O де 4847 Куина na i Lie big. Vrime kenau Näcke jetzt verplichte Emmen. Kipicf Emmé Sandhof. Gendesene, Näcke Wittenau. in Neues Evangelisches Liegnitzsches Gesangbuch zum öffentlichen und häuslichen Gebrauch nebst einem Anhange von Liedern und Gebeten gesammelt und herausgegeben von den Mitgliedern des Ministeriums beider Kirchen. Neue vermehrte und verbesserte Ausgabe. Cum Censura et Privilegio. Liegnis, 1845. Druck und Verlag der Königl. Hofbuchdruckerei von H. d'Dench. дв 4847 Univ.- Bibl. Giessen Vorrede zur ersten Auflage. Bald find 60 Jahre verflossen, seitdem der verewigte Superintendent Krause diejenigen Lieder- Sammlungen veranstaltete, deren wir uns zeither bei unsern öffentlichen Gottesverehrungen bedient baben. So viel dieser verdienstvolle Mann zu seiner Zeit unternahm als er dieses Werk begann, und so sehr er dadurch für die Erbauung seiner Zeitgenossen und Nachkommen, so weit es seine Einsichten und Kräfte vermochten, gesorgt hat: so trägt denn doch sein Werk in vielem Betracht das Gepräge der Unvollkommenheit an sich, und es konnte ihm unmöglich der stolze Gedanke einfallen, daß diejenige Lieder- Sammlung, die seinen Namen führt, die beste und für alle Zeiten brauchbarste Arbeit sein sollte. Nein! stände er jetzt an der Spitze der hiesigen Geistlichkeit, gewiß er hätte mit seinem Zeitalter Schritt gehalten, und gleich uns die Hand an die Verbesserung seines Gesangbuches gelegt, um dasselbe sowohl den Bedürfnissen unserer Tage, als auch dem gegenwärtigen Geiste und Zwecke öffentlicher Andachtsübungen näher zu bringen. Schon seit geraumer Zeit wurden die Mängel und Gebrechen unsers bisherigen Gesangbuches nicht nur etwa den Gebildeten aus den höheren Ständen, sondern sogar denen einleuchtend, die sich zu der mittlern und niedern Volksklasse zählten. Viele derselben bezeigten uns nicht nur ihren Unwillen, wenn sie Ausdrücke 2 und IV und ganze Lieder fanden, die anstößig waren; sondern äußerten auch zu wiederholten Malen den Wunsch, daß doch auch bei uns, wie in andern Städten in unserer Provinz, endlich Hand angelegt werde, ein besseres Gesangbuch in die Häuser und Kirchen zu bringen. Jeder der mit nüchterner und unpartheiischer Prüfung, Inhalt, Ausdruck, Poesie und Ordnung in der bisherigen LiederSammlung zu würdigen versteht, weiß es, welch einen ganz andern, edlern und erhabenern Schwung die geistliche Dichtkunst in unsern Tagen genommen hat, und welche vortreffliche Gesänge wir ihr gegenwärtig verdanken. Sollten wir nun nicht, seitdem die kraftvollen und unnachahmlichen Lieder eines Gellert, Kramer, Klopstock, Lavater, Hermes, Münter, Sturm, Zachariä, Neander, Dieterich und anderer noch neuerer Sänger bekanntge worden sind, ohne gegen die bisher eingeführt gewesene Liedersammlung ungerecht zu sein, den neuern die Achtung widerfahren lassen, die sie, wegen ihrer unleugbaren Vorzüge so sehr verdienen? = Es war also auch in unserm Liegniß, welches doch, wie in anderer Hinsicht, so auch in Absicht auf Religiösität und Geschmack andern Städten gleicher Größe im Vaterland nicht nachsteht, hohe Zeit an die Bearbeitung und Einführung eines neuen Gesang- Buches mit Ernst zu denken. Wir wendeten uns deswegen mittelst einer Vorstellung an den Magistrat der Stadt, und an das hiesige Domainen- Amt, so wie an sämmmtliche Herrschaften unserer Kirchensprengel, und es gereicht allen diesen Behörden zur wahren Ehre, daß sie unserm Beginnen nicht nur einmüthig beitraten, sondern überhaupt die ganze Angelegenheit, über welche wir uns auch in einer gedruckten Aufforderung an die Bürgerschaft und Land- Gemeinen erklärt hatten, auf die Art einleiteten, daß alle Mitglieder unserer Gemeinden, fast ohne Ausnahme, für unser Vorhaben gewonnen wurden. Ja der Magistrat und das Domainen- Amt versprachen uns sogar im Voraus dafür zu sorgen, daß durch die Vertheilung einer beträchtlichen Menge von Eremplaren an Arme die fünftige Einführung erleichtert würde. Ein Hochpreisliches Ober- Consistorium zu Glogau, dem die Aufsicht über unsere Gottesdienstliche Verfassung zusteht von der Stimmung des hiesigen Publikums genau unterrichtet, genehmigte durch einen huldreichen Beschluß unser Vorhaben und bevollmäch tigte uns sogleich an die Bearbeitung des neuen Gesang- Buches zu gehen. V gehen. Von dem Augenblicke an beseelte uns alle derselbe Geist, der der guten Sache vorschweben muß, wenn sie gelingen soll, und im brüderlichen Sinne begannen wir, von unsern Bürgern und Landleuten nicht nur berechtiget, sondern selbst aufgefordert, im Jus nius des vorigen Jahres dieses Werk, daß wir durch unsere gemeinschaftlichen Bemühungen mit Ostern des gegenwärtigen Jahrs vollendeten, und nach vorhergegangener Censur der, von einer Hochs preislichen Kriegs- und Domainen Kammer zu Glogau, dazu angeordneten Behörde dem Druck übergaben. Daß die Bearbeitung eines vollständigen Gesang- Buchs, auch selbst in unsern Tagen, wo so vieles vorgearbeitet ist, fein so ganz leichtes Werk sei, wird jeder, der jemals ein ähnliches Unterneh men begonnen und ausgeführt hat, zugestehen müssen. Ein anhaltender Fleiß und die genaueste Sorgfalt, die selbst Kleinigkeiten nicht übersieht, und sowohl auf die Anforderungen der Gebildeten, als auf die Bedürfnisse der übrigen Christen Rücksicht nimmt, müssen einem solchen Werke erst diejenige Vollkommenheit geben, die es haben muß, wenn der Gelehrte wie der Ungelehrte, der Bewohner der Stadt wie des Dorfes darin seine Befriedigung finden soll. 3wei wöchentliche Zusammenfünfte, bei denen uns auch der P. Klose als unser gemeinschaftlicher Freund mit seinen Einsichten und seinem Rath unterstüzte, und sowohl vorange= gangene als nachfolgende häusliche Arbeiten, deren sich ein jeder von uns durch Auswahl, Meditation und Schreiben unterzog, waren die Mittel, durch die wir unsern Zweck erreichten; und wir können es zum Zeugniß der Wahrheit öffentlich bekennen, daß diese Arbeitsstunden und Zusammenkünfte uns jedesmal wahren Geistesgenuß gewährt haben. Die meisten der hier gedruckten Lieder sind aus den besten Sammlungen entlehnt, und nur wenige sind ganz neu verfertigt worden. Hundert und sechszig alte Gesänge, die sowohl wegen ihres Inhalts, als auch wegen der reinen und kräftigen Poesie noch heute einen ausgezeichneten Werth an sich tragen, haben wir entweder ganz unverändert, oder hier und da verbessert wieder abdrucken lassen, um theils die unleugbaren Verdienste ihrer Verfasser auf die Nachwelt fortzupflanzen, theils aber auch den Wünschen und Anforderungen vieler unserer Gemeindeglieder ein Genüge zu leisten. Von der Menge trefflicher Quellen, die wir zu benuten suchten, zeugt der Umstand, daß wir eine Zahl von 300 Liedern in unsre Sammlung aufgenommen haben, die nicht VI nicht einmal in dem sonst so vollständigen und sehr achtungswerthen Breslauschen Gesang- Buche stehen. Außer denen Lieder- Sammlungen, die in der Vorrede des neuen Breslauer Gesang- Buches erwähnt sind, haben wir besonders dem Schneeberger, Würtemberg Stuttgardtschen, und Leipziger FreischulenGesang- Buch, so wie der Fröbingschen und Fischerschen Sammlung, und den Liedern von Hermes, manche vorzüglich schönen Gesänge zu danken, die bisher gewiß in Schlesien wenig bekannt waren. Die Anlage des ganzen Plans, welcher zur bequemen Uebersicht vorn abgedruckt ist, rührt ganz von uns her. Es war übrigens hauptsächlich unser Augenmerk, den Geist des Christenthums, wie solcher nach einer richtigen Auslegung, in den neu testamentischen Schriften weht, auch in unserer LiederSammlung einheimisch zu machen; d. h. wir wollten nur die reine, auf Erleuchtung, Besserung und Beruhigung der Menschen ganz abzweckende christliche Religionslehre, mit Beisegung aller unfruchtbaren, spigfindigen und blos spekulativen Vorstellungen, die ohnehin uur todter Buchstabe sind, in diese Sammlung aufnehmen. Dabei sollte die Lehre Christi als ein vernünftiger, Gott anständiger und Menschen beseeligender Volksglaube in einem Gewande erscheinen. worin sie selbst dem Leichtsinnigen Achtung abgewinnen, die Uleberzeugung des Verstandes beleben, die Gefühle des Herzens erwärmen und gleich stark, sowohl auf die Entschließungen als auf die Hoffnungen der Christen wirken könnte. Dadurch denken wir die sinkende Achtung und den Werth unserer öffentlichen Andachtsübungen, ohne welche weder innere noch äußere Religion bestehen kann, zu heben, und einen bedeutenden Stein des Anstoßes für denkende und ge= schmakvolle Freunde der kirchlichen Zusammenkünfte aus dem Wege geräumt zu haben. Insonderheit nahmen wir bei der Bearbeitung unserer Saminlung, nicht nur auf die mannigfaltigen allgemeinen Pflichten, die das Christenthum vorschreibt, sondern auch auf die persön= lichen Bedürfnisse und Umstände derer Rücksicht, die sich aus diesem Gesang- Buche bei ihrer häuslichen Andacht zu erbauen wünschen, wodurch es denn unstreitig noch einen einleuchtenden Vorzug mehr vor dem bisherigen gewonnen hat. Denn dieses war nur zu sehr mit allgemeinen Rubriken angefüllt, ohne in die verschiedenen häuslichen Verhältnisse, Lagen und Schicksale der Menschen einzudringen, obschon grade hier die Religion am wohlthätigsten und fruchtbarsten erscheint. Wir VII Wir haben, so weit es in unsern Kräften stand, auch allenfalls durch manche vorgenommenen Veränderungen, dafür gesorgt, daß die Melodien dieser Gesänge, als ein so wesentliches Erforderniß ihrer Güte und Brauchbarkeit, nicht nur größtentheils bekannt, sondern auch, so viel als möglich dem Inhalt angemessen sein möchten; weil wir, die wir fast alle Kenner der Tonkunst sind, aus eigner Erfahrung wissen, wie sehr ein noch so schönes Lied verliert, wenn die Melodie demselben nicht entspricht, und wie dagegen selbst der Eindruck eines matten Liedes durch die Mitwirkung einer herzerhebenden oder sanften Melodie unglaublich befördert wird. Die angehängten Gebete sind meistens unser eigenes Wert, nur we= nige sind entlehnt. Dem Ganzen ist ein vollständiges Register nach den Nummern der Lieder beigefügt. Wie nun das hiesige und auswärtige Publikum unsre Arbeit aufnehmen und wie groß ihr heilsamer Erfolg sein werde? das sei Gott und Zukunft überlassen. Wir sind es uns bewußt, daß wir nach allen Kräften das gethan haben, was der gute Zweck und unsre Pflicht von uns forderte! ohne uns von der Meinung bethören zu lassen, daß unsre Arbeit vollkommen sei. Anch nach uns werden Männer auftreten, die entweder, wie wir jetzt thun, die ältere Sammlung bei Seite legen, oder doch an ihrer Verbesserung arbei ten werden; ein Schicksal, welchem alle menschlichen Werke unterworfen sind. Und so übergeben wir denn unsern Gemeinden von Stadt und Land und den Nachkommen derselben dieses neue Hülfsmittel zu ihrer öffentlichen und Haus- Andacht, im vollen Vertrauen zu Gott, er werde auch durch dies Erbauungsbuch das Reich seines Sohnes, dies Reich der Wahrheit und des Glaubens, der Tugend und Heiligkeit unter uns erweitern, die Sache des Christenthums, das so ganz und unleugbar sein Werk ist, fördern und zur Ehre des Stifters desselben, unsers ewig anbetungswürdigen Erlösers, Glaube, Liebe und Hoffnung in den Herzen aller seiner Verehrer immer mehr wecken und beleben, damit in unsern Tempeln und Häusern sein hoher Name gepriesen und sein Lob durch ein neues, ihm aus Einem Geiste und Munde gesungenes Lied verkündiget werde. Er selbst aber, der mit seinem Geiste und der Kraft seines Worts unter uns ist, und nach seiner Zusage bis ans Ende der Tage fernerhin sein will, fröne mit seinem allvermögenden Seegen dieses VIII dieses nun vollendete Wert, und lasse den Gebrauch desselben für alle die fruchtbar werden, welche in diesem Buche Nahrung für ihren Glauben, Kraft für ihre Tugend, Ruhe für ihr Herz, Trost bei den mannigfaltigen Bekümmernissen des Lebens und Stügen der Hoffnung auch dann noch suchen werden, wenn alles Erdenglück verschwindet! Liegnis, im Mai 1804. Das evangelische Ministerium an beiden Haupt: und Stadt Pfarrkirchen. Krause, Past. zu St. P. u. P. und Präses. Wehrhan, Past. zu 11. 1. Fr. und Präses. Müller, König, Db. Diac. zu U. 1. Fr. Diac. zu St. P. u. P. Arnold, Ober- Diacon. zu St. P. P. u. Biblioth. Feldner, Diac. zu 11. 1. Fr. Vor Vorrede zur zweiten Ausgabe. Eine beinahe funfzehnjährige Erfahrung hat über den Werth unfers 1804 zum erstenmale herausgegebenen Gesangbuchs entschieden. Von unsern Stadt- und Land- Gemeinden damals ohne Widerspruch, ja mit Freuden aufgenommen, ist es ihnen seit dieser Zeit immer lieber, und in der Kirche wie im Hause eine reiche Quelle wahrer Erbauung geworden. Wer unter uns möchte jetzt noch wohl das Alte zurück wünschen? Bei dieser neuen Ausgabe, die der gänzliche Mangel an Exemplaren nothwendig machte, mußte das Gesangbuch an sich ganz unverändert bleiben. Aber wir glaubten die Gelegenheit benußen zu dürfen, durch einen beigefügten Anhang den Werth und die Brauchbarkeit desselben noch zu erhöhen. Die Wiederaufnahme einiger ältern Lieder, die ungern vermißt worden waren, und die Ergänzung einiger gar nicht oder zu schwach besetzten Rubriken, lag uns vorzüglich am Herzen. Und wie hätten wir der Begierde widerstehen können, manche ausgezeichnet vortrefflichen Gefänge, mit denen uns vorzüglich das neue Bremer und Jauersche Gesangbuch bekannt machte, für unsre Sammlung zu gewinnen? Freilich mußten wir, um das Buch nicht zu stark zu machen, und Unbemittelten den Ankauf nicht zu erschweren, manches Lied von hobem poetischen Werthe bei Seite legen, oft auch aus dem Grunde weil es keine singbare Melodien hatte, und also für den öffentlichen Gottesdienst nicht brauchbar gewesen wäre. Mehrere der neu auf genommenen Lieder haben den seligen Ober- Diaconus Scholz zum Verfasser, dessen ehrenvolles Andenken dadurch aufs neue unter uns zurückgerufen werden wird. Wäre er noch in unserer Mitte gewesen, der durch ächte Dichter- Talente sich so vorzuglich auszeichnete, so würde freilich diese Arbeit vollkommner und befriedigender ausgefallen sein! Daß den Liedern diesmal die Namen der Verfasser, soweit wir dieselben in Erfahrung bringen konnten, beigefügt wurden, wird hoffentlich nicht gemißbilliget werden. Sollten nicht die, welche zur Erbauung ihrer Mitchristen so viel beitrugen, diese Aus X Auszeichnung wohl verdienen? Eben so wird das Alphabethische Verzeichniß dieser Verfasser, welches ihren Stand, Aufenthaltsort und das Jahr ihrer Geburt oder ihres Todes enthält, gewiß Manchem angenehm sein. Ein flüchtiger Ueberblick desselben zeigt, welches Interesse in frühern Zeiten auch Nichtgeistliche an Religion und Gottesverehrungen nahmen, und wie der fromme Einn auch Personen der höhern und höchsten Stände begeisterte!! So gebe denn Gott, das diese nun um vieles reichhaltigere Sammlung auch ferner die Kraft, die Freude und den Trost der Religion recht vielen Seelen einflöße, daß der fromme Gebrauch derselben auf entfernte Zeiten hinaus unsere öffentlichen und häuslichen Gottesverehrungen immer wirksamer und herzerhebender mache, daß die Ehrfurcht und Dankbarkeit gegen Gott und Jesum, die Liebe zu den Brüdern, die Sorge für das ewige Heil des Geistes dadurch immer mehr unter uns erweckt und befördert werde. Wir sind ja nur vorübergehende Erscheinungen bienieden, und wer weiß, welche Namen an der Stelle der unsrigen stehen werden, wenn eine neue Ausgabe nöthig sein wird? Aber das Wort Gottes und die beseligende Kraft desselben, die auch in frommen Gesängen oft so rührend sich ausspricht, bleibe immer und ewiglich. Liegniß, im Juli 1819. Das evangelische Ministerium beider Haupt: und Stadt Pfarrkirchen. Müller, Arnold, Pastor zu P. P. u. Pastor zu U. 1. Fr. Superintendent. Lingke, Ober- Diac. zu 11. 1. Fr. Matthaei, Ober- Diac zu P. u. P. und Bibliothekar. Ansorge, Diac zu P. u. P. Na Namentliches Verzechniß der Verfasser nachstehender Lieder, so viele derselben auszumitteln gewesen Assig, Hans von, geb. 1650 zu Breslau, starb 1694 als Kammer- Amts- Direktor zu Schwiebus. Angelus, D. Johannes, hieß eigentlich Scheffler, ging zur katholischen Kirche über und starb 1677 in Breslau. Alberti, Heinr., geb. 1604, ft. 1651 ats Organist in Königsberg. Bachhof v. Echt, Ludw. Heinr., Königl. Dán. geb. St. Kammerherr und Ritter vom Danebrog, geb. zu Gotha 1725, starb im Altenburgischen 1792. Backmeister, Lukas, D. und Prof. der Theol. zu Rostock, geb. 1570, starb 1638. Bäßler, Joh. Leonhard, Rektor des Lyceums zu Memmingen, geb. 1745. Böhm,( Bohemus), Martin, geb. 1557, starb als Past. prim. zu Lauban 1586. Borchward, Ernst Sam. Jaf., Königl. Preuß. Hofrath, Unsbach- Bayreuth geb. Legat. R. und Resident zu Berlin, geb. daselbst 1717, gest. 1776., Breitenau, Christoph von, Erbherr auf Grünhof, Königl. Dän. geb. Etats- Rath, Ritter vom Danebrog, geb. 1638, gest. zu Lübeck 1732. Bruhn, M. David., Prediger an der Marienfiche zu Berlin, geb. 1727, geſt. 1782. Bürde, Sam. Gottl., Königl. Hofrath und Regierungs- Kanzlei Direktor in Breslau, geb. 1753. Busch, Peter, geb. 1682 zu Lübeck, starb als Prediger an der Kreuzkirche zu Hannover 1744. Claudius, Matthias, Revisor bei der Schleswig- Holsteinschen Bank in Altona, geb. 1740, gest. 1815 in Hamburg. Claus: XII Clausnitzer, Lic. Tobias, Kirchenrath, Past. prim. und Insp. des Amts Pargstein und Weyden in der Oberpfalz, geb. 1618, gest. 1684. Cramer, D. Job. Andr., Prokanzler und erster Profess. der Theol. zu Kiel, geb. 1723, geft. 1788. Cronegk, Joh. Friedr., Freiherr von, Regier. und Justizrath zu Ansspach, geb. 1731, geft. 1758. Dach, M. Simon, geb. zu Memel 1606, gestorben als Profeffor der Dichtkunst zu Königsberg 1659. Decius, Nicol., war 1524 Pred. zu Stettin, st. durch Vergiftung. Demme, Herrm. Christ. Gottfr., Gen. Superintendent zu Altenburg, geb. zu Mühlhausen. Denicke, David, Hof- Consist. und Kloster- Rath zu Hannover, geb. zu Zittau 1610, gest. 1680. Defiler, Wolfg. Chriſtoph, geb. 1660, starb als Konrektor an der Schule zum heil. Geist in Nürnberg 1722. Dilthey, Is. Dan., Rektor der Schule zu Oranienburg, geb. 1752 zu Nürnberg. Diterich, Joh. Sam., Probst und Ober- Consist. Rath zu Berlin, geb. 1721, geſt. 1797. Dolz, M. Joh. Christ., Direk. der Freischule zu Leipzig, geb. 1769. Drewes, Joh. Fr. Ludw., Pred. zu Detmold, geb. 1762. Eberus, D. Paul, Gen. Superintend. und Prof. der Theologie zu Wittenberg, geb. 1511, gest, 1569. Eschenburg, Joh. Joach., Herzogl. Braunschw. Hofrath u. Prof. am Carolinum zu Braunschw., geb. zu Hamburg 1743. Feddersen, Jak. Friedr., Probst und Königl. Dan. Consist.Rath zu Altona, geb. 1736, geſt. 1788. Flemming, D. Paul, der Arzneikunde, geb. 1609, gest. zu Hamburg 1640. Förster, Karl Christ., Pastor zu Langenlaube bei Altenburg, geboren 1751. Frank, Johann, geb. 1618 zu Guben, starb ebendaselbst 1677 als Bürgermeister und Landesältester. Freilingshausen, Joh. Anast., Direktor des Waisenhauses und Pädag. zu Halle, geb. 1670, geft. 1739. Freistein, D. Joh. Burchard, Hof- und Justiz- Rath zu Dresden, Geburts- und Todes- Jahr unbekannt. Fröbing, Joh. Christ., Diacon. zu Mark- Oldendorf im Hildesheimschen, geb. 1746, gest. 1805. Fugger, M. Kasp., starb als Diacon. zu Dresden 1617. Fulda, Fürchteg. Christ., Superint. zu Halle, geb. 1768, geſt... Fülle, XIII. Fülle, Prorektor des Gymnasiums zu Dels, geb. 1771. Fülleborn, Prof. am Gymnasium zu St. Elisabeth in Breslau, geb. 1766, gest. 1803. Funk, Gottl. Bened., Prälat und Rekt. der Domschule zu Magdeburg, Königl. Consist- Rath, geb. 1734, gest. 1817. Gellert, M. Christ. Fürchteg., Prof. der Philosophie zu Leipzig, geb. 1717, gest. 1769. Gerhard, Paul, Archidiak. zu Lübben in der Nieder- Lausit, geb. 1606, geft. 1676. Gesenius, D. Justus, erster Hofprediger, General- Superint. und Consist-Rath zu Hannover, geb. 1601, geft. 1671. Gleim, Friedrich Wilhelm, Kanonikus zu Halberstadt, geb. 1719, gest, 1803. Gotter, Ludw. Andr., Hof- und Assistenz- Rath in Gotha, geb. 1661, geſt. 1735. Graf, Simon, Pfarrer zu Rhandau an der Böhm. Grenze, geb. 1603, geft. 1659. Grot, Joach. Christ., Probst und Past. der luther. Gem. zu St. Petersburg, geb. 1733, gest. 1800. Gryphius, Andr., Landschafts- Syndikus in Glogau, geb. 1616, gest. 1664. Hävecker, M. Joh. Heinr., Pastor und Inspekt. des Holzkreises, in Kalbe, geb. 1640, gest. 1722. Hardenberg, Friedr. v.,( Novalis), Chursächs. Salinen- Inspektor in Thüringen, geb. 1772, gest. 1801. Haßlocher, Joh. Adam, Hofpredig. Consist.- Rath und Superint. zu Weilburg, geb. 1645, gest. 1726. Heeren, Heinrich Erhardt, Pastor prim. in Bremen, geb. 1728, gest. 1811. Held, Heinrich, Licentiat der Rechte in Hamburg, lebte im 17ten Jahrhundert. Helmbold, M. Ludw., geb. 1532, starb als Superint. zu Mühlhausen 1598. Heermann, Johann, Pastor zu Köben an der Oder, geb. 1585, gest. 1647. Hermes, D. Joh. Thimoth., Ober- Consist.- Rath, Superint. und Pastor zu St. Elisabeth zu Breslau, geb. 1738. Hermes, Joh. Aug., Ober- Hofpred. und Past. zu Quedlinburg, geb. 1736, geſt.... Hiller, M. Phil. Friedr., Pfarr zu Steinheim, geb. 1699, gest. 1769. Hippel, Theod. Gottl. v., Geh. Kriegsrath zu Königsberg, geb. 1741, gest. 1796. Hof: XIV Hofmann, M. Gottfr, geb. 1658, st. als Rektor zu Zittau 1712. Homburg, Ernst Christ., geb. 1605, st. als Gerichtsschreiber und Jur. pract. zu Naumburg 1681. Huber, D. Joh. Ludw., Regierungs- Rath und Ober- Amtmann zu Tübingen, geb. 1723, geft. 1800. Jakobi, Joh. Georg, Prof. in Freiburg, geb. 1740, gest. 1814. Jentsch, Caspar Gottlieb, starb als Candidat der Theologie zu Baugen 1729. Junkheim, D. Joh. Zach. Leonh., Gen. Superint. zu Ansbach, geb. 1729. gest. 1799. Kaymann, M. Christ., Rektor zu Zittau, geb. 1597, geſt. 1662. Klopstock, Friedr. Gottl., Königl. Dän. Legat.- Rath, geb. 1734, geft. 1803. Klose, Ernst Gottl., Pastor zu Groß- Tinz bei Liegnitz, geb. 1766, geft. 1818. Köhler, Joh. Friedr., Pastor zu Wendischleuba, geb. 1756. König, Sam., Prof. am Gymnas. zu Bern, geb. 1670, geſt. 1740. König, Sam: Bernh., Diaconus zu P. P. in Liegnig, geb. 1762, geft. 1805. Köpken, Friedr. v., Königl. Preuß. Hofrath zu Magdeburg, geb. 1737, geſt. 1811. Kohlroß, Job., ein Pfarrer zu Luthers Zeiten starb 1558. Koppe, D. Joh. Benj., erster Hofprediger und Confift.- Rath zu Hannover, geb. 1750, gest. 1791. Rofegarten, D. Ludw. Theobul, Pastor und Präpos. zu Altentirchen, auf der Insel Rügen und Professor zu Greifswalde, geb. 1758, gest. 1818 Kraft, Just. Christoph, evangel. reform. Prediger in Frankfurt am Main, geb. 1735, geft. 1795. Krause, M. Jonathan, Superint. und Past. zu P. P. in Liegnig, geb. 1701, gest. 1762. Küster, Elieser Gottlieb, Gen. Superint. zu Braunschweig, geb. 1732, gest. 1799. Krummacher, D. Fr. Adolph, Superintendent in Bernburg. Lackmann, Ad. Heinr., Prof. zu Kiel, geb. 1694, gejt. 1753. Lampe, D. Friedrich Adolph, Past. und Prof. in Bremen, geb. 1683, gest. 1729. Lavater, Job. Kasp., Prediger zu Zürich, geb. 1741, gest. 1801. Laurenti, Cantor an der latein. Schule zu Bremen, geb. 1660, geſt. 1722. Liebich, Ehrenfried, Pfarrer zu Lomnis im Fürstenthum Jauer, geb. 1713, gest. 1780. Lind: XV Lindner, D. Joh. Gotth., Kirchen- und Schulen- Rath und Hofprediger zu Königsberg in Pr., geb. 1729, geſt. 1775. Liskov, M. Solomo, Pastor zu Otterwisch) bei Leipzig, geb. 1652, geft. 1716. Loder, Fridr. Wilh., Hohenlohe- Neuensteinscher Hofr., geb. 1757. Luther, D. Martin, Prof. der Theologie zu Wittenberg, geb. 1483, geft. 1546. Meier, Georg Christ. Karl, Pred. zu Evesen bei Braunschweig, geb. 1730, geft.... Meister, D. Christ. Georg. Ludw., Pastor zu Bremen, geb. 1738, geft. 1811. Melissander, D. Kaspar, Gen. Euperintendent in Altenburg, geb. 1540, gest. 1594. Menzer, Job., Pfarrer zu Kemnitz in der Ober- Lausitz, geft. 1734. Mollerus, Martin, Postor zu Görlitz, geb. 1547, geft. 1606. Mudre, M. Joh. Friedr., Pastor zu Mittelseyda in Sachsen, geb. 1738, geft. 1810. Müller, Ludw. Ernst Siegm., Superint. und Past. zu P. P. in Liegniß, geb. 1766. Münter, D. Balthasar, Pastor zu Kopenhagen, geb. 1735, geft. 1793. Neander, Joachim, Pred. zu St. Martin in Bremen, gest. 1680. Neander, Christ. Friedr., Probst in Kurland, geb. 1723, gest... Neuffer, M., evangel. Pfarrer in Zell im Königreich Würtemberg. Neumann, D. Kaspar, Inspekt. und Pastor zu St. Elisabeth in Breslau, geb. 1648, geft. 1715. Neumark, Gnorg, geb. Eckret, und Bibliothekar zu Weimar, geb. 1621, geft. 1681. Neumeister, M. Erdmann, Pastor zu St. Jacob in Hamburg, geb. 1672, geſt. 1756. Nikolai, D. Phil., Paster zu St. Chatarina in Hamburg, geb. 1556, geft. 1608. Niemeyer, D. August Herrm., Kanzler und Prof. der Theol. zu Halle, geb. 1754. Overbeck, Christ. Adolph, D. der Rechte in Lübeck, geb. 1755. Papus, D. Job. Prof. und Pastor zu Straßburg, geb. 1549, gefst. 1610. Paulmann, Joh. Ludw., Pastor zu Braunschweig, geb. 1728, gest. 1810. Pietsch, D. Joh. Valent., Hofrath, Professor und Leibmedifus zu Königsberg, geb. 1698, gest. 1733. Pfranger, Joh. Georg, Consist. Affeff. und Hofprediger zu Meinungen, geb. 1745, gest. 1790. XVI Poliander, D. Joh., Past. zu Königsberg, geb. 1487, gest. 1541. Nambach, D. Joh. Jak., Prof. der Theologie und Superint. zu Gießen, geb. 1693, geft. 1735. Namler, Karl Wilh., Prof. in Berlin, geb. 1725, geſt. 1798. Reche, D. Joh. Wilh., Prediger zu Mühlheim, geb. 1764. Necke, Charlotte Elise Constantine von der, geb. Reichsgräfin von Medem, geb. 1762. Ringwald, Bartholom., Pfarrer zu Langfeld in der Mark, geb. 1558, st. Ninghard, M. Martin, Archidiac. zu Eilenburg, geb. 1586, ft. 1649. Nist, Johann, Pastor zu Wedel und Kirchenrath im Meklenb., geb. 1607, geft. 1667. Nodigast, M. Sam., Rektor in Berlin, geb. 1649, gest. 1708. Nothe, Joh. Andr., Past. zu Promniß im Sorauschen, geb. 1688, geft. 1758. Wilhelm, II., Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598, geft. 1662. Salis, Joh. Gaudenz Frhr. v., Königl. Franz. Schweizer GardeHauptmann zu Versailles, geb. den 26. Dez. 1762. Emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg Rudolstadt, geb. 1637, geft. 1706. Schade, M. Joh. Kasp., Diac. an der Nikol. Kirche zu Berlin, geb. 1666, gest. 1689. Schenk, M. Hartm., Past. zu Volkfershausen, geb. 1634, gest. 1681, Schiebeler, D., Domkapitular in Hamburg, geb. 1741, geſt. 1771. Schilling, Rud. Ernst, Ingenieur- Kapitain in Bremen, gest. 1774. Schink, Joh. Friedr., Theater- Dichter in Wien, geb. 1755. Schirmer, M. Mich., Pfarrer zu Kriegnitz an der Mulda, geb. 1606, geft. 1673. Schlegel, D. Joh. Adolph, Gen. Superint. in Hannover, geb. 1721, geſt. 1793. Schmolke, Benjamin, Pastor prim. zu Schweidnit, geb. 1672, geſt. 1757. Schneefing,( Chiomusus) Joh., Pastor zu Frimar bei Gotha, geit. 1597. Scholz, Gustav, Ober- Diac. zu P. P. in Liegnig, geb. 1773 zu Breslau, gest. 1816. Schubart, Christ. Friedr. Dan., Hof- Dichter zu Stuttgardt, geb. 1739, geſt. 1791. Schwarts, Christ. Gottlob, Senior und Pastor zu Kroitsch bei Liegnitz, geb. 1749, gest. 1811. Schwedler, M. Joh. Christoph, Pfarrer zu Niederwiese, geb. 1673, geſt. 1730. Sela XVII Selneccer, D. Nikolaus, geb. 6. Dccbr 1530 zu Hersbruck in Franken, gest. als D. und Professor der Theologie zu Leipzig am 24. Mai 1592. Seume, Job. Gottfr., privatisirender Gelehrter in Leipzig, geb. 1763, geft. 1810. Sonntag, D. Karl Gottl., Gen- Superintendent in Liefland. Spalding, D. Joh. Joach., Probst und Ober- Confift- Rath zu Berlin, geb. 1714, geft. 1804. Sparatus a Rutilis, D. Paul, Hofprediger zu Königsberg, geb. 1484, geſt. 1554. Splittegarb, Karl Friedr., Vorsteher eines Erziehungs- Instituts in Berlin, geb. 1753. Starke, Gottl. Wilb. Christ., Anhalt- Bernburg. Hofprediger zu Ballenstedt, geb. 1762. Stegmann, D. Josua, Professor zu Ninteln, st. 1632. Strefow, Conr. Friedr., Probst auf der Insel Femern und Consistor. Rath, geb. 1705, geft. 1788. Sturm, M. Christoph Christ., Pastor zu St. Petri in Hamburg, geb. 1740, geft. 1786. Teller, D. Wilh. Abr., Probst zu Cölln, Pastor an der PetriKirche in Berlin, geb. 1734, gest. 1804. Thieß, D. Joh. Otto, geb. 1762, st. als Prof. zu Izehoe 1804. Tiedge, Domsefretair in Halberstadt. Titius, Christoph, Pastor in Hersbruck, geb. 1641, geſt. 1703. Tode, Heinr. Jul., Herzogl. Mecklenb. Kirchenrath und Hofpred., geb. 1733, geft. 1797. Ulber, Christ. Sam., Pastor zu St. Jakobi in Hamburg, geb. 1715, geft. 1776. Ut, Joh. Pet, Direkt. des Gymnasiums in Ansbach, geb. 1720, geft. 1796. Beillodter, Juliane, Schwester Balent. Karls Veillodter, Pfarrers in Nürnberg, sie starb 1802. Voß, Joh Heinrich, Hofrath und Prof. zu Heidelb., geb. 1751. Wächter, Ph. Leonh.,( Veit Weber), Vorsteher einer EtziehungsAnstalt in Hamburg, geb. 1762. Wehrhan, Chr. Friedrich, Pastor zu U. l. Fr. in Liegniz, geb. 1761, gest. 1808. Weigel, Joh. Adam Valent., Pastor zu Haselbach bei Schmiede berg, geb 1740, gest. 1806. Weiß, Joh., Baccalaureus der Theologie in Querfurt und Eisleben privatifirend, starb 1561, Weisse, XVIII Weisse, Christ. Friedr., Kreissteuer- Einnehmer in Leipzig, geb. 1726, gest. 1804. Wolf, D. Jat. Gab., Professor der Rechte in Halle, geb. 1684, gest. 1754. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, Pfarrer zu Bunzlau, geb. 1725, gest. 1761. Zachariä, Just. Friedr. Wilh., Professor in Braunschweig, geb. 1726, gest. 1777. Zernit, Christ. Friedr., Gerichtshalter zu Kloster Neuendorf, geb. 1717, geft. 1747. Zimmermann, Job Christ., Probst zu Uelzen, geb. 1702, geſt. 1783. Zollikofer, Georg Joach., reform. Prediger zu Leipzig, geb. 1730, geft. 1788. mil ona Ina Inhalts: Anzeige. Einleitung. Gesänge zur Erweckung kirchlicher Andacht. ( Kirchenlieder.) Nr. 1 bis 21, und 801 bis 808. Verpflichtung zur Theilnahme am Gottesdienst 1. 807. 808. Zum Anfange des Gottesdienstes 2 bis 7. 801 bis 806. Werth christlicher Religionsgesänge 8. Werth der öffentlichen Gottesverehrung 9. 804. 807. 808. Vor oder unter der Predigt 10 bis 15. 801. Vor der Catechismuslehre 16. 17. Nach derselben 18. 19. Zum Beschluß des Gottesdienstes 20. 21. Allgemeines Kirchengebet 803. Erster Haupttheil. Gesänge über die chriftliche Glaubenslehre. Von Gott. Von seinem Dasein, Wesen und Eigenschaften. Nr. 22 bis 48 und 809 bis 811. Dasein Gottes 22. 23. Majestät Gottes überhaupt 24. 25. Höchste Seligkeit Gottes 26. Unbegreiflichkeit 27. Geistigkeit 28. Einheit 29. Ewigkeit und Unveränderlichkeit 30. 31 bis 33. 38 bis 42 Allmacht 34. 35. 810. duld 43. haftigkeit 47. 48. 811. Allwissenheit und Allgegenwart Weisheit 36. 37. Liebe und Güte Barmherzigkeit gegen Sünder 809. Langmuth und GeHeiligkeit und Gerechtigkeit 44 bis 46. Treue und WahrVon der Verehrung Gottes als Vater, Sohn und Geist Nr. 49 bis 54. Von den Werken Gottes. Schöpfung der Welt Nr. 55 bis 63. Schöpfung der Welt überhaupt 55 bis 57. Gestirne 58. Engel 59 bis 61. Schöpfung des Menschen 62. 63. 814. 2** Vor XX Vorsebung Nr. 64 bis 72. 812. 813. Vorschung überhaupt 64 bis 66. Für den Menschen insbesondere 67 bis 72. 812. 813. Vom Menschen. Seine Würde und Bestimmung 73 bis 78. Geistesfreiheit 815. Sprache 816 Unsterblichkeit 817. 818. Seine Verdorbenheit durch die Sünde. Nr. 79 bis 81. Von Jesu dem Erlöser der Menschen. Segen der Sendung Jesu auf Erden überhaupt. ( Adventslieder.) 82 bis 91. 819 bis 822 Von der Geburt Jeſu. ( Weihnachtslieder.) 92 bis 108. Vom Leben Jesu auf Erden 823. 824. Von Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. ( Passionslieder.) 109 bis 140 und 825 bis 830. Leiden und Tod Jefu 109 bis 131 und 825 bis 829. Um Charfreitage 132 bis 136. 830. Begräbniß Jefu 137 bis 140. Von der Auferstehung Jesu. ( Osterlieder.) 141 bis 159. 831. 832. er: 141 Hingang Jesu zum Bater. ( Himmelfahrtslieder.) 141 bis 165. Hohe Würde Jesu. Nr. 166 bis 183. Ueberhaupt 166. 167. Herrschaft Jefu im Himmel 168. 169. Jesus der göttliche Lehrer 170 bis 174. Jesus unser erhabenes Muster 175 bis 179. Jesus der Versöhner der Welt 180 bis 183. Vom Geifte des Herrn und der Heiligung. Sendung des heiligen Geistes. ( Pfingstlieder.) 134 bis 193. 833. 834. Beistand des heiligen Geistes zum Guten 194 bis 201. Von der christlichen Kirche und dem evangel. Lehramte. Nr. 202 bis 211. Vom Glauben des Christen. Nr. 212 bis 217. 835 bis 837. Von den letzten Dingen 218 bis 259. 838 bis 846. Tod und Grab 218 bis 238. 838 bis 844. Unsterblichkeit und Auferstehung; 239 bis 245. 845. 846. Gericht und Bergeltung 246 bis 259. Zwei Zweiter Haupttheil. Gesänge über die christliche Sittenlehre. Christliche Sinnesänderung. XXI ( Bußlieder.) 260 bis 286. 847. Selbstprüfung und Bekenntniß der Sünden 260 bis 266. 847. Reue und Bitte um Vergebung 267 bis 282. Vorsatz der Besserung 283 bis 285. Wider den Aufschub der Bekehrung. Vom christlichen Wandel überhaupt. ( Wahres Christenthum.) 287 bis 301. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen Gott. ( Pflichten gegen Gott.) 302 bis 371 und 848 bis 853. Andenken an Gott 302. Erkenntniß Gottes 303. 304; Freude an Gott 305. 306. 848. Liebe gegen ihn 307 bis 309. Gehorsam 310. 311 Ehrfurcht 312 bis 314. Heilighaltung des Eides 315. 316. Wider das Fluchen 317 Demüthigung vor Gott 318. Hoffnung und Vertrauen zu Gott( Trostlieder) 319 bis 351. 849 bis 853. Lob- und Danklieder 352 bis 371, Gesinnung und Verhalten des Christen gegen Jesum. ( Verehrung gegen Jesu) 372 bis 384. 854. 855. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. ( Pflichten gegen uns selbst) 385, bis 444. 856 bis 858. Selbstliebe überhaupt 385. 386 Sorge für die Seele 387 bis 391. Selbsterkenntniß 392. Demuth 393 bis 395. Selbstbeherrschung 396 bis 398. 858. Beherrschung der Zunge 399. Reinheit und Keuschheit des Herzens 400 bis 403. Gutes Gewissen 404 bis 407. Fleiß und Beständigkeit im Guten 408. 409. Rechter Gebrauch der Lebenszeit 410 bis 415. Himmlischer Sinn 416. 417. 856. Sorge für Leben und Gesundheit 418 bis 421. Mäßigkeit im Genuß der Güter und Freuden 422 bis 427. Naturgenuß 857. Rechter Gebrauch der irdifchen Güter 428 bis 430. Sparsamkeit 431. Fleiß und Berufstreue 432 bis 436. Sorge für Ehre und guten Namen 437. 438. Sufriedenheit und Genügsamkeit 439 bis 441. Einsamkeit 442. Wahl des Umgangs 443. 444. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen seine Nebenmenschen. Pflichten der allgemeinen Menschenliebe. Nr. 445 bis 487. 859. Allgemeine Menschenliebe überhaupt 445 bis 451. Gorge für das Seelenwohl Anderer 452. 453. 859. Gutes Beispiel 454. 455. Pflicht der Fürbitte 456. Sorge für Leben und Gesundheit Anderer 457. Gerechtigkeit 458. 459. Billigkeit 460 Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Redlichkeit 461 bis 463. Mitfreude und Mitleid 464. bis 466. Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit 467 bis 771. bis 474. Freundlichkeit und Gefälligkeit 475. Bescheidenheit 472 Dienstfertigkeit 476. Billig XXII Billigkeit im Urtheile 477. Wider die Verläumder' 478. Friedfertigkeit 479 480. Sanftmuth, Versöhnlichkeit und Feindesliebe 481 bis 484. Duldung 485. 486. Verfchwiegenheit 487. Pflichten der Menschenliebe in besondern Verhältnissen. Nr. 488 bis 517, 860. 861. Baterlandsliebe 488. 489. 860. 861. Pflichten der Obrigkeit 490. der Unterthanen 491 492, der Richter 493. Pflichten im häuslichen Leben überhaupt 494. 495. Pflichten der Ehegatten 496. 497, der Eltern gegen die Kinder 498 bis 501. der Kinder gegen die Eltern 502 bis der Dienstboten 504. der Herrschaften gegen Dienstbeten 505. 506. gegen Herrschaften 507. 508. gegen Freunde 511 bis 513. Pflichten gegen Wohlthäter 509. 510. Pflichten der Lehrer 514. der Zuhörer 515. Pillichten gegen Wittwen und Waisen 516. gegen das Alter 517. Anhang. Christliches Verhalten gegen die Thiere 518. 519. Baumschonung 520. Folgen eines tugendhaften und lasterhaften Lebens. Nr. 521 bis 529. Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit der Christen. Gebrauch des göttlichen Worts. 530 bis 535. Gebet, Nr. 356 bis 550. BVerpflichtung dazu und Segen desselben 536 bis 544. Allgemeine Bitten und Umschreibungen des Bater Unser 545 bis 550. Erinnerung an die Taufe. No. 551 bis 553. Konfirmation. Vor derselben 554 bis 557. 862. 863. Nach derselben 558 bis 560. 864. 865. Abendmahl. Stiftung 866. Vor und unter demselben 561 bis 574. Nach demselben 575 bis 578. Krankenkommunion 579. 580. Dritter Haupttheil. Gefänge bei besondern Veranlassungen. Gesänge bei besondern Zeiten. Jahreswechsel. Beschluß des Jahres 581. 582. 867. 868. Anfang des Jahres 583 bis 590. Kirchenjahr 591. 592. Jahres Jahreszeiten. Wechsel der Jahreszeiten mer 597. Herbst 598. Saat- und Erndtezeit. Ausfaat 601 bis 604. der Erndte 609. 612 famen Erndte 614. 615. XXIII überhaupt 598. Frühling 594 bis 596. Som Winter 599. 600. Vor und unter der Erndte 605 bis 608. Nach Kanzellied am Erndtefest 613. Nach einer sparWitterungslauf. Ueberhaupt 616. Bitte um Regen 617. Dank für Regen 618. Bitte um Sonnenschein 619. Dank dafür 620. Vor und unter dem Gewitter 621. 622. Nach demselben 623. Nach Hagelschlag 624. Bei Ueberschwemmung 625 Nach derselben 626. Tageszeiten. Morgenlieder. Allgemeine 627 bis 645 und 869. Für Leidende 646 bis 648. Zum Anfang der Woche 649. Eines zufriedenen Hausvaters 650. Im Frühling 631. Tischlieder. Vor der Mahlzeit 652 bis 654. Nach der Mahlzeit 655 bis 658. Nach einem Gastmahl 559. Abendlieder. Am Schluß der Woche Allgemeine 660 bis 677. Für Leidende 678. 679. Für Kinder 870. Für Betagte 871. Am Sonntage 680. 681. 682. Am letzten Tage des Jahres 683. Erinnerung an entfernte Freunde 684. Im Frühling 685. Beim Anblick des gestirnten Him mels 686. Gesänge bei besondern Veranlassungen. Deffentliche Kirchen- Feierlichkeiten. Bußtag 687 bis 689 und 872. Reformationsfest 690 und 873. Kirchweihe 691 und 874. 875. Schul- und Erziehungspredigten 692. 693. Huldigung des Landesherrn 694. Todtenfeier des Landesherrn 695. 696. Einführung und Anzug eines Predigers 697 bis 699. Abgang eines Predigers 700. Nach einem erfochtenen Sieg 701. Sieg an der Kaßbach 876. Am Friedensfeste 702 bis 704. 877. Einweihung einer Kirche 705 und 875. Einweihung einer Orgel 706. Todtenfest 878 bis 882. Bei und nach allgemeinen traurigen Vorfällen. In Kriegszeiten 707 708. 833. Mißwachs und Theurung 709. Nach der XXIV felben 710 Bei ansteckenden Krankheiten 711. Nach denfelben 712. Nach einem Brande 713. Nach Rettung aus Gefahren 884. Bei der Taufe. eines Kindes 714 bis 716. eines Erwachsenen 885. Trauungslieder. Vor der Trauung 717 bis 720. Nach derselben 721 bis 724. Bei besondern häuslichen und persönlichen Vorfällen. Geburtstag 725 bis 727. In der Kindheit 728. Für die Jugend 729. Lied eines Jünglings 730 ciner Jungfrau 731. im Alter 732 733. In der Schwangerschaft 734. 735. Bei der Geburt 736. 737. Nach der Entbindung 738. Mutterfreude über ein lebendes Kind 739. Klage über ei Todtgebornes 740. Beim Kirdgange 886. Im Wohlstande 741. In Armuth und Noth 742 bis 744. 887. In Krankheit 745 bis 748. 888. Fürbitte für einen Kranken 749. Dank für die Gene fung 750. 751. Für Wittwen 752. 753. Lied einer Waise 754. Bor und unter der Reise 755. 756. Nach der Reise 757. Am Tage der Eidesleistung 758. Bei einem Ehejubiläo 880. Gesänge bei Sterbenden. Nr. 759 bis 766. Der sterbende Vater 767. Bei Begräbnissen 768 bis 781. 890 bis 900. Gedächtnißlieder. Trost beim Tode der Unfern überhaupt 782. Beim Tode der Kinder 783 bis 787. Beim Tode einer erwachsenen Tochter 788. Beim Tode eines erwachsenen Sohnes 789. Beim Tode des Ehegatten 790. 791. Beim Tode der Ehegattin 792. Beim Tode des Vaters 793. Beim Tode der Mutter 794. 795. Beim Tode treuer Gattin, Freunde und Anverwandten überhaupt 796 bis 799. Beim Tode eines Religions Lehrers 800. Zur Erweckung kirchlicher Andacht. Kirchen Lieder. Verpflichtung zur Theilnahme an der öffentlichen Gottesverehrung. A Mel. O, daß ich tausend Zungen. 4. Auch deinen Nächsten zu 1. Den Höchsten öffentlich erbauen, mußt du zum Hauſe verehren, und in sein Haus mit Gottes gehn. Wie manche Freuden gehn, um andachtsvoll sind, die auf dich schauen, die sein Wort zu hören, und ihn bloß auf Andrer Beispiel sehn! lobpreisend zu erhöhn, ist eine Bedenke, daß du als ein Chrift Pflicht, wozu der Christ, so ein gutes Beispiel schuldig bist. lang er lebt, verbunden ist. 5. Dich aber selbst von dei2. Wenn du nur in der nen Pflichten, und von der Still' ihn ehrest, zwar Jesum Bahn zur Seligkeit, noch imdeinen Heiland nennst; doch ihn mer mehr zu unterrichten, in nicht öffentlich verehrest, ihn dieser kurzen Prüfungszeit, wie nicht auch vor der Welt be- nöthig ist dies nicht, o Chrift! kennst; bist du dann sein? bist der du geneigt zu Fehlern bist! du ein Christ, der seinem Heiland dankbar ist? 6. Wie schwach sind unfre eignen Kräfte! Wie schwach 3. Wer sich dem Gottes- Erkenntniß und Verstand! Der haus entziehet an dem von Gottesdienst ist ein Geschäfte, Gott bestimmten Tag, aus wozu Gott gütig uns verband; Trägheit die Versammlung flie- ein Mittel, das uns neue Kraft het, und nicht mit Andern zum Glauben und zur Tugend beten mag, entzieht sich einer schafft. heil'gen Pflicht und sorgt für seine Seele nicht. 7. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, wenn ich das U Wort 2 Zur Erweckung kirchlicher Andacht. Wort des Herrn gehört! Wie 2. Hier, wo, beseelt von gleilieb' ich euch, ihr frohen Stun- chem Triebe, ein froher Lobgeden, da man anbetend Gott sang den andern hebt, und Alverehrt, und, um das Ewige les, voll von deiner Liebe, für bemüht, sich aller Erdensorg' Einen Zweck in Einem Geiste entzieht. lebt; hier, hier belebt, erwärmt 8. Nichts gleicht dem himm- und tröstet mich der heilige lischen Entzücken, das hier ein Gedank', o Gott, an dich. frommes Herz belebt, wenn es 3. O zeige dich in deinem in sel'gen Augenblicken sich im Worte, du Allerheiligster, o Gebet zu Gott erhebt, und voll Gott, uns ganz! Nicht hier aldes Glücks, das es genießt, von lein, an jedem Orte umstrahl' Dank und Freuden überfließt. uns deines Lichtes heller Glanz. 9. Wie nichtig sind der Erde Laß unsern Geist sich reiner Freuden, dem, der des Him- Tugend weihn, einst wird er mels Freuden schmeckt! Wie sich in höhern Tempeln freun! füß der Trost, wenn man im Leiden sein Herz dem besten Mel. Herzliebster Jesu, was. Freund entdeckt! Wie nichts 3. Dies ist der Tag, an ist alles Glück der Welt! dem, welchem deine Frommen, Gott, der mit Gott sich unterhält! in dein Haus, dich anzubeten, Küster. kommen, mit Lob, Gebet und Dank dich zu verehren, dein Wort zu hören. $ 1 Zum Anfange des Gottes dienstes. Mel. Dir, dir Jehovah. 2. Ja, dieser Tag sei dir allein gewethet; ihn feiert gern, 2. Dich preisen, Gott, Ge- wer deiner sich erfreuet; gieb, fang und Lieder in deinem daß er mir durch kein Geräusch großen Tempel der Natur, und der Erde entrissen werde. Erd' und Himmel tont sie wie- 3. Dein Lob, verkündigt der, sie schallen nicht in Chri- durch des Himmels Lieder, stentempeln nur. Dein Tem- erschall' in deiner Christen pel, Vater, ist die große Welt, Tempeln wieder! Laß Aller und jedes Menschenherz, das Lob, laß das Gebet von Aldir gefällt. len dir wohlgefallen! 4. Ich Kirchen Lieder. 3 4. Ich freue mich, die Ståtte Tag des Heils der Erde; gieb, zu begrüßen, wo Durstenden daß er immer heiliger mir werde! des Lebens Bäche fließen, und Lob sei, Erlöser, deinem großen wo dein Ruhm von dir ge- Namen auf ewig! Amen! weihten Zungen froh wird befungen. Sturm. 5. Mich lockt die Welt umMel. Herzlich thut mich verl. sonst mit ihren Freuden; mein 4. Du Sonntag, follft mir Geist soll sich auf deinen Auen heilig, der Seele Festtag sein; weiden. Die Wahrheit, die ich will ihn gern und treulich uns deine Boten lehren, will der frommen Ruhe weihn. ich gern hören. Entfernt von eitlen Dingen, 6. Ich nahe mich mit redli- soll meine Seele heut hinan zu chem Gemüthe, nicht mit den dir sich schwingen, Herr der Lippen blos, zu deiner Güte; Unsterblichkeit! denn was ein ernstliches Gebet 2. Mit heiligen Gemeinen, begehret, das wird gewähret. die heut hier vor dir stehn, will 7. O, laß auch heute deinen ich mich froh vereinen, dein Geist mich lehren, vom Wege, Lob, Gott, zu erhöhn. Wo der dir mißfällt, mich zu kehren! sich die Frommen sammeln, Regiere mich, daß meine ganze will ich zu dir empor Dank Seele zum Trost dich wähle. und Anbetung stammeln, im 8. Dein Tag fei mir ein dir geweihten Chor. Denkmal deiner Güte, voll 3. Es schallt am heil gen Orte Heil für mich, und lenke mein die Stimme Jesu hier. Ich Gemüthe auf jenes Glück, das höre seine Worte: Mühsel'ge! mir dein Sohn erworben, da kommt zu mir. Ja, Heiland, du er gestorben. mein Tröster, mich innig dein 9. Ja, Preis sei dir, du zu freun, ging ich, dein Theu'rTodesüberwinder! An diesem erlöster, zu deinem Tempel ein. Tag hast du zum Heil der 4. Das Wort des Herrn zu Sünder, die, fern von Gott, lesen, ist heute meine Pflicht. in finstern Schatten saßen, Was wär' ich, heil'ges Wesen! dein Grab verlassen. ohn' deinen Unterricht? Mit 10. Dein Siegstag ist ein einfach stiller Seele erwart' ich 2 2 als 4 Zur Erweckung kirchlicher Andacht. als dein Kind, o Bater! die| Mel. Gott des Himmels und. Befehle, die Heil und Leben 5. Großer Gott von alten sind. Zeiten, dessen Hand die Welt 5. Ja, sammeln in der regiert, dessen Treu auf allen Stille, sollst du, o Seele, dich. Seiten mich von Jugend auf Frag dich: Was ist dein Wille? geführt, heute weckt des Tages Was quált, was freuet dich? Lauf mich zu lauter Andacht auf. Ergründe dein Bestreben, wenn du es redlich meinst, und prüfe selbst dein Leben: Was du bist oder scheinst. 2. Ach, wie lieb' ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel 6. Fern soll von meinem Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt, und durch Munde das wilde Toben sein, feinen guten Geist mir den die Gott bestimmte Stunde will ich, Welt! dir nicht weihn. Weg zum Himmel weist. Sie soll mich nicht zerstreuen; und war ich ganz allein, kann ich doch dein mich freuen, o Gott! und glücklich sein. 7. Als des Verlaßnen Trö3. Doch das bloße Müßigge hen und der Kleider leere Pracht werden schlecht vor Gott bestehen, der für's Ew'ge uns gemacht, Herr, ich bringe, was ich kann; ster will ich heut zu ihm gehn. nimm du nun mich selber an. Es soll, du Hülfentblößter; 4. Habe Dank für diesen mein Herz dir offen stehn. Morgen, der mir Zeit zum Gus Mein Kranker! ich will eilen, ten schenkt. Das sind unsre be dir liebend wohl zu thun: den sten Sorgen, da der Mensch. Schmerz mit mir zu theilen, an Gott gedenkt, und ihm sollst du im Arm mir ruhn. fromme Lieder singt, daß es 8. Tag der heil'gen Won- durch die Wolken dringt. ne! des Segens für mein Herz! 5. Was ist sel'ger als Gott Zeuch du, der Geister Sonne, dienen, was ist süßer als sein die Seele himmelwärts. Herr, Wort, da wir sammeln, wie segne diese Stille, füll' unsre die Bienen, und den Honig Herzen ganz mit deines Gei- tragen fort. Selig ist, wet ftes Fulle, mit deines Lichtes Nacht und Tag gern darin Glanz. Lavater. sich üben mag. I 6. D Kirchen Lieder.m 5 6. O, mein Gott, sprich sel- lauf Erden; gleich, Jesu, dir ber Amen; denn wir sind dein an Tugend, gleich an HerrEigenthum. Alles preise dei- lichkeit zu werden. nen Namen, Alles mehre dei7. O Gott! dein Evangenen Ruhm, bis es künftig wird lium, wie göttlich schön! wie geschehn, daß wir dort dich richtig! Es sei mir Licht, nåher sehn! Neumann. und Trost und Ruhm, und alles Undre nichtig. 200 TU Mel. Ich danke dir schon. 8. Laß mich hier deines Geis 6. Mein Aug' und Herz er- stes Licht, mich deine Wahrhebe sich zum kindlichen Gebete. heit sehen, und Alles, was Allwissender, du siehest mich, mein Schöpfer spricht, wie hier, wo ich vor dich trete. er's versteht, verstehen. 2. Laß in der Wahrheit und 9. Gott, mein Heiland! im Geist mich, Gott, hier zu taufe mich mit Kraft und Licht dir flehen, und heilig, wie dein und Feuer, und jeden Tag erWort mich heißt, im Heilig- zeige sich mein Herz dir, Jesu, thume stehen. treuer. 3. Des Heuchlers Flehen 10. Den Himmel und die kannst du nicht, o Heiligster! Ewigkeit laß mich im Geist erhören; dich trügt kein from- umfassen, und was mich einst mes Angesicht, dich täuschen im Sterben reut, von ganzer keine Zähren. Seele haffen. 4. Das Herz, das Herz muß 11. Schau gnådig jeden redlich sein, nur nach der Tu- Kranken an, der trüb' herüber gend streben; voll Demuth, blicket, daß er hier nicht erscheiReu' und Einfalt sein, und nen kann, wo uns dein Wort findlich dir ergeben. erquicket. 5. Ach, schaff' ein solches 12. Und segne den, der GuHerz in mir; befreie mich von tes thut, und Gutes redlich lehSünden. Dich such' ich, ich ret, der ohne Menschenfurcht, bin fern von dir, Gott laß mich voll Muth, dem Wahn und jeßt dich finden. Laster wehret. 6. Zu streben nach dem Himmelreich, sei mein Geschäft 13. Die heiligste Religion, Gott, laß empor sie kommen; ver 6 Zur Erweckung firchlicher Andacht. verbreite Glauben, Gottessohn, entgegen, Hirt der Heerde! und mehre deine Frommen. Hilf, daß Jeder selig werde! Mel. Wie schön leuchtet der M. 7. Weich, Welt! Weicht, Weltgeschäfte, fern! Der große Ruhetag des Herrn er fordert heil'ge Stille. Heut Werth christlicher Neligions Gefänge. Mel. O daß ich tausend Zungen. 8. Noch sing' ich hier aus dunkler Ferne, Gott meines Lesoll der Christ im Herrn sich bens, dir mein Lied. Wenn freun, und voller Geist und Andacht sein; dies, Gott, dies einst, weit über alle Sterne, dich mein verklärtes Auge ist dein Wille. Bringet, singet fieht: dann schallet dir im Lobgesänge mit der Menge der Erlösten! Gott ist hier! Er will uns trösten. Jubelklang der Ueberwinder mein Gesang. 2. Wohl mir indeß! Du 2. Heut macht Gott durch schaust hernieder, steigt mein der Lehrer Mund das theure, Gebet zu dir hinan; du hörst werthe Wort uns fund; wer den Dank der schwachen Lieglaubt, erlangt das Leben. der mit Baterhuld und GnaHeut ruft er: Sünder, komm den an. Und meine Besserung zu mir! Um Chrifti Willen will und Nuh' nimmt durch ein ich dir die Sündenschuld ver- frommes Lied oft zu. geben! Schallet, fallet in die 3. Froh wall' ich hin mit Herzen, stillt die Schmerzen, meinen Brüdern zu deines füße Lebren! Laß sie, Herr, Tempels Heiligthum. Da uns fruchtbar hören! = schallt in dir geweihten Liedern 3. Mach' uns zu deinem des Dankes Stimme dir zum Dienst bereit; laß uns den Ruhm, und dann durchdrinRath zur Seligkeit recht fas- get meine Brust ein fromm sen, treu bewahren. Gieb, daß Gefühl der reinsten Lust. wir deines Wortes Kraft, auf 4. Die Kraft von deinen unsrer ganzen Pilgerschaft, an Himmels- Lehren durchdringt unsrer Seel' erfahren. Lehrern, und hebet meinen Geist, wenn Hörern komm mit Segen hier er, vereint mit heil'gen Chören, Gott, Kirchen- Lieder. 7 Gott, deinen großen Namen] preist, Anbetung dir und Ehre bringt, und Fülle der Empfindung singt. Werth der öffentlichen Gottesverehrung. Mel. Was mein Gott will. 9. Wie lieblich sind, Herr 5. Zwar hab' ich auch in Zebaoth, die Wohnungen zu stillen Stunden, wenn ich dir nennen, wo wir dein Wort meine Freuden sang, der An- und dein Gebot begierig hören dacht Seligkeit empfunden, die können! Wo wir zu dir mit durch die frohe Seele drang. Ehrfurcht fliehn! wo du zu Mein Herz, wenn dir mein uns dich kehrest; und, wenn Lied erscholl, ward seliger Em- wir betend vor dir knie'n, Gepfindung voll. bet und Flehn erhörest. 6. Doch ward, dich inniger 2. D, wie verlangt mein zu loben, oft, wenn sie kalt und Herz nach dir! Wie wünsch tråge war, die Seele mehr zu ich dich zu loben in deinem dir erhoben, wenn meiner Mit- Tempel, Gott, wo wir oft deierlöften Schaar sich bis zu dei- nen Ruhm erhoben! Mein Leib nem Throne schwang, und dir und Geist erfreuet sich in dir, aus vollen Chören sang. du Gott des Lebens! Durch 7. Ich habe mir die Laft der deine Gnade leb' auch ich nicht Leiden oft durch ein Trostlied meine Zeit vergebens. leicht gemacht, und, statt des 3. Wie einsam, wie verlasKummers, Ruh)' und Freuden sen war mein Herz, das dich in mein beklommnes Herz ge- nicht kannte, und, sorglos gegen bracht. Die Hoffnung lebte die Gefahr, von eitler Luft entwieder auf, sang ich zu dir, brannte! Nun findet es den mein Gott, hinauf. rechten Grund des Heils, das 8. Hier sing' ich noch aus du uns giebest. An deinem dunkler Ferne. O welche Won- Altar macht es kund, wie du ne wird es sein, wenn einst, die Frommen liebest! weit über alle Sterne, Gott, mich dein Antlig wird erfreun! Da bin ich dir ganz Lobgesang in aller Himmel Jubelklang. Heereu. 4. Herr, welchen Segen schenkst du dort, wo uns dein Geist erwecket! Wie majestàtisch ist dein Wort, das freche Sünder schrecket! Wohl denen, 8 Zur Erweckung christlicher Andacht. nen, welche Lebenslang in vor dir, deinen Willen anzuz Heiligkeit dir dienen! Ihr gan- hören; unser Herz ist voll Bezes Herz ist Lobgefang; dein gier nach den süßen HimmelsTempel ist in ihnen. lehren; laß doch Undacht und 5. Durch dich wird ihre Gedanken nicht von deiner Seele neu, wird stark in dei- Wahrheit wanken. ner Gnade; sie wandeln freu- 2. Ach, wie selig ist der Ort, dig und getreu die göttlich o, wie heilig ist die Ståtte, wo schönen Pfade. Sie dringen man, Herr, dein heilig Wort, durch die Wüstenei'n des Jam- unter brünstigem Gebete, unmers und der Leiden, und tra- ter deines Geistes Segen kann gen ihre Garben ein: des an Herz und Seele legen! Glaubens edle Freuden. 3. Schleuß uns das Ver6 Ihr Kampf ist siegreich ståndniß auf, deinen Rath recht und beglückt; dein Geist hilft zu erkennen, fördre unsern Chriihnen streiten. Ihr Ziel bleibt stenlauf, laß das Herz in Anfest und unverrückt und krönt mit dacht brennen, daß es dieser Seligkeiten: daß alle Welt be- Erd' entschwebe, und zum Himkenen muß, dies sei der Weg zum mel sich erhebe. Leben, und alles Segens Ueberfluß sei Gott bereit zu geben. 4. Zeige uns dein Angesicht gnådig auch in dieser Stunde; 7. Der Herr ist unser Licht segne, was dein Diener spricht, und Schild; der Herr giebt sey du, Herr, mit seinem Munde, Gnad' und Ehre. Wenn seine daß sein redliches Bemühen uns Furcht das Herz erfüllt, dann zu Christen mög' erziehen! hält man seine Lehre, dann Jon. Krause. hebt das wahre Glück sich an, Mel. Herr Jesu Christ, dich. das uns ins Grab begleitet. Herr Zebaoth! wohl, wohl dem 11. Herr Jesu, gieb uns deiMann, der dir sein Herz bereitet. nen Geist, den uns dein göttlich Wort verheißt; gieb Hülf und Gnade, leit' und führ' uns Vor, oder unter der Predigt. auf der Wahrheit Bahn zu dir. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 2. Von Andacht sei das 11. Herr, hier sind wir nun Herz belebt, wenn unser Mund dein Kirchen- Lieder. 9 dein Lob erhebt; gieb uns mehrsherzlich lieben; daß kein Leid Glauben, mehr Verstand, und und keine Freude uns von mache dich uns recht bekannt! seiner Liebe scheide. 3. Bis mit den Engeln jeder Schiebeler. Feit erblickt. dung beweine. Chrift fingt: Heilig, heilig, Mel. Lobe den Herrn, den. heilig ist Gott, unser Gott, und 13. Hor' doch, o Bater! das ihn entzückt in seiner Herrlich- Flehn der vereinten Gemeine: 4. Lobt Gott, den Bater, der Erkenntniß erscheine; daß daß überschwenglich das Licht lobt und preist des Vaters Sohn und seinen Geist, und ewig heit verschmäht, seine Verblennicht zu spåt, wer deine Wahrjauchz' und freue sich, Gott, Erd' und Himmel über dich! 2. Nie wird die Predigt Herzog Wilhelm von Sachsen- die Herzen der Sünder gewinnen; wirkungslos werden auch Mel. Liebster Jesu, wir sind. Thränen der Rührung zerrin12. Herr, vor deinem Ange- nen; wo nicht dein Licht durch sicht hat die Andacht uns verwir zu schauen beginnen. unsre Finsterniß bricht, und sammelt. Ach! verwirf die Bitte nicht, die dein Volk dir, Namen des Heilands uns nen3. Laß uns, die wir nach dem Höchster, stammelt. Hör auf unsre schwachen Lieder, und sieh gnådig auf uns nieder. Weimar. nen, Ihn als die Quelle des Lichts und des Lebens erkennen. Ihm, der uns lehrt, wie dein Volk würdig dich ehrt, ihm laß die Herzen entbrennen! Tim. Hermes. In bekannter Melodie. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Herzen dringen; laß es unsern Sinn erneuen, und des Irrthums Nacht zer- 14. Liebster Jesu! wir sind hier, um dein göttlich Wort zu 3. Mach' uns so dein Wort hören; lenke Sinnen und Bebekannt, daß wir seine Vor- gier auf die süßen Himmelslehschrift üben, dich, und den, den ren, daß das Herz jetzt von der du gesandt, Jesum Christum, Erde ganz zu dir gezogen werde. ftreuen. 2. Un 10 Zur Erweckung kirchlicher Andacht. 2. Unser Wissen und Ver- von Menschenfurcht entledigt, stand ist mit Finsterniß um- und lehre frei nach seiner Pflicht! hüllet, wo nicht deines Geistes Sein Beispiel lehre, wie sein Hand uns mit hellem Licht er- Mund! Des Lebens Weg werd' füller; Gutes denken und be- Allen kund! gehren, kannst du uns allein gewähren. Cramer. 3. Odu Glanz der Herrlich- Vor der Katechismuslehre. keit, Licht von Licht aus Gott Mel. In allen meinen Thaten. geboren, mach' uns allesammt 16. Kommt, Kinder, anzubereit, öffne Herzen, Mund beten, laßt uns zum Vater treund Ohren; unser Hören, Bit- ten, der Aller Bater heißt! Er ten, Singen laß, Herr Jesu, ist's, der uns das Leben und seiwohlgelingen. nen Sohn gegeben; er schenk uns auch den heil'gen Geist. Clausnitzer. 2. O pråge alle Lehren, die Mel. Wer nur den lieben Gott. wir vom Lehrer hören, tief in die 15. Mit Freuden such' ich, Herzen ein. Gieb, daß wir sie Herr, die Stätte, wo deines zum Segen behalten und erwåNamens Ehre wohnt, und wo, gen; laß uns des Wortes Thäter wenn ich mit Brüdern bete, des sein. Himmels Vorgefühl mir lohnt, 3. Vermehr' in uns die Triein welchem ew'ge Seligkeit uns, be zur Andacht und zur Liebe, auch versammelt, einst erfreut. zu Fleiß und Folgsamkeit. Ja, 2. Dein Wort sei mächtig mache jedes Laster uns jeden hier verkündigt dem Frommen, Tag verhaßter; werth mach' uns den ein Leid betrübt; dem was dein Wort gebeut. Halbbekehrten, der noch fün- 4. Wir sind noch unerfahdigt; dem Frevler, der die La- ren; uns reißt in jungen Jahren ster liebt; dem Heuchler, der der Sünde Reiz oft hin. Laß sich schwer bekehrt; dem Zweif- gegen alle Sünden uns immer ler, der die Wahrheit ehrt! Haß empfinden, sie mit dem 3. Gieb dem, der seinen größten Abschen fliehn. Brüdern predigt, zur wahren 5. Herr, laß nach deinem Kenntniß heilsam Licht! Er feil Willen uns unsre Pflicht erfüllen, Kirchen- Lieder. 11 len, uns nur dem Guten weihn. Jießt in unsre zarte Bruft! Laß uns in früher Jugend Ver- Nichts, nichts, o Herr, entreiß' ehrer wahrer Tugend, nach Jesu uns dir; dir leben und dir Lehr' und Beispiel sein. sterben wir. Fiebich. Nach der Katechismuslehre. Mel. Sey Lob und Ehr' dem. Mel. Wer weiß, wie nahe. 17. O Quell der Weisheit, Freund der Frommen! Du dessen Freude Segnen ist! Du heißest Kinder zu dir kommen; hier sind wir, liebster Jesus Chrift! Ohöre gnådig das Gebet, das jetzt zu dir um vergessen deinen Unterricht, nicht Hülfe fleht! 18. Dank sei dir, unser Herr und Gott, für die gehörten LehGebot, wenn wir es folgfam horen. Zum Leben führt uns dein ren. Allgütiger, o laß uns nicht deine Macht und Güte! 2. Herr, unser Heiland, deine Lehren, wie heilsam sind fie und wie schön! Gieb, daß wir sie begierig hören, und täglich wir erfahren. Von Sünwas wir hören, recht verstehn! den und von Lastern rein laß unMach' uns durch unsers Lehser Herz und Leben sein, wie rers Mund den Weg zu dei- Jesu Herz und Leben. nem Heile kund. bei lockenden Gefahren, uns dei2. Lebendig, unvergeßlich sei, ne Wahrheit, deine Treu', die 3. Zum Heil uns, Bater! dir zum Ruhm, zur Freude unfrer Lehrer, sind wir vom Evan3. Wer Wahrheit sucht, wird Wahrheit finden; wer, Herr, dir folgt, der irret nicht! gelium die freudigsten Verehrer. Gieb, daß wir ganz das Glück empfinden, zu kennen dich und unsre Pflicht! Laß uns dein Wort stets heilig sein, uns stårken, trösten und erfreun. 19. Gott Vater, die sei Wie unaussprechlich selig ist, wer sich dir, Gott, durch Jesum Christ mit ganzer Seele weihet! Mel. Nun danket alle Gott. 4. Erweck in uns der Tu- Dank, für deines Sohnes Lehgend Triebe, zu allem Guten ren! Den Sündern ruft er zu, wahre Lust; und pflanz' Em- sich ernstlich zu bekehren; Bepfindung deiner Liebe schon trübten giebt er Trost, den Schwa 12 Von Gott, seinem Daseyn, Schwachen Muth und Kraft; 3. Es segne uns Gott, ununsträflich wandeln sie dann in ser Gott! Es segne uns Gott, der Pilgrimschaft. und geb' uns seinen Frieden. 2. O segne nun dein Wort, Amen! verleih' uns Kraft und Stärke In bekannter Melodie. nicht nur zum Glauben, auch zum Ueben guter Werke; daß 21. Nun, Gott Lob! es ist unser Glaube dir bis in den vollbracht, Singen, Beten, Tod getreu und immer thâti- Lehren, Hören. Gott hat Alles ger durch wahre Liebe sei. wohl gemacht, drum laßt uns 3. Gieb Gott, daß wir dich ihn fröhlich ehren. Unser Gott stets von Herzen fürchten mó- sei hoch gepriesen, daß sein gen, daheim und öffentlich, auf Wort uns unterwiesen. allen unsern Wegen. Gieb 2. Unser Gottesdienst ist Kraft zur Besserung durch dei- aus; Jeder gel)', bekrönt mit nen guten Geist; dein Segen Segen, aus dem Tempel in sei mit uns, den uns dein Wort sein Haus, wandle stets auf verheißt! Gottes Wegen; daß sein Geist uns stets, wie heute, auf der Bahn zum Himmel leite. Zum Beschluß des Gottes: dienstes. In bekannter Melodie. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang glei20. Gott sei uns gnädig chermaßen. Segne unser tågund barmherzig, und geb' uns lich Brod, segne unser Thun seinen göttlichen Segen! und Lassen, segne uns mit sel'2. Er laff über uns sein gem Sterben, und mach' uns Untliß leuchten, daß wir auf zu Himmelserben. Erden erkennen eine Wege. Schenk. Von Gott, seinem Dafeyn, Wesen und Eigenschaften. Daseyn Gottes. hätt' ich wider Furcht und Mel. Herzliebster Jesu, was. Gram für Waffen, wenn dieſe 22. Es ist ein Gott, er hat Welt kein Werk zu seiner Ehre, auch mich erschaffen. Was wenn Er nicht wäre? 2. Dann und seinen Werken. 13 2. Dann müßt ich unter will ich mich nur üben, will mir das Thier beneiden. Ach! ihn nur lieben! mir versiegte jeder Quell voll Freuden; mir würde selbst ein Paradies auf Erden zur Wüste werden. Cramer. Mel. Nun läßt uns Gott den. 23. Gott! aus deinen 3. Wår ich nicht elend? Werken kann ich dein Dasein War' ich nicht verloren? Ach, merken; in allen Kreaturen besser wär's, ich wäre nie gebo- find' ich der Gottheit Spuren. ren, als wenn ich, blind durch Zweifelsucht und Lüfte, von Gott nichts wüßte! 4. Dann würde mich der 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ist! Gott mußt du ehren! Durst nach Glück nur quälen, Erde und daß der Himmel wer3. Wer sprach es, daß die und ich gewiß der Sehnsucht de? Wer sprach es, daß im Ziel verfehlen; dann wäre mir der Lüfte wild Getümmel, mein Meere zahlloses Leben ware? Gott, mein Himmel. 4. Wer ließ in jenen Höhen Sternenheer entstehen? das 5. Flieht, lästernde Gedan- Wer hieß des Donners Brülken! ihr beflecket von ferne schon len die Welt mit Furcht erdie Seele, die ihr schrecket. füllen? Flieht; nur der finstre blinde Wahn der Thoren hat euch Wälder, den Segen unsrer Fel5. Wer schuf das Grün der geboren. der? Wer ließ in weiten Höhen 6. Ich weiß, daß Gott ist: der Sonnen Glanz entstehen? weiß, an wen ich glaube: weß 6. Und wer hat mir das LeHauch mein Geist ist; wer den ben, mir diesen Leib gegeben? Leib vom Staube so herrlich mir diesen Geist geschenket, der schmückt, mich trågt, mich un- fühlt, erkennt und denket? terstüßet, mich täglich schüßet. 7. Du warst es, Gott der 7. Ich weiß, auf welchen Stärke. Dich rühmen deine Grund mein Glück ich baue, Werke. Durch dein allmächt'wen ich verehre, wem ich mich ges: Werde! entstand auch vertraue! Ihm zu gefallen, unsre Erde. 8. Das 14 Von Gott, seinem Dasein, 8. Das Würmchen in dem] 3. Du sprichst, und es geStaube, die bunte Raup' am schieht. Auf dein allmächt ges Laube, das Gras, der Felder Werde! entstand dein großes Halmen sind deines Ruhmes Werk, der Himmel und die Psalmen. Erde. Mit deinem fråft gen 9. Herr, du bist hoch zu Wort trågst du die ganze Welt, loben, wenn gleich die Feinde und deine Macht vollführt, toben, wenn auch der Thoren was uns unmöglich fällt. Rotten dich läugnen und ver- 4. Du bist der Herren Herr; spotten. der Erde Majeståten sind, 10. Laß Alle, die dich ken- Höchster! vor dir Staub; wie nen, die dich mit Ehrfurcht nen- bald kannst du sie tödten! nen, und die dir fest vertrauen, Wen du erniedrigest, Gott, dein gnådig Antlik schauen! wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. Fiebich. 5. Wer hat dich je gesehn? Majestät Gottes überhaupt. Wer kann im Fleisch dich seMel. Nun danket Alle Gott. hen? Kein menschlich Auge 24. Anbetungswürd'ger reicht bis zu des Lichtes Höhen, Gott, mit Ehrfurcht stets zu von welchen du mit Huld auf Du bist unendlich deine Schöpfung blickst, und mehr als wir begreifen können. alles, was da lebt, erfreuest flöße meinem Geist die und beglückst. nennen. tiefste Demuth ein, und laß 6. Ja, hier erkennen wir mich stets vor dir voll Ehr- dich nur sehr unvollkommen; erbietung sein! wird aber dermaleinst der 2. Du riefft dem, das nicht Vorhang weggenommen, der war, um tausend Seligkeiten dich, Unendlicher, noch unserm aufs mannigfaltigste um dich Blick verschließt: dann sehn her auszubreiten. Die Liebe wir heller ein, wie herrlich bist du selbst, Verstand und du, Gott, bist. Rath sind dein; und du ge- 7. Indeß sei auch schon jetzt brauchst sie gern, zu segnen, dein Ruhm von uns besungen. zu erfreun. Verschmähe nicht ein Lob von un Wesen und Eigenschaften. 15 unsern schwachen Zungen. was er schafft im Himmel unt Dort soll, wenn wir dich einst auf Erden. Bei ihm ist Weisin vollem Lichte sehn, auch heit und Verstand, und Kraft stärker unser Lied dich, großer und Stärke; seine Hand umGott! erhöhn. spannet Erd' und Himmel. Kambach. 5. Ist er auch jemals von Mel. Sei Lob und Ehr' dem. Wege? Wo ist die Nacht, da uns fern? Weiß er nicht Aller 25. Der Herr ist Gott und sich dem Herrn ein Mensch verkeiner mehr! Frohlockt ihm, bergen möge? Die Finsterniß alle Frommen! Wer ist ihm ist vor ihm Licht, Gedanken gleich, wer ist, wie er, so herr- selbst entfliehn ihm nicht; er lich, so vollkommen? Der Herr sieht sie schon von ferne. ist groß, sein Nam' ist groß! 6. Wer schützt den Weltbau Er ist unendlich, grenzenlos in ohne dich, o Herr, vor seinem seinem ganzen Wesen! Falle? Allgegenwärtig breitet 2. Er ist und bleibet, wie sich dein Fittig über Alle. Du er ist! Wer strebet nicht bist voll Freundlichkeit, voll vergebens, ihn auszusprechen? Huld, barmherzig, gnädig, Wer ermißt die Dauer seines voll Geduld, ein Bater, ein Lebens? Wir Menschen sind Verschoner. von gestern her; eh' noch die Erde war, war Er, war et die Himmel waren. 7. Unstråflich bist du, heilig, gut, und reiner als die Sonne. Wohl dem, der dei3. Um seinen Thron her nen Willen thut, denn du beströmt ein Licht, das ihn vor lohnst mit Wonne! Du hast uns verhüllet. Ihn fassen alle Unsterblichkeit allein, bist seHimmel nicht, die seine Größ' lig, wirst es ewig sein, du erfüllet. Er bleibet ewig, wie aller Freuden Fülle. er war, verborgen und auch 8. Dir nur gebühret Lob offenbar in seiner Werke Wun- und Dank, Unbetung, Preis dern. 4. Wir sind allein durch seine Kraft das, was wir sind und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und werden. Er kennet alles, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich, 16 Von Gott, seinem Dasein. gleich, wer ist wie Er, so herr- der Tugend Werth erhebt, belich, so vollkommen? glücket und verklärt. 7. Fließt so viel hohe Luft von dir schon hier auf uns; Höchste Seligkeit Gottes. kannst du schon hier mit sol Mel. Herr Jesu Christ, dichchen Gütern uns erfreun, wie 26. Aus deiner Quelle, selig mußt du selbst nicht sein! Schöpfer, nimmt der Mensch, 8. Unendlich selig! denn du zur Seligkeit bestimmt, zahllose bist unendlich; unermeßlich ist, Freuden; täglich fließt thro Fülle der Vollkommenheit, Strom, der unerschöpflich ist. der Reichthum deiner Herrlich 2. Er fließt durch deine feit! Schöpfung hin, und hat für 9. Der Mensch, wie hoch er einen jeden Sinn, für jeden strebt, umfaßt er nimmer, was heiligen Genuß Befriedigung du bist und hast. Nur du durchund Ueberfluß. schaust dich ganz allein; wie 3. Vom Himmel strömt selig, selig mußt du sein! sein Segen her, strömt durch 10. Und das auf ewig! Gebirg' und Thal und Meer: Keine Zeit unegrenzet deine Wie schön ist deine Welt, wie Seligkeit; aus dir, o aller reich; Herr, was ist deinen Wonne Meer, strömt ewig Schäßen gleich! Heil und Freude her! Cramer. 4. Noch größ're Freuden 11. Preist ihn, den Gott sendest du uns, wenn wir dich der Seligkeit, der hier und nur lieben, zu; du beutst uns dort uns hoch erfreut! Der Seligkeiten an, womit kein Herr ist selig nicht allein; auch Mensch uns segnen kann. wir, wir sollen's ewig sein! Cramer. 5. Wenn wir dich kennen, wie entzückt ist, ihrer Finsterniß entrückt, die Seele, die sich deiner freut! was fühlt sie dann für Seligkeit! Unbegreiflichkeit Gottes. Mel. Aus meines Herzens. 6. Welch eine Wonne, wenn 27. Schwingt, heilige Ge sie nun, was du befiehlst, be- danken, euch von der Erde los! ginnt zu thun; selbst fühlet, wiel Gott, frei von allen Schran Een Wesen und Eigenschaften. 17 ken, ist unaussprechlich groß. geben dem, der sich ganz ihm Kommt Menschen und lobsingt weiht. vor seinem Angesichte! Gott wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher BerGeistigkeit Gottes. Mel. Komm heil'ger Geist. stand. Wer darf sich ihm ver- 28. Du Unsichtbarer, desſen gleichen? Wer hat ihn ganz Thron vor aller Welten Urerkannt? Macht euch von ihm sprung schon von Ewigkeit kein Bild? Wer kann den stand und bestehet, ob alles Höchsten sehen, ob er gleich alle wieder vergehet! Mit Wonne Höhen und jede Tief' erfüllt? sättigt sich mein Geist, so oft 3. Die Sonn' in hoher er deinen Namen preist. Wie Ferne mag strahlenreicherglühn; köstlich ist mir's, dir lobsingen, glänzt heller noch ihr Sterne, dir danken, Herr, dir Ehre was seid ihr gegen ihn? Mit bringen, und im Gebet mich aller eurer Pracht seid ihr im dir zu nahn! schönsten Lichte, vor seinem Angesichte, doch dunkler als die Nacht. Cramer. 2. Du, der du bist, und der da war, dein Nam' ist groß und wunderbar, wer kann sich 4. Du bist des Weltbaus bis zu dir erheben, dein Untlik Meister, der deinen Ruhm er- schauen, und leben? Kein höht; der Vater aller Geister, Bild ist, das dir, Herrscher! voll Macht und Majestät. Du gleicht, so weit auch deine schufest, Gott, auch mich, ganz Schöpfung reicht. Du bist selig einst zu leben; mein Herz ein Geist; nur Geister können sei dir ergeben; mein Leben dich fühlen, daß du bist, dich preise dich! nennen! Herr, unser Gott! Unendlicher! the 5. Im Geiste ber' ihn, Seele, und in der Wahrheit an. Lieb' ich des Herrn Befehle, wie selig bin ich dann! Er hat göttlich Angesicht! Unsterblichkeit und Seligkeit die alles kennt und siehet, der 3. Du Geist des Lebens! himmlisch Licht umstrahlt dein Bernunft, und Leben; das Alles wird er ein Geheimniß entfliehet! Du B schauest 18 Von Gott, seinem Dasein, schauest schnell mit einem Blick lehr' in den Banden selbst uns auf ewig vorwärts und zurück: streiten unt's nahe Heil der ermüdest nie, und kannst nicht Ewigkeiten, das uns dein Sohn irren, und keine Zahl kann dich erworben hat! verwirren, und sollte sie un- 7. O Land der Freiheit, nennbar sein. Stadt des Herrn, wärst du 4. Du willst, und was dein mir Seufzenden nicht fern! Mund gebeut, ist Wahrheit Wann wirst du, Gott, mein und Gerechtigkeit. Dein Rath- Seufzen stillen, und meine schluß, Herr, weiß nicht zu fehlen, Hoffnung erfüllen? Noch bet weiß nur das Beste zu erwäh- ich dich in Schwachheit an, len! So oft ich dir auf deiner wie ich im Fleische beten kann: Bahn von ferne nachsel, bet' dann werd' ich freier vor dich ich an, und fromme Zuversicht treten, und ganz im Geifte zu im Leiden erfüllt mein Herz mit dir beten: Halleluja! Halle fanften Freuden, und meinen luja! Mund mit Preis und Dank. an Münter. diy end Einheit Gottes. Mel. Ich dank' dir schon. 5. Du Geist der Geister! führe du uns dir, dem Schöpfer, wieder zu, die du nach dei= nem Bilde schufest, und zu dir alle berufest! Auch wir 29. Es ist doch nur ein sind Geister, danken dir, daß ein ger Gott im Himmel und du uns Leben gabst, daß wir auf Erden. Nur sein all die größten unter deinen Ga- mächtiges Gebot hieß Erd ben, o Gott, Vernunft und und Himmel werden. Freiheit haben! Dir danken wir's, Unendlicher! 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraf 6. Des Fleisches Lüfte zwin bestehen; will er, die Wel gen noch den Geist der Freiheit soll nicht mehr sein, so mu in ihr Joch: Preis dir, du wirst die Welt vergehen. von allem Bösen die Deinen 3. Mit Allgewalt und Ma endlich erlösen! Bald mach jestät ist Er nur Weltregierer uns von der Knechtschaft frei, ift über alles hoch erhöht, und lehr' jeden Christen, wer er sei! unsers Lebens Führer. 4. Gro Wesen und Eigenschaften. 19 4. Groß ist sein Nam' und verbreitet; die Himmel jauchzmit der That kann er es auch ten dir noch nicht, durch deine beweisen. Herr, groß an Huld, Macht bereitet; noch war kein an Macht und Rath, wer sollte Land, noch floß kein Meer an dich nicht preisen? bober Berge Gründen her: di Jou 5. Dir nur gebühret Preis aber warst schon ewig. chine und Ehr. Wo istoje deines 310 Bon Ewigkeit her fagleichen? Nur du bist Gott, best du die künft ge Welt ents sonst keiner mehr, ich will stehen, und, mäßest ihre Zeit nicht von dir weichent is ihr zu und sahst sie unterge 6. Nein, ewig bleibst du hen. Vom Engel bis zum mir allein der Herr, an dem Wurm herab, wogst jedem du ich hange: und ewig solls kein sein Schicksal ab, und kanntest and'rer sein, von dem ich Heil ihn mit Namen.nl verlange. 4. Gott! du bist ewig, du 7 Mein ganzes Leben stirbst nie, bleibst ewig meiweil ich dir, du Gott, aufner Seele der Fels, den sterden ich traue, bis ich dich bend ich für sie zur sichern Zus einst noch mehr als hier in flucht wähle: denn deine Gnad' deiner Größe schaue.ed bin und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Wohl mir, daß ich dir traue! Aron 114 Einigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. 5. Mein Leib ist sterblich, Mel. Sei- Lob und Ehr' dem. dir vertrauen. Er soll, wie mir chinicht mein Geist, den will ich 30. Unendlicher! den keine dein Wort verheißt, er soll dein Zeit umschließt mit ihren Antlig schauen. Mein Leib Schranken, beim Anblick dei- ruht auch nur kurze Zeit: am ner Ewigkeit vergehn mir die Erndtentag der Ewigkeit wirst Gedanken. Ich sinne nach, du ihn auferwecken. bewundrungsvoll, und weiß 6. Ob alles um mich her vers nicht wie ichs fassen soll: du geht, soll ich nicht mit vergehen, bist und bleibest ewig. bivor deinem Thron, der ewig GAI 2. Noch ward von keiner steht, soll ich einst ewig stehen: Sonne Licht durch unsre Welt Du giebst an allem deinem B2 Heil, 20 Von Gott, seinem Daſein, Heil, Gott, deinen Auser-[ wissest. Du schaffeft, was ich wählten Theil, auch mir, auch thu'; du ordnest, du beschliemir mit ihnen. 119790 Best, was mir begegnen soll. 7. Einst fallen Erd' und Erstaunt seh' ich auf dich; wie Himmel hin, bei deinem Welt- groß ist dein Verstand! wie gerichte, dann dank' ichs dir, wunderbar für mich! daß ich noch bin, und wohn' in 3. Wohin, wohin soll ich deinem Lichte. Dann werd' vor deinem Geiste fliehen? wo ich ewig selig sein, mich ewig könnt' ich jemals wohl mich deiner Gnade freun, und dich deinem Aug' entziehen? Führ ohn Ende preisen. ich gen Himmel auf, so bist du, 8. Der seligen Unsterblich- Höchster, da; führ ich zur Tief' keit, die du mir dort wirst hinab: auch hier bist du mir schenken, laß mich in dieser nah). kurzen Zeit, o Gott! mit Ernst 4. Nåhm' ich auch, schnell gedenken. Sie sei mein Trost, zu fliehn, die Fittige vom mein festes Gut, sie stårke mich Morgen; selbst an dem fernmit Kraft und Muth, gerecht vor dir zu leben. sten Meer blieb' ich dir nicht verborgen; auch da umschlösse mich doch deine Vaterhand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. Münter. 5. Wollt' ich in Finsterniß mich deinem Aug' entziehen, so sucht' ich doch umsonst, auch Mel. O Gott, du frommer Gott. da dir zu entfliehen; die dickste 31. Herr, du erforschest Finsterniß ist vor dir helles mich, dir bin ich unverborgen; Licht; die Nacht glångt wie der du kennst mein ganzes Thun Tag, vor deinem Angesicht. und alle meine Sorgen; was 6. Du warst schon über meine Seele denkt, war dir be- mir in meiner Mutter Leibe; reits bekannt, el der Gedanke du bildetest mein Herz, Gott, noch in meiner Seel' entstand. deß ich bin und bleibe. Ich Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. 2. Nie spricht mein Mund danke dir, daß du mich wunder ein Wort, das du, o Herr, nicht bar gemacht, und meiner, el ich 21 ich war, schon våterlich gedacht. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf 7. Du kanntest mein Ge- und wähle, der erste Trieb zu bein, eh' ich ans Licht gekom jeder That, der stillste Wunsch men, da ich im Dunkeln erst der Seele, der dunkelste Gedie Bildung angenommen; dein dank' in mir, Gott, alles liegt Auge sah mich schon, eh' ich enthüllt vor dir. bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz zu dir er8. Was für Erkenntnisse, bebe, und, über deine Huld für köstliche Gedanken! un- erfreut, dir zu gefallen strebe: zählbar sind sie mir; denn sie so siehst du es, und stehst sind ohne Schranken. Mit mir bei, daß ich dir immer Ehrfurcht will ich stets auf treuer sei. dich, mein Schöpfer, sehn, dir 4. Du merkst es, wenn des folgen und dein Lob, so gut Herzens Rath verkehrte Wege ich kann, erhöhn. wählet; und bleibt auch eine 9. Erforsche mich, mein böse That vor aller Welt verGott, und prüfe, wie ich's hehlet: so weißt du es, und meine; ob ich der wirklich bin, züchtigst mich zu meiner Bessder ich zu sein mir scheine. rung väterlich. Sieh, ob mein Fuß vielleicht 5. Du höreft meinen Seufsich einem Irrweg nabt, und zern zu, daß Hülfe mir erscheihalte mich zurück auf ebnem sichern Pfad. ne. Voll Mitleid, Vater, záblest du die Thránen, die ich weine. Du siehst, du linderst meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. Wesen und Eigenschaften. Cramer. Mel. Mir nach, spricht Christus. 32. Nie bist du, Höchster 6. Odrůck, Allgegenwär von uns fern, du wirkst an allen tiger! Dies tief in meine Seele; Enden. Wo ich nur bin daß, wo ich bin, nur dich, Herr aller Herrn! bin ich in o Herr, mein Herz zur Zudeinen Händen. Durch dich flucht wähle, daß ich dein nur leb' und athme ich; denn heilig Auge scheu', und dir deine Rechte schußet mich. zu dienen eifrig sei. 7. Laß 22 Von Gott, seinem Daſein. 7. Laß überall gewissenhaft) 4. Wenn Erd' und Himmel nach deinem Wort mich han- um dich her mit ihrer Pracht deln, und stärke mich dazu verschwinden, die Sinn' erstermit Kraft, vor dir getroft zu ben, dann nicht mehr dir die wandeln. Herr, du bist um nen, nichts empfinden; wenn mich:-, verleih! daß dies auch kein Freund mehr helfen mir Trost und Warnung sei. kann, so schau' auf ihn, denn Sturm. er ist dann auch dir noch ge tegenwärtig. Mel. Es ist gewißlich an der. 5. Dann schwingst du dich 33. Zu Gott, o Seele! zu ihm hinauf, zu seines Himschwing' dich auf, und werde mels Wonne, beginnest einen Dank und Wonne! Er lenkt neuen Lauf, siebst eine neue voll Huld der Welten Lauf, Sonne! siehst ihn, der alle den Lauf der milden Sonne. Welten lenkt, im Tod und Was dich erfreuet, schenkt er Leben Freude schenkt; er ist dir, durch ihn nur sind und allgegenwärtig. leben wir. Er ist allgegenwärtig. Frau v. d. Reche. Allmacht Gottes. 2. Wenn du, zu thun was Ihm gefällt, den frommen Borsaß fassest; wenn du die Mel. Eitelkeit der Welt, und jedes 34. Nun lob' meine Seel. Kommt, kommt, den Laster hasfest: so mangelt dir Herrn zu preisen, der groß nie Licht und Kraft; denn er, von Rath ist, groß von That, der das Vollbringen schafft, den Gütigen, den Weisen, Gott ist allgegenwärtig. der keinen seines gleichen hat. 3. Wenn er dir heitre Der Herr thut große Werke: Tage giebt, und dieses Lebens wer hindert seine Kraft? we Freuden; und wenn er deine seines Armes Stärke, die al Tugend übt, durch Prüfungen les Gute schafft? Er dehnet, und Leiden; so hoff' auf ihn gleich Gezelten, die weiten und zage nicht, denn er schafft Himmel aus; er spricht, so Finsterniß und Licht; er ist gehen Welten aus ihrem allgegenwärtig. Nichts heraus. 2. Er Wesen und Eigenschaften. 23 2. Er will, und Sonnen Stärke, sich? O Staub aus flammen; auch drångt das Staub geboren, nur Gottes Wasser, wenn er spricht, in rühme dich! Wolken sich zusammen, und 5. Herr, dein ist alle Stärke ihre Schläuche reißen nicht. und alle Hülfe, Gott, ist dein. Er ruft den Ungewittern; das Das preisen deine Werke, die Meer wird ungestüm, des deiner Kraft allein sich freun. Himmels Säulen zittern, die Wir auch erfreun uns ihrer; Erde bebt vor ihm. Er will, ihr Lob sei unsre Pflicht! O und Bliße zünden Gebirg an; Bater, o Regierer, wen hält, sie vergehn. Er spricht und wen schüßt sie nicht? Du lebst, ruft den Winden: schnell wird du wirkst in allen; dir, dir sein Himmel schön. vertrauen wir! Erhalter, wer 3. Nur er gebeut den Wel- kann fallen, getragen, Herr, len: hieher! nicht weiter, legt von dir? euch hie! Er legt in Felsen Quellen, sie rieseln und verCramer.. siegen nie. Er füllt auch Wü- Mel. Mir nach, spricht Christus. steneien mit seinen Wundern 35. Preis sei dir, unser an, heißt Thiere da sich freuen, höchstes Gut, Anbetung dir wo niemand wohnen kann. gegeben! O du, der Alles giebt Wer kann die Sterne führen? und thut, die Quelle aller Wer kann, als er allein, der Leben, o Einziger und Erster! Dinge Lauf regieren? verder dir, Gott, beugen unsre Kniee ben und erfreun? wir. 4. Kannst du mit deiner 2. Du gabst uns Augen, Stimme, o stolzer, donnern Ohr und Hand, Mund, wie Gott thut? Streu aus Athem, Blut und Leben, die von deinem Grimme Verder- Sinne, Willen und Verstand, ben und der Blite Glut! Leg' dem Guten nachzustreben. an Gewalt, und zeige dich Mit Hochgefühl in unsrer machtig wie der Herr; schau Bruft sind wir uns unsrer an die Höhen, beuge, versenke nun bewußt. sie, wie er. Was rühmen 3. Wer hat der Sonne denn die Thoren mit ihrer Licht gemacht? Uns ift fie viel 24 Von Gott, feinem Dasein, viel zu ferne. Wer bildet nichts ist zu groß ihm, nichts wechselnd Tag und Nacht? zu klein. Wer schuf den Mond, die 8. Wie gut und liebevoll Sterne? Schon eh' ein Men- du bist, seh' ich, wohin ich blicke, schenauge sab, stand diese weil alles gut und nüßlich ist Reih' von Wundern da. und dient zu meinem Glücke. 4. Wer bildete so wunder- Luft, Sonne, Feld und Wald schon dies Mutterland, die und Thier, Milch, Korn und Erde? Wer hieß Gebirge sich Wasser nüßen mir. erhöhn? Nur, Gott, dein 9. Für sich nicht, für Ge macht'ges Werde. Durch dies schöpfe nur, daß jedes glückentstand das stille Thal, durch lich werde, schuf Gott die dies der Berg, im Sonnen- prachtige Natur, den Himmel strahl. und die Erde. Er dem der 6. Wer goß die Wasser Mensch nichts geben kann, hat segnend aus in Quellen, Bå- alles dies für ihn gethan. chen, Seen? Wer streut des 10. Gott, ich bin fröhlich, Schnees Flocken aus? Wer daß ich bin, ein Zenge deiner heißt die Winde wehen? Wer Güte. Ich danke dir mit froströmt den Regen auf die Au, hem Sinn und kindlichem Geund, wenn er fehlt, den müthe. Ich seh dich nicht, doch milden Thau? lieb' ich dich; du schufft mich Gott, du segneft mich. 6. Dies Alles, Alles, groß und klein ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Höchste, du allein, der Schöpfer, der Bewahrer. Durch deine Macht, Mel. auf dein Gebot entstand dies 36. Alles, großer Gott. Weisheit Gottes. Von Gott will ich nicht. Ich lobe dich und preise, dich, o mein Gott, allein. 7. Von Gott ist Alles Wer ist, wie du, so weise? was ich hab', ohn' ihn kann Verstand und Rath ist dein. nichts geschehen. Der Gott, Erwecke meinen Geist, in allen der Allen Augen gab, muß deinen Werken die Weisheit selber Alles sehen. Die Sor- zu bemerken, die auch das ge für die Welt ist sein, Kleinste preist. 2. Wos Wesen und Eigenschaften. 7. Wohin mein Auge blicket, Schall zum Ohre führt; seh' ich, wie deine Hand ver- leichten Vogel hebt; bindet, ordnet, schmücket, was schnellen Fisch zum Schwim-. erst durch sie entstand. Sie men, und unsers Mundes schaffet, sie erhält, zu segnen, Stimmen zu deinem Ruhm zu ergößen, nach berrlichen belebt? Gesehen, den weiten Bau der Welt. 25 den. den 7. Wer hob, o Gott, die Erde aus deinem Meer heraus, 3. Du hingst in lichten theilt, daß sie fruchtbar werde, Fernen, hoch über uns hinauf, so gleich die Wasser aus? wer die Sonne mit den Sternen, sammelt sie, wer bricht die uns zu erleuchten, auf. Da Flüsse, wenn sie schwellen; hanget sie an nichts, in uner- spricht zu der Meere Wellen; meßnen Weiten ihr Wohlthun hieher und weiter nicht! zu verbreiten, ein Schatten deines Lichts. 8. Wer hat den Wald gepflanzet? wer ruft das Gras 4. Wer hålt im Gleichge= herauf? giebt Korn und Most, wichte so großer Körper Last? und schanzet Gebirg' und ThåWie schwimmt die Welt im ler auf? wer schmückt sie überLichte, das du geschaffen bast? all? wer gråbt dem Feuer Wer weist die rechte Bahn Schlünde, legt in der Tiefen den macht'gen Himmelsbeeren, Gründe den Marmor, das zum Wohl, nicht zum Zerstö- Metall? ren, in sichrer Ordnung an? 9. Herr, deine Weisheit 5. Wer rief uns zu umge- schmücket, verbindet und er ben, der Luft, die alles trågt? hålt, nåhrt, segnet, schüßt, bedurch sie hat alles Leben, und glücket die lebenvolle Welt. alles wird bewegt. Da sam- Sie rühme mein Gesang! ich meln Dünfte sich, und wer- singe dir und preise dich, Gott, den Thau und Regen, und denn du bist weise; dir weil) Fruchtbarkeit und Segen für ich Lob und Dank. Pflanzen, Thier und mich. Cramer. 6. Wer hat sie so bereitet, daß sie den Bliß gebiert; daß Mel. O daß ich tausend Zungen. ſie den Wind verbreitet, den 37. O Schöpfer, jedes deiner 26 Von Gott, seinem Daſein, ner Werke macht deiner Größe seines Zieles nie verfehlt. Zu Ruhm bekannt, verherrlicht schanden machst du Tück und deine Macht und Stärke, ver- List, und lehrst, daß nur du kündigt Weisheit und Verweise bist. stand. Wie herrlich ordnet 6. Weisheit Gottes! deine Wahl der Wesen uner- meine Seele kennt ohne dich, meßne Zahl. was gut ist, nicht! Damit sie 2. Dein kleinstes Werk ist, stets das Beste wähle, gewie das größte, voll Ordnung, währe du ihr selbst dein Licht. Herrlichkeit und Pracht, ist, Deckst du, was tauschen kann, denn du wählest nur das Beste, mir auf: so wandt' ich sicher ein Spiegel deiner weisen meinen Lauf. Macht. 7. Noch immer, Vater meines Lebens! hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir! 3. Was du nach ihrem Ich lebe nie vergebens, wenn Rath erschufest, regierst du deine Weisheit mich regiert. auch nach ihrem Rath; was Sie führt gewiß durch Welt kommen soll kommt, wenn du und Zeit mich hin zu deiner rufest, wie es dein Schluß Herrlichkeit. Wie mannigfaltig und wie gut ist das, was deine Weisheit thut. geordnet hat; die Weisheit, die uns noch gebricht, versagst du, wenn wir bitten, nicht. Cramer. Gottes Liebe und Güte. 4. Oft ist uns, Herr, dein Weg verborgen; dein Rath ist Mel. Straf' mich nicht in dein. dennoch wunderbar; der Aus- 38. Dir strebt meine Seele gang deiner weisen Sorgen zu, Gott, mein Heil, mein klärt auf, was unbegreiflich Leben. Alles, was mir fehlt, Was du beschließest, hast du und willst gern es das besteht; was dir entgegen geben. Ja, von dir, Herr, strebt, vergeht. kommt mir jede gute Gabe, war. 5. Der Mensch hat seinen was ich bin und habe. freien Willen, und dennoch 2. Innigst wird mein Herz muß, wie frei er wählt, er im- erquickt, wenn ich meine Pla mer deinen Rath erfüllen, der ge, was mir fehlet, was mich drückt Univ.- Bibl. Giessen Wesen und Eigenschaften. 27 drückt, dir vertraulich klage. tief fühlt und erkennet! er erJede Noth, die mir droht, bebt, neu belebt, sich aus wird mir Armen kleiner, denk niedern Schranken auf zu ich, Vater, deiner. Troftgedanken. 3. D, wer hat, wer giebt 8. Du bist Vater! also fo viel, Geber, Schoner, Ret- ruft Berg und Thalgefilde. ter! Freuden ohne Maaß und Feuer, Wasser, Erd' und Ziel schenkst du, Gott der Luft rühmet deine Milde. VaGötter; diese Welt schon ent- ter du, unsre Ruh! Ehre diehålt so viel Guts den deinen; sem Namen jetzt und ewig! was wird dort erscheinen! Amen! i Mel. Ich dank dir schon. 4. Stammt die Liebe nicht von dir womit Mütter lieben, und die Vater, wenn sie hier schwere Pflichten üben? Ja, 39. Es lebt ein Gott, der dein Hauch weckte auch diese Menschen liebt; wohin mein zarten Triebe treuer Eltern- Auge blicket, ruft alles laut: liebe. Gott lebt, Gott giebt, was 5. Jeder Menschenseele, unser Herz entzucket. Gott, gabst du milde Güte, 2. So ruft die dunkle daß sie bei der Brüder Noth Regennacht, von keinem Stern Hülf' und Rettung biete. erleuchtet: so ruft der Mond Deine Hand, mild verband in seiner Pracht, der meinen sie die Nationen, die auf Pfad erleuchtet. Erden wohnen. Lavater. t 3. Nicht nur, wenn Früh6. Gott, der du die Liebe lingslüfte wehn durch Laub bist, o, was wirst du schenken und junge Blüthe; nicht nur, denen, die zu jeder Frist dein wenn reife Saaten stehn, seh' voll Liebe denken! Deine ich des Schöpfers Güte. Huld tilgt die Schuld ihrer 4. Ich seh sie auch, wenn Fehl' und Schwächen, statt tiefer Schnee die starre Saat sie ernst zu rächen. bedecket, und wenn der Don7. Selig der, der dir ge- ner in der Höh' die bangen fällt und dich Bater nennet, Herzen schrecket. der, was dieser Ram' enthält, 5. Ich sehe sie bei stetem Glück 28 Von Gott, seinem Dasein, Glück, in tausend, tausend und jeden Abend steige zu dir Freuden; auch sieht sie mein mein Lobgesang. bethrånter Blick in kurzem Erdenleiden. Ich 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwerth ich auch bin. 6. Es lebt ein Gott, der Treu bleibt zu allen Zeiten Menschen liebt, so ruft, was dein milder Vatersinn. ich erblicke; und wenn sich hoffe stets auf dich. Du wirst in auch der Himmel trübt, es Kümmernissen mir wohl zu heldient zu meinem Glücke. fen wissen, dir überlaß ich mich. 7. Ein Weib vergißt des 4. Ja, deine Huld ist grö Säuglings nie: Gott sollte ßer, als es der Mensch vermich vergessen? Gott ist die steht, dein Rath unendlich Lieb'; einst werd' ich sie mit besser, als es sein Wunsch erhellerm Aug' ermessen. fleht. Herr, meine Zuversicht! 8. Da singet mein verklår- dir froh mich zu ergeben, dich ter Geist, mit Millionen Brü- dankbar zu erheben, sei meine dern, dem Vater, der die liebste Pflicht. Liebe heißt, sein Lob in Jubelliedern. Niemeyer. Neander. Mel. Nun lob' meine Seel. 41. Gott, du bist die Mel. Aus meines Herzens Grund. Liebe! uns wohlzuthun ist deine 40. Groß ist des Höchsten Luft; drum preist, mit frohem Güte! Wer sie nicht achtete, Triebe, dich unfre dankerfüllwelch fühllos Herz verriethe te Brust. Wie so gar ohne der Unempfindliche! Sie ret- Grenzen ist deine Gütigkeit! tet uns aus Noth, erquicket So weit die Himmel glänzen, uns im Leide, verwandelt es in übst du Barmherzigkeit. Du Freude, versüßet selbst den Tod. siehst mit Wohlgefallen auf 2. Und meine Lippen schwie das, was du gemacht, und gen? Ich selbst versagte mir haft auch uns, uns allen nur das himmlische Vergnügen, Gutes zugedacht. Gott, Lob zu singen dir? 2. Uns ewig zu beglücken, Nein, Herr, von meinem erschuffst du uns und diese Dank sei jeder Morgen Zeuge, Welt, die hier schon zum Entzücken Wesen und Eigenschaften. 29 zücken, so viele Wunder in geliebt, und bist stets treu gesich hålt. Noch größrer Güte blieben, wie viel wir Böses Proben hat für uns deine Hand auch verübt. Mit Wohlthun im Himmel aufgehoben, der uns zu segnen, ist einzig deine Wonne Vaterland. Dahin Lust; mit Dank dir zu begeguns zu erheben, sandt'st dunen, sei, Herr, auch unsre den Sohn herab, der huld- Luft. Zu ehren deinen Willen, reich selbst sein Leben für uns uns selbst zum Glück und Heil, Verlorne gab. ihn freudig zu erfüllen, ſei 3. Wie groß ist deine Gna- unser bestes Theil. de! Wer ist so reich an Huld 6. Wer hier auf seinen Weals du? auch auf dem Sun- gen dein Wort vor Augen hat, den- Pfade siehst du uns voller und hält, den seßzest du zum Langmuth zu: Du lockest uns Segen schon hier, noch mehr zur Buße, und fallen wir, ge- in jener Welt; du schaffst ihm beugt von Reue, dir zu Fuße, selbst aus Leiden den herrlichvoll Reu', die Beßrung zeugt: sten Gewinn, und führeft ihn so schenkest du uns Armen auch zu Freuden, die ewig währen, Theil an deiner Huld, und til- hin. Wie groß ist deine Güte! gest aus Erbarmen die ganze Mich ihrer stets zu freun, laß, Sünden- Schuld. Gott, auch mein Gemüthe voll 4. Mit jedem neuen Mor- Liebe zu dir sein. gen ist immer deine Güte neu; selbst unserm Wunsch und Sor- illal gen kommst du zuvor mit Ba- In eigener Melodie. Vatertreu. Du Geber aller Ga- 42. Wie groß ist des Allben, du weißt was uns gemacht'gen Güte! Ist der ein bricht; und was wir nöthig Mensch, den sie nicht rührt, haben, o das versagst du nicht. der mit verhärtetem Gemüthe Wie sind doch unsre Tage von den Dank erstickt, der ihm gedeinem Wohlthun voll! selbst bührt? Nein, seine Liebe zu ihre Last und Plage lenkst ermessen, sei ewig meine größte du zu unserm Wohl. Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. Diterich.in 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du haft uns ja zuerst 2. Wer 30 Von Gott, seinem Daſein, 2. Wer hat mich wunder- pstell' ich sein Bildniß in mir bar bereitet? Der Gott, der her. Lebt seine Lieb' in meiner meiner nicht bedarf. Wer hat Seele so treibt sie mich zu jeder mit Langmuth mich geleitet? Pflicht; und ob ich schon aus Er, dessen Rath ich oft ver- Schwachheit feble, herrscht doch warf. Wer stärkt den Frie- in mir die Sünde nicht. den im Gewissen? wer giebt 6. D Gott! laß deine Güt dem Geiste neue Kraft? wer und Liebe mir immerdar ver läßt mich so viel Troft ge- Augen sein. Sie stårk in mir nießen? Ift's nicht sein Urm, die guten Triebe, mein ganzes der alles schafft? Leben dir zu weihn; sie tröste 3. Schau, o mein Geist, mich zur Zeit der Schmerzen, in jenes Leben, für welches du sie leite mich zur Zeit des erschaffen bist; wo du, mit Glücks; und sie besieg' in Herrlichkeit umgeben, Gott meinem Herzen die Furcht des ewig sehn wirst, wie er ist.leßten Augenblicks. u 10ml und sie Gellerta Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. Mel. Herzliebster Jesu, was. 4. Und diesen Gott folle ich 43. Jaucht unserm Gott, nicht ehren, und seine Güte er ist von großer Güte, barm nicht verstehn? er sollte ru- herzig und von duldendem fen, ich nicht hören? den Weg, Gemüthe. Er sorgt für uns, den er mir zeigt, nicht gehn? daß uns kein Unfall schade, Sein Will' ist mir ins Herz voll Lieb' und Gnade. geschrieben; sein Wort bestärkt 2. Er handelt nicht mit ihn ewiglich: Gott soll ich uns nach unsern Sünden; über alles lieben, und meinen verschonend läßt er das uns Nächsten so wie mich. Sdnicht empfinden, was wir, 5. Dies ist mein Dank; durch Mißbrauch seiner Gngdies ist sein Wille: ich soll den- Gaben, verschuldet haben. vollkommen sein, wie er. So 3. Hoch ist der Himmel lang' ich dies Gebot erfülle, über seiner Erde! so groß ist auch Gottes Langmuth und Geduld. Wesen und Eigenschaften. 31 auch, daß er geliebet werde, Leben sanft vor dir verfließen; die Huld des Herrn bei denen, so werd' ich dort mit allen Endie ihn lieben und Gutes üben. gel- Chören dich ewig ehren. 4. So zärtlich sich ein BaCramer. ter seiner Kinder erbarmet, so erbarmet sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich Heiligkeit und Gerechtigkeit zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. Mel. Es ist gewißlich an der. 5. Wem bleibt sein Antlis, 44. Gott, du bist heilig und wenn er's sucht, verborgen? gerecht in allen deinen WeSo weit der Abend sich ent- gen: du frönst das menschliche 104 fernt vom Morgen, entfernt Geschlecht zwar gern mit deiauch Gott der Sünde Schuld nem Segen; doch dringst du und Schmerzen von unserm auch auf Frömmigkeit, weil Herzen. diese zur Zufriedenheit und 6. Er schlägt und heilt, wahrem Wohl uns leitet. verwundet, läßt genesen; er 2. Drum willst du auch, weiß, der Mensch ist ein ge- daß in der Welt ein jeder die brechlich Wesen; er denkt dar- Geseße, die deine Weisheit an, daß das Geschopf von festgestellt, hoch über alles Erde bald Asche werde. schäße. Wer davon weicht, 7. Es welft, wie Gras; der weicht sogleich von seinem es blüht, wie Blumen blühen, Wohl; in deinem Reich ist die Winde wehn darüber, sie nur der Fromme selig. verblühen, und ihre Stätte 3. Ja, Herr, dein heiliges wird nach wenig Stunden Gericht zeigt sich uns schon nicht mehr gefunden. auf Erden; du läsfest, fürch8. Von Ewigkeit zu Ewig- tet man dich nicht, uns hier keiten währet die Güte Gottes schon inne werden, daß du jedem, der sie ehret. Ach! lei- auf unsre Thaten siehst und te mich doch auch auf deinem ein gerechter Richter bist zur Pfade, du Gott der Gnade Ahndung alles Bösen. 9. So werd' ich ewig deine 4. Es flagt uns das GeHuld genießen; so wird mein wissen an, wenn wir dir wis 1018. der= 32 Von Gott, seinem Dasein, derstreben; straft uns, daß wir unser dich erbarmend an, und nicht mehr gethan, straft unser leit' uns auf der Tugendbahn, böses Leben; da flieht die Ruh daß jeder selig werde! unsrer Brust, und auf aus Heeren. die schnöde Sündenlust folgt Mel. Kommt, und laßt euch. bittre, lange Reue. 5. Du strafft auch hier den 45. Gott, vor dessen AnSünder schon für seine bösen gesichte nur ein reiner Wandel Thaten, und läsfest ihn mit gilt, ew'ges Licht, aus dessen Schimpf und Hohn in Angst Lichte stets die reinste Wahrund Noth gerathen. Hat er heit quillt! deines Namens die Sünde nicht gescheut, hat Heiligkeit werde nie von uns ihn ihr falscher Reiz erfreut: entweiht; laß sie uns doch so fühlt er ihre Leiden. kräftig dringen, nach der Heiligkeit zu ringen. 6. Doch bloß zu ihrer Besserung strafft du, o Gott, die 2. Heilig ist dein ganzes Sünder, und züchtigst auch zur Wesen und kein Böses ist an Heiligung nur deine schwachen dir; ewig bist du so gewesen, Kinder. Wohl dem, der sich und so bleibst du für und für. noch bessern lernt, sich von dem Was dein Wille wählt und Sündenpfad entfernt, und dei- thut, ist untadelhaft und gut, ner Zucht gehorchet. und unsträflich sind die Werke deiner Weisheit, Macht und Stärke. höret, dein ernstes Strafgericht 3. Herr, du willst, daß nicht scheut, und nicht zu dir deine Kinder deinem Bilde sich kehret! Wie schrecklich ist ähnlich sein; nie besteht vor dir dereinst sein Theil, wenn du der Sünder; denn du bist den Frommen volles Heil in vollkommen rein. Du bist nur jener Welt wirst geben! der Frommen Freund, Uebel 8. Herr, dies bezeugt dein thâtern bist du Feind, wer wahres Wort; du kannst um- beharrt in seinen Sünden, kann sonst nicht drauen. O hilf uns, vor dir nicht Gnade finden. daß wir immerfort den Weg 4. O so laß uns nicht ver der Sünde scheuen! Nimm scherzen, was dein Rath uns 7. Wel' aber dem, der in der Zeit nicht deine Warnung Wesen und Eigenschaften. 33 zugedacht, schaff in uns, Gott, Unendlicher, mein staunendes reine Herzen! Tödt in uns Gemüth. der Sünden Macht! Unsre 2. Gefühl für meine MenSchwachheit ist vor dir; wie schenwürde prågt jenes heiliso leichte fallen wir! und wer ge Geseß mir ein; selbst bei kann sie alle zählen, die Gebre- des Erdenlebens Bürde fühl chen unsrer Seelen? ich den hohen Werth, ein 5. Uns von Sünden zu er- Mensch zu sein, wenn ich mit lösen, gabst du deinen Sohn Eifer und Entschlossenheit er= dahin. O so reinige vom Bó- fülle, was mir dein Geset sen durch ihn unsern ganzen gebeut. Sinn; gieb uns, wie du selbst 3. Ich soll, ich will das verheißt, gieb uns deinen gu- Gute lieben, nicht darum weil ten Geist, daß er unsern Geist hier jeder Tugendthat Belohregiere, und zu allem Guten nung folgt; ich soll sie üben; führe. weil Tugend ihre inn're Würz 6. Keiner fündlichen Be- de hat. Sie hebt den Geist gierde, dir nur sei das Herz hoch über Grab und Zeit, begeweiht; unsers Wandels lebt den Glauben an Unsterbgrößte Zierde sei rechtschaffne lichkeit. Heiligkeit. Mach' uns deinem 4. Nicht ängstlich streb' Bilde gleich! denn zu deinem ich nun auf Erden nach dem Himmelreich wirst du, Herr, Genusse voller Seligkeit; nur nur die erheben, die im Glau- würdig will ich ihrer werden, ben heilig leben. Bimmermann. das Gute thun, weil es die Pflicht gebeut. Bin ich es würdig, dann gewiß, o dann bet ich dich einst in deinem Mel. Dir, dir Jehovah. 46. Hoch über mir dein Himmel an. Sternenhimmel, und dein Ge5. O Vater, segne mein seb, o Heiligster! in mir, er- Bestreben, dem hohen Ruf hebt den Geist vom Erdge- der Tugend treu zu sein; laß tümmel, hebt ihn anbetungs- mich ganz meinen Pflichten voll empor zu dir; der Andacht leben, nur ihnen meine Lebensheiliges Gefühl durchglüht, kräfte weihn. Dem Frommen S 34 Von Gott, feinem Daſein, nur, der freu war feiner] 4. Gott ist getreu! Er hans Pflicht, strahlt einst der Tu- delt väterlich und was er thut gend Werth im hellern Licht. ist gut, die Trübsal auch; mein Vater bessert mich durch alles, was er thut. Die Trübsal giebt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! Gottes Trene und Wahrhaftigkeit. Mel. Es ist genug. 47. Gott ist getreu! Sein 5. Gott ist getreu! Er hat Herz, sein Vaterherz verläßt uns selbst befreit von unsrer die Seinen nie. Gott ist ge- Sündennoth durch seinen treu! Im Wohlsein und im Sohn, durch dessen HeiligSchmerz erfreut und trägt er keit und blut'gen Opfertod. fie. Mich decket seiner All- Daß wir durch Sünden nicht macht Flügel! Stürzt ein, verderben, ließ er den Einihr Berge, fallt, ihr Hügel! gebornen sterben. Gott ist Gott ist getreu! getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist 6. Gott ist getreu! Er, mein treuster Freund! Dies deß ich ewig bin, sorgt für weiß, dies hoff' ich fest; ich mein ew'ges Wohl. Er ruweiß gewiß, daß er mich keinen fet mich zu seinem Himmel Feind zu hart versuchen läßt. hin, will, daß ich leben soll. Er stårket mich, nach seinem Er reinigt mich von allen Bunde, in meiner Prüfung Sünden, und läßt mich Trost trübsten Stunde. Gott ist durch Christum finden. Gott getreu! ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er 7. Gott ist getreu! Stets thut, was er verheißt. Er hat sein Vaterblick auf seine sendet mir sein Licht. Wenn Kinder Acht. Er sieht mit dieses mir den Weg zum Leben Luft, auch wenn ein ird'sches weist, so irr' und gleit ich Glück sie froh und dankbar nicht. Gott ist kein Mensch, macht. Was uns so schwer er kann nicht lügen, sein Wort wird, hilft er tragen, und der Wahrheit kann nicht trů- endlich stillt er alle Klagen. gen. Gott ist getreu! Gott ist getren! 8. Gott Wesen und Eigenschaften. 35 8. Gott ist getreu! Mein/ sterniß weislich oft für uns Herz, was fehlt dir noch, dich verhüllst, wann und wie du Gottes stets zu freun? Sei es erfüllst. Gott getreu und fürchte nichts; 4. Sicher bringst du auch mag doch die Welt voll Falsch- zur That, was dein Mund heit sein! Selbst falscher Brü- gedrohet hat, wenn der Frevder Neid und Tücke gereicht ler Heer gleich spricht: er, der am Ende mir zum Glücke. Höchste, straft uns nicht. Gott ist getreu! 5. Rene find't bei dir nicht 9. Gott ist getren, vergiß, statt; was dein Rath beschlos o Seel', es nicht, wie zärtlich sen hat, und dein Wort datreu er ist! Ihm treu zu sein, für erklärt, wird durch den sei deine liebste Pflicht, weil Erfolg bewährt. du so werth ihm bist! Halt teft 6. Sollt ich dir denn nicht an Gott, sei treu im Glauben! vertraun? nicht auf dein Verlaß nichts den starken Trost dir sprechen baun? deine Drohunrauben: Gott ist getreu! gen nicht scheun? nicht auch Freund der Wahrheit sein? Stölzel. Mel. Gott sei Dank durch. 7. Heilig sei mir diese Pflicht; und mein Herz ent48. Wahrheit ist dein Ei- Wort vollführt, Herr, den ziehe nicht dir, der stets sein genthum; ewig bleibt dir, Ruhm, der dir gebührt. Gott, der Ruhm, daß dein Wort untrüglich ist, und du nur der, der dir traut, und 8. Dich, den Treuen, ehrt groß an Treue bist. 2. Aller Täuschung bist du Wahrheit liebt, sucht, befolgt Falschheitsleer überall die feind; wie dein Herz es mit und treulich übt. uns meint, so nur offenbarst du dich uns stets derlich. unverän- dich als den Wahrhaften an! 9. Und so bete jedermanit 3. Was du zusagst, ist ge- ewig Treu' und Glauben hält. dich, der wenn auch alles fällt, wiß; wenn du gleich in FinDiterich. ( 2 Ver= Verehrung Gottes als Vater, Verehrung Gottes als Bater, Sohn und Geist. In bekannter Melodie. nicht! wir trau'n auf deine Treue. Selneccer. 49. Allein Gott in der Höh sei Ehr', und Dank sei seiner Gnade. Er forget, daß uns Mel. Komm heil'ger Geist. nimmermehr Gefahr und Un- 50. Lob, Preis und Ehre fall schade. Uns wohl zu thun bringen wir, Herr unser Gott ist er bereit; sein Rath ist und Vater, dir; dein Ruhm unfre Seligkeit. Erhebet ihn soll unter uns erschallen. Las mit Freuden. unser Lob dir gefallen. Laßt, 2. Ja, Vater, wir erheben Menschen, seiner Lieb' uns dich mit freudigem Gemüthe. freun, und ewig, ewig dankbar Du herrschest unveränderlich sein! Lobsingt ihm, Christen, mit Weisheit und mit Güte. unsre Brüder, fallt vor dem Unendlich groß ist deine Macht, Gott der Liebe nieder, und und stets geschieht, was du betet an, und betet an. bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 2. Er hieß uns leben, wit sind sein. Du bist die Lieb 3. O Jesu Christ, des und wir sind dein. Wie groß Höchsten Sohn! dich seinen und viel sind deiner Werke, Eingebornen, dich fandte Gott du Gott der Macht und de vom Himmelsthron zur Ret- Stärke. Dein ist der Erd tung der Verlornen. Du Mitt- kreis und in dir, o Höchste ler zwischen uns und Gott, hilf sind und leben wir. Du Her uns im Leben und im Tod; erschufft der Engel Heer erbarm dich unser aller! Uns auch erschufft du dir zu 36 4. heil'ger Geist, du Ehre, uns Sterbliche, u Geist von Gott, erleuchte, Sterbliche. beff're, tröste, die Jesus Christ 3. Herr, du gedenkst nich durch seinen Tod zum Dien't unsrer Schuld, und träg des Herrn erlöste. Sei, wo uns Sünder mit Geduld a wir wandeln, unser Licht! deinen väterlichen Armen m Verlaß uns auch im Tode liebevollem Erbarmen, ve für Sohn und Geift. 37 kürzest unsre Prüfungszeit, versicht du bift! O Höchsler, und führeft uns zur Seligkeit.deinem großen Namen sei ewig Du überschüttest uns mit Freu- Ruhm und Ehre Amen! Hals den, und schickst zn unserm leluja! Halleluja! Heil auch Leiden. Du Gnådiger, du Gnädiger! Mel. Wie schön leuchtet der. 4. Lob, Preis und Ehre, Christe, dir! Berlorne Sün- 51. Lobsinget Gott! Dank, der waren wir; du bist am Preis und Ehr' sei unserm Kreuz für uns gestorben, haft Gott je mehr und mehr für ew'ges Heil uns erworben. alle seine Werke. Bon Ewige Wer zu dir fliehet, an dich keit zu Ewigkeit lebt er, und glaubt und in Versuchung treu herrschet weit und breit, mit dir bleibt, der soll, befreit vom Weisheit, Güt' und Stärke. Fluch der Sünden, Erbar Singet, bringet frohe Lieder, mung, Ruh und Leben finden fallet nieder, Gott ist herrlich in Ewigkeit, in Ewigkeit. unaussprechlich groß und selig! 5. Gelobet seist du, Geist 2. Lobsinget Gott, Dank, des Herrn! Wir waren einst Preis und Ruhm sei von uns, von Christo fern, entfernt von deinem Eigenthum, o Jesu! dir und von dem Leben, mit Fin- dir gesungen. Du Mittler sternissen umgeben. Du hast zwischen uns und Gott, haft, durch deines Wortes Macht durch Gehorsam bis zum Tod, auch uns zum wahren Licht ge- das Leben uns errungen. Heis bracht. Du lehrst uns leben, lig, selig ist die Freundschaft lehrst uns sterben und weihest und Gemeinschaft aller Fromuns zu Himmelserben durch men, die durch dich zum BaChristi Tod, durch Christi Tod. ter kommen. 6. Lob, Preis und Ehre 3. Lobsinget Gott, du Geist bringen wir, Gott, Vater, des Herrn, sei nie von unSohn und Geist, nur dir! serm Geiste fern, mit Kraft Es müsse jedes Land auf Erden ihn auszurüsten. Du machst mit deinem Ruhm erfüllet wer- uns gläubig, weis' und rein, den! Wie selig, wie begna- bilfft uns getroft und siegreich digt ist ein Volk, deß Zu- sein, im Streit mit unsern Lü 38 Verehrung Gottes als Vater, Lüften. Leit' uns, stårk' uns bricht, seh' ich mein Glück im in der Freude wie im Leide hellern Licht. fest zu stehen, bis wir in den Himmel gehen. Teller., 3. Geist Gottes, unsre Zuversicht, verlaß, verlaß uns Arme nicht, und stärke unsern Glauben! Leit' uns zu Gott und seinem Sohn, und laß Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 52. Mein Glück im engen nichts unsern Gnadenlohn in Raum der Zeit, den hohen jener Welt uns rauben! Lenk Werth der Ewigkeit erkennet von der Luft der Zeitlichkeit meine Seele. Zum frohen uns auf das Heil der Ewig Unblick deines Lichts riefst du keit, daß wir der Erd' ents mich, Bater, aus dem Nichts; schwungen, die hier leben, dies dankt dir meine Seele. Gott, einst sterben dir! Du Nicht zu der Freude dieser Geist von Gott, zeig' uns im Zeit, zur Wonne jener Ewig- Tod das Bild des Herrn; keit, dir einst zu werden ähn- dann folgen wir dem Grabe licher, schufst du mich, o All- gern. måchtiger! O Vater, Gott! 4. Dein, Vater, Sohn für mich gabst du den Sohn und Geist, ja dein und deine in Tod! Wie groß werd' ich Huld will ich mich freun; durch dich, mein Gott! lehr' mich mein Glück recht 2. Sohn, zum Versöhner achten! Der Erde Scheingut mir gesandt, ich folge deiner sättigt nicht, der Erde Luf fanften Hand, die mich zum beseligt nicht: lehr' mich die Himmel hebet! Für mich floß stets betrachten! Vergieb, auch dein Blut dahin; mich Bater, mir die Schuld, schenk von der Welt zu dir zu ziehn, Jesu, du mir deine Huld und hast du am Kreuz geschwebet. deinen Geist; er heil'ge mich Zwar seh' ich jetzt mit blödem und weihe mich der Tugend Blick von ferne nur mein künf sich! Im Himmel find' id tig Glück; und dunkel ist mir dann mein Glück, mein ganze jene Welt, die mir der Glau- Glück, und beb' am Grabbe aufbehält; doch, Jefu Chrift, nicht zurück. einst wenn mein Aug' im Tode Sturm. Sohn und Geist. 39 werden; das Fleisch soll uns wieder leben. Nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben In bekannter Melodie. 53. Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer Him- in Ewigkeit, Amen! mels und der Erden, der sich D. M Futher. In bekannter Melodie. zum Vater gegeben hat, daß wir seine Kinder werden. will uns allzeit ernähren, Leib Er 54. Wir glauben an den und Seel' auch wohl bewah- ein'gen Gott, Schöpfer Himren, allen Unfall will er weh- mels und der Erden. Er, aller ren, kein Leid soll uns wider- Bater, unser Gott, hieß uns fahren, er forget für uns, hüter seine Kinder werden. Er will und wacht, es steht alles in uns auch stets ernähren, jedes seiner Macht. wahre Gut gewähren. erwog schon, ely' wir waren 2. Wir glauben auch an unsre Rettung in Gefahren. Jefum Chrift, seinen Sohn Er ist's, der für uns sorgt und unsern Herrn, der ewig und wacht, und alles steht in bei dem Vater ist, gleicher seiner Macht. Gott von Macht und Ehren; 2. Wir glauben auch an von Maria, der Jungfrauen, Jesum Christ, Gottes Sohn ist ein wahrer Mensch gebo- den Eingebornen, den Herrn, ren, durch den heiligen Geist der Mensch geworden ist, den im Glauben, für uns, die wir Erretter der Verlornen. Er, waren verloren, am Kreuze ge- er achtete sein Leben nicht zu storben, und vom Tod wieder hoch, es hin zu geben. auferstanden ist durch Gott. Er erstand; herrscht hoch erhöhet 3. Wir glauben an den in dem Reich, das nie verheil'gen Geist, Gott mit Bater gehet. Er läßt auch uns im und dem Sohne, der aller Grabe nicht, und kommt derBlöden ein Tröster heißt, uns einst zum Weltgericht. mit Gaben zieret schone; die 3. Wir glauben an den ganze Christenheit auf Erden, heil'gen Geist, unsern göttlihålt in einem Sinn gar eben. chen Regierer, den Jesus Hier all' Sund' vergeben Christus uns verheißt, uns zum Bei= 40 Von der Schöpfung. Beistand und zum Führer;[ bung finden und der Tugend der in Trübsal seine Christen Werth empfinden. Er flößet eilt, mit Muth und Kraft zu uns im Todes- Schmerz des rüsten; der uns lehrt Verge- lew'gen Lebens Trost ins Herz. Von der Schöpfung. Schöpfung der Welt überhaupt. gleich, daß du's nicht siehst, nicht fühlest? Mel. Allein Gott in der Höh'. 4. Gab seine Macht, die Schöpferin der Schönheit und 55. Lobsinget Gott und be- des Lebens, dir deinen Geist, tet an! Es dank', es rühm', es so manchen Sinn, so viel Ge singe, es preise, wer nur prei- fühl vergebens? Für wen, für sen kann, den Schöpfer aller wen, als dich, erschafft, erhält Dinge! Wie groß, wie stark und schmücket seine Kraft so ist seine Kraft! wie herrlich viele große Werke? wie untabelhaft sind alle seine Werke! 5. Dein Gott bedarf nichts; seine Hand, die seine Schi 2. Wie schön, wie würdig pfung schmückte, gab dir Em seiner Macht sind aller Him- pfindung und Verstand, womet Heere! Wie strahlen sie mit er dich beglückte. Willst voll Licht und Pracht, dem, du, o Mensch, nicht glücklich der sie schuf, zur Ehre. Das sein, will sich nicht deine Aluge sieht sich nimmer satt; Seele freun, nicht immer frosieht, was es auch gesendet hat, her werden? doch immer neue Wunder. 6. Er pflanzte selbst in dei 3. Wo ist ein Gras, wo ne Brust die Sehnsucht nach nur ein Blatt, ein Stäubchen Bergnügen. Er schuf auch auf der Erde, wodurch, o Quellen, die voll Luft stets flies Mensch, nicht Gottes Rath ßen, nie versiegen. Gieb nur und Macht verherrlicht werde? auf seine Werke Ucht; ver O wie ist seine Macht so reich! ehre deines Schöpfers Macht; Und was ist deiner Trägheit nie wird die Freude fehlen. ' 7. Dit Von der Schöpfung. 41 7. Dir wohl zu thun, das ist keit, Gott, deine Güte reicht sein Ziel; laß dich zum Dank so weit, so weit die Wolken erwecken! Dhättest du nur geben. g'nug Gefühl, wie gut Gott 4. Dich predigt Sonnenist zu schmecken! Ist seiner schein und Sturm, dich preist Wohnung Vorhof schon so der Sand am Meere. Bringt, schön; wie wird nicht einst ruft auch der geringste Wurm, sein Thron, wie wird er selbst bringt meinem Schöpfer Ehentzücken! Mel. Sei Lob und Ehr' dem. re! Mich, ruft der Baum, in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, 56. Wenn ich, o Schöpfer, den deine Hand so wunderdeine Macht, die Weisheit dei- bar bereitet, der Mensch, ein ner Wege, die Liebe, die für Geist, den sein Berstand, dich alle wacht, anbetend überlege; zu erkennen leitet, der Mensch, so weiß ich, von Bewund'rung der Schöpfung Ruhm und voll, nicht, wie ich g'nug dich Preis ist sich ein täglicher preisen soll, mein Gott, mein Beweis von deiner Güt' und Herr und Vater! Größe. 2. Mein Auge sieht, wohin 6. Erheb' ihn ewig, o mein es blickt, die Wunder deiner Geist! erhebe seinen Namen. Werke. Der Himmel, prach- Gott, unser Vater sei gepreist, tig ausgeschmückt, preist dich, und alle Welt sag': Amen! du Gott der Stárke. Wer hat und alle Welt ehr' Gott den die Sonne hoch erhöht? Wer Herrn, und hoff' auf ihn, und kleidet sie mit Majestát? Wer dien' ihm gern! Wer wollte ruft dem Heer der Sterne? Gott nicht dienen! Cramer. Gellert. 3. Wer mißt dem Winde feinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt Mel. Wie schön leuchtet der M. den Schooß der Erde auf, mit 57. Wie groß ist Gottes Vorrath uns zu segnen? Herrlichkeit! Er sprach zu seiGott der Macht und Herrlich- nen Himmeln: Seid! und zu dem 42 Von der Schöpfung. dem Erdkreis: Werde! Gleich Engeln ihn zu loben. Rühm standen da, voll Reiz und ihn, Seele! jauchzend halle Pracht, vor ihm zum Preise von dem Schalle deiner Lieder seiner Macht der Himmel und Gottes Erd' und Himmel die Erde. Als er's ausrief, wieder! da begonnen tausend Sonnen 5. Das Kind, der Jungund erhellten ein unzählbar ling und der Mann, die ganze Heer der Welten. Schöpfung bet' ihn an und sei2. Wie sie so herrlich sind ner Wunder Menge! Strömt und schön! Wie sie einmüthig hin aus meiner vollen Brust, Gott erhöhn und seine Größe strömt hin Empfindungen der preisen! Wie jeder Jubel ist Luft in hohe Dankgesånge! und Dank, ein hoher, lauter Schöpfer, Vater, dich erhebe, Lobgesang des Gütigen und weil ich lebe, meine Seele, dich, Weisen! O wie könnt ich fühl- den ich zum Trost mir wähle! los schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen, und doch seines Ruhms mich schämen! Splittegarb. Die Gestirne. 3. Noch strahlt mir ungeschmächt sein Licht, noch weiMel. Ich dank' dir schon. gert die Natur sich nicht, die 58. Mit tiefer Ehrfürcht Welt für mich zu schmücken, blick ich hin, Herr, zu des noch hat sie Freuden g'nug Himmels Höhen, wo Sonn' für mich, noch immer schön auf Sonne, Welt auf Welt und jugendlich mein Auge zu empor gethürmet stehen. entzücken. Eher werden auch 2. Auf deine Erde glänzt die Werke seiner Stärke nicht herab, aus unermeßner Ferne, veralten, bis er kommt Ge- des Mondes sanfter Silberricht zu halten. glanz, das milde Licht der Sterne. 4. So hat der Herr an mich gedacht, so hat er mich durch 3. Voll Ehrfurcht wag' ichs seine Macht zum Herrn der hinzuschaun, wo deine Sonnen Erd' erhoben. Er gab mir mei- glänzen, und forschend sucht nen Leib und auch die Seele, mein Auge dort, Herr, deines seines Odems Hauch, gleich Reiches Grenzen. 4. Um Von der Schöpfung. 43 Gieb 4. Umsonst den grenzenlosen/ daß ich geistlich werde. Raum der fernsten Sonnen- mir einen Engelmuth, der sich heere mißt kein Erschaffner, aufschwingt von der Erde, daß ohne Zahl sind sie, wie Sand ich, als dein Erb' und Kind, am Meere. immer himmlisch sei gesinnt. 5. Du zählst, o Unermeß3. Mache mir dein Wort licher, der Sterne Millionen, bekannt, durch des heil'gen und herrscheft hier und segnest Geistes Gabe, daß ich Weisdort, durch aller Himmels heit und Verstand, deinen Zonen. Engeln ähnlich, habe, bis 6. Auch dort ist deines wir einst in jenem Licht völReichs Gebiet erfüllt mit hö- lig sehn dein Angesicht. hern Wesen; und sie, wie ich, 4. Herr, dein Wille soll sind Herr durch dich zur Ewig- geschehn, wie im Himmel so keit erlesen. auf Erden: d'rum so laß uns 7. Mit euch, o Brüder, dahin sehn, daß wir dir gewerd' ich mich von Sonn' auf horsam werden, und verleih, Sonne schwingen; mit euch daß ich dabei aller Engel dem Weltenschöpfer Dank und Mitknecht sei. Preis und Ehre singen! Sturm. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, voll Versuchung unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schüßend uns umgeben. Schlummern wir ermüdet ein, laß sie unsre Wächter sein. Von den Engeln. Mel. Meinen Jesum laß ich. 59. Herr du hast in deinem 6. Mach' es wie mit LaReich große Schaaren heil'ger zaro, wenn wir künftig werden Engel. Ihnen bin ich noch sterben; und damit wir eben nicht gleich, denn ich bin noch so deines Himmels Freuden voller Mångel. Ach! wenn erben: laß die Engel uns zur werd' ich auch so rein, als die Ruby' tragen nach dem Himguten Geister sein! mel zu. Mich beschwert noch 2. 7. Laß uns einst vor deinem Fleisch und Blut; hilf mir Thron bei den Auserwählten stehen, Von der Schöpfung. 44 5. Dann lehren sie mich stehen, wenn die Bösen hin zum Lohn der Verdammten droben, dich würdiger zu loben, zitternd gehen. Mache dann des Himmels höhern Dank. in deinem Reich uns den gu- Ich stimm' in ihre Chöre, ten Engeln gleich. dann wird zu deiner Ehre der ganze Himmel ein Gesang. Cramer. Neumann. Mel. In allen meinen Thaten. Mel. Vom Himmel hoch, da. 60. Wer zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, 61. Wer zählt, Unendlicher, Herr aller Welten, schufft? die Reih'n der Wesen, die sich Sie freun sich, deinen Willen deiner freun, hinauf zu dir als gehorsamst zu erfüllen, in Al- Bater sehn, aus allen Welten lem, wozu du sie rufft. zu dir flehn? 2. In solcher Geister Cho- 2. Unzählbar ist der Seelen ren dich ewig zu verehren, Schaar, die einst an Staub welch eine Seligkeit! Wer wird gefesselt war, und die hinfort sie einst empfinden? Der, der nun unsre Welt nicht mehr in entwöhnt von Sünden, sich, ihren Schranken hält. ihnen gleich zu werden, freut. 3. Unzählbar ist der Seelen 3. Drum laß mich schon Schaar, die deine Hand noch auf Erden den Engeln ähnlich wunderbar zur Erde künftig werden, so weit ich Schwa- senden wird, und durch den cher kann: so bet' ich mit den Tod zum Leben führt. Engeln ganz heilig, rein von 4. Doch hier auf Erden Mängeln, dich würdiger im nicht allein sind Wesen, die Himmel an. sich deiner freun, hinauf zu dir 4. Wenn du zu ihren Lie- als Vater sehn, und Glück und dern, zu meinen höhern Brü- Heil von dir erflehn; dern, vor deinen Thron mich 5. Ein ungezähltes Geisterrufft: will ich empor mich heer riefft du ins Leben Gü schwingen, und Dank und tigster! Dein Reich ist uner Preis dir singen, daß du für meßlich groß; ist, Allerhöchmich auch Engel schufft. ster, grenzenlos. 6. Wenn Von der Schöpfung. 45 6. Wenn einst auf deinen Glieder sagen mir: ich sei, o Wink mein Geist sich seinen Gott, ein Werk von dir, ein Fesseln auch entreißt, misch ich Spiegel deiner Größe. in ihre sel'gen Reih'n mich auch als Mitarbeiter ein. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren 7. Entzückt hört dann mein zu verdammen, der's leugnet, schårfres Ohr das höh're Lied in daß ein Schöpfer ist, sich Glied ihrem Chor; und meine Seele an Glied zusammen! Wie wilstrebt und ringt ihm nach, lig, Herr, gehorchen sie, wenn wenn es dich, Bater, singt. meine Seele spåt und früh 8. Dich, Vater, dessen All- des Leibes Dienst verlanget. machtsruf mit ihnen mich ver- 4. O hättest du mein Auge schwistert schuf, und nur dem nicht so künstlich zubereitet. Leibe hier ein Grab, Unsterb- Was nüßte mir der Sonnen lichkeit dem Geiste gab. Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht, du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmücktest. Splittegarb. Schöpfung des Menschen. Mel. Sei Lob und Ehr. 5. Wie wohl ist mir, dich, Gott, zu sehn in jedem deiner 62. Dir, Gott, sei Preis Werke; mit lauter Stimme und Dank gebracht! dich soll zu erhöhn, dich als den Gott mein Lied erheben! Ich bin der Stärke; zu hören froh mit ein Wunder deiner Macht, du Preis und Dank der ganzen schufft auch mich zum Leben. Schöpfung Lobgesang; dein Mein ganzer Leib, erbaut von Wohlthun zu empfinden! dir, mit jedem Glied und Sinn an mir, beweiset deine Größe! 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? mißt ab des Herzens Schläge? wer regt die Lung' 2. Haupt, Aug' und Ohr und schwellt sie auf, damit ich und Herz und Hand, die ich leben möge? Gott ist es, der zu dir erhebe; die Haut, so dies alles thut. Schlag' Herz, künstlich ausgespannt, der entflamme mich, o Blut, daß Nerven fein Gewebe, und alle ich den Höchsten preise. 7.9 46 Von der Schöpfung. 7. O prief ich, Höchster, 4. Auf Erden, in der Luft immer dich, wenn ich die im Meer erblick' ich ein unzählSinnen brauche, geb', lieg' bar Heer Geschöpfe; all' an und ausruh, oder mich bewe- Schönheit reich, und keines ge, athme, hauche! gieb daß doch dem andern gleich. ich ewig dein mich freu' und 5. Und seh ich selbst auf daß mein Leib ein Tempel mich zurück; der Mensch- o sei, worin dein Geist stets welch ein Meisterstück! Das wohnet! Aug' ein Wunder: ohne dies umschlöß' mich ew'ge Finsterniß. Cramer. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. 6. Und Weisheit, Kennt63. Wie wunderbar bin ich niß meiner Pflicht gewähret gemacht, mit welcher Kunst, mir der Unterricht, den die mit welcher Pracht! Je mehr Natur laut wiederhallt, und ich mich betrachte, rührt mich der durchs Ohr zum Herzen tiefer Dank, der Gott gebührt. schallt. 2. Wie dank' ich dir für Ich 7. Und Wohlgeschmack wird mein Gesicht! ich seh' beim mir gewährt, durch alles was reinsten Himmelslicht die mich stärkt und nährt. Wunder, die du, Herr der athme mit Gefühl und gern die Welt, an allen Orten aufge- Wohlgerüche, nah und fern! stellt. 8. Groß ist der Schöpfer! 3. Ich seh' in jenen fernen Ganz gewiß. Aus Liebe gab Höh'n sich zahllos Himmels- er alles dies. Froh soll ich füh förper drehn, die Sonn' am len, daß ich bin; wie glücklich Tag, und in der Nacht den macht mich jeder Sinn! Mond in seiner stillen Pracht. Overbeck. Von der Vorsehung. der Welten Pracht, und denk ich dessen Güt' und Macht, 64. Durchfliegt mein Blick der sie erschuf: so steigt mein Vorschung überhaupt. Mel. Herr Jesu Christ, dich. Geist Von der Vorsehung. 47 Geist empor, und betet ans 8. Erhalte den Gedanken und preist. mir, o Gott! was kommt, 2. Er, der den Himmel das kommt von dir! Was ausgespannt, umfasset ihn mit deine Vorsicht an mir thut, ist starker Hand, und seines herrlich, weise, immer gut. Reichs Unendlichkeit ist ohne E. v. d. Reche. Grenze, Maaß und Zeit. Mel. Nun lob' mein Seel. 3. Es läuft ein zahllos Weltenheer in Kreisen um 65. Preis ihm, dem Allreeinander her, und rückt aus gierer, dem Gott, der, was seiner Ordnung nicht: denn nur lebt, erhält; dem guten er hält es im Gleichgewicht. treuen Führer aus dieser zu 4. Und diese Erd', im der bessern Welt! Von UnbeSchöpfungreich, ein Punkt, ginn bis heute, hat er uns an wie viel Schönheit reich! stets erfreut, und jeden Tag und die Bewohner ohne erfreute uns seine Gütigkeit. Zahl, wie voll von Wun- Er gab uns Brod die Fülle, dern überall! und Leben und Gedeihn. Uns 5. Doch für das Ganze segnen ist sein Wille. O laßt. forgt nicht nur Gott, der uns dankbar sein! Erhalter der Natur, den 2. Zu seiner Menschen Wurm der sich im Staube Wonne hat er die Welt so nåhrt, hålt er auch seines schön gemacht, Schußes werth. und jeder Strahl der Sonne beweist, 6. Und so forgt auch sein daß er an uns gedacht. Für Vatersinn für mich und was seiner Menschen Leben steigt ich hab' und bin; den Geist, Halm an Halmen auf; es reift den Leib, dies Glück, den der Saft der Reben, es rauscht Stand, verdank ich seiner mil- der Strôme Lauf; auf weiten den Hand. Saaten- Feldern strömt milder 7. Er wog, nach meiner Regenguß, auf Wiesen und Fähigkeit, mir meine Wohl- in Wäldern schenkt er uns fahrt und mein Leid, mein Ueberfluß. ganzes Schicksal bis ans Grab, 3. Lobsinget seinem Namen, und meine Lebensdauer ab. lobsingt dem Bater, unserm Gott 48 Von der Vorsehung. Gott; und alles Volk sprech':| lebt und ist durch dich, der du Amen! denn er ist ewig un- sein Gott und sein Erhalter fer Gott. Von seinem Volk' bist. auf Erden gebührt ihm Zu- 4. Betrachte, Mensch, die versicht. Nur gut und selig Flur, die Ane, wie sie blühet. werden soll es: mehr will er Sprich: ob dein Blick nicht nicht. Nie hat er uns ver- Gott in jeder Blume siehet? lassen, noch nie in einer Noth. Er schmückt das Nehrenfeld O möcht' es jeder fassen: ein mit Früchten mancher Art; Vater ist uns Gott! er ists, der auch im Thau sein Wohlthun offenbart. Koppe. 5. Durch ihn fließt jeder Bach, der dich erquickt, so helle; er zeigt ihm seinen Weg, er unterhält die Quelle. So spieMel. Nun danket alle Gott. 66. Wo ist ein Gott, wie du? Allmächtiger! wir fallen gelt sich sein Bild, im Reiche vor deinem Throne hin. Von der Natur, selbst in der Körden Geschöpfen allen, die du perwelt, an jeder Kreatur. hervorgebracht, steigt im vereinten Chor der jubelvolle Dank zu deinem Thron empor. 6. Du wunderbarer Gott, so weit die Himmel gehen! kann ohne deinen Wink nichts 2. Dein Scepter lenkt die da sein, nichts bestehen. Wo Welt, du bist ihr Herr und ist ein Gott, wie du, Herr, König. Nichts ist in ihr so dessen Arm die Welt, die er groß, es ist dir unterthänig. allmächtig schuf mit gleicher Dein Auge übersieht der Zu- Macht erhålt? kunft dunkle Nacht; nichts ist und nichts geschieht, du hafts zuvor bedacht. Mel. Ich dank dir schon. 3. Durch dich bleibt jeder Theil, durch dich besteht das Ganze. Du bist im Engel groß, und groß in jeder Pflan- 67. Bis hieher warst du ze. Nichts ist, nichts lebt, stets mit mir in jedem Lebensnichts denkt, es denkt und alter; von ganzer Seele dank' ich Vorsehung für den Menschen insbesondere. Von der Vorsehung. 49 ich dir, mein Vater, mein mir sein, ja bis zum Tod, mich Erhalter! segnen und bewahren. Diterich. 2. Mein Glück hast du von Ewigkeit allgútig abgewogen, und mich ins Leben dieser] Mel. O daß ich tausend Jungen. zogen. Zeit aus meinem Nichts ge- 68. Dir, Gott, dir will ich fröhlich singen, dir, dessen Freu3. Du bildetest, du nåhr- de Wohlthun ist; dir will ich test mich, eb' ich dir stam- Dank und Ehre bringen, dir, melnd dankte; du leitetest mich der du gut und freundlich bist. våterlich, als Fuß und Arm Ja, Gott, du bist ganz Gnad' noch wankte. und Treu', gieb, daß mein Herz ganz Freude sei. 4. Auf meiner Jugend glattem Pfad warst du stets 2. Dich preisen alle Engelmein Gefährte, der manche heere, dir singen die Verklårs unvorsicht ge That mich weis- ten Dank. Dir, Herrscher! lich meiden lehrte. brausen Wind und Meere, 5. Durch dich konnt' ich ihr Brausen ist dein LobgeGefahr und Noth so glücklich sang. Die ganze Schöpfung überwinden, und wider Krank- ruft mir zu: es sei kein solcher beit, Fall und Tod erwünschte Gott, wie du. Rettung finden. 3. Dir, Höchster, ist nichts 6. Und noch nimmst du dich zu vergleichen; denn deine Güte meiner an, auf allen meinen reicht so weit, als über uns Wegen, und führst mich auf die Wolken reichen, von Ewigs der Tugend Bahn dem besten keit zu Ewigkeit. Kein Wurm Glück entgegen. friecht unbemerkt dahin; du 7. Du schaust noch immer siehst, du nährst, du schüßest gnadenvoll auf mich, dein ihn. Kind, hernieder; und sorgst 4. Auch, Vater, hast du für meines Lebens Webl, für mein Gemüthe durch manche Sinnen, Geist und Glieder. Gnadengab' erfreut. D gieb 8. Du wirst, ich trau auf mir auch nach deiner Güte dent dich, mein Gott, auch in den Trieb zur frohen Dankbarkeit. künftigen Jahren, stets mit Laß alles das, was in mir ist, D frols 50 Von der Vorschung. froh rühmen, daß du gnädig 2. Du öffnest deine Hand, bist. so fließt herab, was jedem no5. Wer schuf den Geift thig ist; mit Wohlgefallen fåtund seine Kräfte, Gedächtniß, tigt sie dein Aufsehn und verWillen und Verstand? Wer säumt sie nie. Nie sind Ge fegnet des Berufs Geschäfte? schöpfe deiner Hand dir unWer stärkt zur Arbeit meine werth oder unbekannt. Hand? Wer schüßte mich vor 3. Auch mir gabst du, mein der Gefahr, die unsichtbar mir Gott und Heil, noch täglich nahe war? mein bescheiden Theil, gabst 6. Wer fristet meine Le- mir's mit Huld und Freundbens Tage? Wer schmückt lichkeit, so lang ich bin, zu und krönet sie mit Heil? Du, rechter Zeit. Kein Vater sorgt Vater, thust's; drum Seele so väterlich für seinen Sohn, sage: Gott du bleibst ewiglich als du für mich. mein Theil! Mit ew'ger Trene 4. Ich bin's gewiß, du liebst du mich; von ganzem kannst mich nicht verlassen, Herzen preif' ich dich. meine Zuversicht! Ich bin's 7. Dir will ich fernerhin gewiß, du thuft mir wohl, so vertrauen; denn du haft mir lang ich hier noch leben soll. stets wohlgethan. Ich will mit Nicht Ueberfluß bitt' ich von Hoffnung auf dich schauen; dir; was ich bedarf, das gieb schau mich mit Vaterblicken an. du mir. Fiebich. So geh' ich durch die Pilgrims- 5. Der Vogel bauet nicht zeit mit Freuden hin zur Ewig- das Land, du nährst ihn doch feit. mit milder Hand; du schmückst die Blume königlich, doch hat Mel. Vater unser im Himmelr. sie nicht Verstand, wie ich. 69. Gott deine weise Macht Bergiß es, meine Seele, nic, erhält die ganze lebensvolle weit mehr bin ich vor Gott Welt, und aller Augen freuen als sie, sich, und warten hoffnungsvoll 6. Mich schufst du nicht für auf dich, auf dich, der du sie diese Zeit, mein Ziel ist in alle liebst, und ihnen ihre der Ewigkeit. Du gabst mit Speise giebst. Weisheit und Verstand, und mad 51 Von der Vorsehung. machtest selbst dich mir be= 4. Wer hat das schöne kannt. Nichts, was die Erde Himmelszelt hoch über uns zeugt und nährt, gleicht mir gesetzt? Wer ist es, der uns an Hoheit und an Werth. unser Feld mit Thau und 6. Laß du mich nur genüg- Regen neßt? sam sein, und deiner Gaben 5. Wer wärmet uns in mich erfreun, mehr aber dei- Kålt und Frost? Wer schützt ner, der du dich so freundlich vor Sturm und Wind? Wer zeigest gegen mich, der du des macht es, daß man Korn und Lebens Quelle bist, aus wel- Moft zu seinen Zeiten find't? cher alle Wohlfahrt fließt. 8. Bei deiner Gaben Uleber- und Gedeihn? Wer hält mit 6. Wer giebt uns Leben fluß, erhalt mich måßig im seiner Hand den Frieden, defGenuß; bewahr' mich in der sen wir uns freun, in unferm Dürftigkeit vor Schmach und Vaterland? Unzufriedenheit. Du nährst mich immer: Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Leben lang. Münter. 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir. Du, du mußt Alles thun. Du håltst die Wacht an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhn. Mel. Lobt Gott ihr Christen. 70. Ich finge dir mit Herz 8. Du nåhreft uns von und Mund, Herr, meines Jahr zu Jahr, bleibst immer Herzens Luft! Ich sing' und fromm und treu, und stehst mach' auf Erden fund, was uns, wenn wir in Gefahr mir von dir bewußt. gerathen, treulich bei. 2. Ich weiß, daß du der 9. Du trågst uns Sünder Brunn der Gnad' und ew'ge mit Geduld, und strafft nicht Quelle bist, daraus uns Allen allzusehr; ja endlich nimmst früh und spat viel Heil und du unsre Schuld, und wirfft Gutes fließt. fie in das Meer. 3. Was sind wir doch, was 10. Wenn unser Herz, haben wir auf dieser ganzen Erd', Gott, zu dir schreit, machst das uns, o Vater, nicht von du den Kummer leicht, und dir allein gegeben werd'? giebst uns, was uns hoch er02 freut 52 Von der Vorsehung. freut, und dir zum Ruhm giment; nein, was er thut gereicht. und läßt geschehn, das nimmt 11. Du gåhlst wie oft die ein gutes End'. Unschuld weint und kenneft 18. Ei nun, so laß ihn ihre Noth, und dann, Barm- ferner thun, und red' ihm herziger, erscheint, die Hülf nicht darein; so wirst du hier auf dein Gebot. in Frieden ruhn, und ewig 12. Du füllst des Lebens selig sein. Mangel aus mit dem, was P. Gerhard. ewig steht, und führst uns in Mel. Jesus meine Lebens L. des Himmels Haus, wenn 71. Schwinge zu des Himuns die Erd' entgeht. * 13. Wohlauf mein Herz, mels Höhen froh dich auf und frohlock und sing' und habe bringe Dank, dem, der dich guten Muth; dein Gott, der auch hieß entstehen, Seele, Ursprung aller Ding', ist selbst Gott sei dein Gesang! Selig und bleibt dein Gut. einst vor ihm zu werden, schuf 14. Er ist dein Schat, deinser dich; und schon auf Erden Erb' und Theil, dein Glanz seh' und fühl ichs wonnevoll, und Freudenlicht, dein Schirm was ich künftig werden soll. und Schild, dein' Hülf und 2. Jeder Tag gebiert mir Heil, schafft Rath und läßt Freude, Freude jeder Augendich nicht. blick; selbst die Schmerzen, 15. Was frånkst du dich die ich leide, segnen mich und in deinem Sinn, und grämst werden Glück. Rieseln nicht dich Tag und Nacht? Nimm im dürren Lande Quellen auch deine Sorg' und wirf sie hinsselbst in dem Sande? Immer auf den, der dich gemacht. strahlt die Sonne nicht; aber 16. Hat er dich nicht von auch die Nacht hat. Licht. Jugend auf versorget und er- 3. Stromet nicht durch alle nåhrt? Wie manchen schwe- Sinne wonnevolle Lust mir ren Unglückslauf hat er zu- zu? Jedes Glück das ich gerückgekehrt. winne, wer gewährt es mir, 17. Er hat noch niemals als du? Ist es, Gott, nicht was verfehn, in seinem Re- Ideine Gabe, daß ich diese Sinne Von der Vorsehung. Sinne habe, und zum tåg-[ gangs süße Freuden, und der lichen Genuß mehr als Noth- Freundschaft Trost im Leiden, durft? Ueberfluß? Rath und Hülfe hab' ich hier, Neche. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 4. Gott, wie viele frohe milder Vater, nur von dir. Tage flossen, weil mir nichts 8. Dies gewährst du meigebrach, ruhig hin, und freinem Leben in der kurzen Průvon Klage, frei von Noth und fungszeit. I was wirst du mir Ungemach. Hatt' auch einer nicht geben, Vater, in der Mily' und Sorgen; sie ent- Ewigkeit! Selig einst vor dir flohn, und jeden Morgen, zu werden, schufft du mich: wenn ich deine Sonne sah, und schon auf Erden seh' ichs, waren neue Freuden da. fühl ichs wonnevoll, was ich 5. Hab' ich nicht aus deiner künftig werden soll. Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis und Trank, und Dach und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag? 72. Bon dir, Herr, meiner Jahre, Monden, Tage, Stun- Seele Lust, sing' ich hier hoch erden hab' ich ja genug empfun- freut. Ich fing aus dankerfüllden deiner Vatergüte Macht; ter Brust von deiner Gütigkeit. aber nie genug bedacht! 2. Was ist der Mensch, der 6. Ach, bei diesem Ueber- Staub, vor dir, daß du an fluffe fehlt mir, immer froh ibn gedenkst? Herr aller Welt, zu sein, nur die Weisheit im was haben wir, wenn du es Genusse, deiner mich, mein uns nicht schenkst? Gott zu freun. Deines Segens 3. Wer hat den Himmel Quellen flossen oft vorüber un- ausgespannt, der unser Aug' genossen; oft vergaß ich meine entzückt? Wer hat mit göttlich Pflicht; doch versiegten sie milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? noch nicht. 7. Sicherheit in jedem 4. Wer kleidet Hügel, Thal Lande, Ordnung und Geseß und Au mit Schönheit, pflanzt und Recht, diese starken festen den Hain, trånkt sie mit Regen Bande für das menschliche und mit Thau, und giebt zur Geschlecht: auch des Um- Saat Gedeihn? 5. Wer 54. Von der Vorsehung. 5. Wer führt die Sonn' in deinen Geist; und reut uns ihrer Pracht mit jedem Tag unsre Sündenschuld: du siehst uns zu? Wer spricht zum es und verzeihst. Mond in dunkler Nacht: den 12. Ja, deine Güte reicht Menschen leuchte du? so weit, so weit die Wolken 6. Wer krönt mit Segen ziebn; der junge Rab', Erjedes Jahr, daß, unser Herz halter, schreit zu dir, du nåhsich freut? Wer liebet uns reft ihn. unwandelbar, auch wenn sein Donner draut? 13. Und rührte dich, du Menschenfreund, nicht eines 7. Wer sichert uns vor der Christen Schmerz? Die ſtille Gefahr, die uns von ferne Zähre, die er weint, bemerkt droht? Wer rettet oft so dein Vaterherz. wunderbar aus gegenwärt'ger 14. Web dem, der, Gott, Noth? an dir verzagt, und seine Zu8. Durchdenke deinen Le- versicht auf Menschen sett, benslauf, o Mensch! Wer gleich Heiden sagt: Gott achtet half bisher? Wer war von unser nicht. erster Jugend auf dein Ret- 15. Gott liebt dich mehr, ter? sage: Wer? als du verstehst, ist, Seele, 9. Herr, unser Herrscher, dir nicht fern, und eilt, zu nur von dir fließt alles Heil helfen, eh' du flehst; vertraue uns zu. Dein Volk, dein nur dem Herrn. Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du. 16. Er schaut herab von seiner Höh' auf den, der nie10. Wie groß ist deine drig ist. Erhebe dich Unsterbli Huld und Treu'! Du zählest che, zu ihm, von dem du bist. unser Haar, stehst uns all- 17. Lobsing' ihm, ber' ihn gegenwärtig bei in jeglicher ewig an mit frommer ZuverGefahr. sicht! Wie viel hat er an dir vergiß es, Seele, 11. Uns Sünder trågst du gethan, mit Geduld, lehrst uns durch nicht! Bon Von der Würde und Bestimmung des Menschen. 55 Von der Würde und Bestimmung des Menschen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Eigenthum. Du schufft mich 73. Cinst selig dort zu wer- Leben dir zum Ruhm und dein zu sein; mein ganzes den, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glau2. Du gabft mir den vers be, weckt wieder aus dem nünft'gen Geist, bewundernd Staube mich, den er einst einzusehn, wie dich, Herr, aus Staub erschuf. deine Schöpfung preist; mit deinen Dienst zu weihn. 2. Die Erde, wo wir wal- ihr dich zu erhöhn. len, oft ftraucheln, stehn und 3. Was um mich ist, verfallen, ist nur ein Pilgerland, kündigt mir, Gott, deine das uns zum Himmel leitet, zur Herrlichkeit. Zu ihrem Preis Ewigkeit bereitet, der From- se reizt mich hier selbst jede men kurzer Prüfungsstand. Jahreszeit. 3. So soll nicht Luft noch 4. Und ich, ich sollte fühlLeiden von meinem Gott mich los sein? ich rühmte dich, scheiden, mich, der ich ewig Herr, nicht? Ein Herold bin. Kurz ist mein irdisch deines Ruhms zu sein, bleibt Leben. Wozu ist mir's gege- meine größte Pflicht. ben? Wie lange währts, so ist's dahin! 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als 4. Einst selig dort zu wer- ich soll. Mein Herz, mein den, das ist und bleibt auf Er- Mund, mein Wandel sei stets den mein heiliger Beruf. So deiner Ehre voll. sei all' mein Bestreben, nur 6. ihm allein zu leben, ihm, der dein zur Ewigkeit mich schuf. Wer dich verehrt, hålt Gebot; ihm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. Funk. Mel. Ich finge dir mit. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut. Du willst nur unser 74. Ich bin, o Gott, dein Heil. Wohl dem, der deinen Wit 56- Von der Würde und Bestimmung des Menschen. Willen thut! Du bist sein nährt von dir, auf deiner Erde Troft und Theil. wohnen. Was jenen fehlt, ver8. Er wandelt hier auf liehst du mir, Vernunft und ebner Bahn; und selbst in Freiheit und mit ihr Gefühl Traurigkeit schmeckt er, dir, für Recht und Unrecht. Höchfter! zugethan, in dir 4. Du schufft mir zur GeZufriedenheit. selligkeit und für der Freund9. Nach hier vollbrachter schaft Freuden ein Herz, ganz Prüfungszeit nimmt ihn der dem Gefühl geweiht für AnHimmel ein. D Herr! laß d'rer Glück und Leiden; noch diese Seligkeit mein ganz mehr, ein Herz, das fähig Bestreben sein! ist, sich dein, der du mein Bater bist, zu freun und dich zu lieben. Diterich. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 5. In stiller Andacht kann 75. Laß mich des Menschen mein Geist sich bis zu dir wahren Werth, mein Gott, erheben, und dir, den Erd' zu Herzen nehmen, und dessen, und Himmel preist, auch Preis was mich selbst entehrt, mich und Ehre geben. Auch ich kann all'zeit innigst schämen. Nie deinen Willen thun, in deiner komme es mir in den Sinn, Vorsicht Fügung ruhn, und was Alles ich vermag und bin fröhlich auf dich hoffen. Durch deine weise Güte. 6. Nicht blos für diese kurze 2. Du schufft mich nicht Zeit riefst du mich in dies blos Fleisch und Bein. Du Leben; zu Freuden einer Ewigs hauchtest mit dem Leben mir keit soll sich mein Geist erheauch zugleich die Seele ein, ben; und wird auch gleich der und baft ihr Kraft gegeben, Leib zu Staub: so bleibt er noch mehr, als was die Sinne nicht des Grabes Raub; du rührt, und durch sie Schmerz wirft ihn auferwecken. und Luft gebiert, zu fassen, 7. Vom Himmel kam, gezu erwägen. sandt von dir, dein Sohn zu 3. Gott, diesen Vorzug uns auf Erden, er kam, und gabst du mir vor so viel Mil- ward ein Mensch, wie wir, lionen, die auch belebt, ge- der Menschen Heil zu werden. Wie Von der Würde und Bestimmung des Menschen. 57 Wie hoch sind wir durch ihn| 3. Den Leib, o Gott, ver geehrt! Wie ernstlich durch dank ich dir; du gabst mir ihn selbst belehrt, der Mensch diese Seele, Verstand, Berheit Werth zu schätzen. nunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk' und wähle! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn und gleich den Thie- 4. Vor allen, die die Erde ren handeln? Der Sinnlich- nährt, die hier ihr Dasein keit ergeben sein? und nicht haben, erhielt der Mensch den vor dir, Gott, wandeln? Fern höchsten Werth durch seines sei von mir ein solcher Sinn! Geistes Gaben. Bewahre mich, Herr, deß 5. Gewissen, Freiheit dank ich bin, daß ich mich so nicht ich dir. Welch Glück, sie zu schånde. besihen! O dir zum Ruhm, 9. Vielmehr gieb, daß ich zum Heile mir, lehr' du mich, allezeit auf mein Gewissen Gott, sie müßen! achte, nach Weisheit und Ge- 6. Der Mensch ist's nur, rechtigkeit mit allem Eifer der reden kann, sonst kein Getrachte, dich lobe und mich schöpf auf Erden; der Mensch deiner freu', und so des Vor- nur ruft dich, Schöpfer, an, zugs würdig sei, den du mir kann and'rer Lehrer werden. haft verliehen. Diterich. 7. Ihn schufst du zur Geselligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl, schaft und zur Liebe. zur Menschlichkeit, zur FreundMel. Ich dank dir schon. 76. O, welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wie kann 8. Und dieser Gaben Fülle ich Gott g'nug preisen! Wie schafft ihm unzählbare Freudes Berufs ein Mensch zu den; giebt ihm zur Tugend sein, mich würdig hier be- Muth und Kraft, und Ruh)' weiſen. und Trost im Leiden. 2. Ich bin ein Wunder 9. Dich, dich erkenn' ich, seiner Macht und Weisheit, meinen Gott, erkenne deine Lieb' und Güte! Gieb auf des Werke, dein göttlich Wort Menschen Würde acht und und dein Gebot, und Weisheit schäßz' ihn, mein Gemüthe! Güe und Stärke. 10. Für 58 Von der Würde und Bestimmung des Menschen. 10. Für deine väterliche Hülle nur, eines bessern Leibes Huld dankt freudig meine Saame auf der Auferstehung Seele; und um Erbarmung Flur. Wie das Korn wird und Geduld fleh' ich dich, aufgelöst, Frucht zu tragen: wenn ich fehle. so verwest auch mein Leib, 11. Ich bin ein Mensch, dem höhern Leben einen edlern und darf vor dich mit Freu- Keim zu geben. digkeit stets treten; ich darf, 3. Freilich hört mit diesem ( du hörest Bater mich,) zu dir Leben hier mein Geist zu wirken mit Freuden beten! auf; aber schließt mein ganzes 12. Heil mir! o Heil der Weben sich mit diesem Le Zuversicht, die ich als Mensch benslauf? Gabst du, Gott, hier habe. Du rufft zur ihm Thätigkeit nur für diesen Ewigkeit ans Licht mich wie- Traum der Zeit? Sehnsucht der aus dem Grabe. nach vollkommnem Glücke nur 13. O, welch ein Glück, ein für wenig Augenblicke? Mensch zu sein! Ja, Gott, 4. Nein für wenig Augendich will ich preisen, stets des blicke schufst du nicht des MenBerufs ein Mensch zu sein, schen Geist; du berufft zum mich würdig hier beweisen! ew'gen Glücke Alles, was dich Vater heißt. Seelen, Seelen, sterben nie. Nach des kurzen Mel Freu dich sehr, o meine.Lebens Müh wirst du jegliche 77. Stárke, Gott, mich in zwar richten; aber keine je dem Glauben, daß ich nicht vernichten. Münter. 1 ganz sterblich sei. Laß mir 5. Dieser beiße Durst im ihn kein Blendwerk rauben, Herzen nach der Unvergångfeines Leichtsinns Spotterei: lichkeit, dieser Drang in Leid als verschwinde, gleich dem und Schmerzen nach voll Rauch, mit dem lehten Odem kommner Seligkeit, sind die auch das, was in mir denkt sichern Bürgen mir, daß ich und lebet, dein sich freut und mich, mein Gott, zuldir, daß dich erbebet. ich einst, wohin ich strebe, 2. Geist, das ist mein mich erheb' und ewig lebe. hoher Name; dieser Leib ist 6. Du, o Schrecken im Ge wiffen, Von der Würde und Bestimmung des Menschen. 59 wissen der Verbrecher, du, of meines Kampfes Preis und Ruh, die schon Fromme hier Krone. Cramer. genießen, hoher Friede Gottes du, sichre Zeugen seid auch ihr, Mel. Nun danket alle Gott. wenn der Tod mich schrecket, 78. Unendlich großer Gott, mir, daß, wird gleich mein wer kann dich g'nug erheben? Leib zur Erde, doch mein Geist Du gabst der ganzen Welt nicht sterben werde. Bewegung, Kraft und Leben schenkt. 7. Und wie wird durch Was Geist und Körper heißt, deine Lehre, Jesu, dies mein was Erd' und Himmel schmückt, Hoffen fest! Du, den ich als bat deine Hand gebaut, die Heiland ehre, der die Seinen alles stets beglückt. nie verläßt, du erhebst im Tode 2. Du schufft, ich dank' es gleich meinen Geist zu deinem dir, auch mich zu deiner Ehre, Reich, wirst auch einst ein und wolltest, Gütigster, daß beßres Leben meinem Leibe ich dein Bildniß wäre. Darwiedergeben. um hast du den Geist, der in 8. Ewig, ewig werd ich le- sterblichkeit aus Baterhuld gemir lebt und denkt, mir zur Unben. Sicher der Unsterblichkeit streb' ich, mich empor zu 3. D welch ein großes Ziel! beben, über jeden Traum der dazu du, Gott, mich schufest, Zeit. Wandeln will ich fest Wie herrlich ist das Glück, daund still deine Bahn, o Tugend, will stets nach jenem Höchster, ähnlich sein, vollzu du mich berufest! Dir, Ziele streben, hier schon für kommen sein, wie du. O wohl den Himmel leben. mir, wenn ichs bin! Hilf du 9. Aber daß mein Fuß nicht mir selbst dazu. wanke, starke mich, o Herr, 4. Laß dieses große Ziel mir dein Wort und der selige Ge- stets vor Augen schweben! des danke: Dort ist meine Hei- Herzens größter Wunsch, mein math, dort! Dort ist weder eifrigstes Bestreben in allem Schmerz noch Leid, Wonne meinen Thun sei dies, o Gott, nur und Herrlichkeit; dort ist, allein, daß ich auch so wie du, Herr, vor deinem Thronelgesinnet möge sein. 5. Du 60 Berdorbenheit des Menschen durch die Sünde. 5. Du bist der Wahrheit schwerde dem Nächsten gern Freund: laß mich auch Wahr- erspart, sein Leben ihm verbeit lieben mit unverdroßnem süßt, und wo er helfen kann, Fleiß in alle dem mich üben, zum Helfen willig ist. was mich zur Weisheit führt; 8. Noch bin ich weit entzur Weisheit, die dich ehrt fernt, o Gott, von diesem Ziele. und Allem Beifall giebt, was Du weißt, was mir noch fehlt, Du uns selbst gelehrt. und ich, ich selber fühle, wie 6. Laß deine Heiligkeit wenig ich dir noch im Guten mich stets zum Muster nehmen. ähnlich bin. O bilde du mich Hilf mir die Sünde fliehn, ganz nach dir und deinem des Fleisches Luft bezähmen, Sinn. nur das was recht ist thun, 9. Beglückt ist nur alsdann des guten mich erfreun, und mein Lebenslauf auf Erden, dem, der's üben will, auch wenn ich dir immer mehr schon gern behilflich sein. hier kann ähnlich werden. 7. Gieb, daß ich, so wie du Dann werd' ich ewig auch mit ein Freund der Menschen wer- dir vereinigt sein, und mich de, dem Wohlthun Freude ohn' Unterlaß, Gott, deiner macht; der Kummer und Be- Güte freun. Verdorbenheit des Menschen durch die Sünde. Mel. Herr, ich habe mißgehand, Kraft. Du nur bist es, der 79. Ach! was sind wir ohne uns Urmen Rettung aus der Jesu? voller Elend, krank Noth verschafft, die wir durch und schwach, tråges Herzens, die Macht der Sünden tief im ihm zu folgen, wandeln nur Innersten empfinden. dem Eiteln nach. Laß dich, 3. Sünder sind wir, tief Herr, die Noth bewegen, die gefallen von der ersten Seligwir dir vor Augen legen. keit. Schrecklich wäre ja uns 2. Nichts ist ohne dein Er- allen ohne dich die Ewigkeit; barmen unser Leben, unfreida wir selbst, in dem Gewiß sen, Verdorbenheit des Menschen durch die Sünde. 61 fen, uns das Urtheil sprechen mehr fällen kann. Zu des müssen. Himmels vollem Glücke richte, 4. Ach, mit tausendfachem Herr, des Glaubens Blicke. Reize lockt uns die verderbte 9. Laß den Geist der Kraft Welt, lenkt den Blick von und Stärke unserm Geiste deinem Kreuze auf die Lust, Kraft verleihn, in der Uebung die ihr gefällt; ihre Freuden, guter Werke ähnlich dir und ihre Schäße sind für uns ver- treu zu sein. Mache, Herr, borgne Neße. uns selber tüchtig: so ist unser 5. O wie leicht ist's da ge- Leben richtig. schehen, daß der falsche Schein 10. Dort erschallt nach aluns trügt, daß wir die Gefahr len Leiden dir der volle Lobgenicht sehen, die uns doch so fang; unsre Klagen werden nahe liegt, daß wir straucheln, Freuden, unsre Thrånen werdaß wir fallen, wenn wir gar den Dank. Dann soll besser, zu sicher wallen. als auf Erden, Jesus hoch 6. Darum stárk uns, gepriesen werden. Freund der Schwachen, sei in Finsterniß uns Licht. Laß uns standhaft sein und waFachmann. Mel. Auf meinen lieben Gott. chen. Wenn uns aber Kraft 80. Gott, der kein Böses gebricht: laß uns Muth im thut, erschuf den Menschen Glauben finden, jeden Feind gut. Begabt mit Lust und zu überwinden. Kräften zu heiligen Geschäf7. Der Versucher mußte ten, vermocht' er recht zu weichen, der dir frech entge- handeln, stets Gottes Weg gen trat; hilf auch uns den zu wandeln. Sieg erreichen, wenn sich uns 2. Wo ist der Unschuld Versuchung naht. Schenke, Ruhm? Ach, wir, dein Eigennach den Prüfungs- Leiden, thum, wie tief sind wir gefalunserm Herzen neue Freuden. len! Wo ist jetzt unter allen ein 8. Führ' uns selbst mit Mensch ganz rein von Sünden treuen Händen durch die rauhe vor dir, o Gott, zu finden? Pilgerbahn; bis wir unsern 3. Hier ist kein Unterschied! Lauf vollenden, wo uns nichts Dein Aug', o Richter, sieht auf 62 Verdorbenheit des Menschen durch die Sünde. auf alle Menschenkinder und 9. Wohl dem der dich sieht in allen Sünder! Ach gewinnt! denn so verderbt heilig, Gott, ist keiner; un- wir sind, willst du uns den schuldig auch nicht einer. noch heilen, wenn wir erweckt 4. Verderbt ist unser Sinn; nur eilen, dir ähnlich noch die Weisheit ist dahin, die uns auf Erden, dir gleichgesinnt regieren sollte, nur, was dein zu werden. Wille wollte, das Gute nur zu 10. Ach diese deine Huld lieben und willig auszuüben. laß uns durch unsre Schuld 5. Fleisch sind wir von Na- nie frevelhaft verscherzen, und tur. Wir lieben, leider! nur, hilf, daß unsre Herzen dir was Sinn und Lüste beischen, nimmer widerstreben, damit nur Güter, die uns täuschen; wir ewig leben. und vor der Tugend Freuden fliehn wir, als wären's Leiden. Diterich. 6. Gehorsam dünkt uns Mel. So wahr ich lebe, spr. Zwang; des Herzens böser 81. Noch wohnt zum BóHang reißt uns mit starkem sen Hang in mir; auch da ich Triebe zu schnöder Sünden- schon, mein Gott, von dir liebe; und wer vermags zu geheiligt bin, versucht er mich zählen, wie oft wir vor dir zu Sünden noch, und stärket fehlen? sich durch Leidenschaft und 7. Ift gleich dies Ulebel Sinnlichkeit zu thun, was groß; du machst uns davon dein Geseß verbeut. los. Ja, Herr, du willst uns 2. Ich seh's, die Tugend heilen, uns Licht und Kraft ist so schön, ich will auch ihre ertheilen, durch Christum schon Bahn nun gehn, betrete sie auf Erden von Sünden rein voll Lust und Muth, gewiß, zu werden. daß, wer nicht Sünde thut, 8. Gewähr' uns, Gott, dein und seine Pflichten nie ver Licht zur Kenntniß unsrer gißt, hier ruhig und dort se Pflicht, damit wir uns ent- lig ist. schließen mit reuigem Gewis- 3. Doch, oft erwacht in sen der Sünde zu entsagen, meiner Brust die unterdrüc der Besf'rung nachzujagen. te böse Luft, und locket mich zur Verdorbenheit des Menschen durch die Sünde. 63 P zur Sicherheit und eiteln leicht Gefahr und Spott; ZerSelbst- Gefälligkeit. Gelingt streuung und Vermessenheit, es ihr, so glaub ich dann auch des Beispiels Reiz, die Weichleicht, daß ich nicht fallen lichkeit, ein stark Gefühl von kann. Lust und Schmerz, wie leicht 4. Dann bin ich bald ver- verderben die das Herz! führt; denn ach! wer stolz 7. Wer kann mir bei= und sicher wird, ist schwach, stehn? Du allein sollst meivergrößert seine Kräfte sich, sein. und traut auf sich mehr, als ne Hülf' und Stärke auf dich; verschmäht die Fein- Laß meine Schwachheit imde, die ihm drau'n; wird tråge, daß ich von dir nie weiche, mer mir vor Augen stehn, matt und schlummert ein. 5. Und, o wie nah ist dann daß ich standhaft sei, dir bis sein Fall, wenn er, versucher zum Tode selbst getreu. überall, von außen her und 8. Dann kommt die Zeit, durch sein Herz, mit Lust, wo, Herr! von dir der Hang Gewinn und Furcht und des Bösen ganz in mir vertilgt Schmerz min kämpfen soll; und ausgerottet wird, wo nie wie leicht, wie leicht verliert Verstand noch Herz mehr irrt. er alle Kraft und weicht! Wie heilig werd' ich dann, 6. Ich fühle meine Schwach- wie rein, wie herrlich und heit, Gott! mich schrecken wie selig sein! Segen der Sendung Jesu auf Erden überhaupt. Adventslieder. [ höret! Ihn, der so viel an Mel. Ermuntre dich mein. jeder an, der dies von Gott uns gethan, ihn bete dankbar 82. Also hat Gott die Welt bekennet und seinen Gott ihn geliebt und sie so hoch geehret, nennet! daß er selbst seinen Sohn ihr 2. Wer hat wohl einen Va= giebt! Das preise wer es tersinn, und giebt für Feind' und 64 Adventslieder. und Sünder sogar sein Kind 6. welch ein Gräuel! zur Rettung hin, das liebste Werth wär ich, mit jeder seiner Kinder? Und so, so Plag auf Erden, und mit noch liebt uns Gott, der Herr! größrer ewiglich von dir geWer ist an Huld so reich als straft zu werden. Nein, ewig er? Er schenket uns Berlornen ferne sei von mir ein solcher felbft seinen Eingebornen. Undank! Bater, dir und 8 3. Er schenkt ihn, daß die deinem Sohn zu leben, sei Sünderwelt befreit, und diese einzig mein Bestreben. Erde, dem, der forthin zu 7. O schenke du mir selbst Gott sich hält, des Himmels die Kraft, daß ich, im wahren Vorhof werde, daß jeder, der Glauben an ihn, auch wandle an Christum glaubt, und Sün- tugendhaft, mir nicht mein den sich nicht mehr erlaubt, Heil zu rauben. Wie könntest in Gottes Gnade stehe, und du, da du mir schon aus Gnanicht verloren gehe. den schenkest deinen Sohn, 4. O welch ein Heil, be- nicht buldreich mein gedenken, freit von Schuld, gereinigt mir alles mit ihm schenken? im Gewissen, voll Trost an 8. Ich hoff es, Gott, voll Gottes Baterhuld, im Herzen Zuversicht: ich will das Böse Ruh genießen; den Himmel hassen, vertraun auf deinen vor sich offen sehn und einst Sohn und nicht von ihm mich zu seinen Freuden gehn! Dies trennen lassen. Durch ihn, Heil uns zuzuwenden, ließ o Vater, bin ich dein, und Gottes Sohn sich senden. ewig, ewig will ichs sein, will 5. Wer kann dies wissen, deinen Willen üben, dich über Gott, und doch dir fühllos alles lieben. widerstreben? So hoch geliebt sein, und dennoch sich Gerhard. weigern dir zu leben? O sollt' Mel. Vom Himmel hoch, dar ich, da dein Sohn selbst stirbt, und mir ein ewigs Heil er- 83. Auf, freue dich mein wirbt, nicht deine Lieb em- Geist in mir, und preise deipfinden? Wie häuft ich meine nen Gott, der dir selbst seiSünden! nen Sohn zum Helfer giebt; preis Adventslieder. 65 preif' ihn, daß er so sehr dich ist der Preis, den ächte Dankliebt. barkeit ihm giebt, der dich 2. Er, den dir Gott zum zuerst so hoch geliebt. Heil gesandt, ist dir ein göttlich Unterpfand, wie innig seine dich, mein Geist, so hilft er 9. In diesem Danke übe Batertreu, wie werth ihm deine sicherlich dir zu dem Heil, das Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die Welt bereitet hat. Gottes Rath durch ihn der sichre Bahn zur Seligkeit dir fund gethan; durch ibn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. Mel. Sei Lob und Ehr. 84. Auf, Christen, laßt uns 4. Und o durch welche unsern Gott mit frohem Dank lange Reihn von Niedrigkeit, erheben! Er hat nicht Lust an von Schmach und Pein, ließ unserm Tod, will, daß wir er den Göttlichen nicht gehn, ewig leben. Was uns zur zum ew'gen Heil dich zu er- Rettung nöthig ist, das hat höhn! erbarmungsvoll bereitet. er uns durch Jesum Chrift 5. Bergiß, vergiß zu keiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk' oft und stets mit Freuden dran, und bete Gott vollen in Demuth an. 2. Nach seinem gnadenRath, kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer 6. Aus Gegenlieb' und Schuld und Misserhat ein Ret= Dankbarkeit sei ihm dein gan- ter uns zu werden. Er ward's; zes Herz geweiht, dein Herz, und hat sein Werk vollbracht, das ganz ihm zugehört, und und sich, nach kurzer Grabesselig ist, wenn es ihn ehrt. Nacht, zum Himmel aufge= schwungen. 7. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich 3. Wo ist des Todes Herr bis ans Grab; folg' ihm, und schaft nun? Hier ist sein wende dankbar an, was er zulleberwinder! Die Furcht das deinem Heil gethan. vor hinweg zu thun, starb er, 8. Erwecke dich dadurch das Heil der Sünder. Ge. zum Fleiß der Heiligung. Das brochen ist uns nun die Bahn, die 66 Segen der Sendung Jesu überhaupt. die von der Erd' uns himmelan Mel. Ich dank dir schon. zur ew'gen Wonne leitet. 85. Gedanke, der uns Le4. Wie hat uns doch der ben giebt! wer kann dich ganz Herr so lieb! Wie sucht er ,, Also hat unser Bestes! Er giebt für durchdenken: uns aus freiem Trieb sein Lieb- Gott die Welt geliebt, Sohn zu stes und sein Größtes. Preist uns seinen ihn, der so viel an uns thut! schenken?" Preist seinen Sohn, der uns zu 2. Hoch über die Vernunft gut sich bis zum Tod erniedrigt! erhöht, umringt mit Finsters 5. Was er zum Leben uns nissen, füllst du mein Herz verschafft, das ist in seinen mit Majestät, und stillest mein Hånden. Sein ist das Reich, Gewissen. sein ist die Kraft, das Heil 3. Ich kann der Sonne uns zuzuwenden, das er so Wunder nicht, noch ihren Bau liebreich uns erwarb, da er amsergründen, und doch kann ich Kreuze für uns starb. Wohl der Sonne Licht und ihre Allen, die ihm trauen! Warm' empfinden. 6. Q, laßt uns ihm uns an- 4. So kann ich auch nicht vertraun, und seine Stimme Gottes Rath von Jesu Tod hören; auf seine Mittlers- ergründen; allein das GöttHülfe baun, ihn mit Gehor- liche der That, das kann mein sam ehren! Das ist der Weg Herz empfinden. zum ew'gen Wohl; der Weg, 5. Nimm mir den Trost, auf dem man friedenvoll auch daß Jesus Christ nicht meine schon auf Erden wandelt. Schuld getragen, nicht Gott 7. Herr, leite selbst uns und mein Erlöser ist: so werd' diesen Pfad! Zeuch uns zu ich angstvoll zagen. deinem Sohne; daß Glaub' 6. Ist Chrifti Wort nicht an ihn auch mit der That in Gottes Sinn: so werd' ich unserm Herzen wohne. So irren müssen, und wer Gott haben wir an seinem Heil zum ist, und was ich bin, und Segen für uns ewig Theil; so werden soll, nicht wissen. preisen wir dich ewig. Diterich. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zwei fel Adventslieder. 67 fel rauben; ich fühle seine nur nenne; und hilf, daß ich Göttlichkeit, und halte fest am dich allezeit treu vor der Welt Glauben. bekenne. 8. Ich bin dein ew'ges 15. Soll ich dereinst noch Eigenthum, durch dich des würdig sein, Herr, um dich Himmels Erbe; dies, Sohn Schmach zu leiden: so laß des Höchsten, ist mein Ruhm, mich keine Schmach und Pein auf den ich leb und sterbe. von deiner Liebe scheiden. 9. Du giebst mir deinen 16. Und soll ich, Gott, Geist, das Pfand, im Glau- nicht für und für des Glaus ben mich zu stärken, und bil- bens Freud' empfinden; so wirk dest mich durch deine Hand zu er doch sein Werk in mir und allen guten Werken. rein'ge mich von Sünden. 10. So lang' ich deinen 17. Hat Gott uns seinen Willen gern mit reinem Her- Sohn geschenkt,( laß mich noch zen thue, so fühl' ich eine Kraft sterbend denken,) wie sollt' uns des Herrn, und schmecke Fried' der, der ihn geschenkt, mit und Ruhe. ihm nicht alles schenken! Gellert. 11. Und wenn mich meine Sünde frånkt und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt und 86. Gottes Sohn ist koms In bekannter Melodie. thut, warum ich bete. men, hat auf sich genommen, 12. Ich weiß, daß du, in der Menschheit Tagen, mein Heiland, lebst, und mich unsre Last zu tragen, und uns einst aus der Erd' erweckst, vom Verderben Rettung zu und zu dem Reich erhebst, da erwerben. ich dich schauen werde. 2. Doch, an jedem Orte 13. Kann unsre Lieb' im kommt er noch im Worte, alle, Glauben hier für dich jemals die es hören, beilsam zu beleherkalten? Dies ist die Lieb', ren, daß sie schon auf Erden 0 Herr, zu dir; dein Wort gut und weise werden. von Herzen halten. 3. Die sich sein nicht schå14. Erfüll' mein Herz mit men, seinen Dienst annehmen, Dankbarkeit, so oft ich dich glaubig auf ihn schauen und E 2 ihm 4 68 Segen der Sendung Jesu überhaupt. ihm feft vertraun, sollen für allen Leiden sanft und froh die Sünden Hülfe bei ihm verscheiden. finden. 4. Unter Angst und Schmerzen schenkt er ihren M. Weiss. In bekannter Melodie. Herzen auf des Leidens We- 87. Gott sei Dank in aller gen seines Todes Segen, daß Welt, der sein Wort bestånfie im Gewissen, Ruh' und dig hålt, und der Sünder Trost genießen. Troft und Rath zu uns her5. Wenn sie nun den gesendet hat. Glauben sich nicht lassen rau2. Was der alten Våter ben, ihm, dem Herrn, in Schaar sehnsuchtsvolles WünAllen trachten zu gefallen, schen war, und noch mehr, werden sie mit Freuden einst als sie erbat, ward erfüllt nach Gottes Rath. von hinnen scheiden. 6. Kommt es auch be- 3. Hier ist mehr als Davids hende ihres Lebens Ende: so Sohn; keines ird'schen Reiches wird er vom Bösen ihre Seel' Thron: Licht der Seelen, erlöfen, sie zum bessern Leben ew'ges Heil ward durch Jesum himmelan erheben. uns zu Theil. 7. Ja, zum Troft der Sei- 4. Menschenfreund, wie nen wird er einst erscheinen, dank ich's dir! schenke dieses wenn zum neuen Leben Todte Heil auch mir, das du unter sich erheben, und zu seinen vieler Last für die Welt be Füßen alle fallen müssen. reitet haft. 8. Dann wird er sie schei- 5. Deiner Hülfe mich zu den; zu des Himmels Freu- freun, laß mein Herz dein eigen den werden seine Frommen sein. Mach es, wie du gern ewig aufgenommen, wenn die es thust, rein von schnöder Sünder beben, die ihm wi- Sündenluft. derstreben. 6. Wie du huldreich, als 9. Nun wir warten deiner; du kamst, unsre Rettung übermach' uns immer reiner, daß nahmst, also sei auch deine wir, alle Stunden fromm Treu mir mit jedem Morgen und tren erfunden, einst nach neu! 7. Deis Adventslieder. 69 7. Deine Wahrheit leuchte schafft. Wir, von Rath und mir bei dem allen, was ich hier, Hülf entblößt, sind, o Herr, zur Beförd'rung meiner Ruh, durch dich erlöst. denke, wünsche, wähl' und 5. thu! feit! Preis sei dir in EwigAuf! die ihr begnadigt 8. Tröste fråftig meinen seid, lobt den, der mit Lehr' Sinn, wenn ich voller Kum- und That, euch vom Tod ermer bin, hilf zum treuen Tu- rettet hat! gendlauf meiner Schwachheit 6. Der du liebreich zu uns machtig auf. famst, unsre Rettung über9. Daß ich, wenn du Le- nahmst, dein uns theu'r erbensfürst, herrlich wiederkom- worbnes Heil sei auf ewig men wirst, froh dir mög' ent- unser Theil. gegen sehn, und gerecht vor 7. Unfre Seele trau' auf bir bestehn. dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. Diterich. Held. Mel. Gott sei Dank in aller, In bekannter Melodie. 88. Heiland, den uns Gott verhieß, den. der Himmel jauchzend pries, da du Sterb- 89. Lob sei dem allerhöchlichen zum Dienst huldreich sten Gott! erbarmend fab' er auf der Erd' erschienst. unsre Noth; und sandte Je2. Wie dein Nam' ist auch sum, seinen Sohn, zu uns von dein Ruhm. Jesu, wir, dein seiner Himmel Thron. Eigenthum, rühmen dankvoll 2. Ihn fandt er, unser und erfreut deine große Gü- Trost zu sein, vom Sündentigkeit. dienst uns zu befrein; mit Licht 3. Du, deß Hand die und Kraft uns beizustehn, und Himmel hält, du kamst wil- uns zum Himmel zu erhöhn. lig in die Welt, uns von 3. O, welch ein liebevoller Sünden zu befrein, unser Licht Rath! o unaussprechlich große und Trost zu sein. That! Gott thut ein Werk, 4. Stark in deines Baters dem keines gleicht, das keines Kraft, hast du Leben uns ver- Menschen Lob erreicht. 4. Sein 70 Segen der Sendung Jesu überhaupt. 4. Sein Sohn, durch den zu großer Pein der Sünder, er alles schuf, nimmt willig majestätisch sein. auf sich den Beruf, uns vom 11. Zu Ehren aber nimmt Verderben zu befrein, und er dann mit Freuden seine schämt sich nicht uns gleich Fron men an, und wird sie in des Vaters Reich verklärt er= zu sein. 5. Er kommt zu uns in höhen, Engeln gleich. 12. Gelobt sei Gott, der Knechtsgestalt, verläugnet Hoheit und Gewalt, und läßt ihn gefandt! sein Ruhm erselbst bis zum Tod und Grab, fülle jedes Land! gelobt sei von um uns zu retten sich herab. uns Jesus Christ, der uns zum 6. Was sind wir, daß uns Heil erschienen ist! Gott so liebt, und seinen Sohn Mel. felbst für uns giebt? Was nüßen wir dem höchsten Gut, 90. daß es so Großes an uns thut? Vater Weisz. Straf' mich nicht in dein. Was der Menschen thut, was sein Rath 7. Nimm, Seele, nur bein ersehen muß, denn es ist immer Bestes wahr; verschmähe den gut, uns zum Heil geschehen; nicht undankbar, der, dir zu ihm der nie verfehlet, was ihm gebricht Weisheit nicht, helfen, liebreich kam, dein ganzes Elend auf sich nahm. sein Rathschluß wählet. 2. Jesus wird zum Heil 8. Bet' ihn als deinen der Welt einer unsrer Brüder, Retter an, und sei ihm willig er, dem Menschenwohl gefällt, unterthan. Durch seine Lehre kommt zu uns hernieder; bri zeigt er dir den Weg zum derlich wollt er sich und sein Leben: folge ihr! theures Leben hin für Sünder 9. Bei dieser Treue hast du geben. Theil an dem von ihm erworb3. Lange noch, eh' er ers nen Heil. Wo nicht, ach! so schien, sollte schon auf Erden, verschließt du dir, muthwillig Wohlfahrt, Ruh' und Glück selbst des Himmels Thür. durch ihn angekündigt werden; 10. Sein' erste Zukunft in ward er schon für den Sohn, der Zeit, war voller Huld und der uns Heil gewähret, von Freundlichkeit; die andre wird, Gott felbst erkläret. 4. Wer Adventslieder. 71 4. Wer schaut, so wie Gott, worinnen wir auch saßen, vom vorher, schaut der Zukunft Fluch uns zu befrein? Uns Zeiten; wer enthüllet, so wie war das Reich genommen, wo er, ihre Dunkelheiten? Wer Friede herrscht und Glück: erreicht, je so leicht, auf ver- Du, Heiland, bist gekommen, borgnen Wegen, seines Zweckes und bringst es uns zurück. Segen? 4. Mich hielten schwere 5. Er, der seine Welt re- Bande; du kommst und machst mich los; ich war bedeckt mit giert, kann Begebenheiten, auf die ihn sein Rathschluß führt, Schande: du kommst und lange vorbereiten. Nichts ent- machst mich groß. Du hebest flieht, was geschieht, zu der mich zu Ehren; giebst mir ein Welten Glücke seinem hellen ew'ges Heil. Was kann ich mehr begehren? der Himmel ist mein Theil. Blicke! Mel. O Haupt voll Blut. 5. O du, an den ich glaube, 91. Wie soll ich dich em- Was war's, das dich zum was wars, das dich bewog? pfangen, Heil aller Sterblichen, Staube, zu mir hernieder zog? du Freude, du Verlangen, der Dein göttliches Erbarmen! Ja, Trost- Bedürftigen? Gieb selbst du, o Jesu, haft mit mitleidsmir zu erkennen, wie, deiner vollen Armen die ganze Welt Güte voll, dich meine Seele umfaßt. nennen, dich würdig preisen soll. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, zagt nicht. 2. Dein Zion streut dir mehr. Denkt nicht in euren Palmen, und meine Dankbe- Schmerzen, als ob kein Helfer gier ergießt in Freudenpsalmen wår. O, sehet auf, ihr habet sich, Gütigster! vor dir. Dich, den besten Helfer nah); der dich will ich erheben, so gut eure Seelen labet, der treuſte ich Schwacher kann, mein Herz Freund ist da. will ich dir geben; ach, nimm es gnådig an! 7. Ihr dürft nicht mehr erschrecken, nicht vor der Sün3. Was hast du unterlas denschuld; er kommt sie zu besen, die Schatten zu zerstreun, decken, und trägt sie mit Geduld, Univ.- Bibl. Giessen 72 Von der Geburt Jesu. duld. Er kommt, vergiebt den viel zu wenig zum WiderSündern, giebt Heiligkeit und stande wär'. Ruh', und saget Gottes Kindern ein ew'ges Erbe zu.. 9. Er kommt zum Weltgerichte und bringt, wenn er er 8. Was achtet ihr das scheint, Fluch jedem BöseDrauen der Feinde? traut wichte, und Heil dem Zugendauf ihn. Er kann sie schnell freund. Wohl ewig allen zerstreuen. Der Herr gebeut: denen ,, die seine Wege gehn, sie fliehn. Er kommt, er und einst mit Freudenthránen kommt, ein König, dem auch zu seiner Rechten stehn! ein zahllos Heer von Feinden Gerhard. Von der Geburt Jesu. Weihnachtslieder, Mel. Ich finge dir mit Herz, 92. Also hat Gott die Welt 3. Du, Sohn des Allergeliebt, daß er aus freiem höchsten, wirst auch mir durch Trieb uns feinen Sohn zum Rath und That ein Helfer und Heiland giebt. Wie hat uns mein Friedefürst auf dieses Gott so lieb! Lebens Pfad. 2. Was sein erbarmungs- 6. Was mir zum Seligvoller Rath schon in der Ewig- fein gebricht, schafft deine Lieb' keit zu unserm Heil beschlossen auch mir. Versöhnung, Leben, hat, vollführt er in der Zeit. Troft und Licht. Wie viel 3. Er, unser Freund und hab' ich an dir! bestes Gut, der alle segnen kann, des Höchsten Sohn nimmt Fleisch und Blut, doch ohne Sünden an. Mensch, wie ich. Was fehlt wer ist dann wider mich? mir nun? Ist Gott mit mir, 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Demuth, Herr, mein Heil, ge 4. Ich freue mich, mein winn ich Herrlichkeit. Heil, in dir! du wirst ein 8. Gelobt sei Gott! gelobt fein Weihnachtslieder. 73 sein Sohn! durch den er Gnad' jken; der Frommen Herz in erweist. Lobt, Engel, ihn vor ihrem Eschmerz mit Troft erseinem Thron! Erheb' ihn auch freun und dein dabei gedenken., mein Geist! Diterich. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preist dich erMel. Wir Christenleut'. 93. Auft schicke dich, recht frent, und Alter Knie soll dir feierlich des Heilands Fest mit gebeuget werden. Danken zu begehen! Lieb' ist 7. Erhebt den Herrn! Er der Dank, der Lobgesang, hilft uns gern, und wer ihn durch den wir ihn, den Gott ehrt, den wird sein Name trôder Lieb, erhöhen. sten. Gelobt sei Gott! Ge12. Sprich dankbar froh: lobt sei Gott! Freut euch des also, also hat Gott die Welt Herrn und jauchzt ihm, ihr in seinem Sohn geliebet! D, Erlöstera! Gellert. wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! Mel. Vom Himmel hoch, da 3. Er, unser Freund, mit 94. Dies ist der Tag, den uns vereint zur Zeit, da wir Gott gemacht; sein werd' in noch seine Feinde waren; er aller Welt gedacht! Ihn preiſe, wird uns gleich, um Gottes was durch Jesum Chrift im Reich und seine Lieb' als Himmel und auf Erden ist. Mensch zu offenbaren. 2. Die Volker haben dein 4. An ihm nimm Theil! geharrt, bis daß die Zeit er Er ist das Heil; thu täglich füllet ward; da fandte Gott Buß; und glaub' an seinen von seinem Thron das Heil der Namen. Der ehrt ihn nicht, Welt in seinem Sohn. wer Herr, Herr, spricht, und 3. Wenn ich dies Wunder doch nicht fucht sein Beispiel fassen will, so steht mein Geist nachzuahmen. voll Ehrfürcht still; er betet 5. Aus Dank will ich in an und er ermißt, daß Gottes Dürft'gen dich, dich Gottes Lieb' unendlich ist. Sohn, bekleiden, speisen, trån- l 4. Damit der Sünder Gnad' 74 Von der Geburt Jesu. Gnad' erhält, erniedrigst du die ihn heute sieht, sing ihm, dich, Herr der Welt, nimmst dem Herrn, ein neues Lied. felbst an unsrer Menschheit 11. Dies ist der Tag, den Theil, erscheinst im Fleisch zu Gott gemacht; sein werd' in unserm Heil. aller Welt gedacht! Ihn preise, 5. Dein König, Zion, was durch Jesum Christ im kommt zu dir: Ich komm', Himmel und auf Erden ist. im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! Gellert. Mel. Lobe den Herrn, den. 95. Ehre sei Gott in der 6. Herr, der du Mensch Höhe! der Herr ist geboren, geboren wirst, Immanuel und Sündern zum Heiland vom Friedefürst, auf den die Båter Höchften aus Gnaden erkoren! hoffend sahn, dich beten wir Lasset uns sein dankvoll, ihr im Glauben an. estione Christen, uns freun! ft er 7. Du, unser Heil und nicht auch uns geboren? höchstes Gut, verbindest dich 2. Dunkel bedeckte den Erdmit unserm Blut, wirst unser kreis, und ångstiglich irrten Freund und Bruder hier, und Völker umher, wie die Heer Gottes Kinder werden wir. den, verlassen von Hirten. 8. Gedanke voller Majestät, Jesus erschien: Nächte ver du bist es, der das Herz er- schwanden durch ihn, die auch höht; Gedanke voller Selig- den Weisen verwirrten. keit, du bist es, der das Herz erfreut, 3. Menschen, berufen sich unter einander zu lieben, folg 9. Durch Eines Sünde fiel ten der Zwietracht und Bitter: die Welt; Ein Mittler ist's, feit schåndlichen Trieben. Je der sie erhält. Was zagt der sus erschien, lehrte den MenMensch, wenn der ihn schüßt, schenhaß fliehn, lehrte die der in des Vaters Schooße Feinde uns lieben. fißt? 4. Wohlthat und Segen 10. Jauchzt Himmel, die nur folgten des Göttlichen ihr ihn erfuhrt den Tag der Schritten, Trost und Erquit heiligsten Geburt! Und Erde, kung trug er in der Weinen den Weihnachtslieder. 75 den Hütten. Selbst er, ihr und preisen seiner Liebe That. Freund, hatte vielfältig geweint Hallelujah! selber geduldet, gelitten. 4. In aller Himmel Lob5. Ehre sei Gott in der gesang, Menschen, schall auch Hohe! ein ewiges Leben hat euer Dank! Mit der Verklärer durch ihn, seinen Sohn, ten Jubel- Chor steig' euer uns erbarmend gegeben. Bis Lied vom Staub empor. Halin das Grab stieg er vom lelujah! Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 5. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ! Heilig, heilig, heilig 6. Wohl mir, wenn ich ist der Engel und der Mendann ihn, meinen Erretter auch schen Herr! Allmächtig und sebe, und mit der Schaar der gerecht ist er! Hallelujah! Vollendeten ewig erhöhe! Völ- 6. Und gnådig, der Erbarlig beglückt, sing' ich dann, mung Gott, ist Jehovah Zehimmlisch entzückt: Ehre sei baoth! O Menschen, seht, wie Gott in der Höhe! der euch liebt, der euch den Sohn zum Heiland giebt! Hallelujah! Niemeyer. Mel. Gelobet seist du Jesu. 96. Erwacht aus Eures Schlummers Nacht! dieser Tag den Gott gemacht, o Menschen, strahlt auf euer Grab des Himmels Seligkeit herab. Hallelujah! 7. Preist ewig seiner Liebe Rath! Ihm der euch versöhnet euch hin: durch frommes Leben hat, ihm gebt zum Eigenthum preiset ihn! Hallelujah! Sturm. Mel. Warum sollt ich mich. 2. D, schaut empor! an 97. Fröhlich laßt uns Gott Gottes Thron weiben ihm und lobsingen! Hoch erfreut laßt seinem Sohn die Engel ihren uns heut ihm Anbetung brinLobgefang, die frommen Gei- gen! In des Himmels hohe fter ihren Dank. Hallelujah! Chöre stimmet ein: Gott allein 3. Sie beugen vor ihm ihre unserm Gott sei Ehre! Knie; tief anbetend schauen sie 2. Jeder der sich fühlt verin Gottes unerforschten Rath, toren, freue sich inniglich: Chri 76 Von der Geburt Jesu. Chriftus ift geboren. Gottes Er erscheint Feinden selbst zum Sohn erscheint auf Erden, Segen. freigt hinab bis ins Grab, unser Heil zu werden. 8. Dankt ihm, der des Herzens Sehnen stillen kann! 3. Wer kann Gottes Rath- Betet an! Opfert Freudenschluß fassen? Aber dies ist Thränen! Liebt ihn der für Traut dem gewiß: Gott kann uns nicht Liebe brennet! hassen. Alles zielt auf unser Herrn, der euch gern seine Leben, was er that; denn er Brüder nennet! hat uns den Sohn gegeben. 9. Wenn euch eure Sün4. Kam der Sohn aus den krånken, eilt herzu, suchet freien Trieben zu uns her: Ruh: er will sie euch schenken. wie sollt er nicht die Men- Schaut auf ihn mit Glaubensschen lieben, er, der unsers Blicken! Zittert nicht; denn Elends Plagen, voller Huld, er spricht: ich will euch ers mit Geduld auf sich nahm, quicken. zu tragen ? 10. Dunkt euch hier so 5. Wenn er uns verworfen manche Plage; euren Schmerz hätte: nåhm er dann Mensch fühlt sein Herz; kein Erlöster heit an, daß er uns errette? zage! Bringet ihm an seinem Deß soll sich der Erdkreis Feste Preis und Ehr'! Wis freuen! Zum Gericht kam er set, er wählt für euch das nicht, sondern zum Verzeihen. Beste! 6. Er erschien für unsre 11. Er verläßt euch nicht, Schulden, Urmuth, Noth, ihr Schwachen! Mehr als Schmerz und Tod göttlich ihr, litt er hier, euch be groß zu dulden. Gottes Lamm glückt zu machen. Diese kurze ward er im Sterben, uns zu Zeit der Leiden und der Müh, gut durch sein Blut Gnade zu was ist sie gegen ew'ge Freu erwerben. den? 7. Flieht im Geist nach 12. Theurer Heiland, voll Bethlems Hütten, seht, was Verlangen will ich dich, der dort euer Hort schon für euch du mich hoch geliebt, empfan gelitten. Er wird nicdrig euret- gen. Du bist meines Lebens wegen. Welch ein Freund! Leben; reich durch dich, Fann Weihnachtslieder. 77 kann ich mich wohl zufrieden] 3. Den aller Weltkreis nie geben. beschloß, der liegt in Mariens 13. Du kamst, meine Schuld Schooß; er ist ein Kindlein zu tragen. Im Gericht darf worden klein, der alle Ding' ich nicht als ein Sünder zagen. erhält allein. Kyrie, eleison. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 4. Das ew'ge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leucht't wohl 14. Dir will ich mein Leben mitten in der Nacht, und uns weihen, mich in dir für und des Lichtes Kinder macht. Kyfür, mein Erlöser freuen. rie, eleison! Keine Kreatur, kein Leiden, 5. Der Sohn des Vaters, keine Noth und kein Tod soll Gott von Art, ein Gast in der von dir mich scheiden. Welt hier ward, und führt 15. Werd' ich einst im Tod uns aus dem Jammerthal, er erkalten: so will ich mich an macht uns Erb'n in seinem dich, Jesu, gläubig balten: Saal. Kyrie, eleison! und dann wirst du mich erheben aus der Zeit zu der Freud' in dem bessern Leben. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm, und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrie, eleison! 7. Das hat er alles uns In bekannter Melodie. 98. Gelobt seist du, Jesu gethan, sein' groß Lieb zu zeiChrist, daß du Mensch gebo- gen an. Deß freu' sich alle ren bist von einer Jungfrau, Christenheit und dank' ihm das das ist wahr, deß freuet sich in Ewigkeit. Kyrie, eleison! der Engel Schaar. Kyrie, D. M Luther. eleison. Neander. 2. Des ew'gen Vaters einig Mel. Jesus meine Zuversicht. Kind ist man in der Krip- 99. Gottes und Marias pen findt. In unser armes Sohn, liebster Jesu! sei willFleisch und Blut verkleidet kommen, der du selber in Persich das ew'ge Gut. Kyrie, son unsre Menschheit angeeleifon! nommen; rette mich aus aller Noth; 78 Von der Geburt Jesu. Noth; denn du bist mein Herrskräftig meinen Sinn von der und Gott. Welt zum Vater hin. 2. Sünder sind wir alle 7. Armuth war dein erstes noch, haben Gottes Bild ver- Kleid bei dem Eintritt in dies loren. Auch mich drückt der Leben. Sollt' ich auch in NieSünde Joch; doch du bist drigkeit, Armuth und Verachauch mir geboren. Siehe tung leben: so bilf nur, daß gnadenvoll auf mich; meine ich dabei in dir reich und Seele hofft auf dich. ſelig sei. 3. Du bist worden, was 8. Neugeboren mußtest du ich bin; laß mich, Herr, dir in der harten Krippe liegen, ähnlich werden. Nimm das fandest weder Raum noch Elend von mir hin, das die Rub'; hilf auch mir die Noth Menschen plagt auf Erden; besiegen, bis ich in dem Grabe und gieb mir von deinem Heil, ruh, das deckt allen Jammein Erlöser, auch ein Theil. mer zu. 4. Aus dem Himmel kamst 9. Zwar Verderben und du her; hilf mir doch aus dem Gefahr droht dem menschliVerderben. Keine Last war chen Geschlechte; doch der dir zu schwer, mir nur Hülfe Trost bleibt ewig wahr: Du zu erwerben. Führ auch mich erwarbst ihm neue Rechte zu zum Himmel hin, wo ich ewig des Himmels Herrlichkeit, nach) bei dir bin. dem Leiden dieser Zeit. 5. Regt sich immer noch in 10. Nun wir trauen deiner mir Lust und Neigung zu der Huld. Stärke nur in uns den Sünde; o, so bilde mich nach Glauben, daß wir nicht durch dir, daß ich alles überwinde, unsre Schuld dieser Wohlthat was mich von dir trennen kann; uns berauben. Dort bringt nimm dich meiner Schwach- unser Lobgesang dir, o Jefu, heit an. ewig Dant. Neumann. 6. Gieb mir, Menschensohn, die Macht, Gottes Kind schon hier auf Erden, und wenn ich den Lauf vollbracht, Himmels- 100. Jesus ist gekommen; erbe dort zu werden. Richte dankt ihm, seine Frommen, Mel. Jesu meine Freude. dankt Weihnachtslieder. 79 dankt ihm, daß er kam, daß werden wir im Sohne unsern er hier auf Erden, unser Heil Retter schaun. Heil und ew'ges zu werden, seine Wohnung Leben wird er Allen geben, nahm. Mensch, wie wir, er- die ihm hier vertraun. schien er hier, um des Baters ward hier versucht, wie wir; gnád'gen Willen an uns zu überschwenglich wird er lobs erfüllen. nen, und der Schwachen. schonen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund 6. Eilet, eilt ihr Sünder, und Bruder ist! Gott auf sei- werdet Gottes Kinder! werdet nem Throne, liebt uns in dem seiner werth! eilet, eilt, ihr Sohne, hilft durch Jesum Frommen! seid, wie er, vollChrist. Welch ein Heil! an kommen, bleibet seiner werth! Christo Theil, Theil an seiner preiset ihn, daß er erschien Sendung Gaben, an Gott und sich für euch hingegeben, selbst zu haben. durch ein göttlich Leben. Münter. 3. Keine Macht der Leiden kann uns von ihm scheiden; er bleibt ewig treu. Einst Mel. Sei Lob und Ehr' dem. wird er vom Bösen gänzlich 101. Laßt uns mit ehruns erlösen; hier steht er uns furchtsvollem Dank den Gott bei. Unser Freund, mit Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlis vereint, kann nicht seine Brü- chem Lobgesang des Heilands der hassen, noch sie hilflos Fest begehen! Preis ſei dem laffen. Vater, der ihn gab! Preis +4. Wenn wir einst ermi- sei dem Sohn! Er kam den, führt er uns in Frieden herab, und ward das Heil in des Grabes Nacht. Unsre der Menschen. todten Glieder giebt die Erde 2. Ist der ein Christ, der wieder ihm, der sie bewacht. Dieses Heil nicht schäßt und Jefus ruft uns aus der Gruft, lieb gewinnet? D, nimm an er, der selbst den Tod einst seiner Wohlthat Theil, und schmeckte, den das Grab auch werd' ihm gleichgesinnet! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der 5. Auf dem Richterthrone ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. deckte. 80 Von der Geburt Jesu. Christ. Der Herr erkennt diel Mel. Ich finge dir mit Herz. Seinen. 102. Lobt Gott, ihr Chri3. Wie liebt uns Gott soften, freuet euch! von seiner väterlich! Für uns, für uns Himmel Thron beruft er uns Verlorne erniedrigt bis zum zu seinem Reich, und sendet Tode sich sein Sohn, der Ein- feinen Sohn. 2. geborne. Ihr Heiligen, sein Er kommt aus feines Eigenthum, besinget feines Baters Schooß, und wird ein Namens Ruhm! Preis sei Mensch, wie wir; liegt schwach Gott in der Höhe! und dürftig, elend, bloß, wie Menschenkinder hier. 4. Doch mehr, als euer Lobgesang, preif ihn ein from mes Leben. Dies ist sein 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgiebt ihn keine Wille, dies der Dank, durch den wir ihn erheben. Wer Pracht, die glänzend in die liebevoll, wie Jesus Christ, Augen fällt, und groß vor ein Helfer seiner Brüder ist, Menschen macht. der bringt ihm würdig Ehre. 4. Er ruht an seiner Mut5. In Dürft'gen laßt uns ter Brust, nimmt seiner Brüihn erfreun, bekleiden, speisen, der Kost; er, aller Himmel trånken! Ja, laßt uns frohe Lob und Lust, er, aller MenGeber sein, und sein dabei schen Troft. gedenken. Was ihr den Sei- 5. Er wird dem ärmsten nen habt gethan, das, spricht Knechte gleich, begehrt kein er, habt ihr mir gethan. Und Erdenglück, verlangt allhier er, er will vergelten. kein Königreich von einem Augenblick. 6. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, der darf sich sei- 6. Er kommt, durch seiner ner trösten. Von ihm beglückt, Weisheit Macht zu Gott uns von ihm belehrt, lobsingt ihm hinzuziehn; vor seinem Lichte ihr Erlösten! Es freut sich muß die Nacht des Aberglau deine Christenheit, Gott, deiner bens fliehn. Menschenfreundlichkeit! Dir, dir sei ewig Ehre! Kraft. 7. Er lehret uns, die Sün de scheun, er giebt auch Kraft dazu, und schafft uns, wenn wit Weihnachtslieder. 81 wir sie bereun, Begnadigung wurdeft Mensch, damit wir und Ruh. selig würden. Du machst uns 8. Er bringt den Trost der groß, und ewig los vom Fluch bessern Welt vom Himmel uns der Sünd' und ihren schweren herab. Nun schreckt uns, wenn Bürden. die Hütte fällt, nicht mehr das dunkle Grab. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth sah er mit Hülfe 9. Er öffnet uns dereinst liebevoll hernieder. O Christendie Thür zu seinem Himmel- heit! preis' ihn erfreut! des reich. Ihr Christen, wie be- Höchsten Sohn bringt das Vers glückt sind wir! Lobt Gott, lorne wieder. und freuet euch! Fuggers. Mel. Wie schön leuchtet der. 104. ftimm' auch du mit Christenheit, sei frohem Dank, mein Geist, in 103. hoch erfreut! das Heil der Welt, jenen Lobgesang, davon der der Mittler ist geboren. Nimm Himmel tónte, als er zur Welt freudig Theil an seinem Heil; hernieder kam, und unfre wer an ihn glaubt, wird nim- Menschheit an sich nahm, der mermehr verloren. uns mit Gott versöhnte. Freu' Herrmann, Mel. Wir Christenleut. 2. O große That! Nach dich innig: Er, dein Führer Gottes Rath hat sich sein und Regierer, kam auf Erden, Sohn für uns dahin gegeben. Licht und Heil auch dir zu Ein Menschenkind, doch ohne werden. Sund', ward er für uns und bracht uns Heil und Leben. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnaden3. Er, er befreit uns von voll bist du auch mir in deinem dem Leid, das durch der Sünde Sohn erschienen! du fandtest Macht auf uns gekommen. aus Erbarmen ihn, die dem Mit uns ist Gott nun in der Berderben zu entziehn, die Noth! Frohlockt dem Herrn, schnöden Lüften dienen. Preis und dankt ihm, alle Frommen. dir, daß mir neue Pfade zn 4. Auch mein Gesang, der Gnade offen stehen, nicht Herr, bringt dir Dank. Du im Elend zu vergehen. F 3. Und 82 Von der Geburt Jesu. 3. Und wie vergelt' ich, Hei-/ preist ihn mit uns, ihr Brüland, dir die große Treue, die der! Hebt ener Herz zu Gott, du mir, schon eh' ich war, be- und singt ihm frohe Lieder! wiesen? Du bahnteft unter Auf! feiert diesen Tag, da bitterm Leid auch mir den Weg Jesus hier erschien, mit fro zur Seligkeit, sei hoch dafür hem Herzensdank; ihr Chrigepriesen. Durch dich kann sten, feiert ihn! ich nun hienieden Gottes Frie- 2. Der Erdkreis lag in den schon empfangen, und einst Nacht, mit Finsterniß umhülvolles Glück erlangen. let; vom Aberglauben war des 4. O gieb, daß ich an die Menschen Geist erfüllet. Die sem Heil nun auch im wahren Finsternisse flohn, und belles Glauben Theil, durch deinen Licht erschien durch Jesum für Beistand, nehme; daß ich hin- den Geist; er ward belehrt weg vom Eiteln seh', die Wege durch ihn. genommen. deiner Wahrheit geh)', und dein 3. Durch ihn sind wir belehrt, mich nimmer schåme: bis ich, die Tugendbahn zu wandeln, durch dich, wenn ich sterbe, nach dem Geseß der Pflicht zu zu dem Erbe deiner From- denken und zu handeln. Durch men auch dereinst werd' auf- ihn denkt froh das Herz Gott und Unsterblichkeit, fühlt sich 5. Ich bringe dir ein dank- zum Kampf gestärkt, fühlt hier bar Herz, bereit, in Freuden schon Seligkeit. und in Schmerz, wie dir's ge- 4. Auf! laßt uns dieses Fest fällt, zu wandeln. Verleihe mit Herzensandacht feiern, frob du mir selbst die Kraft, nach laßt uns den Entschluß zu deinem Wort gewissenhaft zu Zugend jeht erneuern. Auf! denken und zu handeln. Fröh- bringet unserm Gott Anbe lich will ich hier im Leben dich tung, Preis und Dank, und erheben, und einst dreben won- laut erhebe sich des Herzens nevoll dich ewig loben. Lobgefang! Diterich. Mel. Nun danket alle Gott. 105. Preift den Allgütigen Mel. Nun lob' mein Seel. 196. Vom Grab', an dem wir wallen, soll, Jesu, unse Lob Weihnachtslieder. 83 Lobgesang empor zum Himmel Menge der Engel und Verklärschallen; dir opfre jede Seele ten singt! Vernimm die LobDank! Und jeder der Gebor- gesänge, die dir dein Volk im nen erfreu' sich, Mensch zu Staube bringt! auch du warst sein! Und jeder der Verlor- einst auf Erden, was deine nen rühm' es, erlöst zu sein! Brüder sind, ein Dulder der Zum Heiland uns gegeben, Beschwerden, ein schwaches erscheinst du, Gottessohn; mit Menschenkind. O laß auch dir erschien das Leben, mit dir uns auf Erden dir gleichgesindes Himmels Lohn. net sein, bis wir einst himm2. Kommt, laßt uns nie- lisch werden, und dein uns derfallen vor unserm Mittler ewig freun. Jesu Christ, und danken, daß 5. Bald sind wir zu dem er allen Erretter, Freund und Lohne der Himmelsbürger dort Bruder ist. Er gleicht der erhöht, dann sind wir nah dem Morgensonne in ihrem ersten Throne, und schauen deine Strahl, verbreitet Licht und Majeståt. Nicht mehr raus Wonne und Leben überall. dunkler Ferne dringt dann der Durch ihn kommt Heil und Dank zu dir; weit über Sonn' Gnade auf unsre Welt herab; und Sterne erhoben, jauchzen er segnet unsre Pfade durchs wir; und mit der Himmel Leben bis ans Grab. Heere, schallt unser LobgeSturm. 3. Frohlockt, ihr Mitgenos- sang: dem Ewigen sei Ehre! sen der Erde und der Sterb- dem Welterlöser Dank! lichkeit! Uns ist nun aufgeschlossen der Eingang zu ber Herrlichkeit. Auf unsre Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brü- mel. Vom Himmel hoch, da. Für die Christ- Nacht. der empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sún 107. Der wundervollen der, und der Verlornen Hort: Jubelnacht werd' in der gannun sind sie Gottes Kinder, zen Welt gedacht! wie freute und Gottes Erben dort. sich der Engel Schaar, da 4. O du, dem jeßt diel Jesus Christ geboren war! F 2 2. Era 84 Von der Geburt Jesu. 2. Erstaunend beteten sie mel. Wer weiß, wie nahe. an, da sie den Sohn in Windein sahn, und jauchzend sang 108. Dies ist die Nacht, ihr strahlend Heer: ,, Gott hoch da mir erschienen des großen im Himmel, Gott sei Ehr!" Gottes Freundlichkeit. Dies 3. ,, Und Friede herrsch' und Kind, dem Gottes Engel dieSeligkeit, herrsch' auf der nen, bringt Glanz in meine Erde weit und breit! Gott freue seiner Menschen sich und fegne fie nun ewiglich!" Dunkelheit. Es strahlt empor das Licht der Welt, das jede Finsterniß erhellt. 4. Uus lichten Wolken san- 2. Schau hier erstaunend, gen so die Boten Gottes himm- meine Seele, in Bethlehem lisch froh! Geboren ist und dies niedre Haus. Aus diemenschlich weint der Engel ses Stalles dunkler Höhle ging Herr, der Sünder Freund! Licht für Millionen aus. Es 5. Und jeder, der dort scheucht hinweg der Sünde Jefum fah, war froh und sprach: Macht, und strahlt dir in der der Herr ist da! Es kommt sein Leiden Nacht. gnadenvolles Reich;' welch Kind ist diesem Kinde gleich? 3. Es kam uns von des Himmels Höhen, und leuchtet 6. O wie viel Licht und Gna- uns zur Seligkeit; wenn Sterde gab mit ihm Gott in die ne, Sonn' und Mond vergeWelt herab! Wie hoch sind hen, glångt es in steter Herrwir von ihm geliebt, daß er lichkeit, und wird dir in der den eignen Sohn uns giebt! letzten Pein die einz'ge süße 7. Der alles schuf und alles Tröstung sein. hålt, du kamst herab in unsre 4. Verschließe seinem heil' Welt! Du, der im höchsten gen Strahle muthwillig nur Himmel thront, haft auf dem nicht deine Brust. Es bleibt Staube hier gewohnt! im dunklen Erdenthale das 8. Ja, Gottes Lieb' ist un- Einz'ge, dem du folgen mußt; umschränkt! Eiu Gott, der sei- bei jedem andern eilest du nur nen Sohn uns schenkt, schenkt deinem Untergange zu. alles, was uns heilsam ist, uns 7. Drum, Jesu, holde ewig nun durch Jesum Chrift. Weihnachtssonne, bestrahle mich Passionslieder. 85 mich mit deinem Schein. Er- den die Nacht, die wir jetzt holy' in mir die heil'ge Wonne, feiern, uns gebracht. mich deiner Menschwerdung zu freun und all des Segens, Wehrhan. Von Jesu Leiden und Tod. Passionslieder. Mel. Dir, dir Jehovah. den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum 109. Ach, sieh' ihn dulden, daß er mich herzlich liebt. Opfer giebt, so feft steht es, bluten, sterben! O, meine 4. Dein bin ich nun und Seele, sag' ihm frommen Gottes Erbe; ich sehe in fein Dank! Siely Gottes ein'gen Baterherz hinein. Wenn ich Sohn und Erben, wie machtig nun leide, wenn ich sterbe, kann ihn die Menschenliebe drang! ich unmöglich je verloren sein. Wo ist ein Freund, der je, was Wenn Sonn' und Mond und er gethan? der so, wie er, für Erde untergehn, so bleibt mir Sünder sterben kann? Gottes Gnade ewig stehn. 2. Wie dunkel waren jene 5. Ja, mir zum Troft und Stunden, o Herr, und wel- dir zur Ehre gereicht dein ganche Lasten drücken dich! Wielzer Kampf, dein Kreuzes- Tod; quoll das Blut aus deinen bestätigt ist nun deine Lehre; Wunden! Und ach! es floß ich baue fest darauf in jeder zum Heil, zum Troft für mich; Noth. Unschuldig littest du; und ruft noch heute mir er- doch Preis und Ruhm ist auch munternd zu, daß du mich im Kampf der Unschuld Eigenliebst, du frommer Dulder, du. thum. 3. So sollt es sein: du 6. Ja, Herr, dein Beispiel mußtest leiden, dein Tod macht kann mich lehren, wie sanft mir des Vaters Liebe fund. und schon der Tod des FromEr wird für mich ein Quell men sei. O laß mich dein der Freuden, ein Siegel auf Gebot verehren, und mache mich 86 Von Jesu Leiden und Tod. mich im Kampf der Tugend Mel. Nun laßt uns den Leib. treu! Die Dankbarkeit bringt innigst mich dazu; wer hat 1.10. An deine Leiden denes mehr um mich verdient, fen wir, Herr Jesu Christ, als du? und danken dir, daß du so 7. Nie will ich mich am willig ihre Last zu unserm Heil Feinde rächen: auch dies lern' getragen hast. ich, mein Heiland, hier von 2. Im Geiste folgen wir ir; nie Gottes Schickung dir nach von Pein zu Pein, widersprechen, war auch sein von Schmach zu Schmach; Pfad jetzt noch so dunkel mir. wir schaun zu deinem Krenz Auf Dornen gingst du selbst hinan und beten dich voll zum Ziele hin; ich folge dir, Ehrfurcht an. weil ich dein Junger bin. 3. Auch uns zu gut, o Herr, 8. Was fürcht' ich noch betrat dein Fuß den dornendes Todes Schrecken? Du vollen Pfad. Auch uns strömt schliefft auch einst im Grab', o Kraft und Trost und Ruh' aus Seelenfreund. Mag sie doch deinem bittern Leiden zu. meine Asche decken, die Erde, 4. Daß Gott uns als ein wenn des Todes Nacht er Vater liebt, gern Reuigen die scheint! Der Gott, der dir Schuld vergiebt! daß ewig das Leben wiedergab, wälzt unfre Seele lebt, und sich zur einstens auch den Stein von bessern Welt erhebt; ma meinem Grab. 5. Daß deine Lehre fest 9. Nimm hin den Dank besteht, und daß dein Reich für deine Plagen, mein Ret- nie untergeht: den großen ter, den die treuste Liebe Trost von unserm Gott bringt bringt! Noch heißern Dank uns, Geopferter, dein Tod. will ich dir sagen, wenn dich 6. Und wir, wir glaubten mein Geist im Engelchor be an dich nicht? Herr, ohne singt. Dann stimmen alle sichern Trost und Licht, mit Seel'gen fröhlich ein: der ungewissen Schritten geht des ganze Himmel soll dann Zeu- Lebens Pfad, wer dich verge sein. schmäht. Hermes. 7. Mit Dank und Freude folgen Passionslieder. 87 Er ruft. folgen wir dir, unserm Herrnsseiner Mörder an. und Retter, hier; dort führst mit sanftmuthsvollem Herzen: du, nach vollbrachter Zeit, uns Sie wissen nicht, was sie gezu des Himmels Herrlichkeit. than. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Misfethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, den Rach' und Zorn Niemeyer. Mel. Wie wohl ist mir. 111. Begleite mich, o Christ wir gehen zum schmerzensvollen verführen, laß dich durch dieGolgatha, auf dessen fürchter- ses Beispiel rühren, und bete lichen Höhen, was nie ein En- dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel kindlich gel faßt, geschah. Erwåg' an diesem heil'gen Drte des sterbenden Erlösers Worte, und frommer Triebe, als unter Leirufe Gott im Glauben an. den ohne Zahl der Herr dem Sie können dir hier Troft im Jünger seiner Liebe die MutLeben, und einstens Trost im ter sterbend noch empfahl! Ach, Tode geben, wenn hier dich wird mein Aug' einst um die nichts mehr tröften kann. Meinen in meiner letzten Stun2. Schon zeigt der Blut- de weinen; so soll dies Wort berg sich von weiten; erschrick mir Trost verleihn: Der, als und zittre frommes Herz! Der Tod ihn schon umschwebte, Sieh deinen Retter, sieh ihn die Seinen noch zu schüßen streiten, und werde ganz Ge- strebte, wird auch der Meinen fühl und Schmerz! Hier hing, Pfleger sein. den Mördern übergeben, am 5. Froblockt, bußfertige BerHolze Gottes Sohn, dein brecher! wer glaubet, kommt Leben, hier trug er unsre nicht ins Gericht. Hört was Sündenschuld, empfand in je- zu dem gebeugten Schächer nen bangen Stunden, was der Mund der Liebe sterbend nie ein Sterblicher empfun- spricht: Du wirst, so ruft er den, und bracht' uns wieder ihm entgegen, noch heute, deiGottes Huld. nes Glaubens wegen, mit mir 3. Geduldig bei den größ- im Paradiese sein! O, Herr, ten Schmerzen, nimmt er sich laß an des Todes Pforte einst dieſe 88 Von Jesu Leiden und Tod. diese troftesvollen Worte auch Erlösten, zu verklagen, da er meiner Seele Troft verleihn! für uns genug gethan? Gieb, 6. Wer kann die hohen Lei- daß am Ende meiner Tage den fassen, als Christus an dem auch ich, o Herr, mit FreuKreuze rief: Mein Gott, wie den sage: Vollbracht ist nun hast du mich verlassen! wie des Leidens Bahn! beugt ihn doch die Last so tief 9. Das letzte Wort aus deis die unsre Sünden auf ihn nem Munde, Versöhner Got brachten! Vor Angst und Pein tes, sei auch mein, laß es in mußt er verschmachten, war meiner Todesstunde mir Muth Gott nicht seine Zuversicht. und Zuversicht verleihn. Dn Herr, der für mich am Kreuz riefest: Bater, ich befehle in gehangen, verlassen in den Tod deine Hände meine Seele! Er, gegangen, mein Herr, mein der uns Allen Heil erwarb, sah Gott, verlaß mich nicht! nun sein großes Werk vollen7. Der Fürst des Himmels det, wozu sein Vater ihn geund der Erde, von allem, was sendet, er neigte fanft fein erquickt, entblößt, wünscht, Haupt, und starb. daß sein Durst gestillet werde. 10. Bewein ihn fromm mit O, Mensch, der dich so theu'r stillen Zähren, o Christ, du erlöst, der Heiland ruft dir haft ihn sterben sehn. Komm, auch noch heute im Dürft'gen, deinen Mittler zu verehren, den an deiner Seite auch Hun- ihn, deinen Heiland zu erhöhn. ger, Durst und Mangel drückt! Den deine Seufzer jetzt beklaO, selig, wer den Ruf erfül- gen, den siehest du nach dreien let! denn wer den Durst des Tagen vom Grabe siegreich Armen stillet, der hat den Hei- auferstehn. Den freche Rotland selbst erquickt. ten hier entehrten, den wirst 8. Nun enden sich die schwe- du einst bei den Berklärten ren Leiden; der Heiland ruft: zur Rechten seines Vaters Es ist vollbracht! O Wort des sehn. Sieges! Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns, wer darf 112. Die Seele Chrifti es nun wohl wagen, uns, die heil ge mich, sein frommer Bachhof v. Echt. In bekannter Melodie. Sinn Passionslieder. 89 Mel. O Haupt voll Blut. Sinn erfülle mich, der Blick auf seines Leidens Schmerz beſeele heut mit Troft mein 113. Du, dessen Augen Herz. flossen, sobald sie Zion sahn, 2. Den Mund, der Him- zur Frevelthat entschlossen, sich melslehren sprach, das Herz, seinem Falle nahn! wo ist das das Bruderliebe brach, das hal, die Höhle, die, Jesu, Blut, das für die Brüder dich verbirgt? Verfolger seis floß, das Auge, das für sie ner Seele, habt ihr ihn schon sich schloß. erwürgt? 3. Den ganzen namenlosen 2. Welch jammervolles Schmerz erwägt mit frommem Klagen seufzt in Gethsemane? Dank mein Herz. So viel Wer ist der Mann der Plagen, thatst, Jesu, du für mich; der langsam Sterbende? It was that ich, Armer, denn unter Menschenkindern ein für dich? Heiliger, wie er? Und doch 4. Nicht Thrånen blos will bebt er gleich Sündern, und ich dir weihn; ein Herz, von sinkt, und trägt's nicht mehr. bösen Lüften rein, ein Leben 3. Ach, wie er tief im für der Brüder Glück, auf Gott Staube bedeckt mit Angstund Himmel festen Blick. liegt, und doch sein schweiß 5. Dein Bild, wie du voll starker Glaube im heißen Heldenmuth fürs Gute nur Kampfe siegt! Schon kommt verstromt dein Blut, erfüllt der Mörder Rotte, die fein mit Kraft mein kämpfend Erbarmen rührt, die ihn zum Herz, gießt Trost herab in Hohn und Spotte, ihn ach! jeden Schmerz. zum Kreuze führt! 6. Ja selbst in meiner 4. Sein Volk im heißen letzten Noth blick ich auf dich Grimme erweicht sein Anblick und meinen Gott; mein leß- nicht, nicht fremdes Mitleids tes Wort auf Erden ist: die Stimme, die von dem Richtleb' und sterb' ich, Jesus stuhl spricht. Er ist ihr HohnChrift! gelächter. Sie drohn mit wilIdem Ton: Aufums, auf Söhn' Klose. und 90 Von Jesu Leiden und Tod. und Tochter komm seines Blu-[ de mich schrecket; dein tiefer tes Lohn! Schmerz, dein Klagen, dein 5. Zur hohen Schädelståtte Todeskampf, dein Zagen sei trågt er sein Kreuz hinan. Sie meine Ruhe, Herr Jesu! freuz'gen ihn! o bete, mein 2. Du littest ganz unschulGeist, mit Wehmuth an! dig von Frevlern Schmåhung Noch höhnt in frechen Mie- und Schmerzen, und trugst nen sein Volk des Dulders sie doch geduldig mit sanftem Schmerz. Er ruft: ,, vergieb versöhnlichen Herzen. Dein es ihnen!" und Mitleid bricht Bild muß' uns beleben, z sein Herz. dulden, zu vergeben, wie du 6. Es bricht, und matt zu lieben, Herr Jesu! von Kummer sinkt auf die 3. Um Kreuze hingst du Bruft zur Ruh' sein Haupt; kläglich entstellet, gemartert, nun schließt der Schlummer verschmachtet. Dein Tod besein müdes Auge zu. Am lehr' uns täglich, wie hoch du Kreuze ruht die Hülle, der Seelen geachtet. Er schreck Geist schwebt sanft entrückt zu uns ab von Sünden; er muß Gott, wo ihn die Fülle des uns dir verbinden zu innigem hohen Lohns erquickt. Danke, Herr Jesu! Code. Mel. Wer weiß, wie nahe. 7. D Freund der Menschenkinder, hier liegen wir gebückt, wie hoch hat uns, die Sünder, wie hoch dein Tod beglückt! 115. Er starb, der größte Dich ehre unser Glaube, An Freund der Tugend, er starb betung sei dein Dank: hör von seinem Volk verkannt, das ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgefang! Rammler. in Ihm nicht den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand; in Jhm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf ihr Herz ge= Mel. O Lamm Gottes unsch. 114. Erlöser der im Staube macht. einst lag, mit Angstschweiß 2. Wie aber werden wir bedecket, dein tröste sich mein erkennen, daß wir den großen Glaube, wenn Tod und Sün- Tugendfreund nicht auch, wie einst Paffionslieder. 91 einst sein Volk, verkennen, feit den, der die Tugend liebt, daß unser Herz es besser meint erfreut. mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? In bekannter Melodie. G 3. Wenn nie der Hang zum 116. Herzliebster Jesu! Angenehmen die Stimme der was hast du verbrochen, daß Vernunft besiegt; wenn nie man das Todesurtheil dir gebei edlem Unternehmen Versprochen? Was ist die Schuld? nunft im Kampfe unterliegt; Du bist in Missethaten ja nie wenn Vorurtheil, wenn fal- gerathen! scher Wahn uns nie führt von der Tugend Bahn; Splittegarb. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit ei4. Wenn seinem liebevollen nem Dornenkranz zur Schmach Herzen auch unser Herz an gekrönet, gegeißelt, und, von Liebe gleicht; wenn unter Lei- Schmerzen schon entkräftet, den, unter Schmerzen es nie ans Kreuz geheftet. von seinen Pflichten weicht; 3. Was ist die Ursach aller wenn wir dem Feinde selbst solcher Plagen? Ach, unfre verzeihn, und ihn mit Rath Sünden haben dich geschlaund Trost erfreun; gen, zu ihrer Tilgung hast du 5. Wenn wir stets reines Herr! erbuldet, was wir verHerzens leben, wie Jesus uns schuldet. der Tugend weihn; und unser doch diese Strafe! Du, guter 4. Wie wunderbarlich ist eifrigftes Bestreben nur das Hirte, leidest für die Schaafe; ist: Gott ergeben sein; und die Schuld bezahlst du, Herr, wenn wir jede böse That ver- für böse Knechte, du, der Gemeiden, wie es Jesus that: rechte! 6. Dann können wir den 5. Der Fromme stirbt, der Trost uns geben, daß unser recht und richtig wandelt, der Herz ihn ehrt und liebt, und Böse lebt, der Gott zuwider hoffen, daß nach diesem Le- handelt. Die Unschuld stirbt; ben Gott jene Seligkeit uns der das Geset gebrochen, wird giebt, mit der er in der Ewig- losgesprochen. 6. Wir 92 Von Jesu Leiden und Tod. zu 6. Wir waren alle ja ver- Geist, der mich regiere, zum derbt durch Sünden, und kei- Guten führe. ner war gerecht vor Gott 12. Dann werd' ich dankfinden. Uns drohte, wenn wir voll deine Huld betrachten, in der Sünde sterben, Fluch dich lieben, und die Luft der und Verderben. Welt verachten; mit allem 7. Für uns, o Herr, willst Eifer suchen deinen Willen du dich martern lassen. Wer tren zu erfüllen. kann dies Wunder deiner Liebe 13. Zu deiner Ehre will ich fassen? Wir lebten mit der alles wagen, kein Drohen achten, Welt in ihren Freuden, und keine Schmach noch Plagen; du willst leiden! mich sollen auch des schwer8. Ach großer Mittler, groß sten Todes Leiden nicht von zu allen Zeiten, wie kann ich dir scheiden. gnugsam deine Treu' ausbrei- 14. Dies alles, ob's für ten? Kein menschlich Herz schlecht gleich ist zu achten, vermag es auszudenken, was wirst du doch, mein Erbarmer, dir zu schenken. nicht verachten; du wirst dies Opfer gnådig von mir nehmen, dich mein nicht schämen. 15. Empfang' ich dann dereinst vor deinem Throne, aus deiner Hand der Ueberwinder Krone, so soll dich ewig unter Engelchören mein Loblied Herrmann. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie könnt ich dir denn deine Liebesthaten im Werk' erstatten? 10. Doch du verlangst, ehren. daß ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches Mel. Wenn mich die Sünden. Lüfte dämpfe, daß sie mein 117. Sin an dein Kreuz Herz aufs neue nicht entzun zu treten, in deinem Leiden den zu alten Sünden. dich voll Glauben anzubeten, 11. Weil aber dies nicht Versöhner, stårke mich! Laß steht in eignen Kräften, fest mich mit Zittern und Vertraun die Begierden an das Kreuz wie du dich für die Sünder zu heften: so gieb mir deinen hin in den Tod gabst, schaun. 2. Wie Passionslieder. 93 2. Wie ist des Besten und nun ergreift den Müden Seele bis in den Tod betrübt! der leßte Feind, der Tod. So innig meine Seele, hat 7. Vor dieses Todes SchrekJesus dich geliebt! Er leidet ken verlischt das Sonnenlicht. unsers Todes Pein, fühlt un- Die Engel Gottes decken ihr nennbare Qualen, uns Sün- bebend Angesicht. Nun sinkt der zu befrein. er in des Todes Nacht. Er3. Hort's, die ihr eure barm', o Gott, dich unser! Herzen dem Sündendienst er- Er stirbt; es ist vollbracht! gebt! Seht, wie von tauFunk. send Schmerzen gepreßt, sein Herz ihm bebt! O nehmt Mel. Freu dich sehr, o meine. an Jesu Gnade Theil, er- 118. Jesu, deine tiefe Wunkennet ſeine Liebe, verwerft den, deine Qual, dein bi trer doch nicht sein Heil! Tod geben mir in trüben Stuns 4. Bernehmt es auch, ihr den Kraft zur Tugend, Troft Spotter, die ihr den Mittler in Noth. Sollten Sünden schmäht! Retter! Er ist auch euer mich entweihn? Nein! ich Hört für euch sein denk' an deine Pein; sie, sie Gebet: Sie wissens nicht, was lehrt mich Sünden lassen, und sie begehn, vergieb, o Bater, fie als mein Unglück hassen.. ihnen, wenn sie einst zu dir flehn. 2. Die Erinnrung deiner 5. Jhr, eurer Brüder Fein- Leiden starke mich mit Kraft de, o schlagt an eure Brust! und Muth, alle schnöde Lust zu Seid aller Menschen Freunde, meiden, zu bekämpfen Fleisch verdammt der Kache Luft und Blut, Auch wenn meine Vergeltet euren Haßfern nie; Seele zagt, wenn mich trübe den Feinden, die euch fluchen, Schwermuth plagt, laß, im vergebt, und segnet sie. Glauben mich zu stärken, mich 6. Noch währen seine Qua- auf deine Leiden merken. len, noch trinkt er ohne Rast 3. Will die Welt mein Herz der Leiden volle Schalen, trägt verführen auf der Eitelkeiten noch der Sünden Last, und Bahn, wo so viele sich verliefühl für uns die größte Noth, ren, und sich dem Verderben nabn: 94 Von Jefu Leiden und Tod. nahn: dann denk ich, mel. Sesu, der du meine Seele. Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu 119. Jesu, meines Lebens verbleibe, und die böse Lust Leben, deß sich meine Seele vertreibe. freut, der für mich sich hinge4. Gieb bei Allem, was geben, Stifter meiner Seeligmich frånket, mir aus deinem keit! Du, der lieber wollt Leiden Ruh. Wenn mein Herz erblassen, als mich im Verdaran gedenket, stromet neuer derben lassen, ach! wie dank, Troft mir zu. Wenn mich wie dank ich dir, mein Er meine Sünden reun, müsse löser, gnug dafür! 2. mich dein Tod erfreun: denn du hast, da du gestorben, die sen Trost auch mir erworben. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seis nen Rath, långst hast du dein Werk vollendet, wegzuthun die 5. Auf dich seh' ich mein Missethat! doch in den GeVertrauen, Jesu, meine Zu- dächtniß- Tagen deiner Leiden, versicht. Du vertreibst des Jesu, sagen deine Theur- Er Todes Grauen, durch dich lösten dir billig neuen Dank schadet er mir nicht; sicher ist dafür. bei dir mein Heil: Hab' ich, 3. Du betratst, für uns zu Herr, an dir nur Theil, o, so sterben, willig deine Leidenswirst du ew'ges Leben mir auch bahn; stiegst, uns Leben zu einst aus Gnaden geben. erwerben, gern den Todes6. Hab' ich dann in mei- Berg hinan; dachtest nicht an nem Herzen Hoffnung jener deine Schmerzen; trugst die Herrlichkeit; so besieg' ich auch Menschen nur im Herzen. die Schmerzen von dem leß- Diese Liebe preisen wir; un ten Kampf und Streit. Wenn vergeßlich sei sie mir! gleich meine Hütte bricht, quält 4. Meinetwegen trugst du doch' Todesfurcht mich nicht; Bande, littest frecher Låstrer durch den Trost aus deinen Spott, achtetest nicht Schmach Wunden wird sie glücklich und Schande, mein Vers überwunden. sohner und mein Gott! Mich haft du der Noth entrif Herrmann. fen, Paffionslieder. 95 sen, die mich håtte treffen Zittern, für dein Zagen und müssen. Wie verpflichtet bin für alle deine Plagen bring' ich dir lebenslang, mein Heil, ich einst den vollen Dank dafür! mit der Engel Lobgefang. Meander. 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, Kö- Mel. Herzliebster Jesu, was. nig aller Könige! Das hast 120. Laß deinen Geist mich du für mich gelitten, mir die stets, mein Heiland, lehren, Ehrenkron' erstritten. Preis, dich, Menschenfreund, im Anbetung, Dank sei dir, Glauben zu verehren, daß ich Ehrfurchtswürdigster, dafür! getreu in dem Beruf der Liebe 6. Du, der tausendfache mich chriftlich übe. Schmerzen mir zu Liebe gern 2. Das Gute thun, das ertrug; deinem großmuths- Böse fliehn und meiden, Herr, vollen Herzen war mein Heil diese Pflicht lehrt mich dein Belohnung gnug. Trost in heil'ges Leiden. Könnt ich meinen letzten Stunden floß zugleich das Böse mir erlaus auch mir aus deinen Wunden. ben, und an dich glauben? Herr, ich dank', ich danke dir 3. Da du dich selbst für einst im Tode noch dafür. mich dahin gegeben; wie könnt' 7. Ruh' im Leben, Trost ich noch nach meinem Willen am Grabe, unaussprechlicher leben? und nicht vielmehr, Gewinn, den ich dir zu dan- weil ich dir angehöre, zu dei ken habe, dir, deß ich nun ewig ner Ehre! bin! Jesu, dir mein Herz zu 4. Ich sollte nicht, wenn geben, deinem Bilde nachzu- Leiden dieser Erden, wenn streben, dir zu traun, zu ster- Kreuz mich trifft, gelaßnen ben dir; dies, dies sei mein Herzens werden; da du so viel Dank dafür. für uns, die wir's verschuldet, 8. Nun so dank' ich dir von liebreich erduldet? Herzen für die ausgestandne 5. Für welche du dein LeNoth, für die Wunden, für ben selbst gelassen, wie könnt die Schmerzen, für den her- ich sie, sie, meine Brüder, ben Kreuzestod. Für dein hassen, und nicht, wie du, wenn 96 Von Jesu Leiden und Tod. wenn sie mich untertreten, für deinem Kreuze. Und werd' ich fie noch beten? matt in Uebung guter Werke: 6. Ich will nicht Haß mit so sei mir's Stärke. gleichem Haß vergelten; wenn 12. Seh' ich dein Kreuz man mich schilt, nicht råchend den Klugen dieser Erden ein wieder schelten. Du, Heiliger, ergerniß und eine Thorheit du Herr und Haupt der Glie- werden: so sei es mir, troß der, schaltst auch nicht wieder. alles frechen Spottes, die 7. Ein reines Herz, gleich Weisheit Gottes. deinem edlen Herzen, dies ist 13. Wenn endlich, Herr, der Dank für deine Todes- mich meine Sünden krånken: schmerzen; und Gott giebt mir so laß dein Kreuz mir wieder die Kraft in deinem Namen, Ruhe schenken. Dein Sterben dir nachzuahmen. sei, wenn ich den Tod einst leide, 8. Unendlich's Glück! du mir Fried' und Freude. litteft uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast auch mir, da du für mich gestorben, das Heil erworben. Gellert. Mel. Meinen Jesum laß ich. 121. Liebster Heiland! du bist mein; auch für mich sind 9. So bin ich denn schon deine Leiden bis zur letzten Toselig hier im Glauben! So despein Quellen ewig theurer wird mir nichts, nichts meine Freuden. Alles hast du ja Krone rauben! So werd' ich gethan, daß ich selig werden dort, von Herrlichkeit umge- kann. ben, einst ewig leben! 2. D wie war dein Kampf 10. Ja, wenn ich stets so heiß in den bittern Leidensder Tugend Pfad betrete, im stunden! Blutig war dein Glauben kampt', im Glauben Todesschweiß! aber du haft wach' und bete: so ist mein überwunden. Steh' auch mir Heil schon so gewiß erstrebet, mit deiner Treu' in dem Toals Jesus lebet. deskampfe bei. 11. Lockt böse Lust mein 3. Feinde tobten wider dich, Herz mit ihrem Reize: so dich mit Grausamkeit zu bin schrecke mich das Wort von den. Ach, befreie doch auch mich Passionslieder. 97 mich von den Banden meiner schmachtet Herz, heile mich mit Sünden, von den Lüsten die- deinen Wunden, reinige mich ser Welt, die mich oft ge- durch dein Blut, gieb zum fangen hålt. Kampfe Kraft und Muth. 4. Schweigend duldete dein 9. Mein Gott, mein Gott, Herz alles Unrecht falscher Zeu- laß mich nicht! Dir befehl' ich gen. Trifft mich der Verläum- einst am Ende, mit getrofter dung Schmerz, hilf auch mir Zuversicht, meinen Geist in geduldig schweigen, und auf deine Hände. Nimm ihn nach deine Sanftmuth sehn, wenn vollbrachtem Lauf zu dem bes mich Lästerzungen schmähn. fern Leben auf. Neumann. 1 Mel. Christus der uns ſelig. 122. Mein Erlöser, Got5. Petri Mund verleugnet dich; aber ich will dich bekennen. Doch laß deinen Namen mich nicht bloß vor den Men schen nennen; thätig zeige sich tes Sohn, der du für mich der Sinn, daß ich ganz dein litteft, und, erhöht auf GotJunger bin. tes Thron, jetzt noch für mich 6. O du Wunder der Ge- bittest! welche Wohlthat ist duld bei so unverdienten Pla- für mich dein so bittres Leiden! gen! Fühl' ich leidend meine o wie preis' ich würdig dich, Schuld, laß auch da mich nicht Stifter meiner Freuden! verzagen. Gieb mir einst auch 2. Dir dem Herrn der Herrim Gericht Freudigkeit und lichkeit, war es ja gegeben, Zuversicht. ohne Schmerzen, ohne Leid 7. Unaussprechlich littest du ewig froh zu leben. Aber, o unter wilden Geißelschlägen. der großen Huld! daß ich selig Schenke mir Geduld und Ruh' würde, übernahmst du in Geauf des Kreuzes rauhen We- duld schwerer Leiden Bürde. gen; und so oft ich denk' an 3. Nun kann meine Missedich, laß mich weinen über that noch Vergebung finden; mich. denn du starbst nach Gottes 8. Stille bei mir allen Rath für der Menschen SúnSchmerz, den du selber haft den. Unsre Lasten trugest du, empfunden. Labe mein ver- littest, uns zu retten; daß wir im 98 Von Jesu Leiden und Tod. im Gewissen Ruh, mit Gott 8. Laß das Wort von deiFriede båtten. nem Kreuz mich mit Muth 4. Was uns Luft zur Bess- beleben, standhaft jeder Sünde rung schafft, was zur Tugend Reiz hier zu widerstreben. leitet; dazu hast du neue Kraft Treib mich mächtig dadurch durch dein Kreuz bereitet. an, mich vor Gott zu scheuen, Nicht vergebens darf ich nun was ich Unrecht je gethan, mich um Kraft bewerben: innig zu bereuen. mid Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzusterben. 9. Etårke mich durch deinen Tod auf die letzten Stun5. Froh kann ich ins To- den. Wie du deines Todes desthal schon im voraus sehen; Noth siegreich überwunden, und zu jener Welt einmal o so bilf dazu auch mir, laß ohne Schrecken gehen. Denn mich fröhlich scheiden. Herr, du haft aus aller Noth Ret- so dank' ich ewig dir für dein tung mir errungen, und durch bittres Leiden. deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. irikatal Piterich. Mel. Wer weiß, wie nahe. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich ange- 123. O Golgatha, zu deinommen? Laß die Frucht von nen Höhen, erhebet dankend deiner Pein nun auch auf mich sich mein Herz. Im Geiste kommen! Gieb mir Weisheit, will ich Jesum sehen, ihn sehn gieb mir Kraft,( denn du haft's in seines Todes Schmerz; ich in Händen,) was du mir zum will mich seiner Liebe freun, Heil verschafft, gläubig anzu- ich will ihm Herz und Leben weihn. wenden. 7. Strafet mein Gewissen 2. Wie rührend scheidet mich, reu'n mich meine Sün- der Gerechte, deß Unschuld den; o, dann laß, gestärkt durch selbst der Tod bewährt! Zwar dich, mich den Troft empfinden, leidet er den Tod der Knechte, daß du auch für meine Schuld von Frevlern noch am Kreuz bist am Kreuz gestorben, und entehrt; doch laut zeugt, Herr haft zu des Vaters Huld Zu- der Herrlichkeit, dein Tod von tritt mir erworben. deiner Göttlichkeit! 3. Du Passionslieder. 99 3. Du stirbst, die hohen durch den dein Werk gerathen, Himmelslehren von Tugend wofür er bald den Lohn dir und Unsterblichkeit der Welt beut; empfiehlst den Geist in als göttlich zu bewähren. Mein seine Hand, und gehst getroft Lehrer, dir sei Dank geweiht! ins beff're Land. Nun kenn' ich meiner Seele 8. Erlöser! tausend Fromme Werth, und Gott, den du schieden auf dein Verdienst uns hier erklärt. mit Freudigkeit, empfanden 4. Nur Segen hast du hier sterbend Seelenfrieden, den verbreitet, oft Nächte betend Trost, den uns dein Tod verdurchgewacht, die Sterblichen leiht. O laß mich dir mein zu Gott geleitet, und treu dein Leben weihn, dir auch noch Tagewerk vollbracht. freudenvoll stirbt nun ein Chrift, der, Herr, dein Beispiel nie vergißt. Wie sterbend dankbar sein! 9. Das Wort vom Kreuz bleibt doch den Deinen Er5. Froh feierst du die große schmäht. Es mag dem Spotquickung, ob's die Welt auch Stunde, da du zu deinem ter Thorheit scheinen, der ohne Vater gehst, und noch mit dich verloren geht: uns ist es schon gebrochnem Munde voll Ruhm und Gotteskraft, uns Großmuth für die Feinde flebst; Trost in unsrer Pilgerschaft. den sterbend segnest, der dich schalt, dein Wohlthun dir mit Haß vergalt. Koppe. Mel. Herzlich thut mich verl. 6. Auf die, die weinend um dich stehen, gieß'st du 124. O Haupt voll Blut der Freundschaft Segen aus, und Wunden, voll Jammers, sprichst glaubensvoll vom Wie- voller Hohn. O göttlich Haupt dersehen im Himmel, in des gebunden mit einer DornenBaters Haus; strömst neuen kron'! O Haupt, das andrer Muth und Trost und Ruh dem Ehren und Kronen würdig ist! kummervollen Herzen zu. Sei mir mit frommen Zähren, 7. Du siehst auf die voll- sei tausendmal gegrüßt! brachten Thaten, als Aussaat 2. Du, Auserwählter Gotfür die Ewigkeit, dankft Gott tes, du Herr der Herrlichkeit, wirst 2 100 Von Jesu Leiden und Tod. wirst nun ein Ziel des Spottes, Gnade auch mir im Glauben geschåndet und entweiht; ent- Theil: so wird mein Seelenblößt von allem Reize, der schade durch deine Wunden Menschen wohlgefällt, hångst heil. du an deinem Kreuze, ein 7. Hier unter deinem Kreuze, Fluch vor aller Welt. will ich im Geiste stehn, da3. Doch strömt aus deinen mit dein Tod mich reize, dir Blicken noch himmlische Ge- willig nach zu gehn, dich ja duld, selbst Feinde zu beglücken nicht zu verlassen, und wenn mit unverdienter Huld. Sie dies Auge bricht, im Glauben häufen deine Plagen, und noch zu fassen, dich, meine spotten deiner noch; gemartert Zuversicht. und zerschlagen, vergiebst du ihnen doch. 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, bester Freund, für 4. Nun, Herz, was du deine Todesschmerzen. Wie erduldet ist alles meine Laft. gut hast du's gemeint; Ach Ich, ich hab' es verschuldet, gieb, daß ich mich halte, zu was du getragen hast. Schau dir und deiner Freu, daß, her, hier steh' ich Armer, der wenn ich nun erkalte, in dir Zorn verdienet hat; von dir, mein Ende sei. o mein Erbarmer, erfleh' ich Troft und Rath. 9. Wenn ich denn einst soll scheiden, ach! so verlaß mich 4. Auf dich will ich nur nicht. Sei auch in Todes sehen mit aller Zuversicht. leiden, mein Troft, mein Heil, Wohin sollt' ich sonst gehen? mein Licht! Wenn mir am Verwirf du mich nur nicht. allerbångsten einst um das Wo soll ich Ruhe finden, wenn Herz wird sein, so reiß' mich du mich, Herr, nicht liebst, wo aus den lengsten, Kraft deiner Reinigung von Sünden, wenn Angst und Pein. du sie mir nicht giebst. 10. Erhebe dann mein 6. Du haft mir durch dein Hoffen, zur besseru Welt zu Leiden zur Tugend Muth und gehn! Und laß im Geist mich Kraft, in Trübsal, Trost und offen, Herr, deinen Himmel Frenden, die ewig sind ver- fehn. Mit freudigem Ents schafft. D! gieb an dieser zücken will ich dann glaubens voll Passionslieder. 101 voll, nach dir, mein Heiland, Imatten Glieder beben! Ach! blicken. Wer so stirbt, der was duldet er für Noth, selbst stirbt wohl. den mattervollsten Tod. In bekannter Melodie. 125. 3. D Lamm Gottes, ohne Schuld! alles das hatt' ich verschuldet, und du hast aus Lamm Gottes un- großer Huld, Pein und Tod schuldig, am Stamme des für mich erduldet. Daß ich Kreuzes geschlachtet, allzeit er- nicht verloren bin, giebst du funden geduldig, wiewohl du dich ans Kreuz dahin. warest verachtet: alle Sünden 4. Du für mich erwürgtes haft du getragen, sonst müßten Lamm, groß, ach groß ist wir verzagen. Erbarm dich deine Liebe! Schaue von des unser, o Jesu, o Jesu! Kreuzes Stamm, meines Dan2. D Lamm Gottes un- kes heiße Triebe! Ich bin schuldig u. f. w. Erbarm dich schuldig; aller Schmerz, der unser, o Jesu! dich trifft, durchbohrt mein 3. O Lamm Gottes unschul- Herz. dig zc. Gieb uns deinen Frie- dir nimmer, o mein Heil, ver5. Solche Liebe kann ich den, o Jesu, o Jesu! Decius. Mel. Jesus meine Zuversicht. gelten. Viel zu wenig sind dafür selbst die Schäße aller Welten. Was ich habe, Herr, 126. Seele, geh auf Gol- dankbar sein? ist dein. Ach! wie kann ich gatha, hin zu deines Jesu 6. Nun, noch etwas bring' Kreuze! Nimm zu Herzen, ich dir. Nimm mein Herz was dich da für ein Trieb zur mein ganzes Leben; dieses sei Buße reize! Könntest du hier beständig hier dir zu deinem fühllos sein; o so wärst du Dienft ergeben. Wie du mein, mehr als Stein! so will ich dein lebend, leidend, 2. Schaue doch das Jam- sterbend sein. merbild zwischen Erd' und Him- 7. Wende gnädig dich zu mel schweben, wie das Blut mir, gieb mir Trost aus deinen in Strömen quillt, wie diel Wunden. Beten will ich, Marie Herr, Gerhard. 102 Von Jesu Leiden und Tod. Herr, zu dir, in den bangen hab' ich sonst für sichern Trost Leidenstunden. Du bist's ja, auf Erden? Was giebt mir der mich erquickt, wenn gleich sonst wohl sichern Grund zur manche Läst mich drückt. Freude, wenn ich einst scheide? 8. Kreuzige mein Fleisch 4. Du bist, mein Heiland, und Blut, lehre mich die Welt auch für mich gestorben. Was verschmähen; laß mich dich, du der Welt durch deinen Tod mein höchstes Gut, immerdar erworben, das hast du, von vor Augen sehen. Führ in Barmherzigkeit geleitet, auch allem Kreuze mich selig, wenn mir bereitet. auch wunderlich. 5. Erhalte selbst mein Herz 9. Endlich laß mich alle bei diesem Glauben; kein banNoth freudig sterbend über- ger Zweifel müsse mir ihn rauwinden. Nirgends müsse mich ben. Er müsse mich zum Fleiß der Tod, als bei dir, o Jesu, in guten Werken beständig finden. Durch dich, der mich stärken. felig macht, fag' ich froh: Es ist vollbracht! Schmolke. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen, so könnt' ich mich mit Mel. Herzliebster Jesu, was. den von dir Erlösten nicht dei127. Sei hochgepriesen, ner trösten. Herr, für deine Liebe! Sie 7. Nein, dir allein, der du stammte aus dem mitleidsvol durch deine Wunden auf ewig len Triebe, für eine Welt voll mich zu deinem Dienst verSünder selbst dein Leben da- bunden: nur dir, mein Heihin zu geben. land, sei mein ganzes Leben 2. Fürwahr, du trugest ¡ um Dienst ergeben. unsrer Sünden Schmerzen. 8. Nichts soll mich je von Dwelch ein Herz gleicht dei- deiner Liebe scheiden. Ich nem edlen Herzen? Du ließest bleibe dein, bis du mich dort unsre Schuld an dir bestrafen, wirft weiden, wo deine Liebe uns Heil zu schaffen. mit dankvollen Zungen stets 3. O laß dies Heil doch wird besungen. auch mein Erbe werden! Was Mel. Passionslieder. 103 Mel. Wenn mich die Sünden.willig hingegeben, und keine Pein geschent. Wie undank128. Von Furcht dahin ge- bar, wie schwach war ich, rissen, verleugnet Petrus dich. wenn ich den Haß der SümBald straft ihn sein Gewissen, der mehr fürchtete als dich! da weint er bitterlich. Dein 6. Ich seh' jeßt, ich empfinBlick, o Jesu, rührt sein Herz; de die Größe dieser Schuld. er fleht zu dir um Gnade, und Bergieb auch diese Sünde nach du stillst seinen Schmerz. deiner großen Huld! Erbar2. Nun gabst du deinem mend sahst du Petrum an; laß Zeugen Beständigkeit und eine gleiche Gnade mich, o Muth. Furcht konnt' ihn mein Heil, empfah'n. nicht mehr beugen, für dich 7. Laß diese meine Reue floß selbst sein Blut. Dich, mir unvergeßlich sein. Ich seinen Herrn und seinen Gott, will zu ew'ger Treue dir meine verherrlichte sein Leben, ver Seele weihn. Dich zu verherrlichte sein Tod. leugnen, Herr, mein Gott, 3. Betrübt ist meine das fürchte meine Seele weit Seele, erfüllt mit Reu' und mehr, als Qual und Tod. Schmerz. Was hilft's, daß 8. Bewahr' ich deine Gnaich's verhehle? du kennst ja de, folg' ich dir standhaft nach, doch mein Herz! Bekennen wer ist dann, der mir schade? will ich's, Jesu, dir, oft hab Was fürcht' ich Hohn und ich dich verleugnet; vergieb, Schmach? Die Spotter mövergieb es mir. gen mich verschmähn, sie wer4. Wenn deines Namens den mich mit Ehre von dir Spotter dich schmähten, wenn verherrlicht sehn. ihr Spott dich höhnte, Welt- 9. Nichts soll von dir mich Erretter! dich, ihren Herrn trennen, dich will ich frei und und Gott, dann schwieg ich gern vor aller Welt bekennen, zaghaft, schämte mich, ein dich, meinen Gott und Herrn. Christ zu sein, und schente Vor deinem Vater wirst du mehr ihren Spott, als dich. einst die Deinen auch bekennen, 5. Du hast, o Herr, dein wenn du verklärt erscheinst.. Leben für meine Seligkeit fol Münter. 1 Mel. 104 Von Jesu Leiden und Tod. Mel. Herzlich thut mich verl. 5. Wer hatte bei den Mördern die Unschuld, selbst 129. Weg Welt, m.t dei- gesucht? Nur unser Heil zu nen Freuden und dem, was dir fördern, hångst du dort, wie gefällt! Ich seh jetzt nur die verflucht. Die dich zu BoLeiden deß, der als Opfer fällt. den treten im frevelnden GeFort mit des Fleisches Lüften! richt, für diese willst du beDer Herr trågt Qual und Pein ten, mehr Rache kennst du wie könnte unter Christen jetzt nicht. laute Freude sein? 6. Weil du vor Durst 2. Ihn fassen Gottes verschmachtet, darum werd' Schrecken, er muß, zum Tod ich erquickt. Weil dich der betrübt, den Kelch der Lei- Tod umnachtet, hat Leben den schmecken, den ihm sein mich beglückt. Dein Gott, Vater giebt. Seht, wie er der dich verlassen, tritt nåber uns zu Gute, am Fuß des nun zu mir; ich kann ihn Delbergs ringt, sein Schweiß, glaubend fassen, das dank' gefärbt mit Blute, zur Erde ich Jesu, dir. niedersinkt. 7. Die ausgestreckten Hån3. Er wird verkauft, ver- de, sie segnen blutend mich. rathen, man legt ihm Fesseln Du neigst das Haupt am an; ach, unsre Missethaten, Ende, nun hebt das meine sich. die haben das gethan! Er Ich sety' in deinem Streite läßt sich falsch verklagen, er die Ruby' für meinen Schmerz wird verhöhnt, verspeit, ins und in der offnen Seite das Angesicht geschlagen, der Herr liebevollfte Herz. der Herrlichkeit. 8. So mag die Welt voll 4. Man seßt dir, Gottes Freuden hin zum Verderben Sohne, mit Geißeln grausam gehn; ich will bei Jesu Leizu; du trägst die Dornenkrone, den und seinem Kreuze stehn. des Himmels König, du. D Heiland! deine Liebe trieb Ich höre schwer dich keuchen dich in Tod und Grab: so hinan auf Golgatha! und nun sterb' aus gleichem Triebe hangst du, ein Zeichen, dem mein Herz sich selber ab. rohsten Spotte da. Wehrhan. In Paffionslieder. 105 den, was vor dir fündlich ist. Nie komme mirs aus meinem In bekannter Melodie. 130. Wenn mich die Sün- Sinn, wie viel es dich gekoden krånken, so laß, Herr Je- stet, daß ich erlöset bin. su Chrift, mich glaubensvoll 6. Mein Kreuz und meine bedenken, wie du gestorben Plagen, und wår's auch bist, und Rettung von der Schmach und Spott, bilf mir Sündenlast, den reuerfüllten geduldig tragen. Gieb, o mein Sündern, am Kreuz erwor- Herr und Gott, daß ich verben haft. läugne diese Welt und folge dem Erempel, daß du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern starb aus freiem Triebe der üben, was du an mir gethan, Herr für seinen Knecht. Selbst und meinen Nächsten lieben, seinen eignen Sohn gab Gott gern dienen jedermann ohn' für mich verlornen Menschen Eigennuß und Heuchelei, und in Marter, Schmach und Tod. wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu'. 2. O wundervolle Liebe bedenk's, o Seele, recht! Es 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sün- 8. In meinen leßten Stundern droht? Gott sieht auf den erquicke mich dein Tod; mich in Gnaden; durch Jesu daß ich, mit dir verbunden, Mittlerstod bin ich von die- besieg' auch diese Noth. Du, sem Fluch befreit, und darf bist es, Herr, auf den ich trau'! nicht ängstlich fürchten Ge- stárk' meine Seel' im Tode, richt und Ewigkeit. daß ich dich ewig schau'! Gesenius. 4. Drum sag' ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für deine Todesschmer- Mel. Die Seele Christi heil'ge. zen, Erlöser, Lob und Dank. 131. Wie liebreich, Jefu, Hilf, daß ich dir für deine ist dein Herz! du achtest nicht Treu' auf ewig ganz ergeben auf eignen Schmerz, erduldest und thatig dankbar sei. ihn mit stiller Ruh, und 5. Herr, laß dein bittres Andrer Elend linderst du. Leiden mich reizen, als ein 2. Du siehst die Mutter, Christ mit allem Ernst zu mei- fiehst den Freund; die Thrånen 106 Von Jesu Leiden und Tod. nen, die ihr Auge weint, ver-| Am Charfreitage. wunden dein so edles Herz; ganz fühlst du deiner Mutter Mel. O Traurigkeit, o Herzel. Schmerz. 132. Ihr Augen weint! 3. Du eilft, ihr Stärkung Der Menschenfreund, der Edzu verleihn. Sieh', sprichst le, der Gerechte wird verdu, dieser Sohn ist dein: achtet, wird verschmåht, stirbt Was ich dir war, wird er dir den Tod der Knechte. sein, und dich nit Trost und Hülf erfreun. 2. Ihr Augen weint! Der Menschenfreund sinkt unter 4. So innig, bis zum Tod, tausend Plagen. Konnte ſeine so treu sei meine Zärtlichkeit! sanfte Brust so viel Schmerz Ich sei so willig, Andern bei- ertragen? zustehn, daß sie im Jammer 3. Ihr Augen weint! Der nicht vergehn. Menschenfreund verläßt sein 5. Wenn euch, die hier theures Leben, hat dem Vamein Herz geliebt, o Freun- ter seinen Geist willig hingede, einst mein Tod betrübt: geben. dann übergeb' ich euch dem 4. Ihr Augen weint! Der Herrn; er hört, er hilft, er Menschenfreund ruht in des fegnet gern. Grabes Schatten. Weint 6. Froh geh' ich, wenn es nicht!- Süßer Schlaf erquickt ihm gefällt, den Weg zu je- den gequälten Matten. ner bessern Welt: euch sag' 5. Nein, weint nicht mehr! ich, die ihr um mich weint: Es kann der Herr nicht die Vergetrost, dort werden wir ver- wesung sehen, wird nach kurzer eint. Sturm. Grabesruh wieder auferstehen. Ramler. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir. Du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast versichert: Ihr seid mein; 133. Nach tausend Todeswo ich bin, sollt ihr ewig leiden am Kreuze dich verschei sein. den, für mich verscheiden sehn, was könnte meinem Herzen, bei deinen Todesschmerzen, mehr Paffionslieder. 107 mehr deiner Liebe Werth er- fernen, und sterben wie du höhn? starbst! Bis mein Herz wird 2. Dir fließen meine Thrà- erkalten, will ich zu dir mich nen mit meiner Liebe Sehnen halten, der du mir Seligkeit und fallen auf dein Grab. erwarbst! Hier will ich, dich zu ehren, dir neue Treue schwören! hier sterb' ich jeder Sünde ab. 8. Nun darf ich nicht verzagen, wenn in den bångsten 3. Un deinem Sterbetage rückt. Ich weiß auch wenn Tagen der Tod mir näher mischt in der Deinen Klage ich sterbe, daß ich ein Glück sich auch mein Trauerlied. Es ererbe, das ewig meinen Geist fließe dir zur Ehre jeßt meine jentzückt. Trauerzähre, die heiß auf meiner Wange glüht. 9. O Todestag voll Segen! 4. Was hat dein Herz solle ich dich nicht erwägen? empfunden! O trauervollen dir starb einst mein Freund! Stunden, seid meinem Geiste Dich will ich stets erneuern, nah! Ich stehe hier und bete dich bis ans Ende feiern mit an der geweihten Stätte, auf Thränen, die die Liebe weint. deiner Höhe, Golgatha! Mel. In allen meinen Thaten. 5. Hier seh ich dich gelassen zu meinem Heil erblassen, und 134. OWelt, sich hier dein neigen sanft dein Haupt. Wohl Leben am Stamm des Kreumir in Todesleiden, bei meinem zes schweben; dein Heil sinkt letzten Scheiden, daß meine in den Tod. Der große Herr Seele an dich glaubt. der Ehren, läßt willig sich be6. Die Augen sind ge- schweren mit Banden, Schlåschlossen, aus denen Thränen gen, Hohn und Spott. flossen, zum Heil der Welt 2. Tritt her und schau mit geweint. Berblichen deine Fleiße; sein Leib ist ganz mit Wangen, und deine Hände Schweiße des Blutes überhangen erstarrt am Kreuz, er- füllt. Aus seinem edlen Herblaßter Freund! zen, vor unerhörten Schmer7. Ach hier, hier will ich zen, ein Seufzer nach dem lernen, von Sünden mich ent- landern quillt. 3. Wer 108 Von Jesu Leiden und Tod. 3. Wer hat dich so geschla- gegen mit wahrem Heldengen, mein Heil, und dich mit muth; du stirbst, mir vom VerPlagen so übel zugerich't? Du derben Errettung zu erwerben, bist ja nicht ein Sünder, wie und alles thust du mir zu gut. andre Menschenkinder, von 9. Hoch bin ich dir verbunMissethaten weißt du nicht. den, mein Heil zu allen Stun4. Wir, wir und unfre den bin ich dein Eigenthum. Sünden, die sich so häufig Es thätig zu beweisen, foll finden, als Sand am weiten Seel' und Leib dich preisen. Meer, die haben dich geschla- Mein ganzer Wandel sei dein gen, die brachten diese Pla- Ruhm. gen und diese Martern auf 10. Nun ich kann nicht dich her. viel geben in diesem armen Le5. Ich bin's, ich sollte ben, eins aber will ich thun: büßen, die Strafe leiden müssen, es soll dein Tod und Leiden, entbehren Gottes Huld; die bis Leib und Seele scheiden, Geißeln und die Banden, und mir stets in meinem Herzen was du ausgestanden, verdient ruhn. ich wegen meiner Schuld. 11. Ich wills vor Augen 6. Du nimmst auf deinen gößen, ich sei auch, wo ich feßen, mich stets daran erRücken die Lasten, die mich drücken, bis zum ertödten sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld, und ein schwer; du wirst ein Fluch Siegel von deiner großen Lieb und Treu'. dagegen erwirbst du mir den Segen; und, o! wie gnadenreich ist der. 12. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird 7. Du sehest dich zum Bür- rächen, die seine Huld vergen, ja läsfest dich erwürgen schmähn; wie viel die werden für mich und meine Schuld; leiden, die nicht die Sünde für mich läßt du dich krönen meiden, will ich aus deinen mit Dornen, die dich höhnen, Leiden sehn. und leidest alles mit Geduld. 13. Dein Beispiel soll mich 8. Du gehst, auch meinet- lehren, des Höchsten Rathwegen, der Todesnacht entschluß ehren, auch wenn er Trüb Passionslieder. 109 Tribsal schickt. Ich will des 2. Die Welt mit ihrer Luft Lebens Plagen getroft und verachten, des Reichthums eitwillig tragen, bis Gottes Hülfe len Glanz verschmähn, und mich erquickt. Tugend über alles achten, in 14. Nie will ich wieder jedem Tugendkampf beftehn, schelten, nie Spott mit Spott, das machte, daß auf Golvergelten, nie, wenn ich leide, gatha man Jesum ruhig sterdráun; das Unrecht will ich ben sah. dulden, dem Nächsten seine 3. Des ewig guten Vaters Schulden, wie du, von Her- Willen durch seine ganze Le-, zensgrund verzeihn. benszeit treu und gewissenhaft 15. Gerührt von deinen erfüllen, war Jesu größte SePlagen, will ich mit Ernst ligkeit. Ihn schreckte Grab entsagen dem, was dir nicht und Zukunft nicht, denn Gott, gefällt. Was deine Augen war seine Zuversicht. haffen, das will ich fliehn und 4. Er liebte herzlich seine lassen, und war's die größte Brüder selbst noch im letzten Luft der Welt. Augenblick, schalt nie, wenn 16. Soll ich denn endlich ihn sein Feind schalt, wieder, sterben, so laß dein Reich mich beförderte des Feindes Glück. erben, und so getrost wie du, Und diese Menschenfreundlichden Geist, an meinem Ende keit gab sterbend ihm noch in deines Vaters Hande be- Heiterkeit. fehlen zu der ew gen Ruh. 5. Auf! laßt an Jesu ToGerhard.destage den Vorfah lebhaft Mel. Wer weiß, wie nahe mir. Lebenstage, wie Jesus, nur der uns erneun: wir wollen unsre 135. Seht, Christen, sehet Tugend weihn. Dann strahlt Jesum scheiden, wie er im auch uns ein helles Licht, wenn Tode standhaft ist, wie nach sterbend unser Auge bricht. Mel. Christus der ist mein. den bångsten Erdenleiden sein Auge sich so ruhig schließt; und denkt, daß wer die Tugend- 136. Wie glücklich hat die bahn stets wandelt, selig ster- Stunden der bangen LeidensInacht mein Jesus überwuns ben kann. den 110 Von Jesu Leiden und Tod. den! Er ruft: Es ist voll- dort, wo sie nicht mehr weinen, bracht! sind sie den Engeln gleich. 2. In seines Vaters Hände 7. Dir, dem ich angehöre, befiehlt er seinen Geist; und der mich auch selig macht, nun erfolgt sein Ende. Er Preis sei dir, Dank und Ehre, löser sei gepreist! 3. O du, der mich verföhnte dem Richter aller Welt, daß du dein Werk vollbracht! 8. Dein Beispiel soll mich du, den man quálte, höhnte; stärken, daß ich im Glauben nun siegreich, wie ein Held. treu und reich an guten Werken 4. Zum Wohlgefallen Got- bis an mein Ende sei. tes hast du dein Werk voll- 9. Darf ich den Tod dann bracht, und dein, troß alles scheuen, der mich von hinnen Spottes, ist nun das Reich, rafft? Mich seiner selbst zu die Macht. freuen, giebt mir dein Tod 5. Du schaffest Gottes die Kraft. Frieden dem menschlichen Ge- 10. Mein Kampf ist dann schlecht; und leitest es hienie- zu Ende, vollbracht mein Pilden mit Wahrheit und mit gerlauf. Dann nimmt in seine Recht. Hände auch mich dein Vater 6. Einst führest du die Dei- auf. nen in deines Vaters Reich; Münter. Von Jesu Begräbniß. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. Nur an meine Bruft kann ich 137. Am Kreuz erblaßt, tiefgerührer schlagen. der Marterlast der Todesqua- 3. Du schüßest mich, und len müde, findet mein Erlöser über dich gehn aller Trübsal erst in dem Grabe Friede! Wetter. Sterben wolltest du 2. Ein heil'ger Schmerz für mich, einziger Erretter! durchdringt mein Herz, und 4. Du hast's gethan. Dich Herr, was soll ich sagen? iber' ich an, du König der Erlöften Von Jesu Begräbniß. 11( lösten; dein will ich im Tode dich! Sieh, er ruht ver mich glaubensvoll getrösten. allen Lasten, und er trug fe 5. Es ist vollbracht! riefst ja für dich! Durch sein me du mit Macht. Du zeigst, schuldvolles Sterben sollst di daß du dein Leben, mein Ver- ewige Güter erben. föhner göttlich frei habest 2. Herr! ich weiß, des Le hingegeben. bens Ende führt mich in de 6. Hochheil'ge That! Des Erde Staub. Wenn ich mei Höchsten Rath will ich in nen Lauf vollende, wird mein Demuth ehren. Der Erwer- Leib des Grabes Raub. Doch ber meines Heils wird mir's was beb' ich vor dem Grabe, einst erklären. da ich dich zum Helfer habe? 7. Allmächtig rief er, der 3. Du bist nicht mehr in entschlief, den Todten: sie er der Höhle deiner finstern Todftanden. Leicht entschwingt tengruft; doch du ruhst in der Lebensfürst sich des Todes meiner Seele, welche sehnlich Banden. nach dir ruft. Bleibe nur mir 8. Das finstre Thal will stets im Sinne, daß ich dich ich einmal durchwandeln ohne recht lieb gewinne. Grauen: denn durch dich, 4. Ich bin ja mit dir beErlöser, ist's mir der Pfad graben durch die Taufe in den zum Schauen. Tod; kann die sichre Hoffnung 9. Ich preise dich. Erfor- haben, wenn Cewissensangst sche mich, und siehe, wie ich's mir droht, meine Schuld sei meine; ja, du siehst es, wenn mir vergeben; denn dein Tod ich still meinen Dank dir weine. ist ja mein Leben. 10. Bergeß ich dein, so 5. Hüll in deine Grabetiwerde mein in Ewigkeit ver- cher allen meinen Jammer ein; gessen. Herr, ich will, so lang denn vor allem Unfall sicher ich bin, deine Lieb' ermessen. Meander. kann ich nur im Grabe sein. Keine Leiden, keine Schrecken werden aus der, Ruh mich wecken. Mel. Herr ich habe mißgeh. 138. Aufzum Grabe des Er6. Werd' ich einst in meiblaßten! meine Seele, sammle nem Sterben Tod und Grab vor 112 Von Jesu Begräbniß. vor Augen sehn, wo mir Fleisch samkeit mein Todtenlied vermnd Bein verderben, wie schon trauen? Mittler, du wirst Laufenden geschehn: ach! so liebevoll auf mich nieders aß michs recht erwägen, daß schauen. much du hast da gelegen. 6. Du kennest mich, und 7. Sei du selbst der beste weißt, daß ich dir trau' von Hüter, daß mein Grab mit ganzer Seele. Bald, bald Frieden bleib'; und wie auf deckt den múden Leib auch gehob'ne Güter, so bewahre des Grabes Höhle. meinen Leib; bis du mir in jenem Leben ihn wirst herrlich wiedergeben. 7. Dann schlummert, ihr Gebeine, hier, bedeckt mit stillem Moose; ruhet, wie der Säugling ruht in der Mutter Schooße. 8. Bald ist's vollbracht! Neumann. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 139. Grab meines Herrn der Erde Nacht wird dann ich weile gern in deinem heil- zum ew'gen Tage! Und zu gen Schauer; stróme gern in lauter Wonne wird dieses Seufzern aus meiner Seelen- Lebens Plage. trauer. Schubart. 2. Bon Himmelsruh beschirmt, liegst du in stiller Fel- Mel. Der goldnen Sonne L. senhöhle: in des Vaters Hande schwebt deine große Seele. 140. So traget Jesu Leichnam nun zur stillen Gruft, ihr 3. Ja, Menschenfreund, fie Freunde! Bergönnt ihm endsind geweint, geweint sind deine lich auszuruhn, ihr seines LeZähren; nun, nun werden bens Feinde! Des Todes leb sie den Glanz deiner Krone ter Schmerz brach sein gequals mehren. tes Herz. In Gottes Hand 4. Ums Grab herum ist ist er fortan, ihn rühret( keine alles stumm; die Winde Qual mehr an. Gottes schweigen; Engel seh' 2. Wie ist sein Angesicht ich nur, die sich betend nie- so bleich, das Heiterkeit sonst derbeugen. schmückte, wenn er, dem All5. O darf ich heut der Ein- erbarmer gleich den Leidenden be Von Jesu Begräbniß. 113 beglückte! Verweht ist sterbend neu belebt der große Mittler auch der Lippen letzter' Hauch! sich erhebt. beim Siegesruf: Es ist voll- 5. Geheiligt ist mir nun bracht! verlosch der Augen der Ort, wo unsre Todten Licht in Nacht. schlafen, das dunkle Grab ist 3. Bewegungslos ist nun mir hinfort der Ruhe sichrer die Hand, die Segen nur ver- Hafen. Wie, frei von allem breitet, den Sünder, der noch Weh', mein Jesus schlummerReu' empfand, zu Gott so gern te, so liegt der Fromme hier geleitet; der Fuß, der nur beschirmt, wenn Noth und den Pfad der heil'gen Pflicht Bosheit ausgestürmt. betrat, ist starr; das Herz, von Blute leer, klopft in der talten Bruft nicht mehr. 6. Nun trifft kein Schauer mehr mein Herz, wenn ich auf Gräbern stehe. Voll Glau4. Legt in die kühle Felsen- bens blick ich himmelwärts, gruft des Heil'gen Leib nun wo ich den Heiland sehe, der nieder, der Spezereien Bal- Tod und Grab bezwang und samduft wall' um die starren dann zum Himmel drang, um Glieder. Verschließt das Grab Allen, die in Gråbern ruhn, mit Fleiß, bis, Gott, auf dein des Himmels Pforten aufzuGeheiß der Fels zerspringt und thun. Müller. ni jodon vid ndi Von der Auferstehung Jesu. Osterlieder. lebt er nun in Majeftåt. Freut Mel. Sollt' ich meinem Gott. euch seiner, ihr Gerechten; dankt dem Höchsten, und er141. Auferstanden, aufer- hebt seine Gnade: Jesus lebt! standen ist, der uns mit Gott 2. Singt dem Herrn, er versöhnt. O wie hat nach ist erstanden, er, der starb auf Schmerz und Schanden, Gott Golgatha! Rühmt es laut in mit Ehren ihn gekrönt! Dort allen Landen: was sein Mund zu seines Vaters Rechten, über verhieß, geschah. Wer, wer Schmach und Tod erhöht, kann ihm widerstreben? MachH tig 114 Von der Auferstehung Jesu. tig steigt der Held empor, im Jesus Christ hat überwunden! Triumph bricht er hervor, und Wenn der Sünder zagt: so des Abgrunds Pforten beben, hebt euer Haupt auf! da ihr Sieger sich erhebt. Heil lebt.. uns allen! Jesus lebt! Jesus john ho Mel. Werde munter, mein G. Mel. Werde munter, Savater. mein G. 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzu- 142. Aus dem Grabe auf. weihen, stand er auf durch erstanden bist du, der uns hoch Gottes Macht. Tod, du bist beglückt; und nach Schmerz in Sieg verschlungen, deine und Schmach und Banden Schrecken sind gedämpft, dei- hat dich Gott mit Ruhm gene Herrschaft ist bekämpft, und schmückt. Du, der sein wird, das Leben uns errungen. Auf, ist und war, wie beschämt ihr, die man einst begråbt, steht nun die Schaar derer, fingt mit Freuden: Jesus lebt! die dich tödten wollten! Wie 4. Aus dem Grab' uns zu wird dir dein Kreuz vergolten! erheben, ging er zu dem Ba- 2. Still lagst du in deiner ter hin. Laßt uns ihm zur Höhle, großer König Ifraels! Ehre leben, dann ist Sterben Gottes Hand hielt deine See uns Gewinn. Haltet, unter le, deinen Leichnam barg ein Luft und Leiden, im Gedächt- Fels. Um dich lachte Feins niß Jesum Chrift, der vom desspott, über dir gebot ein Tod erstanden ist. Unvergång- Gott, neben dir, dem heiß lich sind die Freuden deß, der Geliebten weinten Augen der nach dem Himmel strebt. Hal- Betrübten. lelujah! Jesus lebt! 3. Bis zum dritten Tage 5. Freut euch seiner, Gottes ruhte dein Gebein im Grabe Kinder! Er sei euer Lobge- tief. Aber, wie war dir fang! Bringt dem Todes- Ue- Muthe, als dein Vater: Le berwinder ewig Ehre, Preis be! rief, über dir der Fels er und Dank! Rühmt's in der bebt, Gottes Geist dich ne Versuchung Stunden, wenn belebt, und der Engel Sieges euch Sünd und Elend droht; lieder drangen in die Gruf rühmt's in eurer Todesnoth: hernieder. 4. D Osterlieder.d 1052 115 quålt, 4. Du, des Todes Ueber- der mich hienieden winder, unbezwungner Got- wohn' ich in ew'gem Frieden. tesheld, du, der Heiland alLavater. In bekannter Melodie. ler Sünder, du, o König aller Welt! o, wie schön, wie stark bist du. der nach Furzer 143. Christ ist erstanden Todesruh aus der Gruft sonst aus des Todes Banden! Auch festen Banden durch des Ba- wir, wir werden auferstehn, ters Wort erstanden! und in ein beßres Leben gehn. mode noit 5. Deine Freunde, deine Hallelujah! Brüder, Starke, Schwache 2. Für uns, seine Brüder, sahen dich, sahn, berührten erweckt Gott ihn wieder: Wer deine Glieder, deine Mal' und stets, wie er, für Andre lebt, freuten sich. Für des Wie- so fromm und duldend, den dersehens Luft fehlte Athem erhebt Gott auch, wie ihn. ihrer Brust, für dies felige 3. Hallelujah! Hallelujah! Empfinden konnten sie kaum Hallelujah! Auch wir, wir Worte finden. id pil werden auferstehn und in ein 6. So, so freuen sich die ew'ges Leben gehn. Hallelu Deinen, Jesu, deines Lebens jah! einst, wenn du ihnen, die jetzt weinen, und dein Lohn mit In bekannter Melodie. dir, erscheinst; wenn sie nå- 144. Christ ist erstanden her nun dich sehn, froh zu dei- von der Marter alle; deß solner Rechten stehn, wenn du len wir alle froh sein, Chrift sie, dem Grab' entrissen, will unser Trost sein. Kyrie, Bruder, Schwester wirst be- eleison! grüßen. 2. Wår er nicht erstanden; 7. Jesu! Jesu! diese Freu- so wär' die Welt vergangen: de, dieses Anschaun wünsch seit daß er erstanden ist, so ich mir. Was ist alles, was lob'n wir den Herrn Jesum ich leide, steh' ich einst erweckt Christ. Kyrie, eleison! vor dir? Du machst mich und 3. Hallelujah! Hallelujah! Alles neu. Dort bin ich vom Hallelujah! Deß sollen wir Tode frei, vom Schmerz, alle froh sein, Christ will H 2 uns Von der Auferstehung Jesu. 116 unser Troft sein. Kyrie, elison! D. M Futher. 2. Noch einmal dich zu sehn, o Heiland, eilten dort die Weinenden dahin, wo dich das Grabtuch deckte: Gesegnet sei der Ort, wo unser Todter schlief Mel. Was mein Gott will. 145. Dies ist das freuden- und unsre Hoffnung weckte! volle Fest, wo Gott die Le3. Das frohe Wiedersehn benssonne auf unsre Gråber im Licht der bessern Welt, und scheinen läßt, ein Fest der rein- das Beisammensein in deiner sten Wonne. Nach Kampf Nach Kampf Himmel Kreifen, das bleibt, und Noth, nach Schmach und wenn Alles fällt, als stärkſte Tod lebt Jesus Chriftus wie- Hoffnung, auch Unmündigen der, und stirbt nicht mehr, sein und Weisen. Grab ist leer. Ertont, o Freu- 4. Unsterblichkeit, o Herr! und ewig's Leben ist durch dich denlieder! 2. Dem Edelsten sind wir ans Licht gebracht, der du, als auferstanden, der Todten Erstverwandt; mit ihm vereint ling bist! Einst gehn wir dir umschlinget uns nun der hervor aus unsers Lebens BanMenschheit beilges Band; den! wer Gottes Ruf vollbringet, der zittre nicht, wenn Gott 5. Auch ich steh' dann, er einst ſpricht: ,, leg' deine Hütte freut, mit deinen Brüdern da; und wen ich hier gekannt, den nieder." Der Erd' entreißt feh ich ewig wieder! Was nie sich unser Geift. Frohlocket! mein Auge fah, erblick ich Christi Brüder! dann: dich, Haupt der schön verklärten Glieder! 6. Und bin ich nicht schon Mel. Wenn ich in Ungst und. 146. Du brachst zum Licht jeßt, o Herr, bei dir daheim? hervor, aus tiefer Nacht der Ich fühle ja nur kaum das Gruft, und deine Sehnsucht Elend dieser Erde! Hier stieg war, zum Vater hinzueilen. ich aus dem Keim, und wachse Was uns zu Gråbern ruft, da hinauf, wo ich vollendet ist Sehnsucht; und du weist's: werde! uns tröstet's, da zu weilen. J. C. Hermes. Mel. Osterlieder. 117 Mel. Wenn mein Stündlein. 5. O du, mein Leben! aufe 147. Du riefft am Kreuz: bornen wird jeder, jeder wies erstehn durch dich den Erstgees ist vollbracht! am Ziele deiner Schmerzen; da neigte sich, umwölkt von Nacht, dein Haupt herab zum Herzen. Dein Leichnam, Jesus Chri- der Freund dem Freunde zu, stus, hing, indeß dein Geist die Lieb umarmt die Liebe. derfehn den Freund, den Frühs verlornen. Des Christen Tod ift sanfte Rub'; dann fliegt zu Geistern ging, entseelt und starr am Kreuze. 6. Ja, es ist dein Verdienst, o Herr, daß wir dies hoffen können, und daß wir nun ge2. Erstaunet sahn die Him- trösteter uns von den Unsern mel dich in deiner Todesbleitrennen. Wenn dieser Strahl che. Die treue Freundschaft der bessern Welt in unsre Traunahte sich zu deiner heil'gen erthräne fällt, dann wird sie Leiche, nahm, stumm vor milder fließen. Wehmuth, sie herab, und trug Lavater. Mel. Erschienen ist der herrt. sie hin ins stille Grab, hinab d in Felsenschatten. 3. Bewacht von rauher 148. Erinnre dich, mein Krieger Schaar, schliefst du, Geist, erfreut des hohen Tage Herr, mein Berlangen, des der Herrlichkeit; halt im GeSonntags Morgensonne war dächtniß Jesum Chrift, der noch nicht heraufgegangen: da von dem Tod erstanden ist, bebt die Erde, es zerreißt der und ewig lebt. Fels und du, erhab'ner Geist, 2. Fühl alle Dankbarkeit erscheinst im Körper wieder. für ihn, als ob er heute dir er4. O, unaussprechlich süße schien, als spräch er: Friede Luft, die dir dein Gott gege- sei mit dir! so freue dich, mein ben! Du lebtest, und in dei- Geist, in mir, und sing ihm ner Brust ist unser Aller Le- Dank. ben. Wir Alle standen auf 5. Schau' über dich und mit dir, wie du, unsterblich, bet ihn an. Er mißt den können wir uns ewig deiner Sternen ihre Bahn; er lebt freuen. und herrscht, mit Gott vereint, 118 Von der Auferstehung Jesu. eint, und ist dein Bruder und 9. Ich soll, wenn du, des dein Freund. Wohl dir! Lebens Fürst, in Wolken göttPreis ihm! drier lich kommen wirft, erweckt aus 4. Macht, Ruhm und Ho- meinem Grabe gehn, und einst heit immerdar dem, der da zu deiner Rechten stehn. Geist, und der da war! Sein lobt seift du! Welt! Name sei gebenedeit von nun 10. Mit Engeln und mit an bis in Ewigkeit, in aller Seraphim, soll ich erheben meine Stimm'; mit allen 5. O Glaube, der das Herz mich freun in Ewigkeit. Ge Frommen aller Zeit soll ich erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist lobt feift du! 11. Zu welchem Glück, zu mit der vergleicht, die ich durch welchem Ruhm erhebt uns Gottes Sohn erreicht? Lob sei dem Herrn! TISC nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, 6. Vor seinem Thron, in sind wir auch auferstanden feinem Reich, unsterblich, hei- schon. Gelobt seist du! lig, Engeln gleich, und ewig, 12. Nie komm es mir aus ewig selig sein; Herr, welche meinem Sinn, was ich, mein Herrlichkeit ist mein! Gelobt Heil, dir schuldig bin; damit feift du! ich mich, in Liebe treu, zu dei 7. Mein Herz erliegt frob nem Bilde stets erneu'. Hilf unter ihr; Lieb' und Berwun- mir dazu! il bin then drung kämpft in mir, und voll 13. Du bists, der Alles von Ehrfurcht, Dank und in uns schafft! dein ist das Pflicht, fall ich, Gott, auf Reich, dein ist die Kraft. Ich mein Angesicht, und preise hoff auf dich, Herr Jesu dich. ride in Chrift, der du vom Tod er 8. Du, der du in den Him- standen bist, und ewig lebst! meln thronst ich soll da wohid uit IN Gellert. nen, wo du wohnst; und du Mel. Erschienen ist der herrl. erfüllst einst mein dich in der Herrlichkeit schaun. Gelobt seift du! Vertraun, zu 149. Er ist erstanden, Jefus Christ, der unser Trost und Osterlieder. 119 und Helfer ist. Als Sieger Nicht deiner, der du mich trat er auf den Staub, hin- erschufft, gelassen warten, bis fort nicht mehr des Todes du rufft: Entschlafe nun! Raub. Frohlocket ihm! 8. Gieb nur, daß ich im 2. Er hat erfüllt was er ver- Glauben treu, und treu im hieß, eh' er sein Leben für uns frommen Wandel sei; so komm' ließ: Drei Tage sollen nicht ich nicht in dein Gericht, wenn vergehn, so werdet ihr mich le- deine Stimme zu mir spricht; bend sehn. Er hats erfüllt. Erwache nun! 3. Ich lebe, sprach er und 9. Herr, rufe mich, wenn auch ihr sollt leben, Gläubige, dir's gefällt, aus dieser sünmit mir. Ich komme, meine denvollen Welt, und führe Stimme ruft gewiß euch aus der mich an deiner Hand einst in Todtengruft zur Herrlichkeit. mein himmlisch Vaterland. 4. Er wird's erfüllen, Je- Erhöre mich! Münter. sus Chrift: der selbst vom Mel. Wie schön leuchtet der M. Tod erstanden ist, der Lazarum ins Leben rief, als er im 150. Frohlockt dem Herrn! Staub des Grabes schlief, er- Bringt Lob und Dank ihm, füllt's gewiß. der des Todes Macht bezwang, 5. Gelobt sen Gott! Ich da ihn sein Gott erhöhte. Dert werde nun nur kurze Zeit im hohe Sieger überwand; Nacht Grabe ruhn. Er weckt mich war um ihn, und sie verschwand auf: und volles Heil ist dann in helle Morgenröthe. Bebet, gewiß bei ihm mein Theil in gebet, stolze Spotter, unserm Ewigkeit. Retter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! 6. Auch führt er nach des Grabes Ruh' mir meine from- 2. Preis ihm! Heil uns! men Freunde zu. Erwachen sein Grab ist leer. Feft stewerden wir zugleich, uns wie- het, wie ein Fels im Meer, dersehen in seinem Reich. das Wort, das er gesprochen. Gott, welch ein Tag! O, selig, wer sich ihm ver7. Wie sollt' ich Herr, den traut! Er hat den Tempel Tod denn scheun? mich nicht neu gebaut, den blinde Wuth vielmehr der Hinfahrt freun? gebrochen. Seele, wähle ihn zum 120 Von der Auferstehung Jesu. zum Führer, zum Regierer mein! sein sei auch mein gandeines Lebens. Auf ihn hoffst zes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüsten du nicht vergebens. 3. Zum höhern Leben führt wiederstreben. Er verläßt den er dich, und nimmt gewiß dich Schwachen nicht; dies ist einst zu sich, fällt deine Hüt- meine Zuversicht. te nieder. Im Grabe morscht 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, zwar dein Gebein; doch wird nichts soll mich von Jesu scheies so nicht ewig sein; verklärt den; keine Macht der Finstergiebt er's dir wieder. Herr- niß, keine Herrlichkeit, kein Leilich wird sich dann aufs neue den. Er giebt Kraft zu die seine Treue offenbaren. Vol- ser Pflicht; dies ist meine Zules Heil wirst du erfahren. versicht. cano Schiebeler. 6. Jesus lebt! nun ist der Mel. Jesus meine Zuversicht. Tod mir der Eingang in das 151. Jesus lebt, mit ihm Leben. Welchem Trost in Tos auch ich! Tod, wo sind nun desnoth wird es meiner Seele deine Schrecken? Er, er lebt, geben, wenn sie gläubig zu und wird auch mich von den ihm spricht: Herr, Herr, meis Todten auferwecken. Er ver- ne Zuversicht! klärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. Gellert. In bekannter Melodie 152. Jesus meine Zuver 2. Jesus lebt! ihm ist das sicht lebt, und ich soll mit ihm Reich über alle Welt gegeben; leben, Dieses weiß ich; follmit ihm werd' auch ich zugleich te nicht sich mein Herz zufrieewig herrschen, ewig leben. den geben, was die lange ToGott erfüllt, was er verspricht; desnacht mir auch für Ge dies ist meine Zuversicht. danken macht? 3. Jesus lebt! wer nun ver- 2. Jesus mein Erlöser lebt! zagt, der verkleinert Gottes und ich kann ihm sicher trauEhre. Gnade hat er zugesagt, en, das er mich zu sich erdaß der Sünder sich bekehre. hebt; warum sollte mir denn Gott verwirft die Rene nicht grauen? Läffet auch ein Haupt Dies ist meine Zuversicht: sein Glied, welches es nicht 4. Jesus lebt, sein Heil ist nach sich zieht? 3. Jah Osterlieder. 121 3 Ich bin durch des Glau-| 8. Seid getroft und hochbens Band zu genau mit ihm erfreut! Jesus kennt euch, seiverbunden! er, er stärkt mit ne Glieder. Christen, wehrt seiner Hand mich auch in den der Traurigkeit! sterbt ihr, leßten Stunden. Selbst im Jesus ruft euch wieder, wenn Tode bleib' ich sein, ewig sei- einst die Posaun' erklingt, die ner mich zu freun. durch alle Gråber dringt. 4. Staub bin ich und muß 9. Lacht der finstern Erdendaher wiederum zu Staube kluft! blickt hinauf ins beßre werden. Das erkenn' ich; aber Leben! dorthin wird euch aus er weckt mich wieder aus der der Gruft eures Jesu Macht Erden, daß ich in der Herr- erheben. Dann liegt Schwachlichkeit um ihn sein mög' alle heit und Verdruß ewig unter zeit. eurem Fuß. 5. Da wird mich statt die- 10. Nur, daß ihr den Geist ser Haut, ein verklärter Leib erhebt von den Lüften dieser umgeben, für die neue Welt Erden, und schon hier dem gebaut, und geschickt zum bes- Heiland lebt, dem ihr dort sern Leben; und in diesem sollt ähnlich werden. Schickt Leib' sel' ich meinem Jesum das Herz nur da hinein, wo ewiglich. ihr ewig wünscht zu sein! v. Assig. Mel. Nun lob mein' Seel. 6. Dann werd' ich im hellen Licht seine große Lieb' erkennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Net- 153. Lobsinge, meine Seeter nennen, wenn er von der le, dem Auferstand'nen, bet Sterblichkeit nun auf ewig ibn an! Lobsing' ihm und ermich befreit! zähle, was dir zum Heil der 7. Mich, der hier noch Herr gethan! Er hat für dich seufzt und fleht, wird er herr- gerungen; durch seine Macht lich dort erhöhen; irdisch wird hat er des Todes Macht bemein Leib gefä't, himmlisch zwungen und seiner Schrecken wird er auferstehen; zum Ber- Heer; er hat des Grabes wesen fällt er ein, dort wird Grauen geschwächt, da er er= er unsterblich sein. stand: nun läßt uns Gott einst schaus 122 Von der Auferstehung Jesu. Neander. Mel. Lobe den Herrn, den. schauen der Frommen Bater- schauen, wenn er auch mich land. erhebt. Der Herr ist mein 2. Es führte feine Sonne Vertrauen: er starb für mich den festlich hohen Tag herauf: und lebt. da staud er, meine Wonne, da stand er, mein Erlöser, auf: Gedanke, der zu Freuden 154. Preis und Triumph des Himmels mich erhebt. dem Erweckten! der Herr ist Gedanke, der im Leiden mit erstanden! Seine Geliebten reichem Trost belebt! Des erschienen beim Grabe, und höhern Lebens Quelle! Ein fanden dort ihn nicht mehr; Schild in jeder Noth! Wo ist siehe die Ståtte war leer, wo dein Sieg, o Hölle? Wo ist sie in Tücher ihn banden. dein Stachel, Tod? 2. Aus der Umschattung 3. Der Felsen Grund erbe- des Grabes, das vorher ihn bet, die Wächter fliehn, das deckte aus der Erstarrung Grab ist leer. Der todt war, und Ohnmacht des Todes erseht, er lebet, er lebt, und weckte ihn dessen Hand der stirbt hinfort nicht mehr. Die ihn den Menschen gesandt daß schwachen Jünger wanken, er er vom Lafter sie schreckte. stårkt die Wankenden; sie sehn 3. Stiller war's nun um ihn, freun sich, danken dem die Stätte, wo schwer er geAuferstandenen. Sie sehn em- litten, wo er so standhaft den por ihn steigen, und gehu, wie Kampf für die Wahrheit geer gebot, mit Freuden hin und stritten. Aus war sein Krieg zeugen von ihm bis in den Tod, von dem herrlichen Sieg tont's 4. Herr, deine Boten sie in der Gläubigen Hütten. gen, von dir und deinem Geist 4. Alle sein Lehren und Leigelehrt; die Gößentempel lie- den, für uns wär's verloren; gen, der Erdkreis wird zu wurd' er nicht wieder vom Gott bekehrt. Ich weiß, an Grabe zum Leben geboren; wen ich glaube, bin freuden- Nun, o wie gern! haben so voll ein Christ. Ihn bet' ich nahe als fern Tausende Tren' an im Staube, ihn, der mein ihm geschworen. Retter ist. Ich werd' ihn ewig 5. Seiner Vertrauten sonst schüch. Osterlieder. 123 schüchterne bange Gemüther 3. Oft schon hab' ich es sahen voll Muths nun in ihm empfunden, Jesus läßt mich ihren måcht gen Gebieter. Ir- nie allein, in den trüben Undisches Glück suchte nun nicht glücksstunden stellt er, mir zum mehr ihr Blick statt der voll- Trost, sich ein. Wenn ich kommneren Güter. traurig mich beschwere, als 6. Preis dem Erstandnen! ob er zu ferne wäre, o so ist Zum Lohne, den Gott ihm er mir schon nah)' und mit seibeschieden, reichet fortan keine ner Hülfe da. Macht seiner Feinde hienieden. 4. Treuster Freund von alGlorreich erhöht; was ihr ihn, len Freunden, bleibe ferner Feinde, auch schmåht, lebt er noch bei mir. Sucht die Welt im seligsten Frieden. mich anzufeinden, o so wend' ich mich zu dir, du giebst Muth in schweren Leiden, und verich zum Gefährten dich, ist kein wandelst sie in Freuden. Hab' Wehrhan. Luc. 24, 13 bis 35. Mel. Jesu, meines Lebens Licht. 155. Trauernd und mit Feind mir fürchterlich. bangem Sehnen wandelt dort 5. Bin ich traurig und beein Jüngerpaar; Jesu fließen trübet, ach so flöß' den Trost ihre Thränen, der ihr Freund mir ein, daß mich deine Seele und Lehrer war; doch der, den liebet, daß ich ewig dein soll als todt sie klagen, naht, eb' sein. In dir werd' ich Ruhe sie's zu hoffen wagen, ihnen finden, auf dein Wort die Hoffals Begleiter schon; schnell ist nung gründen: wer die Thrånun ihr Gram entflohn. nensaat gestreut, erndtet einst 2. Ach! es gehn noch man- die Seeligkeit. che Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern vol 6. Tröst' auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in ler Schmerzen ihre Noth und Sorgen stehn, wenn sie in Ungemach; manches wandelt verborgne Höhlen, Kammern, ganz alleine, daß es nur zur Feld und Wälder gehn, wenn Gnüge weine; aber Jesu sie von der Welt sich trenfreundlich Wort scheuchet je- nen, daß sie satt sich weinen den Kummer fort. können, so sprich ihrer See( e ▾ 124 Von der Auferstehung Jesu. le zu: Zagende, was traurest Todesnacht empor zum Leben du? stieg. 7. Wenn es einst wird 6. Heil, Leben und UnAbend werden, und der Le- sterblichkeit, im Tode Trost benstag sich neigt, wo dem und Ruh' und Hoffnungen der blöden Aug auf Erden nir- Seeligkeit ruft uns sein Grabgends sich ein Helfer zeigt, mal zu. dann bleibst du an meiner Sei- 7. Gedanke, der das Herz te, giebst mir Sieg im letzten erhöht: wir werden auferstehn, Streite, daß ich, bis ans En- auf Hoffnung in das Grab de treu, jener Krone würdig gesä't, um schöner aufzugehn. sei. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für Mel. Ich finge dir mit Herz. ihn durchglüht, dich stärkt 156. Vom Todesthal hin- zu jeder Christenpflicht, und auf zu Gott erhebt sich mein ganz zu ihm dich zieht! Gesang; dem Sieger über 9. Dann wird dein Grab Grab und Tod erschallet laut nicht fürchterlich; du gehst darmein Dank. aus hervor, und schwingst 2. Die Sonn' in ihrer Ma- verklärt vom Staube dich zur jestät erhellet kaum die Nacht, bessern Welt empor. Müller. als Jesus Christus aufersteht 10. Auferstehungsfest! und herrlicher erwacht. du bist des bessern Lebens 3. Die Erde bebte, als der Pfad! Dich feire dankvoll Held aus seinem Grabe stieg; jeder Christ, der deinen Trost hinauf bis zu dem Sternen- empfand. zelt erschallete sein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in Meister. den Staub, der sich dem Grab Mel. Wenn mein Stündlein. entschwang! Er ist nicht mehr 157. Wenn der Gedanke des Todes Raub: Erlöste, mich erschreckt, daß dieser Leib fingt ihm Dank! von Erde, entseelt, mit Erd' 5. Sein großes Werk ist und Staub bedeckt, selbst Asch nun vollbracht; errungen ist und Erd' einst werde: Dann, sein Sieg, weil er aus seiner mein Erlöser, stårke mich zum fro Oſterlieder. 125 frohen Muth der Glaub' an Gruft, wird deinem Leibe dich, an dich, den Aufer- ähnlich. standnen. 6. Zu deinem Himmel wirft 2. Der Tod zerstöre mein du mich dann gnadenvoll erGebein; du haft ihn doch be- höhen, und meine Augen werzwungen, und mir durch dei- den dich in deiner Wonne sene Todespein Unsterblichkeit hen. Ja, mir zur. Freude errungen. Wohl mir! nun schau' ich dann dich, den ich steht die Hoffnung fest; daß, hier nicht sehen kann, und doch wenn mein Leib auch gleich von Herzen liebe. SPARCHES verwest, ich dennoch ewig lebe. 7. Wie werd' ich da mich 3. Hab' ich oft auf der Erde deiner freun in jenem höhern nichts, als Elend, Müh' und Leben! Dann wirst du mein Leiden; getroft! ein Schim- Vollender sein, und mir die mer deines Lichts entdeckt mir Krone geben. Sei heilig, ew'ge Freuden, zerstreut der Seele, folg' ihm nach; der Leiden Finsterniß, und macht dir die Bahn zum Himmel mein banges Herz gewiß, auf brach, hat Alles überwunden. ewig froh zu leben. 4. Du sprichst ja: Friede Mel. Herr Jesu Christ, dich. sei mit euch! Ich leb', und 158. Wenn meine Seele ihr sollt leben. Mir ist die zweifelnd bebt, ob sie dereinst Macht, mir ist das Reich vom auch ewig lebt, dann reich Vater übergeben. Welch herr- dem Bebenden die Hand, du, lich Wort; mein Herr, mein der vom Tode auferstand. Gott! Nun fürcht ich nicht 2. Wenn bånger meinem mehr Grab und Tod, nicht Herzen ist, ob du von Gott dieses Lebens Leiden. gesendet bist, dann bürge mir 5. Ich weiß, daß du mein dein leeres Grab, daß Gott Heiland lebst; auch mich wirst dich lohnte, der dich gab. du erwecken, daß du mich ganz 3. Wenn Zweifel meinen zu dir erhebst. Mag Staub Glauben trübt, ob Gott als Baden Leib bedecken! Er geht, ter auch mich liebt, dann, Aufwenn deine Stimme ruft, erstand'ner, bring' ein Blick auf viel herrlicher aus seiner deinen Sieg mir Ruh zurück. Mel. 126 Von der Auferstehung Jesu. kann. Mel. Christus, der ist mein e. die Bahn, die uns durch alle 159. Willkommen, Held Leiden zum Himmel führen im Streite, aus deiner Gra6. In deines Grabes Staubeskluft! Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. be liegt unsre Schuld bedeckt. Dein tröstet sich der Glaube, 2. Du hast neu überwunden der Feinde Macht und Spott. daß uns kein Tod erschreckt. Wir haben Trost gefunden; 7. Du hast dies Heil erworben; wir danken dir damit uns ist unser Gott! für. Sind wir mit dir ge 3. Der Fried' ist uns erftritten, das bange Schrecken storben, so leben wir mit dir. flieht. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. 8. Wir wollen ohne Grauen, wie du, zum Grabe gehn; wenn wir nur, dich zu schauen, 4. Des Trostes süße Beu- einst fröhlich auferstehn. te theil unter uns nun aus. Wir alle kommen heute des wegen in dein Haus. 5. Dich krönen Himmels freuden; D, zeig' auch uns Triumph! 6. Was kann der Tod uns schaden? des Würgers Pfeil ist stumpf. Wir sind bei Gott in Gnaden, und singen schon: Schmolke. Himmelfahrtslieder. BON Mel. Vom Himmel hoch, da. Hingang Jesu zum Vater. des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis 160. Auf, Christen, auf, gekrönt. und freuet euch, der Herr fährt 3. Welt, über alle Himauf zu seinem Reich. Er tri- mel weit, geht seine Macht und umphirt; lobsinget ihm, lob- Herrlichkeit. Jhn, der so tief finget ihm mit lauter Stimm erniedrigt war, preist nun der 2. Sein Werk auf Erden Engel frohe Schaar. ist vollbracht: zerstört hat er IM 4. Sein sind die Völker aller Hingang Jefu zum Vater. Himmelfahrtslieder. 127 aller Welt. Er herrscht mit streben, was dort ist, wo du, Macht und Gnad', als Held; verklärter Heiland, bist. er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stårk uns, in unfrer Prüfungszeit nur dir zu 5. Beschirmer seiner Chri- leben, dir zu traun, bis wir stenheit ist er in alle Ewigkeit. dereinst dein Antlig schaun. Sie bleibt auf einem Felsen stehn, wenn Erd' und Himmel auch vergehn. 12. Dann werden wir uns ewig dein, du großer Menschenfreund, erfreun; dann 6. Ja, Heiland, wir erhe- singen wir von deinem Ruhm ben dich, und unsre Herzen ein neues Lied im Heiligthum. freuen sich der Herrlichkeit und ndo Diterich. Majestät, dazu dich Gott, Mel. Lobt Gott, ihr Christen. dein Gott, erhöht. 161. Der Herr schwingt 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft sich mit Glanz und Pracht zu und Macht; und dein sind wir. fernen Welten hin; zum grdNimmst du dich unser hülf- Bern Schauplaß seiner Macht reich an, was ist, das uns gebrechen kann? ruft nun der Vater ihn.st 2. Er, den man hier ver8. In deiner Hand ist un- weil ihn Gott erhob, mit göttkannt, verschmåht, herrscht, ser Heil. Wer an dich glaubt, lich großer Majestät, ihm dem giebst du Theil am Se- jauchzt der Engel Lob. is gen, den du uns erwarbst, da 3. Er hat die Welt mit du für uns am Kreuze starbst. Gott versöhnt, uns ew'ges 9. Wir freuen uns, nach Heil gebracht; mit Preis hat dieser Zeit bei dir zu sein in ihn nun Gott gekrönt, und Ewigkeit. Nach treuvollbrach sein ist alle Macht. tem Pilgerlauf nimmst du uns in den Himmel auf. 4. Verehr' ihn ewig, o mein Geist, und bet ihn dankbar 10. O, zeuch uns immer an; er, der den Weg zu Gott mehr zu dir! Hilf uns, mit dir weist, ging selbst den Weg eifrigfter Begier nach dem nur voran. 5. Auch 128 Hingang Jesu zum Vater. topild 5. Auch dich will er zu sich deten Leiden über die Feinde erhöhn, bleibt ihm dein Herz mit göttlicher Macht, daß deigeweiht; du sollst ihn dir zur ne Heerde erhalten werde, weil Wonne sehn in seiner Herr- sie dein heiliges Eigenthum ist. lichkeit. 3. Wohl mir, o. Jesu, ich si 6. Welch hohes Glück, mir bin ja der Deine; wo du num viel mehr werth, als alles Er- wohnest, da komm' ich auch denglück! Nun zag' ich, was hin. Deine Verherrlichung mich auch beschwert, nicht ei- burgt mir auch meine, wenn nen Augenblick. ich bei deinem Vollendeten bin. 7. Einst öffnet mir sein Ja, mir steht offen, Alles zu Himmel sich: dann ist mein hoffen, weil du, o Jesu, im Leid entflohn; und ew'ge Won- Himmel regierst. ne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 4. Sei nun gelobet, du König der Ehren! Alles, was 8. Erlöser, dir sei Preis Odem hat, bete dich an! Dei: und Dank für dieser Hoffnung| nen Ruhm will ich mit FreuWerth! Dir weil ich hö- den vermehren, dir will ich hern Lobgesang, wenn mich dienen, so viel ich nur kann, dein Wink verklärt. bis du den Deinen wieder erscheinen und sie auf ewig be gnadigen wirst. Gellert. Corpd Mel. Süßester Jesu, wohin. 5. Bleibet, ihr Sünder, dem 162. Herrlichster Jesu! die Eiteln ergeben; hin zu dem Zeit ist vergangen, da dich das Himmel erheb' ich den Geift. Auge der Sterblichen sah, und Wo mein Erlöser ist, da will nur vergebens ist alles Verlan- lich leben, wo ihn mein himmgen, das noch zu schauen, was lischer Lobgefang preist. Auf damals geschah. Du bist voll- seinem Throne liegt meine Kroendet, den Gott gesendet, al- ne. Amen! das glaub ich, es ter Berlornen Erlöser zu sein. wird auch geschehn! Neumann. 2. Herr! dich umgeben nun himmlische Freuden; denn du Mel. Mir nach, spricht Christus. haft alles auf Erden vollbracht. 163. Mit Preis und Ruhm Herrsche nach deinem vollen- gekrönt, haft du dein großes Werk Himmelfahrtslieder. 129 Werk vollendet, schaust auf Kinder! auch wir sind deines dein Tagewerk mit Ruh'; denn Schweißes Lohn, zwar sterblich Alles ist vollendet, vollbracht der noch und Sünder; doch, das Kampf der Sterblichkeit, und ist unsre Zuversicht, einst sünwieder dein die Herrlichkeit. denfrei und sterblich nicht. 2. Du schaust herab und 7. Bollendeter, o möchten siehst den Lohn für deiner Lei- wir nie deine Huld verkennen! den Menge. Schon sammeln dich, unsern Heiland, niemals zu dir, Gottes Sohn, in fro- hier mit kaltem Herzen nennen! lichem Gedränge sich Schaa- Ach, keiner von uns allen ſei ren, hoch durch dich beglückt, dir, seinem Retter, ungetreu! belehrt, geheiligt und erquickt. 8. Wie wird uns dann sein, 3. Uns allen Völkern kom- wenn, zur Schaar der Heilis men sie, mühselig und beladen, gen erhoben, auch wir uns und suchen Ruh' und finden drången in die Schaar, dich sie des schweren Jochs entla- unfern Herrn, zu loben, das den; weihn freudig sich dir, Herz von reinem Danke glüht, Gottes Sohn, und werden der Blick dich freudeweinend deiner Arbeit Lohn. sieht? 4. Gerettet sind, die sich 9. Bollenden laß auch uns verirrt, in Finsterniß verloren. den Lauf, das Tagewerk vollWelch eine Schaar von Kin- bringen; und ists vollbracht, dern wird dir durch dein zu dir hinauf die Seele freuWort geboren! Wie, auf der dig dringen. Laß, wie du, frischen Morgenau, auf Blu- an des Richters Thron uns men, ungezählt, der Thau. finden guter Thaten Lohn. Niemeyer. 5. Sie Alle selig, und durch dich, zur Wonne deinem Herzen, das nun für Andre Mel. Wie schön leuchtet der M. schlug, und sich vergaß bei 164. O wunder großer Qual und Schmerzen, gerettet Siegesheld! Du, Retter einer Alle, leben dir, und unter Sünderwelt, haft herrlich nun ihnen, Herr, auch wir. vollendet! Nach überstandnem 6. Auch wir, o schau von Leidenslauf gehst du verklärt deinem Thron herab auf deine zu Gott hinauf, der dich zu I uns 130 Hingang Jefu zum Vater. uns gesendet. Ewig trifft 5. Sei unser Schutz und dich dort kein Leiden, voller unser Hort, und tröst' uns Freuden lebst du droben, über durch dein göttlich Wort, wenn alles hoch erhoben. bier uns Tribsal drånget. 2. Die Engel alle dienen Nur da ist Wonne, wo du bist, dir, und unser Herz vereint die Freude, die man hier ges sich hier mit ihnen, dich zu lo- nießt, ist noch mit Leid vermenben. Du hast dein großes get. Stark du, Jesu, unsre Werk vollbracht, und haft nach Herzen in den Schmerzen, die deines Leidens Nacht gen Him- wir leiden, durch den Vors mel dich erhoben. Hilf mir, schmack jener Freuden. daß wir uns bestreben, dir.zu 6. Du bist, uns Sterblileben, und auf Erden stets dir chen zu gut, nach deinem hier ähnlicher zu werden. vergoßnen Blut zum Himmel 3. Du, Herr, bist unser eingegangen. Schenk uns Haupt, und wir sind deine im Guten Festigkeit, und laß Glieder; nur von dir kommt uns nach der Uebungszeit zu Wahrheit, Heil und Leben. deinem Heil gelangen. Dafür Licht und Erkenntniß unsrer soll dir, Herr, zu Ehren ohn' Pflicht, und Hoffnung, Freud' Aufhören von uns allen unsers und Zuversicht wird uns durch Dankes Lied erschallen. Homburg. dich gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und entsagen allen Sünden, daß Mel. Was Gott thut, das ist. wir hier schon Ruhe finden. 165. Triumph! ihr Him4. Zeuch unsre Herzen ganz mel freuet euch, jauchzt ihm, zu dir, damit vor allen Din- dem Gottessohne! Frohlockend gen wir nach deinem Reiche zieht er in sein Reich, empfängt trachten. Laß uns im Wandel des Sieges Krone. Umstrahfromm und rein, voll Sanft- let ganz mit Himmelsglanz ge muth und voll Demuth sein, nießt er nach dem Leiden, der und eitle Lust verachten. Jede Tugend sel'ge Freuden. Sünde lehr uns meiden, und 2. Auf Erden ist vollbracht mit Freuden unser Leben dei- sein Lauf, das große Werk nem Dienste ganz ergeben. gelungen; nun schwingt er fich Himmelfahrtslieder. 131 den. sich gen Himmel auf, und ihm leben! Zum Urquell alles hat das Ziel errungen. Mit Lichtes strebt der Geist, von Majestät wird er erhöht, und Gott gegeben. Still sinkt ins herrscht nach Kampf und Lei- Grab der Leib hinab, und den mit Gott in ew'gen Freu- wacht, nach kurzen Leiden, einst auf zu ew'gen Freuden. 3. Doch schließet ihn kein 6. Doch führt uns nur der Himmel ein; er wirkt noch Tugend Bahn, zu jenen fel's fort auf Erden; noch sollen, gen Höhen. Auf ihr ging die ihr Herz ihm weihn, Jesus uns voran. Laßt uns durch ihn gesegnet werden. auch muthvoll gehen der TuStrebt nur die Bahn zum gend Bahn zum Ziel hinan! Ziel hinan; nach kurzem Er- und kostet's Kampf und Leidenleide lohnt uns des Him- den: uns lohnen ew'ge Freumels Freude. den. 4. Gedanke, der das Herz 7. Triumph! ihr Christen erfreut, Gedanke voller Se- freuet euch! Nun ist der Tod gen. Die Blume der Unsterb- bezwungen; wir haben Theil lichkeit blüht uns am Grab' an Jesu Reich, der Sieg ift entgegen. Die beßre Welt uns- errungen! Auf! bringt ist uns erhellt, die Aussicht ihm Dank und Lobgesang! künft'ger Freuden, um sanf- wir gehn durch Kampf und ter einst zu scheiden. Leiden mit ihm zu seinen 5. So wahr, als Jesus Freuden. Christus lebt, wir werden mit Demme. Hohe Würde Jesu. Hohe Würde Jesu deinem Volke! Welch Licht überhaupt. Mel. Wie schön leuchtet der. der Welt auf, wie zerriß, wie ging in der Finsterniß mit dir 166. Wie groß, wie an- floh des Irrthums Wolke! gebetet ist dein Nam', o Hei- Als du kamest, hörten Taube, land, Jesus Christ, wie theuer und der Glaube half den 32 Krans 132 Hohe Würde Jeſu. Kranken; Stumme sangen dir| Unzählbar sind die Schaaren zu danken. schon, die gerne dir vor deinem 2. Nur Schwache waren's, Thron ein würdig Loblieb die dein Licht verbreiteten, die bråchten. Ihrer mehr noch Weisen nicht. Wo sind sie? wo Jesu, werden schon auf Erdie Hohen? und wo die Rei- den dir lobsingen, Preis und chen? wo die Macht, vor der Dank und Ruhm dir bringen. des Gößendienstes Nacht und 6. Wie groß, wie angebetet seine Schatten flohen? Macht ist dein Name, Heiland, Jenicht, List nicht; deine Gaben, sus Chrift!. wie herrlich bei Mittler, haben dich verklåret, den Deinen! Führst du uns uns den Weg zu Gott gelehret. einst zu deiner Ruh; o wie 3. Wir werden deinen Ruhm weit herrlicher wirst du den erhöhn, wir werden deinen Frommen dann erscheinen! Himmel sehn, den Preis von Ewig müsse dir zur Ehre ihrer deinen Leiden; genießen, was Chöre Loberschallen durch die du uns erwarbst, da du für Himmel wiederhallen! Cramer. uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade! daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen. Mel. Wie schön leuchtet der. 167. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! O welch ein 4. Du hast dich deiner Herr- Glanz geht auf vom Herrn! lichkeit entäußert eine kurze Wer sollte sein nicht achten? Zeit, für uns von Gott ver- Glanz Gottes, der die Nacht lassen. Und nun mit Ehr und durchbricht, du bringst in fin Kuhm gekrönt, nun machst stre Herzen Licht, die nach der du selig, die versöhnt, der Wahrheit schmachten. Dein Sünden Granel hassen. Ih- Wort, Jesu, ist voll Klarheit, nen willst du Heil und Leben führt zur Wahrheit und zum gerne geben, und uns, Allen Leben. Wer kann dich genug helfen, daß wir Gott gefallen. erheben? 5. Vom Aufgang bis zum 2. Du, hier mein Troft und Untergang erschallet dir der dort mein Lohn, Sohn Gottes Lobgefang erretteter Gerechten. und des Menschen Sohn, des Him: Hohe Würde Jesu. 133 Himmels großer König, von was ist, das mich betrüber? ganzem Herzen preif ich dich. Seele, wähle ihn, den Besten, Hab' ich dein Heil, so rühret ihn, den Größten, bir zum mich das Glück der Erde we- Freunde, und dann fürchte nig. Zu dir komm ich; wahr- keine Feinde, lich, keiner tröstet deiner sich vergebens, wenn er dich sucht, Grab Herr des Lebens! 6. Ihm, welcher Tod und bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem 3. Durch dich nur kann ich Tag erschallen, ihm, der für selig sein. O drücke tief ins uns gestorben ist, dem FreunHerz mir ein Empfindung dei- de, der uns nie vergißt, zum ner Lieb, damit ich ganz dein Ruhm und Wohlgefallen. Toeigen sei, aus Weltsinn deinen net, tonet, Jubellieder, schallet Dienst nicht scheu', und dein wieder, daß die Erde voll von Gebot gern übe. Nach dir seinem Lobe werde! Heiland, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, stet meine ganze Seele. 7. Wie freu' ich mich, o dür- Jesus Christ, daß du Herr über Alles bist, und auch mich S 4. Bon Gott strahlt mir willst regieren! Beschließ' ich ein Freudenlicht, die Hoff- einstens meinen Lauf; weckst nung, daß dein Angesicht ich du mich von den Todten auf, einstens soll erblicken. Du zur Freude mich zu führen. kannst indeß durch deine Kraft, Ewig werd' ich, Herr, dich die Ruh' in miden Seelen loben, einst erhoben zu dem schafft, mich stårken, mich er- Leben, das mir deine Huld quicken. Tröste du mich, Se- wird geben. ligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde! Nicolai. Herrschaft Jefu im Himmel. 5. Und wie, Gott Vater, preif ich dich? Bon Ewig- Mel. Jesu, meines Lebens Leben. keit her haft du mich durch dei 168. Heiland, dessen wir nen Sohn geliebet; dein Sohn uns trösten, der zur Rechten hat mich mit dir vereint, er ist Gottes sitzt, und als Mittler mein Bruder und mein Freund; der Erlösten sie so gern beglückt und 134 Hohe Würde Jesu. und schüßt. Jesu, deiner die sie weinen, tröstest und Herrscher Ehre jauchzen aller belohneft sie. Alle, welche tres Engel Chère, und in ihren dir bleiben, und dein Werk Lobgesang stimmt auch deiner mit Eifer treiben, nimmst du Frommen Dank. einst nach Kampf und Streit 2. Du, kamst uns zu er- auf in deine Herrlichkeit. lösen, und das Opfer ist voll- 6. Du entziehst dich auch bracht, das von aller Schuld den Armen, die noch fündlich des Bösen uns befreit und se- leben, widt. Weil dein Herz lig macht. Seine Frucht uns dir aus Erbarmen über ihr zuzuwenden, steht nunmehr in Berderben bricht, trågst du sie deinen Händen. Ewig unser noch mit Berschonen, und Haupt zu sein, gingst du in willst nach Verdienst nicht lohden Himmel ein. nen, willst noch ihnen Helfer 3. Durch dich sollen wir sein, und zur Befrung Zeit empfangen, was zum Heil verleihn. uns nöthig ist; durch dich 7. So, Verherrlichter, re Gnad' um Gnad' erlangen, gierest du dein Erbe, bis du weil du nun im Himmel bist. einst ganz dein großes Werk Da regierst du, da vollendest vollführest, wenn du zum Gedu dein großes Werk, und sen- richt erscheinst. D, entfaget dest deinen Geist auf die herab, allen Lüsten, kämpfet, kämpft die dir Gott zum Erbe gab, mit Muth, ihr Christen, bis D 4. Mächtig wirket deine ihr seinem Thron euch naht, Lehre; denn sie giebt uns Licht und des Kampfes Lohn emund Kraft. Sünder macht pfaht. sie, dir zur Ehre, glaubig und 8. Großer Mittler, sei ers gewissenhaft; lehrt sie jeden hoben! weil wir leben, wollen Reiz der Sünden ernstlich wir dich mit Herz und Munde fliehn und überwinden, stärkt loben, die nur folgen leben sie in dem Zugendlauf, und dir, stets auf deine Stimme hilft ihrer Schwachheit auf. hören; hilf, daß wir dich tren 5. Huldreich sorgst du für verehren, bis der ganz vers die Deinen; du versäumst ihr klärte Geist dich mit allen Bestes nie; zählst die Thränen Himmeln preist. Mel. Herrschaft Jefu im Himmel. 135 Mel. Ich finge dir mit Herz. 8. So sehen wir denn un169. Wir schauen, Herr verzagt hier unsre Wallfahrt der Herrlichkeit, zu deines fort. Ein hoher Lohn( du Thrones Höhn, vor dem, auf hasts gesagt) erwartet einst deinen Wink bereit, viel tau- juns dort. send Engel stehn. 9. Ja, Herr des Himmels, 2. Du gingst als hier dein Jesu Christ, auf dich nur hofWerk vollbracht zum Heil der fen wir; wir suchen nur, was Menschen war, zurück zum im droben ist, und sind im Geist Throne deiner Macht, und bei dir. herrscheft immerdar. 10. Bollenden wir einst 3. Dein Urm, der über Al- unsern Lauf, so eil', uns beiles siegt, ist überall uns nah: zustehen. Nimm uns in deinen und selbst das Liefverborg'ne Himmel auf, dein volles Heil liegt vor dir stets offen da. zu sehn. Schlegel: 4. Du nahmst von deiner Herrlichkeit schon längst Besig! nur wir, wir leben immer noch im Streit, und seufzen Jefus, der göttliche Lehrer. oft noch hier. Mel. Mir nach, spricht Christus. 5. Doch darum fürchten 170. Mühseliger, komm wir uns nicht, weil deine Hand her zu mir, ich, ich will dich uns schüßt. Du, unsre Kraft erquicken. Mein Joch ist sanft, und unser Licht, bist unter und meine Last soll dich nicht uns noch ißt. niederdrücken. Die Welt vers 6. Du stårkest unsers Glau- geht, und wer ihr traut, hat bens Muth mit deiner Gegen- nicht auf festen Grund gebaut. wart. Wohl dem, der deinen 2. Wenn Kreuz und WiWillen thut, und deiner glán- derwärtigkeit dir deines Lebig harrt! bens Tage verbittern, lerne 7. Wir preisen, Heiland, dann von mir, wie sie ein dankvoll dich, daß du so sieg- Christ ertrage. Was sind die reich strittst; und Tod, und Leiden dieser Zeit doch gegen Elend unter dich und unsresjene Herrlichkeit? Füße trittst. 3. Wenn dich der Zukunft dústre 136 Hohe Würde Jesu. düstre Nacht umhüllt mit ban- Wohl dem, der ihre Stimme gen Sorgen, geb' ich dir Licht, hört! das durch die Nacht strahlt, wie ein Frühlingsmorgen. Mel. Liebster Jesu, wir sind. Der Glaube an Unsterblich- 171. Schon auf Erden keit giebt Hoffnung, Troft, können wir Himmelsfeligkeit Zufriedenheit. empfinden, wenn nur Lieb' und 4. Wenn man den Schö- Eintracht hier unsre Herzen pfer dieser Welt dir zeiget fest verbinden; wenn wir dich unter Bildern des Schreckens, nach Jefu Lehren, o du Gott o! dann eil' zu mir; ich, ich der Liebe, ehren. will dir ihn schildern, als 2. Diese HerzensfreudigBater, der aus Liebe dich er- feit danken wir dir, Gott der schuf und herrschet våterlich. Gnade; Jesu Chrifti Lehre Hier 5. Wenn weinend an dem streut Freuden auf des Lebens Sterbebett die Deinen um Pfade; lehrt uns Mäßigung dich stehen, trockn' ich die in Freuden, giebt uns hohen Wangen, tröste euch durch Muth im Leiden. frohes Wiedersehen. 3. Sie gewährt uns Licht herrscht der Tod, nur dort und Rath in den dicksten Finallein wird weder Tod noch sternissen; sie erleuchtet unsern Trennung sein. Pfad, wenn wir von der Erde 6. Trau' nicht den Gütern müssen; uns, von Todesnacht dieser Welt, die Zeit und Rost umgeben, leitet sie zum bessern verzehren, und lern' zu deiner Leben. Ruhe sie als Erdentand ent- 4. Wenn uns Erdenglück behren. Such' Güter, die verläßt, unsre Lieben uns vers kein Rost verzehrt, kein 3n- lassen, hält sie unsern Muth fall raubt, kein Tod zerstört. noch fest, lehrt uns frohe Hoff7. Auf, Dulder! sei den nung fassen: lehrt Geduld und Kämpfern gleich, die nach dem giebt uns Stärke zur VollKranze ringen; mein sanftes bringung edler Werke. Joch, Religion, soll daurend 5. Lehrt uns: Menschen zu Glück dir bringen. Sie ists, erfreun, sei des Herzens höchdie Muth zum Kampf gewährt. ster Segen; lehrt uns Feindell Jesus, der göttliche Lehrer. 137 den selst verzeihn, und der 4. Du entdeckst uns unsre Armen hilfreich pflegen; brü- Schuld und der Sünde groderlich die Menschen lieben, ßen Schaden, aber auch des segnen die so uns betrüben. Höchsten Huld, und den Reich.6 Heil dem Menschen, der thum seiner Gnaden; lehrft sie übt, diese schönen Tugend- uns, aller unsrer Sünden gnålehren! Heil dem, der die dige Vergebung finden. Brüder liebt, sich bestrebet, 5. Huldreich rufest du uns Gott zu ehren; ihn wird er zu: Kommt zu mir, beladne zum frohen Leben seines Him- Seelen! Es soll euch in eurer mels einst erheben. Ruh' nicht an Troste bei mir fehlen; wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. Schink. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 172. Theuer sei mir alle- 6. Herr, dein Evangelium zeit, Herr, mein Heiland, hat viel tausend, tausend Zeudeine Lehre. Gieb, daß ich gen, die zu deines Namens mit Folgsfamkeit treulich ihre Ruhm dankbar ihre Kniee benVorschrift ehre, dem, was sie gen, daß du noch dein Wort verheißet, traue, fest darauf erfülleft, und der Seele Kumdie Hoffnung baue. mer stillest. 7. O nimm 2. Nur bei deiner Wahrgnådig an den heit Licht lernen wir Gott recht Dank, den ich dir voll Ehrerkennen, ihn mit froher Zu- furcht bringe. Höre meinen versicht unsern Gott und Ba- Lobgesang, den ich hocherfreut ter nennen, und nach seinem dir singe. Du, du heilst auch beil'gen Willen unsre Pflichten mich aus Gnaden von der treu erfüllen. Sünde großem Schaden. 3. Was die Weisen dieser 8. Köstlicher als Gold sei Welt vor dir nicht erforschet mir, was dein göttlich Wort haben, das hast du ins Licht mich lehret! Dank, ja ewig gestellt; und durch deines Dank sei dir für den Trost, Geistes Gaben bringst du es den es gewähret! Werd' ich in unsre Seelen, daß wir Heil einst zu dir erhoben, will ich und Leben wählen. würdiger dich loben. 9. Stets 138 Hohe Würde Jesu. 9. Stets, so lang' ich hier Sterben heißt, gewiß nicht noch bin, will ich dir zur Ehre trifft, wenn gleich mein Leib wandeln; täglich, Herr, nach muß sterben, daß er auch deinem Sinn und nach deinem einst, wenn du erscheinst, vom Worte handeln. So nimmst Grab erweckt, Unsterblichkeit du mich einst im Scheiden auf wird erben. zu deinen höhern Freuden. Diterich. 6. Daß mir die Zeit, zur Ewigkeit mich anzuschicken, ward von Gott gegeben; daß, wenn ich dir tren folge hier, 173. Welch Kleinod ist, ich dann auf immer dort soll Herr. Jesu Christ, dein Evan- selig leben; Mel. Wir Christenleut'. gelium für meine Seele! hier 7. Daß alles Leid der Pilhab ich Licht, dabei ich nicht, gerzeit in Wonne sich alsdann acht' ich darauf, den Weg des für mich verkehrt; dies alles Heils verfehle. hat von Gottes Rath mich, 2. Es macht mir klar, wie, Herr, dein Evangelium ge eh' ich war, mein Gott bereits lehret. erbarmend mein gedachte, und 8. O, welche Kraft vers gnadenvoll zu meinem Wohl, spricht und schafft mir dies dich, seinen Sohn bereits zum dein Wort zum seligen BeHelfer machte. mühen, den Sinn der Welt, 3. Es lehret mich, wie wil- der dir mißfällt, und alle schnoliglich du für die Welt voll de Sündenlust zu fliehen! Sünder einst gestorben, und 9. Und wie zerstreut in je wie du ihr, so wie auch mir, dem Leid dies Wort den Kumwas nur zum Heil uns noth mer, der mich niederdrücket! ist, haft erworben. Die Schwermuth weicht, das 4. Daß Gott voll Huld mir Herz wird leicht, wenn mich meine Schuld, wenn sie mich der Trost, den es enthält, er reut, als Vater will verzeihen, quicket. und Kraft genug, zur Heiligung, wenn ich mit Ernst sie suche, will verleihen; 10. O, laß dies Wort, Herr, immerfort mein ganzes Herz mit Kraft und Troft beleben! Und hört mein Lauf hienieden 5. Daß meinen Geist, was auf Jesus, der göttliche Lehrer. 139 auf: so muß es mir noch Wandels Ziel! O, fördert Muth im Tode geben. Menschenheil! Wer reichlich fa't, der erndet viel, und hat Mel. Lobt Gott, ihr Christen. am Himmel Theil. 174. Wer hat wohl sonst, 8. Schwächt durchs Gebet als Jesus Christ, so hell ans die Sinnenlust; entweiht nicht Licht gebracht, daß Gott der euer. Herz! Mit HimmelsMenschen Vater ist, voll Weis- sinn füllt eure Brust in Freuheit, Lieb und Macht? den und in Schmerz. 2. Du, Glaube, heilsam 9. Und wißt, wer Gott für die Welt, du Glaube von Herzen liebt, es treu mit voller Ruh, daß ohne Gott Brüdern meint, der wird zu kein Haupthaar fällt, du seinem Heil geübt durch das, nahmst durch Jesum zu. was Uebel scheint. 3. Weltlieb und Tugend 10. Ihr Sünder strebt nach war im Streit; ihn endigt Heiligung, sonst wird es euch Gottes Sohn. Er lehrt der gereun; nie werdet ohne Bes Seelen Seligkeit, der Selbst- serung, ihr einstens selig sein! verleugnung Lohn. 11. So lehrte Jesus, als 4. Er lehrt: als Kinderlein Licht der Welt von Gott liebet Gott, ihn, aller Welten gesandt; gebot die Tugend, Herrn! Den Menschen dient macht die Pflicht zu unserm in Glück und Noth, so wie Heil bekannt. euch selber, gern! 12. Doch findet jetzt noch 5. Bon Frömmigkeit und Gottes Geist zur Befrung Tugend muß der Grund die euch bereit; so giebt der Herr, Liebe sein! sie schärfet Weis- wie er verheißt, euch Himheit beim Genuß der Erden- melsfeligkeit. S güter ein. 13. Und wer von Jesu 6. Dies Tugendrecht, dies Lehre hört, von Vorurtheilen sei euch mehr, als jedes Er- frei, der fühlet bald, wie hoch dengut; ihm opfert Sinnen- ihr Werth, wie groß ihr Urluft und Ehr', und wenn's sprung sei. Gott will, auch Blut. 14. Sie macht uns gut und 7. Der Himmel sei des tugendhaft, sie tröstet in der Noth 140 Hohe Würde Jesu. Noth. Schweigt, Spotter! achter Frömmigkeit, warst du Ich fühl ihre Kraft, sie in deinem ganzen Leben, im kommt, sie kommt von Gott! Tempel! in der Einsamkeit! Mel. Wie wohl ist mir. Als Freund so liebreich gegen Freunde; verfolgt, so duldend gegen Feinde; bei fremdem Weh und Wohl gerührt! Vermehrtest Wahrheit, Tugend, 175. Auf dich Erlöser, Freuden, vermindertest der aufzusehen, so, wie du warst. Menschen Leiden. Durch dich gesinnt zu sein; der Tugend ward Gottes Rath vollführt. Weg dir nachzugehen, der 4. Durch jede Handlung Brüder Glück sich ganz zu Gott zu preisen, als Arzt im weihn, hast du den Deinen, Volk umherzuziehen, zu heilen, die dich lieben, als Pflicht, lehren, segnen, speisen, war und auch mir vorgeschrieben. tein Bergnügen, dein BeWie dringend ist sie und wie mühn. Es war dir Freude, süß! Wenn jeder Christ dein Gram zu lindern, mit Freundfrommes Leben, stets nachzu- lichkeit auch selbst bei Kindern ahmen, wollte streben; die der Tugend Saamen auszu Erde war ein Paradies. streun; die Welt den Weg zu 2. Entbrannt war deine Gott zu lehren, verirrte Seeganze Seele von reiner Liebe len zu bekehren; der Wittwen gegen Gott, und seinem hei- Schuß und Troft zu ſein. ligen Befehle gehorsam bis 5. Du gingest den verlor zum Kreuzestod. Den Schönen Schaafen voll Sorgfam pfer seiner Kreaturen verkün- keit und Liebe nach, voll Sanft digtest du auf den Fluren, den muth und voll Ernst im StraBater, der die Welt erhält; fen, wenn Gottes Eifer aus und lehrtest uns die Sorgen dir sprach. Theilnehmend, stillen, da ohne deines Vaters herzlich und gefällig, aufrich Willen kein Sperling von dem tig, liebreich und gesellig; für Dache fällt. Menschenwohl schlug deine 3. Wie unschuldsvoll, wie Brust. Die Brüder trösten Gott ergeben, ein Vorbild und erquicken, erfreuen, helfen Jesns, unser erhabenes Muster. und Jesus, unser göttliches Muster. 141 und beglücken, war dein Ge- der Gedanke stärken, daß wir schäft, nur deine Luft. des Baters Willen thun; und 6. Du frontest jede deiner seine Huld, sein Wohlgefallen, Stunden mit Werken der sein Geist und Segen auf uns Barmherzigkeit. Nie ward Allen hier und im Himmel Betrug in dir gefunden, von lohnend ruhn. Sünden nie dein Herz entFoder. weiht. Im Geiste hingewandt In bekannter Melodie. zum Himmel entrisfest du dich 176. Mir nach! spricht dem Getümmel, und weihtest Nächte dem Gebet, und, dich Christus, unser Held, mir zum Tod voll Bangigkeiten, nach, ihr Christen alle! Verzum Tod des Mittlers zu be- leugnet euch, verlaßt die Welt reiten, hast du dir Kraft von und folgt mir, wo ich walle! Gott erfleht. Nehmt mir zu Lieb' auch Un7. Mild, liebreich, mäßig, gemach auf euch, folgt meinem und bescheiden, ein Freund er- Kreuze nach. laubter Heiterkeit, bewiesest 2. Ja, Herr, mein Licht, du in schweren Leiden Muth, du leuchtest mir voran, wie Stille und Gelassenheit; ver- ich soll handeln. Wer zu dir gabst, von Liebe tief durch kommt, und folget dir, darf drungen, die härtesten Belei- nicht im Finstern wandeln. digungen im Leben, und dem Du bist der Weg, du weisest Tode nah; und starbst so rüh- wohl, wie man wahrhaftig rend und erbauend, so freu- wandeln soll. dig standhaft Gott vertrau- 3. Dein Herz ist voll Beend, so göttlich groß auf scheidenheit, voll Liebe deine Golgatha. Seele; dein Auge blickt mit 8. Wie du gesinnt zu sein, Mildigkeit auf tief berente zu handeln, ist deiner Schüler Fehle. Mit sanftem, Gott höchste Pflicht. Der muß ergebnem Sinn schaust du auf nach deinem Vorbild handeln, seine Fügung hin. der von Verehrung Christi 4. Du lehrest uns, was spricht; dann wird zum Fleiß schädlich ist, mit weiser Vorin guten Werken uns kräftig sicht meiden, und, statt Beful trug Univ.- Bibl. Giessen 142 Hohe Würde Jeſu. trug und arge List zu üben, rein von aller Schuld, Gott lieber leiden. Du bist des werth und würdig seiner Huld. Lebens Weg und Pfort und 2. Wer war wohl eifriger unsrer Seele Fels und Hort. als du, zu thun des Vaters 5. Fällt's uns zu schwer Willen? Dir war es Ruhm du gehst voran, du stehst uns und Seelenruh, ihn treulich treu zur Seite. Du kämpfest zu erfüllen. Dir, keines Eiselbst, du brichst die Bahn, genruhms bewußt, wars, ihn bist alles in dem Streite. Dem zu preisen, hohe Luft. Krieger Schmach, der muth- 3. Wenn je dein Auge los steht, wenn kühn voran Frevler sab, warst du voll edler sein Feldherr geht! Schmerzen; doch wenn des 6. Wer hier sein Heil zu Vaters Wort geschah, quell finden meint, wird's ohne dich Freud' in deinem Herzen. Un verlieren; wers bei dir zu ver- ihm hing stets dein ganzer lieren scheint, den wird dein Sinn, auf ihn sah stets dein Segen zieren. Wer deinet Auge bin. willen nicht entbehrt, ist deiner Seligkeit nicht werth. 4. Ihm ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit 7. So laßt uns denn dem Freuden. Du warst bereit, lieben Herrn mit Leib und nach seinem Rath, zum Heil Seel' nachgehen, und bei ihm für uns zu leiden. Wie er wohlgemuth und gern in Noth die Liebe selber ist, so warst und Trübsal stehen; denn wer du's auch, Herr Jesu Christ. nicht kämpft, trågt auch die 5. Du zeigtest, daß die Kron' des ew'gen Lebens nicht größte Noth dich nie zum davon, Murren reize; wardst Gott gehorsam bis zum Tod, ja bis da war deine Zuversicht auf zum Tod am Kreuze. Auch Angelus. Mel. mir nach, spricht Chr. 177. O Jesu, Jesu, wahrer ihn allein und fest gericht't. Frömmigkeit vollkommenstes 6. Bon ihm verlassen, blieb Exempel! dein Herz, der Tu- dein Herz an ihm troß alles gend ganz geweiht, war jeder Spottes; dein Hoffen war Tugend Tempel; dein Wandelsim bångsten Schmerz die fich 143 Jesus, unser erhabenes Muster. sichre Hülfe Gottes. Und was fiel! Ihm angenehm zu sein, du hofftest ist geschehn: Gott war deines Sterbens Ziel. hörte deiner Stimme Flehn. 3. Du warest immerfort 7. Mit Ehr' und Preis bereit, des Vaters Willen, von ihm gekrönt, lebst du zu selbst bis zum Kreuzestod mit seiner Rechten voll Majestät, Freuden zu erfüllen; du, du und dir ertönt von allen Got- trugft mit Geduld, Verlust tesknechten das Lob, deß du so und Müh und Schmerz; sabst würdig bist. O selig, wer dir die Beglükteren, und neidlos ähnlich ist! blieb dein Herz. 8. Hilf, daß ich dein Erem- 4. Hat je dein frommes pel mir, o Herr, zum Muster Herz die kleinste Pflicht vers seße, und meinen Gott, ge- lehet? den Leidenden gesehn, sinnt gleich dir, hoch über und nicht mit Trost ergößet? alles schäße, mit Freuden sei nicht gern gewarnt, belehrt, nen Willen thu' und ganz in wo sich ein Mensch verirrt, und seiner Fügung ruh). ihn mit Freundeshand den rechten Weg geführt? Rambach. Mel. Nun danket alle Gott. 5. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, 172. Preis dir, Herr Jesu hier bittrer Feinde Drauen, Chrift! Dem Alter, wie der umgaben, wo du gingst, dich Jugend, warst du, als Pilger Heil'ger; doch du gingst standhier, ein Vorbild ächter Tu- haft durch sie hin, mit Festiggend. Von früher Kindheit keit und Ruh). an betratst du ihren Pfad und 6. Boll hohen Friedens ehrtest deinen Gott mit Herz blieb bis an des Lebens Ende und Mund und That. dein schuldlos Herz; und du 2. Wie unschuldsvoll, wie gabst in des Vaters Hande rein, wie unbefleckt von Sün- den Geist gelassen bin. Vollde floß nicht dein Leben hin! endet war die Bahn, du Wie werth war dir, dem Kin- warst am hohen Ziel, Belohde, wie lieb dem Jüngling nung zu empfahn. schon, nur das, was Gott ge- 7. Bollendeter! auch ich kann 144 Hohe Würde Jesu. kann fünftig ohne Beben in Leide, stets wohlzuthun und deines Vaters Hand die Seele zu erfreun, war deine Sorg' übergeben, wenn sie, so rein und Freude, und eines jeden wie du, von des Gewissens Menschen Schmerz durchSchuld, dir ähnlich ward an drang und jammerte dein Herz. Treu', an Tugend und Geduld. 4. Du trugft mit Sanft8. Blick hin, mein Geist, muth und mit Huld die auf ihn! Verschmäh des Lasters Schwachheit deiner Freunde; Freuden! Sei treu bis in den auch Sünder trugst du mit Tod! Kurz sind des Lebens Geduld und batst für deine Leiden. Wie Jesus, weihe Feinde; du warst gehorsam Gott des Lebens kurze Zeit, bis zum Tod, und ehrtest dann folgest du ihm einst ins selbst im Tode Gott. Reich der Herrlichkeit. 5. Ein solches Beiſpiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, wie du zu leben, ähnlich dir in meinem Thun und 179. Welch hohes Beispiel ich deinem Sinn durch Lieb' Lassen. O wohl mir, wenn Mel. Mir nach, spricht Christ. gabst du mir, mein Heiland und Wahrheit ähnlich bin! durch dein Leben! Sollt' ich 6. Herr, stårke mich, gieb nicht gern und mit Begier dir Kraft und Licht, daß ich mein nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du be- Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich bloß tratst, nicht freudig thun, was den Deinen nenne; damit ich du, Herr, thatst? deinem Vorbild treu, auch Ans 2. Dein Herz, von Sün- dern selbst ein Bespiel ſei. den nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Streben Gottes Ehre; auch wenn du litteft ohne Schuld, ertrugst du's willig mit Geduld. Rambach. Jesus, der Versöhner der Welt. Mel. Herzliebster Jesu, was. 3. Dem Traurigen Trost 180. Gott, der du für uns zu verleihn, zu wehren jedem deinen Sohn gegeben! wer kann Niemeyer. Jesus der Versöhner der Welt. 145 kann doch gnugsam deine Huldne Huld erkennen, voll Zuvererheben? Wie herrlich zeigst sicht dich meinen Vater nendu im Erlösungswerke der nen, und zum Gehorsam dir Gnade Stårke! mein ganzes Leben willig er2. Dein ew'ger Sohn stirbt geben. für die Menschenkinder; der 8. Was mir dein Sohn, Heiligste tritt an die Statt da er für mich gestorben, von der Sünder! der Seligste deiner Huld durch seinen Tod begiebt sich seiner Freuden, erworben, das werde mir zu für uns zu leiden. meinem ew'gen Heile, nun 3. Er wird das Lamm, das auch zu Theile. Uller Sünden tråget, auf 9. Dein Friede wohne stets welches du die Strafe selbst in meinem Herzen, und trogeleget; daß du die Schuld ste mich bei des Gewissens an den verlornen Schaafen Schmerzen; dein Geist sei nicht dürftest strafen. mit mir, deinen guten Willen 4. Was ist der Mensch, treu zu erfüllen! daß du so sein gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Fiebich. Versöhner schenkeft? Was Mel. Herzlich thut mich verl. findest du an mir und an uns 181. Jft Gott für mich, so Allen für Wohlgefallen? trete gleich Alles wider mich! 5. Verdient Verachtung So oft ich zu ihm bete, stårkt gütiger Gefeße, verdient meine Seele sich. Hab' ich nur Verschwendung unnennbarer ihn zum Freunde, wie glückSchäße, verdient gehäufte, lich bin ich dann! Auch wider Verschuldung so meine Feinde nimmt er sich gröbliche viele Duldung? meiner an. 6. O, welche Tiefe deiner 2. Wohl mir! ich glaub' Menschenliebe! wer faßt, o es feste, und bins gewiß als Gott, die Größe ihrer Trie- Christ, daß Gott, der Höchst be? Du thuft weit mehr zu und Beste, mein Freund und unserm Wohlergehen, als wir Vater ist; er reicht zu allen verstehen. Zeiten mir seine Hülfe dar, 7. Ach lehre mich echt dei- giebt Muth und Kraft zu K ftrei 146 Hohe Würde Jesu. streiten, und Beistand in mit jenen ew'gen Freuden Gefahr. dem Lohn bewährter Treu'. 3. Der Grund, worauf ich 7. Auf dies mein Theil und baue, ist Christus und sein Erbe sel' ich voll Zuversicht; Tod, und weil ich ihm ver- wenn ich gleich leid' und sterbe, traue, schreckt mich nun keine fehlt doch der Treft mir nicht. Noth. Ihm weil ich gern Gel)' ich auch unter Zähren mein Leben, wenn ers von mir hier manche rauhe Bahn, begehrt; was er giebt und nimmt mich doch Gott zu Eh will geben, das ist der Liebe ren dereinst auf ewig an. werth. 8. Dies stárkt mich, auch 4. Er ists, der mich zum im Leiden dem Höchsten treu Leben, das ewig währt, er zu sein. Nichts soll mich von höht; von ihm wird mir ge- ihm scheiden, auch nicht die geben das Glück, das nie größte Pein. Er lenkt sie mir vergeht; er ist mein Heil, zum Besten, ist mir mit Tro mein Tröster, bereit mich zu ste nab, und wann die Noth erfreun: wie könnt ich, sein am größten, ist seine Hülfe da. Erlöster, verzagt und muthlos sein? 9. Nichts, was wir hier erheben, kein glänzend Eigen5. Durch ihn hat meine thum, nichts, wonach Eitle Seele zu Gott die Zuversicht: streben, nicht Ansehn, Macht auch wenn ich Schwacher und Nuhm, nichts soll mit feble, verwirft er mich doch meinen Glauben an seine Ba nicht. Den Kummer meines tertreu' vermindern oder raus Herzens sieht er erbarmend ben: er steht mir immer bei. an, daß auch zur Zeit des 10. Mein Herz ist nun voll Schmerzens ich sein mich Freuden, und kann nicht traus freuen kann. rig sein; auch selbst die Zeit 6. Sein Geist spricht mer der Leiden hat für mich Sonnem Geiste manch süßes Trost- nenschein. Den Troft, den wort zu: wie Gott dem Hül- ich nun habe, verdank' ich Jes fe leifte, der bei ihm suchet su Christ, der selbst bei meis Ruh', und wie ein kurzes Lei- nem Grabe mein Freund und den nicht zu vergleichen sei Tröster ist. Gerhard. Mel Jesus der Versöhner der Welt. 147 Mel. Herzliebster Jesu, was. ihm zu finden; ich sehnte mich, 182. Nie kann mein Herz von ihm durch Schuld geschiedich, Jesu, gnug erheben. Den, umsonst nach Frieden. Du bist der sichre Weg zum 7. Du aber haft dies Elend wahren Leben; durch dich weggenommen; bist mir der kann ich, der Sündenlast entWeg, zu Gottes Huld zu kommen; dein Opfer schafft mir nommen, zum Vater kommen. 2. Du, Gottes Sohn, du Troft im Leiden. der Bergebung Freuden und kamst zu uns auf Erden, und 8. Die besre Zukunft war gabst dich hin in Martern und vor mir verhüllet; kein Strahl Beschwerden, um Trost und der Hoffnung, welche Seelen Heil auf Zeit und Ewigkeiten füllet, die sich unsterblich fühmir zu bereiten. 3. Nun liegt sie vor mir, nen Schmerzen. len, schien dem Herzen in seis deine Segensfülle, daß ich 9. Du aber, großer Mittdaraus den Durst der Seele ler, bist mein Leben, willst stille, den Durst nach Gütern, nach der Zeit zum Himmel die mein Herz erquicken, mich mich erheben, mir ew'ges ganz beglücken. Glück für meinen Geist ge4. Mir fehlte Licht, Gott währen, den Leib verklären. richtig zu erkennen, froh zu 10. Mit tiefgerührtem verehren, Vater ihn zu nen- dankbaren Gemüthe verehr nen: du aber bist zum Lichte ich, Jesu, deine große Güte. mir erschienen, Gott recht zu In Himmelewonne preif ich dienen. deinen Namen einst besser. 5. Vor deinem Glanz ent- Amen. fliehn die Todesschatten, die mich Verblendeten, umgeben Heeren. hatten; ich sebe nun, erbellt Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. durch deine Wahrheit, des 183. Von ganzem Herzen preis ich dich, mein Heiland, 6. Verschlossen hatt' ich denn du liebtest mich, eh' ich mir durch meine Sünden den dich lieben konnte; nahmst Weg zu Gott, um Trost bei mehr, als ich dir danken kann, Hochsten Klarheit. K2 dich 148 Hohe Würde Jesu. dich meiner schon erbarmend fab zu mir, und schwurst Eran, eh' ich zu sein begonnte. lösung, schwurst bei dir: ich Du legtest längst vor meiner will den Tod des Sünders Zeit den Grund zu meiner Se- nicht:: Ich komm' und rett' ligkeit; und nunmehr, da ich ihn vom Gericht. leb' und bin, schaffst du mir 4. Du famst, doch da zer deines Heils Gewinn. Herr, flossen nicht die Wolken unter Jesu Christ! wie liebst du dir in Licht dem Kommenden mich: Dein freuet meine zu Ehren. Die Berge wur Seele sich. den nicht erregt, der Erde 2. O möcht' ich dir doch Gründe nicht bewegt; du für dein Heil, du hier mein kamst nicht zu zerstören. Dich Trost, und dort mein Theil, kündigte kein Sturmwind an, nur würdig danken können! kein fressend Feuer ging voran, Laß mich so, wie du es ver- kein Donner rollte, und kein dienft, da du zu meinem Heil Blitz schoß durch die Himmel, erschienst, für dich in Lieb' ent- deinen Sit; du kamst allein brennen! Erhaben über allen zum Heil der Welt:,: fanft wie Dank, bedarfst du meinen der Thau vom Himmel fällt. Lobgefang zwar, Herr zu dei- 5. Ein Mensch, nicht mach ner Größe nicht; doch bleibt tig und nicht reich, nur arm es ewig meine Pflicht, dir und niedrig, Knechten gleich, freudenvoll mein Herz zu erschienst du, mich zu retten. leihn und Herold deiner Mich( ewig, ewig preis ich :,: Huld zu sein. dich!) von Sünd' und Todes3. Des Elends Abgrund banden mich mitleidig zu entz naht' ich mich: du sahst es, ketten. Du botst mir hülfreich und erbarmtest dich, als ich deine Hand vom Kreuze her, versinken wollte. Du, du be- und ich empfand, wie glücklich schlosseft, ob ich zwar ganz un- ich vom Elend frei durch dich, werth deiner Gnade war, daß mein Heiland, worden sei. ich nicht sinken sollte. Dich Von Sünd' und Tod, Herr, kannt ich nicht, und rief dir halfft du mir:: Auf ewig nicht; doch wandtest du dein Preis und Dank sei dir! Angesicht erbarmungsvoll herLavater. Vom Pfingstlieder. Vom Geiste des Herrn und der Heiligung. Sendung des heiligen Geistes. Pfingstlieder. kreis überall; und selbst die Mel. Herr Jesu Christ, dich. fernste Nation kennt Gott und 184. Anbetung sei dir, Jesum, seinen Sohn. Gott, gebracht! du haft uns diesen Tag gemacht. 7. Noch dauert dieser SeIhn gen fort; noch siegt, o Ewiger, preise, wer durch Jesum Christ dein Wort; und daß wir glauerleuchtet und geheiligt ist! ben, danken wir dem Glanze 2. Der Erdkreis lag in jenes Lichts von dir. Nacht gehüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt: da kam Wahrheit treu, mach' uns 8. Erhalt uns deiner von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. dein Geist treib' uns zum Gu= von Sund' und Irrthum frei; ten an, und leit uns auf der Tugend Bahn; 149 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Kraft und sichtbarlich. In fremden Spra- hellern Licht von Angesicht zu 9. Bis wir dereinst im then that ihr Mund, Gott, Angesicht dich schaun, und in deine großen Thaten kund. des Himmels Höh'n durch 4. Von ihm gestärkt, gehn ſie nun gern und sammeln dich auch uns verherrlicht sehn. Junger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang preist ihn der Völker Lobge- 185. Hör unser Gebet, fang. Geist des Herrn! du hörst Mel. Komm heil'ger Geist. 5. Umsonst bestürmt sie der Menschen Flehen gern. Grimm und Spott; sie siegen, Wir wollen unser Herz dir stark durch ihn, o Gott. Ihr geben: o, lehre heilig uns leSchuß ist Jesus und ihr Ruhm ben! Rüft uns mit Stärke, sein theures Evangelium. Muth und Kraft, du, der 6. Ja, ihrer Predigt fro- das Gute in uns schafft, daß her Schall erfüllt den Erd- nicht die Lockungen der Sünden 150 Sendung des heiligen Geistes. den uns, Christi Jünger, über- 2. Lehrer der Vorzeit, wer winden. Wir traun auf dich! hat euch Zukunft enthüllet? Wir traun auf dich! Licht euch geschenkt, das den 2. Du heiliges Licht, star- göttlichen Tiefen entquillet? ker Hort! laß uns der Wahr- Wars nicht der Geist, den heit helles Wort auf diesem unser Lobgesang preist, der Lebenspfade leiten, daß unsre euch mit Weisheit erfüllet? Tritte nicht gleiten. Treib' 3. Arme und Niedre, zu fern von uns des Irrthums Jesu Aposteln Erwählte, wenn Nacht, laß siegen deiner euer Mund seine Lehren und Wahrheit Macht, daß Jesus Thaten erzählte, sagt, welche Christ der ganzen Erde be- Hand lenkte da euren Verkannt und angebetet werde. stand, daß eure Schwachheit Erhöre uns! Erhöre uns! nicht fehlte? 3. Laß, freudiger Geift, voll Bertraun in Noth auf 4. Hat nicht der Geist euch deine Hülf' uns schaun! Lehr Hat er, nicht machtvoll die in jegliche Wahrheit geleitet? uns, wenn wir zum Bater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir als gute Streiter ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen. Hallelujah! Hallelujah! Lehre von Jesu verbreitet? Schwarz war die Nacht, furchtbar die feindliche Macht, die ihr durch ihn einst zerstreutet. Klopstock. Mel. Lobe den Herrn, den. 5. Waren nicht wir auch, wie unsre Urvåter noch Heiden, wüßten noch nichts von der Ewigkeit seligen Freuden, glänzte uns nicht, Tröster, 186. Jhr, durch die Taufe dein göttliches Licht, jeglichen dem heiligen Geiste geweihet, Irrweg zu meiden? auf! Ihn zu preisen, den 6. Bater im Himmel! Tröster, der Herzen erfreuet! wenn irdische Våter fich Hoch ist sein Thron. Er, Gott freuen, flehenden Kindern, wie Bater und Sohn ists der was nüßt und erquickt, zu uns Wohlfahrt verleihet. verleihen; Vater, so gieb uns mit Pfingstlieder. 151 mit dem Geist auch den Trieb, O Herr! behüt für fremder Seele und Leib dir zu weihen. Lehr', daß wir nicht Meister 7. Heiliger Geist! o so lehre suchen mehr, denn Jeſum uns Jesum erkennen, hilf Christ, mit rechtem Glauben, uns, dem Lafter entfliehen, und ihm aus ganzer Macht für Tugend entbrennen; folg- vertrauen. Hallelujah! Halsam zu sein, laß unsere Her- lelujah! zen erfreun; nicht bloß uns Christen zu nennen. 3. Du heilige Brynst, süßer Trost, nun hilf uns fröh8. Treib' uns, was ångstet, lich und getroft in deinem dem gütigsten Vater zu tla- Dienst beständig bleiben, die gen! Laß uns bei zögernder Trübsal uns nicht abtreiben. Hülfe nicht muthlos verzagen! O Herr! durch dein Kraft Führ uns im Glück zu dem uns bereit, und stärk" des FleiErbarmer zurück, freudigen sches' Blödigkeit, daß wir hier Dank ihm zu sagen. ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! D. M. Luther. In bekannter Melodie. 187. Komm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll' mit deiner Gnaden Gut deiner GläubiIn bekannter Melodie. gen Herz, Muth und Sinn, 188. Nun bitten wir den dein' brünstig' Lieb' entzund heiligen Geist um den rechten in ihn'n. Herr! durch Glauben allermeist, daß er deines Lichtes Glanz zu dem uns behüte an unserm Ende, Glauben versammelt hast das wenn wir heimfahren aus dieVolk aus aller Welt Zungen; sem Elende. Kyrieleis. das sei dir, Herr, zu Lob ge= 2. Du werthes Licht! gieb fungen. Halleluja! Halle uns deinen Schein, lehr' uns lujah! Jesum Christum erkennen al2. Du heiliges Licht! edler lein, daß wir an ihm bleiben, Hort, laß uns leuchten des dem treuen Heiland, der uns Lebens Wort, und lehr' uns bracht hat zu dem rechten Gott recht erkennen, von Vaterland. Kyrieleis. Herzen Vater ihn nennen. 3. Du süße Liebe, schenk uns 152 Sendung des heiligen Geistes. uns deine Gunst, laß uns 3. Das Heil, das Jesus empfinden der Liebe Brunst, uns verschafft, verbreitest du daß wir uns von Herzen ein- auf Erden. Wir sollen nun ander lieben, und im Friede durch deine Kraft zu neuen auf einem Sinne bleiben. Menschen werden. Dein Licht Kyrieleis. erleuchtet den Verstand, du 4. Du höchster Trost in leitest uns an deiner Hand aller Noth! hilf! daß wir zum Himmel von der Erde. nicht fürchten Schand' noch 4. Du machst die Wahrheit Tod, daß in uns die Sinne offenbar: Erfüllt von deinen nicht verzagen, wenn der Feind Trieben, hat jener heil'gen das Leben wird verklagen. Månner Schaar geredet und Kyrieleis. geschrieben. Du wirkst auch jetzt noch immerfort zum Heil der Menschen durch das Wort, D. M. Luther. 189. Mel. Allein Gott in der Höh. das du selbst eingegeben. heiliger und gu- fti Wort durch der Apostel 5. Wie wunderbar ist Chriter Geist, du Geist der wah- Zungen von einem zu bem anren Liebe, der uns den Weg dern Ort durch alle Welt gezum Himmel weist, der un- drungen. Nun lebet dort der fers Herzens Triebe zu allem Christen Schaar, wo man vor Guten mächtig lenkt, der Zeiten heidnisch war, und uns die Kraft zum Glauben stummen Gößen diente. schenkt, du Geber aller Gaben! 9. Nun Herr, mein ganzes Christenthum steht auch in 2. Du weißt es was ich deinen Händen; du mußt es red' und thu', auch die ge- selbst zu deinem Ruhm ans heimsten Sorgen, der Gott- fangen und vollenden. Ich heit Rath durchforscheft du, Armer kann nichts ohne dich. und dir ist nichts verborgen. Sei hoch gepriesen, daß du Du herrscheft auf dem höch- mich zu meinem Jesu führeft. sten Thron, so wie der Vater 7. Sich hier mein ganzes und der Sohn? und Alles treues Herz; dir sei es über muß dir dienen. geben! dein Friede liudert meis Pfingstlieder. 153 meinen Schmerz, dein Athem Reue tiefstem Schmerz wird ist mein Leben. Geh' ich nach es durch ihn erfreut. deinem Wort dahin; so weiß 7. Sein Beistand treibt ich, daß ich selig bin, und mit Gottes Kraft zu edeln sag' einst fröhlich Umen! Thaten an, bezwingt die Macht der Leidenschaft, daß sie nicht fiegen kann. Neumann. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 8. sei auch uns Licht, 190. Rühmt, Menschen, Trost und Kraft, die wir uns die ihr Christen heißt, der deiner freun! Laß, Geist, der hohen Wohlthat Werth, die alles Gute schafft, laß uns Gott auch uns durch seinen dein Tempel sein! Geist voll Baterhuld gewährt. 2. Er kommt, er kommt Mel. Komm heil'ger Geist. mit Gotteskraft und seinem 191. Sei, Welterlöser, sei Trost, der Geist, der Jesu gepreist! du sandtest uns den Lehre Sieg verschafft, als theuern Geist, der uns in alle Helfer sich erweist. Wahrheit leite und uns zum 3. Die bangen Jünger wer- Himmel zubereite. Er schenden kühn, ihr stark beredter ket uns zum Guten Kraft, Mund macht den, der uns stärkt uns in dieser Pilgerzum Heil erschien, auch fernen schaft den Lauf zum Ziele zu Völkern fund. vollbringen, und einst die 4. Der Tempel der Abgöt- Krone zu erringen. Halleluterei wird Gottes Heiligthum, jah! Hallelujah! die Welt vom Überglauben 2. Durch deines Geistes frei, die Götzen stürzen um. Kraft erfreut, wagt deiner 5. Sein Licht vertreibt des Boten Schaar den Streit, Irrthums Nacht, die ganze kämpft gegen falscher Götter Volker deckt, besiegt des Aber- Heere, siegt durch die Wahrglaubens Macht, mit der er heit deiner Lehre. Voll inndraut und schreckt. rer Stårke ging ihr Wort 9. Sein Troft wird Wonne bis an der Erde Grenzen für das Herz, das treu sich fort, erleuchtete die Nationen, " Jesu weiht, auch bei der und drang von Hütten zu ben 154 Sendung des heiligen Geistes. den Thronen. Hallelujah! dringen, und so den letzten Hallelujah! Sieg erringen! Hallelujah! 3. O, send' ihn auch zu Hallelujah! Sturm. uns, den Geist, der uns den Weg zur Wahrheit weist! Ach! dunkel sind des Lebens Mel. Komm heiliger Geist. Pfade: erleuchte sie durch 192. Tag, der auch uns deine Gnade! Er lehr uns das Licht gebracht, Tag, den Gottes Heil verstehn, er leit uns unser Gott gemacht, mit uns, wennn wir irre gehn? und Jnbrunst sei von allen Zungen wenn wir straucheln und er- zu Gottes Preise besungen. müden, dann stårk' er uns Die Erde lag, von Nacht ummit Kraft hienieden. Halle- hüllt, mit Wahn und Gößenlujah! Hallelujah! dienst erfüllt. Du hast den 4. Hier in dem Heiligthum dichten Finsternissen nach landes Herrn, hier warten dei- ger Nacht die Erd' entrissen. ner, Geist des Herrn, wir Gelobt sei Gott! Gelebt sei Christen, unsers Hauptes Gott! Glieder; komm segensvoll auf 2. Singt Jesu Dank! Er uns hernieder! Hilf uns, ward erhöht auf Gottes Thron gib dem Verstande Licht, dem voll Majestát. Nun segnet Herzen Muth und Zuversicht, gnädig seine Jünger der hochdaß uns von ihm, den wir erhabene Vollbringer. Er senbekennen, hier weder Glück det den verheißnen Geist der noch Leiden trenen! Halle- Schaar der Zeugen, die ihn lujah! Hallelujah! preist. Sie sterben froh für 5. O, leit' uns, Herr, an seine Lehre, daß sich der Erddeiner Hand hinauf ins wahre Ereis zu ihm fehre. Gelobt Vaterland! Entreiß uns sei Gott! Gelobt sei Gott! machtig dem Verderben; 3. Gesandt von Jesu, gehn schüß unsre Tugend, bis wir sie gern, und sammeln übersterben! Dann stårk' auch in all dem Herrn selbst aus Verdes Todes Schmerz mit froher folgern neue Jünger. Das, Hoffnung unser Herz, daß wahrlich, ist Gottes Finger! wir voll Muth zum Himmel Umsonst bestürmt sie Grimm und Pfingstlieder. 155 und Spott; sie siegen dennoch,[ beit, du hast uns Gott gestark durch Gott, troß alles boren, du hast uns Gott geDrobens, alles Spottes, und weiht, o hoch gelobter Geist, wirken große Thaten Gottes. den auf des Vaters Throne Gelobt sei Gott! Gelobt sei zugleich mit seinem Söhne der Gott! ganze Himmel preist. 4. Der Herr mit euch! 4. Zeuch ein, laß mich Der Herr mit euch! hr empfinden die Größe deiner bauet ihm sein weites Reich. Kraft, die Kraft, die uns von Nun herrscht der Herr auch Sünden Hülf und Errettung unter Heiden, ihm dienen schaft. Erneure meinen Sinn, Völker mit Freuden. Nun daß ich reinem Geifte dich lernt die Welt, erhellt, und thr', und Alles leiste, was frei vom Joche der Abgöt- ich Gott schuldig bin. terei, den lang verkannten 3. Ich glich den dürren Schöpfer kennen; ja ihn Neben, war todt und ohne durch Jesum Bater nennen. Kraft; du hast mir nenes Gelobt sei Gott! Gelobt sei Leben durch Jesu Tod verGott! schafft. Gieb, daß mein Herz nur sucht, wie es zum Erndte5. Auch uns hat dieses tage die Frucht des Glaubens Segens Kraft zu der betrage, der guten Werke glückten Bürgerschaft in Jesu Frucht. großes Reich geführet. Wir 4. Du bist ein Geist, der preisen von Danke gerühret. lehret, wie man recht beten Herr, laß uns Alle würdig soll. Mein Beten wird ersein, uns dieses hohen Glücks höret; bet' ich nur glaubenszu freun; laß deines Geistes voll. Dann steigt es himmelmilde Gaben auch uns in an, und ich soll gute Gaben reicher Fülle haben. Gelobt von dem zu hoffen haben, sei Gott, Gelobt sei Gott! der Alles geben kann. 5. Du bist ein Geist der Mel. Von Gott will ich nicht. Freuden, das Trauern liebst 193. Zeuch ein zu deinen du nicht; so leuchte mir im Thoren, zu deiner Christen- Leiden, auch deinés Trostes Licht. 156 Sendung des heiligen Geistes. Licht. Mit Wonne denk' ich chen, so zerstöret durch Krieg dran, daß du im heil'gen und Feuersnoth. Worte mir oftmals schon die 9. Beschirm' die Polizeien, Pforte des Himmels aufge- bau' unsers Königs Thron, than. daß sie und wir gedeihen. 9. Du bist ein Geist der Schmuck, als mit einer Kron', Liebe, willst nicht daß Haß die Alten mit Berstand, mit und Neid der Christen Herz Frömmigkeit die Jugend, mit betrübe, liebst Fried' und Ei- Gottesfurcht und Tugend das nigkeit. Laß allen Streit uns Volk im ganzen Land. fliehn, er würde uns verdam- 10. Erfülle die Gemüther men; von deiner Liebe Flam- mit reiner Glaubenszier, die men laß Aller Herzen glühn. Häuser und die Güter mit 7. Du, Herr, haft selbst Segen für und für; vertreib in Händen die ganze weite den bösen Geist, der sich dir Welt, kannst Menschenherzen wiedersehet, und das, was dich wenden, wenn es dir wohlge- lergößet, aus unserm Herzen fällt. Der du die Liebe bist, reißt. verknüpf in allen Landen mit 11. Nicht unser ganzes deiner Liebe Banden, was Leben nach deinem heil'gen noch getrennet ist. Sinn; wie sanft und ruhig 8. Erhebe dich, und steure geben wir es dereinst dann der Erde Jammer du, bring' hin! Ist es hier mit uns aus; wieder, und erneure der so hilf uns fröhlich ziehen aus Kirche Glück und Ruh': Laß dieses Lebens Mühen in Gotwieder blühn, o Gott, die tes schön'res Haus. Länder, so verheeret, die Kir- l Gerhard. Beistand des heiligen Geistes zum Guten. Mel. Jesu, meines Lebens Licht. fel hüllt der Engend Klarheit 194. Auf dem Weg zum oft in dichte Finsterniß! 9, Heil, zur Wahrheit, giebt wie leicht ists dann zu irren, es manches Hinderniß, Zwei- sich in Schlingen zu verwirren, Beistand des heil. Geistes zum Guten. 157 ren, oft im Guten still zufflehn: er helf uns streben jestehn, und so rückwärts selbst den Irrweg treu zu fliehn! zu gehn. Mit der Tugend höhern Freu2. Gott, du weißt's, wie oft den tröste er uns, wenn wir Verbindung dieser Welt uns leiden; führe uns an seiner traurig täuscht, bei der klein- Hand hin, ins wahre Batersten Ueberwindung, die die land! Tugend von uns heischt! Wie beim Heiligungsgeschäfte uns Mel. Liebster Jesu, wir sind. verlassen Muth und Kräfte! 195. Gott, du haft in deiWie verzagt wir uns oft sehn, nem Sohn mich von Ewigkeit einen bessern Weg zu gehn! erwählet, sende nun von dei3. Stärkte uns nun deine nem Thron, was zu meinem Gnade nicht zum Laufe bis Heil noch fehlet. Gieb mir ans Ziel; ach, der Schritte deines Geistes Gaben; durch auf dem Pfade unsers Heils sie werd' ich alles haben. gåb's dann nicht viel! Doch 2. Bin ich noch in Sünden zu diesem großen Werke reichst todt und zum Guten ganz vers du selbst uns Kraft und Står- loren; heil'ger Geist, mein ke; giebst durch deinen Geist Herr und Gott, mache du uns Sieg in der Leidenschaf- mich neu geboren, rette mich ten Krieg. von dem Verderben, laß mich 4. Ja, dein Geist wird nicht in Sünden sterben. dann die Quelle, woraus alles 3. Treibe weg die finfire Gute fließt; dunkle Nacht Nacht falscher, zweifelnder wird durch ihn helle, Drd- Gedanken; wenn die Welt nung wo Verwirrung ist; mich irre macht, halte die Zweifel lösen sich in Klarheit, Vernunft in Schranken; von Irrthum wandelt sich in dir laß mich Weisheit lernen, Wahrheit! wo er wirkt, da laß mich nichts von dir entmachet er weiser, besser, glück- fernen. licher. 4. Immer regt sich noch 5. Diesen Geist willst du in mir Lust und Neigung zu uns geben, bitten wir mit der Sünde. Gieb mir Kraft, Ernst um ihn; Gott, wir sie kommt von dir, daß ich mich 158 Beistand des heil. Geistes zum Guten. gen. mich selbst überwinde, und Mel. Gott des Himmels und. zu allen guten Dingen gieb 196. Komm, o Geist, von mir Wollen und Vollbrin- Gott gegeben, heilige und beßre mich! weise, fromm 5. Schaff' in mir ein rei- und gut zu leben, dies vernes Herz, daß ich stets an mag ich nur durch dich. Läß'st Gott gedenke, und mich oft du mich an Hülfe leer, dann in Neu' und Schmerz über wird mir der Kampf zu meine Sünden kránke: doch schwer. nach den betrübten Stunden 2. Ach, ich irr in Finster: tröst mich durch Jesu Wun- nissen, Geist der Wahrheit ohne dich; von Begierden hinden. 6. Pflanze du mich selbst gerissen, täuscht die trunkne in ihn als ein Glied an sei- Seele sich, suchet Rul) und nem Leibe; und wenn ich sein findet sie in der Erde Gütern eigen bin, hilf mir, daß ich nie. es auch bleibe, und als eine 3. Hilf mir nach dem Himgute Rebe Früchte bring' und mel streben, der den Lohn mir in ihm lebe. aufbehält; hilf mir Gott und 7. Wenn es mir an Kraft Jefu leben, nicht den Lüften gebricht, stårke mich in mei- dieser Welt; lehre mich von nem Glauben. Liebe sei mir Sünden rein, heilig, wie füße Pflicht, laß nichts meine mein Gott, zu sein. Hoffnung rauben. Gieb mir 4. Leite du mich auf dem Demuth in den Freuden, gieb Pfade deines Lichts zum LeGeduld und Muth in Leiden. ben hin; stårke mich durch dei8. Gieb mir Weisheit, gieb ne Gnade, wenn ich schwach mir Kraft, wenn ich rede, und muthlos bin, daß ich ná wenn ich schweige, daß ich stets her jeden Tag meinem Ziele kommen mag. gewissenhaft meinen Glauben thátig zeige, christlich lebe, 5. Gieb zu jedem guten felig sterbe, und des Him- Werke meiner Seele Kraft mels Freuden erbe. und Lust, und im Kampfe flöße Stärke mir in meine Neumann. schwa Beistand des heil. Geistes zum Guten. 159 schwache Brust, gieb mir mich; beweise, wenn ich Trost in jeder Noth, hilf mir traurig bin, auch mir, als treu sein bis zum Tod. Tröster, sich. 6. Sei mein Beistand, 6. Er schaff' in mir ein wenn ich sterbe, zeige meinem reines Herz, Versich'rung deiGeist von fern das mir auf- ner Huld, und waffne mich behaltne Erbe in der Herr- in jedem Schmerz mit Muth lichkeit des Herrn; so, ge- und mit Geduld. stärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. Neander. Neander. Mel. Wie herrlich strahlt der. 198. Noch siehet nicht, o Mel. Ich finge dir mit Herz. Sterblicher, dein dunkler 197. Nicht um ein flüch- Blick, was Gott, der Herr, tig Gut der Zeit, ich fleh' um im Stillen schon bereitet. deinen Geist, Gott, den zu Boll dunkler Größe ist sein meiner Seligkeit, dein theu- Gang; dich dünket wohl der res Wort verheißt. Weg zu lang, der hin zum 2. Die Weisheit, die vom Ziele leitet. Muthvoll, muthHimmel stammt, o Vater, voll kannst du trauen! Gott lehre mich; die Weisheit, wird bauen seinen Garten, und die das Herz entflammt zur den Keim des Guten warten. Liebe gegen dich. 2. Es keimt, es keimt, es 3. Dich lieben, Gott, ist wächset groß, das SaamenSeligkeit: gern thun, was forn im stillen Schooß, im dir gefällt, wirkt edlere Zu- Schooß der Ewigkeiten. Als friedenheit, als alles Glück schöne Pflanze aufzustehn, der Welt; muß es in die Verwesung 4. Alsdann hab ich Ber- gehn, der Hülle sich entkleitraun zu dir; dann schenket den. Doch lebt, doch hebt selbst dein Geist das freudige sich die Fülle aus der Hülle, Bewußtsein mir, daß du mir jetzt verborgen, herrlich steht gnädig seist. sie da am Morgen. 5. Er leite mich zur Wahr- 3. Die Morgensonne kommt heit hin, zur Tugend stårk' er gewiß, muß gleich erst Licht und 160 Beistand des heil. Geistes zum Guten. und Finsterniß im kurzensmein Licht, du mein Tröfter, Kampfe liegen. Ist nur die wenn ich leide, wenn mir Rath Dämmerung vorbei, dann und Trost gebricht. Geist des wird von düstern Nebeln frei Höchsten, dessen Kraft in uns der Glanz der Wahrheit sie alles Gute schafft: du Erhalgen. Herrlich hebt sich dann ter aller Dinge, höre, höre die Sonne, und mit Wonne was ich singe. preisen alle wir einst Gott mit Jubelschalle. 2. Du bist ja die beste Ga4. Der aller Weisheit schen kann; wenn ich Schwabe, die ein Mensch sich wünQuelle ist, aus dem Vernunft cher dich nur habe, dich nur: in Strömen fließt, läßt nicht was gebricht mir dann? Geist Vernunft versiegen. Der des Herrn, erfülle mich! Ach, Heil'ge, dessen Allmachtsruf mit Kraft zum Guten Gei- die Taufe neu geboren, bir von dir ward ja auch ich durch ster schuf, läßt sie nicht öde liegen. Herrlich schwingt sich aus der Stille ihrer Hülle 3. Wie die Wüste grünt Licht und Wahrheit, strahlet durch Regen, also blüht der einst in voller Klarheit. Tugend Saat, wächst und zum Tempel auserkohren. 5. Anbetend, Vater, schwei- reift, sobald dein Segen unge ich und flehe: Vater, hö- ser Herz durchdrungen hat. re mich, dein herrlich Reich Das Gedeihen kommt von laß kommen! Es kommt, es dir, wende dich doch auch zu kommt gewiß dein Reich: mir. Laß mich deine Kraft Schon ist es da, mit ihm zu durchdringen, auch zu blühn gleich Heil allen deinen From- und Frucht zu bringen. men. Dein Sohn hat schon 4. Du bist weis und voll es gegründet; einst verbindet, Berstandes; das Geheimste freut euch Brüder! dort uns ist dir kund; du, du zählst Wahrheit, Tugend wieder. den Staub des Sandes, schauft bis auf des Meeres Mel. Werde munter, mein G. Grund.. Nun so kennst du 199. du Geber wahrer auch gewiß meiner. Seele FinFreude! du in Finsterniß sterniß. Drun gieb Weisheit Beistand des heil. Geistes zum Guten. 161 beit und vor allen Trieb und dem, mas Sünde heißt, will Kraft, Gott zu gefallen. ich eifrig widerstehen, und den 5. Du bist heilig, liebst das Weg der Tugend gehen. Gute, willst, daß wir auch heilig sein. Hilf mir doch, satz stårkest! Stely mir stets 9. Nur, daß du den Vormit edlem Muthe, mich vor in Gnaden bei. Hilf, mein jeder Sünde scheun. Vor der Helfer, wo du merkest, daß Lüste Tyrannei mache mich aus mir Hülfe nöthig sei. Gnaden frei, daß ich, was du weißt ja, wie schwach ich bin. Du liebst, nur wähle und aus Gieb mir einen neuen Sinn, Vorsaß nimmer fehle. daß ich schon auf dieser Erde, täglich mehr geheiligt werde. 6. Du bist gütig, voll Erbarmen, nimmst, wo Niemand helfen kann, dich der Tran- 10. Hilf mir nach dem Himrigen und Armen, Aller, die mel streben. Wenn ich strauchbedrängt sind, an. Wenn ich le, sei mein Stab! Wenn ich schnell zum Zorne bin, giebsterbe, sei mein Leben, und mir deinen sanften Sinn, daß mein Trost am finstern Grab. ich Freund und Feinde liebe Wenn ich wieder aufersteh': keinen den du liebst, betrübe. o dann hilf mir, daß ich geh' Gerhard. Mel. Wie herrlich strahlt der. 7. O wie sehr bin ich zu- hin, wo du mit ew'gen Freufrieden, wenn dein Trost mich den wirst die Auserwählten nie verläßt! Bleib' ich von weiden. dir ungeschieden: o dann steht mein Glaube feft. Dann will ich dein Eigenthum, deine Hülfe, deinen Ruhm ewig 200. O heil'ger Geist, kehr dankbar froh erheben, und dir bei uns ein, und laß uns deine stets zur Ehre leben. Wohnung sein, komm Bei8. Ja, mein Helfer, ich stand unsrer Seelen! Erleucht entfage dem, was deinen uns durch dein göttlich Licht; Ruhm dir nimmt. Bis ans entzieh' uns deine Hülfe nicht, Ende meiner Tage sei mein und zeig' uns, wo wir fehlen; Leben dir bestimmt! Dir er daß wir schon hier, Gott ergeb' ich Leib und Geist; alle geben, christlich leben, und p im 162 Beistand des heil. Geistes zum Guten. im Sterben einst vollkomm-| 5. Erhalte bei uns immernes Heil erwerben. fort den Glauben an dein 2. O Quell, woraus die göttlich Wort, von ihm laß Weisheit fließt, die uns zum uns nichts trennen. Gieb, Heil so nöthig ist, hilf, daß daß wir ihn von Herzens wir Gott gefallen! Laß auch Grund mit Thaten mehr, als die ganze Christenheit in rech- mit dem Mund, auch vor der Glaubenseinigkeit den Welt bekennen. Jefum ChriPfad der Tugend wallen! Zu stum ohn' Aufhören recht zu ehdir flehn wir, mach uns wei- ren, mach uns tüchtig und sein se, dir zum Preise, und zum Heil uns werth und wichtig. Segen auf des kurzen Lebens Wegen. ter 6. Nimm alle Härte von uns hin; belebe uns mit dei4. Steh' uns stets bei mit nem Sinn als Brüder uns zu deinem Rath, und führ' uns lieben! Entfernt sei Haß und auf den rechten Pfad, wenn Bitterkeit, und Jeder willig wir den Weg nicht wissen! und bereit, nur Sanftmuth Verleih Beständigkeit, daß auszuüben! Kein Neid, kein wir dir treulich folgen, wenn Streit uns betrübe; Fried' wir hier auch darum leiden und Liebe wollst du geben, daß müssen. Drückt Last uns fast wir froh und ruhig leben. muthlos nieder, laß uns wie- 7. Gieb, daß in Herzens der Trost empfinden, und die reinigkeit wir führen unsre LeTrübsal überwinden! benszeit, du kannst uns dazu 4. Stårk' uns durch deiner stårken! Es herrsche nie in Wahrheit Kraft zum Kampf unsrer Brust die Eitelkeit, die mit jeder Leidenschaft, um Sinnenluft, mit ihren bösen ihrer Herr zu werden. Ver- Werken. Vater! Bater! laß läßst du uns, so sinken wir; uns streben, so zu leben hier wenn du uns stärkst, so siegen auf Erden, daß wir gut und wir in jedem Kampf auf selig werden. Schirmer. Erden. Neue Trene gieb uns Schwachen; du kannst Mel. Kommt und laßt euch. machen, daß wir siegen und 201. Reine Quelle wahrer im Kampf nicht unterliegen! Güter, hochgelobter Gottes Geist, Beistand des heil. Geistes zum Guten. 163 Geist, der du menschliche Fehler sehn, sie voll Demuthy Gemüther besserst und mit Gott bekennen, und ihn um Troft erfreuft. Nach dir, Herr, Vergebung flehn; doch auch verlangt auch mich. Ich er bessern laß mich sie! Fordert gebe mich an dich! mache dies schon Ernst und Müh; mich zu Gottes Preise heilig, dennoch wirds durch dich mir und jum Himmel weise. glücken, stets sie mehr zu unterdrücken. 2. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein 5. Wenn der Anblick meihöchstes Gut, über Alles mo- ner Sünden mein Gewissen ge lieben, und dann mit ge- niederschlägt, wenn sich Zweitrostem Muth seiner Vater- fel in mir finden, die mein huld mich freu' als sein Kind Herz mit Zittern hegt, wenn die Sünde scheu', stets vor mein Aug' in Nöthen weint, seinen Augen wandle, heilig und Gott nicht zu hören denk und christlich handle. scheint: gieb dann, daß es 3. Geist des Friedens und meinet Seele nicht an Trost der Liebe, bilde mich nach und Stärkung fehle. deinem Sinn, daß ich Lieb 6. Was sich Gutes in mir und Sanftmuth übe, freund- findet, ist dein Gnadenwerk lich und versöhnlich bin. Kann in mir; selbst den Trieb hast ich je ein Friedensband kni- du entzündet, daß mein Herz pfen, knüpf' es meine Hand! verlangt nach dir; sehe, Geist, Zur Erleicht'rung der Be- durch Jesu Wort in mir deine schwerden hilf mir jedem nüß- Wirkung fort, daß sie selbst lich werden. an meinem Ende herrlich sich 4. Lehre mich, mich selbst an mir vollende. erkennen, auch verborgnel Bruhn. Von der christlichen Kirche und dem evangelischen Lehramte. Mel. Christus der ist mein. Christ, daß uns hinfort nicht 202. Ach, bleib mit deiner schade der Feinde Macht und Gnade bei uns, Herr JesuList. 22 2. Ach, 164 Von der christlichen Kirche. 2. Ach, bleib mit deinem Wort, und Licht mit ihm und Worte bei uns, Erlöser werth, Tugend fort. das selbst noch an der Pforte des Todes Trost gewährt. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet 3. Ach, bleib mit deinem selbst durch dich, den FreunGlanze bei uns, du werthes den Jesu gleich gesinnt, viel Licht; dein' Wahrheit uns um- Seelen für dein Reich gewinnt. schanze, damit wir irren nicht. 4. Wohl uns, wenn du 4. Ach, bleib mit deinem auch uns so liebst, daß du uns Segen bei uns, du reicher treue Führer giebst, die weise Herr; was wir sind und ver- sind und tugendhaft, in Lehr mögen, kommt doch von dir und That voll Geist und nur her. Kraft! 5. Ach, bleib mit deinem 5. 5. Laß ihres Unterrichts Schirme und Schuß bei uns, uns freun gewissenhafte Hörer o Held; daß uns kein Feind sein, selbst forschen, ob dein bestürme, noch fäll' die böse noch fäll' die böse Wort auch lehrt, was uns ihr Welt. Unterricht erklärt. Stegmann. 6. Ach, bleib mit deiner 6. Und ist ihr Wort dein Treue, bei uns, Herr, unser Wort, o Herr, so laß uns Gott! Beständigkeit verleihe! weiser, heiliger und besser wer hilf uns aus aller Noth. den; nimm uns an, und leit uns auf der rechten Bahn. 7. Das ist des Lehrer Lohn Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. schon hier; dann jauchzet er: 203. Das Umt der Lehrer, Gott ist mit mir! Am Throne Herr, ist dein; dein soll auch werd' ich wonnevoll die schaun, Dank und Ehre sein, daß du die ich hier leiten soll! der Kirche, die du liebst, noch 8. Laß darum ihren Unter immer treue Lehrer giebst. richt, weil sie und wir auch 2. Gesegnet sei ihr Amt straucheln, nicht und Stand! Sie pflanzen, werden; nimm dich dann auch Herr, von dir gesandt, von ihrer Schwachheit gnådig an. Zeit auf Zeit dein heilig 9. Ja, Gott, wir wollen verachtet fic 165 und dem evangelischen Lehramte. sie erfreun, und ihre frommen Wunder sehn, daß sie sich Hörer sein. So führest du noch bekehren. Lehr sie mit auch uns zugleich mit ihnen in uns gen Himmel schaun, und dein ew'ges Reich. unerschüttert im Vertraun, auf deine Zukunft warten. Cramer. 5. Uns, deine Christen, Mel. Es ist das Heil uns. wollest du fest in der Wahrheit 204. Die Feinde deines gründen, daß wir durch sie Kreuzes drohn, dein Reich, Heil, Trost und Ruh für unsre Herr, zu verwüsten; du aber, Seele finden. Mach' unsers Mittler, Gottes Sohn, be- Glaubens uns gewiß; vor Irrschühest deine Christen. Dein thum und vor Finsterniß beThron bestehet ewiglich; ver- wahr' uns, weil wir leben. geblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, ein Herz, nach 2. Dein Reich ist nicht von deinem Willen, und lehre tågdieser Welt, kein Werk von lich williger uns dein Gesek Menschenkindern! drum konnte erfüllen! gehorsam deiner Vorkeine Macht der Welt, Herr, schrift sein, und dann uns seinen Fortgang hindern. Dir deiner Gnade freun, sei unser können deine Hasser nie dein Heil auf Erden! Erbe rauben; selbst durch sie wird es vergrößert werden. 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sün3. Weit wollst du deine de meiden, und du führst es Herrschaft noch in dieser Welt auf ebner Bahn zu deines verbreiten, und unter deinem Reiches Freuden; und herrfanften Joch die Völker alle lich wird in dieser Zeit, noch leiten! Vom Aufgang bis zum herrlicher in Ewigkeit dein Niedergang bring' alle Welt großer Name werden. dir Preis und Dank, und 8. Boll Zuversicht erwarglaub' an deinen Namen. ten dich, o Jesu, deine From4. Auch deine Feinde, die men. Des großen Tages dich schmähn, die frevelnd sich freun sie sich, da du wirst emporen, laß deiner Gnadelwiederkommen. Den Sundern 166 Von der christlichen Kirche. dern kommst du zum Gericht; 4. Das Wort sie sollen uns segnet dann dein Angesicht lassen stahn, und kei'n Dank mit Wonne der Gerechten. darzu haben, er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben, nehmen sie uns den Leib, Gut, Ebr', Kind und Weib, laß fahren Münter. In bekannter Melodie. 205. Ein' feste Burg ist dabin, sie habens kei'n Geunser Gott, ein gute Wehr winn, das Reich Gottes muß und Waffen, er hilft uns frei uns bleiben. aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind mit Ernst ers ist meint, 206. Erhalt uns, Herr, groß Macht und viel List sein In bekannter Melodie. grausam' Rüstung ist, auf bei deinem Wort, und freure Cro'n ist nicht sein's gleichen. Deiner Feinde Mord, die Je sum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem 2. Mit unser Macht ist nichts gethan, wir sind gar Thron. bald verloren, es strei't für uns der rechte Mann, den 2. Beweis dein' Macht, Gott selbst hat erkohren, fragst Herr Jesu Christ, der du, ein du, wer er ist? Er heisset Herr aller Herren bist: BeJesus Chrift, der Herre Zeba- schirm' dein' arme Christenoth, und ist kein andrer Gott, beit, daß sie dich lob in das Feld muß er behalten. Ewigkeit. D. M. Luther. John 3. Und wenn die Welt voll 3. Gott heil'ger Geist, du Teufel war, und wollt'n uns Tröster werth, gieb dein'm gar verschlingen, so fürchten Bolk einerlei Sinn auf Erd': wir uns nicht so sehr, es soll Steb' uns bei in der letzten uns doch gelingen. Der Fürst Noth, g'leit uns ins Leben dieser Welt, wie sau'r er sich aus dem Tod. stellt, thut er uns doch nicht, 4. Ihr Anschläg', Herr, das macht, er ist gericht, ein zunichte mach', laß sie treffen Wörtlein kann ihn fällen, die bose Sach', Und stürz fie A und dem evangelischen Lehramte. 167 sie in die Grub' hinein, die siel Frucht und beßre sich, dein machen den Christen dein. Wort ist wohlgerathen. Uns 5. So werden sie erkennen segue Vater und der Sohn, doch, daß du uns'r Herr Gott und segne Gott der heil'ge lebeft noch: Und hilfft gewaltig Geist, dem alle Welt die Ehre deiner Schaar, die sich auf dich thut, vor ihm sich fürchtet allerverlassen gar. meist, nun sprecht von Herzen: Amen. D. M. Luther. D. M. Luther. In bekannter Melodie. Mel. Gott sei Dank in aller. 207. Es woll' uns Gott 208. Triumphire, Gottes genadig seyn, und seinen Se- Stadt, die sein Sohn erbauet gen geben! sein Antliß uns hat! Kirche Jesu, freue dich! mit hellem Schein, erleucht der im Himmel schüßet dich! zum ew'gen Leben; daß wir er- 2. Deine Feinde wüthen kennen seine Werk', und was zwar. Zittre nicht, du kleine ihn liebt auf Erden: Und Je- Schaar! Denn der Herr der sus Christus Heil und Stärk, Herrlichkeit machet deine Grenbekannt den Heiden werden, zen weit. und sie zu Gott bekehren. 3. Nimmt der Feinde To2. So danken Gott, und ben zu; laß sie toben, leide du, loben dich die Heiden über alle, leide mit Geduld und Muth, und alle Welt die freue sich, und es legt sich ihre Wuth. und sing' mit großem Schalle, 4. Rühme, singe: Jesus daß du auf Erden Richter bist, lebt; Jesus ist's, der mich erund läß'st die Sünd' nicht hebt. Er ist mit mir in dem walten, dein Wort die Hut Streit, macht mich dort voll und Weide ist, die alles Bolk Herrlichkeit. erhalten, in rechter Bahn zu wallen. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. POTR 3. Es danke, Gott, und 209. Umsonst emport die lobe dich das Volk in guten Hölle sich mit ihrem ganzen Thaten! Das Land bring Heere. Dein Gott, o Kirche, schüßet 168 Von der christlichen Kirche schüßet dich, schüßt seines Wellen Ungestum, nicht der Sohnes Lehre. Sie spreche erbosten Feinde Grimm verHohn; sie schäume Wuth! mag sie zu erschüttern. Mit uns ist Gott! Er giebt 6. Und Erd' und Himmel uns Muth, er scheukt uns wird vergehn, doch Jesu Wort Kraft zum Siegen. wird bleiben, wenn seine Fein2. Wenn Tausende zurde, die es schmähn, vor ihm, Schmach und Tod sich gegen wie Spreu, zerstäuben. Wohl dich verschwören; sei muthig! uns, wenn wir uns, Jesu, deines Glaubens Gott wird dein und deiner Wahrheit ihren Rath zerstören. Durch gläubig freun, auch wir, wir ihn, der einst mit starker Hand werden bleiben. das Heer der Hölle überwand, wirst du den Sieg behalten. Mel. Gott, du frommer. O 3. Jahrhunderte bekämpft 210. Von deinem Reiche es schon das Heiligthum der fern, bedeckt mit Finsternissen, Christen: spricht troßend un- will die verkehrte Welt, o frer Kirche Hohn, und droht, Herr, dein Heil nicht wissen; sie zu verwüsten. Umsonst ist verachtet frech dein Wort und seines Frevels Müh, noch un- scheut sein helles Licht, das, erschüttert stehet sie auf ihrem gleich der Sonne Glanz, durch Felsengrunde. finstre Wolken bricht. 4. Wo sind mit ihres Ar- 2. Dort bringt ein blindes mes Macht die wüthenden Zer- Volk den Gößen deine Ehre, störer? Wo sind sie? In des kennt dich, o Schöpfer! nicht, Grabes Nacht, da liegen die weiß nichts von deiner Lehre; Emporer. Gott sah von seiner verwandelt dich, den nie ein Allmacht Thron der Starken sterblich Auge sieht, in ein verTroß, der Spotter Hohn, und gånglich Bild, vor dem es stürzte sie zu Boden. betend fuiet. H 5. Auf ihrer Feinde Trum- 3. Das Volk des Eigenmern steht siegprangend Jesu thums, das Gott den Herrn Lehre. Sie steht, die Kirche erkannte, das sein Gesetz emChrifti steht, wie ein Gebirg pfing, dem er Propheten fandte, im Meere. Nicht wilder verwirft des Menschen Sohn, der und dem evangelischen Lehramte. 169 der Erde helles Licht. Er rief: Wahn und List noch deiner kommt her zu mir! Doch hört Heerd' entreißt. dies Volk ihn nicht. 4. Auch da, wo Völker sich Mel. Ein' feste Burg ist unser. nach Chrifti Namen nennen, 211. Wenn Christus seine Gott und den er gesandt, aus Kirche schüßzt, so mag die Hölle seinem Wort erkennen, bleibt wüthen; er, der zur Rechten doch der größte Theil vom Gottes siht, hat Macht, ihr Guadenreiche fern, und ehrt zu gebieten. Er ist mit Hülfe den Heiland nicht, als seinen nah; wenn er gebeut, steht's Gott und Herrn. da. Er schüßzet seinen Ruhm, 5. Der Spotter sucht dein und hält das Christenthum. Wort, verstrickt in Eitelkei- Mag doch die Hölle wüthen. ten, durch Waffen der Ver- 2. Gott sieht die Fürsten munft und Bosheit zu bestrei- auf dem Thron sich wider ihn ten. Das theure Wort vom empóren; denn den Gesalbten, Kreuz ist ihm ein Nergerniß, seinen Sohn, den wollen sie wird ihm nicht Licht, nicht nicht ehren. Sie schämen sich Trost, macht sein Gericht des Worts des Heilands, ungewiß. ilusers Horts; sein Kreuz selbst 6. Des Aberglaubens ist ihr Spott; doch ihrer lachet Macht verblendet andre See- Gott. Sie mögen sich emlen, daß sie den Weg zu Gott, poren. den Christus zeigt, verfehlen. 3. Der Frevler mag die Auf eigen Kräfte stolz, voll Wahrheit schmähn; uns kann Selbstgenügsamkeit, verläug- er sie nicht rauben. Der Unnen sie den Herrn, durch den christ mag ihr wiederstehn; uns Gott verzeiht, wir halten fest am Glauben. m 7. Erhebe dich, o Herr! Gelobt sei Jesus Chrift! wer dein Wort weit auszubreiten, hier sein Junger ist, sein Wort Verirrte auf den Weg des von Herzen hält, dem kann Friedens hinzuleiten. Auch, su- die ganze Welt die Seligkeit che, treuer Hirt! durch dei- nicht rauben. nen guten Geist die, welchel 4. Auf, Christen, die ihr ihm 170 Vom Glauben des Christen. ihm vertraut, laßt euch kein über sein Gebot, giebt uns Drohn erschrecken! Der Gott, Geduld in Noth, und Kraft der von dem Himmel schaut, und Muth im Tod; was will wird uns gewiß bedecken. Der uns denn erschrecken? Herr, der starke Gott, hålt Gellert. Vom Glauben des Christen. Mel. Es ist das Heil uns. Geist, als wär's mir gegen212. Der Glaub' ist feste wärtig. Zuversicht zu Gottes Gnad' 4. Er giebt mir Kräfte, und Treue, daß ihn der Tod daß ich hin zum Unsichtbaren des Sünders nicht, daß ihn dringe; daß ich in Hoffnung sein Leben freue; der neuen selig bin, und nach dem HimKindschaft sichrer Grund, auf mel ringe; Gott ist mein Gottes Wort und seinen Bund Gott, mein Heil sein Sohn; von Jesu selbst gegründet. sein Geist mein Pfand; mein Schild und Lohn ist seine Baterliebe. 2. Er ist ein göttlicher Beweis, daß Gott nicht gern be5. Versichert seiner Batertrúbe; daß er zu seiner Güte huld, darf ich nicht zitternd Preis in seinem Sohn uns beben; er will dem Sünder liebe; er macht mein banges gern die Schuld, der sie be Herz gewiß, daß dieser mich freut, vergeben. Wer will verdem Fluch entriß, dem ich dammen? Jesus Christ, der entgegen eilte. auch für mich gestorben ist, er3. Er richtet auf, und giebt warb mir Gottes Gnade. mir Muth, zum Vater mich 6. Stürmt Sorg' und Un zu nahen, Vergebung durch ruh auf mich zu mit zwei des Sohnes Blut und Gnade felnden Gedanken; sein Geist zu empfahen; was er mir giebt meinem Geiste Rub, giebt, und noch verheißt, mir und läßt mein Herz nicht wan einst zu geben, sieht mein ken. Der Glaube fürchtet keine Vom Glauben des Christen. 171 keine Noth, hofft, wenn Ge- ben! Nichts müsse mir das fahr und Prüfung droht, von Wort aus meinem Herzen raudir, o Gott, das Beste. ben, daß du dem, der dich 7. So weiß ich, wem ich sucht, Gott, ein Bergelter seist, trauen kann, und weiß, an und hier und ewig ihn mit wen ich glaube; dort nimmt deinem Heil erfreust. mich Gott zu Ehren an, wenn 3. Wahrhaftig ist dein ich nur standhaft bleibe. Wort; gieb, daß ich darauf Denn Erd' und Himmel mag baue; und dir, der niemals vergehn, sein Wort bleibt un- trügt, mit fester Hoffnung beweglich stehn: Wer glaubt, trane; gieb, daß ich dir im soll selig werden. Glück und Unglück stets ge8. In diesem Glauben will treu, und dem, was du geich nun nach deiner Gnade beutst, von Herzen folgsam sei. streben; gern, Vater, deinen Willen thun, und deinem den, den du gesandt, erkenne; 4. Auch hilf mir, daß ich Sohne leben; dein Geist wird ihn meinen Gott und Herrn mir die Kraft verleihn, be- von ganzer Seele nenne; und ständig fromm und treu zu dankbar für das Heil, das mir sein, bis ich zu Schauen sein Tod gewährt, sters thue, dringe. was er mich in seinem Wort gelehrt. PRICE Gotter. nst a big Mel. O Gott, du frommer G. 5. Sein göttliches Ver213. Herr! ohne Glauben erfülle mich mit Trost; es dienst sei mir beständig theuer, kann kein Mensch vor dir be- mache mich stets freier vom stehen; drum wend' ich mich schudden Lasterdienst, es stärke zu dir mit wehmuthsvollem mich mit Kraft zu deines NaFleben: o! zünde selbst in mir mens Ruhm in meiner Pilden wahren Glauben an, in gerschaft. welchem ich allein dir wohlgefallen kann. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! 2. Dein Dasein laß mich Noch herrlicher wird einst Gott, mit Ueberzeugung glau- mein Heil im Himmel werden 172 Vom Glauben des Christen. den. Dann schau' ich, wassleben! Nicht durch Gewalt ich hier geglaubt, in ew'ger und Streit wirst du ihn AnRuh'. O! stårk' im Glauben dern geben. Gab Gott zum mich, Gott meines Heils, dazu. Lehren dir die seltne Gabe nicht; so sei ein Hörer nur und Thater deiner Pflicht! og not Mel. O Gott, du frommer. 214. Macht gut und ruhig Mel. Wer weiß, wie nahe. dich der dir erworb'ne Glaube! 215. Mein Gott! ich weiß, so halt ihn, daß ihn nicht daß ohne Glauben dir niedie Zweifelsucht dir raube. mand wohlgefallen kann; drum Was tröstet und erbaut, daß laß mir nichts dies Kleinod halte gern für wahr. Kein rauben, und feure meinen Eifer Gott ergebnes Herz irrt glan- an, recht zu erkennen, was du bend mit Gefahr. seist und was dein Sohn mich glauben heißt. 2. Des Wissens enges Maaß, laß dich, o Mensch, 2. Du willst, ich soll als nicht kränken! Hier bist du Christ bekennen dich, Bater, Kind; doch dort wird Gott Sohn und heil'ger Geist; doch mehr Licht dir schenken. Kein ist es nicht genug am Nennen; ångstlich Grübeln hilf uns zur ich muß auch dir, der also Vollkommenheit. Dort ist die beißt, mein Leben ohne HeuchelZeit des Schauns, und hier schein durch Sinn und That des Glaubens Zeit. zum Dienste weihn. 3. Laß mich daher auf Je3. Des Nächsten Glauben sum schauen, und von ihm darfst du, Mensch, nicht lieb- lernen, wie ein Christ dich lie los richten. Ist dir sein Herz ber, wie er dir vertrauen und bekannt, der Grund von seinen das, was dir gefällig ist, stets Pflichten? Ist jedes Auge sol wie deins gebaut, geübt? Hörnungsvoll nach seinem Vorbild unsers Herrn Gebot: dammt nicht, sondern liebt! gern, mit Muth und hoffBer- üben soll. 4. Will Angst der Welt 5. Sei deines Glaubens den Glauben schwächen, dann froh, empfiehl ihn durch dein lasse das zerstoßne Rohr, Herr, Vom Glauben des Christen. 173 Herr, mein Heil, nicht ganz ihm giebt Kraft und Leben; zerbrechen, und hebe mich zu drum hilf du mir von oben dir empor! Du bist's, der her, daß ich, gestärkt je mehr meinen Glauben schüßt, und und mehr, recht und beharrmeine Schwachheit unterstüßt. lich glaube. 5. Drum, wenn mein Eifer 2. Durch deine Wahrheit will erkalten, dir treu zu blei- lehre mich, Gott, meinen Baben, werd' ich mich an deine Macht und Wahrheit halten; ich siege dann gewiß durch dich. Wer dir und deinem Worte traut, der hat auf einen Fels gebaut. ter kennen, mit freudenvoller Ehrfurcht dich, den Sohn des Höchsten nennen; gieb, daß ich deinem guten Geist, der uns den Weg zum Himmel weist, von ganzem Herzen folge. 6. Weil ich ein künft'ges 3. Laß mich dein großes Leben glaube: so lenke meinen Gnadenheil in deinem Tode Geist und Sinn von Eitelkei- finden, gieb mir an dessen, ten und vom Staube auf Segen Theil und rette mich Ewigkeit und Himmel hin, da- von Sünden! In dir nur find' mit ich hier im Glauben treu ich Trost und Rub', und ew'und selig dort im Schauen sei. ges Heil; der Weg bist du, 7. Dann gieb auch mir des die Wahrheit und das Leben. Glaubens Ende, das ist, der Seelen Seligkeit, und hilf, theures Wort recht tief zu Herz 4. O gieb, daß ich dein daß ich den Lauf vollende als Chrift, mit Muth und Freu- immer fort auf dein Verdienst zen fasse, daß ich mich glaubig digkeit! Indessen bleibt der verlasse, und, wenn mich gleich Schluß bei mir: Im Glauben mein Herz verklagt, ich dens leb' und sterb' ich dir! noch auf dich unverzagt, als meinem Mittler hoffe. Mel. Herr, wie du willt, so. 216. 5. Oft ist mein Glaube Gottes Sohn, schwach und klein; noch öfter Herr Jesu Christ! Dein ist leer an Werken. Wer hilfe es, mir zu geben, was mir mir; Du, nur du allein, du zum Glauben nöthig ist, was kannst mich machtig stärken. Das 174 Vom Glauben des Christen. Das schwache Rohr zerbrichst mein Herz dir danken! Gott du nicht, und löschest kein noch voll Gnade, höre mich! Sinkt glimmend Licht; erbarm dich mein Glaube, gieß du Del denn auch meiner! dem schwachen Lichte zu. Laß 6. Gieb daß ich Schwacher mich nicht an dir verzagen, lediglich auf deinen Beistand kindlich meine Bitte wagen. sehe' und dann, mit Macht 2. Wollen Zweifel sich er gestärkt durch dich, fest in dem heben, blendet mich des JrrGlauben stehe; mit Früchten thums Schein; o, so laß mein der Gerechtigkeit erfüllet, laß Herz nicht beben, den Vermich allezeit des Glaubens stand nicht dunkel sein. DeiKraft beweisen. ner Wahrheit heller Glanz, nieder. 7. Wohn' in mir durch den Herr, entwölke mir sich ganz, Glauben so, o du, der Deinen zeige du dein Licht mir wieStårke! daß ich, als dein Er- der, strome Glauben auf mich löster, froh, auch auf dein Beispiel merke, dir nachfolg' auf der rechten Bahn, und nicht auf Lehren schwacher eifrig, gleich wie du gethan, Menschen, laß mich sehn! Gott und dem Nächsten diene. Deine Stimme laß mich hören, 3. Nur auf dein Wort, 8. O rüste mich mit deiner Kraft, daß ich an meinem deine Stimme recht verstehn. Richte meinen ganzen Sinn Ende, des Glaubens voll, die nur auf deine Wahrheit hin? Pilgerschaft mit Freudigkeit mehr als Zeugniß aller Welvollende. Herr, mache mich ten, laß mir, Gott, dein Zeugniß gelten. dazu bereit, daß ich der Seelen Seeligkeit, des Glaubens End erlange. Denike. Mel. Freu dich sehr, o meine. 4. Nechten Glauben schenk vor allen andern Gnaden, Vater, mir! Wem er fehlt, muß dir mißfallen; wer ihn hat, ist eins mit dir. Er besiege, wie ein Held, durch mich Satan, 217. Stärke, denn oft will Fleisch und Welt, er belebe er wanken, meinen Glauben, meine Triebe, sei der Stab, Gott, an dich; wie wird dann die Hand der Liebe. 5. Glaus Von den letzten Dingen. 175 5. Glauben, wie, wenn ich 6. Ach, so reizbar, schwach dich sähe, flöß mir mein Hei- und flüchtig, Herr, ist mein land ein. Im Gefühle dei- verdorbnes Herz! Heut ist mir ner Nåhe laß mein Herz sich die Tugend wichtig, morgen täglich freun. Gieb mir Glau- wohl die Sünd' ein Scherz. ben, nahe dich meinem Geist Stårke meinen Glauben du, und stärke mich. Jesu! willst Jesu, gieb ihm Kraft und du dich nicht zeigen! Sprich Ruby', daß voll Tröftung aus zu mir! Wie kannst du der Höhe, ich, ein Held, durchs schweigen? Leben gehe. Lavater. Von den letzten Dingen. Tod und Grab. Mel. Ich hab' mein Sach.[ nicht, o Herr! von deinem 218. Dein sind wir, Gott, Angsicht. in Ewigkeit. In deiner Hand 4. Drückt uns der Kranksteht unsre Zeit. Du hast der heit herber Schmerz; so starke ganzen Menschenschaar ihr daß beklommne Herz, daß es Todesjahr bestimmt, als kei- auch in der Schmerzen Wuth, ne Zeit noch war. mit starkem Muth, in deiner weisen Fügung ruht. 2. Wenn nun zu der geseßten Frist auch unser Lauf ew'gen Ruh! In unsern Her5. Gieb Hoffnung zu der vollendet ist: so hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser daß wir glaubend traun, und zen wirke du, Geist Gottes, Gott! ein sanfter Schlaf ohne Graun hin in die Nacht werd' uns der Tod. des Todes schaun. 3. Nimm nach vollbrachtem 6. Hilf unsrer SchwachLebenslauf in deine sel'ge Ruby' heit, Geist des Herrn! zeig' uns auf. Verwirf, wenn un- uns den Himmel dann von ser Auge bricht, verwirf uns fern. Laß uns, wenn wir zum 176 Tod und Grab. zum Bater flehn, getröstet mein ganzes Leben der Todessehn, wie der uns liebt, zu Vorbereitung weil', und durch dem wir gehn. das eifrigste Bestreben zum 7. Ach, Gnad' ergehe dann Glück des Himmels tüchtig für Recht! denn von dem sei; so beb' ich vor dem Tode menschlichen Geschlecht ist auch nicht, und bin getroft noch der Heiligste nicht rein. Wer im Gericht. kann je dein, Gott, ohne deine 4. Voll Eifer, alle meine Gnade sein? Pflichten, die mir des Lebens 8. sei uns dann nicht Zweck gebeut, nach deinem fürchterlich! Erbarme, Bater! Willen auszurichten, nab' ich unser dich. Wenn unser ster- mich froh der Ewigkeit, wenn bend Auge bricht, leit' uns dein mich der Tod zur finstern Licht: so fehlt uns Troft im Gruft, zum Staub' und zur Tode nicht. Verwesung ruft. Klopstock. Mel. Wer weiß, wie nahe. 5. Verleihe mir nur deine Gnade, und führe mich durch 219. Dem Tode kann ich sichre Pfade; erhalte mich ges deine Kraft der Tugend ebne, nicht entfliehen, ich, schwach und sterblich mein Leben, das mir Gott Liebe schuf. verliehen, eilt wie im schnellen Flug dahin; und meiner furzen Lebenszeit folgt eine lange Ewigkeit. der ich wissenhaft und immer tren in bin; dem Beruf, zu dem mich deine 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann und seh', 2. Mit jedem Jahr, mit hier nicht vergebens und nüße jedem Tage nah' ich mich im- redlich meine Zeit, mer mehr zu ihr. Wenn ich mit dir ergebnem Sinn, auf dies zu vergessen wage und mich vom Tudendpfad verlier', wo find' ich Rettung im Gericht? wo Trost, wenn mir Tod und Grab, und Zukunft hin. mein Auge bricht? Mel. Ach, bleib mit deiner. 220. Der Tugendhafte 3. Gieb, Gott, daß ich schließet die Augen ruhig zu mit Von den letzten Dingen. 177 mit hohem Trost versüßet ihm den du, Heil der Sünder! Gott des Erabes Ruh. felbst mit dem Tode rangst. 2. Er, er ist frohen Mu- Und wenn des Kampfes Ende thes, auch wenn ihm Eren- gewaltiger mich faßt, nimm mung droht. Wer gut ist, mich in deine Hände, den du findet Gutes im Leben und erlöset hast. im Tod'. 5. Des Himmes Wonn' Mel. Herzlich thut mich verl. sterblich Herz. und Freuden ermißt kein 221. Die auf der Erde kurze Leiden, für kurzen ToTroft für wallen, die Sterblichen, sind des- Schmerz! Dem SündenStaub; sie blühen auf und Ueberwinder sei ewig Preis fallen, des Todes sichrer Raub. und Dank! Preis ihm, der Verborgen ist die Stunde, da für uns Sünder den Kelch Gottes Stimme ruft; doch des Todes trank. jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel 2. Getroft gehn Gottes Kin- weihn! die, aufgelbst zu werder die schreckenvolle Bahn, den, mit heil'ger Furcht sich zu der verstockte Sünder ver- freun! Bereit es ihni zu ge= zweiflungsvoll sich nahn: wo ben, wenn Gott, ihr Gott, selbst der freche Spötter nicht gebeut, fließt dies ihr irdisch mehr zu spotten wagt, und Leben hin zur Unsterblichkeit. vor dir, seinem Retter, erzittert und verzagt. Funke. 3. Wenn diese Bahn zu Mel. Nun ruhen alle Wälder. gehen, dein Will' einst mir 222. Die Herrlichkeit der gebeut; wenn vor mir offen Erden, muß Staub und Asche stehen Gericht und Ewigkeit; werden, und nichts bleibt ewig wenn meine Kräfte beben und stehn. Das, was uns hier nun mein Herz schon bricht: ergößet, was man für dauernd Herr über Tod und Leben! schäßzet, wird als ein süßer o dann verlaß mich nicht. Traum vergehn. 4. Hilf, Todesüberwinder; 2. Was sind doch alle SaHilf mir in solcher Angst, für chen, die uns so troßig machen, M als 178 Tod und Grab. als Zand und Eitelkeit? Was stehet in ihrer schönsten Zier, ist des Menschen Leben? stets und doch verwelkt sich beuget, mit Gefahr umgeben, währt eh' sich der Abend zeiget; so es nur eine kurze Zeit. blühen, so verwelken wir. 3. Was hilft uns Kunst 8. Froh wachsen wir auf und Wissen? wird, wenn wir Erden, und hoffen groß zu sterben müssen, dies noch ein werden, von Schmerz und Vorzug sein? Was hilft uns Sorgen frei. Doch in den Macht und Ehre, so glänzend schönsten Tagen, oft eh' wir sie auch wåre, kann sie uns Früchte tragen, bricht uns des wohl alsdann erfreun? Todes Sturm entzwei. 4. Wie bald wird das zer- 9. Wir rechnen Jahr auf rinnen, was wir mit Müh' Jahre, inzwischen wird die gewinnen, was unser Fleiß er- Bahre vor unser Haus ges wirbt? Kann wohl, was wir bracht. Man scheidet von besißen, uns vor dem Tode den Seinen, die hilflos uns schüßen, stirbt dies nicht auch beweinen, und uns bedeckt mit, wenn man stirbt? des Grabes Nacht. 5. Was sind die eiteln Freu10. Dies laßt uns wohl be den? wie bald folgt Angst denken, und uns zum Himmel und Leiden und Reu' auf den lenken, weil er uns offen steht. Genuß? Was ist's, womit Wer dahin will gelangen, darf wir prangen? wo wirst du an der Welt nicht hangen, die Ehr' erlangen, die nicht zuleßt einst mit ihrer Lust vergeht. verschwinden muß? Gryphius. 6. Was sind selbst alle Thronen? giebt es wohl ird'sche Kronen, die unverwelk- Mel. Jesu, meines Lebens Leben. lich blühn? kann vor des 223. Dir zu leben, dir zu Grabes Schrecken der Purpur sterben, ewig, Bater, dein zu dich bedecken? die Krone dich sein, mich mit deines Himdem Tod entziehn. mels Erben deiner Wonne 7. Wie, wenn die Sonn' einst zu freun, und mit ruhiaufgehet, die Rose blühend gem Gewissen meine Augen einst Von den letzten Dingen. 179 einst zu schließen: diese Gnadestigkeit: dafür laß mich frühe wünsch ich mir, und erbitte sie sorgen; denn mein Tod ist mir von dir. verborgen. Hab' ich so mein 2. Daß ich's könne, laß Haus bestellt, scheid' ich freumich streben, frei von Sünd dig von der Welt. und glaubensvoll und gerecht 6. In den letzten Augenvor dir zu leben, auszurich- blicken, wo ich kaum noch reten, was ich soll. Gieb mir den kann, hoffen dürfen voll dazu Licht und Stärke, daß Entzücken: Gott, mein Vater, im Fleiße guter Werke ich nimmt mich an; er, dem ich beständig dir getreu, dankbar nun meine Seele und die Meiund ergeben sei. nigen befehle: welch ein sanftes Ende! Gott, gieb mir einen 3. Welch ein theurer, hoher solchen Tod. Segen,( o wie sehnlich wünsch' ich den!) auf der Tugend ebnen Wegen seinem Tod' entgegen gehn! In bekannter Melodie. auch nach ihm noch 224. Gott hab' ich alles Andern dienen, ein Beweis heimgestellt; er mach's mit mir, und Denkmal ihnen von der wie's ihm gefällt! VerlânSeligkeit zu sein, Gott sein gert er der Prüfung Zeit: ich Leben ganz zu weihn! bin bereit zu Allem, was der Cramer. 4. Laß mich, Vater, stets Herr gebeut. auf Erden darnach streben, gut 2. Die Stunde wähl' er, zu sein; solch ein Denkmal wie er will; ich seh' ihm weder einst zu werden, deß sich alle Maaß, noch Ziel. Er, der Frommen freun, das den Sün- auch meine Haare zählt, hat der reiz' und locke, daß er sich schon gewählt, auch meine nicht selbst verstocke, und sich Tage schon gezählt. ſehne auch dahin, wo ich ewig 3. Er schmückt zwar auchfelig bin. mein irdisch Haus mit seinen 5. Daß auch das, was ich reichen Gaben aus; doch was verlasse, nie errege Zwist und ist gleichwohl diese Zeit? Streit, nie verleit' zum Bru- Mühseligkeit! Ein Kampf derhasse, noch zur Ungerech- lein sorgenvoller Streit. 4. Hier M 2 180 Tod und Grab. 4. Hier finden wir kein Zuversicht; er läßt auch mich dauernd Glück; wir blühn nur im Grabe nicht. einen Augenblick; wir fallen, 10. Was Gott mir auflegt, gleich den Blumen, ab; dann trag' ich gern; ich leb' und nimmt das Grab uns, was sterbe meinem Herrn. Mein uns Gottes Güte gab. Leib wird leben, Gott, und 5. Jeht sind wir jung, ge- dann ber ich an, wo mich fund und stark; doch bald um- kein Tod erreichen kann. schließet uns ein Sarg. Wie 11. O Jesu, mimm dich groß, wie angesehen du bist, meiner an, wenn mich die ach! bald vergießt die Welt, Welt nicht trösten kann! Ach, was du gewesen bist. schließ in deine Huld mich ein, 6. O machte doch der Tod, und laß mich dein im Leben o Herr, mich jeden Tag be- und im Tode sein! 12. Erhöre mich, erhör dächtiger! Es hålt um keinen Augenblick ihn Jugend, Glück, uns Gott! Ein fanfter Schlaf Stand, Reichthum oder Macht sei uns der Tod! Uch, mach zurück. uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ' uns in 7. Und ach! wie wechseln deine Herrlichkeit. Luft und Leid in dieser kurzen Pilgerzeit! Drum geh' ich mit Papus. Gewinn. gelaßnem Sinn zum Grabe Mel. Es ist gewißlich an der. hin; der Tod ist mir ja nur 225. Herr Jesu Christ, ich weiß es wohl, ich muß, ich 8. Ich fühl's, wie Sünd werde sterben; nur weiß ich und Zukunft dráun; doch will das nicht, wann ich soll, noch ich frohen Muthes sein. Es wie ich werde sterben. Mein litt dein ein'ger Sohn, o Gott, Ende steht allein bei dir; die für mich den Tod, litt Alles, Stunde, Herr, verbirgst du was den Fluch mir droht. mir, wann ich die Welt verlasse. 9. Er stand auch auf, das 2. Ich, meines Glaubens tröstet mich; denn auferstehen mir bewußt, durch deines werd' auch ich. Ich glaube, Geistes Gabe, weiß, daß ich was er mir verspricht, voll meine höchste Luft an dir, mein Heiz 181 meiner Schwachheit Von den letzten Dingen. Heiland, habe; weiß, daß du nicht meiner Sünden Last von mir Fehler. auf dich genommen hast, damit ich selig würde. 7. Nimm auch verborgne Seufzer an; laß, wenn mein 3. Erhalt' in mir o Jesu Herz nicht beten, wenn mein Christ, die tröstlichen Gedan- Verstand nicht denken kann, ken, und laß, weil du mein mich deinen Sohn vertreten! Mittler bist, nie meinen Glau- Geh ich zu deinem Himmel ben wanken! Bewahre meine ein, will ich mich deines Erbes Seel', o Gott, in deiner Gnade freun, ich sterb' auch, wie ich bis der Tod mich hin zum sterbe. Himmel führet. " 8. Damit ich's könne, laß 4. Dann geb' ich meine mich, Herr, stets heiliger auf Seele dir in deine Baterhånde. Erden, in guten Werken ferErhalt die Kraft zu denken tiger, dir immer treuer wermir, wenn du willst, bis ans den. Geheiligt müß ich dir Ende, daß, voll Gedanken. nur sein; dann bin ich, Gott, Gott, an dich, die bald erléste mein Vater, dein im Leben Seele sich von ihrem Leibe und im Tode. trenne. 5. Soll ich gewaltsam, soll ich, Gott, schnell oder angstvoll sterben; so führe mich ein 9. So kann ich freudig, wo ich bin, mich deiner Huld ergeben. Sterb' ich, der Tod ist mein Gewinn; denn Jesus jeder Tod zu deines Reiches ist mein Leben. Er wird geErben. Nur hilf mir, daß wiß zu seiner Zeit auch meiich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit und selig möge Himmel auferwecken. nen Leib zur Herrlichkeit, zum sterben. Ningwald. In bekannter Melodie. 6. Empfind' ich keine Freudigkeit; entweicht in großen Schmerzen der Muth und die Gelaffenheit aus meinem 226. Herr Jesu, wahrer bangen Herzen: so rechne Mensch und Gott, der du dann, Herr was ich thu' und littst Marter, Angst und Spott rede, rechne mir's nicht zu, für mich am Kreuz auch endlich 182 Tod und Grab. lich starbst, und mir das Va- hålt und glaubt an mich, der ters Huld erwarbst. kommt gewiß nicht ins Ge 2. Um deiner Leiden willen richt, und schmeckt den Tod sei mir gnädig, Herr, und auf ewig nicht. steh mir bei im letzten Kampfe, 9. Ja, Herr mein Heil! wenn der Tod mit allen seinen ich traue dir; dein Wort er Schrecken droht. füllst du auch an mir. Du 3. Wenn dann mein ster- nimmst mich zu dir in dein bend' Auge bricht, und meine Reich, da leb' ich dann mit Zunge nicht mehr spricht, mein dir zugleich. stockend Blut sich schwer be- 10. Deß freuet meine See wegt, und kaum das matte le sich! Erhöre mich, erhöre Herz mehr schlägt. mich! Laß mich im ganzen 4. Wenn mein Verstand Leben dein, den Tod mir sanft nicht denken kann, wenn alle und selig sein. Eberus. Hülfe fehlt, ach dann, dann steh' nach deiner Mittlertreu' in meiner letzten Noth mir bei. Mel. Wer weiß, wie nahe. 5. Verkürze meine Todes- 227. Herr meines Lebens, qual, und führ' mich aus dem ich gestehe, daß ich ein Bild Jammerthal. Dein Geist er des Todes bin, denn jeder hebe mich zu dir; sein Troft Schritt, den ich hier gehe, entweiche nicht von mir. trågt näher mich zum Grabe 6. Jch gebe meine Seele bin. Das ist der Grenzstein dann in deine Hände, nimm meiner Zeit und auch zugleich fie an! Der Leib ruh in der der Ewigkeit. stillen Gruft, bis einst dein großer Tag ihn ruft. 2. Gewiß ist's, daß ich einmal sterbe; doch ungewiß, 7. Dann laß ihn fröhlich wann, wie und wo. Daß ich auferstehen, in deinen Himmel nun sterbend nicht verderbe, einzugehn. Gedenke nicht mehr bereite mich im Leben so, daß meiner Schuld, gedenk an mich der letzte Seigerschlag deine Lieb' und Huld. wohl vorbereitet finden mag. 8. Fürwahe, sprichst du: 3. Und gieb, daß ich durch Euch sage ich, wer mein Wort stete Buße den Sünden ab ge Von den letzten Dingen. 183 gestorben bin, nicht auf ein bis unter seiner Siegesfahn' langes Leben fuße; die Zeit ich fröhlich überwinden kann. eilt ja auf Flügeln hin. Wer 8. Im Tode muß ich Alles froh hinaus auf morgen sah, lassen; drum wollst du dann liegt heut' wohl schon als mein Alles sein. Dich einzig Leiche da. will ich auch umfassen, und 4. Entreiße mich den eiteln nicht das Herz dem Eiteln Dingen, in die man sich ver- weihn. Was hier die Welt wickeln kann. Wer sich will von mir behält, sei dir zur von der Erde schwingen, der Aufsicht heimgestellt. treuen legt sich keine Fesseln an; 9. Mein letztes Wort an und wer die Welt im Herzen meinem Ende soll ein Gebet, hat, wann wäre der des Gott, zu dir sein. In deine Lebens satt? Vaterhånde befehl' ich 5. Bewahr' in mir ein gut Alles, was da mein. Ja, Gewissen, daß ich der wahren Vater, nimm den Geist du Frömmigkeit mit allem Ernste auf; so schließ ich fröhlich sei beflissen durch meine ganze meinen Lauf. Lebenszeit. Wer wohl hier lebt und weislich thut, bei dem ist auch das Ende gut. 10. Was ich hier bat, wollst du verleihen, wenn's einst mit mir zu Ende geht. Dann brauch' ich nicht das Grab zu scheuen, das schon im Geiste vor mir steht. Und 6. Durch Beten, Måßigkeit und Wachen laß mich dem Tod entgegen gehn; so kann er mir kein Schrecken machen, wird er einst vor der wenn es heißt: das Grab ist Thüre stehn. Dann kommt da! so sei mir auch der Himmel nah. er mir nicht als ein Feind, vielmehr als Friedensbot' und Freund. Mel. Herzlich thut mich verl. 7. Und solle im langen To- 228. Ich bin ein Gast auf desstreite ich einst aus diesem Erden, und hab' hier keinen Leben gehn; so stehe mir, Stand, der Himmel soll mir mein Gott, zur Seite, und werden, da ist mein Vaterlaß mich auf zu Jesu fehn, laud. Hier wall ich fort zum GraS 184 Tod und Grab. Grabe; dort in der ew'gen ihr Kreuz war und blieb groß, Rub, ist Gottes Gnaden- Gabe, bis daß der Tod sie nieder die schleußt all' Arbeit zu. streckt in des Grabes Schooß. 