nia Trolt der Armen Seelen. Belehrungen und Beiſpiele über den Zustand der Seelen im Fegfeuer. Nebst einem vollständigen Gebetbuche jum Graffe derselben. Herausgegeben von Joseph Ackermann, ehemals Pfarrer in Emmen. Ausgabe No 4. Mit bischöflicher Druckbewilligung. ngen Verlagsanstalt Benziger& Co. 21. 6. Typographen des Hl. Apostol. Stuhles, Einhedeln, Waldshut, Köln a/ Rh. New- York, Cincinnati Chicago, bei Benziger Brothers. SEE MODA FIS REQUIES Verlagsanstalt Benziger& Go A G. Dey Einsiedeln, Schweiz Trolt der Armen Seelen. Belehrungen und Beiſpiele über den Zustand der Seelen im Fegfeuer. Nebst einem vollständigen Gebetbuche jum Graffe derselben. Herausgegeben von Joseph Ackermann, ehemals Pfarrer in Emmen. Ausgabe No. 4. Mit bischöflicher Druckbewilligung. Verlagsanstalt Benziger& Co. 21. 6. Typographen des Hl. Apostol. Stuhles, Einsiedeln, Waldshut, Köln a/ Rh. New- York, Cincinnati Chicago, bei Benziger Brothers. Einleitung. unserseits, und wie traurig für jente wäre es, wenn wir ihnen diese große Wohlthat versagten, entweder weil wir dieselbe nicht kannten, oder auch, weil wir sie nicht achteten! 6 Um also diesem bringenden Bedürfnisse frommer Seelen so viel als möglich zu entsprechen, wurde hier das Wichtigste und Anziehendste gesammelt, das sich über diesen Gegenstand in der heiligen Schrift, in der Erblehre und den Beschlüssen der Kirche, in den Schriften der heiligen Väter, der kirchlichen Schriftsteller und Geisteslehrer findet. Und da Thatsachen mehr Eindruck machen als Worte, so wurden Beispiele zur Beleuchtung und Aufmunterung beigefügt. Aus der großen Menge derselben wurden indeß nur die zweckmäßigsten, und auch unter diesen nur die sichersten gewählt, nämlich solche, die aus zuverlässigen Quellen stammen Uebrigens sind wir weit entfernt, diesen Beispielen, der Anordnung der Kirche gemäß, ein anderes als blos menschliches Ansehen beilegen zu wollen. Ferner suchten wir, damit der Eifer der Gläubigen auch durch einen edlen Eigennutz Erster Theil. Belehrungen und Beiſpiele über die armen Seelen im Kegfeuer. Herr, gieb ihnen die ewige Ruhe, As 13 und das ewige Licht leuchte ihnen 11 I. Vom Begriffe und Dasein des Hegfeuers. Dom Begriffe des Fegfeuers. S as Fegfeuer ist jener Ort in der andern Welt, wo die Seelen von solchen Sünden gereinigt werden, welche zwar die Gnade Gottes in uns nicht auslöschen und daher nicht mit der Hölle gestraft werden, welche aber die Seele so lange vom Himmel, in welchen nichts Unreines eingeht, ausschließen, bis ihre Schuld gänzlich abgebüßt ist. Es ist der Ort, wo auch schwere Sünden, für die man zwar in diesem Leben Verzeihung von Gott und Dasein des Fegfeuers. 13 der Anführer Judas eine Sammlung und sandte 12,000 Drachmen Silber nach Jerujalem, damit für die Gefallenen ein Sühnopfer dargebracht würde, indem er gut und fromm in betreff der Auferstehung gesinnt war. Denn," fügt hier die heilige Schrift bei, wenn er nicht gehofft hätte, daß die, welche gefallen, auferstehen würden, so schiene es ja überflüssig und eitel, für die Verstorbenen zu beten. Vielmehr dachte er, daß eine sehr große Gnade denen vorbehalten ſei, welche in Frömmigkeit entschlafen sind. Es ist also ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, daß sie von ihren Sünden erlöst werden." Die heilige Schrift selbst folgert also hier aus dem Benehmen des Judas das Dasein des Fegfeuers oder einen Zustand der Abgestorbenen in der andern Welt, auf den unsere Gebete und Opfer eine heilsame Einwirkung haben, und aus welchem sie durch uns erlöst werden können. Gewiß hätte bei dem jüdischen Volke in so schwerer Kriegszeit weder eine so reiche Sammlung gemacht, noch eine wichtige Religionsneuerung plötzlich eingeführt werden können, wenn nicht schon vorher diejer Glaube tief im Her11 14 I. Vom Begriffe 11 zen dieses Volkes gelegen wäre. Daher sagt Allioli zu obiger Stelle der heiligen Schrift: Diese ganze Stelle liefert einen klaren Beweis für die katholische Lehre von dem Dasein eines Reinigungsortes für die im Stande der Gnade mit noch nicht vollkommen abgebüßten Sünden Verschiedenen, und von der Wirksamkeit des Gebetes und der guten Werke zu ihrer Erlösung." Ferner erhellt dieſes aus Sir. 7, 37, wo es heißt:„ Wohlthätigkeit ist allen Lebenden angenehm, aber versage sie auch einem Todten nicht," nämlich durch Bezeigung der letzten Ehre und Darbringung der Todtenopfer, wie Allioli hinzufügt. Endlich geht aus der Stelle des heiligen Paulus( I. Cor. 15, 29.): ,, Was thäten sonst die, welche um der Todten willen sich taufen lassen,*) wenn es gewiß ist, daß *) Allioli nimmt hier mit mehreren andern Schriftauslegern die Worte: sich taufen laſsen" bildlich für leiden, wie sie auch der göttliche Heiland( Luc. 12, 50.) genommen hat, und fügt hinzu:„ Nach dieser Auffassung spricht diese Stelle den Glauben der ersten Christen aus, daß man den Verstorbenen durch Werke der Buße zu Hilfe kommen könne." Es ist also diese Stelle des heiligen Paulus immerhin ein Beweis für den damaligen Glauben an ein Fegfeuer. I. Vom Begriffe dentbar ist. Ferner sagt der göttliche Heiland( Matth. 12, 32.): Und wer ein Wort wider des Menschen Sohn redet, dem wird vergeben werden; wer aber wider den heiligen Geist redet, dem wird weder in dieser, noch in der zukünftigen Welt vergeben werden." Hieraus folgert der heilige Auguſtinus mit andern heiligen Kirchenlehrern( Gregor, Bernard, Beda) das Fegfeuer, da es, diesen göttlichen Ausspruche gemäß, Sünden geber müsse, die in der andern Welt vergeben werden können. Endlich schreibt der heilige Paulus( I. Cor. 36, 12-15.): ,, Wenn aber jemand auf diesen Grund( der Christus Jesus ist) bauet Gold, Silber, Edelsteine,*) Holz, 16 *) Unter Gold, Silber, Edelsteinen sind nach den heiligen Vätern die guten Werke, unter Holz, Heu, Stoppeln hingegen die leichten Sünden zu verstehen. Daher schreibt der heilige Augustinus in seiner Erklärung des 37. Psalmes: ,, Noch züchtige mich in deinem Zorne, auf daß du mich in diesem Leben reinigest und so umwandelst, daß ich das Reinigungsfeuer nicht mehr nöthig habe, wegen derer, die selig werden, aber es werden gleichsam durch das Feuer. Warum dies, als weil sie hier auf den Grund Holz, Stroh und Stoppeln Sauen? Würden sie Gold, Silber, Edelsteine bauen, so würden sie vor beiden Feuern gesichert sein, nicht nur vor jenem 18 I. Vom Begriffe Das Dafein des Fegfeners wird aus der apoftolifdien Ueberlieferung bewiesen. 11 Gar zahlreich sind die Zeugnisse aus den ältesten Zeiten für den Glauben der christlichen Kirche an das Dasein des Fegfeuers. Schon im dritten Jahrhundert spricht Tertullian von den Opfern für die Todten als von einer apostolischen Ueberlieferung, und der heilige Johannes Damascenus sagt in seiner Rede über die Abgestorbenen: Die Jünger und Apostel des göttlichen Heilandes, die das ewige Wort jelbst sahen und den lebendigen Umkreis der ganzen Welt befehrten, sie lehrten, man jolle in den furchtbaren, unbefleckten und belebenden Geheimnissen des heiligen Meßopfers das Gedächtniß derjenigen begehen, die gläubig entschlafen seien. Zur weitern Bekräftigung führt er in der nämlichen Rede das Zeugniß des hl. Johannes Chrysostomus an mit diesen Worten: Jener Johannes, der wegen seiner Beredſamkeit den Namen Chrysostomus, das heißt Goldmund, empfing, lehrt: Nicht leichtfertig oder zufällig ward es von den weijesten Schülern Gottes verordnet und der Kirche überliefert, 11 II. Von den Peinen des Fegfeuters. ,, würde ihnen feine so große Pein verurjachen, als die Qual des Verlustes Gottes." ( Abhandlung vom Gebete.) 23 Von der Feuerpein des Fegfeners. 11 Das Feuer des Reinigungsortes ist nach den heiligen Kirchenvätern von dem der Hölle nicht verschieden.„ Das nämliche Feuer," sagt der heilige Thomas von Aquin( in Suppl. qu. 69. art. 8.), ,, quält die Verdammten in der Hölle und die Gerechten im Fegfeuer." Die geringste Pein des Fegfeuers," fügt dieser heilige Kirchenlehrer hinzu, übersteigt die größte, welche man in diesem Leben erdulden kann." Er nimmt selbst die größten Qualen der Martyrer nicht aus, indem er sagt, daß dieses Feuer nicht nach der natürlichen Kraft, sondern, wie das höllische, mit einer erhöhten, übernatürlichen Heftigkeit als Geißel Gottes brenne. Auch sagt der heilige Bischof und Kirchenvater Augustinus in seiner Erklärung des 37. Psalms von diesem Feuer: Weil gesagt wird: ,,,, Er jelbst aber wird selig werden""( I. Cor. 3, 15.), wird jenes Feuer gering geachtet. Allein obwohl man durch das Feuer selig wird, so wird jenes Feuer dennoch schmerzlicher sein, als II. Von den Peinen des Fegfeuers. 11 dinal Bellarmin sagt in seinen Seufzern der Taube", daß kaum einige Gerechte durch die größte Barmherzigkeit Gottes den scharfen Peinen des Fegfeuers entgehen und sogleich in den Himmel gelangen. Wer ist so vollkommen," sagt der heilige Bernhard, so heilig, daß er, wenn er aus dieser Welt ſcheidet, jenem Feuer nichts schuldet und jeine Seele von allen Sündenschlacken so geläutert hat, daß er sich rühmen könnte, er habe ein reines Herz? daß er sagen könnte: Mein Herz ist rein; ich bin frei von Sünden""?( Sprüchw. 20, 9.) Wenige sind auserwählt; allein auch unter diesen wenigen gibt es nach meinem Dafürhalten äußerst wenige, die jo vollkommen sind, daß sie jene Reinigung vollbracht haben, von welcher der weise Mann spricht( Sir. 7, 34.): ,,,, Reinige dich mit den wenigen von deiner Fahrlässigkeit.""( Serm. VI. de Purif.) 28 Man muß ganz rein fein, um in den Himmel gelangen zu können. Obwohl die läßlichen Sünden uns nicht der Freundschaft Gottes berauben, so ist es doch gewiß, daß sie unsere Seele beflecken Ohr auf Tak Acht haben dein meines Flehenx s.199 die Stimm 31 III. Von den Beweggründen, den armen Seelen zu helfen. Die armen Seelen können keine Verdienste mefir erwerben und fidh keine Linderung verschaffen. So er gelehrte Buttler jagt in seiner vortrefflichen Abhandlung über den Allerjeelentag: Noch ein Umstand darf nicht übergangen werden, der besonders unser Mitleid mit den im Fegfeuer leidenden Seelen erregt, nämlich, daß sie sich keine Verdienste mehr sammeln und nicht die geringste Linderung verschaffen können. Die Kranken und III. Von den Beweggründen, Armen können wenigstens mit Worten um Hilfe bitten, und man wird schon durch den Anblick ihrer Leiden gerührt und zur Theilnahme bewogen. Allein die Seelen im Fegfeuer haben keine andern Mittel als Geduld, Ergebung und Hoffnung. Sie mögen noch so sehr seufzen und sich nach Erlösung sehnen, Gott antwortet ihnen, daß jene Nacht, in der niemand mehr wirken kann( Joh. 9, 4.), Würde sich dieſer für sie gekommen sei." Schreckensort aufthun," fügte er hinzu, „ könnten wir ihre Qualen sehen, welchen Eindruck würde dieser Anblick auf uns machen! Wie viele Thränen würden wir vergießen, von welchem Schauer würden wir ergriffen werden, wenn wir jene unzählbare Menge Diener Gottes sähen, die unsere Brüder in Christus sind, welche so unaussprechliche Leiden erdulden!" 32 " 1 Die armen Seelen im Fegfeuer rufen uns ofine Unterlaß um Bilfe an. Da die armen Seelen im Fegfeuer ſelbst sich in ihrer äußersten Noth und Bein nicht die geringste Erleichterung verschaffen können, hingegen wohl wissen, daß uns im Stande den armen Seelen zu helfen. 33 der Gnade alle Schätze der Kirche mit allen Verdiensten des Lebens und Leidens Jesu Christi zu Gebote stehen, um ihnen Trost und Linderung, ja sogar gänzliche Befreiung zu erwirken, so rufen sie ohne Unterlaß zu uns um Rettung und Hilfe. Weil sie dies aber nicht auf eine für uns vernehmbare Weise thun können, so thut es die Kirche für sie, sowohl durch die vielen rührenden Anstalten zu ihrer Erlösung, als auch durch ihre Diener, welche uns den kläglichen Zustand der armen Seelen vor Augen stellen. Der Kanzler Gerson läßt sie auf folgende Weise zu uns rufen: ,, Betet für uns, weil wir uns selbst nicht helfen können! Diesen Beistand dürfen wir von euch erwarten; versaget ihn uns nicht! Jhr, die ihr uns fanntet auf Erden, die ihr uns liebtet, könntet ihr jetzt uns vergessen? Man sagt gewöhnlich, daß man in der Trübjal den Freund erfenne. Welche Trübsal ist aber mit der unsrigen zu vergleichen? Habet also Mitleiden mit uns!" ,, Einem harten Herzen wird es zuletzt übel gehen."( Sir. 36, 27.) Verschließet also um euer selbstwillen nicht euer Herz und seid nicht gegen eueren eigenen Vortheil gleichgiltig. Trost d. a. S. IV. 3 34 III. Von den Beweggründen, Es ist unsere Pflicht, den armen Seelen im Fegfeuer zu Bilfe zu kommen. Der geistreiche und fromme M. Boudon, Erzdiakon von Evreur, sagt hierüber in seiner Schrift: ,, Die Verherrlichung der allerheiligsten Dreieinigkeit in den Seelen des Fegfeuers": ,, Je ärmer eine Person ist, desto mehr sind wir verpflichtet, ihr beizuspringen. Wer aber kann nun ärmer sein, als derjenige, welcher nichts hat, viel schuldig ist, weder arbeiten, noch erwerben, noch begehren kann und doch in den erschrecklichsten Peinen sißen muß, bis er den letzten Heller zurückbezahlt hat? Das Gesetz, den Bedrängten zu Hilfe zu kommen, ist zwar allgemein und erstreckt sich selbst auf fremde und unbekannte Personen; allein hier ist eine noch strengere Verbindlichkeit vorhanden, indem sich in diesen reinigenden Flammen sogar solche befinden, die uns zunächst angehen, und an deren Leiden wir vielleicht schuld sind. Es schmachten darin unsere Brüder, Schwestern, Väter, Mütter und andere. Welch ein Schmerz muß es für diese sein, sich jetzt in diesen Gluthen selbst von jenen 36 III. Von den Beweggründen, sich in diesen Orten aufhalten, haben theil an den Gebeten und guten Werken der heiligen Kirche, welche in der Welt verrichtet werden, vorzüglich an jenen, welche sie selbst wirkten, da sie noch lebten, sowie auch an jenen, welche von ihren Freunden für sie verrichtet werden. Wisse auch, daß, so wie die Sünden vielfältig und verschieden sind, desgleichen auch die Strafen vielfältig und verschieden sind. So wie daher der Hungrige durch den Bissen, der ihm dargereicht wird, der Durstige durch den Trank, der Traurige durch die Lustbarkeit, der Nackte durch das Kleid und der Kranke durch das Bett, in das er kommt, erfreut wird, so erfreuen sich die armen Seelen und nehmen theil an allem Guten, das für sie in der Welt gethan wird. Gesegnet sei derjenige," fügte er hinzu, der in seinem Leben den armen Seelen mit seinen Gebeten und guter Werken, sowie durch die Arbeit jeines Leibes zu Hilfe kommt! denn die unfehlbare Gerechtigkeit Gottes will, daß sie entweder durch die Pein des Fegfeuers gereinigt werden, oder durch die guten Werte der Gläubigen eine frühere Erlösung erlangen." Hierauf hörte man ein Rufen vieler Stimmen aus III. Von den Beweggründen, ebenso angenehm ist, als wenn wir unsern Herrn selbst, wenn Er in einem Kerter eingeschlossen wäre, trösten würden oder durch unsere Hilfe zu befreien suchten; denn Er ſelbst hat gesagt: ,, Wahrlich, sage Ich euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder gethan habt, das habt ihr Mir gethan."( Matth. 25, 40.) Man liest auch bei dem heiligen Dionysius, dem Karthäuser, daß der göttliche Heiland einst zur heiligen Gertrud sagte: so oft sie eine Seele aus dem Fegfeuer erlöse, jei dies dem Herrn so angenehm, als wenn sie Ihn selbst aus einem Sterker befreite, und die göttliche Güte und Allmacht werde ihr zur erwünschten Zeit den gebührenden Lohn für diese Wohlthat nicht vorenthalten." Der heilige Kirchenlehrer Thomas von Aquin lehrt sogar, daß Gott die für die Abgestorbenen aufgeopferten guten Werke wohlgefälliger seien, als die für die Lebendigen, weil jene sie mehr bedürfen und nicht, wie diese, sich selbst Hilfe verschaffen können. Endlich spricht der heilige Ambrosius in seinem Buche über die Pflichten der Geistlichen: Alles, was für die Abgestorbenen in einer frommen Absicht gethan wird, wird in unser eigenes Verdienst umgewandelt." 38 den armen Seelen zu helfen 39 Durch die Erlösung der armen Seelen aus dem Fegfeuer befördern wir die Ehre Bottes auf die wirksamste und vollkommenfte Weife. In den frühern Beweggründen haben wir theils unsern eigenen Nußen, theils den Nußen der armen Seelen berücksichtigt, um uns aufzumuntern, ihnen beizustehen; in dem gegenwärtigen wollen wir einzig nur auf die Ehre Gottes sehen. Die Endabsicht der Heiligen war bei allen ihren Handlungen immer „ die größere Ehre Gottes". Der göttliche Heiland lehrt uns selbst als erste Bitte zum Vater im Himmel sprechen: ,, Geheiliget werde dein Name!" In der gleichen Absicht betet die Kirche im Gloria der heiligen Messe:„ Wir danken Dir wegen deiner großen Herrlichfeit." Das Lob Gottes" ist auch das Hauptgeschäft der Heiligen im Himmel; es soll daher auch die Verherrlichung Gottes" der Hauptbeweggrund bei unsern Liebeswerken für die Abgestorbenen sein; denn wir befördern sie auf die vollkommenste Weise, weil wir diese hl. Seelen durch die Erlösung, welche wir ihnen erwirken, in den Himmel verjeßen, wo allein Gott vollkommen verherrlicht wird. Der 11 III. Von den Beweggründen 2c. fromme Boudon war von diesem Gedanken jo ergriffen, daß er ausrief:„ Ich lade alle ein, die für die Verherrlichung Gottes entflammt sind und nach der reinen Liebe zu Gott allein streben, über diese Wahrheit nachzudenken. Wenn die hl. Theresia und andere Heilige betheuert haben, sie hätten, um die Verherrlichung Gottes nur um einen Grad zu vermehren, alle erdenklichen Beinen leiden mögen, was soll man denn nicht thun, was nicht leiden für die Erlösung der Seelen aus den reinigenden Flammen des Fegfeuers, da diese ja das Mittel ist, die Ehre Gottes um Millionen Grade zu erhöhen und zwar nicht nur für einen Augenblick, sondern für immer, für die ganze Ewigkeit!" So rief auch ein von Liebe zu Jesus brennender Ordensmann, P. Johann von St. Maria, aus:„ Ich bekenne, daß es mein Wunsch wäre, in eine Wildniß oder in einen Kerker die ganze Zeit meines Lebens verbannt zu sein, um nichts anderes zu thun, als Ablässe für die armen Seelen zu gewinnen und dadurch einige derselben Jeju zuzuführen, daß sie Ihn aus ihrem ganzen Vermögen lieben und loben fönnten!" 40 **** 48 IV. Von den Mitteln, Auch der göttliche Heiland spricht( Joh. 15, 7.): ,, Wenn ihr in Mir bleibet, und meine Worte in euch, so möget ihr bitten, was ihr immer wollt, es wird euch gegeben werden." Beispiele über den Gebetseifer der Heiligen für die Abgeftorbenen. Der heilige Bischof und Kirchenvater Ambrosius sprach in seiner Trauerrede über den römischen Kaiser Valentinian mit heiligem Eifer: Laßt uns die heiligen Geheimnisse für denjenigen darbringen, dessen Verlust wir beweinen! Lasset uns mit glühender Andacht für seine Seelenruhe beten....! Erhebet eure Hände mit mir, damit wir wenigstens durch diese Pflichterfüllung einen Beweis unserer Dankbarkeit für die empfangenen Wohlthaten geben können." Dann an dessen früher verstorbenen Bruder Gratian erinnernd, sprach er weiter:„ Ihr werdet beide selig sein, wenn meine Gebete etwas vermögen. Ich werde keinen Tag vorüber, gehen lassen, ohne mich eurer zu erinnern. Jede Nacht werdet ihr der Gegenstand meines Flehens sein. An allen meinen Opfern werdet ihr theilnehmen. Wenn ich euer den armen Seelen zu helfen. vergesse, so soll auch meine Rechte vergessen jein." In der Trauerrede auf den Kaijer Theodosius den Großen betete er:„ Gib, o Herr, deinem Diener Theodosius eine vollkommene Ruhe, jene Ruhe, welche Du deinen Heiligen bereitet hast. Ich werde von meinen Thränen und Bitten nicht ablassen, bis ich ihn hingeführt auf den heiligen Berg des Herrn, wohin ihn seine Verdienste rufen." Mit gleichem Eifer brach einst der hl. Abt und Kirchenvater Bernhard in folgende Worte aus: ,, Auf, ihnen zu helfen! Ich will den Herrn mit Wehklagen beschwören, mit Seufzern will ich in Ihn dringen, mit meinen Gebeten will ich ihr Fürbitter sein; ich will zu ihrer Beruhigung ein besonderes heiliges Meßopfer darbringen, in der Hoffnung, daß der Herr sie seines gnädigen Blickes würdigen, ihre Qualen in Ruhe, ihr Elend in Glorie und ihre Beinen in Lohn verwandeln wolle. Durch solche und ähnliche Werke fann ihre Bußzeit abgekürzt, ihre Mühsal geendet und ihre Qua! aufgehoben werden. Durchlaufe, gläubige Seele, welche du immer bist, jene Gefilde der Reinigung und betrachte, was hier vorgeht. Dort lerne Mitleid."( Serm. 42.) Trost d. a. S. IV. 49 den armen Seelen zu helfen. 51 darauf dieses Gebet ununterbrochen fort, wodurch nach und nach die Traurigkeit des Verstorbenen in Freude, seine bleiche Farbe in Glanz und sein aschenfarbiges Kleid in ein schneeweißes umgewandelt wurde; und nachdem es jener hundertmal gebetet hatte, stand die Seele desselben vor Freude glorreich vor ihm, dankte ihm unaussprechlich für ihre schnelle Erlösung und fuhr jubelnd gen Himmel." So jene Chronik. Ein ähnliches Beispiel liest man in der nämlichen Chronik von einem P. Stephan, der mit gleichem Erfolge vielmal nach einander den Psalm:„ Aus der Tiefe 2c." für eine ihm erschienene Seele gebetet hatte. Auch ein kurzes Gebet kann den Ab. geftorbenen fehr nützen. Ein gottseliger Bischof sah einst, als er bei Tag in einen leichten Schlaf fiel, im Traume einen Knaben, der mit einer goldenen Angel an einer silbernen Schnur eine Frau aus einem tiefen Brunnen herauszog, und da er hierauf nach seinem Erwachen ans Fenster ging, sah er den nämlichen. Knaben auf dem Kirchhofe bei einem Grabe 56 IV. Von den Mitteln, denn sie ist ja, wie der fromme Gerson sagt, als Königin, und zwar als Königin der Barmherzigkeit, als Mutter der Gnaden gefrönt und vermochte darum wohl sicherlich, für die Gefangenen Begnadigung zu erhalten." Auch der heilige Bernardin sagt, daß sie eine besondere Herrschaft über das Fegfeuer erlangt habe und vorzüglich ihre treuen Verehrer daraus erlöje. Von der Kraft des heiligen Rosenkranzgebetes zum Troff der armen Seelen. Diese Kraft läßt sich schon aus den eigenen Worten der Himmelskönigin erkennen, die sie einst nach dem Zeugnisse des sel. Alanus in einer Erscheinung zum heiligen Dominicus sprach, daß nämlich eine der Hauptwirkungen des heiligen Rosenkranzes die Erlösung der armen Seelen im Fegfeuer sei. Dieſes bestätigt auch das folgende Beispiel: Durch die Predigten des heiligen Dominicus wurde in Rom eine Weibsperson von üblem Rufe, mit Namen Katharina, bekehrt und verlegte sich hernach mit besonderem Eifer auf das Rosenfranzgebet, das sie meistens für die armen den armen Seelen zu helfen. 57 Seelen im Fegfeuer aufopferte. Um nun zu zeigen, welchen Nutzen diese Andacht jenen Seelen verschaffe, ließ der Herr einst den Heiligen sehen, daß, während Katharina eines Tages zum Heile derselben den schmerzhaften Rosenkranz betrachtend betete, ihr unser Herr Jesus Christus in Gestalt eines wunderschönen Knäbleins erschien, aus dessen Gliedern fünfundfünfzig Quellen emporsprangen, ſo viele nämlich, als der Rosenkranz Vater unser und Ave Maria enthält. Aus diesen Quellen ergoß sich in großer Menge das hellste Wasser in das Fegfeuer, wodurch die leidenden Seelen so erquickt wurden, daß sie beinahe keine Bein mehr fühlten, sondern in lauten Jubel ausbrachen und voll Dank ihre mitleidige Wohlthäterin Katharina lobpriejen."