C.H. WAN DA 1850. 爨 ن 3480 مارے Nur zur Benutzung im Lesesaal 01270092 3480 مری Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. 1574 Caffel, 1845. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. GB 3480 hudpunts sijusidestionsbiltusfjä pamundry- 1000 ALBE JAMAD a Univ.- Bibl. Giessen 410( 2 At ng mgi misnis dan hend STI Ce Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes, Num. 1-13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14:41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49-69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70-77. 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78 bis 88. 7) Von der Erlösung der Menschen, und dem Erlöser überhaupt, Num. 89-98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99-119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120: 128. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153-155. 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num. 156-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sißen zur Rechten Gottes, Num. 173-189. 13) Von der Wiederkunst Jefu zum Gericht, Num. 190 bis 196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197 bis 207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242 bis 259. 20) Vom Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Todten, Num. 260-272. 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273-280. strol mol( P audio monis) durations moll( 2 mund and not./8 06-08 mustento puntohalt nd nol.( 6 Zweite Abtheilung.de( 3 ( 6 Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. ing modnesdür mind and 88 ald med dau astm ad pmjoy tad no( T 08 20 Num. 281-302. 22) Von der Buße und Bekehrung, 23) Vom Glauben, Num. 303-322. E INGED d not( 8 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323-352. didn't nasis med noek( U 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353 356. nd mo 3 Inhalt. 5 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num, 357 bis 367. 1/8: 810 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371. HOTED 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372-397. 29) Vom Gebet, Num. 398-405. 30) Gebetlieder: 1. Allgemeine, Num. 406-415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416 bis 418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Num. 423. In Krankheiten, Num. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426-428. Fürbitten für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger, Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431-432; der Weltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Ueltern, Num. 433 434; einer Waise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438-458. 2. Besondere, Num. 459-463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahrs, Num. 464 bis 469. 33) Morgenlieder, Num. 470-479. 34) Abendlieder, Num. 480-489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496-498. 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512-514. 6 Inhalt. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518 bis 531. d diu no tub 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Num. 532-542. eme HOC 4: 0( 08 44) Von der Liebe des Nächsten, Num. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553 bis 555. 48) Vont rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556-558. est must this sida rasttidnig 18 no greatestati9, ind ICA 206 mmit 0102 to ognojn misd nosildo dubo)( 28 204.004 me hoidano itin my?( OP den intonirsjøis ad noc( 16) 110 800 mindig mod u agro hd not( 05 the melting and abunda mapighands and ml( 08 Me sie mehe mudg Erster Theil. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. K omm heil' ger Geist, erfüll' die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feu'r deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Volker der ganzen Welt versammelt hast, in Einigand feit des Glaubens. 21- lelu- ja, 20- lelu- ja, 21- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja singt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. Mel. D Gott, du unser Vater. 2. F HE ott, der du unser Vater bist, durch Jesum Christ, gieb, daß dein Geist jest mit uns sey, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sey dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Undacht stören! Du, lchrest uns in deinem Wort, wirk' auch, daß wir's so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligkeit verehren! Erster Theil. Mel: Herr Jesu Christ, dich zu. 3. 5 H err Sesu! send' uns deinen Geist, den Geist, der, wie 8 - Vom Worte Gottes. mels Erben, lehr' uns leben, lehr' uns sterben. dein Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach' uns deinen Willen kund; rühr' unser Herz, stårk' den Verstand, so wird dein Nam' uns recht bekannt. iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; tenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel 6. W preis't, dir Vater, Sohn und heil'gem Geift, dir heilige Dreieinigkeit, sen Lob und Preis in Ewigkeit! ganz zu dir gezogen werden.. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr auf's Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit, hast du dir uns auserkoren, lehre deines Him Nach dem öffentlichen Gottesdienste. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. 5. Höchster Gott! wir danken dir, daß du uns dein auch wir, nach demselben heilig leben! Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey im Werke. 2. Unser Gott und Vater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk uns deine Kraft dazu; gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. Mel. Es ist das Heil uns kommen sc. - ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen untüch- tig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wichtig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zei= get. 2. Drum sind vor Zeiten ausge fandt Propheten, deine Knechte! so wurden damals schon bekannt den Menschen deine Rechte. Zulegt ist noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach' uns Erster Theil.- - Vom Worte Gottes. durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spotter Schaar uns nicht vom Wort abwende! ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. D, laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr' an uns sich kräftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht faſsen; gieb, daß wir es bei Freud' und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thater seyn, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Saame wird am Weg fo= fort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Saame, der in Dornen fällt, wird von der Sorg' und Lust der Welt verdorret und ersticket. 7. Mach' uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach' uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb' und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrimschaft den Weg der Sünder meiden. Gieb uns ein Herz, das an dir haft' auch in dem schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir blos; mach' uns von eiteln Sorgen los, und allen bösen Lüflen. 9. Laß uns dein Wort beständig seyn ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. 10. Las dies dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sich weit verbreiten. O, möchte deine Gnadenlehr', Herr Jesu, jeden leiten! O heil'ger Geist, seg' durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stårk' Hoffnung, Glaub un Liebe. ESSE Mel. Wer nur den lieben Gott. ein Wort, o Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht: es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben fichern Unterricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unſern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theu'r in deinen Augen ist. 09 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen giebst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du ligest nicht. 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Troft und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. D u willst, Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit genese; 10 Erster Theil.- Vom Worte Gottes. drum gieb, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sey dir für dies Wort, den größten Schaß der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehr: furcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst dadurch mich zu er bauen. Du bist's, der in der Schrift zu meiner Seele spricht: o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich jest meine Hände falte, gieb, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze sehn! 5. Gieb, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. O, stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läff'st du inne werden, die Lehre sey von dir, die uns die Bibel giebt: man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weiſe spricht. Demuth ist's, zu glauben, was Gott 7. Spricht sie geheimnisvoll, fo laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wig verlangt, ist meines Glaubens werth. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel frånken, und lehre' mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sen die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein so viel mein Heil verlangt. Du bist's, 9+ der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 10. Find' ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweih't, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sey dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun danket alle Gott. 9. G elobt seyst du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gieb, Vater, daß ich sie mit Undacht fleißig höre. D, mache doch mein p Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe| Es sey mein Theil; es sey mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ew'gen Leben. zu seiner Richtschnur macht, dem giebt es Licht uno Trost auch in der Todesnacht. Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. du das 4. Mein Gott, bewahre mich vor 11. Dergeben, wie ereil ich preis' aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gieb deinen Geist in's Herz, der Lust und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. 10. 11 Mel. Ach Gott und Herr. ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstånd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. 3ur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein glaubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie! dein Wort giebt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du haft's uns gegeben, dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich g'nug erheben! durch Chris stum schenktest du es mir. Kein Licht, kein Trost erfreute mich, kennt' ich nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Richters Rache scheu'n; ich fånde keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott er= schaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hålt Gott künftig ein Gericht, wie werd' ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf' entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die 3weifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Uch! ohne Christi Licht und Heil wär' Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finsternissen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, ent= rissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschiafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Luft, und feines Spotters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu' im Kode mich! 12 Erster Theil. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Vom Wesen Gottes 4. Cuff' es' Pfalm 100. sad err, mein Licht! erleuchte - - 12. 13. dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden, weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbft meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Uber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sey in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find' ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich 3weifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Luft der Welt verachtet. - son er Spotter Strom reißt viele fort. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freu'n. 2. Ein Haufe Låst'rer wagt's, 0 Gott, mit wildem ausgelaß'nem Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmáhn, durch den die Himmel einst vergehn. 3. Ach, ihrer Lehre Peft, o Herr, schleicht jego nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hell'res Licht umgeben.| erwacht. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hålt, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschüße uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sey unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spotter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trog bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Uch, wären sie dir, Herr, versöhnt! fie, deren Spott dich fo verhöhnt! Uch, gieb, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu' ihr Geist 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. laß mich stets vor dir voll Ehrerbie14. Anbetungswürd ger Gott! tung feyn. mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D, flöße mei nem Geist die tiefste Demuth ein, und 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von feinem Leide; stets ruhig in dir selbst schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. 8 und seinen Vollkommenheiten. 13 Auch ohne Kreatur bist du dir selbst To Mel. Allein Gott in der Höh'. d genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht wahr, 15. er Herr ist Gott um Lust und Seligkeiten auf's Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! ent= stand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besiget, der Leben giebt und nimmt; der unsern Odem schüßet. Der Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Uuge reicht bis zu den LichtesHöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmels- Heere wohnst. 8. Was wir, unendlicher! von deinem Wesen wissen, daß hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Borhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Sndeß sey auch schon jest dein und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkom- men? Der Herr ist groß! sein Nam' ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Jhn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst' ist er, sonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Was waren wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet håtte? Er fennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Beisbe defe und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Uller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanuns ſchmähe nicht ein befungen. Verken felbst entfliehn ihm nicht in ihrer Lob von ersten schwachen Bungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöhn. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit 14 und Huld, barmherzig, gnådig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. Erster Theil. Vom Wesen Gottes 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Psalm 8. forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ist's, das wir von deinem Ruhm vernommen? ch! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 16. rhabner Gott: was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so führ' ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich 17. bist, und daß umschränkt mein 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkomm'nes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand! von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht! so g'nuge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gieb, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif' ich's nicht, wie du die Welt regierst; so sey mir's g'nug, daß du mich selig führst. 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O, mache mich von solchem Dúnkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur seg. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr; 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd' ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sey, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. ott mache du mich selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Ungesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgiebet. mehr, nichts sind der Heiden Götter; 2. Du bist der Herr, und keiner nur dir gebühret Preis und Ehr'; kein Helfer, noch Erretter ist außer und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weih'n, mein Glück blos auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was cwig mich erfreuet. 5. Gott, was seyn wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheu'n, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freu'n, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 15 tigkeit, und deine Wege preise, fo wunderbar sie scheinen. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Uebels weder denk' noch thu', denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sey dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gieb, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der Gerech9. Du bist sehr gnådig, fromm und gut, vergiebst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad' auf meine Seele kommen. Von mir sey meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend.. 10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir glauben! Wenn Erd' und Himmel einst vers geht, wird dein Wort ewig bleiben. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du draueft: auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mir's gern verleiheft; wer hofft, wird nicht zu Schanden. Psalm 27. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, lieben, und wenn der Frevier dich verlacht, auch 18. Auf! auf! mein Geift, auf! auf! den Herrn zu loben, Rach' an ihm zu üben. Gieb, daß mich deiner Allmacht Schuß stets als cin Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd' still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb' ihn dann mit und ehr', dein Wort zum Grunde 11. Gott, wenn ich dich so kenn' sege, erfreu' ich mich darüber mehr, als über alle Schåge, bis ich dort, Callen nenne, von Ungesicht zu Uno mein Heil und Licht, dich ohne gesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. 16 Erster Theil.- frohem Jubelschall, und geh' in sein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Vollkommenheit: von ihm, zu ihm, durch ihn ift, was gewesen, und ist, und seyn wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie Er, hat seines gleichen nicht: ein Gott, vor dessen höchsten Majestät der Engel selbst gebückt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 3. 90an sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Ucht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ew'gen Kraft und Gottheit Pracht: Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr: Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen, stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. Vom Wesen Gottes er Sünder strafen soll, und bleibt die Lieb' in alle Ewigkeit. 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm: lieber Vater! ſagen kann. Er, er ist es, den Gott den einen nennet! Gott sieht ihn als sein Kind recht zärtlich an! Nichts ist so hoch, nichts kann so herrlich seyn! der höchsten Fürsten hocherhab'ner Stand ist, gegen dies zu rechnen, lauter Tand; es ist zu schlecht, es bleibt ein leerer Schein. 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Menschen kann man niemals sicher bauen; doch Gottes: Ja ist ja, sein: Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn 8. D Herrscher, wie soll ich dich g'nug erheben! Auch mich hast du den Deinen zugezählt, in Chrifto brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. 3war seh' ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indeß, mein Geift, auf! auf! ihn stets zu loben: Auf! auf! erwecke dich und säume nicht! Was in dir ist, werd' sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit ind überall. Lob' ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich dir selbst das Heiligthum. 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Luft und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel sammt der Erden, der große Bau, voil Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund nur Köstlich's in sich schließe, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dessen unerforschter Fülle her; Er ist der Quell, der immer überfließt. 5. Bon Ewigkeit, ohn' Anfang und 19. ohn' Ende ist Er, und wird auch stets derselbe seyn. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird klar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchstselig, kennet er kein Ungemach! Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. ott ist nein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam' und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so sind und leben Welten: Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und | Gerechtigkeit. Men 8 und seinen Vollkommenheiten. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 5. Was ist und war, im Himmel, 20. Gott bu bist von Ewigdein herrlich Erd' und kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sigest oder gehest: Ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele, er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, uno eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immer dar soll deines Namens Ehre, dein Los in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Uuen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und sein Psalm! 13. Du tránkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 17 Von der Ewigkeit und Unverånderlichkeit Gottes. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hålt? 15. 3ft Gott mein Schug, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. i did said undoned großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du gewesen. Caß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O, bilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben. Immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deiwird's meiner Seelen nie an wahrem nem Willen übe! Dann, o Herr, Wohlfeyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Untrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und auf deinen Trost zu bauen. 2 18 Erster Theil. Aus dem 102. Pfalm. Mel. Erhabner Gott, was. 16. 21. vergehn deine Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. halisiging 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine und die Welt sinkt, wenn sie dein Urm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. err flucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Urm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zube- 7. Was du zusagst, ist gewiß; reitet; dein Urm hat, Gott, den zwischen Licht und Finsterniß tappt Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. der Mensch hin, wählt, bereut pldglich wieder, was ihn freut. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn keine Zeit umgrenzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Troft, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läsf'st ihr Herz sich ewig deiner freu'n und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel. Gott sey Dank in aller Welt. 22. 11 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. nermeßlich, ewig ist Gott, der Hochste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du war'st. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weif' allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. de um 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh' die Welt, 8. Sollt' ich denn auf Fleisch ver: trau'n? nicht, mein Heil, auf dich nur bau'n? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freu'n. Sey mein Fels, Gott, sey mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. 8. 23. Du Mel. O Gott, du frommer Gott. err, du erforschest mich; dir kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. - 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseft. Du was ich thu', du ordnest, du beschließeft, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Uug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. al und seinen Vollkommenheiten. 4. Náhm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Ullmachtshand; denn du bist überall; und dein ist jedes Land. 5. Sprách' ich zur Finsterniß: Sey um mich, mich zu decken; so sucht' ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe; ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich an's Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenom: men. Dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse! für köftliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich recht schaffen bin, wie ich's von aussen scheine. Sieh', ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Gott mache du mich selbst. 17. 24. Aw [ Uwissender, vollkomm'ner Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Auch insterniß verbirgt es nicht. Du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. 2. Selbst die Gedanken find, die die sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Den Nath der Seele siehst 19 du klar, bu prüfest Herz und Nieren, und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh' sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh' sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Unschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 4. Was nach Verfließung vieler Beit noch künftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegen= wärtig stehen. Du machst es deinen Knechten kund, es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jest geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein belles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleien? Laß mich auch in der Einsam= feit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit bei allem Thun mich lenken, und stets mein Herz behüten. Von der Weisheit Gottes. Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 25. u weiser Schöpfer aller alles ganz genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor, 3weck, Maaß, GeStorate - 2. Die wundervollen pracht'gen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch seine eigheit da Verstand: der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die 2* 1 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 20 dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zweck beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. den dni stan 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit ſie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o, gönne mir dein fich'res Licht! 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du auf's beste mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. od mad Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. H crr, deine Ullmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding groß und schwer, das dir zu thun stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge sah. unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort bei allen Hindernissen. Du winkst, so 3. Du hast dein großes Schöpfungs werk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, über die Gesege steigt, die die Natur daß, Schöpfer, dein Vermögen weit bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn innig beuget; o, dem vergiebst du er sich von dir verirrt, vor dir sich Günd' und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad' und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht der langen Grabesnacht die Todten wird unser Kug' einst sehen, wenn nach auferstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läss'st. 7. Ullmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. O, zund' in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und machtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gieb, daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. Von der Allgegenwart Gottes. Mel. Erhabner Gott, was reicht. 16. - 30 fo27. großer Gott! der alle Ding' erfüllet, vor def sen Blick kein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin flieh'n, vor dir, Herr, ungesehn? 2. Könnt' ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die Tiefe dringen; so hielte mich doch deine Hand auch da: denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah'. und seinen Bollkommenheiten. 3. Dein Uuge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Inn're der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige gelehret! du aber weißt, was künftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es schn. apr 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh' ihr Mund dir ihren Kummer sagt, ver nimmst du schon, was dir ihr Seufzen flagt. G310 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Untlig wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 90 8. O prüfe selbst die innersten Se danken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Mel. Mach's mit mir Gott nach. 26. 28. Nie nie bist du, Höchster! von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 18( 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu: du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn; und nichts mich deiner Hand entziehn. tre 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet, 21 und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet; so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Bess'rung väterlich nommodo id ud anad 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine! voll Mitleid, Bater, zähtest du die Thránen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. OVA 6. O druck', Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seyst, das tröst, und beff're meinen Geist, Disne sipan fir Von der Heiligkeit und Gerechseistestigkeit Gottes. a Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. 29.* ott, vor dessen Ungesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus dessen Lichte, stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Boses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unstråflich, recht und gut, und mit deines Armes Starke wirkst du stets vollkommne Werke. 22 303. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind; wer beharrt in feinen Eunden, kann vor dir nicht Gnade finden, dan 3d Goniom Erster Theil. Vom Wesen Gottes 4., so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tode in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabſt du deinen er reinige vom Bosen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du felbst verheiss'st, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Bierde sen rechtschaffne Heiligfeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. suis nisu stise Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. erechter Gott, vor dein Gericht, muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Unge= sicht auch mir mein Urtheil fällen. O, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst beflissen seyn, 30. G stimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß die der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. da 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder! bes soll, gang rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Ver brecher, der dein Gesetz und Recht bist du ein strenger Ihn strafend machst du offenbar, daß er dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet.id nog flerton die aus der Art geschlagen, das 6. Der Untergang der ersten Welt, Feuer, das auf Sodom fällt, Uegyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Born erwacht, wie du den Sündern lohnest. 7. Bleibt hier viel Boses unbe: straft, viel Gutes unbelohnet, fo kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet; da stellst du, Herr, in's hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht: dann triumphirt der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gieb selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sund' in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes begt, ſen meines Herzens Muster. 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue fehen; so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. und seinen Vollkommenheiten. The Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes, 31. nod noch Mel. Wer nur den lieben Gott och nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verlegt. Du håltst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesegt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. - 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt ſie doch zur rechten Seit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht; so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. D, drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? du bist ein Fels, dein Bund steht fest: Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Wie stark sind unsers Glaubens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschamen! O, traue Gott, der treu es meint. Such' ihn zum Muster anzunehmen, und sey auch aller Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, bei dem man Treu' und Wahrheit find't. 23 Mel. Gott des Himmels und der. 32. Weicht ihr Berge, fallt # 1 ih: Hügel! Berg und Felsen stürzet ERK ein: Gottes Treu hat dieses Siegel, fie soll fest und ewig seyn. Laßt BE den Weltkreis untergehn, Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den fie ewig sich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm, gut und getreu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer fein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Laßt sein Untlig sich verstellen; ist sein Herz doch treu gesinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sey sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt emport. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Hill' und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbar= mer; so hat er sich selbst genennt; welch ein Trost, nun werd' ich Urmer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht ihn sich mir jemals ganz entziehn. 24 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbeweglich auf ihm ruh'n: Felfen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel kann vergehn, doch sein Bild bleibt ewig stehn! Erster Theil. Vom Wesen Gottes Von der Liebe und Güte Gottes. dru. Jut mel. des 66. Psalms. 33. W - feiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht be darf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? It's nicht sein Arm, der alles schafft? 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. ie groß ist des Alls macht'gen Güte! ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch 34. nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Gute sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest felig seyn. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen seyn, wie Er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, fo treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! fie stárk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie troste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks. Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Lust. Der Qualsucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gutig: feit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und haft uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießeft werden, da schufst du uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. D Gott, deß starte E Hand die Welt erschaffen hat, und deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Baterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug' erkannt. Dorthin uns zu erheben ist, Gott! mit uns, dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ew'ger Sohn dahin. 12% noch erhält! Ich spüre deine Güte 103000 hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu' bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in ihnemuth legt, so siehst du auf mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Batertreu'. Du, Ursprung aller Gaben! Du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohl thun, das du übest, sind unsre Tage geschieht's zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig Mit Dank dir zu be eine Luster, fey), auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruh'n. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den fegest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du krönest seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ew'gen Freuden hin. Wie theu'r ist deine Gute! Gott, laß mich ihrer freu'n, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes seyn? Mel. Wie schön leuchtet der. 25 OF und voll Wohlthun nach mir Urmen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seb' ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, Groß sind deiner Hände Werke! 3. Go oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, führ' ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd' ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeckt' ich, Gott, deine Güte. Ich seb' und hör' und fühle sie in Feld und Wald, an Thier und Vieh Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn' Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh' ich deine Güte. Die zeiget mir cin jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Gemüthe. Billig muß ich dir hin: wieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. 6. Herr! dazu, bitt' ich, hilf du mir! 3euch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlan= gen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Erster Theil. Vom Wesen Gottes giding Der 36. Pfalm. Mel. des Pfalms. 36. ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht ſo weit, als deine Himmel reichen! und alles sagt: daß deine Treu', wie du, unendlich, ewig sen! Eh werden Berge weichen, eh' uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang' du bist, Erbarmung vor dir finden. 2. Dein sind die Menschen, dein das Vieh! du, Gott, erhältst, er: nähreft sie, wer kann dich gnug er beben! Du Gott voll Gnaden, voll Geduld, stets fühlen deine Baterhuld, die hier auf Erden leben. Wer giebt dem Menschen sichre Ruh? Wer, wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud' erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Lust, wer will sie so entzücken. 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gútigkeit, quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schuge sie, die alle Falschheit haffen! Von der Geduld und Langmuth Gottes. 37. Getreuer Gott! Gott! Wie Mond viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleich wohl, Bater, suchst du ihn lang: müthig davon abzuziehn, zur Beß: rung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, so fuchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange fahst und riefest du nicht ehmals deinem Volke zu, daß sich ihr Herz bekehrte! wie trugst du nicht mit Univ.- Bibl. Giessen Gutigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh' sie die Fluth verheerte!. 3. Noch immer giebst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du lásf'st den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ibn gánzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu', und hörst, damit er fruchtbar sen, nicht auf, an ihm zu bauen. und seinen Vollkommenheiten. 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Nege stellt, oft sicher, matt und tráge. Sie straucheln, sie vergehen sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzu stehen. Du trágest sie mit Baterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; giebst ihnen neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig Freu: denleben. In 2010 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag' uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gútigkeit zur Buße leiten lassen. Mel. Wunderbarer König. # 1560138. STAL 27 und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre, wird durch neue Proben, immer herrlicher erhoben. D, wie weit, o, wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3, Was wir davon denken, was wie sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen: Herr, wer kann das faffen? 4. Du vergiebeft Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dráuet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Born erreget. numschránkte Liebe, eligónne blöden Augen, die zum Trr: dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, I mit Lieb' und Wohlgefallen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thránen senket, dem wird Straf' und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster, sey gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, 3ions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. ford Lob der heiligen Dreieinigkeit. 39. t Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. ott, unserm Gott allein sey Ehr'! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drůcket nun sein 3orn nicht mehr! geheilt ist unser Schate. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Vater wir verehren dich,| Pilgrimschaft im Glauben selig schlie mit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. du regierest ewiglich! dein Thron kann niemals wanken. Herr, alles, was du sprichst, geschieht, so wie dein Uug' auf alles sieht: Wohl uns, daß du regiereft! monistat 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 3. O Christe, Gottes ein'ger Sohn! Für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sey uns mit deinem Heile nah! Uch, für uns alle starbst du ja! Erbarm' dich unser 41. O heiligste Dreieinigkeit, aller! nach ebren bemüht sich deine Christenheit, dein Lob läßt sich stets hören. Wie hoch bist du, wie wundersam! Unbetungswürdig ist dein Nam, dein Besen unerforschlich. ad d 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Ullerhöchsten Segenespur, doch Dank sey feinem Worte! Es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohn Mel. Gott, mache du mich. 17. err, unser Gott, wer ist 40. Het der Gott des 4. heil'ger Geist! du theures Pfand, du Trôster der Erlös'ten! Erleucht' mit Weisheit den Verstand, und komm', das Herz zu trösten. Sey, wo wir wandeln, unser Licht! Verlaß uns auch im Tode nicht! Wir trau'n auf deine Treue. 200 höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erle= fen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Våter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ew'ger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O, laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Gegens werden, und dir im Glauben dienen. nomad ny andr Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! Wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du giebst zum Guten Luft und Kraft. Laß uns deß auch genießen! damit wir unsre armen Sünders. 325 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Bater, aller Wesen Quell und Ursprung, sey gepriesen! Du Vater, haft von aller Zeit in grånzenloser Ewigkeit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 4. Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnåd'gem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen: Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trågest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. 5. O bester Vater steh' uns bei, uns, deinen armen Kindern! wir fehlen oft noch, ach verzeih', verzeih uns armen Sündern. O, unsre Noth ist mannigfalt, errett' uns, Herr, und hilf uns bald, zeig' dich an uns als Vater! 6. Herr Jesu Christ, des ew'gen Sohn, von Ewigkeit geboren. Du herrsch st auf deines Vaters Thron, zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bist's, burch den er sie erhält, o Gott, aus Gott 111079 197816 geboren tosding 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, der dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. und seinen Vollkommenheiten. 8. Nun sigest du zur rechten Hand des Vaters hocherhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott, du bist's, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vom Vater und vom Sohn gesandt, mach' uns die Gottheit recht bekannt, und ihr zu dienen willig. 42. D Der 19. Pfalm. tie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Veste 29 10. O heil'ger Geist, du Geist des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig. 3) Von der Schöpfung. B lehret die Werke, die sein Urm gemacht; und aller Welten Harmo: nie, verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? 3. Die Ordnung kunsterfüllter Kreiſe verherrlicht Gott durch jedes Land 11. Geist des Gebetes steh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu', zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getroft und selig sterben. 12. Gott Vater, Sohn und heil': ger Geist, wie groß ist deine Güte; sey ewiglich dafür gepreis't, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor besingt, wo heilig, heilig, heilig klingt, so hör' hier unser Lallen! Jedn und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Cob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strahlend Belt, als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Grau'n der Nacht, beseelt die Welt und giebt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und giebt dem kranken Herzen Kraft; sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. 7. Aus seinen richtigen Gesehen quillt Freude für die Traurigkeit. Sie heiligen, wenn sie ergößen. Wie lauter ist, was Gott gebeut! Herr, deines Wortes reines Licht erleuchtet jedes Ungesicht. Von der Schöpfung. 3. Daß Kraut und Pflanzen sich verjüngen, und alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen brin gen, das Feld mit tausend Farben spielt, das flicht allein aus deiner Gnad', die unsre Welt gezieret hat. 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmůcket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglücket, die sich dem Dienste Gottes weih'n. Denn alles, was der Herr gebeut, ift Wahrheit und Gerechtigkeit. 9. Die Seugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 10. Wie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hält! Doch oft vergißt man deine Rechte: Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergieb, das bitt' ich, Gott, von dir, auch die verborg'nen Sünden mir! 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sey! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freu'n, und laß, zur ange= nehmen Stunde, die mein Gebet Erlöser, Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Gott, mein Hort! 1 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Sebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. Du bist es, der die Erde kleidet, und sie mit grünem Schmuck behängt. Du bist es, der durch seine Kraft dem Frühling neue Unmuth schafft. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, daß mir die Schönheit dieser Welt von dir kommt auch das Wunder her, so strahlend in die Augen fällt. 6. Was zeugt das Heer von tau: send Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Bon ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott du bist nichts, als Heiterkeit; nur Licht und Strah: len sind dein Kleid. Mel. Allein Gott in der Höh¹. 15. 44. Wenn ich, Schöpfer, deine Macht, die beit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Mel. Die Himmel rufen, jeder. 42. 43. Gott! ben alle Himmel Gott, mein Herr, und Bater! ehren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur schönes fehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. Un deine Weis: heit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mist dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, 7. Uch Schöpfer! heil'ge mein Ge sichte, wenn ich so voll Verwund'rung steh', daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh'. Uch! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust. Erster Theil. Von der Schöpfung. - Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, böchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nugens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn! Mein Schaß und Ziel sey du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reiſe: hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich klug und weiſe, daß ich hier thu', was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preis't der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge: ringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Vers stand, dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis 46. D von deiner Gút' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey gepreis't, und alle Welt fag': Umen! und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 45. Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist, auch ziche mich, mein Gott, zu dir, und offen bare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Undacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis und gut der Schöpfer sey. O, wenn das Stumme reden konnte, so stimmt' es der Ermunt'rung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Güte voll. O, gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab', und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! Mel. des 140. Pfalms. ie Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne; Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's und sieh' die Wunderwerke, die die Natur dir aufge= stellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt. 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschau'n? Durch wen ist alles? gieb ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 16. Ich bin dein Schöpfer, Weis= heit, Gute, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bin's, mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. Erster Theil. Von der Schöpfung. 32 dr Von den Engeln. od Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. S err, du haft in deinem Reich große Schaaren heil'ger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich; denn ich bin noch voller Mängel. 20ch! wann werd' ich auch so rein, als die guten Geister seyn. 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sey gefinnt. 3. Gieb mir Weisheit, gieb mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd' deinen Engeln ähnlich werd'. - 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruh'n, wie die reinen Geister thun. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schüßend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter seyn. 6. Mach' es, wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich. niso no indon Mel. Nun ruhen alle Wälder. $ 16 48. D u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn: du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, giebst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Ungesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Ucht. 3. Ich preise deine Güte mit dank: barem Gemüthe für diese Wunder: Schaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schuß ich sicher war. 4. Gieb, Geber aller Güter, gieb ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. Es sey mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib' ich manches Fehltritts frei. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach' auch mich dazu bereit. 6. Cie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein; laß mich, nach deinen Worten, o Herr an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd' seyn. and mo 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Psalms. 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ist's im Augenblick ge= schehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: sie wirklich schon zu 49. Jhr Frommen, auf! die feh'n. Allen Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh'. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh'. 6. Er wechselt niemals in Gedan= kein. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Bions Kindern, die er aus den Súndern, als sein Erb', erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühmen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter seyn. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von 3ions Chören noch eins so ange= nehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weifen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seyd, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was fein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß man's merke, seine Wahrheit dar. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille und jeder Ausspruch, den er fällt. Der Ausfluß seiner Segensfülle er= geußt sich durch die ganze Welt. mel Klüfte, hieß sein Machtwort feyn. Uller Sternen Kreife, Wechiel, Licht und Weise schuf sein Hauch allein. 4. Er hält die Meer' und Wasserschåge in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb' und Fluth Gea sege, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Got: tes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geister, Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung ant 33 8. Er hat das Herz in uns geleget; d'rum kennt er dessen Haß und Luft, und was sich da geheimes reget, ift eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Urm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde riß, ist keinem Flüchtling, keinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. und Leben nimmt sein Aug' in Ucht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, feiner Huid und Macht. 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Tod'sgefahren zu. Wenn andre lang nach Brode weis nen, so speis't er uns in milder Ruh'. Darum, fromme Herzen, harrt in allen Schmerzen seiner Hülf und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil ver schafft. Rount sin 3 34 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 11. In dir, o Herr, in dir alleine| 5. Dein Wink gebeut den wilden erfreuen wir uns jederzeit. Der Troft Meeren, und stillet Wind und Fluth. für Israels Gemeine ist deine Treu' Wenn Welt und Hölle sich empören, und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen so dämpfst du ihre Wuth. So weit ferner an uns Urmen, du, o höchstes der Erde Theile reichen, erschrickt die Gut! Gieb uns einst zum Lohne unsers Heidenschaft vor deiner wahren Gott: Glaubens Krone, der auf dich beruht. heit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet dem Schuße deiner Macht. Wenn du erquickst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder. Neichthum groß. Der 65. Pfalm. Mel. des Pfalms. 50. M an betet, Herr, in 3ions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde 7. Dein Brunn, der nimmermeht verseiget, erquickt sie früh und spåt, bis Keim und Wehre treibt und stei get, und alle Frucht geråth. Wenn Frucht und Fluren sich verneuen, Herr, so tránkst du sie, und thauef Wachsthum und Gedeihen auf unsa Saat und Müh'. 8. Du krönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land Es triefen Wüsten, Haid' und Weiden von ihrem fruchtbar'n Guß. Di Hügel schmücken sich mit Freuden und holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaaf gedrånge die Anger rings umber Es stehen von des Kornes Meng die 2uen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: de frohe Landmann singt des Allerhalter Macht und Ehren, daß Berg' unt Thal erklingt. 30 Der 104. Pfalm. 3. Du gießest nach den bangen Zei ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Sige deiner Seligkeiten, an allen Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. Enden aus. Wir können deiner Liebe 51. Su toben, ihn, den 30 zu Proben in tausend Wundern sehn, und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. hovah Sebaoth! Sehr herrlich bist du sehr erhoben, geschmückt mit Majestát mein Gott! Licht, das auch Sera phinen schrecket, Licht ist dein strab lenvell Gewand! den grenzenlose Himmel strecket zum Vorhang aus Herr, deine Hand. 2. Du bau'st in unermess'ne Höhen Allgegenwärtiger, dein Haus; un Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sey, so spricht uns Urme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenoffen záblt. 4. Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren. was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge grunden kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Ullmacht angethan. drap 33. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 35 wölbst mit dichten Wasserseen die| gen die Bäume uns so manche Frucht, glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, steigen auf Wolken, deinem Wagen, nah'st dich in Wettern fürchterlich, dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! empor, gepflanzt durch deine Zucht. 19. Die Vogel bau'n in ihre Wipfel, die Störch' in Tannen sich ihr Nest. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, 3. Die Engel fliegen, gleich den die sich auf steile Höh'n verläßt. In Winden, vor dir voran, Herr 3e- Klüften, in der Felsen Höhlen verbaoth; wie Flammen, die sich schnell bergen die Kaninchen sich. Die Zeit entzünden, sind deiner Ullmacht Die zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie ner, Gott. Du haft der Erde Grund der Mond, o Gott, durch dich! bereitet, sie steht und wanket nimmer- 10. Die Sonn' eilt, ohne zu er mehr. Einst war sie mit der Tief' umkleidet, und über Berge floß ein Meer. 4. Du schalt'st die Wasser, und sie flohen vor deinem Scheiten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner ( drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, er= schienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thaler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 15. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal era füllt: da trinkt, wenn Hig' und Durst fie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 1 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Baum' empor; zu frieden wohnt auf ihren 3weigen und singt roll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du náhrst mit Gras der Thiere Heerden, wie schon bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod giebst du für des Men schen Leben, und uns're Herzen zu erfreu'n, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Weins matten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finft're Schatten umzieh'n die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Ge= brülle begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hell'ren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonnen Strahlen sah'n. 12. Der Mensch erwacht: mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, sind deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll, du giebst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelt's in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählft, von größern und von kleinern Heeren, die du ernährest und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bah nen, du führeft sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle, wen fåttiget, wen stårkt es nicht? Von deinem Saft ernähret zeu=| sich dein Blick verborgen hat! 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! du segnest: sie erquicken sich. Du giebst: sie sammeln. Deine Hände eröffnest du; sie werden satt. Wie schrecket sie ihr nahes Ende, wenn 3* 36 Erster Theil. Von 15, Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entsteh'n. Wie oft erneu'rt dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Luft zu seinen Werken trägt. 16. Er schau't die Erd' an: sie er zittert. Er tastet an der Berge Höh'n; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, sind Flammen, dampfen und vergeh n. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen; ihm, weil ich lebe, Lie der weib'n; ihm soll voll Ruhms die Harf' erklingen, sein Cob mein legtes Stammeln seyn. 17. und süß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jest voll von Verbrechen ist. Sen feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd' in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing' fie Gott! 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh' ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrschest über alles. 7. 15.11 Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel. Allein Gott in der Höh'. 52. Dir, unfer Gott! ift nie: 53. Furwahr, du biſt, o Gott, mand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sen genug zum Trost für mich. omdat 2. Dein Weg ist zwar in Finster nissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Gut'. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Uus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Ge danken! Gett kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Sa, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Füh rung sich ergiebt. moniad net 11 3. Du herrschest weislich, recht und gut nach heiligen Gesehen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schågen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk zu segnen, zu beglücken. der Vorsehung Gottes. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führeft. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Un terthan, Herr, bete dich in Demuth an; o, sieh' auf mich in Gnaden! 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebeft! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Bergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der künft'gen Beit, beim Strafen und Belohnen. 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten tråge! doch du bist gnádig, und voll Huld vergiebst du Reuenden die Schuld; d'rum hoff ich auch Vergebung. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom 3weifel frei, ob ich der Gnade fähig sey; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 37 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 5. Drum will ich mich dir überlassen du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab' und bin. Ich frag' ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht kann fassen, auf tann ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Det digning Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Gúte war. Der 145. Pfalm. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid'. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Selige leit! So preif' ich einst vollkommen dich, so freu' ich dein auf ewig mich. andmel. des 62. Psalms. bywa 54. F O Confron T Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel fammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Rath beschickt, des gleichen, was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Sahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück wiederfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hålt, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gieb, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, baft aufgelegt; bilf dankbar seyn in Segenszeiten. 5, 2uch stärke meine Zuversicht, so quálet mich die Sorge nicht, wie mir's noch künftig möchte gehen. Du bist, solbur 1913007079701 55. ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig mar Ehre deinem Namen bringen! Sen täglich, ewig sey von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann ihn g'nug erheben? wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du Kinder loben, erhoben; dich werden unsrer Kinder und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preif' ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm um= her erschalle; die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von dulden: dem Gemüthe, barmherzig, gnádig, und von großer Güte; erbarmt fich seiner Werke, hat an allen sein Wohl= gefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Fremmen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jehovah, deiner gleiche, das rühmen sie, damit sie auf der Erde bewundert werde. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 38 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob befungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehova hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heit ihn bitten, zu überschütten. Mel. Ven Gott will ich nicht. MOO 56.& 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? mind 2123] 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand fie väterlich erquicke; du giebst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und giebst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise.nl 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten! die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Fre vel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 6. Dein Name sey gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, mein 16. Ja, ewis will ich seinen Namen loben! von allen werde Gott erhoben! Was lebet, müſſe, pert, zu schuldig Opfer bringen, und deiner allen Zeiten dein Lob verbreiten. Güte singen jegt und auch immerdar. on ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein gan= zes Leben ruht. Du zählst die 3ahl mir zu von meinen Lebenstagen mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh' und mit Ruh'. 3. Du fångst an uns zu lieben noch eh' wir sind, und hast nie Lust uns zu betrüben: doch nugt uns eine Last, fo bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie nun treffen soll. 4. Láss'st du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit kindlich freuem Sinn. Drum werf' ich, was zu tragen. mir schwer deucht, ohne Sagen, noch täglich auf dich hin. 5. das 8. Noch immer iſt mein Hoffen eingetroffen, wie mir's dein Wort verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad' ist größer, und macht's erfinnen kann. t's mit mir viel beſſer, als ich's 7. Du hast mir wohlgerathen, und lauter Gut's gethan, daß deine Lie besthaten ich nicht g'nug rühmen, Fann. Hilf, daß ich ewig dort vers klárt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. Aus dem 9. Pfalm. si Mel. Valet will ich dir geben. 57. ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank' ich und erzähle die Wunder Erster Theil. 1 Von der Vorsehung Gottes. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Ich singe: Herr meine Lust bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz' ich zu. 2. Du sigest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst; und sie vergehen vor beinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sünder, zittert! bereu't noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 5. Gott ist ein Fels der Urmen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thránen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth, du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schuß begehrt. 6. Ihr Bürger 3ions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hålt. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. 7. Herr! sey mir gnådig. Schaue voll Huld auf meine Noth! Du bist's, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh' ich in's Heiligthum; und, über dich voll Freuden, erheb' ich deinen Ruhm. 39 Der 121. Psalm. Mcl. Der Spötter Strom reißt. 13. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 1 Mel. Mein Gott das Herz ich bringe. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht nicht. Er die Welt unibet partheilos fein Gericht. Die 59. Noch immer wechſeln Wage sinkt und steiget, wie sein Gefeß gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 2. Getrost mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sey dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schůzet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf eb'ner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd' herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruh'n. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeih'n und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner 3weige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du náhrest jede Kreatur. D Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. 40 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt sie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollkomm'ne erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum bessern ist so gut, so treu, so mild, so váter: Erbtheil rufft: dein Sohn ging auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und segnest unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlseyn folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. - 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch: Und den noch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9., betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägt's und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht blos für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns seyn. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freu'n. Mel. Wer nur den lieben Gott.-- 7. 60. Herr und Schöpfer unsers Lebens, du begst ein wah: res Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich seh'n, und dich um deine Hülfe fleh'n. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drůcket, die ganz im Urgen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrůcket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 11. Lässt du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der fünft'gen Welt gescheh'n? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder 61. S Laß dies erhab'ne Glück mir stets vor Augen seyn! 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als fenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf' und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zur rechten Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgst für alles, was da lebt. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht blos für dieses 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. en zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Schaue feine große Thaten; was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müſſen es beweisen. Sonn' und Mond sind laute Beugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau' die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder Erster Theil. fonft zu finden, rühmt die Weisheit feiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. - Von der Vorsehung Gottes. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank ver: bindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Laft kaum gefaßt, balf Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke d'ran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. 2. Was nüßen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös und gute Tage, eh' wir noch waren, zugezählt. 41 seinen Willen gehorsam zu erfüllen, so nimmt er selbst sich meiner an. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein bescheiden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir giebt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 4. Ihm trau' ich in Gefahren: Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such' ich nur 5. Er lasse meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, Und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir auf's neue in Christo seine Vaterhuld. 9. D'rum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wird's wohl machen! 91223 18. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. en allen meinen Thaten 62. Staß ich den Höchsten 63 ehovah herrscht mit Mas rathen, der alles kann und hat! Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, der Helfer seyn durch Rath und That. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht, irr' ich auf finstern Wegen, eil' ich dem Kreuz entgegen, ſo sey sein Wort mein Trost und Licht. 7. Schein' ich von ihm verlassen, fo will ich mich doch faffen, und seiner Hülfe trau'n: und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schau'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut: ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sey nun, Seele, stille, dein Ruhm sey dessen Wille, der dich ers schaffen hat: es gehe, wie es gehe! dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Ratha -10 mg) ved Der 93. Pfalm. Coll Mel. Auf, auf, mein Geist, auf. jestát sich selbst mit Ullmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höh'n, wie sich emporte Strôme schwellend bläh'n, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dråut. 2. Das Weltmeer tobt; der starken Wogen Stimme brauf't donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stárkerer siehst ruhig ihrem Grimme vom Hims mel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Bierde Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. de Der 97. Pfalm. Der 96. Psalm. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. 33. n Mel. des Psalms. 64. Elieder, voll nie gehörter Erhebet neue Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet sie! Besingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 42 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Urm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Ungesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben; nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, sind Gögen ohne Seyn und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stárke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 082 wind gefällt; fallt hin in seines Tempels ballen' ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergeh'n! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank' und freue sich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heerden aufhüpfen: laffet jeden Hain und jeden Baum vol Jauchzens werden, sein Lob ertönen, sein sich freun. 65. D schont. 2. um seinen Wolkensig erscheinet Blig auf Blig, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brúllet Berg und Kluft; es glühet Erd' und 4. Bringt Opfer, welche Gott ge- immer lebt und webt, wenn er den Luft! und alles zagt und bebt, was fallen, im Schmucke, der ihm wohl- Wettern ruft. 6. Vor unsers Gottes Ungesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wagt dem menschlichen Geschlechte sein urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Ver= dienste und Vergeltung gleich! OF er König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Lander sammt den Meeren, frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht ergeht, das keinen Sünder so schmelzen auch geschwind vor seiner 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht! 4. O schåmet euch forthin; und brauchet Uug' und Sinn, die ihr mit Gögen prablet, und ihnen Opfer zahlet! Verehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweis't, und welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preis't. 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich 3ions Reich auch über eurer Neue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der une regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Thr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Bose, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr, und schüßt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht, und zeucht sie aus Gefahr. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stárke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Wilten thut. Dondurch d Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Pfalms. 66. NE Weltkreis lenkt; er zeichnet Stern 2nd und Winden die abgemeßne Bahn; sollt' er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? and 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm besteh'n. Gott läßt durch Sorg' und Gramen und durch selbst eigne Pein sich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten seyn. 3. Dein Aug', o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut sen oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hålt, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. Q. INDIG 7314, 2n wunderbaren Wegen fehlt dir's, Allweiser! nicht: Dein Thun ist Gaad' und Segen, dein Gang ist Recht und Licht, und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, fo kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff', o bedrängte Seele! hoff und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quale, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken; erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Ungesicht erfreut. immt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens bau'n wir dann! Will er die Stadt nicht schüßen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nügen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg' und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nügt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet giebt. mitte Im Mel. Ach, Herr, mich armen Sünder. 67. B efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Baterpflege deß, der den 43 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht versinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Re= gente, der alles führen soll! Gott sigt im Regimente, und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach feiner Weisheit Rath, das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ge= Univ.- Bibl. Giessen 44 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. hort: Er wird dir Hülfe senden, wenn| gesättigt werde. Thau, Negen, Sondu's am mind'sten glaubst, und all' dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. nenschein und Wind, die deiner Ullmacht Diener find, erzählen deine Güte. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trågst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue! schau' nur den reichen Lohn! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. - 10. O, ende, Herr, o, ende, hier alle unsre Noth, und reich' uns deine Hande im Leben und im Tod, Stets laß uns deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn; so gehen uns're Wege gewiß zum Himmel ein. som ved Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. - 7. Es stromen, wenn dein Donner draut, wenn Berg und Thal erzit tern, Gesundheit, Stärkung, Frucht barkeit selbst aus den ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chör jauchzt und erfreut sich wieder. 18. Von die kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freu'n des Himmels Heere sich: auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. 30. 68 Robt Gott, der und den Frühling schafft, Gott, ber den Erdkreis schmucket; der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet feine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder! es stromet neuen Tag Der 73. Pfalm. Mel. bes 89. Pfalms. Segen neu hernieder: der Burm, der in dem 69. Durch so viel Schein Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Untlig ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott berab, der allen Seyn und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Gefilde: auch hast du nicht die Thier' erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah'! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da! im Himmel, Erd' und Meere. Ich lob', o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb' und Gnade. 6. Du rufft die Wolken übers Land, und tránkest mild die Erde: daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 9. Doch schwach ist, Vater, unser Dank, den wir dir kindlich bringen. Wir wollen unfern Lobgefang einft würdiger dir singen. Dir weih'n wir uns're Lebenszeit, und seh'n das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. gestärkt, kämpft 3weifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah' Frevler mit Verbruß zum Glück allein geboren. Erster Theil. 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie, in immer frischer Kraft des Wohlseyns blühen fie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halses Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. - Von dem Menschen, seiner Natur c. 45 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, fennt weder Maaß noch Ruh'; droht, alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Und'rer Noth sich seine Höh' er= richten; und ſpricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Hims mel troßt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Rub'; brángt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen: sollte Gott herab auf Erden sehen; in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Ge= fege; doch blüh'n sie ruhig hier, uno haufen Schåg auf Schäße. 5. So hab' ich denn umsonst geſucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu seyn! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Ungst verseufzen muß, in mehr, als einer Plage! Ge= züchtigt werd' ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, emportes Herz! fall' nicht den Frevlern zu! Denn schlösfest du, wie sie; wie treulos würdest du an aller Heil'gen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des Herrn auf Erden, und seiner Vorsicht Gang und ihren Grund zu wissen. Umsonst! Mein Aug' sah' nichts in ihren Finsternissen. sid aine Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 70. De ein bin ich, Gott, dein ist mein Leben! Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du haft den Odem mir gegeben, mein ganzes Wesen kommt von dir. Dv, 7. Bis ich in's Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes aug' ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen: ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End', und all' ihr Glück zernichtet. 8. Wie das Erwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Bettlern Schäße schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jest, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Unschein hängt! Nun bleib' ich stets bei dir! du fassest meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Hima mel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir flieh'n, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie wer= den sie vergehen! 3u dir balt' ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertrau'n, und deinen Namen preiſen! prost 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Bater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschau'n deines Lichts. 2. Wie viel hab' ich dir zu verdans ken, Herr, der du mich bereitet haft! 218 mich die ersten finstern Schrans ken des ersten Daseyns noch umfaßt; 46 Erster Theil. 1 Von dem Menschen, da war dein Auge über mir, da lebt'| zer Leib, erbau't von dir, sammt einem ich, Höchster, nur in dir.. jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 3301221 2. Haupt, Uug' und Ohr, und 3. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, die nur so lang' im Fleische lebt, bis sie, Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd' und Wollen zugewandt. fehle, dein B ihr kein Wohlseyn Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgebild't, so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnädig's Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhalten, so daß der Tod vorüber ging. Ich stehe noch und preiſe dich. Herr, deine Rechte schüßet mich. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht Läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel' befleckt. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glies der zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff' selbst ein reines Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu', was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sey. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend' ich dieses Lebens Lauf, o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ew'ges Leben sey mein Theil, so preis' ich ewig dich, mein Heil! die Haut, so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sey, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan= 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, der's läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spåt und früh des Leibes Dienst verlanget. so meisterlich bereitet: was nüßte 4. Uch, hättest du mein Auge nicht mir der Sonnen Licht, ihr Glanz vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann. und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sey voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgefang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt' sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag', Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den höchsten preise. 7. D, prief ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh', lieg' und ausruh', oder mich bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! und daß mein Leib ein Tempel sey, worin dein Geist stets wohne. 10 11004 Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 71. 72. Dir, Gott, fey Preis und Dich & dir erhoben, du, deines Schöpfers ott werde stets von feiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, sein Bild zu seyn, ihn einst zu den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, Sem Thone seiner Hand, giebt er Empfindung und Verstand. schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmet, 73. Was ichte der Mensch, Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. vor deinem Un47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Mocht' ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen seyn. 3. Unmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. Gott, daß du sein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senest! Was ist er, wär' er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenklos. 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du dieſen Sündern aus göttlicher Barmherzige keit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott 3. Du hast den Leib, obschon aus erhob, sind sie so herrlich! Sie erzáh- Erde, doch wunderbar und schön ges len nur ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. bau't, daß er der Seele würdig werde, ihm' Sprach' und Sinnen anvertraut. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabeft ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und den ket, und ihr bast du ein ew'ges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deis nem Worte zugeſagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schene ken kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß: so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truk. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets woblergehn. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Urt; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab' ich Kraft; wer giebt fie? Gott, der alles schafft. 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkom menheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sey mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch' ich noch? was fehlet mir? 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reu't. Doch, das ist, Bater, meine Schuld, vergieb sie mir nach deiner Huld. 8. Wie wundervoll ist das Vermd= gen, Gott, das du meinem Willen giebst. O, möcht' ich es doch stets 7. Doch wenn erhöhet von der Erden, im Himmel, deiner ew'gen Stadt, dich Leib und Seele schauen Erster Theil. Von dem Menschen, 48 werden, von deinem Licht stets froh Mel. Nun danket alle Gott. 9. und fatt; ſo ſollen ſie auch beide dich 75, umachtig großer Gott! vollkommner Wer kann g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Daseyn, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel beat, hat deine Band gebaut, die jest noch alles trágt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und woll test, Gútigster, daß ist dein Bildnis wäre, drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld ge schenkt. 3. O welch ein großer Sweck, dazu du, Gott, mich schufest! wie herr lich ist das Theil, dazu du mich be rufeft! Dir, Höchster, ähnlich seyn, ist unser größtes Glück. O, wohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein aller stärkster Wunsch, mein eifrigstes Be streben in allem meinem Thun, sey dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet moge seyn! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. - Der 8. Pfalm. Mel. Erhabner Gott, was reicht.- 16. 74. unfer Gott, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preisen. Ein schwaches Kind Fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deine Macht noch troßet und verneint. 3. Ich seh' erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Mond's und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch fein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theu'r in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Bater bist. 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schoos nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vich in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt, und auf Gebirgen klimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 8. Der Vögel Schaar, der Sånger Chor in Lüften, der Fische Heer in Fluß- und Wasserklüften und was sich nur im Meere náhren kann, ist insgesammt den Menschen unterthan. 9. D unser Gott! Beherrscher aller Machten, wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd' und Himmel geht. Gome 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Günde fliehn, des Fleisches Lüste zäh men, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, dem Nächsten gern versüßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, 0 Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch seiner Natur und Bestimmung. 49 im Guten ähnlich bin. O, bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn. WieBeruf, den uns der 77. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. ist doch der 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. bin, o Gott, dein Ei2. Nicht hier ist unser Vaterland: allein bei dir, Gott, droben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das ein traurig 76. Ich enthum. Du ſchufft Ende nimmt. Hier ſind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. mich, dein zu seyn; mein ganzes Le ben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preis't, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reigt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sey stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hålt dein Gebot. Ihm ist'e nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutft, ist für uns gut. Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bift sein Troft und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. 3. O, laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! was hilft's, wenn ich auch noch so viet von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmels reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir zur Wallfahrt zugemessen? Nur wenig Zeit. Ist die vollbracht, so wird der Erde Gut und Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beff'ren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemüh'n, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz das wird allein sich ewig deiner Gute freu'n und einst dein Untlik schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesegen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein bewähr tes Kind zu deiner Freude gebe! 50 gummip de quib? mist 6) Vom Fall und von der Verderbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens.e radi u volt Met. Auf meinen lieben Gott. du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. sid tim 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verfcberzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben.d 2 78. D u, der kein Boses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Hochster, gabft ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Súnden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren follte, nur was deine Wille wollte mit freudenvoilen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter diefer Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dúnkt uns 3wang. Des bosen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Súndenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst cntbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beff'rung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt. Gott, se verderbt wir sind, so willst muding essel. des 38. Pfalmis. h 79. J esu, Urzt todtkranker Seelen! Will's uns fehlen an Er fenntniß eigner Noth, so daß wir die last der Sünden nicht empfins den, ruhig bei dem nahen Tod: 2. Ach, fo gieb Gefühl von innen, mach' die Sinnen lebendig und auf geweckt; bis die gráuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng' und Größe, unsre Bloße, zeiget dein Ge seg uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Chránen zu dir, Urzt der Seele, nah'n. 4. Dein Geseg spricht: heil'ge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stárke gleich, widmet Gott dem Ullerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, ſo wie euch. 5. Uber, ach! wer kann verhehlen? Hier will's fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 6. Jefu, ach, ach trag' Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Urzt, der heilen kann. 3ünde bei uns allzu sammen reine Flammen deiner Lieb im Herzen an. Erster Theil. Vom Fall und von der Verd orbenheit zc. Mel. Jesu, Arzt todtkranker. 79.6 80.! was bin ich, mein Erretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich lieg' in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu' ich nicht. - 2. Uch! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find' ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Von Geburt bin ich ein Sünder und nicht minder stråflich durch ge häufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mit Krmen, groß ist deine Gnad' und Huld. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. dob 5. 3uflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen segen meiner Seele zu. Sieh', wie mich die Súnden qualen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh'. 6. Herr, errette mich vom Fluche, sieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. u Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. S err! du kennest mein 51 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, das ich nicht mein Heil verscherze. Laß der sündlichen Begier mich mit Nachbruck widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sund' in mir sich regt. Hilf mir selber muthig támpfen, alle böse Lüste dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, o so bilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Hån= den gut und selig möge enden. Mel. Nue Menschen müssen sterben. Verderben. Uch! es regt in meiner Bruft, wie bei allen Adamserben 82. sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gott, wie tráge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wies derum erlösen thor em jardin Gott! Erhab'nes Wefen, das, voll segnender Begier, Menschen( ich zum Dienft erlesen! ach! was ist der Mensch vor dir? FIL Wenn ich deine Größ' erwäge, und pliowas ich bin überlege: wie roßer 52 Erster Theil.- Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? ship 2. Fluch und Elend, Tod isad Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schånden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trågt mich schonend deine Gnade. Nahmest du zurück, was dein, ach, was würd' mir übrig seyn? 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undant an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Súnden ange: wendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg' ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief be schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe Tobs 78. Mel. Auf meinen lieben Gott. 83. Mein Gott, bir ift inn're du aus Gnaden der Seele tiefen Sad Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? Ta - 3. Ich habe wider dich, den Näch sten und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und dei nen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer DankPfalm 51. barkeit in mir. Bater! laß das 84. D DE ie Quell, woraus schwache Lallen meines Lobes dir ge= fallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. der Mensch ursprünglich ist, der ew'gen Gottheit Kraft und heil'get 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sey der Gipfel meiner Freuden, Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt. 300( Clash Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mi 6, Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit macht'ger deine Gnate. Wie groß aud nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. bewußt böſe Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. beile 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gieb mir Luft und Stärke, daß ich nut gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge. 1918 R200 reinen Stromen fließt, die ander nichts, als was sehr gut, gemad Erster Theil. Vom Fall und von der Berdorbenheit zc. - 53 3. Da wall' ich hin, da wartet mein das Unschau'n Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein selig Antlig schau'n. 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blüh'n und welken wir: das machet unsre Missethat, die deinen Born entzündet hat. 5. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchångstigt dein gewaltig Dráu'n! Denn denkst du in's Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? hat auch den Menschen gar nicht bof erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, das war die Bier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde die Seele schmückte, die er sich geweiht. Es sollt' der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ew'ger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 6. Uch zurne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad' ergeh' für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil sey meine Zuflucht, sey mein Theil. 7. Auf daß ich flug sey, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb' und sterb' ich dir allein; im Leben, Gott, im Tode dein. 3. Ach! aber ach! ein unglücksel'ger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd' und Tod herrscht jegt und überall. Es ist das 410 Gift der Wurzel zugeflöst: Drum 86. M kann der Stamm mit allen seinen 3weigen, nun ganz verderbt, von inn'rer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bitt're Früchte zeigen. 4. Wo find' ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jegt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr'. Ach hilf, mein Gott, und mach' mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sey, und dich, o Lebensquell, môg' ewig loben. Aus dem 90. Pfalm. Mel. Der Spötter Strom reißt. 13. 85. Wie ie ein Geschwäß des Tags verfließt die Seit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kommt, sey was ich sey, ein Sünder, oder Gott getreu. te fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Evigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund' von Herzensgrund? davon der tráge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jest stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh' man es noch denkt, vergeht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, fo bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jesu bin. Kaum spricht 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Uch! gieb, daß ich mich 54 Erster Theil.- Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Trost im legten Glockenschlag. and Tod und Leben seyn. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Lust, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, sieh' dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh'. ald 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 9. Ich werde dann von Ungesicht Gott schau'n in jenem fel'gen Licht. Welch' unaussprechlich große Freud' ist mir bereit't! Gott sey gedankt in Ewigkeit. mo THE Mel. Nun ruhen alle Wälder. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Glück sey stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir finden's, Jesu, nur bei dir. Tube 7. Damit ich dich verklärt einst seh', und froh vor deinem Throne steb', so lehre du, mein Heiland, mich 48. und gieb, daß ich nichts so begierig 88. Die Herrlichkeit der Erden dich. Mel. Wie fleucht dahin der.- 86. 