deinser Gott, Bei Christi kreueigenthum, hier rein, dort zesfahnen! Mach aller feinde herrlich machen. Sie ist dein macht zu spott, Hilf deinen volk, du bist ihr ruhm, du unterthanen! Tröst uns mit willst sie selbst bewachen. Du deiner gegenwart, Mach uns, kleine heerde, hoffe still! Gewann die verfolgung hart, trost! es ist des Vaters will', Zu deines namens zeugen! Das reich dir zu bescheiden. benskraft Dich ehren, fürch6. Laß uns in froher glauten, lieben, Und eine gute ritterschaft, Für deine wahrheit üben! Und kostets denn auch blut und gut, Laß uns dein wort selbst mit dem blut Vor aller welt bekennen! I. Glaubenslieder. 122 7. Steht hier die kirche schon im fireit, Wo tausend feinde toben, Wird sie doch einst zur herrlichkeit, Als im triumph, erhoben. Ach! nimm denn uns auch aus dem krieg! Schenk uns auch, wie den andern, sieg, Die jezt schon kronen tragen! 8. Wann menschen und der engel chor Einst eine kirche werden, Dann steigt dein herrlich lob empor, Vollkommner als auf erden. Komm, Jesu, bald! wir bitten dich! Laß uns, die dei nen, ewiglich Bei dir im himmel wohnen! 184. In bekannter Melodie. 819 Erhalt uns, Herr, ben deinem wort, Und steure deiner feinde mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Vom throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine macht, herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist! Beschirme deine christenheit, Daß sie dich lob in ewigkeit. 3. Gieb, heilger Geist, uns einen sinn, Nimm alle zwietracht von uns hin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh des wahns und irrthums nacht. 4. Herr, laß uns dir befohlen seyn. Schau unfre noth, wir sind ja dein. Er halt im glauben uns getreu, Und mach uns von den feinden frei. 5. Sie dichten, Herr, ein frevelstück; Es fall auf ihren kopf zurück! Sie graben gruben mit viel müh; In ihre gruben stürze sie. 6. So werden sie erken nen doch, Du, unser Herr Gott, lebest noch, Und stehst bei deiner kirche fest, Die sich allein auf dich verläßt. 185. Mel. Es woll uns Gott genåd. 820 Es wolle Gott uns gnädig seyn, Und seinen se gen geben. Mit seines ange fichtes schein Erleucht er uns zum leben. Laß uns erkens nen, unser Gott, Dein gro ßes werk auf erden! Laß Jesu Christi heil und tod Erkannt von allen werden, und alle dir bekehren. 2. So danken dir und los ben dich Die nationen alle! So freut der ganze weltkreis sich, Und singt mit großem schalle, Daß du sein Gott und Vater bist, nicht läßt die sünder walten; Und daß dein wort das mittel ist, Uns alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen. 4. Von der Kirche. 123 3. So danke Gott, und 5. Sey du ihr licht in ihren lobe dich Dein volk durch finsternissen. Heile selbst gute thaten! Es bringe frucht ihr verwundetes gewissen. und beßre sich, Dein wort Schlågt oft ein kummer ihre laß wohl gerathen. Der Va- herzen nieder, Stärke fie ter segn' uns, und der Sohn, wieder. Und der, so herrscht mit beiden! Es segn' uns Gott, geb uns den lohn, Der, nach der erde leiden, Die müden pilger tröstet. 6. Schütze uns machtig mitten unter bösen, Bis du von ihnen ganz und wirst er= Ibsen, Bis wir zum umgang der verklärten frommen Frohlockend kommen. 186. Mel. Herzliebster Jesu, was. 821 Laß doch, o Jesu, laß dein reich auf erden Unter den fündern ausgebreitet werden! Schenke doch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie dich glaubig ihren Herren nennen! Gieb ihnen eifer, deinen guten willen Treu zu erfüllen. 3. Mit heilger achtung laß die schrift sie ehren, Denn sie verkündigt deines mundes lehren. Außer ihr suchen sterbliche vergebens Worte des lebens. 4. Steure, Erbarmer! deiner feinde grimme. Warne die deinen vor des irrthums stimme. Lehre sie prüfen, daß fie falsche freuden Klüglich vermeiden. 187. Mel. Herzliebster Jesu, was. 822 Schüße die deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o Jesu, vor der welt bekennen. Laß deinen hånden, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden, Mach ihre sorge herrlich hier auf er= den. Gieb muth und weißheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein wort gebrochen! Führe die deinen, wie du selbst versprochen, Führe fie endlich aus dem kampf hie= nieden Zum ewgen frieden. 4. Ewig, o Heiland, sey dein nam erhoben, Ewig frohlockend müsse dich einst loben, O du Beschirmer deiner schwachen heerde! Himmel und erde. 124 I. Glaubenslieder. 188. Mel. Wer nur den lieben Gott. scheitert dran. Mel. Wer nur den lieben Gott. viel und muß vergehn, 825 Du, Heiland, lebst Fels des heils, du bleibest und sitzest droben Zur rechten stehn! hand der Majestät! Du lebst!! 189. was achten wir das toben Der welt, die uns verfolgt Mel. Eine feste Burg ist unser. und schmäht? Du lebst! 826 Ein starker schutz ist Was schadet satans list Und unser Gott! Auf ihn steht unmuth, wie groß sie immer ist. ser hoffen. Er hilft uns treu aus aller noth, So viel uns der betroffen. Satan, unser feind, Der mit ernst es meint, Rüstet sich mit list, Trott, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Du, Heiland, wachst, uns zu beschirmen, Und siehst für deine heerde zu. In dir gelagert, trozt den stürmen Der deinen stolze seelenrub. Folgt sturm auf sturm; wir glauben fest, Daß teine treu uns nicht verläßt. 2. Nicht unsre macht ists, die ihn fällt, Wir waren bald verloren. Es kämpft für uns der rechte held, Den uns Gott selbst erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Je sus Christ, Der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, Er muß den sieg behalten. 3. Und wenn die welt voll teufel wår, Die uns verschlingen wollten, So fürch ten wir uns nicht so sehr, Daß wir drum weichen sollten. Wenn der fürst der welt Sich schon grimmig stellt, Schreckt er uns doch nicht. Er ist ja långst gericht't. Ein wort lich; Wer es bestürmt, zerEr wagt zu Sie 3. Du, Heiland, låsfest die gemeine, Die dein gefloss'nes blut erftritt, Auf ihrem kampfplaß nicht alleine! kampfet, und du kämpfest mit. Du bist es, der ihr sieg verschafft, In dir beweist sie heldenkraft. 4. Du, Heiland, bist an allen orten, Der frommen schild und großer lohn. Wenn gleich die offnen höllenpforten Den allerstårksien ausfall drohn; Was achten wirs? dein arm gewinnt, Wie viel auch deiner feinde sind. 5. Du; Heiland, siegest| kann ihn schon fällen. überschwenglich; Wer ist, der vor dir stehen kann? Dein thron und reich ist unvergång 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so hef tig toben! Der Herr mit uns 5. Von der Heilsordnung. 125 der starke held! Der giebt schämen sich des worts Des uns sieg von oben. Tödten sie den leib, Nehmen kind und weib, Rauben gut und ehr, Sie nehmens, was ists mehr? Uns muß der himmel bleiben! 190. Mel. Eine feste Burg ist unser. 827 Wenn Christus seine kirche schüßt, So mag die hölle wüthen. Er, der zur rechten Gottes sitzt, hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah: Wenn er gebeut, stehts da. Er schützet seinen ruhm, Und hält das christenthum! Mag doch die hölle wüthen! Heilands unsers horts; Sein kreuz ist selbst ihr spott; Doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der un= Wir halten fest am glauben. christ mag ihr widerstehn, Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von herzen hålt, Dem kann die ganze welt Die fe ligkeit nicht rauben. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Der Gott, der von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. 2. Gott sieht die fürften Der Herr Herr Zebaoth Hålt auf dem thron Sich wider über sein gebot, Giebt uns ihn empören; Denn den Ge- geduld in noth, Und kraft salbten, seinen Sohn, Den und muth im tod; Was will wollen sie nicht ehren. Sie uns denn erschrecken? 191. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 837 Dir allein hab ich gefündigt, Herr, bei dem ich gnade such! Dein gerecht geset verkündigt Jedem übertreter fluch, Und was kann vor seinen schrecken, Richter aller welt, mich decken? 5. Von der Heilsordnung. 2. Kann ich deinem arm entfliehen? Du vist allent= halben nah. Flöh ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da. Stürzt ich in die tiefe nieder! Deine rechte findt mich wieder. 3. Herr, ich flich in deine hånde! Außer dir ist keine ruh. Dein erbarmen hat kein ende; 126 I. Glaubenslieder. Wer ist gnådiger, als du? Du| Du bist an gnade reich und bist Gott, und kannst verge- wirst mein seufzen stillen. ben; Ach vergieb und laß mich Ach! geh nicht ins gericht leben! mit deinem armen knecht! Vor dir, o Herr, ist ja kein sterblicher gerecht! 4. Groß sind meiner fünde schulden, Mehr, denn sandes an dem meer. Gott, wann långer mich zu dulden, schlägt meine feele nieder! 2. Die größe meiner schuld Deine langmuth müde war, Müßt ich, würdest du nur winken, In des todes nacht versinken. Beschämt empfind ich sie! mir der seele schmerz nicht alle o triste du mich wieder, Daß kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir mir wahren trost gewährt? 5. Meinen jammer zu erklåren, Reichen keine worte zu! Und zerfloß mein herz in zähren, Fånd ich darum doch nicht ruh. Können eines sunders thrånen, Dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner! dein erbarmen, Dein für mich vergoßnes blut, Und dein tod erlöst mich armen, Heilet mich und giebt mir muth. Dein verdienst ists, das mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. ich will die fünde haffen. 4. Ich will, o stårke mich! Auf deine hülfe nur will ich 7. Rette mich von meinen mich, Gott, verlassen. Nur funden, Mache du mich fren das, was dir gefällt, werd'. sünden, Mache du mich fren auch von mir gethan. und rein, dir ruhe finden, Deinen Geist mein Herz erneun. Dankbar will ich mich bestreben, Mein Erlöser, dir zu leben. 3. Zu dir, o treuer Gott, erheb ich herz und hände. Mein heil steht nur bei dir. O daß ich hülfe fånde! Für recht laß gnad ergehn! ich hoffe, Herr auf dich, Zeig mir den rechten weg! denn nach dir sehn ich mich. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen bahn! dieser ebnen bahn! 5. Beruhige mein herz um meines Mittlers willen. Laß feines opfers troft auch mein gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unverån= 192. Mel. O Gott, du frommer Gott. 838 Herr, höre mein gebet, derlich. Dein will ich ewig um deiner wahrheit willen! seyn, o Gott! erhöre mich! 5. Von der Heilsordnung. 193. Mel. Jesu, meines Lebens Leb. Dwie 840 Ich erhebe mein gemüthe Sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, Denn ich Fenne deine gute. theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens! Keiner harrt auf dich vergebens, Nur verachter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine wege, Beige deinen willen mir! Daß ich nicht verirren mdge, Führe du mich selbst zu dir! Gott, du fichest mein vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Deine vater treue ift Ewig, wie du fel ber bist. 127 Umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die elenden, Deren herz sich dir ergiebt, Die sich flehend zu dir wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine gute Dem geångsteten gemůthe, Welchen du die sündenlast Liebreich abgenommen haft! 4. Gott, du willst des funders leben; Seine seele ist dir werth. Gnådig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem! der zu seiner pflicht 6. Herr, zu was für seligfeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und glauben hålt, Offenbarst du allen seelen, Die zu ihrem theil dich wählen. ganzen gnadenbund du deinen kindern kund. Deinen Machst 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem angesicht. Keine schndde lust der sünden müsse mich mehr überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen 3. Uch! gedenke an die funden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich armen gnade finden, Gott, vor deinem angesicht. Alle sünden, die uns reuen, Willst du, Bater ja verzeihen. so höre geist, und stårke mich. denn auch mich! Meine seele hofft auf dich. 194. Mel. Jesu, deine tiefe wunden. 848 Höchfter! denk ich an die gute, Die du mir bisher erzeigt; O so wird mein ganz gemüthe Zu der tiefsten schaam gebeugt, Daß ich dich gering geschätzt, Häufig dein gebot verletzt, Und dich, der I. Glaubenslieder. 128 mich so geliebet, Doch so oft und schwer betrübet. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! Gieb, daß mein be2. Alle meine seelenkräfte, schwerter geist Deiner VaterMeine glieder sind ja dein, huld sich freue, Die dein tråUnd sie sollten zum geschäfte stend wort verheißt. Was dein Deines dienstes fertig seyn. Sohn auch mir erwarb, Da er für die sünder starb, Fried und freude im gewissen, Ach! das laß auch mich genießen. wie hab ich sie entweiht! Ach! zur ungerechtigkeit Und zum schnöden dienst der sunden Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine huld war jeden morgen Ueber mir, o Bater, neu. Von wie manchen schweren sorgen Machtest du mein 7. Stärke selbst in meiner seele Den entschluß, mich keine kraft mir fehle, Folg dir zu weihn. Gieb, daß fam deinem wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei! deinem wort zu seyn. herze frei! Was mir nützte, gabst du mir. Über ach! wie dankt ich dir? wie hab ich so vermessen Deines wohlthuns zweck vergessen. Mache du mich selbst recht treu, Dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich O erheben. 4. Bei dem hellen licht der gnaden Sollt ich ja die sunde fliehn, Und um rettung von dem schaden Meiner seele mich bemühn. Deine gute lockte mich Oft zur buße, aber ich Floh vor ihrem sanf ten locken, Suchte mich selbst zu verstocken. 195. In bekannter Melodie. 851 2ch Gott und Herr! Wie groß und schwer Sind meine vielen sünden! Wie drückt mich doch Des elends joch! Wo kann ich hülfe finden? 2. Fldh ich gleich weit, Voll bangigkeit, Bis an des erdreichs enden, Der angst und pein Befreit zu seyn; Würd ich sie doch nicht wen5. Ach! an dir hab ich gefündigt, Gott, mein Vater, zurne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge den. kindespflicht. Ach vergieb, 3. 3u dir fleh ich, Ver was ich gethan! Nimm mich stoß nicht mich, Der ichs so noch erbarmend an! Führe sehr verdienet. Ach geh doch mich vom sundenpfade Schnell nicht, Gott, ins gericht! Dein zurück, durch deine gnade! Sohn hat mich verfühnet. 5. Von der Heilsordnung. 4. Solls ja so seyn, Daß| straf und pein Auf sunde folgen müssen; So fahr hier fort, Nur schone dort, Muß ich auch hier viel büßen. 5. Vergiß der schuld! Mir gieb geduld, Und ein gehorsam herze, Daß ich mein heil, Mein bestes theil, Durch murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, Wies dünket dir; Du stärkst mich, es zu leiden! Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner gnade scheiden. 7. Das thufst du nicht. Mit zuversicht Kann es mein glaube hoffen; Durch Christi tod Steht ja, mein Gott, Auch mir der himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, Mein' zuflucht ist Das freuz, an dem du starbest; Und mir zu gut, mit deinem blut Die seligkeit erwarbest. 9. Hier, hier bleib ich, Und ob auch sich Mein leib und seele scheiden; Ich werde dort, Bei dir mein hort, Ererben ewge freuden. 10. Gott ehr und ruhm! Sein eigenthum Bleib ich in Jesu namen. Ich zweifle nicht! Mein Heiland spricht: Wer glaubt, wird selig, amen. 129 196. Mel. Herzliebster Jesu, was. 853 Allein an dir, mein Gott, hab ich gesündigt! O verkündigt, Wenn sünden laß die gnade, die dein wort uns von ganzem herzen reuen, Auch mich erfreuen. 2. Dein Sohn hat ja sich auch für mich gegeben. Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg aus die laster, welche mich entweihen, Weil sie mich reuen. 3. Erschaff in mir, Gott, eine reine seele, Ein neues herz, das deine wege wähle. Befestge es, und stärke sein bestreben, Nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte! Gieb ihn, daß er auf deiner wahrheit wege Mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meiner feele leiden Mit deiner hülfe! gieb den geist der freuden, Damit er, weil ich keine kraft besitze, Mich unterstütze. 6. Mit neuer treue will ich dich verehren. Ich will die fünder deine wege lehren. mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 7. O höre, Gott, erbar= mend auf mein flehen! Wie, 9 130 I. Glaubenslieder. solltest du ein reuend herz ver-| 4. Wenn schwachheit, fleisch schmähen? Ein herz, das und welt, und satan mich dich im glauben ernstlich su- umringen, So bleibt mein chet, Der sunde fluchet? grund doch fest, von dem mich nichts fann bringen. Mein glaube ist gewiß, drum kâmpfet er und siegt, Wenn aller feinde heer um ihn zu felde liegt. 8. Ein herz voll kummers, dich erzurnt zu haben, Das liebst du, daß willst du mit troste laben. Du wirst die seelen, die nach gnade schmachten, Gott, nicht verachten. 197. 5. Heiland aller welt, der sich für uns gegeben, Ach, laß mich doch vor dir in sol chem glauben leben, Der voller zuversicht und voller thätigkeit, Stets deiner liebe sich zu rühmen ist bereit! Mel. Nun danket alle Gott. 866 Bei keiner kreatur, auch nicht am frommen le- 6. Er ist kein menschenben, Liegt unsre seligkeit, werk; verstand und kluge sin: Nur Jesus kann sie geben. nen Vermögen nichts dabei. Kein mittler, als allein der Dein geift thuts, der von inuns geschenkte Sohn, Vernen Den glauben wirkt und tritt uns ewiglich vor seines stårkt, und durch den ganzen Vaters thron. lauf Des lebens ihn erhält, und hilft der schwachheit auf. 7. Durch diesen deinen geist laß mich recht unterweisen, Dich, o Immanuel, mit herz und that zu preisen; Bis ich den Vater, Sohn und Geist, nach dieser zeit, Dort ewig loben kann in steter se ligkeit! 2. Wer will sich unterstehn, uns, Gottes auserwählte, Und durch sein eigen Kind von sünden losgezählte, Noch zu beschuldigen? Wir sind in Gottes huld. Weil Christus uns versöhnt, vergißt er aller schuld. 3. Wir bleiben wohl gerecht durch Christum, den Gerechten, Was auch gesetz und holl' dawider sprechen möchten. Der uns gerecht gemacht, ist ihnen viel zu groß. Verdammt uns unser herz, so spricht uns Jesus los. 198. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 869 Auf dich allein, Herr Jesu Christ, Soll mein vertraun sich gründen, Auf dich, der du mein Heiland bist, 5. Von der Heilsordnung. Sonst ist kein heil zu finden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus meinen nöthen helfen kann. Dich ruf ich an! Du bists, der helfen will und kann. 2. Erlöser, meine schuld ist groß, Sie reuet mich von herzen. Erbarme dich, und sprich mich los Durch dei nes todes schmerzen. Weil du für mich genug gethan, Nimmt Gott auch mich zu gnaden an. So bin ich los der sundenlast! Mein glaub umfaßt Dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines glaubens kraft Durch wahre lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft, Zu deines namens preise. Sey mir, in meiner prüfungszeit, Ein helfer voll barmherzigkeit; Und naht die lezte stunde sich, Dann zeige dich In deiner gnad, und rette mich. 199. Mel. Wo Gott der Herr, nicht. 870 Gottlob! mein Jesus läßt mich nicht; Nein, er ist mein starke, Mein schild und meine zuversicht. Sobald ich noth vermerke, Ja wenn ich schwach im glauben bin, So stärkt er gleichwohl meinen sinn, Daß ich den sieg behalte. 131 2. Er ist ein Gott, der alles kann, Das zeugen seine werke. Allein, hier liegt mir mehr noch an, Er ist auch meine stärke, mein schild und mein bescheiden theil; So kann ich leben, licht und heil In seiner gnade finden. 3. Mein jammer, meiner seelen schmerz, hat ihn zuvor betroffen, Und also kann mein freies herz Mit freuden auf ihn hoffen. Ich weiß daß er wahrhaftig ist, Und seines bundes nicht vergißt, Den er allein gestiftet. 4. Was uns beschwert, ist ihm bewußt, Er läßt es wohl geschehen. Doch aber werd ich meine luft An seiner hülfe sehen. Er giebt, was thm und uns gefällt; Geschieht es nicht in dieser welt, So wird uns dort geholfen. 5. Drum bin ich auch von herzen froh, Daß mich mein Jesus liebet; Ob mich die welt gleich irgendwo Von außen her betrübet. Wie Gott sich über mich erfreut, So muß auch meine fröhlichkeit Aus meinem Gott entspringen. 6. Es soll mein dank und freudenlied Aus ganzer macht erschallen. Denn was durch seinen Sohn geschieht, Daß muß ihm wohlgefallen. Hier lall ich zwar in schwachem 9* 132 I. ton, Doch will ich dort vor| seinem thron Ihm besfre lieder singen. 7. Ach treuer Gott, treu jederzeit! Ich bin viel zu geringe Der gnade und barmherzigkeit, Davon ich täglich finge! Wiewohl dein Jesus thuts allein. Der kann dir nicht geringe seyn; Drauf will ich fröhlich sterben, Glaubenslieder. 200. Mel. O Gott, du frommer Gott, 874 Mag doch der spotter heer des namens Jesu spotten; Dich, Heiland, bet ich an, du kommst, sie auszurotten. Dein kreuz ist thorheit nur dem, der verloren geht; Uns, die der glaube stärkt, ists heil und majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konntst uns mit Gott versöhnen, Und uns mit neuem recht zum ewgen glück belehnen. D! beides ist gleich groß, der welt ein Schöpfer seyn, Und eine welt, die fiel, von ihrem fall befrein! 3. Wer kann die majestät der lieb und großmuth fassen? Als Sohn des Ewigen der himmel thron verlassen, Sich felbst erniedrigen, einher in demuth gehn, Der wahrheit Herold seyn, und sich verspottet sehn. 4. Die wunder Gottes thun, und, an das kreuz geschlagen, Mit himmlischer geduld der menschen schulden tragen, Um der zu seyn, der uns ein ewges heil erwirbt. Deß herz ist göttlich groß, der selbst für feinde stirbt. 5. Dies müsse mein vertraun zu dir, o Herr! er= wecken. Zu schwach, der Gottheit rath vom menschen zu entdecken, Bet ich der liebe macht, die mich nicht faffen kann, Mit froher zuversicht, doch auch in demuth an. 6. Herr, deine ewigkeit wird mir mehr licht gewähren, Und deine große lieb im schauen mir erklären. Unendlich ist mein heil! o glaube, der erfreut! Gelobet sey der Herr, gelobt in ewigkeit. 201. Mel. Aus tiefer noth schrei ich. 878 Wo soll ich hin? wer hilfet mir? Wer führet mich zum leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, Will ich mich frei begeben. Du bists, der das verlorne sucht, Du segneft das, so war verflucht; Hilf, Jesu, dem elenden. 2. Herr, meine fünden ångsten mich, Der todes leib mich plaget, Lebensgott, erbarme dich! Vergieb mir, 5. Von der Heilsordnung. 133 was mich naget! Du weißt| Die durch den glauben sieget. es wohl, was mir gebricht; Wer aber sein wort glaubt Ich weiß es auch, doch völlig und hålt, Der ist von Gott, nicht; Hilf Jesu, dem be- nicht von der welt. trübten! 2. Der glaube, den sein. 3. Du sprichst zu mir:[ wort erzeugt, Muß auch die verzage nicht! Du rufft: ich liebe zeugen. Je höher dein bin das leben! Drum ift erkenntniß steigt, Je mehr mein herz auf dich gericht't. wird diese steigen. Der glaub Du kannst mir alles geben! erleuchtet nicht allein, Er Jm tode kannst du bey mir stårkt das herz und macht es stehn, In noth, als Herzog, rein. vor mir gehn; Hilf, Jesu, dem zerknirschten! 4. Bist du der Hirt, der schwache trågt, Auf dich will ich mich legen. Bist du der arzt, der kranke pflegt, Erquicke mich mit segen! Ich bin gefährlich krank und schwach, Heil und verbind, hör an die klag; Hilf, Jesu, dem zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll; Wie kann ich doch bestehen? Dies ångstet mich, das weißt du wohl. Ach wann wirds doch geschehen, Daß ich elender endlich, frei Vom leib' des to des, bei dir sey! Ich danke Gott durch Christum. 202. Mel. Machs mit mir, Gott. 880 Wer Gottes wort nicht hålt und spricht: Sch kenne Gott! der lüget; In folchen ist die wahrheit nicht, 3. Durch Jesum rein von missethat, Sind wir nun Gottes kinder. Wer solche hoffnung zu ihm hat, Der flieht den rath der fünder, Folgt Christi beispiel als ein christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer die gebote hält, in dem Ist wahrlich Gottes liebe. Ein täglich thätig christenthum, Das ist des glaubens frucht und ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die liebe ists, die cherubim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die lieb! an seinem heil hat ohne liebe niemand theil. 203. In bekannter Melodie. 883 Meinen Jesum laß ich nicht, Da er sich für mich gegeben, Sollt ich nicht, aus. 134 I. Glaubenslieder. dank und pflicht, An ihm| aber, der da spricht: Meinen hangen, in ihm leben? Er Jesum laß ich nicht. ist meines Lebens licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 204. Mel. Ach wir armen fünder. 2. Jesus bleibt mein theil 885 Lasset uns beweinen und ruhm Bis an meines lebens ende. Ihm geb ich zum eigenthum Ganz mich hin in seine hånde. Er ist meine Zuversicht. Jesum laß ich nicht. Meinen Das, was wir gethan! Gott nahm stets die seinen, Wenn sie kamen an. Die nicht wieder kamen, Ach, diese traf sein fluch! Gott tilgt ihre namen Aus der lebenden buch! Schöpfer! Nichter! Bater! Mittler! Jesus Christ! Geist! erbarm dich unser! 3. Wenn mein auge schon verlischt, Wang und lippen sich entfärben, Mich kein labsal mehr erfrischt, Alle sinne mir ersterben, und das matte herz nun bricht, ich meinen Jesum nicht. Laß 2. Laßt uns innig trauren Ueber unser thun; Göttlich, göttlich trauren, Daß wir wieder ruhn! Herr, ich komm und suche Dein Vateranges ficht, Tilg aus deinem buche Mich, Erbarmender, nicht! Gott, der mich erschaffen! Gott, der mich versöhnt! Gott, der mich geheiligt! 3. Von der ersten liebe, 5. Weder welt noch him- Dies, dies ist mein schmerz! mel ists, Was mein sehnlich Von der ersten liebe Wich herz begehret. Du allein, mein wankend herz! Herr, mein Jesu, bifts! Denn, für mich mit fluch beschweret, Wandtest du zorn und gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. du bleibst Erbarmer, Vollendest meinen lauf! Sieh, hier fleh ich armer: Nimm, nimm wieder mich auf! Gott, der mich erschaffen! Gott, der 6. Dich, mein Jesu, halt mich versöhnt! Gott, der ich fest, Lasse nichts von dir| mich geheiligt! mich scheiden. Weh euch, die 4. Dort auch laßß ich Jesum nie, Hange stets an seinen blicken. Denn, nach dieses lebens müh, Leuchtet dort, mich zu erquicken, Ewig mir sein angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Chrifti liebe dringe mich, ihr sein vergeßt! Jhr beraubt damit ich treu, Standhaft euch ewger freuden! Selig bleibe, ringe, Ueberwinder 5. Von der Heilsordnung. 135 sey! Laß zum heil michs| treu; laß mich darauf stets schrecken, Daß ich, ach, daß bauen. Gieb, daß ich dir ich fiel! Mich vom schlummer in glück und unglück stets gewecken, Herr, das kleinod am treu, Und dem, was du ge= ziel, Vater, und Vergelter beutst, von herzen folgsam sey. Sohn, der für mich starb! 4. Laß mich, mein Jesu, Geist des Sohns und Baters!| dich im glauben recht erken5. Die viel bångern lei- nen, Dich meinen Herrn und den Deiner Mårtyrer! Die Gott im geist und wahrheit namenlosen nennen. Laß mich im glauner Märtyrer! ben thun, was mich dein wort gelehrt, Daß dich herz, mund und that, als meinen Heiland, ehrt. freuden dei Wie nun Gott fie lohne! Das stärke mich im lauf! Ihrer ehren krone Wecke måchtig mich auf! Bater und Vergelter! Sohn der für mich starb! Geist, des Sohns und Vaters! 5. Dein göttliches verdienst sey mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit troft, es mache mich stets freier Vom schndden lasterdienst; es stårke mich mit kraft, zu deines namens ruhm, in meiner pilgrimschaft. 205. Mel. Gott du frommer G. 886 Herr, ohne glauben kann kein mensch vor dir bestehen, Drum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem flehen! Dzünde selbst in mir den wahren glauben an, Weil ich, durch meine kraft, ihn mir nicht geben kann. 6. Wie selig leb ich dann im glauben schon auf erden! Wie herrlich wird mein theil dereinst im himmel werden! Dann schau ich, was ich hier geglaubt, in ewger ruh. stark im glauben mich, Gott meines heils, dazu. 206. Mel. O Gott, du frommer. 887 Herr, allerhöchster Gott! von dem wir alle gaben, Und was uns nützlich ist, 3. Wahrhaftig ist dein durch flehn und bitten haben! wort; laß mich ihm völlig O sich erbarmend mich in trauen. Nie wanket deine meiner schwachheit an, Weil 2. Dein daseyn laß mich, Gott, mit überzeugung glauben, Nichts müsse mir das wort aus meinem herzen raus ben: Daß du dem, der dich fucht, stets ein vergelter seyst, Und hier und ewig ihn mit deinem heil erfreust. 136 I. Glaubenslieder. ich nicht, wie ich will, dir| glaubenskraft dem, der dich recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem glauben. Oft will die zweifelsucht mir alle hoffnung rauben. Wer macht das herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine hülfe doch von mir nicht ferne seyn! 3. Dreiche du mir selbst. aus gnaden deine hånde! Hilf meiner schwachheit auf, daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem senfforn gleich, mein glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir in stetem wachsthum seyn. 4. Gieb, daß die zuversicht in meinem geist sich mehre, Daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, Daß alle meine schuld von dir vergeben sey; Damit mein herz sich dein, als seines Gottes, freu. 5. Mach diese zuversicht in mir, o Gott, so kraftig, Daß ich mein lebenlang in deinem dienst geschäftig, Und stets beslissen sey, zu thun, was dir gefällt; So hab ich, Gott, in dir den himmel auf der welt. 6. Mein Heiland!- der du einst für deine Junger batest, Und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertratest; Ach unterstüt auch jezt mein sehnliches gebet, Und schenke darum fleht. 7. In deiner Mittlers hand ist heil und aller segen. Herr, unterstütze mich auf allen meinen wegen, Daß ich des glaubens ziel, der seelen seligkeit, Erlange, und dich preis in alle ewigkeit. 207, Mel. Schmücke dich, o liebe. 892 Vom geräusch der welt geschieden, Schmeck ich des Erlösers frieden, Und die freude, schon auf erden, Mit dir, Gott, vereint zu werden. Ich seh diese welt der sünden Unter meinem fuß verschwinden, Und das glück von jenem leben Den entzückten geist umgeben. 2. Gott, was bleibt der reiz von listen Ueber sie er habnen christen? Was der glanz der eitlen freuden? Was des lebens kurze leiden? Wenn sie deinen lohn erblicken, Der sie ewig wird beglücken, Und des franzes werth empfinden, Den dort engel für sie winden? 3. Nun mag elend auf mich stürmen, Gottes trost wirsich beschirmen. Kurz find 28 elends pfade, Ewig währ. ver lohn der gnade. Mit des dankes stillen zähren Will ich Gottes rath vers 5. Von der Heilsordnung. 137 ehren, Unter keiner plage 3. Du deckest unsre schulsinken, Und den kelch der leiden trinken. den zu, Schenkst unsern seelen wahre ruh, Und stårkest uns mit freude, Dein Sohn ist unser haupt und ruhm, Wir sein erkauftes eigenthum, Und schaafe seiner weide. Gutes Muthes Sind auf erden, In beschwerden, Unfre seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Du hast selbst der menschen plagen, Heiland, voll geduld ertragen, Mit dem schwersten tod gestritten, Tausendfach mein leid gelitten! Laß mich deine kraft beleben, Wenn die matten hånde beben! Laß sie mir den sieg gewähren, Trockne, trockne meine, zähren! 208. Mel. Wie schön leucht't uns. 894 Wie groß ist unsre seligkeit, Gott, schon in der prüfungszeit, Selbst unter viel beschwerden, Wenn unser herz sich dir ergiebt, Und treu in Jesu dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, Wenn sich Herrlich Jenes leben Wird anheben, Wo man freuden Aerndtet von der saat der leiden. 4. Es bleibet zwar der hohe werth Der gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf erden. Doch wenn dereinst, vor aller welt, Er, unser Haupt, gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden. Alsdann Sieht man Jhn mit kronen Uns belohnen, Und mit ehren Für sein treues volk erklären. 5. Wie glücklich, Gott, sind christen dann! Wie viel hast du an uns gethan!! laß uns unsre würde Vor augen haben jederzeit, So tragen wir mit willigkeit Der kurzen leiden burde. Herr, gieb Den trieb In die seelen, Dich zu wählen, Und das leben Ganz zu Jesu dienst 2. O wie erhaben ist das recht, Das du uns giebest, dein geschlecht Und bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser vaterland; Und wer zu geben. will deiner starken hand, Allmachtger, uns entreißen? Wenn wir Gleich hier Müs sen streiten, Und zu zeiten Schwach uns finden, Hilfft du uns doch überwinden. 209, In bekannter Melodie. 897 Aus tiefer noth schrei ich zu dir, Ach, neige herz und ohren, Gott, du getreuer 138 I. Glaubenslieder. Gott, zu mir, Denn sonst| stellt, Wer wollte da verzabin ich verloren. Ich sehe gen? vor mir höll und tod, Drum schrei ich recht aus tiefer noth: Gott sey mir sunder gnädig. 2. Bey dir gilt nichts, denn gnad und gunst, 3u tilgen unsre sünden. In deiner huld und liebesbrunst Muß man vergebung finden. Wer sie in guten werken sucht, Der ist so gut, als schon verflucht, und bleibt der årgste sünder. 4. Und ob es währt bis in die nacht, und wieder bis es taget, Daß mir der satan bange macht, und mich mit schrecken plaget; Ei, so ver zweifl' ich dennoch nicht, Und wart auf Gottes trost und licht, mit unverrücktem glans ben. 6, Ehr sey dem Vater und dem Sohn, Und auch dem werthen Tröster! Ich gehe nun gerecht davon, Und heiße sein erlöster. Dir, satan, dir zum hohn und spott, Rühm ich von meinem lieben Gott: Gott ist mir sunder gnädig. 210. Herr, mit schwerem herzen, 3. Darum anf Gott will Ruf ich zu dir in meinen funhoffen ich, So bin ich un- denschmerzen: O mache mich, verdorben; Denn Jesus Chri Gott, meines kummers ledig, stus ist für mich, meinem stus ist für mich), Zu meinem und sey mir gnådig. heil, gestorben. Sein blut', daß er vergoffen hat, Tilgt alle meine missethat, Und bringt mir Gottes gnade. 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine sunden. Laß, Vater, mich erbarmung vor dir finden. Willst du auf schuld und übertretung sehen, Wer wird bestehen? 5. Ob bei uns ist der sünden viel, So viel, als sand am meere, Ist im er barmen doch kein ziel, Das Gott gestecket wäre. Da Christus mir und aller welt Zum gnadenstuhl ist vorgeMel. Herzliebster Jesu, was h. 905 Aus dunkler tiefe, 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht tödten, nein, wir sollen leben. Uns soll die größe deiner liebe lehren, Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine fehle. Dein harret, Bater, meine müde seele! Laß trost und ruh, um des Ver söhners willen, Mein herz erfüllen. 5. Vom abend an, bis zu dem frühen morgen Hoff ich 5. Von der Heilsordnung. auf dich; o stille meine forgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein herz, auf Gottes gnade. Noch mächtger ist sie, als dein seelenschade. Ihr starker arm wird dich aus allem bösen Herrlich erlösen. 211. Mel. Herzlich thut mich verlang. 906 Ich fleh in tiefster reue, Zu deiner gnad und huld: Du, treuer Gott, ver: zeihe Mir armen meine schuld! Eröffne meinem sehnen, Vater, herz und ohr, Und lasse meine thrånen Und meine seufzer vor! 2. Ach, sollte, wenn wir fallen, Für gnade recht ergehn, So würde von uns allen Der frömmste nicht bestehn. Du aber heilest gerne Zerknirschter seelen pein, Daß man in chrfurcht lerne, Dir treu und dankbar seyn. 3. Jch trau von ganzer seelen Auf dich, du höchster Hort! Wann mich die fünden quälen, So tröstet mich dein wort. Nach dir nur schau ich immer, Wann mich ein schmerze drückt, Wie nach des uforgens schimmer Der müde wächter blickt. 139 4. Der saame Jakobs gründe Sein heil allein auf dich! Denn, Herr, du bist gelinde, Und schonest våterlich. Du trågst die schwachen fünder In deiner liebe schooß, Und machest Zions kinder Von allen sünden los. 212. Mel. Wer nur den lieben Gott. 911 Gott, deine gnad ist heil und ſeelenruh. Dein ists, unser leben, Sie schafft uns die sünden zu vergeben, Und willig ist dein herz dazu. Du willst den tod des sunders nicht, Sucht er voll reu dein angesicht. 2. Uns, uns verlorne, zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der sunde lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig dank sey deiner treue, Die niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre reue Mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und glaubig seinen Mittler ehrt! 4. Den, Herr, befreist du von den plagen, Die dem gewissen furchtbar sind; Der kann getrost und freudig sa 140 I. Glaubenslieder. gen: Gott ist für mich, ich| dienst mein ganzes leben, In bin sein kind! Hier ist der, findlichem gehorsam weihn. welcher für mich litt, Und Daß, Herr, bei dir vergemich noch jezt bei Gott vertritt. bung sey, Das mach in deiner furcht mich treu! 5. Herr, wie selig ist die seele, Die sich in deiner gnade freut! Ob auch ein irdisch glück ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht zufriedenheit. Und Gott, dein fried ist weit mehr werth, Als alles, was die welt gewährt. 213. In bekannter Melodie. 918 Jesu, meine freude, Bester trost im leide! Bestes gut im glück! Du hast meine liebe, Du füllst meine triebe, An dir hängt mein blick. Hab ich dich, Wie reich bin ich! auch in der größten noth, Doch beglückt kann ich auf Giebt hoffnung zu dem ewgen erden Ohne dich nicht wer gute, Und macht getroft selbst den. in dem tod. Wer diesen frieden hat, genießt Lust, die des himmels anfang ist. 6. Dein friede stårkt mit frohem muthe Das herz, 7. Laß, Bater, denn in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies glück beschieden. Denn, auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am kreuz ein fluch, Der aller menschen sünden trug. 8. laß mich dies im glauben fassen, Und mich mit starker zuversicht Auf deine bundestreu verlassen, Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Deß heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner 4. Wer ist, der den glauben Meinem herzen rauben, Ihn erschüttern kann? Bei gnade freun, Und deinem der holle toben Stimm ich, 2. Unter deinem schirme Können keine stürme Mir ere schrecklich seyn. Laßt auch felsen splittern! Laßt den erdFreis zittern, Und den einsturz dråun! Was ists mehr? Rings um mich her Mag es donnern, krachen, blitzen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im grimme Des gesetzes stimme; Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfahen; Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, Blick ich auf zur höhe. 5. Von der Heilsordnung. Gott zu loben, Freudenlie-| deiner sonne, der an. Jesu macht Hält und wonne mich in acht, Die kann selbst fleußt; So strömst du Mir der hölle wüthen Ruh in eil gebieten. freude zu, So erquicket mein gemüthe, Jesu, deine gute! 5. Lockt nur, gold und schätze! Ehre, sey der götze Der betrognen welt! Mich follt ihr nicht blenden, Nicht von dem mich wenden, Der seligmacher, mich treu erhålt. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 2. Deinem rath ergeben, Freu ich mich zu leben. Was du willst ist gut. Nichts vermag ich schwacher, Du, mein Rüstest mich mit muth. Wann die welt Erbebt und fällt, Wann gericht und hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne grauen 6. Weich, des eiteln liebe! Gråber vor mir schauen; Weicht, des fleisches triebe! Mein Erlöser lebt! Ich weiß, Thoren täuschet ihr. Mich wem ich glaube, Weiß, daß follt ihr, ihr sünden, Nie aus dem staube Mich sein mehr willig finden. Fliehet arm erhebt. Todestag! Dein fern von mir! Ueppigkeit, schrecken mag Eines frevlers Stolz, schmåhsucht, neid! herz erschüttern; Was brauch Ihr beschweret das gewissen. ich zu zittern? Euch will ich nicht wissen. 141 Leben, licht Auf der erde 4. Auch in mir wohnt sünde; Doch ich überwinde Sie, mein hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder, Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine huld Tilgt meine schuld. Nie entziehst du deinem knechte Der erlöften rechte. 214. Mel. Jesu meine Freude. 5. Daß ich Gott erkenne, Und ihn Vater nenne, Nicht den tod darf scheun, Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Alles dies ist dein! Daß dein Geist Mich 919 Wie getrost und heiter, Du Gebenedeiter, Machst du meinen geist! Wie aus unterweist, Und mich führt Je7. Weichet, sorg und zagen! Schweiget, bange flagen! Jesus ist ja mein. den, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zulezt erfreun, hab ich hie Viel angst und müh; Jesu, auch im bångsten leide Bleibst du meine Freude. I. Glaubenslieder. 142 auf deinem pfade, Dank ich deiner gnade. 6. Der du blut und leben Hin für mich gegeben, Daß in meiner noth Ich nicht trostlos bliebe; Groß ist deine liebe, Stärker als der tod! Herr, und ich, Ich sollte mich Deiner huld nicht dankbar freuen? Dir mein herz nicht weihen? O 7. Würdig dir zu leben, Dies sey mein bestreben, Meine luft und pflicht! Was die welt vergnüget, mein heil, das gnüget Meiner seele nicht. Hab ich dich, Wie gern will ich Das, wornach die heiden trachten, Reich in dir, verachten. 10. Voll von deiner gute, Frohlockt mein gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Geist der freuden mich im leiden! Weiche nie von mir! Laß mich so, Be herzt und froh, Einst durchs thal des todes dringen, Dort dein lob zu singen! 9. Deinen hohen frieden Schmeck ich schon hienieden, Und was hoff ich dort? Unumgrånzte zeiten Voller seligkeiten, Hoff ich auf dein wort. Sie sind mein, Durch dich allein. Bleib ich dir getreu im glauben, Wer kann sie mir rauben? 8. Macht ein gut der erde, Daß ich glücklich werde? Giebts zufriedenheit? Sind erhaben! nicht auch die ehren, Die die welt bethören, Traum und eitelkeit? Herr, nur du Giebst seelenruh. Du willst die, die dich verehren, Ewig wieder ehren. Dieser Stärke 215. Mel. Wie schön leuchtet der. 920 Wie herrlich strahlt der morgenstern! welch ein glanz geht auf im Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die nacht durch: bricht! Stern Jakobs, fich nach deinem licht Mein auge sehnlich schmachten. Jesu, Jesu, Schön und prächtig, Groß und machtig, Reich an gaben, Ueber alles hoch 2. Du, hier mein Leben, dort mein lohn! Sohn Got: tes und des menschen Sohn! Des himmels großer König! Aus vollem herzen preis' ich dich! Hab ich nur dich, so rühret mich, Was alle welt reizt, wenig. Komm doch, Komm doch! Wahrlich, keiner Tröstet deiner, Brod des lebens! Wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich se lig seyn, Gieß tief, tief in mein herz hinein Die flamme 5. Von der Heilsordnung. 143 deiner liebe! Daß in mir nichts| Daß die erde Ganz voll seis als inbrunst sey, Kein welt- nes lobes werde. sinn deine leiden scheu, Rein undank dich betrübe. Nach dir, Nach dir, Den ich fasse, Nun nicht lasse, Ewig wähle, Dürstet meine ganze ſeele. 4. Von Gott strahlt mir ein freudenlicht, So oft dein lieblich angesicht Sich) neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes gut! Dein wort, dein geist, dein leib und blut, Kann seelen recht erquicken. Speis mich, Tränk mich, Seligmacher! Daß ich schwacher, Daß ich erde Him- 923 Ich schau hinauf zu melsfreuden inne werde. 7. Wie freu ich mich, o Jefu Chrift, Daß du der erst und lezte bist, Der anfang und das ende. Du schließest selig meinen lauf, Du weckst mich auch von todten auf. Deß klopf ich in die hande. Amen! Amen! Ja wir müssen,( Denn wir wissen, Wem wir trauen,) Noch dereinst dein antlitz schauen. 216. In eigner Melodie. Gott dem Herrn. Wenn al5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich? Gott, ewig, ewig hast du mich In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein freund. Trotz dem nun, was betrübet! Seele! Seele! Ihn, den sieger Stolzer krieger, Wähl zum freunde! Und dann fürchte keine feinde. 6. Ihm, welcher höll und tod bezwang, Jhm, ihm muß unser lobgefang Mit jedem tag erschallen. Dem Lamme, das erwürget ist, Dem freunde, der uns nie vergißt, Zum ruhm und wohlgefallen. Tonet, Tonet, Jubellieder! Schallet wieder, ler troft gebricht, Verläßt er mich doch nicht. Mir hilft der große Schöpfer gern, Der erd und himmel zieret, Und alle welt regieret. 2. Er räumt und richtet meine bahn. Sein auge fällt nicht zu, Und wacht für meine ruh. Kein schlummer kömmt den Wächter an, Der fracl behütet, Wenn schon die hölle wüthet. 3. Sein schutz und flügel decket mich, Er schließt sich unverwandt Zu meiner rech ten hand, Und sorget immer gnädiglich, Daß mich die hitz am tage, Bei nacht der frost nicht plage. 4. Ich fürchte keine noth noch pein, Denn seele, leib I. Glaubenslieder. 144 und gut, hat er in treuer hut. Er gehet mit mir aus und ein, Und will zu allen zeiten Mich frei und selig leiten. 217. Mel. Herr Christ, der einge. 924 Du, Gott, hast uns berufen Zu steter heiligung. Laß uns denn auf den stufen Der lebensbesserung Von einer kraft zur andern Getrost und freudig wandern, Bis wir im himmel sind. 2. Wie wird mir seyn, wenn ich nun erbe Mit Christus bin, wenn staub zu staub, Mein leib gesunken ist, und dennoch meine seele Weit über sterne sich hebt! 218. In eigener Melodie. 928 Ich bins voll zuverficht, am ende Der lauf bahn wird das kleinod mir! Mit wonn erfüllt die hoffnung meine ganze seele, Ruft frieden Gottes mir zu. 3. Wenn ich aus diesen einsamkeiten zu Gottes schaar hinüber geh, Zur schaar, die tag und nacht vom hohen lobgesange, Vom psalm der wonne nicht ruht! 4. Wenn ich mich in die jubelchore, Wo Sions harf am strome rauscht, Mich in den ruf der frohen halleluja drånge, Der laut entzückun gen ruft! 2. Stets vorwärts, immer weiter Führt uns dein guter Geist Hinauf die himmelsleiter, Die du besteigen heißt. Mit fleiß in allen dingen, Was du willt, zu vollbringen, Schenkt er stets neuen trieb. 3. Du, Herr, hast uns gerufen. Wir sind und bleiben dein. Lehr uns von stuf 6. O vorempfindung je zu stufen Vor dir vollkom- ner wonne! Allein ich faß, men seyn, Uus kraft in kräfte ich faß es nicht, Wie mir gehen, Bis wir dein antlig es dann wird seyn, wenn sehen In jenem freudenreich. ich hinüber komme, Ich staub zum erbe des Herrn! 5. Wie stimmen großer wasser tonet Das neue lied des Lamms! ein heer Der harfenspieler singt! wie hohe meere tonet Des Lammes lied um den thron! 219. Mel. Sey Lob und Ehr dem. 929 Ich weiß, an wen mein glaub sich hålt, Kein feind soll mir ihn rauben. Als bürger einer bessern welt, Leb ich hier nur im glauben. Dort schau ich, was ich hier 5. Von der Heilsordnung. 145 6. Im dunkeln seh ich hier mein heil, Dort ist mein antlig heiter. Hier ist die sunde noch mein theil, Dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt, Dort wird er sichtbar, wenn dein bild, Mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, Herr, durch deine leiden. Auf deinen tod bin ich getauft; Wer will mich von dir scheiden? Du zeich= nest mich in deine hand, Herr, mein eigenthum, Du hast Mein sind des himmels freudu bist mir, ich dir bekannt. dich mir ergeben. Von fern glänzt mir mein kleinod zu. Du schaffst mir nach dem streite ruh, Und reichst mir 3. D Herr, du bist mein ganzer ruhm, Mein troft in diesem leben, In jener welt den. meine frone. geglaubt. Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in Jesu hånden. 2. Mein leben ist ein kurger streit; Lang ist der tag des sieges. Ich kämpfe für die ewigkeit; Erwünschter lohn des krieges! Der du für mich den tod geschmeckt! Durch deinen schild werd ich bedeckt; Was kann mir denn nun schaden? 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! Empfinde sie, o 4. Herr, lenke meines geistes blick, Von dieser welt getümmel, feele! Vom tand der erde feele! Der erde glänzend unentweiht, Erhebe Gott, o nichts vergeht! Nur des ge Auf dich, auf rechten ruhm besteht Durch meiner feele glück, Auf ewig- alle ewigkeiten. keit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht, und währt nur kurze zeit. Im himmel sey mein wandel. 220. Mel. Kommt her zu mir, for. 930 So hoff ich denn, mit festem muth, Auf Gottes gnad und Christi blut, Ich hoff ein ewig leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das recht zur seligfeit In seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaustag erscheint, Dann werd sprechlich heil, An dir, an ichs froh empfinden. deiner gnade theil, Theil an 10. 5. Jezt, da mich dieser leib beschwert, st mir noch nicht erschienen, Was jene beffre welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und mein erlösungs 146 I. Glaubenslieder. dem himmel baben; Im rechten euch, Zur linken tauherzen, durch den glauben send sänken, So sinkt doch rein, Dich lieben, und ser- nicht, wird uns sein reich, sichert seyn Von deines Gei- Der kraft zum streit gab, stes gaben! schenken, Wenn wir darin erliegen. 3. Dein wort, das wort der seligkeit, Wirkt göttliche zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns trost im elend zu, Verfüßet uns des lebens ruh, Und stärkt uns in gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um dei nes namens willen! Laß ihn mein licht auf erden seyn, Ihn täglich mehr mein herz erneun, Und mich mit trost erfüllen. 3. Zwar groß ist unsers kampfs gefahr, Doch last uns ihre schrecken Nicht grö ßer machen! wunderbar Wird Gottes schutz uns decken! Er stärkt, der mächtig stärken kann, Wenn wir um hülfe flehen. Er reicht den harnisch, zieht ihn an, So könnt ihr mnthig stehen, Und freudig überwinden! 221. 4. Mit seiner hölle graun umhüllt, Schießt satan flam menpfeile! Dann, dann ergreift des glaubens schild, Schůzt euch mit Chrifti heile! Mel. Es woll uns Gott genådig. Mit diesem helm auf eurem 931 Jhr mitgenoffen, auf haupt, Und mit des geistes zum streit, Damit uns Gott schwerdte; Das ists, das belohne! Es gilt das reich selbst der tod nicht raubt, der herrlichkeit, Der über Das machtige, bewährte, winder krone! Der weichende Das feste wort des lebens! wird nicht gekrönt. Wie hat der Herr gestritten! Die sieger nur hat er versöhnt, Als er den tod gelitten Am ölberg und am freuze. 5. Wer überwindet, soll den tod, Den ewigen, nicht sehen, Berging er auch in ſeiz ner noth, Dort wird er nicht vergehen! Nach dieses 2. Miterben, haltet an, lebens kurzem streit, Nach und seht Empor zum großen, seinen kurzen leiden, Wird lohne; Denn nur durch unsre ihn der unschuld weißes kleid, feinde geht Der weg zu jener krone. Ob tausend auch zur Gerechtigkeit, bekleiden, Hell durch das blut des Lammes! 6. Von den letzten Dingen. 147 6. Ach, hüter, ist die 7. Wie säumts, wie säumts! nacht schier hin, Die dunkle o lange nacht! Bis berg und nacht der erde? Wenn ich hügel fallen! Ohüter! bis einst überwinder bin, Laß dein tag erwacht, Und uns mich, mein hüter, werden! posaunen schallen! Wer überWenn ich einst überwinder windet, der wird seyn Mit bin, So seh ich meinen na- Gottes Sohn ein erbe! men Im lebensbuch! du O Gottes Sohn, laß du führst mich hin, Vollender, mich seyn Der Hoffnung, Gott! Gott amen! 3u dei wenn ich sterbe, Und dann nes Vaters throne! sey ihr vollender. 6. Von den legten Dingen. 222. Mel. Alle menschen müssen st. 933 Menschen ists gesezt zu sterben, Ihre herrlichkeit verblüht. Welcher von den himmelserben Lebt hier, der den tod nicht sieht? Staub sehn! wird dieser Leib von erde; Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von Gott erneut, Und zieht an unsterblichkeit. ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig fréun. Ja, mir solls durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen, Freudenvoll vor ihm zu stehn, Meinem Heiland! ihn zu 4. Dort bei ihm ist wahres leben. Millionen stehen schon, Ihren Retter zu erheben, Selig da vor seinem thron, Hohe seraphinen rin gen, Mitanbetend ihm zu fingen. Preis zu nehmen würz dig ist Der erbarmer, Jesus Christ! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, Sehn des glaubens dunkelheit Dort in licht, und schaun verwandelt, Und in wonne jedes leid; Weihen ihm die neuen lieder, Werfen ihre kronen nieder Vor dem IO* 2. Wollt ich långer hier verweilen, Als es meinem Gott gefällt? Seinem reiche zuzueilen, Laß ich gern die prüfungswelt. Jesus tilget meine sünden, Stärkt mich, hilft mir überwinden, Auch in meiner lezten noth Nettet mich sein blut und tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und 148 I. Glaubenslieder. Lamm, und opfern dank Jhm,| todesschlummers folgt ents der höll und tod bezwang. zücken Und wonne der un6. Vaterland verklärter sterblichkeit. Im frieden ruhen frommen! Heil, unsterblich- sie Von aller sorg und müh. keit und ruh, Was kein sterb- Hosianna! Vor Gottes thron, licher vernommen, Gottes Zu seinem Sohn begleiten heil gewährest du. Freuden- ihre werke sie! årndten schenkt er denen, Die erst hier gesa't mit thrånen. Alle thränen trocknet er, Sünd und elend sind nicht mehr. 2. Dank, anbetung, preis und ehre, Macht, weisheit, herrlichkeit und ehre Sey dir, Versöhner Jesu Christ! Thr, der überwinder chore, Bringt dank, anbetung preis und ehre, Dem Lamme, das ge opfert ist! Er sank, wie wir, ins grab! Wischt unsre thrånen ab! Halleluja! Er hats vollbracht! Nicht tag, nicht nacht, Wird an des Lammes throne seyn. 8. Welche tröstung, daß zu wissen! Dieser großen hoffnung voll, Zag ich nicht in kümmernissen, Die ich hier 3. Nicht der mond, nicht mehr die sonne, Scheint uns alsdann, er ist uns Sonne, Der Sohn, die herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem noch dulden soll. Leicht und wir weinend rangen, Nun, kurz sind diese leiden, Sie verwandeln sich in freuden, Wann ich christlich sie ertrug, Bis Gott spricht: es ist genug! fern. mehr, nun bist du uns aufgegangen, Nun sehen wir dich nicht von Nun weinen wir nicht Der tod ist nun nicht Halleluja! Er sank hinab, Wie wir, ins grab! Er ging zu Gott, wir fol gen ihm. mehr, 7. Ich entbrenne von verlangen, Dies verheißne land zu sehn, Jene krone zu empfangen! Bald erhöret Gott mein flehn. Diese hütte, die zerstäube, Ich, ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist sterben ein gewinn, Denn zum Vater geh ich bin! 223. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 934 Selig find des himmels erben, Die todten, die im Herren sterben, Sie gehen ein zur herrlichkeit. Nach den lezten augenblicken Des menschen zeit! Wie eilet man 224. Mel. Ich hab mein' Sach' G. 941 Wie fleucht dahin der 6. Von den letzten Dingen. 149 zur ewigkeit! Doch wer er- gieb, daß ich Mit klugem wägt die lezte stund Von Herzen suche dich. herzensgrund? Wie schweigt hiervon der tråge mund! 2. Daß leben ist, gleich einem traum, So nichtig, als ein wasserschaum, Ein leichter dampf, der kaum entsteht, Und bald vergeht, So, wie ihr dieses täglich seht! 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Fallt berg und hügel, fallet hin! Mir ists gewinn, Wenn ich allein bei Jefu bin. 4. So lang ich in der hütte wohn, Belehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine tag', Und sorge trag', Daß, eh ich sterb, ich sterben mag Der nieder. 2. Ich freue mich, und bebe doch, So drückt mich meines elends joch, fluch der sünde, Doch du, o Herr, erleichterst mir Dies joch! mein 5. Was hilft die welt in herz stärkt sich in dir, Glaubt, lezter noth? Lust, ehr und und erhebt sich wieder. Je= reichthum in dem tod? sus! Christus! Laß mich stremensch, du läufst dem schat- ben, Dir zu leben, Dir zu ten zu! Bedenk es nu; Du sterben, Und dein himmelkommst sonst nicht zur wahren reich zu erben. ruh! 6. Fahr denn nun hin, du eitle luft! Mir ist ein bes fers gut bewußt. Was ewig bleibt, ist nicht allhier; Es ist bei dir, Jesu! Jesu, gieb es mir! 225. Mel. Wie schön leuchtet der. 944 Wie wird mir dann, Erldser, seyn, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! Dann, seele, wirst du, ganz befreit Von sünde und vo sterblichkeit, Entfliehen dieser erde. Freu dich Innig, Stårke, triste Dich, erliste! Mit dem leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 7. Was wird das seyn, wann ich dich seh, Und dort vor deinem throne steh! Du unterdessen lehre mich, Und 3. Verachte denn des to des graun, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bessern leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerheiligsten wird dich Der Herr dadurch erheben. hier wird Dein Hirt, Nach den thrånen, Nach dem sehnen, Dich erlösten Völlig und auf immer trösten. 150 I. Glaubenslieder. 4. Herr, Herr, ich weiß| leben, So bald es Gott ge die stunde nicht, Die mich, fällt. Was wars, das mich wenn nun mein auge bricht, betrübte? Dort schau ich Zu deinen todten sammelt. ewig den, Den meine seele Vielleicht umgiebt mich ihre liebte, Noch eh ich ihn genacht, Eh ich dies flehen noch sehn. vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen hånden, Laß mich meinen lauf gut enden. 5. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert! Bin ich von meinem ziel noch weit, Die hitte meiner sterblichkeit Wird sie erst spät zer trümmert; Laß mich, Durch dich, Reiche faaten Guter thaten Dann begleiten Vor den thron der ewigkeiten. 2. Er ruft zur zeit der schmerzen Uns voll erbarmen zu: Kommt her, beladne herzen, Zu mir, und findet ruh. Dies wort aus deinem munde, Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner lezten stunde, Mir geist und leben seyn. 3. Dann laß mich dich er blicken! Erhöre, Gott, mein lehn! Im glaubigen ent zwangst. sucken Laß mich dich vor mir sehn, Wie, im gericht, für fünder, Du mit dem tode 6. Wie wird mir dann, winder, Allmächtig ihn be rangst, Und wie du, UeberErlöser, seyn, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, Dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von sünd und leid, Ein mitgenoß der herrlichkeit, Nicht mehr ein mensch von erde. Preis dir, Daß mir Durch dein leiden Fene freuden Offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen. 4. Der frohe siegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stårk mich, daß ich nicht wanke, In meiner todesnoth; So ist, obgleich ich sterbe, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe, Dein wort sagt, daß ichs bin. 226. Mel. Valet will ich dir geben. 945 Gern will ich mich ergeben, Dich zu verlassen, welt. Ich geh zum bessern meine seele, Dich lobt, was 5. Du schriebst ins buch des lebens Auch meinen na men ein. Dein blut kann nicht vergebens Für mich vergoffen seyn. Dir trauet 6. Von den letzten Dingen. in mir ist, Erlöser meiner seele, Der du die liebe bist. 227. Mel. Mit Fried und Freud. 946 Getrost und freudig geh ich hin. In Gottes willen Ergeb ich mich, er, des ich bin, Wird erfüllen, Was er gnådig mir verhieß. Der tod ist mir ein schlummer. 151 5. Zu ihm führt mich der tod! er kann mich nur entkleiden. Dich, tag des Herrn, erwart' ich dann, Tag der freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll Fall ich vor ihm dann nieder! 228. Mel. Jesus Christus unser H. 950 Auferstehn, ja auferstehn wirst du, Mein staub, nach kurzer ruh! Unsterblichs leben Wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja. 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesa't. Der Herr der årndte geht, Und sam= melt garben, Uns ein, uns ein, die starben! Halleluja! 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein heil, mein friede sey mit dir, Du sollst leben! Fürchte nichts, denn du bist mein, Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein trost! ich wirds dann uns seyn! Mit 4. Wie den träumenden bin erlöst, und Gottes erbe Jesu gehn wir ein Zu seinen Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wenn ich sterbe. Leiden Sind dann nicht mehr. freuden, Der müden pilger Fürst der schrecken, dich, o 5. Ach ins Allerheiligste tod, Dich hat sein arm entführt mich Mein Mittler waffnet! dann! lebt' ich Im heilig4. Er ist mein fels, auf thume, Zu seines namens ihn allein Will ich vertrauen. ruhme! Halleluja! Ich sehne mich bei ihm zu seyn; Ihn zu schauen, Dürstet meine seele lang, Und dort ihn anzubeten. 3. Tag des danks, der freudenthrånen tag, Du meines Gottes tag! Wenn ich im grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich! 229. Mel. Machs mit mir, Gott. 952 Herr, du bist meine Zuversicht. Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht; Dies stärket meine zuversicht. 152 I. Glaubenslieder. 230. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, Den saamen mel. Was Gott thut, das ist. auszustreuen; Dort wird der herrlichste gewinn Der årndte 953 Ich freue mich der mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; Denn du bist meine zuversicht. frohen zeit, Da ich werd auf erstehen. Dann werd ich in der herrlichkeit Dich, Gott, 3. Hier trag ich deine sanfte mein Heiland, sehen. Dann last. Wie groß ist meine werd auch ich, O Herr, durch würde! Jedoch die welt, die dich Vereint mit allen from= fie nicht faßt, Nennts fälsch- men, Zur ewgen ruhe komlich schwere bürde. Einst men. trifft den spotter dein gericht, Und dann siegt meine zuversicht! 4. Sink immerhin, mein leib in staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des todes raub, Dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses trosts gewicht! Wie sicher meine zuversicht! 2. Ach! kam die stunde bald heran, Die stunde der erlösung; Die stunde, da ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung; Da, engeln gleich, Im himmelreich Mich ruhe lust und leben In ewigfeit umgeben. 3. Der du die Auferstes 5. Herr, diesen segen dank hung bist, Du bists, an den ich dir. Mich aus der gruft ich durch dich, Herr Christ, ich glaube. Ich weiß, daß zu heben, Gingst du aus dei- m tode nicht verbleibe. Und nem grab herfür. Du lebst, dein gericht Wird mich dann und ich soll leben. Ich glaub nicht mit trübsal, angst es dir, und zweifle nicht; und schrecken, So wie die Dein wort ist meine zuver= heuchler, decken. sicht. 6. In diesem glauben 4. Ich hoffe dann mit freus stårke mich. Laß mich den digkeit Vor dir, mein Haupt, trost empfinden, Den großen zu stehen, und mit dir in trost! daß ich durch dich die herrlichkeit Frohlockend Den tod kann überwinden. einzugehen. hilf mir doch Grab und verwesung schreckt Aus gnaden noch, Zum glück mich nicht; Denn du bleibst der ewigkeiten Mich würdig meine zuversicht. zu bereiten. 6. Von den letzten Dingen. 153 231. 5. O welch ein feligs theil Mel. Es ist das Heil uns komm. ist mir In jener welt bereiz tet! Der freuden fülle ist bei 956 Mein Heiland lebt! dir. Von dir, o Herr, geleier hat die macht Des todes tet, Werd ich in deinem him ganz bezwungen, Und sieg- melreich, Unsterblich, deireich aus des grabes nacht nen engeln gleich, VollZu Gott sich aufgeschwun- kommne lust genießen. gen. Er ist mein Haupt; sein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben seyn, Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o Jesu! schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, Selbst bei der gråber grauen. Ich bin und zagt, Weil du den deinen zugesagt: Ich leb, und ihr follt leben. 3. Wird gleich mein leib des todes raub, Er wird doch wieder leben, und einst aus der verwesung staub Sich neu gebildt erheben. Wenn du, o großer Lebensfürst, Nun deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Die dir hier folgen, leben, und ewig frei von schmerz und müh, Von seligen umgeben, Genießen deiner herrlichkeit. was find leiden dieser zeit, Herr, gegen diese freuden? O lichkeit Mir stets vor augen 7. Laß die zukünftge herrschweben, und oft in dieſer Prüfungszeit Mein Herz dahin erheben, Wo ( Wo keine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als dein junger, dir zum preis, Nach deinem wort zu leben. Und fühl ich hier noch noth und schmerz, So tröste selbst damit mein herz: Es kommt ein beßres leben. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann, Vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit ehren an, Läßt in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, An leib und seele Mel. Wachet auf, ruft uns die, ganz verklärt, Leb ich bei 958 Wachet auf! so rust 232. dir dann ewig. die stimme, Einst nach der 154 I. Glaubenslieder. zeit, der engel stimme: Verlaßt das grab, verlaßt die mel. Wachet auf, erliste Mel. Versammelt cuch, 959 Erhöhter Jesu! Gotihr Gotteskinder! Der welten tes Sohn! Der du schon längst der himmel thron Als herrscher eingenommen, Du wirst dereinst, zu rechter zeit, In großer kraft und herrlichkeit, Vom himmel wie: der kommen. Gieb, daß dann froh und mit vertraun, Dich, Herr, auch meine augen 2. Erd und meer und Hölle beben, Die frommen stehen schaun. auf zum leben, Zum neuen 2. Wer faßt, o Heiland! leben stehn sie auf! Ihr Ver- jezt die pracht, Die deinen föhner kommt voll klarheit, tag einst herrlich macht? Vor ihm ist gnade, treu und Wie groß wirst du dich zeiwahrheit! Der tugend lohn gen? Wann du auf lichten krönt ihren lauf! Licht ist wolken einst Mit deiner en um deinen thron Und leben, gel heer erscheinst, Die sich Gottes Sohn! Hosianna! vor dir, Herr, beugen! Erlöser, dir, Dir folgen Dann sieht die welt die mawir zu deines Vaters herrs jestät, Dazu dich Gott, dein lichkeit. Gott, erhöht. gruft! funder! Herr ists, der cuch ruft. Des todes stille nacht ft nun vorbey! erwacht! halleluja! Macht euch bereit! Zur ewigkeit! Sein tag, sein großer tag ist da! 233. Ewigkeit, du Ewigkeit, Donnerw. du Donnerw. 3. Dann tont dein ruf in 3. Ewigs lob sey dir ge- jedes grab Mit allmacht fungen! Wir sind zum leben voller kraft hinab, Und schafft durchgedrungen! Am ziel sind ein neues leben. Auf deinen wir beim großen lohn! Chri- wink muß erd und meer stus strömt der freudenfülle Das große unzählbare heer Auf uns! wir schaun ihn Der todten wiedergeben. ohne hülle, Ihn, unsern Sie stehn durch dich, Herr, Freund und Gottes Sohn! neu beseelt, Nun alle auf Kein auge sahe sie, Dem und keiner fehlt. ohr erscholl sie nie Diese wonne! In ewigkeit dir geweiht, dank und ehr und preis. 4. Du sammlest sie vor Sep deinem thron, Um jedem den Herr, unser verdienten lohn, Nach seiner that, zu geben. Dann trifft 6. Von den letzten Dingen. 155 den bösen schmach und pein;| Wißt, was er spricht, GeDen frommen aber führst reut ihn nicht; Er kömmt du ein In das verheißne le- gerviß, und hält gericht! ben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ! Daß du der erden richter bist? 5. O gieb, wann nun dein tag erscheint, Daß ich in dir dann noch den freund Und Heiland wieder finde! Daß ich mit freuden vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh, Ganz frei von fluch und sunde. Laß mich im glauz ben wacker seyn, Und auch die kleinste sünde scheun. 6. Dein name sey mir ewig werth! Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein geist, Dich, den schon jezt der himmel preis't, Aus aller kraft zu lieben! So hab ich in der ewigkeit, Auch theil an deiner herrlichkeit. 2. Schrecklich wird sein zorn entbrennen! Dann wird der spötter ihn erkennen, Des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr seine frommen! Er wird Bald kömmt er und mit ihm zu eurem heile kommen; fein lohn! Euch richtet Christus nicht! Er selbst ging ins gericht Für die sunder, Gott ist versöhnt! Mit uns versöhnt! Wer überwindet, wird gekrönt! 3. Seyd bereit, ihn mit verlangen, Mit reinem berzen zu empfangen, Denn plötzlich bricht sein tag herein. Und der richter wird vom bösen Sein reich, die erde ganz erlösen, Von sund und tode sie befrein. Heil, wonne, seligkeit st ewig uns bereit! Amen, amen! Die zeit ist nah! Bald ist sie da! 963 Wachet auf vom Gelobt sey Gott! Halleluja! 234. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 235. schlaf, ihr fünder! Erwacht! denn euch, o menschenkinder, Erwarten tod und ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. Lohn und strafe, tod und le: 967 Es ist noch eine ruh ben, hat Gott in eure hand vorhanden Für jeden Gott gegeben; Erwacht! noch ist ergebnen geist, Wenn er sich zur buße zeit! Gerecht, ge- dieses körpers banden, Nach recht ist Gott! Er hört der Gottes willen, einst entreißt, frevler spott! Frevler zittert! Und nun nicht mehr so einge 156 I. Glaubenslieder. schränkt, Als hier auf erden, giebt. O mach auch mich lebt und denkt. hier in der zeit Geschickt zu dieser seligkeit! 2. Die, Herr, zu dieser ruhe kommen, Wie selig sind 7. Mein Heiland, der du doch alle die. In deinen him- selbst auf erden Der leiden mel aufgenommen, Ruhn joch getragen hast! Will ich sie von dieses lebens můh. des lebens müde werden, Nach aller last, die sie ge- Und fühl ich dieser tage last; drückt, Wird ewig nun ihr So stårke måchtig meinen herz erquickt. geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. 3. Wie mütter ihre kinder trösten, So. segnet mit zufriedenheit, Auch deine gnade die erlösten, Nach überstandner prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, Wie gut stets deine führung war. 8. Gieb, daß in hoffnung jener ruhe, Die Gottes volk verheißen ist, Ich gern des Vaters willen thue, Wie du darin mein Vorbild bist; So årndt ich von der last der 4. Da schweigen, alle ihre zeit Einst völlige zufriedens 236. Flagen, Da bringt, mit fro- heit. hem lobgefang, Selbst für die ausgestandnen plagen, Dir ihre seele preis und dank. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht, Der Herr hat alles wohl gemacht. Mel. Wie schön leucht't uns der. 968 Mein ganzer geist, Gott, wird entzückt, Wenn er nach jenem himmel blickt, 5. Forthin erwarten fie Den du für uns bereitet; kein leiden, Kein schmerz Wo deine milde Vaterhand und keine schwachheit mehr. Aus neuen wundern wird er Gott führt sie zu vollkomm- kannt, Die du daselbst ver ich nen freuden, Und krönet sie breitet. Mächtig Fühl mit preis und ehr. Oun Mich erhoben, Dich zu lo aussprechlich süße ruh! Wie ben, Der zum leben, Das Herrlich, Höchster! segnest dort ist, mich will erheben. du! 2. Was sind die freuden dieser zeit, Herr, gegen jene herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner gute dar, Zum fröh 6. Wer kann hier deine gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch um 6. Von den letzten Dingen. 157 lichen empfinden. Doch hier Die hinführo nicht mehr Sind wir Bei den freuden fehlen. Noch mit leiden tets umgeben. Dort nur ist vollkommnes leben. 6. Gott! welche schaar ist dort vereint! Die from men, die ich hier beweint, 3. Kein tod ist da mehr Die find ich droben wieder. und kein grab, Dort wischest Dort sammelt deine Vaterdu die thrånen ab Bon dei- hand, Die deine liebe hier ner finder wangen. Da ist verband, Herr, alle deine fein leid mehr, kein geschrei, glieder. Ewig Werd ich, Denn du, o Herr, machst Frei von mångeln, Selbst alles neu, Das alte ist ver- mit engeln Freundschaft pfle= gangen. Hinfort Sind dort gen. ein umgang voller Von gerechten Gottesknech- segen! ten Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 7. Wo ist mein freund, des höchsten Sohn, Der mich geliebt, wo glänzt sein thron? himmelshöhen! 4. In unsers Gottes heiligthum Schallt seines na- In jenen mens hoher ruhm Von lau- Da werd ich dich, Herr Jesu ter frohen zungen. Hier Christ, So menschenfreundstrahlt die herrlichkeit des lich als du bist, Auch mit Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie ganz besungen. Völlig Giebt sich Den erlösten, Sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon Bater nennen. entzücken sehen. Da wird, Mein hirt! Von den freuz den Nichts mich scheiden, Die du droben Deinen freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue welt, Die Gott den frommen vorbehålt! Kein mensch kann sie erwerben. Jesu, 5. Vor seinem antliz wans deln sie, Auf ewig frei von aller müh, Und schmecken Herr der herrlichkeit! Du seine gute. Hier stört den hast die ståt' auch mir befrieden ihrer brust, Und ihre reit't, Hilf sie mir auch ertausendfache lust, Kein feind erben. Laß mich Eifrig liches gemüthe. Kein neid, Darnach streben, Und so leKein streit Hemmt die triebe ben Auf der erde, Daß ich Reiner liebe Unter seelen, dort dein erbe werde. 158 II. Tugendlieder. II. Tugendlieder. 1. Allgemeine. 237. Mel. Herzliebster Jesu, was. 976 Wen wird, o Gott! die wonne der erlösten Nach dieses lebens kurzem kampfe ken, keusch auch lebet, Wer 7. Wer züchtig in gedan trösten? Wen schmückt im über himmel einst vor deinem seiner hoheit sich nie throne Des Mittlers krone? hebet; Im glücke mäßig, gütig und bescheiden, Getrost im leiden! 2. Wer heilig wird, wer, abgewandt vom bösen, Sich von der sünde herrschaft läßt erlöfen, Wer an den Sohn glaubt, seinen herrn ihn nennet, Ihn frei bekennet! 3. Wer deine wahrheit unter adamskinder Verbreitet, sie erleuchtet, und die fün der Durch thaten reizt, mit einem bessern leben Dich zu erheben. 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, Die menschen all als seine brüder liebet, Nicht låstert, sie nicht kränkt, nicht stolz sich blåhet, Und keinen schmähet. 4. Wer sünden haffet, und doch mit den sündern Mitleiden fühlet, und an deinen kindern Die Gottesfurcht und ihre gaben ehret, Hålt, was er schwöret. Selbst reich, die armen speist, die nackten kleidet, Froh, ohne wucher, auch mit milden gaben Genützt zu haben. 6. Wer nicht der brüder ruhm und glück beneidet, 8. Den, den wird Gott, die wonne der erlösten, Nach dieses lebens kurzem kampfe trösten; Den schmückt im himmel einst vor deinem throne Des Mittlers krone! 238. met. Liebster Jesu, wir sind. 980 Glaube, lieb und Mel. hoffnung sind, Der wahrhafte schmuck der christen; hiemit muß sich Gottes kind höchst bestreben auszurüsten. nur durch sie wird Gott geehret, Und sein herz zu uns gekehret. 2. Glaube legt den ersten stein Zu des heils bewähr tem grunde; Sicht auf Je sum nur allein, Und bekennt mit herz und munde Sich zu feines Geistes lehren, Läßt sich keine trübsal stören. 1. Allgemeine. 159 3. Liebe muß des glau-| dem schauen kommen; Doch bens frucht Gott und auch die liebe dringt hinauf, Wo den nächsten zeigen, Unter- sie ursprung hat genommen. wirft sich Christi zucht, Und Ach da werd ich erst recht giebt sich ihm ganz zu eigen; lieben, Und darinn mich ewig Låsset sich in allem leiden üben. Nicht von ihrem Jesu scheiden. 239. Mel. Sey Lob und Ehr dem. 983 Dein bin ich, Herr, dir will ich mich Zum opfer ganz ergeben! Rechtschaffen fromm und rein will ich Vor deinen augen leben! Wie könnt ich eines andern seyn? Bin ich nicht durch die schöpfung dein? Und dein durch die erlösung? 2. Ich fiel und wandte mich von dir Zur finsterniß vom lichte; Doch wandtest du dich, Gott, zu mir Mit deinem angesichte. Erbarmen war dein angesicht, Mich von der finsterniß ins licht Zu dir zurück zu rufen. 6. Mache meine liebe rein, Daß sie nicht im schein bestehe! Floß' mir kraft des geistes ein, Daß sie mir von 3. Dein, dein ist die barm herzen gehe, Und ich aus herzigkeit, Du liebest selbst rechtschaffnem triebe, Dich die sünder. Seyd, rufst du, und auch den nächsten liebe! geistlich mir geweiht, Und meiner gnade kinder! Ihr irrt und fündigt; faffet muth, Dort fließet der versöhnung blut, Bon sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt fich und stirbt Zur tilgung unsrer strafen; Büßt für die laster und erwirbt Befreis überwinden. 4. Hoffnung macht der liebe muth, Alle noth zu Sie kann in der trübsalsfluth Ihren anfer feste gründen. Sie erwartet nach dem leide Ewige vollkommne freude. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, Ach, bewahr in mir den glauben! mache du den feind zu spott, Der dies kleinod denkt zu rauben. Laß das schwache rohr nicht brechen, und ein glimmend tocht nicht schwächen. 7. Gründe meine hoffnung fest, Stärke sie in allen nothen. Wenn mich alle welt verläßt, Wenn du mich gleich wolltest tödten, Laß sie nach dem himmel schauen, Und auf das, was künftig, bauen! 8. Glaub und hoffnung hören auf, Wann wir zu 160 II. Eugendlieder. ung ihren sklaven. Wie könnt| misfest, So ist der tod mein ich eines andern seyn? Bin urtheil vor gericht. ich nicht durch die schöpfung dein? Und dein durch die erIssung? 5. Durch ihn verföhnt, und dir zum ruhm, Erkauft mit seinem leiden, Will ich mich Gott, dein eigenthum, Von dir nie wieder scheiden. Gefreuzigt werde mit der welt, Getödtet, was dir nicht gefållt, Damit ich dir nur lebe. 6. Dies wirke deine kraft in mir. Ich habe kein vermd gen, Die sund und alles, Gott, was dir Verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein herz, nimm mich ganz hin, Und gieb mir einen neuen finn, Damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, Ein licht in deinem lichte; Besteh' einst mit der kleinen schaar Der from men im gerichte, Frohlocke dann und lobe dich, Daß deine gnad und treue mich Gerecht und selig machte. 2. Die gnade nur in Christo macht mich frei. Doch soll ich dich in guten werken preisen, und durch den fleiß der heiligung beweisen, Wie sehr ich dir, mein Gott! verbunden sey. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem blut erkauft, Nicht, daß ich nur der hölle möcht entgehen; Dein ebenbild foll nun in mir entstehen; Drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein leib und feel soll, als dein eigenthum, Von dir, o Gott, und deiner gnade zeugen; Nicht nur der mund soll niemals hiervon schwei gen, Der thaten stimm ers höhe deinen ruhm! 5. Des glaubens kraft kann ich ja anders nicht, Zu mei nem trost, als aus den früch ten merken. Den nächsten reiz ich auch zu guten werken, nicht anders, als durch mei ner werke licht! 6. Ach nimm mich auf in deines Sohnes reich, Gott! laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen. Sein sanf tes joch und seine last zu tra gen, Mach mich bereit, und seinem vorbild gleich. 240. Mel. Bin ich allein ein Fremdl. 986 Ich weiß es wohl, ich selbst verdient es nicht, Daß du, o Herr, mich vom verderben risfest, Ja wenn 7. Nimm weg von mir, du mir nach meinen werken was dir, mein Gott, miß 1. Allgemeine. 161 fällt, Und was mich kann 4. Aber, wen die sünd ere aus deinem himmel schließen; Um auch durch dich der güter zu genießen, Die der genießt, der an dein wort sich hält. freuet, Mit dem gehts viel anders zu. Er wird, wie die spreu, zerstreuet Von dem wind im schnellen nu. Wo der Herr sein häuflein richt't, Da bleibt der gottlose nicht. Summa, Gottliebt alle from men, Und wer bos ist, muß umkommen. 241. Mel. Freu dich sehr, o meine. 242. 992 Wohl dem menschen, der nicht wandelt In gottloser leute rath, Wohl dem, Mel. Nun freut euch, lieben. der nicht unrecht handelt, 993 Der Sohn ist meine Noch tritt auf der fünden pfad, heiligkeit. Was bebt denn Der der spotter freundschaft mein gewissen? Was zagts, fleucht, Und von ihren sitzen daß das gesetz mir draut? weicht, Der hingegen liebt und ehret, Was uns Gott vom himmel lehret! Er litt, für mich zu büßen! Der Sohn ist hie! was schreckst du doch Mich, fluch des Herrn von Ebal, noch? Der Sohn ist mein vertreter! 2. Wohl dem, der mit lust und freude Das gesetz des Höchsten treibt, Und hier, als auf süßer weide, Tag und nacht beständig bleibt; Dessen blüht, Wie ein palmbaum, den man sieht Bei den flüßsen an der seiten Seine frischen zweig ausbreiten. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, Wer in Gottesfurcht sich übt, Luft und sonne wird 3. Für mich! für mich! ihm dienen, Bis er reife ich habe zwar Den zorn des früchte giebt. Seine blåtter Herrn verdienct; Allein das werden alt, Und doch niemals ist auch ewig wahr: Der ungestalt. Gott giebt glück Sohn hat mich verfühnet! zu seinen thaten, Was er Ich glaub an ihn; er macht macht muß wohl gerathen. gerecht! Der Herr kann nicht 11 den sich zu meiner qual zus 2. Versammeln meine sün sammen; Der Herr verzeiht denn mich verdammen? Sie und liebet mich. Wer darf fordern tod; sie drauen mir Verderben; Gottes Sohn ist hier, Der ist für mich) gestorben! 162 II. Tugendlieder. für seinen knecht umsonst ge-| ner herrlichkeit Vollkomm= litten haben. 4. Eins bitt ich, Gott, das hätt ich gern: Kraft was ner dich erhöhen! Ich bin getrost und unverzagt! Du hasts, mein Heiland hats er haßt zu hassen, Und mei- gesagt: Wer glaubt, soll nen Heiland, meinen Herrn, ewig leben! Nie treulos zu verlassen. Um seiner liebe willen sey Mein ihm geheiligt herz ge treu! Was hab ich denn zu fürchten? 5. Er leite mich durch seine kraft Auf meines Jesu pfade; Er mache mich gewissenhaft, Und würdig seiner gnade! Er überwinde meinen hang Zur übertretung; und mein dank Wird ewig ihn erheben! 6. Erhöre mich! du hast gesagt: Ihr sollt mein antlitz suchen. Ich, wenn mein schwaches herz verzagt, Ich will dein antlitz suchen. Ich bitte stårke, Gott, von dir. Verbirg dein antlik nicht vor mir! Denn du nur bist mein helfer. 7. Ich hab es dir gelobet, ich Will, was du hasfest, hassen; Hilf nur, wenn meine fräfte mich Auf deiner bahn verlassen. Ach, wank ich, nimm dich meiner an, Erhalte mich auf deiner bahn, Um deines Sohnes willen. 243. Mel. Wer nur den lieben Gott. 994 Gott! dir gefällt kein gottlos wesen, Wer bos ist bleibet nicht vor dir. Drum laß von sünden mich genesen, Und schaff ein reines herz in mir, Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangs nen sunden Mit inniger be schämung sehn, Durch Christum vor dir gnade finden, Und auf den weg der wahr heit gehn. Ich will forthin das unrecht scheun, Und deinem dienst mein leben weihn. 3. O stårke mich in dem gedanken! Gieb meinem vorsatz festigkeit! Und will mein schwaches herz je wanken, So hilf der unentschloffenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir; Nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets hülfe leiste, Und muth und kräfte mir verleih, Daß ich mit kindlich treuem geiste Dir bis zum tod ergeben sey; lik sehen; Ich werd in dei- So sieg ich über fleisch und 8. Ich werde nach der průfungszeit, Gott, dein ant 1. Allgemeine. 163 welt, Und thue, was dir heil hast du Dem frommen wohlgefällt. dort beschieden! 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle, Mein Vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten feele, Wenn sie dich sucht, dein angesicht; Und mache in bekümmerniß Mein Herz von deiner huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen freuden; Schaff ein ge trostes herz in mir; Und stärke mich in allen leiden, So halt ich mich, mein Gott, zu dir, Bis, nach vollbrachter průfungszeit, Der deinen erb theil mich erfreut. 3. Laß mich kein leiden dieser zeit, Kein weltglück dir entreißen. Denn du haft deine seligkeit Den treuen nur verheißen. Doch könnten ſie durch ihre muh Sie selber zu verdienen Sich erkühnen? Aus gnaden schenkst du sie, Und du erwarbst sie ihnen. 4. Freund meiner feele, du bist ihr Ein weinstock, sie dein rebe! Zieh sie dir nach, daß sie zu dir Sich von der welt erhebe! Ja laß mich, wenn ich sterben soll, Auf deine gnade bauen, Dir vertrauen, Und dann dort wonschauen! nevoll Dein antlitz ewig 244. F. Mel. Ich ruf zu dir, Herr I. 996 Herr, mein Erldser, 5. Ich kampf, ermatt und hur von dir Kann ich mir strauchle oft; Hilf, Herr, bülferflehen. Vernimm mein mein hort, dem schwachen, seufzen, eile mir, Mein hel- Der nur auf dich in demuth fer, beizustehen. Des wah hofft. Du kannst mich machren glaubens kraft und licht, tig machen. In jeder seelenDas selige bestreben, Dir noth laß mich Bei dir erbarzu leben, und muth zu die- mung finden, Trost empfinser pflicht, Das wollest du den, Und endlich, Herr, mir geben. durch dich In allem übers 245. 2. Du hast dein königlich winden. gebot Mir tief ins herz ge= schrieben: Von ganzer seele soll ich Gott, Wie mich den Mel. Zion klagt mit Angst und. nächsten lieben! Wenn ich 998 Ach die zweifelnden nach deinen worten thu, So gedanken: Werd ich treu und hab ich schon hienieden Gro- standhaft seyn? Werd ich sießen frieden, Und welches gen? werd ich wanken? 11* 164 II. Tugendlieder. Wank ich, wird mir Gott| Wank ich, wird mir Gott verzeihn? Dieser zweifel sind verzeihn? Mein versuchter so viel; Diese suchen, Gott, Mittler giebt Hülfe jedem, das ziel Deines rufes meinen der ihn liebt; Giebt mir heiblicken Zu verdunkeln, zu lige gedanken, Muth und entrücken. treue, nicht zu wanken. 2. Die versucher meiner seele Sagen: fruchtlos, thôricht seys, Daß ich fromm zu seyn mich quâle, Allzu hoch des glaubens preis. Nicht so blumicht, nicht so breit, Sey der weg zur heiligkeit, Wie der ebne weg der luste; Sey ein dornpfad in der wüste. 3. Aber du hast auch gelitten, Jesu Christe, nicht für dich; Einen harten kampf gestritten, Der versuchung kampf für mich. Meine hülfe sey denn du! Gieb der můden seelen ruh. Jede sünde will ich haffen. Ach wie kannst du mich verlassen? 4. Meine seele betet: stårke Mich, o Mittler, und du hörst. Ruhe giebst du, denn ich merke, Daß du kraft und muth gewährst. Sen der lufste weg doch breit, Schmal der weg der heiligkeit, Fröhlich sey dort das getümmel; Dieser stille führt zum himmel. 5. Weicht ihr zweifelnden gedanken: Werd ich treu und standhaft seyn? Werd ich siegen? werd ich wanken? 246. mel. Herr Jesu Christ, ich. 1003 Ich bin ein christ; Gott ist mein Freund! In dieser hohen würde Steh ich und fürchte keinen feind, Und lache jeder bürde. Der rang erfüllt mit muth und kraft Mein Herz in dieser pilgrimschaft Des lebens und der leiden. 2. Mein glaube steht und wanket nicht, Er ist zu fest gegründet. Er stützet sich voll zuversicht Auf Jesum Christ, und findet Bei ihm allzeit troft, heil und ruh; Er eignet sein verdienst sich zu, Und troket welt und hölle. 3. Sollt ich um hoffart, eitelkeit, Und güter dieser erden, Aus wollust oder sicherheit, Der tugend untreu werden? Nein, auf die sünde folgt der tod. Allein, die tugend segnet Gott Mit leben und mit friede. 4. Was sind die leiden dieser zeit Mir gegen jene kronen, Womit Gott in der herrlichkeit Die frommen 2. Besondere. 165 will belohnen? Was dieses schrecken. Gott will mich lebens kurze frist, Gott! ge- aus des grabes nacht Zum gen das, was ewig ist? großen tag erwecken! Ich Sollt ich nicht muthig kam- fürchte nicht der hölle gluth, pfen? Erkauft durch des Erlösers blut, Zum eigenthum und 5. Ich fürchte nicht des todes macht mit allen seinen erbe. 2. Besondere. a) Pflichten gegen Gott. 247. Mel. Wie schön leuchtet der. 1009 Wie groß, wie an gebetet ist Dein nam', o herr: scher Jesus Christ! Wie theuer deinem volke! Welch licht ging in der finsterniß Mit dir der welt auf! wie zerriß, Wie floh des irrthums wolke! Als du, Heil! kamst, Horten taube, Und der glaube Half den kranken, Stumme sangen, dir zu danken. himmel sehn, Den preis von du für uns starbst, Was du deinen leiden Genießen, weil uns durch dein blut erwarbst, Der engel hohe freuden. Was sind Menschen, Daß auch fünder Gotteskinder Werden sollen, Wenn sie an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner herr lichkeit Entäußert eine kurze zeit, Für uns von Gott verlaffen! Und nun mit ehr und ruhm gekrönt, Nun machst 2. Nur fischer warens, die du selig, die versöhnt Der dein licht Verbreiteten, die fünden greuel haffen. Sunweisen nicht! Wo sind sie? dern Willst du Gern vergewo die hohen? Und wo die ben, Ihnen leben Geben, reichen? wo die macht, Vor allen Deines vaters wohlgeder des gößendienstes nacht fallen. Und seine schatten flohen? Macht nicht, List nicht, Deine gaben, Mittler, haben Dich verklåret, Uns den weg zu Gott gelehret. 5. Vom anfang bis zum untergang Erschallet dir der lebgesang Erretteter gerech)ten! Unzählbar sind die schaaren schon, Die gerne dir vor deinem thron Ein würdig lobs lied bråchten! Ihrer, Jesu, 3. Wir werden deinen ruhm erhöhn, Wir werden deine II. Tugendlieder. 166 Jesu, werden Mehr auf erden Dir lobsingen, Preis und dank und ruhm dir bringen! 5. Er spricht ein wort, und schnell umringt Den ses ligen ein heer, Das selig ist, und ihm lobsingt, Das niemand zählt, als er. 6. Wie groß, wie angebetet ist, Dein nam', o herr6. Co will es der, der mich scher, Jesu Christ, Wie herr- erschuf, Auch ich soll selig lich bei den deinen! Doch seyn. Heil, seele, dir, denn führst du uns zu deiner ruh, dein beruf Ist, seiner dich Dwie weit herrlicher wirst zu freun. du Den deinen dann erscheinen! Ewig Musse, Dir zur ehre, Ihrer chöre Lob er schallen, Durch die himmet wiederhallen! 248. 249. Mel. Ich finge dir mit Herz u. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1010 Wie felig bin ich, wenn mein geist Hinauf zu Gott sich schwingt, Und wenn er seinen Schöpfer preist, Der engel werk vollbringt! 1011 Wo find ich Gott, den meine seele Weit über alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum freund er= wähle, Und der allein mir 2. Wer gleicht ihm? wer die zeit, da Gott, mein freund, freude giebt? Wann kommt ist so geschmückt mit herrlich- Sich völliger mit mir vereint? Feit und licht? Er ist der schönste! wen entzückt Des schönsten anblick nicht? Gott nicht preisen, Wenn ich 2. Wie wollt ich meinen ihn såhe, wie er ist! 3war deine wunder, Herr, beweis sen, Bie unaussprechlich schön du bist. Wie schimmern sie! doch zeigt ihr glanz Mir deine herrlichkeit nicht ganz. 3. Ein voller strom von wolluft quillt Aus seiner wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt Mit freuden, was er schafft. 7. Schon siehst du durch ein dammernd licht Den Unaussprechlichen! Dort wirst du ihn von angesicht Zu ans gesichte sehn! 4. Er ging aus seiner ewigkeit heraus, um nicht allein, Nicht bloß für sich, wie vor der zeit, Der felige zu seyn! 3. Ich sehe Gott hier nur im spiegel, Und bet ihn unvollkommen an. Ach hätte meine seele flügel, Sich mei nem Schöpfer mehr zu nahn! 2. Besondere. 167 Wie würde sie sich seiner dir lobsingenden natur! So freun, Wie selig, wie verherrlicht seyn. lernt ich hier schon mich allein, Gott, deiner herrlichkeit zu freun. 4. Dürft ich am fuße seines thrones Mit seinen engeln ihn erhöhn; Könnt ich im antlitz seines Sohnes, Wie seine seligen, ihn sehn; Jch, der ich hier kaum stammeln kann, Welch hohes loblied stimmt ich an! 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! Mit welchem eifer würd ich mich, Dir, Vater, zu gefallen üben! Wie selig wär ich bloß durch dich! Nun aber tauschet meinen geist, Gleich kindern, 5. Mir macht zwar jedes[ tand, wennn er nur gleißt. seiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir seiner allmacht stärke Und seinen weisesten verstand, Und gnade, die selbst Davids lob Zu schwach, nie würdig gnug, erhob. 10. Welch elend! Vater, ich empfinde Mein elend; zieh mich, Herr, zu dir! Entkräfte selbst die macht der sünde, Dein Geist der weißheit wohn in mir, Damit ich vor der tauscherei Der finnlichkeit gesichert sey. 6. Auch sprichst du, wie mit einem kinde, In deinem worte, Gott, mit mir. Wie gut! wie zärtlich! doch die sunde Verdunkelt mir dieß licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist Nicht selbst von dir mich unterweist? 7. Doch wenn in meinen finsternissen Er auch mein biddes aug erhellt, Was lern ich, Gott, von dir? mein wissen Bleibt immer stuckwerk in der welt. Ich suche dich, und forsche nach, Und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine stimmen deinem worte! hört ich nur, Wie du verdienest, auf die stimme Der 11. Gieb, daß der strahl von deiner wahrheit Mein leben leite, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr klarheit, Als hier, an diesem prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, Erhebe würdiger dich dann. 250. Mel. Mir nach, ſpricht Christus. 1021 Es sey mein ernstlicher entschluß, Gott nie zu widerstreben! Auch, wenn ich darum leiden muß, Vor ihm gerecht zu leben! Es sey nun leben oder tod; Stets heilig sey mir sein gebot. 168 II. Tugendlieder. 2. Hebt wider ihn den 7. Der sichre frevler wurs arm nicht auf, Vermeßne zelt ein, Wie eine zeder Got stolze sünder! Wie leicht ver- tes. Gott säumt, wann tilget er zu hauf Der über wird er richter seyn, Wann tretung finder! Er, welcher müde feines spottes? Schon baut und auch zerbricht, braust der sturm, die zeder fällt, Entwurzelt, blåtterlos zerschellt. Wie leicht vertilgt er sunder nicht! 3. Fragt jedes vorige ge schlecht, Geht, fraget eure våter! Ist er nicht mächtig, nicht gerecht, Ein feind der übertreter? Wer hat noch ungestraft die macht, Die keine grånzen hat, verlacht? 4. Wenn er, der wesen 9. Ich will ihn fürchten; Schöpfer, dråut, Erzittern nimmer will Ich ihm entge alle welten, Die himmel, gen streben! Oft duldet er, wenn sein wink gebe ut, Ver- und schweiget still, Doch nur gehn vor seinem schelten. in diesem leben! Kömmt Kein bauen hilft, wenn er nicht der tod? råcht sein ge zerreißt. Wer schließet auf, wenn er verschleußt? richt Dort unbeweinte fun den nicht? 5. Beschließt doch thaten, führt sie aus! Ihr habt, ihr sunder, stärke. Beredet euch, doch wird nichts draus; Auch Gott thut große werke. Versammelt, rüstet euch, versucht Vor ihm zu stehn, und gebt die flucht. 6. Er wohnt in seiner höh' und lacht, Wenn menschen sich empören. Bald wird der eifer seiner macht Sie seine größe lehren. Der lowe brüllt, Gott scheint zu ruhn, Er wacht! wo ist sein brüllen nun? 8. Entsetzet euch, und betet an Die macht, die leiv und seele Verderben bis zur hölle kann, Daß ewig weh sie quäle! Ach, wer kann seine macht verstehn, Und sein hochheis lig recht verschmähn? 251. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1022 Gott, dich fürchten, kindlich scheuen, Ist unsre höchste, größte pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein heilig auge nicht. Drum wirk in mir, durch deinen Geist, Die furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. Sie leite, Herr, mein thun und denken, Sie müsse meine weisheit seyn, Und mich auf solche wege lenken, 2. Besondere. 169 Die vor dir heilig sind und Nach deiner vorschrift, redrein. Denn, wer noch lust zur sunde hat, Der fürchtet dich nicht in der that. lich handeln. Du haffest alle heucheley. Wer dich von herzen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Vater, werth. 3. Gieb, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das vor dir zu thun mich schåme, Was dir, mein Gott, zuwider ist. Der beifall einer ganzen welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 8. In deiner furcht laß mich einst sterben, So schreckt mich weder tod noch grab, So werd ich jenes leben ers ben, Dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott, deine furcht bringt segen ein, Ihr 4. Laß dein gericht mich lohn wird groß im himmel nie vergessen, Und wirke seyn. wahre buß' in mir, Damit 252. ich nicht stolz und vermessen Mel. Wer nur den lieben Gott. Der gnade seligkeit verlier, Die mich, bey aller misfethat, So liebreich noch ge tragen hat. 1023 Willst du der weißheit quelle kennen? Es ist die furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, Der alle seine pflichten gern, Weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes größe recht empfinden, Und fühle deine nichtigkeit; So wirst du nie dich unterwinden, Mit thôrichter verwegenheit Zu tadeln, was sein rath beschließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 5. Ja, Vater, laß mit furcht und zittern Mich schaffen meine seligkeit. Soll nichts mein ewig glück erschüttern, So laß mich in der gnadenzeit Mit vorsicht alles unrecht fliehn, Und nur um deine gunst bemühn. 6. Erhalt in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsal schen, und mache von den hindernissen Der wahren tugend selbst mich frei. Nie store furcht und lust der welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner furcht laß mich stets wandeln, Und mich, ich sey auch wo ich sey, 3. Wirst du den höchsten kindlich scheuen, So wird dir keine pflicht zur last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet hast. 170 II. Tugendlieder. Wer Gott als zeugen vor 8. Laß deine furcht, Gott, sich hat, Der freut sich jeder mich regieren, Mich stets guten that. auf dich, den Höchsten, sehn! 4. Wenn nacht und dun- Laß sie mich zu der weisheit kelheit dich decken, Die dem führen, So werd ich niemals verbrecher muth verleihn, irre gehn. Wohl dem! der Wird dich die furcht des dich stets kindlich scheut. Dich Herrn erwecken, Auch dann, fürchten, Gott, ist seligkeit. was unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem ange= ficht st finsterniß wie mits tagslicht. 253. mel. Herzlich lieb hab ich d. 1024 Aus ganzem Herzen lieb ich dich! Nach gnade, 5. Den Herren öffentlich Bater, dürstet mich, Die verehren, Sowohl als in der meine seele labe! Die ganze einsamkeit, Auf des gewiswelt erfreut mich nicht, Nach sens stimme hören, Und willig thun, was er gebeut; Auch das lehrt dich die furcht des Herrn, Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. erd und himmel frag ich nicht, Wenn ich, mein Gott, dich habe! Und wenn mein herz im tode bricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein trost, mein heil, der mich erlöst, Der mich im tode nicht ver stößt! Ach! Jesu Christ! mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Ein schlummer sey mir einst der tod! 2. Ach! alles, Herr, hab ich von dir. Den leib, die seele gabst du mir, Und dies 7. Sich stets vor dem All- mein erstes leben. Daß ich es. macht'gen scheuen, Giebt hel- deiner liebe weih, Ein bruder denmuth und tapferkeit, Wenn meinen brüdern sey, Dies uns der menschen stolzes heil wollst du mir geben! Laß, drauen, Was Gott mißfällt, Mittler, mein erkenntniß rein, zu thun gebeut. It Gott Und heilig meinen wandel mein schut, mein heil und seyn! Im freuze mich dir licht, So beb ich vor den glaubend traun, Und nur auf menschen nicht. deine hülfe schaun! Ach, Jesu 6. Laßt dich die welt verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihr entfernst; Die furcht des Herren wird dich stärken, Daß du die welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, Ist glücklich, selbst beim spott der welt. 2. Besondere. 171 Christ! mein Herr und Gott!| giebst mir theil An seinem mein Herr und Gott! Sen heil. Dies triste meine seele. mirs in meiner letzten noth! 3. Daß dann, der meinen geist bewacht, Dein engel durch des todes nacht In Abrams schooß ihn trage! Mein stillverwesendes gebein Wird erde doch nicht immer seyn; Nur bis zum letzten tage. Du läsfest mich im tode nicht! Du kommst, du kommst zum weltgericht! Ach, Richter! laß mich, ohne graun, Dich dann auf deinem throne schaun! Allmächtiger! mein Herr, mein Gott, erhöre mich! So preiß ich ewig, ewig dich! 4. Du bist mir der bewährte freund, Der es aufs beste mit mir meint. Wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu, Wenn berg und hügel weichen. 5. Du bist mein leben, trost und licht, Mein fels und heil, drum frag ich nicht Nach himmel und nach erde. Herr, ohne dich, Ist nichts für mich, Daß mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes gut, Darauf mein wahres wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir In liebe ungeschieden. 254. Mel. In dich hab ich gehoffet. 1027 Ich freue mich, mein Gott, in dir, Du bist mein trost, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, Und ich bin dein, Was mangelt meiner seelen? 2. Du hast mich von der welt erwählt, und deinen kin= dern zugezählt. Mag mich die welt doch haffen. Du liebst mein wohl, Wirst gnadenvoll Mich nimmermehr weiden. verlassen. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, Und wer hier mein verderben sucht, Dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner treu Stehst du mir bei, Daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mir ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, Du ursprung wahrer freuden! Un dir wird sich Daun ewiglich) Mein ganzes herz, Herr! 9. Noch hats kein mensch3. Du trågst mich liebreichlich ohr gehört, Was uns mit geduld, Vergiebst in dein himmel einst gewährt; Christo mir die schuld, Wenn Doch seh ichs schon im glauich aus schwachheit fehle. Du ben. Vollkommnes heil It 172 II. Tugendlieder. da mein theil! Daß wird mir| Seine liebe beut dir an, Was niemand rauben. dein herz nur wünschen kann. 255. 2. Laß der welt die eitle lust, Die in weinen sich verMel. Wer nur den lieben Gott. kehret; Glaube, wer in ſeiner 1028 Mein Gott, ach brust Gottes liebe fühlt und wenn ich dich nur habe, nähret, Findet stets auf sei Frag ich nach erd und him- ner bahn, Was das herz nur mel nicht, Dieweil ich mich wünschen kann. an dir nur labe, Mein Gott! mein theil, mein trost und licht! Mein herz, dem sonst kein trost bewußt, Sucht dich, und lacht der citlen lust. 2. Sollt' mir auch leib und feel verschmachten, So hoff ich doch getrost auf dich. Nichts will ich alle plagen achten, Denn bloß an dir er quick ich mich. Erhebt sich alles wider mich, Ich bleib an dir, und liebe dich. 3. Hab ich nun dich, so hab ich alles, Was meine seele wünschen kann. Mit dir fürcht ich mich keines falles, Denn liebst du mich, was ficht mich an? Ich glaub und weiß, du bist mein theil, Mein herzenstrost, mein seelenheil. 256. Mel. Jesus meine Zuversicht. 1031 Habe deine lust am Herrn, Bei dem Herrn ist freud und leben; Und er wird ( denn er giebt gern,) Dir auch, was dir tienet geben. 3. Lust an Gott erfüllt mit licht, Wenn man Gott im worte kennet. Lust an Gott stärkt uns zur pflicht, Wenn man in der liebe brennet. Solche lust beut alles an, Was das herz nur wünschen kann. 4. Wer die luft am Herren hat, hat auch lust an seinem willen, Suchet ihn durch wort und that Unverdrossen zu erfüllen; Und so trifft er alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne last? Trag geduldig die beschwerden. Wenn du wohl gelitten haft, Wird dir ewge freude werden, Und du triffſt im himmel an, Was dein herz nur wünschen kann. 257, Mel. Nun danket alle Gott. 1032 Ach könnt ich meis nen Gott recht loben und ers heben, Und ihm, wie er es werth, dank, ruhm und ehre geben! O gäbe sich mein leib, 2. Besondere. 173 und mein erweckter sinn Ihm| 2. Er sah von aller ewigganz zu seinem dienst, ganz keit, Wie viel mir nützen ihm zum lobe hin! würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der, zu des glaubens ehre, Nicht zu besiegen wåre? 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, el ichs bat, gewährt, Wenns seine weisheit litte. Er sorgt für mich Stets våterlich. nicht, was ich mir ersehe, Sein wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörs tes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bey deffen last wir klagen? Die größte noth Hebt doch der tod, Und ehre, glück und habe Verläßt mich doch im grabe. 258. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läft Gott es feinem fehlen. Gesundheit, ehre, glück und pracht, Sind Mel. Was Gott thut, das ist nicht das glück der seelen. Mel. Was Gott thut, das ist. Wer Gottes rath Vor au1036 Auf Gott und nicht gen hat, Dem wird ein gut auf meinen rath, Will ich gewissen Die trübsal auch mein glücke bauen, Und dem, versüßen. der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich, in meinen tagen, Als Gott und Vater tragen. 2. O daß doch nun forthin mein ganzes thun und leben Ihm möchte preis und ruhm und lob und ehre geben! Denn er ists ja wohl werth, daß man ihn lobt und liebt, Und sich ihm ganz und gar zum eigenthum ergiebt. 3. Vater, der du mir das wollen hast gegeben, hinfort dir ganz allein zum dienst und lob zu leben, Gieb das vollbringen auch, und deinen guten Geist, Der mich in deinem dienst und lobe unterweist! 4. Preis, lob, ehr', ruhm und dank, kraft, weisheit, macht und stärke, Sey Vater, Sohn und Geist; ihn rühmen seine werke! Was odem hat und geist, und was nur lallen kann, Das stimme ohne end ihm lobeslieder an! 6. Was ist des lebens herr lichkeit? Wie bald ist sie verz schwunden! Was ist das leis den dieser zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den 174 II. Tugendlieder. Herrn! Er hilfet gern. Seyd| dern. Wenn er gebeut, stets fröhlich ihr gerechten! Der da. Herr hilft seinen knechten. 259. Mel. Befiehl du deine Wege. 1038 Christ, alles, was dich krånket, Befiehl getroft dem Herrn. Er, der die himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem schlummer, Zu Gott erhebe dich! Er siehet deinen kummer, Und liebt noch våterlich. 