( Campadelli.)- Der jel. Alanus schreibt:„ Viele Brüder und Schwestern im Herrn haben ihm eidlich bezeugt, daß ihnen während des Rosenkranzgebetes viele Seelen erschienen seien und dankend versichert hätten, es gäbe nach dem heiligen Meßopfer kein kräftigeres Hilfsmittel für sie im Fegfeuer, als das heilige Rosenkranzgebet, und daß täglich viele dadurch aus diesem erlöst würden, welche sonst noch viele Jahre darin IV. Von den Mitteln, Schutzengel, den sie sehe, sehr viel Trost erfahre. Ferner liest man von der seligen Cäcilia, einer Dominicanerin, daß sie in ihrem Leben die Gewohnheit gehabt habe, allzeit aus Liebe zu dem am Kreuze dürstenden Heilande etwas von ihrem Tranke abzubrechen; nachdem sie nun nach ihrem Tode zum Fegfeuer verurtheilt worden, sei sogleich ein Engel mit einer goldenen Schale gekommen, habe die Flammen um sie her ausgelöscht und sie in den Himmel eingeführt. Endlich liest man auch, daß einst ein Jüngling, der sich schlafen gelegt, ohne seinen gewöhnlichen Rosenkranz für die armen Seelen gebetet zu haben, von seinem Engel geweckt und an jenes gute Werk gemahnt wurde. In betreff der Heiligen hingegen schreibt Franciscus Gonzaga, Bischof von Mantua, es sei P. Johann de Via, aus dem Orden des heiligen Franciscus, einem Novizen, dem er sich schon früher fund gegeben hatte, und der darauf seine Erlösung aus dem Fegfeuer erflehte, in großem Glanze erschienen, um ihm dafür zu danken, und da der heilige Franciscus ihm zur Rechten, der heilige Bernardin aber zur Linken stand, jagte er ihm auch, diese beiden Heiligen 62 den armen Seelen zu helfen. jeien herabgeſtiegen, um ihn zu empfangen und in den Himmel zu geleiten, weil er ihren höchsten Tugenden allzeit fleißig nachgestrebt habe. In den Acten der Heiligsprechung des heiligen Bernardin liest man von einem Todten, der wieder zum Leben auferweckt worden, daß er den heiligen Franciscus im Himmel von unzähligen Ordensfindern, deren sehr viele er durch seine mächtige Fürbitte aus dem Fegfeuer erlöst, umgeben gesehen habe. Ferner schreibt Baronius in seinen Jahrbüchern vom Jahre 647, daß der heilige Dionysius, der heilige Mauritius und der heilige Martin den König Dagobert von Frankreich, der zu ihrer Ehre drei Kirchen hatte erbauen lassen, aus dem Fegfeuer befreit haben. Endlich erzählt man, infolge einer himmlischen Offenbarung, wie Boudon schreibt, daß einst der heilige Johannes die allerseligste Jungfrau gebeten habe, sich einer Seele zu erbarmen, die in den Flammen des Fegfeuers litt und große Andacht zu ihr gehabt hatte. Die Mutter Gottes erhörte das Gebet des Heiligen, und auf ihre Bitte erlöste der allgütige Gott jene Seele sogleich aus ihren Peinen und nahm sie auf in die Herrlichkeit des Himmels. 63 64 IV. Von den Mitteln, Von der Kraft der Bukwerke für die Abgestorbenen. Es ist bekannt, daß die Heiligen sich der Bußwerke aller Art, wie übrigens auch die katholische Kirche in ihren Anliegen zu thun pflegt, als der geeignetsten Mittel bedienten, um für sich und andere von Gott außerordentliche Gnaden zu erlangen. Es läßt sich daher, wie so viele Beispiele dafür zeugen, nicht daran zweifeln, daß dieselben auch für die Abgestorbenen die heilsamste Kraft haben. Boudon sagt, daß, wenn wir nur ein wenig Glauben hätten, das Fasten, die Bußgürtel, die Geißelungen und andere Bußwerke unsere gewöhnlichen Uebungen wären, um dadurch den armen Seelen Hilfe zu verschaffen. Da aber der Eifer nicht bei jedermann so groß ist, um sich solchen Uebungen zu unterziehen, so ist doch niemand, der nicht zu diesem Zwecke sich bisweilen eine bessere Speise, einen Trunk oder ein anderes Vergnügen verjagen, seine Sinne, besonders die Augen, die Ohren, die Zunge abtödten, einige Zeit das Stillschweigen beobachten, die Krankheiten, die Kälte und Hiße den armen Seelen zu helfen. und anderes Ungemach geduldig ertragen, seine Gemüthsart, seinen Eigenwillen bezähmen, kurz alles, was äußerlich und innerlich Leiden und Mühe verursacht, mit Unterwürfigkeit und Dank gegen Gott verdienstlich erdulden könnte. So haben die Bauern. die Handwerker, die Dienstboten, sowie all welche körperliche und geistige Leiden haben. vieles, das sie für jene Seelen aufopferr können; zugleich würde aber auch diese christliche Liebe, die sie den armen Seelen erweisen, ihnen reichlichen Segen und Kraft in ihren eigenen Leiden erwirken. Boudon erzählt, daß Leute, die alle Beschwerden einer Reise Gott für die armen Seelen aufopferten, aus großen Gefahren und auf außerordentliche Weise errettet worden seien, indem Gott so ihre Liebe zu jenen Seelen im Fegfeuer durch einen besondern Beistand seiner liebevollen Vorsehung belohnte. 65 Das Gebet mit Faften oder andern Bukwerken hat große kraft für die armen Seelen. In dem Buche Judith( 4, 12.) lieſt man: ,, Wisset, daß der Herr eure Gebete erhören wird, wenn ihr im Fasten und Beten Trost d. a. S. IV. 5 den armen Seelen zu helfen. 6'7 und er sprach zu ihr: Jetzt bin ich befreit von meinen Beinen. Dieses verdanke ich dir, fromme Königin! Sei dafür ewig von Gott gesegnet! Verharre in deinen heiligen Uebungen! Betrachte die Strafen im andern Leben und vor allem die Herrlichkeit des Himmels, wohin ich vorausgehe, um dich dort zu erwarten und dein kräftiger Fürbitter zu sein."( Vasquez in Chron. Ao. 940.) Beduldig für die Abgestorbenen leiden, hilft ihnen. In den Jahrbüchern des Klosters des heiligen Trudo liest man folgendes:„ Eine gute Frau wurde von ihrem Manne oft nicht nur mit Schimpfworten, sondern auch mit harten Schlägen unschuldigerweise mißhandelt. Sie flagte daher einst dieje ihre Noth einem gottjeligen Abte, der ihr den Rath gab, alle ihre Leiden mit der größten Geduld zu ertragen und Gott dem Herrn als ein Opfer für die armen Seelen darzubringen, wodurch sie gewiß bald werde getröstet werden. Sie befolgte diesen guten Rath und opferte alle ihre Trübsale für eine gewisse Seele im Fegfeuer auf. Nun erschien bald den armen Seelen zu helfen. 69 die Sterbende ihren Geist aufgab, wurde sie verzückt, und nachdem sie wieder zu sich gekommen, brach sie freudevoll in die Worte aus:„ Ich danke Dir, mein Herr und Gott, für die große Barmherzigkeit, welche Du meiner Schwester Christiana erzeigt, indem Du zu ihrer Hilfe und Erlösung mein Anerbieten angenommen hast." Hierauf ließ sie das Te Deum laudamus singen; alsdann wurde sie ganz plößlich von sehr großen Schmerzen überfallen, die ihr ganzes Leben hindurch nicht mehr von ihr wichen. Man liest auch vom heiligen Philippus Neri, dem Stifter der Congregation des Oratoriums, daß er zum Troste der armen Seelen, deren eifriger Liebhaber er war, von Gott die Gnade erlangte, an einem langwierigen schmerzhaften Fußübel zu leiden, das jenen zur Erleichterung ihrer Peinen, ihm aber zur Erinnerung dienen sollte, derselben fortwährend eingedenk zu sein. Boudon erzählt auch, es sei einst ein Mann jemandem aus seiner Verwandtschaft erschienen und habe ihm bezeugt, daß seine Enkelin, die noch sehr jung war und seit seinem Tode allzeit frank gewesen, infolge einer besondern Führung der göttlichen Vorsehung für ihn leide. 70 IV. Von den Mitteln, Don dem Bußeifer der heiligen Ludwina für die armen Seelen. Der unvergleichliche Geistesmann Thomas von Kempen, Verfasser der Nachfolge Christi, sagt von dieser heiligen Jungfrau, die zu seiner Zeit und in seiner Gegend lebte, in ihrer Lebensbeschreibung folgendes: ,, Dieſe große Dulderin litt während 34 Jahren ununterbrochen die schmerzhaftesten Krankheiten, und wurde in ihren öftern Verzückungen von ihrem heiligen Schutzengel vielmals in das Fegfeuer geführt, wo sie die armen Seelen nach der Verschiedenheit ihrer Schuld auf vielfache und schwere Weise gequält sah, und unter denselben viele ihrer Freunde erkannte. Dies bewirkte, daß sie nicht nur ihre eigenen unerhörten Leiden in größter Geduld ertrug, sondern dazu noch viele andere peinliche Bußübungen ausübte. Unaufhörlich flehte sie Gottes unendliche Barmherzigkeit für jene an und weinte über das Elend derselben oft blutige Thränen." Es bemerkt hiebei der nämliche gottselige Schriftsteller, daß, obschon sie allzeit viele Seelen durch ihre Bußwerke befreite, sie dieses doch an IV. Von den Mitteln, Setze dein Brod und deinen Wein auf das Begräbniß des Gerechten;" das heißt, wie Allioli bemerkt: halte, wenn ein Gerechter stirbt, ihm das Todtenmahl bei seinem Grabe und speise die Armen. Ferner liest man in der heiligen Schrift( Sir. 3, 33.):„ Sowie das Wasser das Feuer auslöscht, so tilgt das Almojen die Sünden," d. h. die für die begangenen Sünden nicht genug abgebüßten Strafen. Endlich sagt Jesus Christus( Mark. 9, 40.): ,, Wer immer euch in meinem Namen einen Becher Wasser zu trinken geben wird, deshalb, weil ihr Christo angehört, wahrlich jage Ich euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren." Es nimmt daher der hl. Thomas von Aquin keinen Anstand zu sagen, daß das Almosen, worunter überhaupt alle leiblichen Werke der Barmherzigkeit verstanden sind, eine größere Kraft der Genugthuung habe, als das Gebet, und dieses eine größere, als das Fasten. Noch mehr erhebt dieser heilige Kirchenlehrer die geistlichen Werke der Barmherzigkeit, indem er lehrt, daß sie die leiblichen ſo weit übertreffen, als der Geist an Vortrefflichfeit den Leib übertrifft. Darum nimmt Boudon Anlaß, eifrigst zu ermahnen: ,, Tröste die Betrübten, rathe denjenigen, die 72 " 1 den armen Seelen zu helfen. es nöthig haben, unterrichte die Unwissenden, arbeite an der Bekehrung der Sünder, sei auf eine heilige Weise willfährig gegen die Personen, welche Gemüthsleiden drücken, hilf ihnen, von ihren Fällen wieder aufstehen. Thue alles dieses für die Seelen, welche im Fegfeuer sind, und Gott wird ihnen Barmherzigkeit erweisen." 73 Das Almofen verschafft den Abgeftorbenen große Hilfe. Merkwürdig ist, was man hierüber in der Geschichte der heiligen Idda von Toggenburg liest. Nachdem der Bruder ihrer Mutter gestorben war, sprach sie zu seinen Kindern: ,, Ach, auf welch eine entsetzliche Weise wird euer Vater gequält! ich weiß dieses aus einer göttlichen Offenbarung. Ich bitte euch also in seinem Namen, gebet ein ganzes Jahr lang den Armen Fleisch, Brod und Butter als Almosen." Als dies geschehen war, vernahmen sie, daß ihr Vater wegen der von ihnen geübten Freigebigkeit und wegen des Gebetes der heiligen Idda schon von der Hälfte seiner Bein befreit worden sei. Sie übten daher noch ein Jahr lang die näm IV. Von den Mitteln, liche Liebe gegen ihn aus; nach dessen Verlauf zeigte ihnen die Heilige an, daß ihr Vater jetzt von seiner Pein erlöst jei, nur habe er noch ein Kleid nöthig. Deswegen befleideten sie noch ein Jahr lang die Armen, worauf die Heilige ihnen die tröstliche Nachricht gab, daß er jetzt die ewige Ruhe genieße. Bollandus jagt in der Lebensbeschreibung dieser Heiligen, das Kleid, welches ihm noch fehlte, sei das Kleid der ewigen Glorie gewesen, und sein einziges Leiden beſtand damals nur noch darin, eben dieser Glorie beraubt zu sein. In den Offenbarungen der heiligen Brigitta wird erzählt, daß ihr Gemahl Ulpho nach seinem Tode ihr erschienen sei und sie gebeten habe, das hinterlassene Silbergeräth und die Pferde, an denen er zu viel Vergnügen gehabt habe, zu seiner Erlösung zu verkaufen und das Geld dafür den Armen auszutheilen und ebenso auch die silbernen Becher an dürftige Kirchen zum Dienste des Altars zu verschenken, denn jolches Almosen sei Gott höchst angenehm.- Endlich lesen wir in der Lebensbeschreibung der heiligen Margaretha von Cortona, daß Roy Gomez, Herzog von Pasterna, ihr erschienen sei und gesagt habe: O wenn die 74 - IV. Von den Mitteln, 11 erschien er auch ihr, wie in ein Meer von Qualen versenkt, vom Kopf bis zu den Füßen mit einem dicken Stricke gebunden, und rief ihr zu: Befreie mich, o Gattin! befreie mich!" Sogleich ergriff die gute Frau den Knoten des Strickes und löste ihn auf, worauf er ihr dankte und sprach: So war ich gebunden in der Pein, bis du für mich bezahlt hast, was ich schuldig war." Jedoch darf, wie jener fromme Papst hiebei bemerkt, durchaus nicht gefolgert werden, daß die Seelen, deren hinterlassene Schulden gar nicht bezahlt würden, deswegen fortwährend im Fegfeuer bleiben müßten, sondern nur, daß sie durch solche aus Liebe für fie geleistete Erstattungen viel schneller erlöst werden.( Benedict XIII., Brig. I. Serm. 22.) 76 Die Feindesliebe ist für die Abgeftorbenen fefir wirksam. Der heilige Franz von Sales, Bischof von Genf, erzählte oft folgende Begebenheit, die sich zu Padua, wo er studirte, zugetragen hat.„ Die Studenten dieser Stadt hatten die üble Sitte, nachts die Straßen bewaffnet zu durchwandern und den ihnen Be11 den armen Seelen zu helfen. 77 gegnenden das Wer da? zuzurufen; fiel die Antwort nicht nach ihrem Geschmacke aus, so gaben sie Feuer. Auf diese Weise erschoß einer seinen besten Freund, ohne ihn zu kennen, und flüchtete sich darauf zu dessen Mutter, die eine Witwe war. Bald nachher wurde der Leichnam dieses ihres einzigen Sohnes zu ihr in das Haus gebracht, und jetzt erkannte die betrübte Mutter, daß sie den unglücklichen Mörder desselben selbst verborgen halte; weil sie aber eine sehr gottselige Frau war, verzieh sie ihm, von seinem unbeschreiblichen Schmerz gerührt, von Herzen und beschütte ihn sogar. Darauf erschien ihr der Getödtete und sagte ihr, ihre großmüthige Handlung habe Gott so weigefallen, daß Er ihm alle Strafe des Fegfeuers, wo er sonst noch sehr lange hätte leiden müssen, nachgelassen habe." ( Geist des heiligen Franz von Sales.) P. Mansius schreibt, daß ein Edelmann dem Mörder seines Bruders, der ihn an einem Charfreitage um Desjenigen willen, der an diesem Tage für uns alle aus Liebe starb, um Gnade bat, von Herzen verziehen und ihn sogar seiner Freundschaft versichert habe; hierauf sei Christus dem Edelmannne erschienen und habe ihm gesagt, daß er für diesen Act der Fein IV. Von den Mitteln, desliebe die Seele seines Bruders und die seines Vaters aus dem Fegfeuer erlöst habe, und überdies ihn nach acht Tagen zum ewigen Gastmahle einlade. Auch sei dieser wirklich um jene Zeit gottselig gestorben. 78 Die Aufopferung der eigenen Verdienste kommt den Abgestorbenen zu Nugen. Obschon die Wirksamkeit des gottseligen Nikolaus Wolf infolge der ihm vom Himmel verliehenen Gabe, durch vertrauensvolles Gebet wunderbare Heilungen zu wirken, fast ausschließlich für lebende Leidende in Anspruch genommen war, so fand dennoch seine Liebe Mittel, nicht weniger auch für die Verstorbenen zu thun, indem er alles, was er that, für sie aufopferte. Er sagte nämlich bei sich: Bete ich oder thue ich ein anderes gutes Werk, so habe ich ein Verdienst davon vor Gott; ich kann ihnen also dieses schenken." Dazu wurde er durch das folgende Beispiel aufgemuntert: ,, Als ein junger Mann dem Tode nahe war, fing er an zu jammern und sagte zu seinem Freunde, nun müsse er vor dem Richterstuhle Gottes erscheinen und habe nichts Gutes mitzuneh11 80 IV. Von den Mitteln, Die hl. Therefia erlöft durch die Aufopferung ihrer Verdienste eine Seele. Die heilige Mutter Theresia von Jesus schreibt folgendes von sich selbst: ,, Ein Geistlicher, dem ich vielen Dank schuldig war, und der ehemuls hier die Stelle eines Provinzials bekleidet hatte, starb. Als ich seinen Tod vernahm, wurde ich darüber sehr betrübt, und obschon er fromm und tugendhaft gewesen, war ich doch um sein Seelenheil besorgt; denn da ich wußte, wie gefährlich das Amt der Seelenführung ist, in dessen Ausübung er zwanzig Jahre zugebracht hatte, und wie schwer die Verantwortlichkeit, die auf demselben haftet, konnte ich mich einiger Furcht für ihn nicht erwehren. Ich eilte aljo, den Herrn zu bitten, daß Er alles, was ich etwa in meinem Leben Gutes gethan, ihm zurechnen, und das Fehlende aus dem Schatze der Verdienste seines Leidens ersetzen möge, um ihn aus den Qualen des Fegfeuers zu erretten. Nachdem ich auf diese Weise von Grund des Herzens gebetet hatte, war mir, als sähe ich diese Seele zu meiner Rechten aus der Tiefe der Erde IV. Von den Mitteln, bedürftigen Seelen wohl beten, Bußwerke, Werke der Barmherzigkeit verrichten 2c.; allein alles, was wir Menschen thun können, ist beschränkt und wenig; hingegen ist die geringste der Genugthuungen Jesu Christi von unendlichem Werthe und läßt sich also mit ihnen ihre Schuld wohl bezahlen. Nichts gibt übrigens einen deutlicheren Begriff von dem Werthe der Ablässe, als die eigenen Worte unseres Herrn, die Er einst durch die heilige Brigitta, wie wir in ihren Offenbarungen lesen, einer frommen Frau in Rom, die eben über den großen Werth der an den Besuch der heiligen Orte dieser Stadt geknüpften Ablässe nachdachte, in betreff derselben melden ließ:„ Sage dieser Frau," sprach Er zu jener Heiligen, daß die Ablässe der Kirchen der Stadt Rom bei Gott werthvoller sind, als man glaubt; denn wenn sich auch ein Mensch tausendmal für Gott tödten lassen könnte, jo würde er doch dadurch allein noch nicht der geringsten Herrlichkeit würdig, die den Heiligen gegeben wird. Während für die unendliche Beleidigung Gottes, für unendliche Sünden unendliche Strafen gebühren, für die es dem Menschen unmöglich ist, genugzuthun, selbst 82 den armen Seelen zu helfen. 85 gewinnt, und alle dieselben den armen Seelen im Fegfeuer fürbittweise geschenkt werden können, so erhellt von selbst, von welch großem Gewinn diese Andacht für sie sei. Rührend ist, was man von der seligen Katharina von Emmerich liest: Dieje Klosterfrau," heißt es in ihrer Lebensbeschreibung, stand ihr ganzes Leben lang mit den armen Seelen auf die innigmitleidigste Weise in Verbindung; sie that und opferte alles für dieselben, fühlte sich von ihnen um Hilfe angefleht, und wenn sie es vergaß, auf die rührendste Weise dazu ermahnt. Oft fühlte sie noch als junges Mädchen sich von Schaaren armer Seelen, welche flehentlich um ihre Hilfe baten, aus dem Schlafe geweckt und ging mit ihnen in strenger Winternacht baarfuß durch den Schnee den wohl ein paar Stunden langen Kreuzweg bei Coesfeld." Von der Kraft des Weihiwaffers für die Abgeftorbenen. Es ist eine allgemeine Meinung der Gottesgelehrten, daß das Weihwasser, im Glauben und mit reumüthigem Gebete angewendet, die läßlichen Sünden austilge; und 86 IV. Von den Mitteln, weil die armen Seelen für solche leiden, so läßt sich leicht einsehen, daß dieses auch eine jehr heilsame Kraft für sie haben müsse. Ferner ist dasselbe vermöge der Kraft, die ihm durch die Anrufung des göttlichen Namens und durch die kirchlichen Gebete und Beschwörung der Teufel verliehen ist, ein starkes Mittel wider diese bösen Geister, deren Anfeindungen jene häufig ausgesetzt sind. Welch großen Werth endlich die Kirche auf den Gebrauch desselben zum Trost der leidenden Seelen seße, gibt sie selbst dadurch zu erfennen, daß sie sich fast in allen ihren Gebräuchen und Andachts- Uebungen zu deren Hilfe desselben vielfach bedient.„ Gleichwie ein milder Regen," sagt der heilige Deodat im Leben der Altväter, die von der Sonnenhite verwelkten Blumen erfrischt, ebenso erquickt das Weihwasser die im Fegfeuer brennenden armen Seelen." Auch erzählt ein Theatiner, P. Felix Fossa, ein Priester der erschienen sei, habe gesagt: ,, Wo die Orte, in denen unsere Leiber ruhen, mit Weihwasser besprengt werden, empfinden wir eine solche Erleichterung, als wenn wir schon ins Paradies versekt wären." Deswegen spricht auch der Priester bei Besprengung des Leichnams 71 den armen Seelen zu helfen. 87 mit Weihwasser: ,, Es erquicke Gott deine Seele mit dem Thau des Himmels!" Sehr erbauend ist daher an vielen Orten die Sitte des frommen Volkes, diese himmlische Labung den lieben Todten bei allen Kirchhofbesuchen zukommen zu lassen. Es steht deshalb dort auf den Kirchhöfen Weihwasser stets bereit. Auch ist es noch ein sehr heilsamer Gebrauch, für die armen Seelen bei allen Gelegenheiten, besonders morgens und abends, das Weihwasser zu spenden. Der gottselige Nikolaus Wolf that dies, wenn er zu Hauſe den heiligen Rosenkranz betete, nach jedem Gesetzlein desselben mit den Worten:„ Es sollen die heben Seelen im Fegfeuer besprengt sein mit dem Blute und Wasser unseres Herrn Jesu Christi zu ihrer Erlösung!" Von dem Gebrauche, das Licht für die Verstorbenen brennen zu laffen. Es scheint, dieser rührende Gebrauch sei aus dem Alten Bunde auf uns gekommen, weil die Juden ihn jetzt noch haben. Boudon erzählt nämlich, daß, als er einst in eine jüdische Synagoge kam und darin mehrere angezündete Lampen bemerkte, ihm gejagt IV. Von den Mitteln, wurde, man zünde sie jedesmal an, wenn für die Abgestorbenen gebetet werde. Immerhin ist dieser Gebrauch in der Kirche sehr alt; denn schon der heilige Athanasius, der im vierten Jahrhundert lebte, schreibt davon und scheint einen großen Werth darauf zu legen. Es sagt nämlich dieser große Patriarch und Kirchenvater: ,, Wenn auch der fromme Verstorbene unter freiem Himmel ausgesetzt wird, so darfst du dennoch nicht unterlassen, unter Anrufung Christi, des Sohnes Gottes, Oel und Wachs beim Grabe anzuzünden; denn dies ist Gott angenehm und erwirkt von ihm sehr große Vergeltung. Del und Wachs sind eine Opfergabe, die Darbringung des unblutigen Opfers aber ist eine Versöhnung, das Almosen hingegen, das den Armen gespendet wird, eine Vermehrung jeder guten Vergeltung."( Blosii Def. fid. c. XI.) Es gibt aber auch die Kirche ihre Hochschätzung dieser uralten Uebung dadurch zu erkennen, daß sie bisher immer Stiftungen zu ewigen Lichtern für die Abgestorbenen angenommen und gutgeheißen hat, und überhaupt überall bei Feierlichkeiten für dieselben Lichter brennen läßt. Dies sieht man besonders in den Klöstern, wo es Vorschrift ist, bei Gottesdiensten für die Todten 88 93 den armen Seelen zu helfen. dem wir Ihm Jesus Christus darbringen, der für unsere Sünden geblutet hat, damit der so gütige und barmherzige Gott ihnen und uns gnädig sein möge."( Katech. 19. v. 9.) Nicht umsonst," jagt der heilige Chrysostomus, haben die Apostel die Erinnerung an die Todten bei den heiligen erhabenen Geheimnissen verordnet; denn sie wußten, welche Vortheile denselben aus dieser Uebung zuströmen. Wenn die Gemeinde mit dem Priester die Hände ausstreckt bei der Darbringung des heiligen Opfers, welche Kraft müssen ann unsere Gebete haben! Wer am Altare steht, ruft nicht vergebens: Laßt uns für die Entschlafenen beten!"