87. Gott hab' ich alles heim ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau' ich seiner Gútigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte d'rauf und bleibe still. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar' gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeteid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. 4. Bulegt ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sink' du, o múder Leib, hinab in's stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 5. Wenn mich die Sünde schon anficht, o so verzag' ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 6. Heil mir! daß mein Herr Jesu Chrift für meine Schuld gestorben ist; nun lebt und herrscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb' und leb' ich allezeit, von dem mich auch der Tod nicht scheid't. D, sein bin ich, und er ist 1 werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergóget, was man für ewig schåget, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trogig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Le ben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wird's, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug seyn? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wåre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh' gewinnen; was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besigen, uns vor dem Tode schüßen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Ungst und Leiden und Reu' auf den Genuß? Was ist's, wo mit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, die nicht zulegt verschwin den muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Giebt es wohl ird'sche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 7. Wie, wenn die Sonn' aufges het, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier, und doch verwelkt sich Erster Theil. Von der beuget, eb' sich der Abend neiget; so blühen und verwelfen wir. 1 8. Froh wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Ta= gen, noch eh' wir Früchte tragen bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser Mel. Jefu meine Freude. 89. W wa 1700 bis 7) Von der Erlösung der Menschen und dem d thus the Erlöser überhaupt. and man nadna sn lagro and ort aus Gottes Erlösung der Menschen ic. 55 Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hútflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. Munde! Wort vom Friedens: Bunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott derschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben fchafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat: was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereu't, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. S 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jeſus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er bat des Hochsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht. 4. Da uns Strafen drohten; was für frohe Botent trostreich ist ihr Mund, liebreich ihre Füße, ihre Leh ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trågt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Geseg zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen frug. Jesu Tod verföhnt euch Gott; Gott, der euch als Bater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm will ich nur leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. meg i 90. Durch Adams Fall ist erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir waren nie genesen; war' Jefu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, 56 Erster Theil. - Von der Erlösung der Menschen jeder hat in Adams That des Satans 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heil'ges Wort nicht neh: men; so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr Neid empfunden. vertraut, auf sie fest baut, der wird den Tod nicht schauen. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen; so herrschet mit tyrann'scher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gna9. Mir zeigt schon jest dein heilig's Wort den Himmel aus der Ferne, denn dies Licht führt zu Chrifto fort, denthron, damit wir möchten leben. dem hellen Morgensterne. Bricht der nun an, man die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. 12 0 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder; so bringt uns eine fremde Huld in Chrifto alle wieder. Und wie wir all' in Adams Fall des ew'gen Todes starben, so rettet Gott durch Christi Zod, die sonder ihn verdarben. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ewig's Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Truß umgiebt sein Schuß uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zulegt zum Spotte, der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn' diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feind's Gewalt und arge List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felsen baut! trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh'; hab' ich doch nie den Menschen sehen fal= len, der sich nur fest auf Gott ver= läßt. Gott hilft den Ceinen allen. 29. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 91. Ew'ge Liebe, mein Gemüthe Blick in den Abgrund deiner Gute; send' ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zer: streut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet haft, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, ein theures Lösegeld, durch des eignen der verdammnißwerthen Welt durch Sohnes Sterben Gnad' und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit! welcher uns hulflosen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Untheil nimmt; wer nur an den Mitt ler glaubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Verderben ohne Grund verbannet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deiz nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. nob und dem Erlöser überhaupt. n 57 Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Ewig sey mit Dank befungen,| zen schau'n; da findet sich zu aller was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heil'gen Rath, den der Glaub' in De: muth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu seyn. Richte selbst mein ganzes Leben so nach dei nem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen moge: ich sen auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vers trauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd' ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. in cod Mel. Wer nur den lieben Gott.-7. te 92. Ich habe nun den Grund Hoffnung ewig bált! Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbe weglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns in's Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen seyn! deßwegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel sieg: reich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh'. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Were fen, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist: Er wird gewiß sein Wort erfüllen. Er, der die Seinen nicht vergißt; sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen, fållt alles andre gleich dahin, so fing' der Barmherzigkeit! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 30. 93. Nun, Christen, laßt uns fröhlich Gott Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb' und Lust ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat; was Gott an uns gewendet hat, wie theu'r er uns erworben. 2. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz besessen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte 4. Abgrund, welcher unsre Sünder Barmherzigkeit, mir wollt' er den durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schrei't: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertrau'n, und wenn mich meine Sünden kránken, nur bald nach Gottes Her helfen lassen; zu mir wandt er ſein Vaterberz; zu heilen meiner Wunden Schmerz; ließ er's sein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil', meines Herzens werthe Kron'! sey du das Heil der Urmen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Tod, und laß sie mit dir leben. 58 Erster Theil Von der Erlösung der Menschen 5. Der Sohn, der ihm gebörsam 12. Für uns ein Mensch geboren, war, erschien nunmehr auf Erden, der keuschen Jungfrau Sohn, wie als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Gottes Eid geschworen, erlitt'st du Bruder wollt' er werden, hielt heim: Qual und Hohn; starbst, daß wir lich seines Urm's Gewalt, und ging leben möchten, erhubst uns zu Ge einher in Knechtsgestalt, des Satans rechten und Erben deines Reichs. Reich zu stürzen. is appl 6. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich! Es soll dir jest gelingen. Mich selber gab ich ganz für dich; will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, seyn. Uns soll der Tod nicht scheiden. 3. Gieb, stets in reichem Maaße, Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Gauben bleiben, durch ihn zur Lieb' uns treiben, und zu der Lust an dir. mdown bus 7. Bergießen wird man mir mein Blut, boll Grimms mein Leben rau ben. Gern leid' ich alles dir zu gut. Das halt mit feftem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 8. Den Himmel nehm' ich wieder ein, und scheid' aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister seyn, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübsal Troft gewährt, dich, wenn er mich in dir verklárt, in alle Wahrheit leite. Mel: Herr Christ der ein'ge Gott's. 94. O D 6. Dank, Lob und Preis und Ehr fey Gott in Ewigkeit für solche füße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie ftárt uns, wenn wir scheiden; sie schüz uns im Gericht. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt feines Nur Mel. O Troftwort, das uns Leben giebt. dich vor Menschenwahn, der dir den 95. Gedanke, der uns Leben Schaß leicht rauben kann, dies sey mein Abschiedssegen. Her Christe, Eingebore 4. Der du trägst alle Dinge, des Vaters ew'ge Kraft! ohn' den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. ggts dos d ner, von Ewigkeit gezeugt! Des Vaters Uuserkorner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch aufersteh'n; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren; dein todt und lebend seyn. giebt, welch Herz vermag dich auß zudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 12. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heil'gen Finsternissen, fúllst du mein Herz mit Majestát, und stillest mein Gewissen. do 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergrün: den; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rath des Opfers Jesu nicht ergrún den; allein das Böttliche der That, das kann mein Herz empfinden. apie und dem Erlöser überhaupt. 59 getragen, nicht Gott und mein Ertöfer, 96. Helt und in een n Hennoth ist Rettung uns 5. Rimm mir den Trost, daß Jesus Mel. Allein Gott in ber höh'. 15.1 Schuld uns! Aus unsrer Sünist: so werd' ich angstvoll zagen. erworben. Der Herr will nicht des 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sünders Tod. Was Adams Fall verSinn: so werd ewig er erund wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. aus 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir fein frecher Spotter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben.no 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum durch ihn des ew'gen Lebens Erbe, dies bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er giebt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue; fo fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried' und Ruhe! 11. Und wenn mich meine Sünde frånkt, und ich zu seinem Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein ge= denkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dank barkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne, raf 15. Sollt' ich dereinst noch würdig seyn, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 16. und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden, so wirk' er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Súnden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn ges schenkt, so laß mich noch im Tode benken: Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. seht. Wie werth sind wir vor ihm geschägt! Wie groß ist sein Erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt' er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser Heil: er kam, am ew'gen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Zod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unfre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. We ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Soch von uns zu werfen. 64. Gelobt fey Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! das wahre Glück nicht fehlen, getrost nun fann uns auch auf Erden schon und froh in Gott zu seyn, wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns vers schafft, das ist in seinen Händen. Gein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anver= trau'n, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe bau'n, und sein Joch auf sich nehmen, das ist der Weg zum ew'gen Wohl; der Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schågen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersegen, wenn uns das größte Gut gebricht; ein reines Herz voll Zuverficht zu dir, Gott, unser Vater! 8. Olenk auf dies erhab'ne Glück ber Seele fbárkste Triebe! Beuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen unser Herz zurück von schnöder Sün-| suchst liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theu'r erworb' und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns im wahren Glauben noch dienen, zu befrei'n. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Trost zu seyn, ist deines Her zens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stárkest du, daß nichts ihn von dir scheide. - Mel. An Wasſerflüssen Babylons. 97. L ob, Ehre, Preis und Dank sey dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Ber kann dich g'nug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warst du groß, herrlich Gottes Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin, gieb daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. mel. Allein Gott in der Höh' sey.- 15. 98. Liebesglut, wie kann ich dich nach Würdig keit besingen! Wie wagt's ein schwacher Geist jest, sich so hoch hinauf z schwingen. Es glänzet Gottes Herr lichkeit in lauter Lieb' von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? der alles unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen; haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts gleiches bat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du warst es uns und bist es noch jegt auf der Himmel Throne; 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schndd'sten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Ver nunft? gieb Gott die Ehr! Gott wollt' unendlich lieben, mehr als du begreifen solltest. 2 und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Ullmachtsruf die ganze nichts erschuf. Du bist's, Welt a tråget, was sichtbar und stand, Kreuz und Grab malt und 3. Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns hers abgekommen. Sein Mangel, Knechts: mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. hält. 4. Was ist die Welt? die arge Welt, was sind doch Adams Kinder? daß sie dein Sohn so theuer Er rettet diese Sünder; da du im Borne Belial mit seinen Engeln allzu mal zum finstern Abgrund stießest. 5. O, welche Tiefen seh' ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seb ich' g'nug, um, Gott, mich dir auf's stärkste zu verbinden. Herr, dir sey ganz mein Herz gewährt, ein pers und dem Erldser überhaupt. 61 das dir allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrún Schöpfer und Erbarmer. 6. O liebster Vater, nimm es an, und rein'ge seine Triebe, daß ich, so 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun danket alle Gott. 9. 99.& lag bie ganze Welt mit s lag die ganze Welt mit - da öffnetest du, Gott! die Fülle dei ner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 2. Gott, wer kann thun wie du? Schon wohlbetagt an Jahren gebiert Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht: baren, den jenes Engels Mund verheißen sollt allein der keuschen Jungfrau Sohn, ein würd'ger Herold seyn. 5. welch ein Gnadenwort! welche süße Stimme, die in der Wüst erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott verföhnen soll, ist da. stig liebe. Die Welt nicht, Gott sey meine Lust; laß ewig nichts in meiner Brust, als deine Liebe bleiben. 6. Euch ist soll Heil bereit! Ihr Sünder, nehmt's zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, ſo freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen kund zu thun. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch Mel. Bon Gott will ich nicht laffen.. 56. chreft du, um deinen Sohn zu ehren. 100. Mtinder, das Herz in Sein Vater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt und weissagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. 4. Das Kind wird stark am Geist ,, hemmt nicht seinen Lauf! Gott der Gnade treuer Lehrer, ein bren- hat den Sohn gegeben, und mit ihm nend, scheinend Licht, ein mächtiger Heil und Leben, nehmt ihn mit Bekehrer, ein heil'ger Eiferer, der Freuden auf. ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Elid Geist und Kraft. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; ihr Berge senket euch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erheben; ihr Krümmen, werdet gleich. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 7. Allein zu Sesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt fein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch Jozef belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jefu ganz ergiebt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 9. Das werd' auch unser Theil! Johannis Amt und Lehre verherrliche noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Wer Buße thut und glaubt, hat Trost auf alle Zeit. Wec Buße thut und glaubt, der bleibt in Ewigkeit. - 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu! selbst bereit! 3euch in mein Herz hinein; dies sey statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar seyn. 62 Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. 101. G rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hált, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Volker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben, selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlös't. 2. Erlöst! D, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Be= schwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! D, bringe: Gott euren Lobgefang! Erlös'te Men schen! finget dem Mittler ewig Dank. Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. O, nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Drum kommen wir zu dir. Hilf uns die Macht der Sünden doch glücklich überwinden! Denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hin gegeben. Gieb uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. DIR, F==Iso hat Gott die 102. A Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ift Gott mit mit, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, fo wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligseyn ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nur an dir. 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sey Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch, mein Geist. 61. Mel. Sey zufrieden, mein Gemüthe. uns unserm Gott 103. Last erfreut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein! Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 0216 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist ge boren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bis ins Grab, Sunder zu erlófen. 3. Wer kann Gottes Rathschlus faffen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. fann uns nicht haffen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns ber; wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hatte, náhm' er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der Erdkreis freuen! zum Gericht fommt 104. G er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Cilt im Geift nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Urmuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthránen! Licbt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden frånken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Butrau'n her, wiffet, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Beit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 63 13. Du kommst einst zum Weltges richte! dann werd' ich, Richter, dich schau'n von Ungesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd ich deiner mich freu'n und ewig leben. 12. Dir, mein göttlicher Befreier folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. clobet feyst du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schaar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Båter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! bricht an über die, so nie ihn sahn; 3. Die Nacht entflieht, der Tag auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Halles lujah! 4. Durch den die Welt einst wor den ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr kommt in sein gleich. Hallelujah! Reich, Erniedrigt sich und wird uns Gott verföhnt die Welt mit 5. Jauchzt Himmel, Erde freue sich! Uns, Adams fúndiges Geschlecht, entsündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! dich! 6. Gelobet seyst du Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist. Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich Mel. Wie schön leuchtet der. 35. frei und selig würde. Wer kann deine 105. Friedensfürst aus Da Lieb' ergründen? Ewig soll freubenvoll fie mein Herz empfinden. Stamm! o met- ner Seelen Brautigam! mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sey dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Ho sianna! seht er kommt jest: Hosianna! Erster Theil. Von der Geburt Jesu Chrifti. 64 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll, und weiß nicht, was ich schenken soll dem auserwählten König! O theurer Jesu, nimm doch hin, mich selbst und was ich hab' und bin, ach freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelezier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte der Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 1 5. Mein Blutsfreund, mein Im manuel! was konnte dich bewegen, mein Goel, meine Lebensquell'! den Zepter hinzulegen, und kommen in dies Jammerthal, um dich mir selbst zu schenken? Ich wende mich hin überall, ob etwas auszudenken, die Gabe zu vergelten. 6. Wär' nicht der ganze Himmel dein, und könnt' ich ihn dir geben, so wurd' es doch zu wenig seyn: Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft ge than an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh', mein Herz, o welche Lieb'! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergieb das ist's, was er will haben. Der sich Mel. Gott mache du mich selbst. 106. Gottesfohn und Men- dir schenket, will allein mit Glaub und Liebesarmen in Dankbarkeit um faffet seyn. Aus ewigem Erbarmen bist du von ihm erkaufet. schenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stammeln, meine Lieder sind vor deinem Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich fehrt um, wo Engelzungen tallen, da bliebe man wohl ewig 107. Liebster Jeſu! Se 47. Mel. Jesus, meine Zuversicht. und Marien Sohn! stumm, wenn dir es würd' mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. willkommen! der da Urmuth, Spott und Hohn mit der Menschheit ange nommen. Nette mich aus aller Noth welche meiner Seele droht! 2. Was alles Denken übertrifft, was Wig unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranken kennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein Klug ling sagen, dies Ráthsel aufzulösen? 3. Du bautest aus Maria dir, o großer Erdgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst in's Elend nackt und bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließes deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. . 17. 13 4. Was aller heil'gen Våter Schaar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheißen war; was lamech konnt' erquicken; was Jacos sah; was er besang; was Hiobs Troft ge= wesen; und was durch Davids Harf' erklang, das alles ist zu lesen in meines Heilands Krippe. 2. Wir empfinden alle noch, was uns Udam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Undrer Adam, åndre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und ver leib vcn deinem Heit mir, o Sesu ,. auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Urmen aus der Hölle: Nut ein Stall war dir noch leer; aber gieb mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für 5. Steckt mein Herz in böser Lust lasse du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dit erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 65 6. Wurdest du ein Menschensohn:| und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich Kinder Gottes seyn. Hat die Sund' stets vor seinem Thron einen Vater uns gleich verdorben, o so hast du neue an ihm finde! Er ist ja nicht mehr Kraft uns zur Heiligung verschafft, mein Feind, denn ich bin dein wahrer und die Tüchtigkeit erworben, einst, Freund. von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu seyn. 4. Du bist Mittler! Heil uns Súndern! huldreich gab der Vater ihn! Du hast armen Adamskindern nun fogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehn, und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Suversicht einen Anker, der 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenkinder, ſo hab' ich den großen Trost: daß da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel', hilf mir, mein Immanuel! en nog diniy du Jhorts thu 30#C 108. DE OF nicht bricht. ms er du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottes Sohn! ewig sey dir Lob mungesungen, daß du von des Him mels Thron uns zu gut ine Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch meiner HE angenommen, und mein Bruder worden bist, sey gelobt, Herr Jefu Chrift! og lim 2. Sen gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Sa, in dir, du Gottes Sohn, figt der Mensch auf Gottes Chron. nadiume zin 18. Du, du bist der Völker Segen, kamst, vom Fluch uns zu befrei'n, 5. Sollte Gott mich nun wohl hafsen? Hier ist ja Immanuel. Sollt' er mich wohl hülflos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt, und mich seinen Bruder nennt, fist als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gieb, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sey. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 109. DE ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Volker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi, 66 3. Wenn ich dies Wunder faffen ivill, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. NG 5. Dein König, 3ion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sey, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Båter hoffend fah'n; dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 3. Der du zu uns, gesandt vom 7. Du unser Trost und höchstes Herrn, aus deinem Himmel kamest, Gut! vereinest dich mit Fleisch und und unser Fleisch und Blut so gern Blut, wirst unser Freund und Bruin Demuth an dich nahmest! Sohn der hier, und Gottes Kinder werden wir. Gottes! o wie hast du dich fo tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. Eng mozd Slam 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kum mer, Schmerz und Tod; und doc kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 8. Gedanke voller Majeståt! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. Dis 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhålt. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schooße figt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht. Dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. erheben. Denk en die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. Ogroße That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schui und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 110. f! deine Gnade fen gepreis't! Sie schuf uns heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist ihr Wohlthun zu 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mit leidsvollem Triebe. Du stimmtest unser Heil zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch, kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu' ich mich u ist. Stofte fandte dich der Herr, Du auch mein Erretter. Auch der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung Friede, Beff'rungskraft, und Freu ben, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? D Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir heil und Leben. Dere! 112. H 112. was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste bin. Ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Seel verehren. modina Igma38 8. 3war seb' ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schau'n dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' ich auch, Herr Jefu Chrift! dich schau'n so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Valet will ich dir geben. 57. hr, die ihr war't ver111. rent bort, was euch trösten kann! Der Heiland ist gebos ren, und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heil'ge Schaar; und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. CA 2. Sie wissen nichts vom Neide, freu'n sich mit uns zugleich, und singen: große Freude verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Ein solches Heil bereit't; bei Gott dereinst zu leben in stiller Seligkeit, 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Soch, bringt euch des Vaters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, wer an ihn glaubt, daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schaß ihm bleibt! de 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder. Nun send ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 67 err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir dich, du Gott der Lieb', erhöhen! na 114 2. Wie bin ich froh, daß du alſo, o Gott, die Welt in deinem Sohn wer bin du auch mich to herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich, und deine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. Un seinem Heil gieb mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, spei= sen, tránken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreu'n. und dein dabei gedenken, aber 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preis't dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 107 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! det 5. So rühmen sie; mit ihnen frohdaß Gott im Fleisch F erſchienen, der Herr ſein Bruder ift. 113. Derfreut! das heil der Mel. Herr laß mich doch recht. 112. sey hoch Herr, Dein sind nun unsre Herzen. dir geloben wir uns trennen weder Schmerzen, noch Freud' und Glück von dir, doljeden mugime Welt, der Mittler, ist geboren, der uns erlös't und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 5* 68 Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. 2. Ogroße That! nach Gottes Rath hat ſich ſein ew'ger Sohn für 115. Wie ſoll ich dich empfan uns gegeben. Menschenkind, doch ohne Sünd', ward er für uns, und bracht' uns Heil und Leben. 3. O Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! Jefu, Sier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an: womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 4. Uuch mein Gefang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdeft Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sund' und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sey Gott! Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. Christenheit! preis' ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. 7801 07 30 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? E zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung ſpürt. Dich, Herr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube faßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried' und Freude lacht, bist du, mein Heil gekommen, und hast mich froh gemacht. Mel. Herr, laß mich doch recht. 112. 114. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner från ken? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt' er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Ungst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden krånken? Dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad' und Friede schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir giebt, das, was er liebt, wird die mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn, der Bosheit schlauen Ranken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird die mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 15. Gebricht es dir bald da, bald hier, forgst du, wer dich noch speisen wird und trånken? O, fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, bidder Sinn, die Sorgen hin, die in's einem keit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht alles schenken. m 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du komm und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Was hat dich, Herr, getrieben, dich, den kein Himmel hält, als nur dein theures Lieben, womit du diese Welt bei ihrem lauten Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast du 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! bei denen Gram undSchmerzen sich häufen immer mehr. Send unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt' euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil; macht sie zu Gottes Kindern, Gott zu ihrem Theil.de und 8. Laßt cure Feinde drauen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sit kommt, der große König! der Rácher eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind.id Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 69 9. Du kommst zum Weltgerichte, si 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, verklärter Menschensohn! in majeståt'schem Lichte, und mit dir kommt dein Lohn. Geh' auf, o wahre Sonne! und leucht' in vollem Glanz, erfüll' mit ew'ger Wonne das Herz der Deinen ganz dürftig und voll Mühe war'? Hab ich Hoheit, die ist flüchtig. Sab' ich Reichthum, was ist's mehr, als ein wenig schndder Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? Empopo čnu nabiupss Mel. Werde munter mein Gemüthe. 116. W ie lang' sollt' ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn. Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ew'gem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer! stille des Gesetzes Dráun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Almacht'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh', wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als mußt' ich, gleich ihm, nun liegen in der Gluth, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerriff'nes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. 4. Flieh' ich dann, die Angst zu lindern, da ich ſo beangstigt bin, zu ber Welt und vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Troft, der nicht Erquit: tung giebt; Helfer, die mir unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. anu dil bildon 6. Aller wahrer Trost im Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch du allein giebst Freude, die ganz rein und lauter ist. Uch wie sehn' ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh' ich in der Ungst vergehe. 7. Freu' dich, Herz, du bist erhöret. Jego zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gekehret. Auf! heiß' ihn willkommen seyn! Er verspricht ihm zu, daß er dich zur Wohnung dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich wählet, und da klag' ihm, was dich quálet. foom 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was du Böses selbst verübet, das sieht Gott nun nicht mehr an. Auch wird, was sich in Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. 32 d 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sen ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet fest dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. 1956 Von der Erscheinung der Weisen. ng Cisco Mel. Gott des Himmels und der. 32, drago Gott 117. ott der Juden, et Aller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht: Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. de aslın 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande find; unsre Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! Unsre Kniee beugen sich, unser Urm umfasset dich. timin 3. O, mit welchen ird'schen Schåg zen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb' und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sey dir gånzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden 119. M von getreuem Herzen an. Sucht uns mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann; so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. 10: 0 B00g mar 6. Heilig führest du die Deinen; sicher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Vaterland, # 1100 Der 98. Pfalm. 33. Mel. Wie groß ist des Almächt'gen. stimmet nun 118. mit Freuden dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jegund! sein starker Urm ist offenbaret; sein Recht wird allen Bilkern fund. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten In dem Hauſe Ifrael verhieß die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Geſichte, die zeigen sich jetzt offenbar: es wird sein Lichte auch den entfernt sten Ländern Flar. 1 763, Drum jauchzet, singet, lobet alle, preis't Gott mit Saiten und Gesang, der Harfen sanfter Ton erschalle, und der Posaunen heller Klang! Es lobe alles dessen Ehre, der als der größte König thront, die fisch und inserreichen Meere, der Erdkreis, und was drinnen wohnt. 4. Die an der Strôme Ufer pflů: und die, so auf den Bergen liegen, gen, besingen ihn, und freuen sich, frohlocken vor ihm inniglich! Es kommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. Von dem Namen Jesus. Mel. Aus tiefer Noth schrei. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla gen, o unerhörte Lieb' und Huld, freiwillig wollen tragen! Du, der Gerechte, ließeft dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. du bist auch, was du heissest; da du 2. So heißest du nicht Jesus nur; die menschliche Natur aus allem Jam mer reisfest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wolltest, was du heißest, seyn, mein Heil, mein Seligmacher.nin 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam' ist uns gegeben, darin wit können nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du biſt's allein, der jeder mann ew'ges Gelobet sey dein Name! 15/ 4. Name! werde doch in mit durch Gottes Geist verklåret; da, was verborgen ist in dir, kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft begreift es nicht, ohn' deines Geistes Gnadenlicht blieb' es unaufgeſchlosſen. Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erben. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, von heißer Liebe brennen, und deines Namens Eigenschaft stets aus Erfah9) Vom Wandel Mel. Vater unser im Simmelreich. i 43300 120. K ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. Un Weisheit und an BEA Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That, der schwachen Men= schen sich'rer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du famst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sün= denschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Ungesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sey Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gieb, Herr, daß ich auf dieser Bahn, rung kennen. So wird der Sündennoth gewehrt, in Hoffnung meine Furcht verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. Jesu auf Erden. auf 8. Mein Heiland! send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrmadheit führ'; vom Eigendünkel mich bis mich bei dir in Ewigkeit ein hell'res befrei', damit ich dir gehorsam sey; Licht bereinst erfreut. 71 Erden. 1500 gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig sey. Umt, das die Versöhnung predigt, 6. Du bist es, Herr, von dem das stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jest dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Umt, damit es Nugen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. H eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. D, wer faßt die starten Triche deiner treuen Menschentiebe! Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. 72 2. Ueber seine Feinde weinen, je= mit der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in and'rer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst ver= stocken, langmuthevoll zu dir zu locken; das war täglich dein Geschäfte; selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. D, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, and'rer Schmach und Laft zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lasterung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o, wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet, und auf Menschenlob geachtet. Willig litt'st du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sey dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men schenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. u Ebenbild 122. Dit verderhochsten Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn auch unter Schmerz stets mit zufriedner Stille. Auch auf der allerraub'sten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unter: warfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold feines Ruhms zu seyn. 4. Du gingst verstummt zur Schlacht bank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Scha delstätte steigen. Du warst zur tief sten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. D Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, ver: diente Strafen schrecken. Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu'! Mel. Gott werde stets von dir. 72. 123. Mie göttlich sind doch überzeuget seine Macht! Wenn wir in dem Fleisch vollbracht: so stimmet nur von den Thaten horen, die er noch ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sey. - 2. Die Herrlichkeit war voller Gnas den, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vor's Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör; der Aussag mußte vor ihm schwinden; der Stumme sang ihm Dank und Ehr'. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. -- 4. Er schalt des Satans Legionen; die Legionen scheuten ihn: so mußten fie die Menschen schonen, und plöglich in den Abgrund fliehn! Berief er seiner Engel Schaar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speis'te ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruh'n! 81. Mel. 3euch mich, zeuch mich. 124. Gott! was muß dein Sohn 100 253 collected at 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. - 73 6. Wir danken, Höchster, deiner Stárke, die Jefum vor der Welt verklárt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schaar ist dazu ersehen worden, weil doch keiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhnen, mich mit Heil und Segen kronen. 7. Erfüll', o Herr, nur unsre Her zen mit seiner Lehr' und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sey! 6. Darum kam sein Sohn hernieder, nun zugleich ein Mensch, wie wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, durch seinen Tod mit dir. Heilig bist ter! welchen Tod! Ullem Trost muß er entsagen! Konnt' ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Ret= tung finden? Mel. Ihr Frommen auf, die ihr. 49. 2. Schöpfer! káme denn uns Urmen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu Schuld bereuen, und um dir schreien? tu gut; wenn wir gleich die 125. Jeſu, Brunnquell aller O Freuden! du zu 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler seyn? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen krönte? Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deis ner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feuergluth steigen, ohn' Entfärben in der Marter sterben, mit getrostem Muth. 4. Gnade willst du zwar erweisen, boch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedráut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. du, und ein Rächer, und doch schonft du der Verbrecher. 7. O, Geheimniß weiser Gûte, das kein Engel ganz durchschaut; rühre kräftig mein Gemüthe! wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob, Preis und Ehre geben! Vom Seelenleiden. 2. Wie kommt's, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn' zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Uch ja, der Tod, der dich umgiebet, ist gar von einer andern Urt; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels 3orn gepaart: denn du fühlst die Pfeile, und des Fluches Keile; jene fühlen's nicht: weil du dich mußt quálen, hatten ihre Seelen deiner Freuden Licht. 74 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Sefu. 4. Du bist das Lamm, das Schuld und Strafe auf seinen Schultern willig trågt; der gute Hirt, der für die Schaafe sein theures Leben niederlegt. Du bezahltest Schulden, und willst das erdulden, was wir all verdient: auf dir liegt's alleine, daß wir würden reine, und mit Gott versühnt. - 5. Dies ist die Ursach' deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles 3agen durch schreckenvolle Worte fund: da du selbst bezeuget, daß dein Geift, gebeuget sey bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die múde Seele sich erfreut in Gott. 6. Ich will für solche Liebesproben, dergleichen man noch nie gesehn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd' ich vor deinem Throne stehn. Laß dein traurig Ringen mir indessen bringen wahre Glaubensfrücht'; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! Sº du von solcher Ungst, o Herr, be: stürmet werden? - 4. Uch, Herr, der Sündenknecht war ich. Ich sollte Blutschweiß schwigen. Es sollten billig nur auf mich der Rache Wetter bligen. Ich Urmer, wie entrinn' ich da! vor Gottes Borne müßt' ich ja ohn' allen Trost versinken. Und da kommst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Bornkelch trinken. 5. Heil mir! der Sohn des Höch sten hat für mich sich richten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer fann dein Thun noch fassen? Uch, da uns Fluch und Strafe droh'n, so trägt er sie für uns, der Sohn, den Gott uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele! du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht; du dringst hindurch in's Leben. 126. So Mel. Getreuer Gott, wie viel.. 37. o gehst du, Jesu, williglich, dein Leiden anzutreten, mit heißen Thránen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, gehst hin, um aller Sündenlaft auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke giebt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingefunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh', und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schauervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt. Von seinem Ungesicht träuft Schweiß, ach, wer entfeßt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschen Sohn! deine Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht.. 3. Du bist selber reich an Stärke, die sich jest auch nicht verlor; aber reiner Unschuld prangst, wie konnteft hier in diesem Werke geht Geduld 6. Doch denk', um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, forge, daß dich nie die Sünd' in ihre Nege zieh', nichts deine Treu' erschüt t're! Reizt dich Fleisch, ach höre nicht! schau' hin in's furchtbare Ge richt, das Jesum traf; und zittre! Von den Banden Jesu. Mel. Aue Menschen müssen sterben. 82. ottes Lamm, durch 127. beffen Wunden unſer Heil wird festgesegt! Uch, wie hart wirst du gebunden, und dein heil ger Leib verlegt! Deiner Feinde strenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! und du giebst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. Erster Theil. Von dem der Allmacht vor. Denn sonst muß ten Band' und Schlingen wie des Simsons Stricke springen; und der Feinde große 3ahl stürzte deiner Gott: heit Straht.be 4. Starker Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schaar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, iſt zu meinem Heil geschehn; und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib' ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen haft. 6, Heiland, wie ist deine Gûte für mich Gündenknecht so groß! mache dann auch mein Gemüthe immer mehr vom Eiteln los. Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüste nicht berücken, daß ich von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben sey! sllo 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlös'ten Geist keine and're Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick' und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. Mel. D Gott, du frommer Gott. <<- 8. was leiden foll; ads, ſo laß mich in 129. Sebt, welch ein Mensch! 8. Soll ich einst die Ehr' erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich ach, den Banden, in Gefängniß, und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich seyn. ach mit Von der Geisselung Jesu. Mel. Freu' dich sehr, o meine S. 1 -129, 128. Unser Seiland steht gez bunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. Leiden und Sterben Jesu. 75 er andere nichts verlanget, als uns in des Vaters Schoos dermaleinst zu führen ein, lassen wir von eitlem Schein lieber, als von seinen Schlágen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Urmen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir wiederfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Geist der Sündenbeulen mich zu rein'gen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geißel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genådig Ungesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht so sehr die Wunden bluten. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß, da 5. Herr, du littest nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Strôme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden, und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und erschrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr fo tief herab gebracht! so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! Weh' euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele grâult! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht befchrt, im 3orn von eurer Hand. die 3. Seht, welch ein Mensch! ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie 76 Erster Theil. Von dem er uns verfühnet! Wohl euch, daß feine Schmach euch schmerzet und betrübt. Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch giebt. 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, wie könnt' er dann für uns ein gültig's Opfer seyn? 5. Seht, welch ein Mensch! ach feht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, was für Strome Bluts aus seinen Wunden fließen. Heilsame theure Fluth! aus diesen Wunden quillt, was unsre Schaden heilt, und das Gewissen stillt. 6. Seht, weich ein Mensch! ach feht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug' ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt! daß diese Hand ein eisern Zepter trågt! Sorgt, Frevler, daß fie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder! und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Untlig über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thránen sich. Leiden und Sterben Jesu. ganz entzündet für mein Heil! Nichts scheuest du: Nicht Marter, Schmach und Hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staub's, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich g'nug vor Dankbegierde glühen! 300A0 2. Um Delberg wartet auf dich Angst und Qual, die Stund' ist da, nun willst du nicht verweilen, ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. Duwallst dahin durch Kidrons schwar: zes Thal, und Todesschrecken folgen dir dahin. Nichts kann indeß den großen Vorsag hindern; des Menschen Rettung lag dir långst im Sinn. Ganz weihst du dich verlornen Adamsfindern.ed 9. Geht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ew'gen Trost versprechen; Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freu'n! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheu'n! 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jegt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht' erlangen. 4. Dein ut'ger Schweiß zeigt, wie dich Gott jegt schreckt: wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du sinkst vom 3orn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hor seine Stimm', o Sünder, höre fie! Dir ruft er zu, in diese Noth gera: then: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh', und diese Qual mit deinen Missethaten. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes seyn. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jest auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen von Wuth beseelt die Schaar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler 130. Mein Lebensfürst! nun hin, die bei dir nichts als Willigkeit Mel. Die Quell', woraus der M.- 84. verspüren. kann ich dich mein Theil, und meinen Treft, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, wie werd' ich's g'nug erkennen, von Eifer 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Misfethäter. Was thut der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 77 Freund? Uch, er wird ein Verräther!| zürn' ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abscheu feh' ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Chorheit an. Doch Judas schmerzt dich jego lesen; Tand wählet er, der Thor, nicht allein; bei deiner Noth siehst du für's höchste Gut: wie oft bin ich ein die Jünger fliehen; jest bleibest du solcher Thor gewesen. midag gang húlflos und allein, du siehst sie all' und selbst auch Petrum fliehen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht ſo laut, 7. Der Richter seines Volks steht als meine Sünden riefen. Die Strome, vor Gericht, vor Gaiphas låst er sich die aus so viel Wunden liefen, als, laut verklagen, und schweigt, was Jesu, dich Pilatus geißeln ließ, ent= auch die falschen Beugen sagen; gedeckten mir gar merklich meine Schuld; scholten, schilt der heil'ge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm fommt sein Lohn, und alle Bos= heit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lásterer der Stab gebrochen. 18. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspei't wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Låst'rung Stimm' ertónet? Wie weit treibt man den pobel haften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirft ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sey du mir! Von dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. nothing be 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durchstochen, ach! wie viel öfters hab' ich Treu' gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulosen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Uch, bring' wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. verdient hatt' ich des Satans Wuth und Morden: o! Dank sen dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. 10. Folg' ihm, mein Geist, bestürzt in's Richthaus nach:, welch ein Schauplag nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden. Er beider Heil, gang unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret sich jegt mein Gewissen, da, Jefu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Er dahin geriffen. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar; mit Dornen kros net man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Gebehrden. uch meine Schuld! wie groß, wie groß ist sie! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Was ist's, das nun mein schüchtern Ulug' erblicket? Wie schauervoll wirst du mir, Golgatha! Da banget er, ein Scheusal, nackt und bloß; sollt er denn nicht mein Mitleid gang er wecken! Uch, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht mitleid, sondern Schrecken. 110 gatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplag, wo des Weibes Saame stritte; der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Born in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil, dich, meines Glaubens Schild, der långst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hångt dort zwi= 11. Dir durfte man den Mörderschen Mördern. Mich wollt' er der Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite segen, und, was entseglich ist! dich schlimmer schäßen. Raserei! D, mehr, als Cains Haß! Doch warum Schaar der Seel'gen zugeſellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen: der Deinen Treu' und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht Univ.- Bibl. Giessen 78 Erster Theil Von dem nimmt zwar deine Kleider hin, doch mir verläsfest du den besten Segen. Dein bin ich ganz, und was ich hab und bin, will ich auch gern zu deinen Füßen legen. stag 2013 blol 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schacher, der noch in der leßten Stunde durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies gescheh'n; so ist dem sichern Fleisch nichte ein geraumet; der and're Schächer mußt' zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf: dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaff'ner weinen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Low aus Juda brüllt, den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe; was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt! O, du mein Trost! Was schmeckst du mir zu gute. 144700 MEY 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. noch rathlos steben, und schmachtend hin durch dunkle Thaler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt' ich je von dir geschieden seyn! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh' wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. Leiden und Sterben Jesu. Wasser fleußt! Vergebung schafft mit sein vergoßnes Blut, sein Geist frårkt mich zu jedem guten Werke: ein offner Born wie fließt er mir zu gut! ich bin im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 22. Kommst du mit Blut und Was ser nun zu mir, so will ich, Herr! die mich zum Opfer bringen! beim offnen Borhang wird es mir gelingen: freimuthig nab' ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im legten Kampf dein Blut, gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden, dein Blut lösch aus für mich der Höllen Gluth, dein Geist führ' mich zu deines Him mels Freuden. 23. So lang' ich aber noch ein Pilgrim bin, soll in mein Herz dein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; gang geb' ich mich zu deinem Opfer hin Die Sünde, die dich mit so schwerer Last für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen! ich will, was du für mich geleistet haft; mit Lieb und Treu' dir zu vergelten suchen. mad Mel. Herzliebster Jesu, was hast.d Sollt' ich bid ES 131. 11 est de nschuld'ger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht soust du am Kreuze sterben, wie Sünder sterben. Schmach gekrönet, in's Ungesicht ge 2. Gegeisfelt wirst du und zur schlagen und verhöhnet! mit Finster: niß des Todes schon umschattet gehst du ermattet. 20. Von heißem Durst wirst du zulegt gequält; und welch ein Labfal wird für dich gefunden! Uch, wie betrübt sind deine legten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufst du dann aus, und stirbst, und übergiebst den Geist des Baters Händen. Welch Heil! das du so sterbend mir erwarbst! getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden. 21. Merk auf, o da in mir er schrockner Geist! Schau' Jesu Seite noch zulegt durchstochen; nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen, schau', wie sein Blut vereint mit 3. Du trägst dein Kreuz, du eilst auf blut'gen Wegen voll Zuversicht voll Muth dem Tod entgegen! 3 sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. 4. Was ist die Ursach' dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haber Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Sefu. 79 dich geschlagen! Wir, großer Mittler, Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! die Schuld bezahlt der Mitt -- die Sauz Mel. Herzliebster Jesu, 131. ler, der Gerechte, für ſeine Knechte! 132. Herr! stärke mich, dein Leiden zu 6. Fromme stirbt, der und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Un= schuld stirbt! der das Geset gebrochen, wird losgesprochen! 7. Uch, unsre Seele war entstellt von Sünden, an uns Verbrechern war nichts Gut's zu finden! dus hätten wir von Gott verworfen, müssen auf ewig búßen! 334 8. Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willst! an dir soll es der Rácher rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen: wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send' uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! hinnet 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten; keine Schmach und Plagen; une sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. viel würdiger besingen, stets Dank dir bringen! to Dant 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an; du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der mich in das Meer der Liebe zu verz senken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns auf Erden; und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zera schlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, fo zagen meine Kräfte. Mein Herz er= bebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht; ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder! es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich. mein Gláck, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken: allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist: Gnad und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben; und stets mit Freuden deinen Willen üben, o gieb zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mit Kräfte, in dosle 10% inime 80 Erster Theil. Von dem 133. Dunden für uns am Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67, er du voll Blut und Kreuze starbst, und unsern legten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank' ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhab'ner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. - 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. O schreckliches Empfinden! du fühltest das Gewicht vom Fluche unsrer Sunden und Lind'rung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer kam für dich. Man hörte dich felbst klagen: Gott! wie verläff'st du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sieh gnädig auf mich Armen, Born verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. der 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Neinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? Leiden und Sterben Jesu. zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine sey! 9. Wenn ich denn einst soll scheiden! ach! dann verlaß mich nicht! sey auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, dann reiß mich aus den lengsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Hims met sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! d plars que a Isti? Q Mel. Liebster Jesu, wir sind. 4. C 134. 134. Deine Seel', ermuntre m dich, Jesu Liebe zu bedenken. Auf sein Kreuz hin müsſe sich jetzt dein Blick voll Andacht ten ken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesus sich erfreue. 2. Sieh'! der wahre Gottessohn ist für dich an's Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ud für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb' erhöret? 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen seyn, ewig fern von allen Freuden. Da trágt Jesus deine Súnden, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gefeß erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen, 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb' an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? asi Uch, ich fann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er vers bind't uns ihm zu sehr. Meine Träge heit muß ich schelten, daß ich ihn ſo lau geliebet, ja durch Sünden oft betrůbet, umple 191/20 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trüb fal Trost und Freuden, die ewig find, verschafft. D, gieb an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, 6 Erlöser! heil. 1974 18. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund! für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Uch! gieb, daß ich mich halte Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesut. 81 7. Was geschehen ist, das soll fer Mel. Getreuer Gott, wie viel. 37, ner nicht von mir geſchehen. Fest 135. Erfülle, perr! doch felbft entschlossen, eifersvoll, einen andern Weg zu gehen, will ich nun nur Je= sum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Greul seyd ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. mein Herz mit reinem Undachtstriebe. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sey mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held, in Fleisch und Blut gekleiz det, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Ungst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe fonder 10. Du, mein Jesu, sollst es seyn, Ende! du nimmst auf dich der Menauf den stets mein Auge blicket.schen Schuld, und giebst mit göttlicher Wie du mein bist, bleib' ich dein, Geduld dich in der Sünder Hände. immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich krinkt, soll mich betrüben. 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, die zu reden, dir zu lei den, dir zu schweigen, dir zu meiden. 3. Du trägst der Misfethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so war's vore her verkündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu errets ten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sünd' auf dich, damit wir Fricde hätten. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab' ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. si 12, Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich seyn und bleiben, dem ich lebe, deß ich bin. Nichts soll mich von Jefu treiben. Du wirst, Sesu, mich nicht lassen. Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist schon jego, ist schon hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ey, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchore! Ewig werd ich Gott bort loben, wenn er mich zu fich erhoben. 15. Taglich, täglich freu' ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, dir sey Dank! durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir stets walten.goon spa Bod 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, und doch der Größt' im Herzen, erträgst du Spott, Schmach, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Biel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuvere sicht, verbarg man selbst das Anges sicht, dich schmähten Bundessöhne. 5. Ein Opfer nach dem ew'gen Rath; belegt mit unsern Plagen; um deines Volkes Missethat gemartert und zer= schlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachts bank führet. Freiwillig als der Helden Held, trågst du aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist volls bracht. Du stirbst, die Erd' erschütz tert. Die Urbeit hab' ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den ou befreit? D wär' 6 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß| Huld erheben? Wie herrlich zeigst du mich Gnade finden; und deine Liebe im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. dringe mich, daß ich dich wieder lieb' und dich nie kreuzige mit Sünden. 2. Dein ew'ger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 2 7. Welch Warten einer ew'gen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu seyn, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt in's Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hast's gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden krånken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sey mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein legter Trost auf Erden. Mel. D Lamm Gottes, unschuldig. 136. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden tråget, d'rauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? the sid 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesege, verdient Verschwendung uns schäßbarer Schäße, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gnade? The up 6. O welche Tiefe deiner Menschen. liebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Uch, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns ge= schlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st verachtet; die Sund' hast du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm' dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd's 138. M verachtet! Die Sünd' hast du getragen; sonst müßt' auch ich verzagen, Lob sey dir ewig, o Jesu, Jesu! shus Mel. Ich will, mein Gott, du. 55, 137. ott, der du für uns deinen Sohn gege= ben, wer kann doch g'nugsam deine 0 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mit zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in mei nem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist sen mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Mel. Chriftus, der uns selig macht. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jegt noch für mich bittest Erster Theil. 1 Von dem Leiden und Sterben Jesu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die legten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden; o, fo bilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! D, wie preiß' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! 2. Unermeßue Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jeder zeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Rub', mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Luft zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich auf's Todesthal noch mich Freuden sehen; und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, glaubig anzuwenden. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. D 1 139. Belt! fich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Lod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt: und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Bornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschla gen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen in ew'gen Finsterniffen, was nun dein Tod versühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab' ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen, und o wie gnadenreich ist er! 7. Du sehest dich zum Búrgen, ja läsfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich låff'st du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib' mich machtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan innig zu bereuen. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilst du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du ftirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o uns erhörte Liebesglut! 2010 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen: o! dann 9. Wie bin ich dir verbunden, durch laß aus deinem Tod mich den Troft den ich Heil gefunden! ich bin deine genießen, daß bu auch für meine Schuld Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, büßend bist gestorben, und Vergebung, soll Seel' und Leib dich preifen, und Snad' und Huld mir bei Gott erworben. dir gehorchen sey mein Ruhmonn 6* 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 10. Es soll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, statt bis Leib und Seele scheiden, mich trò- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu ften und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hångt am Kreuz! Auch für mich hat er sein Leben hin gegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erldser hångt am Kreuz! und ich sollte nun an Sünden Luft noch finden? Sie will ich voll Abscheu's fliehn; meine Sünden kreuz'gen ihn. 7. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich wollt' in rohen Freuden mich noch weiden? Das sey fern! Die Welt sey mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht er füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf thn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hångt am Kreuz; Sollt' ich nun in Hohn mich grámen? Sein mich schämen? Froh rühm' ich mich seiner Schmach; trage gern sein Kreuz ihm nach. 10. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich wollt' in trüben Tagen troft: los zagen? Ach, die schwerste Bürde deucht, gegen seine east, mir leicht. 11. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Herr, ich bleib' im Tod und Leben dir ergeben. Uis du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb' ich dir. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, d Herr. 141. U 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird råchen, die feine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beiſpiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eig'nen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen; und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, drau'n; wie du gelassen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz MICHE 140. M ein Erlöser hångt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes, ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Groß und Hoheit sind verschwunden. als Wunden! ats Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Bahibine mudinsgre " 31 Mein Erlöser hängt am Kreuz; und hängt hier auch meinetwegen¹; m Gnade für die Sunderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse Erster Theil. Von dem wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört; vergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Morder so ertråget! Thr, die ihr euren Heiland ehrt! fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. Er hat durch segnendes Gebet auch une ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh' Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt feyst du für deinen Tod! Gott 142. Schwing' dich auf gen Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. ist durch dich noch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen fann; auch mich, mich Sunder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. Jesu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. Leiden und Sterben Sefu. 85 Kraft. Herr Jesu Christ! der legte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, floß, Herr, in meine Seele! Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Bornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: 0, so erinn're mich daran, Herr Jesu Christ! wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erflebt. 4. Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versich're mich aufs neu', du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sey du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so starte mich mit neuer 6. Mich tröste dein VersöhnungsGott, daß ich dir ähnlich werde! O, tod! es bilde mich dein Geist, mein zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir ewig freun. Herr Jesu Chrift! wie uns deiner Pein und deiner Fürsprach felig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! Golgatha! Heiland hier am Kreuze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Pein zur Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos seyn. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt; daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrickst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. D Lamm Gottes ohne Schuld! alles das hätt' ich verschuldet, und du haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ew'gen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau' von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schule dig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz! dallo 86 Erster Theil. Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, fter- dich nachzuahmen. bend seyn. 8. Unendlich Glück! du littest uns 6. Nur bei dir allein such' ich Hülf' zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem in meinen bångsten Stunden! schmach- theuren Blute. Du hast mir Heil, tend, lechzend sehn' ich mich nach dem da du für mich gestorben, am Kreuz Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel' erfreut. erwerben. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Hei land, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getroft: Es ist vollbracht! Leiden und Sterben Sefu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen 5. Für welche du dein Leben selbst gelaffen, wie könnt' ich sie, sie meine Brüder hassen; und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schalt'st auch nicht wieder. 9. Nun bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd' ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kampf, im Glauben wach' und bete, ſo ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt bose Lust mein Herz mit ihrem Reize; so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sey mir's Stárke! Mel. Ich will, mein Gott, du könig.-55. daß deinen Geist mich 143. af stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2, Das Gute thun, das Bose fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für uns dahin- 14, Wenn endlich, Herr, mich meine gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaff'nen Herzens werden; da du ſo viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? Sünden kránken; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz dies sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. 12. Seh' ich dein Kreuz den Kluz gen dieser Erden ein ergerniß und eine Thorheit werden; so sey's doch mir, trog alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spåt be: kehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 144. Sen hochgeprieſen, Herr, für deine Liebe! fic drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sünden Schmerzen. O, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließest unsre Schuld an die bestrafen, uns Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 87 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab' ich sonst für fichern Trost auf Erden? was giebt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide. - 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu' geleitet, auch mir bereitet. 5. O stårke selbst mein Herz in diesem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsſe mich zum Fleiß in guten Werken, beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevel: haft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so war ich ja, o Herr, nicht sein Erlös'ter, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, ey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Gott um Glauben an! Sie egleite mich, o Chrift! wir gehen zum schmerE zenvollen Golgatha, auf dessen G fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg' an diesem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode 3. Geduldig bei den größten Schmers zen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! D Mensch, den Rach' und 3orn verführen, laß dich durch dieses Beiſpiel Die letzten Worte Jesu.d rühren, und bete dem Versöhner nach! 145. B geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem! erschrick und zittre, frommes Herz! Sich' deinen Retter, sieh' ihn streiten, und werde gang Gefühl, ganz Schmerz. hier hing, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht' uns wieder Gottes Huld. 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in seiner legten Stunde weinen, fo soll dies Wort mir Trost verleih'n! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Ceinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 5. Froblockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hort, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. Der Tod Jesu. troftesvollen Worte auch meiner Seeleman Trost verleih'n! 6. Wer kann die hohen Leiden faſ fen, als Christus an dem Kreuze rief: 146. SEE eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Laster: Mein Gott, wie hast du mich ver lassen? wie beuget ihn die Last ſo tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Ungst und Pein müßt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine 3uversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da ge= hangen, mein Herr und Gott, ver= laß mich nicht! knechten! Er, der Herr, gekrönt, zum Hohne, tråget seine Dor: nenkrone, und büßet unsern Frevelmuth. 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthäter. Wer kann seine Leiden zählen? Eine Welt verlorner Seelen erkauft er sich um diesen Preis. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblost, wünscht, daß sein Durst geftillet werde! Mensch, der dich so theu'r erlös't! der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt: Oselig, wer den Ruf erfüllet! denn, wer den Durst des Urmen stillet, der hat den Hei land selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht; es ist vollbracht! Wort des Sieges: Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlös'ten, zu verklagen, da er für uns genug ge= than? Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden fage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sey auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! du rufest: Vater, ich befehle in deine pande meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Bähren, o Chrift, du hast ihn sterben sehn. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn! Den deine Seufzer jegt beFlagen, der wird als Held nach dreien Eagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten bier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 3. Seht den Schönsten unter Ullen bleich, entstellet und verfallen! Seiner Hoheit Glanz vergangen! Schmach entweihte seine Wangen, und seine Richterstimme schwieg. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todes: wege der Gottversöhner willig fort. 5. Keine Lind'rung stärkt den Múden, auf ihm liegt zu unserm Frieden, Fluch und Straf! er trågts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte für uns ringen im Gebete. Schauet den Mann der Schmerzen, am Kreuz! mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, Er hat's vollbracht und stirbt. 7. Herr, bein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Lafter abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, lass mir es stets vor Augen seyn. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. Leiden und Sterben Jefu. 89 8. Ja, noch an demselben Tage geh' ich in den Himmel ein, los von aller land, an sein und bei dir daheim zu seyn. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab' die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. Erster Theil. Von dem Mel. Werde munter, mein. 116. 147. Heute, fprach mein Heiblut'ges Kreuz erhöht, als ein Súnder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. - 1 2. Theures Wort aus Jefu Munde! fest durch Blut! In der finstern Todesstunde giebst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne Sagen kann er sterben. Seine Seel' erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunderten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ew'gen Lebens! tröste du mein brechend Herz; und dann ångstet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz; Er sinkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder 3weifel schweigen. 5. Herr! nun führ' ich abzuscheiden eine heil'ge Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh? und Sünden hier. Kein, auch noch fo frühes, Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mángeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann feiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun, auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlös'te Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stårtest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 148. Es iſt vollbracht! ſo ruft & am des - den Erlösers Mund. O, Wort voll Trost und Leben! reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gråber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht! und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast dur vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinwegge= wendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genådig an. 4. Dankvolle Thránen! neßt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. Ostårke mich dazu mit Macht, bis meine Beff'rung ganz vollbracht. 6, Du litt'st so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheu'n. Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gebn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersebn: so laß auch mich den Troft erfreun: es kommt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil. Von dem 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stårke mich in solcher Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast; so tret' auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 149. Erhebe vom Geräusch der Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmet! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. Welt, o Seele, deine mel. Wie fleucht dahin der. 2. Geduldig fiehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für bie Haffer, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder., meine Seele! freue dich; dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit ers bleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. 3. Das heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; Alles schreckt. Die freudentose Kreatur klagt jego nur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd' auch du, o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? bedacht? Du haft den Herrn an's 5. Du selbst, hast du es g'nug Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, solg' in sein Grab, und stirb dem Sündengráuel ab. 16. Ach, Bater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 150. roblocke mein Gemüthe, bulb tilgt meine Schuld, und trägt forthin und in deinem Heiland an. Was selbst der Engel Schaaren zu thun nicht fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und wo die Unschuld bleibet, sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ibn allein schlaf' ich einst fanft und selig ein. 8. Und nun dient' ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schweres Soch! auf, Seele, daß du dich er hebst, nur Jesu lebst, nur Jeſu zu gefallen strebst! 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. D Seete, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich Die Wunder seiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. der Vater an. Leiden und Sterben Jesu. auf der fünd'gen Welt; doch er kam uns zu gute, und gab mit seinem Blute für uns ein ew'ges Losegeld. 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott ver: söh durch unsern Freund. ba 2. Schau hin, wie der Gerechte für uns, der Sünden Knechte, den bittern Bornkelch trinkt; wie er für Frevler bittet! wie Wasser ausgeschüttet hångt er, da er in Zod hinsinkt. 86. - 151. 151. Nun ist es alles wohl gemacht! Mein Je sus ruft: Es ist vollbracht! der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 3. Wir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Udams Erben, Fluch 9. Todt', Jesu, selbst in meiner Brust, was sich noch find't von böser Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Sefu. 91 Lust! dein Tod, der mir das Leben| Müh'! durch dein Kreuz verschwindet schafft, giebt mir auch Kraft und Muth auf meiner Pilgrimschaft. sie; denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ew'gen Freuden. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kráf= tiglich stärkst du in meinem Borsag mich! ich sege freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank' ich g'nug dir Jesu Chrift, daß du für mich gestorben bist! dich preis' ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würd'ger in der Ewigkeit. Kraft und Trost des Leidens Jesu. 152. J Mel. Freu' dich sehr, o meine S. 29. Zesu, durch dein Blut und Wunden, deinen martervollen Zod, hab' ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt' ich durch Sund' entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach, den ganzen Gráu'l der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freus digkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir auch mir am Kreuz erworben. In 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betret'ne Bahn lustig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dich schau' ich dann an. Da warnt mich des Bornes Last, welche du getragen hast, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hålt mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen schau' ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Web'! In den Wunden, die ich seh', find ich Sicherheit und Leben, und den Troft: Sie sind vergeben. 5. Hier such' ich in Unruh' Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. Schwer sey dieses Lebens 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besieg ich alle Schmerzen, auch sogar im legten Streit. Rufft du, und ich habe nun g'nug gekämpfet, um zu ruhn, Herr, so dank' ich's deinen Wunden, daß ich sieghaft überwunden. 8. Ja, auf dich steht mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworb'nes Heil hab' ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewig's Leben wird dereinst dein Tod mir geben. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick' ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht' ich eitler Ehre nach, und ich blick" auf deine Schmach; ſchnell ſchlägt die 153. G den Stolz darnieder, und giebt mich der Demuth wieder. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geist. o schlummerst du THE in stiller Ruh', der du für uns ges storben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewig's Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat sich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung ſehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebens= fürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 92 Erster Theil. Von dem 5. Hier werd' ich einst, bis du er scheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Thr, die die Welt gefesselt bålt, gagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff' in Christo einst meines Leib's Erlösung. sprid medis! 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. - 8. So fint in's Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht frånken; theurer Heiland, mir zum Troft an dein Grab gedenken. 16.0 Mel. Erhabner Gott, was. 154. Freund, der meine Schuldenlast getra- gen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube kann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß deß mußt du begraben seyn. fo 3. Nun weiß und glaub' ich, daß du bist gesterben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel liebreich vorgebild't, seh' ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Vorspiel der Erhöhung sehen kann. Leiden und Sterben Jesu. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich lásfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlaf gemach; da rub' ich einst bis an den legten Tag. 7707 Mel. Der Tag ist hin. 133. prsa 330 155. Am Kreuz erblaßt, der Marterlast, desqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durch dringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust tann ich tiefgerühret schlagen. 1018. Du schügest mich, und über dich gehn aller Trübfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du haft's gethan. Dich bet' ich will ich im Tode mich, glaubensvoll an, du König der Erlds'ten! dein getrösten.d 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei babest hingegeben. 6. Hochheil ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Ullmächtig rief Er, der ents schlief, den Todten: sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. mal durchwandeln ohne Grauen; denn 8. Das finstre That will ich eindurch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ich's meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Bergess' ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb ermessen. 11) Von der Auferstehung Jesu. Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir. 156. A uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ew'ger Sohn. Ewig sey er auch gepriesen! seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unfre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gefront, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unfre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt seyn. 6. Herr, dies glaub' ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vers gebens, denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing' ich dir jetzt und ewig Dank dafür. 016 on muted Mel. Christ lag in Todesbanden. 157. DE er Herr lag in das Grab gestreckt, für uns dahin ge93 geben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich seyn, vor Gott von Herzen uns 374 erfreu'n, Halleluja ihm sin- gen. Hallelujah! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt' alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Trost und Rath; denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von feiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun errettet. Hallelujah! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß; sein Stachel liegt zerbrochen. Hallelujah! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zulegt der Sieg; es hat den Tod verschlungen. Långst verkünEin Tod war digt' es die Schrift. hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Ofterlamm, das unsre Schuld getragen. Um mars tervollen Kreuzesstamm ward es für uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns sein Blut. Dies giebt dem Glauben Stárk' und Muth. Der Würger geht vorüber. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Feft in großer Freud' und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. Er selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Herz erleuchtet er! Es flieht die Nacht der Sünden. Hallelujah! 94 Erster Theil. 7. Wir heiligen uns ganz bem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sey fern vom theuren Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speis' und Nahrung senn! der Glaube lebt bloß seiner. Hallelujah! I Von der Auferstehung Jesu. sich die alte Schlang', als Christus mit ihr kämpfte, und doch wie ergrimmt sie auf ihn drang, ihren Grimm bald dámpfte? ob sie ihn in die Fersen sticht, so siegt fie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. - 94. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes.- er Held hat überwun158. D den der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durch's Geset verdammen, denn alle Bornesflammen hat Jefus ausgelöscht. 2. Auf dann, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib' die Furcht und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein 3agen in Chrifti leeres Grab. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entriffen; so låsset Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gieb meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Laß nicht mehr die Ge danken in bangen 3weifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Holl' und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht giebt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt' am Eiteln kleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 159. o, wo ist dein Stachel nun? dein 3. Lebendig geht der Herr hervor; und nimmt den Feind gefangen; zer: bricht der Hölle Schloß und Thor; trágt weg den Raub mit Prangen. Nichts hålt in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm bes hält den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhab'ne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht: besiegt ist Teufel, Howl' und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieb', er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, steh'n wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo glaubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wieders bracht und unvergånglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leid dort gleichen soll des Herrn verklártem Leibe. 8. Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwins det; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott sen gedankt, der schwere Krieg ist nun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben.d 3000 ni- pol hirde d Sieg, Grab, was kann forthin uns Gatan thun, ba Jejus 160, Bringt Preis und da überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sen gedankt, daß er den Sieg durch Chriftum uns gegeben.. Ruhm dem Heiland dar! froblockt Erster Theil. ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht Sen gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich aufs erstanden! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestát befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Troffgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ew'gen Heil eröffnet? Hallelujah! Von der Auferstehung Jesu. entnommen. 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er auf's Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Hallelujah! 4. Erstand'ner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ew'ge Leben gebeft, daß du mein Erretter feyst, und neue Kräfte mir verleih'ft, mit Freuden Gott zu dienen. Hallelujah! 5. Mein Herr, mein Gott! hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich. Gott erge= ben, hier als dein Erlös'ter wandle. Hallelujah! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht Verstorb'ne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gráber Nacht wiro Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Hallelujah! bien, a hi 95 7. O, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechts schaffen seyn und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh', und dich, des Todes Sieger seb', vor dir dann nicht erschrecke. Hallelujah! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß dies auch mein Erbtheil seyn, so werd' ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Hallelujah! Mel. des 32. pfalms. E 161. weiß gewiß, daß ch mein Erlöser lebet, Sund', Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerlegte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufseßet, trok, daß ihn mehr ein Fersenstich verleget, es bligt um ihn, wenn er vom Grab' auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs gesunken; er hebt das Haupt nun sieghaft in die Höh', kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh'. Dein Ehr' und Ruhm, da es dir ſo gelungen, sen ewiglich, o Siegesfürst, befungen: die Schlüssel sind bei dir 1 96 Erster Theil. zu Holl' und Tod, es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. Von der Auferstehung Jesu. 3. Herr! laß auch uns vom Tod in's Leben dringen, hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil, erect uns hier, reiß ab die starken Seil', die Leib und Seel' an dieſe Erde beften. Erfüll' uns jegt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel' in dir das Leben hab'. - 109. 