2. Was ist mein ganzes 6. Ich habe mich erzeben Wesen von meiner Jugend an, in ähnliches Geschick. Verals Müh' und Noth gewesen? dien' ich denn im Leben ein So lang' ich denken kann, hab beßres, reines Glück? Es ich so manchen Morgen, so muß ja durchgedrungen, cs manche trübe Nacht in Kum- muß gelitten sein. Triumph mer und in Sorgen des Her wird nur gesungen nach Angst, zens zugebracht. Gefahr und Pein. es 7 Zwar will ich ferner 3. Mich hat auf meinen treiben, mein Leben durch die Wegen so mancher Sturm erschreckt. Oft war mir der bleiben: mein sichrer Fußtritt Welt; doch denk' ich nicht zu entgegen, deß Haß ich nicht erhält die grade, schmale Straße, weckt; Verfolgung, Schmach die und Neiden, ach! ohne meine zu der Heimath führt, wo Schuld, hab' ich oft müssen mich trösten wird. über alle Maaße mein Gott leiden, und tragen mit Geduld. 8. Zu dem steht mein Ver4. So gings den lieben hin. Die Welt bin ich durch langen, da wollt' ich gerne Alten, an deren Fuß und gangen, daß ich fast müde bin. Pfad wir uns oft könnene länger ich hier walle, je halten, wenn's fehlt an Trost weniger find' ich Luft, die meiund Rath. Wie mußten sie nem Geist gefalle; das meist sich plagen! In wie viel Wel ist Tand und Wust. und Schmerz, in was für 9. Wo ich bisher gesessen, Angst und Zagen sank oft ihr ist nicht mein rechtes Haus. armes Herz! Wenn mein Weg ausgemessen, 5. Von dieser heil'gen so tret' ich dann binans. Das, Seelen Beschwerden dort was ich hier gebrauchet; leg' und hier, von ihrer Noth er- ich dann alles ab, und wenn zählen die Bibelbücher dir: ich ausgebauchet, so scharrt Sie zogen hin und wieder, man mich ins Grab. 10. Du Von den lezten Dingen. 185 10. Du aber meine Freude, vermodre nur zu Staub; die Gott meines Lebens Licht, du Wange, die sonst glühte, fei zeuchst mich, wenn ich scheide, der Verwesung Raub. hin vor dein Angesicht, ins 5. Ich hoff' ein beßres LeHaus der ew'gen Wonne, wo ben, das nie von mir ent ih stets frendevoll mit An- flieht, ein Leib wird mich umdern, gleich der Sonne des geben, der niemals mehr verHimmels leuchten soll. blüht. 11. Da will ich immer 6. Dann eil ich dir ent= wohnen, nicht kurz nur und gegen, mein triumphirend als Gast, bei denen, die mit Haupt, und seh' entzückt den Kronen du schön geschmücket Segen des Heils, das ich ges hast; da will ich preisend sin- glaubt. gen von deinem großen Thun, und frei von schnöden Dingen, in meinem Erbtheil ruhn. Sturm. Gerhard. Mel. Christus der ist mein. Mel. Wer weiß, wie nahe. 230. Ich sterbe täglich und mein Leben eilt immer fort 229. Ich geb' einst ohne einen Bürgen geben, ob ich zum Grabe hin; wer kann mir Beben zu meinem Tode hin; noch morgen lebend bin? Die denn Christus ist mein Leben, Zeit geht hin, der Tod kommt und Sterben mein Gewinn. her; ach wer nur immer fer2. Ich scheue nicht die tig wär'! Schrecken der freudeleeren 2. Ein Mensch, der sich Gruft! der wird mich aufer- mit Sünden tråget, ist immer wecken, der mich zum Grabe reif zu Sarg und Grab; die ruft. Frucht, die einen Wurm schon 3. Und riefe mich zum heget, fällt endlich unversehens Scheiden auch heute schon ab. Ich weiß, es bleibt der mein Gott; so folg' ich ihm alte Schluß, daß ich einst Erde mit Frenden und stürb' auf werden muß. sein Gebot. 3. Es schickt der Tod nicht 4. Des Lebens frische Blütelimmer Boten, er kommt gar oft 186 Tod und Grab oft unangemeld't, und fordert gefunden Tagen: Herr, dir uns ins Land der Todten; befehl ich meinen Geist! Du wohl dem, der Haus und Herz nimmst mich doch zu Gnaden bestellt; mein ew'ges Wet', an, wenn ich auch dann nicht mein ew'ges Glück beginnt von beten kann. diesem Augenblick. 8. Kann ich die Meinen 4. Herr aller Herren! Tod nicht gesegnen, so segne du und Leben hast du allein in sie, mehr als ich. Wenn laudeiner Hand; wie lange du ter Thränen um mich regnen, mir Frist gegeben, das ist und o Bater, so erbarme dich, bleibt mir unbekannt. Hilf, und lasse der Verlaßnen daß ich jeden Glockenschlag an Schrein bei meinem Tod' ermeinen Abschied denken mag. hörlich sein. 5. Es kann vor Abend Stoß zum Herzen, so schließe 9. Dringt mir der letzte anders werden, als es am mir den Himmel auf; verMorgen mit mir war; den kürze mir des Todes Schmereinen Fuß hab' ich auf Erden, zen, und hole mich zu dir den andern auf der Todten- hinauf, so wird mein Abschied bahr'; ein kleiner Schritt ist eine Pein, zwar schnell, doch nur dahin, wo ich bald Staub sanft und selig sein. und Asche bin. Schmolke. 6. Ein einz'ger Schlag kann alles enden, und Fall Mel. Nun sich der Tag geend. und Tod beisammen sein; 231. Mir soll nicht vor doch bleib' ich stets in deinen dem Tode graun, mir nicht, Handen, durch Jesum bin ich, ich bin ein Christ. Ich werde Bater, dein; drum eilt, wenn bald den Heiland schaun, iyn diese Hütte fällt, der Geist in schauen, wie er ist. deine beßre Welt. 2. Der starke Heiland 7. Vielleicht kann ich kein nahm für mich, dem Tode die Wort mehr sagen, wenn Gewalt. Er ist mein Freund, Unge, Mund und Ohr sich in ihm seh' ich die lieblichste schleußt; drum bet' ich bei Gestalt. 3. Von Von den letzten Dingen. 187 3. Von ihres Leibes Ban- 10. Gieb, wenn mein Geist den macht er meine Seele von hinnen fährt, daß meine los: führt mich zum Licht aus Glaubenstreu' fürs Christendieser Nacht, macht mich ge- thum und seinen Werth ein troft und groß. tlares Zeugniß sei. Mel. Jesus meine Zuversicht. 4. Das finstre Grab, mein leßtes Haus, betrübt und schreckt mich nie: Hier ruhen Gottes Pilger aus, im Frie- 232. Meine Lebenszeit verstreicht, stundlich eil ich zu den ruhen sie! 5. O, meine Brüder! ruht' dem Grabe; und wie wenig ich doch nur bald so sanft wie ist's vielleicht, was ich noch zu ihr! Ihr habt gesiegt! ich leben habe! Denk, o Mensch! seufze noch bei manchen Kam- an deinen Tod. Säume nicht; pfe hier. denn Eins ist noth. 6. Ich setz' auf Güter dieser 2. Lebe, wie du wenn du Welt nicht meine Zuversicht. stirbst, wünschen wirst gelebt Der, dem die eitle Welt ge= zu haben. Guter, die du hier fällt, der kennt den Himmel erwirbst, Würden, die dir 7. Der Fromme lebt und dich im Tod erfreun; diese Menschen gaben; nichts wird stirbt beglückt, sein Kreuz Güter sind nicht dein. schickt Gott ihm zu; er weint und wird vom Herrn erquickt; nicht. 3. Nur ein Herz das Gue er stirbt und kommt zur Ruh. tes liebt, nur ein ruhiges Ge8. Ich weiß nicht wann, wissen, das vor Gott dir Zeugs und wie, und wo mein Tod niß giebt, wird dir deinen bestimmt mir sei; doch das Tod versüßen. Dieses Herz, weiß ich, das macht mich froh, von Gott erneut giebt im Tode mein Heiland steht mir bei. Freudigkeit. 9. Wenn einst wer mich ge-) 4. Wenn in deiner leßten liebet hat, bei meinem Grabe Noth Freunde hülflos um weint, so tröst', o Herr, an dich beben; dann wird über meiner Statt den frommen Welt und Tod dich dies reine treuen Freund. Herz erheben. Dann erschreckt dich 188 Tod und Grab. dich fein Gericht; Gott ist 2. Tod, du heileft jede deine Zuversicht. Wunde, jeder Wunde Narbe 5. Daß du dieses Herz du. Flieht mein Odem mir erwirbst, fürchte Gott, und vom Munde, flieg' ich Engelsber' und wache. Sorge nicht, armen zu. Deckt die Nacht wie früh du stirbst: deine Zeit einst mein Gebein! werd' ich ist Gottes Sache. Lern nicht dort verklåret sein. nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 3, Nimm für alle Erdenfreuden, Vater, Herzensdank 6. Ueberwind' ihn durch von mir! Aber auch für alle Vertraun, sprich: ich weiß, Leiden dankt mein Herz, an wen ich glaube: und ich Bater, dir! Doch entführst weiß: ich werd' ihn schaun, du beiden mich, preif' ich noch denn er weckt mich aus dem gerührter dich. Staube. Er, der rief: es ist 4. Hier nicht, dort nur, vollbracht! nahm dem Tode dort mur quillen Freuden, unseine Macht. getrübt von Schmerz; nur 7. Tritt im Geist zum nach deinem heil'gen Willen Grab' oft hin: siehe dein Gefühlet dort mein rein'res Herz. bein versenken. Sprich: Herr, Mich von Erd' und Sünde daß ich sterblich bin, lehre du los, nimmt die Ruby' in ihren mich stets bedenken! lehre du Schooß. michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 5. In des schönen Frühlings Stunden, an des treuen Freundes Hand, wenn ich Freund' und Lust empfunden, Mel. Gott des Himmels und. und, was ich mir wünschte 233. Weiche, Todesschrek- fand, fühlt' ich doch mit stillem ken, weiche; freu' des Todes Leid jeder Freude Nichtigkeit. dich mein Herz; liegt sie da 6. Welche Freude soll mich die kalte Leiche, weggeweint ist beften an die Erde, an die dann der Schmerz, und der Zeit? Nein, mit meinen leßThránenquell versiegt, wenn ten Kräften streb' ich nach der mein Staub im Grabe liegt. Ewigkeit. Weiche, Graun des Gellert. Von den letzten Dingen. 189 des Todes, weich'! Engeln meinem Herrn, leb' ich gern, macht der Tod mich gleich. und sterb' ich gern. Lavater. Mel. Wenn mein Stündlein. 7. Frei von jeglicher Beschwerde und der Angst in dieser Nacht, flieg' ich über Zeit und Erde, voll Gefühls: 234. Wenn meine Zeit es ist vollbracht! Uleber Bit- vorhanden ist, von dieser Welt ten und Verstehn werd' ich zu scheiden, ach! so verlaß, fühlen, hören, sehn. Herr Jesu Christ, mich nicht. 8. Bald ist's einstens über- in meinen Leiden! an meinem standen. Ruhig harr' ich, End' empfehl' ich dir, Herr, Herr, auf dich. Viele Tau- meine Seele, die du hier zum send überwanden, überwinden Himmel haft gebildet. mir: Glaube nur! werd' auch ich. Lauter noch, 2. Wenn Angst und Toals die Natur, ruft mein Herr desfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: so wird 9. Was in mir dich Hei- mein Herz mit Trost beglückt, land nennet, troßt der Todes- das sonst voll Unruly zaget. Allgewalt. Wenn mein Herz Mich tröstet in der letzten in Sehnsucht brennet, und Noth dein Leiden und dein ruft: Komm Erlöser bald! so Kreuzested, dadurch du mich kommst du, und deine Hand erlöset. löset sanft des Lebens Band. 10. Sollt' ich zagen? Sollt du 3. Ich bin, o Herr, mit ich beben, Tod, vor deinem dir vereint; deß freu' ich mich Natterstich? Nein, es führt vom Herzen; ich weiß, zum schönern Leben dann mein bleibest auch mein Freund in Gott und Heiland mich. Mit ihm werd' ich ewig sein, mich Todesnoth und Schmerzen. und sterb' ich, o so sterb' ich des bessern Lebens freun. dir; die frohe Hoffnung hast 11. Flieh' dann nur von du mir durch deinen Tod ermeiner Lippe, Lebens- Odem worben. flieh' nur hin! Sink' entseelet 4. Weil du vom Tod ermein Gerippe, in des Grabes standen bist, werd' ich einst Moder hin. Dir, o Jesu, auferstehen, ins Reich, das mir 190 Tod und Grab. mir verheißen ist, aus meinem die schreckensvollen Pfade er Grabe gehen; denn wo du leuchtet ihm die Gnade des bist, soll ich auch sein, und Gottes, den er Vater nennt. deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 4. Mit fröhlichem Gemü 5. So wird mein Sterben Güte, die ihn dem Tod' entthe rühmt er die Macht und mir versüßt, der Tod kann reißt; sein Herz zu Gott ers mich nicht schrecken; er ist boben, empfängt den Trost von ein Schlaf auf kurze Frist, oben, und Fried' und Freud' und Jesus wird mich wecken: im heil'gen Geist. er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron in's ew'ge Leben führen. Herrmaun. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, vermahnt und tröstet sie: und feiner Treue wegen erfüllt Gott seinen Segen, und weichet auch von diesen nie. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 235. Wie fanft sehn wir den Frommen, nun bald der der, voll froher Jubellieder die 6. Die Engel freigen nieErd' entnommen, sich seinem Seele zu empfahnt: er stimmt Ziele nahn! Wo sich des Lebens Freuden vom frechen Sünder scheiden, da gehn des Christen an. in ihre Chöre Anbetung, Preis und Ehre dem Mittler, seinem Heiland an. 2. Bei seiner Wallfahrt 7. Laß mich, o Höchster! Ende hebt er voll Dank die streben, so in der Welt zu leHände zu seinem Vater auf; ben, wie man dies Glück ergesichert vor Berderben, kann wirbt; damit ich als ein Erbe er nun freudig sterben nach ei- der Seligkeit einst sterbe, so nem wohl vollbrachten Lauf. freudig, wie ein Frommer stirbt. Weisze. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen die Bahn, die er nicht feant; Mel. Tod und Grab. 191 oder: Mel. Herr Jesu Christ, wahrr. deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. Die Seele Christi heil'ge zc. 7. Ein Seufzer in der leh236. Wie sicher lebt der ten Noth, ein Wunsch, durch Mensch, der Staub! Sein des Erlösers Tod vor Gott Leben ist ein fallend Laub; dereinst gerecht zu sein, dies und dennoch schmeichelt er macht dich nicht von Sünden sich gern, der Tag des Todes rein. sei noch fern. 8. Ein Herz, das Gottes 3. Der Jungling bofft des Stimme hört, ihr folget, sich Greises Ziel, der Mann noch vom Bösen kehrt; ein reines seiner Jahre viel, der Greis Herz von Lieb' erfüllt, das zu vielen noch ein Jahr, und ist es, was vor Gott einst keiner nimmt den Irrthum gilt. wahr. 3. Sprich nicht: ich denk 9. Die Heiligung erfordert Müh'; doch glaube, Gott verbei Glück und Noth im Her- Eifer nur nach ihr, so stärkt läßt dich nie. Ringst du mit zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. er deine Kräfte dir. 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, dein höchstes 4. Wir leben hier zur Ewig- und was dir ewig Glück verZiel, nach dem du strebst, keit, zu thun, was uns der schafft, ist Tugend in des Herr gebeut; und unsers Le Glaubens Kraft. bens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 11. Ihr alle seine Tage weih'n, heißt eingedenk des 5. Der Tod führt Seelen Todes sein; wer stets sich seivor Gericht: da bringt Gott nes Gottes freut, der ist zum alles an das Licht, und macht, Tode stets bereit. was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' nicht mit 6. Weil nun der Tod dir mir ins Gericht! Druck selbst täglich draut; so sei doch des Todes Bild mir ein, daß wachsam und bereit. Prüf jede Sünd' ich möge scheun. 13. Daß 192 Von den letzten Dingen. 13. Daß ich mein Herz an dir zu sterben, deines Vaters jedem Tag vor dir, o Gott, Reich zu erben! erforschen mag, ob Liebe, De- 3. Besiege dann des Todes. muth, Fried' und Treu, die Graun, mein Geift! er ist ein Frucht des Geistes in mir Weg zum Schaun in jenem fei. bessern Leben. Er sei dir 14. Hilf, daß ich öfters zu nicht mehr fürchterlich! 3mm dir fleh, der Sünde fester Allerheiligsten wird dich der widersteh', und einstens, durch Herr durch ihn erheben. Reichdes Glaubens Macht, mit lich, herrlich, unvergånglich, Freuden ruf': es ist voll- überschwenglich wird dich tro bracht! sten dort das Erbtheil det Erlösten. Mel. Wie schön leuchtet der. Stunde nicht, die mich, wenn 4. D Herr! ich weiß die 237. Wie wird mir dann, nun mein Auge bricht zu mein Heiland! sein, wenn ich, deinen Todten sammelt! Vielmich deiner ganz zu freu'n, leicht umgiebt mich ihre Nacht, in dir entschlafen werde! Bon eh' ich dies Flehen noch voll keiner Sünde mehr entweiht, bracht, mein Leb dit ausges auf ewig frei von Sterblich- stammelt! Bater! Vater! ich keit nicht mehr der Mensch befehle meine Seele deinen von Erde! Freu dich, Seele! Händen, deinen treuen VaStärke, trofte dich, Erlöfte, terhånden. mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. Gellert. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht 2. Ich freue mich, und noch fern vem Ziel, an dem bebe doch! So drückt mich die Krone schimmert! Bin ich meines Elends Joch, der Fluch von meinem Ziel noch weit, der Sünde nieder! Der Herr sei doch mein Herz dir stets erleichtert mir mein Joch. Es geweiht, um Weltluft unbe stärkt durch ihn mein Herz sich kümmert. Laß mich durch dich doch, glaubt und ethebt sich reiche Saaten guter Thaten wieder. Jesus Christus! laß dann begleiten, vor den Thret mich streben, dir zu leben, der Ewigkeiten. 6. Wie Tod und Grab. 193 6. Wie wird mir dann, Jahre flohn, und ruhen nun mein Heiland! sein, wenn ich im Frieden. Wohin wir sehn, mich deiner ganz erfreun, dich wo Menschen gehn, da wehn dort anbeten werde! Dann um sie der Brüder in Staub bin ich frei von Sund' und zerfallne Glieder. Leid, ein Mitgenoß der Herr 4. Wie manchen haben lichkeit, nicht mehr ein Mensch wir gekannt, der voll Gesundvon Erde. Preis bir! daß heit glühte, und, wie die mir durch dein Leiden jene Blum' im dürren Sand, in Freuden offen stehen, ewig seiner Kraft verblühte. Wie will ich dich erhöhen. manchen barg uns schon der Sarg, und seines Grabes Hügel deckt der Verwesung Klopstok. Mel. Was Gott thut, das ist. Flügel. 228. u Gott schwingt 5. Wir gleichen wohl des unser Geist sich auf, wir fal- Feldes Saat, die reif und ten fromm die Hände; einst golden wehet; sie weiß nicht, endet sich des Lebens Lauf, wann der Schnitter naht und doch segnen wir das Ende, rauschend sie abmähet. So Nicht furchtbar droht uns ruft auch oft uns unverhoffte unser Tod; der Leib allein der Tod aus diesem Leben, zerstäubet, der Geist, o Ba- zum Himmel uns zu heben. ter! bleibet. 6. Ja, dorthin führt des Lebens Lauf, drum segnen wir 2. Drum lasset durch Un- sein Ende. Entzückt schwingt sträflichkeit uns nach dem unser Geist sich auf; wir falHimmel streben, wo wir einst ten froh die Hände. Unsterbzur Unsterblichkeit veredelt, lichkeit folgt dieser Zeit; das ewig leben. Das Leben flieht, Grab mag einst uns decken; und oft verblüht der Jüngling uns wird es nicht erschrecken. wie der Knabe; denn wer ist fern vom Grabe? 7. Wohlan! von Herzen wollen wir die Bahn der Tu 3. Wer zählt die Tausende, gend gehen. Wer weiß, ob die schon vor uns dahin ge- wir uns Alle hier noch einmal schieden? sie flohn, wie ihre wiedersehen? Wir sehn uns doch N 194 Unsterblichkeit und Auferstehung. doch im Himmel noch; drum Glauben festgestellt. Wie mag das Grab uns decken, herrlich wird der Menschheit uns wird es nicht erschrecken. Werth durch Jesu Lehren auf Starke, geklärt! 6. O frohe Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. Unsterblichkeit und Aufer= stehung. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. 239. Des Todes Graun, 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl des Grabes Nacht flieht, Herr, geordnet hat; ich sehe dort mit vor deiner Wahrheit Macht; bellerm Blick des Christen mein Geist, erleuchtet durch Seligkeit und Glück. dein Licht, bebt vor des Leibes Trennung nicht. 2. Es falle nur die Hülle hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selbst, ich lebe ewig dort mit jenen sel'gen Geistern fort. 8. Viel Freuden gabst du mir schon hier, Allgütiger! wie kleinerm Ungemach ein größedank ichs dir! Stets folget, res Vergnügen nach. 9. So hat schon dieser 3. Ein inn'res mächtiges Kindheitsstand der höhern Gefühl verkündigt mir mein Hoffnung Unterpfand; bie höh'res Ziel; dies Sreben Liebe, die mich hier erfreut, nach der Ewigkeit erhebt mich giebt dort mir volle Seligkeit. über Welt und Zeit. 10. Des Freudigsten verz 4. Dich, Höchster, hab trauensvoll, erwart ich, was ich hier erkannt, voll Liebe mir werden soll, wenn ich, Vater dich genannt; in dieser von Sünd' und Noth befreit, Seclenwürde liegt ein Hoff- nun reife zur Vollkommenheit. nungsgrund, der niemals trugt. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend sein; er führt 5. Dein Wort zeigt mir zum wahren Leben ein. Durch die beßre Welt; so ist mein Gottes Kraft besiegt mein Herz Von den letzten Dingen. 195 4. Herz der Krankheit Laft, der das ihn erfreu'. Er fühlt, daß Trennung Schmerz. diese ganze Welt sein Wün12. Wenn hier von uns, schen nicht zufrieden stellt. die Gott vereint, der letzte Du prågest ihm durch auch hat ausgeweint, dann sein Gewissen Gefühl für wird ein frohes Wiedersehn Recht und Unrecht ein. Daß auf ewig unser Glück erhöhn. Böse Böses leiden müssen, Tugendhafte glücklich 13. Herr unsrer Tage, und führe du uns alle diesem Ziele sein, erkennt er; doch sieht er zu, daß uns, bei standhaft noch nicht den Richter hier frommer Treu' des Lebens schon im Gericht. End' erfreulich sei! Spalding. 5. Dem Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widriges Mel. Wer weiß wie nahe mir. Zeit beschieden, dem Lasterhaf Geschick zum Loos für diese 240. Du gabft zum Den- ten oft viel Glück. Gewiß! fen und Empfinden ich erst eine andre Welt ist zur sei dein Werk mir diesen Vergeltung aufgestellt. Geist; doch kann er hier noch nicht ergründen, wie herrlich dies du, mein Schöpfer, seist. Um schon deine Größe zu verstehn, muß wenn er dich ohne Hülle sehn. 6. Gott, wenn mein Geist überleget, so hofft er Unsterblichkeit. Doch, bedachtsam er erwäget, was ihm dein Wort für Licht 2. Zu eng sind dieses Le-/ verleiht: so wird er sel'ger bens Schranken für seinen Freuden voll, daß er auf ewig forschenden Verstand. Der leben soll. Keim zu höheren Gedanken, 7. Herr, laß zu jenem besals je ein Sterblicher em- sern Leben mich täglich hier pfand, entwickelt sich erst nach die Ausfaat streun; laß deinen der Zeit im hellern Licht der Geist das Wollen geben und Ewigkeit. das Vollbringen auch verleihn. 3. Ihn fåttiget kein Gut der O Wonne der Unsterblichkeit, Erde, kein zeitlich Glück, so wie wird durch dich mein groß es sei. Daß er für immer Geist erfreut! ruhig werde, bedarf er mehr, N 2 - Heeren. Mel. Unsterblichkeit und Auferstehung. 196 Mel. Sei Lob und Ehr' dem. Mel. Wie wohl ist mir. 142. Einst, freut euch Brü- 242. Es ist noch eine Kul ber! reift die Saat zum Tag vorhanden. Auf, můdes Herz, der frohen Garben; nicht hier und werde Licht! Du seufzest belohnt Gott jede That der hier, in deinen Banden, und Edeln, die früh starben; nicht deine Sonne scheinet nicht. hier ist volle Seligkeit: drum Schau auf zu Gott; er wird hofft mein Geist Unsterblich- in Freuden dich auf des Les keit, ein Leben ohne Ende. bens Auen weiden; wirf ab die Last und eil' hinzu. Bald 2. O Glaube, der das ist der saure Lauf vollendet, Herz erhebt: du, Gott, schufft bald, bald der harte Kampf unfre Seele; du, der erhält, geendet; dann gehst du ein zu was ist und lebt, erhältst auch deiner Ruh). unfre Seele; zum steten Wirken schufst du sie. Heil uns! 2. Die Ruhe hat Gott darum vergeht sie nie; sie auserkoren, sie ists, die nie lebt für Ewigkeiten. ein Ende nimmt, sie hat noch eh' ein Mensch geboren, der 3. Nun können wir hier in Menschen Vater uns bestimmt. der Zeit voll froher Hoffnung Uns diese Ruhe zu erwerben, leben: Gott wird die größte sah einst die Erde Jesum sterSeligkeit dem Zugendfreunde ben; der ruft und lockt nun geben, der das, was ihm die weit und breit: Ihr müden Pflicht gebot, mit reinem Her Seelen und ihr Frommen, zen bis zum Tod treu zu er- versäumet nicht, einst einzus füllen suchte. kommen, zu meiner Ruh' und 4. Nach diesem Glück der Seligkeit! Ewigkeit laßt uns mit Eifer 3. So kommet denn, ihr ringen; laßt, Christen, uns in můden Seelen, die dieses dieser Zeit treu unsre Pflicht Lebens Bürde drückt, erhebt vollbringen. Belohnt wird euch aus des Kummers Höheinst der Tugend Müh', ein len, geht nicht einher mehr guter Gott belohnet sie in tief gebückt. Ihr habt des jenem bessern Leben. Tages Laft getragen; dafür Last Von den letzten Dingen 197 läßt euch der Heiland sagen: die Erquickungszeit ist da. Die Ich selbst will eure Ruhstatt Sonne wird uns nicht mehr sein. Ihr erbtet Jakobs Kampf stechen; der Herr ist seinem und Glauben; darum, ob Welt Volke nah, er selbst will unter und Hölle schnauben, seid nur diesem wohnen, und seine getrost, und gehet ein. Trenen herrlich lohnen mit 4. Was mag wohl einen Licht und Troft, mit Ruhm Kranken laben, und einen mu- und Preis; dann werden die den Wandersmann? Wenn Gebeine grünen, der große jener nur ein Bettlein haben, Sabbath ist erschienen, da und sanft und still drauf ru- man von keine Mühe weiß. hen kann, wenn dieser sich kann niederseßen, in Schattenkühlung sich ergößen; o Mel. Jesus meine Zuversicht. wie sind beide dann erquickt! 243. Hier ist nur mein Doch, das sind kurze Ruhe Prüfungsstand; hier ist nicht ftunden, es ist noch eine Ruh mein bleibend Erbe. Dort, erfunden, die uns in Ewigkeit dort ist mein Vaterland, das beglückt. erreich ich, wenn ich sterbe. 5. Da wird man Freuden- Preis und Dank für meinen garben bringen; denn unsre od, bring ich dir, o Herr, Thrånensaat ist aus. Welch mein Gott. 2. Gottes Stadt, die drofüßer Jubel wird erklingen, dort in des ew'gen Baters Haus! Schmerz, Seufzen ben ist, wo der Unsichtbare und die Thrån um Leichen thronet, wo mein Mittler Jewird dann auf ewig von uns sus Christ die Vollendeten weichen; wir werden den Er- belohnet; nie gedenk ich ernststandnen sehn, er wird am lich dein, ohne herzlich mich Lichtquell uns erfrischen, die zu freun. Zähren uns vom Auge wischen 3. Er, mein König, der und uns zum reinen Glück mich hier auf der Bahn des erhöhn. Friedens leitet, er, mein Hei6. Nicht Durst noch Hun- land, hat in dir meine Stätte ger wird uns schwächen; denn mir bereitet, und an allem deinen 198 Unsterblichkeit und Auferstehung. deinen Heil hat auch meine Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. Seele Theil. 244. Ja, müßt auch ich 4. Tåglich bet' ich vor dem Herrn: Gott! wann stillst noch Jahre weinen, und Leidu mein Verlangen? Bin den dulden ohne Zahl; der ich noch vom Ziele fern? Tag wird doch gewiß erscheis werd' ich bald die Fron' em- nen, der Freude bringt für pfangen? Sehnt noch lange jede Qual. Der Feierabend sich mein Geist, eh' des Le- folgt dem Tage, und Freud' bens Band zerreißt? entsprießt aus jeder Klage, die ich zu Gottes Ohr gebracht. 5. O wie wohl wirds dann Es trocknen meiner Arbeit mir sein, wenn ich dich einst Schweiße, und endlich wehet in der Nähe, die du kommst, auf die heiße und schwüle mich zu befrein, Stunde mei- Glut die kühle Nacht. ner Heimfahrt, sehe; wenn 2. Erreicht, erkämpft ist den Leib die finstre Gruft, und bald die Stunde, die mir für die Seel' ihr Schöpfer ruft. Thránen Wonne giebt, ver6. Todesschrecken, ihr sollt tilgt die Narbe jeder Wunde dann meinen Glauben nicht durch den, der züchtigt, weil erschüttern! Nur der Ueber- er liebt. O, frohe Aussicht je treter kann froh nicht sterben, nes Lebens, Ziel meines Seher muß zittern. Gottes From- nens, meines Strebens, bu, me zittern nicht, ihnen droher jeder bangen Stunde Troft, kein Gericht. binaus auf deinen schönen 7. Daß ich diese Freudig- Frieden schau' ich, wenn um keit einft in meinem Tod em mich Leidensmüden das Wetter pfinde, mache siegreich mich der Verfolgung toft. im Streit, Jesu, wider Welt 3. Fels Gottes, den mein Urm umschlinget, Unsterblichin Kampf und Lauf; nimm keit, Unsterblichkeit! Wenn mich endlich gnädig auf! Nacht und Trúbsal mich umringet, mich Alles drångt, mir Alles draut; sollt ich dann still stehn? ich ermatten? Nein, und Sünde. Starke mich Münter. Von den letzten Dingen. 199 Nein, Sehnsucht nach dem 6. Wie soll ich, Jesu, recht kühlen Schatten, nach Ruhe dir danken für dieser Hoffnung Gottes sporne mich. Bleib', Herrlichkeit? Eh' löschen SonHerz, getreu ihm bis zum nen, Welten wanken, eh dei= Ziele; dann träufeln lohnend ner Liebe dich gereut. Du ihre Kühle die Palmen Edens bist, du lebst; ich werde leben; über dich. was Gott dir gab, wirst du 4. O, auf des steilen Ber- mir geben, wo du bist, soll ich ges Höhen, wie Alles da den ewig sein: So nimm denn, Geist entzückt, wenn kühle Urm der ew'gen Treue, dein Lüfte uns umwehen, den Gaum sterbend Kind einst in die ein frischer Quell erquickt! Reihe der höhern Geister gnàDoch, schwaches Bild von dig ein! Lavater. Mel. Wer weiß, wie nahe. jenen Freuden, wenn ich nach still verweinten Leiden einft, Land der Ruhe, dich erreicht! O, dann, dann ist mein Geist 245. Warum erbebst du genesen, und Freiheit, Frei- meine Seele, bei dem Gedanheit all' mein Wesen, mein ken an das Grab? Nicht dich Dasein süß, mein Wirken umschließt einst seine Höhle; leicht! nur deine Hülle sinkt hinab. 5. Gott, du des Herzens Der Allmacht Hand schuf sie Schöpfer, Quelle der Freu- aus Staub, drum wird sie den, Quelle alles Lichts, der- der Verwesung Raub. einst an jenes Lebens Schwelle 2. Du, zur Unsterblichkeit wie ist da all' mein Leiden erlesen, wirst mit dem Tode nichts! Dann denk ich nicht nicht vergehn; dich wird der mehr meiner Thrånen, ver- Vater aller Wesen zur größern schlungen ist dann all' mein Einsicht dann erhöhn; bewunSehnen in unaussprechlichen dern wirst du Gottes Macht Genuß! Wie schwere Träume in jener Welten Bau und bei dem Leuchten des Tags Pracht. wird mir mein Leiden dâuch3. Dann, Seele, wirst du ten, beut mir der Himmel das verstehen, was hier kein einst den Gruß. weiser Mund erklärt, was hier, voll 200 Gericht und Vergeltung. vollkommen einzusehen, des[ Leiden mit Reu' und UeberWissens Trieb umsonst be- druß. gehrt; dann tauscht dich 4. Ja, denke stets ans Ende, Wahn und Irrthum nicht, denk' über Grab und Zeit, da und selbst die Finsterniß wird mit dich nichts abwende von Licht. Schiebeler. jener Ewigkeit, wo Gott vor seinem Throne zum Engel dich verklärt, und mit der Tugend Krone bir ew'ges Heil gewährt. 5. So lehre denn mich denten an jene künft'ge Zeit, und Mel. Herzlich thut mich verlang. Rausch der Sinnlichkeit; laß hilf mein Herz nun lenken vom 246. Bedente, Mensch! mich dein Untlig sehen, wenn das Ende, bedenke deinen Tod! Todesschrecken droht. Oft kommt sein Ruf behende; hore dann mein Flehen; führ der heut noch frisch und roth, mich aus aller Noth. kann morgen und geschwinder schon seine Beute sein; drum auf meinen letzten Tag mit 6. Daß ich zu allen Zeiten, bilde dir, o Sünder! ein tåg- Buße mich bereiten, so, tågGott! lich Sterben ein. 2. Doch denkest du ans Weltgerichte steh' mir, Erlos lich sterben mag; und in dem Ende, so denk auch ans Ge- ser bei, das ich im höhern richt! es müssen alle Stände Lichte, zu wohnen, würdig sei. vor Jesu Angesicht; kein Schmolke. Gericht und Vergeltung des Guten und Bösen. Mensch ist ausgenommen, enthüllt wird jedes Herz. Lohn Mel. Sei Lob und Ehr' dem. finden dort die Frommen, die 247. Der Freuden Quell Bösen Angst und Schmerz. ist, Gott, bei dir; und in dem 3. Drum denke stets ans höhern Leben wird deine Huld Ende und an die Ewigkeit, daraus auch mir zu voller daß pich kein Lafter blende in Gnige geben, was mich mit dieser Ulebungszeit. Kurz sind reiner Luft erfüllt, was meiner ja dessen Freuden, berauschend Seele Sehnsucht stillt, und sein Genuß; ihm folgen seine sich ohn' Ende mehret. 2. Dich Von den letzten Dingen. 201 nennen. 2. Dich lern' ich dann im Wille mir gebeut, aus lautrer hellern Licht in deiner Größe Absicht üben. O, welche kennen, und mit vollkommner Quelle reiner Lust, sich höh'rer Zuversicht dich meinen Vater Kräfte nun bewußt, in Allem Mit hoher Frende richtig handeln! bet' ich dann auf ewig deine 7. Mein Leib aufs herrGüte an, die mich zum Him- lichste verklärt, von Schwäche mel führte. nicht umgeben, von Allem frei 3. Wenn mein erhöhter was ihn beschwert; geschickt Geist das sieht, worauf er hier zum höhern Leben, auch der vertrauet; wenn er dein un- nimmt dann an meinem Heil umschränkt Gebiet noch heller und an der hohen Wonne überschauet: Gott, welch Ent- Theil, die meinen Geift entzücken ist dann mein! Wie zucket. werd' ich deiner mich da freun! Wie selig da mich fühlen! 8. Den Heiland, den ich hier geliebt, seh' ich dort mir 4. Noch größre Werke seb zur Wonne. Die Herrlichkeit, ich dann von deiner Macht die ihn umgiebt, ist mir auch und Güte, als ich auf Erden Licht und Sonne. Auch da sehen kann: und mein entzückt ist er mein Herr, mein Freund, Gemüthe verliert voll Dant durch den ich, Gott, mit dir und Freude sich in deiner Herr- vereint, stets neue Freuden lichkeit, die ich in vollem schmecke. Glanz erblicke. 9. Mit allen Bürgern jener 5. Da werd' ich deinen Welt werd' ich dich dann erheweisen Rath noch mehr als ben, werd' ich, dort ihnen zuhier verstehen, dir danken, daß gesellt, in reinster Freundschaft du mich den Pfad der Eugend leben. Es schlägt dann froh bießest gehen, und selbst durch in meiner Brust mein ganLeiden dieser Zeit mich zu dem zes Herz voll Lieb und Lust, Glück der Ewigkeit so våter die ich mit ihnen theile. lich erzogest. 6. In höherer Vollkommen heit, werd' ich dann, Gott, 10. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir, der Freuden reichste Quelle. Sie fließet dich lieben, und, was dein immer, und bleibt mir stets uns 202 Gericht und Vergeltung. unversiegt und helle. Mein 4. Sei bei allen deinen Glück währt da in Ewigkeit; Sorgen Gottes Willen unternichts fehlt ihm an Bollkom- than; bricht doch auch ein heitmenheit. Herr, hilf es mir rer Morgen auf die långste erreichen. Beeren. Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus, und sein väterliches Haus tröstet nach den Pilgerleiden ihn mit tauIn bekannter Melodie. 248. Freue dich, o meine send süßen Freuden. Seele! Ewig solst du selig sein, Gottes, dem ich dich be- Sünden loszureißen, und die 5. Ringe, dich von allen fehle, sollst du dich auf immer Welt und dich selbst zu überfreun. Aus der Trübsal dieser Zeit führt er dich zur Sewinden, liebe nur, was Gott gefällt.. Schmücke dich mit ligkeit an den Ort, wo alle ugend, sei Gott bis in den Frommen ihrer Zugend Lohn Tod getreu; dann wird er 2. Dank ihm für dein Pil- ligkeit dir geben. nach diesem Leben jene Sebekommen. gerleben! Wie viel Gutes hat er schon dir in dieser Welt ge6. Jesu, den ich hier be geben, und wie groß ist dort kenne, gieb, daß weder Lust dein Lohn! Ueberschwenglich noch Schmerz mich von deiner segnet Gott jede überstand'ne Liebe trenne. Wo du bist, da Noth denen, die aufs Künftge sei mein Herz. Mache du schauen, und im Glauben ihm mich selbst bereit zu dem Glück der Ewigkeit. Ich, von dir vertrauen. 3. Reine, ganz vollkommne erlöst zum Leben, will mich Frenden schmecken hier die ewig dir ergeben. Frommen nicht; dennoch sind 7. In des Todes bittern sie auch im Leiden ruhig und Stunden sollst du meine Zuvoll Zuversicht. Jede Trüb- flucht sein; liebevoll mit dir sal übet sie, Lohn ist einst des verbunden, will ich deiner Kampfes Müh. Alle Dinge Huld mich freun. Ja, du müssen ihnen endlich doch zum wirst mit treuer Hand in mein Besten dienen. himmlisch Baterland dann auch Von den letzten Dingen. 2.03 auch meine Seele führen, um enthält, die niedre Lust zu stilmit dir zu triumphiren. len, da wird sie die herbe Qiaal leerer Sehnsucht füllen. 8. Ich, zum Himmelsglück erhoben, will mit neuen Kräf- 6. Die Hölle hat nicht Trost ten mich ewig üben, dich zu und Rath für Qualerfüllte Her loben, ewig, Gott mein Ba- zen; nicht Zerstreuung lind ert ter, dich. Kurz sind Leiden bier, Angst und Reu' und dieser Zeit, ewig währt die Schmerzen. Herrlichkeit, wozu mich in jenem Leben, mein Vergelter wird erheben. Graf. Mel. O Traurigkeit, o Herzel. 8. So draut der Herr, 249. Groß, groß wird gerecht ist er, wahrhaftig ist sein die Qual und Pein, die sein Drauen! Möchten alle Sünder leiden müssen, welche Sünder doch sein Gericht hier hier durch Gottes Geist sich scheuen! nicht bessern ließen. 9. Gott, rette doch auch 2. Vom Himmel fern, sind Sünder noch, die iht dir wisie vom Herrn, der Freuden derstreben! Laß sie, recht zu Quell, geschieden: sehen nim- dir bekehrt, ewig laß sie lebert! mermehr das Licht, haben mel. Straf mich nicht in dein. keinen Frieden. 3. Hier haben doch die 250. Herr, ich bin dein Sünder noch Theil an dem Eigenthum! dein ist auch mein Glück der Erden; wohl sogar Leben! Mir zum Heil und dir der Freuden viel können ihnen zum Ruhm hast du mirs gewerden; geben. Båterlich führst du 4. Hier können sie bei Sorg' mich auf des Lebens Wegen und Müh sich mancher Hülf meinem Ziel entgegen. erfreuen; hier, wenn sie ein Vorwurf plagt, ihr Gemüth zerstreuen; 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Re5. In jener Welt! die nichts' chenschaft dargestellet werden. Dein 7. Wer Gottes Rath verachtet hat, der stirbt in seinen Sünden, und wird an dem Ort der Qual, Gottes Zorn empfinden. 2014 Gericht und Vergeltung. Dein Gericht schonet nicht, ist vergeben! Sünder, du Richter aller Welten, denn sollft leben! du wirst vergelten. 8. Dann werd' ich auch im 3. Weh' dann mir in Ewig- Gericht, vor dir, Herr, beste keit, wenn ich deine Gabe, hen, und vor deinem Anges meine Kräfte, meine Zeit hier sicht Freud' und Wonne sehen. ge: mißbraucht habe! Web Ewig dein werd' ich sein, und dann mir, hab' ich hier dein mich, dich zu lieben, ewig Geschenk verschwendet, und ewig üben. nicht angewendet! Münter. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Mel. Wie schön leuchtet der. Möcht ich mich, stets meiner 251. Mein ganzer Geist, Plicht treu zu sein, bestreben, Gott, wird entzückt, wenn er daß ich nie thöricht sie aus nach jenem Himmel blickt, den dein Augen sehe, noch mit du für uns bereitet! wo deine Fleiß verleße. milde Baterhand aus neuen 5. Lehre mich gewissenhaft Wundern wird erkannt, die meine Tage zählen, eingedenk du da haft verbreitet. Mach der Rechenschaft, nur was gut tig fühl ich mich getrieben, dich ist, wählen! Gieb, daß ich zu lieben, der zum Leben, das ernstlich mich täglich und auch dort ist, mich will erheben. heute, zum Gericht bereite. 2. Was sind die Freuden 6. Zeigt sich erst die Ewig- dieser Zeit, Herr, gegen jene keit furchtbar in der Nähe: o Herrlichkeit, die dort bei dir zu dann ist es nicht mehr Zeit, finden? Du stellst uns hier auf daß um Gnad' ich flehe. Wenn Erden zwar viel Wunder deider Tod mir schon droht, kann ner Gute dar, daß wir sie froh ich deinen Willen, Herr, nicht empfinden; doch hier sind wir mehr erfüllen. bei den Freuden noch mit Lei7. Mein Gewissen warne den stets umgeben; dort nur mich ernstlich vor der Sünde, ist vollkommnes Leben. daß doch einst, o Gott, auch ich 3. Dort ist kein Tod mehr Gnade vor dir finde! Dann und kein Grab; du trockneft rufst du auch mir zu: Alles alle Thränen ab von deiner Kina 2205 Von den letzten Dingen. Kinder Wangen. Da ist band, Herr, alle deine( Bliekein Leid mehr, kein Geschrei! der. Ewig werd' ich frei von den du, o Herr, machst alles Mångeln, selbst mit Engeln, neu, das Alte ist vergangen. mir zum Segen, da die reinste Freundlich giebt sich den Er- Freundschaft pflegen. löften, sie zu trösten, den zu 7. Dort ist mein Freund, kennen, den sie hier schon des Höchsten Sohn, der mich Vater nennen. 4. In deinem höhern Hei geliebt; wie glänzt sein Thron 4. In deinem höhern Hei- in jenen Himmelshöhen! Dort ligthum erschallet deines Na- werd' ich dich, Herr Jesu mens Ruhm von Millionen Chrift, der du der Deinen Zungen. Da strahlt die Herr- Wonne bist, mir zum Entzuklichkeit des Herrn, da schaut ken sehen. Nichts kann alsman sie nicht mehr von fern, dann mich mehr scheiden von da wird sie neu besungen. den Freuden, die du broben Heller, schneller, als hienie- deinen Freunden aufgehoben. den, ohn' Ermüden, sehen wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen 5. Mit neuer Inbrunft lie: vorbehält, wenn sie voll( Blauben wir, o Gott, dich dann ben sterben! Der du vorangeund dienen dir mit fröhlichem gangen bist, zieh dir mich nach Gemüthe. Nichts stört den Herr Jesu Christ, hilf mir Frieden unsrer Brust und un- dein Reich ererben! Laß mich sre tausendfache Luft an deiner eifrig darnach streben, und großen Güte. Kein Neid, kein mein Leben hier so führen, daß Streit hemmt die Triebe reiner ich dort kann triumphiren. Liebe unter Seelen, die dann Piterich, ewig nicht mehr fehlen. Gott, welche Schaar ist Mel. Wer weiß, wie nahe. vereint! die Frommen, 252. Nach einer Prüfung die ich hier beweint, die find' kurzer Tage erwartet uns die ich droben wieder. Dort Ewigkeit. Dort, dort versammelt deine Baterhand sie, wandelt sich die Klage in gottdie Ein Sinn schon hier ver- liche Zufriedenheit. Hier übt die 6. dort 2061 Gericht und Vergeltung. die Zugend ihren Fleiß, und heil'ger Wille mein Will' und jene Welt reicht ihr den Preis. meine Wohlfahrt sein; und 2. Wahr ists, der Fromme lieblich Wesen, Heil die Fülle schme t auf Erden schon man- am Throne Gottes mich erchen sel'gen Augenblick; doch freun. Dann läßt Gewinn alle Freuden die ihm werden, stets auf Gewinn mich fühlen, sind ihm ein unvollkommnes daß ich selig bin. Glück. Er bleibt ein Mensch, 7. Da werd' ich das im und seine Ruh nimmt in der Licht erkennen, was ich auf Seele ab und zu. Erden dunkel sah'; das wunant 3. Bald stören ihn des Kör- derbar und heilig nennen, was pers Schmerzen, bald das Ge- unerforschlich hier geschah. räusche dieser Welt; bald Da denkt mein Geist mit Preis kampft in seinem eignen Her- und Dank die Schickung im zen ein Feind der öfter siegt, Zusammenhang. G als fällt; bald sinkt er durch 8. Da werd' ich zu dem des Nachsten Schuld, in Kum- Throne dringen, wo Gott, mer und in Ungeduld. mein Heil, sich offenbart; ein 4. Hier, wo die Zugend Heilig, Heilig, Heilig singen öffers leidet, das Laster öfters dem Lamme das erwürget glücklich ist, wo man den ward; und Cherubim und Glücklichen beneidet, und des Seraphim und alle Himmel Bekümmerten vergißt: hier jauchzen ihm. kann der Mensch nie frei von 9. Da werd' ich in der Pein, nie frei von eigner Engel Schaaren, mich ihnen Schwachheit sein. gleich und heilig sehn, das nie 5. Hier such' ichs nur, dort gestörte Glück erfahren, mit werd' ichs finden; dort werd' Frommen stets fromm umzuich, beilig und verklärt, der gehn. Da wird durch jeden Tugend ganzen Werth em- Augenblick ihr Heil mein Heil, pfinden, den unaussprechlich ihr Glück mein Glück. großen Werth; den Gott der 10. Da werd' ich dem den Liebe werd ich sehn, ihn lieben, Dank bezahlen, der Gottes ewig ihn erhöhn. Weg mich gehen hieß, und 6. Da wird der Vorsicht ihn zu Millionenmalen noch seg= Von den letzten Dingen. 207 segnen, daß er mir ihn wies; Schmerz. Weil wir fester uns da find' ich in des Höchsten verbinden schließt sich dichter Hand den Freund, den ich auf Herz an Herz. Und der EdErden fand. len Kreis wird größer, der 11. Da ruft, o möchte Berbundnen Freude besser; Gott es geben! vielleicht auch die wir liebten ungefehn, freun mir ein Sel'ger zu: Heil sei sich mit uns umzugehn. dir! denn du hast mein Leben, 3. D, des Wiedersehens die Seele mir gerettet, du! Stunde, von der Trennung O Gott, wie muß das Glück ungetrübt, wo dem reinen erfreun, der Retter einer Freundschaftsbunde Ewigkeit Seele sein! nun Dauer giebt!, dich Gellert. L. 12. Was seid ihr Leiden sicher zu erleben, will ich undieser Erden doch gegen jene abláßig streben, weise gut Herrlichkeit, die offenbart an und fromm zu sein; so werd' uns soll werden, von Ewigkeit ich mich deiner freun. zu Ewigkeit. Wie nichts, wie 4. So werd' ich dort keinen gar nichts gegen sie, ist doch sehen, dessen Unblick mich erein Augenblick voll Müh! schreckt; kein Verführter wird dort stehen, der mit Vorwurf Mel. Jesu meines Lebens& Feind erscheinen; über mich mich bedeckt; so wird mir kein 253. Nirgends ist Genuß wird keiner weinen, daß ich hienieden immer rein und un- fühllos ihn verließ, grausam vergållt! Hat dies Leben ste- hier in Noth verstieß. ten Frieden? ungetrübte Luft 5. Allen, die ich werde die Welt? Selbst an treuer sehen, werd' ich vielmehr hoffFreunde Herzen drohen uns nungsvoll und getrost entgegen der Trennung Schmerzen, und gehen. Reiner Gottesliebe ein Tropfen Wermuth schleicht voll, liebte ich ja hier die in den Kelch, den Freunde Brüder, segnend fand ich dort reicht. sie wieder, und durch jeden 2. Aber einst stillt Wieder- Augenblick wächst mit ihrem finden jeder Trennung herben Heil mein Glück. Mel. 208 Gericht und Vergeltung. Mel. Herr, wie du willst. ewig dann sein Rächer sein, 254. Schon ist der Tag vom Himmel ihn entfernen. von Gott bestimmt, da, wer alsdann der Frommen Werth 5. Wie herrlich aber wird auf Erden wandelt, sein Loos von ihm dem Richter nimmt, sie zu ehren an, erklärft sie für erscheinen! Du, Herr, nimmst nach dem er hier gehandelt. Die Deinen; und sie sehr mit Er kommt, er kommt des Menschen Sohn; er kommt von Gott erwählet schon, den Erdenkreis zu richten. erstauntem Blick, daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück durch Gottes Huld ererben. 6. Sie gehn nun in das 2. Hier an dem Rand der sel'ge Reich, das Gott für sie Ewigkeit, hier stehn die Mil- bereitet, und sehn, auf ewig lionen, die seit dem ersten Tag Engeln gleich, ihr Wohlsein der Zeit auf dieser Erde woh- ausgebreitet. Das Stückwerk nen, nur dem Allwissenden wird Vollkommenheit; kein bekannt, unzählbar, wie am Kummer, keine Traurigkeit. Meer der Sand; hier stehn stört forthin ihre Freude. fie vor dem Richter. versicht, wenn hier mich Leiden 7. Mein Heiland, laß mich 3. Hier muß der falsche bedenken! Es stärke meine Zus dein Gericht oft und mit Ernt Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen; hier, wo das Recht die Waage hält, tránken; es reize mich gewiswird keine Bosheit siegen! senhaft und ein gedenk der Rehier ist zur Buße nicht mehr chenschaft, nach deinem Wort Frist, hier gilt nicht mehr Be- u wandeln. trug und List, hier gilt kein falscher Zeuge. Diterich. Mel. Nun freut euch lieben. 4. D Herr, mit welcher 255. Bergelten wirst du Majestät wirst du das Urtheil denen, Gott, die hier die Tufållen! Was wird dann dem, gend übten, doch auch bestrader dich verschmäht, den fin- fen nach dem Tod, die stets stern Pfad erhellen? Des stra- das Lafter liebten. Vergebens fenden Gewissens Pein wird ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Von den letzten Dingen. 209 dir, Richter, zu entfliehn und Nacht sein Unglück ganz ems deiner beil'gen Ordnung. pfindet, vom Lafterschlafe nun 2. O! schrecklich wird es erwacht, und sich doch kraftfür sie sein, sich selbst dann los findet zum Streben nach anzuklagen, die Leiden alle, Vollkommenheit: o! Qual für jede Pein durch eigne Schuld eine Ewigkeit liegt dann in zu tragen, die sie verführten, dem Gefühle. selbst zu sehn, wie sie umsonst 7. Das ist das Feuer, welum Gnade flehn, und ihrem ches brennt im Innersten des Beispiel fluchen. Herzens; das sind Gefühle, 3. Web' dem! der nun ein die nur kennt der Jammers bob'res Glück als wirklich vor sohn des Schmerzens. O Vasich siehet, und doch bemerkt, ter! Bater! welch ein Bild! wie es zurück vor ihm Unwürd'= wenn sich's so jammervoll vers gen fliehet; wie Sinnenluft gilt, von dir und Pflicht zu im Tod zerfloß, und Freuden, weichen! die er hier genoß, er nun vergebens beischet. 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reichthum 4. Welch Elend, sich so weit nüßen, wenn wir nicht das, vom Ziel mit dem Bewußt was dir gefällt, der Tugend sein sehen: Auch dir gab Schatz besitzen? Nur sie währt Gott der Mittel viel, zum ewig, sie beglückt! hilf Heile einzugehen;" und doch mir, Gott, daß sie mich selbst keines Trostes Spur, schmückt, und schützt vor soldes innern Richters Stimme chem Elend! nur zu steter Qual zu hören! 5. Verbunden überdies zu Mel. Sei Lob und Ehr' dem. sein mit vielen Lasterhaften, 256. Viel tausend Freuden die nur an Bosheit sich er- gonnest du uns, Bater, schon freun und Wuth der Leiden- auf Erden; giebst allen Mischaften, und gegenseitig sich den Seelenrub), erleichterst uns zur Last, weil Jeder nur den Beschwerden. Nur Blindheit, Andern haßt, zur ew'gen Mar- Undank klaget mir. Wohin ter werden! wir sehn, sehn wir die Spur 6. Und wer in dieser Leidens- von deiner Batergüte; 2. Doch 210 Gericht und Vergeltung. 2. Doch alle Frenden dieser 2. Die stillste That, der Zeit, wie eilen sie und schwin- Pflicht geweiht, wird Gott den! sind oft vermischt mit einst offenbaren. Lob wird der Bitterkeit, vergiftet oft durch wahren Frömmigkeit vor Allen Sünden; mit jedem Tag und wiederfahren. welch ein Augenblick verfliegt, gleich Ruhm, den sie gewinnt! selbst Wolken, Erdenglück, und plötz- heilige Gedanken sind belich folgen Thrånen. stimmt, belohnt zu werden. 3. Dort, dort nur, wo wir, 3. Wen keine Wollust, wen Gott, dich sehn in Jesu An- kein Geiz, kein eitles Lob be gesichte, wo wir vor deinem thörte; wer selbst bei aller Throne stehn, bestrahlt mit Lüfte Reiz die Stimme Got deinem Lichte; dort erst ist tes ehrte; wer strebte, mäßig, wahres Glücklichsein, dort keusch und rein, demüthig, Freiheit, Sicherheit vor Pein, sanft und mild zu sein, den und Vollgenuß des Lebens. wird Gott einst belohnen. 4. O Trost in jeder Dun- 4. Wer eines der Gerings kelheit! o Freude, wie sonst sten sich erbarmte, was ihn keine! Gedanke der Unsterb- drückte, ihm tragen half, und lichkeit, mein Labsal, wenn brüderlich die Leidenden er ich weine! O süßer Trost: quickte: das siehet der Gerechte durch Jesu Macht dring' ich an, als hätt' er solches ihm einst durch die Todesnacht ins gethan; und er wills ihm vergrånzenlose Leben. gelten. 5. Laßt, Christen, tugendMel. Sei Lob und Ehr dem. haft und rein uns wie im 257. Bollender freudig eu- Himmel leben. Einst wird ern Pfad, bleibt, Christen, uns Gott Vergelter sein, und Gott ergeben; einst wird ver- Seligkeit uns geben. golten jede That in jenem stört uns keine Sinnlichkeit; bessern Leben. Der Fromme nur Tugend ist's, die uns harret wonnevoll des Richters; erfreut in jenem Reiche Got denn, wer glaubt, der solltes. Gott nicht als Richter fürchDort ten. Cramer. Mel. Von den letzten Dingen. 211 Mel. Wer nur den lieben G. tet meiner, wenn ich mit brú5. Solch eine Wonne war258. Wenn ich auf Gottes derlichem Sinn den nächsten Wegen wanke, und straucheln lieb, und gern mich seiner ers will, so schrecke mich der herz- barm', und Jesu ähnlich bin. erschütternde Gedanke: Gott Gott, wer kann hart und liebrichtet einst die Welt und dich! los sein? Betrübte sehn, und Er hat's verkündigt! sein nicht erfreun? Gericht ist strauchle nicht. unausbleiblich; 6. Dort, dort trifft dent, der ohn' Erbarmen nie men2. Der Weg der Tugend, schenfreundlich sich beweist, den ich walle, sei rauh und der fühllos bei der Noth der steil: wo führt er hin? Zum Armen, Bedrångte nie erquickt Himmel, wenn ich Gott ge- noch speist, den Hungrigen falle, wenn ich getreu und sein Brod nicht bricht, ein standhaft bin; gestärkt, gestärkt, o unbarmherziges Gericht. Gott, durch deine Huld zur 7. Fühllose! wird der RichSelbstverleugnung, zur Ge- ter sagen, verschlossen habe ihr eure Hand, verachtet euduld. 3. Laß mich zu meiner See- rer Brüder Klagen. Entle sagen: die Welt vergeht weicht! ich hab' euch nie ermit ihrer Luft. Wohl mir, kannt! Für den, der Brüder wenn ich bei allen Plagen mir nicht erfreut, ist freudenleer keines Frevels bin bewußt! die Ewigkeit. Es kommt, es kommt die 8. So wirst du jede SünEwigkeit, die mich aus jeder de richten, gerechter Richter, Noth befreit. wenn du einst den Uebertre4. Dann werd' ich Jesustern ihrer Pflichten in deiner Stimme hören: der du zu Majestät erscheinst. Dann meiner Rechten bist, du warst wird der Fromme sich erfreun, gehorsam meinen Lehren; dem Bösen Alles schrecklich nimm hin, was dir bereitet sein. ist! Sei, treuer Knecht, den 9. Gieb mir, o Bater, Engeln gleich! Komm, erbe Muth und Stärke, damit meines Vaters Reich! mein Glaube dir getreu, ge 2 übe 212 Gericht und Vergeltung. übt in jedem guten Werke, der Herr? wer milder und gebewährt und dir gefällig sei; rechter? Du richteft recht, so werd' ich ewig selig sein, Barmherziger! auch frevelnmich ewig deiner, Gott, er- de Verachter. Herr, richte freun. nur! Der du nicht irrst, thust keinem Unrecht, und du wirst dein eigen Recht nicht beugen. Cramer. Mel. Nun freut euch lieben 259. Wie groß wird einst 5. Nicht jedes Volk ems die Strafe sein, die Sünder pfängt das Licht, das wir leiden sollen, wenn sie nicht als Christen haben; verschieden hier schon gut, und rein von wird auch sein Gericht und Lastern werden wollen! Web Lohn sein, wie die Gaben. ihnen, wenn der Tod sich Da, wo er nicht gefået hat, naht, und sie entreißt dem wird er, wie er schon hier Sündenpfad zum ewigen Ber- nie that, auch dort nicht erndderben. ten wollen. 2. Der Gott, der uns so treulich liebt, wenn wir die 6. Du zitterst vor der Ewigs keit? Ach, zittre dir zum HeiLaster hassen, der gnädig alle le, daß, eh' du's glaubst, nicht, Schuld vergiebt, wenn wir was er draut, dich Sichern uns bessern lassen, der hat's übereile. Aus Liebe offenbart verkündigt; er, der gut, ge- dich allhier und ewig zu bes er dir sein recht Gericht, um recht in Allem, was er thut, wahrhaftig ist und heilig. glücken. 7. Zerbrich nur selbst der 3. Erzittert! Nur verwerfet Sünde Joch, entreiß dich ih nicht die schauervolle Lehre! ren Ketten; dann such auch Denkt nicht, als ob ihr Unter- deine Brüder noch vom Elend richt nicht Gottes würdig wá- zu erretten! Doch nicht aus re! Die ihr so leicht euch táu- Sklavensinn allein; der Lus schen laßt, könnt ihr durchgend lerne dich selbst freun! schaun, was er umfaßt? der Denn sie giebt ew'ge Freude. Zukunft Tief ergründen? 8.! wenn du einst voll4. Wer ist denn weiser, als endet bist, dann wirst du ganz ver Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 213 verstehen, wie der Gerechte hier Zweifel macht, enthüllt gnådig ist; frohlockend wirst von jedes Schattens Nacht, du sehen, wie das, was uns im hellen Licht erscheinet. Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. Selbstprüfung und Bekenntniß muth Pflicht, und folgte Jes $ 8 su Borbild nicht. der Sünden. Mel. Wer weiß, wie nahe. 4. Dir, Herzenskündiger, 260. Ach, Gott! wie man- ist keine von meinen Sünden cher von den Tagen der mir unbekannt; vergieb, was ich beschiednen Lebenszeit floh vor dir beweine, und leite schnell dahin, mich anzukla- mich an deiner Hand auf diegen, ins Meer der nahen sem Prüfungsweg dahin, wo Ewigkeit! Nicht jeden hab' ich ganz frei von Sünden ich dir gelebt, nicht stets der bin. Tugend nachgestrebt. Mel. Jesu, der du meine S. 2. Gar oft emporte sich im Leiden mein murrend Herz voll 261. Ach, wann werd' ich Ungeduld; und schenktest du, von der Sünde, Gott, mein mein Gott, mir Freuden, o Bater, völlig frei, daß ich dann vergaß ich deine Huld; ganz sie überwinde, ganz dir genoß nicht jede, wie ich soll, wohlgefällig sei! Noch nicht, nicht immer reinen Dankes ich gesteh's mit Thränen, kann voll. ich mich von ihr entwöhnen, 3. So war mein Herz auch immer noch ereilt sie mich, gegen Brüder nicht immer und verführt mich wider sanft und liebevoll. Schlug dich. mich erlittnes Unrecht nieder: 2. In der Andacht fel'gen so übereilte mich oft Groll, Stunden, wo mein Geist und ich vergaß der Sanft- ldie Wahrheit hört, hab' ich oft 214 Selbstprüfung u. Bekenntniß der Sünden. oft das Glück empfunden, das dein, höchstes Gut, nie kondie Frömmigkeit gewährt? ha- nen freun. be nichts so sehr hienieden mir 6. Wenn ich falle, laß gewünscht, als innern Frie- mich's merken; laß mich streden, als ein Herz, dir ganz ben, aufzustehn; eile, mich, geweiht, als der Tugend Se- dein Kind, zu stärken, lehre ligkeit. selbst mich fester gehn; war3. Voll von heiligen Ent- ne mich, sei mein Begleiter; schlüssen, schwur ich dann, dir täglich führe, Gott, mich weitreu zu sein, und mit wachen- ter, bis ich in der Ewigkeit dem Gewissen meiner Unschuld dringe zur Vollkommenheit. mich zu freun: willig wollt Münter. ich da mein Leben dir, mein Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Gott, zum Dienst ergeben, 262. Du, der alles sieht aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. und kennet, Ewiger, du kennst 4. Aber, ach! zu schnell dir getrennet, auch mich. Ach, ich bin von dir getrennet, Bater! ach, emporet sich der Leidenschaf- erbarme dich! Sieh der Reue ten Macht, sie verdunkelt, bittre Thränen, meines Herz schwächt und störet, was ich zens heißes Sehnen nach Er sonst so gut bedacht. Plößli- langung deiner Huld, und verche Bersuchungszeiten, Bei- gieb mir meine Schuld! spiel, Reiz der Eitelkeiten, 2. Festigkeit fehlt meinem deren Menge mich umringt, Herzen; siel)! es irrt und wan das ist's, was zum Fall mich ket noch, und mit unruhvol bringt. len Schmerzen fühlt es oft 5. Du verzeihst, Gott, der Sünde Joch. Strau die Gebrechen meiner fündi- chelnd, ungewiß und träge gen Natur; nicht die Schwach- geht mein Fuß der Tugend heit wirst du rächen, bösen Wege, nur zu oft noch sieht Vorsatz strafft du nur. Hått mein Blick auf des Lafters ich nicht den Trost, ich wür- Reiz zurück. de unter meiner Fehler Bür- 3. Ach, als einst vor meide ganz erliegen, und mich nen Blicken der Verblendung Ne Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 215 Nebel schwand, und mein Au- Vater, bis ans Ende sei dir ge voll Entzücken deine Huld, mein ganzes Leben treu! Gott, wiederfand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! Ihre Schrecken sat' ich nur, aber 263. Herr, du erforschest keiner Freude Spur. Eschenburg. Mel. Nun danket alle Gott. 3 mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, 4. Welche Ruhe, welcher du kennst den Rath der SeeFriede wohnte da in meiner len. Ich nahe mich zu dir, Brust! Eitelkeit, ich war dein und fleh' in Demuth dich: müde; Sünd', ich haßte deine entdecke mir mein Herz, du Lust. Meinen Wandel zu er- weißt, leicht täuscht es mich. neuen, und mich deiner Huld 2. Ich bin ein Chrift, gezu freuen, darnach strebte nur tauft, mein Gott, auf deimein Sinn, Gott, mit from- nen Namen. Erfüllt' ich jemem Ernste hin. de Pflicht des Christenthums, 5. Aber ach, ihr sel'gen und kamen die Werke, die ich Stunden voller Ruhe, voll that, aus Glauben und aus Gewinn, ach, wohin seid ihr Pflicht? Bin ich ein Heuchverschwunden? Glut der An- ler nur: so kennt mich Chridacht, ach wohin? Oft noch stus nicht. wagt es mein Bestreben, sich 3. Hab' ich dich, Gott, zu dir, Gott, zu erheben; geliebt, und durch ein fromdoch der Welt Geräusch zer- mes Leben mich deinem Dienst streut meiner Andacht Innig geweiht? mein Herz dir ganz ergeben? hat mich dein heilig Wort gebessert und erfreut? feit. 6. O, der du mit Kraft war ich, was es befiehlt, auch von oben uns zu allem Gu- stets zu thun bereit? ten stårkst, der du, hoch von 4. Vertraut ich standhaft mir erhoben, auch auf meine dir im Kummer, Gram und Schwachheit merkst, hilf die Leiden? verdankt ich dir mein Sünde mir bezwingen, glück- Glück? blieb' ich bei meinen lich meinen Lauf vollbringen! Freuden der Tugend treu? war 216 Selbstprüfung u. Bekenntniß der Sünden. war ich aufs Ewige bedacht? 9. War ich der Unschuld und hab' ich jeden Tag zu Trost, und hab' ich sie vermeinem Heil vollbracht? theidigt? hab ich durch Härte 5. Gebraucht' ich meinen nie den Dürftigen beleidigt? Geist mit allen seinen Kräf- brach ich dem Hungrigen ten, den Willen und Ver- mein Brod, und that ich's stand zu nüßlichen Geschäf- gern? war Uebermuth und ten? hab ich für meinen Leib Troß und Herrschsucht von mit Weisheit stets gewacht? mir fern? und keine böse Luft genährt 10. Allwissender, wer kann und angefacht? wie oft er fehlet, merken! 6. Hab' ich die, die du Sei gnädig, handle nicht mit mir zur Aufsicht anvertrauet, mir nach meinen Werken! durch eignes Beispiel gern Vergebung ist bei dir. Laß gebessert und erbauet? sorgt ihren Trost auch mein, und ich stets für ihr Wohl, für mich dadurch gestårkt zum ihre Seligkeit? und straft' ich Fleiß der Besf'rung sein. ihr Vergehn mit Lieb' und Freundlichkeit? Weigel. 7. Blieb ich der Wahrheit Mel. Die Seele Christi heil'ge. tren? war ich voll Menschen- 265. Ich Staub vom Stanliebe? und regten sich in mir be, wer bin ich, der Sünder, des Mitleids edle Triebe bei daß du meiner dich noch stets, meiner Brüder Noth? floh du Heiliger, erbarmst, Welt ich des Stolzes Reiz? verrichter, meiner dich erbarmst! schloß ich Aug und Herz der 2. Zum Glauben und zum Habsucht und dem Geiz? Thun zu schwach, giebt oft 8. Hab' ich, wie Jesus that, mein Herz der Sünde nach; gesegnet, die mir fluchten? ich kämpf", o Bater, nicht hab' ich auch die geliebt, die genung den Kampf der ernmir zu schaden suchten? be- ften Heiligung. zwang ich meinen Zorn? zeigt 3. Wie schnell ist von der ich Versöhnlichkeit? erregte rechten Bahn zum Irrweg Andrer Glück nie in mir bit- oft der Schritt gethan! Wie tern Neid? schnell! mein ganzes Herz erfebrickt, Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 217 schrickt, wenn es in diesen gend bleibt noch schwach; doch, Abgrund blickt. daß ich meine Seele rette, jag' 4. Die Missethat, wie nab' ich dem Kleinod eifrig nach. grauzt sie an einen Fehl, den Denn Tugend ohne WachsamGott verzieh! Herr! Herr! keit verliert sich bald in Simein ganzes Herz erschrickt, cherheit. wenn es der Sünde Größ erblickt! 2. So lang' ich hier im Leiden walle, bin ich ein Kind, 5. Schmal ist der Weg zu das strauchelnd geht; der sehe Gottes Höhn, und wenige sind, zu, daß er nicht falle, der, die ihn gehn! die Pfort' ist wenn sein Nächster fällt, noch eng', und der nur dringt zu steht. Auch die bekämpfte Gott durch sie empor, der böse Lust stirbt niemals ganz ringt! in unsrer Brust. 6. Ich lieg' auf meinem An3. Nicht jede Besserung gesicht, und flet' und weine: ist Tugend; oft ist sie nur das Laß dein Licht mir leuchten! Werk der Zeit. Die wilde Bater, laß mich dein im Le- Hiße roher Jugend wird mit ben und im Tode sein! den Jahren Sittsamkeit; und sieht unser Stolz für Tugend was Natur und Zeit gethan, an. 7. Der mir in Chrifto Alles gab, mit Gnade blick auf mich herab! auf mich, der Sünden schnellen Raub! den Himmelserben und den Staub. 4. Oft ist die Aend'rung 8. Sink' tief, o Seele! Deiner Seelen ein Tausch der nieder, tief vor dem, deß Triebe der Natur. Du fühlst, Stimme dir stets rief: Sink wie Stolz und Ruhmsucht quáin den Staub vor dem bin- len, und dampfft sie; doch du ab, der dir in Chrifto Alles wechselst nur; dein Herz fühlt gab! einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. Klopstock. Mel. Wer nur den lieben. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge 265. Nicht, daß ich's schon Tugend scheint. Der Trieb des ergriffen hatte! die beste Tu- Neids, der Schmähsucht Tries bę 218 Selbstprüfung u. Bekenntniß der Sünden. be erweckten dir so manchen der Fuß, die sich der Chrift Feind; du wirst behutsam, entreißen muß. schránkst dich ein, fliehst nicht 10. Du fliebst, geneigt zu die Schmähsucht, nur den Ruh' und Stille, die Welt, Schein. und liebst die Einsamkeit; 6. Du denkst, weil Dinge doch bist du, fordert's Gottes dich nicht rühren, durch die Wille, auch dieser zu entfliehn der Undern Tugend fällt, so bereit? Dein Herz haßt Habwerde nichts dein Herz verfüh- sucht, Neid und Zank; fliehts ren; doch jedes Herz hat seine Unmuth auch und MüssigWelt. Den, welchen Stand gang? und Gold nicht rührt, hat oft 11. Du bist gerecht; denn ein Blick! ein Wort verführt. auch bescheiden? liebst Mäßig7. Oft schläft der Trieb in keit; denn auch Geduld? Du deinem Herzen. Du scheinst dienest gern, wenn Andre lei von Rachsucht dir befreit; iht den; vergiebst du Feinden auch sollst du eine Schmach ver- die Schuld? Bon allen Laftern schmerzen, und sieh, dein Herz sollst du rein, zu aller Zugend wallt auf und draut, und schilt willig sein. so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 12. Sei nicht vermessen; wach' und streite; denk nicht, 8. Oft denkt, wenn wir der daß du schon gnug gethan. Stille pflegen, das Herz im Dein Herz hat seine schwache Stillen tugendhaft. Kaum Seite, die greift der Feind lachet uns die Welt entgegen, der Wohlfahrt an. Die Si so regt sich unsre Leidenschaft. cherheit droht dir den Fall; Wir werden im Geräusche drum wache schwach, und geben endlich überall! strafbar nach. stets, wach' 9. Du opferst Gott die Gellert. leichtern Triebe durch einen Mel. Herr, ich habe mißgeh. strengen Lebenslauf; doch 266. Sollt ich meinem opferst du, will's seine Liebe, Herzen heucheln, Sünde thun ihm auch die liebste Neigung und sicher sein? mir mit falauf? Dies ist das Auge, dies scher Tugend schmeicheln, und Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 219 und dann sagen: ich bin rein? richt wähnen: ich bedarf der Selbst sein Elend nicht em- Beßrung nicht; keiner Rene, pfinden, welche böse Frucht keiner Thränen; keiner bessern der Sünden! Zuversicht? darum mich zu 2. Schlief' ich, so ganz Gottes Kindern zählen, und ohne Kummer um der Seele nicht zu den Sündern? Seligkeit, eingewiegt im tie7. Nein! dies Blendwerk fen Schlummer einer trågen eitler Lügen täusche meine Sicherheit: welche fürchterli- Seele nie! müsse nie mein che Schrecken würden endlich Herz betrügen; denn du, Va= mich bedecken! ter, hassest sie, sie die mir 3. Bin ich, wenn ich das den wahren Glauben, sie, die nur hasse, was auch Menschen deine Huld mir rauben. haßten, rein? wenn ich das 8. Keine Sünde müss' ich nur unterlasse, was auch Hei- lieben, auch den Wunsch der den nicht verzeihn? Ist's ge- Sünde nicht! rein in allen nug schon, nichts verbrechen, meinen Trieben, frei von falwas schon Menschenstrafen scher Zuversicht, lieber bittre rachen? Thränen weinen, als in 4. Bin ich darum fromm Heuchler- Tugend scheinen. und besser, darum Gottes 9. Hilf mir streiten mit den Kind und Freund, weil des Lüften, frei von Stolz und Nächsten Schuld viel größer, Sicherheit, muthig mich zum als die meinige mir scheint? Kampfe rüsten; daß ich dieweil an eines Andern Sünde sen schweren Streit, Herr, ich mich rein und schuldlos durch deine Kraft vollbringe, finde? und gewiß zum Ziele dringe. Cramer. 5. Oder, weil durch äußre Werke, und oft blos durch ihren Schein, ich mich in dem Wahne stårke, angenehm vor Gott zu sein? oder, weil verborgne Sünden Menschenblicke Mel. Herzliebster Jesu, was. nicht ergründen? 267. Allein vor dir, mein 6. Darum solle ich tho- Gott, hab' ich gesündigt! O laß Neue und Bitte um Ver= gebung. 220 Reue und Bitte um Vergebung. laß die Gnade, die dein Wort willst du haben, ein solches verkündigt, wenn Súnden uns Herz willst du mit Trofte la von ganzem Herzen reuen, ben. Du willst die Seelen, auch mich erfreuen. die nach Gnade schmachten, 2. Schaff in mir, Höch- Gott, nicht verachten. ster, eine reine Seele, ein neues Herz, das deine Wege wähle. In eigener Melodie. Befördere und stärke 268. Allein zu dir, Herr mein Bestreben, nur dir zu Jesu Christ, steht mein Verleben. traun auf Erden. Ich weiß, 3. Verwirf mich nicht von daß du mein Tröster bist, deinem Angesichte! gieb dei- kein Trost kann mir sonst nen Geist, das er mich unter werden. Es ist kein Retter richte! gieb ihn, daß er auf außer dir, kein Mensch, kein Deiner Wahrheit Wege mich Engel, welcher mir aus meileiten möge. nen Nöthen helfen kann. Dich 4. Erquicke mich in mei- ruf ich an! du bist's, der helner Seele Leiden mit deiner fen will und kann. Hülfe; gieb den Geist der 2. Erlöser, meine Schuld Freuden, damit er, weil ich ist groß; doch reut sie mich keine Kraft besige, mich un- vom Herzen. Erbarme dich terstüße. und sprich mich los durch 5. Mit neuer Treue will deines Todes Schmerzen. ich dich verehren; ich will die Nimmst du dich meiner hülfreich Sünder deine Wege lehren, an, wer ist, der mich verdam mein Beispiel soll sie reizen, men kann? Dann werd ich deinen Willen gern zu erfül- los der Sünden Last. Mein len. Glaube faßt, Herr was du 6. höre, Gott, erbar- mir versprochen hast. mend auf mein Fleben! Wie 3. Gieb, daß ich meines folltest du ein reuend Herz Glaubens Kraft durch wahre berschmähen, ein Herz, das Lieb' erweise! Ja, mache du pich im Glauben ernstlich su- mich tugendhaft zu deines chet, der Sünde fluchet? Namens Preise! Sei mir 7. Ein reuevolles Herz das in meiner Prüfungszeit ein Hel Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 221 Helfer voll Barmherzichkeit! Größe deiner Liebe lehren, Und naht die letzte Stunde dich treu zu ehren. sich; dann zeige dich in deiner Gnad', und rette mich! 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle; dein harret, 4. Preis sei Gott auf des Bater, meine müde Seele! Himmels Thron, dem Vater Laß Trost und Ruh), um des aller Güte! Preis dir, o Je- Bersöhners willen, mein Herz su, Gottes Sohn; Dein guerfüllen. ter Geist behüte, und führ' 5. Vom Abend an, bis an uns auf der rechten Bahn den frühen Morgen, hoff ich des wahren Glaubens him- auf dich; o, stille meine Sor melan; so preisen wir dich gen! Du schenkest ja Belas hocherfreut hier in der Zeit, denen und Müden gern deiund mehr noch in der Ewig- nen Frieden. feit. 6. Ja, hoffe nur, mein Schneefing. Herz, auf Gottes Gnade! viel größer ist sie, als dein Mel. Herzliebster Jesu, was. Seelenschade; und endlich 269. Aus einem tief vor wird sie dich von allem Bösen dir gebeugten Herzen ruf ich herrlich erlösen. zu dir in meinen SündenCramer. In bekannter Melodie. Schmerzen. D, mache mich, Gott, meines Kummers ledig, 270. Aus tiefer Noth schrei und sei mir gnädig! ich zu dir, Herr Gott, erbör 2. Beschämt erkenn' und mein Rufen, dein gnädig Ohr fühl ich meine Sünden. Laß, neig' her zu mir, und meiner Bater, mich Erbarmung vor Bitt sie öffne: denn so du dir finden. Willst du auf willst das sehen an, was Sund' Schuld und Uebertretung se- und Unrecht ist gethan, wer hen, wer wird bestehen? kann, Herr, vor dir bleiben? 3. Bei dir allein, Herr, 2. Bei dir gilt nichts denn steht es, zu vergeben. Du Gnad' und Gunst, die Súnwillst nicht, das wir sterben, de zu vergeben; es ist doch sondern leben; uns soll die unser Thun umsonst, auch in 222 Reue und Bitte um Vergebung. in dem besten Leben; vor dir fang war und nun, der uns sich niemand rühmen kann, sein' Gnade leiste, daß wir deß muß sich rühmen jeder- wandeln in seinem Pfad, auf mann, und deiner Gnade le- daß die Sünd' der Seel' nicht ben. schad', wer das begehrt, sprech: Amen! D. M. Luther. 271. Dein Jesus rufet dich 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen, auf ihn mein Mel. Wer nur den lieben Gott. Herz soll lassen sich, und seiner Gúte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das zur Buße, auf! folge seinem ist mein Trost und werther Gnadenruf! Wirf reuevoll Hort, deß will ich allzeit har- dich dem zu Fuße, der dich zum Tugendfleiß erschuf; gesteh' ihm, deiner Sünden ren. 4. Und ob es währt bis in Schuld! fleh tiefgebeugt um 2. Dein Jesus ruft dich die Nacht und wieder an den seine Huld. Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen, so thu auch zum Glauben, durchs Ifrael rechter Art, der aus theure Evangelium. Ach! laß dem Geist erzeuget ward, und dir nichts den Vorzug rauseines Gott's erharre. ben, zu werden ganz sein Eigenthum, alsdann wirst du 5. Ob bei uns ist der Sün- nach seinem Wort begnadigt den viel, bei Gott ist viel hier und selig dort. mehr Gnade, fein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß Beginnen, und schaff ein 3. So andre, Jesu, mein auch sei der Schade, er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. reines Herz in mir; laß mich des Baters Huld gewinnen, dann folg' ich gern, mein Mittler, dir, und weiß, daß 6. Ehr' sei dem Vater und ich nach deinem Sinn in dem Sohn, und auch dem Wort und That der Deine heil'gen Geiste, als es im Un- bin. Mel. Chriftliche Sinnesänderung. Bußlieder. 223 Mel. Was Gott thut, das ist. verboteft, und zu bestrafen 272. Groß ist der Zweck, drohtest. 5. Wo soll ich, Gott, mein wozu du mich beſtimmteſt, Richter, hin, beschwert mit Gott der Liebe! Du gabst der Seele väterlich Belehrung, so viel Sünden, in meines Kräfte, Triebe und Fähig- Herzens Unruly fliehn, um Trost und Ruh' zu finden? keit, nach dieser Zeit zu dir sich zu erheben, und ewig froh 3 dir flieh' ich und bitte zu leben. dich: vergieb, vergieb mir Armen aus göttlichem Erbarmen! 2. Drum fordert's nun auch mein Beruf, dem Zweck ge- 6. Erlaß mir die gehäufte måß zu handeln, wozu mich Schuld, und tröste mein Gedeine Güte schuf, und fromm wissen; laß wieder deine Va= vor dir zu wandeln, damit terhuld in Zukunft mich gemich nicht von Recht und nießen! Ich will forthin die Pflicht der Sünden Macht Sünde fliehn, und ernstlich verführe, und ich mein Heil mich bestreben, recht tugendverliere. haft zu leben. In bekannter Melodie. 3. Doch, werf ich einen ernsten Blick, mit Sorgfalt 273. Herr Jesu Chrift, dur mich zu prüfen, auf meinen Lebenslauf zurück: ach Gott! in welche Tiefen versinkt mein Herz voll Reu' und Schmerz men Hoffnung ruht, und deß sich Sünder trösten, wenn sie, bei des Gewissens Klagen, Vergebung zu empfahn, Allund fürchtet zu verzagen! gütiger; zu dir sich nahn: höchstes Gut, du Wonne der Erlösten, auf dem des From4. Ich fühl' es ganz, wie so komm' auch ich, Erbarmer! strafbar ich durch mein Ver- 2. Beladen komm' ich; gehn gehandelt, daß ich den nimm die Laft, nimm du sie Weg, vor dem du mich oft mir vom Herzen, der du auch warnteft, doch gewandelt; mich erlöset hast, erlöst mit daß ich gethan, in eitlem Todesschmerzen; laß doch bei Wahn, was du mit Ernst ernster Besserung mich fühlen die 1 224 Reue und Bitte um Vergebung. die Versicherung von Gottes verübt; tilg es durch deine Vaterliebe. Gnade. 3. Wenn mir, o Heiland 7. Wie groß ist diese Se aller Welt! die Menge meiner ligkeit, sein Herz vor dir zu Sünden auf's Herz, wie ein stillen! wie edel die Entschloß Gebirge fällt: Wo kann ich senheit, zu thun, Herr! dei Rettung finden? Ich finde nen Willen! O leite mich auf fie bei dir allein. Verloren, dieser Bahn, auf der du selbst Jesu, würd' ich sein, wenn einst gingst voran, die Stätt ich dein Wort nicht hätte. uns zu bereiten! 4. Dies ewig theure Wort 8. Stårk auch mit deinem verspricht ja Allen Gnad' und Freudengeist mich in den leb Leben, die sich von neuem ten Stunden, wenn sich mein ihrer Pflicht und ihrem Gott Geist der Erd' entreißt, von ergeben; und nun, vom Sun- Sünden ganz entbunden. Und denjoch befreit, aus herzlicher nimm mich so, wann dirs Erkenntlichkeit nach deinem gefällt, im wahren Glauben Kathe leben. aus der Welt zu deinen Auserwählten. Ringwald. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: Ihr Reuerfüllten alle, kommt her zu mir! ich Mel. Was Gott thut, das ist. schaff euch Ruh', und richt' 274. Ich Armer, ach ich euch auf vom Falle; mein stehe hie noch unter'm Druck Joch ist sanft, leicht meine der Sünden! Ich kämpfe tag= Laft, nehmt willig sie auf euch, lich wider sie, und kann nicht und faßt die Hoffnung, Rub' überwinden. Ich haff ibr zu finden! Joch, und trag es doch; du 7. Herr, dieser Zuruf tro- siehst, Herr, dem ich's stage, ftet mich bei des Gewissens wie ungern ich es trage! Schrecken; du siehst es, ich 2. Weit mehr, mein Gott, vertrau' auf dich, laß seine betrübt mich dies, als alle Kraft mich schmecken. Ver- Noth der Erde, daß ich noch gieb, o du, der gern ver- immer nicht gewiß und fest giebt, das Unrecht, welches ich im Guten werde. Wie fürcht ich Chriftliche Sinnesänderung. Bußlieder. 225 ich mich, ich werde dich durch dir nicht werth, daß mir noch Fleisch und Blut getrieben, Gnade widerfährt. nicht treu, nicht ewig lieben. 2. Um Trost ist meiner 3. Doch will ich ruhig sein Seele bange; die Laft gein dir, der du die Herzen prů- häufter Missethat liegt schwer fest! Du kennest uns, nur auf mir, die mich so lange Staub sind wir, den du ins von dir, mein Gott, entfernet Leben riefest. Gott, dein Ge- hat. Weß tröst' ich mich, ich richt verdammt uns nicht, Schuldiger? als deiner nur, wenn wir nicht schon auf Er- Barmherziger. den wie Engel heilig werden. 3. Soll ich an deiner Huld 4. Wir gehn in Unvollkom- verzagen, ich, dein Geschöpf? menheit auf dieses Lebens das willst du nicht. Du, der Pfade; doch auch die schwa- du mich bis jetzt getragen, che Frömmigkeit belohnest du bleibst ewig meine Zuversicht. mit Gnade. Das Herz soll Du, Gott durch den ich leb' rein von Bosheit sein: so und bin, giebst mich nicht willst du die Gebrechen der dem Verderben hin. Menschlichkeit nicht rächen. 4. Du siehst die Folgen 5. Hilf du mir kämpfen, meiner Sünden; und denk daß ich, Herr, mich selber ich: Wer vertilget die? so überwinde! so werd' ich tåg- läsfest du mich Ruhe finden, lich heiliger, und freier von und sprichst: Ich, ich vertilder Sünde. Dort, dort wird ge sie! Du schenfest mir an sie mich ewig nie von deiner Jesu Heil zur Stillung meis Liebe trennen, nie mich ver- ner Unruh Theil. führen können. 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getroft zu Mel. Wer nur den lieben G. dir empor zu sehn; auch ich 275. Ich armer Mensch, o soll, da er ist gestorben, durch Herr, ich Sünder, stel hier ihn Begnadigung erflehn, bei vor deinem Angesicht. Erbar- dir, dem Gott, der gern vermer aller Menschenkinder, giebt, und lieber segnet als Gott, geh' mit mir nicht ins betrübt. Gericht! bin ich es gleich vor 6. Sprich dann zu mir P dir 226 Reue und Bitte um Vergebung. dir ist vergeben! und stille meiner Sünden Vergebung des Gewissens Schmerz; und finden. will mein zaghaft Herz noch 4. Stårk' mich, des Labeben, so sprich du kräft'ger sters falschen Reiz zu fliehen, als mein Herz. Dein Gna- ein rein Gewissen allem vor denwort mach' alles gut, und zuziehen. Mit heil'ger Freu schenke selbst zur Beßrung de schwör ich dir aufs neue Muth! die Pflicht der Treue. 7. Ich zweifle nicht! ich bin erhöret; mein Glaube Mel. Einen guten Kampf. sagt mirs, daß ichs bin. Der 277. Liebster Bater, ich Troft, der sich im Herzen dein Kind, komm zu dir ge mehret, der neue dir geweih- eilet; weil ich sonsten keinen te Sinn, mein findliches Ver- find' der mich Armen heilet. traun auf dich bezeugen's; Meine Wunden sind sehr groß, du begnadigst mich. groß sind meine Sünden, mache mich, von ihnen los; laß mich Gnade finden. Citius. Mel. Herzliebster Jesu, was. 2. Hast du våterlich Ge 276. Ich flehe, Gott von schlecht, hast du Vatersitten; ewig großer Güte, zu dir sieh, so hab' ich Kindesrecht, mit heilsbegierigem Gemüthe. und darf kindlich bitten. Kin Wer auf dich hofft, der hof- dern stehet es ja frei, Båter fet nicht vergebens, du Gott anzuflehen: Bater, deine Bas des Lebens. tertreu laß mich Armen se hen. 2. Du, heiligster Erfor scher aller Herzen, siehst mei3. Willst du, lieber Vater, ne Reu', ich trau', in tiefsten dich Bater lassen nennen; ei, Echmerzen, auf deinen Sohn, so laß an dir auch mich Bader Gnade mir verkündigt, terfinn erkennen; denn es und mich entsündigt. wäre dir zu schlecht, nur den 3. Statt aller Opfer, Rich- Namen führen, und nicht ter aller Welten, soll dessen thun nach Baterrecht, was Tob vor dir auf ewig gelten. sich will gebühren. Um seinetwillen laß mich 4. Nun, so nimm dich meis ner Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 227 ner an, wie die Våter pfle- dann seiner Marter Flammen; gen! laß dich, wie du sonst stelle dir dann, Bater, vor gethan, durch mein Flehn be- meines Herzens Schwäche, wegen. D, du theures Vater- daß nicht daß zerstoßne Rohr herz, Sünden, leicht began- vollends gar zerbreche. gen, bringen mir nur bittern Titius. Schmerz. Laß mich Gnad' Mel. Wer nur den lieben G. erlangen. 5. Hast du doch im Worte 278. Mein Gott, zu dem mir Gnade fest versprochen; ich weinend flehe, erbarme laß mich an der Gnadenthår dich, erbarme dich! Noch einnicht vergeblich pochen. Laß mal sich von deiner Höhe mit der tiefen Seufzer Laut durch gnadenvollem Blick auf mich! die Wolken dringen, und von Erbarme dich und geh' doch dir, dem ich vertraut, mir nicht mit mir, dem Sünder, Vergebung bringen. ins Gericht! 6. Eher laß ich doch nicht ➜ 2. Wie oft hast du mir ab, bis du mir gewähret, was schon vergeben, wenn ich zu ich hier, Gott, von dir hab' dir um Gnade bat! Wie oft inniglich begehret. Segne versprach ich, dir zu leben, mich, ich lasse dich eher nicht, zu fliehen jede Missethat! ich hange fest an dir, mein doch ich vergaß, was ich vers Gott, bis ich Trost von dir sprach und ging der Sünde erlange. wieder nach. 7. Du bist Gott, und heis- 3. So viele sündenvolle Tasest gut, weil du Gutes übest, ge verlebt' ich, Vater, wie und, gleich wie ein Vater thut, im Traum, und häufte selbst deine Kinder liebest. Dieser mir Plag' auf Plage, und Gute laß mich auch, Vater- fühlte dies mein Elend kaum. herz, genießen; laß auf mich Verwundet blutete mein Herz! nach deinem Brauch deine betäubt empfand ich keinen Gnade fließen. Schmerz. 8. Klagt mich mein Ge- 4. Nun bin ich nah' am wissen an, um mich zu ver- Untergange, den dein Gesets dammen; o, so stille selber dem Sünder droht; um Trost P 2 wird 228 Reue und Bittte um Vergebung. wird meiner Seele bange, jan: Erhalt mich, Herr, auf um einen Retter aus der ebner Bahn! Noth; mein richtendes Gewis- 9. Ja, ich bin schwach, sen wacht, und alles um mich wer kann mich stärken? wer her ist Nacht. Helfer in Versuchung sein? 5. Zu wem, o Vater, soll zum Glauben und zu guten ich fliehen? wo findet meine Werken mir Freudigkeit und Seele Ruh? Wer kann sie Kraft verleihn? du kannst aus dem Abgrund ziehen, in es, meine Zuversicht, wenn dem sie seufzet, als nur du? du mich stärkst, so wank' ich Mein ganz Vertraun seh' ich nicht. auf dich: du Freund des Lebens, rette mich! Münter. Mel. In dich hab' ich gehoff. 6. Für meine wiederholten Sünden floß auch des Welt- 279. Odu, den nie mein versöhners Blut. Noch ein- Auge sah, du Gott der Menmal laß mich Gnade finden schen bist mir nah; vor dir durch meinen Glauben an sein hab' ich gesündigt. Oft haft Blut! Noch einmal, Richter, du, Gott, mir dein Gebot fage mir: Auch diese Schuld vergeblich angekündigt. erlaß ich dir! 2. Wie oft, wie oft vers 7. Gott, sei mein Zeuge, gaß ich dein! wollt ohne dich daß ich schwöre: Mein Herz glückselig sein, und floh von soll dir gehorsam sein! Dir, dir, mein Leben; bis ich mich deinem Willen, deiner Ehre Thor, von dir verlor, dem will ich mein ganzes Leben Elend Preis gegeben. weihn! der Sünde will ich 3. Gefündigt hab' ich, Herr, widerstehn, und standhaft vor dir. Du warnteft ernst, deine Wege gehn. du winktest mir umsonst beim 8. Vergiß nicht wieder, Reiz der Sünde; im Innern meine Seele, wie oft du schon sprach dein Geist; doch ach! gefallen bist; vergiß nicht vergeblich deinem Kinde. mehr des Herrn Befehle, nicht 4. Wo fang' ich, Herzens mehr daß er dein Retter ist! prüfer, an? Antworten foll Ruf ihn im Glauben täglich ich, Herr, wie kann ich Alles Christliche Simmesändernng. Bußlieder. 229 les dir bekennen! wer giebt duld, vergieb, vergieb denn mir hier Gedächtniß, dir die alle Schuld dem schwer beFehler herzunennen? klommnen Herzen; der gern 5. O, wenn die Menschen vergab, nimm sie mir ab die um mich sähn die Lüfte, die Laft von meinem Herzen. in mir entstehn, gehegt aus 11. Und wenn die Sünd' eignem Willen; wie müßte in mir sich regt, mein Herz ich verachtet mich erröthend in mir nicht ruhig schlägt; so dann verhüllen! warne meine Seele; wie Reu' 6. So, Vater, kanns nicht und Schmerz zerreißt das långer sein: Ich kann mich Herz, wenn ich mit Borsaß keiner Freude freun, und muß fehle. in Angst verschmachten. Stets 12 Bei jedem nicht ganz ruft's mir zu: Verderbt bist reinen Trieb, bei jedes Ladu, und mußt dich selbst ver- sters Nähe gieb Gefühl mir achten. deiner Nähe, so als ob ich 7. Der Sünde Gift bleibt persönlich dich, mein Heiland, ewig Gift, und tödtet mich bei mir sähe. und wen es trifft, und kränkt 13. Und gieb mir Weisauf tausend Weisen. Die bo- heit, gieb mir Rath, wo ich se That, der arge Rath wirkt je Böses sprach und that, das fort in weitern Kreisen. Unrecht zu vergüten. Verleih 8. Ohnmächtig bin ich, mir Kraft, vor Leidenschaft und ich kann den Schaden, den mit Sorgfalt mich zu húten. ich hier gethan, nicht stets, nicht 14. O, dein zu sein, dein, ganz vergüten; nur Heiland Jesus Christ, in dem der Geist du kannst Fried' und Ruh des Vaters ist, und nur vor dem Innersten gebieten. dir zu leben; dies sei mein 9. Dein liebevolles Leben Theil, mein Ruhm, mein ist, dein Tod am Kreuze, Je- Heil, mein ewiges Bestreben. sus Christ, ist Pfand mir deiner Gnade, daß deine Tren', Mel. Es ist gewißlich an der. wenn ich beren', mich meiner 280. O Bater der BarmSchuld entlade. herzigkeit, ich falle dir zu Fuß10. O du, du ewige Ge- se, und thu' noch in der Gnabens 230 Reue und Bitte um Vergebung. denzeit von ganzem Herzen sucht, Geiz und Wollust nie Buße. Was ich nicht recht mein Herz beflecken möge. gethan vor dir, Erbarmer, 6. Und schlägt die lehte das verzeihe mir, nach dei- Stunde mir, so hilf mir überner großen Güte. winden! laß meine Seele 2. Du Geber wahrer See- Troft bei dir, du Gott des lenruh, nimm von mir, was Troftes, finden! Belehre mich, mich quålet; durch deine Gna- daß Schmerz und Noth, der de wirke du, woran es mir Krankheit Last und selbst der noch fehlet: Gieb mir den Tod mich doch zum Leben Geist der Heiligung, daß ich führe. in meiner Besserung es tåglich weiter bringe. Neander. in 3. Und du, o Jesu, der Pf. 51, v. 12, 13, 14. du dich für uns dahin gege- Mel. Nun freut euch lieben. ben, du haft aus freier Huld 281. Schaff' in mir, Gott, auch mich erlöst zum ew'gen ein reines Herz; noch ists Leben. Mein Seligmacher nicht rein von Sünden, oft und mein Gott, erbarm' dich muß ich noch den bittern meiner Seelennoth, und gieb Schmerz der Angst und Reu' mir deinen Frieden. empfinden. Ach, gieb mir Kraft 4. Für Sünder floß dein und Freudigkeit, dem Vortheures Blut, zur Rettung/ saß, den ich oft erneut, vom Verderben. So komm' Zukunft treu zu bleiben. es dann auch mir zu gut im 2. Gieb mir dann einen Leben und im Sterben! Es neuen Geist, der Sünden schrecke von des Lasters Pfad, standhaft fliehe, und das, von jeder unerlaubten That was Jesus üben heißt, gern mich Strauchelnden zurücke. woll' und auch vollziehe, der 5. Geist Gottes, du, der Welt und Lüsten widersteh, Seelen Licht, Regierer der im Glauben, sich zu dir er Gedanken, erinnre mich ans höh', dich über alles liebe. Weltgericht, wenn ja mein 3. Verwirf von deinem AnHerz will wanken; damit ich gesicht, wenn ich vom rechten jedes Laster flieh, und Ehr- Pfade verblendet wich, mein Gott, Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 231 Gott, mich nicht! Dein Sohn Mel. Vater unser im Himmelr. verspricht mir Gnade; und 282. So wahr ich lebe! ward mir deine Huld zu Theil, so aß mich nicht mein wah spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod: mein res Heil in Sicherheit verscherzen. Wunsch und Wille ist viels mehr, daß er aufrichtig sich 4. Nimm deinen Geist, bekehr: sich bessere noch in Herr, nicht von mir, der der Zeit und selig werd' in machtig in mir walte, und Ewigkeit. mich im Land der Prüfung dir treu bis zum Tod erhalte. Gott spricht; sei reu'voll, 2. Bedenke, Sünder, was Er wirk' in mir entschloßnen Muth, nur dein zu sein, dann hab' ichs gut im Leben und im Sterben. doch verzage nicht; hier findet deine Seele Ruh: Gott felbft sagt dir Vergebung zu, und zwar durch einen theuren 5. Mit deiner Hülfe trö- Eid. Wohl dem, den seine ste mich in bangen Leidens- Sünde reut! tagen! Du bist mein Gott; 3. Doch hûte dich vor Sihoff ich auf dich, so darf ich cherheit! Denk nicht: zur nicht verzagen. Wer auf die Buße ists noch Zeit, erst will Worte Jesu baut, als Christ auf dessen Tod vertraut, kann nimmermehr verderben. ich mich des Lebens freun, und werd' ich dessen můde sein, dann besfre, dann be6. Dein Geist, o Gott, kehr' ich mich, und Gott ererhalte mich nur stets in dei- barmt noch meiner sich. ner Gnade, im kindlichen Ver4. Wahr ist es: aus Barmtraun auf dich und auf des herzigkeit, ist er ein Gott, der Himmels Pfade! Bin ich schon hier auf Erden dein! wie gern verzeiht; doch wer auf wohl, wie wohl wird dann in seinem bösen Sinn, und Gnade sündigt hin, verharrt mir sein, wenn ich dich ewig seiner Seele selbst nicht schont, schaue! dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. Ver 232 Vorsatz der Besserung. 5. Vergebung hat dir zwar 2. Erforsche mich, sieh' dein Gott verheißen durch des ob ichs redlich meine, gieb Sohnes Tod: doch welchem daß ich nicht blos, was ich Sunder sagt er wohl! daß sein soll, scheine, mit allen er bis morgen leben soll? Kräften strebe, deinen Wil Daß du mußt sterben ist dir len treu zu erfüllen. kund, verborgen ist die Todesstund'. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen 6. Heut' lebst du, heut be Gang, wenn mich kein Mensch kehre dich! Was åndert nicht sieht, leitet, wie sicher werd' vor Morgen sich? Wer ist ich deine Wege wandeln, wie gefund ist, stirbt vielleicht, richtig handeln! eh' er den Abend noch er= 4. Laß auch im Dunkeln reicht. Stirbst du nun ohne mich dein Auge scheuen, nicht Bef'rung hin, wie willst du achten auf der Sünde Schmeidem Gerichte entfliehn? cheleien, aufmerksam des Ge7. Hilf, o Herr Jesu, bilf wissens Stimme hören, und du mir, daß ich mich glau- thätig ehren. big nahe dir und mich bekeh5. Gieb Eifer, Kraft und re unverweilt, ely mich mein Muth zu meinen Pflichten; Ende übereilt; damit ich heut so mag die Welt, wies ihr und jederzeit zu meiner Heim- gefällt, mich richten, gefall fahrt sei bereit. ich dir, mein Gott, will ich mit Freuden Verachtung leiden. Herrmann. Vorsatz der Besserung. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen, wirst Mel. Herzliebster Jesu, was. belohnen, mit Herrlichkeit und einst gerecht uns richten und 283. Ich hab', o Gott, mir Freude deine Kinder, mit ernstlich vorgenommen, nie Schmach die Sünder. wieder auf der Sünder Weg 7. Bollend' ich einst auch zu kommen, vor dir zu wan- meine Prüfungsstunden; werd' deln, dir mich und mein Le- ich dir bis zum Tode treu era ben ganz zu ergeben, funden: Wie schön verwandeln Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 233 deln sich dann meine Leidenster, ich dein Kind, und doch in ew'ge Freuden! bab' ich nicht treu gesinnt, nicht dankbar mich erwiesen. Cramer. 5. Du hast mirs nicht an Mel. Uus tiefer Noth schrei'. Unterricht und Warnung man284. Ich will von meiner geln lassen. Wie oft ermahnMissethat mich, Herr, zu dir test du mich nicht, der Sünde bekehren. Du wollest selbst, Weg zu hassen! Du führtest nach deinem Rath, mich wah- mich zur Tugend an; doch hab' re Beß'rung lehren, und dei- ich, leider! ihre Bahn, die nes gnten Geistes Kraft, die Bahn zum Glück verlassen. uns zu neuen Menschen schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann ohne mir zusammen! Wie drohn dich ja nicht sein Elend recht sie mir, wie muß ich mich, ach! empfinden; bleibt ohne deines selber nun verdammen! Hart Geistes Licht blind, fühllos, klagt mich mein Gewissen an, todt in Sünden; verkehrt ist dem ich nicht widerstehen kann; Will, Entschluß und Thun. ich fühle seine Qualen. Dies Elend, Vater, wünsch ich nun durch dich zu überwinned.. 6. Wie drången nun die Sünden sich, o Gott, vor 7. Ich sprach, weil mich so lange Zeit nicht deine Schrekken trafen, im Wahne meiner 3. Gieb Selbsterkenntniß, Sicherheit: Gott wird so bald zeige mir die Blöße meiner nicht strafen. So übertrat Seele. Gieb, daß ich keine ich immer mehr, ob deine PfeiSchuld vor dir noch vor mir le gleich umher so viele Freva selbst verhehle. Laß jede mich ler trafen, mit Ernst bereu'n', daß ich des 8. O, hättest du nicht VaSiels, gerecht zu sein, durch tersinn, nicht zärtliches ErbarHeucheln nicht verfehle. men, wo flöh in meiner Noth 4. D, wie viel Gutes haft ich hin? Wer rettete mich Ardu mir an Leib und Seel' er- men? Ich werfe, Gott, vor wiesen! Was ich nur hab' das dir mich hin, noch tråge dein ist von dir: wie hab ich dich milder Vatersinn mit Neuens gepriesen? Du bist mein Ba- den Erbarmen. 9. Nimm 234 Vorsatz der Besserung. 3. Was Mund und Herze 9. Nimm meiner dich, o Jesu, an und heile meine Wun- dir von neuem jetzt verspre den. Denn was kein Sinder chen, will ich nicht, wie bis dulden kann, haft du für mich her, mit Leichtsinn wieder empfunden. Wer seine Schuld brechen. Ich will durch dei mit Ernst bereut, der findet nen Geist gestärkt, in Wort Trost und Seligkeit bei dir, du und That bezeugen, was dir Welterlöser! ißt mein Mund versprochen 10. Hier ist mein Herz, o, hat. mach' es rein von allen seinen 4. Ich heiß und bin ein Sünden, und laß es, dir ge- Christ, und will auch christ treu zu sein, wie sehr du liebst, lich wandeln, und nicht mehr empfinden. Laß aller Lüste wider dich, und meinen NächTirannei, daß ich nur dir er- sten handeln. Mein thätig geben sei, mich standhaft über- Christenthum erweise jederzeit winden. durch Glaub' und Liebe sich und wahre Heiligkeit. Angelus. Mel. Gott, du frommer. O sonst mit stiller Neigung lieb5. Die Sünde, die ich 285. So will ich denn, te, soll mir abscheulich sein! mein Gott, mich dir allein er- Das, was ich Böses übte, ergeben, und nun nicht ferner wirst du mir, Gott, verzeihn. mehr nach meinem Willen le- Ich åndre meinen Siun, und ben! Ach, stehe mir nur selbst werde nicht mehr sein, was in diesem Kampfe bei, daß ich, ich gewesen bin. wie du gebeutst, stets fromm 6. O Jesu, gieb mir Kraft, und heilig sei. das standhaft zu vollbringen, 2. Will ja mein schwacher was nun mein Herz versprach! Geist nach eitlen Dingen stre- durch dich wird mirs gelinben: so gieb ihm Muth, nur gen. Du stehst dem Schwadir und seiner Pflicht zu le- chen bei, ach! führe mich die ben; laß mein gebessert Herz Bahn, auf der ich einst zu von bösen Trieben rein, dir dir, mein Hirt, gelangen künftig nur geweiht, der Tu- kann. gend Wohnung sein. Widers Christliche Sinnesänderung. Bußlieder. 235 Wider den Aufschub der Be- Besserung, und Angst vor Strafen ist nicht g'nug zur kehrung. Mel. O Gott, du frommer G. Heiligung. 5. Mein Gott gewinnet 286. Wage ich es länger nichts, wenn ich ihn kindlich noch die Beß'rung aufzuschie- liebe, und seiner werth zu ben, zu der mein Gott mich sein, in seinem Dienst mich ruft: so würd' ich mich nicht übe. Wenn ich das Gute lieben. Ist wahre Besserung thu', das mir sein Wort genicht meiner Seele Glück? beut: so bringt es mir allein warum verlier' ich denn noch Ruh', und Zufriedenheit. einen Augenblick? 6. So süß ein Laster ist, 2. Wahr ist es, es ist so giebts doch keinen Frieden. schwer, sein eignes Herz be- Der Tugend nur allein hat kämpfen, der Sünde wider- Gott dies Glück beschieden; stehn, und böse Lüfte dám- nur der, der ihm gehorcht, pfen; doch es bleibt meine erwählt das beste Theil; wer Pflicht, und jede Schwierig- feinen Gott verläßt, verläßt keit, die heute mich erschreckt, sein eignes Heil. wird schwerer durch die Zeit. 7. Was hålt mich denn zurück, das Laster zu verlas3. Je öfter, ich vollbring', sen? Weil es mein Unglück was Fleisch und Blut befoh- ist, befiehlt Gott, es zu has len, je stärker wird mein Hang, fen. Was hålt mich denn die That zu wiederholen. zurück, der Tugend Freund Schen ich mich heute nicht, zu sein? weil sie mich glück der Lüfte Knecht zu sein: so lich macht, befiehlt sie Gott werd' ich morgen schon das allein. Böse minder scheun. 8. Die Bes'rung führt mich 4. Wie schnell kann nicht nicht zu lauter Angst und Leis der Tod mich dieser Welt den; sie führet mich vielentrücken! und Beß'rung ist mehr zu Gott, zu wahren kein Werk von wenig Augen- Freuden; macht meine Seele ein Seufzer hin rein, füllt mich mit Zuverzu Gott, ein Wunsch nach sicht, giebt Weisheit und Verstand blicken; 236 Vom Christlichen Wandel überhaupt. stand und Muth zu jeder 10. O gieb denn, weil ich Pflicht. ließt, Herr, deinen Ruf noch 9. Herr, du reichst Kräfte höre, daß ich mich ungesäumt dar, uns selber zu besiegen. von allem Bösen kehre; so Der Sieg; so schwer er ist, darf ich nicht zu spåt, zu meibringt göttliches Vergnügen; ner größten Pein, mein hier was zag' ich? geht es gleich versäumtes Glück, durch meis im Anfang langsam fort, dusne Schuld bereun. Gott bist mir ja nah, und stärkst mich durch dein Wort. Gellert. Vom christlichen Wandel überhaupt. Wahres Christenthum. Mel. Was mein Gott will. Seelen Heil, mein bestes 287. Ach, höchster Gott, den schäßen. Theil, laß mich nach Würverleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück 3. Mein Gott, ich bitte nur such in dir, und dich al Glauben, der standhaft, treu dich, verleily' mir einen festen lein verehre; daß ich in Noth und thätig sei, und laß ihn dich, meinen Gott und Bater, mir nichts rauben. Gieb, daß glaubig nenne; daß weder ich mich allein auf dich und Leid, noch Glück und Freud auf dein Wort- verlasse, und mich jemals von dir trenne. in der Noth, ja selbst im Tod, 2. Erfülle mich mit wah- dein Heil getroft umfasse. rer Keu', wenn ich dich, Gott, 4. Hilf mir, der ich erlóbetrübe; gieb, daß ich alles set bin, daß ich den Heiland Bose scheu, und stets das liebe, und bilde mich nach Gute liebe. Laß mich doch seinem Sinn; gieb, daß ich nicht, Herr, meine Pflicht mich stets übe, auf ihn zu mit Borsat je verlegen, der sehn, ihm nachzugehn, mich fei Wahres Christenthum. 237 seiner nicht zu schämen, und Heuchelei hilf mir sorgfältig gern, wie er, fei's noch so fliehen; nie müß' ich mich schwer, mein Kreuz auf mich durch Gleißnerei um Men= zu nehmen. schengunst bemühen. Laß Ja 5. Nach wahrer Her- und Nein mir heilig sein; laß zensreinigkeit laß mich mit mich nicht lieblos richten; Eifer trachten; und, was und Zank und Streit mit auch die Verführung beut, Freundlichkeit, mit Lieb' und mit Abschen stets verachten; Sanftmuth schlichten. der Lügen Feind, der Wahr- 9. Gieb, daß ich stets den heit Freund, laß mich auf Müßiggang sammt aller Trågrichtig wandeln, und jederzeitsheit fliehe; daß ich der Welt nach Billigkeit mit meinem mein Lebelang zu nutzen mich Nächsten handeln. bemühe. Laß meinen Fleiß zu 6. Laß niemals Stolz und deinem Preis, o Gott, mir Eitelkeit mein schwaches Herz wohlgelingen, und segnest du regieren; nie Haß und Zorn das, was ich thu', so laß und Bitterkeit zur Rache mich dir lobsingen. mich verführen. Dein Wort 10. 2ch, gieb mir deinen gebeut Versöhnlichkeit, ver- guten Geist, der selbst mein dammt der Rachsucht Triebe; Herz regiere, und mich, wie gieb, daß den Feind, so wie es dein Wort verheißt, auf den Freund, mein Herz auf deinen Wegen führe; so wird richtig liebe. mein Herz in Freud' und 7. Nach vielem Reichthum, Schmerz, dir zu gefallen stres Gut und Geld, Herr, laß ben; und du wirst mir, Gott, mich ja nicht, trachten; laß einst bei dir den Lohn der mich die Ehren dieser Welt Kreue geben. für Kist. Mel. Jesus meine Zuversicht. eitle Schatten achten; und nie auf Pracht und Ruhm bedacht nach beiden ångstlich streben; laß mich vielmehr, 288. Ach! mein Herz, zwar zu deiner Ehr, in wahrer ist die Welt reich an vielen Demuth leben. Herrlichkeiten; doch, was sie 8. Betrug und List und vor Augen stellt, schwindet mit 238 Vom christlichen Wandel überhaupt. mit dem Strom der Zeiten; auch wenn Beschwerde, Spott was auch noch so kostbar ist, und Haß der Welt dir droht, dauert doch nur kurze Frift. übe standhaft sein Gebot. 2. Selbst wir Menschen sind 7. Hast du nun fo fromm nur Staub, sind nur Pilger gelebt, so als Christ mit Muth hier auf Erden, müssen einst gestritten; nur nach Gottes des Todes Raub früher oder Huld gestrebt, hoffnungsvoll spåter werden; so, wie Blu- die Noth erlitten: dann ist men schnell verblühn, welken in der Ewigkeit dir des Kam wir, und fallen hin. pfes Lohn bereit. 3. Was ist Ehre, Pracht und Gut? was sind andre Es wird dir mit Gott gelin8. Eile diesem Ziele zu! eitle Sachen? Geben sie im Tode Muth? Können sie uns melsrub und zu jenen Freu gen, das du wirst zur Himselig machen? Wer nur diese den bringen, die Gott, reich Schäße wählt, hat sein wah- an Lieb und Macht, dort den res Heil verfehlt. Seinen zugedacht. 4. Güter, deren Werth uns trügt, trösten nicht in Küm- Mel. Wer nur den lieben G. mernissen; was die Sinnen nur vergnügt, kann den Tod 289. Beglückt, beglückt iſt, uns nicht versüßen; vor dem wer auf Erden mit allen Kräf künftigen Gericht schüßt uns ten sich bestrebt, an guten Macht und Reichthum nicht. Werken reich zu werden, und 5. Laß dich drum den eit- nicht für diese Welt nur lebt, len Zand dieser Erde nicht stets vorwärts dringt, und bethören! Mach' dich mit dem nie vergißt, das seine Seel Heil bekannt, das dich Jesu unsterblich ist. Worte lehren! Nur ein from- 2. Er forscht nach seines mer Christensinn bringt dir Gottes Wegen, was gut und bleibenden Gewinn. Pflicht ist, bald zu thun: 6. Sorge dann für deinen spricht nicht im Frühling, Geist, daß er weiser, fröm- gleich dem Trågen, noch will mer werde; und was Gott ich schlummern, will noch dich üben heißt, thue gern; ruhn; sä't früh, und wuchert mit Wahres Christenthum. 239 mit der Zeit zur Erndte für viele: und alle werden ihm bedie Ewigkeit. lohnt, wenn er einst, nach er3. Erfüllet von der Tugend reichtem Ziele, im Himmel Sorgen, denkt er, und denkt seines Gottes wohnt. Wohl mit Luft daran, wie er bald euch, ihr Siegenden, wohl sichtbar, bald verborgen, ein euch! Dann seid ihr groß edles Werk vollenden kann; und ewig reich. und nüßet jeden Augenblick 8. So laßt uns denn als für Tugend und für Brüder- Christen handeln aus reiner glück. Achtung für die Pflicht, laßt 4. Ihn schrecken keine Hin- uns die Bahn der Tugend dernisse, durch Glaub' und wandeln, da strahlet immer Hoffnung stärkt er sich, und helles Licht, und unser Loos seine heiligen Entschlüsse sind in Ewigkeit ist reiner Tugend fest und unerschütterlich; wie Seligkeit. Cramer. sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsaß doch zur That. Mel. Es woll' uns Gott. 5. Beschwerden scheut er 290. Bewahr' mich, Herr, nicht, gerüstet mit Selbstver- daß nie der Wahn mein schwaleugnung, und entbehrt, was ches Herz bethore, als wär' Sinn und Leidenschaft gelü- es schon genug gethan, wenn dir stet, großmüthig, edler Freu- nur äußre Ehre der Mensch, den werth; wie schmeichelnd dein Unterthan, erweist. Erin'auch das Laster sei, er flieht re mein Gewissen, wie in der es und bleibt Gott getreu. Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir 6. Er widerseßt mit festem Muthe sich der Versuchung, gefallen wollen. traut auf Gott: tråf ihn im 2. Die kommen nicht in Kampfe für das Gute, der Jesu Reich, die nur Herr, Welt Verfolgung oder Spott: Herr, ihn heißen, sich aber. so bleibt ihm doch der Preis nicht mit Ernst zugleich der im Streit. Er kämpft, weil Heiligung befleißen; nur die, es die Pflicht gebeut. die deinen Willen thun, låß'st 7. Er zählt der großen Siege du als deine Kinder, o Gott, in 240 Vom christlichen Wandel überhaupt. in ew'gem Frieden ruhn, wenn Mel. Herzliebster Jesu, was. heuchlerische Sünder, von 291. Dich ruf ich an, Gott, dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch laß mich stets auf Erden im vom Glauben nie ein heil'ges Guten wachsen, stets vollLeben trennen; mich nicht für kommner werden. Verleihe Jesu Junger hie bloß außer- mir zu diesem besten Werke lich bekennen. Gieb, daß selbst Kraft und Stärke. mein Glaube thätig sei, und 2. Dein Wort, ich mig' Tugendfrüchte bringe, daß es lesen oder hören, erhebe ich, vom Sündendienste frei, täglich mehr durch seine Leh mit Eifer darnach ringe, im ren den trågen Geist, daß ich Guten zuzunehmen. auf deinem Wege nie wanken 4. Du kennst, o Gott, der möge. Menschen Herz, und liebst, 3. Gieb, daß ichs ernste die redlich handeln; o laß in lich, gern und oft betrachte, Freude, wie im Schmerz, und treu auf deiner Wahrs mich richtig vor dir wandeln. heit Eindruck achte, und dies Dein Wille sei mein Augen- sen oft erneure, vor Gefahs merk, hilf selbst mir ihn voll- ren mich zu bewahren. bringen; durch dich muß je- 4. Gieb, daß ichs tief in des gute Werk, folle' es auch mein Gedächtniß fasse, daß nicht gelingen, zum Segen ich von ihm mich täglich leiten mir gereichen. lasse, und Haß und Abschen 5. Doch wenn ich aus Un- gegen jede Sünde stets mehr wissenheit und Uebereitung empfinde. fehle; so thu' an mir Barm- 5. Hilf, daß ich, was mich herzigkeit, sei gnådig meiner rührt, was es verdammet, Seele, und hilf ihr auf von was meiner Tugend Eifer ihrem Fall, erhalt mich bei mehr entflammet, was très dem Einen, daß ich dich fürch- stet und erquicket, oft bedente überall, bis ich einst mit ke, wenn ich mich frånke. den Deinen, dir ohne Fehltritt diene. 6. Daß ich, gestärkt durch jede gute Rührung, und täglich weiser unter deiner Führung, Cramer. ftets Wahres Christenthum. 241 stets nåher, und bewahrt vor Mel. O Gott du frommer G. jedem Falle, zum Ziele walle. 292. Du sagst: Ich bin 7. Gieb auch, daß ichs ein Chrift! Wohl dir, wenn bedenke, wie so nahe du, Werk und Leben dir dessen, Gott, mir seift, damit ich was du sagst, Beweis und Kraft empfabe, durch deine Zeugniß geben! Wo ist ein Gegenwart zu edlen Werken böh'rer Ruhm! Welch Glück mein Herz zu stärken. kann größer sein, als Christi 8. Auch sei mir Jesu Wege gehn, so seiner Huld Vorbild gegenwärtig, daß ich sich freun! zu allen guten Thaten fertig 2. Du sagst: Ich bin ein und willig sei, zu ehren dei- Christ! Doch Jesum nur benen Namen, ihm nachzuah- kennen, ihn seinen Gott und Herrn nur mit dem Munde men. 9. Was ich von deinen nennen, ist noch nicht Chris Werken seh' und höre, das stenthum, befolgst du nicht diene mir zur Beß rung und die Pflicht, wie sie sein Wort zur Lehre; das treibe mich, gebeut, so kennet er dich nicht. was recht ist, nur zu wählen, um nie zu fehlen. 10. Es stårke mich zu allen meinen Pflichten stets der Ge3. Zum Guten willig sein, mit Ernst das Böse hassen, den Lüften widerstehn, gewohnte Sünden lassen, dies ist des danke: Gott wird einst dich Sinn; kein todter Glaube führt Herrn Befehl, dies seiner Lehre richten! Und einst empfängt der Treue seine Krone vor Gottes Throne. zur ew'gen Wohlfahrt hin. 4. Du sagst: Ich bin ein 11. So werd' ich, Bater, ben, sein Kind und Freund Chrift, getauft zu Gottes Ertäglich mehr auf Erden im Guten wachsen, immer treuer ben. werden; und du schenkst mir auch zu jedem guten Werke mehr Gott Licht und Stärke. Bliebst du den Bund zu sein und selig einst zu stertreu? Warst du wie gesinnt? Trägst du sein Bild an dir? Dann sprich: ich bin sein Kind. D. 5. Du Cramer. 242 Vom chriftlichen Wandel überhaupt. 5. Du sagst: Ich bin ein mit Freuden; doch thust du Christ, weil Gottes Wort und auch wohl mehr, als manche Lehre ohn' allen Menschen- fluge Heiden? Wie! klagen tand ich fleißig les und höre sie nicht einst vielleicht vor Gott Wie aber, thust du auch was dich an, daß du wohl nicht ein dieses Wort dich lehrt? Nur mal so viel als sie gethan? wer es hört und thut ist seines Beifalls werth. 10. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine 6. Du sagst: Ich bin ein Triebe dem Herrn geheiligt Christ, ich beichte meine Sün- sind in nnverfälschter Liebe; ben, versäume nie die Zeit im wenn du, wie Christus war, Beichtstuhl Troft zu finden. voll stiller Sanftmuth bist, Was bilfts, wenn ohne Reu' voll Demuth und Geduld, der Sünder dort erscheint, dann sag': Ich bin ein Christ. und ungebesfert nur erzwungne 11. Wenn jedem wohlzus Thránen weint? thun, die Unschuld zu be 7. Du sagst: Ich bin ein schüßen, mit möglichst treuem Chrift, ich habe mit Verlan- Fleiß den Brüdern viel zu gen an Jesu Altar oft sein nüßen, ohn' Eigennuß und beilges Mahl empfangen. Stolz dein Herz stets willig Wohl! aber zeiget sich in dei- ist, auch wenn's Verleugnung nen Werken auch rechtschaffne gilt! dann fag: Ich bin ein Besserung nach dieses Mahls Chrift Gebrauch? 12. Nun Höchster! gieb 8. Du sagst: Ich bin ein mir Kraft, mich ernstlich zu Chrift, ich bete, lef und sin befleißen ein wahrer Christ ge, ich geh' ins Gotteshaus, zu sein, und nicht nur so find das nicht gute Dinge? zu heißen; denn, wer den Sie sind es; doch haft du sie Namen hat, und nicht die immer so vollbracht, daß dei- That zugleich, fommt wahrs ne Andacht dich auch täglich lich nimmermehr zu dir ins besser macht? Himmelreich. Haßlocher. 9. Du fagst, Ich bin ein Chrift! und rühmst dich deßl 1. Petr. Wahres Christenthum. 243 Lästerung durchbricht, und so den Feind beschámet. 1. Petr. 2, v. 11-17. Mel. Nun freut euch lieben. 293. Ein Christ muß hier ein Frembling sein im Vor- Ordnung an, ist unterthan 5. Er nimmt des Höchsten bereitungsstande; er dringt durch Elend, Noth und Pein zu jenem bessern Lande; hier findet er nie wahre Ruh, drum eilet er dem Ziele zu, auch auf den rauhsten Wegen. mit Freuden, und wo er nicht gebieten kann, gehorchet er bescheiden. Die Obrigkeiten, die der Herr selbst eingesetzt, verehret er, weil sie den Frevler strafen. 2. Ein Wanderer sucht sei6. Er weiß, wie ernstlich nen Lauf mit Vorsicht einzuGott es will, man soll Errichten: So denket auch der barmen üben, dies macht der Christ darauf, getreu den Thoren Tadel still, und zwingt heil gen Pflichten, der Erde sie, ihn zu lieben: drum giebt schudde Luft zu fliehn und um er reichlich und erquickt den das Heil sich zu bemühn, das Armen, den der Mangel drückt, ihm der Herr erworben. mit liebevollen Gaben. 3. Befreiet von der Lüste 7. Die Freiheit, die uns Macht, die mit der Seele Jesus schenkt, mißbraucht er ftreiten, nimmt er sein wah- nie zum Bösen, weil er es res Wohl in Acht, und zeigt ernstlich stets bedenkt: Gott auf allen Seiten, daß er ein ließ uns theu'r erlösen, daKind des Höchsten sei, im mit der Christ, von Sünden Glauben fest, im Wandel frei, im Dienst der Tugend treu, ein Pilgrim nach dem eifrig sei, gehorsam seinem Himmel. Willen. 4. Mag doch die lügenvolle 8. So thut er Ehre jederWelt von ihm viel Böses spre- mann und liebet auch die then! er, der an Jesu Wort Brüder. Er betet Gott voll sich bålt, wird dadurch nur Ehrfurcht an und weibt ihm sich rachen, daß er mit seiner Herz und Glieder. Er ehrt Tugend Licht die Nacht der den König demuthsvoll, fo Q 2 gebt 244 Vom christlichen Wandel überhaupt. Jon. Krause. geht ein Pilgrim wie er soll 4. Selig sind die frommen den graden Weg zum Him Herzen, die mit Sanftmuth mel. angethan, Stolz und KranKung gern verschmerzen, wei chen willig jedermann, die Mel. Freu dich sehr, o meine. nicht suchen eigne Rach', 294. Kommt, und laßt und befehlen ihre Sach ih euch Jesum lehren, kommt rem Gott. Die will er schůz und lernet allzumal, welche zen, daß sie noch das Land die sind, die gehören zu der besigen. rechten Christen Zahl, die be- 5. Selig, die mit Ernst tennen mit dem Mund, glau- verlangen, redlich und gerecht ben fest von Herzensgrund, zu sein, die fest an der Wahrs und mit allem Fleiße streben, heit hangen, und sich treu Gut's zu thun, so lang' sie der Tugend weihn, deren leben. Herz nichts mehr begehrt, als 2. Selig, wer in Demuth was Gottes Reich vermehrt, lebet, seiner Schwachheit nie die von Herzen Unrecht has vergißt, nie sich selbst voll sen die wird Gott satt werden Stolz erhebet, wenn er groß laffen. und glücklich ist! Cottes Huld 6. Selig sind, die voll wird ihn erfreun, und das Erbarmen sich annehmen frems Himmelreich ist sein. Gott der Noth, sind voll Mitleids wird dort zu Ehren seßen, mit den Armen, bitten tres die sich selbst gering hier lich für sie Gott; die zu Hülf schätzen. und Kath geschwind bei des 3. Selig sind, die Leid Nächsten Unglück sind, wers hier tragen, und die göttlich den wieder Hülf empfangen, traurig sind, die bereuen und und Barmherzigkeit erlangen. beklagen faut und einsam ihre 7. Selig, die gefunden Sund', auch deshalb beschå- werden reines Herzens jeders met gebn, oft vor Gott mit zeit, die in Werk, Wort und Thránen stehn; diese sollen Geberden lieben Zucht und noch auf Erden, und dann Heiligkeit; dieſe, welchen bort getroftet werden. nicht gefällt die unreine Luft der Wahres Christenthum. 245 der Welt, sondern sie mit Ernst| hang' in Freud' und Schmerz vermeiden, werden schauen Vater, hilf von deinem Thron, Gott mit Freuden. daß ich glaub' an deinen 8. Selig, die nach Frieden Sohn, und durch deines ringen, und drauf sehn ohn Geistes Stärke mich befleiße Unterlaß, daß man mög' in guter Werke. Herrmann. Mel. Nun sich der Tag geend. allen Dingen meiden Hader, Zank und Haß; die da stiften. Fried' und Ruh', rathen überall dazu, und der Eintracht 295. Mein Gott, das Herz sich befleißen, werden Gottes bring' ich jetzt dir zur Gabe, Kinder heißen. zum Geschenk; du willst es, 9. Selig, die des guten Vater, ja von mir, deß bin wegen dulden Schmach, Ver- ich eingedenk. folgung, Pein; endlich lohnt 2. Gieb mir, mein Sohn, sie Heil und Segen, die der dein Herz, sprichst du, das Tugend Müh' nicht scheun. ist mir lieb und werth, bei Ist gleich der Verfolgung viel, mir, sonst nirgends finder's sebet Gott doch Maaß und Ruh' im Himmel und auf Ziel, und dereinst wird er mit Erd'. Kronen die Beständigkeit be lohnen. 3. So sei es denn dein Eigenthum und müß' es ewig 10. Gott, du wollest selbst sein! Schaff' du, o Vater, mich leiten, auf der Tugend schaff' es um und mach es sichern Bahn, daß ich dieser gut und rein. Seligkeiten hier und dort mich 4. Gebeugt vor dir fühlt's freuen kann: Gieb, daß ich seine Schuld und seine Sündvoll Demuth sei, ernstlich meine lichkeit; es fleht zu dir um Schuld bereu', Sanftmuth Gnad' und Huld, um Kraft auch an Feinden übe, die Ge- zur Heiligkeit. rechtigkeit stets liebe. 5. Auf dich blick' ich, o 11. Daß ich Armen helf Jesu Christ, auf dein verund diene, immer hab' ein goßnes Blut, ich weiß, daß reines Herz, die in Feind- du gekreuzigt bist der Welt schaft stehn, verfühne, an dir und mir zu gut. 6. Die 246 Vom christlichen Wandel überhaupt. 6. Dein Herz, dem Guten 13. So nimm denn, Gett, nur geweiht, dein Wandel zum Tempel ein mein Herz fromm und rein, dein Blick hier in der Zeit, und laß es auf Gott und Ewigkeit soll deine Wohnung sein auch in stets mein Vorbild fein. der Ewigkeit. TEN 7. O heil ger Geist! erfülle 14. Dir geb ichs ganz zu du mit deiner Gotteskraft eigen hin, brauchs, wozu dirs mein Herz, gieb Muth und gefällt; ich weiß, daß ich wahre Ruh in meiner Pil- der Deine bin, der Deine, grimschaft. nicht der Welt. 8. Hilf, daß ich dir, mein 15. Weg Welt, weg Sund' Herr und Gott, im Glauben dir, Gott, nur dir dien' ich ewig treu, und gegen Lift, in Freud' und Schmerz; Gewalt und Spott im Guten wenn alles alles mich verläßt, standhaft sei. bleibt mir doch Gott noch 9. Hilf, das ich sei im und mein Herz. Leiden fest durch Hoffnung und Geduld, mein Trost, wenn alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld Schade. Mel. Was mein Gott will. 296. Oft Elagt dein Herz, 10. Hilf, daß ich gegen wie schwer es sei, den Weg jedermann von Stolz und des Herrn zu wandeln, und Neide frei, aufrichtig, und täglich seinem Worte treu, ju so viel ich kann, zu dienen denken und zu handeln. Wahr willig sei! ists, die Zugend fostet Müh, 11. Hilf, daß ich wohlzu fie ist der Sieg der Lüfte; thun mich freu', und, rein doch richte selbst: was wäre von Rachbegier, selbst mei- sie, wenn sie nicht kämpfen nem Feinde gern verzeih, denn müßte? the du verzeibst auch mir. 2. Die, die sich ihrer Lafter 12. Bon Herzen fromm freun, trifft die kein Schmerz ſein sei mein Ruhm, doch hienieden? Sie sind die Sklas fern von Heuchelei, damit ven eigner Pein, und haben mein ganzes Christenthum dir keinen Frieden. Der From wohlgefällig ſei, me, der die Lüfte dámpft, bat oft Wahres Christenthum. 247 oft auch seine Leiden; allein Weisheit nur und Freiheit ists, der Schmerz, mit dem er sie wählen. Ein Thier folgt támpft, verwandelt sich in Fesseln der Natur, ein Mensch Freuden. dem Licht der Seelen. Was 3. Des Lasters Bahn ist ist des Geistes Eigenthum? Anfangs zwar ein breiter Weg Was sein Beruf auf Erden? durch Auen; allein sein Fort- Die Tugend. Was ihr Lohn, gang wird Gefahr, sein Ende ihr Ruhm? Gott ewig åhne Nacht und Grauen. Der lich werden. Tugend Pfad ist Anfangs 7. Lern' nur Geschmack am steil, läßt nichts als Mühe Wort des Herrn und seiner blicken; doch weiter fort führt Gnade finden, und übe dich, er zum Heil und endlich zum getreu und gern, dein Herz zn Entzücken. überwinden. Wer Kräfte hat, 4. Gefeßt, Gott hätt' es wird durch Gebrauch von Gott uns vergönnt, nach unsers Flei- noch mehr bekommen; wer sie sches Willen, wenn Wollust, nicht brauchet, dem wird auch Neid und Zorn entbrennt, das, was er hat, genommen. die Lüfte frei zu stillen; nimm 8. Du streitest nicht durch an, Gott ließ den Undank zu, eigne Kraft, drum muß es dir den Frevel, dich zu krånken, gelingen. Gott ist es, welcher den Menschenhaß; was wür- beides schafft, das Wollen dest du von diesem Gotte und Vollbringen. Wenn gab denken? ein Vater einen Stein dem 5. Gott will, wir sollen Sohn, der Brodt begehrte? glücklich sein, drum gab er uns Bet' oft, Gott müßte Gott Gefeße. Sie sind es, die das nicht sein, wenn er dich nicht Herz erfreun, sie sind des Le- erhörte. bens Schäße. Er spricht zu 9. Dich stärket auf der uns durch den Verstand, er Tugend Pfad das Beispiel fel's spricht durch das Gewissen, ger Geister; ihn zeigte dir, was wir, Geschöpfe seiner und ihn betrat dein Gott und Hand, fliehn, oder wählen Herr und Meister. Dich müssen. müsse nie des Frechen Spott 6. Ihn fürchten, das ist auf diesem Pfade hindern; der 248 Vom christlichen Wandel überhaupt. der wahre Ruhm ist Ruhm bühret, wozu mich dein Be bei Gott und nicht bei Men- fehl in meinem Stande führet. schenkindern. ( ieb daß ichs thue bald, zu 10. Sei stark, sei månn- der Zeit, da ich soll, und lich allezeit, tritt oft an deine wenn ichs thu, so gieb, daß Babre; vergleiche mit der es gerathe wohl. Ewigkeit den Kampf kurzer Jahre. Das Kleinod, das womit ich kann bestehen, laß 3. Hilf, daß ich rede stets, dein Glaube hält, wird neuen kein unnüßes Wort aus mei Muth dir geben, und Kräfte nem Munde gehen, und wenn der zukünftigen Welt, die wer- in meinem Amt ich reden foll den ibn beleben. 11. Und endlich, Christ, Kraft und Nachdruck ohn' und muß, so gieb den Worten sei unverzagt; wenn dirs nicht Verdruß. immer glücket; wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, 4. Find't sich Gefährlichkeit, stets neue Schwachheit drücket. so laß mich nicht verzagen, Gott sieht nicht auf die That sieb einen Heldenmuth, das allein, er sieht auf deinen Kreuz hilf selber tragen: durch Willen. Ein göttliches Ver- Sanftmuth lehre mich besiegen dienst ist dein; dies muß das meinen Feind; und, wenn Herz dir stillen. ich Raths bedarf, gieb einen weisen Freund. Gellert. In bekannter Melodie. 297. 5. Laß mich mit jedermann in Fried' und Eintracht leben, Gott, du frommer so weit es chriftlich ist. Willst Gott, du Brunnquell guter du mir etwas geben an Reich Eaben, ohn' den nichts ist, thum, ut und Geld, so gieb was ist, von dem wir alles auch dies dabei, daß von un haben! gefunden Leib gieb mir rechtem Gut nichts untermenund daß in solchem Leib' ein' get sei. unverlet- e eel' und rein Ee 7. Soll ich in dieser Welt wissen bleib'. mein Leben böher bringen, 2. Gieb, daß ich thu' mit durch manchen fauern Tritt Fleiß, was mir zu thun ge- hindurch ins Alter bringen; fo Wahres Christenthum. 249 so gieb Geduld, vor Sund' und jede Leidenschaft; muß und Schanden mich bewahr', daß ich überwinde, auf Gots auf daß ich tragen mag mit tes Hülfe sehn, und jeden Ehren graues Haar. Reiz der Sünde mit ihrer Luft verschmähn. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abschei- 3. Den Trug der Sinnenden; die Seele nimm zu dir triebe muß ich behutsam fliehn hinauf zu deinen Freuden; und mich der Eigenliebe und dem Leib ein Räumlein gónn' ihrem Reiz entziehn; muß bei frommer Christen Grab, standhaft in Gefahren, die auf daß er seine Ruh' an ihrer überall mir dráun, den( HlauSeite hab'. ben treu bewahren, und un8. Wenn du an jenem Tage anstößig sein. die Todten wirst erwecken, so 4. Ach! schwach sind meine wird auch deine Hand zu Kräfte zu meiner Heiligung; meinem Erab' sich strecken. doch sollt ich beim Geschäfte Durch deine Macht werd' ich der wahren Besserung darum zum Leben auferstehn, mit wohl muthtos zagen? Nein, allen Seligen lobsingend dich Bater, nein, mit dir will ich erhöhn. den Kampf doch wagen; sei du nur stets mit mir! Herrmann. Mel. Herzlich thut mich verlang. mir nur durch deinen Geist 5. Verleih' zu diesem Werke 298. Um als ein Christ zu die Weisheit und die Stärke, leben, muß ich die Sünde die mir dein Wort verheißt; scheun, und mich mit Ernst durch ihn gieb meiner Seele bestreben, von Herzen fromm die Einsicht und die Kraft, zu sein, muß Gottes Wege daß ich kein Scheingut wähle, wandeln selbst bei dem Haß das nur Verderben schafft. der Welt, nach seiner Vor- 6. Werd ich im Euten schrift handeln, und thun, tråge: so stärke mich zum was Gott gefällt. Lauf. Fall ich auf meinem Lauf. 2. Zeitlebens muß ich rin- Wege; so hilf mir wieder gen, muß stets gewissenhaft auf, und mache jedes Laster, die Welt und mich bezwingen deß sich der Sünder freut, mir 250 Vom christlichen Wandel überhaupt. mir täglich mehr verhaßter in und ich die Frucht verliere; seiner Schåndlichkeit. wenn mich die Eitelkeit der 7. Ja, zeige mir am Thro- Welt mit ihrer Luft gefangen ne die Herrlichkeit des Sohns, hålt, ich ihre Fesseln liebe? der Ueberwinder Krone, das Kleinod meines Lohns, die bin ich dann, ich, der ich 3. Weit strafenswürd'ger Wonne der Erlösten, womit Christum kenne, weiß, was der gute Hirt, der für unser hat für mich gethan, ihn starb, mich trösten, und ewig Herr und Meister nenne: als 8. So kann ich alle Sun- Jerthums tappt noch ungewiß, der, der in der Finsterniß des den, mich selbst, die Welt, ob er auch richtig wandle. den Tod und Alles überwinfrönen wird. den, was mir Verderben 4. Wenn einst mein Herz droht. Ich werde nicht er- im Leiden zagt, wenn wegen liegen; ich dring' ins Reich meiner Sünden mich das Ge des Lichts, und bin gewiß zu wissen einst verklagt, wo soll fiegen. Dein Wort, o Gott, ich Ruhe finden? Wo Troft verspricht's. in meiner leßten Noth, wenn mir der schauervolle Tod das finstre Grab entdecket? Cramer. Mel. Nun freut euch lieben. 5. Weh mir, was hilft es 299. Was hilft es mir ein mir einst dort, erweckt aus Christ zu sein, wenn ich nicht meinem Grabe, wenn ich nur christlich lebe; nicht heilig, hier an Jesu Wort zum Schein fromm, gerecht und rein zu geglaubet habe? Was hilft wandeln mich bestrebe? Wenn mein Glaube, wenn er nicht ich dem seligen Beruf, zu vermochte mich zu jeder Pflicht welchem mich mein Gott er- zu reizen und zu stärken? schuf, nicht würdig mich be- 6. Gott! jener Hoffnung weise? werth zu sein, hilf, daß ich 2. Was hilft der Glaubschriftlich lebe und vor dir beis an Jesum Christ, den ich im lig, fromm und rein zu wanMunde führe, wenn nicht deln mich bestrebe; gieb mir mein Herz rechtschaffen ist, Erkenntniß, Kraft und Muth, ba Wahres Christenthum. 251 damit ich Welt und Fleisch leiden sehen, eilt ihn zu reta und Blut im Glauben über- ten, und erquickt den, den winde! die Last der Sorgen drückt, durch seines Wohlthuns Se= gen. Weisse. Mel. Herr, wie du willst. 5. Er betet: und er betet 300. Wer Jesum kennt, gern, weil ihn sein Herz dies verehrt und liebt, mit Ernst lehret, und weil er Gott der die Sünde scheuet; wer in Welten Herr, als Vater der Frömmigkeit sich übt, fromm verehret, entfernt von und sich der Tugend freuet, aller Heuchelei, vom Wahn nie seines Daseins Zweck des Aberglaubens frei, mit vergißt, nur der wird als ein Andacht und mit Eifer. wahrer Christ stets denken, leben, handeln. 6. Nie flieht er die Gelegenheit den Vortrag heil'ger P 2. Gott ist es, den er kind- Lehren, und jede Pflicht, die lich ehrt; bekannt mit seinem Gott gebeut, auch öffentlich Willen, sucht er als Christ, zu hören. Der Brüder Anvon ihm belehrt, ihn treulich dacht reizet ihn, sich der Zerzu erfüllen; liebt jede Vor- streuung zu entziehn, im Guz schrift, jede Pflicht, und un- ten sich zu stärken. terwirft mit Zuversicht sich 7. Gott, laß mich jede ihm, dem Menschenvater. Christenpflicht mit frommem 3. Wie edel ist des Christen Eifer üben. Aus Wahn und Herz, wie liebreich gegen Brü- Leichtsinn laß mich nicht den der! er theilt mit ihnen ihren Schein der Tugend lieben. Schmerz, und freuet sich auch Laß deines Beifalls mich nur wieder, wenn ihnen nach des freun, laß meine Pflicht mir Kummers Nacht ein heit'rer heilig sein; als Christ stets Tag der Freude lacht, und denken, handeln. ihre Klagen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er Mel. Werde munter, mein G. kann, hört des Bedrängten 301. Wohl dem Menschen, Fleben als Menschenfreund der nicht wandelt in gottloser erbarmend an, kann ihn nicht Leute Rath! wohl dem, der nicht 252 Pflichten gegen Gott. nicht unrecht handelt, noch be- sich übt; alles wird ihm müssen tritt der Sünder Pfad; Lafter- dienen, bis er reiche Früchte hafter Freundschaft flieht, ihrem giebt; seine Blätter werden alt Umgang sich entzieht, und hin- und doch niemals ungestalt; gegen liebt und ehret, was uns Gott giebt Glück zu seinen Gott vom Himmel lehret! Thaten; was er macht, muß 2. Wohl dem, der des wohl gerathen. Höchsten Willen zu erforschen 4. Doch, wen Sünde nur sich bestrebt! Gott wird dessen erfreuet, dessen Glück wird bald Wunsch erfüllen, der nach sei- vergehn; wie der Wind die nem Worte lebt. Segen wächst Spreu zerstreuet, wird man ihm zu; er blüht, wie ein es verfliegen sehn. Und hält Baum, den man oft sieht bei Gott einst sein Gericht, so be den Flüssen an den Seiten steht der Sünder nicht. Fromme seine frischen Zweig ausbreiten. gehen Gottes Segen, Böse 3. Also sag' ich, wird auch ihrem Fall entgegen. grünen, wer in Gottes Wort Gerhard. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen Gott. Andenken an Gott. vor dem Morgen, und Ruh' Mel. Aus meines Herzens Gr. erfüllt mein Herz. 302. An dich, mein Gott 2. Denk' ich an deine Liebe: zu denken, ist Pflicht und wie werd' ich dann erfreut! Trost für mich. Wenn Sorg' Dann fühl' ich neue Triebe, und Gram mich krånken; so aus Dankbeflissenheit mein sieht mein Aug' auf dich. Herz dir ganz zu weihn, dich Dann mindert sich mein freudig zu erheben, zur Ehre Schmerz, dann fliehn die dir zu leben, vor Sünden bangen Sorgen, wie Nebel mich zu scheun. 3. Du Andenken. Erkenntniß. 253 3. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für Erkenntniß Gottes. mich starb, und liebevoll mir Mel. Wer weiß, wie nahe mir. Armen die Seligkeit erwarb. 303. Mein Gott, du wohMit ihm ist Alles mein! nest zwar im Lichte, dahin Gott, wenn ich dies erwäge, fein sterblich Auge dringt! wie wird mein Herz so rege, doch giebst du uns zum Undir ewig treu zu sein! terrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, was mit 4. Mit hoffendem Gemüthe denk' ich an deine Treu' und harre deiner Cute; sie ist mir uns deine Absicht ist. täglich neu. Du stårkst mich, Gott, gewiß; wenn ich zu deiner Höhe hinauf voll Hoffnung sehe, wird mir die Arbeit süß. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so bilf selbst meinem Forschen 5. Wie gut ift's, dein zu fort. Laß für der Wahrheit denken! Die Welt mag im- bellen Schein mein Uug' und merhin ihr Herz aufs Eitle Herz stets offen sein. lenken! wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte mich zu Gott; dies bringt mir wahre Freude, dies starkt mich, wenn ich leide, und ist mein Troft im Tod. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, es giebt zu wahrer Weisheit Kraft, damit kein falscher Wahn mir raube, was mir die Seligkeit 7. So will ich an dich verschafft. Kein Spöttergeist denken; so lang' ich denken verführe mich; kein Zweifel kann. Wird man ins Grab sei mir hinderlich. 1 mich senken, so geh' ich zwar 4. Dich kennen ist das die Bahn, da mich die Welt ew'ge Leben. Drum hilf mir, vergißt; doch du, Herr, denkst Vater, daß ich dich und den, noch meiner, wenn auch auf den du für uns gegeben, Herr, Erden keiner mein eingedenk so erkenne, wie du mich in mehr ist. deinem Wort oft selbst gelehrt, bis einst sich meine Einsicht mehrt. Schmolke. 5. Vor 254 Pflichten gegen Gott: 5. Vor allem laß bei mir täglich üben: nur dies kann lebendig, o Höchster, dein Er- mich beglücken. kenntniß sein! Laß mich dar- 2. Ich kann ja, Ewiger, nach dir auch beständig die schon hier durch eifriges Bestre größte Lieb' und Ehrfurcht ben, wie schwach ich bin, mich weihn. Gieb, daß ich thu' doch zu dir in meinem Geist mit allem Fleiß, was ich von erheben; nur laß mich auf deinem Willen weiß. den Unterricht von dir in dei6. Was hilft das richtigste nen Werken, und auch auf Erkenntniß, wenn's nicht zu deines Wortes Licht getreu deiner Liebe treibt? Was und forschend merken, damit nüßt ein aufgeklärt Berstånd- ich weiser werde. niß, wenn doch das Herz noch 3. Dann wird mir nicht böse bleibt? Drum hilf, daß aus eigner Schuld entgen, ich der Wahrheit treu, und was du uns lehrest, wie du, daß mein Glaube thätig sei. voll Weisheit, Macht und 7. Laß dein Erkenntniß mir Huld, uns jeden Tag ernäh im Leiden die Quelle wahren rest, wie alles schön geordTrostes sein, um mich, wenn net sich zum allgemeinen Ses Leib und Seele scheiden, des gen vereinigt, wie so väterlich bessern Lebens zu erfreun. du uns auf tausend Wegen Dann tauschet mich der Irr- mit Luft und Heil begegneft. thum nicht, dann seh' ich dich 4. Ich sehe dann, und seh im hellern Licht. erfreut stets immer mehr Be Schmolke.weise von deiner Größ' und Mel. Es wolle Gott uns. Herrlichkeit, zu deinem Ruhm 304. Gott! der du mein mir die Finsterniß, die deiner und Preise. Zum Licht wird Schöpfer bist, dem ich stets Vorsicht Pfade mir oft ver angehöre, dich richtig zu er- birgt! ich bin gewiß, daß kennen ist mir ewig Pflicht Herrlichkeit und Gnade stets und Ehre. Stets heiliger durch ihren Ausgang kronen. dich zu sein, dich immer mehr 5. Und welchen Aufschluß zu lieben, mich deiner immer giebt mir nicht vom Ziele meis mehr zu freun, das laß mich nes Lebens dein Wort, das ew ges Freude an Gott. 255 ew'ges Heil verspricht: du mir noch näher offenbaren; gabst mirs nicht vergebens. dann werd' ich noch weit mehr Ich lerne dich und deinen von dir und deinem Kath erSohn und seiner Liebe Tha- fahren, und ewig froh dich ten, der Seele Werth, der preisen! Tugend Lohn, die Erndte ih9. Dlaß von heiliger Bes rer Saaten, daraus stets bef- gier mich immer mehr entfer kennen. brennen, dich, Gott, und dei6. Was ich nicht faß', ver- nen Sohn schon hier stets nåwerf ich nicht, empór' mich her zu erkennen; daß ich, von nicht dawider, und zweifle ich, jedem Wahne frei, dich imso such' ich Licht, und frage mer treuer liebe, dir immer weif're Brüder, frag' meine mehr gehorsam sei, und tåge Lehrer, schweige noch, daßlich mehr mich übe, dich wür ich nicht frevelnd richte, was dig zu verehren. ich nicht einset); glaube doch, im Dunkeln und im Lichte feist du gleich groß und herrlich. Freude an Gott. Jesu der du selbsten w. 7. So werd' ich stets er- mel. leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer wil- 305. Deines Gottes freue liger, standhafter und getreuer. dich, dank' ihm, meine Sees Mehr Weisheit mehr Erkennt- le! Sorget er nicht väterlich, niß giebt, mehr Willigkeit daß kein Gut dir fehle? zum Leiden dein Wort, das Schüßt dich seine Vorsicht meine Seele liebt, erhöher nicht, wenn Gefahren drauen? meine Freuden, und tröstet Ifts nicht Seligkeit und Pflicht, mich im Kummer. seiner sich zu freuen? 8. Gewährt der Morgen- 2. Ja, mein Gott, ich hab' rothe Licht mir jetzt schon so an dir, was mein Herz bes viel Wonne; wie viel ver- gehret, einen Bater, welcher schafft mir künftig nicht des mir, was mir núßt, gewahTages volle Sonne! dann ret; der mich durch sein gottwirst du dich, mein Vater, lich Wort hier zum Guten len= 256 Pflichten gegen Gott. lenket, und mit Himmelswon- 7. Gieb mir nur, so lang ne dort meine Seele trånket. ich hier in der Fremde walle, 3. Wenn ich dich, mein das Bewußtsein, das ich dir Herr und Gott, findlich Herr mein Gott, gefalle! scheuend liebe, wenn ich red- Diese sanfte Freudigkeit, die lich dein Gebot und mit Freu- ich zu dir babe, sei mein den übe: o, wie ist mir dann Heil in dieser Zeit und mein so wohl! Wie ist mein Ge- Trost am Grabe. müthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! Münter. 4. Dann darf ich mit Zu- Mel. In dich hab ich gehoff. versicht auf zum Himmel blit- 306. Ich freue mich, mein ken; meine Leiden fühl' ich( Sott, an dir; du bist mein nicht, wie sie mich auch drück- Trost, was ists, das mir, ken. Hoffnung und Zufrie- wenn du mich liebeft, feble? denheit wohnen mir im Her- Ich liebe dich; dein Kind zen, trösten und erhöhn mich bin ich: was mangelt meiner weit über alle Schmerzen. Seele? 5. Dich, du Trost der 2. Als Menfchen gabfk du Sterblichkeit, Heil des bessern mich der Welt; dann ward Lebens, himmlische Volkom- ich Christen zugesellt: nie wirft menheit, such' ich nicht ver- du mein vergessen. Du liebst gebens! Wenn mein Lauf mein Wohl, bast gnadens vollendet ist, und vollbracht voll mein Glück mir zuges mein Leiden, ruft mein Mitt- messen. ler, Jesus Christ, mich zu sei- 3. Du trägst mich liebreich nen Freuden. mit Geduld, vergiebst durch 6. Meine Lust an dir, mein Christum mir die Schuld, Gott, wird dann ewig wäh- wenn ich aus Schwachheit ren. Noch so furchtbar sei fehle. An seinem Heil hab' der Tod, er wird sie nicht sich auch Theil; dies tröstet stören. Willig werd' ich mein meine Seele. Gebein der Verwesung geben, 4. An dir hab' ich den denn sie macht mich frei von treuen Freund, der es aufs Pein, führt zum neuen Leben. befte mit mir meint, wo find' ich Freude an Gott. 257 ich deines Gleichen? Mit dei- Liebe selber bist, und dessen ner Treu' stehst du mir bei, Herz auch gegen Sünder noch wenn Berg und Hügel weichen. gütig und voll Mitleid ist! 5. In Finsterniß bist du laß mich von ganzem Herzeit mein Licht, erfreust mein Herz: dein, laß mich's mit allen Kräf drum frag' ich nicht nach al- ten sein. lem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mein Gott und Vater bist, und so 6. Du segnest mich, wenn gesinnt zu sein mich übe, wie man mir flucht; und wer mir dir's gefällt, mir heilsam ist. auch zu schaden fucht, dem Was dir gefällt, gefall' auch wird's doch nicht gelingen. mir! Selbst was mich krånkt, das mein muß, gelenkt von dir, mir 3. Segen bringen. nichts scheibe mich, Gott, von dir. Bewahre mich durch deine Liebe, wenn böses Beis 7. Auf deiner Huld allein spiel mich verführt, und gieb, beruht mein ganzes Glück, daß ich Verleugnung übe, mein höchstes Gut; in dir leb' wenn Sinnenluft zu sehr mich ich zufrieden. So dort, als rührt. Wie sollt ich je die hier, hast du, Herr, mir mein Kreatur dir vorziehn, Schö wahres Glück beschieden. pfer der Natur? 8. Und schließt sich einst 4. Laß mich um deiner Eh mein Lebenslauf, so nimmst re willen gern thun, was mir du mich zu dir hinauf zu jenen dein Wort gebeut. Kann ich's höhern Freuden. Wie gern nicht, wie ich soll, erfüllen, vergißt, wer selig ist, des Le- so siel)' auf meine Willigkeit; bens kurze Leiden! und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Bater, nicht zur Schuld. Fiscov. Liebe gegen Gott... Mel. Wer nur den lieben G. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das, thut was dir, Cott 307. Du Bater deiner mißfällt; drum laß es mich Menschenkinder, der du die mit Ernst vermeiden, gefiel es X auch 258 Pflichten gegen Gott. auch der ganzen Welt. Die schaffst mir Licht in Finster, kleinste Sünde selbst zu scheun, niß. Ja, Herr, mein Gott laß, Bater, mich behutsam du bist, mein Licht,:,: folg' ich sein. dir nur, so irr' ich nicht. 6. Gieb, daß ich alles willig leide, was mir dein weiser deinem Rath, der nur für 2. Du leitest mich nach Rath bestimmt. Du führst durch Trübsal auch zur Freude, mein Bestes gehet. mich beschlossen hat, was auf und wer sie willig übernimmt, du mich gleich oft wunder Führst geduldig trågt und weislich der nüßt, wird mächtig von dir bar; so macht es doch Ausgang klar, daß stets dein unterstüßt. Rath besteht. Folg' ich dir auch auf rauher Bahn, so 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist selbst Sterben mein Gewinn; so werd ich nimmst du mich mit Ehren deinen Himmel erben, wo ich alles Leid in Wonn' und in an; und dann verkehrt sich ganz frei vom Uebel bin. Da werd' ich einmal völlig rein dich lieben, und ganz selig sein. Zufriedenheit. Mein Herr winn:: ist mir's, wenn ich und Gott, welch ein Ge dein Erbe bin. Münter. Mel. Herzlich lieb hab' ich d. dich gericht't. Hab ich nur 3. Mein Herz ist ganz auf 308. Gott, der du mich dich, so frag' ich nicht nach als Vater liebst, mit Wohl- Himmel und nach Erden. thun überall umgiebst, du Wår' ich im Himmel ohne Schöpfer wahrer Freuden. dich, so könnte seine Pracht Bist du mein Freund, wie für mich nie recht erquickend wohl ist mir! Ich bleibe dar- werden. Könnt ich dein um stets an dir, nichts soll nicht schon hier mich freun, mich von dir scheiden. Du so möcht ich nicht auf Erden fasfest mich bei meiner Hand, sein; denn außer dir ist doch machst mir den Weg des kein Gut, das meinem Wunsch Heils bekannt, machst mei- Genüge thut. Mein Herr nen Gang darauf gewiß, und und Gott, nur du allein kannst Liebe. 259 kannst mich vollkommen einst zég' ich mir? Nein, Gott, ich erfreun. halte mich zu dir, und das ist 4. Auch in der allergröß- meine Freude. Dein Wort, ten Noth erquickt du mich, o Bater, soll allein die Richtund wenn im Tod auch Seel' schnur meines Lebens sein, und Leib verschmachten. Wie mein Trost in allem Leide. konnte das mir schrecklich sein? Ich sehe meine Zuversicht auf Mein Glaube lernt auch To- dich, mein Fels, der nicht despein in deiner Huld ver- zerbricht, bis sich einst in der achten. Denn du, du bleibst Ewigkeit mein Herz ganz deiauch dann mein Heil, mein ner Lieb' erfreut. Eott meiTrost und meines Herzens nes Heils! ich bleibe dein,:,: Theil und führst mich über laß deine Huld stets mit mir Welt und Zeit zum Schauen sein. Neumeister. deiner Herrlichkeit, so wahr du bist! Mein Herr und Gott!:,: du segnest mich selbst Mel. Jesu der du meine S. durch den Tod. 5. Nur wer von dir weicht, und die Welt mehr liebt, als dich, nicht Glauben hält, der stürzt sich ins Verderben; weil er der Erde Lust und Pracht zu seinem Himmelreiche macht, kann er dein Reich nicht erben; denn wer dich hier nicht lieben lernt und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, 2. Denk' ich, Gott, an o Heiligster, mißfällt, komme deine Güte, wie frohlockt nicht zu jener bessern Welt; mein Herz in mir! Mit dem wer aber hier sein Herz dir fröhlichsten Gemüthe fühl ich giebt,:,: wird ewig auch von sie und danke dir. Jeder Blick dir geliebt. auf deine Werke, deine Weis6. Und dieses Glück ent- heit, Huld und Stärke, wie 309. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! und mit welchen Seligkeiten fåttigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten; hab' ich dich, werd' ich's nicht allein mehr als Erd' und Himachten, mir wird deine Lieb' mel sein. R.2 ent= 260 Pflichten gegen Gott. entlaſtet er mein Herz von füllen trachte: dann, o Bater, Bekümmerniß und Schmerz! fehlt mir nicht Seelenruh und 3. Floß aus deiner Segens- Zuversicht. fülle mir nicht stündlich Gu- 7. Noch lieb' ich dich unvolltes zu? Daß ich ward, dies kommen, Bater, ich erkenn' war dein Wille, daß ich noch es wohl; dort im Vaterland bin, wirkest bu. Daß ich der Frommen lieb' ich dich, denke, daß ich wähle, dafür Herr, wie ich soll. Ganz dankt dir meine Seele; dankt werd' ich dort deinen Willen dir, daß sie dich erkennt und kennen, ehren und erfüllen, dich ihren Vater nennt. und empfahn an deinem 4. Du erlöstest vom Ver- Thron der vollkommnen Liebe derben mich durch deinen Lohn. Sohn, o Gott! ließest den Gerechten sterben, mir zum Segen ward sein Tod; auch mir ward das Heil gegeben, ewig dort mit ihm zu leben, mel. Nun fich der Zag geendet. ewig deiner mich zu freun, Gehorsam gegen Gott. Wer sollte nicht gern und von dir geliebt zu sein. 310. Du, Gott, bist über 5. Ja, von freier Huld alles. Herr, Verstand und getrieben, hast du mich zuerst Huld sind dein. geliebt: follt ich dich nicht dir, Allgütiger, wieder lieben, Bater, der mich gehorsam sein? ewig liebt? Könnt ich ruhig 2. Was du gebeutft, ist hier auf Erden ohne deine recht und gut, ist für uns Liebe werden? ohne sie nach Seligkeit. Wohl dem, der dieser Zeit würdig sein der deinen Willen thut, und gut Seligkeit? zu sein sich freut! 6. Heil mir, daß ich es 3. Wer aber seine Pflicht empfinde, daß du selbst die vergißt, der bringt sich selbst Liebe bist, und aus Liebe jede in Noth; denn nur, was bös Sünde ernstlich meide als und schädlich ist, verbeutst du ein Christ. Wenn auf dein uns, o Gott. Gebot ich achte und es zu erMünter. 4. Du bist, wenn du Gefeße Gehorsam. 261 sebze giebst, nur Vater, nicht| 2. Gehorsam forderst du Tyrann, und treibst uns, blos von allen, die, dich zu kenweil du uns liebst, dir zu ge- nen, fähig sind. Auch ich horchen, an. kann dir nur wohlgefallen, 5. Nehm' ich auf mich dein wenn ich, dir folgsam als sanftes Joch, so seh' ich mei- dein Kind, thu', was du nen Lauf mit Freuden fort.[ willst, aus Lieb' und Dank, Und fall' ich noch, so hilfft und nicht unwillig und aus du selbst mir auf. Zwang. 6. Mich warnt dein Wort, 3. Dein Sohn gehorchte es droht, verheißt, legt Heil dir so gerne; o hilf mir, daß und Tod mir vor. Und ich ich immerdar dir, Vater, so verschlösse deinem Geist un- gehorchen lerne, wie Jesus dankbar Herz und Ohr? dir gehorsam war! Er war's 7. Wie könnte der, der auch unter Schmach und dich nicht hört, dein Kind, o Noth, er war's selbst bis zum Vater, sein? Nur die sind Kreuzestod. dieser Würde werth, die deinem Dienst sich weihn. 4. Laß deine heiligen Ge feße mir immer gegenwärtig 8. So sei dir denn mein sein! laß mich, daß ich sie Herz geweiht! ich bin dein nie verleße, dich, o AllwisEigenthum. Gieb diesem Wil- sender, stets scheun! Dein len Festigkeit. Dir folgen, sei Joch ist sanft, leicht ist die mein Ruhm. Laft, die du mir aufgeleget hast. Bollikofer. Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Sobald ich deine Stim me höre, so mach' mich wil311. Gott! deinen heiligen lig und bereit, daß ich mit Befehlen will ich, dein Kind, Folgsamkeit sie ehre und thue, - gehorsam sein; sie will ich was sie mir gebeut. Ich soll mir zur Richtschnur wählen, ihr Hörer nicht allein, ich und dir mein ganzes Leben soll und will auch Thâter ſein. weihn. Dein Will' ist heilig, 6. Beut mir die Sünde recht und gut. Wohl dem, tausend Freuden auf ihren der ihn mit Freuden thut! Wegen an: Gott, schnöden las 262 Pflichten gegen Gott. laß mich fliehn, laß mich sie 3. Auch Jesus Christus sei meiden, des Lasters leidenvolle zu jeder Zeit und Stunde, Bahn. Kurz wird die Luft, so oft ich sein gedenk', so oft das Ende Pein und namen- in meinem Munde sein hoher loses Elend sein. Name tont, mir heilig. Ibn 7. Doch wenn ich mich im entweiht nur der, der ihn Guten übe und deinen Willen verkennt, und die Undankbartreulich thu', so bleib' ich, keit. Gott, in deiner Liebe, und hab 4. Von meinen Lippen ferm in der Gewissensruh' den Him- sei Fluch und freches Schwören! mel hier schon in der Zeit, fern der schamlose Scherz! Der und einst die ew'ge Seligkeit. Mund kann dich nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; den Beter hörst du nicht, der ohne Andacht fleht. Niemeyer. Cramer. Ehrfurcht vor Gott. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 312. Bewahre meinen Geist, 313. Gott, wie bist du zu so oft mein Mund dich nennet, verehren! Deines Daseins mich dich, den der Engel Heer mit zu freun, muß ich deine Stimme beil'ger Furcht erkennet, daß hören, und wie du, das Böse Hocherhabener, nie Leichtsinn scheun, deine Weisheit, Macht ihn entweih', mir nie ein und Güte mit bewunderndem Spiel und Spott dein großer Gemüthe, ganz von deiner Name sei. Größe voll, stets empfinden, 2. Stets heilig bleib' er wie ich soll. mir; und muß mein Ohr es 2. Durch dein mächtig hören, daß Andre dich, o schaffend Werde segnetest du Gott, und dein Gebot ent- deine Welt, ward der Himmel chren; so reiße nie der Strom und die Erde, ward das sez der Spotter mich dahin. Die gensreiche Feld. Die gensreiche Feld. Alles hat Schuld wird mein, wenn ich von dir sein Leben, alles haft thr Mitgenosse bin. du uns gegeben, Alle freuen beis Ehrfurcht. 263 deiner sich, sind daß, was sie folgsam sein: auch wenn Mens sind, durch dich. schen mich nicht sehen, doch 3. Du kannst segnen und den Weg der Tugend gehen, belohnen, uns beglücken und und auch dann noch eifervoll erfreun; kannst uns strafen denken, handeln, wie ich soll. und verschonen, aus ErbarBollikofer. mung uns verzeihn. Du kannst unsern Kummer stillen, Mel. O daß ich tausend Zungen. unsern frommen Wunsch er- 314. Willst du der Weiss füllen: rufest und entfernst heit Quelle kennen? Es ist den Tod, den der Krankheit die Ehrfurcht vor dem Herrn. Gift uns droht. Denn nur den kann man 4. Gut und heilig ist dein weise nennen, der alle seine Wille, weise wenn's dein Pflichten gern, weil Gott sie Kath beschließt, daß aus dei- ihm gebeut, vollbringt, wenn ner Segensfülle Heil und gleich dazu kein Mensch ihn Wohlfahrt auf uns fließt; zwingt. weise, wenn uns banges Lei- 2. Lern Gottes Größe recht den die vorhin genoßnen Freu- empfinden, und fühle deine den schnell auf deinen Wink Nichtigkeit: so wirst du nie entreißt; weise, wenn du sie dich unterwinden, mit thöricherneuft. ter Verwegenheit zu tadeln, 5. Huld find' ich in deinen was sein Rath beschließt, der Lehren, Huld ist, was dein wunderbar, doch heilig ist. Wort gebeut: sie mit Ernst 3. Wirst du den Höchsten und sorgsam hören, schenket kindlich scheuen, so wird dir uns Zufriedenheit. Bei des feine Pflicht zur Last; nur Lebens Kümmernissen darf der das wirst du dereinst bereuen, keinen Trost vermissen, der daß du sie oft versäumet haft. sich gern des Guten freut, dich Wer Gott als Zeugen vor als Vater kindlich scheut. sich hat, der freut sich jeder 7. Auch ich will dich stets guten That. verehren, dir des Herzens 4. Wenn Nacht und DunTriebe weihn, dir gehorchen, kelheit dich decken, die dem deinen Lehren immer gerne Verbrecher Muth verleihn, wird 642 Pflichten gegen Gott. wird dich die Furcht des Herrn mich dann zur Tugend füh erwecken, auch dann, was ren, und so kann ich nicht unrecht ist zu scheun. Selbst irre gehn. Wohl dem, der Finsterniß ist vor ihm Licht; dich stets kindlich fcheut! dies stårket dich zu deiner Dich fürchten, Gott, ist Se Pflicht. ligkeit. Bollikofer, Seilighaltung des Eides 5. Den Höchsten öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewis sens Stimme hören, und willig thun was sie gebeut: auch Mel. Jesus meine Zuveesicht. das lehrt dich die Furcht des 315. Heilig, heilig sei der Herrn, auch das thut, wer Eid euch, ihr Christen, die ihr ihn ehret, gern. schwöret! Furchtbar ist die 6. Läßt dich die Welt Ver- Heiligkeit eures Richters, der achtung merken, wenn du dich euch höret; furchtbar, aller fromm von ihr entfernst: die Lügen Feind, hier und wenn Furcht des Höchsten wird er einst erscheint. dich stärken, daß du auch dies 2. Er, der Wahrheit Gott, ertragen lernst. Wer Gott, begehrt, wenn wir ihm gefal dem Höchsten, wohlgefällt, len wollen, daß wir ihren hokann ruhig sein beim Spott hen Werth fühlen und auch der Welt. ehren sollen; denken, wie wir 7. Sich stets vor dem All- reden; sie nie verstellen, li macht'gen scheuen, giebt Hel- gen nie. denmuth und Freudigkeit, 3. Wann ihr eure Hand wenn uns der Menschen stol- erhebt, dann ergreif euch heil', zes Drauen, was unrecht ist, ger Schrecken! Denkt: Gott zu thun gebeut. Ist Gott ist uns nal', er lebt, er wird mein Schuß, mein Heil und Alles doch entdecken, was BeLicht: so zittre ich vor Men- trug und List verstellt, er, der schen nicht. Richter aller Welt. 8. Laß deine Weisheit mich 4. Gott, dem keine Finsterregieren, mit Ehrfurcht stets niß euch verhüllet, wenn ihr auf dich zu sehn; sie wird lüget, ahnder's, glaubt es ganz Heiligung des Eides. 265 ganz gewiß; wenn ihr falsch Mel. O daß ich tausend Zungen schwört, oder trüget, Er, der 316. Wer, Gott, bei deihier selbst eure That zu ent hüllen Wege hat. nem Namen schwöret, und, 5. Wenn ihr freveln woll- was er zugesagt hat, bricht, tet, ach! eures eignen Herder ist ein Frevler; denn er zens Klage folgt auf jedem ehret dich, der die Wahrheit Er fann Tritt euch nach, quale bei selbst ist, nicht. Nacht euch und am Tage; nicht froh, nicht mit Vertraun Selbstgericht, was ist ihm zu dir, o Gott, gen Himmel gleich! Alle Ruhe raubt es schaun. euch. 2. Wir sollen ja nach dei6. Qual und Elend würde nem Willen, wie du, der dann Alles um euch her auf Wahrheit Freunde sein, und Erden; Alles, was sonst seg- was sie fordert gern erfüllen, nen kann, würde dann zum und dabei keine Lasten scheun. Fluch euch werden; und Ver- Wer sie verletzt, vewirft sein zweiflung kam' zugleich ohne Heil; ihm wird des Meineids Rettung über euch! Qual zu Theil. 7. Sagt: für aller Welt 3. Wie darf der hoffen, Gewinn geb' ich nicht des dich zu sehen, der, Gott, die Herzens Ruhe, nicht die Ue- Wahrheit frech entehrt, den berzeugung hin, daß das recht Nächsten sucht zu hintergehen ist was ich thue; daß mir, und falsch bei deinem Namen was mir Gott befiehlt, mehr schwört Bor deinem heiligen als meine Neigung gilt. Gericht besteht ein solcher 8. Dann könnt ihr zu Gott Frevler nicht. hinan voll Vertraun und Hoff- 4. Und flet' er zu dem fernnung sehen, und hier selbst sten Meere, du findest allenthaldie rauhste Bahn muthig und ben ihn; wenn er auch noch mit Ruhe gehen. Denn dem, so mächtig ware: wer kann sich der es redlich meint, ist Gott deiner Macht entziehn? Hier Bater, ist Gett Freund. hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Schuß und Gunst der Welt. Cramer. 5. Drum 266 Pflichten gegen Gott. 5. Drum laßt mich eher 3. Glaubst du, das Flunichts betheuern, bis ich be- chen sei dir Ehre? Meinst du denke, was ich thu'; und den vielleicht, es stehe wohl? Gedanken oft erneuern: des Meinst du, daß es dein AnEides Richter, Gott, bist du, sehn mehre? daß man darum schaust meines Herzens In- dich fürchten soll? Nein, vor nerstes, bringst es ans Licht, den Klugen macht es dich verund richtest es., ächtlich nur, nicht fürchterlich. 7. Ja, bilf mir, daß ich stets mit Treue, nur was ich denke, schwör' und halt', und dich mit heil'ger Ehrfurcht Er seufzt zu Gott mit from scheue, und deine richtende Ge4. Dem Freunde Gottes macht es Schmerzen, wenn er dein wildes Fluchen hört. walt. Wer fälschlich schwört, mem Herzen, kommt ins Gericht; der Red liche, der Fromme nicht. daß man das Heilge so entehrt. Es kommt viel ergerniß durch dich. Weh solchen Menschen ewiglich! Junkheim. 5. O lerne deine Zunge Wider das Fluchen. Bedenke Gottes Mel. Wer nur den lieben. zwingen! Majestát! Dort wird er vor 317. Ich hasse herzlich alle Gericht einst bringen, was hier Sünden und alle Bosheit, so frech dein Mund gered't. frech verübt; doch möcht' ich Gott sieht, Gott hört, Gott sonst kaum eine finden, die ist um mich: so denk', und stårker meinen Geist betrübt, fürchte, Flucher, dich. als wenn ich wider deine Ehr' o Gott, die Flucher toben hör'. 6. Herr, pråge deines Na2. Wie, Frecher! schau- Seelen ein, daß man nicht mens Ehre recht tief in aller dert deine Seele nicht heimlich vor dir selbst zurück? Gott freche Flucher hore, die deine gab die Zunge ohne Fehle dir Majestät nicht scheun! Mach' mild zu deines Lebens Glück; ihrem Herzen selbst dich fund; und nun schmähst, Frevler, du mit ihr den milden Geber über dir. dann geht kein Fluch aus ihrem Mund. Dei Demüthigung vor Gott. 267 Demüthigung vor Gott. den, Mel. 6. Das nüßlich anzuwenwas du mit VaterhånWelt, sich hier dein. den mir gütig zugewandt, ge318. Was ich nur Gutes horsam dir zu werden: das habe, ist deine milde Gabe, sei mein Fleiß auf Erden; du Vater alles Lichts! Mein dazu gieb Demuth und VerDasein und mein Leben ward stand. Diterich. mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand als Kräfte zum nützlichen Ge- Hoffnung und Vertrauen zu Gott. Mel. Ach, was soll ich Sünder. schäfte hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsats wohl 319. Ach, wie ist der Meigerathen; ich bin allein an schen Liebe so veranderlich, so Fehlern schuld. falt! wie erftirbt sie doch so 3. Das Glück, deß ich mich bald! Seßze nie auf diese freue, schaffst du nach deiner Liebe, die nicht hålt, was sie Treue, du Herr der ganzen verspricht, Seele, deine ZuWelt! Du ordnest unsre Tage, versicht. ihr Glück und ihre Plage, nur so, wie dir es wohlgefällt. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie; 4. Sollt' ich mich denn denn ein starker Fels ist ſie. erheben, wenn mir in diesem Die auf diesen Felsen bauen, Leben viel Gutes wiederfährt? wohnen unverletzt und sehn Was hat dich, Herr, bewogen, ruhig selbst die Welt vergehn. daß du mich vorgezogen? 3. Täglich sag' ich's meiner #Bin ich auch jemals dessen Seele: Gott liebt ewig; seine werth? Treu' wird mit jedem Morgen 5. Ich bin viel zu geringe nen. Ihn, den Ewigen, erder Huld, Herr aller Dinge, wähle dir zum Freund, und die du mir haft erzeigt. jauchze dann, daß kein Feind laß mich's nie vergessen, wenn dir schaden kann. sich mein Herz vermessen zum Stolz und Eigendünkel neigt. 4. Ja, auch ich will dich erwählen, Bater, dir will ich ala 268 allein und mein ganz Vertrauens In bekannter Melodie. weihn. Aber ach, die Kräfte fehlen meinem Vorfaß! bald 320. Alles ist an deinem vergißt Fleisch und Blut, wie Segen, großer Gott, allein treu du bist. gelegen; du bist unser höch Ueber alles hoch Pflichten gegen Gott. 5. Plößlich überfällt mich stes Gut. wieder Sorge der Vergång- dich schäßen und auf dich die lichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Hoffnnng seßen, giebt allein Leid; und dann sink' ich muth- getroften Muth. los nieder, suche bei den Men- 2. Du, der mich bisher ers schen Ruh'; und mein Helfer nåhret, manche Freude mir bleibst doch du. gewähret, bist und bleibest 6. Ach, vergieb mir, wenn ewig mein. Du, mein Va im Staube dieses Leibes sich ter und Regierer, wirst mein mein Geist stets so schwer Helfer und mein Führer durch der Erd entreißt! Ach, vera mein ganzes Leben sein. gieb mir, daß mein Glaube 3. Sollt' ich ängstlich mich hier noch wankt und sich nicht um Sachen, die nur Sorg' fest, wie er soll, auf dich ver- und Unruh' machen und verläßt. gånglich sind, bemühn? Nein, 7. Täglich laß es mich em- ich will nach Gütern streben, pfinden, daß nicht Menschen die mir wahre Ruhe geben, hülfe nüßt, wenn mein Herz und im Tode nicht entfliehn. auf sie sich stüßt. Allen Trost 4. Auch die Hoffnung kann laß mir verschwinden, bis ich erquicken: was mir gut ist, wieder fleby' zu dir, und dann wirst du schicken; du bist Herr Vater, hilf du mir. der ganzen Welt. Dir will 8. Der du deiner Kinder ich mich froh ergeben, Glück Flehen, Gott, mein Gott, so und Trübfal, Tod und Leben gern erhörst, und sie selbst alles sei dir heimgestellt. noch flehen lehrst, laß mich 5. Ist mein Wunsch nach fest im Glauben stehen, und deinem Willen, o so wirst du erfahren, wie so treu deine ihn erfüllen, und gewiß zu Baterliebe sei. rechter Zeit! Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; wie du Münter. willst Hoffnung und Vertrauen. 269 willst, so soll es bleiben, was pfind' ich alle Tage, selbst du willst, ist Seligkeit. wenn ich weinend klage. 6. Soll ich hier noch lån4. Ich weiß, daß du mich ger leben, oso wollst du Kraft ewig liebst, daß du, o höchste mir geben, mich um das nur Eute, im Guten mich durch zu bemühn, was in Ewigkeit Leiden übst. Mit Ruhe im bestehet; alles Jrdische verge Gemüthe folg' ich dir gern, het und fährt wie ein Schat- als meinem Herrn, der mich ten hin. durch sein Regieren doch wird zum Glücke führen. Kohlroßz. Mel. Was Gott thut, das ist. Leid nie 5. Auch schweres 321. Auf dich, der stets kommt, Herr, von dir; mein Helfer war, o Bater, soll mein Glücke wanken, und will ich trauen, und selbst bei auch im Elend für und für schrecklicher Gefahr empor voll will ich, o Gott, dir danken. Ruhe schauen. Durch dich Dein Wort verspricht: Du bin ich voll Muth, wenn mich könneft nicht von Herzen uns auch oft die Menschen hassen, betrüben, du könneft nichts selbst Freunde mich verlassen. als lieben. 2. Ich kenne, höchste Weis6. Du bist doch, Vater, heit, dich. Nichts soll mich stets bei mir: drum will in zaghaft machen. Du leitest meinen Nöthen ich voller Zualles und auch mich. Mag's versicht zu dir, Gott, mein doch der Thor verlachen als Erretter, beten. Fest schlinfrommen Wahn; fest glaub' get sich mein Glaub' um dich, ich dran: Du siehst von dei- im Frohsein und im Leide en Höhen mehr, als im Staub bist du mir Licht und Freude. wir sehen. 7. Wer hat dir je umsonst 3. Was hast du schon an geglaubt, dir, der mild mir gethan! Bon meinen er- niederblickte, und jedes fromften Stunden, so lange ich men Dulders Haupt mit nur benken kann, hab' ich dich Wonn' und Ruhme schmückte? treu erfunden. Wie gut du Daß ich mit dir, Herr, meine feift, und gern erfreust, em- Zier, nicht meines Heils vera 270 Pflichten gegen Gott. verfehle, glaub' ich mit froher re, Blück und Habe verläßt Seele. mich einst im Grabe. 5. An dem, was Seelen Mel. Was Gott thut, das ist. glücklich macht, läßt Gott es 322. Auf Gott, und nicht Keinem fehlen; Gesundheit, auf meinen Rath, will ich Reichthum, Ehr' und Pracht mein Glücke bauen, und dem, sind nicht das Glück der Seder mich erschaffen hat, von len. Wer Gottes Rath vor ganzer Seele trauen, Er, der Augen hat, dem wird ein gut die Welt allmächtig hält, wird Gewissen die Trübsal auch mich in meinen Tagen als versüßen. Gott und Vater tragen. 6. Was ist des Lebens $ 2. Er sah von aller Ewig- Herrlichkeit? Wie bald ist feit, wie viel mir nüßen würde, sie verschwunden! Was ist bestimmte meine Lebenszeit, bald ist's überwunden! Hofft das Leiden dieser Zeit? Wie mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? f auf den Herrn! Er hilft uns Jst auch ein Schmerz, der zu des gern; seid fröhlich, ihr Ge Glaubens Ehre nicht zu besie- rechten, der Herr hilft seinen gen ware? Knechten! Gellert. 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was Mel. Wo soll ich fliehen hin. ich bitte, mir gnädig, eh' ich's 323. Auf meinen lieben bat, gewährt, wenn's seine Gott trau' ich in aller Noth. Weisheit litte. Er sorgt für Die ihn um Rettung flehten, mich stets väterlich. Nicht, verließ er nie in Nöthen. was ich mir ersehe, sein Wille Mein Unglück wird er wenden, nur geschehe. es steht in seinen Händen. 4. Ist nicht ein ungestör- 2. Auch beim Cewissens tes. Glück weit schwerer oft Schmerz verzaget nicht mein zu tragen, als selbst das wi- Herz. Auf Christum will ich brige Geschick, bei dessen Last bauen und fest auf ihn vers wir klagen? Die größte Noth trauen: ihm will ich mich ers hebt doch der Tod; und Eh- geben im Tode, wie im Leben. 3. Und Hoffnung und Vertrauen. 271 3. Und nimmt der Tod und mit Gråmen, mit selbstmich hin; ist Sterben doch gemachter Pein läßt Gott Gewinn; denn Christus ist ihm gar nichts nehmen; es mein Leben, dem hab' ich mich muß erbeten sein. ergeben. Ich sterb' heut oder 3. Dein sind wir, Gott, morgen, die Seel' wird er der Gnade, dir ist allein beversorgen. kannt, was gut sei, oder Geschöpfen deiner 4. O mein Herr Jesu Christ, schade der du aus Liebe bist für mich Hand; und was du dann am Kreuz gestorben, du hast erlesen, das treibst du, starmir Heil erworben; du schaffst ker Held, und bringst znm auf kurze Leiden den Deinen Stand und Wesen, was deiew'ge Freuden. nem Rath gefällt. 5. Sprich, Herr, dein Ja 4. Weg' hast du allerwedazu. Ich bete, segne du. gen, an Mitteln fehlt dir's Du wollest mich regieren und nicht; dein Thun ist lauter zu dem Himmel führen. Auf Segen, dein Gang ist lauter deinen großen Namen sprech' Licht, dein Werk kann nieich voll Hoffnung: Amen! mand hindern, dein' Arbeit Weingärtner. darf nicht ruhn, wenn du, lich ist, willst thun. was deinen Kindern ersprießMel. O Haupt voll Blut und 324. Befiehl du deine We5. Und ob gleich alle Teuge und was dein Herze kränkt, fel mir wollten widerstehn, so der allertreusten Pflege deß, wird doch ohne Zweifel Gott der den Himmel lenkt; der drum nicht rückwärts gehu; Wolken, Luft und Winden was er ihm vorgenommen, giebt Wege, Lauf und Bahn, und was er haben will, das der wird auch Wege finden, muß doch endlich kommen zu da dein Fuß gehen kann. seinem' Zweck und Ziel. 2. Dem Herrn mußt du 6. Hoff, o du arme Seele, vertrauen, wenn dirs soll wohl- hoff' und sei unverzagt, Gott ergehn, auf sein Werk mußt wird dich aus der Höhle, da du schauen, wenn dein Werk dich der Kummer plagt, mit soll bestehn. Mit Sorgen großen Gnaden rücken, erwars 272 Pflichten gegen Gott. warte nur der Zeit, so wirst 11. Wohl dir, du Kind du schon erblicken die Sonne der Treue, du haft und trägst deiner Freud'. davon einst mit Triumphge7. Auf! auf! gieb deinem schreie den Sieg, die EhrenSchmerze und Sorgen gute kron'! Gott giebt dir selbst Nacht, laß fahren, was dein die Palmen in deine rechte Herze betrübt und traurig Hand, und du singst Freu macht, bist du doch nicht Re- den- Psalmen dem, der dein gente, der alles führen soll, Leid gewandt. Gott sißt im Regimente, und führet alles wohl. 12. Mach' End', o Herr, mach Ende mit aller unsrer 8. Jhn, ihn laß thun und Noth, stårk unsre müden walten, er ist ein weiser Fürst, Hände, und laß bis in den und wird sich so verhalten, Tod uns allzeit deiner Pflege daß du dich wundern wirst, und Treu' befohlen sein, so wenn er, wie ihm gebühret gehen unsre Wege gewiß zum mit wunderbarem Rath das Himmel ein! Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. Gerhard. 9. Er wird zwar eine Weile Mel. Jesu, meine Freude. mit seinem Trost verziehn, 325. Chrift, aus deinem und thun an seinem Theile, Herzen banne Sorg' und als hätt' in seinem Sinn er Schmerzen, schöpfe neuen deiner sich begeben, als ließ Muth. Wenn schon Kreuz er für und für in Angst und dich drücket; Gott ist's, der Noth dich schweben und frag- es schicker, was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth rings10. Wird's aber sich befin- sum bedroht, Sorgen stets mit den, daß du ihm treu ver- dir erwachen; Gott wird's bleibst, so wird er dich entbin- doch wohl machen. te nichts nach dir. den, da du's fast nicht mehr 2. Ist der Himmel trübe, glaubst; er wird dein Herz wankt der Freunde Liebe wird erlösen von der so schweren die Last dir schwer, stürzt Laft, die du zu keinem Bösen mit jedem Tage eine neue Plabisher getragen hast. ge über dich daher, weicht Das Hoffnung und Vertrauen. 273 das Glück stets mehr zurück, sträuben, folgsam Gott zu scheint's dich nicht mehr an sein. Stets, im Tod' und zulachen; Gott wirds doch Leben, bleib' ich Gott ergeben; wohl machen. ich bin sein, er mein. Was 3. Bürden abzunehmen, er will, sei stets mein Ziel. hilft nicht Angst und Grå- Wunderbar mag Gott es men; dies schafft keine Raft. machen; er wirds doch wohl Ungeduld macht Bürden, die machen, dir leicht sein würden, erst zur Felsenlast. Zähme, Herz, Schlegel, den wilden Schmerz! drückt Mel. Meinen Jesum laß ich n. die Bürde schon dich Schwa- 326. Dennoch bleib ich stets chen; Gott wirds doch wohl an dir, wenn mir alles gleich machen. zuwider, keine Trubsal drückt 4. Du führst Christi Na- in mir die gefaßte Hoffnung men; Christo nachzuahmen, nieder, daß, wenn alles bricht das ist deine Pflicht. Werde und fällt, dennoch deine Hand nicht erschüttert, wenn die mich hålt. Erd' erzittert und der Him2. Leite mich nach deinem mel bricht. Der steht fest, Rath, der oft wunderbar ges der Gott nicht läßt; laß rings schiehet; aber endlich in der um dich Welten krachen; Gott That auf die wahre Wohlwirds doch wohl machen. imfahrt siehet. Denn du führst 5. Herrlich ist die Krone, es wohl hinaus, sieht es gleich die der Christ zum Lohne sei- verworren aus. Nur 3. Nimm mich dort mit und Ehren an, wenn ich hier gener Treu' empfängt. nichts selbst verschuldet, dann froh erduldet, was dein kämpfet habe. Führe mich Gott verhängt! Sieg' als die Lebens- Bahn zu dem HimHeld! Mag doch die Welt mel aus dem Grabe. Enddeiner Hoffnung spottisch la- lich zeige mir das Loos in der chen; Gott wirds doch wohl Seligkeiten Schooß. machen. 4. Mag es doch indessen Dabei solls denn hier wunderbar mit mir ers bleiben. Ich will nie mich geben, dennoch bleib' ich stets 6. anl 274 Pflichten gegen Gott. an dir, dennoch will ich feste lieh, geht selbst den Pfad zum stehen. Ich muß, troß sei Grabe getrost getroft und stark aller Pein! dennoch, dennoch durch sie. felig sein. Schmolke. 8. Dann důnkt, wenn es vom Schlummer des Todes Mel. Ach, bleib mit deiner. sein Kummer ihm eine kurze einst erwacht, dies Leben und 327. Der Leiden und der Nacht. Thränen sind auf der Welt so 9. Mit dankendem Gemü viel, und noch so manches the preift er dann Gottes Sehnen, das doch nicht laut Rath, der ihn mit weiser Gü fein will. te so schön geleitet hat. 2. Doch stärken Jesu Lehren des Christen banges Herz sie trocknen seine Zähren, und lindern jeden Schmerz. mit Blicken voll Hoffnung 10. Drum sehn auch wir auf zu dir. Einst wirst du 3. Drum blickt der Geist uns beglücken; dir, Gott, vermit Freuden hinauf zu seinem trauen wir. Herrn, der seiner Kinder Leiden, erleichtert bald und gern. Overbech. 4. Der selber ihre Schmer- Mel. Allein Gott in der Höh'. zen zu ihrem Besten lenkt, 328. Die Hoffnung naher und hier schon ihren Herzen Ewigkeit, voll reiner Himso manche Freude schenkt. melsfreuden, versüßt in dieser 5. Nur unser schwach' Ge- Pilgerzeit mir, Bater, alle müthe erträgt nicht jedes Leiden. Ich schaue, wenn ich Glück und stößt die reine Gü- traurig bin, getroft nach deis te oft selbst von sich zurück. nem Himmel hin, wo keine 6. So wie's nun ist auf Pein mir folget. Erden, so soll's, so darf's 2. Und selbst die Leiden die nicht sein. O laßt uns bes- uns hier noch immerfort umges ser werden, gleich wird es ben, sind Mittel, unser Herz zu besser sein. dir, Erbarmer, zu erheben, zu 7. Der, welchem Gott die dir, der sie zum Besten lenkt, Gabe der Hoffnung hier ver- der dann auch huldvoll an uns Hoffnung und Vertrauen. 275 uns denkt, wenn wir im Stil- reitet, wo ich nur Schmerz len weinen. und Leiden fand. 3. Was helfen meine Sor 3. Ja, du, du siehest unsern Schmerz, du zähleft unsre gen? Ist mir mein Glück Záhren; du stärkest das ge- verborgen, so ists doch dir, beugte Herz, und wirst uns, Herr, nicht. Du, dem ich Trest gewähren. Du schaust mich befehle, du weißt, was auch gnadenvoll auf mich. meiner Seele, was meinem Mein Gott, mein Gott, ich Leben hier gebricht. hoff' auf dich; du bist ein Fels der Deinen. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenns geschähe, schon morgen mich gereun. 4. Soll ich in dieser Lebens- Nur einen Wunsch von allen, zeit noch manche Trübfal lei laß dir, o Herr, gefallen, den: so harr' ich in Gelassen- den Wunsch: zufrieden stets heit auf deines Himmels Freuzu sein. den. die sind einst der 5. Wenn ich verlassen scheis Frommen Theil! Dort schau' ne, im Leiden zag' und weine; ich dich, o Gott, mein Heil, was wünscht mein banges und segne jede Thrane. Herz? O hilf es mir besiegen! Es wünschet sich Vergnügen; Mel. Nun ruhen alle Wälder. und, was es wünscht, wird 329. Dir hab' ich mich eroft mein Schmerz. 6. Drum will ich findlich geben, mein Gott, im ganzen fchweigen, zufrieden mich bea Leben, im Unglück, wie im zeigen mit allem, was du Glück. Dir dank ich meine giebst. Du kannst uns nicht Freuden, dich preif ich auch verlassen, die dir vertraun, im Leiden bis an den letzten nicht hassen, weil du die Augenblick. Frommen ewig liebst. 2. Du bists, der für mich 7. Nicht das, warum ich wachte, noch eh' ich war und flehe; dein Wille nur gesches dachte; du hast mit treuer be, und was uns selig ist. Hand mich huldvoll stets ge- Ich will, dir ganz ergeben, gez leitet, auch da mir Glück be- troft und ruhig leben, bis einst S2 Marie 276 Pflichten gegen Gott. einft der Tod mein Auge mir dann meine ganze Sees schließt. le dir. v. Hippel. 3. Doch, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. Herrlichkeit, die du wirst offen 330. Dir trau' ich, Gott, baren! Bald wird auch mit und wanke nicht, wenn gleich der Duldung Lohn, bald steh' von meiner Freude Licht der ich auch vor deinem Thron lehte Funke schwindet. Mein mit treuer Kämpfer SchaaHelfer und mein Gott bist du, ren, und danke dann die, durch den mein Herz doch Gott, verklärt, der jetzt mich endlich Ruh' und Gnade wie- prüft, mich dann bewährt; der findet. Von jeher haft daß ich, von allem Leiden du mich geführt, und meines frei, ein Seliger des Him Lebens Lauf regiert, mit segens- mels sei. Barmherziger! Fest voller Baterhand so manche ohne Graun will ich dir traun; Noth hinweggewandt. Unend- denn einst werd' ich dein licher, ich trau' auf dich, du Antlik schaun. leiteft mich! Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. Eschenburg. den. 2. Schwer ist der Kampf Mel. Wer weiß, wie nahe mit. der Leiden, schwer; kaum 331. Entschwinge dich, mein fühl ich Muth und Stärke Geist, den Nächten, worein dich mehr, noch långer auszudul- trübe Schwermuth hüllt; willst Doch ewig, Bater, du mit deinem Schöpfer rechgürnst du nicht; du gehst nicht ten, daß er nicht jeden Wunsch mit uns ins Gericht, strafft erfüllt? Schwing' dich hinauf nicht nach unfern Schulden. zum höhern Licht, du kennest, Bald ist der Thränen Maaß was dir gut ist, nicht. erfüllt, bald meiner Seele 2. In Finsternissen irrt hieSchmerz gestillt, bald hat nieden des Menschen ungewis Gott all mein Flehn erhört, ser Schritt. Was ihm der inich gnug geprüft und mich Vorsicht Rath beschieden, bewährt. Du Gott der Huld warum er weinte, was er litt, erhört von dir, lobsingt in das klårt in seinem Pilgerlauf Hoffnung und Vertrauen. lauf sich erst am Ziele vol- 1 lig auf. 277 In bekannter Melodie. 332. Herr, wie du willst 3. Dort findest du, vom Licht umflossen, auch deiner so schick's mit mir im Leben Erdenthränen Lohn. Schau, und im Sterben, mein Herz ihre Saat ist aufgeschossen, verlangt allein nach dir, Herr, und blüht zur vollen Erndte laß mich nicht verderben; ers schon. Im Kummer ward halt mich nur in deiner Huld; sie ausgestreut, nun reift sie sonst wie du willst. für die Ewigkeit. Gieb mir Geduld, dein Wille ist der beste. 2. Erhalt mich nur, so Dich lang' ich hier auf dieser Erde 4. Drum heb' empor die trüben Blicke, wann sich dein Pfad in Nacht verliert. leitet Gott; o, denk zurücke, walle, in rechter Lieb' und wie gutig er dich stets geführt, Furcht vor dir, daß ich dir wie oft aus Nacht, die dich wohlgefalle, und in rechtschaffumfing, ein heitrer Tag her- uer Heiligkeit vollbringe meine vor dir ging. Lebenszeit, bis ich zum Ziel 5. Gott, gnädig, wenn du gelange. 3. Soll ich einmal nach deis uns erhöreft, oft gnådiger, wenn du den Plan, den unsre nem Rath von dieser Welt Thorheit schuf, zerstöreft, tief abscheiden; o! so verleih mir bet' ich deine Weisheit an, deine Gnad', daß es gescheh' und harr' auf dich mit festem mit Freuden. Herr, Seel Muth; denn was dù thust, und Leib befehl ich dir, gieb ist stets mir gut. nur ein fel'ges Ende mir durch Melisander, 6. Den Weg, auf den du Jesum Christum, Amen! mich gestellet, geb' ich getroft an deiner Hand. Ich fürchte • nichts; auch unerhellet führt Mel. Was mein Gott will. er mich doch ins Vaterland. 333. Ich hab' in Gottes Dort seh' ich bald im hellen Herz und Sinn mein ganzes Glanz die Weisheit deiner Herz ergeben. Was Uebel Führung ganz. scheint wird mir Gewinn, und ». Köphen. selbst der Tod mein Leben. Ich bin 278 Pflichten gegen Gott. bin ein Sohn deß, der den ren; hat Zeit und Ort in feie Thron der Himmel auferbauet, ner Hand, sein Werk hinaus dem, wenn er schlägt und zuführen. Er weiß, wenn Kreuz auflegt, doch meine Freud, er weiß, wenn Leid Seele trauet. uns, seinen Kindern, diene; 2. Das kann mir fehlen und was er thut ist alles gut, nimmermehr, mein Vater wird obs noch so traurig schiene. mich lieben. Läßt er auch oft 6. Du denkest zwar, wenn saich freudenleer: so will er du nicht hast, was Fleisch und mich nur üben, will väterlich Blut begehret, als sei mit im Leiden mich gewöhnen, einer großen Last dein Lebensmich zu fassen. Ueb' ich Ge- lauf beschweret; machst spät duld; trau' seiner Huld: wird und früh dir Corg' und Müh', er mich nicht verlassen. zu deinem Wunsch zu kom+ 3. Ift, was ich bin, nicht men, und denkest nicht, daß, alles sein? Gab ich mir selbst was geschicht, gescheh' zu das Leben? Hab' ich mir nem Frommen. Adern und Gebein, mir meidei7. Es kann bei lauter Con nen Geist gegeben? Giebt er nenlicht das Feld nicht Früchte mir nicht, was mir gebricht? tragen; so reift auch Menschen Wie kann ich troftlos weinen? wohlfahrt nicht bei lauter guten Wer so viel thut, der meint es Tagen. Wie bitter sei die gut, der kanns nicht böse meinen. Arzenei, schafft sie doch neues 4. Und wer erhålt mit All- Leben; so muß das Leid zu gewalt mir jede Kraft zum neuer Freud' und wahrem Glück Leben? Wår ich nicht lång- erheben. stens todt und kalt, wenn mich 8. Ich fall, o guter Vanicht Gott umgeben mit sei- ter, dir getrost in deine Hånner Treu', die täglich neu de. Nimm mich, und mach erquickt und Kraft verleihet? es so mit mir bis an des LeWas er nicht hålt, das bricht bens Ende, wie dir's gefällt, und fällt; was er stärkt, wird der du die Welt nach weisem Rath regierest, und so auch 5. Er hat Gewalt, er hat mich stets väterlich auf richt' Verstand, um alles zu regie- gem Pfade führest. erneuet. 9. Willst Hoffnung und Vertrauen. 279 9. Willst du mir geben mir deine Sonne wieder, und Sonnenschein, so nehm' ichs ich erkenn's mit Lobgefang, an mit Freuden; solls aber daß jedes Leiden dieser Welt Nacht der Trübsal sein, will des Segens viel für mich ichs geduldig leiden. Willst enthält. du allhier noch länger mir 3. Nie zag' ich ganz, wenn des Lebens Kraft erhalten; bang' und trübe oft über mir wie du mich führst und füh- der Himmel hångt; du bist ren wirst, so laß ich gern und bleibst der Gott der Liebe, dich walten. der Alles mir zum Besten 10. Soll ich denn auch die lenkt, und Alles, was mir Todesbahn, das Thal voll wiederfährt, zu meiner wah Grauen, wallen: wohlan, mit ren Wohlfahrt kehrt! dir tret' ich sie an, nach dei- 4. Selbst aus des Lebens nem Wohlgefallen. Du, du, Bitterkeiten, selbst aus des mein Gott, wirst alle Noth Lebens schwersten Drang zu solchem Ende kehren, daß weißt du mir Wonne zu beich mit Dank und Lobgesang reiten; Licht und Erbarmung dich ewig werde ehren. ist dein Gang. So rauh mein Lebenspfad oft ist: ich fühle, daß du Vater bist. Gerhard. if ich fi Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Ich weiß, daß ohne deinen Willen kein Haar von 334. Ich hoff auf dich! meinem Haupte fällt; so ber denn deine Gnade schüßt dein ich an, und leid' im Stillen, Geschöpf, verläßt es nie. und tröste mich mit jener Welt, Seis immer Nacht auf mei- die jede Zähr', die mir ents nem Pfade! du rufft, die quillt, mit unnennbarer Luft Nacht, du scheuchest sie, vergilt. wenn ich genug geprüft, zu- 6. Ich hoff' auf dich, wenn rück, verwandelst mir mein Berge schwanken, wenn un Leid in Glück. ter mir die Erde bricht, und 2. Fließt gleich so manche Sonne, Mond und Sterne Zähre nieder auf meines Le- wanken; D, deine Gnade bens Pilgergang; bald scheint wanket nicht. Fiel aller Welten 280 Pflichten gegen Gott. ten Last auf mich: du schůz- sobgleich die Wellen sich so zest mich; ich hoff auf dich! ungeftum geberden. Ich weiß wohl, was er spricht: wer sich auf mich verläßt, soll nicht zu Mel. Wenn ich in Angst und 335. Ich sage: wie Gott Schanden werden. will! das soll mein Wahlspruch 6. Ich sterbe, wie Gott will! sein. Sein Will' und sein der Tod ist mein Gewinn; meit Befehl ist unser Glück auf Glaube läßt auch mich im Ster Erden. Ich bin nicht selber ben nicht verderben. Sterb mein; drum will ich sein nur ich mit frommen Sinn; fo sein, was kann mir Beffres kann ich nicht zu früh, faun werden? auch zu spåt nicht sterben. 2. Ich glaube, wie Gott 7. Wohlan denn, wie Gott will! so bleib' ich feste stehn; will! so will ich immerfort, ob sich gleich wider mich der und wenn mich Noth und Tod Holle Pforten legen, sein mit Haufen treffen sollen, so Wort kann nicht vergehn, weiß ich doch ein Wort: er kann wenn mir nur dieses bleibt, und will und wird nichts Boso kann mich nichts bewegen. ses von mir wollen. 3. Ich lebe, wie Gott will! Schmolhe. leb' ich recht vergnügt; ihm hab' ich mich allein Mel. In dich hab' ich geh. mit Seel' und Leib ergeben. 336. Ich weiß! mein Gott, Wie es sein Wille fügt, so daß all' mein Thun und Werk will ich allezeit mit ihm zu- in deinem Willen ruhn, von frieden leben. dir kommt Glück und Segen; 4. Ich leide, wie Gott will! was du regierst, das geht und so leid' ich nicht zu viel; er steht auf rechten, guten Wegen. weiß am besten schon, wie 2. Es steht in keines Menviel ich kann ertragen, er schen Macht, daß sein Rath kennt der Leiden Ziel. Ich werd' ins Werk gebracht, und weiß, er heilet auch, wenn seines Gangs sich freue; des er zuvor geschlagen. Höchsten Rath, der machts 5. Ich hoffe, wie Gott will! allein, daß Menschenrathy gefo bricht mein Anker nicht; deihe. 3. Oft so fo Hoffnung und Vertrauen 281 3. Oft denkt der Mensch du nicht wirkst, pflegt von ihm in seinem Muth, dies oder je- selbst in Kurzem zu zerrinnen. nes sei ihm gut, und ist doch 9. Sucht aber dein und weit gefehlet; oft sieht er auch unser Feind, was deine Weisfür schädlich an, was Gott beit gut gemeint, in Böses zu doch selbst erwählet. verkehren; ist das mein Trost, 4. So fångt auch mancher daß seinem Zorn du leichtlich weiser Mann ein gutes Werk könntest wehren. zwar fröhlich an, und bringt's 10. Tritt du zu mir, und doch nicht zu Stande; er baut mache leicht, was mir sonst ein Schloß und festes Haus, fast unmöglich däucht, denn doch nur auf lauter Sande. du bist stark und weise. Voll5. Drum gieb mir Weis- ende selbst, was du begannst, heit aus der Höh', o Vater, zu deinem Ruhm und Preise. daß ich nicht besteh' auf mei- 11. Ist gleich der Anfang nem eignen Willen! sei du etwas schwer, und muß ich mein Freund und trener Rath gleich ins tiefe Meer der bitwas recht ist, zu erfüllen. tern Sorgen treten, so treib' 6. Regiere mich, und was mich nur ohn' Unterlaß, zu mir gut, das gieb mir ein; seufzen und zu beten. was Fleisch und Blut erwäh let, das verwehre! höchster Zweck, mein Theil sei deine Lieb' Ehre. 12. Wer fleißig betet und Mein dir traut, wird alles das, wobestes vor ihm graut, mit tapfern und Muth bezwingen; der schwere Stein ber Sorgen wird in 7. Was dir gefällt, das tausend Stücke springen. laß auch mir, als meinen 13. Der Weg zum Guten. Ruhm und meine Zier gefal- ist zwar wild, mit Dorn und len und mich lieben: was dir Disteln angefüllt; doch wer mißfällt, das laß mich nicht ihn freudig gehet, wird endlich, in Wort und That verüben! Herr, durch deinen Geist zu 8. Ifts Werk von dir, so Freud', und Wonn' erhöhet. gieb mir Glück: ists Menschen- 14. Du bist mein Vater, thum, so treibs zurück und ich dein Kind, was ich bei mir andre mein Beginnen. Was nicht hab' und find', hast du in 282 Pflichten gegen Gott. in voller Gnüge. So hilf mir, nichts fehlen, was mir ewig daß ich meinen Stand wohl nüßt. halt', und herrlich siege. 5. Er wolle meiner Sün 15. Dein soll sein aller den in Gnaden mich entbinden Ruhm und Ehr'; ich will dein und tilgen meine Schuld; Thun je mehr und mehr aus wenn ich sie ernst bereue, jo hocherfreuter Seelen vor dei wird er, der Getreue, mich nem Volk und aller Welt, so ferner tragen mit Geduld. lang' ich leb', erzählen. Gerhard. In bekannter Melodie. 6. Leg' ich zur Ruh mich nieder, erwach' ich frühe wie der, in jedem Stand und Ort, 337. In allen meinen Tha- in Krankheit, unter Plagen, ten laß ich den Höchsten ra- so wie in bessern Tagen, da then, der Alles kann und bat. tröstet mich sein theures Wort. Er muß zu allen Dingen; solls 7. Hat er es denn beschloss anders wohlgelingen, uns selbst sen, so will ich unverdroffen verleihen Rath und That. an mein Verhängniß gehn. 2. Nichts ist es spåt und kein Unfall unter allen wird frühe mit aller meiner Mühe, je zu schwer mir fallen, mit umsonst ist Sorg' und Kunst; Gott werd' ich ihn überstehn. er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, 8. Ihm hab' ich mich erges ich stell's in ſeine Batergunft. wie er es mir gebeut; es fei ben, zu sterben und zu leben, 3. Es kann mir nichts ge- l die rechte Zeit. schehen, als was er hat erfe- ich ihn sorgen; er weiß gewiß heut' oder morgen, dafür laß hen, und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie ers giebet, und das, was ihm beliebet, 9. So sei nun Seele feine, hab' ich mir willig auch erkieft. vertraue dem alleine, der dich 4. Ich traue seiner Gnade, geschaffen hat. Es gehe wie die mich auf meinem Pfade es gehe, dein Vater in der vor allem Uebel schüßt. Folg Höhe, weiß schon zu allen ich des Herrn Gesetzen, so Sachen Rath. wird mich nichts verlegen, Flemming. Mel. Hoffnung und Vertrauen. 283 Mel. Haupt voll Blut. Leben, will ich dir dankbar sein, bier deinen Ruhm erhe338. Hoffnung, Lebens- ben, dort dein mich ewig freun. wonne, der Menschen Tröste- Schon oft hab' ich erblicket, rin! Gleich Gottes schöner der Hoffnung sanften Strahl, Sonne, erwärmst du Geist er hat mein Herz beglücket mit und Sinn; du strömest reine Freuden ohne Zahl. Freuden in jedes Menschen 6. Er leuchte mir noch weiberz, versüßest seine Leiden und ter auf meines Lebens Bahn, linderst seinen Schmerz. damit ich froh und heiter ans 2. Schon oft hast du die Ziel gelangen kann. Im wilMüden mit neuer Kraft er- den Weltgetümmel sei er mein füllt, gesdenkt dem Herzen Trost und Licht; er leite mich Frieden und manche Noth ge- zum Himmel, Gott, vor dein stillt; oft schon des Lebens Angesicht. Kräfte bei Sterbenden erneut, und zum Berufsgeschäfte von neuem sie geweiht. Bolz. Mel. Jesus meine Zuversicht. 3. Aus Wind und sanftem 339. Sáe deine ThränenRegen, aus Sonnenschein und Thau, verkündigst du den Se- faat, frommer Dulder, hier gen der jungen, grünen Au. im Glauben; auch der allerUnd frohe Lieder tönen, durch rauhste Pfad müsse dir den dich hervorgebracht, von from Trost nicht rauben, daß einst men Erdensöhnen dem Gott der nach der Dunkelheit dich ein Huld und Macht. hell'res Licht erfreut. 4. Du bist es, die dem 2. Ausgerungen haben schon Kranken die Angst des Todes viele, die hier glaubend litten; stillt, mit himmlischen Gedan- beten an vor Gottes Thron, ten der Zukunft ihn erfüllt. ihre Krone ist erftritten! Du, In seinen letzten Stunden auch du wirst Sieger sein und zeigst du ihm Seligkeit, die, dich bald der Krone freun. von der Hüll' entbunden, dort seinen Geist erfreut. 3. Denk, daß Gottes Baterhand weisheitsvoll dir Lei5. O Gott, mit Herz und den wåget, und dich in der Thras 284 Pflichten gegen Gott. Thránen Land immer mit Ergen tagt, hin ins Vaterland barmen tråget. Väterlich ist zu schauen, das, für Siegensein Bemühn, dich zum Him- de bestimmt, dich in seinen mel zu erziehn. Frieden nimmt. 4. Hier ist dein Erziehungs- 6. O, dann schwindet alles stand, hier sollst du durch Prů- Leid, wie der Nebel vor der fung lernen; dort ist das voll- Sonne. Vor dir liegt die kommne Land, dort in unbe- Ewigkeit, dieses heitre Land kannten Fernen. Da ist un- der Wonne. Ohne Thränen vermischtes Glück; dahin wen- gehst du ein, ewig selig da zu de deinen Blick! sein. Neister. 5. Trage mit Geduld und Muth deine Last in trüben Tagen; gut ist, was der Vater Mel. In dich hab' ich gehoffet. thut! Wohlthat ift's, das 340. Sei, Seele, start Kreuz zu tragen, das einst und unverzagt, wenn irgend auf dem raub sten Pfad Jesus dich ein Kummer plagt; be selbst getragen hat. fiehl Gott deine Sachen. In 6. Lern' im Leid Gelassen- aller Pein vertrau' allein auf heit, Unterwerfung und Ver- ihn: er wirds wohl machen. trauen! An dem Schluß der 2. Kein Leiden kommt von Prüfungszeit wirst du frohjohngefähr; wenns noch so zurücke schauen auf den Weg unverschuldet war, hats Got der durch die Nacht dich ins tes Rath ersehen. Drum ſei Land des Lichts gebracht. nur still! Was dein Gott will, 7. O, dann fließet ihr nicht laß immer gern geschehen. mehr, Thránen, die dem Aug' 3. Erweckt dir gleich das entflossen! Wie ein Strom von Leiden Pein, so soll dirs doch oben ber, wird der Trost ins nicht schädlich sein: Gott Herz gegossen; Trost vom kann sein Kind nicht hassen. Quell der Seligkeit, überwie- Wer ihn nur liebt, sich ihm gend alles Leid. ergiebt, den wird er nicht ver 8. Harre, Dulber, unverlassen. zagt, harre in der Nächte 4. Wie lange währt der Granen, bis der große More Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, Hoffnung und Vertrauen. 285 Herr, nur kurze Zeit. Nach Mel. Gott des Himmels u. überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh, und 341. Unerforschlich sei mir einst mit ew'ger Freude. immmer meines Gottes Weg 5. Drum hab', o Seele, und Rath, und die Nacht sei guten Muth! Bertraue Gott! ohne Schimmer, die mich hier es wird noch gut nach aller umschattet hat; doch ist alles, Trubsal werden. Er ziehet wes er thut, wie's auch scheine, dich durchs Kreuz zu sich, zum weis und gut. Himmel von der Erden. 2. Sollt ich das von Gott 6. Gott ist dein Gott; er nur loben, wo ich Rath und ist getreu und stehet dir als Weisheit seh? Ifts nicht ein Vater bei in allem Kreuz auf Geschenk von oben, wenn ich Erden. Der Leiden Heer wird seinen Rath versteh? Sunnie zu schwer durch ihn den digt der nicht, welcher klagt, Seinen werden. daß ihm Gott mehr Licht vers 7. Es haben ja zu aller Zeit sagt? die Heiligen in Traurigkeit hier 3. Sollt ein Vater unter= oftmals wandeln müssen; wa- lassen, was dem Kinde Thorrum willst du denn nur von heit ist? Kühner Tabler! EnRuh, und nichts von Trúb- gel fassen das, wo du im Duns fal wissen. kel bist. Hier sollst du dem 8. O bet', und sieh auf Herrn vertraun, und nur glaus deinen Gott in aller deiner ben, noch nicht schaun. Angst und Noth! Laß, wie 4. Sollt er deine Wünsch er will, es gehen. Sein Will' erheben zu Beherrschern seiner ist gut; behalte Muth! Gott Welt? Soll der Heilige die wird dich einst erhöhen. was den Lüften nur gez geben, 9. Der du ein Gott des fällt? Wohl dir, wenn er nie Trostes bist, laß jeden, der gewährt, was dein thöricht hier traurig ist, doch deinen Herz begehrt! Trost empfinden. Stårk', den 5. Hier, in meinem Prúdu liebst und prüfend übst, fungsstande, sei mein Theil die Noth zu überwinden. Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Sta Neander. 286 Pflichten gegen Gott. Seligkeit. Führt mein Eang Zuversicht, bist in der Nacht, zum Himmel ein: mag er im- o Gott, mein Licht. mer dunkel sein. 5. Verzage Herz, verzage 6. Wenn du auch auf rau- nie! Gott legt die Laft auf hen Wegen wandelst, Seele, Gott kennt sie. Er weiß da klage nicht! Was hier Schmerz Kummer, der dich quält, und ist, wird dort Segen; was geben kann er, was dir fehlt. hier Nacht ist, wird dort 6. Wie oft, Herr, weint' Licht; und ich faß erst Gorich, und wie oft half deine tes Sinn, wenn ich ganz Hand mir unverhofft! Of vollendet bin. jammert ich untröstbar heut, und morgen ward ich schon freut. ers Cramer. Mel. Die Seele Christi heil'ge. 7: Oft sah ich keinen Aus gang mehr; dann weint ich 342. Von dir, o Bater, laut und klagte sehr: Wo nimmt mein Herz Glück, Un- weilst du Gott? Ach schaueft glück, Freuden, oder Schmerz du denn meinem Elend muß von dir, der nichts als lieben sig zu? kann, vertrauensvoll und dankz bar an. 8. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn, und eiltest bald, 2. Nur du, der du allweise mir beizufrehn. Du öffnetest bist, mur du weißt, was mir mein Auge mir; ich sah mein heilsam ist, nur du siehst, was Glück, und dankte dir. mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 9. Wie vielen Seelen bat die Nacht der Trübsal nicht 3. Die kurze oder lång're o Gott, den du geliebt, hall schon bang gemacht! und wen, Pein, kann nie umsonst erdulder sein; der bittern Wurzel du auf Erden nie betrübt? Frucht ist süß, und einst quillt Gott je geprüft, die ihr zu 10. Doch sagts, ihr, die Licht aus Finsterniß. ihm um Hülfe rieft; sagts 4. Ist alles dunkel um mich Fromme, wann er das e her, die Seele můd' und freu- bet geduldig Leidender ver denleer; bist du doch meine schmäht? 11. Die Hoffnung und Vertrauen. 