2. Sinds sunden, die dich schmerzen? Ja, fühle deine . schuld. Doch trau mit ganz zem herzen Auf deines Mittlers huld. Zu wahrer ruhe. führet Die reu, die Gott ge fällt. Allein den tod gebieret Die traurigkeit der welt. 3. Trau Gott, nicht dei nen schlüssen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, Dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet; In jedem augenblick. Was er, dein Vater, wählet, Das dient zu deinem glück. 5. Es mag die hölle wü then! Umsonst empört sie sich. Wenn er dich will behüten, Und er behütet dich! Wer gleicht ihm? seinem winken Gehorchen erd und meer. Laß deinen muth nicht sinken, Dein schirm und schild ist er. 6. Gott zählet deine zäh ren, Und wird, was gut ist, gern Auch deinem wunsch gewähren. Sey stille vor dem Herrn! Er ist ein Hort der frommen, Hoff unver zagt auf ihn, Denn seine zeit wird komnien, Und deine wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit freu den, Sey stark in seiner kraft. Sey auch, zur zeit der leiden, Ein chrift und tugendhaft. Und dann ergreif im glauben Den trost der ewigkeit! Wer kann dir diesen rauben, Der allen gram zerstreut? 8. Sey froh; dein Gott regieret! Sein rath ist runderbar. Einst wirst du über führet, Daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: Der Herr erbarmt sich nicht! Der Herr hat mein vergessen! Doch höre, was er spricht: 4. Der Gott, auf dessen segen Dein ganzes wohl beruht, Ist stets in seinen we gen Hochheilig, weis' und gut. Und was er seinen Findern Zu ihrem heil erfah, 9. Ist auch der mütter Kann kein erschaffner hin- eine, Die ihres sohns ver 2. Besondere. 175 gißt?! Denk an dies wort, wird, in seinem heilgen zelt, und weine Die freudenthrån, 3ur bösen zeit mich decken. o christ! Und könnt ihn sie vergessen, Will ich doch deiner nicht, Ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht. Sein rath für mich ist wohl ergehn. Er wird mit segen mich erhöhn Zum heile der erlösten. 3. Ja Vater, neige mir dein öhr, Wenn höll und welt mir fluchen. Mein herz hålt dein gebot dir vor: Ihr sollt mein antlitz suchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Verbirg dein antlitz nicht vor mir, Und laß dich gnådig finden. 10. Mit ruhigem gemůthe Verlaß auf ihn dich fest, Und wiss, daß seine gute Dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun. Zu deinem größern heile Verzieht er, harre sein! Ir. Wohl dir alsdann, du treuer! Wie groß ist einst dein lohn! Dein richter, dein befreier Reicht dir die sie geskron. Auf kurze prüfungstage Folgt ewger preis und dank. Dann schweiget jede flage, Und wird ein lobge fang. 260. Mel. Sey Lob und Ehr dem. 1039 Der Herr ist mei nes lebens kraft. Soll mir 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein heil, Wenn menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein theil, Und beffre, die mich bassen. Herr, nimm du mich zu gnaden an, Und lehre mich auf richtger bahn, In deiner furcht zu wandeln. 5. Den feinden übergieb mich nicht, Die mich voll frevel schmähen; So werd ich einst dein angesicht Im land des lebens sehen. Sey vor unglück grauen? Er ists, froh! harr unverzagt des der rath und hülfe schafft. Ihm soll mein herz vertrauen. Er schůzt mich; meiner feinde heer, Ihr stolzer trok, nichts schreckt mich mehr, Hab ich ihn nur zum Freunde. Herrn, Mein herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der arm des schwachen. 261. Mel. Was Gott thut, das ist. 2. Empöre dich, ohn- 1040 Der Herr ist meine machtge welt, Mein geift zuversicht, Meine einzger wird nicht erschrecken. Gott troft im leben. Dem fehlt 176 II. Tugendlieder. es nie an trost und licht, Der| todeßhügel, Dir deincs glaus sich dem Herrn ergeben. bens siegel. Gott ist sein Gott. Auf sein gebot Wird seine seele stille. Ihm gnügt des Vaters wille. 6. Sey unbewegt, wenn um dich her Sich ungewitter sammeln! Gott hilft, wem 2. Wer wollte dir, Herr, christen freudenleer Zu ihm nicht vertraun? Du bist des um gnade stammeln. Die schwachen stärke. Die au- zeit der qual, Die thrånen gen, welche auf dich schaun, zahl Zählt er. Er wiegt die Sehn deine wunderwerke. schmerzen, Und wälzt sie Herr, groß von rath, Und von den herzen. stark von that! Mit gnaden= vollen bånden Wirst du dein werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen. Du läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, Doch deinen trost genießen. Des frommen herz Wird frei von schmerz. Der fünder eitles dichten Pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o seele, hoff auf Gott. Der thoren trost verschwindet, Wenn der gerechte in der noth Das herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein held; Er steht, wenn jene zittern, Ein fels in ungewittern. 7. Herr, du bist meine zu: versicht. Auf dich hofft meine seele. Du weißt, was meinem glück gebricht, Wenn ich mich sorgend quâle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, Und sich im kummer fassen? 8. In deine hand befehle ich Mein wohlseyn und mein leben. Mein hoffend auge blickt auf dich. Dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, Und einst im tod Mein fels, auf den ich trauc, Bis ich dein antlitz schaue. 262. mel. Haupt voll Blut und. 1041 Der Herr ist mein vertrauen, Mein retter in der noth. Kein leid erweckt mir grauen. Dich fürcht ich nicht, o tod! Du draust mit zorn 5. Wirf nicht die große hoffnung hin, Die dir dein glaube reichet. Verflucht sind, die zu menschen fliehn, gem winke, Doch fühl ich Verflucht, wer von Gott keinen harm. Ich weiß, woweichet! Dein Heiland starb; hin ich sinke, Sink ich in Er, er erwarb, Auf seinem Gottes arm. 2. Besondere. 177 2. Der Herr ist mein ver- gut entgegen. Du führest trauen, Ein Gott, der gern ihn nach deinem rath, Und vergiebt. Ich werd, ich krdnest ihn mit segen. Wenn werd ihn schauen, Den Va- höll und tod Mit schrecken ter, der mich liebt. Den Hei- droht, Erhältst du ihn im land werd ich sehen, Der glauben; Den kann kein tod mich vom fluch befreit; Mit ihm rauben. psalmen ihn erhöhen Durch alle ewigkeit. 3. Der Herr ist mein vertrauen. Sein recht ist meine lust. Ein heiligthum ihm bauen Will ich in meiner brust. Der Herr wird dich erhören, D meiner seele flehn, Und stärke dir gewähren, Auf seinem pfad zu gehn. 4. Du selbst lehrft ihn in deinem wort: Ihm, ihm sey heil erworben. Ist nicht der Mittler, unser hort, Dein Sohn, für uns gestorben? Vertritt er nicht Uns im ge= richt, Wenn wir mit heilgem leben Ihm nachzufolgen streben? 263. Mel. Was Gott thut, das ist. 1046 Gott, du bist meine zuversicht, Und meines gei- schmerze. 5. Gieb mir, mein sohn, dein herz, sprichst du. Hier, Bater, ist mein herze, Erfüll es, Gott, mit trost und ruh, Stårt es im Freuz und Erleuchte mich, schöpfer, recht erkenne, Und würdig Vater nenne. stes stärke. Wenn menschen- Auf daß ich dich, Mein hülf in noth gebricht, Hilfft du mir, deinem werke. Wenn felbst die welt Zerbricht und fällt, Will ich doch nicht er schrecken. Du, Gott, wirst mich bedecken. 6. Laß täglich meine ſeele sich In wahrer tugend üben, Mich alle menschen brüderlich), Ja wie mich selber, lieben. Laß zum verzeihn Mich) willig seyn, Mich denen, die mich schelten, Nie haß mit haß vergelten. 7. Die Hoffnung selger ewigkeit Wollst du in mir vermehren, Und meinem geist schon in der zeit Die kunst zu sterben lehren; Das mit sich die Mein herz schon 12 2. Wo ist ein solcher Gott, wie du, Der strafen gern verschiebet, Und, felbst beim strafen, unfre ruh und glück wohlthätig liebet? Voll gnad und huld hast du geduld, Und läsfest für die schwachen Dein auge hulfreich wachen. 3. Dem fünder, der zu dir sich naht, Kömmst du mit 178 II. Tugendlieder. hier Voll wahrer inbrunst| Auch wenn es traurig um wie weihe, Und sterbend selbst mich steht. Mir geh' es, sich freue. es Gott gefällt; Es sey ihm alles heimgestellt! 264. Mel. Sey Lob und Ehr dem b. 1050 Ich hoff auf keine hülfe mehr, Herr, als von 2. Ich trau auf Gott in bösen tagen, Wenn mir gleich sturm und wetter dråut. Mein glaube läßt mich nicht verzadeinen höhen. Bei menschen gen, Wenn sich mein geist in find ich kein gehör; Gott, höre doch mein flehen! Du bist der Gott noch, der schon oft Bei meinem leiden unverhofft Mit deinem trost erschienen. Gott erfreut. Brecht, sturm und wetter, brecht herein! In Gott kann ich geruhig feyn. 2. Du bist der Gott noch, dessen macht Egyptens für sten schreckte; Der aus des todes öden nacht Den Lazarus erweckte. Herr, hilf mir! ja, ein himmlisch licht, 3. Ich trau auf Gott, wenn meine feinde Mich schmähn; und drücken sie mich oft, Dann denk ich: hab ich Gott zum freunde, So zeigt er mir wohl unvers hofft, Wie mich sein starker Das in die dunkle seele bricht, Berzschutz erhält, Wenn macht spricht mir deine hülfe. und list gleich netze stellt. 3. Mit deinem trost er= quickst du mich, Wenn mir ein leid begegnet. Herr, nimmermehr verlaß ich dich, Bis daß du mich gesegnet. Ich höre dich! mein Vater spricht: Ich bin dein schuß, dein trost, dein licht, Geh hin, mein sohn, im frieden! 265. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1052 Jch trau auf Gott in allen sachen, Und laß es gehen, wie es geht. Er weiß es dennoch gut zu machen, 4. Ich trau auf Gott, bin ich verachtet, Und lebe jama mervoll allhier. Gnug, daß mein geist nur dahin trachtet, Wo Jesus lebt, und wo er mir, Nach ausgestandner traurigkeit, Ruhm, ehre, lust und freude beut. 5. Ich trau auf Gott, wird mein vermögen Auch täglich schlecht, gering und Elein. Ich will auf ihn die forgen legen; Er fegnet, giebt und hilft allein. Wenn ich nur reich in Jesu bin, hab ich den herrlichsten gewinn. 2. Besondere. 179 6. Jch trau auf Gott, so wird verdient, und hat geduld. lang' ich lebe; Gott ist mir Er hat nicht lust an unserm heil und zuversicht. Er ists, schmerz, Wir flehn, ihm an dem ich ewig klebe, Denn bricht sein vaterherz. er verläßt mich nimmer nicht. Dies soll mein fester vorsatz seyn: Ich trau auf meinen Gott allein. 4. Die lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, Der so unendlich gütig ist? Erhabner trost, der nimmer trügt, Und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann nehmt ich dort aus seiner fülle endliche zufriedenheit. Wie er mir zugesaget hat! leite mich nach seinem rath, UnEr 7. Ich trau auf Gott in kranken tagen. Ja, winket mir sogar der tod, Will ich auch dann nicht einst verza: gen! Hilft Jesus doch aus aller noth, Und giebet mir auf kurzes leid Des himmels frohe feeligkeit. 266. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1056 Mein Herr ist Gott! ihn laß ich walten. Ich hoff auf ihn; er fennet mich. Ihm fehlts, die seinen zu erhalten, An mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine zuversicht Auf diesen fels, und wanke nicht. 267. Mel. O Gott, du frommer G. 1062 Es hilft uns unser Gott, er höret unser flehen. Wir dürfen stets getroft zu seinem throne gehen. Wann wir in demuth ihm nur klagen unsre noth, So werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Was qual ich mich? bin ich ein heide, Der ohne Gott und hoffnung ist? Herr, das ist meines herzens freude Daß du mein Gott und helfer bist. Hilf, mein erbarmer, stråke mich, Denn nichts vermag ich ohne dich. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet, Dem auch das innerste des herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlichs flehn, Das 3. Der Herr erzieht hier seine kinder Zur ewigkeit mit weiser huld. Er schont, er hat der Höchste schon von Jüchtigt viel gelinder, Als ewigkeit gefehn. 12* 180 II. Eugendlieder. 3. Es hilft uns unser Gott,| leid Nur größer durch die der alles wohl vollführet, traurigkeit. Und auf das weiseste zu aller zeit regieret. Sein herrlicher verstand sieht es am besten ein, Was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich seyn. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle macht besitzet, Dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! Ist unser leiden gleich sehr groß und mancherlei; Getroft und unverzagt, die allmacht steht uns bei! 5. Es hilft uns unser Gott, den unser jammer frånket, Der sein erbarmend herz auf unsre bitte lenket, Der, aller güte voll, die liebe selber ist, Und von dem alles heil auf uns durch Christum fließt. 268. 3. Man halt in frommer ehrfurcht stille, Und warte bei sich selbst vergnügt, Wie Gottes gnad und heilger wille Und sein' allwissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auf erwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren freudenstunden, Weiß, wenn ein glück uns nüklich sey, Und wenn er uns bewährt erfunden, Aufrichtig, ohne heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Und låsset uns viel guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner drangsalshize, Daß dich dein treuer Gott vergißt, Und daß der ihm im schooße sige, Der reich und groß und mach tig ist. Die zukunft åndert oft sehr viel, Und setzet jegli chem sein ziel. In bekannter Melodie. 1066 Wer nur den lieben, Gott låßt walten, Und hof- 6. Was sind vor Gott der fet auf ihn allezeit, Den menschen sachen? Sein stars wird er wunderbar erhalten ker arm vermag sogleich, Den In aller noth und traurigkeit. reichen klein und arm zu maz Wer Gott dem allerhöchsten| chen, Den armen aber groß traut, Der hat auf keinen und reich. Wie leicht ist es fand gebaut. bei dem gethan, Der balb erhöhn, bald stürzen kann. 2. Was helfen uns die schweren sorgen? Was hilft 7. Sing, bet und geh auf uns unser weh und ach? Was Gottes wegen, Verrichte deine hilft es, daß wir alle morgen, pflicht getreu, Trau ihm Beseufzen unser ungemach? und seinem reichen fegen, Wir machen unser kreuz und So wird er bei dir werden 2. Besondere. 181 neu! Denn wer nur seine zu- 5. Gieb, Jefu, meinem versicht Auf Gott sezt, den verläßt er nicht. herzen stille, und mache mich mit dem vergnügt, Was dein höchstweiser gnadenwille Mit mir und meinem leben fügt! Mel. Wer nur den lieben Gott. Nur nimm dich meiner feele 269. 1067 Befiehl dem Höchsten deine wege, Und mache dich von sorgen los! Vertrau 6. Indeß, mein Heil, sey dich dessen Baterpflege, Dem stets gepriesen Für alle sorgnichts zu wichtig, schwer und falt, die du mir, Schon eh groß, Das er, zu seines na-[ ich war, bereits erwiesen, mens preis, Nicht herrlich Da du mich, theurer Jesu, auszuführen weiß. dir Zu deinem eigenthum erwählt, und deinen schaafen zugezählt. an! So hab ich, was ich wünschen kann. 2. Wo du ihn nur haft rathen lassen, hat er es immer wohl gemacht. Denn was dein denken nicht kann fassen, hat er schon längst vorher bedacht. Wie dieses nun sein bedacht. Wie dieses nun ſein rath ersehn, So und nicht anders muß es gehn. 3. Wie wirst du deine le= benstage Von mancher kum= merlast befrein, Wie leicht wird dir die noth und plage In diesem jammerthale seyn, Wenn du nichts wünscheft auf der welt, Als was Gott will und ihm gefällt. 7. Dir sey auch preis und lob gegeben, Daß du mich stets mit huld umfaßt, Und hier in meinem ganzen leben So gnadenreich versorget hast. Denn was dein rathschluß reich, nuß und gut. mit mir thut, Ist alles lieb8. Dort preif' ich deiner liebe thaten Dereinst erst in vollkommenheit, Wenn mir mein ganzer wunsch gerathen, und ich in jener ewigkeit Ers fenne, wie dein weiser rath Es wohl mit mir gemeinet hat. 4. Dir wirds an keinem gute fehlen, Wenn du dein herz gewöhnst und lehrst, Nur Gottes willen zu erwählen, und deinem eignen willen wehrst. Uns täuscht nichts mehr auf dieser welt, Als eigne wahl, die uns gefällt. I verlangt allein nach dir, Ents 270. Mel. Aus tiefer Noth schrey. 1069 Herr! wie du willst, so schicks mit mir Im leben und im sterben! Mein herz 182 II. Tugendlieder. reiß mich dem verderben. Er-| immer gut für mich. Ist halte mich in deiner huld, Gott noch Gott, so bleibt Sonst, wie du willst, gieb es fest: Wohl dem, der sich mir geduld! Was du willst, ihm überläßt! ist das beste. 2. Zucht, ehr und treu, verleihe mir, Zu deinem worte liebe. Gieb, daß ich wante nie von dir, Noch deinen geist betrübe. Laß hier und dort mich selig seyn, Und was vor dir, Herr, bds ist, scheun In meinem ganzen leben. 3. Soll ich, nach deinem weisen rath, Einst von der welt abscheiden, so verleih mir deine gnad, Daß es gescheh mit freuden. Herr, feel und leib befehl ich dir, Gieb du ein seligs ende mir, Durch Jesum Christum, Amen! 271. Mel. Vom Himmel hoch da k. 1070 Ich hab mein' sach Gott heimgestellt, Der machs mit mir, wies ihm gefällt, Dient etwas mir zur seligkeit, So ists bei Gott mir schon bereit. 2. Solls aber nicht ersprießlich seyn, So geb ich meinen willen drein, Gott hat so lang gesorgt für mich, Und er bleibt unveränderlich. 3. Es geh auch noch so wunderlich, So ists doch 272. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1072 In allen meinen tha: ten Laß ich den Höchsten rathen, Der alles kann und hat! Er muß in allen dingen, Solls anders wohl gelingen, Der helfer seyn durch rath und that. 2. Was nützen uns vom morgen Bis abend alle for gen, Wenn sein gedeihn uns fehlt? Er hat uns glück und plage, Und bös' und gute tage, Eh wir noch waren zugezählt. 3. Was Gott für mich er sehen, Das soll und muß ge schehen, Ist mein bescheiden theil. Drum laß ich mir in allen, Was er mir giebt ge fallen, Und halt es für ein wahres heil. 4. Ihm trau ich in gefah ren! Er wird mich wohl be wahren, Er, der da will und kann. Such ich nur seinen willen Gehorsam zu erfüllen, So nimmt er selbst sich meis ner an. 5. Er laffe meine fünden Vor ihn vergebung finden, Durchstreiche meine schuld! Und wenn ich zu ihm schreie, 2. Besondere. 183 So schenkt er mir aufs neue,| unser tempel schall von deiner In Christo seine vaterhuld. ehre! Auch unser dank und unsers geistes flehen Soll dich erhöhen. 6. Leg ich zum schlaf mich nieder, Weckt mich der morgen wieder zu meines le= bens pflicht. Frr ich auf finstern wegen, Eil ich dem freuz entgegen. So sey sein wort mein trost und licht. 7. Schein ich von ihm verlassen, So will ich mich doch fassent, Und seiner hülfe traun. Und, wenn ich auf der erde Nicht groß und glücklich werde, Voll glauben in die zukunft schaun. Mel. Herzliebster Jesu, was h. 1077 Dies ist der tag, zum segen eingeweihet, Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. laß auch mich mit freuden vor dich treten, Dich anzubeten! 3. Wie freu ich mich, die ståte zu begrüßen, Wo dürstenden des lebens båche flies ßen, Und wo dein heil von der erlösten zungen Frei wird besungen. 8. Ihm hab ich mich er5. Mit andacht will ich, geben, zu sterben und zu le- Höchster, vor dich treten. Ich ben, Wie und wenn er ge- weiß, du liebst, die kindlich beut! Ich lebe oder sterbe, zu dir beten. Der thoren So bleibt mein theil und erbe glück, die sich der fünde freuen, Des himmels ganze seligkeit. Wirst du zerstreuen. 9. So sey nun, seele, stille! Dein ruhm sey dessen wille, Der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vaz ter in der höhe Der weiß zu allen sachen rath. 273. 2. Dich rühmt der lobgefang der himmelsheere! Auch 4. Vergebens lock die welt zu ihren freuden. Mein geist soll sich auf Gottes auen weis den. Sein heilges wort, das seine bothen lehren, Das will ich hören. 6. laß auch heute deinen Geist mich lehren, Wom weg, der dir mißfällt, mich daß meine ganze feele Zum abzukehren. Regiere mich, trost dich wähle. 7. Dein tag sey mir ein denkmal deiner gåte. Er bring mir heil, und lenke mein gemůthe Auf jenen troft, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du todesüberwinder, Der du an diesem tag, zum heil der fünder, Die, fern von Gott, 184 II. Tugendlieder. in todesschatten saßen, Dein| deiner weisheit üben, Mich grab verlassen. vorbereiten dich zu sehn; Dich, von der sünde ganz befreit, Jm site deiner herrlichkeit. 9. Dein siegstag ist ein tag des heils der erden. Als sabbath muß er mir stets heilig werden! Lob sey, Erldser, deinem großen namen Auf ewig, amen. 274. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1079 Ich hoff auf Gott, was kann mir schaden? Ach lautre, Gott, mich! lautre mich! Bewahre mich auf deinen pfaden, Daß keinen ich mehr fürcht als dich; Daß ich, dir ganz geweiht und treu, Versichert deiner gute sen! 2. Vereint mit Gottes wahren kindern, Will ich der bösen umgang fliehn, Will fichern und vermeßnen fundern, Will ihrer freundschaft mich entziehn. Ich haß ihr frevelndes geschwätz, Ihr låstern wider dein gesetz. 3. Wo deine frommen dir lobsingen, Wo sie vor deinem Sohn, dem Herrn, Die opfer ihres dankes bringen, Da, wo du wohnest, bin ich gern! Da opfr' ich dir gebet und dank, Da schalle dir mein lobgesang! 4. Da will ich lernen, dich zu lieben, Da deine wunder zu verstehn; Mein Herz in 275. Mel. Vom Himmel hoch da k. 1080 Jhr volker, jauchzt mit frohem schall Dem Gott der götter überall! Frohlockt ihm mit gerührter brust, Jhm dienen sey stets unsre luft! 2. Nur er ist Gott, nur seine macht hat uns aus nichts hervorgebracht. Wir sind sein werk, sein erb und gut, Und schaafe seiner weid und hut. 3. Geht dankend in sein heiligthum, Erhebet feines namens ruhm! Ja stellet euch ihm ganz und gar Zum reinen opfer lobend dar. 4. Er, der sich nicht vers leugnen kann, Nimmt, die ihn suchen, freundlich an, O glaubet, daß er ewig treu, Ja, daß er selbst die Wahrheit sey! 276. In voriger Melodie, 1081 Gott, du bist mein preis und ruhm, Mein herz sey ganz dein eigenthum! Laß mir den sabbath heilig seyn, Laß mich ihn deinem dienste weihn. 2. Besondere. 185 2. Gieb, daß ich mein ehren ernst beweist! Du hörst gemüth bewahr, Wenn ich sein lob und seine bitte, Und mit deiner christenschaar zu stärkst mit neuer kraft den deines hauses ståtte geh, Daß geist, Daß er auf deiner ich mit ehrfurcht vor dir steh. wahrheit bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir gegenwårtig seyst, Damit ich deines wortes lehr Mit andacht und mit nußen hör. 4. Druck alles tief ins herz hinein, Und laß mich nicht bloß hörer seyn. Steh mir mit deiner gnade bei, Daß ich des wortes thåter sey. 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem segen feiern mag. vor dem geist der welt, Die deinen tag verächtlich hält. 4. Gott, laß auch mir dein antlitz scheinen! Dein Bewahr mich sabbath bring auch mir ges winn, Wenn andachtsvoll ich mit den deinen Vor dir an heilger ståtte bin. Laß dir das lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes opfer seyn. 6. Doch laß mich nicht das bei bestehn, Dich nur am fabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze lebenszeit Sey deinem dienst und ruhm geweiht! 5. Ja, du bist sonn und schild den frommen. Du, Herr, giebst ihnen gnad und ehr. Und wer nur erst zu dir gekommen, Dem fehlt das wahre glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du Herr, die ståtte, Da deines fest. Wohl dem, der sich namens ehre wohnt! Ogieb, auf dich verläßt. 277. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1082 Wie lieblich ist doch, 3. Dein wort bleibt nies mals ohne segen, Wenn mans nur recht zu herzen nimmt. Es giebt uns troft auf trübsalswegen, Die du zu unserm heil bestimmt. Es giebt im kampf uns muth und kraft, Und ist ein schwerdt, das sieg verschafft. daß ich sie gern betrete, Weil da dein segen die belohnt, Die deines Und dir des herzens andacht weihn. 278, wortes sich erfreun, Mel. Liebster Jesu, wir sind b. 1083 Herr, vor deinem angesicht hat die andacht uns versammelt. Ach verwirf die bitte nicht, Die dein volk, 2. Wohl dem, der dich in deiner hütte, Gott, zu ver 186 II. Tugendlieder. dir, Höchster, stammelt! Hdr 3. Wie sollt' ich denn nicht auf unsre schwachen lieder, von dir bitten, Was meiner Und sieh gnådig auf uns seele wunsch begehrt? Vor nieder. dir, o Gott! sein herz auß2. Laß das wort, das hier schütten, Wenn noth und erschallt, Unsern widerstand kummer uns beschwert, Be= bezwingen, Und mit gött- sänftigt unsrer seelen schmerz, licher gewalt Tief in unsre Und öffnet deinem trost das herzen dringen. Laß es un herz. sern sinn, erneuen, Und des irrthums nacht zerstreuen. 4. Sollt ich nicht dank und ruhm dir bringen, Wenn mich ein wahres glück erfreut? Dir, allerhöchster, dir lobsin 3. Daß, von eifer ganz entbrannt, Wir, was du befohlen, üben, Dich, und den, gen, Ist gut, ist für uns den du gesandt, Jesum Chri- seligkeit, Und fläßt uns wahstum, herzlich lieben; Daß ren eifer ein, In deinem kein schmerz und keine freude dienste treu zu seyn. Uns von dieser liebe scheide. 279. 5. Du hörst es, Gott, mit wohlgefallen, Wenn deine kinder zu dir flehn, Verschmåheft nicht ihr schwaches lfallen, höhn. Du ehrst den wieder, Wenn sie lobsingend dich ers der dich ehrt, Und hörest den, der dich, Gott, hört. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1089 Von dir kömmt jede gute gabe, Nur du, mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, 6. Mit segen uns zu über Zu meinem wahren wohl erschütten, Bist du, o Vater, freun. Mein leben und mein stets bereit. Was wir nach glück beruht Allein auf dich, deinem willen bitten, Giebst du höchstes Gut! du uns aus barmherzigkeit, Und wer dir dankt, dem stromest du Beständig neuen ſe gen zu. 2. Umsonst ist alle meine mühe, Wenn sie dein segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ångstlich fliche, Wird doch von mir nicht abgelehnt, Wenn vor dem übel, das mich schreckt, Dein machtger schuß mich nicht bedeckt. 7. So will ich denn zu deinem throne Oft im gebet mich findlich nahn! Nimm, Vater, nimm in deinemSohne Der andacht opfer gnädig an! Dein Geist regiere mei 2. Besondere. nen geist, Daß er dich, bes tend, würdig preist. 280. Mel. Nun danket alle Gott. 1090 Wohlauf, mein herz! wohlauf, ein opfer Gott zu bringen! Laß seufzer und ge= bet zu ihm gen himmel dringen! Weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn Ganz freudig treten kannst vor seinen gnaden thron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten, Dein Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten, Der werthe Tröster flößt den trieb zum beten ein, Drum muß dein seufzen auch gewiß erhöret seyn. 3. Da siehst du Gottes herz, das kann dir nichts versagen. Sein wort, sein treues wort vertreibt ja alles zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine vaterhand Noch geben, die von dir schon so viel noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in deines Jesu namen! Sprich: lieber Vater, hilf! ich bin dein kind, sprich amen! Ich weiß, es wird geschehn, dein Herz verläßt mich nicht! Du weißt, du willst, du kannst thun, was dein wort verspricht! 187 281. In bekannter Melodie. 1096 Auf, jauchzet Gott! auf, alle welt! Daßß ihr zu will ja, christen, eure pflicht, seinem dienst euch stellt, Das Kommt vor sein antlik! saumet nicht! 2. Erkennt, nur Gott sey unser Herr; Denn er erschuf uns, sich zur ehr, Und nicht wir selber; jeder hat Sein leben nur durch Gottes gnad. bedacht, zu seinem eigens 3. Er hat uns väterlich thum gemacht, zu schafen, die er nåhrt und pflegt, Schůzt, und in seinen armen trågt. 4. Die ihr begehrt des Herrn zu seyn, Kommt, geht zu seinem tempel ein! Von seines großen namens ruhm Erschall sein ganzes heiligthum! 5. Der Herr sey euer lobgesang! Mit reinem herzen opfert dank! Lobsingt und danket alleſammt! Gott preisen ist ja unser amt. 6. Er ist voll gut und freundlichkeit, Voll lieb und treu zu jeder zeit; Denn seine gnad erquickt uns hier, Und währet dort auch für und für. 188 II. Tugendlieder. 282. Mel. Unser Vater im Himmelr. 1101 Lobfingt, ihr volker, allzugleich Dem wahren Gott im himmelreich)! Denn seine gute reicht so weit, Als seine macht und herrlichkeit, und seine wahrheit wird bestehn, Wenn erd und himmel uns tergehn. 283, Mel. Allein Gott in der Höh. 1104 Stimmt unserm Gott ein loblied an, Mit freudigem gemüthe, Es rühm und preise, wer da kann, Den geber aller güte. Er macht uns frei von aller noth; Drum lobet ihn, drum lobet Gott, Und danket seinem namen. 4. Lobt Gott, er giebt uns seinen Sohn, Der selbst für uns gestorben, Der uns die ewge lebenskron Durch seinen tob erworben, Der frieden hat mit Gott gemacht, Und seinen ganzen rath vollbracht. Drum danket seinem namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den glauben angezündet, Und seinen beistand uns verheißt, Wenn er uns treu befindet, Der uns stets durch sein wort regiert, Und auf den weg des lebens führt. Drum danket seinem namen. 6. Lobt Gott, er hat dies gute werk Selbst in uns ans gefangen, Vollbringt es auch, giebt kraft und stårk, Das 2. Lobt Gott, und rühmet kleinod zu erlangen, Das er allezeit Die großen wun- am ziel uns vorgestellt, Und derwerke, Die majestät und das den himmel in sich hålt. herrlichkeit, Die weisheit, kraft und stårke, Die er beweist in aller welt, Indem er alle ding erhålt. Drum danket seinem namen. Drum danket seinem namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, Ihr engel und ihr thronen! Es loben Gott mit heller stimm, Die hier auf erden wohnen! Lobt Gott, und preist ihn früh und spat; Ja alles, was nur odem hat, Das danke seinem namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Der seele, leib und leben Aus väterlicher huld und gnad Uns allen hat gegeben, Der uns durch seinen engel schůzt, Der taglich schenket, was uns nůzt! 1108 Gieb mir das wolDrum danket seinem namen. len und vollbringen, O Vas 284, Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Besondere. 189 ter aller gåtigkeit; Und mache| 6. Mein Jesus ist mir vors mich vor allen dingen, Durch gegangen, Der deinen wildeinen guten Geist bereit, len gerne that. Will ich nun Daß meinem herzen nur ge- mit dem namen prangen, fällt, Was mir dein wille Den er mir selbst gegeben vorgestellt! hat, So muß ich auch darauf beruhn, Und deinen willen willig thun. 2. Du hast mir deinen guten willen In deinem worte gnug erklärt. Ach könnt ich den nur recht erfüllen! So wår ich dir auch lieb und werth. Nun aber fehlt mir noch sehr viel, Ich bin noch weit vom rechten ziel. 285. mel. Ich ruf zu dir, Herr J. 1112 Mein Heiland, wenn du von mir weichst, Was hilfts mir, seyn geboren? Wenn du mir deine lieb entzeuchst, Ist jeder wunsch verloren. So wirks, daß ich mich dir ergeb, Daß ich dich mit verlangen Mög umfangen, Und ernstlich mich bestreb, Dir ewig anzuhangen. 2. Du hast mich je und je geliebt, Und so zu dir ge= zogen. Eh ich noch etwas guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler hort, Mich deiz ne liebe leiten, und begleiten, Daß sie mich immerfort Entflamm, für dich zu streiten. 5. Drum gieb, daß ich stets deinem willen Mich kindlich unterwerfen mag! Und kann ich alles nicht erfüllen, So siehe meiner schwachheit nach, Und habe führen. Laß sie mich allzeit du, aus großer huld, Mit guten rath und gute werke 3. Laß meinen stand, da rin ich steh, Herr, deine liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh, Mich bald zu rechte meinen fehlern auch geduld! lehren, Steuren, wehren eigenwille steht im eigenwille steht im 3. Mein 3. Mein wege, Daß ich nicht will, was dir gefällt. Indem ich das zu wollen pflege, Was welt und fleisch für rathsam hålt. Des menschen wille bleibt verkehrt, Der oft für segen fluch begehrt. 4. Dein wille, Vater, aber heischet Nur das, was gut und nützlich ist, Und wer nur nicht sich selber tauschet, Erfährt zuletzt, wie gut du bist, Wie denen glück und freude blühn, Die nicht von deinen wegen fliehn. II. Tugendlieder. 190 Der sund und missethat, In allem dich zu ehren. 4. Laß sie seyn meine freud in leid, In schwachheit mein vermogen, Und wenn ich nach vollbrachter zeit Mich soll zur ruhe legen, Alsdann laß deine lieb und tren Mich, o Herr Jesu, sehen, Mir beistehen, Daß ich getrost und frei Mög in dein reich eingehen. 286. Mel. Nun danket alle Gott. 1113 Mein Jesus liebet mich, wie könnt' ich ihn denn haffen? Sein lieben hört nicht auf, wie sollt ich ihn verlas sen? Ich ließ ja in den bund mit ihm mich freudig ein; Drum soll er stets mir lieb, er soll mir alles seyu! 2. Als ich fein feind noch war, ist er für mich gestorben, und hat durch seinen tod das leben mir erworben. Was mir unmöglich war, hat er für mich gethan, Ob ichs gleich ewiglich, ihm nicht vergelten kann. 3. Er hatte mich erlös't, doch liebt ich noch die sünden. 7 4. Die fünde drückte mich, ich war mit angst umfangen. Er ließ mich ruh und rast in seinem blut erlangen. So spricht er mich auch noch von allen fehlern frei, Und steht mir jederzeit in der versuchung bei. 5. Ihm darf ich meine noth zu allen zeiten klagen. Ihm sag ich, was ich sonst nicht durfte jemand sagen. Er sieht und hört mich an mit lieb und freundlichkeit, Und wann mirs nützlich ist, hilft er mir allezeit. 6. Zuweilen ist zwar auch sein angesicht verborgen, Und wird alsdann mein herz um ringt mit furcht und sorgen. Jedoch es währt nicht lang, er hört gar bald mein flehn, Und giebt, daß ich ihn kann mit freuden wieder sehn. 7. Kommt dann auf diefer welt daß ende meiner tage, So machet er mich frei von aller noth und plage, So führet er mich ein zu der vollkommenheit, Zur freude nach dem leid, zur selgen ewigkeit. 8. Laß seyn, daß dieser leib zu staub und asche werde! Ich wollte mich noch nicht Will doch mein Jesus ihn er zu seiner heerde finden. Al- wecken aus der erde. Da soll lein der treue hirt ging mir er, schön verklärt, in seinen so lange nach, Bis daß sein liebesruf mein hartes herze brach. himmel gehn. Ach war die stunde da! ach möcht es bald geschehn! 2. Besondere. 287. Mel. Lobet Gott ihr Christen. 1115 Wohl dem, der Jefu Chrifto treu An seiner lehre hålt, Voll abscheu an der spotterei und an der luft der welt. 2. Der durch das evanges lium Erleuchtet, Gott sich weiht, Durch ihn gerecht, und durch den ruhm Der wahren heiligkeit. 3. Er ist dem baum am bache gleich, Der tiefe wurzel schlägt, Grün, schattend, und an früchten reich, Durch feinen sturm bewegt. 4. Zu sterben, zittert er nur nicht, Und nicht, einst aufzustehn. Sein freudig herz begehrt das licht, Das nie verlöscht, zu sehn. 5. Nicht so sind die, die Jesum schmähn, Sie, jedes schreckens raub. Kein sturm, ein hauch der luft darf wehn, So zittern sie, wie laub. 191 tet, kann Verderben bis zur hölle! schaut Den nahen råcher an. 8. Denn ihr gewiffen rufet laut: Der, deß ihr spot288. Mel. Nun freut euch, lieben. 1116 Die erd ist Jesus Christi, sein, Wer auf der erde wohnet! Deß müsse sich die erde freun, Wer auf der erde wohnet! Er schuf, er reta tete die welt. Er trågt, er ſegnet, er erhålt Die welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der erde, wer gehört Zum volke der erlösten? Wer darf, des hohen segens werth, Sich seiner herrschaft trosten? Der, der zu dir, o Mittler, sich Bekehrt, und gläubig wird, und dich Zu seinem Herrn erwählet. 3. Und wer, in deinem blute rein, Der unschuld sich befleißet, Wagt, sich vom wahne zu befreyn, Der nur den lüften gleißet, Wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, Sich keine missethat erlaubt, Nie bricht den bund der gnade 6. Der lüste flüchtigen genuß, Worüber sie sich freun, Verfolgen ekel und verdruß Und später reue pein. 4. Ber, auch unringt 7. Wie zittern sie, zu ster- mit leiden, gern Erfüllet ben! wie Vom tode zu er- sein verlangen, Der wird den stehn! Nicht sterben, oder sterben sie, So möchten sie vergehn. segen seines Herrn im vollen maaß empfangen! Den macht er seiner herrschaft werth, Der ist sein erbe, der gehört Zum volke der erlösten. 192 II. Zugendlieder. 5. Kommt fünder, kom-| ging wohlthun mit. Dein met in sein reich! Macht weit wort, dein werk und jeden der herzen thüren! Empfangt schritt Begleitete erbarmen. den König! er will euch Auch Du übernahmst die schwere segnen, auch regieren. Wer, pein, Uns vom verderben zu fragt ihr, ist der Herr? der befrein, Und starbst zum heil Sohn! Der himmel himmel uns armen. ist sein thron, Der erdkreis feine fußbank. 3. Auch jezt noch auf der himmel thron Bist du das heil der fünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, Ein freund der menschenkinder. Du schaffst den deinen wahre ruh, Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten. Du hörst der seuf zenden gebet, Und brauchest deine Majestät, Nur segen auszubreiten. 6. Kommt willig, willig in sein reich! Macht weit der herzen thüren! Empfangt den König! er will euch Auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König sey? Der Sohn, der, seinem bunde treu, Den himmel giebt den seinen. 289. 4. O laß in meiner pilgerMel. An Wasserflüssen Babyl. schaft Mich auf dein vorbild 1119 Der du die liebe fel- sehen! Erfülle mich mit lust ber bist, Und gern uns men- und kraft, Dem nächsten bei schen segnest, Ja selbst dem, zustehen, Betrübter herzen der dein feind noch ist, Mit trost zu seyn, Mich mit den wohlthun doch begegnest! fröhlichen zu freun, Mit weibilde meinen sinn nach dir, nenden zu klagen. Laß mich Und laß mich doch, mein dem, der sein herz mir weiht, Heiland, hier, Wie du ge- Ein herz voll frommer redwandelt, wandeln! Die könlichkeit Und treue nicht ver nen keine christen seyn, Die sagen. sich nicht andrer wohlfahrt freun, Die menschenfeindlich handeln. 5. Laß mich mit brüderlicher hnld Den straucheln den erwecken, Durch sanfts muth, mitleid und geduld Des nächsten fehler decken. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen fegen, Dir folgten lieb und Mein antlitz sey nicht fürchterlich, Und meine seele neige freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, sich Zu des bedrängten flehen! 2. Besondere. 193 So wird mich in der bessern 5. Gieb, daß ich wahre welt, Die nur beglückte in sich hålt, Der liebe lohn erhöhen. demuth üb, Den nächsten auch mit sanftmuth lieb', Dein joch beständig trage, Für meine seel hier ruh erlang, Und dort die ehrenkron empfang Um ende meiner tage. 290. Mel. Kommt her zu mir, spr. 1120 Kommt her, spricht Jesus, kommt zu mir, Und fürchtet euch nur nicht, die ihr Mit sünden seyd beladen! Kommt her, ich bin der gute Hirt, Der euer herz erquicken wird; Kein übel soll euch schaden. 291. Mel. Machs mit mir, Gott. 1121 Welch hohes beiz spiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein leben! Sollt ich nicht gern und mit begier Dir nachzuahmen streden du betratst, Auch gehn ben? Und nicht den weg, euch mein joch, Seht nur und das thun, was du thatst? auf mich, und lernet doch, Wie ihr euch sollt erzeigen, Seyd stets sanftmüthig, wie 2. Nehmt in geduld auf heiligkeit, So rein, wie deine 2. Dein herz war voller ich bin, Liebt demuth, laßt lehre; Dein thun, lieb und nicht euren sinn In hoffart sich versteigen. rechtschaffenheit, Dein entzweck, Gottes ehre; Für uns allhier zufriedenheit und dort einst ewge seligkeit. 3. So werdet ihr, was euch gebricht, Für eure seele trost und licht, Ruh und erquikkung finden. Mein joch ist fanft, leicht ist die last. Wer sie geduldig auf sich faßt, Dem helf ich überwinden. 4. Ich komm zu dir, o Jesu Christ, Der du der tugend muster bist, Laß mich dich stets betrachten, Daß ich mich selbst, und was die welt Mir fündliches vor augen stellt, Beständig mög| verachten! 3. Darum entäußertest du dich, Und stiegst vom himmel nieder, Wardst mensch, ein armer mensch, wie ich und meiner schwachheit brůder; Der bosheit raub, der leute spott, In deinem wandel gleich wie Gott. 4. In knechtsgestalt er= schienest du, Um uns zu herrn zu machen; Den kranken gabst du trost und ruh, Und warst stark in den schwachen; Du trugst die leiden mit ge13 194 II. Tugendlieder. duld, Und trugst sie sonder| Ihm will ich mich ergeben eigne schuld. Fm tod und auch im leben. 5. Ein opfer unsrer missethat, Liebst du uns doch als freunde, Erfüllst für uns des Vaters rath, Und bittest selbst für feinde, Du starbst, gehorsam bis zum tod, Und ehrtest auch im tode Gott. 6. Dies große beispiel hast du mir Zur richtschnur hinterlassen, Daß ich gesinnet sen gleich dir, In meinem thun und lassen. Komm, sprichst du, nimm dein kreuz auf dich, Komm, folge mir, und thu wie ich. 7. Ich komme, Herr! gieb kraft und licht, Daß ich mein heil erkenne, Dein wahrer jünger sen, und nicht mich fälschlich nur so nenne; Damit ich deinem beispiel treu, Auch andern selbst ein beispiel sey. 292. In bekannter Melodie. 1122 Auf meinen lieben Gott Trau ich in angst und noth, Der kann und wird mich retten Aus trübsal angst und nöthen, Mein unglück wird er wenden, Stehts nicht in seinen hånden? 3. Nimmt denn der tod mich hin, So ist er mein ge winn, Und Christus ist mein Leben, Dem hab ich mich ers geben. Ich sterb heut oder morgen, Mein' seel' wird Gott versorgen. 4. Du, mein Herr Jesu Christ! Der du so willig bist Für mich am kreuz gestorben, Haft mir das heil erworben, Und auf dies kurze leiden. Deß himmels ewge freuden. 5. Amen! ich harre ihr, Du schenkst sie einst auch mir! Gedenk an dein versprechen! Wie könntest du es brechen? O nein! auf deinen namen Trotz ich, und spreche amen. 293. Mel. Jesu meine Freude. 1123 Jesus ist mein hirte! Als ich mich verirrte, ch verlornes schaaf, Kam er mir entgegen, Eh auf meinen we gen mich ein unfall traf. Siech war ich; Doch er trug mich zu der heerde voll er barmen, Selbst auf seinen armen. 2. Ob mich mein sünd anficht, Darum verzag ich nicht. Auf Chriftum will ich bauen, 2. Jesus war mein leben, Will mir alles geben, Was das herz erfreut. Keine wahre freude Mangelt seiner weide, Keine feligkeit. Voll und hell Und ihm allein vertrauen, Ist auch sein quell, Der mich 2. Besondere. wenn ein kreuz mich drucket, Stärket und erquicket. 3. Er, daß ich nicht falle, Hålt mich, und ich walle Sicher seine bahn. Folgsam seinen rechten, Stößt in fin: stern nachten Nie mein fußtritt an. Schreckt und droht Mir selbst der tod, Du, wenn furcht und angst mich schrekten, Bist mein stab und stecken. 4. Jch, bei meinem Freunde, Fürchte keine feinde! Ich von ihm beschůzt! Darb ich, er hat gaben, Giebt mir, mich zu laben, Was mir nůzt. Trost und lust Durch strömt die brust; Denn ich bete nie vergebens Zu dem Herrn des lebens. 5. Seine lieb und gnade Folgt mir auf dem pfade Seines beispiels hier. Wenn ich ihn vollende, Reichet er am ende Seine frone mir.. Ich, verneut Zur seligkeit, Bin dann ewig mit den from men Herrlich und vollkommein. 294. Mel. Wend ab deinen Zorn, 1124 Nach dir verlangt, o Mittler, meine seele, Mein Gott, den ich zum heile mir erwähle. Dir zur verklärung kamst du, Herr, vom bösen Mich zu erlösen. 195 2. Daß, Heiland, die, die mich verderben wollen, Sich meines falles nicht erfreuen sollen, Das hoff ich mit dem freudigsten gemüthe Von deiner gute! 3. Ben hat noch sein ver traun zu dir gereuet? Wen, der dich anrief, hast du nicht erfreuet? Ach! deine menschen machst du gern aus sündern Zu Göttes kindern! uns! und nicht vergebens. 4. Du heißest: Gott mit Ach führe mich, mein heil, den weg des lebens! Du kennst allein den weg zum Bater, zeigė Mir diese steige! 5. Gedenke nicht als Richter meiner fünden, Laß mein geangstigt herz vergebung fine den! Du bist das Lamm von anbeginn erwürget, Für uns verbürget! 6. Du bist so gut, so treu, so voll erbarmen, Und lockst mit freundlich ausgestreckten armen Zu dir die sünder, in den tod gegeben, Damit sie leben. 7. Du bist vom himmel, Herr, zu uns gekommen, Der fünder heil zu seyn, nicht nur der frommen, Und hast, daß glaubige dein blut entfündigt, Uns selbst verkündigt. 13# 196 II. Tugendlieder. 8. Ach gingen wir nur dei- du bist! Trok dem, der mich nes bundes pfade! Denn alle verletze! deine wege sind voll gnade, Sind licht, und führen,( gieb, daß ich sie walle!) Zum leben alle. 9. auch gnade finden, und mache mich auch rein von meinen funden. Ach sie sind groß, doch größer, als mein schade, Ist deine gnade. 1 Dem höllenheer Und aller 2. Und wenns gleich war welt zuwider; Was acht ich ihr? Herr Christ! mit dir Schlag ich sie alle nieder. hab ich nur dich, Mein heil, um mich, Und bin bei dir in gnaden, So kann fürwahr Mir ganz und gar nicht tod, nicht teufel schaden. 295. 3. Dein trist ist mich Ganz Mel. Was mein Gott will. ficherlich, Denn du kannst 1126 Wer Gott vertraut, mir wohl geben, Was mir Hat wohl gebaut Im him- ist noth, Du, treuer Gott, mel und auf erden. Wer Hier und in jenem leben. Gieb sich verläßt Auf Jesum Christ, wahre reu, Mein Herz erneu, Dem muß der himmel werden. Errette leib und seele. Ach Darum auf dich Und Jesum hdre, Herr, Dieß mein be ich All meine Hoffnung setze. gehr, Daß meine bitt nicht Herr Jesu Chrift, Mein troft fehle. b) Pflichten gegen sich selbst. 296. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Ich bin ein werk von deinen hånden, Du schufst mich, Gott, zu deinem preis. 1127 Wer bin ich? welche Dazu mein leben anzuwen wichtge frage! Gott, lehre den, Das ist dein väterlich fie mich recht verstehn. Gieb, geheiß. Doch leb ich als daß ich mir die wahrheit sage, dein eigenthum, Auch, wie Um mich), so wie ich bin, zu ich soll, zu deinem ruhm? sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 3. Ich bin ein chrift, nach dem bekenntniß, Doch bin iche, Herr, auch in der that? öffne du mir mein verstånd 2. Besondere. niß, Recht einzusehn, ob ich den pfad, Den Jesus mir gewiesen, geh? Und ob ich auch im glauben steh? 4. Du kennest unsers herzens tiefen, Die uns selbst unergründlich sind, Drum laß mich oft und ernstlich průfen, Wie ich, mein Gott, vor dir gefinnt. Befreie mich vom falschen wahn, Der auch den klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß und doch perborgen Und unbekannt sich selbst noch bleibt, Wie will der für sein bestes sorgen? Was ist, daß den zur beffrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist verstand, Drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Mein Vater! das entdecke mir. Hab ich der wahrheit weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier. Ach, leite mich mit deinem licht, So tauschen mich verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten wege, Der mich zum ewgen leben führt, So bringe mich zurück vom stege, Der ins verderben sich verliert. Gieb mir zur bessrung lust und kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier 197 war, Und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin spaz ren, Wo reue nichts mehr helfen kann. Herr, mache mich schon hier recht klug, Und frei vom schnöden selbstbetrug. 297. Mel. In allen meinen Thaten. 1132 Was ich nur gutes habe, Ist deine milde gabe, Du Vater alles lichts. Mein daseyn und mein leben Ward mir von dir gegeben, Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl verstand, als fråfte, Zum nüßlichen ge= schäfte, hab ich aus deiner huld. Dein ists, wenn gute thaten Dem vorsatz wohl gerathen. An fehlern bin allein ich schuld. 3. Das glück, deß ich mich freue, Wer schafft mirs? deine treue, Du Herr der gan= zen welt. Du ordnest unsre tage, Jhr glück und ihre plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der, huld, die ich befinge, 198 II. Tugendlieder Und werd' es ewig seyn. Dziele führen. Olaß mich nicht laß michs nie vergessen, So durch eigne schuld Das heil, werd ich nicht vermessen Der das deine vaterhuld Ihr zueigenliebe weihrauch streun.gedacht, verlieren. 6. Das nüslich anzuwens 5. Mit dir, o Gott, ver: den, Was du mit Bater- eint zu seyn, Mich ewig deis hånden Mir gütig zugewandt, ner huld zu freun, Und dich Dein treuer knecht zu werden, zum trost zu wählen; Das Das sey mein fleiß auf erden! sey mein fleiß und höchster Dazu gieb demuth und ver- zweck! Laß mich dazu den stand! rechten weg Auß leichtsinn nie verfehlen. 298. Mel. Kommt her zu mir, spr. 1136 Herr, meiner seele großen werth, Den mir dein theures wort erklärt, Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet! Du schuft sie, Gott, dein bild zu seyn, Und hast, vom fluch sie zu befrein, Selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze zeit, Beſtimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit, zu größerer vollkommenheit Im himmel reif zu werden. 4. Mit großer treue willst du sie Selbst durch des lebens kurze můh Zu diesem 6. Wer böse ist, bleibt nicht por dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir Ein herz das sünden hasset, Daß seine schuld vor dir bereut, Und das zu deiner gütigkeit Durch) Christum hoffnung faffet. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb! Und was ich hier im fleisch noch leb, Laß mich im glauben leben Un dich, Sohn Gottes, der du mich So hoch geliebet hast, und dich Für mich dahin gege ben. 8. In meiner ganzen pil grimmschaft Laß mich, ge stårkt durch deine kraft, Nach jenem kleinod trachten, Das mir dein ruf vor augen stellt, Und alle leiden dieser welt Wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht seyn! Schon hier wird dann mein herz sich freun, In dir, Gott, ruhig leben. Und du wirst, nach vollbrach 2. Besondere. 199 ter zeit, Auch mich gewiß| lem, was sie in sich hält, zur herrlichkeit In deinem reich erheben. Mir deine gnad ersetzen? 299, Mel. Sey Lob und Ehr dem. 1137 Nach meiner feelen seligkeit Laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze gnadenzeit In sicher heit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. 2, Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man nicht mehr fund'gen kann, Gott um erbarmung flehen, Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o Gott, dein un terricht In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur heiligung. Drum laß auch, hier auf erden, Des geistes wahre besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den trieb. Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, Daß ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewonn' ich auch die ganze welt mit allen ihren freuden, Und sollte das, was dir gefällt, Gott, darůbermeiden; Was hülfe mirs? kann auch die welt, Mit al5. Was führt mich zur zus friedenheit Schon hier in diesem leben? Was kann mir trost und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht men= schengunst, nicht irdisch glück; Nur Gottes gnade, und der blick Auf jenes les bens freuden, 6. Nach diesem kleinod, Herr, laß mich Vor allen dingen trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh, Und im gericht dereinst besteh, Sey meine größte sorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschützest, Und mich zur treu in dieser pflicht Mit kräften unterstützest? O stärke mich, mein Gott, dazu, So find ich hier schon wahre ruh, Und dort das ewge leben. 300. Mel. Aus meines Herzens Gr. 1141 Wem weisheit fehlt, der bitte Von Gott, der weißheit hat. Er leitet unfre schritte Durch seines Geistes rath. Wer ruft zu ihm hinauf, Dem nicht der Herr ge= währet, Was er von ihm begebret? Er giebt und rückts nicht auf. 200 II. Tugendlieder. 2. Gieb, Vater meiner| wuth. Wie leicht, wenn bo våter, Mir einen weisen sinn! ser lust Empörung in mir Du giebst die übertreter In wüthet, Ruht, wenn dein ihrem sinn dahin. Ich aber wink gebietet, Der aufruhr wünsche mir Ein herz, das dich nur liebe, Gern, was du forderst, übe, Das wünsch ich mir von dir. meiner brust. 3. Der leib beschwert die feele! Wie leicht verirr ich mich, Wenn ich mein glück mir wähle, Erleuchtet nicht durch dich. Durch jeden schein verführt, Wähl ich mir falsche güter, Wenn, meines lebens hüter, Mich nicht dein rath regiert. 7. Ach lenke du mein leben! Dir sey es ganz geweiht! Mein einziges bestreben Sey, was dein rath gebeut! Dann bin ich weis' und klug, Dann thu ich recht auf erden, Dann werd ich selig werden, Dann hab ich, Gott, genug. 301. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1149 Was ist mein zeit4. Kaum treff ich, was lich leben, Das du mir, Gott, auf erden mir gut und heil- gegeben? Ein unschätzbares sam ist. Wie kann ich selig gut. Du gabst mirs, hier werden, Wenn du mein licht auf erden Zum himmel reif nicht bist? Regierst du nicht zu werden, Worauf mein dein kind, So wirds ein über wahres glück beruht. treter, Da meines heils verråther Selbst meine finne find. 2. Hier wird die saat ges freuet, Dort årndtet man erfreuet Der tugend früchte ein. Je långer ich hier wandle, Vor dir rechtschaffen handle, Je größer wird mein glück dort seyn. 5. Du, Herr, regierst und lenkest Solch eine große welt! Geschicht nicht, was du denkest? Nicht, was dir wohlgefällt? Wenn überschritt ihr gleis Die sonne, die du schufest, Was ehrt nicht, wenn du rufest, Gleich willig dein geheiß? 