163. Faten Lauf die Sonn' in Paum steigt ihrem frohvoller Pracht herauf; seht! so ver= läßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr' und Sieg erftritt, Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 162. Dich bet' ich an, erstand der bringt uns ſeinen Frieden mit. ner Erretter einer Sünderwelt, du, unfre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 3. 3war hier ist nicht ganz kund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schaß, die reiche Beut', der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Ertos't auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? ich glaub' an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr mein Heil, hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sey der Schauplag meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es seyn! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, auf's Grab mit unerschrocknem Uug' hinab 10. Der du für unsre Seele wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, las mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Bollender, schau'n! 9. Welch' neue Welt voll Seligfeit erwartet mich nach dieser Zeit! da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechtich ist. en Mel. Bom Himmel hoch, da. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt! wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt. 6. Und daß der Herr erstanden sey, das ist von allem 3weifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab macht's offenbar. 7. Die Erd' erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und kündiget den Siegsheld an, bald auch seine Jünger sahn. den 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn; und die Verzagten sind nun kühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich bes trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb' auch alle Welt mir ab, 9 hug, Gaß ich Chriſti Liebe hab. 10. Er er er tröstet mich. Eterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Bo er jest lebt, komm' ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin! 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. - 12. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend' ich meine Pilgerschaft; freu' seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Untlig sehn, soll dich ein würd'ges Lied erhöh'n. 164. Jesus Chriflus, unſer Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd' führt er gefangen. Erbarm' dich un- ser! 2. Der ohne Sünde war gebor'n, trug für uns Gottes Born; hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gonnet. Erbarm' dich unser! 3. Tod, Sünd', Teufel, Leben und Gnad', alles in Händen er hat: Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm' dich unser! Mel. Freu' dich sehr, o meine S.- 29. reiset Gott in allen erlös'te Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden front: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewissen. 97 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! 165. im Leiden mit reichem Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 2. Jesus ruht den Sabbat über; nach dem Sabbat steht er auf. Einst komm' ich zu ihm hinüber; ruhe nach vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir teine Straf'; einst erwach' ich von dem Schlaf; dann werd' ich mit seinen Theuern jenen ew'gen Sabbat feiern. 4. Laß schon jest an mir erscheinen, daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener sel'gen Ruh' einzugeh'n, ich alles thu', daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlös'ten, gebet seinem Namen Dank und Preis; kommt zu seinerleeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wies der, durch ihn leben seine Glieder. Mel. D Gott, du bist die Liebe. 34, 166. obfinge, meine Seele, dem Welterlöser! bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, Er hat für dich gerungen. Durch was dir zum Heil der Herr gethan! seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns fronet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter flieh'n, das Grab ist leer. Der todt war, sieh', er lebet! er lebt! und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Junger wanken, er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandes nen. Sie seh'n empor ihn steigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freus den hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geist gelehrt. Die peiland, in der legen Noth. Geist! welch ein Gewinn! bringet er ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Meinen Gögentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Ihn bet'' ich an im Staube, ibn, 7 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 98 der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt. 1 Mel. Hofianna, Davids Sohn. 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gieb, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod nicht du 167. Jesus, meine Liebe, ob ich leben hin: gieb, daß ich lebt, dem es ist so wohl gelundir folgen moge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. gen, daß der Feind nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg ver= schlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jegt der Sonner gleichet, mit verklártem Ungesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick, und ein unvergånglich Wesen bringt mir diese Sonn' zurück, und giebt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, dessen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stárker als der Tod! Du giebst klare Siegeszeichen, machst den Feind zum Friedensbot, láff'st den Tod zum Heil gereichen: denn wie follt' zur Sterbenszeit mich die Bot schaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterkeit? die Stimm'erhebst, so wird dies mein Fleisch erwachen, denn du wirst es lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. Mel. Allein Gott in der Höh'. 15. 168. Mach' auf, mein Herz; auf, tråger Sinn! die Sonn' ist aufgegangen; wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus ſeinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh' von dem Tod der Sün den auf, beginn' ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such' nun, droben, als ein Christ, der geiftlich auferstanden. was 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen: Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfund'nen Schafen: denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken, schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jefum, soll dir's glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jeſu kannst du nur allein Ruh' und Erquickung finden. 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich fest an Jesum hält, dem kann nichts Furcht erwecken. Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, d'rum ist er auferstanden. 5. Der Lów' aus Juda hat nun mehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schuß gefunden. Durch ihn geſtärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dit noch widerstrebt, auch siegreich überwinden. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! das du, Lebensfonn'! durchscheinest; nun bist du auferstanden. Du kennst so komm' ich zur süßen Ruh', da du des Satans Macht und lift, o, mache mich mit dir vereinest: wenn du einst sie zu Schanden! daß wir in dieser Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. - Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zulegt das Feld behalten. 7. Kommt dann der Tod, der legte Feind, so stárk' uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wisch'st du uns die Chránen ab: auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. 1 0.99 bim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freu'n in Ewigkeit. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein, 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Berwund'rung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Bertrau'n, in meinem Fleische dich zu ſchau'n. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 169. Erinnre dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt' im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 2. Führ alle Dankbarkeit für ihn, 170. Frei reiwillig hast du darals ob er heute dir erschien, als spräch' er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich, und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vercint, und ist dein König und dein Freund. gebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! sein Name sey gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man bich erhöht, verwandelt sich in Majestát, denn du gingst aus dem Grabe. 3. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Greu'l; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 13. Er ist's, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenebre. Un Demuth groß, an Lieb' ein Held, und göttlich in der Lehre! geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze seyn; dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Tobten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schan7* 100 Erster Theil. Von den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod' erstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 171. HE allelujah! Jesus lebet. Erlös'te Menschen, o erhebet, des Gottversöhners Majestát! Hort's, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet: Gott hat ihn aus dem Staub' erhöht. O Seele! dein Gefang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt! weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze bolle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde drau'n! ihr könnt getroft euch freu'n! Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut'. der Auferstehung Jesu. 3. Nun verzagt auch nicht, Vers brecher! Gott ist euch nun kein strenger Rácher, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Bater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf: schließt seinen Himmel auf, sie zu segnen. Der Himmel tont: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod! wo sind nun deine Schrek fen? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwes't der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub er: heben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneu't zur Frühlingszeit das Pflans zerreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald find sie unser Theil. Bald krönet uns das Heil deines Lebens. Hallelujah! der Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da! Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir.-156. 172. wo Reſus lebt, mit ihm auch nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Tobten auferwecken. Er verklárt mich in sein Licht! dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jefus lebt; sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jefu ic. - 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts foll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlich keit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. Mel. Auf diesen Tag bedenken wir. 173. A 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. ' n diesem Tag froh 101 6. Jesus lebt: nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 5. O großer Tag! an Freuden reich, wenn wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich zum sel'gen Schauen kommen Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth' in können wir nichts wünschen. Alles Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr Elujah, Alle- Allelujah! 20000 lujah, Alle Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rustet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Uue- Allelujah! 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trågen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Urt, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Alelujah, Ale- Allelujah! 034 locken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauch zen- dir: o laß auch uns erfah un Mel. Erhebt den Herrn, ihr. 101.934 ren: daß wie voll Müh' das Leben 174. Der Herr fährt auf gen ist, doch, da du hingegangen bist, die Hoffnung es versüßet. Alle 4. 3euch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang' wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immerdar erheben. Wir seh'n hinauf, du siehst herab, an Treu' und Sieb' geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Allelujah, Alle: Allelujah! - Jubelschall, mit jauchzendem Getůmmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Bebaoth. 2. Der Herr wird aufgenommen in toniglicher Pracht. Deß freu'n sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, låst uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sich're Bahn. 4. Wir Pilgrimme der Erden, die hier das Elend bau'n; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schau'n. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh' eu'r Verlangen! dahin kehrt euern Lauf! 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! mit Inbrunst laßt uns singen: dich, Jefu, fuchen wir! zu bir, o Gottes Sohn, soll sich 102 Erster Theil. Von der Geist erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schågen, du gleißnerische Welt! sollt' uns dein Nichts ergögen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, giebt uns sich selbst zum Lohne, ist 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner HerrlichMel. Vom Himmel hoch, da. 109. keit du Tag, wann wirst du seyn, 176. Auf! Jefu Jünger! freuet da wir ihn mit zum erstenmal erblicken? O Tag, brich bald berein! euch, Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm'! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 175. Chau, großer Herr der Herrlichkeit, herab vom Thron der Majestát, um den, auf deinen Wink bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Werk vollbracht, beschlosseft du den edlen Lauf; und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewig's Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sigest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Chron. 4. Dein Urm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allent: halben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau', Herr, aus deiner heil'gen Hob' auf uns, die Deinen, die du kennst; daß alle Welt erkenn' und seh', daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ist. 8. Von deinen Brüdern sey gelobt, Held, der du uns den Sieg erstritt'st! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße tritt'st. der Himmelfahrt Jesu, Den Lohn, den du uns zugeſagt, erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schau'n und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Bollenden wir dann unsern Cauf; so eil', uns mächtig beizusteh'n! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns seh'n! 9. So sehen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort. 1 2. Sein Werk auf Erden ist voll: bracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schuset feine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, mir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestát, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an; was ist, das uns ges brechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Ståtte uns bereit't, bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 103 dem nur trachten, was da ist, wo| finden, und einst ewig bei dir seyn, du, verklärter Heiland, bist. ewig deiner sich zu freu'n. 11. Dein Eingang in die Herrlichteit, stårt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir dereinst dein Untlig schau'n. 7. O, was sind wir Menschenkin= der, daß du unser so gedenkst, und so hůlfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich glaubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gieb uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt; laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Průfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel' in dir erfreu'n, Immanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heilig thum. 177. 3⁰ Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. roßer Mittler! der zur Rechten seines großen Baters sigt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schügt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Untlig dienen; Mel. Erhebt den Herrn, ihr Fr. 101. deſſen Reich und Majeſtät über alle 178. Mein Jefus triumphitet, Dinge und den geht. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist auf's Herrlichste vollbracht. Der Verlornen Heil zu werden, gingst du in die Todesnacht. Aus dem Tod trat'st du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu seyn, gingst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die er worbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlös'ten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir trau'n, und auf deine Hülfe bau'n. 4. Herr, du schauest voll Erbarmen ftets auf diese Welt herab. Liebreich ſuchst du jeden Urmen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu er= wecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh'.. 6. Du vertrittst, die an dich glauben; du bewahrst und stårkest sie, daß fie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh' standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende - mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrei'n. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn glaubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlös'te! macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dabin schickt das Verlangen! dahin geh' euer Lauf! 4. Herr hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß un in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Sey du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring' uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 104 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, bis diese Zeit vorbei, bis wir dich,| bin, wo alle Engel Gottes ihn als Heiland! sehen, und freudig vor dir ihren König ehren. stehen, bis Erd' und Himmel neu. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. ir freuen uns, Herr loben. der Seraphinen Stimm', die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Seit, als bort genannt mag werden; was Kraft urd Macht nur heißen kann, das ist ihn alles unterthan: er herrschet über alles. - 179. Wife Chrift, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stárk' im Glauben unsre Seet'. 2. Du sigest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Umsonst, umsonst emporet sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! bu bist sein Licht, sein Troft, sein Theil, sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von keiner Seele bist du fern; du siehst auf sie, und hilfft ihr gern. 8. Sieh' auf uns gnádig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und fegne unsern Lebenslauf. 4. Du mußtest Hoherpriester seyn: dein Opferblut, dein Beten, dein Segen fonnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespries sterthum in Ewigkeiten währet. - 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Mo narchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigs keit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Befors gung unsers Thuns gab Gott in deine Hande. Du stehst uns bei in aller Noth; du streit'st, und siegst, und hilfft im Tod, durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher übers wind't, will ich zu sigen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Bas ters Thron voll Herrlichkeit gesessen! 34. 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. 181. Mgeht über alle Himmel Mel. D Gott, du bist die Liebe. ein Heiland, deine weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Berlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden trat'st du erst in der Zeit. 180. Mein Jefus fist zur Eh' noch die Welt geworden, hatt'st Laß uns dann freudig vor dir stehn. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ: der du zur Rechten Gottes bist. Mel. Allein Gott in der Höh'. 15. schon Herrlichkeit. rechten Hand des du Vater in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne febe, und wo ich mit dem Herzen 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft'ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Sißen zur Rechten Gottes. die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über alles! das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trågest alle Dinge durch deiner Wilmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regiereft den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott låßt dir Ehr' erzeigen, die keinem andern wiederfährt. Dir soll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben; schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jest, o Herr, in aller Welt. Dich preis't der Frommen Saame, der glaubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und be= fehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für uns litt, die ſchuld'ge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich glaubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land. Mel. Uus tiefer Noth schrei' ich.- 119. 182. Herr Jesu, deiner Stieerr Jesu, deiner Glieder Ruhm, du star: kes Haupt der Schwachen! du hast ein ewig's Priesterthum, kannst allzeit felig machen; du bist, der das Gebet 105 erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmels fahrt der Himmel offen stehen. Du hast den Weg geoffenbart, wie wir zum Bater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Pa= radies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen seyn. Du bringst sie alle wieder: sie werden da seyn, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. 3euch uns dir nach, so laufen wir: laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jegund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schaß und Ruh' nur sey bei dir dort oben! 5. Was droben ist laß künftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen! weg Welt! dein Lusts und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! o Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sey mein, aus Jesu Gnaden! 7. Wann fahr' ich auf aus dieser Noth? wann komm' ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm' ich zu dir, höchstes Licht? wann seh' ich einst dein Ungesicht? komm bald, o Jesu! Amen! Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. Davids 183. oder in ſeines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Saamen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt! 2. Sey gesegnet, theures Reich, das ein solcher Herr besiget, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schüßet! Schwinge dich in - 106 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, stetem Flor, groß durch Frieden, reich| Thron; der Höllen Heere sehn den an Freuden, unter Juden, unter Heis Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. den mit vermehrtem Glanz empor! 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen sich mit Jacobs Stamm dir, Herrscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. Aus dem 72. Pfalm. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. die Wege bahnen. Ich gefelle mich im 185. Gott! gieb dein Ge zu großen die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. richt dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sey, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. - 3. Deines Königs Majestát müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder und mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen grosen Namen fund! 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; seyd ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huld'gungseid! kommt und füßt den Sobn der Liebe! Uch, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. Aus dem 47. Pfalm. Mel. Allein Gott, in der Höh' sey. 15. 184. und hr Volker in der ganzen - Herz und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten Konig zeigt, an Hoheit alles über steigt, und Feinden schrecklich bleibet! 2. Thr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spüren. Zu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich: ein ewig's Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein: ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr langer träge seyn, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobsingt, lobsingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit klugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem 2. Von nun an müssen sich auf 3ions Berg' und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vollem Glanze ſpies geln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen stren gen Born kein Frevler tragen kann, 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, fo lange Sonn' und Mond an den ge wölbten Bühnen im alten Prachte erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke sind. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stårkend wird auch Zions Gott er blicket: er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blüh'n, mit ihm wird Fried' und Ruh' in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herrschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern: er wirft mit måcht'ger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk' und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und machtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm gepreist. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und bülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht sie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet ſey. 11. Gelobet sey der Herr, den Israel verehret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet sey sein Nam', bis in das fernste Land werd' seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. Aus dem 24. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. -109. ie Erd' und was darin: nen ist, das Meer, so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 186. Di 2. Des Herrn, der seine heil'ge Stadt ſo felsenfest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Wer darf sich dieser Ståtte nah'n? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durch's Versöhnungsblut die schweren Sünden von fich thut. 107 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Gränzen. Sein unermess'nes Reich wird jegt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und drånget sich mit Luft zu seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fü fleußt; und ewig wird dafür sein Nam' und Thron gepreis't. Nachahmung des 21. Psalms. 10. So lange Sonn' und Mond im Glanze wird sich der Nachwelt Eroft auf ſeinen Namen 187 Herren Sohn mit Hülf Mel. Wie schön leuchtet der. 35. du theustüßen: durch ihn gesegnet, kniet der Heiden große Schaar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Súhnaltar. und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Holl' und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siche! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwuns den. Nach dem Leiden lebt er nun in ew'gen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld sein göttliches Gemüthe. Nun preis't sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und keine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ist Segen zugedacht. 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell' der Seligkeit, dem, welcher vor sein Untlig tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen seyn, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sey? Nichts, nichts fommt ſeiner Größe bei Er ist der Herr von ew'ger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor, er kommt, der Herrscher Sebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Holl' und Tod! 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket. Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelenket. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Sel'ger Wechsel der Beschwerden! 4. Um's Leben bat er, Bater, dich, da Trost und Vater von ihm wich; du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jegt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in 108 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, du hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Vaters Rechte hielt dich fest, als von des årgsten Grimmes Pest, der Feinde Rache rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Rotte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erröthen. 6. Sein 3orn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trågt ihr Saame diesen Fluch, und ist( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. Mel. Freu' dich sehr, o meine S.- 29. err! du fährst mit Glanz 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erldser, bist. Wollust, Ehrſucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde zieh'n, da ich jenseits über'm Grabe eine größ're Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben; du erwarbst sie theuer mir; jegund seh' ich sie im Glauben, dorten find' ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertrau'n deiner Gläubigen durch Schau'n, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 7. Man dachte, Boses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruh'n, wann du vertilget wäreft. Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden kehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzurnten Rachers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dampfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und 189. deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schon in 3ion glänzen. 188. und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Seit! Gieb mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. Rufst du frühe oder späte mich zu meines Gras bes Ruh'; leucht' auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir: wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn' ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag' es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr' und lebe. 6. Kommst du endlich glorreich wies der an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jest zerstreut! heil'ge und verklär' sie gang, daß der Leib im Himmelsglang dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. 121. - Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. dem kein gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem macht'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vor schrift leben, dir nur zu gefallen stre ben, alles gern für dich verlasſen, und, wie du, das Unrecht haffen. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 109 digung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört| an des Regimentes Långe, an Begnaman stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Untlig schauen: die dich unermüdet preisen, und dir Ehr' und Dienst erweisen. 6. Nun herrsch' auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 5. Herr, in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schage, an der Ordnung der Gesege, an der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. D Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und keiner fehlt. 190. S rhöh ter Icsu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gieb! daß dann froh und mit Vertrau'n dich, Herr, auch meine Augen schau'n. 2. Wer fast, o Heiland! jegt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jest schon dir sich beugen. Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deis nen Wink muß Erd' und Meer das unzählbare große Heer der Todten 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft Eden Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? 5. D gieb, wenn nun dein Zag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker seyn, und auch die kleinste Sünde scheu'n. 6. Dein Name sey mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jest der Himmel preis't, aus aller Kraft zu lieben; so hab' ich in der Ewigs feit auch Theil an deiner Seligkeit. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. 191. Er kommt, er kommt zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. weigert euch, Erlös'te, nicht, jetzt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 110 Erster Theil. Von der Wiederkunft Jefu Chrifti 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herr: lich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen. Doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt, und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab' erheben; wer wird dann noch, Herr Jesu Chriſt! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Maje= stát wirst ziehen? wenn nun ihr Auge bich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest; und ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Chrift, mit Freuden vor dir stehen; und dir, so herrlich du auch bift, getroft entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu' und Angst und Furcht ge= plagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag; so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weih'n, in deinem Dienste treu zu seyn, und nie dich zu verläugnen. 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rácher? fragt der Spott. Hört, Sünder! hört's mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Beff'rung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maoß erfüllt: bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem 3orn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich; und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plöglich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spotter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad' und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lind'rung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethåter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewig's Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht vers stößt, du hast auch, Jesu, mich erlös't. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der Frommen Wonne seyn. Mel. D Ewigkeit, du Donnerwort.- 190. 192. D er unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zukunft Zeit! in aller seiner Herrlichkeit 193. Bende: bedente deiMel. Uch Herr, mich armen Sünder.-67. edenke, das steigt Jesus dann hernieder. O sich'= rer Erdkreis beff're dich! der Tag des Schreckens nahet sich. nen Tod. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann mor p zum Gericht. D 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben| Sündern und den Deinen giebst du seyn. Drum bilde dir, o Sünder, ein táglich Sterben ein. gerechten Lohn. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Ungesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlös't von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie. 3. Bedenke, Mensch, das Ende: der Hollen Ungst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kláglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hûte dich. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du giebst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 4. Bedenke, Mensch, das Ende: bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende ven jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Chrone ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Seiten legte Beit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sey bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl: laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen legten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag: im und vor Gerichte Sesu! bei; daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sey. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen seyn, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergeh'n, so werd' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld be= freit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. aller Welt, der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstau= nen dich auf dem Richterthron, um den die heil'ge Menge erhab'ner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majeſtät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Richterthron. Den Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 195. Son ist der Tag von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Hånden nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Mel. Uch Herr, mich armen S.- 67. 194. Kreis zu ch denk' an dein Ge1 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Alwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Beuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt. Kommt Erster Theil.- Von dem heiligen Geiste 112 erbt das Reich der Ehren! so spricht Mel. Wachet auf, ruft uns die. 171, er zu der Frommen Schaar, doch die, 196. Wachet auf vom Schlaf war, er nun ihr Sünder! erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwar ten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Beit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. von sich weichen. 5. Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fållen! die Súnder, die dich hier verschmäht, geh'n dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter seyn? ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! nun fehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück, uns Gottes Gnad' erworben. 7. Sie gehn nun in das sel'ge Reich, das Gott für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ew'ge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden krånken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. K omm, o Gott, Schdpfer, heil'ger Geist, kehr' in das Herz der Menschen ein, und bilde sie so wie du weißt, daß dein Gebrennen; dann wird der Spotter ihn 2. Schrecklich wird sein Zorn enterkennen, des Baters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! kommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu euerm Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst ging in's Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer über windet, wird gekrönt! schöpf vor dir muß seyn. 2. Mach'du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theu'r; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feu'r. 3. Send bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plöglich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd' und Tode sie befrei'n. Heil, Bonne, Seligkeit ist ewig uns bes reit't! Amen! Amen! die Zeit ist nah'! bald ist sie da! gelobt sey Gott! Hallelujah! Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, Geist, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. 5. O, mach' es kräftig: treibe fern des Feindes Lift. Dein Friede sey mit uns, daß wir dir folgen gern, und steb' uns in Versuchung bei. 6. Stárk' uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schau'n ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. the men und dessen Gaben. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen.- 33. Christen 198. erhebt und preifet, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er fegnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unfern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Del der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinen Leiden, und thut uns seine Schage auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm danfet als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Bungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heil'gen Eigenthum: 0, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder fehe, die Gott in Chrifto schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten balten im Geist und nicht im Feischessinn. Verbleiben wir allzeit im Ulten, so ist dies Feft uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß fein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Uch, Jesu! schenk' uns armen Sündern durch deinen Geist Genad' und Kraft. Mach uns zu Gottes achten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unfrer aller Seelen an; und schaffe, daß mit heil'gem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199. F 516 ott, groß von Er: barmen weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürd'ger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Luft zu Schagen, Wür den und Ergögen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt' dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Coul ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben 4. Urge Båter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thatest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. 3war ich hab' in Sünden sicher, ohn' Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm dann, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thuft es gern. Förd're du durch mácht ge Triebe in mir Glane ben, Hoffnung, Liebe! 7. Deff'ne mein Verständniß! Weis: heit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen seyn, und dann zeige du mir Urmen Jeſu göttliches Erbarmenen 8. Quelle brünst'ger Triebe, Feuer teuscher Liebe! laffe deine Gut auch mein Herz durchdringen, und in Flam men bringen, Gott, mein höchstes Gut! laffe mich gleich Seraphinen bir mit Lieb' und Eifer dienen. 8 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 114 9. Ist bei schweren Plagen ganz mein Geist zerschlagen, so bilf gnádiglich. Macht die Prüfungshige, daß ich schmachtend sige, so erquicke mich. Laß des Trostes Ströme fließen, und sich in mein Herz ergießen. - 10. Ich kann alles tragen; ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. - 116, er du uns als Vater 1 : rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleicht'rung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüglich werden. O sit 7. Gieb mir wahre Selbsterkennt niß, daß ich meine Fehler seb', und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh'. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. Mel. Werde munter, mein Gem. 200. und deinen Geist denen, die dich bit: ten, giebest, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleb' ich vor dir; Vater! send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit achter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet 201. H 03 mir dein Geist nicht bei. D'rum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 8. Wenn der Anblick meiner Sún den mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir finden, mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug' in Nothen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, hochgelobter Gottes Geist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Trost erfreu'st! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroftem Muth seiner Baterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's 9. Was sich Gutes in mir findet ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich Herr, verlangt nach dir. O, so fege durch dein Wort deine Gradenwir fung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Mel. des 77. Pfalms. du eil'ger Geist, Ff Himmelslehrer! starker Tröster und Bekehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung feyn. Gieb, daß fiets durch heil'ges Denken sich mein Herz zu Gott mag lenken: klopf an meinem Her zen an, wenn ich geh' auf fal: fcher Bahn. ▸ the pillund dessen Gaben. 14: 3 2. Treibe, leite und regiere, mich zum Guten stetig führe, gieb selbst Luft und Kraft dazu, daß ich Gottes Billen thu'. Gieb mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, im mer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu seyn.mmt disto 3., Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gieb, daß bei mir wahre Reu' über mein Vergeben sey. Laß mich allezeit erwagen, daß Gott sey bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb' auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Umt mit allem Fleiß. So werd' ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottes Geist, in mir wohnst und träftig seyft. 5. Komm, erfülle, komm, bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. 202. Got tott! du hast in deinem Sohn mich von Ewig keit erwählet! Sende nun von deinem Thren, was noch meinem Heile fchlet, und gieb mir des Geistes Gaben, durch sie werd' ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heil' ger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 8. Treibe weg die finstre Nacht falfcher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken!' wenn ich mich von dir entferne, wo ist's, daß ich Weisheit lerne? 4. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit New' und Schmerz über meine Sünden kränke; doch nach den - 115 betrübten Stunden tröste mich durch Jesu Wunden. dhar 5. Pflanze du mich selbst in ihm, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring' und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb' und Hoffnung sen stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gieb mit Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl; und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heus chelei verrichten; christlich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. Bar 19 203. D Mel. Getreuer Gott, wie viel. 1 37. ir, Bater! dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvers gånglichs Leben! ich danke die, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preis't, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, geh'n sie, die Welt zu lehren: der Seift, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren: der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh'; der Geist der Stärke stärket sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bekannten seinen Namen frei, und lob ten ihn im Tebe... bil 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jegt der Menschen Lehrer, der Jeſu neue Jünger schafft, des Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* Erster Theil. Von dem heiligen Geist 116 wirkst du Buß und Leid, in frommen Seelen Troft und Freud', und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkeft du, so wie im Tode, Seelenruh', daß sie dich froh empfinden. - 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heil'ge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gieb wahre Buß' und Súndenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! im - d Mel. Gott des Himmels und der 32: 204. omm, o tomm, bu Geift des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sey nicht vergebens; sie erfüll' uns jeder: zeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in dem dunkeln Herzen seyn. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht; daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erkenntniß werde groß, und mach' uns vom Irrthum los. 3. Beige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, raume ferner aus dem Wege; führ' uns zu dem Guten an; wirke Reu' an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind: stårt uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal find't; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten glaubig und mit Freudigkeit; mach' uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt' erhört, und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! so mache den Beschluß; sprich der Geste trofili zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh'. a 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken beißt! schenk' uns Muth und Kraft im Krieg, und verleih' uns dann den Sieg! 8. Herr, bewahr' auch unsern Glau ben, daß kein Teufel, Tod noch Spott, uns denselben möge rauben! du bist unser Schuß und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben; so versichre uns je mehr, als des Himmel: reiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Mun bitten wir den h. G. 205. es Vaters und des Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weis't, gnadenvoller Troster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gieb uns Jesu Frieden. 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dráu'n; lehr' uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du, der Liebe Geist! erhöh' unsre Seele, daß sie schmeck' und seb, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns seyn bis in den Tod. Heilig laß uns leben; und nicht vers zagen, wenn uns unsre Sünden ver flagen vor der Welten Richter! Mel. Freu' dich sehr, o meine S. 29. 206. Ebler Geiſt im Himmels, throne, Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft. Flöße du die wahre Reu' in mein Herz i mbil und dessen Gaben. isipo 117 Mel. Freu' dich selye, meine Seek. 29. teist vom Vater und und es daß Gott mit feiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. em Sohne! der du 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Herzen licht; du giebst, máchtiger Bezwinger, daß der Sünde Macht zerbricht. Kehrest du nur bei mir ein: so wird meine Secte rein, und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm' und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft: Laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden ftch' mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib' du mir beständig treu! gieb mir ein gelass' nes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei mir finde, und den Unmuth überwinde. hd 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast un vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint; so gieb, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeckt ich deine große Gute; so verachtet meine Brust, was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen eingig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr' mich beten: Abba, Vater in der Höh'! Treibe mich, vor Gott zu treten: und gieb, wenn ich vor ihm steh', daß mein Bitten träftig sey; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Fleh'n ein kräftig's: Amen! Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. Stehe du mir machtig bei, daß ich Gott ergeben sey; o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. in starker Schug ist 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wenn ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kraftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heit verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sen, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöh'n; seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 15) Von der christlichen Kirche. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu' und Schmerz, mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau' und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei; daß ich auch alsdann mit Freuden, Gottes Führung folgsam sey. Gieb mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Trostes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen Er hilft uns freu aus aller 118 Erster Theil. Von Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rustet sich mit List, trogt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht tein Feind auf Erden. 2. Nicht unsre Macht ist's, die ihn fällt. Wir waren bald verloren. Es kampft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erkoren. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und 3. Die ganze Hölle schäume Buth, und droh' uns zu verschlingen. Trok ihr! uns rüstet Gott mit Muth. Es soll uns doch gelingen. Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fallen. der christlichen Kirche. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Barne die Deinen vor des Frrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß fie falsche Freuden klüglich vers meiden. nice 8 5. Sey du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwun detes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder; stärke sie wieder. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Helb! der giebt uns Sieg von oben. Tödten sie den Leib; nehmen Kind und Weib; rauben Gut und Ehr'; sie nehmen's! was ist's mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz. uns wirst erlösen; bis wir zum Um gang der verklárten Frommen frob lockend kommen. Der 67. Pfalm. 436. Mel. Auf, Christen, preis't mit. ott! schau' 210. Gutes gab, da gnådig stets auf uns herab, entzieh dein freundlich Angesicht, Herr, deis nen Auserwählten nicht! 2. Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. 3. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift fie ehren; denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Ausser ihr suchen Sterbliche vergebene Worte des Lebens. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unser treuer an, wer ist, Mel. Ich will mein Gott, du. - 55. 209. Laß doch, o Jeſu, laß der so beschüßen kann? dein Reich auf Erden unter den Sündern ausgebreitet werden! Schenke doch ihnen, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich glaubig ihren Herren nennen; gieb ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 6. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt. 7. Die Erde ist nicht mehr ver flucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hun gersroth; stets segne uns Gott, unser Gott! 8. Ja, mach Jehovah, deine Freu an uns mit jedem Morgen neu! bir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. 211. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drobn. 2. Beig' deine Macht, Herr Jesu Chrift! der du Herr aller Herren bist: beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob' in Ewigkeit. 4. Herr! laß uns dir befohlen seyn. Schau' unsre Noth: wir sind ja dein. Erhalt im Glauben uns getreu, und mach' uns von den Feinden frei. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevelstück! es fall' auf ihren Kopf zurück! fie graben Gruben mit viel Müh'; in ihre Gruben stürze sie! 2. Sollt' auch das Meer so heftig toben; und stürzten vor der Wuth 3. Gieb, heil'ger Geist, uns einen Gebirge, ihrem Grund enthoben, Sinn, nimm alle 3wietracht von uns hinab in seine Fluth; sie bleibet doch hin. Vor deines Wortes Licht und mit ihren Bächen die Stadt des Macht entflieh' des Wahns und Irr- Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird thums Nacht. die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! 6. So werden sie erkennen doch, du unser Herr, Gott, lebeft noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 119 4. Ewig, o Heiland, sey dein Nam" erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Pfalm. Mel. Ich will, mein Gott, d. Kön.- 55. 212. Shuge die Deinen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt be kennen. Laß deinen Händen, wie du felbst verheißen, nichts sie entreißen. Mel. Man betet, Herr. 50. 213. ott ist uns Stárk und Röthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her; uns würde keine Furcht erschüt tern, und sånken Berg' in's Meer. 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden. Mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe fie hienieden zum ew'gen Frieden. 1 3. Gott wohnet selbst in ihren Mauern, der Herr beschüßet sie, fie wankt nicht, ewig wird sie dauern, der Hochste hilft ihr früh. Die Völker tobten, und im Grimme emporten Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zer stóre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüget Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Berstören schafft. 5. Er macht sich auf, dem Krieg zu steuern, der so viel Blut vergoß. und er zerbricht, daß Lånder feiern, Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sey Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor den Heiden, und herrlich vor der Welt! Gebt alle unserm Gott die Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! Heere, uns schüßet Jacobs Gott! 1 120 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 214. W - enn Christus seine Kirche schügt; so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah: wenn Er schutt er gebeut, steht's da. nicht kennen. zu seinem Ruhm mit Macht das 2. Sie lebren eitel Träumerei, was Eigenwig erfindet. In feiner Wahrheit ist dabei ihr unståt Herz Christenthum. Mag doch die Hölle andre das, es trennen sich ohn' unters gegründet. Der wählet dies, der laß, die mit Vernunft sich brüsten. wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören! denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit khmahn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ; wer bier sein Jünger ift, sein Wort von Herzen háit, dem fann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Uuf Christen! die ihr ihm vertraut, laßt euch fein Drohn erschrecken. Der Gott, der von dem Himmel fchaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Bebaoth hält über fein Gebot; giebt uns Geduld in Roth, und Kraft und Muth im Tod, was will uns dann erschrecken. 215. Gott vom Simmel sieh' darein, und laß es dich ch erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh' dich nicht uns Urmen! dein theures Wort hált man für Spott; emport sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn 3. Uch Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schau'n wir in die Wahrheit ein; uns täuscht tein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben! 4. Gott sieht's und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. 5. In Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und durch Verspottungen bewährt, strahlt Gote tes Wort auch heller. Der Straße len fieaende Gewalt durchbricht der 3weifel Nebel bald, und blendet selbst die Feinde. 6. Sein Licht beschug' uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Nege zieh', nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertődtet Seelen. 7. dämpfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk 121 fráftig unsern Glauben. O beil'ger Seift, verleib uns Gnad', daß wir 217. Trbe, bu, der Deinen stars Mel. Freu' dich sehr, meine 29. reuer deiner Heere oor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns húten. fer Schuß! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trug tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.-119. 216. Bater der Barmher zerstören und dein Erbe zu verheeren. bei verwandten, doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du haft durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Heidenschaft zu Seinem Reich berufen. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel'. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der Deinen Ret= tung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Wüthen dámpfeft, und für deine Wahrheit kämpfest. 2. Getrennt durch Mannigfaltigfeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. Erster Thell. Von der christlichen Kirche. 1 8. Ach, sey doch auch in dieser Zeit uns, Bater, wieder gnädig! und mach' uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gieb, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Uch, schaue, wie des Satans List vereinte Brüder trennet. Wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. D Herr! hilf diesem Uebel ab und gieb, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werse: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem lieb1 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt seyn; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestum. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul bes kehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre, die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Drauen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unsre Hülfe steht bei dir. Kám' es auf uns selbst nur an, ach, wie nicht wär' es gethan. Satan würde bald den Glaus ben uns aus unserm Herzen rauben. 6. uns denn vorsichtig reich denke. 6. Men Brüder, Herr, auf bein unb. Baß was bena infatig wandelin Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit Zärtlichkeit verschonen; o, was tann angenehmer ſeyn; du selbst, Herr! wirst dich ihrer freu'n, und fie mit Segen frönen. auch klug, wie Schlangen, handeln. Zeig' uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit! sprichst du; mach' uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und so die Bersuchung dámpfen. za 4 000 05 122 antite 16) Von der heiligen Taufe. Einsehung der Taufe. Mel, Christ, unser Herr, zum Jordan. 218. W ie Christus selbst E zum Jordan kam, und nach des Baters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu er7 fül- len, was Gott heischt'; so muß auch das Bad, das er, um uns von Súnben zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Le- ben. 2. Hort, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Völker, und auf den Bater, Sohn und Geist tauft nunmehr alle Völker. Wer glaubet, und die Zauf empfängt, wird selig, wer hingegen unglaubig fest am Irrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehen. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läss'st du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufe neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich eitle Welt! o Sunde weich'! Gott hört es! jest entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sey ewig mein, und laß mich stets den Deinen seyn! Mel. Liebster Jesu, wir sind. mich dir zum 220. Mein Erlöfer! der du genthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. D erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten; nur das zu jeder Zeit für mein größtes und Mel. Gott werde stets von dir erhoben.-72. 219. h bin getauft auf dei- Wohlfeyn achten, daß ich, Jeſu! deinen nen Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. D, welch ein Glück wird dadurch mein! Herr, mich deß auch ewig freun. zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nut ein wahres Christenthum folgt un nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. Eaß, 2. Du hast mich für dein Kind erklåret, mein Vater! und ein selig 4. Laß mich drum, wie dir's ges Theil hast du, Sohn Gottes! mir fällt, deinem Dienst, Hert, gan gewähret an dem von dir erworbnen ergeben, und, entfernt vom Sinn der Heil. Du willst, mein Leben Gott Welt, als dein treuer Jünger leben; zu weih'n, Geist Gottes, selbst mein daß ich einst auch, wenn ich sterbe Beistand seyn. das verheiß'ne Leben erbe. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 123 Mel. Liebster Jesu, wir sind. 4. 221. He err! wir stehen hier vor vor: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und im Himmel moge werden. 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! Haupt: mach es zu deinem Gliede! Lehrer! zeig' ihm deine Bahn! Friedefürst! sey du sein Friede! König! laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! 2. Wasch' es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden: laß es deinen Geist erneu'n und mit bir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib' es in dein Buch zum Leben! esiign 301 OUD 17) Von dem Einsehung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Psalms. 222. A Mad heiligen Abendmahle. 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaff'ne Christen leben! endlich auch, wenn dir's gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. sterben wollt' für unsre Missetha- ten, in jener Nacht um schnoden Sold aufs schåndlichste vers ra- then: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleis 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den is ejus jesund zum Lobe Gottes auf, sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße; euch droht umsonst der Höllen Gluth, indem ich für euch büße. tet, mit seinen Jüngern noch das nun Mahl, das lángst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; fei'r ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Bater giebet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb' ich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brach's, und dankt, und sprach: nehmt hin und effet, damit ihr nicht im Glauben wankt, und meiner nicht vergesset, das ist mein Beib, der durch viel Qua! jest wird für euch gebrochen; daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd' an euch gerochen. dort in Opfern ward vergoffen, tilgt 5. Das Blut, das an dem Altar nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt', wie Gott beschlossen, jegt zur Vertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Sohnblut fließen: nun denkt an Gottes Gnad' und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer seyn; gespeiset und getrånket, sagt laut: o! wenn dein Tod nicht wär', wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort zu meiner Ehr', als würd'ge Himmelserben! 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich versöhnet, doch weh' dem Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenn's übel geht, Genabe zu erlangen! doch dich Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 124 entzeucht nicht Brot und Wein dem ernstlichen Gerichte; soll dies dein Trost, o Sünder, seyn; so wird dein Troft zunichte. 1 9. Der rechte Labtrant ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn', daß Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 141. ich mich in den Tod für dich dahin 224. elobt seyft du, herr so weichet Durst und Hungersnoth, so hast du Heil und Leben. 10. Jch bleib' in dir und du in mir, damit von meinem Geiste, dein Geist getrieben für und für Gott Dank und Ehr' erweise. Du bist nun ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ew'ger Treu' umfassen. für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie haft du, Gott, auch mich geliebt! er, der uns ewig Leben giebt, ist auch für mich gestors ben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Vater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's neu' mich deis ner Vaterhuld erfreu'. Gott meines Heils! sey ewig mein, sey ewig mein, und laß mich dir recht dankbar seyn. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gieb, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. Mel. Allein Gott in der Höh'. 15. 223. Halt alt' im Gedächtniß Jefum Chrift, o Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht: denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 1 2. Halt'im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 5. Mein Heiland, den der Himmel preis't, dich will ich ewig loben. D stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl ver mehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden, und jegt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ew'ges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. - 2. Boll hoher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geifte ewig nugt. Herr Jesu Christ! wie liebst du mich! wie liebst du mich! gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir ges bricht. O stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seyst, und mich vom ew'gen Tod befreist. Herr, dieser Trost sey fest in mir, sey fest in mir, so dien' ich voller Freuden dir. 4. 3ur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir, ausersehen. Auch mir zum herrs lichsten Gewinn gabst du dein Leben willig bin, drum bör' auch jetzt mein Fleben. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn' in mir; so nimmt in mir die Seelenruh', und meines Herzens Bess's rung zu. Mein Herr und Gott! ver: Erster Theil. laß mich nicht, verlaß mich nicht, so tomm' ich einst nicht in's Gericht. - Von dem heiligen Abendmahle. 5. 3u deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir: las fie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schließen, daß mir dein Wort stets heilig sen, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Mel. Die Quell', woraus der M.- 84, Herr, mein Heil, sey stets mit mir 226, D 226. Menschenfreund, o sen stets mit mir, so komm' ich einst gewiß zu dir. on Jesu! Lebensquell', der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du hörer der Gebeter! gedenk' an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich klag' es dir, du Prüfer meiner Nieren: Du bist ein Arzt, der kranker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steb' und seh ich nach dem Leben, wohin mein Aus Demuth schlag' ich an die bange Geist nur seinen Wunsch noch wagt.. Brust, der Sünden Sie, die mich von dir geschieden. Ich scháme mich auch der verborg'nen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. O freuc dich, mein Herz in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Trost zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon; spricht liebreich: sey getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Bergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. Lebens- Gott. Es soll mich nichts von 3. Wo soll ich hin? Ich will zum meinem Felsen treiben: dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Hill'! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret' ich denn, mein Jesu, jegt vor dich; ich komm' zu deinem 4. Dein, spricht er, ist die Selig- Maht, nach deinem Willen. Uch laß feit, bewahre sie im Glauben; und mich da den Durst und Hunger stillen; laß durch keine Sicherheit dir deine mein Heiland, dein Verdienst erquicke Krone rauben. Sieh', ich vereine mich! wird nun mir so des Glaubens mich mit dir; ich bin der Weinstock: Kraft vermehrt; dann soll er sich in bleib' an mir; so wirst du Früchte Werken thätig weisen; dann werd' ich bringen. Ich belfe dir, ich stärke dich, der du mein Fleh'n erhört, mit dich, und durch die Liebe gegen mich Herz und Mund hier und dort ewig wird dir der Sieg gelingen. 12 preisen. Jubang ba anno ad a Mel. Getreuer Gott, wie viel. 37. 225. Jah ch komme, Herr, und 125 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. O, gieb mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besses rung mir und der Welt beweisen. da ur biod suche dich, mühselig und beladen. Herr! mein Heiland, fegne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron Sohn Gottes und des Menschen Sohn! mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlöften. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder. Du bast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht, und an dein Wert: es ist vollbracht! du haft mit heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 126 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 227. Wie groß ist deine ie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiz land, Jesu Chrift, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich fpeisest mit deinem heil'gen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmat feyn, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. 4. Uch laß mich nur recht glaubig effen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all' meiner Sünden werd' indessen vor Gott vergessen. 3. Auch ist mir das ein Pfand und. Zeichen, wenn ich zu deiner Tafel geh', und Brot und Wein mir geben seb', du werdest meiner Seer imgleichen 229., Herr! haft aus 97. Mel. An Wasserflüssen Babylons. dich selber reichen. zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eins geladen. Du rufft: Mühsel'ge, fommt zu mir. Du Weltversöhner! ja zu dir komm' ich auch heut', ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, vers stoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 5. Uch Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigkeit! ach, mach' uns allesammt bes reit! und laß in einem Geift die Deinen sich fest vereinen. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb' entzünd'! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 1 228. as, ben mir der Herr gemacht! Sen gesegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank' ich dir dafür! treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich kühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab' ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut' vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; giebt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heil'ges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet seyn. 2. 3war meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh' meiner Seelen. Weltrichter, ach! im 3orne nicht, im 3orne geh' nicht in's Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! fich' mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Trost, und ångs ftigt fich, gebuckt vor dir im Staube. Auf mein Berdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizuſtehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu; und wirst ein glaubig Herz voll New, auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Bertraun auf dich, nach deinem Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 geladen. Deinen Bund sollst du ers neuen, und dich seines Todes freuen. 2. Eil', wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brúns stigem Verlangen, seine Güter zu em pfangen. Daß er dich der Sünd' ent= eas mich Gnad' empfahn und Leben. lade, giebt er heute Gnad' um Gnade. Herr! ich mich mit Beben. Caß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinem durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Gegen trånken, und dich ihnen selber schenken: 0, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! is nog die A Rathe wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Huld, in Lieb', im Glauben, in Geduld, ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, ver klárt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig rein erhebe. Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir.- 156. 230. D nicht; du kannst ich, mein Jesu, tas Seelen recht erquicken! du bist meine Suversicht, du allein fannst mich beglücken! du, mein Jesus, scuft allein meines Herzens Freude seyn. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Uch, was hab' ich für ein Gut! was für Schäße kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen: Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehen? Läßt fie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich perbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande giebt? 5. Brenne, Seel' und Geist in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jeſum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög' in heißer Liebe glüh'n. 6. Erd' und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jefus ist mir Troft und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! Lass ich nicht. 231. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. eele, willst du Ruhe finden, drücket dich die Laft der Sünden, komm, Bergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll heil und Gnaden hat zu sich dich einHeil und Leben zu empfahen. Ach! ich 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, suche dich mit Thránen; sollt' ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden! laß, Erldser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. Du, dem unsrer Båter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! daß sie hier dein Mahl empfingen! laß von deinem Ungesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jcgt erfreuen. 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; deiner Himmelsspeise, mir zum Heil ach, laß würdig mich genießen dieser und dir zum Preise. 7. 3um Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, eiland, mir erstrittest, als du un aussprechlich littest, als dich Todess tes schreckten, als du selbst für mich ges schweiße deckten, und die Schrecken Gotstorben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben; einst werd' ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; hilf mir, bilf mir überwinden. 128 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. Xlein Gott in der Höh'. 15. Ich 232. Jh preife dich, o perr, 233. Hier mein Heil, für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du warst ein Opfer auch für mich. O gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! gua 2. Was kann mein Geist durch deinen. Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Behrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. gdjadj mandi di 3. Dein Mahl ist mir ein Unter pfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o starte mein Gemüthe zum gläubigen Vertrau'n auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. - 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Súnden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße hast erworben. 5. Der Trest, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er starte mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen! daß ich aus achter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sey, und dir zur Ehre lebe. AUG 7. Laß deines Lebens großen 3weck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weis't, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt; so sey dein Tod mein Leben. 72. Mel. Gott werde stets von dir. ier bin ich, Jesu! zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnos denvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleib' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht, 2. Es werde, Herr! für mein Ges wissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sey an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gieb von deinem Todesschmerz heut' neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir er warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. - 5. Ich übergebe mich auf's neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir bestånd'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich: d'rum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spottern schämen des Dienstes, den man dir erweis't; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Suns denlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stárte sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. wenn Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flebn. Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 1 Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sey. 234. N un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir im= merdar vor Augen seyn. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis' ich, Herr, wie preis' ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brod gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! voll Freude hab' ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu seyn. Ich schwör' es nun noch einmal dir; schenk' du nur deine Gnade mir! Mel. Gott werde stets von dir. 72. 235. Gott ott, deine Gnad' ist unser Leben! sie ſchafft uns Heil und Seelenruh'. Dein ist's, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft verleihn. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. 5. Im Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu meiner Pflicht, be wahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb' ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und trånkt ein Wein, ein Brod. 7. Wie jest in unsers Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einst zu sammen vor ihm, mit seiner Engel Schaar, und preisen, als sein Eigens thum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheis nen im Glanze seiner Majestät, dann geh' ich im Triumpf mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 18) Von der Vergebung der Sünden. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud' und Lust der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig seyn. Er litt, damit wir Friede hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt! welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank! ewig Dank sey deiner Treue, die niemand g'nug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Baterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt. 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreift du von den zu dir! Gott, du siehest mein Ver Plagen, die dem Gewissen furchtbar trauen. Sicher kann ich auf dich sind; der kann getroft und freudig bauen. Deine Batertreue ist ewig, sagen: Gott ist für mich; ich bin sein wie du selber bist. Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 3. Uch! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Urmen Gnade finden, Gott, vor dei nem Ungesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Bater! ja ver: zeihen. O so höre dann auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnådig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. - 5. O Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Sie klagt nicht, daß ein Glück ihr fehle: ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried' ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gieht Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be: trübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu' und Glauben hålt, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wäh len; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 8. O laß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker 3uver sicht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu' und Demuth such' ich dich; gieb mir den Troft: Gott ist für mich. 9. 2obsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weih'n. Daß, Herr, bei dir Vergebung sey, das macht in deiner Furcht mich treu. Der 25. Pfalm. Der 130. Psalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 67. 236. Terhebe mein Gemüth 237. Jazu beiner Gnad" und Mel. Ach Herr, mich armen S. ch Neue verzeihe eröffne sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! keiner harrt auf dich vergebens. Nur Berachter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir! daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig Leben, Herr, vor deinem Ungesicht. Keine schnöbe Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Uch! bewahr', ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! - Huld. Du, milder Gott, mir Armen meine Schuld! meinem Sehnen, o Vater! Herz und Ohr, und lasse meine Thränen und meine Seufzer vor! 2. Uch! sollte, wenn wir fallen, für Gnade Recht ergeb'n, so würde von uns allen der Frömmste nicht bestehn. Du aber heilest gerne zer Erster Theil. Enirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar seyn. 3. Ich trau' von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau' ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schim- 6. Sch zeige, sprichst du selbst zu mer der müde Wächter blickt. 5. Mein Schirm bist du; zu dic flieh' ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr, als meinen Retter, offenbar, und läss'st mich sicher wallen... mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ew'gen Er führt zu Se- Von der Vergebung der Sünden. 4. Der Saame Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest 3ions Kinder von allem Bösen fos.uz sim Der 32. Pfalm. 10 AT s Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. W ie felig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, dess' Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Ungst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn' ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und lässt die múde Seele Ruh' in deinem Frieden finden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so machtig toben. du gnädig bist, den Todesfurcht Mel. Erhabner Gott, was reicht.- 16. nicht schrecket! dem, weil ihn 239. ch schone boch, o großer seine Schuld betrübt, dein Herz Menschenbüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer fann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. die Missethat vergiebt; den dein 2. Uch zúrne nicht! in Jesu will ich kommen: Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Uch rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen: laß Gnad', o Herr, anstatt des Rechts ergebn; fonst kann ich nicht vor deinem Thron bestehn! 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Vater! ewig loben. Du liebeft ihre Zuversicht; ligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisbeit lernt, der ist verblendet, und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, bált seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! euch wird des Höchsten Güt' umfahn. Bon allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er rachet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! 4. Uch strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb' ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sich an den Sohn, der unsere Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Uch schone doch! ich bin zwar Usch und Erden; ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden; doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich seyn, o Herr, dein Eigen Schuld ist dir vergeben; sey getroft, thum: ach nimm mich auf; gedenk' mein lieber Sohn! komm zu meinem Gnadenthron. an deinen Ruhm! 7. Eeht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes flie: set, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer Holist, der sich an mich wagt, und ein Himmelskind verklagt? 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb' und Huld umfassen. Drum tröst' ich mich, und fasse guten Muth: es ist bezahlt; die Schuld macht Jesus gut. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 240. Schopfer aller Menschenkinder, großer Richter aller Welt! sieh', hier wird ein armer Sünder, Herr, vor dein Gericht gestellt, der in Sünden ist geboren, der dein Ebenbild verloren, der mit Lastern sich befleckt, der in tiefen Schulden steckt.dis! 2. Mein erwachendes Gewissen, 8. Richter, der mich losgesprochen; Vater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen und ge raubt, Gott wieder giebt! Geist, der mir den Glauben schenket, der mich in den Mittler senket! Gott der Gna: den! dir sey Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum. 9. Laß mich nun die Sünde hassen, 5. Richter, siehe meinen Bargen; fiehe die Bezahlung an; dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Geset erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube: steh' mir bei; sprich von Straf' und Schuld mich frei! 6. Siehe mich im Staube liegen. Dwie drückt mich meine Schuld! doch dein Wort kann ja nicht trügen. Sündern gönnst du deine Huld. Du das ich zerrissen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verkla= gen: ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge giebt sich an, der gesehn, was ich gethan. 3. Wehe mir! ich muß verderben! ich feh' nichts, als Höllenpein. Fre Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. cher Sünder, du mußt ſterben! wird 241. Wie theuer, Gott! it mein strenges Urtheil seyn. Es erzittert meine Seele vor des off' nen Übgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ew'gen Flammen Glut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg' in's Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't., beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden, und sein blutig's Losegeld meinem Richter dargestellt.guse deine die alle Missethat vergiebt, sobald ein reuen des Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernst lich haßt, und Zuversicht zum Mittler fast! 2. O! laß mich ja nicht sicher wer den, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gieb, daß sie mir recht wichtig sey; daß ich sie meiner Bessrung weih'! quemadent 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erküh nen, zu glauben, dir persöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde las alles unterlassen, was den neuen Frieden stört: rein'ge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig seyn beflissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 1 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergieb mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheu'n, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, I lig meinen Wandel seyn! 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Ünvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 242. Owohl dem Menſchen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den frummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spotter lacht, die fromme Seel' entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit seinem Gipfel füllt; 4. Er trågt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; et tröftet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm, und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott emport, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 300 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht, du schaust im 3orn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. Mel. des 1. Pfalms. 19 243. D 133 will ich durch Uebung guter Werfe beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! sie dránge stets und leite mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst! das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß Bater, mein Gewissen rein, und heier Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn: wenn F wir nur treu auf seinen Wegen gehn; so dürfen wir ihn unsern Bater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürs fen wir im Kampfe Trost und Muth; so giebt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut, und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad', und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge råchen; er übersieht der Frrenden Verbrechen: er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Trost? der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut, und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und giebt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben: wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen ic. bekehrt, der wird nicht, wenn er fleht, erhört. 4. Die Frevler mögen nicht beste: hen! du bassest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmåhen; dein strenges heiliges Gericht, verschont der frechen Lügner nicht. - und Neigung uns zu schüßen: es kann der Geist in stillem Frieden sigen, weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sey, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Luft und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser sieht: der Herr ist gut. 244. 6. Der Herr ist gut! er siehet huld6. Du kannst, du wirst mich ferner reich an den schwachen Dienst, den man ihm leisten kann, giebt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlös't und gern erfreut: du kein Wassertrunk ist unvergolten blie- wirst mir meinen Weg bereiten; und ben; er giebt dafür die ganze Se= wer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth: und so bleibt ewig wahr: der Herr ist gut! wer ist, der meiner mächtig ist? ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen; verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, S deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, 2 bilf, uno sey gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerken; ganz heilig will ich vor dir seyn! ach mach', mein Gott, mich selber rein! du hast an allen guten Werken ein innig's Wohlgefallen, Herr, d'rum heilige mich, Heiligster! seo 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in mit deinen Tempel eile ich, o Gott, dankendem Gemüthe! anbetend fall' ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 3. Gott, dir mißfällt der Gråu'l der Sünden! wer bos ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meiner Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzune gen schmeicheln, so bin ich noch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dir's flagt. 8. Erfreue, Gott! die dir ver trauen, und eile, wenn sie zu die schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sey ihren Feinden, Herr! zu Truß, stets der verlass'nen Frommen Schuß. 245. M ein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret; so kann ich bald von dir Erquickung spüren. Dein Gnaden hlick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geiftes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Se: ligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. - nimmt die Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ist's, womit sie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die múden Seelen laben; mein Jesus kann's, er thut's im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O bester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will, und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die Mel. Wie schön leuchtet der. 35. alle Noth verschlingt und unsern Geist 247. Wie groß ist unfre Sez zur 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen; schein' unverhüllt, 0 Sonn', aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könnte schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sey so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dåmpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube kämpfet, und dieser Streit mir neue Ungst erreget: so laß mich bald dein huldreich Untlig sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 6. So ruh' ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschügt, kann mich nichts mehr er= schrecken, mein 3oar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. hoff', Gott! mit 246. Je houts auf deine Gnad' und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, hast mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich peil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, und mich mit Trost erfüllen! - in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird erheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 2. D, wie erhaben ist das Recht, das du mir giebest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! bei dir ist unser Baterland, und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh' und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden, unfre Seelen. Herr, was fann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet der Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hålt, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volé erklären. 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 5. Wie glücklich, Gott, find Chris sten dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf dei nen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. 248. J Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. ch mein weiß, an wen Glaub' sich hålt. Kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, Lang' ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt; durch deinen Schild werd' ich bedeckt: was kann mir denn nun schaden? 3. Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; d'rum eite ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wande!! 5. Jeht, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort ist mein Untlig heiter. Hier ist die Schwachbeit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. Der 112. Pfalm. Mel. Ich will, mein Gott, du. 53. 249. und Heil reis, Preis sey Gott! und Segen sey dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und machtig wird auf Erden der Saame derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr läßt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. dre - 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Urmen freuen, und den Getreuen! 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Urmen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu ver treten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verder: bens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen c. 137 8. Er ist getroft, und seine Seele zittert vor keinen Plagen, ruhig unerschüttert; mit Lust wird er an denen, die ihn schmähen, gerächt sich sehen. Liebe, stärker als der Tod! Herr! und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 9. Er streuet aus, erquicket voll 7. Würdig dir zu leben, dies sen Erbarmen die Hungrigen, und tröstet mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! gern die Armen! die fernste Nachwelt was die Welt vergnüget, o mein Heil wird sein edles Leben mit Luft erheben. das g'nüget meiner Seele nicht. Hab' 10. Der Frevler wird sein Horn ich dich: wie gern will ich, das, erhöhet sehen, unmuthig zurnen, knir- wornach die Heiden trachten, reich in schen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist dir, verachten! verloren. 1 Mel. Sesu, meine Freude. 89. 250. Wie mie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! nicmals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm era hebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde: doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. 1 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Bater nenne, und mich ewig sein, daß ich bier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweis't und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben; daß in meiner Noth ich nicht húflos bliebe: groß ist deine 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? unbegrånzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Mel. Die Himmel rufen, jeder.- 42. 251. 251. W enn ich ein gut Ge wissen habe, so hab' ich große Seligkeit: es ist des Himmets beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 2. Sch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag' ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubens Freudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Mit Muth trag' ich des Le= bens Leiden, Verfolgung, Låst'rung, Schmach und Hohn: denn des Gewissens innre Freuden sind süßer als der Welt ihr Lohn: und was fann böhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Hergen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Sch eile mit gefegtem Schritte des Lebens letter Stunde zu: denn der verfall'nen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. Mel. Es ist das Heil uns kommen. - 6. 252. Ein Pilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage: so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 7. und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland giebt mir Troft und Muth, ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sey beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immendar ein gut Gewissen und Glau benszuverſicht verleiht. Und du, mein 253. W o was könnt' ich ohne dich? 1 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig seyn. Dies tröstet meine Seele. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Seit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dråut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Sesu, schmähen: ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spotter, Herr, vor dir; wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 7. Herr! diesen Troft, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei mei ner Wallfahrt Schmerzen. Sie sey in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod' erwache! Mel. des 4. Psalms. ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find' ich Ruh'. Nichts läff'st du deinem Freunde fehlen; will irgend eine Noth mich qualen, so eil' ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter wer den, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen 57 Beschwerden, den Pimmel bab und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 139 mich dich selbst erwählen, du selbst, mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gieb dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Vorschmack seyn: weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein! 1 ich schon auf Erden; hier such und find' ich Ruh' und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie kann, viel Gut's erweisen, sie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht, und Feinde mich zu Boden fällen. Trug sey den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 3. Droht Moses mit crzůrnten Blicken mir großen Sünder Ungst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tucken mich selbst anklagen, schüchtern blicken, so faff' ich, wenn ich dich nur seh', doch Muth, du lösch'st des Bornes Flammen, du haft für mich genug gethan, Tritt alles wider mich zusam men; du bist mein Heil: wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg' und lehne mich auf dich: sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Trofte mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Sa, sollt' ich dich nicht gleich verspüren, so wart' ich deine Stunde ab: wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn' und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meinen Muth. Um Abend bleibst du bei den Deinen: in jener Nacht verläss'st du keinen, deß Zuversicht auf die beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicher= heit. Du rufft, wie sollt' ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Sammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner Seelen, weil du mich liebst; ich trau' auf dich! mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, heißest Mel. des 46. Psalms. 