287 11. Die Stunde kommt zu fassen, giebt er mir Kraft früh oder spåt, wo Freud' und und Licht. Er steht mir hülfDank aus Leid entsteht; wo reich bei; mit jedem neuen Trauer, die nur Stunden Morgen weiß er mich zu verwährt, in Freudenjahre sich sorgen, ich sei auch, wo ich verkehrt. fei. 12. Du erndteft deiner Lei- 2. Der Menschen Gunst den Lohn vielleicht in diesem und Liebe wankt oft, und anLeben schon; vielleicht, daß, dert sich; doch Gottes Vatereh' du ausgeweint, dir Gott triebe sind unveränderlich. Er mit seiner Hülf' erscheint. weiß aus jeder Noth, eh' wirs 13. Schau' deinen Hei- vermuthet hätten, uns wunland glaubig an: Wenn nie- derbar zu retten, und war es mand dich erquicken kann; so selbst der Tod. schütte du in seinen Schooß 3. Ihm, ihm will ich vers dein Herz aus; seine Huld trauen, auch in der schwersten ist groß. Zeit, auf seine Hülfe bauen; 14. Einst hat er auch, der er segnet selbst durch Leid. Menschenfreund, im Thrà- Ihm sei es heimgestellt; Leib, nenthale hier geweint. Auf Seele, Glück und Leben will deine Thränen giebt er Acht, ich ihm übergeben, er machs und, dir zu helfen, hat er wie's ihm gefällt! Macht. 4. Jhm, ihm kann nur ge15. Und helfen will er, fallen, was gut ist; gab er zweifle nicht. Er hält getreu, doch selbst seinen Sohn uns was er verspricht: Nicht lassen Allen, beglückt und liebt uns will ich, Seele, dich: Sei noch. So viel hat Gott gegutes Muthes, glaub' an than! drum wird er auch gemich! währen, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen Lavater. kann. In bekannter Melodie. 343. Von Gott will ich Munde, lobt ihn, der Alles 5. Lobt ihn mit Herz und nicht lassen, denn er verläßt schenkt. Wie selig ist die mich nicht. Im Kummer mich Stunde, darin man sein ge= denkt! 288 Pflichten gegen Gott. denkt! so müßt man jeßt die den Himmel rauben, den mit Zeit. Wir sollen ja auf Erden schon Gottes Sohn beigelegt durch ihn schon selig werden, im Glauben? noch mehr in Ewigkeit. 2. Nackend kam ich einst 6. Mag doch die Welt ver- ins Leben, da es mir ward gehen mit aller ihrer Pracht. von dir, Herr, zuerst gegeben; Das Heil bleibt ewig stehen, nackend geh' ich von der Erde, das Gott mir zugedacht. Zwar wenn ich sie, nach viel Müh schließ' ich hier den Lauf; doch einst verlassen werde. wach' ich, wann im Grabe ich 3. Glück, Gesundheit, Er gnug geschlummert habe, zum und Habe, ist nicht mein, if bessern Leben auf. allein meines Gottes Gabe. 7. Der Geist geht nicht Willst du, Gott! es mir ent verloren. Gott schüßet ihn, ziehen; wohl! hier ists, du sein Freund. Einst wird, auch Herr! bists, der mirs bloß neu geboren, der Leib mit ihm geliehen. vereint. Wie werd' ich dann 4. Schidt Gott mir ein Kreuz mich freun; wie fröhlich Gott zu tragen, dringt herein Angst erheben! in jenem neuen Leben und Pein, sollt' ich drum ver wie rein, wie selig sein! zagen? Der es schickt, der wird 8. Das ist des Baters es wenden, er weiß wohl, wie Wille, der mich erschaffen hat; er soll all' mein Unglück enden. drum will ich christlich stille 5. Er hat mich bei guten stets wandeln meinen Pfad. Tagen oft ergött, solle ich Auch seinen Geist hat er, auf jetzt nicht auch etwas tragen? meiner Bahn zum Leben, zum Gott, mein Vater, schlägt Führer mir gegeben. Gelobet mit Maaßen; er, mein Licht, fei der Herr! fann mich nicht ganz und gar verlassen. Helmbold. In bekannter Melodie. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr 344. Warum soll ich mich hier thun, als meiner ſpotten. denn gråmen? Hab' ich doch Laß sie spotten, laß fie lachen, Chriftum noch, wer will mir Gott, mein Heil, wird in Eil, den nehmen? Wer will mir sie zu Schanden machen. 7. Un Hoffnung und Vertrauen. 289 7. Unverzagt und ohne dich fasse, und dich nicht, o Grauen soll ein Christ, wo er mein Licht, aus dem Herzen ist, sich frets lassen schauen. lasse. Laß mich, laß mich hinWollt ihn auch der Tod auf- gelangen, wo du mich, und ich reiben, soll der Muth dennoch dich ewig werd' umfangen. gut und fein stille bleiben. and Gerhard. In bekannter Melodie. 8. Kann uns doch kein Todd, ganz todten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend 345. Was Gort thut, das Nöthen, schließt das Thor der ist wohlgethan; es bleibt gebittern Leiden, und macht recht sein Wille, wie er fångt Bahn, daß man kann gehn meine Sachen an, will ich zu Himmelsfreuden. sid ihm halten stille: er ist mein 9. Dann wird sich mit Gott, der in der Noth mich bessern Schäßen Geist und wohl weiß zu erhalten, drum Herz auf den Schmerz ewig- laß ich ihn nur walten. lich ergößen. Hier ist kein 2. Was Gott thut, das ist recht Gut zu finden, was die wohlgethan; sein Wort kann Welt in sich hält, muß wie mich nicht trügen, er führt Rauch verschwinden.mich stets auf rechter Bahn, 10. Was sind dieses Le- drum laß ich mir genügen an bens, Güter? Unbestand, eit- seiner Huld, und hab' Geduld. ler Tand, Kummer der Ge- Er wird mein Unglück wens müther. Dort, dort sind die den, ich bin in seinen Händen. edlern Gaben, da mein Hirt, 3. Was Gott thut, das Christus, wird mich ohn' En- ist wohlgethan: nur er weiß, de laben. was mir nüßet. Der geht 11. Herr, mein Hirt, Quell auf ungewisser Bahn, der sich aller Freuden! du bist mein, ich auf ihn nicht stüßet. Ja, seine bin dein; Niemand kann uns Treu' ist täglich neu; drum scheiden. Ich bin dein, weil will ich auf ihn bauen und du dein Leben und dein Blut, seiner Gûte trauen. mir zu gut, in den Tod gegeben. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht 12. Du bist mein, weil ich und Leben, der mir nichts F Bo 290 Pflichten gegen Gott. Boses gonnen kann, ich will Eh' ich mich selbst noch kannte, mich ihm ergeben in Frend' et' ich ihn Vater nannte, wat und Leid, es kommt die Zeit, er mir schon mit Hülfe nab. da öffentlich erscheinet, wie 3. Die kleinste meiner Sor treulich er es meinet. gen ist dem Gott nicht ver 5. Was Gott thut, das borgen, der alles sieht und ist wohlgethan; muß ich den hält; und was er mir beschie Kelch gleich trinken, der bit- den, das dient zu meinem ter ist nach meinem Wahn; Frieden, wårs auch die größte foll doch mein Muth nicht Laft der Welt. finken, weil er zulegt mich doch 4. Ich tebe nicht auf Er ergößt mit süßem Trost im den, um glücklich hier zu wer Herzen; dann weichen alle den, die Luft der Welt ver Schmerzen. geht. Ich lebe hier, im Se 6. Was Gott thut, bas gen den Grund zum Glück zu ist wohlgethan; dies soll mein legen, das ewig, wie mein Trost stets bleiben. Es mag Geist, besteht. mich auf die rauhe Bahn auch 5. Was dieses Glück vers Tod und Elend treiben; so mehret, sei mir von dir ge wird Gott mich doch våter- währet! Gott, du gewährst lich in seinen Armen halten; es gern. Was dieses Glück drum laß ich ihn nur walten. verletzet, wenns alle Welt auch Rodigast. schäßet, sei Herr, mein Gott, mir ewig fern. Mel. In allen meinen Thaten. 6. Sind auch der Krank 346. Was ists, daß ich heit Plagen, der Mangel mich quale? harr' feiner, meine schwer zu tragen, noch schwes Seele, harr, und sei unver- rer Haß und Spott; so harr zagt! Du weißt nicht, was ich, und bin stille zu Gott! dir nüßet; Gott weiß es, und denn nicht mein Wille, dein Gott füßet, er schüßzet den, Wille nur gescheh, o Gott! der nach ihm fragt. 7. Du bist der Müden 2. Er zählte meine Tage, Stärke, und aller deiner mein Glück und meine Plage, Werke erbarmst du ewig dich. sh' ich die Welt noch sah. Was kann mir widerfahren, wenn Hoffnung und Vertrauen. 291 wenn Gott mich will bewah-| bet dich; mag die Welt dich ren? Und er, mein Gott, be- hassen, mögen Menschen wi wahret mich. der dich einen Anschlag fassen. Kraftiglich wird Gott dich, wenn auch Feinde stürmen, als sein Kind beschirmen. Mel. Straf mich nicht in. 347. Weine nicht! Gott 6. Weine nicht! Gott jorge lebet noch, du betrübte Seele. für dich: was fann nun dir Drückt dich gleich ein hartes fehlen? Was willst du mit Joch in der Trauerhöhle; nur Sorgen dich toch vergebens Geduld, Gottes Huld giebt quälen? Wirf auf ihn Alles dir nach den Leiden wieder hin, er wird deine Sachen Trost und Freuden, is no gut und besser machen. 2. Weine nicht! Gott denkt 7. Weine nicht! Gott trös an dich, hat man dein ver- ftet dich nach den Thränengessen, und er hat schon längst güssen. Endlich wird der bei sich, was dir nust, ermes Kummer sich in das Grab vers sen. Du bist sein; er denkt schließen. Durch den Tod bein, und kann nie dich has stirbt die Noth, und wenn sen, noch dich je verlassen, der erscheinet, hast du ausge= 3. Weine nicht! Gott fie- weinet. of C het dich, ist er gleich verbor- ampus. spus 420 Schmother& Gellert. gen. Trage nur geduldiglich did noor, nis deine Laft der Sorgen, ich, Mel. Uch bleib mit deiner Gnade. er låßt, glaub' es fest, endlich 348. Wenn dich in dunkeln nach dem Weinen seine Sonne Tagen scheirten. mesin drückt, geheimer Kummer und in verschwiegnen 4. Weine nicht! Gott hó- Klagen Bein Auge aufwärts ret dich, hört in Noch dein blickt; id shit and Flehen; hilfreich wird er gnäs 2. Wenn dann 1 fein Richt diglich dir zur Seite stehen. hernieder in deine Seele fällt: Immer hat, wer ihn bat, in so jage nicht, du Münder denn den Leidensstunden Rettung Gott regiert die Welt. noch gefunden. sited hem 3. Er hat auch deinen Lei5. Weine nicht! Gott lie- den ein weises Ziel bestimmt; ३ 2 fie 292 Pflichten gegen Gott. sie wandeln sich in Freuden, sein; ihr Rath wird sich ents wenn Gott dich zu sich nimmt. hüllen, ihr Licht dich einst er 4. Dann wirst du heller freu'n. sehen, was hier dem Blick verschwand; schaust von entwölkten Höhen auf dieses Průfungsland. Meister. In bekannter Melodie. 349. Wenn ich in Angst 5. Wo auch die rauhsten und Noth mein' Augen beb Pfade zum Heile dich geführt; empor zu deinen Bergen, Herr, und dankst dem Gott voll mit Seufzen und mit Fleben; Gnade, der deinen Gang re- so reichst du mir dein Ohr, giert. daß ich nicht darf betrübt 6. Dann weinet deine Zäh- von deinem Antlik gehen. re dem Retter frohen Dank; 2. Mein Schuß und Hülfe der Erde Schmach wird Ehre, kommt, o treuer Gott, von die Thrane Lobgesang. dir, der du das Firmament 7. Vollbracht ist Gott zum und Erdreich haft gegründet; Preise der wunderbare Rath, kein Mensch kann helfen mit, nachdem der ewig Weise, dich vor deinem Gnadenthron al hier geleitet hat! lein man Rettung findet.. 8. Nun sammelst du die 3. Du schaffest, daß mein Freuden geprüfter Tugend Fuß mir nicht entgleiten kann, ein, wozu er hier durch Lei- du leitest selber mich auf al den, dich suchte einzuweih'n. len meinen Wegen, und zeigest 9. Dies stille deine Sor- mir die Bahn, wenn mir die gen, erhelle deine Nacht, wenn Welt, der Tod und Teufel mancher trübe Morgen dich Stricke legen. Tamibi bang' und traurig macht. 4. Du Hüter Israel, du 10. Dies stårke dein Ver- schläfft und schlummerst nicht. Noch im Glauben hinzu- Aug' ob denen offen, die, trauen, auch in der größten Es stehet Tag und Nacht dein schauen auf deinen Herrn und treu in ihrer Pflicht, o Herr! mien min Noth und Tod auf deine 11. So fammle oft im Hülfe hoffen. Gott. Stillen den Trost der Vorsicht 5. Herr, segne meinen Tritt, wo Hoffnung und Vertrauen. 293 wo ich geb' aus und ein, auchlich Thor zu sehn, was kaum was ich red' und thu' laß al- Engel ganz verstehn. les wohlgelingen und dir be4. Wolltest du die Welt fohlen sein; so kann ich mei- regieren, Gott, nach meiner nen Lauf recht seliglich voll- Schwachheit Plan, und mein bringen. ganzes Schicksal führen blos 6. Und wenn ich aus der nach meines Dunkels Wahn: Welt nach deinem Willen geh'; weh' dann Tausenden und so hilf, daß ich in dir fein mir! Gern, Allweiser, folg' fanft von hinnen scheide, und ich dir. v. Löwenstern. fröhlich aufersteh'; dann führe 5. Unterwerfung bleibt im mich hinauf in deine Wonn' Staube hier allein, o Gott, und Freude. mein Loos. Feft besteh' in mir der Glaube: Heilig ist dein Will' und groß; ewig Mel. Gott des Himmels. weise, ewig gut ist, was deine 350. Wenn mein Auge Weisheit thut. bang' und trübe in der Prü- 6. Forschen zwar, doch fungsstunde weint, und dein ganz verstehen soll ich SterbWeg, o Gott der Liebe, mir licher hier nicht. Jenseits oft unbegreiflich scheint: so werd ich heller sehen, und im bet' ich dein Unterthan, ehr- ungetrübten Licht es verstehn, furchtsvoll dich, Weiser, an. daß wunderbar oft dein Rath, 2. Denn ich weiß, zu Heil doch göttlich, war. und Segen führt dein Weg, 7. O, erhalte, Gott, mir bleibt immer gut. Selbst dem immer dieses Glaubens Freus dunkeln Pfad entgegen gehe digkeit! Er erhell' mit Son ich mit festem Muth. Auch nenschimmer meinen Pfad in durch Finsterniß und Tod füh- Freud' und Leid! Noch im rest du zum Heile, Gott. Tode leucht' er mir, und ich 3. Wollt' ich dann erst dir schlummre sanft zu dir! vertrauen, wenn ich deinen Rath versteh'; deinen Weg In bekannter Melodie. erst ganz durchschauen, ehe 351. Wer nur den lieben ich ihn willig geh': so begehrt Gott läßt walten, und hoffet auf 294 Pflichten gegen Gott. auf ihn allezeit, den wird er ist: die Zukunft ändert oft wunderbar erhalten in allem sehr viel und setzet jeglichem Kreuz und Traurigkeit: wer sein Ziel. Cott dem Allerhöchsten traut, 6. Es sind ja Gott sehr der hat auf keinen Sand ge- schlechte Sachen, und ist dem baut. Höchsten alles gleich, den 2. Was helfen uns die Reichen klein und arm zu schweren Sorgen? was hilft machen, den Armen aber groß uns unser Web und Ach? und reich. Gott ist der rechte was hilft es, daß wir alle Wundermann, der bald er Morgen beseufzen unser Un- böhn, bald stürzen kann. gemach? Wir machen unser 7. Sing', bet und geh Kreuz und Leid nur größer auf Gottes Wegen, verricht durch die Traurigkeit. das deine nur getreu, und 3. Man halte nur ein we- trau' des Himmels reichem nig stille, und sei doch in Segen: so wird er täglich sich selbst vergnügt, wie un bei dir neu; denn welcher fei fers Gottes Gnadenwille, wie ne Zuversicht auf Gott fest, sein' Allwissenheit es fügt. den verläßt er nicht. Hazlocher. Gott, der sich uns hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Lob: und Danklieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns núßlich sei, wenn er uns nur bat treu erfunden, 352. Auf, Christen, preist und merket keine Heuchelei: mit uns den Herrn! wer preist, ſo kommt er, el' wirs uns ver- was herrlich ist, nicht gern? fehn, und läsfet uns viel Er, den die ganze Schöpfung Gut's geschely'n. ehrt, ist eures höchsten Lobes 5. Denk nicht in deiner werth! Drangsals- Hiße, daß du von 2. Lobt ihn! fein ganzer Gott verlassen bist, und daß Nam' ist Rubm; Unendlichder ihm im Schooße sige, der keit sein Eigenthum. Dies reich und groß und machtig grenzenlose Meer von Licht durch Lob und Dank. 295 durchschauet selbst der Engel che dankt ihr ihm allein, und nicht. no wolltet nicht voll Rühmens 3. Ja, eure Luft ſei, ihn sein? 9. Q, wer ist gütiger, als erhöh'n! solch Lob ist wonnevoll und schön, schärft den er? Denn welche Gabe solle Verstand, erhebt das Herz, uns der nicht schenken, der und stillt in Leiden allen so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 153 Schmerz. 10. Was gebet ihr ihm 4. Wie wird der Geist da- nun dafür? Ist denn ein Herz durch entzückt, hinauf gen voll Dankbegier, das ganz Himmel hingerückt, mit sei- in seiner Liebe brennt, nicht hocherhabnen Freund, Alles, was ihr geben könnt? mit Gott, stets inniger vereint! nem 11. Auf, Christen, preift mit mir den Herrn! Wer 5. D, welch ein herrlicher preist nicht milde Geber gern? Beruf, zu dem Gott selbst Gedenkt, wie viel er uns ges die Engel schuf! welch eine währt! wer ist, wie er, des theure, süße Pflicht, die uns Dankes werth? so reichen Lohn verspricht! Schlegel. 6. Ja, Pflicht ists, daß Mel. Jesu, meine Freude ihr fein gedenkt; wozu ward 353. Auf, du arme Seele Vernunft geschenkt? euch denke, 144 Den zu erheben, der euch in des Leibes Höhle, schuf. D, welch ein herrlicher was du bist, und wie Gott so Beruf. lange dir zum Lebensgange gab gewünschte Frist, wie so 7. Pflicht ist es, daß ihr weit nun deine Zeit unvermers ihn besingt, da ihr von ihm fet mit den Jahren mit dir hins ein Herz empfingt, das sich gefahren. zu Gott mit Andacht nab'n 2. Unsre Tage dringen un und seine Größe fühlen kann. ter allen Dingen in das Ulter 8. Auch euer Mund, so ein. Doch wir blinden Leute oft er spricht, erinnert euch denken nur auf heute, und gean diese Pflicht. Die Spra- wohnen brein. Weil man jest 296 Pflichten gegen Gott. im Leben sist, meinet man, mitten unter den Geschäften es könn' auf Erden niemals bei gewünschten Kräften. anders werden. 7. Darum, mein Erhals 3. Aber Gott ohn' Ende, ter! der du mir das Alter bis der du deine Hände über Alles hieher gebracht, ich bin alle streckft! wie soll ich dir dan- Tage schuldig, daß ich fage: ken, daß du Ziel und Schran- Du haft's wohl gemacht. Sch ten mir so ferne steckst? Nicht bin dein nur ganz allein, dir von mir, nur ganz in dir bin auch bleibt mein armes Leben, ich, leb' ich und bestehe, wo weil ich bin, ergeben. ich steh' und gehe. n 8. Ich will stets dich ehren, und dein Leb vermehren, weil ich reden kann, und mit Hand und Munde keine Viertelstun de übel legen an; bis einmal nach aller Qual ich, der bösen Welt entnommen, zu dir wer de kommen. 1297 Neumann, 4. Du haft Geist und Leben erstlich selbst gegeben dieser meiner Brust; auch von allen Jahren, da sie noch nicht waren, jedes schon gewußt, und sofort bist du der Hort, der mir meine Tage lehnet, und mit Gnade kronet. 5. Sprich, o mein Erbarmer! woher bin ich Armer, Mel. Herr Jesu Christ, dich. dieser Liebe werth, daß mir so 354. Dich, Herr und Ba viel Stunden, die mit Glückter aller Welt, preist mein Ge verbunden, in der Welt be- sang, und dir gefällt des Mens scheert? Ist das Recht für ei- schen schwacher Lobgesang, u nen Knecht, den man seines unsre Zuflucht lebenslang. Herren Willen wenig sieht erfüllen? 2. Bon Mutterleib' an warst du es: wie freut sich meine 6. Wie viel kleine Kinder Seele deß, daß du auch mit sterben nicht geschwinder, eh' ein Vater bist, der seines Kinsie was versteh'n! Wie viel des nie vergißt! sind der Andern, welche tåg3. Wer ist es, der zu meilich wandern, und zu Grabe nem Wohl mich ewig leitet liegehn! Aber ich befinde mich bevoll? und ſtürmet Trübfal auf Lob und Dank. 297 hilft mir) 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörtest du 4. Herr, dessen Augen auf mein Fleh'n, und ließest mich mich sahn, du ließest mir auf nach deinem Rath Hülf und meiner Bahn so viele tausend Errettung seh'n. Freuden blühn, durch Wohl= 3. Wenn ich in Schmerz thun mich zu dir zu ziehn. und Krankheit sank, und rief: 5. Du bist und warest im- Herr, rette mich! so halfft du merdar mein Schuß, mein mir: o, welcher Dank ist groß Retter in Gefahr, der Stifter meines Wohlergebns und der genug für dich! Erhörer meines Fleh'ns. 4. Betrübte mich des Fein6. Wie oft entfernt ich mich des Haß, so klagt' ich dir den von dir! doch du, du bliebest Schmerz. Du halfft mir, daß Vater mir, der, wenn ich ren- ich ihn vergaß, und gabst Gevoll wieder kam, mich wieder duld ins Herz. an zu Gnaden nahm. auf mich zu; wer überwinden? Du. 5. Wenn ich den rechten 7. Unzählbar, Cott, und Pfad verlor, und von der Eutäglich neu sind mir die Spu- gend wich; hob ich mein Herz ren deiner Treu. Dir fließt, zu dir empor, und du erbarmo Gott, der gern erfreut, die test dich. Thrane meiner Dankbarkeit. 8. Nimm, da ich's nicht Frenden dir, die deine Hand 6. Herr, Dank sei für die vergelten kann, das Opfer mir giebt, auch für das Leiden, Mein das du mir gesandt, weil es meines Dankes an. Leben müsse Zeuge fein, ich sei dir dankbar, ich sei dein. mich übt! od Neander. 7. Dir dank' ich es, daß die Natur mich nähret und er= freut. Ich schmeck' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 355. Du bist's, dem Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring' ich dir. Mein 8. Auch dank' ich dir für Schicksal hast du stets regiert, deinen Sohn, der mir zum und stets warst du mit mir. Eegen starb, und der zu deinem 298 Pflichten gegen Gott. nem Gnadenthron den Zutritt Wonn' ergießet sich, wie mir erwarb. vom Himmel, dann durch 9. Wie sehr liebt Gott der mich, wenn ich dich in stillen Menschen Wohl! Erheb' ihn, Stunden als die höchste Lieb Volk des Herrn! Die Erd' ift empfunden! seiner Güte voll. Er hilft, 3. Bater, großer Vater, und rettet gern. dgrößer, als der Mensch 10. Er hilft, und lasser dich preisen kann, lobte doch Gram und Leid uns bald voruns bald vor mein Herz dich besser! Be übergehn, will uns nach fur- tete ich redt dich an! Ach zer Prüfungszeit zum ew gen im Staube dieser Welt, da den Geist gefesselt hålt, kann ich deinen Preis nur lallen; 11. Vergiß nicht, Seele, doch wird dir mein Lob ge deinen Gott, nicht was er dir fallen. gethan! Verehr' ihn, halte Glück erhöh'n. fein Gebot, und bet ihn ewig gnügen, voll von Dank vor 4. D, wer nennet das Veran. Gellert. demuthsvoll Gott zu stehn, vor ihm zu liegen, ihn, die Mel. Werde munter, mein G. Liebe, zu erhöhn! Seele, See356. Freudig will ich, Herr, le, eile du dieser beilgen dich ehren, dich, der allbarm Stille zu; fern vom lärmenherzig ist, so geneigt, mich zu den Getümmel, hast du hier erboren, Quell, von dem nur schon deinen Himmel. Gnade fließt. Vater aller Se- 5. Vater, ohne Maaß und ligkeit, Güte, die das Herz Schranken, über allen Aus erfreut, dich will ich im gan- druck groß ist dein Wohlthun, zen Leben mit gerührter Seel' dem wir danken, deine Huld ist namenlos! Du bist Alles, 2. O, wie bin ich frohen nichts bin ich. Gieb mir Dank Muthes; sing' ich, Gott, ein gefühl für dich. Dank ſei Loblied dir, denk ich still, die mein ganzes Leben, dir, wie so viel Gutes kommt, der Alles mir gegeben! Allgütiger, von dir! Welche erheben. FM Lob und Dank. Ha chid In bekannter Melodie. 299 Dich, Bater, auf der Himmel Thron! 357. Sperr Gott, dich loben Dich, Jesu Christ, des Vaseisand wir! di ters Sohn! Herr Gott, wir danken dir! Und dich, o Geist! Dich, Dein, Vater, ist in Ewigkeit dessen Kraft Das Reich, die Kraft, die In Sündern neues Leben Herrlichkeit. schafft. Die ganze weite Schöpfung preift Du, Welterlöser, Jefu Christ; Gott Vater, Dich! Dich, Du dessen Herrschaft ewig ist; sim Sohn! Dich, Geist! Laut dringe mit der Engel Chor Du kamst auf Erden sündenrein, Um uns zum Himmel einzuweihn; Heut unser feiernd Lied empor: Haft uns den Weg zu Gott gelehrt, Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth! Des Todes Schreckensnacht zerstört! Nun herrschest du ins Vaters Reich Weit, über alle Himmel weit, Geht deine Macht und Herr- Un Majestät und Gnad' ihm lichkeit! han gleich. Sie, die den Erdkreis wun- Im Grabe läsfest du uns derbar OND nicht, Bekehrten, deiner Boten Du kommst, du kommst und Schaar, hältst Gericht. Der Lehre Jesu Märtyrer. Sie preifen ewig dich, o Herr! Erwürgt für unsre Miſsethat, O der für uns geblutet hat, Auch deine ganze Ehristen- Nun sei im Himmel ew'ges heit Heilite d Preist dich auf Erden weit und mit allen Frommen unser breit! Theil! hist Hilf 300 Pflichten gegen Gott. Hilf deinem Volk, Herr Jesu erfreut dich, weil sie mich er Is Christ, freut. Und segne was dein Erbtheil So ift. 3. Du segneft mich durch Tag und Nacht, durch deines Himmels stille Pracht, durch Wohnung, Decke, Speis und Bis zu der frohen Ewigkeit. Trank! Wo nehm ich Worte her zum Dank? Leit' uns durch unsre Uebungsaffed zeit Herr Gott, wir loben tåglich dich. 4. Von dir ist jeder Geist ein Bild, von dir ist jedes Herz erfüllt, und täglich und auf tausend Art hast du dich mit Dir heiligt unsre Seele sich. Vor aller Ungerechtigkeit Behür uns jetzt und allezeit. Sei gnädig uns, o treuer geoffenbart! Gott! Noth. 5. Was bin ich, Gott, was Sei gnädig uns in aller werd' ich sein? Unsterblich einst und ewig dein! Wer fühlt Wenn wir zu dir um Hülfe die Lieb' und sinket nicht lobschrein, Laß dein Erbarmen nah' une preisend auf sein Angesicht! 6. Empfindung deiner HerrIndig sein. lichkeit, ein Herz, das ganz Auf dich steht unsre Zuver- sich deiner freut, das still in sicht; deiner Fügung rubt, und Verlaß uns auch im Tode freudig deinen Willen thut: nicht! Amen. 7. Das sei mein Dank, angenehm; ich weiß: auch das sei mein Preis! Er ist dir 358. Ich freue meines Le- dies mein schwaches Loblieb Mel. Vom Himmel hoch da. bens mich, und preise, Gott dringt hinauf, wo dir der Ender Liebe, dich! Ich rufe dir gel singt. mit Jubel zu: mein Schöpfer und mein Gott bist du! Mel. Nun danket alle Gott. 2. Der Sonne Strahl, 359. Ich will dem Schödes Mondes Licht, ist dein, pfer Lob und Ruhm und Ehre und leuchtet dir doch nicht; ist bringen: zu ihm ſoll jetzt mein mein, und ihre Herrlichkeit Herz mit Dank erfüllt sich schwin Lob und Dank. 301 schwingen. Ich überschau' 6. So hoch hat Gott die die Bahn, die ich zurückgelegt, Welt, so hoch auch mich geund fühle mich, o Gott, im liebet, daß er mir seinen Sohn Innersten bewegt. und mit ihm Alles giebet. Sein 2. Du hast mich wunder- Kreuz bringt Segen mir, sein bar geschaffen und bereitet, und ganz Verdienst ist mein; ich mich mit Baterhand geführet bin im Leben jeßt und einst und geleitet; in drohender Ge- im Tode sein. fahr standst du, o Herr, mir 7. Denk' ich voll Angst zubei, und deine Güte ward mir rück an meiner Jugend Sunjedem Morgen neu. den; denk' ich: wo werd' ich 3. Oft, wenn ich unruhvoll Rath, wo Trost im Tode finan ferne Tage dachte und man- sen? so giebt mein Glaube che trübe Nacht durchweinte mir von neuem Zuversicht: und durchwachte, wars nichts Gott, der so gern verzeiht, als eitler Wahn, was meinen verwirft mich Armen, nicht. Geist geplagt. Mein Unglück, 8. Bald Bald ist des Lebens nicht mein Glück, hat mir der Bahn, die kurze Bahn zu EnHerr versagt. de. Gott, dem ich gelebt, 4. Lob sei dir für mein nimm mich in deine Hände! Glück, und Lob für trübe Laß mit verklärtem Blick dein Stunden! Wer niemals Kreuz Angesicht mich sehn, und durch gekannt, hat nie sein Glück ein beßres Lob dich ewig dort empfunden. Es war die Bit- erhöhnt. terkeit des jetz'gen Augenblicks oft schon mein Glücke selbst, Mel. Nun Lob' mein Seel'. oft Quelle meines Glücks. 360. Laßt uns mit Danken 5. Es lehrte mich dein Wort, treten vor unsern Gött. Mit dich, wie du bist, erkennen Preis und Ruhm, mit freudinicht bloß dich meinen Herrn, gen Gebeten lobt ihn in seinem nein dich auch Vater nennen. Heiligthum! Ihn, der mit Ich fahe mein Geschick als ew'ger Treue, was er erschuf, Himmelsbürgermein, und erhält. Daß alle Welt sich dacht' ich sei nicht hier, um freue, begnadigt er die Welt; ewig hier zu sein. trågt mit Geduld die Sünder; hilft 302 Pflichten gegen Gott. bilft seinem Volke gern: Lobt Lob, im Jubeltone, schallt ihn, ihr seine Kinder! Ihr durch dein ganzes Reich, dir, Christen, dankt dem Herrn! Bater, und dem Sohne und 2. Ihr, unsers Hauptes deinem Geist zugleich. Die Glieder, vereinigt liebreich Eintracht unsrer Lieder gefällt Herz und Mund: Als Erben dir, Höchster! wohl. Die und als Brüder macht eures Himmel schallen wieder; sind Vaters Gnade kund! Durch deiner Ehren voll.skg, don Sanftmuth überwindet euch 5. O! pflanze selbst die Lie selbst, und Haß und Neid; be mit aller ihrer Himmelsluft, versöhnt euch, und empfindet pflanz' jeden ihrer Triebe, o der Liebe Süßigkeit! Zu ei- Gott! in unser aller Brust. nem Heil berufen habt alle Hilf, daß wir, als die Deis gleichen Sinn; so tretet zu nen, uns lieben lebenslang, den Stufen des Thrones be- und so vor dir erscheinen mit tend hin! Lob, Gebet und Dank! Dann 3. Ihm, der die Lieb' euch steigt aus unsern Chören der lehret, durch die ihr seine Kin- Eintracht Lied empor: der Einder seid, Gott, euren Gott tracht Lied zu hören, neig' entehret das Lob, das ihm die Herr! zu uns dein Ohr. mo Zwietracht weiht. Die Sún- 6. Wenn wir dann vor dir der, die sich hassen, stehn hoff- flehen, erhöre gnådig das Ge nungslos von fern, von sei- bet! Laß uns zum Heil gesche ner Huld verlassen, ein Gräuel hen, was unsre Seele gläubig vor dem Herrn. Sie hört in fleht! Wenn wir von ganzem ihren Nöthen Gott, der die Herzen für Rettung aus der Lieb' ist, nicht; verbirget wenn Noth, für Linderung der sie beten, fein gnåb'ges Un- Schmerzen dir danken, unser gesicht. 191999/2 Gott! für so viel Huld uns men, 4. Wir aber, deine From- alle dir weiben lebenslang: 0 wir wollen, Gott! Bater, so gefalle dir deiner in einem Geift zu deinem Kinder Dank! Throne kommen, wenn unser dankbar Lied dich preist. Dein 3th Mänter. BEST Sn 303 euch! Wer wollte nicht gern, gern seines Gottes sich freuen! Neander. Lob und Dank. In bekannter Melodie. 351. Lobe den Herren, den machtigen König der Ehre! stimme frohlockend mit ein in Mel. Nun lob' mein' Seel'. die himmlischen Chöre! Seele, 362. Man lobt dich in der dein Dank schalle mit frohem Stille, du hocherhabner Zionss Gesang, deinem Erhalter zur gott, des Rühmens ist die Ehre! 2002 suis da Fülle, vor dir, o Herr Gott 2. Lobe den Herren, der Al- Zebaoth; du bist doch, Herr les so herrlich regieret; der auf Erden, der Frommen Zuwie auf Flügeln des Adlers versicht, in Trübsal und Bedich sicher geführet: der. dir schwerden läßt du die Deinen gewährt, was dich erfreuet und nicht. Drum soll dich stündnährt! Dank es ihm, innig lich ehren mein Mund vor gerühret. jedermann, und deinen Ruhm 3. Lobe den Herren, der vermehren, so lang' er fallen künstlich und fein dich berei- kann. tet; der dir Gesundheit verlie- 2. Es müsse dein sich freuen, hen, dich freundlich geleitet! wer deiner Güte Größe kennt, In wie viel Noth hat nicht und deinen Dienst sich weiten, der gnädige Gott über dich wer Jesu Chrifti Namen nennt. Flügel gebreitet? chili Hoch feist du stets gepriesen! 4. Lobe den Herren, der dei- Du bists, der Wunder thut; nen Stand sichtbar gesegnet; und haft auch mir erwiesen, der aus den Himmel mit Stró- das, was mir niß und gut; men der Liebe geregnet! Den- drum geb' ich mich mit Freu ke daran, was der Allmächt- den dir zum Gehorsam hin. ge kann, der dir mit Liebe Nichts soll mich von dir scheibegegnet. den, so lang' ich hier noch 5. Lobe den Herren, wie bin. selig ists, sein sich zu freuen! 3. Herr, du haft deinen Alles was Odem hat, komm, Namen sehr herrlich in der ihm ein Danklied zu weihen! Welt gemacht. Wenn Schwaz Danket dem Herrn! Freut che zu dir tamen, hast du mit blin Hülf 304 Pflichten gegen Gott. Hülf an sie gedacht. Auch zu des Weinens Ton dein mir half deine Gnade. Herr, Ohr erbarmend dar. wie vergelt' ichs dir? Bleib' 6. Wenn in der Jugend auf dem Lebenspfade noch fer- ich vom Pfad' der Tugend nerhin mit mir: so will ich mich verirrt: hat liebevoll dich erheben, dich, der so gern mich, Herr, dein Ratly dar erfreut, und dir zu Ehren le- auf zurückgeführt. ben hier und in Ewigkeit. Neander. 7. Du warst mein Schuh und meine Wehr vor Unglüc und Gefahr und vor dem La ster, das noch mehr, als sie, zu fürchten war. Mel. Ich finge dir mit Herz. 363. Mein Geist erstaunt, 8. Ich sah, von Krankheit Allmächtiger, wenn er die bleich, durch dich mein Leben Gnade denkt, die du auch mir geschenkt, und deine Gnad mir, mein Gott und Herr, erquickte mich, wenn Sün so unverdient geschenkt. den mich gekränkt. 2. Dann ist mein Herz so 9. Bon Freudenfirahlen hocherfreut, ganz deiner Güte glänzt mein Blick, da du voll, und weiß vor heißer so hoch mich liebst, und mir Dankbarkeit nicht, wie es der Erde bestes Glück in treuen danken soll. Freunden giebst.png 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du für kann; dies Herz, dies Herz, o mich das Loos, das mich zum Leben rief. 10. Und welche hohe Wohlthat ist dies Herz, das fühlen ott, das nie vergißt, was du an mir gethan. 4. Du wählst des Sterb- 11. Kein Tag soll frober lichen Geschick, eh' er geboren mir vergehn, als, Höchster, ist; und so ward' ich, o welch dir zum Preis; ich will dein ein Glück! schon als ein Kind hohes Lob erhöhn, so gut ich ein Chrift. kann und weiß. 5. Eh' ich noch sprach, ver12. In Schrecken, Angst, nahmst du schon, was noch Gefahr und Noth trau ich al kein Flehen war, und neigtest lein auf dich; und stärkst du mich, Lob und Dank. 305 mich, so ist der Tod mirsunendlich groß und gut. Lob nicht mehr fürchterlich. sei ihm immerdar! 13. Wenn krachend einst Rinkart. der Bau der Welt sich aus Mel: Lobt Gott, ihr Christen. den Angeln reißt, will ich dich preisen, der mich hält, dich 365. Nun danket all, und der mich leben heißt; mitbringet Ehr', ihr Menschen in 14. Dich, der mich bei der Welt, Gott, dessen Lob der Welten Sturz mit star- der Engel Heer im Himmel kem Arm erhob! Selbst Ewig- stets vermeld't. keiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob. Bachariä. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall, und große Dinge thut. In bekannter Melodie. 364. Nun danket alle Gott 3. Der uns von Mutter= mit Herzen, Mund und Han- leibe an gesund und froh erden, der große Dinge thut an hält, und, wo kein Mensch uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesuns helfen kann, uns hilft, beinen an bis diesen Augenwie's ihm gefällt. blick unzählig Guts gethan. 4. Der, ob wir ihn gleich 2. Der ewig reiche Gott oft betrübt, doch stets als Bawoll' uns bei unserm Leben ein ter denkt; die Straf erläßt, immer fröhlich Herz und edlen die Schuld vergiebt; und alFrieden geben, und uns in sei- les Gute schenkt. ner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn; und werfe Sorge, 13. Lob, Ehr und Preis sei Furcht und Schmerz ins MeeGott, dem Vater und dem res Tiefe hin. Sobne und seinem heilgen 6. Er lasse seinen Segen Geist! Er, der vom Himmels- ruhn auf unserm Vaterland; throne erbarmend auf uns Er gebe Glück zu unserm Thun sieht, bleibt, wie er ewig war und Heil in allem Stand. u 306 Pflichten gegen Gott. 7. Er lasse seine Lieb' und 2. Er hat uns wissen las Huld, um, bei und mit uns sen sein heilig Recht und sein gehn; er trag' uns ferner mit Gericht, er liebt uns ohne Geduld, und hör auf unser Maaßen, ihm mangelt's an Flehn. Erbarmung nicht; er schust 8. So lange dieses Leben uns in Gefahren, straft nicht währt, sen es stets unser Heil, nach unsrer Schuld, pflegt und bleib' auch, wenn wir von der Erd' abscheiden, unser Theil. Gnade nicht zu sparen, er hat mit uns Geduld. Sein Wohl thun ist so labend für kindlich frommen Sinn: und öfters ist am Abend schon unsre Noth 9. Er drücke, wenn das Herz uns bricht, uns unfre Augen zu, und laß uns sehn sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh. dahin! 3. Wie Våter sich erbar men, wenn ihre Kinder bülf los schrei'n; so will der Herr 10. Daß wir ihn loben all- juns Armen, die wir ihn cha zugleich für seine Gütigkeit, ren, Vater seyn. Er kennet und sagen ihm in seinem Reich unsre Schwäche, er weiß, wir Leb, Preis in Ewigkeit. sind wie Staub, wie Gras Gerhard, auf dürrer Fläche, und wie In bekannter Melodie. ein fallend Laub. Kaum daß die Winde wehen, so ist es 366. Nun lobe, meine See- nicht mehr da; so wird der le, was in mir ist, des Hich- Mensch vergehen: sein End' ist sten Huld! Was er gethan, stets ihm nah. erzähle, wie er dir deine Sün4. Nur Gottes Gnad' al denschuld aus Gnade hat ver- leine steht fest, und bleibt in geben, hilft deiner Schwach- Ewigkeit. Sie fronet tie heit gern, bewahret dir dein Gemeine, die treu sich seinem Leben, ist nimmer von dir Dienste weiht; o! lasset uns fern; mit Ruh' und Trost er- vermehren hier Jesu Christi freuet er väterlich dein Herz Reich! Wir wollen Gott vers und voller Huld befreiet er ehren, den frommen Geistern dich vom bangen Schmerz. gleich. Dort will er uns er freuen Lob und Danf. 307 freuen in jener Ewigkeit, denswillig ein! Hier läßt er euch Frommen einst verleihen im sein Wort verkünden, mas Himmel Seligkeit. chet euch ledig von allen Sün5. Sei Lob und Preis mit den. Ehren Gott Vater, Sohn 4 Er giebet Epeise reichund heil gem Geist, der woll' lich und überall, nach Vaters in uns vermehren, was er Weise sättigt er allzumal; er aus Gnaden uns verheißt! schaffet früh' und spaten Redaß wir ihm fest vertrauen, gen, füllet uns alle mit seinem verlassen uns auf ihn, auf Segen. ihn von Herzen bauen, mit 5. Drum preist und ehret unserm Muth und Sinn, stets Gottes Barmherzigkeit, sein an ihn freudig hangen, ihn Lob vermehret, 2 ölker der ehren jede Stund. Herr laß Christenheit! Uns soll hinfort es uns erlangen. Wir flehuskein Unfall schaden, freut aus Herzensgrund. ench, Erlösete, seiner Gnaden. v. Föwenstern. Poliander. In bekannter Melodie. Mel. O taß ich tausend Sung. 367. Nun preiset alle Eot- 368. O könne ich dich, tes Barmherzigkeit, lobt ihn mein Gott, recht preisen, wie mit Schalle, Völker der Chri- du des Preises würdig bist; stenheit! Er läßt euch freund- Könnt' ich dir ganz den Dank lich zu sich laden; freut euch,[ beweisen, wie ihn mein Herz Erlösete, seiner Gnaden, dir schuldig ist, dies Herz, 2. Der Herr regieret über das deiner Gütigkeit sich neu die ganze Welt. Der Herr mit jedem Tage freut! vollführet mächtig, was ihm 2. D, würde doch von meigefällt. Nicht Engel nur, nem Liede ein jedes Menschendie um ihn schweben, Ihn herz gerührt zum Preise deß, sell, was Odem hat, froh er- der, nimmer müde zum Segheben. nen seine Menschen führt. D, 3. Auf, auf! mit Freuden! war ein jeder Puls ein Dank, Lasset das Trauren sein! Er ein jeder Odemzug Gesang! will euch weiden, stellet euch 3. Wer überströmet mich U 2 mit 308 Pflichten gegen Gott. mit Segen? Wer theilt mirsoen nicht froh vertrauend auf mit, was mir gebricht? Wer dich sehn? Ja, stürzte selbst schüßet mich auf meinen We- der Weltbau ein: so wirst du gen? Wer schenkt dem Geiste mein Beschirmer seyn. Trost und Licht? Wer giebt 8. Drum reiß ich aus des zu meinem Thun Gedeihn? Kummers Höhle, mich neu Allgütiger, du bists allein. durch dich gestärket, los; und 4. Su zählen sind sie nicht, rufe mit erfreuter Seele: mein Vater, die Werke dei- Wie gut bist du, mein Gott, ner Segenshand. Du warst wie groß! Anbetung, Ruhm schon meines Wohls Berather, und Herrlichkeit sei dir jetzt el' ich, was ich bedürf, em- und in Ewigkeit! Ole pfand. Selbst ely ich war, da 9. Von deiner Güte will maßest du mir schon mein ich singen, so lang' sich meine Echicksal liebreich zu. Bunge regt, dir will ich Dank 5. Du stärkst mir das ge- und Ehre bringen, so lang schenkte Leben, und läsfest es mein Herz im Busen schlägt, nie freudenleer; zum höhern und sinkt mein Mund einst Glück mich zu erheben, schickst kraftlos ein; so soll mein Blick du auch manche Trübfal ber; dein Loblied sein. doch stehst du auch mit Kraft 10., nimm dies arme mir bei, daß ich nicht zag' Lob auf Erden, mein Gott, mit und muthlos sei. Wohlgefallen hin! Im Him6. Oft hab' ich es in mei- mel solls einst besser werden, nen Tagen mit stiller Freud' wo ich den Engeln ähnlich und Dank verspürt, wie du bin; da steigt in ihrem höhern mich unter allen Plagen zwar Chor mein Lobgesang zu dir wunderbar, doch gut geführt; empor. bei jeder drohenden Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. DINGDON Mel. Es ist das Heil uns. 7. Sollt' ich nun nicht mit 369. SeiLob und Ehr' dem Dank und Freuden beständig höchsten Gut, dem Vater aller deinen Ruhm erhöhn? Wie Güte, dem Gotte, der alle Wunfollt ich auch im tiefsten Lei- der thut, dem Gott, der mein Ge müthe de Menzer. Lob und Dank. 309 müthe mit seinem reichen Troft ihm vertraun, und segnet sie: erfüllt, dem Gott, der allen gebt unserm Gott die Ehre! Jammer stillt. Gebt unserm 6. Wenn alle Welt nicht Gott die Ehre! belfen kann, und sich kein 2. Der Himmel Heere dan- Retter zeiget, so nimmt Gott ken dir, Beherrscher aller unfrer Noth sich an. Er selbst, Thronen! Auch wir, die wir, der Schöpfer, neiget fein als Menschen hier, auf deiner huldreich Angesicht uns zu, Erde wohnen, wir preisen und schafft uns Hülfe, Trost deine große Macht, die uns und Ruh: gebt unserm Gott erschuf, die uns bewacht; gebt die Ehre! unserm Gott die Ehre!. 3. Was unser Gott ge7. Ich will dich all' mein schaffen hat, das will er auch Lebenlang, o Gott, von nun erhalten, darüber will er früh den Lobgefang an allen Or an ehren; man soll, o Gott, ten hören. Mein ganzes Herz, und spat mit seiner Gnade walten: In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist ermuntre dich, mein Geift, Alles gleich! gebt unserm Gott mein Leib erfreue sich: gebt unserm Gott die Ehre! die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in 8. Ihr, die ihr Christi Nameiner Noth: Ach Gott, er- men nennt, gebt unserm Gott bór mein Schreien! Da half die Ebre; ihr, die ihr Gottes mein Helfer mir vom Tod, Macht erkennt, gebt unserm ließ Trost mir angedeihen; Gott die Ehre! Die falschen drum dank', o Cott! drum Gößen macht zu Spott! Der dank ich dir! ach danket, dan Herr ist Gott! der Herr ist ket Gott mit mir! Gebt un- Gott! Gebt unserm Gott die ferm Gott die Ehre! ni Ehre! 5. Gott ist uns nah, Gott 9. Kommt, läßt uns vor ist noch nicht von seinem Bolk sein Angesicht mit lautem Jugeschieden; er bleibt der From bel dringen. Erfüllt des Dans men Zuversicht, ihr Segen, kes süße Pflicht, und laßt uns Heil und Frieden. Mit Ba- fröhlich singen: Der Herr terhånden führt er die, diel bat alles wohl bedacht, und alles 310 Pflichten gegen Gott. alles recht und gut gemacht! 7. Es sei dies Opfer noch Gebt unserm Gott die Ehre! so klein, was man dir bringen Schütz. Mel. Lobt Gott ihr Christen.. kann; ist nur dabei die Seele rein, du nimmst es gnádig an. 8. So soll dein Lob dem 370. Von allen Himmeln allezeit in unserm Munde ſein, tont dir, Herr, ein froher Lob- und dankvoll deiner Gütigkeit gefang. Zu dir, Anbetungs- stets unser Herz sich freun. würdiger! steig' auch der Menschen Dank. 9. Einst singen wir im be bern Ton dir unsrer Seele 2. Du brauchst zwar unsers Dank, und dann erschallt vor Preises nicht, bist selig ohne deinem Thron ein beßrer Leb ihn: doch bleibt dein Lob stets gefang. unsre Pflicht, wer darf sich ihr entziehu? Niemeyer. 3. Dich preisen, ist uns Mel. Nun danket alle Gott. Seligkeit, dir danken, hohe 371. Von Freud und Dank Luft; schon hier fühlt, wer sich durchglüht, besingt den Gott deiner freut, den Himmel in der Liebe! Weiht ihm des C der Brust. ftes Kraft, weiht ihm des Her 4. Und du, der uns Empfin- zens Triebe! O Menschen, dung gab für deine Herrlich Seligkeit schließt der Gedanke feit, siehst buldreich auf das ein: von dem Allgütigen, von Lob berab, das unser Herz dir Gott geliebt zu sein! weiht. 2. Der Schöpfer frit 5. Wir frammeln zwar in ein Wort, und eine Welt en Schwa theit nur, so heiß das siehet; er fyricht der Enige, Herz auch glüht; denn deinen und eine Welt vergehet; r Kuhm, Herr der Natur! er- ift sein Kleid; sein Blick bundy reicht kein sterblich Lied. dringt der Liefe Racht; bas 6. Doch du verschmähst grenzenlose All unfasser seine das Opfer nicht, das dir die Macht. Andacht bringt, die sich mit 3. Doch nur um wohlzuthun, Kindes- Zuversicht zu deinem zu segnen, zu beglücken, ge Threne schwingt. braucht er feine Macht. Mit fren Pflichten gegen Jefum. 311 freudigem Entzücken fühlt sei- Liebe, dir unsers Geistes Kraft, ne Baterhuld, fühlt seine Gü- dir unsers Herzens Triebe. O, tigkeit. Auch uns hat unser bilde unser Herz nach dir, AllGott gesegnet und erfreut! gütiger, und mach' an Güte 4. Wir danken, Vater, uns dir immer ähnlicher. dir; wir weihen, Gott der Gesinnung und Verhalten des Chriſten gegen Jesum. Verehrung Jesa. Mel. Herr Jesu Christ, mein's.[ bist der rechte treue Hirt, der ewig mich behüten wird. 372. Ach Gott, wie man5. Du nahmst dich meines ches Herzeleid bekümmert mich Elends an. Wie viel hast du bier in der Zeit! Der schmale für mich gethan, du, der du Weg ist trübfalsvoll, den ich Mensch warst, littft und zum Himmel wandern soll. starbst, und mir ein ew'ges Heil erwarbst! 2. Das Ziel ist herrlich, aber ach! zum Laufe fühl ich mich zu schwach! Wo wend ich mich um Hülfe bin? 3 dir, o Jefu, deß ich bin. 6. Stets will ich dein Verehrer sein, und deines Beispiels mich erfreun; du tro stest mich zur Zeit der Noth, Herz durch dich besieg' ich einst den und Tod. 3. Weil siets mein noch Hilf und Rath Troft bei dir gefunden hat, 7. Durch dich besieg ich und feiner je verlassen ist, der auch gewiß der Tugend größ dir vertraut, Herr Jefu Chrift: tes Hindernis, besiege meine 4. So weiß ich, daß du Sinnlichkeit, denn du, du mich nicht läß'st, dein Wort stärkst mich selbst im Streit. bleibt mir auf ewig fest; du 8. Wer so, wie du, vertraut 312 Verehrung Jefit. traut auf Gott, wer so, wie bei des ew'gen Lebens Bor du, auch selbst im Tod noch schmack sei. kindlich zu ihm, Vater! spricht, Cluste 15. Drum will ich, weil ich der ist getrost, und zaget nicht. lebe noch, gern tragen deines 9. Der glaubt gewiß, der Kreuzes Joch. Gott, mache glanbet fest, daß Gott den mich dazu bereit; es dient zum Frommen nicht verläßt; und Besten allezeit. so ertrågt er Hohn und 16. Hilf du mir auf der LeiSchmach und folgt dir, stil- densbahn, daß ich den Lauf ler Dulder, nach. vollenden kann; hilf mir be 10. Ja, du sollst stets mein zwingen Fleisch und Blut, daß Vorbild sein! Dein Muth soll es nicht Sünde liebt und thut. Stärke mir verleihn; auf 18. Erhalt mein Herz im dich, o Jesu, will ich sehn, Glauben rein, so leb' und sterb wie du, den Pfad der Tugendlich dir allein; so bin ich dein, gehn. i s hier in der Zeit, und dein noch 11. Daß, werf am Ziel ich in der Ewigkeit. einen Blick auf die durchlaufne Bahn zurück, ich so wie du Mel. O Jefu, mein Vergnügen. dann sagen kann, ich habe 373. Du, dem ich angemeine Pflicht gethan! shore, o Heiland, Jesus Christ! Mollerus. 12. Heil mir! du hast mir dem oft die stille Zähre zur Seligkeit bereitet in der Ewig- Huldigung und Ehre aus keit; einst find' auch ich vor frommen Augen fließt. Gottes Thron für meine Tu- 2. Wenn, in Erinnerungen gend ew gen Lohn.bim abi an dein Verdienst versenkt, 13. Eo oft ich mir gedenk von Liebe tief durchdrungen, an dich, so freut mein ganz im Geist von dir umschlunGemüthe sich; steht meine gen, dich meine Seele denkt; Hoffnung fest zu dir, so fühl' 3. Alsdann wird diese Erich Freud und Trost in mir. de, auch einst bewohnt von dir, 14. Wenn ich in Nöthen troß mancherlei Beschwerde, bet und sing, so wird mein die ich hier inne werde, zum Herz recht guter Ding': Dein Heiligthume, mir. chia chi Geist bezeugt, daß schon da- 4. Ich folge deinen Blik fen, Pflichten gegen Jesum. 313 ken, ich hang' an deiner Hand, nie erreichten Höhen. Du und schaue mit Entzücken hin, warst, wie ich, ein Mensch, wo nicht Leiden drücken, dir laß mich den Weg, den du nach ins Vaterland. gingst, gehen. 5. Du, der nur Undern leb- 2. Nicht, daß ich dich erte, der nur für Andre litt, reichte hier, ich folge nur von nur uns zu retten strebte, ferne dir, dem Engel staunend und, ob das Herz gleich bebte, singen; du bist mein Ziel, nach doch fest zum Sterben schritt. dem ich will aus allen Kräf6. Du, der mich lehret bof- ten ringen. fen und glauben und vertraun, 3. Von Fehlern rein sei durch den ich kann, getroffen meine Brust, es müsse nie des vom Gram des Todes, offen Bösen Lust der Unschuld Glück die wahre Heimath schaun. entweiben! So rein warst du 7. Du, der mich handeln und riefft voll Ruh', wer kann lehret, wie es vor Gott ge- mich Sünden zeihen? bührt, und der mir unverseh- 4. Nicht mir zu leben bin ret den Fuß vom Wege keh- ich hier; auch unsern Brüret, der zum Verderben führt. dern sollen wir, was wir uns 8. Dir bin ich hingegeben, selbst sind, werden. So brachzu Lieb' und Dankbarkeit. test du dein Leben zu, du warst Mein Ruhen und mein Stre- das Heil der Erden. ben, mein Sterben und mein 5. Von Mitleid fülle sich Leben sei, Jesu, dir geweiht. die Brust, es sei mir reine 19. Du Wonne meiner Seele, Seelenlust, der Brüder Noth mein Ruhm, mein Lobgesang, zu lindern. Auch deine Freud' dem ich mein Herz vermähle, und Seligkeit wars, Elend zu Versöhner meiner Fehle, dein vermindern. bin ich lebenslang. Wehrhan. 6. Und werd' ich Feinden selbst verzeihn, noch ähnlicher werd' ich dir sein, deß Lippen Mel. In dich hab' ich gehoff. sterbend flebten; verzeih' voll 374. Frob gingst du, Jez Huld der Sünder Schuld, die su, deine Bahn, du Göttli- mich verblendet, tödten.d cher, vom Staub hinan zu 7. So will ich denn von Selbst 314 Verehrung Jesu. Selbstsucht frei, wie du, ent- 2. Es ist ja dein Geschenk fernt von Heuchelei, der Tu- und Gab, mein Geist, mein gend Pfad nur wandeln. Ich Leib und was ich hab' in schau' auf dich; dies stärke meinem ganzen Leben. Daß mich nach meiner Pflicht zu ich es deinem Lobe weil)', dem handeln. Nächsten damit nüßlich sei, 8. Daß ich mit gottergeb- wollst du mir Gnade geben. nem Sinn, durch den ich wur- Laß mein Erkenntniß Gottes de, was ich bin, mich jeder rein und heilig meinen WanSchickung fügen, und keiner del sein; in aller Trübsal stárke Noth, selbst nicht dem Tod, mich, daß ich sie dulde wikl mög' muthlos unterliegen. liglich. Herr Jesu Christ, 9. Auch du riefft einst beim mein Herr und Gott! mein bittern Tod, den Gott zu ster- Herr und Gott, hilf mir auch ben dir gebot; ach, ich ver- in der leßten Noth. mied' ihn lieber! Doch willst 3. Verleih, wenn du mich du's, Herr, so gehe er dem sterben heißt, daß dann dein Dulder nicht vorüber. In bekannter Melodie. Engel meinen Geist ins Reich der Wonne trage. Mein still verwesendes Gebein wird Er 375. Herzlich lieb hab' ich de doch nicht länger sein, als dich, o Herr! ich bitte, laß bis zum letzten Tage. Du mein Herz nicht leer von dei- läsfest mich im Tode nicht, du ner Gnade Gaben. Die Lust kommst, du kommst, und hältst der Welt erfreut mich nicht, Gericht. Ach, Richter, laß nach ihren Schäßen frag' ich mich ohne Graun dich dann nicht, wenn ich nur dich kann auf deinem Throne schaun; haben. Wenn auch mein Herz Herr Jesu Christ, erhöre mich, im Tode bricht, bist du doch erhöre mich, so preis ich ewis, meine Zuversicht, mein Tró- ewig dich! Schilling. ster, der mich hat erlöst, und In bekannter Melodie. auch im Tode nicht verstößt. Herr Jesu Christ, mein Herr 376. Jesu, meine Freude! und Gott, mein Herr und Gott, bester Troft im Leide! meines hilf mir im Leben und im Tod, Herzens Theil! Deine Mittler: treue Pflichten gegen Jesum. 315 treue macht, daß ich mich der betrognen Welt! Mich freue deiner, Herr mein Heil. sollt ihr nicht blenden, nicht Hab' ich dich, wie reich bin von Jesu wenden, der mich ich! Ohne dich kann ich auf treu erhält. Elend, Notly Erden nie recht glücklich wer- und Schmach und Tod soll mich, ob ich gleich muß leis den. be! braun! 2. Unter deinem Schirme den, doch von ihm nicht schei= können keine Stürme mir er- den. schrecklich seyn. Laß auch Fel6. Weich', des Eitlen Liesen splittern, laß den Erdkreis weicht, des Fleisches zittern, und den Einsturz Triebe! Thoren täuschet ihr. Was ists mehr? Mich sollt ihr, ihr Sünden, Rings um mich her mag es nicht mehr willig finden, flieDonnern, krachen, blißen, Je- het fern von mir! Ueppigkeit, fus wird mich schüßen. Stolz, Schmåhsucht, Neid, 3. Donnert auch im Grim- ihr beschweret das Gewissen, me des Gefeßes Stimme: Je euch will ich nicht wissen. fus stillet sie. Mag der Tod fich nahen, mich das Crab 7. Weichet, Sorg' und umfahen. Jesus läßt mich 3agen! schweiget bange Klanie. Mich schreckt nicht das gen! Jesus ist ja mein! Je= Weltgericht, freudig, daß ich den, der ihn liebet, muß, Jesum sehe, blick ich in die was erst betrübet, noch zu= Höhe. leßt erfreun. Hab' ich hie 4. Wer ists, der den Glau- viel Angst und Mich': Jesu, ben meinem Herzen rauben, auch im bångsten Leide bleibst ihn erschüttern kann? Bei du meine Freude! der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlieder Franke. EXCL 1911 an. Mel. Herr ich habe mißgehand. Seine Macht nimmt mich in Ucht. Er wird, wenn 377. Jefum ewig zu vermich Feinde hassen, niemals ehren ist mir sanfte heil'ge mich verlassen. Pflicht: seine weisheitsvollen 5. Lockt nur Gold und Lehren geben meinem Geiste Schäße! Ehre sei der Göße Licht, und zu jedem guten Wers 316 Verehrung Jefu. Werke giebt sein Beispiel heit Heil und Licht! Aehnlich, Kraft und Stärke. Jesu, dir zu werden, ist mein 2. Sollt ich ihn nicht böchstes Ziel auf Erden. de dankbar, preisen, der das Heil der Menschen ist? Nennt Mel. Nun danket alle Gott. den Edlen, nennt den Wei- 378. Mag doch der Spotfen, der stets so wie Jesusster Heer sich deines Namens Christ, reine Tugend, die er schámen; ich freue mich, dein lehrte, durch ein göttlich Leben Heil, Herr Jesu, anzunehmen. ehrte; Dein Kreuz ist Thorheit nur 3. Der mit liebevollem Her- dem, der es nicht versteht, zen hohen festen Muth ver- und keiner spottet sein, der band; der, selbst bei des To Gottes Wege geht. mis ait des Schmerzen, Mitleid gegen 2. Du kamst, o Gottes die empfand, die mit Grau- Sohn, im Leben und im samkeit ihm fluchten, seine Sterben uns Weisheit, Kraft Qual zu mebren suchten; und Trost und Gnade zu erz 4. Den fein Sturm des werben. Du wardst der Welt Schicksals beugte, der gerecht ein Licht, und folg' ich seinem und tadellos sich in Wort Schein, wie weise werd ich und Werken zeigte, göttlich dann, wie selig werd' ich edel, göttlich groß, und der wil- sein! lig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben. 3. Ich kann hier freilich nicht das große Wunder fas 5. O! ich weil an deinem sen: gesandt vom Ewigen, Bilde gern, erhabner Men der Himmel Thron verlassen, schenfreund! wo mit so viel die Thaten Gottes thun als sanfter Milde Tugendwürde eingeborner Sohn, und dann sich vereint; und zu jedem am Kreuz empfahn der Mißguten Verke schöpf ich mir sethåter Lohn. hier Muth und Stärke. 4. Doch fann mein Herz 36. Durch mein Leben dich gar wohl der Wahrheit Kraft zu preisen, ist mir sanfte beil- empfinden, die meinen Geist ge Pflicht, dich den liebevol- belebt, mich reiniget von Sümlen Weisen, dich, der Mensch- den; doch hab' ich, Herr, durch dich Pflichten gegen Jefum. 317 dich Gerechtigkeit und Heil ich ihm verpflicht't! Meinen und an der Seligkeit der Gott- Jefum laß ich nicht versöhnten Theil. 3. Durch ein Herz voll 5. Dies müsse mein Ver- Dankbarkeit, durch Gehorsam, traun zu dir, o Herr, er den ich übe gegen das, was wecken. Zu schwach, den gan- er gebeut, halt ich fest an zen Rath der Gottheit zu ent- seiner Liebe; traue dem, was decken, nehm' ich dein großes er verspricht, und so laß ich Heil mit Dank und Freuden Jesum nicht. an, und folge dir getreu auf ebner Tugendbahn. 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum 6. Herr, deine Ewigkeit Eigenthum ganz mich hin in wird mir mehr Licht gewäh- seine Hände. Er ist ren, und deine große Huld Zuversicht. im Schauen mir erklären. laß ich nicht. Unendlich ist mein Heil! O meine Meinen Jesum 5. Wenn mein Auge schon Glaube, der erfreut! Gelobet verlischt; Wang und Lippen sei der Herr, gelobt in Ewig- sich entfärben; mich kein Labfeit! fal mehr erfrischt; alle Sinnen mir ersterben; und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht. In bekannter Melodie. 379. Meinen Jesum laß ich 6. Dort auch laß ich Jenicht. Er hat sich für mich sum nie, hange stets an seis gegeben; sollt ich nicht aus nen Blicken; denn nach dieses Dank und Pflicht, an ihm Lebens Müty' will er ewig mich hangen, ihm nur leben? Er erquicken. Ewig strahlt mir ist meines Lebens Licht, mei- dort sein Licht: Meinen Jenen Jesum laß ich nicht. sum laß ich nicht. 2. Er, den Menschen einst 7. Nichts auf dieser Erde gesandt, uns zu lehren, uns ists, was des Herzens Wünzu retten, gab sein Leben uns sche stillet. Du, o Jesu, du zum Pfand, daß wir Gottes nur bists, du nur, der sie ganz Gnade hätten. O wie bin erfüllet. Dich, mein Reichthum Gellert. 318 Verehrung Jesu. thum, Ruhm und Licht, dich, jeder Noth, ist Leben, ist Trest mein Jesu, laß ich nicht. und Seligkeit. 8. Dich, mein Jesu, halt 4. Was soll ich troftles ich fest, lasse nichts von dir klagen? Giebst du auch, Jesu, mich scheiden. Wel' euch, die mir hier manche Last zu tras ihr ihn vergeßt! ihr beraubt gen; ich hange doch an dir; euch ew'ger Freuden. Selig! ich will geduldig leiden; von wer in Wahrheit spricht: dir, mein Herr und Gott, von meinen Jesum laß ich nicht. dir soll mich nichts scheiden, fein Glück, kein Schmerz, kein Spott. Reymann. 5. O Herrlichkeit der Erde, Mel. Balet will ich dir geben. vergebens lockst du mich! 380. Freude der Erlöften, Wenn ich nur selig werde; o Jesu, daß ich mich kann wie gern entbehr ich dich! Wo deiner Liebe trösten, wie glück- Jesus Hütten banet, da, da lich macht dies mich! wie felig! ist gut zu sein. Wenn ihn Alle Leiden der kurzen Pilger- mein Aug' einst schauet; wie zeit verschwinden vor den Freu- will ich dann mich freun! den der nahen Ewigkeit. 6. Sei denn in jedem Leide, 2. Nichts, nichts sei meiim Tode sei mit mir, und führ, nem Herzen so werth, als du dann zu dir. o meine Freude, mich näher schon hier; denn mit wie großen kein Leid mehr rühren, kein Wenn mich Schmerzen erkauftest du es Tod mehr treffen kann, wie dir! Dir müß es angehören werd' ich triumphiren! wie mit allem, was es ist, dich selig bin ich dann! über alles ehren, der du sein Heiland bist. Mel. Wie schön leuchtet der M. 3. Wer kann mein Herz be- 381. O Jesu, Jesu, Gottes glücken, als deine Huld allein? Sohn, ich nahe mich zu deis Wer selbst im Tod erquicken? nem Thron aus dankerfülltem wer dann mein Tröster sein? Triebe; vor dir ist alles son Dir will ich mich ergeben. nenklar, mein Herz ist dir Bei dir ist Sicherheit vor auch offenbar, du weist, daß ich Pflichten gegen Jefum. 319 ich dich liebe. Herzlich such' den; all' sein Trauren wird ich dir vor allen zu gefallen, verschwinden. nichts auf Erden kann und soll mir theurer werden. 5. In keines Menschen Seele kams, kein Auge sabs, 2. Dies eine nur beküm- kein Ohr vernahms, und Niemert mich, daß ich mit solcher mand fanns beschreiben, was Inbrunst dich nicht liebe, wie denen dort für Herrlichkeit bei ich wollte. Ich selbst empfind' dir und von dir ist bereit, die es nur zu sehr, daß ich dich in der Liebe bleiben. Was in der That noch mehr, mein hier von dir wird gegeben, Heiland, lieben sollte. Hilfmir! unser Leben zu ergößen, ist hilf mir! Gieb mir Armen dagegen nichts zu schätzen. aus Erbarmen stårkre Triebe, mehr Empfindung deiner Liebe! 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe 3. Stehst du mit deiner und mich in dem, was dir Kraft mir bei, so werd' ich gefällt, je mehr und mehr in stets mit fester Treu' an dir dieser Welt nach deinem Willen allein nur hangen. Nichts übe; bis du, Jesu, senes was sonst Menschen wohlge- Leben mir wirst geben, wo bie fällt, nicht Lust der Sinne, Frommen aller Trübsal sind Ehr' und Geld befriedigt mein Verlangen. Von dir strömt entnommen. 7. Da werd' ich deine mir, beßrer Segen, Herr, ent- Gütigkeit, die mich schon hier gegen, Ruh' und Leben wird so hoch erfreut, vor deinem mir nur bei dir gegeben. Thron empfinden; da seh' ich 4. Den, der dich liebt, den in dem hellsten Licht dein liebst auch du, schaffft ihm für gnadenvolles Angesicht, auf seine Seele Ruby', und Troft immer rein von von Sünden. für sein Gewissen. Ob ihn Wohl mir! Preis dir, der mir auch manche Noth noch drückt, droben aufgehoben ew'ge Freuso wird er doch durch dich er- den. Nichts, Herr, soll von quickt in seinen Kümmernissen. dir mich scheiden. Endlich wird sich nach dem Herrmann. Leide volle Frenke für ihn finMel. 320 Verehrung Gottes. Mel. Seelen- Bräutigam. fund, wie du, mit Freuden 382. Wer ist wohl wie du, rein schon auf Erden sein. wandeln. Hilf mir fundenStifter wahrer Ruh', Jesu, Freund der Menschenkinder, zu dem Eiteln hin, o dann 7. Neiget sich mein Sinn Retter der verlornen Sünder? warne meine Seele, daß sie Licht und Seelenrulh' fließt von nicht das Ziel verfehle; denn dir uns zu. ein wahrer Christ sucht, was droben ist. 2. Herr der Herrlichkeit, zur bestimmten Zeit kamst du 8. Wecke mich stets auf, uns zum Heil auf Erden, meinen Pilgerlauf einst nach warst zur Duldung der Be- deinem Wort zu enden; leite schwerden unsrer Niedrigkeit mich mit treuen Händen auf großmuthsvoll bereit. der Tugend Bahn; leit mich 3. Tiefe Schmach und himmelan! Noth, selbst den Kreuzestod 9. In Versuchungszeit haft zur Tilgung unsrer Schul- stärke mich zum Streit. Laß den du als Mittler wollen dul- mich wachen, und mit Beten den, haft durch deinen Tod voll Vertrauen vor dich treuns verföhnt mit Gott. ten, bis nach Kampf und 4. Keine Furcht der Welt Streit mich der Sieg erfreut. schreckte dich, o Held. Todes10. Ohne Prüfung ist hier macht hast du bezwungen und kein wahrer Christ. Willst du ein ew'ges Heil errungen für mich ins Leiden führen, laß die sind ge Welt durch dein mich nur dich nicht verlieren. Lösegeld. In der Trübfal Nacht nimm 5. Deine Majestät, König mith, Herr, in Acht. und Prophet, will ich deHeldenmuth, muthsvoll verehren, und auf der auch Gut und Blut gern deine Stimme hören, denn aus gutem Willen lasse, und dein Reich besteht, wenn die des Fleisches Lüfte hasse; eiWelt vergeht. nen solchen Muth gieb mir, 6. Laß mich dir zum Ruhm, höchstes Gut! als dein Eigenthum, recht 12. Jesu, hilf, daß ich alund nach Gewissen handeln les hier, was mich von dir 11. Einen lenket, Pflichten gegen Sefum. 321 lenket, überwinde, und durch die Schuld ist von dir abgedeine Kraft empfinde, daß than. Tråt alles wider mich ein wahrer Christ treu und zusammen: ich bebe nicht, wer standhaft ist. biups will verdammen? Gott nimmt 13 Soll's zum Sterben sich meiner gnädigrani Snur gehn, wollst du bei mir stehn, 3. Hier wall' ich zwar auf mich durchs Todesthal beglei rauben Wegen: doch du bist ten und zu deinem Himmel leiten, daß ich dort mich dein meine meine Zuversicht. Auch Leteivig moge freun. dose en werden einst zum Gegen; him tham Freilingshausen. auf dunkle Nächte glänzt bein Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde babe, kann In eigner Melodie. 383. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich auch des Grabes selbst mich in deiner Liebe ruh! Ich traure freun; denn ich gebore zu den Deinen, Bald wird nicht mehr mein Auge weinen; bald werd' ich völlig selig sein, 102 nicht; was kann mich qualen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeßich meine Leiden: 4. Gelobt seist du, o Freund denn o! wie viele hohe Fren- der Seelen! In deiner Huld den genieß ich nicht, vereint wie wohl ist mir! Was kann, mit dir! Hier ist mein Him- da du mich liebst, mir fehlen? mel schon auf Erden; wie Ich finde jedes Heil bei dir. könnt ich jemals murhlos wer- In noch so druckenden Be den? Du, du bist überall bei schwerden, hab' ich den Himmir. mel schon auf Erden; denn 2. Hab' ich, Erlöser, dich du bist durch den Glauben zum Freunde; was brauch ich mein. Ich darf, ich will dann? but sorgt für mich nicht angsttich klagen. Wer Hått ich auch eine Welt voll kann, wo Jesus ist, verzagen? Feindeb ich bin gettost, ich mein Freund ist mein, und trau' auf dich. Darf ich doch ich bin sein, dom in den: trübsten Tagen nicht wegen meiner Sünden zagen; aliag do digestero das sim In bi sic do chond X 322 Pflichten gegen uns selbst. cofy $ 10 4. Wer ists, der mit In eigner Melodie. and Hülfe schenkt? Wer schüßt, 384. Wollt ihr wissen, was wenn ein Feind mich drängt? mein Preis? Wollt ihr lernen, Wer erquickt mein mattes was ich weiß? Ich bin Jesu Herz? Wer erleichtert meinen Eigenthum, und nun ist mein Schmerz? Jesus, der Gekreus größter Ruhm: Jesus, der zigte omando chung chi Gefreuzigte. 5. Wer ist meines Todes 2. Wer ist meines Glau- Tod? Wer hilft in der letzten bens Grund? Wen bekennt Noth? Wer verseht mich in mein Herz und Mund? Wer sein Reich? Wer macht mich trug meine Straf und Schuld! den Engeln gleich? Jesus, der Wer erwarb mir Gottes Huld? Gekreuzigte. Jesus, der Gekreuzigte. 1925 6. Wenn ich keinen Trost 3. Wer hat mir das Heil sonst weiß, bleibet der mein verschafft? Wer ist meines Le- Ruhm und Preis, dem ich bens Kraft? Wer giebt mir lebe, deß ich bin, bis zur Gra Gerechtigkeit, die mich selbst besstätte hin, Jesus, der Ge vor Gott erfreut? Jesus, der freuzigte. Gefreuzigte. 1000 SOJ Schwedler. 18 sed aliv porad Bong and mich nism Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. veno Pflichten gegen uns selbst. NIDTO DAHE OR Selbstliebe überhaupt. Von dir selbst kommt die Mel. Kommt her zu mir, spr. starke Luft, der rege Trieb in 385. Du förberst gern mein meine Brust, beglückt und wahres Wohl; drum hilf mir, froh zu leben. Gott, auch, wie ich soll, 2: Stets heilig sei mir die mit Weisheit darnach streben. ser rieb; doch auch dein Wils Selbstliebe überhaupt. 323 Wille mir so lieb, daß ich 7. Dann wird mich wah mein Wohlergehen mur such res Glück erfreun. Froh, rus auf jenem sichern Pfad, den shig wird mein Geist dann mir dazu dein weifer Rath sein in meinen Pilgertagen; von Ewigkeit ersehen. und was sonst meinem Wohl 3. Untrüglich ist nur dein gebricht, das wird mir deine Verstand, nur dir ist ganz ge- Liebe nicht, Allgütiger, vers nau bekannt, was Noth, was sagen, sinds GAR Heil gebieret; mich aber tauscht 8. Ich gehe dann den ebe oft falscher Wahn! ich sely noch nen Pfad, auf welchem mich oft als nüßlich an, was mich dein weiser Rath zum höhern zum Elend führet. Leben führet, wo mich voll4. Drum laß mich nie dem kommnes Glück erfreut, und Anschein traun, und niemals, wo mich nun in Ewigkeit kein um mein Glück zu baun, nur, Unfall mehr berühret. was mich gut dünkt, wählen. 391 in bin Auch hier sei stets dein Worto chini sot sitt mein Licht. Folg' ich nur shillsicht esia dem; so werd' ich nicht mein Mel. wahres Wohl verfehlen. Diterich. Gott, du frommer G. 386. Du willst, o Herr, 5. Hilf mir den unterschied- mein Gott, ich soll mich selnen Werth der Güter, die ber lieben. D, laß mich diese der Mensch begehrt, recht ein- Pflicht nach deiner Vorsehn und bedenken, und mei- schrift üben, und schränke ne größte Emsigkeit auf das, selbst den Trieb, froh und bes was ewig mich erfreut, mit glückt zu sein, den du mir eins weiser Sorgfalt lenken. gepflanzt, in heil ge Gränzen di ein. 6. Hilf du zu dieser Weisheit mir; so werd' ich auch 2. Gieb, daß mein ganzes vorzüglich hier nach deinem Herz sich deiner Liebe weihe, Beifall streben, mich um ein das Gute willig thu', das reines Herz bemühn, die schnöde Böse ernstlich scheue. Wer Luft der Sünde fliehn, und als ein Christ sich liebt, der nur dem Guten leben. flieht auch als ein Chrift das, € 2 was 324 Pflichten gegen uns selbst. was des Nächsten Wohl und 7. selig, wer darnach dir zuwider ist. Did mit beil'gem Eifer trachtet, 3. Kein nied'rer Eigenmuß und für sein größtes Glück beherrsche meine Seele; und den Beifall Gottes achtet! der wenn zu meinem Gluck ich liebt allein fich recht, der finWeg und Mittel wähle so det in der Zeit schon wahre laß mich stets dabei auf Recht Rub' und einst vollkommne t und Wahrheit schaun, und Seligkeit. ( om myS doile nie mein Wohlergehn auf Un- 8. Dies sei mein Zweck, brer Elend baun. mein Fleiß, o fegne mein Be4. Kein Segen wohnt bei mühen! so wird mir wahres dem, der nicht das Unrecht Glück auf meinem Pfade blumeidet, das kann mein Glück ben. Dann nur lieb' ich mich nicht sein, wodurch mein Nach- so, wie dir es wohlgefällt, lieb' fter leidet. Wer Unrecht liebt über Alles dich, mein Gott, und thut, hat deinen Beifall und nicht die Welt. nicht. Nie treffe mich, o Gott, tin misd 8191) Diterig. dies schreckliche Gericht. Sorge für die Seele. Mel. Straf' mich nicht in deinem. 5. Nie blende mein Ge- in hindi da mith der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns, fur- 387. Mache dich, mein ze Lust? was hilft uns eitle Geist, bereit; wache, bet und Pracht? wo ist ein zeitlich Gut, strebe, daß dir Gott Bestandas stets zufrieden macht? digkeit in der Tugend gebe; ma 6. Ein Gott ergebnes Herz, denn wie leicht irrt und weicht, ein unverleßt Gewissen, dies wer sich sicher träumet, und nur allein kann uns des Lebens zu streiten säumet. Mih persüßen; dies raubet 2. Sage, nicht: noch hab' uns fein Tod, dies folgt uns ich Zeit; jeht noch darf ich aus der Zeit, und schenkt uns schlafen. Denk an Tod und Ruh' und Trost auch in der Ewigkeit; denk an ihre StraEwigkeit) is aln( bun sin fen! Sieb, der Tod, der dir droht, $ 3 Sorge für die Seele. 14 325 droht, kann dich leicht in Sün- Gott verleiht Munterkeit auf den unbereitet finden. dem Tugendpfade und gewährt 3. Wache, daß der Wahr- dir Gnade. Q& heit Licht dich erleuchten möge. 8. Nahe dich denn im Ges Wer nicht sehn will, findet bet oft zu seinem Throne nicht Gottes Ziel und Wege. Wenn dein Herz nur glaubigt Hin und her tappet er; träumt fleht, hört er in dem Sohnes& und wähnt, in Sünden Ruh' Er verheißt seinen Geist, mit und Glück zu finden. ihm Kraft und Leben auf dein 4. Viele Feinde jauchzten Flehn zu geben dilim gern froh bei deinem Falle. 9. Nun, so will ich immers Wach' und kämpfe stark im dar wachen, flehn und beten, Herrn; so besiegst du alle. weil Versuchung und Gefahr Meide sie; haß und flieh die immer nåber treten. In der Betrügereien ihrer Schmeiche- Noth, in dem Tod, werd ich leien. Tu froh bestehen; Gott wird mich sid nupt J 5. Wache, daß dich nicht erhöhen. im the die Welt durch Gewalt be- nisdim alid freistein.pur zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Mel. Herr, wie du willst so. Wach' und sich, daß dich nie 388. Nach meiner Seele die Verführer fällen, die dir Seligkeit laß, Herr, mich eifrig Neße stellen. ringen. Sollt ich die kurze 6. Wach' und hab auf dich Gnadenzeit in Sicherheit vollwohl acht, trau' nicht deinem bringen? Wie würd' ich einst combi Herzen. Leicht kann, wer es vor die bestehn? Wer in dein nicht bewacht Gottes Huld Reich wünscht einzugebn, muß Minnlic verscherzen. Ach, es ist pol- reines Herzens werden. ler Lift, weiß sich selbst zu 2. Erst an dem Schluß hencheln, und mag gern sich der Lebensbahn auf seine Sunschmeicheln. den fehen, und wenn man 7. Aber ber auch stets da- nicht mehr fund'gen tanupre bei, bete bei dem Wachen! Gott um Erbarmung flehen, das wird dich von Trägheit das ist der Weg zum Lebene frei und behutsam machen. nicht, den uns, o Gott, deiis 300NC Un 326 Pflichten gegen uns selbst. Unterricht in deinem Wort im Gericht dereinst besteh', sei bezeichnet.ddnjonspn2 ans meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, 3. Du rufft uns hier zur Heiligung drum laß auch wenn du nicht vor Trägheit hier auf Erden, des Geistes mich beschüßest, und mich zur wahre Besserung mein Haupt- Tren' in dieser Pflicht mit geschäft mir werden. Herr, Kräften, unterstüßest? O stärke stärke mir dazu den Trieb. mich, mein Gott, dazu, so find' Nichts sei so groß, nichts ich hier schon wahre Ruh', und mir zu lieb, es dir nicht auf- dort das ew'ge Leben. zuopfern. de 4. Gewonn ich auch die 389. Schaffet, ſchaffet, Mel. Werde munter, mein G. ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was Menschenkinder, schaffer eure dir gefällt, o Gott, darüber Seligkeit, bauet nicht, wie meiden; was hülfe mir's? Nie freche Sünder, nur auf gegen kann die Welt mit Allem, wartge Zeit, sondern schauet was sie in sich hålt, mir deine über euch, ringet nach dem Gnad' ersetzen. Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig 5. Was führt mich zur Zu- werden. friedenheit schon hier in die 2. Daß nun dieses mag ges sem Leben? Was kann mir www. Trost und Freudigkeit in Noth, Fleisch und Blut und deſselben schehen, müßt ihr nicht auf im Tode, geben? Nicht Men- Neigung sehen; sondern was schengunft, nicht irbisch Glück, Gott will und thut, daß muß nur Friede Gottes und ein einzig und allein eures Lebens Blick auf jenes Lebens Freu- Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen, übel oder 6. Nach diesem Kleinod, wohl gefallen. Herr, laß mich vor allen DinHOT ons om den. 3. Selig, wer im Glauben gen trachten, und, was mir kämpfet; selig, wer im Kampf daran hinderlich, mit edlem besteht; wer des Fleisches Muth verachten. Daß ich Lüste dampfet, und den Reiz auf deinen Wegen geh, und der Welt verschmäht! Gottes Gnade Sorge für die Seele. 327 8. Amen! Amen! es geschehe, Gnade ist sein Theil, ihn er- sum sehn, bis ich seinen Beis wartet: ew'ges Heil; wünschest stand finde, in der Gnade zu du dies zu ererben, mußt du bestehn. Ach! mein Heiland jeder Sünd' absterben. di geh' doch nicht mit mir Ar4. Werdet ihr nicht treu- men ins Gericht; gieb mir lich ringen, sondern tråg' und deines Geistes Waffen, meine laßig sein, eure Neigung zu Seligkeit zu schaffen. bezwingen, so bricht eure Hoffes mung ein; ohne tapfern Streit Amen! Gott versiegle dies und Krieg folget niemals rech- in mir; auf daß ich in Jesu ter Sieg; wahren Siegern wird Namen so den Glaubenskampf die Krone nur zum beigelegten ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk', und regiere selbst Lohne. das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Mel. Wer weiß, wie nahe. 5. Chriftlich beten, christlich wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, unablässig sich bemühn, selbst bei Spott und Hohn der Welt das zu 390. Sorgt, Chriften, sorgt thun, was Gott gefällt: die für eure Seele, seid wachsani ses wollen und vollbringen und darauf bedacht, daß sie heißet, nach dem Himmel rin- den schmalen Weg erwähle, der sie am Ziele glücklich 6. Drum entreißet euch macht; daß nicht der Frevler den Lüften; thut, was euch frecher Spott sie treulos mader Herr gebeut, und bewähche gegen Gott. ret euch als Christen, stark gen. Gotter. 2. Giebts einen größern und tapfer in dem Streit. Schaß auf Erden, den euch Schonet eurer Neigung nicht, der Höchste gab, als sie? übet auch die schwerste Pflicht, Wenn Welten einst zertrümund gedenkt an Christi Worte: mert werden, so stirbt doch Dringet durch die enge Pforte. eure Seele nie; Unsterblich7. Zittern will ich vor der keit, des Himmels Rub strömt Sünde, und dabei auf Je- jihr aus Gottes Fülle zu. 3. In 328 Pflichten gegen uns selbst. 3. Sn Staub gehüllt lebt sem hohen Ziel; er duldet sie fie auf Erden; doch nur für gleichwohl mit Freuden; des eine kurzen Zeit; hier soll sie Siegeshimmlisches Gefühl nur erzogen werden zum Glück wird ihm nach überwundner der felgen Ewigkeit. Ihr gab Pein vollkommenen Ersatz ver Gott Willen und Bersrand, leihn. und machte sich selbst ihr befannt on 29 K 8 # 1900 omis di 8. Laßt uns mit Welt und Sunde ringen, kámpft, Brus 4. Auch das, was Jesus, der, und vertrauet Gott; mit der Gerechte, mur daß er sie ihm muß es uns doch gelin nach Gottes Rath von dem gen, daß wir durch Tribal, Berberben retten möchte, für Schmach und Spott gelan fie getban, geduldet hat, ergen zu der Herrlichkeit, wo höht den Webth, den sie besitzt; uns des Kampfes Lohn er Heil ihrzwenu fie sein Lehr- freut. amt müßt! C Canthus23 sid grid Jon 5. Ihr mangelt's nicht an Mel. Nun kommt der Heiden. Zeit noch Kräften, den schnö- 391. Was selbst nach des den Sündendienst zu fliebn: Grabes Nacht Menschen ewig an Anlaß nicht, um zu Ge- glücklich macht; dies soll mich schaften des Himmelsshier hier schon erfreun, soll mein schon aufzublühn; hist sie im höchstes Streben sein. Dieustisdey Tugendorreu, ſo 2. Erdenfreuden, zeitlich ftebt selbst Gottes Geist ihr Glück kann in jedem Augenbeigu and min 2nd blic, troß dem eifrigsten Be6. Gind: Undre mehr auf mübu, unaufhyatisam niir ents Eitelkeiten, auf Reichthum, fliehn. Ehre Luft und Pracht, als 3. Wann Gefahr und Unaufs des Geistes Seligkeiten, glück droht, im Gefühl der tie unvergänglich sind be Todesnoth, dann giebt Ehre, dachyt; fo strebt der Christ doch Geld und Gut nicht mehr in der Zeit nur nach dem Glück Troft und frohen Muth. beril Ewigkeit. in sloo s 4. Bater, dich und deinen on the 7 Eschweren ihm auch Sohn recht erkennen, giebt, barte Leiden den Weg zu die- auch schon hier im Land der Sterbe Selbsterkenntniß. 329 Trost, daß ich mir die Wahrheit saS ge, um mich, so wie ich bin 5 Das Bewußtsein deiner zu sehn. Wer sich nicht selbst Huld wirket Hoffnung und recht kennen lernt, bleibt von Geduld, macht getrost in al- der Weisheit weit entfernt. ler Noth, stark im Kampfe mit dem Todontio of m 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft Sterblichkeit, Ruhe Zufriedenheit. UR 6. Ein mit Lieb erfülltes mich, Gott, zu deinem Preis, Herz, das sich schwinget him- dazu mein Leben anzuwenden, melwärts, demuthsvoll dich, das ist dein väterlich Geheiß. Gott, verehrt, das hat hohen Doch leb' ich, als dein Eigenew'gen Werth. thum, auch, wie ich soll, zu 7. Gott, gieb mir ein fol- deinem Rubm? ches Herz! Dann trennt we- 3. Ich bin ein Ehrift nach der Angst noch Schmerz mich dem Bekenntniß! doch bin ich von dir der immerbar Ur- das auch in der That Herr, sprung aller Freude war. öffne selbst mir das Verständ8. Stárke mich zum Sieg niß, recht einzusehn, ob ich den im Streit, wenn die Macht Pfad, den Jesus mir gewieder Sinnlichkeit an den Gü- sen, geh', und ob ich auch im tern dieser Welt meinen Geist Glauben steh'? datos gefesselt hålt! 4. Du kennest unsers Her 9.Lenke täglich meinen zens Tiefen, die uns selbst unSinn mehr auf dich mein ergründlich sind drum lag 0 Vater, hin! Kann ich doch in mich oft und ernstlich prüfen, dir allein ewig froh und selig ob ich sei Christo gleich gefein. Chuo Con 6 finnt. Befreie mich vom fal duspusniam nist sidschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. asor Selbsterkenntnis. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt Mel. daß ich tausend Zung. sich selbst noch bleibt; wie 392. Wer bin ich? welche will der für sein Bestes forwicht ge Frage Gott lehre gen? was ist, das den zur sie mich recht verstehn! Gieb, Begrung treibt? Sich selbsti 910 recht 330 Pflichten gegen uns selbst. recht kennen, ist Berstand; nicht erfühne, darüber stolz drum mache mich mit mir be- zu sein. Wer kann bei seinen fannt. hin Werken, wie oft er feble, mer 6. Was mir zu meinem fen? Wer ist von Mängeln Heil noch fehlet, mein Vater! völlig rein? 190, 300mm Chrast das entdecke mir; hab' ich der 2. Such ich stets deinen Wahrheit Weg erwählet, so Willen so eifrig zu erfüllen, gieb, daß ich ihn nicht verlier. als es dein Wort gebeut? Erleuchte mich mit deinem Trag' ich der Tugend Bürde Licht: so tauschen mich Ver- aus Kenntniß ihrer Würde, führer nicht. immer mit Zufriedenauch 7. Bin ich jetzt von dem heit? sichern Pfade, der mich zum 3. Entzieh' ich mich den Leben führt, noch fern: so Sünden auch stets aus rechwecke mich durch deine Gnade, ten Gründen, aus wahrer daß ich ihn ernstlich suchen Frömmigkeit? Oft sind die guz lern'. Gieb mir zur Beßrungsten Triebe nicht Früchte deiLust und Kraft! du bists, der ner Liebe, nur Früchte der Beides in uns schafft. Natur und Zeit. 8. Ich muß es einmal doch 4. Der Sünden meiner erfahren, was ich bier war Jugend, der Mängel meiner und hier gethan. O laß michs Tugend, o Herr, gedenke nicht bis dahin sparen, wo nicht! Willst du mit deinen Rene nicht mehr helfen kann. Knechten, wie sie's verdienen, Hier mache mich zum Himmel rechten, fo trifft sie alle dein flug, und frei von schnödem Gericht. da Selbstbetrug. Diterich, 5. Doch, wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend ware: weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen und meinen Ruhm? Pflichten mein Glück mich sehn Demuth. The Mel. In allen meinen Thaten. 393. Gieb, Gott, wenn 6. Wer gab mir, dich zu ich dir diene, daß ich mich lieben und dein Gebot zu üben, die Demuth. 331 die Lust und Freudigkeit? lernt, bleibt auch von seinem Wer stärkte meine Kräfte im Reich entfernt. Heiligungsgeschäfte? Wer gab 3. Wer sich voll Hoffarth mir Muth und Sieg im selbst erhöht, wird sich ernieStreit? drigt sehen; doch, wer einher 7. Du schaffst, daß ich dich in Demuth geht, den wirst du, wähle; du rufft mich, wenn Gott, erhöhen. Dir, dessen ich fehle, auf rechten Weg zu- Hand die Welt umfaßt, ist rück; du ziehst mich ab von jedes stolze Herz verhaßt. Sünden, und läß'st mich Gnade finden, und giebst zu 4. Was ich auch bin, bin ner Beßrung Glück. im eich durch dich, und deine freie 8. Sollt ich mich überhe- Gnade. Durch diese Gnade ben deß, was du mir gegeben? leite mich der Demuth stille Hab ich zum Lohn ein Recht? Pfade. Verleihe ſie zur Zierde Könnt ich auch alles üben, mir; denn nur durch sie gewas du mir vorgeschrieben; fall' ich dir. e meiwas war ich? Ein unnüßer Knecht. 5. Nur du bist groß, was ist an mir? Wie bald bin ich nicht Erde! Gieb, daß ich allezeit vor dir gerecht erfunden Mel. Mir nach, spricht Chr. werde; und zeig' im Glanze 394. Gott, mein Vater! deines Lichts mir deine Hoheit Gellert. stel' mir bei, daß ich, weil ich und mein Nichts. 200 hier walle, dem Sinne Jesu ähnlich sei, damit ich dir gefalle! Laß mich durch ihn ge- Mel. Nun fich der Tag geend. recht und rein, und so, wie er, 395. O rühmt euch eurer voll Demuth sein. Weisheit nicht, die ihr euch milloc i sine and in lig Liebich. 2. Wer in sein Reich zu weise meint! wißt, daß euch kommen sucht, muß sich von eurer Weisheit Licht einst nicht Stolz entfernen; muß unter im Tode scheint. deines Geiftes Zucht auch 2. Drühmt euch eurer wahre Demuth lernen. Wer Stärke nicht, die jetzt euch fie von seinem Herrn nicht troßig macht! wißt, daß es euch G 332 Pflichten gegen uns selbst. euch an Muth gebricht, sinkt Gefahr nicht schenen, um mich ihr in Todesnacht. des Lohns zu freuen, den Treu 3. D. rühmt euch eures im Kampf gewinnt. Reichthums nicht, deß ihr euch heute freut! wist, daß er euch nicht Zuversicht in Todesnoth verleiht. 3. Wie schwer ist dies Ge schäfte der Selbstbeherrschung mir! Wie schwach sind meine Kráfte! Wer unterstüßt mich 3100 4. Sucht darin euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wißt hier? Du, Bater, kannst al und kennt, daß ihr, sein Volk lein zum leifrigen Bestreben und Eigenthum, ihn glaubig und mir den Sieg verleihn. mir Muth und Kräfte geben, Vater nennt. 5. Dies ist es, was dem 4. Hilf mir die Welt verHerrn gefällt. Bedenke dies, achten, wenn ihre Lust mich o Chrift! Er, er regiert in rührt, und nicht nach Gütern aller Welt, wohl dem, deß schmachten, die man so leicht Ruhm er ist! endt for sjid ud auf in ihrem Anfang dämpfen, verliert, hilf jede Leidenschaft D chi nid dla sin dui and sitlocraci und sie als Christ bekämpfen, gestärkt durch deine Kraft. Selbstbeherrschung. Mel. Uus meines Herzensgr. 5. Beim stärksten meiner Triebe hilf mir behutsam sein, 396. Mich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu und laß mich Eigenliebe und zu sein! das Gute zu vollbrinihre Täuschung scheun. Will gen, die Sündenluft zu scheun, schwaches Herz berücken: fo Wollust, Zorn und Geiz mein muß ich mit edlem Muth mich auf den Kampfplah wagen, ihren Reiz. bilf fie unterdrücken, besiegen mir manchen Wunsch versanum 6. Auf dich will ich stets 2. Ich soll kein Uebel Alle- feben: leicht kann in diesem hen, wenn mirs die Pflicht ge Streit mein Herz mich hinter beut, mich ihm zu unterzielen; geben; brum gieb Entschlof soll mit Entschlossenheit auch, ssenheit, und unterstüße mich, wo Gefahren sind, selbst die daß ich mich selbst bekämpfe, die Chile gen, und jedes falsche Gut. Selbsibeherrschung. 333 Grot. die Macht der Lüfte dampfe; land nach, und sei sein ach so sieg' ich, Gott, durch dich. ter Jünger! Die Freude, die dir hier gebrach, ist wahrlich weit geringer, als dort an seinem prächtigen Thron, die Ses 397. Christ, die Reize ligkeit der Frommen Lohn. Mel. Mir nach, spricht Christus. 1119 510 510 Wo Förftes. dieser Welt besiegst du nicht vergebens. Wer standhaft ringt und kämpft, erhält, die Krone Mel. Wie groß ist des Ullm. jenes Lebens, die dein Erlöser 398. Schwer ist der Kampf! jedem giebt, der treu bis in denn nur errungen will jeder den Tod ihn liebt. Preis der Tugend sein; wer bis 2. Verzage nicht! Wer zum Ziel hindurchgedrungen, Gott pertraut, kann sich selbst kann sich der Siegeskrone freun. überwinden; wem vor der Hier ist der Kampfplaß jeder Selbstverleugnung graut, der Tugend, das angewiesne Ueliebt noch heimlich Sünden. bungsfeld; hier; wo das Alter Wer schweren Pflichten sich wie die Jugend, wankt, strauentzieht, zeigt, daß er vor der chelt und gar oft auch fällt. Tugend flieht. 2: Schwer ist es, Lüfte zu 3. Es ist um einen Kampf besiegen, für die das Herz zu thun, so sind die andern empfänglich ist, das listig, den leichte. Die Kronen, die am Verstand zu trügen, schon Ziele ruhn, des Ringens Preis wählt, eh sich der Geist enterreichte der Sieger nicht, ver- schließt. Es strömt die Luft meinte er: der Kampf sei für durch alle Sinnen insoffne ihn viel zu schwer. Herz, und siegt geschwind. 4. Ja, wäre Tugend ohne Schwer ists den Sieg da zu Streit: so war ihr Werth gewinnen, wo in uns selbst geringe; so wären Großmuth, die Feinde sind. 300: 2 Maßigkeit und Wohlthun kleine 3. Hier locken Beispiel, Dinge; und so erránge Tugend- Reiz und Triebe, die ganze fleiß nicht jenes Lebens hohen schmeichlerische Welt; parz Preisend theisch wählt die Sinnenliebe 5. Drum folge deinem Hei- nur das, was ihrem Hang ge= 334 Pflichten gegen uns selbst. gefällt. Die Tugend soll der Lied in ihre Psalme von EwigMacht der Sinnen, dem Spott keit zu Ewigkeit. der Welt, der Eitelkeit, der Siege schwersten abgewinnen; ein großer aber edler Streit. Beherrschung der Zunge. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 399. Die Zunge, die vers böse 4. Sie soll die feinsten Lieblingssünden, erregter Lei denschaften Macht und Wünsche überwinden, schon nehmlich spricht, hat dir dein früh im Herzen angefacht. Gott gegeben. Welch ein Wahr ist es: ach! nicht leicht Sie bringer Tod und Leben; Geschenk! Misbrauch es nicht. errungen wird hier der Kranz des Sieges sein; und doch sie stürzt in Unglück, hilft in ifts Tausenden gelungen, die Noth, sie Flucher und sie lobet nun sich ihres Sieges freun. 2. Laß doch in meines HerGott; so gut ist sie, so böse. 5. Verzage nicht, du edler zens Grund, Herr, deine Streiter, schwer ist dein Furcht stets wohnen; gewi Kampf, doch groß dein Lohn! senhaft wird dann mein Mund Ermanne dich und dringe wei- der Wahrheit Rechte schonen. ter bis zu des großen Siegers, wohl dem, der von Schmeis Thron! Er, aller Kämpfer chelei, List, Lästersucht, Vers Muster, litte, und kämpfend stellung frei, nicht mit dem floß herab sein Blut, daß er Munde fündigt! dir, wenn du zagst, erstritte 3. Auf deinen Ruhm und in deinem Kampfen neuen Andrer Wohl soll stets mein Muth.pe 19 Thun sich lenken. Laß dann 6. O, ring' ihm nach dem auch, wenn ich reden soll, mich Sieger! streite, bis dir die dies mit Ernst bedenken. Dein Krone näher winkt, und dort Lob des Nächsten Ehr" und dein Mund an seiner Seite Nuß, der Tugend Ruhm, der Triumphgefange feiernd singt! Unschuld Schutz beschäft ge Dort wehet nur der Sieger meine Zunge. Palme; hier übt die Tugend 4. Schandbare Worte, fre sich im Streit: dört tont dein cher Scherz, unheilge Spote te= Reinheit und Keuschheit. 335 SI CAN 39 11507 Reinheit und Keuschheit des Herzens. ingricht. duit tereien, verrathen ein verderb- 1 tes Herz; einst wird man sie bereuen. Drum schaff' in mir durch deinen Geist, daß dich Mel. Wer nur den lieben Gott. vielmehr die Zunge preist, und 400. Der Wolluft Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, deinen Namen heiligt. 5. Was züchtig, keusch und meine Weisheit sein. Sie ist ehrbar ist, was wohl und lieb ein Gift für unser Leben, und lich klinget, das redet überall ihre Freuden werden Pein. der Christ, spricht, wenn es Drum flety ich demuthsvoll Nußen bringet, und scheut den zu dir; Gott, schaff ein reines Zorn der Menschen nicht; doch Herz in mir. Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, wenn es die Liebe for176 197 19 Dert. 2. Die Wollust kürzet unfre Tage, sie raubt dem Körper seine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plasid but 6. Web' aber dem verwegEN CO nen Mund, der Schwur und ge sind Früchte dieser LeidenFluch nicht schenet! Da wird schaft. Der haßt sich selbst, des Herzens Leichtsinn fund, der sie noch liebt, und sich in und oft zu ſpåt bereuet! Uch ihre Fesseln giebt. noh? Fluchen bringet Fluch und 3. Sie raubt dem Herzen Noth, und wenn nicht Buße Muth und Stärke, schwächt folgt, den Tod! Laß mich dies den Verstand, der Seele Licht; wohl bedenken. sie raubt den Eifer edler Werke dos 47. Auch Lügen schåndet, und Kraft und Muth zu jeder bringt nur Müt, ist eine Pflicht. Sie führt Neu und Frucht der Hölle. Lehr' mich Gewissens- Schmerz in das ihr es hassen, daß ich nie mich Lüg- hingegebne Herz. nern zugeselle. Ihr Theil ist 4. Der Mensch sinkt unter Kummer, Schmach und Pein; ihrer Bürde zur Niedrigkeit des die aber werden selig sein, die Thiers hinab; er schåndet und Tren' und Wahrheit lieben. entehrt die Würde, die ihm 90s) 5 de Havecher. sein weiser Schöpfer gab; verbagus am sid gist den Zweck, für den er lebt, 336 Pflichten gegen uns selbst. lebt, weil er nach niedern Lu- dieser Welt, wenn sie noch so sten strebt. tisduis sehr gefällt, laß mich wider 5. So schimpflich sind der mein Gewissen wünschen, fü Wollust Bande; schon vorchen und genießen.d dod der Welt sind sie ein Spott, 2. Weiß ich doch, daß deifie find vor dem Gewissen ne Gute, die stets Vaterliebe Schande, und noch weit mehr ist, niemals etwas uns vervor dir, o Gott. Wer sich biete, was das Leben uns verin ihre Knechtschaft giebt, wird üßt; Uns zum Besten nur nie von dir, o Gott, geliebt. gebeut dein Gefeß Enthalt26. Sa, hier schon muß der Genusse, Mäßigung im lle samkeit, weise Ordnung im schrecklich leiden, der seines berflusſe. Körpers Bau zerstört; unfähig ist der höhrer Freuden, Jugend, unser Alter darf sich 3. Unsre Kindheit, unfre der die Vernunft hier so ent- freun. Auch die Freude dient ehrt. Darum will ich die Wol- der Tugend, aber heilig muß lust fliehn, und kensch zu sein sie sein, heilig, daß sie nicht mich stets bemühn. bethort, nicht des Lebens Kraft 7. Gieb, daß ich allen bö- zerstört, daß sie wilde Lüste sen Lüsten mit Muth und scheuet, und die Seele nicht Nachdruck widersteh', und, um entweihet eind schuld dawider mich zu rüsten, auf 4. Nur in einem reinen dich, Allwissender, stets feb. Herzen, nur in einer keuschen Wer dich, o Gott, vor Au- Brust toben nicht der Reue gen hat, flieht auch verborgne Schmerzen, wohnen wahre Missethat.e Rub' und Lust. Unbeherrschte all and mi gond- Gellert. Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit, sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in 401. Cifrig sei und fest Leiden. thanh gommut mein Wille, reines Herzens, 5, Sittsamkeit und line Gott, zu sein, in der Unschuld schuld schmücket mehr als beitern Stille deiner Gnade Schönheit; sie vermehrt jede mich zu freun. Keine Freude Lust, die uns entzucket, jedes bin dol Glüks dandoppemid Mel. Werde munter, mein G. Selbstbeherrschung.ne 337 Glückes Reiz und Werth. schwingen, und mit Freuden Reinen Herzen fließt der Quell Lob dir singen. jeder Wonne rein und hell, und sie können sicher trauen, einst mit Freuden Gott zu schauen, du hit ala Cramer. Mel. Allein Gott in der Höh'. mivilla 2402, Gieb eine keuſche Seeelbepul.asp le mir in einem keuschen Lei6. O, so bilf mir darnach be, damit er auch auf imstreben, reines Herzens stets mer dir, o Gott, geheiligt zu sein, daß ich züchtig moge bleibe: daß rein und keusch leben, jede schudde Wollust mein Auge sei und züchtig, scheun. Schüße vor Verfüh- daß ich es stets frei zu dir rung mich, und mein Herz er- erheben könne. gebe sich keiner schändlichen 2. Auch meine Zunge rede Begierde; Heiligkeit sei meine nie, was schåndlich ist zu höZierde. ni din ni din miren: nie laß der Unschuld 7. Laß die Frechheit wil- Rechte sie durch frechen Erwärmt der Sitten nimmer unser Scherz entehren. Herz entweihn: Laß Pallåst vom Geiste des Gebets und und niedre Hütten jeder Zu deines Preises, rede stets gend Wohnung sein. Jeder mein Mund, was nützt und strebe, der ein Christ, dessen bessert. deines Himmels Borhof Wunsch dein Himmel ist, daß 3. Mein Ohr laß Allen sein Haus, daß diese Erde offen sein, die mich um Hülfe bitten; mein Herz und meinen Wandel rein, und ehrbar meine Sitten: damit der Wolluft Zauberei mir nicht durch ihre Schmeicheiei der Unschuld werde. Harjome se sont prerall 8. Dann umfångt uns Heil und Segen; göttliche Zufriedenheit leitet uns auf Würde raube. to dism unsern Wegen zu noch größ- 4. Ach! wo die Unschuld rer Seligkeit. Weihn wir, weicht, da flieht der Tugend Gott, das Herz nur dir, o, Rub' und Stille; da, wo der dann werden wir von hier Wollust Flamme glüht, fehlt einst zu deinem Thron uns selbst der gute Wille. Sie Y 151 wü 338 Pflichten gegen uns selbst. wüthet, tödtet und verheert flieh eitlen Scherz und Zeits weit mehr, als je das Schwerdt vertreib. Des frechen Wiss zerstört, als Pest und Glut lings freier Scherz erniedrigt zerstören. und verderbt dein Herz. 5. In seinem Taumel wie 3. Entzieh' der Wollust vergißt der trunkene Verbre- ihre Kräfte im Schweiße dei cher, daß Gott allgegenwär- nes Angesichts. Der Unschuld tig ist, des Bösen ernster Rå- Schußwehr sind Geschäfte; cher; verfolgt die Tugend oft Nichtsthun, das Neß des Bo mit Spott, verhöhnet dein sewichts. Bei Trägheit und Gesetz, o Gott, und Jesum, bei Müssiggang besiegt uns den Erlöser.jeder böse Hang. 6. Heil dem, der deiner 4. Willst du der Wollust nie vergißt, nicht, Gott, dein Trieb bekämpfen, eh' er die Werk zerstöret, der immer Freiheit dir verwehrt, so such reines Herzens ist, und Men- ihn früh in dir zu dämpfen. schenwürde ehret! Heil ihm, Hat ihn dein Herz zuvor ges froh wird er auferstehn, und nährt, und hast du ihn nicht hohe Freude wird er sehn; gleich erstickt: so wird er denn rein war seine Seele! schwerlich unterdrückt. Ganife A 5. Oft tauschen dich des Mel. Wer nur den lieben Gott. Lasters Triebe, und du er 403. Sei, aller Wollust blickst nicht die Gefahr; off Reiz zu wehren, o Mensch! wird das unerlaubte Liebe, ein Freund der Nüchternheit. was Anfangs nichts als Laß Speis und Trank dich Freundschaft war; ein lans nie beschweren, und stenre ger Umgang macht dich dreift, deiner Sinnlichkeit. Sei dei- und du vergißt, was Unschuld ner Schwachheit die bewußt, heißt. dan ind und meid' oft selbst erlaubte 6. Dein fühlende wird sichs verzeihen, daß es 2. Sei, um die Wollust des Lasters Trieb ernährt; zu verhüten, stets scham- es wird nur seinen Ausbruch haft gegen deinen Leib; laß scheuen, weil dieser vor der nicht dein Auge die gebieten, Welt entehrt, die kleinen Feh Luft. ler Gutes Gewissen. 339 ler übersehn, und so zu gro- jersten Fall, du fällst gewiß ßen übergehn. mehr als einmal. Gellert. mi ni BO] 10thpa pidursa Gutes Gewissen. 7. Ists Sünde nur, die That vollbringen? Jst, der's nicht thut, schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den Triebsa bezwingen, nicht auch den Mel. In allen meinen Thaten. Wunsch der Leidenschaft? Soll 404. Ein ruhiges Gewissen blos dein äußrer Wandel rein, laß, Herr, mich stets geniefolls nicht auch deine Seele ßen, denn, hab' ich dieses ſein? big nur: so ist für mich in Ed1091, 01 Schreckliches in der 8. Begierden sind es, die gen, wo andre ängstlich zagen, uns schånden, und die ver- nichts leßen unsre Pflicht, auch ohne Natur. daß wir sie vollenden; drum 500119 1100 tech 2. Wenn meine Schuld rühme dich der Keuschheit nicht; mich benget, und dann dein es sei denn, daß du durch den Geist bezeuget, daß ich beGeist der Lüfte Herrschaft dich gnadigt bin; wenn mich dein entreißt. id unrost erquicket, so oft mich 9. Denk oft den mächtigen Trübsal dricket: wie unschäßs Gedanken: die Unschuld ist bar ist mein Gewinn! der Seele Glück; er halte, 3. Sollt ich solch ruhig fangst du an zu wanken, dich Leben für Luft der Sünde noch von deinem Fall zurück. geben, und dann die innre Dir giebt dein ganzer Lebens- Pein, mich selber zu veiklas lauf sie nicht zurück, giebst gen, in meinem Busen tradu sie auf. unb gen? Gott, laß dies ferne von open 10. Drum fliehe vor der mir sein! Bollust Pfade, und lockt dich 4. Sein eignes Herz beschmeichelnd ihre Bahn, so kämpfen und seine Neigung rufe brünstig Gott um Gna- dampfen, ist freilich schwere de und Weisheit in Versu- Pflicht; doch, wenn wir uns dung an. Erzittre vor dem besiegen, welch himmlisches Y2 Vers 340 Pflichten gegen uns selbst. Vergnügen gewährt die Ule-/ daß groß der Lohn im Him berwindung nicht! mel sei. 5. Nichts kann im Wohl- 0 ergehen so unser Glück erhö Gellert. ode hen, als ein geruhig Herz. Mel. Es ist das Heil uns. Das schafft uns innre Freu- 405. Dwelch ein unschäßden, und mildert auch im bares Gut ist doch ein rein Leiden durch seinen Troft den Gewissen! Besitz' ich das, so größten Schmerz. hab' ich Muth, wenn andre 6. Die Güter zu verachten, zagen müssen. Dann zittert wonach die Thoren schmach- meine Seele nicht; mich ten, was giebt uns dazu schreckt kein Tod und kein Muth? Was tröstet Gottes Gericht; ich habe Gott Kinder beim Spott der fre Freunde. chen Sünder? ein ruhig Herz, zum das beste Gut. 2. Bin ich mir deiner Huld bewußt und, Gott, bei dir 17. Zu dir gen Himmel in Gnaden, so wohnet Ruh' schauen, o Gott, und mit in meiner Brust, und wer Vertrauen sich rühmen: ich will dann mir schaden? Ich bin dein! im Glauben der seh' auf dich in aller Noth, Erlöften sich deiner Huld zu womit die Zukunft mich be troften: welch Glück, mein droht; mich tröstet deine Liebe. Gott, kann größer sein! 3. Trifft mich auch hier 978Läß'st du mich im Ge- zuweilen noch das Gift der swissen einst diesen Trost ge- Låsterungen; wird meines nießen, wenn alles von mir Herzens Ruhe doch dadurch weicht; kann ich dann voll nicht ganz bezwungen. Fühlt Bertrauen auf dich noch, Ba- sich nur mein Gewissen rein, ter, schauen, so wird mir selbst und meid' ich allen bösen das Sterben Schein; so wirst du mich be 9. laß zu allen Zeiten schützen. mich deine Weisheit leiten, 4. Ich sehe mit Zufriedens und mache selbst mich treu! heit der künft'gen Welt ent Zum Fleiß in guten Werken gegen; sie giebt mir Muth laß mich die Hoffnung stärken: und Freudigkeit auf allen leicht. leicht. Talat mei Gutes Gewissen. 341 meinen Wegen. Denn dort meine Seligkeit! es ist des macht selbst, o Herr, dein Himmels beste Gabe, bas Mund den wahren Werth der höchste Glück schon in der Winne Menschen kund; da wird der Zeit. In Freud' und Leiden Fromme siegen. giebt es hier die wahre Ruh' 20 nodi 5. Bewahre, Gott, mir der Seele mir. für und für ein unverleßt Ge2. Ich bebe nicht, wenn wissen, nie werde dieses Klei- Sünder beben, daß Gott ges nod hier durch Sünde mir ent- recht und heilig ist; mein rissen, Gott, deiner Huld ge- Herz giebt Zeugniß meinem wiß zu sein, dein heilig Recht Leben, daß ich hier wandle nicht zu entweih'n, sei meine als ein Christ, des göttlichen größte Gorge. Berufes werth, der hier mich 6. Laß mich, was mein himmlisch wandeln lehrt. Gewissen spricht, als deine 3. Getrost wag' ichs, vor Stimme ehren, und ja mit Gott zu treten, und, als ein Widerwillen nicht auf seine Kind voll Freudigkeit ihn, Warnung hören. Erinnert's meinen Vater, anzubeten, der mich an meine Schuld, so Schwachheit gnädig mir ver= laß mich, Bater, deine Huld zeiht, und täglich neue Kräfte voll ernster Reue suchen. giebt dem, der sein Wort von Herzen liebt. 73 Durch deine Gnade starke mich, daß künftig mei4. Mit Muth trag' ich des ne Seele die Sünde flieb', Lebens Leiden, und von den und wider dich und dein Ge- Sündern Schmach und Hohn, bot nicht fehle. Denn nur denn des Gewissens reine Freuwer reines Herzens ist nur den sind höher als der Mender kann, als ein wahrer schen Lohn; und was kann Christ sich deines Beifalls Christen mehr erfreu'n, als troften. dessen sich bewußt zu sein? Diterich. 5. Ich eile mit geseßtem Schritte des Lebens letter Mel. O daß ich tausend Zungen. Stunde zu. Es falle dieses Le406. Wenn ich ein rein bens Hütte, ich gehe ein zur Gewissen habe, wie groß ist wahren Ruty; indem mein Geift, 342 Pflichten gegen Gott. fert's ein. e pudoor US Geist, der Gott gelebt, zu sei- kein Lied der Wollust schlänem Ursprung sich erhebt. ¹6. Darum, mein Geist, sei 4. Wohl dem, der in sich stets beflissen, daß unverstell- selbst schon findet, was ihm te Frömmigkeit dir immerdar die Welt nicht geben kann, ein gut Gewissen und Zuver- sein Glück in dem Bewußt sicht zu Gott verleiht. Und sein gründet, daß er nach seidu, mein Gott! regiere mich, ner Pflicht gethan, der höher, denn, o! was könnt' ich ohne als den Ruhm der Welt, ein Dich! freudiges Gewissen hålt! Weiße. 5. In jedem Alter, jeder Mel. Wer nur den lieben Gott. Lage wird's ihm mit Muth 407, Zum Trost in unsern zur Seite steh'n; die kleinste Kümmernissen, zum Licht auf Freude seiner Tage durch unfrer Pilgerbahn, gab uns und wo Versuchungen ihm Gottes Beifall weit erhöhn; der Schöpfer das Gewissen; drau'n, fein Führer und sein dies zeigt uns jeden Irrweg Retter sein. an, mahnt Sünder noch zur rechten Zeit, und schenkt dem Frommen Seligkeit. no dim 6. Sein Troft im Schmerz, sein Freund in Sorgen; o 2. Hátt'st du ein Parapies Unschuld, welch ein Freund bist auf Erden, und wärst dir du! erwachst mit ihm am frü schwerer Schuld bewußt, so hen Morgen, drückst Abends würd' es dir zur Hölle wer- ihm die Augen zu; erquicft den; die Hölle war in deiner durch sanften Schlummer ihn, Brust. Ein Königreich ver- und Gram und Sorgen müssen tauſchteſt du bei ihren Qualen fliehn. gern um Ruh'. 7. Du lehrest, wenn ich 3. Ob du auch über Meer' schuldlos leide, Geduld mich entflöheft, und einen men- in der größten Pein; das schenleeren Ort zu deiner kleinste Glück, die kleinste Wohnung auserfähest: dich Freude muß mir bei dir firafer dein Gewissen dort; Entzücken fein; die Hütte kein Jubel wird es überschrei'n, wird mir zum Palaft, wenn fie Fleiß im Guten. 343 sie mit mir auch dich umfaßt. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Stärke, laß ihn 8. Wenn mich die treue- durch Menschenliebe thätig sten Begleiter verlassen in Ge- sein, daß man an seinen fährlichkeit, erhält mich Un- Früchten merke, er sei nicht schuld stark und heiter, im eitler Traum, kein falscher Drange, voll Entschlossenheit. Schein; er stårke mich in Ich beb' auf Wegen meiner meiner Pilgrimschaft, und Pflicht vor tödtlicher Berfol- gebe mir zum Kampfe Muth gung nicht. und Kraft. 9. Und einst, wenn ich 3. Laß mich, so lang' ich vollendet habe, mein letzter hier soll leben, auch an dem Schweiß die Stirne deckt: bösen Tage sein vergnügt wohl meinem Herzen dann am und deinem Willen mich ergeGrabe, wenn mich kein inn'- ben, der mir zum Besten alles rer Richter schreckt! Dann, weislich fügt; gieb Furcht und Trost der Unschuld, führe du Demuth, wenn du mich bemit Freuden mich dem Him- glückst, Geduld und Trost, mel zu! wenn du mir Trubsal schickst. Piranger. 4. Ach! hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht Fleiß und Beständigkeit im dir ewig Dank und Ehre brinGuten. Mel. Dir, dir Jehovah. gen, dir, der du alles haft so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir ge408. Laß mich, o Herr, in weiht, dein Lob verkündigen allen Dingen auf deinen Wil- in Ewigkeit. bidino Bollikofer. len sehn, und dir mich weihn; gieb selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Mel. Komm her zu mir, spricht. Herz dir ganz geheiligt sein. 409. Streb' in der Tugend Nimm meinen Leib und Geist immer mehr zu wachsen, Christ, zum Opfer hin; dein, Herr, und siel)' umber vom Staub ist alles, was ich hab' und bin. bis zu den Sternen; dir gebe jeder 344 Pflichten gegen uns selbst. jeder Gegenstand von Gottes- gen zu finden. Laß ohne from und von Menschenhand Gele- men Unterricht und ohn' Er genheit zu lernen. munterung zur Pflicht dir kei 2. Der große Schauplah nen Tag verschwinden. der Natur ist voll von hoherm inges Weisheit Spur, des Menschen i Geist zu nähren. Die Blumen auf der freien Au, der kleinsten Thiere schöner Bau, Rechter Gebrauch der Lebenszeit. noorhoor yox, toll! was können die dich lehren! Mel. Wer nur den lieben Gott, 3. Der Jahreszeiten fteter 410. Es eilt der letzte von Kreis, ihr Wechsel sporne dei- den Tagen, die du hier lebst, nen Fleiß, viel Gutes zu ver- o Mensch, herbei; erkauf die richten! Dich warne schneller Zeit, und statt zu klagen, sie Stunden Flug vor Müßig- sei zu kurz, gebrauch' sie treu. gang und vor Verzug in Ue- Nimm mit erkenntlichem Ge bung deiner Pflichten. müth der nahen Stunde wahr, 4. Sieb, welchen Unter- sie flieht. la mi richt enthält für dich die ganze 2. Getäuscht von eiteln Menschenwelt, ihr Glück und Kleinigkeiten verlierst du dei ihre Leiden! Des Reichen und nes Lebens Zweck, verschiebst des Armen Loos lehrt in des dein Heil auf ferne Zeiten, Mittelstandes Schooß dich Un- und wirfst, so sicher, Jahre weg. geduld vermeiden. Bist du, zu kühner Sterbli 5. Ein Leiden, das die cher, des nächsten Augenblickes Brüder drückt, soll dich, wo Herr? es dein Aug' erblickt, auf ern- 3. Ein ewig Glück einst zu stes Denken leiten, und auf besitzen, dazu sollst du des Leein ähnliches Geschick,( denn bens Zeit als deine kurze wandelbar sind Zeit und Saatzeit nißen, und thun, Glück,) dich christlich vorbe- was dir der Herr gebeut; als Vater will er deine Ruh, reiten. 6. Wohl dir, wenn so dein die Zeit flicht hin, was säuGeist sich übt, in Alle dem, mest du? was dich umgiebt, Belehrun- 4. Drum eil' und rette beine 345 Rechter Gebrauch der Lebenszeit. ne Seele, und denke nicht: Herr! Er schwingt sich über ein andermal! Sei wachsam, Grab und Welt zu dir, wenn ber und überzähle der Men- seine Hütte fällt. nad fchentage kleine Zahl. Seim Neander. fromm und wandle vor dem A Herrn, wär' auch dein Ende Mel. Jesu, der du meine S. noch so fern. D 411. Gleich dem Blit, der 5. Mit jedem neu geschenk- Wolken theilet, schwindet unsre ten Morgen erwecke dich zu Lebenszeit. Wie ein Pfeil dieser Pflicht! Sprich: dir, zum Ziele eilet, fliehet sie zur o Gott, ist nichts verborgen; Ewigkeit. Ach, mit Ernst im ich bin vor deinem Angesicht, Angesichte ruft der Tod uns und will, mich deiner Huld zu zum Gerichte, und Verwerfreun, mein Leben gern derfung oder Heil wird dort ewig Tugend weihn. T uns zu Theil.nierblue Anl 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. 2. Seele, wiß es nicht vergebens: klein ist deiner Tage Du ſchenkst, Zahl! Thatst du jeden Schritt daß ich mein Heil erwähle, des Lebens mit Bedachtsamso huldvoll mir noch diesen keit und Wahl? Saume nicht, Tag. Was ist nicht eine dich selbst zu richten! Forsche Stunde werth, die deine Güte nach des Glaubens Früchten! mir gewährt. id Frage: bin ich auch bereit, wenn 7. Wohl mir, wenn ich aus Gott ruft zur Ewigkeit? allen Kräften nach wahrer Weisheit hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Er- dem Ziele deiner kurz gemeßdentage durchgelebt, und dann nen Bahn. Willst auch du mit Freuden sagen kann: nun dich, wie so viele, diesem Ziel mit Leichtsinn nahn? O wie fångt das beßre Leben an! Ad 3. Nah vielleicht bist du 8. Mein schwaches Flehn viele deiner Stunden sind schon an meinem Ende hörst du schnell dahin geschwunden! Ist bann, Herzenskündiger; in wohl diese Stunde dein, kanns nicht auch die letzte sein? deine treuen Vaterbände empfehl' ich meinen Geist, o 4. Wåg' ich 4. Wag' ich selbst von je dem 346 Pflichten gegen uns selbst. dem Tage meine Sünd und Thätigkeit täglich, Gott, vor Tugend ab; o wie steiget hier Augen sein, mich darum die die Waage! o wie sinkt sie dort Trägheit scheun. dub hinab! Kann ich so vor Gottes 5. Steb mit deiner Kraft Throne freudig stehen? Ist mir bei, daß ich, meiner Pflicht die Krone, die den Frommen getreu, dir zum Preis und mir Gott verhieß, mir, so wie ich zum Glück nüße jeden Aubin, gewiß? genblick. nosį 5. O, beginn ein neues Le- 6. Dann vertausch' ich diese ben! Fang es diesen Tag noch Zeit ruhig mit der Ewigkeit, an! Ernstlicher sei dein Be- und vor deinem Gnadenthron streben! Richtiger sei deine find' ich meiner Arbeit Lohn. Bahn! Keinen Augenblick, mit Sünden schwer belastet, Mel. Meinen Jesum laß ich n. laß verschwinden! Nüße red- 413. Herr, ich hab' aus deilich deine Zeit, Seele, für ner Tren, mir zum Heil, noch die Ewigkeit! Zeit in Händen. Gieb, daß ich beslissen sei, sie auch weisMel. Gott sei Dank in aller. lich anzuwenden; denn wer 412. Gott, du meiner Ta- weiß, wie bald zur Gruft deis ge Herr, hilf mir, daß ich ner Versicht Wink mich ruft? Sterblicher, eingedenk der 2. Unaussprechlich schnell Ewigkeit, weislich uüße meine entfliehn die mir zugezählten Zeit! Stunden: wie ein Traum sind 2. Jede Stunde, da mein sie dahin und auf ewig mit Geist sich dem Erdentand ent- verschwunden: nur der Augenreißt, bringt mir, flieht sie blick ist mein, des ich mich gleich dahin, dennoch ewigen noch jetzt kann freun. Gewinn. 3. Laß, bei ihrer Flüchtig3. Jede Stunde, da ich hier keit, mich, mein Gott, doch nie Andern nüße, und vor dir red- vergessen, wie unschäßbar sei lich handle, dauert dort stets die Zeit, die du hier uns zuges in ihrem Lohne fort. messen; wie, was hier von 4. Laß mir diesen Werth uns geschieht, ew'ge Folgen der Zeit und der frommen nach sich zieht. 4. Rei Rechter Gebrauch der Lebenszeit. 347 4. Reize mich dadurch zum Herz mit Gram und Reu'; Fleiß, eh' die Zeit des Heils und den entfloh'nen Augenverlaufen, mir zur Wohlfahrt, blick bringt kein Gebet, kein dir zum Preis, jede Stunde Fleh'n zurück. auszukaufen, die zu meiner 2. Laß jeden meiner AuSeligkeit deine Gnade mir genblicke, o Gott, mir innig verleiht. theuer sein; laß mich die Zeit 5. Deine schonende Geduld zu meinem Glücke nie durch trage hier mich nicht verge- der Sünde Dienst entweily'n, bens! Ach, vergieb mir meine nie durch die Luft der EitelSchuld, daß so manchen Theil keit, die uns verblendet und des Lebens ich zu meiner Seele zerstreut. Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. 3. Noch ist es Tag; jeht laß mich Werke der Tugend 6. Laß mich meine Besse- wirken, eh' die Nacht, wo nierung für mein Hauptgeschäfte mand wirkt, erscheint; jetzt achten, und nach meiner Hei- stärke mich deine Lieb' und ligung mit so regem Eifer deine Macht. Wie viel ist trachten, als erwartete noch noch für mich zu thun! und heut mich Gericht und Ewig- ich, ich sollte jetzt schon ruhn? feit, of 7. Deine Gnade steh' mir 4. Auf, auf, mein Geist, bei, daß mein Leben auf der laß keine Stunde des Lebens Erde reich an Eugendfrüchten ungenüßt vorbei. Auf, schwör sei, und ich reif zum Himmel es jetzt mit Herz und Munde, werde.. Nahet dann mein und sei dem ernsten Schwur Ende sich, o so stark und getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Autröste mich! genblick geweiht! Diterich. 5. Dann seh' ich an der Mel. Wer weiß, wie nahe mir. Laufbahn Ende getroft auf 414. O daß von meinen meine Tage hin, und sage: Lebenstagen doch keiner ganz Herr, durch deine Hände emverloren sei! Verlorne Stun- pfing ich, was ich hab' und den, ach! sie nagen zu spåt das bin. Hier ist mein Tagewerk! nicht 348 Pflichten gegen uns selbst. nicht mein, dein ist der Ruhm, Leib begråbt, dein Werk und die Ehre dein. od dein Gedächtniß lebt. is Niemeyer. 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht Mel. Ich sterbe täglich, und. peine Pflicht erfüllst, du hast 415. Wo eilt ihr hin, ihr den Tag nicht überflüssig, den Lebensstunden? Zeit, Zeit! wo fliebst du hin? edle du so frech verschwenden willst: Wie dies ist der wichtigste Ver mancher Tag ist schon ver- lust, wenn du die Zeit be schwunden, seitdem ich auf der dauern mußt. Erde bin! Ein großer Theil 6. Gieb dir von einem je von meiner Zeit ist schon im den Tage, den Gott dir schenMeer der Ewigkeit. re ket, Rechenschaft; durchdenk 2. Ermuntre dich aus dei- ibn, leg' ihn auf die Waage: nem Schlummer! auf, Seele, vollbrachtest du ihn tugendauf, ermuntre dich! Dies sei haft? hast du nach Möglichdein Gram, dies sei dein Kum- keit gethan, was Gott von mer, daß mancher Tag um- dir einst fordern kann? sonst verstrich! Der unge 7. Herr meiner Tage, fei mußte Augenblick ist strafbar doch künftig mein Heil und und kommt nie zurück. meines Lebens Kraft; fo leb 3. Der Sinnliche durch ich als ein Mensch vernünf lebt die Jahre, el er des tig, und als ein Chrift ge Lebens Werth versteht; er na- wissenbaft; so dank ich dir in het früber zu der Bahre, als Ewigkeit noch für die mir ge er den Weg zur Tugend geht, schenkte Zeit.de Was ist ein Menschenleben werth, das ungemüht vorüber fährt? What of Liebich. 4. Mensch, sei ein Mensch! fang an zu leben, und püßlich Himmlischer Sinn. für die Welt zu sein! Fang Mel. Der goldnen Sonne Lauf. an, dem Guten nachzustreben, 416, Mein Leben ist ein bring' das Versäumte deppelt Prüfungsstand, Rub' find ich ein, daß, wenn man deinen nicht auf Erden. Der Him mel Himmlischer Sinn. 349 mel ist mein Vaterland, dort digkeit, den Weg der Pflicht werd' ich selig werden. Ich zu gehen, laß mich mit Unersuche jene Stadt, die Gott er- schrockenheit in Noth und Tod bauet bat. Mein Leben ist fest stehen. Fall ich, so hilf ein Prüfungsstand, der Him- mir auf, und stärke mich im mel ist mein Vaterland. Lauf: so kann ich sterbend dir 2. Ich eile nach der Ewig- vertraun und selig einst dein keit, hier ist nicht, was ich Antlitz schaun. ift nich wähle. Gott, maché du mich and 1100 10 recht bereit, bewahre meiner Seele! Wie leichte Schat- Mel. Ich dank' dir schon. ten fliehn, so eilt mein Leben 417. Christ, erhebe Herz hin. Gieb, daß ich, als ein wahrer Christ, stets suche, was und Sinn! was hangst du an im Himmel ift. Tots der Erden? Hinauf, binauf Faku 3. Der Weg ist schmal und zum Himmel hin! ein Chrift weit das Ziel, nur wenig sind muß himmlisch werden. der Freuden! doch Feinde hat 2. Was bist du in der der Fromme viel, muß man- Welt? Ein Gast, ein Fremdches Elend leiden. Hier trifft ling und ein Wandrer! Wenn oft Hohn und Spott den, der du kurz hausgehalten haft: dich ehrt, o Gott; und den- so erbt dein Gut ein Andrer. noch solls ihn nie gereun, 3. Was hat die Welt? dein Pilger und dein Freund Was beut sie an? nur Zand zu sein. und eitle Dinge. Wer einen 4. Laß auf der Selbstver- Himmel hoffen kann, der leugnung Pfad, du Freund schätzt die Welt geringe der achten Frommen, auf dem Wer Gott erkennt, kann dein Fuß gewandelt hat, auch mich zum Ziele kommen. Hilf Niebre lenken? Nur wer an miro Jefu Chrift, der du 1. Dosip der wohl noch den Sinn aufs So mein Heiland bist. Streit ich Gott denkt, denket hoch. mit dir nur ſtandhaft hier, so müssen Christen denken. herrsch ich ewig auch mit dir. 5. Der Christen hohes Bür5. Berleihe mit Bestán- gerrecht ist dort im Vaterlandr. hunchispan Lampe. 350 Pflichten gegen de. Der Christ, der irbisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stande. Mel. Wer nur den lieben Gott. 6. Dort ist der Müden 3u- 418. Des Leibes warten fluchtsort, wo Jesus Hüttenes Leibes warten bauet; der Pilger Heimath: Schöpfer, meine Pflicht. und ihn nähren, das ist, o dort, nur dort wird Jesus angeschauet. dsilt st and Muthwillig seinen Bau zerstören, verbietet mir dein Un7. Dort ists den Engeln terricht. D, stehe mir mit süße Pflicht, der Gottheit Weisheit bei, daß diese Pflicht Rühm zu singen. Freund mir heilig sei. Gottes, sehnest du dich nicht, 2. Sollt' ich mit Vorfaß mit ihnen Gott zu singen? das verlehen, was du so wun 8. Dort wohnt Gott, Ba- derbar gemacht! und nicht ter, Sohn und Geist, mit vielmehr, es werth zu schäßen, Licht und Glanz umgeben. Dmit weisem Ernste fein be Glück, das mir dein Gott ver- dacht.is Schöpfer, auch heißt! wo Gott lebt, sollst du mein Leib ist dein; wie durft leben, da gul ich sein Zerstörer sein? uns selbst. Sorge für Leben und Gesundheit. Bes 9. Dort herrscht dein Hei- 3. Ihn zu erhalten, zu land, Jesus Christ. Du, los schüßzen, giebst du mit milder von den Beschwerden, sollst Baterhand die Mittel, die dem, durch den du selig bist, dazu uns nüßen, und zum Ges an Klarheit ähnlich werden. brauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu 10. Hilf stets, mein Hei- klein; wie sollte sie denn mir land, hilf du mir, daß ich den es sein? Geist erhebe, und daß ich jetzt 193 uni und ewig dir zu Ehren denk und lebe. 4. Gesunde Glieder, muns tre Kräfte, wie viel sind die, mein Gott, nicht werth! Wer nem taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib min10? mi ned igbeschwert? Gesundheit het asdod sind und ein 3000 des not Leben und Gesundheit. 351 ein heitrer Muth sind doch der Erde größtes Gut. Mel. Herzliebster Jesu, was. 12011 www 5. Drum gieb, daß ich mit 419. Du hast mir, Gott, Sorgfalt meide, was meines den Leib, du hast sein Leben Korpers Wohlfein stórt, daß zum Dienste meiner Seele nicht, wenn ich zje Krankheit mir gegeben. Auch ihn soll leide, mein Geist den innern ich erhalten, vor Gefahren Vorwurf bort: Du selbst bist auch ihn bewahren. Storer deiner Rub, du zogst dir selbst dein Ulebel zu. 2. Ich soll ihn pflegen; soll, zu edlen Werken, durch 6. Laß jeden Sinn und alle Nahrung ihn und auch durch Glieder mich zu bewahren, Freude stärken; soll ihn durch achtsam sein; und drückt mich keine Weichlichkeit entehren; eine Krankheit nieder, so flöße nicht selbst zerstören. selbst Geduld mir ein. Gieb 13. Dungabst ihn zum Ges OLD SO JAY and frohen Muth, und dann ver- nusse vieler Freuden und auch leih, daß auch des Arztes zur Duldung ehrenvoller LeiRath gedeih. den: damit ich unter ihrer 7. Doch gieb, daß ich nicht edlen Bürde vollkommner übertreibe, was auf des Kör- würde. pers Pflege zielt; nein, stets 0019% 104, 1911 4 Ich soll ihn üben, daß 1 in jenen Schranken bleibe, er Kraft gewinne; beherrschen die dein Geset mir anbefiehlt. männlich jede Lust der Sinne: Des Lebens Wohl laß nie damit ich nicht der Jugend allein das Ziel von meinen Fleiß und Mühenverzártelt Gorgen fein. anism das fliehendada indie 18 Mein größter Fleiß auf 51 Drum hilf, daß ich verdieser Erde sei meinem Geiste, nünftig ihn erquicke, aundjes Gott pgeweiht, daß er zum den Reiz zur Ueppigkeit er Himmel weise werde noch hier sticke: daß Trägheit nie, nie in dieser Uebungszeit; so wird stráfliches Vergnügen das Herz sich Leib und Seele dein in besiegen. ma od 09 alle Ewigkeit erfreun, sds 16. Laß mich ihn nie durch me dun 114 Diterich. Vollerei entehren, Unmäßigu mi ti dan diteit nie seine Kraft zerstören: er 352 Pflichten gegen uns selbst. er fei im Alter, wie in früher ßer wird mein Glück dort Jugend, geweiht der Tugend. sein. TR 5119 7. Spür ich der Krankheit 3. Sollt ich dies Glück mir Gift in seinen Theilen, so laß rauben? D Herr, laß mir im mich nur zu solchen Mitteln Glauben der künft'gen Erndeilen, womit des Arztes Kunst tezeit, mein Leben hier auf Erdie Kraft zum Leben kann nen den so werth und wichtig wererheben. nd no orden, als es mir selbst bein 8. Gieb mir Geduld in al- Wort gebeut! jidht len seinen Schmerzen: daß 4. Mir selbst es zu verkürich, voll Zuversicht in meinem zen, mich in den Tod zu stürHerzen, auf deine Hülfe hoff, zen, ist wider meine Pflicht. und seine Plage gelassen trage. Ein redliches Gemüthe lohnt 9. Zerstör' ich ihn nur selbst nie mit Undank Gute; ent nicht: no, so werde er einstweicht auch dem Berufe nicht. auch wieder, was er erst war, 5. Was leicht in Krankheit Erde! Bollkommner wird er stürzet, das Leben leicht verauferstehn zu Freuden einst kürzet, laß mich mit Sorgfrei von Leiden. falt fliehn; doch auch nicht and nid di Moj Cramer. angstlich sagen, für meine nahinnaded snator Pflicht zu wagen, was du Mel. In allen meinen Thaten. mir, Gott, für sie verliehn.. 420. Was ist mein zeitlich 6. In deine Baterhånde Leben, das du mir, Gott, ge- befehl ich, Herr, mein Ende, geben? Ein unschäßbares Gut. und meiner Tage Lauf! Du gabft mirs, hier auf Er- sei, mein ganzes Leben hier dir den zum Himmel reif zu wer zum Dienst ergeben; hilf du den, worauf mein wahres Glück nur selbst der Schwachheit beruhtinas and is auf! hon sasson stisen tod s 2. Hier wird die Saat ge- 7. Was nüßt ein langes streuet: dort erndtet man er- Leben, wenn man nicht, Gott freuet der Tugend Früchte ein. ergeben, nach wahrer Zugend Je langer ich hier lebe; und strebt? Wer Gott und Mengut zu handeln strebe, je grö- schen liebet, und sich im Gus ten Mäßigkeit im Genuß. 353 ten übet, nur der hat lang' wiß kein Laster mich entkräfund wohl gelebt. ten. Diterich. 6. Gieb, daß ich meine Lebenskraft, die deine Güte Mel. Ich weiß, mein Gott. mir verschafft, aufs nüßlichste 421. Wem Gott Gesund- verwende, und meinen Lauf heit hier verleiht, der hat von zu deinem Ruhm und Andrer Gütern dieser Zeit gewiß die Glück vollende. größte Gabe. Allgütiger! wie froh bin ich, daß ich Gesundheit habe. 7. Doch schickst du mir auch Krankheit zu: so gieb Geduld, gieb Seelenruh, das Leid mir 2. Daß ich sie habe, dank zu versüßen. Mein Trost im ich dir, nur du, mein Vater, Schmerz sei deine Huld, ein haft sie mir aus großer Huld ruhiges Gewissen. geschenket. 8. Und bringt die KrankDein ists, daß beit mir den Tod, so müsse ich noch immer bin und mich mich der Trost, o Gott! zum frohen Muth erheben: nicht 3. Erhalt dies Glück mir Tod, nicht Krankheit trifft fernerbin; gesund erhalte je mich mehr in jenem bessern den Sinn, so lang' ich leb auf geben. kein Uebel frånket. Küster. Erden; laß seines richtigen Gebrauchs mich nie beraubet werden. Auf Man 4. Der Sünde folgt Ver- Mäßigkeit im Genuß der derben nach, bald dies bald Güter und Freuden." jenes Ungemach, an Leib und Seele Schmerzen. Fern seis Mel. Nun ruhen alle Wälder. von mir, durch eigne Schuld 422. Den Menschen zu erGesundheit zu verscherzen. gößen, hat die Natur an 5. Ein gleicher Muth in Schäßen den reichsten UeberFreud' und Leid, zufriedner fluß. Und winken alle Gaben, Sinn und Mäßigkeit und die wir vom Schöpfer haben, Ordnung in Geschäften, dies uns nicht zu fröhlichem Gesei mein Ruhm: so wird ge- nuß? 3 2. Ge 354 Pflichten gegen uns selbst. 2. Genieß, genieß, so fo- gierde in seiner Brust be dert ein Trieb der in mir lo- zwingt, und nüchtern und be dert, die Gaben der Natur. scheiden die reinen TugendDu darfst sie all' genießen, so freuden, und nicht der Wol spricht selbst mein Gewissen: lust Gifte trinkt! doch mit Vernunft und Weisheit nur! 8. Mit heiterem Gemüthe sieht er dann Gottes Gute 3. Unmäßig im Genusse, sich jeden Tag erneun. Nur sinkst du vom Ueberflusse, in er kann an den Schäßen der Dürftigkeit berab, und stür- Welt sich mehr ergößen, nur zest all die Deinen, eh's oft er sich seines Lebens freun. die Armen meinen, hinunter in des Hungers Grab. 9. Drum laß mich, was 4. Bergiftest deine Säfte, bienieden du mir, mein Gott, und lähmest deine Kräfte, und beschieden, als ein Geschenk lad ft dir Senden auf. Und von dir, mit rubigem ewissen Thränen heut und Klage, und und Nüchternbeit genießen, morgen Harm und Plage be- und nimm dann meinen Dank zeichnen deinen Lebenslauf. dafür! 5. Durch deiner Lüfte Fehle verderbt an Herz und Seele, Mel. Nun danket alle Gott. trifft Schande dich und Spott; 423. Du, der so gern bedoch nicht nur Sport und glückt, gern Freuden uns be Schande, auch Fluch in je- reitet, wie selig, wer, von dir, dem Lande trifft dich, und an Baterband geleitet, nur Fluch dereinst vor Gott. dann sich glücklich fühlt, wenn 6. Im Frühling deiner er zu dir sich hält, und nur Jahre machst du dich reif zur Vergnügen sucht, das dir, o Bahre, und Niemand weint Gott, gefällt. dir nach. Und wenn vielleicht 2. Wie selig, wenn sein die Deinen an deiner Gruft Geist zu dir, durch den er le auch weinen, beweinen sie nur bet, durch den er denkt und deine Schmach. wählt, sich oft und gern erbe7. Drum Heil, wer seiner bet; wenn er die Freude kennt, Würde gedenkt, stets die Be- sich deiner Huld zu freun, die Freude Måßigung im Genuß. 355 Freude, immer sich der Tu- stets bei frommer Häuslichgend nur zu weihn! feit. 3. Wie selig, wenn er selbst 7. Der Tag der Fröblichder Erde kleinre Freuden mit ren!( Denn nicht zu stetem keit sei niemals ganz verloMaaß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Scherz und Spiel ward ich Nach arbeitvoller Müty ist geboren,) Erholung sei er mir; schuldlos ihr Genuß; wer nur Guten mehr zu thun, so oft es stårke sich mein Muth, des der Freude lebt, fühlt endlich ich ausgeruht. Ueberdruß. 8. Nie můß' durch meine 4. D gieb, Allgütiger! gieb Luft der arme Bruder leiden! daß auch meine Seele, wenn Der Tag, der mich beglückt, sie nach Freude strebt, nie sei ihm auch Tag der Freujene Freuden wähle, die end- den! Ist er verlebt: wohl lich doch gereun; es schlage mir, wenn er mich nie gereut! meine Brust, durch Laster Nie scheid' er ohne Dank für nicht entweiht, nur für die den, der mich erfreut. reine Luft. Niemeyer. 5. Laß meine Tage mich Mel. Ich weiß, mein Gott. durch eitles Spiel nicht töd- 424. Gott schuf in aller ten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Menschen Brust die Neigung Nach treu vollbrachter Pflicht, zu erlaubter Lust, und gönnt darf ich der Ruh mich freun; uns gerne Freuden; nur will doch keinen Augenblick des La- er, wenn sie strafbar sind, daß sters Freuden weihn. wir sie sorgsam meiden. 2. Wenn wir in unserm 6. Vernunft und Tugend Wirkungskreis, durch fortgefei Gefährten meiner Freu- seßten treuen Fleiß, gern für den! Dem Schwelger laß Geschäfte leben; so darf uns mich nie sein kurzes Glück be- auch die Sinnenlust Ruh' und neiden! Was mir an Reich- Erholung geben. thum fehlt, ersetzt Zufrieden3. Sie, die des Geistes heit; der frohste Sinn wohnt Munterkeit, und unfers Kör32 pers 356 Pflichten gegen uns ſelbst. pers Kraft erneut, vermehrt auch fröhlicher Genuß ist Tu auch das Bestreben, durch gend: nur immer sei er unEifer im Beruf und Fleiß für schuldsvoll und rein. Für Menschenwohl zu leben. mich hat Gott in jeder Jah 4. Doch jede Lust hat ihre reszeit mit Freuden dieses Le Zeit, Gott, der den Fleiß als bens Pfad bestreut. Pflicht gebeut, kann sie uns 2. Gott füllet seine schöne nicht erlauben, wenn wir, von Erde mit neuem Vatersegen ihrem Reiz verführt, die schön- jedes Jahr, daß sie der Freude ste Zeit uns rauben. Schauplaß werde für seine gu 5. Beim lange dauernden ten Kinder immerdar. Laut Genuß erweckt sie Unmuth, tonet überall der Schöpfung Ueberdruß und Stillstand im Ruf: Gott liebt die Menschen, Geschäfte, vermehrt den Trieb die er einst erschuf. zum Müssiggang und tödtet 3. unsre Kräfte. nimm Folg' diesem Rufe, die Freude mit frohem 6. Sich immer jeden Tag Sinn, die dir dein Vater zerstreun, die Sinnenluft zu beut; freu' dich, so oft im oft erneun, nach Zeitvertreib Blumenkleide sich rings um nur streben, zerstört den Keim dich die schöne Flur erneut; fo der Thätigkeit, und heißt nicht oft die volle Uehre niedersinkt, würdig leben. so oft im Herbst dir Gottes 7. Gott, laß mit eifrigem Segen winkt. Bemühn verbotne Sinnenluft 4. Freu' dich der Erde, mich fliehn, und keine Freuden doch genieße die Lebensfreuwählen, die, weil sie das Ge- den nie allein für dich, geser verbeut, das Herz mit theilte Luft ist doppelt süße, Rene quälen. und höh're Luft und Wonn' erfüllet dich, wenn deine Hand der Brüder Thránen stillt, Mel. Dir, dir, Jehovah, will. ihr banges Herz mit süßem 425. Gottwill, ich soll mich Troft erfüllt. Mager. meiner Jugend und dankbar 5. Dann blüht mit größe jeder Zeit des Lebens freun; rem Entzücken die ganze Schöpfung Mäßigung im Genuß. 357 pfung Gottes um dich her; 3. Der Freude Taumel reizt dann weht ein sanfteres Er- die Jugend; und ein unsel'ger quicken die Luft dir zu, von Augenblick raubt ihr GesundBlumendüften schwer. Der heit, raubt ihr Tugend, und Sonne Licht strahlt heller dei- mit ihr jedes Lebensglück. D, nem Pfad bei dem Bewußt- nur Genuß mit Mäßigkeit vers sein einer guten That. edelt unsre Lebenszeit. 6. Genieße, was dir Gott gegeben, doch so, daß nie dein Mel. Wer nur den lieben. frohes Herz vergißt, daß jede 427. Wie mannigfaltig find Freud' im Erdenleben Ermun- die Gaben, wodurch uns, Herr, terung nur zu deinen Pflichten dein Wohlthun nährt, und die, ist. Gott giebt zwar Freuden den Geist und Leib zu laben, und für sie Gefühl; doch Zu- uns täglich deine Hand ge= gend ist des Menschen hohes währt! Auch das, was unZiel. ser Mund genießt, zeigt uns, wie gütig, Gott, du bist. Schink. Mel. Wer nur den lieben. 2. Du segnest Uuen und Ges 426. Uns zu beglücken bier filde mit unerschöpfter Fruchtauf Erden, verleih uns Gott barkeit, die deine väterliche der Frenden viel; doch End- Milde und Allmacht jedes zweck sollten sie nie werden, Jahr erneut, damit der Mensch, nie unserer Wünsche böchstes von Sorgen frei, Ziel; dies sollte nur die Tu- werd' und dankbar sei. gesättigt gend sein, drum, Christen laßt uns måßig sein. 3. Du giebst uns Brod für unser Leben, und lässfest 2. Wie bald versiegt der auch, uns zu erfreun, die Quell der Freuden, der jetzt Mittel, die uns Nahrung geso schön und heiter fließt! bald ben, so viel, so mannigfaltig folgen dem Genusse Leiden, sein. Wie angenehm ist der wenn man nicht mit Vernunft Genuß von dem, was uns genießt. Nur der Genuß mit ernähren muß. Maßigkeit schafft bleibende Zufriedenheit. 4. Doch laß uns måßig im Genusse der Gaben deiner Güte 358 Pflichten gegen uns selbſt. Güte sein, und nichts von dei- Dank auf dich, den Geber, nem Ueberflusse, o Gott, durch sehn; auf dich, der du uns Schwelgerei entweihn; denn zärtlich liebst, uns Nahrung Mäßigung und Nüchternheit, und Erquickung giebst. das ist die beste Dankbarkeit. Cramer. 5. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht keinem wahren Christen an; Nechter Gebrauch der irdi: schen Güter. Mel., Herr, wie du willt. dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und 428. Herr laß mich doch Krankheit, Schmerz und Tod gewissenhaft mein zeitlich Gut erzeugt. verwalten: Gieb Gieb du du mir 6. Die Schwelgerei zer Weisheit, gieb mir Kraft, stört die Kräfte zur Arbeit, damit wohl bauszubalten; auf zeuget Müssiggang, Haß ge- daß ich, im Geringern treu, gen nüßlicheeschäfte, Be- durch deine Gnade fähig sei trug und Schwermuth, Streit zu größern Gnadengütern. und Zank; erniedrigt unters Thier herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. 2. Mein Hab' und Cut kommt nur von dir; es ist 7. Ach, mancher starb schon dein milder Segen. Nicht längst und modert, durch zum Verderben gabst du mir Trunk zu früh ins Grab ge- du gabst es mir zum wahren mein zeitliches Vermögen; streckt, von Gott zur Rechenschaft gefodert, weil Rene nimmer ihn erweckt. Gott, laß mich ja dies Laster scheun, enthaltsam, måßig, nüchtern sein! Wohl. So bilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergånglich, wie die Er8. So oft ich Speis und de. Gieb, daß ich nie zum Trank genieße, so laß es mit Uebermuth dadurch verleitet Vernunft geschehn, und, daß werde. Nie reiß ein irdischer ich beides mir versüße, mit Gewinn mein Herz so weit zum 359 zum Eiteln hin; daß ich mein Heil vergesse. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; dies laß mich 4. Was nüßte mir die stets erwägen; so brauch' ich, ganze Welt mit allen ihren Gott, gewissenhaft den mir Schäßen, verblendete mich Gut vertrauten Segen. Wohl dem, und Geld, mich dir zu wider- der mild ist; denn er hat in seben? Verschmähe ich, was seinem Reichthum eine Saat dein Wort begehrt, was mir zu einer ew'gen Erndte. ein ew'ges Heil gewährt, wie elend würd' ich werden! Havecher. Gebrauch irdischer Güter. 5. O schenke, Bater, schenke Mel. Nun danket alle Gott. mir nur deines Geistes Ga- 429. Laß mich doch nicht ben; so werd' ich, reich genug o Gott, den Schäßen dieſer in dir, die besten Güter ha- Erden so meine Neigung ben; so bin ich sicher deiner weihn, daß sie mein Abgott Huld, voll Freude, Friede werden! Oft fehlt beim Ueund Geduld; nichts fehlt dann berfluß doch die Zufriedenheit, meiner Seele. und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bó2. Ein Gut, das unsern sen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reitchum nicht Geist wahrhaftig soll beglükerlöfen. Er nüßet mir im ken, muß nicht vergånglich Tode nichts, und kann am sein, muß für den Geist sich Tage des Gerichts nicht meine schicken. Der Thor hat Geld Seele retten. und Gut; er hat's, und 7. Lebr du mich weise wünscht noch mehr; noch imSparsamkeit, um das nicht mer bleibt mein Herz von zu verschwenden, was du mir wahrer Ruhe leer. gabst; nein, in der Zeit es 3. Ein weises, frommes nüßlich anzuwenden. Laß Herz das sei mein Schaß auf mich damit aus Dankbegier Erden! Sonst alles, nur auch meinem Nächsten, nicht nicht dies, kann mir entrissen bloß mir, des Lebens Muhy' werden; es bleibt im Tode erleichtern. mein und folgt mir aus der Zeis 360 Pflichten gegen uns selbst. Zeit zum feligsten Gewinn, 5. Der Geiz, so viel er an bis in die Ewigkeit. Gellert. 7. Dein durch den Geiz sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quált durch Hab sucht deinen Geist und tödtet Met. Mir nach, spricht Chr. dein Gewissen, und reißt durch 430. Wohl dem, der beßre schmeichelnden Gewinn dich Schäße liebt, als Schäße die- blind zu jedem Frevel hin. ser Erden! Wohl dem, der 6. Um wenig Vortheil wird sich mit Eifer übt, an Zugend er schon aus dir durch Meineid reich zu werden, und in dem sprechen, dich zwingen, saurer Glauben, deß er lebt, sich Arbeit Lohn unmenschlich ab über diese Welt erhebt! zubrechen; er wird in dir der 2. Wahr ist es, Gott ver- Wittwen Flehn, der Waisen wehrt uns nicht, hier Güter zu Thránen widerstehn. besißen; er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weis- verhärtet Herz fühlt nie des heit sie zu nüßen. Sie dürfen Wohlthuns Freuden: denn unser Herz erfreun, und un- dich rührt keines Undern fers Fleißes Antrieb sein. Schmerz, und keines Undern eine Pflicht, die nicht der Geiz Leiden; wo ist ein Recht, wo dieser Zeit mit ganzer Seele entweiht und bricht? schmachten, nicht erst nach wahrer Frömmigkeit und Got aus Geiz entziehst du dich den 8. Du bist ein Vater; und tes Reiche trachten; ist dies Kindern, und läsfest dich des des Menschen hoher Ruf, den Goldes Reiz, ihr Herz zu bilGott zur Ewigkeit erschuf? den, hindern, und glaubst, 4. Der Geiz erniedrigt un- du habst sie wohl bedacht, ser Herz, erstickt die edlern wenn du sie reich wie dich Triebe. Die Liebe für ein gemacht. 3. Doch nach den Gütern schimmernd Erz verdrängt der 9. Du bast ein richterliches Tugend Liebe, und macht, Amt; und du wirst dich erfreselbst der Vernunft zum chen, die Sache, die das Spott, ein elend Gold zu Recht verdammt, aus Habe deinem Gott. sucht recht zu sprechen; und felbft Gebrauch irdischer Güter. 361 selbst der Tugend größter du ihm gabst, zu nüßen; er Feind erkauft an dir sich einen will es nur, so wie er soll, zu Freund. seinem Glück, zu Andrer Wohl erhalten und besitzen. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahr3. Nicht schwelgerisch im heit frei zu lehren; du schweigst, Ueberfluß, bleibt er stets måßig wenn sie dich reden heißt, im Genuß erlaubter Sinnenehrst, wo du nicht sollst ehren, freuden; er schránket, wo er und wirst um ein verächtlich soll, sich ein, wird jede Last Geld ein Schmeichler und die der Schulden scheun, und liePest der Welt. ber Mangel leiden. 11. Erhalte mich, o Gott, 4. In allem, was er thut, dabei, daß ich mir gnügen ein Christ, dem Prachtlust nie lasse, Geiz ewig, als Abgót- Bedürfniß ist, dem Genügsamterei, von mir entfern und keit nie fehlet, entbehrt er gern, basse. Ein weises Herz und was Eitelkeit, was Modesucht guter Muth, sei meines Le- und Ueppigkeit zum Glück des bens größtes Gut. Lebens záblet. Sparsamkeit. 5. Bei Gütern, die vergånglich sind, sucht er das, was sein Fleiß gewinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er weiß, ihm drohn in künft'ger Mel. Komm her zu mir, spr. Zeit leicht Elend, Mangel, 431. Wer sich mit Ernst Dürftigkeit und Krankheit und der Tugend weiht, ist auch Gefahren. ein Freund der Sparsamkeit, 6. Voll Eifer für der Liebe und scheut sich, zu verschwen- Pflicht, spart er aus Geiz und den; bei Fleiß und redlichem Kargheit nicht, reicht seine Bemühn nahm er, was du, milden Gaben den Brüdern, Gott, ibm verliehn aus deinen die der Kummer drückt, damit Vaterhånden. sie, wenn er sie erquickt, mehr 2. Dies weiß er, und er Lebensfreuden haben. sucht erfreut, aus wahrer 7. So oft es ihm sein Herz frommer Dankbarkeit, was gebeut, ist er ohn Eigennuß bereit Gellert. 362 Pflichten gegen uns selbſt. bereit, den Freund zu unter=| beschließt, wirkt ohne Rast, stüßen, und sucht, damit ers und müssig sein wird ihm zur sicher kann, was er durch schwersten Last. Sparsamkeit gewann, zu des sen Wohl zu nüßen. 3. So schufst du es; im Kinderspiele ist Thätigkeit 8. Sollt' ich, als Christ, schon unsre höchste Lust. Und nicht sparsam sein, nicht weis- Wonn' ist's, der Geschäfte lich die Verschwendung scheun, viele vollbracht zu haben, für den Mißbrauch deiner Gaben? des Mannes Brust; ist sein Gott, gieb mir Kraft zu die Beruf ihm ein zu enger Lauf fer Pflicht, so kann ich frohe so legt er selbst sich größre Ar Zuversicht zu dir im Mangel beit auf. haben. Grot. Fleiß und Berufstrene. Mel. Dir, dir Jehovah. S 4. Drum, Bater, laß mich nie vergessen, sie, diese laute Sprache der Natur; nie ar beitsscheu, trág und vermes sen verlassen deines gut gen Willens Spur. Gieb, daß ich Kraft und Zeit dem Fleiße 432. Gott, der du bloß weib, und mir und andern aus freier Liebe für unser dadurch nüßlich sei. Wohl unendlich thätig bist, 5. Nie lasse mich für Eitelich weiß, daß deiner Bater- keiten, für Sündendienst ja liebe es Seligkeit, für uns zu nie geschäftig sein, laß deiwirken, ist. Preis dir! Auch nen Sinn mich immer leiten, ich soll immer tbåtig sein, und nur der Zugend alle und, ähnlich dir, mich dessen Kräfte weihn. Dann weisest stets erfreun. du mir eine höh're Bahn der 2. Bricht nicht schon früh Thätigkeit in jener Welt einst bei schwachen Kräften im an. Kind der Keim der Tbåtigfeit hervor? Und schwingt Mel. Mir nach, spricht Christ. im Drange von Geschäften 433. Gott giebt uns Kraft sich höher nicht des Mannes und Munterkeit, und läßt Kraft empor? Er überlegt, den Fleiß gelingen; wie solle ich Fleiß und Berufstreue. 363 ich also meine Zeit mit Müs- Erden vom ird'schen Gut mit figgang verbringen? Ist meine milder Hand so viel, beim Kraft gleich schwach und klein, Fleiß in seinem Stand, als so will ich dennoch thätig ihm wahrhaftig nüßet. fein. 3. Gott ist der Frommen 2. Und brauchbar für mein Schild und Lohn; und front Vaterland in meinem Standjer sie mit Gnaden, was sollte bier leben, dazu ist mir von ihrer Feinde Hohn und MißGott Verstand und jede Kraft gunst ihnen schaden? Mit gegeben, durch Trägheit würd' seinem Schuß bedeckt er sie, ich sie entweihn, und eine Last und segnet bei des Lebens der Erde sein. Müh' ihr Herz mit Trost und 3. Wenn ich, o Bater, treu Hoffnung. vor dir mein Tagewerk voll- 4. Drum gieb, o Gott, bringe, so gieb, daß meine daß ich auf dich bei meiner Arbeit mir nach meinem Arbeit sebe. Mit Licht und Wunsch gelinge. Dein Se- Weisheit segne mich, daß ich gen krone meinen Fleiß mir nie Wege gehe, die mir dein zum Gewinn und dir zum beilig Wort verbeut; nach Preis. deines Reichs erechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müssiggang und 434. Gott ists, der das Trägheit mich, weil du sie Vermögen schafft, das Gute bassest, meiden; und hilf, daß zu vollbringen; er giebt zur ich, gestärkt durch dich, voll Arbeit Muth und Kraft, und Mutb, mit Lust und Freuden läßt ſie uns gelingen. Was in meinen Stand geschäftig man mit ihm nur unternimmt, sei. Dein Segen krone meine wird, wenns mit seinem Wil- Treu', daß sie auch Undern len stimmt, nicht ohne Fort- nüße. gang bleiben. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 6. Sei überall, mein Gott, 2. Wer über alles sich be- mit mir! die Werke meiner strebt, vor ihm gerecht zu wer- Hände befehl ich, o mein den, und tren nach seinem Wil- Vater, dir, bis ich sie felig len lebt, dem giebt er auch auf ende; damit zu deines Namens 364 Pflichten gegen uns selbst. mens Preis, einst mir die Pflichten mit Treue mich ver Frucht von meinem Fleiß in richten, und keine Mühe scheun, deinem Himmel folge. Gemächlichkeit nicht lieben, anh aus Trägheit nichts verschie ben, worin ich jetzt soll wirk sam sein. Fiscov. Mel. In allen meinen Thaten. 435. Herr, nicht zum Müs6. Such ich, erschöpft an figgehen hieß mich dein Rath Kräften ,. Erholung nach Ge entstehen; ich soll hier thätig schäften; so laß mich Böses sein; soll mich mit meinen scheun. Die Frenden, die ich Kräften nur nåßlichen Ge- wähle, laß Etårkung für die schäften, der Welt und mir Seele, und deines Beifalls zum Besten, weihn.pwürdig sein. 2. Zum Fleiße ward das 7. Aus unschuldsvok Leben vom Schöpfer mir ge- len Freuden entspringt für den geben, und nicht zu tråger kein Leiden, der måßig sie ge Rast; dem Fleiße nur folgt nießt; mit rubigem Gewissen Segen, wie Fruchtbarkeit den darf sie sein Herz genießen! Regen, ohn ihn sind wir uns wenn du mit Beifall Zeuge selbst zur Last. bist. 3. Er stårkt des Leibes 8. So werd' ich dann Kräfte, schenkt uns gesunde nicht zagen, wenn andre troftSäfte und ein vergnügtes los klagen, und ihre Zeit bes Herz. Will Sorg' und Gram reun; wenn Träge zittern nicht weichen, der Fleiß wird müssen, dann spricht mir mein sie verscheuchen; er schüßt vor Gewissen Beruhigung und mancher Krankheit Schmerz. Muth noch ein. 4. Drum laß, o Gott, auf 9. Und wenn nun edle Erden doch nie mich träge Thaten um mich, gleich goldwerden; du gabst der Kraft nen Saaten, mit reichem Seso viel. Dich, meinen Herrn, gen blühn; wenn Tausende sich zu ehren, und Menschenglück freuen, und beißen Dank mir zu mehren, sei meines Lebens weiben; wie froh wird dann höchstes Ziel. mein Herz erst glübn! 5. Laß meines Standes 10. Gott, mache du mich weise! Ehre und guter Name. 365 und Laß weise! so werd' ich, dir zum Den Anfang segne du, Preise, im Guten fleißig sein; krone dann das Ende. die Arbeit mir versüßen, und mich bei ihrer Last auf jenes einst das Glück genießen, Leben sehn, wo wir nach mich höh'rer Thätigkeit zu treuem Fleiß zu deiner Ruhe freun. gehn. Borchward. Mel. Gott, du frommer G. 436. Zur Arbeit hast du, Gott, die Pflicht uns aufgeleget, und Sorgfalt, im Be- Mel. Wenn meine Sünd'n. ruf uns ernstlich eingepråget! 437. Serr! laß nach eitler Dir ist, o Heiligster, der Ehre mich niemals geizig sein. Müßiggang verhaßt, für uns Gieb, daß dein Geist mich der Laster Quell, für unsern lehr, der Ehre mich zu freun, Nächsten Last. die ewiglich vor dir besteht, Sorge für Ehre und guten Namen. 2. Erinnre du mich stets und mit mir ron der Erde an des Berufes Pflichten; zum Himmel übergeht. bilf sie mir ohne Zwang und 2. Nie blende mich der immer treu verrichten; und Schimmer des Ansehns vor kosten sie mir Müh), fehlt der Welt. Das bleib', o Va= mir Entschlossenheit: so gieb ter, immer mein Ruhm, was mir Eifer, Kraft und Muth dir gefällt. Wie bald entund Freudigkeit. führt ein stolzer Sinn mich 3. Bewahre mein Gemüth von der Demuth Pfade; vervor bangen Nahrungsforgeu; birgt mir, wer ich bin. gieb mir mein täglich Brod, 3. Nicht im Besiß von gieb mir es jeden Morgen. Schäßzen und Gütern dieser Fehlt mirs nur nicht an Fleiß, Zeit laß meinen Ruhm mich und thu' ich meine Pflicht: so setzen; sie sind doch Eitelkeit, schenkt dein Segen auch, was sind oftmals auch des Thoren künftig mir gebricht. Glück, verlassen uns im Ster4. Befördre, großer Gott, ben, und bleiben hier zurück. die Werke meiner Hände. 4. Laß mich in Demuth leben, 366 Pflichten gegen uns ſelbſt. leben, wenn mich die Welt mein ganzes Leben lang. verehrt; durch Stolz mich nie So werd' ich bei Verständi erheben, wenn sich mein An- gen das Glück des guten Nosehn mehrt. Und schenkst du mens mir gnug gesichert sehn. mir der Erde ut; o Bater, so bewahre mich auch vor Ule- Tage der Ehre Dunst ver 9. Einst, wenn am großen. bermuth. fliegt, einft, wenn auf Got 5. Dich kennen, meine tes Waage Verdienst und Pflitten mit Fleiß und Red- Würde liegt, dann müsse mei lichkeit gewissenhaft verrich- nem ew gen Geist die beßre ten, wie mir dein Wort ge- Krone werden, die mir mein beut, und überall mein Chri- Gott verheißt. Heeren. Mel. Mir nach, spricht Christ. 438. Weit werther noch, 6. Dein Beifall ist der beste, nach dem ich streben als Hoheit, Ruhm und Schäße kann. Wenn ich mich dessen dieser Erden soll dir, o Christ, tröste, hab' ich genug daran, das Eigenthum des guten Nawenn mir es auch an Lobn mens werden. Du wirkst mit der Welt, an Menschenlob jedem Augenblick durch ihn und Ehre bei guten Thaten auf deines Náchsten Glück. fehlt. 2. Gott wird ibn dir, wenn stenthum nach Jesu Vorbild üben, das sei mein wahrer Ruhm. 7. Nie laß mich Ruhm er deine Pflicht dir heilig ist, ver schmeicheln, der mir doch nicht leihen, und ohne diese wirst gebórt: nie als ein Gleißher du nicht dich seines Segens heucheln, den Menschengunft freuen. Wann längst vermobetbort. Dem Guten meinen dert dein Gebein, ziert er noch Fleiß zu weihn, und Andrer deines Grabes Stein. Glück zu fördern, laß mein 3. Wer Menschen liebt, Bestreben sein. und Menschenwerth am Nach8. Auf dieser Bahn der sten weiß zu schäßzen, der Ehre erhalte meinen Gang wird auch dadurch seinem durch deines Sohnes Lehre Werth ein bleibend Denkmal feßen. Zufriedenheit und Genügsamkeit. 367 seßen. Dem folget Schande mir mein Leben, und wirst vor der Welt, der wahren mir Alles geben, was mir Werth in Schatten stellt. zum Leben nöthig ist. 4. Des guten Namens Ei- 3. Wir streben oft nach genthum wird segnend dich be- Dingen, die, wenn wir sie gleiten, wird deines Herzens erringen, des Unglücks Queledlen Ruhm als Beispiel weit len sind. Ein Schein, der verbreiten. Du bieteft, unter uns bethöret, und unsern Stolz seinem Schuß, dem Gifte der vermehret, macht uns für wahre Verläumdung Truß. Güter blind. 5. Willst du dich seines 4. Der Hang zu EitelkeiSegens freun; laß Gottes ten stöhrt doch zu allen ZeiWort dir ratben! Sei wachten die wahre Seelenruh. sam! Fliebe nicht allein der Wenn wir dir unser Leben, o Laster Freveltbaten; du mußt 2 ater, übergeben, dann fließt mit Ernste dich bemühn, auch dem Herzen Friede zu. selbst den bösen Schein zu fliehn. 5. Dein Rathschluß sei mein Wille. Ich will in beitrer Stille mich deiner Vorsicht freun. Dein ewiges ErZufriedenheit und Genüg- barmen, dein Beistand foll famkeit. mir Armen Zufriedenheit und Reichthum sein. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 6. Laß mich nicht zweifelnd 439. Auf deine Weisheit wanken, wenn traurige Geschauen, Gott, deiner( süte danken mir deinen Trost enttrauen, das schafft Zufrieden- ziehn. Ich werde nie vergeheit. Wer kann mein Wohl bens zu dir, Herr meines entsteiden? Wer schenkt mir Lebens, mit kindlichem Verbeßre Freuden, als du, Quell trauen fliehn. aller Seligkeit? 7. Erleichtre meine Leiden 2. Vor dir ist nichts ver- durch deines Geistes Freuborgen. Wie sollt ich ångst- den, durch Muth und Hoff lich sorgen, da du mein Ba- nung mir. Drückt mich die ter bist? Du, Herr, gabst Last der Schmerzen, dann sprich 368 Pflichten gegen uns selbst. sprich zu meinem Herzen: Ich, beschieden, gern entbehr' was dein Erretter, helfe dir. du nicht hast! Jeder Stand 8. Was sollt' ich mich be- hat seinen Frieden, jeder trüben? Den Menschen, die Stand hat seine Laft. Dulde dich lieben, muß alles Segen standhaft deine Leiden, freu sein. Ich bin ja dein Erló- dich dankbar deiner Freuden. ster. Sonst weiß ich keinen Tröster, sonst keinen Schuß, Segen stets mit weiser Va - 5. Gott vertheilet seinen als dich allein. Mudre. terhand; nicht, wie wirs zu wünschen pflegen, immer, wie ers heilsam fand. Dich hat er auch nicht vergessen, deinen Theil dir zugemessen. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 440. Freudenleer scheint dir dein Leben, freudenleer dein Stand zu sein; und 6. Drum verzehre deine mit ångstlichem Bestreben Kräfte nicht in Unzufriedenringst du, künftig dich zu heit! Treibe deines Stands freun. So verfließen deine Geschäfte redlich, nüß' des Tage unter Wünschen, unter Lebens Zeit! Lern' dich und Klage. die Welt beglücken, auch von 2. Lerne måßiger begehren, Dornen Blumen pflücken! schránke deine Wünsche ein, lern' genießen, lern' entbeh7. Freunde, um der Tu lich sein. Deine Freuden, ten zu erfüllen, strebt nach ren, willst du wahrhaft glück gend willen ringet nach Zufriedenheit! Schwere Pflich deine Schmerzen fließen dir aus deinem Herzen. Geistesheiterkeit! Tri ber Unmuth macht die Herzen fübllos gegen Andrer Schmerzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenheit. Wabre Rube der Ge müther wohnt bei der Genug8. Laß mich, Gott, in meisamkeit, die mit Weisheit sich nem Leben redlich meine Pflich verbindet, und ihr Glück auf ten thun, und dann, kindlich Tugend gründet. dir ergeben, fromm in deiner 4. Frob genieß, was Gott Fügung ruhn! Und ein Blick auf Zufriedenheit und Genügsamkeit. 369 auf ew'ge Freuden stårke mich uns genommen. Das Neußre in meinem Leiden. di2 es giebt die Größe Bröße nie, aus uns dGellert. Nur nur muß sie kommen. hinwer dich ehrt, hat wahren Werth, und der, so lang er lebet, der Welt zu núßen 441. Was tlagt der strebet, off thin and modsigns Mensch, o Gott, dich an, daß wir im Glück der Erden res 5. Auch kommt kein wahErdenglück aus Pracht nicht alle, nach der Thoren und Ueberflusse; das Herz Wahn, ganz gleich einander kehrt immer leer zurück vom werden, daß dirs gefällt, zum volleften Genusse. Durch Wohl der Welt, bier Nie Seelenruh' beglückest du uns drigkeit, dort Ehren, als Loos mehr, als alle Gaben des uns zu gewähren? dised Erdenglücks uns laben. die wisd thi( s) din sid odom Mel. Was Gott that, das ist. stosun dora 12. Dein Vaterherz, o 6. Wer unzufrieben iſt, #EJ 1594. Gott, kann nie Partheilichkeit sucht bier sein Glück doch beweisen. Nur Prüfung ist stets vergebens. Nur wer des Lebens Müh', die wir auf dich hofft, hat in dir oft Unglück beißen. Urm oder das vollste Glück des Lebens. reich, ist alles gleich vor dir; Im Herzen rein, dir werth du haft an Allen, die recht zu sein, stärkt selbst im Leid thun, Wohlgefallen. d der Erden. Dies Glück soll chilai usan bile 194 3. Wer nur nach deinem Allen werden. VIUDAD DE Bilde strebt, sei er gleich klein 139 sopistis 7. Nach böchster Nebnlichauf Erden, kann dem, den feit mit dir, Herr, lehr uns deine Macht erhebt, doch gleich alle streben, und nur in diesem an Größe werden. Uns macht Sinne bier in voller& leich das Loos nicht klein, nicht beit leben. So werden wir groß, das wir von dir erbal dereinst, von dir belohnt, mit ten! nein, nur wie wirs ver- allen Frommen zu ew'ger walten. PULZ 101 is) pils) nos dind leichheit tommen. ( 4. Nicht mehr, als deine Huld uns lieb', wird einst von Idnate snisd thi' duntams 705102 C hinnist him our adgil A a Cins Pflichten gegen uns selbst. Einsamkeit. zerstreut, stårker deines Gei stes Triebe, mehr der Zukunft Mel. Gott des Himmels und. Herrlichkeit; heller seh' ich dein 442. Hin zur Stille will Gericht, mehr die Würde ich fliehen, will in Ruh' und meiner Pflicht. Einsamkeit dem Geräusche mich 6. Wohl mir, Vater, ich entziehen, das mich störet und gewinne dann mehr Licht, zerstreut. Ruhig will ich und mehr Sieg, mehr Kraft über allein, Gott, mit dir beschäf- alle meine Sinne, über jede tigt sein. Leidenschaft; deiner Liebe mit 2. Nicht aus Wahn und bewußt, mehr zum Guten Aberglauben, oder nur aus Muth und Luft. Eigensinn; nicht der Welt 7. Wann in dir geweihter ben Fleiß zu rauben, den ich Stille meine Leidenschaften Brüdern schuldig bin; nicht ruhn, werd' ich fester, strebt aus Stolz und Menschen- mein Wille, froher was du schen, nicht aus Zwang und willst zu thun; und mein Herz, Heuchelei. froh deiner Huld, hat zum 370 3. Nur zu prüfen mehr im Guten mehr Geduld. Stillen, wie entschlossen, wie 8. So kehr' ich zur Arbeit getreu, deinen Willen zu er- wieder muthvoll und gestärkt füllen, meines Herzens Vor- zurück, und mit Eifer leb' ich saß sei: weiser noch zu wer- wieder nur für meiner Brü den, Herr, und im Guten der Glück, Undern nüßlicher eifriger. zu sein, mich mit Andern zu 4. Jeder Täuschung dann erfreun. entriffen, seh' ich näher, Gott, 9. Ja, Herr, meine Seel mein Ziel, freier spricht auch erhebet nun zu dem, was sie mein Gewissen, wo ich sieg- serkohr, nun zum Himmel, te, wo ich fiel. Stárker dem sie lebet, sich mit leichflammt mein Herz sich dann term Flug empor, daß, von zu dem Kampf der Tugend jeder Bürde frei, sie auch bald ganz selig sei. an. Cramer. 5. Mehr empfind' ich deine Liebe, wo mich kein Geräusch Wahl 371 dann fühlt es mit Reu' mein Herz, wie es sich übereilte. Wahl des Umgangs. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 5. Wer mit Gleichgültig443. Bedenk', welch eine feit und Spott Religion beRechenschaft auf dir, o See- bandelt, nur, wie sein Vorle, lieget, und daß nicht im- theil, nicht wie ott ihm Vormer eigne Kraft im Kampf schrift giebet, handelt, den der Tugend sieget. Dem, will ich fliehn: denn er beder im Umgang sorglos ift, fleckt, auch mein Herz, und kann des Verführes Hinter- sein Spott erweckt in mir Ges lift gar leicht zum Fallstrick fahr und Zweifel. werden. 6. Wer sich Schamlosig2. Darum will ich mit keit erlaubt und unanstånd's allem Fleiß die Menschen ges Scherzen, verführet öfkennen lernen, und mich umster, als man glaubt, noch unteiner Freundschaft Preis vom schuldsvolle Herzen. Sein Tugendpfad entfernen. Du Scherz sei schrecklich meinem seist mein Muster, Jesus Obr. Fliehn will ich ihn, Chrift: du weißest, was im und auch davor den NachMenschen ist, und lässfest dich sten treulich warnen. nicht tauschen. 7. Wer, weil er Müffigge3. Ich will die besten Men- ben liebt, gern sein Geschäft schen mir zu meinem Umgang versäumet, sich dann der wählen: so werd' ich nicht, Schwelgerei ergiebt, und nur wie mancher hier, den guten durchs Leben tráumet, der ist Ruf verfehlen. Erhalt' ich nicht meines Umgangs wertb; Herz und Wandel rein, und denn er verderbt mich, und meide selbst den bösen Schein: zerstört den Keim zu allem so muß der Läst rer schweigen. uten. 4. Erinn're mich, o Gott, S. Nein, keiner, der ein, daran, wenn ich mir Freunde Laster liebt, soll mein Verwable, wie leicht die Neigung traun erhalten; zu dem nur, blenden kann, und wie so leicht der die Tugend übt, will ich ich fehle. Wer Ach, oft wird mich fleißig halten. diese Neigung Schmerz! und Fleiß beweist, und FrémmigA a 2 feit Wahl des Umgangs. 372 Pflichten gegen den Nächsten. feit und ungefärbte Redlich Lebensfrömmigkeit, einander keit, der sei mein Freund, liebreich sich belehren wo mein Bruder.im van d Jeder sich des Guten freut, nogih novio, wo, jedes Herz für Tugend Mel. Wer nur den lieben Gott. glüht, da freuet sich auch mein 444. Bereint mit deinen Gemüth! And du meil guten Kindern, will ich der 3. Ju edler Menschen fre Bosen Umgang fliehn Ber- bem Kreise foll obne ram führern und vermessnen Sün- mein Herz sich freun. Ih dern will ich mich stets, ofroher Umgang macht mich Gott, entziehn. Ihr Umgang weise, kann mir zur Tugend ist für Geist und Herz gefähr- Antrieb sein, gewährt, mit lich, und erzeuget Schmerz. reine Seligkeit hier schon und 2. Wo Menschen dich, o noch in Ewigkeit, Gott verehren durch wahre mu thim duy a und allowedluch moo am ochia cha adau nijue nism int masnism( bilborch ndi chi li adsit chhic and sound chun dumi energia no find Gesinnung und Verhalten des Christen gegen seine sepuliselise Nebenmenschen. uscula ichin bbs mist 92 1091 1990 191 ned sid li dhe E 25H15 Hamill, insrism U Pflichten der allgemeinen Menschenliebe, da Cramer wit disput 1190 11011121 Allgemeine Menschenliebe 2. Wir sind Bürger Einer überhaupt.is hin Welt, Kinder Eines Vaters Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht. Brüder, die er huldreich all 445. Allen Menschen und erhält; alle Eines Leibes Glie auch mir hat der Herr dies der, die sein weiser Allmachtsvorgeschrieben: euren Nach- ruf alle, sich zu dienen, ſchuf. sten sollet ihr, als euch selbst, 3. Eine sterbliche Natur von Herzen lieben. Christen, hat er allen uns gegeben; was Gott, hier gebeut, sei und auch Eine Hoffnung mut, uns heilig allezeit! st gist Hoffnung auf ein beß res Les 15 dist ben Allgemeine Menschenliebe!'! 373 ben, wenn wir nur in dieser Freud' und Schmerz Antheil Welt redlich thun, was ihm nehm, und gern das übe, was gefällt. ist der Liebe Pflicht begehrt, wie 54. Und wir sollten uns ent- sie uns dein Sohn erklärt. zwein? lieblos nun einander 9. Diesem großen Menhaffen? uns zu unſrer eignen ſchenfreund laß uns alle åhttPein, und Neid wir hier Stolz schen lassen? Wer kein Freund mit ihm vereint nach volldes Nächsten ist, ist fürwahr brachtem Lauf auf Erden, einst kein Mensch, kein Christ. auch ewig bei ihm sein, feiner 52 Anseln Reichthum, ho- Lieb' uns ganz zu freimb¹f1d her Stand, Leibeskräfte, Gelar Weißerit Geis stesgaben, und was sonst aus atamsdon Gottes Hand wir voraus vor Mel. D Gott, du frommer. Undern haben, alles dies be 446. Gieb mir, Gott, freit uns nicht von der Men- ein Herz, das jeden Menschen fchenliebe Pflicht liebet, bei seinem Wohl sich 6. Selbst der Gaben Unter freut, bei seiner Noth betrůschied knüpft das große Band bet; ein Herz, das Eigennuß auf Erden; jeder, wenn er und Neid und Härte e flieht, sich bemüht, kann dem an und sich um Andrer Glück, dern müßlich werden; den, wie um sein Glück bemüht. der die hier dienen muß, 2. Erblick ich Dürftige, so nährt mit Recht dein Ueber laß mich gütig eilen, von flußre the sid nd an dem, was du mir giebst, gern groß vor 17. Nach dem dir vertrau- ihnen mitzutheilen; nicht aus ten Pfand richten sich auch dem eitlen Trieb deine Pflichten: gab Gott viel der Welt zu sein und mich in deine Hand, so hast du geehrt zu sehn; nein Men viel zu entrichten; nur wer schen zu erfreun. bu im thut, fo viel er kann hat. Dies sei mein Gottesvor Gott genug gethan. 1 dienst! Auch unbemerkt von 18. Drum, o Gott, gieb ihnen, muß Undern stets mir ein Herz voll von wahrer mein Herz mit Rath und Menschenliebe, das an Andrer Hülfe dienen. Mich treibe nisu nicht 374 Pflichten gegen den Nächsten. nicht erst Dank zu milderlewig Glück erfreun; noch mehr Wohlthat an; nein, was ich sein Seelenheil mir angelegen Brüdern thu', das sei dir, sein. Gott, gethan! 8. Den, der im Glauben 4. Ein Trunk, mit dem wankt, zu leiten und zu ftármein Dienst dem Durstigen ken; den, der noch sicher ist bei begegnet; ein Blick voll Trost, seinen bösen Werken, von der mit dem mein Aug Bedrängte verkehrten Bahn des Lasters ab segnet; ein Kath, mit dem zuziebn: dazu verleib mir Kraft mein Mund im Kummer An- und segne mein Bemühn. dre stårkt; nichts bleibt, so 9. O, heilige du selbst, klein es ist, von dir, Herr, Herr, meiner Seele Triebe unbemerkt. durch deine Lieb' und Furcht 5. Eilt wo ein boshaft Herz, zu wahrer Menschenliebe. Wer Unfrieden anzurichten, so laß nicht den nächsten liebt, gebt mich sorgsam sein, der Brü- nicht zum Himmel ein. Laß der Zwist zu schlichten. Aus diese Wabrbeit, Gott, mit Echmársucht störe nie mein stets vor Augen sein! Cramer. Mund des Nächsten Ruby' er rúbme sein Verdienst, deck feine Fehler zu. Wel. Jesu der du selbsten w. THE 6. Die Rach' ist dein, o 447. Heilia, beilig ist das Gott! bu sprichst: ich will Band, das die Menschen binvergelten. Drum laß mich det, ist geknüpft von dessen stille sein, wenn Menschen Hand, der die Welt gegrünauf mich schelten. ieb, daß det, ist geknüpft, daß besser ich dem verzeib', der mir zu mir seine Welt gefalle. Einen schaden sucht, den liebe, der Schöpfer baben wir, Einen mich baßt, den segne, der Vater Alle; mir flucht. 2. Der im Glück und in 7. Doch laß mich nicht der Noth uns als Bater lies allein auf zeitlich Woblerge- bet, der uns täglich unser ben mit eingeschränktem Blick Brod und Gesundheit gie bei meinem Náchsten seben. bet; der nicht nur mit GütigNoch stärker müsse mich sein keit sieht auf Fürstenthronen, nein! Allgemeine Menschenliebe. 375 nein! auch segnet und erfreut, 7. O gewiß! dann werdet die in Hütten wohnen. ihr dankbar mich umarmen, 0 3. Wohl mir, auch auf und euch immer gern mit mir mich, sein Kind, siehet er Leidender erbarmen; und, hernieder! Menschen, wer und süßer Trost! auch mich, wenn wo sie sind, alle sind sie Brü- mich Sorgen drücken, wenn der! Ach, wie könnt' ich ihn von mir die Freude wich, mit Lust meinen Vater nen- werdet ihr erquicken. nen, fühlt' ich nicht in dieser Brust Bruderliebe brennen! 4. Blutete mir nicht das Mel. In allen meinen Thaten. Herz bei des Bruders Leiden; 448. Herr, segne mein Beblieb ich kalt bei seinem streben, nicht blos für mich zu Schmerz, kalt bei seinen leben, auch Menschenfreund Freuden: ruhig könnt' ich zu sein, auch Andern gern zu dann nicht sein; einsam und nüßen, des Glücks, das sie beverlassen würd' ich erft die sißen, mich wie des meinigen Menschen scheun, nnd dann zu freun. felbst sie haffen. Cramer. 2. Laß mich bei Andrer 5. Brüder! Nein, dies Klagen nicht, eh' ich helfe, fraHerz, es soll nie vor euch gen: was wird mir, Gott, dasich schließen, soll sich reiner für? Ein Herz, das willig Freude voll, seid ihr froh, er- giebet, uneigennüßig liebet, ein gießen; und, o Theure, sinket solches Herz verleihe mir! ihr unter Leiden nieder, füh- 3. Wenn ich die Saat lend schlägt das Herz in mir, ausstreue, mein Vater, o so bleibt euch treu und bieder. freue deß meine Seele sich; 6. Gern will ich, wenn ich und preise, daß wir Gaben nur kann, sie euch helfen tra- für Andrer Wohlfahrt hagen; und kann ich es nicht, ben, dich, guter Geber, danko dann will ich mit euch kla- barlich. gen. Dann sollt ihr an meiner 4. Erzeig' ich Undern GüBrust euren Gram verweinen, te: so bleibe mein Gemüthe bis die Sonne neuer Lust euch von Stolz und Pralerei, von ins Herz wird scheinen. Luft, die zu beschämen, die Gutes 376 Pflichten gegen den nächsten. Gutes von mir nehmen, und Kinder desselben Gottes, arm auch von schnöder Lohnsucht und reich; wir sind in jedem frei. im se mi daus du Stand', als Kinder des gu 5. Wenn ich des Dankes ten Gottes, Alle gleich; und Zähre für Wohlthun auch ent- sollen uns als Brüder freun, behre, so laß doch nie mein und wahre Menschenfreunde Herz des Wohlthuns múde sein.binnst simbl[ w werden, auch selber mit Be- 3. So schlage denn für schwerden vermindr' es gern Menschenfreude für Men des nächsten Schmerz. schenwohl auch unser Herz! 6. Es liebe nicht nur Freun- Klagt wo ein Mensch in schwe de, es forge selbst für Feinde rem Leide, wir eilen,> lindern voll Großmuth, voll Geduld. seinen Schmerz, erheitern fei Du hilfft ja in Gefahren, nen trüben Blick, und schmek Gott, auch Undankbaren; selbst een so der Liebe Glück.uk Bose segnet deine Huld. nsan4.mO Wunsch des Men muisDie hier gern helfen, schenfreundes, werden Erfül werden auch inne schon auf lung; Menschen glücklich sehn, Erden, wie werthy sie dir, selbst glücklich machen! Gott, sind; doch mehr nochottes Erde!! dann wirst du in dem Lohne, den einst vor noch einmal so schön! Ach, deinem Throne ibr menschen eine süße schön re Pflicht als freundlich Herz gewinnt die Menschenliebe giebt es nicht. zim sdisima Cramer. 100 sid chi rins 213 5. Und nahet einst die Mel. Wer nur den lieben Gott, freund: so nabt mit ihr im ernste Stunde dir, Menschen449. Laßt uns vereinigt, beil gen, nie getrennten Bun theure Brüder! vereinigt mir: de der Lob der Menschenliebe ten Handdoin Hand. Es dir! Des Grabes Nacht wird schling' an jedem Tage wie dir erbellt; tu fàteft bier für der die Lieb um uns ihrjene Welt, in bi in mund fanftes Band! Und beilig 6. Auf, Christen wer fein sei uns unsre Pflit, bis ein Serz bienieden der wahren das Augen sterbend bricht.nz Menschenliebe weibt, der fühlt 2. Wir alle, alle sind jahim Herzen ottes Frieden, ftreut Allgemeine Menschenliebe. 377 streut Saamen für die Ewig-/ verzeihn, dem du vergiebst, teit. D laßt uns diesen Saa- und den nicht lieben, den du men streun! Auf, laßt uns liebst? 2 sidoar si E Menschenfreunde sein! nobe 100chi And 5. Was ich den Frommen Demme. hier gethan, den Kleinsten nomismi du chid allo di auch von diesen, das siehst du, Mel. Mir nach, spricht Christus. mein Erlöser an, als hätt' ichs 450. So jemand spricht: dir erwiesen; und ich, ich sollt ich liebe Gott! und haßt doch ein Mensch noch sein, und dich seine Brüder, der treibt mit in Brüdern nicht erfreun? Jesu Lehre Spott und reißt 60 Ein unbarmherziges Geden Glauben nieder. Gott ist richt wird über den ergehen, die Lieb', und will, daß ich den der nicht barmherzigist, und Nächsten liebe, gleich als mich. nicht die rettet, die ihm fle2. Wir haben Einen Gott hen: Drum gieb mir, Gott, und Herrn, sind Eines Leibes durch deinen Geist, inein Herz, Glieder; drum Diene deinem das dich durch Liebe preist! Nächsten gern, denn wir sind sie im me a Gellert. t anchal Alle Brüder. Gott schuf die as sin chi ( 1. Kor. 13.) Welt nicht bloß für mich; and hold th mein Nachster ist sein Kind, Mel. Es ist das Heil uns. wie ich. 1db sit nd d 451. Wenn ich mit mehr 3rd Sein Heil ist unser als Menschenkraft, selbst wie aller Gut. Ich sollte Brü- ein Engel red'te; der Jünger der baffen, die Gott durch Jesu Wissenschaft, und Wun seines Sobnes Blut so theu'r dermacht selbst hätte; und hätte erlösen lassen? Daß Gott doch kein liebreich Herz: was mich schuf und mich verfühnt, wär ich? nur ein tonend Erz, bab' ich dies mehr, als sie, nicht Jesu wahrer Schüler. verdient? iigivé ested mism2. Gåbich mein ganzes 4. Du schenkst mir täglich Eigenthum den Dürftigen und so viel Schuld, du Herr von Armen, und that es aus Bemeinen Tagen; ich aber sollte gier nach Rubin, nicht aber nicht Geduld mit meinen aus Erbarmen; jan stürzt' dich Brüdern tragen? dem nicht mich mit Heldenmuth gleich baud Mår= 378 Pflichten gegen den Nächsten. Märtyrern in Feuersgluth; 7. So gieb denn Kraft zu umsonst wars ohne Liebe. lieben mir, du Schöpfer guter 3. Die wahre Lieb' ist lang- Triebe! Mein ganzes Herz muthsvoll, wohlthätig und ge- gehört nur dir, erfüll' es ganz fällig; hilft willig, wo sie hel- mit Liebe, daß ich, Gott, fen soll; nie hart, noch un- über alles dich, und meinen gesellig. Sie haffet Streit Náchsten gleich als mich, nach und Bitterfeit; kennt weder Jesu Vorbild liebe! Eifersucht noch Neid; thut Backmeister. gern, was Andre freuet. 4. Sie, die nicht aufgeblasen ist, ehrt Alle; strebet, ihnen, entfernt von Eigennuk und List, wo sie nur kann, zumel. dienen; nie schnell zum Zorne, Sorge für Seelenwohl Anderer. Allein Gott in der Höh'. hört sie nicht, was Bosheit 452. Gott, meines Náchund Verleumdung spricht; sten bestes Theil laß mich stets kehrt Alles gern zum Besten. theuer achten, und auch nach 5. Sie freut sich nie des seiner Seele Heil mit Lieb Unrechts, freut sich blos des und Sorgfalt trachten. Du Rechts, und liebet, was wahr schufft sie zur Unsterblichkeit, und gut ist, und verzeiht, wenn und haft sie selbst zur Seligjemand sie betrübet; sie, zum feit durch deinen Sohn erErbarmen bald erweicht, löset. dent.. glaubt gern das Beste, hoffet 2. Zu einem lasterhaften leicht; fann alles Unrecht dul- Sinn, zu Sünd' und Eitelfeiten, nur mir zur Freud' 6. Wenn endlich jede Wis- und zum Gewinn den Schwasenschaft, wenn Alles hier ver- chen zu verleiten, und durch gebet; wenn dort, wo Gott ein böses Beispiel ihn in Laein Neues schafft, kein Stück- ster und Verderben ziehn, o werk mehr bestehet; bleibt Gott, welch ein Verbrechen! Liebe doch nach dieser Zeit, 3. Laß mich, nach seiner und ist in alle Ewigkeit des Besserung, im Glauben und Himmels erste Tugend. im Leben durch Rath und durch Sorge für das Seelenwohl Anderer. 379 durch Erinnerung und gutes deiner Huld: so laß michs tief Beispiel streben, ihm Achtung bereuen. für Religion und Liebe gegen 8. Erbarmen, Vater, ja deinen Sohn fest suchen ein- verzeih' mir diese großen Sünzuprágen. den; laß mich, laß ihn auf 4. Je mehr du mir Gele- wabre Reu' Vergebung vor genheit und Fähigkeiten gie- dir finden. Führ' ihn zurück beft; je mehr laß mich mit zur Heiligung, laß mich durch Redlichkeit die Seele, die duseigne Besserung ihn stärken liebeft, zu retten auch beflissen und erbauen. Küster. sein, und nicht Verdruß, nicht Arbeit scheun, dir, Gott, sie zuzuführen. Mel. Alle Menschen müssen. 5. Giebst du mir Kinder, 453. Laß, o Jesu, mich Herr, mein Gott, giebst du empfinden, welche Seligkeit mir Hausgenossen; laß mich es ist, daß du mir, um mich dein Recht und teinebot sie von Sünden zu befrein, er lebren unverdrossen. Du gabst schienen bist, daß ich Gotsie mir und deine Hand wird tes Wege walle, daß du liebdies mir anvertraute Pfand reich, eb ich falle, die Gefahr von mir einst wiederfordern. mir offenbarst, mich ergreifeft, 6. Kann ich kein zeitlich mich bewahrst. Glück und Gut den Meinigen 2. Doch, wie könnt' ich erwerben: so laß sie doch das dies empfinden, und doch fühlgrößte Gut, die Tugend, von los Menschen sehn in der Sklamir erben. Hilf, daß ich dir verei der Sünden Wege des fie, Gott, erzieb', selbst Sünd' Verderbens gehn; und nicht und Laster eifrig flieb, und rufen, daß sie's boren: Eilet, stets bebutsam wandle. Freunde, umzukehren, wenn 7. Gott, hab' ich eine Seele ihr selig werden wollt, wie je geärgert und verblendet, ihrs werden könnt und sollt! durch Leichtsinn oder Bosheit 3. Auch für meiner Brüder je sie von dir abgewendet; Seelen, und nicht für mein ward irgendwo durch meine Heil allein, soll ich sorgen; Schuld ein Mensch verlustig wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr 380 Pflichten gegen den Nächſten. wo ihr Führer sein. Wenn siele auf eineswar chand Gutes Beispiel. fündigen und sterben, und ich Mel. Nun freut euch, lieben. tief sie vom Verderben, ich konnte, nicht zu dir: for 454. Gott will, ich fol soll derst du ihr Blut von mir. nd nicht mir allein, ich soll auch 104. Von des Irrthums Finandern leben, mein ganzes sternissen selbst errettet, will Herz der Tugend weihn, dein auch ich warnen, rühren das gutes Beispiel geben, und Gewissen der von deinem durch Erfüllung jeder Pflicht, Wege wich: will ihm zeigen, auch, wo ich kann, durch Un was ihn blendet, daß sein Herz terricht den Brüdern núßlich zu dir sich wendet und zur werden.id nunc tindal adin Seelenruh. wahren Gigß bu 2. Kein Standy) so niedrig felbft mir Kraft dazu. das GC er auch sei, kein Glück, 5. Hilf mir selbst sein Herz mich erhebet, ſpricht je ven erweichen; und wenn meine dieser Pflicht mich frei. Wen Bitten nicht bis zu seinem Tugendfleiß beleben dem Herzen reichen, sei mein Bei- fehlt's nie an Gelegenheit, spiel ihm ein Licht, daß er an bald Demuth und bald mir sehen möge, wie so eben Menschlichkeit, bald Sanft Gottes Wege jedem, der sie muth zu beweisenais im lieb gewinnt, wie sie Selige feit ihm find!( bo@ hi3. Drum gieb, o Gott, mir felber Kraft, mich ernstlich zu 6. Laß ihn sehn an meinen bestreben, für Andrer Wohl Freuden, wie beglückt der gewissenhaft und christlich Fromme ist, wie so heiter dann fromm zu leben, Laß meine im Leiden, welch ein Trost du Brüder Gott, schon hier zu dann ihm bist, daß er sich der jeder Christenpflicht in mir das Luft der Erde noch entzieh schönste Beispiel finden. ensil und christlich werde, glücklich ups hi dod auch wie ich zu sein, ewig deiner sich zu freunuk nism in chin dau Cramer. progro)( hi Dot nisl ie Mel. Wer nur den lieben Gott. 455 455. Laß, Jefu mich im ganzen Leben auf dein erhablisnes Vorbild schaun; wie du mund the our data nu der Welt dein Beiſpiel geben di und sich Gutes Beispielschi 381 und durch mein Leben sie er- Stunde dran, wie viel mein baun! Laß immer meine See- Beispiel schaden kann! anon le rein und meinen Wandel 5. Mocht' ich so reden stets christlich sein., and as sdsm und handeln, wie dirs, o Heis 2. Gott hat die Neigung liger, gefällt; vor deinen Uus nachzuahmen in jedes Men- gen kindlich wandeln, ein Enschen Herz gelegt; er soll ihn gendbeispiel für die Welt! pflegen, diesen Saamen, das So mehr ich durch mein Chrimit er gute Früchte trágt. ftenthum des Nächsten Glück Ach, daß der schwache Mensch und deinen Ruhm.' hom dan fondeicht vom Wege wahrer u dnundse sdoff dusqu2 Tugend weicht! hin Sardine nd) ihm misd finis gid 3. Wie kraftig kann mein bis 31 miler Beispiel lehren, daß Andre Pflicht der Fürbitte.hid Pfli gern die Sünde fliehn! All- Met. Vom Himmel hoch da." lein wie leicht auch berhören, wie manchen ins 456. Sind wir auf ver Andrer Verderben ziehn! Ein einzig Wohl bedacht, und oft zu Werk, ein einzig Wort bringt schwach, aus eigner Macht zu Fluch und Segen hier und helfen, wo wir leiden sehn; dort.nim dann, Christen, laßt zu Gott agrope 4. Wel dir, wenn un- uns flehn., dun bol ensu schuldsvolle Seelen dein böses 0².a Zu Gott, der hier an Beispiel irre führt! Dich wird Alle denkt, der Allen, seine der Tod des Sünders quálen, Freuden schenkt: daß er nach wenn er den rechten Weg ver- seiner Batertreu der Leidenliert, und, durch dein Vorbild den Erretter seistpils absin kühn gemacht, der Gottesfurcht und Tugend lacht.id 3. Erinnert euch an diese Pflicht, ihr Betenden! ver5. Gott, laß mit eblem geßt es nicht, daß man auch Muth mich leiden, mit weiser für des Nächsten Wohl zu Gott Mäßigkeit mich freun; was mit Andacht beten soll. andre krånket gern vermeiden 4. Darum, o Vater, bein Wort und That, und selbst ten wir für unsern Nächsten im Schein! O dächt' ich jede auch zu dir. Gieb, der du aller ndo 382 Pflichten gegen den Nächsten. aller Bater bist, gieb jedem ben: es soll uns theuer sein. was ihm heilsam ist. Drum soll ichs keinem kürzen, 5. Verirrte führe, Herr, es in Gefahr nicht stürzen, viel zurück zur Tugend und zu mehr es aus Gefahr befrein. ihrem Glück, und wer durch 2. Beglückt durch deinen dich sich führen läßt, den mach Segen, soll ich den Kranken im Guten treu und fest. pflegen; das fordert dein Ge 6. Entreiß' des Lasters Ti- bot, das denen, die in Nothen rannei die Sünder, Gott, durch ihre Härte tödten, der Zuund mach' sie frei, daß sie der kunft strengste Strafen droht. Tugend Pfade gehn, und freu- 3. Sind wir nicht Alle dig einst dein Antlik sehn. Brüder? nicht Alle Chrifti 7. Nimm Aller väterlich Glieder? nicht Alle, Bater, dich an, und leite sie auf dei- dein? Wie kann ich sie ver ner Bahn, und bilde sie für achten, wenn sie im Elend deinen Ruhm zu deinem Volk schmachten? Wie kann ich und Eigenthum. hart und grausam sein? 8. Gieb allen in dir frohen 4. Ich soll den Nächsten Muth! bewahr ihr Leben und lieben: Wie! baffen und be ihr Gut, und schüß ihr bestes trüben und quälen könnt' ich Eigenthum, des guten Na- ihn? Besorgt für meine Freu mens Glück und Ruhm. den, sollt ich vor seinem Lei9. In ihrer Noth verlaß den, um nur nicht mitzuleifie nie, sind sie in Kummer, den, fliebn? tröfte sie, gieb ihnen hier Zu5. Nein, Gott, ich will friedenheit, und dort des Him- die Armen erquicken, voll Ermels Seligkeit. barmen des Blinden Auge sein; den Schwachen unterstüßen; die in Gefahr sind, Sorge für Leben und Ge- schüßen, und, kann ich, sie sundheit Andrer. daraus befrein. Mel. In allen meinen Thaten. selbst Müty' und Schmerz 6. Ich will, sie zu erfreuen, 457. Gott, dein ist unser nicht scheuen; auch das ist Leben, du hast es uns gege- dein Gebot. Hat doch dein Sohn Gerechtigkeit. 383 Sohn sein Leben für mich da4. Eines Unterdrückten hin gegeben, für meine Ret- Thránen, o, wie furchtbar tung, in den Tod. Gerechtigkeit. sind nicht die! Eb' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen wolltest, wenn du, Richter, säumen solltest, Mel. Jesu, der du meine S. harrt am Grabe ihrer nicht 458. Aller meiner Brüder ein noch schrecklichers GeRechte sollen, Gott, mir hei- richt? lig sein. Wenn ich sie zu 5. Nein, ich will gerecht krånken dachte, ihres Kum- und billig selbst auch gegen mers mich zu freun, über sie Feinde sein; niemand drucken, mich zu erheben, oder mir al- lieber willig Jedem, der mich lein zu leben; dann verleßt krånkt, verzeihn. Hab' ich ich meine Pflicht, ehrte deinen Macht, ich will sie müßen, Willen nicht. die Bedrángten zu beschüßen; Cramer. 2. Könnt' ich, taub beiseilen, wo Verlaßne flehn, ihe ihren Klagen, ihnen das aus nen liebreich beizustehn. Eigensinn, oder Neid und 6. Sichern darf ich meine Geiz versagen, was ich ihnen Rechte, aber sanft und mit schuldig bin; könnt' ich ohne Geduld. Wir sind alle deine Treu und Glauben Andern Knechte; Gott, wie groß ist Gut und Ehre rauben: dann deine Huld! du vergiebst mir verleht' ich meine Pflicht, ehrte meine Schulden: sollt' ich denn deinen Willen nicht. kein Unrecht dulden, und wie 3. Nein, ich will das Un- sollt' ich mich nicht freun, wie recht hassen, will gerecht sein, du, Vater, zu verzeihn? kein Tyrann; jedem geben, 7. Hilf mir immer richtig jedem lassen, was er hat und wandeln, Gott, vor dir, als fordern kann. Lieber will ich meinem Herrn, billig stets mit Unrecht leiden, als es üben; Andern handeln, und von alwill mit Freuden lieber niedrig ler Hårte fern: denn du, Richsein und blos, als durch Un- ter aller Welten, wirst mir recht reich und groß. Alles einst vergelten, was ich meis 384 Pflichten gegen den Nächsten. meinen Brüdern that, wann gert, findet nicht vor dir Es sich dein Gericht mir naht.2 barmen im Gericht. pse aid zulf as 19 loid Cramer. 7. Auf Buße, die er meint ad in mondhr siche zu thun, kann nie dein Wohl Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. gefallen rubn, wenn er nicht 459. Fern fei mein Leben treulich wiedergiebt, wo er jederzeit von aller Ungerech- Betrug und Raub geübt. tigkeit. Wie könnt ich sonst 8. Drum gieb, daß ich des der Deine fein, und deiner Nächsten Wohl stets ebre, wie Gnade, Gott, mich freun? ichs ehren soll. Du bist ge 2. Wer seines Náchsten recht, dies sei auch ich; in Rechte frånkt, auf dessen diesem Sinne starke mich. Schaden boshaft denkt, verdi, us] Heeren, leßet des Gewissens Pflicht, la inde undsds chint und ehrt dich, Gott der Liebe und model of nist das nicht. bolnis Billigkeit bi iar chi DIGGER thing 3. Es steht in meiner Brust, Mel. In allen meinen Thaten. o Gott, tief eingegraben das 460. Mein Gott, nach Gebot: was du von Andern deinen Lehren darf ich nicht willst als Pflicht, versage du stets begehren, was vor dem auch ihnen nicht. 120 Qug Richter gilt; nicht immer dar4. Wenn ich dies heilige auf dringen, den mit ewalt Gefes durch Ungerechtigkeit zu zwingen, der meine Ford verles': so fühl ich deserung nicht erfüllt. biasha wissens Pein, und kann nicht 2. Der Mangel seiner froh und glücklich sein. Kräfte, sein Stillstand der 5. Darum, mein Gott, eschäfte befiehlt mir Billigbewahre mich vor allem Un- keit. Bei allem guten Wilrecht våterlich; und that ichs len kann er oft nicht erfüllen, je, so sei mirs Leid, und zum was ihm Gesetz und Pflicht Erfaß mein Herz bereit. gebeut. as ai disl bull ណា 6. Wer Andern Schaden 3. Und ich, Herr, sollt es hat gethan, und irgend ibn er- wagen, ibm Nachsicht zu versehen kann, doch deß sich wei- sagen, und immer strenge * 198 ſein? Aufrichtigkeit, Wahrheit und Redlichkeit. 385 sein? Sein Elend zu vermeb- Aufrichtigkeit, Warhaftige ren, sollt' ich sein Glück zers keit und Nedlichkeit. stören, und Noth und Untergang ihm braun? Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 4. O hilf mir lieber leiden, 461. Gieb, Gott, daß ich fein Unglück zu vermeiden, der Wahrheit treu und redlich wenn alles für ihn spricht: stets im Umgang sei, entfernt auch bei erwiesnen Klagen von der Verstellung List, die ihm Mitleid nicht versagen, deinem Aug' ein Gräuel ist. und nicht der Menschenliebe 2. Berbaßt sei mir die Pflicht. Schmeichelei und glatter Wor 5. Beim Recht, das mir te Heuchelei: und was ich gebühret, wird das, was er denke, streite nicht mit dem, verlieret, vielleicht nie wieder was meine Zunge spricht. sein. Ich kann, wird mir's 3. Hilf mir, auch des Beentriffen, es oft sehr leicht ver- truges Schein mit Vorsicht missen, und doch noch immer fliebn, und klug zwar sein, glücklich sein. doch ohne Falsch, nach Jesu 6. Streng auf sein Ret Rath, in Worten so wie in zu bringen, und, um es zu er- der That. zwingen, den bårtesten Schritt 4. Vereint mit Offenbernicht scheun: daß beißt nicht, sigkeit sei auch bei mir Vers sich des Armen in seiner Noth schwiegenheit, daß ich zu meierbarmen, und als ein Christ nes Náchsten Wohl da schweigesinnet sein. ge, wo ich schweigen soll. 7. Um Rube zu genießen, 5. Doch laß mich auch freierinnre mein Gewissen, Gott, mütbig sein, und keines Mendaß ich billig sei, mein Rechtsschen Ansehn scheun, wenn irnicht übertreibe, barmherzig gendwo Gerechtigkeit der Unsei und bleibe, und jede Art schuld Rettung mir gebeut. der Härte scheu'. 6. Wer Wahrbeit über alles schäßt, und nicht muthwillig sie verleßt, der ist dein Freund und wird bestehn, wenn alle Falschen untergehn. 7. Du Bb Grot. 386 Pflichten gegen den nächsten. 7. Du bist sein Schirm um einer Welt Gewinn des und Schild, o Gott; tráf' Herzens schönen Frieden hin? ihn auch andrer Menschen Hinweg mit Trug und Lügen! Spott, tráf' ihn auch Haß 3. Ach, Alles, was die der ganzen Welt: was ach Welt verleiht, enteilt, als tet's der, der dir gefällt? bått' es Flügel! Ein enger 8. Er wird vor deinem Sarg, ein Todtenkleid, des Angesicht einst strahlen wie Grabes stiller Hügel ist bie: der Sonne Licht; die früb des Menschen leßtes Loos; in voller Herrlichkeit hervor- fürwahr; drum ist der Mensch glanzt und die Nacht zer zu groß, für Weltgewinn zu ftreut. lügen. Mel. Wenn mein Stündlein. 9. Daß ich mich dieses 4. Wir sind nicht blos für Glücks erfreu', so steh' auch diese Zeit Gefährten, Freund' mir, mein Vater, bei. Laß und Brüder; im Reiche der mich, von aller Falschheit Vollkommenheit begegnen wir rein, wie du, ein Freund der uns wieder. Darum, bis Wahrheit sein! Herz und Auge bricht, ver leßet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue 462. Hinauf, binauf zur Band um jedes Reich der Ewigkeit, zum Himmel blickt, Erde, die Treue schüßze jedes ihr Brüder! Was unsre Sin- Land und wohn' am Thron ne nur erfreut, vergeht, und und Heerde. D, Menschen, tommt nicht wieder. Die Tu Brüder, brecher nicht, was gend nur blüht ewig schön; Wort und Hand und Schwur drum laßt des Lebens Pfad verspricht, hinweg mit Trug uns gehn, von ihrer Hand und Lügen! geleitet. 6. Hinauf, hinauf zur 2. D, was sind Schåße, Ewigkeit, zum Himmel blikwas ist Geld, und wären's fet, Brüder! Im Reiche der Millionen? Was sind die Vollkommenheit begegnen wir Reiche dieser Welt? was aller uns wieder. Der Weg der, Reiche Kronen? Wer gåb Pflicht, der Wahrheit Bahn Leit Cramer. Aufrichtigkeit, Wahrheit und Redlichkeit. 387 leit' uns zum schönen Ziel bin-| Eigenthum sei der Ruf des Wer nach Gold an, und fern sei Lüg und Biedern. Lafter! und Aemtern ringt, ringt nach Sorg' und Plage; aber Reblichkeit nur bringt Freud' und frohe Tage. Starke. Mel. Liebster Bater, ich dein. 463. Redliteit, mit dir 5. Zwar sucht mancher im Bund' auf der Erde wan: Bösewicht Redliche zu brútdeln; redlich sein mit Herz ken, weil ihr Mund ihn straft und Mund, nach Gewissen und nicht schweigt zu seinen bandeln; fonder Trug und Tücken. Aber dieses rückt Heuchelei Recht und Wahr- fie nie aus der Wahrheit beit lieben, und entfernt von Wegen; ihnen wird, das Menschenscheu, Recht und wissen sie, dennoch Gottes Wahrbeit üben. Segen. 2. Dieser schönen Tugend- 6. Menschenvater! Geld pflicht sei mein Herz ergeben! und Gut kann ich leicht verRedlich, bis mein Auge bricht, schmerzen; aber einen froben will vor Gott ich leben; red- Muth, Redlichkeit im Herzen, lich, wenns die Welt nicht Redlichkeit in Wort und That siebt, reblich ohne Zeugen. und ein rein Gewissen laß Kann, was auch dem Tag mich auf dem Lebenspfad nie, entflieht, sott die Nacht ver- o nie, vermissen! schweigen? 7. Laß mich redlich sein, 5. Finsterniß ist ihm wie bis ich hier vollendet habe! Licht, Mitternacht wie Mor- ute Menschen segnen mich gen. Oft bin ich der Welt, dann noch einft im Grabe. doch nicht meinem Gott ver- In ihr Herz geschrieben bleibt. borgen. Was ich denk und meine Tugend immer; und, thu', erspåbt er im hellsten wenn auch mein Leib zers Lichte, und kein Lügengeist staubt, stirbt mein Name entgeht seinem Strafgerichte. nimmer. 4. Meines Namens böchster Ruhm unter ChristenBrüdern, und mein liebstes Bb2 Mits 388 Pflichten gegen den nächsten. Mitfreude und Mitleid. Mel. Ich dank dir schon. 464. Alliebender, du schufft nem Segen gely' ich dein Wort verspricht mir dies froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein mein Herz, bei meines Nach- Vater, mir das Glück des Him sten Freuden mich mitzufreun, mels geben; ich werde froh, be und, fühlt er Schmerz, dann lohnt von dir, im Reich der auch mit ihm zu leiden. Deinen leben. Diterich, 2. O laß mich diese beil ge Pflicht nie aus den Augen seßen, und, wär's auch der Mel. Lob sei dem allerhöchsten. Geringste, nicht gering fein 465. Die Liebe ist es, die Wohlsein schäßen. die Welt der Lebenden zusam3. Nie reize mich ein frem- menhålt; sie knüpft auf diesem des Glück zur Misgunst und Erdenrund die Menschen all' zum Neide; nie Andrer wi- in Einen Bund; driges Geschick zur niedern 2. Sie macht es, daß, wo Schadenfreude. Freude lacht, in trüben Her 4. Hilf mir vielmehr in zen Luft erwacht; und daß Andrer Wohl, o Gott, mein bei unsrer Brüder Schmerz eignes finden, und wenn ich nicht ungerührt bleibt unser kann, auch wie ich soll gern Herz; ihre Wohlfahrt gründen. 3. Sie macht es, daß frob 5. Laß mich auch selber und entzückt das Auge auf meinem Feind des Mitleids zum Himmel blickt, und daß Thränen weihen, und ihn, den, der das Weltall lenkt, wenn er im Unglück weint, froh unser Herz als Bater mit Hülfe gern erfreuen. Denft. - 6. Gott, welch ein seliger 4. Dank dit, Gott, für Gewinn ist dann schon mein das Mitgefühl; es leitet uns auf Erden, wenn ich im lie- zu unserm Ziel. Wer seine bevollen Sinn dir lerne ähn- sanfte Stimme hört, wird lich werden. 7. Dein Beifall ist dann gewiß, und unter deinie durch Haß und Neid gemir stört. 5. Ihm strahlt mit himmlifch Aufrichtigkeit, Wahrheit und Redlichkeit. 389 lisch mildem Licht die Freund- leihet, er find' es, wo er's lichkeit vom Angesicht; und, find't, der ist nach deinem wo er wandelt seine Bahn, Bilde barmherzig, gütig, milsind ihm die Herzen zuge- de, und als ein wahrer Christ than. gefinnt. 6. Des schönsten Erden- 4. Der Stolz, die Eigenglücks entbehrt, wer Mitge- liebe sind freilich macht'ge fühl nicht in sich nährt; und Triebe, auf Andrer Wohlerzu des Grabes stiller Ruh' gehn und auf die größern drückt ihm kein Freund die Gaben, die sie von dir, Gott, Augen zu. haben, mit scheelen Augen 7. Wem Mitgefühl das hinzusehn; Herz erhebt, der findet Brüder, wo er lebt; und schläft 5. Jedoch du hilfft mir kämpfen, hilfft Neid und einst mit der Hoffnung ein: Mißgunst dämpfen, wenn ich auch droben werden Brüder sein. nur wachsam bin; wenn ich auf Jesum sehe, und dich um Beistand flehe: so hilfft du Mel. Nun ruhen alle Wälder. mir zum bessern Sinn, 2nd 466. Gieb, Gott voll Lieb' 6. Dein sind, o Gott, die und Güte, den Trieb in mein Gaben, die ich und Andre Gemüthe, mich fremden Glücks haben; mit Weisheit hältst zu freun! Bei meines Nächsten du Haus, und theilst uns Schmerzen laß fern von mei- Menschen allen nach freiem nem Herzen der Bosh it wilde Wohlgefallen mit Weisheit Freude sein. deine Güter aus. 2. Auf Untrer Wohlerge7. Beneid' ich meinen hen mit Wohlgefallen sehen, Nächsten, so greift dich selbst, gefällt ja dir, mein Gott. den Höchsten, mein Unmuth Durch schadenfrohes Lachen tadelnd an. Gott, welche dem Nächsten Krankung ma- schwere Sünde, wenn ich chen, ist teuflisch böser Hohn mich unterwinde, zu meistern, und Spott. was du hast gethan! 