( Hom. in Phil.) Sehr schön sagt auch ein frommer Schriftsteller unserer Zeit: ,, Das heilige Meßopfer ist Gott weit angenehmer, als wenn wir ihm tausend Welten zum Opfer brächten, die alle mit Seraphinen angefüllt wären: Was sind auch Welten voll Seraphinen im Vergleiche mit Jejus, dem eingebornen, geliebten Sohne Gottes? Und gibt es wohl etwas, das wir durch Jesus und durch seine Vermittelung bei Gott nicht erhalten könnten? Wäre eine Seele im Fegfeuer so tief verschuldet, daß das Blut Jeju diese Schuld beim Vater nicht den armen Seelen zu helfen. weißen Gewande unter einer Schaar Weißgekleideter, was ihm ihre Errettung bedeutete." Der heilige Bernhard schließt diese Erzählung mit folgenden Worten: ,, Offenbar hat das heilige Opfer die Kraft, die Sünden zu tilgen, die feindlichen Mächte zu überwältigen und den von der Erde Heimkehrenden den Himmel aufzuschließen." Der heilige Antonius erzählt: ,, Als einst der heilige Johannes von Alvernia, aus dem Minoritenorden, an einem Allerseelentage bei der hl. Wandlung den allerheiligsten Leib unseres Herrn dem ewigen Vater aufopferte und Ihn inbrünstig bat, die Seelen im Fegfeuer durch das Blut und die Verdienste seines eingebornen Sohnes daraus zu befreien, sah er deren eine große Menge, gleich unzählig vielen Feuerfunken aus einem Ofen, sich in den Himmel emporschwingen." 95 Das hl. Mekopfer ist unter allen Beilsmitteln das kräftigfte für die armen Seelen. Der selige Heinrich Suso aus dem Predigerorden hatte, wie er selbst schreibt, mit einem Ordensmanne, der in Köln sein Studiengefährte war, das gegenseitige Versprechen IV. Von den Mitteln, eingegangen, daß derjenige von ihnen, der den andern überleben würde, ein Jahr lang wöchentlich zwei heilige Messen für den andern lesen müsse. Nachdem nun der Ordensmann gestorben, vergaß zwar Heinrich Suso für ihn die schuldigen Messen zu leſen, betete aber und opferte seine äußerst strengen Bußwerke fortwährend für ihn auf. Allein der Verstorbene erschien ihm darauf mit einem traurigen und abgehärmten Aussehen, und beklagte sich bei ihm darüber, daß er versäumt habe, ihm durch Entrichtung des heiligen Meßopfers beizustehen. Suso entschuldigte sich damit, daß er ihn doch beständig dem Herrn empfohlen und für ihn Buße gethan habe. Jetzt rief der Verstorbene: ,, Blut, Blut, Bruder, ist nöthig, damit mir Linderung werde! Messen, Messen, wie wir einander versprochen haben, sollen gelesen werden!" Und in der That, nachdem der Selige mehrere Messen für ihn geleſen hatte, sah er ihn bald darauf als eine Lichtgestalt gen Himmel steigen; denn es ist nur allzuwahr, daß, wie der fromme Papst Benedict XIII. hiebei bemerkt, nur Jesus Christus uns in seinem Blute von unsern Sünden rein gewaschen hat. Es sagt daher der Kirchen96 den armen Seelen zu helfen. widmete und vorzüglich ein großer Wohlthäter der Karthause von Rurmonde war, stiftete zum Troste seiner Seele eine Jahrzeit in diesem Kloster und wurde auch seinem Willen gemäß darin begraben. Da nun nach einem Jahre die erste Feierlichkeit dafür begangen wurde, umschattete eine Wolfe von düsterm Feuer und üblem Schwefelgeruch den aufgestellten Sarg; dadurch gerieth der heilige Dionysius in große Besorgniß über das Seelenheil des Verstorbenen, indem er befürchtete, diese Erscheinung möchte ein Anzeichen seiner Verdammniß sein. Nichtsdestoweniger fuhr er mit den übrigen Geistlichen in jeinen Gebeten und Bußwerken für ihn eifrig fort. Am zweiten Jahrestage erschien ihm während der nämlichen Feierlichkeit eine feurige Kugel, die heller und ohne üblen Geruch war, über dem Sarge. Dies brachte großen Trost und munterte zugleich zur fernern eifrigen Fortjetzung der Liebeswerke für ihn auf, denn man war jetzt zwar über sein Heil beruhigt, aber erkannte doch, daß er noch der Reinigung bedürfe. Endlich erschien im dritten Jahre bei diesem Anlasse das hellste Licht, woraus der heilige Dionysius auf die gänzliche Erlösung und Aufnahme des Verstor99 100 IV. Von den Mitteln, benen in die himmlische Glorie schloß." Ein gewichtiges Zeugniß für die Wirksamkeit dieſer Jahrzeiten liegt übrigens auch darin, daß die ganze Kirche von den ältesten Zeiten her den Gebrauch, sie zu halten, beobachtet hat. Ueber den Ursprung des allgemeinen Jahrgedächtniffes der armen Seelen oder des Allerseelentages. " 1 Der große tirchliche Geschichtsforscher P. Surius aus dem Karthäuserorden gibt als Ursprung dieses allgemeinen Gedächtnißtages folgende Begebenheit an, welche der heilige Petrus Damian in der Lebensbeschreibung des heiligen Abtes Odilo von Clugny erzählt: Ein frommer Ordensmann aus Frankreich, der auf seiner Heimkehr von einer Pilgerreise nach dem gelobten Lande auf dem Meere durch einen Sturm auf eine unbekannte Insel geworfen worden war, traf da einen gottseligen Einsiedler an, der ihm sagte, er höre in der Nähe seiner Zelle oft ein wunderbares und schreckliches Geheul der bösen Geister, die sich beklagten, daß ihnen durch die Gebete und guten Werke der Christen für die Abgeſtorbenen ein so großer Schaden 104 V. Einige Unterweisungen nüß, weil dir dabei der nöthige Reueschmerz fehlte. Der liebe Gott hat es barmherzig zugelassen, daß ich dir dieses zu meinem Nußen und zu deiner Selbsterkenntniß sagen konnte." Nach dieser Erscheinung bekehrte sich sein Sohn, legte eine reumüthige Beicht ab und erlöste bald darauf seinen Vater durch seine guten Werke."( Campadelli disc.) Wenn man für die Abgeftorbenen beten läßt, foll man dazu freue Leute wählen. Derabscheuungswürdig ist die Gottlosigfeit derjenigen, welche Almosen und andere Geschenke mit dem Auftrage und der Absicht annehmen, für die Abgestorbenen zu beten, und dann ihr Versprechen nicht halten. Der heilige Cardinal Peter Damiani( opusc. 23. c. 6.) führt hierüber folgendes Beispiel an: Eine vornehme Frau schickte oft einem Priester, den sie für sehr fromm hielt, ein gutes Mittagsmahl, damit er für ihren verstorbenen Gemahl bete. Allein dieser begnügte sich mit dem Empfange der guten Gabe und that nichts dafür, was durch das folgende Ereigniß an den Tag kam. Die Magd wurde nämlich überdrüssig, ihm so oft dieſes Mahl 11 in betreff der armen Seelen. 105 zu bringen, ohne je eine Belohnung für ihre Mühe von ihm zu empfangen; deswegen verzehrte sie es einst, da sie ihn nicht anwesend fand, in einem verborgenen Winkel selbst und verrichtete darauf knieend und mit erhobenen Händen andächtig und fröhlich folgendes Gebet: Allmächtiger Gott, der Du Speise gibst allem Fleische!( Pſ. 135, 25.) Wie mein Leib durch diese körperliche Speise erquickt wird, so werde auch durch deine Barmherzigkeit heute die Seele meines Herrn im Paradiese gesättigt. In der folgenden Nacht erschien der Verstorbene seiner Gemahlin und dankte ihr für die gestrige Gabe. Da sie ihn aber dringend über seinen Zustand im andern Leben fragte, fügte er hinzu:„ Bis gestern litt ich große Bein, und unter andern Beschwerden meiner Bedrängniß wurde ich besonders von einem grausamen Hunger geplagt; gestern aber, da du das Mittagsmahl zu Almosen gabst, wurde ich ausnehmend erquickt und ganz von Hunger befreit, indem ich vornehme Speisen im Ueberfluß hatte. Hierauf verschwand er plößlich. Die Frau staunte nachher über diese so spät erfolgte Hilfe, und fand den Aufschluß darüber, als die Magd ihr das Geschehene offen geſtand." 110 V. Einige Unterweisungen für einen Mann, der für Schulden in der Gefangenschaft sigt, tausend Thaler zu seinem Loskaufe zu verwenden, so müßte er dennoch mehrere Jahre darin schmachten, wenn man täglich nur einen Thaler davon für ihn bezahlte; würde man hingegen den ganzen Betrag sogleich für ihn erlegen, so wäre er auch sogleich frei. Deswegen ist es auch weit besser, daß man die Seelenmessen von mehreren Priestern gleich lejen läßt, als vereinzelt später. ,, Ach," fügt hier Boudon bei, ,, wenn man doch nicht zögert, zum Feuer herbeizulaufen, wenn ein Haus brennt, was soll man dann erst für Seelen in den Flammen des Fegfeuers thun, die nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen und die Seelen unserer Väter, Mütter und anderer Personen sind, die uns am liebsten sein sollen!" Die Vermächtnisse der Verstorbenen follen ohne Verzug vollzogen werden. Wer es aufschiebt, solche Vermächtniſse zu vollziehen, wird oft schon auf dieser Welt dafür bestraft. So erschien einst eine Seele zu Mailand, die sagte, sie brenne schon seit zehn Jahren im Fegfeuer, weil einer ihrer in betreff der armen Seelen. 111 Verwandten ihren letzten Willen nicht vollzogen habe; dieser Grausamkeit wegen habe ihn ein Ungewitter zu Grunde gerichtet. Ein heiliger Dominicaner aber erschien nach seinem Tode dem heiligen Thomas von Aquin, den er wohl gefannt hatte, und versicherte ihn, er habe in den Flammen der göttlichen Gerechtigkeit viel gelitten, weil er sich bei Vollziehung eines Vermächtnisses, das ihm der Erzbischof von Paris empfohlen hatte, einige Nachlässigkeit hatte zu Schulden kommen lassen. Hiebei muß man noch auf den Irrthum mehrerer aufmerksam machen, die sich wenig darum bekümmern, die Vermächtnisse zu vollziehen, weil sie sagen, daß der Wille derjenigen, welche sie gemacht haben, schon von Gott angenommen sei; allein dieſe bedenken nicht, daß dieses wohl in Rücksicht des Verdienstes, nicht aber der völligen Genugthuung stattfinden kann; denn warum verhängen sonst die heiligen Kirchengesetze so große Strafen für diejenigen, die sie nicht vollziehen, oder sie verschieben? Es ist schließlich, wie jedermann einsieht, ein großer Unterschied, ob jemand nur seine Schulden bezahlen wolle oder dieses auch wirklich thue. ( Boudon.) in betreff der armen Seelen. Meine Seele ist jetzt von der Qual befreit und geht ein zur ewigen Freude. Du aber wirst aus gerechtem Urtheile Gottes bald sterben, und eben an diesen Ort der Peinen kommen, um so lange an meiner Statt zu büßen, als meine Strafe noch gedauert hätte, wenn sie mir Gott nicht gnädig würde nachgelassen haben. Außerdem wirst du noch bezahlen müssen, was du für deine eigenen Fehler verdient hast." Nach dieser Erscheinung legte der erschütterte Enkel jogleich eine reumüthige Beicht ab und starb bald darauf. ( Thomas Cantimpre, Bischof.) 113 Man foll für die Stiftungen der Abgeftor. benen gewiffenhafte Sorge tragen. Wenn es schon eine strenge Pflicht iſt, für die genaue Vollziehung vorübergehender Vermächtnisse zu machen, so ist man begreiflich noch viel strenger verpflichtet, gewissenhaft dafür zu sorgen, daß ewige Stiftungen zu Hilfe und zum Trost der armen Seelen aufrecht erhalten werden. Es werden daher die kirchlichen Obern oder Vorsteher Gott eine furchtbare Rechenschaft ablegen müssen, wenn aus ihrer Nachlässigkeit solche nicht be Trost d. a. S. IV. 8 V. Einige Unterweisungen obachtet werden, oder gar verloren gehen. Es ist ein schwerer Mißgriff, wenn man das Geld davon zu andern, obschon nüßlichen und selbst kirchlichen Zwecken, wie z. B. zu Kirchenausbesserungen, oder auf den Ankauf von Kirchenschmuck und dergl. verwendet. Aus Saumseligkeit ist es aber schon oft geschehen, daß Stiftungsbriefe verlegt wurden. Man überlegt nicht, welch schreckliche Folgen solch eine strafbare Nachlässigkeit hat; denn auf dieſe Art kann eine Stiftung aufhören, die vielleicht bis an das Ende der Welt fortgedauert hätte, und diejenigen, welche, sei es aus Nachlässigkeit oder Bosheit, Ursache davon sind, rauben dadurch den armen Seelen, die im Fegfeuer brennen, einen Beistand, der immer fortgedauert hätte. Man kann sich keine größere Grausamkeit denken. Was würde man von einem Menschen sagen, der allen Armen auf der Erde in den Nöthen dieses Lebens eine bedeutende Hilfe, die immer fortdauern sollte, entzöge? Wer aber Ursache ist, daß eine Stiftung für die armen Seelen aufhört, der begeht eine Grausamkeit, die sowohl in Hinsicht auf die Noth der leidenden Seelen, als der Folgen wegen noch strafbarer ist.( Boudon.) 114 V. Einige Unterweisungen 11 Sprüchwort: Aus den Augen, aus dem Sinn," nur zu richtig ist. Nicht besser steht es mit den Verpflichtungen, die man hinterläßt. Gegen alle natürlichen, menschlichen und göttlichen Gesetze entrichten so viele Sterbende ihre Schulden nicht, wenn sie es schon könnten, und beschwichtigen sich mit dem Gedanken, daß sie hinlängliches Vermögen zurücklassen, und daß sie den Auftrag zur Tilgung den Erben ertheilen; allein nachher thun es diese nicht, oder schieben ihre Vollführung hinaus. So geschieht es nicht selten, daß für solche Todte zwar eine vornehme Bestattung gehalten und Trauer angelegt wird, die Aufsehen macht, hingegen unbemittelte Handwerker den Liedlohn für die Arbeit, die sie ihnen geleistet haben, nicht erhalten, und andere Gläubiger ihre Forderungen an ihnen verlieren müssen. ,, Freilich," sagt hier Boudon, wird oft ein so grausames Verfahren zu einer gerechten Strafe von Gott verhängt, entweder um eine so sündhafte Nachlässigkeit zu züchtigen, oder um die Ungerechtigkeit solcher zu bestrafen, die sich eben jo gegen andere betragen haben. Unterdessen schmachten solche Unglückliche im Feuer, die doch Geld und Güter genug hinterlassen. 116 in betreff der armen Seelen. " 11 11 so daß, wenn sie, nachdem sie ihre Schulden vollkommen getilgt, noch einen Theil davon den Armen ausgetheilt hätten, sie sich vielleicht schon im Paradies befinden würden." Man muß sich," fügt er hinzu, wenn es sich um das Heil seiner armen Seele handelt, auf niemanden verlassen. Ich habe einen Geistlichen gekannt, der viel Geld und Gut zusammengehäuft hatte; allein nach seinem Tode bestattete man ihn unziemlich, und als ein Jahr verflossen war, beschlossen seine Erben mit Stimmenmehrheit, für ihn nicht einmal einen Trauergottesdienst halten zu laſsen." 117 Die Erlösung der armen Seelen erfolgt oft lange nicht. Der heilige Ludwig Bertrand versichert, die Seele seines Vaters jei acht Jahre lang im Fegfeuer gewesen, und doch war sein Vater ein Mann Gottes, der sogar mit außerordentlichen Gnaden, wie z. B. mit mehreren Erscheinungen von Heiligen, die mit ihm Umgang hatten, begnadigt wurde; zudem war sein Sohn einer der großen Heiligen der letzten Jahrhunderte, der, als er ihn auf eine Weise leiden sah, die auch selbst 118 V. Einige Unterweisungen die gefühllosesten Herzen rühren würde, nichts vergaß, seine Leiden zu lindern. Er betete nämlich während dieser Jahre für ihn zahllose Psalter und Rosenkränze, fastete außerordentlich streng, geißelte sich alle Tage bis auf das Blut; brachte das hl. Meßopfer dar; und doch konnte dieser Heilige, dem Gott sonst alles, um das er Ihn bat, so leicht gewährte, die Erlösung seines Vaters trotz seiner Tugenden erst nach acht Jahren erlangen. Es sagt aber der englische Lehrer Thomas v. Aquin, die Seele müsse, um mit ihrem Ursprunge im Himmel wieder vereinigt werden, ebenso rein sein, als sie im Zustande der Unschuld daraus hervorgegangen ist. Das Ebenbild Gottes muß in ihr vollkommen wieder hergestellt sein, und je höher die Herrlichkeit ist, in die sie aufgenommen werden soll, um so vollkommener muß dieses Ebenbild in ihr sein. Denn je nachdem ein Palast prächtiger werden soll, müssen die Steine dazu mehr behauen und geglättet werden, wie auch die Kirche am Kirchweihfeste singt: es seien unsere Seelen lebendige Steine, aus denen die himmlische Stadt müsse erbaut werden, und diese müßten dafür durch Leiden geglättet werden. V. Einige Unterweisungen Fegfeuer zurückgehalten werden, erlöst sind, weil das Almosen, welches für mich ausgetheilt worden, nach Anordnung der göttlichen Gerechtigkeit ihnen und nicht mir zugekommen ist. Ich bitte euch daher, es zu verdoppeln; denn auf diese Weise wird der gütige Gott nach den andern auch mich geschwinder erlösen." Dies geschah, und nach einem Monate erschien er wieder und eröffnete, er sei nun erlöst." 120 Man muß nicht leicht jemanden für verloren halten. Der heilige Alphons von Liguori erzählt in seinen Herrlichkeiten Mariä folgende Geschichte: ,, An dem Orte, wo die jel. Schwester Katharina vom hl. Augustin sich aufhielt, wohnte auch ein Weib, namens Maria, das von seiner frühern Jugend an bis in sein Alter ein sehr ausschweifendes Leben geführt hatte, so daß die Leute des Ortes es endlich aus der Stadt fortjagten und in eine Höhle außer ihrem Lande verwieser. Hier starb es bald hernach ohne Sacramente und jede menschliche Hilfe, zernagt von einer abscheulichen Krankheit, sein 122 V Einige Unterweisungen ich aus dem Fegfeuer erlöst werden; und ich verspreche dir, daß ich einst im Himmel ewig Gott und seine heilige Mutter für dich bitten werde." Katharina ließ die Messen für die Verstorbene lesen; und einige Tage nachher erschien ihr diese Seele wieder, glänzend wie die Sonne, und dankte ihr für ihre Erlösung." Man foll nicht leicht glauben, daß jemand keine Bilfe mehr nöthig habe. Es ist sicher, daß nichts Unreines in den Himmel eingehen wird. Wenn man auch nur mit einer einzigen läßlichen Sünde, die nicht abgebüßt wäre, sterben würde, müßte man noch davon gereinigt werden. Deswegen sind solche, die im Rufe großer Heiligkeit starben, und sogar solche, die im Namen des Herrn Wunder gethan, auch im Fegfeuer gewesen. Zudem fennt Gott allein den inneren Zustand des Menschen. Daher soll man keine Seele unter dem Vorwande, sie sei heilig und also der Hilfe nicht bedürftig, aus einer mißverstandenen Frömmigkeit ohne den Beistand der Fürbitte und anderer guten Werke lassen. Dieser Fehler V. Einige Unterweisungen Abgestorbenen leistet, gewöhnlich nur aus Gewohnheit und daher ohne ausdauernden Eifer. Man vertröstet sich nur allzusehr mit dem Spruche, den man gewöhnlich hört, wenn eine Person nach einer schmerzhaften Krankheit gestorben ist: ,, Nun hat sie es überstanden, es ist ihr wohl gegangen; jetzt ist sie glücklich;" ohne der Peinen zu gedenken, die sie vielleicht in der andern Welt zu erdulden hat, und die oft sehr lange dauern. Nach herkömmlichem Gebrauche nimmt man sich ihrer noch eine kurze Zeit lang, vielleicht ein Jahr hindurch ziemlich an; allein nachher denkt man kaum oder nur selten mehr an sie, während doch, wie gezeigt worden, sogar sehr heilige Seelen viele Jahre im Fegfeuer leiden können. ,, Gewöhnlich," sagt Boudon, sind diese Peinen von langer Dauer. Ich weiß zwar, daß man nicht alles leicht glauben muß, was man nach Offenbarungen hierüber vernimmt; allein wenn diese von sehr gelehrten, ausgezeichneten, frommen und klugen Männern geprüft worden sind und uns von ihnen als glaubwürdig dargestellt werden, so muß man doch Rücksicht darauf nehmen. Nun gibt es solche Offenbarungen, die berichten, daß Seelen 126 in betreff der armen Seelen. 129 ſelbst, daß derjenige, welcher blos seinen Bruder Narr nennt, schon die Strafe des Feuers verdient? Darum wehe selbst denjenigen, die rechtschaffen und muſterhaft gelebt haben, wenn Du ohne Barmherzigkeit mit ihnen zu Gerichte gehst! Deswegen, o Gott meines Herzens, will ich, obwohl ich alle Ursache habe, mich in Dir zu erfreuen, wenn ich mich an all das Gute, das meine Mutter während ihres Lebens verrichtete, erinnere, lieber jetzt nicht an dasselbe denken, und Dich einzig nur um Verzeihung der Sünden für sie anflehen. D erhöre mich durch die Verdienste desjenigen, der aus Liebe zu uns sich ans Kreuz schlagen ließ! .. Ich weiß, daß sie viele Werke der Barmherzigkeit verrichtete; ich weiß, daß sie denjenigen, welche sie beleidiget hatten, von ganzem Herzen verzieh; o verzeihe daher auch Du ihr die Fehler, durch welche sie während der vielen, seit ihrer Taufe verflossenen Jahre Dich beleidigt haben mag. O verzeihe ihr! Ich bitte, ja ich bitte Dich inständig darum, o Herr! Höre vielmehr auf deine Barmherzigkeit, als auf deine Gerechtigkeit, und gehe nicht mit ihr ins Gericht." Nach diesem Gebete empfahl er Trost d. a. S IV. 9 132 V. Einige Unterweisungen 11 von königlicher Pracht und Würde entgegen; er war von blühender Erscheinung, sein Angesicht war edel, schön und glanzvoll, sein ganzes Wesen äußerst liebreich. Nun fragte sie ihn, wer er sei, und wie er zu einer so hohen Freude und zu einer so großen Herrlichkeit gekommen sei, worauf er antwortete: Auf der Erde war ich ein Räuber und Uebelthäter; allein da ich das Böse mehr aus einer gewissen Unüberlegtheit und Gewohnheit, die ich von den Eltern ererbt hatte, als aus eigentlicher Bosheit verübte, so habe ich am Ende durch die Buße Barmherzigkeit erlangt. Ich bin aber hundert Jahre lang in dem Orte der Qualen gewesen und habe viele Peinen zu meiner Reinigung ausgestanden; nun aber bin ich durch die unverdiente Güte Gottes ( Blos. allein zur Seligkeit eingegangen." Concl. an. 1. c. n. 12.) Jedermann hat eine besondere Pflicht, den Abgeftorbenen zu helfen. Neben der allgemeinen Pflicht, welche uns das von Gott gegebene Gebot der Nächstenliebe auferlegt, gibt es für jeder 133 in betreff der armen Seelen. mann noch eine besondere Verbindlichkeit, den Abgestorbenen beizuspringen, die aus den persönlichen Verhältnissen, in denen man mit ihnen lebte, hervorgeht; denn es ist wohl niemand, der nicht auf eine besondere Weise zur Dankbarkeit gegen irgend einen Abgestorbenen verpflichtet wäre; so sind 3. B. die Schüler gegen ihre Lehrer für den Unterricht und die Bildung, die sie von ihnen empfangen haben, zu besonderem Dank verpflichtet; desgleichen stehen sich die Blutsverwandten, Amtsbrüder, die Glieder eines Ordens und einer Genossenschaft, Kriegsgefährten, Nachbarn, Freunde und Seeljorger 2c. einander nahe; in was immer für einem Stande sich jemand befinden mag, so hat er doch unter den schon Verstorbenen, die im Fegfeuer sein können, solche, denen er Wohlthaten und Dienstleistungen zu verdanken hat. Wann hätten wir aber mehr Ursache, unsern Wohlthätern und Freunden uns erkenntlich zu erweisen, als zur Zeit, da wir ihnen in ihren schrecklichen Qualen im Fegfeuer Linderung und Rettung verschaffen können? Eine besonders strenge Pflicht liegt hierzu denjenigen ob, die sich im Besige einer Erbschaft derselben befin in betreff der armen Seelen. 135 der noch außer dem Leben des Leibes von ihren Eltern empfangen! Sie sind daher zur zärtlichsten Gegenliebe und zum thätigsten Mitleiden mit ihnen auch nach ihrem Tode verpflichtet. Viel strenger aber noch liegt diese Pflicht Söhnen ob, die Priester sind, weil sie als Stellvertreter der Kirche 3. B. im heiligen Meßopfer u. a. weit mehr für die Verstorbenen leisten können. Deswegen hält man es auch für den größten Trost der Eltern, wenn sie Söhne als Priester zurücklassen. Dem Vater des gottseligen Bischofes Thomas Cantimpré von Cambray aus dem Prediger- Orden sagte, wie dieser selbst erzählt, ein Beichtvater zu Jerusalem, wohin jener gewallfahrtet, er erhalte zwar die Lossprechung von einer sehr großen Sünde, die er beichtete, er habe aber zu erwarten, einst bis an den jüngsten Tag im Fegfeuer dafür büßen zu müssen, außer er habe das Glück, einen Sohn zurückzulassen, der Priester sei und ihn vor der Zeit erlösen könne. Nachher gab sich jener alle Mühe, es zu ermöglichen, daß sein Sohn Priester würde. Auch verwandte Thomas Cantimpré, nachdem er wirklich Priester geworden und sein Vater gestorben war, unablässig all seinen 138 V. Einige Unterweisungen. sagte zu ihr: Gott lohne es dir! Denn deiner Werke wegen bin ich jetzt von der schwersten Bein befreit, und wenn du mir nur noch sieben Jahre die gleiche Wohlthat erweisest, so werde ich dann erlöst sein." Beides geschah. Diejenigen, welche den armen Seelen im Fegfeuer keine Barmherzigkeit erweisen, haben viel zu fürchten. Mit dem nämlichen Maße, mit dem ihr ausmesset, wird euch wieder eingemessen." ( Matth. 