254. B eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe, und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel' ergiebest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein But, Ehre, Lust und Leben seyn. 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh' und ch! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 4. O süße Lust, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lenkt, der sich uns selbst zu eigen schenkt! 140 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei= den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergisset allen Weltgewinn. als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segneft mich, wenn man mit flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Mit deiner Treu' stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. d 5. Laß, Jesu, mich den Vorsag fassen, die Welt und alles das zu hassen, was mich von dir nur trennen kann! 3euch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. 8. Du låff'st mir's ewig wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher sehn. du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. 9. Noch hat's kein menschlich Obr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben. - Mel. Ich weiß, mein Gott, daß alle. 255. J ch freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen! du, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt er: wählt, und deinen Kindern zugezählt. Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl; wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trágft mich liebreich mit Geduld, vergiebst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du giebst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es auf's Beste mit mir meint. Wo find' ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, in dir leb' ich zufrieden. So dort, Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jeſu. 256. Mein treuer Gott! dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk' zu seinem Biel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und bekleiben; so stehe du mir bei, im Glauben Frucht zu treiben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsak breche. Ich bin nicht g'nug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken! 3. Doch, Bater! deine Treu' und Macht, doch, Mittler! dein Ber Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 141 treten, doch, Geist der Gnaden, deine| 3. Der Gott ist unveränderlich, der Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Bater wird sein armes Kind im Hof fen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten, er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, lei= ten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schügen, und durch Gebet und Wachfamkeit mich machtig unterstügen. Fall' ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, und mich basſen. Uch nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu: kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmeichelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich felig nennen. - Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 257.& etrost, mein Herz, und etrost, mein Herz, und zage nicht! laß allen Rummer fahren! weil mir mein Bun= desgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trubsal, Ungst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigfeit thiaum Eigenthum erforen; er hat in der Gnadenzeit Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Frie: densbund wird nimmermehr gebrochen. 4. Un meiner Statt hat Jefus fich zum Bürgen hingegeben; und nicht um= sonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abge= than, wer klaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? 5. Mit dem mein Glaube sich ver= band, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt' er nach Gerechtigkeit mich denn verderben lassen? 6. Ich bin's, auf den sein Auge sieht: sollt' er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt; ich bin sein Glied: sollt' er mich denn verlieren? ich bin das Schaf; er ist der Hirt, der mich allmächtig schügen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er vers bient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. Er stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn ge= nieß' ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd', o Herr, betrůben! gieb, daß ich mög' bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr', bis ich dich dorten lobe! Mel. Es ist das Heil uns kommen her.-6. 258. ch bin ein Chrift: Gott in dieser hohen Würde steh' ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und 142 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er ftiget sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh'; er eignet sein Verdienst sich zu und troßet Welt und. Hölle. 3. Sollt' ich um Hoffarth, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wol luft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod: allein die Tugend ſegnet Gott mit Leben und mit Friede. 4. Was sind die Leiden dieser Seit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt' ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus des Grabes Nacht zum gro= sen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erld: fers Blut zum Eigenthum und Erbe. 259. DE 20) Vom Tode der Auferstehung mir mangelt nichts und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und läffet mich der stillen Ruh genießen: wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf Mel. Uch Herr, mich armen S.- 67. 260. Ge ern will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn geseh'n. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerz zen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreu'n, die besten Wege. 2. Drum, sollt' ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen, du, Höchster, bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todes: schrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Ungesicht der Feinde mich erfrische. er Herr, mein Hirt, behüte mich in Gnaden;| können. 3. Du salbst mein Haupt mit dei nem Freudendle: dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Beit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir verz gönnen! in seinem Heiligthume bleiben Gläubigen, und der der Todten. in meiner legten Stunde mir Geist und Leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwine der, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stark mich, daß ich nicht wanke in meiner To desnoth; so ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. th des Himmels Erbe: dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schreibst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen seyn. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. Mel. Wie fleucht dahin der. 86. 261. Dein find wir, Gott, in Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschaar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. - 2. Herr, du weißt's! Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage ſah dein Auge, das noch als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feu'r, das in mir lodert, wird des falten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd'. Dennoch triumphirt mein Glaube; denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwes'ten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermod'rung schnöder Raub. Neu befeelt wird einst mein Staub. 2. Wenn nun auch unser Ende kommt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Todes noth, Herr, unser Gott, ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ew'ge Ruh' uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von beinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Nuh'! In unsern Herzen wirke du, Seift Gottes, daß wir glaubend trau'n, und ohne Grau'n hin in die Nacht des Todes schau'n. 6. Hilf unsrer Schwachheit. Geist des Herrn! Zeig' uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 143 Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 262. Noch bin ich dein Gast, mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Boses oder Gut's zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 7. Uch, Gnad' ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 8. Dsen uns dann nicht fürchter lich, erbarme, Vater, unser dich! Benn unser Auge sterbend bricht, leit uns dein Licht! so fehlt uns Troft im Tode nicht. 5. Durch dein schöpfrich Wort: Es werde! rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper seyn. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch' und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. 6. Hor', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stárke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Untheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 144 Erster Theil.-Vom Tode der Gläubigen, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. der Fluch der Sünde nieder. Doch 263. Selig, Gott, sind die, du, o Herr, erleichterst mir dies Jodh; die nun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ew'gen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon seyn! mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Chri stus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 2. Doch du willst's, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Soch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd' erlitten. Laßt uns glaubig auf ibn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Uch, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ew'ges Schicksal an. 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nügen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstügen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn.d 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben schmecken! flöß' uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu seyn. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Zodesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! 3. Verachte denn des Todes Grau'n, mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr da durch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlös'ten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Bielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eb' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen: Laß mich meinen Lauf gut enden! - 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, fo sey mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu erges ben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Hei land, seyn, wenn ich mich deiner ganz erfreu'n, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sund' und Leid, ein Mitgenoff' der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen! Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 264. Wi ie wird mir dann, mein Heiland, seyn, wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst a du, ganz befreit von Sünde und von 265. W Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu' dich innig! stárke, tröste dich, Erlös'te, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Juch, Mel. des 103. Psalms. e komm' ich doch mein Heil, zu dir hinüber? Du bift mir ja, mein höchstes Gut! und der Auferstehung der Todten. 145 gieb mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe rub'n. viel lieber, als diese Welt, woher fommt denn die Qual, daß mich des Tod's Erinnerung erſchrecker? 266. Be Wie kommt's, daß dem, den deine Huld bedecket, doch graust vor dem finstern Todesthal. 2. Mit Dank muß ich von deiner Gute sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel' mit vielem Trost erquickt: ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Trubsal nicht erörůckt. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. egrabt den Leib in feine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir såen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklárt zu Gott hinauf.od 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wird's nun mehr; er liegt, er schläft, ver= west, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll: ach, führe mich hindurch, o mein ErretThal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. ter! mit starker Hand reiß mich ausdrückt; nun wird er, Gott, von dir 4. Hier hat ihn Trübsal oft gee Sturm und Wetter, das auf mich erquickt; hier wandelt' er im finstern fällt, und macht mich schreckensvoll. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst', und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß: geh' auf, o Conn', mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolk' vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels: die Wunden find die Höhlen, dahin ich flich, was fann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Codesnoth von einem Ort zum andern; so komm' ich doch aus deinen Wunden nicht. d sin 6. O aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur an bir fest klebet; ich bin's, ich hoff', du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, oll 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab! was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit. 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'! wir geh'n nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. 7. Uch, Jesus Christ, dein bittrer Zod stårt uns in unsrer legten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende seyn. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 267, freue mich der ch 111 frohen Zeit, da ich werd' aufer10 146 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, stehen. Dann werd' ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland sehen. Dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, in's Reich verklárter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst Stunde, da ich hoffen kann, Troft, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben, 3. Der du die Auferstehung bist, du bist's, an den ich glaube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe, und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Ungst und Schrecken, so, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigs feiten mich würdig zu bereiten. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, nun deinen o großer Lebensfürst, Todten rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. fein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; laff't in dein Reich mich gehen. Forts hin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb' ich bei 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hátt, den Tod, o Jesu, schauen, Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gráber Grauen. Sch bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben. i no he madert OF dir dann ewig. 5. O, welch ein sel'ges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden geleitet, werd ich in deinem Himmels reich, unsterblich, deinen Engeln gleid, Mel. Allein Gott in der Höh'. 15.00 268. Mein ein Heiland lebt. Er hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich modnale aus des Grabes Nacht zu Gott sich Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh', von Seligkeit umgeben, genießen deis ner Herrlichkeit. D, was sind leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukunft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und midy in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterb lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst da mit mein Herz: es kommt ein beffres Leben. Heiland! wenn 269. Mein weit erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet haft: wie leicht dünft mir dann alle Laft, die mich hienie den drücket? Dann wird der Eitel keiten Tand in meinem Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mit wie nichts, beim Anblick jenes ewigen Lichts Herr Jesu Christ, mein Herr und der Auferstehung der Todten. 147 Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47.jet und Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdank' ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein 270. Jeſus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist mein Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht auch zu sterben, mich ergeben was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stårk' ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen macht'gen Stab beschügt, ins Todeethal hinab getroft und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Ungesicht. Herr Jesu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd' auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeine Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hålt mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich zu Ehren an.hre 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sey in Ewigfeit. 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden tránken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung bau'n; es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Treft, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Kuf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thránenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd' durch ihn der Grabesnacht gewiß entflieh'n. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freu'n. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Zod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Bor deinem Thron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich fehn und froh erstaunen. Auch mir ſchenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten sel'ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich foll lebendig seyn, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stäre diesen Glauben einst im Tod 5. Dann umgiebt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh' aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode bricht, wird's doch meinen Retter kennen. Sch, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd' ich ausgesa't, himmlisch werd' ich auferstehen. Zu verwesen, sink ich ein; dann werd' ich unsterblich seyn. 8. Freudig bin ich und getroft! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb', ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber bringt. 9. und mich schreckte noch der Zod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jeſum Chriftum, werd' ich schauen! Dann 10* 148 Erster Theil. Vom wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig seyn mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel', erhebst von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freu'n; mußt du, Seele, heilig seyn! Mel. Mache mit mir, Gott, nach.- 26, 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Werndte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag' ich deine sanfte Laft. Wie groß ist meine Wurde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann fiegt meine Zuversicht. 4. Sint' immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd' ich nur des Todes Raub, dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trost's Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab' herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. err! du meine nach der der Stimme, 271. Huversicht. Du lebst, verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft, ich werd' auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. wachet auf, erlös'te Sünder! vers sammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vor bei! erwacht! Hallelujah! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein großer Tag ist da! Tode der Gläubigen 2c. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. Pfaim 84. 273. MAT ein Leben ist ein Mel. Wachet auf, ruft uns die. 171. achet auf! so ruft 272, Mad die Stimme einst Pilgrimstand; der Himmel ift mein Vaterland! ich finde keine - 21) Vom ewigen Leben. 2. Erd' und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; der Jugend Lohn krónt ihren Lauf. eicht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir! dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ew'ges Lob sey dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen; am Biel sind wir beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sabe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! Ruh' auf Erden; ich suche die zufünft'ge Stadt, die Gott selbst fest gegründet hat, da werd' ich Erster Theil. Vom ewigen Leben. erst recht glücklich werden: mein 274. A Leben ist ein Pilgrimstand; der E Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne flieh'n, so flieht mein Leben schnell dahin; dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit: Herr, mache mich dazu bereit, erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. OVE THIS CON 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an es ist nicht leicht, sie zu bestreiten! der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Biel, stets fucht die Welt mich zu verleiten! ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft teinen Ausweg sehn.. 4. Oft sah ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trubsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh', doch weicht die Nacht, die mich umhullet, betracht' ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron'. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Chrift, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft anges nommen, laß mich auf der Verläugnung Pfad, den mir dein Fuß ge= zeichnet hat, dem Biele täglich näher tommen. Sieb, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall' ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Caß in der Noth mich feste stehen, getroft auf deine Hülfe trau'n; so werd ich einst das Leben schau'n! 149 Psalm 16: 3 uf, tråger Geist! laß das, was sichtbar ist, nicht långer dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewigkeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehen, daß, was dein Herz wahrhaftig kann ergògen, nur droben sey? ist nicht der Schluß geschehen, du wollteft Jesum über alles schägen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möcht'st du in ihm, möcht' er in dir nur leben? 3. Israels Urzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd' ich dann zu dir erheben, um so mit aufgedecktem Ungesichte dein ew'ges Licht zu sehn in deinem Lichte. 4 Schenk' Augensalbe für die Blddigkeit, die mich verhindert, klüglich zu vergleichen des Himmels Schäze mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut hast wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranfen laufen. 5. Oselig's Volk! das du aus freier Gnad' zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in vers borgner Herzens- Undacht brennet, um über Sonn' und Sterne sich zu schwins gen, und bis in's innerst' Heiligthum: zu bringen. Erster Theil.- Vom ewigen Leben. 150 6. Erwünschter Tag! der dieſe Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit storet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst ver Flåret in Klarheit seh'! o, dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. Mel. Ale Menschen müssen sterben.- 82. 275. Men enschen ist's gescht, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib damit er werde, wird er einst von Gott erneu't, 276. E vorhanden für jeden Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. s ist eine Ruh' und zieht an unsterblichkeit. Gott ergebnen Geist, wenn er sid dieses Körpers Banden, nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Wollt' ich långer hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueilen, laff ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir über winden, auch in meiner legten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freu'n. Ja, mir foll's durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinen Heiland, ihn zu sehn! 7. Ich entbrenne von Verlangen, dieß verheiß'ne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhåret Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie verstäube, ich, ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geb' ich hin. 8. Welche Tröftung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würs dig ist der Erbarmer, Jesus Christ! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Bonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was tein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du. Freudenårndten schenkt er denen, die erst hier gefä't mit Thránen. Alle Thränen trocknet er, Sund' und Elend sind nicht mehr. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kom men, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, rub'n sie von dieses Lebens Müh'. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, fo fegnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlös'ten, nach überstands ner Prüfungszeit. Du felbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgesang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen fie: es ist vollbracht, der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werken rub'te, als er die Welt hervorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ew'gen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden und krönet sie mit Preis und Ehr'. O unaussprechlich süße Rub', wie herrlich, Höchster, fegneft du! Erster Theil. Vom ewigen Leben. 151 7. Wer kann hier deine Gnade 15. Vor seinem Untlig wandeln sie faffen? Du willst den, der dich redlich auf ewig frei von aller Müh', und liebt, nicht ewig in der Unruh' lassen, schmecken seine Güte. Hier stort den die dieses Leben noch umgiebt. O mache Frieden ihrer Brust, und ihre taumich doch in der Zeit geschickt zu dieser sendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Seligkeit. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich frei von Mángeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Hochften Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Mel. Wie schön Icuchtet der. 35. 277. Mein ganzer Geiſt, Gott, Da werd' ich dich, Herr Jeſu Chriſt, wird wenn als du er nach jenem Himmel blickt, den du auch mit Entzücken sehen. Da wird, für uns bereitet; wo deine milde Ba- mein Hirt, von den Freuden nichts terhand aus neuen Wundern wird mich scheiden, die du droben deinen erkannt, die du daselbst verbreitet. Freunden aufgehoben. Machtig fühl ich mich erhoben, bich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. e 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Gute dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens múde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke machtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Bote verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! ſo årndt' ich von der Last der Seit einst völlige Bufriedenheit. Gipuz 20 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wisch: st du die Thránen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plas gen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen 3ungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fie ganz besungen. Völlig giebt sich den Erlds'ten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du haft die Stätt auch mir bereit, bilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach stres ben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. piind Gur Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 278. Nach einer Prüfung kur zer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Bufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkomm's nes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen 152 Erster Theil. Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und 7. den Bekümmerten vergißt; hier kann 279. gabft mir, G' gett Mel. Wer nur den lieben Gott. 31 u Ew'ger! der nie Mensch nie von frei von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Jugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd' ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann láßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preiß und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. dund 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen bieß und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 12. Was send ihr, Leiden dieser Erben, doch gegen jene Herrlichkeit, Vom ewigen Leben. die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! - den Augenblick der Zeit: nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort: Bestrafung und Bes lohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht: der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mach tig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gosseft über diese Erde die Wunder aller Schöne heit aus: und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genoss ich ihrer nicht: ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt: was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebe mit zu wohnen würdig sey? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höh'rer Freuden fähig war? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel bau'n, und daß ich hier geheiligt werde, ſoll ich auf's Unsichtbare schau'n, dem Reiz der Lüste widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Eugend blos zu weih'n, Erster Theil. wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sie ger, ger bort dort gekrönet bin! 1 Vom ewigen Leben. 153 4. Dann wirst du dich unfern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkomm= nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns 10. Gott, gieb deines Geiftes Geiftes. Da wird deiner F Stárke, der du in Schwachen mách- ein - tig bist, dem, der zu diesem großen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist: lehr' mich das Irdische verschmähn, und stets nach meinem Biele fehn. dau 11. Laß mich oft in gesunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud' und Plägen auf dich und auf das Künft'ge schau'n; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sey. mist 82. 226 280. Mel. Alle Menschen müssen. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Da, da årndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit.dom 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haſt, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Pimmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir trau'n, noch mehr, als sie hofften, 3. Neue Wunder deiner Güte werden ba ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sey überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. Da wird beiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele ſeyn, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott! zu weih'n, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach, viel vergoff'nen Thránen ew'ge Güter uns erfreu'n, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Pfalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stórt. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Db's auch noch so köstlich sey, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sor gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Beinen. Dort Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt sine nur das erhabne Glück, das dir einst dein 8. Sep, o Seele, hocherfreuet über Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch biſt, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn., so mache immer reiner hier mein Herz, dich einft zu sehn! hilf du ſelber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. din 1h13#of unserler sop T 154 magian ma Zweiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. ada onu 2 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Mel. Die Quell, woraus der M.-84. 281. deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Urmen: wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und rein'ge mich vom Unflath meiner Sünden, du siebst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Reu' und Weh' die Missethat und ihre ganze Größe: denn, ach, dein Geist halt meine Schand' und Bloße mir immer vor, wo ich geh' und steh': an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und folltest du es ráchen, so müßte man, so must' ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. nur 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit, ach, gieb fie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 4. Ich bin Uusfåg'gen gleich ein Gráu'l, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden, verzeih' und wasche mich von meinen Sünden, so werd' ich weiß wie Schnee und Bolle feyn. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es müsſe nun kein Schrecken, Furcht und Leid, der Seelen Ruh' und Wonne nicht mehr stören. 5. Sieh' meine Sund', o Herr, nicht weiter an. Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff' aber auch ein reines Herz in mir! gieb mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach' ihn fest, damit dein Knecht vor die nie wie derum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Untlig nicht, entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heil'gen Geist, laß ihn auf deinem Pfade mic leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gieb den Geist der Freuden, der unterstüß' und mache mid bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nut mache du mich Sünder erst gerecht. Uch siehe, wie mich meine Sünde drückt; doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd' ich ganz durd deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 15 derlich. Dein will ich ewig seyn. O Gott, erhöre mich! 1 8. Eröffne meine Lippen, daß ich tann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Dank erheben! dir wollt' ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, germalmt durch eue, und ein Geist, gertnirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler 283. Suft entreißt, find Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre 3ions Bobt; sey ihm geneigt, und baue Salems Mauern; den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache fie stets deincs Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geift fie immermebr beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig seyn, und alles dich mit frohem Muth erheben! Aus dem 143. Pfalm. Mel. D Gott, du frommer Gott. 1 8. err! Gebet um 282. deiner Wahrheit H willen! du bist an Gnade reich, und wirft mein Seufzen fillen. Ach, gehe in's Gericht doch nicht mit deinem Knecht, vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind' ich fie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3. 3u dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir: o, daß ich Hülfe fande! für Recht laß Gnad' ergebn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig' mir den rechten Weg; denn nach dir sehn' ich mich. 4. Ich will, o starte mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd' auch von mir gethan. Führ' mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Troft auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränDer 95. Pfalm. Eigene Melodie. 1801 rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum, mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte EX Schaar, wie herrlich und wie offenbar, sein Schuß und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter siget. Er ist's, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stüzet. 3. Das weite Meer und trockne Land, sind Werke seiner Ullmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm dena, was ibr seyd, und danket voller Brúnstigfeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Weid' und Pflege. Drum, wenn ihr feine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so send doch nicht verstockt und trage! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie cure Báter in der Wüsten. Sie schau'ten, was mein Urm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 6. Ihr rohes Herz blieb doch ver= rucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst be Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 156 mühet. So fahrt denn, sprach ich, nur dahin in euerm blind' und tollen Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! 7. War sonsten meine Langmuth groß: so brach mein 3orn doch endlich los; weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. Mel. Biesster Jesu, Troßt der H. 284. manuf, Sünder! laß dich lehren, komm, den großen P Gott zu hören, fáume keinen P P Augenblick: komm bald, an dem frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt: bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohl gefällt: der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis an's Ende. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, zu dem, der ihn mies schafft; ruf ibn der selbst zurück! Gott hat lauter P on Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. D, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die Sonne untergeht! komm' am Tage dieſes Lebens, hor die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht: komm, weil du sie heut' noch höreft, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu' dich nicht, wenn's andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; sey getroft und unverzagt: sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. und vor deinem Heiland fliehest, defto mehr wächst dein Gericht: o, wie wohl ist dem gerathen, der selbst rich tet seine Thaten! 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je langer du verziehest, droite du 5. Drum ergieb dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe; Christus nimmt die Sünder an: ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geis ster, und erwähl' die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. " daß du Glaubenskraft; noch scheint dir die könnest christlich leben, angethan mit Gnadensonne, und verspricht dir heil und Wenne. fid ed Ima 8. Uch! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Sesu! gieb mir deinen Sinn: pflang' in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe.ingism im id Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. 285. Schaffet, schaffet, Mens eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewiſſe Zeit; unvers weilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen, nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Nichtschnur seyn. Es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kám. pfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und Zweiter Theil.- Von der Büße und Bekehrung. den Reiz der Welt verschmäht! unter Chriſti Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern tråg' und lässig feyn, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreu'n? chne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg: nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glau: bens scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brúnstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen heißet nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seyd, und beweifet euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebften Neigung nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Chrißi Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. 3ittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde; in der Gnade zu beftehn. Ja, mein Heiland, ach! geh nicht mit mir Urmen ins Gericht: gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 157 Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. ott! hilf mir, 286. ich Buse thue, weit 286. mich noch deine Stimme lockt. Be= wahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines eing'gen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Verderben; nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld, er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beſs= rung reicht? Bom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zulegt, der frevelhaft gering sie schäßt. 9. Gieb mir Wollen und Vollbrinlebe Muth und Kräfte zu dem Streit, mich, mich und verleih' Beständigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und alſo zum Himmel' bringe. lockung, Gott, mein Herz stets 5. So gieb, daß deiner Gnadenoffen fey! damit mich ja nicht die Verfstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. die uns vom Gündendienst befrei't, 7. Verleihe mir dazu die Gnade, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! wie felig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! Mel. 3euch mich, zeuch mich.- 81. 287. Dit allein hab' ich gefün bei dem ich Gnade such'! ein gerecht Geseg verkündigt jedem Uebertreter Fluch. was kann vor Richter aller Welt, mich decken? 158 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen?| manchen schweren Sorgen machtest Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, du mein Herze frei! was mir nugte, dir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. Uber ach, wie dankt bist du da. Stürzt' ich in die Tiefe ich dir? D, wie hab' ich so vermessen nieder, deine Rechte hålt mich wieder. deines Wohlthuns 3weck vergessen! 3. Herr, ich flieh' in deine Hände! außer dir ist keine Ruh'. Dein Er barmen hat kein Ende: wer ist gnådiger, als du? Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn långer mich zu dulden, deine Langmuth müde war': müßt ich, wür: dest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zer= floff mein Herz in Záhren, fånd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thránen, dich, o Heiliger, verföhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoff nes Blut, und dein Tod erlos't mich Urmen, heilet mich und giebt mir Muth. Dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zieh' mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! 1 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn; und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig feyn. O, wie hab' ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie 5. Uch! an dir hab' ich gesündigt, Gott, mein Vater! zurne nicht! dir bab' ich oft aufgekündigt meine schuld ge Kindespflicht. Uch vergieb, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue! gieb, daß mein beschwerter Geist deis ner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. Mel. Freu? dich sehr, o meine. 29. denk' ich an die Mel. Liebster Jesu, Trost der H.- 284. 288. Gûte, bie du mir bis 289. Liebster Jesu, Troft be her erzeigt: 0, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschägt, dein Gebot hintangesegt, und dich, der du mich gelieber, mit Vergehun: gen betrübet. der Stiller ban ger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mit überschlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich künftig soll bestehen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgs sam deinem Wort zu seyn. Stehe mit stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. 2. Von Geburt bin ich ein Sún der, und nach meinem Zbun nicht minder: meiner Seele wahre Bier Gottes Bild, hab' ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren; und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, is lauter Sünde 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 muß ich auch hier viel büßen. 3. Herr, wohin soll ich mich wen=|| so fahr' bier fort, nur schone dort den? Was kann meinen Jammer enden? In mir find' ich nichts, als Noth, keinen Trost im Weltgetummel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dúnkt, daß selbst die Erde über mir zum Kláger werde.e 4. Uch! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, tomme mir zu statt! sey mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Bater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden; ach, fo tilg' auch meine Schulden! - 5. 3war ich muß vor Gott gesteben, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder; fall' in tiefe ster Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn, bitte, feufze, fleb' mit Thránen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. 3ft im Himmel größ're Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wie der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin be streben, beffer, als bisher, zu leben. 7. Weg, ihr vor'gen Sündentriebe! weg, o Welt, init deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn' ihn war ich ganz verloren; durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb' ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. 5. Vergiß die Schuld! Gieb mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr' mit mir, wie's dunket dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuvers sicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein' 3uflucht ist das Kreuz, an dem du starbest; und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd' ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ew'ge Freuden. 10. Gott Ehr' und Ruhm! fein Eigenthum bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig, Amen. Mel. Es ist das Heil uns kommen her.- 6. 291. err Jesu Chrift, du du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beladen; da das Geseß, das mich verklagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet hast, am Kreuz Mel. Uch Gott und Herr. 10. 290., Gott und Herr, mit Ungst und Schmerzen, damit ich A wie groß und schwer nicht mit Leid und Weh' in meinem Elend untergeh' und ewiglich verzage. find meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Flöh' ich gleich weit vor Bangig: feit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu seyn: würd' ich sie doch nicht wenden. 3. Ja, Herr, wenn mein erweckter Sinn, an mein Betragen denket, so sink' ich fast vor Angst dabing die Sünde drückt und kränket, und schrecket mich. In dieser Pein würd ich gewiß verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Weil aber dies dein Wort mir 3. 3u dir fleh' ich, verstoß' nicht mich. der ich's so sehr verdienet. Ach geb' doch nicht, Gott, in's Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soul's ja so seyn, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen: sagt: auch, Sünder, du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben, ja, weil du alle Huld verheiß'st dem, der sich 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 160 mit zerknirschtem Geist, im Glauben zu dir nahet. - 5. So komm' ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thránen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! ver= gieb mir, Herr, genådiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Uch Herr! erbarm' dich meiner doch um deines Namens willen. Mich ångstigt mein Gewissen noch, du kannst sein 3agen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gånzlich dir ergeben seyn, in kindlichem Gehorsam. 7. Dein freud'ger Geist stårk mich im Fleiß; heil' mich durch deine Wunden, mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen legten Stunden, und führe mich, wenn dir's gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 308. 292. J 1 ch scháme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmerzen. Erbarme dich, und nimm mich an, du bist's allein, der helfen kann. Geh' ja nicht mit mir in's Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst gerbricht. 2. Uch, wenn mein Herz zurückge denkt, mit wie viel Missethaten ich dich von Jugend auf gekrånkt: fo kann es sich nicht rathen. Ich sún digte voll unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt' ich allzuwohl; wie blind und toll macht' ich das Maas der Sünden voll! 3. Trieb mich die Zucht zum Gu ten an, hab' ich's doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So ging ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich in dem Lebenslauf an Alter, nicht an Gnade zu; die Seelenruh' vers schwand; dies alles sahest du. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernst lich Drauen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, verführte mich; in deinem Worte hört' ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahs ren groß, brach aus zu wildem We sen: gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, Troß und Neid, und meine fa andliche Begier zog mich von dir. Uch Jesu! ach, vergieb es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergieb mein Uebertreten; trag ferner noch mit mir Geduld: erhör' mein ångstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach' mein Schuldregister gut; viel mächti ger ist deine Gnad', als meine That, die dich oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wah ren Zugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geiftes Kraft, die Wollen und Vollbringen schafft, voll Reu' und Leid mich dir allein zum Dienste weih'n. Ach, laß es Ja und Umen seyn! Mel. Un Wasserflüffen Babylons. 97. 293. König, beffen Maje hebet, dem Erd' und Meer zu Dienste Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den legten Der Himmel ist dein belles Kleid, du Seufzer an: Gott sey mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnådig. groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott sey mir Sünder gnädig!). 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deinen Troft und Rath: mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall; mein Glaube ist nicht thätig: drum schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sey mir Sünder gnädig! 1 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winkst, so bet' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleich wohl dich noch Vater heißt: Gott sey mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder; der für die Welt genug gethan; durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ist's, bei dem ich Ruhe find': er ist ja stets gutthätig. Drum fass ich ihn und lass ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sey mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Uch heilige mich ganz und gar, mach meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. läßt sich dann noch viel Schwachheit fehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sey mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut, gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran; so stark mich auf der Todesbahn, mach mich von Sünden ledig: und wenn ich nicht me Mel. Heil'ger Geist, du Himmelsl.- 201. 294. Wenn der Sünder hat breiten Weg gewandelt, welcher zum den Berderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen, Friede wird mit Gott getroffen, Bus und Glaub' an Christi Blut machet alles neu und gut. se 2. Bei stets fortgeseşten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Boses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd' entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne 3wang und Heuchelei, was der Wille Gottes sen, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nachsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Gut' und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gut gen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jeſu, des Versöhners, Stimm'. Komm' zu dieser Quell der Gnaden; komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Ruh', er sagt dir Erquickung zu. 6. Jesu, Troft der müden Seelen! du kannst uns nicht nur befehlen; du schaffst selbst durch deinen Geist, in uns, was dein Wort uns heißt. Gey zu meinem Heil geschäftig; mache selbst dein Wort so kräftig, daß mein Herz dadurch gerührt, endlich wahre Buße spürt. 11 162 Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 295. A n dir allein hab' ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thránen sind vor dir. Uch Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh' wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmher: zigkeit. Trost mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen: du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf eb'ner Bahn. Gott hört mein Schrei'n, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele, willst du ruh'n. 296. under, willst du sicher seyn, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme hores! auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder bliget: such' ein 3oar, das dich schüget! auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh', deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Hårtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Suns den, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir haft wird sonst wie ein alter Ust. Dessen Krúms men gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod: und wie groß wird dann die Noth wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch', ach brauch' die Gna denzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzu dringen! auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gieb doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ' mich selbst zu deiner Heerde! Vater, ad ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. Jesu, Urzt todtkranker.- 79. 297. Hüter! wird die Nacht bald verschwinden? Hüter! if bie Nacht Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 163 widerstehn, und seine Lüste dåmpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. und dem entsagest du? bald hin? wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, womit ich umgeben bin? 2. Seh' ich nicht das Rund der Erder helle werden, bei der Sonne neuem Lauf! so geb' doch zu meiner Bonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch långer harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. 3eige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit: laß die Wolken sich verzieh'n; so werd' ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Gefchäfte flieh'n. 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ist's Ruhm, versag' mir's nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Troft und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen tann nicht taugen, seine Klarheit fann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge seyn. 9. Sesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und, seiner werth zu seyn im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Uns glück ist, befiehlt es Gott zu bassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt' er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugneft sie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jegt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch bie Beit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. 9. Ist denn die Buß' ein Werk von 298, Milft bu die Buße noch, wenig Augenblicken? Kann bich kein die Gott gebeut, verſchieben: so schändest du sein Wort, und must dich selbst nicht lieben. Ist deine Besſerung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Ungst der Missethat, die wahre Heiligung? 2. Ullein, wie schwer ist's nicht, fein eigen Herz bekämpfen! Begierden 10. Ift's g'nug zur Seligkeit, des Glückes der Erlös'ten, wenn uns der ob ergreift, sich sicher zu getrösten; ist Bekenntniß g'nug, daß uns 11* 164 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. die Sünde reu't; so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. Mel. D Gott, du frommer Gott. 12. Der Glaube heiligt dich. Sft 299. Laß mich doch, o mein dieser Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Got tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Giebt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zulegt dahin? die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt' ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und deiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne. Wenn ich das Gute thu', das mir dein Wort gebeut, wem dien' ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 13. Hat Christus uns erlös't, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch fein Blut, das Lafter höher treiben? Gebeut uns Christo Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott, Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und feine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und måßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon bier im Glauben freu'n? 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sey wacker, Gott ist nah! und stärkt dich durch fein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geseg erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden; der Zugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, fullt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 3. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weig're ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weig're ich mich denn, der Tu gend Freund zu seyn? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden. Sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden; macht meine Seele rein; füllt mich mit Zuversicht; giebt Weisheit und Ver stand, und Muth zu meiner Pflicht 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden wi derstehn, und seine Lüfte dämpfen. Doch bleibt's ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mid erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je ofter ich vollbring, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird det Hang, die That zu wiederholen. Sche ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu seyn; um wie viel weniger werd' ich mich morgen scheu'n. 8. Du reichst ja Kráfte dar, und selber zu besiegen. Der Sieg, so schwar Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 165 6. Heut lebst du, heut' bekehre dich; ch' morgen kommt, kann's ändern sich! wer heut' ist stark, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn: stirbst du nun ohne Beff'rung hin, wie willst du dem Gericht entflieh'n? er ist, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Ungst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre, so darf ich nicht dereinst zu meiner Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. größten Pein mein bier versäumtes 301. W ie treu, mein Glück, wiewohl zu spát, bereu'n. guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus Erbarmen, eh' er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! ach, språchest du im Grimme: weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt es Unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 300. i nad aun dolm Tisz Lapins Mel. Bater unser, im Himmelr. 120, o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr', sich beff're in der Gnadenzeit, und mit mir leb' in Ewigkeit. Soydis dol 2. Dies Wort bedenk'; o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad' und Heil: und Gott besiegelt's mit dem Eid; o selig, wem die Sünd' ist teid! 3. Doch hûte dich vor Sicherheit, denk nicht: zur Buß ist's immer Seit, ich will mich meines Lebens freu'n, und werd ich dessen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod: allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du must sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich glaubig nahe dir, und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, damit ich heut' und jederzeit zum legten Abschied sey bereit. 5098 3. Doch heißt dein Ruf uns kome men; und merken wir nicht d'rauf, ob wir ihn schon vernommen; so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heis land, brennt, daß doch das Schaaf zur Heerde zurückgeführet werde, das von es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an; ſo bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlångerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. Bußlied eines schwermüthigen Chriften. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Mache dich, mein Geißt, bereit. 302. S 166 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt' ich es verhehlen, wie wohl du es ge= meint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. - 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Holle lief. Du aber brachtest mich. von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach, daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär', nicht oft zu rücke bliebe, an Lieb' und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reu't und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein 3orngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam' und That erweis't, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heis land seyst. 10. Das laß mich herzlich glauben, doch gieb mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem ueberflusse zum wirklichen Genusse stets Gnade schöpfen foll. 11. Doch sollt' ich mich auf's neue, ich schwach Beschöpf, vergehn; so laß mir deine Freue, mein Hirte! nie entstehn, erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten, bich. trafe nicht, o Heis ligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Troft mir zu! reiff' mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des les bens! todt kann ich dir kein Danks lied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 3. Nichts, als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Uch, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch ers freun? wann mir Troft gewähren? Täglich, Helfer, harr' ich dein, und ich hab' in Zähren meine Nacht oft Eil', Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! durchwacht. 5. Elend, tiefgebeugt bin ich unb sehnet sich nur umsonst nach Friede. von Seufzen múde. Meine Seele Ach wie lang' soll ich bang', Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Chrift seiner theu'r Erlöften, deß will ich mich trösten! 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. 303. To sey verehret, er, Mel. Die Himmel rühmen Gottes.- 46. Ich glaub' an Gott! der der rechte Vater heißt; deß Da seyn die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preis't. 2. Der in sich Sel'ge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Gut' und macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts her vorgebracht. 3. Un Jesum Christ, den Eingebornen des ew'gen Vaters, unsern Herrn, glaub' ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Hochsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend blos. 167 Glauben. sier toiser thand 11. Auch an den Geist, der ehmals máchtig in Christi ersten Zeugen war, glaub' ich; noch stets ist er geschäftig, und mehrt der Frommen Christen Schaar. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub' und Liebe fest vereint, wie. glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu sich ergiebt! ihm sind die Sünden all' vergeben, wie viel er ihrer auch verübt'. 14. Laßt seinen Leib in Staub ver wesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Vers trauen, uno geht zu seinen Freuden ein, sein Untlig wird er ewig schauen, und ewig voll des Lobes seyn. 16. heil'ger Gott, dein Wort ist Wahrheit; es ist allein die rechte Lehr'. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heil'ge mich je mehr und mehr! 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der Fin= 304. Es ist das Heil uns kom men aus sterniß. Teufels ist nun gedämpfet; dein Heil ist nun, 0 Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil, doch Jesu abgeschied'ne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und troße siegreich Tod und Grab. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu seyn. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freu'n. 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch als Brüder nun mit sich in sein ewig Reich. freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd' uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Gefes gebot, nicht völlig konnt' erfüllen, erschreckt uns 3orn und große Noth, die Nies mand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Troft und Ruh' beim Fluche des Geseges. 3. Und doch mußt' es erfüllet seyn: sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit den schweren 3orn gestillt, deß Last uns alle drückte. 168 3weiter Theil.. 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen; so lern' und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube ſpricht, du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sehn; du haft für mich gebüßet. - dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanftmuth üben. s 5. So glaub' ich feft, und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, hältst du doch dein Versprechen. Wer glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, der gehet nicht verloren. mco 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen glauben. Die Werke find des Glaubens Schein; Mel. D Gott, du frommer Gott. 8 kann ohn' den wird er nie bleiben. Er 305. Herr! ohne Glauben k 7. Wer bei Gott Gnad' erlanget bat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf' und Rath; ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt; des Fleisches Lüsten widerstrebt! dies ist der Weg zum Leben. 8. Wer aber sicher gehet hin, that, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet; ruft Gott nicht an, daß er ihn führ', mit seinem Geist ihn stets regier'; der läuft den Weg zur Hölle. 9. Den meidet jeder, der recht glaubt, bewahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sehnt sich nach jenem Leben; dient ſeinem Nächsten; ehrt und preis't in Christo Gott mit stillem Geist, es geh' ihm, wie es wolle. 10. Die Hoffnung wartet still der Beit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf' in unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenn's am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß Vom Glauben. ångstigt dich des Zweifels Pein; fo laß dir doch nicht grauen. wir ihm trauen. 11. Verbirgt er je sein Ungesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser seyn, und 12. Von allen Zungen sen gepreist, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! du selber wollft erfüllen dein in uns angefang's nes Werk zu Ehren deiner Größ' und Stárk! dein Name werde heilig! 13. Dein Reich komm', daß dein Wille mag, wie droben, hier gesche hen! gieb unser Brod uns jeden Tag! verzeih, was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeihn! Versuchung laß fern von uns seyn! Hilf uns vom Bösen. Amen. 1 bestehen. Drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Fleben. O zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Dein Daseyn laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsſe mir das Wort aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyft, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu'; laß mich darauf stets bauen. Gieb, daß ich dir in Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folg sam sey. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen; dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahr heit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sey mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgerschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glau ben schon auf Erden! wie herrlich wird mein Theil dereinst im Himmel 3weiter Theil Bom Glauben. 169 werden, dann schau' ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ew'ger Ruh. Obeweisen. stårk' im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! botas do 8. Wohn' in mir durch den Glauben fo, du, der Deinen Stärke! daß ich, als dein Erlds'ter, froh auch auf dein Beispiel merke! und eifrig, Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.119. 306. Gottes Sohn, Herr gleich wie du gethan, auf der mir abgemess'nen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden, daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Hånden. O hilf du mir von oben her, daß ich, gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 9. Infonderheit gieb mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freus digkeit vollende. Steh' dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End' erlange. 10. Dein ist's, was Gut's sich in mir find't; mit dir wird's mir gelingen; du wollst, was du hast ange= zund't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr', stårk' meinen Glauben immer mehr, und krón' ihn durch das Schauen! 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater tenne, daß ich mit freud'ger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heil'gen Geift, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken; und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken. siden. Nur in dir find' ich Trost 307. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich.— 141. Ich komme, Friedenshtt! zu dir, Erbarund Ruh' und ew'ges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gieb, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. mend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein; oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein; du kannst mich machtig stårten; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 2. Unbetend steh' ich, Herr, vor dir. Dein Untlig neige du zu mir, und sey mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast! du trugest ja auch meine Laft, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld ers warbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 7. Gieb, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe; und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit dem schweren Lohn der Cinden. Durch Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, dich kann ich dem Fluch entgehn, und 3. Du, du bist meine Zuversicht: durch dich entflieh' ich dem Gericht, 170 3weiter Theil. mich mit Gott vereinigt sehn, und ew'ges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gieb mir an seinem Segen Theil. Er sey auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung, Herr Jesu Chrift! ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich! in dieser Hoffnung starke mich. - Vom Glauben. hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Baterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stårke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sey mir einst der Tod. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ew'gen les bens Pforte durch sein Blut selbst auf: gethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jefus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte; zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her, kom met, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sún, dern Gottes Kinder. Auf! und last uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und daß dies Wort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu.- 292, Vergebung finden! 308. Auf dich allein, Herr mich trösten kann:) Jesus nimmt die Sünder an! Jesu Christ, soll mein Vertrau'n sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann: dich ruf' ich an, du bist's, der helfen will und kann. 6. Nun, so hab' ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und verz sichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Geset verklas gen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los, durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlaft! mein Glaub' umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens mir in meiner Mel. Uue Menschen müssen. <-82. Prüfungszeit ein Helfer voll Barm- 310.Jefelbst durch deinen bit. Resu! daß meine Seele berzigkeit; und naht die letzte Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad' und rette mich. tern Tod aus des Ubgrunds tiefster Höhle, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgeriffen, láff'st bu mich Verzagten wissen; dieses predis 309. Jefus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Troft noch Mel. Sesus, meine Zuversicht.- 47. immerfort. Trostwort aen, welche von der rechten 2. Blindlings, als verirrte Schafe, Bahn auf verkehrten Wegen wallen! eilten wir der Hölle zu; aber unfre Zweiter Theil. Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugest du; und nun rufst du allen Sündern: kommt! laßt cuch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. 3. Sch bekenne meine Sünden. Uch! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur ungerechtigkeit. Beff'rung hab' ich oft ver sprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Uch! ich mußte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär'! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er: in's Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrei'n! verlaß mich nicht: ach, gieb Frost, die Angst zu lindern. 311. Snaden! fich mein Jefu Mel. Alle Menschen müssen sterben.-82. sieh an in Furchtbar donnert zu den Sündern. dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis binab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmergen heile meiner Seele Schmerz. Du, bu Kundiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Ungst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb' ich, Jesu, dir. Nimm es gnådig an von mir. Elend, meine Noth: laß dich's jam= mern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. 11 Vom Glauben. 171 der Drangsal mir erwecken. Welch ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, bilf mir, daß es nicht verzagt. 7. Mach' es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes seg' ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen; und das Gute zu vollbringen, bindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu' ich doch. 10. Hilf durch deine blut'gen Wunden; denn durch diese werd' ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stårke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 611. Wie du mit dem Tod gerungen, steh' im legten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sey. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Sch soll dort dein Antlig schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich ein'e gen Sohn den Urmen und auch mir zum Trost geschenkt. Uch, wie hoch bedarf ich deiner; Jesu! so gedenk auch meiner; denk' an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Sammer fort. 3. Ulle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Jugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sey. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lau9. Oft wird auch der Hölle Schrek- ter Seligkeit; ach, fie bießen zu dir ten neue Furcht und Bangigkeit in kommen nicht die Heil'gen, Starken, Zweiter Theil. Frommen; nur den Sünder riefen fie, die voll Arbeit, Ungst und Müh. 5. Sesus, sollt' ich's denn nicht wagen? sollt' ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt' ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen: weil doch deine Gnad' und Huld größer ist als meine Schuld. dom sis 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! reiß mich los aus Satans Stricken; brich der Hölle Band in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel' und alles hin! 7. Mach mich dir auf ewig eigen; führ' mich, wie es dir beliebt! lehr' mich meiden, leiden, schweigen! folgen, wie dein Rath mich übt! ach! so still' mein ängstlich Qualen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 172 - 8. 312. Meer des Namens Mel. D Gott, du frommer Gott.- ag doch der Spôtter Jesu spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommit, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stårkt, ist's Heil und Majestát. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt'st uns mit Gott verföhnen, und uns mit neuem Recht zum ew'gen Glück belehnen. O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer seyn, und eine Welt, die siel, von ihrem Fall befrein! Vom Glauben. 5. Dies müsse mein Vertrau'n zu dir, o Herr! erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet' ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mit mehr Licht gewähren, und deine große Lieb' im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sey der Herr, gelobt in. Ewigkeit. 10 sim vid og Mel. 313. snop gram bi Gott, du frommer Gott.& err, allerhöchster Gott, bei dem wir alle Ga ben, und was uns nüglich ist, allein zu suchen haben; o, sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, die nicht ver trauen kann. sulg 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne seyn! 3. O, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände! hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum seyn. 4. Gieb, daß die Zuversicht in mei nem Geist sich mehre, daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sey; damit mein Herz sich dein, als feines Gottes, freu'. o 3. Wer kann die Majestät der Lieb' und Großmuth faffen? als Sohn des Ewigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold ſeyn, und sich verspottet sehn. 6. Mein Heiland, der du einst für 4. Die Wunder Gottes thun, und, deine Jünger batest, und, wenn ſie an das Kreuz geschlagen, mit himm- wanketen, beim Vater sie vertrateft; 5. Mach' diese Zuversicht in mir, Gott! fo fråftig, daß ich mein Lebentang in deinem Dienst geſchäftig, und stets beslissen sey, zu thun, was dir gefällt: so hab' ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. lischer Geduld der Menschen Schulden o unterstug' auch jetzt mein sehnliches tragen, um der zu seyn, der uns ein Gebet, und schenke Glaubenskraft ew'ges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße Zweiter Theil.-Vom Glauben. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis' in alle Ewigkeit. 1 Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 314. W er, Gott, dein Wort nicht hält und spricht: ich kenne Gott, der lüget! in folchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, ie mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 178 matte Herz nun bricht; lass' ich meis nen Jesum nicht. 4. Dort auch lass' ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein Un gesicht. Meinen Sesum laff' ich nicht. 5. Weder Welt noch Himmel ist's, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bist's! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du 3orn und Gericht. Dich, mein Jesu, laff' ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden! selig aber, der da spricht: meinen Jesum lass' ich nicht 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt 316. Christi Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, ange= nehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb'! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir. 156. 315. Meinen Sesum taff ich da er ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen die sich gleichen: wam weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles. und ich nichts; ich Schatten, er die Quell' des Lichts; er noch so stark, ich noch so blode; er noch so rein, ich noch so schnode; er noch so groß, ich noch so klein ist er doch mein, ich bin sein. Mel. Herr hör', ach höre mein. für mich gegeben, sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laff' ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Shm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum lass ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon ver= lischt, Wang' und Lippen sich ent färben; mich kein Labsal mehr erfrischt; alle Sinnen mir ersterben; und das und 174 Zweiter Theil. 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entriff'nen Seel' sich den noch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde; mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne; nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht; was er gebetet und gewacht; was er gehorchet und gelitten; was erempfangen und erstritten; auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug' an mir vergnügt, so bin auch ich in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig unge schieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eifern, hadern, haffen, neiden; er náhrt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwei'n; mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ist's, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt; so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist er's nicht, der mich herzlich liebt? Sft er's nicht, der sich ganz mir giebt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er Besser's mir gewähren? Nun blendet ferner mich kein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn' ihn ist mir das Leben Last; ohn' ihn der Himmel selbst kein Himmel. Durch ihn find' ich in Urbeit Raft, und Getummel. So viel Geräusch auch um, mich sey! ohn' ihn ist's öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ich mein und ich bin sein. Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt; was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be raubt, entehret, gleich jenen Márty rern mich quält, zerfleischt, zerstüme melt, und entseelt. Die Welt raub' alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Seift, die er erschuf und auch erlöfte, hier beide schüget, pfleget, speis't, bis er dort beide ewig trófte. Gesundheit, Stárke, Munterfeit, Big, Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit; selbst daß ich was ich von ihm habe, erkenn' und weiß, ist seine Gabe. Vom Undant hålt er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigens thum sonst, leider! nichts, als Schand' und Ketten. Doch hat er alle meine Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 10. Nun zürn' und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht angst erwecken. und ist der Richter selbst mein Freund; wie kann das Welts gericht mich schrecken? Ob Erd' und Himmel bricht und kracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen! durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt' ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Hert, 317. Fins ist Noth! ach eine dies Eine lehre Seele doch! Auch beim schimmerreichs sten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh' erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergögt. Zweiter Theil. 2. Seele, willst du dieses finden: such's bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing' dich über die Natur, wo der Gottheit Füll' erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. - 3. So wollt' einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen Vom Glauben. 175 dein Schaf, versegt. Jesu! soll ich dich nur haben: was kann mich wohl Süßer's laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub' erblickt? Mel. Wie schön leuchtet der. 35. gang und einzig nur nach dir. Uch, 318. Wie herrlich ftrahlt der ich an dir zu neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele trág' verweilen; brenn' ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt; daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weis heit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, fenn' ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles seyn. Pruf und forsche, wie ich's meine, und tilg' allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitelm sehnet; auch die Hölle stürmt und droht, währ ich dich: denn Eins ist Noth. ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jeſu! schön und prächtig, groß und machtig, reich an Gaben, über alles hoch ers haben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Mens schen Sohn! des Himmels großer Konig! aus vollem Herzen preif' ich dich! hab' ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich selig seyn. Seuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sen, kein Weltsinn deine Leiden scheu', kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, nun nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Ungesicht sich' neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speis mich, tránk' mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Himmelsfreuden inne werde. 9. Volle Gnüge, Fried' und Freude ist's, was meine Seel' ergößt. Hirt, 5. Und wie, Gott Vater, preif' auf wie so gute Weide hast du mich, ich dich? Gott, ewig, ewig hast du 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Uch! entreiß' mich ganz der Welt, daß ich thu', was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut; hast mich meiner Band' entbunden, ewige Erldfung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, findlich Abba rufen kann. 176 Zweiter Theil. Vom Glauben. mich in deinem Sohn geliebet. Dein| kann selbst der Hölle Wüthen Ruh' Sohn hat mich ihm fest vereint. Er in Eil' gebieten. selbst, mein König, ist mein Freund. Troß dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krie ger, währ' zum Freunde! und dann fürchte teine Feinde. - 6. Ihm, welcher Holl' und Tod bezwang, ihm, ihm muss' unser Lobgefang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tonet! tonet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Lette bist, der Anfang und das Ende. Du schließest felig meinen Lauf, du weckst mich auch von Todten auf. Deß klopf ich in die Hände. Umen! Amen! ja wir müsſen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Untlig schauen. - Mel. des 25. Psalms. Mel. Jesu, meine Freude. 89, 319. Gefu, meine Freude, befter 320. Höchst erwünschtes beſtes FE Seelenleben, ach wie unbekannt bist Gut im Glück! du hast meine Liebe; du fühlst meine Triebe! an dir hångt mein Blick. Hab' ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 5. Lockt nur, Gold und Schage! Ehre sey der Göße der betrognen Welt! mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu ers hålt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuſcher ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmahſucht, Neid! ihr beschweret das Gewissem Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg' und Sagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zulegt erfreu'm. Hab' ich hier viel Ungst und Müh¹, Jesu, auch im bängsten Leide bleib du meine Freude. du: wo man sich nicht will bestreben, nach der ew'gen Himmelsruh'. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, er klebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Uch, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht! wenn ich 4. Wer ist's, der den Glauben mei über Herz und Thaten nicht sorgfältig nem Herzen rauben, ihn erschüttern hab' gewacht. Wie hat die Erfah kann? Bei der Hölle Toben stimm rung mich meine Thorheit oft gelehret! ich, Gott, zu loben, Freudenlieder an. wenn mit eiteln Sorgen sich mein Jesu Macht hålt mich in Ucht, die betrognes Herz verzehret. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz dráun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, bligen! Jesus will mich schüßen. 3. Donnert auch im Grimme des Gefeßes Stimme; Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. wenn 3weiter Theil. Vom Glauben. nur, — 3. 3war der Schluß ward oft ge-| nommen; ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt' kommen, fand ich mich von Kräften blos; ich Gefangner, Urmer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held! erbarme dich. Máchtiger! du kannst mich retten, 4. Jesu! Stärke der Verzagten! der du giebst den Matten Ruh'; wahre Zuflucht der Geplagten! rühr' mein Herz, und bring's dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke wie ich ewig sey der Deine. 5. Uch, vertilge das Verlangen, das noch etwas Ird'sches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gieb, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 6. Gieb mir Augen, um zu sehen beines Reiches Gnadenschein. Gieb mir Kräfte, um zu gehen bis in's Heiligthum hinein. Mache mich mit dir bekannt, laß in deinen Liebesflam= men Herz und Seele seyn entbrannt, halte dich und mich zusammen. 7. Weicht, ihr eiteten Gedanken, stört nicht ferner meine Ruh'. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jesu zu. Jesu will ich geben Chr', in ihm will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe krånken. 177 brum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn: in Noth als Herzog vor mir gehn: Hilf, Jeſu, dem Zerknirschten! 3. Du sprichst zu mir: verzage nicht! du rufft: ich bin das Leben! 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt; auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicte mich mit Gegen, ich bin gefährlich krank und schwach, heil und verbind', hör' an die Klag': Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll: wie kann ich doch bestehen? Dies ångstigt mich; das weißt du wohl. ich Elender endlich, frei vom Leib' des Ach, wann wird's doch geschehen, daß Todes, bei dir sey! ich danke Gott durch Christum! Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. 20 322. flieh' ich Sünder bar bin? Wo kann ich Rettung finden? Angst bin ich umfangen, wo soll ich Mich schrecken schwere Sünden; mit Trost erlangen? 2. O Jesu voller Gnad'! auf dein Gebot und Nath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentropflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf' alle meine Sünd', so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Mel. Uus tiefer Noth schrei' ich zu.- 119. 321. Mo foll ich hin? wer eit gefunden. W hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? 3u niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bist's, der das Verlorne sucht; du segneft das, so war berflucht: hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich: der Todesleib mich plaget. Lebens- Gott erbarme dich! vergieb mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht: ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 4. Durch dein unschuldig Blut mach' meine Schulden gut: wasch' mich damit von Sünden, und laß mich Rettung finden; in's Meer sie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich troft't, denn du hast mich erlöst: was ich gesündigt habe, verscharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müssen! du heitest mein Gewissen. 6. 3war meine Schuld ist groß, doch werd' ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffasse, und nun die Sünde hasse. Wer so sich zu dir wendet, sieht bald sein Leid geendet. 12 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 178 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find' ich es bei dir. Dein Blut verföhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufet, Sünde, und alles überwinde. 1 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär', darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich es schlagen, dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Troß bald schweigen. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt' ich dich. Verehre keine fremde Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jest kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du haft mir's erworben, da du für mich gestorben. 10. Uch, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann schei den; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Die heiligen zehn Gebote. Mel. Die Himmel rühmen Gottes.- 46. 323. Erheb dein Herz, thu' Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. auf die Ohren, du Volk, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren; vernimm, was Gottes Wille ist: 10. Ertheile nach Gewissenstriebe dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Be schám' und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach' kein's, es sey wovon es woll', fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu', liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien' ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien' ihm gern. 6. Erweis' den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb' und Treu'; das Gott dir lange Lebensjahre, und bier und dorten Heil verleih'. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih' die Eh' nicht und vers bleibe von Ueppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes sey. 9. Bergreif' dich nicht on jemands Gute; erwuch're nicht der Armen Schweiß; und lebe mit vergnügtem 11. Verdamm', als Sünden, die Begierden nach jemands Weibe, Haab und Haus, und wenn sie in die rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. 3ehn Worte sind dir vorges schrieben, doch ein's fast alles unter sich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten so, wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig; da Gott mit mir im Donner spricht: durch deinen Geist wirk' auf mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. Gebet über die zehn Gebote. 324. M ein Bundes- Gott; ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe E dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles Bod fahren laff, als dich. 2. Gieb, daß ich, o du höchstvollkomm'ner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erkühne, worauf mich nicht dein heil'ges Wort verweist. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht liebreich seyn, ein Menschenfreund, ein helfer und Erbarmer, des Feindes Freund, wie könnte sonst ich Urmer, der dich erzurnt, mich deiner Huld erfreun? 179 Von der Beschaffenheit der od wahren Heiligung. 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben seyn; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weih'n. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb' und laff, was ihm gebühre, mein Werk verricht vergnügt und emsiglich. 9. Streuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in ſeinen Würden lasſe, der Wahrheit flets getreu von Herzensgrund. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich: falsches und unnüßes Schwören sey von mir fern, voll De- Herz geschäftig seyn. muth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort cben in süßer Ruh' dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir: die Menschen soll er manche Tugend lehren; laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 10. Verleih', daß ich auch die geringste Luft, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sey auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. 325. Gehre! wenn ich höre, Mel. Jesu, Arzt todtkranker Seelen.- 79. ott! wie rein ist deine wie wir vor dir sollen seyn; o! so dringen die Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das 3. Ich soll selbst sein Innres Dichten also richten, wie es dein Gesek befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern haffen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben, mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam seyn? 6. Dein Geseß ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Uch, ich sehe sie, und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes seines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gieb mir deinen guten Geist; alsdann will ich klüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 326. W enn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich 12* 180 Zweiter Theil. - der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet, wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen! fo thue noch so gute Thaten, du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sey durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz; so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tonend Erz. Von der Heiligung, das ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besigen, so wird ein Leben uns nichts nügen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk' allein; sieh auf die Quell', aus der sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube feh let, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Náächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals feines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh': fie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. 3. Bau' Häuser auf und brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sey der Waisen Schuß und Segen! gieb alle deine Habe hin! noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben; so ist dir alles tein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß für's Baterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten; so schüß' und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 29. 327. Pommt, last euch den Herren lehren! kommt, und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen zahl, die im Glauben feft bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frei bekennen, dürfen sich die einen nennen. 5. Låg' ihm an unsern Werken nur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Feffel der Natur, durch Kräfte seiner Ullmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, Weisheit nichts, 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren sehen, die sich hier geringe schågen. und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut; und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Schuld verzeihn, Kraft zum Guten Sünden scheut: Gott will ihm die und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitelm Triebe, ibm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröstet erneut durch Glauben zu der Liebe: werden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Feinde niemals flucht, seine Fehler ihm vergiebet; nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschügen, und er wird das in Freud' und Schmerz, Bater! bilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke! de Mel. O Gott, du frommer Gott. danke meinem Gott, 5. Selig, die nichts mehr verlangen, 328. Jheen de er den en als gerecht, wie Gott, zu seyn! die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt: Gott wird Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. ihr 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zártlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und, wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf er= scheint dieser wird auch Hülf' empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu seyn; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weih'n; die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft wider stehen, werden Gottes Untlig sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt; die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Chrifti willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheun: Gott steht ihnen machtig bei, und will sie für ihre Treu' einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. 10. Herr! du wollst mich selber leiten auf der wahren Tugend Bahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey; meine Schuld vor bir bereu'; die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe. 11. Daß ich Urmen helf' und diene: immer hab' ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. 2. Sn allen meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott sieht's, Gott hört's, Gott straft; du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen; ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen! und siehet jegund mich des Menschen Auge nicht! ist's recht vor Gott? ist's recht vor seinem Ungesicht? 4. Uch führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz' ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie ſey es, Herr, vergebens; dein Wort sey jederzeit die Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dir's gefällt, geh', fige, liege, steh', und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh'. n Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Psalm. Mel. Die Himmel rühmen Gottes.- 46. 329. Wer darf in deine Hütte gehen? Wer nimmt hier seinen Wohnplag ein? Wer wird auf jenen heil'gen Höhen, so Herr, beständig vor dir seyn? 2. Der, der vor dir unstråflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 182 Zweiter Theil. 3. Der nie mit seiner Zunge schmåhet, und groß durch seine Redlichkeit, nie seinen Nächsten hintergehet, und Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verlegt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schäßt: 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt, der, was er seinem Nächsten schwöret, und --7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergånglich Heil bestimmt! Mel. Gott, mache du mich selbst.- 17. schwör er sich zum Schaben, halt: 331. Bewahre mich, Herr, daß nie mein 6. Der nie zum der Gesehe auf ungerechten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schage die, die Gott darben läßt, erfreut: - nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben risfest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. Von der Heiligung, sanftes Joch und seine Last zu tragen mach' mich bereit, und seinem Vor bild gleich. wollen. Mel. Mein Bundes: Gott, ach. 324. 