3. Sollt ich dies glück mir rauben? D Herr, laß mir im glauben Der künftgen årndtezeit, Mein leben hier auf erden So werth und wichtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut. 6. Wenn deine meere to ben, Und du gebeutst nur: ruht! Hast kaum die hand 4. Mir selbst es zu verkürz erhoben, So legt sich ihre| zen, Mich in den tod zu stür 2. Besondere. 201 Währt es nur eine kurze zeit. zen, Ist wider meine pflicht,| Stets mit gefahr umgeben, Ist undank deiner gute. Ein redliches gemüthe Verläßt ja feinen standort nicht. 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, Was oft mit leichter mühe Mir gar mein leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, Es muthig dran zu wagen, Wenn mich die pflicht dazu bestimmt. 3. Was hilft uns unser wissen? Wirds wenn wir sterben müssen, Ein großer vorzug seyn? Was hilft uns macht und ehre, So glänzend sie auch wåre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 6. In deine Vaterhånde Befehl ich, Herr, mein ende Und meiner tage lauf. Es sey mein ganzes leben Dir hier zum dienst ergeben. Hilf du selbst meiner schwachheit auf. 7. Was nůzt ein langes leben Dem, der nicht, Gott ergeben, Nach wahrer tugend strebt? Wer Gott und menschen liebet, Und sich im glauben übet, Nur der hat lang und wohl gelebt. 302. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1152 Die herrlichkeit der erden Muß staub und asche werden, Und nichts bleibt ewig stehn. Das, was uns hier ergötzet, Was man für ewig schätzet, Wird als ein leichter traum vergehn. 2. Was sind doch alle sachen, Die uns so trotzig machen, Als tand und eitelkeit? Mas ist der menschen leben? 4. Der ruhm, nach dem wir trachten, Den wir uns sterblich achten, Ist nur ein falscher wahn. So bald der geist gewichen, Und unser leib verblichen, Frågt keiner, was wir hier gethan. 5. Wie bald wird das zer= rinnen, Was wir mit müh gewinnen, Was unser fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, Uns vor dem tode schützen, Und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 6. Was sind des lebens freuden? Wie bald folgt angst und leiden, Und reu auf den genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du ehr erlangen, Die nicht zulezt verschwinden muß? 7. Was sind selbst alle thronen! Giebt es wohl ird'= sche kronen, Die unverwelklich blühn? Kann vor des grabes schrecken Der purpur dich bedecken? Die krone dich dem tod entziehn? 8. Wie, wenn die sonn' aufgehet, Die rose blühend ste= 202 II. Tugendlieder. het In ihrer schönsten zier,| bringt dem ewgen segen, Der Und doch verwelkt sich beuget, Eh sich der abend zeiget; So blühen und verwelken wir. 9. Froh wachsen wir auf erden, und hoffen groß zu werden, Von schmerz und sorgen frei; Doch in den schönsten tagen, Noch eh wir früchte tragen, Bricht uns des todes sturm entzwei. 10. Wir rechnen jahr auf jahre, Inzwischen wird die bahre Vor unser Hauß ges bracht. Man scheidet von den seinen, Die hülflos uns beweinen, Und uns bedeckt des grabes nacht. 11. Dies laßt und wohl bedenken, Und uns zum himmel lenken, Weil er uns of fen steht. Wer dahin will gelangen, Darf an der welt nicht hangen, Da sie mit ihrer lust vergeht. 303. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1165 Herr, mache meine feele stille, Bei allem was mich kränkt und drückt! Geschieht doch einzig nur dein wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten wegen Führst du uns zur glückseligkeit. Selbst trübsal dir sein ganzes herze weiht. Ihr ausgang wird doch herr: lich seyn, Sichts gleich der blöde geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, Wenn du mir prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem nur offen, Der zu dir seine zus flucht nimmt. Wer still in deiner fügung ruht, Mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nůzt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre wünsch und sorgen Voll thorheit und voll unverstand? Wer kann, was seinem wohlergehn Zum schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das beste! O Vater, mache selbst mein Herz In dieser überzeugung feste, So ehr' ich auch im größ'sten schmerz Dich noch mit der gelaffenheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die stunde wird doch endlich kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du doch die frommen Zur völligen. zufriedenheit. Und dann wird tedem offenbar, Daß, Gott, dein rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen plagen Der ewge 2. Besondere. 203. nutzen mich erfreun; Dann weg und rath, Und die nacht wird mein herz, statt aller klagen, Voll von dem dank und lobe seyn: Der Herr, der für mein heil gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht! sey ohne schimmer, Die mich hier umschattet hat; Doch ist alles, was er thut, Wies auch scheine, weiß und gut. 304. Mel. Wer nur den lieben Gott, 1166 Jch bin in meinem Gott zufrieden, Mit dem, was er zu meinem theil An glück und unglück mir beschieden. Sein weiser rath sucht stets mein heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, Doch gleich oft widrig scheint, Doch weiß weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, wo durch auf erden Sein großer name für und für Muß herrlich und gepriesen werden. Erreicht er diesen zweck an mir, So bin ich ruhig und vergnügt mit allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die freuden sonne scheinen, So dank ich fröhlich seiner huld; Und muß ich dann in trübsal weinen, So nehm ichs auch an mit geduld. Es ist, was seine weisheit thut, Mir alles ewig nüß und gut. 305. Mel. Gott des Himmels und d. 1168 Unerforschlich sey mir immer Meines Gottes 2. Sollt ich das von Gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein seinen weg versteh? Frevelt geschenk von oben, Wenn ich der nicht, welcher klagt, Daß ihm Gott mehr licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, Was dem kinde thorbeit ist? Engel, kühner tadler, faffen Das, wo du im dunfeln bist. Hier ſollst du dem nicht völlig schaun. Herrn vertraun Lernen, noch 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lufte setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, Was ein thbricht herz begehrt! 5. Hier in meinem pilgerstande Sey mein theil zufriedenheit! Dort in meinem va= terlande Wohnt die wahre seligkeit. Find ich dort gewiß mein heil, so sey mein weg hier steil! 6. Wenn du auch auf rauhen wegen Wandelst, seele, klage nicht! Was hier schmerzet, wird dort segen, Was hier nacht ist, wird dort licht, 204 II. Tugendlieder. Und ich fasse Gottes sinn, 5. Wie Gott mich führt Wenn ich ganz vollendet bin. so bleib ich treu Fm glauben hoffen, leiden. Steht er mir nur in gnaden bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich halte dies im glauben fest, Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 306. Mel. Allein Gott in der Höh. 1169 Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Ohn alles eigne wählen. Geschieht, was er mir außersehn, Wird mirs an keinem fehlen. Wie 6. Wie Gott mich führt, er mich führt, so folg ich nach, so will ich gehn, Es geh durch Auch unter weh und unge- dorn und hecken. Gott låßt mach, In kindlichem ver- sich nicht von anfang sehn. trauen. Der ausgang wird entdecken, Wie er, nach seinem weisen rath, Mich treu und wohl geführet hat. Dies sey mein glaubenßanker. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still, Bei seinem treuen leiten. Will gleich des fleisches eigenwill Ihm öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In zeit und auch in ewigkeit Stets seinen schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Es steht in seinen bånden! Wie er es schickt und mit mir fugt, Wie er es selbst will wenden, Sey ihm hiemit ganz heimgestellt. Er lenk es, wie es ihm gefällt, Zum leben oder sterben! 4. Wie Gott mich führt, 2. Wer das zu seinem so geb ich mich In seinen hauptzweck macht, Vor ihm Baterwillen. Scheints der vernunft gleich wunderlich, Sein rath wird doch erfüllen, Was er voll lieb und treu bedacht, Eh er mich an das licht gebracht. Ich bin ja nicht mein eigen. gerecht zu werden, und erst nach seinem reiche tracht't, Dem giebt er auch auf erden, Vom irdschen gut mit milder hand, So viel beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrz haftig nuget. 307. Mel. Nun freut euch, lieben. 1171 Gott ists, der das vermögen schafft, Das gute zu vollbringen. Er giebt zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenns mit seinem wil len stimmt, Nicht ohne forts gang bleiben. 2. Besondere. 205 3. Gott ist der frommen| gerecht sein wille. Wie er schild und lohn, Und krönt er fångt meine sachen an, Will sie mit gnaden, Was sollte ihrer feinde hohn Und miß gunst ihnen schaden? Mit seinem schutz bedeckt er sie, Und segnet, bei des lebens můh, Ihr herz mit trost und hoffich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! Die werke meiner hande Befehl ich, Allerhöchfier, dir! Hilf, daß ich sie vollende Zu deines großen namens preis, Daß mir die frucht von meinem fleiß In jenes leben folge. 308. In bekannter Melodie. 1176 Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er låsset mich nicht fallen. Er führet die auf rechter bahn, Die seine wege wallen. Trost und geduld Giebt seine huld. Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen hånden. nung. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sehe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir dein heilig wort verbeut. Nach deines reichs gerechtigkeit Laß 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Er weiß nur mich vor allem trachten. was uns nåket. Wie unge= 5. Laß müßiggang und trägheit mich, Als dir miß- wiß irrt jedermann, Der sich fällig, meiden, Und hilf, auf ihn nicht stützet! Ja, seine neu. Drum daß ich, gestärkt durch dich, will ich auf ihn bauen, Und Voll muth, mit lust und freuden, In meinem stand seiner gute trauen. geschäftig sey! Dein segen krone meine treu, Daß sie auch andern nutze. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann. Ihm will ich mich ergeben In freud und leid. Es kommt die zeit, Da öffentlicher scheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, daß ist wohl gethan! Muß ich den felch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil er zuletzt Mich doch ergdgt Mit süßem II. Tugendlieder. 206 frost im herzen. Da weichen alle schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Dabei will ich verbleiben! Es mag mich auf die rauhe bahn Noth, tod und elend treiben, So wird Gott mich Doch våter lich In seinen armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. andermal! Sey wacker, bet und überzähle Der menschentage kleine zahl. Gesetzt, dein ende war auch fern; Sey fromm und wandle vor dem Herrn. 5. Mit jedem neu geschenkten morgen Erwecke dich zu Dieser pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem angesicht, Und will, mich deiner huld zu tugend weihn! freun, Mein leben gern der 309. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1181 Es eilt der letzte von den tagen, Die du hier lebest, mensch, herbei. Erkauf die zeit und statt zu klagen: Sie sey zu kurz, gebrauch sie treu! Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr; sie flieht! 2. Getäuscht von eiteln kleinigkeiten Verlierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil aufferne zeiten, Und wirfft so sicher jahre weg! Bist du, zu kühner sterblicher, Des nächsten augenblickes Herr? 3. Einst ewigkeiten zu besitzen, Sollst du des kurzen lebens zeit, Sie, deine saatzeit, weislich nutzen, Und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschen freundlich zu: Sich, eins ist noth! was saumest du? 4. Drum eil, errette deine feele, Und denke nicht: einhütte fällt. meine seele, Weil ich nichts 6. Erleucht und stärke ohne dich vermag. Du giebst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt! 7. Heil mir! wenn ich aus allen kräften Nach Gottes reiche hier gestrebt, In Gott gefälligen geschäften Die pil gertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu cha ren an. 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du, der du alles weißt. Mein Gott, in deine Vaterhånde Befehl ich jezzo meinen geist! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wenn seine 2. Besondere. 207 Bin ich durch deinen Sohn dein erbe, Und hab ich ihn im glauben hier; So gilt mirs gleich, und geht mir wohl, Wann, wo und wie ich ster310. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1182 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe. Ich bin ein mensch, der bald ben soll. vergeht. Auch find ich hier kein solches erbe, Das unveranderlich besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe. Kein augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine scherbe, Ein blümchen kann ja leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der zeit zur ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe. Wie vielfach ist die todeßart. Dem einen wird das scheiden herbe,| Der andre bleibt vor pein bewahrt. Doch wie du willst! gieb, daß dabei Mein ende mir nur selig sey. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich denn sterbe, So nimm du meinen geist zu dir! 311. Mel. In allen meinen Thaten. 1190 Wie fanft sehnt wir den frommen Nun bald der erd entnommen, Sich seinem ziele nahn. Wo sich des lebens freuden Vont frechen fünder scheiden, Da gehn des christen freuden an. 2. Er lächelt seinem ende, Und hebt voll dank die hånde Zu seinem Vater auf, Der, bei der welt verderben, So froh ihn lehrt zu sterben, Nach einer wohl verbrachten lauf. 3. Sein ruhiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen, Die grab und höll umgiebt. Die schreckensvollen pfade Erleuchtet ihm die gnade Des Gottes, den er treu geliebt. 4. Hier fließen keine thråDer angst; hier achzt kein stöhnen Der reu, die ihn zerreißt; Sein herz, zu Gott erhoben, Empfängt den trost von oben, Und fried und freud im heilgen Geist. 5. Er fegnet froh die seinen, Die um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet sie. Und, seiner treue wegen, Erfüllt 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mich einst be- nen deckt. Doch wenn ich nur dies heil ererbe, Daß mich dein ruf zum leben weckt, So nehm ich leicht ein raumlein ein. Die erd ist allenthalben dein. II. Tugendlieder. 208 Gott seinen segen, Und weichet auch von diesen nie. 7. Laß, Höchster, mich bestreben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück erwirbt; Damit ich einst, 6. Die engel steigen nieder, Voll froher jubellieder Die feele zu empfahn. Er stimmt ein erbe Der seligkeit, auch in ihre chore, Anbetung, preis| sterbe, Wie ein gerechter from und ehre, Dem Mittler, sei- mer stirbt. nem Heiland, an. e) Pflichten gegen den nächsten. 312. Met. Jesus meine Zuversicht. 1191 Allen christen und vorzug haben; Alles dies bes schenliebe pflicht. freit uns nicht Von der men5. Nein, der gaben unauch mir hat der Herr dies terschied Knüpft das große vorgeschrieben: Euren nåch- band auf erden. Jeder, wenn sten sollet ihr, Als euch selbst er sich bemüht, Kann dem von herzen lieben. Wer ihn andern nützlich werden. Den, hasset, schlägt ihn tod, Und der dir hier dienen muß, Nährt die môrder hasset Gott. mit recht dein überfluß. 6. Nach dem dir vertrau ten pfand Messen sich auch deine pflichten. Gab Gott viel in deine hand, So hast dit viel zu entrichten. Dies bestimmt den lohn. dein knecht Hat dort mit dir gleiches recht. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines Vaters, brüder. Wer sie schmåht und unwerth hålt, Wüthet gegen seine glieder. Denn wir sind ein leib; Gott schuf Uns zu einerlei beruf. 3. Eine sterbliche natur, Ein gebrechlichs kurzes leben, Eine hoffnung hat uns nur Gott ohn unterschied gegeben. Eine straf und seligkeit War: tet unser nach der zeit. 4. Ehre, reichthum, würde, stand, Kraft der seele, leibesgaben, Und was wir aus Got= tes Hand Sonst für einen 7. Dein Erlöser sagt es dir: Wer hier der geringsten einen Pflegt, der thut es selber mir; Denn ihr alle seyd die meinen. Mancher, den die welt verschmåht, st in Gottes aug erhöht. 8. Darum, Gott, gieb mir ein herz, Das von men 2. Besondere. 209 schenlieb entbrennet, Auch in 5. Laß mich, mein Heiniedrigkeit und schmerz Sei- land, immer mehr auf er= nen nächsten nicht verkennet, den, An lieb und gütigkeit Nie voll eitlen wahns vergißt, dir ähnlich werden. Gieb daDaß ein mensch, wie ich, er ist. zu kråste, Herr, so will ich droben Dich ewig loben. 9. Ja, gieb, großer Menschenfreund, Jesu! daß ich auf der erde, Allem stolz und neide feind, Dir an demuth ähnlich werde; Um der hoffnung mich zu freun, Einstens groß vor dir zu seyn. 313. Mel. Herzliebster Jesu, was. 1193 Hilf, Jesu, daß ich meinen nächsten liebe, Durch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, Ihn nicht verläumde, noch durch falsche rånke Sein wohlseyn Frånke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des nächsten fehle nes Sohns. So viel ich immer kann der welt verhehle, Und, wenn er fällt, auf mich der ich noch stehe, mit vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte, Und seiner seelen wohl recht theuer achte, Denn du hast selbst für sie in todesbanden Biel ausgestanden. 314. Mel. Ach was soll ich Sünder. 1195 Sollten menschen, meine brüder, Mir, wie Gott, nicht theuer seyn? Sollt ich sie nicht gern erfreun? Sie find alle Christi glieder; Christi, der für alle starb, Allen Got tes huld erwarb. 2. Er hat all' aus einem blute Stammen lassen, alle sind Sein, und jeder ist sein kind; Alle sind mit einem blute Ihm erkauft, und eines throns Erben, erben seiz 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine gaben, Die andre, Herr, von deiner gute haben. Es müsse nie mein herz des nächsten freuden Boshaft beneiden. +3. Gotteskinder wollt ich haffen, Lieblos, Lieblos, unbarmherzig seyn? Meinem feinde nicht verzeihn? Keine schulden ihm erlassen? Und Gott, deß nur das gericht, Deß die rach ist, richtet nicht! 4. Der du für die übelthåter Um geduld batst, und die last Unsrer schuld getragen hast, Unser Mittler und Vertreter! Es versöhnet Gott durch dich Eine sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein herz, vom hang zur sunde Hingerissen, 14 210 II. Tugendlieder, dich verkennt, Und zu haß der sie entweiht, Ain näche und rach entbrennt, Ueber- ften unrecht übet. Du bists, wind, o überwinder, Mei- der jedem seinen lohn, Ohn nen haß und laß mich sehn, alles ansehn der person, Nach In den tod für uns dich seinen werken giebet. gehn. 6. Deine thrånen, wie sie flossen, Als dein aug um mich geweint, Laß mich sehen Menschenfreund, Und dein blut, vor Gott vergossen, Ausgeschüttet, Herr, für mich, Und von Gott verlassen dich. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine seele lenken. Nie komm es mir doch in den sinn, Aus schndder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu krånken. 7. Es erton in meinen ohe ren: Was ich that, entzünde dich; Wer den bruder liebt, liebt mich; Wer nicht liebet, ist verloren, Gottes zorn ist über ihm! Gottes zorn ist über ihm! 3. Pflanz redlichkeit in mei ne brust, Und laß mich fiets mit wahrer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz, das nur auf unrecht denkt, nur schaden sucht, und andre krånkt, Wie kann das brüder lieben? 8. Laß michs hören, daß ichs übe, Waß dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanft muth, gütigkeit, Daß ich, wie du liebtest, liebe; Feu rig liebe, mild, getreu, Sanft und leicht versöhnlich sey. 9. Dihr meines hauptes glieder, Christi, der für alle starb, Allen gnad und huld erwarb! Lieben will ich euch, ihr brüder, Für euch beten, euch erfreun, Wohlthun, dulden und verzeihn. 315. Mel. Kommt ber zu mir, spr. 1196 Du liebst, o Gott, 4. Nie seufze jemand wi der mich! Mein ganzes herz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann, Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig da hin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ichs von ihm begehre; Damit ich keines menschen herz Durch meine hårte je mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem maaß, damit ich hier Dem nächsten meffe, wirst du mir Ders gerechtigkeit, Und hafsfest den, einst auch wieder messen. Dies 2. Besondere. 11 211 reize mich zur billigkeit, Soandrer nothdurft stillen, So werd ich auch zu keiner zeit oft ich sie nur stillen kann. Der liebe pflicht vergessen. 316. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1197 Du, aller menschen Vater, Du gütigster Berather In allem, was uns drückt! Was wir hier guts genießen, Das läßt du uns zufließen, Du bists, der unser herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns sündern Durch undank nicht verhindern, Uns segnend zu erfreun. Zu ewgen seligkei 3. Wie groß ist deine milde! Barmherzger Vater, bilde 317. ten Uns sterbliche zu leiten, mel. Herzliebster Jesu, was h. Wird ewig dein vergnügen ſeyn. 1201 Herr, deine fanft muth ist nicht zu ermessen! Wie viel hast du vergeben Mein Herz nach deinem sinn, mir doch deine große güte und vergessen! Ach! führe Daß ich der noth der armen Mich willig mdg erbarmen! Nimm alle hårte von mir hin. Recht zu gemüthe! 2. Du segnetest, die deinem namen fluchten; Du heiltest die, die dich zu fangen suchten; Und zeigtest, unter deiner feinde toben, Der langmuth proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft von schnellem zorn entbrenne, Und mich vor dir gar leicht durch eigne rache Verwerflich mache! 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein Heiland that, Der göttliche Erbarmer, Den kein bedrångter armer Vergebens je umt bülfe bat. 6. 3um fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stårken: Vor dir, dem Herrn der welt, Der frohe geber liebet, Sey, was man willig giebet, Ein opfer, das dir wohl gefällt. 5. Erhalt in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe. Wie du mir guts gethan, So laß um deinetwillen Mich 7. Laß mich hier reichlich såen. Denn, Herr, was hier geschehen, Folgt uns in jene zeit. Wer hier gern hilft und giebet, Und sich im wohl thun übet, Der årndtet bort die herrlichkeit. 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen; 14* 212 II. Tugendlieder. 2. Besondere. Mein stolzes herz kann lei-| Denen nicht vergeben, Welche der, wenig tragen; Und schwer- nicht vergeben. lich weiß sich, wenn mich andre hassen, Mein Herz zu faffen. 2. Schreck, o Sohn, mein stolzes herz, Schrecks von deinem freuze, Daß mich kei 5. Vergieb mir, Herr, ner rachsucht schmerz, Mir und wende mein verderben! zu machtig, reize! Voller ruh, Bei zorn und haß låßt sich Sanft, wie du, Laß mich dein reich nicht erben. Und alles dulden, Mich auch nicht jener tag vergilt nach stren- verschulden! gem rechte Dem harten knechte. 3. Ohn erbarmen wird fie seyn Eure quaal, verbrecher, 6. So hilf mir denn die Die dem bruder nicht verwilde gluth ersticken. Laß sich zeihn, Selber ihre rächer! dein bild in meine seele druk- Gott wird nicht Im gericht, Denen nicht vergeben, Welche ken! So werd ich mich verföhnlich finden lassen, Den nicht vergeben. feind nicht haffen. 4. Hören, hören laß sie mich, Diese donnerstimme, Wenn im schnellen zorn auch ich, Wie mein feind, er grimme. Stark, wie du, Laß mich ruh, Laß mich weisheit finden, und mich über 7. Flucht mir die welt, so laß mich, Herr, sie segnen, Und ihrem grimm mit freundlichkeit begegnen, Daß mich das böse, das ich dann em pfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das, um deiner sanftmuth willen! So erb ich auch im lande deiner stillen Die seligkeit, wozu sie jenes leben Einst wird erheben. winden. 5. Ausgeschüttet warest du, Heiligster, wie wasser! Höh= nend riefen dir noch zu Da noch deine hasser; Doch ers scholl Liebevoll Deine stimme: Vater! Ach vergieb, mein Bater! 318. 319. Mel. Straf mich nicht in d. 1203 Ohn erbarmen wird Mel. Here Jesu Christ, du b. fie sein Eure qual, ver- 1215 Wie liebst du doch, brecher, Die dem bruder nicht o treuer Gott, Die menschen verzeihn, Selber ihre råcher! auf der erden? Du läsfest ih= Gott wird nicht Im gericht, nen dein gebot Und willen I. Klag- und Trostlieder. 213 kundbar werden. Du pflan- sie lieben, Uns ihnen ohne zest dein so theures wort heuchelei Zu folgen, treulich Durchs predigtamt bestån- üben; Sie wachen auf des dig fort, Das uns zur buße Herrn befehl, Und müssen locket. wegen unsrer feel Einst schwere rechnung geben. 2. Nun, Herr, du wollst uns gnädig seyn, Und immer lehrer geben, Die heilig, unverfälscht und rein Jm lehIm lehren und im leben. Verleih uns deinen Geist, Sie freudig hören, 4. Regier uns auch, daß wir sie nun wir sie nun Versorgen, lieben, ehren, Daß sie ihr amt mit freuden thun, Und nicht und all- mit seufzen lehren; Denn hier Auch heilig darnach solches ist uns ja nicht gut, leben. daß wir Wenn jemand ihnen übels Dafür behüt uns 3. Laß uns den lehrern, thut. die dir treu, Gehorsam seyn, gnädig! Dritter Theil. I. Klag- und Trostlieder. 320. Mel. Wenn wir in höchsten. 1243 Ach Gott! wie mandhes schwere leid Begegnet mir hier in der zeit. Der weg ist schmal und trübsalvoll, Den ich auf erden wandeln soll. lein Mußt unsrer schwachheit Stärke senn. 3. Bei dir fand ich zu jeder zeit Im unglück rath und trost im leid, Und wann ich schon am abgrund stand, Erhielt mich deine starke hand. 4. Du, Gottes eingebor ner Sohn, Stiegst von der 2. Wie widerstrebt nicht ewigkeiten thron, Und nahmst fleisch und blut Ihm, un- der sünder fluch auf dich, ferm wahren, höchsten Gut! Wardst mensch für uns, ein Du, Jesu! Mittler! du al- mensch, wie ich! 214 I. Klag und Trostlieder. 5. Du littest in des lebens hat, abgewandt Von Gott, thal, Gottmensch! Leiden oft Gottes rath verkannt. ohne zahl, Du starbst für mich den kreuzestod, Und risfest mich aus aller noth. 6. Jch folge dir als jünger nach. Sollt ich, drückt mich ein ungemach), Verzweifeln, ohne Hoffnung seyn? Nein, du bist mein, und ich bin dein. 7. Mit leib und seele bin ich dein, Und wollten höll 3. Uns deckt noch dunkelheit vom Herrn. Hier sollen wir nur noch von fern In und tod mir draun, So trau Gottes weisen rathschluß sehn, ich deiner starken hand, Die tod und hölle überwand, Von weitem stehn, Und noch ins heiligthum nicht gehn. 8. Verschmachtet ſelbst mein geist in mir, So laß ich dennoch nicht von dir. Ich fing und bete fromm, und schnell Wird jede finsterniß mir hell. 4. Ja, wenn vor Gott auch tief gebeugt, Die kühne wißbegierde schweigt; So fühlen wir die sünde noch, Und fliehen doch noch oft des Heilands sanftes joch. 9. Dann schmeck ich schon 5. Ach, noch sind wir der hier in der zeit Die freuden lufte raub, Noch klebet unser jener herrlichkeit, Mein dor- herz am staub. Gerechter nenweg wird mir nicht mehr Gott, wie konnten wir BeMit allen seinen leiden schwer. stehn vor dir, Vertråt uns Jesus nicht bei dir! 6. Hier wird der Sohn der sterblichkeit Nie von der sunde ganz befreit. Ach, möchtens schwachheitsfehler seyn, Die uns entweihn! Ach mdchtens keine laster seyn! 2. Auch selber der, der weiser denkt, Sich nicht in jeden abgrund senkt, Zwar forscht, doch mit bescheiden= heit, Dringt doch nicht weit Im finstern thal der sterblichkeit. 10. In dieser glaubenszuversicht Betret ich ihn und fürcht ihn nicht. Bereite du mich, Herr, dazu; Denn meine stark und kraft bist du! 321. Mel. Ich hab mein Sach Gott. 1250 Noch schauen wir im dunkeln wort, Noch reißt uns wahn und irrthum fort, Und unser wankender verstand 7. du, der arme nicht verstößt, Wie wollen wir, vom leib erlöst, Uns deiner gnade, Bater, freun! Wie groß, wie rein Wird unser glück, o Gott, dann seyn! I. Klag- und Trostlieder. 215 8. Noch schauen wir im Jesum Christ, Ihn, seinen dunkeln wort, Noch reißt mit einzgen Sohn, Durch den er sich die sünd uns fort. Leit uns bescheret, Was leib und uns durch unsre prüfungszeit, feel ernähret. Lobt ihn vor Mach uns bereit Zum ein seinem thron. gang in die ewigkeit. 322. 5. Lobt ihn mit Herz und munde, Daß er uns beides schenkt. Das ist ein' fel'ge stunde, Darin man sein gedenkt! Sonst verdirbt alle In bekannter Melodie. 1253 Von Gott will ich nicht lassen, Denn er låst zeit, Die wir zubring'n auf nicht von mir, Führt mich| erden. Wir sollen selig werauf rechter straßen, Warnt den, Und bleib'n in ewigkeit. mich, so bald ich irr, Und reicht mir selbst die hand, Verspricht für mich zu sorgen, Den abend, als den morgen, Wo ich auch sey im land. 6. Mag denn die welt vergehen Mit aller ihrer luft! Ich bin auf Salems höhen Mir reinrer lust bewußt. Einst, wenn wir nach dem tod Tief in die erd begraben Fein sanft geschlafen haben, Will uns erwecken Gott. 2. Wenn sich der menschen liebe Und gunst in haß vertehrt, Hegt Gott stets vatertriebe. Treu ist er und bewährt. Er hilft aus aller noth, Erret't von sünd und schanden, Bon ketten und von banden, Und wenns auch wår der tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In jeder schweren zeit. Sie hat für mich kein grauen, Er wendet alles leid. Ihm sey es heimgestellt! Mein leib, mein feel, mein leben Sey Gott dem Herrn ergeben! Er mach, wies ihm gefällt! 7. Die feel bleibt unverloren, Geführt in Abrams schooß; Der leib wird neu ge= boren, Von allen sünden los, Ganz heilig, zart und rein, Hellleuchtend wie die sonne, Ein mitgenoß der wonne; Wie selig werd ich seyn! 8. Darum, ob ich schon dulde Hie widerwärtigkeit, Wie ichs auch wohl verschulde, Kommt doch die ewigkeit, Die aller freuden voll, Die ich mein erbtheil nenne, Und weil ich Christum kenne, Gewiß genießen soll. 9. Das ist des Vaters 4. Es kann ihm nichts gefallen, Denn, was mir nußlich ist. Er meints gut mit uns allen, Schenkt selbst uns wille, Der uns geschaffen 216 I. Klag- und Trostlieder. hat. Sein Sohn hat guts denen, die dem Herrn ver die fülle Erworben und ge- traun, Die ihre hoffnung auf nad. Auch Gott der heilge ihn baun! Nie werden sie zu Geist Im glauben uns regie- schanden. ret, Zum- reich des himmels führet. Sein name sey gepreist! 323. Mel. Nun freut euch lieben. 1258 Wenn gleich aus tiefer mitternacht Gewitter um mich blitzen, So zag ich nicht! mein Vater wacht, Er wacht, mich zu beschützen. Die gute, die mich werden hieß, Die den bedrängten nie verließ, Die wird mich nie verlassen. 2. Sein auge schaut auf meinen schmerz, Und seine blicke zählen Die sorgen, die mein armes herz Mit angst und kummer quålen. fandte mir das leiden zu, Daß nicht mein herz in stolzer ruh Des Ewigen vergesse. Er 3. Gesegnet sind die leiden mir, Die mich der welt entziehen, Mich lehren, Gott, allein zu dir Nach trost und bülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem blick Der sonne sanftes licht zurück, Das dunkel mir verhüllet. 324. Mel. O Gott du frommer Gott. 1261 Jch bebe! stärke, Gott, mein kindliches vers trauen, Wenn mein gebeugter sinn sich oft will lassen grauen, Wenn lauter finsterniß der trübsal auf mich fällt, Wenn sich auf mein geschrei dein herz verborgen hålt. 2. Je mehr die noth sich häuft, je fester laß mich fas sen Dies wort: du wollst mich nicht versäumen noch verlassen! Dein treues vater herz vergesse meiner nicht, Wie mein verzagtes herz oft unrecht denkt und spricht. 3. Dein Geist ist mächtig gnug, die hoffnung aufzurichten, Wenn fatan, welt und fleisch sie denken zu vers nichten, Wenn eine noth erscheint, der aller rath ents steht, Die über menschenmacht und ihre weisheit geht. 4. Da zeiget deine kraft ihr übergroß vermogen, Daß sich unmöglichkeit und alle 4. Wie will ich dann, vom zweifel legen. Auf diese soll, schmerz befreit, Herr, deine mein Gott! mein glaub in huld erheben! Wie freudig hoffnung ruhn. Was du dir selbst für das leid, Lob, schon oft gethan, wirst du preis und ehre geben! Wohl noch ferner thun, I. Klag- und 325. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1266 ft Gott für uns, was kann uns schaden, Ob schutz. sich uns alles widersetzt? Denn sind wir nur bei Gott in gnaden, So bleiben wir stets unverletzt. Wer Gott nur hat, hat immer schutz, Er bietet welt und teufel trutz. 2. Ist Gott mit uns, wird aus dem feinde Gar oft der allerbeste freund. Und haben wir nur Gott zum freunde, Was schadet uns der årgste 2. Wie muß ich nicht erbefeind? Gott hintertreibet al- ben, Da ich für jenes leben len rath, Der trug und falschheit in sich hat. So wenig noch gethan! Ich fang in diesen stunden, Da ich bald mit verschwunden, Fast erst mein rechtes leben an. 3. ft Gott bei uns, so stehn wir feste, Wenn sturm und wetter blizt und kracht. Gott decket uns aufs aller beste Und machet tag aus finstrer nacht, Wer unter seinem schatten sizt, Der wird vor aller noth beschützt. Trostlieder. 217 flagen! Ich traue meinem Gott allein. Euch, welt und teufel, biet ich truk! Ich habe Gott! Gott ist mein 4. Ist Gott in uns, so steigt im herzen Durch seine kraft ein heldenmuth; So spürt man lust in noth und schmerzen, So heißt man auch das übel gut. Gott und ein gut gewissen macht, Daß man der feinde zorn verlacht. 5. Wer wollte nun an Gott verzagen? Er will für, mit, bei, in uns seyn. Drum weg mit euch, ihr bangen 326. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1272 Verschließ doch nicht mir armen, D Vater, dein erbarmen, Zu dem mein herze weint! Wie hast du mich zerschlagen! Wie lange muß ich klagen, Bis deine hülfe mir erscheint. 3. Wie viel gesunde jahre, Wovon ich auf der bahre Dir rechnung schuldig bin, Da ich mein heil versäumet, Und die ich, wie geträumet, Sind leider ohne nußen hin! d 4. Dies, dies zermalmt mein herze Noch mehr, als aller schmerze, Der in den gliedern wühlt, Dieweil es dein gerichte Vor deinem angesichte Mit allen seinen schrecken fühlt. 5. Vergieb, Herr, meine schande, Daß mich des argen bande So leicht und oft berückt. Zerreiß die letzte fette Die auch im krankenbette I. Klag und Trostlieder. 218 Vielleicht mich jetzo noch verstrickt. 6. Ach, lbsch aus meinen tagen Die fünden, die mich nagen, Mit Jesu theurem blut! Ich falle dir zu fuße, Verschmåh nicht meine buße, Sieh, Herr, auf diese thrànenfluth! 5. Bald hab ich überwunden! Schon weicht die fins sterniß; Denn, Herr, durch deine wunden Ist mir der sieg gewiß. 7. Daß ich bei allem wehe In der geduld bestehe, Und 6. Durch sie bin ich gereiz glaubig in dir ruh; So sprich nigt, Durch sie mit Gott ver mir bis ins scheiden, Mit söhnt, Durch sie dir fest vers jenen selgen freuden Den einigt, Und bald mit preis trost doch unablässig zu. gekrönt. 8. Sen måchtig in mir schwachen, Auch in des todes rachen Erwecke mich dein Geift. Vergehn mir alle finnen, So zeig er mir von innen, Daß du mein Gott und Vater seyst. 7. Wer kann dich gnug ers heben? Du hast, Sohn Gottes, dich Für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest strafen duls den, Die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine schulden Ganz durch dein göttlich blut. 327. Mel. Christus der ist mein Leb. 1276 Mein Jesus ist mein leben. Reißt schon der tob mich hin; Was sollt ich ångstlich beben? Der tod ist mein gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dies wort steht ewig fest. Die freuden sind unzählig, Die es mich hoffen läßt! 3. Drum fahr ich hin mit frieden Zu dir, o Jesu Christ! Von dir stets ungeschieden, Der du mein bruder bist. 4. Du kennest meinen glaus ben; Und keine furcht noch pein 2Bird mir auch nun ihn rauben, Ich bin und bleibe dein. 9. Geheilt ist nun mein schade. Im himmel ist mein theil. Otheure hohe gnade! O unaussprechlichs heil! 10. Erlöser, sich, ich sammle Noch meine lezte fraft, Und preise dich, und stammle, Welch heil du mir geschafft. 11. 3u dir, Herr, will ich flehen, So lang' ich lallen kann. Du kannst mein innres sehen, und nimmst auch seuf zer an. I. Klag- und Trostlieder. 219 12. Du selber hilfft mir| dunkle nacht Des todes und ringen, Allmächtig hilfst du der sünd' ist hin! mir, Ins leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir.. 13. O wohl mir! ich voll ende Nun bald den schweren lauf. Du nimmst in deine hånde Den geist, mein Heiland, auf. 328. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 1278 Halleluja! amen! amen! Entschlaf in jenem großen Namen, Vor dem sich erd' und himmel beugt! Sich an deiner laufbahn ende Bist du! er nimmt in seine hånde Die feel' auf, die der erd' entfleugt. Hor, o erlöster geist, Der bald am thron ihn preist: Jesus Christus hat dich versöhnt! Von ihm gekrönt, Empfähst du nun der erden lohn! 3. Welcher glanz wird dich umfangen, Ist dir der tag nun aufgegangen. Des lebens, nach des todes nacht! Sey gesegnet! amen! amen! Ent= schlaf in Jesu Christi Namen! Als er auch starb, hat ers vollbracht! Nicht du, der Herr allein Macht dich von funden rein! Und du fündigst Nun bald nicht mehr! Der brüder heer, Der himmlischen, nimmt nun dich auf! 4. Noch ein segen soll dich letzen: Daß du verwesest! dies entsetzen, Berfinstre deine seele nicht. Zwar wir wan= deln hin, und såen Dich irdisch aus, doch auferstehen Sollst du mit jenes tages licht! Geh ein zu deiner ruh! Der Herr schließt nach dir zu. Auferstehen! Nach kurzer ruh, Du todter du, Wirst du zum leben auferstehn. 329. 2. Ob dich deine sünd' auch schreckte, Vor dir deß Sohnes wunden deckte, Was dich verdammt, ist nur dein herz! Bald wird sie nicht mehr dich schrecken, nicht mehr des Sohnes wunden decken; Er ist viel größer, als dein herz! Ach mehr, als du verstehst, Und weinend von ihm flehst, Wird er geben! Mel. Jesus meine Zuversicht. 1281 Selig, Gott! find die, die nun Schon im friedenvollen grabe Von des lebens arbeit ruhn, Und sich deiner größten gabe, Eines ewgen lebens freun. Möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willsts; wir Er hats vollbracht! Die leben noch Mühsam hier in I. Klag- und Trostlieder. pilgerhütten! Alle trugen einst| Riefst du einst: Es ist volle dies joch, Die des lebens bracht! fron erstritten. Endlich aber führt der tod Uns auch hin zu dir, o Gott! 330. 56 3. Jesus selber lebte hier mel. Nun last uns den Leib b. Vormals auch in pilgerhüt- 1282 Begrabt den leib in ten! Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der erd erlitten! Laß uns glaubig auf ihn sehn, Und durch ihn im kampf bestehn. seine gruft, Bis ihm des Richters stimme ruft! Wir såen ihn; einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 4. Was ist diese lebens zeit? Ach! nur eine kurze stunde Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese stunde, Die Gott noch verkürzen kann, Unser erges schicksal an! 2. Aus staube schuf ihn einst der Herr! Er war schon staub; und wirds nunmehr! Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieser todesnacht! 5. Gieb uns weisheit, Herr, und kraft, Diese stunde wohl zu nutzen, Und beim schluß der pilgrimmschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getrost zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirst auferwecken; Diese kraft der bessern welt Laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Floß uns muth und ruhe cin, Selbst im tode froh zu seyn. 220 3. Des frommen fecle lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer missethat, Durch seinen Sohn erliset hat! 4. Hier hat ihn trübfal oft gedrückt; Nun wird er, Gott, von dir erquickt! Hier wandelt er im finstern thal; Nun ist er frei von schmerz und qual! 5. Gott blieb er freu bis an sein grab, Nun wischt Gott seine thránen ab! Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, Zu den todten 6. Nun, du erlöster! schlaf Gottes gehen, Wollst du in ruh! Wir gehn nach unmehr noch an uns thun, sern hatten zu, Und machen Als wir bitten und verstehen. zu der ewigkeit Mit freud Auch für unfre todesnacht und zittern uns bereit! II. Bittlieder. 221 7. Ach, Heiland aller welt!| seele dein, Und freudig unser dein tod Stark uns in unsrer ende seyn. legten noth! Laß unsre ganze II. Bittlieder. 331. Mel. O Gott, du frommer G. 1283 Ad Gott, verlaß mich nicht! reich du mir selbst die hande, Daß ich die pil- werke grimmschaft des lebens wohl Herr, vollende. Frr ich im finstern thal, so sey du selbst mein licht, Mein stab, mein hort, mein schutz! ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! gieb wollen und vers mögen. In allem meinem thun begleite mich mit segen. Die werke meines amts, die meiner pflicht, Laß, vor dir gedeihn, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! hilf, daß ich dir ergeben, Voll lieb und hoffnung sey, recht glauben, christlich 2. Ach Gott, verlaß mich leben, Und selig sterben mag, nicht! lehr deinen weg mich um dich von angesicht zu ans wallen, Und laß mich nim- gesicht zu schaun! ach Gott, mermehr in fund und thorheit verlaß mich nicht! fallen. Gieb mir den guten Geist, des glaubens zuversicht, Und wenn ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in nöthen und gefahren, Und laß zur rechten zeit mir hülfe widerfahren! Ist meine feel in angst, schreckt mich dein strafgericht, Gott, so verlaß mich auch mit deinem troste nicht! 332. mel. Es ist das Heil uns komm. 1285 Gott, deine gute reicht so weit, So weit die wolken gehen. Du kronst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein flehn, merk auf mein wort Denn ich will vor dir beten! 2. Jch bitte nicht um übers fluß Und schätze dieser erden, 222 II. Bittlieder. Laß mir, so viel ich haben| in dem christenthum; Daß so muß, Nach deiner gnade, dein same wohl geling, Und werden. Gieb mir nur weiß- hundertfältig früchte bring. heit und verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst, zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um ehr und ruhm, So sehr sie menschen rühren, Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer ruhm sey meine pflicht, Der ruhm vor deinem angeficht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes leben. Im glücke demuth, muth in noth, Das wollest du mir geben. In deiner hand steht meine zeit; Laß du mich nur barmherzigkeit Vor dir im tode finden. 333. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1287 Mein Gott und Herr, gedenke meiner Im besten jezt und allezeit; Denn außer dir, mein heil, ist keiner, Der mich mit rath und trost erfreut. Dein wort ist meine zuversicht, Und sagt mir: du vergiss'st mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein theures evangelium, Und segne deine him melslehre Zum wachethum 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, Und merke stets in gnaden drauf. Wenn ich in Christo vor dich trete, So schließ' dein herz dem flehen auf. Doch gieb mir, Vater! das allein, W Was mir kann gut und selig seyn. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, Und wirf mich nicht im zorne hin. Weil ich, wie andre menschen alle, m fleische schwach und blöde bin; So fordre meinen gang und stand, Durch kraft und stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide. Wen hab ich sonst, als dich allein? Wer könnte bei der menschen neide, Wie du, mein freund und tröster seyn? O hab ich dich, so lacht mein muth Der welt und selbst des satans wuth. 6. Gedenke meiner auch in allen, Woran ich selbst nicht denken kann; Und blicke mich mit wohlgefallen In meinem ganzen leben an. Denn giebst du mir, was dir gefällt, So iste um mich recht wohl be stellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe. Und wenn mich alle welt vergißt, Versehe mich in jenes erbe, Wo du II. Bittlieder. 223 mein theil und leben bist. du Für meines geistes wahre Denn bleibst du nicht im him- ruh. mel mein, So mocht ich nicht geboren seyn. 8. Ich will mich über nichts betrüben! In deine hände hast du mich Zum heil und segen angeschrieben, Drum steht mein hoffen nur auf dich, Und denkt, im glauben ungekrankt, Daß Gott im besten meiner denkt. 334. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1289 Wer kann, Gott! je was gutes haben, Das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, und immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebet und flehn Wir stets auf deine hülfe sehn. 4. Gieb mir beständigkeit im glauben. Laß meine liebe brünstig seyn. Will etwas mir dies kleinod rauben, So schränke die versuchung ein, Und stårke mich mit heilgem muth: So sieg ich über fleisch und blut. 3. So gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem finde heilsam ist. Du nur kannst meinen mangel stillen, Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen forge 5. Bewahr in mir ein gut gewissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit, Ein herz, aufs gute stets befliffen, Das sich vor deinem auge scheut. Und fehl ich, Gott! so strafe mich), Zu meiner besfrung, väterlich. 6. Ein herz, das in bes glückten tagen, O Vater, deiner nie vergißt, Ein herz, das unter noth und plagen Vor dir still und demüthig ist, Ein herz, voll zuversicht zu dir, Und voll geduld, verleihe mir. 2. Drum komm ich auch mit meinem beten, Gott, 7. Das andre alles wirst vor deinen heilgen thron. du fügen. Du weißt am Wie freudig kann ich vor dich besten, was mir nůzt. An treten! Denn mich vertritt deiner huld laß ich mich gnus bei dir dein Sohn. In ihm gen, Die schwache machtig hab ich die zuversicht, Mein unterstüzt. Zufrieden, Vater, schwaches flehn verwirfst du folg ich dir. Befestge diesen sinn in mir. nicht. 8. Soll ich auf erden lån= ger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben. Und kommt dereinst mein sterbetag, So sey mein ausgang 224 II. Bittlieder. aus der zeit Ein eingang in wissen ruht, Ist fürwahr ein die herrlichkeit. großes gut. 4. Ich möcht sonst, würd ich zu satt, Dich verleugnen, deine gnad Schmåhn, und trotzig sagen: wer Ist der Herr? wer ist der Herr? Denn das herz ist frechheitsvoll, Weiß oft nicht, wann ihm ist wohl, Wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wanns ste het bloß, Und die armuth wird zu groß, Wird es un treu, stiehlt und stellt Nach 2. Gieb, daß ferne von des nächsten gut und geld, mir sey Lügen und abgötterei. Thut gewalt, braucht rank Armuth, das die maaße bricht, und lift, st mit unrecht aus Und groß reichthum gieb mir gerüst't, Fragt gar nicht: was nicht, Allzu arm und allzu| christlich ist. reich Ist nicht gut, stürzt beides gleich Unsre seel ins sündenreich. 6. Ach! mein Gott, mein schatz, mein licht, Dieser keis nes ziemt mir nicht. Beides 3. Laß mich aber, o mein schåndet deine ehr, Beides heil! Nehmen mein bescheiden stürzt ins höllenmeer. Drum theil, Und beschere mir zur so gieb mir füll und hill, noth hier mein täglich stück- Also, wie dein herze will, lein brod. Weniges, beim Nicht zu wenig, nicht zu frohen muth, Da ein gut ge- l viel, 335. Mel. Singen wir aus Herzensg. 1290 3weierlei bitt ich von dir, Herr, das weigre ja nicht mir, Du, der alles reichlich giebt, Was uns dient und dir beliebt! Ach, gieb mirs, wie du's schon weißt, Eh ich sterb und sich mein geist Aus des leibes banden reißt. III. Dank- und Loblieder. S Mit seinen kindern preis und ruhm ihm bringen, In die versammlung aller seiner frommen Mit danken kom 336. Mel. Herzlichster Jesu, was h. 1305 Gott laßt uns preisen! ihm, ihm will ich singen, men. III. Dank- und Loblieder. 225 2. Groß, prachtig, herr- ben. Gefürchtet sey, so frohlich sind des Höchsten werke, lockt ihm sein saame, Des Werth, daß auf sie ein jedes auge merke! Aus ihnen schöpf' ich selbst im bångsten leide, Stets freud' auf freude. 3. Was er nur ordnet, trågt der weisheit spuren; Von güte zeugen alle treaturen; Auch hat der Treue, was sein mund versprochen, Noch nie gebrochen. 4. Ein herrlich denkmal, das da ewig bliebe, Sezt er den wundern seiner gnad und liebe; Gott, unser helfer! Gott, das heil der ar men! Groß von erbarmen! 5. Ja, brod des lebens giebt er allen denen, Die sich nach seinem heile herzlich sehnen. Ich weiß, wenn erd' und himmel auch vergehen, Sein bund bleibt stehen! 6. In großen thaten ließ der Herr auf erden Uns seinen namen kund und herrlich werden, Daß er aus unsrer nacht zu seinem rechte Uns heiden brachte. Ewgen name. 9. Die furcht des höchsten fordert uns zum leben, Führt uns zur weisheit, ganz uns Gott zu geben; Werth, daß die luste, die die welt ver= stricken, Uns nie berücken. 10. Wohl Gottes kindern, die mit furcht ihm dienen! Ihr ruhm wird immer unverwelklich grünen, Nicht leid noch wechsel ihre freude mine dern. Wohl Gottes kindern! 337. Mel. Allein Gott in der Höh sey. 1307 Lob, ehr und preis dem höchsten gut, Dem Vaz ter aller gåte! Dem Gott, der alle wunder thut! Dem Gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen troft erfüllt! Dem Gott, der allen jammer stillt! Gebt unserm Gott die ehre! 7. Und recht und wahrheit ward uns da zu theile. Was er gebeut, dient alles uns zum heile. Er selbst hat uns fein recht, damit wirs lieben, Ins herz geschrieben. 2. Es danken dir die himmelsheer', Beherrscher aller thronen! Und die auf erden luft und meer, In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfermacht, Die uns und sie hervorgebracht, Gebt unserm Gott die ehre! 3. Was unser Gott ge8. Er sandte Jesum, seinen schaffen hat, Daß will er auch Sohn und Erben, Uns hei- erhalten! Darüber wird des den auch erlösung zu erwer-[ weisen rath, Des Vaters 15 226 III. Dank- und Loblieder. gnade walten! In seinem| Gott die ehre! Shr, die ihr gantzen königreich Fft alles Gottes macht erkennt, Gebt recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die ehre! Die unserm Gott die ehre! falschen götzen macht zu spott! Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner noth: Ach Gott! vernimm mein weinen! Da half mein Helfer mir vom tod, Und ließ mir trost erscheinen! Ich danke, Gott, ich danke dir, Ach danket, danket Gott mit mir, Gebt unserm Gott die ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht Von seinem volk geschieden! Er, er ist ihre zuversicht, Ihr segen, heil und frieden! Mit seiner allmacht leitet er Sein volk durchs feuer und durchs meer! Gebt unserm Gott die ehre! 6. Wenn hülfe nicht mehr helfen kann, Die nur die welt erzeiget, So hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Sein huldreich angesicht uns zu! Denn außer ihm ist keine ruh. Gebt unserm Gott die ehre! 7. Ich will mein ganzes lebenlang, Gott, dich freudig ehren! Man soll, Herr, meinen lobgesang An allen orten hören! Mein geist, o Gott, erhebe dich! Mein gan= zes herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die ehre! 8. Jhr, die ihr Christi namen nennt, Gebt unserm 9. Kommt, laßt uns vor sein angesicht Mit freud und zittern dringen! Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat alles wohl bedacht, Und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm Gott die ehre! 338. Tn bekannter Melodie. 1308 Nun danket alle Gott, mit herzen mund und hånden, Der große dinge thut, hier und an allen enden; Der måchtig uns erhält, Und von der kindheit an Uns so viel gutes thut, mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Vater, woll' ein fröhlich herz uns geben; Der Herr laß uns, sein volk, im steten frieden leben, Und unsre nachwelt auch, daß seine gnad und treu Das ganze land umfah, sein segen mit uns sey. 3. Der große starke Gott woll uns von allem bösen, Und was uns schaden kann, gewaltiglich erlösen. Er schük uns in gefahr, er helf uns III. Dank und Loblieder. allezeit, So lang er uns allhier das leben noch verleiht. 340. In bekannter Melodie.. 