7, 2.) Es ist selbstverständlich, daß dieser Ausspruch des göttlichen Heilandes auch auf die Hilfe, die man den armen Seelen im Fegfeuer leisten soll, anzuwenden sei. Dafür zeugen viele Beispiele von Seelen, die, weil sie hierin saumselig waren, entweder selbst dafür büßen mußten oder von andern ebenfalls vergessen wurden, oder denen endlich aus dieser Ursache die für sie verrichteten guten Werke nicht selbst, sondern andern zukamen. So liest man unter andern Beispielen dieser Art von einem Franciseaner, der längere Zeit nach seinem Tode einem Mitbruder erschien und ihm be in betreff der armen Seelen. 139 kannte, daß er deswegen im Fegfeuer sehr große Schmerzen ausstehen müsse, weil er zur Lebzeit nachlässig in den Gebeten für die Abgestorbenen gewesen sei, und daß alle Gebete und heilige Meßopfer, welche bisher für ihn verrichtet worden seien, ihm nicht zu Nußen gekommen, sondern von Gott zur Strafe für seine Nachlässigkeit andern Seelen geschenkt worden seien. Es sagt daher der gelehrte Cardinal Cajetan( de indul. 2. Macch. 12, 26.): Ich bin der Ansicht, daß jenen, welche in diesem Leben die Abgestorbenen vergessen, einst im Fegfeuer alle Theilnahme an den guten Werken und andächtigen Gebeten entzogen werden wird, wenn auch noch so viel Gutes von andern hier für sie geschehen würde; auf solche Weise pflegt die göttliche Gerechtigkeit ihre frühere Unbarmherzigkeit und Härte des Herzens zu strafen." Es gehen aber viele Geisteslehrer noch weiter und befürchten für solche Unbarmherzige nicht nur ein viel strengeres Fegfeuer, sondern sogar die ewige Verdammung. Sie wenden nämlich auf sie den Ausspruch des hl. Jacobus( 2, 13) an: „ Ohne Barmherzigkeit wird derjenige gerichtet werden, der keine Barmherzigkeit ge 140 V. Einige Unterweisungen übt hat." Ferner das Wort des hl. Geistes: „ Wer sein Ohr verstopft vor dem Flehen des Armen, der wird auch rufen, aber nicht erhört werden."( Sprüchw. 21, 13.) Des wegen sagt der heilige Vincenz Ferrerius: Auch die Seelen im Fegfeuer rufen zu Gott um Rache gegen jene, die ihnen ihren Beistand versagen," und schließt mit den Worten des hl. Lucas( 18, 7):„ Wird Gott vielleicht seine Auserwählten nicht rächen, die Tag und Nacht zu Ihm rufen?" Diejenigen, welche den armen Seelen Barmherzigkeit erweifen, haben viel zu hoffen. Da es im Evangelium heißt: ,, Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen"( Matth. 5, 7), welch eine überschwengliche Barmherzigkeit haben für das andere Leben demnach nicht diejenigen zu hoffen, die gegen die armen Seelen Barmherzigkeit werden geübt haben! Thu' Gutes dem Gerechten," sagt Jeſus, Sirach's Sohn( 12. 2), so wird es dir vergolten werden, wo nicht von ihm selbst, doch gewiß von dem Herrn." Die Geisteslehrer versprechen daher denjenigen, die Barmher in betreff der armen Seelen. 143 denn es ist viel besser, schon frei aus diesem Leben zu gehen, als nach dem Tode in den Ketten des Fegfeuers die Freiheit erst zu suchen." Fromme Stiftungen bereiten eine baldige Erlösung aus dem Fegfeuer. Ein Edelmann, aus Valladolid in Spanien, schenkte der hl. Theresia ein Haus mit einem Garten und Weingeländ zu einem Kloster und starb zwei Monate darauf an einer jähen Krankheit. Nachher theilte der Herr ihr mit, die Seligkeit dieses Verstorbenen sei in großer Gefahr gestanden; er habe aber Barmherzigkeit erlangt des Dienstes wegen, den er der Mutter Gottes geleiſtet, indem er ihr jenes Haus zur Errichtung eines Klosters ihres Ordens verehrt habe; er werde aber nicht aus dem Fegfeuer kommen, bis in jenem die erste Messe werde gelesen werden, dann solle er befreit werden. Später jagte ihr der Herr wieder im Gebete, sie solle eilen; denn jene Seele leide sehr große Bein. Als endlich nach vielen Hindernissen die erste Messe darin gelesen wurde, sah sie ihn wirklich mit fröh 144 V. Einige Unterweisungen. lich strahlendem Angesichte, ihr dankend, zum Himmel aufsteigen. Sie bemerkt dabei: als sie das erste Mal vernommen, daß er auf dem Wege zur Ewigkeit sei, jei sie sehr um ihn bekümmert gewesen, weil ihr schien, daß, um dieſelbe zu erlangen, ein weit besseres Lebensende nothwendig wäre; denn, anderer Dinge zu geschweigen, habe er noch tief in den Eitelkeiten der Welt gesteckt. Es ist wunderbar," schließt sie, daß Gott dem Herrn jeder Dienst, der zur Ehre seiner Mutter geschieht, so wohlgefällig ist; darum ist auch seine Barmherzigkeit sehr groß. Er, der unsere geringen, werthlosen, schlechten Werke so groß und kostbar macht, und mit dem ewigen Leben belohnt, sei für alles gelobt und gepriesen!"( Klosterstiftung zu Valladolid.) Genaue Beobachtung der Ordensgelübde bewahrt vor dem Fegfeuer. Die hl. Theresia schreibt in ihren Befenntnissen( 38. Hptst.) wörtlich folgendes: Ein sehr frommes Mitglied unseres Ordens lag schwer krank. Als ich nun der heiligen Messe beiwohnte, sah ich, daß er bereits ge in betreff der armen Seelen. sterben sei und unvorzüglich zum Himmel auffahre. Er ist in der nämlichen Stunde, da ich ihn sah, gestorben, wie ich nachher erfahren habe; da ich mich verwunderte, daß er nicht in das Fegfeuer kam, wurde mir zu verstehen gegeben, er habe dieses der gewissenhaften Erfüllung seiner Ordenspflichten zu verdanken; denn die Kirche habe aus ihrem reichen Schaße besondere Gnade denjenigen zugewandt, welche die Ordensregeln treu beobachten, Gnaden, durch die sie von den Strafen des Fegfeuers frei bleiben. Wahrscheinlich ward mir zur Belehrung diese Kunde mitgetheilt, damit ich begreife, daß der geistliche Stand und das Ordenskleid allein noch nicht genügen, sondern daß wir nur durch einen im Innern und Neußern wahrhaft geiſtlichen Lebenswandel so hohen Lohnes theilhaftig werden." Diesem fügt die Heilige noch folgende Bemerkung bei: ,, Obschon mir der Herr die Gnade erwiesen, mich noch mehreres dergleichen schauen zu lassen, so begnüge ich mich doch, zu sagen, daß von allen Seelen, die ich jah, einzig die obenerwähnte, die einer Klosterfrau, und die des hl. Petrus von Alkantara nach ihrem Tode nichts mehr zu büßen hatten." Trost d. a. S. IV. 10 - 145 in betreff der armen Seelen. 149 und dich bestrebst, Jhm zu gefallen, und anderseits auch eine wahre Reue hast, Ihn je beleidiget zu haben, so wird Er dich, wenn du von hier abscheidest, nicht strenge, sondern gütig aufnehmen in den Schooß seiner Barmherzigkeit. Wenn du auch ins Fegfeuer geführt werden solltest, so werden dir darin Trost und Erquickung nicht fehlen; du biſt dort deines Heiles und der ewigen Seligkeit sicher, und du wirst vorziehen, dich dort als hier zu befinden, wo es so viele Gefahren gibt, Gott zu beleidigen. Deswegen leſen wir, daß ein heiliger Mann gesprochen: ,, Wenn ich bestimmt wüßte, daß ich nach dem Tode ins Fegfeuer käme, so wäre ich jede Stunde von Herzen bereit, mein Haupt unter das Schwert zu legen, um meines Heiles sicher zu sein." Es gibt aber Nachlässige, die ihr Leben nicht von Grund aus zu bessern begehren, die gewöhnlich sagen, es genüge ihnen, wenn sie nach dem Tode ins Fegfeuer und nicht in die Hölle kommen. Allein sie reden sehr unverständig und wissen nicht, was sie sagen; denn wenn sie in ihren Nachlässigkeiten und Lastern freiwillig verharren, haben sie ein äußerst strenges und schreckliches Fegfeuer zu erwarten, wenn es ihnen überhaupt noch ver 150 V. Einige Unterweisungen zc. gönnt wird, ins Fegfeuer und nicht in die Hölle zu kommen. Du aber, o Mensch, der du guten Willen hast, jetzt schon jede Sünde hajfest und Gott zu leben und zu dienen verlangst, lege alle unmäßige Furcht ab. Diejenigen, welche die Liebe haben und Gott von Herzen zugewandt sind, werden sich, selbst wenn sie nach dem Tode noch der Reinigung bedürfen, dennoch glücklich fühlen, weil sie nämlich niemals mehr von Gott geschieden werden können. Sind sie aber dort einmal ganz gereiniget worden, so gelangen sie glorreich zum himmlischen Vaterlande. Darum steht geschrieben: ,, Selig die Todten, die in dem Herrn sterben."( Offenb. 14, 13.) Deine Seele harret auf sein Work, meine Seele hoffer auf den Herrn- s129 151 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen gegen ihre Wohlthäter. Von der Dankbarkeit der armen Seelen überhaupt. er gelehrte Buttler jagt, daß die großen zeitlichen und ewigen Vortheile, die uns aus der Dankbarkeit und besonderen Gegenliebe der von uns erlösten Seelen zufließen, allein hinreichend sein sollten, uns zu Liebeswerken für sie zu entflammen, wenn wir auch keine andern Gründe dafür hätten. Wenn diese Seelen durch unsere 153 gegen ihre Woylthäter. in den Himmel kommen, um ihre Erkenntlichkeit und Sorgfalt gegen ihre Wohlthäter auszuüben; sondern während sie noch im Fegfeuer schmachten, beten sie ohne Unterlaß für deren leibliche und geistliche Wohlfahrt, erwirken ihnen Gesundheit in Krankheiten, verschaffen ihnen Lebensunterhalt in der Armuth, Hilfe in der Noth, Rath und Schuß auf Reisen und in Gefahren, bewahren und vermehren ihre Glücksgüter, sind ihnen für ihr Seelenheil sehr behilflich, stehen ihnen vorzüglich im Todeskampfe und endlich beim Gerichte Gottes sieghaft bei, wie dies alles aus den folgenden Beweisen und Beispielen erhellt. Die armen Seelen beten im Fegfeuer für ihre Wohlthäter, und man darf fie anrufen. Der hl. Alphons von Liguori ſagt: „ Es ist wahrscheinlich, daß man auch die armen Seelen im Fegfeuer um ihr Gebet bitten dürfe; denn es ist glaubwürdig, daß Gott sie unser Gebet wissen lasse, auf daß diese heiligen Seelen auch für uns beten, und so zwischen ihnen und uns die Verbindung der Liebe und gegenseitigen Für 154 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen bitte bestehe." Auf gleiche Weise spricht sich hierüber der gelehrte P. Suarez, aus der Gesellschaft Jeju, aus, indem er sagt: ,, Dieſe Seelen find heilig, und also von Gott sehr geliebt, auch lieben sie uns mit einer voll= kommenen Liebe, kennen wenigstens im allgemeinen unsere Gefahren und wissen, wie sehr wir der Hilfe Gottes bedürfen. Gewiß werden sie daher für uns beten, obschon sie noch ihre eigenen Schulden zu büßen genöthigt sind. Wir können ja auch in diesem Leben für einander beten, obwohl wir große Schuldner gegen Gott sind; auch haben die Väter, welche sich in der Vorhölle befanden, für die Lebenden gebetet, wie von dem Propheten Jeremias und dem Hohen. priester Onias( II. Mach. 15.) gemeldet wird. Diejem stimmt der Cardinal Bellarmin ungefähr mit denselben Ausdrücken bei. Auch sagte die hl. Katharina von Bologna, daß, wenn sie irgend eine Gnade verlangte, sie sich an die armen Seelen gewandt und dann sogleich, was sie gewünscht, erlangt habe. Desgleichen sagte eine gottselige Person aus neuerer Zeit, die in den Wegen des Geistes sehr bewandert ist, sie wende sich, wenn ihr alles fehlschlage, an die armen Seelen und gegen ihre Wohlthäter. finde dann Erhörung. Einen sprechenden und aufmunternden Beweis dafür liefert uns noch folgender Brief, welcher deswegen, seiner Länge ungeachtet, ganz hier eingerückt wird. 155 Die armen Seelen erwirken ihren Wohlthätern die Gesundheit in Krankheiten. Im Jahre 1649 schrieb Wilhelm FrieBem, Buchdrucker in Köln, an P. Jakob Montfort, aus der Gesellschaft Jesu, folgenden Brief: ,, Ich berichte Euer Hochwürden die wunderbare Herstellung meines Söhnleins und meiner Frau. Ich las an den Festtagen das Werklein, das Sie mir in den Druck gegeben hatten, und das von der Liebe, die wir den Abgestorbenen schuldig sind, handelt. Als ich nun gerade mit dem Lesen desselben beschäftigt war, kündigte man mir an, daß mein vierjähriges Söhnlein schwer erkrankt sei. Die Krankheit nahm dergestalt überhand, daß es in kurzer Zeit in die äußerste Lebensgefahr kam, so daß die Aerzte an seinem Aufkommen verzweifelten, und man schon auf seine Bestattung Bedacht nahm. Allein ich hatte Hoffnung, ihm wieder die vorige Gesundheit zu erlangen, wenn ich ein Ge 156 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen lübde zu Hilfe der armen Seelen im Fegfeuer thun würde. Ich ging daher in aller Frühe in die Kirche, wo ich mit besonderer Andacht Gottes Barmherzigkeit angerufen und zugleich gelobt habe, hundert der gedachten Büchlein an verschiedene Klöster und an Geistliche auszutheilen, damit der heilige Eifer, den Verstorbenen zu helfen, bei ihnen geweckt und entflammt werde. Als ich hierauf nach Hause kam, hatte es sich mit ihm schon gebessert; das Kind verlangte sogleich zu essen, nachdem es mehrere Tage nichts hatte genießen können, und den folgenden Tag war es so vollkommen gesund, daß es vom Bette aufstund, herumging und mit Lust aß, gleich als wenn ihm nie etwas gefehlt hätte. Da ich nun dieje wider alles Erwarten erhaltene Genesung als eine Gnade des Himmels ansah, nahm ich die versprochenen hundert Büchlein zusammen und trug sie in das Collegium Ihrer Gesellschaft, wo ich die ehrwürdigen Väter bat, einige nach Belieben zu behalten, die übrigen hingegen in verschiedenen Klöstern unter die Geistlichen zu vertheilen, damit meine erhaltene Gnade jedermann kund werde und jedermann daher auch mehr an gegen ihre Wohlthäter. getrieben werde, den Seelen im Fegfeuer Hilfe zu leisten. 157 11 Kaum waren aber hierauf drei Wochen verflossen, ereignete sich ein anderer, nicht minder schwerer Fall: Meine Frau wurde von einem heftigen Zittern an allen Gliedern ergriffen, so daß sie ohnmächtig zur Erde fiel; das Uebel nahm immer mehr zu, bald konnte sie nichts mehr genießen und verlor die Sprache. Alle Mittel waren umsonst, und man harrte schon auf ihr Ende, so daß mich der Beichtvater, der ihr beistand, ermahnte, mich über ihren Verlust in den hl. Willen Gottes zu ergeben. Allein da ich ein großes Vertrauen auf die schon erfahrene Hilfe der Seelen im Fegfeuer hatte, ließ ich den Muth nicht sinken, sondern machte mir Hoffnung, durch sie auch ihre Gesundheit zu erlangen. Ich ging daher wieder in die nämliche Kirche, warf mich vor dem Altare des hochheiligsten Sacramentes nieder, bat aufs neue den Allerhöchsten so inständig, als jemand in solcher Noth thun kann, der seine Frau innig liebt. ,, Herr," sagte ich, Du bist so barmherzig, daß Du deine Gnade verdoppelst. Ich bitte Dich also um deiner unendlichen Güte willen, laß nicht 160 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen Eine arme Seele verschafft ihrer Wohlthäterin den Lebensunterhalt in der Dürftigkeit. Pater Gregorius Carfora, ein regulirter Chorherr, schreibt folgendes:„ Einer armen Frau von Neapel, die sich mit den Jhrigen ohnehin schon kümmerlich durchbrachte, wurde noch ihr Ehemann, der mit seiner Handarbeit die größte und fast einzige Stüße der Haushaltung war, entzogen und Schulden halber in das Gefängniß geworfen. Dadurch stieg ihr Elend auf das Höchste, denn sie mußte jetzt nicht nur ihre Kinder allein ernähren, sondern noch überdies ihren Mann wieder auslösen. In dieser großen Bedrängniß wandte sie sich an einen reichen Herrn, dessen Mildthätigkeit gegen die Armen rühmlichst bekannt war, mit einer Bittschrift; allein sie erhielt nur ein kleines Geldstück. Durch diese Täuschung noch mehr niedergebeugt, begab sie sich hierauf in die Kirche, um Gott dem Herrn, als dem eigentlichen Vater der Armen ihre schwere Noth zu klagen. Als sie da mit Bitten und Weinen ihr Herz vor Gott ausgoß, fiel ihr auf einmal, wie durch eine Eingebung des hl. Schußengels, gegen ihre Wohlthäter. 161 ein, daß die armen Seelen im Fegfeuer ihren Wohlthätern in der Noth so große Hilfe leisten. Sie faßte daher ein großes Vertrauen auf sie und nahm ihr weniges Geld, das sie bei sich hatte, um für jene eine hl. Messe lesen zu lassen. Als diese nun beendigt war, ging sie fort und begegnete vor der Kirche einem ehrwürdigen alten Herrn, der sie sehr freundlich ansprach und sie fragte, warum sie so betrübt jei. Sie erzählte ihm ihr Unglück, worauf er ihr einen Brief gab, den sie einem adeligen Herrn in der Stadt bringen sollte, und sie entließ. Da sie ungesäumt dorthin ging, erkannte dieser zu seinem Erstaunen die Schrift seines verstorbenen Vaters und fragte, woher sie diesen Brief habe. Sie antwortete, daß ein bejahrter, ansehnlicher Herr ihn ihr gegeben habe, und da sie zugleich das Bild desselben im Zimmer erblickte, setzte sie ergriffen hinzu, daß er jenem ganz gleich sehe, nur jei sein Angesicht heiterer und fröhlicher gewesen. Nachdem jetzt der Herr den Brief geöffnet, fand er darin diese Worte:„ Mein Sohn! Jetzt gleich steigt dein Vater aus dem Fegfeuer in den Himmel infolge einer heiligen Messe, welche diese arme Frau har Trost d. a. S. IV. 11 164 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen und seiner Bequemlichkeit bedienen; der Markgraf, sein Herr Vater, werde es ihm auf sein Begehren in Spanien wieder zurückerstatten, worauf er sich unter dem Vorwande von Geschäften beurlaubte. Später suchte ihn zwar Sandoval wieder auf, konnte aber, weder dazumal in Löwen, noch auch später in Spanien, etwas mehr von ihm erfahren. Auch wurde dieses Geld, welches in lauter italienischen Goldstücken bestund, nie wieder zurückgefordert, und es reichte auffallend bis zur Zeit hin, in der ihm sein ordentlicher Gehalt, welcher durch einen unvermutheten Zufall aufgehalten worden war, ankam. Sandoval zweifelte gar nicht, daß dieser Fremdling eine Seele aus dem Fegfeuer gewesen sei, die ihm in seiner Noth aus Dankbarkeit für die Almosen, welche er allzeit für die Abgestorbenen zu spenden beflissen war, diese erwünschte Hilfe geleistet habe. Allein er hielt diese rührende Begebenheit allzeit aus Demuth verborgen, bis er sie endlich bei seiner Bischofsweihe in Rom dem Papste Clemens VIII. mittheilte, welcher ihm darauf befahl, sie, um die Gläubigen dadurch zu ähnlichen Liebeswerken gegen die armen Seelen aufzumuntern, bekannt zu gegen ihre Wohlthäter. 165 machen. Es blieb auch dieser gottſelige Erzbischof sein ganzes Leben durch ein sehr eifriger Liebhaber und Helfer der armen Seelen und unterließ keine Gelegenheit, sowohl in seinem Sprengel, als auch in den übrigen Theilen des Königreiches eine gleiche theilnehmende Liebe zu ihnen zu erwecken und zu unterhalten.( P. Martin Roa, aus der Gesellschaft Jesu mit andern.) Arme Seelen gewähren ihren Wohifthätern Rath und Schuß auf Reifen und in Gefahren. Eine fromme Jungfrau, welche im Februar 1830 zu Fuß eine starke Tagereise machen mußte, gerieth, als es schon Nacht zu werden anfing, und sie noch eine ziemliche Strecke weit zu gehen hatte, auf einen ihr unbekannten Scheideweg, fing daher an, zu jammern, wie gefährlich es für sie wäre, sich in der Nacht noch zu verirren, und sagte bei sich selbst: ,, Ach, ich wollte doch gern für die armen Seelen beten, bis ich angekommen wäre, wenn doch jemand käme und mir den Weg zeigte." Indessen ging sie auf dem einen der beiden Wege, die vor 168 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen allen Fronfasten eine heilige Messe får die armen Seelen lesen zu lassen. Der nämliche Selige sagte auch von drei Jungfrauen, die an einem abgelegenen Ort allein in einem Hause wohnten und für die Abgestorbenen viel zu beten pflegten, daß, als einst Diebe in ihr Haus eindringen wollten, sie durch ein starkes Gepolter, als ob mehrere Leute durch eine Treppe hinunter zu Hilfe eilten, abgehalten wurden, was sie nachher selbst erzählten.- P. Mancin erzählt: ,, Ein Kaufmann hatte einen großen Vorrath von Waaren; als er sie aber in mehreren Jahren nicht absetzen konnte und deshalb in große Besorgniß und Gefahr gerieth, zu Grunde zu gehen, nahm er seine Zuflucht zu den armen Seelen und versprach, eine große Anzahl heiliger Messen für sie lesen zu lassen, worauf er in kurzer Zeit alle seine Waaren leicht verkaufen konnte." - Die armen Seelen find ihren Wohlthätern ihrem Seelenheile fehr behilflich. zu Sind die armen Seelen schon so geneigt, ihren Wohlthätern in ihren zeitlichen Nöthen zu helfen, so sind sie es, wie be gegen ihre Wohlthäter. Erzbischof Ambrosius: ,, Erwirb dir durch deine Fürbitten für die Seelen im Fegfeuer Freunde, die bei Gott für dich bitten, daß auch du selig werdest." Von daher auch der bekannte Ausspruch des Papstes Adrian VI.: „ Wer für die armen Seelen im Fegfeuer betet, in der Absicht, ihnen zu helfen, verbindet sich dieselben zur Gegenhilfe und Dankbarkeit." 171 Die armen Seelen ftehen ihren Wohlthätern im Todeskampfe bei. Der große Geschichtschreiber Cardinal Baronius schreibt folgendes:„ Ein Sterbender von großer Tugend sah, als er auf dem Todbette sich in einem schweren Streite mit den höllischen Geistern befand, den Himmel sich öffnen und mehrere tausend weiß ausgerüstete Streiter zu ihm herabsteigen, von welchen er in hohem Grade gestärkt wurde, indem er von ihnen die Versicherung erhielt, daß sie gekommen seien, ihm in diesem gefährlichen Kampfe beizustehen und für ihn zu streiten. Dadurch wurde der Todkranke ſehr getröstet, und als er mit weinenden Augen diese himmlische Ritterschaft gebeten 172 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen 11 hatte, sie möchten ihm die Gnade erweisen, ihm zu sagen, wer sie seien, bekam er zur Antwort:„ Wir sind von dir aus dem Fegfeuer erlöste Seelen. Wir kommen, dir dieſe Wohlthat zu vergelten und dich nach dem Tode sogleich in den Himmel zu führen." Nach dieser Ankündigung gab der Sterbende voll des Trostes mit heiterem Angesichte und freudigem Herzen den Geist auf.- Es schreibt auch P. C. G. Rosignoli, aus der Gesellschaft Jeju, von einem Laienbruder, Andreas Simon, der im Profeßhause zu Rom Pförtner war, folgendes: ,, Er bestrebte sich auf manche Weise, die ihm seine große Liebe zu den Abgestorbenen eingab, wie z. B. durch demüthige Darbietung bunter Blumensträuße, die er in seinem Gärtchen zog, an Personen, die seinen Eifer und seine Absicht hiefür fannten, Geld zu Seelenmessen zu sammeln, und nachdem er diesen Liebeseifer viele Jahre hindurch bis in sein hohes Alter mit dem ergiebigsten Erfolge geübt hatte, erwiesen ihm die vielen, von ihm erlösten Seelen eine ähnliche Gegenliebe und Dankbarkeit, indem sie sich in großer Anzahl bei seinem Tode einfanden, um ihn nun zu trösten und seine Seele nach seinem gegen ihre Wohlthäter. 11 Hinscheiden gleichsam im Triumphe zur ewigen Freude im Himmel abzuführen. Das ganz Gleiche liest man auch bei den Bollandisten von der hl. Margaritha von Cortona, die sich ebenfalls in ihrem Leben mit außerordentlichem Eifer bemüht hatte, diesen Seelen zu helfen. 