2. Die kommen nicht in's Himmel reich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht dabei mit Ernst zugleich der 330. Nur die, ch weiß es wohl, ich die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, im ew'gen Frieden ruhn; wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 2. Die Gnade nur in Chrifto macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sey. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Holle möcht' entgehen, dein Ebenbild sollt' nun in mir entstehen: drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel' soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen: nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm' erzähle deinen Ruhm. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen; um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht, zu meinem Troft, als aus den Früchten merken! den Nächsten reiz' ich auch zu guten Werken nicht anders, als durch meiner Werke Licht! 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen: sein Gemüth bethore, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äuß're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinn're mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen 3. Drum laß mich doch vom Glau ben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie blos außer lich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sey, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Súndendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sey mein Augenmerk. Hilf mir selbst ihn vollbrin gen: durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle: so thu' an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene! oder dem christlichen Wandel überhaupt. 119. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich. 332. ein bin ich, Herr, dir will ich mich zum Opfer gang ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben; wie könnt' ich eines andern senn? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. - von 2. und wandte dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seyd, rufft du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; fasset Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und ftirbt zur Tilgung unsrer Strafen! bißt für die Laster und erwirbt Befriung ihren Sclaven. Wie vielfach, Hichster, bin ich dein! o laß mich keites andern seyn. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhn erkauft mit seinen Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir ich habe kein Vermögen, die Sund' ind alles, Gott, was dir verhaßt' st, abzulegen. Hier ist mein Herz, ninm ganz mich hin, und gieb mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So nerd' ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh' einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte, frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad' und Treue mich gerecht und selig machte. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! - 2. Dich preifet jede Kreatur, der höchste Engel und der Burm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Har monie; und ich, mit deinem Bild ge= schmückt, empöre mich und flöre fie. 4. Du schufft das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, ich bin dein Knecht; du bist mein was wir sind: du bist mein Herr, Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu seyn, sich freu'n? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weih'n. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud' und Seligkeit. 7. Nur das, was bos' und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh' dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand' und Noth. 8. Gott ist, wenn er Geseze giebt, kein menschenfeindlicher Tyrann: blos weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wer's willig trägt, sest feinen Lauf stets freudig fort! und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb' und Huld gehorsam sein aus Dankbarkeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist! und ich verschlösse Herz und Ohr! Mel. Komn, o Gott, Schöpfer. 197. 333. Dein, Gott, it als Kuhm. Berleihe mir Beſtändigkeit, 12. Nein! Gott, dir sey mein Herz geweiht, mein ståt und Macht, und alles ist din unterthan. Dir werde und heil'ge mich, dein Eigenthum. 184 Zweiter Theil. Bitten um Heiligung. Mel, Durch Adams Fall ist ganz. 90. ilf 334. verleihe mir, daß ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud' mich jemals von dir trenne. Von der Heiligung, Nein mir heilig seyn; laß mich nicht lieblos richten, und 3ank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb' und - 2. Erfülle mich mit wahrer Neu', wenn ich dich, Gett, betrübe, gieb, daß ich alles Böse scheu', und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsaz je verlegen. Der Seele Heil, mein ew'ges Theil, laß mich recht theuer schagen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verLeih' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sey, und laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß liebe, und bilde baich nach ſeinem Sinn: gieb, baß 335. ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen; und stets bereit mit Freudig keit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Born und Bitterkeit zur Nache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit; verdammt der Rachsucht Triebe; gieb, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz auf richtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; taß mich vielmehr nach deiner Lehr' in wahrer Demuth leben. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gieb mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich húte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 9. Gieb, daß ich stets den Müßiggang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, e Gott! mir wohl gelingen, und segnest du das, was ich thu', dir dafür Ehre bringen. 7. Die Falschheit, List und Heuchelei hilf mir sorgfältig flichen: nie muss ich mich durch Gleißnerei um Menschengunst bemühen. Laß Ja und 10. Uch, gieb mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirs mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. 55 habe, Gott! mir ernstlich vorgenom. men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen; vor dir zu wandelt, die mich und mein Leben zu übergeben. ich's 2. Erforsche mich, sieh, redlich meine! gieb, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mt allen Kräften strebe, deinen Willer ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mig überall begleitet, und meinen Garg, wenn mich kein Mensch sieht, litet, wie sicher werd' ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! fiets werde mir das Gleißende der Lister nur mehr verhaßter. 5. Gieb Eifer, Kraft un Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich rchten; ich, hab' ich deinen Beifall, kann mit Freuden Berachtung leida. Mel. Ich will, mein Gott, du. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; wirst tillig alles richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder, hu 7. Bald, bald vollend' ich meiner Prüfung Stunden. Werd' ich im Tode nur bewährt erfunden; wie schön verwandeln sich dann meine 337. Dugend schenkst, Gott, Mel. Gott mache du mich selbst.- 17. er und Leiden, und werden Freuden! Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst; so ieb' ich hier vergebens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes.- 94. 336. H err Jesu, Gnadensonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet: versag' dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz' ich dich wider mich; doch laß den Born verschwinden, vergib genådiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen: ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib' aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg, Sünden, die mich quälen! Herr! laffe mich forthin mit einem heil'gen Leben mir felbst das Zeugniß geben: daß ich erlöset bin. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stüzet deine Treu'; dir zeig' ich meis nen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen bes standig mog' erfüllen, so steh' mir Eräftig bei! 4. Beförd're dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd' ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die dust'ren Schatten fort. 5. Uch, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig' dich in mir kräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb' in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Scele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gieb mir Stárke; der Feind schreckt, gieb mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald laffe, bald verübe, ist böse und nicht gut. 2. Drum, Bater, neig' dich våter lich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Bob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spotter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethore. Hilf, daß kein Wit der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwie tracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzuchtiger Begier die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schäzen; was reiner Engel Aug' erfreut, das sey auch mein Ergögen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die blos den Leib ergögt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, bringt Nachreu, Elend, Schmerzen, und stürzt zulegt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts. lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, denket, als was den Glauben stärkt| Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nährt, und Lust zum Guten schenket; was mich zu jenem Leben bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland sieht, erhebet, und ihm sich ähnlich schauet. von Leidenschaft verführt, auch oft mals meine Seele. Herr, hilf mic, daß ich als ein Christ das flieh', was vor dir strafbar ist, und nur das Gute wähle. Mel. Wer nur den lieben Gott. - ott! dir gefällt kein 338. Gott! gottlos Wesen Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begang'nen Sünden mit inniger Beschamung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheu'n und deinem Dienst mein Leben weih'n. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gieb meinem Vorsak Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so bilf der Unentschlossenheit. viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! Wie 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe Leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey! fo fieg' ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle; mein Vater; so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Ungesicht; und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicte mich mit deinen Freuden; schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt' ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Getreuer Gott, wie viel. 37. 339. Erbarm' bich, Herr! du kennst mein Herz. Ge neigt zu Eitelkeiten, läßt sich's durch Freude und durch Schmerz oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein 11 2. Laß doch mein Herz nicht ferner bin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gieb selber das Vollbringen. 3. Umsonst such' ich der Zugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leiteft. Du haffest jeden falschen Schein. Mit Ernst willst du verehret seyn. Herr, hilf um Jesu willen! Erhebe den gebeugs ten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie raub die Bahn der Tugend! J doch du trugst mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Die folgen, ist mein wahres Heil. O laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigen thum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. Mel. D Gott, du frommer Gott. ein Vater und mein 340. der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben. Regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sev, was, Gott, dein Wort mich heißt. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergånglich Gott so übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Gifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Rube bringt. 3. Gieb, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erfalte. Silf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sey. 4. Gieb, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geb' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischestuft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweih'tes Leben sey von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstüge mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe bau'n, und auch, wenn sie verzeucht, die noch getroft vertrau'n. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu beider! ſo verlaß, wenn meine Putte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht. 7. Mel. Wer nur den lieben Gott. 341. Merennen den ein Gott! ach, lehre Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder seyn. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sey; laß mich 187 mir sterben, dir zu leben, und mach' in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß' Los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wer den, und gieb mir meines Heilands Sinn, Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! - 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja, Ehre such in Chrifti Schmach. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gieb mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sey. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig seyn, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchelschein. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut: wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 1 9. Mel. Nun danket alle Gott. Christ. Wohl dir, 342. Du fagft: ich bin ein wenn Werk und Leben dir dessen was du sagst, Beweis und Zeugniß geben; und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von ben weiſt. deinem Christenthum die ächten Pro2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ist's, der Jesum kennet; der seinen Gott Menschen und Herrn ihn vor den nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 188 Zweiter Theil. 3. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer sich's will nennen lassen, muß leben, wie er glaubt, und alles Bose hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch fein Chrift, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Too, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl; doch prüfe dich, wie steht's um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund'? - Von der Heiligung, zeigt 3orn und Haß und Neid, so bist du ja gewiß vom Christenthum noch weit. 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun erzeigt; dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst, ich bin ein Chrift; ich laff' mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, mit Gott mich zu verbinden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaff'ne Bes: serung nach solchem heil'gen Brauch? 8. Du sagst, ich bin ein Chrift! ich bete, les und singe; ich geh' in's Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfers net bist, und deiner Undacht Zweck die Ehre Gottes ist. 9. Du sagst, ich bin ein Chrift! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Junger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Chrift, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild seyn. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag': ich bin ein Christ. 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth sich 12. Du sagst, ich bin ein Christ, und rühmst dich deß mit Freuden: doch thust du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Uch, ich bes fürchte sehr, fie flagen einst dich an; weil du vielleicht noch nicht so viel, als fie, gethan. 13. Sag' nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Beugniß geben. Der Name macht's nicht aus: ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber seyn. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wah rer Christ zu seyn, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, ge langet nimmermehr zu dir in's Him melreich. Kampf der Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 90. 343. Oft denkt mein Herz, sey, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Easter freu'n, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Quen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, last nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 4. Gott, hättest du es uns ver-| Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, Wachsthum in der Heiligung. wenn Wollust, Neid und Zorn ent= brennt, die Lüfte frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu kranken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich seyn, drum gabst du uns Gesege. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, sie sind des Lebens Schage. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's; sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft; so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen: wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Meister. laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 344. Mel. Gott werde stets von dir. 72. chön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Geel' auch oft begehrt. Uch könnt ich's, wie würd' ich mich freu'n! wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Von Ewigfeit her war er gut; er bleibt's, und recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Urmer! darum fommt kein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels müde! wann werd' ich fest im Guten seyn? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit bestándig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sey. 6. O bilde, Vater, meine Seele! in deiner Liebe mache mich, weil ich zu meinem Trost dich wähle, gewiß und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. 9. Gieb, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedenk an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 10. Erhalte mich stets unverzagt, Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. wenn mir's nicht immer glücket; 345. Wie felig, Herr! ift wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Du siehst nicht auf die That allein, du fiehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. der Gerechte! du bist sein Schild und großer Lohn. O, daß ich ganz gerecht seyn möchte! doch ach, wie wenig bin ich's schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. 190 Zweiter Theil. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenn's Herz gleich bessern Borsag nimmt. Ja, oft verleg' ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. 1 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stårken; drum fall' ich, Vater, vor dir hin. O mach', um heilig ganz zu seyn, mich von verborg'nen Fehlern rein. 4. Von aller eiteln Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck' und mehr' in mir die Triebe zu dem, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. das wahre Beff rung schafft. Bas 347. Du, der Herz und seit Laß und meine Ewiger, Heiligkeit gedeih'n. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen, des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht verschmähen. Du bis es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, giebst du mir. Von der Heiligung, 4. Gieb, daß mit brünstiger Be gier ich fest stets an dir klebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich von der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Untlig ewig schauen! 5. Ich kämpf', ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in De muth hofft. Da kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr Jesu.- 256, 346. err, mein Erlöser! nur von dir kann ich mir Hülf' erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizuftehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du haft dein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben! von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu': so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort be= schieden. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreissen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh' sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Uus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. erforsche mich! ach! ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, fah'st die Inbrunst meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Uch! erforsche selbst mein Herze! fich, es irrt und fehlet noch, und mit unrubvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Zugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Untlig wieder fand, wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Unmuth Spur. 4. Wenn, von Undacht hingerissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen und, Gott, deinem Chrone nah', mischt ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitels keit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd' und Himmel werth. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Thr, dem Beten heil'ge Stun den, voller Ruhm, voll Gewinn, ach wohin send ihr verschwunden; Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brúnstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verachter meines frommen Wandels lacht, aus der Undacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht, wenn sie spottisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen, dann verges' ich meine Pflicht; ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Mårt'rer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Droh'n, nicht Folter sie. Auf des hárt'sten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, fonnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Bater, bis ans Ende sey die mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis an's Ende, und nicht achtet Spott und Sohn, dem bereiten Gottes Hände eine ew'ge Siegeskron'. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht in's Gericht, stirbt des Tod's der Seele nicht. Mel. Es wolle Gott uns gnädig seyn. Im Choral- und im Melodienbuch für Kurheffen ist zu diesem Liede die achte Zeile wegzulaffen, die vorlegte Note e in der sechsten Beile aber zweimal zu singen.) 348. charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach Verdiensten lohnst. Zum Glauben 191 und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf' o Vater nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe grånzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib', o Gott, des Irrthums Nacht; entreisse mich der Sünde macht! wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Sohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gieb auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höh'n, und wenige sind, die ihn geh'n! die Pfort' ist eng' und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh' und weine, laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben, und den Staub! erbarm' dich mein, und steh' mir bei, daß ich des Kleinods würdig sey, das Christus mir so theu'r erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmtest über mich, ver= föhnter Gott und Vater, dich. Vom mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Leibe dieses Tod's befreit, führst du Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt. Zweiter Theil. Von der Heiligung, 192 Mel. Mach's mit mir Gott nach.- 26. 349. ald oder spåt des Todes Raub wall' ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewig's Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. - nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden, Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo alles giebt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd' und Himmel untergehn, werd? ich zum Leben auferstehn. 2. Mit Furcht und Bittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. b 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am 3iele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, starke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 4. So lang' ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle; so schaff' ein reines Herz in mic, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf eb'ner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schug zu trau'n, und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was verfüßt mir einst den Tod? Mel. Mach's mit mir Gott nach. 26. 7. Verzagt und schwach find Fleisch 350. Melch hohes Beiſpiel und Blut, und eitel unsre Werke; der Glaub' allein giebt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getrost, und überwinden weit. gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nach zuahmen streben? und nicht den Weg, den du betrat'st, auch gehn, und das thun, was du that'st? 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit, und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheiden! nicht Wolluft, Güter oder Ruhm; 11. Nicht Trúbfal mehr, nicht leid noch Schmerz betrübet dort die Sei nen, nicht klagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthránen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thránen ab. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir wer den dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhab'ner preis't, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgefang. 14. Du, der uns dieses Heil er: warb, las, Jesu, mich's ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey. Von der Nachahmung des Erlöfers. 2. Dein Herz war voller Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre: dein Thun, Lies' und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre: hier schaffst du mir zufriedenheit, und dort einst ew'ge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich, und stiegst vom Himmel nieder, wardst oder dem christlichen Wandel überhaupt. He Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Bott. di 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Kraft und Ruh', und warst stark in den Schwachen: du trugsto die Leiden mit Geduld, und trugst sie fonder eigne Schuld. 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, Seele, bei dir reget! so starke Jesu Beispiel dich; dann wirst du nicht bes weget Uch, nimm doch dessen Wort in Ucht, und denke, wie er's hat gemacht: ſo sey auch du gesinnet! aiz 400 für bis zum Zed, und ehrteft auch im Tode 352. K tommt zu mir, ſpricht Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. her, Gott. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüust für uns des Baters Rath, und bittest 6. Dies große Beiſpiel hast du mir zur Nichtschnur hinterlassen, daß ich gefinnet sey gleich dir in meinem Thun und lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu', wie ich. 7. Ich komme, Herr! gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne dein wahrer Jünger sey, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beiſpiel treu auch andern selbst ein Beispiel sen. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. 351. Seete, schaue Jefum an! hier kannst du recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gefinnet war: ſo sey auch du gesinnet. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört' ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein: fo sey auch du gesinnet! bid do 2. Er war der große Gottesschn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er feinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohlzuthun bereit, so sey auch du gesinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf feines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt' er seines Vaters Rath: so sey auch du gesinnet! Gottes Sohn, o kommt, send ihr mit Sünden aleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, zu mir kommt, zu Theil, ich heile euren Schaden. der 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch ich, ganz nach Gottes Sinn, ſo ſanft und folget meinen Lehren. Seht, wie und ſo demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh' und Erquickung findet ſich bei mir, und trostreich werd' ich mich gewiß an ihm begeigen.osizion dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist; bei dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig seyn; Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen.. 6. Uch, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Soch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh', am Ende meiner Tage. 13 1 Joods modrad hd billind mnd vide 194 tim didelio 25) Von der Erkenntniß Gottes. CONT Mel. Ich will, mein Gott, du König. 55. 353. Coll ich mein Geift, ben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. and bid Jaig] h& Mel. Gott werde fiets von dir. 72. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 354. Wo find' ich Gott, den 0 meine Seele vor mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen: erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verklare. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 14. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen: zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht haffen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Gut' und Stärke; auch haft du selbst, fey hoch dafür gepriesen! uns unters wiesen! Ado 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Ach, mocht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruh'n von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unståt, tråg', er scheuet der Ueberlegung Müh', und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, feine Gränzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie icht ermüde, Ernst, Lust und Friede! Minis stong 3 m 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von bir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dit, Gott, nur leben! allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd' ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt' ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht gang. 3. Ich sehe dich hier nur im Spie gel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hátte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nah'n! wie mürde sie sich deiner freu'n! wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich, am Fuße deines Thro nes, mit deinen Engeln dich erhöh'n; konnt' ich im Untlig deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, sånge dir dann, wie ein Mann. Toba 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Ullmacht Stärke, und deinen weiseften Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unters weis't? 7. Doch, wenn in meinen Finster nissen er auch mein blödes Aug' er hellt; was lern' ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und Zweiter Theil. Von forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört' ich nur auf deine Stimme, in deinem Worte, hört' ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobfingenden Natur! so lernt' ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freu'n.grote lin 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig war ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Bater, ich em pfinde mein Elend! Beuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde. Dein Geist der Weisheit wohn' in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sey. 11. Gieb, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh', und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. for anos - der Erkenntniß Gottes. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt; bis einst sich meine Einsicht mehrt. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 355. meir ein Gott, du wohneft zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was bu, Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so bilf selbst meinem Fors schen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Uug und Herz ftets offen seyn. 3. Dein Wort sey mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Srrthum rauben, was mir ein ewig peil gebiert. Kein Spottergeist verführe mich; kein Zweifel sey mir binderlich. 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß seyn! laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb' und Ehrfurcht weih'n. Gieb, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. dir niß, wenn's nicht zu deiner Liebe 6. Was hilft das richtigste Erkennt treibt? Was nügt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit zum Dienste hin. Leiden ein Brunnquell wahres Tro7. Laß dein Erkenntniß mir im ftes seyn. Laß mich, wenn Leib und den deiner freu'n. Dort seh' ich dich Seele scheiden, dann noch im Glauim hellern Licht von Ungesicht zu Ungesicht, Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. 356. Wie felig bin ich, wenn mein Geist hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preift, der Engel Werk vollbringt? bed 30120 2. Ber gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Shr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Ungesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu seyn. Heil, Geele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freu'n. 6. Schon siehst du durch ein dammernd Licht den Unaussprechlichen! Drum hilf mir, Vater, daß ich dich,| größ'rer Klarheit sehn. 4. Dich kennen ist das ew'ge Leben. dort wirst du ihn von Ungesicht in 13* - 196 stagintansi red no lind sor 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. esid Mel. Nun habe Dank für deine. 234. Die sollt' ich dich, mein draut, ist sie mein Sonnenschein. Mich 357. scheiben, so groß fie immer feyn, w können keine Leiden von deiner Liebe 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu': denn, Vater, deine Gute ist alle Morgen neu'. Seh' ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstügest mich. si dime 1 Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben giebt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe seyn. Und wann ist eine Zeit verflossen, da du mein Gott, mich zu erfreu'n, mir nicht noch weit mehr Gut's gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Unbe ginn, und haft mein Herz zu dir gezo gen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brúnst'ger Dankbarkeit mein ganzes Leben sey geweih't. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und große muthsvoll mir Urmen dein Kindschafts recht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. 5. Wie gut ist's, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt' ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Troft und Freude; dies starkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Wird man in's Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt. Doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. 4. welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weih'n! gieb du mir ſelber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet seyn. It deine Gnade nur mit mir, so bleib' ich stets, mein Gott, an dir. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab' ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Lebensbahn nimmst du mich einst mit an. 141. 6. Dreiche mir, auch wenn ich 359. De Bater liebst, und Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. er mich als ein sterbe, Herr, deine Baterhånde zu. Dann troste mich mein künft'ges Erbe! dann führe mich in deine Ruh'. Mit volliger Zufriedenheit lieb' ich dich dann in Ewigkeit. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. 358. n bich, mein Gott, gedenken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein etter mich mit Wohlthun gang umgiebst, Gott, meiner Seelen Freude! i bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mit deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regiereft meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachs heit auf. Herr, mein Gott! bu bist mein Licht; du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleidh zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohlgelinget. Nach hartem Tritt auf Zweiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit ic. 197 warte drauf: ich warte drauf: nimm mich in deinen Himmel auf! rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch' ich zu seyn, mein Heil, bei dir. 3 Mein Sinn ist ganz auf dich ge= richt't. Hab' ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wär'st du nicht schon auf Erden mein, so mocht' ich nicht auf Erden seyn. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel' und Leib ver= schmachten; dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle war', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig seyn. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 6. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben balt, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt' ich mich getroft zu dir; du aber hältst dich auch zu mir! und das ist meine Freude. Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Richtſchnur seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen deiner freu't. Gott meines peils! ich Mel. O Gott, Vater, ich glaub' an dich. 360. W ohlan, mein Herz, sen stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; deß liebstes Werk das Wohlthun ist; deß Heil uns überall begegnet; der den verf fluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ist's, in dem ich leb' und bin; durch den ich der Gefahr entrinn': ach, dan= kend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh'! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir våterlich vergiebt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreuet: sein Wohlthun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich oft pflichtvergess nes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub' und Hoffnung feft gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern' und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der sel'gen Enget hohe Sprach' ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelingen, dein Hallelujah recht zu singen 198 at is Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib fen dir geweih't zu deiner Ehr' in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben: du sollst mein, ich will dein verbleiben. Von der Liebe ne 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod; o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erkoren, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden risfest du mich, Herr, mein Gott! 10 1 Der 116. Pfalm. Mel. Mein Bundesgott, ach. 324. 361. Wie Gott zu meinem Schrei'n sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet seyn! 2. Schon überall um mich war nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Ungst umgeben! kaum schien 42. ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben, 362. Du Bater deiner Men du tief ich in und Noth. 3. Da rief ich Gottes heil'gen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. hic 4. Er schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Ungst und fast verzehrt, mich quâle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 10. Dir opfr' ich Dank; dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk soll's sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Die lieb ist mir's, daß Flehn. 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Uug' von Thránen, meinen Fuß vom Fallen: ich will vor dir im fand des Lebens wallen; ein Herold deiner Huld und deiner Freu'! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt' ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten 3agen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm, der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöh'n, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk soll's sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gefang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing' ich: Hallelujah! dir sey Ruhm.. band Mel. Die Himmel rufen, jeder. die Liebe selber bist; und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften seyn. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir dazu Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mit. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt; und gieb, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mit dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh' auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach dei ner Huld, die Schwachheit, Vater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel cs aud der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheu'n, laß, Vater, mid behutsam seyn. und Dankbarkeit gegen Gott. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübfal führt zu ew'gen Freu den. Wer ihre Laft gern übernimmt, geduldig trågt, und weislich nügt, wird machtig von dir unterstügt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Bollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit. Mel. Werde munter, mein. 1- 116. 363. ott, mein Bater, deine Mel. Die Himmel rufen.- 42. 364. ein Herz, ermuntre Mein dich zum Preiſe Biebe reicht, so weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns starke Triebe sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, er schöpfet keine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? des Gottes, der dein Vater ist! bea denke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Als ich noch, der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wach test du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht getracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? & Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünft'ge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Gegens der Erlösten voller Zuversicht darf trösten. 199 Stárk' und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; so mich deines Wohithuns freu'n, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 101001 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemüh'n; stets den 3weck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brúnst'ger dich lieb', und deinen heil'gen Willen freudig suche zu erfüllen. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab; mein Besdirmer in Gefahren. An dir hab' ich bis in's Grab einen Bater, der nich liebt; einen Vater, der mit giebt was zum wahren Wohl mir nuget einen Bater, der mich schůzet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beſſer, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gesang; dennoch würde durch mein Leben deine Huld nicht g'nug erhoben. 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Herr mein ganzes Herz zu dir. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Troft und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Cors gen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verbor gen, nach meinem Wahn zu lang' verweilt, so kommst du, eh' ich's mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöh'n. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, voll. D, könnt' ich deine große Güte doch so erheben, wie ich 200 3weiter Theil. Von der Liebe foll! doch meine Kraft reicht nicht Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. bahin. Du weißt es, Gott, wie 366. Mein Geiſt erstaunt, All ich bin. wenn er 7. und hätt' ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Gute beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weih'n, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum.devi Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir.-156. abe deine Lust am Herrn, 365. bei dem Herrn ist Freub und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen fann. 3. Luft an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4 Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen! und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trag geduldig die Beschwerden: wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und du trifft im himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. o had so die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danfen soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Ges schick, eh' er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vers nahmst du schon, was noch kein Fleben war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Jugend mich verirrt, hat mich höchstliebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Lafter, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Sch sah, von Krankheit blich durch dich mein Leben mir geschalt: und deine Gnad' erquickte mich, venn Sünden mich gekränkt. 9. Von Freudenstrahlen glángt nein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glük des Lebens Trost mir giebst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen lann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethar 11. Kein Tag soll froher mi ver gehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhi, so gut ich kann und weiß. 12. Sn Schrecken, Ungst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst de Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn Frachend einst der Bau der Welt sich aus den Ungeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt.. este und Dankbarkeit gegen Gott. 201 14. Dich, der mich bei der Welten| bereitet war; eh' ich zu feyn begonnte, Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. Mel. Nun ruhen alle Wälder.-48. 367. D ir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, ich danke dir dafür! Du haft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, bast mich bereitet; mich våterlich geleitet bis diesen Augen blick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich bedacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und gähltest meine Ehránen, eh' ich Mel. D großer Gott von Macht. 368. D 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. Höchster! welch Erbarmen! du sorgtest für mich Urmen, und bist ein Vater, der verzeiht. du erhab'ner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd' und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmet in sich hålt, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. deß ich mich freue, lobsinget dir mein 6. Für alle deine Treue, für das, Geist. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ist's, daß er dich preift. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Bater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Vater, dank' ich dir. 27) Von der Furcht Gottes. 8. Was mir in diesem Leben noch núgt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Topfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. durch die Vernunft und Schrift dein Du lehrst das menschliche Geschlecht Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, sey mir stets so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sey, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen seyn, und auch im Dunfeln mich dein helles Untlig scheu'n. Erinn're mich an dein Gericht, wenn zur Verlegung meiner Pflicht die Luft der Welt zu Zeiten mich Schwachen will verleiten. 202 3weiter Theil. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann. Gieb, daß ich frei vom knecht'schen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leist, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leitstern seyn, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd' ich im Gewissen die süße Ruh' genießen. Mel. des 26. Psalms. Von der Furcht Gottes. 369. dir gleich, wie máchtig ist dein Reich! dein Dráun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? dein Gott, wer ist 370. Por bir, o Gott, fid scheuen, Urm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hålt? Bor dir liegt alles aufgedeckt; wie sollt' ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich lass' und thu', siehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt' ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe blos, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höchster, gleich! sie stillet unsre Herzen, versüßet unsre Schmerz zen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd' den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Trost und Theil. buro siem ni w Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 4. Doch mach' von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Uch lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt' ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben seyn. 1 unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld dich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weis heit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn, wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bift, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weiben, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüt tern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunst bemüh'n. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Ge wissen vor dir zu haben sorgfam sey; und mache von den Hindernissen der Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott 2c. wahren Tugend selbst mich frei. Nie store Furcht und Lust der Welt mich, dich decken, die dem Verbrecher Muth vers leih'n, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk' nur, vor seinem Ungesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren, sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Last dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren Mel. Gott werde ftets von dir erhoben. 72. wird dich stärken, daß du die Welt 371. Millst du der Weisheit verachten lernft. Wer Gott, dem 1 selbst beim Spott der Welt. ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 7. Sich stets vor dem Ullmächt'gen scheuen, giebt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thorichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich han deln. Du hasfest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel seyn. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Cast: nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet haft. Wer 203 Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. Der 11. Pfalm. Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. 372. Roll Glauben will ich oll Glauben will ich zu dir beten, o Gott, vor deinem Ungesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb' ich, Gott, vor Menschen nicht! 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in feinen Willen. 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Nege stellen, so will ich doch nicht zaghaft seyn. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! laß sie mich zu der Weisheit führen: so werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der sich stets kindlich scheut; dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall ges bracht! so werd' ich dennoch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit ſeiner Macht! 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedrånget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerech ten, befreist ihn gern von jeder Last; 204 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 72. hilfft, wenn sie flehen, deinen Knechten, und haffest jeden, der Mel. Gott werde stets von dir. ein Hort ist Gott, 6. Weh' dem, der den Gerechten 374. Mei ihn laß ich walten. Spottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten kann! Ich hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit; und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dráut! 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoff nung ist? Herr, das ist meines Hers zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Mel. Was Gott thut, das ist.- 267. 373. Auf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag i ohne dich. meinen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen! 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nugen würde, bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wåre? 3. Du, Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du sorgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschebe. 4. Sst nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst Mel. Was Gott thut, das ist. das widrige Geschick, bei beffen Last 375. Dersicht, mein einz ger hebt wir klagen? Die größte Noth boch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. Troft im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Shm g'nügt des Vaters Wille. 5. Un dem, was wahrhaft glücklich macht, laff'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden? Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. - 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn; ihm bricht sein Vaterberg. 4. Die Lieb' ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhab'ner Trost, der nimmer trügt, und jeden 3weifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille, wie bald verstreicht die Prüfungszeit, dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zuges faget hat! 1 267. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vers, trau'n? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schau'n, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müsſen: d läsſ'st ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des From no und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz, 1 hab' ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst du, Herr, zu zernichten.bo ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! an die hab' ich durch ungeduld vielfältig mich versündigt. 4. Drum hoff, o Seele, hoff' auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet; wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Berflucht sind, die zu Menschen fliehn; verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb: er, er erwarb, auf feinem Todeshúgel, dir deines Glaubens Siegel. in de 10 6. Sey unbewegt, wenn um dich her sich ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenteer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Ihránen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quále. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Ullmächtiger, verlassen, und im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. - 54. 377. M Soft allein, als Mel. O Wunder- Gott, der alles. ein Geist nun in 376. in seinem Schuße, ruhig seyn. Ich stehe Mel. Nus tiefer Noth schrei' ich. 119, u hast, mein Vater und dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich kränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Bort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh'. Was mich bekümmert lenke du zu meinem ew'gen Besten. 4. Erbarmender! vergieb es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertrau'n zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh' ich auch gleich nicht immere fort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer machtig ich an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sey mein Trost, dies fey mein Licht, wenn mich die Sorgen krånken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich glaubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir auf's Reichlichste ersegen; wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergögen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. Ostärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Pfalm. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So $ 1913/ 0 - dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Unfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beut'st du, roher Hauf, Verláumdung, Lift und Boss heit auf, um einen Mann zu übermögen?' ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr keine Tücke nicht. Ihr Von dem Vertrauen auf Gott, 206 3weiter Theil. fegnet mich in's Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser ſeyn, und meine Er ist der eine, der mich stüßt, und wider alle Feinde schüßt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer glaubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schuß vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Berlaffet euch auf Frevel nicht, und send auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort; das hör' ich, deucht mich immerfort: er sey der Herr im höchften Throne, der Richter, dessen Macht und Treu' der Unschuld Hülf und Rath verleih', und jedem nach Verdienste lohne. minte den dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf the leichten 4, Laß mich fest im Glauben wer den, daß dein Wort wahrhaftig fey: o, so werd' ich hier auf Erden von fo mancher Unruh frei. Dann werd' ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 100 no 5 5. Bater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, fein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ew'ges Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim seyn; wirst du doch von den Beschwers den dieser Zeit mich einst befrein. D, erwünschte sel'ge Stunden! ewig aller Roth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mit dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. 378. Treue unsre Hoffnung Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. ott der Wahrheit! dessen stüßt und hält, ich erkenn' es voller Mel: Wie groß ist des Almächt'gen.-33. und Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379 er ew'ge Gott von D Vater allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell', der Weltberather, den unser Glaub' als Schöpfer preis't, der diese Welt aus seinen Schäßen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach feinen weisen Sägen, Zeit, Maas, Ge wicht und Ordnung hält: mein noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. wie oft vergeh' ich mich, angstlich zweifelnd, wider dich. 2. Der hat sein Herz zu mir genei get in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht auf Gottes Tyron, um dessen Willen will er heißen mein Vater und mein Bundesgott, auch 2. Gott, vergieb mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuſchet, die das Herz auf's Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 3. Laß mich Gram und Gorgen meiden, weil du für mich sorgft und wachst, und bei allem Druck der Lei und der Ergebung väterlich sich mir erweisen in aller Leibs- und Seelennoth. bor 3. Sollt' ich nun nicht dem Vater trauen? follt ich nicht, wann mich Ungluck trifft, voll Zuversicht auf's Ende schauen, da seine Bucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sey ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hof fen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. idazed Idol Sagang misd Mel. Wer nur den lieben Gott.97.9 in seinen Willen. 207 ist: die Zukunft åndert oft sehr viel, und seget jeglichem sein Ziel. 4. D wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ew'gen Baters Schoos! ach laß mich dich allein erwählen, reiß von allem andern los: laß mich mit starken Liebesſeilen zu dir 381. Wohl dem Menschen, stets angezogen seyn; so stellt dein Kind sich chn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater ein. der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergeb'nen ThSchmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. dnu 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so emport die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrig's dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 380. Gott låst walten, We Der nur den lieben und hoffet auf ihn allzeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit: wer Gott dem Allerböchften traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Web und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 6. Was sind vor Gott der Men= schen Sachen? fein starker Urm ver: mag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn bald stürzen kann! 7, Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau' ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu: denn wer nur seine Zuversicht auf Gott segt, den verläßt er nicht. ( 3001 oled the 8. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad' und heil' ger Wille und sein Alwissenheit es fügt: Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt: der für alles Gorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 4. Er kennt die wahren Freuden stunden, weiß, wenn ein Glück uns nüglich sey; und wenn er uns bewahrt erfunden, aufrichtig, ohne 5. Ist dir mancher überlegen, der es Heuchelei; so kommt Gott, eh' wir's nicht verdienet hat; glaube, Gottes uns verfehn, und läsfest uns viel Gut's dunkler Pfad ist gar weit von unsern geschehn. Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshige, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schcoße ihre Bosheit, die dich kränkt, ist mit 6. Hast du Angst vor bösen Leuten; fige, der reich und groß und mächtig Gottes Macht umschränkt: will dich Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 208 Noth und Tod bestreiten; waffnet Erd' und Hölle sich wider dich; 1949) dan 1 7. Wisse: wen die Allmacht schüget, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm' und Keilen bliget; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. di 8. Führ' dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden: schweige gern zu allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt pergnügt. Der 138. Pfalm. Salin Mel. Die Himmel rufen, jeder. 382. Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich bált, so preif' ich deine Güt' und Treu' und wie dein Name herrlich sey! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleih'n! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam seyn! und allenthalben mach' ihr Mund die Größe deiner Ehre kund. 42. Ich danke dir von ganzem 4 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet auf's Niedrige, und hält's in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd' ich doch durch ihn erquickt. 4. Es mag der 3orn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Urm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für; vollende nur dein Werk in mir! Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. 383. Chrift, alles was dich fránket, befiehl ge troft dem Herrn. Er, der die Himmel - lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. 2. Sind's Sünden, die dich schmer zen? ja, fühle deine Schuld, doch trau' mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe fübret die Reu', die Gott gefällt. Ullein den Tod gebieret die Traurig keit der Welt, bin e thell 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wet oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, wird's besser wissen, dein Schöpfer, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf dessen Segen, dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen, hochheilig, weis und ihrem Heil ersah, kann kein Gr schaffner hindern. Wenn er gebeut, steht's da. sonst emport sie sich, wenn er bid 5. Es mag die Hölle wüthen! ume will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken ges horchen Erd' und Meer. Laß deinen Schild ist er. Muth nicht sinken, dein Schirm und Mor 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sen stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der From: men, hoff' unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sey stark in seiner Kraft. Sey auch zur Zeit der Leiden ein Chrift und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wet kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sen froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirft du überführet, daß er der beste wat. Du benkst wohl unterdeſſen: der Herr erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergesſen! doch höre, was er spricht: Hound der Ergebung in seinen Willen. 9. Sft auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk' an dies Wort und weine die Freudenthran', o Chrift! und konnt' sie ihn vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen, der Herr ist's, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiss, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreu'n. 3u deinem größern Heile verzieht er; barre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron'; auf kurze Prüfungstage und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgefang, do this - 72. den, das ist alles gut: treib' aus deis nem Herzen Ungeduld und Schmerzen; fasse frischen Muth! ist die Noth dein täglich Brot; mußt du weinen mehr Mel. Gott werde stets von dir. 384. Herr, mache meine Seele als lachen; Gott wird's doch wohl bei allem, was mich kränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles andern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauh'sten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trubsal bringt dem ew'gen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich seyn, sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. - 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prüfungen be stimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nugt, verborgen. Wer hat's je ganz genau erkannt. Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Bohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 209 noch mit der Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedens heit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ew'ge Nugen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klas gen, voll von dem Dank und Lobe seyn; der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Derz in dieser Ueberzeugung feste: so ehr ich auch im größten Schmerz dich Mel. Jesu, meine Freude. 89. 385. Scele, fen zufrieden! was dir Gott 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben; sey drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für; drohen der Verfolger Rachen; Gott wird's doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe; fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Uugenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wird's doch wohl machen. 4. Ungeduld und Gråmen kann von uns nichts nehmen; macht nur gråsern Schmerz: wer sich widersehet, wird nur mehr verleget; drum Ge= duld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen; Gott wird's doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn: mag bei Ungewittern Erd' und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn; der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen: Gott wird's doch wohl machen. 14 210 Zweiter Theil.-Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt: fröhlich ausgehalten, und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! fúr, alles Unglück zu verlachen: Gott wird's doch wohl machen. 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kin der! die ihm trau'n, bewahret Gott, schrecklich råcht er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Reis nem, der ihn liebt, wird's fehlen, darum stårket eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Der 31. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 386. Hver Erde weiß ich keiz 387. Debens Kraft. Soll mit err! trau' auf Aus dem 27. Pfalm. Mel. Aus tiefer Noth schrei? ich.-119. er meines Le nen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sey mir, wenn das Unglück draut, Fels und Burg und Sicherheit. vor Unglück grauen? Er ist's, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schüßt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Trog, nichts schreckt mich mehr, hab' ich ihn nur zum Freunde. - 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste fichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß' der Feinde Net entzwei! steh' mir, meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Vaterhand übergeb' ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing' ich und entzückt jauchz ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich giebst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sey deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwieſen hat! angstvoll nannt' ich mich verstoßen, und dein Auge mir verschlossen; doch, als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. 2. Empore dich, ohnmächt'ge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heil'gen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöh'n zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Hol' und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg dein Untlig nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sey mein Theil, und bess're, die mich haffen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergieb mich nicht, die mich voll Frevel schmähen: so werd' ich einst dein Ungesicht im Land des Lebens sehen. Sey froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Urm des Schwachen. 388. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. Gott, s hilft uns unser en er höret Fleben; wir dürfen stets getroft zu seinem Throne gehen; wenn wir in Demuth ihm nur und der Ergebung in seinen Willen. mer klagen unsre Noth; so werden wir| erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Sa, alles, was uns fehlt, und unser fehnlich's Flehn, das hat der Hochste schon von Ewigkeit gesehn. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet; und auf das Weisefte zu aller Seit regieret; ſein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich seyn. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besiget, dem nichts unmöglich ist; wohl uns, daß er uns schüget! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei; getrcft und unverzagt! die Almacht steht uns bei. Mel. Erhab'ner Gott, was reicht.- 16. 5. Es hilft uns unser Gott, den 390. Serr, mein Gott, durch den ich bin unser Jammer krånket; der sein erbarmend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist; und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren.-301. as hilft's, daß ich mich mich ein Leid? Entreiß' dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl: er wird's auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag' ich denn noch einen Augenblick? Du bist 389. mein bein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. mit 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Tag und Nacht Furcht und Sorgen sinnen, wie dir's noch gehen mag. Bei Gott besteht's allein: laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dir's wird nüglich seyn. 211 nung blickt? ein Herz, das ihm vertrauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zulegt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedachten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Sieht's gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh' lassen: er reißt sie endlich d'raus. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Ungst und Klagen in den Gedanten liegt, das wirf in seinen Schooß: vertrau' auf seine Güte, und mach' dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besſer, als man denkt. Wer weiß, wie nab' der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die poff6. So fall' ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was mei nem Stand und Leben wird gut und selig seyn. und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heil'gen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude seyn! 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nah'n; gieb mir zufried'ne Tage. Allein vermehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld; so zag' ich nicht. Du giebst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein kindlich Fleh'n, mir dennoch bald und mächtig Hülf erseh'n. 14* Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 212 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie kann der Tod mir alsdann schrecklich seyn? Mel. Wunder- Gott, der alles.- 54. 391. Mas grámst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! beficht dich Gott! der wird's wohl fügen: er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nur geschieht, ist sein Geheiß: wer kann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, kein Hobes, Tiefes, keine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn: auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ebret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub' und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Nechten sterben; so wird ihr gifterfüllter Hauch mich dennoch nicht verderben. Ich seh' nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu, wenn alle Teufel toben; so bin ich in ges trofter Ruh', o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen; und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. zu meinen beiden Seiten, daß sie mich 6. Du ordnest deiner Engel Wacht sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sey, wohin ich mich nur wende. 7. Auch Löwen tret' ich unter mich Nattern krummen sich und können mir auf meinen sichern Pfaden; zertret'ne nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt' er mich furchtsam machen? nein, ich tret' ihn in den Staub, tret' auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh, dein kräftig's Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh', und hilft 392. We er unter Gottes Schat- mir triumphiren; und wirst mir, bin ten ruht, den mag kein Feind bezwingen. Er kann, bei seiner Allmacht Hut, mit frohem Der 91. Pfalm. Mel. Als Jesus jegund sterben wollt'.- 222, ich einstens satt des Lebens und der Ehren, wie mir dein Wort verheißen hat, die Geligkeit bescheren. Muthe singen: o Herr, durch den ich immerfort vollkommen überwinde, da bist mein Heiland und mein Hort, auf welchen ich mich gründe. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke; und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trok mit deinem Wort den stärksten Feindesschaaren: denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuvers sicht das Graun der Nacht besiegen. mir droh'n die Pfeil' und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 6. Nun denn! ist dir der Weg be wußt, so hab' am Herren deine Cust: du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sen gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Vorschmack, jenes Freudenleben. und der Ergebung Aus dem 146. Psalm. in seinen Willen.be 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thránen, und 393. Auf, mein Geift, dem sich nach Hülfe sehnen, ſo flag' ich bir's, Mel. Gott des Himmels und der Erden.-32. Herrn zu singen, uns alles Gutes giebt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du segneft gern. 2. Menschen, ruft die Menschenfinder nicht um Hülf und Beistand an! trost nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Usch' und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. Oso lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod so bald zerbricht: Gott allein kann euch beschüßen; er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und ſein våterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Ungesicht; er verläßt die Seinen nicht. 2. Was nugt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Rummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leib und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläss'st die Deinen nicht. 7. Der du mir hier im Leben schon größ'res Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 4. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, besicht dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf ich auf dich, den nie so, wie sie es meinen; nein, nur 8. Du führest, Herr, die Deinen nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach überstand' nen Mel. Nun ruhen cle Wälder. 48. 394. Was soll ich angstlich leiden, den Dank, der deiner Huld klagen, und der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 9. Wenn ich hier Ziefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlös'ten, gewiß dereinst zu Ehren an. 56, Mel. Von Gott will ich nicht lassen. on Gott will ich nicht 395. Vlaffen, mein Gott kam mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn, am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. Er hilft aus aller Noth; in Ketten und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod. - 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen: er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will ich in meinem Leben mich ganz zum Schutz ergeben: er thu', was ihm gefällt. Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 214 4. Und ihm kann nichts gefallen, als was mir núßlich ist, gut meint er's mit uns allen. Und du, Herr Jesu Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut: daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, versaget uns kein Gut. - 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren, er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7, So schweig' ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! nie fehlet mir mein täglich Brot. Ist's gleich nicht viel, doch danke ich; er jegnet es, und sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Trost erschei nen, wenn mancher Anschlag und zers rinnt. Geht es den Meinen kümmer: lich, und mir auch selbst: Gott sorgt. für mich. 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter: da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo segt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 396. Gott forgt für mich, was Geist zu sich in seine Ruh': Gott sorgt für mich. will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut', er sorgt für morgen; so, daß ich täglich Spuren find', wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schüßt. Gott sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd' ich in meinen Hånden schauen, so bald er nur sein Machtwert ſpricht. Drum bin ich und ewiglich gar wohl versorgt. Gott ſorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel' und Leibe. Sein Wort ist's, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Seiten; auch in der größten Hungersnoth kann er mir einen Tisch bereiten, - 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auf erlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. fo 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh', und wenn ich ausgeschlafen habe, führt er mich dem Himmel zu; und Leib' und Seel' verein'gen sich; und singen froh: Gott sorgt für mich. Aus dem 77. Pfalm. Mel. Heil'ger Geist, du Himmelslehrer.- 201. 397. Meine Stimme ein Re wo Rete ter wohnt; ich flehe in der Ungstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Fleh'n empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geift, fühllos Troft zu fassen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst mein Leben, schreckte mich! meiner Seele Selbstgespräche stürzten fie in und der Ergebung in seinen Willen. 215 Sebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu' Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sah'n dich, Gott, die Wasser; angstlich sah'n die Wasser dich, und die Tief entsegte sich. Dicke, volle Wolken gossen Fluthen, und die Don= ner schoffen deine Flammenpfeil' umher, und dein Himmel zurnte sehr! 8. Um und um aus deinem Size brüllten Donner, strahlten Blige furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Dons ner Stimme tief der Erde Innerm kund; und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; groß're Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß sie wachten ohne Ruh'! 3. Ich war ohne Maas zerschlagen; mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt' ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte feine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern fann ich nach nächtlich, forschte, dacht' und ſprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? bort denn der wohlthat'ge Lauf seiner Gute gånzlich auf? ist, was er vers sprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt; daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wird's entscheiden! schau', mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, deine ward deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der fie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah - und du führtest durch die Hand Mosis, Arons, deiner Knechte, dein Volk, einer Heerde Israels Geschlechte, Schafe gleich, bin in dein verheiss nes Reich. vid Bus Gebet. Idag are mon hy hond be 29) Vom Mel. Gott werde stets von dir. 72. 4. Sein Heil von dir, o Gott, 398, ein eil, mein Geift, begehren, ist wahrlich keine ſchwere nicht zu verscherzen, fey wach und nüchtern zum Gebet. Ein kindlich Fleh'n aus reinem Herzen bat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. Pflicht. Des Herzens Wünsche dir ers flåren, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertrau'n, daß du uns liebst und uns gern, was uns nuget, giebst. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Fleh'n. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh' noch unser Herz dir's flagt. ront Namen, 3. Doch sprichst du! bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Freund zu ſeyn, und stoßt das anges bot'ne Glück muthwillig selbst von sich zurück. 53 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unfre Seelenrub' nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Umen. Wer glaubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jesu oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sey mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten hast. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 399, omm betend oft und mit vor Gottes Ungesicht! nie müsse Trágs - 216 Zweiter Theil. Vom Gebet. Ther heit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das aus fel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. 12 16 Fleiß. 2. Bet' oft, doch mit aufricht'ger Seelen. Gott sieht auf's Herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und feinen Sohn rührt ihn nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu', die er Gott schwür, vergißt, der spottet seiner nur. 19 - 10. Bet' oft, so wirst du Glauben hatten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht er kalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 110 mmo 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sigt, durch seine Fürsprach unterstüßt. optat hoc dajor stobs)€ 59710 Mel. Nun habe Dank für deine Liebe. 234. 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er bein 400. Bon bir kommt jede gute Bater, ist. Bet oft zu Gott, und, fühl im Leiden, wie göttlich er dein Leid versüßt. Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er giebt den Müden Trost und Kraft. Gabe! nur mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nothig habe zu meinem wah ren Woht, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 10 ustan t 5. Bet' oft und heiter im Gemüthe, schau' dich an seinen Wundern fatt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Gute, womit er dich geleitet hat. trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn' und preise seine Huld. Er 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ångsta lich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächt'ger Schuß mich nicht bedeckt.in. 6. Bet' oft, durchschau' mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh' und Heiligung fein Opfer zu. 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Ståtte; in keiner minder oder mehr. Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, Herz. so find ich eh'r bei Gott Gehör. Jft 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm nur. dein Wunsch gerecht und gut, sodir bringen, wenn mich ein wahres fey gewiß, daß Gott ihn thut. 3610-610 Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligs keit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 8. Doch fáume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie5. Du hörst es, Gott, mit Wohl eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser fel'gen Pflicht. 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch gefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwa ches tallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und höreft den, der dich, Gott, hort. 3weiter Theil. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, giebt du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strómest du beständig neuen Segen zu. dru 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nah'n. Nimm, Bater, nimm in deinem Sohne der Undacht Opfer gnädig an. Dein Mel. Nun danket alle Gott. 9. Geift regiere meinen Geist, daß er 402. Wohl auf, mein Herz! dich, betend, würdig preis't. nd wohl auf, ein Opfer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen! weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten kannst vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ist's, der dir befoh len hat, zu beten; dein Heiland ist's, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret seyn. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles 3agen. Was dir unmöglich dúnkt, kann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Bater, hilf! ich bin dein Kind; sprich: Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht: du weißt, du willst, du kannst! thu', was dein Wort verspricht. Mel. Höchst erwünschtes Seelenleben.- 320. 401. Je Refu, meiner Seelen Retter! sey bei dein' und meinem Gott mein versöhnender Bertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Ungesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschüßt, wird mir kein Gebet gelingen. Vom Gebet. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ich's betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret bat, ihm mit frohem Herzen danken. - 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt; alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beides, Seel' und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, fleh'n und beten. 3. Doch nicht g'nug ist's, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr' uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, glau big sehen. Mel. Gott, mache du mich selbst. 17, Bater, 4. Here, wenn wir jest beten wol: 403. Gott! daß mir, wie len, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, du weißt, was uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufeinem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz, vor deinem Gnadenthron, in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn: der heißt mich freudig bitten, und kindlich dir zu nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe tonne rufend, Herr, zu dir freuer mir dein Herz und Himmel offen; ich Erhörung hoffen; du seyst mein treuer Vater! se nad sd ng sid gern noch vertreten. 5. Wirk' selbst in uns das Vertrauen, daß des Baters Ohr uns hört, und, ohn' auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du haft unsre Schuld verfühnt, wie und um deinetwillen, 1 bu es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. THE 218 Zweiter Theil. 3. O angenehmer Vaternam'! jest komm' ich armer Sünder, der sonst voll Zweifel zu dir kam, getroft, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland giebest, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geift soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So fasse dich, mein blöder Geist! ich hab' in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Uch! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall' ich: Ubba, Bater! nach, er lehret mich die Worte; er heiligt die Gedanken. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad' und des Gebetes. - 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Untlig nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll' im Glau- terherz verlassen. ben alles nehmen. Mein frohes Beten stüget sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. 2. Der nehm' sich unsrer Schwachheit an, uns träftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sey nie ein frostiges Geplárr; es sey ein Flehn des Herzens. 3. 3euch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen; und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran mein Herz GeVom Gebet. fallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht blos unsre Lippen. 4. Sm Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns glaubig richten, mit Undacht beten für und für, ohn' fremdes Thun und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten die vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ges müth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Gut' laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth; so sen doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. gebricht, so lange wir hier leben. 7. Du, Bater! weißt, was uns Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein BaJefu Chrift empfangen: der Gnaden 8. Wir haben ja die Freudigkeit in stuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlan gen. Laß heil'ge Hånd' uns immer bier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd', dein Reich laß uns erfreuen; dein Will' gescheh' auch hier auf Erd'; gieb Frieden, Brot, Gedeihen; all' unsre Sünden uns verzeih'; steh' uns in der Versuchung bei; erlös' uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Chrifti willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. hidrat( un ade Mel. Ach Gott vom Himmel. 215. 405. Mit Seufzen klag' ich gern wollt' ich eifrig beten, und, drückt mich meiner Sünden Noth, voll Glaumein Gott! Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 219 ben zu bfr treten: gern bråcht' ich, lieber| Herzen, das dich so oft beleidigt hat; Bater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer bleibt es am Eiteln kleben. Tråg' ist oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Undacht mühsam zwingen. - 3. Umsonst faff ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie zu meiner Krankung, mir viel Eitles in's Gemüthe. bi- qmd 4. Dies, Herr mein Gott, dies krånkt mich sehr, und ich denk' oft mit Schmerzen, als wär' dein guter Geist nicht mehr in meinem trågen| empor zu schwingen. 5. Uch, leider! Bater, hab' ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt gelehret. Doch schone, handle nicht mit mic, wehmüthig fleh' ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 30) Gebetlieder. 2. Dein Name müss uns heilig seyn; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr, was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein auf's Himmlische gerichtet seyn. Gieb du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Undacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und sege meine Seel' in Ruh', sich frei a. Allgemeine Das Gebet des Herrn. Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. metreich; wir ſtehen Vater! groß im Him406. jest vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron: laut singet vor dir unser Mund; hilf, daß es geh von Herzensgrund. 3. Dein Reich erschein' in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh' uns mit deinem Geiste bei, mach' uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch' in deine Hut. 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach uns, o Gott, in Freud' und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Gebetlieder. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot; du kennst am besten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Dürr' und theure Seit. Laß bei uns Heil und Frieden blüh'n, und laß uns Geiz und Sorgen flieh'n. 6. Vergieb uns gnädig unsre Schuld; und trage, Herr, mit uns Geduld, durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern; und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sey, Herr, unser Schild, und steh' uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand: laß uns gulegt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn.. 8. Mach' uns von allem Uebel los. Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verleih' uns einen sel'gen Zod. Herr, ende glücklich unsern Lauf; nimm uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum: erhör' uns, Herr; es ist dein Ruhm: im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! - Allgemeine Gebetlieder. 10. So sey es: Umen! Herr, erhor'! Stárk' unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing' das Umen unser Mund, und es erschall' aus Herzensgrund. Der 86. Pfalm. Mel, Heil'ger Geist, du Himmelslehrer.- 201. 407. He err, erhôre meine Kla6. Stolze haben mich umgeben unb Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Ungesicht! aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stárk ihn, sey ihm gnädig, Gott, hilf ihm machtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgiebst! meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach, mir leuch't ein Strahl des Lichts deines Vaterange: fichts. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. ott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du kronst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizu stehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flebn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schåge dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Sch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Ungesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barms herzigkeit vor dir im Tode finden. gen! schaue her auf 408. 2.3u bir ruf ich alle Tage: Herr, fey gnådig meiner Klage! schenke neue Freude mir; denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr'. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, 409. daß ich richtig wandeln möge; laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig Teyn! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm' ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. 13. dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff' du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud' und Mel. Der Spötter Strom reißt.- Ich komme Zweiter Theil. Schmerz voll Dank und Demuth sich ergiebt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sen mein Beschüßer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? Allgemeine Gebetlieder. 221 mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab' ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh'. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glaus ben; laß meine Liebe brünstig seyn. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schránke die Versuchung ein, und stärke mich mit heil'gem Muth; so sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets beflissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl' ich, Gott, so ftrafe mich zu meiner Besf'rung väterlich. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie núg' und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plas gen vor dir still und demüthig ist ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nügt. Un deiner Huld laß ich mir g'nügen, die Schwache machtig unterstüßt. 3us frieden, Vater, folg' ich dir, befest'ge diesen Sinn in mir. 12. Bestimmst du mir ein lång'res Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib', Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden långer leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nah'n: so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag, an, und sey durch Christum, deinen so sey mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. - 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und stark ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey. 7. Bekämpf' ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenfchaft; so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich måßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 410, er fann, Gott, je was W Gutes haben, das nicht von dir den Urſprung hat; du bist der Geber aller Gaben, und imMel. D Gott, du frommer Gott. <-8. 411. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! gesunden Leib gieb mir, und daß in 222 Zweiter Theil. solchem Leib' ein' unverlegte Seel' und rein Gewissen bleib'. -- Allgemeine Gebetlieder. Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Ulles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu'! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet: gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß: so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn' Verdruß. 4. Stårke mich mit deiner Güte, Heiland! ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Macht; laß dieselbe bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß 4. Find't sich Gefährlichkeit: so laßgehn, wenn ich reise, schlafe, wache, mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen: gieb, daß ich meinen Feind mit Sanft muth überwind', und zur Versöhnlichkeit bereit sey, als dein Kind. und in jeder guten Sache. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es chriftlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück; so gieb auch dies dabei: daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sey. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Laft hindurch in's Ulter dringen: so gieb Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklárt in's Leben ruft. - 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie tág: lich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preis't: es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleib' mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunft zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich leh ren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sey; böre mich und steh' mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Plas gen, meines Amtes Bürd' und Last und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Ge: fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid; laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. 412. Liebster Jesu! Gnaden= sonne, meines Her zens Zuversicht; meine Freude, meine Wonne! ich komm' vor dein Ungesicht; ob ich schon ein Sünder bin, werf' ich doch den Muth nicht hin, weil ich auch als Usch und Erde nicht von dir verstoßen werde. 8. Dir befehl' ich meine Sachen! dir sey alles heimgestellt; Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und Noth herein, scheinet es gar aus zu seyn; laß mich ruh'n in deinem Millen, und damit den Kummer stillen. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Gut's gethan. Wollte 9. Muß ich auch Verspottung hóren, werd' ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh' nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du wilt, Gott ist mir doch Sonn' und Schild, wider den will ich nicht sprechen, ich von Jugend auf, durch den ganzen| noch mich an den Feinden rächen. Allgemeine Gebetlieder. 223 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gefegt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken bligest, schrei ich im Staub; hör' von dem Thron, wo du, Weltherrscher, sigest. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Ungesicht in fromme Seelen senket. Wo kommt wir wahre Zweiter Theil. 10. Soll ich hier noch långer leben, nehm' ich's gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach' mich dir getreu, gieb gefunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. 11. Soll ich bald von hinnen schei- Weisheit her, wenn sie mir Gott den, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Rubt im Grabe, múden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. nicht schenket? 8. Erleuchte mich von deiner Höh'; gieb Weisheit, daß ich nie besteh' auf meinen eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein mein Gott, das beste Theil, 413. weiß es, Gott; sey auch mein Theil auf Erden. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir: ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinen Knecht den größten Abscheu hegen. mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn; von dir tommt Heil und Se- gen, ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch beme- gen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß er thut, was er ausge= dacht, und seues Gangs sich freuet. Der Ullmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu Gut ihm wählet. 4. Go fängt auch Mann sein Werk mit vieler Klugheit 11. Ein Werk von dir begleite Glück; ist's nicht von dir, geh' es zurück, und andre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschloſsen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmög= lich däucht. Die Werke deiner Hände nem guten Ende. gelangen allzeit, weiser Gott! zu eis 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht' ich treten; oft ein weifer doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünst'ger beten. an, und bringt's doch nicht zu Stande. 