5. Wer sich des Guten 8. Jch Thor, ich selber freuet, das deine Huld ver- quale mit Unmuth meine Seele, 390 Pflichten gegen den nächsten. Seele, berrscht Neid in mei- 4. Dies lehrte und dies ner Brust. Herr, mache mir übte dein Mittler, Jesus dies Laster je mehr und mehr Chrift, der alle Menschen verbaßter! Auch Andrer liebte, für sie gestorben ist; Glick fei meine Luft! Heeren. o, folg' ihm nach und übe des Wohlthuns süße Pflicht! Dies will der Gott der Liebe, der freundlich mit dir spricht. Mel. 5. Er ruft dir zu durch Arme, die Menschen sind wie Haupt voll Blut und. du: Erbarme dich, erbarme 467. Empfinde, Mensch, dich! schließ dein Herz nicht die Triebe des Mitleids, das zu! Mit holden Vaterblicken dich ehrt, damit dein Herz voll sieht er auf dich, o Christ, Liebe Hülfloser Klagen hört! und wird dich einst beglüden, Erbarme dich im Herzen zum wenn du barmherzig bist. Mitgefühl der Noth, und lindre Undrer Schmerzen nach deines Herrn Gebot. Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. Mel. Herr, ich habe mißgehand. 468. Seid barmberzig! Menschen, höret, hört das beiligste Gebot, das uns Jesus schen!) sieh erbarmend auf sie Christus lehret: seid barmber nieder; entzieh dich hnen nie! zig, seid's, wie Gott, gebt, Welch göttliches Vergnügen, so wird auch euch gegeben, Bedrängten Ketter sein, und was euch nöthig ist zum bie, die hilflos liegen, mit Leben! Hilfe gern erfreun! 2. Woblzuthun und mitzu 3. Ja, trocknet sanft die theilen, Christen, o vergest Thránen, die der Gebeugte dies nicht! Mitleidsvoll und weint, dem bei dem bångsten willig eilen, Armen beizus Sehnen kein Strabl des Tro- stebn, ist Pflicht; Pflicht, die stes scheint; die Tugend un- Jesus selbst uns lebret, und terst ßen mit sanfter Bruder womit ihr Gott selbst ehret. band, und jede Unschuld schůz- 3. Epeiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind zen, die keinen Retter fand. die 2. Du bist ein Mensch, ( und Brüder sind alle Men Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 391 die tránkt; eilt, die Nacken- denheit, Huld bei Menschen, den zu fleiden; tröstet, die ein Gottes Segen folgen auf Kummer kränkt; Schwache Barmherzigkeit, und bereinst sucht zu unterstüßen; Unter- zum schönsten Lohne schenkt drückte zu beschüßen. ihr Gott des Himmels Krone. 4. Nicht nur denen, die 9. Herr, wir geben von euch lieben, oder euch um Hül- dem Deinen, was wir geben; fe flebn, Allen eilt, von Gott laß uns nie fühllos sein, wo getrieben, nach Vermögen bei- Brüder weinen, unsre Hülfe zustehn; führt zu unverhofften tröste sie, daß, wenn wir uns Freu en die auch, die im zu dir nahen, wir auch Trost Stillen leiden. und Hülf empfahen. 3811 Paulmann. 5. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind Mel. Jesu, der du selbsten. alle Christi Glieder; allge- 469. Wer des Lebens Gümein ist Gottes Ruf. So den ter hat, wenn sein Nächster Bösen, wie den Seinen, läßt schmachtet, und nicht hilft mit der Herr die Sonne scheinen. Rath und That, seines Grams 6. Gleicht dem Vater im nicht achtet, fühllos bleibet bei Erbarmen, seid barmherzig, der Noth der verlaßnen Urs seid's wie er. Gebt dem hül- men: der erwarte nicht von fewerthen Armen; was ihr gebt, Gott Nachsicht und Erbars empfängt der Herr. Helft und men. eilt auch ungesehen, euern Brüdern beizustehen. 2. Soll durch üppigen Ges nuß und durch Schwelgereien 7. D, was schafft's für Gottes reichen Ueberfluß strafsanfte Freuden, der Verlaß- bar" er entweihen? Soll er nen Helfer sein, sehn, wie sie nicht Gott ähnlich sein? Hat in ihren Leiden sich durch uns er seine Gaben nicht, um Brůgestärkt erfreun! Ein betrüb- der zu erfreun, welche Mangel tes Herz erquicken, welch ein haben? himmlisches Entzücken! 3. D, vom Himmel schaut 8. Heil und Glück auf un- der Herr auf des Urmen Plaz. fern Wegen, innige Zufrie- gen, ihre Thränen zählet er, höret 392 Pflichten gegen den Nächsten. höret ihre Klagen, siehet, das will der Herr, wie de wenn das harte Herz fum- Thau, sein Segen. merfreier Reichen keine Thrànen und fein Schmerz mil- der Zeit mild, wie Gott ge 8. Christen, wenn ihr in dern und erweichen. 4. Ach, das Urtheil ist keit sammelt und gewinnet; sinnet, Schäße für die Ewig gefällt: Jammer und Verderben sollen sie in jener Welt, euer Glück auf Erden, und o wie groß wird euer Lohn, nicht den Himmel erben, sol- wie groß vor Gottes Thron len nicht, wo Gott ist, sein, die Bergeltung werden! nicht bei den Erlösten, sie, die Arme nicht erfreun, nicht Verlaßne trösten. 9. Jesus spricht alsdann zu euch: Kommt, getreue 5. Reiche, hört's! Erbar- Knechte, erbet meines Vaters met euch, fleht zu euch der Reich, erbet es; Gerechtel Arme, daß sein Gott sich über Was ihr meinen Brüdern gabt euch auch dereinst erbarme, in dem Erdenleben, wahrlich! weil ihr, da er zu euch schrie, dieses Alles habt ihr auch mir auf sein Schreien hörtet, den gegeben. Bedrängten halft, und sie tránktet und ernährtet. Junkheim. 6. Mitleidsvoll und bülf- Mel. Mir nach, spricht Chr. reich sein, seiner Miterlöften 470. Wer dieser Erde Retter werden, und sich freun, Güter hat, und sieht den Traurige zu trösten, Dank in Náchsten leiden, und macht ihrem Angesicht und in ihren den Hungrigen nicht fatt, Blicken Wonne sebn, wie läßt Nackende nicht fleiden; rührt das nicht! Reiche, welch der übertritt die erste Pflicht, Entzücken! und liebt dich, Gott der Lie7. Aber wer den Armen be, nicht. giebt, geb' aus freter Liebe; 2. Wer zwar mit Rath, mit sei nicht mürrisch, wenn er Trost und Schuß den Nachgiebt, daß er nicht betrübe. ften unterstüßet; doch nur aus Eb fie fleben, eile er Urmen Stolz und Eigennuß und Eischon entgegen. Lieblich sei, telkeit ihm nüßet, nicht aus Ge Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 393 Gehorsam und aus Pflicht:( und mir hat er sein Bild ges auch der liebt seinen Nächsten geben. Ja, Höchster, was nicht. ich hab', ist dein; drum laß 3. Wer harret, bis ihn an- auch mich stets liebreich sein! zuflehn ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Ar- Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. men beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig 471. Wie wohl ist mir, forscht, ob's ihm gebricht: wenn mit Erbarmen ich meiauch der liebt seinen Nächsten ner Brüder Elend seh'! Wie nicht. wohl ist mir, wenn ich dem 4. Wer Niedre, wenn er sie Armen mit Hülf und Rath beschirmt, mit Hårt' und Vor- entgegen geh'; wenn seiner wurf qualet, und ohne Nach- Freude stille Zähre, Gott, sicht straft und stürmt, sobald der durch mich ihm half, zur sein Nächster fehlet; wie bleibt Ehre, von seiner bleichen bei seinem Ungeftum, Gott, Wange fließt! Wenn dann deine Liebe wohl bei ihm? mein Herz die süßen Freuden, 5. Wer für der Armen beim Anblick weggeschwundHeil und Zucht mit Rath und ner Leiden, des Wohlthuns That nicht wachet, dem Uebel Freuden dann genießt. nicht zu wehren sucht, das oft 2. Wie wohl ist mir, wenn sie dürftig machet; nur sorg- ich erquicken, und Menschen los ihnen Gutes giebt: der fröhlich machen kann, dem, hat sie wenig noch geliebt. welchen schwere Lasten drük6. Zwar du, mein Herz, ken, mittragend sie erleichtern vermagst es nicht, stets durch kann! Wenn ich durch sanfdie That zu lieben; doch, bist ten Sinn und Mienen den ardu nur geneigt, die Pflicht mit men Brüdern, die mir dienen, Eifer auszuüben, und wün- das Loos versüße, das sie traf! scheft dir die Kraft dazu, und In ihnen nie mich selbst versorgst dafür: so liebest du. kenne, Erholung ihren Kråf7. Ermattet dieser Trieb in ten gönne, und nach der Ardir, so such ihn zu beleben. beit süßen Schlaf! Denk' oft: Gott ist die Lieb', 3. Wie wohl ist mir, wenn ich 394 Pflichten gegen den nächsten. Niemeyer. ich dem Kranken, der unter gieb, wenn ich den Armen mit Angst und Schmerzen ringt, Hülf erfreue, voll Erbarmen wenn sein Vertraun beginnt auch mir in meiner Noth, zu wanken, ob sein Gebet zu Gott. Gott auch dringt, wenn ich ibm treu entgegen eile, sein Elend willig mit ihm theile, ihn tröst' in seiner Einsamkeit! Ihm seiner Armuth Jammer mindre, ihm feiner Wunden Mel. Herr Gott, nun sei gepr. Schmerzen lindre; sein Druck 472. Bin ich mit edlem der Hand ist Seligkeit. Muthe Gott und der Tugend Bescheidenheit. 4. Wie wobl, wenn vater- treu, und eifrig für das Gute, losen Kindern ich Bater werde, von Sündenliebe frei, frei von wenn ich sie der Schand' ent- des Unmuths Klagen: so darf reiße, wenn ich mindern ihr ich mirs auch sagen, mich meiElend kann, sie weis erzieh; nes Vorzugs freun. 140 wenn ihrem Geist ich Güter 2. Doch nie darf ich ver fchenfe, die mehr als Gold messen, voll Stolz auf Andre sind; ihrer denke, wenn ihrer sehn; nie darf ich es verges auch die Welt vergißt; wenn sen, es dankbar zu gestehn, ohne Lohn, selbst ohne Bitte daß Gott, der mir mein Leder Frühverwaiste in der ben aus freier Huld gegeben, Hütte so werth mir als der auch Tugendkraft verleibt. Reichste ist! 3. Ich darf den Werth 5. Du schufft zum Men- empfinden, der meinen Geist schen mich! erhalte, mein erhebt, wenn jedem Reiz zu Bater, stets den Sinn in mir, Sünden mein Herz schnell daß meine Liebe nie erfalte; widerstrebt; mich andern vor durch Lieb und Güte gleich zuziehen, die diesen Reiz nicht ich dir. Nichts laß mir die fliehen, erlaubt die Wahrheit Empfindung nehmen für mir. Menschenwohl, und nie mich 4. Doch immer mich erheschamen des Mitgefühls bei ben, und meinen Brüdern nie frember Noth. Erquickung vor mir den Vorzug geben, ver= Bescheidenheit. 395 verbeut und tabelt sie; ich ,, 9. Wie? sollt ichs stets muß dann ihnen weichen, erzählen, wie sehr man mich wenn ich sie nicht erreichen, verebrt, nicht oft auch das nicht übertreffen kann. verbeblen, was meinen Ruhm Wenn ich das 5. Den Borzug darf ich vermehrt? zeigen, den man an mir ver- Gute liebe, und es im Stilkannt, und nicht das Glüd len übe, welch Lohn schon verschweigen, das ich im für mein Herz! Wohlthun fand; damit, wenn 10. Drum, Gott, laß ichs verheble, mir nie die mich bescheiden in Wort und Freude feble, die fremdes Zu- Thaten sein, und stets die traun schafft. falschen Freuden der eitlen 6. Doch jedermann zu fa- Ruhmsucht scheun; nicht stolz gen, wie groß mein Vorzug und nicht vermessen den inſei, und stolz ihn zu erfragen, nern Werth vergessen, den ist eitle Prablerei; bekannt stille Größe giebt. mit meiner Blöße, muß ich stets falsche Größe und jede Ruhnsucht scheun. Yen im Grot. 7. Wenn ich rechtschaffen Mel. D Gott, du frommer G. handle mit wahrer Frömmig- 473. Herr, der du Ulles teit den Pfad der Tugend wandle, mein Herz das Böse giebst, von dem ich Alles hascheut: so werd ich doch ent- be; was ist mein Stand, decken, daß meiner Tugend mein Glück und jede gute Flecken nicht Andrer Blick Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut; entgebn. the 8. Wie? sollt' ich denn darum bewahre mich vor Stolz noch wagen, dem Werth, der und Uebermuth. Andre schmückt, den Vorzug 2. Wenn ich vielleicht der zu versagen, den man in ihm Welt mehr, als mein Nacherblickt? Wie? sollt ich nicht ster nüße, und wenn ich mehr bescheiden es gern und willig Berstand, als er befißt, bez leiden, daß Ruhm auch Un- siße; bin ich drum mehr, als dre front? er? beides kommt von dir, Ber= 396 Pflichten gegen den Nächsten. Verstand und Tüchtigkeit, und reich, doch vor dir sind wir du erhältst es mir. Alle gleich. 3. Wenn mir ein größer 2. Nicht Jeder hat, was Glück nach deinem Rath be- Andre haben; und das ist Güte; gegnet, und deine Gütigkeit denn du giebst dem diese, je mich mehr, als Andre, seg- nem andre Gaben, weil du net; giebt diese deine Huld uns, Bater, alle liebst; denn mir wohl zum Stolz ein Recht? Alle sollen glücklich sein, und Bin ich darum nicht auch, was Einer sich des Andern freun. I Andre sind, dein Knecht? 3. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder an4. Wenn ich, geehrt und dre Menschen mir? Du, groß, in hohen Würden stehe, Herr! durch freie Huld bewound Andre unter mir im nie- gen; denn alles Gute kommt dern Stande sehe; wer machte von dir. Ich gab dir nichts fie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Náchster ich bin, durch dich. zuvor, und ich bin alles, was oft viel würdiger als ich? 4. Und ich, ich sollte nicht 5. Wie könnt' ich mich, o bescheiden und fern von allem Gott, des Guten überheben? Stotze sein? Den gar nicht Was ich besih', ist dein; von achten? den beneiden? mich, dir hab' ich mein Leben, und weil er mehr empfing, nicht was ich Gutes thu, dazu giebst freun? als wär' ich, hätt' ich du Gedeihn; drum laß mich mehr als er, auch besser dann, ewig fern von Stolz und Hoch- auch seliger. muth sein.. Mel. Wer nur den lieben. 5. Laß, Gott, in meinem ganzen Leben mich meines Glücks und Vorzugs nicht zu Andrer Kränkung überheben, 474. Von dir in diese Welt verkennen nie der Demuth gerufen, stehn, Schöpfer! alle Pflicht! nicht blos auf meiMenschen hier auf höhern und nen Vorzug sehn; nicht Unauf niedern Stufen, und was drer Gaben stolz verschmähn. sie haben, kommt von dir! 6. Nein, ich will gern auch Du macheft arm, du machest Undre ehren, wie arm, wie Gellert. ni 397 Freundlichkeit und Gefälligkeit. Freundlichkeit und Ge fälligkeit. Mel. Wer nur den lieben. niedrig sie auch sein. Sie können meiner nicht entbehren' ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt Keiner meines Glücks sich an, wie 475. Nicht finster, múr. arm, wie niedrig war ich risch, ungesellig ist, wer ein Christ zu sein sich freut; ist dann! 7. Wer eitler Ehre gern ohne Schmeichelei gefällig; entbehret, und Tugend an vereinigt Ernst mit FreundGeringern gern erkennt und lichkeit; er klaget mit den schäßet, der verehret der Ho- Traurenden, und freut sich hen und der Niedern Herrn; mit den Fröhlichen. 2. Sein Untliß, heiter wie und Demuth und Bescheidenheit belohnt ihn mit Zufrie- der Morgen, wird trúb' und seine Freud' entflieht, wenn denheit. 8. Sie schmückt das Alter, er Bekümmerniß und Sorgen giebt der Jugend Reiz, Lie- in seines Bruders Auge sieht; benswürdigkeit und Werth, und strahlt in neuer Heiterkeit, und Glanz und Hoheit jeder wenn ein Getrösteter sich freut. 3. Bescheiden, fittsam Tugend, die eitlen Schimmer gern entbehrt! denn Demuth ehrerbietig ist jederzeit der und Bescheidenheit sind unser wahre Christ; nie sklavisch, auch nicht übermüthig, wenn schönstes Ehrenkleid. 9. Gieb, Herr, zu allen er vor Andern glücklich ist. deinen Gaben auch diese! laß Und ähnlich Jesu, seinem vom Stolze rein uns alles Herrn, erfreuet und beglückt brauchen, was wir haben, er gern. uns mit einander zu erfreun. 4. Durch freundliche GeDann sind wir All' in dei- sprach' erheitert er gern des nem Reich an Seligkeit ein- Traurenden Gesicht, und jeander gleich.des Herz fühlt sich erweitert Cramer. und freudenvoller, wenn er spricht, und wen er tröstet, der vergißt, wie schmerzhaft ihm fein Kummer ist. 5. Er 18 398 Pflichten gegen den nächsten. 6. Er wird gefallen; er ge- bind't, Beruf und Eid und biete, er warn' und straf: Amt schon in sich selber denn er gebeut und warnt, find't! nud straft voll Lieb und Güte, 2. Dir, Höchster, abmt mit Ernst und doch mit Freund er nach, dir als dein Bild zu lichkeit; weil, was er sagt, gleichen; durch Dienstbeflif und was er thut, sanftmüthig senheit sucht er dies zu erreis ist und wahr und gut. chen; er hålt für eignes Wohl 6. Nicht rauh, noch bart, sich nicht allein gemacht; er noch menschenfeindlich, nein! bált sich für die Welt von eifrig, Jeden zu erfreun, und dir hervorgebracht. fanft, und liebevoll und freund- 3. Die Welt, denkt er, lih soll jeder Schüler Jesu bat Recht auf meine Dienst sein. Ach, wären wirs! Ach, und Kräfte; ihr nüßen, ist glichen wir, o Vorbild aller für mich ein seliges Geschäfte. Liebe, dir. Als Glieder schuf uns Cott, Cramer. 7. In allen Worten und als Herrscher einer Welt, in Geberben, in allen Thaten der des Einen Hand die laß, o Herr, uns aller Men- Hand des Andern bålt. schen Freunde werden; dir, 4. So denkt der Menschen Bater, immer åbnlicher; so freund, und das ist sein Bewerden wir uns ewig freun, streben; er sucht, so lang' er und deine guten Kinder sein. lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nachsten Glück sein Glück und sein ewinn; er füblet fremde Noth, als tråfe sie auch ibn. 5. Er eilt, dem, ders Mel. O Gott, du frommer Gott. bedarf, mit Hülfe beizustehen; 476. Wie felig lebt ein sein Ansehn und sein Freund, Mensch, der Dienstbegierde sein Stand und Woblergeben fennet, und diese Pflicht zu sind Mittel, die er braucht, thun aus Menschenliebe bren- behilflich gern zu sein, und net; der, wenn ibn auch kein einen Leidenden mit Troste Eid zum Dienst der Welt ver- zu erfreun. Dienstfertigkeit. 6. Ges Dienstfertigkeit. Billigkeit im Urtheile. 399 6. Gefühl für Andrer Noth er wohl gar aus Pflicht? dies weckt seines Mitleids Triebe, bedenk, und richte nicht. auch, ohne Ruhm und Lohn, 3. Klugheit, Pflicht, Bezur wabren Menschenliebe. ruf befiehlet ihm Verschwies Nicht Stolz, nicht Eigennuß genheit vielleicht bei dem reizt ihn zur Gütigkeit. Er Zweck, ben er bezielet, und übt sie, weil der Gott der voll Weisheit bir verschweigt; Liebe sie gebent. modno ob er gleich voll Edelmuth 7. Co laß auch mich ge- seine Pflicht im Stillen thut. finnt, mein Gott, durch Chri- 4. Selbst bei wirklichem ftum werden! Voll Dienstbe Vergeben meide mit Bescheiz gierde sei mein Leben hier auf denbeit alles unbefugte SchmåErden, so nüßlich, als ich ben, Härte, Spott und kann, dem Nächsten stets zu Bitterkeit; menschenfreundlich sein; dann geh' ich einst, oldecke du deines Nächsten FehGott, ins beßre Leben ein. ter zu! Gellert. 5. Jener Richter aller Welten richtet mit Gerechtigfeit, und wird Jedem einst vergelten nach dem Leben dieser Zeit. Ueberlaß ihm das ( ericht; richte du den Nachften nicht. Billigkeit im Urtheile. Mel. Gott des Himmels und. 477. Nichte nicht mit bar- 6. Statt ihm zu verläumter Strenge, wenn du Andre den, biete ihm die Hand zu fehlen siehst, da du selbst ja seinem Glück; bringe, wenn einer Menge Fehler unterwor- du kannst, voll Güte aus der fen bist! Uebereil', nach dei- Jrre ihn zurück. Hüte dich ner Pflicht, dich in deinem nur, wenn du stehst, daß du Urtheil nicht! the keinen Fall begehst. 2. Siehst du immer auch 7. Klage nicht Bedrängter die Gründe von des Nächsten Leiden gleich als Strafen GotHandlung ein? Ist das, was tes an; gonne dem erlaubte du tadelst, Sünde, oder trú- Freuden, der sie froh genießen get dich der Schein? Handelt kann, und gieb seinen fros hen 400 Pflichten gegen den nächsten. hen Sinn nicht verworfner furcht nicht Andrer Unschuld Schmahsucht hin. schüßet; wer aus Gefälligkeit 8. Laß die Liebe dich besee- selbst ein Berläumder ist, len, die nie falschen Argwohn und nichts zum Besten kehrt; begt, und wenn Andre wirklich bleibt der auch noch ein fehlen, ihre Fehler fanft er Chriſt? trågt. Beßre an dir selbst mit Müh', und verläumde Andre nie. Reche. 4. O Mensch, bedenke doch: Gott hört an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Worte; und er, der alles sieht, er sollte dich nicht sebn, wenn du dich frech er fühnst, die Unschuld selbst zu schmåbn? Wider die Verläumdung. Mel. Gott, du frommer. 479. Suchst du des Nách5. Wenn du die Frommen sten Ehr' und Achtung nur zu höhnst, wenn du die Tugend schmålern; sprichst du zu oft schåndeft, dem Würdigen das und gern von deines Bruders Lob, das er verdient, entwenFehlern; verkleinerst du aus deft, Berläumder! sieht's nicht Stolz, aus Mißgunft seinen Gott, wie zügellos dann du Ruhm, deckst seine Schwach ihn in den Seinen schmåbst? heit auf: wo bleibt dein Chri- dein Richter bort dir zu! stenthum? 6. Die Thránen zählt der 2. Wenn du aus Argwohn Herr, die von gekránkten bloß von ihm nur Böses den- Frommen, die du entebret fest, und durch ein falsch Ge- bast, wehklagend vor ihn komrucht ihm schadeft, und ihn men. Es kommt, es kommt krånkest, wenn ihn dein Neid, ein Tag, wo Gott einst vor dein Haß, dein Stolz, dein Gericht, im Angesicht der Spott entehrt: bist du dann Welt, auch dir dein Urtheil noch ein Chrift, und dieses spricht. Namens werth? 7. Und du, du wolltest 3. Wer, wenn er Låstrer noch des Nächsten Ehr' verhört und unter Spottern siz- leßen? Wollt'st, wenn du ihr zet, aus scheuer Menschen- geschad't, nicht schleunig sie er= Friedfertigkeit 401 sie erseßen? Sie sey in Zu- den Frieden sucht und liebt, kunft dir so werth als eigner das statt Rache Sanftmuth Rubm; beschüß und rette sie übt. stets als ein Heiligthum. 3D, wie wird das Herz 8. Wie hoch verbeut uns beschweret durch des Zornes Gott den Mißbrauch unsrer Leidenschaft! Zantsucht, Zorn Zungen! Drum hûte dich, und Haß verzehret nach und o Christ, vor allen Lästerun- nach des Lebens Kraft, türzt gen. Wer in dem Menschen den Lauf von unsern Jahren; Gott und seine Gaben ehrt, darum wollst du mich bewahden ehrt auch Gott, und der ren, daß des Jábzorns Rafeist seiner Gnade werth. rei nie des Herzens Meister ſei. Paulmann. Friedfertigkeit. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und dem nachMel. Jesu, meines Lebens Leben nichtsvoll begegnen, der zur 479. Gott, der du die Men- Zanksucht Neigung bat. schen liebest, der du nicht ein Selbst für Feinde will ich bestrenges Recht, sondern lan ten; froh kann ich dann vor ter Gnade übest an dem sün- dich treten, wenn du, großer digen Geschlecht! laß mich Friedensfürst, einst uns Alle deinen Geist beleben, mir den richten wirst. Sinn des Friedens geben, der 5. Ewig Heil ist dem bebei Feblern Nachsicht zeigt, schieden, der nach frommer und mit Sanftmuth spricht Eintracht strebt. und schweigt. Höchster, gieb uns deinen Frieden, der 2. Laß mich meinen Nach- zur Sanftmnth uns erhebt: sten schonen, willig tragen so kann über Herz und Sinseine Laft, und so lang ich nen nie der Zorn den Sieg gehier soll wohnen, bleibe Zank- winnen; bis einst in der Herrsucht mir verhaßt. Heiliger! lichkeit ew ger Friede uns erdies ist dein Wille. Gieb ein freut. Herz mir, das die Stille und Sc Hiller. Mel. 402 Pflichten gegen den Nächsten. Mel. Uch bleib mit deiner Gn. 8. Er widerspricht beschei 480. Nach Fried' und Ein- und weiß es auch zu leider, den, troßt und erbittert nidt tracht streben, und fern von wenn man ihn widerspricht. allem Zwift, für Andrer Ruby auch leben, wie s Gott gefäl bleiben, wird er, aus Bille 9. Um sich stets gleich lig ist! 2. Dies kann nur dem ge= treiben, weil's ihm sein Her teit, sein Recht nicht übe lingen, der ibre Wohlfahrt liebt, sich selbst weiß zu bes gebeut. zwingen, Beleidigung vergiebt. 10. Co weit sich zu ve geffen, erlaubt sich nicht da 3. Nachgebend und gefäl- Christ, daß er stolz und ver lig, der Streitfucht größter messen, nein, sanft und lieb Feind, zeigt er sich stets gesel-/ reich ist. lig, erbålt er sich den Freund. 11. So Fried' und Ein 4. Er sucht das zu vermei- tracht lieben, so scheuen jeden was Undrer Rechte Streit, so Brüder nicht bes krånkt, weil er von sich betrüben, ist Pflicht, die Gott scheiden, von von Undern edel gebeut. den, denkt. 5. So oft sie Zwist erregen, so sucht er jeden Streit Klugheit beizulegen, ist voll Gelassenheit. 12. Sie, Herr, ftets bod zu mit u schäßen, ihr ganz mein Herz zu weibn, und nie sie zu verleßen, laß mein Bestreben sein. übers 6. Der Uebereilung Sún den entrüsten nie sein Herz; 13. Mich selbst zu er läßt sie Nachsicht finden, winden, gieb Eifer, Muth besiegt des Unmuths Schmerz. und Kraft, dann werd' ich 7. Nie spottet er der Brüz froh empfinden, welch Glüd der, so viel er Wig besißt, die Eintracht schafft. und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhißt. Sanfts Sanftmuth, Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 403 Sanftmuth, Versöhnlich ihm nicht als Christ begeg= nen? keit und Feindesliebe. 5. Unwürdig war ich deiMel. Kommt her zu mir, spr. ner Huld, unwürdig, Bater, 481. Gott, deines Beifalls der Geduld, nach der du mich mich zu freun, in Thaten auch verschonest, unwürdig, daß du ein Chrift zu sein, der Tu- mir verzeihst, mit so viel gend nur zu leben, muss ich Segen mich erfreuft, und dem Feinde, der mich krånkt, ewig einst belohnest. und mich zu mich zu unterdrücken denkt, voll Sanftmuth gern vergeben. 6. O, laß mich Haß und Rachsucht, scheun, durch Wohlthun auch den Feind er2. Er, der auch deine Huld freun, und zu gewinnen suerfábrt, er bleibt als Mensch chen, mit rober Unversöhn= mir immer werth, ich darf lichkeit, die mehr erbittert, ibn nicht betrüben; sein Haß nicht verzeibt, nie meinem berechtiget mich nicht zur Ule- Hasser fluchen. bertretung meiner Pflicht: 7. Bei jedem harten, tieden Feind auch soll ich lie- fen Schmerz laß mich sein unversöhnlich Herz noch zu ben. 3. Du, Gott, voll Nach gewinnen trachten! entfernt von allem Haß und Groll, sicht und Geduld, erzeigst uns sein Glück so, wie mein eignes Allen gleiche Huld im Son- Wohl, noch immer theuer nenschein und Regen; giebst achten. sie den Frommen nicht allein; 8. Und wenn er diesen auch Bose suchst du zu er- Schritt bereut, mir feine freun, auch sie beglückt dein Hand zum Frieden beut, sich Segen. mit mir zu vergleichen; so 4. Und ich, ich sollte nicht laß mich dann mit Bruderwie du, voll Huld zu meiner treu', vor List und von Vereignen Rub, auch meinen stellung frei, auch meine Feind noch segnen? nicht Hand ihm reichen. dem Beleidiger verzeibn? aus 9. So fürcht' ich nicht, Rachsucht unversöhnlich sein? Gott, dein Gericht; ich kann Cc 2 mit 404 Pflichten gegen den Nächsten. mit froher Zuversicht mich dei- nicht bei dir, o Herr, Verge ner Liebe freuen; und üb' ich bung finden. Dein Junge hier Versöhnlichkeit, so darf ist nur, der wie du vergieber ich meine Uebungszeit einst und Feinde liebet. sterbend nicht bereuen. 6. So heilige denn meine Seele Triebe, mein Heiland, Mel. Herzliebster Jesu, wir. Liebe; daß nie die ungliddurch den Ceift der wahren 482. Herr, mein Erlöser, fel'ge Luft der Rache mich der du für mich littest und strafbar mache. noch zur Rechten Gottes für 7. Wenn meine Brüder mich bittest! erweck in mir, du fich an mir vergebn, so lebre Muster wahrer Liebe, der mich ihr Unrecht übersehn, Sanftmuth Triebe! und sollten sie mich auch em 2. Wenn hast du jemals pfindlich kranken, an dich ge Haß mit Haß vergolten? Du denken. schaltst nicht wieder, da man 8. Erwecke dann, o Herr, dich gescholten. Du segne- in meinem Herzen aufs neue test mit Wohlthun nicht blos das Gedächtniß jener Schmer Freunde; auch deine Feinde. zen, die du in deinen schwers 3. Und ich, Herr, sollte sten Leidensstunden für mich mich den Deinen nennen, empfunden. Grot. und doch von Rachgier gegen 9. Laß mich mit Sanft Andre brennen? ich sollte je- muth meinem Feind' begeg mals Haß mit Haß vergelten, nen, und so wie du den, der und wieder schelten? mir fluchet, segnen. Herr, 4. Wie kann ich Bater zu mache gegen alle, die mich dem Höchsten sagen, und bassen, mein Herz geiassen. Groll im Herzen gegen Brü- 10. Will zu der Rachsucht der tragen? Wie kann ich zu mich die Furcht verführen, ihm flehn, mir zu verzeiheu, als würd' ich sonst mein gan und Rache schreien. zes Glück verlieren, o Herr! 5. Wer nicht vergiebt, der so laß mich, ihr zu wiederstewird für seine Sünden auch hen, auf dich dann sehen. 11. Du Sanftmuth, Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 405 6. Dies will ich rein be11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und wahren; so bessert mich mein überall nach deinem Vorbild Feind, lehrt weiser mich verhandelt; drum laß in Allem fahren, indem er's böse meint. mich schon hier auf Erden dir 7. Ich will zu thun mich ähnlich werden. hüten, was er von mir erfann; auch Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. Ulber. Mel. Christus der ist mein. 8. Durch Huld will ich 483. Nie will ich wieder mich rächen; an ihm das Gufluchen, wenn mir mein Haf te sehn, und Gutes von ihm ser flucht; nie dem zu schaden sprechen: wie könnt er lànsuchen, der mir zu schaden ger schmåhn? sucht. 2. Sanft will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich segnen; dies ist des Herrn Gebot. 9. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhißt; so will ich für ihn beten, und Gott vertraun: Gott schüßt. 10. Nie, nie will ich ermú3. Mein Jesus, der Ge- den, ihm herzlich zu verzeihn, rechte, vergalt die Schmach und als ein Christ zum Friemit Huld; die Wuth er den, zu Diensten willig sein. grimmter Knechte ertrug er 11. Wie wird es mich ermit Geduld. quicken, wenn zur Versöhn4. Sollt ich denn wieder- lichkeit, mit treuerfüllten Blikschelten, da er nicht wieder ken, er seine Hand mir beut! schalt? Mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? Gellert. Mel. Mir nach spricht Chr. 5. Berläumdung dulden 448. Verbittre dir dein Lemüssen, ist schwer; doch diese ben nicht, o Christ, durch Pflicht wird leicht, wenn das eigne Rache; vergeben ist Gewissen für meine Unschuld des Menschen Pflicht, vergelspricht. ten Gottes Sache. Die Sanft 406 Pflichten gegen den Nächsten. Sanftmuth, die sein Wort 6. Im Zorn denkt niemand gebeut, liebt Feinde, segnet ernstlich nach, was Gott ge und verzeiht. fallen sollte. Die Rache selbst 2. Wahr ist's, empfindlich vermehrt die Schmach, die ist der Schmerz, von Men man bestrafen wollte. Kein schen Unrecht leiden; und den Schimpf wird ungeschehn genoch soll des Christen Herz macht, wenn deine Rachgier Zorn, Haß und Rachgier wild erwacht. meiden, soll nicht sein eigner 7. Die Rachgier reißt Ge Richter sein, soll alles Un- rechtigkeit, reißt Glauben aus recht gern, verzeihn. dem Herzen, stört des Ge 3. So widrig diese Pflicht müths Zufriedenheit, und straft dir scheint, so mußt du sie mit bittern Schmerzen. Sie doch üben; sonst bist du nicht hindert Dank, Gebet, Vers des Heilands Freund, der sie traun, und raubt den Muth, dir vorgeschrieben. Empórt auf Gott zu baun. dein Herz dawider sich, so sieh' auf ihn, besiege dich. 8. Was dir von Menschen widerfährt, quillt oft aus dei 4. Wer hat wohl größern nen Sünden, du handelst Widerspruch von Sündern thöricht und verkehrt, wie hier erduldet, hat er, der kannst du Achtung finden? Herr, der Schmach und Fluch Reiz nicht der Feinde Uebervon andern nie verschuldet; muth, sei biegsam, weise, und dennoch will er lang- sanft und gut. muthsvoll, daß Keiner ewig sterben soll. 9. Durch Sanftmuth( übe nur die Pflicht!) wirst du den 5. Jhm folgen, ist dein Feind besiegen. Draube deis wahrer Rubm. Beleidigern ner Seele nicht dies géttliche verzeiben, ist Ebre für dein Vergnügen. Dann wird der Christenthum; sich ibres Falls Herr auch dir verzeihn, dein nicht freuen, nicht den, der Vater und Bergelter sein. dich schmábt, wieder schmåbn, 10. Herr, aus Gehorsam gereicht dir selbst zum Wohl gegen dich will ich mich selbst ergehn. nicht ráchen; verzeih ich gern, dann Duldung. 407 dann wird für mich die gute als uns der Båter Glaube Sache sprechen. Der Sanft- lehrt? muth Sinn kommt nur von 4. Wer dich, Gott, seinen dir; durch deinen Geist, Herr Vater nennet, voll Ehrfurcht gieb ihn mir! dich zu ehren meint, und so cir dient, wie er dich kennet, sei Bruder uns, mit uns vereint. Nie låstre blinde Glaubenswuth der Herzensandacht reine Glut. Mudre. Duldung. Mel. O daß ich tausend Jungen. 5. Bereit, dich dem zu of 485. Du hast uns, Gott, fenbaren, Sehnsucht den ein Licht gesendet, daß wir drängt sich dir zu nahn, uns seiner Klarheit freun, nimmst du von allen Völkerund nicht, von Settenstolz schaaren Gebete, Lieder, Opfer geblendet, durch Wahn und an. Obn' einen Strahl von Meinung uns entzwein! gieb, deinem Licht sind selbst die daß uns blinder Eifer nicht rohsten Völker nicht. verfinstre dieses reine Licht. 6. Du bist's, den alle Zungen preisen, und Aller Herzen 2. Wie könntest zu den füblen dich: Auf tausendmal strenge richten, den, ob a chzehn tausend Weisen freun sein Berstand sich irrt, ge alle Geister deiner sich, dein, treu und folgsam seinen o du aller Menschen Freund, Pflichten, durch das Gewissen der alle Gute einst vereint. nicht verwirrt? Voll Lieb 7. Erwecke Fürsten, bilde und Schonung siehest du auf gebrer voll weiser Menschenseinem dunkeln Pfad ihm freundlichkeit! Entwaffne schonend den Zerstörer der Einzu. 3. Und unser Urtheil sollte tracht und Verträglichkeit; kránken, wo du mit Bater- und mach' es hell mit deinem milde schonst? wir sollten da Licht, wo es an Duldung noch zu strafen denken, wo du der gebricht. Tugend Einfalt lobuft? den 8. So gieb, o Gott, uns, richten, der dich anders ehrt, deinen Kindern, daß wir uns Alle 408 Pflichten gegen den Nächsten. Alle deiner freun, uns selbst nicht an deinem Licht nicht hindern, sein! und schonend und verträglich 6. sein. Wer Jesum kennt und ligkeit, Der Scepter übe Bil verbiete nicht der ehrt, der sei vom Geiste der Gründe Streit! Wer fried Verfolgung frei. 1904 1 mächtig die Verfolger sam lebt, nicht Irrthum lehrt, deß Freiheit werde nicht ge Mel. Wenn wir in höchsten. stort. 486. Erhalte, Vater, uns 7. Fern sei von uns des dein Wort; den finstern Irr- 3wanges Joch; die freie thum treibe fort; bewahre vor Wahrheit sieget doch; sie sei Gewissenszwang die frommen bei uns von Irrthum frei, Seelen lebenslang! voll Frömmigkeit, ohn' Heu chelei! 2. Die Völker sein dir unterthan! Es weiche falscher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit hellem Licht! Gewalt hilft dem Gewissen nicht. Verschwiegenheit. Mel. Mach's mit mir. 3. Die Herrschaft, die den 487. Vorsichtige Verschwie fremden Knecht, er glaube genbeit ist eine Pflicht der falsch, er glaube recht, ge- Freunde, und wer des Schwazwaltsam zieht vors Richteramt, werd' unter Christen stets macht sich selten Feinde; er zers Leichtsinn scheut, schadet Undern, wenn er 4. Bernünftig sei der spricht, aus Unverstand und Wahrheit Krieg! Gieb wieder Thorheit nicht. der verdammt! TEE Irrthum ihr den Sieg durch 2. Laß mich des Nächsten, wahre Lehren und Beweis, und wie ich muß, Gott, auch im durch des frommen Beispiels Reden schonen, und nicht Fleiß. durch Kummer und Verdruß 5. Wir gehn in Dámm'- ihm sein Vertrauen lohnen; rung, irren bald; die Weis- verbergen laß mich das mit heit übet nicht Gewalt. Drum Fleiß, was er und ich allein laß den Frieden allgemein, nur weiß. 3. Gieb Pflichten in besondern Verhältnissen. 409 3. Gieb, daß ich stets durch Haß, aus Rachsucht und aus wahre Treu' mir sein Ver- Groll zu reden, wenn ich traun verdiene; fein Schwäz- schweigen soll. zer, kein Berråther sei; daß ich mich nie erkühne, aus Grot. Pflichten der Menschenliebe in besondern Verhältnissen. Vaterlandsliebe. und war es auch die schönste Mel. Wer nur den lieben G. Flur. Er fühlt sich aus der Welt verbannt, fühlt sich ver488. Der eble Geist hebt lassen und verkannt. sich vom Staube hoch über 4. Doch kehrt er in die Zeit, Geburt und Stand, ihn Heimath wieder nach langer fesselt weder Volk noch Glau- Trennung einst zurück, dann be, nicht sein Geschlecht und sinket aller Kummer nieder, Vaterland. Der Menschheit ihm lacht von neuem Freud' Würde ist sein Stand, die und Glück, und mit zufriedganze Welt sein Vaterland. nem heitern Sinn fließt seine 2. Doch liebt er auch in Lebenszeit dahin. seiner Hütte den engen Raum, 5. Da lebt er mitten un der ihn umschließt, und freut ter denen, die ihn verstehn, sich in der Seinen Mitte des pie er versteht, die seines HerHeils, das über ihn sich gießt. zens beißes Sehnen schon lanEr liebt den Ort, der ihn ge sich herbei gefleht. Da gebar, der Nachbarn und der drückt ihm einst zur TodesFreunde Schaar. ruh' des Freundes Hand die 3 Reißt ihn das Schick- Augen zu. sal von den Seinen, wie ein- 6. O du, mir selbst von sam wird ihm die Natur im Gott gegeben, sei mir willunbekannten Land erscheinen, kommen, Baterland! mit dir 410 Vaterlandsliebe. dir verknüpfe mich im Leben ken seine Kräfte zum allge ein unauflöslich beil'ges Band, meinen Woht empor, und Orddir weih' ich Kräfte, Fleiß nung und Zusammenhang vers und Muth, und forderst mehrt und stärkt der Thaten felbst Gut und Drang. du's Blut. 5. Vereint zu einem glei chen Ziele, wirkt Jeder dann Mel. O daß ich tausend Zungen. des Ändern Gück; and Jeder 489. Ihr Bürger Eines sieht mit Frobgefühle auf das Staates, Brüder, vereinigt gemeine Wohl zurück; und euch zum Lobgefang; bringt was ein Mensch nicht wirken unserm Vater frohe Lieder, kann, das fangen sie vereis sagt ihm für seine Gnade nigt an. Dank, ihm, welcher uns mit 6. Nicht Alle haben gleiche weiser Hand vereinigt hat im Kräfte; der nüßt durch EinBaterland. sicht und Verstand, ein An2. Der Meusch kann nicht d'rer durch Berufs- Geschäfte, allein sich bilden, nur Men- durch seine Kunst dem Vaterschenumgang bildet ihn; er land; und doch vereinigt múz wandelt einsam auf Gefilden, zen sie einander All' durch ihdie ihm umsonst entgegen re Müly? www blübn; nur Menschen lindern 7. Und strömet von des feinen Schmerz, und geben Königs Throne nicht Scuß Freuden ibm ins Herz. und Sicherheit uns zu? Wer 3. Hülflos beginnt er die macht, daß jeder sicher wobne? fes Leben, sich seiner selbst Wer schenkt uns Frieren, Glück noch unbewußt; noch kennt und Rub? Ja, durch sein er selbst nicht sein Bestreben, väterlich Bemübn sehn wir des und ist doch schon der Andern Landes Wohlfahrt blübn. Luft; denn ihn empfängt mit 8. D danket Gott, der treuer Hand, noch eh' er's uns verbunden durch der e weiß, das Vaterland. fellschaft enges Band! Wir 4. Und tritt er einst zu baben( lück und Rub' gefun dem Geschäfte, dazu die Vor- den in unserm tbeuern Baters sicht ihn erfohr: vereinigt wir- land; hier, wo als Bürger und Pflichten in besondern Verhältnissen. 411 und als Christ ein jeder Freund Glück genießen, und ruhig undes andern ist. ter ihrer Macht das Leben uns 9. Nur lasset uns einander verfließen. Hilf, daß wir stets nüßen auf der uns angewies' durch Frömmigkeit dich ehren, nen Bahn, das allgemeine und schon in der Zeit die Wohl beschüßen, so viel ein Frucht davon empfinden. Jeder immer kann. Nur wer 4. Gieb denen Eifer, Fleiß ein Freund des Landes ist, und Treu', die ihr sind unterder ist ein Menschenfreund, geben, daß jedermann befliss ein Christ. sen sei, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihr des Le= bens Müh', mit deinem Segen trône sie, und sei ihr Lohn auf ewig! Pflichten der Obrigkeit. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 5. Laß sie mit uns beflissen sein, in deiner Furcht 490. Erhalt uns, Herr, die zu leben, und vor der RechenObrigkeit, die du uns gabst, schaft sich scheun, die sie dir auf Erden mit Wohlstand einst muß geben; daß so vor und mit Sicherheit durch sie deiner Majestät, die über alle beglückt zu werden! Berleib' Hobeit geht, Regent und ibr Weisheit, Luft und Kraft, Volk sich beuge! was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahr zunehmen. Cittmann. Diterich. 2. Gieb, daß sie, gleich Pflichten der Unterthanen. gefinnet dir, uns väterlich re- Mel. Gott sei Dank in aller. giere, daß jeder Bürger unter ihr ein rubig's Leben füb- 491. Chr', o Christ, die re. Laß sie der Unschuld Zu- Obrigkeit, wie dir Gottes flucht sein, und jeden Redli Wort gebeut; frevelbaft ihr chen erfreun, und allem Un- widerstebn, beißt sich an Gott recht steuern. felbft vergebn. 3. Laß uns, von ihrem 2. Zur gemeinen WohlSchuß bewacht, des Friedens fahrt sei den Gesetzen stets ges 412 Pflichten der Unterthanen. getreu; denn wer diese gern Stand in dem theuern Vatervollführt, ist so frei, als der land. Dann kann Alles, groß regiert. und klein, sich der schönen 3. Drum gehorch' und thu's Ordnung freun. mit Luft; bleib' es immer dir 10. Ordnung und Gerech bewußt, daß nicht jeder herr- tigkeit, Schuß und Fried' und schen kann; sei ein guter Un- Sicherheit ist ein Glück, das terthan. Land und Stadt nur durch 4. Schaue Jesum Christum seinen König hat. an: Er, wie du, ein Unter- 11. Darum ehre jeder gern than, und doch hocherhöht den Geweiheten des Herrn, vor Gott, that, was das Ge- der an Gottes Statt bier sist, ses gebot. und des Landes Wohlsein 5. Ehr' und Furcht, wem schüßt. sie gebührt! Schoß und Zoll 12. Völker, Fürst und Un dem der regiert! Gieb, als terthan, betet Gott den Höchgåbst du's Gott dem Herrn, sten an! Fürchtet ihn; denn was du schuldig bist, stets sein Gericht ist gerecht, es gern. fáumet nicht. 6. Ist wohl ohne Fehler wer? Jrrt dein Obrer, strauCramer. chelt er, so und sprich: Mensch, wie ich. entschuld'ge ihn, Mel. O Jesu Christ, mein's. Er ist auch ein 492. Gott, der zum Segen für die Welt uns Obre giebt 7. Lebe selbst gewissenhaft: und sie erhält, du willst, daß feines Wandels Rechenschaft ibnen jeder treu, und dem laß dem Herrn, und sieh' nur Gefeße folgsam sei. du, daß du selbst gerecht 2. Sie wachen stets mit feift, z. offinem Blick und sorgsam für 8. Nur dann geht's im Lan- des Landes Glück. Durch fie de gut, wenn ein jeder treu- fließt Sicherheit und Ruh' uns lich thut, was die Untertha- hier in allen Ständen zu. nenpflicht ihm, als wie vom Himmel spricht. 3. Nicht jeder ist an Wurde groß, oft ist ein niedrer 9. Glücklich ist dann jeder Stand sein Loos; doch jeder, fei Pflichten in besondern Verhältnissen. 413 sei er noch so klein, kann ach glücklich würden wir dann tungswerth als Bürger sein. sein! 4. Er ist's, wenn er diel 10. Drum, guter Bater, Bürgerpflicht nicht offen und bilf uns du, und schenk uns nicht heimlich bricht, ihr sei- selbst die Kraft dazu: alsne Sorge, Kraft und Zeit dann wird Zank und Zwies mit Freude, Luft und Eifer tracht fliehn, und Glück in jes weiht. dem Stande blühn. 5. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie and'rer Burger Rechte krånkt, und, fern von niedrer Ránke Lift, zum Wohl des Ganzen thá- mel. Es ist gewißlich an der. tig ist. Pflichten der Richter. 6. Er weiß, nur des Ge- 493. Mensch, suche stets sebes Kraft, und war es durch Wort und That Geauch noch mangelhaft, ge- rechtigkeit zu üben, und wandwährt dem Volke Sicherheit le den geraden Pfad, den und Ordnung und Zufrie- Gott dir vorgeschrieben, denn wer verkehrte Wege geht, denbeit. 7. Er lebt, von Trug und Geschenke nimmt, das Recht Unrecht frei, stets dem, was verdreht, zerstört das Glüc es befiehlt, getreu, und fühlt, der Erde. wenn er es gern vollführt, 2. Der Unterdrückten Thrasich dann so frei, als der rene rinnt alsdann und schreit giert. um Rache: die Wittwen und 8. Dies thut er, und er die Waisen sind verkürzt um thut's mit Lust, in seinem ihre Sache; die Einfalt wird Innern sich bewußt, daß nicht mit List berückt: die Unschuld im Staate jedermann das liegt in Staub gedrückt, verschwere Ruder lenken kann. lassen ist der Arme. 9. O möchten wir gewis- 3. Wel allen denen, welsenhaft und stark durch inn're che nicht ihr Ohr zur UnTugendkraft uns redlich die schuld neigen, die mit Versen Pflichten weih'n, wie legung ihrer Pflicht Recht und Ge= 414 Pflichten der Richter. Gefeße beugen: sie sprechen ganzen Vaterland auf Recht feilen Richterspruch und bau- und Wahrheit achte. fen der Gedruckten Fluch sich auf den Tag der Rache. 8. Dann lobn', o Gott, mit Segen die, so sich vom 4. Ja, Herr, du tilgst des Unrecht wenden; gieb ibnen Rechtes Schmach, und des Ruby' nach Kampf und Müt', Gewissens Plage trifft den, wenn sie den Lauf vollenden! der falsches Urtheil sprach, Zu deinen Freuden nimm ſie einst am Bergeltungs- Tage. auf! denn, Herr, sie führten Schwer ist des Ungerechten ibren Lauf zum Eegen ihrer Loos, groß aber, unaussprech- Brüder. lich groß die Freude der Gerechten. 5. Großmüthig werden sie und gern gefránkte Unschuld rachen, von Geiz und niedrer Habsucht fern und ferne vom Mel. Wer nur den lieben Gott. Bestechen, empfangen sie und 494. Im Stillen wollen fördern nichts, wodurch die wir dich ehren, dich, Gott, Stätte des Gerichts enthei- der fremmen Wandel liebt, ligt werden könnte. und Bittenden, was sie be 6. Sie stebn, mit Muth gebren, was ihnen müßt und im Angesicht, dem Rechte sters wobltbut, giebt. Schon oft zur Seite, und nur nach den sind wir erquickt, erbört, von Gefeßen spricht ihr Mund in deinem Tbron binweggekehrt. jedem Streite. D, wohl dem 2. Uns Alle, die bier flebn, Land, wo jederzeit nur Wabr- verbindet des Blutes und der beit und Gerechtigkeit in allen Freundschaft Band; und unStånden blúbet! fer Herz, o Gott, empfindet 7. Laß jeden hier sein Amt, die milde Leitung einer Hand. • Cott, mit Redlichkeit ver- Es preift dich, großer Menwalten, Hand und Gewissen schenfreund, der uns durch bis zum Tod rein, unbefleckt dieses Band vereint. erhalten; verleil)', o Gott, 3. Wohl dem, der in der daß jeder Stand in unserm Ehe Bunde in fester Lieb und Ein Pflichten im häuslichen Leben überhaupt. 415 Pflichten in besondern Verhältnissen. Eintracht lebt! Jbm wird solscheiden, die Blut und Treue manche Lebensstunde mit Se- fest verband; oft stort des ligkeit und Luft durchwebt: Grams und Unfalls Wuth, er blickt mit Rub und beiterm oft Krankheit ihren heitern Einn auf Pfad und Ziel der Muth. Wallfabrt bin. 8. Doch trinken sie den 4. Wohl dem, dem from Kelch gelassen, den du, ibr mer Kinder Segen des Lebens Bater, eingeschenkt. Du Zürnst Pfad noch schöner macht nicht ewig, fannst nicht baffen, wenn sie im Herzen Tugend du Gott, der seiner Kinder. begen, wenn in den Blicken denkt, der wenn ihr Glaube Unschuld lacht, wenn sie der standhaft ringt, durch Leiden Eltern Beispiel rührt, und sie zur Wonne bringt. auf den Weg des Lebens führt. 9. Mag doch des Todes 5. Wobl denen, deren Haus- Arm uns trennen; wir wer= genossen die Furcht des Herrn den einst uns wiedersebn, vor vor Augen schwebt, wenn jeder Gottes Thron die Unsern ten treu und unverdrossen nach nen, mit ihnen dankend vor seiner Pflicht Erfüllung strebt, ibm stebn. Da, wo kein Tod wenn Eintracht und Zufrie- mebr trennen kann, stehn wir denbeit ein Haus zum Siß vereint, und beten an. des Segens weibt! 10. Wir preisen ewig dann 6. Ja, denen, die dich kind- die Güte, die unaussprechlich lich ehren, o Vater, strömt uns geliebt, dem gottgeheiligdein Segen zu. Sie wanten Gemüthe schon bier des deln, folgsam deinen Lebren, Himmels Borschmack giebt, und traun auf dich, und fin- durch Freundschaft uns zur den Rub', und finden Freude, Ewigkeit, zur Wonne der Vers deren Werth und Dauer feine flårten weiht. Zeit zerstört. Eschenburg. 7. Zwar oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Mel. Nun ruhen alle Wälder. Herr, von dir gefandt; oft 495. O felig, wer zufrieden muß die Tod und Trennung mit dem, was Gott beschieden, 416 Pflichten der Ehegatten. den, den Weg durchs Leben weiben, sich ihres Umgangs gebt; von Herzen ibm ver- freuen. trauet, auf nichts Vergång- 2. Er sorgt mit edler Müh lich's bauet, und nichts be- für sie, ernähret sie, sorgt gehrt, als was besteht! um sie frob zu seben, auch für 2. O selig, wenn die Her- ihr Wohlergeben, und weibt zen, gefaßt auf Freud' und mit allen Kräften sich den BeSchmerzen, vereint durch Ei- rufsgeschäften. nen Sinn, sich liebend hier 3. Sein immer zärtlich verbinden, das wahre Gut zu Herz theilt mit ihr ibren finden, den ewig dauernden Schmerz, theilt alle ibre Gewinn! Freuden: auch ihrem klein3. Es wobnet schon bienie- sten Leiden sucht er durch den des Himmels süßer Frie- sein Bemühen sie eilend zu den bei frober Häuslichkeit. entziehen. Der Liebe reiner Seelen kann 4. Mit gleicher Zärtlichkeit teine Freude feblen, kein Seift ibm ihr Herz geweibt. Sie gen der Zufriedenheit. fucht, um ibre Pflichten mit 4. Da theilt man alle Freu- Eifer auszurichten, die Wünden, da theilt man Gramsche zu erfüllen, die seinen und Leiden, da wallt man Kummer stillen. Hand in Hand durchs ganze 5. Sie liebt ihn standhaft Pilgerleben, geht mit verein- treu; und wagt's die Schmei tem Streben den Weg ins chelei, ihr Herz ihm zu entzie beßre Baterland. hen: so weiß sie klug zu flieben, entreißt sich den Gefahren, so nabe sie auch waren. Pflichten der Ehegatten. 6. Auch Er lebt ganz für Mel. Auf meinen lieben Gott. nie, wird nie den Bund ents Sie, tauscht ihr Vertrauen 496. Die Gatten sind beweihen, sich ihrer Liebe freuen, glückt, die wahre Tugend nie ihren Werth verkennen, sa mückt, die mit vereinten und nie von ihr sich trennen. Kráften den häuslichen Ge- 7. Wir üben Beide nicht schäften sich immer gerne die angenehme Pflicht, die an= Pflichten in besondern Verhältnissen. 417 Kinder zu erziehen, die ihnen tiefe Wurzeln schlägt, und Gott verliehen, daß sie der einst der Tugend Früchte trågt, Tugend lehren stets gern und ist ihre größte Freude. folgsam hören! 4. Wer ihnen dienet, der 8. Gott, der du huldreich wird nie des Dienstes Last bist, und Fromme nie ver- beklagen; voll Huld und gißt, laß die, die so dich lie- Nachsicht werden sie oft ein ben, so ihre Pflichten üben, Versehn ertragen, von Herund alles Unrecht scheuen, sich zen zum Verzeihn bereit, deines Segens freuen! wenn sie nur Treu' und Redlichkeit und Beßrungs- Eifer sehen. Mel. Herr, wie du willst, so. 497. Froh fließt der Gat5. Gieb, Gott, den Gatten Trieb und Kraft und Eiten Leben hin, die immer treu fer, diese Pflichten, die du sich lieben, die, frei von Stolz befiehlst, gewissenhaft und und Eigensinn, von zügello- willig zu verrichten: so wird sen Trieben, um sich der Ein- ihr Haus im Segen blühn, tracht zu erfreun, sich jeder Berdruß und Gram und ihrer Pflichten weihn, des 3wietracht fliehn, und sichres Zwistes Keim ersticken. Glück sie kronen. 2. Durch Fleiß und durch Geschäftigkeit will Jeder gerne nüßen, und gern den Ruhm Pflichten der Eltern gegen der Häuslichkeit verdienen die Kinder. und besitzen! Er schenet für sie keine Müh, und Sie sorgt Mel. Nun sich der Tag geen. immer ſpät und früh für sei- 498. Die Kinder, Gott, nes Herzens Wünsche. die du mir giebst, sind dein, 3. Sie sehen ihrer Liebe ja sie sind dein! Nur weil du Frucht erwachsen und gebei- mich so zärtlich liebst, ist dieser hen. Durch Lehren, Ernst Segen mein! und weise Zucht den Saamen 2. D, welch ein Segen, auszustreuen, der keimt und welch ein Glück! Nichts ist ihm DD 418 Pflichten der Eltern gegen die Kinder. ihm vorzuziehn: der sicht-| bald ist ihr Herz, verläßt es bar'n Schöpfung Meisterstuck dich, bald dem Berführer feil. dir, Vater, zu erziehn. 10. Nie laß ihr Aug' nach 3. Du forderst Rechen- Bösem sehn; bewahr' ihr ken= schaft von mir, denn dein ist sches Ohr; daß sie auf deinen das Gericht; und wie bestund Wegen gehn, leucht' ihnen ich da vor dir bei nicht erfüll- kräftig vor. ter Pflicht? 11. Gieb, daß ich selbst 4. D, gieb mir Gnade, der Tugend Bild, nicht nur gieb mir Licht, und Weisheit ihr Lehrer sei. Berflucht ist, und Verstand! Ich traue mei- wer das Laster schilt, und nen Kräften nicht; mich stärke fröhnt ihm doch dabei! deine Hand! 5. Mach' eifrig und entschlossen mich, das Beste stets 12. Der Seinigen Verderber fein, welch Frevel, zu thun. Laß deinen Geift, welch ein Fluch! Gott! präge ich bitte dich, zwiefältig auf mir Entfeßen ein vor deinem mir ruhn. Richterspruch. 6. Herr, dein Erkenntniß 13. Nicht dieser Erde kah ist der Grund der besten Wif- les Glück, für sie kaum wunsenschaft: o fülle täglich mei- schenswerth, nicht Schönheit, nen Muud mit deiner Lehre die ein Augenblick entstellt, Kraft. die Zeit zerstört; 7. Pflanz' deine Liebe in ihr 14. Ein Herz, der Tugend Herz; schenk' ihnen Frucht des ewig treu, und deines Soh Herrn; treib' eitlen Leichtsinn, nes Heil, um dieses bitt' ich, frechen Scherz von ihren See- dieses sei, Gott, meiner Kinlen fern. der Theil. 8. Laß fie des Sohnes Ei15. Auch lasse sie in jedem genthum, des Geistes Tempel Stand' den Brüdern nüßlich sein; floß ihnen, Herr, für sein; mach' stark und fertig deinen Ruhm und Zeugniß ihre Hand, viel Segen aus Eifer ein. zustreun. 9. Laß wachen und laß be- 16. Und sorg' ich für ihr ten mich für ihrer Seelen Heil: lirdisch Loos, für Wohlfahrt die= Pflichten in besondern Verhältnissen. 419 dieser Welt; so lege du in der Jugendzeit zu nüßlicher ihren Schooß, was, Vater, Geschäftigkeit. bir gefällt. 2. Wohl euch, wenn keines 17. Begleite selbst das je vergißt, was aller WeisWerk der Zucht, denn du be- heit Anfang ist: die Furcht fahlst es mir, mit des Gehor vor Gott, der alles steht und fams guter Frucht; zeuch sie straft, was Böses hier gedurch mich zu dir. schieht. 3. Lehrt sie, wenn ihr Ver18. Laß sie einst meine Stüße, Herr, und Trost im stand erwacht, Gott kennen, Alter sein, und segne sie, seine Lieb' und Macht; lehrt Barmherziger, sie gehn aus sie gehn aus sie auf seine Werke fehn, und was sie lernen, auch veroder ein. stehn. 4. kurzen Bahn. 19. Mit Wonne tret' ich Sorgt zwar für ihren dann vor dich; dich bet' ich Leib, doch mehr für ihre dankbar an, naht meines Le- Seel', und schaut umher, was bens Ende sich, das Ziel der ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh zur Tu20. Hier bin ich, ruf ich gend an. freudig aus, und die, die du 5. Erstickt durch Unterricht mir gabst! Erhöty' uns in des und Zucht der ersten Sünden Himmels Haus, wo du die Keim und Frucht, damit sie Sel'gen labst. Gottes Ebenbild früh werden, 21. Sei mein und meiner liebreich, sanft und mild. Kinder Gott! Verlaß uns 6. Vor Kindern seid auf ewig nicht! denn du, Jeho- eurer Hut; sie sehn begierig, vah Zebaoth, bist unsre Zu- was ihr thut, und thun, vom versicht! Sinnlichen gerührt, wozu sie euer Beispiel führt. 7. Ihr junges Herz ist Mel. Herr Jesu Christ, dich. schwach und weich; drum 499. Groß ist, ihr Eltern, rühmt vor ihren Ohren euch der eure Pflicht! Verzártelt eure Ulebertretung eurer Pflicht in Kinder nicht; gewöhnt sie in eurer frühen Jugend nicht. Od 2 8. MuthCramer. 420 Pflichten der Eltern gegen die Kinder. 8. Muthwillen nennt nie] 14. Fleiß, Ordnung, WohlWis; nie preift des Knaben stand, Fried' und Ruh nimmt schadenfrohen Geist als Mun- dann in allen Ständen zu. terkeit! ein falsches Herz und Lust strömt den Eltern; Glück Lügen nie als Spiel und und Heil ist hier und dort der Scherz. Kinder Theil. 9. Erweckt des Guten schnell Gefühl in ihren Herzen; euer Cramer. Ziel sei nicht blos Anstand Mel. Werde munter, mein G. vor der Welt, sei Liebe deß, 500. Herr, die Kinder, die was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der sie sind dein. ich habe, gabst du mir, und Sollt ich dir Tugend Müh', an Ernst und für diese Gabe nicht von Her Fleiß, und lehret sie, daß zen dankbar sein? Theuer sei Arbeit keine Sklaverei, daß ein jedes mir, als ein Sesie daß Glück des Menschen fei. gen, Gott, von dir! Dir 11. So nehmt euch ihrer mich deinen Geist regieren. auch jedes zuzuführen, laß Seelen an! Gott richtet einst, und fordert dann, wenn ihr 2. Du, du warst in jedem nicht, was ihr thun sollt, Alter, von der Kindheit an, thut, von eurer Hand der mein Gott; sei, mein Schö Kinder Blut. pfer und Erhalter, sei auch 12. Hört, wie die böse meiner Kinder Gott! Segne Kinderzucht schon mancher und behüte sie! deine Huld hier zu spät verflucht, wenn verlass' sie nie, daß sie dir er die bittern Früchte fühlt, zum Wohlgefallen früh schon und Jammer ihm das Herz deine Wege wallen. durchwühlt. 3. Mannigfaltige Gefah13. Wo aber fromme Ju- ren warten ihrer in der Welt; gend blüht, und man sie für wer vermag, sie zu bewahden Himmel zieht, nach Chri- ren, wenn sie deine Hand sti Lehr' und Christi Sinn, nicht hålt? Laß sie unbewie groß, wie groß ist der zwinglich sein vor VerfühGewinn! rung, und allein, Herr, auf dei= Pflichten in besondern Verhältnissen. 421 deine Stimme hören, Sün- tenwonne gleichen, die im reidenluft sie nie bethören. chen Saatenfeld hoch des Land4. Laß sie jeden Tag auf manns Busen schwellt. Erden, dich zu lieben, willi3. Wollt ihr diesem Ziel' ger, weiser stets und besser euch nahn, Eltern! o so fühwerden, Andern immer nütz- ret frühe sie der Tugend steile licher! Gieb, so viel als dir Bahn; denn umsonst ist alle gefällt, ihnen von dem Glück Mühe an ein ungebautes Land der Welt; nur, daß weder sorgenlos und spät verwandt. Leid noch Freude sie von deiner Liebe scheide. 4. Zweige könnt ihr ohne Müh' hin und her nach Will5. Der Triumphtag der führ neigen, doch versuchet es, Gerechten sei ein Wonnetag wenn sie stark geworden, ſie auch mir! Hilf, daß dann zu beugen; müht ihr euch zu deiner Rechten keins mir auch noch so sehr, keine Kraft fehle, Herr, vor dir! Dann vermag es mehr. frohlock ich: Bater, sieh, 5. Eltern, seht in diesem hier bin ich; hier sind auch Bild' eure Pflicht und werdie, welche du mir haft ver- der weise. Wenn ihr treulich liehen, sie dem Himmel zu sie erfüllt, o so lohnt in ihrem erziehen! Kreise, eurem Fleiße, eurer Zucht einst der Aussaat schönfte Frucht. Mel. Jesus meine Zuversicht. 501. Herrlich ist der El6. Aussicht in das Paratern Loos, und erhaben ihre dies ist der Anblick frommer Würde; aber ihre Müh auch Kinder, macht euch noch das groß, und oft drückend ihre Alter süß, stårkt euch, wenn Bürde, wollen sie sich treu sich nun geschwinder hin zu bemühn, gute Kinder zu er- eurem stillen Grab senkt der ziehn. / Lebenspfad hinab. 2. Doch wenn endlich sie 7. Sa't auf Hoffnung! ihr Ziel, ihr so schönes Ziel Mag auch kaum euch die erreichen, dann wird ihrem Erndte mehr erquicken; pflanzt Frohgefühl nicht die Ernd- ihr doch so manchen Baum und 422 Pflichten der Kinder gegen die Eltern. und dürft seine Frucht nichtsschen mich noch zuvorzukompflücken. Glücklich ist, wer sa- men trachten; gern, was sie gen kann: Meine Pflicht hab erfreut, vollziehn, stets, was ich gethan. ihnen mißfällt, fliehn. 8. Pflichtvergeßnen Eltern 4. Mir zum Muster dien' flucht noch das Kind dereinst auch hier Jesus Christ, das im Grabe, während es für Heil der Sünder. Er, so gute Zucht, seines Erbes hochgeehrt von dir, war ein reichste Habe, redlichen noch Beispiel frommer Kinder, war in die Gruft Gottes Segen von seiner Kindheit an seinen niederruft. Eltern unterthan. 5. Freude sei mir's, ihm auch hier nachzuahmen. O Pflichten der Kinder gegen wie billig, wie gefällig ist's, Gott, dir! Mache selbst dazu die Eltern. Mel. Meinen Jefum laß ich. mich willig! Wohl mir dann, 502. Gott, dir sei mein es wird auch mein dein verheißner Segen sein! Schmolke. Dank geweiht; heilig dir mein ganzes Leben: denn aus freier Gütigkeit hast du selbst es Mel. Gott des Himmels und. mir gegeben; es durch Eltern 503. Kinder, die ihr noch mir verliehn, die zur Tugend im Kreise eurer guten Eltern mich erziehn. weilt, und um Kleid und 2. Hilf, daß gegen sie mein Trank und Speise sorglos nur Herz findlich sei und nicht zu ihnen eilt, und durch sie in bloß scheine; daß ich, trifft jeder Pflicht Lehr' empfangt sie wo ein Schmerz, fromme und Unterricht. Thránen zu dir weine, für ihr Glück dir dankbar sei, he, was sie thun für euer 2. Kinder, o bedenket früund mich ihres Wohls er- Glück; denkt die namenlose freu'. Mühe, euch, vom ersten Au3. Laß auf ihre Winke mich genblick eures Aufblühns bis kindlich und mit Sorgfalt zur Zeit eurer Reife, stets achten, ja selbst ihren Wün- geweiht! 3. El Pflichten in besondern Verhältnissent. 423 3. Elternlieb' ist ohne mel. Allein Gott in der Höh'. Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie; danken aber 504. O Herr, mein Gott könnt ihr, danken euern Eltern ich bitte dich um Weisheit Lieb' und Müh', die so manche und um Tugend. Regiere lange Nacht schlummerlos für du mich våterlich in meiner euch durchwacht. frühen Jugend. Laß deinen 4. Sie aus reinem Herzen Segen auf mir ruhn, nur lieben, ihnen treu und folg- das zu lieben und zu thun, sam sein, nie mit Borsaß sie was dir, mein Gott, gefällig. betrüben, jedes Unrecht schnell 2. Gieb, daß sich meine bereun, ohne Klügeln ihnen Eltern freun, mich christlich traun, und auf ihre Winke fromm zu sehen. Laß ihre schaun. 5. Ihnen dreift nie wieder sprechen, ihre Launen still verstehn, still gelassen ihre Schwåsie sind Menschen übersehn, und sie ehren, bis zur Gruft sie des Todes Stimme ruft. Bucht an mir gedeihn zu meinem Wohlergehen. Das Gute, was sie mir gethan von meiner ersten Kindheit an, Herr, das vergilt du ihnen! Heeren. chen 6. Ringen, daß der Treuen steht. Pflege an euch nicht verloren Pflichten der Herrschafter gegen Dienstboten. sei: daß ihr auf der Tugend Wege, euerm hohen Rufe treu, Mel. Mir nach, spricht Christus. fest und standhaft vorwärts 505. Durch dich, Gott, bin geht, bis ihr an dem ich, was ich bin, und es ist 7. Eure Kraft den Eltern deine Gabe, daß ich als Herr leihen, wenn sie kraftlos sind Dienst und Gewinn von meiErspaund schwach, sie mit Trost nen, Brüdern habe. und Hülf erfreuen bei des rung mancher eignen Müh Alters Ungemach: Dies ist schafft deine Vorsicht mir durch sie. Kindesbank und- Pflicht: Kinder, dies vergesset nicht! 2. Gieb, daß ich, ihnen jebete 424 Pflichten der Herrschaften gegen die Dienstboten. derzeit mit Freundlichkeit be- wie ich. Hilf, daß ich ihn gegne; nie hart sei, ihre Thå- so lieb', als mich. tigkeit mit meinem Beifall Feddersen. segne, und unter eitlem Vorwand nie ihr den verdienten Mel. Herzliebster Jesu, was. Lohn entzieh'. 506. Wie leicht, o Gott, 3. Erfüllen sie mit Redlich wie leicht wird, wer regieret, keit, mit Aufwand ihrer Kräfte, zum Mißbrauch seines Anwas ihnen ihre Pflicht gesehns nicht verführet, von beut im häuslichen Geschäfte: Eitelkeit, vom Hange zum so gieb, daß ich für ihre Gewinne, vom Eigensinne! Treu' nicht fühllos, sondern 2. Drum laß mich stets dankbar sei. auf deinen Willen sehen, um meinem Hause Flüglich vorzu4. Hilf, daß ich jedem stehen, und Allen, die in meiseine Pflicht aufs möglichste nen Diensten leben, was recht versüße; daß er, wenn Hülfe ift, geben. ihm gebricht, sie auch von mir genieße; daß ich ihm, mehr mich mag erkühnen, mit 3. Gieb, daß ich nimmerfehlt er, gern verzeih', in Härte zu beherrschen, die mir Krankheit auch sein Pfleger dienen; tyrannisch ihnen et ſei. was zu gebieten, laß mich ver5. Auch der geringste Die- hüten. ner ist bestimmt zum höhern 4. Versprochnen Lohn müss Leben; für ihn und mich hat ich nie ihnen schmälern, nicht Jesus Christ sich in den Tod lieblos strenge sein bei ihren gegeben. Vor dir, o Richter, Fehlern, und, wo so leicht ich hat mein Knecht dereinst mit selber könnte fehlen, mir nie mir ein gleiches Recht. verhehlen. 6. Opråg' aufs tieffte 5. Gieb, daß ich dankbar dies mir ein! Nie müss' ich ihre Treu' erkenne, gern ihnen mich erkähnen, tyrannisch ge- einen bessern Zustand gönne, gen die zu sein, die mei- und, wenn ich kann, dazu mit nem Hause dienen. Auch, frohem Geiste, selbst Hülfe wer mir dient, ist Mensch, leiste. 6. Daß Pflichten in besondern Verhältnissen. 425 6. Daß ich mit Freuden schaft Willen, daß sie sich mich dazu bequeme, so gieb meines Dienstes freu', mit daß ich es recht zu Herzen Eifer mög' erfüllen. nehme, wie ich einst Rechen- 5. Laß mich, als war's mein schaft von meinem Leben dir, eignes Gut, das ihrige erhalHerr, muß geben. ten, und alles, was sie mei7. Vor dir gilt nicht das ner Hut vertraut, recht treu Unsehn der Personen; nach verwalten. jedes Werken wirst du jedem 6. Nie komme es mir in lohnen. Drum hilf, daß ich den Sinn, mit raubbegier'gen als Hausherr deinen Willen Händen, aus schnöder Liebe treu mög' erfüllen. zum Gewinn, ihr etwas zu Pflichten der Dienstboten gegen ihre Herrschaften. Mel. Ich dank dir schon. entwenden. 7. Die Freude, die ihr wiederfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das alles sei auch mir so werth, als ob's das Meine ware. 507. Berufen hast du mich, 8. Erkennt sie meine Treu' mein Gott, in Andrer Dienst auch nicht: so sei's mein Trost zu leben, um mir dadurch auf Erden, daß sie, Gott, mein täglich Brod in dieser deinem Angesicht nicht kann Welt zu geben. entzogen werden. 2. Ich soll der Welt in die- 9. Mit Wohlgefallen siehst sem Stand mit meinen Kráf- du sie; und wirst schon hier ten nüßen; und du, du willst im Leben mir unter aller meimit Baterhand mich dabei ner Müly', Gott, deinen Fries unterstüßen. den geben. 3. O laß in meinem Dienst 10. Kommt meines Lebens mich nie dies aus den Augen Abend dann: so nimmst du seßen; und kostet mir's auch mich, den Müden, mit Ehren Kampf und Müty, nie meine in den Himmel an, und schenkst Pflicht verletzen. mir ew'gen Frieden. 4. Gieb, daß ich, deinem Rufe treu, stets meiner HerrDiterich. Mel. 426 Pflichten der Dienstboten gegen die Herrschaften. Mel. Nun ruhen alle Wälder.voll Gnade, mir wie mein eigner Schade sein! Gott, du Gott der 508. Deinen, der Großen wie der Erden stets tüchtiger zu wer 6. In meinem Dienst auf Kleinen, auch ich bin, Bater, den, sei Freude mir und dein. Laß mich stets meine Kräfte von Herzen dem Ge schäfte, zu dem du mich berieteft, weihn. Pflicht. Mein Sißen und mein Stehen, mein Reden, Thun und Gehen sei, Herr, vor deinem Angesicht. 2. Ich soll hier Undern die- 7. Du bist stets der Ge nen; und dien' ich treulich ih- rechte, der Herr der Herrn nen: so folg' ich dir, mein und Knechte, und Uller Toft Gott; drum laß der Herr- und Heil; der Niedrigste auf schaft Willen mich gern so Erden kann groß im Himmel treu erfüllen, als deinen Wil- werden, hat Fürsten gleich an len, dein Gebot. dir, Gott, Theil. 3. Laß ohne bittre Klagen 8. Laß mich dies recht er des Lebens Last mich tragen, messen, nie meine Pflicht ver und immer auf dich sehn. gessen, und, recht zu thun, Herr, lehr' mich reden, schwei- mich freun: so wirst du, Herr gen, mich stets getreu erzei- der Welten, es ewig mir vergen, und nur gerade Wege gelten, und ich werd' ewig gehn. glücklich sein. Lavater. 4. Wird man mich Fehler zeihen, so laß mich sie bereuen, der Tadel beßre mich; doch Pflichten der Wohlthäter. wenn ich schuldlos leide, so sei mir Troft und Freude der Mel. Nun freut euch Lieben. tindlich stille Blick auf dich. 509. Wenn Jemand Gutes 5. Der Herrschaft Wohl- dir erwies, sollst du ihn herzergehen laß mich wie meines lich lieben, vergelten ihm, es sehen, und ihres Wohls mich ist so süß, des Dankes Pflicht freun; ihr Schmerz auch und zu üben, wohlthätig wärmit ſie ihr Schade, der müsse, Gott unsre Brust, und nah' an jenes 427 Pflichten in besondern Verhältnissen. nes Lebens Luft grånzt danken- zieht, und Alles dich verde Ergießung. achtet! 2. Ward Hülfe dir zur Zeit 6. Gott ist es, o, vergiß der Noth von einem deiner es nie! der Freunde dir erwetBrüder; vergilt ihm! Theilt ket; und jeder Undant gegen er dir sein Brod, theil' du es sie, der dein Gemüth beflecket, mit ihm wieder! O, strebe ist wahrer Undank gegen Gott; nach Gelegenheit, ihm Gegen- du treibst mit Gottes Güte lieb' und Dankbarkeit recht Spott, verkennst du Meninnig zu beweisen! fchengute. 3. Wird er verfolgt, steh' 7. Benuß' auch nie für dich du ihm bei, rett' ihn von sei- zu sehr des Wohlthuns milde nen Feinden! Berläßt ihn Gaben! Bedenk', es giebt der Alles, bleib' ihm treu; hilf Menschen mehr, die Hülfe noihm zu neuen Freunden! thig baben; fühl ihre Noth, Wann der Verläumdung tód- denn du allein tannst nicht des tend Gift die Ehre seines Na- Trost's bedürftig sein; und mens trifft, vertheid ge seine sie, wie du, sind Brüder. Unschuld! 8. Drum, kannst du, su-. 4. Mach seines Herzens che auch für sie Wohltbåter Redlichkeit bekannt! versüß zu erwecken, und lasse Neib sein Leben! Ja, sei sogar mit und Mißgunst nie, o Christ, Luft bereit, dein Blut für ihn dein Herz beflecken! Das ist zu geben! Ihm nüß' dein die wahre Dankbarkeit, die Fleiß, ihm nüß' dein Rath, Gott gefällt, das Herz erfreut, und deine Dankbarkeit sei und reichen Segen bringet. That, nicht bloßes Wortge= prånge! Cramer. 5. Denn Mel. Wer weiß, wie nahe. aller Lafter schwarz stes ist der Undant; 510. Wenn Menschen firenimmer schände er dein Herz! ben, dir an Güte und WohlDu bist Mensch, bist Chrift; thun, Bater, gleich zu sein, und, ach! des Undanks Ende und mich mit willigem Gemiist, daß der Redliche dich flieht, the durch ihren Rath und Vertrau'n und Liebe dir ent- Troft erfreu'n: mit deinem 428 Pflichten der Freundschaft. Segen segne dann, die ich Tod' entschlafen, an! Sie nicht wieder segnen kann. haben, weil sie lebten, Armen 2. Es zeuge meine Freu- mit deinen Gaben wohlge denzähre von meines Herzens than. Belohne sie vor deiDankbarkeit, mit welchem nem Thron! Groß, herrlich, Eifer ich begehre, was ihre ewig sei ihr Lohn! Herzen, Gott, erfreut: mit welchem Ernste mein Gebet für sie zu dir, mein Vater, fleht. Pflichten der Freundschaft. 3. Ich will mich aller ihrer Mel. Du, o schönes Weltg. Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kum- 511. Gott, was wären mer über ihre Leiden, gern, meine Freuden, theilte sie kein wo ich kann, ihr Tröster sein; Freund mit mir? Und wie und kann ich tragen ihre Noth: trug' ich meine Leiden, irrt' ich mit Freuden will ich's thun, öd' und einsam hier? Nichts o Gott. vermag mich zu erfreuen, Auen 4. Und kann ich's nicht, werden Wüsteneien, find' ich Herr, so dringe mein eifriges hier in Freud' und Schmerz Gebet zu dir; und was sie nie ein gleichgestimmtes Herz. wünschen, das gelinge! denn 2. Dank dir, Herr, mit fie, fie thaten wohl an mir. Herz und Munde, daß in Dein Segen komm' auf den treuer Freunde Schooß mir berab, der Undern Freud' und so manche frohe Stunde, wie Segen gab! ein Augenblick, verfloß! Dank 5. O leite sie mit deiner für alle reine Freuden, Dank Güte, und deine Huld verlass' für jeden Trost im Leiden, den sie nie! Sei stets ihr Helfer, mir deren Liebe gab, die mir und behüte vor Leiden, Gram treu find bis ans Grab. und Kummer fie: und trifft 3. Dank, daß du auf meisie doch Gefahr und Schmerz: nem Wege manchen Freund beruhige du selbst ihr Herz. mir zugeführt, der, werd' ich 6. Nimm, Vater, sie einst oft matt und tråge, oder, mit Erbarmen, wenn sie im wenn ich leicht verirrt von dem richt= Cramer. Pflichten in besondern Verhältnissen. 429 richt'gen Pfade wanke, wenn Vaterlande, zu dem Himmel, ich strauchle, wenn ich schwan- unsern Geist. Dort laßt uns ke, dann mich Schwachen fest einander finden, wo wir reiKeine erhält, eh' mein Fuß noch ner uns verbinden. gleitend fällt. Abschiedsthrane fließt, wo die Freundschaft ewig ist. Niemeyer. 4. Dank, daß viel der bes fern Seelen, nur ein Segen und der Welt, mich zu ihren Freunden zählen, von dir selbst Mel. Nun freut euch lieben. mir zugesellt; die das Gute 512. Gott, gieb mir einen mit mir theilen, meines Her- frommen Freund! nur du zens Wunden heilen, mich er- kannst ihn mir geben! der es heben, wenn ich sank. Preis mit mir stets redlich meint, dir, Vater, Preis und Dank. der mir in meinem Leben ein 5. Dir geheiligt sei die wahres Tugendmuster ſei, Wonne, die für mich aus und bei mir standhaft und Freundschaft quillt; die, er- getreu im Glück und Unwärmend gleich der Sonne, glück stehe. uns mit Menschenlieb' erfüllt. 2. Der meine UnvollkomLaß an frommer Freunde menheit mit sanfter SchoHänden mich den Lebensweg nung trage, mir Fehler ohne vollenden, o dann führt gewiß Bitterkeit, nur mich zu bes mein Lauf, Bater, mich zu fern, sage; der mich vor Sundir hinauf. den immerdar, vor Jrrthum, 6. Alle, die mir nah' und Schaden und Gefahr an Leib ferne ihre Liebe gönnen, Gott, und Seele warne! segne sie, du segneft gerne, 3. Und hab' ich einen sochen sei ihr Beistand in der Noth. Freund von dir, o Gott, erIhrer Seele stilles Sehnen, halten: so laß dann auch mein ihre Freuden, ihre Thränen, warmes Herz nie gegen ihn und was sie sonst klagen dir, erkalten! Laß mich verschwieAlles, Gott, empfehl ich dir. gen, redlich sein, Neid, Falsch 7. Hebe, wenn der Tod die heit, Argwohn, SchmeicheBande, die uns binden, nun lei'n und Eigennuß stets zerreißt, zu der Freundschaft fliehen! 4. Gott 430 Pflichten der Lehrer. 4. Gott, pråge du der Liebe schaft giebt, so wollt' es Gott, Sinn stets Freunden ein, süßen Trost in jeder Noth. felbst Feinden! Auch die, die 6. Tret' ich von der Erd' meine Feinde sind, die mache einst ab, o so weint mein mir zu Freunden! Bild' unser Freund aufs Grab; und des Herz zur Einigkeit! Lehr' Todes Schrecken flieht, wenn uns: des Himmels Seligkeit mein Freund mich sterben sei Liebe reiner Seelen. sieht. darum Mel. Gott sei Dank in aller. 7. Dort wird einst, von 513. Nichts auf Erden Freundschaft sein; Fehlern rein, fefter noch die kommt dir gleich, holde Freund- zag', o Seele, nicht, wenn schaft; der ist reich, dem Gott dereinst das Auge bricht. einen Freund geschenkt, welcher treu und redlich denkt. Overbeck. 2. Herrlich schon ist die Natur! herrlich ihres Schöpfers Spur! aber ihre größte Pracht ist ein Freund, der glücklich macht. Pflichten der Lehrer. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 514. Dein ist das Licht, das 3. Hoher Werth ist's, uns erhellt, dein, Gott, das Mensch zu sein; doch kein Amt der Lehrer. Welch ein Mensch bestånd' allein, und Geschenk für deine Welt, für der Freundschaft erstes Band deines Worts Verehrer! dies knüpfte selbst des Schöpfers lehr' uns deiner Boten Mund, Hand. so wird dein Reich uns Allen 4. Meines Freundes fanf- fund, uns kund der Weg zum ter Blick hålt von Fehlern be n. mich zurück; zeigt mir ohne Bitterfeit meine Unvollkommenheit. 2. Welch hohes Umt Betrug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf 5. Freundschaft würzt des der Wahrheit Bahn zu dir, Lebens Luft, stärkt zum Tu- o Gott, zu leiten! Wie edel, gendkampf die Brust; Freund- laber auch wie schwer! laß je den Pflichten in besondern Verhältnissen. 431 REY den Lehrer täglich mehr des 7. Trifft sie Verfolgung Rufes Würde fühlen. oder Spott, so laß sie dann 3. Gieb ihnen deiner Weis- mit Freuden und unerschrockheit Licht, und stårk' des Geis nem Muth, o Gott für deine ftes Gaben, die sie für unsern Wahrheit leiden. Du sand Unterricht von dir empfangen test sie; sie ehren dich. Ums haben. Laß ihre Lehren wahr sonst emport der Frevler sich, und rein, fest ihren eignen die Wahrheit zu vertilgen. Glauben sein, ihr Leben fromm und heilig. 7. Belohne sie, Herr, auch schon hier, dein Segen sei 4. Un Sanftmuth und an mit ihnen! doch laß sie ohne Nachsicht reich, laß sie die Lohnsucht dir und ihren BrüSchwachen tragen, und keimt dern dienen. Laß sie mit Vorder Saame nicht sogleich, fag nie betrübt, von allen Rednicht an der Frucht verzagen. lichen geliebt, geehrt von AlGieb, Herr daß sie ohn' Un- len werden. nen. terlaß und ohne Bitterkeit und 9. Und wenn sie, ihrem Haß vor jeder Sünde war- Rufe treu, durch deines Geis ftes Gaben der Seelen viel 5. Gieb, daß mit Rührung der Tyrannei der Sünd' ente und mit Luft, wenn sie uns rissen haben: so laß sie einft unterweisen, sie, ihres Se- mit Zuversicht bei deinem künf gens sich bewußt, der Tugend tigen Gericht auch deines Würde preisen, daß nicht al- Lohns sich freuen. lein ihr Unterricht, daß uns auch ihres Beispiels Licht auf deine Wege leite. Pflichten der Zuhörer. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 6. Laß sie den Irrenden zurück zu deinem Pfade führen, ihn, eifrig für sein wahres Glück, zur Behrung innigst 515. Ein weises Volk errühren. Laß sie geduldig sein, leichtert gern dem Lehrer seine gelind, nicht stolz, nicht hart, Pflicht, und ehrt sein Wort stets so gesinnt, wie Christi als Wort des Herrn im treuen Dienern ziemet. Unterricht. 2. Der Cramer. 432 Pflichten der Zuhörer. 2. Der Lehrer sucht der 9. Gott, heilige dein Ei Wohlfahrt Rath stets näher genthum! hemm' aller Lafter einzusehn, daß das, was er Lauf; und hilf der Wahrheit, erforschet hat, auch Andere dir zum Ruhm, durch fromme verstehn. Lehrer auf! 3. Er lehrt das Wort der Wahrheit recht, sieht nicht Personen an, und dient, als Gottes treuer Knecht, mit Hülfe Jedermann. Pflichten gegen Wittwen und Waisen. Mel Wenn wir in höchsten. 4. Da, wo das Lehramt ihm vertraut, da sorgt er, 516. O Gott, erbarme váwie er soll, für das, was terlich der Wittwen und der Seelenwohlfahrt baut, für Waisen dich! Sei ihr Verder Gemeine Wohl. forger; laß sie nie verzagen; 5. Er warnet, tröstet, lehrt schüß' und segne sie! und lockt, und richtet Nie- 2. Sei selbst ihr Vater, mand kühn; und bleibt ein Trost und Rath! Die Witt Sünder ganz verstockt, so be- we, welche Kinder hat, soll, tet er für ihn. dir sie zu erziehn, sich freun; 6. Ihr Christen, wenn euch keusch, sittsam, still, untadGottes Huld nun solche Leh- lich sein. rer schickt; so ist es eurer 3. Fromm, lehrreich, nur Sünden Schuld, wenn Last geschwäßig nicht sei jede; sei und Gram sie drückt. ein scheinend Licht für ihr Ge7. Folgt diesen Freunden schlecht, sanft, voll Geduld voll Vertraun, und über Glau- und Hoffnung, Herr, auf benspflicht, wenn, alles hier deine Huld. schon zu durchschauu, euch Licht und Kraft gebricht. 4. Es nehme, wer sie segnen kann, sich ihrer gern und 8. Belebt und stårket ihren liebreich an! Wohl dem, der Muth durch Lieb' und Dank- sie beglückt und ehrt; denn er barkeit; durch Liebe, welche ist dir und Menschen werth! Gutes thut, und Schwachheit gern verzeiht. 5. Hilf ihnen; sei der Waisen Gott! Früh lehre die: Pflichten in besondern Verhältnissen. 433 diese dein Gebot, Fleiß, De- 3. Des frommen muth, Dienstbeflisseuheit, zur Bürde Tugend Lust und Willig- Würde, werth. Alters erhöht der Greife ist meiner Achtung Sie haben viel erfeit. 6. Bewahre sie vor Aer- fahren, gekämpft oft mit Gegerniß, und mach' auch ihren fahren, und manches Glück Gang gewiß auf deinen We- der Welt gewährt. gen! leite sie verlaß sie in Versuchung nie. 4. Jetzt ruft sie vom Geschäfte der Mangel ihrer Kräf7. Daß, wer sie sieht, sich te, und nöthigt sie, zu ruhn. ihrer freu' und gern ihr Rath Ich soll in jungen Jahren und Beistand ſei, daß sie, nie Fleiß und Eifer sparen, hier glücklich, sich auch dein, für sie, so viel ich kann, zu Gett, in deinem Himmel thun. freun. 5. Ja, ich will mich bestreben, die nah' am' Ziele leben! wie du, Gott, zu erfreun. Ich will die Alten ehren, will ihre Ruh' nicht Pflichten gegen das Alter. stören, will ihnen Beistand. Mel. In allen meinen Thaten. Tröster sein. Cramer. 517. Auch noch im späten 5. Führer meiner JuAlter fühlt sich o Welterhalter, der Mensch beglückt durch dich. Der fromme reis gend! von dir kommt Kraft zur Tugend. Laß mich doch am Stabe, bald reif zur Ruh jederzeit auch diese Pflicht erfüllen; dann ehr, ich deinen im Grabe, freut noch des Er- Willen und fühle hier schon denlebens sich. Seligkeit! Dolz. 2. Er rufet nicht vergebens im Herbste seines Lebens dich, Ewigguter, an. Du tröstest ihn im Leiden, låß'st oft noch Jugendfreuden ihm blühen auf der öden Bahn. Ee Un= 434 Christliches Verhalten gegen die Thiere. Anhang. mit Trank und Speise, hat eben so, wie ich, ein Herz, hat Sinneskraft, fühlt Luft und Schmerz, verläßt wie ich Mel. Nun freut euch ihr lieben. das Leben. Chriftliches Verhalten gegen die Thiere. 518. Der weise Schöpfer 5. Dem, der tür Alles dessen Ruf einst mächtig scholl: Sorge trågt, dem Schö Es werde! der aller Welt Be- pfer aller Dinge ist nichts, wohner schuf, bestimmte diese was auf der Welt sich regt, Erde nicht für die Menschen zu klein und zu geringe. Er, nur allein; auch Thiere schuf dessen Huld kein Engel mißt, er groß und klein, des Lebens er, der des Menschen Vater sich zu freun. ist, ist auch des Wurms Erhalter. 2. Sein Wille war, daß ihre Zahl sich allenthalben 6. Und er, der alle Wemehre; sie füllten Wälder, sen liebt, er sollte mir erlauBerg' und Thal und Seen, ben, dem Thiere das, was Fluß und Meere, belebten er ihm giebt, unmenschlich hier die hohe Luft und dort hart zu rauben? Was gåbe der Erde tiefste Kluft, und mir wohl den Beruf, ein Le freuten sich des Lebens. ben, das die Allmacht schuf leichtsinnig zu zerstören? 3. Nie kann des Menschen flugster Sinn der Ar7. Nein! kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich ten Anzahl wissen; doch, aus Frevel quälen, mag sank auch nur die kleinste auch, was mich zur Menschhin, so war das Band zer- heit hebt, mag die Bernunft rissen, das in der weiten Got- ihm fehlen! Sie macht mich teswelt die Wesen an einander hålt zu Einem großen Ganzen. lehrt sie mich auch, göttlich zu der Gottheit Bild, doch mild Glück um mich her ver4. Das kleinste Thier be- breiten. tritt die Welt m. mir auf 8. Vernunft, erhabne Seegleiche Weise, flt sein lenkraft, Geschenk aus GotDasein und erhals ich auch tes Händen, ich müsse nie Durch Pflichten in besondern Verhältnissen 435 durch Leidenschaft, selbst dei- sso wundervoll? Hat es nicht ne Würde schånden! Wer auch Gefühle? Hab' ichs, den erhabnen Zweck vergißt, damit ichs quälen soll muthwozu du ihm gegeben bist, willig und zum Spiele? Und der schåndet seine Würde. wenn mir jetzt sein Tod mur 9. Vernunft, du sollst müßt, darf ich ihn ihm ermich immermehr die wahre schweren und seinen Schmerz Weisheit lehren, in der vermehren? Geschöpfe großem Heer den Schöpfer zu verehren. 3. Darin sind sie, wie Wer ich gebaut, daß sie den stolz ein Mitgeschöpf ver- Schmerz empfinden; kann schmäht, das unter Gottes auch bei ihnen oft kein Laut Aufsicht steht, entehrt auch mir ihren Schmerz verkünseinen Schöpfer. den. Gab Gott allein Ge10. Wen eines Thieres fühl zur Pein? Hab' ich für Qual erfreut, der wird, das Menschenschmerzen allein Gekann nicht fehlen, kalt und fühl im Herzen? gefühllos mit der Zeit gewiß 4. Wenn ich des Thieres auch Menschen quälen. Wer Dienstbarkeit, ohn' die ich frech ein Mitgeschöpf betrübt, elend wäre, tyrannisch und und Hårt' und Grausamkeit mit Grausamkeit in Marverübt, der kann auch Gott terdienst verkehre: das muß nicht lieben. Fulda. Mel. Was Gott thut, das ist. ja mir, mein Gott, vor dir und Menschen hier auf Erden zur größten Schande werden. 5. Des Menschen Würde 519. Du sehtest, Gott, ist nicht Wuth; gebrauchen gleich hinter mich der Thiere heißt nicht quälen. Zur Tygroße Reihe, und gabst die rannei gehört kein Muth; sie Herrschaft mir, daß ich mich wohnt in kleinen Seelen. ihrer Dienste freue. Wenn Barmherzigkeit, Gerechtigkeit ich dafür dem armen Thier an jeder von Thieren kann sein Leben leichter mache, ist nur den Machen zieren. das so große Sache? 6. a Seve, du gabst 2. Schuf ich das Thier mir vor dem Thier, burch Fe 2 die 436 Baumschonung die Vernunft mehr Stärke: Thier im Sonnenbrand nur durch sie hersch' ich, doch un- schwach den Oden ziehen wo ter dir. Die Thiere sind auch nåhm' der matte Wanderer, Werke von dir, wie ich, be- der müde Schnitter Schatten dacht durch dich; dem Klein- her und Kühlung ohne Bäume? sten unter ihnen muß auch die 3. Wenn durch der BluErde dienen. men Blüthenmeer des Früh7. Drum: uißt mir durch lings Lüfte wehen, und auf den Tod ein Thier; so mög' der Flur die Bäum' umher in es schnell ihn leiden! Doch vollem Glanze stehen, wie werd' ihm, nüßt es lebend mächtig wird das Aug' entmir, dafür sein Maaß von zückt, wie fühlt sich unfre Freuden. Durch dich ists da, Brust erquickt und jeder Sinn Gott! Hilf mir ja selbst jeder erheitert! Hårte wehren, im Thiere auch dich ehren. Baumschonung. 4. Des edlen Baumes warmend Holz gewährt im Winter Leben; im Lenz ist er der Gegend Stolz, und seine Zweige geben im Sommer Mel. Sei Lob und Ehr' dem. Frucht, im Herbste Most, das 520. Schön glänzt, wenn ganze Jahr gesunde Kost. neu der Lenz erwacht, zu ih- Schont Menschen, schont die res Schöpfers Ehre, die junge Bäume. Erd' in voller Pracht; doch 5. Wer auch nur einen Feld und Wiese wäre ein trau- Baum versehrt, der zeigt ein riger und öder Raum, wenn schlecht Gemüthe, weil er des rings umher darauf kein Nächsten Hoffnung stört der Baum mit Frucht und Schat- sich um Baumzucht mühte. ten stånde. Der Gott, der über Sternen 2. Wenn heiß auf dem ver- wohnt, der Bosheit straft und sengten Land die schwülen Gutes lohnt, wird BaumverLüfte glühen, und Mensch und derber strafen. Fol Glückselige Folgen Folgen eines tugendhaften und eines lasterhaften Lebens. 437 Glückselige Folgen eines ihm tausend Freuden schentugendhaften Lebens. ket, ihn väterlich regiert; dir Mel. Ich dank dir lieber H. dankt er seine Freuden, dir dankt er jedes Glück, und 521. O welch ein selges schaut bei seinen Leiden auf Leben führt, Gott, dein Freund jene stets zurück. schon hier! Sein Glück ist, wie sein Streben, Zufrieden- 5. Wenn ihm sein Wunsch heit mit dir. Du weißt, was gelinget, sein eifriges Bemühn Jedem nüßet, du weißt, was dem Ziel ihn näher bringet, ihm gebricht! wer deine Huld das ihm noch ferne schien; besißet, wie selig ist der wenn er sich nicht vergebens nicht! der nahen Hoffnung freut. 2. Ihm fehlt's an wahren fühlt er das Glück des Lebens Freuden, an inn'rer Ruhe ganz mit Zufriedenheit. nicht: gelassen und bescheiden 6. Wenn Leiden ihn umhofft er voll Zuversicht: du hüllen, nicht was er wünscht wirst auf allen Wegen sein geschieht; so ehrt er deinen Schuß und Führer sein, und Willen, und banger Unmuth ihn mit deinem Segen auch künftig noch erfreun. leht erfreun. flieht. Er weiß, was dein Rath lenket, muß gut und 3. Er trauet deiner Güte, weise sein, und wenn es ihn verzagt im Kummer nie; mit gleich frånket, ihn doch zufreudigem Gemüthe verläßt er sich auf sie; genießt das viele Gute auf dieser Erden- 7. So, Vater, hilf mir welt, mit immer frohem leben, und mit Zufriedenheit Muthe weil er's von dir er- mich findlich dir ergeben in hålt. Freuden und im Leid; in 4. Dir, der sein Schicksal Noth nie muthlos klagen, lenket, ihn immer weise führt, und nie aus Eitelkeit zu füh 438 eines tugendhaften Lebens. ne Wünsche wagen, die oft rechtschaffen denk' und handmein Herz bereut. le! Grot. 2. Erhabne Ruh' erfüllt mein Herz; denn mich be Mel. Lobt Gott, ihr Christen. herrscht kein Lafter, mich 522. Schon hier lebt selig quält nicht des Gewissens und vergnügt, wer Gottes Schmerz; stets fühl' ich mich Wege geht, die Macht ver- gefaßter zum Kampf mit borner Lust besiegt, fest in jeder Leidenschaft, und Gott Versuchung steht. verleihet mir die Kraft, sie 2. Sein Loos ist hier Zu- glücklich zu besiegen. friedenheit, die im Gewissen 3. Mich führet seine Va wohnt, wenn er des Beifalls tertreu auf dieses Lebens sich erfreut, womit es still Wegen; sie wird mit jedem ihm lohnt. Morgen neu im Wohlthun 3. Noch größrer Lohn er- und im Segen. Er, dessen wartet ihn in jener Ewig- Allmacht mich beschützt, gekeit, wenn er mit stillem fe- währt mir alles, was mir sten Sinn gethan, was Gott nüßt, lenkt Uebel ſelbst zum gebeut. Guten. 4. Herr, laß mit allem Ei4. In trúben Stunden fer mich den Weg der Tugend wird mein Herz aus Kleingehn: so werde ich mich einst muth nie verzagen; und durch dich auf immer selig zwingt mich auch der Leiden ſehn! Heeren. Schmerz zu wehmuthsvollen Klagen: so weiß ich, Gott verläßt mich nicht; er, er ist meine Zuversicht, und soll es ewig bleiben! Mel. Herr, wie du willst. 523. Wie fanft fließt mir mein Leben hin und jeder 5. Und wenn, mich seine meiner Tage, wenn ich ganz Huld erfreut, wenn mich kein Gott ergeben bin, der Sün- Kummer krånket, Gott Glück den- Luft entsage, von allen zu meinem Fleiß verleiht, mir niedern Trieben frei, der Ruh' und Wohlstand schenket: Lehre meines Heilands treu, so fühl ich doppelt ihren Werth; Glückselige Folgen. 439 Werth; mein Herz, das sie Seligkeit, o Gott, schon in so sehr erfährt, dankt ihm, der Uebungszeit, selbst unter dem besten Vater. viel Beschwerden, wenn un6. Wenn jetzt sich noch ser Herz sich dir ergiebt, dich mein Herz verirrt, und ich zu verehren stets sich übt; wie aus Schwachheit fehle; wenn groß wird sie einst werden, meine Engend wankend wird, wenn sich herrlich jenes Leben und ich ein Scheingut wähle: wird anheben, wo man Freuso führt er mich zu meinem den erndtet, von der Saat Glück, von meinem Irrthum der Leiden! bald zurück, und lehrt mich 2. Schon sind wir göttliweiser handeln. Geschlechts, und freuen chen 7. Ich weiß, Gott führt uns des hohen Rechts, als durch jede Pflicht mich hier Bater dich zu preisen! Bei jum frohen Leben; drum trau' dir ist unser Baterland, und ich ihm voll Zuversicht, er wer will deiner starken Hand, werde zum Bestreben, sie auch Allmächt'ger, uns entreissen? zu thun, mir Kraft verleihn, Wenn wir gleich hier müssen und zu Zeiten und Gnade, wachsam stets streiten, zu sein, um keine zu ver- Schmach empfinden, hilfft du doch uns überwinden. leben. 8. Wie freut mich jede 3. Wie glücklich, Gott, sind gute That, die ich mit vollbringe! Wie freut's wenn ich auf dem der Tugend Gott wir alsdann, wie viel haft mich, du an uns gethan! laß Pfad uns unsre Würde vor Augen weiter dringe! haben jederzeit; so tragen Den Ernst in meiner Besser- wir mit Willigkeit der Furung, den Eifer in der Heizen Leiden Bürde. ligung belohnt einst volle gieb den Trieb in die Seelen, Wonne. Herr, das zu wählen, was im Leben uns zu dir schon kann erbeben. Cramer. Mel. Wie schön leuchtet der M. 524. Wie groß ist unsrel Dieterich. Mel. 440 Glückselige Folgen eines tugendhaften Lebens. Mel. Lobt Gott ihr Christen. Istets muthiger, wenn er gefie 525. Wohl euch, ihr Elau- get hat? Wird er nicht immer bigen, wohl euch, daß ihr dem herrlicher durch jede schöne Herrn nur lebt, daß ihr an That? guten Werken reich zu werden, euch bestrebt! 8. Wo wohnet die Zufrie denheit, wo wahre Ruh' und 2. Wohl euch, wohl euch, Lust, als bei der wahren Heidaß ihr mit Luft, was Gott ligkeit, als in des Frommen von euch will, lernt, und, eu- Brust? res Vorzugs euch bewußt, von Sünden euch entfernt! 9. Wenn er ein trauernd Herz erquickt, sieht das nicht 3. Daß ihr dem folgt, was Jesus an, der huldreich auf der gebeut, der hoch im Him- ihn niederblickt, als hätt' ers mel sißt, und daß ihr eure ihm gethan? Erdenzeit zu edeln Werken 10. Die Erndt ist reicher als die Saat, die hier sein nüßt! 4. Daß ihr die Selbstver- Glaube så't. Ihm folget jede leugnung nicht, der Tugend gute That, wenn er zum Kampf nicht scheut; auch ter geht. Va= wenn sie schwer ist, doch der 11. Zu dürftig ist die ganze Pflicht getreu zu sein, euch Welt dem, der der Sünd freut! entflohn, fest an dem Unsicht5. Daß, leidet für die Tu- baren hålt: der Himmel ist gend ihr Verfolgung oder sein Lohn. Spott, ihr recht thut Ruhmbegier, scheut, als Gott! und ohne 12. Geh' ein, schallt's keinen dann, du ftritteft gern; die Kron' ist schon bereit! Em nun das Reich des ben hat und übt, und alles Herrn und seine Herrlichkeit! 6. Wohl dem, der Glau- pfahe Gute blos um seines Gottes Cramer. Willen liebt! Heil ihm, sein Lohn ist groß! 7. Wird nicht der Held Unglüc Unglückselige Folgen 441 und Grab, an jenes künft ge Leben, und nicht erheben? Unglückliche Folgen eines 6. Wie können Sünder lasterhaften Lebens. froh zum Himmel schauen? Mel. Herzliebster Jesu, was. an dich, Gott, denken, ohne 526. Gott, wo ist Noth Furcht und Grauen? an Tod und Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Wie enden sich doch 7. Die Lust zum Bösen fesjeder Thorheit Frenden in selt sie und wüthet; sie leiden bittre Leiden! selbst durch das, was sie gebietet, und bahnen sich den 2. O wären wir, vom Weg durch ihre Freuden zu Jungling bis zum Greise, ge- Gram und Leiden. 8. Wie können wir dich horsam deinem Willen, gut und weise: was würden wir mit freudigem Gewissen für Gott, genug erheben, daß Glück genießen? winden? du uns führen willst den Weg zum Leben, uns heiligen und 3. Denn schon und heilsam, stärken alle Sünden zu überBater, sind die Caben, die wir von dir zu wahren Freuden haben. Wo strömt uns 9. Heil uns, daß uns dein nicht der Tugend Heil und Sohn mit dir versöhnte, uns Segen von dir entgegen? Licht gab, und vom SündenJoch entwöhnte; Kraft gab 4. Wie würde jede wahre und Trieb, auf deiner Bahn Luft auf Erden erhöht, und zu wandeln, und recht zu hanjebe Laft erleichtert werden, deln! wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerftünde! 10. Laß uns doch immer mehr geheiligt werden, fest an dich glauben, dir getreu, 5. Doch ach, sie herrscht, auf Erden thun, was du willst, um alles zu zerrütten, erschüt- bis wir, zu dir erhoben, dich tert Thronen, und verwüstet ewig loben. Hütten; trübt jeden Segensquell, droht allen Tagen mit neuen Plagen. Cramer. Mel 442 Mel. Jesus meine Zuversicht. 527. O wie sanft ist, Herr, eines lafterhaften Lebens. Das Herz voll Groll und Neid, Storer ihrer Fröhlichkeit. dein Joch, o wie leicht dein 6. Gottes schön geschmück guter Wille! Oft gedenkt die te Welt ist umsonst für ihn ge Seele noch jener schmucket; Blumenau und Stille, die in reinen Herzen Saatenfeld, was den Tugendwohnt, und den Fleiß der Zu- freund entzucket, dem sein gend lohnt. Herz entgegen wallt, läßt den Lasterhaften falt. 2. Aber, ach! ist er entflohn, des Gewissens sanfter 7. Niedere Luft und eitles Friede, dann wird Qual der Spiel locken ihn zu wilden Sunde Lohn, und ihr Dienst Scherzen; edler Freundschaft macht krank und müde. Keisanft Gefühl bannt er weg ne, keine Freude blüht, wo aus seinem Herzen; übt in des Herzens Unschuld Alicht. dunkler Einsamkeit, was der 3. Drückend ist des Lasters Unschuld Auge scheut. Joch, schwer der Sünden har- 8. Herr, dein heiliges Gete Bande; und ihr Sklave richt strafet, welche Tugend wählt sie doch, taumelnd an hassen, die Berachter ihrer des Abgrunds Rande, dünkt Pflicht! Herr, ich will dich sich glücklich, groß und frei nie verlassen; steh' mir in Verbei der tiefsten Sklaverei. suchung bei, und erhalte selbst 4. In der ungestümen mich tren! Brust weilet keine Freude lange; Unmuth folgt auf Taumelluft, angstvoll bebt Mel. Nun sich der Lag geend. sein Herz und bange, sucht 528. Weh denen, welche vergebens Fried' und Ruby Jesum schmähen! Sie sind des. und eilt neuen Lastern zu. Schreckens Raub; ein Lüft5. Unter schuldlos frohen chen der Gefahr darf wehn, Keihn wandelt er mit trübem zittern sie, wie Laub. Blicke, will, und kann nicht 2. Der Lüfte flüchtigen fröhlich sein, wünscht ver- Genuß. deß sie sich thöricht gangne Zeit zurücke; wird, freun, verfolgen Ekel und fo Ver Niemeyer. Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 443 Verbruß und später Reue Blicke sieht er am Grab zuPein. rücke auf sein Vergehen wider Gott. 3. Schnell rollt ihr wüstes Leben hin, bald stehen sie am 2. Mit nagendem Gewissen Ziel mit düsterm hoffnungs- irrt er in Finsterniffen, die losem Sinn und schrecklichem ihm kein Licht erhellt; ruft auf Gefühl. dem Jammerpfade des Todes 4. Wie, zittern sie, zu ster- noch um Gnade, will sich erben! Wie, vom Tod' einst mannen, sinkt und fällt. aufzustehn! Noch eh sie sterben, möchten sie vor Bangigkeit vergehn. 3. Ihm sind die Behrungsstunden auf Erden nun verschwunden; er ruft sie zwar 5. Denn ihr Gewissen ruft zurück, bang fleht er; doch) nun laut: Der, deß ihr lach selbst Thränen sind fruchtlos, tet, kann verderben bis zur wie sein Sehnen: es kommt Hölle! Schaut den nahen sein letzter Augenblick! Richter an! 4. O jammervolles Ende! Gerechter Gott, ich wende zu Mel. Welt, sieh' hier dein. deiner Gnade mich: laß mich 529. Wie qualvoll sind die doch so nicht sterben! Ach, laß Schrecken, die einst den Bö- mich nicht verderben! Du sen wecken in seiner Todes bist mein Gott, ich hoff' auf noth; mit schaudervollem dich. Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit der Christen. Gebrauch des göttlichen Wortes. uns unsre ganze Pflicht, es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig wer es 530. Dein Wort, o Höch- achtsam hört, bewahre und ster, ist vollkommen; es lehet mit Gehorsam ehrt! Mel. Wer nur den lieben G. 2. Es Gebrauch des göttlichen Worts. 2. Es leuchtet uns auf un- Mel. O Gott du frommer G. sern Wegen, vertreibt des 531. Du schenkst uns, Gott, Irrthums Finsterniß; es füllt dein Wort, das uns zur Wahrmit Freuden, bringt uns Se- beit führet, des Irrthums gen, und machet unser Herz Nacht zerstreut, und die Bergewiß. Es lehrt uns, Hoch- nunft regieret, uns dich erster, was du bist, und was kennen lehrt, uns deine Grö dir wohlgefällig ift. ße zeigt, und unser Herz zu 3. Dein Wort erweckt uns dir mit frommer Ehrfurcht dich zu lieben; lehrt, wie viel neigt. Guts du denen giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, Wort uns näher offenbaren. 2. Du willst dich durch dies und wie du väterlich uns liebst. Wer diesem Lichte folgt kann Was uns darin dein Mund deinen Rath erfahren, den di verspricht, bleibt ewig wahr; du ligest nicht. zum Heil der Welt von Anfang an gefaßt, der Vorwelt 4. Gott, deine Zeugnisse und gethan und nun erfüllet sind besser und mehr dershaft. Sehnsucht werth, als Geld; 3. Ich seh' bewundrungsihr Werth ift köstlicher und voll in deiner Weisheit We größer, als alle Schäße diegen die Anstalt deiner Huld ser Welt. Wer thut, was zum großen Völkersegen. Un uns dein Wort gebeut, dem betend sieht mein Geist im Inist dein Segen stets bereit. nerften gerührt, daß Alles 5. So laß mich denn mit was du thuft, auf diesen EndLuft betrachten die Wahrheit zweck führt. die dein Wort mich lehrt, und 4. Wie gut, wie väterlich immer mit Gehorsam achten ist jede beiner Lehren! Wie auf das, was es von mir be- mächtig ihre Kraft, den Súngehrt; so fließen Trost und der zu bekehren! durch sie er Seelenruly auch mir auf dei- weckt, fühlt er auch bei der nen Wegen zu. Reue Schmerz, die Größe deiner Huld und Ruhe für fein Herz. 5. Der Cramer. Hülfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 445 5. Der Chrift, der Tugend- Tod, und fühlen wir die freund lernt jede seiner Pflich- Schrecken, die uns sein furchtten; er lernt, so schwer es bar Bild und Geist und so iehet fei, sie willig auszurichten; Staub erwecken: fühlt, wenn sein schwaches schon der Christ mit glaubensHerz des Kampfes Müty be- vollem Blick in jener schönern merkt, durch deinen Beifall Welt der Zukunft befres sich in seinen Muth gestärkt. Glück. 6. Bemüht, der Tugend 10. Mich dieses Glücks zu Bahn mit festem Schritt zu freun, es ewig zu besißen, erwandeln, nach deinen Lehren leuchtet durch dein Licht mir stets zu denken und zu han- und der Welt zu nüßen, dies deln, ist er sich ein Beweis, sei mein heißer Wunsch, dies wie sehr man ihren Werth meine liebste Pflicht, im Ledurch innre Bessrung und ben sei mirs Trost, im Tode Seelenruh erfährt. Zuversicht. Grot. Mel. Ach Gott und Herr, 7. Sie machen uns den Hang, die Luft zu jedem Laster, so reizend es auch ist, 532. Gott ist mein Hort, mit jedem Tag verhaßter. und auf sein Wort soll meiSo lernen wir durch sie aus ne Seele trauen. Ich wandle Pflicht das Böse scheun, und hier, mein Gott, vor dir im unser ganzes Herz Gott und Glauben, nicht im Schauen. der Tugend weihn. 2. Dein Wort ist wahr, laß 8. Wie stärken sie den Geist! immerdar mich seine Kräfte was schenken sie für Freuden! schmecken. Laß keinen Spott was gleichet ihren Trost bei o Herr, mein Gott, mich von dieses Lebens Leiden! sie füh- dem Glauben schrecken. ren zur Geduld, sie lindern 3. Wo hätt' ich Licht, wounsern Schmerz, und bei des fern mich nicht dein Wort die Kummers Laft erleichtern sie Wahrheit lehrte? Gott, ohne das Herz. sie verstund' ich nie, wie ich 8. Raht sich uns einst der dich würdig ehrte? 4. Dein 446 Gebrauch des göttlichen Worts. 4. Dein Wort erklärt der mein Kleinod, Trost und Licht Seele Werth, Unsterblichkeit bis in die Ewigkeit. und Leben. Zur Ewigkeit ist 2. Zum Licht, in dem du diese Zeit mir nur von dir ge- wohnst, kann die Vernunft geben. nicht dringen; mit Zweifeln 5. Den ew'gen Rath, der und mit Wahn müßt ich voll Missethat Vergebung zu er- Unruh ringen, hätt' ich dein langen, den kennt ich nicht, göttlich Wort den klaren Unwar mir das Licht im Wort terricht von dir und deinem nicht aufgegangen. Sohn, und meiner Seele nicht. 3. Wie kraftig ist dein 6. Nun darf mein Herz in Neu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du Wort! Gott, vielen tausend verzeihst, lehrst meinen Geist Christen gab deine Bibel Sieg im Glauben: Bater sagen. im Kampf mit bösen Lüften, im Leben frohen Muth, im 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Kreuz Gelaffenheit, im Alter Geschäfte. Durch meine Müh Trost und Kraft, im Tode Freudigkeit. vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 4. Der Fromme wird ge8. Herr, laß dies Wort uns schüttert; der Zweifler wird stärkt, der Sünder tief er immerfort Licht, Troft und beschämt, des Spotters SeeFreude geben. Dies beste le zittert; es tröstet sich am Theil sei unser Heilt und Kraft Grab der Seinigen der Chrift, zum ew'gen Leben! wenn er vom Wiedersehn im bessern Leben liest. Gellert. Mel. Gott, du frommer G. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schäße; 533. Inbrünstig preif ich hier fast der Blödeste die göttdich, Gott, für der Bibel lichen Geseße; hier findet jeder Lehre, die ich als dein Ge- Stand für jede Lebenspflicht schenk anbetungsvoll verehre. in allen Fällen Rath und helSie ist das Glück der Welt, len Unterricht. der Ruhm der Christenheit, 6. Wer fühlt nicht deinen Geift Hilfsmittel zur Tugend und Glückfelichfeit. 447 Geist, und seiner Wirkung Gott, dein Gott gerufen båtStärke, wer nicht des Glau- te; merk' auf, als ob er vir bens Kraft und Trieb zum zu dir vom Himmel ved te guten Werke, der mit dem So lies mit Ehrfurcht, les lautern Wunsch nach Licht mit Luft und mit Vertraun, und Frömmigkeit, mit Ehr- und mit dem frommen Ernst, furcht und Gebet, der Schrift in Gott dich zu erbaun. die Undacht weiht! 3. Sprich fromm: O Gott, 7. So kann fein mensch- vor dem ich meine Hände fal lich Buch, Gott, deine Gró- te, gieb, daß für dein Gebot Be preisen, so faßlich, rüh- ich dies Wort ewig halte; rend nicht den Weg zum Him- und laß mich deinen Rath emmel weisen. Durch Men- pfindungsvoll verstehn, und schenrednerkunst wird so kein stets das Göttliche in deiner Herz erquickt, zu jedem guten Lehre sehn. Werk so willig und geschickt. 4. Lies, Er, aller Weisheit 8. Zur Ehrfurcht für dies Gott, kann dich nicht irren Buch laß deinen Geist mich lassen. Lies, Christ, sein rühren, mich seine ganze Kraft heil ges Buch, lies oft, du an meinem Herzen spüren, wirst es fassen, so viel dein bis mich, mein Gott, bei dir Heil verlangt. Gott ists, in deiner Herrlichkeit ein völ- der Weisheit giebt, wenn man lig helles Licht, umleuchtet sie redlich sucht, gewissenhaft und erfreut. Foder. sie liebt. 5. Lies, frei von LeidenMel. O Gott, du frommer G. schaft und ledig von Geschäf 534. Soll dein verderbtes ten, und sammle deinen Geift Herz zur Heiligung genesen, mit allen seinen Kräften. Christ, so versäume nicht das Des Abends stille Ruh, des Wort des Herrn zu lesen; be- Morgens Heiterkeit, und dann denke, daß dies Wort zum der Tag des Herrn, der sei Heil der ganzen Welt, von der Schrift geweiht. Gott gegeben ist, und seinen Rath enthält. 6 Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum 2. Merk auf, als ob dir Glücke, des Tags oft in dein Herz 448 Gebrauch des göttlichen Worts. Herz, im Stillen oft zurücke, wächst mit deinem Glück dein empfinde seinen Geist, und Licht in Ewigkeit; dort ist die stärke dich durch ihn zum wah- Zeit des Schaun's, und hier ren Edelmuth), das Gute zu des Glaubens Zeit. vollziehn. 11. Verehre stets die 7. Um tugendhaft zu sein, Schrift; und siehst du Dundazu sind wir auf Erden. Thu, kelheiten: so laß dich deinen was die Schrift gebeut, dann Freund, der mehr als du sieht, wirst du inne werden, die Leh- leiten. Ein forschender Verre sei von Gott, die dir ver- ftand, der sich der Schrift ge kündigt ist, und dann das weiht, ein angefochtenes Herz Wort verstehn, dem du ge- hebt manche Dunkelheit. horsam bift. 12. Halt feft an Gottes 8. Spricht sie geheimniß- Wort; es ist dein Glück auf voll, so laß dich dies nicht Erden, und wird, so wahr schrecken. Ein endlicher Ver- Gott ist, dein Glück im Himstand kann Gott nie ganz ent- mel werden. Verachte, chriftdecken; Gott bleibt unendlich lich groß, des Bibelfeindes hoch. Wenn er sich dir er- Spott; die Lehre, die er flårt, so glaube, was er schmäht, bleibt doch das Wort spricht, nicht was dein Wiß aus Gott. Gellert. begehrt. 9. Auch seines schwachen Lichts nicht stolz sich überhe- Mel. Sei Lob und Ehr' den. ben, fern von Bernünftelei, 535. Wir Menschen sind Gott dann die Ehre geben, zu dem, o Gott, was göttlich wenn er sich offenbart; ist der ist, untüchtig. Dein Wesen, Geschöpfe Pflicht, und weise Wille und Gebot ist viel zu Demuth ist's, das glauben, hoch und wichtig. Wir wif was Gott spricht. sen und verstehn es nicht, wo 10. Drum laß dich from- uns dein göttlich Wort und mer Christ, durch keine Zwei- Licht den Weg zu dir nicht fel krånken. Hier bist du zeiget. Kind; doch dort wird Gott L. Drum hast du vormals mehr Licht dir schenken. Dort ausgesandt Propheten deine Knechte Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 449 Knechte; sie machten in der ge wird sofort vom Feinde Welt bekannt dein Heil und weggenommen; auf Fels und deine Rechte. Zuletzt ist selbst Eteinen kann das Wort niedein eigner Sohn, o Ba- mals zur Wurzel kommen; ter, von des Himmels Thron und wenn es unter Dornen gekommen, uns zu lehren. fällt hat Sorg' und Wollust Her 3. Für solches Heil fen, dieser Welt bald seine Kraft Herr, gepreist! Laß uns da- ersticket.dog ingles bei verbleiben und gieb uns 7. Geist Gottes, mache deinen guten Geist, daß wir selbst uns gleich dem fruchtdem Worte glauben, daß bar gutem Lande, daß wir wir's annehmen jederzeit mit an guten Werken reich, in Ehrfurcht, Treu' und Wil- unserm Amt und Stande ligkeit, als Gottes, nicht der viel Gutes wirken in GeMenschen. duld, bewahren deine Lehr' und Huld in seinem guten Herzen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom 8. Laß uns, weil wir Wort abwende; denn du bist noch leben hier, der Sünder ein gerechter Gott und strafft Weg vermeiden. Gieb, daß gewiß am Ende. Erweck wir halten fest an dir im uns durch der Wahrheit Wohlstand wie im Leiden. Kraft, und was sie Gutes in Rott aus, was dir, Herr, uns schafft, daß laß uns treu nicht gefällt, hilf uns die Sorbewahren. gen dieser Welt die bösen Lüfte 5. Herr, öffne du Ver- dämpfen. stand und Herz, daß wir 9. Dein Wort erhalt uns dein Wort recht fassen, in klar und rein, und laß es Lieb' und Leid, in Freud unsern Füßen ein Licht auf und Schmerz es aus der unsern Wegen seyn; hilf, das Acht nicht lassen, daß wir wir daraus genießen Kraft, nicht Hörer nur allein, nein! Rath und Trost in aller auch desselben Thäter seyn, Noth, daß wir im Leben und Frucht hundertfältig bringen. im Tod beständig darauf 6. Der Saam' am We- bauen.. Ff 10. Laß 450 Verpflichtung zum Gebet. 10. Laß sich dein Wort zu Herrn, die dir schuld gen deiner Ehr', o Gott, sehr weit Pflichten überall entrichten. ausbreiten! hilf, Jesu, daß 4. Hilf uns aber auch, uns deine Lehr' erleuchten wenn wir Gutes uns erbit móg und leiten! O heil'ger ten, daß wir demuthsvoll Geist, dein göttlich Wort laß vor dir unser Herz ausschutin uns wirken immerfort Lieb', ten. Zu dir sei stets dabei Hoffnung, Trost und Glauben! unsre Seele stille; fern der Genefius. Eigenwille. Verpflichtung zum Gebet und Segen desselben. Mel. Mache dich, mein Geist. 536. Alles, Höchster, was 5. Was uns gut ist, das weißt du besser als wirs wis sen: unser Heil und unsre Ruh in Bekümmernissen ist die lieb. Darum gieb, daß das Herz nur flehe: was du willst, geschehe! 6. mit was für Frenuns nicht, hast du nur in digkeit können wir dann be Hånden, du, der gern die ten, wenn wir voll Entschlos unterstüßt, die zu ihm sich senheit vor dich, Bater, trewenden. Sollten wir denn ten, uns allein deß zu freun, zu dir nicht in allen Dingen was zum Wohle gehen uns unser Flehen bringen? dein Rath ersehen! 2. Wer sich weigert oder scheut, dich Gott, anzuspre- Mel. O daß ich tausend Zungen. chen, wenn ihm zur Zufrieden- 537. Chrift, bete oft und heit Güter hier gebrechen, der mit Vergnügen, tritt hin vor vergißt, was du bist, Geber Gottes Angesicht; laß keine aller Gaben, die wir nöthig Trägheit dich besiegen in der haben. Erfüllung dieser Pflicht. Er3. Nie vergeß' es unser fülle sie mit treuem Fleiß, Herz, betend dich zu ehren, zu deinem Heil, zu Gottes wenn uns Mangel oder Schmerz Preis. riso unfre Schwchheit lehren! 2. Bet' nur in Einfalt Hilf uns gern, dir, dem deiner Seele; Gott sieht aufs Herz, Hülfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 451 Herz, Gott ist ein Geist. Namen mit den Seinen voll Denk nicht, daß dirs an Herzensinbrunst zu erhöhn. Worten fehle; wenn nur dein Dein Heiland übte diese Herz dich beten heißt. Der Pflicht: Christ! schäme dich Glaub' an ihn und seinen auch ihrer nicht. Sohn rührt ihn, nicht lehrer Worte Ton. 7. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Men3. Bet oft zu Gott und schen als ihr Freund; denn schmeck in Freuden, wie freund- wir sind eines Leibes Glieder, lich er, dein Vater, ist. Bet' ein Glied davon ist auch dein oft zu Gott und fühl' im Lei- Feind. Solch Bitten, das den, wie treulich er das Leid aus Liebe fließt, ehrt Gott, versüßt. Gott hörts, Gott der selbst die Liebe ist. ists, der Hülfe schafft. Er 8. Bet' oft: so wirst du giebt dir Muth und Trost Glauben halten, dich průund Kraft. fen und das Böse scheun, 4. Bet' oft und heiter im an Lieb' und Eifer nicht erGemüthe, und schau auf sei- kalten, und reich an guten ner Weisheit Rath. Schau' Werken sein. Denn Muth auf den Ernst, schau auf und Kraft und und Seelenruh die Güte, womit er dich gesagt Gott dem frommen Beleitet hat. Er trágt dichter zu. liebreich mit Geduld, trau 9. Dies reize mich, vor ihm und preise seine Huld. dich zu treten, o Gott, mit 5. Bet oft: Gott wohnt Lob und Dank und Flehn. an jeder Ståtte, in keiner Ich weiß, du Bater, wirst minder oder mehr. Denk' mein Beten, um Chrifti wilnicht: wenn ich mit Bielen len nicht verschmähn. bete, so find' ich eh'r bei Gott seinetwillen liebst du mich, Gehör. Ist was du wün- deß freuet meine Seele sich. scheft, recht und gut: so sei gewiß, daß Gott es thut. Um Gellert. 6. Doch säume nicht, in Mel. Wer nur den lieben Gott. den Gemeinen auch öffentlich 538. Dein Heil, o Chrift, Gott anzuflehn, und seinen nicht zu verscherzen, sei Ff 2 wach 452 Verpflichtung zum Gebet. wach und nüchtern zum Ge- reut den Beter sicher nicht. bet; ein Flehn aus reinem, Es giebt uns Muth und stärkt guten Herzen hat Gott, dein die Kraft zur Dámpfung je Bater, nie verschmäht. Er der Leidenschaft. ist die Liebe selbst und hört, 6. Sich in der Furcht des was seiner Kinder Herz be- Höchsten stärken, in dem Vergehrt. traun, daß Gott uns liebt, im 2. Erhebe dich zu seinen Fleiß zu allen guten Werken: Höhen, mit Dank und Flehen ist diese Pflicht für dich beoft und gern; er låsset was trübt, so triffst du nichts auf dir nüßt, geschehen, ist dir Erden an, das deinen Geist zu helfen, niemals fern; und erfreuen kann. thut, wenn du nur zu ihm 7. Gott, laß mich nicht flehst, mehr, als du bittest mein Heil verscherzen, gieb und verstehst. Luft und Kraft mir zum Ge 3. Welch Glück, so hoch bet, und wenn mein Mund geehrt zu werden, und im aus gutem Herzen zu dir um Gebet vor Gott zu stehn! Der Hülf' und Gnade fleht: fo Herr des Himmels und der höre mich von deinem Thron, Erden, bedarf der eines Men- durch Jesum Christum, deinen schen Flehn? Er will bloß Sohn. deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. Gellert. 4. Sagt Gott nicht: bittet, Mel. Auf meinen lieben Gott. daß ihr nehmet? Ist des Ge- 539. Ein Seufzer, der betes Frucht nicht dein? Wer erhöht tief aus dem Herrzen sich der Pflicht zu beten schå- geht, und Gott, zu dem er met, der schämt sich Gottes dringet, der Andacht Opfer Freund zu sein; und o wie bringet, ist niemals unerhówürd' es um dich stehn, wenn ret von Gott zurückgekehret. er dich deinen Weg ließ gehn! 2. Wer zum Erhabnen 5. Sein Glück von seinem spricht, der in dem reinsten Gott begehren, ist wahrlich Licht hoch über Sonnen throkeine schwere Pflicht, und seine net, allmächtig straft und Wünsche, Gott erklären, ge- lohnet, den ehret hoch sein Be Hülfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 453 Beten, weil er vor Gott kann, darf treten. trachte, 3. Und wer in dem Gebet achte, dem in Jesu Namen fleht, wird wähle: nicht vergeblich bitten; Gott Seele. wird ihn überschütten mit seis 8. nem reichen Segen des from Flehn. men Betens wegen. wonach ich sehnlich was ich am höchsten was ich vor allen das Wohlsein meiner Gott, du hörst mein Es wird gewiß gescheln. Du wirft mit Ba4. Da fließt ihm Heil und terhånden, was ich hier bat, Ruh von Gottes Himmel mir senden. Du thuft auf zu; da steht die Himmels- unser Flehen ja mehr, als leiter, wo Engel, als Be- wir verstehen. Jo. Krause. gleiter des Beters, Flehn und Singen zum Stuhle Gottes bringen. Mel. In allen meinen Thaten. 5. Er steigt in kühnem 540. Könnt' ich in meiLauf zum Throne Gottes auf; nen Nöthen, nicht Gott verund Gott steigt liebreich wie- traun, nicht beten, wie elend der zu seinem Kummer nie- wår ich dann! Wenn Trost der, und lindert dieser Erde und Hoffnung wanken, wie herzpressende Beschwerde. soll ichs Gott verdanken, 6. Gott hat ja zugesagt: daß ich dann zu ihm beten wer es ihm findlich klagt, kann. was ihm für Leiden fassen, 2. Oft Oft raubten bange den will er nicht verlassen; Schmerzen den Frieden meian seines Thrones Stufen nem Herzen, und störten soll er umsonst nicht rufen.. meine Ruh; doch wenn mich 7. So steig' ich denn die Kummer quälte, dann fleht' Bahn des Betens dahin an, ich, dann beseelte dein wo Gnad' auf Gnade fließet, Trost mich, Gott, dann hörund sich auf uns ergießet. test du. Ach, höre, Gott des Bundes, 4. Dann trug ich meine die Rede meines Mundes! Leiden mit größerm Muth 8. Thu' auf! ich klopfe und Freuden, und Ruh' an. Hilf daß ich finden empfand mein Geist: ich fand 454 fand dann im Gebete den Trost, um den ich flehte, den Troft, den uns dein Wert verheißt. Verpflichtung zum Gebet. Mel. Wer weiß, wie nahe. 541. Mein bester Trost in meinem Leben ist ein Gebet mistle 4. Flebt' ich zu dir am zu meinem Gott; dieß kann Morgen, so schwiegen meine mir Kraft in Schwachheit geSorgen den ganzen Tag in ben, Geduld und Muth in mir; mit ruhigem Gemüthe jeder Noth, bei jedem Gram, vertraut ich deiner Güte, bei jedem Schmerz ein ruhiund überließ mein Schicksal ges zufriedenes Herz. dir. 2. Wie kann ich Troft und 5. Und ruhig war mein wissen mich verklagt, wenn Ruhe finden, wenn mein Ge Schlummer, wenn ich dir bei der Menge meiner Sün meinen Kummer, o Gott, den mein Herz vor seinem zuvor geklagt. Von diesem Richter zagt? Nichts tröstet Troft umgeben: Du wachest für mein Leben; war meine Gott zu dir um Gnade fleht. mehr, als ein Gebet, das, Seele unverzagt. 3. Muß ich um des Ge6. Noch werden viele Ta- wissens willen ein Spott der ge mir traurig, unter Plage Lasterhaften sein; so bet' ich und unter Gram vergehn. Demuthsvoll im Stillen zu Laß, Herr, in meinem Leiden meinem Gott. Er hört mein mich das Gebet nie meiden, Schrein, nimmt väterlich sich mich immer freudig zu dir meiner an, und stärkt mich flehn. auf der Tugendbahn. traun. 7. Ja, laß mich stets em4. Ich will mich nie zu pfinden, daß die Erhörung rächen suchen, wenn mich ein finden, die gläubig dir ver- Feind zu kränken sucht; und Mit ruhevollem Her- dem will ich nicht wieder zen will ich in meinen Schmer- fluchen, der mir aus Unzen auf dich nur meine Hoff- verstande flucht. Statt Ranung baun. che sei mir ein Gebet, das, Gott, um Gnade für ihn fleht. 5. Und Dilthey. Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 455 5. Und wenn ein Kummer Mel. Gott sei Dank in aller. mich verzehret, den ich der 542. Nahe betend oft und Welt nicht klagen kann; dann gern dich, o Christ, zu Gott ruf ich Gott, der mich erho- dem Herrn, der dich als ein ret, um Trost in diesem Kum- Vater liebt, und so gern dir mer an. Wer ihm sein Leid Gutes giebt. verwirft er nicht. mit Zuversicht entdecket, den 2. Ist er des Vertrauns nicht werth, daß dein Herz 6. Ruf ich ihn an bei dem sich ihm erklärt? daß du von Geschäfte des Standes, den ihm, deß du bist, suchest, was er mir verlieh: so fleh ich nie dir nöthig ist? umsonst um Kräfte; der Gott 3. Wer ist mehr dein der Stärke giebt mir sie. Er Freund, als er? Wer zu helgiebt aus väterlicher Huld fen mächtiger? Was dir soll mir Segen, Klugheit und Gezum Glück gedeihn, steht in seiner Hand allein. duld. 7. Wenn eine böse Lust zu dampfen, 4. Außer ihm ist doch kein mir Schwachen Heil. Nimm an seinem SeMuth und Kraft gebricht: gen Theil; so in Freuden, als dann bitt' ich Gott; er hilft im Schmerz schütte vor ihm mir kämpfen, und giebt mir aus dein Herz. Kraft zu jeder Pflicht, und, 5. Rufe, spricht er selbst, stark durch meines Gottes Kraft, bezwing ich jede Lei- dein Gott, rufe mich an in denschaft. der Noth, ich, ich will bein Retter sein: und du sollst dich dankbar freun. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann! so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Ueberall ist Gott dir nah, überBeistand an, der, wenn die all als Vater da. 6. Welch ein seliges Gebot! Uleb' es treulich bis zum Tod. Sprache mir vergeht, doch 7. Seine Fülle stehet dir meine Seufzer noch versteht. täglich offen; schöpf aus ihr B. Müller. Trost, wenn dich ein Kummer quale 456 Verpflichtung zum Gebet. quält, und dir, was du wün- Tiefe blickt. Gott bleibt doch scheft, fehlt. Vater, der mich liebt, wenn 8. Singe fröhlich ihm dein er mich auch durch Leiden übt. Lob, wenn er deinen Kummer hob; stårke in dem Glauben 4. Ja, das Gebet giebt dich: Gott hilft immer våter- Kraft im Leiden; erhöht zur lich. Tugend unsern Geist, und hilft uns Alles, alles meiden, 9. Er, der uns so gern erfreut, hilft gewiß zur rechten was uns der Tugend sonst Zeit; hilft, wenn du nur treu entreißt; nur müssen unsre ihm bist, so wie dir es heilBitten rein und eines Christen sam ift. würdig sein. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: O, Bater, 543. Wenn ich vor meinen nimm du sie von mir! Uuch Schöpfer trete, und hier in bitt' ich nicht in meinen Freuheil'ger Einsamkeit zu ihm aus den: Erhalte, Schöpfer, diese voller Seele bete: was fühl mir! Nur um ein Gott erich da für Seligkeit! Mein gebnes Herz bet' ich in Freu Geift erhebt sich, Alles flicht, den und in Schmerz. was mich zur Erde niederF. v. d. Reker zieht. 2. Dann acht' ich nicht der Mel. Wer nur den lieben. falschen Freuden, nicht jener 544. Zu dir, Gott, unser eiteln Flitterpracht, um die Herz erheben, zu dir mit sich Menschen oft beneiden, frommer Andacht flehn, um und die sie nur zu Sklaven macht; und fühle: Gott ge dein Befehl, ist unsre Pflicht, unsre Tugend zu erhöhn, ist fällig sein, das, das ist wahre Freud' allein. und stårket unsre Zuverficht. 3. Dann weichen selbst die schwersten Sorgen, das bång- 2. Laß diese Pflicht mich fte Leiden, das mich drückt; ich nie vergessen. Gott, tåglich weiß, sie sind dem nicht ver- bleibe mir es werth, mit froborgen, der in des Herzens hem Danke zu ermessen, welch Heil Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 457 Heil von dir uns wiederfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und gern was ihnen niz jet, giebt. 7. Wünsch' ich bei kummervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn; wünsch ich des Lebens stille Freuden, 3. Wenn ich voll zutraun so lehre mich bescheiden flehn: vor dich trete, dich, meinen wenn's deiner Weisheit Rath Bater, anzuflehn; wenn ich beschließt, und wenn mir bei im Stillen zu dir bete, und des nüßlich ist. wünsche, mich erhört zu sehn: 8. Kannst du mir nicht den so gieb, daß ich von Heuchelei Wunsch gewähren und zuchund Eigendünkel ferne sei. tigest du mich aus Huld, so 4. Nie laß mich das von laß mich weiter nichts begehdir begehren, was deine Weis- ren, als Unterwerfung und heit nicht erlaubt; nie bitten, Geduld, und Muth, daß nicht das mir zu gewähren, was mein Herz verzagt, nicht troftUndern ihre Wohlfahrt raubt; los bange Klagen wagt. denn du erhöreft kein Gebet, 9. Willst du, Herr, meinen das Rache, Neid und Stolz Wunsch erfüllen, und deine verräth. Hülfe mir verleihn: so laß 5. Nie laß mich, Bater, mein Herz doch deinen Willen es vergessen, daß du ein Gott verehren, und sich ernstlich der Ordnung bist, und nie scheun, daß es dir keine Zeit aus Unverstand vermessen ver- bestimmt, auch spåt das Gute langen, was ein Wunder ist. dankbar nimmt.. Wer Wunder wünscht und! 10. Dann wird dir mein trage wird, versuchet dich, o Gebet gefallen; ich werde nie Gott, und irrt. mich trostlos sehn; du Herr 6. Wünsch' ich mir Güter und Vater von uns allen, erdieser Erden: so laß zugleich hörst dann auch gewiß mein mich darum flehn, daß sie mir Flehn; giebst mir im Glück wirklich Mittel werden, des Zufriedenheit, in Trubsal Nächsten Wohlfahrt zu er- Ruh' und Heiterkeit. höhn! Nicht wir nur sollen hier allein, nein! alle sollen glücklich sein. Gret. Allge. 458 bilheAllgemeine Bitten. Allgemeine Bitten. Mel. Ich dank' dir schon. 7. Gieb mir ein mitleidsvolles Herz bei meiner Brü der Leiden, und laß an mei545. Allmächtiger, der seines Feindes Schmerz sich nie nen Thron im Himmel hoch mein Auge weiden. erhöhet, o höre mich, der Er- 8. Im Glücke Furcht, im de Sohn, der hier im Staube Unglück Muth ists Alles, was flehet! ich flehe. Was du, mein Schöpfer, willst ist gut, und 2. Du schufft mich Staub, was du willst geschehe! und willst mich Staub zum 9. Laß mich mein Brod Engel einst erheben. Hier durch deine Gunst und meiwerd' ich ich der Verwesung nen Fleiß erwerben, und lehre Raub, um ewig dort zu leben. mich die große Kunst, einst 3. Was ist der Mensch froh in dir zu sterben! Wie arm, wie blos ist er, der 10. du, vor dem der SeHerr auf Erden! Was ist der raph kniet, den Engelcher Mensch! Wie frei, wie groß! umringen, von allen Sternen Unsterblich soll er werden! schallt das Lied das deine Heil': 4. Welch ein Geschenk gabst gen singen. du mir nicht, als du Bernunft 11. Anbetend beug' auch mir schenktest, und der Erich mein Knie; du haft den kenntniß göttlich's Licht, in Staub erhoben. Heil mir! meine Seele senktest! ich bin ein Geist wie sie; der Mensch darf, Herr, dich loBachariä. 5. Verleihe mir die Wissen- ben. schaft mein ew'ges Heil zu finden: und gieb mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst Mel. Die Seele Chrifti heil'ge. zu überwinden. 546. Bis hieher halfft du 6. Lehr' mich, was mein mir, mein Gott, du halfft Gewissen sagt, der Lust stets mir aus so mancher Noth; vorzuziehen, und laß, was es und o wie viel, die unbekannt mir untersagt, mich stets mit mir blieb, ward von mir abEifer fliehen. gewandt! 2. Zum Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 459 2. Zum frohen Aufenthalt nur, daß ich stets sei verallhier gabst du so manche gnügt mit allem, was dein Freude mir, und immer noch Rath verfügt. ist deine Treu', mich zu be glücken, täglich neu. 04 9. Du, Herr, bist meine Zuversicht. Entzeuch mir 3. Drum wart' ich ferner deine Gnade nicht, und schließt auf dein Heil. Ein gut Ge- sich hier mein Lebenslauf; fo wissen sei mein Theil, das nimm mich in den Himme hier des Himmels Borschmack auf. ist, und einst mein Ende mir versüßt. 4. Dein Wort sei meines bis in Ewigkeit das Glück, Lebens Licht: so tauscht der das keine Unlust stört, das Erde Glück mich nicht. Die Glück, das sich ohn' Ende mehrt. Welt mit ihrer Lust vergeht; v. Hippel. wer deinen Willen thut, besteht. 10. Da wechselt nicht mehr Freud' und Leid, da find' ich Das Bater Unser. 5. Hilf, daß ich meiner Pflicht getreu, gern andern Menschen nüßlich sei, mich Mel. Gelobt seifst du, Jesus. freue mit den Fröhlichen, und 547. Du, deß sich alle Himweine mit den Weinenden. mel freun, auch wir, o Scho6. Zum Wohlthun sei mein pfer, freun uns dein daß du, Herz bereit, zur Sanftmuth, deß Macht unendlich ist, daß zur Versöhnlichkeit; so bring du, Gott, unser Vater biſt. ich chriftlich und in Ruh' auf Gelobt seist du! Erden meine Tage zu. 2. Weit, über alle Einsicht 7. Im Glück gieb mir Be- weit geht, Höchster, deine scheidenheit, ein Herz zu dir Herrlichkeit. Dich ehr' diirch voll Dankbarkeit; im Unglück Thaten, wer dich kennt und schenke mir Geduld und Trost deinen hohen Namen nenn f, an deiner Vaterhuld. Unendlicher! 8. Was sonst mir könnte 3. Verbreite deiner Gnade nüßlich sein, siehst du, mein Ruhm, durch Jesu Evange Gott, am besten ein; gieb lium; mach unser Herz ihm unter 460 Das Vater Unser. unterthan, und leit' nns auf 9. In deines Himmels der Tugend Bahn, Allgů- Heiligthum, auf deiner Erd tiger! erschallt dein Ruhm. Dein 4. Der du in deiner Wahl ist die Macht, die Herrlichnie irrft, und wohlzuthun nie keit von Ewigkeit zu Ewigmüde wirft, dein Wille, Wei- keit, Gelobt seist du! sefter, geschel auf Erden so, wie in der Höh', mit Freudigkeit! Die Hi Klopstok. Mel. Es ist das Heil uns. 5. Was unser Leben hier 548. Gott, deine Güte erhält, gieb uns, so lang' es reicht so weit, so weit die dir gefällt; doch gieb uns Wolken gehen; du krönft uns auch ein Herz dabei, das dank mit Barmherzigkeit, und eilst, bar und genügsam sei, und uns beizustehen. Herr, meidir vertraut! ne Burg, mein Fels, mein ich will vor dir beten. 6. Bergieb, vergieb uns Hort, vernimm mein Flehn, unfre Schuld; trag unsre merk auf mein Wort; denn Schwachheit mit Geduld; stårk' uns, daß wir, von Rach- 2. Jch bitte nicht um lleg sucht rein, des Bruders Feh- berfluß und Schäße dieser ler gern verzeihn, wie du ver- Erden. Laß mir, so viel ich zeihst! haben muß, nach deiner Gna7. Drångt sich zu uns Ver- de werden. Gieb mir nur suchung her, so sei sie nie für Weisheit und Verstand, dich uns zu schwer; steh' uns zum Gott, und den, den du ge Siege machtig bei, mach uns sandt, und mich selbst zu erim Guten fest und treu, Er- kennen. barmender! 3. Ich bitte nicht um Ehr' 8. Erlöf, erlöf uns, un- und Ruhm, so sehr sie Menser Gott, nach deinem Rath schen rühren; des guten Naaus aller Noth! Nimm nach mens Eigenthum laß mich nur vollbrachtem Prüfungs lauf, nicht verlieren. Mein wahuns in das beßre Leben auf, rer Ruhm sei meine Pflicht, Gott, dem wir traun. der Ruhmi vor deinem Angesicht Hülfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 461 deinen sicht, und frommer Freundesleuchten; gieb uns Liebe. Geist, den uns dein Sohn, o 4. So bitt' ich dich, mein Gott, verheißt; erhalte deine Herr und Gott, auch nicht Kirch' und laß sie fürchten weum langes Leben. Im Glücke der Spott noch Haß! 4. Dein Will', o Herr geDemuth, Muth in Noth das wollest du mir geben. In dei- schel zugleich auf Erden, wie ner Hand steht meine Zeit; im Himmelreich! Gieb uns laß du mich nur Barmherzig- Geduld, Gelassenheit im Leifeit vor dir im Tode finden. den, und Beständigkeit, dir zu gehorchen; Muth und Kraft zum Kampf in unsrer Pilgerschaft. Gellert. Das Vater Unser. Mel. Vater unser im Himmelr. 5. Auch gieb uns unser tåglich Brod, Arbeitsamkeit und Fleiß, o Gott! Vor Krieg 549. Gott, der du unser behür uns und vor Streit, Vater bist, der alles, alles vor Krankheit und vor theurer sieht, was ist, und alles hört! Zeit; gieb Friede; Trost in wir Kinder nahn zu deinem Leid und Schmerz, und imThron und flehn dich an. Es mer ein zufriednes Herz! müß' uns, Herr, von Herzen 6. All' unsre Schuld vergehn, was wir mit unserm gieb uns, Herr, erlaß sie, o Munde flehn. Barmherziger; wie wir auch 2. Geheiligt werd' in dei- unsern Schuldenern erlassen ner Welt dein Name; wen ihre Schulden gern! Dienstdein Licht erhellt, wer deine fertig laß uns sein; bereit zur Wahrheit kennt und ehrt, der Sanftmuth, Lieb' und Einigleb' auch, wie er glaubt und keit! lehrt! Nimm aber Irrender 7. Auch führ' uns in Verdich an, und hindre, was ver- suchung nie; und ach! geraführen kann. then wir in sie, so starke du 3. Dein Reich laß kommen; zum Widerstand uns, Herr, laß dein Wort stets unver- mit deiner starken Hand; fälscht an jedem Ort uns Gieb deines Geistes Trost, daß 462 distliche Das Vater Unser. daß treu und standhaft unser Namen würdiglich, behüt uns, Glaube sei: mi and Herr, für falscher Lehr, das 8. Erlös uns denn zur rech- arm verführte Volk bekehr. ten Zeit von allem Uebel, al- 3. Es komm' dein Reich zu lem Leid, und allem, was die dieser Zeit, und dort hernach Zukunft droht, und tröst uns in Ewigkeit. Der heilge in der letzten Noth, und laß, Geist uns wohne bei mit ſei wir sind, wir sind ja dein, einst nen Gaben mancherlei. Des selig unser Ende sein! Satans Zorn und groß Ge 9. Dies, Gott, geschehe! walt zerbrich, für ihm dein Bater, wir erwarten alles Kirch erhalt. Heil von dir. Dein ist das 4. Dein Will gescheh, Reich; dein ist die Macht: Herr Gott, zugleich auf Er dir werd' auch Preis und Preis und den, wie im Himmelreich. Ruhm gebracht, von allen Gieb uns Geduld in LeidensMenschen aller Zeit von Ewig- Seit, gehorsam sein in Lieb keit zu Ewigkeit! und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wieder deinen Willen thut. tri slove Das Vater Unser. In eigner Melodie. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth, behüt uns, Herr, für Unfried und 550. Vater unser im Him- Streit, für Seuchen und für melreich, der du uns all heis- theurer Zeit, daß wir in gu sest gleich; Brüder sein, und tem Friede stehn, der Sorg' dich rufen an, und willst das und Geizes müssig gehn. Beten von uns han, gieb, daß 6. All' unfre Schuld vernicht bet' allein der Mund, gieb uns, Herr, daß sie uns hilf daß es gel' aus Herzens- nicht betrieben mehr, wie wir grund. auch unsern Schuldigern ihr 2. Geheiligt werd' der Na- Schuld und Fehl vergeben me dein, dein Wort bei uns gern, zu dienen mach' uns all hilf halten rein, daß wir auch bereit in rechter Lieb' und leben heiliglich, nach deinem Einigkeit. 7. Führ Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit 463 7. Führ' uns, Herr, in Ver- Kindheit schon mit dir und suchung nicht, wenn uns der dem bekannt, den du von deiböse Geist anficht, zur linken ner Himmel Thron zum Heil und zur rechten Hand, hilf der Welt gesandt. uns thun starken Widerstand, 3. Ich lernte früh bereits im Glauben fest und wohl ge- verstehn, was dein allweiser rist, und durch des heil'gen Rath auch mir zum ew'gen Geistes Trost. Wohlergehn voll Huld geord8. Von allem Uebel uns net hat. erlöf, es sind die Zeit und 4. Erleuchtet durch dein Tage bös, erlöf uns von dem heilig Wort, sal' ich die sichre ew'gen Tod, und tröst uns in Bahn, darauf wir uns so hier der letzten Noth, bescher uns als dort dem wahren Leben allen ein seligs End', nimm nahn. unfre Seel in deine Hånd. 5. Ich kannte diese Welt 9. Amen! das ist, es wer- noch nicht, das Laster drohte de wahr, stårk unsern Glau- mir, du zogst mich durch der ben immerdar, auf daß wir Wahrheit Licht zur Tugend ja nicht zweifeln dran, was und zu dir. hun Un wir hiemit gebeten han, auf 6. Wie dank ich dir, Allliedein Wort in dem Namen bender, für diese Batertreu? dein, so sprechen wir das Gieb, daß dir immer inniger Amen fein. D. M. Luther. mein Herz gewidmet sey! 7. Ach ich bin dir zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft; auch bin ich dir zum Dienst und Ruhm auf sein Gebot getauft. Erinnerung an die Taufe. Mel. Ich finge dir mit Herz. 8. Dir will ich denn 0 551. Daß ich in deiner stärke mich! mein ganzes LeChristenheit, mein Gott, ge- ben weihn: so freut mein Herz boren bin, die durch die Taufe sich inniglich des Glücks, ein bin geweiht, wie sehr ist mirs Christ zu seyn. Gewinn! 2. Nun ward ich in der Diterich. Mel. 464 Erinnerung an die Taufe. Mel. Nun lob' mein Seel'. erfreut. Gieb, daß wir oft 552. Geweiht zum Chriermessen, was uns dein Wort verspricht, und strafbar nie stenthume, sind wir auch dir, vergessen, die dir gelobte o Gott, geweiht, nur dir zum Pflicht. Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit, uns deiner 4. Ja, hilf du selbst uns Vaterliebe durch Christum zu Allen, in deinem Willen stets erfreun, und deines Geistes beruhn, und dir zum WohlTriebe gehorsam stets zu feyn; gefallen, nach deines Sohnes damit wir schon auf Erden, Lehre thun. Du wirst in dienoch mehr in jener Welt des sem Leben, wie dn bisher geHeils theilhaftig werden, das than, was wir bedürfen, genur der Christ erhält. ben. Verleil' uns nur als 2. Wie viel hat deine Gna- dann die beste deiner Gaben, de an uns von jeher, Gott, Theil an dem Erbe haben, das daß wir durch Jesum Chrift gethan! Auf diesem Pilgerpfade fing kaum sich unsre unvergånglich ist. Wallfahrt an, so gabst du Neander. schon uns Armen an Chrifti Mel. Wer nur den lieben G. Reiche Theil, und zeigst uns aus Erbarmen die Bahn zu 553. Ich bin getauft, nach feit. seinem Heil; du schafftest un- Jesu Lehren, dich, Bater, sern Seelen früh schon Gele- deinen Sohn und Geist so zu genheit, zu kennen und zu bekennen und zu ehren, daß wählen den Weg zur Seelig- Herz und Mund und That dich preist; und dann des Glücks, 3. Herr, auch für diese ein Christ zu sein, mich hier Güte gebüht dir unser Lob- und ewig zu erfreun. gesang. Mit freudigem Ge- 2. Durch diese Stiftung müthe bringt unser Herz dir deiner Gnade ward jedes Recht Preis und Dank, daß du uns der Christen mein; du weihdurch die Taufe zu Christen test mich in diesem Bade zu haft geweiht, und uns zum deinem Kind und Erben ein, Tugendlaufe mit deinem Licht und thatest in der Folgezeit an durch Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 465 an mir noch mehr Barmher- 7. D stehe nur mit deinem zigkeit. Geiste, wie du verheißen hast, 3. Du öffnetest mir das mir bei, daß ich, was ich verz Verständniß deines sprach, auch leiste, und treuSobnes Lehr' und Geist; lich dir ergeben sey; und fehl' durch sie gelangt' ich zur Erich, so verwirf mich nicht, o kenntniß, wie man dich wür- Gott, vor deinem Angesicht. dig ehrt und preist, und wel- 8. Erwecke mich durch deiches Heil dein gnåd'ger Rathne Enade zum steten Ernst dem, der dich ehrt, bereitet der Besserung, und leite mich hat. eid assisted auf sicherm Pfade des Glau4. Daß nicht, vom Leicht- bens und der Heiligung. finn hingerissen, undankbar Gott meines Heils, sen ewig dich mein Herz vergaß, erin- mein, und laß mich stets dein nertest du mein Gewissen an eigen seyn. seine Pflicht ohn' Unterlaß, und wecktest mich zum Tugendlauf durch deine Wahrheit machtig auf. dus no oms Rambach. un de Vor der Confirmation. 5. Gelobt, mein Gott, sei aus freiem deine Liebe, die mir, noch eb' mel. Komm, heil. Geist, Herres ich dich gekannt, väterlichen Triebe schon so 554. Erhór, o Gott, das viel Gutes zugewandt. Wie heiße Flehn der Kinder, die huldreich hast du mein ge- hier vor dir stehn; erbarmend. dacht, und für mein wahres blick auf sie bernieder, denn Wohl gewacht! dein sind sie und Jesu Glieder. 6. Wie sollt' ich dich denn Gieb ihnen, Vater, Sohn und nicht verehren, und dir ein Geist, den Segen, den dein Herz voll Liebe weihn? nicht Wort verheißt; erfülle sie mit gern auf deine Stimme hó- deinen Gaben; laß Tröstung Erbarme ten, und findlich dir gehor- ihre Seele laben! sam seyn? Was dich entebrt, dich, Erbarme dich! sey en fern von mir, geheiligt 2. Sie wollen, deiner sich sen mein Leben dir! zu freun, Gott! ihren Bund Biblion 40 mit G g 466 Vor der Confirmation. mit dir erneun, und feierlich chelei uns dir nur zu ergeben. den Eid dir schwören, dich, Hört das Gelübd', das wir Gott, zu lieben, zu verehren, gethan! wir rufen Gott zum im Glauben treu, im Herzen Zeugen an. rein; im Wandel ohne Falsch 3. Die Tugend, die uns Je zu seyn. Allheiliger, sprich du sus lehrt, sey unser Schmuck das Amen zum festen Schwur im Leben, sie soll, wenn uns bei diesem Namen, und stärke die Welt bethört, Kraft in sie, und stärke ſie! Versuchung geben; sie soll 3. Schenk' ihnen Muth uns, trotz der der Menschen und Freudigkeit, laß der Ge- Spott, begleiten bis an unlübde Heiligkeit so stark, so fern Tod! tief ihr Herz durchdringen, 4. Nicht eitle Luft, nicht daß sie ihr Wollen treu voll- irdisch Gut vermög uns abzubringen! Auch uns laß jetzt lenken. Ihr wollen wir mit mit Hand und Mund mit dir frohem Muth jetzt unsre Herund zen schenken. Hört das Ge erneuern unsern Bund, einst vereint, wie wir dich lübd', das wir gethan, wir flehen, mit ihnen ein zum rufen euch zum Zeugen an! Himmel gehen! Erbör uns Gott! Erhör uns Gott! Küster. 5. Des Ewigen Allwissenheit soll stets im Sinn uns schweben; das Bild von sei ner Heiligkeit soll immer uns beleben, mit allem, Ernst uns 11: 0 Mel. Mir nach, spricht Chr. 555. Heil diesem Tag, an zu bemühn, was ihm zuwider welchen wir, o Vater, vor ist, zu fliehn. dir stehen, und uns voll Inbrunst Heil von dir und deiDie Gemeinde. nem Geist erflehen! Geist 6. Wir flehen, Geist des der Gnade, Geist des Herrn, Herrn: verleih' den Kindern fen beut und nimmer von deinen Segen! Mit deiner uns fern! Kraft steh' ihnen bei, führ' sie 2. Wir, wir geloben dir auf Gottes Wegen! Geist aufs neu, Erlöser, treu zu der Gnade, Geist des Herrn, leben, aufrichtig, ohne Heu- sen dú von ihnen nimmer fern! Mel. Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 467 Mel. O Haupt voll Blut. Geist zu weihn, feierlich dir schworen. 190 556. Kommt, theure Mit3. Locken wird sie nun die erlöfte! wir wandeln Hand Welt, Herr, zu ihren Lüften. in Hand dem großem Ziel ent- Ach, du wolleft sie mit Kraft gegen, dem rechten Vaterland, aus der Höhe rüsten. Trieb voll Bruderlieb' und Treue, zu der bösen Luft, die im mit süßem Vorgefühl des Herzen liegen, dåmpfe stets Lobns gewährter Tugend, des in ihrer Brust, und hilf ihnen Wiedersehns am Ziel. fiegen. 2. Den herrlichen Vollen4. Laß dein Heil im Tode der preiß unser Lobgefang! sie, deine Theu'rerlösten, weil Beim großen Mahl der Liebe ihr Glaube standhaft blieb, erheb' ihn froher Dank! Hier unaufhörlich trösten, daß wir, schauen wir im Bilde, und wie wir vor dir stehn, mögen dort von Angesicht, hier wan deinen Namen einst vor deideln wir im Dunkeln, doch nem Thron erhöhn. Sprich dort wird alles Licht. du selber Amen! Münter. Mel. Jesu der du selbsten w. Nach der Konfirmation. 557. Stärke, Mittler, stårke sie, deine Theu'rerlosten. Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten Mel. Gott sey Dank in aller. Hier sind sie und schwören dir 558. Herr, vernimm den jeßt den Eid der Treue, starke Lobgesang, deiner Kinder fie, daß für und für sich ihr frohen Dank für den Tag wo Herz dir weihe. wir ganz dein uns verpflichtes 2. Ach! wie viele schwuren ten zu sein. auch, fest an dir zu halten; 2. Du bist unsers Glauaber treulos ließen sie ihre bens Grund, dies bekennet Lieb' erkalten. Diese laß be- Herz und Mund, du nahmst ständig seyn, die, zu deinen auf dich unsre Schuld, du erEhren sich mit Leib und warbst des Vaters Huld. 3. Sich g2 468 pils Nach der Konfirmation. nime 3. Sieh auf uns von dei- Geseße treu zu sein, verpflichnem Thron, Gottes und des ten uns, mit ew'ger Treue, Menschen Sohn, wie ent- als Christen uns der Tugend schlossen wir bier stehn, stand- ganz zu weihn. Dein Geist, haft deinen Weg zu gehn! der alles, alles Gute schafft, Day 4. Stark durch deine Got- beleb' auch uns mit seiner Gotteskraft! teskraft, welche das Vollbringen schafft, eilen wir, nach deinem Sinn, zu des Him mels Kleinod hin. 3. Gott, wie manche Jugendfreuden ließ'st du auf unfrer Lebensbahn uns blühn, 5. Wo wir wallen, gehe entfernteft von uns bange Leis mit, leite selbst uns jeden zur Zugend uns erziehn. Zum den, und ließ'st schon früh Schritt, bis du, unser Le- Zeichen unsrer reinsten Dankbensfürst, uns zu dir versam- barkeit sei diese Freudenthrás meln wirst. ne dir geweiht! now 6. Du bleibst unsre Zu- 4. Du wirst auch in den versicht, bis das Auge ster- inft'gen Jahren, Gott, durch bend bricht. Unter Kampf Vernunft und durch Religion und Todesschmerz graben uns Muth verleihn bei den wir dich tief ins Herz. Gefahren, die unsrer Unschuld, unsrer Tugend drohu. Wir wollen ewig uns der Tus 559. O feierliche An- gend weihn, o Bater, dieser dachtsstunde, o Tag des Se- Tag soll Zeuge sein! Mel. Dir, dir Jehovah. gens für die Ewigkeit! du nimmst uns auf zum edlen Die Gemeinde allein. Bunde der Tugendfreunde in Mel. Wer weiß, wie nahe mir.. der Christenheit. Sieh, Ba- 560. O Kinder, dieser Tag ter, der uns diesen Tag ver- des Bundes sei ewig eurem liehn, wie unsre Herzen jeßt Herzen werth! denn das Vers voll Undacht glühn! sprechen eures Mundes hat 2. Gott, wir verpflichten der Allwissende gehört. Ihr uns aufs neue, dem heiligen jungen Christen denket nach, was Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 469 was jeho euer Mund ver- Die Kinder alleiu. sprach. in linhd 2. Bedenkt, wozu ihr euch Mel. Werde munter, mein G. verpflichtet: Gott und dem 5. Ja, wir wollen uns er Glauben treu zu sein. Bon geben, unserm Gott und neuem habt ihr euch verpflich nicht der Welt, thun in untet, Gott ener Leben ganz serm ganzen Leben willig das, zu weihn. Oheilig sei euch was ihm gefällt. Wer hier diese Pflicht! Bergesset dieses sået in der Zeit, erndtet einst Tages nicht! in Ewigkeit. Dort, dort wird mider Herr der Welten jedem nach Verdienst pergelten. mobil un i Die Kinder allein. Die Versammlung allein, Mel. Werde munter, mein G. 3. Unserm Herzen soll die Stunde ewig unvergeßlich Mel. Wer weiß, wie nahe mir. sein; mit dem Herzen, mit 6. Dem Guten eifrig nachdem Munde schwören wir zustreben, das Böse ernstlich Gott tren zu sein. Dieses stets zu scheun, und Jesu, Tages, dieser Pflicht wollen nicht der Welt zu leben, im wir vergessen nicht, Gott, Glauben thätig stets zu fein; der alles weiß und richtet, dies wirke Gott, der alles weiß, wozu wir uns ver- schafft, in euch durch seines pflichtet. Geistes Kraft. Gun Die Versammlung allein. Mel. Jesus meine Zuversicht. Mel. 4. Heil euch, wenn ihrs Die crank sid Die Kinder allein. 1534 Werde munter mein G. 7. Stark uns, Herr, in redlich meint, daß ihr christ- unsrer Jugend, nur zu thun, lich wollet leben! O dann ist was dir gefällt, beilig sen Gott euer Freund, wird euch uns Pflicht und Tugend, die seinen Beifall geben! Wohl stets ihren Werth behält, daß euch, Kinder! Dann wird nicht unsre Lebenszeit uns Heil euch in Ewigkeit zu im Zobu fpåt gerent; daß Theil. dom d wir einstens, wenn wir sterben, 470 Vor und unter dem heiligen Abendmahl. ben, deinen schönen Himmel 3. Gedenket, Christen, erben. dankbar dieses Guten! Seht da im Geiste Jesum Christum Die Versammlung allein. bluten! Hört ihn, da seine Mel Sei Lob und Ehr dem. Mörder um ihn treten, noch 8. Vater, höre unser für sie beten, Flehn und blicke huldreich nie4. Seht aufgehoben alles der auf sie, die hier versam- Blutvergießen; nicht mehr melt stehn, auf deines Rei- darf Opferblut in Strömen ches Glieder! Gieb ihnen, fließen. Jetzt wandeln wir Bater, Sohn und Geist, das im Geift auf lichterm Pfade Gute, das dein Wort ver- 34 Gottes Gnade. heißt, im Leben und im 5. Wohlan, ihr theuren Sterben! miterlösten Brüder, singt hier beim Mahle Jesu Siegeslie der; das Reich ist unser! singt als Gottes Kinder dem Ueberwinder! Vor und unter dem heiligen Abendmahl. 6. Lernt hier aus edlen, Mel. Herzliebster Jesu, was. reinen Geistestrieben, Gott, Menschen, Wahrheit, Tugend 561. An den, der bis ans standhaft lieben! Lernt, BrüKreuz die Menschen liebte, der, Jesu, seines Reiches Era aus Lieb' zu Gott und Pflicht ben, fürs Gute sterben. die Tugend übte, im Dienst Veillodter, der Wahrheit starb, will ich gedenken, mein Herz ihm Mel. Herzliebster Jesu, was. schenken! 562. Das sollt ihr, Jesu 2. Du heil'ges Mahl, zu Jünger, nie vergessen: Wir dem die Christen wallen, sei sind, die wir von Einem Broheilig mir und meinen Brü- de essen, von Einem Kelche dern allen! Hier ruft der trinken, alle Brüder, und Menschenfreund: ihm Jesu Glieder. 2. Wenn wir wie Brüder bei einander wohnten, und, irrt - gleichet feiner!- ,, Gedenket meiner!" Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 471 irrt der Nächste, seiner wir traun seiner Gnade nicht theures Pfand Schwäche schonten: wie ähn- vergebens: lich Engeln würden wir auf vom künft'gen Schaun! UeLebens! Erden, wie selig werden berzeugung jenes was er 3. Auch dazu müsse Jesu Inniger fühlt heut der Geist, Lieb' uns dringen; Du wol- daß Gott hält, lest, Herr, dies große Werk verheißt. vollbringen, daß unter Einem 5. Jesu Christi Schmerz Hirten Eine Heerde aus Al- und Tod werd in aller Welt len werde. verkündigt. Freudiger naht nun zu Gott, wer geheiligt, Mel. Meinen Jesum laß ich n. wer entfündigt, dem, der lie563. Die ihr Christi Jün- bend uns verzeiht, sich zum ger feid, theure miterlöste Opfer dankbar weiht. Brüder, alle seinem Dienst 6. In das Chor des Himgeweiht, alle seines Leibes Glieder, kommt Erlöfte, kommt, erneut, euren Bund der Seligkeit. mels schwingt, Herr, sich unfer stammelnd Lallen. Wenn von Seligen umringt, wie vor dir einst niederfallen, 2, Sie, die jetzt voll Zuversicht, Jesu, deines Heils fingt ein beßrer Lobgesang Deiner hohen Liebe Dank. sich freuen, laß sie stets in Klopstok. diesem Licht wandeln, und sich ganz dir weihen. Laß Mel. Herzliebster Jesu, was. das Herz vom Stolze rein, 564. Erlöser, der du selbst voll von deiner Demuth sein. 3. Bis zum Tode liebtest uns hast gerufen, hier stehen du, bis zum Tode all' die wir an deines Altars StuDeinen. Süßes Wort voll fen; mühselig und voll Reu', Himmelsruh, voll von Trost voll tiefer Schmerzen sind für die, die weinen, wenn sie unsre Herzen. Schuld und Vorwurf schreckt, 2. Du hafts versprochen, wenn ihr Auge Nacht be Müde zu erquicken, zu heilen deckt. die, die Sündenlasten drů4. Gott ist gnädig, und den; du willst, wenn wir hier wür= 472 Vor und unter dem heiligen Abendmahl. würdig dein gedenken, dein bracht Dank ihm für diese Mahl uns schenken. Liebe! 4. Halt im Gedächtniß 3. Wir kommen jetzt und nehmen deine Speiſe und Jesum Chrift! Er wird einst deinen Trank zu deines Todes wiederkommen, zu richten, Preise. Nun sind wir dein, was auf Erden ist, die Suns sind einzig dir ergeben in der und die Frommen, Drum Tod und Leben, sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. Met. Wenn mein Stündlein. 565. Half im Gedächtniß 5. Ja, Herr, mein Hei Jesum Chrift, o Seele, der land, dich will ich nicht aus auf Erden vom Himmels- dem Herzen lassen, mit Gethron gekommen ist, ein Hei- genliebe will ich dich, ſo land dir zu werden! Bergiß lang' ich leb umfassen. Dein sein nicht; denn dir zu gut Abendmahl vermehr' in mir verband er sich mit Fleisch des Glaubens Kraft auf daß und Blut. Dank ihm für ich dir gehorsam leb' und diese Liebe! sterbe, Günther. Mel. Wenn mein Stündlein. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift! Er hat für dich gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das 566. Herr, deines Lebens Heil erstritten. Errettung leste Nacht, die Nacht voll von der Sündennoth erwarb Angst und Schmerzen, die dir durch seinen Tod. dich dem Tode nah gebracht, Dank ihm für diese Liebe! sei beilig unsern Herzen. An 3. Halt im Gedächtniß deine Leiden ohne Zahl laß Jesum Chrift, der von dem uns, wenn dein GedächtnißTod erstanden, und nun zur mahl wir feiern, dankbar Rechten Gottes ist! Er hat denken. von Todesbanden und aus 2. Um pich, der ganz voll der dunklen Grabesnacht Liebe war, voll Lieb' ohn' alle Errettung an das Licht ge- Schranken, saß deiner Júnger Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 473 ger bange Schaar voll angst- haft sein im Leiden; und laß licher Gedanken. Du sprachsijuns deine große Huld, und von deinem Tode nur, o Le- deine Sanftmuth und Gebensfürst, und jede Spur von duld durch frommes Leben Hoheit schien verschwunden. ehren. 3. Vor ihre Seele stellteft 7. So wird uns dein Gedu dein unnennbares Leiden; dächtnißmahl Ermunterung zur verschwunden war der Jünger Liebe; so stárkt es in uns Rub, vernichtet ihre Freuden. überall der Tugend edle Du fabeft ihren Kummer an, Triebe. So können wir uns fabst sie dem Grabe lebend deiner freun, beruhigt und nahn, den Schmerz hier aus- versichert sein, mit dir einst, zuweinen. Herr, zu leben. Lavater. 4. Da gabst du, sorgend für ihr Wohl, Erquickung Mel. Werde munter, mein G. ihren Herzen. Du tröstetest ſie liebevoll bei deinen eignen 567. Herr, du haft für alle Schmerzen. Du stiftetest der Sünder einen reichen Tisch Liebe Mahl, und besfrer Hoff gedeckt, wo das Brod der nung holder Strahl ging auf armen Kinder nach des Bain ihrer Seele. ters Liebe schmeckt. Hier 5. Dank dir, der du aus erschein ich als ein Gast, Liebe starbst! auch uns giebst welchen du geladen hast. Laß du dies Siegel, daß du das mich nicht mit falschem HerLeben uns erwarbst auf dei zen deine große Huld vernem Todeshügel. Der Chri- scherzen. fienhaufen ohne Zahl erhält 2. Höre, Jesu, meine Bitte: durch dein Gedächtnißmahl mache mich vom Eiteln frei, das Pfand der treusten daß voll Andacht mein Gemüthe und mein Herz dir hei6. So laß aus Dankbar lig sei: denn zu dir steht mein keit uns nun die Sünde ernst- Bertraun; laß mich gläubig lich meiden, mit Frenden Got- auf dich schaun, und laß tes Willen thun und stand- deinen Fisch auf Erden mir Liebe. bes 474 Vor und unter dem heiligen Abendmahl. des Himmels Vorschmack dabei noch überfällt: so verleibe mir dein Blut einen rechwerden. 3. Gnadenvoll willst du ten Freudenmuth, daß ich mir schenken deinen Leib, dein meinen Trost im Glauben mir theures Blut; drum, so laß Niemanden lasse rauben, mich wohl bedenken, was hier 7. Laß michs tief zu Hera deine Liebe thut; und verleihe, zen fassen, daß dein Tod daß ich nicht eß' und trinke mein Leben ist, keinen meiner zum Gericht, was du mir Brüder bassen, der mit mir zum Heil und Leben in dem Ein Brod genießt; deiner Abendmahl willst geben. will ich mich erfreun, bis ich 4. Wirke heilige Gedanken werde bei dir sein, und die in der Seele, die dich ehrt. Fülle deiner Gaben, meinen Halte die Vernunft in Gott und alles haben. Schranken, wenn sie mich durch Zweifel stört. Fühl' Neumann, ich meiner Sünden Noth, so Mel. Wer weiß, wie nahe. erquicke mich dies Brod, die- 568. Hier bin ich Jesu, ser Kelch in deinem Blute; zu erfüllen, was du in deiner denn es floß auch mir zu Leidensnacht nach deinem gna Gute. denvollen Willen zur Pflicht 5. Ohne dich ist ja kein Le- und Wohlthat mir gemacht. ben; gieb mir neue Lebens- Berleih) zur Uebung dieser kraft. Ich bin mit Gefahr Pflicht mir deines Geistes umgeben, du bists, der mir Kraft, und Licht. Hülfe schafft, Schwach am 2. Bewundernd denk' ich Geist komm ich zu dir; laß an die Liebe, damit du unser dein Abendmahl auch mir, bei Heil bedacht. Wie stark sind so mancher Last auf Erden, deines Mitleids Triebe, die zur gewünschten Stärkung dich bis an das Kreuz gebracht! gieb von deinem 6. Laß mich deine Liebe Todesschmerz heut neuen Eine schmecken, und die Güter druck in mein Herz. jener Welt! oder wenn ja 3. Ich übergebe mich aufs Furcht und Schrecken mich neue, o du, mein Herr und werden. Gott! Hülfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 475 Gett! an dich. Ich schwöre geschehn, daß mir zur Stárs dir bestánd'ge Treue por dei- kung meiner Treu' dein nem Tische feierlich. Dein Abendmahl gesegnet sei. eigen will ich ewig sein. Duj si Brahn. starbft für mich, drum bin ich dein. Mel. Alles ist an Gottes S. 4. Nie will ich mich vor 569. Mit dem Haufen deiSpottern schámen des Dien- ner Frommen will auch ich, stes, den man dir erweist; o Heiland, kommen zu des mich nie zu einem Schritt be- neuen Bundes Mahl. Alle quemen, den mein Gewissen Christen sind geladen. Reisündlich heißt. O! flöße mir cher König deiner Gnaden ist den Eifer ein, wie du, mein kein Maaß und keine Zahl. Herr, gesinnt zu sein. 2. Welche große Seligkei5. Laß mich mit Ernst den ten willst du, Mittler, uns Nächsten lieben, und, wenn bereiten! Seele, freu dich sei er strauchelnd was versieht, ner Huld! Wenn dich Súnd' Versöhnlichkeit und Sanft- und Elend drücken; Gott ist muth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch bier, dich zu erquicken, Jesus tilgt auch deine Schuld! eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 3. Darf ich Sünder, Herr, 6. Es starte sich in mir der mich nahen deine Gnade zu Glaube, daß meine Seele empfahen, ich, der nichts als ewig lebt, und daß einst aus Fluch verdient? Ja, auch mir des Grabes Staube mich bist du gestorben, Leben haft dein allmächt ger Ruf erhebt, du mir erworben, mich durch wenn du dich, großer Lebens- deinen Tod versöhnt. fürst! den Volkern zeigen wirst. Völkern sichtbar sichtbar 4. Den Gedanken darf ich wagen, darf ihn laut voll 7. Hier lieg' ich, Herr, zu Freuden sagen; ich soll Eins deinen Füßen mit Dank und mit Jesu sein. Um mir GnaLob, Gebet und Flehn; laß de zu erwerben wollt' er für neue Gnade auf mich fließen. mich Sünder sterben. Mein Heiland, laß es doch und sein Heil ist mein. Jesus 5. Wer 476 Vor und unter dem heiligen Abendmahl. 5. Wer nur glaubt, wird dir bin. Es fließt aus deinem nicht verloren, er wird rein Worte mir Trost und Ruh und neu geboren; droben ist erquickend zu. Dein Leben sein Vaterland. Freuet euch, und dein Leiden sind stets ein erlöfte Sünder! Gott ist Va- Quell der Freuden. ter, wir sind Kinder; hier ist 3. Auch weißt du, Herr, der Erlösung Pfand. wie herzlich dich die ganze 6. Pfand von Christi Tod Seele liebet, und wie sie mit und Leben! Wenn wir ihm, Bergnügen sich in deinem nicht uns mehr leben, Siegel Dienste übet. Mit Herz und unsrer Seligkeit! Aber Sie- Mund ist längst der Bund ge= gel des Gerichtes, wenn wir knüpft: ich bin der Deine, fliehn den Weg des Lichtes, und du, o Freund, der Meine. wenn uns noch die Sünde 4. Doch feierlich sei heut' freut. mein Dank, und festlich diese 7. Seele, denk' an deine Stunden, und lauter tone Bürde, und, drückt dich des mein Gesang vom Tod, den Leidens Bürde, denk an dei- du empfunden! Du liebtest nen großen Lohn! Kämpfe mich, und starbst für mich: wider jede Sünde, streite für mich und meine Brüder; Deine du starbst und lebst nun wieder. ide männlich, überwinde! Krone wartet schon! Glace 5. Und dich, mein Heiland, Mel. Was Gott thut, das ist. sollt ich nicht vor aller Welt 570. Mit frohem Dank er- bekennen? für dich nach áchschein' ich hier, dein Leiden zu ter Christenpflicht, nicht ganz besingen, und mich im Geiste von Lieb' entbrennen? nicht bis zu dir, mein Heiland, auf Hand in Hand im festen zuschwingen. Mein Geist, Band mit meines Glaubens der ist da, wo du bist, anbe- Brüdern die Liebe dir er tend bei dem Throne, vor dir wiedern? des Höchsten Sohne. 6. Nein, deinen Tod ver2. Zwar immer groß ist geß ich nicht, nicht deine mein Gewinn an jedem stillen Huld und Treue, nicht meine Orte, wo ich im Geiste bei Schuldigkeit und Pflicht; 345 6 das Hilfsmittel zur Tugend und Glückseliafcit. 477 das schwöret dir aufs neue feuer glüht und der Greis im mein Innerstes. Du hörest Silberhaare, hoch und niedrig, es; und Liebe soll mich arm und reich, naht, hier seid bringen, es treulich zn voll- ihr alle gleich! bringen. 2. Stárkt euch für die 7. O stårke du mich, Gott höh're Welt! Fließt, der Liebe und Herr; denn dein ist Kraft Thránen, fließet! wer vom und Stärke, daß ich von nun Brode jetzt erhält, wer vom an williger auf deine Stimme Weine jest genießet, fühl merke, und von dir gern die Entzücken inniglich, stärke für Weisheit lern nach deinem den Himmel sich! Wort zu handeln, und fromm 3. Stárkt euch, bleibet vor dir zu wandeln. rein und gut; denket alle, wir 8. Daß ich die Luft bei je- sind Brüder; denket: Jesu. dem Streit noch glücklicher Christi Blut floß für uns am bezwinge, und Früchte der Kreuze nieder; Menschenwürz Gerechtigkeit in größter Reife de, Menschensinn uns zu leh= i bringe. Ich bitte dich: o ren, floß es hin. und milde. bilde mich stets mehr nach 4. Der uns lehrte, Kraft Jesu Bilde, demüthig, sanft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für 9. Einst kommt die Zeit so Wahrheit bin sein Blut, gab wahr ich hier bei seinem Tische für Tugend bin sein Leben, stehe, daß ich zur Wonn' er- hat, was er empfahl, geübt, höht bei dir, ihn, meinen Hei- o wie bat er uns geliebt! land, sehe. Wie wallt mein 5. Alle gehn wir eine Bahn, Blut! wie steigt mein Muth alle gehn wir zu dem Ziele zum Hoffen und Vertrauen! edler Menschlichkeit hinan! Auf Glauben folgt das Boll der seligsten Gefühle beSchauen! te jede inniglich, stårke für den Him... el fich..and Hermes. Mel. Meinen Jesum laß ich n. 6. Wer den Kelch des: 571. Nabt mit Undacht im Nachtmahls trinkt, wer vom, Gemüth, Brüder christlich Brode jest genießet, wer in dem Altare, wer von Jugend- Andacht fromm versinkt, wem der 478 Vor und unter dem heiligen Abendmahl: der Reue Thrane fließet, ist 4. Dies tröstet mein Ge mein Bruder, ist mein Freund, wissen, wenn ich, mit Ernst und ich habe keinen Feind. beflissen auf Beßrung, meine 7. Fließt, der Liebe Thrá Sünde gebeugt vor Gott emnen, fließt! Vorgefühl der pfinde. Himmelsfreuden fühle, wer 5. Dies giebt mir Muth dies Mahl genießt, Kraft und Stärke, daß ich durch zum Guten, Troft im Leiden; gute Werke, auch meinen fühlt euch All' als Menschen Glauben übe, und ewig treu gleich, fühlt als Himmels dich liebe. 100 bürger euch. 6. Mit dankendem Gemie 8. Jesus Christus hat sein the laß deine große Güte, Blut für der Menschen Wobl laß allen deinen Segen mich gegeben. Laßt uns Kräfte, oft im Ernst erwägen: Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben, laßt Seele zu ihrem Ziel erwähle, uns zu des Himmels Höhu auf der Bahn der Liebe gehn. Sir Starke, 235d10) 7. Daß dies nur meine mit innigem Verlangen allein an dir zu hangen. 8. Hilf daß ich jede Sünde Mel. Nun laßt uns Gott den. bekämpf und überwinde, und 572. O Jesu, meine bis vom Streit ich ruhe, gern Wonne, du, meiner Seele deinen Willen thue. Conne, du freundlichster auf 9. Gieb, wo ich bin und Erden, laß mich dir dankbar wandle, daß ich rechtschaffen handle, stets an dein Vorbild 2. Ich preise dich von Herz denke, mein ganzes Herz dir zen für alle deine Schmerzen, schenke. werden. für deine Todes- Leiden, du. 10. Du schenkst mir schon Stifter ew'ger Freuden! bienieden, o Jesu! deinen 3. Dein Leib ward für Frieden; erquickst mich auch mein Leben zum Opfer binge- im Leiden mit deinem Geist geben; dein Blut am Kreuz der Freuden. vergossen, ist auch für mich gefloffen. 11. Kann ich denn schon auf Erden durch dich so glücklich Hülsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 479 lich werden; was wird nach sohn; dir will ich ganz ver diesem Leben mir deine Huld trauen, dann werd ich dich nicht geben. einst schauen auf deiner Ho 12. Dann bin ich, wenn heit Thron. ich sterbe, gewiß des Himmels 6. Du hast mich, Freund Erbe; froh werd' ich aufer- der Seelen, bis in den Tod stehen, und dich, mein Hei- geliebt; du bist es, der im land sehen. Leiden mir Trost und sanfte Freuden, und Himmelswonne giebt. Rist. NE In bekannter Melodie. 7. Wie wird dereinst im 573. O Jesu, mein Ber- Himmel dein Unschaun mich gnügen, wie reich bin ich in erfreun! Nur muß ich bier dir! Du willst mir ew'ges Le- erst ringen, so manchen Feind ben und volle Gnüge geben; bezwingen, und freu im Glaumein Glaube sagt es mir. ben seyn. 2. Dazu kamst du auf Er8. Da werd' ich Jesum finden, und litteft Qual und den, den meine Seele liebt; Tod. Auf deines Leidens da sind die Jammerstunden, Wegen erwarbst auch du mir gleich einem Traum Segen, und Trost in Todes- schwunden, wo mich nichts vernoth. mehr betrübt. 3. Schickt mir gleich hier 9. Mein Herz ist dann voll auf Erden Gott manches Lei- Freuden, weil Christus in mir den zu: o Trost! nach den lebt; ich weiß, an wen ich Beschwerden, die still erdul- glaube, und daß er aus dem det werden, find' ich bei dir Staube mich einst zu sich ereinst Ruh. hebt. 4. Mir ist nun nicht mehr 10. O feliges Entzücken! bange um meine Seligkeit; Un seiner treuen Hand führt ich weiß es, ich erlange, wenn er gewiß die Seinen, die hier ich treu an dir hange des im Jammer weinen, ins begre Himmels Herrlichkeit. Vaterland. 5. Du, Wahrheit, Weg 11. Mich soll nicht Tod und und Leben, erhabner Gottes- Leben, nicht Herrlichkeit der Welt 480 Vor und unter dem heiligen Abendmahl. Welt von dir, mein Heiland 4. Dwie sehne sich mein scheiden; du gibst dem ew'ge Gemüthe, Menschenfreund! Freuden, der sich fest an dich nach deiner Güte! Dir ge hålt. In bekannter Melodie. lob' ich neue Trene; fiche, Herr, mein Herz voll Rene! Meinem kindlichem Begebren wollst du deinen Trost gewäh 574. Schmücke dich, o lie- ren, meiner Sünden nicht ges be Seele, glaubig nach des denken, mir Gewissensruhe Herrn Befehle, seinen Mittler- schenken. Herrmann. tod zu feiern, deinen Dank 5. Ja, ich hoff' auf deine ihm zu erneuern. Auch für Gnade, daß sie mich der dich hat er sein Leben in den Schuld entlade, und mit neuer bångsten Tod gegeben, dir Kraft zum Werke meiner auf Zeit und Ewigkeiten Heil Heiligung mich stärke. Was und Wohlfahrt zu bereiten. du, da du für uns starbest, 2. Zum Genusse seiner Gna jedem, der Eott sucht, er den wirst du von ihm eingela- warbest, Seelenruhy' und ew' den. Eil' ihm demuthsvoll ges Leben, wirst du mir gewiß entgegen, und nimm Theil an auch geben. seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille: komm 6. Deiner will ich mich stets und schöpf aus seiner Fülle freuen, ganz mich deinem neuen Muth und neue Triebe zur Berehrung seiner Liebe. Dienste weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich 3. Herr, ich komme mit dankbar froh erheben. Deine Verlangen, Claubensstärkung Huld ist unermeßlich. Herr, zu empfangen: der du huld- sie sey mir unvergeßlich, daß reich deinen Frieden sterbend ich dich aus frommen Triebe auch mir haft beschieden. thathig ehre, folgfam liebe. Hier fall' ich zu deinen Füßen, 7. Du, dem die verklar laß mich würdig doch genießen ten Schaaren, die, wie ich, deines Mahls, der Seelen auch Schwache waren, ewig speise, mir zum Heil und dir Dank voll Freude fingen, zum Preise! daß sie hier dein Heil ema pfingen; Hülfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 481 pfingen; laß auch mich einst dir, dem Milden: o stårke dahin kommen, daß ich mich mich zu dieser Pflicht! Du, mit allen Frommen ewig dei- meines Herzens Zuversicht, ner Huld erfreue, und dir laß mich dir ähnlich werden! einst mein Danklied weihe. Franke. Nach dem heiligen Abendmahl. 4. Hilf Allen, die du jetzt erfreut, regier auch ihre Hergen; und laß uns unsre Seligkeit, o Heiland, nicht verscherzen. Erbarm' dich unser Aller, Herr, damit wir dich, Allliebender, vereint dereinst erheben. Mel Sei Lob und Ehr' dem. 575. Durch dich, du höch- mel. Schmücke dich, o liebe. stes Gut, erfreut, erhebet 576. Herr, ich falle vor mein Gemüthe, voll Rührung und voll Dankbarkeit, die dir nieder, singe dir des DanGröße deiner Güte. Gestärkt, kes Lieder. Wer, o Tilger Herr, durch dein Abendmahl, meiner Sünden, wer kann geh' ich getroft durch dieses deine Lieb' ergründen? O mit Thal des Lebens und der Lei- welch erhabnem Herzen wollden. test du die tiefsten Schmerzen, Schmach und Spott für meine Schulden in des Kreuzes Tod erdulden! 2. Dir folg' ich nach, Herr, mein Hort, mit freudenvoller Seele. Ich halte 2. Nun so sei der Bund fest mich an dein Wort, und erneuet: Ganz sei dir mein wenn ich Schwacher fehle, so Herz geweihet! Wie du hier blickt mein Geist auf dich zugelebt, zu leben, will ich tågrick, und dann, dann schenkst lich mich bestreben. Dir gedu mir das Glück, daß ich lob' ich: deine Glieder, Jesu dein würdig lebe. Chrift, als meine Brüder 3. Dies Leben, Jesu, dir immer mit den reinsten Triezu weihn, nach dir mich ganz ben, immer wie dich selbst zu zu bilden, dies, dies soll mein lieben. Bestreben sein. Ich fleh' zu 3. Ich gelobe dir von HerH h zen, 482 Nach dem heiligen Abendmahl. THE zen, meiner Brüder Noth und theures Pfand. Feierlich war Schmerzen täglich brüderlich da mein Eid ewiger Bestánzu lindern, Elend, wo ich digkeit. Du, mit dem ich kann, zu mindern; ich gelobe mich vereinte, Herr, du weißt dir mit Freuden, auch das es, wie ich's meinte. Unrecht still zu leiden, unge- 2. O wie ward da deine duldig nie zu klagen, an dir Güte, Menschenfreund, von niemals zu verzagen. mir verehrt! mit dem dank4. Hilf den ersten Reiz der barsten Gemüthe fühlt ich ihren Sünden, hilf ihn bald mir ganzen Werth, als im Geist überwinden. Laß mich Herz auf Golgatha ich dein bittres und Auge schließen, el' der Leiden sah, und dich an dem Geist wird hingerissen! Laß Kreuz erblickte, wo dein Tod mich ihre Folgen schrecken, auch mich beglückte. Den überwunden. laß mich Seelenruhe schmek- 3. Laut rief in mir mein ken, die mein Herz so oft Gewissen; bist du würdig die empfunden, wenn ich Sümfer Huld? Dies sein Blut das du siehst fließen, fließet 5. Großes Abendmahl der auch für für deine Schuld! Frommen, Tag des Heils, Scham und Reu' erfüllten wann wirst du kommen? daß mich, glaubensvoll blickt' ich wir mit der Engel Chören, auf dich; sah' durch dich mir Herr, dich sehn und dich ver- Heil und Leben, Troft und ehren. Hallelujah! ewig le- Zuversicht gegeben. ben Alle, die sich dir ergeben! 4. Und nun weiß it's: ich Hallelujah! welche Freuden sind soll leben, soll des Himmels die Früchte deiner Leiden! Savater. Erbe sein, alle Schuld ist mir vergeben; denn dein Blut, Herr, macht mich rein. Du Mel. Werde munter, mein G. vertrittst mich im Gericht; 577. Deffentlichy in der Ge- Gott verurtheilt mich nun meine hab' ich, Mittler, dich nicht, wenn ich standhaft dich bekannt. Ich empfing im bekenne, und von dir mich Brod und Weine deiner Liebe nimmer trenne. 5. Herr, Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 483 5. Herr, ich will dich nicht Go: tes dringe! In der Engel verlaffen, nie des Lasters Wege jauchzend Chor hebe sich dein gehn; jede Sünde will ich Lied empor! insele bassen, und den Lüften widerDilip 2. Meine Sünden drohten stehn. Mein Erretter, o gieb mir schon mit meinem Unterdu Stárk und Freudigkeit da gange. Ich erbebte, Gott, zu, daß ich standhaft dich be- vor dir, um Erquickung war kenne, und mich nimmer von mir bange. Ewigkeit, Gefeß und Grab schreckten mich; doch bir trenne. do nied 6. Laß mir's mein Gewissen Gott vergab. sagen, wie so schmerzhaft innre3. Sei getrost! vergeben Pein, wie so schwer der Sünde sind, wenn du glaubeft, deine Plagen, und der Zukunft Sünden! ewig bist du Gottes Strafen sein. Es erinnre mich Kind. Wer vermag dies zu daran, wie viel du an mir empfinden? Welche Seligkeit gethan, und wie unwerth deiner und Rub! Gott, wo ist ein Liebe ich durch schnöden Un- Gott, wie du? dank bliebe. 4. Ich empfing das theure 7. Herr, zu dem ich kind- Pfand, seinen Leib, für mich lich trete, blicke gnadenvoll gegeben, und sein Blut; ich Höre huldreich, nahm's und fand im Genuße ganz verlaß ich Heit und Leben. Preis dir, mich auf dich. Bolle Frucht beilge Stiftungsnacht, ewig der Besserung, Wachsthum werde dein gedacht! auf mich. was ich bete; listen the in der Heiligung, Hoffnung auf das ew'ge Leben, laß dein Abendmahl mir geben. Badsoed idnite 5. Mittler, auserwählter Freund, Ursprung meiner reinsten Freuden! du hast mich mit dir vereint; nichts soll je Mel. Jesus meine Zuversicht. von dir mich scheiden. Ewig, 578. Rühme, Seele, dein ewig, bist du mein ewig, Münter. Gesang triumphire, rühme, ewig bin ich dein! nd and mai singe; gieb ihm Flügel, daß 6. Ich, entzückt an deiner dein Dank bis zum Throne Brust, will auf deine StimHh2 me 484 Vor der Krankenkommunion. me merken, hobe himmelsvolle da bist du, großer MenschenLust flammt mich an zu guten freund. Werken; Furcht vor Gott und 3. Um Trost ist meinem Heiligkeit sei mein Schmuck Herzen bange. Ich suche, und Ehrenkleid. Herr, dein Angesicht. Wie 7. Ich, hier Fremdling, lange schon, ach Gott, wie strecke mich nach dem Kleinod lange ruf' ich! und du erhörst an dem Ziele, sicher, daß ich mich nicht. Ach, stårke bei bald durch dich Gottes Se des Leibes Schmerz mein banligkeiten fühle, da, wo stets ges und verzagtes Herz. dein Lob erschallt. Komm, 4. Vielleicht, o Herr, er Herr Jesu! komm doch bald! quickt mich heute zum letztenmal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Her zen Freude und der verzagten Seele Muth. Noch einmal fleh ich: höre mich! am Rand des Grabes höre mich! Cramer. Vor der Kranken. Kommunion. Mel. Wer weiß, wie nahe. 5. Laß das Gedächtniß dei579. Ach, könnt ich doch Trost und Kraft verleihn. ner Leiden mir Schwachem mit deinen Gliedern im Tem- Laß es die Quelle höhrer pel, Jesu, dich erhöh'n, und Freuden, laß es des Himfreubenvoll mit meinen Brü- mels Vorschmack sein! Dein bern, Herr, deines Todes Leiden, dein VersöhnungsMahl begehn! doch weil mich Tod erquicke mich in meiner Noth und Krankheit plagt, ist Noth. diese Freude mir versagt. 6. Ich sehe schon den Him2. Sieh, hier auf meinem mel offen, ich fühle meine Se Krankenbette feir ich dein ligkeit. Was kannst du, Seele, Abendmahl allein. Doch, Größres hoffen, als was dit Herr, ich weiß: an jeder hier dein Gott verleiht? Nun Stätte, hast du versprochen, komm' ein neues Leiden her, nah zu sein. Wo nur ein mein Herz erbebt davor nicht Frommer seufzt und weint, mehr. 7. Und Hilfsmittel zur Tugend und Glückseligkeit. 485 7. Und naht der Tod mit deinem Brod, so wahr entseinen Schrecken: ich bin ge- sündigt mich dein Tod. trost und zage nicht. Vom 3. Nun laß mich sterben, Tode wirst du mich erwecken; oder leben, Herr, wie du ich komme nicht in das Ge- willst, ich folge gern; von richt. Ich bin getrost; dein Schmerz gequält, mit Angst Leib und Blut giebt auch im umgeben, freut meine Seele Tode Troft und Muth. sich des Herrn. Durch dich versöhnt, erschreckt mich nicht des Grabes Graun, nicht das Gericht. Sturm. Camero Nach der KrankenKommunion. 4. Im Glauben will ich dich umfassen: gewiß, daß du mein Retter bist. Du wirst Mel. Gott Lob, es geht nunm. 580. Dank, Dank fei dir mich Schwachen nicht verlasfür dein Erbarmen, o mein sen, mir geben was mir müßErlöser, Jesu Christ, dir, der lich ist. Ein Wink von dir, so endet sich mein Jammer, du einst auch für mich Armen den Tod am Kreuz gestorben und ich preise dich. bist. Nur deine Leiden trös 5. Und kommt sie dann, sten mich; was wär' ich, Mitt- die leßte Stunde, die mich ler, ohne dich? dem Irdischen entreißt: wohl 2. Der Segenstelch, den mir auch dann! aus deinem Munde erwartet mein erlöich genossen, versichert mich, daß du aus Huld dein Blut ster Geist ein frohes Urtheil; für mich am Kreuz vergoffen ew'ges Heil ist deiner Auserjur Tilgung meiner Sündenschuld. So wahr ich aß von wählten Theil. Lavater. Jah, 486 bin Jahres Wechsel. stus 19067 0f\ 00768 02 Jahres: Wechsel. Beschluß des Jahres. mysp spla thi Mel Nun danket alle Gott den rechten Pfad verfehle, daß ich in diesem Jahr dir dankbar, treuer sei. Und droht mir Un581. Ein Jahr ist wieder gemach: so steh auch künftig um; mit Lob und Dank er- bei. scheinet heut frob der Christen 5. Kommt dann im Lauf Schaar, daß du's so gut ge- der Zeit die Stunde, wo ich meinet. Du Vater aller Welt, scheiden, und die verlassen ſoll, hór auch mein Loblied an, für die in Freud' und Leiden was ich, von Dank beseelt, ich Freund und Tröster war: dir heut noch singen kann. dann stårk' auch meinen Geist, KOM Schmolke. 2. Wer war ich Erdensohn, daß er im Glauben hofft, was Jesus ihm verheißt. daß du auch mein gedachtest? mit Baters Aug' und Treu mein Schicksal stets bewachtest? Schon öfters schien ich mir die Beute der Gefahr; doch 582. Wiederum ein Jahr bot dein starker Arm mir verschwunden! ach, und kommt Schuß und Rettung dar. Mel. Alle Menschen müssen. 3. Was gab mir wohl die Welt? Ich suchte ihre Freuden, o Herr! fie mir Leiden. nicht mehr zurück! Mehr als achtmal tausend Stunden schwanden gleich dem Augenblick weg mit Tugenden und vergessend dein, Sünden, die ich übte; aber gab zum Lohn finden werd ich wieder beide Doch ich verdiente fie; ich ging die falsche einst, wenn du, Richter, einst Bahn; ich stórte selbst mein erscheinst. Glück, und folgte eitlem Wahn. 1 2. Hab' ich den, der Leben giebet, niemals undankbar be4. Drum fleh' ich: Her, trübt? Und den Gott, der mein Gott, du wolltest nich gelieber, hab' ich redlich Seele erleuchten, daß sie nie, ihn geliebt? Lebe ich fromm nach Beschluß des Jahres. 487 ach seinem Willen öffentlich 6. Wie so manchen hei o wie im Stillen? Täuschte tern Morgen wacht' ich stark mich das Laster nicht? Uebt und rüstig auf, und vollich treulich meine Pflicht? brachte, frei von Sorgen, 3. Darf ich den Gedanken meines Tages stillen Lauf. wagen: reif sei ich zur Ewig- Wenn viel Andre elend waren, keit? Würd ich nicht im In- bat er mancherlei Gefahren nern zagen, rief mir Gott: mit der treuen Vaterhand von du stirbst noch heut! Könnt den Meinen abgewandt! ich froh vor ihm erscheinen? 7. Seine Wahrheit konnt' Hätt' ich nichts mehr zu be- ich hören, frei zum Hause weinen? Spräch von Sünd Gottes gehn, öffentlich ihn da und Heuchelei ganz der Hei- verehren, neue Gnade mir er lige mich frei? flehn. Oft empfand ich seine 4. Vater, du kennst meine Liebe, oft erwachten Sünden, viel sind ihrer auch Triebe, fromm zu sein, in dies Jahr. Uch, mit Schaam meiner Brust, und zum Guten muß ich s empfinden, wie ich Kraft und Lust. neue oft dir untreu war. Vater, 8. Dank sei dir für alle es ist lauter Gnade, wenn du Gnaden, die du uns dies auf des Lebens Pfade mir Jahr erzeigt! Eil', das Elend auch nur ein Jahr noch schenkst abzuladen, das das Haupt und mich ganz zur Tugend des Armen beugt. Aller, aller lenkft. Menschen Seelen will ich Sei 5. Vater, sie sind nicht zu Bater dir empfehlen. zahlen dieses Jahres Gnaden. uns våterlich gesinnt, bis tein Nein! Wie könnt' ich es mir Jahr uns mehr beginnt. verhehlen? Kaum werth bin ich's, hier zu sein. Deiner Gaben, welche Menge! Welches Menschen Loblied sånge würdig, was du auf der Bahn dieses Jahres uns ge than! Voß. 3007209 Mind Rove Ant 488 Jahres, Wechsel. Auf's neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Füh rung. Anfang des Jahres. Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 583. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit und auch 5. Vergieb mir die gehäuf der Ewigkeiten. Laß mich te Schuld von den verfloßauch jetzt mit Freudigkeit dem nen Tagen; und laß mich hohes Lob verbreiten. Ein deine Baterhuld in Chrifto Jahr ist abermals dahin! ferner tragen. Laß mich in Wem dankt ich's, Gott, daß deiner Gnade ruhn, und lehre ich noch bin? Nur deiner lebenslang mich thun nach deiGnad' und Güte. nem Wohlgefallen. 2. Dich, Ewiger, dich bet 6. Gieb neue Luft und ich an, unwandelbares Wesen, neue Kraft, vor dir gerecht dich, den kein Wechsel treffen zu wandeln. Laß täglich mich kann! Wir werden, sind ge- gewissenhaft mit meinen Brü wesen, wir blühen und ver- dern handeln. Dein Geist gehn durch dich: nur du bist belebe Herz und Muth, dich, unveränderlich, du warst, dujo du allerhöchstes Gut, und bift und bleibeft. nicht die Welt zu lieben. 3. Herr, ewig währet deine 7. Die Welt vergeht: dies Treu', mit Hulb uns zu be- reize mich, die Lust der Welt gegnen; und jeden Morgen zu fliehen. Um beßre Freu wird sie neu, mit Wohlthun den müsse sich mein Geist uns zu segnen. Ich kenne schon jetzt bemühen. Den keinen Augenblick, da nicht Engeln bin ich ja verwandt; von ihr stets neues Glück mir im Himmel ist mein Vaterzugeflossen wäre. land; dahin, Herr, laß mich trachten. 4. Du haft auch im verfloffnen Jahr mich väterlich geleitet; und, wenn Herz voll Sorgen war, Hilf und Trost bereitet. 8. Herr, gieb mir Gnade, mein meine Zeit mit Weisheit an mir zuwenden, und laß den Lauf Von zur Ewigkeit mit Vorsicht ganzer Seele preif ich dich, mich vollenden! Der Tage Laft Anfang des Jahres. 489 Laft erleichtre mir; bis meine feit und zum Vertraun auf Ruhe einst bei dir kein Wech- dich. ſel weiter storet. Diterich. Mel. Nun danket alle Gott. 5. Ich hab' ein neues Jahr nun wieder angefangen, mir ift es unbekannt, was über mich verhangen, eh' dessen 584. Gott, der du, wie du Lauf vergeht: dir ist es schon bist, ohn' allen Wechsel blei bewußt. Ach! laß an deiner best, und unsrer Tage Zahl Huld mich Huld mich sehen meine Lust. in deinem Buche schreibest! du ånderst Stand und Zeit. 6. Hilf, daß ich mich vor Mein Alter flieht dahin, und dir mit Sünden nicht vergehe! ich bin das nicht mehr, was gieb, daß ich unverrückt im wahren Glauben stehe. Laß ich gewesen bin. 2. Ich war einmal ein Kind mich in allem Thun dem Nächund mußte kindisch leben. sten nüßlich sein, und gieb zu Die muntre Jugend war der meinem Fleiß dein gnädiges Gedeihn. Eitelkeit ergeben. Doch deine Gnadenhand, o Gott, war 7. Erhalte meinen, Leib, über mir, und liebevoll zogst und gieb gesunde Glieder. du mich von der Welt zu dir. Kommt Krankheit über mich, USIT 3. Wie mancher Unglücks- so heile mich auch wieder. fluth hast du mich doch ent- Bewahre våterlich, was du rissen! Ja, ohne deinen Schuß gegeben hast, und lindre, wie hätt' ich verderben müssen. es gut, der schweren Sorgen Du aber, treuer Gott, haft Last. für mein Wohl gewacht, und 8. Soll ich in diesem Jahr nun so wunderbar mich bis vielleicht mein Leben enden, hierher gebracht. so wolltest du den Tod mir 4. Ich preise, treuster Gott! doch zum Besten wenden. in Demuth deine Liebe, und Nimm, Jesu! meinen Geist bitte, laß mich doch durch dei- ant Ende meiner Zeit, und nes Geistes Triebe dir immer laß bei dir mich sein in alle dankbar sein, erwecke du selbst Ewigkeit. mich zur wahren Frömmigam Mel. 490 Jahres- Wechsel. tha mund der Ewigkeit, nichts kann Mel. Auf, mein Herz, geh' mit. Zeitverlust erseßen; drum will 585. Gott, mit allen seinen ich sie weise schätzen. Freuden schwand ein Jahr des 6. Laß mich dieses Jahr Lebens hin! aber auch mit sei- des Lebens nüßen mir zur nen Leiden ist's vorüber; und Besserung! es verfließe nicht ich bin- bin noch Mensch, vergebens für des Geistes Hei und soll auf Erden noch geübt, ligung! Ja, ich will nach deigebildet werden. nem Willen meine Pflichten gern erfüllen. 2. Manchen trugen sie zu Grabe, aber du bewahrtest mich. 7. Alles, alles, was ich Freudig, im Genuß der Gabe babe, Leben und des Lebens der Gesundheit preif' ich dich, Glück, alles, Herr, ist deine preise dich für alle Freuden, Gabe. Freudig richt' ich meiaber auch für meine Leiden. nen Blick auf zu dir, gelobe on Treue dankend dir, o Cott, aufs neue. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind 8. Auch in diesem neuen nun verschwunden, und sie Jahre- bring' mir's Freuden wurden Wohlthat mir. Auch oder Schmerz auf rauhen Dornenwegen führst bis zur Todtenbahre weit ich ja, felbft du uns dem Ziel entgegen. - geben. dankbar dir mein Herz. Und was ich bedarf zum Leben, 4. Uebung ist nur dieses wirst du, Gott, mir ferner Leben, Bildung für die begre Welt. Für mein eifrigstes Bestreben ist der Himmel auf9. Gieb uns Allen deinen gestellt. Ringen soll ich nur Segen, knüpfe fest der Liebe auf Erden, seiner Freuden Band! Laß uns gebn auf werth zu werden. deinen Wegen fest vereinigt Hand in Hand! Fried' und 5. Herr, dies soll mich Heil dem Vaterlande! Fried Weisbeit lehren, jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer und Heil in jedem Stande! Demme. Mel. Anfang des Jahres. 491 Istårke mit Geduld mein Herz, Mel. Sei Lob und Ehr dem und laß mich nicht in Noth 586. Gott ruft der Sonn und Schmerz, die Glücklichern und schafft den Mond, das beneiden. dito lim Jahr darnach zu theilen. Er 5. Hilf deinem Volke våterschafft es, daß man sicher lich in diesem Jahre wieder. wohnt, und heißt die Zeiten Erbarme der Verlaßnen dich eilen. Er ordnet Jahre, Tag und der bedrångten Brüder. und Nacht. Auf, laßt uns Gieb Glück zu jeder guten ihm, dem Gott der Macht, That, und laß dich, Gott, mit Ruhm, Preis und Dank er- Heil und Rath auf unsern theilen. du Konig nieder. Ghi dan? 2. Herr, der da ist, und 6. Daß Weisheit und Geder da war, von dankerfüllten rechtigkeit auf seinem Stuhle Zungen sei dir für das ver- throne, daß Tugend und Zufloßne Jahr ein heilig Lied friedenheit in unserm Lande gesungen; für Leben, Wohl- wohne; daß Treu und Liebe fabrt, Troft und Rath, für bei uns sei. Dies, lieber Fried' und Ruh, für jede Bater, dies verleih)' in Chrifto That, die uns durch dich ge- deinem Sohne! lungen! yhy Gellert. 3. Laß auch dies Jahr ge- Mel. Aus meines Herzens Gr. segnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, 587. Helft Gottes Güt' uns die Kraft ist dein, in deiner preisen; denn Gott ermüdet Furcht zu leben. Du schüßest nicht, die Treue zu beweisen, uns und du vermehrst der die uns sein Wort verspricht! Menschen Glück, wenn sie Schon endet sich ein Jahr zuerst nach wahrer Weisheit von unserm Leben wieder, und streben. en Gott ist, o ihr Brüder, noch 4. Gieb mir, wofern es dir immer was er war. gefällt, des Lebens Ruh' und 2. Noch immer reich an Freuden; doch schadet mir Güte, langmütbig, voll Ge= das Glück der Welt, so gieb duld! Mit dankendem Gemůmir Kreuz und Leiden. Nur the betrachtet seine Huld! Er war's, 492 Jahres, Wechsel. war's ber unser Land, der un- juns! Gott, bewahre, Gott! ser Leben schüßte; er gab uns segn' uns väterlich. was uns nüßte, mit immer milder Hand. Eber. Mel. Nun laßt uns Gott den. 3. Er hat die Kirch' erhalten und für den Unterricht der 588. Nun laßt uns gehn Jugend und der Alten der und treten mit Singen und Offenbarung Licht! Der uns mit Beten zum Herrn, der ernähret hat, ward nie des unserm Leben bis hierher Kraft Wohlthuns müde, und Ueber- gegeben. fluß und Friede beglückten Land und Stadt. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum 4. Er, der als Gott be- andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. lohnte, was gut ist, trug voll 3. Und diese Lebenstage Huld die Irrenden, und schonte sind nie ganz frei von Plage; die Sünder mit Geduld. Uns traf noch kein Gericht; wir gehn auf rauhen Wegen wir waren längst gestorben, 4. Doch wie von treuen der Ewigkeit entgegen. in mancher Noth verdorben, Müttern in schweren Ungevertråt uns Jesus nicht. wittern die Kindlein hier auf 5. Mit väterlicher Treue Erden mit Fleiß bewahret nimmt er sich unser an, wenn werden: wir mit wahrer Reue uns 5. Also auch, und nicht minJesu glaubig nahn. Er will, der, pflegt Gott uns, seine was wir bereun, umsonst und Kinder, wenn Trübsalswetter gern vergeben, und auch zum blißen, erbarmend zu beschützbessern Leben uns Hülf' und zen. Kraft verleihn. 6. Ach, Hüter unsers Le6. Sei, Vater, sei geprie- bens, fürwahr es ist verge sen; du haft so lange schon bens, daß man sich sorgend als Bater dich bewiesen durch quâlet, wenn uns dein Segen Chriftum, deinen Sohn! Wir fehlet. bitten gnädig dich: gieb Heil 7. Gelobt sei deine Treue, zum neuen Jahre! Gott, hilf die alle Morgen neue! Lob fei 493 Anfang des Jahres. sei den starken Hånden, die allen Jammer wenden. 15. Das alles wollst du geben, du Herr von unserm Le8. Erhöre unfer Bitten, oben. So segne, so bewahre, Bater, und bleib mitten in fo hilf im neuen Jahre. unserm Kreuz und Leiden die Quelle unsrer Freuden. Gerhard. 9. Gieb mir und allen de- Mel. Ich finge dir mit Herz. nen, die sich nach Troste sey- 589. Schon wieder ist von nen, ein Herz, das dir ver- meiner Zeit eines Lebensjahr traue und nicht aufs Eitle dahin! So eilend fliehn zur bane. Ewigkeit der Menschen Tage 10. Herr! wehre du den hin. Kriegen, laß Menschenliebe 2. Ach, unaufhaltsam flies siegen, und nach den Thrà- hen sie, und ich bemerk' es nengüssen die Freudenströme kaum. Des ganzen Lebens fließen. Lust und Müh' ist nur ein 11. Gieb deinen milden kurzer Traum. Segen zu allen unsern We- 3. Und doch ist dieser gen; laß Großen und auch Traum ein Theil von meiner Kleinen die Gnadensonne schei- Prüfungszeit, an Elend fruchtnen. bar, wie an Heil, für Welt und Ewigkeit. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bera- 4. Wohl mir, wenn jeder ther, der Unversorgten Gabe, Augenblick zum Segen mir der Armen Gut und Habe. verschwand, wenn ich Gewis13. Hilf gnädig allen Kran- fensruly und Glück in guten ken, gieb fröhliche Gedanken Thaten fand! den kummervollen Seelen, Seelen, 5. Dann könnt' ich ohne die sich mit Schwermuth quá- Angst und Qual jetzt vor dem len. Richter stehn, und heiter die 14. Und endlich, was das durchlebte Zahl der Stunden Meiste, füll uns mit deinem übersehn. Geiste, der uns mit Tugend 7. Doch, ach! zur Hälfte ziere, und so zum Himmel ist die Zeit, die Gott uns führe. gab, verträumt: und meines Gei 494 Geistes Seligkeit, in tråger Ruh versäumt. mos ad Mel. Wie schön leuchtet der M. 7. Sei gnädig uns, denn 590. Zu dir, o Gott! das wer vermag, Herr, zu bestehn Herz erhöht, verehren deine vor dir? Ach prüftest du nur Majestät wir nun mit neuer einen Tag, wo Richter, waren Wonne; aus jedem Munde wir? tont dir Dank im feierlichen 8. Långst waren wir vor Lobgefang beim Glanz der dir nicht mehr, der Erde längst Neujahrssonne. Blicke, Baentrückt; nie hätten wir die ter, auf ens nieder; laß die Wiederkehr des neuen Jahrs Lieder dir von Allen, die dich erblickt. ehren, wohlgefallen. 01 9. Doch Dank sei deiner Baterhuld! Noch sind und leben wir! Gott, voll Lang O muth und Geduld! Wir leben, Dank sei dir! 10. Wir leben, doch jetzt näher schon dem Ziel der furzen Bahn: und näher täglich rückt der Lohn der Ewigkeit heran. Jahres: Wechsel. 183; and 1019 anism di 11. Herr, lehr' uns unser am Altar dir erschallen! bestes Theil, des Lebens Zweck 3. Daß dieser Tag uns verstehn; zeig' uns den sichern festlich sei, Allgútiger ist Alles Weg zum Heil, und stark uns, ihn zu gehn! neu, das Alte ist vergangen. Das reize uns zu dem Ent 12. Dann werden wir uns schluß, bei deiner Liebe Vollimmerdar, Gott, deiner Güte genuß dir fester anzuhangen. freun, und jedem wird dies Stärk' uns, Höchster, nun neue Jahr zur Seligkeit ge- aufs neue, dir mit Treue unfer deihn. Leben ganz zum Dienste hinzugeben! 200 4. Du leitetest uns jederzeit, o Bater, mit BarmherzigH 2. Wir preisen dich, daß wir noch sind, indem ein neues Jahr beginnt, daß wir durch dich noch leben. Du bist es würdig, daß wir dich in un ferm Tempel öffentlich frohem Geift erheben. Bater, bör uns, höre! Preis und Ehre soll von Allen hier mit Guter Sturm. Kirchen Jahr. 495 sigkeit, auf allen unsern We2. Kein Feind zerstörte bie gen. Du führtest selbst auf Altåre, kein Feind zertrat bein rauher Bahn, wenn wir nur Heiligthum. Noch singen wir glaubig auf dich sahn, dem von deiner Ehre; noch predigt Ziel uns sanft entgegen. Laß man von deinem Ruhm. uns immer voll Vertrauen auf Durch Tauf und Abendmahl dich schauen. Deine Güte und Wort pflanzt sich auch schweb' uns immer im Ge- hier die Kirche fort. müthe. 3. Doch fragst du nach des 5. Du gabst uns alles, was Wortes Früchten, und bringst, uns nüßt, und haft uns liebe- was wir gethan, ans Licht, voll beschüßt in Noth und in nach unsern Werken uns zu Gefahren.! möchten wir richten: Gott, Richter! so bedoch deine Huld bei unsern stehn wir nicht. Du trugest Schwächen, unsrer Schuld, uns mit viel Geduld; wir aber auch künftig stets erfahren. häuften Schuld auf Schuld. Heil'ger! siehe auf die Reue, 4. O laß es deinem Geist und verzeihe unsre Sünden, gelingen, bei uns in diesem laß uns vor dir Gnade fin- Kirchenjahr die Sünde mächtig den! zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war. Heut' schwören wir dir ew'ge Treu', dir, unserm Gott, gerührt aufs neu'.. Grot. Kirchen- Jahr. 5. Laß hier, wo wir jetzt Mel. Wer nur den lieben Gott. niederfallen, dein unverfälsch591. Fest steht dein Bund, tes Gnadenwort bei unsrer wie Felsen stehen, du Gott Nachwelt noch erschallen, und der Gnade, Gott der Treu'! sie an diesem beil'gen Ort der Jahr und Jahrhunderte ver- Tauf' und deines Mahls sich gehen; doch deine Güt ist freun, und deine wahre Kirche täglich neu. Wie preisen wir sein. doch würdiglich, Gott der Erbarmung, heute dich? 6. Gieb, daß wir dich stets findlich ehren, als dein geweih 496 Jahreszeiten. weihtest Eigenthum! Einst 4. Erhalte deiner Christenführst du uns zu jenen Chò- heit die Lehre Jesu rein; laß ren, wo man, erfüllt von dei- sie zur wahren Heiligkeit bei nem Ruhm, das Leben, das ihr gesegnet sein. uns dort beseelt, nicht mehr 5. Erleuchte was im Jrnach Tag und Jahren zählt. thum steckt; gieb, daß zu deiner Ehr' der Sünder, durch Mel. Lobt Gott, ihr Christen. dein Wort erweckt, von Her 592. Lobsinge Gott, o Chri- zen sich bekehr. stenheit! der dich so innig 6. Gieb allen Lehrern Freuliebt, mit stetem Wohlfeindigkeit und Weisheit, Muth dich erfreut, der Schuß und und Kraft, damit ihr Vortrag Hülfe giebt. jederzeit für Jeden für Jeden Nutzen schafft. 