173 Die armen Seelen stehen ihren Wohlthätern beim Berichte Bottes bei. " 1 Mehrere Schriftsteller berichten folgendes: Als ein Caplan einen Sterbenden mit den hl. Sterbe- Sacramenten versehen hatte, hörte er bei seiner Zurückkunft in der Kirche eine Stimme auf dem Kirchhofe rufen: ,, Auf, ihr Todten! Stehet auf aus den Gräbern, in welchen ihr ruhet! Kommet alle in die Kirche zu beten und Gott die Seele unsers großen Wohlthäters, der eben jetzt gestorben ist, anzuempfehlen. Dieses fordert von uns die Pflicht der Dankbarkeit für das andächtige Gebet, welches er oft für uns verrichtet hat, indem er nie über diesen Kirchhof ging, ohne unser zu gedenfen." Hierauf begaben sich diese Todter: in großer Anzahl in die Kirche und sangen gegen ihre Wohlthäter. 175 mit einem inbrünstigen Liebesact alles zu schenken, was sie durch Gebete, gute Werke, Bußübungen und Leiden abbüßen oder Verdienstliches erwerben konnte. Um nun diese Liebeshandlung noch auf eine vollkommenere und Gott wohlgefälligere Weise auszuüben, bat sie einmal den göttlichen Heiland um die Gnade, ihr jene Seelen anzuzeigen, welche am schwersten litten, um ihnen zu Hilfe kommen zu können. Sie wurde erhört, indem ihr der Herr solche Seelen kund machte, worauf sie alle ihre eifrigen und inbrünstigsten Uebungen zur Errettung derselben verdoppelte und nicht nachließ, bis sie den Trost hatte, sie erlöst zu wissen. Es zeigten sich ihr auch viele dergleichen in ihrer Glorie, dankten ihr und versprachen, ihr dafür dankbar zu sein. Als sie aber nach vielen, in solchen gottseligen Werken zugebrachten Jahren selbst an den Rand der Ewigkeit fam, machten ihr die höllischen Geister eine überaus große Angst durch Einflüsterung des Gedankens, daß sie ja jetzt, nachdem sie alle ihre guten Werke und Verdienste weggegeben hätte, mit leeren Händen vor dem ewigen Richter erscheinen müsse und daher für sich selber nun das härteste Fegfeuer zu erwarten habe. 176 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen Wirklich wurde diese Jungfrau von schwerem Kummer darüber befallen. Allein als sie sich wieder einmal so sehr quälte, erschien ihr der göttliche Bräutigam und fragte sie, warum sie sich so sehr betrübte; sie antwortete: ,, Mein Herr, es ängstigt mich, daß ich nun bald sterben muß und doch keine guten Werke habe, mit welchen ich meine Schuld bezahlen kann, indem ich alles den Abgestorbenen geschenkt habe." Hierauf tröstete sie der Herr mit einem unbeschreiblich lieblichen Anblicke und sagte zu ihr: Meine Tochter Gertrud, damit du erkennest, wie angenehm und wohlgefällig Mir deine große Liebe gegen die armen Seelen gewesen sei, so schenke Ich dir zur Belohnung alle Strafen, welche du hättest ausstehen müssen. Und da Ich allen, welche gottjelige Werke verrichten, dieselben hundertfältig zu vergelten versprochen habe, so will Ich deine Tugend weit über ihr Verdienst belohnen und deine Glorie in der ewigen Glückseligkeit dadurch vermehren. Ich will anordnen, daß alle Seelen, die du aus dem Fegfeuer erlöst hast, dir bei deinem Tode entgegenkommen, deine Seele aufnehmen und mit freudevollen Danksagungen gegen ihre Wohlthäter. in den Himmel begleiten."( P. Martin Roa aus der Gesellschaft Jesu.) 177 Ein Wort über die Glaubwürdigkeit der Er fcheinungen der Abgeftorbenen überhaupt. Es ist sonderbar, daß man heutzutage noch so oft fromme und unter diesen selbst gelehrte Leute sieht, die Bedenken tragen, den Erscheinungen von Abgestorbenen Glauben beizumessen, während doch sowohl die hl. Schrift, als die zuverlässigsten Zeugnisse aller Zeiten unwiderlegbar hierfür zeugen. Samuel erschien im Alten Bunde( II. Kön. 28, 15.), so auch Jeremias und Onias. ( II. Mach. 15, 12. 14.) Jm Neuen Testamente erschien Moses mit Elias( der nicht gestorben ist) unserm Herrn auf dem Tabor; und als Christus am Kreuze verschieden, gingen viele aus den Gräbern hervor und erschienen ihren Freunden.( Matth. 27, 52. 53.) Auch später wurde die Erscheinung, welche die hl. Perpetua( S. 29) von ihrem Bruder hatte, von heiligen Vätern für echt gehalten, und Gregorius, der Große( S. 97), erzählt ſelbſt von einer Erscheinung, die sich zu seiner Zeit in seinem eigenen Kloster zugetragen Trost d. a. S. IV. 12 178 VI. Von der Dankbarkeit der armen Seelen hat. Heinrich Suso( S. 96) und die hl. Theresia( S. 80, 143, 144) theilen uns solche mit, die ihnen selbst widerfahren sind. Der hl. Augustinus( S. 30, 181), der hl. Bernard ( S. 94), der hl. Thomas von Aquin( S. 25, 180), der hl. Petrus Damiani( S. 104) und überhaupt die heiligen Väter und Kirchenlehrer nehmen solche ohne Anstand an und erwähnen derselben in ihren Schriften als einer unleugbaren Thatsache; so auch die größten Geisteslehrer, als der Hl. Dionyfius, der Karthäuser( S. 174), Ludwig Blofius( S. 91), Thomas von Kempen( S. 70), Gerson, Boudon,( S. 69); desgleichen die ausgezeichnetsten, kirchlichen Geschichtsforscher: Baronius( S. 123), Surius( S. 100), Bollandus( S. 74, 173), Kalmet( S. 90), Stolberg( S. 30), Buttler( S. 31), ferner die berühmtesten Theologen: der selige Petrus Canisius, Bellarmin, Suarez, der heilige Alphons von Liguori( S. 120) und andere. Endlich leiht ihnen die Kirche selbst ihr ganzes Ansehen, indem viele derselben in den Heiligsprechungs- Untersuchungen genau geprüft und in den darauf folgenden päpstlichen Bullen anerkannt worden sind. Betrachtet man nun diese unabsehbare Menge gegen ihre Wohlthäter. von unverwerflichen, höchst ehrwürdigen Zeugnissen für das Erscheinen von Abgestorbenen, so sieht man nicht ein, wie hierüber im Herzen eines gläubigen Katholiken noch ein Zweifel obwalten könne. 179 Uebrigens ist das Erscheinen von Seelen, wenn Gott es zuläßt, ebenso leicht erklärbar, als das der Engel und der Heiligen, das man doch allgemein annimmt. Vielmehr ist für sie noch ein weit dringenderer Grund, sowohl von seiten der unendlichen Barmherzigkeit Gottes, als von seiten dieser sehr bedrängten Seelen vorhanden, da eine jolche Erscheinung beinahe schon als eine gänzliche Erlösung angesehen werden darf; denn häufige Erfahrung zeigt, daß Seelen, nachdem sie so erschienen sind, gewöhnlich bald darauf erlöst werden, und zwar wegen der wirksamen Kraft, welche unsere Gebete und andere gute Werke für sie haben, die nach solchen Erscheinungen mehr und mit größerm Eifer für sie verrichtet werden. Ferner sind solche Erscheinungen auch eine unaussprechlich große, göttliche Wohlthat sowohl für jene, denen sie dann zu theil werden, als auch für die, welche sie auf eine Weise vernehmen, daß es auf sie einen tiefen gegen ihre Wohlthäter. 181 er, wie seine Lebensgeschichte meldet, mehrere Erscheinungen hatte; nämlich zwei von seiner Schwester und eine von einem Mitlehrer der Theologie, die ihm die wichtigsten und tröstlichsten Nachrichten aus der andern Welt brachten; in betreff seiner Brüder meldeten sie ihm nämlich, daß der eine von ihnen im Himmel sei, und der andere im Fegfeuer seiner Hilfe bedürfe; von ihm aber jagten sie, daß seine dermaligen Uebungen Gott wohlgefällig seien, ermunterten ihn, dieselben eifrig fortzusehen, und zeigten ihm an, daß in furzer Zeit eine große Belohnung im Himmel auf ihn warte. Das Gleiche lehrt auch der heilige Bischof und Kirchenvater Augustinus in seiner Abhandlung über die Sorge für die Abgeſtorbenen. ( 15. Hauptstück.) Was die körperlichen Hilfeleistungen der armen Seelen betrifft, so liefert der heilige Gregorius, der Große, die klarsten Beweise davon, indem er in seinen Gesprächen( 43. u. 55. Hptst.) folgende Begebenheit erzählt, die sich zu seiner Zeit im Bisthume Civita Vecchia zugetragen hat. ,, Ein ehrwürdiger Priester wurde, so oft er zu einer gewissen Zeit ein Dampfbad besuchte, von einem unbekannten gegen ihre Wohlthäter. 183 hört worden seist, wann du wieder zu baden kommst und mich nicht mehr findest." Mit diesen Worten verschwand er, und der für einen Menschen gehalten worden war, gab durch sein Verschwinden zu erkennen, daß er ein Geist war. Derselbe Prieſter brachte hierauf eine Woche lang das heilige Meßopfer für ihn dar, und als er wieder zurückkehrte, fand er ihn nicht mehr. ,, Aus dieser Begebenheit erhellt," fügt der heilige Papst noch bei, ,, wie nüßlich das hl. Meßopfer den abgestorbenen Seelen sei, indem. sie es selbst von den Lebenden verlangen und Zeichen angeben, woran man erkennen kann, daß sie dadurch befreit worden seien." 11 Aehnliches findet man aber auch in der hl. Schrift. Der Heerführer Judas wurde in einem Traume getröstet durch die Erscheinung des Hohenpriesters Onias und des Propheten Jeremias; ersterer betete für ihn, und letzterer reichte ihm ein goldenes Schwert mit den Worten: ,, Empfange das heilige Schwert als ein Geschenk Gottes, mit dem du die Feinde meines Volkes Israel schlagen wirst."( II. Mach. 15, 12. 16.) Und sowohl die Erscheinung dieser abgestorbenen Gerechten, als auch der darauf erfolgte 184 Von der Dankbarkeit der armen Seelen 2c. große Sieg über die Feinde wird von einigen als eine Belohnung für sein früher gebrachtes, großes Opfer von zwölftausend Drachmen Silbers für die Todten angesehen. In Beziehung auf überirdische Hilfe in leiblicher Noth liest man in der hl. Schrift ( II. Mach. 10, 29): ,, Als nun der Streit heftig war, erschienen den Feinden vom Himmel fünf strahlende Männer auf goldbezäumten Pferden; diese dienten den Juden zu Führern, und zwei von ihnen nahmen den Machabäer in die Mitte und beschirmten ihn mit ihren Waffen, daß er unversehrt blieb; gegen die Feinde aber schleuderten sie Pfeile und Blige, wodurch sie verblendet wurden, so daß sie in voller Verwirrung dahin fielen. Da wurden zwanzigtausend fünfhundert zu Fuß und sechshundert Reiter getödtet." Wenn nun auch. die hl. Schrift nicht erklärt, wer diese Männer gewesen ſeien, so kann man doch nicht zweifeln, daß auch arme Seelen ein Gleiches mit der Zulassung Gottes hätten thun können, eben sowohl als sonst die Engel oder die Heiligen. 3weiter Theil. Gebete zum Troffe der armen Seelen. Von der Morgenmache bis zur Nacht Hoffe Israel auf den Herrn m ~ Ps.129. I. Tägliche Gebete. 187 Morgengebet. Aus den Schriften des ehrw. Abtes Ludw. Blofius. m Namen meines gekreuzigten Herrn und Erlösers Jesu Christi stehe ich auf. Dich, o unerschaffener Vater, Dich, o eingeborner Sohn, Dich, o heiliger Geist- Dich, den einen allmächtigen, ewigen, unveränderlichen Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsicht= baren Dinge, bete ich in dieser Morgenstunde, die Du in deiner unendlichen Güte mich wieder hast erleben lassen, in tiefster Demuth an. 190 I. Tägliche Gebete. Dir gefalle, und Du stets in mir wohnen mögest! O Du Quelle himmlischer Wonne und ewiger Freude, nimm mich mir und gib mich Dir und entzünde in meinem Herzen das Feuer deiner Liebe! Lehre, leite und beschütze mich allzeit und überall! Bewahre mich vor Kleinmüthigkeit! Gib mir einen lebendigen Glauben, eine unerschütterliche Hoffnung und eine vollkommene Liebe! Amen. Zur allerseligsten Jungfrau Maria. Heilige Mutter Gottes, meine Beschügerin und Fürsprecherin, Königin des Himmels und der Erde! Dir übergebe ich mich für den heutigen Tag mit Leib und Seele, mit all meinen Sorgen, Mühen und Arbeiten, in Leid und Freud' und bitte dich, nimm mich auch heute in deinen mütterlichen Schutz, behüte und bewahre mich vor allem Schaden an Seele und Leib! Bitte für mich deinen göttlichen Sohn, daß Er mich in seiner Gnade erhalten wolle bis an mein Ende. Amen. Bu den lieben Engeln und Heiligen. Heiliger Schußengel, bitte für mich, daß dieser Tag mir ein gesegneter sei, der mich. 194 I. Tägliche Gebete. Dir mit Schmerzen, daß ich auch heute wieder gesündigt, besonders diesen Fehler... wieder begangen habe. Ich bekenne Dir alle Sünden, die ich gethan oder gewollt habe in Gedanken, Worten und Werken, nicht allein vom bösen Geiste verführt, sondern aus eigener böser Begierde. Von Grund meines Herzens bitte ich Dich, o mein liebenswürdigster Herr, demüthig um Gnade und Verzeihung. Gib, daß ich meine Sünden allzeit wahrhaft beweine. Gib mir Licht und Kraft, daß ich meine guten Vorsäge, die ich vor Dir jetzt erneuere... in Zukunft nicht wieder vergesse. Amen. Empfehlung. Allmächtiger, ewiger Gott, in deine unaussprechliche Barmherzigkeit befehle ich meine Seele, meinen Leib, mein Thun und Lassen, mein Leben und Sterben. Nimm mich gnädig auf, wenn ich diese Nacht sterben sollte. Ich befehle Dir auch alle, für welche ich zu beten schuldig bin, Eltern und Geschwister, geistliche und weltliche Obrigkeit, Freunde und Feinde. Gib uns allen eine ruhige Nacht, laß uns so schlafen, daß unser Herz bei Dir wache; laß nicht zu, Abendgebet. daß wir in dieser Nacht etwas Sündhaftes thun oder denken; bewahre uns durch deine hl. Engel vor allem Uebel, auf daß wir gesund und neu gestärkt zu deinem Dienste erwachen. 193 Zu Maria. Dallerheiligste Mutter Gottes und Jungfrau Maria, ich befehle mich dir alle Tage meines Lebens und bitte dich, stehe mir bei in dem letzten Streit, wenn meine Seele von hinnen scheiden soll. O allergütigste Mutter, erbarme dich meiner und komm mit allen lieben Engeln und Heiligen mir dann zu Hilfe, versöhne mich mit deinem Sohne, wende durch deine Verdienste seinen gerechten Zorn von mir ab und führe meine Seele in das ewige Leben! O seligste Jungfrau, aller Jungfrauen Ehre und Krone, erhöre mich und bitte für mich, denn nichts schlägt dein lieber Sohn denen ab, für welche seine jungfräuliche Mutter bittet. Bu den lieben Heiligen und Engeln. Ihr lieben Heiligen Gottes, ich empfehle mich in euren Schuß; erlanget mir durch 196 I. Tägliche Gebete. euere Fürbitte Gnade, Verzeihung und Hilfe. Mein lieber hl. Schußengel, wache an meinem Bette, während ich schlafe, bete und streite für mich in dieser Nacht und wecke mich auf zur rechten Zeit zum Dienste Gottes! Segen. Der Friede unseres Herrn Jesus Christus, die Kraft seines bittern Leidens und Sterbens und das Zeichen des hl. Kreuzes seien zwischen mir und allen meinen sichtbaren und unsichtbaren Feinden jetzt und in der Stunde meines Todes! Die Seelen aller abgestorbenen Christgläubigen mögen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden ruhen! Amen. Kürzeres Abendgebet. Dom goftfeligen Nikolaus Wolf. Vater unser, der Du bist im Himmel, der Du für mich auf Erden diesen Tag so väterlich gesorgt hast! Geheiliget und gepriesen sei dein heiligster Name für die Wohlthaten dieſes Tages! Ist der heutige Tag mir und andern Abendgebet. 197 der letzte des Lebens, so ist dies meine letzte Bitte: Zukomme uns dein Reich! Willst Du, daß ich diese Nacht sterbe, jo sei es, Vater! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Und um das bitte ich Dich: Gib uns heute unser tägliches Brod! nicht nur für den Leib, sondern vor allem für die Seele, nämlich die Gnade, die Sünden dieses Tages zu erkennen, zu bereuen und abzubüßen. Hier die Gewissens- Erforschung. Nach der Gewissens- Erforschung. D mein Vater! Wie böse war ich diesen Tag, da Du doch so gut gegen mich warst! Erbarme Dich meiner und aller Sünder! Vergib mir meine Schulden, wie auch ich allen meinen Schuldigern von Herzen vergebe, die mich diesen Tag beleidiget haben ( besonders N. N.). Es reuet mich, o höchstes Gut! daß ich Dir heute nicht gedient habe; aus Liebe zu Dir reuet es mich. Koste es in Zukunft, was es wolle, ich will Dir von ganzem Herzen dienen. Führe uns nicht in Versuchung! Vater! Beschüße mich diese Nacht, damit ich mit heiligen Gedanken zu Dir aufwache! I. Tägliche Andachten. Erlöse uns von allem Uebel der Sünde, von allen sichtbaren und unsichtbaren Feinden, von allen quälenden Uebeln der Seele und des Leibes, besonders aber von dem Tode in der Sünde. Amen. 198 Begrüßet seist du, Maria, voll der Gnaden! deiner mütterlichen Gnade empfehle ich mich diese Nacht. Der Herr ist mit dir, segne mich durch Ihn, da ich schlafe. Du bist gebenedeit unter den Weibern von allen Heiligen im Himmel, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus Christus, in dessen offenes, heiliges Herz ich meine arme Seele empfehle. Heilige Maria, Mutter Gottes! Bitte für mich armen Sünder, daß ich mit heiligen Gedanken einschlafe. Und wenn ich dieſe Nacht sterben sollte, so bitte für mich armen Sünder jetzt und in der Stunde meines Absterbens! Amen. O heiliger Schußengel! streite für mich! Oheiliger Namenspatron, bitte für mich! O Herr, gib den armen Seelen die ewige Ruhe! Ihnen schenke ich aus christlicher Liebe alle Verdienste dieses Tages. Amen. موعدهم Fir die armen Seelen. 201 feurigen Gefängnisse leiden Seelen, die Du nach deinem Ebenbilde erschaffen hast! Dein geliebter Sohn Jesus zeigt Dir seine fünf offenen Wunden und bietet sie Dir an zur Bezahlung ihrer Schulden und opfert Dir somit den unendlichen Werth seines heiligen Blutes, das aus diesem Gnadenbrunnen geflossen ist. Nimm es gnädig an und erbarme Dich nach deiner großen Barmherzigkeit aller armen Seelen, besonders dieser N. N. Amen. Gebet zu Gott dem Sobne. O Jesus, Du Quell der Güte und Barmherzigkeit! Wie könntest Du, gegenwärtig im heiligen Sacramente der Liebe, die verlassenen und armen Seelen ohne Mitleiden ansehen? O mildester Jesus! Gedente doch, daß diese eben diejenigen sind, für die Du Mensch geworden, so viele und große Martern und endlich den Tod am Kreuze erlitten hast. O Jesus, Du treuester Liebhaber der Seelen! Laß dein Kreuz und Leiden, dein Blut und deinen Tod diesen N. N. und allen lieben Seelen im Fegfeuer zu gute komAmen. men. 203 Für die armen Seelen. durch das kostbare Blut deines geliebten Sohnes Jesus um so theuren Preis erlöst sind, seufzen und rufen aus ihrem feurigen Kerker zu dir. O Maria! Du betrübteste Mutter! Ach, siehe doch ihre Thränen! Höre ihre Seufzer und inständigen Bitten! Erinnere deinen göttlichen Sohn an die große Liebe und Mühe, die du Ihm, besonders in seiner Kindheit, erwiesen; und zeige doch bald den verlassenen Seelen, deinen lieben Kindern, Jesum, die gesegnete Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Amen. Gebet zu den heiligen Schutzengeln. O ihr heiligen Schutzengel, denen von Gott aufgetragen ist, für das Heil der Menschen zu sorgen! Sehet, in dem finstern Gefängnisse sind die euch lieben und andertrauten Seelen aller Hilfe beraubt. Owie viele Seufzer schicken sie zu euch gegen Himmel! Wie inbrünstig verlangen sie bei euch zu sein! So lasset denn ihr schmerzliches Rufen eure mitleidigen Herzen durchdringen! Bittet Gott eifrigst, daß Er ihnen gnädig die noch übrigen Strafen nachlasse. Steiget eilends aus dem Himmel zu ihnen hinab! Tröstet, II. Meßgebete. stärket und erquicket sie und nehmet sie mit euch hinauf in die ewigen Freuden! Amen. 204 Gebet zu den beiligen Gottes. O ihr auserwählten Freunde Gottes! Schauet doch mit mitleidiger Liebe herab auf die Seelen euerer Mitbrüder, Schwestern und Blutsfreunde in Jesus Christus. Sie gehören ja in euere Gesellschaft, und werden nur ihrer Sündenschuld wegen in den härtesten Peinen zurückgehalten. So tretet denn vor den Thron der allerheiligsten Dreieinigkeit, traget Gott euere Verdienste, Marter und euern Tod vor, vereiniget sie mit den unendlichen Verdiensten des Leidens und Sterbens Jesu Christi! Flehet so lange und sc inständig zu Gott, bis sie, auf euere Fürbitte aus ihrem Kerker erlöst, in der ewigen Glückseligkeit euch zugesellt werden. Amen. Zur Opferung, Präfation und bis zur heiligen Wandlung. Verfüge dich im Geiste mit den armen Seelen auf den Calvarienberg und stelle zu ihrem Troste dem himmlischen Vater alles vor, was Jesus gelitten hat. Nimm auf, o himmlischer Vater! dieses heilige Opfer des Brodes und Weines, wel Für die armen Seelen. 205 ches der Priester jetzt zu deiner Ehre und zum Heile der Lebendigen und Abgestorbenen auf dem Altare Dir darbringt; ich opfere Dir es nämlich auf für jene Seele. und auch für alle übrigen, die noch im Fegfeuer sind! "} Sieh an, o gütigster Vater, das mit Dornen gekrönte Haupt deines vielgeliebten Sohnes, seine geschlossenen Augen, sein bleiches Angesicht, seine mit Blut überronnenen Wangen und seinen Mund, und erbarme Dich der armen Seelen, an deren Bein auch ich Ursache bin. Sieh an, o gnädiger Vater, seine ausgespannten Arme, seine mit Nägeln durchbohrten Hände und Füße, seine gewaltsam erhobene Brust, sein durchstochenes Herz und erbarme Dich der armen Seele, welche noch die schwerste Pein auszustehen hat. Sieh an, o mitleidiger Vater, wie sein ganzer Leichnam vom Haupt bis zu den Füßen zerrissen, seine Adern aufgesprungen, alle seine Glieder aus ihren Gelenken gerissen, und erbarme Dich der armen Seele, die noch am längsten zu leiden hat. Sieh an, o barmherziger Vater, deinen unschuldigen Sohn Jesus, wie Er voll Todes 206 II. Meßgebete. angst und Bein, verhöhnt, beschimpft und gelästert, von Himmel und Erde, von Menschen und Engeln, ja von Dir selbst verlassen ist, und erbarme Dich der armen Seele, die am meisten verlassen ist. Dieses alles sieh an, o himmlischer Vater, und sieh zugleich an die unerträgliche Marter der armen Seelen, die sie in Vereinigung mit der Meinung, dem Gehorsam und der Liebe deines Sohnes Jesus Christus Dir aufopfern, und erhöre unsere herzliche, inständige Bitte: Du wollest ihnen Gnade und Barmherzigkeit ertheilen und sie aus ihrem Elende erlösen. Amen. Anter und nach der heiligen Bandlung. Kniee nieder vor dem gekreuzigten Jesus und erinnere Ihn an sein schmerzhaftes Blutvergießen zum Troste der armen Seelen und sprich: Bei der Aufhebung der bl. bostie. O Jesus, mein Gott und Heiland! Ich glaube, daß Du hier im heiligen Sacramente auf dem Altare mit Gottheit und Menschheit gegenwärtig bist! Ich bete in der hl. Hostie deinen allerheiligsten Frohnleichnam, mit seinem Blute und mit seiner Für die armen Seelen. 211 sonders in deiner letzten Todesangst, am Kreuze gelitten hast; ich bitte Dich um der Schmerzen deiner bis in den Tod betrübten Mutter willen: lösche mit diesem deinem kostbaren Blute und Gnadenwasser die Gluth aus und berufe sie mit allen übrigen Seelen zu Dir in die ewigen Freuden! Amen. Nach der Communion. Schließe die armen Seelen in das offene Herz Jesu ein und erbitte ihnen den Eingang in den Himmel. O süßester Jejus, der Du aus unendlicher Liebe zu uns im Sacrament der Liebe Dich selbst uns hingabst, um dein Herz mit unsern Herzen zu vereinigen! Du hast dieses Herz nach deinem Tode öffnen lassen, damit Es auch allen verstorbenen Christgläubigen eine offene Pforte zum Himmel sei. Um der unendlichen Liebe dieses deines durchbohrten Herzens willen bitte ich Dich, öffne jetzt dieje Himmelsthüre allen armen Seelen, und führe sie in den Himmel. Verschließe denn, o gütigster Jeſus, nicht länger dein von der Liebe verwundetes Herz. Ich bitte Dich darum durch die Furcht und Betrübniß, durch die Beängstigung und II. Meßgebete. Ohnmacht, durch die äußerste Noth und Todesangst, die dein Herz während deines ganzen Leidens, vorzüglich am Kreuze empfunden hat, sowie durch das mit sieben Schwertern durchstochene Herz Mariä, an welchem dein Herz geruht hat. 212 Kürzeres Meßgebet für die Seelen, für die du am meisten zu beten schuldig bist. Gütigster Gott, weil es dein Wille ist, daß wir für die armen Seelen im Fegfeuer beten, so höre ich jetzt diese Messe an und vereinige mich geistigerweise mit allen heiligen Messen, die gegenwärtig gelesen werden, und opfere sie Dir auf durch die Hände Jesu und aller Priester, zu deinem höchsten Dienste und zur Erlösung der Seelen, für die ich am meisten zu beten schuldig bin. Um dieses will ich Dich nicht nur demüthig bitten, sondern auch ihre Schulden aus den reichen Verdiensten deines Sohnes überflüssig bezahlen. Ich opfere Dir also zur Erstattung des Lobes, der Liebe, der Ehre, des Dankes, welche diese Seelen in ihrem Leben Dir zu erweijen, und der Verdienste, die sie Für die armen Seelen. 