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns, sey ehr und preis 1312 Sollt ich meinent gegeben. Was in uns ist, Gott nicht singen? Sollt ich soll stets, Herr, deine huld ihm nicht dankbar seyn? Sollerheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem heiligthum, So sey dein name, Gott, auf ewig unser ruhm! te nicht in allen dingen Seine liebe mich erfreun? Lieben ist es, nichts als lieben, Herzliche barmherzigkeit, Die so oft und viel verzeiht! Herr ich will dich ewig lieben; Ich will, als dein eigenthum, Stets erheben deinen ruhm! 339. Mel. Nun danket alle Gott. 1310 So lang ich athme, Gott, will ich dein lob verbreiten. Dies leben gabst du mir mit seinen süßigkeiten, Du gabest mir verstand, der dich erkennen kann, und botest ewigs heil in deinem Sohn mir art. 227 3. Und dennoch nimmst du mich, wenn ich die schuld be reue, Voll gnade wieder an, und segnest mich aufs neue. hier an des grabes nacht sey dir mein dank geweiht, Und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit! 2. Wie ein adler sein gefieder Ueber seine jungen streckt, So hat( dankts ihnt meine lieder!) Mich auch Gottes arm bedeckt! Gott, der über mir schon wachte, Als ich kaum zu seyn begann, Sah mit vaterhuld mich an, Eh ich lebte, eh ich dachte. Leib und seele gabst du mir, Gott, o wie verdank ichs dir! 2. Was bin ich, Gott der huld, daß du so viel mir schentest? Was ist des staubes kind, herr, daß du sein ge- 3. Für mich armen! mich denkest? Ja, du gedachtest, verlornen! Mich, der ich gez Herr, schon vor der welt an fallen bin! Gab er seinen mich, Und denkst noch mei- Eingebornen, Jesum Chriner stets, und oft vergeß ich stum, selber hin. Wer kann, dich! was er that, ergründen? Auf der ganzen erde, wer? Wer aus seiner engel heer Kann es, wie er liebt, ergründen? Seine lieb ist immer neu, Ewig seine gnad und treu! 4. Seinen wunderbaren führer, Seinen tröster, seinen geist, Giebt der Herr mir 15* 228 III. Dank und Loblieder. zum regierer, Wenn die welt| Nicht erquickt, so wär ich mich an sich reißt, Daß er meine feele fülle Mit des glaubens hellem licht! Dann, dann fürcht' ich kein gericht; Und mein bebend herz wird stille! Deines heils darf ich mich freun! Herr! dein bin ich! du bist mein! nicht Von so vieler qual ges nesen! Vom Allschenden be wacht, Ging ich durch die dunkle nacht! 5. Meinem beffern theil, der seele, Giebt er trost, und kraft und ruh! Wenn ich, was er wählte, wähle, Stromet mir sein frieden zu! Was, so lange wir hier wallen, Wir bedürfen in der welt, Was die hütten stüzt und hält, Die dereinst in staub zerfallen, Auch dies giebt uns, dessen ruf Uns für diese welt er schuf! 8. Wie ein vater seinem finde Niemals ganz sein herz entzeucht, Ob es gleich), vers führt zur fünde, Von der rechten bahne weicht; Also sieht auch mein verbrechen Mein versöhnter Vater an, Züchtigt mich, daß ichs gethan; Wills nicht mit dem schwerdte rächen, Weil, als ichs verirrt beging, Doch mein herz noch an ihm hing! 6. Himmel, erd und ihre heere Sind zu meinem dienste da, Wohin ich mein auge kehre, Ist mir Gottes segen nah! Thier und kräuter und getreide, In den gründen, auf der höh', In den büschen in der see Sind mir nahrung, find mir freude! Vom ge= deihn und überfluß Trieft des Allerhöchsten fuß! 9. Wohlthat ist das freuz der christen. Ists gleich, wenn es da ist, pein, Führt es uns in dürre wüsten Scheints gleich oft gericht zu seyn! und was haben wir gelitten? Duldeten die mårtyrer Nicht vielmehr als wir, vielmehr, Eh sie ihre kron erstritten? Rühmt im leiden, rühmt und preift Gott, der euch der welt entreißt! 10. Jst, so lang ich leb am grabe, Kreuz und trübfal oft mein theil; Gott, dem 7. Wenn betrübniß meine ich geglaubet habe, Gott feele, Elend meinen leib um- giebt einst mir ewigs heil! giebt, Dann, dann bet' ich Die, so hier mit thrånen säen, und verheele Nichts dem Gott, Erndten dort mit freuden der doch mich liebt! Wår er ein! Nach des kurzen lebens nicht mein Gott gewesen, pein Werd' ich mein geschick Hätte mich sein angesicht verstehen! Jauchze, daß mich Gottes rath leitet hat. III. Dank- und Loblieder. 229 Diesen weg ge-] Eh ich zu seyn begonnte, Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein theil mir dar. 11. Weil denn ohne ziel, ohn' ende Deine gnaden, Bater, sind, so heb ich meine hände Zu dir auf, er hör' dein kind! Vater! du wollst gnade geben, Dir mich ganz und gar zu. weihn! Dein verehrer stets zu seyn hier und in dem höhern leben! Heilig, heilig, heilig ist Er, der seyn wird, war und ist! 341, Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1321 Hent wars, da du das leben, Vater! mir gegeben, heut dank ich dir das für. Du hast, von huld bewogen, Mich aus dem nichts gezogen, Durch deine gnade bin ich hier. 5. Du ließ'st mich gnade finden, Und sahst doch meine sünden Vorher von ewigkeit. O Höchster, welch erbarmen! Du forgest für mich armen, Und bist ein Vater, der ver= zeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Er ist dein größ'st geschenke. Daß ich durch ihn dich denke, st dein; dein ists, daß er dich preis't. 7. Daß du mein leben fristest, Und mich mit kraft ausrüstest, Dies, Vater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führest, Mit deinem geist regierest, Dies alles, Bater, dank ich dir. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, Mich våterlich geleitet, Bis diesen augenblick. 8. Du wirst, beim lângern Du gabst mir frohe tage, Und leben, Noch was mir gut ist felbst der leiden plage Ver- geben. Du giebsts; ich hoff wandeltest du in mein glück. auf dich. Dir, Vater, dir be3. Ich bin, Herr aller fehle Ich meinen leib und dinge! Der treu' viel zu ge- seele. Herr, segne und bes ringe, Mit der du mich be- hüte mich. wacht. Damit ich staub und erde Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 342. Mel. Nun lob mein' Seel den. 1323 Auf, meine ſeele, 4. Du hörtest schon mein singe! An dir, so unwerth du sehnen, Und zähltest meine es bist, Thut Gott so große thrånen, Eh ich bereitet war; dinge. Weh dir, wenn ihn 230 III. Dank- und Loblieder. dein herz vergißt! Gott ret-| felig werde, Mit furcht und tet dich ins leben, Will alle zittern ringt. Auf! daß ihr missethat In Christo dir ver- von der erde Schon jezt euch geben. gnadenvoller rath! dorthin schwingt. Dort nimmt Schon hier wirst du mit heile mit seinen engeln, Auch unGetröstet und erfreut, Und frer brüder schaar, Nun rein dort wird dir zu theile Die von allen mångeln, Stets ruh der ewigkeit! seines lobes wahr. 2. Es hat uns wissen las 5. Anbetung, preis und fen Der Herr sein recht und ehre, Sey dir, Gott Vater, sein gericht; Erbarmung ohne Sohn und Geist! Wir sin maaßen Dem frommen der gens in die chore Der schaar, den bund nicht bricht. Schnell die dich vollkommner preist. eilt sein zorn vorüber, Straft Anbetung, preis und ehre, nicht nach unsrer schuld; Dir, der du warst und bist! Der Herr begnadigt lieber, Wir stammelns nur; doch Nimmt lieber auf zur huld! höre, Hor' uns, der ewig ist! Wohl dem, der Chrifto lebet! Einst tragen wir auch palmen, Gott ist er angenehm. Mit Du Gott, auf den wir traun! adlersflügeln schwebet Er- Einst singen wir dir psalmen, barmung über dem! Wenn wir verklärt dich 3. Wie våter mit erbar- schaun, men Auf ihre schwachen kinder schaun, So thut Gott an uns armen, Wenn wir in einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind fünder; Gott weiß es, wir sind staub, Und der verwesung finder, Ein niederfallend laub! Kaum daß die winde wehen, So ist es nicht mehr da! Wir, sterb: liche, vergehen! Stets ist der tod uns nah! 4. Des ew'gen gnab' alleine Bleibt, gleich als er, in ewigkeit Bei dir, bes Herrn gemeine, Die ganz sich seinem dienste weiht, Und, daß sie 343. Mel. Helft mir Gottes Gute pr. 1327 Groß ist, Herr, deine gute, Sehr groß ist deine treu, In der gerechten hütte Zeigt sie sich täglich neu, Wenn sie in aller noth Abwendet angst und leiden, Durch trübsal führt zu freuden, Und zwinget auch den tod. 2. Wie sollt ich denn nicht haben An dir, Herr, meine lust, Der du durch deine gaben Mir so viel gutes thust? Du giebest mir allein, Wodurch mein herz gestillet, Wodurch III. Dank- und Loblieder. 231 mein wunsch erfüllet, Und| Half måchtig mir in noth, ich kann fröhlich seyn. Und gab mir seinen frieden! 3. Dir, Herr, und deinem 3. Des glaubens war ich leiten Befehl ich meine weg', immer voll; Laß stets sein In schweren unglückszeiten licht mir scheinen! Gerettet Auf dich die sorg' ich leg', In aus der trübsal, soll Mein hoffnung, daß du mich Wohl herz vor freuden weinen! Der kannst davon befreien, Und mich leiden sah, Halleluja! durch ein gut gedeihen Er- Durch den siegt' ich, durch gößen mildiglich. den, Der meiner seele flehn, Selbst mein verstummen hörte. 4. Ja, du kannst alles machen, Und das bleibt wohlgemacht! Du führest alle sachen, Wie sie dein rath bedacht. Thu solches auch an mir, So soll mein Herz dir springen, Von deiner gute singen, Und freudig danken dir. 344. Mel. Ein feste Burg ist unser. 1334 Auf ewig ist der Herr mein theil, Mein führer und mein tröster! Mein Gott ist Gott! mein licht! mein heil! Und ich bin sein erlöster! Du verwirfst mich nicht Selbst im gericht; Mit jenes lebens ruh, Erquickst, beschattest du mich schon in diesem leben. 4. Wenn meine ganze seele fleht, Erhoben aus dem staube, Wenn ich im freudigen gebet, Mein Vater, mächtig glaube; Dann steig ich empor Zum siegerchor, Dann ruh ich ganz in dir, Dann ist mein geist schon hier Durch hoffnung in dir selig! 5. Allgegenwärtig haft du mich, Auch mich), den staub umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich; Sehn werd ich dich und leben. Hier und dort, und da, Ist Gott mir nah! Gedanke meiner rub, Wie reich an heil bist du! Wie reich am troste Gottes! 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Doch nicht durch meine fråfte, Bin ich des Herrn; allerhöchstes so ist in mir Sein göttliches geschäfte. Ja, ich lebe dir, Ich sterbe dir, Ja, Vater! Vater, dein Will ich auf ewig seyn, Auf ewig dein, 2. Fern von der welt, mit dir allein, Wesen, Wie ist, von aller seiner pein, Durch dich, mein herz genesen! Der die ganze welt Schuf und erhält, Half mir und war mein Gott! Versöhnter! Anhang zum Mitauschen Gesangbuch. 1. 3um Reformationsfest. 345. Eigene Melodie. 1340 Ein' feste Burg ist unser Gott, Ein' gute wehr und waffen; Er hilft uns frei aus aller noth, Die uns jezt hat betroffen. Der alt' böse feind, Mit ernst er's jezt meint; Groß' macht und viel lift Sein grausam rüstung ist; Auf erd'n ist nicht sein's gleis chen. doch nichts; Das macht er ist gericht't; Ein wörtlein kann ihn fållen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit't für! uns der rechte mann, Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Chrift, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Daß feld muß er behalten. 4. Das wort sie sollen lass sen stahn, Und kein'n dank dazu haben! Er ist bei uns wohl auf dem plan Mit seinem geist und gaben. Nehmen sie den leib, Gut, ehr', find und weib; Laß fahren dahin! Sie haben's kein'n gewinn; Daß reich muß uns doch bleiben! 346. mel. Jesus meine Zuversicht. 1341 Gott ist unsre zuvers sicht, Unsre hülf in großen ndthen! Darum fürchten wir sie nicht, Die den leib nur mögen tödten. Heil uns, daß kein schwert und bann Freie geister tödten kann! 3. Und wenn die welt voll teufel wär', Und wollt'n uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser welt, Wie sau'r 2. Gott ist unsre zuversicht! Aus den bångsten finsternissen hat sein wort, das ewge licht, Unsre Våterschaar gerissen. Heil'ge jubellieder, schallt! er sich stellt, Thut er uns Preist der wahrheit allgewalt! 1. Zum Reformationsfest. 233 3. Gott ist unsre zuversicht! 2. Die welt war todt, Die Erd' und himmel mag verge- herzen arm, Der streit war hen: Jesu wort vergehet aufgegeben: vergehet aufgegeben: Da kam die nicht; Seine siegesfahnen gluth, da ward es warm, wehen. Hochgelobt sey Jesus Da braust' ein sturm ins leben, Christ! Selig, wer sein Juns Der brach entzwei die todtenger ist! gruft, Weht' an die brust mit freiheitsluft. 4. Gott ist unsre zuversicht! Mag fich stolz der irrgeist regen: Deiner wahrheit ew'ges licht halten wir ihm, Herr, entgegen. Ueber blinden wahn und trug Schwinget sich deß geistes flug. 5. Gott ist unsre zuversicht! Weicht, ihr finstern lügenmachte! Christus lebt, sein trofteslicht Leuchtet uns durch alle nächte! Hoffnung ist des Christen stab, Den zerbricht kein tod, kein grab. 6. Gott ist unsre zuversicht! Fels des heils, auf den wir bauen, Fest im glauben, treu in pflicht, Wollen wir dir ewig trauen! Jesus, unsre zuversicht, Bleib' auf ewig unser licht! 3. Einst sperrte furcht der Christen mund, Und keiner wollt' sich stellen; Da trat ein held auf felsengrund, Kein wetter konnt' ihn fållen; Er zog in Gottes kraft einher ,,, Und wenn die welt voll teufel war'! 4. Der zweifel schlich durch mark und bein, Wollt' Gots tes werk zersplittern; Da hob der glaube stark und rein Sein haupt aus ungewittern. Er siegt' und macht die welt zu spott; ,, Ein feste burg ist unser Gott!" 99 5. Jezt jagt man wohl nach gut und ehr',- Das end' ist tod und grauen; Doch wer für Gott sich stellt zur wehr, Darf froh dem höchsten trauen; Den armen leib sie mögen fahn,- Das wort fie sollen lassen stahn!" 347. Mel, Mir nach, spricht Christus, 1342 Wo regt sich noch ein guter geist, Und will die wahrheit sehen, Wie sie die palmen an sich reißt, Wie ihre fahnen wehen? Herein heut' ist in oft und west Das schöne fiegs- und freudenfest. waffer thürmen, Die woge 348. Mel. Herzlich thut mich verlang. 1343 Wie wird dein schiff von stürmen, Herr! fo hart bedrångt! Wie sich die 234 2. Zum Erndtefest. brüber hångt! Herr, hilf! es schlummerst nicht. Dein auge geht zu grunde, Wenn nicht klar und offen, Giebt volle dein auge wacht. Ein wort zuversicht. aus deinem munde Zähmt aller stürme macht. 2. O, schließt sich, uns zu prüfen, Dein aug', als schliefest du: Da schnellt durch höh'n und tiefen Die fahrt uns ohne ruh'. Wenn bord und steuer schwanken, Wie schwankt so leicht der muth! Doch, o! des Herrn gedanken sind immer, immer gut. 3. Auf, auf, o Herr! be hüte Dein schifflein in der noth. Hilf, hilf nach deiner güte Und sprich dein machtgebot. Getrost! wir steh'n und hoffen; Du schläfft und 2. Zum 4. Ob wild die fluthen toben, Wild brause sturm und meer; Schweb' unten bald, bald oben Des schiffleins flug umher: Groß sind die wasserwogen, Unendlich größer du. Dein wort hat nie getrogen: E3 ruft uns glauben zu. 5. Du kannst uns nicht versäumen; Du weißt die rechte zeit. Und soll das meer noch schäumen; Wohl uns! du bist nicht weit. Gieb nur zuweilen stille, Die uns den muth erneut; Und aus der gnadenfülle Werd' unser herz erfreut! Erndtefest. ihm dar! Die åhre, die vom fegen sinkt, Sst sein; er krönt daß Jahr. 349. Mel. Ich finge dir mit Herz u. 1344 Gott sorgt für uns! 4. Ja, höchster, wir ver o singt ihm dank, Jhr chri- ehren dich Mit findlich fro sten nah und fern! Vom auf- hem dank; Du nährst uns gang bis zum niedergang und giebst mildiglich Noch Trågt uns die huld des mehr, als speis und trank. Herrn. 2. Vom menschen bis zum kleinsten wurm Reicht seine gnad' und macht; Im sonnenscheine, wie im sturm, Ist er auf heil bedacht. 5. Fried' und gesundheit, kraft, gedeihn Zu unsrer hånde fleiß, Auch das giebst du, und dir allein Gebührt da für der preis. 6. Laß deines segens übers 3. Mit froh gerührter seele fluß Uns nun auch heilsam bringt Ein herz voll dank seyn, Und hilf uns, daß wir 2. Zum Erndtefest.235 beim genuß Uns seiner måßig| wegen Noch hätten sonst ge freu'n. erbt; Doch hat Gott mehr Aus unverdienter gethan güte, Als mund, herz und gemüthe Nach würden rühmen kann. 5. O treuer, guter Vater! Du hast viel dank verdient; Du, mildester berather, Machst, daß uns segen grunt, Wohlan, dich loben wir Für abgewandten schaden, Für viel' und große gnaden; Herr Gott, wir danken dir! 7. Vermehr' in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertrau'n, Bis wir dereinst in deinem licht Des glaubens Erndte schau'n. 350. Mel. Aus meines Herzens G. 1345 Die erndt' ist nun zu ende, Der segen eingebracht, Womit Gott alle stände Satt, reich und fröhlich macht; Der alte Gott lebt noch! Wir können's deutlich merken An so viel liebeswerken; Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine gute, Die uns das feld bestellt, Und oft ohn' unsre bitte Gethan, was uns gefällt; Die immer noch geschont, Ob wir gleich sündlich leben, Die freud' und ruh' gegeben, Daß alles sicher wohnt. 3. Er hat sein herz geneiget, Uns sünder zu erfreu'n, Genugsam sich bezeuget Durch regen, sonnenschein; Ward's aber nicht geacht't, So hat er sich verborgen, und durch verborgnes sorgen Zur um kehr uns gebracht. 4. Zwar manchen schönen segen hat boses thun verderbt, Den wir auf guten 6. 3um danke kommt das bitten, Du wolleft frommer Gott, Vor feuer uns behüten, Und aller andern noth. Gieb friedenvolle zeit; Erhalte deine gaben, Daß wir uns damit laben; Regier' die obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines, wahres wort, Daß wir uns dessen freuen Forthin an diesem Ort. Bring uns zur reifen frucht, Daß wir im ganzen leben Dir dank und ehre geben, Mit frommigkeit und zucht. 8. Kommt dann des les bens ende, So nimm, Herr, unsern geist In deine vaterhände, Da er der ruh' geneußt, Da ihm kein leid bewußt; Dann erndten wir mit freuden Nach ausgestandnem leiden Die garben ew'ger lust. 236 2. Zum Erndtefest. 351. 12 Mel. Mir nach, spricht Christus. 1346 Lobsing', o frohes 6. Olaßt uns guten saamen streu'n In stillen glaubensthaerndtefest, Preis' ihn mit freu-| ten! Der Herr giebt thau und denpsalmen, Der saat in halmen sprießen läßt, Mit åh ren krönt die halmen, Und giebt, daß sie voll frucht gedeihn, Thau, regenguß und sonnenschein! sonnenschein Zum wachsthum solcher saaten. Dann ziehu wir einst im jubelchor Zum erndtefest durch salems thor! 2. Im wetterdunkel wan relt er, Så't heil aus milden hånden, Und fährt auf blik und sturm einher, Um segen auszuspenden. Und wenn sie gleich mit donnern spricht, Spricht doch die liebe: zittert nicht! Nicht Jesum, der die herzen labt! 4. Noch strahlet seiner sonne huld Auffünder und gerechte; Noch schont, noch nåhrt er voll geduld Auch schuldbeladne knechte. fallt aufs neu' mit kindessinn Am thron des guten Vaters hin. 352. Mel. Was Gott thut, das ist. 1347 Was Gott thut, das ist wohlgethan! So denken Gottes kinder. Wer auch nicht reichlich erndten kann, Den liebt er doch nicht minder; Er zieht das herz Nur himmelwärts, Wenn er es läßt auf erden Beim mangel traus 3. Lobsingt! uns füllte Gottes hand Die leeren scheu- rig werden. ern wieder. O du vom Herrn begabtes land, Ton' ihm des dankes lieder! Er dachte unsrer schulden nicht, Voll gnade schien sein angesicht. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Sey's nehmen oder geben! Was wir aus seiner hand empfahn, Ist ja genug zum leben. Ernimmt und giebt, Weil er uns liebt; Er übt auch im entbehren, Und, will uns demuth lehren. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Wer darf sein walten richten, Wenn er noch eh' man erndten kann, 5. Des erdensegens reichen Den segen will vernichten? theil, Wer kann ihn messen, Weil er allein Der schat will wågen? Doch welch unend- seyn, Nimmt er uns andre gålich größres heil Beut Gott ter, 3Zum heile der gemüther. in Christi segen! Vergeßt, 4. Was Gott thut, das wenn uch das feld begabt, ist wohlgethan; Es geh nach 3. Trauungslieder. 237 seinem willen! Läßt er sich| kraft! Es nennt uns Gottes auch zum mangel an: Er erben; Wie können wir verweiß das herz zu stillen. Wer derben? als ein christ Genügsam ist, Der kann bei kleinern gaben Doch freud' und nahrung haben. Char 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Das feld mag traurig stehen: Wir gehn getrost auf seiner bahn; Was 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Laßt in geduld uns fassen! Er nimmt sich unser gnädig an, Und wird uns nicht verlassen! Er, unser Gott, Weiß, was uns noth, Und wird es uns begut ist, wird geschehen! Sein scheren; Laßt uns ihn glaus wort verschafft Uns lebens- big ehren! 3. Trauungslieder. 353. Mel. Wie schön leucht't uns der. 1348 Von dir, du Gott der einigkeit, Ward einst der ehe bund geweiht; Wie hoch ist er zu ehren! Vernimm, Herr, unser innig flehn; Sieh' gnädig an, die vor dir stehn, Ihr bündniß zu beschwören! Laß sie, Vater, Dir ergeben, Einig leben, Treu sich lieben, Treu die pflicht der christen üben. 2. Nimm sie in deine vaterhut, Daß ihnen nie ein wahres gut Zum vollen frieden fehle. Laß ihren bund sie nie entweihn, lich), fromm und stille seyn, Eich und der welt zum segen! Laß sie, Vater, Voll vertrauen Auf dich schauen, Freuid dig sterben, Und vereint den himmel erben! 354. Mel. Wie schön leucht't uns der. 1349 Der uns zu seinem lobe schuf, hat gnadenvoll mit heil'gem ruf zum himmel uns berufen. Er helf euch, daß ihr aufwärts geht, und auf dem pfad nie stille steht, Bis an des thrones stufen. Jesu, Hilf du, Segne, leite Morgen, heute Deine seelen; Laß sie dir sich ganz vermählen! 355. Keusch, red- Mel. Wer nur den lieben Gott. 1350 Es hat der Herr zu allen zeiten Der seinen ganz zen lauf bedacht, Ihr kleinstes selbst auf allen seiten 3. Trauungslieder. 238 Von ewigkeit her ausgemacht, Bis auf ein haar von ihrem haupt; Wohl dem, der bis auf's kleinste glaubt! 2. Er spricht: befiehl mir deine wege; Sie sind in mir schon außersehn! Trau' meiner treuen vaterpflege, So wird es gut und selig gehn; So geb' ich dir auf jedem schritt Auch meines geistes leitung mit! 3. Sieh' nun, o herr, auf diese seelen, Und laß sie dir befohlen seyn! Laß sie nur deine wege wählen, Mach' fie mit deinem blute rein, Bis sie zu deinem reich eingehn, Und ewig jauchzend vor dir stehn! 356. Mel. Nun danket Alle Gott. 1351 Geht fröhlich nun dahin In stillem Gettvertrauen! Ihr werdet fort und fort Viel heil, viel gutes schauen. Sehr gnädig ist der Herr! Habt ihr nur ihn erwählt Zum freund, so wisset ihr, Daß euch kein segen fehlt. 2. Wie er in seiner hand Die welten alle tråget, So lenkt er euren gang Im lieben unbeweget. bleibt ihm kindlich treu, So bleibt in freud' und leid Er selber euer theil, Bis in die ewigkeit! 357. Mel. Vom Himmel kommt der. 1352 Gott Schöpfer, stif ter heil'ger eh', Schau auf dies paar aus deiner höh', Das vor dir steht, und seinen bund, hier vor dir schließt mit herz und mund! 2. Mit gnade schau' auf sie herab! Laß sie zusammen bis ins grab In lieb und treue einig seyn, Und Jesu all ihr leben weihn! 3. Laß sie einander innig: lich Stets lieben, doch nie mehr, als dich; Von untreu' fern, im herzen rein, Auch keusch in wort und werken seyn! 4. Lehr' sie in eintracht dir vertrau'n, Zusammen ihre feel' erbau'n, Zusammen deine bülf' erflehn, Zusammen auch dein lob erhöhn! 5. Was ihnen ihr beruf ge beut, Das laß sie thun mit freudigkeit; Und so geling' ihr frommer fleiß Zu ihrem lob und deinem preis! 6. Und wenn des lebens last und müh' Auch sie beschwert, so tröste fie: Ein jedes trag' des andern laft, Wie du, o Herr, verordnet hast! 7. Wenn kreuz nach deinem rath sie drückt, Laß sie darin nicht unerquickt; Gieb süße tage nach dem leid, Und segn' es für die ewigkeit! 4. Bei der Taufe eines Kindes. 8. Und trennet einst der Und seine wege gehn tod ihr band, So sey's ihr trost, daß deine hand Die, welche hier sich treu geliebt, Einander ewig wieder giebt. 239 Ohne wanken! Er sey eu'r Gott In glück, in noth, Im leben und auch einst im tod! 2. Gott der eh', sey mit uns allen! Hilf uns in heil' ger ehe wallen, Mit glaubensmuth und freudigkeit! Laß uns, Herr, in deiner stärke Verrichten alle unsre werke Zur saat auf jene ewigkeit! Erfreu' uns spåt und früh; Mach' uns des lebens müh' Leicht in liebe, Und leicht in dir! Herr, bleibst du hier, Dann sind wir stark, 358. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 1353 Segen über eurem bunde! Im frieden fließe jede stunde In eurer ehe sanft dahin! Sollt' auch oft ein tropfe leiden Sich mischen in den kelch der freuden, So danket eurem Gott für ihn! Lernt auf zum Heiland sehn, dann siegen wir! 359. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1354 Barmherziger, laß deiner gnade Jezt dieses kind empfohlen seyn, Das wir im heil'gen wasserbade Nach dei nes Sohns befehl dir weihn; Erfüll an ihm, was du verheiß'st, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! 2. Regiere nun das ganze leben Auch dieses kindes, treuer Gott! Dir sey und bleib' es stets ergeben, Sen du mit ihm in glück und noth; Ach, führ' es selbst auf rechter bahn, Nimm es zuletzt mit ehren an! 4. Bei der Taufe eines Kindes. 3. Laß uns die wohlthat recht ermessen, Die uns die taufe zugewandt, Und nie, o Herr, den bund vergessen, Der uns so fest mit dir ver= band; Uns alle stårk' zu neuer treu', Daß über uns dein friede sey. 360. Mel. Wer nur den licben Gott. 1355 Dir, Herr, sey dieses kind empfohlen, Dir, des sen treu' unwandelbar! Wir bringen's, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen taufe dar. Du segnest es, Herr Jesu Christ, So wahr du unser Heiland bist. 240 4. Bei der Taufe eines Kindes. 2. Durch dieses siegel dei-| seligkeit Weihet es die taufe ner gnade Wird jedes recht heut. der christen sein. Du weihest es in diesem bade Zu deinem Find und erben ein. Heil ihm, erkennt es einst den werth Des glücks, daß es dir angehört! 3. Was ist der mensch, deß du gedenkest? Das menschenkind, daß du es ehrst? Daß du so großes heil ihm schenkest, Ihm deine guter all' gewährst? Was ist's? ein staub, ein nichts vor dir! Doch deine huld währt für und für! 361. auf Mel. Jesus meine zuversicht. 1356 Zu dir, Vater, be= ten wir Für dieß kind unsern armen; Flehen voll vertrau'n zu dir, Du wollst seiner dich erbarmen. Es ist dein und lebt durch dich; Schük' und segn' es våter lich! 2. Schwach und hilflos liegt es da; Sey du seine kraft und stärke! Bleib' ihm huldreich immer nah, Daß es deine hülfe merke, Wenn auf seiner lebensbahn Es sich selbst nicht leiten kann. 3. Gott! es ward zu seinem heil In der christenheit geboren; Zu der christen erb' und theil hast du selbst es außerkoren; Zu der christen 4. Segne, Vater, dieses kind, Daß es dich von herzen ehre, Daß es, Jesu gleich gesinnt, Nur auf deine stimme höre, Und, der taufe bund getreu, Folgsam deinem geiste sey. 5. Stark' es unter luft und schmerz, Unter arbeit und beschwerde, Gieb, daß rein und fromm sein herz, Und sein leben fruchtbar werde; Führ' es einst zum himmel ein, Laß es ewig selig seyn! 362. Mel. Liebster Jesu, wir sind h. 1357 Liebster Jesu, wir sind hier, Deinem worte nach: zuleben; Dieses kindlein kommt zu dir, Weil du den befehl gegeben, Daß man sie zu bir hinführe: Denn das himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses wort in unsern ohren: Wer durch wasser und durch geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm dies pfand von unsern armen; Tritt mit deinem Geist herfür Und erzeige dein erbarmen, Daß dein kind es 5. Zur Confirmation. 363. hier auf erden Und im himmel möge werden. gräbnißtage seiner 4. Wasch' es, Jesu, durch Einem Täufling am Be= dein blut, Von den angeerbten flecken, Laß es bald nach dieser fluth Deiner liebe flůgel decken; schenk' ihm deiner unschuld seide, Daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein schäflein an; haupt, mach es zu deinem gliede; Himmeleweg, zeig' ihm die bahn; Friedefürst, schenk' du ihm friede; Weinstock, hilf, daß diese rebe Stets im glauben dich umgebe.. 6. Nun, wir legen an dein herz, Was von herzen ist gegangen; Führ' die seufzer himmelwärts Und erfülle das verlangen: Ja, den namen den wir geben, Schreib' ins lebensbuch zum leben. 241 5. 3ur Mutter. Mel. Was Gott thut, das ist. 1358 Ach! über deiner Mutter grab Wirst du dem Herrn getaufet! Doch er, der dir dein leben gab, hat sie und dich erkaufet. Sie ist das heim; Du bist ein keim, Aus ihrem tod entsprossen, Mit thrånen reich begossen. 2. Du bist verwaist und nicht verwaist; Fehlt dir die mutterpflege, So führt nun Bater, Sohn und Geist Dich selbst auf ew'gem wege. Sein friede sey Dir täglich neu, Bis sich vor ihm die seinen Im himmelsglanz vereinen! Confirmation. 364. 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn Und seine heil'gen Mel. Allein Gott in der Höh.lehren; Ist freude, Gott, 1359 Die hier vor deinem vor deinem thron, Wenn sie antlig stehn, Sind Jesu dir angehören: Laß groß auch Chrifti glieder; Blick, wenn unsre freude seyn, Da diese vereint wir für sie flehn, Er- seelen dir sich weihn, Dir barmend auf uns nieder; Gieb ewig treu zu bleiben! ihnen, Vater, Sohn und Geist, Das gute, daß dein wort verheißt, Im leben und entgegen, Hilf dann den im sterben! schwachen herzen auf; Und 16 3. Lacht ihnen bei dem edeln lauf Die falsche welt 242 5. Zur Confirmation. wenn sich fich luste regen, 3. Geh' auf, du heller Laß sie hinauf zu Jesu sehn, morgenstern, In allen herzen Die welt mit ihrer lust ver- nah und fern, Daß jeder dich schmähn, Beharren bis ans erkenne! Daß deine ganze ende. christenheit In lieb' und glau4. Zeig, Herr, den lohn benseinigkeit Und heil'gem der ewigkeit Von fern den eifer brenne! Schöpfer! Ret theuren seelen, Die dich für ter! Dein erbarmen ihre lebenszeit Zum trost uns armen und führer wählen. Die dir sich ganz zum dienste weihn, Laß ewig sie die deinen seyn, Vollende sie im glauben! Gab Neues leben; Leben woll'st du allen geben! 4. Den erdkreis deckte dunkle nacht; Da hast du, Herr, das licht gebracht, Und alle schatten flohen. In deinem milden angesicht Er glänzt uns auch des Vaters licht, Nun kennen wir den hohen. Dank dir, Jeſu! Durch dich sind wir Seine kinder: Gnad' und frieden hast du reichlich uns beschie den. 365. Mel. Wie schön leucht't uns der. 1360 Lobfingt dem Herrn mit herz und mund! Geschloffen hat er seinen bund Mit uns, den bund der gnade; Uns zu erneu'n an geift und finn, Gab er sich selbst zum opfer hin; Geheilt ist unser schade. Selig, Selig, Wem im innern Gottes zeugniß Nimmer fehlet: ,, Dich auch hab ich mir erwählet! 5. Heil uns! uns fiel das schöne loos, Geboren in der Kirche schooß, Dir früh ge weiht zu werden; Wir lernten, daß du, Jesus Christ, Auch unser Herr und Heiland bist, Ein sichrer hort auf er den; Deine lehre Drang zum herzen, hob die herzen, Und in klarheit Strahlt uns nun die ew'ge wahrheit. 2. Sie steht, die Kirche Gottes steht, Und seine wahrheit nie vergeht, Wie auch die feinde toben. An welche er sein blut gewandt, Die schützt er mit allmächt'ger 6. Wer an ihn glaubt, hat hand; Er lebt, ein herrscher ew'ges heil, An ihm und ſeiz droben. Laßt uns Glauben nen gutern theil; Er ist des Und bekennen, Nie uns tren- himmels erbe. Mach' uns im nen Von dem treuen, Keine glauben fest, o Herr, Er werde schmach, kein leiden scheuen! stets lebendiger, Daß alle 5. Zur Confirmation. 243 fand' uns sterbe. Herr des Und laß uns deinen Geist Lebens, Lehr' uns streben, Dir zu leben, Dir zu sterben! Mach' uns zu deß himmels erben! 366. Mel. Straf' mich nicht in deinem. 1361 Segne, Vater, Sohn und Geist, Uns und diese finder! Ohne dich sind sie verwaist, Und verlorne sünder. Feierlich Müsse sich Dir nun jedes weihen, und den bund erneuen! 2. Jesus Christ, wir sind ja dein; Dir mit blut erkaufet; Laß uns in dir selig seyn, Mit dem geist getaufet! Laß uns dir Für und für, Herr, schon hier auf erden Ganz geheiligt werden! empfah'n. 2. So heiß verlangt das herz nach dir, Um ewig dein zu bleiben; Uns öffnet sich des lebens thür, Laß nichts von dir uns treiben; Sey du der seele speis und trank, Ohn' dich sind elend wir und krank. 3. Versammelt sind wir, Jesu! hier, Den taufbund neu zu schließen; Laß doch auf uns herab von dir Die gnadenströme fließen. Herr! segne, was der mund verspricht, Und stårk' uns, wenn's an kraft gebricht. 367. Mel. Mach's mit mir, Gott! 1362 Sent, Jesu! dich auf uns herab, Sieh' unfres herzens sehnen, Wir schwache wanken ohne stab, Wir irr'n umher mit thränen; Blick unsre schwachheit gnädig an 4. Der lebensweg ist voll gefahr, Wir müssen ringen, kåmpfen. Geschäftig ist der feinde schaar, In uns dein heil zu dâmpfen; Doch nur allein durch deine kraft Wir üben gute ritterschaft. 3. Allen giebst du gern dein licht, Das uns führt zum leben; du wirst, wir zweifeln nicht, Es auch ihnen ge5. Vor uns, in dunkel eingehüllt, Seh'n wir des lebens ben; Mache neu, Ewig treu, stege. Oft scheint der freude Die hier vor dir stehen! Jesu, hör' ihr flehen! strahl nicht mild Herab auf glaubenswege; Dem from= men tagt die fummersnacht Oft erst, wenn hier sein lauf vollbracht. 6. War' auch die trubsal unser loos, Doch wollen wir nicht wanken; In leiden wird der glaube groß, Das leib führt die gedanken Zum Herrn, der als ein treuer hirt Die seinen nie verlassen wird. 244 6. Begräbnißlieder. 7. Herr! segne uns, wir freuden fliehen. Wenn trosk lassen dich nicht wieder von und hülfe uns gebricht, Bist uns ziehen. Bei dir allein du doch treu und wankest erhebet sich Das herz, wenn nicht. 6. 368. Begräbnißlieder. Mel. Es ist gewißlich an der. 1363 Am grab des christen finget man Vom sieg mit lauter freuden. Er hat voll endet seine bahn, Erduldet kreuz und leiden, Gelämpfet einen guten streit In glauben und gerechtigkeit; Nun ruhet er im frieden. 2. Herr, dir sey preis! durch deine kraft ft ihm sein kampf gelungen; Dein arm hat ihm den sieg verschafft, Daß er die kron' errungen; Die legt er dir zu füßen hin, Und spricht: Herr, das ist dein gewinn! Du bist mein heil, mein leben! 3. Er wusch in deinem heil'gen blut Die kleider rein. und helle; Darum in Gottes frieden ruht Sein leib an die fer stelle, Bis ihn der ewigtreue hirt Zum leben auferwecken wird, Der Herr, des lebens quelle. frischet. Nun wohnet er im fel'gen licht, Bei Chrifto dort, das nimmer nicht In ewigkeit verlischet. 5. Der geist, zur ewigkeit gereift, Ist heim zum Herrn gegangen, hat nur die hulle abgestreift, Die ihn allhier umfangen! Und hat aus Jesu Christi hand Ein ander, neu und hell gewand, Vor seinem thron empfangen. 6. Drum singen wir Hallelujah! Wie wohl ist ihm ges schehen! Wie gegenwärtig und wie nah Wird er dich, Herr, nun sehen! Wir sehn ihm nach, er sicht herab Auf uns, die wir bei seinem grab Ihm nachzukommen flehen. 369. Mel. Christus, der ist mein leben. 1364 Ich weiß, an wen ich glaube, Und daß mein Heiland lebt, Der aus dem todesstaube Den geist zu sich erhebt. 4. Weg ist nun alles leid und schmerz, Die thrånen ab- 2. Ich weiß, an wem ich gewischet: Getröstet ewiglich hange, Wenn alles wankt und sein herz, Gestärket und erweicht, Der, wenn dem her 6. Begräbnißlieder. 245 zen bange, Die retterhand| ner ruh'! Der Herr schleußt mir reicht. nach dir zu, Bis die allmacht, Die jetzt dich deckt, Dich wie der weckt Zum leben, da kein tod mehr schreckt. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, Und, wenn mein auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von ange= sicht. 4. Er trocknet alle thrånen So tröstend und so mild, Und mein unendlich sehnen Wird nur durch ihn gestillt. 5. Ich weiß, beim auferste hen, Wann ich verklåret bin, Werd ich mit Jesu gehen Durch ewigkeiten hin. 370. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 1365 Hallelujah, Amen, Amen! Rub' sanft in jenem großen namen, Vor dem sich erd' und himmel beugt. Sich', an deiner laufbahn ende Bist du; er nahm in seine hånde Die feel' auf, die der welt entfleucht. Heil dir, erlöster geift, Der nun am thron ihn preist! Jesus Christus Hat dich versöhnt; Von ihm gekrönt, Hast du, wonach du dich geschnt. 371. Mel. Ich hab' mein' Sach'. 1366 Wohlauf, wohlauf zum letzten gang! Kurz ist der weg, die ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus. Wohlauf, hinaus! Kein bleiben ist im erdenhaus. 2. Du herberg' in der wanderzeit, Gehab dich wohl und laß dein leid! Schleuß nur getroft die pforte zu! Was trauerst du? Dein gast geht hin zur ew'gen ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins schlafgemach, Ihr lieben, folgt ihm fegnend nach! Hab' gute nacht!- der tag war schwül Im erdgewühl; Hab' gute nacht!- die nacht ist kühl. 4. Ein festschmuck ist der färge tuch, Ein siegeszug der leichenzug. Triumph! der Herr macht gute bahn; Sein kreuz voran- Daß winkt und deutet himmelan. 2. Mag den leib die erde decken: Du ruhest, der verwesung schrecken Ergreifen 5. Jhr glocken, tönt hochdeine seele nicht. Weinend, festlich drein Und lautet hell doch voll hoffnung såen Wir den sabbath ein, Der nach hier dich aus, und auferste= des werktags kurzer frist hen Sollst du im schönern Durch Jesum Christ Für Gottageslicht. Geh' ein zu dei tes volk vorhanden ist. 6. Begräbnißlieder. 6. selig, wer das heil| 12. Ach! banges herz im erwirbt und in dem Herrn, leichenthal, Wo ist bein licht, dem Mittler, stirbt! O selig! wer vom laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat. dein lebensstrahl? Du bist's, Herr! der mit Gottes macht Aus gråbernacht Das leben hat ans licht ge bracht. 13. Dein trostwort klingt so hoch und hehr:„ Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr." Dein kreuz, dein grab, dein auferstehn, Dein himmel offen sehn. himmelgehn Läßt uns den 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, Schon hier fich ew'ge hütten baut. Er und kämpfet gern. Und harrt sieht das kleined in der fern', der zukunft seines Herrn. 246 7. Was suchst du, mensch, bis in den tod? Du suchst so viel und eins ist noth! Die welt beut ihre güter feil; Denk an dein heil, Und wähl' in Gott das beste theil. - - 8. Was sorgst du bis zum letzten tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die welt vergeht mit lust und schmerz! Schau himmelwärts! Da, wo dein schat, da sey dein herz! 9. Mit Gott bestell' dein haus in zeit, Eh' dich der tod an todte reiht. Sie rufen: gestern war's an mir: Heut' ist's an dir! Hier ist kein stand, kein wohnen hier. - 15. Nun, thor des friedens öffne dich! hinein!- hier schließt die wallfahrt sich. hr schlafenden im friedensreich, Gönnt allzugleich Dem staub ein räumlein neben euch. 10. Vom freudenmahl zum reisestab, Aus wieg' und bett in sarg und grab. Wann? wie? und wo? ist Gott bewußt; Schlag an die brust! Du must von dannen, mensch!- du mußt. 11. Da ist kein sitz zu reich, zu arm, Kein haupt zu hoch, kein herz zu warm; Da blüht zu schön kein wangenroth: uns ein; Wir harren dein; Fm finstern droht Der tod- Amen! Dein laß uns ewig und überall der tod. 17. Sein ist das reich mit. allgewalt. Er zeugt und spricht: ,, ich komme bald." Ja komm, Herr Jesu, führ seyn! 16. Viel gråber hier im ruheport; Viel wohnungen im himmel dort! Bereitet ist die ståtte schon Am gnadenz thron, Bereitet uns durch Gottes Sohn. 6. Begräbnißlieder. 372. Mel. Nun laßt uns den.. 1367 Wohlan! die erde wartet dein: Geh in der mutter kammer ein. Die hand der liebe deckt dich zu; Sanft sey dein schlaf und süß die ruh! 2. Hinab den thrånenblick, hinab! Der letzte gruß folgt dir ins grab. Wir sehn dein antlitz nun nicht mehr, Und nie des pilgers wiederkehr. 3. Was sichtbar ist, das nimmt die zeit; Was unsichtbar, die ewigkeit. Drum rühmen wir, trotz zweiflerspott: Der staub zu staub, der geist zu Gott. 247 wie du willst! Herr, wie du willst! 8. Nur lehr' uns fromm zum ziele gehn, Und mach' uns werth, vor dir zu stehn. Dann führ auch uns auf Christi bahn Zur erd' hinab und himmelan. 373. Für Kinder. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 1368 Ruh' sanft in deiner erdengruft, Bis dich dein Heiland wieder ruft! Der wird am jüngsten tage dich Erwecken sanft und seliglich. 4. Hinauf den thrånenblick, hinauf! Nach oben geht der seclen lauf. Der Fürst des lebens brach die bahn Durch grabestiefen himmelan. 2. Obgleich du hier nur kurze zeit Gepilgert in der sterblichkeit, Bist du doch nun ein selig kind, Wie alle Gotteskinder sind. 3. Wir haben herzlich dich geliebt, Dein tod hat innig 5. Im mutterschooß, da uns betrübt, Und, ach wir er geruht, Ruht auch sein können's nicht verstehn, Daß knecht so gut, so gut. Im du so bald sollst von uns gehn. Vaterhaus, da Christus 4. Doch, was dein treuer wohnt, Wohnt auch sein Heiland thut, Geschieht uns knecht, so hoch belohnt. allen auch zu gut; Der wird 6. Heil dir, im seligen ge- im grab sein gnadenlicht Dir nuß! Heil uns, beim frohen zeigen, und dich lassen nicht. wiedergruß! Jm todesschmerz, im trennungsleid Getrost! wir überwinden weit. 5. So ruh' in deiner stillen gruft, Bis dir dein Jesus wieder ruft! Wir folgen ihm indessen still, Und leiden, wie sein rath es will. 7. An grüfte reiht sich unfre gruft. Ob spåt dein wink, o Gott, uns ruft; Ob bald du unsre zeit erfüllst:-Herr, 6. Das helf' uns Christus Gottes Sohn, Der ist und 248 6. Begräbnißlieder. bleibt der seinen lohn, Der Sie sind von Verführung frei, alles, wann' es zeit und stund', Sie bewahret deine treu. Uns geben wird von herzensgrund! 374. Mel. Gott sey Dank in aller. 1369 Auch die kinder sammelst du, Treuer hirt, zur ew'gen ruh' Von dem jammer dieser welt, Der sie schon so früh befällt. 2. Sie entgehen allem leid Dieser letzt betrübten zeit; 3. Dieß kind eilt der heimath zu In die ew'ge himmelsruh, Wo sein Heiland Jesus Christ Ewig mun sein alles ist. 4. Gläubig blicken wir dir nach In dein stilles schlafgemach, Bitten um dein auf erstehn, Freuen uns aufs wiedersehn. Register. Seite. Ach die zweifelnden ged. 163| Da ich mich zur ruh will 56 Ach Gott und Herr, wie g. 128 Ach, Gott! verlaß mich n. 221 Ach Gott wie ein geschwåk 12 Ach, Gott! wie manches s. 213 Ach Jesu, dessen treu. 39 Ach könnt ich meinen Gott 172 Ach Bater, der die arge welt 121 Ach über deiner mutter grab 241 Allein an dir, mein Gott, 129 Allen christen und auch mir 208 Also hat Gott die welt gel. 28 Am grab des christen finget 244 Am freuz erblaßt, der mart. 54 Auf, auf, ihr reichsgenossen 23 Auf, auf! mein ganz gemüthe 93 Auf dich allein, Herr Jesu 130 Auferstehn, ja auferstehn Auf ewig ist der Herr mein Auf felfen liegt ihr grund Auf Gott, und nicht auf Auf, jauchzet Gott! auf alle 187 Auf! Jünger Jesu! freuet 65 Auf meinen lieben Gott trau 194 Auf, meine seele, finge Auf, mein herz, wach aufund Auf, schicke dich, recht feierl. 29 Auch die kinder sammelst du 248 Aus dunkler tiefe, Herr, mit 138 Aus ganzem Herzen lieb ich 170 Aus Gottes throne fließt ein 72 Aus meines herzens grunde Aus tiefer noth schrei ich Barmherziger, laß deiner 239 Befiehl dem höchsten deine 181 Begrabt den leib in seine 221 Bey feiner creatur, auch 130 Bringt preis und ruhm dem 57 Christ, alles, was dich Christus ist erstanden 173 229 1 2 137 . 151 231 Seite. 12 43 Das grab ist leer, des höchst. 58 Das ist ein theures werthes 101 Das licht erscheint mir wied. 2 Dein bin ich Herr, dir will 159 Deine marter, angst und Dein wort, o Höchster, ift 109 Der am freuz ist meine liebe 52 Der du die liebe selber bist 192 Der du stets unsre zuflucht 21 Der du, voll blut und wund. 44 Der Herr ist Gott! der Herr 29 Der Herr ist Gott! ist Gott 99 Der Herr ist Gott, und keiner 85 Der Herr ist meines lebens 175 Der Herr ist meines leb. licht 13 Der Herr ist meine zuversicht 175 Der Sohn ist meine heil. 161 Der Sterne glanz erbleicht 3 Der uns zu seinem lobe Des Baters und des Sohnes 73 Dich seh ich wieder morgenl. Die dein freuz in jenen tag. 118 Die erd ist Jesu Christi 237 4 30 183 191 Die erd und was darinnen 103 Die erndt' ist nun zu ende, 235 Die herrlichkeit der erden 201 Die hier vor deinem antlik 241 Dies ist der tag, den Gott Dies ist der tag zum segen Dir allein hab ich gesündigt 125 Dir, Herr, sey dieses find 239 Dir Vater, dankt mein herz 73 Du aller menschen Vater Du bist in die welt gekomm. 41 Du, der kein böses thut Du geber guter gaben Du Gott haft uns berufen 144 Du, Heiland, lebst und sizest 124 58 Du liebst o Gott, gerechtigk. 210 211 105 107 174 250 Register. Seite. 232 35 59 25 219 Du unerforschlichs meer der 112 Du weiser schöpfer aller. Du, wesentliches ebenbild Ein' feste Burg ist unser Ein jahr der sterblichkeit, Ein neuer tag, ein neues leb. 11 Ein starker schuk ist unser 124 Entflohen sind auch dieses Erblaßt, in todesbanden Erhalt uns, Herr, bei deinem 122 Erhebt den Herrn ihr fromm. 25 Erhöhter Jesu! Gottes 154 Erinnre dich, mein geist, Er kommt, er kommt, der Er ruft der sonn, und schafft 36 Erwachet harf und pfalter Erwürgt, erwürgt ist er, Es eilt der lehte von den tag. Es hat der Herr zu allen Es hilft uns unser Gott, 179 Hallelujah, amen, amen! 245 Es ist noch eine ruh vorhand. 155| Hallelujah! die Zeit, bestimmt 31 Es ist vollbracht! vergiß ia 53 Hallelujah! Jesus lebet 60 Es kommt ein neues tirchenj. 23 Halt im gedächtniß Jefum 104 Es sey mein ernstlicher ents. 167 Heil uns! aus unsrer sünd. 101 Es wolle Gott uns gnädig 122 Herr, allerhöchster Gott! 135 Es woll uns Gott genadig Herr, deine allmacht reicht 87 Freuet euch ihr Gottes kind. Herr, deine sanftmuth ist 211 Freuet euch ihr Gottes tin- Herr, der du mir das leben 14 der, freuct euch Herr, du bist meine zuversicht 151 Herr, du fährst mit glanz und 66 Herr, du kennest mein verd. 105 Herr, du wollst fie vorbereit. 117 Herr Gott! dich loben wir! 18 Herr Gott! dich loben wir! 18 Herr Gott, du bist die zufl. 84 Herr, hire mein gebet, um 126 Herr Jesu Christ, dich zu Herr Jesu, deiner glieder 67 herr, mache meine seele Herr, mein erlöser, nur von 163 Herr, meiner seele großen 198 Herr, ohne glauben kann kein 135 Herr, unser Gott, wer ist so Herr, wie du willst, so schick's 181 Herr, wir singen deiner ehre gl Heut fähret auf und triump. 68 heut was, da du das leben 229 Hier bin ich, Herr, du rufest 106 Hier bin ich, Jesu, zu erfüll. 114 21 202 Seite. Gott, ich darf mich zu dir 79 Gott ist mein hort! und auf 110 Gott ist unsre zuversicht 232 Gott ists der das vermögen 204 Gott laßt uns preisen! ihm 224 Gott sorgt für uns! o singt 234 Gottschöpfer, stifter heil'ger 238 Gottlob, es ist von meinen 37 Gottlob! mein Jesus läßt 131 Gottlob, nun ist vergangen, 37 Gott! meine ganze feele Gott und Vater! wir find Gott, unserm Gott, allein Gott! vor dessen angesichte 89 Großer Mittler, der zur recht. 65 Groß ist Herr deine gute 54 Habe deine lust am Herrn 172 206 Hallelujah! amen! amen! 237 entschlaf 94 22 20 5 230 87 45 13 58 23 40 74 74 46 50 26 Freuet euch, ihr Christen Freiwillig hast du dargebr. Froblocke, mein gemütbe, Frohlockt mit herz und hånd. 24 Geht fröhlich nun dahin 238 Gelobet sey der Herr, mein 79 Gelobet feyst du, Gottes Gelobet sens du Jesu Christ, 31 Gerechter Gott! vor dein go Gern will ich mich ergeben, 150 Gesalbter! der zur rechten 75 Getrost und freudig geh ich 151 Gieb mir das wollen und Gieb mir Gott! deinen gut. Glaube, lieb und hoffnung 158 Gort, deine gnad ist unser 139 Gott deine gute reicht so Gott! der an allen enden Gott des himmels und der Gott! dir gefällt kein gottl. 162 188 75 221 94 5 Register. Seite. hier stehn wir unter deinem 52 Hilf, Jesu, daß ich meinen 219 hin an dein freuz zu treten 52 Höchster, denk ich an die gute 127 Hört an die heilgen zehn geb. 111 Hör unser gebet, geist des 76 Jauchzet! Jesus triumphirt 68 Jauchzt, himmel! erde, freue 97 Ich bebe! stärke, Gott, mein 216 Ich bin ein christ: Gott ist 164 Ich bin getauft auf deinen 113 Ich bin in meinem Gott zuf. 203 Ich bins voll zuversicht: am 144 Ich erhebe mein gemüthe 127 Ich fleh in tiefster reue, 139 Ich freue mich der frohen 152 Ich freue mich, mein Gott, 171 Ich hab mein sach Gott 182 Ich hoff auf Gott: was kann 184 Ich hoff auf keine hülfe mehr 178 Ich lag umringt mit schmerz. 97 Ich schau hinauf zu Gott Ich trau auf Gott in allen 178 Ich weiß, an wen ich glaube 244 Ich weiß, an wen mein glaub 244 Ich weiß es wohl, ich selbst 160 Jesu, großer wunderstern, 41 Jesu, heil und seligkeit! Jesu, meine freude! bester 140 Jesus Christus hat sein leben 117 Jesus ist mein hirte! 194 143 42 251 Seite. 50 Lasset uns mit Jefu ziehen Last uns unserm Gott lobs. 33 Liebster Jesu, wir sind hier, 22 Liebster Jesu, wir sind hier, 240 Lob, ehr und preis dem Lob sey Gott, der den morg. Sobfinge, meine seele, dem 225 6 95 Jesus lebt, mit ihm auch 61 Jesus lebt, und hat gesiegt, 61 Jesus rief mit lauter stimme, 68 Ihm, der das licht entstehen Thr, die ihr wart verloren! 32 Ihr mitgenossen auf zum 146 Ihr vilker, jauchzt mit froh. 184 In allen meinen thaten, In allen meinen thaten, laß 182 It Gott für uns; was kann 217 Kein größ'rer troft kann seyn 47 Kein lehrer ist dir, Jesu, 102 Komm, geist des Herrn, von 76 Komm, o geist, o heilig wef. 108 Kommt her, spricht Jesus, 123 Komm über uns, du werther 77 Laß doch, o Jesu, laß dein 123 Lasset uns beweinen 134 7 62 242 obfing', o frohes erndtefest 236 Lobsinget dem Herrn mit Lobfingt, ihr vilker, allzug. 188 Lobt Gott, ihr, seine knechte 69 Mag doch der spötter heer 132 Mein auge sieht, o Gott, zu 96 Meinen Jesum laß ich nicht 133 Meinen Jesum laß ich nicht 118 Mein erlöser, der du mich 114 Mein erlöser, Gottes Sohn 48 Mein erster wunsch, mein Mein erst gefühl sey preis Mein ganzer geist, Gott, Mein Gott, ach wenn ich Mein Gott, ich weiß wohl, 207 Mein Gott und Herr, ged. 222 Mein Heiland lebt: er hat 153 Mein Heiland, wenn du von 189 Mein Herr ist Gott, ihn laß 179 Mein Jesus ist getreu 7 8 156 172 100 Mein Jesus ist mein leber 218 Mein Jesus lebt, wie sollt 63 Mein Jesus liebet mich) 190 Menschen ists gesetzt zusterb. 147 Mit ernst, o menschen kinder 26 Müde sündenvolle seele 115 Nach dir verlangt o mittler 195 Nach meiner seelen seligkeit 199 Nacht und stille führen wied. 14 Nie bist du Höchster von uns 88 Noch immer wechseln ord. Noch läßt der Herr mich léb. 9 Noch nie hast du dein wort Noch schauen wir im dunklen 214 Nun danket alle Gott, mit 96 91 34 Nun danfet alle Gott, mit 226 Nun Gottlob! es ist ein jahr 38 Nun Gottlob! es ist vollb. 22 Nun habe dank für deine Nun laßt uns gehn und tret. 39 O christenheit, sey hoch erf. 34 Geist des Vaters, Geist 77 119 252 Register. Seite. Seite. O Gott des himmels und der 84 Gott, dich fürchten, kindl. 168 O Gott, du bist mein preis 184 O Gottes Lamm unschuldig, 46 O großer Gott, du reines 109 O heil'ger Geist, kehr bei 78 Ohn erbarmen wird sie seyn, 212 Was Gottthut, das ist wohlg.205 Was Gott thut, das ist wohlg.236 Was ich nur gutes habe. 107 Was ist mein zeitlich leben 200 Welch hohes beispiel gabst 193 Wem weisheit fehlt, der bitte 199 Wenn Christus seine firche 125 Wenn gleich aus tiefer mitt. 216 Wenn ich, o Schöpfer, deine 82 Wenn mich die sünden krånf. 49 Wen wird, o Gott, die wonne 158 Wer bin ich? welche wichtge 196 Werde munter mein gemüthe 16 Wer Gottes wort nicht hålt 133 Wer Gott vertraut, hat wohl 196 Wer kann, Gott, je was gut. 223 Wer nur den lieben Gott 180 Wie fleucht dahin der mens. 148 Wie getroft und heiter Wie Gott mich führt, so 204 Wie groß ist unsre seligkeit 137 Wie groß, wie angebetet ist 166 Wie herrlich strahlt der ● 141 142 Jesu, dir sey ewig dank 120 O Bater, voll barmherzigk. 81 Preis ihm! er schuf, und er 81 Rub' sanft in deiner erdeng. 247 Rühme seele! dein gesang 120 Schau an, ans freuz wird er 47 Schau, großer Herr der 70 Schon ruhet auf den feldern 15 Schon weicht die finsterniß 10 Schüße die deinen, die nach 123 Schwingt, heilige gedanken 83 Segen über eurem bunde 239 Segne, Vater, Sohn und 243 Seht den leidenden, er geh. 43 Selig, Gott, sind die, die 219 Selig sind des himmels erb. 148 Senk, Jesu! dich auf uns 243 Singt Jesum! er ist Gottes 98 So hoff ich denn, mit festem 145 So lang ich athme, Gott 227 Sollten menschen meine 209 Sollt ich meinen Gott nicht 227 So schlummerst du 55 So schnell fliehn unsre tage 16 So weit, Herr, deine himmel 92 Stimmt unserm Gott ein 188 Tag, den mir der Herr gem. 116 Triumph, Triumph, und Ueberwunden hat der Herr Umsonst, umsonst verhüllst Unerforschlich sey mir immer 203 Verschließ doch nicht mir 217 Vollendet bist du nun vor 64 Vom geräusch der welt ges. 136 Von dir kömmt jede gute 186 Von Gott will ich nicht 215 Vor dir, du Gott der einigk. 