2. Schon manches Jahr 7. Erleuchte uns durch deihaft du sein Wort zu deinem nen Geist, und lenke unsern Heil gehört, und heute wird's Sinn durch deine Kraft, die an diesem Ort von neuem dir gelehrt. du verleibst, zur wahren Tugend hin. 3. Herr, dir und deiner 8. Zwar werden wir nur Batertreu' bring' ich mein kurze Zeit noch hier versamOpfer dar. Gieb, daß dein melt sein, doch gieb, daß wir Volk gesegnet sei im neuen in Ewigkeit uns mit einander Kirchenjahr! freun. Ia hres Jahreszeiten. Wechsel der Jahreszeiten. strömt durch dich dein Segen, Gott, herab. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 2. Noch öffnest du die milde 593. Noch immer wechseln Hand, Herr, wie du stets gez ordentlich des Jahres Zeiten than: du segneft und du füllst ab, in Schnee und Regen das Land mit deinen Güter an. 3. Von Frühling. 497 3. Von deinem Himmel, 10. Nicht bloß für diese Höchster, träuft Gedeihn und kurze Zeit hieß uns der Herr Fruchtbarkeit, die Saat geht hier sein; er schuf uns für auf, sie blüht und reift, sie die Ewigkeit, uns ewig ju fåttigt und erfreut. erfreun. 4. Von dir gesegnet, blüht 11. Låß'st du uns deine der Baum, und giebt gesun- Freundlichkeit schon hier so de Frucht, reicht unter seiner herrlich sehn: was wird in der Zweige Raum den Schatten, Vollkommenheit der fünft gen den man sucht. Welt geschehn! 5. Du nåhrest jede Krea- 12. Noch tiefer bringt als tur; o Herr, wer ist dir gleich? dann mein Blick in deine Dein Vorrathshaus, Gott, Wunder ein. Herr, laß die Natur, ist unerschöpflich dies erhabne Glück mir stets reich. vor Augen sein. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? Cramer. Frühling. 7. Herr, ohne dich vergin- Mel. Ich dank' dir, lieber H. gen wir, und wir verdientens 594. Erwacht zum neuen auch. Und dennoch leben wir Leben, steht vor mir die Nas in bir, beseelt durch deinen tur, und sanfte Lüfte schweHauch. ben durch die verjüngte Flur. 8. Wer, Gott, erfährt nicht Empor aus seiner Hülle drångt deine Huld! Wem strablet sich der junge Halm; der nicht dein Licht! Mit welcher Wälder öde Stille belebt der Langmuth und Geduld ver- Vögel Psalm. eil schonst du unser nicht! 2. O Bater, deine Milde 9. O betet, Menschen, be- fühlt Berg und Thal und tet an! Erwägt's und denket Au'. Es grünen die Gefilde, nun: Was hat nicht Gott an beperkt vom Morgenthau. uns gethan? was wird er nicht Der Blumenweid', entgegen noch thun? eilt schon die Heerd' im Thal; und 498 Jahreszeiten. und in dem Staube regen sich auf der Andacht Flügel mein Würmer ohne Zahl. Loblied himmelan. Sturm. 3. Glänzt von der blauen Feste die Sonn' auf unsre Met. Sei Lob und Ehr' dem. Flur: so weiht zum Schó- 595. Gelobt sei, der den pfungsfeste sich jede Kreatur; Frühling schafft, Gott, der und alle Blüthen dringen aus den Erdkreis schmicket. Preis ihrem Keim hervor; und alle sei ihm, Ehre, Stärk' und Vögel schwingen sich aus dem Kraft, der, was er schuf be Schlaf empor. glücket! Der Herr erschafft, 4. Die Flur im Blumen- der Herr erhält, er liebt und kleide ift, Schöpfer, dein All- segnet seine Welt; lobsinget tar, und Opfer reiner Freude ihm, Geschöpfe! 10 14 weiht dir das junge Jahr. 2. Das Land das erst er Es bringt die ersten Düfte der storben lag, erwacht und lebt Frühlingsblumen dir, und nun wieder. Es siromt mit schwebend durch die Lüfte, lob- jedem neuen Tag sein Segen singt die Lerche dir. neu bernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der nach, Bogel, der in Lüften schwebt, 5. Ich schau' ihr und schwinge voll Dank mich auf zu dir. O Schöpfer alD Schöpfer al erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlik ist ver ler Dinge, verehrt seist du von mir! Weit über sie erho- jungt; erheitert glänzt der ben, kann ich der Fluren ich der Fluren Himmel; Gebirg und Thal Pracht empfinden und dich und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Und Se loben, dich, der den Frühling gen fließt von ihm berab, der macht. Allen Sinn und Leben gab 6. Lobsing' ihm, meine See- aus freier Vatergüte. le, dem Gott; der Freuden 5. Lobfinger ihm! er ist schafft! Lobsing' ihm und er- uns naby'; singt, alle seine zähle die Werke seiner Kraft! Heere! der Herr ist allent Hier von dem Blüthenbügel halben da, im Himmel, Erd bis zu der Sterne Bahn steig und Meere. Ich preife dich, dm ich Frühling. 499 ich finge dir; wo ich nur bin, Leben. Nicht Schnee und bist du bei mir mit Allmacht Eis hemmt mehr den Lauf des und mit Liebe. Stroms, du schließ'st die Er5. Du rufft die Wolken in de auf, am Vorrath uns zu das Land, und stillst den geben. Durst der Erde, daß mit den 2. Der sanfte West, die Gaben deiner Hand der milde Luft, der Wiesen Grün, Mensch gesättigt werde! Thau, der Blumen Duft, der frohe Sonnenschein und Fisch im Meere, der Baum Wind, die deiner Allmacht in bunter Blüthen Pracht, die Diener sind, sind deines Se- Saat, die reizender uns lacht, gens Quellen. verkünden deine Ehre. Regen, 6. Es strömt wenn Blig und Donner draut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern; dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. ahun. 3. Auf dein. Geheiß, o Herr der Macht, hebt täglich höher sich, voll Pracht, auf ihrer Bahn die Sonne; ihr Straht belebt das durre Moos, lockt Kräuter aus der mit Wonne. Erde Schooß, erfüllt die Flur 7. Bon dir kommt, was 4. Das Bild des Frühlings uns hier erfreut, du Geber lehre mich, daß nach des Graaller Gaben; dort wirst du bes Rube sich mein Staub uns mit Seligkeit in reichern wird einst erneuen; dann werStrömen laben. Wohl, wohl de ich im höhern Licht des Lohden Menschen, die schon hier nes treugeübter Pflicht mich sich dir ergeben, uns einst dir, unaufhörlich freuen. als Christen, freudig sterben! Funk, 5. O wonnevolles, großes Loos! Du, Erde, wirst aus deinem Schooß auch meinen Mel. Kommt her zu mir, spr. Keim erheben; dein Athem, 596. Nach tiefer, öder Win- Schöpfer der Natur, der Leterruly, Allgütigster, erweckest ben gab der todten Flur, wird du die Welt zum neuen meinen Staub beleben. Ji2 6. Dann 500 Jahreszeiten. 6. Dann wird mein Leib, lich Brodt, giebt mehr noch, für eine Welt, die nicht mehr und wie gern! Schmerz und Tod enthält, 6. Des regen Fleißes Luft bereitet auferstehen; dann und Lohn, die ehren, voll werden Wahrheit, Heiligkeit und schwer, erwarten ihren den Geist, befreit von Sinn- Sammler schon, und wogen lichkeit, in Ewigkeit erhöhen. mild einher. 7. Führt fröhlich eure Scheuern voll! Der Herr, an Huld so reich, that vormals euren Vätern wohl, und segnet nun auch euch. Sommer. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 597. Wie ist des Höchsten 8. Der Güte Quell versieHuld so groß! Von seinem get nie, er fließt von Jahr Segen schwer, entlastet sich zu Jahr, so reich und segnend der Erde Schooß. Bringt spät und früh, als er von UnPreis und Ruhm ihm her! fang war. 2. Seht sie in ihrer vollen! 9. Genießet froh mit DankPracht voll reifer Würde barkeit den Segen eures stehn. Wie reich ist sie durch Herrn; und wenn ihr seiner Gottes Macht! wie reich zu- Huld euch freut, so gebt, wie gleich und schön! er, auch gern. 3. Wie schon der Sommer 10. Kein Armer darb'! Er ift! Wie er auf allen Fluren seufze nie: ach, mir nur manprangt! Wie duftet Feld undsgelt Brødt! Speist, Reiche, Wief umber! Lobsinget Gott gern die Armen! Sie sind auch, wie ihr, von Cott. und dankt! 4. Die Heerden hüpfen, 11. Ein solcher Dank ge freubenvoll måht schon der fällt ihm wohl, und er ver Mäher ab den Segen, der heißt, daß euch, stets Saat uns nähren soll, den Gottes und Erndte segnen soll; denn Milde gab. er ist gut und reich. 5. Wie väterlich, wie mild 12. Er sammelt uns einst ist Gott! Er segnet nah und väterlich in seine Scheuern fern; er giebt uns unser tåg- ein; wenn wir hienieden wil Herbst. Winter. 501 willig ihm Herz und Leben verfließt in Sicherheit für uns weihn. der trüben Monden Zeit. 1991 Cramer. Serbst. 5. Schon sind die Vorrathskammern voll von seinen milden Gaben, vom Segen, der uns nåhren soll, von Früch ten, die uns laben. Durch Mel. Mir nach, spricht Christus. unsre Felder gab uns Gott 598. Früh, mit umwölk- mit milder Hand Getränk tem Angesicht geht schon die und Brod. Sonne nieder, und spät er- 6. Ach, unser Leben auch scheint ihr schwächres Licht am verblüht, wie jetzt das Feld im trüben Himmel wieder. Das Ulter. Getrost! Gott ist, ob's schöne Jahr ist nun entflohn, gleich verblüht, ein mächtiger die rauhen Stürme rauschen Erhalter. Er trägt die Müschon. den, und er steht beim Alten, 2. Die letzte Blume neigt der am Stabe geht. ihr Haupt auf den entfärbten 7. Wohl Allen, die sein Feldern, des Herbstes falter Angesicht in frühern Jahren Hauch entlaubt die Bäume in suchen! Die werden ihrer Jus den Wäldern. Verlassen steht gend nicht im Herbst des Aldie ode Flur, entkräftet ruhet ters fluchen. Sie werden sich des Rückblicks freun, ihr Alter 3. In Schaaren abgetheilt wird wie Jugend sein. entfliehn der Vögel große Heere vor unsrer Kälte fort und ziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, die Natur. Münter. inter. und zeichnet ihnen Ziel und Bahn. Mel. Vom Himmel hoch da. 4. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst 599. Nicht für der Felder versorgen; und seiner Huld Segen nur, auch für den vertrauen wir, sie wird neu Schimmer der Natur, für jeden Morgen. Durch Durch ihn Frost und Winter danken wir, Herr, 502 Jahreszeiten. Herr, unser Gott und Bater, 8. Herr, jeder Wechsel unfrer Zeit erweck' uns zu der dir. 2. Zwar liegt ihr grüner Dankbarkeit, die deinen Wil Schmuck zerstört, von Frost len gern erfüllt; denn du bist und Eis und Sturm verheert, immer gut und mild. ein stilles weißes Grabgewand 9. Dn bleibst allmächtig deckt Berge, Hügel, Thal und stets und groß. Wir werden aus der Erde Schooß, die Land. 3. Doch hegt die Erde still uns bedeckt hat, dich zu sehn, und groß die zarte Saat in aus unsern stillen Gråbern ihrem Schooß, die sich im gehn; Frühling segensvoll entwickeln und uns nåhren soll. 10. Und, auferweckt, das Feierkleid der himmlischen Un4. So ungesehn und so ge- deinem Thron dich preisen, sterblichkeit anlegen, und vor heim entwickelt sich der Tu= Gott, und deinen Sohn: gend Keim zu aller guten Menschen Luft in eines from Wechsel ist; daß du in Allem 11. Daß nun hinfort kein men Kindes Brust. Alles bist; ein Gott, det, 5. So thut, was Andern wenn der Fromm' erwacht, nißen kann, der stille, der be- ihn ewig, ewig selig macht. scheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, Cramer. nicht eitles Lob, nicht Ruhm Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. der Welt. 600. Bon ihrer Arbeit ruht 6. Doch wachsen soll der die Erde, sie schläft, von Tugend Saat, blühn soll, Bottes Hand bedeckt, daß was er im Stillen that, zu ihre Kraft erneuert werde, reichen Erndten für die Zeit, bis sie der Frühling wieder zu reichern für die Ewigkeit. weckt. Vertraut hat in des 7. Wie viele Freuden dan- Schöpfers Namen der Landken wir selbst in den Winter- mann ihr den späten Saatagen dir, der du so váterlich men: der Schöpfer wacht uns trågst, und uns daheim auch über ihn. Zodt liegt er erwärmst und pflegft. o da; ihm wird das Leben der Sonne Aussaat. Sonne Rückkunft wieder geben, und reich an Hoffnung Mel. wird er blühn. 503 2 us fa a t. Allein Gott in der Höh'. 601. Es baut, o Gott, auf 2. So werden wir auch dein Geheiß der Menschen einst ermüden, und ruhen in Hand die Erde, voll Hoffdes Grabes Nacht. Wir nung, daß nun auch ihr Fleiß werden schlummern ganz in von dir gesegnet werde. Auf Frieden, von ihm, der nie- dein Versprechen trauen fie; mals schläft, bewacht. Daß du sollst dein Brod, bei Fleiß unser Staub geläutert werde, und Müty, so lang du lebst, giebt er als Aussaat ihn der Erde, und fordert einst ihn genießen. 2. Noch immer traf dies wieder ab. Sein ew'ger Früh- Wort uns ein. Gieb ferner lingstag wird kommen; dann, deinen Segen. Daß Saat dann verlassen seine Frommen voll neuer Lebenskraft das Grab. und Pflanzen wohlgedeihn, gieb Sonnenschein und Regen: denn ohne deine Segens3. Tag des Lebens, Tag band bringt selbst ein wohlgeder Wonne, wie sehnet sich bautes Land nicht, was es mein Geift nach dir! O du, bringen könnte. der Auferstehung Sonne, 3. Umsonst ist aller Menwann wirst du aufgehn über schen Müh' im Pflanzen und mir! Erst muß ich die Ver- Begießen, läß'st du vom Himwesung sehen, erst das Ver- mel nicht auf sie des Segens gångliche vergehen; die Saat Strome fließen. Nur du remuß sterben und dann blübn. gierst den Wittrungslauf; Kann ich als Chrift den Tod durch dich wächst jede Pflanze noch scheuen? Nein, ich will auf, durch dich nur bringt sie seiner mich erfreuen: du Tag Früchte. des Lebens, folgst auf ihn. Lavater. 4. So frone denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Gute; und wenn die Aussaat uns gedeiht, o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm 504 Jahreszeiten. Sturm und Hagelschlag sie nicht fahr, die sie so leicht verlehet, zerstörend treffen mag, nicht und den, den heut sein Feld Fluth sie überschwemme. erfreut, in Kummer bald ver5. Wir traun auf dich, seset. wohlthät ger Gott! dich las 5. Bei solcher Saat seb sen wir nur walten. Du ich allhier zugleich manch teunft am besten unsre Noth, tröstlich Bild vor mir; denn haft lange hausgehalten. So unter Sturm und Winden er wirst du denn, zu deinem hebt sie sich: so muß auch ich Ruhm, mit Nothdurft uns, durchs Kreuz den Himmel dein Eigenthum, noch ferner finden. hin versorgen. Küster. 6. Und wie das Körnlein erst verdirbt, und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Mel. In dich hab' ich gehoffet. Frucht zu bringen: so werd', 602. milder Gott, dein Gott, ich durch den Tod ins Segenswort erzeiget sich noch beßre Leben dringen. immerfort in seiner Kraft auf 7. Auf diesen seligen Ge Erden; daß unser Feld, mit winn freut innig sich mein Fleiß bestellt, uns stets foll Herz und Sinn; muß ich bei zinsbar werden. trüben Fällen nach deinem 2. In Hoffnung streun wir Rath bie Thránenfaat gleich Saamen aus; doch segnest oftmals hier bestellen. du nicht Feld und Haus, so 8. Nur mache mich, mein ist die Müh' vergebens. Nur Gott, bereit, im Glauben und deine Kraft und Güte schaffe in Frömmigkeit viel gute uns Unterhalt des Lebens. Frucht zu bringen. So will 3. Laß unsre Saat gesegnet ich dir dereinst dafür in Ewigsein, gieb Regen, Wind und keit lobsingen. Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeiben nach unfrer Müh', so spåt als früh, uns wiederum erfreuen. Jentsch. Mel. Was Gott thut, das ist. 703. Preift, Chriften, mit 4. Bewahre sie das ganze Zufriedenheit, preist ihn den Jahr vor so vielfältiger Ge- Herrn der Saaten! er giebt dem Ausfaat. 505 dem Felde Fruchtbarkeit und traun fassen: Er, der die läßt uns Brodt gerathen. Noch Welt regiert und hält, wird stets erhält er seine Welt. auch, so lang' wir leben, was Was nöthig ist zum Leben, nöthig ist, uns geben! will er uns Alles geben. C 6. Ja, Höchster, wir ver2. Die Früchte stehn in sei- ehren dich in allen deinen Wener Hand, die uns die Erde gen, und trauen unveränderbringet. So sehr auch Men- lich auf deinen milden Segen. schenfleiß das Land baut, pfle- Auch unser Brodt wirst du get und bedünget; kommt uns, Gott, von Zeit zu Zeit doch allein von ihm Gedeihn; gewähren, wenn wir dich kindnur er läßt seine Saaten lich ehren. blühn, reifen und gerathen. 7. Wir beten demuthsvoll 3. Oft sehn wir froh in dich an, der alles weislich füHoffnung schon der reichsten get; deß Vorsicht niemals irErndt entgegen, und plößlich ren kann, deß Wohlthun nieist er uns entflohn, der uns mals trüget. Froh danken gezeigte Segen. Gott nimmt wir, Erhalter, dir, und preiund giebt, was ihm beliebt, sen deine Güte mit dankbadaß er als Herr der Erde rem Gemüthe. erkannt von allen werde. Diterich. 4. Zeigt auch nicht gleich mel. Liebster Jefu, wir sind. so fühlbar sich der Reichthum seiner Gaben: so schenkt er 604. Unfre Aussaat segne, uns doch väterlich, so viel wir Gott, daß sie ruh' im Schooß nöthig haben. Ist stets be- der Erde, keim', und unser dacht voll Gut und Macht, täglich Brodt unter deiner die Seinen zu erhalten, die Aufsicht werde! Mache fruchtihn nur lassen walten. bar Sonn' und Regen, daß 5. Und o was ist's für ein wirf röhlich erndten mögen. Gewinn, sich stets genügen 2. Herr, dies hoffen wir lassen, mit frohem Muth und zu dir! Unserin armen Erdenbeiterm Sinn das feste Zu- leben wirst du gnädig, was uns 506 Jahreszeiten. uns hier nöthig ist, und mehr der Segen ber, der bald die noch, geben, bis wir dort bei Scheuren füllt. dir die Gaben jenes bessern Lebens haben. 5. Wir schlagen nun die Sensen an, und måhen fröh 3. Ja, im Himmel werden lich ab, was deine Hand, die wir, Herr, vor deinem Ange- Alles kann, uns zu ernähren sichte freudig erndten für und gab. für deines höhern Segens 6. Froh binden wir's in Früchte. Dort stort uns kein Garben auf, und bringen's irdisch Leiden in den ew'gen glücklich ein, und sehn dabei Erndtefreuden. Gleim. zu dir hinauf, uns deiner Huld zu freun. 7. Sieh gnådig, Gott, auf uns herab. Zum Erndten Vor und unter der Erndte. gieb Gedeihn; und was uns deine Güte gab, laß uns geMel. Ich finge dir mit. 605. Die Erndt ist da. fegnet sein. Gelobt sei Gott, der uns als mel. Sei Lob und Ehr' dem. Bater liebt, und huldreich unser täglich Bredt von Jahr zu 606. Gott, du hast unsern Wunsch erfüllt! durch SonJahr uns giebt! 2. Was wir auf Hoffnung ne, Thau und Regen schenkst ausgestreut, hat seine Hand du, der Fleiß und Müh)' ververmehrt. Er hat das Flehn gilt, uns jetzt der Felder Se um Fruchtbarkeit auch dieses gen. Froh sammelt ihn der Jahr erhört. Landmann ein, und wir, All3. Wie áhrenreich ist unser gütiger, wir freun uns dank Feld! Wie hat Cott Muty bar deiner Güte. und Fleiß, womit wir unser 2. Du giebst der Erde Feld bestellt, gesegnet! Ihm Fruchtbarkeit, und Wachs sei Preis! thum unsern Saaten, sie müs 4. Ja, Preis sei dir, All sen, weil's dein Wink gebeut, gütiger! wer ist, wie du, so uns keimen und gerathen. mild? Von dir nur kommt Du giebst uns auch im Ueberfluß Vor und unter der Erndte. 507 fluß durch sie den Wechsel im sehn; du führeft damit unsern Genuß, und Sättigung die Sinn auf deines Namens Fülle. Ehre hin. 3. Wie prangte nicht das 2. Doch wenig nur sind, weite Feld, so dicht beseßt mit diesem Triebe zu folgen, eifrig Uehren, um uns, die Bürger und bereit. Wie oft erkaltet deiner Welt, zu sättigen und unfre Liebe und mit ihr wahre nähren. Der Landmann fab Dankbarkeit, so das dein Semit heiterm Blick der reichen gensüberfluß, nur zur VerEmdte nabes Glück in aufge- schwendung dienen muß! del häuften Garben. 3. Wie leicht kannst du uns 4. Du, dessen Weisheit deinen Segen, wenn schon Alles schafft, uns Menschen zu die Felder prachtvoll blühn, ernähren, du gabst dem Saa- durch deinen Arm auf tausend menkorn die Kraft, unendlich Wegen zu unsrer Strafe bald fich zu mehren, und stets wird entziehn! Wenn du gebeurst, diese Kraft erneut, und dei so raubt die Macht des Haner Erde Fruchtbarkeit mit je- gels Feldern ihre Pracht. dem Jahr erhalten. 4. Bestraf uns nicht nach 5. O fühlet dieser Wohl- unsern Sünden, vergilt uns that Werth, dankt Gott für nicht nach unsrer Schuld. Laß seine Güte, der euch so våter- uns für Recht Erbarmung lich ernährt, mit fröhlichem finden, du Gott voll Langmuth Gemüthe! Auch für die Zu- und Geduld. Beschüße ferkunft forget er, der Welten ner, Herr der Welt, vor jeund der Menschen Herr, mit dem Unglück unser Feld. Weisheit und mit Cute. Met. Wer nur den lieben Gott. 607. 5. Ach, segne ferner deine Gaben, die jesund in dem Felde stehn, laß uns gut Gott, es steht dein Erndtewetter haben, und die milder Segen auf unsern Gefahr vorübergebn. Gieb, Feldern reich und schön, wir lieber Gott, daß jedermann können ihn auf allen Wegen die Früchte völlig erndten mit wahrer Herzenswonne kann. 6. Wie 508 nen 16. Wir sollen dann von 4. Denn Gott ernährt, diesen Gaben, die du mit mil- was fleugt und webt, daß der Hand uns giebst, auch un- Alles fröhlich sei, was lebt, fre armen Brüder laben, die daß seine ganze Schöpfung du ja auch als Kinder liebst. Dank und Jubel sei und Lob Laß uns dein Bild Erweckung gesang. sein, gern die Verlaßnen zu erfreun. 5. Auf traubenvollen Hü geln schallt des Winzers Lob 7. Laß uns in Zukunft also und wiederhallt von Berg auf leben, wie es dein heil ges Berg; denn Most und Wein Wort gebeut; ties sei das giebt uns der Herr, uns zu Ziel, nach dem wir streben, erfreun. dies lohnt mit ew'ger Herr- 6. Wie liebevoll, wie mild lichkeit. Dann führst du nach und gut ist Gott, der so viel des Lebens Pein uns in des Wunder thut! Der JungHimmels Scheuern ein. ling, wie der Mann und( Freis, sei fröhlich, Gott Rubm zum und Preis. Hoffmann. Jahreszeiten. Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 7. Auch wenn du alterst, 608. Reif ist nunmehr der sorgt für dich dein Herr und Felder Saat; vom Herrn der Gott noch väterlich; er, der, Zeit gerufen, nabt der Herbst wenn sich dein Abend naht, mit seiner Fülle sich, und öff doch noch für dich viel Freu net sie uns mildiglich. den hat. 2. Der segensreiche Garten wenn du nur, wie seine seg 8. Froh kannst du sterben, prangt mit allen Zweigen, nende Natur, gesegnet haft: und verlangt von seiner Frucht wenn er die Frucht, die er befreit zu sein, um Gottes verlangt, umsonst nicht ſucht. Menschen zu erfreun. 9. Auch die Natur verblübt 3. Der Sånger in den Lüf- und stirbt; nur daß ihr Saaten schweigt, der hin in ferne me nicht verdirbt, und scho Lande fleugt, wo Gott schon ner auflebt, wenn ihr Freund, eine neue Saat und Frucht der Frühling, wiederum er für ihn bereitet hat. scheint. 10. Co Nach der Erndte. 509 10. So blühst und reifst Mund, Herz und Gemüthe du in der Zeit zu größerer nach Würden rühmen kann. Vollkommenbeit; nur sei ein 4. Sein Name sei gepries guter Saamen, sei auch Gott sen! Er hat, uns zu erfreun, bis in den Tod getreu! Cramer. als Vater sich bewiesen im Regen, Sonnenschein. Ward's aber nicht geacht't: so hat er sich verborgen, und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. Nach der Erndte. 5 Zum Danke kommt das Bitten: du wolleft, treuer Mel. Aus meines Herzens Gr. 609. Die Erndt ist nun zu Ende, der Segen einge- Gott, für Feuer uns behüten, bracht, wodurch Gott alle für jeder andern Noth; gieb Stande satt, reich und glück- friedensvolle Zeit, erhalt uns Der alte Gott Deine Gaben, daß wir damit lebt noch: man kann aus sei uns laben, regier' die Obriga nen Werken sich im Vertrauen stärken: drum preisen wir ihn hoch. lich macht. Feit. 6. Laß aber auch gedeihen am Geist dein theures Wort, daß wir uns dessen freuen, 2. Wir rühmen seine Güte, und auch an unserm Ort dies sein Sorgen für die Welt, die Saamkorn tief genug in unoft ohn' unfre Bitte gethan, fre Herzen bringe, und reiche was uns gefällt; die immer Früchte bringe, dir zur Vernoch geschont, ob wir gleich herrlichung. sündlich leben, die Fried' und 7. Gieb, daß auf guten Rub' gegeben, daß jeder sicher Wegen wir dir zur Freude gehn, da wir, Gott, deinen 3. Der Sünder stórt den Segen in unsern Scheuern Segen, den so viel Lieb' er- sebn; daß sei stets unser theilt, wenn er auf bösen We- Ruhm, daß wir durch unser gen schnell zum Verderben Leben dir Dank und Ehre eilt; doch hat er mehr gethan geben, wir, als dein Eigenaus unverdienter Güte, als thum. i wohnt. 8. Kommt 510 Jahreszeiten. 48. Kommt dann des Le- j 4. Der Erdkreis ist von bens Ende: so nimm du un- deiner Güte, von deiner Weis sern Geist in deine Bater- heit ist er voll. Herr, unterhånde, wie es dein Wort ver- weise mein Gemüthe, wie ich heißt. Da sind wir frei von dich würdig loben soll. Sei Pein, da erndten wir mit ewiglich von mir geliebt, du, Freuden nach ausgestandnen der mir so viel Gutes giebt. Leiden einst reiche Garben 5. Das Körnlein wird in ein 18 Mel. O daß ich tausend 3. barkeit. deinen Namen auf Hoffnung in das Feld gestreut. Allgú tiger, du gabst dem Saamen, 610. Dir, milder Geber da du ihn schufft, die Frucht aller Gaben, Herr, dir gebühZur Aussaat giebst ret Ruhm und Dank. Du du auch allein dem Landmann bist's, von dem wir alles ha- Kraft, Zeit und Gedeihn. ben, dir bring' ich meinen 6. Du machst den Schooß Lobgesang. Oneig auch jetzt der Erde schwanger; du machſt dein Ohr zu mir! Du for des Ackers Furchen naß; du derst Dank; ich danke dir! schmückest Wiesen, Flur und Anger mit Blumen, Strau2. Die kleinste deiner Krea- chern, Laub und Gras; du turen macht deine Weisheit träufelft mit dem kühlen Thau offenbar. Man sieht, Herr, die Fruchtbarkeit auf Feld deiner Güte Spuren und deine und Au'. Macht von Jahr zu Jahr. 7. Was dürr ist, feuchteft Ein jedes Gräschen lehret du mit Regen, was kalt ist mich: wie groß ist Gott, wie warmt dein klein bin ich. Sonnenschein; du theilst die Zeiten wie den # 3. Du forgst, nach treuer Segen, zu unserm Besten Båter Weise, für alle Werke weislich ein. Bei Wärme, deiner Hand; du giebest dem, Hiße, Kålt und Frost grunt, was lebet, Speise, beschirmst wächst und reifet unsre Koft. und segneft jedes Land; du 8. Kommt, preift des Schöliebest unveränderlich, der Bo- pfers Huld und Stärke, bringt sen selbst erbarmst du dich. feinem Namen Ehre dar! Groß ift Nach der Erndte. 511 ist der Herr, und seine Werke, brochen, du willst, daß stets sind herrlich, groß und wun- die Erde erfüllt mit Gütern derbar. Kommt, laßt uns werde. seine Macht erhöhn! Der 7. Du sprachst: da floß Herr ist gut! Sein Lob ist dein Segen, da troffen Thau schön. und Regen; du winktest, und Die Sonne stand da und stromte Wonne. Fiebich. Mel. Nun last uns Gott den. 611. Erhebt mit Jubelschal8. Da stand, gleich Lanzenheeren, die dichte Saat von le, ihr meine Brüder alle, Alehren; da reichte, ums zu ihn, dessen reiche Gaben wir laben, der Zweig uns goldne eingeerndtet haben. Gaben.se 2. Dhört der Schnitter 9. Wo unser Auge weilte, Chöre, sie jauchzen ihm zur da, guter Vater, eilte mit Ehre; von tausend frohen tausendfachen Segen uns Zungen wird Gottes Lob be- deine Huld entgegen. ns andr fungen. 10. O laß uns diesen Se 3. Aus Fluren, Angern, gen, wie gute Kinder pflegen, Feldern, von Hügeln, aus mit dankbar frohen Händen, den Wäldern jauchzt fröhli- wie du's befiehlft, verwenches Getümmel, steigt Lobge- den. fang zum Himmel. 11. Laß chriftlich die uns 4. Auf mischt in ihre Lie- laben, die minder als wir hader auch euer Loblied, Bri- ben, und die, die Blöße der! Den Segen gab ja Al- leiden, mit Bruderhånden len der Herr mit Wohlgefal- kleiden. En no len. 12. Laß nie es uns ver5. Ja, Herr, durch den gessen das Wort: So wie wir leben, dich wollen erheben; laut schall's im ligthume, das Lied nem Ruhme. wir wir messen, wirst du nach dieHei- sem Leben ein gleiches Maaß von dei uns geben. ied von deri n 13. Noch einmal singt's, 6. Was du uns einst ver- ihr Brüder, ruff's durch die sprochen, hast du noch nie ge- Fluren nieder, rühmt's, daß wir 512 Fahreszeiten. wir reiche Gaben von Gott deine Batertreu' auch unser empfangen haben. ganzes Leben sei. 5. Du nåhreft uns blos Mel. Wer nur den lieben Gott. aus Erbarmen. Dies treib 612. O daß doch bei der auch uns zum Wohlthun an. reichen Erndte, womit du, Nun sei auch gern ein Trost Höchster, uns erfreuft, ein der Armen, wer ihren ManJeder froh empfinden lernte, gel stillen kann. Herr, der wie reich du, uns zu fegnen, du aller Bater bist, gieb je feist; wie gern du unsern dem, was ihm nüßlich ist. Mangel ftillst, und uns mit 6. Thu' dine milden Se Speiß und Freud' erfüllst. genshånde, uns zu erquicken, 2. Du siehst es gern, wenn ferner auf. Versorg' uns bis deiner Güte, o Bater, unser an unser Ende, und mach' Herz sich freut, und ein er- in unserm Lebenslauf uns dir kenntliches Gemüthe auch das, im Kleinsten auch getreu, daß was du für diese Zeit uns zur einst uns größres Glück erErquickung hafst bestimmt, freu'. mit Dank aus deinen Hånden nimmt.d 7. Bewahr' uns den ge schenkten Segen; gieb, daß an 3. So kommt denn, Gottes uns sein Genuß gedeity', und Huld zu feiern, kommt, Chri- unser Herz auch seinetwegen sten, daß wir sein uns freun, dir dankbar und ergeben sei. und bei den angefüllten Du, ter uns täglich nåhrt Scheuern dem Herrn der und speist, erquick auch ewig Erndte dankbar sein! Ihm, unsern Geist. der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar!: 089 Fiebich 4. Nimm gnädig an das Kanzellied am Erndtefest. Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Mel. Lobe den Herren, den. Segen mehr in uns die Trie- 613. Preis dir, Allherrbe zum that'gen Dank, zur scher! Es schalle der Jubel Folgsamkeit; daß Preis für der Chöre weit aus dem Tempel, Nach einer sparsamen Erndte. 513 pel, damit auch der Einfamejund seine Hände müssen wir hore, daß durch Gesang unsre stets in Demuth küssen! Gemeine dir Dank, Liebe und 3. Was Gott thut, das Anbetung schwöre! ist wohlgethan. Er zeigt uns 2. Herr! du erneuteft auch oft den Segen, und ehe man dies Jahr die Fruchtbarkeit der ihn erndten kann, muß sich Erde! Prachtig entstand dann die Hoffnung legen. Weil er der Segen des Machtworts: allein der Schaß will sein, Es werde! Gieb nun auch so nimmt er andre Güter, Kraft dem, was dein Geist und bessert die Gemüther. in uns schafft: Segne das Bolk deiner Heerde! C. Hermes. Nach einer sparsamen Erndte. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Es geht nach seinem Willen. Läßt sich es auch zum Mangel an, weiß er ihn doch zu stillen, ob gleich das Feld nicht viel enthalt: man kann bei wenig Brocken fatt werden und frohMel. Was Gott thut, das ist. locken. 5. Was Gott thut, das 614. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Das Feld ist wohlgethan, so denken mag traurig stehen: wir gehn Gottes Kinder. Wenn man getroft auf seiner Bahn, und auch nicht viel erndten kann, wollen ihn erhöhen. Sein liebt er uns doch nicht min Wort verschafft uns Lebensder. Er zieht das Herz doch kraft! es nennt uns Gotteshimmelswärts, ob wir gleich Erben; wie können wir veroft auf Erden beim Mangel derben! traurig werden. 35dni 1977 6. Was Gott thut, das 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. So wollen ist wohlgethan. Im Nehmen wir stets schließen. Ist gleich und im Geben sind wir bei bei uns kein Kanaan, wo ihm stets wohl daran und kön- Milch und Honig fließen: so nen ruhig leben. Er nimmt wird von Gott doch unser und giebt, weil er uns liebt, Brod zur Nothdurft uns beKE sche 514 Nach einer sparsamen Erndte. scheeret, wenn man ihn glau- Arm auch straft, zu unserm big ehret. wahren Segen; auch dann Schmolke.forgst du für unsre Rub'; du stärkst nach manchen LeiMel. Was Gott thut, das ist. den das Herz mit neuen Freu 615. Was trauern wir? den. Gott sorgt ja doch getreu für Größe voll, mit unfern Kla 5. Wir schweigen, deiner unser Leben. laßt uns auch im Mangel noch ihm gen stille. Du herrschest weise: Ruhm und Ehre geben! beilig soll uns sein dein Rath Preis sei dem Herrn! Von und Wille. Fest halten wir, o Gott! an dir. Vergieb uns Unmuth fern, laßt ihm zum unfre Sünden, und laß uns Wohlgefallen ein frohes Lied Gnade finden. erschallen. 6. Du bist allmächtig; alle 2. Sein ist die Herrschaft. Noth kannst du zum Besten Wie er will, vertheilt er seine lenken. Du, guter Bater, Gaben. Sein Werk ist's, wirst uns Brod auch bei dem daß wir nicht soviel, als sonst, Mangel schenken. Wie haft geerndtet haben. Und was du dich so väterlich, sei hoch er thut, ist recht und gut; dafür gepriesen! bisher an geschieht, daß seine Ehre und uns erwiesen! unser Wohl sich mehre. 7. Wie manches segens3. Er ist unendlich, wir reiche Jahr haft du uns schon find Staub; er heilig, wir bescheret! wie gnädig uns find Sünder, oft forgios schno- auch immerdar von Jugend der Lüste Raub und unge auf ernähret! Wer sollte nicht trene Kinder. Wer mag ganz mit Zuversicht auf dich, o rein von Schulden sein? Bater, schauen, und deiner Wer darf von seinen Knech Güte trauen. ten mit ihm, dem Schöpfer, rechten? 8. Uch laß nur, Bater, fernerhin bei unsrer Hände 4. Ja, Gott, du bist un- Werken, mit einem stets zu tabelhaft in allen deinen We- friednen Sinn uns dein Ge gen. Du wirkest, wenn dein deihen merken! Laß deine Hand Witterungslauf. 515 Hand bald unser Land, um Gott: drum werden wir auch deiner Güte willen, mit neuem deine Hülfe sehen. Auf dein Segen füllen! Gebot wird unsre Noth, wie 9. Anbetung, Ruhm und wollen wir dich ehren! In Dank sei dir! Du börest un- Wonne sich verkehren. ser Fleben. Dein sind wir, $ 191 Witterungslauf. Witterungslauf überhaupt Schnee, und Alles uns zum Segen. Mel. Ich dank' dir schon. 5. Du rufft den Donner, 616. Du Herr und Schö- rufft den Wind, die Dünfte pfer der Natur, der du an zu zerstreuen, die den Geschiallen Enden regierest, du al- pfen Hind rung sind, rung find, hienielein hast nur den Witt rungs- den zu gedeihen. lauf in Händen. 109 6. Oft brauchst du zwar 2. Du ordneft ihn, wie dir's gefällt, damit auf dei- als Diener sie, die Fluren zu ner Erde, was ihr die Frucht- läßt du uns nie, Gott, deine verheeren! Jedoch auch dann barkeit erhält, dadurch verbreiHülf entbehren. tet werde. 3. Dein ist der Tag, dein 7. Auch irdischen Verlust ist die Nacht, dein sind des weißt du zum höhern Glück Jahres Zeiten; dein was zu lenken: und uns nach das Land voll Früchte Kummer wieder Ruh', nach macht, uns Nahrung zu be- Thránen Lust zu schenken. reiten. 8. O du, der mit allgut'4. Du sendest aus des ger Hand den Witt'rungsHimmels Hot uns Son- lauf regieret, dir bringe jedes nenschein und Regen, und Volk und Land den Preis, Thau und Nebel, Reif und der dir gebühret! KE 2 9. Es 516 Bitte um Regen. 9. Es ehre mit Zufrieden- 4. Entkräftet steht fast al heit auch hier dein weises Fü- les da, dem gånzlichen Vergen, und lasse nie von Alengst- derben nah. Die Hoffnung, lichkeit und Unmuth sich be- die das Feld uns gab, nimmt fiegen! jeden Tag zusehends ab. 10. Was immer auch für 5. Erbarme, Herr, dich Witt'rung ist, so halt nur unsrer Noth, nimm uns nicht daran feste: was des Allwei- unser täglich Brod; hilf uns sen Rath beschließt, ist alle- im Elend; du allein kannst mal das Beste. Helfer und Erretter sein. Diterich. 6. Du giebst gewiß zu rechter Zeit den Regen, der das Land erfreut, der die gedörrte Erde trånkt und sich in ihre Tiefen senkt. Bitte um Regen. 7. Dir wollen wir, Herr, Mel. Wenn wir in höchsten. dankbar sein, und dir nur 617. In unserm Kummer unser Leben weihn. Troft' kommen wir gebeugt, doch uns, o Herr, verlaß uns nicht; voll Vertraun zu dir; wir und stärk' uns selbst zu jeder rufen dich im Himmel an, Pflicht. daß er für uns wird aufgethan. Dank für verliebenen Negen. 2. Die Felder sind ein dürres Land, von lauter Hiße ausgebrannt, und sie verdor- Mel. Nun lob' mein' Sect' den. ren immer mehr; send' einen 618, Ein milder Regen sinmilden Regen her. fet erquickend auf die durre 3. Betäubt und mit ge- Flur; wie labt sie sich, wie beugtem Haupt, der Hoff- trinket ihn die verschmachtete nung und des Trofts beraubt, Natur! Die sanften Stroschaun wir das Feld und sind me, kühlen der Lüfte weites betrübt, weil es uns sein Ge- Meer, und die Geschöpfe fühwächs nicht giebt. len sich nicht mehr tråg' und schwer. Witterungslauf. in NC 517 schwer. Gott spricht, die Kla- Bitte um Sonnenschein. ge schweiget, und Hitz und Dürre fliehn; der Frommen Mel. Mache dich, mein Geist. Fanklied steiget hinauf und 619. Schmerz und Klage preiset ihn. Armen. füllt das Land, traurig stehn 2. Mit Muth im Angesichte die Früchte. Hilft uns, Gott, beschaut der Landmann Berg nicht deine Hand, sind sie und Feld. Erquickt hat Gott bald zunichte. Zeig' uns doch die Früchte, er, der Versorger barmen! Hilf, Gnade noch, Vater voll Erbarmen! Hilf, ach! hilf uns seiner Welt. Dicht steht die Saat der Nehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, und sie erfreuen Lauf und befiehlst den Regen. foll. Auf! preiset Gottes Sprich ein Wort: so hört er Milde! Er ist's, der Regen auf, und uns bleibt dein schickt, und lechzende Gefilde Segen. Steh' uns bei, und voll Baterhuld erquickt. zerstreu' mit gewalt'ger Rechte deines Himmels Nächte. 2. Du regierst der Wolken 3. Erhalter unsers Lebens, 3. Sende warmen Son= Gott, dem wir uns jest dank- nenschein, der die Frucht er= bar nahn! o, laß uns nicht quicke, uns von Aengsten zu vergebens die Gaben deiner befrein, wieder bald zurücke. Huld empfahn. Du sendest Guter Golt, gieb uns Brod, Thau und Regen, giebst mil- und nach mancher Plage wieden Sonnenschein; du eilst, der Freudentage. mit deinem Segen uns Alle 4. Preis und Ruhm sei zu erfreun. Ach! laß uns dir geweiht, Vater aller Gnanicht vergebens so manche de! Hilf, daß die so schwere Gab' empfahn, und nimm, oZeit nicht zu sehr uns schade. Quell des Lebens, dich unsrer Dir, nur dir wollen wir, Herr, ferner an. fo lang' wir leben, unser Herz ergeben. Münter. Bässler. Dank 518 Dank für geschenkten Sonnenschein. Herzen wollen wir dir dafür dankbar sein. 11900173 251 Dank für geschenkten Sonnenschein. Mel. Nun danket alle Gott. 620. Herr, dein Erbarmen kann kein Menschenfinn errei- Bor und unter dem. chen. Wer ist dir, Höchster, Gewitter. gleich? Wenn Verg' und Hügel weichen, wenn Erde, Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. Sonn' und Mond aus ihren 621. Der Himmel schwarBahnen gehn: bleibt deine zet furchtbar sich; ein UngeGnade doch stets unbeweglich witter draut: ich bebe nicht; stehn. ich freue mich, Gott, deiner 2. Durch Wolken ließest Gütigkeit. du das Sonnenlicht bedecken; 2. Auch wenn du donnerst, Wind, Regenwetter, Sturm zurnst du nicht; bist Bater erfüllten uns mit Schrecken. uns und Freund; bift's, wenn Weil man die Sonne nie, nur der Blit sich Bahnen bricht, steten Regen sab: so schien und flammend uns erscheint. des Landes Frucht ganz dem Verderben nah). 3. Dem, der nicht deinen Willen thut, bist du dann fürchterlich; wer aber frets ift fromm und gut, zeigt dann auch ruhig sich. 3. Doch, Herr, auf dei nen Wink erschien die Sonne wieder. Das Trauern ist vor bei; wir singen Freudenlieder, 4. Gut ist für uns der und preifen deine Huld, daß Sonne Strahl, gut für uns du auf unser Flehn bei unsrer Tag und Nacht. Auch gut Kümmerniß erbarmungsvoll ist beines Blißes Strahl, der gefehn. Zeuge deiner Macht. 4. Ja, Herr, wir preisen dich mit freudigem Gemüthe. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen sorg' auch fernerhin für stärkt die Saat; ein frischer uns mit Batergüte. Gieb balsamvoller Duft labt, was uns zur rechten Zeit Thau, geschmachtet hat. Regen, Sonnenschein; von 6. Bringt gleich der Blis bis Witterungslauf. 519 bisweilen Tod, rafft Gut und an uns denket! durch Bliße Habe hin: gabst du doch durch reinigst du die Luft, befruchVernunft, o Gott, uns Mit- test sie, dein Regen trånket tel gegen ihn. das Erdreich segensvoll, und 7. Durch sie lehrst du uns ruft dem Wachsthum und seine Bahn; doch nimmt der dem Ueberfluß, der uns nach Mensch, oft Thor, aus fal- Wettern segnen muß. scher Schen nicht Warnung 4. Nein, das sind nicht an, und schüßt sich nicht da- des Zornes Zeichen. Kannst du im Wetter nur allein den. vor. 8. O, laß uns frei von armen Sterblichen erreichen? lengsten sein, wenn uns dein Sind nicht der Welten Kräfte Wetter droht. Weg, bange dein? O, guter Vater, hilf Furcht! wir sind ja dein; du du mir recht würdig deuken bist die Lieb', o Gott! stets von dir. Lavater. 5. Ja, lehre mich: Nur Kindesliebe und Ehrfurcht sind Met. O daß ich tausend Zungen. der Menschheit werth; durch 622. Ich seh' ein Heer von Knechtessinn und SklaventrieUngewittern, das furchtbar dro- be wird Menschheit, wirst hend sich erhebt; du donnerst, du selbst entehrt! Erhalte Herr, die Berge zittern, des nur mein Herz mir rein; mir Erdenrundes Grund erbebt; wird kein Wetter schrecklich was lebt und fühlt, erstaunt sein. und schweigt, da deine Majeståt sich zeigt. Nach dem Gewitter. 2. Und ich, ich sollte knechtisch zittern, wenn dein erhabner Donner kracht? Drobst Mel. Wer nur den lieben Gott. du mit diesen Ungewittern? 623. Wie gnädig ist des hast du zum Schrecken sie ge- Höchsten Wille! der Donner macht? Onein! du fegneft schweigt, die Blige fliehn! Au und Flur selbst unterm schon pranget nach des ReAufruhr der Natur! gens Fülle im Sonnenglanz 3. So preif' ich dich, der das frische Grün. Erhebe deinen 520 deinen Lobgesang, o meine Seel', und opfre Dank. Nach dem Gewitter. 6. Gott, welchen tausendfachen Segen bringt uns der Donner deiner Hand! Mit ihm strömt fruchtbar reicher 2. Ja, preise dankbar den Erretter, der seine große Macht bewies, den starken Regen herab, und tránkt das durre Land. Der Schöpfung Gott, der sich im Wetter so lauter Dank erschallt im Thal, majestätisch hören ließ, der selbst des Blißes Strablen auf Bergen und im Wald. lenkt, und schonend seiner Kinder denkt. Strefow. Fil Nach Hagelschlag. Mel. Vater Unser im Himmelr. 3. O nimm bewundernd Gottes Güte im Bliß und Ungewitter wahr! Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplat 624. Der Felder Segen ist dar, voll ungezählter Segens- dahin! Gott, deine Schil ſpur, zum Labsal jeder Krea- kung nahm uns ihn: Vergeblich ist nun unser Fleiß! tur. Dün4. Wenn bei erhißster Dun- umsonst floß uns der saure fre Glühen die Menschen Schweiß am Sonnenstrahl schmachten und das Viel), vom Angesicht! Wir fåeten Fund erndten nicht. und matt den schweren Odem ziehen; wie froh, wie munter 2. Doch ist's für uns kein werden sie, wenn in die dicke Strafgericht; wir wissens ja, schwüle Luft der Donner kühle Winde ruft! 5. Wie lieblich hebt sich du zürnest nicht. Durch Noth selbst willst du Heil verleihn; dies soll auch jetzt uns Troftdas Getreide, getränker durch sich des Christen Muth, der grund sein. Auf den stüzt den Regenguß! und wie ver- ſtill in deiner Fügung ruht! gnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! Der 3. Allein auf unser wahfrohen Vögel lautes Chor steigt res Wohl zielt Alles, was jubelnd in die Luft empor. uns treffen soll; und du, der Alles Witterungslauf. Alles weislich lenkt, bist grö- Nach dertleberschwemmung. fer, als der Mensch sich denkt. Mel. Nun danket alle Gott. Allmächtiger, auf dein Gebot entfernt sich auch die größte 226. Lob, Preis und Dank nem sei dir, Allmächtiger, gesunſei Noth. l 521 4. Ach, hilf uns! Laß uns gen! Du haft des Wassers nicht vergehn im Elend, das Fluth durch deine Macht bewir vor uns sehn! Erleichtre zwungen. Es häufte furchtuns die schwere Last, die du bar sich schon über unser Land. uns auferleget haft! Wir sind, Du sprachsft: nicht weiter! da o Bater, sind ja dein, wie könnten wir verlassen sein! gehorcht es dir, und stand. 2. Dank dir, Erretter! Du bewiesest an uns Urmen, als wir um Hülfe schrien, dein mächtiges Erbarmen, bewiesest, daß du nie von Herzen uns betrübst, und, züchtigst 625. Wir sind in Noth; du uns gleich, doch väterlich laß uns, o Gott, die Fluth uns liebst. nicht überschwemmen. Nimm 3. Das that dein Arm, o uns in Acht! wehr' ihrer Gott, der jeder Flath gebieMacht! du kannst die Wogen ten, der Meere zähmen kann, hemmen. so furchtbar sie auch wüthen. 2. Ach, hilf uns! Herr, Du schüßest, du erhältst, du Allmächtiger, um Jesu Chrifti bilfft in jeder Noth; du bift willen! Ach! du allein kannst der Fluthen Herr; bu bist der uns befrein, kannst Sturm Meere Gott. und Wellen stillen. Bei Ueberschwemmung. Mel. Ach, Gott und Herr. 4. Dir, Allgewaltiger, laß 3. Erbarme dich; hilf vå- uns nie widerstreben! In Heis terlich; beschüß' uns Gut und ligkeit laß uns nur die zur Leben! Dann wollen wir dir, Ehre leben, der du zum SturGott, dafür Dank, Preis und me sprichst: zerstöre nicht! zur Ehre geben. Fluth: verschone dieses Land! Cramer. und zu den Wellen: ruht! Mor 522 Morgenlieder. Morgenlieder. Mel. Aus meines Herzens Gr. schwacher Pilgrim gleite: dann, 627. Allmächtiger, ich hebe o mein Vater, leite mich dei mein Aug' empor zu dir. nes Geistes Rath. Preis dir, durch den ich lebe, 5. Beglücke du die Meiund neuer Dank dafür! Herr, en nach deiner Gütigkeit. deine Fuld ist groß, und im- Vergiß der Armen keinen, mer hat das Lallen des Dan- der heute zu dir schreit. Tu kes dir gefallen, das aus dem willst zwar gern erfreun, eilst, Herzen Floß. allen beizustehen; doch soll des Herzens Flehen dir auch ge 2. Daß mich aus meinem fällig sein. Schlummer nicht Krankheit 6. Gott, dem ich angehöre, aufgeschreckt; daß frei von dein Friede rub' auf mir. Schmerz und Kummer mich Mein Seufzen, meine Zähre, dieser Morgen weckt: dies Erbarmer, ist vor dir. Deß dank' ich deiner Macht und soll mein Herz sich freun. deiner Batertrene; durch sie Wer dir nicht traut, der bebe! bin ich aufs neue mit heiterm ich sterbe oder lebe: so bin Muth erwacht. ich ewig dein. Neander. 3. Beschüßer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? Mel. Ich finge dir mit. O wähle du für mich! Gieb, 628. Da kommt die Sonwas mir müßlich ist. Gott, ne! Tiefe Nacht bedeckte Land dem ich alles danke, mich stärke und Meer. Sie bricht herder Gedanke, daß du stets um vor: und hohe Pracht fliegt mich bist. strahlend vor ihr her. 4. Er stårte mich mit Freu- 2. So kamst du, Jefu! den zu thun, was dir gefällt, Vor dir trat dein starker He er waffne mich im Leiden und rold auf! und Segen ward im Geräusch der Welt; und in That auf That dein großer wenn auf dunkelm Pfad' ich Lebenslauf. 3. Co Morgenlieder. 523 3. So lange diese Sonne das Licht, und mein Gesicht brennt, fehlt's nie an Warm' kann wieder sich mit Freuden und Licht. So lange dich an deiner Schöpfung weiden. mein Herz erkennt, fehlt Licht 3. Nun will ich, Hüter und Kraft mir nicht. Ifract, dir mein Gelübde zah4. O herrschte diese An- len. Ich danke mit gerührdacht doch den ganzen Tag inster Seel' dir, Herr, zu taumir! Ich trüge dann des sendmalen, daß du die Nacht Lebens Joch, und wåre froh zur Ruby' gemacht, und unter vor dir. mist ad deinem Fügen mich sicher lassen 5. Ich lebte dann im Licht, liegen. wie du, die Liebe stårkte mich, die Feier meiner Abendruh war hoher Dank an dich. 4. Ich stehe fröhlich wieder auf mit Beten und mit Singen. Gott, laß mich dieses 6. Dann würde jeder Tag Tages Lauf in deiner Kraft mir mehr, als eh'mals Jahre, vollbringen. Laß meinen Sinn werth. Dann würd' in dei- nur immer hin nach deinem nem Dienst, o Herr, des Le- Beifall streben, mich, wie am bens Kraft verzehrt. Sage, Tage, leben. 200 T. Hermes. 5. Steh' mir in dem Berufe bei, zu dem ich mich verpflichMel. Was Gott thut, das ist. ter, daß ich in allem glücklich 629. Der Tag ist da, die sei, was Hand und Mund Nacht ist hin: mein Schö- verrichtet. Hilf, daß ich sei pfer, sei gepriesen! Ich finge dem Beispiel tren, das mir dir mit frohem Sinn. Du dein Sohn gegeben in seinem bast es neu bewiesen, daß deine Erdenleben. Macht mich stets bewacht. 6. Gieb heute mein bescheiMich schirmt, da ich erstehe, den Theil von deinem milden dein Aufsehn aus der Höhe. Segen. Laß mich den Grund 2. Ich lag und schlief; duzu meinem Heit in deinem warst bei mir, ich ruhte ohne Willen legen. Ich bin bereit Sorgen, dein Arm bewahrte zu Lieb' und Leid; denn denen, meine Thür. Nun strahlt mir die Gott lieben, nützt Frohneu der Morgen. Ich seh sein und betrüben. 7. Und 524 Morgenlieder. 1677. Und endlich laß mich die kurze Lebenszeit in christ jederzeit in deiner Gnade le licher Zufriedenheit zu nutzen ben, mir deiner Liebe Süßig- mich bemühe. Prüfe, siehe, keit des Himmels Vorschmack wie ich's meine; dir ist keine geben. Hat jeder Tag gleich meiner Sorgen, auch die kleinseine Plag': ist bei den Abend ste nicht verborgen. stunden doch alle Laft ver schwunden. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih), daß ich des Namens würdig sei! Mein Mel. Wie schön leucht't uns der. Ruhm sei deine Gnade. Denn 630. Dich seh' ich wieder ach, was bin ich ohne dich? Morgenlicht, und freue mich Ein irrend Schaaf. Erhalte der frommen Pflicht, dem Höch- mich, mein Hirt, auf deinem sten Lob zu singen. Ich will Pfade. Stark mich, daß ich voll frommer Dankbegier, oftets mich übe, deine Liebe zu mildester Erbarmer, dir Preis betrachten, über alles dich zu und Anbetung bringen. Schö- jachten. pfer! Vater! Deine Treue rührt auf's neue mein müthe. Froh empfind ich Güte. 5. Auch im Geräusch der Ge- Welt soll mich der heilige Ge deine dank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale 2. Du warst auch diese wall' ich hier; einst nimmst du Nacht um mich. Was wär mich hinauf zu dir, zum Licht ich, hättest du nicht dich so und höhern Leben. Auf dich hülfreich mir bewiesen! Zu boff ich. Herr, ich werde meinem Leben sehest du jeßt mich der Erde gern entschwineinen neuen Tag hinzu: sei gen; dir dort ewig Lob zu hoch bafür gepriesen! Durch singen. dich bin ich, und ich merke Neander. neue Stárke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe! Mel Gott des Himmels und. 3. Verleih, o Gott der Lieb 631. Dir sei Preis! Ich und Macht, daß Sund' und lebe wieder, Vater, und em Gram, wie diese Nacht, auf pfinde mich. Auch erwachen ewig von mir fliehe; daß ich meine Lieder, und erheben dank Morgenlieder. 525 dankbar dich; denn dein Aug' handeln, gieb auch heut' Eifer, hat in der Nacht über mich, Kraft, Gelegenheit. das sim dein Kind, gewacht. Münter.. 2. Wenn ich einst vollenIn bekannter Melodie. det habe diese meine Pilgerzeit, ruh ich auch also im 632. Gott des Himmels Grabe, ven des Lebens Schmerz und der Erden, Vater, Sohn befreit. Auch in dieser lan- und heil'ger Geist! der es Tag gen Nacht wird mein Staub und Nacht läßt werden, Mond von dir bewacht. und Sonne scheinen heißt; 3. Aber ich erwache wie- dessen starke Hand die Welt, der, und mein Lobgesang mit und was drinnen ist, erhält. mir; dann erschallen meine 2. Gott, ich danke dir von lieder feuriger und reiner dir. Herzen, daß du mich in die Tod und Schlummer unter- ser Nacht vor Gefahr, Angst, bricht jenen Morgen ewig nicht. Noth und Schmerzen haft be4. Wache über meine Ta- hütet und bewacht, und bei ge, Vater, meine Zuversicht aller meiner Schuld mich noch daß mich keiner einst verklage, trågst mit Baterhuld.in wenn du hältst dein Weltge- 3. Gleich der Nacht, laß richt; daß ich meiner Pflicht meine Sünden vor der Gnade hier treu, dort getrost und Glanz vergehn, vergehn, die durch freudig sei. Christum alle finden, welche 5. Keinen Tag zählst du gläubig auf ihn sehn, der für vergebens, Gott, durch den unsre Missethat sich am Kreuz ich bin, mir zu, jeder ist ein geopfert hat. Theil des Lebens, über jeden 4. Hilf, daß ich an dies richtest du. Wachen will ich, sem Morgen geistlich auferstedaß mir nie ungenüßt ein Tag ben mag, und für meine Seele entfliety. sorgen, daß ich, kommt bein 6. Heute leb' ich; laß großer Tag, meines Richters auch heute nicht umsonst mein Untliß dann ohne Schrecken leben sein. Laß mich nach schauen kann. vollbrachtem Streite mich auch 5. Auf der Bahn der Tudieses Tages freun. Gut zu gend leite mich, Herr! verlaßs 526 Morgenlieder. laß mich nicht; und verleiheldir's gefällt, und ohne daß wir mir auch bente Muth und sorgen, am Abend wie am Kraft zu jeder Pflicht. Dein Morgen, ganz eine neue Welt. Geschenk, die Gnadenzeit, 3. Bald geht die Sonne werde nie von mir entweiht. unter; so wird es finstre 6. Deinem Schuß sei über- Nacht; was thätig war und geben alles, was ich hab' und munter, ist nun auf Ruby' be bin. Dir vertrau' ich Seel' dacht. Bald wird es wieder und Leben, werf auf dich die Tag; da athmet alles Leben, Sorgen bin. Herr, mein was erst, dem Schlaf erge Heil, mein Schild und Ruhm, ben, und als erstorben lag. segne mich, dein Eigenthum. 4. Noch immer geht die 7. Hülfe wellest du mir Sonne bei Gut und Bösen senden, wenn Gefahr und auf; sie nimmt mit Glanz Noth mir droht! Alles mir und Wonne den angewies'nen zum Besten wenden, es sei Lauf. Das thut die große Leben oder Tod. Sterb' ich, Treu' und Allmacht deiner Herr, so nimm mich hin, wo Hände, die wird bis an das ich nicht mehr sterblich bin. Ende an jedem Morgen neu. Albert. 5. Du haft mir Leib und Leben behütet vor Gefahr, da Mel. Eus meines Herzens Gr. ich dem Schlaf ergeben, ein 633. Herr Himmels und Bild des Todes war. Nur der Erden, du Gott der Ewig- du haft in der Nacht, da wir, Feit, der Tag und Nacht läßt im Schlaf begraben, für werden, und ordnet Jahr und nichts geforget haben, treu Zeit, wie wunderbar hast du über uns gewacht. den Wechsel unsrer Stunden 6. Ich steh' mit neuen in deinem Rath erfunden und Kräften wie von dem Tode forgst für unsre Rub! auf, und geh in den Geschäf 2. Du kannst in allen ten den mir bestimmten Lauf. Ländern, wenn deine Stunde Gieb, daß dies neue Licht schlägt, den großen Himmel mich reize, meine Pflichten ändern, der Sonn' und Ster- mit Eifer zu verrichten; dann. ne trågt. Du machst, wie fehlt dein Segen nicht. jo! 7.9 527 7. O Vater aller Güte, 6. Mach' mir den niedir dank' ich, weil ich kann; dern Stand beliebt. Willst dir trag' ich mein Gemüthe du mich höher sehen, so laß. zum Morgenopfer an. Ich den Rang, den Unschuld giebt, bin dein Eigenthum. Es leite mich über Kronen schätzen. mich dein Segen auf allen meinen Wegen zu deines Namens Ruhm. Morgenlieder. 7. Mit Gütern segne meinen Fleiß; doch sind sie mein Verderben, so laß mich nur mit bitterm Schweiß ein måBigs Brod erwerben. Met. Ich dank' dir schon. 8. D, wenn die Freuden, 634. Ich wache zu dem Le- die du giebst, zur Thorheit ben auf, das du, mein Gott, mich verwöhnen: so sende mir, gegeben. O, segne meiner wenn du mich liebst, Gele Tage Lauf! Was nüßt mir genheit zu Thränen. sonst das Leben? Neumann. 9. Was ist das Leben die2. Ich ehre deine Maje- ser Welt? Kaum werth der ståt an diesem frühen Morgen. Freud' und Klagen. Nimm Mein bestes Opfer ist Geber diesen Hauch, wenn dir's geund für die Seele sorgen. fällt, und gieb mich bessern 3. Reich ist des Lebens Tagen. Augenblick an Folgen ohne 10. Ach, wenn mein kindEnde. Gieb, daß ich ihn zu liches Gebet mit deiner Abmeinem Glück, zum Wohl sicht stritte: so gieb mie Alder Welt verwende. les unerfleht, nur das nicht, 4. Du schufest mir ein was ich bitte. fühlend Herz für fremde Luft Huber. und Leiden: stets fühl' es je- Mel. Valet will ich dir geben. des Bruders Schmerz und jedes Bruders Freuden. 635. Lob sei Gott, der 5. Du gabst mir einen den Morgen uns sendet nach Führer zu, Bernunft zu guten der Nacht, der, wenn wir ohne Thaten. Laß mir bei Allem Sorgen entschlummern, für was ich thu' und lasse, ihn uns wacht, der uns im Schlaf stets rathen. erquicket, und unsre Kraft erneut, 528 Morgenlieder. erneut, ott, der die Erde/ soll meine Seele rein, ein schmücket, und was er schuf, Tempel Gottes werden, ganz erfrent! ihm geheiligt sein. 2. Der Engel heil'ge Heere, 6. Zwar unvermischte Freu erhöh'n ihn mit Gesang. Auf, den sind hier nicht unser Loos; fingt in ihre Chöre, in ihrer doch ist in unsern Leiden des Jubel Klang! Erwachet Herrn Erbarmung groß. Wir Harf und Psalter, zum Lied leiden nicht vergebens, und der Seraphim! dem Schöpfer, schaun von Ferne schon die dem Erhalter ertönt: Lob- Wonne jenes Lebens, der llefinget ihm! berwinder Lohn. 3. Bon dir ist mir gege- müde in deinem Kampfe nicht. 7. Getrost, mein( Heist, er ben, Herr, was ich hab' und bin; und dies mein ird'sches Dich stårket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich, und streite; Bald ist sie ganz verschwunden der Wallfahrt kurze Getroft! vielleicht ist heute des Sieges Lohn ist nah. Zeit; doch hängt an ihren Leben fließt schnell zum Tode hin. Stunden bas Heil der Ewig- des Kampfes Ende da. Furth. feit. 4. O süßer, hoher Glaube, Mel. Ich dank' dir schon. nicht ewig zu vergehn! Es 636. Mein erst Gefühl ſei soll der Mensch vom Staube Preis und Dank! Erheb' ibn, einst wieder auferstehn. meine Seele! Der Herr hört laß mich's nie vergessen! der deinen Lobgesang; Lobsing heil'gen Hoffnung voll, laß ihm, meine Seele! täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief 5. Sollt ich nach Reich- in Frieden. Wer schafft die thum trachten? Nie komm es Sicherheit der Nacht, und in mein Herz! Nach Ehr Ruhe für die Müden? und Wollust schmachten? ihr 3. Wer wacht, wenn ich Lohn ist Ren und Schmerz. von mir nichts weiß, mein Le Hienieben schon auf Erden ben zu bewahren? Wer stärkt usis mein Morgenlieder. 529 mein Blut in seinem Fleiß, treuer Knecht, dir zu gefallen und schüßt mich vor Gefah- strebe; gottfelig, züchtig und gerecht durch deine Gnade 4. Wer lehrt das Auge lebe; had dop seine Pflicht, sich sicher zu beren? Siss decken? Wer ruft dem Tag sten beizustehn, nie Fleiß und 11. Daß ich, dem Nachund seinem Licht, uns wieder Arbeit scheue; mich gern an aufzuwecken? Undrer Wohlergehn und ihrer CUTE 5. Du bist es, Herr und Tugend freue; Gott der Welt, und dein ist 12. Daß ich das Glück der unser Leben. Du bist es, Lebenszeit in deiner Furcht der es uns erhält, und mir's genieße, und meinen Lauf mit jeßt neu gegeben. Freudigkeit, wenn du gebeutst 6. Gelobet seist du, Gott beschließe.Canist n der Macht! Gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Mel. Wer nur den lieben Gott. Tags erfreue! 637. Mein Gott, nun ist in din nil Gellert. .im sit cap 7. Laß deinen Segen auf es wieder Morgen, die Nacht mir ruhn, mich deine Wege vollendet ihren Lauf; nun wawallen, und lehre du mich chen alle meine Sorgen mit selber thun nach deinem Wohlmir, o Vater, o Vater, wieder auf; Skist gefallen. die Ruh' ist aus, der Schlaf 1103 HALDA 8. Nimm meines Lebens ist hin, und ich seh' wieder, gnädig wahr, auf dich hofft wo ich bin. Afre meine Seele! Sei mir ein 2. Ich bin noch immer Rettes in Gefahr; ein Vater, auf der Erde, wo jeder Tag wenn ich fehle. sein Elend hat; hier, wo ich 9. Gieb mir ein Herz voll immer älter werde, zum ToZuversicht, erfüllt mit Lieb de reifer; der sich naht. D und Ruhe: ein weises Herz, Gott, der mich beschüßt und das seine Pflicht erkenn und nährt, war ich doch deiner Liebe werth! un sid thim 3. Laß mich mit Chrifto 8 1 aufwillig thue; 2nd 10. Daß ich als dein ge 530 Morgenlieder. auferstehen, und dir nur le- el. Chriftus, der ift mein 2. ben, nicht der Welt. Zwar 638. Mit freudigem Ge weiß ich nicht, wie mirs wird gehen: doch thu', o Herr, müthe sing' ich, mein Gott, was dir gefällt! Schleuß du dir Dank. Es preifet deine in deinen Schuß mich ein: Gute mein früher Lobgesang. dein will ich tobt und lebend sein. 2. Durch dich entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht. Ich falle vor dir 4. Vergieb mir, Bater, nieder, der sie und mich ge alle Sünde; vergieb, was ich macht. nicht recht gethan. Nimm 3. Herr, send' auf meinen mich zu deinem Gnadenkinde Wegen mir deine Hülfe zu, um meines Mittlers willen und gieb mir deinen Segen an. In seinem Namen bitt zu allem, was ich thu. ich dich: er litt' und starb ja auch für mich. 4. Ja richt mein ganzes Leben nach deinem Willen ein; 5. Hilf du in allen Sachen laß die du mir gegeben vor rathen; ich bin mir selber dir gesegnet sein. nicht genug: behüte mich vor 5. Dir ganz mich zu ergeMissethaten, vor böser Men- ben, soll meine Freude sein. schen ist und Trug. Herr, Im Sterben und im Leben, laß mich wandeln deine Bahnsia, ewig bin ich dein. und Gutes schaffen, wo ich kann! Schlegel. Mel. Ich dank' dir, lieber. 6. Behüte Seele, Leib und 639. Mit fröhlichem Ge Leben, Verwandte, Freunde, müthe preif ich dich, Gott der Haab und Gut. Willst du Macht! Du schufft durch deine mir Kreuz zu tragen geben: Güte den Tag und auch die so stårke mich mit Troft und Muth. Und willst du mich stärken, wenn er ermüdet iſt; Nacht, die Nacht den Leib zu mit Glück erfreun; so laß den Tag zu guten Werken ſo mich dir auch dankbar sein. viel du Kraft verliehst. offind him in Neumann. JUA 2. Drum auch an diesem Mor Morgenlieder. 531 Morgen steigt mein Gesang Deine bin! Durch Jesum ist empor zu dir. Frei, ohne mir offen dein heil'ger BaterSorgen, schlief ich, da glänzt sinn. Ihn will ich, seine Lehbervor das helle Licht der ren, nicht mit dem Mund alSonne, weckt mich zur Thá- lein, auch durch Gehorsam tigkeit: ich fühle neue Won- ehren, ein achter Chrift zu ne; mein Dank sei dir ge- sein. weiht. 7. Ach laß mich nicht ver3. Es stromen neue Kräfte schwenden des Lebens edle durch meine Glieder hin, daß Zeit; dann kann ich einst vollzum Berufsgeschäfte ich wie enden den Lauf mit Freudigerneuet bin. Ja, Vater, dei- keit. Dein, Herr, ist ja nen Willen will ich mit Freu- mein Leben; dir sei es auch digkeit auch heute so erfül geweiht, bis du mich wirst len, wie mir dein Wort ge- erheben in jene Ewigkeit. beut. 8. Dir sei allein die Ehre! 4. Laß alle meine Pflichten Dein Reich sich in uns mehEs schalle stets dein Ruhm! mir werth und wichtig sein. hilf mir sie wohl verrichten, Dies lindert allen Kummer re, wir sind dein Eigenthum! mich deines Beifalls freun. Verleih mir diese Gnade, o Vater! bis ans Grab. Nie zich vom Tugendpfade die Einnenluft mich ab. in Widerwärtigkeit, und hebt im Todesschlummer uns über Erd und Zeit. STHE Schwarts, 5. Ja stårke meinen Glau- Mel. Uus meines Herzens Gr. ben an Jesum deinen Sohn; 640.Mit Gott will ichs an nichts müsse mir ihn rauben; fangen, was mein Beruf mich nicht Leichtsinn, Sport und Hehn; daß er mich stets beheißt. Die Nacht ist nun lebe zu thun, was dir gefällt, Geist, und mache dich bereit, vergangen; erhebe dich mein mich wieder tröst und hebe, auch heut in allen Dingen wenn Kleinmuth mich befällt. viel Gutes zu vollbringen für 6. Was kann ich denn Zeit und Ewigkeit. nicht hoffen, wenn ich derl 2. Herr, das sind meine 10 L12 Sora 532 Morgenlieder. Sorgen, daß ich noch Sun2. Am Morgen blüht und der bin. Drum gieb an je glänzt die Blume, und fällt dem Morgen mir einen from- oft schon am Abend ab. So men Sinn. Das Herz erhalte sinkt mit seinem Glück und rein; und sollt ich heute ster- Ruhme der Mensch, eh er ben: so kann ich nicht ver- es denkt, ins Grab. Drum, derben, so werd' ich selig sein. Seele, sei bereit, sei wach, 3. Was meiner Seele núz- und strebe früh der Weisheit zet, gieb mir von deinem nach. Thron; du bists, der mich 3. Verschiebe niemals deibeschüßet, hilf mir durch deine Pflichten! Was du zu nen Sohn; dein Geist begleite thun heut schuldig bist, das mich auf allen meinen We- eile heute zu verrichten; wer gen. Gieb Friede, Heil und weiß obs morgen möglich ist! Segen. Ich traue nur auf Nur dieser Augenblick ist dein; dich. der nächste wirds vielleicht 4. Nie hörst du auf, uns nicht sein. Allen als Vater wohlzuthun. 4. So sei denn, Vater Dein gnád'ges Wohlgefallen unsers Lebens, der du auch laß ferner auf uns rubn. Er- beute unser denkst, so sei der barme dich, o Gott, der Gu- Tag uns nicht vergebens verten und der Bösen; bis du liehn, den du uns wieder uns wirst erlösen aus aller schenkst. Er sei dir und der uns'rer Noth. Pflicht geweiht, sei Schule für die Ewigkeit. Das Ha Datin Lindner. Neumann. Mel. Wer weiß wie nahe mir., 641. Noch leb ich! ob ich Mel. Was Gost thut, das iſt. morgen lebe? ob diesen Abend? 642. Schon ist auch diese weiß ich nicht. Doch, Herr, Nacht dahin, ich seh' den sely wenn ich mich dir ergebe, Morgen wieder; ich fühle, dann thu ich treulich meine Gott, daß ich noch bin, ge Pflicht, und bin gestärkt durch stärkt sind meine Glieder. Du deine Kraft, stets fertig zu bifts, der's schafft, daß meine der Rechenschaft. Kraft sich durch den Schlaf Morgenlieder. 533 erneuet, mein Herz sich wie- und Schaam und Reu' geder freuet. bieret. 2. Es freuet deines Schuz Zank und Streit, in meiner 6. Gieb, daß ich fern von zes sich, freut sich der neuen Kräfte; mit munterm Geist bereit ich mich zum heutigen Geschäfte, erflebe mir, o Soft, von dir auf des Berufes We term Scherz laß stets mein gen Muth, Beistand, Glück Herz an seine Pflicht gedenund Segen. ken, durch Spottsucht niemand franken. Freunde Kreise die Tugend der Geselligkeit durch Nachsicht auch beweise. Bei mun3. Laß, Herr, mit weiser 7. Am Abend laß mich anThätigkeit mich jede Stunde dachtsvoll von dem geführten müßen, und Eifer und Ent- Leben, wie ich als Christ es schloffenheit zum Tugendfleiß täglich soll, Herr, Rechenbefißen. Gestärkt durch dich, schaft dir geben; nichts überlaß immer mich der Lüfte sehn, mir es gestehn, wenn falsche Freuden, der Sünder ich aus Leichtsinn fehlte, und Umgang meiden. nicht das Gute wählte. 4. Hilf mir mit Ernst und aller Treu' des heut'gen Zages Pflichten, wie mühsam mir auch manche sei, mit sanften Leibesruh' und des frohem Muth verrichten; gieb, Gebrauchs des Lebens. In 8. Dann schließ' ich froh die Augen zu, und freu' mich nicht vergebens der stillen, daß ich nie mich dem entzieh', was meinen Brüdern nüßet, und sie vor Schaden schüßet. dunkler Nacht wird deine Macht, wird mich dein Schuß bedecken, Gewissensangst nicht schrecken. DUR In bekannter Melodie. 5. Hilf mir den Hang zur Sinnlichkeit durch edeln Kampf besiegen; und jede Luft, die 643.Wach auf, mein Herz, mich erfreut, sei ein erlaubt und singe dem Schöpfer alVergnügen. Gieb, daß ich ler Dinge, dem Geber aller e voll Abschen flieh, wenn Güter, des Menschen treuem sie mein Herz verführet, Hüter. 2. Von 534 Morgenlieder. 2. Von Sorg' und Arbeit Mel. Werde munter mein G. müde, lag ich und schlief in Friede: da schüßtest du mich 644. Wenn ich einst von Armen, mit göttlichem Er- jenem Schlummer, welcher barmen. Tod heißt, auferstel); frei 3. Du wachteft für mein von dieses Lebens Kummer Leben und haft mirs neu ge- dort den schönern Morgen seh); geben. Du machst, daß ich o dann wach ich anders auf, aufs neue mich meines Lebens schon am Ziel ist dann mein freue. Lauf! Sorgen die mich augst Dank, voll machten, werd ich dort Vater für Träume achten. Geist 2. Hilf, daß keiner meiner Anbe- Tage, Bater meiner Lebens 5. Hor' meinen Dank, mein verklage: er sei ganz von mir zeit, einst mich im Gericht Flehen! Du kannst ins Herz entweiht? Auch noch jest bin mir sehen. Ach, möchte die ich erwacht; Dank ſei deigefallen, Herr, meines Her- ner Güt und Macht! zens Lallen! 4. Steig' auf, mein zum Throne! Dem und dem Sohne, dem des Herrn sei Ehre, tung, Preis und Ehre. laß mich heilig und im Segen 6. Dein Werk wollst du jeden Tag zurücke legen! vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in 3. Daß ich froh gen Himmeinen Tagen stets mit Ver- mel sehe, wenn mein letter schonen tragen. Tag erscheint; wenn zum dun7. In allen meinen Thaten kein Thal ich gehe, und mein wollst du mir selber rathen; Freund nun um mich weint. mich stets zum Besten lei- Lindre dann des Todes Pein; ten; zum Himmel mich be- laß mein End' ihm lehrreich reiten. sein; daß ich ihn zum Him8. Auf allen meinen We- mel weise, und dich, Hert gen begleite mich dein Se- des Todes, preise. gen: dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. Marie Gerhard. 30 Klopstok. Mel. Morgenlieder. 535 sein, der du mich liebst, und mir viel Gutes thust. Mel. Ich finge dir mit Herz 645. Zu deinem Ruhm und 8. Wenn Sorg' und KumPreis erwacht, bring' ich dir mer mich befällt: so laß mich Ruhm und Preis, dir, Gott, auf dich schaun, und deiner der durch die Ruh' der Nacht Vorsicht, Herr der Welt, mit uns zu erquicken weiß. frohem Muthe traun. 2. O Vater, deine Gü- 9. Un deiner Gnade gnütigkeit ist alle Morgen neu. ge mir! sie ist mein bestes Du thuft uns wohl zu jeder Theil; mein Trost und meine Zeit; und groß ist deine Treu. Zuflucht hier und dort mein 3. Jetzt schenkst du mir volles Heil! Diterich. zu meinem Heil von neuem einen Tag. Gieb, daß ich davon jeden Theil mit Weisheit nüßen mag. Für Leidende. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 646. Der Morgen kommt 4. Die Zeit in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch und meine Klage wird mit dieser Tag mir hin. dem Morgen wieder neu. 5. Gieb, daß ich, fern Wie traurig eilen mir die Tavom Müssiggang, in meinem ge der bangen Pilgerschaft Stande treu, und wem ich vorbei! der Sonne neugedann, mein Lebenlang bereit schenktes Licht erheitert meine. zu dienen sei. Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf 6. In allem, was ich denk' der Erde, wo Schmerz und und thu, sei dein Gebot vor Kummer mich umringt; wo mir, und wenn ich von Ge- täglich größere Beschwerde schäften rub, so sei mein zu Klagen mich und Thränen Herz bei dir. zwingt; noch immer fleh' ich 7. Was du mir zum Ver- unerhört um Stärkung, die gnügen giebst, vermehr in mein Herz entbehrt. mir die Luft, ganz dein zu 3. Herr, eile doch, mir beizu 536 Morgenlieder. zustehen, verlaß den müden ben, auch dann, wann sich Pilger nicht! o neige, Bater, der Tod mir naht! Viel auf mein Flehen zu dir dein leicht erscheint er heut; wohl freundlich Angesicht. Gieb mir! Dir lebt' ich, und dann mir Geduld und unterm sterb' ich dir. Schmerz ein stilles und gelaßnes Herzamon site Sturm. 10009 105 4. Noch ist das Schicksal Mel. Wenn mein Stündlein. mir verborgen, das diesen Tag 647. Nach einer schmermich treffen soll! doch über- zensvollen Nacht seh ich den laß ich dir die Sorgen, du, Morgen wieder. Dein Auge, Bater, kennst mein wahres Gott, hat mich bewacht, dich Wohl; und was dein Rath preisen meine Lieder: in gro beschließt und thut, ist heilig, ßer Angst verliehst du mir, ist gerecht und gut. nicht Trost allein, dir, ich danke o Gott, auch Seelen5. Soll ich die Last noch långer tragen; so halt ich deiner Fügung still, und will hier wie mein Heiland sagen: wie du, 2. So trag ich gern der Gott, willst; nicht, wie ich Krankheit Schmerz und jedes will. Ja, Vater, laß mich meiner Leiden; zu dir erhebe in der Pein geduldig, so wie sich mein Herz, du( Heber wahJesus sein! rer Freuden! Durch Leiden stårke. m 6. Hab' ich des Tages Last 30gst du mich zu dir; und nun, empfunden, so rückt der Abend mein Vater, giebst du mir doch herbei: dann hab' ich den Muth, mit dem ich dulde. ewig überwunden, und bin 3. Ich weiß, daß du mich von aller Trübfal frei; und nicht verläß'st, wenn auch der für die Leiden dieser Zeit be- Tod erscheinet; dich hält mein lohnt mich dann die Ewig- Glaube dann noch fest, wenn keit. alles um mich weinet. Ich 7. Gestärkt durch diesen bin getroft, wenn gleich be hohen Glauben, verfolg' ich trübt die Freunde, die mein ruhig meinen Pfad; Herr, Herz geliebt, jetzt um mein stårke, stårke, meinen Glau- Leben zittern. 4. Auch Morgenlieder. 537 4. Auch sie verläß'st du, 3. Willst du mir Leiden Bater, nicht; du stårkest ihre schicken, so lindre meinen Herzen, giebst Trost und frohe Schmerz. Soll mich ein Zuversicht, und linderst ihre Gut beglücken, so gieb ein Schmerzen; ja, dir empfehl dankbar Herz. Soll meine ich sie, o Herr, sei tu ihr Lebenszeit kurz oder lange Schutz, Allmächtiger: so sind währen: stets sei es dir zu sie wohl versorget. Ehren, und mir zur Selig410 Endst 5. Doch, sollten meiner kit. Tage viel noch unter Leiden werden, wär' ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende Zum Anfang der Woche. der Beschwerden: so gieb mir, Mel. Wer nur den lieben Gott. Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft und 649. Ein neuer Tag, ein Himmelsfreuden wirket. F. v. d. Recke. Mel. Uus meines Herzens Gr. neues Leben geht mit der neuen Woche an! Gott will mir bent aufs neue geben, was mir sonst Niemand geben 648. Zu dieses Lebens Sor- kann. Denn båte ich seine gen, zur neuen Tagespflicht Gnade nicht, wer gåbe mir weckt mich auch dieser Mor- sonst Troft und Licht? gen; allein ich zage nicht. 2. Ich danke dir an diesem Des guten Vaters Treu, der Morgen, daß du mit vátermich im Schlaf bedeckte, daßlicher Hand in dieser Nacht mich kein Unfall weckte, wird so manche Sorgen in Gnaden über mich auch neu. von mir abgewandt. Uch 3. Nun das erkennef meine 2. Preis dir, du Gott der Herr! wer bin ich Urmer Gnade! O leite mich, dein doch? du sorgft für mich, ich Kind, auch heut' auf solche lebe noch. Pfade, die dir gefällig sind. Gieb mir Gelegenheit, viel Seele, und giebt sich dir zum Gutes auszurichten, und zu Opfer hin; doch weil ich leicht den schwersten Pflichten Lust, aus Schwachheit fehle, so Muth und Thätigkeit. lang' ich hier noch Pilger bin: so 538 Morgenlieder. so weich auch heute nicht von zur Ruh', und es strömt mir mir, denn aller Beistand dieser Morgen neue Lebenskommt von dir. freuden zu. Drum, mein 4. Mein Glück in dieser Geist, versäume nicht dein neuen Woche wird unter dei- Gelübde, deine Pflicht: Dank nem Segen blühn; laß mich zu Gott, der mir das Leben nur nicht ani fremden Joche auch noch heute hat gegeben. mit lasterhaften Menschen 2. Ja, wer sollte dich nicht ziehn! Gieb deinen Geift, der preisen, großer Herrscher der mich regiert und nur nach Natur! Dich rühmt ja in frodeinem Willen führt. hen Weisen dankend jede Krea5. Soll ich mein Brodt mit tur: jeder Vogel in der Luft, Kummer effen; so laß es doch jeder Wurm in seiner Kluft gesegnet sein. Hast du mirs bringt an diesem Morgen reichlich zugemessen, so richt wieder dir, dem Schöpfer, es mir zum Besten ein. Ich frohe Lieder. bitte keinen Ueberfluß, mur was die Nothburft haben muß. 3. Sieh', o Herr, auch ich erscheine voll von deinem Lobe 6. Du thuft gewiß, mein hier, finge dir ein Lied und Gott, das Deine, nur laß weine Dank- und Freuden auch mich das Meine thun. thránen dir. Du hast in der Behüte beide, Groß und finstern Nacht väterlich für Kleine, laß sie in deinen Ar- mich gewacht, haft mir men ruhn; und hilf, daß je Schwachen auch daneben der diesen Tag in deiner neue Stark und Kraft ge Furcht beschließen mag. Schmolke. Morgenlied eines zufriednen Hausvaters. geben. 4. Haft an deiner Hand die Meinen mir aufs neue zuge gebracht, ließeft keinen, auch nicht einen, guter Bater, aus der Acht, knüpfft mit deiner Segenshand fester unser Lie besband, und du willst mit tausend Gaben heut uns alle 5. Auf Mel. Berde munter mein G. 650. Ohne Kummer, ohne Sorgen legt' ich gestern mich wieder laben. Morgenlieder. 539 5. Auf, ihr meine Lieben] Sorgen sind mit mir aufge alle, schließt mit mir den fro- wacht. Mein Schöpfer läßt ben Kreis! Rühmet Gott mit mich noch auf seiner Erde wal lautem Schalle; ihm gebüh- len, wo seine Jubel schallen. ret Ruhm und Preis. Seine D Seele, dank ihm doch! Liebe, seine Macht hat uns 2. Geschmückt von seinen bis hieher gebracht, lasset uns Händen, stehn die Gefilde da; ihn wieder lieben, stets ihn er winkt an allen Enden, dem fürchten, nie betrüben. Gråschen ist er nat). Er läßt 6. Lasset uns in dieser den kleinsten Halm in seiner Stunde unser ganzes Herz Aufsicht stehen; und seine ihm weihn; laßt uns schwö- Weste wehen; ihr Fächeln ist ren, diesem Bunde ewig, ewig sein Pfalm. treu zu sein. Seines Armes 3. Er giebt den NachtigalKreft ist groß, sicher ist sein ten Empfindung und Gesang; Baterschooß, und es kann daß Menschen niederfallen uns nichts erschrecken, wenn zum höhern Ruhm und Dank. uns seine Flügel decken. Er gießt in die Natur ein la7. Ja hier knie ich mit den chendes Entzücken, und Lieb Meinen, die mir deine Huld und Weisheit schmücken die verlieh; záhl sie alle zu den Wiesen und die Flur. Deinen, unser Kranz zerreiße nie. Täglich knüpfe deine 4. Der Bauni, von BluHand immer fester unser then schwanger, preist, WeltBand, bis wir einst, o Vater, erfreuer, dich. Dir singen oben Hand in Hand dich ewig loben. Blumen- Unger; dir neigen Haine sich. Du giebst dem Silberbach in jeder Welle Zungen, und voll Beseligungen wird deine Lerche wach. Morgenlied im Frühling. 5 Und ich, ein Mensch, Mei. Aus meines Herzens Gr. ich schwiege im allgemeinen 651. Willkommen, sanfter Chor? Und mich Erhabnen Morgen, nach einer sanften trige die Seele nicht empor? Nacht! Biel Freuden, wenig du, mein Geist, sei Dank! Denn 540 Tischlieder. Denn der schuf dich zur Won- verschweben; des Sommers ne, durch den die Frühlings- Glut verglimmt; der Herbst sonne ihr mildes Feuer trank. wird flüchtig sein, und kurz 6. Herr, für ein ewig Le- des Winters Strenge; doch ben hat mich dein Wink be- meines Daseins Långe schließt stimmt. Der Frühling wird Ewigkeit nur ein. de Tischlieder. 115 Vor der Mahlzeit. Himmel ihr freudiges GewimMel. Nun ruhen alle Wälder. mel, hört ihren Lobgesang. Denn seine Kinder sammeln, 652. Gefund, mit frohem und ihr vereintes Stammeln Muthe, genießen wir das tönt ihm in tausend Sprachen Gute, das unser Gott uns Dank. giebt. O preist ihn, Brüder, 5. Verehret seinen Namen, preiset den Bater, der uns und strebt, ihm nachzuahmen, speiset, und uns wie seine deß Huld ihr nie ermeßt, der Kinder liebt! alle Welten segnet, auf Gut 2. Er ruft herab: es wer- und Böse regnet, und seine de! und Segen schwellt die Sonne scheinen läßt. Erde, die Knosp' und Achre 6. Mit herzlichem Erbarſprießt. Es lebt und webt in men reicht eure Hand den ArTriften, in Wassern und in men, weß Glaubens sie auch Lüften, und Milch und Wein sein! Wir sind nicht mehr, und Honig fließt. nicht minder, sind alle Gottes 3. Und alle Nationen, die Kinder, und sollen uns wie auf dem Erdkreis wohnen, sie Brüder freun. harren Vater, dein. Sie fammeln auf den Feldern, auf Berg', in Thal und Wäldern den Segen deiner Hände ein. 4. Gott aber schaut vom Voz. Mel. Nun preiset alle Gott. 653.Mit Wohlgefallen, Vater, fåttigst du; und fchentft 0 Tischlieder. 541 schenkst uns Allen nach unsrer und, erfreue uns beim Gefühl Arbeit Ruh. So willst du der Schuld! Beschüß': uns uns auch jetzt erquicken, uns, auf dem Pfad' auf Erden, bis die wir findlich zu dir hinblik wir im Tode vollendet werden. fen. T. Hermes. 2. Herr unsrer Tage! Hör unsern frohen Dank. Des Mel. Herr Jesu Chrift, dich. Lebens Plage stor nie den 654. O Bater, kindlich Lobgefang! Es ist ja Tröftung bitten wir um unser täglich ihn zu bringen: Hör uns, Brodt zu dir: giebs deinen auch wenn wir mit Thränen Kindern, die du liebst und fingen. segne, was du huldreich giebst. 3. Sind nicht die Plagen 2. Thu' auf, Herr, deine oft unsrer Thorheit Schuld? milde Hand! Auf dich ist AllLehr uns sie tragen mit Klug- ler Blick gewandt, der du von heit und Geduld. Denn wenn Allem, was da ist, der Schöwir christlich weise werden, pfer und Versorger bist.d and giebst du den Himmel uns 3. Du hast uns, Gott, bisschon auf Erden. her genährt; was wir bedurf4. Durch dein Erbarmen, ten, uns gewährt, und wirst o Heiland, Jesu Christ, der es künftig nicht entziehn, wenn du dem Armen allmächtig wir die Trägheit immer fliehn. Helfer bist, durch dein Erbar- 4. Laß' uns zwar satt, doch men stehn wir Alle: Halt mäßig sein, uns deiner Gauns, du Starker! daß Keiner ben dankbar freun, und nie falle. vergessen, im Genuß, daß auch 5. Dein war die Blüthe der Arme leben muß.maid Utz.. des Kornfelds, dein die Frucht! Mit Macht und Güte, die nie dem Erdreich flucht, regierst du Alles sanft und weife. Segue die Arbeit, und gieb uns Speise! Nach der Mahlzeit. Mel. Nun dantet All', und 6. Du Geist der Treue, des 655. Erquickt, gestärkt erFriedens, der Geduld! Tröst heben wir, dir Gott! den Lobgefang 542 Tischlieder. gefang! du speiseft uns auch drückt von Noth, in der Zuheut; und dir, nur dir gebührt kunst Mangel leiden. Als der Dank, n'outf ein Vater giebst du Allen 2. Denn, o was sind wir Speis und Trank nach Wohlohne dich? du giebst zur Ar- gefallen. beit Kraft, die uns, und wårs 3. Mache deine Batertreu auch kümmerlich, des Lebens jeden Abend, jeden Morgen Nothdurft schafft. gegen deine Kinder neu, und 3. Du giebst Gesundheit, lag ohne bittre Sorgen sie bei Schuß und Zeit, und Ord des Berufes Werken täglich nung, Fried' und Fleiß, daß deinen Segen merken. jeder auch in Dürftigkeit sich durchzuhelfen weiß. 4. Stets erinnr' uns an die 4. Du giebst in Theurung Pflicht, die uns obliegt, wenn uns das Brodt; in Finster- wir essen oder trinken; daß niß das Licht; du machst es, wir nicht deine Gütigkeit ver daß der Druck der Noth uns gessen, die uns alle Tage náhnicht das Herz zerbricht. ret, und viel tausend Guts 15. Und alles das, verdangewähret. fen wir ja, Bater, deiner 5. Gerne reichst du deine Treu', und sind getrost, ver- Hand, liebster Vater, auch frauen dir: du stehst uns fer- den Armen. Laß den tümner bei. merlichen Stand gleichfalls unser Herz erbarmen, daß Mel. Liebster Jesu, wir sind. wir, Herr, von deinem Se 656. Nun, wir sind auch gen ihnen etwas reichen mé diesmal fatt, sei du, Herr, gen. von uns gepriesen für die Liebe, 6. Segne, was an Bordie uns hat unverdient viel rath bleibt, stärke uns mit Guts erwiesen. Dank für neuen Kräften zum Beruf, jede deiner Gaben, die wir den Jeder treibt; segne Fleiß hier genossen haben. in den Geschäften: segne uns: 2. Du wirst ferner so viel an deinem Gegen ist das Brodt, als uns nöthig ist, be- Wichtigste gelegen. scheiden, daß wir nicht, ge- 7. Geifteskräfte, daß wir punise hier Tischlieder. 543 hier stets nach deinem Worteschen Speise, der Ucker selbst leben, wirst du, das erbitten wird ihm zum Brodt. Es wir, uns bei unsrer Schwach- mehrt sich auf vielfält ge Weiſe, heit geben; bis wir deinen was Anfangs schien, als wär' großen Namen dort verehren es todt, bis in der Erndte werden. Amen.is Jung und Alt erlanget seis nen Unterhalt. Neumeister. 5. Nun, Herr, was soll Mel. Wer nur den lieben G. man erst bedenken? Der Wun657. O Gott, von dem wir der sind hier gar zu viel. So alles haben! die Welt ist ein viel, als du, kann niemand sehr großes Haus; du aber schenken, und dein Erbarmen theilest deine Gaben recht wie hat kein Ziel; denn immer ein Vater drinnen aus. Dein wird uns mehr bescheert, als Segen macht uns alle reich: wir zusammen alle werth. ach lieber Gott! wer ist dir gleich? 6. Laß uns denn deiner nicht vergessen, wenn wir uns 2. Wer kann die Menschen wenn wir trinken, wenn wir deiner Gaben freun; laß, alle jählen, die heut bei dir ju Tische gebn? Doch muß essen, uns eingedenk des Ardie Nothdurft keinem fehlen, für Speis und Trank dir, men sein. So bringen wir denn du weißt Ullen vorzu stehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brodt bekömmt aus deiner Hand. Gott, den allerbesten Dank. Neumann. I Mel. Dem Vater dort oben. 3. Du machst, daß man 658. Bater, dich zu loben, auf Hoffnung fået, und end der du giebst von oben, was lich auch die Frucht genießt; uns nährt, was uns erfreut, der Wind, der durch die Fel- das ist unfre Schuldigkeit. der wehet, die Wolke, die das Was wir jetzt genossen, war Land begießt, des Himmels durch deine Schöpferkraft aus Thau, der Sonne Strahl sind der Erd' entsproffen. deine Diener allzumal. 2. Schwach sind unfre 4. Und also wächst des Men- Kräfte bei dem Saatgeschäfte; Saa= 544 Abendlieder. Saame, den wir ausgestreut, len thun. Und nach diesem keimt durch dich, wächst und Leben wirst du deinen Fromgedeiht, daß wir Garben bin- men einst Ruby und Freuden den, und durch deine Güt' und geben. Macht Alle Nahrung finden. 1940 d Nach einem frohen Gast mis mahle. 3. Wer ist, der die Gaben, die wir von dir haben, und Mel. Nun danket alle Gott. was du an uns gethan, Bater, 659. Erfreut verdanken wir dir verdanken kann? Wie dir, guter Gott, die Gaben, kann auch auf Erden, die, die wir von deiner Huld auch Herr, ganz dir eigen ist, dir jetzt empfangen haben. Hier vergolten werden? ist bei der Freude Mahl erfüllst 4. Dank, daß du zum Le du unsre Brust mit heiterm, ben neue Kraft gegeben, weihn frohen Muth, und nährtest von ganzen Herzen wir, Gott uns mit Luft. voll Baterliebe, dir; hilf uns 2. Herr, deine Gütigkeit unfre Pflichten, da du uns darf nie der Christ verkennen, aufs neu gestärkt, willig treu drum muß auch unser Herz verrichten.spiss vom Dank zu dir entbrennen; 5. Wahre Ruh der Seelen vom Dank, wo man bei Luft kann uns dann nicht fehlen, des Gebers nicht vergißt, und Segen wird stets auf uns måßig, gut und rein an Herz ruhn, wenn wir deinen Wil- und Sitten ist. nodol og and 300 do 10 Abendlieder. ann. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 660. Ach Gott, wie ein Geschwäß verfließt die Zeit, 2. Die Ewigkeit, die Ewigdie mir gelieben ist; sie rauscht feit ergreift mich nach durch vorbei schnell wie ein Bach; lebter Zeit; ich sei alsdann -000 auch Abendlieder. 545 auch was ich sei, ein Sún- Jund läß'st mich auch im Tode der, oder Gott getreu. nicht. Cramer. 3. Da wall' ich hin; da wartet mein Anschau'n Gottes, das oder Mel. In allen meinen Thaten. Pein. Uch, 661. Der alles weislich Gott, mein Heil und mein wendet, der Gott der Liebe Vertraun, laß mich dein gnå- sendet auch nun die Nacht dig Antlitz schaun. uns zu; hüllt uns in stille 4. Du träufelst auf die Schatten, erquicket dann die Müden Ruh, und wenn wir Matten im sichern Schlummer schlummern, wacheft du; doch, durch die Ruh. wie viel Seelen wallen nicht 2. Der Herr versäumet keiim Schlummer hin vor dein nen: der andern Welt zu scheiGericht. nen, rief er der Sonne iht. 5. Was sind wir doch, Uns decken Finsternisse; doch o Herr, vor dir? Wie Gras, ohne Kümmernisse ruh'n wir, so blühn und welken wir. Du da seine Macht uns schüßt. forderst uns vor dein Gericht: 3. In unermeßner Ferne vor dir besteht der Sünder erzählen tausend Sterne die nicht. Größe seiner Macht. Fall', 6. Verzeihe denn nach dei- meine Seele, nieder, erhebe ner Huld auch mir! Erbar froh dich wieder zu deinem mer, meine Schuld; schenk Gott, der dich bewacht! mir an Jesu Christo Theil, 4. Er, der den Mond beund deine Gnade fei mein reitet, die Sterne zählt und Heil! leitet, ist auch von mir nicht 7. Gieb du die wahre fern. Zu seines Himmels Weisheit mir, daß ich nichts Höhe blick ich empor und flehe; fürchte außer dir; so schlaf ich denn meine Hülfe kommt vom mit dem Trofte ein: ich sei im Herrn. Tod' und Leben dein. 5. Wer bin ich? Staub 8. Und fürchte nicht, von und Sünder. Doch, Bater dir bewacht, des Todes Schlaf, deiner Kinder, auch mich bedes Grabes Nacht. Du, gnadigst du. Wenn still geGott, bist meine Zuversicht, weinte Zähren dir meine Reu' M m erklå 546 erklären, so ruft dein Sohn mir Gnade zu. Neander. and wors 6. Mein Herz vergesse nim- 4. Oblick auf mich zu dies mer der Baterhuld, die immer ser Frist, und gieb mir, was mich tråget, nie vergißt; und bienieden des Himmels größte meine Zunge preise den Höch- abe ist, den wahren Seelensten, der so weise, so gütig, als frieden! Ein Herz getreu der allmächtig ist. Pflicht, ein Herz voll Zuversicht, ein Herz voll MenschenIn bekannter Melodie.freundlichkeir giebt selbst dem 662. Der goldnen Sonne Schlafe Süßigkeit. Lauf und Pracht hat nun den 5. Ihr Geister nied'rer Tag geendet; die Welt hat Sorgen! euch bann' ich aus sich zur Ruh' gemacht, ihr Ta- meiner Seele; dies Haus gegewerk vollendet. Blick, Seele, bort in Jesu Reich, er ist's, nun hinan und stimm dein Lob- den ich mir wähle zum Trost lied an, erheb' dein Auge, Sinn in jedem Schmerz, zum Vorund Herz auf Gott und Jesum bild für mein Herz; o Jeſu, himmelwärts.g Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein! Abendlieder. melszelt die in den Schlaf begrabne Welt. HE 2. Ihr hellen Sterne leuch tet nun, ihr Millionen Son6. Nun matter Leib gieb nen, den Welten, die, wenn dich zur Ruh' und schlafe sanft wir jetzt ruhn, erst ihren Tag und stille; ihr müden Augen, begonnen! Zum schönen Ster- schließt euch zu, denn das ist nenchor hebt sich mein Geist Gottes Wille. Ich schlummre empor, und singt, entzückt von ruhig ein, Herr Jesu, ich bin ihrer Pracht! Wie groß ist dein; beschließ in dir ich meider, der sie gemacht! and nen Lauf, so wach' ich froh 3. Ein tiefer Schlaf ruht lich wieder auf. in der Nacht auf Menschen i Si Scriver. und auf Thieren, doch Einer ist, der oben wacht, bei dem Mel. O Gott du frommer G. kein Schlaf zu spüren; das 663. Der Tag ist wieder Vaterauge blickt hernieder und hin; und diesen Theil des Lebeglückt von seinem hohen Him- bens, wie hab' ich ihn vollbracht? # 01319 Ver Abendlieder. 547 Verstrich er mir vergebens? ich das Glück mit Dank, dem Hab' ich mit allem Ernst dem Unfall mit Geduld? Guten nachgestrebt? Hab ich 6. Und wie genoß mein vielleicht nur mir, nicht mei- Herz des Umgangs süße Stunner Pflicht gelebt? den? Fühlt ich der Freund2. Wars in der Furcht des schaft Glück; sprach ich, was Herrn, daß ich ihn angefan- ich empfunden? War auch gen? Mit Dank und mit mein Ernst noch sanft, mein Gebet, mit eifrigem Verlan- Scherz noch unschuldsvoll? gen, als ein Geschöpf von Gott Und hab' ich nichts gered't, der Tugend mich zu weihn, und das ich bereuen soll? heilig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 7. Hab' ich die Meinigen di durch Sorgfalt mir verpflich= 3. Hab' ich in dem Beruf, tet, sie durch mein Beiſpiel den Gott mir angewiesen, durch still zum Guten unterrichtet? Eifer und durch Fleiß ibn, War zu des Mitleids Pflicht meinen Gott, gepriesen? Mir mein Herz nicht zu bequem? und der Welt genüßt, und je- Ein Glück, das Andre traf, den Dienst gethan, weil ihn war dies mir angenehm? der Herr gebot, nicht, weil 8. War mir der Fehltritt mich Menschen sahn? leid, so bald ich ihn began4. Wie hab ich diesen Tag gen? Bestritt ich auch in mir mein eignes Herz regieret? ein unerlaubt Verlangen? hat mich im Stillen oft ein Und wenn in dieser Nacht Blick auf Gott geführet? er- Gott über mich gebeut, bin freut' ich mich des Herrn, der ich, vor ihm zu stehn, auch unser Flehn bemerkt? Und willig und bereit? d d sen hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Gott, der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? 5. Dacht' ich bei dem Ge- Ich fühle täglich noch die uß der Güter dieser Erden Schwachheit meiner Seelen. an den Allmächtigen, durch Vergieb durch Chrifti Blut den sie sind und werden? Ber- mir die verletzte Pflicht; vers hre ich ihn im Staub? Em gieb und gehe du nicht mit pfand ich seine Huld? Trug mir ins Gericht, ou aite 10. Ja, M m 2 548 Abendlieder. 10. Ja, du verzeihest dem,[ erlassen, will Feinden, die den seine Sünden frånken: mich haffen, verzeihen christ du liebst Barmherzigkeit, und lich fromm und gut. wirst auch mir sie schenken. 5. Gieb, um zu guten Auch diese Nacht bist du, der Werken aufs neue mich zu wachet über mir. Leb' ich, stårken, des Schlafes Wohlso leb' ich dir; sterb' ich, so that mir! Mein Vater, ich sterb' ich dir. empfehle mein Leben, Leib und Seele und alle meine Lieben dir. Gellert. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 6. Erquickung Allen, denen 664. Die Ruhe senkt sich das Schicksal heiße Thránen wieder auf unsre Erde nieder zu ihrem Loose gab! Gott in stiller, dunkler Nacht. Mit lindre jeden Kummer, und ungezählten Leiden und unge- gieße fanften Schlummer auf zählten Freuden ist abermals jeden Leidenden herab. ein Tag vollbracht. 7. So schlaf ich denn im 2. Mir sind des Tages Frieden. Wie labend ist dem Stunden nicht freudenleer ver- Müden die Rub' in stiller schwunden. Mit trener Ba- Nacht! Sei einst der Feier terhand hast du mich, Herr, Abend des Lebens mir so la geleitet, die Freuden mir be- bend, wann alle Arbeit ist reitet, die ich an diesem Tage vollbracht! fand. Demme. 3. Drum preif' ich deine Gute mit dankendem Gemů- Mel. In allen meinen Thaten. the und herzlichem Gefang. 665. Die stillen AbendstunWas du mir haft gegeben, den, sie sind uns schnell vermein ganzes fünft'ges Leben, schwunden in häuslich froher fei diren geweihter frommer Ruh. Die ernste Nacht sinkt Dank. nieder und drückt uns allen 4. Hab ich gefehlt! ver wieder mit sanfter Hand die zeihe dem Sterblichen, ver- Augen zu. leibe zur Berung Kraft und 2. Laßt uns vor Gott er Muth! Auch ich will Schuld wagen, welch unverdienten Sea Abendlieder. 549 Segen uns dieser Tag ge- Ort, wo du nach Müh' und bracht. Laßt uns von Dant Laft zur Ruh' das Haupt ge= entbrennen, und tief gerührt leget haft! bekennen: der Herr hat alles wohl gemacht! 4. Wer bin ich, wie versigelt ich dir, mein Vater, was 3. Du haft, o Gott voll du thuft an mir? Ich bin Gnade, auf segensvollem zu schwach! Doch höre du Pfade uns bis hieher geführt. den Dank für meine fanff re Nicht uns, dir sei die Ehre! Ruh'. ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. Niemeyer. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 4. Der Schlaf, den du 667. Für alle Gute fei gez den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir preist, Gott, Vater, Sohn geweiht; wir schlummern ohne und beil ger Geift! Sorgen, du weckst uns wie- ich zu geringe. der morgen, hier, oder in der Dank, den Lobgesang, den Ewigkeit. Ihr bin Vernimm den ich dir findlich bringe. Bürde. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes beut an mir gethan, mir mein Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r, 666. Ein sanftes fanftes Lager Gebet gewähret; haft våterwartet mein. Wie viele mei- lich mein Haus und mich bener Brüder freun, wenn du schützet und genähret. entfliehst, o Tages- Licht, sich 3. Herr, was ich bin, ist dieser Wohlthar heute nicht! dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ru2. Auf hartem Boden higes Gemüthe; was ich verhingestreckt, bei Frost und Kälte unbedeckt, flebt mancher les deine Güte. mag bis diesen Tag, ist alKranke jammervoll um Tod, der ihn erlösen soll. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schuß 3. Du, werth der Glück- und Schirm in dieser Nacht; lichste zu ſein, mein Mittler! vergieb mir meine Sünden. ach, er war nicht dein der Und kommt mein Tod, Herr, Ze= 550 Abendlieder. Zebaoth, so laß mich Gnade der Tag, allgewaltiger Gebie finden! 73 m2 ter, du verwandelft Schmerz Gellert. und Plag' unverhofft in Dank und Freuden! Ach, laß Alle, Mel. Jesu der du meine Seele. die jetzt leiden, bald erlöft aus 668. Gott der Lage, Gott ihrer Pein, deiner Baterhuld der Nachte! Unfre Seele har- sich freun! ret dein, lehnet sich an deine 5. Bater, dieser Nam' er Rechte, nie kannst du uns weitert jede Brust voll Angst ferne sein; auch in stiller und Schmerz, wie der Mond Nächte Stunden hat dich die Nacht erheitert, kommt manches Herz gefunden, und die Ruh in jedes Herz, das sich aus dem Lárm der Welt nach deinem Troste weinet; einsam bei dir eingestellt. eh' die Sonne wieder scheinet: 2. Bater, viele Menschen O wie oft verwandeltst du banweinen, viele Kranke schmach- gen Schmerz in süße Ruh! ten nun! Aber du verläsfest 6. Jesus Christus mankeinen, heißest wachen, heißestiche Nächte hast du für uns ruhn, trockneft viele tausend durchgewacht, und dem sterbThránen, und erfüllst das beiße lichen Geschlechte durch dein Sehnen unzählbarer Leiden- Wachen Ruh' gebracht. Tróden, die um Hilf und Lin- ster! du willst deinen Kindern d'rung flehn. sunfi bi auch durch Schlaf den Kum3. Bater, sende Muth mer lindern. Wachen oder den Schwachen, Licht in je- schlummern sie, weichst du doch des dunkle Herz, Allen, die von ihnen nie. bekümmert wachen, lind're du den heißen Schmerz! Laß die Lavater. Wittwen, laß die Waisen dei- Mel. Nun ruhen alle Wälder. ne Lieb' und Treue preisen! 669. Herr! der du mir Schenke Kranken sanfte Ruby! das Leben bis diesen Tag ge Sterbenden sprich Tröftung geben, dich ber ich kindlich an! zu! se Ich bin viel zu geringe der 4. O du treuer Menschen- Treue, die ich singe, und die hüter! Nacht ist vor dir wie du heut' an mir gethan. 2. Mit Abendlieder. 551 2. Mit dankendem Ge- mir Schuld und Strafe, daß můthe freu' ich mich deiner ich, von Sünden rein, zum Güte; ich freue mich in dir. Tode, wie zum Schlafe bereiDu giebst mir Kraft und tet möge fein.dong ilan Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffft ein reines Herz in mir. 2. Laß fern von Schrekkensbildern und wilder Phantasei, die Seele sich nichts 3. Gott, welche Ruh' der schildern was ihrer unwerth Seelen, nach deines Worts sei! Laß frei von eiteln Sor* Befehlen einher im Leben gen mich wieder auferstehn, gehn; auf deine Güte hoffen, und an die Arbeit morgen im Geist den Himmel offen, mit neuen Kräften gehn. und dort den Preis des Glaubens sehn! 3. Doch wenn mit festem 4. Ich weiß, an wen ich Schlummer des Todes bange glaube, und nahe mich im Nacht den Frenden sammt Staube dem Kummer ein schnelles zu dir, o Gott, mein Heil! ich bin der Schuld entEnde macht: Herr, stårk mich, laden, ich bin bei dir in Gna- wenn das Schrecken der letzben, und in dem Himmel ist ten mein Theil. Mein Stunde drobt! Gott wird mich erwecken; ein 5. Bedeckt mit deinem Se- Schlaf nur ist der Tod. gen geh' ich der Ruh' entge4. Dein Heil hab' ich gegen; dein Name sei gepreist! sehen; in Frieden fahr ich Mein Leben und mein Ende bin, weil ich beim Aufersteist dein, in deine Hände em- ben in deinem Reiche bin. pfehl ich, Bater, meinen Wohl dem, der bis ans Ende Geift. sich als ein Chrift beweist! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geist. v. Cronegk. Gellert. Mel. Ich dank' dir lieber H. Mel. Werde munter mein G. 670. Herr, es geschet dein Wille! der Körper eilt gur Ruh': es fallen in der Stille 671. Herr, es ist von meidie müden Augen zu. Erlaß nem Leben wiederum ein Tag da 552 Abendlieder. dahin. Könnt' ich mir doch 5. Steure, Herr, den bo Zeugniß geben, daß ich ihn sen Leuten, die im Finstern nach deinem Sinn recht und Böses thun! sollten Unheil núßlich zugebracht, und zur sie bereiten, uns zu schaden, Freude mir's gemacht, die mir wenn wir ruhn: so zerstöre anbefohlnen Pflichten treu und ihren Rath, und verhindere emsig auszurichten. die That; wend' auch alles 2. Aber kann ich dir, dem andre Schrecken, das vom Zeugen dessen, was ich red' Schlaf uns könnt erwecken. und thu', meine Fehler wohl 6. Herr, dein Auge geht verschweigen? D, fie alle fa- nicht unter, wenn bei uns es heft du. Ja, wie oft verging Abend wird; denn du bleiich mich nicht auch heute wi- best ewig munter, und bist der dich! Wer kann merken, wie ein guter Hirt, der auch wer kann zählen, großer Gott, in der finstern Nacht über wie oft wir fehlen! seine Heerde wacht. Schüß uns denn, du Hirt voll Treue, daß sich unser Dank erneue. 3. Habe, Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Heile meiner Seele erwachen rustig und zur rech7. Laß mich morgen froh Schaden, tilge meine Sün- ten Frist, daß ich ferner meine denschuld; deine väterliche Sachen treibe wie mein Amt Treu' werde mir auch morgen es ist. Doch bestimmt dein neu. Künftig werd' ich dei- Nath, o Gott, diese Nacht nen Willen besser als bisher mir meinen Tod; nun so nimm erfüllen. an meinem Ende Leib und 4. Heilige du mein Ge- Seel' in deine Hände. můthe, daß mein Schlaf nicht Neumann. fündlich sei: Steh' nach deiner großen Güte auch in die Mel. Nun freut euch lieben. ser Nacht mir bei. Nimm 672. in ist für uns der dich meines Hauses an, wehre Sonne Pracht, geschmückt dem, was schaden kann, daß durch Sternenheere, erscheint ich morgen mit den Meinen in ihrem Glanz die Nacht und keinen Unfall darf beweinen. predigt Gottes Etyre. Sie predigt Abendlieder. 553 predigt laut die Herrlichkeit wegen auch diesen Tag dein des Herrschers über Welt und Segen noch nicht von mir Zeit, durch den wir sind und gewichen ist. leben. 3. Von dir kommt jede 2. Wie groß ist Gott! Gabe, das Leben, das ich wie klein bin ich schon sin habe, die Sicherheit der Nacht. ten meine Glieder, mein Auge Du bist der Quell der Güter, neigt zum Schlummer sich, mein Schuß und treuer Hüzur Ruh leg' ich mich nieder. ter, der, wenn ich schlummre, Da lieg' ich fühllos, aber du für mich wacht. wachst, Vater, über meine Ruh, daß mich kein Unfall treffe. 500 4. Du låst es finster werden, und hüllst den Kreis der Eiden in schwarze Dunkelheit. Doch auch in dunkler Stille wohnst du mit dei3. O du, der im Unendlichen der Welten Schaaren lenfet, und doch des armen Sterblichen in seinem Schlaf ner Fülle und zeigft uns deine Herrlichkeit. gedenket! o blick auf mich, 5. Du führst aus dunkler der zu dir fleht, laß auf mein bemuthvoll Geber auch heut Ferne den Mond und tausend mich sicher ruhen. Sterne am Firmament herauf. Sie leuchten dir zu Ehre hoch über Erd' und Mel. Nun ruhen alle Wälder. Meere, und deine Hand lenkt 673. Nun sinkt die Sonne ihren Lauf. nieder, die stille Nacht kommt 6. Voll Schönheit, Kraft wieder und mit ihr Schlaf und Stärke stehn deiner Schöund Ruh', sie schenkt uns pfung Werke, Allmächtiger! neue Kräfte, beschließt des um mich. Du riefft dein Tags Geschäfte und drückt die großes: Werde! da ward müden Augen zu. das Meer, die Erde, und alle 2. Noch wach' ich, und Sterne zeigten sich. erhebe dich, Gott, daß ich 7.1 Gott, groß von Macht noch lebe, daß du mein Ba- und Treue, durch dich, deß ter bist; daß meiner Fehler ich mich freue, wird auch die Nacht 554 Abendlieder. Nacht mir Licht. Leg' ich die täglich liebest? Womit ver müden Glieder in deinem Na- dien' ichs, daß du mir so viele men nieder: so wachst du, Freuden giebest? Erbarmen und ich sorge nicht. ist es bloß! Reiß, Seele, reiß 8. Soll mir der Schlaf dich los vom Eiteln, das das zum Leben erneute Kräfte ge- Herz beschwert. Gott, Gott ben: so will ich deß mich allein ist liebenswerth.com freun. Soll er mein Leben 4. Mir ward der Tag, enden: so wirst du mich voll- der jetzt vergeht, durch dich enden, und auch mein Gott zum Freudentage; dein Urm im Tode sein. Junkheim, dem niemand widersteht, be schüßte mich vor Plage. Du gabft mir, was ich bat; bei Mel. Der goldnen Sonne Lauf. allem, was ich that, ward mirs 674. Preis sei dir, mei- durch Glück und Segen klar, nem Gott, gebracht, jeßt, da daß Gott mein Freund und der Tag sich neiget, jeßt, da Helfer war. die sternenvolle Nacht von dei- 5. Ach, fordre mich nicht ner Allmacht zeuget. Dich, ins Gericht, Gott, bei des Herr, lobt jeder Stern, und Tages Schlusse! Verschmåb ruft: auf, lobt den Herrn! mein Abendopfer nicht, das Erheb' dich, Seele, lob' er- Opfer meiner Buße! Beweis freut den Herrn des Himmels an mir Geduld; vergieb mir und der Zeit. alle Schuld, und laß mich), 2. Wie groß, wie uner- Bater, mit Vertraun auf meßlich ist, Herr, deine Macht dich und meinen Heiland und Stärke! Daß du der Al- schaun. lerhöchste bist, sagt jedes dei- 6. Gieb, nach der sanften ner Werke. Mit göttlich wei Ruh der Nacht mir einen froser Macht regierst du Tag und hen Morgen. Du thuft's. Nacht; das, was du schufft, Nun, da dein Auge wacht, thut dein Gebot, und ehret schlaf ich ohn' alle Sorgen. dich, o Herr, mein Gott! Ich wach' und schlafe dir; du, 3. Was bin ich, großer Herr, bist stets bei mir. Ach, Gott, vor dir, daß du mich Gott, mein Gott, verlaß mich Who iC nicht Abendlieder. 555 nicht, wenn einst mein Aug' tem Flehen, wer mich liebet, im Tode bricht! um mich weint. Stårker, als 7. So nahe dich denn, süße mein Freund im Schmerz, Ruh, du Troft bei jedem sei mein Gottverlangend Herz, Kummer, des Armen höchster daß ich, voll von deinem Reichthum du, des Kranken Preise, ihn zu dir gen Him Labung, Schlummer. Nimm mel weise. nd sin103 350 Gott, noch Dank von mir, ich Klopstock. leb' und sterbe dir, und ist dies meine letzte Nacht, Gott Lob! dann ist mein Lauf vollbracht! Mel. Uch bleib mit deiner Gn. 676. Wie ist er mir verschwunden, der Tag, den Gott mir gab! Schnell trugen seine 675. Sink ich einft in Stunden mich näher an mein jenen Schlummer, aus dem Grabe sais que Mel. Werde munter, mein G keiner je erwacht, geh ich aus 2. Geneuß die Augenblicke, der Welt voll Kummer, To- die von ihm übrig sind, mein desrub in deine Nacht: Geist! ach sieh zurücke: war ich auch Gottes Kind? o • dann schlaf ich anders ein, weg aus dieses Lebens Pein wall 3. Zwar hab' ich Gott ich hin zu deren Hütten, die auch heute als meinen Freund nun glücklich bier auch litten. erkannt; Bedürfniß, manche 2. Jeho schlaf ich, aufzu- Hand.im us sid Freude nahm ich aus seiner wachen noch für Tage dieser 4. Kein Unglück traf die Zeit! laß mich fertig stets Meinen, kein Gram hat mich mich machen, Bater, zu der verzehrt, Troft ließ mir Gott Ewigkeit, daß ich Wanderer erscheinen; doch ich, war ich dann fei von der Laft des es werth? Eiteln frei, von den Bürden 5. Erfüllt' ich meine Pflichdieser Erde, wenn ich nun ten? Nüßt ich für andrer unsterblich werde! A Glück, um Gutes auszurich3. Gerne laß den Tag ten, den schnellen Augenblick? mich sehen, der als Retter mir 6. Wen hab' ich heut geerscheint, wenn mit unerhör- bessert? mein oder Undrer Herz? 556 Abendlieder. Herz? Hab ich mein Wohl geben, dir froh mein Leben vergrößert? Gefühlt des Nach- weihn. ften Schmerz? duya 4072 7. Herr, wolltest du mit Mel. O Haupt voll Blut. Strenge auf meine Schwach- 677. Willkommen, Abendheit sehn, wie könnt' ich, bei stille, willkommen Zeit der der Menge der Fehler dann Ruh! des guten Gottes Wille beftehn! legt einen Tag uns zu; er ist 8. Doch, Vater, dein Er- dahin, verschwunden in die barmen, das unsre Kräfte Vergangenheit, und näher zählt, begnadigt gern den Ar- viele Stunden sind wir der men, der nicht mit Vorsat Ewigkeit. fehlt mann hnch 9. Der darf dir kühn ver2. Wohl mir, wenn keine trauen, und deine Baterhuld Stunde, die Gott mir zugeheißt ihn auf Jesum bauen, legt, dem Herzen eine Wunde den Tilger seiner Schuld. qualvoller Reue schlägt. Wohl des 10. So bringt denn mein mir, wenn ich jetzt müde nach Gemüthe dir, Vater, was es guten Thaten ruh'. O, tann. D, nimm für alle Gewissens Friede, wie himmGüte, mein Danklied gnädig lisch lohneft du! an! m 3. Du Schöpfer meiner 11. Dank sei dir für die Jugend, mein Schußgott und Kräfte, die du mir, Herr, mein Heil, wich ich vom Pfad verliehn, für Gegen der Ge- der Tugend: Vergebung ser schäfte, die mir durch dich ge- mein Theit! Uch, daß von diehn. sit meinen Tagen, du zähltest 12. Die Nacht hüllt mich alle sie, vor dir mich zu verin Schatten, ich schlafe, waz klagen, nicht einer mehr entche du, und stårkend sei mir fliet). Matten des Schlafes sanfte Rub! 4. Hin zu dem großen Ziele führ jeder künft'ge Tag. Mit 13. Soll ich den Tag er Preis und Dankgefühle feb leben, so will ich dankbar ich dann jedem nach. Zum sein, gern dir, was du gabst, Himmel reif zu werden, dient Freude Abendlieder. 557 Freude mir und Last, noch bin met. Wenn mein Stündlein, ich ja auf Erden ein Pilger 679. Herr! hab ich jetzt nur und Gast. zum letztenmal der Sonne Licht gesehen, und soll aus diesem Thránenthal in dieser Nacht ich gehen: so leuchte mir aus dieser Zeit, du Sonne der Gerechtigkeit! zur bessern Für Leidende. Mel In dich hab' ich gehoffet. 678. Ein Tag des Kum- Welt hinüber. mers und der Last ist über- 2. Voll heil'ger Hoffnung standen! Herr, du hast dem ist der Chrift, der, von der Schwachen Kraft geschenket. Welt entfernet, auf Erden Du guter Gott! haft selbst schon im Himmel ist, der tågdie Noth zu meinem Heil lich sterben lernet. Jetzt leb' gelenket. ich, morgen bin ich todt, dies 2. Ich danke, freudig dank lehre mich bedenken, Gott! ich dir auch für die Leiden, die damit ich weiser werde. du mir, o Bater, zugetheilet. 3. Schließt bald sich, was Er kommt von dir, der Trost, mich traurig macht, des Leder mir des Herzens Wunden bens Gram und Kummer, beilet. und bist du, Schlaf in dieser 3. Ich leide; wohl mir, Nacht, zugleich mein Todesdaß ich weiß, du giebst mich schlummer: Gelobt sei Gott! nicht dem Zufall Preis, der ich bin bereit die Hülle meiBosheit nicht zum Raube. ner Sterblichkeit mit Freuden Wer ohne Freund im Kum- abzulegen. 3130 mer weint, den stårket doch sein Glaube. Lindner. 176809 4. Du, Herr, bist meines Lebens Licht, mein Führer; Abendlieder am Sonntage. darum fürcht' ich nicht, in Dunkelheit zu wallen. Laß Mel. Nun sich der Tag geendet. nie in Noth und selbst im Tod 680. Nun bricht die finstre mir meinen Muth entfallen. Nacht herein, des Tages Glanz 558 Abendlieder. Glanz ist hin; drum komm Uebel zu, daß es mir schädich, meinen Dank zu weihn, lich sei. dir, Gott, durch den ich bin. 9. Gieb 2009 0 allen eine stille 2. Gott! den Niemand Nacht, die recht vor dir ge sehen kann; ich weiß, du siebst lebt, und beßre den, der nicht auf mich. Hör du mein Fle- bedacht, daß er dir widerhen gnådig an; du hörst, ich strebt. trau auf dich. 10. Wofern es dir mein 3. Der Tag, den ich nun- Gott, gefällt: so steb' ich mormehr vollbracht, war ganz be- gen auf, und ich vollbringe sonders dein, drum soll er in der Welt noch ferner meiauch bis in die Nacht dir nen Lauf. nur geheiligt sein. TU 11. Und endlich führe, 4. Doch ach, ich muß es wenn es Zeit, mich in den dir gestehn, mein Wille war Himmel ein. Da wird in zwar gut, doch hab' ich vie- deiner Herrlichkeit mein Sonnles heut versehn; denn ich bin tag ewig sein. Fleisch und Blut. Neumann. 5. Darum tret ich vor dei 1 nen Thron; sieh meine Schuld Mel Auf mein Herz, geh mit. nicht an, mein Trost ist, daß 681. Unser Sonntag geht dein lieber Sohn für mich zum Ende, und vollendet ſeigenug gethan. nen Lauf. Doch, Gott, deine 6. Schreib' alles, was man Baterhånde hören nicht zu segheut gelehrt, in unsre Herzen nen auf. Unser Beten, unein, und lasse die, so es ge- ser Singen laß jetzt durch die hört, dir auch gehorsam sein. Wolken dringen. side all 7. Erhalte ferner uns dein 2. Herr, bei dem man alle Wort und thu uns immer Tage Rath und Hülf erlanwohl; damit man dich an gen kann; hór auf das, was diesem Ort verehre, wie man ich jetzt sage, und nimm meine foll. Seufzer an: denn was kann 8. Nun such' ich, Vater, ich anders geben, als nur meine Ruby; stely deinem deinen Ruhm erheben? Kinde bei, und laß doch keinem 3. Und wer könnte dies verschwei Abendlieder. 559 schweigen, daß Gott alle Men-[ noch leben und in deinem schen liebt? Tag und Nacht Dienste stehn: o, so laß mich sind seine Zeugen, daß er so dabin streben stets auf deiner viel Gutes giebt. Denn mit Bahn zu gebn. Nie hat der allen unsern Stunden bat er sein Heil verfehlet, der zum Glück und Heil verbunden. Leitstern dich erwäblet. 29 Neumann. 4. Ganze Tage, früh vom Morgen bis zur spåten, finstern Nacht werden oft mit eiteln Sorgen und mit Arbeit zugebracht; aber der, der heut erschienen, war bestimmet, Gott zu dienen. 351 31 Zum Schluß der Woch Mel. Nun sich der Tag geendet. 682. Die Woche ist nun5. O du Heiland aller Leute, mehr vorbei; der Tag hat sich mein Erlöser und mein Hort! geneigt: Sieh hier, o Gott, wie viel Menschen hast du voll Güt' und Treu, wie dir heute unterrichtet durch dein mein Knie sich beugt. Wort; da getröstet, bort er 2. Wie soll des Menschen mahnet, und den Weg zu Gott schwacher Mund dich würdig gebahnet. gnug erhöhn, daß du der 6. Herr! ich preise deinen Gnade alten Bund noch imNamen jekund und in Ewig- mer läsfest stehn? feit, daß du so viel guten 3. Herr, ich bin der BarmSaamen in die Herzen aus- herzigkeit nicht werth, die mir gestreut. Dir zum Ruhm wird geschehn. Ach, deine Gnade er bekleiben und viel gute reicht so weit, so weit die Früchte treiben. Wolken gehn. HDC 7. Nun will ich der Ruhe 4. Nur stammeln kann ich pflegen, werfe allen Kummer von der Huld, die mich die hin; denn, bedeckt von deinem Woch erquickt, da du mit Segen, weiß ich, daß ich sicher Segen und Geduld mich Arbin. Es kann dann auch bei men angeblickt. Gefahren mir kein Unglück 5. Den Segen deiner milden Hand hab' oftmals ich widerfahren. 8. Soll ich morgen auch verspürt, das Unglück, das mir 560 Abendlieder. mir nahe stand, hast du vor- mein Wille sein. Du, Herr, bei geführt. bift Sonn' und Schild. 6. Nicht Krankheit, schneller Tod und Brand und keine Jon. Krause. Frevelthat hat sich, Dank sei es deiner Hand! zu meinem Amlesten Zage des Jahres. Haus genaht. Mel. Nun danket alle Gott. 7. Hab' ich gefehlt, so bitt ich dich: vergieb, was ich ge-683.Mit diesem Tage geht than, und nimm mein Herz, nun auch das Jahr zu Ende; das reuig sich dir darstellt, voll innigem Gefüh's erheb gnådig an! ich meine Hände und meinen 8. Und da die Nacht nun Geist zu dir, o guter Gott, wiederkehrt: so schüße, starker empor und trage im Gebet, Gott, mich und das was mir dir meinen Dank jetzt vor. angehört, vor Angst, Gefahr und Noth. 2. Wo ist ein einziger der schnellsten Augenblicke, die mir 9. Laß selbst mein Traumen vorüber flohn, der nicht von ruhig sein, mich froh den einem Glücke, von einem Gut Morgen sehn, und dann mich für mich durch dich bezeichneu gestärket ein zu deinem net war? Hier Wohlthat Hause gehn. ohne Zahl, dort Rettung aus 10. Ach, Hüter, ist die Gefahr. Nacht schier hin? Erscheine, 3. Mein Körper war ge heil'ger Tag, daß ich dem sund und meine Seele heiter, Herrn mit fremmen Sinn im gesegnet mein Beruf: was Tempel dienen mag! fehlte mir noch weiter? Und 11. Und lebte ich auch welche Freuden fand ich auf morgen nicht, und stürbe hen- des Lebens Pfad für Sinn te noch; so bleibet mir im und Herz, wenn ich mit Unhöhern Licht mein schön'rer schuld ibn betrat! Sonntag doch. 4. Vernunft erhieltst du 12. Wohlan, ich schlafe mir, das Gute zu erkennen; ruhig ein, von deinem Trost durch dich fühlt ich mein Herz erfüllt. Was du willst, soll von frommen Eifer brennen, es Abendlieder. 561 es treulich zu vollziehen. Ver- Glücks auch in der Zukunft gaß ich meine Pflicht: so warst sein. du Vater mir, und strenger Richter nicht. 5. So ging dies Jahr vorbei, so schwanden meine Tage, Abenderinnerung an entfernte voll Proben deiner Huld, entFreunde. fernt von Noth und Klage. O, Mel. Ich dank dir schon. nimm mein Dankgefühl im 684. Der Abendstern blickt schwachen Liede an! Preis ewig dir, o Gott, der dies an sanft auf mich, der Mond mir gethan. Splittegarb. schwimmit dort im Trüben; da fammelt euch mein Geift 6. Jeht leg' ich mich zur um sich, euch All', ihr meine Rub', und unter deinem Se- Lieben! gen hoff ich den kleinen Rest 2. Meist seid ihr fern, des Jahrs zurückzulegen. Er- und Gott nur weiß, ob wir wach' ich morgen früh: so sei uns wiedersehen. Ich mußte im neuen Jahr mir deine einst auf sein Geheiß aus Huld so neu, als sie in die- euern Armen gehen. sem war. 3. Mit Jedem schwanden 7. Und da du liebevoll Freuden mir weg von des auch mir, in meinem Leben Lebens Wegen. Ach, Jeder ſo manchen treuen Freund, war für mich doch hier ein so manches Herz gegeben, das rechter Gottessegen. nåher oder fern für mich voll 4. Doch sei, Allliebender, Liebe schlägt, die Freude mit dir Dank, daß ich die Edeln mir theilt, den Kummer mit kannte, daß sich auf unserm mir trågt. Pilgergang ihr Herz zu meinem 8. So segne Alle sie aus wandte. FUT- 10312 Of deines Reichthums Fülle; gieb 5. Dank für dies Herz, ihnen Freud' und Trost in das, Vater, mich mit ihnen dieser Abendstille; laß, wann einst vereinte! Dank für die ihr Auge weint, fie deine Hülf Thräne selbst, die ich beim erfreun, mich Zeuge ihres Scheidekusse weinte. N n 6. Dies 562 Abendlieder. 6. Dies stets zu schäßen, mein Fleben, und laß mich sei mir Pflicht. War's nicht droben oder hie einst Alle dein freier Segen? Was war wiedersehen. ich, führtest du sie nicht einst meinem Arm entgegen; JOUE 7. Hier soll ja ohne UnbeAbendlied im Frühling. stand die Freud uns nicht mel. Nun ruben alle Wälder. beglücken, mit Hoffnung sollen 685. Der Mond ist aufge wir ins Land' der Rub' hinüberblicken; gangen, die goldnen Sterne prangen am blauen Himmels 8. Nur manchmal, wennzelt. Gott, den ich in der zum fernern Gang uns Muth Küble des Frühlingsabends und Kräfte schwinden, Er- fühle, wie schön, wie schön ist quickung, doch nicht allzu- deine Welt! an Schattenquellen lang, finden. Luiste ms 2. Groß, wenn der Morgen thauet, groß, wenn der 9. So sei es denn! Ich Abend grauet, groß in der habe mich mit euch gefreut, stillen Nacht, im Lenzhauch ihr Lieben, war's Sonnen- und im Sturme, am Menschein und wollte sich um schen wie am Wurme zeigst uns der Himmel trüben; du, o Bater, deine Macht. 10. Werd auch dereinst, 3. Wie? sollt' ich dir nicht fo Gott es will, euch Alle singen, dir, Herr, kein Opfer widersehen; hier aber ohne bringen; so würden gegen Murren still durchs Erdenle- mich die Sterne proben ze ben gehen. JunQ ais gen: ihr hocherhabner Reigen 11. O daß auf euch, die tont's mir: wir loben Schö ich so gern an meine Brust pfer, dich! jeßt drückte, so rubig, wie auf 4. Nimm denn aus meinem mich der Stern des Abends Munde in dieser Abendstunde niederblickte! ein schwaches Loblied an. 12. Gott, Aller Bater, Du siehest, höchste Güte, mit segne sie! vernimm für sie kindlichem Gemüthe und voll id #SC Don Abendlieder. 563 von Ehrfurcht mich dir weih' ich die beilge Stille nahn. dir! Dir wirft mein Geist 5. Du haft mir heute Le- sich betend nieder, auf dessen ben, und frohen Muth gege- allmachtsvollen Ruf der Himben, und deine milde Hand mel ward, der meine Brüder versorgte mich mit Kräften und mich, wie diesen Himmel zu des Berufs Geschäften, schuf. und hat viel Ulebels abgewandt. 2. Dich singt mein Lied, der jene Sterne aus seiner 6. Du gabst mir viele Freu- Hand hinwarf, wie Saat; den, verschontest mich mit der in der ungemeßnen Ferne Leiden voll Langmuth und für alle zeichnete den Pfad. Geduld. Unzählige Gebre- Sie wandeln ihn in sichern chen vermochten nicht zu schwä- Kreisen so friedlich bin, wie chen, Gott, deine Lieb und Freund an Freund: Ein groVaterhuld. ßes Chor, das dich zu prei7. Wie bist du so erhaben! sen, in seinem Fluge sich verso groß in deinen Gaben! eint.. lsd indislite sim Verstumm' jetzt, mein Gefang! 3. Wer nennt, wer nennt Rinnt bin der Rührung Zah- die Wesen alle, aus deren ren! Ihr fließet ihm zu Eh- Mund dein Loblied schwebt, ren. Ihr sagt ihm jeßt be- das mit der Welten Jubelredten Dank. schalle sich bis zum Psalm des Seraphs hebt, zum Psalm, der laut im höbern Tone von Sonne bis zu Sonn' erklingt, und dann geflügelt zu dem Throne des Allerhöchsten freudig dringt. dund rund 4. Auch mich schuf Gott Mel. Wie groß ist des Allm. Init und zu ſeiner Ehre aus Staube, 686. Hier steh ich unter doch mit einem Geist, der EnGottes Himmel, sely tausend gel gleich sich in die Heere Welten über mir; und fern des Himmels mischer und ihn vom rauschenden Getümmel preist. Lobsingt ihm denn, der Nn2 dich Claudius. NI Beim Anblick des gestirnten Himmels. 564 Kirchen Feierlichkeiten. dich zum Leben, zum höhern schweben zu einer bessern Welt Flug den Geift erkohr! Einst empor! wirst du hoch vom Staube v. Köpken. Deffentliche Kirchen Feierlichkeiten. Am Bußstage. thum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lafters Mel. Herzlich lieb hab' ich d. zieh'. Herr, unser Gott! vor 687. Du Gott, der unsre Ungeduld, vor aller Schulb Zuflucht ist, du, unser Mitt- behüt uns deine Baterhuld. ler, Jesu Christ, du heil ger 3. Sieh' gnådig, Herr, Geist der Gnaden! Unend- auf unfer Land; bedeckt von licher, verwirf uns nicht! wir deiner treuen Hand, laß es kommen vor dein Angesicht der Ruh' genießen! Wend' ab mit Misfethat beladen. Nimm von uns durch deine Hut der von uns unsre Sündenschuld, Flammen Grimm, den Zorn du Gott der Langmuth und der Fluth, des Krieges BlutGeduld! und merk auf un- vergießen. Sei unser Helfer, ser heißes Flehn, daß wir wenn die Noth des Mangels dein Heil, Erbarmer, sehn. und der Krankheit droht, und Herr unser Gott! Verbirg uns laß uns ihren Raub nicht sein, nicht dein Angesicht und geh laß Sicherheit das Land er nicht mit uns ins Gericht. freun. Herr, unser Gott! 2. Wir haben unsern Bund das Land ist dein; o, laß Ge entweiht gebrochen unsern deihn und Sicherheit das Land theuern Eid, und deinen Weg erfreun! verlassen; doch sieh, wir keh- 4. Schüß' uns vor Jrrren voller Keu' zurück zu dir: thum und Gefahr, erhalte o laß aufs neu uns deine deiner frommem Schaar der Rechte fassen! Laß sie uns lei- Glaubenseintracht Segen! ten auf den Pfad, den dein Uns leite, Gott, dein guter Befehl geheiligt hat; daß Irr- Geist! und was dein Wort vera Am Bustage. 565 verspricht und heißt, sei Licht wen und der Waisen Theil; auf unsern Wegen! Laß vereitle der Verfolger Rath, auch in Lehr und Wandel und lehre sie den rechten Pfad. rein die Diener deines Wor- Herr, unser Gott! durch altes sein: und bringe zu der les Leid der Pilgerzeit führ' Wahrheit Glück, zu dir die uns zu deiner Herrlichkeit. Irrenden zurück. Herr, un- 7. Du thuft weit mehr, als fer Gott! breit aus dein wir verstehn, kannst mehr geWort an jedem Ort, gieb währen, als wir flehn! laß Geist und Kraft zu deinem uns Erhörung finden! O! D! Wort. neig' auf unser Flehn dein 5. Auch die Regenten len- Ohr, heb unser Herz zu dir te du, daß sie durch Weisheit empor, und mach' uns rein und durch Ruh' der Länder von Sünden. Laß uns nun dein eigen sein, im Leund dein; wir und im Tode dein; wir sind durch Christi Tod erlöft; o Wohl erheben. Dem König, ganz der uns schützt und liebt, ben gieb, der in ihm so viel uns giebt, das beste, långfte Leben! du, der Sünder nicht verNoch lange sei sein Vaterblick stößt, Herr, unser Gott! eruns, seinen Kindern, Schuß und Glück! o schütt' auf ihn und auf sein Haus und seine Råthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück und segne jeden Stand. barme dich, vergieb und leit' uns vaterlich. Eschenburg. gitanei. In eigener Melodie. 6. Vernimm der Leidenden 688. Ewiger, Gebet; wer in Gefahren zu Erbarme dich! dir flebt, dem hilf aus seiHerr, Herr, Gott, Erbarme dich! nen Nöthen! Gieb Kranken finderung und Rub'; die Ewiger, Sterbenden erlöse du, erhör Erbarme dich! ihr letztes Beten! Sei aller Herr, Gott Bater, du SchöUnterdrückten Heil, der Witt- pfer, Herr 566 Kirchen Feierlichkeiten. Herr, Gott Sohn, der Welt Durch alles, was du für uns that'st und litteft, Heiland, Herr, Gott heiliger Geift, Erbarm' dich unser! Durch deinen Tod und siegreich Auferstehn, Durch dein Herrschen auf des Vaters Thron, Ach! wir sind Sunder, Verschon' uns Herr, Herr, unser Gott! Doch wir sind dir versöhnt; So hilf uns Herr, Herr, unser Gott! In jeder Noth und einst im, Weltgericht Hilf uns, Herr, Herr, unfer Gott! Vor allem Irrthum, Vor der Sünde Macht, Vor Stolz und Leichtsinn, Behüt' uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor der Verführung Reiz und Trug, Bor Zwietracht, Aufruhr und Empórung, Vor Krieg, Gewalt und Blutvergießen, Vor Hagel, Feuer und Was fersnoth, Wir Sünder bitten dich, Du wolleft uns erhören, Herr, Herr, unser Gott! Du wollest deine Kirche schüzjen, segnen und erweitern; Alle Lehrer in der Wahrheit und des Lebens Reinigkeit erhalten; Wollest deines Geistes Kraft zum Unterricht uns geben; Durch dein Wort die Welt Vor Theurung, Pest und schädlicher Witterung, erleuchten und verbessern; Die Irrenden zurück auf deine Pfade leiten; Vor schnellem Tod in unsern Der Spötter Gift, der Zwie tracht und dem Nergernisse wehren; Sünden, Vor dem ewigen Tod, Behüt' uns, Herr, Herr, Den Leidenden Erquickung, unser Gott! Durch deine Baterhuld, Erbarmer, Durch deine Liebe, Jesu, Welterlöser, Troft und Hülfe senden; Deiner Lehre über Aberglauben und Unglauben den Sieg geben; Unsern König und alle Fürften Am Bußtage. 567 sten mit glücklicher Regie- Aller Menschen, deiner Kinrung fegnen; yalisa der, dich erbarmen, Ihn und seines Staates Und unser Flehn aus GnaDiener schüßen und erhal- den erhören, ten; Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Heil und Glück und alles wahre Gute ihnen schen- O fen Und Sieg im Kampf für unfre Wohlfahrt geben; Allen Obern Gutes thun und fie in ihrem Amte segnen; Unserm Rath und der Gemeine helfen und sie beſchüßzen; Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarme dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trågt, Erbarme dich über uns! du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trågt! Erbarme dich über ans! O du Gottes Lamm, das der Gieb uns deinen Frieden! Welt Sünde trågt! Ewiger, Erhöre uns! Herr, Herr, Gott, Erbarme dich! Ewiger Das ganze Vaterland und unste Stadt( unsern Ort) beglücken; Des Landes Früchte vermehren und bewahren; Den Müttern und Säuglingen gedeihen, Kraft und Leben schenken; Unfre Jugend mit deiner Furcht erfüllen; Die Unterbrückten retten und Mel. Erbarme dich unser! Amen. Wer weiß wie nahe mir. 689. Wir liegen hier zu befreien; Der Kranken und Verlaßnen deinen Füßen, o Herr von dich erbarmen; großer Gut und Treu' und Der Wittwen und der Wai- fühlen jeder im Gewissen, wie sen Versorger und Vater reif zur Strafe jeder sei. Das bleiben; Maaß der Sünden ist erfüllt; Unsern Feinden verzeihen und ach, weh uns, wenn nur sie bekehren; Recht hier gilt! 2. Du 568 Kirchen Feierlichkeiten. 2. Du bist gerecht, und Häupter gehn, daß wir nicht wir sind Sünder; wie wollen als verlorne Schaafe, von wir vor dir bestehn, wir böse, deiner Hut verlassen, stehn. abgefallne Kinder, die wir Nimm uns in deinen Bater nicht deine Wege gehn? Wir, schooß und mach' uns banger von der Sünde Joch beschwert, Sorgen los. sind aller deiner Strafen 7. Wir flehn, wir flehn! werth). laß uns nicht sterben; nicht 3. Doch, Vater, denk' an Hunger oder Schwerdt und deinen Namen, Herr, denk' Pest dein reuevolles Volk veran deines Sohnes Tod; du derben, das sich auf deine haft, wenn Sünder wiederka- Huld verläßt. Entzeuch uns men, dich ihrer stets erbarmt, deines Wortes Licht und dessen o Gott! Geh' auch mit uns Troft im Kummer nicht! nicht ins Gericht! Du willst 8. Gieb Fried' im Land der Sünder Tod ja nicht. und im Gewissen, gesunde Luft 4. Wir liegen hier vor dir und gute Zeit, und laß uns im Staube und unser Herz deinen Schuß genießen, be ist ganz zerknirscht; uns tró- fördre die Gerechtigkeit, fron ftet ganz allein der Glaube, unser Feld mit deinem Gut, daß du dich noch erbarmen nimm Kirch' und Haus in wirst: ach! du hast noch ein deine Hut. Vaterherz; drum sieh' doch 9. jetzt auf unsern Schmerz. Opfer Dir wollen wir die bringen der Tugend, 5. O Blut, o Blut von Herr, mit Leib und Seel; Gottes Sohne! du schreift dein Lob soll stets zum Him für uns Barmherzigkeit, du, mel dringen, und dein erlöstes Vater, schaust von deinem Ifrael, entzückt vor deinem Throne mit des Erbarmers Gnadenthron, stimmt in der Zärtlichkeit: dem Sünder Engel Jubelton. schenkst du seine Schuld, wenn er sich bessert, Gott voll Huld! Schmolke. 6. Ach, laß die wohl verdiente Strafe nicht über unsre Refors Reformationsfest. Kirchweihe. 569 Reformationsfest. Jalle Welt. Wir wollen unsers Lichts uns freun, und Gott Mel. Gelobet seist du, Jesus. durch Thaten dankbar sein! So 690. Froblocket! Gottes danket ihm! hodin Huld und Macht vertrieb des 7. Lobsingt, lobfingt dem Aberglaubens Nacht und man- Herrn und freut, ihr Christen, ches Irrthums Finsterniß, der euch der Ewigkeit! Da wird uns die Wahrheit einst entriß. kein Zwiſst, da wird allein Ein Lobsingt dem Herrn! Hirt und eine Heerde sein. 2. Verdunkelt war der Lobsingt dem Herrn! Wahrheit Licht, viel Christenlehrer sahen's nicht. In harte Sclaverei versank der Christen Kirchweihe. Volk durch Glaubenszwang. Mel. Vom Himmel hoch da. Lobsingt dem Herrn! Mit froher Seele 691. 3. Denn Gott stand seiner danken wir, Herr, unser Gott Kirche bei: da wurden die Ge- und Vater, dir. Du haft wiffen frei; da schwand des von unsrer Kindheit an des Aberglaubens Wahn; das hat, das hat der Herr gethan! Guten viel an uns gethan! Lobsingt dem Herrn! 2. Noch dauert deine Güte fort. Stets soll uns der Ver4. Bewahrt sein Wort! fammlungsort, den du uns Verträglichkeit und Wahrheits- gabft, o Gott, erfreun, ein lieb' und Frömmigkeit und Tu- Denkmal deiner Liebe sein. gend sei der Kirche Zier: so 3. Dank Dank dir! In diesem sieget sie. Gott ist mit ihr! Heiligthum wird uns gelehrt 5. Zagt nicht, weil seines das Christenthum, das Jesus Wortes Licht nicht gleich durch an das Licht gebracht, und das alle Nebel bricht, und Spotter uns gut und selig macht. seine Wahrheit schmåbn; die Lehre Jesu wird bestehn: Sie ist von Gott. 4. Laß diese Lehre wirksam sein, in Aller Herzen zu zerstreun des Aberglaubens finstre 6. Seht Gottes Sonne, sie Nacht, des Irrthums und der erhellt nicht gleich auf einmal Sünde Macht. 5. Du 570 di Kirchen Feierlichkeiten. 5. Du bist's, der alles Gute 5. Herr, segne ihren Unterschafft, drum steh' mit deiner richt, laß sie durch deines GeiGottes Kraft, o Vater, stet' stes Licht dich recht erkennen; uns machtig bei, daß Wahr- laß sie nie gefährlich irren, heit uns stets heilig sei. leite ſie. on Fiebig. Schul- und Erziehungs: Predigt. 6. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Uergerniß, vor der Verführung Trug und List, vor allem, was ihr Schade ist. 7. Hilf, daß sie dich an Mel. Die Seele Chrifti hei!' ge. jedem Ort vor Augen haben, 692. Die Kinder, deren und dein Wort: der Tugend wir uns freu'n, sind, allerhöch- und der Frömmigkeit sei übers ster Vater, dein; sind deine all ihr Herz geweiht. beste Gab', o Herr, bewahre 8. Laß uns in ihnen Chrisie, Allgütiger! or resten fehn, die freudig deine 40202 2. Hilf, daß wir ernstlich Wege gehn, und Bürger einst uns bemühn, sie dir zum Preise voll Lust und Muth, zu thun, zu erziehn, und gieb zu dieser was edel ist und gut. schweren Pflicht Geduld und 9. Dann gieb so viel, als Weisheit, Kraft und Licht. Dir gefällt, einst ihnen von dem Glück der Welt. Nur 3. Nie fehi uns Ernst und deine Gnade bleib ihr Theil, Zärtlichkeit, die weislich droht. doch auch verzeiht, die liebreich warnt und weislich schont, zu rechter Zeit bestraft und lohnt. o Gott, und deines Sohnes Heil. Cramer. Mel. Jeju meines Lebens Leben. 4. Gieb unsern Kindern 693. Kinder gut und fromm Lernbegier, zum Guten Lust erziehen, zeigt von wahrer und Scheu vor dir, Albß ih- Menschlichkeit, ist das wichnen den Gehorsam ein, und tigste Bemühen. Tugendhaft uns, uns laß ihr Beispiel sie in der Zeit, müßlich für ſein. die Welt zu machen, fie des Huldigung des Landesherrn. 571 des Himmels würdig machen: ter, Pfleger, Lehrer, Fürsten diese Pflicht ist theu'r und und die Obrigkeit mit vereingroß; nichts spricht Eltern ter Sorfalt wachen, unsre von ihr los. Jugend fromm zu machen, sie 2. Wächst der Mensch in durch gutes Beispiel ziehn, seiner Jugend ungebildet, roh und selbst Sünd' und Lafter heran, ohn' Erkenntniß, ohne fliehn. Tugend: kann er dann des thi brauchbar 6. Welche Freud' und SeLebens Bahn würdig mit ligkeiten werden, Vater, wit Vernunft, betreten? Gott ver- dort sehn, wann in deinen ehren, zu ihm beten? seinem Herrlichkeiten Eltern, die dann Nächsten sein? vor dir stehn, sagen: ,, Bater, einst den Himmel erben? von den Meinen, die du gabſt, Nein! verlor ich keinen!" und die 3. O ihr, denen Gott auf Kinder flehn für sie: Gott, Erden Himmelspfänder anver- vergilt der Eltern Mity!" traut, sorgt daß sie stets bes ser werden, dann habt ihr ihr Glück erbaut! Lehrt sie früh den Schöpfer lieben, Pflicht und jede Tugend üben! dies ist wahre Zärtlichkeit, Lieb Mel. Lobt Gott; ihr Christen. auf Zeit und Ewigkeit! 694. Gott, deiner Hülfe mis Küſter.n $ 10 4. Euch hat Gott dazu er- freue sich der Fürst zu jeder sehen, Eltern, also sollt ihr Zeit! sein Auge sebe stets auf thun. Dann wird wahres dich, sein Herz sei dir geweiht! Wohlergehn auf euch und 2. Begnadiget mit deiner auf ihnen ruhn. Gott, der Kraft, und deines Geistes voll, strafet und belohnet, keines gedenk er stets der RechenPflichtvergeßnen schonet, for- schaft, die er dir geben soll! dert einst von eurer Hand eure Kinder, als sein Pfand. 3. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: 5. Menschenschöpfer, Tu sein Reich sei auch dein Eigendmehrer, laß, zu fördern genthum, und er dein UnterMenschlichkeit, Väter, Müt- than. 4. Der Huldigung des Landesberrn.da dau 572 Kirchen Feierlichkeiten. 4.Der über Christen, Gott, in den Krieg, zu schüßen un von dir zum Herrn verordnet ser Eigenthum: so folg' ihm ist, sei deiner Kirche Schuß Muth und Sieg! und Zier, der beste Mensch und Christ! 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und 5. Groß und voll Müty' ist Dank gedacht! Erhör' es Gott, seine Pflicht, und er ein dann jauchzen wir und prei Mensch, wie wir; ach! er be- sen deine Macht. darf vor Undern Licht und Rath und Kraft von dir! Cramer. Todtenfeier 6. Er suche dich; wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu fein, so müff' er, in dein Bild des Landesherrn. verklärt, sein Volk, wie du, Mel. Wachet auf! ruft uns. erfreun! 695. Wenn ein Fürst zum 7. Er lieb' auf seinem Thro- Wohlthun eilet, und fanft ne dich, dein erster treuster und tröstend da verweilet, wo Sohn; den Lastern sei er des Verlaßnen Thråne fließt; fürchterlich, der Tugend Schuß wenn er menschlich denkt und und Lohn! handelt, und fromm vor dir, 8. Beglückter Völker Liebe Allmächt ger, wandelt, und sei sein edelster Gewinn; und seines Voltes Vater ift; kein gerechter Seufzer schrei' dann segnen Alle ihn, des um Rache wider ihn! Elends Klagen fliehn. Him9. Fern sei für ihn das melsruhe lohnt hier ihn schon; hohe Ziel, nach dem er wallen und dort am Thron, wie herr soll! Gott, mache seiner Tage lich ist, wie groß sein Lohn! viel, und jeden segensvoll! 2. Dank dir, daß du ihn 10. Um seinen Thron sei gegeben, und ihn uns lange immerdar Recht und Gerech- lassen leben! Nun Gott, tigkeit; sei sein Beschüßer in nimmt ihn dein Himmel ein. Gefahr, und wenn sein Haf Sieb uns bier im Trauerklei fer dråut! de, durchdrungen von dem tief 11. Er wünsche nie der sten Leide, ihm unsrer SehnHelden Ruhm! doch, zieht er sucht Opfer weihn. Laß es, wir Alle Todtenfeier des Landesherrn. 573 Alle flehn, ihm droben wohl- und Palästen, bei Trauerergehen! Er, der Gerechte, so und bei Freudenfeften den gut und mild, war, Gott, Athem deiner Gnade wehn! dein Bild; und du, Herr, Der Fürst und Bürger sei warst ihm Sonn' und Schild. der Tugend hold und treu. Wenn mein Stündlein. 3. Du warst ihm auf sei- Amen! Amen! Dann feiern nem Pfade, Erbarmender, ein wir einst fern von hier ein Gott der Gnade. Du stårk- Fest der Wonne, Gott, bei test ihn in Freud' und Leid. dir. Theuer war er deinem Herzen: du führtest ihn durch Mel. Freud' und Schmerzen zum 696. Wer hat dem FürZiele der Vollkommenheit. ften und dem Knecht das LeWir aber weinen hier, All- ben hier gegeben? Wer ruft gnädiger, vor dir. Durch nach seinem höchsten Recht uns den Erben, Gott, heile du zu All' aus diesem Leben? Du unsrer Rub des Landes tiefe bist es, Gott! und feiner Wunde zu. mehr. Du warst von alten 4. Auf des Thrones schwe- Zeiten her der Erfte und der ren Kummer folgt ihm nun Größte. leichter Todesschlummer: denn 2. Herr, Herr, was sind gute Fürsten schlafen sanft. wir gegen dich, wir Staub Sie schlug ihm die letzte Stun- vom Staub geboren? Der de; nun bluten wir aus ei- Mensch, dem heut noch alles ner Wunde, und rufen: Ba- wich, hat morgen sich verloter, schlafe sanft! Kein Seuf- ren. Wir welken hin; wie zer schallt hinab ins friede- Gras und Laub verdorrt, zervolle Grab. Gott, Erbarmer, streut sich unser Staub, wird ihn führtest du zu deiner Saame, einft zu reifen. Ruh' und seiner bessern Krone 3. Vom Tod' erlöst kein Königreich, nicht Kraft, die 5. Laß uns Alle selig en- Sieg erftritten. Es gilt dem den, und Jeden einst mit rei- Tode Alles gleich, Paläste nen Händen und reinem Her- oder Hütten. Deu Urmen zen schlafen gehn! Laß in Hütten zieht aus Schmach und Hohn, zu. doch 574 Kirchen Feierlichkeiten. doch Fürsten auch von ihrem 8. Es ist so schwer, ein ganThron des Lebens leste zes Land mit Weisheit zu reStunde. ne gieren! drum flehen wir mit 4. Auch unsern König riefft Mund und Hand; bilf ibm du ab, und nahmst ihm seine sein Werk vollführen! Denn Bürde. Den Leib verbirgt er, auch er wird einst vor dir ein kühles Grab, der Geist gerichtet werden, gleich wie reift höh'rer Würde. Er ist wir. Gott, gieb ihm deinen von uns nun weggerückt, wie Segen! es dein weiser Rath geschickt, 9. Herr, Herr, pein Tag und wird von dir gerichtet. der Rechenschaft lehr' uns als 5. Denn du, o Herr, wirst Christen wandeln! Gieb du Jedermann zur Rechenschaft uns Eifer, Muth und Kraft, einst ziehen; und selbst kein gerecht und gut zu handeln! Herr der Erde kann je deinem So siegen dann befreit von Aug entfliehn. Vor dir sind Noth, wir muthvoll über alle schwach und klein; es hilft Grab und Tod und geben ein nicht, reich und machtig sein, zum Leben. wenn wir dein Urtheil hören. 6. Du sebeft ihm zum Schirm und Licht, um dessen Sein wir baten. Nun aber fragt auch dein Gericht nach allen seinen Thaten. Laß ihn Mel. Wer nur den lieben Gott. der Krone würdig sein, wo- 697. Gieb, Gott, dem mit du dort ihn wirft erfreun, Lehrer Glück und Kräfte zu wo du ihn ewig segnest. seinem segensreichen Stand, di Seßt rufft du den zur ihm, den zum Heiligungsge Krone, per sich deiner Füh- schäfte du uns als Beistand rung freuet, und Glück und zugesandt! Hilf du ihm selbst, Segen ringsumber auf seine daß seine Treu', o Gott, an Völker streuet, der wieder, uns gesegnet sei. Herr, dir wohlgefällt, sich 2. Laß dir auf allen seinen auch für deinen Diener hält, Wegen, den du uns gabft, und uns für seine Kinder. empfohlen sein; beglücke, was ( hod er 12 Einführung und Anzug eines Predigers. Einführung und Anzug eines Predigers. 575 er thut, mit Segen, und jede 2. Dir, Gott, sei Dank, Aussaat mit Gedeihn. Für der du auch ihn zum Lehrer unser Wohl schlag ihm das uns gesandt; laß viel der Herz, und sein Schmerz sei Freuden um ihn blühn, ihn auch unser Schmerz! in fegne deine Hand. 3. Knüpf zwischen ihm und 3. D möcht ihn unfre uns der Liebe und des Ver- Dankbarkeit erleichtern seine trauens festes Band; ihm Müh', die er uns weiht; die reiche mit des Herzes Triebe theure Zeit, ach! sie gereu' ein Jeder seine Bruderhand. ihn nie. Wer Gott und sein Wort 4. Sei du mit ihm, wenn liebt und ehrt, der hält auch schwer und viel der Arbeit seine Lehrer werth). Laft ihn drückt, gieb, daß ein 4. Einst laß uns dankyoll Blick auf jenes Ziel ihm oft ihm begegnen, der deinen das Herz erquickt. Weg uns gehen hieß, o Gott! 5. Dort in der Weisheit und ihn mit Rührung segnen Vaterland zeug' er von uns daß er ihn uns so treulich einst laut: Hier geb' ich sie wies. Er find' im höhern in deine Hand, die du mir Baterland uns wieder, wie er anvertraut. hier uns fand. sid gl. 6. Wie Stunden floffen 5. Dort rufen( möge Gott Jahre mir dort hin so leicht es geben,) ihm einstens viele und schön. Dann, Vater, Seel'ge zu: Heil sei dir! denn gieb, daß Alle wir, wie heute, du hast das Leben, die Seele um ihn stehn. uns gerettet, du! Gott, laß ihn dies Glück erfreun, der Retter vieler Seelen sein. Knorre. Mel. 23ie schön leuchtet der M. 699. Jesus, Herr der Mel. Lobt Gott, ihr Christen. Herrlichkeit, du König deiner 698. Nun ist er unser, der Christenheit, Hirt deiner grouns liebt; auf unsern Tu- ßen Heerde! Du siehst auf die gendpfad uns treulich leitet, erlöste Welt, regierst sie, wie lehrt und übt, durch War- es dir gefällt, sorgst, daß ſie nung, Frost und Rath.selig werde. wie trostvoll find 576id Kirchen Feierlichkeiten. sind die Lehren, die wir hören. sehen, und den Weg zum | Heil und Leben willst du Sün- Himmel gehen. dern wiedergeben. 5. Wenn einst dein großer 2. Wohl deinem Volk, daß Tag erscheint, laß unsern Lehrer, du es liebst, nach deinem unsern Freund uns dir entSinn ihm Hirten giebst, die gegen führen! Die Seelen es zum Himmel führen, und sind ihm zugezählt; ach, ach, die voll Eifer, Geist und daß dort nur keine fehlt; laß Kraft, voll göttlich tiefer Wissen- keine ihn verlieren! Vor dir, schaft das Herz der Sün- Richter, wird dann Lehrer und der rühren! Trene Hirten laß der Hörer fauchzend stehen, den Geelen niemals fehlen, und zu deiner Freud' einund die Heerden mit den gehen. Hirten selig werden. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, du kommst im 3. Wir nehmen hier von Namen unsers Herrn, in Je deiner Hand den Lehrer, den fus Chriftus Namen! Freund, du uns gesandt; Herr, segne Bater, faff uns bei der seine Werke! Die Seelen, Hand, führ uns zum ew'gen die sich ihm vertraun, durch Baterland! Gott mit dir, Lehr und Leben zu erbaun, Amen, Amen! Mit dir gehn gieb Weisheit ihm und Stårte! Steh' ibm mächtig stets zur Seite, daß er streite, bet Freudeu! Denn mit Kronen wird der Herr den Treuen lohnen. wir gern durch Leiden zu den und wache, sich und andre felig mache. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm rubn, ihn seine Pflicht mit Freuden thun; nichts sei das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt: Mel. Jefus meine Zuversicht. gieb uns ein Herz, das folg- 700. Gottes Segen ſei mit sam hört, ein Herz voll treuer dir überall auf deinen Wegen; Liebe! Lasse Lehrer und Ge- Gottes Sonne scheine dir tågmeine nur auf deine Leitung lich neues Glück entgegen. Gott affil Beim Abgange eines Reli gionslehrers. 577 Nach einem erfochtenen Siege Gott lohnt edle Thätigkeit hier serm Haupte schon gleich Wetund in der Ewigkeit. terwolken stand. 2. Unsre Thräne sei dir 4. Berlaß, Gott, unfern Dant, stiller Dank für deine König nie! der weise uns reLehren. Unser Herz soll le- giert; gieb stets ihm Feldherrn benslang Gott durch Tugend kühn, wie die, die jetzt ſein treu verehren; und nach dei- Heer geführt. nem Unterricht treu erfüllen 5. Gieb ihm den Sieg in jede Pflicht. seine Hand, und seinen Krie3. Alle, alle fleben wir: gern Muth; dann fließt für Bater, segne sein Bestreben, ihn und Vaterland mit Ruhm Menschenherzen dort, wie hier, ihr treues Blut. für die Zugend zu beleben. 6. Dann dankt dir jeder Blüth' und Frucht der Tu- Unterthan des Königs frob gendfaat schmücke seinen Le- dafür, und frommer Dank benspfad. steigt himmelan aus seiner Bruft zu dir. Nach einem erfochtenen Siege. Am Friedensfest. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. Mel. Sei Lob und Ehr' dem., 701. Gott, du bast uns 702. Gott, unser froher den Sieg geschafft, du Gott, Lobgefang erschallet dir zum der Wunder thut; denn un- Preise! Vernimm gerührter en Kriegern gabst du Kraft Herzen Dank, daß du nach und wahren Heldenmuth. Baterweise uns wieder haft 2. Mit uns war Gott: so wohl gethan, und alle Zwiedes Feindes Heer wich schnell tracht abgethan, der Völker von uns zurück, und unser dich erbarmet. Herz ist Schreckenleer. Wer 2. Wie sehr ward nicht so lenkt der Schlachten Glück? manches Land von Krieges3. Das thust du, Gott, auf last beschweret, von der zum deinem Thron; du haft die Streit erhob'nen Hand geangRoth gewandt, die über un- stigt und verheeret! verheeret! Nur du 578 Kirchen Feierlichkeiten. du haft größerm Leid gewehrt, Land und jedes Standes Wohl du haft Gebet und Flehn er- fahrt. hört, auch diese Noth geendet. 7. Wir traun auf dich. 3. Wo Furcht und Angst Nur wollst du auch uns wahre die Herzen brach, wo Mord- Weisheit lehren, daß wir des gewehre schreckten, wo Zucht Friedens rechten Brauch in und Ordnung niederlag, das Mißbrauch nicht verkehren, Feld Erschlag'ne deckten: da und nicht durch Stolz, durch kehrt zurück die goldne Zeit, Ueppigkeit, durch Leichtsinn, Erholung, Ruhe, Sicherheit Ungerechtigkeit uns eigne Noth und deines Segens Fülle. bereiten. 4. Der Landmanu sammelt) 8. Erhebt, erhebt Gott ungestört in ausgeleerte Schen- immerdar, den Geber aller ern, was, Gott, ihm deine Güter! Er ist und bleibet, Hand bescheert, frot deine wie er war, der Menschen Hulb zu feiern. Gerechtig- Freund und Hüter. Gleich keit und Gut und Treu' be- herrlich so von Rath als That, gegnen wieder sich aufs neu, hilft er, wie er geholfen hat. der Lånder Glück zu bauen. Ihm sei allein die Ehre! 5. Gott, unser Vater, sei gepreift, der du die Herzen Mel. Nun danket alle Gott. neigest, und harte auch durch 703. Nun drobet uns nicht deinen Geist zur mildern Ein- mehr Verwüstung, Angst und tracht beugest. Nur dir ge- Schrecken; man sieht kein édes bühret unser Dank, nur dich Feld, das Leichenhaufen decken. preist unser Lobgesang, der Kein Bruder dürftet mehr nach du so gern erfreuest. seines Bruders Blut, die 6. Wehr' ferner nun, nach Mordsucht ist entflohn, mit deiner Tren', wehr mächtig ihr des Kriegers Wuth. allen Kriegen, daß uns der 2. Auf deinen Wint, Gott, Friede lang' erfreu; laß Men- fährt das Schwerdt in seine schenliebe siegen! Beschüße Scheide; der holde Friede du mit starker Hand des kommt, und Alles jauchzet Königs Thron, das ganze Freude; die Zwietracht und Der Am Friedensfeste. 579 der Haß entflammt nicht mehr an Güte und an Macht so den Feind, er tobet nun nicht reich? mehr, er ist nun wieder Freund. 3. Der Acker wird nicht sprichst ein Wort; der Erdmehr mit Menschenblut ge- kreis neigt sich tief anbetend bunget; die ausgestreute Saat vor dir, Gott, und ehret keimt auf, und wird verjün- schweigend dein Gebot. get; der Bürger lebt in Ruby, 3. Die Waffen sinken und und fürchtet nun nicht mehr der Streit wird still, wird Belag'rung, Raub und Brand, Ruh' und Einigkeit, sobald, nicht mehr des Feindes Heer. Herr, deine Rechte braut, 4. Er weiht mit neuem und Völkern still zu sein geMuth die ihm geschenkten beut. Kräfte den Pflichten des Be2. Du sprichst ein Wort, der Himmel schweigt. Du 4. Wie schreckend, wie verrufs, dem Eifer der Geschäf- heerend war emporter Völker te; weiß, daß er ungestört, Zwift! Gefahr und Angst und und sicher vor Gefahr, nun Noth und Tod umgab uns ganz das Glück befißt, das drohend! offen stand das ihm beschieden war. Grab. 5. Du, Gott, bist es al- 5. Ach, unsre Brüder sanlein, der uns den Frieden ken hin, bei Schaaren in das schenkte, und der der Fürsten Grab dahin; und Schmerz, Herz zu neuer Eintracht lenk- der Mutterherzen brach und te. Erhalt ihn immer uns, Thränen flossen ihnen nach. du, der du ihn verliehn, und 6. Gott! furchtbar war laß sein sichres Glück noch der Völker Zwist! Bon ihrer unsern Enkeln blühn. Krieger Stürmen ist der Erdkreis weit umher bewegt! Du winkst, und er ist beigelegt. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 704. Preis sei dir, Welt7. Das Schwert, das beherrscher, dir! dir, Frie- Brüderblut vergoß, ist wegDensgeber, danken wir! Wer gelegt; aus deinem Schooß tan Majestät dir gleich? strömt uns des Friedens fanf 002 te 580 Kirchen Feierlichkeiten. te Rub', und Ueberfluß und bunden, sich betend zu tir Segen zu. nahn! ja das sind sel'ge Stun 8. Hier liegen wir und be- den. Und hier soll unser Herz ten an, dich, Gott, der dies sich betend deiner freun; drum an uns gethan. Laß ihn nun weihen wir dies Haus zum auch beständig sein, den Frie- Andachtsbause ein. den, dessen wir uns freun. 3. Wir sollen hier, welch 9. Aus deiner milden Fülle Glück! die achten Christus geuß Gedeihn herab auf un- Lehren und ihren hohen Werth fern Fleiß! Es segne deine selbst fühlen, nicht blos hören. Allmachtshand den Fürsten Auch dazu hast du uns dies und das Vaterland! Undachtshaus verliebn: drum 10. Der Völkern, still zu müsse unser Herz von heißem sein, gebot, und Frieden Danke glühn. fandte, dir, o Gott, sei 4. Hier wird mit Wunsch Preis, dir, Weltbeherrscher, und Flehn das Kind in frü dir; dir, Friedensgeber, dan- her Jugend geweiht dem Kin fen wir! 201 derfreund, dem Vorbild jeder Tugend; ein Wink zur gro Ben Pflicht, daß man das Kind schon früh zur Herzensreinigkeit nach Jefu Sinn er zleby. dns Bei Einweihung einer Kirche. Mel, Nun danket alle Gott. 5. Hier werden wir vereint das Mahl der Liebe feiern, 705. Vom heiligen Gefühl der Menschenliebe Pflicht an der Andacht tief durchdrun- schauend zu erneuern, gen, sei von uns heute dir nern uns an den, der auf Lob, Preis und Dank ge- der Liebe Bahn durch Leben fungen, da wir zum ersten- und durch Tod uns muthvoll mal in diesem Tempel dich ging voran. vereint, erhabner Gott, verehren feierlich. 6. Und wenn die Unsern einft zu unserm Grabe wallen, 2. Gott, welch ein Glück dann wird hier aus der Höh ist es, mit Undern froh ver- die Trauerglocke schallen. Dann Bei Einweihung einer Orgel. 581 Dann wird hier unser noch schen Sinn, und lenkeft weisund feierlich erwähnt. Wohl lich seinen Geist auf Kunstdann dem Todten, dem ein Erfindung hin. guter Nachruhm tont. 50 5. Es zeigt, was Men7. Laß hiervon uns den schenmühe kann, auch dieses Werth, o Bater, recht erwå- Werk für sich; doch Alles, gen, und dieses Hauses Zweck was der Mensch ersann, gerecht ernstlich überlegen. Dann lang ja nur durch dich. wird der heut'ge Tag ein Tag 6. Wie würden nicht in des Segens sein. Einst wird heil'ger Scheu die frommen sich seiner noch die spåte Nach- Båter stehn, såh'n sie der Drwelt freun.. gel Kunstgebau, und hörten ihr Getón! Bei Einweihung einer Orgel. 7. Sie fangen dir zum Saitenspiel, von Undacht tief durchglüht: o, heiligte doch ihr Gefühl auch unsers Mundes Lied! 8. Nie dien' es nur zu Mel. Ich finge dir mit Herz. 706. Wie rauscht in unsern Lobgesang der Orgel eitlem Prunk, dies Werk, das pracht'ger Ton! Erhebe dich wir dir weihn! Es müsse mit Preis und Dank, o Lied, Kraft und höhern Schwung zu Gottes Thron! der wahren Andacht leihn! 2. Wer gab die Kunst und 9. So oft fein erster WohlWissenschaft, die solch ein laut fällt, erheb' sich unser Werk erfand? wer legte so Hers, und schwinge sich von viel Schöpferkraft in eines dieser Welt zu dir, Gott, Menschen Hand? himmelwärts! 10. Einst wird mit einem 3. Wer lehrte ihn, aus Schwung und Fall der Luft höhern Ton dies schwache Lied Gefang zu ziehn? wer gab vertauscht, wo, Herr, um dem schweigenden Metall die deinen Strahlenthron der Enhohen Melodien? gel Harfe rauscht. 4. Du Ewiger! sei hoch 11. Dort schweigt die Saigepreift, du schärfst des Men- te, schweigt das Rohr, und jeder 582 Bei und nach allgemeinen traurigen Vorfällen. jeder Miston flieht; Hallelu- Freude Dank! Und unser gan jah! der Welten Chor stimmt zes Leben sei dir, Herr, ein dort in unser Lied. Lobgesang. Fülleborn. 12. Vernimm indeß der Klage Schrei, so wie der 3115175 Bei und nach allgemeinen traurigen Vorfällen. In Kriegszeiten. 4. Doch, Bater, deine Huld ist größer, als die Smel. Wo soll ich flichen hin. Schuld. Gedenke an die 707. Es züchtigt deine Deinen, die reuvoll zu dir Hand, o Höchster, jeßt das weinen; gedenke mit Erbarmen Land. Zu deinem Vaterher an die gebeugten Armen! zen erhebt in bittern Schmer- 5. Verkürze, gnåd'ger Gott, zen sich das Geschrei der Ur- die Dauer unsrer Noth! laß, men; erhör' es mit Erbarmen. die voll Angst dir flehen, 2. Du siehst des Landes Trost und Erleicht'rung sehen; Noth, sie kam auf dein Ge- verwandle alles Leiden in neue bot. Du kannst mit macht'- Lebensfreuden. gen Hånden sie lindern, und 6. Doch wenn, Herr aller auch enden. Ein Wort aus Welt, es dir noch nicht ge deinem Munde verändert Zeit fällt, die Trübsal zu entfer und Stunde. nen, so stark uns, daß wir 3. Herr, wir murren lernen, mit ehrfurchtsvollem nicht; gerecht ist dein Gericht Schweigen vor dir, Herr, uns bei allem, was wir dulden; zu beugen. denn groß sind unsre Schul- 7. Ja, deine Züchtigung den, und du bestrafft uns leit uns zur Besserung; laß minder, als wir's verdient, sie die Sichern schrecken, bie mir Gunder. Schläfrigen erwecken, auf dein Krieg. 583 8. Wenn dich das Herz 3. und doch, mit göttlichem Erbar men, dich zu uns Armen. Und schaff' uns Beinur liebt, so wird, was uns stand wider unsre Feinde. betrübt, uns doch zum Heil Sprichst du ein Wort, fo gedeihen. Wer deiner sich werden sie bald Freunde. Ach, kann freuen, dem wird auch sprich's, daß sie die Waffen, deine Gnade zum Licht auf uns zum Segen, bald nie. dunklem Pfade. derlegen. 9. Softårke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz 3. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen. Veres nie an Muth uns fehle; gebens ist's, auf Menschenhülo sprich zu unsrer Seele: ge- fe bauen. Mit dir nur kann trost; dich soll kein Leiden von man Thaten thun und kammeiner Liebe scheiden. pfen, die Feinde dåmpfen. 10. Um Schluß von un- 4. Du bist der Held! Nur serm Lauf, dann klárt sich al- du kannst sie bezwingen, und les auf; dann wird die Aus- uns des Friedens Kleinod wiesicht heiter, dann weint fein berbringen. Wir traun auf Auge weiter; und dieses Le- dich. Wir flehn in Jesu Nabens Leiden verwandeln sich men: hilf Helfer! Amen. in Freuden. Herrmann. dein Gebot zu merken, Reblichfromme stärken. Bruhn. Mel. Herzliebster Jefu, was. 708. Herr, unfer Gott, laß nicht zu Schanden werden Mel. Aus meines Herzens Gr. die, so in ihren Nöthen und 709. Du, bester Troft der Beschwerden mit frommem Armen! Gott, Herr der ganFlehn auf deine Hülfe schauen, zen Welt! Du, Vater voll Erbarmen, der das, was lebt, und dir vertrauen. Bei Miswachs und Theurung. 2. Wenn du, Herr, fira- erhält, du, unsre Zuversicht, feft alle, die dich haffen, die zu dem wir Alle flehen, auf sich voll Stolz auf ihre den wir alle sehen, verlaß, Macht verlassen; so tebrelverlaß uns nicht. 2. Er 584 Bei und nach traurigen Vorfällen. 2. Erbarmender! Ach, wen- und allen unsern Saaten gieb de der schweren Zeiten Lauf! Wachsthum und Gedeihn, thu' deine milden Hände, uns mit milder Vaterhand gieb zu versorgen, auf. Was ir- Wärme, Thau und Regen; gend Leben hat, nährst du so k hrt dein reicher Segen mit Wohlgefallen; nåhr uns zurück in unser Land. auch, schaff' uns Allen bei 7. Erhör' uns, Vater, unfern Mangel Rath. afróne 199 3. Bisher war jeden Mor- Gut, das Jahr mit deinem das sich das Herz ge gen dein Vatersegen nen; jest wöhne zum ftill gelaßnen wird von Nahrungssorgen das Muth! Lehr' es, sich deiner Herz nur selten frei. Uns freu'n', stets Zutrau'n zu dir helfen kannst du leicht. Du haben, und deine Segensgaben kannst dem Mangel wehren, durch Mißbrauch nie entweihn. in Ueberfluß ihn kehren, wanns uns unmöglich däucht 8. Allgútiger! wir hoffen auf dich und deine Tren'. Oft 4. Den Reichen gieb Er hat uns Noth betroffen, und barmen, Gefühl für Andrer da standst du uns bei. Du Schmerz, und, zu erfreun bilfft, du retteft gern; so fei den Armen, ein mitleidsvol- denn unser Leben vertrauungsles Herz; damit sie mild ihr voll ergeben dir, unserm Gott Brod hülflosen Brüdern bre- und Herrn. Schlegel. chen, und nicht gleichgültig sprechen: es nåhr', es helf euch Gott. Nach der Theurung. Sei Lob und Ehr' dem. 5. Laß einen Jeden eilen, mildthätig jeden Tag Be Met. drängten auszutheilen, jo viel 710. Du hast, o gnadener nur vermag; einst sieht reicher Gott, in Theurung das Jesus an, wenn wir die uns ernähret; in Elend und Brüder retten und sättigen, in Hungersnoth Errettung als hätten wir das ihm selbst uns gewähret; und nun hat gethan. deine Segenshand von uns 6. Laß jede Frucht gera- und unserm Baterland den then, uns wieder zu erfreun, Mangel abgewendet. 2. Dich Nach der Theuerung. isto 585 2. Dich jammerte, Herr, getroft auf dich; du hilfft unser Leid, das Angstgeschrei auch in Gefahren. Ja gern, der Armen; du, Vater der o Bater, wendest du dem Barmherzigkeit, sabst auf sie Lande deinen Segen zu, wo voll Erbarmen. Groß war man die Tugend ehret. Küster. die Noth, groß unsre Schuld, noch größer aber deine Huld und deiner Allmacht Stärke. 3. Auf, laßt uns unserm Bei ansteckenden KrankheiRetter Dank und Preis und ten und Seuchen. Ehre bringen, laßt mit verge eintem Lobgesang ihn dankbar Mel. In dich hab' ich gehoff. uns besingen! der Höchste 711. Du, Gott, bist unsre hält, was er verspricht; so Hülf und Macht! wenn uns lang' die Erde steht, soll's nicht dein Auge nicht bewacht: wer an Saat und Erndte fehlen. wacht, wer hilft uns Armen? 4. Wie schrecklich lehrte Erretter, dir, dir flehen wir: Hungersnoth uns unser Nichts du wolleft dich erbarmen. erkennen! Laß uns nur dich 2. Der Seuchen Gift perallein, o Gott, stets unsern breitet sich weit um uns her; Retter nennen. Lehr uns in erbarme dich; laß uns nicht Allem auf dich schaun, dich plößlich sterben. Entzeuch dem findlich fürchten, dir vertraun, Tod uns, der uns droht; entund deine Gaben schåßen. reiß' uns dem Verderben. 5. Gieb, Herr, daß wir im 3. Du bist ein Gott, der Ueberfluß uns nie durch Stolz gern verzeiht; laß uns denn erheben, stets måßig bleiben noch Barmherzigkeit vor deiim Genuß, der Wollust wi- nem Throne finden; und dein derstreben, von dem, was Gericht vertilg' uns nicht in deine Huld und Gnad' uns unbereuten Sünden. mildreich zugewendet hat, den 4. Kein Reichthum schützt, Armen gern erfreuen. kein Stand, kein Ort; hier 6. Ach, möchtest du uns weinen Wittwen, Eltern dort, väterlich vor Mangel stets be- und da verwaiste Kinder. Die wahren! Wir hoffen, Herr, Seuch erreicht auch den, der fleucht; 586 Bei und nach traurigen Vorfällen. fleucht; den Frommen, wie/ Preis zu bringen. Des ganden Sünder. zen Volkes lauter Dank soll, 5. Deß allen sind wir werth; Retter, dir lobsingen. Du doch wir beweinen's, Gott, warst mit uns! in welcher und flehn zu dir, du wollest Noth! wir sahen überall den uns vergeben! dein Volk will Tod den Untergang uns drogern dir, unserm Herrn, gehen. horchen, dir nur leben. 2. Wir sahen dort und sa6. Auch glauben wir an dei- hen hier so viele Brüder sternen Sohn; um Jesu Willen ben, und allenthalben waren duld' und schon', und laß uns wir umfangen vom VerderTroft erscheinen! Streck aus ben. Da war kein Schonen die Hand, und laß das Land stündlich war furchtbarer, nå nicht länger bülflos weinen. ber die Gefahr, und alle Kunst 7. Sei mit dem Sterben- vergebens. den, daß sie dein Untlik 3. Zu dir, du Menschenschau'n, und Alle, die noch retter, schrien der Deinen leben, die bewahre. Lindr bange Herzen. Du hörtest ihren Schmerz, daß beld ihr uns; die Seuchen fliehn; du Herz, wie gern du hilfft, er- heileft unsre Schmerzen. D fahre. du Erbarmer voller Huld! 8. Das ganze Volk froh- nach unsrer Uebertretung lockt dir dann, und betet dich, Schuld hast du uns nicht Erretter, an, und preiset deine gelohnet! Schlegel. Gnade. Dann wandeln wir, 4. Wir wollen, der du uns o Gott, vor dir mit Freuden befreift, o Gott, dich ewig deine Pfade. loben. Sei ewig, Bater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben. Es bete dich, Erretter, an, und jauchze, wer nur jauchzen kann, und diene deinem Namen. v. Breitenau. Nach ansteckenden Krank. heiten. Mel. Sei Lob' und Ehr' dem. 712. Wir kommen, Hel. fer, dir Gefang und Ruhm und Nach 587 schönsten Pflicht, der Pflicht, Betrübte zu erfreun, barmherzig gegen sie zu sein. Mel. Wenn wir in höchsten. 6. Was du uns nimmst 713. Gott, der des Feuers das kannst du, Gott, auch schnelle Kraft zum Segen und wiedergeben; jede Noth in Verderben schafft! Mit welcher Heil verwandeln: weif und schrecklichen Gemalt verwüstet gut ist alles, was dein Wille es, wie leicht, wie bald. thut. Nach einem erlittenen Brande. Nach einem erlittenen Brande. 2. Hier liegt der Häuser 7. Gieb Unterwerfung und Bau zestört, durch fürchter- Geduld, und laß uns deiner liche Glut verzehrt; auch dies Vaterhuld mit frommer Zuhat deine Hand gethan; wir versicht vertraun, und stets weinen, Herr, und beten an! auf deine Hülfe baun. 3. Wir klagen; doch ver- 8. Der Kinder und der thren wir auch deine Huld; sie Kranken, Herr, erbarme dich, half auch hier, und hielt der und wer nicht mehr, von AlFlammen schnellen Lauf, der ter schwer belastet, sich jetzt übrigen zu schonen, auf. nåhren kann, der finde dich! 4. Mit unsern Brüdern 9. Schüß' unser ganzes seufzen wir in ihrem Jammer, Vaterland vor Mangel, SeuGott, zu dir: laß sie nicht chen, Krieg und Brand! hülflos! tröfte sie, die du ge- Gieb, weil du unser Vater beugt haft, segne ſie! bift, uns Allen, was uns se5. Gieb, daß der, den du lig ist! schontest, nicht vergesse feiner Cramer. Bei der Taufe eines Kindes. Mel. Jefus meine Zuversicht. fern Armen dieses Kind, und 714. Betend nahen wir flehen hier, großer Vater, uns dir, bringen dir auf un- um Erbarem. Es ist dein, es 588 Bei der Taufe eines Kindes. es lebt durch dich, segn' es ihn von dir ließest, wenn er schüß es väterlich. um deine Hülfe bat, gelobt 2. Schwach und hüflos sei deine Gütigkeit, die gern liegt es da, ohne Kraft, zu erhöret und erfreut! dir zu flehen: aber du bist ihm 2. Du hattest, Heiland doch nah', wirst sein Stam- voll Erbarmen, an Kindermeln wohl verstehen; führst unschuld deine Luft; du wür es aus der Nacht zum Licht digteft sie, zu umarmen, du einst durch deinen Unterricht. drückteft sie an deine Brust. 3. Sieh, wir weihen dir Laßt, sprachst du, lasset sie dies Pfand deiner väterlichen zu mir: denn wißt, das Him Güte, bitten: deine Bater- melreich ist ihr. hand leit es, warne und be- 3. Dir sei auch dieses hüte, wenn es sich nicht lei- Kind empfohlen, dir, dessen ten kann, selbst auf seines Treu' unwandelbar. Wir Lebens Bahn. bringen's wie du selbst be 4. Zu der Christen hohem fohlen, die in der heil'gen Glück ward es hier von dir Taufe dar. Du segnest es, erkohren. Ach, es weiche nie Herr Jesu Chrift, so wahr zurück, sei vergebens nicht ge- sie deine Stiftung ist. boren, hab' in Jesu Christi Reich Bürgerrecht, und werd' Mel. Allein Gott in der Höh ihm gleich. 716. Willkommen in der fei 5. Laß es unter Schmerz Menschheit Arm, geliebtes und Luft treu an seinen Pflich- Kind, willkommen! 0, ten hangen, und es nähre mit Freuden mild und warm feine Bruft nie ein stråfliches zur Bildung aufgenommen! Verlangen. Wann sein Aug' Bedürft ger, als das junge im Tode bricht, Gott, o dann Thier, doch Mensch geboren, verlaß es nicht! so wie wir, bist du, wie wir unsterblich. Mel. Wer nur den lieben G. 2. Empfang im Schooß 715. Herr, der du Keinen der Christenheit auf Jeſu Tuje verstießest, der sich im Glau- gendwegen, du Zögling der ben dir genaht, nie unerfreut Unsterblichkeit, empfang der Chri Trauungslieder. 589 Christen Segen; bei ihnen] bei ihnen 4. Du mögest dich des Lesind auf deinem Pfad getreue bens freun, es ist ein MenLiebe, Trost und Rath und schenleben; und soll dein Geist, Lehre bis ans Ende. zu höherm Sein gebildet, de 3. Es gehe, wie dein Gott einst sich heben: so sinke, es fügt! Ist wenig dir be- wenn dein Gott dich ruft, so schieden, so sei bei wenigem furchtlos, fröhlich in die vergnügt, bei kleinem Gut zu- Gruft, als an die Brust der frieden; und trifft dich Leiden: Mutter. Gott ist gut, du bist unsterblich, habe Muth, und reiner Unschuld Ruhe. 12 in Starke. Trauungslieder. dig is Wohl euch, Vor der Tranung.glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott Mel. Wie schön leuchtet der. verband, ihm hülfreich beizu717. Der Ehestand soll stehen. wohl beilig sein! Du, Schöpfer, euch fromme Gatten! In seßteft selbst ihn ein, der Welt dem Schatten seiner Güte zum Glück und Segen. Noch jauchzt mit freudigem Geimmer fließt in diesem Stand müthe! aus deiner milden Baterhand 3. Ihr seid Gesegnete ves den Frommen Heil entgegen. Herrn. Ihr seid von Haß Bater, Bater, dich erhöhen, und Argwohn fern, um euch die in Ehen dein sich freuen, glänzt holder Friede. Häuft durch dich blühen und ge- gleich die Laft der Leiden sich, deihen. du ihr tragt die Laft gemein2. Wie glücklich lebt ein schaftlich, daß sie euch nicht frommer Mann, wenn Diesermüde. Flehet, flehet, Gott sein Herz ihm abgewann, die wird hören, Plagen wehren, Gott ihm ausersehen! Wie Schmerzen lindern, und des bh 590 Trauungslieder. des Kreuzes Bürde min- 2. Leit' mich nach deiner and Gnade durch deinen guten dern. mis 4. Gott, der du sie verbun- Geist beständig auf dem Pfade, den haft; erleichtre du des Le- den dein Gesetz mir weist. bens Laft: gieb, daß kein Se- Laß mich nach seinen Lehren gen fehle! Laß nie sie ihren bei allem, was ich thu', dich Bund entweihn, Herr, laß und die Tugend ehren, zu sie züchtig, friedsam sein, ein aieiner Seelenruh. Herz und eine Seele! Heil'ge, 3. Hilf, daß ich meinem heil'ge, Geist der Liebe, ihre Gatten treu bis ans Ende sei, Triebe, und gieb Gnade, daß und nie durch Lasterthaten den sie wandeln ihre Pfade. heil'gen Bund entweih. Ge 5. Lenk ab das Herz von währ' uns edlen Frieden, der Ueppigkeit auf Freuden, die reinen Liebe Frucht; und alles man nie bereut, auf Freuden sei vermieden, was ihn zu achter Tugend; auch selbst das stören sucht. hohe Alter sei von drücken- 4. Zur Arbeit gieb uns den Beschwerden frei, noch Kräfte, Gesundheit, Luft, Vermutter, gleich der Jugend. stand; zu jeglichem Geschäfte Segne, fegne, Herr Gott, Gedeihn von deiner Hand. Vater und Berather frommer Uns redlich zu ernähren, ist Ehen, Alle, die auf dich nur unsre Sorg', o Gott, gieb, sehen! banger Noth zu wehren, uns unser täglich Brod. Schlegel. 5. Eilt dann dein milder Mel. Jy dank dir, lieber H. Segen uns jeden Tag aufs 718. Der Stand, in den neu zu unserm Troft entge ich trete, bat, Gott, zum gen: so laß uns froh dabei Stifter dich! Drum, Herr, das Herz zu dir erheben, und zu dem ich bete, sieh gnaden- deiner Huld und Macht Dant, voll auf mich. Hilf mir aus Ruhm und Ehre geben, so deiner Höhe, daß mir mein bald der Tag erwacht. Wunsch gedeih', und gieb, 6. Doch sendest du auch daß meine Ehe beglückt und Plagen im Ehestand uns zu: friedlich sei. so schenk' auch, sie zu tragen, 91d der Trauungslieder. 591 ber Seele Troft und Ruh'. 2. Gieb ihnen( uns) o Gott! In drohenden Gefahren sei der Freuden viel in diesem Pil deine starke Hand, uns mách- gerleben, daß sie( wir) der tig zu bewahren, nie von uns Menschheit hohes Ziel mit abgewandt. Freudigkeit erstreben. Ihr 7. Gewährst du uns die frommer( und unser) Blick Freude, die Kindersegen erheb im Glück sich dankend, schenkt: so schaffe, daß uns dich, den Weisen und Güttbeide dein Geift zur Sorge gen, zu preiſen. lenkt, sie fromm dir zu erzie- 3. Und sollte deine Baterben und deinen Dienst zu huld auch Leiden ihnen( auch weihn: und laß dann dies Prüfungsleiden) schicken fo Bemühen durch ihn gesegnet lehr' Ergebung und Geduld fie ſein. ( uns) troftvoll aufwärts blik8. Herr, der du ohne Ende ken. Der Gläube hofft, und, die höchste Liebe bist, erbarm' o, wie oft verwandelt sich das dich unser! wende von uns, Sehnen in füße Freubenwas schädlich ist; wir trauen thránen. deiner Güte, die keine Grennow own 5. Ihr werdet( Wir wers zen bat. Uns fegne, uns den) stets, in Freud und Leid, bebüte Dein ewig weiser der Vorsicht Rath verehren; Rath. Bäzler. drum nahet euch( nah'n wir uns) mit Freudigkeit den Heiligen Altåren. Die Vaterband, die euch( uns) verband, wird euch( uns) zu allen Zei719. Voll Dankempfin- ten mit weiser Gute leiten. dung woller ihe( wollen wir) an heiligen Ultåren, jetzt vor Rel. Was Gott thut, das ist Fülle. den Augen Gottes hier der Mel. Wie herrlich strahlt, der. Trene Bund beschwören. Der 720. Von dir, du Goff der Erd' entschwebt der Geist und Einigkeit, ward einst der strebt empor zu Gottes Ho- Ehe Bund geweiht; o weih' hen, euch( uns) Segen zu er auch sie zum Gegen, die hier flehen. Ivor deinem Angesicht bereit stehn, 592 Trauungslieder. stehn, dir den Eid der Pflicht euch gewährt! Geht hin, und und Eintracht abzulegen. Laß macht durch frommes Thun fie, Bater, dir ergeben, einig euch dieses Segens werth. leben, treu sich lieben, treu 2. Der Herr erfüllt, was die Pflicht der Christen üben. er versprach; sein Heil follt 2. Du, Gott, du knüpftest ihr empfahn; kommt ihr nur selbst das Band. Laß sie dem Gelübde nach, das ihr durch Eintracht Hand in Hand dem Herrn gethan. ihr Erbenglück vermehren. 3. Ihm heiligt nun Beruf Laß ihre Liebe lauter sein, und Stand ihm heiligt ener und Untreu nie den Bund Herz, und folgt der Leitung entweihn, den sie dir heute feiner Hand durch Freuden schwören. Immer laß sie, dir und durch Schmerz. vor dir wandeln. ergeben, einig leben, einig 4. Bis ihr den Lauf der handeln, fromm und heilig Pilgerzeit nach Gottes Wil3. D segne sie, der gern ner Herrlichkeit einst schauet, len schließt, und ihn in seibeglückt, und frommen Lohn von oben schickt, auf allen ihren Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun; gieb ihrem wie er ist. Eschenburg. Stand und Fleiß Gedeihn, 722. Geschlossen ist nun Mel. Ich finge dir mit. und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Bater, dir ergeben, unser Bund vor deinem Unglücklich leben, freudig ster- gesicht; wir flehn zu dir mit ben, und dann deinen Him- Herz und Mund: verlaß uns, mel erben. Bater, nicht. Eschenburg. Nach der Trauung. Turis. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 2. Sieh gnadenvoll auf uns herab, die wir uns deiner freun; daß wir Ein Herz nur bis ans Grab und eine Seele sein. 3. Laß deinen Geist stets 720. Auf euch wird Got- auf uns ruhn, der alles Gute tes Segen ruhn; er hat ihn schafft: lehr uns nach deinem Wil allo Trauungslieder. shilbund 593 Willen thun, stårk uns dazu bensvoll zu jenen Höhen blikmit Kraft. and dind siken, wo unser Vaterland uns 4. Sollt's uns bei beiterm allen einst gewährt des WieSonnenschein in Zukunft dersehns Entzücken. ansda2 glücklich gehn: so wird das as mision in Fülle, Herz dir dankbar sein, und dasd gst slide deinen Ruhm erhöhn. Mel. Vom Himmel hoch, da. 724. Sie schlossen ihren 5. Doch, sollte manches Leiden sich zu unfrer Hütte Ehebund vor dir, o Herr, mit nahn: so nimm dich unser Herz und Mund, und sagen gnädiglich in allen Nöthen an. jetzt, das höreft du, auf immer Lieb und Treu' sich 6. Nun bist du unsre Zu- en Jesu Geift auf 2. Send' versicht, und wir sind ewig sie herab, daß sie zusammen dein. Du, Herr, verläßt die bis ans Grab verträglich, Deinen nicht, wirst gnädig freundlich, gleichgesinnt, vor mit uns sein. bessg nisen allem gottesfürchtig sind. 7. Und trennt uns einst deri 3. Laß sie einander innigblaffe Tob nach froh durch- lich stets leben, doch nie mehr lebter Zeit: so führst du uns als dich, pon Untreu fern, aus aller Noth in deine Herr von Argwohn rein, in Wort lichkeit. sino mund Thaten züchtig sein.oud di dis2 is noch no4 Laß, Bater, beide bir Rel. Wenn ich in Ungst und vertraun, sich oftmals durch 723. Herr, fegne ihren( un- dein Wort erbaun, vereinigt sern) Bund von deiner Gna- deine Hülferflehn, vereinigt de Thron, laß sie( uns) ver- Menschenwohl erhöhn. sid wi einigt dir und ihren( unsern) 5. Auch mache sie zu dem Pflichten leben: dann wird Beruf, wozu sie deine Weis bienieden schon des Himmels heit schuf, geschickt und wil Ahnung sie( uns), der See- lig emsig, treu, damit ihr len Ruh', umschweben.nd Werk gesegnet fei.deni 2. Und trennet ihren( un- 06. Führst du sie auf der sern) Bund einst deine Ba- Leidensbahn: so nimm dich terhand: so laß sie( uns) glau ihrer liebreich am; die AusP p ficht 594 Häusliche und persönliche Vorfälle. ficht auf die Ewigkeit erwecke 8. Sie trennt, wer weiß, Muth in ihrem Leid. wie bald? der Tod; dann 7. Erfährt ein Theil des tröfte sie der Glaub', o Gott, Lebens Muhy so murre doch daß, die voran zum Himmel der andre nie; vielmehr es gehn, verlaßne Freunde wie theile jeder gern des Andern dersehn. Last, von Unmuth fern. and do nith Bei besondern häuslichen und persönlichen Ti 110 BZ jug si god Vorfällen. vion dan dr hit dilplase On and Tag Am Geburtstage. werde, hast du schon ewig Mel. In allen meinen Thaten. mein gedacht. 725. Dir dank ich für 4. Du hörtest schon mein mein Leben! Gott, der du Sehnen, und zähltest meine mirs gegeben, ich danke dir Thránen; eh' ich bereitet war; dafür. Duis haft von Huld eh' ich zu sein begonnte, und bewogen, mich aus dem Nichts zu dir rufen konnte, da wegst gezogen; durch deine Güte du schon mein Theil mirdar. bin ich hier. chil un 5. Du ließ'st mich Gnade 1912, Du, Herr, haft mich finden, und sahst doch meine bereitet; mich våterlich gelei Sünden vorher in Ewigkeit. set bis diesen Augenblick. Du O Höchster, welch' Erbarmen, gabft mir frohe Tage und du sorgtest für mich Armen telbft der Leiden Plage verwan und bist ein Bater, der ver deltest du in mein Glück. zeiht. asd 3.Ich bin, Herr aller 6. Für alle deine Treue, Dinge, der Huld viel zu ge- für das, deß ich mich freue, ringe, mit der du mich be- lobsinget dir mein Geist. Es wacht. Damit ich, Staub ist dein größt Geschenke, daß und Erde, auf ewig glücklich ich durch ihn dich denke; rbij dein allo Geburtstag. schilkund. 595 dein ists, daß er dich Vater mir Leiden, so war mein Glück heißt. udnir Jordandgemeint. sede di solidag 7. Daß du mein Leben 3. Du gabst von deinem on an ( 51 DO fristeft, und mich mit Kraft Willen genug Erkenntniß mir, ausrüstet; dies, Vater, dank; und gern ihn zu erfüllen, auch ich dir. Daß du mich lieb- Wollen und Begier. Lief ich reich führeft, mit deinem Geist Gefahr zu gleiten, irrt' ich regiereft; dies alles, Bater in meinem Lauf, so warst dank' ich dir. Du mir zur Seiten, und 8. Was mir in diesem Le- halfft mir wieder auf. ben, noch nützst, wirst du mir 4. D Schöpfer meiner£ ageben. Du giebst's; ich hoff ge, stårk' in der Tugend mich, auf dich. Dir, Vater, dir und wenn ich einsam klage: befehle ich meinen Leib und so geig als Vater dich, der Seele. Herr, segne and be auch das leise: Sehnen des hüte mich...?? is Herzens gern erfüllt und und Gellert. heiße Kummerthránen mit weibig dis dundser Güte stillt.lic of w Mel. Befiehl du deine Wege. 5. Und ist in diesem Leben 726. Durch dein allmách- kein glücklich Loos mein Theil tig Werde! ward, Gott, dies willst du mir Leiden geben: Leben mein; wie Himmel, so gieb auch Muth, mein Sonn' und Erde, riefst du Heil. Doch sollen frohe Taauch mich ins Sein. Und ge für mich auf Erden sein, einft, als ich erblickte dies so laß bei Andrer Klage schöne Tageslicht, mit wie gern ihr Herz erfreun. viel Segen schmückte mich deine Güte nicht. 2. Was in dem Pilgerleben zu meinem Wohlfein 727. Gott, meine Seele nüßt, hast du mir da gege- danket dir, dir, der sie mir ben und giebst es mir noch gegeben. Auch diesen Leib ist. Du gabst mir viele Freu- erschufst du mir, gabst ihm den, und manchen treuen Gefühl, und Leben. Ich unter Freund; und schicktest du meiner Mutter Brust, ward Pp 2 wunge mich મ e virt Mel. Sei Lob und Ehr' dem. 596 Häusliche und persönliche Vorfälle. wunderbar, mir unbewußt, Recht, Gesetz und Pflicht gebildet und geboren. nisaus Beispiel und aus Unterricht und aus der Fehler Strafenunchin ind the rad 1800 2. Frch denk' ich jetzt den ersten Tag, ihn meines Lebens Morgen, da ich an ih- 6. 9, 6., wie viel Freuden rem Herzen lag, ein Liebling schenktest du der Kindheit und ihrer Sorgen; da, tief ge- der Jugend. Du riefft mir rührt, mein Vater mich auf wenn ich irrte zu, du führseinen Arm nahm, daß sie test mich zur Tugend. Du sich selbst ihrer Schmerzen hemmtest meiner Thorheit freute. Lauf; ich fiel, du halfft mir 12th 200 3. Du teichtest deine Kraft wieder auf durch Lehrer und mir dar, gabst Alles, was durch Freunde. ich brauchte: den Schlaf, 7. Go weise hast du je der mir so heilsam war, den derzeit, o Bater, mich gelei Odem, den ich hauchte. Ich tet; und so durch Frende wie war so hůlflos, war so durch Leid viel Segen zubeschwach; und doch, o Bater, reitet. Ich bete dich bewundoch gebrach mir niemals dernd an. Ach, daß ich nicht Hülf und Pflege.. ſo danken kann, wie ich dir banken sollte. H 4. Du zogst des Vaters Herz zu mir durch milde, sanf- 8. Wie lang' ich hier noch te Triebe; der Mutter Herz wallen soll, hast du mir zwar empfing von dir den Eifer ih- verborgen; doch überlaß ich rer Liebe: und Beiden ward, hoffnungsvoll dies, Vater, mir unbewußt, die Mühe der deinen Sorgen. Ich fürchte Erziehung Luft, mir ihre nicht die Ewigkeit, wenn ich Sorg' ein Segen. in meiner Pilgerzeit nur fromm und heilig lebe. 5. Ich lernte fühlen, hören, sehn; versuchte bald zu stammeln, der Mutter Win ke zu verstehn, Gedanken einzusammeln. Ich lerntel 4 Schink, d Hublof our commit In Allifor 597 In der Kindheit. streben; nicht Menschen können einstens mir des Himmels Freude geben. Mel. Ich dank' dir schon. m 728. Dir, Herr, gehört 8. Den Umgang, wo Berdie ganze Zeit von meinem führung droht, und alle SunErdenleben: drum sei der denfreuden, laß mich weit wahren Frömmigkeit mein mehr als Schmerz und Tod junges Herz ergeben. mit weiser Vorsicht meiden. 2. O, stärke den Entschluß 9. Umringe meinen Lebensin mir um deiner Liebe wil- pfad mit tugendhaften Seelen: und gieb mir Kraft, sie len, und laß mich stets zu kommt von dir, ihn treulich Troft und Rath nur fromme zu erfüllen. aith Freunde wählen. 3. Du, Gott, bist Vater, 10. Wenn wir mit Freud' ich dein Kind, mein Glück und Luftgefang auf grünen ifts, dich zu lieben. O, ma- Fluren spielen; dann laß de mich dir gleich gesinnt in mich dich mit Lob und Dank allen meinen Trieben. als ihren Schöpfer fühlen. 4. Du gabst mir den ver- 11. Wie ich der Eltern nünft'gen Geist, damit er liebend Herz mit Kindeslieb' schon auf Erden dir, den der umfange, und wie in Freude, ganze Himmel preist, Gott so in Schmerz an ihren Buähnlich möge werden. sen hange. 5. Drum will ich eifrig 12. So laß mich stets in eilen, ihn mit Weisheit aus- Glück und Noth zu dir, mein zuschmücken; denn meine Ta- Gott, mich halten; dann ge fliehn dahin, gleich schnel- wirst du über mich, mein en Augenblicken. Gott, mit Batertreue walten. Kindheit. 6. Mein Geist ist ewig; nicht von Staub, wie dieser Leib von Erde. Hilf, daß er nie des Lasters Raub, ein Raub des Elends werde. Für die Jugend. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 7. Laß mich vor allen An- 729. Du kanntest schon und dern, dir nur zu gefallen liebtest, mich, eh' deine Hand mich 598 Hausliche und persönliche Vorfälle. mich schuf. Zu kennen und deine Kraft, drum gieb mir, zu lieben dich, ist, Vater Vater alles Lichts, den Geist, mein Beruf. sdin alder gutes schafft. 2.Deing feil der Jugend 9. Zum Lernen gieb mir Blüthe, dein die ganze Le Treu und Fleiß, laß Mühe benszeit! Und mein sei deine nie mich scheun, so werd' ich Gnade, mein noch in der dir, o Herr, zum Preis der Ewigkeit. hio nis um Welt einst nüßlich sein. 3. Mit Weisheit, ach, ich 10. Du gabst mir Eltern, bitte dich, erfülle den Ver- Lehrer mir; ihr treuer Unterstand: und naht mir ein Ver- richt, ihr lehrend Beispiel führer sich, so beut mir deine kommt von dir, von dir, du Hand. midion dator höchstes Licht. milsin 1 4. Der Jugendliste Eitel- 11. Hab' ich sie nicht gekeit laß ferne von mir sein, nug geliebt, wie mir dein laß mich der wahren From Wort gebeut, und sie aus migkeit und deiner Furcht Leichtsinn oft betrübt, vermich weihn. quib giebs, es ist mir leid. nym 5. Ist mir von deiner Gü12. Du sollst, Gott meitigkeit ein Vorzug, Gott, ner Jugend, noch mein Gott verliehn: so laß mich Selbst- im Alter sein; und so will gefälligkeit als eine Thorheit ich auch sterbend noch bich fliehn. preisen; dein mich freun. 6. Will meiner Jugend wallend Blut mich trüglich hintergehn; so gieb mir Weisheit, gieb mir Muth, o Gott, zu Widerstehn. Lied eines Jünglings. Mel. Ermuntre dich, mein. 7. Die Luft, die unsern 730. Ich trete vor dein AnSinn entzückt, entadelt oft gesicht, du Schöpfer meiner das Herz, und Sünde, die Jugend. Verwirf mein kinddas Herz berückt, wirkt, Reue, lich Flehen nicht unt Weis Schand und Schmerz. heit und um Tugend. Mein 8. Nichts ist mein bester ganzes Leben dank' ich dir. Vorfah, nichts, Herr, ohne Weich' nur, Erbarmer, nicht dim von 599 allroach Jugend. dahilund von mir, damit ich meine Stolz gebiert, das Merkmal Wege unstråflich gehen möge. schwacher Seelen; die Trägheit, Ge2. Mein Weg ist schlüpfrig; die den Geist verzehrt und jeden wer erhält mich, daß mein Trieb zum Lafter nåhrt; laß Fuß nicht gleite? Wer führt nie zu diesen Sünden, o Gott, mich sicher in die Welt, und mich willig finden. 6312 geht mir treu zur Seite? Wer warnt mich, wenn 6. Wenn sich auf meiner fahren drohn, und lehrt mich Jugendbahn, mich in ihr Nek in der Ferne schon, daß sie zu ziehen, Verführer meiner mich nicht erreichen, mit Seele nahn; so laß mich klugKlugheit auszuweichen? lich fliehen. Ihr süßlich Lokken lenke nicht mein Herz 3. Du pflanztest, Herr, von dir und meiner Pflicht. in meine Brust die Triebe hr Spotten und ihr Lachen zum Vergnügen, ach! stårke laß mich nie wankend mamich, den Hang zur Luft der chen. Sünde zu besiegen. ind singe Dein A unausbleibliches Gericht ver- 7. Der Tugend heilige geffe meine Seele nicht, und mich ganz, mein Schöpfer lerne fromme Freuden von und Erhalter! Sie werde Lüften unterscheiden. meiner Jugend Glanz und 4. Von dir, o Gott, werd einst mein Trost im Alter. ich bewacht, bin ganz von Erhalte mein Gewissen rein. dir umgeben; von dir bedeckt Laß keinen meiner Tage sein, nicht Mitternacht noch Ein- der nicht zu deiner Ehre gesamkeit mein Leben. Die schmückt mit Tugend wåre. Sünde, die im Finstern 8. Ach, lehre mich den schleicht, verbirgt vor Men- Werth der Zeit, daß ich sie nie schen sich vielleicht; vor dei verschwende, daß ich mit flunem Angesichte steht sie im hellen Lichte. ger Thätigkeit auf Weisheit fie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh laß nicht umsonst sein, segne sie. Laß 5. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, das Böse zu erwählen; den Ehrgeiz, der den auch durch mich auf Erden dein 600 Häusliche und persönliche Vorfälle. dein Werk gefördert wer- ich mich bescheiden in Zucht deng2 sidush sonar und Demuth kleiden. Münter. 4. Auch sei mein Auge, wie dsmein Herz, unstråflich; nie madun uspio nientzünde ein freier unfittsaLied einer Jungfrau.mer Scherz geheime Luft zur Sünde! Die Unschuld sei Met. Ermuntre dich, mein. mein liebster Kuhm, ein gu 731. Ich will in stiller Ein- ter Ruf mein Eigenthum, samkeit mein Herz zu dir er den jeder gern mir gönne, den heben. Nur deinem Dienste niemand låstern könne. seis geweiht, dir ewig, Gott, 5. Gieb, daß in stiller Hausergeben! Vernimm, o Bater, lichkeit ich eitle Zeitvertreibe mein Gebet, das dich um stets gern entbehr, und alleLicht und Gnade flebt, mit zeit im Guten thätig bleibe. Treue deinen Willen und Der Umgang, der Verfüh freudig zu erfüllen. rung drobt, sei schrecklicher mir als der Tod; laß seine 2. Vor eitler Selbstgefäl- wilden Freuden, wie eine Pest ligkeit bewahhre meine Jugend. mich meiden. Stets fei ihr Schmuck Be= 6. Mit wahren Frommen scheidenheit, und ihre Schön muß ich mich durch Frömmigheit Tugend. Kein Schmuck feit verbinden; und, ihrer gefalle mir, wie sie! Den Liebe werth, durch dich der gieb mir, gieb, daß ich mich Freundschaft Glück empfin nie für unbescheidne Blicke, den! Laß diesen Umgang fant um sie zu reizen, schmücke. und rein, mir lehrreich durch 3. Die Luft zur Eitelkeit ihr Beispiel sein, daß mich, laß nicht mein junges Herz wenn ich mich freue, nie mein entzumden! Sie streitet wieder Bergnügen reue! meine Pflicht, und locket 7. Ach, sende deine Hülfe mich zu Sünden. Was hilft mir, dies gern zu thun, er das Prangen vor der Welt, höre mein brimstiges Gebet zu wenn, Gott, mein Herz dir, daß ich dich ewig ehre! nicht dir gefällt? drum will Dir weih' ich, Gott, mein Leben lloc obil Alter. 601 benlang der Unschuld und der gen und dein Erretter sein." Tugend Dank; und will, zu Dies hast du mir versprodir erhoben, dich einst voll- chen, und nie dein Wort gekommner loben. hands brochen. Deß will ich mich Cramer. auch immer freun. for deg 310 5. Du wirst in meinem Albyd sitter mein Stab sein, mein ErIm Alter. halter nach deiner Vatertreu'. Bin ich gleich schwach und müde: bei dir ist Troft und Mel. Nun ruhen alle Wälder. chen machtig bei. 732. Du Herr, von mei- Friede, du stehst mir Schwanen Tagen, haft mich voll Huld getragen von meiner 6. Nach wenig bangen Jugend auf; auf allen mei- Stunden hab' ich ganz übernen Wegen umgab mich, wunden; ich bin dem Ziele Gott, dein Segen, auch selbst nab, dem Ziele aller Leiden. im schwersten Lebenslauf welche hohe Freuden erwar2. Oft batt' ich große Sor- ten meine Seele da! gen, doch wie ein heitrer Mor- 7. Ich harre froh und stille, gen durch Nächte bis, Herr, mein Gott, dein bricht; so hab ich stets er- Wille mich nach dem Kampfe fahren, du weißt uns zu bekrönt. An meiner Laufbahn wahren, und führst durch Fin- Ende sink ich in Jesu Hånsterniß zum Licht. de; denn er hat mich mit Gott verföhnt. dunkle END Feddersen. des Lebens, mein Licht auf Mel. Ich dank dir schon. dunkler Bahn. Dich ließ ich 733. Stets warst du meine thun und rathen: denn du Zuversicht, und bist es noch thuft große Thaten, und im Alter, verlaß auch nun nimmst dich unsrer huldreich mich Schwachen nicht, mein sub Schöpfer, mein Erhalter. an. 3. War Menschenrath vergebens: so warst du, Herr 4. ,, Bis zu des Alters Ta- 2. Ich fühle die Beschwergen will ich dich heben, tra- lichkeit gehäufter Lebensjahre, und 602 Häusliche und persönliche Vorfälle. und steh am Rande meiner nahe Glück zu meinem Trost Zeit. Nah sind mir Sarg bedenke.@ amput und Bahre. in dair ust 10. So bleib' ich in Zufrie th 3. Gelobt sei deine Bater- denheit auch bei des Alters treu, die mich bis hieher brach- Schwäche, und harre, bis te, mir wohl that, und mein dein Wink gebeut, daß meine Herz dabei mit dir zufrieden Hütte breche. machte. Diterich. 4. O, sei auch fernerhin mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und voll Ver- In der Schwangerschaft. traun zu dir des Lebens Rest Mel. Gott des Himmels und. vollende. 5. Erhalt mich in Gelassen- 734. Süßes Kind, unaufheit auch bei den größten Pla- geblühet schläfft du unterm gen, und hilf mir mit Zu- Herzen mir; und von Mut friedenheit die Last des Al- terlieb' entglühet, klopft mein Bald ters tragen. Herz entgegen dir. 6. Biel heitre Tage gabst druck ich mit neuer Luft dich du mir, befreit von Sorg' an meine Mutterbrust. und Gramen; und wie? ich 2. Bist du Knabe: o so follte nicht von dir jetzt auch werde fromm dein Herz und die trüben nehmen? fest dein Muth; und aus jeg7. Es dauert ja nur kurze licher Gebehrde leuchte Geist Zeit, was ich noch etwa leide; und Tugendgluth, daß auf und dann gewährt die Ewig- dich aus seiner Höhy' Gott mit keit mir ungestörte Freude. Wohlgefallen seb). 8. Da drückt mich keine 3. Bist du Tochter: o so Schwachheit mehr; verjüngt schmücke Gottesfurcht und Un werd' ich da leben, und won- schuld dich; und dein fanfter nevoll dir Preis und Ehr für Sinn beglücke, süße Tochter deine Treue geben. dich und mich! Boller Gnade 9. Hilf, daß ich täglich mei- schauet dann dich dein Gott nen Blick auf diesen Wechsel und Vater an. lenke, und täglich dies mir 4. Schlummre, schlummre ftill Timlidn Schwangerschaft. chilbund 603 still verborgen, bis die ernsterreichen Segen! selig, wen des Stund' erscheint, wo aus dir Ew'gen Ruf, zu dem Mutterder Lebenssorgen erste Vor- glück erschuf. empfindung weint. Dann, 4. Nahet sich die Stunde dann decke deine Ruty lieb- mir, wo mich Schmerzen wild reich Gott, dein Schöpfer zu. durchbeben, macht'ger Gott, 5. Gern erduld' ich Angst ich fleh' zu dir, Muth und und Schmerzen, die dein Lå- Kraft mir dann zu geben, cheln einst versüßt, wenn, ge- deine Baterhuld ist ja stets náhrt an meinem Herzen, du, dem Hilfsbedürftgen nah. von Gott geschenkt, mir blühst. 5. Sieht das holde dann Laß nur, Bater, auf mein dein Licht, Gott, so führ' es Flehn bald die Angst vor gut und weise; gieb ihm Trieb übergehn. zu jeder Pflicht, mir zum Glück und dir zum Preise: Mel. Meinen Jesum laß ich n. daß es nicht auf dieser Welt in der Sünde Schlingen fällt. 6. Doch beschloß dein weiruht ein mir theures zartes Leser Rath mir statt Mutterben. Guter Gott, du hast freuden Schmerzen: gieb auf dies Gut huldreich mir zum rauhem Dornenpfad dann ErGlück gegeben. Ja, nur dei- gebung meinem Herzen, daß ne Baterhand gab mir dieses ich, stets der Pflicht getreu, holde Pfand. auch im Leiden dankbar sei. Lavater. 735. Unter meinem Herzen 2. O wie froh hebt sich die Brust voll von süßen Muttertrieben: denke ich der edlen Lust, bald die schönste Pflicht Bei der Geburt. zu üben: fromm den Liebling Mel. Werde munter mein G. zu erziehn, den mir deine Huld verliehn. 736. Muthig, muthig 3. Zwar mit holdem Lå- nicht mehr lange bleibt das cheln blickt er noch nicht mir Ende dieser Pein. Machen froh entgegen; aber doch fühl uns die Schmerzen bange; ich entzückt schon der Unmuth bald wirds überwunden sein. Steh 604 Häusliche und persönliche Verhältnisse. Steh uns, Gott der Güte, sicht. Gott Lob, Gott Lob! bei, daß der Anblick fröhlich Du bist! anischiss Tamind sei. Ehr' und Preis sei dei- 2. Du Wunderwerk der nem Namen, Gott erhört uns. Meisterhand, die alles Leben Amen, Amen! schafft. Du Strahl vom weiMel. Jesus meine Zuversicht. sesten Verstand, du Hauch 737. Starke fie, du Gott der höchsten Kraft. 