213 zu sammeln unterlassen haben, all das Lob, die Liebe, die Ehre, den Dank und die Dienste, welche Dir dein Sohn auf Erden geleistet hat. Zum Erjazz aller Nachlässigfeiten, Lauigkeit und Widerwillen, die diese lieben Seelen in deinem Dienste begangen haben, opfere ich Dir auf allen Fleiß, Eifer und Andacht, womit dein Sohn auf Erden alle seine Werke verrichtete und jetzt in allen heiligen Messen erneuert und Dir aufopfert. Zur Verzeihung aller Sünden, Fehler und Unvollkommenheiten, welche dieje Seelen sich zu Schulden haben kommen lassen, opfere ich Dir auf alle Tugenden, die dein Sohn auf Erden aufs vollkommenste geübt hat und jetzt noch in allen heiligen Messen übt und vollbringt. Zur Bezahlung aller Strafen und Beinen, die diese armen Seelen verschuldet haben, opfere ich Dir auf das bittere Leiden und Sterben, welches dein Sohn auf Erden gelitten hat, und dessen Erinnerung und Zuwendung jetzt noch in allen heiligen Messen erneuert und fortgeſetzt wird. Zur Abwaschung aller Makeln, mit denen sich die armen Seelen befleckt haben, opfere ich Dir auf das kostbare Blut, das dein Sohn auf Erden vergossen hat und jetzt Erwird Ifrael erlösen 10 von allen feinen Sünden Be 215 III. Gebete auf alle Sage der Woche. Aufopferung des Leidens und Sterbens Jefu Chrifti für die armen Seelen im Fegfeuer. Am Sonntag. Von der Todesangst und dem blutigen Schweiße unseres Herrn Jesu Christi. 1. ch opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die christgläubigen Seelen im Fegfeuer alles, was Du, um die Menschen zu erlösen, gelitten, deinen schmerzhaften Kreuzestod und das kostbare Blut, das Du unsertwegen so häufig vergossen hast. III. Gebete auf alle Tage der Woche. 2. Jch opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die große Furcht und den Schrecken, die im Delgarten dein Herz überfallen haben, als Du Dir lebhaft alle die Marter vorgeſtellt und deutlich vorhergesehen hast, welche Du den folgenden Tag leiden solltest, weswegen Du vor Angst am ganzen Leibe zittertest. 3. Jch opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die Beklemmung und Traurigkeit, welche das Bangen vor dem bevorstehenden, bittern Tode in Dir verursacht hat, so daß deine Seele vor unerträglicher Angst beinahe den Leib verlassen hatte, wie Du deinen Jüngern mit den Worten geoffenbart hast: ,, Meine Seele ist betrübt bis in den Tod." 11 216 4. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer dein wehmüthiges Gebet, als Du deinen himmlischen Vater batest, daß Er den bittern Kelch deines Leidens von Dir hinwegnehmen wolle, und doch sogleich Dich in seinen göttlichen Willen ergeben und gesagt hast: Nicht mein, sondern dein Wille gejchehe!" 5. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus 217 III. Gebete auf alle Tage der Woche. Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer deine inbrünstige Liebe, die Du zeigteſt, als Du voll Angst und Betrübniß deine Jünger besucht und ermahnt hast, wider die Versuchung zu machen und zu beten. 6. Jch opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den Trost und die Stärke, welche Dir der Engel gebracht hat, als Du in der Angst und Qual, worin sich damals deine gebenedeite Seele befand, hättest sterben müssen, wenn der Engel vom Himmel nicht deine Menschheit getröstet und gestärkt hätte. 7. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer deine Standhaftigkeit im Gebete, obschon Du bis in den Tod betrübt gewesen und doch nicht erhört worden bist, weil Du selbst nicht wolltest, daß deine menschliche Natur den Trost haben sollte, erhört zu werden. 8. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer dein kostbares heiliges Blut, das Du aus unerträglichem, innerlichem Schmerz und entseglicher Seelenangst so übermäßig geschwitzt hast, daß es über deinen ganzen Leib allenthalben bis auf die Erde herabgeronnen ist. III. Gebete auf alle Tage der Woche. Bitte. O Herr Jesus Christus! Durch diese deine Pein, deine Angst und deine Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch dein heiliges Kreuz, dein bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammung und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuziget worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 218 Am Montag. Von den Leiden, die unser Heiland ausgestanden, nachdem Er gefangen worden, bis Er zum Hohenpriester Annas geführt worden ist. 1. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer deinen Willen und deine Begierde zu sterben, die Du zeigtest, als Du von dem Gebete aufgeſtanden, und mit blutigem Schweiße noch überronnen, deinen Feinden entgegen 220 III. Gebete auf alle Tage der Woche. deines himmlischen Vaters, welche Du während deiner Marter innerlich stets geübt und dabei all dein Leiden Jhm zur Genugthuung für alle unsere Sünden aufgeopfert hast. 5. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den tiefen Schmerz und die innere Betrübniß, die Du empfunden, als Du in deiner größten Widerwärtigkeit von allen deinen liebsten Jüngern bist verlassen worden, die sich alle, da sie Dich gefangen und gebunden sahen, von Dir entfernten. 6. Jch opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer alle die Beinen, welche Dir die jüdischen Knechte angethan, während sie Dich vom Delberge bis zu dem Hause des Hohenpriesters Annas führten, immerwährend grausam schlugen, schalten und unbarmherzig auf dem Boden hinschleiften. 7. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die tiefe Demuth, in der Du mit geſenktem Haupte und gebundenen Händen vor dem Hohenpriester Annas stundest, der voll stolzen Sinnes, nicht anders, als ob Du ein Missethäter wärest, Fragen an Dich geſtellt hat. 221 III. Gebete auf alle Tage der Woche. 8. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den erschrecklichen Backenstreich, den Dir ein gemeiner Knecht mit geballter Faust so heftig gegeben, daß Dir dein heiliges Blut aus dem Munde hervorgeflossen ist. Bitte. O Herr Jesus 2c.( wie S. 218.) Am Dienstag. Don allem, was der Herr in dem Hause des Hohenpriesters Kaiphas die ganze Nacht hindurch gelitten hat. 1. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die Schmach und Unbill, die Du erlitten, als man Dich so hart gebunden, zu dem Hohenpriester Raiphas führte, wo deine Feinde versammelt, auf Dich gewartet und Dich mit Wuth und Haß empfangen haben. 2. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die falschen Anklagen und Zeugnisse, welche die Bösewichte wider Dich vorgebracht haben, worunter sich keine einzige wahr befunden, so daß deine Unschuld, mitten in der Verfolgung, sich klar gezeigt hat. 3. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus III. Gebete auf alle Tage der Woche. Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer das stolze Verfahren des Kaiphas gegen Dich, als er Dich bei dem lebendigen Gott beschworen hat, zu sagen, ob Du der Sohn Gottes feiest, und Du mit aller Demuth aus Ehrerbietigkeit gegen deinen himmlischen Vater geantwortet hast, Du seiest Dieſer, und werdest mit großer Herrlichkeit kommen, die Welt zu richten. 222 4. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den wüthenden Grimm, womit Dich hierauf die Juden angefallen, Dich angespieen und mit Fäusten geschlagen, andere aber Dir Backenstreiche gegeben haben, Du hingegen alles dieses geduldig erlitten und nicht den geringsten Unwillen darüber gezeiget hast. 5. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die verächtliche Behandlung, da die Juden dein heiliges Angesicht angespieen haben, in der Absicht, Dich auf das ärgste zu erniedrigen und zu entehren. 6. Jch opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den Spott, den Dir die rohen Soldaten angethan, als sie Dir die Augen verbunden, 224 III. Gebete auf alle Tage der Woche. Du nur in dieser schmerzvollen Nacht gelitten haſt. Bitte. O Herr Jesus 2c.( wie S. 218.) Am Mittwoch. Von allem, was unser Heiland gelitten hat des andern Tages frühe, vor und während der Geißelung. 1. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die dreifache Beschuldigung, welche der Vorsteher der Priester und die Weltesten des jüdischen Volkes vor Pilatus gegen Dich vorbrachten, daß Du nämlich ein Verführer des Volkes seiest, dem Volke verboten habest, dem Kaiser die Steuer zu bezahlen, und Dich für den König der Juden ausgegeben habest. 2. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die tiefe Demuth, womit Du Dich gebunden über die Gassen zum König Herodes haft führen lassen und von diesem, als Du auf seine Fragen nichts geantwortet, übermüthig verachtet und verspottet worden bist. 3. Jch opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer 226 III. Gebete auf alle Tage der Woche. Geißeln, Ruthen und Stricken, die Du durch die grausamen Henkersknechte empfangen hast, so daß dein Fleisch tief verwundet worden und dein heiliges Blut herabgeströmt iſt. 7. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer das zärtliche Mitleiden deiner lieben Mutter, das sie empfunden, als sie alle deine Marter mit ansah, und das, so oft Dir ein Streich gegeben wurde, zugleich auch ihr mütterliches Herz verwundete. 8. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die vielen Wunden, welche Du von den Geißelstreichen empfangen hast, so daß an deinem ganzen Leibe fein Theil unversehrt geblieben ist, und Du, sobald man die Stricke aufgelöst, vor Mattigkeit zur Erde gesunken und in deinem heiligen Blute gelegen bist. Bitte. O Herr Jesus 2c.( wie S. 218.) Am Donnerstag. Von allem, was unser göttlicher Heiland bei seiner schmerzlichen Krönung gelitten hat. 1. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die schmerzlichen Schritte, welche Du gethan, III. Gebete auf alle Tage der Woche. 227 als man Dich in den Hof des Pilatus geführt hat, um Dich mit Dornen zu krönen, wobei Du noch voll der Schmerzen und des Blutes warst, das aus deinen heiligen Wunden, die Du bei der grausamen Geißelung empfangen, zur Erde rann. 2. Jch opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den unglaublichen Schmerz, welchen Du am ganzen Leibe empfunden hast, als Dir die Henfersknechte das Kleid, das an dem Fleische und an den Wunden angeklebt war, mit Gewalt heruntergerissen haben, weswegen von neuem alle Wunden anfingen, Blut zu vergießen. 3. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die große Schmach, welche Dir als einem, der sich für den König der Juden ausgegeben, die Soldaten angethan, als sie Dir ein altes Purpurkleid angezogen, ein Rohr statt eines Scepters in die Hand gegeben und eine dornene Krone aufgesetzt, endlich Dich mitten im Hofe auf einen Stein niedergesetzt haben. 4. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer III. Gebete auf alle Tage der Woche. Erde, fast nackt und bloß dem ganzen Volke vorgestellt, ihm alle deine Wunden gezeigt und gesprochen hat: Sehet da einen Menschen!" 229 11 8. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer das große Geschrei, welches das jüdische Volk erhoben hat, als es rief: ,, Kreuzige Ihn! Kreuzige Ihn!" wodurch es seinen großen Haß und Grimm gegen Dich zu erkennen gab, was Dich und deine gebenedeite Mutter unaussprechlich betrübte. Bitte. O Herr Jesus 2c.( wie S. 218.) Am Freitag. Von dem, was unser Heiland gelitten, als Er das Kreuz auf den Gatuarien era feme und daran angenagelt wurde. 1. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die große Beschwerde, womit Du das hl. Kreuz auf den Calvarienberg getragen haſt, welches so schwer und groß gewesen ist, daß es Dir eine breite und tiefe Wunde in die Schulter eingedrückt und heftigen Schmerz verursacht hat. 2. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus 231 III. Gebete auf alle Tage der Woche. den bittern Trank von Wein, mit Galle vermischt, der Dir auf dem Calvarienberge gereicht worden ist, um Dich in deiner Schwachheit zu stärken. 6. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die Unbarmherzigkeit, womit Du entkleidet wurdest, und Dir die Kleider, welche an den Wunden und an dem Fleisch anhingen, abgerissen wurden, wodurch alle Wunden neuerdings geöffnet worden sind, und dein heiliges Blut, besonders am Haupte, aus den von den Dornen verursachten Wunden in Menge herausgeflossen ist. 7. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den unglaublichen Schmerz, den Du empfunden hast, als die Soldaten deine heiligen Hände und Füße an das Kreuz annagelten, wobei die Nägel zugleich geistlicherweise in das mitleidige Herz deiner gebenedeiten Mutter eingedrungen sind. 8. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer deine eigene Aufopferung, als Du nämlich unter vielen Thränen und Seufzern Dich selbst deinem himmlischen Vater aufgeopfert III. Gebete auf alle Tage der Woche. 233 die Schmach und Spottreden, welche Dir die jüdischen Hohenpriester, Schriftgelehrten und Pharisäer zugeschrieen, wobei sie Dich als einen Thoren verlacht und gelästert haben. 4. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer die heißen Thränen und tiefen Seufzer, unter denen Du am heiligen Kreuze zu deinem himmlischen Vater für deine Peiniger gebetet, sie entſchuldigt und gesagt haft:„ Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." 5. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den brennenden Durst, welchen Du gelitten und deswegen am heiligen Kreuze ausgerufen hast:„ Mich dür stet!" worauf Dir die grausamen Soldaten mittels eines Schwammes Essig darreichten, welches Dir in deinen heiligen Wunden und in allen Nerven großen Schmerz verursacht hat. 6. Jch opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer deine traurige Verlassenheit von deinem himmlischen Vater und von allen Geschöpfen und deine Klage darüber, als Du mit lauter 234 III. Gebete auf alle Tage der Woche. Stimme gerufen: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" 7. Ich opfere Dir auf, o Herr Jesus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer den letzten und größten Schmerz, den Du gelitten, als sich deine Seele von dem Leibe trennte, und Du dieselbe deinem himmlischen. Vater mit lauter Stimme empfohlen und gesprochen hast: Vater, in deine Hände empfehle Ich meinen Geist." 8. Ich opfere Dir auf, o Herr Jeſus Christus, für die armen Seelen im Fegfeuer das bittere Mitleiden und die Schmerzen, die deine gebenedeite Mutter während deines ganzen Leidens und besonders auf dem Calvarienberge erduldete, als sie Dich am Kreuze hängen, so kläglich rufen und sterben, deine Seite mit dem Speere verwunden, deinen heiligen Leichnam in ihren Armen liegen, und endlich begraben gesehen hat. Bitte. O Herr Jesus 2c.( wie S. 218.) 11 11 meiner Dehr& mehr waſche m Ung und von meiner Sünde reini mich( Psalm 50 IV. Beichtgebete. 235 Gebet vor der Beicht. 33 armherziger Gott, Vater im Himmel! Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Du rufest mich zur Buße und Lebensbejserung, und sieh, o Herr, ich gehorche deinem Rufe und will mit deiner Gnade mich losmachen von der Sünde; ich will von nun an ein frommes, tugendhaftes Leben führen, und durch eine aufrichtige Beicht, durch Reue und Buße deine göttliche Vaterliebe, die ich durch meine Sünden verloren habe, wieder zu erlangen suchen. In dieser Absicht liege 236 IV Beichtgebete. ich auf meinen Knieen, flehe zu Dir, mein Herr und mein Gott, Du wollest mich in meinem Vorhaben unterstüßen; Du bist allmächtig, und da Du mir den Willen gabst, mein Leben zu bessern, so wirst Du mir auch das Vollbringen geben. Du wirst meiner Schwachheit zu Hilfe kommen und mir Kraft verleihen, meinen Vorsatz auszuführen und auch künftig ihm getreu zu bleiben. O guer Bott! Ich preise deine Güte und dan. ir, daß Du bisher mich am Leben. erhalten hast, damit ich mich bekehren und für mein Heil wirken kann. Ach, wo wäre ich jetzt, wenn Du mich statt jener, die ich als todt beweine, von der Welt abgerufen hättest? Ach, welch ein schreckliches Gericht wäre über mich ergangen, wenn ich in meinen Sänden gestorben wäre! Dank sei Dir, barmherziger Gott, daß ich noch lebe und meine Fehler bereuen und büßen kann! Ich will also mit deiner Gnade mitwirken; ich will alle Mittel zu meiner Lebensbesserung anwenden und genau die Ermahnung befolgen, die dein Stellvertreter, der Priester, mir ertheilen wird. O mein Gott! Im Vertrauen auf deine Erbarmung und die Verdienste deines Sohnes IV. Beichtgebete. unverdiente große Gnade, die Du mir erwiesen hast. Ich bin nun begnadiget; durch das heilige Sacrament der Buße sind mir im Namen Jesus alle meine Sünden verziehen; ich bin wieder ein Kind Gottes, durch Jesus Christus ein begnadigter Sünder geworden. Lob und Dank sei Dir geſagt, o Gott, für den süßen Trost, den ich jetzt in mir empfinde! Stärke mich, daß ich nicht mehr sündige und diesen Trost, diese Gewissensruhe nicht auf ein neues wieder verliere. 238 Andere Danksagung. ( Nach 102. Pfalm.) Meine Seele, preise den Herrn, und alles, was in mir ist, lobe jeinen heiligen Namen! Meine Seele, preise den Herrn, und vergiß nicht, was Er dir Gutes gethan hat! Er vergibt dir alle deine Sünden und heilt alle deine Gebrechen. Er rettet vom Untergange dein Leben und frönt dich mit Barmherzigkeit und Gnade. Er jättigt mit Gütern deinen Hunger; deine Jugend wird neu werden, wie die eines Adlers. Der Herr erweiset Barmherzigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. IV. Beichtgebete. 239 Dem Moses machte Er seine Wege fund, den Kindern Israel's seinen Willen. Barmherzig und gnädig ist der Herr, langmüthig und von großer Huld. Nicht immerfort wird Er zürnen, nicht ewiglich drohen. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so weit hat Er seine Barmherzigkeit befestigt über die, welche Ihn fürchten. So weit der Aufgang ist vom Untergange, hat Er unsere Sünden von uns weggenommen. Wie sich ein Vater seiner Kinder erbarmt, also erbarmt sich der Herr über die, so Ihn fürchten. Denn Er kennt unsere Schwachheit, Er weiß, daß wir Staub sind. Des Menschen Tage sind vie Gras, wie eine Feldblume blüht er auf. Der Sturm jaust darüber hin, und sie ist nicht mehr, und niemand erkennt mehr, wo sie gestanden. Aber des Herrn Erbarmen währt von Ewigkeit gegen alle, die Ihn fürchten IV. Beichtgebete. Und seine Gerechtigkeit erstreckt sich auf Kindeskinder bei denen, die seinen Bund halten, und die seiner Gebote gedenken, um sie zu erfüllen. Der Herr hat im Himmel seinen Thron bereitet, und sein Scepter herrscht über alle. 240 Lobet den Herrn, alle seine Engel, die ihr mächtig seid an Kraft und sein Wort erfüllet, der Stimme seiner Rede gehorsam! Lobet den Herrn, alle seine Kräfte, ihr seine Diener, die ihr seinen Willen vollzieht! Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft preise, o meine Seele, den Herrn! Ehre sei 2c. Bete deine auferlegte Buße, dann folgendes: - Liebster Jesus! Du sagtest einstens zu jenem Kranken, den Du geheilt hattest: „ Sieh, du bist gesund geworden, fündige ferner nicht mehr, daß dir nichts Aergeres widerfahre." Diese Worte sind auch zu mir gesprochen, denn Du hast mich von meiner Seelenkrankheit geheilet. Aber ich will auch dein Gebot erfüllen. Ich will durch wahre Reue und Buße, durch Glauben, Gehorsam und Nächstenliebe meine Besserung zeigen. Stärke mich mit deiner Gnade! Amen. Dierin Hirsch verlange nach Dalferquellen allo verlangt meine Seele nach Dir B V. Communiongebete. .... 241 Vor der Hl. Communion. mein Jesus, mein Herr und mein Gott! Du hast alle Menschen zu Dir eingeladen, mit dem Versprechen, daß Du sie mit deinem heiligen Fleische speisen und mit deinem heiligen Blute tränken und Dich innigst mit ihnen vereinigen wollest. Du hast gesagt: ,, Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, und Ich will euch erquicken." Göttlicher Jejus! auf diese liebevolle Einladung bin ich hieher gekommen und bitte, laß mich deines Versprechens theilhaft werden. Ich bin zwar dieser Gnade ganz unwürdig, denn ich bin ein Sünder; Trost d. a. S. IV. 16 242 V. Communiongebete. aber ach, eben darum, weil ich ein schwacher, sündiger Mensch bin, bin ich auch dieser göttlichen Himmelsspeise um so mehr bedürftig; komm also, o göttlicher Jesus, komm und nimm deine Einkehr in meinem Herzen! O mein Jesus, Du Lamm Gottes, welches die Sünden hinwegnimmt: Du hast gejagt, es werde über einen Sünder, der sich bekehrt, eine große Freude in dem Himmel sein. O so bekehre mich, nimm alle meine Sünden von mir hinweg und mache mich würdig, deinen heiligen Leib zu empfangen! Im Vertrauen, daß Du keinen zurückstoßest, der in Demuth und mit reumüthigem Herzen zu Dir kommt, in diesem festen Vertrauen nahe ich mich dem Tische der Engel und erwarte mit Verlangen, das Himmelsbrod zu essen, welches Du uns bereitet haſt, und welches Du selbst bist. O göttlicher Jesus, laß mich durch den Genuß deines heiligen Fleisches und Blutes die Verzeihung aller meiner Sünden erlangen. Ich bitte aber nicht nur für mich allein um Vergebung der Sünden; sondern weil deine Barmherzigkeit ohne Grenzen und deine Güte ohne Maß ist, so bitte ich auch für die leidenden Seelen im Fegfeuer, welche ihrer V. Communiongebete. trinkt, der wird durch Mich das ewige Leben haben." Ich sehne mich nach dieser göttlichen Speise, sie soll mir Kraft verleihen und mich in die ewige Seligkeit einführen, die Du mir zu geben versprochen hast. O mein Jesus! so fest ich an Dich glaube, so zuversichtlich ich auf Dich hoffe, so kindlich und von Herzen liebe ich Dich. O daß ich Dich so lieben könnte, wie Du uns Menschen geliebt hast! Deine Liebe opferte Dich für uns am Kreuze,- deine Liebe hat mich heute zur göttlichen Tafel eingeladen.- O heiliges Gastmahl der Liebe! entzünde mein Herz mit heiligem Liebesfeuer! O könnte ich Dich lieben, wie die Seraphinen Dich lieben, wie Maria, die göttliche Mutter, wie die Heiligen im Himmel Dich lieben. 244 O so komm, Du Gott der Liebe, nach dem mein Herz verlangt! komm, mein Jesus, mein Heiland und Erlöser, komm und fehre bei mir ein, nimm Besitz von meinem Herzen, und mache mich zu einem lebendigen Brandopfer der Liebe. Dir möchte ich in allem ähnlich sein, so sanftmüthig und geduldig, se liebevoll und wohlthätig, jo unermüdet im Gutesthun, wie Du, damit ich Dir wohlgefalle und Du bei mir bleiben mögeſt. 