237 Wach auf, mein herz, und Wie lieblich ist doch, Herr, 185 Wie lieblich klingts den ohr. 100 Wie liebst du doch, o treuer 212 Wie sanft sehn wir den Wie selig bin ich, wenn mein 166 Wie soll ich dich empfangen 27 Wie viele freuden dank ich 93 Wie wird mir denn, Erlöser 149 Wie wird dein schiff von 233 Willst du der weisheit quelle 169 Wir freuen uns, Herr Jesu 7¹ Wir glauben all an einen Wir glauben an den eingen Wo find ich Gott, den meine 166 Wo regt sich noch ein guter 233 Wohlan! die erde wartet Wohlauf mein herz, woblauf 187 Wohlauf, wohlauf zum letzt. 245 Wohl dem, der Jesu Christo 191 Wohl dem menschen, der 161 Wort aus Gottes munde Wo soll ich hin? wer hilfet 132 Wachet auf, so ruft die 153 Zu dir, Vater, beten wir Wachet auf vom schlaf, ihr 155 3weierlei bitt ich von dir 207 63 64 20 21 86 247 112 10 • 240 224 Gebetbuch. I Der Druck wird gestattet, mit der Bedingung, daß nach Beendigung desselben die gesetzmåßig bestimmte Anzahl von Exemplaren eingesandt werde. Riga, am 4ten März 1837. Dr. C. E. Napiersky, Censor. Von dem Kurländischen Evangelischen Consistorio wird biedurch, nach geschehener desfallsiger Beprüfung, bescheiniget, daß das vorstehende Manuscript Nichts gegen die heilige Schrift und gegen die symbolischen Bücher der Evangelischen Sutherischen Kirche enthält. Schloß Mitau, den 23sten Februar 1837. ( L. S.) ( No. 292.) Dr. Richter, Vicepräsident. Secretaire Richter. I. Morgen- und Abendgebete für alle Tage der Woche. 1. Morgengebet am Sonntag. Herr! früh wollest du meine Stimme hören, früh will ich mich zu dir schicken und darauf merken!"( Pf. 5, 4.) Allmächtiger, gnädiger Gott, du bist würdig zu nehmen Preis, Ruhm und Ehre! Wer sollte dich nicht fürchten, du König Himmels und der Erden; wer sollte dich nicht ehren, o liebreicher Vater? Ich komme in dieser Frühstunde zu dir mit demüthigem Dank, daß du diese Nacht. schützend und behütend um mich und die Meinigen gewesen bist, und deine Güte und Treue wiederum an mir neu hast lassen werden. Begleite und beschütze mich auch heute auf allen meinen Wegen. Laß diesen Tag besonders einen Erbauungs- und Erquickungstag für meine Seele seyn. Du hast nach deiner erbarmenden Liebe diesen Tag von leiblicher Arbeit frei gemacht, daß du dein Werk in mir haben mögest. darum erleuchte, heilige und lehre meine Seele, daß ich Schätze möge sammeln, welche mich in Noth und Tod, in Kreutz und Leiden erquicken können, welche weder von Motten noch von Rost verzehret werden, da die Diebe nicht nachgraben oder stehlen. Ich freue mich deß, das mir geredet ist, daß wir werden hinz auf in das Haus des Herrn gehen, und meine Füße stehen sollen in deinen Thoren, Jerusalem. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern; daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Lebenlang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Mein Gott! das soll heute meine Lust seyn, dein Wort I* 4 Morgen- und Abendgebete. zu hören, in dir mich zu erbauen, dir zu Ehren Lob- und Danklieder anzustimmen, eifrig zu beten und mein Herz dir zu schenken. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! meine Seele freuet sich in dem lebendigen Gott! Lasse mich aber kein vergeßlicher Hörer seyn, sons dern ein Thåter des Worts werden. Deffne mir das Herz, wie der Lydia, daß ich mit Freuden den Samen des Worts aufnehme; und dann hilf, daß mir ihn Satan nicht wiederum raube. Laß mich heute aufs neue in meinem Chri stenthum befestigt werden, und wachsen in der Erkenntniß Jesu Christi, in Glauben und Liebe, in der Verleugnung meiner selbst und aller weltlichen Lüfte, auf daß ich die neue Woche als ein neuer Mensch beginne, und gute Früchte der Gerechtigkeit bringe. Bewahre mich vor Verführung, daß ich nicht meine dir geheiligten Stunden der Welt überlasse, oder ihrer sündlichen Gesellschaft die Zeit, die ich dir zu Ehren hinbringen soll, aufopfere, und eben damit einen schweren Fluch auf mich lade, welcher mich die ganze Woche noch drücken könnte! Ach laß meinen, öffentlichen und häuslichen Gottesdienst, mein Beten, Hydren, Lesen und Singen Dir gefallen. Eey du selber, o Jesu, mein Lehrer, daß ich zunehme an dem inwendigen Menschen, und wohne durch den Glauben in mir, bis ich droben mit dir unzertrennlich vereinigt werde. Heiliger Geist, du Himmelslehrer, måcht'ger Tröster und Bekehrer, nimm mein Herz, o nimm es ein, laß es deine Wohnung seyn, Amen. 2. Abendgebet am Sonntag. Herr bleibe bei mir, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. du lebendiger, allmächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie unaus sprechlich ist deine Güte, welche Du den Menschenkindern erzeigest! Ich kann von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit sagen, indem du den vergangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brod des Lebens, und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort 5 Morgen- und Abendgebete. ist meinem Munde süßer gewesen, denn Honig und Honigseim. Ach laß dein Wort Zeit meines Lebens ein Licht auf meinen Wegen bleiben, daß ich darnach meinen Gang richte; so werde ich nicht straucheln, oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß ich gesund diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht werth aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhe legen, so tritt, o du mein Schutz, mir zur Seite, habe Acht auf mich, und schließ mich in deine Gnade ein; laß mich beständig ein Licht in dem Herrn seyn, und keine" Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsterniß. Laß dein Wort, das ich heute gehöret und betrachtet, durch den Thau deines Segens in mir als einen heiligen Saamen aufgehen, dessen Früchte man an meinem ganzen Leben sehen möge, nämlich wahre Frömmigkeit, Gottesfurcht, Weltverleugnung, Liebe, Geduld, Vertrauen, demüthige Unterwerfung unter deinem heiligen und guten Willen. Sey mein Echirm und Schatten wider die Hiße jeder Anfechtung, und wider die feurigen Pfeile des Bösen, daß ich nicht wieder in die vorigen Sünden falle..- Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollt' ich mich fürchten, der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem follte mir grauen?- Wende Feuer und Wassersnoth und alles Unglück von mir und den Meinigen ab, und erquicke alle Betrübten, Kranken und Sterbenden mit deiner reichen Gnade, damit sie einen guten Kampf des Glaubens kampfen! O dann soll morgen früh unser Aller Mund wieder deines Ruhmes voll seyn, und wir wollen dankbar erzählen, was du Gutes uns an Leib und Seele gethan hast. Verzeihe mir, wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedient, wie ich billig gesollt, und nimm deswegen deinen heiligen Geist nicht von mir. Laß in der neuen Woche Alles neu an mir seyn! Schenke mir immer innigere Liebe und festeres Vertrauen zu dir, immer lebendigeren Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jedermann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, 6 Morgen und Abendgebete. daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um meine Seele, als um den Leib bekümmert sey. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhestatt um, und erinnere mich dabei an meine Grabstätte, in der ich ruhen werde, bis du mich an dem jüngsten Tage zum ewigen Leben erwecken wirst. Herr, allgütiger Heiland aller Men schen! laß mich einst entschlafen in deiner Gnade, dehinfahren in deinem Frieden, ruhen im Grabe unter deinem Schuß, auferstehen durch deine Kraft, und darauf ererben das ewige selige Leben, zu dem du mich berufen hast, da ich in deinen Tod getauft wurde! So gehe denn hin, mein Leib, in deine Kammer zur Ruhe; du aber, meine Seele, lege dich in die Arme Jesu, deines Heilandes! Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich fanft und wohl, gieb mir heilige Gedanken; und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir, gläubig wachen für und für! Amen. 3. Morgengebet am Montag. „ Laß mich frühe hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich; thue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll, denn mich verlanget nach dir!"( Ps. 143, 8.) Heiliger, güti ger und allein weiser Gott, der du den Himmel erschaffen, und die Erde gegründet, und verordnet hast, daß Tag und Nacht abwechseln, und auf das Licht die Finsterniß, und auf die Arbeit die Ruhe folgen soll, damit sich Alles, was lebet, erquicken möge! Ich lobe, und preise dich für deine Weisheit und Vatertreue in dieser Morgenstunde, daß du mein Gebet so gnädiglich erhöret, und mich die vergangene Nacht vor Krankheit und anderem Uebel behütet, und daß Meinige mit deinem Schutz umgeben hast. Herr, groß find deine Werke, die du an dem Menschen thust; deine Gute reichet, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Ich schlief und du wachtest; ich war im Schlaf den Todten gleich, aber du hast mich der Sonne Licht wieder sehen lassen. Ach mein Gott, sey auch heute mein Helfer und Erretter, mein Beistand und Tröster, meine Zuflucht und Erbarmer. Laß deine Augen über mir Morgen- und Abendgebete. 7 offen seyn, daß ich unter deinem Geleite unverletzt in meinem Berufe ein- und ausgehe, und den Abend nach deinem Willen wiederum unbeschädigt erreichen möge. Mein Gott! laß deinen Segen mit und bei mir seyn in Allem, was ich in deinem Namen anfange. Gieb selbst zu allem Guten Rath und That, und laß mich niemals wollen, was du nicht willst. Laß mit dem aufgegangenen Sonnenlichte auch das Licht des heiligen Geiftes in mir aufgehen, daß ich den Tag in deiner Furcht und Liebe und in treuem Gehorsam gegen dich hinbringe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Laß Ihn mich leiten, lehren, führen, daß ich heute nicht wissentlich wider dich fündige. Und wenn man mich zu fündigen verleiten will, so laß Ihn mich warnen und erinnern, damit ich Widerstand leiste, die Versuchung überwinde, und nicht von deinem Wege mich verirre. Ich lege meine Kleider an; Herr Jesu, kleide du mich mit dem Rocke der Gerechtigkeit! Ich wasche meine Hande; Herr Jesu, wasche mich mit deinem heiligen Blute rein von allen meinen Sünden. Bewahre mich, daß ich niemals wandele im Rath der Gottlosen, noch sitze, wo die Spotter sitzen, welcher Freundschaft deine Feindschaft ist; und so ich will der Welt Freund seyn, und mit ihnen ihre fundliche und alte Gewohnheit treiben, so wirst du mein Feind werden. Ach mein Gott! drücke in mein Herz die Worte: Wandele vor mir und sey fromm! O wie viele fangen eine Woche an, aber vollenden sie nicht, und sind am Ende derselben krank oder schon begraben. Darum laß mich allezeit nachjagen der Heiligung, ohne welche niemand dich schauen wird; hilf, daß ich mich stets gottfeliger Worte, unstråflichen Wandels und heiliger Gedanken befleißige, damit ich allezeit im Stande der Gnaden und als ein Bürger deines Reiches, o Jesu! erfunden werde. Die Gnade des Vaters erhalte mich, die Liebe des Schnes heilige mich, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes Mit mache mich fruchtbar zu allen guten Werken! Segen mich beschütte, mein Herz sey deine Hütte, dein Wort sey meine Speise, bis ich gen Himmel reise! Amen! - Morgen- und Abendgebete. 4. Abendgebet am Montag. „ Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein du, Herr, hilfest mir, daß ich sicher wohne."( Ps. 4, 9.) du ewiger und allmächtiger Gott! dieses sind meine Abend. gedanken, da ich mich zur Ruhe begeben will! Wie soll ich dir genugsam danken, daß du mich aus und ein begleitet hast, daß ich meinen Fuß an keinen Stein gestoßen. Du hast mich gespeiset und getränket, du hast mich getröstet und erquicket, dein Aufsehen hat meinen Odem bewahret, und durch dich und deine Gnade stehe ich noch bis auf den heutigen Tag. Alle diese und andere Wohlthaten sind lauter Stimmen, welche mich zu deinem Lobe aufmuntern.- Darum so lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Vergieb mir, o Herr! vergieb mir aus Gnaden, wenn ich heute das Vorbild meines Jesu nicht vor Augen gehabt, und deiner Gebote nicht geachtet, hingegen nach der Welt und mit der Welt gelebet, und meinen Begierden freien Lauf gelassen habe. Wärest Du nicht ein langmüthiger Gott, ja der Vater der Barmherzigkeit, so lebete ich nicht mehr; denn welches andere Wesen würde so lange zusehen und Geduld haben, als du mir Zeit zur Buße und Umkehr gegeben hast. Ach Herr! ich schuldige mich, und thue Buße im Staub und in der Asche. Der Tag ist nun dahin. Tilge auch meine Sünden, wie einen Nebel, und gedenke derselben nimmermehr. Ich gelobe dir hiemit, in rechter Aufrichtigkeit meines Herzens, daß ich dir fleißig dienen, und meinen Wandel nach deinem Wort einrichten will. Behüte mich diese Nacht vor allen Nachstellungen des Feindes, vor Unglück und allem Uebel. Drücke du selbst, mein Jesu, wenn ich einschlafe, mir die Augen zu; aber drücke mir auch zugleich dein blutiges Bild in mein Herz: daß ich deiner nicht vergesse. Meiner Seele träume stets, o Gott! von dir, daß ich fest an dir hange, und auch schlafend dein verbleibe. Sey mein Licht in der Finsterniß, mein Helfer in der Noth. Mein Herz hålt dir vor dein Wort: ,, ihr sollt mein Antlitz suchen!" Darum suche ich 8 - Morgen- und Abendgebete. 9 auch, Herr! dein Untlik! Ich weiß nirgend hin, als zu dir, o allmächtiger Gott!- Mein Vater ist bei mir, warum sollt ich mich fürchten, wenn ich schon einsam liege und schlafe? Mein Jesus, meiner Seele Licht, ist bei mir, wenn sich schon meiner Augen Licht schließet. Der heilige Geist ist bei mir, der erhält das Zeugniß in meinem Herzen, daß ich ein Kind Gottes sey, ob ich schon von mir selbst nichts weiß. Bin ich also in deinen Schuß, in den Schutz des dreieinigen Gottes eingeschlossen, so schlafe ich sicher, wie Jacob; ich schlafe getroft wie ein Kind an seiner Mutter Brust; ich schlafe beschützt, wie Petrus.- Gedenke Herr doch auch an mich in dieser dunkeln Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schutz von deiner Wacht. Drauf schließ ich meine Augen zu, und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig seyn? Amen! - - 994 5. Morgengebet am Dienstag. Wache auf, der du schläfest, und stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten!"( Eph. 5, 14.) O du barmherziger Gott, dessen Güte und Treue alle Morgen neu ist, ich sage dir mit Herzen und Mund Lob und Dank, daß du mich diesen Morgen wieder gesund hast lassen von meinem Lager aufstchen, und meinen Leib vor Scha= den, und meine Seele vor Sünde bewahret hast. Wie groß ist deine Güte, Herr, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen, und unter demselben so mächtig bewahret werden. Ich schaue nach der Finsterniß wieder das Sonnenlicht; gieb mir Gnade, daß ich diesen ganzen Tag in deinem Lichte wandele, und alle Werke der Finsterniß fliehe. Ich achte den Tag für verloren, an welchem ich der Welt gedient, und meinen Mund, meine Glieder und Sinne nach der Welt Gewohnheiten und Thorheiten gerichtet habe; wofür ich dereinst vor deinem Gericht eine schwere Rechenschaft geben muß. Ich opfere mich hingegen dir ganz zu deinem Dienste auf mit Leib und Secle! Laß mich nichts wollen, nichts vornehmen und gedenken, als was dir gefällt, auf daß der ganze Tag dir 10 Morgen und Abendgebete. mdge geheiliget seyn. Ja, laß mich allezeit so leben, reden und thun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, da ich als dein Kind in deinem Arm gelegen, nun wiederum von neuem lebe, so weiß ich nirgend hin, als zu dir.- Ich klopfe an deine Gnadenthur, ich wende mich wieder zu der Segensquelle, aus welcher ich nehme einen Segen nach dem andern, eine Hülfe nach der andern. Denn Herr, was du segnest, das ist gesegnet ewiglich; wenn du deine Hand aufthust, so wird alles gesättiget mit Wohlgefallen. Gieb mir guten Rath, wenn ich Rath bedarf; richte meine Anschläge und Vornehmen nach deinem Willen. Entzünde in mir die Flamme deiner göttlichen Liebe, daß ich diesen Tag meinen Glauben in allen meinen Werken zeige, und in wahrer Liebe gegen dich und den Nächsten verharre, damit ich so ohne Gewissenswunden den Abend erreiche. Wenn ich rufe zu dir, Herr mein Gott! so schweige mir nicht, auf daß nicht, wo du schweigest, ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren. Hore die Stimme meines Flehens, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. Laß das Gebet der Elenden, Traurigen, Kranken, und auch das Gebet der Meinigen und aller Frommen vor deinem Gnadenstuhl Erhörung finden. Erhalte uns Alle in der Gemeinschaft mit unserm Herrn und Heilande, damit wir treugesinnt Ihm nachfolgen, und einst Theil haben an dem ewigen Erbe im Himmel! Bereit, den Lauf zu schließen, auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen, so finde uns der Tod!" Amen! 99 1 8 1 6. Abendgebet am Dienstag. „ Der er Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht, was können mir Menschen thun."( Ps. 118, 6.) Also spreche ich jetzt, o du gnädiger und liebreicher Gott, in dieser Abendstunde, und sage dir demüthigen Dank, daß du mich diesen Tag unter deinem våterlichen Schutz und reichen Segen haft zurücklegen lassen. Herr, deine Güte ist groß, und deine Barmherzigkeit hat kein Ende.„ Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn im Morgen- und Abendgebete. Ernst anrufen! Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, er hdret ihr Schreien und hilft ihnen. Ach mein Gott, wie geschwind geht doch ein Tag dahin. Wie ein Pfeil wird geschossen, so geschwinde verfließen unsere Jahre. Darum lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß; daß mein Leben ein Ziel hat, und ich daran muß. ,, Siehe, meine Tage sind einer Hand breit vor dir." Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, daß ein jeder empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sey Gutes oder Böses. Darum richte ich mich selbst und frage: Meine Seele, wie hast du heute Tag hingebracht? hast du auch was Gutes gedacht? Ist Gott heute mit dir vereinigt geblieben, oder hast du ihn mit vorsetzlichen und wissentlichen Sünden von dir getrieben? Mein Mund, was hast du heut geredet? hast du gesprochen, was ehrbar, was keusch, was wohl lautet? ist das Lob Gottes von dir ausgebreitet worden? oder bist du von Narrentheidung und eitlem thörigten Geschwätz übergeflossen? Wo send ihr hingegangen, ihr Füße? Was habt ihr verrichtet und verübet, ihr hånde? Was habt ihr gehöret, ihr Ohren? Ihr Augen, wornach habt ihr gesehen? Was ist heute dein Verlangen, Dichten und Trach= ten gewesen, mein Herz? Ach mein Gott! wenn ich auf alle diese Fragen antworten soll, o wie werde ich bestehen? Ach Herr! nimm weg mit dem weichenden Tage meine Uebertretungen. Jesu! tilge meine Sünden mit deinem heiligen Blut. O heiliger Geist! versichere mich der Vergebung aller meiner Sünden, che ich noch einschlafe, daß ich nicht, wenn diese Nacht die letzte seyn sollte, verloren werde. Bin ich also von meiner Schuld, dreieiniger Gott! frei gesprochen, so schlafe ich mit Freuden, und hüte mich morgen mit größerm Fleiß vor Allem, daß dich betrüben kann. Mein Vater, deine Liebe decke mich und die Meinigen. Mein Jesu, an deinem Herzen ruhe ich sanft und wohl. O heiliger Geist, thue du, ehe ich einschlafe, in mir noch den letzten Seufzer, mit welchem ich meinen Geist in die Hände Gottes empfehle. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Herr, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, 11 - 12 Morgen- und Abendgebete. und in dem Himmel ist mein Theil! Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen, dein Name sey gepreist! Mein Leben und mein Ende, ist dein! in deine Hände, befehl ich, Bater, meinen Geist! Amen. 7. Morgengebet am Mittwoch. Wenn ich erwache, bin ich noch bei' dir!" gnädiger 29 und liebreicher Gott, mein Fels, meine Burg und Erretter, mein Schild und mein Schutz! ich erhebe in dieser Frühstunde meine Stimme zu dem Thron deiner Gnaden, und danke dir, daß du die vergangene Nacht deine Flügel über mich ausgebreitet, und meinen Leib und meine Seele vor allem Unfall bewahret haft. Gelobet sey der Herr tåglich, und gelobet sen sein heiliger Name ewiglich! Mein Gott! du läsfest einen Tag meines Lebens nach dem andern erschei nen, daß ich mich zur Ewigkeit bereiten, und meine Seele dir zum Eigenthum und zür Wohnung ergeben soll. Du hast mich erschaffen zum Leben, willst auch nicht, daß ich verloren werde, sondern daß ich mich bekehre und lebe. O, so laß mich diesen, Tag auch dazu anwenden, daß ich schaffe, selig zu werden mit Furcht und Zittern. Ich bin nun mitten in der Woche, und habe drei Tage derselben glücklich zurückgeleget. Laß auch die übrigen drei unter deinem gnädigen Schutz nach deinem Wohlg. fallen mich verleben. Wenn ich mitten in der Angst wandele, so erquicke mich; wenn mich meine Feinde umgeben, so tritt du in die Mitte, und hilf mir. Ach mein Mittler Jesu! bleibe mitten in meinem Herzen, daß ich in allem Anliegen, in aller Anfechtung, in Noth und Tod zu dir mich wenden, und von dir Hülfe erlangen könne. Ist Gott für mich, wer mag wider mich seyn. Laß mich, du lieber Heiland! heute in deine heilige Fußstapfen treten, und wandeln, wie du gewandelt hast; so werde ich den Verführungen der Welt, und den Tücken meines eignen Herzens leicht entflichen. Stehe mir bei, wenn ich in meinem Berufe arbeite, damit ich dir und meinen Nächsten stets nach deinem Willen diene! Ich spreche mit völligem Glauben: Herr! ich lasse dich nicht, du segnest mich) Morgen- und Abendgebete. 13 denn! Segne mich in allen Sachen!- Laß mich mitten unter meinen Berufsgeschäften mein Herz fleißig zu dir richten, und wenn es sich in der Welt Lust und in der Welt Sünde verwickeln und belustigen will, so gieb mir Kraft, daß ich es losreiße, und es, mein Vater, in deine Liebe, mein Jesu, in deine Wunden einsenke, damit es sich nicht von deiner Gemeinschaft verirre, und noch am Abend darin gefunden werde. Steht mir heute ein Kampf bevor, so hilf mir überwinden; meldet sich ein sündlicher Gedanke im Herzen, ein unartiges Wort im Munde an, so stärke mich, daß ich es durch deinen Geist abweise. Laß auch die Meinen dir befohlen seyn, und laß allen Betrübten und Kranken mitten in ihrem Leiden dein Gnadenlicht aufgehen. Führe mich, o Herr! und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgend, als bei dir allein, kann ich recht bewahret seyn, Amen. 1 8. Abendgebet am Mittwoch. " Ich liege und schlafe, und erwache, denn der Herr erhält mich!( Ps. 3, 6.) Heiliger, barmherziger Gott und Vater! du hast mich diesen vergangenen Tag abermal erfahren lassen, daß du der rechte Vater bist über alles Du hast was Kinder heißt, im Himmel und auf Erden. nach deiner unendlichen Güte für mich gesorget, daß es mir nicht gemangelt hat an irgend einem Gute. Ach Herr! ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du mir erweisest. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohlthat, die er täglich an mir thut, der ich nur Staub und Asche bin? Verschmähe nicht das demüthige Lobopfer, welches ich dir in dieser Abendstunde bringe, und siche mich ferner in Gnaden an. Vergieb mir, o gnådiger Gott, was ich diesen Tag mit Gedanken und Worten und Werken wider dich begangen habe. Hilf, daß ich, wie meine Klei= der, so auch alle böse Gewohnheiten und Sünden ausziehe, dieselbe morgen und Zeit meines Lebens haffe und lasse, daß ich ablege nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, und in treuem Gehorsam gegen deine Gebote meinen Wan- 14 Morgen- und Abendgebete. del führe. Laß mich die bevorstehende Nacht, sammt allen meinen Anverwandten und Hausgenossen, unter dem Schutz deiner Gnade sanft und ruhig schlafen. Die Sonne verbirget sich, aber laß, o Jesu! du Sonne der Gerechtigkeit, deinen Glanz immer in meinem Herzen leuchten. Gieb, daß dein Name und Gedächtniß immer in meinem Herzen sey, daß ich nur von dir und deiner Güte, Treue und gnädigen Führung auf meinem Lager in schlaflosen Nächten rede und dadurch alle unnütze Sorgen und sündliche Gedanken vertreiben möge. Erneuere im Schlaf meine Kräfte, daß ich munter und fröhlich den Tag erlebe. Wachet ein Hirte bei seiner Heerde, so laß mich auch deiner Hirten Treue an Leib und Seele befohlen seyn. So du aber zur Prüfung meines Glaubens, meiner Geduld und Hoffnung, eine Trubsal bei Tag oder Nacht über mich verhängen wolltest, so denke, mein Gott! daß ich dein Kind sey, daß ich ohne dich nichts vermag, und daß es dir, als meinem Vater, zukomme, Errettung und Hülfe von deinem Heiligthum zu senden. In Traurigkeit erfreue mich); im Elend erquide mich; wenn ich verlassen bin, so nimm dich meiner herzlich Laß deine Allgegenwart und dein allsehendes Auge bei Tag und Nacht mich von Sünden abhalten. Ich hebe auch bei der anbrechenden Nacht meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erden gemacht hat! Ich lebe dir, ich sterbe dir! Ja, dein bin ich auch todt. Du, mein Erlöser, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth! Amen! an. - 9. Morgengebet am Donnerstag. Herr höre auf mein Wort, merke auf meine Rede, vers 99 nimm mein Flehen, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten!" O du gnådiger und barmherziger Gott, ich lobe und preise dich in dieser Morgenstunde, daß du mich nicht allein von meiner Jugend an so våterlich ernähret und bewahret hast, sondern daß du auch dieſe vergangene Nacht mein Schutz und Beistand bist gewesen, also daß ich zu deinem Lobe wieder gesund von meinem Morgen- und Abendgebete. 15 Lager aufstehen und das liebliche Tageslicht schauen kann. O du Schöpfer und Behüter alles Lebens, was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimst? Ich wußte im Schlaf von mir selbst nichts, aber dein Aufsehen hat meinen Odem bewahret. Du hast mich und mein Haus mit deiner Engel Wacht umgeben, daß mich kein Unfall hat berühren, und kein Unglück beschädigen können. Du hast mich durch eine sanfte Ruhe erquicket, welcher vielleicht viele Kranke, Betrübte, Geangstete entbehren müssen, obwohl ich eben so viel, ja vielleicht noch mehr Züchtigung verdient habe, als fie, indem ich dir für die unzähligen Wohlthaten, die ich Zeit meines Lebens empfangen, nicht so dankbar gewesen bin, als es meine Pflicht gegen dich, meinen Schöpfer und Erhalter, erfordert hätte. Nun, ich will heute anfangen, durch deine Gnade zu ersetzen, was ich durch meine Schuld versäumet habe. Ich verspreche in dieser Morgenstunde, dir mit Leib und Seele zu dienen, und mich dir zu eigen zu geben. Ich habe mir vorgesetzt, daß mein Mund heute nicht soll übertreten, oder mit sündlichen unnützen Worten eine schwere Rechenschaft auf mich laden. Ich will meis nem Fuß wehren alle sündliche Wege; mein Auge soll nicht schauen nach verbotenen Dingen, ich will meine Hände nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit, und mein Ohr abwenden von loser Lehr und bösem Geschwäß, welches gute Sitten verdirbet. Hingegen will ich mich dir, o dreieiniger Gott, 3 deinem Dienst ergeben!- Ach, wohne in mir, heilige, leite und reinige mich immer mehr und mehr durch deine Gnade. Laß mich auch diesen Tag, wenn es seyn kann, nur mit frommen Leuten umgehen; und so ich ja Berufs halber und unverhofft zu Bösen komme, so bewahre mein Herz und Gewissen vor ihren sündlichen Reden, Thaten und Versuchungen. Segne meine Arbeit, daß ich dieselbe mit kindlicher Zuversicht auf deine Fürsorge freudig und getrost verrichte, und deinen Segen aller Orten empfinden mdge. Nun, ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erden gemacht hat, der segne, beglücke und bewahre mich hier in Zeit, bis in 16 Morgen- und Abendgebete. die frohe Ewigkeit. Meinen Ausgang segne Gott, meinen Eingang gleichermaaßen; segne auch mein täglich Brod, segne all mein Thun und Lassen; segne mich mit seel'gem Sterben, und mach' mich zum Himmelserben. Amen! 10. Abendgebet am Donnerstag. Wenn ich mich zu Bette lege, so denk ich an dich, 995 und wenn ich erwache, so rede ich von dir!"( Ps. 63, 7.) Liebreicher Gott und Vater! hier komme ich abermal, mit vielen Wohlthaten von dir überhäufet und begnadiget, in dieser Abendstunde mit dankbarem Herzen vor dein Ange sicht. O wie gnädig hast du mich angeschen, und wie ein Bater über sein Kind, dich über mich erbarmet.- Deine Langmuth hat meiner geschonet, daß ich nicht nach Ver dienst gestrafet wurde. Ach! verzeih mir alle Uebertretun gen, womit ich heimlich oder öffentlich dich beleidiget habe. Ich sollte stårker werden im Glauben, um wider die Sünde zu kämpfen, eifriger in dem Guten, andächtiger zum Gebet, behutsamer im Reden, frömmer im Wandel; aber wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih mir auch die ver borgenen Fehle!- Laß mich doch inskünftige mit Fleiß meiden, womit ich dich heute betrübet habe. Sünde groß, viel größer ist dein Erbarmen. nicht so ein barmherziger Gott, Herr! wer würde noch leben. Ich lege mich nun zur Ruhe, mein Gott! ad schließe du selbst die Thür hinter mir zu, wie an der Arche Noah, daß kein Wasser der Trübsal mich überschwemme. Laß die heiligen Engel mich in Schutz nehmen, daß meine sichtbaren und unsichtbaren Feinde meine Ruhe nicht stören. Laß mich bei meinem Niederlegen ins Bette auch gedenken, wie ich dereinst werde mit Erde zugedecket, aber am jüngsten Tage wieder auferwecket werden. Laß mich alle Tage alſo hinbringen und schließen, daß ich mich deiner Gnade und eines guten Gewissens trösten könne, damit ich recht bereit sey auf die Stunde, da du kommen wirst mich heim zu führen. Wie ich liege und schlafe, und doch noch Athem hole, o Jesu! so sey auch im Schlafe mit mir vereinigt. Ist meine Wåärest du Morgen- und Abendgebete. 17 D dreieiniger Gott! unter deinem Schirm und Schild kann mich keine Noth und Tod verlegen, oder mir schaden. Deine Liebe und Schuß, o Vater! deine Wundermacht, o Jesu! dein Beistand, o werther heiliger Geist! sind die Wagenburg, in der ich wohl verwahret bin, so daß kein Feind mir schaden kann! Laß auch die Meinigen deines Schußes genießen, wie auch alle Arme und Elende. Stärke im Schlaf meine Kraft, und laß mich, nach deis nem Wohlgefallen, das Tageslicht morgen wieder erblicken, damit ich dann mit neuem Eifer schaffe was dir wohlgefällt, und was zur Förderung deines Reiches dient!- Hilf mir immerdar fest halten, was ich durch deine Gnade habe, damit mir Niemand meine Krone nehme! Verschmåh, o Gott! mein Vater, nicht mein Seufzen, Bitten, Fle= hen! Laß mich dich, Jesu! wahres Licht, auch in dem Dunkel sehen! Dheiliger Geist, am letzten End' mit deinem Trost dich zu mir wend', daß ich drauf sanft ents schlafe. Amen! - - - 11. Morgengebet am Freitag. Mein Herz ist bereit! Gott! mein Herz ist bereit, daßß ich finge und lobe! Gnådiger und liebreicher Gott! mein Vater, Erldser und Heiligmacher, ich hebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem mir Zeit meines Lebens, und auch die vergangene Nacht, unzählige Wohl= thaten zugeflossen sind.- Du bist in derselben meine Stärke, mein Schutz und Erretter, meine Burg, mein Nothhelfer, mein Trost, ja mein Alles gewesen. Aller dieser Wohlthaten, mein Gott und Herr! erkenne ich mich unwürdig. Du hast mitten in der Finsterniß an mich gedacht, und da mich die dunkeln Schatten umgaben, hast du meinen Leib und meine Seele vor allem Schaden und Gefahr väterlich behütet. Darum lobe ich dich, und lobsinge deinem heiligen Namen. Der Herr hat Großes an mir gethan, deß bin ich fröhlich. Sey, o liebreicher Gott, auch diesen Tag mein Beistand, leite und führe mich nach 2 18 Morgen- und Abendgebete. deinem Rath, und nimm mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden. Gieb mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich dich mit meinem Munde nicht beleidige. Lehre mich was ich thun soll, daß ich nichts Böses thue. Laß des Geistes Zucht allezeit an mein Herz klopfen, wenn sich meine Gedanken von dir verirren wollen. Laß o Jesu! dein Bild mir vor Augen stehn, wenn Fleisch und Blut sündliche Lüste in mir erregen; dann laß mich, o Herr, gedenken, wie du an einem Freitage zur Zeit deines bittern Leidens mit blutigem Antlitz in Gethsemane auch um meinetwillen mit den Schrecken des Gerichtes rangest, wie du blutig bist in dem Richthause gegeisfelt, und blutig ans Kreuz geschlagen worden. Zeigt sich mir heute vielleicht Gelegenheit zur Sünde, darein mein Herz willigen wollte, so halte mir dieses blutige Bild vor, daß dadurch alle böse Lust in mir erlöschet, ertödtet und vertrieben werde. So wird mir dieser Freitag ein rechter Freiheitstag, ein Tag der Erlösung von Sünden Zeit meines Lebens bleiben, wenn ich den Sünden absterbe und in dem neuen Wesen des Geistes wandele. Gedenke auch im Leiblichen an mich, und segne mich, und laß mich alles FIrdische als ein vergångliches Gut ansehen, daß ich mein Herz nicht daran hånge, sondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so starke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heim gehe, so weiche nicht von mir. Umgieb auch mich und die Meinigen mit deinem Schutz, wie das Haus Hiobs; bewahre mich, wie den Jakob; hab Acht auf mich, wie auf Elias, daß ich unter deinem Schutz den Abend wiederum fröhlich erlebe. Erhalte mich nur immer treu in deinem Dienst und auf dem Wege der Wahrheit, den du mir gewiesen hast, so will ich allezeit dir dankbar seyn für deine große Gnade und Güte, und deinen Namen loben immer und ewiglich! Selbst im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hin auf zu dir, zum Licht und höhern Leben! Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich, der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen! Amen! - Morgen und Abendgebete. 12. Abendgebet am Freitag. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus."( Ps. 34, 8.) O du großer und starker Gott, laß auch in dieser bevorstehenden Nacht deine heiligen Engel sich umher lagern, und mich mit ihrem mächtigen Schutz umgeben. Hast du ihnen des Tages befohlen, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen, so laß sie auch des Nachts, als deine starken Helden und Diener, um mein Bette stehn. Ich lege mich nun zur Ruhe, mein Jesu; ach breite die Flügel deiner Barmherzigkeit schützend über mir aus, daß nichts Schädliches sich zu mir nabe. Ich fürchte mich nicht, wenn du bei mir bist. Du hast mich heute begleitet auf meinen Wegen, und meine Schritte gesegnet. Du hast mich treulich behütet, du guter Hirte, damit ich nicht verloren ginge. Ach! daß heute meine beständige Lehre Josephs Worte gewesen wären: ,, Wie sollt ich so groß Uebel thun, und wider Gott sündigen!" Verzeihe mir aus Gnaden, was ich diesen Tag Böses gedacht, geredet, gethan; laß mit dem schwindenden Tage auch meine Sünden und die Strafe derselben verschwinden, daß ihrer in Ewigkeit nicht mehr gedacht werde. So du willst Sünde zurechnen, Herr! wer wird bestehen? ,, Denn ich weiß wohl, daß es also ist, daß ein Mensch nicht als gerecht vor Gott bestehen mag. Hat er Lust mit ihm zu hadern, so kann er ihm auf Tausend nicht Eins antworten!"- Was ich aber nicht vermag, daß will ich mit Jesu Verdienst bezahlen. Mein Jesus ist mein, sein Blut ist mein, seine Gerechtigkeit ist mein, sein Himmel ist mein! so erkenne mich doch, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an; von dir, Brunn aller Güter, ist mir viel Gut's gethan. Laß mich solche deine Güte zur Buße leiten, denn du hast mich je und je geliebet, und aus großer Liebe hast du mich zu dir gezogen. Laß dein heißes Blut und deine treue Liebe mein kaltes Herz erwärmen, daß ich dich niemals mehr vorsetzlich möge beleidigen, der du so viel Gutes an mir gethan hast. Ich lege mich zur Ruhe nieder, und es kann auch diese Nacht leicht meine letzte Nacht werden.- Ich 2* 19 - 20 Morgen- und Abendgebete. weiß wohl, wie ich mich schlafen lege; aber ich weiß nicht, wie ich aufstehen werde; das stehet allein bei dir, du Herr meiner Tage und meines Lebens; doch das weiß ich doch gewiß, wenn ich in deinem Namen, mein Vater, unter dem Schatten deines Kreuzes, o Jesu, in deiner Gemeinschaft, o werther heiliger Geist, entschlafe, so bin ich selig, wenn ich schon zu diesem zeitlichen Leben nicht wieder aufstehen sollte. Ich fürchte nicht die finstere Nacht, weil Jesus um mein Bette wacht! Amen! 13. Morgengebet am Sonnabend. Herr, lehre mich doch, daß es mit mir ein Ende haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich daran muß!" ( P. 39, 5.) Starker und allmächtiger Gott, dieses sind jetzt meine Gedanken am Ende der Woche, da du am letz ten Tage derselben mich hast gesund von meiner Ruhe aufstehen lassen. Ich preise dich in dieser Frühstunde, daß du Leib und Seele so herrlich beschützet, so mächtig behütet hast, daß keine Gefahr noch Leiden mich hat beunruhigen können. mein Gott, so wenig die Sterne am Himmel, der Sand am Meer, die Tropfen im Wasser zu zählen sind, so wenig kann ich auch die Wohlthaten ausmessen, welche ich Zeit meines Lebens, und auch diese Woche von dir empfangen habe. Du bist diese Nacht nicht von meiner Seite gewichen, du hast alles Ungemach von mir abgewandt. Du sprachst: ,, Mein Kind, nun liege, trok dem, der dich betrüge, schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen!" Dein Wort Herr ist gesche hen, ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. Ach laß mich diesen Tag beständig verleugnen alles ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig den Tag hinbringen. Laß mich, wie meine Kleider, anziehen herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Sanftmuth, Demuth und Geduld; hingegen den alten Menschen mit seinen Werken, Ungerechtigkeit, Falschheit, Lügen, Zorn, Zank, Zwietracht, Uneinigkeit und Bosheit ausziehen. Weihe dir mein Herz zu einem Tempel, damit heute von mir nichts Morgen- und Abendgebete. 21 geredet oder vollbracht werde, was dir zuwider seyn könnte. Mein Jesu der du bist das A und das D, der Anfang und das Ende, ich habe nun abermal durch deine Gnade das Ende einer Woche erlebet; laß mich wohl bedenken, daß auch einmal die letzte Woche und der letzte Tag meines Lebens kommen werde, und laß mich alle Wochen und Tage so anfangen und vollenden, daß ich in den letzten Lebensstunden mich deiner Gnade getrösten, und fröhliche Hoffnung im Tode haben möge! Laß mich auch diesen Tag dir wohlgefällig vollenden! Behüte meinen Ausgang und Eingang, segne meine Arbeit, stehe mir in allen Fållen bei, und richte all mein Beginnen und Trachten nach deinem Willen. Tilg' aus die Schuld, die ich in dieser Woche wieder gehäuft, erwecke mich durch deinen Geist zu wahrer Reue und Buße, und laß mich in der neuen Woche wachsamer, frommer, treuer und dir gefälliger werden. Ich freue mich schon auf den morgenden Sonntag, da ich soll ruhen von aller meiner Arbeit, auf daß du dein Werk zu meiner Erbauung, Heiligung und Bekehrung in mir haben mögest! Erwecke in mir herzliche Lust zu deinem heiligmachenden Worte, auf daß ich gern höre die Wunder deiner Gnade und das Wort von der Versöhnung in Jesu Christo! Darum o heil'ger Geist: kehr bei mir ein, und laß mich deine Wohnung seyn; o komm du Herzens sonne; du Himmelslicht! laß deinen Schein bei mir und in mir kraftig seyn, zu steter Freud' und Wonne. Laß mich, durch dich, fromm zu leben jetzt anheben, und mit Beten oft deßhalben vor dich treten.- Amen! - 14. Abendgebet am Sonnabend. Wenn ich im Finstern wandele, so ist der Herr mein Licht!" du liebreicher und gnådiger Gott! jetzt endigt sich der Tag und zugleich auch die Woche; aber deine Barmherzigkeit währet für und für. Es können wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber deine Gnade weichet nicht von deinen Kindern und der Bund deines Friedens bleibt ewig stehn! Nun, diese ewige våterliche Gnade hat mich auch das Ende dieser Woche erleben lassen. Was 22 Morgen- und Abendgebete. ich im Anfange derselben nicht wußte, das weiß ich nun, nåmlich, daß ich derselben Ende erreichen sollte. Deiner Wohlthaten sind auch in dieser Woche viel gewesen; du haft mein Gebet erhöret, mich behütet, mir guten Rath ertheilet, mich begleitet;- kein Tag ist vergangen, da ich nicht Gnaden- und Segensgaben von dir empfangen hatte, ja keine Stunde ist vergangen, in der nicht reiche Strome deiner göttlichen Huld und Barmherzigkeit auf mich gefloffen wären. Dafür sage ich dir nun Lob und Dank, und rühme deine Güte, du Allerhöchster. Gelobet sey dein Name immer und ewiglich! Doch ich gedenke heute, am Schluß der Woche, auch meiner Sünden.- Viel sind meiner Uebertretungen gewesen, die ich mit Denken und Wollen, mit Reden, Thun und Lassen vollbracht habe. Ich muß es beklagen, daß ich nicht so treulich für meine Seele gesorget, nicht so viel Stunden Dir geweiht, als ich wohl billig håtte thun sollen. Ach Herr! Herr! vergieb mir diese Sünde, sie ist mir leid und reut mich herzlich! Ach, Herr Jesu! tilge mit deinem heiligen Blute die ganze Schuld dieser Woche, daß sie mir auf ewig möge verziehen und vergeben seyn! Herr! straf' mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm. Sey auch in dieser Nacht, mein Gott und Vater, eine feu rige Mauer um mich her; laß kein Unglück, Schaden und Gefahr mich und die Meinigen rühren. Hilf, daß ich alle meine Sorgen auf dich werfe, und mit festem Vertrauen auf deine Gnade sanft ruhe. Ich bin nun eine Woche ålter, und auch einen Schritt näher zur Ewigkeit. Daß Ende dieser Woche erinnert mich an das Ende meiner Lage, daß auch die letzte Woche, der letzte Tag und die letzte Stunde meines Lebens einbrechen werde, auf welche her: nach die lange Ewigkeit folgen soll. Darum hilf, daß ich alle Wochen, Tage und Stunden also anwende, daß ich vor deinem Anblick nicht erschrecken möge. Hilf, daß ich schon jetzt mein Herz alle Tage dahin schicke, wo ich ewig wünsche zu seyn. Hier bin ich ein Pilgrimm, der nur sein Nachtlager auf Erden hat; aber im Himmel ist mein Vaterland und meine ewige Wohnung, wo du alle Thränen von den Augen der Deinen wirst abwischen, ihnen — - Festtägliche Gebete. 23 die herrlichen Güter deines Hauses austheilen, und sie mit ewiger Freude beseligen. Und so lege ich denn nun meine Geschäfte und Berufswerke nieder; ich bereite mich auf den morgenden Sonntag, den ich mit Beten und Singen und Betrachtung deines heiligen Worts hinbringen will. Gieb mir dazu deines heiligen Geistes Kraft, daß ich an meiner Andacht weder von Menschen, noch von meinem eigenen Herzen möge verhindert werden. Weicht, nichtige Gedanken, hin! gen Himmel geht mein Lauf. Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf! Amen! II. Festtägliche Gebete. 1. Gebet in der Adventszeit. Herr err Jesus Christus, du König der Ehren, du Sohn des lebendigen Gottes und Davids! Wir danken dir, daß du uns zum Troste deine Ankunft in dieser Welt gehalten und eine ewige Versöhnung gestiftet hast. Du bist gekommen, alle Elenden zu erretten und dein Volk selig zu machen von seinen Sünden. Wir bitten dich, o Herr, halte nun deine Ankunft auch bei uns; ziehe auch bei uns ein, und mache dir eine Wohnung in unserm Herzen. Ziehe ein, o Herr und Heiland, in unser Land, in unsern Ort, in unsere Kirchen und Schalen, in unsere Häuser und Herzen. Du bist ein Heiland und Helfer; darum wenn wir nur Dich haben, so fragen wir nichts nach Himmel und Erden, und wenn auch Leib und Seele verschmachten, so bist du doch stets unsers Herzens Trost und unser Theil. Du bist unser König und Herr; o hilf, daß wir dir den Weg bereiten, die Thore unsers Herzens weit, und die Thüren in der Welt hoch machen, und dir mit Freuden und Fauchzen entgegenfingen: Hosiana dem Sohne Davids! Gelobet sey der da kommt im Namen des Herrn! Hosiana in der Hohe! Wende dich zu uns, du treuer Heiland; gieb 24 Festtägliche Gebete. und deinen Geist; tröste alle Betrübte und angefochtene Herzen, und sey uns allen freundlich. Gieb uns den zeitlichen und ewigen, den innern und außern Frieden. Steure und wehre dem Bösen und allen deinen Feinden. Beschirm mit Macht dein Neich und deine Kirche auf Erden. Erbarme dich unser aller und sey uns gnädig, und laß uns Gutes und Barmherzigkeit widerfahren. Dir befehlen wir uns mit Leib und Seele, und bitten dich, du wollest uns noch am jüngsten Tage, wenn du wiederkoms men wirst in großer Herrlichkeit, zu dir aufnehmen in dein seliges Reich und uns bei dir wohnen lassen immerdar. Amen. 2. Gebet am Weihnachtsfeste. Allmächtiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi! Gelobt sey dein heiliger Name immer und ewiglich; du bist ein Gott, der Wunder thut, der Gnade und Barmherz zigkeit erweiset und alle Verheißungen erfüllet. Du hast großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich! Denn uns ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Gott, wir erkennen deine väterliche Güte, und danken dir von Herzen, daß du solche Liebe uns erzeiget, und deinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt hast, auf daß wir nicht verloren gehen, sons dern durch den Glauben an ihn deine Kinder und Erben deis nes Reiches werden sollen. Und dieses Alles hast du gethan aus lauter väterlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn' unser Verdienst und Würdigkeit, wofür wir dich rühmen und preis sen und dir dankbar seyn wollen bis an unser Ende. Ehre sey dir, Gott, in der Höhe! Ehre dir, Herr Jesus Christus, du hochgelobter Gottessohn! Du bist ein Menschenkind geworden, damit wir Gotteskinder würden; du bist arm ges worden, damit wir reich würden; du hast dich zur Knechtsgestalt erniedrigt, damit unsere Sündergestalt schwinde, und wir, zum göttlichen Ebenbilde durch dich erneuert, wohlge fållig würden vor deinem himmlischen Vater. Ach Herr, wir saßen Alle in der Finsterniß und im Schatten des Todes, in Ungst und Trauer; aber du hast uns zugewandt die herz Festtägliche Gebete. 25 liche Barmherzigkeit Gottes, du hast Friebe und Freude herniedergebracht, die allem Volk widerfahren soll; und aus deiner Fülle nehmen wir Gnade um Gnade. Durch dich, Herr, ist Ehre Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Darum sine gen wir dir mit Freuden entgegen: Hosiana in der Höhe! Gelobt sey, der da kommt im Namen des Herrn! Dziehe nun ein, mein Herr und Heiland, in mein Herz, das dir weit offen steht, und erfülle mich mit allen Gaben und Gnaden deiner himmlischen Milde und Güte. Gehe auf über mich, du schöner Morgenstern, und erleuchte mich mit deinem himmlischen Lichte. Regiere mich, du König des Himmels, mit deinem Geiste, und heile mich mit deiner großen Macht von allem Elend der Sünde. Tilge meine Missethat, und mache mich zu einem Kinde Gottes und zum Erben deines Reiches. Verleihe mir, du treuer Heiland, Trost in allem Leide, Hülfe in jeder Noth, Kraft in dieser bösen und argen Welt und einst selige Hoffnung im letzten Stündlein. Erbarme dich über mich, und segne mich! Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Amen! 3. Gebet beim Schlusse des Jahres. Almächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater! Wir haben jetzt abermal ein Jahr unserer irdischen Pilgrimschaft zu Ende gebracht. Ach Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher so väterlich bewiesen hast, da wir doch mit unsern Sünden nichts als Strafe verdient hatten. Dein heiliges Wort hast du uns erhalten sammt dem rechten Gebrauch der Sakramente, friedliches Regiment bescheeret, tägliche Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllet, Seuchen und mancherlei Unglück in dieser betrübten Zeit gnädiglich von uns abgewen= det, unser Haus und Hof vor Feuersnoth und mancherlei Unfall behütet. Ja Herr, du hast Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich; deine Güte und Treue ist jeden Mor= gen neu an uns geworden. Du hast uns zwar gezüchtiget um unserer vielfältigen Sünden willen, aber deine Gnade 26 Festtägliche Gebete. hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barm herzigkeit sagen wir dir ab und Dank, und bitten dich demüthiglich, rechre uns nicht zu unsere vorigen Sünden, womit wir dich so oft beleidiget haben, sondern vergieb sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir das alte sündliche Wesen nicht mit in das neue Jahr hinübernehmen, sondern den alten Menschen ablegen, und dagegen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist, anziehen. Gieb uns Herr, ein neues Herz; gieb uns heiligen Muth, guten Rath und rechte Werke. Walte über uns mit deiner våterlichen Liebe und Treue. Nimm von uns alles Herzeleid und alle Strafen, die wir mit unsern Sünden wohl verdient haben; und da wir ohne deinen Schutz in großes Elend gerathen würden, so halte deine Gnadenhand våterlich über uns. Herr lehre uns allezeit thun nach deinem Wohlgefallen. Dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Laß dein Angesicht über uns leuch ten und gieb uns deinen Frieden durch Christum Jesum, unsern Herrn. Amen. 4. Gebet am Neujahrstage. Herr, allmächtiger Gott, Vater unsers Herrn Jeſu Chrifti! Weil wir heute nach deinem Willen und durch deine Macht und Gnade ein neues Jahr wieder anfangen, so kommen wir vor dein heiliges Angesicht, und rufen zu dir, daß du uns erhören und gnådig seyn wollest. Gott! neige dich zu uns und verschmähe unser Gebet und Seufzen nicht. Erleuchte, und bekehre uns, daß wir jetzt unsere Herzen dir übergeben zu einem Dankopfer für alle deine Liebe und Treue; hilf uns, daß wir jetzt von uns ablegen den alten Menschen, der durch Lüste im Irrthum sich vers derbet; und den neuen Menschen anziehen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gieb Gnade, daß wir das ungöttliche Wesen verleugnen, dagegen anlegen die Waffen des Lichts und ehrbarlich wan deln, und unsere Leiber begeben zum Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sey. Gott, sey uns gnådig und segne uns; segne und erhalte deine Kirche; lege dein Festtågliche Gebete. 27 Wort in den Mund unserer Prediger und laß durch sie kund werden das Geheimniß des Evangeliums. Segne unsere Obrigkeit, und laß uns unter ihrem Regiment ferner haben dein Wort, zeitlichen Frieden und gute Nahrung. Siehe in Gnaden auf jeglichen Hausstand und fördere das Werk unserer Hånde. Laß die Eltern Freude an ihren Kindern erleben, und die Kinder ihre Eltern ehren und lieben. Siehe an die Thränen der Wittwen und Waisen, und erhöre ihr Geschrei. Rette alle, die in Kreuz und Trübfal, in Krankheit und Schmerzen und in Anfechtung sind. Triste alle, die um deines heiligen Namens und um der Wahrheit willen verfolgt werden; gieb ihnen Geduld und Trost, daß sie solches Alles als deinen våterlichen Willen aufnehmen und erkennen. Hilf den Armen, daß sie sich gnügen lassen und in dir reich seyen. Behüte die Reichen, daß sie nicht stolz werden und hoffen auf den ungewissen Reichthum, sondern auf dich, den lebendigen Gott, ihr Vertrauen setzen. Himmlischer Bater, du weißt, was wir bedürfen, willst auch gerne, daß es uns wohlgehe, darum bescheere uns, was wir nöthig haben, und gieb uns das, was uns gut ist hier zeitlich und dort ewiglich. Hilf uns, daß wir uns bessern, und mit dem neuen Jahre ein neues gottseliges Leben anfangen. Laß unsern Gang gewiß seyn in deinem Worte, und bewahre unsern Fuß, daß er nicht strauchele; behüte uns, daß wir nicht von dir weichen, weder zur Rechten noch zur Linken. Steuere allem Bösen; bekehre die Gottlosen zu dir; segne alle fromme Herzen und stärke sie im Glauben an deinen Sohn Jesum Christum; und so du in deinem Rathe beschlossen haft, uns in diesem Jahre aus diesem Leben der Prüfung abzufordern, so behüte uns, Herr, vor einem bösen und schnellen Tode; nimm unsern Geist weg in Friez den und laß uns selig einschlafen in deinem lieben Sohne, unserm Erlöser und Heilande, Jesu Christo. Amen. 5. Gebet in der Passionszeit. Ich danke dir, lieber himmlischer Vater, daßß du aus lauter Gnade deines eingebornen Sohnes nicht verschonet, 28 Festtägliche Gebete. sondern ihn um unserer Sünden willen für uns in den Tod dahin gegeben hast. Ich sage dir Lob, Preis und Dank, Herr Jesus Christus, du einiger Heiland der Welt, daß du deinem himmlischen Vater bist gehorsam gewesen bis in den Tod, daß du dein theures Blut für uns vergossen und uns dadurch erlöset hast vom Tode und von ewiger Ver dammniß. Ich danke dir, Gott heiliger Geist, daß du uns erleuchtest und beistehest, das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi zu unserm Heile zu verstehen und zu gebrauchen. Vermehre nun täglich in mir solche Erkenntniß, stårke meinen Glauben, beschütze mich wider alle Versuchungen zum Bösen, erhalte mich bei deinem Wort und in einem gottseligen Leben und Wandel. Laß mich auch mein Kreuz meinem Heilande getrost nachtragen, geduls dig harren bis die Hülfe erscheinet, und den von Herzen wieder lieben, der mich bis in den Tod geliebt hat. Amen. 6. Gebet am Charfreitage. Herr Jesu! heute ist der Tag deines allerheiligsten Leis dens und Sterbens, der große Tag unserer Versöhnung, der heilige Opfertag, an dem du als ein unschuldiges Lamm dein Leben für uns zum Schuldopfer gegeben hast. Du hast, o Herr, den Willen deines Vaters gehorsam erfüllet, und durch dein Blut und deinen Tod eine ewige Erlösung gestiftet. Wie schwer und schmerzlich war deine Arbeit, wie schmachvoll dein Leiden, wie bitter dein Kreuz und Tod! Gelobet seyst du, o Jesu, mein Erlöser und Heiland! Gelobet sey dein heiliger Name für alle deine Marter und Pein, für die unerhörte Schmach, die du getragen, für den allerschmerzlichsten Seelenkampf, den du für mich) bestanden, und in dem der Schweiß von deiner Stirne rann wie Blutstropfen!