3. Da liegst du still, und der Huld, hilf ihr diesen träumeft dir der Kindheit dunSchmerz bezwingen! Send' keln Traum; und um dein ihr Labung und Geduld, und Lager stehen wir, fehn dich, laß alles wohlgelingen! Wenn und glaubens kaum. ihr Muth und Kraft gebricht, 4. Gepriesen sei die Got großer Gott, verlaß sie nicht. tesmacht, die aus der Finbo sterniß dich wunderbar ans Licht gebracht, und dich dem Schmerz entriß. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 5. Auf Stirn und Aug und Lippe schwebt der Freude 738. Lob und Dank sei dir Ueberschwang. Mit welchem ſei gebracht, der du dieses Kind Ausdruck, Gott, erhebt dich gegeben! Du hast alles wohl würdig unser Dent? MING gemacht, o erhalt ihm auch 6. Weg ist der Schmerz das Leben! Laß es fromm und die Angst ist Luft. Da liegt gut auf Erden, und des Him- das holde Kind. mels würdig werden! Bald nimmts die Mutter an die Brust, die Freudenthráne rinnt. 1,80 Danklied nach der Entbin: bung. 7. Du Freudenschöpfer Gott, du schauft uns segenlächelnd zu: großer Geber, wie vertraust uns große Ga Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 739. Da ist geboren an das ben du! Licht das liebe Kind. Es ist! 8. Dir Vater Uller, Chris Wir sehn sein sanftes Ange- stus, dir sei dieses Kind geweiht. Der Gebärerin Freude über ein lebendes Kind. ofjild Wohlstand. silound 605 case and geweiht. Was Gott uns gab 4. Vielleicht bedrohte seine erziehen wir dir und der Jugend Verführung, oder Ewigkeit. Gram und Noth; es wich viel leicht vom Pfad der Tugend, und fand den jammervollsten Tod. Drum nahmst du's vor dem schweren Lauf in deine Vaterarme auf. 5. Und ich soll einst in je nem Leben auch dieses Kind 740. Du halfest meine lebendig ſehn: da werd ich Schmerzen stillen; Preis dir, freier dich erheben, und, was o Herr, für diese Huld! Doch, mir dunkel war, verstehn. wenn mein Unge Thränen fül- Nimm dieses Kind zum Himlen, so trage noch mit mir mel ein; todt oder lebend, ist Geduld. Das Kind, womit es dein! & du mich beglückt, hat nicht der Sonne Glanz erblickt. the dair 191 im Lavater. Lavater. pricht der psih Lied einer Wöchnerin, die ein todtes Kind geboren hat. Mel. Wer nur den lieben Gott. aldsj Im Wohlstande. Hu 2. Du hast es mir, o Gott! gegeben; du nimmst es wieder zu dir hin. Mel. Wie schön leuchtet der. Herrscher 741. Viel zu gering bin ich, 0 über Tod und Leben! ich weiß, Herr, der Huld womit du daß ich nur Erde bin: doch, reichlicher als Tausende mich du gabst mir ein fühlend Herz fegneft. Wer bin ich, daß du so vergieb der Mutter Schmerz. 0 meiner dich so annimmst, und hin jo väterlich vor andern mir bes so 3. Warum dies Wesen, gegneft? Laß doch täglich mein Herr des Lebens, zum Leben Gemüthe deiner Güte reichen nicht geschaffen war, warum Segen dankvoll fühlen und ich Arme so vergebens es nähr- erwägen.n fou not te, trug und nun gebahr? 2. Wie heiter floß mir bis dies decket råthselvolle Nacht; hieher mein Leben hin, wie doch, du haft alles wohlge- wars so leer von drückend harmacht, nate now ter Place! Wie strömtest du, mir 606 Hausliche und persönliche Verhältnisse. mir zum Genuß, Herr, dei- seh' ich froh den Morgen. ner Gaben Ueberfluß auf mei- Herr, du machst mich frei von ne Lebenstage. Ruhig, froh- Kummer. Sanfter Schlum lich sind, wie Stunden, fie mer stärkt mich Múden; denn verschwunden; wenig Leiden ich lieg' und schlaf' in Frie storten meiner Wallfahrt Freuz den. den. un? mnaby md 6. So glücklich bin ich, 3. So mancher meiner Herr, durch dich! O gieb, daß Brüder blickt, von bittrer Ar- deine Güte mich zum steten muth schwer gedrückt, hinauf Danke rühre. Gieb, daß nicht zu deiner Höhe, und fleht voll zur Vermessenheit, zum UleKuimmer dich um Brot, mir bermuth, zur lleppigkeit, mein aber giebst du es, mein Gott, Wohlstand mich verführe. Annoch eb' ich darum flehe. In- trieb sei mir jede Gabe, die nig preist d.ch, du mein Ba- ich habe, mich im Leben dir, ter und Berather, meine Seele. mein Gott, ganz zu ergeben. Du, du sorgst, daß mir nichts in and abi Niemeier. fehle. 10 0 14 4. Wenn Undre Durst und & In Armuth. de nid sid u d Mel. Ich dank' dir schon. Hunger quält, wenn ibneno him as ting Dach und Kleidung fehlt, und sie im Elend schmachten; s wenn ihnen hier gebricht ein Freund, kein Aug um ihren 742. Dich, aller Menschen Jammer weint, und Menschen Gott und Herr, Dich preisen sie nicht achten: o fo giebt meine Lieder. Du bist mein mir deine Fülle Dach und Gott nicht weniger, als meiHulle, und daneben Freunde, ner reichen Brüder. die mein Glück beleben. 2. Du setztest mich in einen 5. Du schenkst Gesundheit Stand, den Müh und Fleiß mir und Ruh; mit jedem Ta- begleiten. Ich habe nichts, ge fåttigst du mich ohne meine als diese Hand mir Nothdurft Sorgen. Und wenn so Man- zu bereiten. cher seine Nacht mit Schmer- 3. Doch serne sei die zen unruhvoll durchwacht: so Schuld von mir, Gott, über dich shinind{ 2 In Armuth. und 607 dich zu klagen! Auch Muth Freuden, wo du des frommen genug hab' ich von dir, dies Armen Glück wirft wunderbar Schicksal zu ertragen. entscheiden. Good 4. Gesundheit ist der Mühe 11. Dann nah' ich mich mit Preis, und oft auch langes Heiterkeit dem Ende meiner Leben; dies Glück knüpfft du Tage. Willkommen meine an meinen Fleiß: was könnt ft Rubezeit. D Feierstunde, du Groß'res geben? schlage! for ele 5. Ich bitte nicht um Reichthum, nicht um Freiheit von In eigner Melodie. Geschäften. Gieb nur nach 743. Du flagst und fühlest Uebung meiner Pflicht Erho- die Beschwerden des Stands, lung meinen Kräften. in dem du dürftig lebst; du 6. Mach' Und're glücklich; strebest, glücklicher zu werden, Gott! ich sei gering und arm und siehst, daß du vergebens hienieden; mach' nun mein strebft.abg no bit Herz von Mißgunst frei, und schenk ihm deinen Frieden. 2. Ja klage, Gott erlaubt die Zähren; doch denk im 7. Laß mich mit Treu und Klagen auch zurück; ist denn Reblichkeit mein Tagewerk das Glück, das wir begehren, verrichten, stetsweise nüßen für uns auch stets ein wahres meine Zeit, erfüllen meine Glück? Pflichten. draid saut 3. Nie schenkt der Stand, 8. Wenn mir der Tag zur nie schenken Güter dem MenArbeit winkt, soll dich mein schen die Zufriedenheit. Die Herz erheben; dir will ich dan- wahre Ruhe der Gemüther ist ten, wenn er sinkt, und dir Tugend und Genügſamkeit. zur Ehre leben. 9. Sei mein Erhalter, 4. Genieße, was dir Gott wenn mich Greis die Kräfte beschieden, entbehre gern, was einst verlassen. Du wirst du nicht hast. Ein jeder Stand doch nicht den frommen Fleiß hat seinen Frieden, ein jeder im Alter darben lassen? Stand auch seine Last. 10. Oft gonnest du mir einen Blick ins Land der bessern 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit 608 Häusliche und persönliche Verhältnisse. mit weiser Hand; nicht so, 3. Wie groß ist sie, wenn wie wirs zu wünschen pflegen, um ihn her die Kinder rufen: doch so, wie ers uns heilsam Brod! under tief auffeufzt, fand.bine tiden n@ 11 und bei Büh und Fleiß doch 6. Willst du zu denken dich weder Rath noch Hülfe weiß. erkühnen, daß seine Liebe dich 4. Wenn er so gut er kann vergißt? Er giebt uns mehr, sie nährt, und doch, von stilals wir verdienen, und nie- lem Gram verzehrt, hinwelkt, mals, was uns schädlich ist. wenn seine Thräne rinnt, und 7. Verzehre nicht des Leer nicht weiß, was Freuden bens Kräfte in tråger Unzu find. bb friedenheit; besorge deines 5. Ihm strahlt nicht deiner Stands Geschäfte, und nüße Sonne Licht, ihn freut dein deine: Lebenszeit. pds schöner Erdkreis nicht, ach! an81 Bei Pflicht und Fleiß ihm ist er mit aller Pracht voll sich Gott ergeben, ein ew'ges Grauen und voll Mitternacht. Glück in Hoffnung sehn, dies 6. Willst du ihn nie beglük ist der Weg zur Ruh' und Le- ken? Ja, du willst es, Herr, ben. Herr lehre diesen Weg dein Auge isab vor dem Ent mich gehn end blend stehn der Welten schon sein ardoor mis afvit c Gellert Leiden und auch seinen Lohn. 7. Er schau' in feine Zufunft hin, und sage zu ſich felbft: ich bin ein Wandrer, nicht auf lange Zeit? Wohin? Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. 744. Wer arm und dürf tisera tig ist, o Herr, ach welche La- zu Gottes Seligkeit. ften trägt nicht der, wenn 8. Er ring, und strenge nicht des Reichen Ueberfluß als ein Mann die ganze Kraft ihn sättigt, wenn er darben des Fleißes an, zu schaffen, muß. daß er rein und frei von al 2. Wie elend ist, wer arm ler Schuld der Trägheit sei. und schwach umherirrt ohne 9. Dann klag er Menschen Hüll' und Dach, oft kaum hat seine Noth bescheiden, zuvereinen Bissen Brod, wie groß sichtlich Gott; nicht zornig, ift, Bater, diese Noth. wenn der Mensch nicht hört; gewiß als Krankheit. 609 gewiß, daß endlich Gott ihn sen; denke dann: also hat es hört. Gott gefallen. Glaube fest, 10. Noch sind auch Chri- daß, was er thut, alles recht sten, welche mild wie Gott sei, alles gut.e sein Vater sind, sein Bild. 3. Bleibe deinem Gott geHilft einer nun, dem dank' treu! Leiden wir der Kranker dann; Gott, der ihn sand- heit Schmerzen, und wir hate, bet er an. STOBAL ben nur dabei Ruh', und 11. Und unter Arbeit, Fleiß, Freudigkeit im Herzen: o Geduld und Zuversicht wird dann siegt, wer Gott gefällt, Gottes Huld ihn trösten, über alle Lust der Welt. Gott sein Helfer sein, und 4. Gott verzeucht wohl, aber völlig ihn und bald befrein. er hört doch endlich deine 12. Dann wenn er ausge- Bitten. Dulde! Jesus hat stritten hat, sieht er, sieht er, daß vielmehr, als du leiden kannst auch sein rauher Pfad ein gelitten. Fasse dich, und haWeg zu Gott war, aus der be Muth, denn er litt auch Zeit ein sichrer Weg zur Se- dir zu gut. du ligkeit. nism 5. Kronen folgen auf den Streit. Kämpfe nur mit festem Glauben; keine Leiden dieser Zeit können Gottes Heil dir rauben. Leide, bet' und lebe rein, selig wird dein Schmolke. nis Cramer. Cramer. In Krankheit. Mel. Meinen Jesum laß ich n. Ende sein. 745. Ach mein Herz ergieb dich drein, unterwirf dich Gottes Willen! Jesus kann und Mel. In allen meinen Thaten. wird allein allen deinen Kum- 746. Ich hab' in guten mer stilleu. Er hilft dir, und Stunden des Lebens Glück eine Huld giebt dir Trost, empfunden und Freuden ohne giebt dir Geduld. Zahl. So will ich denn ge2. Mußt du auf der Dor- lassen mich auch im Leiden nenbahn stets durch Schmerz fassen. Welch Leben hat und Leiden wallen; sei gelas- nicht seine Qual? 2.9 2. Ja, 610 Häusliche und persönliche Vorfälle. 2. Ja, Herr, ich bin ein les lenken, und was mir gut Sünder, und stets strafft du ift, wird geschehn. gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert Gellert. von Schulden, kein zeitlich Mel. Ach, was soll ich Sünder. Weh erdulden, das doch zu 747. Warum flieht der meinem Besten dient? leichte Schlummer von dem 3. Dir will ich mich er- Scheut er meinen ThránenSchmachtenden zurück? geben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben als in Kummer ein erschöpfter den Herrn. Dir, Gott, will blick, und ein Bett, worauf ich vertrauen und nicht auf Pilger liegt; weil er hart vorüber fliegt. that is Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 2. Ja, auf meine Augenlieder sinkt er nicht mein al nur ein Auge, läßt er unerAch, so soll 4. Laß mich nur Gnade ter Freund. finden, mich alle meine Sün- das nicht weint, den erkennen und bereun. Jetzt fleht sich nieder. hat mein Geist noch Kräfte; mein Aug' allein thránenvoll fein Heil laß mein Geschäfte, und offen sein? dein Wort mir Trost und Leben sein. 3. Jesus, schenke doch mit Armen nur die Gabe des Ge bets! Sei mir nah und blicke stets auf mein Elend mit 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab Erbarmen. Du, einst auch und Tod? Auch auf des To- versucht gleich mir, send des Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. mir Hülf und Troft von dir! 4. Dwie flehtest du mit Thränen einstens in Gethsamane, daß der Kelch vorüber 6. Ich will dem Knmmer geh! Mit wie bangem, heißwehren, dich durch Geduldsen Sehnen nach Errettung verehren, im Glauben auf hingst du da auf dem Hügel dich sehn; ich will den Tod Golgatha.m bedenken; du, Herr, wirst al- 5. Gieb mir Kraft, wie bu, zu Krankheit schilaund 611 zu leiden, gieb mir deinen sach, die sind meine Schuld. stillen Sinn. Jesu, deß ich nun muß mich Schmerz beewig bin. Nichts, nichts soll lehren, was Leichtsinn oft von dir mich scheiden, keine vergißt: der Leib sei zu zerstöFreude, keine Noth, nicht ren, der Leib, der Staub nur ift. das Leben, nicht der Tod. 4. O Gott in tiefer Reue, 6. Endlich wird mir dies mir meiner Schuld bewußt, mein Bette, hab' ich, von komm ich, der Ungetreue der Welt entfernt, Glauben und schlag' an meine Brust. und Geduld gelernt, Herr, Laß mich nur Gnade finden; zu einer Siegesstätte; jaso duld' ich demüthsvoll, was durch dich besieg' ich weit, mich von meinen Sünden alles Leiden dieser Zeit. zum Guten leiten soll. Mel. Herzlich thut mich verl. 5. Du lenkst auch meinem 748. Zeit, die ich seufzend Herzen die Plagen zum Ge= zähle, voll Qual und Ungemach! betrübt ist meine Seele, winn; zeigst mir in meinen Schmerzen, wie schwach, wie und Kraft und Odem schwach. inne werden, daß diese ganze nichts ich bin; und läß' st mich Fast jeden Morgen mehren Welt und alles Glück auf Erbei mir sich Sorg' und Schmerz. Doch so auch Gott den nicht Troft für mich entzu ehren, ist deine Pflicht, halt. o Herz. 6. Du reiß'st mich los von 2. Denk ich in Noth und Sünden, beugst meinen UePlage an mein genoßnes bermuth, und lässt mich nun Glück, und an die frohen Tage, empfinden, auch Leiden sind die Gott mir gab, zurück. mir gut. Es schwebt vor meiTage reich an Freuden, an nen Blicken mein Tod und dein tausend Segen reich! wie we- Gericht; sie geben Augenbliknig sind der Leiden, vergleich ten ein furchtbares Gewicht. ich sie mit euch! adów od 7. O Gott, dein Weg ist 3. Gott, alle diese Freuden Güte, und wird es ewig sein! verdank' ich deiner Huld; und grab tief in mein Gemüthe meiner Krankheit Leiden mir diese Wahrheit ein. Auch 2q2 in 612 Häusliche und persönliche Vorfälle. in dem tiefsten Leide zeigst du 2. Er( Sie) liegt, und ringt als Bater dich, führst mich und duldet, gequält von bitdurch Noth zur Freude, be- term Schmerz, wir sehn ihn währst und läuterst mich. ( sie) an und weinen, vor Mitleid bricht das Herz. Du pflanz8. Gieb mir nur Licht und Gnade, lebendig einzusehn, leids Triebe ein: wie? solltest test ja den Menschen des Mit du nicht fühlen, du nicht Erbarmer sein? duld. es fei mir gut, die Pfade der Trubsal jetzt zu gehn; damit ich nie verzage an dir und deiner Huld, und meine Lei- 3. Sieh', deine Kinder fle den trage mit siegender Ge- hen für diesen Kranken( diese Kranke) dich. Gieß Balsam in die Wunde, und hilf ihm 9. Und so gescheh dein( ihr) väterlich. Wir wollten Wille, Erbarmer, Gott, in gern ihn( sie) retten; doch, dir ist meine Seele stille, du ach! wir sind zu schwach; hilfft gewiß auch mir! Wo thu, Mächtigster, was keiner vor sollt' ich erbeben? du bist, für ihn( sie) von uns vero Gott, mein Theil; im Tode, wie im Leben bleibst du mir Licht und Heil. mag. 4. Doch soll des Todes Becher er( sie) leeren, soll er ( sie) schon zu weisen, edlern Freuden, zu des Vergelters Thron, hinüber gehn, so Fürbitte für einen Kranken. führe du ihn( sie) im dunMel. Haupt voll Blut. feln Thal, und lindre du, O 749. Barmherziger, erhöre Erbarmer, des Todes lehte der Liebe heißes Flehn; laß, den( die) wir innig lieben, 5. Lehr uns mit heil'gem bald deine Hülfe sehn; der Ernste am Sterbelager stehn; Leiden schwere Stunden, laß uns näher jener Stunde, sie vorüber gehn; doch, Herr, uns entfesselt, sehn; dir nicht unser Wille, dein Wil- neue Treue schwören; durch le soll geschehn. dich von Sünden rein, mit jedem Qual. die RE Tode. O Genesung. 613 jedem neuen Morgen bereit Geifte gabst du Muth, den zum Tode sein. Nerven Kräfte wieder; und fo, so giebst du mich den Meinigen zurück; und dafür dank' ich dir; denn Leben ift auch luck. Dank für die Genesung. 5. Nun durch dies Leben Met. Nun danket alle Gott. felbft will ich dir Dank be 750. Mit welchem Dank, weisen mit meinem Wandel Gott, soll dich mein Lied dich in diesem Leben preisen, erheben? Nur deine Bater- dir jeden Augenblick von meibuld erhielt mich noch am nem Leben weibn, um ewig Leben. Du standst mit deiner einst bei dir des Lebens werth Kraft mir in der Schwach zu sein. F. v. d. Redke. heit bei; und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. In eigner Melodie. 2. Dem Tode war ich nah: 751. Wie leicht vergist, schon saly' ich für mein Leben befreit von Plage, der Mensch um meine Lagerstatt Ver- die Wohlthat guter Zage! wandt' und Freunde beben; Wie leicht vergißt es unser allein ich bebte nicht, mich Herz, o Gott, dir, wenn schreckte nicht das Grab; ge- wir nie erkranken, für der stärkt durch deinen Geist, Gesundheit Glück zu danken. ab ich getroft hinab. Drum fandtest du mir weis3. Schon konnt' ich nah lich Schmerz. Niemeyer. or mir das Thal des Todes 2. Durch eignen Schmerz, chauen; doch lichtvoll hinter durch eigne Plagen lernt' ich om der ew'gen Heimath Auen: nun andrer Leiden tragen mit Der fieche Körper fand dort Liebe, Sanftmuth und GeSicherheit und Ruh, und duld; du zogst von Arbeit meine Seele flog hier Him- und von Freuden mich in die nelswonne zu. Stille, ließ'st mich leiden 4. Indessen stårktest du die und zeigtest mir der Sünden alb erstorbnen Glieder; dem Schuld. 3. Jch 614 Häusliche und persönliche Vorfälle. # 3. Ich merkte auf dich, Genesung je vergessen? Stets lernte sehen mein Heil in Je- bleib' ich ja dem Tode nah! su, und verstehen, Herr, dei- O Bater meines Lebens schenner Liebe weisen Rath. Ich ke mir Weisheit, daß ich spürt, auch auf den rauhen stets gedenke: vielleicht ist Wegen, die du mich führtest, jeßt mein Ende da! deinen Segen, der mich so oft erfrenet hat. 4. Dir, dir o Krankenhel- Gesänge für Wittwen. fer, eilte mein Herz zu; du mel. Nun ruhen alle Wälder. warst's der mich heitte, mein 752. Auf Gott nur will ich Kranksein wurde mir Gewinn. Du hörtest meines Herzens sehen. Gott hört der WittBitten, und zogst durch das, wen Flehen, und sieht mich was ich gelitten, mein Herz gnädig an. In jedem Schmerz zu deiner Liebe hin. und Leide ift Gott mir Troft und Freude, der 5. Durch dich, mein Gott, Fels, auf den ich bauen bin ich genesen, dein Will' fann. ist immer gut gewesen, er 2. Getrost, ruft seine Gnasoll auch fünftig nur geschehn. de: ich bin auf jedem Pfade Nur deine Wege will ich wäh- bei dir bis an das Grab: len, mich deiner Baterhand nie will ich dich verlassen, empfehlen und ruhig in die dies Wort will ich fest fassen Zukunft sehn. als meinen Wittwen- Wanderstab. 6. Du wolltest mir Gesundheit schenken: o laß mich stets 3. Die, die in stiller Kaman das gedenken, was in der mer dir klagen ihren Jammer, Krankheit ich empfand: ans erhörtest immer du. Auf sie schnelle Eilen meiner Tage, floß, Gott, dein Segen, auf ans Ziel von aller Noth und allen ihren Wegen war FriePlage und an mein himmlisch de, Sicherheit und Ruh Baterland. 4. Dein Arm wird mich 7. Wie könnt ich, Gott, auch stärken, auf mich dein wie könnt ich dessen nach der Auge merken, und auf mein Flehn Wittwen. 615 Flehn dein Ohr. Mit ernMit ern- 3. Den ich und der mich stem, heißem Flehen will ich liebte, deß Abschied mich beauch vor dir stehen und seuf- trübte, der ist in deiner Hand. zen, Gott, zu dir empor. Wie wollen wir uns freuen 5. Dann eilen meine Tage und unsre Lieb' erneuen im mit jeder Lase und Plage leicht, thránenfreien Vaterland. wie ein Traum, dahin. Dann 4. Gestärkt durch deine leg' ich meine Gieder froh Gnade, geh' ich die schweren einst im Tode nieder, wenn Pfade: du linderst meine ich zum Himmel reifer bin. Noth. Ich werd' nicht ewig weinen; ich komme zu den 6. Dann find' ich, die ich meinen: bald seh' ich sie bei liebte, um die ich mich be- dir, o Gott! trübte, in meines Schöpfers 5. Hieher, ihr meine WaiHand; da werd' ich mit den sen! Mit mir den Gott zu Meinen auf ewig mich verei- preisen, der euch erhalten nen im thrånenfreien Vaterland. kann. O Gott! sei du ihr Vater, ihr Schirmer, ihr Berather, und nimm dich der Lavater. Nun ruhen alle Wälder. Verlaßnen an. Mel. 753.Wo feit viel tausend Lied einer Waise. Jahren betrübte Wittwen waren, die haft du, Gott, verpflegt; die sich auf dich ver- Mel. Nun ruhen elle Wälder. ließen und glaubig dir zu 754. Im Frühling meiner Füßen des Kummers, schwere Jahre, Gott, sah ich schon Last gelegt. die Bahre des besten Vaters 2. In dir will ich mich stehn, und sie, die mich gestärken: du wirst auf mich boren, war früh für mich ver= schon merken, mein Seufzen loren, als Kind mußt' ich ihr ist vor dir. Ich will mit heif- Grab schon sehn. sem Flehen vor deinem Antlit Behen: du, Wittwenhelfer, siehst nach mir. 2. Nicht wissend, was mir nüße, zu schwach, und ohne Stige, muß ich verlassen gehn 616 Häusliche und persönliche Vorfälle. gehn. Wer wird mir Rath hen, an Eltern Statt mir sind, ertheilen? geschlagne Wunden die will ich treu verehren, sie heilen? wer hört auf armer durch Gehorsam ehren, sie Waisen Flehn? dankbar lieben als ihr Kind. 8. Bis an den Todesschlum3. Doch Pflicht ists, mich traun. zu fassen, auf Gott mich zu mer qual' nie ein Erdenkumverlassen, dir, Bater, zu ver- mer sie, die mich hier erziehn! Nein, ich will nicht Gott, wenn sie einstens scheiverzagen, verzweiflungsvoll den, führ' sie zu ew'gen Freu nicht klagen; in trüben Stunden! Mein Dank folgt ihnen den auf dich schaun. auch dahin. 4. Du wirst auch mich er- 9. Verklärt werd' ich dann nähren, mir Unterhalt ge- stehen, die Eltern wiedersewähren; du mein Versorger, ben, um die ich hier geweint. du! Was ich bedarf, das Da werd ich vor dich treschenke mir, deinem Kind', ten, zu dir, Erlöser, beten: und lenke mir guter Menschen lohn' ihnen ewig, MenschenLiebe zu. freund! Küster. 5. Wenn in der Jugend Jahren Verführung und Gefahren in Menge um mich sind; o, dann sei du mein 861 Bater, mein Führer, Freund, Vor und unter der Reise. Berather; o, dann verlaß, Mel. Nun sich der Tag geend. Gott, nie dein Kind. 6. Ja, pflanz' in früher 755. Auch außer meinem Jugend schon Frömmigkeit Vaterland wirst du, Gott, und Tugend mir, Bater, tief mit mir sein: wo immer nur ins Herz; fromm sein auf mich deine Hand hinführt, deinen Wegen, sei Freude da bin ich dein. mir und Segen; denn Sun- 2. Du schufft, erhältst, de bringt mir Quaal und beseelest mich, du, du giebst Schmerz. Alles mir, Umgeben immer7. Und sie, die mich er- dar bin ich, Lebendigster, ziehen mit redlichem Bemů- von dir. 3. Ver Vor und unter der Reise. 617 3. Vergåß ich diese Wahr- keit, wohin der Jüngling heit, ach! verloren war mein reift. Herz; dem Reiz zum Lafter gåb ich nach, und fånd in Freuden Schmerz. # Mel. Ich weiß, mein Gott. 756. Du bist um mich, 4. Was mir auch für Gefahren dråun; bin ich nur fromm und gut; so wirst du, Gott, wo ich bin. O führe Höchster, mit mir sein; du du mich sicher hin zum Ziele meiner Reise! damit ich deine Batertreu mit froher Rührung preise.dem stårkest mir den Muth. and 5. Der Reiz der freveln Uleppigkeit entlocke dir mich nie. Was kurz vergnügt und lang gereut, gieb, daß ichs redlich flich. 2. Mein Gang steht nicht in meiner Macht, wenn mich dein Auge nicht bewacht, und deine Hand nicht leitet; wer 6. Vollkommner, weiser und als Christ betret ich einft schüßt mich dann, daß nicht das Land, das meine süße Heimath ist, wo ich mein Leben fand. mein Fuß auf ebnem Pfade gleitet? 3. Wer wendet die Gefah7. Der frommen Eltern ren ab, die Schrecken, Unfall, Ruhm und Lust, im Alter ja das Grab, so oft dem Wannoch ihr Stab, und keines drer drohen? Wer ihnen je Lasters mir bewußt, begleit entfloh', ist nur durch dich, ich sie ens Grab. o Gott, entflohen. 8. Mir folgt ihr Segen 4 So seh' ich denn auch Jahre lang, bis auch mein nur auf dich. Sei du mein Auge bricht; dann macht kein Beistand, schüße mich mit Tod und Grab mir bang, deinen Vaterhånden: so werd' dann schreckt mich kein Ge- ich, Höchster, meinen Weg froh wandeln, glücklich enden. richt. undroth 9. Zum Leben der Unsterblichkeit, erhebe dich, mein Geist! Es ist, es ist die EwigLavater. pid Sand TE Nach 618 Häusliche und persönliche Vorfälle. gi Nach der Reise.scher Himmels und der Erde, Mel. Wer nur den lieben Gott. bald schwören werde. 757. Dank dir, Beschüßer 2. O wie mein Herz schlägt, meines Lebens, du hast mich wie ich beb' und wante. Er froh zurückgebracht. Ich flehte füllt mich ganz der mächtige nicht zu dir vergebens: du hast Gedanke: zu ihm, den alle mich våterlich bewacht. Durch Cherubin verehren, soll ich deine Gnade bin ich hier: bald schwören. denn Schuß und Zuflucht warst du mir. 2: Nun kann ich wieder mit lionen Freuden hat gegeben, den Meinen mich deiner Gür als meinen Herrn und Richund Hülfe freun; mit ihnen ter jeßt bekennen, laut, laut mein Gebet vereinen, und dir ihn nennen. des Dankes Opfer weihn. 4. Soll ihn, deß Aug in Mein Thun gelang, o Gott, Mitternachte dringet, der al durch dich; du schüßest und ler Menschen Rath ans Licht beglückest mich. einst bringet, ihn, den Allwis 3. Sei ewig, Gott, sei senden, in meinen Sachen hochgepriesen, denn wie viel zum Zeugen machen, d Gutes hast du mir auf meiner 5. Den Heiligen, vor dem Reise nicht erwiesen? Mein mit tiefem Schweigen die höch schwaches Lob gefalle dir! sten Engel demuthsvoll sich Auch künftig will ich dir beugen, den soll ich jetzt an vertraun, und stets auf deine seines Thrones Stufen zum Hilfe schaun. Zeugen rufen. 3. Soll den Allgüt'gen, wel cher mir mein Leben und MilHeeren. 31/ Am Tage einer Eidesleistung. 6. Soll den Gerechten, der die Frevler richtet, der Korahs Rotte schrecklich hat vernichtet, auf dessen Wink einst Mel. Herzliebster Jefu, was. ew'ge Flammen lodern, zur 758. Sie schallet schon, die Rache fordern. fürchterliche Stunde, wo ich 7. O komm, eh ich den ernmit dieser Hand, mit diesem sten Gang erwähle, komm, Munde, zu ihm, dem Herr- Geist der Wahrheit, komm in meine Gefänge bei Sterbenden. 619 meine Seele, gieb du mit laß, eb' ich bald den ersten selbst zum wichtigen Geschäf- Schritt erwähle, mich glaubig te Verstand und Kräfte.. inbeten, wachen, kämpfen, rin8. Laß den Gedanken ernst- gen und mich bezwingen lich mich erwägen: mein Schö- 12. Laß lieber Armuth, liepfer selbst ist im Gericht zuge- ber Schimpf mich tragen, als gen. Er kennt mich durch und welch ein Gräuel, meinem durch, weiß, wie ichs meine, Gott entsagen; laß gern mich weiß, wie ich scheine. alles Glück und selbst mein für Wahrheit geben.d 13. Drum, o mein Geist, 9. O weh mir, wenn ich ihn Leben zu tauschen suche! Uch wehe, wehe, wehe! wenn ich ihn ver- erwach aus deinem Schlafe, fluche! Wer will, verstößt er entfleuch, entflench der fürchmich aus seinen Armen, sich terlichen Strafe! Noch ist es mein erbarmen? Zeit, du bist, et du geschwo10. Wer, wenn ich mein ren, noch nicht verloren. d Gewissen hintergehe, ist dann 14. Ja, du, der mich von der tröstend mir zur Seite Jugend an geleitet, der bis stehe? Wer kann, erwacht es bieber mich väterlich begleitet, einft mit seinen Schrecken, von dir, Allgütiger, soll nichts mich Armen decken? mich scheiden, nicht Glück, 11. Ja, Geist der Wahr- nicht Leiden.d 12 month heit, komm in meine Seele, AGE Gefange bei Sterbenden und Begräbnissen. dun 110 Bei Sterbenden. Mel. Christus der ist mein. 2. Wie, dürften wirs beklagen, ihn bald nicht mehr zu sehn? Er wird nach wenig 759. Am Ziel ist er, es we- Tagen uns dort entgegen hen um ihn die Palmen schon, gebn. 1 319-154 und unsre Pfade gehen im 3. Einst auf den dunkeln Staub, noch fern vom Thron. Wegen des Todes eilet er er hei 620 Gefänge bei Sterbenden. heiternd uns entgegen, und Allmächtiger, in dein Gericht kämpft, und stirbt nicht mehr. gehst du mit mir Erlöften 4. Sein Gruß wird uns er- nicht.. freuen, uns leiten seine Hand zu unsrer Brüder Reihen, die Gott mit uns verband. 5. Preis dann dem Wonnegeber, der uns dem Staub entriß, und uns den Weg durch Gråber zum bessern Dasein wies. b3 Knorre. 4. Der Leib wird schwach, die ird'sche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon wandle ich mit schnellem dieser Welt. Ich bin getroft, Schritte den Weg zu dir aus und zage nicht: denn du biſt meine Zuversicht. 5. Wie sollt' ich vor dem Mel. Wer weiß, wie nabe. Tode beben, da du, Erlöser, 760. Bald ist der Kreuz- für mich starbft? Er ist durch berg überstiegen, bald ist das dich der Weg zum Leben, das hohe Ziel erreicht. Mein Je- du am Kreuze mir erwarbst. sus hilft mir herrlich siegen, Wie du ihn gingst, will ich er macht mir selbst das Ster- ihn gehn; wie du werd' ich ben leicht. Er stårkt in schwe- auch auferstehn. rer Krankheit Schmerz durch seinen Trost das bange. Herz. Qual umringen, und mag der 6. Mag auch mein Lager 2. Ich will dich sterbend Tod mir Schrecken braun: noch erheben; Gott, nah am Grabe bank' ich dir: zum Se- du, Gott, halfft manches Leid gen gabst du mir mein Leben; bezwingen; und nun follt' ich und auch zum Segen nimmst das letzte scheun? So nah du's mir. Mein Leben strebt dem Lohn, den Gott verspricht, ich dir zu weihn; drum bleib' so nah am Ziele sink' ich nicht. ich auch im Tode dein. 7. Ich will dich sterbend 3. Gott, welche feierliche noch erheben, selbst nah am Sammden, wann du mich nun Grabe preis ich dich: denn der Erd' entziehst, auf mich, ewig selig werd ich leben; du, den du getreu befunden, voll Bater, segnest ewig mich. schonender Erbarmung siebst. Für mich ist selbst der Tod -390 Gewinn Gefänge bei Sterbenden. 621 Gewinn, wohl mir, daß ich 5. Nun übergiebt er seinen erlöset bin. Münter. Geist in deine Baterhånde, Mel. Wenn mein Stündlein. und seufzt: ,, Herr, wie dein 761. Ein Sterbender ringt Wort verheißt, gieb mir ein Bater, hier mit bangen To- sel'ges Ende! Ich sehne mich desschmerzen. Er fleht, und daheim zu sein, wo deiner mit ihm flehen wir: o sende Liebe ich mich freun, ja, ewig seinem Herzen Muth in der freuen werde. leßten Erdennoth! Laß ihn 6. O gieb ihm, was sein in einem sanften Tod der Lei- Herz begehrt, und ende seine den Ende finden. Leiden! Gieb ihm, wenn seine 2. Mit reu'gem Herzen den- Angst sich mehr, den Vorfet er an sonst begangne Sün- schmack höhrer Freuden! Und den, und flehet: Laß mich wenn er nicht mehr sprechen Gütiger, bei dir Verzeihung kann, so nimm sein stöhnend finden. Du hast sie ja dem Seufzen an, und laß ihn zugesagt, der ernstlich sein selig enden. Vergehn beklagt, und sich zu Mel. Es ist genug, so nimm. bessern strebet." 762. Es ist vollbracht, 3. So schenk ihm denn die Gottlob, bald ists vollbracht! Freudigkeit, daß er Bergebung Bald nimmt mich Jefus auf. habe, Bertraun und Uner- Zu ihm geh ich durch seiner schrockenheit beim dunkeln Pfad Wahrheit macht; ich schließe zum Grabe. Laß ihn auf meinen Lauf im Geift an Jefum Chriftum schaun, der seinem Kreuz mit Freuben. dir ergeben, voll Vertraun, Bald endigen sich meine Leiauch diesen Weg einst wallte! den, bald ists vollbracht. 4. Nimm, Bater, seinen 2. Es ist vollbracht! mein Dank noch an für jede Freud' Jesus hat auf sich genommen bienieden, die du von früher meine Schuld; er selber hat Kindheit an ihm liebreich haft auf Golgatha für mich, 0 beschieden; auch für die Lei welche große Huld, gelitten, den, die ihn hier, gesendet, und in seinen Schmerzen liegt Weisefter, von dir, zu ernster Troft für kummervolle HerBegrung führten. zen. Es ist vollbracht! 3. Es 622 Gefänge bei Sterbenden. 13. Es ist vollbrachtl Nun 7. Es ist vollbracht! Ich weichen Angst und Pein und schließe meinen Lauf und scheiSorgen, Gram und Schmerz. de von der Welt; doch durch Sein Kreuzestod soll mir Er- das Grab dring' ich zu ihm hinquickung sein. Wie freut sich auf, zu ihm, der mich erhålt! schon mein Herz. Nun werd Schon fühl ich seliges Entzük ich bald zu jenen Höhen, durch ken! Nun werd' ich Jesum bald Tod, Grab und Verwesung erblicken. Es ist vollbracht! gehen. Es ist vollbracht! Gryphius. $ 15 4. Es ist vollbracht! Befreit Mel. Herr Jesu Christ, bewahr. von aller Noth werd ich dort- 763. Herr Jeſu, meines Lehin versetzt, w nicht mehr bens Licht, mein Troft und sind Gefahr und Sünd' und meine Zuversicht! auf Erden Tod wo alles mich ergößt, bin ich nur ein Gast, gedrückt wo Selge zu den Throne drin- von meiner Sünden Last. gen und da in heil'gen Chören 2. Der Gang zur Ewigkeit singen: ,, es ist vollbracht." ist schwer; wo nehm ich Pil5. Es ist vollbracht! Der ger Kräfte her? Ach führe, Leib mag immer in bald Staub Herr, an deiner Hand mich und Asche sein: mein Glan- in mein himmlisch Baterland. be sagt, daß ich unsterblich 3. Schwer liegt auf mir der bin.:. darf ich, das das Grab Krankheit Schmerz, der Leib wohl scheun? Es möge meine ist schwach und matt das Herz, Hülle decken; Gott wird sie doch meine Seele schreit in einstens auferwecken. Es ist mir: Herr, nimm mich bin, vollbracht. nimm mich zu dir! 6. Es ist vollbracht. Wie 4. Zu deinem Kreuz blick wohl, wie woh! ist mir, wie ich empor und halte mir dein ist mein Geist entzückt. Ich Leiden vor. Was kann mir geh' zu dir, o Jesu, ja, zu dir in der Todespein so tröstlich, der ewig mich beglückt. Durch als dein Leiden sein. dich, Herr, werd' ich überwin- 5. Verschmåhe meine Seufden, durch dich werd' ich mein zer nicht. Dein Geift foll, Heil dort finden. Es ist wenn mein Mund nicht spricht, vollbracht. der 89 im schwersten Kampf mein Bei Gesänge bei Sterbenden. Beistand sein, und, Bater! sobald es ihm gefällt. Bater! in mir schrein. 623 Was war's, das mich betrübte? 6. Wenn nun mein ster- Dort schau' ich ewig den, den bend Haupt sich neigt und sich meine Seele liebte, noch eh mein Grab mir offen zeigt, so ich ihn gesehn. sei dein Wort: Es ist voll- 2. Er ruft zur Zeit der bracht! mein Licht in jener Schmerzen uns voll ErbarTodesnacht. men zu: Kommt her, beladne 7. Dein Kreuz sei mir ein Herzen, zu mir, und findet sichrer Stab und meine Ruhe Ruh. Dies Wort aus dei= sei dein Grab! In deiner reinem Munde, laß, Herr, auch nen Heiligkeit find ich mein mich erfreun, und in der letzschönstes Sterbekleid.m ten Stunde mir Geist und 8. Ich traue, Herr, auf Leben sein. deinen Tod; hilf mir in mei3. Mit dir muß es mir glükner letzten Noth! Und schließt ken, den Kampf zu überstehn sich dann mein Lebenslauf, so In gläubigem Entzücken laß nimm mich in den Himmel meine Seele sehn, wie du, o auf. Heil der Sünder, einst mit 9. Um jüngsten Tag erwek- dem Tode rangst, und dann le mich; da sieht mein Auge als Ueberwinder ihn mir zu froh auf dich. Ich weiß, im gut bezwangst. großen Weltgericht verdammst 4. Der frohe Siegsgedandu mich, Erlöser, nicht. te: Wo ist dein Stachel, sacht mi 10. Unsterblich werd' ich Tod? stårk mich, daß ich auferstehn, verklärt werd' ich nicht wanke in meiner Todesden Vater sehn, und du machst noth. So ist, ob ich gleich mich in deinem Reich auf ewig sterbe, doch Sterben mein deinem Bilde gleich. Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe. Dein Wort sagts, daß ichs bin. Bohemus. disuist Mel. Herzlich thut mich verlang. 5. Du schriebst ins Buch 764. In Gottes Rath erge- des Lebens auch meinen Naben, verlaß ich gern die Welt. men ein; dein Blut kann Ich geh' zum bessern Leben, nicht vergebens für mich vergoffen 624 Gesänge bei Sterbenden. goffen sein. Dir trauet mei- mel. Wenn mein Stündlein. ne Seele, dich lobt, was in mir ist, Érretter meiner Seele, 766. Schwer liegt der Trender du ganz Liebe bist. Neander. nung Schmerz auf mir! ch liebe sie die Meinen. Drum laß, o Gott, laß mich vor Mel. Christus der ist mein 2. dir der Wemuth Zähre wei765. Mit Sehnsucht und nen. Wie tiefgebeugt ift mit Freuden blick ich auf dich ießt mein Herz, wie tief ver hinab, du Ende meiner Leiden, wundet es der Schmerz, die auf dich, mein nabes Grab. Meinen zu verlassen. D 2. Es wird nicht lange 2. Doch, unsre Seele trennt währen, so schließest du mich sich nicht von gleichgesinnten ein; hier wird kein Gram Frommen. Sie werden. All mich stören, nicht Leiden, im höhern Licht aufs Neu zuSchmerz und Pein.sammen kommen, von keinem 3. Hier schlummern meine Tode mehr getrennt; denn Glieder, von Gottes Hand be- Gottes Engel, der sie kennt, deckt, bis seine Stimme wie- vereinigt sie einst wieder. der zum Leben mich erweckt. 118 3. Dihr, die Gott mit mir 4. Hoch über diesen Trum- verband, seid gut und fromm, mern schweb' ich im hellen ihr Meinen, so wird das beßre Licht dahin, Wo Kronen Vaterland uns ewig dort verschimmern vor Gottes Ange- einen. Wie wirds uns sein sicht. wenn wir uns sehn, einander 5. Gott stärke mein Ver- frol) entgegen gehn, und nie trauen! Mein größter Trost uns wieder trennen. bist du: dann sink' ich ohne 4. Getroft, ihr Lieben, wei Grauen in meine Grabes- net nicht! Wir werden uns ruh. dort finden, in Gottes Stadt, 6. Ich weiß, an wen ich im reinern Licht, von Fesseln glaube, weiß, daß mein Hei- frei, von Sünden. Auch unland lebt, daß er mich aus fer Staub wird auferstehn. dem Staube zum Himmel O Wiedersehn! o Wiedersehn, hoch erhebt. ausdyr i wie tröftest du die Seele. Der offe Gefänge bei Sterbenden. 625 Der sterbende Vater. Fühlt sie nach meinem Scheiden der frühern Trennung Pein; dann wirst du sie im Mel. O Haupt voll Blut. Leiden mit Rath und Trost 767. Ihr wimmert, lieben erfreun. Kleinen! wie blutet mir das 5. Kommt nun ihr lieben, Herz, bei eurem Flehn und Kleinen, in Jesu Namen her; Weinen und eurer Mutter laßt ab von Flehn und WeiSchmerz! Tief, tief dringt nen; macht nicht den Tod diese Wunde. O Bater, mir schwer! Nehmt meinen stårke mich! in dieser schwe- letzten Segen, hört meinen. ren Stunde verzag' ich ohne dich. letzten Rath, vergeßt nicht zu erwägen, was ich euch ster2. Doch nichts soll mehr bend bat: mer mich qualen; nicht meiner 6. Ach, haltet eure Jugend Waisen Noth! Dir will ich von wilden Lüften rein; laßt sie empfehlen, dir, der Ber- Gottesfurcht und Tugend stets laßnen Gott! dir will ich ster- eure Freude sein. Folgt eurer bend trauen, du wirst ihr Mutter Lehren, die euch so Bater sein, und segnend auf zärtlich liebt, wohl denen, die ſie schauen, wenn sie um Hülfe sie ehren; weh' dem der sie Schrein. betrübt! 3. Sie sind noch unerfah7. Gott, fegne dich, Geliebren, noch schwach und bald te! Brich mir nicht mehr verführt; du wolleft sie be- mein Herz! Der Gott, der wahren; von deinem Geist dich betrübte, der heilt auch regiert entgehen sie dem Pfa- deinen Schmerz. Sein Rath de der Wollust der ist uns verborgen, warum ich Welt. Ach! sich auf den von dir geh'! auf ihn wirf mit Gnade, der sich verirrt alle Sorgen, und sprich: sein und fällt. Will' gescheh! und 4. Mein Heiland, ich em8. Aus diesen Pilgerhutpfehle dir voller Zuversicht ten komm' früher ich zur die Freundin meiner Seele! Ruh'; ihr eilt mit schnellen Sprich zu ihr: weine nicht! Schritten auch nach dem Kr Him 626 Gesänge bei Begräbnissen. Himmel zu. Wir sehen uns leb' ich im Heiligthume zu seieinst wieder, wenn euer Lauf nes Namens Ruhme in Ewigvollbracht; und jauchzen Ju- keit. bellieder, daß Gott es wohl gemacht! Klopstock. In bekannter Melodie. Bei Begräbnissen. mein 769. Christus der ist mein Leben und Sterben Gewinn; ihm will ich mich 768. Auferstehn, ja aufer- ergeben, im Frieden scheid stehn, wirst du mein Staublich hin. In eigner Melodie. nach kurzer Ruh'. Unsterb- 2. Im Himmel mit den lich's Leben wird, der dich Frommen werd' ich mich ewig schuf, dir geben. Hallelujah! freun; zu Christo werd' ich 2. Wieder aufzublüh'n, kommen, und ewig bei ihm werd' ich gesä't. Der Herr sein. der Erndte geht und sammelt 3. Dann hab' ich überwunGarben, er sammelt ein, die den Kreuz, Leiden, Ungst starben. Hallelujah! und Noth; durch seine heil 3. Tag des Danks! der ge Wunden bin ich versöhnt Freudenthránen Tag! du mei- mit Gott. nes Gottes Tag! Wenn ich 4. Wenn meine Kräfte im Grabe genug geschlum- brechen, ich nicht mehr sehen mert habe, dann weckst du kann, nicht hören, nicht mehr mich. ſprechen: Herr, nimm mein 4. Wie den Träumenden Seufzen an! wird's dann mit sein. Mit 5. Wenn Sinnen und Ge Jesu geh' ich ein zu seinen danken, wie ein verlöschend Freuden. Der müden Pil- Licht, schwach hin und wie ger Leiden sind dann nicht der wanken, ach, dann verlaß mehr. stag mich nicht! 5. Ach! ins Allerheiligste 6. Laß mich, Herr, sanft führt mich mein Mittler! Dann und stille einst scheiden aus der Gesänge bei Sterbenden. 627 der Welt, doch, es geschetsund wehet sanft ihr Winde, dein Wille, thu', wie es dir wo eines Christen Asche ruht. gefällt. 5. Senkt nun den Leichnam 7. Nur laß mich dir erge- nieder zum Staube seiner Brüben bis an mein Ende sein, der, die längst die Erde deckt! dort ewig bei dir leben, mich Im Grab' ist sanfter Schlum deiner ewig freun. mer, ihn stört nicht Erdenfummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. Graf. Mel. Welt, sich hier dein. 6. Zum Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, 770. Da stehen wir, die wo eine Welt erwacht. Er Deinen, Unendlicher! und bleibet nicht im Staube; fo weinen ein Grablied an der singt der Chistenglaube: auch Gruft. Wir blicken auf vom er erwache! auch er erwacht! Staube, uns stärkt der Chri- 7. Drum schauet auf Bestenglaube, daß Gott uns trübte! Dort wandelt der einst zum Leben ruft. Geliebte, nach Finsterniß im 2. Fließt nur ihre Thrá- Licht! Bergönnet ihm die nen, fließet, ein Sterblicher Freude! O wehret eurem Leibeschließet des Lebens kurzen de, und wischt die Thránen Lauf. Nimm, mütterliche vom Gesicht. Erde, nimm ihn, frei von Beschwerde, in deine milden Urme auf! Mel. Die Seele Christi heil'ge. 3. Sei ihm ein Ruhebette nachtvolle Grabesstätte, und 771. Dem jetzt Unsterblideck' ihn kühlend zu! Er schla- chen, den du bei dir erquickst se hier in Frieden den stillen in ew'ger Ruh, dem weinen Schlaf der Müden, genieße wir voll Schmerz, denn ach! lang erseufzte Ruby. vergebens schauen wir ihm nach! 2. Ach! ihn bringt unser ne, bewacht von Gottes Hut. Thránenblick uns, den BerwaiIhr Stürme brauft gelindelften, nie zurück! Uns sank ins Kr 2 nun 4. Wie im verschloßnen Haine ruhn sicher die GebeiSchubart. 628 Gesänge bei Begräbnissen. nun verschloßne Grab, wirlich ewig liebe; vor ihm werf fühlen tief, wie viel, hinab. ich tiefgerührt mich anbetend 3. Bergieb dem Schmerz o nieder, sing' zum Dank, der Heiland! dir entfiel an ei- ihm gebührt, hohe Jubellienes Grabes Thür der Weh- der. muth Záhre! einen Freund haft 4. Freunde, die ihr meiner du, so mild wie wir, beweint. noch denkt mit heißem Seh4. Doch du schufft Lind'- nen, hemmt, ach hemmt als rung für das Herz: du blick- Christen doch eures Jammers test, betend, himmelwärts! Thränen! Blickt, so ruft mein Der du die Auferstehung bist, Geist euch zu, nicht so trausei du uns Trost, o Jesu rig nieder! auch die Sonne Chrift. geht zur Ruh' und kommt morgen wieder. Child t. Hermes. Mel. Schwing' dich auf zu. 772. Einen guten Kampf Mel. Einen guten Kampf. hab' ich in der Welt gekämpfet, und Gott hat gnädiglich all 773. Gebt dem Tode seimein Leid gedämpfet; durch nen Raub, Würmern ihre ihn konnt' ich meinen Lauf Gabe! Seelen werden nicht lediglich vollbringen und zum zu Staub, schlummern nicht Himmel mich hinauf dieser im Grabe. Senkt den LeichErd' entschwingen. nam immer ein! Laßt die Erde 2. Beigelegt ist mir hin- rollen, ihn zu decken! froh uns fort der Gerechten Krone, die sein, daß wir sterben sollen. der ew'ge Richter dort Treuen 2. Laßt als Schreckgestalt giebt zum Lohne. Selig, selig den Tod niemals uns erblik wurde ich durch mein fest Ber- ten! Freudenruf sei sein Ge trauen; was ich glaubte, läßt bot, Ruf, uns zu beglücken! Gott mich nun im Lichte Seine Botschaft heißt uns schauen. ja, zu den sel'gen Frommen, 3. Weiche schnode, Eitelkeit! unserm großen Ziele nah, imSchweiget, niedre Triebe! Je mer nåber kommen. su ist mein Geist geweiht, den 3. Erndtefeld!- Hier tu ru hen - Albertus. Gefänge bei Begräbnissen. 629 hen sie Christen! unsre Brü- Trost und Licht; er freut auch der: kämpften, aber kämpfen deiner sich. Denn seine Lieb' die nun auf Erden wieder. ist unermessen; wie sollt er Heil dem( der) Guten, der deiner denn vergessen? Er ( die) hier fand sanfte Ruh denket dein! der Müden! Unter Gottes Baterhand schlummert er( ſie) in Frieden. GA Eine Stimme. 3. Gedenke mein, wenn 4. Saaten der Unsterblich mich die Welt vergißt auf keit! Heilige Gebeine! Bald dieser Todesbahn! Und wenn verfließt auch unsre Zeit, ruft mein Herz mir bricht, mein der Tod: Erscheine! Ruft er Lauf sich schließt: so nimm dann, wir sind bereit; Wer dich meiner an! Wenn meine des Lebens Gabe nüßet für matten Augen brechen, und die Ewigkeit, zittert nicht am wenn mein Mund nicht mehr Grabe. kann sprechen; dann denke mein! Mel. Es ist genug. Eine Stimme. Die Versammlung. D 774. Gedenke mein! 4. Er denfet dein! nach Gott, gedenke mein, wenn mich wohlvollbrachtem Lauf ist dein die Welt verläßt! An dich, o die Seligkeit zu ihr, zu ihr Herr, ja, Gott, an dich allein nimmt Jesu selbst dich auf, bålt sich mein Glaube fest. der sich auch deiner freut. Uch; laß mich doch dein Heil Dort sind die Engel deine bald sehen! Du hörft auch Brüder; dort finden wir uns noch mein legtes Flehen: Ge- alle wieder. Er denket dein! denke mein! title Eine Stimme. Die Versammlusg. 3. Gedenke mein! Im 2. Er denket dein, o Christ Todeskampfe sei mir Muth verzage nicht! dein Heiland und Kraft dein Tod! Vom liebt auch dich. Blick auch Schrecken mach' mein Glausein Kreuz! sein Wort giebt be dann mich frei, das da mich 630 Gesänge bei Begräbnissen. mich noch bedroht, wo ich wird die matten Augen schliebald ausgelitten habe. Geßen. Er denket dein. Denke meiner noch im Grabe! Gedenke mein! 2lle. Die Versammlung. 9. So ruhe wohl! Gott hat an dich gedacht und ma6. Er denket dein! Duchet alles wohl. Sanft schläft weißt als Christ ja wohl, daß dein Leib hier in des Grabes dein Erlöser lebt, der dich Nacht, wo er verwesen soll. vom Staub auch einst erwecken Verschlafe die erlittnen Schmerfoll, wenn man ihn auch be- zen! Wir schließen dich in gråbt. Er spricht: Rub' sanft unsre Herzen. So ruhe wohl! im Schooß der Erde, bis ich dich auferwecken werde. Er denket dein. Schmolke. In bekannter Melodie. 775. O wie selig seid ihr Eine Stimme. 7. Gedenke mein! Und doch, ihr Frommen, die ihr wer hier um mich weint, wen durch den Tod zu Gott gekomich verlassen soll, dem sei du men! Ihr seid entgangen Troft, sein Helfer und sein allen Leiden, die uns noch Freund; du machst ja alles umfangen. wohl. Nimm dich der Meinen 2. Hier, ach! hier ist auch an! Mit Freuden verlaß ich das beste Leben immer noch dann die Bahn der Leiden. mit Sorg' und Furcht umge Gedenke mein! ben; was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. Die Versammlung. 8. Er denket dein! Er 3. Ihr hingegen ruht im führt an seiner Hand, die sichern Frieden, der euch nach Heil und Segen giebt, auch dem Kampfe ist beschieden; die, die hier die Freundschaft kein Schmerz und Leiden stort dir, verband, die dich so treu euch im Genuß der reinsten geliebt. Ihr Thränen, hört Freuden. nun auf zu fließen! Gott 4. Christus stillt nun voltig Gesänge bei Begräbnissen. 631 lich eure Thránen; ihr habt Herrlichkeit und Ehre sei dem schon, wornach wir uns noch Erlöser unserm Herrn! Nun, sehnen; ihr hört und sehet, nun sind sie eingegangen zum was des Menschen Geist hier Heil, nachdem sie weinend rannicht verstehet. gen; nun seh'n sie es nicht 5. Ach! wer wollte denn mehr von fern. Nun weinen nicht gerne sterben, und statt sie nicht mehr; der Todt ift Erdenglück den Himmel er- nun nicht mehr, Preis, Chriben? Wer wollt' in Zeiten sich stus, dir, du sankst hinab, wie zu diesem Wechsel nicht bewir, ins Grab; du gingst zu reiten? Gott; wir folgen dir. Klopstock. 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich danach streben; komm' und führ' uns zu dem hóhern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Ruh' und 777. Senkt nur den tobten Bonne kommen. Mel. Die Seele Chrifti heil'ge. Dach. Mel. Wachet auf, rufet uns. Leib ins Grab; Die Hoffnung sinkt uns nicht hinab: ein beßrer werde auferstehn, hervor zum neuen Leben gehn. 776. Selig find des Him2. Der Erde werde anvermels Erben, die Todten, die traut, was von ihr war, aus als Christen sterben! sie gehen ihr gebaut. Was aber ewig ein zur Herrlichkeit. Nach soll bestehn, kann auch in sie den lehten Augenblicken des nicht übergehn. Todesschlummers folgt Ent- 3 Der Geift wird nicht zücken und Wonne der Un- des Todes Raub, er hebt sich sterblichkeit. In Frieden ru- über Erd' und Staub und ben sie von aller Sorg' und preiset Gott entzückensvoll, Müly'; Lob dem Höchsten! daß er den Todt nie sehen soll. Vor seinen Thron, zu ſeinem 4 Dies Leben ist ErzieSohn, begleiten ihre Werbungsstand; doch dort ist der te fie. Vollendung Land, wo die 2. Dank, Unbetung, Preis sich hier der Tugend weihn, sich und Ehre, Macht, Weisheit, ewig ihres Segens freu'n. 5. Hier 632 Gesänge bei Begräbnissen. 5. Hier kämpft die Tugend, fleiß, o Bater einst! mit dei ist noch schwach, hier drückt nem Preis. dag wid Schwarts. ayt noch manches Ungemach den Frommen. Dort lebt er befreit von Sünde und von Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. Sterblichkeit. 778. So gieb denn, from6. Dann schauet er im hó- me Christenschaar, der Erde hern Licht, das Todesgraun dem Müden hier im Sand das, was Erde war; verschaff nicht unterbricht, herab auf die Ruhe, die er sonst nicht seine Thränensaat, gesà't nach fand. Gottes weisem Rath. 2. O Ruhe, Wunsch des 7. So nimm, Verwesung Dürftigen, du lehter Trost deinen Raub; verwandle ihn des Weinenden, wo alle Noth in Erdenstaub. Dahin ist vergessen ist und keine Thrane ja des Todes Nacht; was weiter fließt. fürchten Macht? wir noch seine 3. Hier endigt sich der Feinde Truß; hier findet der 8. Nein- wenn auch un- Bedrängte Schuß; hier wird ser Herz erbebt aus Furcht des im süßen Schlaf erquidt, Todes, Jesus lebt. Und die- den manche Erdenlast ge ser Glaub' hebt uns erfreut drückt. zur Hoffnung der Unsterblich- 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; der bloße keit. Hoffnung werth? Ein Herzchenkleid sind seine letzte Herr9. Was macht uns dieser Mensch bleibt nur zurück. Ein Sarg nur und ein Leilichkeit. o Gott, das dich verehrt, das Tugend mehr als alles liebt, sich treu in seinen Pflichten des Christen auf: vollendet 5. Hier hört der Kampf übt. ist sein schwerer Lauf. Der 10. O möchte dies uns ei- Geist eilt in sein Vaterland, gen sein. Dann schlummern ist ganz beglückt in Gottes wir einst freudig ein, dann Hand. krönst du unsern Tugend- 6. Gebracht zur Schaar Dec Gesänge bei Begräbnissen. 633 der Siegenden und zu der En- deckte falter Schweiß; hoch gel Tausenden, schaut er ver- hob das Herz und zitternd flått, Gott, wie er ist, und sei- sich, da kam Gott und ernen Heiland, Jesum Christ. barmte sich. 7. Nimm den entſeelten 3. Nun schlummert er,( ſie) Leib, o Gruft, bis ihn einst den( die) wir geliebt, die SeeJesus Christus ruft, bis er, le, die kein Kummer trübt was nun der Tod zerstört ist ewig, ewig wird sie nun einst neu belebet und verklärt. von dieses Lebens Leiden ruhn. 8. Erinnre uns zu aller Zeit 4. Denn Seligkeit ist ihr o Gott, an Tod und Ewig- gewährt; der Leiden Kelch ist keit, damit wir ihren Wink ausgeleert, sie hört des Weiverstehn und freudig ihr ent- nens Stimme nicht, ist froh gegen gehn. vor Gottes Angesicht. In eigner Melodie. 5. In Frieden schiummre, Himmelsruh strömt dir vom Throne Gottes zu. Bald le779. Wiedersehn, sei uns gen unsern Pilgerstab auch gesegnet, entzückenvolles Wie- wir bei unsern Gräbern ab. dersehn, wenn Freund begegnet, wo liebend um ihn ſtehn. Niemeyer. uns unser Engel Die Mel. Nun laßt uns den. ser Tag der Wonne trocknet 781. Wir stehn ums Grabunsre Thränen ab, hoch und hoffen noch, der hier verschwebt unsre Seele über un- weset, lebet noch, er lebt, von ser Grab. Sünd' und Noth befreit, ein Leben der Unsterblichkeit. Mel. Nun laßt uns den. 2. Du, der du hier in dum780. Wir bringen wei- pfer Angst ermattend mit dem nend unfern Dank wir stammeln Tode rangst, dem falter dir den Lobgefang, dir, der Schweiß vom Untlik floß, eh' den Retter aus der Noth ge- sich dein brechend Auge schloß. sendet hat, den fanften Tod. 3. Ruh' sanft, dein Auge 2. Des Todes Kampf war schloß sich zu, du gingst ins schwer und heiß; die Stirne selge Land der Ruh. Dein Gott Tode. 634 Gedächtnißlieder. wir sanften Gott hat wohl an dir gethan. 6. Indem Nun rührt dich keine Qual Schmerz dir weih'n, blickt mehr an. unser Glaube dahinein, wo 4. Du gingst voran, wir Jesus Christus unser Freund folgen dir; unståt und flüch- uns einst zum ew'gen Heil tig wallen wir auf unsrer Pil- vereint. gerbahn hinab zur Abendruh' ins stille Grab. 7. Du, der einst den entschlaf nen Freund, wie wir den unsrigen beweint, sei, Jesu, unfre Zuversicht, wenn 5. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebend, fromm und rein, mit Lift und Falschheit unbekannt unser Herz im Tode bricht. und reif für's höh're Vaterland. Bürde. Gedachtnißlieder. is Troft beim Tode der Unsern dann will ihr Herz verzagen, überhaupt. so viel schwere Pein zu tragen. Mel. Auf, mein Herz, geh'. 3. Wenn der Tod im edlen 782. Wenn der Stifter der Sohne seine Luft dem Bater raubt; wenn des Hauses Geschlechter unsrer Lieben zu sich ruft, wenn die Söhne, Stüß und Krone finket mit wenn die Töchter sinken in des Baters Haupt; Mütter die frühe Gruft; ach, dann von den Kindern scheiden fühlen unfre Herzen unaus- Herr, was gleichet diesen Leisprechlich tiefe Schmerzen! den. 2. Wenn der Säugling 4. Ach, es müßte unterliekaum geboren, wieder schnell gen dieses arme, schwache im Tod verblüht, und die Herz, hülfest du nicht, Herr, Mutter nun verloren, ihre uns siegen über Tod und ganze Hoffnung sieht; ach, Trennungsschmerz. Deine Rechte Gedächtnißlieder. 635 Rechte schlug uns nieder, deine Beim Tode der Kinder. Rechte hebt uns wieder. Mel. Kommt her zu mir spricht. Wie 783. Für deinen Himmel 5. Ist des Trostes reiche Quelle nicht dein Wort am reiften sie, für meinen Wunsch, finstern Grab? Strahlt, daß ach! viel zu früh; doch, Herr, es die Nacht erhelle, nicht dein nach deinem Willen! Licht zu uns herab? Werden blutet mein verwundet Herz! Wie kampf ich wider meinen Schmerz, und weiß ihn nicht zu stillen. die, die wir verloren, dort nicht wieder neugeboren? 6. Im Genuß der reinsten 2. Ach, meine Kinder sind Freuden wandeln sie vor dei nicht mehr, entflohn ist meine nem Thron! und wir sollten Hoffnung, leer von Freud ist sie beneiden um den früh er- nun mein Leben. Ich sah sie, rungnen Lohn? Ihre Selig- wie den Frühling blühn; dir, keit mit Zähren und mit bit- Gott, hofft' ich sie zu erzieh'n tern Klagen stören? dir, der sie mir gegeben. 7. Nein, und kann der 3. Du aber sprachst, sie Mensch es wissen, ob es weise sind mir schon erzogen, gieb Huld nicht war, daß du uns sie mir, mein Sohn, hoch will so früh entrissen, deren Lieb' ich sie erhöhen. Sie werden uns Alles war? Wird nicht, nicht dein Alter freun, nicht was wir jetzt beweinen, dort Zeugen deines Todes sein; uns als ein Glück erscheinen? du wirst sie sterben sehen. 4. Gott, ich verehre dein Gebot. Laß mich nur meiner 8. Ja, wer truge nicht auf Erden gerne den Verlust, • Gott, da wir bald uns jen- Kinder Tod, Allgütiger, beseits werden wiedersehen auf weinen. Du, der du Aller dein Gebot; da du wirst im Vater bist, du weißt es, was bessern Leben die Verlornen ein Vater ist, laß mich nur wieder geben? gehn und weinen! 5. Auch meine Thränen preisen dich; sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebeft, und nun im Lichte 636 Gedächtnißlieder. Lichte deines Throns selbst in 4. Des Lebens Freud' und Erkenntniß deines Sohns, in Kummer löst sich im sanften allem Guten übest. Schlummer des Todes endlich dann 6. Mit Thränen preif' ich auf. Den Fesseln, die uns dich auch einst, wenn du zum binden, wird uns der Tod entWeltgericht erscheinst, ach! winden; frei schwingt der Freudenthránen. Geist zu Gott sich auf. Dann werd' ich meine Kin- 5. Der morsche Rest vom der sehn, mit ihnen auf dem Staube wird nun dein Grab Staube stehn, mich nicht mehr troftlos sehnen. mit zum Raube, die ird'sche Hüt te bricht, sie kann nicht ewig stehen, was Erd' ist, muß vergehen, zum ew'gen Leben Mel. Welt, fieh hier bein. taugt sie nicht. ne g Münter. 784. O banges Herz, fei 6. Sprich: ,, Gott, du hast's stille, es war des Vaters Wil- gegeben, Herr über Tod und le; des Vaters Will' ist gut. Leben, du nahmst es auch Was seine Huld geliehen, dahin; dein war's ja, nicht darf sie das nicht entziehen? ganz meine, verzeit' mir und darfst du tadeln, was sie daß ich weine, denk', daß ich thut? schwach allhier noch bin. - 4. Was du so treu geliebet, gab dir, der Alles giebet, für eine kurze Zeit. Doch, was 7. Mit allem deinen Sehnen, mit allen deinen Thrdnen rufft du doch nicht zu er dir entrissen, sollst du nicht rück. Im Vaterlande droewig missen; drum freu' dich der Unsterblichkeit. ben, wirst du es sehn erhoben, dein Kind zu einem höhern Glück. s 3. Wer bald den Lauf vollbracht, den führt Gott, eh' mans dachte, ans große lehte 3. Wer weiß, wie bald zum Ziel. Er bleibt in Vaterhån- Scheiden von allen Erdenden; ihn herrlich zu vollen- freuden, für uns die Stunde den, entriß er ihn dem Welt- schlägt! drum trocknet eure gewühl. es wird nicht lange HOURS Záhren, währen Beim Tode der Kinder. 637 währen, daß man auch uns dich mit der reinsten Luft, wer zur Ruhe trägt. Gott und dich liebt, an die Brust. Bit Niemeyer. Mel. Wer weiß, wie nahe mir, 5. Dort wirst du mir ents gegen gehen, gereift an Ein785. So sei denn dem zu- sicht und Verstand; erstaurückgegeben, der dich, du hol- nend werd' ich vor dir stehen des Lamm, uns gab. Dein dort, in der Allvollendung Tod ist Uebergang ins Leben, Land. Da beten wir dann und frühes Heil dein frühes ewig an die Liebe, die nur Grab. Das ist es, bricht lieben kann. Lavater. uns gleich der Schmerz um deinen Tod das treue Herz. 2. Nach wenig heißen Thrå- Mel. Gott lob! es geht nunmehr. nenstunden entfloh dein unbe- 786. So sollen wir schon fleckter Geist, von Schmerz wieder geben, was uns der und Sterblichkeit entbunden, liebe Bater gab? So fordert zu dem, der Todte leben Gott aus diesem Leben so beißt; ein Engel küßte deinen früh schon unser Kind uns ab? Mund das Leben weg; du Gott, wie verwundet dies das wardst gesund. Herz, wie weint aus ihm der 8. Er trug mit himmlischem bittre Schmerz. Gefieder dich, sanfte Unschuld, 2. Doch, was hilft unser froh empor zu Gottes Throne banges Sehnen? ruft es die und der Brüder und Schwe- Schlummernden zurück? Was stern unschuldsvollem Chor, helfen unsre heißen Thränen, wo man der Erde Leid ver- was hilft der schwermuthsgißt, rein und unsterblich al- volle Blick? Verdoppeln wir les ist. nicht unser Leid durch allzu4. Dort wird das Aug große Traurigkeit? dich wiederfinden, das Thra- 3. Sind denn die Todten nen hier um dich vergießt. zu beweinen, die fauft im stilDa werden alle Schatten len Grabe ruhn, und deren schwinden, wo Licht von Got- Seelen zu den Seinen, um tes Stuhle fließt, dann drückt ihnen ewig wohlzuthun, nach feinem 638 Gedächtnißlieder. seinen liebevollen Rath, schon ab; nah' an der Wieg' ist Jesus aufgenommen hat? oft das Grab. 4. Wir hoffen ja mit Freu 2. O welch ein Schmerz, denthránen für uns auch die- wenn unsre Lieben Gott früh ses Himmelsglück; und, die von unsrer Seite nimmt! es fanden, ach, die sehnen sich Doch hat er nicht, uns zu nicht in diese Welt zurück. betrüben, dies harte Loos für Im Himmelsglanz vor Gott uns bestimmt. Die, die wir verklärt, sind sie nicht mehr liebten, werden nun befreit bedauernswerth. von Angst und Kummer ruhn. 5. O dieser Glaube giebt 3. Und ihre Seelen, o sie im Leiden uns Kraft, Trost gingen zu einem bessern Leund Zufriedenheit; verwandelt ben ein, wo sie zu deinem dann in stille Freuden durch Throne dringen, sich deines Hoffnung unsre Traurigkeit, Heils, o Gott erfreun, und und überzeugt uns, was Gott schneller als hier in der Zeit, thut, sei weise, våterlich und nun reifen zur Vollkommenheit. gut! 4. Hat sie der Tod euch 6. Wohlau, so gehen wir früh entnommen: so kamen zufrieden mit Gottes Rath früher sie zu Gott, und dort die dunkle Bahn. Dich, den droht ihnen unter Frommen ( die) der Tod von uns ge- nicht mehr Verführung, Ungft schieden, dich treffen wir dort und Spott. Gott sicherte wieder an; dort, wo einst Je- ihr ewig Heil, und wählte so fus, unser Hirt, die Seinen ihr bestes Theil. ewig segnen wird. Mel. Wer weiß wie nahe. 5. O stört sie nicht in die sem Glücke das hier der Mensch nicht finden kann, und seht mit heiterm Seelenblicke 787. Wie kurz ist doch der voll Lieb und Hoffnung himMenschen Leben! wie schnell melan. O denkt, bei eurem ist oft ihr Ende da. Fast täglich Schmerz und Leib, an eurer mit Gefahr umgeben, sind Lieben Seligkeit: sie schon früh dem Tode nah)'; 6. Einst werdet ihr den Ew's sie blühen kaum, und fallen igen loben, der sie nach seinem weisen 639 Beim Tode erwachsener Kinder. weisen Kath so früh von euch 3. In ihr wähnt' ich mir die zu sich erhoben, auf ewig sie Stüße meines Alters zu erversorget hat, und euch der ziehn. Aber, gleich dem schnelsüßen Hoffnung freum, einst len Bliße, floh der süße Traum felig, so wie sie, zu sein. dahin, und ich stehe nun al7. Verzaget nicht, feid Gott leine, tiefgebeugt, o Gott, ergeben, und strebt, als Pil- und weine. ger in der Zeit, nach Jesu 4. Hast du mich denn ganz Vorbild fromm zu leben: vergessen, ganz verlassen? o dann wird euch in der Ewig- mein Gott. Uch des Jamfeit zu eurem Troft einst of mers Qualen pressen mächtig fenbar, wie gut hier Gottes mich in dieser Noth! gieb mir Führung war. Kräfte, daß ich siege und nicht ganz dem Schmerz erliege. 5. O willkommen, Christenglaube fürs zerrißne Elternberz: neugebildet aus dem Staube schwingt der Mensch Mel. Auf mein Herz, geb' mit. sich himmelwärts. Froh werd' ich in jenen Höhen die Ent788. Gott, o Gott! wie schlafne wiedersehen. Beim Tode einer erwachses nen Tochter. werd' ichs tragen! wild zerriffen ist mein Herz; an der wunden Seele nagen dústrer Gram und Herber Schmerz. Beim Tode eines erwachſe. nen Sohnes. Zu des Himmels lichten Höben kann ich nur mit Wehmuth sehen. Mel. Auf mein Herz, geh' 789. Qualvoll, Gott! ist 2. Ach, die meines Herzens dieses Scheiden, qualvoll was Freude, meines Lebens Won- mein Herz jeht fühlt, hingene war, lieget nun im Ster- welkt sind meine Freuden, bekleide auf der schwarzen und ich bin vom Gram durchTodtenbahr; für der theuern wühlt. Denn die Luft von Tochter Leben hätt' ich mei- meinen Tagen seh' ich jetzt nes gern gegeben. zu Grabe tragen. 2. Dacht 640 Gedächtnißlieder. mist 2. Dacht ich doch ihn zu er-/ dung Flügel trug, freut sich ziehen, meinen Sohn, zu dei- nicht der Jammertóne, nicht nem Preis; Früchte wähnt' ich der heißgeweinten Thrane. die jest blühen, bringt zur Reife 7. Dort wallt in der Gottbald sein Fleiß. Schnell beit Schimmer jauchzend der verwelkt die Blüth, ach wei entschwebte Geist, wenn der nen, weinen Bater, laß mich Erdenhülle Trümmer hier die Rasengruft umschleußt; und 3. Hingewelft so unvermu- des Todes Locs die Seinen, thet, wer, ach! wer trägt die von dem Schmerz getäuscht, sen Schmerz. Ach! aus tau- beweinen. weinen.. him ed send Wunden blutet, das zerrißne Elternherz! Nimm, o 8. Gleich des Feldes BluHerr, gern will ich's geben, men werde alles, alles Fleisch nimm dahin mein qualvoll verstäubt. Nur der Erdenleib wird Erde; sein BewohLeben! 4. Gleich des Feldes Blu- ner nicht; der bleibt. Ja, men schwindet alles, alles dein Geist, Geliebter, schweFleisch umher! Jammernd bet über Sternen hoch, und sucht mein Aug', und findet, lebet. findet, Liebling, dich nicht 9. Bald vielleicht, ach! mehr. Vor dem welken Greis bald verschwunden ist auch am Stabe, moderst, Jüng- meine Pilgerzeit, und die lehte ling, du im Grabe. meiner Stunden nahet, kommt 5. Unter schwermuthsvol- vielleicht schon heut; dann lem Stöhnen, denk' ich, wie kommst du auf Sonnenwegen dein Auge brach, unter dum mir mit schnellem Flug ent pfen Klagetonen folg' ich gegen. stumm der Bahre nach; rufe 10. Unaussprechliches Ent mit bethrantem Blicke meinem zücken! Wiedersehen, WiederGeist dein Bild zurücke. sehn; o wie boch muß dies 6. Doch, wie lang' mein beglücken, selbst den Himmel Aug', wie lange thránest du? mir erhöhn, wenn wir in der Es ist genug! Er, den zum Engel Reihen Hand in Hand Triumphgefange der Vollen- uns ewig freuen.e all 11. Heb Beim Tode der Ehegattin. 641 11. Heb' von Moder und deinen Trost, o Gott, nicht Verwesung, hebe dich empor, deinen Beistand in der Noth. mein Geist, wo von Gottes 5. Mein thrånend Auge Thron Genesung meines gan sieht auf dich; schüß meine zen Jammers fleußt, wo von Kinder, schüße mich, und sei wonnerfüllten Höhen Palmen was unser Freund uns war, für die Sieger wehen. uns Trost und Retter in Gefahr. 6. Einst dieses hofft mein Herz von dir einst führst du den verklärt zu mir, den jetzt so oft mein Aug' beweint, dann leb' ich stets Mel. O Jesu Christ, mein's. 790. Dich, bester Freund, mit ihm vereint. Marie den Gott mir gab, umschließt so früh ein ödes Grab, verlassen, einsam steh' ich hier, Mel. Es ist genug! So. und blicke sehnsuchtsvoll nach 791. Verlaß mich nicht! dir. 2. Du warst mein Trost, mein Gott verlaß mich nicht, und meine Brust fand stets da mich der Jammer drückt. in deinem Umgang Lust. Wie Ach sende mir in Finsterniß redlich war dein treues Herz, dein Licht, daß es mein Herz und wie gerührt bei meinem erquickt; ich liege vor dir, Schmerz. Herr, im Staube; bald 3. Wer wird nun ferner wankt, bald siegt mein schwamich erfreun? wer meines cher Glaube; verlaß mich Alters Stüße sein? nicht! wer sorgt so tren so liebevoll für mich und meiner Waisen Wohl? Beim Tode des Ehe: gatten. - - 2. Verlaß mich nicht! Herr, sei von mir nicht fern, denn ach, die Angst ist nah. Mein 4. Vergehen müßt in sei- Glaube weiß, die Hülfe nem Schmerz das trauernde kommt vom Herrn; sonst ist zerschlagne Herz; hátt es nicht kein Helfer da. Werd ich bald Nisid 642 min Gedächtnißlieder.min balb Deine Hülfe sehen? Ach, der bittre Kelch wird mir eile, Herr, mir beizustehen! durch dich versüßt, du bleibst Verlaß mich nicht! das höchste Gut. Wenn die, die für mich lebten, sterben; 3. Verlaß Verlaß mich nicht! Siel, wie mein mattes Herz so laß mich Troft und Seegen im matten Leibe bebt; ich erben. Verlaß mich nicht! fühle kaum vor Kummer, Angst und Schmerz die Kraft, door Liebig. Mari die mich belebt; mein Jammer kommt mit jedem Mor- Beim Tode der Ehegattin. gen, die finstere Nacht bringt finstere Sorgen. Verlaß mich Mel. Wenn mein Stündlein. nicht! D 792. Sie starb, und starb, 4. Verlaß mich nicht! Zu ach, viel zu früh; mir starb meinem Glück und Ruhm geb' sie und den Meinen, die alle ich die Dornenbahn, du bist wehmuthsvoll um sie mit mir, der Herr, dem ich sein Eigen- dem Vater, weinen! Bang thum nicht vorenthalten kann. seufzt mein kummervolles Herz Was ich besit, ist deine Ga- bei ihrem Tod; ein dumpfer be; auch dann ist's dein, wann Schmerz betäubt mich Tiefge ich es habe. Berlaß mich beugten. nicht! 2. Wie liebte meine Seele 5. Verlaß mich nicht! da fie, die Theure, Gottgeweihte! des Lebens Laft und Sorg mich der beste Freund, den du mir gabst, verläßt; wenn meine und Müly trug ich an ihrer Tren verlorne Treu' beweint, frohem Sinn flohn durch ſie Seite so leicht und gern; so halt nur du mich fest, wenn meine Tage hin gleich süßen bei du mein Liebstes von mir trenneft' ſo zeige, daß du trösten könneft. Verlaß mich nicht! 89 of Morgenträumen. 3. Hin starb mit ihr mein schönstes Glück; und jene fro6. Verlaß mich nicht! hen Stunden sehn ich vergewenn du nur bei mir bist, so bens mir zurück, ach! sie sind hab' ich Hilf und Muth); mir verschwunden. Mir bleibt Beim Tode der Ehegattin. 643 bleibt in banger Einsamkeit O fel'ger Tag, der uns vervon jener froh durchlebten eint, wo dann mein Ange Zeit wehmuthsvolles nicht mehr weint um die zu früh Entschlaf'ne. nur Sehnen. 4. Ich fühl's, was ich in 8. Dann wird auch Dunihr verlor, was sie mir war, kelheit mir Licht: ich werde die Gute! Wie kam sie jedem das verstehen, was meine Wunsch zuvor mit immer hei- schwachen Blicke nicht hier term Muthe, und ach, ihr ganz enthüllet sehen; entdecke treues Mutterherz brach mit- dann mit frommen Dank den leidsvoll beim kleinsten Zweck und den ZusammenSchmerz, den unsre Kinder bang von deiner Vorsicht fühlten. Wegen. 5. Wie wichtig war ihr nicht die Pflicht, sie weise zu erziehen. Durch Beispiel und durch Unterricht gelang ihr fromm Bemühen, und gern vergaß sie mütterlich Bequemlichkeit und Ruh' und sich, Mel. Jesu meines Lebens L. um nur für sie zu leben. 793. Guter Bater! dein 6. Gott, Unerforschlicher, Bestreben war, die Deinen vor dir fall' ich anbetend nie- zu erfreun. Darum wünschder. Du gabst die holde test du zu leben, nüßlich uns Freundin mir, du nahmst mir noch hier zu sein. Doch du sie auch wieder. Doch ewig starbest; das bedauern deine trennt der Tod uns nicht, wir Kinder, ach! wir trauern; sehn vor deinem Angesicht uns wo dein Grab ist, weinen droben freudig wieder. wir, denn getrennt sind wir 7. Ja, wiedersehen werd von dir. ich sie in jenem höhern Leben; 2. Alle, die dich kannten, Gott wird uns spåter, oder klagen: viel zu früh starb diefrüh, einander wiedergeben. ser Mann, und wir seine S 6 2 Kins König. Beim Tode des Vaters. in Gedächtnißlieder. 644 Kinder sagen: mehr noch hat wir, wenn der Schöpfer er uns gethan! Laßt uns ruft, wie er sinken in die ehren seinen Namen, seine Gruft. Tugend nachzuahmen, und sein Beispiel zu erneun, soll Pflicht und Freude uns ſein. Beim Tode der Mutter. AUR 3. Darum laßt uns Alle weinen, Alle, die sein Tod Mel. Der goldnen Sonne Lauf, betrübt, unsre Klagen hier 794. Dein Herz, das heiß vereinen um ihn, der uns so geliebt. Denn gerecht sind für mich gewallt, hat aufgeunsre Zähren. Ihn mit Liebe hört zu schlagen. Du wirst noch zu ehren, ist bei seiner nun bleich, entseelt und falt Trennung Schmerz, süßer zum Kirchhof hingetragen. Nun seh' ich dich nicht mehr Troft für unser Herz. geschäftig um mich her. O mei4. Doch wir hemmen unf- ne Mutter, welchen Schmerz re Thränen, heitern unsern fühlt mein von dir verwaistes trüben Blick; denn es bringt Herz. kein banges Sehnen, unsern Or Bater mehr zurück; aber 2. Was ist die weite Welt seine Tugendthaten bleiben mir nun! Ach, eine Traueruns, gleich reichen Saaten, wüste. Mir ist, als könnt zu der Erndte noch zurück, ich nirgends ruhn, als ob ich lohnen uns mit Heil und mit dir müßte. Gott im Glück. Himmel du, wo find' ich Trost 5. Denket dann des Tags, und Ruh? Es sank in meider wieder, was am Grabe ner Mutter Grab all meine hier geweint, Freund' und Lebenslust hinab, orie Gatten, Schwestern, Bruder, eint. Kind und Eltern neu ver- 3. Wo find ich weiter solch' Wie er wollen wir ein Herz? Wem kann ich fo nun wandeln, immer gut vertrauen? Gern trug fic und weise handeln; daß Kummer, Sorg' und Schmerz nur Beim Tode der Mutter. 645 nur um mein Glück zu bauen. denn Alles stirbt, nur Liebe Von früher Kindheit an hat bleibt. sie mir wohlgethan. Was Wehrhan. gleicht, o Mutterliebe, dir, und nun, ach, schiedest du Met. Ich hab' in Gottes Herz. von mir. 795. Hin stirbt die Mut4. Noch jetzo schauest du ter, welch ein Schmerz! Sie gewiß von deiner Himmels- selbst ein Bild der Tugend, hohe auf mich wie ich in fie bildete Berstand und Herz Finsterniß des Grams verlas und schützte meine Jugend, sen gehe; und betest für mein ernährte mich, hat mütterlich Wohl zu Gott noch liebevll, durch jede ihrer Sorgen für damit hier im Gewühl der mich gewacht, oft Tag und Welt mich seine Gnade fromm Nacht, am Abend und am Morgen. erbált. 2. Bei jeder drohenden Ge5. Ja, Sel'ge mein Be- fahr stand sie mir stets zur mühn soll dir in diesem Seiten, sab, eh sie nah und Wunsch begegnen: mich soll drohend war, sie oft auch schon der Tugend hohe Zier, so von weitem, entriß mich ihr lang' ich lebe, segnen. Lockt und zeigte mir aus mütterReiz zur Sünde mich, so denk lichem Triebe, bei meinem ich Gott an dich; und die Schmerz ihr edles Herz, ein Versuchung reizend reizend schon, Herz voll frommer Liebe. wird wirkungslos vorübergehn. 3. Ihr, ihr verdank' ichs, daß ich mich durch Laster nie 6. Dann bleib ich deiner entehrte, und daß sie mich, werth; und Gott, dem du als Vater, dich, Gott! fenmich stets empfohlen, wird nen, lieben lehrte, daß ich mich durch einen fel'gen Tod durch sie als Kind schon früh dir nach, o Theure, holen. vom Irrthum mich entfernte, Dann wirst du wieder mein, Verführer floh, und immer ich selig um dich sein, zum froh imd schuldlos leben höhern Umgang einverleibt; lernte. 4. Sie 646 Smer nister in d 4. Sie führte auf der Weisheit Pfad uns hin zum Pfad der Tugend, wies mir Beim Tode trener Gatten, in mancher bösen That den naher Anverwandten, oder Leichtsinn frecher Jugend; vertrauter Freunde. mit vieler Huld und mit Geduld sah sie's, wenn ich auch Mel. Kommt her zu mir, spr. fehlte, aus Unverstand es nicht 796. Ach, hier nicht mehr, empfand, das ich das Böse wählte. ach, fern von mir bist du! Ich seh' nichts mehr von dir, ge 5. Gott, laß mich, ihrer trene; gute Seele! Entflohn werth zu sein, nach ihrem aus meinen Armen weit, im Beispiel leben, mich immer Lande der Unsterblichkeit lebst nur des Guten freun, und du, getreue Seele. Sh segne mein Bestreben; laß 2. Der Freundschaft Labmich, wie sie, mit edler Müh, sal ist dahin; Dein Troft, nach deiner Gnade trachten, wenn ich verlassen bin; dein die Lüfternheit der Sinnlich- Mitleid, wenn ich leide. Mir keit gern fliehen und verach- fehlt, mir fehlt, die treue Hand am Weg ins beßre Vaterland, mir fehlt des Lebens Freude. ten. Gedächtnißlieder. 6. Dann wirst du mich, wie sie, zu dir von dieser Welt erheben; ich werde 3. Doch sei mein Schmerz dankbar froh mit ihr dich prei- auch noch so groß; mein sen, stets dir leben; im Him Freund hat nun ein beßres melsglanz genieß ich ganz Loos! vor Gott will ich mich nach meinen Uebungszeiten, beugen. Seliger, genieß dann, so wie sie, spát oder dein Glück. Ich wünsche dich früb, des Himmels Selig- nicht mehr zurück; geduldig will ich schweigen. feiten. 4. Ja, schweigen will ich, Gott vertraun, auf ſeine gute Führung schaun, und gehn auf Beim Tode einer Gattin, Anverwandten od. Fr. 647 auf seinen Wegen. Einst der Müden; ob ihr Herz schwingt mein Geist sich auch gleich dich vermißt, und von empor; ich finde, was ich hier Schmerz zerrissen ist. sad verlor; verlor; mein Freund eilt mir ala entgegen. 2. Wohl dir, wenn du pflichtgetreu durch der Prü5. Du, Seliger, wirst vor mir stehen, dich werd ich fröb- fung, Land gewandelt; wenn lich wieder sehn; o frendenvolle Stunde! Ich eil' dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. du ohne Menschenscheu immer gut und recht gehandelt, wenn dein Herz, indem es brach, einen Himmel dir verſprach! 6. Dann schau' und bet 3. Herrlich herrlich haft ich an mit dir; Ein Herz du dann dieses Lebens Bahn und Seele singen wir vom vollendet. Dort fängt dir ein Segen unsrer Leiden! wir begres an. Wohl dir, daß preisen Gott und seinen Sohn, du dies geendet. Erdenlei und fühlen unsers Glaubens den ohne Zahl schwinden dort Lohn, des Himmels hohe mit Einem mal. Freuden. 1din nom 4. Von der Erde Thränens 7. Gedanke der Unsterblich- faat erntest du dort Freukeit; erheitre jede Dunkelheit denzähren, während auf dem und stark mich, wenn ich Dornenpfad sich hier unſre wanke: besiege jede Leiden Leiden mehren; bis, wenn schaft: erfülle mich mit Muth unser Blick sich schließt, nun und Kraft, du himmlischer die letzte Thräne fließt. Gedanke! ISITY 5. Wohl dir nun! Ge= nieß dein Glück über diesem Mel. Jeſus, meine Zuversicht. Thal der Thränen. Niemand 797. Frieden deiner Asche wird sich mehr zurück in dies hier, o Entschlafner, Gottes Erbenleben sehnen. TriumFrieden! Deine Freunde gön- phirend wandelst du dort stets nen dir diese Raft, die Kast neuer Wonne zu se 6. BrůLavater. bird on 2018 648 donator Gedächtnißlieder.d's mind is 6. Brüder, die wir trau-|( fank unsre Freundin früh ernd hier um des Todten hinab.) Hulle weinen, bald geschiehts vielleicht, daß wir uns mit Schooß, so früh zu schlum2. Er( sie) ruhet in der Erde seinem Staub vereinen. Unvermuthet kommt die Zeit, sonst fleht unser Thränenblick mern war sein( ihr) Loos; umdie uns an den Todten reiht. ihn( sie) aus der kalten Gruft zurück. 25dsigt bil 7. Wohl uns, wenn Ge3. Und ruhig schlummern wissensquaal uns dann nicht den Tod verbittert, wenn ner ein zahllos Heer, des Le um ihn( sie) her Entschlafekein Fluch, ruhn wir einmal, bens Noth, des Lebens Müh' unsern Staub im Grab er- einst spåt entgangen oder schüttert, wenn uns Segen in die Gruft jeder Biedre niederruft! früh. 4. Wenn uns zum Schlaf 8. Drum laßt uns den Wink, o Bater, ruft! dann in stiller Gruft auch einst dein Wanderstab nicht vom Tusind auf ewig wir vereint da, gendpfad verrücken; dann führt wo man nicht mehr Thränen uns der Tod durchs Grab zu der Ewigkeit Entzücken. Wer der Tugend lebt stirbt nie, wenn er jung auch stirbt, zu früh. weint. Mel. Die Seele Chrifti heil'ge. Mel. Wenn mein Stündlein. 799. Wir trocknen unsre Thrånen ab, erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab, und weiter hin zum Ziele, und drückt uns Nacht und Staub bedeckt, er allen Leiden führt der Tod; auch die größte Noth, aus ( sie) den( die) kein Erdentag mehr weckt; reif für der 798. Schon ruht von wir wollen nicht verzagen. Erde fühles Grab, Grab, sank 2. Wir blicken auf dein unser Freund so früh hinab. stilles Grab, Geliebter,( Ge liebte,) Beim Tode eines Religionslehrers. 649 liebte,) traurig nieder. Wer schauen über Tod und Grab, trocknet unsre Thränen ab? und wollen nicht verzagen. Wer bringt die Todten wie- i minds Starke. der? Der( Die) Gute war 80% dand2 punt uns ach! so lieb; wo ist er ( sie) nun? O Bater, gieb, 19 jun nach dose daß wir nicht angstlich za- Beim Tode eines Religions. gen. Lehrers. 3. Wohlan, wir schaun Mal. Liebster Jesu, wir sind. aufs stille Grab; wohlan es mag begrafen! Wir trocknen 800. Sanft, wie er geunsre Thránen ab, dich Lie- wandelt hat, endet sich, zum ber!( Liebe!) birgt kein Ra- Schmerz der Seinen, diesen; was hier zerstäubt war ses Edlen Erdenpfad, dessen bloß Gewand, du gingst Hingang wir beweinen! ihn, voran ins Baterland: wir der sanft von uns geschie wollen nicht verzagen. den, lohnt die Ruhe nun der Müden. 4. Wie friedlich ist nun 2. Klaget nicht an seiner deine Bahn, wie schon die Gruft, die nun seine Hüll' neue Jugend, wie frei der umschließet, nur den Staub Geist von jedem Wahn, wie zum Staube ruft, da sein lauter deine Tugend, wie Geist den Lohn genießet, der hell des neuen Lebens Tag! der Tugend ist beschieden, Du ginst voran, wir kom- Seligkeit und Himmelsfriemen nach; drum wollen wir den. nicht zagen. 3. Bater, treu ging er den Pfad hoher Tugend 5. Das Leid des schmerz- bis ans Ende, und er gab lich uns zerreißt, erhebet die nach deinem Rath seinen Gefühle, und stärkt und rei- Geist in deine Hände, und nigt unsern Geist und führt die Kraft von seinen Lehren empor zum Ziele. Wir trock- trocknet unsre Wehmuthsnen unsre Thränen ab, und zähren. 4. Laß 650 Zarandaler Gedächtnißlieder mise 4. Laß der reinen Wahr- 5. Laß ihn ruhen unge heit Saat, ausgestreut von stórt deinen Freund, uns ewig unserm Lehrer, keimen, reich theuer! Was wir von ihm an heil'ger That! Laß uns hier gehört, mach' uns stets würdige Verehrer reiner Tu- der Tugend treuer! Seine gend schon auf Erden laß schönen Tugendlehren wollen uns gut und weise werden! wir durch Thaten ehren. ho digendi mla al Insolvend vist pangnic homig: d durdy and son dait i bir iem die s siste dubing mid SING inopid mida y thin sloo DE G star pia gy Anhang zur neuen Ausgabe des Liegnitzschen Gesangbuchs. un ni a dagan**** ស កម ន្ទ ង ចង់ ដា ច prambaninnos mid ay Anhang. auf uns des Ernstes Stille, Bisn damit im Himmel wir wandeln. O sei wie du verheißen miss Zum Anfang des Gottes- haft, Erlöser mitten unter dienstes. uns! Denn sieh', in deinem großen Namen sind wir verſammelt anzubeten, Erhabe801. Erheb' uns zu dir, ner, Erhabener! Mel. Komm heiliger Geist. du, der ist, und war und sein 3. Von uns flich', was wird, Ewiger! Du Uner- nicht ewig ist, und nur der forschter und Bekannter, du Erde Zeit betrifft! Zu klein aller Welt Erstaunen, vor sei hier im Heiligthume uns dem sich selbst der Engel jeder Erdgedanke. Hier fühle beugt, und sich anbetend nie- unser Herz es ganz, daß es derwirft. Odu, vor dem bald im Staub ein Fremdling ist! Sünder weinen, bald Lobge- Laß, Herr, zu ihrem Vaterfang zu stammeln wagen, lande hinauf die hohe Seele Unendlicher! Unendlicher! steigen! Hinauf zu dir! Hin2. Entreiß uns der Welt, auf zu dir! wed' uns auf aus unsrer Eitelkeiten Traum. Es ruh Klopstock. HU 10 Soun Anhang. Sonntagsmorgen. fråftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird gethan, siehe du 802. Herr es ist dein Tag mit Gnaden an. In bekannter Melodie. erschienen, der mich in den 6. Laß mich nicht in SünHimmel weist, und an Gott den fallen, laß mich heute gedenken heißt; darum komm' nichts versehn, laß kein Unich dir zu dienen, gieb mir glück wo geschehn. Lieber Schwachen Kraft dazu, daß Vater, hilf uns allen, freudig ich deinen Willen thu. wird dann mein Gesang auf 654 2. Stille selbst an diesem den Abend sagen Dank. Morgen das Geräusch der eitlen Welt, das dem Leichtsinn Neumann. nur gefällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, daß ich Allgemeines Kirchengebet. heut von Allem frei dir allein ergeben sei. nifor Mel. Nun ruhen alle Wälder. mit 803. Herr, bore! Herr, er3. Kleider sind nur eitle bore! Breit' deines Namens Sachen; wer sein Herz auf Ehre an allen Orten aus! diese richt, der gefällt dem Behüte alle Stände durch Höchsten nicht. Du, mein Jesu, kannst es machen, daß ich werde schön und rein in den Augen Gottes fein. deiner Ullmacht Hände; schüß' Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Dein Gnadenwort laß allen noch ferner rein erschallen 4. Kröne mich mit deinen Gaben, ziel' mich an mit dei fóre alle Rotten, die deiner zu unsrer Seelen Heil! Zerner Kraft, die den neuen Wahrheit spotten, und denen Menschen schafft. Welche Recht und Treue feil. Freude werd' ich haben, wenn 3. Gieb uns getreue Lehrer das Herz in meiner Brust und unverdroßne Hörer, die sucht am Herren seine Luft. deinem Wort sich weihn. Auf 5. Laß die Predigt wohl Pflanzen und Begießen laß gelingen, steh' auch deinem dein Gedeihen fließen; der Worte bei, daß es in mir Erndte Früchte reichlich sein. 4. Das Anhang. 655 4. Das Königshaus be- 9. Den Kindern sei ein glücke, laß deine Gnadenblik- Bater, den Schwangern ein te auf den Gesalbten gehn; Berather: Dem Säugling schüß ihn auf seinem Throne, gieb Gedeihn. Zieh' früh und laß des Herrschers Kro- schon unsre Jugend zur Frómne in segensvollem Glanze migkeit und Tugend, daß stehn! bildsin Eltern sich der Kinder freun. regieren, 10. Sei du der Arzt der ihr Amt getreulich führen; Kranken, und die im Glauund schaffe jedem Recht: daß ben wanken, laß nicht zu Fried' und Tren sich müssen Grunde gehn. Die Alten in unserm Lande küffen. heb' und trage, auf daß sie Segn' uns, als dein erwählt ihre Plage und Noth gedulGeschlecht. dig überstehn. 5. Laß alle, die 6. Ach, wend' in allen 11. Bleib' der Verfolgten Gnaden Krieg, Feuer, Was- Stüße, die Reisenden bea serschaden und Seuchen von schüße, die Sterbenden beuns ab! Kein Feind' mach' gleit' mit deiner Engel Schage uns zu nichte des Landes reis ren, daß sie im Frieden fahe che Früchte, die uns bein ren zu deines Himmels Herrs milder Segen gab. lichkeit. 7. Verleih' uns Ruh' und 12. Du, Vater, wirft er Friede, mach' alle Feinde müde. füllen, was wir nach Deinem Gieb uns gesunde Luft. Laß Willen in Demuth jetzt beNoth und theure Zeiten sich gehrt; wir sprechen freudig: nicht bei uns verbreiten, wo Amen, in Deines Sohnes Na-= man nach Brod mit Thránen men: dann ist des Herzens ruft. Wunsch gewährt. TOT 8. Die Traurigen erquice; isens die Dürftigen beglücke, daß sie sich deiner freun. Die Wittwen und die Waisen wollst du mit Trofte ſpeisen, Mel. Mache dich mein Geift. wenn sie zu dir um Hülfe 804. Sammelt euch, ihr schrein. Christen, gern hier an dieser Ståte Schmalke. d Hot thá Deffentliche Gottes sid verehrung. TOZ JUNE ubo 656 Anhang. Stätte! Singt und danket 6. Jeden zieht ein fanftes eurem Herrn! Preist ihn im Band hin zu seinen Brüdern. Gebete! Hört und ehrt, was Alle fühlen sich verwandt, er lehrt, und erwägt im Stil- Hohe mit den Niedern. len seinen Vaterwillen. Freund und Feind sind ver 2. Sieh', o Gott, hier eint, dich durch, den sie leben, kommen wir, mit der Schaar friedlich zu erheben. der Deinen. D, wer wollte 7. Hier wird Christensinn nicht vor dir andachtsvoll er geweckt, Licht und Trost verscheinen? Da erfreueft jeden breitet, mancher Sünder auf Geift, der nach Wahrheit geschreckt, und zu dir geleitet, ringet und zu dir sich schwin- und die Noth, die uns droht, get. lernen wir im Glauben ihrer 3. Groß ist überall dein Macht berauben. Ruhm, wo nur Wesen denken. Dieses Tempels Hei- 8. Ja, dein Wort, daß hier ligthum kann dich nicht um ertont, ist das Wort des Leschränken; doch ach hier strömt bens. Er, der uns mit dir von dir wonnereicher Segen versöhnt, sprach es nicht verdeinem Volk entgegen. gebens. Selig ist jeder Christ, 4. Von dem Weltgeräusch durch Tugend ehret. der es achtsam höret und entfernt, das uns oft zerstreuet, fühlt hier unser Geist, 9. Gott, wir wollen oft und lernt, was ihn stets er- und gern dich im Tempel freuet. Eitles Glück weicht preisen, und hier Jesu, un zurück, vor den höhern Gaben, serm Herrn, dankbar uns bedie den Frommen laben. weisen. Er allein, soll es 5. Unser Herz erweitert sich, fein, den sich unsre Seelen wenn wir Menschen sehen, stets zum Führer wählen. die hier still und feierlich mit 10. Heil uns Allen, wenn uns vor dir stehen. Jeder wir hier nie dein Wort ver nennt und bekennt, troß dem achten, und den Engeln gleich Wahn der Spotter, dich den vor dir zu erscheinen trach Gott der Götter. ten. Schön und groß ist das Anhang. 657 das Loos aller, die sich üben, 6. O bebe du mein sehnend dich, o Herr, zu lieben. Reche. Herz zur Geister Heimath himmelswärts! Einft durch der Morgenrothe Thor, ein Engelschweb' auch ich empor. Krummacher. Morgenlied am Sonntage, Mel. Vom Himmel hoch, da. 805. Seht, aus des Himmels goldnem Thor, tritt unser Feiertag hervor; der Tag des Herrn! Sein Ungesicht Mel. Wie schön leuch't uns. umstrahler hoher Himmels- 806. Sei uns gesegnet, Zum Anfange des Gottes: dienstes. Licht. 2. Wohl heißest du ein Tag des Herrn! Zu Gottes Tag des Herrn; er labte und Preise nah und fern weckst du erquickte gern, und heiligte der Christen Menge. Ihr Lobin Licht und Kraft die niedre gefang tont spåt und früh, zum Heiligthume wallen fie im festlichen Gedränge. Froh erschallen ihre Lieder, wo die Brüder vor Gott treten, um vereint ihn anzubeten. Erden- Pilgerschaft. 3. Sei uns willkommen Tag der Ruh'! den Müden bauchst du Labung zu; du senkest Undacht in das Herz und hebst es fröhlich himmelwärts. 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh'; auch un4. Du bist der Sonne Tag fern Tempel weihe du mit und Bild! Wie sie mit Glanz feierlicher Stille. Mach undie Erde füllt, so beut dein sern Geist vom Irrthum frei, holdes Angesicht dem höhern in allem Guten fest und treu, Sinne Freud und Licht. das Herz mit Troft erfülle. 5. Ein Engel Gottes, brin- Fromme Liebe, Brudertreue gest du der stillen Erde Fried laß aufs neue uns beleben, Jeund Ruh', und schwebest auf su Vorbild nachzustreben! der Himmelsbahn den Mühetagen hehr voran! St Got: 658 Anhang. ge schwingt! Unter mir ent flieht die Erde; Vorgefühl der Himmelslust hebt mich zu den Seligen. F. v. d. Reche. Gottesverehrung. Mel Herr es ist ein Tag. 807. Seligfte der Lebens ftnnden, wenn mein Geift empor zu Gott sich im fühnften Fluge schwingt, und mir dann im kleinsten Staube, 808. Wer ist der Herr, dem wie durch Sonn' und Ster- aller Himmel Sphären, dem nenglanz, ew'ge Liebe sicht- alle Welten dienen und ihr bar wird. ehren? Wer ist der Herr, vot Mel. Herzliebster Jesu, was. 2. Schmückte sie nicht un- dem sich Engel beugen und fre Fluren? Schmückte sie betend schweigen? den Himmel nicht mit der 2. Du bist es, Gott, du höchsten Schönheit Reiz? König hoch erhoben, dir glü Sind auf der Geschöpfe Lei- hen Sonnen, dich die Sterne ter Millionen Wesen nicht, loben; es legt der Seraph ab die sich ihres Daseins freun? die Strahlenkrone vor dei3. Gab zum fröhlichen Ge- nem Throne. nusse dieses Lebens Gott uns 3. Den Alles ehrt, dem nicht Tugendfreuden ohne Erd' und Himmel dienen, den Zahl? Und den Geist, der sie nicht zu ehren, willst du dich empfindet, schuf den Gottes erkühnen? Der Mensch von Güte nicht, ew'ger Wonne Staub er wollt allein ich sich zu freun? scheuen, sich Gott zu weihen? 4. O du Wesen aller We- 4. D Herr und Gott! fen! Deine Huld und Herr- sieh voll Demuth wollen wir lichkeit faffet auch der Engel feierlich dir laute Ehrfurcht nicht. Staunend fühlt er zollen; vor aller Welt foll deine Größe, Größe, fühlet hoher hier in diesen Hallen dein Freuden voll, daß du uner- Sob erschallen. meßlich bist. 5. Dem alle Himmel Ju 5. Seligste der Lebensstun- bellieder fingen, dem wollen den, wenn mein Geist empor wir auch unsre Opfer brin zu Gott sich im kühnsten Flu- lgen. Ja, dir, o Herr! der freund Anhang. 659 freundlich uns begegnet und mir zu: kommt her zu mir, uns gesegnet. bei mir ist Ruh! 94 6. Du willst uns hier mit 3. O Liebe, welche unfre deinem Geiste nahen; hier ist Sünden durch Christi Tod das Herz, es will dich gern getilget hat! Wenn wir uns umfahen, und ew'ge Gaben treu mit ihm verbinden, dann aus dem höhern Leben willst findet kein Verdammen statt, du hier geben. weil Christi Blut bestán7. Drum wollen wir, o dig schreit: Barmherzigkeit! Ewiger dich ehren! Du rufest Barmherzigkeit! uns- hier sind wir dich zu 4. Un dieses Wort will ich hören. Laß deiner Gnade gedenken, ihm will ich freudig würdig uns auf Erden, einst mich vertraun, und, wenn selig werden. Scholz. mich meine Sünden frånken, auf Gottes Huld im Glauben schaun. Sie zeiget mir zu aller Zeit unendliche Barmherzigfeit. Barmherzigkeit Gottes gegen Sünder. 5. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel' Wel. daß ich tausend Zung. erquicken kann; muß ich des 809. Gott ist die Liebe, Lebens Freuden missen, und begt Erbarmen, das alles nimmt kein Freund sich mei Denken übersteigt. Gott ist ner an; scheint meine Rettung die Liebe! Heil uns Armen; noch so weit: bei Gott bleibt er ist's, der sich zu Sündern mir Barmherzigkeit. neigt. Er geht mit uns nicht 6. Auch selbst in meinen ins Gericht; er will den Tod besten Werken, ist redlich nur des Sünders nicht. mein reiner Sinn, muß ich 2. Wir sollen nicht verloren noch manchen Fett bemerken; werden; Gott will, uns soll doch fällt gleich aller Kuhm geholfen sein. Nur darum dahin, so bleibet doch der tam sein Sohn auf Erden und Troft bereit: Gott schenket Rahm den Himmel siegreich mir Barmherzigkeit. in. Er ruft in seinem Wort 8. Drum geh' es mir nach GotIt 2 660 Anhang. Gottes Willen, bei dem so Speise ruft, der Wurm in viel Erbarmen ist. Er wird seiner Hülle. gewiß sein Wort erfüllen, der 4. Der Rebenberg, das seiner Kinder nie vergißt. Weizenthal, der Bach, der Sie währt, sie wirkt in Ewig- Auen Blüthe, die Luft und feit die göttliche Barmher- jeder Sonnenstrahl preift des zigkeit. Allmächt'gen Güte. 8. Auf diesen Grund will 5. Des Westes Kühlung ich stets bauen, so lang ich sendet er; den Sturm in Unhier auf Erden bin. Der gewittern. Er spricht! und Gnade Gottes will ich trauen, still ist Erd' und Meer; er fällt alles andre gleich dahin. spricht! und sie erzittern. Einst preist mein Psalm nach 6. Bom Aufgang bis zum Vater der Niedergang, bis zu der fernsten dieser Zeit dich, Barmherzigkeit. HET Sphäre schallt der Geschöpfe Lobgefang zu des Allmächt: gen Ehre. Rothe. Allmacht Gottes. Mel. Ich dank dir schon. 810. Groß ist der Herr! von seiner Macht erzählen Erd' und Meere, die Himmel und der Himmel Pracht, und aller Sonnen Heere. 7. Groß ist der Herr! zu ihm empor soll froh mein Herz sich schwingen; in aller Creaturen Chor soll ihn mein Loblied singen. 561 Sturm. Wahrhaftigkeit Gottes. Gott des Himmels und. 2. Ihn rühmt die blühende Natur, und ihres Segens Mel. Menge, die Frucht der garbenschweren Flur, sind seine 811. Weicht ihr Berge, Lobgesänge. fallt ihr Hügel! Brecht ihr 3. Ihn preift in seiner Fel- Felsen, stürzet ein; fester wird senkluft der Löw und sein als Berg und Hügel Gottes Gebrülle, der Rabe, der um Vatertreue sein, unbewegter noch Anhang. 661 noch als sie. Seine Wahr- und Abgrund brüllt, bleibt heit trüget nie. Doch er mir Sonn' und 2. Gnade hat er mir ver- Schild. sprochen, das ist Gottes Bund 7. Er, der Herr, ist mein mit mir. Dieser Bund wird Erbarmer, so hat er sich selbst nie gebrochen; seine Treue genennt. Welch ein Trost! bürgt dafür. Laßt den Welt- Nun werd' ich Armer nimfreis untergehn, was er zu- mermehr von ihm getrennt. sagt, muß geschehn. Er will meine Zuflucht sein, 3. Nicht auf Menschen will nie wird ihn sein Wort geich bauen; wie betrüglich ist reun. die Welt! Meinem Gott will 8. Nun so will ich ihm verich vertrauen, der, was er trauen, will auf diesem Felsen verheißt, auch hålt! Er ein ruhn, ewig will ich auf ihn Feind der Heuchelei, ist wahr- bauen, was er sagt, das wird haftig, ist getren. er thun. Erd' und Himmel der Schmolke. 4. Draut die Welt mir, mag vergehn; ewig wird sein mich zu haffen, und verfolgt Bund bestehn. mich; will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich; denn er bleibet immerbar, was er ist, und waß er war. 5. Scheint auch er mich Mel. Nun danket alle Gott. nicht zu achten, und verbirgt 812. Der du mit starker sein Angesicht, läßt mich ru- Hand der Welten All regiereft, fen, läßt mich schmachten; so und aller Sterne Feer in vergißt er mich doch nicht, ihrem Kreise führeft. Du denn er bleibet immerdar, nas blickst mit Baterhuld auch auf er ist, und was er war. den Staub herab, dem deine 6. Friede will er mit mir Allmacht einst Gefühl und halten, wenn sich auch die Leben gab. Welt emport; ihre Liebe mag 2. So viel der Wesen sich erkalten, bleib ich meinem Gott auf deiner Erde regen, mit ur werth. Wenn auch Höll Batergüte kommst du Jeg= lichem Fürsorge Gottes für die Menschen. 662 Anhang. lichem entgegen; doch haft du,| Schlachtgetés für einen Wahn Preis sei dir, der selbst den ihr Blut. Wurm erquickt, vor allem das 7. Doch immer väterlich Geschlecht der Sterblichen be- hast du sie, Herr, geleitet; in glückt. trüber Nächte Sturm ihr 3. Ein Funke deines Lichts Licht und Troft bereitet; und glüht auch in unsern Seelen: wenn sie sich gedrängt von frei können wir, wie du, was allen Seiten sah, warst du recht und gut ist wählen; das der Rettende mit deiner Hülf Ziel, nachdem dein Wort ihr nah. 4. zu streben uns gebeut, wir 8. O leit auch ferner fie fühlen's tief entzückt, es heißt: durch deine Huld und Gnade Unendlichkeit. der Tugend sichre Bahn, der Du hast uns deinen Weisheit lichte Pfade; daß Sohn zu unserm Heil gegeben, sie, von dir geführt, befelidie Menschheit soll durch ihn get durch dich, mit kühnem, stets höher sich erheben; durch freiem Flug, stets höher Thaten groß und gut, durch schwinge sich. 9. Laß, wo noch Irrthum herrscht, die Wahrheit mächtig fiegen, und Recht und Tu5. Zwar fant sie oft her gend nie auf Erden unterlie ab von ihrer hohen Würde! gen; von jedem harten Druck, sie trug des Lasters Joch, sie von jeder Tirannei mach', o trug der Thorheit Bürde; Allmächtiger, mach' uns auf durch Borurtheile blind, ge- ewig frei! Wächter. tauscht durch eitlen Wahn, entfernte sie sich oft, o Gott, von deiner Bahn. Mel. Auferstehn, ja auferstehn.. 6. Und ach! wie oft hat 813. Ja, führwahr! Uns sie des Elends Druck empfun- führt mit sanfter Hand ein den vor manchem Wütherich im Hirt durchs Pilgerland der Staube sich gewunden! Wie dunkeln Erde, uns, feine kleine oft verströmte sie, gereizt Heerde. Hallelujah! durch eigne Wuth, im wilden 2. Wenn im Dunkeln auch fein Wahrheit und durch Recht in Zeit und Ewigkeit ein glückliches Geschlecht. Anhang 663 Ich sein Häuflein irrt, er wacht, wenn ich irr' und wanke, der treue Hirt; und läßt den wohlthätig mich belebt. Seinen ein freundlich Stern- weiß, ein guter Gott gab lein scheinen, Hallelujah! mir dies erste Leben, wird 3. Sicher leitet aus des mir ein beßres geben, und Todes Graun er uns auf ist und bleibt mein Gott. grünen Au'n, aus Sturm 3. Entzückender Gedanke: und Wellen zur Kühlung sei- Gott schuf, o Seele dich! ner Quellen. Hallelujah! Gott, dem ich Alles danke, 4. Freundlich blickt sein rief auch ins Leben mich! Aung auf uns herab. Sein Er wágt mein Glück mir zu, sanfter Hirtenstab bringt und machet meine Leiden zu Troft und Friede. Er wachet Quellen größ'rer Freuden. sich nicht müde. Hallelujah! Gedanke voller Ruh! 5. Ja, fürwahr! Er ist getren und gut. Auch unser Schicksal ruht in seinen Ar- Geistesfreiheit des Menschen. men. Sein Name ist Erbarmen Hallelujah. Leben des Menschen, Mel. Herr es ist ein Tag ersch. 815. Freiheit gabst du meinem Willen, selbst durch dich, allweiser Gott, ward ich fåhig dein Gebot zu verlegen, zu erfüllen. Tod und Le= Mel. Aus meines Herzensgr. ben, Heil und Qual, beides 814. Erfreuender Gedanke! steht in meiner Wahl. Gott schuf, o Seele, dich! 2. Was ich seh, hat seine Gott, dem ich Alles danke, Schranken; selbst das Sterrief auch ins Leben mich. Er, nenheer der Nacht schloß im der mit Licht und Pracht den Kreise deine Macht; nicht ganzen Weltkreis schmücker, geleitet von Gedanken folund jeden Wurm beglücket, gen Thiere knechtisch nur er hat auch mich gemacht. blinden Trieben der Natur. 2. O seliger Gedanke, der 3. Aber mir ist mehr vers mächtig mich erhebt, der, liehen, fern von Zwang und StlaKrummacher. 664 Anhang. Sklaverei kann ich denken, waltsam ihn auf den Weg der handeln frei, Gutes thun und Tugend hin; willig soll er selbst Boses fliehen, bin mir über ihn geben. Zwar geſegnet ist niedre Luft meiner Uebermacht sein Gang, doch dein Ruf ist bewußt. was) risobne Zwang. 4. Regt in mir euch, 9. Menschenwürde, Menstarke Triebe, ihr verdrängt schenwürde, ja du sollst mir im Kampf mich nicht von dem heilig sein! Leichter wird, Pfade meiner Pflicht, wenn gedenk ich dein, mir des nieich sie von Herzen liebe. Mei- dern Lebens Bürde, stiller nem Geifte bleibt das Reich, duld' ich Hohn und Schmerz, will er, so besiegt er euch. und den Himmel hofft mein 5. Stellen meinem Seelen- Herz. stone Reche. leben, meiner Ruh Verführer nach, o sie finden mich nicht schwach; ich kann ihnen wi- UL CU derstreben. Stark durch den, der mich erhålt, troß ich Frevlern einer Welt. 000 Sprache. d 6. Binden kann man mir Mel. Alles ist an Gottes S. die Glieder, aber nie den re- 816. Laut und freudig dir gen Geift. Thoren, prüft ihn lobsingen, und dir Dank zum er zerreißt alle Bande, strebet Opfer bringen, Bater, das wieder auf zur Wahrheit, auflist mein Beruf. Wer verzu Gott. Ihm wird jeder mag von dir zu schweigen, Zwang zu Spott. meine Worte selbst sind Zen7. O wie fühl ich mich er- gen, daß auch mich dein Arm hoben, wie durch Freiheit mich erschuf. geehrt. Gott, wie ist sie mir 2. Du gabst mir die Kraft so werth, sie die schönste deiner zu sprechen, Wünsche, EorGaben! Frei vom Drucke der gen und Gebrechen meinen Natur folgt mein Geist nur Brüdern zu gestehn, und mit deiner Spur. und geistigen Gedanken aus des 8. Seine Freuden zu er- Geistes engen Schranken in höhen, drångst du nicht ge- die Welt hervorzugehn. 3. Was Anhang. 665 weiß Worte selbst sind Zeugen, daß mei- auch mich dein Arm erschuf. Reche. Onu disi 3. Was ich fühle, und wähle, alle Schäße ner Seele kann ich um mich her ausstreun, und die Menschen, die mich hören, kann ich warnen und belehren, und durch Trost und Rath erfreun. 4. Süßer wird mir das Bergnügen, schneller muß der Mel. Gott sei Dank in aller. Gram entfliegen, böher strahlt 817. Freude, Freude! Alle der Wahrheit Licht, sanfter wir sind unsterblich, leben hier flebt des Lebens Stunde, in der Kindheit Ulebungsstand wenn im treuen Freundschafts- für das beßre Vaterland. bunde jeder redlich denkt und ſpricht. Bestimmung zur Unsterb. lichkeit. 2. Freude, Freude! Alle 5. Nimmer könnt' ich hier wir sind unsterblich, såen hier, auf Erden weise, froh und erndten drüben, was die Saat glücklich werden, müßt' ich unsrer Hand getragen hat. ohne Sprache sein. Schwe3. Unser Leib wird auch gerer fühlt' ich jede Bürde, un- fåt, unsre beßre Seele geht, bekannt mit meiner Würde unbesiegt von Tod und Grab, sank' ich einst ins Grab binein. hin zu Gott, der sie uns gab; 6. Wohl mir! Du haft 4. Bleibt in seiner Vaternicht nur Leben, haft auch hand, lernt, was hier sie nicht Sprache mir gegeben. verstand, forscht nun höh're O mein, Gott wie freu' ich mich. Wissenschaft, dringet fort von Schon der Kinder frohes Lat Kraft zu Kraft. len schafft mir süßes Wohlgefallen. Vater, o wie lieb ich dich! 5. Ohne Zahl und ohne Maaß wachsen wir ohn' Unter7. Laut und freudig dir laß, nehmen stets an Güte zu lobsingen, und dir Dank zum und bedürfen keiner Ruh. Opfer bringen, Bater, das ist 6. Unser Geist wirkt leicht mein Beruf. Wer vermag und frei von der Sinnen Tauvon dir zu schweigen? Meine scherei; aus der Erde Náchten 666 Anhang. ten bricht ihm hervor einlein; hier soll ich kämpfen, hell'res Licht. streben, um selig dort zu 7. Um uns her ist Alles sein. gut; Neid und Haß und 2. O Freude, süße Won3wietracht ruht, alles liebt ne! Ja, ich bin Gottes Kind. und freuet sich, fühlt sich se- Vor diesem Glanz, o Sonne! lig, Gott, durch dich. bein Glanz in Nichts zer8. Erdenpilger, welches rinnt. Aus Gott ist mir geHeil wird einst drüben un boren das Sein, das in mir ser Theil, welche hohe Se- quillt; mich, mich hat er erligkeit lohnt uns nach der foren zu seines Geistes Bild. Pilgerzeit. 3. Das seid ihr nicht, 9. Laßt dem Eiteln sei- ihr Sonnen, die seine Hand nen Tand, blickt in jenes nur trägt, ihr seid in Nichts beßre Land, voll Unsterblich- zerronnen, wenn eure Stunde feitsgefühl, hin nach eurem schlägt. Mag euer Strahl höhern Ziel. auch glänzen, er ist kein 10. Laßt uns unsrer Würde ewig Licht, in tausend Sterfreun, voll der süßen Hoff- nenkrånzen strahlt Gottes nung sein: Vater, Bater, Bild doch nicht. alle wir sind Preis sei dir! unsterblich. Niemeyer. Wir kommen vom Vater. 4. Hier strahlt es, hier im Herzen, in dieser Augen Blick, will eine Schuld es schwärzen, es wirft die Schuld zurück. Von Gott ist es entstammet und führet mich zu Gott, und was hier in mir flammet, das loschet selbst kein Tod. Mel. D Haupt voll Blut. 818. Vom Vater ausge5. Erheb dich drum, o gangen bin ich im fremben Seele, hier aus der Fremde Land, doch will ich an ihm Land, aus dieser dunkeln Höhle hangen, wie's Kind an Mut- hinauf ins Vaterland. Hier terhand. Er führte mich ins ist noch nicht dein Weilen, dein Leben hier in die Welt mich Lauf ist hier bald aus, drum mußt Anhang. mußt du fröhlig eilen hinauf ins Baterhaus. Jauhinda His Scholz. VOL 667 Johannes der Täufer. Mel. Nun danket alle Gott. 820. Im Dunket lag die Welt, mit Elend schwer belaBerheißung des Welt den. Gott sprach: es werde erlöſers. Licht! Die Fülle seiner Gnaden erweckt den Mann voll die Bahn, und kündigt Israel Kraft; er kommt, er bricht den lang Verheißnen an. Mel. Nun preiset Alle. 2. Johannes, Gottes voll, 819. Laßt Gott uns preisen, schon seiner frühen Welt ward er verheißen, der Friedefürst und Held. Es harrten Völker ihm entgegen, hofften auf Ret- wird Führer, Warner, Lehrer, tung und ew'gen Segen. am Geiste stark, ein Licht, ein 2. Daß sie zerissen, die mächtiger Bekehrer, ein heilHimmel! war ihr Flehn in ger Eiferer, der ohne Schonen Kümmernissen. Ach, daß aus Elias Geist und Kraft. straft; auf seinem Geiste ruht ihren Höhn der Heilige erschien, auf Erden. Aller Erretter und Troft zu werden. 3. Sie ward erfüllet die Fluffe: das Himmelreich ist Zeit, die Gott ersehn; es ward nah, bereitet euch, thut Buße; enthullet das Heil aus seinen der Allbarmherz'ge hat sein Hohn; gestillt das sehnende seufzend Volk besucht. Gott Verlangen. Ewiges Licht ist will erlösen; eilt, und tragt nun aufgegangen. der Bes'rung Frucht. 3. Des Herolds Stimme ruft dort laut am Jordan4. Nun wird erledigt, was 4. Es zengt von Jesu Heil hart gebunden war, nun wird der höhern Wahrheit Lehrer; gepredigt, des Höchsten gnä- er weist zu Jesu hin die heilsdigs Jahr, mun lohnt die begier'gen Hörer. Seht, das Duldenden ihr Hoffen, Preis ist Gottes Lamm, das, mit der ihm, nun steht uns der Him- Schuld belegt, für uns gemel offen. opfert wird, und unsre Sunden trägt. 5. Wohl 668 Anhang. 5. Wohl dem, der ihn, den aus Davids Haus Gott zu Herrn, auf den Johannes Jesu Mutter aus. rasm weiset, mit festem Glauben 4. Er erfüllt was er versucht und durch sein Leben spricht, långer säumt die Hülfe preiset. Wer seinem Tauf- nicht. Freudig wie zum Sieg bund tren, sich Jesu ganz er- ein Held eilt der Sohn in giebt, der wird in ihm von seine Welt.rs Gott begnadigt und geliebt. 5. Von dem Vater kommt 6. Das sei auch unser Trost, er her, und zum Vater kehret Johannis Amt und Lehre ver- er, wenn er erst ein ewig herrlich auch bei uns, Gott, Glück uns erftritten hat zudeines Namens Ehre. Wer rück. Buße thut und glaubt, hat 6. Heiland, deinem Vater Trost schon in der Zeit, und gleich, führ uns in dein ewig endet er den Lauf, dort Him Reich, rett' uns Arme, siege melsseligkeit. bald, dein ist Weisheit und Gewalt. Schlegel. 7. D wie herrlich glänzte nicht dort um Bethlehem dein Licht, wen erleuchtest du nicht gern, Ebenbild und Glenz des Herrn. Mariä Verkündigung. Mel. Gott sei Dank in aller. 821. Sohn der uns ver8. 2ch, du haft uns, Herr, heißen war, den die Jung- so lieb, so erleucht uns dann frau uns gebar, sei gepriesen und gieb jedem Kraft, daß er deiner Welt, welche deine Huld dir tren, glaubig und auch erhält. heilig fei. 2. Du entsproßtest nicht 9. Fröhlig rühme, wer ein wie wir, Gottes Geist selbst Christ, wer vom Tod erlöset richtet dir deiner Menschheit ist, den, der groß von Rath Hütte zu; wunderbar erschei- und That, uns vom Tod ernest du. löfet hat. 3. Keusch, voll Zucht und 10. Lob sei dir, du kamst Tugend war sie, die Gottes herab. Lob dem Vater, der Sohn gebar. Diese wählt dich gab. Lob dem Geiste, dankt Anhang. 669 dankt und singt, daß er uns Ståtte stehe, giebt Hungrigen zu Jesu bringt. Schlegel. genug, und läßt die Reichen leer, denn wer herrscht so gerecht, wer gütiger als er? Mariä Heimsuchung. 5. Daß er barmherzig sei, daß er erlösen wolle, daß selbst der Sünder nicht verloren geMel. Nun danket alle Gott. hen folle, das ist sein Bund 822. Lobsingt, lobsingt dem mit uns, von Ewigkeit gemacht. Herrn, frohlocket Gott mit Und, o wie hat der Herr, an Freuden, denn er ist unser seinen Bund gedacht! Heil in allen unsern Leiden. 6. Er sprach zu Abraham: Er, unser Vater, nimmt sich Durch deinen Saamen werde unsrer mächtig an, und große gesegnet einst dein Volk und Dinge hat der Herr an uns jedes Volk der Erde. Frohgethan. lockt, und seht wie Gott, was 2. Wie machtig ist der Herr, er verheißt, auch hålt, gefegwie heilig, hoch zu ehren, von net ist sein Volk, gesegnet ist allen die durch ihn erlöst zu die Welt. sein begehren. Er ist ja gna- 7. Denn Jesus Chriftus denvoll durch Zeit und Ewig- kam, sein Sohn und Abrah'ms feit für den, der ihm ver- Saame, und rettete die Welt. traut und seiner Huld sich Gelobt sei Gottes Name! freut. Anbetung bringet ihm, bringt 3. Er steht den Frommen Dank und Preis ihm her, bei, er fegnet seine Freunde; denn niemand ist so treu, und die Stärke seines Arms er so voll Huld als er.of fahren seine Feinde; er sieht den Uebermuth der Stolzen, und sein Blick zerstreut sie, gehramt Jesu auf Erden. und entreißt Hoffärtigen ihr Glück. Mel. O daß ich tausend Zungen. 4. Er stößt Gewaltige her- 823. Auf Erden Wahrheit ab von ihrer Höhe, daß, wer auszubreiten, die Wahrheit, erst niedrig war, an ihrer die vom Himmel stammt, und uns 670 Anhang. uns zum ew'gen Glück zu lei- sich freut, und dich, Erlöser ten, das Herz zu Gottes Lieb' preift. entflammt, dazu erschienst du, 6. Ja, Preis sei dir, du Jesus, hier, von Gott ge- bester Lehrer, auch mir zum fandt, zum Heil auch mir. Heil von Gott gesandt. 0, 2. Dies war das tägliche würde jeder dein Verehrer, Geschäfte, darin dein Geift der deinen Werth noch nicht Bergnügen fand. Wie em- jerkannt. Hilf, daß ich deiner sig hast du Zeit und Kräfte, Wahrheit treu, treu, und ewig beseelt von Liebe, angewandt, durch sie selig sei. durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen Licht zu sein. Wunder Jesu. 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil Mel. O daß ich tausend Zung. recht einzusehn; ihr Licht, auf 824. Wie göttlich find diesem fel gen Pfade mit doch Jesu Lehren, wie überzeusicherm Schritt einher zu gend seine Macht. Wer kann gehn; ihr Licht, mit freudigem die großen Thaten hören, Vertraun hin in die Ewig- die er auf Erden hat vollkeit zu schaun. bracht, und stimmt nicht undet 4. Und nun der Welt dies ferm Glauben bei, daß er der. Licht zu werden, wie willig Welterlöser sei? übernahmst du nicht auch selbst 2. Er schenkte das Gesicht die größesten Beschwerden, den Blinden; den Tauben und drückte dich gleich ihr Ge- gab er das Gehör! der Auswicht, so trugst du doch, voll saß mußte vor ihm schwinGut und Huld sie gern mit den; der Stumme bracht' himmlischer Geduld. ihm Dank und Ehr'; sein 5. Fürwahr, noch immer ist Machtwort hieß die Lahmen das Leben, das du auf Er- gehn und selbst die Todten den haft geführt, ein Segen auferstehn. den uns Gott gegeben, dafür 3. Sein Segen speiste ganze ihm ew'ger Dank gebührt, ein Heere da, wo es selbst an Segen, dessen auch mein Geist Brot gebrach, und kaum ge= bot Anhang. 671 bot er Wind und Meere, so flehst zu Gott, dem Retter in ließ ihr Sturm gehorsam der Todesnoth? nach. So sah man stets bei 3. Der du der Leiden långallem Thun auf ihm derste Nacht, mein Vater, über Gottheit Fülle ruhn. mich gebracht, weißt, wenn 4. Wir dankens, Bater, sie soll vorübergehn; nicht mein, deiner Stärke, die Jesum dein Wille soll geschehn. vor der Welt verklärt, der 4. Bei deinen Freunden durch so große Wunderwerke suchst du Ruh, doch schlum. als dein Gesandter sich be- mernd fällt ihr Auge zu. Verwährt. Ja, glaubig nehmen lassen, ohne Freund, mit Gott wir ihn an, und sind ihm bist du allein in deiner Noth. freudig unterthan. 5. Bon deinem Volke une 5. Erfüll', o Herr, nur gesehn kämpft deine Seele. unfre Herzen mit seiner Leb- Nimm sein Flehn, Weltrichren Göttlichkeit, damit wir ter, seine Thränen an, und nicht das Heil verscherzen, rett' ihn, du, der retten kann. das uns dein Sohn allein 6. Umsonst, noch hilft der verleiht; und schaffe, daß Herr dir nicht, verbirgt fein ihm unfre Treu bis in den Baterangesicht. Noch ist ber Tod ergeben sei. Leiden Kelch nicht leer, der Qualen warten dein noch mehr. Leiden Jesu am Delberge. 7. Du aber gehst mit Heldenmuth, gewiß, des Vaters Met. Die Seele Christi heil'ge. Will' ist gut, auch aus den 825. Auch unfre Seel' er- trübsten Nächten bricht einst muntre sich, in deinem Leiden herrlicher der Rettung Licht Jesu, dich in jener Nacht voll 8. Dein Jünger, deß du Angst und Graun mit stiller dich erbarmt, er ists, der treuEhrfurcht anzuschaun. los dich umarmt, und doch 2. Da liegst du, in den reichst du mit stillem Sinn Staub gestreckt, mit Angst den Peinigern die Hände hin. schweiß wie mit Blut bedeckt, 9. Unbetend folgen wir dir und ringst und kämpfft, und nach, von Hohn zu Hohn, Don 672 Anhang. von Schmach zu Schmach, sund kniet, wirft sich zur Er und schaun zu deinem Kreuz de, blickt auf zu Gott mit hinan, und fassens nicht, und flehenden Gebehrden. Sebt, wie er zittert, wie er Angst empfindet, im Staub fich windet. beten an. Niemeyer. 6. Er kämpft und ringt in Die Leidensnacht Jesu. immer beißerm Beten, um uns vor Gott als Mittler zu Mel. Herzliebßer Jeju, was. vertreten. O lerne, Mensch, 826. Komm, Kind der die Größe deiner Sünden hier Nacht, das gern im Dunkeln ganz empfinden. wandelt, und wider sein Ge- 7. Er betet: Vater! Vater! wissen frevelnd handelt, kommt Kanns geschehen, so laß den alle, die ihr noch das Finstre Kelch vor mir vorübergehen. liebet und Sünde übet! Wo nicht, o Bater, so gescheh 2. Seht eine Nacht, in dein Wille; dir halt' ich stille. welcher tausend Schrecken 8. Schau, Christ zum Himden gottgeweihten Held mit mel, wo auf seinem Throne Angst bedecken, die Nacht, in dein Mittler prangt in ew'ger welcher Judas Frevelthaten Siegeskrone. Dort warten den Herrn verrathen. auch auf dich nach Kampf unt 3. Mein Jesus zittert und Leiden des Sieges Freuden. fångt an zu zagen, er ist vom Woltersdorf. tiefen Trauern so zerschlagen, 550 ma daß durch die Glieder Todes- Seht, welch ein Mensch. ångste beben, die ihn umgeben. Mel. Wenn mein Stündlein. 4. Kann denn kein Mensch 827. Seht, welch ein ihm seine Noth verringern? Mensch! Wie liegt so schwer Nein, nein, er reißt sich los auf ihm die Laft der Sünder. von seinen Jüngern, er kann Wie unaussprechlich duldet und will die ganze Welt vom er für euch, ihr MenschenkinBösen allein erlösen. der. Wie ein Verbrecher 5. Voll Ernst kommt er, steht er da, verachtet, und dem Anhang. 673 dem Tode nah ein Ziel des fich war, und du, du wolltest Hohngelächters. mich nicht lieben? 2. Mit Striemen und mit Blut bedeckt, von Geißeln wund gehauen, gekrönt mit Dornen, ach! erweckt er selbst im Richter Grauen. Seht, welch ein Mensch, erbarmt Mel. Sesu, meines Lebens Leben. euch, spricht Pilatus, doch 828. Denkt mein Geist an Jefu Worte am Kreuz. sie hören nicht, die Mörder seines Lebens. jene Stunden, da du Mittler für mich starbst, und durch 3. Da ist kein Herz das deine Todeswunden Heil und Mitleid fühlt, kein Aug', das Leben mir erwarbst; denk' ich um mich weinet, kein Mittel, was du noch gesprochen, el' das die Wunden fühlt, kein dein liebend Herz gebrochen; Retter, ach! erscheinet. Die o dann reißet meinen Sinn Mordlust tobt, der Wahnsinn Andacht und Bewund'rung droht, die wilde Menge rufet hin. Tod! Er sterb', er sterb' am 2. Der du unter Schmach Kreuze, set und Smerzen noch für deine 4. Ich denke ohne Schau- Feinde batst, laß mit sanftdern nie an diese Jammer- muthsvollem Herzen mich verstunden, ich fühle fester mich zeihn, wie du es thatst; dedurch sie mit dir, o Herr, ver- nen wohlthun, die mich hasbunden. Denn was aus dei- sen, und mein Recht Gott nem Angesicht und allen dei- überlassen. Ob auch Unschuld nen Wunden spricht, ist gren- unterliegt; gånzlich wird sie zenlose Liebe. nie besiegt. 5. Lockt mich die Welt, 3. Nie laß Beßrung mich lockt Fleisch und Blut mich verschieben bis zum letzten Leauf den Weg der Sünde, und benshauch! Wenn ich lebe mangelts mir an Kraft und dich zu lieben, dann nur lies Muth, daß ich sie überwinde, best du mich auch. Meiner dann rufe mir vom Himmel wirst du dann gedenken, Ruhe ju: Denk', welch ein Mensch mir im Tode schenken, und Uu mich Münter. 674 Anhang. mich mit dem Troft erfreun,[ nun: Es ist vollbracht! Vaewig dort bei dir zu sein. ter, Vater, ich befehle dei4. Noch in deiner Todes- nen Händen meine Seele! stunde sahst du auf der Deinen So gingst du mit heiterm Schmerz; ja du riefft mit hol- Sinn, wie der Sohn zum dem Munde süße Tröstung in Vater hin. 5. ihr Herz. Herr, dein Bei- 8. Naht sich einst, von spiel soll mich lehren, Schwa- Gott gesendet, der Erlösung chen Hülfe zu gewähren, die Stunde mir; ruf ich auch: Betrübten zu erfreun, der Es ist vollender: Meinen Verlaßnen Schuß zu sein. Geist befehl' ich dir! Und 5. Ach! wer kann dein du hörst mein letztes StölLeiden faffen, als du riefeft: nen, stillft auf ewig meine Gott! mein Gott! warum Thränen, führst mich nach des hast du mich verlassen! Doch Leidens Pein zu des Himmels mich tröstet deine Noth. Nun Freuden ein. eilt Gott mir beizustehen, undndo42 ed or 1 Loder. spasit 129 erhört mein leßtes Flehen, wenn die bange Seele spricht: dai no Gott, mein Gott verlaß mich Mein Gott! warum hast nicht! fond du mich verlassen. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 6. Durften mußtest du undHADE 350 schmachten, du der mit dem Tode rang! Ach, und deine 829. Mein Gott, du wirst Feinde brachten Essig dir zum mich nicht verlassen, denn ich Labetrank. Einst wenn Durst verlasse mich auf dich, und und Angst mich quälen, will will den Troft im Glauben ich dir mein Leid empfehlen. fassen, du siehst erbermungsDu erbarmst dann meiner voll auf mich, weil Jesus dich, denn du durftetest für mir dies Heil erwarb, da er mich. lamt am Kreutze für mich starb. 7. Endlich sank dein Haupt 2. Da unsre Sünden auf zum Herzen, dich umgab des ihm lagen, und alle Hülfe Todes Nacht, und nach über- von ihm wich, war dies die standnen Schmerzen riefft dulgrößte seiner Klagen: Mein Gott wil Anhang. 675 Gott warum verläß'st du mich? jener Seligkeit versüße hier Doch auch auf diesen größten mir jedes Leid. Schmerz erfüllte neuer Trost sein Herz. 7. Verlaß mich nicht in meinem Sterben, wenn einst 3. Nun, Vater, hóre was mein Lebenslauf vollbracht. ich bete! Ich bitte durch das Reiß meine Seel' aus dem Angstgeschrei des Heilands an Verderben, und führe durch der Schädelstätte, stely' mir des Grabes Nacht mich, Herr, in meinen Nöthen bei! Du an deiner Baterhand zu dir weißt ja wohl, was mir ge- in jenes beß're Land. bricht, o Bater, ach! verlaß mich nicht! R Tod Jef u. 4. Verlaß mich nicht, wenn im Gewissen der Sünden Men- Mel. Chriftus der ist mein. ge mich verklagt. Laß mich 830. Die Sonne stand verden großen Trost genießen: finstert, der Mittag ward zur dein heil'ger Sohn hat selbst Nacht, nun hatt' er überwungezagt, da er für uns zum den und rief: Es ist vollTode ging, und troftlos an bracht. dem Kreuze hing. 2. Der Erde furchtbar Be5. Berlaß mich nicht, wenn ben, hob das Gebirg empor; meinem Glauben die Welt so und Gottes Todte gingen aus manche Neße legt. Laß nichts ihrem Grab' hervor mir dieses Kleinod rauben; 3. Des Tempels Gründe mein Herz fest und unbe- wankten; der Vorhang riß i wegt, bis Fort in jener Herr- entzwei, der Gottes Wohnung lichkeit es Glaubens Ende decket; der Eingang ist nun mich erfreut. frei. 6. Verlaß mich nicht in 4. Den Todesüberwinder meinem Leiden, laß mich kein umgab des Grabes Nacht; Krenz von deiner Huld, von und Gottes Engel jauchzten: deiner Vaterliebe, scheiden; Er hat's, er hat's vollbracht! gieb Muth und Kraft mir 5. Er ist nun eingegangen und Geduld. Die Hoffnung ins Allerheiligste, des neuen Un 2 Bunz 676 Bundes Priester, der Mitler aus der Höhy! Auferstehung Jesu. 6. Nun wird kein Opfer Mel. Herr ich habe mißgehand. wieder in Ewigkeit gebracht; 831. Jesus, Jesus ist er er, den sein Volk erwürgte, standen! Licht strömt in des hat alles ganz vollbracht. Grabes Nacht. Er ist frei 7. O du, der mich verföhnte dem Richter aller Welt, großes Werk vollbracht, ja von Todesbanden, und sein du hast das Heil der Erde allmächtig hergestellt. und der letzte Feind bezwun der Sieg ist nun errungen, 8. Nun wohnt in ew'gem Frieden das menschliche Ge- gen. schlecht, und du regierst die 2. Laßt das Siegeslied erVölker mit Wahrheit und mit schallen! Uns hat er den Sieg Recht. gebracht, uns, die noch auf 9. Du kommst und führst Gräbern wallen, aufgehellt des die Deinen in deines Vaters Grabes Nacht. Ja sein Werk Reich; du machst an Heil ist ihm gelungen, und der hohe und Würde sie deinen EnSieg errungen. geln gleich. 10 Anhang. 3. Gott! in welcher Son Wie herrlich ist dein nenklarheit sirahlt, was JeName, wie groß ist deine sus uns verheißt, strahlt die Macht! Preis dir und Dank große heil'ge Wahrheit: Ewig und Ehre! Du hast dein ist des Menschen Geist! TuWerk vollbracht! gend reicht an Gottes Thron 11. Darf ich den Tod noch Frommen einst die Siegesfürchten, der mich von hinnen kron'! rafft? Ich auch, ich überwinde durch deines Todes Kraft. 4- Stimmt nun feine. Trauerlieder auf des From12. Du führst mich hin zum men Grabe an! Wir betreZiele; vollbracht ist dann mein ten sterbend, Brüder, eines Lauf, dann nimmt in seine bessern Lebens Bahn. Zu Hände auch mich der Vater auf. der Wahrheit lichten Höhen Münter. müssen wir durch Gräber Igehen. Sulf 5. Un Anhang. 677 5. Unsern Todestag hienie- bazumal, was war es, das den feiern Selige erfreut, dich störte, als Jesu letzte als den Uebergang zum Frie: Todesqual dein Innerstes emden, als Geburt zur Selig- porte? Auf bebe nun vor keit. Weit vollkommner, als Fröhlichkeit! Gesegnet sei auf Erden sollen wir im Licht des Helden Streit, der Tod reich werden. und Grab bezwungen. 6. Sollen in der Sel'gen 3. Ihr Himmel, laßt den Reihen uns dem himmlischen Jubelklang durch alle Wolken Beruf, dem Beruf der Tu- schallen; kommt, wiederholt gend weihen, wozu Gott den Lobgefang mit euren Geiauch uns erschuf; immer freu- stern allen! Ehrt diesen Tag, diger den Willen des All- wie jene Nacht, die ihn, den mächtigen zu erfüllen. Held, ans Licht gebracht; verherrlicht seine Siege! den Menschen 7.- Auf! an Jesu Sieges4. Es müsse Zions Heiligfeste laßt uns das Gelübd thum vom Jauchzen wiedererneun: hier schon soll es ballen: Gott in der Höhe dir uns die größte, feligste der sei Ruhm, Freuden sein, unsre Pflich- Wohlgefallen! Stimmt Createn zu vollbringen, nach der turen, stimmt mit ein: auf Heiligung zu ringen! Erden müsse Frieden sein; Demme. im Himmel hohe Wonne! 5. Nun Jesus Grab und Mel. Sei Lob und Ehr' dem. Siegel bricht, steht mir der 832. Triumph! Verlaßt Himmel offen. Nun wankt die leere Gruft! Triumph, der schwache Glaube nicht der Heiland lebet! Hört, wie bei unerfülltem Hoffen. Ja, der Kreis der beitern Luft Herr, du lebst und lebst in von Siegestonen bebet! Sei mir, du kannst, du wirst, ich uns gegrüßt erstandner Held! folge dir, mich einst zum die Tod und Hill' entrißne Vater führen. Welt jauchzt. dir Triumph 6. Erschein in deiner Siegespracht, die von der Höhe entgegen. 2. Was war dir, Erde, blißet, mein König, der der Höch 678 Anhang. höchsten Macht verklärt zur 4. Du, du stärkst uns Rechten sihet! Du, der den zum Gebet; jenes inbrunftTod gefesselt hålt, Erlöser, volle Sehnen, das mit stillen Richter, Herr der Welt, laß Seufzern fleht, und uns Wonmich dir ewig leben! ne giebt durch Thränen, Hoffnung und Geduld im Leiden, ist dein Werk, du Geist der Freuden. Pietsch. Gottes Geist. 5. Heiligung und Reinigkeit, und ein Gott gefällig 15945 Mel. Biebster Jesu, wir sind. Leben, selige Zufriedenheit, wahre Weisheit kannst du 833. Geift der Wahrheit geben, selig, die an deinen lehre mich aller Weisheit Quel- Gaben Theil durch Lieb und len kennen, Jesum Chriftum! Glauben haben. Nur durch dich kann ich 6. Ich erflehe sie von dir; meinen Herrn ihn nenuen. todt ist noch mein ganzes Du, du mußt ihn mir ver- Wesen. Komm' und wohne klåren, und mein Herz zu selbst in mir, und ich leb' und Gott bekehren. milang bin genesen. Dann wird mei 2. In des Irrthums Fin- ne Schwachheit Stärke, und sterniß müßt' ich ohne Führer ich wirke Gottes Werke. wanken. Du nur machst das 7. Nimm mein Herz und Herz gewiß, und erleuchtest die mach' es rein; auch die LauGedanken, offenbarest Gottes terung durch Leiden soll mir Pfade, zeugst von Wahrheit scheurer Segen sein, Weiund von Gnade. hung zu den höhern Freuden, 3. Tröster, Tröster heißest bis wir einst den Engeln du, überschwenglich kannst du gleichen, und des Glaubens trösten, du erfüllst mit Him- Ziel erreichen melsruhy die Gemüther der Erlösten, daß sie in der Angst der Sünden, Gottes Baterhuld empfinden. Bürde. Mel. Anhang. Mel. Herr Jesu Chrißt, dich. Werth der christlichen Lehre. 834. In Oft und Westen, nah und fern, weht allbele- Mel. Herzliebster Jesu, was. bend Geist vom Herrn. Er 835. Das Licht der Wahrhat die Weisen aller Zeit zu heit, das vom Himmel stamedlen Thaten eingeweiht. met, das weit umher die ganze Welt durchflammet, das hast 2. Bon ihm stómt Wahrbeit uns und Licht, er spendet du, Jefus Christus, uns gegeKraft, doch stürmt er nicht. ben zum Heil und Leben. 2. Und dies dein Wort, es Der Geist des Herrn ist sanft und mild, der ew'gen Weis- kann die Völker binden, nur beit Ebenbild. wo es herrscht wird alle Zwietracht schwinden. Ach möchte 3. Von oben wallt der drum dein Reich recht weit auf Geist herab, und hebt uns Erden verbreitet werden... über Tod und Grab. Wer 3. Wir wollen stets mit ihn vernimmt fühlt ew'ges Eifer darnach trachten, die Sein, ihn engt der Erde Leuchte, die du gabest, nie Kreis nicht ein. verachten. Dein Licht, o Jesu 4. Nur der vernimmt des soll nie von uns weichen bis Geistes Wehn, wer, still der wir erbleichen. Wahrheit nachzugehn, sich der Betrachtung oft geweiht, und oft des Ew'gen sich gefreut. 679 176 Scholz. Glaube, Liebe und Hoffnung. 5. O du, der Andacht stiller Geist, der uns dem Weltgewühl entreißt, von dir ist Gottes Geist nie fern, in 836. Drei Zengen deiner Mel. Aus meines Herzens Gr. dir kommt auf uns Geist des Gitade, unendlich Gütiger! Herrn. erbellen unsre Pfade mit Segen rings umher. Sie winken Muth uns zu, gehn traulich uns zur Seite, ihr troften 680 Anhang. stendes Geleite bringt liebend Vertrauen, der Glaube wird uns zur Ruh. zum Schauen, die Hoffnung 2. Will uns mit ihren wird erfüllt. Schrecken, in banger Zweifel Nacht, des Unmuths Woge decken, uns schüßt der Wahrheit Macht. Die Pfade gehn hinan; die Frucht entblüht Mel. O daß ich tausend Zung. dem Staube, die Furcht be- 837. Religion, von Gott siegt der Glaube, befreit von gegeben, wie bist du meiner Menschen- Wahn. Seele werth! Wie giebst du Hoher Werth der Religion. 3. Drückt schwerer Pflich- Hoffnung, Trost und Leben ten Bürde, sinkt matt der dem, dessen Herz dir angeTreue Hand, sieht sich die hört. Ja, du bist eine Kraft reinste Würde des edlen aus Gott, giebst Ruh im LeSinns verkannt; wenn schier ben, Ruh im Tod. das Herz erliegt im Kampfe 2. Du bist es, die mich niedrer Triebe: erhebet uns Gott erkennen, mich meinen die Liebe, der beßre Wille Schöpfer lieben lehrt. Ich siegt. darf getroft ihn Vater nennen, 4. Wenn alles nun entflie- gewiß sein, daß er mich auch het, was uns die Erde gab, hört. Du rufft mir zu: dein der Himmel sich umziehet, Gott ist gut. Wohl dem, und Schwermuth seufzt: hin- der seinen Willen thut. ab! was hålt dann unser 3. Wer reizt mein Herz sich Herz, daß es in banger selbst zu richten? Wer schårSchwäche nicht troftlos zag' fet meines Geistes Blick zur und breche? Die Hoffnung hellen Einsicht meiner Pflichheilt den Schmerz. ten, und schreckt vom Bösen 5. Für Hoffnung, Lieb' und mich zurück? Du stårkeft den Glauben, die unser Herz er- Gewissenstrieb und machst mir rang,( nichts müsse sie uns Recht und Tugend lieb. rauben,) nimm Gott den froh- 4. Du leitest mich auf sten Dank. Sie sind kein allen Wegen, du zeigest mir Traum- Gebild. Die Liebe ist das höchste Gut, du machst mir Anhang. Denk an dein Grab. O mir jedes Glück zum Segen, und giebst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst Mel. Jefu Chrift, mein's. nichts mich trösten kann, da 838. Der Strom des Lehebt dein wahrer Trost erst bens rinnet schnell, bald ist er trúb, bald wieder hell, er an. 5. Du schaffst dem Geiste stürzt gedrånget von der Zeit, füßen Frieden, verscheuchst sich in das Meer der Ewigden sorgenvollen Sinn, und keit. reichest jedem Lebensmüden 681 2. Denk an die Fluch der den sichern Stab der Hoff- Zeit, wenn Licht in Kummernung hin, auf den er still und nachten dir gebricht. feft sich lehnt, so oft er sich Grab ist Ruhe, Trost und nach Ruhe sehnt. Heil wird frommen Duldern Im 6. Du lehrst mich glauben, einst zu Theil. lieben, hoffen, verkündest mir 3. Denk an dein Grab, Unsterblichkeit. Der Himmel wenn irdisch Gut dich reizen steht durch dich mir offen, will zum Uebermuth; und mein ist seine Seligkeit. glänzet auch der Kronen sprich Ich glaube fest und zweifle Pracht, glänzt Gold auch in nicht; du giebst mir diese des Grabes Nacht? Zuversicht. 4. Denk an dein Grab, 7. Ja, du, des Lebens, wenn dich bethört die Ehr reinste Wonne, begleite du sucht, Trug und Arglift lehrt, mich bis ans Grab, und sprich: bringt der Herr im leuchte dann mir gleich der Weltgericht nicht alle Thaten Sonne, den Weg ins Todes einst ans Licht. thal hinab. Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank wenn für dich, Religion. 5. Denk an dein Grab, Eitelkeit dir wohlgefällig Weihrauch streut. Erwage: was sind Reize werth, die schnell des Todes Hand zerstört. Thies. 6. Bestell in Zeiten ernst dein Haus; streu weislich guten 682 Anhang. Trost am Grabe. ten Saamen aus. Jenseits die, und gegen Ewigkeiten des Grabes reift die Saat, voll Wonne was sind sie? die hier dein Geift gefået hat! 2. Ja guten, frommen 868 Seelen gewährt der Tod nar and Glück. Was kann sie weiter quaten? Sie sehn befreit zu rück. Der Erde KümmerMel. Christus, der ist mein 2. nisse kennt jene Heimath nicht, 839. Ich weiß, an wen ich und alle Finsternisse verwangleube, und mein Erlöser deln sich in Licht. lebt, der, wird der Leib zu 3. Zwar Menschen- WeisStaube, den Geist zu sich beit lehret uns Himmelswonerhebt. ne nie; kein Ohr hat sie ge2. Ich weiß, an wem ich höret, kein Uug' erblickte sie. hange, wenn alles wankt und Wir kommen zu dem Freunweicht, der, wird dem Herzen de, der uns dies Ziel erwarb, bange, die Rettungs- Hand zu ihm, der selbst für Feinde mir reicht. noch flehte, da er starb. 3. Ich weiß, wem ich ver- 4. Der Tod führt mich zum traue, und wenn das Auge Leben, darum, o welch ein bricht, daß ich ihn ewig Glück, erwart' ich ohne Beschaue, ihn selbst von An- ben den letzten Augenblick. gesicht. Wenn Freunde troftlos wei4. Er trocknet alle Thränen nen, dann tröste dies ihr so tröstend und so mild, und Herz: Gott wird uns einst mein unendlich Sehnen wird vereinen, und giebt uns Heil nur durch ihn gestillt. für Schmerz. Mel. Balet will ich dir geben. 840. Das Ziel von meinen Tagen ist mir vielleicht bald nah. Doch soll mein Geist nicht zagen, wars auch schon heute da. Des Todes Bit- 841. Erdentöchter, Erdenterkeiten, wie bald verfliegen söhne, seid nicht stolz auf Reiz Mel. Alles ist an deinem S. und Hoffnug für den Sterblichen. Anhang. 683 und Schöne, troket nicht auf gehet, nur das Eitle bleibt eure Kraft. Eures Mundes zurück. Wie die Gottheit unHauch verflieget, eures Lebens vergånglich, wie der Himmel Quell versieget; auch des überschwenglich ist des Christen Starken Arm erschlafft. hohes Glück. de Kosegarten. 2. Dennoch, Christen, seid nicht traurig, wenn so frühe, dumpf und schaurig euch die Sterbeglocke ruft. Edler, fråftiger, verklärter, lebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. is in Vorbereitung auf den Tod. dal 2. Was ist's um des Gra- Mel. Wer weiß, wie nahe mir. bes Höhle? Menschen mit 842. Mein Gott, ich weiß der frommen Seele, fürchtet wohl, daß ich sterbe, ich bin nicht hinab zu sehn. Ueber ein Mensch, der bald vergeht, Grab und Grabestrimmer wird und finde hier kein solches der Geist im Sonnenschimmer Erbe, das ewig dauert und himmlischer Erkenntniß stehn. besteht. Drum zeige mir in 4. Nicht umsonst sind wir Gnaden an, wie ich recht geboren. Nein, wir ruhen selig sterben kann. unverloren in des ew'gen Ba- 2. Mein Gott, ich weiß ters Schooß. Süße Hoff nicht, wann ich sterbe, kein nung hoher Glaube! Wir, Augenblick geht sicher hin, wir winden uns vom Staube wie leicht zerbricht doch eine herrlicher einst wieder los. Scherbe, und Blumen müssen 5. Leibesschönheit wird ver- bald verblühn. Drum mache blühen, Seelenschönheit nie ent- mich nur stets bereit hier in fliehen, sie ist für die Ewig- der Zeit zur Ewigkeit. feit. Milder Sinn und rei3. Mein Gott, ich weiß ne Tugend lohnt mit ewig nicht, wie ich sterbe, weil froher Jugend, lohnt mit Him- hier der Tod viel Wege bålt. melsseligkeit. Dem einen wird das Schei6. Himmelsseligkeit beste- den herbe, wenn jener sanft het, nur der Erde Glück ver- in Schlummer fällt. Doch wie 684 Anhang. wie du willst, gieb, daß da- 2. Es kann vor Nacht einst bei mein Ende nur recht selig anders werden, als es am fei. frühen Morgen war, denn 4. Mein Gott, ich weiß weil ich leb' auf dieser Erden, nicht, wo ich sterbe, und wel- leb' ich in steter Todsgefahr. cher Sand mein Grab be- Mein Gott, ich zc. deckt. Doch, wenn ich nur 3. Herr, lehr' mich stets das Heil erwerbe, daß mich ans Eude denken, und wenn dein Wort zum Leben weckt; ich denn einst sterben muß, so wird mir kein Ort schreck- mein Herz zu Jesen Wunden lich sein, die Erd' ist allent- lenken, und ja nicht sparen halben dein. meine Buß! Mein Gott, 5. Nun liebster Gott, wenn ich zc. ich soll sterben, so nimm du 4. Laß zeitig mich mein meinen Geist zu dir. Mein Haus bestellen, daß ich bereit Heiland läßt mich nicht ver- sei für und für, und sagen derben, und hab' ich ihn nur lern', in allen Fällen: Herr, stets bei mir, so gilt mir's wie du willst, so schicks mit gleich, so geht mir's wohl, mir. Mein Gott, ich zc. wann, wie und wo ich ster- 4. Versüße mir den Blick ben soll. zum Himmel, verbittre mir die Lust der Welt. Gieb, daß mir hier im Weltgetümmel, die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich zc. Schmolke. Andenken an den Tod. In bekanter Melodie. 6. Ach, Bater, decke meine Sünde mit dem Verdienste 843. Wer weiß, wie nahe Chrifti zu, damit ich hier Vermir mein Ende? die Zeit geht gebung finde, und dort die hin es kommt der Tod. Ach, längst erwünschte Ruh. Mein wie geschwind, ach, wie be- Gott, ich zc. Hende kann fommen meine 7. So komm' mein End' Todesnoth. Mein Gott ich heut' oder Morgen, ich weiß, bitt' durch Christi Blut, machs daß mirs mit Jesu glückt; ich nur mit meinem Ende gut. bin und bleibe frei von Corgen, Anhang. 685 gen, weil mich sein Kreuzes- 3. Und wenn uns dunkle tod erquickt. Mein Gott, Nächte hüllen, und schwerer ich 2c. Gram hinab uns drückt: des 8. Ich leb', o Gott, in dir Lebens Kelch nur Thránen vergnüget, und sterb' ohn' alle füllen, ein Dornenkranz das Kümmerniß. Mir gnüget, Herz umstrickt, dann wacht, was dein Kath verfüget; ich dann wacht die Senhsucht glaube fest und bin gewiß, auf: Ach ging hinab, hinab aus Gnade und durch Christi mein Lauf! Blut machst du's mit mei- 4. Doch wenn so Sehnnem Ende gut. sucht in mir glühet, ein ToE. J. Gräfin zu deswunsch im Herzen lebt; Schwarzburg. das Auge auf zum Himmel siehet, das Herz nach seiner Heimath strebt, ach! würdig sei alsdann mein Lauf, zum Bater geh' er dann hinauf. Sehnsucht nach der Vollendung. 5. O Sehnsucht nach dem Mel. Wer weiß, wie nahe. stillen Lande, beflügle immer 844. Wenn in der Undacht meinen Geist. Du lösest sanft frommem Glühen das Herz sich des Lebens Bande, und wenn regt, der Busen hebt, wenn das leßte endlich reißt, dann Himmelsbilder um mich ziehen, schwinget nach des Lebens mur Gott in meiner Seele lebt. Lauf, mein sehnend Herz zu Dann wacht die Sehnsucht in Gott sich auf. mir auf: Ach ginge bald zu Gott mein Lauf! Scholz. 2. Und ist erfüllet, was mit Sagen das Herz bienieden heiß begehrt, wird was wir kaum zu hoffen wagen, der Erde uns gewährt, wacht die Sehnsucht in auf: jetzt ende fröhlich mein Lauf! Unsterblichkeit. noch von Mel. Was Gott thut, das ist. dann 845. Nur kurz ist hier mein uns Aufenthalt; ich bleibe nicht sich auf Erden. Das Herz, das ließt noch kräftig wallt, wird einst 686 Anhang einst entkräftet werden. Zer- Jer nur als Held, die Krone rüttet sinkt, wenn Gott mir nicht verloren. Er tritt her winkt, mein Staub zum Stau- vor, und schaut empor! die be nieder; mich selbst erhebt Krone strahlt im Himmel, nicht er wieder. hier im Erdgetümmel. 2. Ich selbst bin mehr, 6. So kámpfe denn, mein weit mehr als Staub; er ist froher Geist! sei muthig, du nur meine Hülle. Ich selbst wirst siegen. Nur deines Leibin nicht des Todes Raub; bes Band zerreißt, du selbſt ein Geift hat Lebensfülle. wirst nicht erliegen. Dein Wenn auch die Welt in Lebensquell fließt ewig hell; Trümmer fällt; er jauchzt, er trånkt nach kurzen Leiden daß er noch lebet, und aus dich mit des Sieges Freuden Trümmern schwebet. den. 3. Was fürcht' ich denn 7. Nur kurz ist hier dein des Todes Macht? Sie kann Aufenthalt, o Dank dem mich nicht erreichen. Was Freudengeber! Wer weiß, kümmert mich des Grabes wie bald die Stimme schallt; Nacht? Sie muß dem Tage, Verlaß das Land der Gråweichen. Tag des Danks, ber!" Dein Vaterland ist des Preisgesangs! wann wirst dir bekannt. O jei nur gut du meinen Blicken das dunkle und weise, und rüste dich zur Thal entrücken? Reise. 14. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? sie giebt, und gåb' sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihm auch dann Aus Trennung Freude. Mel. Herr, wie du willst so. scheitert. erheitert, wenn alles Undre 846. Weit geht umber der Sturm der Zeit, zertrenut der 5. Er ist ein Glied der Menschen Herzen, doch aus höhern Welt, er ist von Gott dem Saamen, den er streut, geboren. Für ihn ist, kämpftlund aus der Trennung SchmerReche. Anhang. 687 Schmerzen da keimen Him-[ nicht dein Angesicht, du, aller melsblüthen auf, und kränzen Geister Wonne! unfern öden Lauf mit mancher 2. Rings um ist Dunkelfrillen Freude.beit um mich! heit um mich! Wie strebt 2. D ihr Getrennten, weint mein Herz mit Beben nach drum nicht, die Trennung Licht und Trost, und ångstet wird verschwinden, ihr wer sich, doch fruchtlos ist sein det in der Freude Licht die Streben. Streben. Der Sünden tågHoffnung wieder finden; verlich neuer Streit, die Bürde flåret in der Tugend Glanz, meiner Sterblichkeit beugt in # geschmückt mit heil'ger Freude den Staub mich nieder. Kranz, sollt ihr euch wieder sehen. 3. Ich bin zu schwach, aus 3. Und wenn auf dieser eigner Macht zu dir mich Welt nicht mehr die Tren- aufzuschwingen; zu schwach, nung will vergehen, hoch über durch diese dunkle Nacht dieser Zeiten Meer winkt der Anfechtung zu bringen. freundlich: Wiedersehen! Es Wirst du nicht meine Stärke ist ein Gott, der trennt und ſein; wo find' ich Trost? Zu eint, dort wo die ew'ge Son- dir allein, o Gott, steht mein ne scheint, glänzt ew'ges Wiedersehen. Vertrauen. Marie 4. Mit starkem Glauben an dein Wort will ich dich machtig faffen, ich will von dir mein Fels mein Hort, nicht wanken, dich nicht las sen! Wie viel auch meiner Fehle sind, bin ich durch JeGlauben und Gnade. Mel. Aus tiefer Noth schrei. 847. Wie ist mein Herz so sum doch dein Kind, du mein fern von dir, von dir, du versöhnter Bater. Quell des Lebens! Mein Geist 5. Wohl mir! so fürcht' bekümmert sich in mir, sucht ich keinen Streit! du kannst Ruty, und sucht vergebens. mich siegħaft machen; du Verlaß mich, Gott, mein giebst den Bangen FreudigBater, nicht! Verbirg mir keit, und Kraft und Muth den Scholz. 688 den Schwachen. Du bist meiner Seele Licht; Anhang. Gott, haben, unser Leben, ganz zu hab' ergeben. ich nur dich, so frag' ich 5. Hier sind wir, Gott, nicht nach Himmel und nach du schenktest uns Verlornen Erde. das Liebste, Jesum, deinen Eingebornen, und wir, wir bringen dir voll reiner Triebe ein Herz voll Liebe. Funk. Münter. Freudigkeit in Gott. Mel. Herzliebster Jesu, was. 848. Ich bin gewiß, daß Zufriedenheit. weder Tod noch Leben, noch Engel, die des Höchsten Mel. Ich singe dir mit Herz. Thron umgeben, noch Hoheit, 849. noch Gewalt, noch Freud Grams an deine Brust, und Du schlägst voll und Leiden, von Gott mich murrest wider Gott; o Thor, scheiden. als wårs ihm nicht bewußt, dich drücke drücke Schmerz und Noth. 2. Der Ewige, der über Sonnen thronet, hat für mich seines Sohnes nicht verschonet, voll Huld hat er, da2. Er, der den Raben mit wir alle leben, ihn hin- und dem Wurm bisher ihr gegeben. Futter gab, der sieht in deivon 3. Wie sollt' er nun, wenn nes Leidens Sturm auch, uns die Sünden krånken, mit Mensch, auf dich herab. Jesu uns nicht alles, alles 3. Wer wog, noch eh' dein schenken? Ja, alles, o des Herz dir schlug, schon deines Wunders Erbarmen! Schicksals Loos? Wer war's, schenkt er uns Armen. der dich allmächtig trug in 4. So knieet denn erlöfte, deiner Mutter Schooß? theure Brüder, voll heißen 4. Wer reicht, als du die Danks vor seinem Throne Welt betratst, dir väterlich nieder, ihm alles, was wir die Hand? Dein Gott ware, der Anhang. der, noch eh' du batst, dir schon zur Seite stand. 689 Vertrauen auf Gott. Met. Ich weiß, mein Gott. 50 5. Schon in der Kindheit schwebtest du oft in Gefahr und Noth. Wer eilte da dir 850. Gott führt uns Menbülfreich zu? Sprich! Warschen väterlich; zwar wunderes nicht dein Gott? bar; doch füge dich, wie er 6. Oft båtten Stolz und dich führt, zu gehen. Kein Unverstand dein ganzes. Glück Weiser kann die heilige Bahn zerstört; o preise Gottes Ba- und ihren Zweck verstehen. terhand, die gnådig es ge- 2. Die Wege, die des Höchsten Rath den Seinen vorgezeichnet hat, find nicht der Menschen Wege. Doch wehrt. 7. Ließ er dich je an Hoff nung leer, wenn fromm du zu ihm tratst; und gab er fasſe Muth; sein Weg ist gut; dir nicht oft noch mehr, als du von ihm erbatst? sei ihn zu gehn nicht tråge! 3. Wenn dich die Höchste Weisheit führt, wenn sie dein 8. Du zählst die Leiden Herz und Thun regiert: fo allzumal, und wiegeft deinen fann dein Herz sich stillen. Schmerz; und deiner Freu- Naht Noth herzu, du findest den große Zaht, vergißt dein Ruh' in Gottes gutem Willen. murrend Herz! 4. Von keinem blinden 9. Sei still und dankbar, Ungefähr, vom besten Bater faffe Muth, Gott wird dein kommt es her das Leid, das Helfer sein. Er ist und blei dir begegnet: es wird dein bet immer gut im Sturm und Herz, bei jedem Schmerz, Sonnenschein. nd somit Trost von ihm gesegnet. Fröbiug.5. Ja! Gott ist heilig, Thu gut und treu. Glaubst du, bile daß Gott die Liebe fei: fo shemme deine Klagen. Das ich Leiden drückt: doch was Gott Xx schickt 3000 950 dhuns Fröbing. na anu nijon 690 Anhang. schickt, hilft er, dein Gott, 3. Was dich auch drückt, auch tragen. mein Herz, er rettet; Ver6. Er wog, eh' noch die traun zu ihm ist deine Pflicht; Welt entstand, mit weisheitser, der dem Wurm ein Lavoller Baterhand die Freuden den Menschen nicht, der so ger bettet, der Gott verläßt zu und Leiden; erwarte du in stiller Ruly des bessern Le- Erhebe dankend ihn, mein viel giebt, und mehr verheißt. bens Freuden. Geist. 7. Sei fromm und übe deine Pflicht, 4. Vermiß dich nicht, mit verzag' im långsten Leiden nicht, wenn ihm zu rechten, mit Demuth dich auch Menschen hassen! nahe dich dem Herrn! In Vertraue Gott in jeder Noth; trauervollen Mitternachten ist nie wird er dich verlassen. dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Frieden, deinem Harm wirf seiner Schuld dich in den Arm. 7 hon Fiebich. Mel. O daß ich tausend Zung. 5. O schwinge dich empor 851. Groß ist der Herr, vom Staube, verfinstern deine die Berge zittern vor seiner Tage sich; zu ihm blick auf, Gottesmajestät, wenn er in und bet' und glaube, versadunkeln Ungewittern, der Hei- gend selbst erhört er pich, doch lige, vorüber geht. Doch Liebe nie enthüllt die Ungeduld das stromt aus seiner Hand, in heil'ge Dunkel seiner Huld. finstern Wolken auf das Land. Gott fehlet nicht. D 2. Vom Raum', wo sich Seele thue, was dir gebührt, der Halm entfaltet, bis zu sei fromm und gut! Verder letzten Sonn' hinaus sage dir nicht diese Ruhe; herrscht sein Geseß, als Vater aus ihr erwächst der hohe waltet er durch das große Muth, der, wenn das UnWeltenhaus; der Leben giebt glück uns umstürmt, uns und Freude schafft, mit Liebe rettet, waltet er und Kraft.dschirmt. 6. tröstet, hebt und. 7. Ver Anhang. 691 7. Vertraue Gottes Vater- nährt er sie auf der Erde bånden, wenn er den liebsten Triften. Schau, wie sich die Wunsch versagt; was hier be- Blumen schmücken! Geine ginnt, wird dort vollenden, Macht schuf die Pracht, schuf wo dir ein neues Leben tagt. sie zum Entzücken. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. Tiedge. 5. Sollt er denn wohl dich verlassen, den sein Ruf höher schuf? Sollt er dich wohl hassen? Nein, laß ab von Mel. Warum sollt' ich mich denn. bangen Träumen! Er wird dich sicherlich nimmermehr versäumen. 852. Warum häufst du jeden Morgen, armes Herz, 6. Trachte nur vor allen deinen Schmerz, durch die Dingen und mit Fleiß, ihm bángsten Sorgen? Warum zum Preis, in sein Reich zu willst du selbst dich frånken? dringen. Alles, was dir sonst Will denn Gott deiner Noth auf Erden heilsam ist, läßt nicht mit Huld gedenken? o Christ, dann dein Gott dir 2. Sorge statt des Glau- werden. bens wählen, mehrt die Qual 7. Jeder Tag hat seine ohne Zahl in verzagten See- Plagen, und du hast an der len. Unser Gott hat nichts Last schon genug zu tragen. vergessen; er, dein Heil, hat Gråmst du dich, was wird dein Theil längst dir zuge- dir's nüßen? Diese Müh' messen. wird dich nie vor Gefahren 3. Was dir auf des Le- schüßen. bens Reise nöthig ist das, o 8. Seine Wege Gott emChrift, kennet der Allweise. pfehlen, und sich sein immer Sollte denn in trüben Tagen freun, das beglückt die See seine Huld zur Geduld dir len. Wer dem Gram durch die Kraft versagen? Glauben wehret, dessen Noth 4. Schau die Vögel in wird von Gott einst in Heil den Lüften! Spåt und früh verkehret. Xx 2 9. Nun 692 Anhang. 9. Nun, mein Vater, ich ich war wie durres Laub befehle glaubensvoll, wie ich den Stürmen Preis gegeben, soll, dir stets Leib und Seele. und der Begierden Raub. Sorge du, dir halt' ich stille. Ich soll dein ewig sein. Es geschely' dein Wille! 3. Da wecktest du durch Kummer, durch innern Kampf und Streit, mich, Bater, aus 10. Nie laß meine Hoff dem Schlummer der trágen nung wanken! Bleibe mir Weichlichkeit; Gift wars, was auch schon hier immer in Ge in den Falten des schlaffen danken. Lob und Preis fei Herzens schlich. Du willst deinem Namen, und dein Heil mich dir erhalten; durch Wunſei mein Theil hier und ewig! den heilst du mich. Amen. Laurenti. 4. Dies Herz wird noch im Stillen von seinen Kámpfen ruhn! Ich werde deinen Willen mit Freuden wieder thun, auf dem verlaßnen Pfade will ich den Lauf erneun, und Herr! durch deine Gnade, dir ganz mein Leben weihn. Nutzen der Leiden. Mel. Herzlich thut mich verl. 853. Ihr seit mir werth, ihr Leiden! Ich nehm' euch 5. Durch Gnade, die von dankend hin, einst werdet ihr oben in milden Strablen zu Freuden, wenn ich gelän- lacht, und aller Stürme Totert bin. Wenn Demuth und ben zur großen Stille macht. Bertrauen ganz meine Seele In dem was mich gequälet, füllt, werd' ich die Sonne erblick' ich dann mein Heil, schauen, die jeßt sich mir ver- und meine Seele wählet in hüllt. Gott ihr bestes Theil! 2. Ich lag verstrikt in Banden geheimer Leidenschaft, die bessern Freuden schwan den mit jeder reinen Kraft zum Gott geweihten Leben; Bürde. Trene Anhang. 693 [ bens himmelwårts, und siinken liebend nieder, und fallen dir ans Herz. Treue gegen Jesum. Mel. Haupt voll Blut. www 854. Wenn alle untren werden, doch bleib' ich dir getreu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden; du starbst für mich in Schmerz; drum geb' ich dir mit Freu- 855. Wo flieh' ich Urmer den auf ewig hin mein Herz. hin, der ich beschweret bin Glaube an Jefum. 11 Mel. Wo soll ich fliehen hin. Hardenberg. as the 15 2. Oft möche ich bitter mit einer Laft von Sünden? Wo weinen, daß mancher dich ver- 2o kann ich Rettung finden? gißt, der du doch für die Ich bin mit Angst umfangen: Deinen am Kreuz gestorben wo soll ich Trost erlangen? bift. Von Liebe nur durch 2. Du, Jesus, rufest mir. drungen, hast du so viel ge- Zu dir, Herr, ja, zu dir flib' than, haft Heil der Welt er- ich, und such Erbarmen in rungen; und ach, wer denkt deinen off'nen Armen. Mein daran? agendes Gemüthe hofft nur 3. Du stehst voll trener auf deine Güte. Liebe noch immer jedem bei; 3. Ja, Herr, ich tran' auf und wenn dir keiner bliebe, dich; dein Blut floß auch für du bleibst doch stets getreu. mich. Du rettest mich von O diese Liebe sieget, und sie Sünden, läßt mich den Frieergreifet mich; das Herz voll den finden, den nur hat, wer Rührung schmieget sich inniger dich lieber, und den die Welt nicht giebet. an dich. 4. Ich habe dich gefunden! 4. Wie groß die Sünde Laß du auch nicht von mir! sei, du machst vor ihr mich Laß ewig mich verbunden, frei, da ich dein Kreuz umcins ewig sein mit dir. Einst faffe, und mich auf dich verschauen alle wieder voll Glau- Ilasse. Sprichst du: dir ist ver= 694 vergeben, so fühl ich neues Leben. dan Anhang. Himmlischer Sinn. Mel. Herr, es ist ein Tag. 5. Ach, wie viel mangelt 856. Von der Erde Modermir! Erbarmer, nur von dir staube heb' ein Gott geweihter kommt jede gute Gabe, die Glaube oft zum Himmel deiich vonnöthen habe; du wirst mich unterstüßen und in Ber- nen Geist. Sammle dich in ernster Stille, wo gestärkt ein suchung schüßen. heil ger Wille dich dem Sin6. Wie unerschrocken ruht nentand entriß. doft of mein Herz in deiner Hut! 2. Was die bange Sorge Hast du nicht selbst verheisstillet, was die Bruft mit Ruby' sen: dir soll mich nichts ent- erfüllet, was ein festes Glück reißen, weil deine Stimm' ich verspricht, was dich labt mit höre; und so dir angehöre. reiner Freude, was dein Herz erquickt im Leide, findest du auf Erden nicht. 7. Darum verlaß ich mich, o Jefus, nur auf dich; nun 3. Laß dem Staub, was kann ich nicht verderben, dein Reich werd' ich ererben; dennfels Macht zerstöret, Erdenihm gehöret! was des Wechdu haft mirs erworben, da du pilger, ist nicht dein. In des für mich gestorben. Himmels ew'gem Lichte reifen 8. Herr, deß ich ewig deiner Hoffnung Früchte; dort bin, gieb mir den festen muß deine Hoffnung sein. Sinn, das alles stets zu mei- 4. Erde wird zur Erde wieden, was mich von dir kann der; in die Nacht des Grabes scheiden; so leb' ich dir, und nieder sinkt dein irdisches Geerbe den Himmel, wann ich wand. Aber frei der alten sterbe. Bande rettet aus dem Sinnentande sich dein Geist in Gottes Hand. 5. Aller Glanz der Welt erbleichet, jedes falsche Gut entweichet, wenn dein sterbend Auge bricht. Was die kurze 3310 sipathi Herrmann. Anhang. 695 turze Zeit geboren, gehet in 2. Ein ew'ger Friede herrscht der Zeit verloren, folgt dir in dieses Reiches Weiten, einst im Tode nicht. hier blühen immer neu der 6. Nur du selbst kannst Milde Seligkeiten. Wie sich dich erheben in der Geister des Aug' erquickt am sanften reines Leben, und mit dir Grün der Flur, so schweigt dein inn'rer Werth; nur die des Herzens Sturm im AnWeisheit und die Tugend schaun der Natur. blüh'n in unverwelkter Jugend, deren Glanz kein Tod zerstört. der es 3. Hier senket näher sich Himmel zu der Erde, auf daß in seinem Licht ver8. Eile, dir im Prüfungs- klärt ihr Antlitz werde, leben Himmelsgüter zu er- schaut vertraulicher, aus seistreben; eile, flüchtig ist die nem niedern Staub, der Zeit! Was du säest hier auf Mensch zum Himmel auf Erden, wird von dir geerntet durch voller Zweige Laub. werden, in der langen Ewigfeit. Neuffer. Erheiterung aus dem Anblick der Natur. 4. Ein Tempel ist die Flur; unzähligen Altåren entsteiget Opferduft, dich, Herr der Welt zu ehren. Es beten feiernd dich die Millionen an, die Speis und Obdach hier aus deiner Hand empfahn. 5. Auch ich, Herr, bete an im Heiligthum der Flu857. Es grunt in Hain und ren; entweihe nirgends fie Mel. Nun danker alle Gott. mit der Verwüstung Spuren; Flur ein still und freundlich ich freu' mich dort der Müh', Leben, auch aus bemoostem Stein versuchts empor zu stredie schafft, pflegt und erhält. Ist doch ein jeder Baum ben. Wie lächelt es so schön schon eine Freudenwelt. in junger Blüthen Glanz: wie segnet es so reich in vollem 6. Auch ich, Herr, bete Erntekranz.sedagens Jugenan! und wenn mich Sorgen drücken 696 Anhang. drücken, wenn Freud' und er sich empor geschwungen, Hoffnung mich zu frommem Sieger in des Todes Nacht, Dank entzücken: eil ich hin- sprach er selbst: es ist voll aus zur Flur, und leichter bracht! wird die Brust im Aufschaun dort zu dir; und heilig jede Luft, men 213 nit Sonntag. 4. Herrlicher Vollender, dir folgen wir, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfångt uns hier, jenseits ist es still und heiter! 5019 and Tommi Hoffnung sieht das Morgennghi2 unist i androth schimmern hinter Grab und Tod. 1900 Ermunterung zum Kampf für die Zugend. dun ta: madil 5. Auf denn, Mitgenossen, Mel. Jesus meine Zuversicht geht hin zum Streite wider 858. teil und dornicht wachet, fleht, daß Gott selbst Lüfte! Seht auf Jesum, ist der Pfad, der uns zur zum Kampf euch rüste. Der Vollendung leitet! Selig ist in Schwachen mächtig ist wer ihn betrat, und als Jünger giebt uns Sieg durch Jesum Jefu streitet! Selig, wer den Chrift. Lauf vollbringt, und das hohe Ziel erringt! dag Bürde. 2. Ueberschwenglich ist der Lohn, der bis in den Tod Getreuen, die der Luft der Welt entflohn, willig ihrem Gott sich weihen; deren Hoffnung univerrückt nach der Sieges krone blickt. Nettung Anderer. Mel. Herzliebster Jefu, was. 859. Wir flehn zu dir, o laß dein Reich uns kommen, 3. Den wir lieben und dein herrlich Reich, doch laß nicht sehn, er hat uns den auch alle Frommen gern die Lohn errungen; von dem Berirrten wieder zu dir leiten Kreuz zu Gottes Höhn hat es auszubreiten. mbind 2. Es Anhang. 2. Es muß die Welt, diel Vaterlandsliebe.100 Menschheit, ja verderben, früh Mel. Es ist das Heil uns. oder spåt den Tod des Geistes sterben, wenn böher stets der 860. Beim holden Namen: Muth des Bösen steiget, der Vaterland, Gute schweiget. erwachen holde Triebe. Ich fühle mich mit 3. Drum gieb uns Kraft ihm verwandt, ich fühle, daß die Sünden zu bekämpfen, des ichs liebe. In diesem Lande Bösen Saat in dem Entstehn lebt ich auf, o Wonne, hier zu dâmpfen, laß uns der Welt ein Tugendbeiſpiel geben, durch Lehr' und Leben. begann mein Lauf zum hohen Biel des Lebens. 697 2. In heit ver Unschuld lernt ich hier die ersten Worte 4. Den, der versinkt, den stammeln, und mir Begriffe, wollen wir umfassen, den Ir- Gott, von dir und deinen renden nicht auf den Irrweg Werken sammeln. Ich fah lassen, und will Verführung mit Eltern mich vereint, und wo ein Herz zerstören, es sie und mancher Jugendfreund kräftig wehren. versüßten meine Tage. ten. 5. Wie herrlich ist's, des 3. Wie viele streben um Bruders Seele retten, sie zu mich her, mich Schwachen zu befreien aus des Lasters Ket- verpflegen. Wie viele führten O schönre That, als immermehr der Wahrheit mich) wenn in blut gen Kriegen die entgegen. Hier war mein Helden siegen. Bürgerrecht bereit, bier fand 6. Ihm, dem Erlöser, wol- ich Ruh und Sicherheit im len wir es schwören, zu Gott Schuße der Gesetze. jurück der Sünder Herz zu 4. So will ich denn auch kehren. Nicht Wahn, nicht dankbar sein, und Undern Menschenfurcht soll uns ab- wieder nüßen, will rathen, leiten für Gott zu streiten Per Selete. Scholz. helfen und erfreun, und Gutes unterstüßen. Was Ordmung, Recht und Eintracht nährt, und was des Landes WohlBout 698 Anhang. Wohlstand mehrt, soll stets 9. Wer hier sich stets im mir theuer bleiben. Wohlthun übt, und edeln Sinn 5. Ich will durch Fleiß und verbreitet, der wird von dir, Redlichkeit dem Vaterlande o Gott, geliebt, und einst dienen, und, was mir das empor geleitet. Ihm lohnt das Gesetz verbeut, mich nie zu beß're Vaterland mit Wonne, thun erkühnen; will Jeden die er hier nicht fand, und geben, was ich soll, und ohne die dort ewig währet. Zwang und ohne Groll die Vorgesetzten ehren. UMAR 6. Um überall aus Dank Mel. Sei Lob und Ehr' dem. begier des Landes Ruhm zu gründen, soll auch der Fremde 861. Es strömt, o Gott, stets in mir den Freund der aus deiner Hand den Völkern Menschen finden. Ich will Heil entgegen, durch dich ergerecht und liebreich sein, ihm hebt sich Meer und Land zu in Gefahren Schuß verleihn, Fruchtbarkeit und Segen. Mit und Frieden ihm gewähren. weiser Güte theilest du, was diesem fehlt, dem andern zu, um alle zu beglücken. Reche. 7. Aus Liebe für mein Baterland will ich mich nie ver= gehen, ein fremdes Volk mit 2. Von dir kommt WeisUnverstand zu hassen und zu heit und Verstand, wodurch schmähen. Verdienst und Tu- die Reiche blühen; du weckst gend, nah und fern, soll im- die Weisen in dem Land, und mer meine Seele gern an je- segneft ihr Bemühen; du giebst dem Menschen schätzen. dem Geiste Thätigkeit; du bists, der Jedem Kraft verleiht, zum Guten mitzuwirken. 8. O wohl dem Lande, wo der Geist des Christenthums regieret, wo Jeder dich, o 3. Als milden Geber zeigst Bater, preist, und sich mit du dich den Völkern aller Weisheit zieret, wo nie die Lande, vereinigft alle unter Bürgertreue flieht, und keiner sich durch deiner Liebe Bande, sich der Pflicht entzieht, Ge- von Land zu Land, von Ort meinwohl zu befördern. zu Ort, strömt deines Segens Quelle Anhang. 699 Quelle fort, die Völker zu 2. Ihr steht( wir stehn) des beglücken. Herrn Geweihte, an seines 4. Du zeichneft ihren Wir- Tempels Thor, was euch( uns) kungskreis den Bürgern dieser bisher erfreute, es ging nur Erde, daß Jeglicher durch sei- draußen vor. Hinweg der Kindnen Fleiß dem andern nüßlich heit Spiele, hinweg, was irdisch werde, der Landmann hier war. O weibt euch ganz, Gedurch Müh' und Schweiß, der fühle, dem der euch neu gebar. Künstler dort durch seinen Fleiß, der Weise durch Belehrung. 3. Der hohe Geist erwäge, was seine Würde beischt, tief fromme 5. Gieb, Herr, daß wir mit Redlichkeit in des Berufs in die Seele präge sich WahrGeschäften benußen unsre Le- heit, die nicht tauscht, und benszeit nach unsern besten Liebe schmiege sich Kräften. Gieb uns Gemein- fest um euer( unser) Herz, geist, Muth und Kraft zumuthig sei im Schmierz. daß es im Kampfe siege und was Vielen Nußen thun, schafft, dann blüht des Landes 4. Ihm nach, der euch( uns) Wohlfahrt. berufen, der euch( uns) sich zugesellt; ihm nach die schroffen Stufen zu einer höhern Welt. Sein seligstes Geschäfte war, Menschen zu erfreun fühlet eure( wir fühlen unsre) Kräfte, Vor der Confirmation. Mel. Befiehl du deine Wege. weibne gleichem Zweck zu THO Schink. ist sie 862. Des höhern Lebens 5. Dann wird die hohe Morgen, daß Fest der Weibe Stunde mit Thränen jetzt betagt; daß Heilige tief verborgen in eurer( unfrer) Brust grüßt, die erste in dem Bunde, erwacht. Es fällt der dichte der unvergånglich ist; sie zeigt Schleier, der euch( uns) das den ersten Blicken, was fest Licht verhüllt; des Herzens fromme Feier ist ernster Zu- euch( uns) noch beglücken, funft Bild. wenn einst die lehte schlägt. Durchs Leben trågt, sie wird Bei 700 Bei der Confirmation. Alle. studists Mel. Jesus meine Zuversicht. Alehn: stärke huldreich unsre 5. Sieh, o Herr, wir alle Die Gemeinde. Seelen, daß wir niemals irre 863. Gottes Gnade sei mit gehn, nie die Bahn des Heils euch, sie verleit' euch Kraft verfehlen. Alles schwindet mit und Segen. Wallet freudig der Zeit. Fromm sein bleibt Gottes Reich, eurem hohen in Ewigkeit. Ziel entgegen. Groß ist einst des Glaubens Lohn vor des Weltenrichters Thron. 42. Heilig sei euch dieser Tag, heilig, was ihr nun ver sprochen; was der Mund vor Mel, Es ruhen alle Wälder. Gott versprach, werde von 864. Dir schwör ich ew'ge euch nie gebrochen; bleibt auch in Gefahr und Noth fromm neue mich dir zum Dienste Treue; ich weihe, Herr, aufs Nach der Confirmation und treu bis in den Tod ein. Ach, was ich dir versprochen, das werde nie gebrochen, das müsse stets mir Anhang. Die Confirmirten. 3. Ja, zu treuer Folgsam- heilig sein. feit haben wir uns dir ver Köhler. wha pflichtet: dir sei unser Herz 2. Du nahmst mit reiner geweiht, unser Geist auf dich Liebe, damit ich treu dir bliebe, gerichtet. wie selig werden dich meiner Seele an. Weit wir durch den Bund, o Gott, mehr als ich verstehe, mehr als ich weiß und flehe, haft mit dir. 4. Stark uns, Herr, mit du, o Herr, für mich gethan. deiner Kraft, schüß uns vor 3. Für mich hast du gerunder Macht der Sünden. Gieb, gen, für mich den Tod bedaß wir gewissenhaft jedem zwungen, der nun mich nicht Fehler uns entwinden, laß die mehr schreckt. Selbst unter Seele fromm und rein, stand- herben Schmerzen hast du haft unsre Tugend sein. auch meinem Herzen den fichern Anhang. 701 fichern Weg zum Heil ent- sund dann dich sehen, wie du bift. bift. hardhe Deckt. Meister. 4. O Leben aller Leben, was hab ich dir zu geben? was forderst du von mir? Dusdi willst, daß meine Seele nur Am Schluß der Eonfirmadich zum Führer wähle. O Herr, mit Freuden folg' ich tionshandlung. dir. Mel. Nun lob' mein Seel'. 5. In manchen stillen 865. Ach schreib' ins Buch Stunden hat schon mein Herz des Lebens, o Herr, auch ihre empfunden, wie viel es dir Namen ein, und laß sie nicht verdankt. Nun stärke seine vergebens dir, Jesu, zugeTriebe, damit in ihm die Liebe zählet sein. Nie lösche eine zu dir, Erlöser, niemals wankt. Sünde sie aus der Deinen 6. Nach deinem Wohlge- Reily'n. O schreib es jedem fallen will ich durchs Leben Kinde recht tief ins Herz hinwallen, du bist mein treuer ein, daß theuer seine Seele Hirt. Zu dir will ich mich durch dich erlöset ist. Sei balten, bis einst mein Leib Retter ihrer Seele, der du erkalten, und wieder Erde wer- ihr Mittler bist. den wird. 201 7. So oft ich deiner Treue bei deinem Mahl mich freue, Einsetzung des Abendmahls. soll dies mein Borsaß sein: ich will dich nie betrüben, will met. D Haupt voll Blut und. Gott und Menschen lieben, 866. Bersammelt hatte und ernstlich jede Sünde Jesus die Jünger feierlich, es scheun, nahte seine Stunde, die Ab8. Zu welchen Seligkeiten schiedsstunde sich. Die sich wirst du, o Herr, mich leiten, der Hoffnung freuten, mit wenn dies mein Streben ist. ihm zum Thron zu gehn, fie Mit allen deinen Frommen sollten nun ihn dulden, ach! werd' ich dir näher kommen, bluten, sterben sehn. 2. Sie 702 Anhang. 2. Sie sollten nun Beken- 6. Auch uns zum Heil gener der heil'gen Wahrheit sein, stiftet ward sein Gedächtnißfür sie und für die Brüder, mahl, für uns auch starb aus wie er, den Tod nicht scheun. Liebe er unter Schmach und Ach wie er jeßt so rührend Qual. Wer könnte sein ver beim frohen Abschiedsmahl geffen, vergessen, was er bat, den Freunden, den Erwähl- eh' er den Weg des Todes ten, auch Lieb' und Treu zu unserm Heil betrat. empfahl. 7. O laßt oft am Altare 3. Er sal am Kreuz sich uns seiner dankbar freun, und sterben, und weihte Brod und froh der Bund der Liebe, der Wein, den Blick zu Gott er- Tugend Bund erneun. Sein hoben, für sie laut dankend Mahl stårk unsern Glauben, ein. Nehmt, sprach er, diese stårk ihn in Schmerz und Gaben, das ist mein Leib, Noth, mach heilig unser Leben, mein Blut; o denket mein ihr mach freudig unfern Zod. Lieben, so oft ihr solches thut. Am Schluß des Jahres. 4. Wie konnten sie vergessen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte Mel. Nun sich der Tag geend. jeßt, ach, so rührend bat. 867. Bald tont der letzte Nehmt hin, für euch gegeben Stundenschlag des Jahres, das wird dieser Leib, dies Blut, entweicht, bald hat für uns o denket mein ihr Lieben, so sein letzter Tag sein Ende oft ihr solches thut. auch erreicht. 5. Nun ward dies Mahl 2. Der kleinste Theil von zur Feier, stets schwebte lieb- unsrer Zeit, aus unfres Gotreich mild und hehr vor ihren tes Hand ward Segen dem Blicken des treusten Freun- in Ewigkeit, der gut sie andes Bild, gab ihnen reinre gewandt. Liebe, zur Tugend höhern 3. Unnüß dahin gewichne Muth. Sie opferten der Zeit aus unsers Gottes Hand, Wahrheit mit Freuden Gut ward jedem zur Unseligkeit, und Blut. der ihren Werth verkannt. 4. D Anhang. 703 4. D Bater, wir erkannten 3. Manch Ungewitter stieg nicht den großen Werth ver herauf, und um uns her ward Zeit: geh doch nicht mit dem Nacht, und harte Schläge ins Gericht, der seine Zeit folgten drauf. Gott Lob, es bereut. ist vollbracht. 5. Bergieb uns unsre Misse4. Doch noch ist er nicht that, und laß uns besser sein. durchgemacht der Lauf zum Du, der Vergebung für uns Ziel hinan, ein Theil davon hat, laß uns die Schuld be ist nur vollbracht, ein neuer reun. en Weg hebt an. 5. Wie? ist das schon für 6. Wir wollen fernerhin vor dir getreue Kinder sein, verleih uns Kraft, dies flehen uns vielleicht der Wallfahrt wir, denn alle Kraft ist dein. letztes Feld? Ist mit ihm 7. Lob, Preis und kindlich schon das Ziel erreicht für eine two 10905 froher Dank für deine Freund- beß're Welt. lichkeit. Hör unsern danken- 6. Wie, wandeln wir wohl den Gesang für die verfloßne nicht einmal hindurch dies Zeit. neue Feld? Ist dort vielleicht 8. Hör unser Flehn für's im stillen Thal schon unser neue Jahr, du, unser guter Grab bestellt? Gott, der ist, der sein wird, 7. Es sei, auf Gråbern der da war, du Herr, Herr wandeln wir mit Muth und Zebaoth, heiterm Sinn, und blicken, guter Gott, zu dir, und deinem Himmel hin. Mel. Nun sich der Tag geend. 868. Surückgelegt ist abermal ein Theil der Pilgerschaft, 8. Wir, deine Pilger, walzurückgelegt im Erdenthal durch len fort, macht uns die WallGottes Gut und Kraft. fahrt matt, so ruhn wir, deine 2. Oft ward uns unsre Bürger, dort in jener GotWallfahrt schwer, oft wankte tesstadt. unser Schritt, fast troftlos gingen wir einher bei manchem sauren Tritt. Thiefs. 143719 Ri Mors 704 Anhang. OTR 100 uns von dir. Gieb deinen müden Kindern Ruh, und wenn sie schlafen, wache du.. Morgenlied. Mel. Christus, der ist mein. 869. Im Glanz der Mor- 2. Du walteft mit Barmgensonne frohlock' ich, Bater, herzigkeit stets über unsre Lediri du sendest Licht und benszeit: voll Lieb und WeisWonne uns wiederum mit ihr. beit theilst du sie in Tag und 2. Bon ihren holden Blik- Nacht, in Ruh und Müh. Een erwachet die Natur, und 3. Was gut ist, Vater, Leben und Entzücken erfüllt kommt von dir. Des Guten die ganze Flur. viel empfingen wir: nimm un300 3. Auch ich, auch ich erhebe ser dankend Lallen an für das, mich frob zu dir, mein Gott, was du an uns gethan. Preis, Preis sei die. Jch 4. Wir wollen deine Kinlebe allein auf dein Gebot. der sein und immer bleiben 4. Durch dich ist Troft und und uns freun, daß du, Gott, Wonne mit mir aufs neu er- unser Bater bist durch unsern wacht. Durch dich feh ich die Heiland Jesum Chrift. Sonne in ihrer vollen Pracht. 5. Als der ein Mensch auf 5. O möchten meine Tage Erden war, da brachten ſie auch frets, wie sie, so rein ihm Kinder dar: er ließ ſie und frei von eigner Plage freundlich zu sich nahn, den mein ganzes Leben sein. Segen seiner Hand empfahn. 6. Dann könnt' ich deine 6. Er liebt und segnet auch Sonne, mein Gott, stets freu- noch heut ein Herz voll reiner dig sehn. Dann seh' ich mir, Kindlichkeit. Gieb uns ein zur Wonne sie täglich unter Herz vom Argen rein, und gehn. sig buient mot laß uns fromme Kinder sein. 10 You mi Abendlied für Kinder. 57000 1393 7. Wir sammeln uns, mit frohem Muth zu ruhn in deiner Vaterhut; kein Haar von unMet. Die Seele Chrifti heil'ge. Geheiß, du Herr der Welt. ferm Haupte fällt ohn dein 870. Den süßen Schlaf eren süßen Schlaf er- 8. Wir schlummern ein bitten wir, du, bester Vater jung und gefund; und doch kömmt Anhang. 705 kommt einst die letzte Stund'! dung rein und findlich dir ergeAch sollt es diese Nacht ge- ben sein, daß, wann mein Leib schehn so laß uns in den im Grabe ruht, man saget: er Himmel gehn. Bürde. ( sie) war fromm und gut. 7. Die Kinder laß, des Abendlied für Betagte. Himmels werth, sich halten wie dein Wort es lehrt, laß Mel. Die Seele Christi heil'ge. sie auf deinen Wegen gehn, 871. Schon schimmert in jeder Prüfung fest bestehn. mir der Abendstern; mein 8. Dann ist ihr Erbe nimGeist erhebt dich, Gott, den mer klein: sie werden deiner Herrn. Es sank der Sonne Huld sich freun, und såen sie goldnes Licht; doch deine Güte mit Thränen hier: froh ist die sinket nicht. Erndte einst vor dir. 2. Du haft von meiner 9. Steh ferner mir, mein Jugend auf geleitet meines Le- Bater, bei, daß ich mich noch bens Lauf; du warst mir nah, des Lebens freu', und wenn wann von Gefahr ich um und ich nun den Abend seh, dir um gedrånget war. trauend, still hinunter geh! 3. Du warst mein Trost, 10. So heiter, wie ich jetzt wenn Kummer sich um mein es bin, wall' ich dann meinen bethräntes Lager schlich; du hör- Weg dahin, bis schlummertest, wenn ich schwer und tief zu schwer mein Auge sinkt, und dir, mein Gott, um Rettung rief. mir der Tod zum Ziele winkt. Seume. 4. Nun sing' ich noch mit jeder Nacht! du Herr, hast alles wohlgemacht; du schickst der Leiden Bitterkeit zur Laut tung uns, zur Herrlichkeit. 5 Ich habe lang und viel den Menge! Ach, Herr, sie gelebt, und manche trübe Stun- stellen im Gedränge sich meide schwebt noch jetzt, mein Gott, nem bangen Geiste dar. Wer vor meinem Blick, doch dank- bemerkt, wie oft er fehle, wie bar nur schau ich zurück. oft ers vor sich selbst verhehle, 6. O laß mich von Verschul- daß er der Zugend untren Y y war? Am Bußtage. Mel. Wachet auf! ruft uns. 872. Groß ist meiner Sün 706 Anhang. war? Nun fühl ichs, was stand nie. Muthig nach dem ich bin. Mit Wehmuth sink Heil gerungen! Einst ist der ich hin, Gnade, Gnade! so Sünde Macht bezwungen; fleht mein Herz, und tiefer denn siegreich nur bekämpf Schmerz lenkt meinen Blick ich sie. Er, der am Kreuze mun himmelwärts. starb, verhieß mir und erwarb 2. Selten sah ich auf zum deine Gnade. Wie froh bin Himmel. Verloren in dem ich! Er liebte mich! Erlöser, Weltgetümmel entging mir sich, ich glaub' an dich. das was himmlisch heißt. 6. Schon empfind' ich neue Täglich strömte Kraft und Kräfte! schon reißt zum BeffeSegen aus deiner Fülle mir rungsgeschäfte mich mein geentgegen, und ach! des Danks stärkter Glaube hin. Brecht vergaß mein Geist. Wie fühl nur, brecht, ihr Sklavenketich mich entehrt, wie wenigsten! Ich eile meinen Geist war ich werth deiner Gnade zu retten; für Tugend glüht D Herr, verzeih'! stel du mein ganzer Sinn. O Gott, mir bei, und mache mich von wie dank' ich dir! BVom HimHengsten frei. mel tonet mir: Gnade! Gna3. Ich bedarf selbst deiner de! Sie reicht so weit als Gnade, um von des Lasters Welt und Zeit; sie führt mich Blumenpfade mit Muth und selbst zur Seligkeit. Reche. Kraft hinweg zu fliehn. Nichts ohne dich geschehen. Am Reformationsfest. kann Auch dein Verehrer muß gestehen aus Gnade bin ich, was ich bin. Drum fleh' ich nun Mel. Nun danket alle Gott. zu dir o Herr, verleib mir 837. Triumph! die Wahrdeine Gnade! Gestärkt durch heit siegt! Ihr Menschen, meibich, ergeb' ich mich von neuem ne Brüder, es gelten- lobet dir, bem ich entwich. Gott,- der Menschen Rechte Ja, mein Gott, du wieder; es bricht aus Finsterwirst mich stärken. Du liebst niß hervor der Sonne Pracht, den Fleiß in guten Werken; die Wahrheit steigt! Es sinkt den Frommen fehlt dein Bei- ides Wahns Tyrannenmacht. 4. 2. Mo Anhang 707 stolz 2. Was für Heil ist bis und hieher diesem Hause widerge- fahren. Wenn der Herr nicht Du Lu- bei uns war, ach, wer könne ther, edler Held! Du kamst uns offenbaren, welcher Weg und gabst dem Knecht der zum Himmel führt, und was Freiheit Hochgefühl, errangst uns zu thun gebührt? der Wahrheit Recht. 3. O wie lieblich, o wie 3. Doch, ach! der Glaus schön sind der Christen Gottes benshaß schwang seine blut'ge Dienste. Laßt uns gerne hierFahne; und Menschen, Brü- her gehn, hier erlangt man der, ach! geführt von zum Gewinnste einen Schatz, Wahn zu Wahne verfolgten der ewig währt, den fein sich. Gott half, und seht, des Rost, kein Wurm verzehrt. Irrthums Nacht, der Hölle 4. Ach ihr Sünder, kommt Wahn verschwand, Herr, dirsherzu, fallt vor eurem Bater sei Preis gebracht. nieder, suchet die Gewissens4. Ja, lobt ihn, er erweckt rub, gebt, was ihr entwendet noch immer treue Lehrer, die wieder, theilt dem Armen Wahrheit heiligt sich noch im- reichlich aus, und dann kommt, merfort Verehrer. Nein, es in dieses Haus. verschwindet nie, nein, es ver5. Bleibe bei uns, lieber löscht nie ganz der Wahrheit Gott, bleib bei uns mit deinem reines Licht, der Tugend Him melsglanz. 2. Monarchen blicken von ihren hohen Thronen, saben Sclaven knien, tauschte Nationen. Worte, steure selbst der Låstrer Spott, und laß Herr an diesem Orte deine Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn. Am Kirchenfeste. 6. Stell' uns solche Lehrer Met. Jesus meine Zuversicht. dar, die dein Reich in uns er874. Ach, wie heilig ist es bauen, die uns weiden immertier, und wie selig diese Ståt- dar auf den rechten Lebensauen, e, hier, hier ist des Himmels daß der falschen Lehre Gift Thür, hier erhöret Gott Gebe- keines deiner, Kinder trifft. 7. Laß dein Untliß auf uns sehn, Herr, erhöre hier Gebete; 2 y 2 höre, te, hier erschallet Gottes Wort! ach, wie heilig ist der Ort. 708 Anhang. höre, wenn wir zu dir flehn, sehn! Wer irgend hieher kom auch bewahre diese Ståtte, daß me, get' besser weg von hier; ihr weder Raub noch Glut, der Gläubige und Fromme fühl noch Verfolgung Schaden thut. sich gestärkt in dir. Das zagen8. So wird unser Herz schon de Gemüthe erheb hier muthig hier deines Tempels Vorschmack sich; gerührt von deiner Güte, haben, bis wir alle dort bei dir such' hier der Sünder dich! uns im Friedenstempel laben. 3. Wen Sorg' und ManDa mischt sich unser Dank gel drücken, wer einsam unter in der Engel Lobgesang. Menschen steht, wer mit des Kummers Blicken umsonst nach Hilf und Hoffnung späht, dem komm' hier Troft von oben in das beklommne Herz; zu dir, o Gott, erhoben, verMel. Nun lob' mein Seel den. geß er seinen Schmerz. Und 875. Es bleibe dir gewei- jedes heiße Flehen, das hier het, Herr unser Gott, dein dich kindlich ehrt, laß es erTempel hier. Dir ward er einst füllet sehen, wenn's wahres ( wird er heut) geweihet; stets Heil begehrt. wird( sei) er auch beschirmt von 4. Die feiernd am Altare dir! Wend' ferner ab( ab von verkündigen des Heilands Tod, ihm) Gefahren, gieb Pfleger erwecke und bewahre zur Hei treu bemüht, daß noch in fer- ligkeit dein Geist, o Gott, die nen Jahren hier ton' des En- in der Taufe Weihe dir werden fels Lied. Kein Frevlerfuß be- dargebracht, veredle und erfreue trete das theure Heiligthum! des Christenglaubens Macht. Es wohn' an dieser Ståtte nur Die hier vor dir beschwören der deines Namens Ruhm*). Che heil'gen Bund, laß tren 2 Erhalte treue Lehrer, die im Wandel ehren, was dir rein dein Wort verkündigen. gelobt der Mund. Gieb stets hier fromme Hörer 5. Erhör uns Herr! so die reich des Glaubens Früchte schauen als Himmels Vorhof *) Die eingeschloßnen Worte bei wir dies Haus; noch in der Einweihung einer Kirche. Gråber Grauen strömt es dann fei= Am Kirchweihfeste oder bei Einweihung einer nenen Kirche. Anhang. 709 feinen Segen aus. Es nah' theure Vaterland. Der Knechtuns auch die Stunde, die uns schaft schwere Bande, des von hinnen ruft; die hier er- Uebermuthes Hohn, Verachbaltne Kunde, folgt uns selbst tung, Spott und Schande, in die Gruft, daß einstens war unsrer Treue Lohn. böhre Sonnen sich uns zum 3. Da quálte unsre Herzen Tempel weihn, daß reinre nur Trauer, Furcht und bittPreises Wonnen uns ewig rer Gram; getäuschter Hoffdort erfreun. nung Schmerzen erfüllten uns mit Weh und Schaam. In hoffnungslosem Sehnen, des Lobgefang am Jahrestage schwersten Kummers Raub, des Sieges an der Kazbach. Mel. Nun lob' mein Seel'. fank unter Jammerthránen so Mancher in den Staub. Selbst Starke klagten bange, gedrückt 876.Erschallet Jubellieder! vom Sklavenjoch: Uch, EwiLaut tone unser Lobgesang! ger! wie lange weilt deine Werft in den Staub euch nie- Hülfe noch? der, dem Allerbarmer opfert 4. Doch- schallet JubelDank! Er hört des Menschen lieder! laut tone unser LobgeKlage in banger Zeit der Noth. sang! Der Herr erbarmt sich Erwiegt mit rechter Waage, und wieder; ihm bringet Preis, auf sein Machtgebot bricht aus ihm opfert Dank! Der Retdem Unglückswetter der Hoff- tung Morgen tagte, die Hülfe nung Sonnenstrahl. Bringt kam uns nah; eh' noch der Lob ihm, dem Erretter, er Schwache wagte zu hoffen, endet alle Qual. Vom Himmel war sie da. 2. Wie wenn vom Sturm strömt sein Regen, sein wilder emporet, den Damm zersprengt Sturm erwacht; uns strömt die wilde Fluth, und Au' und er lauter Segen, stürmt weg Feld verheeret, und brausend des Elends Nacht. schäumt und nimmer ruht: so 5. Bon jenem Geist entdrang, zu Raub und Morde flammet, beseelt von jenem erzogen, wuthentbrannt, der Heldenmuth, der aus dem Feinde freche Horde ins Himmel stammet, nicht achtet 710 tet Wunden, Tod und Blut, stehn unsrer Brüder Schaa- Mel. Wie schön leuchtet der. Am Friedensfeste. ren am ernsten Tag der Schlacht, besiegen die Gefah- 877. Hallelujah dem Hei ren, zerstreu'n der Feinde Macht. ligsten, Anbetung dem Preis Und du, o Gott der Götter! würdigsten, und seinem gro zu dem ihr Flehen stieg, du ßen Namen! Noch stammeln wurdest selbst ihr Retter; du wir in dieser Zeit dein Lob; gabst dem Recht den Sieg. einst in der Ewigkeit erschallt Anhang. Froher 6. O hohe Siegeswenne! O das große: Umen. Tag des Ruhms, o Tag der Jubel tónet wieder; unsrer Luft! Nie strahlte Gottes Sonne Lieder frohe Chöre weihn Unfolch Hochgefühl in unsre Brust. betung dir und Ehre. Dank, ewig Dank gesungen 2. Den Tag, o Herr, haft ſei, treuer Vater, dir, von du gemacht, ersenfzt nach lanMillionen Zungen Anbetung ger, banger Nacht erschien er für und für! O Gott der Gna- unsrer Erde, Ihn riefest du mit den lohne den Brüdern, die Majestät; und staunt! Die voll Muth für Vaterland und Friedenspalme weht auf sein Krone gewagt ihr edles Blut. allmächtig: Werde! Ehre! Ehre, 7. Den Tapfern, die gefal- sei dem Bater, sei dem Solten im heil'gen Kampf fürs Ba- ne, sei dem Geiste! Ewig bleibt lerland, den Vielbeweinten al- Gott der getreuste. len reich Himmelskronen deine 3. Viel tausend Thránen Hand. Uns, Herr, soll deine fließen schon, Erhabenster, ver Gnade stets unvergeßlich sein; deinem Thron, entlockt von wir wollen alle Pfade des Dank und Wonne. Wir jamLebens dir nur weihn; auf merten in großer Noth, doch dich, Allmacht'ger, schauen du entrißest uns dem Tod, mit kindlich frohem Muth, strahlt die Friedenssonne. Frie nud dir allein vertrauen; Du de, Friede, holder Friede fei bist's der Wunder thut. willkommen! Du schenkst Freu de nach dem tiefgefühlten Leide. uns Müller. 4. Hallelujah dem Heiligsten, Anbetung dem Preiswürbig Anhang. 711 digsten, der uns so hoch geseg- voran wir folgen Euch im Lenet! Wir bringen, Herrscher, ben und im Himmelreich. Preis und Ruhm dir jetzt in deinem Heiligthum, hech haft Mel. Chriftus der ist mein 2. du uns gesegnet! Ewig, Ba- 879. Mag auch die Liebe ter, sei gepriesen! Lob und weinen! es kommt ein Tag Ehre, deinem Namen ewig, des Herrn. Nach dunkler Bater! Amen! Amen! Nacht erscheinen muß einst der Morgenstern. 2. Mag auch der Glaube zagen, ein Tag des Lichtes naht! aus Dám'rung muß es tagen; zur Heimath führt der Pfad. Am Todtenfeste. Mel. Herr Jesu Christ dich zu. 878. Seil euch und Gottes hoher Lohn, Vollendete vor Gottes Thron! Heil euch in jener bessern Welt, wo Recht und Wahrheit nimmer fällt. 2. Ihr ginget mit erhabnem Sinu durch Blumen und durch Dornen hin, ihr nahmt in stiller Heiterkeit das harte schrecken! Mag jauchzen Grab 4. Mag Hoffnung auch ervermag. Loos der Sterblichkeit. und Tod! Die Schlummern3. Längst triumphirt ihr, den einst wecken muß doch ein feiert dort den Sieg an jenem Morgenroth. Freudenort. Ihr habt vollendet; schön und groß ist euer Glück, ist euer Loos. Krummacher. 3. Mag auch die Tugend tampfen! es kommt ein Ruhetag! Der Sonne Strahl zu dampfen kein Sturmgewölk Mel. Freu' dich sehr o meine. 4. Der Himmel ist euch aufgethan, ihr wandelt auf der 880. Ruhen sie in Gottes Sternenbahn hin zur Vollen- Frieden, sie, die hier geboren dung, hin zum Licht vor eures kaum, frühe schon hinüber Mittlers Angesicht. schieden aus des Lebens Mor5. Heil euch! mit frobem fe- gentraum; und die erst nach stem Sinn euch nach, euch nach langer Qual aus der Erde dunzum Himmel hin! Ihr seid kelm Thal' mit zerrißnem Herzen 712 Anhang. zen schieden.-All' ihr See- Jihrem Pfad im Licht, hin sich len ruht in Frieden. opferten der Pflicht, und als 2. Die nach Irdischem nicht Sieger Gottes schieden, ruht, strebten, ew'ges Glück in Hoff- ja ruht in Gottes Frieden. nang sahn, tren der ernsten 6. Rubt auch ihr, o theure Pflicht nur lebten, troß der Seelen, die ihr meiner Tage dornenvollen Bahn; und wie Glück, bei des Lebens Drang groß das Opfer war, freudig ihr und Qualen, trugt in eurer es brachten dar; ungern drum Liebe Blick! Dort noch in des vom Wirken schieden; ruht Baters Reich, mit euch selig, nun in des Lohnes Frieden! dank' ich's euch! Ach, daß ihr 3. Die sich still nach Liebe dahin geschieden!- Rubt in sehnten, wie der Mensch dem Gottes heil gem Frieden! Menschen giebt, einsam ihren Jurabi. Pfad bethránten, ach! verkannt und ungeliebt; und von Mel. Jesu, meines Lebens L. deren treuen Hand kaum ein 881. Trocknet eures JamHerz den Druck verstand, die mers Thränen, heitert euren doch liebend, segnend schieden; trüben Blick, denn es bringt ruht, o ruhet nun in Frieden! kein barges Sehnen die Ent4. Die nicht Glück, nicht schlafenen zurück! Ach die holde Ruhe kannten auf des Kam- Stimm und Rede, und der pfes offnem Feld', aber Muth Lieblichkeiten jede, und das und Stärke sandten in die freundliche Gesicht ruht im tief entschlafne Welt! die die Grab und kehret nicht. Geister aufgeweckt, nie durch 2. Gleich des Feldes BluMenschenfurcht geschreckt; die men schwindet, was da lebet noch warnend, mahnend schie- rings umher. Trauernd sucht den, ruht nun in gerechtem der Freund und findet den Frieden. geliebten Freund nicht mehr. 5. Alle Geister, die voll Wie der welke Greis am StaKlarheit, streitend für das be, sinkt der Jüngling und der Heiligthum, wurden Märtyrer Knabe, und das schandervolle der Wahrheit, suchend nicht Grab zieht zuletzt auch uns des Streites Ruhm; die auflhinab. 3. Gleich Anhang. 713 3. Gleich des Feldes Blu- Vater ruft, freudig sinken in men werde, was geboren wird, die Gruft. zerstäubt! Nur der Erdenleib Vosz. wird Erde: aber sein Bewohner bleibt. Ja, ihr lebt, Ge- Mel. O Haupt voll Blut. liebte, leber über Sternen, 882. Wir denken, Gott oder schwebet mitleidsvoll um der Lieben, die frei von Sorjeden Freund, der an eurem gen ruhn. Wir sind zurückgeGrabe weint. blieben, sie sind befriedigt nun. 4. Auf, von Moder und Sie börten unsre Klage, sie theilVerwesung, blicke dort hinauf ten unser Leid, sie haben froher mein Geist, wo im Friedens- Tage sich oft mit uns gefreut. thal Genesung alles Erden- 2. O Gott, das ist verganjammers fleußt, wo nicht gen, was irdisch ist, vergeht, Kriege, Wasserfluthen, Hun- doch inniges Verlangen nach ger, Pest und wilde Gluthen, ihrem Glück besteht. Gieb ihwo nicht Trennung mehr, noch nen Wohlergehen in deiner bes Lod liebenden Geliebten droht. sern Welt, laß uns sie wieder5. Ach des Wonnetags, der sehen, wenn unsre Hülle fällt. wieder, was am Grabe hier ge- 3. Ihr Schleier ist gefallen, weint, Eltern, Kinder, Schwe- die Fehler blieben nicht: wo nun stern, Brüder, Freund und die Lieben wallen, ist Friede, Gatten fest vereint, wann gelehrt Recht und Licht. Wir wollen von Himmelsweisen, wir des würdig handeln, nicht lang ist Batees Liebe preisen, der aus unsre Bahn. Zu dir, o VaIrrthum, Schmach und Gram ter, wandeln wir, ihnen gleich, uns in seine Ruhe nahm. hinan. 6. Bald vielleicht, ach bald 4. Noch manche sind geverschwunden ist auch unsre blieben, wir wollen fromm und Lebenszeit, und, wer weiß? rein und lebenslang sie lieben, von meinen Stunden kommt und ihrer Lieb' uns freun. die letzte wohl schon heut. Die Lebenden und Todten belaßt Gottes Weg uns wan- wachst du, Herr der Herrn; deln, immer gut und redlich was dein Geset geboten, vollhandeln, daß wir, wenn der bringe jeder gern. 5. Der 714 Anhang 5. Der Geist entflieht der wenn deine Hand uns nicht Hülle, die sich zum Grabe beschüßt. neigt, wenn zu der Wonnel 3. Nicht blinder Zufall Fülle er siegreich aufwärts herrscht auf Erden, du bist es, steigt. Die Guten blicken nie- der die Welt regiert, drum der, wir sehn im reinen Licht laß auch jeßt uns inne wereuch, die wir lieben, wieder den, daß deine Hand das Ruund trennen dann uns nicht. der führt. Es rüste sich der 6. O stille, Herr, dies Feind zum Krieg. Dein Sehnen nach Uuvergåuglich- Wille nur bestimmt den Sieg. keit, so trocknen unsre Thrä- 4. Dir werfen wir uns in nen, so schwindet unser Leid. die Arme, dir, Bater der Wir wollen dir auf Erden Barmherzigkeit. Es flehen mit fester Hoffnung traun, Kind und Greis: erbarme und reines Herzens werden, dich über uns zur bösen Zeit: um ewig dia) zu schaun. beschüße gnädig Stadt und Land, vor Blutvergießen, Raub und Brand. Im Kriege. Mel. Wer nur den lieben G. 883. 5. Toch findet dein allweigen uns gut; so faffen wir, ser Wille noch hårtre PrüfunGott, des Krieges in frommer Stille, auch dann bange Wetter ziehn über un- noch hohen Glaubensmuth; ferm Haupt einher! doch bist wir sind gewiß, zur rechten du unser Schuß und Retter, Zeit bist du zu helfen uns so beben wir vor keinem Heer, bereit. so sehr es auch Gefahr und 6. Froh werden wir einst Noth den Völkern und den rühmen müssen: Du, Herr, Ländern droht. haft wohl an uns gethan; du 2. O gieb in diesen bangen brachst, nach unerforschten Tagen uns, Herr, den Sinn, Schlüssen, durch Jammer uns auf dich zu sehn, und da, wo zum Heil die Bahn. Scheint Schwache trostlos zagen, mit uns auch deine Hülfe fern, Zuversicht zu dir zu flehn, weil doch hilfst du uns, und retMenschenhülfe wenig nüßt, teft gern. Borchward. Nach Anhang. 715 du nur kannst uns geben, was unser Herz erfreut. Nach Rettung aus Gefahren. Mel.( Shriftus der ist mein. 9. Nur du kannst uns 884. Erhebt den Herrn beschirmen, wenn Wasserfluth mit Freuden, o Christen be- sich hebt, wenn Flammen tet an! Er liebt nicht unsre Lei- uns umstürmen, und wenn den, er hat uns wohlgethan. die Erde bebt. 2. Es drohten uns GefahReche. ren, schon riß uns Kleinmuth fort, da sprach, uns zu bewahren, der Herr sein All- Bei der Taufe eines Erwach. machtswort. senen. 3. Vor seinem Worte schwanden die Schrecken Mel. Wachet auf, ruft uns. selbst dahin, und unsre Her- 885. Danket Danket Gott, ihr zen fanden ihn voll von Ba- Brüder; terfinu. singet dem großen Schöpfer! lobt ihn bringet ihm 4. Er führt mit weiser Liebe eures Herzens Weihrauch her. uns alle durch die Welt, daß In dem Himmel und auf Erjeder gern sich übe, zu thun, den müß er als Gott gepriewas ihm gefällt. fen werden. Jehovah nur und 5. Er reizet unsre Seelen keiner mehr. Der Herr, der auch durch Gefahren an, das Herr ist Gott. Es ist kein beste Theil zu wählen, das wahrer Gott als Jehovah. nie vergehen kann. er allein, er war, wird sein, 6. Er steht auf dunklem von Ewigkeit zu Ewigkeit. Pfade oft unbemerkt uns bei, 2. Zu der Erde fernsten daß seine Macht und Gnade Grenze geh' Jesu Herrlichkeit zuletzt uns sichtbar sei. und glänze vom Aufgang bis 7. Wer wollt ihm nicht ver- zum Niedergang. Alle Völtrauen und seine Wege gebn, ker müssen kommen, ihn anzunicht selbst im Todesgrauen beten mit den Frommen, dem durch Hoffnung ihn erhöhn? Sohne Gottes Preis und 8. Ja, unser ganzes Leben Dank. Der Vater und der sei dir, o Gott, geweiht: denn Sohn sei jeder Nation heilig, hei= 716 Anhaug. beilig, das höchste Gut! geliebtes Kind. Vor nichts, Durch Jesu Blut berief uns Gott zur Seligkeit. vor gar nichts wird mir grauen, wenn es bei dir nur Gnade find't. O sorge für sein Wohl ergehn, hilf jede Krankheit überstehn. Beim Kirchgang einer Wöchnerin. Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Soll es nach deinem Willen leben, so segne alles mein Bemühn; die Weisheit 886. Gottlob, ich schließe wolleft du mir geben, es fromm meine Wochen, und preise und christlich zu erziehn, dameines Schöpfers Kraft, die mit es einst an jenem Tag mir das, was mir sein Wort ver- ew'ge Freuden schaffen mag. sprochen, die Hülf und Ret tung mir verschafft. Vom Tode hat mich Gott befreit; er sei gelobt in Ewigkeit. Heym. Der Unglückliche. 2. Empfind', o Seele, seine Güte, und bet' ihn jetzt Mel. Jefu, meines Lebens 2. mit Ehrfurcht an, ſprich, mit 887. Muthig, muthig, Gott dankendem Gemüthe: bald errungen ist das Ziel von sehr viel hat er an mir ge- jeder Pein. Bald ist jeder than. Denn meine Hülfe Schmerz verschlungen von der kam vom Herrn, der Herr Freude, frei zu sein, frei von ist Gott er hilft uns gern. Sorgen und Gefahren, die mir 3. Nimm hin den Dank, so oft drückend waren. Un mein treuer Bater, den jetzt aussprechlich, ewig liebt er, mein schwacher Mund dir sagt, der uns durch Leiden übt. sei fernerhin auch mein Be- 2. Ich will harren, hoffen, rather, und bleibe gnädig dei- schweigen; mein Erbarmer ist ner Magd. Gieb ihr in mir nah; betend soll mein Freud' und auch im Leid ein Geist sich beugen; wo ich leis Herz voll Glaubensfreudigkeit. de, Gott ist da. Im Ver4. Dir übergeb' ich, voll borgnen, wo ich weine, bleibt Vertrauen, mein holdes, heiß von meinen Thränen keine, dem Anhang. 717 dem, der mich in Schwach- Ime schallt: überstanden, überbeit stårkt, meinem Vater, un standen, sei erlöst von allen bemerkt. Banden! Sei befreit von Lavater. 3. Seine Bateraugen blik- jeder Pein! Geh zu meinen ken sanften Troft auf mich her- Freuden ein. ab, und die Lasten, die mich drücken, nimmt er einst gewiß mir ab. Bis zum letzten trůben Tage stårkt er mich, daß ich sie trage. Wann mein Krankheit. Herz verschmachten will, ruft Mel. Wer weiß, wie nahe mir. er mir: sei fromm und still. 888. Nicht mehr, als meine 4. Jesus Christus trug im Kräfte tragen, legst du, BarmStaube muthig seines Leidens herziger, mir auf; nicht endLast; und auch mich erhebt der los wird der Schmerz mich naGlaube, der die Ewigkeit um- gen, es folgt gewiß Erquikfaßt. Gott, mein Vater, sieht kung drauf. Auch auf dem mein Leiden; Gott, mein Va- Krankenlager hier lobsing' ich, ter, sieht die Freuden, die das naher Helfer, dir. Leiden mir gewährt, wenn mein 2. Die Welt hat mich zu Herz ihn duldend ehrt. sehr zerstreuet, du rufft mich 5. Fließet denn, ihr stillen in die Einsamkeit; des LeiThränen, Gott im Himmel dens Kampf hab' ich gescheuet, zählet euch. bemerket du führst mich mitten in den all mein Schnen, Gott ist Streit, und übest durch des gnädig, Gott ist reich, naht Körpers Schmerz mein der sich freundlich meinem Herzen, Geduld entwöhntes Herz. reinigt es durch Angst und 3. Den Kelch der Trübsal Schmerzen, lenkt und reißet soll ich leeren? Ach Herr, du meinen Sinn ganz zu seiner weißt, das Fleisch ist schwach. Liebe hin. Bergieb, wenn eine Fluth von Gott 6. Bald erscheint die lehte Zähren mir aus den matten Stunde, meiner Thrånen lehte Augen brach. O stårke, Gott, bald. O dann heilet jede Wun- voll Baterhuld, mein Herz de und der Gnade Stim- durch Glauben zur Geduld. 4. Der 718 Anhang. 4. Der Schmerz, der mei- jret festlich wieder. Ein halb ne Glieder schwächte, raubt Jahrhundert floh dahin, und mir des Schlummers sanfte rubig sahn( wir) sie es entRuh'; oft bring' ich nun die fliehn, denn fest stand( unfre) langen Nächte in bangen ihre Liebe. Seufzern einsam zu. Der Menschen Hülf ist schwach Hand in Hand, ein Herz und 3. Du leitetest( uns) sie und klein, du aber wirft mein eine Seele, mit jedem Jahre Helfer sein. mehr verwand. 5. Dein Wille mag allein Der frohe entscheiden, wie lang die Prü- der Sinne wich; im raschen Mund erzähle, wie jeder Trug fungsstunde währt, und wenn Strom der Jahre sich veredelte sich auch im Kampf mit Leiden die Liebe die Kraft des Lebens ganz verzehrt, wenn auch das Herz 4. Gott, welche Wunderim Tode bricht, bleibst du, Gott, meine Zuversicht! Bei einem Ehejubiläo. deiner Macht enthüllt ein langes Leben. Bis hieber haft du( uns) sie gebracht, sieh, ( unsre) ihre Lippen beben. Vernimm der Engel Jubelchor, und diesen Seufzer, tief hervor aus froh gerührMel. Sei Lob und Ehr dem.[ tem Herzen. 889.bu, den keine 5. Bis hiehe: hast du( uns) Sprache nennt, den tief das sie gebracht, wie manche treue Herz empfindet, der süße Ban- Gatten barg schon des Grabes de knüpft und trennt, und dann tiefe Nacht in ihre Trauerschatauf ewig bindet. Des Dan- ten, wie viele werden früh getes Opfer ist bereit, hier fte- trennt,( wir) sie stehn vereint, hen, deiner Huld geweiht, und selig nennt dich( unfre) zwei hoch bejahrte Zeugen. ihre Seele ,, Bater!" Bürde. 2. Ein tiefgerührtes Grei- 6. So leite( uns) sie durchs senpaar sinkt betend vor bir Alter auch, du Stärke aller nieder, der Tag, der( unser) Schwachen. Bis zu des Leeinst ihr Glück gebahr, er keh- bens letztem Hauch wird deine Anhang. 719 deine Liebe wachen. Wie eine großen Tage der Erndte reift. Stunde( uns) sie verband, o Sei mir gegrüßt du Ort, wo führte deine Baterhand( uns) jede Klage verstummt, wo sie auch vereint zum Ziele. mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nicht gekannt. Das Grab. 2. Zwar flossen hier der Mel. Chriftus der ist mein. Thränen viel, wenn von des 890. Das Grab ist tief und Freund das Schicksal riß mit Freundes Herzen den treusten stille, und schauderhaft sein tief gefühlten Schmerzen, hab' Rand, es deckt mit schwarzer ich auch selbst, ach, manchem Hülle ein unbekanntes Land. Freund die Abschiedsthrane nachgeweint. 2. Der Freunde Töne schallen dicht in der Erde Schooß, der Liebe Thránen fallen nur auf des Hügels Moos.. 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh den Müden, nimmt Lei3. Getrennte Gatten ringen denden die Bürde ab, und umsonst die Hände wund, der bringt zum ew'gen Frieden. Waisen Klagen dringen nicht in den tiefen Grund. Weint Freunde nicht, denkt: Wiedersehn! Die Zodten werden auferstehn. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Rub; 4. Belebend sinkt ein Sonnur durch die dunkle Pforte nenstrahl einst auf die Gråber geht man der Heimath zu. nieder, und was hier schläft, 5. Das arme Herz, hienieden von manchem Sturm be- Leben wieder. Im Winter erwachet dann zum schönern wegt, erlangt den wahren starb die Rofe, seht! fie blüht Frieden erst, wenn es nicht vom Frühlingshauch umweht. mehr schlägt. Frhr. v. Salis. Der Gottesacker. 5. Und was man hier der Erde giebt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist der Menschen Geist! Vernunft Mel. Mir nach, spricht Christ. und guter Wille erhebt uns 891. Geweihter Ort, wo über Welt und Zeit, die TuSaat, von Gott gefä't, dem gend führt zur Seligkeit. 6. Drum 720 An hang. 4. Schnell endet unsre Le6. Drum kann mein Blick vom Leichenfeld zum Himmel benszeit, und auf sie folgt die sich erheben; und winkt auch Ewigkeit, wie wir die Zeit mir das kühle Grab, werd ich hier angewandt, so folgt der nicht ängstlich beben. Ich Lohn aus Gottes Hand. pflücke in der Blüthenzeit die Blume der Unsterblichkeit. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, 7. Was ihr einst war't, das einen Augenblick, so währt bin ich jetzt, ein Pilger hier auf auch Leid und Traurigkeit, wie Erden. Was ihr, entschlafne unser Leben, kurze Zeit. Brüder, seid, werd' ich viel- 6. O sichrer Mensch, be leicht bald werden. Nun dann, sinne dich! Tod, Grab und durchs Todésthal eilst du, mein Richter nahen sich. In allem, Geist, dem Vaterlande zu. was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. Bei Begräbnissen. 7. Hier, wo wir bei den Gråbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: zieh unsre Seelen zu dir hin, so ist der Tod uns einst Gewinn. Mel. Nun laßt uns den Leib. 892. un bringen wir den Leib zur Ruh', und decken ihn 8. Und wenn du einst, o mit Erde zu, den Leib, der Lebensfürft, die Gråber machnach des Schöpfers Schluß zu tig öffnen wirst, dann laß uns Staub und Asche werden muß. fröhlich auferstehn, und dich 2. Er bleibt nicht immer im hellern Lichte sehn. Liebich Asch' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub, er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. Am Grabe. 3. Hier Mensch, hier lerne Mel. Es ist genug, so nimm. was du bist, lern hier, was 393. Nun ruhe sanft, des unser Leben ist. Nach Sorge, Freundes( der Freundin) Hülle Furcht und mancher Noth du, ruh' sanft im Grabe hier. kommt endlich doch zulegt der Nach Karapf und Müh' ift Tod. süß dem Müden Ruh. Heil müde Un Anhang. 721 múde Seele, dir! Heil dir o die Meinen nicht; sie sterben, Geist, von Gott gegeben, ge- und ihr letztes Wort ist glauschaffen für ein ew'ges Leben. bensvoll: ,, Wir sehn uns dort." Heil, Heil sei dir. 5. O Grab, des Müden 2. Und Heil auch uns, ge- süße Ruh: man decket hier dich tröstet blicken wir zu Gottes heute zu, doch morgen öffnet Himmel auf, wir kommen einst deine Thür sich, und vielleicht Vollendeter( Vollendete) zu noch heute mir. dir, wenn unser Pilgerlauf . vollbracht ist. Weinet nicht ihr Brüder! Wir sehn den Schlafenden( die Schlafende) einst wieder. Nun ruhe sanft. Tod eines Freundes. Auf dem Wege zum Kirchhofe. Mel. Christus der ist mein L. 895. Seid heilig mir, ihr Thaler, wo Todtenhäuser stehn, die mich Verwesungsmåler von Pilgern lassen fehn. Mel. Nun laß uns den. 894. Wir tragen diesen ir tragen diesen 2. Nach jener TrennungsLeib zur Gruft, zur Ruhe, bis stunde, wo mir mein Freund der Herr ihn ruft, bis einst, entwich, gießt Balsam in die durch Jesu Christi Macht, er Wunde, und labt mit Troste aus dem Todesschlaf erwacht. mich. 2. Dies ist die Saat von 3. Hier, wo bei Nacht und Gott gesät, der Staub, der Stille sein Bild ein Hügel wieder aufersteht, zwar irdisch deckt, denk' ich, des Ew'gen wird er ausgestreut, doch blüht Wille ist's, der ihn einst erweckt. er auf zur Herrlichkeit. 4. Sein Lebenswort erschal3. Nichts als den Leib zer- let, das uns ins Leben ruft, stört der Tod, die Seele geht bei welchem er auch wallet hinauf zu Gott, umstrahlt von verklärt, aus seiner Gruft. Wahrheit, Heil und Licht. Was in uns glaubt, das stir bet nicht. 5. Hier will ich mich Gedanken der tiefsten Ehrfurcht weihn, von Grab zu Grabe wanken, und mich der Zukunft. 6. Wenn 4. Dies ist der Christen Zuversicht. Drum traur' ich um freun. 3i 722 Anhang. 6. Wenn ich auch Thränenjist, wollen wir ihm geben, du weine, die Freundschaft zollen bist sein Kind. heißt, vergieße ich doch keine, 2. In jener Welt im Himdie troftlos macht den Geist. mel findest du, was diese Welt 7. Nein, ich willThránen wei- nicht giebt: denn nur bei Gott nen, wie sie der Fromme weint, ist wahre Seelenruh, von keiwenn ihm das Bild der Seinen, nem Schmerz betrübt. Hier die sanft hier ruhn, erscheint. muß man erst in Unruh schwe 8. Will jene Welt durchblik- ben, dort ist ein ungestörtes ken, und ihre Freude schaun, Leben. Wohl dir, mein Kind. voll Hoffnung und Entzücken, 3. Dort, liebes Kind, be dem Stauberwecker traun. lehrt Gott den Verstand, der 9. Er wird der Freundschaft hier noch kindisch war. Du Bande, die hier der Tod ge- bist nun frei in seiner Bater trennt, fest knüpfen in dem Lan- hand von Irrthum und Ge de, das keinen Tod mehr kennt. fahr, gelöst sind dir der Kind10. Dann wird nicht mehr heit Banden, dort, wo der am Grabe die Freundschaft Erde Uebel schwanden, du weinend stehn, nicht mehr am wallst im Licht. Pilgerstabe der Himmelsbür. ger gehn. 4. Du gehst voran, einst folgen wir dir nach, wenn es 11. Dann dank ich Gott mit dem Herrn gefällt; du eilst Freuden, der mir dies Leben mun fort, entgehst dem Ungegab, fur dieser Erde Leiden, mach, den Leiden dieser Welt. für Trennung, Tod und Grab. Wer lange lebt, hat viel zu leiBei Beerdigung der Kinder. die Freuden der bessern Welt. den, wer früh stirbt, siehet bald 5. Sozich denn hin! hin, wo 896. Geliebtes Kind, dich die Unschuld wohnt, wo man hatte Gottes Hand uns freund- die Gottheit preist, wo Jesus lich nur geliehen, er ist der Christ, der Freund der Kinder Herr, er nimmt zurück seins thront. Dort, dort lebt nun dein Pfand; er will dich selbst er- Geist. Geendigt sind die Leiziehn. Er giebt und nimmt densstunden, wohl dir, du haft sein ist das Leben. Was sein nun überwunden, wohl ewig dir. Mel. Es ist vollbracht. Beim Anhang. 723 Beim Tode der Kinder, in Geister- Reihn mit Engeln selbst zu scherzen, was Kinder Mel. Der goldnen Sonne 2. hier sonst schmückt, dich hätt 897. So ist vein Frühling es nur gedrückt. Dein fromschon verblüht, im rauhen Er- mes Stammeln ist erhört, denthale, dein schönes Mor- Gott fand dich rein'rer Freugenroth verglüht und leer der den werth. Frenden Schaale. Der Hoff- 5. Drum soll kein tobend nung süßer Traum zerrinnt im heft'ger Schmerz nun deine weiten Raum. Der Zukunft Wonne stören. Weil wir dich schön gezeichnet Bild steht nun in düstres Grau gehüllt. lieben, soll das Herz den Rath der Vorsicht ehren. Du 2. Jedoch du gingst ins haft's so tren gemeint. Ach, Vaters Hand; dort wirst du's jeder war dein Freund. Und besser haben. Was du ent- auch kein Tod zerreißt ein behrst, ist nichts als Tand, Band, was sich um Herz dort find'st du schönre Gaben. und Herzen wand. Hoch hast du uns erfreut, 6. Ja in der Trennung drum wird dir Seligkeit, in schwere Wehn mischt sich der deinem schön begonnen Lauf Ahnung Wonne, vom Wiehält nun kein Erdenschmerz derfinden, Wiedersehn vor eidich auf. ner hellern Sonne. Er selbst 3. Dort an des großen das Licht der Welt, hat uns Bildners Hand, wie wird dies Ziel erhellt. Wir gehn dein Geist nun reifen. Wie dir alle selig nach durch dein selig wird im schönen Land geheiligt Schlafgemach. dein Blick umher nun schweifen! Du hört'st und frugst so Met. Christus der ist mein£. gern, dort in dem lichten Stern wird dir vom Vater 898. So wie die Blumen selbst erklärt, was hier noch blühen im heitern Frühlingsunsre Ruhe stört. roth, und wie sie still verglüben in einem sanften Tod. 4. Dir kann der Himmel Himmel sein bei deinem rei- 2. So blüht der Menschen nem Herzen, Du bist es werth Leben auch oft nur kurze Zeit, 32 und 724 Anhang. und Grabeslüft umschweben, empfinden, davor bewahrt ein den der noch heut sich freut. früher Tod. 3. Von dir Gott kommt die 4. Ist einer alt an Jahren Kunde, die uns zum Grabe so hat er viel erfahren, das ruft, du führst zur rechten ihn noch heute kränkt; und Stunde, den Menschen in die unter so viel Stunden nur Gruft. wenige gefunden daran er mit 4. Du bist's und führst Vergnügen denkt. zum Schlafe, auch unsre Kind5. Zwar wer in seiner Julein ein, doch ist ihr Tod nicht gend den Weg zur wahren Strafe, nein, Segen soll er Tugend durch Jesum Chriftum sein. Scholz. find't, und sich den wahren Glauben hat niemals laffen rauben, der lebt und stirbt auch wie ein Kind. Bei Beerdigung der Kinder. Mel. Nun ruhen alle Wälder, 6. Allein wo sind die Reinen, die jetzt noch so erscheinen, wie sie das Wasserbad vor 899. Wenn junge Him- Gottes Augen stellte? we ist melserben in ihrer Unschuld der, der nie fehlte, den nicht sterben, so büßt man sie nicht die Sünd' im Neße hat? ein: sie werden nur dort oben 7. D! wohl dann diesem vom Vater aufgehoben damit Kinde, es starb nicht zu gesie unverloren sein. schwinde: zeuch hin, du liebes 2. Sie sind ja in der Kind! du gehest ja nur schlafen Taufe, zu ihrem Christenlaufe und bleibest bei den Schaafen, für Jesum eingeweiht, und noch die ewig unsers Jesu sind. bei Gott in Gnaden, was sollt' es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? Met. Es ist genug! So. Eltern. 3. Der Unschuld Glück verscherzen, stets kämpfen mit den 900. Zeuch hin, mein Kind, Schmerzen, mit so viel See- mein sehr geliebtes Kind, zeuch lennoth, im Angstgefühl der hin ins Vaterland! Gott will, Sünden das Streben schwer/ daß früh dein Geist dem Land ent Anhang. entrinnt, weil er dich treu erfand: Gel' hin in deinem Sterbekleide, Gott ruft dich hin zur Himmelsfreude! Get' hin, mein Kind! 725 CIRCE SHOR Eltern. that 5. Die ganze Welt erfreute dich nicht mehr, sie gab dir keine Kraft, des Todes Angst vergållte dir zu sehr das, was Bergnügen schafft. Der Antwort. 2. Ich gehe hin, ihr El- Kampf ist aus. Du haft's tern fasset euch: ich geh' zum erlitten, nun wohnst du in Vater hin. Der rufet mich den Freudenhütten der bessern ins wahre Himmelreich, weil Welt. ich ihm lieber bin. Er hat mich von der Welt erwählet, und seinen Kindern zugezählet, ich gehe hin. # 3 Antwort. Eltern. 6. Die ganze Welt ist doch ja nur ein Traum, ein leeres Schattenbild. Mit Jammer ist des Lebens kurzer Raum 3. Es ist genug! so sprach bis an das Grab erfüllt. Fort der Herr zu dir, der deinen Welt mit deinen bittern LeiJammer sah. Schwer kämpf- den! Mein Geist erhebt sich test du; vergebens hofften wir, zu den Frenden der bessern des Lebens Ziel war da. Nach Welt.Your way! l Eltern. so viel bittern Leidensstunden, hast du auf ewig Ruby gefunden, es ist genug. Antwort. 7. Dein treues Herz, das uns so zärtlich schlug, der edle fromme Sinn, den deine 4. Ich hab' genug des treue Brust seit frühster KindLebens Noth geschmeckt, so heir trug, ach! alles ist nun turz mein Leben war. Doch hin. Die Freuden, uns mit aller Angst hat Gott ein Ziel dir geberen, sie sind für imgesteckt; wie schnell war Jabr mer nun verloren, sie waren um Jahr, die er in diesem Schein. Prüfungsleben zu meiner Wohlfahrt mir gegeben; nun ift's genug! Antwort. 8. Wenn auch in mir durch Gottes 726 Anhang. Gottes Huld der Trieb zum vorangegangen, wird euch als Guten rege war: denkt, leicht Engel tren empfangen: o gewinnt das Herz das Eitle freuet euch. lieb dig Dem besten droht Gefahr. Die Freuden, euch mit mir geboren, sind euch doch jenseits unverloren; dort blühn sie neu. Eltern. 11. Gott segne dich. Antwort. Eltern. 2ch! seht das bin ich schon, gesegnet schlief ich ein. Nach 9. Wir freuen uns, so kurzem Leid genieß ich nun thrånenvoll wir sind, auf jeden Lohn, in Jesu Schooß nes Tages Pracht, dort sehn zu sein. Geht freudig mit wir dich, dich unser trenes zu meinem Grabe! Denkt, Kind, nach deiner Todesnacht. daß ich überwunden habe! Ja! dort beim Jubel böb rer Gott sei mit euch! Lieder sehn wir im Engelkreis dich wieder. Wir freuen uns. Schluß Chor. Antwort. 12. So schlummre sanft: Gott hat an dich gedacht, und 10. Ja freuet euch! ihr habt es sehr gut gemacht! Sei matgenug geweint, es ist vom ter Leib, hier in des Grabes Herrn geschehn. Wer weiß, Nacht, zur langen Ruh gebracht. wie bald der frohe Tag er- Berschlaf die hier erlitt'nen scheint, wo wir uns wieder- Schmerzen, wir schließen dich in fehn. Das Kind, das euch unsre Herzen! So ruhe wohl! S Negister Register über die Gesänge nach den Nummern. 184 42 110 Am Kreuz erblaßt der Mar. 137 Am Ziel ist er, es wehen 759 Anbetung sei dir, Gott 202 Anbetungswürd'ger Gott 660 An deine Leiden denken w. 260 An den, der bis ans Kreuz 561 372 An dich, mein Gott zu denk. 302 796 Auch außer meinem Vaterl. 755 287 Auch noch im späten Alter 517 579 Auch unsre Seel' 582 745 Auf Chriften, auf und freu. 288 Auf, Christen, laßt uns uns. 865 Auf, Christen, preist mit u. 109 Auf deine Weisheit schau. A. Ach bleib mit deiner Gn. Ach Gott, wie ein Geschw. Ach Gott, wie mancher von Ach Gott, wie manches H. Ad hier nicht mehr, ac fer. Ad höchster Gott verleihe Ach könnt ich doch mit dei. Ach mein Herz ergieb dich Ach mein Herz, zwar ist die. Ach schreib ins Buch Ach sieh ihn dulden, bluten, Ach was sind wir ohne Jesu 79 Auf dem Weg zum Heil, 3. Ach wenn werd ich von der Ach wie beilig ist Ach wie ist der Menschen 2. 271 Auf dich, der stets mein H. 874 Auf dich, Erlöser aufzuseh. 319 Auf, du arme Seele, in des Allein Gott in der Höh' sei 49 Auferstanden, auferstand. Allein vor dir, mein Gott h. 267 Auferstehn, ja auferstehn Allein zu dir Herr Jesu Ch. 268 Auf Erden Wahrheit Allen Menschen und auch Aller meiner Brüder Rech. Alles Höchster, was uns n. Alles ist an deinem Segen Alliebender, du schufft m. Allmächtiger, der seinen T. Allmächtiger, ich hebe mein Also bat Gott die Welt geliebt, daß Also bat Gott die Welt geliebt, und 445 Auf euch wird Gottes Seg. 458 Auf, freue dich mein Geist 536 Auf Gott nur will ich ſehen 320 Auf Gott und nicht auf m. 464 Auf meinen lieben Gott tr. 545 Auf, schicke dich recht feierl. 627 Auf zum Grabe des Erbl. 138 Aus deiner Quelle, Schöpf. 92 Aus dem Grabe auferst. 93 26 142 Aus einem tief vor dir geb. 92 Aus tiefer Noth schrei ich 160 84 352 439 194 321 175 353 141 768 823 721 83 752 322 323 269 270 B. 728 Register B. Bald ist der Kreuzberg üb. Bald tönt der letzte Barmherziger, erhöre der Bedenke Mensch, das End. Bedenf, welch eine Rech. Befiehl du deine Wege u. Begleite mich, o Christ, wir Beglückt, beglückt, ist wer Beim bolden Namen B. Berufen hast du mich, m. Betend nahen wir uns dir. Bewahre meinen Geist, so Bewahre mich, Herr, daß Bin ich mit edlem Muth Bis bieber balfst du mir Bis bieber warst da stets Chrift, aus deinem Herz Christ, bete oft und mit 3. Cbrist ist erstanden aus d. Christ ist erstanden von d. Christus der ist mein Leb. über die Gesänge. 305 538 794 271 Daß ich in deiner Christen. 551 Deines Gottes freue dich Dein Heil, o Christ, nicht 760 Dein Herz, das heiß für 867 Dein Jesus rufet dich zur 749 Dein ist das Licht, das 11. 246 Dein sind wir Gott in Ew. 443 Dein Wort, o Höchster ist 324 Dem jetzt Unsterblichen 1411 Dem Tode kann ich nicht 289 Den Höchsten öffentlich 860 Denft mein Geist an 507 Den Menschen zu ergögen 714 Den süßen Schlaf 312 Dennoch bleib ich stets an 290 Der Abendstern blickt sanft 472 Der alles weislich wendet 546 Der du mit starter Da ist geboren an das 2. Da kommt die Sonne, tiefe Da stehen wir die Deinen Dant, Dank sei dir für d. Dank dir, Beschüßer mein Dank sei dir, unser Herr u. Danket Gott ibr Br. Das Amt der Lehrer, Herr Das Grab ist tief Das Licht der Wahrh. Das sollt ihr Jesu Jüng. Das Ziel von meinem 514 218 530 771 219 1 684 661 812 67 Der edle Geist bebt sich von 488 Der Ehestand soll heilig 717 Der Felder Seegen ist dah. 624 Der Freuden Quelle ist 6. 247 325 Der Glaub ist feste Zuvers. 212 537 Der goldnen Sonne Lauf 143 Ter Herr ist Gott und kein. 25 144 Der Herr schwingt sich mit 161 769 Der Himmel schwärzet 621 662 646 718 838 Der Leiden und der Thrän. 327 Der Mond ist aufgegang. 685 Der Morgen kommt und 739 Der Stand in den ich tr. 628 Der Strom des Leb. 770 Der Tag ist da, die Nacht 880 Der Tag ist wieder hin u. 757 Der Tugendhafte schließ. 18 Der weise Schöpfer, deff. 885 Der Wollust Reiz zu wid. 203 Der wundervollen Jubel. 890 Des böbern Lebens Mor. 835 Des Leibes warten und 562, Des Todes Graun, des G. 840 Dich aller Menschen Gott 828 422 870 326 629 663 220 518 400 107 862 418 239 742 Dich Register Dich bester Freund, den Dich, Herr und Vater all. Dich preisen Gott, Gesang Dich ruf ich an, Gott laß Dich seh ich wieder Morg. Die auf der Erde wallen Die Erndt' ist da. Gelobt Die Erndt ist nun zu Ende Die Feinde deines Kreuz. Die Gatten sind beglückt Die Herrlichkeit der Erd. Die Hoffnung naher Ew. Die ihr Christi Jünger f. Die Kinder deren wir u. Die Kinder, Gott, die du Die Liebe ist es, die die Die Ruhe senkt sich wied. Die Seele Christi heil'ge Die Sonne stand verf. Die stillen Abendstund. Die Woche ist nunmehr Die Zunge die vernehml. Dies ist das freudenvolle Dies ist der Tag an welch. Dies ist der Tag den Gott Dies ist die Nacht, da mir Dir dank ich für mein Leb. Dir, Gott will ich fröhl.. Dir, Gott, sei Preis und D. Dir hab' ich mich ergeben Dir, Herr, gehört die g. Dir milder Geber aller Dir schwör ich ew'ge Dir sei Preis ich lebe w. Dir strebt meine Seele Dir trau ich Gott und w. Dir zu leben, dir zu sterb. Drei Zeugen deiner Gnade Du bester Trost der Arm. Du bists dem Ehr und N. Du bist um mich, Gott Du brachst zum Licht herv. über die Gesänge. 790 Du, dem ich angehöre 354 Du, der alles sieht und f. 2 Du, der so gern beglückt 291 Du, dessen Ausen floffen 630 Du, deß sich alle Himmel 221 Du förderst gern mein 605 Du gabst zum Denfen u. 609 Du Gott bist unsre Hülf 204 Du Gott bist über alles$. 496 Du 222 Du Gott, der unsre Zufl. Gott, du bist der H. 328 Du balfft meine Schmerz. 563 Du bast mir, Gott, den 2. 692 Du hast, o gnadenreicher 498 Du hast uns, Gott, ein 2. 465 Du, Herr von meinen Tag. 664 Du, Herr und Schöpfer d. 412 Du kanntest schon und lieb. 830 Du flagst und füblest die 665 Du riefft am Kreuz: Es 682 Du sagst: ich bin ein Chr. 399 Du schenkst uns, Gott, d. 145 Du schlägst voll Gram 3 Du sehtest, Gott, gleich, b. 94 Du Sonntag sollst mir heil. 108 Du Unsichtbarer, dessen 725 Du Vater deiner Mensch. 68 Du willst, o Herr, mein G. 62 Durch dein allmächtig W. 329 Durch dich, du höchstes728 Durch dich, Gott, bin ich 610 Durchfliegt mein Blick d. 864 631 38 330 95 223 Ehre sei Gott in der H. 836 Ehr, o Chrift, die Obrigf. 491 401 293 772 709 Gifrig sei und fest mein 355 Ein Christ muß hier ein 756 Ginen guten Kampf hab 146 Eine feste Burg ist unser 729 373 262 423 113 547 385 240 711 310 687 583 740 449 710 485 732 616 729 743 147 292 531 849 519 4 28 307 386 726 575 505 64 205 Ein 730 Register Ein Jahr ist wieder um Ein milder Regen sinket Ein neuer Tag, ein neues Ein ruhiges Gewissen laß Ein sanftes Lager wartet Ein Seufzer der erhöht Ein Sterbender ringt, V. Ein Tag des Kummers Ein weises Volk erleicht. Einst freut euch Brüder Einst selig dort zu werden Empfinde Mensch die Tr. Entschwinge dich mein G. Erdentöchter, Erdensöhne Erfreuender Gedanke Erfreut verdanken wir über die Gesänge. 581 Es wolle uns Gott gnädig 618 Es züchtigt deine Hand 649 404 666 539 761 678 515 241 Freudenteer scheint dir d. 73 467 331 Freudig will ich, Herr, d. Freue dich, o meine Seel. 841 Frieden deiner Asche hier Froh fließt der Gatten L. Froh gingst du, Jesu, dein. Froblocket Gottes Huld Frohlocket dem Herrn, br. Erhör, o Gott, das heiße Erinnre dich mein Geist, Er ist erstanden, Jesus Erlöser, der du selbst uns Erlöser, der im Staube Erquickt, gestärkt erheb. Erschallet Jubeilieder Er starb, der größte Fr. Erwacht aus eures Schl. Erwacht zum neuen Leben Es baut, o Gott auf dein Es bleibe dir geweiht Es eilt der letzte von den Es grünt in Hain Es ist doch nur ein ein'ger Es ist ein Gott, er hat auch Es ist noch eine Ruh vorh. Es ist vollbracht, Gottlob Es lebt ein Gott, der Men. Es strömt o Gott aus 814 659 486 Erhalte, Vater, uns dein Erhalte uns, Herr bei d. 206 Erhalt uns, Herr, die Obr. 490 Fröhlich laßt uns Gott Erbebt den Herrn Erhebt mit Jubelschalle Erbeb uns zu dir 884 611 Fern sei mein Leben jederz Fest steht dein Bund wie 801 554 148 Freiheit gabst du Freude Freude Früh mit umwölktem Ang. Für alle Güte sei gepreist Für deinen Himmel reiften 149 564 Gebt dem Tode seinen R. 114 Gedanke der uns Leben g. 655 Gedenke mein, o Gott, ged. 876 Geist der Wahrbeit lebre 115 Geliebtes Kind dich 96 Gelobet seift du, Jesu Chr. 594 Gelobt sei der den Frübl. 601 Geschlossen ist nun unser 875 Gesund mit frohem M. 410 Geweihter Ort, we 857 Geweiht zum Christenth. 29 Gieb eine feusche Seele 22 Gieb, Gott, daß ich der 242[ Gieb, Gott, dem Lehrer 762 Gieb, Gott, voll Lieb und 39 Gieb Gott, wenn ich dir 861 Gieb mir, o Gott, ein H. 207 707 459 591 815 817 440 356 248 797 497 374 690 150 97 598 667 783 773 85 774 833 896 98 595 722 652 891 552 402 461 697 466 393 446 Gleich Register Gleich dem Blig, der W. Gott, deine Güte reicht so Gott, deinen heiligen Bef Gott, dein ist unser Leb. Gott deiner Hülfe freue Gott deines Beifalls mich Gott deine weise Macht Gott, der des Feuers schn. Gott, der du blos aus fr. Gott, der du die Mensch. Gott, der du für uns dein Gott, der du mich als Vat. Gott, der du unser Vater Gott, der du, wie du bist Gott, der fein Böses thut Gott der Tage, Gott der Gott, der zum Segen für Gott des Himmels und d. Gott, dir sei mein Dank Gott, du bist heilig und g. Gott, du hast in deinem Gott, du hast uns den S. Gott, du bast unsern 2. Gott, du meiner Tage H. Gottes Gnade ſei mit Gottes Segen sei mit dir Gottes Sohn ist kommen Gottes und Marias Sobn Gott führt uns Menschen Gott, gieb mir einen from. Gott, gieb uns Kraft und Gott hab ich alles beimgest. Gott ist die Liebe W. über die Gesänge. 411, Gott schuf in aller Mensch. 548 Gott sei Dank in aller W. 311 Gott sei uns gnädig und 457 Gott unser froher Lobg. 694 Gott Vater, dir sei Dank 481 Gott, vor dessen Angesichte 69 Gott, was wären meine 713 Gott, wie bist du zu vereh. 432 Gott will, ich soll mich m. 479 Gott will, ich soll nicht m. 180 Gott, wo ist Roth und El. 308 Grab meines Herrn, ich. 549 Großer Gott von alten 3. 584 Groß, groß wird sein die 80 Groß ist der Herr die 668 Groß ist der Herr von 492 Groß ist der Zweck, wozu 632 Groß ist des Höchsten G. 502 Groß ist, ihr Eltern, eure 44 Groß ist meiner Sünden 195 Guter Vater, dein Best. 701 606 412 Gott ist getreu, sein Herz Gott ist mein Hort und auf Gott ists der das Verm. Gottlob ich schließe Gott, meine Seele danket Gott meines Nächsten b. Gott mit allen seinen Fr. Gott, o Gott wie werd' Gott ruft der Sonn, und 731 424 87 20 702 19 45 511 313 425 454 526 139 5 249 851 810 272 40 499 872 793 863 700 877 565 88 168 555 878 447 315 86 Hallelujah dem Heil. 99 Halt im Gedächtniß Jes. 850 Heiland, den uns Gott ver. 512 Heiland, dessen wir uns fr. 433 Heil diesem Tag an welch. 224 Heil euch und Gottes bob. 809 Heilig, heilig ist das Band 47 Heilig, beilig sei der Eid 532 Helft Gottes Gür uns pr. 434 Herr, dein Erbarmen f. 886 Herr, deines Lebens legt. 727 Herr, der du alles giebst, 452 Herr, der du feinen je ver. 585 Herr, der du mir das Leb. 669 788 Herr, die Kinder, die ich h. 500 586 Herr, du erforschest mich dir bin 31 Herr 587 620 566 473 715 732 Register über die Gesänge. Herr, du erforschest mich, dir Hin stirbt die Mutter, w. 263 Hin zur Stille will ich fl. 567 Hoch über mir dein Ster. 59 Hör doch, o Bater, das F. 670 Hör unser Gebet, Geist 802 671 357 679 746 283 803 Ja, fürwahr, uns führt 10 Ja müßt ich auch noch 633 Jauchzt unserm Gott, er 250 Ich Armer, ach! ich stehe 576 Ich armer Mensch, o H. 413 Ich bin ein Gast auf Erd. 373 Jch bin getauft nach Jesu 225 Ich bin gewiß, daß weder 11 Jb bin, o Gott, dein Eig. 763 Jch flehe, Gott, von ewig 226 Ich freue meines Lebens 428 Ich freue mich, mein Gott 437 Jd geb einst ohne Beben 482 Ich hab in Gottes Herz 227 Jch bab in guten Stund. 435 Ich hab, o Gott, mir ernst. 213 Ich hasse herzlich alle S. 723 Jcb boff auf dich, denn d. 448 Ich lobe dich und preise d. 708 Ich sage, wie Gott will 558 Jd seh ein Heer von Unge. 622 12 Jch singe dir mit Herz und 332 Ich Staub von Staube, 501 Ich sterbe täglich, und m. 162 Jch trete vor dein Ange. 375 Jch wache zu dem Leben 116 Ich weiß an wen ich glaube 839 568 Ich weiß, mein Gott, dağ 243 Ich will dem Schöpfer L. 686 Ich will in stiller Einfamt. 117 Ich will von meiner Miß. 462 Jesu, deine tiefe Wund. 672 Jesu, meine Freude 317 334 36 335 70 264 230 730 634 336 359 731 fann Herr, du hast für alle S. Herr, du bast in deinem R Herr, es gescheh dein W. Herr, es ist dein Tag Herr, es ist von meinem L. Herr Gott dich loben wir Herr, bab ich jetzt zum letz. Herr, böre, Herr erhöre Herr, bier sind wir nun v. Herr Himmels und der E. Herr, ich bin dein Eigenth. Herr, ich falle vor dir nied. Herr, ich hab aus deiner Herr Jesu Christ du höch. Herr Jesu Christ, ich weiß Herr Jesu, gieb uns dein Herr Jesu, meines Lebens Herr Jesu, wahrer Mensch. Herr, laß mich doch gew. Herr, laß nach eitler Ehre Herr, mein Erlöser, der Herr meines Lebens, ich Herr, nicht zum Müßigg. Herr, ohne Glauben kann Herr, segne ihren Bund Herr, segne mein Bestr. Herr, unser Gott, laß Herr, vernimm den Lobg. Herr, vor deinem Anges. Herr, wie du willst, so schicks Herrlich ist der Eltern 2. Herrlichster Jesu, die Zeit Herzlich lieb bab ich dich Herzliebster Jesu was hast Hier bin ich, Jesu, zu erf. Hier ist nur mein Prüf. Hier steh ich unter Gottes Hin an dein Kreuz zu tret. Hinauf, binauf zur Ewigt. Sin ist für uns der Sonne 1 795 442 46 13 185 545 813 244 43 274 275 228 553 848 74 276 358 306 229 333 284 118 376 Jesu Register Jesu meines Lebens Leb. Jesum ewig zu verehren Jesus, Jesus ist erstanden Jesus ist gekommen, dankt Jesus lebt mit ihm auch Jesus meine Zuversicht Jbr Augen weint, der M. Ihr Bürger eines Staat. Jhr, durch die Taufe dem Ihr seid mir werth ihr St. Ihr wimmert lieben Kl. Jm Dunkeln lag die Im Frühling meiner J. Im Glanz der Morgens. Im Stillen wollen wir d. In allen meinen Thaten Inbrünstig preis ich dich In Gottes Rath ergeben In Oft und Westen nah In unserm Kummer kom. It Gott für mich, so trete über die Gesänge. 119 Laß mich doch nicht, o G. 377 Laß mich, o Herr in allen 831 Laß, o Jefu, mich empfind. 400 Laßt Gott uns preisen 151 Laßt uns mit Danken tret. 152 Laßt uns mit ehrfurchtsv. 132 Laßt uns vereinigt, theur. 489 Laut und freudig 186 Liebster Heiland, du bist m. 853 Liebster Jesu wir sind hier 767 Liebster Bater, ich dein K. 820 Litanei Kinder, die ihr noch im Kr. Kinder gut und fromm erz. Komm, heil'ger Geist, Herr Komm Kind der Nacht Komm, o Geist, von Gott Kommt Kinder anzubeten Kommt, fommt den Herrn Kommt theure MiterlösteKommt und laßt euch Jes. Könnt' ich in meinen Nötb. 9 Laß deinen Geist mich st. Laß Jefu mich im ganzen Laß mich des Menschen 754 Lobe den Herren, den m. 869 Lob, Preis und Dank sei 494 Lob, Preis und Ehre br. 337 Lob sei dem Allerhöchsten 533 Lob sei Gott, der dem M. 764 Lob und Dank sei dir geb. 834 Lobsinge Gott, o Christenh. 617 Lobsinge meine Seele dem 181 Lobsinget Gott, Dank Pr. Lobsinget Gott und betet Lobsingt, lobsingt Lobt Gott, ihr Christen, fr. 733 429 408 453 819 360 101 16 Mag doch der Epötter H. 34 Man lobt dich in der St. 556 Mein Aug' und Herz erheb. 294 Mein bester Trost in mein. 540 Meine Lebenszeit verstr. Meinen Jesum laß ich n. Mein Erlöser Gottes S. Mein erst Gefühl ſei Pr. Mein ganzer Geist, Gott, Geist erstaunt, Allm. Glück im engen R. 75 Mein Gott das Herz br. 120 Mein 455 Mein 449 816 121 14 277 688 361 626 503 M. 693 187 Mache dich mein Geift ber. 387 826 Macht gut und ruhig dich 196 Mag auch die Liebe 214 50 89 653 738 592 153 51 55 822 102 879 378 362 6 541 232 379 122 636 251 363 52 295 Mein 734 Register über die Gesänge Mein Gott, du wirst mich Mein Gott, du wohnest Mein Gott, ich weiß, daß Mein Gott, ich weiß wohl Mein Gott nach deinen Mein Gott, nun ist es w. Mein Gott, zu dem ich w. Mein Leben ist ein Prüf. Mensch, suche stets durch Mich selbst muß ich bezw. Mir nach spricht Chr. 829 Nicht mehr als meine Kr. 303 Nicht um ein flüchtig Gut 215 Nichts auf Erden kommt 842 Nie bist du, Höchster, von 460 Nie kann mein Herz, dich, 637 Nie will ich wieder fluch. 278 Nirgends ist Genuß hien. 416 Noch immer wechseln ord. 493 Noch leb ich ob ich morg. 396 Noch siehet nicht, o St. 176 Noch fing' ich hier aus Mir soll nicht vor dem T.- 231 Noch wohnt zum Böſen Mit dem Haufen deiner Mit diesem Tage geht nun Mit Freuden such ich, Herr, Mit freudigem Gemüthe Mit frohem Dank erschein. Mit frober Seele danken Mit fröhlichem Gemütbe Mit Gott will ichs anf. Mit Preis und Ruhm gefr. Mit Sebnjucht und mit Mit tiefer Ehrfurcht blick Mit welchem Dank, o G. Mit Wohlgefallen, o V. Mühseliger, komm her zu Muthig, muthig, bald Muthig, muthig nicht m Nach einer Prüfung kurz. Nach einer schmerzensv. Nach Fried und Eintracht Nach meiner Seelen Sel. Nach tausend Todesleid. Nach tiefer öder Winterr. Nahe betend oft und gern Naht mit Andacht im G. Nicht daß ichs schon ergr. Nicht finster, mürrisch, Nicht für der Felder Seg. 569 Nun bitten wir den heil'g. 683 Nun bricht die finstre N. 15 Nun bringen wir den 638 Nun danfet alle Gott 570 Nun danket all' und br. 691 Run drobet uns nicht. m. 639 Nun Gott Lob, es ist vollbr. 21 640 Nun ist er unser, der uns l. 698 163 Nun lage uns gehen und tr. 588 765 Nun lobe meine Seele 703 356 367 D banges Herz sei stille 252 O Christ, die Seize dieser 647 Christenheit, sei hoch. 888 197 513 32 480 388 O 182 483 253 593 641 198 8 81 893 58 Nun preiset alle Gottes 750 Nun rube sanft des Fr. 653 Nun sinkt die Sonne nieder. 673 170 Nun wir sind auch diesm. 887 Nur furz ist hier 656 845 736 133 596 542 571 du, den feine Spr. 265 Deffentlich in der Gem. 475 feierliche Andachst. 5990 Freude der Erlösten 188 680 892 364 365 784 397 103 Christ, erhebe Herz und 417 daß doch bei der reichen 612 daß von meinen Lebens. 414 du, den nie mein Auge 279 du Geber wahrer Fr. 199 889 577 559 380 Oft Register über die Gesänge. 296 123 Oft klagt dein Herz, wie O Golgatha, zu deinen H. O Gott aus deinen Werk. O Gott, der du mein Sch. D Gott des Krieges O Gott, du bist die Liebe Gott, du frommer Gott O Gott, du Gott der Dein. O Gott, erbarme väterl. O Gott, es steht dein mild. D Gottes Sohn, Herr T. D Gott, mein Vater, steh O Gott, von dem wir alles D Haupt voll Blut und O heil'ger Geist kehr bei O beil'ger und guter Geist D Herr, mein Gott, ich b. Obne Kummer, obne S. Hoffnung Lebensw. Jesu, Herr der Herr. Jesu, Jesu, Gottes S. DJesu meine Wonne, du Jeju mein Bergnügen DJesu wahre Frömmigk O Kinder, dieser Tag des D fönnt ich dich, mein G. O Lamm Gottes unschuld. O milder Gott, dein Seg. O Quell der Weisheit, Fr D rühmt euch euer W. O Schöpfer jedes deiner O selig, wer zufrieden mit stimm auch du mit froh. O Bater der Barmherz. O Vater findlich bitten O welch ein Glück ein M. welch ein sel'ges Leben O welch ein unschäßbar. Welt sich hier dein Leb. Dwie sanft ist, Herr dein Dwie selig seid ihr doch O wundergroßer Sieg 23 304 Preis dir, Allherrscher, 883 Preis dir, Herr Jesu Chr. 41 Preis ihm, dem Allregier. 297 Preis sei dir, meinem G. 508 Preis sei dir, unser höchst. 516 Preis sei dir, Weltbeh. 607 Preis und Triumph den 216 Preist, Christen, mit Zufr. 394 Preist, den Allgütigen 657 124 200 189 Qualvoll, Gott, ist dieſ. Quelle der Vollkommenh. 504 650 338 735 613 178 65 674 35 704 154 603 105 789 309 N. 699 Nedlichkeit mit dir im B. 381 Reif ist nunmehr der Feld. 572 Reine Quelle wahrer Güte 573 Religion von Gott 177 Richte nicht mit harter 560 Rühme, Seele, dein Ges. 368 Rühmt, Menschen, die ihr 125 Ruhen sie in Gottes 602 17 395 804 800 339 389 281 619 37 Sammelt euch ihr Christen 495 Sanft wie er gewand. 104 Säe deine Thränensaat, 280 Schaffet, schaffet Mensch. 654 Schaff in mir Gott, ein 76 Schmerz und Klage füllt 521 Schmücke dich, o liebe S. 405 Schon auf Erden können 134 Schon hier lebt selig und 522 527 Schon ist auch diese Nacht 775 Schon ist der Tag von G. 164 Schon ruht von Nacht u. 798 574 171 642 254 Schon 463 608 201 837 477 578 190 880 736 Schon schimmert mir Schon wieder ist von mein. Schon glänzt, wenn neu Schwer ist der Kampf d. Schwer liegt der Trenn. Schwinge zu des Himm. Schwingt heilige Ged. Seele, geh auf Golgatha Seht aus des Himmels Seht, Christen, sebet J. Sebt welch ein Mensch Selig find des Himmels Seligste der Lebensst. Senft nun den todten Leib Sei aller Wolust Reiz zu Sei hoch gepriesen, Herr Sei Lob und Ehr dem h. Sei Seele stark und unv. Sei uns gesegnet Tag Sei Welterlöser, sei ge. Seid barmherzig Mensch. Seid heilig mir ihr Sie schallet schon die f. Sie schlossen ihren Eheb. Sie starb, und starb, ach Sind wir auf Andrer W. Sink ich einst in jenen S. So gieb denn fromme Sohn, der uns verheißen jemand spricht, ich[. So ist dein Frühling. So sei denn dem zurückg. So sollen wir schon wied.. So traget Jesu Leichnam So wahr ich lebe, spricht So wie die Blumen So will ich denn, mein G. Soll dein verderbtes Herz Sollt ich meinem Herzen Sorgt, Christen, sorgt für Stärke, denn oft will er w. Stärke Gott, mich in dem Register über die Gesänge. 871 Stärke, Mittler, stärke sie 589 Stärke sie, du Gott der H. 520 Steil und dornicht ist der 398 Stets warst du meine Su. 766 Streb in der Tugend im. 71 Suchst du des Nächsten 27 Süßes Kind unaufgebl. 126 805 135 827 Tag, der uns auch das 2. Theuer sei mir allezeit 776 Trauernd und mit bang. 807 777 Triumph, the Himmel jr. 403 Triumph die Wahrheit Triumph verlaßt die 369 Triumphire Gottes St. 340 Trocknet euers Jammers 127 806 191 468 Um als ein Christ zu leb. 895 Umsonst empört die Hölle 753 Unendlich großer Gott, 724 Unendlicher den feine Zeit 792 Unerforschlich sei mir im. 456 Unser Sonntag geht zum 675 Unfre Aussaat segne Gott 778 Uns zu beglücken hier auf 821 Unter meinem Herzen r. 450 897 785 786 Bater, dich zu loben, der 140 Vater unser im Himmelr. 282 Berbittre dir dein Leben n. 898 Vereint mit deinen guten 285 Vergelten wirst du denen 534 Verlaß mich nicht mein G. 266 Versammelt hatte Jesus 390 Viel tausend Freuden g. 217 Viel zu gering bin ich, o$. 741 256 D 77 Voll Dankempfindung w. 719 Vollen557 737 858 733 409 478 734 192 172 155 165 873 832 208 881 298 209 78 30 341 681 604 426 735 658 550 484 444 255 791 866 Register Vollendet freudig euren Vom Grab an dem wir Vom heiligen Gefühl der Vom Todesthal hinauf Vom Vater ausgeg. Von allen Himmeln tönt Von deinem Reiche fern Von der Erde Moderst. Von dir, du Gott der Ein. Von dir, Herr, meiner S. Von dir, in diese Welt ger. Von dir, o Vater, nimmt Von Freud und Dank d. Von Furcht dahingerissen Von ganzem Herzen preis Von Gott will ich nicht l Von ihrer Arbeit ruht die Vorsichtige Verschwiegen. über die Gesänge. 2571Weiche, Todesschrecken 106 Weich, Welt, weicht Welt 705 Weicht ihr Berge f. 156 Beine nicht, Gott lebet n. 818 Weit geht umher 370 Weit werther noch als H. 210 Welch hohes Beispiel g. 856 Welch Kleinod ist, Herr J. 720 Wem Gott Gesundheit 72 Wenn alle untreu w. 474 Wenn Christus seine K. 342 Wenn der Gedanke mich 371 Wenn der Stifter der G. 128 Wenn dich in Dunkeln T. 183 Benn ein Fürst zum W. 343 Wenn ich auf Gottes W. 600 Wenn ich ein rein Gewiss. 487 Wenn ich einst von jenem Wenn ich in Angst und N. Wenn ich mit mehr als Wenn ich, o Schöpfer, d. 643 Wenn ich vor meinen Sch). 286 Wenn Jemand Gutes dir 48 Wenn in der Andacht 245 Wenn junge Himmelserb. 747 Wenn mein Auge bang u. 852 Wenn meine Seele zweif. 344 Menn meine Zeit vorhand. 90 Wenn Menschen streben 345 Wenn mich die Sünden fr. Wer arm und dürftig ist Wer bin ich, welche wicht. 614 Wer des Lebens Güter bat 299 Wer dieser Erde Güter h. 318 Wer Gott bei deinem N. 420 Wer hat dem Fürsten und 346 Wer hat wobl sonst, als 441 Wer Jesum kennt, verehrt 391 Wer ist der Herr, dem 615 Wer ist wohl wie du, St. 129 Wer nur den lieben Gott 528 Wer sich mit Ernst der T. Naa Wach auf mein Herz und Bagt ich es länger noch Wahrheit ist dein Eigent. Warum erbebst du mein Warum flieht der leichte Warum häufst du Warum sollt ich mich denn Was der Menschenbater Was Gott thut, das ist wohl gethan, es Was Gott thut, das ist wohl gethan, so Was hilft es mir ein Chr. Was ich nur Gutes habe Was ist mein zeitlich Leb. Was ists, daß ich mich qu. Was Flagt der Mensch, v Was selbst nach des Grab. Was trauern wir, Gott f. Weg Welt mit deinen Fr. Wehe denen, welche Christ. 737 233 7 811, 347 846 432 179 173 421 854 211 157 782 348 695 258 406 644 349 451 56 543 509 844 899 350 158 234 510 130 744 392 469 470 316 696 174 300 - 880 382 351 431 Wer Register über die Gesänge. 738 Wer weiß wie nahe Wer zählt der Engel Heere Wer zählt, Unendlicher, Wiedersehn sei uns geseg. Wiederum ein Jahr ver. Wie glücklich hat die St. Wie gnädig ist des Höchst. Wie göttlich sind doch Wie groß ist des Allmächt. Wie groß ist Gottes Herr!. Wie groß ist unsre Seligt. Wie groß, wie angebetet Wie groß wird einst die Wie herrlich strahlt der M. Wie ist des Höchsten Huld Wie ist er mir verschwund. Wie ist mein Herz ſo Wie furz ist doch der M. Wie leicht, o Gott, wie 1. Wie leicht vergißt befreit Wie lieblich sind, Herr Z. Wie liebreich Jesu ist dein Wie mannigfaltig sind die Wie qualvoll sind die Wie rauscht in unsern Lob. Wie sanft fließt mir mein Wie sanft sehn wir den Fr. Wie selig lebt ein Mensch, Wie sicher lebt der Mensch, Wie soll ich dich empf. Wie wird mir dann, mein Wie wohl ist mir, o Fr. Wie wohl ist mir, wenn Wie wunderbar bin ich g. Willkommen Abendstille Willkommen Held im Str. Willkommen in der M. Willkommen sanfter M. 8431 Willst du der Weisheit. 60 Wir bringen weinend uns. 61 ir denken Gott der 2. 779 Wir flehn zu dir, o 582 Wir glauben all an einen 136 Wir glauben an den eingeb. 623 Wir kommen, Helfer, dir 824 Wir liegen hier zu deinen 42 Wir Menschen sind zu dem 57 Wir schauen Herr der H. 524 Wir sind in Noth laß uns 166 Wir stehn ums Grab und 259 Wie tragen diesen L. 167 Wir trocknen unsre Thrän. 597 2o eilt ihr bin ihr Lebens 676 Wo flieh ich Armer hin 847 So ist ein Gott, wie du A. 66 787 Wo feid viel tausend Jah. 753 506 Wohl dem, der beßre Sch. 751 Wohl dem Menschen, der 9 Wohl euch, ihr Gläubig. 131 Wollt ihr wissen, was mein 427 529 706 523 314 780 882 3. 235 Zeit, die ich seufzend zähle 476 3euch ein zu deinen Thor. 236 Zeuch hin mein Kind 859 53 54 712 689 535 169 625 781 894 799 415 855 430 301 525 384 748 193 900 645 544 91 Zu deinem Ruhm und Pr. 237 Zu dieses Lebens Sorgen 648 383 3u dir, Gott, unser Herz 471 Su dir, o Gott, das Herz 63 3u Gott, o Seele, schwing 677 3u Gott schwingt unser 159 Sum Trost in unsern K. 716 Zur Arbeit hast du, Gott 651 Zurückgelegt ist aberm. 590 33 238 407 436 868 Sammlung einiger Andachtsübungen für die häusliche und öffentliche Gottesverehrung. Aaa 2 Onlines A38 转接 或 接 为主 的 自费 结 艘 whittone and whit SOR A d odot Inhaltsverzeichniß 14 nach den Nummern. Morgen und Abendandachten. Gebete an Festtagen. AUT Morgen- und Abendgebet am Sonntage. 1. 2. Morgenund Abendgebete an den übrigen Bochentagen. 3-14 Am Neujahr 15. In der Passionszeit 16. m Charfreis tage 17. An Ostern 18. Am Bußtage 19. An Himmelfahrt 20. An Pfingsten 21. Am Kirchenfeste 22. Cat Erndtefeste 23. An Weihnachten 24. Beicht- und Abendmahlsandachten. Anleitung zur Selbstprüfung 25. Fromme Betrachtungen vor der Beichte 26-31. Gebete vor der Beichte 32. 33. Kurze Beichtformeln 34. 35. Gebete nach der Beichte 36. 37. Morgengebet am Kommuniontage 38. Vor dem Ges nusse des heiligen Abendsmahls 39. 40. Beim Empfaben 742 And Ant All Inhalt. Wir treten zum Beten vor Gott, den Gerechtert, Er waltet und haltet ein strenges Gericht; Er läßt von den Schlechten die Guten nicht knechten, Sein Name sei gelobt, er vergißt unser nicht! Im Streite zur Seite ist Gott uns geſtanden, Er wollte, es sollte das Recht siegreich sein; Da ward, kaum begonnen, die Schlacht schon gewonnen. Du, Gott, warst ja mit uns, der Sieg, er war dein! Wir loben dich oben, du Zenker der Schlachten, Und flehen: mögst stehen uns fernerhin bei, Daß deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde. Dein Name sei gelobt, o Herr, mach uns frei! Herr mach uns frei! Adrian Valerius. ge P= P= er 742 des Brodtes 41. Beim Empfahen des Weines 42. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls 43. 44. Am Abend des Kommuniontages 45. Morgengebet am Konfirmationstage 46. Abendgebet an demselben Tage 47. E Andachten für Kranke und Sterbende. Gebet im Anfange der Krankheit 48. Bei anbaltender Krankheit 49. Bei einiger Linderung der Krankheit 50 Morgengebet des Kranken am Kommuniontage 51. Gebet des Kranken nach der Kommunion 52. Dankgebet nach wiedererlangter Gesundheit 53. Kurzes Gebet für einen Schwerfranken 54. Bei einem Sterbenden 55. Andachten in besondern Umständen. Gebet am Geburtstage 56. Gebet für Berlobte am Tage ihrer ehelichen Verbindung 57. Gebet einer schwangeren Ehefrau 58. Nach der glücklichen Geburt eines Kindes 59. Gebet einer Wöchnerin bei ihrem Kirchgange 60. Gebet einer Wittwe 61, einer Waise 62. Allgemeines Kirchengebet. 63. Morgenund Abend: Andachten. Morgengebet am Sonntage. 1. wegungen des Geistes und Herzens sammle, um sie auf die höchsten Angelegenheiten und Bedürfnisse, die ich als Ach! wie lieb ich diese Stun- Mensch und Christ habe, hinden, denn sie sind des Herren zulenken? So beflügle du, o Fest, das mit so viel Trost Gott, die Kraft meines Nachverbunden, da mein Gott mich denkens, damit ich im Schwunruhen läßt, und durch seinen ge der Andacht und Inbrunst guten Geist mir den Weg zum der Seele nichts als dich denke Himmel weist. und fühle, und von deinem KoJa, heilig und gesegnet sei be ganz entbrannt sei. Wie ich er mir, der Tag, der Andacht heute mit den Schaaren meiner und feierlichen Stille, großer Brüder in dein Heiligthum Gott! der hohe Tag, der mich walle, um dir dort an der zu deiner öffentlichen Anbe Stätte deiner Anbetung meine tung und frommen Verehrung Opfer zu weihen, so sei auch auffordert! Mit ihm habe ich mein Haus dein Altar und zugleich eine neue Lebenswoche mein Familienkreis ein Temangefangen, nachdem mit der pel deiner Ehre! Laß alle meine gestrigen Abendsonne die ver- Betrachtungen auf Weisheit flossene( o das es doch gewis- und Erkenntniß, laß meine senhaft geschehen wäre!) voll- Empfindungen auf deine Erendet ist. Ich beginne diesen habenheit und Güte, laß Tag mit dem redlichen Vorsat, meine Worte und Werke auf die Stunden desselben vom deinen Ruhm und das Beste Morgen bis an den Abend dir meiner Brüder auf Erden, ja zu widmen; und wie kann es auf mein wahres und ewiges besser geschehen, als wenn ich Wohl gerichtet sein! Dann heute alle Gedanken und Be- diene ich dir, o Gott, im Geist und 744 Morgen und Abend- Andachten. 2. und in der Wahrheit und mit Aufrichtigkeit des Herzens ohne Heuchelschein; wenn ich dich durch unverbrüchliche Tugend und eine herzliche Liebe preise, womit ich dich und meine Che die finstre Nacht mein Brüder in der Welt umfasse. Auge schließt, Herr der Tage Segne dazu die gesammte und Nächte, und der süße Feier dieses Tages, sie geschehe Schlaf den Körper zur Ruhe öffentlich oder im Stillen. einwiegt, sei dir die letzte Die vereinigte Andacht in dei- Stunde des Tages, den ich nen Vorhöfen, zu denen ich heute vollbracht habe, gehei mich jetzt nahe, vermehre das ligt! O daß er nicht umsonst, Maaß meiner Erkenntnisse, nicht fruchtlos, vielleicht wohl stärke die matt werdende Fróm- gar in Sünden und Uebertremigkeit, knüpfe das Band der tung der Pflicht verflossen sei! Bruderliebe fester, sei ein Du ließest mich ihn zu großen Gu wirksames Mittel zu meiner Endzwecken erleben. Habe ich Erleuchtung und Besserung, sie erreicht, oder muthwillig und für mein ganzes Christen- aus den Augen geseßt? War thum die festeste Stüße. Heil er ganz deiner Verchrung oder mir, wenn ich so den Tag der vielleicht der bloßen Heuchelei Ruhe und Andacht anfange und äußern Scheinförmigund ihn unter deinem Ein- teit gewidmet? Ging ich in fluß gesegnet fortsetze! Dann den Tempel mit der Begierde, wird am Abende desselben Wahrheit zu fassen und der mein Loblied dir schallen, Stimme des Evangelii mein und ich werde die Frucht das Ohr zu öffnen? Oder war von in meinem ganzen Leben ich taub gegen ihren Schall erfahren. Hore mein find- und verhärtet bei den Forde liches Flehn, Gott der Kraft| rungen des Christenthums? und Stärke, ich lasse dich Berließ ich deine Wohnungen nicht, du segneft mich dann. ohne Rührung und bleibende Amen. Eindrücke, und sind sie viellleicht jest schon wieder verschwunAbend gebet am Sonntage. Am Sonntage. 745 schwunden, die frommen Vor-/ mein Dankopfer redlich und fäße, die ich faßte? Wehe mir, aufrichtig war. Bewahre mich wenn du umsonst an mir ge- und mein Haus in den Fins arbeitet hättest? Wohl mir, sternissen dieser Nacht mit deis wenn dein Geist und die Kraft nem mächtigem Schirm, und deines Wortes in mir machtig laß mich sanft und durch ein geworden ist! Bewahre denn ruhiges Gewissen eingewiegt in meiner Seele den einge- in den Schlummer hinsinken. streuten Saamen der Wahr- Er sei mir stårkend der süße heit, damit er zur lebendigen Schlaf und ein Bild des letzUeberzeugung reife, aus wel ten Schlummers im Grabe, cher die Frucht guter Gefins aus dem mich einst deine Allnungen und Werke zur reich- machtsstimme am Auferstelichsten Erndte hervorgeht. Laß hungsmorgen zum neuen Leben mich den Tag, den ich deiner erwecken wird. Herr, ich preise Verehrung und der Sorge für deinen Namen jetzt und auch meinen Geist gewidmet habe, in Ewigkeit, daß du so viel mit herzlichem Danke gegen guten Saamen in die Herzen dich und mit der redlichen ausgestreut. Dir zum Ruhm Prüfung meines Herzens be- wird er bekleiben und viel schließen, so wie ich denselben gute Früchte treiben! Amen. angefangen habe! O daß ich von nun an im Glauben und der Erkenntniß der Wahrheit fester, in der Uebung alles Guten unverdrossener, im Unglücke standhafter, bei der Macht der Verführung muthiger und im Christenthum Gelobet feist du, Gott der immer treuer, unermüdeter und Macht, gelobt sei deine Treue, standhafter werden möchte! daß ich nach einer sanften Nacht Mit diesem lestem Seufzer sei mich dieses Tags erfreue! 3. Morgengebet am Montage. er vollendet, der Tag der ge- Ja, Vater aller Menschen, meinschaftlichen Andacht, und ich freue mich desselben von der morgende sei Zeuge, daß ganzem Herzen und preise dich bei 746 Morgen, und Abend- Andachten. bei dem Anfange einer neuen Argwohn und Zwist trenne Woche für alle Güte und das trauliche Band des UmBarmherzigkeit, die mir reich- gangs mit Andern, keine Tráglich widerfahren ist. In dei heit und Saumseligkeit müsse nem Namen beginne ich mit wider mich zeugen, wenn ich dem heutigen Morgen aber am heutigen Abende mich mals mein wöchentliches Tage- selbst zur Rechenschaft fordere. werk, wozu ich mir den Segen Immer umschwebe mich, gleich und Beistand deiner allwal- einem Schußgeist, der bohe tenden Güte und Gnade er- Gedanke: wie sollt ich ein so flehe, ohne welchen meine großes Uebel thun und wider Mühe und Arbeit ganz ver- den Herrn meinen Gott süngeblich ist. Laß mich heute digen? Erhalte ihn meiner den Pflichten meines Standes Seele gegenwärtig, daß er und des Berufes, in dem ich mich überall begleite, damit ich lebe, so obliegen, daß ich deine das Glück der Lebenszeit in Absichten dabei vor Augen ha- deiner Furcht genieße, und be, und mein und meiner Mit meinen Lauf mit Freudigkeit, menschen Bestes befördere. wenn du gebeurst, beschließe. 4. Gieb mir das tägliche Brod und segne zu dem Ende den Schweiß meiner Arbeit, ja das Werk meiner Hände wolleft du fördern, wohl anfangen und gelingen lassen. Bewahre mich vor gefährlichen Auf, o Seele, sei noch munter, Versuchungen, die mir heute Gottes Lob ist deine Pflicht! vielleicht nahe treten werden, Seine Sonne geht zwar unter, und laß mich keinen Finger aber seine Güte nicht. Heut breit von den Wegen des auch hat sie mich ernährt, Rechts und der Pflicht ab- manche Freude mir gewährt, weichen, damit mein ganzes vor Gefahren mich beschüßet Glüd eine feste Stüße habe. meine Schwachheit unterstüzKeine Ungerechtigkeit schleiche zet! Abendgebet am Montage. sich in meine Geschäfte, kein Wie mannigfaltig, wie unver Am Montage. 747 verdient, wie groß war die Andenken mich je quälen könnTrene, Liebe und Gnade, o te, daß ich vielmehr Glauben Gott, welche du mir auch heute und gutes Gewissen bewahrte, erwiesen hast! Du erhörtest und mich dieses Kleinods lemein Gebet, und gabst mehr benslang erfreue. So schlafe als mein Seufzen in sich faßte. ich ohne Sorgen, von dir bez Du segnetest die Arbeit meiner wacht, der du weder schläfft Hande, haft mein Leben ge- noch schlummerst. Mir ist unfristet und mir manchen frohen ter deinem Schuß weder die Augenblick verliehen. Du Gefahr des Tages, noch das gabst Gedeihen und Fortgang Grauen der Nacht fürchetrlich, in meinen Berufsgeschäften, denn du bist meine Zuversicht! bewahrtest mich vorUnfall und Amen. Gefahr, kamst meinen Bedürfnißen zuvor, und Speise und Trank nahm ich aus der Segensquelle deiner Güter. Zu zählen vermag ich sie nicht, die Wohlthaten, dir mir heute zu Theil geworden sind. Jetzt Zu dir erhebet mich wieder der winkt mir der erquickende Morgensonne Pracht; ich falle Schlaf und die matten Glie- vor dir nieder, der sie und mich der sollen der Ruhe pflegen, gemacht. nach welcher sie sich sehnen. Und wie sollte ich auch nicht Gott! wie theuer ist deine dir, meinem Schöpfer und ErGüte, daß Menschenkinder halter mein Morgenopfer darunter dem Schatten deiner bringen, da du abermals mich Flügel so sicher wohnen! Mein aus dem Schlaf geweckt und heißer Dank steigt zu dir empor. zum neuen Leben hervorgeruVergieb mir, wenn ich strau- fen haft? Nimm es an, o chelte, und sei in dieser Nacht Bater, dieses Dankopfer, so mein treuer Hüter. Dank dir, gut es mein Herz vermag; daß ich mit dem Trost ein- denn wie kann ich würdig verschlummre, daß ich heute keine gelten alle Wohlthat, die du Missethat verübet habe, deren an mir gethan haft? Fernerhin Morgengebet am Dienstage. 5. 748 6. Morgen und Abend- Andachten. hin und auch heute wird deine Namen! So betet, so fleht Güte neu und deine Treue dein Kind, und du wirst das groß sein. O daß ich darauf Seufzen desselben erhören. achte und derselben mich nie Amen. unwerth mache! So übergebe ich denn dir mein ganzes Thun und Lassen an dem heutigen Tage, voll der Zuversicht, du werdest mich leiten auf ebener Bahn und mich mit deinem Segen frönen. Daß ich nur auch an meinem Theile alles thue, wodurch ich desselben Abermals, o Gott, ist ein Tag empfänglich werde! Ja, dazu meines Lebens dahin. Er kam entschließe ich mich beim An- auf dein Geheiß und verbruch des neugeschenkten Tages schwindet wieder nach deinem und lebe der frohen Hoffnung, Willen. Tag und Nacht ist daß deine Gnade mich leiten, dein Werk, und der Wechsel deine Macht mich schüßen und des Lichts und der Finsterniß deine Erbarmung väterlich zeugt, wie alles, von deiner umfassen werde. Wenn Glück Macht, Güte und Weisheit. das Loos ist, das mir für heute Du machst den Tag, daß Menzu Theil wird, so laß mich schen ihre Arbeit verrichten; du máßig, bescheiden und deiner schaffst die Nacht, daß sie ruhen dabei eingedenk sein; trifft und sich durch den Schlaf neue mich aber Unglück und Kum- Kräfte sammeln. Ich bete dies mer: so mache meine Seele se deine Einrichtung an, und stark und das Herz stille zu dir, stehe im Begriff, der Ruhe zu der da hilft und rettet, damit genießen, wonach sich meine ich in dem Glauben nie wanke, erschöpften Kräfte sehnen. Ehe daß denen, die dich lieben, alle ich aber in die Arme des süßen Dinge zum Besten dienen. Schlafes sinke, trete ich erst Dir, o Gott, sei alles über- vor dir, Allwissender, hin, lassen, und mein Aus- und um dir Rechenschaft über den Eingang geschehe in deinem vollbrachten Tag zu geben. Fing Abendgebei am Dienstage. miche tch Dienstag. Mittwoch. 749 Fing ich ihn in deiner Furcht an? Benuße ich die kostbaren und unwiederbringlichen Morgengebet Stunden desselben mit aller Gewissenhaftigkeit? War ich am Mittwoch. 100 in meinem Berufe und Standa de dir gefällig und meinen Brüdern nüßlich? Gedachte ich oft an dich im Stillen? als in der Abendstunde mein Leitete mich der Genuß des Glaube gestern von dir bat; Glücks auf dich, den Geber, vielmehr als ich verstand haft und war ich auch mit dem du im Flehn gefunden, woKelch der Trübfal zufrieden, mit ich vor dein Antlig trat. be= den deine Hand mir darreichte? Aus voller Ueberzeugung Bar ich im Kreise der Meinen kennet dies mein Herz, 20der Pflicht eingedenk, die ich gútiger, da ich jeht wiederum ihnen schuldig bin? Und kann einen neuen Tag meines Leich heute ohne Vorwürfe eines bens anfange. Herr, was peinigenden Gewissens vor dir war ich und was ist mein erscheinen? Gott! wer fann Thun, das du mich bis hieher merken, wie oft er fehle? Ver- gebracht haft? Ich stehe mitzeihe mir alle, auch die ver- ten im Laufe einer Woche und borgenen Fehler! Ja, das übersehe das volle Maaß der willst du thun, so laß auch Barmherzigkeit, das mir aus mich Gnade finden. Denn du deiner Gute zu Theil ward; verzeihest dem, den seine Sún- und wie fühllos müßte ich den kránken, du übft Barm- sein, wenn es nicht meine herzigkeit und wirst auch mir Seele zum heißen Dank entfie schenken. Auch diese Nacht flammen sollte! Allein, ein bist du's, der wachet über mir: Theil dieser Woche liegt noch leb' ich, so leb' ich dir; sterb vor mir in einem undurchich, so sterb ich dir! Amen. dringlichen Dunkel. Wie es mir ergehen, welche Schidz fale mich treffen und welche Gefahren mich umringen werden, und and monnies Du haft mir mehr geschenkt, 750 den, ob ich straucheln oder feft stehen werde, o Gott, alles das weißt du allein, dem auch der Menschen Gedanken nicht verborgen sind. So leite denn meine Schritte und führe. 8. mich in den Stunden des heu- Die sanfte Nacht ſinkt nietigen Tages an deiner våterlichen Hand, daß ich auf keinen der, und drückt uns allen wieAbweg gerathe, wohin mich der mit leiser Hand die AuWelt und Fleisch und Blut gen zu. Es ist deine Güte, so gern verführen möchte. Herr mein Gott, Retter und Trittst du mir zur Seite, so Erhalter meines Lebens, daß bin ich vor jedem Falle ge- ich jetzt in dieser stillen Abendfichert. Lehre mich denn also stunde, nachdem ich die Wohlthun nach deinem Wohlgefal- that des Tages genossen habe, len, denn du bist mein Gott, neuen Segnungen entgegen dein guter Geist führe mich eile, die du mit der Nacht verauf ebener Bahn. Und so sei bunden hast. Du hast alles es denn mein ernster und un- wohl gemacht und alles weisverbrüchlicher Vorsaß, mit der lich geordnet! Davon überSorge für mein zeitliches auch zeugt mich jetzt das über mir die Sorge für mein besseres ausgebreitete Sternenheer in und ewiges Glück zu verbin- unermeßlicher Ferne. Es verden; damit ich, wenn der kündiget, so wie das Licht des Abend meiner Tage kommt, Tages, deine Herrlichkeit, und wohl vollende und die Selig- erinnert mich an meine Ohnkeit in jenem Reiche finde, das macht und Schwachheit. Doch Jesus mir verheißen und groß bist du, Herr des Him durch seinen Tod erworben mels und der Erde, dessen hat. Amen. Auge auch auf mich herabs fieht, ob ich mache oder schlafe. So schalle dir denn mein Lob, und meine Seele erhebe die Größe deiner Treue, die alle Mor Morgen und Abend- Andachten Abend gebet an der Mittwoch. Mittwoch. Donnerstag. 751 Morgen neu wird, und am Abende nicht aufhört. Jeht will ich mich zur Ruhe begeben um mir wieder Stärkung für den morgenden Tag zu sammeln. Bewußtlos, wie ein Erstgeborner, werde ich auf werde 9. meinem Fager ruhen, und Die Nacht ist vergangen, der aller der Sorgen und Plagen Tag angebrochen, und der vergessen, die mich heute be- Sonne Strahl verdrängt das gleiteten. Doch du wedst mich Dunkel der Finsternis. So morgen wieder, und manche erwache denn, mein Geist, Bekümmernisse, die jetzt noch und werde munter, alle Kräfte mein Herz belasten, sind dann desselben, das zu beginnen, durch dich vielleicht verschwun- zu denken und zu fassen, was den, der du sagen kannst zu dieser Tag von euch fordert den Wellen der Trubsal: bis und die wieder neu werdende hieher und nicht weiter! So Treue des Herrn von euch sei denn auch mir der Hort, beischt! Nimm, Heiliger, aus der mir hilft, und verwandele meinem Herzen und von meis mein Klagen in einen Lobge- nen Lippen den Dank, der dir sang, wenn ich morgen er- gebühret und das Gelübde der wache und neuen Segen aus Treue, womit ich mich dir und dem Uebermaaße deiner Güter meiner Pflicht jest weihe. nehme. Froh kann ich nich Ich trete meine Arbeit an und dem Schlaf vertraun; auch gehe nach deinem Geheiß an schlafend bin ich dein! Vor das Tagewerk, das du mir beteinem Unfall foll mir graun: schieden hast. O daß mich heidu wirst mein Helfer sein. liger Ernst und strenge Gewissenhaftigkeit dabei leiten möchten! daß ich heute keinen Gedanken denke, kein Wort sprechen und keine That ausüben möchte, die dir mißfällt! Daß ich nur dir und den Meis Amen. Morgengebet am Donnerstage. 752 Morgen und Abend- Andachten. One Osign Abendgebet am Donnerstage. 10. Meinigen lebe, und all mein Thun und Lassen nach deinem Willen einrichte! Die höchste Liebe zn dir sei die Quelle aller meiner Handlungen und aufrichtige Menschen- und Bruderliebe der Beweis, daß Schon wieder ist ein Tag deine Liebe mich beseelt und meines Lebens dahin, o Gott! wahres Christenthum in mir schnell ist er mir entflohn und wohnt. Mache mir beides ich stehe nun um ein Beträchtrecht wichtig und laß mich liches meinem Grabe wieder jede Gelegenheit sorgsam be- näher. Mit stillem Ernst benußen, diesen acht christlichen denke ich jetzt, da die AbendSinn überall zu zeigen. Mit sonne untergeht, die Flucht den Flügeln deiner Erbar- der Zeit, welche, in des Lemung beschirme mein Haus, bens Eitelkeit versunken, der damit kein Unfall den Wohl- Gedankenlose so oft übersieht. stand desselben erschüttere. Gehöre ich auch zu dieser Zahl? Umfaßs ferner mit deiner Treue Träume ich dahin, wie ein mich und die Meinigen, und Trunkener? Sah ich weder zulaß uns Alle, als von dir Be- rück noch vorwärts auf der Pilgnadigte und Gesegnete, es gerbahn des Lebens? Gott! erfahren, wie gut es die Ge- erforsche mein Herz, prüfe rechten haben, die du frönst mich und erfahre, wie ichs mit Barmherzigkeit. Du er- meine, und siehe, ob ich auf hörft Gebet, darum tret' ich bösem Wege wandle, und leis zu deinem Throne in Jesuste mich auf rechten Weg! La Namen; darum habe ich auch es heute, am Schluß des Tadie fromme Zuversicht, du ges, meinen ernsten Vorfah werdest für mich sorgen, mich sein, in Zukunft mehr als auf allen Wegen behüten und bisher den Werth der Zeit zu am Abende dieses Tages mein bedenken und jeden Augenblick Loblied nicht verschmäheu, das der fliehenden Tage meines deine Größe und Gnade prei- Lebens so nüßen, daß ich sen wird. Amen. darin immer weiser, besser, from Donnerstag. Freitag. 753 frömmer und dir gefälliger Vater nenne, mich als dein werde. Denn, ach! ich weiß Kind und den Erben des ewimein Ziel nicht, und die Stun- gen Lebens betrachte, den du de, da ich mein Tagewerk be- so hoch begnadiget haft; daß schließe, ist meinen Blicken ver- ich an deiner väterlichen Fürborgen! Bieleicht sind nur sorge Theil habe und derselben noch wenige Jahre, die mir gewiß sein kann; daß ich das beschieden sind; vieleicht nur im Geiste und der Wahrheit Wochen, wohl gar nur Tage verehre, und dir durch wahre noch übrig und ich werde vor Tugend allein gefalle; daß deinen Richterstuhl gefordert! ich mit froher Hoffnung über Das laß mich ernsthaft be- die Dunkelheiten des Grabes denken, damit ich keinen Au- hinausblicke, und heute alle genblick der flüchtigen Zeit diese Seligkeiten, die als verliere. Fröhlich geb ich Christ schon mein Glück auf dann am Ende meinen Geist Erden sind, fassen und mich in deine Hände. Wohl mir derselben erfreuen kann, das wenn mit diesen Vorsäßen danke ich dir und dem hohen und Hoffnungen ich den Tag Rathschlusse, welchen du durch vollende, dessen Abend er Jesum Chriftum zum Heil der schienen ist. Dann sei er Welt ausgeführt haft. Preis immerhin der leßze hienieder, und Anbetung sei dir in der ich erwache morgen auf ewig ersten Morgenstunde des Ta= zum bessern Leben, das Jesus verheißen hat. Amen. ges, den ich heute erlebe! Er, dem Gedächtniß seiner Leiden und des Kreuzes Todes, den er für mich starb, geheiligt, erinnere mich an alle die uns aussprechlichen Segnungen, deren ich schon hienieden ge= nieße, und deren größten Theil mir die bessere Welt erst geben wird. O daß ich dieser Daß ich dich, o Gott, im Wohlthaten, die mehr find, Glauben meinen versöhnten als Leben und Wohlsein der Bbb Erde 11. Morgengebet am Freitage. VINE 754 Morgen und Abend 12. Erde, nie vergesse, und es meinem Herzen stets gegen wärtig bleibe, was Gott für mich that, als er seines Sohnes nicht verschonte? Daß ich doch aber auch hierauf die Hoffnung baue: Wie sollte er Mit dir, o Gott, habe ich mir durch ihn nicht alles schen- den heutigen Tag angefanken? Es schwebe mir in den gen; mit dir in heilger AnStunden des heutigen Tages dacht beschäftiget, will ich ihn das Andenken an meinen Er- denn auch vollbringen. Wichlöser und sein göttliches Bild tig und geseegnet war er meiganz vor den Augen. Zu nem Geiste; o daß ich Ge ihm, dem Anfänger und Voll- danken hätte, die Größe der ender meines Glaubens, will That zu fassen, an die er mich ich aufsehn, und seinem ho- erinnerte, und Worte finden hen Vorbild ähnlich werden! könnte, dich und den MittWie Er, will ich auch heut ler zu preisen, der für mich und immerdar, Gott, meinen am Kreuze einst mit dem Tode Bater, ehren; wie er, uner- rang! Ich, dadurch geretmüdet Gutes thun und mei- tet, ich, beseligt selbst für eine nen Brüdern dienen; gleich Ewigkeit, fühle ganz den Ihm, heilig und unsträflich Werth der Opferung deiwandeln; wie Er, mit Ge- nes Sohnes, o Gott, und laffenheit alleLeiden, und auch die hohe Verpflichtung, als die Plagen des heutigen Tages sein Eigenthum zu leben. ertragen, und Einst, wie Er Håtte ich doch stets derselben göttlich groß erblaßte, auch im genüget und zeugte doch nicht Tode entschlummern, um Ihm so Manches wider mich! Auch dort auch in der Herrlichkeit der heutige Tag, so unvergeßähnlich zu werden. Amen. lich er mir sein sollte, klagt mich an, wo sind die Früchte meines Glaubens, wo die Beweise der Dankbarkeit und Liebe, die ich dir und meinem Andachten. Abendgebet am Freitag. Freitag. Sonnabend. 755 Heiland schuldig bin? Noch immer bin ich voll Fehler, noch immer zum Guten tråge, zum Bösen geneigt, noch immer der Welt gleichgesinnt, 13. immer noch schwach in der So neigt sich dann, mein Versuchung, und im Unglück, wie leicht es auch sei, und Gott, zu dem mein Flehen wie schnell es dahin schwin- dringt, mit dem heutigen Tadet, muchlos und zagend! ge auch diese Woche zu Ende, Nein! ich will,( dies ist mein und schon stehe ich am nahen Vorsat in dieser Abendstun Ziel derselben. Wie sollte ich de) von nun an mit unver- nicht jetzt alle meine Gedanwandtem Blick auf Jesumsken sammeln, um noch einhinsehen und bei dem Anden- mal das Gute zu übersehen, ten an seine Heiligkeit und welches mir während der Größe meine Sündlichkeit und Dauer derselbn von deiner Schwachheit recht lebendig Batermilde zugeflossen ist? wahrnehmen. Laß mich le- Doch nicht, es blos falt zu ben, mein Bater, daß ich betrachten, nein! es lebendig mein Gelübde besiegeln, mei- zu empfinden, und als Wohlne Zusage halten und meine that deiner Erbarmung anzuEntschließung ins Werk sehen sehen, auf die ich keine Ankann. Verzeihe die Gebre- sprüche habe, es laut zu bez chen meines Herzens, und kennen, daß es mir ohne all' gieb mir Kraft aus der Höhe! mein Verdienst zugeflossen sei, Vater! dir mein Herz zu und dich dafür in aller Degeben, Jesu Bilde nachzu- muth des Herzens mit meistreben, die zu traun, zu ster- nem leßten Lobgefang zu preiz ben dir; dies, dies sei meinsen; dazu wedt mich der Dank dafür! Amen. heutige Morgen, und dieser Pflicht will ich mich jeßt ents ledigen. Sei gepriesen und für alle Wohlthat erhoben, mein treuer Gott, die du an Bbb 2 mir Morgengebet am Sonnabend. 756 Morgen- und Abend- Andachten. 14. mir gethan haft: aber auchseinst mein letzter Tag herein, für die schonende Langmuth so laß mein Ende selig sein. angebetet, womit du mich, den Amen. oft Ungehorsamen, zeither getragen hast. Denn ach! das war ich oft und viel, auch in dem verflossenen Zeitraum. Mit Reue und Wehmuth be kenne ich alle und jede Fehltritte, die heute wider mich zeugen; deren Bergebung mir aber durch Christum zugesi- So ist denn wieder, o Gott, chert ist, wenn ich meine Ver- mit dem Ende dieses Tages gehungen ablege und Fleiß eine Woche zurückgelegt, die an meiner Bessrung bewei- mich auf der einen Seite zum se. Voll dieses hohen Be- Danke für die Menge deiner strebens, der Sünde abzu- Segnungen und Wohlthaten, sterben und der Heiligung zu auf der andern aber auch zur leben, schließe ich denn diese Wehmuth über alle die VerWoche, und der lehte Tag gehungen und Schwachheiten derselben soll meine Gelübde bewegt, womit ich mich an bekräftigen. Hilf du mir dir und deiner fortdauernden nur, Herr, daß mein Leben Güte versündiget habe. Gu heiliger, mein Glaube fester tes und Segen die Fülle floß und treuer und mein Gehor- in den dahin geschwundenen sam eifriger und williger wer- Tagen dieser Woche auf mich de als bisher. Gewiß, dann und die meinigen herab; ich bleibt mir deine Genade im aber, o wie oft war ich ges weitern Fortgange meines Le- dankenlos, und deiner Güte bens stets zur Seite, und du ganz vergessend! Wie oft wich leitest mich auf der Bahn des ich treulos genug vom Wege Lebens dem hohen Ziel entge- deiner Gebote ab und wandelgen, nach welchen ich hier te die Pfade einer schnöden im Glauben kämpfen, durch Weltliebe und des Fleisches, Tugend ringen soll, Bricht das mich zu Sünden verleitete, APAPU Abendgebet am Sonnabend. Sonnabend. 757 te, deren ich mich jetzt zu schå- mit deinem Geiste mich stårmen alle Ursache habe. War ken, lege ich mich jetzt auf mein das der Dank für deine Lang- Lager nieder, und der letzte muth? War das die Treue, Gedanke meines Herzens ist die ich dir gelobet hatt? Odein Lob für alle mir bewieſene ich Pflichtvergeßner, hier stehe Treue und Liebe. Erwache ich ich beschämt und reuevoll, morgen, so erhebe sich der durch mein Gewissen mächtig durch den Schlaf gestärkte erschüttert, vor dir will ich Geift zu dir empor, zu dir, mich in den Staub werfen, dem ich alles verdanke, was und, ehe die ueue Woche be- ich bin und habe, und auf ginnt, ernstere Vorsäge fassen, dessen ferneren Schuß ich kinddir und dem Zwecke meines lich hoffe. Bewahre meinen Daseins besser und würdiger, Wohnort, mich und mein als zeither zu leben. Trage Haus in den Finsternissen und mich ferner mit schonender Gefahren der Nacht vor jedem Huld und friste meine Tage, Unfall. Der Aufgang des damit ich diese dir jetzt gebrach- neuen Morgenlichts soll mich ten Gelübde auch erfülle, und zu neuen Lobliedern entflames in einem neuen Leben und men und den Eifer in mir bes Wandel bezeuge, wie redlich leben, dich und meine Pflicht mein Herz es meint und wie stets vor Augen zu haben. fest der Bund der Treue ste- Ich lasse dich nicht, du seghet. Voll der Zuversicht: neft mich denn, wie du vermeine Vergehungen seien bei heißen hast, Gebete zu erhddir getilgt, und des hohen ren, die zu deinem Thron im Glaubens voll: du werdest Namen Jesu dringen. Amen. Jese 758 Gebete an Festtagen. Gebete an Festtagen. Gebet Neujahrstage. am to m dir, ewig guter Gott, versundiget habe! der Hinblick auf die Zukunft, wie heiter wird er mir durch die Hoffnung auf deine fernere Güte, zu 15. Der du bleibest für und für gleich aber auch wie ermuntert und dessen Jahre tein Ende er mich zum lebendigen Eifer, nehmen, ewiger und unwan- die Tage meines Hierseins delbarer Gott und Herr der auf Erden zu zählen und beim Welt! Mit dem Anbruch der Hinschwinden des Vergångheutigen Morgensonne hebt, lichen auf das Unsichtbare sich aus dem Abgrund der auf bessere Güter hinzuseZeit ein neues Jahr hervor, hen. Wiederum ein Jahr und mit demselben zugleich meines Lebens, das ich heute der volle Strom deiner wieder beginne! O daß es dir und neu werdenden und unauf- deiner Verehrung, mir und hörlichen Batergüte. Wohl meinem Heile ganz geheiligt thäter und Erbarmer warst du werde! Daß ich in dem an mir im verfloßnen Zeit- neuen Kreislauf des Jahres raum, dem Zeugen deiner deine Güte immer dankbarer unerschöpftlichen Segensfülle. empfinden und genießen, aber Der Rückblick auf die Ber- auch immer weiser, ernster, gangenheit, wie trågt er mei- pflichtgetreuer und reifer für ne dankerfüllte Seele zu dir meine Bestimmung in der empor, dem ich alles verdan- Ewigkeit werden möchte! Es te, was ich bin und habe! sei mir ein Jahr der Freuden Wie beschämt er mein Gefühl, und des Wohlseins! Es zeuz wenn ich die Treulosigkeiten ge von meiner Besserung und entdecke, womit ich mich an Frömmigkeit! Es bringe Gu tes Am Neujahrstage. Passionszeit. Gebet 759 tes die Fülle auf mein Haus und strome viel Segen auf mich und meine Brüder! in der Passionszeit. Dir, o Gott, übergebe ich mein ganzes Sein und Leben! 16. Mein erstes Opfer sei mein Herz, ein Herz voll heißer Dem Gedächtniß deiner Liebe zu dir und meinen Brüz großmüthigen Aufopferung dern! Umfasse mit der Fülle und namenlosen Liebe preisdeiner unaussprechlichen Segwürdiger Erlöser, sind die nungen unser Land und króne Tage gewidmet, die wir nundie Einwohner desselben an mehro in geräuschloser Stille allen Orten mit Gütern, die zum Andenken deiner Leiden sonst niemand als du geben feiern. Mögen sie für alle ge= tann. Schließe in deine Ba- segnet sein, die von Liebe und terhånde unsern König und Dankbarkeit durchdrungen, alle treue Unterthanen dessel- gleich mir, das Gedächtnis ben; und so oft wir dir un- deiner Schmerzen erneuern. sere Bedürfnisse in gemein- Möge doch in diesen Tagen schaftlichen Seufzern vortra- mein Herz dein Altar und gen, stille du fie selbst, der mein Familienkreis ein Heidu je zeither geholfen hast. ligthum werden, worin dein Mit kindlichem Bertrauen und Lob und Preis erschallet! Laß einer Hoffnung, die durch mich aber auch in dieser deinen teinen Unfall erschüttert wird, Leiden geheiligten Zeit es vor will ich ferner auf dich trauen, der Welt bezeugen, wie machdu wirst alles gut, alles wohl tig der Eindruck jener Pein in machen. Herr, leite mich im meiner Seele sei, und wie Segen dem großen Ziel ent- mich die ernste Betrachtung gegen, dahin dein Wort mich derselben in die tiefste Rübweist. Mein Leben und mein rung und Wehmuth versenEnde ist dein, in deine Hån- te. Daß ich durch mein erde befehl ich, Bater, meinen leuchtendes Beispiel andern Geift! Amen. erbaulich, dir, dem erhabenen Menschenfreunde, durch stillen 760 Gebet an Festtagen. me len, christlichen Ernst und red- ßen! Zu diesen seligen Ent: lichen Tugendfeier gefällig schließungen stårke mich das und dankbar werde, daß es Andenken an dein Beispiel, mir in diesen Tagen vorzug- und damit ich es recht fasse, lich Pflicht sei, meinen Glau- so schwebe in diesen Tagen ben an dich und meine Liebe dein Bild nahe vor den Auund Dankbarkeit zu dir durch gen meines Geistes. Er er: einen reinen, heiligen Wan- baue sich in den öffentlichen del an den Tag zu legen, und Bersammlungen durch das des theuern Opfers immer Wort von deinem Kreuz, und eingedenk zu sein, das du für mein Herz fühle es ganz, wie mich gebracht hast; daß ich wahr es sei, was einst dein dein eigen sei, in deinem Herold bezeugte: du seift der Reiche lebe, und dir diene Welt und mir von Gott gein Unschuld, Heiligkeit und macht zur Weisheit, zur Heiz Gerechtigkeit, das ist der ligkeit, zur Gerechtigkeit und große Entzweck deiner Auf- zur Erlösung. Und ich, der opfrung. O daß ich ihn doch ich dir und deinem Tode so nie aus den Augen verlieren viel schuldig bin, ich sollte dir möchte! daß ich doch mit allem nicht dafür danken, nicht gern Eifer und Ernst an meiner dir leben, die nachfolgen und Besserung und Heiligung ar- um deinetwillen alles verbeiten, daß ich doch in der leugnen? Dies Herz soll für Ausübung des Guten auch dich klopfen, so lang es dann, wenn sie Opfer kostet, schlägt; mein Mund soll deinicht ermüden, daß ich doch nen Tod verkündigen und wie du, ein treuer Berehrer mein Wandel ein immerwäh Gottes und redlicher Men- rendes Zeugniß sein, daß ich schenfreund sein möchte; und, dir angehöre und als dein o daß es mir gelånge, so ge- Eigenthum durch nichts von troft wie du es dulden, zu dir geschieden werden könne. hoffen, und, so wie du, erha- Amen. bener Sterbender, einst vollendetest, auch mein Leben früher oder später zu beschlieGebet Am Charfreitag. 761 17. Liebe, den du starbst! Dich, den für die Welt, den auch für mich Gekreuzigten, und endlich Erblaßten, dem ich mein ganzes Heil verdanke, ehret mein Glanbe, und dies fühIn stiller, heiliger Andacht lende Herz soll es nie vergessen, stelle ich mir jetzt dein Mar- daß ich deinem Leiden und terbild vor Augen, Herr Je- Sterben meine Rettung und fu, großmüthig sterbender Seligkeit, daß ich dir alles Weltversöhner, unter dessen verdanke, was ich hier schon Kreuz ich anbetend in tiefe bin und dereinst noch werden Rührung versunken stehe. soll. Daß doch dein Tod Nach langem, harten Kampf, und die Liebe, deren Größe nach erlittenen namenlosen an deinem Kreuze sich offenPlagen, die du aus zärtlicher barte, meinem Geist und Liebe für eine Welt voll Sun- Herzen stets heilig und unverder duldetest, nach der Qua- geßlich bliebe! Daß der bit: len Centnerlast, unter deren ter: Kelch der Trübsal, den du Druck die Stärke deines bis zum letzten Tropfen ausGeistes fast ermattete, schlug leertest, mir immer ein Zeuge sie denn endlich die heiß er sei, wie sehr du mich geachtet sehnte Stunde deiner großen habest, und wie hoch ich dir Vollendung, in dem Augen- lebenslang verpflichtet bin! blick, als du stöhnend sprachst: Daß doch dein auf Golgatha Es ist vollbracht! Wer hat geflossenes Blut meinen Unje, so wie du geliebt? Wer glauben beschämte, mein har= ist je, so wie du, als ein tes Herz erweichte, mein GeOpfer der Wahrheit, für wissen von allen Lüften des Tugend und Menschenrettung Fleisches reinigte und mich zur blutend hingesunken! Wer Bessrung antriebe. Daß litt je selche Schmerzen, wie doch dein letztes Wort der siedein Herz sie fühlte! Wer genden Hoffnung: Bater, ich starb je den Tod der Groß- befehle meinen Geist in deine muth und sich aufopfernden Hände! mir, wenn ich des Todes Gebet am Charfreitage. 762 Gebete an Festagen. Todes Furcht und Schrecken mein Dankopfer, bis ich einfühle, Muth und Stärke im mal, dir näher gebracht, in legten Kampfe gåbe, so wie die Lob- und Preisgefange du, o Jesu, den Lauf zu vol- aller Erlösten, die dort um lenden und Glauben und Hoff deinen Thron stehen, einftimnung da noch festzuhalten, me, und mit allen Verherrwo mein nun zagender Geist lichten und Verklärten Gottes die irdische Hülle verläßt. das volle und ewige Heil erGrabe mit unauslöschlichen blicke, welches zu erwerben, Zügen dein hohes Bild tief du einst mit dem Tode gerunin mein Herz, damit ich, gen haft. Amen. dir im Leben und Leiden ähn= lich, auch im letzten Kampfe dir noch fest anhange, und mit dem frohen Glauben die Welt und all die Meinen verlasse, ich sei hier dein Eigenthum, dort aber bestimmt zu der Herrlichkeit, zu der du mir durch deinen Tod die Bahn Gelebt sei Gott, der Vagebrochen haft. Deine Liebe ter unsers Herrn Jesu Chris entflamme mich zu jeder Tu- sti, der uns nach seiner grogend, deine Großmuth dämpfe ßen Barmherzigkeit wiedermeine Rachsucht, damit ich geboren hat zu einer lebendimeinem Feinde so, wie du, gen Hoffnung durch die Aufvergebe; dein Gehorsam bis erstehung Chrifti von den Todzum Tod am Kreuze mache mich ten, zu einem unvergånglichen unter der fast des Kummers unbefleckten, und unverweltgeduldig und deine Aufopfer- lichem Erbe, das gehalten ung, von welcher dein Kren- wird im Himmel! Sei mir zestod das schönste Denkmal gesegnet, großer Tag des Leift, hebe meine Seele zu dem bens und der Hoffnung, Tag Eutschluß hinauf, dir allein des Sieges, des hochgefeierten zu leben, der du für mich Triumphs über Grab, Tod starbest. Dies sei hienieden und Verwesung! Dein erster 18. Mora Gebet an Oftern. duni An Oftern. 160 763 Morgenstrahl bringt Licht in und Irrthümer ihn schwächen; die Nächte meines Geistes, sie hebe meine Tugend empor, und freudige Hoffnung dringt wenn sie nnter Arbeit und durch die Bangigkeit des Her Mühe sinken will; sie entfes zens, und wenn ich den Glau- selt das Herz von allzugroßer ben an die Auferstehung Jesu Liebe zu dem Irdischen und fasse und in ihm zugleich die Sichtbaren; sie treibe mich festversiegelte Hoffnung finde, an, dir, wie dornenvoll auch auch ich sei unsterblich und die Bahn sei, getreulich nachnicht auf immer dem Moder zufolgen: sie, diese deine Auf des Grabes Preis gegeben. erstehung, versüße mir den bitHeil mir an deinem offenen tern Kelch der Leiden, madje Grabe, auferstandener Hei- mich im Unglück muthig und land! Es ist das Unterpfand strome den Balsam des Trideiner göttlichen Sendung, stes in die Wunden des bei das Siegel meiner Begnadi- Trennungen zerrisfne Hergung und Erlösung, ein Zen- zens, ja, sie sei der Schild, ge der Wahrheit deiner Lehre, womit ich mich gegen die die herrlichste Belohnung für Pfeile des Todes schüße und deine Treue und ein unver- die Sonne, welche die finkennbares Denkmal, daß kei- stern Thaler des grauenvollen ne Aufopferung für Wahr- Grabes erleuchtet. Ja, hochheit und Tugend unvergolten erfreuter, und durch die Macht bleibt. In deiner Auferste- der Hoffnung siegender Geist, hung spiegelt sich in voller stimme in jenen Triumphge= Klarheit die Borsehung, so sang frohlockend ein zum Preiverborgen auch ihr Weg sein se des Auferstandenen: Tod, mag, und o! wie hebt sie wo ist dein Stachel, Hölle, meinen Geist hoch über diese wo ist dein Sieg? Gott aber Erde empor, wenn ich in ihr sei Dank, der uns den Sieg mein Ziel, meine Hoffnung gegeben hat durch unsern und den Lohn erblicke, den du Herrn Jesum Christum! den Trenen bereitet hast. So stärke und belebe sie denn meinen Glauben, wenn Zweifell Gebet 764 Gebete an Festtagen. CHE 19. und erbarmest dich der Treulosen und Bundbrüchigen, die Deiner und ihrer Pflicht so ganz vergessen. O daß heute der Sichere aus seinem Schlummer aufgeschredt würVoll heiligen Ernstes und im de und der Verirrte sich fragen Gefühl der tiefsten Ehrfurcht, möchte: Wo bin ich, und woerhabner Gott, nahen wir hin führt mich der schlüpfrige uns als tiefgesunkene und Weg, auf welchem ich gedanschwer verschuldete Uebertre- fenlos forttaumele? Ich will ter deiner heiligen Geseße die eisernen Ketten der Sünin den ersten Stunden des de und Eitelkeit zerbrechen gegenwärtigen Morgens dem will aus dem Traum erwachen Throne deiner Majestät und und vom Lasterpfade, dessen Allgewalt. Mit uns beugt Fortgang Gefahr und dessen sich zugleich voll Demuth, Ende Nacht und Grauen wird, Schaam und Reue ein großes auf die selige Bahn der Bes Volk, schwer mit Missethatsserung und Heiligung, so steil beladen. Gehst du mit uns sie auch sein mag, und so ins Gericht, wer will da viel Müh und Kampf auch vor dir bestehen? Mit un- anfangs damit verbunden ist, aufhörlichem Erbarmen und übergehen. Stärke und bemit einer Schonung und festige du selbst diesen Vorfah Langmuth, die keine Grenzen und redlichen Entschluß, dahat, trågst du uns Sünder mit der heutige Tag eine drin von einem Jahr zum andern. gende Aufmunterung für mich Deine Gefeße und Wohltha- werde, die Besserung, welche ten zielen lediglich auf unser ich bisher versäumt habe, an Heil und Bestes; aber wir, zufangen. Vergieb mir alle vom Leichtsinn geblendet und Verschuldungen, du, dessen von Lafterliede befleckt, tau- Gnade größer ist, als die meln wie die Trunkenen fort Menge meiner Sünden, und und häufen Schuld auf belebe meinen Eifer; denn Schuld. Du aber schonest ohne deinen Einfluß vermag ich Gebet am Bußtage. am Himmelfahrtstage. ich dies schwere Geschäft nicht so, wie ich soll, zu vollenden. 765 Gebet Erschüttre mit dem Ernst dei am Himmelfahrtstage. 20. nes Gesetzes und der Kraft deiner warnenden Stimme mich und alle frechen Ueber: treter, damit Gottesfurcht Sei hochgepriesen, sirgreich und Tugend sich über unser verherrlichter Mittler, am TaLand und dessen Einwohner ge deiner glorreichen Erhöverbreite, das Lafter aber und hung von einer Erde, auf der dessen gewaltsamer Sturm ge- du unter namenlosen Arbeiten dämpfet werde, und ächte, dein schönes Tagewerk voll ware Frömmigkeit, die, fern bracht haft! Hebe meinen von Heuchelei, in wahrer Geist vom Staube der VerGottes und Menschenliebe gånglichkeit empor und laß besteht unter uns empor kom- ihn den Preis und Lohn se= me. Dann flieht, gleich ei- hen, zu welchem die kamnem Nebel, den das Son- pfende Tugend nach allen nenlicht durchbricht, das schon Mühen des Lebens endlich ernahe Verderben; und Leben, hoben wird. Du haft dein Heil, Wohlsein und Segen Werk vollendet, den Vater, die Fülle wird da sichtbar, der dich sandte, auf Erden verwo Religion und Tugend sich klärt, dein Reich gegründet, ihren Thron errichten. Ver- das Maaß deiner Verdienste schmåhe sie nicht die ernsten gefüllt, Menschenrettung vollund heiligen Gelübde, die ich bracht und eine Seligkeit erjeßt mit meinen Brüdern an worben, die keine Zunge wür den Stufen deines Altars nie- dig aussprechen kann. Preis derlege. Sei mir, sey uns und Anbetung sei dir, groallen gnädig, schone unser, er Sieger, am Tage deivergieb die Missethat und ner Auffahrt! Engel und schent uns deinen Frieden! selige Geister huldigen dir am Thron der Gottheit und feiern in den weiten Räumen der unsichtbaren Welt den majeftatiz Amen. 766 Gebete an Festtagen. statischen Triumph, mit wel- jund vollendete ich meiner Ta chem du über aller Himmel ge Lauf, wie du ihn vollHimmel zu Gott dich empor brachteft, dann wartet meiner geschwungen hast. Auch ich von dieser Saat die goldene stimme mit den Schaaren der Erndte da, wo du mein Haupt durch dich Beglückten, mit bist, was seine Glieder um sich der Menge meiner Brüder in her versammelt. Bei dir ist dein hohes Lob wetteifernd mein Vaterland, indeß ich hier ein. Zwar erreicht es deine noch in der Fremde walle. Größe nicht, in der du über Schlägt sie einst meine letzte Wolken schwebst; doch schauest Stunde, so umschwebe dann du gnädig auf mich herab und mein brechendes Auge dein horst mit Wohlgefallen selbst hohes Bild und der Strahl das schwache Lallen meines deiner Herrlichkeit erhelle den Mundes. Zeuch meine Sin- nächtlichen Pfad, auf dem nen von der Erde, und dein sich dann wandele, wenn ich hohes Beispiel umschwebe am Scheidewege zwischen Zeit mich, so lange ich diesen und Ewigkeit stehn. Dein Staub bewohne. Laß mich Eingang in die Herrlichkeit gleich dir mit aller Treue auf stårk mich in meiner Pris Erden wirken, so lange es Tag fungszeit, damit ich dir von ist und von dir lernen, wie Herzen trau, bis ich einmal auch ich mein Tagewerk voll- dein Antlig schau! Amen. enden soll, damit der Feierabend meines Lebens, gleich demDeinigen, wonnevoll, be lohnend und erquickend sei. Habe ich so wie du Glauben gehalten, Gott, meinen Bater, wie du, verherrlicht, meiner Pflicht nach deinem Beispiel gelebt, Menschenglück geför- Fest, wie auf einem Felſen, dert, und so, wie du, der Tu- Herr Jesu, steht deine Kir gend auch die schwersten Opfer che auf Erden und wir, dein gebracht; duldete ich, wie du, Volk und Eigenthum, glau21. non storb ben bi Gebet ing an Pfingsten. An Pfingsten. 767 ben und bekennen dieses mit und auf Erden! Unter deiner freudiger Zuversicht. Du hast Obhut und der Mitwirkung ein Reich auf Erden gestif- deines Geistes ist das Chriz tet, erweitert und bis daher stenthum zeither furchtbar und erhalten, worin Wahrheit wirsam gewesen. O daß es und Heiligkeit, Friede und fernerhin ein Licht auf unsern Liebe vereinigt wohnen sollen. Wegen und der Führer in Dein Werk ist die mit dem alle Wahrheit zur Gottseligheutigen Tage einst erfolgtelkeit auf Hoffnung des ewigen Gründung des Christenthums, Lebens wäre und bliebe! Laß dessen Geburtsfest wir heute uns aber auch, die wir Befeiern. Unter hartem Wi- tenner und Anhänger deines derstande und zahlosen Hin- Names und der Lehre sind, dernissen, womit die Feinde die uns zum Leben leitet, im der Wahrheit es bekämpften, Glauben an die Wahrheit war es herrlich in seinen fest, im Bekenntniß derselben Siegen und glücklich in sei treu, in der Ausübung ihrer nem Fortgange, so unbedeu- Forderungen eifrig und im tend auch sein Ursprung war. Festhalten an ihren VerheisEs soll dauern bis ans Ende sungen unerschütterlich sein! derTage und über Unglauben, Laß die Grundsäße des EvanLeichtsinn und Laster trium- geliums unsern Geist erleuchphiren. daß es doch auch ten, die Kraft derselben unfre zu uns káme, dein unsichtba- Entschließungen stårken, und res Reich auf Erden! Daß die Wirkungen des Chriftenes auch unter uns bliebe und thums die gute Sache des durch die Predigt des Evan- selben rechtfertigen. Es sei geliums und den Segen der die Quelle aller Weisheit, Stiftungen desselben seine die Stüße der Tugend, das Grenzen immer mehr erweiter- um alle geschlungene Band te! Mit Anbetung und Dank der Liebe und des Friedens, sei dein großer Name geprie- der Segen der Erde und der sen, Schußherr deiner Kirche sicherste Weg zum ewigen Leund Gemeinde, dem alle Ge- ben. Erhalte und fördere, walt gegeben ist im Himmel Geift des Herrn, das chriftliche 768 Gebete an Festtagen. che Lehramt, und sende treue, Altar die Erde und dessen Heis Arbeiter in die große Erndte. ligthum das ganze Weltall ist, Laß die Offenbarung der wo Millionen der Wesen aus Schrift fernerhin leuchten, tausendfachem Munde den und Taufe und Abendmahl Namen und das Lob ihres dazu beitragen, daß die Schöpfers besingen. Zwar Glieder der christlichen Kirche wohnest du nicht in Temauf Erden alle die Sendungen peln mit Händen gemacht genießen, die das Christen- und bedarfst auch der Anbethum verheißt. Laß innere tung derer nicht, die vor dir und äußere Religion und nur Staub und Asche sind. wahre Gottseligkeit immer Wir aber bedürfen deiner und mehr gefördert werden, damit des Segens der gemeinschaft auf dem Erdkreis der Saamen lichen Berehrung und Ander Wahrheit und Rechtschaf- dacht, die wir an den Derfenheit gedeihe und alles Volk tern darbringen, in denen du und alle Welt voll des Prei- ein Gedächtniß deines Nases Jesu werde. Erhöre mein mens gestiftet hast. Auch unheißes Flehn, Geist des Herrn ter uns steht seit langen Jahvon Gott gesandt, zu dem ich ren dieses dir und deiner Verbete: Erleuchte, heilige, tröste ehrung gewidmete heilige Ge uns durch deine Wahrheit; bäude, welches uns, wie die denn dein Wort ist Wahr- Våter, die vor uns lebten, heit und das Evangelium der zu deinem Lobe und unserer alleinige Weg zum Leben in Erbauung versammelt. Wie Ewigkeit! Amen. viel Gutes ist uns darin wi derfahren! Welche Schäße der Weisheit und des Glaubens, welche Ermunterung zur Tugend, welche Aufrichtung im Kummer, welche Fülle von geistigen Segnungen fand hier unser Herz, und o wie wohlHerr, unser Gott, dessen thätig und fruchtbar ward die Tempel der Himmel, dessen Predigt des Christenthums 22. dieser Gebet am Kirchenfeste. Am Kirchenfeste. 769 dieser göttlichen, Kraft selig zu nes Hauses und der Ort, da machen alle, die daran glau- deine Ehre wohnet. So oft ben! Wie erhebt sich unser an wir in deine Vorhöfe kommen, die Erde gefesselte Geist, wenn geleite uns heiliger Ernst; er hier, dem Irdischen entrückt, während wir in denselben weizu dir sich hinaufschwingt! len, glühe das Feuer der AnWie mächtig schallt die Stim- dacht und Inbrunst in unserm me der Wahrheit, die, indem Innersten, und wenn wir sie, sie das Gewissen aus seinem diese geweihte Stätte wieder Schlummer weckt, uns zur verlassen, so müsse die Kraft Heiligkeit ruft. Wie wird deines Wortes sich in uns redas Herz getröstet, wenn der gen und an uns sichtbar werBalsam des Evangeliums den. Erhalte bis in die spätedie Wunden desselben heiler! sten Zeiten unsere gottesdienstWie hebt sich der Geist über liche Anstalten und laß sie wealles Sichtbare empor, wenn der durch Leichtsinn, noch wir voll Hoffnung im Licht der durch Kälte und GeringscházReligion das hohe und ewige zung je fruchtlos werden. Ziel erblicken, welches wir Daß das Licht deines Worts einst, wenn wir den Staub den Irrenden erleuchte, die der Sterblichkeit abschütteln, Macht der Wahrheit den Harz dir näher gebracht, erreichen ten erweiche, und der Trost der sollen! Heute steht das Denk- Christuslehre den Betrübten mal deiner Güte den Blicken in den Bekümmernissen des unsers Geistes nahe und heischt Lebens erquicke, daß uns allen, den besten Dank aus jeder die wir hier Erbauung und Brust. Du hast großes an uns Seligkeit suchen, die Sache gethan, deß sind wir fröhlich der öffentlichen Gottesverehund lobsingen deinen Namen. rung stets wichtig und theuer Auch fernerhin warten wir bleibe, das flehen wir von dir, deiner Güte in diesem Tempel, Gott aller Gnaden, und du welchen wir deiner Obhut und giebst mehr, als wir bitten Gnade in unserm frommen und verstehn, durch Jefum Geber empfehlen. Ehrwürdig Christum, Amen! und heilig sei ferner uns und unsern Kindern die Stätte deiCcc Ge Gebet an Festtagen. Gebet am Erndtefeste. 23. allen gethan haft? Mein bheiße: ster Dank erreicht dein Lob nie, und die wärmste Empfindung des Herzens ist viel zu schwach, Würdig bist du zu nennen, o dir ein würdiges Dankopfer Gott, den wir heute als Welt- darzubringen. Mit namenloerhalter und Menschenversor ser Vaterhuld hast du Gutes ger dankbar preisen, Lob, Ehre die Fülle ausgespender und im und Anbetung von allen, die Erndtesegen mehr gegeben, als du mit den Früchten des Lan- wir erwarten konnten. Allen des, als den Segnungen dei- Bedürfnissen der Gegenwart ner Güte, so reichlich gesätti- und Zukunft ist deine Vaterget und aus den Strömen milde zuvorgekommen. Wie deines unaufhörlichen Wohl- groß auch das Maaß meiner thuns getränket hast. Dein Uebertretungen sein möchte, Werk war es allein, daß die Er- deine Barmherzigkeit und de ihre Fruchtbarkeit behielt, Schonung war doch unenddie ausgestreute Saat unter lich größer: Nimm sie denn deinem Einflusse allmählig zur hin, unermüdet segnender Erndte reifte und der fröhliche Gott, die schwachen Opfer Schnitter endlich Garben ab- der dankbarsten Rührung und mähete, um leere Scheuern da- tiefsten Anbetung, womit ich mit anzufüllen. Staunend, heute vor deinem Angesicht erbewunderungs- u. anbetungs: scheine. Nie soll es mein Herz voll stehe ich am Feste derErnd- vergessen, was du abermals an te vor dem Uebermaaß deiner unserm Lande, was du an uns Güte und Fürsorge, als vor allen, was du selbst an mir, dem Spiegel deiner unerreich- der ich von den reichen Gütern baren Größe und Macht, die, deines Segens satt geworden indem sie mein Herz zu deinem bin, gethan hast; und so oft Lobe entflammt, mich das ich Fluren und Felder, diese Nichts, die Ohnmacht und Schaupläße deiner Weisheit, Schwäche des Menschen leb- Macht und Güte, aus deren haft fühlen läßt. Wie soll und fruchtbarem Schooß zahllose kann ich vergelten alle Wohl- Segnungen hervorkommen, that, die du an mir wie an uns betrete, soll der Anblick dersel ben 770 An Weihnachten. 771 ben meinen Geist zu dir erhe-, che, auch auf den Geist zu såen, ben und Herz und Mund dei- um von ihm das ewige Leben zu nes Lobes voll sein. Rein und erndten, fernerhin mein treuer lauter, wie die Fülle deines Versorger und Ernährer sein. Segens, sei aber auch mein Hilfallen, die dich fürchten und Dank! Nicht Worte, nicht auf deine Güte hoffen. Amen. vorübergehende Rührungen, nein! Gesinnungen und ThaGebet ten, die dir gefallen, sind der an Weihnachten. beste Dank. O daß mein 24. Nachdenken geweckt, m in Sinn geheiligt, und mein Sei ewig gepriesen, Vater Entschluß, dir zu leben, und der Barmherzigkeit, sei hochdeine Gute würdig zu gebrau- gelober an dem Feste der chen, fest und umwandelbar Menschwerdung deines Sohwürde! daß doch der Gedan- nes für alle die geistlichen und kenlose und Leichtsinnige ernst- himmlischen Güter, womit haft der Verschwender ge- du unser Geschlecht erfreuet, warnt, der Gefühllose er begnadiget und mit mehr als weicht, der Pflichtvergessene väterlichem Erbarmen gesegerschüttert, und jeder durch die net hast? Herr, was ist der Früchte der Erndte von dir Mensch, daß du sein gedenGesegnete ermuntert werden kest? Eine unglückliche Welt möchte, dich durch ein Leben zu zu erlösen, Sündern Vergepreisen, das reich an guten bung und Gnade zu ertheilen, Werken sei! Gesegnet sei denn Irrenden das Licht der Wahrdiese nicht blos auf die flüchtis heit scheinen zu lassen, Uebergen Stunden des heutigen treter vom Pfade des Verder= Tages beschränkte Erndtefeier, bens auf die Wege der Tugend wenn sie im Geiste Jesu auch so und Seligkeit zurückzuleiten, fortgeseßt wird, daß dein Na- Traurigen die Fülle des Trome, o Gott, nicht blos im Tem- stes und der Hoffnung, und pel, nein! auch in christlichen Verlornen Leben und ewiges Häusern und Familien verkün- Heil zu geben, das war dein digt werde. Dann wirst du, göttlicher Plan, und wie herrwenn ich es mir zur Pflicht ma- lich hast du ihn durch Jesum Cec 2 ausa 772 Gebet an Festtagen. ausgeführt! Engel selbst be nicht vereiteln; will die Segfangen einst dein Lob und doch nungen und Wohlthaten, die fassen sie die Wunder der Jesus vom Himmel brachte, Weisheit, Macht und Liebe dankbar benußen, und im nicht ganz, von denen die große Glauben des Sohnes Gottes Begebenheit zeugt, an welche leben, der sich für mich bis zum uns dieses Fest erinnert; und Staube der Sterblichkeit ernieich, der durch deine Gnade so drigte. Das Gedächtniß deihoch beglückte Mensch, ich, der ner Liebe und Barmherzigkeit Gegenstand dieser Barmher- soll in diesen Tagen das Lob zigkeit, ich, der Erbe aller Se- meines Herzens und Mundes, ligkeit, die du mir durch Je- und so lange ich lebe, das, ob fum bereitet hast, sollte dein zwar schwache doch willige Lob verschweigen und beim Dankopfer sein, womit ich Freudengefange seliger Gei- dich Ewiger, bienieden preise. fter verstummen? Nein, Ehre Nimm hin dieses Herz, göttlisei Gott in der Höhe, denn cher Erlöser, dem meine Lieder Friede ward auf Erden und schallen und an den ich glaube! den Menschen ein Wohlgefal- Für mich wurdest du arm, len! daß ich doch in heiligér hülflos und dürftig, damit ich Andacht und Stille vor dir er durch dich reich an Erkenntniß, scheinen möchte! Daß doch die reich an innerm Frieden des Tiefe deines Erbarmens mein Herzens, reich an guten WerHerz rührte, dich mit heißer ten, reich an Freude, Trost und Liebe zu umfassen und im Hoffnung, reich endlich an Glauben an den, den du ge- Seligkeit würde, denn bis ins sendet hast, treu zu sein! Ich Grab steigst du vom Himmel will die Anstalten, die du zu herab, mich einst zum Himmel meiner und meiner Brüder Er- zu heben. Deinem Namen sei Idfung trafeft, in aller Demuth dafür Ehre, Anbetung und ehren, will die Absichten, die du Dank jeßt und in Ewigkeit! unter den Sterblichen erreichen Amen. wollteft, an meinem Theile Beichts Beicht und Abendmahls Andachtn. 773 Beicht und AbendmahlsAndachten. Anleitung dessen Andenken jetzt vorzügzur Selbstprüfunglich in meinem Herzen sein soll, 25. mit dir, der du uns von Gott zum Muster und Vorbild aufgestellt wurdest! Soll nicht Hier, o Gott, in dieser stillen ein jeglicher Christ gesinnet Einsamkeit, wo nur dein Auge sein, wie du gesinnet warst? mich sieht, hier will ich jetzt Wer Christi Geist nicht hat, eine ernstliche Untersuchung der ist nicht sein. Wer seinen meiner Gesinnungen und Sinn, den Sinn ungehenchelHandlungen und meines ganter Frömmigkeit, wohlwollenzen Wandels anstellen. Hier der Menschenliebe, gewissenkann ich im Lichte deines Wor- hafter Tugend nicht in sich hat, tes mich ganz so sehen, wie ich und in seinem Wandel thätig bin. Nicht länger soll mir die beweiser, der hat keinen Theil Eigenliebe Tugenden andich- an ihm, darf sich nicht zu ſeiz ten, die ich nicht besiße, und nen Freunden und AuserFehler verhehlen, die ich doch wählten rechnen. Ich fühle vor dir und meinem Gewissen nicht ableugnen kann. es freilich, wie beschämt ich daSo stehen werde, wenn ich das will ich mich zur Feier des Ge- Bild deiner erhabenen Größe dächtnißmahles Jesu würdig und Vollkommenhei, o Jesu, vorbereiten; denn auch mir ruft vor meinem Geifte aufstellen ja dein Wort zu: Der Mensch werde; aber eben diese Beprüfe sich selbst und alsdann schämung kann und soll mir effe er von diesem Brod und auch der kraftigste Antrieb zu trinke aon diesem Kelch. meiner Besserung werden. Wie könnte ich aber leich: ter und sicherer zur Erkeunt: niß meines Seelen- Zustandes gelangen, als wenn ich mich mit dir, o Jesu, vergleiche, Wie rein, wie innig, wie wirksam war nicht deine Frommigkeit und Gottesfurcht, mein Erlöser? Dulebtest ganz in dem Gedanken an deinen Vater im 774 Beicht und Abendmahls Andachten. im Himmel. Was du sprachst, fernt, der dich, mein Heiland, was du thatst, hattest du mit so herrlich verklärte! Manche ihm erst in stillen Unterhaltun- Stunde, mancher Tag meigen berathschlagt; denn an ihn nes Lebens verfloß, ohne daß zu denken, dich mit ihm zu be ich den großen Gedanken an schäftigen, das war dein edel- Gett den Heiligen und Allster Freudengenuß, deine lieb- wissenden recht lebendig in mir ste Erholung bei den Be- werden ließ. Meine Gebete schwerden deiner Laufbahn, waren gar oft nur eine BeweNicht deine, nur seine Ehre gung der Lippen, ein Schall suchtest du. Seinen Willen des Mundes, ohne daß mein zu thun war deine Speise, Herz innigen Antheil daran sein Werk zu vollbringen dein genommen hätte, Ich ver höchstes Vergnügen. Allessehrte Gott zwar in der Ge was dir begegnete, betrachtete meinde der Christen, aber oft dein Auge als die weise, våter- uur aus gedankenloser Ge liche Anordnung deines Got- wohnheit, und so blieb die betes; darum ergoß sich dein seligende Kraft des göttlichen ganzes Herz in lanten Dank, Worts an meinem fühllosen wenn ein glücklicher Fortgang Herzen unwirksam. Der Nadeine Bemühungen belohnte; me meines Gottes, wie oft und darum unterwarfst da wurde er von mir entheiligt! mit fo frommer Gelassenheit Ja blieb ich wohl immer standdeinen Willen dem Willen des haft in seinem Bekenntniß himmlischen Baters, selbst als beim leichtsinnigen Spotte der er dir den bittern Kelch der Leis Ungläubigen, oder schämte ich den und des Todes darreichte. mich nicht vielmehr oft meines Muthig gingst du an seiner Glaubens bei ihren frechen Hand furchtbaren Qualen ent- Angriffen? Ich war Gett gegen, mit freudiger Zuver- nicht ganz ungehorsam; aber sicht neigtest du dein Haupt im dennoch wie viel fehlte mir noch Tode, denn du konntest ja den zu dem willigen, uneingescheidenden Geist in die Hän: schránkten Gehorsam, den er de deines Baters empfehlen. mit Recht von uns fordert! Ach wie weit bin ich noch Wenn ich um Gottes Willen von dem frommen Sinn ent- etwas aufopfern, wenn ich meine Anleitung zur Selbstprüfung. 775 meine Neigung bekämpfen migkeit noch sehr unvollkomund schwere Pflichten üben men, wenn ich mich mit Jesu sollte, ach dann wurde ich gar dem erhabenen Vorbilde unoft träge und verdrossen, dann serer Nachahmung vergleiche. schien mir dein Gefes, o Gott, Wie kalt war meine Liebe geein drückendes Joch, eine bez gen Gott, wie nachläßig meine schwerliche Last. Nur selten Verehrung, wie unvollkommen genoß ich die Freude, die der mein Gehorsam, wie wankelachte Fromme im Gehorsam müthig- mein Vertrauen! gegen deinen Willen findet. Wenn es mir wohl ging, wenn meine Wünsche und Hoffnungen erfüllt wurden, dann war ich zwar mit deinen Wegen zufrieden; aber ich vergaß dann auch nicht selten den Dank, den ich dir schuldig war, und ließ mich durch mein Glück zum Stolz und Uebermuth hinreißen. In deinem Herzen wohnte Ach, und beständig der Wunsch, Andre wie wankte meine Frömmig- zu erfreuen und zu beglücken, keit in den Stunden der Lei- alles zu entfernen, was ihre den! da waren gar bald alle Zufriedenheit stören, ihrem die zahllosen Beweise deiner wahren Besten nachtheilig Huld, die du mir Jahre hin- fein konnte. War mein Bedurch erzeigteft, vergessen; da streben auch dahin gerichtet; tadelte ich unbescheiden deine oder dachte ich vielleicht imEinrichtungen; überließ mich mer nur auf mich, auf meiqualvollen Sorgen, und ver- nen Vortheil, auf die Beförzagte kleinmüthig an deiner derung meiner Bequemlichkeit Hülfe; ja ich betrat wohl gar und meines Glückes?- Du die Wege des Unrechts, um nahmst innigen Antheil an dem mich aus der Noth herauszu- Glück und Unglück, an dem reißen. So ist denn, ich muß Wohl und Weh der Menschen es mit tiefster Beschämung be- deiner Brüder, freutest dich ihkennen, meine ganze Fröm- rer schuldlosen Freuden, fühlteft Ach! wie werde ich nun bestehen, wenn ich meine Menschenliebe nach deinem Vorbilde prüfe, du edelster und großmüthigster unter allen Freunden und Wohlthätern der Menschen, die je auf Erden gelebt haben! 776 Anleitung zur Selbstprüfung. test mitleidsvoll ihren Kummer[ senden Hiße meiner ungedul und Schmerz. Kann ich das digen Heftigkeit bei den Üeberauch von mir rühmen? oder eilungen und Schwachheiten verunreinigte ich vielleicht oft meiner Nebenmenschen: ich mein Herz durch boshaften denke daran wie streng meine Neid, durch hämische Scha- Urtheile über die Fehltritte denfreude, durch fühllose Hår- Anderer oft waren, wie wenig te? In deinem Munde wurde ich da die Nachsicht und Scho nie ein Betrug erfunden, Auf- nung bewies, die ich doch selbst richtigkeit und Redlichkeit be so sehr bedarf und verlange. gleite dich im Umgange mit Du Friedensstifter zwischen allen Menschen und nie wiches Gott und dem Menschen! wie du weder in Worten noch Tha- sehr liebtest du selbst den Frie: ten von der graden Bahn der den, wie gern schwiegst du, Wahrhaftigkeit ab. Habe wo Reden die Erbitterung verz auch ich mich nie durch Bermehrt hätte, wie gern gabst du stellung und Falschheit versun nach, wo es nur höhere Pflichdiger? Hielt ich mein gegebeten verstatteten! Habe auch nes Wort heilig, auch wenn ich mich als einen solchen mir die Erfüllung desselben lá: Freund des Friedens gezeigt? stig war? Und verleitere mich Stóre ich nie durch meine nie ein lockender Vortheil, oder Schuld die Einigkeit in mei ein drohender Schaden, zunem Hause und in meiner Fa Hinterlift und Lügen meine milie? Gab ich nie Beranlas Zuflucht zu nehmen? Dussung zur ruhestörenden Zwietrugst mit milder Schonung tracht, zum lärmenden Zant? die Fehler und Schwachheiten Habe ich um des Friedens Anderer, halfst mit sanfter willen schweigen und nachge Hand den Gefallenen wieder ben und dulden gelernt? oder auf, wurdest nie müde die Un bestehe ich hartnäckig auf mei wissenden zu belehren, diefner Meinung und auf meinem Verblendeten zu warnen, die Rechte, ohne darnach zu fraBerirrten zurecht zu weisen. gen, welchen Schaden Andre Ach ich wage es nicht, hier mich darunter leiden, und wie sehr mit dir zu vergleichen, denn ich sie gekránkt werden? Fein erinnere mich meiner aufbrau de und Verfolger umringten dich Anleitung zur Selbstprüfung. 777 dich, heiliger Erlöser, boshaft eingewurzelte Groll in Worverhöhnte dich ihr Mund, ten und Handlungen! Den grausam mißhandelte dich ihre ersten Schritt zur Versöhnung Hand, und als du, unter zuthun, würde ich für beschimunbeschreiblichen Schmerzen pfend halten, ja ich stoße wohl schmachtend, am Kreuze hingst, gar die Hand die mir der Beda frohlodten sie über deine leidiger reuevoll darreicht, unQualen, da spotteten sie mit versöhnlich zurück. Und doch noch nicht gesättigter Wuth will ich ein Christ, ein Nachdeiner Angst und deiner folger Jesu heißen? Ach wie Schmerzen. Und doch, du kann ich mich dieses Namens Edelster unter den Menschen! für würdig halten, so lange hörte man aus deinem Munde, Christi Geist und Sinn noch keine Verwünschung, keine so fern von mir ist!- Nur bittre Klage über die Wuth zum Wohlthun, zur Ret= dieser Ulumenschen; ach dein tung der Elenden brauchtest liebendes Herz war auch da du, wohlwollender Mittler, nur erfüllt mit Mitleid für die die Kráste, die dir der himmVerblendeten, du sammeltest lische Bater gegeben hatte? der die letzten Kräfte und flehtest Unglückliche fand stets für ſeizum himmlischen Vater für ne Klage bei dir ein offenes die verworfenen Mörder um, Ohr, ein theilnehmendes Herz; Schonung und Gnade. Ach ja du riesst selbst die Mühseliwie beschämend ist für mich gen und Beladenen freundlich diese deine himmlische Groß- zu dir, und erklärtest dich für muth! Wenn eine kleine Be- den Freund und Helfer aller leidigung meine Ruhe stört, ganz Verlassenen und Zurúdwenn einer meiner Nebenmen gesetzten. Kann auch ich den schen mir einen vielleicht nur Ruhm der Wohlthätigkeit und unbeträchtlichen Schaden zu- Barmherzigkeit mir zueignen? fugt, wenn ein Gegner mich Oder verschloß ich Hand und lástert oder meiner ſpottet, wie Herz dem Dürftigen, der um regt sich dann so gewaltig in meinellnterstüßung flehte, und meinem Herzen wilde Rach- vergaß ich es ganz, auch Anfucht, wie offenbart sich dann dern mitzutheilen von den Güz bei aller Gelegenheit der tief tern, die Gottes Baterhand mir 778 Beicht und Abendmahls Andachten. mir so huldreich schenkte? Gab sichern Maaßstab vor, an wel ich meine Wohlthaten aus gu- chem ich meine Tugend und Getem Herzen und mit kluger wissenhaftigkrit prüfen kann. Vorsicht, oder aus Eitelkeit Nie verunreinigte eine sünd. und Ruhmsucht, und ohne[ liche Begierde sein edles Herz; Auswahl und Ueberlegung? an seiner Standhaftigkeit schei Habe ich einst als ein Unbarm- terten alle Lockungen der Sün herziger ein unbarmherziges de. Selbst die Schmähſucht Gericht zu fürchten oder wer- seiner erbitterten Feinde mußde ich mir einst sterbend das te vor seiner hohen Unschuld Zeugniß geben können: Ich verstummen, als er sie auffor: half Andern ihre Last tragen, derte, ihn eines Unrechts zu ich heilte Wunden, die das zeihen. Kein sinnlicher Ge Unglück schlug; ich trocknete nuß, so reizend er auch schei Thränen, die der Kummer er- nen mochte, konnte ihn verlei: preßte, ich erfreute Menschen- ten, seiner Pflicht ungetren zu herzen, die sonst muthlos hát- werden. Wer kannte besser ten verzagen müssen. Wohl als er den hohen Werth des Lemir dann! O dann wird mein bens, denn niemand benußte Heiland und Richter mich mit so gewissenhaft die flüchtigen der beseligenden Versicherung Stunden, daher wich er auch anreden: Wahrlich! was du sorgfältig den Gefahren aus, gethan haft dem Geringsten die vor der von Gott bestimm unter meinen Brüdern, das ten Zeit ihm dreheten. Aber hast du mir gethan. als Gottes Wille ihm gebot, sein Erdenleben aufzuopfern, Doch nicht nur in Absicht da widersetzte er sich nicht feigder Frömmigkeit und Menz herzig der ernsten Bestim schenliebe hat uns Jesus ein mung, sondern ging muthig Vorbild gelassen, daß wir sol- und getroft dem schmählichsten len nachfolgen seinen Fußsta- Tode entgegen. Nie verlor er pfen: auch seine reine und flek die bere Welt, die jenseits der kenlose Tugend, seine treue Gråber ist, aus den Augen. Gewissenhaftigkeit und die Der Hinblick auf das Ziel ſeiz Heiligkeit seines Wandels stellt ner Bollendung war der Leit mir das erhabne Muster, den stern aller seiner Handlungen, das Beicht und Abendmahls Andachten. 779 das Labsal, das ihn unter den streiten? Habe ich auch über drückenden Beschwerden seiner meine Worte gewacht, und Laufbahn erquickte. Er wan- meine Zunge im Zaume gehaldelte hienieden schon im Lichte ten, eingedenk der Rechender Ewigkeit und dies gab sei schaft, die der Mensch einst von ner Tugend die Stärke und jedem sündlichen und boshafErhabenheit, die selbst seinesten Worte geben soll?- War Verfolger bewundern mußten. mir das Wohlgefallen Gottes So will ich denn nun mein immer theurer als das Lob der Herz und meinen Wandel auf- Welt? Waren mir die richtig nach diesem erhabenen Schäße des Geistes, WeisVorbilde prüfen, und mich heit und Tugend, stets vorzugdurch keine thörichte Eigenlicher als die vergänglichen liebe dabei täuschen lassen. Güter der Erde? Oder hängt War auch für mich Tugend vielleicht mein Herz blos am das höchste Gut, Unschuld Eiteln, ist vielleicht mein gan= und ein gutes Gewissen das zes Bestreben nur auf die Dinkostbarste Kleinod, dessen Be- ge gerichtet, die ich einst im fiß mit nichts zu vergleichen, Tode alle verlassen muß? dessen Verlust durch nichts Habe ich die irdischen Güter, zu ersetzen ist?- Handelte die Gottes Güte mir hienieden ich, wenn ein eitler Gewinn, zu Theil werden ließ, so vereine lockende Freude mich vom waltet, daß ich mich einst vor Wege der Rechtschaffenheit der Rechenschaft darüber nicht verleiten wolltr, stets nach dem fürchten darf? Oder habe ich Ausspruch Jesu: Was hilfft mich durch Geiz und Habsucht dem Menschen, wenn er die oder durch leichtsinnige, úppi: ganze Welt gewanne und neh- ge Verschwendung ihrer unme Schaden an seiner Seele? würdig gemacht? Wenn Habe ich es gelernt, meine mir Gott aber solche Güter Begierden zu beherrschen, mei- versagte, habe ich dann auch ne Neigungen, auch die lieb- Mangel und Dürftigkeit mit sten, zu verleugnen, wenn es Geduld ertragen, ohne deshalb Gottes Wille erfordert, und an Gottes Baterliebe zu zweisdie fleischlichen Lüfte zu besie- feln und seine weise Borsehung gen, welche wider die Seele zu tadeln? Das kostbarste aber 780 Anleitung zur Selbstprüfung. aber auch vergånglichste unter Oder kann ich mich auf mei allen Erdengütern ist die Zeit. nen Tod freuen? könnte ich Wie habe ich nun die flüchti- mit der frohen Hoffnung ster: gen Tage des Lebens angewen- ben, daß mich der freundliche det? Berträumte ich sie viel Zuruf empfangen würde: Du leicht in tragem Müßiggange, Frommer und Getreuer, du vertändelte ich sie etwa in be- bist über weniges treu gewe ständigen Zerstreuungen und sen, ich will dich über viel sezVergnügungen: oder benußte zen, gehe ein zu deines Her ich sie mit treuen Fleiß zu den ren Freude! dit a Geschäften meines Berufs, Ach ich fühle es, alle diese zu meiner Ausbildung und Fragen muß ich mir beantBeßerung, und zum frohensworten, um über mich selbst und mäßigen Genuß der un- ein Urtheil sprechen zu können; schuldigen Lebensfreuden?- und eher kann ich auf Erden Habe ich überhaupt stets die nicht vollkommen ruhig wer: hohe Bestimmung dieses irdi- den, als ich bis über alle diese schen Lebens, als einer Vor- wichtigen Punkte mir Rechenbereitung zum Himmel, vor schaft gegeben habe, und ohne Augen gehabt? Oder habe ich mich selbst zu betrügen, mehr nur selten und kalt an jenes als jetzt mit mir selbst zufries. künftige Leben gedacht, über den sein kann. der Erde den Himmel vergesugg dusti sen, und es vernachläßigt, hier Nun, o Gott, vor dir liegt durch den Fleiß in guten Wer- mein Herz und mein Wandel ten eine Aussaat zu streuen, offen da. Du kennest auch von der ich einst eine herrliche meine verborgenen Fehler. Erndte erwarten könnte? Ach, was könnte ich heute Müßte ich zittern, wenn mich sein, wenn ich deiner väterli Gott jetzt von dieser Welt ab- chen Stimme gehorcht, wenn riefe, müßte ich fürchten, dann ich die Lehren und das Vormit den Schreckensworten vomsbild Jesu täglich vor Augen Angesicht meines Richters zu gehabt hätte! Mit Beschärückgewiesen zu werden: Wei- mung erfüllt mich der Gedanche von mir, du Uebelthäter, ke an meine Bergehungen, ich habe dich noch nie erkannt! mit Wehmuth flehe ich zu dir; Gott Beicht- und Abendmahls Andachten. 781 Gott, gehe nicht mit mir ins Fromme Betrachtungen Gericht! Aber voll Vertrauen und Gebete vor der blicke ich hinauf zu deiner erbarmenden Liebe und lege vor deinen Augen das heilige Gehübde ab: Was ich nicht bin, Beichte. 26. will ich unter deinem Beistand Weil wir als Christen so growerden. Ja, ich will es! O seVerheißungen haben, so laßt du, dem nichts so wohl gefällt, uns von aller Befleckung des als ein reines Herz, segne mein Fleisches und des Geistes uns redliches Bestreben, mein Herz reinigen und fortfahren mit der täglich mehr und mehr zu reiz Heiligung in der Furcht Gottes nigen; der du in den Schwa-( 2 Cor. 7, 1.) Welche wichtige chen mächtig bist, belebe meine und beherzigenswerthe Aufguten Vorfäße und halte mir forderung auch für mich, der täglich vor das herrliche Vor- ich hieher gekommen bin, um bild meines Jesu- das Bild mich zur würdigen Feier des seines reinen, wohlwollenden heiligen- Abendmahls vorzu: und frommen Herzens. bereiten! O so will ich denn Mit fester Treue hange hin- den Zweck dieser Vorbereitung fort an seiner Pflicht mein Herz! nicht aus den Augen verlieren! Nach Lust nach Schmerzen Sammeln will ich meine Seefrag es im Kampfe nicht. So le! meine Absichten, Hoffnun standhaft wie Er kämpfte, sei gen und Wünsche sollen jetzt meiner Tugend Streit, so herr- nicht aufs Irdische gerichtet lich, wie Er siegte, der Sieg, sein. Nachdenken will ich über der mich erfreut! meinen Zustand, und die MitSei es auch Laft und Mü- tel kennen zu lernen suchen, die he, der Pflicht getreu zu sein, mein Herz reinigen, meine Lüführes zu Spott und Schande, ste dämpfen, meine Begierder Wahrheit mich zu weihn! den bändigen. Ich will das Was sind der Erde Freu- Schändliche und Strafbare den? Wie bald sind sie ent- der Sünde, und die Vortreffflohn! Was sind der Erde lichkeit der Tugend erwägen; Leiden? Wie bald erscheint dann werde ich lernen mich ihr Lohn! über das Böse betrüben, und mis Impal über 782 Beicht und Abendmahls Andachten. über das Gute freuen. Ich Gott treu und gerecht, daß er will Entschließungen zur Bes- uns die Sünden vergiebt und serung fassen, gegen die sünd- reiniget uns von aller Untulichen Neigungen, böse Ge- gend.( 1. Joh. 1, 8.9.) Wie wohnheiten und Verführun- wenig kann ich mir doch dar gen der Welt kämpfen. Wach- auf zu Gute thun, wenn ich sen will ich am Verstande, da- mich rein von groben Verge mit er immer mehr die Herr- hungen, von Lastern und Berhaft über meinen Willen be- brechen fühle. Diesen zu fröhhaupten könne. Hören und nen, hielt ja selbst der Heide für achten will ich auf die Stimme strafbar. Und ich, ein Chrift, des Gewissens, und nicht un- ein Erlöster des Herrn, ich erschüttert bleiben bei ihren wollte mich damit beruhigen; sanften und ernsten Erinne- ich, der ich berufen bin, und rungen. Wie müßlich und ge- Kräfte und Mittel empfangen segnet kann und wird dann die habe, meinem Vater im Himgegenwärtige Beichthandlung mel immer ähnlicher zu werfür mich sein; welche herrliche den; ich wollte mich überreden, Früchte für Zeit und Ewigkeit daß ich hinlänglich gut und wird sie hervorbringen; wie fromm sei? auf welche erweckt werde ich mich dann thörichte Art würde ich mir fühlen, immer weiser, besser, selbst schmeicheln, wenn ich mir frömmer und vollkommener zu einbilden wollte, daß ich sogar werden! Wie weit bin ich noch von menschlichen Schwächen von diesem Ziele christlicher frei, und meine Besserung Vollkommenheit entfernt! schon vollendet sei! Nein! jeder Mensch hat seine Schwä chen, jeder soll, muß und kann noch besser werden als er ist, und nur in eben dem Grade, als er besser wird, wird er Do wir sagen, wir haben auch zufriedner, Gott ergebekeine Sünde, so verführen wir ner, und wahrer Glückselig uns selbst, und die Wahrheit keit fähiger. Das fühle auch ist nicht in uns. So wir aber ich; und so soll denn jede unfre Sünden bekennen; so ist Gelegenheit zum Wachsthum 27. So im Fromme Betrachtungen vor der Beichte. 783 im Guten, zur Befestigung, guter Grundsäße und edler 28. Gesinnungen, und also auch Barmherzig und gnädig ist die christliche Beichte mir der Herr, und von großer willkommen und heilig sein. Gnade und Treue.( 2. Moſs. Auch da kann und werde ich 34, 6.) Ja gern verzeiht Gott, gewiß so manches hören, wenn der Sünder in sich gehet woran ich aus Leichtsinn nicht und sich bessert, diese Worte des dachte; an so manches erin- Trostes und der Beruhigung nert werden; was ich mir wird mir mein Freund, der vorzuhalten aus Eigenliebe zu Diener Gottes, ans Herz les schwach war; so manches aus gen. Wohl mir, daß ich hieeinem ganz andern Gesichts- her gekommen bin, um dieſe punkte ansehen, was ich bis- erfreuliche Wahrheit unsrer her unbesorgt zu Gute hielt, göttlichen Religion zu hören! und so es einsehen lernen, Denn auch ich fühle es, ich wie man über seine Sinnlich bin ein schwacher Mensch, auch keit zu herrschen im Stande mich überwältiget zuweilen die ist, und zu welcher Würde Sinnlichkeit und hindert mich, man sich schon als Mensch fehlerfrei zu werden, auch meierheben kann. O so will ich ner bemächtigen sich noch zndenn mit Freuden Theil neh- weilen Thorheit, Leidenschaft, men an dieser heiligen Hand- Sünde! Wie oft, wenn in lung, denn auch ich sehe den ruhigen Stunden der Anmich, bei einem unpartheii- dacht ich mir die Glückseligschen Blick auf mein Herz, keit so ganz dachte, welche die genöthiget zu beten: Herr, wahre Frömmigkeit gewährt, wer kann merken, wie oft er wie oft war es da nicht heifehlet? Verzeihe mir auch ser Wunsch meines Herzens, die verborgenen Fehler! An wirklich fromm zu sein, wie der Erfüllung dieser Bitte oft mein heiligster Vorsaß, darf ich nicht zweifeln, denn: nach dem Frieden der Seele zu streben, denn alles was irdisch heißt, mir nicht zu geben vermag; wie oft nahm ich mir da vor, aufmerksam über ING 784 Beicht Beicht und Abendmahls- Andachten. über mich zu wachen, strenge, le im Hause Gottes, stets mir gegen mich selbst zu sein und sein! Vor ihm, dem Allmeine Sinnlichkeit den Gebo- gegenwärtigen, will ich meine ten der Vernunft und der Re- Knice bengen, ihm, dem Allligion zu unterwerfen, und wissenden, aufs neue Gehorvoll frommen Entzückens über sam und Treue geloben! die Vortrefflichkeit der Tugend schwur ich dann: Gott und der Tugend treu, ewig treu 29. zu sein. Aber nur zu bald Herr, du erforschest mich und verdunkelten, schwächten und kennest mich.. Ich siße oder störten böse Beispiele, oder stehe auf, so weißt du es; du meine eigne, von neuem sich verstehest meine Gedanken von schnell empórende Leidenschaft, ferne.( Ps. 139, 1, 2.) Hindiese guten Entschließungen weg demnach jetzt mit aller Ge und Vorsäge! Unvermuthet dankenlosigkeit; hinweg mit erlag ich wieder den alten Feh- allem, was mich im Nachlern, die mir schon so manche denken über mich selbst stören trübe Stunde verursacht, so könnte! Was hilfe es mir manche Thräne bittrer Reue sonst, hierher gekommen zu gekostet, so manche süße Le- sein, wozu nüßte es, meine bensfreude mir geraubt ba- Berufsgeschäfte jest ruhen zu ben! Gern verzeiht Gott! lassen, wenn ich nicht einen ach, welche sanfte Beruhigung wichtigern Gegenstand, den wird dieser frohe Zuruf in mein Zustand meiner Seele, unverwundetes Herz insonderheit tersuchen wollte? Wie tho heute gießen, wo ich neue Ent- richt wäre es, wenn ich jetzt schließungen und neue Borsáz- aus Gedankenlosigkeit meine ze zu immerwährender From Fehler übersehn, die Schåndmigkeit fassen, und gleichsam lichkeit und Schädlichkeit dervon neuem den Eid der Treue selben nicht bedenken, und so gegen Jesu Religion ablegen den Zweck der Beichthandlung will. Ja, willkommen sol- aus den Augen verlieren wolllet ihr, feierlichen Augenblicke te! Bergebens würde dann der Andacht, mir immer, will die Ermahnung unsers guten kommen sollst du, heilige Stil-' Lehrers sein, wenn sie auch mit Fromme Betrachtungen vor der Beichte. 785 mit noch so viel Nachdruck und ten, was ich nicht zu hoffen Liebe begleitet seyn sollte und von meinem Gewissen berechganz eigentlich meine Fehler tigt werde. Aber noch weit berührte. Der Ton, der in weniger will ich durch Scheinmein Ohr dringt, würde das frömmigkeit Andre täuschen. zerstreute Herz nicht erreichen, Denn gelånge mirs auch, meiwürde das schlummernde Ge- ne Mitmenschen zu hintergewissen nicht wecken, und die hen, so daß sie meine äußere Lehren und Ermahnungen, die Handlung für wahre Frommeine Glückseligkeit bewirken migkeit und Tugend hielten; könnten, würden vergeblich o so wird und kann es mir seyn; weil ich kaum ein Hörer doch nie gelingen, den zu des Worts, und noch weit täuschen, der das Herz anweniger ein Thâter desselben sichet und prüfet. Und mit wäre. welchem Mißfallen muß er auf mich sehen, wenn ich mich so unter meine Würde erniedrige und den Heuchler spiele! 30. Nicht die, die blos Herr, Herr, zu Jesu sagen, sondern die, welche den durch 31. ihn bekannt gemachten Wil- So wahr als ich lebe, spricht len Gottes thun, sind wahre der Herr, Herr, ich habe keiBekenner Jesu, und der nen Gefallen am Tode des durch ihn erworbenen und Sünders, sondern ich will, verheißenen Seligkeit wür- daß er sich bekehre von seidig,( Matth. 7, 21.) Fern nem Wesen und lebe.( Ez. 33, sey demnach von mir auch alle 11.) Gott will, das allen Heuchelei und Scheinheilig- Menschen geholfen werde, keit. Nur allein reine, nur und sie zur Erkenntniß der lautere Gesinnungen sollen Wahrheit kommen.( 1. Tim. mich jetzt zum Beichtstuhl, und 2, 4.) Das zerstoßene Rohr dann( morgen) zum Altar füh- wird er nicht zerbrechen, ren. Ich will mich nicht selbst und das glimmende Docht dabei täuschen, nichts erwar- wird er nicht auslöschen. Er wird 786 Beichte und Abendmahlsandachten. wird das Recht wahrhaftig wieder ganz aufgehoben wer halten lehren.( Jef. 42, 3.) den können. So peinigend So sey denn endlich auch aller diese Vorstellung auch ist, Kleinmuth, alle Alengstlich- so will ich doch wenige keit und alle Zaghaftigkeit stens an der Möglichkeit fern von mir, wodurch so meiner Besserung nicht zweis leicht die in mir liegende Kraft feln, noch an der Begnadis zu: Besserung gelähmt und gung bei Gott, der mich als Zweifel an Gottes Gnade er Vater liebt, und nicht will den regt werden könnte. Zwar Tod des Sünders, sondern sagt mir Gottes Wort: Wer daß er sich bekehre und lebe. Gott fürchtet und recht thut, Ich will besser zu werden suder ist ihm angenehm. Ochen, und so gewohnt mir auch ein wichtiger Ausspruch! Wie diese oder jene Sünde ist, so könnte ich sagen, daß ich sei- wird es doch nicht unmögner Forderung immer mit lich seyn, sie abzulegen. Zwar möglicher Treue Genüge ge- wird es Kampf und Mühe toleiſtet habe? Ich sehe und sten! Aber, ohne Kampf bemerke mit Schmerzen, auf giebt es keine Tugend, ohne wie mannigfaltige Art ich Arbeit keinen Lohn. Und so fehlte, wie oft ich gegen meine will ich mich denn zu dieser beßre Ueberzeugung handelte Besserung durch die Feier des und mich an Gott versün- Gedächtnißmahles Jefu stårdigte! Ich sehe so manches ken. Wohl mir, wenn ich Unheil, welches ich dadurch meinen guten Vorfäßen treu über mich und fiber meine bleibe und meine Zusagen hals Mitmenschen verbreitete, und te! Dann kann ich der Beblicke beschämt und voll bittrer gnadigung bei Gott gewiß Reue auf die verlornen Le- seyn, dann wird sanfter Friebenstage zurück, die auf ewig de in mein Herz zurückkehungemüßt verschwunden sind, ren und mein Gewissen wird und auf die Handlungen, aufhören mir bittre Vorderen Folgen ins Unendliche würfe zu machen, daß ich, von gehen, und durch kein Wün- Sinnlichkeit und Leidenschaft schen, durch kein Flehen, bethört, mich so oft und schwer durch keine Thránen jemalsjan Gott versündiget, seinen Ruf Fromme Betrachtungen vor der Beichte. 787 Ruf zur Besserung nicht ge- was ich sein soll, noch nicht achtet, seine Güte gemiß- einmal was ich seyn kann! Ich braucht habe. Er selbst wird habe mich sogar der Fehler mir Kraft und Stärke zur von neuem schuldig gemacht, Tugend und Frömmigkeit die ich hier schon oft und ernstschenken, denn er will nicht, lich bereuet habe! Schmerzdas jemand verloren gehe. haft ist diese Empfindung! Aber sie soll es auch seyn, die mich für die Zukunft weiser Nun, so sey mir auch heute macht und mir von heute an gesegnet heilige Stille! sey die Vorsäge ausführen hilft, mir willkommen, Stunde der die so oft schon vergeblich ges feierlichen Andacht! Bemach- faßt wurden. Müde bin ich tige dich meiner, erquickende des traurigen Gefühls, ims Ruhe der Seele, damit ich mer noch nicht besser gewor= in schicklicher Demuth vor den zu seyn, und des peinis Gott mich sammeln kann! genden Bewußtseyns, wie sehr ich deine gerechten Strafen verdienet habe. O du, der du Aufrichtigkeit lieb haft, mein Herz durchschauest und alle meine Gesinnungen im hellsten Lichte erkennst, Du siehest es, wie redlich ich es 32. Fa zu Dir, Allbarmherziger meine, wie herzlich ich wünerhebe ich mit kindlicher Zu- sche, nach deinen Geboten zu versicht Herz und Hände, zu leben, deine Rechte zu halten Dir, mein Gott und Bater, und darnach zu thun. Du flehe ich: verwirf mich nicht verzeihest gern, o verzeih auch von deinem Angesicht! Wer mir, habe Geduld mit meiner kann vor dir bestehen, Allhei- Schwäche und laß die Vera liger! Auch ich fühle es, wie sicherung der Vergebung meis oft ich fehlte, wie weit voll- ner Fehltritte nur jest zunt kommner ich seyn könnte! Und Trost und zur Beruhigung wer kann merken, wie oft er und dann zur Besserung ge fehler! Ich bin noch nicht, reichen. Laß doch alles, was ODD 2 ich Gebet vor der Beichte. 788 Beicht und Abendmahlsandachten. ich hier denke, rede, höre mahlsfeier, die mich mit mei und empfinde, gesegnet für nen Fehlern noch bekannter, mich seyn; daß ich wachse in auf die Nothwendigkeit der deiner Erkenntniß und Liebe, Besserung aufmerksam mas in wahrer Achtung, Vereh- chen, und die nöthige Selbsta rung und Liebe zu Jesu, be- prüfung mir erleichtern soll. kannter werde mit meiner Ohne Ermüden will ich künfWürde und Bestimmung, mit tig nach Erfüllung deiner Ges aufrichtigem Wohlwollen ge-[ bote streben, dich als meinen gen alle meine Mitmenschen Gott verehren, als meinen erfüllt sey und ihnen von Hers Vater dich lieben, dir mein zen Gutes wünsche und gön- Herz geben, und meine und ne. Auf ewig laß mich jeder meiner Mitmenschen wahre Sünde entsagen, mit dir, wie Wohlfahrt zu befördern suz ich es herzlich wünsche, in chen. O segne zur Ausfühnähere Verbindung treten und rung dieser heiligen Vorsäße deiner Liebe und deines Wohl- die Feier der Beichte und des gefallens in Zeit und Ewig- heiligen Abendmahls. Amen. keit gewiß werden. Erhöre mich um Jesu willen. Amen! Eine kurze Beichtformel. 33. 34. Nahe dich zu mir, o Gott, Du siehest, o Gott! meine der ich im Gefühl meiner Seele mit allen ihren EmOhnmacht und Schwäche an pfindungen und Gesinnungen, dieser heiligen Ståtte stehe, und weißt, wie manches UnUnd wenn aufrichtige Reue, rechts, wie mancher Uebertrewenn Haß gegen jeden Fehler, tung deiner heiligen Gebote und redlicher Vorsaß der Bes- ich mich schuldig gemacht haserung in meinem Herzen ist; be. Du siehst aber auch meis dann nimm mich als dein ne herzliche Beschämung und Kind zu Gnaden an. Segne Reue darüber, daß ich dadie gegenwärtige Vorberei- durch deinen guten Willen, tung zur würdigen Abend-/ mein himmlischer Wohlthäter und Kurze Beichtformel. Gebete nach der Beichte. 789 und Vater, zuwider gehan-[ meines Gewissens, ich benußdelt, und mir dadurch an mei- te nicht die Erweckungen und nem wahren und ewigen Wohl Rührungen deines Geiftes. so sehr geschadet habe. Ber- Ach! mein Vater, ich bereue gieb mir nach der Barmher- herzlich diese meine Thorheit. zigkeit, die du in Jesu Chri- Nichts kann mich bei dem sto, deinem Sohne, bekannt Bewußtseyn meines Unrechts gemacht hast, alle meine Sün- beruhigen, als deine Gnade, den; und hilf mir zur Boll- die du durch Jesum, unsern führung des gefaßten ernstli- Erlöser, allen sich aufrichtig chen Vorsages, besser zu wer- Bessernden bekannt gemacht den und als ein gewissenhaf- hast. Stärke auch mich durch ter frommer Chrift zu leben. Diese tröstliche Versicherung Amen. zu einem frommen christlichen Lebenswandel. Amen. Eine andere. 35. Allwissender Gott! du ken36. nest mich ganz; selbst meine Gedanken sind dir nicht verborgen. Du weißt es, daß Es ist vollbracht, das Werk ich ein fündiger Mensch bin. zur Heiligung, mein Gott und Undankbar gegen dich, All- Vater! Dank dir für die Begütiger, habe ich oft gerade ruhigung und für den Trost, das gethan, was deinem hei- dessen du mich würdigstes. ligen Gesetzen zuwider ist, möchte ich doch nun aber auch und das unterlassen, was du jede Lust zur Sünde in mir mir durch Vernunft und unterdrücken, und dem EntSchrift zu thun befohlen hast. schlusse, ein dir wohlgefälliger Nur zu oft habe ich mich durch Mensch zu werden, ganz treu meine Begierden und Leiden- bleiben; damit ich der Gnaschaften von dem Wege der de wirklich theilhaftig werde, Tugend abbringen lassen. Ich deren du mich gewürdiget haft! achtete nicht auf die Stimme Und wenn ich dann in Zukunft den Gebete nach der Beichte. 790 Beichts und Abendmahlsandachten. den Weg treu verfolge, densser Gnade würdig zu leben Jesus mich gehen heißt, wenn suche, vor dir wandle und ich mich vor jedem Fehltritt fromm sey. Erhöre mich um sorgsam hute, der meine Ruhe Jesu willen. Amen. und Zufriedenheit gewaltsam stören könnte, und keine Ursache finde, mich bei der Wies derholung dieser feierlichen Gebet Handlung grober Bergehun- am Morgen des Comgen und Laster anzuflagen: dann, o Vater, dann berumuniontages. 38. hige mein Herz über die Mångel und Unvollkommenheiten, Erwacht aus dem Schlums denen ich aus menschlicher mer der Nacht, bringe ich dir, Schwäche etwa ferner unter o Gott an dem Morgen meis liegen möchte, und gieb mir ner Andacht die Erstlinge des Kraft durch Christum reines ernsten und frommen NachHerzens zu werden. Amen! denkens. Entschlossen, mich als Sünder heute vor dir zu 37. demüthigen, und von heißem Dankgefühl gegen den ErlóAuch an mir, o Gott, haft fer entbrannt, sein heiliges du jeht wiederum großeBatm- Mahl, das Mahl seiner Lies herzigkeit gethan, des freuet be und des blutigen Todes, sich mein Herz, das Herz, den er für mich starb, zu welches beim Eintritt in dein feiern, blick ich reuevoll und Haus von Schmerzen und beschämt auf die Menge meiner bittrer Reue tief gebeugt war, Bergehungen zurück, welche und es kaum wagen konnte, mich vor dir in den Staub sich zu dir zu erheben. Aber beugen. Aber der Gedanke: nun bin ich getröstet, beru- das zerstoßene Rohr wirst du higet bin ich durch den erfreu- nicht zerbrechen, und das glimenden Zuruf meines Freundes mende Docht nicht auslöschen, und des Lehrers, daß du mir hebt meine Seele wieder emgnddig bist. O laß mich das por zu der Zuversicht auf deine nie vergessen, damit ich die Gnade in Chrifto, die Mis ſethat Gebet am Morgen bes Communiontages. 791 sethat und Uebertretung ver- wieder zu lieben, der mich zuz giebt. Und eben diese Hoff- erst geliebt hat, sondern auch nung, o sie belebt meinen Ein- eine Verpflichtung zur Liebe fer, die mit mehrerer Treue, gegen die, für welche er sein als bisher, und mit einer Auf- Leben gelassen hat. Dahin opferung zu leben, die nie er- richte mein Herz und laß mich müdet. Mit diesem heiligen bei der Feier dieses Mahls Entschlusse nahe ich mich heute die Größe deiner Liebe, o Gott, deinem Thron an den Stu- aber auch das Ziel der Hofffen des Altars, woselbst ich nung erblicken, womit mich dir mein Herz zum Opfer dieses Mahl begeistern soll. darbringe. O laß mich Barm- Ja, Vater, fröhlich feire ich herzigkeit durch Christum heut den Festtag der Unsterbfinden, dessen Kreuzestod lichkeit! Amen. mich kräftig zur Besserung treibt. Laßt das Gedächtniß seiner Schmerzen, welches ich Vor dem Genuß des heute im Genuß des Brods heiligen Abendmahls. und Weines feiern werde, 39. meinen schwachen Glauben stärken, die matte Tugend bez Das thut zu meinem Gez leben und das zerschlagene Gedächtniß. O Herr Jesu, diese wissen heilen! Sein für mich Worte tamen aus deinem dahin gegebener Leib und das Herzen, dem an Erbarmen, für meine Rettung geflossene Güte und Treue, an Zärtliche Blut sey mir heute ein rühren- keit und Wohlwollen kein Herz des Denkmal und Unterpfand zu vergleichen war. Wie viel daß ich Gnade finden, nicht hast du an meiner Seele geverloren, sondern gerettet than! O mein Erlöser, wie und selig werden soll. Sein hast du mich durch dein Evanz Andenken sey mir theuer, seine gelium von dem Joch des Liebe mein Preis, sein Leiden Aberglaubens und dem Dienst und Sterben mein Lobge- der Sünde losgemacht, und fang und die Stunde seines mich zur Verehrung Gottes Gedächtnisses werde mir nicht im Geist und in der Wahrnur eine Ermunterung, densheit geführt! Mein Heiland, Beicht und Abendmahlsandachten. 792 40. wie warst du der Arzt, der Helfer meiner kranken Seele, wie hast du durch deine Lehre mein Herz von allem Bösen gereinigt und durch dein göttliches Vorbild die Liebe zum Guten in mir erweckt! Mein BVersöhner, wie hast du meinem trost- Schaff in mir Gott! ein losen Gemüthe Ruhe gegeben, reines Herz, und gieb mir Ruhe und Trost im Gefühl einen neuen gewissen Geift! meiner Sünden, denn du zeig- Allwissender, du schauest test mir einen erbarmenden von deinem erhabnen Himmel Gott, der dem reuigen Verirr- in die Tiefen meiner Seele; ten seine Baterhand reicht und nichts in der Welt gefällt dir, dem sich Bessernden seine als ein reines Herz. Ja, so Schulden vergiebt; du zeig- will ich mein Herz reinigen test mir eine beßre Welt, die von aller Untugend, von allen deine treuen Jünger auf- Gedanken und Begierden, die nimmt; du gingst durch unend- dir und allen guten Menschen liche Martern in den schmach- mißfallen. Und wenn ich jest vollsten Tod und erkauftest dir das gesegnete Brod empfaneine Gemeinemitdeinem Blute. ge, dann erfülle mich der GeZu dir soll sich jetzt meine danke an den Gekreuzigten, Seele erheben! Wie du an sein reines Herz, an sein mit deinen Freunden deine leß- heiliges Leben, an seinen un te Mahlzeit genossest, wie du schuldigen Tod für das Heil am Krenze für mich starbst, der Welt! Gieb mir wie du auferstandest und zu einen neuen gewissen Geist. deinem Vater gingst, und jetzt Seine himmlische Geduld, auf dein Bolk, das dein Ge- sein fester Muth, sein innis dächtniß feiert, herniederges Vertrauen auf Gott und schaust, das will ich mir Ewigkeit, womit er den bit jeßt im Geifte lebhaft vorstel- tern Leidenskelch, den du ihm len, in heiliger Andacht mein reichtest, trank, erquicke auch Herz zu dir erheben, dir ewi- mich unter dem Druck der ge Liebe und Treue geloben, Leiden dieses Lebens, erfülle auch — 1 — Sinn daß mir's nicht komme aus dem wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. Bei und nach der Empfahung des Abendmahls. 793 auch mich mit der seligen Fas- Theil haben an deiner Verz sung der Seele: Mein Vater, föhnung. Stårke diesen Trost nicht wie ich will, sondern in meinem Herzen und erhalte wie du willst; dein Wille mich im wahren Glauben geschehe! zum ewigen Leben. Amen! Bei Empfahung des Nach dem Genuß. gesegneten Brodes. 43. 41. wir Ich und mein Haus Freue dich, meine Seele, dei- wollen dem Herrn dienen. nes Erlösers! Auch für dich Mit diesem Entschlusse will hat er so gewiß seinen Leib ich vom Altar in mein Haus in den Tod gegeben, so ge- zurückkehren. Ewig heilig sey wiß du jeht das gesegnete mir das Gelübde, welches ich Brod empfängst. Bleibe ihm heute meinem Gott dargetreu im Glauben und halte bracht habe. Mit neuem Eiim Gedächtniß Jesum Chri- fer gehe ich an meinen Beruf, stum. Das stärke und erhal- denn ich habe das Andenken te dich zum ewigen Leben, dessen gefeiert, der in seinem Amen! Berufe starb und so unermüdet wirkte, so lange sein Lebenstag dauerte. Ach, wer weiß, wie bald auch meine Bei Empfahung des Nacht kommt! Mit neuer gesegneten Weines. 42. Liebe drücke ich die Meinigen an mein Herz; denn mein Heiland liebte die Seinigen mit der zärtlichsten Liebe bis Dank sey dir, o Jesu, daß ans Ende; wer weiß, wie du dein Blut auch für mich lange sie noch mein sind. vergessen haft zur Vergebung Mit neuem Muthe gehe ich der Sünden. Auch ich sollsjeßt allen Trübfalen entgegen: denu 1 -R 794 Beicht, und Abendmahlsandachten. denn mich begleitet das An- vereinigen sollte. So gabst denken an ihn, den größten du einst auch deinen Leib aus Dulder, der durch so viele Liebe zu mir hin in den Tod. Leiden zur Herrlichkeit einging. Ach dieser Liebe will ich nie vergessen: wenn einst im Tode Schau deinen Heiland gläu- mein Auge bricht, dann soll big an. Wenn niemand dich erdies Andenken nochberuhigend quicken kann, so schütte du in feinen Schooß dein Herz aus, und stärkend für mich seyn. seine Huld ist groß. Du boteft auch mir den Kelch Einst hat er auch, der Men der Freude dar. Ach seliges schenfreund, im Ehränenthale Unterpfand meiner Begnadiz hier geweint; auf deine Thränen gung, meiner Unsterblichkeit! hat er Acht, und dir zu helfen Ich trank daraus mit stiller hat er Macht. Wehmuth und hoher Andacht; und helfen will er; zweifle denn ich erinnerte mich dabei nicht, er hält getreu, was er ver deines heiligtheuren Blutes, spricht: Nicht lassen will ich Seele dich, sey nur getreu, und das injenen angstvollen Stun glaub' an mich! den aus weit geöffneten Wunden quoll, das du, großmis thiger Erretter, zum Heil einer fündigen Weltvergosfest. Auch ich bin ja durch dies dein Blut theuer erkauft, so will ich denn auch von nun an 44. Voll von Dank und Freude der Deine seyn und bleiben; tehre ich nun von der Feier dir nur will ich von nun an deines Gedächtnißmahls, ver- leben, dir einst sterben. Das herrlichter Erlöser, zurück. Ich gelobte ich dir, verherrlichter rrfeste mich an deinen Altar Mittler, an deinem Altare, im Geist unter deine Ver- und nun wiederhole ich dies tranten, in deren Mitte du feierliche Gehivde. Ja, ich das lehte feierliche Mahl hiel- jentfage der Sünde und ihren t- st. Du reichteft auch mir Lüften, und mein Geisterhebe dar das Brod des Lebens, das sich über das, was auf Erden meine Seele erquicken und ist, um nach dem zu trachten, mich mit dir aufs innigste was droben ist. Eine sanfte Rube Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. 795 Ruhe senkt sich nun in meine dort anbeten werde. Von keiSeele, denn ich fühle mich ner Sünde mehr entweiht, begnadiget; eine heilige Fren- ein Mitgenoß der Herrlichkeit, de beseligt mein Herz, denn nicht mehr der Mensch von ich fühle mich erhoben über Erde! Freue dich, Seele! die Lasten und Beschwerden, Stärke, tröste dich, Erlöste, über die Sorgen und Thränen mit dem Leben, das dir Jeſus des Erdenlebens. Es ist ja dort wird geben. Amen. nichts verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleische leben, sondern nach dem Geiste. Am Abend des Com Durch Jesum ist mir der muniontages. Himmel zugesichert. Ja, du Retter meiner Seele, sey hochgelobet, du hast auch mich be35. rufen zu dem unvergänglichen Er ist wieder dahin, der heiz und unbefleckten und unver- lige und segensreiche Tag, weslichen Erbe, das behalten mein Vater und Erbarmer, wird im Himmel. Ach, wie an welchem ich abermals die sehne ich mich, dich zu schauen, Fülle deiner Gnade in Jeſu du Verklärter! dir, mit Freu- Abendmahl empfangen habe. denthránen die Opfer des hei- Ehe die Nacht desselben herßesten Danks zu bringen, dir, einbricht, überdenke ich noch den ich nicht gesehen habe einmal alle den Segen, des und doch liebe, an den ich sen du mich aufs neue am mit treuem Herzen glaube, Tische meines Heilandes ge= den ich freudig vor aller Welt würdiget haft. Mein Glaube bekennen will, bis zum letzten an den Gekreuzigten, und Hauche meines Lebens. Ach durch diesen an dich, meinen dann, dann wird unaussprech- Vater, hat neue Kraft und liches Entzücken meinen ent- Nahrung, meine Bruder- und selten Geist durchstromen. Feindesliebe, die so oft erkalWie wird mir dann, mein tet, wieder Wärme, mein Heiland seyn, wenn ich dir Tugendeifer, der so oft er dort mein Koblied weihn, dich mattet, neue Festigkeit, mein 796 Beicht und Abendmahlsandachten. zagendes Gewissen Erquickung| hes Beispiel hinsehe, und die und meine Seele die Hoffnung auf der Bahn der treuen und Ruhe gefunden, die ich Gottes- und Menschenliebe suchte. Dafür preiset dich stets nachfolge. Dir schallt mein dankerfülltes Herz, und mein letzter Dank in dieser wo soll ich Worte finden, dir, stillen Abendstunde, die ich ewig guter Gott, zu danken? dir und meinem Heil widme. O daß meine heutige Andacht Für dich soll mein Herz so nicht fruchtlos wäre! Auch lange schlagen, bis der Tod von ihr soll ich dir Rechnung einmal meinem Leben ein ablegen; gieb, daß ich kein Ende macht, und ich zum groSchuldner am Leibe und Blu- ßen Abendmahl der Frommen te des Herrn werde! Mit dort bei dir erhoben werde. dem heiligen Gelübde beschlie- Amen. se ich diesen Tag, daß ich Versprechungen, die ich dir und meinem Erlöser gethan habe, nicht vergessen, und Morgengebet den Bund der Treue und am Konfirmationstage. Liebe nicht brechen will, den ich heute mit dir errichtet habe. Mein häusliches und 46. öffentliches Leben, mein Den- Dies ist, o Gott, für mich ten, Wollen und Handeln, ein wichtiger Morgen. Er er mein Umgang und Beruf, weckt mich zu einer der feiermein stiller und gemeinschaft- lichsten Handlungen meines licher Gottesdienst soll Zenge Lebens. Heute soll ich offent seyn, daß ich es redlich meine lich erklären, ob ich deines und nicht vor dir heuchele. Un- Sohnes Lehre annehmen, ihterflüße mich mit Kraft aus ren Geboten gehorsamen, oder der Höhe, Herr Jesu, und mich dem Dienste niedriger laß deinen Geist und den Ein- Triebe und der Sünde ergedruck deines Todes zu allen ben will; und diese Erklärung Zeiten mich stark machen, da- soll freiwillig und ohne äußers mit ich, wenn mich Bersu- lichen Zwang geschehen. chungen locken, auf dein ho- Doch es kann nach dem Un= Morgengebet am Konfirmationstage. 797 Unterrichte, den du mir, ofner unvergånglichen HerrlichGott, durch deinen Diener keit! Schon lange habe ich meinen Lehrer haft zu Theil mit meinen Eltern mich auf werden lassen, mir nicht schwer diesen Tag gefreuet. Nun Des freuet sich werden, mich zu dieser Erklä- ist er da. rung zu entschließen. Ich ha- meine Seele. Einen wichtibe zu deutlich eingesehen, wo- gen Gang zur Kirche habe ich bei das bessere Theil sey. Ich heute vor mir. Als ein Kind habe erkannt: daß ich Jesus angesehen, gehe ich dahin; und nicht der Welt angehöre, geltender, und als Erwachsedaß im wahren Christenthu- ner betrachtet, kehre ich heim. me Heil und Friede sey, daß O mein Vater im Himmel, nur nach einem christlich und was bin ich ohne dich! Wie fromm verlebten Leben ein unsicher wäre ohne deinen Beiz ewiges Leben voll Seligkeit stand mein künftiger Gang folge. Wäre ich denn nicht durchs Erdenleben! Darum ein böser Mensch und Thor, ssey du meine Kraft in meiner wenn ich mich nicht gern und Schwachheit, mein Schuß freudig zum Bekenntniß der beiden verführerischen LockunLehre Jesu verpflichten wollte? gen der Welt! Laß alle VerJa, allgütiger Gott, mit suchungen und Gefahren, welche meiner Tugend drohen, inniger Ueberzeugung, mit mir immer unschädlich vorHerzlichem Gefühl, und froh über gehen! Stärke und beund willig werde ich heute das Bekenntniß dieses Glaubens ablegen, und mich verpflichten, mein ganzes Leben hindurch als ein wahrer Chrift öffentlich vor der Gemeinde, meinem Lehrer vor zu denken und zu handeln. dir, Allgegenwärtiger und wahre mich, so daß ich lebenslang der Zusage getreu bleibe, die ich heute so feierlich und Gelobt seh deine Batergüte Heiliger, thun soll, damit ich, daß du mich dies rührende als dein frommes gehorsaFeft haft erleben lassen, wo mes Kind einst ohne Furcht ich aufgenommen werden soll im Tode entschlafen, und in die Gemeinschaft des Rei- am schönen Morgen der Aufches Jesu und zum Erben je- lerstehung eben so heiter und froh 798 Beicht und Abendmahlsandachten. froh erwachen könne, als ich und der feierlichen Handlung heute erwacht bin. Amen! nie vergessen! Gedenken will ich ihrer, wenn einst böse Bus ben mich locken, wenn ich mich träge fühle zu meiner Pflicht, wenn mein Herz ges deinen Sohn, kälter werden gen dich, o Gott, und Jesum, 46. will, wenn auch ich die Leiden des Lebens an mir erfahre, Der Tag meiner Einsegnung und wenn ich einst sterben soll. geht zu Ende. Eine heilige Dies Andenken soll mir BeStille verbreitete sich auf der ständigkeit in der Furcht des Erde. Ich bin ein Christ. Herrn, Fleiß und Antrieb zu Der heutige Tag machte mich allem Guten, erneute Wirs ganz dazu; darum sey er mir me des Herzens gegen dich, gesegnet in Ewigkeit. Wie meinen Gott und deinen Einz bebte bei der Einsegnung gebornen, Beruhigung und heute mein Herz von heili- Trost in meinen Widerwära gen Empfindungen!, Wie tigkeiten und Freudigkeit, in stark fühlte ich die Würde, meinem Sterben verleihen. ein Christ zu sein! wie start Dir aber, anbetungswür empfand ich das Glück, dir, diger Gott, sey Preis und Jesu, anzugehören! Wie rüh- Dank gebracht, daß ich dies rend war mir der einträchtige sen segensreichen Tag glückKreis meiner jungen Mitchri- lich zurückgelegt habe. Mit sten, welche mit mir einges frohem und ruhigem Herzen fegnet wurden! Mein Herz gehe ich nun schlafen. Sie schlug höher, als ich, Jesu, he mit Wohlgefallen die Rühdir! Treue gelobte, meine rungen meines Herzens, meis Hand bebte, mein Auge nen dankbaren Blick, und bes wurde naß von heiliger Weh- wahre dein neuangenommes muth. nes Kind vor allem Uebel, Möchte ich dieses Tages Amen! Abendgebet am Konfirmationstage. Andach; Andachten für Kranke und Sterbende. 799 Andachten für Kranke und Gebet fringe aller Barmherzigkeit am Anfange der Krankheit. und Treue, die du an mir gethan hast, und meine Seele ist stille zu dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts 48. Nun erfahre auch ich es an begegnen kann. Auch jetzt mir, mein Gott, wie hinfällig wirst du es wohl mit mir der Mensch, wie unsicher der machen. Stärke mich nur Besiß seiner Gesundheit sey. im Vertrauen zu dir. Füge Aber dank sey es dir, ich weiß es übrigens mit der Dauer auch, du wirst deinem Ge- und dem Ausgange meiner schöpf nicht zu viel auflegen, Krankheit, wie es dein våter= und mir auch dies Leiden zu licher Wille ist. Ich verstehe meinem Besten dienen lassen. es ja nicht, was wahrhaft Ich will also nicht mürrisch heilsamer für mich seyn mag, klagen, nicht peinlich sorgen. ein langes oder kurzes Krans Ich will zu dir aufschauen, tenlager, das Leben oder der dem Gott, der da hilft, und Tod. Drum laß ich dich es nie böse meinen kann. mein Gott, für mich wählen. Bisher hast du mich ja so Nur lehre mich, in meiner väterlich geleitet, mir so man- vielleicht nur noch kurzen Les che Freude geschenkt, und benszeit meine Seligkeit rot mehr an mir gethan, als ich ganzen Ernste schaffen. Wie bitten und verstehen konnte. ich meine Zeit und meine Auch hast du alles was mir Kräfte bisher angewandt has bisher Leid, Schmerz und be, zum Guten oder Bösen, Unruhe gemacht hat, gnädig weise oder thöricht, dir gefällig und weislich gewendet. Gott, oder mißfällig: das ist die das erkennet meine Seele ernsthafte Ueberleanna, welwohl. Ich bin viel zu ge- lche ich jegt anzusteura habe. 800 Andachten für Kranke und Sterbende. Ich will sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu EnGebet 49. de eilen, und mir die Trd- bei anhaltender Krankheit. stungen des Evangeliums Je- l su nicht fälschlich zueignen. Es ist gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir noch währen meine Leiden, aus der Welt nehme, in derlo Gott; noch empfinde ich sie zukünftigen fortleben werde, sin ihrer ganzen Stärke; noch daß dort so die Erndte seyn ist der Kampf nicht ausgez wird, wie hier die Aussaat kämpft, wodurch ich mich des war. Stets sey mir der Zu- Himmels fähiger machen soll. ruf Jesu erinnerlich: Selig Ach, der Geist ist willig; aber sind, die reines Herzens sind, das Fleisch ist schwach. Ich die Friedfertigen, die Sanft- bete dich, meinen Schöpfer müthigen, die nach der Ge- und Vater mit Unterwerrechtigkeit hungern und dür- fung an. Aber oft will mein sten! Das erinnere mich, noch Muth sinken, oft will mein so viel Gutes zu thun, als ich Vertrauen auf dich wanken. kann, und allen um mich her Gott stärke mich Schwachen; durch Geduld, durch Erge- hilf mir alles überwinden und bung in deinen Willen, durch beharren bis ans Ende. frohe Hoffnung des ewigen Du kennst ja die menschLebens erwecklich zu werden.[ lichen Kräfte, du, Vater, Dann wirst du mir Barm- wirst mir nicht mehr auflegen, herzigkeit widerfahren lassen; als ich tragen kann. Noch dann tröstet mich deine Liebe; ift es vielleicht um wenige dann ist mir das Grab nicht Schritte zu thun, so steh' ich schrecklich; dann beharre ich am Ziele; noch wenige Tage in der freudigen Gesinnung: und Stunden, und überwunHerr, ich warte auf dein Heil! den ist aller Schmerz, alle Amen! Angst und jedes Leiden! ich liege und schlafe dann ganz in Frieden. Diese wenigen Schritte wirst du mir gewiß erleichtern, du, der mich vom ersten Gebet bei anhaltender Krankheit. 801 ersten Athemzuge an bis jetzt Himmel zu machen. Soll so väterlich geführet hat. Du es aber mit mir zu Ende gehen, wirst mich gnädig mein Leben Herr, so glaube ich, daß auf enden lassen, wenn für deine dieser Erde kein Heil mehr Weisheit und Liebe die rechte für mich sein würde. Er Stunde gekommen ist. balte, stårke mich in diesen GeIch will auf Jesum, mei- sinnungen, Gott, mein Trost nen Vorgänger im Leiden, und meine Stüße! Amen! sehen. In seinen Gesinnungen will ich mich stärken: geduldig und standhaft, wie er es war bis zum Tode, will auch ich zu sein suchen. In Gebet der kindlichen Ergebung in für einen Kranken, wenn deinen Willen will ich ihm er Linderung empfand. nachzuahmen trachten. In seinem unerschüttlichen Ver50. trauen auf dich, seinen Vater, will ich ihm ähnlich sein. Ja, Großer, weiser Weltregierer, ihm will ich nachfolgen. Er mein Gott und mein Vater, hat mir den dunkeln Pfad, der auch im Leiden mein Vater vor mir liegt, erhellet, er hat und Wohlthäter! Du gabst die Schrechnisse des Todes mir heute Ruhe, Erholung weggenommen. und Linderung. Du neigtest So gehe es denn mit mir mir das Mitleiden mancher zum Leben oder zum Sterben; Menschen zu. Du gabft mir immer will ich mich deinem durch ihr Gespräch Aufheis heiligen Willen ganz überlas terung, durch ihre Liebe Beis sen. Du, o Gott, machst es ja stand, durch ihre Lehren Trdimmer gut. Sollte ich noch ftung. Du stärktest meinen einmal wieder aufkommen: so Glauben an dein Wort, meine will ich es als einen Wink Ergebung in deinen Willen, von dir nehmen, mich durch mein Vertrauen auf deine einen noch eifrigern Zugend- Hülfe. Du offenbartest dein wandel noch geschickter zum Erbarmen an mir Elenden, deine 802 Andachten für Kranke und Sterbende. deine Kraft an mir schwachen,| bar empfinde, bald wieder deinen Trost an mir Beküm-| verschwinden, und es mit mir merten; du erfülltest an mir wieder schlimmer werden und deine Verheißung: Ich will zu Ende gehen sollte: o so dich nicht verlassen, noch verschenke mir ein chriftliches fdumen. Meine Seele preise Ende voll Beruhigung und dich dafür. Schenke mir fer- Geduld, voll Hoffnung und nerdeine Gnade, und gieb, daß Stärke! Laß mich mit der die Krankheit meines Lebens Ueberzeugung hinüber gehen, zur Vervollkommung mei-[ daß, wie es mir auch gehe, und ner Seele gereiche. Flöße du wohin ich auch gehe, ich doch mir selbst gute und fromme immer in deinen Händen, in Gedanken ein, lente meinen Baterhånden bleibe. Amen! Willen zum Guten. Mit diesen Bitten und Gesinnungen überlasse ich mich nun deiner väterlichen Fürsorge. Sei für Morgengebet einen Schwerkran du mein Licht, mein Trost, fen am Tage der Com munion. meine Zuversicht. Tröste und stärke du mich und alle Kranke und Leidende auf Erden. 51. Segne die Meinigen. Belohne ihnen ihre Bemühun- Endlich ist, du Regierer meigen, mir in meiner Noth beizu- ner Tage, auch für mich der stehen, und sie zu mildern. Tag gekommen, da ich in meiVergilt ihnen ihre Liebe mit ner schweren Krankheit das deiner Liebe. Erhalte ferner Abendmahl des Herrn emihre Gesundheit und Kräfte, pfangen soll. Oft habe ich es und laß auch sie dereinst, wenn in gesunden Tagen genossen, sie es bedürfen, liebreiche Hel- da mich Lebensfülle durchfer und theilnehmende Men- ftrömte und ich noch an keine schenfreunde finden. Sterbensnoth gedachte. Nun Wenn aber der leidliche Zu- aber erinnert mich so manches stand meiner Krankheit, wie qualvolle Gefühl an mein ich ihn jest freudig dank- Ende. Mein Leben zittert wie ein Morgengebet eines Schwerkranken. 803 eine Flamme, die verlöschen sehr ich mir auch in gesunden will. Mit Reue blicke ih auf Tagen in meinem Wandel mein vergangenes Leben rüd- gefiel. Die Nähe des Todes warts, mit Bangigkeit auf zeigt mir viele Dinge in einem den Richterstuhl deiner Ge- gar andern Lichte als das rechtigkeit vorwärts. Gerdusch des Lebens. In dieser Angst frehe denn auch du, mein Heiland Jesus Co will ich denn nicht er Christus, vor meiner Seele! schreden, wenn dein Diener An dich will ich gedenken mit dem Sakrament des Alder du in jener trauervollen tars zu mir eintritt. Ich werde in ihm den Diener des Nacht der Abendmahls- Stif Evangeliums, nämlich jener tung auch in der Nähe des Todes wareft, der du mit dei- frohen Botschaft sehen, die Jesus uns brachte, die das nem heiligen Blute auch die erheiternde Lehre besiegelt haft: Herz beruhigt, die den Geist So Jemand dein Wort wird über Erde und Zeit erhebt, halten, der soll den Tod und uns Gottes liebevolle nicht sehen ewiglich; und daß Nähe auch bei unserm Sterbebette zeigt. Gott den schwachen, fündigen Menschen, wenn er im Dienste Stárke, o Gott, durch den der Tugend recht kämpfte, Genuß des heiligen Abendnicht nach der Strenge der mables anjeht meinen GlanGerechtigkeit, sondern mit den an alle die köstlichen LehErbarmung richten wolle. ren, welche dem Tode den Oheiliger, reicher Troft für Stachel und der Hölle ihren mein zagendes Herz! Himm Triumph nahmen. Diese, lisches Licht in der Nacht mei- vielleicht leßte Feier desselner Angst! Dich will ich be- ben, werde erbaulich Allen, trachten; zu dir, nicht zu ei- die um mich sind. Ich verteler Selbstrechtfertigung will gebe ihnen, womit sie mich ich mich halten. Durchdrun etwa beleidigten, bitte sie um gen bin ich von dem Gefühl, Vergebung, und knüpfe das daß ich vor dir, heiliger Gott, Band der Liebe, wenn auch doch nur ein Sünder sei, so nur noch für jene Welt, heute Eee 2 fefter 804 Andachten für Kranke und Sterbende. Gebet des Kranken nach der dige ins Dasein rief: Kranken Kommunion. 25. fefter. Empfange, o Allwis- sken, bei mir soll deine Seele sender, Mächtiger, Gnädiger, Ruhe finden! Du, Gott, mein Gelübde, meine Hoff bist mir ein Vater voll Huld nungen, mein Fleben, meine und Erbarmung: diese ZuSeufzer! Amen! versicht bettet mich sanfter auf meinem Krankenlager. Du bist mir in der Stunde des Strebens mit derjenigen Macht nahe, die alles Lebendieser Gedanke macht mir den Gedanken an den Tod leicht. Mir geschehe, wie du willst. Genesung zum Erdenleben, Herzlichster, heißer Dank sei oder Genesung zum bessern, dir, mein Gott! Ich habe ewigen Leben, beides, wie du deine Gnade empfunden. Ge- es geben willst, nehme ich mit wichen ist die Angst meines Dankbarkeit, Hoffnung und Herzens. Meine Seele ist Ergebung aus deinen Vatergenesen. hånden an. Was alle From= Wenn mir nun dein Wille, men dulden müssen, das Stermein Gott, gebeut, mein mús[ ben, kann keine Marter, kann des Haupt in den Schlum- nichts Schreckliches sein. mer sinken zu lassen, aus wel- Meiner unbewußt, kam ich auf chem es sich hier nie wieder diese Welt; meiner unbewußt hebt; wohl, so folge ich dir werde ich sie wieder verlassen, gern. Meine Sünden sind und mich selig im schönern mir vergeben; ich gehe heim. Leben dort wiederfinden. Ich gehe heim zu dem Gott, Erhalte mir nun, mein aus dessen Hand ich kam, zu Gott, du Regierer der Herdem mir verbrüderten Heizen, den wohlthätigen Einlande Jesus Christus, der druck dieser Abendmahlsfeier auch mir ruft: Komm her im Herzen! Laß dasjenige, zu mir, Mühseliger, Bela- was mir dabei Tröstliches und dener, ich will dich erquik- Erweckliches in die Seele ge sprochen Dankgebet nach wiedererlangter Gesundheit. 805 53. sprochen wurde, seine Krafts nicht wieder an meiner Seele verlieren, so lange ich hienie- nach den lebe. Und sollte ich wieder genesen, so laß mich Alles, was ich heut empfinde, oft erwägen, daß ich fromm vor deinem Angesichte wandele, Meine Seele erhebet dich, und stets eingedenk sei der Gott, Bater des Lebens, und ernsten Todesstunde deines was in mir ist, deinen heiligerechten Gerichts, und der gen Namen. Von SchwachEwigkeit, der wir Alle ent- heit und Schmerzen umgeben, gegen gehen. Stårke ferner sah ich den Tod und das Grab meine schwache Kraft, zu dul vor mir; aber du riefst mich den und tragen, was du mir wieder zum Leben zurück. Die feener auflegen willst. Chri- neue Lebenskraft in meinen stus, mein Erlöser, ging nach Gliedern, die zurückgekehrte der ersten Feier des Abendmah- Liebe zum Leben, der lange les mit dem gesprochenen Lob- nicht empfundene Wohlgegefange hinaus in die Nacht schmack der Speisen, die wieseines Kampfes und Leidens. derkehrende Heiterkeit des Soll auch ich nun sterben; o Geistes, alles dieses rufet mir so laß auch meine letzte Em- zu: Erhebe den Herrn, und pfindung einen Lobgesang zu was in mir ist, preise seinen dir sein, und mich mit Dank heiligen Namen. Ach, laß und Liebe für dich, hinaus doch, barmherziger Vater, aus dem Leben, in die Nacht diese Empfindung der Freude des Todes treten, die mir durch über meine Errettung nicht sodeine Gnade freundlich er- bald vorübergehen, damit ich hellet wird. Bater, ich be- dir den wahren Dank zu brinfehle meinen Geist in deine gen nie vergesse. Weise AnHände. Amen! wendung der Gesundheit, die du mir wieder schenktest, zu deiner Ehre und zu meinem und anderer Menschen Besten, dies Dankgebet wieder erlangter Gesundheit. 806 Andachten für Kranke und Sterbende. dies ist der einzige wahre heit nåhere, von der ich nicht Dank, den ich dir bringen kann. wirder genesen werde, lebre Erwede mich daher täglich, meine Kräfte zu den Absich ten anzuwenden, zu welchem sorgfältiger auf Tod und Ewigs mich weise mit meiner Zeit umgehen, und mich immer keit vorbereiten. du sie mir wieder verlichen Stärke diese Vorsäge und hast. Bewahre mich vor Auserfülle diese Wünsche, treuer schweifungen und Sünden, wodurch ich mich der Gesund- den Beistand deines guten Vater, um Jefu willen, durch heit wieder verlustig machen Geistes. Amen! könnte, und erinnere mich oft daran, wie traurig es sei, bei Krankheiten sich selbst und Andern eine Laft zu sein, und doch zu sich sagen zu müssen: Kurzes Gebet Ich, ich bin selbst der Urhe- für einen Schwerkranken. ber aller dieser Leiden. 54. Verleihe mir Weisheit, Kraft und Willigkeit, meine Ich fühle, o mein Schöpfer, gesunden Tage zu deinem die Zerbrechlichkeit meines LeiPreise, zum Dienst und Vor- bes, die Ungewißheit und theil meiner Nebenmenschen, Hinfälligkeit meines Lebens. und zu meiner Besserung ge- Lehre mich weise mit meiwissenhaft zu brauchen. So nen vielleicht noch wenigen wird die erfahrene Hülfe mich Stunden und Augenblicken in der Ehrfurcht und Liebe haushalten. Was ich noch in gegen dich im Vertrauen auf Ordnung zu bringen, noch) deine Fürsorge, in der Erge- Gutes zu stiften, noch Unbung in deinen Willen und heil zu verhindern habe, das in der Zufriedenheit mit allen laß mich ungesäumt vollbrin deinen Wegen und Führungen, um ruhiger an dich dengen stärken und befestigen. ken und freudiger sterben zu Die Erinnerung, daß ich mich können. Ich kann ja nicht täglich meiner leßten Krank-( des Himmels würdig erfuns den 807 Gebet bei einem Sterbenden. den werden, wofern ich mein, auf dein größeres Heil in der Tagewerk auf Erden als ein Ewigkeit warte. Erlöse ihn Gewiffenloser und unvollen von allem Uebel, und hilf det verließe. Stärke, o Herr, ihm zu dem bessern Leben, wo meine Kraft zu meinen viels kein Wechsel von Leben und leicht leßten Anstrengungen Tod mehr sein, und sich Alles hienieden. Amen! in Freude und Vollkommenheit verwandeln wird. 55. Von diesem niederschlagenden Anblick menschlicher Hinfälligkeit erheben wir uns zu dir, guter Bater, der du allein unsere Seele über Tod und Grab erheben und erhalten kannst. Gieb uns Weiss Vater und Herr unseres Le- heit und Ernst, einen heilsabens! Wir danken dir von men Eindruck dieses Anblicks Herzen für alle Gnade und zu bewahren, und zu bedenLiebe, die du diesem Sterben- ten, daß es früher oder spåden vom Anfange seines Le- ter mit uns Allen auch einbens bis auf diesen Augen- mal dahin kommen werde, blick erwiesen hast, und wir wo dieser Leidende anjeßt ist, fassen die Zuversicht nach den wo alle Güter und Freuden herrlichen Verheißungen Jesu, dieser Welt uns nichts helfen unsers Herrn, das du ihn werden, sondern ein gutes nicht blos für dies kurze Le- Gewissen und das Bewußt ben geschaffen habest, son- sein deiner Gnade uns trodern auch an ihm deine váter- sten wird. Diese Betrachlichen Absichten in der Ewig- tung sei uns ein mächtiger teit vollenden werdest. Er- Antrieb, stets fromm und leichtere ihm die Angst des rugendhaft zu leben, damit Todes, und belebe in seiner uns der Tod immer wohlSeele die Hoffnung, mit der er bereitet finden möge. Amen! Andach Gebet bei einem Sterbenden. Andachten in besondern Umständen. Andachten in besondern Ums ständen. 808 daß ich von allen diesen deinen Wohithaten nicht immer den bes ften Gebrauch gemacht habe, den ich billig hätte machen sollen. Ich hätte dadurch desto eifriger werden sollen, zu deinen Wohl: 56. Gürighter Vater! Du Schöpfer gefallen zu leben; und wie oft und Erhalter meines Lebens, ich bin ich durch ein sündliches Vernabe mich ehrfurchtsvoll deinem halten dir mißfällig geworden Throne, um dir die freudigen und muß mich schämen und Opfer des Danfs für deine un scheuen, meine Augen vor dir zählbaren Wohlthaten darzubrin- aufzubeben! Siche aber, o Gott, gen. Du gabst mir einst an mit buldreich em, schonendem Ers diesem Tage mein zeitliches Le barmen auf dein strauchelndes ben, und von dem ersten Augen Kind berab, welches seinen Un blicke deffelben hörtest du nicht gehorsam bereut, und deine Gnaauf, dich durch Wohlthaten an de aufrichtig sucht. Loß nich mir zu verherrlichen. Du führ- um deines Sohnes Jesu Christi test mich durch alle Gefahren der willen, die Vergebung aller meiersten, bülflosen Kindheit, der ner begangnen Fehltritte erlanleich sinnigen Jugend glücklich gen. Ich erneure hierdurch an hindurch. Ich lebe noch, indeß diesem ersten Tage meines Le Tausende meines Alters von ei: bens, dessen Gedächtniß ich heute nem frühern Tode hingerissen begehe, in deiner Gegenwart den wurden. Preis und Dank sei beiligen Vorsaß, mein ganzes dir, mein Erbarmer, für alle dies Leben dir immer mehr zu beis se Beweise deiner väterlichen Lie- ligen, wozu du mir selbst den be, für die Erhaltung meines Beistand deines guten Geistes Lebens und meiner Gesundheit, verleihen w ollest. Dir, o Pater, für alle anerkannte und ver- übergebe ich nun auch für die fannte Wohlthaten Leibes und Zukunft mein Leben mit allen der Seele, mit welchen du mich seinen Schicksalen. Gefällt es gesegnet hast. Ich fühle es freis deiner Weisheit, so verlängere lich leider in meinem Gewissen, noch meine Gnadenzeit auf Erden, Gebet am Geburtstage. Gebet für Verlobte am Tage ihrer ehel. Verbind. 809 den, damit ich meinen Neben- lübden brechen! Unser Ehestand menschen nüglich sein und gu- müsse in deiner Furcht angefanten Saamen für die Ewigkeit gen, unter deiner väterlichen Leiausstreuen könne. Mache mich tung fortgesetzt, und in der fes weise und treu, das große Ziel, sten Ueberzeugung deiner Gnade welches ich als Mensch und als einst selig beschlossen werden. Christ vor mir babe, nie aus Wir empfehlen und deiner våden Augen zu verlieren. In der terlichen Fürsorge und beruhigen glaubensvollen Uleberzeugung, das uns in dem Vertrauen, da wirst du mich nicht verlassen werdest, Alles wohl machen. seße ich meinen Weg getroft fort Führe uns, Algütiger, auf und bleibe fest an dir, denn du dem Wege der Gottseligkeit zum hälst mich bei meiner Hand, du Ziele der bessern Wünsche. Jes leitest mich nach deinem Rath des Glück unsers Lebens sei ein und nimmst mich endlich mit neuer Bewegungsgrund zur Tu Ehren an. So leite mich im gend, eine neue Aufmunterung Segen dem bohen Ziel entgegen, zur Heiligung. Die Freuden, die dahin dein Wort mich weist. du uns schenken wirst, laß uns Mein Anfang und mein Ende nicht ohne dankbares Andenken ist dein, in deine Hände be an dich genießen. Legst du uns fehl, ich Bater, meinen Geist. Leiden auf, so fühlen sich unsre Amen. verbundenen Herzen stark genug, dieselben unter deinem Beistande und mit vereinten Kräften stand. haft zu ertragen. Mache, o gu ter Bater, diefes unser geschlos senes Bündniß zu einer reichen Gebet für Verlobte am Tage Quelle wahrer Tugend, frommer ihrer ehelichen Verbin Dung. Freude und Glückseligkeit. Schenfest du uns Kinder; so sei das unsre größte Wonne, sie fromm und christlich zu erziehen. Bewahre uns vor Kaltsinn und schweren Prüfungen, mache unGuter Gott und Vater, nach Zufriedenheit und immer zunehsere Lebenstage zu Tagen ruhiger deiner Führung wollen wir hen- mender Liebe. 57. Erhalte unser te in die genaueste Vereinigung Her; bei den Einigen, daß wir treten. Vor deinem Angesichte dich verehren, bis wir dereinst geloben wir einander unverbrüch in einer andern Welt mit Jesu, liche Liebe und Treue! Möchten unserm Herrn, und mit allen wir doch nie diese heiligen Ge- Seligen, befreit von aller Sinnlichkeit, 810 Andachten in besondern Umständen. lichkeit, zu einer höhern, reinern, übe, durch welche ich nnd mein geistigern Verbindung gelangen Kind einst Theilnehmer der ewiwerden. Amen. gen Glückseligkeit werden sollen. Das, o Gott, stärke und ermuntere mich in meinem jetzigen bes schwerdevollen Zustande, und be lebe mich zur innigstenLobpreisung deiner Allmacht und Güte, wenn nach überwundenen Echmerzen Gebet einer schwangern Ehefrau. der frohe Anblick deines Geschö pfes, meines Kindes, mich) er quickt, deine Vaterliebe, Erhalter des Menschengeschlechts, wird meine christlichen Wünsche ges 58. Laß dir, Allgütiger Gott, das wiß erfüllen. Amen. findliche Zutraun gefallen, mit welchem ich in meinen gegenwärtigen Umständen mich deiner göttlichen Obhut und Fürsorge besonders empfehle. Stärke mich auf diesem Wege meines weiblichen Berufs mit findlichem Ver trauen zu dir, daß ich bei allen mich betreffenden Zufällen und Veränderungen, deiner weiser An ordnung zu Erhaltung des MenGebet nach der glücklichen Ges burt eines Kindes. 59. in deiner beſondern Vorsehung Gott, du hast mich von der Trost und frohe Hoffnung habe, Angst und den Schmerzen bedaß du alles wohl machen wer freit, unter denen ich seufzete, dest. Erfülle meine Seele du hast mich errettet aus der mit dem großen Gedanken, daß Gefahr des Tedes, die mich um das, was deine große Allmachts schwebte, und hast mir das Lehand uuter meinem Herzen ge- ben für mich und die Meinigen bildet hat, für die Ewigkeit ge aufs neue geschenkt. Dank sei boren werden soll. Damit ich dir dafür, Algütiger, der du auch unter deines Geiftes Leitung, dann für uns sorgst, wenn wir mein Herz für die Erfüllung es am wenigsten denken; Lob und meiner Mutterpflichten erwärme, Dank sei dir, der du die Frucht und mich durch deine Gnade in meines Leibes bewahrt und mich den Gesinnungen der Tugend zur frohen Mutter gemacht hast! und Gottseligkeit mehr und mehr Laß mich nun durch mein gane zes Gebet nach einer glücklichen Geburt. 811 zes Leben fruchtbar sein an gu- lauf deine Güte vertraue und ten Werken, und dadurch zeigen, christlich sage: Der Herr bats daß meine Dankbarkeit aufrichtig gegeben, der Herr hats genomsei. Lehre mich, gütiger Gott, men! Alles, was er thut, ift für das zarte Geschöpf, das du weise und gut! wenn du mich) mir geschenkt und meiner Pflege nach deiner Güte wieder gefund anvertraut haft, vernünftige Sor in den öffentlichen Christenverqe tragen. Laß mich alle Mühe, sammlungen erscheinen läsfest, die mit seiner Auferziehung vers dann will ich öffentlich deine bunden ist, gern und mit Freu- Gnade mit dankbarem Herzen den über mich nehmen. Laß preisen. Amen. mich nie aus Liebe zur Gemäch lichkeit oder zum Vergnügen eine einzige Pflicht versäumen, die Natur und Religion mir auflegen: sondern gieb mir die Gnade, sie zur Dankbarkeit für meine Gebet glückliche Entbindung auf eine einer Wochnerin bei ih vernünftige Art zu erfüllen. Lehre rem Kirchengange. mich insbesondere fünftig für seine edle, zur Unsterblichkeit ge schaffene Seele die äußerste Sorgfalt 60. an christlicher Weisheit und Rechts Dank und Anbetung sei dir, schaffenheit immer mehr zuneh- Augütiger, für die Gnade und men, damit ich im Stande sei, Wohlthat, mit welcher du mich mein Kind, wenn es zum Gebisher beglückt haft. Laß dir brauch seines Verstandes gelangt, meinen Dank gefallen, den ich dir, gottesfürchtig zu erziehen, und meinem himmlischen Vater, meie ihm durch sanfte und vernünfti- nem größten Wohlthäter heute ge Erinnerungen, und besonders in der Versammlung meiner Mite durch ein gutes Beispiel, die Lie- christen, in deinem heiligen Tempel te zur Zugend einflößen. Wenn dafür bringen will, und erfülle es dir aber gefiele, mir mein mein Herz mit neuem findlichen Kind wieder zu nehmen, so lehre Vertrauen zu dir. Dein Wohle mich, o Allgütiger, meine Neithun belebe mich bente und imgungen, als Christin mäßigen mer jur treuen Erfüllung meis und deinem Willen mich unter ner bäuslichen Pflichten; daß ich werfen, das ich nie einiges Miß als Gattin und Mutter Freude, trauen in deine Borsebung scße, Wohlstand und Tugend in mei. fondern deine unerforschliche nem Hause verbreite, und das Weisheit mit Demuth anbete, fest bei deiner Gnade und Fürsorge auch 812 Andachten insbesondern Umständen. auch dadurch mit jedem Tage ge- 13u wem anders, als zu dir, soll wisser werden möge; daß mein ich meine Zuflucht nehmen, da Kind am Leibe und an der See ich einsam und verlassen in der le wachse und zunehme an allen Welt lebe und, wie eim Baum Eigenschaften und Tugenden, die auf freiem Felde, der keine Stüße es auf Erden und dereinst im bat, von Sorgen belastet, ohne Himmel beglücken können. All- Beistand und Freund bin und gütiger, der du jede dankvolle berwante? den besten der Freune Seele erfreuest, laß auch mich de auf Erden, den ich hatte, empfinden, welche hohe Würde schließt das Grab, an dem ich und Freude es sei, dich öffentlich die Zähren der Liebe und Webals den Erhalter des Menschenge muth weine. Menschenhülfe und schlechts, als den liebevollen Vas Beistand, o wie unsicher ist bei ter mit der innigsten Rührung des, und wie oft täufchte sich zu preisen und aus den Erfah- mein Herz, wenn es auf veräns rungen deiner göttlichen Fürforderliche und schwache Menschen ge neue Hoffnungen des Trostes baute! Des Kummers Bürde und der Hulfe für die Zukunft liegt schwer auf meinen Schulzu schöpfen. Mit diesen beselitern, wer hilft sie mir tragen? genden Glauben werde ich nun Wer ist mein Rathgeber, wenn als Verehrerin deines Sohnes ich Unterstügung suche, mein Ber Jesu in die Versammlung der theidiger, wenn man meine RechChristen geben. Laß auch dieseste fränkt, wer mein Schuß, Andachtsübung mir gesegnet sein, wenn man mich unterdrückt, wer laß sie mich innig rühren, fromm der Versorger und Erzieher meierbauen und im Glauben an dich, ner nun vaterlosen Kinder? Wer und in der Anhänglichkeit an wird in der Zukunft mein Beidir, mich stärken. Erfülle mein stand sein? wenn die Menge Flehn um deiner Vaterliebe wilder Sorgen sich mehrt! Woher Ten. Amen. nehm ich Trost und Muth, wenn meine Seele in Schwermuth verfunken, zagt? Hinauf mein Herz, zu dem Gott, der dir die Verheißung gab: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen, hinauf zum Gott der Wittwen und dem Retter der Bedrängten! Wenn Menschenbülfe nichts vermag, so findest du am Thron der GnaGebet einer Wittwe. 91. Der du ein Gott der Wittwende die Rettung, nach der du und ein Vater der Verlaffenen dürftest. Und so will ich denn bist, o Herr, zu dem ich bete! lin stiller Ergebung und mit einem Gebet einer Waise. 813 nem recht christlichen Sinn mei- aller Waisen Vater, ohne den ne Hoffnung auf dich meinen fein Eperling vom Dache und kein Schutz und Retter setzen; will Haar von meinem Haupte fällt, alle meine, wenn auch schwache wie süß und erquickend ist mir Kräfte aufbieten, die Pflichten, dieser Glaube! Ich ehre, wenn die mir gegen die Meinen oblie auch mit Thränen, den verborggen, zu erfüllen, will durch einen nen Rath deiner Weisheit und stillen und eingezogenen Wandel bete dich in tiefer Demuth an, jeden bösen Echein vermeiden, ob mich gleich deine Baterhand und denen ganz leben, die ich jetzt auf Dornenwegen leitet. geboren habe. In meiner Ein: Vater und Mutter haben mich famkeit die Hoffnung auf dich verlassen, du aber, o Herr, haft allein zu segen, und am Gebet mich aufgenommen, um es auch und Fleben Tag und Nacht zu an mir zu offenbaren, du seist bleiben, auch tadellos vor der der Verlassenen Hort und der Welt erfunden zu werden, das Waisen Versorger. O daß ich sei mein einziges Bestreben. dort auch als dein Eigenthum Und du, o Bater, der du die von ganzer Seele dir anbange, Herzen der Menschen lettest wie nicht aber mir, oder der Welt die Wasserbäche, wirst mir dann leben möchte! Daß doch wahre. Frömmigkeit, Unschuld des Her zens und ein zartes Gefühl fürs Gute das Ziel sei, nachdem ich ringe, damit ich dir, o Gott, gefalle! Mit diesen Gütern bereiz hert fann mich kein Mangel drücken, und durch diese Stüßen gestärft, stehe ich fest, wenn Versuchungen mich bestürmen wollen. Ach, ich lebe in einer Welt, wo es der Gefahren viele giebt, und unter Menschen, die zum Theil mir manche Fallstricke legen. Laß mich mit Behutsamfeit die Bahn wandeln, die ich vor mir sebe. Bewahre mich vor aller Sermessenheit, der ges fährlichen Klippe der Zugend, und wenn böse Erempel mich 62. Der du des Furms im Stan-( vom richtigen Pfade ableiten be eingedenk bist, allesregieren wollen, so laß mich den Gedander Herr der Welt, auch wein, fen an deine heilige Allgegenwart Freunde erwecken, die meine Rechtschaffenheit ehren und mit ihrem Mitleid mich trösten. Ja, was mehr als alles ist, du bist dann der Retter und Freund, der meis ne Plagen erleichtert und mir mitten in der Nacht des Traurens das ticht der Hoffnung auf gehen läßt. Amen. Geber einer Waise. 814 Andachten in besonderen Umständen. wart, an die dir schuldige Treue nes reinen Wortes hier und allents recht starf denken, damit ich stark halben erhalten werden mögen, werde, die Macht der Versuchung dadurch dein Reich unter und und zu entkräften und das Kleinod in aller Welt vermehret, der zu bewahren, das mir anvertraut wahre Glaube in uns erwecket ist. Für mein irdisches Fortkom- und gestärket werde, auch die men laß ich dich sorgen, der du fiete gegen alle Menschen in meine Tage gezählt und mir das uns zunehme. Loos beschieden bast, das mir werden soll. Aengstliches Sorgen Vornehmlich laß deine Enade foll meine Ruhe nicht stören, und Barmber, iafcit groß werden denn du hast Mittel und Wege über Unsern Theuersten König genug, mein Glück zu gründen. und Herrn,( über die Königin, Meine größte Sorge sei diese, Seine Gemablin,) über die Königs wie ich dir gefalle, Glauben und lichen Prinzen und Prinzessinnen, gutes Gewissen bewahre, und nach und alle, die dem Königlichen deinem Reiche trachte. Gieb mir hause anverwandt und zugethan nur, so lange ich hier in derFremde sind. Seße Sie, o großer Gott! walle, das Bewußtsein, daß ich fämmtlich zu deinem Segen, und dir, o mein Gott, gefalle. Diese fröne Sie mit Gnade und Wohls fanfte Frendigkeit, die ich zu dir fahrt für und für! babe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. Amen! O du Gott der Heerschaaren! gieb unserm Könige und Herrn ein weises Herz, Königliche Ges danken, heilsame Rathschläge, gerechte Werke, einen starten Arm, getreue Räthe zu FriedensAllgemeines Kirchengcbet. und Kriegeszeiten, damit wir unter einer Majestät gesegneten Regierung als treue Uterthanen ein geruhiges und stilles Leben übren mögen in aller GottseligAlmächtiger, ewiger Gott, und feit und Ehrbarkeit. 63. Vater unsers Herin Jesu Chri sti, Herr Himmels und der Er. Sei mit deinem göttlichen den, wir bitten dich berzlich, du Schuß allenthalben bei unsers mollest deine driftliche Ride Königes Armeen und Truppen, mit allen ihren fehrern und Diesegne die hohe Generalität und nern, durch deinen heiligen Geist ille hohe und niedere Offiziere regieren, daß sie bei der recht ind Soldaten, und laß ihre schaffnen, unverfälschtenlehre dei. Dienste gereichen zum Schuße der Allgemeines Kirchengebet. 815 der Kirchen und des Vater- ziehung und Unterweisung der landes. lieben Schul- und anderer Jugend, daß sie aufwachsen in deis ner Furcht und zum Preise deines Namens. Fördere alle chriftliche In Kriegeszeiten. Laß Glück und Sieg sie über, Handlung, Nahrung und Hande all begleiten, damit durch sie jeden mit allem guten Gewissen thierung, und laß dabei einen ein heilsamer und beständiger Friede hergestellt und erhalten vor dir wandeln und sich redlich werden möge. nähren. In Friedenszeit. Gedenk in deiner Güte an alle, die in Trübsal, Armuth, Verlaffenbeit, Krankheit, Krieges-, Hungers-, Feuer- oder Wass Laß Glück und Sieg sie über- serenotb, oder andern Anfechtuns all begleiten, damit der durch gen sind, auch an die, so um deine Gnade geschenkte beilsame deiner Evangelischen Wahrheit Frieden allenthalben befestiget, willen angefochten und gefans und beständig erhalten werden gen sind, oder sonst Verfolgung möge. leiden. Du wollest sie alle, o Deiner Obsicht und Beistande, Gott alles Trostes! mit dem heis o treuer Gott! befeblen wir alle ligen Geiste fräftig trösten, in hohen Königlichen Landeskolle Geduld und Glauben stärken, gia, und andere hohe und niedre und endlich daraus erlösen nach Civilbedienten, die hier und an deinem väterlichen Wohlgefallen. derswo des Königs und des Alle Früchte der Erden, die Vaterlandes Bestes treulich su- zu unser leiblichen Nahrung chen nnd befördern: Sowohl und Nothdurft gehören, wollest auch den Rath dieser Stadt, jdu, o barmherziger Vater! bei ( die Herrschaft dieses Orts,) ver, jerwünschter Witterung mit frucht leibe ihnen Gnade und Segen, barem Wachstbum gerathen und die ihnen Untergebenen nach dei gedeihen auch erhalten und bes nem heiligen Willen u. Wohlges wahret werden lassen. Auch in fallen zu regieren, die Gerechtig: deinem väterlichen Schonen wolkeit zu befördern, die Bosheit aber lest du alle durch unsere Sünund alles Uebel zu verhindern den zwar wohl verdiente Noth und zu bestrafen; damit der und Gefahr abwenden, so diese Sünden und Seufzer des Lan- Stadt( Drt) sammt andern Or des weniger, hingegen dein gnä- ten betreffen möchte, und neben diges Wohlgefallen und Wohl- dem lieben Kirchen- und Landfries thun an uns vermehrt werde den, alle andern deine geistSegne in Gnaden die Aufer- lund leiblichen Wohlthaten uns und 816 Andachten in besondern Umständen. und unser Nachkommen ferners wahrem Glauben, und daß deigönnen und beständig erhalten; nen Geist weder alsdann, noch bingegen vor allem feindlichen sonst, nimmermehr von uns weis Einfall, Verwüstung des Lan- chen, damit wir in deiner Furcht des, Krieg, Aufruhr, Pestilenz, leben, in deiner Gnade sterben, Theurung, Feuer- und Was und zuletzt das Ende unsers fersnoth, und was uns schäd- Glaubens ewig davon tragen, lich sein mag, fürnehmlich vor der Seelen Seligkeit. Alles um allem geistlichen und ewigen Ver- deines lieben Sohnes Jesu Chris derben der Seelen uns behüten sti, und seines theuern Blutes und bewahren. willen, der mit dir und dem heis Bleibe so bei uns, o treuer ligen Geiste lebet und herrschet, Vater! mit deiner Gnade bis an wahrer Gott, hochgelobet in unser Ende. Bereite zu demsel- Ewigkeit. Amen. ben einen jeden unter uns in 10 Inches Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 15 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8