246 V. Communiongebete. mit der meinigen, freuet euch mit mir und stimmet ein in mein Dankgebet; rufet mit mir in Freude und Jubel: Heilig, heilig, heilig ist Gott! Er hat sich gewürdiget, seine Wohnung bei mir zu nehmen; Ihm sei Dank, Preis und Ehre jetzt und in Ewigkeit! O mein Jesus! ich glaube an Dich, als an die ewige Wahrheit.- O mein Jesus! ich hoffe auf Dich, als auf die unendliche Barmherzigkeit.- O mein Jesus! ich liebe Dich von Herzen, als das allerhöchste und aller Liebe würdigste Gut.- O mein Jesus! ich bete Dich an als meinen Herrn und Gott, meinen Erlöser und Seligmacher.- O mein Jesus! ich sage Dir Dank für die große Gnade, daß Du mich mit deinem heiligsten Fleische gespeiset und mit deinem heiligsten Blute getränkt haft; bewirke nun in mir, weswegen Du zu mir gekommen bist, und laß mich der Verdienste deines Leidens und Todes theilhaftig werden. Zur Danksagung für deine unaussprechliche Güte opfere ich Dir auf meinen Leib, meine Seele und alles, was ich habe, zu deinem heiligen Dienste. O mein göttlicher Heiland, bleibe bei mir durch die Kraft des heiligen Sacramentes, jetzt und in der Stunde meines Todes! V. Communiongebete. 247 Liebster Jesus! Du hast gesagt: ,, Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm." O wie erfreut mich dieses göttliche Versprechen! durch deine Gnade bist Du mit mir vereint; o ich bitte Dich, Du Geliebter meiner Seele, ich bitte Dich inständig, bleibe allzeit bei mir und laß mich nie mehr durch eine Sünde von Dir getrennt werden. Laß mich empfinden, daß ich den guten, den reichen, den allmächtigen Gott in mir habe. Du bist der Allmächtige, Du kannst mir in allen meinen Anliegen helfen; Du wirst mir auch helfen, denn deine Güte und Barmherzigkeit ist ohne Maß. Im Vertrauen auf deine göttliche Vorsicht übergebe ich Dir meinen Leib und meine Seele, mein zeitliches und ewiges Wohl. Verfahre Du mit mir nach deinem göttlichen Wohlgefallen. Dir, o mein Jesus, will ich leben, Dir will ich sterben, Dein will ich sein jetzt und in Ewigkeit. Amen. Zu Jesus in seinem Leiden. Göttlicher Jesus! Bei der Einsetzung des heiligen Altars- Sacramentes hast Du gesagt: So oft ihr dieses thut, so thuet es zu " 1 V. Communiongebete. meinem Andenken!". Ich gedenke also mit Betrübniß an deinen Blutschweiß am Delberg, an deine schmerzliche Geißelung und Krönung, an deine schwere Kreuztragung und deine grausame Annagelung an das Kreuz. Durch alle diese Leiden, durch deine drei Stunden lange Todesangst am Kreuz und dein klägliches Hinscheiden bitte ich, Du wollest Dich der leidenden Seelen im Fegfeuer erbarmen, insonderheit der Seelen N. N., für welche ich meine heutige Communion aufgeopfert habe. Laß sie die Kraft dieses heiligen Sacramentes empfinden und gedenke, daß auch sie in ihrem Leben deinen heiligsten Leib empfangen und dein heiligstes, bitteres Leiden und Sterben andächtig verehrt haben. Laß diesen bedrängten Seelen die Verdienste deines Leidens zu ihrer Erlösung gereichen. Nimm sie zu Dir in den Himmel auf, wo sie dann auch für mich bitten wollen, daß ich einstens glückselig sterbe und von den Peinen des Fegfeuers befreit bleibe. 248 Heilige Jungfrau Maria, Mutter meines Erlösers! gedenke der Leiden deines mütterlichen Herzens, als Du deinen geliebten Sohn am Kreuze unter den schrecklichsten Schmer V. Communiongebete. zen sterben sahest. Um dieser Leiden willen bitte ich, gedenke der armen Seelen im Fegfeuer, die so kläglich nach ihrer Erlösung seufzen. Insbesondere verwende deine Fürbitte zur Erlösung der Seelen N. N., daß sie zur Anschauung Gottes gelangen mögen. Bitte auch, o liebste Mutter, daß meine Seele einstens bei ihrem Hinscheiden einen gnädigen Richter finde in Jesus Christus, deinem Sohne, der mit dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 249 Gebet, den Ablasz für die armen Seelen aufzuopfern. O mein Jesus! Ich flehe zu deiner Barmherzigkeit, Du wollest den Ablaß, den ich durch meine heutige Communion erlangt habe, den Seelen N. N. zu ihrer Erlösung gereichen lassen. Sollten diese Seelen der Fürbitte nicht mehr bedürftig sein, so schenke ihn den Seelen, die der Befreiung zunächst find, damit sie Dich, o Gott, im Himmel sehen, lieben, loben und anbeten mögen und auch für mich bitten wollen, daß ich einstens durch einen glückseligen Tod ihnen im Himmel beigesellt werde, um Dich zu lieben, zu V. Communiongebete. loben und anzubeten in alle Ewigkeit. Amen.( Bete 7 Vater unser und Gegrüßet Teist du sammt dem Glauben nach der Meinung der Kirche zur Gewinnung des Ablasses.) 250 Gebet mit vollkommenem Ablasz vor einem Bilde des Gekreuzigten. ( Siehe Seite 341.) Ablazgebet. Seele Christi, heilige mich! Leib Christi, erlöse mich! Blut Christi, tränke mich! Wasser der Seite Christi, wasche mich! Leiden Christi, stärke mich! O gütiger Jesus, erhöre mich! In deine Wunden verberge mich! Von Dir laß nimmer scheiden mich! Vor dem bösen Feinde beschütze mick, 1 In der Todesstunde rufe mich! Und laß zu Dir dann kommen mich, Damit mit allen Heiligen Dich Ich loben möge ewiglich! Amen. Ablaß von 300 Tagen, so oft man dieses Gebet mit reumüthigem Herzen verrichtet; Ablaß von 7 Jahren einmal im Tage für die Priester, welche es nach der hl. Messe, und für alle Gläubigen, welche es nach Empfang der hl. Communion verrichten; ein vollkommener Ablaß einmal im Monat, wenn man es täglich im Monat betet und nach würdigem Empfang der hl. Sacramente eine Kirche oder öffentliche Capelle besucht und dort nach der Meinung des hl. Vaters betet. ( Pius IX., 9. Januar 1854.) VI. Kleine Tagzeiten Sie sind beim Tod aus dieser Welt Zwar christlich hingefahren; Allein bis jetzt nicht zugesellt Den auserwählten Schaaren. Ant. Erlöse sie, o Herr, wegen der Ehre deines Namens und sei ihren Sünden gnädig! V. Ach, Herr, wenn Du der Sünden gedenken willst, Herr, wer wird bestehen! R. Aber bei Dir ist Vergebung, darum erlöse sie, o Herr! 252 Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, befreie die Seelen deiner Diener und Dienerinnen, damit sie, da sie der Welt abgestorben, nun Dir leben, und was sie aus Gebrechlichkeit des Fleisches während ihres sterblichen Lebens begangen haben, das wollest Du durch die Nachsicht deiner barmherzigen Güte austilgen; durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Bur Prim. Die Seelen der abgeschiedenen Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden! Amen. klagelied an Gott Vater. O Vater der Barmherzigkeit, Sieh an die armen Seelen, für die armen Seelen. Ach, Zorn und Rach entferne weit, Laß sie nicht länger quälen; Sie haben zwar die Straf' verschuld't, Sind aber treu verblieben. 253 Zeig' ihnen, Vater, deine Huld, Daß sie Dich ewig lieben. Ant. Erlöse sie, o Herr, 2c.( Wie S. 252.) Gebet. O Gott, Du Erschaffer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, damit sie die gnädige Nachlassung, nach der sie sich immer gesehnt, durch unser demüthiges Gebet von deiner Barmherzigkeit erlangen, der Du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. Zur Terz. Die Seelen der abgeschiedenen Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden! Amen. klagelied an Gott den Sohn. O Jesus mild, Du höchstes Gut! Woll' ihrer Dich erbarmen; Sie kosten ja dein Schweiß und Blut, Nimm sie in deine Armen: Sie bitten ab in bitterm Schmerz Für Sünd' und für Verbrechen; Zeig' ihnen dein versöhntes Herz, So streng nicht wollst Dich rächen. für die armen Seelen. Gebet. O Herr, neige dein Ohr zu unsern Bitten, mit welchen wir deine Barmherzigkeit demüthiglich anflehen, daß Du die Seelen deiner Diener und Dienerinnen, die Du aus dieser Welt abberufen hast, in das Land des Friedens und des Lichtes seßen und der Gemeinschaft deiner Heiligen theilhaftig machen wollest; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 255 Zur Non. Die Seelen der abgeschiedenen Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden! Amen. klagelied an die Mutter Gottes. Maria, Meer der Gütigkeit, Sieh, wie die Seelen büßen, Versöhn' doch die Gerechtigkeit, Fall deinem Sohn zu Füßen! O fühl' die Flammen, still' die Pein, Der Drangsal mach ein Ende! Die Finsterniß in Sonnenschein, Die Trau'r in Freud' umwende! Ant. Erlöse sie, o Herr, wegen der Ehre deines Namens, und sei ihren Sünden gnädig 2c.( Wie S. 252.) für die armen Seelen. 257 wir gedenken, den Ort der Erquickung, die Glückseligkeit der Ruhe und die Klarheit des Lichtes! Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Zur Complet. Die Seelen der abgeschiedenen Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden! Amen. klagelied an die Heiligen Gottes. Auch ihr, o liebe Gottes Freund' Die Seelen Gott befehlet, Die mit euch Gottes Kinder sind, Von Ewigkeit erwählet. Ach bittet, daß nach kurzer Zeit Sie alle mit euch droben Den lieben Gott in Ewigkeit Einstimmig mögen loben. Ant. Erlöse sie, o Herr, 2c.( Wie S. 252.) Gebet. O Gott, der Du gnädig Verzeihung ertheilest und der Menschen Heil liebest, wir bitten deine Güte, daß Du die Seelen, welche aus dieser Welt geschieden, durch die Fürbitte Mariens, der allezeit reinen Jungfrau und aller Engel und Heiligen zur Theilnahme an der ewigen Seligkeit gelangen Trost d. a. S. IV. 17 VI. Kleine Tagzeiten lassest; der Du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. 258 Aufopferung. O Gott, Du Quell der Gütigkeit! Nimm an die heißen Thränen Von deiner lieben Christenheit, Und laß' Dich doch versöhnen! Barmherzigkeit, Barmherzigkeit Den Seelen woll'st erweisen, Daß sie mit uns in Ewigkeit Dein' große Güte preisen. Litanei aller Heiligen für die Abgestorbenen. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Shristus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich der - Seelen im Fegfeuer! Gott Sohn, Erlöser der Welt,*) Gott heiliger Geist, Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria, bitte für sie! Heilige Gottesgebärerin,**) Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Alle heiligen Engel und Erzengel, *) Erbarme Dich der Seelen im Fegfeuer! **) Bitte( t) für fie! für die armen Seelen. 259 Heiliger Johannes der Täufer, bitte für sie! Heiliger Joseph,*) Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Johannes, Alle heiligen Apostel und Evangeliften, Heiliger Stephan, Heiliger Laurentius, Alle heiligen Märtyrer, Heiliger Gregorius, Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Barbara, Heilige Katharina, Heilige Theresia, Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, Alle Heiligen Gottes, Sei ihnen gnädig, verschone sie, o Herr! Sei ihnen gnädig, erhöre sie, o Herr! Von allem Uebel, erlöse sie, o Herr! Von allen Sünden,**) Von allen Strafen, Von deinem Zorne, Von deiner strengen Gerechtigkeit, Von der Gewalt der bösen Feinde, Von dem Wurm des nagenden Gewissens, Von dem langwierigen Verlangen, **) Bitte( t) für sie!-**) Erlöse sie, o Herr! VI. Kleine Tagzeiten 2c. Gebet für verstorbene Eltern. O Gott, der Du uns geboten hast, Vater und Mutter zu ehren, erbarme Dich gnädiglich der Seelen meines Vaters und meiner Mutter, verzeihe ihnen alle ihre Sünden und verleihe mir, sie einst in den Freuden der ewigen Klarheit zu sehen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 264 Gebet für Brüder, Freunde und Wohlthäter. O Gott, Du Ausspender der Gnade und Liebhaber des menschlichen Heiles, wir bitten deine Güte, daß Du die Brüder, Schwestern, Verwandten und Wohlthäter, die aus dieser Welt bereits abgeschieden sind, durch die Fürbitte der allerjeligsten Jungfrau Maria mit allen deinen Heiligen zur Gemeinschaft der ewigen Seligkeit kommen lassen wollest. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Ich will eingehen in dein Haus mill anbeten in deinem Friligen Tempr sa 265 VII. Velpergebete. Verehrung der sieben Schmerzen Mariä zum Nutzen der armen Seelen. 1. S egrüßet seist du, Maria, du demüthigste Magd der allerheiligsten Dreieinigkeit! Ich erinnere dich an die Schmerzen, welche du in deinem mütterlichen Herzen empfunden hast, als dein geliebter Sohn am achten Tage sein kostbares Blut für uns vergossen hat. Durch diese deine Schmerzen bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, damit sie 266 VII Veſpergebete. von allen ihren Schmerzen erlöst werden. - Vater unser. Ave Maria 2c. 2. Gegrüßet seist du, Maria, du allerseligste und von Ewigkeit auserwählte Tochter Gott des Vaters! Ich erinnere dich an die Schmerzen, die du empfunden hast, als du ermahnt wurdest, dem Zorne des Herodes zu entfliehen, und mit deinem göttlichen Sohne nach Aegypten, aus deinem Vaterlande in das Elend, zu fliehen. Durch diese deine Schmerzen bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, damit sie von allen ihren Schmerzen erlöst werden.- Vater unjer. Ave Maria 2c. 3. Gegrüßet seist du, Maria, du allerwürdigste Mutter Jesu Christi, des Sohnes Gottes! Ich erinnere dich an die Schmerzen, welche du empfunden hast, als du deinen göttlichen Sohn drei Tage lang verloren und gesucht hast! Durch diese deine Schmerzen bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, damit sie von allen ihren Schmerzen erlöst werden. Vater unser. Ave Maria 2c. - 4. Gegrüßet seist du, Maria, du vielgeliebte Braut des heiligen Geistes! Ich erinnere dich an die Schmerzen, die du empfunden VII. Bespergebete. Schmerzen erdulden sahest, bis Er seine heiligste Seele aufgab. Durch diese deine Schmerzen bitte Gott für uns arme Sünder, und für die armen Seelen im Fegfeuer, damit sie von allen ihren Schmerzen erlöst werden. Vater unser. Ave Maria 2c. 268 7. Gegrüßet jeist du, Maria, du den Propheten versprochene Mutter des Messias! Ich erinnere dich an die Schmerzen, welche du empfunden hast, als dein göttlicher Sohn in deinen Schooß gelegt und in das Grab verschlossen worden ist. Durch diese deine Schmerzen bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, damit sie von ihren Schmerzen erlöst werden. Vater unser. Ave Maria 2c. - Verehrung der sieben Freuden Mariens für die armen Seelen. 1. Begrüßet seist du, Maria, du erfahrenste Lehrmeisterin der Apostel! Ich erinnere dich an die Freuden, welche du empfunden hast, als dich der heilige Erzengel Gabriel gegrüßt und dir die Menschwerdung deines göttlichen Sohnes verkündet hat. Durch diese deine Freuden bitte Gott für VII. Vefpergebete. uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, daß sie erlöst werden und zur ewigen Freude gelangen können.- Vater unser. Ave Maria 2c. 269 2. Gegrüßet jeist du, Maria, du wahrhafteste Lehrerin der Evangelisten! Ich erinnere dich an die Freuden, welche du empfunden hast, als du deinen göttlichen Sohn zu Bethlehem ohne Verlegung deiner Jungfrauschaft geboren hast. Durch dieſe deine Freuden bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, daß sie erlöst werden und zur ewigen Freude gelangen können.- Vater unser. Ave Maria 2c. 3. Gegrüßet seist du, Maria, du kräftigste Stärkerin der Märtyrer! Ich erinnere dich an die Freuden, die du empfunden hast, als die heiligen drei Könige deinem göttlichen Sohne ihre würdigen Opfer dargebracht und Ihn als den wahren Gott angebetet haben. Durch diese deine Freuden bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, daß sie erlöst werden und zur ewigen Freude gelangen können. Vater unser. Ave Maria 2c. 4. Gegrüßet seist du, Maria, du erleuchtetste Unterweiserin der Kirchenlehrer und 1 VII Vespergebete. Beichtväter! Ich erinnere dich an die Freuden, die du empfunden hast, als du deinen göttlichen Sohn nach drei Tagen wieder im Tempel gefunden hast. Durch diese deine Freuden bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, daß sie erlöst werden und zu den ewigen Freuden gelangen können.- Vater unser. Ave Maria 2c. 270 5. Gegrüßet seist du, Maria, du holdseligste Zierde und Schönheit aller Frauen und Jungfrauen! Ich erinnere dich an die Freuden, die du empfunden hast, als dir dein göttlicher Sohn am heiligen Oſtertage nach seiner glorreichen Auferstehung mit unsterblichem Leibe erschienen ist und dich herzlich begrüßt und getröstet hat. Durch diese deine Freuden bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, daß sie erlöst werden und zur ewigen Freude gelangen können. Vater unser. Ave Maria 2c. 1 6. Gegrüßet seist du, Maria, du glänzende Krone aller Heiligen Gottes! Ich erinnere dich an die Freuden, welche du empfunden hast, als dein göttlicher Sohn aus eigener Kraft in deiner und seiner lieber VII. Bespergebete. Jünger Gegenwart glorreich in den Himmel aufgefahren ist. Durch diese deine Freuden bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, daß sie erlöst werden und zur ewigen Freude gelangen können. Vater unser. Ave Maria 2c. 7. Gegrüßet seist du, Maria, du bereitwilligste Helferin und Trösterin der Lebendigen und Abgestorbenen! Ich erinnere dich an die Freuden, die du empfunden hast, als dich dein göttlicher Sohn zu den himmlischen Freuden eingeladen und dich nach deinem heiligen Absterben mit Leib und Seele glorreich in den Himmel eingeführt und über alle Chöre der heiligen Engel erhöhet hat. Durch diese deine Freuden bitte Gott für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegteuer, damit sie erlöst werden und zu den ewigen Freuden im Himmel gelangen. Vater unser. Ave Maria 2c. - - 271 Das Vater unser für die Abgestorbenen. Dater unser, der Du bist im Himmel! Ich bitte Dich, verzeihe den armen Seelen im Fegfeuer, daß sie Dich, ihren Vater nicht geliebt und Dir nicht die gebührende Ehre erwiesen, sondern Dich aus ihrem VII. Vespergebete. deines Sohnes, womit Er sie allzeit zu Miterben seines Reiches hat haben wollen. Amen. 273 Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Ich bitte Dich, o gütiger Vater, verzeihe den Seelen der Verstorbenen, daß sie deinen Willen dem ihrigen nicht vorgezogen, sondern sehr oft nach ihrem eigenen Willen gelebt haben; und zur Vergütung dieses ihres Ungehorsams opfere ich Dir auf die Vereinigung des süßesten Herzens deines Sohnes mit deinem Willen, sowie auch seinen willigsten Gehorjam, womit Er Dir unterthänig gewesen ist bis zum Tode am Kreuze. Amen. Gib uns heute unser tägliches Brod! Ich bitte Dich, o gütiger Vater, verzeihe den Seelen der Verstorbenen, daß sie dein hochwürdigstes Sacrament des Altars nicht mit völliger Andacht und Liebe empfangen, sondern ihrer viele desselben sich unwürdig gemacht und viele es selten oder gar niemals empfangen haben. Für alle diese ihre Sünden opfere ich Dir auf die größte Heiligkeit und Andacht deines Sohnes, sowie auch seine inbrünstige Liebe und sein unaussprechliches Verlangen, womit Er uns diesen kostbaren Schatz geschenkt hat. Amen Trost d. a. S. IV. 18 VII. Vespergebete. gefangenen Seelen, und befreie sie von ihren Banden! 276 Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus, welcher der Heiland und Seligmacher der ganzen Welt ist, den du, als Jungfrau, ohne Schmerzen geboren hast. O barmherziger Jesus, du gnadenreiche Frucht ihrer unverletzten Jungfrauschaft! erbarme dich der armen Seelen! O du barmherzige Mutter, eile ihnen zu Hilfe! Heilige Maria, Mutter Gottes! Du wunderbare, jungfräuliche Mutter, bitte für uns arme Sünder und für die armen Seelen im Fegfeuer, jetzt und zu allen Zeiten, besonders aber in der Stunde unseres Absterbens, und sowie du den armen Seelen in ihrem letzten Streite, als sie mit dem Tode rangen, zu Hilfe gekommen biſt, so stehe ihnen auch jetzt in ihrer schweren Pein und Gefangenschaft bei, damit sie, durch deine mütterliche Fürbitte erlöst, in die ewigen Freuden gelangen. Amen. DAL Kommet, laffet uns anbeten und weinen vor dem Herrn Ps.94. 277 VIII. Betstunde für die armen Seelen. Anbetungsstunde vor dem heiligsten Sacramente des Altars für die armen Seelen im Segfeuer. err, öffne meine Lippen: Und mein Mund wird dein Lob verkünden. O Gott, achte auf meine Hilfe: Herr, eile mir zu helfen! $ 5 Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste: Wie im Anfange, so jetzt und allezeit und zu ewigen Zeiten. Amen. 278 VIII. Betstunde für die armen Seelen. Anbetung. Den König, für den alles lebt, Jeſus Christus im heiligsten Sacramente, will ich mit tiefster Ehrfurcht anbeten. Dem Erstgebornen der Todten, dem Fürsten aller Könige der Erde, der uns geliebt und von den Sünden in seinem Blute rein gewaschen hat, will ich mit glühendem Herzen Lob und Dank abstatten. Jesus Christus im hochheiligsten Geheimnisse des Lebens, dem Richter der Lebendigen und der Todten, welcher die Schlüſsel des Todes und der Hölle hat, will ich meine höchste Anbetung, Ehre und Liebe darbringen. Ehre sei dem Vater 2c. Gemüthserhebung. Jesus, ich glaube, daß Du Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, bist, der in diese Welt gekommen ist. Du bist die Auferstehung und das Leben; wer an Dich glaubt, wird, wenn er auch stirbt, dennoch leben. Du hast nach deiner liebreichen Güte Dich erbarmet über den verstorbenen Lazarus und dessen betrübte Schwestern Martha und Maria. Du hast ihr vertrauensvolles Gebet er VIII. Betstunde für die armen Seelen. 279 hört, den todten Lazarus nach vier Tagen aus dem Grabe hervorgerufen und zum Leben erweckt. Liebevoller Heiland, laß mein Flehen in gegenwärtiger Stunde bei dem Throne deiner Barmherzigkeit Gnade finden für die Verstorbenen, die wegen ihrer Fehler und Schwachheiten in dem Kerker deiner Gerechtigkeit sitzen und dein göttliches Angesicht noch nicht sehen. Höre meine Seufzer und löse ihre Bande, damit sie in die Freiheit deiner Kinder aufgenommen werden. Christus Jesus! Du hast Dich als Bürgen für die Sündenschuld der ganzen Welt dem Vater dargestellt, den Schuldbrief, der wider uns war, an das Kreuz geheftet und mit deinem heiligsten Blute getilgt. Laß durch deine Barmherzigkeit den unendlichen Werth deiner Genugthuung den im Fegfeuer leidenden armen Seelen zu theil werden, damit, was sie noch abzubüßen haben, ihnen durch dein heiliges Leiden und deinen Tod geschenkt werde. Jesus, der Du reich bist in deiner Erbarmung und in dem unerschöpflichen Schaße deiner Verdienste, bezahle für dieſe armen leidenden Seelen die Schuld bis auf den letzten Heller, damit sie, aus dem schmerzlichen Ort der Peinen erlöset, deiner un 280 VIII. Betstunde für die armen Seelen. endlichen Güte in dem Himmel ewiges Lob fingen mögen. Siehe, göttlicher Heiland, in deiner heiligsten Gegenwart, vor deinem großen Geheimnisse, bringe ich die gegenwärtige Stunde. zu, um von deiner Liebe die Erlösung dieser leidenden Seelen zu erbeten. Gedenke doch dieser Gefangenen, für welche ich der göttlichen Gerechtigkeit deine großen Schmerzen, dein Blut, deinen Tod und dein erbarmendes Herz aufopfere. Jesus, laß deine Schmerzen für ihre Buße gelten; laß aus deinen Wunden über sie das Del deiner Barmherzigkeit fließen; laß dein Blut ihre Flammen löschen und nimm sie in die Freude des ewigen Lebens auf! Ach, dein liebevolles Herz wolle sich für jene erbarmen, für welche es am Kreuze verwundet worden. Reumüthige Abbitte. O Jesus, mein allmächtiger und unendlich barmherziger Gott, dein Thron ist ewig in dem Himmel und von unbegreiflicher Herrlichkeit. Es beten Dich an die Seraphim sammt allen Engeln, und der ganze Himmel lobet und preiset Dich in Ewigkeit. Und dennoch würdigest Du Dich, bei uns VIII. Betstunde für die armen Seelen. 