- O Herr, fürwahr du trugst unsere Krankheit und ludest auf dich unsere Schmerzen; du bist um unserer Sünde willen zerschlagen, und um unserer Missethat willen gemartert worden. Auch ich bin die Ursache deines Jammers, und alle deine Angst und Noth habe auch ich verschuldet mit meinen Sünden. Festtägliche Gebete. 29 Ich danke dir, Herr Jesus Christus! daß du mich durch dein theures Blut erlöset und mit deinem Vater versohnet hast. Ich danke dir von Herzen für alle deine To desleiden, mit denen du mich auf Golgatha so theuer erkauft und mir die Gerechtigkeit, Leben, Friede und Seligkeit erworben haft! Was kann ich dir nun wohl geben für diese deine unaussprechliche Liebe? Was Anderes, als das Opfer des Dankes, den Leib, den du dir geheiliget, und die Seele, die du dir erworben hast! Nimm mich hin zu deinem Eigenthum; rühre mein Herz, daß ich Buße thue, und hilf mir, mein Herr und Heiland, daß ich hier zeitlich meine Sünden erkenne, damit sie mir nicht ewig über mein Haupt gehen. Gieb, daß ich meine Missethat hier zeitlich bereue, auf daß sie mir nicht ewig zu schwer werde. Verleihe mir, daß ich meinen Ungehorsam hier zeitlich beweine, damit ich ihn nicht dort ewig betrauern und beklagen müsse. O du treuer und theurer Erldser! stårke mich durch deinen Geist, daß ich glauben lerne unter deinem Kreuz, und heute nicht weggehe von dieser Ståtte, ohne die Kraft deines versöhnenden Todes zu spüren an meiner Seele, ohne dich als meinen einigen Erlöser und Heiland recht zu erkennen. Gieb, daß ich dich alle Tage mit innigem Vertrauen umfasse, und mir dein Blut und deinen Tod, deinen Sieg und deine Ueberwindung mit wahrem Glauben immer mehr zueigne. Hilf, daß mein alter Mensch von heute an sammt dir gekreuziget und begraben werde in den Tod, damit der neue mit dir auferstehe in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Entzünde in mir die Liebe, womit du uns geliebet hast bis in den Tod, daß auch ich mit einer recht feurigen und heiligen Inbrunst des Geistes dich liebe und dir in Kreuz und in Leiden getreulich nachfolge, und bereit sey, auch das Leben, so es dir gefiele, um deinetwillen zu lassen. Behüte mich, daß ich nicht sicher werde, und nimmer undankbar sey für deine große Liebe und Treue. Laß mich alle deine Wohlthaten mit Lust betrachten, und täglich dahin streben, daß die schwere Arbeit deines heiligen Leidens und Sterbens an mir nicht vergeblich und verloren sey. Amen. - Festtägliche Gebete. 7. Gebet am Osterfeste. Herr err Jesus Christus, du König der Ehren und Herzog des Lebens, ich preise dich und sage dir von Herzen Lob und Dank für deine siegreiche und herrliche Auferstehung. Um unserer Sünden willen warest du dahingegeben, und un unserer Gerechtigkeit willen bist du auferwecket. Du hast dem Tode die Macht genommen, und das Leben und ein unvergångliches Wesen an das Licht gebracht. Gott, dir sey Dank, der du uns den Sieg gegeben hast durch unsern Herrn Jesum Christum! 30 Ich bitte dich, o Herr, gieb heute meinem Herzen die rechte Osterfreude, und erfülle mich mit dem seligmachenden Troste deines gewaltigen Sieges. Erwecke mich, der ich noch in meinen Sünden todt bin, daß ich auferstehe zu einem neuen und heiligen Leben. Erscheine meinem Herzen, und sprich zu mir, wie du einst zu deinen Jüngern gesagt haft; Friede sey mit dir! Sey mit mir auf der Wallfahrt dieses Lebens; begleite mich mit deinem Troste und entzünde mein Herz, daß es entbrenne in inniger Liebe und dir fest anhange. Und wenn es dann in meinem Leben Abend werden will und der Tag sich neiget, ach Herr! dann bleibe bei mir mit deiner Gnade, und laß mich erfahren deine Nähe, und kräftiglich empfinden deinen Trost und deinen Frieden. Erscheine, du treuer Heiland, mit deiner Gnade und Gabe; laß mich sehen und erkennen deine Wunden, und dadurch in aller Anfechtung getröstet werden. Du bist die Auferstehung und das Leben; wer an dich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; so führe denn auch mich herauß aus dem Grabe und errette meine Seele vom Tode. Laß mich ähnlich werden deinem verklärten Leibe, und verleihe mir, daß ich einst dort oben in dem himmlischen Jerusalem dich in deiner Klarheit und Herrlichkeit von Angesicht zu Angesicht schauen möge. Amen. 8. Gebet am Himmelfahrtstage. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Bater, daß du uns so hochgeliebt, und und deinen einigen Sohn geschenket Festtägliche Gebete. 31 haft, der sich seiner Herrlichkeit, die er bei dir hatte, entäußerte und Knechtsgestalt annahm, und der Allerverachtetste wurde, auf daß er uns mit dir verföhnte und zur ewigen Herrlichkeit bråchte. Wir bitten dich, du wolleft um seines bittern Leidens und Sterbens willen uns alle Sünde verzeihen, und da er nun gen Himmel gefahren ist, um vor deinem heiligen Angesichte zu erscheinen, und uns die Stätte zu bereiten, so wollest du durch deinen heiligen Geist reichlich in uns wohnen, und uns durch denselben deiner Gnade und des ewigen Erbguts im Himmel also versichern, daß wir unsere Herzen von der Welt abziehen, und suchen, was droben ist, wo unser Haupt und Heiland zur Rechten Gottes sitzt, bis er einst wiederkommen und uns zu sich nehmen wird, damit wir seyen, wo er ist, und seiner Herrlichkeit ewig theilhaftig werden. Zieh uns zu dir, du erhöheter Herr und Heiland, und laß unsere Seele einst auffahren zu dir in dein Reich, und dort oben bei dir seyn und bleiben bis in Ewigkeit. O pflanze diese Hoffnung tief in unsere Herzen und stärke uns aus deiner Höhe, daß wir unsern ganzen Wandel gen Himmel richten; du ewiger Hoherpriester, gedenke unser stets in deinem Heiligthum, und laß uns aus deiner Fülle nehmen Gnade um Gnade. Stårk hienieden mit deiner Kraft unsere schwachen und betrübten Gemüther, auf daß wir durch deine Hülfe über winden und das Ende unsers Glaubens, nämlich der Seelen Seligkeit, davon bringen. Amen. 9. Gebet am Pfingstfeste. Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geiste einst am Pfingsttage begabet hast, gieß nach deiner Verheißung diesen deinen Geist auch über unsere armen Herzen aus. Erquicke dein Erbtheil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und erfülle uns; ziere uns mit deinen Gaben, daß auch wir die großen Thaten Gottes, die durch Jesum Christum geschehen sind, wahrhaftig erkennen und preisen, daß auch wir mit neuen Zungen dein Wort reden und ausbreis ten. Entzünde in uns das Feuer deiner göttlichen Liebe; Festtägliche Gebete. verbrenne und verzehre in uns alle Bosheit sammt allen fleischlichen Lüsten und Begierden. Zünde an das Licht dei ner Wahrheit, daß wir im Geist und Glauben mit rechtem Ernst und Eifer unserm Gott dienen mögen. du Gott des Friedens, erfülle uns mit deinem Frieden, und lehre uns in Sanftmuth und Demuth, in Liebe und Einigkeit bei einander leben und bleiben. du Gott der Geduld, gieb uns Geduld in dieser Leidenszeit und Beständigkeit bis ans Ende. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, daß wir heilige Hände aufheben zu Gott, ihn in allen Nöthen anrufen und anhalten im Gebete. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, und wie sichs gebühret, ach, so lehre uns beten, und vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Erquicke uns in aller Angst und Traurigkeit; sey unser Schutz und Schatten in der Noth, unsere Hülfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. du Kraft aus der Höhe, komm und stärke uns; tröste die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf auch denen, die gefallen sind, bringe zurecht die Frrenden und erhalte sie auf dem Wege des Heils und der Wahrheit. Komm, o du ewiges Licht, Heil und Trost! Sey unser Licht in Finsterniß, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führe uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben. Hilf, daß wir dich nimmermehr betrüben, noch von uns treiben. Mache uns zu deinem Tempel und wohne in uns, und erneuere uns zum Bilde Gottes in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, und laß uns durch dich versiegelt seyn bis auf den Tag der Erldsung, wo wir dich sammt dem Vater und dem Sohne mit neuen Zungen rühmen und preisen werden immer und ewiglich. Amen. 32 10. Gebet am Fefte der Dreieinigkeit. Heilig, heilig, heilig bist du, Herr Zebaoth, alle Lande Wir find deiner Ehre voll! Ewiger, dreieiniger Gott! fallen nieder vor dem Throne deiner Majestät; denn dir gebühret Preis, Ehre, Dank und Lob in Ewigkeit! Du wohnest in einem Lichte, da Niemand zukommen kann!- Aber wir danken dir, daß du uns das hohe Geheimniß 1 Festtägliche Gebete. 33 deines göttlichen Wesens schon in diesem Erdenleben wie in einem Spiegel, in einem dunkeln Worte sehen läsfest, bis wir es dereinst von Angesicht zu Angesicht schauen, und deine ewige Kraft und Gottheit mit deinen Auserwählten vollkommen im Geist und in der Wahrheit anbeten dürfen. Vater unsers Herrn Jesu Christi, und durch ihn auch unser Vater! Allmächtiger Schöpfer Himmels und der Erde. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmest du dich unser, und bist eine feste Burg in aller Noth! Leben und Wohlthat hast du an uns allen gethan, und dein Aufsehn bewahret unsern Odem! Du allein bist heilig und gerecht, wir aber müssen uns schämen unsrer Sünden, und flehen auch heute wieder zu deiner Barmherzigkeit, du wollest uns dein Antlitz gnådig leuchten lassen, und den Bund deines Friedens unter uns befestigen. Sohn Gottes, Heiland und Erlöser! Wir bringen dir mit gerührtem Herzen Preis und Dank für deine große Liebe, für dein heiliges Wort, für deine schmerzensvollen Leiden, für deinen martervollen Tod und für deine wundervolle Auferstehung und Himmelfahrt, durch welche du das Werk der Erlösung unter uns vollendet, und uns sichere Bürgschaft des ewigen Lebens gegeben hast! Sey, wie du verheißen hast, stets mitten unter uns, speise uns auch heute wieder mit dem Brodte des Lebens, mit deinem göttlichen Wort, und heilige dir unter uns ein Volk, das tüchtig ist in guten Werken! Heiliger Geist, du Tröster, der in alle Wahrheit leitet, Alles, was wir Gutes sind und haben, ist dein Werk. Unfre Seele ist fröhlich in dir, und lobsinget deinem heiligen Namen!- Komm, und kräftige unsere Herz zen, und erleuchte unsre Seelen, daß wir freudig dir dienen, und von dir in alle Wahrheit geleitet, dich ewiglich loben und preisen! - Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, erhebe dein Angesicht auf uns und sey uns gnädig. Segne uns aus deiner Höhe mit allerlei leiblichen und geistigen Gütern nach deinem Wohlgefallen. Wende unsre Herzen von der Finsterniß zum Lichte, von der Lust des Fleisches und der Welt zu deinem ewigen Leben. Zünde in unsern Seelen den rech3 34 Festtägliche Gebete. ten Glauben an, sammt der Liebe und Hoffnung auf dein himmlisches Reich, welches ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geist. Laß aufgehen dein Heil über alle Lande. Führe uns endlich zum Anschauen deiner Herrlichkeit, auf daß wir mit reineren Lippen dort dich rühmen, und sammt den Engeln und allen Auserwählten jauchzen. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth! Himmel und Erde sind seiner Ehre voll. Amen! 11. Gebet am Bußtage. Herr err Herr Gott, barmherzig und gnådig, geduldig und von großer Güte, der du vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde! Wir erscheinen vor dem Throne deiner Ma jestät, und bekennen mit demüthigem Herzen, daß wir oft und viel gesündigt haben am Himmel und an dir. Wie oft haben wir dich, unsern Herrn und Gott, verlassen, und find falschen Göttern nachgezogen; haben deinen Namen mißbraucht und deinen Tag nicht geheiliget; haben Eltern und Vorgesetzte erzurnt und betrübt, und unsre Lehrer nicht geachtet; haben durch Zorn und haß, durch Neid und Streit, durch Unmäßigkeit, Augenlust und Fleischeslust, durch Hoffahrt und Eitelkeit, durch Ungerechtigkeit, Eigen nuß, Geiz und Habsucht, durch Falschheit und Heuchelei und andere böse Lüste und Begierden deine heiligen Gebote übertreten. Wenn du riefest, haben wir nicht geantwortet; wenn du drohtest, haben wir uns nicht gebessert; wenn du züchtigtest, blieb unser Herz kalt und verhärtet. Wir hatten nur zu sehr noch den bloßen Schein der Gottseligkeit, ihre Kraft aber haben wir verleugnet.- So ist nichts Gesundes an uns; wir sind allzumal abgewichen; da ist Keiner, der Gutes thue von sich selber, auch nicht Einer!- Du starker und gerechter Gott, wo wollten wir bleiben, wenn du dich aufmachtest, uns nach unsern Sünden zu vergelten! Wenn du uns heimsuchtest mit der Ruthe deines Zorns, wenn du uns reichtest den bittern Kelch der Trübsal! 1 Aber du, Herr, bist barmherzig und gnådig, und vergiebst uns unsre Sünden um deines Sohnes willen, der Festtägliche Gebete. 35 sein theures Blut am Stamm des Kreuzes auch für uns vergossen hat. So rufen wir denn jetzt in seinem Namen dich an: Bergieb uns alle unsre Schuld, laß alle unsre Sünden in seinem Tode begraben und vergessen seyn. Wende ab von uns die Augen deiner Gerechtigkeit, und sieh' uns an mit Augen deiner Barmherzigkeit. Sieh' uns an nicht als die Gefallenen, sondern als die Erldfeten in Jesu Christo, deinem Sohne. Schenke uns deinen heiligen Geist, den verheißenen Beistand und Trdster, daß er uns wahrhaft erleuchte, bekehre und erneuere! Gieb uns ein neues Herz und einen neuen Geist, damit wir von nun an den guten Kampf des Glaubens wider alle Sünde kåms pfen, und unsträflich und unbefleckt erhalten werden bis ans Ende!- Ja, Herr unser Gott, sende deinen heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, in alle Seelen. Erbarme dich in Gnaden deiner Kirche, schütze sie wider alle Gewalt und Arglist des Feindes! Segne die Predigt deines Wortes an allen Herzen, und behüte sie, daß der Satan den guten Samen nicht verderbe. Wende die Augen der Barmherzigkeit auf unser ganzes Vaterland, auf alle Obrigkeit des Landes, auf diese Gemeinde, auf jeden, der heute mit bußfertigem Ge= müthe zu dir aufblickt! Und wer noch verhårtet ist in Unbußfertigkeit, o, den erwecke du, Herr, dieweil es noch Zeit ist; schenke ihm ernstliche Früchte der Buße!- Alle Kranken, Nothleidenden, alle betrübten und angefochtenen Seelen seyen in deine treue Vaterhånde empfohlen. Laß jede Trübsal gesegnet seyn, laß jede Anfechtung so ein Ende gewinnen, daß die Herzen dadurch zu dir gezogen werden. Welche du aber abrufen willst aus diesem Leben, in denen verherrliche deine Gnade und Macht, daß sie bekehrt und gereinigt in freudigem Glauben von hinnen scheiden, und das Ende ihres Glaubens davon bringen, nåmlich der Seelen Seligkeit! Amen! 12. Gebet am Erndtefest. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! 3* — 36 Festtägliche Gebete. Barmherziger Gott, gnådiger Vater! wie groß ist deine Güte und Treue, die du uns beweisest! Du hast das Erdreich gegründet, und hast gemacht, daß es Frucht bringe zu seiner Zeit. Du hast das Jahr gekrönt mit deinem Gut; du hast gefeuchtet die Berge von oben her und hast das Land voll Früchte gemacht. Herr, wie sind deine Werke so groß und so viel! du hast sie alle weislich geordnet und die Erde ist voll deiner Güter! Du hast deine milde Hand aufgethan, und wir haben gesammelt. Aller Augen warten auf dich), und du hast Speise gegeben zu seiner Zeit. Du hast unsere Felder behütet und uns die Erndte beschützet; du hast uns gesegnet reichlich und herrlich und unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freude. Herr, unser Gott, dafür danken wir dir von ganzem Herzen und loben deinen herrlichen Namen. Ja, Herr, das ist dein großer Name, daß du so gnådig bist, und dein ewiger Ruhm, daß du so gern hilfft. Du hast Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich. Du hast uns mit Gnade und Barmherzigkeit gekrönet, dafür preisen wir dich, du Allerhöchster, und lobsingen deinem Namen. Wir aber, Herr, sind nicht werth solcher Barmherzigkeit und Treue, und haben sie nicht verdienet; wir haben vielmehr mit unsern mancherlei und großen Sünden Strafe, Elend und Mangel wohl verschuldet. Ach, Herr, darum bitten wir dich, du wollest uns verschonen und nicht mit uns ins Gericht gehen. Strafe uns nicht dafür, daß wir so oft die Gaben deiner milden Güte verachtet, und sie ohne Treue, ohne Måßigkeit und nicht nach deinem Willen und zu deiner Ehre gebraucht haben. Entziehe uns deshalb ferner deinen Segen nicht, sondern hilf uns, daß deine Gute uns möge zur Buße leiten, und daß wir niemals deine Gaben ohne Danksagung empfahen. Herr, du hast uns zeitlich gesegnet; segne uns nun auch an dem inwendigen Menschen mit allerlei geistlichen Segen in himmlischen Gütern durch Christum, auf daß wir erfüllet werden mit Früchten der Gerechtigkeit, die dir wohlgefallen. Hilf uns, daß wir unablässig trachten nach den, was droben ist, damit wir einst durch Jesum Christum zu dem Genusse der himmlischen Güter im ewigen Festtägliche Gebete. 37 Leben gelangen. Laß uns allezeit auf den Geist und nicht auf das Fleisch såen, auf daß wir einst erndten ohne Aufhören. Beschere uns ein seliges Ende, und laß uns dann einst ein fröhliches Erndtefest feiern dort oben bei dir im Himmel. Amen. 13. Gebet am Gedächtnißtage der Reformation. Herr Jesus Christus, der du in die Welt gekommen bist, die Sünder zur Buße zu rufen und alle Menschen zu erleuchten zum ewigen Leben; ich preise dich von Herzen und danke deiner großen Güte, daß du nicht allein an diesem Ort, in dieser Kirche und Gemeinde mit deinem göttlichen Wort und den heiligen Sakramenten eingekehret bist, und das Licht des Evangeliums angezündet hast, sondern daß du auch mich aus dem Reiche der Finsterniß erlöset, zu dem Lichte des Evangeliums berufen und in das Reich deiner Gnade versetzt hast. Herr, wir sind zu gering deiner Barmherzigkeit und Treue! Ich bitte dich aber mit demůthigem Herzen, du wollest mit deiner Gnade, deinem Worte und Sakramente ferner bei uns und in dieser unserer Kirche bleiben, auf daß dein heiliger Name von uns erkannt, gefürchtet und geehrt werde, und wir Alle nach deinem göttlichen Willen leben und dir dienen. Was wir aber wider dich und dein heiliges Wort Böses gethan haben, das wollest du, gütigster Jesu! uns aus Gnaden vergeben, und uns um unserer Sünden willen dein seligmachendes Wort nicht ent= ziehen, sondern es bei uns und unsern Nachkommen unverfälscht erhalten. Ach ja, Herr Jesu, erhalte uns dein Wort, und laß es reichlich unter uns wohnen, denn dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. Bewahre uns und deine ganze Kirche vor allem Irrthum und schädlicher Irrlehre. Wehre allen Feinden, Verfolgern und Låsterern, und sey unsere Zuversicht, unser Schirm und Schild, auf daß die Pforten der Hölle uns nicht mögen überwältigen. Besonders bitte ich dich, mein Herr und Heiland, daß du bei mir in das Haus meines Herzens wollest einkehren, mich durch deinen heiligen Geist erleuchten, mein 38 Festtägliche Gebete. Herz reinigen und Gnade geben, daß ich würdiglich, dem Evangelio gemäß, wandle und in der einmal erkannten und bekannten Wahrheit bis an das Ende beharre. Laß, Herr Jesu! meiner Seele dein Heil wiederfahren, daß ich durch dich selig werde, und einst in deinem Reiche dich und deine große Herrlichkeit ewiglich sehen möge. Amen. 14. Gebet am Tage der Todtenfeier. Ewiger Gott, liebreicher Vater, der du den Menschen ein Ziel gesetzt und alle ihre Tage gezählt hast, ich rufe dich an, du wollest mich erkennen lassen, daß mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Thue mir kund, o Herr, daß ich hier keine bleibende Ståtte habe, damit ich oft an mein Ende denke, und mit rechter Buße und wahrem Glauben mich zubereite auf den Tag meiner Heimfahrt. Ich danke dir, gnådiger Gott, daß du mich bis hieher am Leben erhalten und mir noch Zeit zur Buße und Bekehrung gegeben hast. Verleihe mir die Gnade, daß ich solches immer mehr erkenne, und die Zeit meines Lebens zu deiner Ehre und zur beständigen Zubereitung auf das ewige Leben anwende. Bewahre mich vor einem bösen schnellen Tode, und bereite mich je mehr und mehr durch deinen Geist und deine Gnade zu einem seligen Ende. Vornehmlich aber in der letzten Todesstunde treibe von mir alle Anfechtungen, und vermehre in mir den Glauben an deinen Sohn Jesum Christum, damit ich alle Schrecken des Todes überwinde. Wenn dann meine Ohren nicht mehr hören können, so laß deinen heiligen Geist Zeugniß geben meinem Geiste, daß ich als dein Kind und Miterbe Christi bald mit Jefu soll im Paradiese seyn. Wenn dann meine Augen nicht mehr sehen, so thue meine Glaubensaugen auf, daß ich alsdann vor mir den Himmel offen sehe und den Herrn Jesum zur Rech ten seines Vaters. Wenn dann meine Zunge nicht mehr wird sprechen können, dann laß deinen Geist mich vertreten mit unaussprechlichem Seufzen und mich lehren in meinem Herzen rufen: Abba, lieber Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Gieb also, getreuer Gott, daß ich lebe Beicht- und Communion- Gebete. 39 in deiner Furcht, sterbe in deiner Gnade, dahinfahre in deinem Frieden, ruhe im Grabe unter deinem Schutze, auferstehe durch deine Kraft, und dann ererbe die selige Hoffnung, das ewige Leben, um deines lieben Sohnes Jesu Christi unsers Herrn willen, welchem sammt dir und dem heiligen Geiste sey Lob und Preis, Ehre und Herrlichkeit, jetzt und immerdar. Amen. III. Beicht- und Communion- Gebete. 1. Gebet um rechtschaffene Buße. Gnädiger, barmherziger Gott, der du geduldig biſt und von großer Güte und Treue; du rufft mich tåglich zur Bekehrung, und läsfest verkündigen Buße und Vergebung der Sünden; auch hast du Geduld mit mir gehabt nach deiner unaussprechlichen Langmuth. Du hast mich verschonet mit wohlverdienten Strafen, und mir Raum und Frist zur Buße gegeben! Ach Herr! vergieb mir meines Herzens Trågheit und Hårtigkeit. Wende dich zu mir, ich bitte dich im Namen Jesu Christi, und bekehre Du mich, so werde ich bekehret. Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf mir, so ist mir recht geholfen! Siche, ich bin wie ein verirr= tes Schaaf. Suche mich auf, daß ich nicht verloren gehe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Siehe mich an, o Herr, wie du einst angesehen hast Maria Magdalena und den Zöllner im Tempel. Verleihe mir ernstliche Reue und Leid über meine Sünde. Gieb mir wahren Glauben und Zuversicht auf deine Gnade, und rechtschaffene Früchte der Buße! Laß mich die Zeit meiner Heimsuchung erkennen, und den Reichthum deiner Gnade nicht verachten, auf daß ich die Zeit des Heils nicht versaume, und nicht verziehe, mich zu dir, meinem Gott und Herrn, zu bekehren und mein Leben zu bessern! Amen! 10 Beicht- und Communion- Gebete. 2. Bekenntniß der Sünden. du heiliger, gerechter, barmherziger Gott! Ich flage und bekenne dir mit einem betrübten und zerknirschten Her zen alle meine Uebertretung und mein sündliches Verderben. Ach Herr! viel sind meiner Sünden, wie Sand am Meere. Šie gehen mir über das Haupt, und wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. Willst du mit mir rechten, so kann ich dir auf tausend nicht eins antworten! Wie ist doch mein Herz noch so unrein, mein Verstand so verdunkelt, mein Wille so eigenwillig und widerstrebend deinen heiligen Geboten. Ich erkenne dich nicht recht, ich liebe dich nicht von ganzem Herzen, ich vertraue dir nicht ganzlich! Ich muß es mit tiefem Schmerz beweinen, daß ich noch so fleischlich und weltlich gesinnet bin, so unbezähmt in meinen Leidenschaften, so voll Regungen der Augenlust und Fleischeslust, so oft verwickelt in mancherlei thörichte Einbildungen, so sehr geneigt zum Aeußerlichen, so unachtsam auf das, was in mir ist, so fertig zum Lachen und zur Zerstreuung, so hart zu Thränen der Reue und zum Schmerz der Buße, noch so vorschnell zur Freiheit und Gemächlichkeit des Flei sches, so tråge zum Ernst und heiligen Eifer für mein Seelenheil, so begierig, Neues zu hören und Schönes zu sehen, so kraftlos, das anzufassen, was geringe und unangenehm ist, so gierig, Viel zu haben, so karg zum Geben, so geizig zum Behalten.- Ich bin noch so unbedachtsam im Reden, so ungeübt im Schweigen; noch so ungestům im Handeln, und so ungeordnet und unvorsichtig in Allem, was Ausdruck meines Innern ist; noch so lüstern nach leiblicher Speise und Erquickung, und so gehör- und gefühllos für Gottes Wort, die Nahrung der Seele; noch so eilig zur Ruhe und träge zur Arbeit und Anstren gung; so wachsam bei leerem Geschwäß, so schläfrig bei dem, was zur Erbauung dient; noch so zerstreut, wo Aufmerksamkeit erfordert wird, und so dringend und begierig das Ende zu erreichen, wo ich in Geduld aushalten follte. Ich bin noch so nachlässig im anhaltenden Gebet, so lau im Gottesdienste, so dürr und lau im Hause und vor 40 - - - - Beicht- und Communion- Gebete. 41 dem Altar des Herrn; so leicht verwirrt, so selten oder gar nie ganz gesammelt; noch so entzündbar zum Zorn und so reizbar, Andern wehe zu thun; noch so nachsichtig gegen meine eignen Fehler, und so geneigt, Andere zu richten, zu tadeln und strafen; so ausgelassen im Glück, so verzagt und niedergeschlagen in der Trübsal; so reich an guten Vorsätzen, und so arm an Erfüllung derselben. Ach, mein Herr und mein Gott! mein Elend ist grdßer, als ich es dir klagen kann. Wer kann merken, wie oft er fehle? Alle meine Gerechtigkeit ist wie ein zerrissenes und unreines Kleid; und nimmst du deine Gnadengaben von mir weg, so bleibt nichts Gutes mehr an mir, sondern nur Böses und Unrecht. Ach Herr! ich bin der verlorene Sohn, der seine Güter so schåndlich umgebracht hat, und bin nicht mehr werth, daß ich dein Kind heiße. Ich bin der Knecht, der dir zehntausend Pfund schuldig ist, und ich habe in Ewigkeit nicht zu bezahlen. Ich bin der Mann, der unter die Mörder dieser Welt gefallen ist, die haben mich außgezogen, und mich an Leib und Seele so sehr verwundet, daß mich kein Mensch heilen kann! Darum hilf Du mir, mein Gott und Herr. Schaffe mir Beistand in der Noth, denn Menschenhülfe ist nichts nütze. Bekehre Du mich, so werde ich nicht verloren seyn! Herr! wer kann das bdse Herz åndern und ein neues schaffen? Das kannst Du allein, du getreuer Schöpfer in guten Werken. Nimm weg das böse steinerne Herz, und schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Anges sicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist erhalte mich! Gieb mir eine göttliche Traurigkeit, die da wirket eine heilsame Reue zur Šeligkeit. Laß mein Herz durch den Glauben bereitet und fähig werden deines Trostes und der Vergebung der Sünden! Hilf mir, meine Sünden herzlich zu beweinen, wie Petrus und Maria Magdalena! Bater, ich habe gesündigt vor dir, und mein Kindesrecht verloren. Aber ich glaube, Du habest noch nicht aufgehört, mein Vater zu seyn. Denn deine Barms herzigkeit ist groß, und währet von Ewigkeit zu Ewigkeit; 42 Beicht und Communion Gebete. und in Chrifto deinem Sohne hast du eine ewige Versöh mung gestiftet. Darum erbarme dich meiner, und siehe nicht mehr an meine Sünde, sondern meinen Glauben an deine unendliche Gnade. Erbarme dich meiner, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, und schenke mir Frieden und Trost, um deines geliebten Sohnes und meines Mittlers und Heilandes Jesu Christi willen! Amen! 3. Gebet um Vergebung der Sünden. Liebster Bater im Himmel, der du den Menschen nach deinem Ebenbilde erschaffen und durch deinen lieben Sohn aus Tod und Verderben erlöset hast, ich komme zu dir und schlage an meine Brust, und flehe mit jenem Zöllner aus rechtem kindlichen Vertrauen zu dir: ,, Gott, sey mir Sün der gnådig!" A Ach Herr! du heilest ja, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindest ihre Schäden. Darum heile mich, Herr! reinige mich, entsündige mich, o du Gott meines Heils. O mein Herr Jesu! du hast meine Krankheit getragen, und auf dich geladen unsere Schmerzen. Du bist um unsrer Missethat willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen worden. Die Strafe lag auf dir, auf daß wir Friede hätten, und durch deine Wunden sind wir geheiLet! Herr! wie tröstlich ist dein Wort: ,, Des Menschen Sohn ist gekommen, die Sünder zu suchen und selig zu machen!" Ja- du bist es, von dem es heißet: ,, ich vertilge deine Missethat wie eine Wolke, und deine Sünde, wie den Nebel!"- Dessen tröste ich mich von Herzen, und hoffe in wahrem Glauben, du, mein Erlöser, werdest dich über mich erbarmen. Denn Dein ist ja die Barm= herzigkeit und die Vergebung; bei dir ist Gnade und viel Erlösung! Sende mir denn, o Herr, den heiligen Geist, den Tröster, daß er auch mich tröste in aller Sorge und Traurigkeit. Laß durch ihn diesen Trost in meinem Herzen befestigt und versiegelt werden; ja, laß mich reichlich erfahren, daß du nicht über uns Gedanken des Leides hast, sondern des Friedens, und ich durch dich gerecht und ewig selig werde! Amen! - - - Beicht und Communion- Gebete. 43 4. Gebet, wenn man zur Beichte geht. Herr Jesu, mein Heiland und Fürsprecher! mein Herz hält dir jetzt vor dein Wort: ,, Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen!" Jetzt komme ich zu dir, mühselig und mit Sünden beladen. Erquicke mich nach deinem Wort. Du, mein Helfer, hast mir zugesagt: ,, in welcher Stunde der arme Sünder seufzet, soll ihm geholfen werden!" Ach, so erhöre jetzt mein Seufzen, und hilf mir! Herr Jesu! dein Tod laß mir das Leben seyn. Du haft für mich gezahlet, du hast meine Schuld getilgt. Ich glaube. Herr, stårke meinen Glauben! Amen! - 5. Allgemeine Beichte. Almächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer fundiger Mensch bekenne dir alle meine Sünden in Gedanken, Worten und Werken, wodurch ich dein gerechtes Mißfallen und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich, um deiner überschwänglichen Barmherzigkeit und des bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sundhaften Menschen gnådig und barmherzig seyn, mir alle meine Sünden vergeben und mir, zur Besserung meines Lebens, deines heiligen Geistes Kraft gnädiglich verleihen! Amen! 6. Gebet nach der Beichte und Abfolution! Wie lieblich find mir heute deine Wohnungen, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott! Ich habe gebeten um Vergebung meiner Sünden. Die habe ich durch die Verkündigung deines Dieners empfangen. Ich habe deine Gnade gesucht, die habe ich in deinem Worte gefunden. Ich habe bei deinem Baterherzen angeklopft; das hast du mir voll Huld und Liebe aufgethan! Der Herr segne dich, du Wohnung der Gerechten, du theures Zion, in welchem mir so viel Gutes wiederfahren ist! Ich freue 44 Beicht und Communion- Gebete. mich, daß ich nun hinausgehen soll zum Altar und Allerheiligsten des Herrn, und bei meinem Heilande ein seliger Gast am Tische des Lebens seyn werde. Herr, ich bitte dich, dein Segen sey über mir an Leib und Seele. Gieb, daß ich sey von Herzen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechtschaffen sey, nicht Augenschein und Heuchelei. Amen. - 7. Dank Gebet nach der Absolution. Herr! err! Herr! Gott, der du deinem Volk Israel anbefohlen, dir täglich Opfer zu bringen, welche dir mußten ganz geheiliget und übergeben werden; siehe, ich bringe dir mein gläubiges und bußfertiges Herz, daß wirst du nicht verachten. Du hast mich, o himmlischer Bater! erschaffen, daß ich soll seyn dein Eigenthum. Du hast mich, o liebster Jesu! erlöset mit deinem Blut, daß ich in deinem Reich soll leben, und dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit. Du hast mich, o werther heiliger Geist, geheiliget, daß ich soll seyn deine Wohnung, und daß Christus in mir lebe. O, darum will ich mich dir nun auch wiederum ganz und gar aufopfern und ergeben. Ich opfere dir auf meinen Willen. Ich will nun nicht mehr vollbringen, was ich will, sondern was du willst. Ich opfere dir auf meinen Mund; damit will ich dich loben und preisen, und niemals mehr zu unnützen und sündlichen Worten mißbrauchen. Ich opfere dir auf mein Herzi daß erfülle mit einem lebendigen Glauben, mit deiner Liebe, mit ungeheuchelter wahrer Frömmigkeit! Ist es ein von Natur unreines und zum Opfer untüchtiges Herz, ach! so reinige es mit der Kraft des Evangeliums, mit dem Blut Jesu Christi, welches ich in wahrem Glauben an nehme! Ach! heilige und weihe du es selbst durch deinen Geist, heilige es dir zur Wohnung, daß du darin regierest und herrschest. Ich opfere dir auf mein Leben; das will ich nach deinem heiligen Wort, und nach dem guten Trieb des heiligen Geistes führen. Ich opfere dir auf meine Glieder! hilf daß sie mögen werden Waffen und Werkzeuge der Gerechtigkeit, daß ich sie nicht zur Sünde 45. Beicht- und Communion- Gebete. und im Dienst des Bösen mißbrauche, sondern daß sie dir mögen geheiliget bleiben. Wie das Geopferte mit Niemand durfte mehr Gemeinschaft haben, so will ich mich auch gerne von der Welt absondern und von ihrer Gesellschaft wegbleiben. Ja, ich will mich dir aufopfern, dieweil ich lebe und noch gesund bin, und nicht erst auf meinem Krankenbette. Denn da möchte es etwa zu ſpät seyn. Ach Herr! der du zu allen Zeiten, am Morgen, am Mittag und am Abend, haft Opfer angenommen, siehe auch in Gnaden mein Opfer an. Bringe ich dir es etwa erst um den Mittag meines Lebens, oder ist der Abend desselben vielleicht nahe; habe ich die Mor= gen- und Jugendzeit versäumet; so wirst du doch deswegen mein Opfer nicht verachten! Ich bringe es dir im Glauben, wie Abel.- Ach, schaue doch darauf nach deiner Barmherzigkeit! Ich will nun die übrige Zeit meines Lebens dein Eigenthum bleiben. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben! Ich bin dein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich, und ich dich, lieblich werd' um= fangen. Amen. - 8. Gebet vor dem Abendmahl. Herr Jesus Christus, du getreuer Hirt und Heiland meiner Seele! wie kann ich genug deine große Liebe preisen, daß du nicht allein für mich armen Sünder in den Tod gegangen bist, sondern auch deinen heiligen Leib und dein Blut zu meiner Seelen Speise im heiligen Abendmahl eingesetzet haft! O göttliche Liebe! dein Tod bringet mir Heil und Frieden, und dein Leib und Blut stårket und erquicket mich zum ewigen Leben!- Dadurch bleibe ich in dir und du in mir; und in dir erlange ich) Gerechtigkeit und Stårke.- Daher kann mich meine Sünde nicht schrecken, und mein Gewissen und das Gesetz nicht verdammen; denn in deinem Gnadenmahl empfange ich das Ldse= 46 Beicht und Communion- Gebete. geld für meine Sünde. Da empfange ich den Leib, der für mich in den Tod ist dahin gegeben; da empfange ich das Blut, das für mich ist vergossen worden zur Ver gebung der Sünden. Dieses ist das Versöhnungsblut, durch das meine und aller Menschen Schuld ist getilget worden. So gewiß ich nun dasselbe empfange, so gewiß bin ich mit Gott versöhnet, und habe Vergebung aller meiner Sünden. Du hast in der heiligen Taufe, als in dem ersten Sakrament, das ich empfangen, mir den heiligen Geist zum Pfande gegeben, wodurch ich Gewißheit habe, daß ich dein Kind und Erbe bin. In dem heiligen Abendmahl, als dem andern Sakrament, giebst du mir das Pfand deines Leibes und Blutes, wodurch du das wahre geistliche Leben in mir willst erhalten und stårken. Ach mein Gott! heilige meine Seele, stårke meinen Glauben, reinige mein Herz! damit ich dieses Liebesmahl würdig und recht empfangen möge. Gieb, daß meine Gedanken ganz mögen bei dir seyn. Vertreib aus meinem Herzen alle sündlichen Regungen und Begierden, und alles, was mich in meiner Andacht stören kann, damit, wie du in mir, so auch ich in dir seyn und bleiben möge in alle Ewigkeit! König, Hohepriester, Lehrer! Du, mein göttlicher Bekehrer! Du für meine Schuld Verbürgter, Gottgeopferter, Erwürgter! Hier fall' ich zu deinen Füßen. Laß, laß würdig mich genießen diese deine Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. Amen! 9. Gebet vor dem Abendmahl. Herr, mein Gott und mein Erlöser, du ewige höchste Liebe, die alle Erkenntniß übersteigt! Sieh, ich möchte dich jetzt empfangen, möchte ganz Eins mit dir werden! Aber du kennst meine Schwachheit und meine Noth. Du siehst mich, in welchen Sünden, in welchem Elende ich daliege,- niedergedrückt, angefochten, verwirrt, befleckt!- Hülfe suchend komme ich zu dir; um Trost und Erleichterung flehe ich zu dir!- Wohl mir, daß ich mein Herz reden lassen darf zu dem, der Alles weiß, dem mein Innerstes bekannt Beicht und Communion- Gebete. 47 ist, ber allein mich vollkommen trösten, der allein mir hel fen kann! Du kennest das Gute, das mir mangelt, und das ich vor allen Dingen haben sollte, um vor dir bestehn zu können. Du allein kannst auch den Mangel ersetzen, und das Fehlende mir schenken!- Siche, darum stehe ich denn auch jetzt arm und bloß vor dir, und weine um Gnade und flehe um Barmherzigkeit! Erquicke mich in meiner Dürftigkeit, entzünde mein kaltes Herz durch das Feuer deiner Liebe, und erleuchte meinen dunkeln Sinn durch das helle Licht deiner Gegenwart. Laß mir alles Irdische, daß mich von dir abzieht, bitter werden. Lehre mich Alles, was mich drückt und krånket, geduldig tragen; Alles, was von der Welt ist, verachten und vergessen. Erhebe mein Herz gen Himmel, zu dir hinauf, und laß es nicht umherirren auf Erden.- Du allein sollst von nun an mein höchstes Gut seyn, du mein höchstes Gut bleiben in Ewigkeit. Denn du allein bist meine Speise und mein Trank, meine Liebe und Freude. meiner Seele, bei dir zu seyn, alle Zage meines Lebens. Du bist mein Friedefürst. Denn in dir finde ich den vollkommensten Frieden und die wahre Ruhe, urd ohne dich- ist nichts als Plag' und Schmerz und Eleno ohne Ende!- Das ist die Himmelslust O, daß meine Seele durch deine Gegenwart ganz ent= zündet, alles Unreine in mir verzehrt, und mein ganzes Wesen in dein Bild verklåret würde! Ein Geist mit dir möcht' ich werden, Ein Geist mit dir durch die heilige allerinnigste Liebe, die alles harte in mir erweichen, alles Unedle wegschmelzen, und mich ganz mit dir vermåhlen muß! - 11 - Laß mich denn nicht leer und hungrig von deinem Tische gehn! Handle mit mir nach deiner Barmherzigkeit, wie du mit so vielen Heiligen nach deiner wundervollen Güte gehandelt hast. Laß mich dich recht erkennen, wie einst deine Jünger zu Emmahus dich erkannten- beim Brodbrechen! Nimm mein armes Herz und bilde du es selbst dir zur heiligen Wohnung, zu einem unbefleckten Tempel um; komm dann und wohne in mir, damit so auch an mir dein Wort erfüllet werde: ,, so wahr ich - 48 Beicht und Communion- Gebete. lebe, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern vielmehr, daß er sich bekehre und lebe. Seiner Sünden will ich nicht mehr gedenken, sie sollen ihm alle vergeben seyn!" Amen. 10. Gebet vor dem Abendmahl. Herr! dein ist alles im Himmel, Alles auf Erden- dein! Darum möchte auch ich mich selbst als ein frei willig Opfer dir hingeben, und aus freier Wahl ewig dein seyn und bleiben! sen! Selig- wer ganz wer ganz Dir angehört, du König Himmels und der Erde! — So ergebe ich mich denn heute, in Einfalt meines Herzens, aufs Neue dir, mein Heiland, und weihe mich wie der feierlich zu deinem Dienste und zur Lobpreisung deines Namens. Nimm mich hin, so wie ich jetzt das heilige Opfer deines Leibes und Blutes genießen will, damit meine Gemeinschaft mit dir dadurch aufs neue besiegelt werde! Herr! ich lege alle meine Sünden, die ich von der ersten Stunde des erwachenden Gewissens, bis auf diesen Augenblick, vor dir begangen habe, auf deinen Sühnaltar, daß du sie alle anzündest, und mit dem Feuer deiner Liebe verbrennest; daß du jeden Flecken, den sie in mir zurückgelassen haben, austilgest, und mein Gewissen von aller Schuld und Strafe reinigest; daß du mir auch deine Gnade, die ich durch die Sünde verloren habe, wiederschenkest, und das Siegel der vollkommenen Vergebung, den Friedenskuß, mir wieder gebest!- Was kann ich für alle meine Sünden thun, als fie demüthig bekennen und beweinen, und ohne Unterlaß um Begnadigung dich anflehen. So flehe ich denn zu dir, o Gott! erhöre mich und sey mir gnädig!- Siehe, ich stehe vor dir, mein Gott! Alle meine Sunden verabscheue ich von ganzem Herzen. Ich habe ihnen entsagt. Nie, nie will ich sie wieder begehen. Sie sind mir leid, und sollen mir, so lange ich lebe, leid seyn. Buße will ich thun, so lange meine Prüfungszeit auf Erden währet, meinen Sinn mit deiner Gnade ändern, - - Beicht und Communion- Gebete. 49 und verbessern, was ich nur immer vermag.- Vergieb mir, o Gott, vergieb mir alle meine Schuld, um deines heiligen Namens willen. Rette meine Seele, die du mit deinem theuren Blut erlöset haft! - Sieh, ich werfe mich ganz in die Arme deiner Barmherzigkeit, überlasse mich ganz deinen Händen! Handle mit mir nach deiner Güte, nicht nach meinen Uebertretungen! Ich bringe dir auch all mein Gutes, so wenig und unvollkommen es auch seyn mag, als Opfer= gabe dar, damit du es verbesserst und heiligest, damit du alle Lücken ausfüllest, und mich trågen, unnüßen Knecht immer vorwärts zu einem seligen und herrs lichen Ende hinleitest! Ich lege auch auf deinen Altar nieder alle meine guten frommen Wünsche für das Zeil meis ner nächsten, meiner Eltern, Freunde, Brüder, Schwestern und Aller, die mir aus Liebe zu dir Wohlthaten erwies sen haben; auch derer, die schon entschlafen und heimgegangen sind.- Ich bitte für Alle, daß du sie den Beistand deiner Gnade, die Hülfe deines Trostes, Schutz in Gefahren, und Befreiung von Strafen erfahren lassen wolleft; damit sie, von allem Uebel erlöset, dir mit Freuden danken, und dich ewig lobpreisen mögen. - Ich opfere dir auch mein Gebet besonders für diejenigen, welche mich beleidigt, betrübt, gelåstert, beschädigt oder, wie immer, gekrånket haben, so wie auch für alle diejenigen, die ich betrübt, gekrånkt, beschädiget, und mit Worten oder Werken, wissentlich oder unwissentlich, geärgert habe. Verzeih uns Allen mit einander unsre Sünden, und gegenseitigen Beleidigungen. Nimm, o Herr, von unserm Herzen hinweg Alles, was Argwohn, Zorn, Bitterkeit und Zwietracht heißt, und was die brüderliche Liebe stdren und die Eintracht schwächen kann!- Erbarme dich, o Herr, erbarme dich Aller, die deine Erbarmung auflehen! Gieb Gnade allen Gnadebedürftigen, und mache aus uns solche Menschen, die tüchtig und werth sind, deine Gnade zu genießen, und das ewige Leben zu erlangen! Amen!- 4 Beicht- und Communion- Gebete. 11. Danksagung nach dem Abendmahl. Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Bater! Ich ſage dir herzlich Dank und Lob, daß du mir armen Sünder nicht allein auß Gnaden, um deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen alle meine Sünden verziehen, sondern auch darauf seinen Leib und sein Blut im heiligen Abendmahle zum Pfande gegeben hast. Wie hättest du mich besser trösten, mich mehr deiner Gnade und der VerheiBung des ewigen Lebens versichern können! Ach Herr! hilf mir nun auch, daß ich es nimmermehr aus dem Herz zen lasse, sondern alle Augenblicke dessen gedenke, daß ich in Chrifto habe Gnade, Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit. Gieb, daß das heilige Sakrament meinen schwachen Glauben stårke, mein unruhiges Gewissen tröste, mein Gemüth erquicke, und zu allem Guten mir Kräfte schaffe. Wohne nun in mir, Herr Jesus Christus, der du gesagt haft: ,, Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir, und ich in ihm!"- Herr! in dir bin ich gerecht, heilig und fromm, ein Kind und Erbe des ewigen Lebens. Verleihe mir nun durch deine Gnade Beståndigkeit im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung, und laß mich in und bei dir finden die ewige Seligkeit! Ich, ein Pilgrim, strecke mich, nach dem Kleinod an dem Ziele, sicher, daß ich bald durch dich Gottes Seligkeiten fühle, da, wo stets dein Lob erschallt. Komm, Herr Jesu, komme bald! Amen. 50 - 12. Ein anderes Dankgebet nach der Abendmahl. Herr err Jesu, der du in die Welt gekommen bist, die Krans fen zu heilen, und die můden Seelen zu erquicken, deiner Liebe, Barmherzigkeit und Treue sage ich von Herzen Lob und Dank, daß du dich auch gegen meine arme Seele als ein Heiland erwiesen, und mir Unwürdigem heute dein Heil und deine Gnade hast reichlich widerfahren lassen. Jesu, mein Heiland, ich suchte dich mit meinem Flehen, und du haft dich finden lassen. Ich war hungrig und durstig nach deiner Gerechtigkeit, und du hast mich gespeiset und getran Beicht- und Communion- Gebete. 51 ket. Jeh war mühselig und beladen, und du hast mich Ruhe finden lassen für meine Seele. Ich war voll Sünde, und du hast mich gerecht gemacht, und alle meine Gebrechen geheilet! Ich war todt und verloren, und du hast mich zum ewigen Leben aufgenommen!- Ach, treuer Heiland, wie reichlich hast du mich gesegnet! Deinen Leib und dein Blut hast du mir zur Erquickung gegeben, und deine heilige Seele mir zur Erlösung. Liebster Jesu, groß und wunderbar sind deine Werke an mir; und das erkennet meine Seele wohl! - — Lob und Dank, Preis und Ehre und Anbetung sey dir dafür, o Herr, von nun an bis in Ewigkeit! Nimm mich, mein Heiland, nimm mich nun ganz hin, und laß mich dein eigen seyn und bleiben! Gieb mir ein neues Herz, und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich nach deinen Geboten aufrichtig wandle, das Gute erwähle, das Böse meide, und die Liste des Fleisches nicht mehr volle bringe. Ach, behüte mich, mein Heiland, daß ich mich nicht mehr der Sünde und Ungerechtigkeit zum Dienst begebe, sondern dir allein, dem Herrn meines Heils, diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, Unschuld und Seligs keit, um deines heiligen Namens willen. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud' und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält! Du bist und bleibest ewig mein! 0, laß mich deiner würdig seyn! Amen! 4* Inhalts- Verzeichniß. I. Morgen- und Abendgebete für alle Wochentage. 1. Morgengebet am Sonntage 2. Abendgebet am Sonntage 3. Morgengebet am Mondtage 4. Abendgebet am Mondtage 5. Morgengebet am Dienstage 6. Abendgebet am Dienstage 7. Morgengebet am Mittwoch 8. Abendgebet am Mittwoch. 9. Morgengebet am Donnerstage 10. Abendgebet am Donnerstage 11. Morgengebet am Freitage 12, Abendgebet am Freitage 13. Morgengebet am Sonnabend 14. Abendgebet am Sonnabend ♦ 1. Gebet in der Adventszeit 2. Gebet am Weihnachtsfeste 3. Gebet beim Fahresschlusse 4. Gebet am Neujahrstage 5. Gebet in der Passionszeit 6. Gebet am Charfreitage 7. Gebet am Osterfeste II. Festtägliche Gebete. 11. Gebet am Bußtage 12. Gebet am Erndtefeste 13. Gebet am Reformationsfeste 14. Gebet am Todtenfeste ♦ 8. Gebet am Himmelfahrtstage 9. Gebet am Pfingstfeste 10. Gebet am Feste der Dreieinigkeit 1. Gebet um rechtschaffene Buße 2. Bekenntniß der Sünden • III. Beicht- und Communiongebete. 3. Gebet um Vergebung der Sünden 4. Gebet wenn man zur Beichte geht. 5. Allgemeine Beichte 6. Gebet nach der Beichte und Absolution :. Dankgebet nach der Absolution. 8. Gebet vor dem Abendmahl 9. Desgleichen ♦ 10. Desgleichen 11. Danksagung nach dem Abendmahl 12. Ein anderes Dankgebet nach dem Abendmahl ● Seite. 3 ● • ● ● • ♦ ● ♦ ● ● ● ● ● • ♦ 6 8 9 10 12 13 14 16 17 19 20 21 23 24 25 26 27 28 30 30 31 32 34 35 37 38 39 40 42 43 43 43 44 45 46 48 50 50 53 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen. Der Gottesdienst beginnt mit einem Liede der Gemeinde. Darauf spricht der Prediger am Altare, zu der Gemeinde gewendet: Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geifte, wie es war am Anfang, wie es ist, und wie es seyn wird von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Geliebte in dem Herrn! Da wir hier versammelt sind, Gott im Geiste und in der Wahrheit anzubeten, Ihm für alle Seine Wohlthaten zu danken, und Ihn um alles, was uns an leib und Seele Noth thut, zu bitten; so lasset uns zuvor im Gefühle unsrer Unwürdigkeit Ihm unsre Sünden bekennen, und mit einander also sprechen: Allbarmherziger Gott und Vater! In tiefer Demuth bekennen wir vor Dir unsre vielfachen Sünden und Vergehungen. Siehe erbarmend auf uns nieder und vergicb uns Reuigen alle unsre Sünden, um des Verdienstes Deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen. Amen. Der Chor: Herr erbarme Dich! Christe erbarme Dich! Herr erbarme Dich! Der Geistliche: Der allmächtige, ewige Gott verz gebe uns, nach Seiner unergründlichen Barmherzigkeit und um Seines lieben Sohnes Jesu Christi willen, alle unfre Sünden, und verleihe uns Gnade, unser Leben zu bessern und mit Ihm das ewige Leben zu empfangen. Amen. Chor: Amen. In der Beilage A befindet sich noch eine andere Beicht- und Absolutionsformel. Geistliche( fingt): Ehre sey Gott in der Höhe! An den 3 hohen Festen mag statt des: ,, Ehre sey Gott in der Hdbe," die große Dorologie gesprochen werden, welche also lautet: Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Wir loben Dich, wir beten Dich an, wir preisen Dich in Deiner Herrlichkeit. D 54 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes Herr Gott, himmlischer König, Gott, Du allmächtiger Bater, o Herr Jesu Christe, Du eingeborner Sohn des Allerhöchsten, o Herr Gott, Du Lamm Gottes, des Vaters Sohn, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich über uns! Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der Herr, Du allein bist der höchste, o Jesu Christe, mit dem heiligen Geiste in Gottes des Vaters Herrlichkeit. Amen. Zur Abwechselung kann auch folgender Text der Doxologie ges braucht werden: Heiliger! Heiliger! Heiliger! Herr! Gott! Allmächtiger! Himmel und Erde sind Deiner Herrlichkeit voll; wir beten Dich an, wir danken Dir für Deine Wunder, Herr Gott! himmlischer König! Gott Vater! Allmächtiger Herr! eingeborner Sohn des Allerhöchsten! Jesus Christus! Heiliger Geist! Geist des Friedens, der Wahrheit und der Gnade! Dich, ewiger Gott, loben alle Deine Werke; ewig, wie Du selbst, ist Deine Macht, umwandelbar Deine Liebe; blicke mit Milde herab auf Dein Volk, welches versammelt ist in Deinem Heiligthume, Dich anzubeten, Dir zu danken für Deine Wohlthaten, und für sich, im Geistigen und Leiblichen, Deine Gnade zu erflehen; erleuchte unsern Verstand zu Deiner Erkenntniß und lehre unsre Herzen, die heiligen Opfer eines åchten Gehorsams darzubringen!" Die Gemeinde stimmt ohne Vorspiel der Orgel das Lied an: Allein Gott in der Höh' sey Ehr' zc.", während dessen der Geistliche am Altare stehen bleibt. Wenn der Gottesdienst einer Verkürzung bedarf, so braucht nur der erste Vers gesungen zu werden. Am Charfreitage mag die Intonation: Ehre sey Gott in der Höhe" wegfallen, und anstatt des Liedes: Allein Gott in der Hdh' sey Ehr'ie." ein Passionslied gesungen werden. - 99 Geistliche( singt): Der Herr sey mit Euch! Chor: Und mit Deinem Geiste! Auf diese Intonation kann, namentlich an Festtagen, auch noch eine andere Intonation aus Beilage D folgen. Geistliche: Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, wir bitten Dich, Du wollest uns durch Deinen hei ligen Geist leiten und regieren, auf daß wir mit ganzem Herzen Dein Wort anhören und annehmen, und dadurch geheiligt werden, und auf Jesum Christum unser ganzes an Sonn- und Festtagen. 55 Vertrauen und unsre Hoffnung setzen, unser Leben nach Deinem Worte bessern, und vor allem Nergerniß uns hüten, bis wir durch Deine Gnade in Chrifto ewig selig werden, durch denselben Deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Die Beilage B enthält unter der Rubrik: Festkollekten" die jenigen Gebete, welche an den Festtagen gebraucht werden, so wie unter der Rubrik: ,, Allgemeine Kollekten" eine Sammlung von Gebeten für die gewöhnlichen Sonntage, die, außer dem obenstehenden Gebete, zur Abwechselung, dem Inhalte der Predigt gemäß, gewählt werden können. Chor: Amen, Amen. Geistliche( liest in der Regel diejenige Sonntags- Pe= rikope, über welche nicht gepredigt wird.) Chor: Hallelujah! Das Hallelujah fällt weg an den Sonntagen und nach den biblischen Abschnitten, welche den Charakter der Trauer und Buße vorzugsweise an sich tragen, als: an den Sonntagen in den Fasten, am Charfreitage, am Bustage, am Gedächtnistage der Verstorbenen u. s. w. Geistliche( spricht): Wir glauben an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, Der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, ge= kreuzigt, gestorben, begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sißend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Wir glauben an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben. Amen. Chor: Amen, Amen, Amen. Nun folgt das Hauptlied und darauf die Predigt; an diese schließt sich das allgemeine Kirchengebet, die Aufgebote, Fürbitten, Danksagungen 2c. an. Den Beschluß macht das Bater- Unser und ein biblischer Segenswunsch. Nach der Predigt wird ein kurzes Lied gesungen, worauf der Geistliche den Altar betritt und intonirt. Geistliche: Der Name des Herrn sey gelobet und ge= benedeit! 56 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes Chor: Von nun an bis in Ewigkeit! Die Beilage D enthält eine Sammlung von Intonationen, aus welchen, nach der Bestimmung des Festes, oder nach dem Inhalte der Predigt, eine gewählt wird. Geistliche: Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir von Herzen, daß Du uns Dein heiliges Wort so reichlich verkündigen låsfest, und bitten Deine Barmherzigkeit, Du wollest uns Deinen heiligen Geist mildiglich verleihen, daß wir nicht allein Hörer des Worts, sondern auch Thäter desselben seyn mögen, unsern schwachen Glauben daraus stärken, das Leben darnach richten, und endlich selig werden, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Anstatt dieser Kollekte, kann auch eine andere aus der Beilage B gewählt werden. Chor: Umen. Geistliche: Der Herr segne dich und behüte dich! Der Herr erleuchte Sein Angesicht über dir und sey dir gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. † Chor: Amen, Amen, Amen. Zum Schlusse kann noch ein Vers gesungen werden. Wenn Communion gehalten werden soll, so findet, nach dem auf die Predigt folgenden Liede, nachstehende Abendmahls Liturgie statt. Der Geistliche( intonirt): Der Herr sey mit euch! Der Chor: Und mit deinem Geiste! Geistliche: Erhebet eure Herzen! Chor: Wir erheben sie zum Herrn. Geistliche: Laffet uns danken dem Herrn, unserm Gotte. Chor: Das ist billig und recht. Geistliche: Wahrlich! es ist billig und recht, und heilsam, Dir, heiliger Vater, allmächtiger Herr, ewiger Gott, allezeit und an allen Orten zu danken, durch Jesum Christum, unsern Herrn, um Welches willen Du uns vers schonest, uns unsere Sünden vergiebst, und die ewige Seligkeit verheißest. Darum singen wir mit allen Engeln und himmlischen Heerschaaren Deiner Herrlichkeit einen Lobgesang. Die Modifikation, welche dieses Gebet an den hohen Festtagen erleidet, sehe man in der Beilage E. an Sonn- und Festtagen. 57 Chor: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Ze= baoth! Himmel und Erde sind voll Seiner Ehre! Hosianna in der Höhe! Gelobet sey, Der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Oder bloß: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth! Himmel und Erde sind voll Seiner Ehre! Oder: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth!" Geistliche:( gegen den Altar gewendet): Vater unser, Der Du bist im Himmel. Geheiliget werde Dein Name. Dein Reich komme zu uns. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brod gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Uebel. Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Chor: Amen. Geistliche: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm Er das Brod, dankte und brach)' s, und gab es Seinen Jüngern und sprach): ,, Nehmet hin und effet, das ist Mein Leib,+ der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß." Desselbengleichen, nach dem Abendmahl, nahm Er den Kelch, dankte und sprach: ,, Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in Meinem Blute,+ das für euch und für viele vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinkt, zu Meinem Gedächtniß." Hierauf wendet sich der Geistliche zur Gemeinde und spricht: Der Friede des Herrn sey mit euch allen! Amen. Chor: O Lamm Gottes, Welches trägt die Sünde der Welt, erbarme Dich über uns! Lamm Gottes, Welches trägt die Sünde der Welt, erbarme Dich über uns! O Lamm Gottes, Welches trägt die Sünde der Welt, gieb uns Deinen Frieden! Die Communion beginnt während dieses Gesanges, auf welchen die andern Communion- Lieder folgen. Die Ausz 58 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes theilung des Brodes und des Kelches geschieht mit folgenden Worten: Nehmet hin und effet! Jesus Christus, Dessen Leib ihr empfanget, bewahre eure Seele zum ewigen Leben! Amen. Nehmet hin und trinket! Jesus Christus, Dessen Blut ihr empfanget, bewahre eure Seele zum ewigen Leben! Amen. Nach der Communion intonirt Der Geistliche: Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich! Hallelujah, Der Chor: Und Seine Güte währet ewiglich! Hallelujah. Geistliche: Laffet uns beten: Wir danken Dir, allmächtiger Gott, daß Du uns durch diese heilsame Gabe er quicket hast, und bitten Deine Barmherzigkeit, daß Du uns solches gedeihen laffest zum starken Glauben an Dich und zu herzlicher Liebe unter uns allen, durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Einige andere Dankgebete nach der Communion befinden sich in der Beilage B. Geistliche: Der Herr segne dich und behüte dich! Der Herr erleuchte Sein Angesicht über dir und sey dir gnådig! Der Herr erhebe Sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!+ Chor: Amen. Nach der Austheilung des Abendmahls kann auch ein Segenswunsch oder eine Anrede an die Kommunikanten gesprochen werden. Beilage A. Beicht- und Absolutions formel. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Wir bekennen por Dir unser sündliches Verderben und unsre vielfachen und schweren Verschuldungen. Siehe erbarmend auf uns nieder und nimm unsre Reue und unsre Vorsätze der Besserung gnåbig an! Vergieb uns alle unsre Sünden und Missethaten, um Deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen, und gewähre uns den Beistand Deines heiligen Geistes, damit wir dem Bösen von ganzem Herzen entfagen und Dir in Gerechtigkeit dienen mögen, die Dir wohlgefäl lig ist. Umen. an Sonn- und Festtagen. 59 Der allmächtige Gott erbarme Sich über uns und vers gebe uns alle unsere Sünden! Er stårke und befestige uns, durch Seinen heiligen Geist, in allem Guten, und bringe uns in Sein ewiges Reich, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Beilage B. Kollekten. I. Allgemeine Sonntagskollekten. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du das gottlose Wesen haffest, wir bitten Dich, Du wollest durch Deinen heiligen Geist, unsrer Schwachheit gnädiglich aufhelfen, daß wir durch Deine Gnade, in kindlichem Gehorsam nach Deinen Geboten wandeln und in Heiligkeit und Gerechtigkeit Dir allezeit dienen mögen, durch Deinen lieben Sohn 2c. 2c. Herr, allmächtiger Gott, von dem alle guten und vollkommenen Gaben zu uns herabkommen, wir bitten Dich, Du wollest durch Deinen heiligen Geist lebendige Erkenntniß Deines Sohnes Jesu Christi in unsre Herzen pflanzen, daß wir im rechten Glauben bis ans Ende verharren und selig werden, durch Jesum Christum, Deinen 2c. 2c. Herr, allmächtiger Gott, der Du der Elenden Seufzen nicht verschmähest und der betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest, siehe an unser Gebet und erhöre uns, daß alle Versuchungen zum Bösen an uns zu nichte werden, und wir in Deiner Gemeinschaft beståndig bleiben, Dir danken und Dich allezeit loben, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch Deinen heiligen Geist die ganze Christenheit heiligest und regiereft, erhöre unser Gebet und gieb uns gnädiglich, daß sie mit allen ihren Gliedern, in reinem Glauben, durch Deine Gnade, Dir diene, durch Jesum Christum 2c. 2c. Allmächtiger Gott! Wir bitten Dich, gieb Deiner Chris stenheit Deinen Geist und göttliche Weisheit, daß Dein Wort unter uns wohne und wachse, mit aller Freudigkeit gepredigt, und Deine heilige christliche Gemeinde dadurch ges bessert werde, auf daß wir mit beständigem Glauben Dir 60 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes dienen und im Bekenntniß Deines Namens bis ans Ende verharren, durch Jesum Christum 2c. 2c. Herr Gott, himmlischer Bater! Wir danken Dir, daß Du uns abermals durch Dein heiliges Wort erleuchtet, getröstet und gestärkt hast. Hilf uns nun auch dies Wort treu bewahren und die Früchte davon in unserm Leben zeigen, das mit wir immer reifer zum ewigen Leben, und hier und dort selig werden, um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, unsers Herrn willen. Herr Gott, himmlischer Bater, von Dem wir ohne Unterlaß allerlei Gutes reichlich empfangen, und tåglich vor allem Uebel gnådiglich behütet werden, wir bitten Dich, gieb uns durch Deinen Geist solches Alles im rechten Glauben zu erkennen, auf daß wir für Deine Güte und Barmherzigkeit hier und dort Dir ewiglich danken und Dich loben, durch Deinen lieben Sohn 2c. 2c. Allmächtiger, barmherziger Gott, wir bitten Dich, gieb uns allezeit gnädiglich Deinen Geist, zu denken und zu thun was recht ist, auf daß wir, die wir ohne Dich nicht seyn können, nach Deinem göttlichen Willen leben mögen, durch Jesum Christum 2c. 2c. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du bist ein Helfer und Beschützer Aller, die auf Dich hoffen, ohne Dessen Gnade Niemand etwas vermag, noch vor Dir gilt, laß Deine Barmherzigkeit uns reichlich widerfahren, auf daß wir durch Dein heiliges Eingeben denken, was recht ist, und durch Deine Hülfe dasselbe vollbringen, um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, unsers Herrn willen. Liebreicher Gott und Vater, der Du denen, die Dich lieben, alles Gute verheißen hast, Du wollest Deine Liebe in unser Herz ausgießen, damit wir Dich über alles und unsern Nächsten als uns selbst lieben mögen, und also durch den Glauben der verheißenen Gnadengaben theilhaftig werden, durch Jesum Christum 2c. 2C. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du bist ein Trost der Traurigen, und eine Stärke der Schwachen, laß vor Dein gnädiges Angesicht kommen die Bitte derer, so in Bekümmer an Sonn- und Festtagen. 61 niß und Anfechtung zu Dir seufzen, damit ein jeder Deine Hülfe merke und Deinen Beistand in der Noth empfinde, durch Jesum Christum 2c. 2c. Herr Gott, himmlischer Vater! Wir armen Sünder bitten Dich von Grund unsers Herzens, Du wollest uns unsre Sünden aus Gnaden vergeben und uns Deinen heiligen Geist verleihen, daß wir unser sündliches Leben und Wesen bessern, uns von Herzen zu Dir bekehren und ewig selig werden, durch Jesum Christum 2c. 2c. Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Muth, guten Rath und rechte Werke schaffest, gieb Deinen Dienern Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, auf daß unsre Herzen an Deinen Geboten hangen, und wir unter Deinem Schußze stille und sicher vor Feinden leben, durch Jesum Christum 2c. 2c. Allmächtiger Herr Gott! Gieb uns den rechten wahre haftigen Glauben, und mehre denselben täglich in uns, verleihe uns auch Liebe und Hoffnung, damit wir Dir und une ferm Nächsten nach Deinem Wohlgefallen dienen mögen, durch Jesum Christum 2c. 2c. Herr Gott, himmlischer Vater, der Du weißt, daß wir in so mancher und großer Gefahr ohne Anfechtung nicht mos gen bleiben; o! sende uns Schwachen Muth und Kraft, daß wir ohne Unterlaß wachen und beten, an dem bösen Tage Widerstand thun, Alles wohl ausrichten, das Feld behalten und alle Hindernisse unsrer Seligkeit durch Deine Hülfe überwinden, um Jesu Christi, unsers Heilands willen. Herr unser Gott, an Dessen Segen alles gelegen ist, und der Du so gern segnest Alle, die auf dich hoffen, wir bitten Dich, du wollest auch mit uns seyn, und zu Allem, was wir in Deinem Namen anfangen und vollbringen, Dein gnädiges Gedeihen mildiglich verleihen, uns aber auch tuchtig machen, in allen guten Werken, zu thun Deinen Willen, und in uns schaffen, was vor Dir gefällig ist, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Allmächtiger barmherziger Gott und Bater! Wir bitten Dich von ganzem Herzen, Du wollest die, so vom wahren. 62 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes Glauben abgewichen und in Irrthum verführt sind, våters lich heimsuchen und sie wiederbringen zur Erkenntniß ihres Irrthums, daß fie Lust und Gefallen gewinnen an Deiner ewgen Wahrheit, durch Jesum Christum 2c. 2c. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns durch Deinen Sohn, Jesum Christum, befohlen hast, daß wir unsre Feinde lieben sollen; wir bitten Dich von Herzen, Du wolleft alle unsre Feinde gnådiglich ansehen, ihnen wahre Reue über ihre Sünden geben und mit uns ein gläubiges, freundliches und einhelliges Herz verleihen, durch Jesum Chris stum 20. 20. Festkollekten. Advent. II. Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, wir bitten Dich, wecke uns auf, daß wir bereit seyen, wenn Dein Sohn kommt, Ihn mit Freuden zu empfangen und Dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselbigen Deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Eine andere. Herr Gott, himmlischer Vater! Wir danken Dir von ganzem Herzen, daß Du uns armen Sündern zum Troste Deinen Sohn, Jesum Christum, gesendet hast, daß er als König und Heiland Sein Volk von Sünden erlösen und aus der Gewalt des Teufels und vom ewigen Verderben erretten follte. Wir bitten Dich, Du wollest uns durch Deinen hei ligen Geist also erleuchten und regieren, daß wir Ihn als unsern König und Heiland wahrhaft erkennen, treu an Ihm halten, uns an Seiner Niedrigkeit nicht ärgern, sondern im festen Vertrauen auf Ihnt ewig selig werden, durch denselbie gen Deinen Sohn 2c. c. Weihnachten. Allmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater! Wir danken Dir von Herzen, daß Du Deinen eingebornen Sohn gesandt haft in die Welt, damit wir durch Ihn leben follen, und bitten Dich, erleuchte uns mit Deinem heiligen Geiste, daß wir solche Gnade dankbarlich erkennen und uns derselben in allen Anfechtungen trösten, durch Jesum Chris stum, Deinen lieben Sohn, unsern Herrn. 63 an Sonn- und Festtagen. Eine andere. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du Deinen eingebornen Sohn unseres Fleisches und Blutes haft theilhaftig werden lassen, damit wir durch Ihn zu Deinen Kindern geheiligt werden, hilf, daß Seine Menschwerdung und Geburt unse res Herzens Freude sey und bleibe, und wir als nene Mens schen mit reinem Herzen Dir dienen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Neujahr. Allmächtiger, ewiger Gott, von Dem alle guten Gaben herabkommen, wir danken Dir für alle Deine Wohlthaten, die Du uns im vergangenen Jahre geistlich und leiblich haft erzeiget, und bitten Deine Barmherzigkeit, Du wollest uns nun wiederum ein glückseliges und freudenreiches Jahr bes scheeren, uns vor Ünglück und Gefahr gnådiglich behüten und mit Deinem göttlichen Gegen erfüllen, durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Epiphanias. Barmherziger Gott und Vater, wir danken Dir von Herzen, daß Du uns aus der Finsterniß zur Erkenntniß Deines lieben Sohnes, Jesu Christi, berufen hast, und bitten Dich, regiere uns mit Deinem heiligen Geiste, daß wir im wahren Glauben täglich mehr und mehr zunehmen, in Deinen Geboten heilig und unstråflich wandeln, und endlich mit allen Gläubigen die ewige Seligkeit erlangen mögen, durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, unsern Herrn. In der Fasten. Barmherziger, ewiger Gott, der Du Deines einigen Sohnes nicht verschonet hast, sondern Ihn für uns alle das hin gegeben, daß Er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleihe uns, daß unsere Herzen in solchem Glauben nime mermehr erschrecken, noch verzagen, durch denselben Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Eine andere. Herr Gott, Vater aller Barmherzigkeit! Wir bitten Dich, Du wollest gnädiglich anschen Deine arme Heerde, um welcher willen Dein lieber Sohn Sich in der Sünder Hände gegeben und den schmachvollen Kreuzestod erlitten 64 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes hat; wollest uns auch Gnade verleihen, daß wir nach dem Vorbilde Deines Sohnes alle unsere Leiden mit Geduld ers tragen, damit Du allezeit von uns geehrt werdest, durch denselben Deinen Sohn 2c. 2c. Eine andere. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du Deinen Sohn des Kreuzes Pein hast laffen leiden, auf daß Du von uns des Feindes Gewalt treibest, verleihe uns, das Gedächtniß des bittern Leidens Deines lieben Sohnes in unsern Herzen also zu begehen, daß wir dadurch Vergebung der Sünden und Erlösung vom ewigen Tode erlangen, durch denselben Deinen lieben Sohn 2c. 2c. Marià Verkündigung. Herr Gott, himmlischer Vater! Wir danken Dir für Deine unaussprechliche Gnade, daß Du um unsrer Sünde willen Deinen Sohn hast lassen Mensch werden; wir bitten Dich, Du wollest durch Deinen heiligen Geist unsere Herzen erleuchten, daß wir seiner Menschwerdung und Seines Leidens und Sterbens uns trösten, Jhn als unsern Herrn und ewigen König annehmen und durch Ihn selig werden, durch denselben Deinen Sohn 2c. c. Gründonnerstag. Barmherziger Heiland, der Du das heilige Abendmahl Dir zum Gedächtniß und uns zum Segen eingesetzt hast, verleihe uns, daß wir dies Sakrament Deines Leibes und Blutes also mögen gebrauchen, daß wir immer inniger mit Dir vereinigt werden und Deine Erldsung in uns tåglich) frucht= bar empfinden, der Du lebest und regierest mit dem Vater und dem heiligen Geiste, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Charfreitag. Herr Jesu Christe, Du Sohn des Allerhöchsten, Dir sey ewig Dank, daß Du unser Erlöser und Heiland gewor den bist; hilf daß wir, durch Deine schmachvolle Kreuzigung von dem ewigen Tode erlöset und durch Dein vergossenes Blut von Sünden gereinigt, der himmlischen Freuden ewig genießen mögen, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest in Ewigkeit. an Sonn- und Festtagen. Ostern. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch den Tod Deines Sohnes uns von der Sünde erlöset, dem Tode die Macht genommen, und durch Seine Auferstehung Unschuld und ewiges Leben wiedergebracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teufels erlöset, in Deinem Reiche leben; verleihe uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben, und in solchem Glauben Dich allezeit loben und Dir danken, durch denselbigen Deinen lieben Sohn 2c. c. 65 Eine andere. Wir danken Dir, Herr Gott, himmlischer Vater, daß Du Deinen Sohn um unsrer Sünde willen dahin gegeben und Ihn um unsrer Gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast, und bitten Dich, Du wolleft Deinen heiligen Geist uns schenken, durch Ihn uns regieren und führen, im rechten und wahrhaftigen Glauben uns erhalten, und endlich nach diesem Leben uns zum ewigen Leben erwecken, durch denselben Deinen Sohn 2c. 2c. Eine andere. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch den Tod Deis nes Sohnes uns den Sieg über Sünde und Tod verliehen, und durch Seine Auferstehung Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hast, auf daß wir in Deinem Reiche in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit vor Dir ewiglich leben; verleihe uns, daß wir in diesem Glauben treu und fest bis ans Ende verharren, durch Jesum Christum Deinen Sohn, unsern Herrn. Himmelfahrt. Herr Gott, himmlischer Vater! Wir bitten Dich, ver leihe uns, daß wir mit unserem Gemüthe im Himmel wandeln, was himmlisch ist suchen, und im Geiste himmlisch ges sinnt seyn, auf daß wir uns der Hoffnung trösten dürfen, daß Er, Dein eingeborner Sohn, unser Seligmacher, Jesus Christus, Der zum Himmel aufgefahren ist, und, wann Er wiederkommen wird, zu Sich aufnehme in Sein himmlisches Reich. Erhöre uns um Jesu Christi, Deines Sohnes willen! Pfingsten. Herr Gott, lieber himmlischer Vater, der Du Deine Gläubigen Herzen durch Deinen heiligen Geist erleuchtert 5 66 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes und gelehret hast, gieb uns, daß auch wir durch denselbigen Geist rechten Verstand Deines Wesens und Willens haben und zu aller Zeit Seines Trostes und Seiner Kraft uns freuen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Eine andere. Herr Jesu Christe, Du Sohn des allmächtigen Gottes, wir bitten Dich, Du wollest durch Dein Wort Deinen heiligen Geist in unser Herz geben, daß Derselbe uns regiere und führe nach Deinem Willen, uns in allerlei Anfechtung und Unglück triste, in Deiner Wahrheit wider allen Frrthum leite und erhalte, damit wir im Glauben fest bestehen, in der Liebe und in guten Werken zunehmen, und durch eine ge= wisse Hoffnung Deiner erworbenen und geschenkten Gnaden, ewig selig werden, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit. Trinitatis fest. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der Du die ganze Welt geschaffen und uns Menschen nach Deinem Bilde gemacht hast; Du Sohn Gottes, der Du für uns Mensch geworden bist, und unsre Sünde am Kreuze geopfert haft; Du heiliger Geist, der Du uns durch das Evangelium zum Glauben geführt und geheiligt haft; wir bitten Dich, Du einiger, ewiger und allmächtiger Gott, erhalte uns in wahrer Erkenntniß Deines Namens und im rechten Glauben bis an unser Ende, und mache uns durch Deine Gnade ewig se= lig, der Du lebeft und regierest in Ewigkeit. Johannisfest. Wir danken Dir, Herr Gott, himmlischer Vater, daß Du Johannes den Taufer vor Deinem Sohne hergesendet, und von Demselben, als dem Lamme Gottes, hast zeugen lassen; verleihe uns, daß wir solchem Zeugniß glauben, auf Jesum Christum uns verlassen und Ihm unser Lebenlang in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen mögen, durch denselbigen Deinen Sohn 2c. 2c. Eine andere. Dank und Preis sey Dir, himmlischer Vater, daß Du den Weg zu der heilbringenden Erscheinung Deines Sohnes durch den von Dir erkorenen Herold Deines Evangeliums bereiten liessest. O! laß die Stimme des Predigers in der an Sonn- und Festtagen. 67 Wüste zu den Herzen aller Völker bringen, damit das Licht Deines Sohnes die Welt erleuchte und alle Zungen bekennen mögen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. Bußtag. Herr Gott, himmlischer Vater, der Du nicht Lust bast an der Sünder Tode, låsfest sie auch nicht gern verderben, sondern willst, daß sie bekehret werden und leben, wir bitten Dich von Herzen, Du wolleft die wohlverdienten Strafen unsrer bisherigen Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinfort zu bessern, Deine Barmherzigkeit mildiglich verleihen, um Deines lieben Sohnes, Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Un Staats- und Kronsfesten. Barmherziger himmlischer Vater, in Dessen Hand aller Menschen Gewalt und alle Rechte und Gesetze auf Erden stehen, wir bitten Dich, blicke gnådiglich auf Deinen Diener, unsern Kaiser, und Sein ganzes Haus, auf daß er das Amt, das Du ihm befohlen, nach Deinem Willen führen möge; erleuchte Ihn und erhalte Ihn bei Deinem heiligen, göttlichen Worte, gieb Jhm Weisheit und Verstand, ein gottesfürchtiges und gehorsames Herz und eine glückselige friedsame Regierung; verlängere, o Gott unsers Heils, Seine Tage, damit wir unter Seinem Schuhe in einem stillen unsträflichen Leben den Reichthum Deiner göttlichen Gnade im rechten Glauben erkennen, und Dir dem Herrn aller Herren in Heiligkeit und * Gerechtigkeit dienen mögen, durch unsern Herrn, Jesunt Christum 2c. ic. Eine andere. Herr Gott, himmlischer Vater! Wir danken Dir, daß Du Dich bisher Deinem Gesalbten und Seinem hohen Kaiserhause so freundlich erwiesen hast. Wir bitten Dich, laß Deine Güte ferner gnädig über Das felbe walten, und gieb, daß wir unter Seinem Schutze ein geruhiges und frommes Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Erhdre uns um Jesu Christi willen. 5* Ordnung des Haupt- Gottesdienstes Reformationsfest. Wir danken Dir, Herr Gott, himmlischer Vater, daß Du uns Dein heiliges Evangelium gegeben hast, und bitten Deine unendliche Barmherzigkeit, Du wollest das reine Licht Deines Wortes unter uns gnådiglich erhalten, und durch Deinen heiligen Geist unsre Herzen leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten, und endlich dadurch selig werden, durch Jesum Christum 2c. 2c. 68 Am jährlichen Kirchweihtage. Herr Gott, himmlischer Vater, der Du uns den Weihetag dieses Deines heiligen Tempels wiedergebracht hast, uns zur Anhörung Deines Wortes in denselben rufest, und zur Feier der heiligen Sakramente an diesem Altare einladest, erhöre das Gebet Deines Volkes, und verleihe, daß Alle, die in diesem Hause mit Andacht sich versammeln, Deines Lichtes und Trostes Wohlthat erlangen und kräftig empfin= den mögen, um Jefu Chrifti Deines Sohnes willen. Erndtefest. Herr unser Gott und Vater! Mit gerührtem Herzen preiz sen wir Dich für den Segen, womit Du auch in diesem Jahre unsere Erndte gekrönt haft! Aller Augen warteten auf Dich, Allmächtiger und Gnädiger, und Du thatest Deine milde Hand auf und erfülltest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Gieb uns, o Herr! ein Herz voll Dankbarkeit, das Deiner Wohlthat nimmermehr vergesse und stets bereit sey, von Deinen reichen Gaben den Nothbedrängten mitzutheilen, den Armen das Brod zu brechen, die Nackten zu kleiden, und die Weinenden zu trösten, um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, unsers Herrn, willen. Amen. Todtenfeier. Barmherziger, ewiger Gott, der Du willst, daß wir zuvor mit Christo leiden und sterben sollen, ehe wir mit Ihm zur Herrlichkeit erhoben werden, verleihe uns, daß wir uns allezeit in Deinen Willen ergeben und im wahren Glauben bis ans Ende beståndig bleiben, uns auch der künftigen Auferstehung und Herrlichkeit trösten und erfreuen mögen, durch Jesum Christum 2c. 2c. 69 an Sonn- und Festtagen. III. Besondere Kollekten Vor der Taufe. Herr, barmherziger Gott, der Du uns Deinen lieben Sohn, Jesum Christum, geschenkt, durch Ihn das Bad der Wiedergeburt in der heiligen Taufe eingesetzet und dadurch uns von Sünden gereinigt und zur Gemeinschaft Deines Reiches angenommen hast, wir bitten Dich von Herzen, Du wollest uns mit Deinem heiligen Geiste gnådiglich regieren, daß wir solche große Wohlthat recht erkennen, Dir mit einem heiligen, reinen Leben im Glauben dienen und uns unsrer Taufe allezeit trösten und erfreuen mögen, durch denselbigen Deinen Sohn 20. 20. Nach dem heiligen Abendmahle. Herr, unser Heiland, der Du unsere Seele gar reichlich gespeiset und getränkt hast, wir bitten Dich, gieb, daß wir Dich von Herzen recht mögen lieben, an Dich wahrhaftig glauben, und nach Deinem heiligen Willen leben. Beschere uns auch einst ein seliges Ende, auf daß wir mit Dir in Ewigkeit leben, und bei Dir bleiben mögen, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit. Eine andere. Herr, allmächtiger Gott, der Du uns hast laffen des heiligen Sakramentes theilhaftig werden, wir bitten Dich, daß Du uns auch mit Dir und allen heiligen und Auserwählten wollest an Deiner ewigen Herrlichkeit lassen Theil haben, durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste 2c. 2c. Eine andere. Wir danken Dir, allmächtiger, ewiger Vater, daß Du dieses heilige Abendmahl durch Deinen Sohn Jesum Christum uns zum Segen eingesetzt hast, und bitten Dich, daß Du uns Deine Gnade verleihen wollest, es also zu begehen, daß wir mögen bedenken lernen, was Du um unsertwillen gethan hast, durch denselben Deinen Sohn 2c. 2c. Für die Diener der Kirche. Herr, allmächtiger, gütiger Gott und Vater, der Du befohlen hast, daß wir um treue Arbeiter für Deine Erndte bitten sollen, wir bitten Dich Du wollest uns durch Deine, 70 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes überschwängliche Barmherzigkeit, rechtschaffene Diener Deines göttlichen Wortes senden, und denselben Dein heilsames Wort ins Herz geben und in den Mund legen, daß sie Deinen Befehl treulich ausrichten, Dein Wort allezeit rein und uns verfälscht lehren, damit wir dadurch ermahnet, belehret, getröstet und gestårket, thun mögen, was vor Dir gefällig und uns heilsam ist, durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Nach einem Siege. Wir loben Dich und danken Dir, Herr! Herr! Allmäch= tiger! daß Du uns über unsre Feinde den Sieg gegeben hast. Dein ist, o Gott! das Reich und Dein die Macht. Wir freuen uns und jauchzen, daß Du, o Herr, mit Weißheit und Gerechtigkeit Dein Volk regierest. Du bist unsre Stårke, unfre Burg und Zuversicht, Dir unserm Gott vertrauen wir und bitten Dich, Du wollest uns auch ferner gnädig seyn, uns segnen und Dein Untlik leuchten lassen denen, die Dich fürchten, um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Um Frieden. Allmächtiger, ewiger Gott, Du König der Ehren und Herr des Himmels und der Erden, durch Dessen Geist alle Dinge regieret, durch Dessen Vorsehung alle Dinge geordnet werden, von dem alle Einigkeit und aller Friede zu uns kommt, wir bitten Dich, Du wollest uns unsre Sünden vergeben und uns mit Deinem göttlichen Frieden begnadigen, damit wir in Deiner Furcht Dir dienen und Du allezeit von uns gepriesen werdest, der Du mit dem Sohne 2c. 2C. Nach wiederhergestelltem Frieden. Herr Gott, himmlischer Vater! Wir danken Dir von Herzen, daß Du Deinem Volke großes Heil bewiesen und uns von unsern Feinden måchtiglich errettet haft; wir bitten Dich, gieb uns durch Deinen Geist solches im rechten Glauben zu erkennen, auf daß wir Deiner wunderbaren Hülfe nimmermehr vergessen, sondern für Deine Barmherzigkeit hier und dort Dir ewiglich danken und Dich loben, durch Jesum Christum 2c. 2c. Um gute Witterung. Herr, allmächtiger Gott, der Du alles was da ist, regierest und ernähreſst, und ohne Dessen Gnade nichts gesche= an Sonn- und Festtagen. 71 hen kann, gieb uns, Deinen Kindern, fruchtbare und gedeihliche Witterung, auf daß unser Land durch Deinen Segen mit Früchten erfüllet werde und wir Dich in allen Deinen Wohlthaten erkennen und loben, um Jesu Christi, Dei nes lieben Sohnes, unsers Herrn, willen. Dank für fruchtbare Witterung. Herr Gott, himmlischer Bater! Wir sagen Dir von Herzen Lob und Dank, daß Du unser Gebet in Gnaden erhöret und uns mit fruchtbarer und gedeihlicher Witterung erfreut hast. Wir bitten Dich, Du wollest uns auch künftig aus våterlicher Güte fruchtbare Zeiten geben, uns vor Mangel gnådiglich behüten und uns mit allerlei Gutem mildiglich segnen, durch Jesum Christum 2c. 20. Um gute Erndte. Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Alles erhältst und regierest, Allen gnådig bist und Dich aller Deiner Werke erbarmst, tåglich Deine milde Hand aufthust, und was da lebet mit Wohlgefallen fattigest, wir bitten Dich, Du wollest Dich auch an uns nicht unbezeuget lassen, sondern uns Regen, Sonnenschein und fruchtbare Zeiten geben, und uns die Erndte treulich behüten, um Jesu Christi 2c. 2c. In Tagen allgemeinen Unglücks. Herr unser Gott und Vater! aus der Tiefe rufen wir zu Dir! Höre unsre Stimme, laß Deine Ohren merken auf unser Flehen und sey uns gnådig in den Nothen, die uns getroffen haben. Herr! so Du willst Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Wir hoffen auf Dich, denn bei Dir ist die Gnade und viel Erlösung bei Dir. Sey uns denn gnädig und wende in Gnaden von uns ab das Unglück, womit Du Dein Volk jetzt heimgesucht hast, auf daß, die jetzt mit Thrånen såen, mit Freude erndten. Erhöre uns um Jesu Christi willen! Amen. Nach Abwendung eines solchen Unglücks. Wir danken Dir, Herr, von ganzem Herzen, und er zählen alle Deine Wunder, wir freuen uns und sind fröhlich in Dir und loben Deinen Namen, Du Allerhöchster! Du haft unser Flehen erhöret und von dem Uebel uns erlöset, um dessen Abwendung wir zu Dir beteten. Du legtest uns eine 72 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes Last auf, aber Du halfest uns auch, Du bist ein Vater, der da hilft und ein Herr, der vom Tode errettet. Darum wollen wir Deinem Namen lobsingen ewiglich und Dir unsre Gelübde bezahlen. Dazu stärke uns durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, unsern Herrn! Amen. Bei Begräbnissen. Barmherziger, ewiger Gott, der Du durch Deinen Sohn Jesum Christum unser Grab zu einer Ruheståtte haft heiligen lassen, wir bitten Dich, verleihe uns, daß wir unser Ende oft und fruchtbarlich bedenken, durch wahre Buße diesem vergånglichen Wesen täglich absterben, und am jüngsten Tage zum ewigen Leben auferstehen mögen, durch Deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Bei der Einweihung einer neuen Kirche. Allgütiger, barmherziger Gott und Vater, der Du uns Dein seligmachendes Wort durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, geoffenbaret, wir bitten Dich, heilige Du Dir selbst die Stätte, wo Deines Namens Ehre wohnet. Sende in Deinen Weinberg stets treue Arbeiter, welche unter Deinem heiligen Beistande die Gemeinde erbauen, damit auch an dieser Ståtte noch bis auf spåte Geschlechter Dein Name geheiligt und Dein Reich gemehret werde, durch Jesum Christum 2c. 2C. Bei der Einweihung eines neuen Gottesackers. Ewiger Gott, der Du die Menschen sterben läsfest und sprichst: ,, Kommt wieder Menschenkinder" verleihe uns aus Deiner Gnade, daß wir im Glauben treu erfunden und einst versetzt werden in das ewige Reich Deines lieben Sohnes, Jesu Christi, unsers Herrn. Beilage C. I. Allgemeines Kirchengebet. Herr Gott, himmlischer Vater! Wir danken Dir, daß Du uns heute abermals Dein heiliges Evangelium haft verkündigen und uns daraus Deinen gnädigen Rathschluß und Willen zu unsrer Seligkeit erkennen lassen. Wir bitten Dich demüthiglich, siehe uns auch ferner in Gnaden an, vergieb an Sonn- und Festtagen. 73 uns unsre Sünden, und erneure uns im Geiste unsers Gemüths, daß wir Dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die Dir wohlgefällig ist. Erhalte unter uns die Predigt Deines Wortes, sammt dem rechten Gebrauche Deiner heiligen Sakramente, und gieb treue Hirten und Lehrer uns und uns seren Nachkommen. Nimm Dich allenthalben Deiner Kirche gnädig an, und schaffe ihr Pfleger an allen Obrigkeiten und Regenten. Laß Deine Gnade groß werden über den Kaiser, unsern Herrn Zikolai Pawlowitsch, die Kaiserin seine Gemahlin, Alexandera Feodorowna, den Cesarewitsch Großfürsten Thronfolger Alexander LZikolajewitsch, das ganze Kaiserliche Haus und alle, die Demselben anverwandt und zugethan sind. Verlängere ihre Tage uns zum beständigen Segen und christlichen Vorbilde. Erhalte uns ferm Kaiser zu Seiner Regierung immerdar ein weises Herz, edle Gedanken, heilsame Rathschläge, gerechte Werke, einen tapfern Muth, starken Arm, verständige und getreue Räthe zu Kriegs- und Friedenszeiten, sieghafte Kriegesheere, ge= treue Diener und gehorsame Unterthanen, damit wir noch lange unter Seinem Schuße ein stilles, ruhiges Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Segne, liebreicher Gott, den christlichen Ehestand, die christliche Kinderzucht und jeden ehrbaren Beruf. Hilf einem Jeden in seiner Noth, und erbarme Dich aller, die in Trübsal, Armuth, Krankheit, und andern Anfechtungen schweben. Bes wahre uns vor einem bösen, unbußfertigen Lode, und bringe endlich uns Alle in Dein ewiges Himmelreich, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. II. Die Litanei. Herr, Herr Gott! Erbarme Dich! Jesu Christe! Erbarme Dich! Herr, Herr Gott! Erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel! Erbarme Dich über uns! Herr Gott Sohn! der Welt Heiland! Erbarme Dich über uns! Herr Gott heiliger Geist! Erbarme Dich über uns! Sey uns gnådig! Verschon' uns lieber Herr und Gott! Sey uns gnädig! Hilf uns lieber Herr und Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrthum, Vor allem Uebel Behüt' uns, Herr, Herr 74 Ordnung des Haupt. Gottesdienstes unser Gott! Vor Pest und theurer Zeit, Vor Feuer und Wassersnoth, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Krieg und Feindeswuth Behüt uns, lieber Herr und Gott! Vor Nachstellung und Lift des Bdsen, Vor einem unseligen, plötzlichen Tode, Vor der ewigen Berdammniß Behüt' uns, lieber Herr und Gott! Durch Christi heilige Geburt, Durch Sein unschuldig Leben und Verdienst, Durch Seinen letzten Kampf und Kreuzestod, Durch Sein heiliges Auferstehen und Seine Himmelfahrt Hilf uns, lieber Herr und Gott, In der Stunde des Todes und im jüngsten Gericht! Wir armen Sünder bitten: Du wolleft uns erhören, Herr, Herr unser Gott, Christi heil'ge Kirche schützen und regieren, Treue Knechte stets in Deine Erndte senden, Christi Reich in aller Welt verbreiten, Deines Geistes Kraft zum Worte geben, Alle Diener Deiner Kirche in Lehre und Leben rein erhalten, Aller Aegerniß und Spaltung wehren, Alle Abgefallenen und Verführten wiederbringen, Alle Schwachen und Verzagten stärken. Erhör' uns, Herr, Herr unser Gott! Allen christlichen Regenten woll'st Du Fried und Eintracht geben, Unsern Raiser leiten, und sammt Seinem Hause schirmen, Allen Obrigkeiten Kraft und Weisheit schenken, Unsere Gemeinden segnen und behüten, In den Ehen Frieden und Treue verleihen, In den Schulen fromme Lehre und Zucht erhalten! Erhör uns, Herr, Herr unser Gott! Wachsthum und Gedeihen wollest Du der Frucht des Feldes geben, Alles ehrliche Gewerbe fördern, Allen in der Noth mit Hülfe erscheinen, Alle Schwangeren und Gebåhrenden bewahren, Alle Kranken pflegen und erquicken, Alle Wittwen und Waisen schützen und versorgen, Die ohne ihre Schuld Gefangenen bald erlösen, Unsern Feinden gnädiglich verzeihen und fie bekehren, Allen Sterbenden ein selig Ende geben, Aller Menschen Dich erbarmen! Erhör' uns, lieber Herr und Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn! Erbarme Dich über uns! Du Gottes Lamm, Das der Welt Sünde trågt, Erbarme Dich über uns! Du Gottes Lamm, Das der Welt Sünde trågt, Erbarme Dich über uns! Du Gottes Lamm, Daß der Welt Sünde trågt, Gieb Deinen Frieden uns! Herr, Herr Gott, erbarme Dich! Christe, erbarme Dich! Herr, Herr Gott, erbarme Dich! Amen. an Sonn- und Festtagen. Beilage D. Intonationen. I. Allgemeine Sonntags Intonationen. Int. Aller Augen warten auf Dich, Herr! Reps. Und Du giebest ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. I. Rufe mich an, spricht der Herr, in der Zeit der Noth! R. So will ich dich erretten und du sollst Mich preisen. I. Leben wir, so leben wir dem Herrn. R. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. I. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Hallelujah! R. Und Er wird mich aus der Erde auferwecken. Hallelujah! I. Unsere Hülfe kommt vom Herrn, R. Der Himmel und Erde gemacht hat. I. Barmherzig und gnädig ist der Herr, R. Geduldig und von großer Güte. I. Schaffe in uns, Gott, ein reines Herz, R. Und gieb uns einen neuen gewissen Geist. I. Gott will, daß allen Menschen geholfen werde, R. Und daß alle zur Erkenntniß der Wahrheit kommen.' 75 I. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, Der wird dich versorgen, R. Und dich nicht ewiglich in Unruhe lassen. I. Groß sind die Werke des Herrn. Hallelujah! R. Wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Hallelujah! I. Meine Seele erhebe den Herrn! Hallelujah! R. Und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilandes! Hallelujah! I. Herr, Deine Güte reicht so weit der Himmel ist. Hallelujah! R. Und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Hallelujah! I. Befiehl dem Herrn deine Wege, R. Und hoffe auf Ihn, Er wirds wohl machen. I. Der Herr segne unsern Ausgang und Eingang, R. Von nun an bis in Ewigkeit. I. In Christo haben wir die Erldsung durch Sein Blut, R. Nämlich die Vergebung der Sünden. 76 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes I. Gott hat Den, Der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, R. Auf daß wir würden in Ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. I. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; R. Wer aber den Willen Gottes thut, der bleibt in Ewigkeit. I. Der Herr wird mich erlösen von allem Uebel, R. Und aushelfen zu seinem himmlischen Reich. I. Der Herr hat großes an uns gethan. Hallelujah! R. Deß sind wir fröhlich. Hallelujah! I. Herr! ich habe lieb die Stätte Deines Hauses, R. Und den Ort, da Deine Ehre wohnt. I. Hilf Deinem Volke und segne Dein Erbe, R. Und weide sie, und erhöhe sie ewiglich! I. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist! R. Wohl dem, der auf Ihn trauet! I. Bleibe fromm und halte dich recht, R. Denn solchem wird's zuletzt wohl gehen. I. Herr! lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, R. Auf daß wir klug werden. I. Gott sey uns gnädig und segne uns! R. Er lasse uns Sein Antlitz leuchten. I. Wir haben einen Gott, Der da hilft. R. Und einen Herrn Herrn, Der vom Tode errettet. I. Gelobet sey der Herr, der allein Wunder thut. R. Und gelobet fey Sein herrlicher Name ewiglich. I. Selig sind, die reines Herzens sind, R. Denn sie werden Gott schauen. II. Intonationen zu den Festtagen. Advent. Int. Bereitet den Weg dem Herrn. Hallelujah! Resp. Und machet Seine Steige richtig. Hallelujah! Weihnachten. I. Uns ist ein Kind geboren. Hallelujah! R. Ein Sohn ist uns gegeben. Hallelujah! an Sonn- und Festtagen. 77 I. Kündlich groß ist das gottselige Geheimniß. Hallelujah! R. Gott ist offenbaret im Fleisch. Hallelujah! Neujahr. I. Lobe den Herrn meine Seele. Hallelujah! R. Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Hallelujah! Epiphanias. I. Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht. Hallelujah! R. Und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle. Hallelujah! In der Fasten. I. Christus ist um unsrer Missethat willen verwundet, R. Und um unsrer Sünde willen zerschlagen. I. Fürwahr Er trug unsre Krankheit, R. Und lud auf sich unsre Schmerzen. I. Siehe, das ist Gottes Lamm, R. Das der Welt Sünde trågt! I. Christus hat geliebet die Gemeine, R. Und hat sich selbst für sie dahin gegeben. Maria Verkündigung. I. Das Wort ward Fleisch. Hallelujah! R. Und wohnete unter uns. Hallelujah! Gründonnerstag. I. Christus hat ein Gedächtniß gestiftet Seiner Wunder. Hallel. R. Der gnådige und barmherzige Herr. Hallelujah! Charfreita g. I. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, R. Und durch Seine Wunden sind wir geheilet. Ostern. I. Christus hat dem Tode die Macht genommen. Hallelujah! R. Und Leben und unvergångliches Wesen ans Licht gebracht. Hallelujah! I. Christus ist die Auferstehung und das Leben. Hallelujah! R. Wer an Ihn glaubet, der wird leben. Hallelujah! Himmelfahrt. I. Christus ist aufgefahren zu Seinem Vater und zu unserm Vater. Hallelujah! R. Um uns dort die Såtte zu bereiten. Hallelujah! 78 Ordnung des Haupt- Gottesdienstes Pfingsten. I. Herr! lehre mich thun nach Deinem Wohlgefallen. Hallel. R. Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Hallelujah! I. Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Hallelujah! R. Und vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Hallel. Trinitatisfest. I. Preis und Ehre sey dem Dreieinigen Gott! R. Dem Bater, Sohn und heiligen Geist! Johanni 8. I. Siehe, Ich sende meinen Engel vor Dir her. Hallelujah! R. Der Deinen Weg vor Dir bereiten soll. Hallelujah! Bußtag. I. Herr! handle nicht mit uns nach unsern Sünden! R. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten! I. Herr! gehe nicht ins Gericht mit Deinen Knechten; R. Vor Dir ist kein Lebendiger gerecht. An Staats- und Kronsfesten. I. Lobet ihr Völker unsern Gott. Hallelujah! R. Laffet Seinen Ruhm weit erschallen. Hallelujah! I. Der Herr ist die Stärke, die Seinem Gesalbten hilft. Hallel. R. Der König freut sich in Seiner Kraft und ist fröhlich über Seine Hülfe. Hallelujah! I. Wohl dem Volk, des der Herr sein Gott ist. Hallelujah! R. Das Volk, das Er zum Erbe erwählt hat. Hallelujah! Reformationsfest. I. Dein Wort ist unsers Fußes Leuchte. Hallelujah! R. Und ein Licht auf allen unsern Wegen. Hallelujah! I. Gott hat uns errettet von der Obrigkeit der Finsterniß. Hallel. R. Und uns versetzt in das Reich Seines lieben Sohnes. Hallel. Am fährlichen Kirchweihtage. I. herr! ich habe lieb die Stätte Deines Hauses. Hallelujah! R. Und den Ort, da Deine Ehre wohnt. Hallelujah! Erndtefest. I. Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich. Hallelujah! R. Und Seine Güte währet ewiglich. Hallelujah! Todtenfeier. I. Selig find die Todten, die im Herrn sterben; R. Sie ruhen von ihrer Arbeit und ihre Werke folgen ihnen nach. an Sonn- und Festtagen. I. Sey getreu bis in den Tod; R. So will ich dir die Krone des Lebens geben. 79 III. Intonationen für besondere Kollekten. Vor der Taufe. I. Wir sind sammt Christo durch die Taufe in den Tod begraben, R. Auf daß wir in einem neuen Leben wandeln. Für die Diener der Kirche. I. Hilf Deinem Volke und segne Dein Erbe. Hallelujah! R. Und weide sie und erhöhe sie ewiglich. Hallelujah! Nach einem Siege I. Lobet den Herrn, der und den Sieg gegeben hat. Hallelujah R. Danket Jhm und preiset Seinen Namen. Hallelujah! Um Frieden. I. Gott ist unsre Zuversicht und Stärke. Hallelujah! R. Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Hallel. Nach wiederhergestelltem Frieden. I. Herr, Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist. Hallelujah! R. Und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Hallelujah! Um gute Witterung. I. Herr, aller Augen warten auf Dich. Hallelujah! R. Auf daß Du ihnen Speise gebeft zu seiner Zeit. Hallelujah! Dank für fruchtbare Witterung. I. Der Herr ist mein Hirte. Hallelujah! R. Mir wird nichts mangeln. Hallelujah! Um gute Erndte. I. Gnådig und barmherzig ist der Herr. Hallelujah! R. Der Herr ist nahe allen, die Ihn anrufen. Hallelujah! In Tagen allgemeinen Unglücks. I. Hilf uns, Gott unsers Heils, um Deiner Güte willen! Der Herr erlöse uns von allem Uebel, um Jesu Christi willen! Nach Abwendung eines solchen Unglücks. I. Der Herr hat eine Erlösung gesendet Seinem Volke. Hallel. R. Heilig und hehr ist Sein Name. Hallelujah! Bei Begräbnissen. I. Herr! lehre und bedenken, daß wir sterben müssen, R. Auf daß wir fromm und weise werden. Bei der Einweihung einer neuen Kirche. I. Lobet den Herrn in Seinem Heiligthume. Hallelujah! R. Alles was Odem hat, lobe den Herrn. Hallelujah! 80 Ordnung des Haupt- Gottesd. an Sonn- u. Festt. Bei der Einweihung eines neuen Gottesackers. I. Ich weiß, daß mein Erldser lebt. Hallelujah! R. Und Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Hallel Beilage E. Pråfationen an den Festtagen. Weihnachten. Wahrlich, es ist billig- zu danken, denn durch das Ge- 1 heimniß des Menschgerbordenen Wortes, ist das neue Licht Deiner Klarheit den Augen unsers Geistes erschienen, damit, indem wir Gott sichtbarlich erkennen, wir durch Ihn zur Liebe des Unsichtharen hingezogen werden. Darum singen wir 2c. 2c. Fasten. Wahrlich, es ist billig zu danken, Der Du das Heil des menschlichen Geschlechts am Stamme des Kreuzes hast aufgerichtet, damit von annen der Tod entsprungen war, das Leben wieder erstehen möchte, durch Jesum Christum unsern Herrn, um Welches Willen 2c. 2c. Ostern. Wahrlich, es ist billig- zu danken, sonderlich aber zu dieser Zeit Dich hochzupreisen, da Christus, unser Ofsterlamm, für uns geopfert ist. Denn Er ist das wahre Lamm Gottes, Welches die Sünde der Welt getragen, durch Seinen Tod uns vom ewigen Tode befreiet, und durch Seine Auferste= hung das Leben wiedergebracht hat. Darum singen wir zc. 2c. Himmelfahrt. Wahrlich, es ist billig- zu danken, durch Jesum Chris stum, unsern Herrn, Der nach Seiner Auferstehung allen Seinen Jüngern offenbarlich erschienen, und vor ihren Augen, zum Himmel erhoben worden ist, damit Er Seiner Herrlichkeit uns theilhaftig machte. Darum singen wir zc. 2C. Pfingsten. Wahrlich, es ist billig- zu danken, durch Jesum Christum, unsern Herrn, Welcher emporgehoben über alle Himmel, und sitzend zu Deiner Rechten, den verheißenen heiligen Geist über Deine auserwählten Kinder ausgegossen hat. Darum ist die ganze Welt voller Freuden, und alle himmlischen Heerschaaren singen Deiner Herrlichkeit einen Lobgesang. Eberhard Kreisler 4. Jenni geb Blum clessen Groskindern. Peter Waino Kreisler gib ametu 6. november 1/4 10 Uhr Morgens un im Reval- 1940. Ingeborg- Erika Kreisler geb 16 Oktober 1/2 22 Um Abends gresen 1941. im Am 24. 3 lb. Yo Jan. 1943. das sonntags vind Christa Kreisen. vurde Kareve ей длежен سه شند gebaren. дав. fancher. aus уход при redhof zu Liban Kurland exch Kurland Kreisler Voor 10 abind iden 18. den Apgrill 1885 ist meine Tochter. Meta. Amalie. Wilhelmine Ihreister 14. Uhr abends. geboren. den 16ten Autoben 1887. ist mein Schne. Frevy Carl. Preister. 9. Uhr Abends. ново довони Den 184en Actober 1896. ist mein Fochter, Anna. Matilée Jennyمد Preisler 3 Sehr Nachmutagen gaberen Den 26 September 1893. Carl Eberhard. 6 of Up Morg, Sohn Johanne 3/4 te beren Sonntagskind. den 24 en sich de in red 7. sie mich die fre da die Heiliche Farfe empfangen denen. die Heilige Saufe empfangen den Meine liebe Tochter.. ist den 14th Apgrill 1902 holle 2 Shine Schäſtorben. erſten Oſterfeiertagen. Mein liber John Föredy» ist, 1. mai 1905 gestorben. aus 7 November 1933 ist meine lieber freun, gb Jenny liebe Monie Uhr Abends MANA. * 1902 1887 T3 1902 um 19-02 Neta 1890 1442 auf d. Barenbusch gestorben Friedhof in Liban, Kurland Unseren lieber Häuschen, John Kreisler. geb. am 16 Sept 1944, ist am 1944 wieder von uus gegangen. Wräde. am 9 Nov 44 auf Gnesener Sundhof begraben 19.02. one. yadpregna 159 Kursan Friedhof zu Liban dem. dem. 7 Noon 10 abind 19. de AVAVA Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 12 2 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black