15. Wer betet, wirkt, und Gott Er meint, er bau' ein festes Haus, vertraut, wird, wenn ihm schon zuweiund bauet auf dem Sande. len graut, zu seinem Zwecke kommen. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn Er spricht: wer wälzt den Stein uns schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hålt ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet.no 0020 weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen ange= füllt, nichts, was die Sinnen rühret. 224 Zweiter Theil. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. - Besondere Gebetlieder. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft: bald fehlt mir Licht, bald fehlt mit Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt' ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dir's nicht, du stärkst die můde Seele. Gieb, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe; bis ich Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 414. Bon ganzer Seele preif einst dir dort für und für Lob, Preis ich dich, und Ehre singe. du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 415. B 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh'? Wer giebt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dir's gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sey auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch führ' ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Uch, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie giebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auslegst, so laß mich dir vertrauen. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte.-33. 416. u bist ja, Jesu! meine Freude! warum ist denn mein Geist betrübt? kann denn die Freud' auch bei dem Leide seyn in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, sie keine 3ung' aussprechen kann. 2. Weil aber noch nicht ganz ge= dämpfet in mir mein böses Fleisch erleih' uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, HE denn du unser Gott alleine. 2. Gieb Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchs tig mögen ein ruhig's Leben führ'n. Amen. Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist dar wider kämpfet, wird oft dadurch ge Frånkt der Muth: drum leg' ich mich vor dir mit Flehen, ach stärke mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög' überwinden weit. 3. Du hast, o Held! ja überwunden, gieb mir auch Ueberwindungskraft, und laß mich in den Kam pfesstunden, erfahren, was dein Leiz den schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Holl' und Tod nun unter deinen Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieder. Füßen liegen, so mach' sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin; so gieb, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß. mich nicht andre Helfer suchen. Besige du mein Herz allein. Laß falsche Lüste mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben seyn. 6. Gieb', daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gieb, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer nåher zu dir dringe: da wird die Freude ewig seyn. Mel. Ach, mein Jesu, fieb', ich: 6. 417. taal und Angſt muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sey; denn der Kindschaft Pflicht und Treu' brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. Uch! 2. Uch! der Bund ist übertreten, mchen Gott mit mir gemacht. ich hab' ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, Zweifel auch sey? fällt mir oft Gottes via 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 225 mein Herz nun also ruhn: bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater seyn? 4. Stürmen auf mich Trúbsals= winde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, war' er nicht so hart gesinnt. 5. Darum fleh' ich: hilf mir Urs men, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Urmen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Bater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Chron. Ich will mich auf Christum gründen: darum schenke mir die Schuld, und ertrag' mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau', ich kehr' zu meiner Pflicht: Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir auf's neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst: blicke du nun nach deiner Batertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus g'nug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Ungst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben: Herr, dir leist' ich Treu' und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! mel. Entbinde mich, mein Gott: c. 418. B efreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du siehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach' des 15 226 Zweiter Theil. - Besondere Gebetlieder. außer dir ist Eitelkeit und Pein. O, möcht' ich ungestört mit dir vereinigt seyn. Bersuchers List, durch deine Kraft zu C Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit' ich, schau' herab, von deinem Gnadenthron! gieb mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Günde leicht entzündet, war ich: Dank sey dir, Gott! du hast mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf' und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 3. Uch! ich sollt' himmelwärts, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du låff'ft, die auf dich fehn, stets neue Stärke kriegen: du giebst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt ent= wöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zur dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. 4. O, dieser Leib des Tod's beschwert die arme Seele; der Sinnen Zauberkraft entrückt dem Geist sein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu', was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu'. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, es sey dir geklaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, was oft noch in die Welt verstohine Blicke waget, und damit seine Ruh' und deine Liebe stort. Doch alles, 6. Der Umgang mit der Welt raubt meinem Blick den Himmel. Des Bei spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. SIch meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedrång', merk' ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsag thut. 7. Ich trau' auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schrecken bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geift nicht frei. Ich seh' den stärksten Troft, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, in's unbe wachte Herz von neuem wieder ein, und störet meine Ruh' durch seine niedern Triebe: mich bringet Jesu Lieb', und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kommst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie würd ich denn zu Schanden im Streit und der Welt? die Fesſel, die mein mit Fleisch und Blut, mit Satan Herz mit Freuden trägt und küßt, reicht deine Liebe mir, die unaussprechlich ist. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in dieser Ban den bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebes: feilen binden! ich folge dir mit Luft auf der bestimmten Bahn. Befreie du mich nur von mir und von der Welt, damit mein edler Geist sein Freiheitsrecht behált! may Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Pfalm. Im Kriege. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. Die gnädig warst du, Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 419. Wie Gott, vor Alters deinem Lande! wie halfft du ihm! 420.& zieht, o Gott! ein wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volks mit våterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. Kriegeswetter jegt über unser Haupt einher. Bist du, Herr! hier nicht unser Retter, fo ist's für unser Land zu schwer. Sieh! wie die Fürsten sich entzwei'n, und sich zu unterdrücken dráu'n. 1 Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. 2. Dein strenger 3orn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen; die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glüh'n? und willst du deine Huld auf ewig uns entzieh'n? 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Untlig sehn; sey gnädig, hilf uns aus; hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch, ich hör' uns schon Gott des Trostes trösten! Heil giebt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unfre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht sein Heil sich feinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu' umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried' umfahn und küssen sich! den 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Luft von ihrem Himmel nieder; und fegnet Gottes Volk, das feinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 8. Der Herr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine bulb geht her vor seinem Angesichte, 2. O laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schau'n; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe bau'n, die ohne dich uns gar nichts nüßt, die nur durch dich uns kräftig schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Send bose, Völker, rüstet euch! sey du für uns, so feblt der Streich. 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschüßer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget woher die Hülfe kommen soll! je mehrGefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll; je größer mache mein Vertrau'n, o Gott, auf dich allein zu schau'n. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Macht? Der Roff' und Wagen stark Gedränge ist's nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kommt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Urme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertrau'n: erbarme dich über uns zur schweren Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergehn: so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15* 228 Zweiter Theil. 8. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut: wohlan, so schweig' ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Baterschläge sind. - Besondere Gebetlieder. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unsre Klagen. Verleih' uns wieder Fried' und Ruh', und wehre allen Plagen. Erbarm', o Herr, erbarme dich, und rett' uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. O Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbáche lenken. Uch, laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Lånder Ruh' und Wohlfahrt ernstlich denken. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was vor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ist's doch gut. 7. D Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wolleft uns erhören! gieb, daß wir uns mit wahrer Buß' in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 8. Breit' wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschüß' und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu' zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. Mel. Uch Gott, vom Himmel. 215. 9. Dies alles, Bater, werde wahr: du wollest es erfüllen. Erhör' und bilf uns immerdar um Jesu Chrifti A o iſt allezeit, 421. Gott! wir treten traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett' uns durch deine Güte. Schau', wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben drauet. von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! 2. Gedenke, Bater, jest nicht mehr, daß wir's verdienet haben. Gedenke ver- 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt seyn. 11. 3ulegt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zulegt errettet deine Hand, barmherz: ger Gott! das Vaterland. nicht, daß wir so sehr die uns lieh'nen Gaben geschåndet, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und Lift das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Born entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih' uns folche Missethat um Jesu Chrifti willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn nur stillen. Das Lamm, das unsre Günde trågt, die du ihm selbst hast aufgelegt, hat sie ja, Gott, versöhnet. In Theuerung. 422. Mel. Von Gott will ich nicht lassen.- 56. reicher Gott der Urmen, du Schöpfer aller Welt; du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Herr, unsre großen Sünden verz dienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort ges droht: Ein fruchtbar Erdreich ſoll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Uch, unser Maas ist voll. 3. Uch, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart: doch wollst du uns vergeben nach treuer Vater: art. Die Sünde trägt zwar Frucht; Zweiter Theil. doch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergieb aus Gnaden dem, der dein Untlig sucht. 4. Ertrag' uns mit Erbarmen: wir tragen herzlich Reu". Erhöre doch uns Urmen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu' deine milden Hände, den Schaß der UUmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen: drum auf! und schaff' uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sey. Sey jest auch, Gott! Berather, und hör' das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Sa, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersege, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicte feine Saaten mit deiner Gnadenhand: ja segne, was man pflügt, und tránk's mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 1 Besondere Gebetlieder. 229 4. 3war könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Seuch' und Pest verheeren, und ganz und gar uns sünd'ge Schaar in deinem Zorn verzehren. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet: wir haben dich oft freventlich mit uebelthun betrübet. 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach' fröhlich, was da lebt! In Seuchen.lue the Mel. In dich hab' ich gehoffet. 413 - 423. 2 Gott, du unſer Lebenslicht, Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Urmen! wir bitten dich ie müthiglich, erzeig' uns doch Erbarmen. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fånget an zu wüthen; drum flehen wir und schrei'n zu dir, du wollest uns behüten. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm'. Uch, straf uns nicht in dei= nem Grimm mit dieser bösen Seuche. Hilf uns, o Gott, wend' ab die Neth, daß sie uns nicht erreiche. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Zebaoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jest Gnade finden. 7. Uch schenk' uns doch aus Gútigkeit die Schuld, die uns von Herzen reu't, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plöglich sterben. 8. Beschüß' uns, Herr, mit deiner Hand; schüß unsre Stadt und unser Land, samt allem, was wir haben. Vertaß uns nie; erfüll' uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Bater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. In besonders schmerzhaften Tangwierigen Krankheiten und Veras folgungen. Der 38. Pfalm. Mel. Sesu, Urzt todtkranker Seelen.- 79. 424. nicht im Grimme, und bestimme über mich kein Rachgericht! ruge meiner Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! 2. Ulles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Missethat. 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuget mich bis in den Abgrund fast. Stinkend eitern mir die Wunden. Bange Stunden machen mich mir selbst zur Last. 3weiter Theil.-Besondere Gebetlieder. 230 4. O, wie trübet meine Tage manche Plage! frumm gebückt geh' ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh' kein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten! mein umwolket Auge bricht. Auf der Reise. 215. 6.( Meine sonst geliebten Freunde flieh'n als Feinde meine Qual und 425. J Herr Chrift! will ich Mel. Ach Gott, vom Himmel. En deinem Namen, o scheuen mich. Alle meine Unverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergöget, stellen, mich zu fällen, Nege; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu kránken, auf Betrug und auf Verrath. nun weiter( zur Reise) gehen: du, der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel' befehl' ich dir, nebst Ehr' und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 8. Ich soll taub seyn und nicht bören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Låstern tragen, und nichts sagen, wenn die gift'ge 3unge sticht. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewähreft meine Bitte, Herr, mein Gott! übergieb mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. 3war verdien' ich, daß die Freude von mir scheide: ich verscherzte deine Huld. Uch, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau', groß von Gnad' und Treue, meine Rcue! ich verdamme mich vor dir. Uch, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie scham' ich mich vor mir! 12.( Uber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Zoben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang' sollen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Böses fliehe, trag' ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen; so verwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz zerbricht.) 15. Komme denn, erzeig' mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! 1 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen: auch werd' ich in der Sterblichkeit nie völlig Rub' erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter sehen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh', die rechte Hei math finde. Da sind dann Müh' und Sorgen aus; da bin ich eigentlich zu Haus! die Unruh' hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk' ich nun anjegt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit' mich allzeit auf rechter Bahn; und fang' ich etwas Gutes an, so führ' es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf be kannt; er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll, für deine Führung loben. 6. Nur bitt' ich, o mein Gott, verleih', daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sey, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gieb Rath, Verstand und rechte Beit zu meinem Thun und Lassen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelassen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer 3weiter Theil.- Besondere Gebetlieder. Huld umfassen. O, laß sie dir empfohlen seyn, und uns båld mit einander freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln gange Schaaren. Nun reist er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schuß; und wessen Lift, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? 9. Nun, Vater! dir ergeb' ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff' es, gnädiglich hier meine Wallfahrt enden. Drum laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh' dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. Bei Gewittern. 231 sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. 2. Sm heil'gen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld ange= than, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Ce= dern: schnell, wie der Strahl, zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern: dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhab'ne Hermon selber wie ein jung Eichhorn búpfen muß. 7. Gebirge stürzet sie zusammen; der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht: die Wüste zittert, welch Schrecken brauset durch 9. Erschreckt von dieser macht'gen Stimme, gebåren Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu, zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr' entweiht. Da war er König, Richter, Rächer, und das ist Gott von Ewigkeit. 12, Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft vers leih'n Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede seyn. Der 29. Psalm. Mel. Nun danket alle Gott. 9. Mel. Die Himmel rühmen Gottes.- 46. ringt her, ihr Meer 427. Höchfter, deſsen Kraft 426. Ben der Erde, bringt tråget; der Erde,' euft und Meer her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! durch einen Wink beweget, ich lobe deine Güt'; ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blig der Donner schreckend kracht. 2. Dráut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungeftum empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: 1 3. So zittert, blißt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er låffet seine Stimm' im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb', es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet våterlich, zum Nugen und zum Segen, der Wolke feuchte Frucht, den oft erbet'nen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blige Brand nicht nur die Lüfte rein, tránkt auch das dürre Land. 5. Weisheit sonder Ziel! o Ullmacht sonder gleichen! o wahrer Vaterlieb' untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 6. Denn ob darüber gleich Luft, Meer und Erd' erschüttern; so darf 232 Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieder. ein frommes Herz doch darum nicht Mel. Die Himmel rufen, jeder ehret.- 42. erzittern! schreckt dich des Schöpfers 428. des Gebrülle wird Donners Macht, so denke doch dabei, daß er zu deinem Schuß nicht minder mächtig sey. 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechti'ch bebest, und unter Blig und Knall in lauter lengsten schwebest. Sieh' deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. schwächer, und die Blige fliehn: bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Bobgesang? 8. Es wirket seine Macht ein ehrfurchtsvolles Grauen; doch auch nicht weniger ein kindliches Vertrauen. Un uns liebt unser Gott zwar Ehrerbietigkeit, doch mehr noch Buversicht, noch mehr Gelaffenheit. 2. Die frohe Heerde blockt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt und singt nur von dem Herrn verstand'ne Lieder. Ihr munterer Gesang durchdringt der ungemess nen Lüfte Kreis, dem Gegensgott zum Ruhm und Preis. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen; so suche christlich start, den Unmuth zu bezwingen. Ohn' ibn fann nichts geschehen, und was durch ihn geschicht, ist alles núg' und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil, aber dieses nicht in unsern Hånden stehet, und man sich blos, o Herr, durch dich zu dir erhöhet; fo fleb' ich inniglich: gieb mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 11. Go oft wir bligen sehen, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Bebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blig her: vorgebracht; so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen seyn. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gieb, daß der grause Sturm, gieb, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr'. 14. Uch, laß in der Gefahr, bei Donner, Blig und Stürmen, uns deine Lieb' und Macht, o Bater, doch beschirmen! vor allem aber gieb, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schuß als Nug', dir dankbar sey! 3. O Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestátisch hören ließ, der selbst des Bliges Strahlen lenkt, und auch im 3orn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Gute in Blig und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt. sich ein großer Schauplaß dar von ungezählter Gegensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhigter Dünfte Glü hen sowohl die Menschen als das Bich den Odem matt und feuchend ziehen; wie froh, wie munter werden sie, wenn in die angstlich schwüle Luft der Donner kühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, getränket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erhalters Ehr'. 7. Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blik; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns núß'. Dir sey mein Herz ein Dankaltar; dir bring' ich Lob zum Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blit uns zu zerschmettern; des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sey treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! Zweiter Theil. Fürbitten. 1 Besondere Gebetlieder. 233 Bei der Einführung eines Predigers. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. 429.Jehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthänig; du herrscheft nah' und fern, du Gott, Herr Sebaoth! an Ehren groß und prachtig; im Schüßen stark und mach- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist feine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht ware; ihr Schwert, das Frevlern draut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagt's, und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Uch, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Geborsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. Die wir zu Herrschern haben, laß beinen Willen thun. Laß deines Geiſtes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bache leiten, es steht in deiner Hand. 5. Gott von großer Güte, gieb ihrem Geiste Licht. Gieb Treue dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß ftets durch ihr Bemüh'n den Frommen ficher stehen, der Bösen Rath vergehen, 7. Uch! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Ungesichte nach wei= sem Fleiße reifen sehn, und bei dem und alle Stände blühn. drückenden Gewichte des Umts, die Kraft von dir erflehn. 6. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben füh8. Erhalt' ihn in den rechten Schranren in wahrer Frömmigkeit. Herr ken, in Wort, in Wandel und GedanSott du segneft gern: wir bitten ohn' ken! gieb ihm, nur deinen Geist zu Ermüden: gieb Segen, Heil und Frie- scheu'n; von seinem Vorsaß nicht zu den durch Jesum, unsern Herrn. wanken, und bis an's Ende treu zu seyn. 430. tjer! fich' auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig seyn. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet! wenn er dein Wort aufrichtig lehrt; und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm bort. 3. So selig sey der auch zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben; mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich bes lehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit ſelbst gerühret ſehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gieb Gnade, daß zu rechter Stunde, dein streng Geses aus seinem Mundé den Sünder wecke! doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sey. 234 3weiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. Mel. Vom Himmel hoch, da komm'.- 109. 431. Sott! beß Gnadenvoller Rath den Eh'stand eingeseget bat, der du ihn segneft, schüßeft, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade giebst. - Besondere Gebetlieder. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen 3weigen aus, woran fie Freude sehen: und bricht gleich oft ein Kreuz berein; will er selbst Frost und Helfer seyn, und stets zur Seite stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ew'ge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. 2. Gieb diesen, das sie stets mit Fleh'n in Lieb' und Eintracht zu dir geh'n: und wenn ihr Herz voll Un dacht schrei't, gieb, daß ihr Werk auch wohl gedeih't. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt; so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gieb, daß sie zulegt dein gnadenreicher Trost ergögt. 4. Laß Eltern Schand' und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Bucht, Schaam und Treu' zu aller Zeit im Wachsthum sey. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Sieb, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schuße ruh'n. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte fie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für folche Gnade herzlich Dank; bis dich, Gott, Bater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preis't. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heil'ge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ' ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deis nes Geistes Stärke. Regier' und lenke doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eiteln Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein Gemüthe.-116. 433. Corge doch für meint du ihr Vater bist. Sie sind freilich Kinder, Gott, vor dir Sünder, doch versöhnt durch Sesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst. 35. 432. Gott ist es, desſen weifer bei der Taufe übergeben, dein zu Rath seyn und dir zu gestiftet hat: er ist's, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp' erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet., fügt und schicket. 2. So lebt ein frommer Mann be: glückt, wenn Gott ihm eine Gattin schickt, durch die er wird gesegnet; wenn eins das andre zärtlich liebt, und ihnen Gott den Frieden giebt. D! wie viel Wohlseyn regnet täglich reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. 2. Du hast sie bisher genähret; du haft manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Untlig sieht, sich doch für sie froh bemüht; o ſo muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt' ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar ſeyn, und mit dankendem Gemüthe mich bei ſol: chem Glücke freu'n? Zeigt' ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan! ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnöd'sten Kaltsinn zeugen. Zweiter Theil. 4. Herr! du bist's, was mich er= göget, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schäget; Herr, du bist mein Gut und Theil: bleib' auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, felig sterber 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, beb' es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann hôre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deincr mus' es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm gefchäftig seyn, und den Menschen nüglich werden. Deine Furcht pflanz' ihnen ein; daß in einer argen Welt fie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heil'gen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gieb, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, fich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 1 Besondere Gebetlieder. 235 2. Oft hab' ich sie schon betrübt. Uch, vergieb mir diese Sünde! nie hab' ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm' ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gieb, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Ungst und Müh' haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stundlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Ges horsam, Lieb' und Treu' stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Gegen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt, dies sey mir nachahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried' und Ruh' mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör' es gnädiglich. 8. Still laß ihre Tage fließen. Las sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit enteich einmal übergeben, so laß sie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngstem Tag, nach bier überstand'nem Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben: ewig will ich dich erheben. Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 434. 2ott, mein Vater! Dank sey dir: du haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben: für mich frönst du ihre Müh', mir zu gut erhälst du sie. 8. Ulles Kreuz mach' ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den. sauern Lebenstagen, so gieb du vor deinem Thron ihnen frommer Eltern Lohn. Eines Waisen. Mel. Warum betrübst du dich, mein 2c. 435. DE welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Bater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh 236 Vom Lobe Gottes. und Noth, in Seel- und Leib'sgefahr. entrissen hat, demüthig ehr' ich Bedeck' mich durch der Engel Macht als Gott und Helfer Tag und Nacht. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. Zweiter Theil. - deinen Rath. 2. Drum flieht mein kummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, bester Bater! nicht. 3. Uch! floß' mir wahre Tugend ein, so werd' ich immer glücklich seyn. Herr! leit' und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mir's immer wohl ergehn. 4. Bon dir kommt alles wahre Gut: drum gieb mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 436.2 5. Beschug' mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Ungst uf, Christen! preif't mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklárt! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam' ist Rubm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies granzenlose Meer von Licht durch schauet selbst der Engel nicht 3. Ja, eure Lust sey, ihn erhöhn! folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 7. Du hörest, wenn die Raben schrei'n: laß auch dein Kind erhöret seyn, und nimm mein Seufzen auf: gieb Kleider anzuziehn, und Brod zu effen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg' auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach' es immer wohl; so lob' ich dich, so dank' ich dir für solche Gnade für und für. 31) Loblieder. a. Vom Lobe 4. Wie wird der Geist dadurch ent= zückt; binauf gen Himmel hingerückt; mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 9. Bricht dann mein Lebensziel her: ein; laß mich des Himmels Erbe seyn. Erlang' ich dieses nur, so acht' ich weder Noth noch Qual in diesem jammervollen Thal. Gottes. 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand ges schenkt, die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wist. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nah'n ,. und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens seyn? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe sollt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr ihm nun dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Eing'ge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 237 Dienste wacht! 11. Auf, Christen, preis't mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob' und den Herrn; wer preis't nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. Auf, Christen, preis't mit mir.-436, 3. Euch segne Gott von seinem 437. Erhebet Gottes Heilig- Thron, und sey dort ewig euer Lohn; keit ihr, die er sich vor andern weih't, und die ihr vor ihm euch segne Gott, Welt er= schaffen hat, und noch erhält. und bittet ihn für jeden Stand; und 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! Der 34. Pfalm. b. Allgemeine Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 438. Dit, mein Gott, will ich lobsingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Sa, preis't ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Gut's gethan! lasſet, laſſet uns zusammen Lieder fingen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eilteſt auf mein Beten, mich aus meis ner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dank' ich dir, deine Baterhand zu mir! Loblieder. traun, beschirmen; ja, der Herr ift unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Vertrau'n, als du? wer kann in der Noth erhören? wer fann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud' erfüllen, ihnen fehlt's an Segen nie! du ernährst und segneft sie. ben, das verdirbt nicht dein Gericht, 7. Was die Frommen sich erwer= Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht! wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schage offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr ſelig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig ſeyn! 4. 3ittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Ungesicht schaut auf uns, uns zu bewahren, Fromme! Gott verlaßt euch nicht; wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel 9. Fliehet eurer Bunge Sünden; laßt zu keiner Heuchelei, keiner Sünd' euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht er müden,' thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Born sey von euch fern! wachen immer um uns! Gottes Treu' steht beim nahen Tod uns bei. 5. Schmecket, Freunde Gottes, ſchmecket, fühlet seine Freundlichkeit! ſeine Gnad' und Huld bedecket jeden, der sich seiner freut: Gott kann uns in 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ist's, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, ihm helfen kann; in sein Buch sind alle Klagen seiner Frommen eingetragen; ihre Thránen und ihr Schmerz allen Stürmen wenn wir ihm verrühren sein erbarmend Herz. 238 Zweiter Theil. 11. Uber Gottes Born verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Mel. Wie komm' ich doch, mein.- 265. Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. obfinge Gott mit wah rem Rache schnell wider erwache; Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. 12. Weh' dem, der den Frommen drücket, Gott sieht's! und der Fromme schreit, und Gott hört's, und Gott erquicket ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. Allgemeine Loblieder. 13. 3üchtigt Gott gleich unste Seeten; er meint's immer mit uns gut! läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschügt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! er 14. Ohne feinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr send sein in alle Ewigkeit. Der 100. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da komm'.- 109. 439. Thriller, jauchzt mit Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid' und Hut. nicht wir, verlieh uns unser Seyn. 3. Erhebt, empfangt ihn allzu gleich; und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. 4. Unendlich groß ist seine Treu'. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten it. Ga Der 103. Pfalm. o meine Seel', und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu'! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang' ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir fein Gnadenreichthum sey! 2. Bewein' ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald feinen Trost empfinden. Er heilt mein Beh und tilget meine Schuld. Der Berderben, und krönet mich, als einen Herr, mein Gott, erlös't mich vom Himmelserben, mit heil'gem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er fåttigt mich mit aller Güter Fülle: gewähret mir des innern Frie dens Stille; und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er giebt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Urmen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr fiegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schug und seine Pflege durch Mose Dienst an Jakobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Tréu', Geduld und Güte, langsam zum Born und voll Mitleid ist er. wir, daß er uns verlaffe, und droht er uns mit ſeinem schweren Haffe; so währet doch sein 3orn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und so dient sie nur zu unsrer Seligkeit. wenn wir auch in seine Zucht gerathen; kindlich trauen, viel höher noch ung 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Ost und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Reu' und Thránen flehn. 7. So zártlich schont kein Vater seiner Kinder, als unser Gott bet tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. heilt und lindert ihre Pein, als welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden seyn. 8. Wie eitel sind doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh' und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum vorüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sieht. - 9. Nur Gottes Treu' kann nimmermehr vergehen, wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern, Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und sein' Gesege halten; und, was er will, von ganzem Herzen thun. Allgemeine Loblieder. 239 er sey, die Welten lehre. Der Höchste bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle Seiten! 4. Er baut den Wundern, die sein. Urm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldenden Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr giebt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes; ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 6. Die Thaten seiner Hand find Recht und Treue. Gott spricht kein gnådig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb' und Gúte sein Recht gebiete. 7. Es dauert fest und ewig unbe= weget! er hat's auf Stein und uns in's Herz gepräget, daß wir getreu und 10. Des Herren Thron ist himmel- willig seinen Rechten gehorchen möchten. hoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink regiert die Volker aller Welt. Lobfingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ew'ger Uebung hält. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Lust, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben; sie giebt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobfingt dem Herrn, ihr alle seine Werke: so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobsing' auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. Der 111. Pfalm. Mel. Ich will mein Gott. 1 55. 441. Gelt fe fich fin gelobt fen Gott! ihm gen; ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versamm lung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch' und merke! aus ihnen stromen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 113. Psalm. Mel. Allein Gott in der Höh' sey Ehr'.- 15. lobt seinen heil'gen Namen! gelobet 442. Ir nechte Hottes sey er nah' und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sey er der Heiligen Ge= fang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Chr' und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher Zebaoth, ter auf das Niedre siehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. will dich ewig lieben, ich will, als dein Eigenthum, stets erheben deinen Ruhm! 3. Er richtet die Geringen auf, die nach Errettung dürsten; und fordert des Verlass'nen Lauf, und segt ihn za den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat( dankt's ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Urm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu seyn begann, fah' mit Vaterhuld mich an, eh' ich lebte, eh' ich dachte! Leib und Der 117. Pfalm. Mel. Die Himmel rühmen Gottes.- 46. 443. obt, lobt den Herrn, Seele gabst du mir; Gott, o wie ihr Nationen! verdank' ich's dir! lockt ihm; bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herr schet ewig: Erdkreis freue der Gnad' und Treue Gottes dich! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen; frohlockt ihm, bringt ihm Preis und macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! 444. 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, giebt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht! dann, dann fürcht' ich kein Gericht! und mein bebend Herz wird stille! deines Heils darf ich mich freu'n! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem beffern Theil, der Seele, giebt er Trost und Kraft und Ruh! wenn ich, was er wählte, mähle, strömet mir sein Frieden zu! was, so lange wir hier wallen, wir bedür fen in der Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies giebt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere nd zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre ist mir Gottes Segen nah! Thier' und Kräuter und Ges traide in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind Mel. Der du uns das Heil.- 108. mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeih'n und Ueberfluß trieft des 445. Sride gen? four allerhöchsten Fuß! ollt' ich meinem Gott obet den Herren, alle Heiden, preiset ihn alle Völ- ter, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. A1- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr' sey dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geiste, als es im Anfang war und nun blei bet bis in Ewigkeit. Umen! Alleluja! Alleluja! was 3. Für mich Urmen, mich Verlore nen, mich, der ich gefallen bin! gab er seinen Eingebornen, Jesum Chri stum, selber hin. Wer kann, er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergrún den? seine Lieb' ist immer neu, ewig seine Gnad' und Treu'! ich ihm nicht dankbar seyn? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreu'n? Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeih't! Herr! ich 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt; dann, dann bet' ich und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt! wär' er nicht mein Gott gewesen, hätte mich Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 241 sein Angesicht nicht erquickt; so wär'| Gnade, Treu' und Güte froh erhebe ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht! Tag und Nacht: denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 3. Herr! ich muß mit Schaam geste= hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; und mein sündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwohl trágst du, Gott, mich Urmen noch beständig aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. - 8. Wie ein Vater seinem Kin nie mals ganz sein Herz entzeucht; ob es gleich, verführt zur Sünde, von der rechten Bahne weicht: also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, züchtigt mich daß ich's gethan, will's nicht mit dem Schwerte rächen, weil, als ich's verirrt beging, doch mein Herz noch an ihm hing! 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen: ist's gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüsten, fcheint's gleich oft Gericht zu seyn! und, was haben wir gelitten, duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr, eh' sie ihre Kron' erstritten? rühmt im Leiden, rübmt und preis't Gott, der euch der Welt entreißt! 10. Sft, so lang' ich leb' am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil, Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewig's Heil! die, so hier mit Thránen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein, werd' ich mein Geschick verstehen! jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil dann ohne Ziel, ohn' Ende beine Gnaden, Vater, sind; o so heb' ich meine Hände zu dir auf, erhör' dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, die mich ganz und gar zu weih'n, dein Verehrer stets zu seyn, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der seyn wird, war und ist! Mel. Que Menschen müssen. 82. omit soll ich dich wohl 4. Ja, Herr! wenn ich überlege, mit wie großer Gútigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit; so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut: denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn: daß ich nur das Gute wähle, und das Böse moge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist ge= geben. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Ungesicht: all' dein Thun ist Gnad' und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Baterschlagen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz 446. S toben, mächtiger Herr zu ergeben dir, und stets deinen guten Jebaoth sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tau= ſend, tauſendmal sey dir, großer Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. König! Dank dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine 9. Wie ein Vater nimmt und giebet, nach dem's Kindern nüglich ist; so hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenn's auf's Hochste 16 242 Zweiter Theil. gleich gekommen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 10. Trågst du nicht in deinen Urmen mich oft treu und våterlich? ris mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schüßte mich? mußt' ich einsam, húlflos weinen, so ließ'st du mir Trost erscheinen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. Allgemeine Loblieder. 7. Er half und wird mich fort erlös sen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und giebt mir zu der Jugend Muth. 11. Vater! du hast mir erzeiget lauter Gnad' und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden! heilet meinen Seelenschaden! Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sey dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen, ach! las mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Untlig sehen, so werd' ich, dein Eigen: thum, ewig preisen deinen Ruhm. - Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. 447. u bist's, dem Ruhm D und Dank gebühret: und Ruhm und Dank, Herr! bring' ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. Mel. Gott, du bist die Liebe. 34. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte 448.[ uf, meine Seele, fingel nahte; so hörte Gott, der Herr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnåd'gen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. an dir, du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh' dir, wenn ihn sein Herz vers gißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Chrifto dir verges ben. Ognadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh' der Ewigkeit. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, klagt' ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Nache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade: und seine Gnade war mir nah'. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein 3orn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Udlers: flügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Våter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schau'n: so thut 8. Dir dank' ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank' ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank' ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu'. Dir dank' ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemü the, von allen Kräften preis' ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werke! die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft, und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung kurzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seele! vergiß nicht, was er dir ge than. Chr' seiner Heiligkeit Befehle, und bet' ihn durch Gehorsam an. 6. Um Trost war meiner Seele bange; denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. - Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun'. Gott weiß es, wir sind Sünder: Gott weiß es, wir find Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Binde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah'. 4. Des Ew'gen Gnad' alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Bittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jegt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schaar, nun rein von allen Mån: geln, stets feines Lobes wahr. 5. Unbetung, Preis und Ehre sey bir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singen's in die Chöre der Schaar, die dich vollkomm'ner preist. Unbe: tung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammeln's nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir trau'n; einst singen wir dir Psalmen, wenn wir verklärt bich schau'n! Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 449, Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut, dem Bater aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe, mit seinem reichen Troft erfüllt! dem Gott, der allen Jammer fillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer', Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie herborgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! 243 nen, da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen! ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre. 5. Gott ist uns nah' und niemals nicht von seinem Volk geschieden! er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden! mit seiner Ullmacht leitet er sein Volk durch's Feuer und durch's Meer! Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget sein huldreich Ungesicht uns zu! denn außer ihm ist keine Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! did 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gögen macht zu Spott: der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Ans gesicht mit Freud' und Zittern dringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Mel. Nun danket alle Gott. un 450. Numit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächs tig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut! mehr als man zählen kann. - 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters 2. Er, unser Vater, woll' ein fröhlich Gnade walten! in seinem ganzen Kö- Herz uns geben; der Herr laff uns, nigreich ist alles recht, ist alles gleich! sein Bolk, in stetem Frieden leben, Gebt unserm Gott die Ehre! und unsre Nachwelt auch, daß seine 4. Ich rief zum Herrn in meiner Gnad' und Treu' das ganze Land Noth: ach Gott! vernimm mein Weie umfah', sein Segen mit uns sey. 16* 244 Zweiter Theil.- 3. Der große starke Gott woll' uns von allem Bösen, und was uns scha den kann, gewaltiglich erlösen: er schüß' uns in Gefahr, er helf' uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleih't. 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sen Ehr' und Preis gegeben, was in uns ist, soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklárt in deinem Heiligthum, so sey dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Allgemeine Loblieder. Schuß, du bist der Müden Ruh'; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Götter? wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn. - Mel. Nun danket alle Gott. 9. 451. Durch dich, o großer das Lafter blüht. Ich haſſe ſeinen Weg, Gott! dich bin mich dein 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, be denken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weib'. Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sey! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschieht's; wenn du gebeutst, steht's da. Ullmacht bist du mir, und auch mit Gute nah. Mit 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag' ich außer dir, nach und nach Mel. Wachet auf, ruft uns. Erde? Im Himmel donnerst du, und 452. auchlechte! freu't euch Ge Schrecken füllt das Land, noch fürcht' ich nichts, denn mich beschüßt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? des Herrn Herrn, ihr Gerechte, iht Frommen preis't den Höchsten hoch! lasset eure Harfen klingen; ihr müst ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saitenspielen gut! Hallelujah! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit; und er hält's gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Hak lelujah! er will, er spricht's, fogleid geschicht's, gebeut er: wird etwas aus nichts. 5. Als Schafe laff'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis' und Trank, und füllst das Herz mit Freuden; du sah'st mich, eh' der Grund der Welt geleget war, zogft mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen 272. Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schran-| errettet unfre Seelen, ist ihr Lohn, fen! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig kann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt: Herr, Herr, Zebaoth! Hallelujah! ja felig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserliest! ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Luft, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten, stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 4. Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh' Meer und Berge seyn, bist du, o Gott! allein. Hallelujah! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich groß'res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besig der Welt entbehren, Erd' und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich seyn. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Bater, in dein Leben, das nicht leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt' ich meine Krone mir? nein! ich leb' und sterbe dir! 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit! daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh' ich ba hinein, um Gottes mich zu freun. Hallelujah! da wo Gott wohnt, da wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Uch! da will ich dann mit Beten vor den Ultar des Höchsten treten; zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud' und meine Wonne durch Chrifti großes Opfer ist. Ich spiel ein Danklied dir da auf der Harfe für. Hallelujah! dir, Gott, Loblied an mit freumein Gott, Herr Zebaoth, du bist digem Gemüthe; es rühm' und preise mein Helfer in der Noth! Mel. Allein Gott in der Höh'. 15. 454. Stimmt unferm Gott ein wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen. 453. Mel. Der du uns das Heil. 108. ott ott, durch welchen alle Dinge sind, und wirken und vergeyn, stårk' mich, daß ich dich befinge; lehre mich dein Lob erhöhn! laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Lieb' und Huld, aus den Tiefen seiner Schuld, zu des Christen Höh' erhoben; dich erheb' ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er - - 2. Lobt Gott und rühmet alle Beit die großen Wunderwerke, die Majes stát und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding' erhålt: drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad' uns Allen hat gegeben; der uns durch ſeinen 246 Zweiter Theil. Engel schüßt; der täglich schenket, was uns núßt: drum banket seinem Namen. 4. Lobt Gott! er giebt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben; der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket seinem - Allgemeine Loblieder. 4. Der Herr ist groß und machtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prachtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Mors gen, und alles, was er thut. Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, giebt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Biel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hålt: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preis't ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trågt, sey überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 5. Drum lobt, erlös'te Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft deffen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Chrifto liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel giebt. reißt sie aller Noth. Wenn seine Kin 7. Er ist getreu den Seinen, ent der weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott dedecken, er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sey dir, o Gott, bereit't; denn deine Weg und Werke sind voll von Herra lichkeit. Dein Zion lobet dich, merk auf sein schwaches Lallen, und las Mel. Erhebt den Herrn, ihr. -101. 455. Lobt Gott, den Gott der bir's wohlgefallen: erhör uns gnå diglich! Stárke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr send sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch streichet, verbreite seinen Ruhm. 2. Erhab'ne Himmelsgeister, erwekket euern Fleiß; gebt cuerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben kann. der, als der treuste Freund, selbst 6. Lobt Gott, der euch regieret, dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auf erlegt: laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 9. Mocht' es uns bald gelingen, die zu bringen, das deiner würdig von aller Schwachheit frei, ein Opfer sey! ach, laß vor deinem Thron und ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! Der Ambrofische Lobgesang oder das Te Deum. 456. S SE err unsere Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von Zweiter Theil. 1 das Allgemeine Loblieder. 247 9. Sey hier schon unser Trost und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. Ewigkeit, er schuf die Welt, Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preis't Gott Bater dich, dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: höchst: heilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preis't dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Chrift, des Vaters Sohn! und dich, o Geist! dess' Wunz derkraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, bich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, dess' Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weih'n, erniedriget, ein Mensch zu seyn. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. 3ur Rechten Gottes sigeft du, mit deinem Vater herrschest du; du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe lås fest du uns nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unfrer Pilgerschaft sey, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft, sey gnädig uns, o treuer Gott! sey gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrei'n, laß dein Erbarmen uns erfreu'n. 457. Mel. Mein Gott, das Herz ich.-59. dir, Herr ch singe meiner Seele Bebaoth! ich fing' aus dankerfüllter Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Uug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au² mit Schönheit, pflanzt den Hain? tránkt sie mit Regen und mit Thau? und giebt der Saat Gedeih'n? 5. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer ſpricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer front mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn ein Donner draut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu', du zähltest unser Haar, stehst uns alls gegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trågst du mit Ges duld, lehrst uns durch deinen Geist, und reu't uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn! 12. und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. die stillste 3ähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh' dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen segt, und heidnisch sagt: Gott achtet unfrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flebst, vertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh' auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobfing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. Mel. Heil'ger Geift, du Himmelel.- 201. roßer Gott, Herr aller 458. du Vater und Erretter! alles rufet weit und breit: rühmt den Herrn der Herr: lichkeit! Engel preifen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke; so schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Ullmacht Proben an: wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht Julendo? Besondere Loblieder. und Güte, Wahrheit und Barmhers zigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht gnugsam brennen. Doch gieb mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft; so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen; so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel klug. 4. Gieb, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen, du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor; dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch' ich dir, Herr, nachzuahmen, 459. H Wandel heilig ist. Und're möcht' ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken; deiner sich mit mir zu freun: Gott, dein Ruhm sey allgemein! 6. Wie die heil'gen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen; so sey, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr! herrlich seines Namens Ehr'! c. Besondere Mel. Alles ist an Gottes Segen. HE err! mein eicht, mein Heil und Leben, wie kann Loblieder. 2. Du hast meine Seel' gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah'. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr!. dein Untlik sah. 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken, dir zum Preise, es bemerken, wie gerecht du, Herr, ich dich g'nug erheben; was für Lieder stimm' ich an? was soll ich regierst? zum Dank dir bringen; und wie 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn soll ich würdig singen, was du, still seyn, hoffen, schweigen, stets ein des Kreuzes Last mich drückt; ich will Herr, an mir gethan. dir, o Herr, mich beugen, bis dein Untlig mich erquickt. Zweiter Theil. 5. Willst du deine Hülf' aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr, ich bin ein sünd'ger Knecht; willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trúbfal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 130) sur 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Stra: fen, deine Schläge, sind ja, wenn ich's recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Uch! se stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. 4tp Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 460. Mein Herz, ermuntre und singe mit erquicktem Muth jetzt neue Dank- und Freudenlieder dem Herrn, der große Dinge thut: denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. Besondere Loblieder. 249 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Gúte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu'. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief ver= borgen und noch sehr weit entfernet scheint; hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 7. Doch läss'st du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen: fichst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; d'rum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ich's würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beſte; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stark' und Beste. Wenn Fluth und Fammer auf mich lauft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen: bot' ich mich selbst zum Opfer dar; so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab' und bin. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner DankbarDanklieder bei der Erndte. Mel. Nun danket alle Gott.- - 9. 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz be= gehrt; hingegen ist mein zaghaft of 461. Froblocket, Jung und Alt, sen oft, feiner werth: und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. ihr Reichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. lich erhört. Was euer Wünschen war, ist våter= so viel dein Geist mir Kraft verleiht: im Namen Jesu sing' ich dir; in diesem nimm es an von mir! 2. Auf! danket unserm Gott, daß Fried' und Ruh' hier wohnet. Mit Herr verschonet. Kein Feuer, keine Krieg und Hungersnoth hat uns der Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret: wer hätt', wenn Gott nicht wär', uns sonst die Frucht gesparet? Wer gåb' uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn' ihn wohl seyn mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär' uns're Müh', umsonst wär' Såen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder Zweiter Theil.-Besondere Loblieder. 250 kriegen. Wir möchten früh aufstehn und bis zur Mitternacht nicht wieder es 5. So aber sorgt und wacht der Herrscher in der Höhe; sein Vaterfegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Såmanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 6. Gott ist's, der euch ergoßt, da ihr nun jauchzt und finget, und jenen Segen jest in eure Scheuern bringet, dem stellt euch dankend dar, desf' Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute front. 7. D schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr', der uns viel Gut's verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns geseget, groß deine starke Hand, die uns so oft ergoget; unendlich deine Macht, und ohne Biel dein Ruhm, drum lebt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih', o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade: bewahr' vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt' uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich essen! Gieb auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergessen. Herr! deine milde Hand erfreue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Sieb selber Rath und That, und thu' an uns ein Beichen; laß sehen jedermann, du sey'st, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. Mel. Beuch mich, zeuch mich.- 81. 462. Gott im Himmel und auf Erden! Herr scher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden; da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndte: segen Dank und Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Uuen, überall wirst du verspürt, überall läff'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt; gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schon nicht wäre! 3. Vater! du haft aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du haft Reichen, du haft Urmen manches, manches Glück gewährt. Gott, der uns viel Gut's bewiesen, sey gelobet und gepriesen! 4. Du haft Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Nuen voller Korn erblickt; Berg' und Thaler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Uch! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohl that an; und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohl gefallen. 6. Gieb nun Kraft, den milden Se gen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Bleiben Fluch ihn nicht verzehrt. wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schenk' uns auch vergnügte Her zen; Stolz und Geiz laß ferne seyn; laß den Undank nichts verscherzen. Schenke ferner dein Gedeih'n, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürft'gen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr' hier schon reichlich Früchte bringen, stárle du uns immer mehr, schenk' uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. Danklied auf den Frieden. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigkeiten! dir Bater, dir Gott Sohn, und dir Gott heil'ger Geist! den man vor seinem Ehron, und hier auf 463. BE Erden preis't. esingt Gott se Zweiter Theil. - Gebet- und Loblieder zc. baoth; besinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schrecket Gottes Hand das werthe Baterland! der Krieg hat es perheeret und bis auf's Mart ver zehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jegt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget: um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Befingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Rachschwert legt 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergeh'n durch dich! nur du bist unveranderlich; du warst, und bist, und bleibest. 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 3. Herr! ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Uugenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloff'nen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Húlf und 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angefeben, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag' uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 7. Dein Geift mach' uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem Dienst erkalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden, 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 464. Troft bereitet. Von ganzer Seele preif' ich dich. Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. u, Gott, du bist der Herr der Zeit, und auch der Ewigkeiten! laß mich auch jegt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad' und Güte. 8. O Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloss'nen Zagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n, und lehre Lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Undern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Biel bess're Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich 3weiter Theil. Gebet- und Loblieder. E 252 die Bahn der Ewigkeit mit heil'ger Borsicht laufen. Der Tage Last er leicht're mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. - Mel. Mein Bundes: Gott, ach. 324. 465. Sen pilgrimschaft ein o ist von meiner furzen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wies der hingeflossen! Herr, wie viel Gut's hab' ich darin genoffen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. O Bundesgott! wie hat nicht deine Treu' mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen plagen, doch Trubsal ist der Seelen Arzenei. - 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gekränkt, nur ich hab' ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergieb es mir; es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt' ich schon zu dir in so viel Tag' und Jahren seyn gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 10. Jhr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt' euch nicht, verdoppelt euer Eilen; mich lústet nicht, in Mesech zu verweilen nur bald von hier, und dann geschwinde dert. 8. Hab' ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwägen! o mocht' kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim långsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 11. Dort, wo der Hafen der Glück seligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glånzet; dort, wo ein múder Streiter wird bekrånget, und seines Sieg's sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier långer dienen soll, so gieb, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gieb du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach' mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel' und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirft du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stårk' mich wiederum. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh', je klarer gieb dein Licht mir zu erkennen; je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklárt vor deinem Throne steh'. 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß' ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd' ich aller Müh' und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruh'n. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: fonnt' ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weih'n. 6. Nur wenn ich mein betrüglich wär' es doch ohn' 1 15. deine Gnad' vergebens: Uch! würde 466. und schafft den Mond, Mel. Allein Gott in der Höh'. ott ruft der Sonn' nur das Restchen meines Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur besteh'n. Die Säfte, die in Jefu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen; und du sollst Frucht an dürren Reben seh'n. das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ord: net Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war! von Dank erfüllten Bungen sey dir für das verfloff'ne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in deis beim Anfang des Jahres. ner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, 468. Abe wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt; so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlass'nen dich, und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf feinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu' und Liebe bei uns seyn! dies, Bater! wollst du uns verleih'n in Christo, deinem Sohne. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 467. Herr! der du mir das gegeben, dich bet' ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu', die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. O gieb mir Kraft und Stärke; Gedeihn zu meinem Werke, und schaff' ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 253 Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. [ bermal ein Jahr( ein Tag) verflossen! näher zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschossen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, machtig's Wesen! Ungst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heimir, ich muß vergehen! denn wer liger, großer Seraphinen Herr! wehe kann vor dir bestehen? 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und Himmel auch mein Theil. nur bei dir in Gnaden, ſo ist im 5. O leite mich im Segen dem großen Biel entgegen, dahin dein Wort mich weis't. Mein Leben und mein Ende ift dein; in deine Hände befehl' ich, Bater, meinen Geift! 1 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in die Hand des Höchsten. Gott rufet warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid' ich's, Jehova, nicht: ich bin ein verzehrend Feuer, und mein 3orn brennt ungeheuer. 4. Uber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gútig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Gott, ein dir Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf mein Herz! stell' dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang' ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ew'gen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden långer noch ein Pilger seyn; so wirst du, bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleih'n. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. 469. Ein Jahr der Sterblichkeit, kurzen Le= benstage, ist abermal dahin mit seiner Luft und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 254 Zweiter Theil. 2. Herr! deine Gute macht's, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jego gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns auf's neu' in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da läuft ein Häuflein hin, und findet sichern Schuß. 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stárk' im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneu're Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! 33) 470. M ein erst Gefühl sen Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lobgefang: lobsing' ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frie: den. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? Morgenlieder. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich selber zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? - 5. Du bist es Gott, und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bift es, der es uns erhält, und mir's jegt neu gegeben. Morgenlieder. 5. Entzünde neue Lieb' und Sanft: muth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen; so stárke die Geduld und mache deine Treu', o Bater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih' an Seel' und Leib, was jedem ist von: nöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgeseßt, den laß auf dich, mit Freu den, im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 6. Gelobet seyft du, Gott der Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich nach überstand'ner Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn; mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohl gefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sen mir ein Retter in Gefahr! ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuver: sicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe! ein weifes Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe; gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebens zeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe! Zweiter Theil. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. 471. №od Noch läßt der Herr mich leben! mit Gemüth eil' ich, ihn zu erheben; er bort mein frühes Lied. 3u ihm entzuckt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der fie und mich gemacht. 2. Du Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an: wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freu'n, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weib'n, Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jefu Chrift, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. - 4. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das chriftlich weiſse Herz, auf dich stets auf zusehen, in Freuden, wie in Schmerz. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich fiehest du bereit, den Lauf zu schliefen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der 1 Morgenlieder. 255 Lippen seyn: er hat, als das reinste Beſen, auserlesen Herzen ohne fal3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht: so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. Ihn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergögen gleich will schågen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was them ziehet, fich bemühet um der Sonnen holdes Licht! wie sich, was der Erdfreis tråget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes macht hat, um dich vor Unglücksstürz men zu beschirmen, selber machtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielft; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Denk', daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist be wußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thuft. 9. Wir sind an den Lauf der Stuns den fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sey, und daß ich mit Lust und Wonne seh' die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. Mel. Jesu, Arzt todtkranker. 79. 472. 11. Trau' auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten cele! du munter der werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm' dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. vermag. 12. Kränkt dich etwas diesen Mor= gen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was Gott recht preise, wollen nicht nur ihm anvertraut. 2. Doch, daß man auf würd'ge Weise dir nüget, und beschüget den, der sich Zweiter Theil. Morgenlieder. Mel. Erhab'ner Gott, was. 16. Mel. Warum betrübst du dich.- 435. 473. Mein in the free 474. Jbm, ber das Licht ents innigstes Be= stehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sen Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sey meinem Gott zuerst geweiht. 256 - streben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertreu', mit jedem Tag ist deine Güte neu. 2. Die Sonn' enthüllt den Schaus plag deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seb' ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgst für mich! Gott, wie vergelt' ich dir? ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 5. Nimm's gnådig an! gedenk' nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Fehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. - 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang' ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang' ich hier noch wallen werde; fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde: so nimmst du, Mit Namen kennst du mich und zählst Herr, auch meines Lebens wabr. mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben, gieb mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Laft. 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine Seele stets, und du vernimmst's, 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, deß ich mich aus deiner milden Hand. Mein Auge freu', empfang' ich jego wieder neu wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet' ich findlich an! ich opf're dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht vers wirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preist! erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meis ner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sey mein Theil! das wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg' auf dich, du, mein Er barmer! sorgft für mich. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. freue mich der edlen Pflicht, dem 475. Dich ſeh' ich wieder, Hochsten lobzusingen. Ich will, ents brannt von Dankbegier, o mildeſter Erbarmer! dir mit heil'gem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt auf's Neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. - 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich? hättest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen! zu meinem Leben segest du jegt einen rer des Gebets! I neuen Tag hinzu; sey hoch dafür Zweiter Theil. gepriesen! durch dich bin ich! und ich merke neue Stárke. Dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sund' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christ licher Zufriedenheit zu nugen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die Eleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih', daß ich des Namens würdig sen! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Sirt, auf deinem Pfade. Stárk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Ulles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, die dort ewig Lob zu singen. 116, Mel. Werde munter, mein. 476, Herr! es ist von meinem - - borbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Macht hat diese Nacht mir zur sanften Stuh gemacht, und nun kommt mir schon dein Segen mit der Morgenroth' entgegen. 2. Dwie theu'r ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett' und Hütte keine Plage sich ge= naht. Nunmehr steh' ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig seyn, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon bein. Seel' und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, perr, empfangen habe. 4. Ist mein Auge nunmehr lichte; so erleuchte meinen Sinn, daß vor Morgenlieder. 257 deinem Ungesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu', alles, Herr, regiere du, gieb, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 6. Sollt' ich heut' in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im 3aum, gieb dem Satan keinen Raum, wenn er mir fein Nege stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd' ich auch an diesem Tage nicht ohn' alle Plage seyn; mache nur, daß ich's ertrage, so find' ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trågst, darf ich keine Trübfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb' an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. Reiß mich nicht wenn zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Mel. Besingt Gott Zebaoth. hr trüben Sorgen 463. 477. 1 hab' ich erreicht, die Sonne schau' ich wieder: erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müss' ach anjegt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht ist um die Wett' bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen: dir Ehre zu erweis sen, sey dann auch mein Bestreben, in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. 4. meinen Lauf; taff'st mich so manche Du lenkst von Jugend auf so gütig Gaben aus deiner Fülle haben; gönnst 17 258 Zweiter Theil. mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gånzlich dein, und werd' es ewig seyn. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret: du hast mir Leib und Leben und diese Seel' gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab' und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen auf richtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch, wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte; so trage mit mir Armen ein gnådiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Mas bu haft angefangen, das laß zum du Biel gelangen. 9. Da ich selbst nichts vermag; so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau' zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Vaterhånde. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd' ich dort oben dich erst recht würdig loben. Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, Morgenlieder. | Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sey Ehre! Dreis einig's Wesen, hore: 5. Hor' meinen Dank, mein Flehen! du kannst in's Herze sehen: ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens des Menschen treuem Húter. 2. Mit göttlichem Erbarmen, bedecktest du mich Urmen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen; die Sonne sollst du Tchauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich auf's neue mich meines Lebens freue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum 1 Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Vers schonen tragen. 7. Du selber wollft mir rathen in allen meinen Thaten; mich stets zum Besten leiten; zum Himmel mich bes reiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilgerreise. Mel. Gott des Himmels und der. ott 479. - 32. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 3. Laß die Nacht auch meiner Sün den jegt mit dieser Nacht vergehn: lag mich Gnade vor dir finden! glaubensvoll 478. Wach auf, mein auf Jesum sehn! der für meine Miſſethat fich am Kreuz geopfert hat. apte 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort: sey und bleibe du auch heute mein Beschüger und mein Hort: unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher seyn. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab' und bin, meinen Leib und meine Seele; werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. Erden, Bater, Sobn und heil'ger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Ges fahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. Zweiter Theil.-Abendlieder. 7. Du wollft beinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in dem Tod. Sterb' ich, o fo bringe du mich zu deines Himmels Ruh'. 34) Abendlieder. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 480. S o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsternis, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn grau'n? mich schüget deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht' ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. Cu 5. 6. 3war ich erkenne meine Schulb, mit ich sie. Doch mein Bersöhner, deine Huld, wie troftvoll ist mir die. 6. Ich eil' im Glauben zu dir bin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sey mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die lehte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der 259 8. Hore, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt, dir sey Lob und Preis und Ehre. Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würd'ger an. Grretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. Zür alle Güte sey gepreist, 481. Bater, heil'ger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast våters lich mein Haus und mich geschüget und genabret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk! der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. und Macht, mein Schuß und Schirm 4. Sen auch, nach deiner Lieb' in dieser Nacht; vergieb mir meine Sabaoth, so laß mich Gnade finden! Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Mel. Ihr Frommen, auf. 49. 482. eprieſen, Gott! fey Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trågst uns stets auf Baterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gege= ben. Herr, wir find's nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn' Ende währt. - 2. Verzeih' uns, Richter unsrer Sees len, die heut' verlegte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih' und geh' nicht in's Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke d'ran! wer dein bin ich auch todt! du, mein hátten? nimm dich unser an. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja wurd' uns erretten, wenn wir dich nicht 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stårkend süßen Schlummer -17* 260 Zweiter Theil. zu. Wir liegen dann und ruh'n im Frieden; denn unser Schuß, o Herr, bist du. Hilf, Erbarmer! denen, die nach Ruh' sich sehnen, die mit Angst und Müh ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stárke, tròfte fie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir dein. Du es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns seyn. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn bu wirst erscheinen, dir entgegen gehn. dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein Gott, gesungen; dir sey die Ehr', daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ich's gleich nicht versteh': du bift gerecht, es geh' auch, wie es geh'! 3. Nur eines ist, das mich empfind lich qualet; Beständigkeit im Guten mir noch fehlet: das weißt du wohl, o Herzenskündiger! ich strauchle noch, wie ein Unmundiger. I 4. Wie unwerth sind wir, Bater, deiner Treue! pruf unser Herz! es flehet dir voll Reue. Uch, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. Mel. Erhabner Gott, was reicht.- 16. er Tag ist hin, aber 5. Uns wohltbun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir und wir 483. Dei bleibe, daß mir entſeelt, umhüllt von Finsternissen, 4. Vergieb mir's, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sund' und Welt mich hingerissen; so ist mir's leid: ich stell' mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sey mein, so bin ich dein! 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Uch, laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen! Lebenssonn', erquicte meinen Ginn! ich laß dich nicht, mein Fels! der Tag ist hin. Abendlieder. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie záblen - Mel. Ich will, mein Gott. - 53. 484. du Sentflohen sind auch die fes Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben; mit dashba 3. Noch immer låst er uns Erbar mung finden: er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir hau fen Schuld auf Schuld, er läßt uns von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der legte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Tos desschlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh' uns nieder. Seh'n wir erfreut die Morgens sonne wieder: dann preifen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. 116, Mel. Werde munter, mein. erde munter, mein 485. W Gemüche! fühle Wer fromme Dankbegier, und erhebe Got tes Gute, die er heut' gethan an mit; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag' treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden.instumer 2. Bob und Dank sey dir gefungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein Werk durch dich gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröb'rer Urt so gar väterlich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 1 3. Wer vermag es aufzuzahlen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung Wort und Kräfte fehlen, fang i nur zu zählen an: deiner Wohlthat ist zu viel, ihr ist weder Maas noch Biel. War' ich nur bei deinem Lie ben dir in allem treu geblieben! Zweiter Theil. 4. Uch! verzeihe mir aus Gnaden meine Sünd' und Missethat, die ich heut' auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad', treibe ferner Satans Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd' und Leid zu bringen. 5. Sieh', ich fall in Demuth nieder; schau', o Gott, von deinem Thron! schau', voll Reue komm' ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verldugne nicht die Schuld, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer, als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. du licht der frommen Seelen! du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib' bei mir, Herr Jefu Chrift, da es Abend worden ist! trofte mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft' und süße Ruh': alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes gu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Haab' und Gut, meine Freund und Hausgenossen seyn in deinen Schuß geschlossen. 8. Uch! bewahr' uns doch vor Schrekfen; schüß uns doch vor Ueberfall; laß uns keine Krankheit wecken; treibe wes des Krieges Schall! wend' ab Feu'r und Pest bösen schnellen od: keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 9. O, du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu! den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath. O du werther heil'ger Geist, stark mich, der du Beistand beiff'st. Herr! erhöre dies mein Fle: hen. Umen! Ja, cs soll geschehen. Mel. Werde munter, mein.- 116. o 486.[ uf, Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut' auch hat sie mich genähret; beur auch Freud' und Trost gewähret; bor Gefahren mich geschüget; meine Schwachheit unterstüget, - Abendlieder. 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sey, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ich's schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu glaubig brachte. 3. Gieb nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Rub'. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen. Wenn ich schlafe, wacheft du. Seel' und Leib befehl ich dir. Walt' allmächtig über mir. Sey auch du der Gott der Meis nen, zäht' sie alle zu den Deinen. 4. Ach, laß uns kein banges Schrekken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plöglich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so sey's nicht zum Verderben. 261 5. Höre, Bater, ach erhöre, was jegt mein Gebet begehrt. O, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd' es mir in dir gewährt. Heil'ger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hor', Dreieiniger! mein Fleben. Umen! Ja! es wird geschehen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 487. Schon ruhet auf den und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr' hin, du ird'sche Sonne, wenn Jesus, meine Bonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jest der Leib noch tråget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh' ich einst aus; dages gen wird Christus um mich legen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß' und Hände find froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu' dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Urbeit frei. 262 3weiter Theil.- Abendlieder. 5. Nun geht, ihr matten Glieder,| und mit Gebet, mit eifrigem Verlans geht hin und legt euch nieder, da ihr gen, als ein Geschöpf von Gott, der die Ruh' begehrt. Einft wird nach Tugend mich zu weih'n, und züchtig und allen Sorgen euch bis auf jenen Mors gerecht, und Gottes Freund zu seyn? gen im Grab' die stille Rub' gewährt. 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genügt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sab'n? 6. Die Augen steyn verdrossen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden; sey gut für allen Schaden, du Nug' und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß keine Noth mich wecke, kein Unfall, keine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher seyn! 8. Uuch euch, ihr meine Lieben, erschüttre kein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen: euch schüße seiner Engel Schaar! Mel. Ach Herr, mich armen. 67. 488. dumen! Gott, ftárte lang barf ich noch meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Nege reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verandre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. die 2. trübe Nacht bricht ein. Uch, Herr, Das Licht seh' ich verschwinden; laß meine Sünden auch mit verschwun: den seyn; streich' sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Geset mir droht. 3. Wenn heut', Herr meiner Jahre, mein legter Abend ist; gieb, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich långer leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. - Prüfung am Abend. Mel. D Gott, du frommer Gott.-8. 489. D er Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühs ret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? und hab' ich im Bertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtis gen, durch den sie sind und werden? verehrt' ich ihn im Staub; empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? wie mein Herz des umgangs füße Stunden? fühlt' ich oer Freundschaft Glück sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts falt mir verpflichtet, sie durch mein gered't, das ich bereuen ſoll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorg Beiſpiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleios Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, daß Undre traf, war dies mir angenehme ich ihn begangen? bestritt ich auch in 8. War mir der Fehltritt leid, sobald mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? was 9. Gott! der du alles weißt, könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht; vergieb und gehe du nicht mit mir in's Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Günden frånken; du liebst Barmher zigkeit, und wirst auch mir sie schen ken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb' ich, ſo leb ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir! - 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. 11903 Nach dem 84. Pfalm. der Erlds'ten Zungen frob wird bes fungen! Mel. Die Himmel rufen. 42. 4. Vergebens lockt die Welt zu 490. Wie lieblich ist doch, ihren Freuden. Mein Geist soll sich auf weiden. heil'ges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. da deines Namens Ehre wohnt! o gieb, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Undacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrbeit Bahn rechtschaffen vor dir wan deln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn man's nur recht zu Herzen nimmt. Es giebt uns Troft auf Trúbfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Es giebt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. Nad rather 263 A Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 491. Dice ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Jbn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet., laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unfers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bache fließen, und wo dein Heil von 5. Mit Undacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 6. O, laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir miß fällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 180.net 1000 7. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 4. Gott, laß auch mir dein Untlig scheinen! dein Sabbath bringt auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an beil'ger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer seyn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen. Du, Herr, giebst ihnen Gnad' und Ehr'. Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, Mel. Auf Christen preift. 436. hältſt du feft. Wohl dem, der sich auf 492. Gott! du bist mein dich Preis und Ruhm. Mein Herz sey ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gieb, daß ich mein Gemüth bewahr', wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh', daß ich mit Ehrfurcht vor dir steb'. 3. Erinn're selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seyft, damit ich deines Wortes Lehr' mit Undacht und mit Nugen hör'. 4. Druck' alles tief in's Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer seyn. Steh' mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sey. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müs' er mir stets heilig werden! Lob sey, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! 264 3weiter Theil.- Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr' mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht: sey unser Trost in aller Noth: stårk' uns im Leben und im Tod. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sey deinem Dienst und Ruhm geweiht! Der 50. Pfalm. 14 Mel. Beglückter Stand getreuer. 1 254, 109. Dies, Christen, ist der 494. Der Herr des Himmels und der Erde will, daß die Welt gerichtet werde: mit strahlenvollem Ungesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd' und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfunges tagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen: erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, desf', deff sind alle Himmet Zeugen: ihr 3orn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laff ich nicht brechen, und mein Geseg nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter seyn; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Jch, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wisſen: ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Geelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgesang. 3u mir nur flebt in euern Nothen, und nicht vergeblich sollt ihr beten, vergeßt nur euern Retter nicht: mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Mens schenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der kühn den Bund der Mel. Vom Himmel hoch. 1 493. Tag des Herrn, Geschäft und Müh' sen von uns fern! kommt vor des Höchsten Ungesicht, und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Umt, drum preis't und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Gut' allein uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Chrift von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübfal und Gefahr uns treu bewahrt so manches Jahr. 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Gut' und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig seyn, und mach' uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, bie neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Troft erfreun: einst ewig, Herr, bei dir zu seyn. 11. heil'ger Geist! laß uns bein Wort so hören heut und immerfort, Zweiter Theil.- Von der Selbstliebe. Gnabe bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's andern einzu= scharfen, was deineLüfte doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du ſpieleft nur mit Treu' und Glauben, und schámest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau' ich herab auf dich, den Schänder keuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht fehen; doch mein nie müdes Auge wacht: licht ist vor mir die Mitternacht. 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was beinem Nächsten bitter ist. Berläumbung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frommern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. uz 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir Mel. Ø Gott, du frommer Gott. 8. ein Will' ist, großer 265 erzeize, so meinst du, ich sen gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donn're dir in's Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. ald SUD aus dem de bi got 36) Von der Selbstliebe. 1150 hm 5. Nie blende mein Gemüth der 495. vergeht doch einst auf Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen: das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig! wer danach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh' und einst vollkomm'ne Seligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gieb, daß ich mich so lieb', als dir es wohlgefällt. felber lieben. laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schránke selbst den Trieb, froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Schranken ein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weibe; und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennuk beherrsche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, ſo laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n; auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend bau'n. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Zugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Ber Unrecht liebt und thut, erbt bei nen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 10. Hort, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm' ich, euch hinwegzureißen. Euch, 3orngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten kann. Onehmet meine Warnung an! 11. Go finkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen: füß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Urmen, und danh ermúde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau mein freundlich Ungesicht. 266 hinhnd not bis 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Dime Mel. Wer nur den lieben Gott. er bin ich? 7. Mel. Wie komm' ich doch. 265. 496. Web i welche 497. Herr! lebre mich, wenn wicht'ge Frage! Gott, lehre fie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit fage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. ich der Tugend diene, daß nicht mein Herz des Stolzes fich erkühne, nicht auf sie sicher und vers messen sey. Herr, lebre mich, wie oft ich feble, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll' ich's ganz und treulich, wie ich soll. Sind lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaff'nen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen. Du schbufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigenthum auch, wie ich soll, zu deinem Rubm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Be fenntniß. Doch bin ich's, herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzufehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geb'? und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir gefinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klugsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch ver borgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes forgen? was ist, das den zur Bess rung treibt? sich selbst recht kennen, ist Berstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch feblet, mein Bater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwäblet, fo gieb, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht; so tauschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der in's Verderben sich verliert. Gieb mir zur Beff'rung Lust und Kraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und bier gethan. laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend: gedenke nicht der unvolls komm'nen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe; was ist vor dir, Herr, meine Frömmigkeit? 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu seyn; wenn ich die Rach' aus Eigennuge baffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlaffe; was ist an aller dieser Tu gend mein? 5. Und, Gott, wie oft find unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, night Früchte deiner Liebe, nur Früchte meis ftens der Natur und Zeit! wann füh len wir der Tugend ganze Würde Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend ware; wer hätte Recht zu diesem Eigenthum; wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam sey mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 267 Kraft, es freudig auszuüben? wer gab| und mein Leben ward mir von dir mir in Versuchung Schild und Sieg? gegeben, und ohne dich vermag ich Weff' ist die Quell, die mich mit Weis- nichts. TẾT Đ beit trånkte? und wess der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir bie Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefft mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geiftes tráft'gen Ruf zurück; jogst mich durch Kreuz, durch Wohl: that auch von Sünden; ließ'st, wenn i rief, mich wieder Gnade finden; gabft mir zur Beff'rung deinen Sea geneblick. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zu nüglichem Geschäfte, hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsag wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, fein gedenkest; Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so gum ew'gen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnuger Knecht. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. as ich nur Gutes babe, 498. du Vater alles Lichts. Mein Daseyn 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie es dir wohlgefällt. dein theures Wort erklärt, las mich mit Ernst bedenken; und auf die Sorge für ihr Wohl ſo unermüdet als ich foll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, dein Bild zu seyn; und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. ent 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden; durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wieders fährt? Was bat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. O, laß mich's nie vergessen; so werd' ich nicht vermessen der Eigens liebe Weihrauch streun. 38) Von der Sorge für die Seele. 4. Mit großer Treue willst du sie selbst durch des Lebens kurze Müh' zu 6. Das núßlich anzuwenden, was du mit Baterhånden mir gütig zuges wandt; dein treuer Knecht zu werden, das mein Fleiß auf Erden; dazu gieb Demuth und Verstand. diesem Ziele führen. O laß mich nicht, 499. mir ihr zugedacht, verlieren. durch eigne Schuld, das Heil, das deine fil tida Rel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. err! meiner Seele gro: 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen; das sey mein Fleiß und höchster 3wed! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hafset; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; und was ich bier im Fleisch noch leb', laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich dahin gegeben. 268 3weiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 8. Sh meiner ganzen Pilgrimschaft| laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. uc 9. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! schon hier wird dann mein Herz sich freu'n, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit 501. Lehre mich, Herr! recht in was deinem Reich erheben. Mel. Uus tiefer Noth schrei' ich. 119. 500. Nach meiner Seelen Se ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie wurd' ich einst vor dir besteh'n, wer in dein Reich wünscht einzugeh'n, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden fehen, und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du riefft uns hier zur Heiligung, drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stårke mir dazu den Trieb. Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewonn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden? was húlfe mir's? kann auch die Welt mit allem, was sie in fich balt, mir deine Gnad' erseßen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was Fann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst besteh', sey meine größte Sorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschügeft, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstügeft? O stårke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. dag Mel. Freu' dich sehr, o meine.+29. hafte Weisheit sey. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnas den bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestchen.$ 100 2. Weisheit ist's, wenn unsre Sees len sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertrau'n: denn, die folgsam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; fich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünket scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuend sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Bess'rung streben, und sich deff doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlseyn achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 226 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade dieſem Glúdk entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. Zweiter Theil. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' find; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't; seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vater land richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. Von der Sorge für die Seele. 269 8. Einst låff'st du im Gewissen mir diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf volls endet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts verdammlich's an mir sey. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit von dir, verleihe 30. u mir! laß fie mich zu allen Zeiten 503. Dares Gut iſt, Herr, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. welch ein auch auf den Weg des Friedens leiten. end ein rein Gewissen! wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, licet bewußt, blickt er zu deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geisset böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hútet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Uns schuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die giebt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wah ren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sey beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu ents weihn, das sey mein größter Eifer. Vom Gewissen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 502. in rubiges Gewissen laß, Herr, mich stets geniesen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Troft erquicket, so oft mich Trubsal drücket: wie unschägbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd' meine Thorheit seyn? 1 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und feine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen ge= währt uns die Vollbringung nicht? 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erböhen, als ein geruhig's Herz. Das schaffet inn're Freuden, felbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wor= nach die Theren schmachten, was giebt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Bu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlös'ten; darf deiner Huld mich trösten: welch Gluck, mein Gott, kann größer eyn? 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre; und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu' und Glauben fuchen. 270 3weiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Borsag feble. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch durch Jesum Christ, zum Trost dich, Allerhöchster! 1 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, fo reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach). ** Von der Wachsamkeit. 72. Mel. Gott werde stets von dir. daß ich's 504. Ngriffen bätte; die Triebe durch einen strengen Lebenslauf; 9. Du Gott die leichtern beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. eid doch opferst du, will's feine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Rub' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Bank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? of exhin 1 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nachster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 6 3. Nicht jede Besserung ist Tugend. Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit. Und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. verschmerzen, und sieh', dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst ges scholten ward. ni 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Zugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft ist die Uendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht qualen, und dampfft sie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmah: 505. Drette, ſo gieb, Herr, Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. amit ich meine Seele fucht Triebe, erwecken dir so manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. daß ich bet' und wach'! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär' ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch der andern Tugend 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jegt sollst du eine Schmach 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit; denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? ven allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sen nicht vermessen! wach' und streite; denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall. 1 Zweiter Theil. fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Uch, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 1000 Von der Sorge für die Seele. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein' ich mir befreit; jegt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und draut, und schillt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 3. Wache, sonst bringt Satans List dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergiebt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 271 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn fie sich verstellt, liftig an sich bringe. Bach' und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Nege stellen. 5. Wach' und gieb auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht tann, wer es nicht bewacht, Gottes huld verscherzen., es ist voller Lift, tann sich selber heucheln, und voll Pochmuth schmeicheln. 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stárk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, fleh'n und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünst': ger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. 6. Drum gieb, Herr, daß ich wach' und streite; nie denke, daß ich g'nug gethan. seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohl: 507. Hifungszeit. Hier find Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. noch fahrt an. Die Sicherheit droht mir den Fall. Hilf, daß ich wache überall! Mel. Mache dich, mein Geist. 302. wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt; das schwache Fleisch sich selbst verstrickt; die Sinne 506. Mache dich, mein Geist, jedes Blendwerk rührt; auch Böses bereit; Wachen, Beispiel oft verführt. Fleh'n und Beten stårket uns zu jeder Seit; hilft in allen Nöthen. Satans lift kann der Chrift durch Gebet und Bachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeih'n, wenn du bittest, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Fleb'n bald merken, und in Noth dich stärken. 2. Oft nehmen Lafter überhand und stromen er's ganze Land. Drum húte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, sey im Glauben stets bereit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit. fliehn. Doch wie gelingt mir mein 3. Mein Vorsag ist: ich will ihn Bemüh'n? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, und ein Neg bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn' ich Schwacher, hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein: preis't den Genuß des Lebens an; schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd' ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern. Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu seyn begehrt. 272 3weiter Theil. Von 6. Du Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Uch, durch dein Blut bin ich ja dein; dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laff von dir. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Hollenpein. Drum steh' dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sey. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'. 8. 3war ist mein Glaube klein; doch du, du starker Held, fagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergiebt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mit, Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz fich fest bis in den Tod. der Sorge für den Leib. 9. Wenn schon die Trübfal auf mich dringt und überall mich Angst um. ringt; bleib' ich doch stets in deiner Hand. Ich halt' in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam seyn. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn; sollt' auch der Weltkreis untergebn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sclav der Lafter ift. Ich will nicht zagen. In's Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; mocht träge zum Berufsges 11. Du bist es auch, dem ich vers trau', so lang' ich noch das Elend bau'; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre front. Herr! steh' in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sep. 39) Von der Sorge für den Leib. dait Mel. Gott werde fiets von dir.- 72. schäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; 508. Wie mannigfaltig find erweckt Unordnung, Streit und Bant, und hindert den Gott schuld'gen Dant. die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Seib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unfer Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 6. Wer sich den Bauch zum Gett erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, au dem kein Knecht der Süfte taugt. Gott! las mich ja dies after scheun, und másig stets und nüchtern seyn. 2. Du giebst uns Brod für unser Leben, und unfre Herzen zu erfreun, giebst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 7. So oft ich Speis und Trant genieße, so laß es mit Bernunft ge schehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, fehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquicung giebst. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so be bewegt. zu ſiegen, daß ſie zum Schwelgen mich freun, mich måßig im Genusse seyn. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquif ten kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. zu 509. Der Wollust Rei widerstreben, las, Höchster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleb ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Bolluft fürget unfre Tage; fie raubt dem Körper feine Krafts und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft Der haft sich selber, der sie übt, und fich in ihre Feffeln giebt. 3weiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 273 1 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; fie raubt den Eifer bler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Reu' und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers berab; schandet uno entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den 3weck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lústen strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor bir, o Gott! wer sich in ihre Knecht fchaft giebt, wiro nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verder= ben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die bose Lust nicht stirbt. Drum las mich ihre Reizung fliebn; und, feusch zu seyn, mich stets bemühn. 7. Sieb, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh'. Wer i, o Gott, vor Augen hat, flieht and verborgne Misfethat. 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Sst nicht der Erde größtes Gut Ge sundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlseyn stórt, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hórt: du selbst bift Storer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Gliez der mich zu bewahren achtsam seyn! drückt mich die Last der Krankheit nieder; so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr' auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gieb, daß ich nicht übers treibe, was auf des Leibes Pflege zielt: nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geses mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl las nie allein den Endzweckt meiner Sorge feyn. Schöpfer, meine Pflict, muth willig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. Ostebe mir mit Weisheit bei, das diese Pflicht mir beilig sey. 2. Sollt' ich mit Vorsag das verlegen, was zur Erhaltung mir ver: traut? sollt ich gering ein Kunststück hásen, was bu, o Schöpfer, selbst ebaut? Weff ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer jeyn? 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sen stets auf meinen Geift ges richt't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eb' dieses Beibes Hütte bricht; dazu, herr, segne meinen Fleis, so leb' ich hier zu deinem Preis. Mel. Nun habe Dank für deine Liebe.-234. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 510. Des Leibes warten und 511. Was ist mein zeitlich du Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dert erndtet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? D berr! las mir, im Glauben der fünft'gen Erndtezeit, mein Leben auf der Grden so werth und wichtig werben, als es mir selbst dein Wort 3. Shn zu erhalten, zu beschügen, giebst du mit milder Baterhand die Mittel, die dazu uns nügen, und gebeut! um Gebrand giebst du Berstand. Die die Sorge nicht zu klein. Wie sollte sie denn mic es fepn? 4. Mir felbft es gu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undant deiner Güte, Gin 18 274 Zweiter Theil. Von dem rechtmäßigen Gebrauch ic. redliches Gemüthe verläßt ja seinen Posten nicht. 1910 sit ve Lauf. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 300 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 7. Was nügt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glau ben übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. 6. In deine Baterhånde befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Mel. D Gott, du frommer Gott.= 8. 512. Laß mich doch nicht, o Mel. Mach's mit mir Gott nach.- 26. 1 Gott! ben Schäßen 513. Mohl bem, ber beffre Schäße liebt, als Schage dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Jugend reich zu werden, und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt. dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit. 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besig nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der ångstlich darnach ringt; und schnell verlierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergånglich seyn, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt ſein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, baid prassend sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sey mein Schaß auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit, zum feligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom nirdischen Gewinn durch deines Geiftes Kraft zu ew'gen Gütern hin. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nuken. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleis ses Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser 3eit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 64. Der Geiz erniedrigt unser Herz erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Ver nunft zum Spott, ein elend Geld zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt kein Gut genießen; er qualt durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmei chelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmensch lich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thránen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, Zweiter Theil. Von der Arbeitsamkeit 2c. 275 und in des Unglücks Gegenwart den| Herr, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern; und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Umt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Hab: sucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern' und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sen meines Lebens größtes Gut! Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6, - 514. Her laß mich doch Herrenhaft mein geits lich Gut verwalten. Gieb selbst mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit so bauszubalten, wie es mir nugt und bir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gieb, Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergånglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen; verführt mich zeitlich Gut und Geld, forglos hintan zu segen, was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt. Wie strafbar würd' ich handeln! Gute zu vollbringen. Er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt fie uns gelingen, was man mit ihm 5. Mein größtes Trachten sey allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab' ich nur, Höchster! deine Huld; bin ich voll Glauben und Geduld; was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in To= desstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. die Güter nie verschwenden, die du mir gabst, in dieser Zeit sie nüglich anzuwenden. Gieb mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh' erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur beil'gen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nügen, daß ich einst erfreut noch Segen davon erndte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. 515. G Smögen( chafft, das Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. ott ist's, der das Vernur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem Hauptzweck macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't 18* Zweiter Theil.- Von der Arbeitsamkeit zc. 276 dem giebt er auch auf Erden vom ird'schen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig núget. 3. Gott ist der Frommen Schild und Sohn, und, front er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Misgunst ihnen schaden? Mit seinem Schus bedeckt er sie, und segnet bei Mel. Xus tiefer Roth shrei' ic.- 119. des Lebens Müh' ihr Herz mit Troft 517. Zur Arbeit, nicht zum und Hoffnung. o Herr, auf Erden. Drum laß mid doch mein Lebelang kein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Verstand und Luft und Kraft, geschickt, tres und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sebe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich als dir mißfällig, meiden, und bilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sey; dein Segen krone meine Treu', daß sie auch andern nüge. 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hande befehr ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von mei nem Fleiß in jenes Leben folge. 8. Mel. D Gott, du frommer Gott. u haft uns, Herr, die 4. Ach! förd're, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jenen Sabbath fehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. - 2. Hast du ein Amt, so warte sein: das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Züchtigkeit zu meinem Umte wachse. 3. D Herr! vor tråger Weichlich feit wollst du mein Herz bewahren! so werd ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erholen werd' ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 4. Mit wahrer Borsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, ver: den Ge schwenderisch verbringen. Das müſſe schäften ganz zu weihn, die du mit aufgeleget. 516. erleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der träge Múfiggang ist bir, o Gott, verhaft, für und der Safter Reg, und unſerm Stachßten Saft. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich o podster! meine Pflichten in deinet 2. In deine Ordnung, Serr, las Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu willig mich bequemen, die Bürden des den zu verrichten. Ein Herz, bo Berufs getrott auf mich zu nehmen.fi des Guten freut, giebt zu ber Wird gleich mein Angesicht mit fauerm Schweiß benest: genug, daß du mich felbst in den Beruf gefest. Arbeit Munterfeit, verfüßt uns ihre 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Rabrungsforgen. Gieb mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung rubn.. 6. Laß mich vor dir, Herr, unver rückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestridt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so núglich, als ich kann, zu seyn, das ſey mic Ehr' und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit ic. - 7. Dir zu gefallen, fey mein 3weck bei allem, was ich thue! so wandle ich den rechten Weg zu der Gewissensruge. Denn, wer dir, Heiligster, misfällt, was nuget dem die ganze Belt mit allen ihren Schägen? 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. S mill, mein Gett, da. 55, ott! du bleibt ewig 9. Hier hab' ich g'nug. Baß mich nur 518. ſo wird mein mit den Frommen zu dem Genuß der Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. Meister. Wie thöricht handeln unsufried'ne Geister! sie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die angstlich bangen Sorgen für den noch unge wiffen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Gråmen nicht nachmals schamen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschaften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, und geb' auf deinen Wegen; so wirst bu mir, auch ohne Sorg' und Kránten, was núßlich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verlieh'nen Pfunde, und harr' ich nur der rechten Segensstunde; so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum förbre felbst die Berke meiner Hände. Gesegnet sey der Infang und das Ende! gieb guten Sath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 277 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises Ullmachtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einft in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Bürden steige. 7. Hilf mir mit Freue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit fruher Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben; versorge nur den Seift mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische erquicken, und stets beglücken. Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. 519. Entebre nicht, mein Herz! mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nüglich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie giebt dir Munterfeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie våterlich. Sie brauchen, dies ist bein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. - 5. 3war jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Reid erregen? dent: wer ist Gott, und wer sind wir? 6. Weiß er nicht beffer, was bir müget, und was dem Rächsten nist, als bu? wenn er dich führt, regiert und schüget, was fehlet wohl zu deiner Rup'? 7. Du prangeft nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück; fie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward fein Ueberfluß gewäh ret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit 278 braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr! der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch', und mehr verlieh'n, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu flieh'n.n 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun: dich fürchten, die vertraun, dich lieben, müs' ewig meine Wollust seyn! 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Die Lasten, die uns pressen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer seyn. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 520. Will mich, o Gott, bie- machen. nieden des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geift! wenn mich die Leiden krånken, so laß mich wohl bedenken: auch das sey gut, was Trubsal heißt. 4. Ja, wenn ich's recht erwäge, so sind's nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sind's, nur Ruthen, womit du, blos zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, befrei'n uns von der Lust der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern No: then, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch trau'n auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns erseh'n? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgeh'n. 9. D! drůcke meinem Herzen, auch unter Sorg' und Schmerzen, dies doch auf's Tieffte ein; der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig seyn. 8. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Geligkeiten hin. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 521. Sey, Seele, stark und unverzagt, wenn ir gend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn! er wird's wohl 2. Kein Leiden kommt von ohnge gefähr; die Hand des Höchsten schickt er her; sein Rath hat's so ersehen! drum sey nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so soll's dir doch nicht schädlich seyn. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide er quickest du ihr Herz mit Ruh', und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trubsal werden. Durch's Kreuz zieht er dich immer mehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist ge treu; und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh', und nichts von Trubsal wissen? 8. Obet', und sich auf deinen Gott, in aller deiner Ungst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut: behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen.. 9. Der du ein Gott des Trostes bist! laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst, und prüfend übft, den Unmuth überwinden. 279 Mel. Ich wil, mein Gott, du König. 55. zu empfahen, und mit dem Trost der pulfe, die wir merken, andre zu stärken. 522. Ein herz, o Gott! in Leid und Kreuz ge= duldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. ch hab' in guten Stunwenn ich die schweren Tage ſtandhaft 523. Jben des Lebens Glück 100) Go will ich denn gelassen mich auch empfunden und Freuden chne 3ahl. im Leiden fassen: welch Leben hat nicht ſeine Qual? be und stets strafft du gelinder, als es 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, der Mensch verdient. Will ich, schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh' erdulden, das doch zu meinem 2010) Besten dient? meine Rub', mein Leben mehr lieben, 3. Dir will ich mich ergeben, nicht als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen: du hilfft und du errettest gern, 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jegt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. adds und Geduld im Leiden. mais ertrage? 3. Wie oft, o ott, wenn wir das Bose dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. bin 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unfrer Sünden låff'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen laffen. mom apst3 saist 5. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gaft und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was find gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Beit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde! wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlös'ten sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch! und Leiden müssen frånken; doch in der Noth an feinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen.. 9. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jegt weißt du nicht, warum du leiden müssen! allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes 4 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will den Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glaua ben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenten. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sey zufrieden. 1158 524. W arum soll't ich mich denn gråmen? hab' ich doch, Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 3weiter Theil. Von der Zufriedenheit - rauben, den mir schon, Gottes Schn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nothen, hülfelos, arm und blos einst an's Licht getreten: nichts nehm' ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. Mel. Was Gott thut, das ist. Jubby 267. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und 525. Was Gott thut, das iſt Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm' er's hin, ich preis ihn doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen; bringt herein Ungst und Pein; sollt' ich drum verzagen? der es schickt, der hat's in Händen: er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergogt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht; kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten fönnen mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, las fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich laffen schauen; wollt' ihn auch der Tod betriegen: Christi Blut, und sein Muth hilft auch den besiegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten, nein: er reißt meinen Geist aus viel tausend Nothen; endigt dieses Lebens Leiden, und giebt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd' ich mit bessern Scházzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergoßen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Chriftus, wird mich ohn' Ende laben. niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! du bist mein, ich bin dein; 12. Du bist mein, weil ich dich fasſe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. Wie er fångt gerecht sein Wille. stille: er ist mein Gott, der in der meine Sachen an, will ich ihm halten Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohle gethan; er låffet mich nicht fallen! seine Wege wallen. Trost und Geduld er führet die auf rechter Bahn, die giebt seine Huld: er wird mein Unglück wenden: es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er weiß nur, was uns núget; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stúget! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Gute trauen. Joh 4. Was Gott thut, das ist wohl géthan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Boses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl: gethan: muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn; laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zulegt mich doch ergößt mit füßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, dabei will ich verbleiben! es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; so wird Gott mich doch väterlich in seinen Urmen halten; drum laß ich ihn nur walten. 72. 1 Mel. Gott werde stets von dir dem 526. Vnichts verbergen, was auf der ganzen Welt geschicht, was thudai und Geduld im Leiden. stisur. 281 follt' ich wie ein Heide sorgen, als| Saß ich gelassen sie ertrage, und machst Sicherheiten stellet gleich dein Untlig sich; dein folgt zufriedner Dank, auf Klagen Herz meintres doch väterlich. froher Lobgesangur insid and moderoby 2. Mich und mein Loos hast du gea4, 3u ungestörten sehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh' und kennt mich, wo ich geh' und steh'. schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt uns nicht zu Seis ten ein Leiden, sunsre Trew erkannt? Vollkomm'ne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. idir 3. Du weißt auch, was ich nothig babe, und giebst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich qualt? Wer muß dich nicht barmberzig nennen? Du bist es, der die Thránen zählt. Du haft's gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rau ben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen; du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt; es wird gescheh'n, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 527. Wa as ist mein Leben auf der Erde? ein Wechsel ist's von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh' und Beschwerde die fanfteſte Bufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stárkft mir unter aller Plage, Gott, auf mein Gebet, den Muth, 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Ver traue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. Inst 16. Er wird es seyn. Ruf' in Gefahren ihn als den einz'gen Helfer an. Er weiß dich machtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieh' fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Gegen mit Vers gnügen ein. 8. O allen in eigner und gemeiner Noth, im Glücke; und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts giebt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. Infor 89. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. 48. Mel. Nun ruhen alle Wälder. as ist's, daß ich mich 528. W quale? barr' nur auf Gott, o Seele, harr' und sey unders zagt! du weißt nicht, was dir nuget; Gott weiß es, und Gott schüßet allmächtig den, der nach ihm fragt. mein 2. Er zählte meine Tage, Glück und meine Plage, eb' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3weiter Theil. Von der Zufriedenheit 282 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dir, Gott, nicht verborgen, der alles sieht und hält: und was du mir bes schieden, das dient zu meinem Frieden, war's auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geift, besteht.is un 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! Gott, du ge= währst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch scházzet, sey, Herr mein Gott, mir ewig fern! 6# 3100 nied us 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so barr ich, und bin stilte zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! Mel. Wer nur den lieben Gott. - 7. 529. Was ist das Leben hier auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trubsal und Mühseligkeit? Du legft in unserm Lebenslaufo Gott! uns manches Leiden auf.ad du com 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Baterhuld, die für uns wacht. Wie bast du doch durch Leis denswege so Manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Laft ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Trost erquickt? sehr peracht't! und doch trug er dies alles gern. Gieb, daß ich folge meinem Herrn, bi alls histo tont 5. Er war beleidigt ohn' Bergelten, gegeiffelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? foilt' ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? du 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren und 530. D du, mein Gott, bewahrest mich. 4. 3um Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Chrifti Gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier beladen! wie hart verfolgt! wie 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens Leiden zu meiner Besf'rung fruchtbar seyn; so geh ich zu des Himmels Freuden durch dieser Erde Trubsal ein. Dort wird mein Leben ohne Pein, und ohne Leid und Thränen seyn. 7. Drum laß mich mit dem Troste fiegen: Gott giebt nach kurzer Průfungszeit das allerfeligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Ver machte Leib! stirb und vergeh'! ich weiß, daß ich einft aufersteh. Trost in geistlicher Schwermuth. ends chim wo u klagst, o Christ! in schweren Leiden, und seufzest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du flagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir verge: ben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verlieh'n: wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und be laden, hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht; bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich and and und Geduld im Leiden. distisor 283 bet, und kann nicht glaubig beten;| nachmals wird fie friedsam geben ich denke, Gott, doch ohne Licht. Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfül: len; sein Wort war mir gewiß. Jest kann ich's nicht zu zen fasſen, meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. und 5. Oft führ' ich Zweifel, die mich qualen, beul' oft vor Unrub meiner Ceelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh', keine Furcht des Herrn. 6. 3ag' nicht, o Chrift, denn deine Schmerzen sind sichre Beugen besfrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, war nicht dein Herz mit ihm vereint. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jefum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ist's, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott; er wohnt555 bei denen, die sich nach seiner Hülfe ſehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme fich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, follst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes Gnade sey. 10. Bor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren, und schickt dir diese Laft. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du haft. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die ſeinen Namen scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen, so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. 12. 3war ist um Trost dir jego bange; denn alle Büchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch wachen, Gott ist noch mächtig in den 13. Fahr fort zu beten und zu Schwachen, ist Güte für und für. Laß, dir an seiner Gnade g'nügen. sein Wort ist wahr und kann nicht trugen: ich stärke dich, ich helfe birt 14. Auf, faffe dich in deinen Nothen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten: so harr ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlös'ten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. 531. and inmi thu flagft, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst daß du vergebens strebst. 2. Ja, flage! Gott erlaubt die Bähren; doch denk' in Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschie den, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Leb ns, 6. Willst du zu denken dich erkühnen,| deines Stands Geschäfte, und nüge daß seine Liebe dich vergißt? er giebt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tráger unzufriedenheit; beforge 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Beg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der sen 013 Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott.-7.1 Pilgertage durchgelebt, und einst im Herr, zu Ehren an! 532. seilt der legte von den Glauben sagen kann: du nimmst mich, die du hier lebest, Mensch, herbei. Erkauf die Beit! und statt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrauch' sie treu! nimm mit er: kenntlichem Gemüth' der nahen Stunde wahr; sie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens 3weck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfft so sicher Jahre weg! bift 533. W du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? B 3. Einst Ewigkeiten zu besigen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nügen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft bir menschenfreundlich zu: sieh', Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil', errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sey wacker, bet' und überzähle der Menfchentage fleine 3ahl. Gefeßt, dein Ende war auch fern: sey fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Mor gen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Ungesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht' uno stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gonnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhånde befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn feine Hütte fällt. as sorgst du ångstlich für dein Leben? Es Gott JA gelassen übergeben, ist wahre Rub' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nügen, es dankbar, als ein Glück besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hin dern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. und der Zubereitung zum Tode. 4. Denk' an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt, wenn ihre Liebe dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt ererben, beging ich doch solch Uebel nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schåge sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheren, wo ich unendlich leben soll. 7. Denk' an den Tod, wenn dei nem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? wohl mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 7. Mel. Wer nur den lieben Gott. 534. u, Herr und Meister weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sey bereit. 285 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir verborg'nes 3iel bestimmt; und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ent= fernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. 1 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, sey mein Herz! Herr, lenfe selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich långer leben lass sen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Fleh'n! sey, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh' ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir sein Ungesicht. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 10. So fuche dir in allen Fällen 535. Herr! ich hab' aus deiz mir zum den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd heu'n; so wird er dir ein Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Heil, noch Zeit in Händen. Gieb doch, daß ich sorgsam sey, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Eh' dahin, und auf ewig uns verschwunden. Niemals kehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß, bei ihrer Flüchtigkeit, mich mein Gott, doch nie vergessen, wie 7. Dir will ich gånzlich mich erge= ben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt mein Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sey nur mein Trost, so gnüget mir. 286 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschågbar sen die Zeit, die du uns hier zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, em'ge Folgen nach sich zieht. deine Zeit ist Gottes Sache.& n'. nicht nur den Tod nicht scheun; n' auch seiner dich erfreun. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergieb mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich, zu mei ner Seelen Wohl, nicht gebraucht ſo, wie ich soll. Mel. Der Spötter Strom reißt.- 13. 537. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! sein Le ben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sen noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Biel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor's Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt zum Tode Freudigkeit. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut; so sey dech wacker und bereit; prúf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dies macht dich nicht von Sünden rein. 4. Wenn in deiner legten Noth Freunde hülflos um dich stehen; dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört; ihm folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirkst sie nicht, Gott wirket ſie. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet, und wache. 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeſchäfte achten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steb' mir bei, daß mein Leben auf der Erde' reich an guten Früchten sey, und dem Nächsten nüglich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sey mit Troft mir nah'! Mel. Jesus, meine Zuversicht. - 47. 536. Meine Lebenszeit ver: streicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ist's, daß ich vielleicht hier annoch zu leben habe? denk', o Seele, an den Tod! faume nicht, denn Eins ist noth. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geift zum Grab' oft hin; siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Wür den, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod' erfreun; diese Güter sind nicht dein. und der Zubereitung zum Todestis 287 Du aber, ringe stets nach ihr, als| näht, je stärker steh' mir bei! auf wdre sie ein Werk von dir! hone daß, getreuer Gott, bei allen seinen 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, Schrecken, mir meine legte Zeit die dein höchstes Ziel, nach dem du strebst; allerbeste sey. Die Zeichen deiner Huld und was dir ewig Glück verschafft, ist vermehre mir alsdann, damit ich meiTugend in des Glaubens Kraft.minen Lauf mit Muth vollenden kann. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung ist wahre Tod's erinnerung. nscripte 5. Gewähr', eh' noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Lust zum Irdischen verzehret, und zu dem legten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau' ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade; so wird mir mehr, als Welt und mehr, als Leben seyn. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlös't, in deinen Himmel ein. Dir übergeb' ich mich im Leben und Tim Tod: im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. 12. Wie leicht vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht! an meinen Tod erinn're mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu, die Furcht des Geistes in mir sey. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleb', stets meinen Listen widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': es ist vollbracht! Mel. Entbinde mich, mein Gott.— 418. 538. Mein Lebensfürſt, zeig' mir, in deines Geistes Mel. Gott, deine Gnade sey.- 110. lichte, wie alles Irdische so gar vers 539. Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wallist. alles, zulegt die Zeit zu nichte; und du 0 Mensch! der du doch so gebrechlich bist, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk' ich erst mit Klugheit meinen Tod. bi fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich kann vielleicht der nächste seyn, vom abgekürzten Leben ein Beiſpiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd' ich lange leben, du Mutter stråflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sey, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sey mein Will' in dieser Prüfungszeit. Gieb, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich deiner funft stets wachsam gewärtig sey! 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug als andre, die an Jahren und Mun= terkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh' weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende droh'ten. 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh' ich sterben muß, recht abgestorben seyn. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wahl, als Welt und falschen Schein! und so von ihr entwöhnt ich meinen legten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 4. Gott, dessen Flügel mich in aller Noth bedecken, je mehr der Tod sich 3. Wenn ich die Gottesäcker seh' und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh', in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: so würd' ich oft mit Schrekten mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gråbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von sei 288 3weiter Theil. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in| Docht verlodert, und mich Gott zur Beiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinn're mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Beiten auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe; so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh' ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen seyn, damit ich lerne Sünden scheu'n, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. - 7. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sey es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch' ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde wegge= rückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dámpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit frober Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 540. 2, serr! lehre mich - 29. THE mal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht krånken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewig: keit zu schicken. Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemesi'ner Schritt. Meine Kraft ent= wickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk', indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben! wenn ihr gleich so sicher seyd. Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schågt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Holl' entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mie genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stárkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher seyn. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mirmáchtig zu: Mensch! die Welt vera läsfest du, willst du dich mit eitlen Dina gen um dein Glück im Himmel bringen? <<- 42. bedenken, daß ich ein 541. Jod erheben, selbſt Mel. Die Himmel rufen, jeder. Ich will noch im nah' am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht' ich dir zu weih'n, mein Tod soll auch dir heilig seyn. 2. Endlich muß ein Licht verbren= nen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit! kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergänglich bin, wie geschwind mein 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, fons dern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde háuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten nicht mehr schaden. 2. Gctt! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Ullmächtiger! in dein Gericht gehst du mit mir Erlös'ten nicht. 0 und der Zubereitung zum Tode. 3. Der Leib wird schwach; die ird' sche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine múden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und fage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbft? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd' ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrekten dräun; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah' am Biele fink' ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der sie deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod' erheben, felbft nah' am Grabe preis' ich dich; denn ewig werd' ich vor dir leben. Wie fegnet dann dein Untlig mich! o Tod, Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Christus, der ist mein Leben. 542. M ein Jesus ist mein Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was sollt' ich angstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 289 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freu den sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 1 3. Drum fahr' ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ; von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben; und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab' ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgteft meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure, bohe Gnade! o unaussprechlich's Heil! 10. Erlöser! sich, ich sammle noch meine legte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir ge= schafft. 11. 3u dir, Herr! will ich flehen, so lang' ich lallen kann. Du kannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig hilfft du mir, in's Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. O wohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände den Geist, mein Heiland! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. 37. Mel. Getreuer Gott, wie viel. 543. D er du die Liebe selber bist, und gern uns Menschen segnest; ja selbst dem, der Heiland, hier, wie du gewandelt 19 dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest! o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein 290 Zweiter Theil.- Von wandeln. Die können keine Chriften seyn, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Urmen. 3. Auch jest noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seuf zenden Gebet und brauchest deine Majestát, nur Gegen auszubreiten. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Untlig sey nie fürchterlich! und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Fleben; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hålt, der Liebe Lohn erhöhen. der Liebe des Nächsten. nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. Mel. Mach's mit mir, Gott.- 26. 544. Co jemand spricht: ich doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diené deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergiebst? und den nicht lieben, den du liebst? 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nach ften beizustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. weibt, ein Herz voll frommer Red- 545. Gieb mir, o Gott! ein lichkeit und Treue nicht versagen. Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennug, und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dies sey mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müss' andern liebe Gott, und hast stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dant zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sey dir, Gott, gerhan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick vol Trost, mit dem mein Herz Bedrängte ſegnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt. 5. Was ich den Frommen hier ges than, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmbers zig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. Zweiter Theil. Von nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz unfrieden anzurichten; so laß mich sorgsam seyn, der Brüder 3wift zu schlichten. Uus Schmähsucht frånke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu! 6. Die Rach' ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten, drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf - Mel. Ich will mein Gott. Mel. Der Spötter Strom.- 13. mich schelten. Bieb, daß ich dem ver- 547. Nur Liebe ohne Heuches zeib', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. lei zeigt, ob man neu geboren sey; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb' ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 546. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränk: tem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich seyn. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestårken; den, der noch sicher ist, bei ſeinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn, dazu verleih' mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschen- thut. liebe. Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß dieſe Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen feyn. 1 55. Nächsten liebe; durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ránke sein Herze krånke. der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich aufrichtig schågen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Gúte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden, an Lieb' und Gutigs feit dir ähnlich werden Gieb dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Geelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbst für sie in Todesbanden viel aufgestanden. 3. Kannst du des Náchsten Elend ſehn, und ungerührt vorüber gehn, ſo steht's um deinen Glauben schlecht; so ist dein Christenthum nicht acht. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man seyn des Feindes Freund der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu', was der Samariter geliebt? Gott, welchen du ſo oft bes 5. Hat dich denn Gott nicht ftets trübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach'; o folge diesem Beiſpiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem giebt er wieder, der ihm der ein; auch Feinden wird er gütig seyn. 7. Dein Herz sey voll von Lieb' und Huld, voll Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünft'ger Lohn ist groß. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gieb, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Beispiel liebreich sen, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb' auf's innigste vereint. 19* 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. 4. Nie seufze jemand über mich! 548. Herz sich, dem ti Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immers fort mit jedermann in Einigkeit zu leben. rechtigkeit, und hasfest den, der sie entweih't, am nächsten Unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Unsehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schndder Habsucht und Gewinn des Nachsten Recht zu frånken. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf unrecht denkt, nur Schaden sucht, und andre kránkt, wie kann das Brüder lieben? Mel. Der du uns das Heil. 108. 549. ott, der du die Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündlichen Geschlecht! laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du woulst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. mit jeglichem so umzugehn, wie ich's 5. Laß mich beständig dahin sehn, von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. forns Raserei nie des Herzens Meis ster sey. - 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Banken Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens! segne du mich mit deiner Kraft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gieb mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der 3wietracht führt, niemals Uebers macht gewinnen; bis einst in der Herrs lichkeit ew'ger Friede uns erfreut. Mel. Herzliebster Jesu, was. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Banksucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du: o, so bilf auch mir dazu! gieb ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanftmuth übt. 3. O, wie wird das Herz beschwe= ret, durch des Bornes Leidenschaft! 131. Bankfucht und der Haß verzehret nach 550. Herr, mein Berfi Körpers hemmt den Lauf von unsern Sahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt! ach, du wolleft mich bewahren, daß des Jah: Versöhner! für mich litteft! und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. - Zweiter Theil. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 2. Wann hast du jemals Haß mit Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. baß vergolten? du schalt's nicht wie: 551. Herr! deine Sanftmutb der, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein selbst auch Feinde. - 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Junger ist nur, der wie du, vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Luft zu deinem Namen der Rachgier Samen. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kranken, an dich ge= denken. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. wie viel hast du vergeben und vergessen; ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die deinen Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigteft unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 3. Uch, glich' ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnel tem Born entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache vera werflich mache! 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen; mein stolzes Herz kann, leider! wenig tragen; und schwerlich weiß sich, wenn mich andre haffen, mein Herz zu fassen. 6. So hilf mir denn die wilde Glut ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drücken! so werd' ich mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht haffen. 8. Erwecke denn, o Herr, in mei nem Herzen, auf's neue das Gedächt= 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, niß jener Schmerzen, die du in dei- Herr, sie segnen; und ihrem Grimm nen schweren Leidensstunden für mich empfunden. mit Freundlichkeit begegnen; daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 5. Vergieb mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Born und Haß läßt sich dein Reich nicht erben. Und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 8. Verleih' mir das um deiner Sanftmuth willen; so erb' ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. Mel. Man betet, Herr, in 3ions. 50. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: steder, so laß mich, ihr zu widers 552. Nie will ich dem zu scha auf dich dann sehen. den mir zu schaden sucht. Nie will ich mei nem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn seg= nen; dies ist des Herrn Gebot. 294 Zweiter Theil.- Von 2. Er, der von feiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanft muth und Geduld. Will ich, sein Junger, wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ist's, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht: dies will ich desto mehr bewahren; so bessert sich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem er's böse meint.. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. Gott, du frommer Gott. 8. wirkt seine Gütigkeit. Er sicht auf 553. Wie felig lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der Dienstbegierde kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Umt schon in sich selber find't. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! vell regen Eifers sey mein Leben hier auf Erden, so nüglich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh' ich einst, o Gott, in's Reich der Liebe ein. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nügen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als tráf' ihn selbst der Streich. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Unsehn und sein Freund, fein Stand, sein Wohlergehen, sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu seyn, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. der Dienstfertigkeit zc. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir erfann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth råchen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen: wie könnt' er långer schmäh'n. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten seyn. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhigt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertrau'n: Gott schüßt. 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Menschenliebe. Kein Stolz noch Eigennuß Mel Nun ruhen alle Wälder. 48. 554. u, aller Menschen Bas ter! du gütigster Berather in allem, was uns drückt! was wir hier Gut's genießen, das läßt du uns zufließen; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ew'gen Ses ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Milde! Barms herz'ger Bater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög' erbarmen! nimm alle Hårte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, mid) wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Urmer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Gut's gethan; so laß, um deinetwillen, mich andrer Nothdurft stillen, so oft ich ſie nur stillen kann. Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 295 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborg'nen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seiz nen Nächsten nicht. - 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stårken; vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sen, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich såen. Denn, herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. Mel. Mach's mit mir Gott. 26. 555, Mer dieser Erden Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Verläumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuk, aus Weichlichkeit ihm nuget, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 556. Die Bunge, bie vernehm: hat - 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf quålet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, fo bald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestům, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit siegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen: dann werd' ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sünd'gen. 3. 3u deiner Ehr', zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des 6. Wer für der Urmen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geist! vermagst es nicht, stets durch die That zu lie ben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgft dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! denk oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab', ist dein; sollt' ich, wie du, nicht gütig seyn? Nächsten Glimpf und Nuß, der Unschuld und der Schwachen Schuß bege 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spottereien, verrathen einvers derbtes Herz: davon mich zu befreien, so wirk' auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich, Höchster, preis't, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenn's Nugen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie wird des Herzens Leichtsinn fund und 296 3weiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. oft zu spåt bereuet! ach, fluchen brinMel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 07. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richtig folgt, den Gott wolle mich bewahren! wandelt, als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbe fleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verleget, und der an allem Ort sich dies vor Augen fehet: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. - 7. Gieb, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Arglift haffe, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu' und Wahrheit lieben. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 557. La laß mich, Höchster! darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! jenes freu: denvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Ungesichte werden sie beschämt zunichte, so wie Satans Trug und Lift, der der Lüg: ner Vater ift. 2. Undern zu gefallen lugen, leeren Schwägern gleich zu seyn, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit' an allen Orten mich in Werken und in Worten. Redlich sey des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott! ein Graul; und ein unglückselig's Leben bleibt gewiß ihr künftig's Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande. Denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Månten Feind. 4. Schmåht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund; Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht langer schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gieb, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanft muth sey. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einz ges meiner Borte deinem Ohr verborgen ist; das sey stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief in's Herze ein; daß ich's zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu seyn. Erinn're mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sey. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann, und nie 3ufagen mich den Stolz verleiten, und nie des brechen, die ich einmal gethan; nie Beispiels Macht, als Wahrheit auss zubreiten, was ich doch selbst erdacht. deiner Weisheit Licht, Herr, meine 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Seele leiten, damit ich meine Pflicht für andrer Wohl und für mich reden mit Klugheit üb', und wisse, wann ich müsse, und wann ich schweigen soll. des Feindes Anschlag gilt, der sich bei 7. Wenn je, um mich zu drücken, bösen Tücken in guten Schein verhüllt; so starke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu' und Glaus ben, das, Gott, zu dir sich hålt, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. Register über sämmtliche Lieder, nach der Nummer des Liedes. A. Abermals ein Jahr verflossen Ach Gott, du unser Lebenslicht Uch Gott und Herr Uch Gott vom Himmel sieh Uch Gott wir treten hier C. Num. 468 Chrift! alles, was dich 423 290 B. Bald oder spåt des Todes Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege Befreie meinen Geist Begleite mich, o Chrift! Beglückter Stand, gerreuer Begrabt den Leib in seine Befingt Gott Zebaoth Bewahre mich, Herr Bringt her, ihr mächtigen Bringt Preis und Ruhm 215 421 540 239 Uch! Herr, lehre mich bedenken Uch schone doch, o großer Uch was bin ich, mein Erretter Ullmächtig großer Gott 173 18 Allwissender, vollkomm'ner Als Jesu jegund sterben Also hat Gott die Welt Um Kreuz erblaßt der M. Anbetungswürd'ger Gott Un dich, mein Gott Un diesem Tag frohlocken Un dir allein bab' ich gesündigt 295 Auf! auf! mein Geist Auf, Christen, preif't Auf dich allein, Herr Jesu Auf dich, Herr! nicht auf Auf! Jesu Jünger, freuet Auf, meine Seele, finge Auf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich Auf, tráger Geift! laß das 80 75 24 222 102 155 14 358 Damit ich meine Seele Dein bin ich, Gott, dein Dein bin ich, Herr, dir Dein, Gott, ist Majestät Dein Heil, mein Geist Dein sind wir, Gott! in Dein Will' ist's, großer Dein Wort, o Höchster Der du das Daseyn mir Der du die Liebe selber Der du mich als ein Vater Der du uns als Vater liebest 156 486 Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr lag in das Grab Der Herr, mein Hirt Der König aller Welt 284 274 297 Der Spotter Strom reißt Der Tag ist hin; du aber Der Tag ist wieder hin Der unsre Menschheit an 418 Der Wollust Reiz zu widerstr. 145 Des Donners schreckendes 254 Des Leibes warten und 266 Des Vaters und des Sohnes 463 Dich bet' ich an, erstandner 331 Dich), mein Jesu, laß ich 426 Dich seh' ich wieder, Morgent. 160 Die Erd' und was darinnen 349 193 67 Num. 383 505 70 222 ᎧᎧ 200 Der du uns das Heil 108 Der du Verstand und Tugend 337 Der du voll Blut und 133 436 Der ew'ge Gott und höchste 308 Der Held hat überwunden 373 Der Herr des Himmels 176 Der Herr fährt auf gen Der Herr ist Gott und keiner 448 393 Der Herr ist gut, in dessen Der Herr ist meines Lebens 000 398 261 495 7 11 543 359 1379 158 494 174 15 243 387 375 157 259 65 13 483 489 192 509 428 510 205 162 230 475 186 298 Die Herrlichkeit der Erden Die Himmel rühmen Gottes Die Himmel rufen, jeder Die Quell', woraus der Dies, Christen! ist der Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag, zum Segen Die Zunge, die vernehmlich Dir allein hab' ich gesündigt Dir dank' ich für mein Leben Dir, Gott, sey Preis und Dir, mein Gott! will ich Dir, unser Gott! ist niemand Dir, Vater! dankt mein Du, aller Menschen Vater Du bist ja, Jesu, meine Du bist's dem Ruhm und Du, der Herz und Nieren Du, der kein Boses thut Du gabst mir, Ew'ger! Du, Gott, du bist der Herr Du hast, mein Vater, und Du hast uns, Herr, die Du Herr der Seraphinen Du, Herr, haft aus Barmh. Du Herr und Meister Du klagst! o Chrift, in Du klagst und fühlest die Du liebst, o Gott, Gerecht. Durch Adams Fall ist erst* Durch dich, o großer Gott Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen Du sagst: ich bin ein Christ Du Vater deiner Menschenk. Du weiser Schöpfer aller Du wesentliches Ebenbild Du willst, Gott! daß mein Edler Geist im Himmelsth. Ein Herz, o Gott, in Leid Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Pilger bin ich in der Gewissen Eins ist Noth! ach Herr Ein starker Schuß ist unser Entehre nicht mein Herz Entflohen sind auch dieses Erbarm' dich, Herr, du Erfülle, Herr, doch selbst Erhabner Gott, was reicht Erhalt uns, Herr, bei Register. 88 46 42 Erheb' dein Herz, thu' auf Erhebet Gott durch neue Erhebet Gottes Heiligkeit 84 Erhebe vom Geräusch der Erhebt den Herrn, ihr 169 191 430 532 Erhebt, erhebet Gottes Erhöhter Jesu! Gottes Erinnre dich mein Geist 287 Er fommt, er kommt zum Erlöser, sieh' auf uns herab Es eilt der legte von den Es hilft uns unser Gott Es ist das Heil uns kommen 304 Es ist noch eine Ruh vorh. 1100276 Es ist vollbracht! so ruft 170 148 Es lag die ganze Welt 388 99 Es zieht, o Gott! ein Kriegesw. 420 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe 91 493 109 491 556 367 71 438 52 203 554 1416 447 i 347 78 279 mont- F ૐ. 150 464 Freiwillig hast du dargebracht 170 376 Frohlocke mein Gemüthe 516 Frohlocket jung und alt 48 Für alle Güte sey gepreist 229 Fürwahr, du bist, o Gott 534 461 481 53 PRE G. 530 531 548 323 64 437 149 101 283 7190 90 451 69 422 342 362 25 122 8 206 522 469 252 95 207 Gedanke, der uns Leben Geist vom Vater und vom Gelobet seyft du, Jesu Christ 104 441 Gelobt sey Gott, ihm will Gelobt seyft du, Herr Sebaoth Gelobt seyst du, o Gott Gepriesen, Gott, sey dein Gerechter Gott, vor dein Gern will ich mich ergeben Getreuer Gott! wie viel Getroft mein Herz, und Gieb mir, o Gott, ein Herz Gott! deine Gnade sey 545 110 Gott, deine Gnad' ist unfer 235 Gott, deine Güte reicht so 408 56 Gott, deine Huld und Gütigkeit 36 Gott! der an allen Enden 502 Gott! der du die Menschen 317 Gott, der du für uns deinen 208 Gott, der du unser Vater 519 Gott der Juden, Gott der 484 Gott! der uns immer Gutes 339 Gott der Wahrheit, dessen 135 Gott des Himmels und 16 Gott, dir gefällt kein gottlos 211 Gott, du bist von Ewigkeit 224 9 482 30 260 37 257 549 137 117 210 378 479 388 20 Gott, du bleibst ewig unsrer Gott, du haft in deinem Gott, durch welchen alle Gottes Lamm, durch dessen Gottes und Marien Sohn Gott, groß von Erbarmen Gott hab' ich alles heimgestellt Gott! hilf mir, daß ich Gott im Himmel und auf Gott ist es, dessen weiser Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ist's, der das Vermögen Gott ist uns Stark' und Gott mache du mich selbst Gott, meine ganze Seele Gott, mein Vater, Dank Gott, mein Vater, deine Gott ruft der Sonn' und Gott sorgt für mich, was Gott, unserm Gott allein Gott, vor dessen Ungesichte Gott, was muß dein Sohn Gott werde stets von dir Gott, wie rein ist deine Großer Gott, erhabnes Großer Gott, Herr aller Großer Mittler, der zur H. Habe deine Lust am Herrn Hallelujah! Jesus lebet Halt im Gedächtniß Icsum Heiland! deine Menschenliebe Heil'ger Geist, du Himmelst. Heil uns! aus unsrer Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Allmacht Herr, deine Sanftmuth Herr, der du deinen theuren Herr, der du mir das Leben Herr, dir trau' ich auf Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich Herr, du fährst mit Glanz Herr, du hast deinem Register. 453 Herr Jesu deiner Glieder Herr Jesu! Gnadensonne Herr Jesu, send' uns deinen Herr, laß doch mich recht 107 Herr, laß mich doch gew. 199 Herr, lehre mich, wenn 127 286 87 Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser! nur Herr, meiner Seele großen 432 Herr, mein Licht, erleuchte Herr, mein Licht, mein 462 Herr, mein Versöhner Herr, ohne Glauben kann Herr, stärke mich, dein Herr, ich hab' aus deinen Herr Jesu Christ, du höchster 518 202 10 19 515 213 17 57 434 363 466 396 365 171 223 Hier ist noch unsre Prüf. 39 29 124 72 Hier liege ich zu d.- 2. 9. Hilf, Jesu, daß ich meine Hilf mir mein Gott, verleihe Höchster! denk' ich an die Höchster Gott, wir danken Höchst erwünschtes Seelenleben 458 Hosianna! Davids Sohn 177 Hüter! wird die Nacht 325 82 I. 121 201 96 Herr, unser Gott, dich loben Herr, unser Gott, wern Herr, wir stehen hier vor Heute, sprach mein Heiland Hier bin ich, Jesu! zu Herr, du kennest mein Verd. Herr, erhöre meine Klagen Herr, es ist von meinem 476 Herr Gott, du bist die Zuflucht 21 Herr, hôre mein Gebet Ich danke dir von ganzem 313 Sch danke meinem Gott 26 Ich denk' an dein Gerichte 551 Ich erhebe mein Gemüthe 187 467 386 271 23 188 282 535 291 Jauchze, auserwählt Geschlechte Jch armer Sünder, wer Ich bin ein Chrift: Gott 299 182 336 3 112 514 497 384 346 499 12 459 550 305 132 456 40 221 147 922 200 $ 4507 233 546 334 288 Ich glaub' an Gott, hoch Ich habe, Gott, mir Ich habe nun den Grund 47 Ich hab' in guten Stunden 81 Sch hoff, o Gott, mit festem 407 Ich komme, Friedensfürst 452 348 258 Sch bin getauft auf deinen 219 Sch bin, o Gett, dein Eigenth. 76 382 328 194 236 237 267 255 Sch fleb' in tiefster Reue Ich freue mich der frohen Ich freue mich, mein Gott 320 183 297 Sch komme, Herr, und Ich komme vor dein Ungesicht Ich preise dich, o Herr Ich schäme mich vor deinem Sch finge meiner Seelen 303 335 92 523 246 307 225 409 232 292 457 300 413 Ich weiß, an wen mein Glaub' 248 Ich weiß es, Gott, mein Ich weiß es wohl, ich selbst Ich weiß gewiß, daß mein Ich will dich noch im Tod Ich will, mein Gott, du Jehovah herrscht mit Majestát Jehovah, Herr und König Jesu, Urzt todtfranker Seelen Jesu, daß du meine Seele Jesu, durch dein Blut und Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seelen Retter Jesus Christus, unser Heiland Jesu, sieh' mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch Jesus, meine Liebe, lebt Jesus meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Ihm, der das Licht entstehen Ihr Christen rühmt, erhebt Ihr, die ihr war't verloren Ihr Frommen, auf! die Ihr Knechte Gottes, lobt Ihr trúben Sorgen, weicht Ihr Völker, jauchzt mit Ihr Volker in der ganzen Ihr Völker, stimmt nun In allen meinen Chaten In deinem Namen, o Herr Register. L. Laß deinen Geist mich stets Laß doch, o Jesu, laß dein Laß mich doch nicht, o Gott Laß mich doch, o mein Gott Laß mich, Höchster, darnach Laßt uns unserm Gott lobsing. Lehre mich, Herr, recht Liebster Jesu, Gnadensonne Liebster Jesu, Trost der Liebster Jesu, wir sind hier 330 161 541 55 63 429 79 Lob, Ehre, Preis und Dank Lob, Chr' und Preis dem Lobet den Herren, alle Heiden Lobsinge, meine Seele Lobsinge Gott mit wahrem Lobt Gott, den Gott der 310 401 152 Mache dich, mein Geist 319 Mag doch der Spotter Heer Man betet, Herr, in 3ions Mein Auge sieht, o Gott Mein Bundesgott, ach Meine Lebenszeit verstreicht 270 309 474 198 164 311 172 167 Meinen Jesum laß ich nicht K. 163 Kaum steigt zu ihrem frohen Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 120 König, dem kein König 189 399 Kommt betend oft, und Komm heiliger Geift, erfüll' Komm, o Gott Schöpfer Komm, o komm, du Geist Kommt her, Mühsel'ge Kommt, laßt euch den Herrn Lobt Gott, der uns den F. Lobt, lobt den Herrn ihr 1443 M. 111 Mein Erlöser, der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein Erlöser hångt am Mein erster Wunsch, mein Mein erst Gefühl sey Preis 49 Meine Seel', ermuntre dich 442 Meine Stimme ruft zur 477 Mein ganzer Geist, Gott Mein Geift erstaunt, Almåcht. Mein Geist soll nun in Gott Mein Gott, ach lehre mich Mein Gott, dir ist bewußt Mein Gott, du wohnest Mein Heiland, deine Größe Mein Heiland lebt, er Mein Heiland, wenn mein Mein Herz ermuntre dich 439 184 118 62 425 Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Hort ist Gott, ihn 1 Mein Jesu, du hast unsre 197 Mein Jesus ist mein Leben 204 Mein Jesus sigt zur rechten 352 Mein Jesus triumphiret 327 Mein Leben ist ein Pilgrimst. Mein Lebensfürst, nun kann Mein Lebensfürst zeig' mir Mein Salomo, dein freundl. Mein treuer Gott, dein 143 209 512 Mein Vater und mein Gott 299 Menschen ist's gesetzt zu 557 103 501 412 289 Nach einer Prüfung kurzer 4 Nach meiner Seelen Seligkeit 97 449 444 166 440 455 68 506 312 50 58 324 536 315 220 138 140 473 470 134 397 277 366 377 341 83 355 181 268 269 460 364 374 119 542 180 178 273 130 538 245 256 340 275 Mit Ernst, o Menschenkinder 100 Mit Seufzen klag' ich dir 405 N. 278 500 Nicht, daß ich's schon ergriffen Nie bist du, Höchster, von Nie will ich dem zu schaden Nimm, Gott, dem wir Noch bin ich dein Gast, o Erde Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich Noch nie hast du dein Wort Nun, Christen, laßt uns Nun danket alle Gott Nun habe Dank für deine Nun ist es alles wohlgemacht Nur Liebe ohne Heuchelei O Christe! eingeborner O Christenheit! sey hoch O du erhabner Gott Freund, der meine Schuld. O Friedensfürst aus Davids Oft denkt mein Herz, wie O Gott, den alle Himmel Register. 504 O wohl dem Menschen 28 O Wundergott, der alles 552 66 262 59 471 31 93 450 234 151 547 94 113 368 154 105 343 43 45 O Gott des Himmels und der O Gott, deß gnadenvoller O Gott, deß starke Hand Gott, du bist die Liebe O Gott, du bist mein Preis O Gott, du frommer Gott O Gott, es fehlt uns Kraft O Gottes Lamm unschuldig O Gottes Sohn, Herr O Gottes Sohn und Mensch Gott, gieb dein Gericht O Gott, wer ist dir gleich Ogroßer Gott, der alle Oheilige Dreieinigkeit Herr, mein Gott, durch D Herr und Schöpfer unsrer DHöchster, dessen Kraft Jesu, Brunnquell aller DKönig, dessen Majestát Liebesglut, wie kann O Menschenfreund, o Jesu O Seele, schaue Jesum an O Tod, wo ist dein Stachel 74 unser Gott, wie voll ist O Vater, allerhöchster Gott 403 O Vater der Barmherzigkeit 216 406 431 35 34 306 106 185 369 27 41 390 P. Preiset Gott in allen Landen Preis, Preis sey Gott Qual und Ungst muß S. O Vater, groß im Himmel O welch ein Leiden, das O welch ein unschäßbares Welt, sieh' hier dein Leben 139 O wie unaussprechlich 280 Schaffet, schaffet Menschent. Schau, großer Herr der Schön ist die Tugend Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott Schon ruhet auf den Feldern Schüße die Deinen, die Schwing' dich auf gen Golgatha Seele, du mußt munter 492 136 Sen gnädig, Herr, nach deiner 411 Sey hochgepriesen, Herr 404 Sen Seele stark und unverzagt Sen zufrieden, mein Gemüthe So fliehen unsre Tage hin So gehst du, Jesu, willig So jemand spricht: ich liebe So ist von meiner kurzen Soll sich mein Geift, o Gott Sollt' ich meinem Gott nicht Sorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller So wahr ich lebe! spricht 125 Stimmt unserm Gott ein 293 Strafe nicht, o Heiligster 98 Straf', o Herr, mich nicht 26 Sucht man die Freundschaft Sünder! willst du sicher 60 427 351 159 T. Tag, den mir der Herr Treuer Hirte deiner Heerde Seele, sey zufrieden! was dir Seele, willst du Ruhe finden Selig, Gott, sind die, die Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! Sey feurig, Seele, Gott 301 242 54 165 249 417 285 175 344 240 195 487 212 142 472 385 231 263 146 129 51 281 144 521 61 480 126 544 465 353 445 433 153 300 454 302 424 316 296 228 217 11. 435 503 um Gnade für die Sünderw. unermeßlich ewig ist unschuld'ger Jesu! was hast du 131 141 22 302 Unser Heiland steht gebunden Unumschránkte Liebe V. M. Wach' auf, mein Herz! auf Wach' auf, mein Herz! und Wachet auf! so ruft die Wachet auf vom Schlaf Warum sollt' ich mich dann Was Gott thut, das ist Was gråmst du dich, mein Was hilft's, daß ich mich Was ich nur Gutes habe Was ist das Leben hier auf Was ist mein Leben auf der Was ist mein zeitlich Leben Was ist's, daß ich mich quale Was ist vor deinem Ungesichte Was soll ich ångstlich klagen Was sorgst du ångstlich für Weicht ihr Berge! fallt ihr Welch hohes Beiſpiel gabst Wenn Christus seine Kirche Wenn der Sünder hat Wenn ich ein gut Gewissen Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn zur Vollführung deiner Wer bin ich? welche wicht ge Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Hütte Wer dieser Erden Güter Wer, Gott, dein Wort nicht Wer kann, Gott, je was Wer nur den lieben Gott Register. 128 38 Wer unter Gottes Schatten Wie Christus selbst zum 419 Wie gnådig warst du, Gott Wie göttlich sind doch, Jesu 526 123 244 33 Verborgner Gott! dem Verleih uns Frieden gnädiglich 415 Wie groß ist deine Menschent. 227 Vernimm, o Gott! vernimm Wie groß ist des Allmächt'gen Voll Glauben will ich zu Wie groß ist unsre Seligkeit Bon dir kommt jede gute Wie herrlich strahlt der Wie komm' ich doch, mein Von ganzer Seele preis' Von Gott will ich nicht Wie lang' darf ich noch Vor dir, o Gott! sich findlich 370 Wie lang' soll ich traurig Wie lieb ist mir's, daß Gott Wie lieblich ist doch, Herr 414 395 372 400 168 478 Wie felig, Gott, wie selig 527 511 272 Wie selig, Herr, ist der 196 Wie selig lebt ein Mensch 524 Wie sicher lebt der Mensch 525 Wie soll ich dich empfangen 391 Wie sollt' ich dich, mein 389 Wie theuer, Gott, ist deine 498 Wie treu mein guter Hirte 529 528 73 394 533 Wie ein Geschwäg des Tags Wie fleucht dahin der Menschen Wie getrofst und heiter 326 496 485 Wie mannigfaltig sind die Wie selig bin ich, wenn 329 555 314 410 380 Wie ungewiß ist, Herr Wie wichtig ist doch der Wie wird mir dann, mein Wie wohl ist, Jesu! meiner Wohl auf, mein Herz, wobl 85 86 250 Wohl dem Menschen, der Womit soll ich dich wohl Wort aus Gottes Munde 247 318 265 488 116 361 490 508 Wo soll ich bin, wer hilfet 356 盤 出 保證 15 高 劉 7 32013T178;+22 3 42 3 81 89 31 238 345 553 537 357 Will mich, o Gott, hienieden Willst du der Weisheit Quelle 371 Willst du die Buße noch 32 Wirf, blöder Sinn, den 350 Wir freuen uns, Herr 214 Wir Menschen sind von 294 Wo find' ich, Gott, den Wo flieh' ich Sünder hin Wohlan, mein Herz, sey 251 44 241 301 539 77 264 6 354 Wohl dem, der beßre Schake Wohl dem, der richtig wandelt 558 513 446 3. 392 218 3ur Urbeit, nicht zum Müssigg. 517 Gebete. 303 10. 12 Morgengebete. Bott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schuße bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet haft. Gott, deine Gute ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gefeße übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sunden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschámet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient habe. Sey mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. 304 Morgengebete. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Bose, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer beffer, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsag, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Seligkeit seyn. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unters drücke. Laß die Vorstellung von deiner Allwissenheit und Allgegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesehet haft, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Gieb, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Laster den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Morgengebete. 305 Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns gesehet haft. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Tegne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden haft. Gieb, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sey mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Unser Vater zc. mbibates yata nue mis 100 sin igal duadori dnu duct Allmächtiger und unendlich gütiger Gott; deiner gnädigen Borsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gesund aufgestanden bin. Du hast nächtliche Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schuß båtte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligen Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem mächtigen Schutze befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele. und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich seyn können. Regiere alle meine Entschließungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß seyn moge. Gieb mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gesetzet hast, mir aufleget. Gieb, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sey auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jefu Chrifti willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens, Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stårken. Wenn ich aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei dir Vergebung suche, und in's Künf20 306 Abendgebete. tige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen, Amen. sid thyed ind du Bindet Bad adna allograr Bodend Sandmajades 30 nd omisd do ndalov menit menand moles hoogd mig Abendgebete.my 10, 20 2nd to him sod: 3190 audimo sus al Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Ungesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens giebt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dank barkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohls thåter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abge: wandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte ber Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Uber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Ungesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart forg fältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vor gesetzt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Sünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohl thätigen und himmlisch gesinnten Jesu sey? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Undern nüglich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Born, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und dishim Abendgebete, de G 307 mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hätte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die vers borgenen Fehler. Gehe nicht in's Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsage. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich Au erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schutz bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquidkenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes und Seelenkräften wieder aufwachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Troste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stárke die Ster benden und laß fie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an : 20* 308 Das Gebet des Herrn, umschrieben. deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Sch bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Chrifti, unsers Mittlers und Seligmachers, Umen. dello stato allbalt monism mpg bid mp3 ad im tistpilies nd Barmherziger, gnädiger Gott, unter deinem gnädigen Schuhe habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undantbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im 3orn vor dich, noch meine unerkannten Sünden in's Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sey mir um Chrifti willen gnådig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Bende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die felige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet hast. Erhöre mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes willen, Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Unser Bater, der du bist im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Bornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von allen erkannt, geehret und geprieſen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herrlicher auf dem ganzen Erdboden werden, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, Das Gebet des Herrn, umschrieben. 309 liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsterniß leben, und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen des Lasters und des Unglaubens wandeln. Nur dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. Gieb uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erkennen, táglich unser Bertrauen auf dich seßen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergieb uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gebäuft haben, und verfichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Chrifti. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gieb uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, so uns beleidiget haben, damit wir ihnen so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergiebst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und liftig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. To nie s Sitsio Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan seyn. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, die 310 Bor dem Genusse des heit. Abendmahls. und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn felbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. 79 180 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Herr, Herr, Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als váterlichen Liebe gegeben hast. Du hast ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um feinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwur digen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsatze, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundre die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. 311 O Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz fagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sey mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entfage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, meine Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhältst, fo gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe.md time good us is di ja minds and Bad Gris du hast ein Gedächtniß Nur wenige Stunden Heiland eiland der Welt, Herr Jesu Christ, der Wunder deiner Liebe gestiftet. vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie troftlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn? Wie unerträglich würde mir die Laft meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Unblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben háttest. Sa, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke beiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht der undankbarste und nieder 312 Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. trächtigste unter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergaße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner lieb: reichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu seyn. Ich komme als ein mühfeliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich bir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsak zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn. Erlaube nicht, daß ich mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfeft, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das Kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu halten, Amen. to ad inim Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen hei ligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sündent vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vont Verderben erlöset, und dich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vers gilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über feine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, fo ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Mifsethat nicht zurechnet, in dessen Geist tein Falsch ist! Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. 313 Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du hast deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sey Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder nennen. An ihm haben wir einen vollfommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. and Großer Erlöser, meine Seele erhebet dich, den Herrn, und mein Geift freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünf tigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergossen zur Vergebung der Sünden. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige seyn. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sey mein Leib und meine Seele, dir sey mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vor= nehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit seyn! Umen. 18 mallo tim bir il 514 mm Gebet eines Kranken.ad te So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergaße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Ver: antwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so tráge und nachläffig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Borrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ befige, verlustig, und meine Verdammniß um ſo viel schwerer machen. Ach Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sey du in meiner Schwachheit machtig. Befestige meine guten Ent schließungen, und verleihe mit Gnade, an der Ausführung der felben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gieb, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Ver fuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen haft, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich voll enden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. Gebet eines Kranken. mein Gott, du Quelle des Trostes und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. 3u wem fann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Gebet eines Kranken. 315 Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, kannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. 3u dir allein wende ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und fchweige nicht zu meinen Thránen. ialbour Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Bornes über mir zusammenschlagen, und ich mußte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. Meiner Sinden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Ach, ich Unglückseliger! 2ch, daß ich dich zum 3orn wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du haft mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie fonnte ich doch so undankbar seyn, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erhob! Wie fonnte ich fo frech, so treulos fenn, daß ich mich gegen meinen Bater und Ronig emporte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergoffen bat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Sieb mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gånzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich füsse die Ruthe, welche mich schlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen 3üchtigungen. Gieb mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen fanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, fo um mich berum find, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweifet, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet seyn, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel find umsonst. Von dit, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Berlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an ber ich genug habe. Deine Kraft sen mächtig in mir Schwachen! Gefällt es die, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit 316 Danksagung und Bitte wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll; so gieb mir, Herr, daß ich ein neues Leben führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Züchtigungen gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu seyn, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu for: dern: so sebe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz Tos von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet seyn.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so forgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sey du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschützer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange sie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veránderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe). Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gieb neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. 541 Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Chrifti Jesu, meines Heilandes willen, Amen. s thus and ristal Danksagung und Bitte nach der Genesung spille miss von einer Krankheit.com bit Camer Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir nach der Genesung von einer Krankheit. 317 von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes seyn sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du haft meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und haft mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. D, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Sch erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich.mn of 2nd 100 Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen lengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Her zens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzurnten; ich ver sprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gieb dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergeffe, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungestümes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst mich erretten. Gieb mir das nöthige Licht, gieb mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sen du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sey mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Unläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Gott, so Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückgefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder ange= fangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein Bittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Dhren: Siehe zu, du bist gefund geworden, sündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht 318 Jisd Gebet der Umstehenden dan etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jest mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplah ist, ihre Gestalt verandere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Herzen und Begierden dahin gerichtet seyn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher seyn. bin sis chi sdnd ende Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Hóre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprieslichsten findet. Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen läsfest, daß sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gieb einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Amen. ist sin nd adsi stol did all and the str others dins in nist Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. oft umächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese tranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gieb ihr Gnade, daß fie in dieser Schwachbeit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Uch, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Bod Dir, o allerliebster Bater, wollen auch wir ihre Noth vor tragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke sie im Kampf und Streit wider den Tod, audio für einen Sterbenden. 136 134 319 s ihren letzten Feind; sey nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige sie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewiß heit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sey getrost, dir sind deine Sünden vergeben. Etárke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit fie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite empfunden und ausgestanden hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes, und gieb ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Zittern und Zagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit, und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneiget, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Uch, stärke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit machtig seyn. Oliebster Heiland Jesu! du hast verheißen, wenn du werdest erhöhet seyn, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und haft daselbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Ungesichte deines himmlischen Baters für uns erscheinest. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sey, Herr Jeſu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. 320 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Dheiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel fich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlösers führen. mis draud sism) ndo niste le 2 bigtigil 990 198 Uns aber, o Herr, gieb die Gnade, daß wir uns oft unferer Sterblichkeit erinnern, aller Sünde bei Seiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c.es tiigilibale mgital and dod Bisbiando min mordi solli@ mm Tamat ni anda tidsdis sd nou lliur jue nigo dtur rustiƐ maisi mi da pratiti mor 195 punod and time off abius omnes dis2 di proudu no mdom is! lis mies pod dodan nga gishim did bowo i nije indum ad ameridhe nd us the doli della ad fjid mun padig is ng allo en ud follor of nast ndiện Prolis dites nd dirt roar tododis t ST2 gmiffo niso ban dus id ud madaldase- toda anbilagak mad you nd sind, diom mindis humid d id ng exis Gris mul asdasichnis diad and ou spital sid hond schach les ord shig salwalchen aid an ad tim led it and hi apmatan sit ommivad endis al 158 sould no lommid, med mind and Bimalni vod a suit ad me qui ad un blandin mad Sunni tisichilar@ ald i samme- molla eu tbily and dil do nigu and me ardoi moist and si doğ emdus 10 mdashomgls) and this end man mardi ni stody cl opom nithe dasid mi du naunchi dhid slas sedi tiad od 7 in all and anotroclase mere sy and morging silism and drug at som du shiupys of mond on mind isd scongiur di Bpl du 19 Cimda 90 di 6 m sp mitsgando and drior 101 more 4D pid on 31 Dist dagl 27 andsizding apdeg do bog admipid si pQpzim NO Evangelien und Episteln. ad and Evangelium am 1. Sonntage des Advents, in Matth. 21, v. 1= 10. a fie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zweien, und sprach zu ihnen: Gehet hin. in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Efelin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und fübret sie zu mir. Und so euch je mand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, so bald wird er fie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kömmt zu dir sanft= müthig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllen der lastbaren Die Jünger gingen hin, und tha= ten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Efetin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und festen ihn drauf. Uber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Beg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Sofianna, dem Sohne David! ge= lobet sen, der da kömmt in dem Namen des Herrn! Hofianna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, v. 11. 14. Lieben Brüder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe sintemal unser Heil jegt näher ist, denn da wirs glaubten. di 106 Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. am Tage, nicht in Fressen und Saus Lasset uns ehrbarlich wandeln, als fen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Reid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium am 2. Sonntage des Advents, Luc. 21, v. 25:34. der dem und und es werden Zeichen geſchehen an den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange feyn, und werden zas gen, und das Meer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Mens schen werden verschmachten vor Furcht kommen sollen auf Erden, dann auch und vor Warten der Dinge, die da der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieſes ans fähet zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß fich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; ihrs an ihnen, und merket, daß jest wenn sie jest ausschlagen, so sebet der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles fehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage eud), dies Geschlecht wird nicht vergeben, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Borte vergehen nicht. 1. Um 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, v. 4-14.. Wa as aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und der Schrift haben: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet send unter einander nach Jesu Chrift, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde Tobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufge= nommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmhergigkeit willen, wie geschrieben frebet: Darum will ich dich loben unter den dvd 5 Epiftel, 1 Cor. 4, v. 1.6. Beiden, und deinem Kamen fingen. Daftich the Chrifti Diener, und afür uns jedermann, näms Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. und Haushalter über Gottes Geheims abermal: Lobet den Herrn, alle Hei- nisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß fie ben, und preifet ihn, alle Völker. Mir aber Und abermal spricht Esaias: Es treu erfunden werden. wird seyn die Wurzel Jesse, und ists ein Geringes, daß ich von euch ges der auferstehen wird zu herrschen richtet werbe oder von einem menſchüber die Heiden, auf Tage, auch richte ich die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht por der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht brine men wird das Evangelium gepres diget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu Was ihr hinvon the bott ausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was Teys ihr hinaus gegangen zupfehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was send ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Ene gel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Evangelium am 3. Sonntage des Advents, gen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbac ren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. 201 * Matthe 11, v. 2 11. o a aber Johannes im die Werte Chrifti börete, fandte Evangelium am 4. Sonntage er seiner Jünger zweien, und ließ ni non des Udvents, smal ihm sagen: Bist du, der da foms men foll, oder sollen wir eines ans dern warten? Jefus antwortete und Joh. 1, v. 19-28.*** nd dies das fprach zu ihnen: Unis, ba bie Suben fandten von Jerusalem Priester und Leviten, sie ihn fragten: wer bist du? er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Chriftus, und sie fragten ihn: was denn? faget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Ausfähigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Urdaß Und Lagatesten om heiligen Christtage. Ailind 2 m Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen fie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüften; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Efaias gesagt hat. und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Waffer, aber er ist mitten unter euch getre: ten, den ihr nicht kennet. Der ifts, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewefel ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. 10140 Epiftel, Phil. 4, v. 4-7. reuet euch in dem Herrn alle wege, und abermal sage ich: freuet euch! Gure Lindigkeit laffet kund seyn allen Menschen. Der Herr ift nahe Sorget nicht: sondern in allen Dingen laffet eure Bitte in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle bewahre eure Herzen und Sinne in Chrifto Jeſus un dal 316 317 Badsiö17936# jame Gnade Gottes allen Menenn es die heil fchen und züchtiget uns, dass wir Evangelium am heil. Chrifttage, sollen verleugnen das ungöttliche 0091 1992 Luc. 2, v. 1-14.) 3 J Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie das selbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe des Herrn Engel traten zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland ges boren, welcher ist Chriftus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippen liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge Lobeten Gott und sprachen: Ehre der himmlischen Heerschaaren, die sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.stic coding or sid onu 15 stbom 11splays@ mo aggist Epistel, Tit. 2, v. 11-14. Wesen und die weltlichen Lüfte, und züchtig, gerecht und gottfelig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des grosen Gottes, und unsers Heilandes Jefu Chrifti.Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken om 1* s begab sich aber zu er Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Uugufto ausaing, daß alle Welt geſchäger würde. Und diese Schagung war die allererste, und geschah zu in Syrien ware und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in feine Stadtin Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläajaus der 4 Um 2. heiligen Christtage. Um Neuen Jahrestage. in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele drin gen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte User, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Faften und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch binzu zu derfelbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, v. 1-7. dh fage aber: So lange der weiland unweise ungehorsam, irrige, fastinbist, fo ist unter ihm und einem Knechte fein Unterschied, ob dienend den Lüften und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bos= heit und Reid, und baffeten unser wohl ein Herr ist aller Güter; fons unter einandera Da aber erschien dern er ist unter den Vormündern die Freundlichkeit und Leutseligkeit Zeit vom Bater. Also auch wir, da und Pflegern, bis auf die bestimmte Gottes unsers Heilandes, nicht um wir Kinder waren, waren wir gefans der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten., sondern nach feiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiederge burt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Chriftum unfern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erbenseyendesewigen Lebens nach der Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. fo ist nun hier kein Knecht mehr, den unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Weibe und unter das Geset gethan, Gott seinen Sohn, geboren von einem auf daß er die, so unter dem Geseg waren, erlöfete, daß wir die Kind empfingen. denn inter fept, hat Gott gefandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater. fondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so finds auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Neuen Jahrestage. anon Luc. 2, v. 21. Und Ind das acht Tage um waren, da bas Kind beschnitten wurde, ba ward fein Name genennet Jesus, Evangel. am 2. heil. Christtage, Luc. 2, v. 15:20. 11n nd da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laffet un nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide Maria und Josepb, dazu das Kind in der Krippe tie: gend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten, Maria áber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preifeten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. moliad rad chus unsd Epistel, Tit. 3, p. 3: 8. dan prosto Evang. am Sonnt. nach Christtag, Sidi Luc. 2, v. 33-40.00 m Und fein Vater und Mutter wun. derten sich bes, das von ihm geredet ward und Siemeon segnete fie, und feiner Mutter: Siehe, dieser wird gefegt zu einem Fall und Uuferstehen vieler ddig Um Sonntage nach dem Neuen Jahren in 5 welcher genennet war von dem Engel, ebe denn er im Mutterleibe empfan: gen war. da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Pros pheten Jeremia, der da spricht: Auf Epistel, Gal. 3, v. 23:29. denn aber hat man wurden wir unter dem Geset gehöret, viel Klagens, Weinens und verwahret und verschloffen auf den Heulens! Rabel beweinte ihre Kins Glauben, der da sollte offenbaret der und wollte sich nicht trösten lassen, werden. Also ist das Geseg unser denn es war aus mit ihnen. Da Suchtmeister gewesen auf Chriftum, aber Herodes gestorben war, siehe daß wir durch den Glauben gerecht da erschien der Engel des Herrn dem würden. Nun aber der Glaube Joseph im Traum, in Egyptenland. kommen ist, sind wir nicht mehr und sprach: Stehe auf und nimm unter dem Buchtmeister. Denn ihr das Kindlein und seine Mutter zu feyd alle Gottes Kinder, durch den dir, und zeuch hin in das Land Glauben an Christum Sesum. Denn Israel; sie sind gestorben, die dem wie viel euer auf Christum getauft Kinde nach dem Leben standen. Und sind, die haben Christum angezogen. Sie ist kein Jude noch Grieche, bie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr fend allzumal einer in Chrifto Jesu. Send ihr aber Christi, so send ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben, er stand auf, und nahm das Kinde lein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Urchelaus im jüdischen Lande König war anstatt seiz nes Baters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und Evangelium am Sonntage nach 309 in die Derter des Galiläischen dem Neuen Jahre, Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da ges sagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Matth. 2, v. 13= 23. Dª a fie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, Mutter zu dir, und fleuch in Egyp= tenland, und bleib allda bis ich dir fage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, das ſelbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und feine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die Epistel, 1 Petri 4, v. 12:19. hr so euch begegnet, nicht befrems den( die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet) als widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offens barung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig send ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, bei euch ift er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb, oder Uebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Chrift, so schäme er sich nicht, Um Sonnt. der Erschein. Christi. Um 1. Sonnt. n. Epiph. er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns; was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sola len ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. und gingen in das Haus, und fans den das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und bes teten es an. Und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ibnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen ans dern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jef. 60, v. 1-6. auf, werde denn Evangel, am Sonnt. der Erschei- M bein Sicht kommt, und bie nung Christi( Epiphania), Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit ers scheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem eicht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umber, diese alle versam melt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Luft sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, und Gold und Weihrauch bringen, des Herrn Lob verkündigen. Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphania, Luc. 2, v. 42-52. dan Matth. 2, v. 1-12. a Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. und ließ versammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Chriftus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete fie gen Bethlehem, und ſprach: ziehet bin, gingen fie binauf gen Jerufas a Jesus zwölf Jahre alt war, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern saben, wurden sie hoch erfreuet, lem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tages reise und suchten ihn unter den Ges freundten und Bekannten. Und da in Um 2. Sonntage nach Epiphania. 7 sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel figen, mit Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphania, ten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete, und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Untwort. Und da sie ihn sahen, entz segten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Baters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter be hielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Ulter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, v. 1-6. ch durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches fey euer vernünftiger Gottesdienst. und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich fage durch die Gnade, die mir ges geben ist jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott theilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Joh. 2, v. 1-11. bid Und nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jefu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch faget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesest, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jes sus spricht zu ihnen: Füllet die Wass serkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister sen war, und wußte nicht, von wans nen er kam( die Diener aber wuße tens, die das Wasser geschöpfet hatten) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. und seine Sünger glaubten an ihn. Epistel, Röm. 12, v. 7-16. at so sen fie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Umt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. jemand, so gebe er einfältiglich. Res gieret jemand so sey er sorgfältig. uebt iemand Barmherzigkeit, fo Giebt Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphania. 8 thue ers mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanaet dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrer: bietung zuvor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter: einander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangel, am 3, Sonntage nach Epiphania, er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgs ten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jakob im Himmelreich sigen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsterniß hin: aus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Halt Matth. 8, v. 1-13. Epistel, Röm. 12, v. 17:21. altet euch nicht selbst für klug. Bergeltet niemand Böses mit a Jesus aber vom Berge berab Bösem. Befleißiget euch der Ehre ging, folgete ihm viel Volksbarkeit gegen jedermann. Ists möge nach. Und siehe, ein Ausfähiger lich, so viel an euch ist, so habet kam und betete ihn an, und sprach: mit allen Menschen Friede. Rächet Herr, so du willt, kannst du mich euch selber nicht, meine Liebsten, wohl reinigen. Und Jesus streckte sondern gebet Raum dem Zorn, denn seine Hand aus, rührte ihn an und es stehet geschrieben: Die Rache ist sprach: Ich wills thun; sey gerei- mein, ich will vergelten, spricht der niget. Und alsbald ward er von Herr. So nun deinen Feind huns seinem Aussage rein. Und Jesus gert, so speise ihn, dürftet ihn, so sprach zu ihm: Siehe zu: sag es tränke ihn. Wenn du das thust, so niemand, sondern gehe hin, und wirst du feurige Kohlen auf sein zeige dich dem Priester, und opfere Haupt sammlen. Laß dich nicht das die Gabe, die Moses befohlen hat Böse überwinden, sondern über zu einem Zeugniß über sie. Da aber winde das Böse mit Gutem. Jefus einging zu Capernaum, trat Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphania, pl ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und bat große Qual. Jeſus ſprach zu will und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach geheft, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gefund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich Tage zu einem: Gehe hin, so gehet Matth. 8, p. 23- 27. dan nd Jeſus trat in das Schiff, und feine folgten siehe, da erhub sich ein groß unges stüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traz ten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleinglaubige, warum send ihr so furchtsam? Und stand auf und bes $ Um 5. Sonnt. nach Epiphania. dräuete den Wind und das Meer, da] ward es ganz stille, die Menschen aber sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 13, v. 8-10. end niemand nichts schuldig, denn denn wer den andern liebet, der hat das Gefeß erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten, du sollt nicht stehlen: Du sollt nicht falsch Seugniß geben, dich soll nichts gelüften, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du follt deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Näche ften nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangel. am 5. Sonntage nach Epiphania, Matth. 13, v. 24-30. legte ihnen ein ander GleichUm Sonnt. Septuagesimå. 9 Epistel, Col. 3, v. 12: 17.m ziehet nun an als die übers wählten Gottes, Heilige und liebte, herzliches Erbarmen, Freunds lichkeit, Demuth, Sanftmuth, Ges duld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihrauch berufen send in einem Leibe, und send dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Pfalmen und Lobgesängen, und geistlichen liebs lichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Berken, das thut alles in dem Nas men des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage 4 Septuagefimå. Matth. 20, v. 1-16. D melreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker fäete. Da aber die Leute schliefen, as Himmelreich ist gleich einem kam sein Feind, und säete Unkraut Hausvater, der am Morgen zwischen den Weizen, und ging davon. ausging, Urbeiter zu miethen in Da nun das Kraut wuchs, und Frucht seinen Weinberg. Und da er mit brachte, da fand sich auch das Unkraut. den Arbeitern eins ward um einen Da traten die Knechte zu dem Haus- Groschen zum Tagelohn, fandte er vater, und sprachen: Herr, hast du sie in seinen Weinberg. Und ging nicht guten Saamen auf deinen Ucker aus um die dritte Stunde, und sahe gefäet? Woher hat er denn das Un andere an dem Markte müssig stehen, fraut? er sprach zu ihnen: Das hat und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch der Feind gethan. Da sprachen die hin in den Weinberg, ich will euch Knechte: Willt du denn, daß wir geben, was recht ist; und sie gingen hingehen, und es ausgäten? Er hin. Abermal ging er aus um die sprach: Nein, auf daß ihr nicht sechste und neunte Stunde, und that zugleich den Weizen mit ausraufet, gleich also. Um die eilfte Stunde so ihr das Unkraut ausgätet. Laffet aber ging er aus, und fand andere beides mit einander wachsen, bis zu müssig stehen, und sprach zu ihnen: der Erndte, und um die Erndtezeit Was stehet ihr hier den ganzen Tag will ich zu den Schnittern sagen: müssig? Sie sprachen zu ihm: Es Gammelt zuvor das Unkraut, und hat uns niemand gedinget. Er sprach bindet es in Bündlein, daß man es zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den verbrenne, aber den Weizen fammelt Weinberg, und was recht seyn wird, Mir in meine Scheuern. o dr soll euch werden. Da es nun Abend 10 mgom Um Sonntage Seragefima.nn anno.6 ms liche Speise geffen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie trunken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher Fels war Christus. Uber an ihrer vielen batte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüsten. Evangelium am Sonntage Seragesima, Luc. 8, v. 4- 15. ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeis tern, und gieb ihnen den Lohn, und hebe an, an den Leßten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten famen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und fie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese legten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hige getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden, um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen legten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht macht zu thun was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Legten seyn. Denn viele sind beru: fen, aber wenig find auserwählet. Epistel, 1 Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Wi iffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Bäter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mofen getauft, mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistD a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Saamen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Ber Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Saamen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach tömmt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glaus ben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Unfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen bin, unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und Um Sonntage Quinquagesima. ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2 Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. De enn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seyd. Jhr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troget, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf nun je mand kühn ist( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch fühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Chrifti( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich babe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal ges stäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit ges wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falſchen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträget, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen so will ich Schwachbeit rühmen, ich meiner water unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher 11 sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damasco, der Landpfleger des Königs Ureta vers wahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus. durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor viers, zehn Jahren( ist er in dem Leibe ge= wesen, so weiß ichs nicht, oder ist er. außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Hims mel. Und ich kenne denselbigen Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühs men wollte, thate ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans, Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Las dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti bei mir wohne. Evangelium am Sonntage Quinquagefima, Luc. 18, v. 31-43. esus nahm zu sich die ſprach zu ionen: Gehet wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird 12 alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geiffeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferste: hen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und ſprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein: Die aber vorne an gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Jefus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen raöge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preifete Gott, und alles Volk, das folches sahe, lobete Gott. Am 1. Sonntage in der Fasten. $ 17 20160 Epistel, 1. Cor. 13, v. 1:13. W enn ich mit Menschen und mit der Liebe nicht, so wär ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weisfagen könnte, und wüste alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hätte der Liebe nicht, ſo t wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Haabe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, fie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, fie suchet nicht das ihre, fie läffet sich nicht erbittern, ste trachtet nicht nach Schaden, sie freuet fich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit. Sie vers träget alles, fie glaubet alles, fie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weisfagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weisfagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Volle kommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kin disch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Ungesichte. Jeht erkenne ich's stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1= 11. a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß Er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Sinne des Tempels. Und sprach zu ibm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinabs denn es stehet geschrieben: Er wird feinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Hän. Um 2. Sonntage in der Faften. 13 der Fasten( Reminiscere), den tragen, auf daß du deinen Fuß Evangel. am 2. Sonntage in nicht an einen Stein stößeft. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbeteft. Da sprach Jefus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es ste= bet geschrieben: Du follt anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siebe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Epistel, 2 Cor. 6, v. 1-10. Wi ir ermahnen aber euch, als Mit helfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jest ist die angenehme Zeit, jest ist der Tag des Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Wer: gerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer heduld, in Trübfalen, in Röthen, in in Schlägen, in Gefängnisfen, in Kufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Faften, in Keusch heit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerech: tigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch befannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und boch nicht ertödtet. Als die Trau rigen, allezeit aber fröhlich, als die Urmen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. 1912001140 Matth. 15, v. 21:28. Und Jefus ging aus von dannen, und Sydon. Und siehe ein Canaund entwich in die Gegend Tyrus näisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. traten zu ihm seine Jünger, baten Da Herr hilf in und sprachen: Laß sie doch von antwortete aber und sprach: ich bin dir, denn sie schreiet uns nach. Er nicht gesandt, denn nur zu den verz lornen Schaafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jefus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gefund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1 Theff. 4, v. 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten euch, und ermahnen dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wiffet, welche Gebote wir euch geges ben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hus rerei, und ein jeglicher unter euch wiffe sein Faß zu behalten in Heis ligung und Ehren, nicht in der Luftseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. 14 Am 3. und 4. Sonntage in der Fasten. Evangelium am 3. Sonntage in der Fasten( Oculi), lig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen haft. Er aber sprach: Ja felig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Ephef. 5, v. 1.9. o fend nun Gottes Nachfolger, als lieben und wans fich. Etliche aber unter ihnen spra- delt in der Liebe, ateichwie Chriftus chen: Er treibet die Teufel aus durch uns geliebet hat, und sich selbst dar Beelzebub, den Obersten der Teufel. gegeben für uns zur Gabe und Opfer, Die andern aber versuchten ihn, und Gott zu einem süßen Geruch. Hure: begehrten ein Zeichen von ihm vom rei aber und alle Unreinigkeit, oder Himmel. Er aber vernahm ihre Ge- Geiz, lasset nicht von euch gefaget danken, und sprach zu ihnen: Ein werden, wie den Heiligen zustehet: jeglich Reich, so es mit ihm selbst auch schandbare Worte und Narrenuneins wird, das wird wüste, und theidigung, oder Scherz, welche euch ein Haus fället über das andere. Ist nicht ziemen, sondern vielmehr Dank: denn der Satanas auch mit ihm selbst fagung. Denn das sollt ihr wissen, uneins, wie will sein Reich bestehen? daß kein Hurer noch unreiner, oder dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel Geiziger( welcher ist ein Gößendieaus durch Beelzebub. So ich aber die ner), Erbe hat an dem Reiche Chrifti Teufel durch Beelzebub austreibe, und Gottes. Lasset euch niemand durch wen treiben sie eure Kinder aus? verführen mit vergeblichen Worten, Darum werden sie eure Richter seyn. denn um dieser willen kömmt der So ich aber durch Gottes Finger die 3orn Gottes über die Kinder des Teufel austreibe, so kömmt je das Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Reich Gottes zu euch. Wenn ein stars Mitgenossen. Denn ihr waret weifer Gewappneter seinen Pallast be- land Finsterniß, nun aber seyd ihr wahret, so bleibet das Seine mit ein Licht in dem Herrn. Wandelt Die Frieden; wenn aber ein stärkerer über wie die Kinder des Lichts. ihn kömmt, und überwindet ihn, so Frucht aber des Geiftes ist allerlei nimmt er ihm seinen Harnisch, dar- Gütigkeit und Wahrheit. D auf er sich verließ und theilet den Evangel. am 4. Sonntage in Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der Fasten( Låtare) der ist wider mich, und wer nichts Job. 6, v. 1 15. mit mir fammelt, der zerstreuet.mon Wenn der unsaubere Geift von dem Menschen ausfäbret, so durchwandert er dürre Stätte, suchet Ruhe, und in Galiläa, und es zog ihm viel Volks findet ihrer nicht; ſo spricht er: Ich nach, darum, daß sie die Zeichen saben, will wieder umkehren in mein Haus, die er an den Kranken that. Jesus daraus ich gegangen bin. Und wann aber ging hinauf auf einen Berg, und er fömmt, ſo findet ers mit Befemen feste sich daselbst mit seinen Jüngern. gekehret und geschmüctet. Dann ges Es war aber nabe die Ostern, der het er bin, und nimmt sieben Geister Juden Fest. Da bub Jesus ſeine zu sich, die ärger sind, denn er selbst; Uuden auf, und siehet, daß viel und wenn sie binein kommen, woh- Bolte zu ihm kömmt, und spricht zu nen sie das und wird bernach mit demselbigen Menschen änger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erbub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: SeUnd Luc. 11, v. 14:28. datt nd er trieb einen Teufel aus, der war stumm, und es geschahe, das der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, verwunderte arnach fuhr Jesus weg über das an der Philippo: Wo kaufen, wir Brod, daß diese effem?( Das sagte eraber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfen. poffum 5. Sonntage in der Fasten.( m 15 brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geift geboren war, also gebet es jetzt auch. Uber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freyen. So find wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freyen. nige werth Brods ist nicht genug unter fie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jefus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber fatt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten fie, und fülleten Körbe mit Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. Brocken, von den fünf Gersten- Bro Jefus ſprach zu den Juden: Welcher den, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, ent wich er abermal auf den Berg, er selbst alleine.foc na moon unter mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrs beit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr fend nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und ſprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe teinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr unebret mich. Ic fuche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist ges storben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmeks ken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Bater Abraham, welcher ges storben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und Epistel, Gal. 4, v. 22:31. enn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freyen, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Ugar. Denn Ugar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Uber das Jerufalem, das droben ist, das ist die Freye, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: sey fröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebietest, und 16 Um Palmsonntage. Um grünen Donnerstage. so ich würde sagen, ich kenne fein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr fend. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Ubraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und haft Abraham gesehen? Jefus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Über Jesus verbarg fich, und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, v. 11:15. aber daß er sey ein Hoherpriester der zu- hieben künftigen Güter, durch eine grösfere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige Epistel, Phil. 2, v. 5:11. eingegangen, und hat eine ewige Erzin jeglicher sey gesinnet, wie Jeſus so der Christus war. und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, beiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlöfung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1: 9. Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Semand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald wird er ste euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ift durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllen der lastbaren: Efelin. Die Jünger gingen hin, und thaten wie ihnen Sesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete Kleider auf den Weg. Die anderen Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet fey der då kommt in dem Namen des Herra! Hosianna in din 201 der Höhe! Delberg, fandte Jesus feiner ger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunden, und ein er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorfam bis zum Zode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ift: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Him: mel und auf Erden, und unter der Erden sind, und alle 3ungen bekennen follen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. Evang. am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1-15. or dem Fest aber der Ostern da Jefus erkannte, daß seine Zeit gekommen rar, daß er aus dieser Welt ginge zum Bater, wie er batte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. a fie nun nabe bei Jerusalem tamen, an den Vor Jün= Um heiligen Ostertage. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte feine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Waffer in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jest nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus; Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr send rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr send nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder: und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und faget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet thr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beiſpiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel, 1. Cor. 11, v. 23:32. Joh ch habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, esſet, daß ist mein 17 Leib, der für euch gebrochen wird, solches thut zu meinem Gedächtnis! Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; folches thut, ſo oft ihr es trinket, zu meinem Gedächte niß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also effe er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der iffet und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unter= scheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammt werden. Evangel. am heiligen Ostertage, Marc. 16, v. 1-8, der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Speces rey, aufdaß sie kämen und falbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsegten sich. Er aber sprach zu ihnen: entseget euch nicht: Shr suchet Jesum von Nazas reth, den Gekreuzigten. Er ist auf erstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen 2 Um heiligen Oster Montage. 18 Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galliläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsegen ankommen, und fagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. noe sdi te of pot Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. Fres eget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleich wie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum Lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. od med 101 Evangelium am heiligen Ofter in Montage, en Luc. 24, v. 13:35. ol Und nd siehe, zween aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und sie redeten mit einander von allen fie fo weet und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht Fannten. Er aber sprach zu ihnen: Was find das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und send fo traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gefreuziget. Wir aber hoffeten, er follte Israeterlösen, Und über das alles ist heute der dritte Sag, da folches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht fune den, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Muste nicht Chriftus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingeben? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie bina gingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschab, da er mit ihnen zu Fische faß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammlet, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Here ist wahrbaftig auferstan den, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. bico Epistel, Upoft. Gesch. 10, v. 34-41. Petr etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht tbut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Ifrael gesandt hat, und Um 1. und 2. Sonntage nach Ostern. verkündigen lassen den Frieden durch Jefum Chriftum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jü dische Land geschehen ist, und ange gangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jefum von Nazareth ge salbet hat mit dem heiligen Geifte und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gefund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und thn laffen offen= bar werden, nicht allem Volk, son dern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. miunginos Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), my Joh. 20, v. 19-23. n m Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger verfamme let und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Je= fus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das fagete, zeigete er seine Hände und seine Seiten. Da wure den die Jünger froh, daß sie den Herrn saben. Da sprach Jefus abers mal zu ihnen: Friese sey mit euch! Gleichwie mich der Bater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sa: gete, blies er fie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünde erlasset, denen bet fie erlaffen, und welchen ihr fie behaltet, sind 19 ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ift. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Waffer und das Blut, und die drei sind beiz bas By sammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. CAT Evang. am 2. Sonnt. nach Ostern ( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. Epistel, 1 Joh. 5, v. 4-10. enn geboren Den iſt, überwindet die Welt, unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn 26 Ich bin ein guter Hirte: Ein guter Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1 Petri 2, v. 21:25 enn dazu feyd ihr berufen, fintehat für uns, und uns ein Vorbild gelaffen, daß ihr sollt nachfolgen seinen und Sustapfen, welcher keine Sünde ges Betrug in feinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er geſcholten ward, nicht drohete, da er litte; er, stellete es aber bem heim, der da recht richtet; 2* Am 3. und 4. Sonntage nach Ostern. 20 welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch wel ches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr feyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. dal 1915 ell Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure gu ten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun vers stopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jeders mann. Habt die Brüder lieb. Fürch tet Gott. Ehret den König. Joh. 16, v. 16-23. eber ein kleines, so werdet ihr Ueber mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Bater. Da sprachen Etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er faget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte daß sie fragen wollten, and ſprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Bahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen, wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit, aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Nies mand von euch nehmen; und an demfelbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), ( Joh. 16, v. 5:15. un aber ich hin zu der will Numah seganet hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo geheft du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Eröfter nicht zu euch. So ich aber hingehe, ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrs heit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird Epistel, 1 Petri 2, v. 11-17. Lieben Brüder, ich ermahne each, als die Fremdlinge und Pilgrime: Um 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 1 er euch verkündigen. Derselbige wird frei heraus, und sageft kein Sprichmich verklären, denn von dem Mei- wort. Nun wissen wir, daß du alle nen wird ers nehmen, und euch ver- Dinge weißeft, und bedarfest nicht, kündigen. Alles, was der Vater hat, daß dich jemand frage, darum glaus das ist mein: darum habe ich gesagt: ben wir, daß du von Gott ausgez Er wirds von dem Meinen nehmen gangen bist. idag den ud und euch verkündigen.100 mas Epistel, Jac. 1, v. 22:27. Epistel, Jac. 1, v. 17:21. Que gute Gabe, und alle vollkom- en aber Thäter des Worts, und mene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welz chem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3orn. Denn des Men schen Born thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seele selig machen. Evangel. am 5. Sonntage nach Ostern( Rogate), selbst nicht betrüget. Denn so jemand nicht Hörer allein, damit ihr euch ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel schauet hat, gehet er davon, und verbeschaut. Denn nachdem er sich bes giffet von Stund an, wie er gestaltet vollkommene Geseg der Freiheit, und war. Wer aber durchschauet in das darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein häs ter, derselbige wird selig seyn in seis ner That. So aber sich jemand unter und hält seine 3unge nicht im Baum, euch läsfet dünken, er diene Gott, sondern verführet sein Herz, deß Gotz tesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witz wen in ihrem Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangel. am Tage der Himmelfahrt Chrifti, Marci 16, v. 14-20. US Joh. 16, v. 23:30. Mahrlich, wahrlich, ich fage euch: So ihr den Bater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, ſo werdet ihr nehmen, daß eure Freude voukommensey. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Bater für euch bitten will; denn er selbst, der Bater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du enbarete er sich, und schalt da die Eilfe zu Tische saßen, ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel ausz treiben, mit neuen Jungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie 22 Um 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. tie Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nach wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. dem er mit ihnen geredet hatte, ward Evangel. am 6. Sonntage nach er aufgehoben gen Himmel, und fizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber Ostern( Eraudi), ging und der Herr wirkete mit ihnen, gingen aus und predigten an allen Orund bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen, sidedo ou 1 Epistel, Up. Gesch. 1, v. 1:11. Die We wird, welchen ich euch senden Soh.15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. enn aber der Tröster kommen werde vom Bater, der Geist der Wahrs beit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet lieber Theophile, von alle dem, das Sesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er auf genommen ward, nachdem er den Upo: ftel( welchen er hatte erwählet), durch den heiligen Geift Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancher lei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammlet hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Ber: heißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Waſſer getauft, thro fend nun mäßig und nüchtern fang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gotteinen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erken: nen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kom men wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1 Pet. 4, v. 8:11. aber mit zum allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sey Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23:31. werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Beit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geiftes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Beugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judda und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolfe nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachfahen gen Himmel fahren, fiehe, da standen bei ihm zween Manner in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiz laa, was stehet ihr, und sehet gen Himmet? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, er mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, aitosinie Um Pfingst. Montage.sigmoo 23 der hält mein Wort nicht. Und daschen unter einander Siehe, find nicht Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gefandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden laffe ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Belt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Vater ist diese alle, die da reden, aus Galilda? Wie hören wir dann ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Meſopotamia, und in Judda, und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber, wir hören sie mit unsern 3ungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsegten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. größer, denn ich. Und nun habe ichs euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Uber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater ge boten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. DHAT IT WINGS Epistel, Up. Gesch. 2, v. 1:13. Un a nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man ſahe an ihnen die Bungen zertheilet, als wären fie feurig; und er segte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit anderen Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren got: tesfürchtige Männer, aus allerlei Bolk, dem ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsegten sich aber alle, verwunderten sich, und spraEvangel. am Pfingst- Montage, 2 Joh. 3, v. 16:21. enn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, ſonbern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ift, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Urges thut, der haffet das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Up. Gesch. 10, v. 42:48. und der Herr hat uns geboten zu dem zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden 24 Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis. empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhö: eten. Und die Glaubigen aus der Beschneidung die mit Petro kommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie höreten, daß sie mit 3ungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geift empfangen haben, gleichwie auch wir? und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1:15. war aber ein Mensch unter den mus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahre lich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich) euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nåmlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: ouf daß Ulle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Rom. 11, v. 33- 36.0 beides der Weisheit und Erkennt: niß Gottes! Wie gar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforschlich ſeine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Shm sey Ehre in Ewigkeit. Umen. Evang. am 1. Sonnt. n. Trinitat. Luc. 16, v. 19:31. s war ein reicher Mann, der klei dete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und be gehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Urme starb, und ward getra: gen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Bater Abra ham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle Um 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. meine 3unge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Boses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich Bater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Tod: ten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Semand von den Todten auferstunde. Epistel, 1. Joh. 4, v. 16:21. ott ist die Liebe, und wer in der und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er find in dieſer Welt. Furcht ist auch wir Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. 25 Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach eine ander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Ucker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jegt hin, sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raumda. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. Berwundert euch nicht, meine Brúob haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder, Wer den Bruder nicht lieBruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bletbend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der mit ba Wahrheit. Zungen, sondern mit der That, und Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 16:24. war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud vielend Luc. 15, v. 1-10. dazu. Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., s naheten aber zu ihm allerlei 3öllner und Sünder, daß sie ihn hore 20 Sit Um 4. Sonntage nach Trinitatis. ten. Und die Pharisder und Schriftge: Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit. lehrten murreten und sprachen: Dieser d nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret der nicht laffe die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlornen, bis daßers finde? Und wenn ers funden hat, ſo leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wann er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen ver Itert, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freunbinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Luc. 6, v. 36-42 arum seyd barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und über flüssig Maaß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle Beide in die Gruben fallen? Der Jünger ist nicht über ſeinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, fo ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruz ders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruz der: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest.id Epistel, Rom. 8, v. 18-23. Epistel, 1. Pet. 5, v. 6.11. demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wiffet baß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen bat zu seiner ewigen Herr: lichkeit, in Chrifto Jesu, der elbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken kräf: tigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen.dnb du 4 0 316 enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offens Sintes barung der Kinder Gottes. mal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen bat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Besens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängftet sich noch immerdar. Richt allein aber sie, sondern auch wir selbst, wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach die Um 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 der Kindschaft, und warten auf un- daß ihr den Gegen ererbet. Denn wer sers Leibes Erlösung.dauer nu Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., no Luc. 5, v. 1:11. teda Es begab sich aber, da sich das Bolt zu hören leben will, und gute Tage sehen, der Boses rede, und seine Lippen, daß fie fchweige seine 3unge, daß sie nichts nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes! erſuche Frieden, und bas nach.. Denn des Herrn sehen auf die Gerechten und ſeine Ohren auf ihr Gebet; das Ungesicht aber des Herrn siehet auf die, so Boses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trogen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzenio Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., DD Bort Gottes, und er stand am See Genezareth, und fahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Nege; trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er segte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte auf gehöret zu reden, sprach erzu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Rege aus, auf daß ihr einen Zug Und Simon antwortete und ſprach zu ihm: Meiſter, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und gefangen, aber auf dein Wort will ich das Net auswerfen. Und da sie bas thaten, beschloffen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß fie kámen, und hülfen ihnen ziehen. Und kamen, und fülleten thut. Matth. 5, v. 20-26. au es sey denn eure Gerechtigkeit beffer, denn der und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich komments Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödteng wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Bru der zürnet, der ist des Gerichts schuldig. aber zu Bruder Racha, der ift des Raths schuldig. Wer aber fagtt Du Narr, der ift des höllischen Feuers schuldig! Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widerfacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den legten Heller bezahlest.d sonuz, nemists dos Epistel, 1. Pet. 3, b. 8-13. Endlich aber seyd allesammt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Boses mit Bosem, oder Scheltwort mit Scheltwort; Epiftel, Rom. 6, v. 3-11pid segnet, und wiffet, daß ihr dazu berufen fent, Wiſſet the nicht, daß alle, die wie in sind, voll, also daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, beffelbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Bebedai, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Cande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. 28 Um 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. die sind in seinen Tod getauft? So find wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Ba: ters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber fammt ihm gepflanzt werden zu gleich muß menschlich davon reden, Epistel, Rom. 6, v. 19. 23. chem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch fammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget pon der Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Chriftus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Günde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Ulso auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben send, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1-9. opbo um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreis nigkeit, und von einer ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Ges rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte wa: ret, da waret ihr frei von der Ges rechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber send von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. ui und hatten nichts zu essen, rief Sefus feine Sünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungeffen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen, Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß die felben auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt, und huben die übris gen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bet viertaufend, die da ge gessen hatten, und er ließ sie von sich. Evang. am 8. Sonnt. n. Trinit., Matth. 7, v. 15:23. ebet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleis dern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe. Un ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Difteln? also ein jeglicher guter Baum brine get gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Him metreich kommen, sondern die den Wil len thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Um 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 deinem Namen geweisfaget? Haben zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle und schreib flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem Undern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib von mir, ihr Uebelthäter. are poachtzig. Und der Herr lobete dert ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind kluger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch auf nehmen in die ewigen Hütten. dizlar 2309142) Epistel, 1. Cor, 10, 6-13. Epistel, Rom. 8, v. 12-17. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so wer: det ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht Das ist aber uns zum Borbild ge einen knechtischen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, son: dern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Ubba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Seugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nåmlich Gottes Erben, und Miterben Chrifti, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit er: hoben werden. daß uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Bolk segte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Chris stum nicht versuchen, wie Etliche vont jenen ihn versuchten, und wurden von Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., den Schlangen umgebracht. Murret Lucas 16, v. 1: 9. auch nicht, gleichwie jener Etliche Er sprach aber murreten, wurden gern: Es war ein reicher Mann, durch den Verderber. Solches alles der hatte einen Haushalter, der ward widerfuhr ihnen( uns) zum Vorbilde; vor ihm berüchtiget, als hátte er ihm es ist aber geschrieben uns zur Warſeine Güter umbracht. Und er forderte nung, auf welche das Ende der Welt ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich gekommen ist. Darum, wer sich läßt das von dir? Thue Rechnung von dei- dünken, er stehe, mag wohl zusehen, nem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Umt von mir, graben mag ich nicht, so scháme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. von dem Umt gelegt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit. Lucas 19, v. 41:48. rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und ſprach zu dem Erſten: Wie viel bist nd als er nahe hinzu kam, fabe er meinem sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach die weinete über ste, und sprach: Wenn du es wüßteft, 30 SiteUm 11. Sonntage nach Trinitatis. so würdest du auch bedenken zu dieser einem andern Geister zu unterscheis deiner Zeit, was zu deinem Frieden den, einem Undern mancherlei Spradienet. Aber nun ist es vor deinen Aus| chenbleinem Undern die Sprachen gen verborgen. Denn es wird die Zeit auszulegen. Dies aber alles wirkt der: über dich kommen, daß deine Feinde selbige einige Geist, und theilet einem werden um dich und deine Kinder mit Jeglichen seines zu, nachdem er will. dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Lucas 18, v. 9:14. und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an aus zutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt's gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenprie= ster und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn.undo dos minis Epistel, 1. Cor. 12, v. 1:11. Von on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seyd gewesen, und hin gegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch fund, daß Niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn beißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Wemter, aber es ist ein Herr Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Baben des Geistes zum gemeinen Nugen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; e einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geift, einem Undern Wunder zu thun, einem Undern Weissagung; r fagte aber zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Undern, ein solches Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, fey mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedris get, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. cherinnere euch aber, lieben Brü verkündigt babe, welches ihr auch an genommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch felig werdet, welcher Gestalt ich es euch verz kündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst ge glaubt bättet. Denn ich habe euch zuz vörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestor ben ſen für unsere Sünden, nach der Schrift, und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am drit: ten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer Um 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 31 ifrien noch viele leben, etliche aber sind ent: die Buchstaben tödtet, und in die Steine schlafen. Darnach ist er gesehen wor- ist gebildet, Klarheit hatte, alſo daß den von Jacobo, darnach von allen die Kinder Israel nicht konnten ansehen Aposteln. Um legten nach Allen ist er das Angesicht Mose, um der Klarheit auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Xposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Uber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht ver: geblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. ne stoji da Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, v. 31-37. Und nd da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Obren, und spüßete, und rührete seine 3unge, und fabe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Zauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. las Sin Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig ge= macht hat, das Umt zu führen des neuen Testamente, nicht des Buchstabens, fondern des Geistes. Denn der Buchftabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. Go aber das Umt, das durch willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Umt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. admin8 Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit.) Luc. 10, v. 23:37. Und nd er wandte sich zu seinen Jungern und sprach infonderheit: Gelig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht geſehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da standfein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gefeß geschrieben? Wie lie sest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Ge múthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Náchster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester diefelbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sabe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn ſein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein, Um 14. Sonntage nach Trinitatis. 32 und hob ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des anderen Tages reifete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege fein, und so du was mehr wirst dar thun, will ich dire bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dúnkt dich, der unter diesen dreien der nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., Luc. 17, v. 11:19. 1 Und es begab sich, da er reifete gen zog er mitten Samariam und Galiláam. Und als er in einen Markt ging, begegneten ihm zehn ausfägige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es ge= schahe, da sie hingingen wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gefund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Ungesicht zu seinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, v. 16:24. Ich sage aber, wandelt im so werdet ihr die Lüfte des Fleiſches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige find wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht unter dem Gesege. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hureret, Unreinigkeit, unzucht, b götterei, 3auberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ift Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gü tigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keusch heit. Wider solche ist das Geset nicht. Welche aber Chriftum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den pidada Epistel, Gal. 3, v. 15:22. Lieben ieben Brüder, ich will nach mensch licher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abrahá und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Chriftus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestátiget ist auf Chriſtum, wird nicht aufe sollte gehoben, daß die Verheißung durch das Geset aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Geseg erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Ver: heißung frei geschenket. Was soll denn das Geset? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame káme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Geseg witer Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Geseg gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so káme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Über die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glaubencu adeüften und Begierden. Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, v. 24:34. Nien iemand kann zween Herren die nen; entweder er wird einen bassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken wer: det, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr, denn fie? Wer ist unter euch, der seiner Långe eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns denn euer Eleiden? Nach solchem allen trachten Bater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Lag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. 33 einander uns zu entrüften und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geift, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern last, so wer det ihr das Geset Chrifti erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sen etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe fein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unters richtet. Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht fpotten. Denn was der Mensch fäet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird ven dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ern= ten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, allermeift aber an den Glaubensgencffen. o wir im Geifte leben, so laßt une auch im Geist wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig seyn, unter Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., Luc. 7, v. 11:17. 11nd es begab sich darnach, daß er in mit ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siche, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Garg an, und die Träger- standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle 3 Um 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. 34 eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epistel, Ephef. 3, v. 13-21. D arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Men schen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über Ulles, was wir bitten oder verstehen nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 1:11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharifäer auf einen Sabbat, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisdern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsseft dann mit Schaam unten an sißen. Sondern, wenn du geladen wirft, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da, kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. muzod Epistel, Ephef. 4, v. 1-6. nun ich 1 ner in dem Herrn, daß ihrwandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe, und send fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen send auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unſer) Uller, der da ist über euch Ulle, und durch euch Ulle, und in euch Ullen. Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 34-46. Da aber die Pharisder hörten, daß er das gestopft hatte, versammelten sie sich. und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geseg? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du Um 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. sollst deinen Nächsten lieben, als dich felbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Geseg und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dúnkt euch um Chrifto? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen perrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Epistel, 1. Cor. 1, v. 4: 9. ch danke meinem Gott allezeit die rechtschaffener tes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Chrifto in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung uns fers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich send auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen fend zur Gemeinschaft seines Sohnes Jefu Chrifti, unsers Herrn. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 1: 8..16 a trat in das Schiff und fuhr 35 Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, ver= wunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gege= ben hat. Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag aufeinem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sabe, sprach er zu dem Gicht brüchigen: Sey getroft, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und fiehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jefus ihre Gebanken sahe, sprach er: Warum den ket ihr so Urges in euren Herzen? Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem 3orn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1:14. Und Jeſus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht fommen. Abermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Ucker, der andere zu seiner Handthierung. 36. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. Etliche aber griffen seine Knechte,| Galida, und ging hin zu ihm, und bat höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet bin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gin= gen aus auf die Straßen, und brach: ten zusammen, wen sie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele find berufen, aber wenig sind auserwählet. ihn, daß er hinab káme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm fagte, und ging hin. Und indem er hins ab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem gan zen Hause. Das ist nun das andere Zeis chen, das Jesus that, da er aus Judda in Galida kam. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. 3⁰ Epistel, Ephef. 5, v. 15:21. ulegt, meine Brüder, send stark in dem Herrn, und in der Macht seiz ner Stärke. Ziehet an den Harnisch ofehet nun zu, wie ihr vorsichtig: Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen lich wandelt, nicht als die Unwei- die liftigen Anläufe des Teufels. Denn sen, sondern als die Weisen. Und schik. wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu ket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. kämpfen, sondern mit Fürsten und GeDarum werdet nicht unverständig, son- waltigen, mit den Herren der Welt, die dern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und faufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Pfalmen und Lob gefangen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unsern Herrn Jesu Christi. Und send untereinander unterthan in der Furcht in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen geftiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet send. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heite und das Schwerdt des Gei stes, welches ist das Wort Gottes. Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit., Johannes 4, v. 47:54. Und es war ein Königlicher, deß Sohn lag frank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judáa in Um 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. 37 wird es auch vollführen, bis an den Tag Sefu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Ullen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein Beuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und daselbst um beteich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste fey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Chriftum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 15= 22. daff und a hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehreft den Weg Gottes recht, und du frageft nach Nie mand, denn du achtest nicht das Unsehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. Und sie reichten ihm einen Groschendar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaiſers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, perwunderten sie sich und liessen ihn, und gingen davon. Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., Matth. 18, v. 23: 351m di D arum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und ſprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles zahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff thn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber feine Mitknechte solches sahen, wurden fie sehr betrübt, und kamen, und brach: ten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalke: knecht, alle diese Schuld habe ich dir er: lassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schudig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jegleicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. danke so oft ich euI ter gedenke( welches ich allezeit thue Folget me, die also wandeln, wir ihr Epiftel, Phil. 3, v. 17-21. mir, lieben und sehet und in allen meinem euch thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, derin euch angefangen hat das gute Wert, der uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gefagt habe, nun aber sage ich auch mit Weis nen, die einde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist das Verdammniß, wel 38 chen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die ir disch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wir kung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Um 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 18-26. Spordipsm aer solches mit ihnen redete, e tam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sabe sie, und sprach: Sey getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sabe die Pfeiffer und das Getümmeldes Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mágd lein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Magdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Col. 1, v. 9:14. Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseket in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. hören an, da wirs gehöret haben, wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Er kenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seyd in allen guten Werken, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15-28. enn ihr sehen We Breuet der Verwüſtung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das liefet, der merke darauf). Ulsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trubsal seyn, als nie ge= wesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum dem es die Auserwählten. Siehe ich habe es euch zuvorgefagt. Darum wenn sie zu euch fagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blig ausgehet vom Auf gang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Was ist, da sammlen sich die Adler. 39 Um 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Theff. 4, v. 13-18. bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir kommen. Dann werden ihm W der, nicht Gerechten antworten, ſagen: ir wollen euch aber, lieben Brüdie da schlafen, auf daß ihr nicht trau- Herr, wann haben wir dich hungerig rig send, wie die andern, die keine gesehen, und haben dich gespeiset? Hoffnung haben. Denn so wir glau- Oder durstig, und haben dich geträn ben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herren, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschret und Stimme des Erzengels, und mit der Posaunen Gottes hernieder kommen, vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denfelbigen hingerücket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der und werden bei Herrn ket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Währlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüz dern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Lin= ken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht geſpeiset. Sch bin durstig gewesen, und ihr habt mich ſevn allezeit. So tröſtet euch nun mit Gaft gewesen und ihr habt mich nicht diesen Worten untereinander. beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. 19 and t Evang, am 26. Sonnt. n. Trinit., Ich bin frank und gefangen geweſen, Matth. 25, v. 31-46. und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und fagen: Herr, wann haben wir dich enn aber des Menschen Sohn We wird oder burstig, over lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Volker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Bocken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Bocke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn ver Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gaft gewefen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich einen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben die nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das babt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2. Thess. 1, v. 3.10. ir sollen Gott danken allezeit Wir um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühs men unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches an Um 27. Sonntage nach Trinitatis. 40 zeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfal denen, die euch Trübfal antegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Rube mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln feiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Chrifti. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben, von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herr lich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von dem felbigen Tage habt ihr geglaubt, Evang. am 27. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1:13. jours p ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren flug, und fünf waren thöricht. Die Thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die Klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, fammt ihren Lampen. Da, nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe der Bräutigam tommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und spra-. chen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreches geht aber hin zu den Krámern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward vers schlossen. Zulegt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich ſage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. dnu modal ster bin mano a 97 od djmat Epistel, 1. Theff. 5, v.1-11. seynzehen Jungfrauen, die wie ein Dieb i zumal Kinder des des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir bes Tages sind, sollen nüchtern seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoff nung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht geseht zum Born, sondern die Seligkeit zu besigen, durch unseren Herrn Jesum Chriftum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihe denn thut. nis sid aimunole du clud Dost Von den Zeiten aber und Stunden, lieben ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wiffet ge wiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird fie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seyd nicht daß euch der Sac shu nopanelajaran o is dudh કોઈ તો તે પણ પી લહેરે છ થ cBoChess 23./ 537. حده sty M.Kr. H. Ch. 爨 Inches 1 Centimetres Blue 2 2 ¹3 4 Cyan Ch. H. 2 5 ¹6 Farbkarte# 13 Green 17 1850. 3 8 Yellow stage 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black