281 in dem heiligen Sacramente wahrhaft und wesentlich immer zu sein! Höchstes Wunder, unbegreifliches Geheimniß, übermäßige Liebe! Jesus, Du König des Himmels und der Erde, den ich in dieser sichtbaren Hostie, zwar unsichtbar meinen Augen, aber doch wahrhaft gegenwärtig, in tiefster Ehrfurcht anbete, Dir gebührt unendliche Ehre, unbeschränkte Liebe und unsterblicher Dank. Aber ach, welche Beschimpfungen, welche Bosheit und welchen Undank mußt Du statt dessen nicht von uns lauen und pflichtvergessenen Menschen ertragen! Wie unendlich viele Beleidigungen und Entehrungen sind Dir in diesem anbetungswürdigsten Geheimnisse vom Anbeginne schon von den Sündern zugefügt worden, zu deren Heil und Trost es deine Liebe doch eingesetzt hat! Mit Wemuth erfüllt mich auch der Gedanke, daß eine große Zahl der armen Seelen im Fegfeuer für solche Dir zugefügte Unbilden und Verachtungen in harten Qualen büßen muß. O allerhöchste, uns zu Liebe so schmachvoll erniedrigte Majestät, ich liege vor Dir auf den Knieen, um für mich und alle Menschen, vorzüglich aber für alle armen Seelen Abbitte für diese so vielfachen Beleidigungen VIII. Betstunde für die armen Seelen. 283 Gebet vor dem ersten Behner. Jesus, mein Heiland, ich bete Dich an im heiligsten Sacramente, eingedenk deiner tödtlichen Angst am Delberge. Laß dein heiliges Blut, welches Du so reichlich geschwitzt hast, den leidenden Seelen zur Erquickung und Erlösung gedeihen; laß dasselbe auf sie fließen, um sie zu reinigen und ihre Schmerzen zu heben.- O Herr, ich bitte Dich, komme deinen Dienern und Dienerinnen zu Hilfe, die Du mit deinem kostbaren Blute erlöst hast. Himmlischer Vater, Du Gott der Erbarmung, siehe an deine Geschöpfe und verzeihe ihnen durch das Blut deines Sohnes, was sie gesündiget haben! Amen. Gebet vor dem zweiten Behner. Jesus, mein Heiland, ich bete Dich an im heiligsten Sacramente, eingedenk deiner schmerzvollen Geißelung. Unschuldigster Jesus, wie strenge Buße hast Du für die Sünden der im Fegfeuer büßenden Seelen gethan! Schenke ihnen deine. Schmerzen, deine Wunden, dein theures Blut als Genugthuung, damit sie durch diesen Werth erlöjet wer 284 VIII. Betstunde für die armen Seelen. den und in die ewigen Freuden übergehen. - O Herr, ich bitte Dich, komme deinen Dienern und Dienerinnen zu Hilfe, welche Du mit deinem kostbaren Blute erlöst hast. Eingeborner Sohn Gottes, Du liebevoller Erlöser der Welt, siehe an deine Seelen, die Du geliebt hast, und verleihe ihnen vollkommene Verzeihung, für welche ich deiner Güte die grausame Pein deiner Geißelung aufopfere. Amen. Gebet vor dem dritten Behner. Jesus, mein Heiland, ich bete Dich an im heiligsten Sacramente, eingedenk deiner schmerzlichen Krönung. Du König der Büßer, wie grausam war der Schmerz, den Du durch die schmähliche Krone gelitten haſt! Laß diese Qual den armen Seelen zu gute kommen, welche, von entsetzlichen Schmerzen heimgesucht, dein Angesicht zu sehen verlangen. Zeige Dich ihnen als König der Glorie, der Du für sie ein König der Schmerzen sein wolltest.- O Herr, ich bitte Dich, fomme deinen Dienern und Dienerinnen zu Hilfe, welche Du mit deinem kostbaren Blute erlöst hast. Heiliger Geist, Du Tröster der Bedrängten, siehe an diese armen Seelen, welche VIII. Betstunde für die armen Seelen. 285 Du geheiliget und in deiner Gnade bis an das Ende erhalten hast, spende ihnen in den Flammen den milden Thau deiner Barmherzigkeit und laß sie nach der Arbeit in die ewige Ruhe eingehen! Amen. Gebet vor dem vierten Behner. Jesus, mein Heiland, ich bete Dich an im heiligsten Sacramente, eingedenk deiner schmerzlichen Kreuztragung. Geduldiger Jesus, Du hast die Sünden der ganzen Welt auf deinen Schultern getragen. Waren bei dieser ungeheuren Last nicht auch die Sünden der armen Seelen, welche so große Schmerzen leiden? Laß ihnen das Verdienst deiner Schmerzen und deiner heiligen Buße zukommen, damit sie von den Banden ihrer Sünden erledigt, in die Freiheit der Kinder Gottes aufsteigen mögen.- O Herr, ich bitte Dich, komme deinen Dienern und Dienerinnen zu Hilfe, die Du mit deinem kostbaren Blute erlöst haſt. Maria, du milde Mutter der Gnade und der heiligen Hoffnung, siehe an die leidenden Seelen im Fegfeuer! Wende ihnen deine barmherzigen Augen zu, und durch deine mächtige Fürbitte zeige ihnen Jesus, 286 VIII. Betstunde für die armen Seelen. deinen Sohn, der für sie an dem Kreuze gestorben ist. Amen. Gebet vor dem fünften Behner. Jesus, mein Heiland, ich bete Dich an im heiligster Sacramente, eingedenk deiner schmerzvollen Kreuzigung. Göttlicher Heiland der Welt, Du hast, am Kreuze erhöht, durch deinen Tod das Werk der Erlösung vollbracht. Ziehe nun aus dem brennenden Kerker die Seelen an Dich, für welche Du die Schuld bezahlt hast; laß ihnen den großen Werth deiner Erlösung zukommen, damit sie Dich als ihren einzigen Heiland ewig im Himmel loben.- O Herr, ich bitte Dich, komme deinen Dienern und Dienerinnen zu Hilfe, die Du mit deinem kostbaren Blute erlöſet haſt. Alle Heiligen Gottes und Auserwählten des Himmels, alle heiligen Schußengel der im Fegfeuer leidenden Seelen, erbarmet euch über diese Miterben der ewigen Freuden! Opfert eure vielvermögende Fürbitte, eure Verdienste und Genugthuungen dem allbarmherzigen Gott auf, damit sie nicht länger von eurer glückseligen Gesellschaft ausgeschlossen bleiben. Ach, alle Engel und Hei VIII. Betstunde für die armen Seelen. Gnade für die armen, schmerzlich leidenden Seelen ausgegossen. Ach gütigster Heiland, die unendlichen Verdienste deines Leidens wollen meinem Bitten und Flehen Kraft geben, zum Troste und zur Erlösung dieſer lieben Seelen! 288 Ich schließe meine Andacht, indem ich Dir dringend meine Eltern, Verwandten, Wohlthäter, Freunde und Feinde empfehle; verleihe mir und allen deine allmächtige Gnade, damit wir unter der Leitung deiner liebevollen Vorsicht fromm und gottselig leben und in dem Tode deine gerechte Züchtigung mit den unaussprechlichen Beinen des Fegfeuers nicht zu fürchten haben, sondern durch deine Verdienste und deine Barmherzigkeit sogleich zum ewigen Leben eingehen mögen. Amen. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und Ich werde am jüngsten Tage auferſtehen. Job. IX. Kreuzweg- Andacht für die armen Seelen. -asos289 er Kreuzweg ist jener Weg, den der göttliche Heiland, beladen mit dem schweren Kreuze, vom Palaste des Pilatus bis zur Ruhestätte auf den Calvarienberg gewandelt ist. Wie eine fromme Ueberlieferung meldet, hat die allerfeligste Jungfrau, häufig diesen Leidensweg ihres Sohnes in wehmuthsvoller Erinnerung durchmessen; ein gleiches pflegten auch die Apostel und die ersten Christen Jerusalems zu thun. Bald eilten auch die Gläubigen aus ganz Palästina herbei, um die heiligen Orte zu besuchen, welche der Herr mit seinem Schweiße und seinem Blute getränkt, und die folgenden Jahrhunderte sahen Pilger Trost d. a. S. IV. 19 290 IX. Kreuzweg- Andacht aus allen christlichen Nationen nach Jerusalem wallfahrten. Um den frommen Eifer der Gläubigen anzuspornen und ihre Andacht zu begünstigen, verlieh die hl. Kirche den andächtigen Besuchern der heiligen Orte reichliche Ablässe. Da nun eine solche Pilgerschaft nicht jedem möglich ist, so hat der hl. Stuhl erlaubt, auch an andern Orten Darstellungen anzubringen, welche jene rührenden Begebenheiten vor Augen führen, die sich auf dem Kreuzwege in Jerusalem abgespielt haben, und die römischen Päpste haben die gleichen Ablässe, welche durch den wirklichen Besuch der heiligen Stätten zu Jerusalem gewonnen werden, auch allen jenen verliehen, welche in der gehörigen Gesinnung an jedem andern Orte den Kreuzweg machen. Zur Gewinnung dieser Ablässe ist Beicht und Communion nicht vorgeschrieben; man muß nur im Stande der Gnade sein und beim Besuche der Stationen, so gut man es eben kann, das Leiden Jesu Christi betrachten. Sie können auch den armen Seelen fürbittweise zugewendet werden. Vorbereitungsgebet. O Jesus, meine gefreuzigte Liebe, ich will jetzt im Geiste Dich auf deinem Leidenswege begleiten und mir vorstellen, ich sei wirklich bei deinem Leiden in Jerusalem gegenwärtig und folge Dir auf dem schmerz 292 Erste IX. Kreuzweg- Anacht. Station. Jesus wird von Pilatus zum Tode des Kreuzes verurtheilt. Wie ungerecht ist doch die Welt, Du gerechter Gott! Daß sie Dich vor Gericht gestellt, Verdammet gar zum Tod. Ach, wer trägt doch die Schuld daran? Ich klage selbst mich an: Mein schwerer Sündenstand Hat Dich zum Tod verdammt. Gebet. O Jesus, durch dieses ungerechte Todesurtheil, das ich schon so vielmal durch meine Sünden unterschrieben habe, befreie mich von dem entsetzlichen Urtheilsspruche der ewigen Verdammniß, welche ich tausendmal verdient habe. Verleihe mir auch die Gnade, um Deinetwillen ungerechtes Urtheil und böswillige Verleumdung jederzeit geduldig zu ertragen. aereo Zweite für die armen Seelen. Station. Jesus nimmt das schwere Kreuz auf sich. 293 Man legt Dir auf das schwere Kreuz, Du nimmst es willig an Ich widerspenstig allerſeits Mich drein nicht schicken kann. Bei mir ist nichts als Ungeduld Du nimmst das Kreuz, ich hab's verschuld't. Ach, wider alle Pflicht Folg' ich dem Beispiel nicht. Gebet. Du, mein Jesus, der Du das schwere Kreuz, das meine Sünden gezimmert haben, freiwillig auf deine Schultern geladen haſt, laß mich die Schwere derselben erkennen und, solange ich lebe, darüber die bittersten Thränen der Reue vergießen. Gib mir auch die Gnade, aus Liebe zu Dir alle Schmerzen des Leibes und der Seele bereitwillig auf mich zu nehmen. 2000 Dierte (®®® für die armen Seelen. Station. Jesus begegnet seiner heiligsten Mutter. Betrübte Mutter, sag' mir doch: Wie war es Dir ums Herz, Als mit dem schweren Kreuzesjoch In übergroßem Schmerz Dein Jesus ward zum Tod geführt? Sag', welche Angst dein Herz verspürt Und welchen bittern Gram, Als Er den Abschied nahm? 295 Gebet. Bedrängtester Jesus, und du, schmerzhafte Mutter Maria! Wenn ich bisher durch meine Sünden an euern Beinen und Schmerzen schuld war, so soll dies in Zukunft mit Gottes Beistand, solange ich lebe, nicht mehr geschehen; ja ich will euch von nun an getreulich lieben bis in den Tod. Erwirke mir dazu die Gnade, o milde, o gütige, o jüße Jungfrau Maria. 296 Fünfte IX. Kreuzweg- Andacht Station: Simon von Cyrene hilft Jesu das Kreuz tragen. Das Kreuz zu tragen, Seele mein! Biet' dich mit Simon dar; Denn Jesus ist von Schmerz und Pein Entkräftet also gar, Daß Er es nicht mehr tragen mag. So schlag' mir doch den Dienst nicht ab, Geschwind eil' zu Jhm hin, Und trag' das Kreuz für Ihn! Gebet. O wie glücklich war Simon von Cyrene, der meinem Jesus das Kreuz tragen half! Auch ich werde mich glücklich nennen, wenn ich Dir, o Jesus, helfen kann, dein Kreuz zu tragen, indem ich mit Geduld und willig alle Leiden, Beschwerden und Unbilden auf mich nehme, die Du mir im Verlaufe meines Lebens zusenden wirst. Hiezu, mein Jesus, verleihe mir deine Gnade! 300 000 Deunte IX. Kreuzweg- Andacht ⓇOOⓇ Station. Jesus fällt zum drittenmal unter dem Kreuze. Zur Erde fällst zum drittenmal Bei dem Calvarienberg; Die Ursach' war zu diesem Fall' Ein Stein, der lag im Weg, An den gestoßen ist dein Fuß. Der Stein dort war mein Aergernuß, Das oft ich ausgeübt, Das jetzt mich tief betrübt! Gebet. Durch die Peinen, die Du, o mein Jejus, erlitten hast, als Du das dritte Mal unter der Last des Kreuzes niedergestürzt bist, bitte ich Dich demüthigst, Du wollest mir die Gnade verleihen, daß ich nie mehr in die Sünde zurückfalle. Ja, mein Jesus, lieber sterben, als neuerdings sündigen! Ziehe mich daher ganz an Dich, daß ich nimmer von Dir getrennt werde. Zehnte für die armen Seelen. [( ED)(€ 3)( 63)] 40) Station. 301 Jesus wird entkleidet und mit Galle und Effig getränkt. Dein Jesus wird auf dieser Stell' Der Kleider ganz entblößt; Da, da betrachte doch, o Seel', Wie schwer Er dich erlöst! Denn jetzt kannst sehen, welchen Spott Die Unkeuschheit dem lieben Gott Hat dorten angethan; Da spiegle dich daran! Gebet. O mein Jesus, der Du deiner Kleider beraubt und mit bitterer Galle und Essig getränkt wurdest, entledige mich von aller Neigung und Anhänglichkeit an das Irdische, und laß mich die Bitterfeit verkosten, welche die Welt mit sich führt. Besonders aber, o Jesus, entkleide mich von aller ungeordneten Selbstliebe von eitlem Dünkel und Hochmuth. 302 Elfte IX. Kreuzweg- Andacht ⒸIⓇIOⓇ Station. Jesus wird schmerzlich an das Kreuz genagelt. Die Gnaden sind sehr groß und viel, Die Du der Welt gethan! Dafür, o Jesus, sie Dich will Ans Kreuz nun heften an. Das Kreuz muß sein das Federbett, Auf das die Welt Dich hingelegt; Für deine Liebe solchen Lohn, Ach, trägst Du nun davon. Gebet. Durch die schmerzliche Ausdehnung, welche Du, o mein Jesus, erlittest, als deine Hände und Füße mit starken, eisernen Nägeln fest an das Kreuz geheftet wurden, verleihe mir, daß auch ich mein Fleisch, das ja so sehr der Zucht bedarf, im Geiste der christlichen Abtödtung freuzige. Vor allem aber keine Sünde mehr, die Dich ja von neuem kreuzigt. für die armen Seelen. Dierzehnte Station. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt. 305 Man trägt zum Grab nun deinen Gott, Ach, folg' Ihm nach, mein' Seel'! Denn Er ist's, der dich von dem Tod Befreit und von der Höll'; Drum folg' Jhm nach bis in das Grab, Verlaß die Welt, der Sünd' stirb ab, Flich alle Eitelkeit, Zum Grab mach' dich bereit! Gebet. Mein Jesus, ich will, ganz abgestorben der Welt, immerdar bei Dir bleiben, und wenn ich noch lebe, so will ich nur für Dich leben, um einst mit Dir im Himmel die Frucht deines schmerzlichsten Leidens und Todes ewig zu genießen. Ja, laß mich einstens, wenn die Posaune zum Gerichte ruft, auferstehen zur Herrlichkeit, wie Du aus deinem Grabe glorreich erstanden bist. Trost d. a. S. IV. 20 IX. Kreuzweg- Andacht. Aufopferung. O gütigster Jesus, ich sage Dir demüthigsten Dank für die große Barmherzigkeit, welche Du mir auf diesem Kreuzwege erwiesen hast. Ich opfere Dir denselben auf zur Verehrung deines bittern Leidens und Sterbens, zur Verzeihung meiner Sünden, zur Nachlassung der verdienten Strafen und zum Troste der armen Seelen im Fegfeuer. Endlich bitte ich Dich, o Jesus, Du wollest dein bitteres Leiden und Sterben an meiner Seele nicht lassen verloren gehen. Amen. 306 Beschluß. Nun ist mein' Seel' betrübet sehr; Da hab' ich wohl betracht', Was ich, o liebster Gott und Herr! Für Schmerzen Dir gemacht. Es dringt mir in die Seel' hinein: Drum meine Bosheit ich bewein' Und fang von heute dann Nun fromm zu leben an. Sechs Vater unser und Ave Maria nebst dem Glauben. erhöre mein Gebet, und laß mein Rufen zu dir kommen Derr PERS Herally. X. Verschiedene Gebete für die armen Seelen. Ps. 101 307 Das Rosenkranzgebet für die Abge= storbenen. M an hat bei diesem kraftvollen Gebete sehr darauf zu achten, daß es mit Aufmerksamkeit und Erwägung der darin enthaltenen Geheimnisse verrichtet werde. Auf diese Weise durchdringt dieses heilige Gebet die Wolken und öffnet den armen Seelen die Pforten des Himmels. Zu noch größerem Trost und Nutzen derselben aber ist sehr zu empfehlen, die Rosenkränze mit dem sogenannten Brigitta- Ablaß versehen zu lassen, indem dabei auf jedes Vater unser, jedes Ave X. Verschiedene Gebete Maria und auf den Glauben 100 Tage Ablaß verliehen sind( Leo X., 10. Juli 1515; Benedict XIV., 15 Januar 1743); desgleichen ist es noch ein sehr großer Gewinn, sich in die Bruderschaft des heiligen Rosenkranzes aufnehmen zu lassen, indem man alsdann des Gebetes und der Verdienste aller Mitglieder derselben theilhaftig ist. 308 Vorbereitungsgebet. Im Namen Gottes+ des Vaters, und des+ Sohnes, und des+ hl. Geistes. Amen. O Jesus, Sohn des lebendigen Gottes! der Du als das große Versöhnungsopfer für das Heil der Menschen am Kreuze gestorben bist, ich will nun zu deiner Ehre unter dem Gebete des heiligen Rosenkranzes die Geheimnisse deines Leidens mit dankbarem Herzen betrachten und Dir mein Gebet als eine Fürbitte für die leidenden Seelen im Fegfeuer aufopfern; allein ich bekenne mit Beschämung und bitterer Reue, daß ich unwürdig bin, für die Seelen zu bitten, die schon vor deinem Gerichte erschienen sind, und die nur wegen einiger geringen Makeln dein göttliches Angesicht noch nicht schauen dürfen. Verleihe mir also, o mein Jesus, durch die Verdienste deines bittern Leidens für die armen Seelen. 309 und Sterbens Verzeihung aller meiner Sünden und den leidenden Seelen im Fegfeuer Nachlassung ihrer Strafen, und führe sie in die Freuden des Himmels ein, wo sie deiner Majestät in ewiger Anbetung dienen werden, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. Bebet vor dem ersten Befehlein. Ehre, Lob und Anbetung sei Jesus Christus, unserm Erlöser, der für uns am Delberge Blut geschwißt hat! O gütigster Jesus, durch dein heiliges Gebet um Wegnahme des bittern Leidenskelches, wie auch durch deinen blutigen Angstschweiß, der in Tropfen auf die Erde fiel, bitte ich für die Seelen im Fegfeuer um baldige Erlösung aus ihrer Qual. O heilige Maria, Mutter Gottes, bitte doch für die leidenden Seelen im Fegfeuer, die so inständig nach der Anschauung Gottes verlangen. Gedenke, wie theuer dein göttlicher Sohn diese Seelen erkauft hat, und erlange ihnen die Nachlassung ihrer Strafen durch Jesum Christum, deinen Sohn, der für uns im Garten Blut geschwißt hat. Amen. 311 für die armen Seelen. Göttlicher Jesus, durch deine schmerzliche Krönung mit Dornen, die Du für uns Sünder erlitten hast, bitte ich, erbarme Dich der Seelen im Fegfeuer. Verzeihe ihnen ihre Fehler, die sie aus menschlicher Schwachheit begangen haben; schenke ihnen die noch übrige Strafe und fröne sie mit der Krone ewiger Seligkeit. O heilige Maria, du Trösterin der Betrübten, erbarme dich der Seelen, die im Fegfeuer leiden, und bitte für sie, daß sie, von ihrer Qual befreit, in die seligen Wohnungen des Himmels aufgenommen werden. Gedenke, liebe Mutter, deiner großen Betrübniß, als du deinen geliebten Sohn mit einer Dornenfrone auf dem Haupte, und sein heiliges Blut über sein göttliches Angesicht herabfließen sahst. Um dieser Betrübniß willen bitte für die jammernden Seelen um Befreiung durch Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, der für uns ist mit Dornen gekrönt worden. Amen. Gebst vor dem vierten Befehlein. Ehre, Lob und Anbetung sei Jesus Christus, unserm Erlöjer, der für uns das schwere Kreuz getragen hat! für die armen Seelen. 313 gesicht sehen werden. Bitte für sie durch Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, der für uns das schwere Kreuz getragen hat. Amen. Gebet vor dem fünften Befehlein. Ehre, Lob und Anbetung sei Jeſus Christus, unserm Erlöser, der für uns ist gefreuziget worden. O liebster Jesus, mein Herr und mein Gott, ich bete Dich in Ehrfurcht an und bitte Dich durch deine martervolle Kreuzigung, Du wollest Dich der leidenden Seelen im Fegfeuer gnädig erbarmen und sie die Trostworte hören lassen: ,, Heute noch werdet ihr bei Mir im Paradiese sein." O heilige Maria, Mutter voll der Gnaden! durch dich finden wir arme Sünder Zutritt zu Jesus, deinem Sohne, und durch Jesus zu Gott. Durch dich, o schmerzhafte Mutter, geht der Gnadenweg zur göttlichen Barmherzigkeit.- Oliebste Mutter, laß mich zu dem Throne des Allerhöchsten gelangen, laß mich doch dort Verzeihung aller meiner Sünden und Gnade für die Seelen der Abgestorbenen finden, die im Fegfeuer schmerzlich leiden und um Hilfe rufen. Ach, 314 X. Verschiedene Gebete ich weiß dein liebendes Mutterherz nicht kräftiger zum Mitieiden zu bewegen, als wenn ich dich an das Hinscheiden deines geliebten Sohnes erinnere, der in der schmerzlichsten Todesangst seinen himmlischen Vater bat: ,, Vergib ihnen, Vater, denn sie wissen nicht, was sie thun." Bitte also, liebſte Mutter, daß auch die Seelen im Fegfeuer Verzeihung erlangen und aus ihrer großen Pein erlöst werden; bitte durch Jesus, die Jebenedeite Frucht deines Leibes, der für uns ist gekreuziget worden. Amen. Aufopferung des Rosenkranzes. O göttlicher Jejus, Du Erlöser der Welt, ich opfere Dir das heilige Rosenkranzgebet, welches ich zur Verehrung deines bittern Leidens und Sterbens verrichtet habe, demüthigst auf in der Meinung, mit welcher Du selbst deine Schmerzen, deine Seufzer, dein Blut und Leben dem himmlischen Bater für der Menschen Erlösung geopfert hast, und bitte Dich durch deine Verdienste und dein so häufig vergossenes Blut, Du wolleft Dich der Seelen im Fegfeuer erbarmen, sie aus ihrer Qual erlösen und zu Dir in den Himmel aufnehmen, wo sie dann auch für für die armen Seelen. 315 mich beten werden, daß ich einstens von den Beinen des Fegfeuers befreit bleibe; der Du lebst und regierst mit dem Vater und dem heiligen Geiste, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bur heiligen Mutter Gottes. heilige Jungfrau Maria, schmerzhafte Mutter, dein ganzes Leben war mit Trauer, Kummer und Bitterkeit angefüllt; aber durch deine geduldige Hingabe in Gottes heiligsten Willen gingst du auf deinem Leidenswege in die ewige Glorie des Himmels ein, wo du als Tochter des himmlischen Vaters, als Mutter des göttlichen Sohnes, als die Braut des heiligen Geistes, als Königin des Himmels und Ausspenderin der göttlichen Gnaden gekrönt wurdest. Mit vollem Vertrauen flehe ich abermals, o hilfreiche Gottesmutter, du wollest dein mächtiges Fürwort für die armen Seelen im Fegfeuer verwenden und bei Gott bitten, daß sie recht bald, mit dir vereint, die Freuden des Himmels und die Anschauung Gottes genießen, und daß meine Seele bei ihrem Hinscheiden aus dieser Welt durch deine mütterliche Fürbitte einen gnädigen Richter finden möge an für die armen Seelen. 317 Du bei deiner Geißelung so schmerzlich für uns vergossen hast, und bitte Dich durch diese deine reichliche Blutvergießung, Du wollest den armen Seelen meiner lieben Eltern, Brüder, Schwestern, Verwandten und Bekannten sowie jener, die mir gutes gethan nur ein Tröpflein deines heiligsten Blutes herabsenden und sie durch die Kraft desselben in ihren Qualen erquicken. Amen. 4. O barmherzigster Herr Jesus Christus, es sei Dir ewig Lob und Dank gesagt für das reichliche Vergießen deines heiligsten Blutes, das bei deiner schmerzlichen Krönung aus deinem von Dornen durchstochenen Haupte geflossen ist; ich bitte Dich durch dasselbe, Du wollest denjenigen Seelen, die meinetwegen leiden müssen, in ihren heißen Flammen Erquickung senden und sie in ihren furchtbaren Peinen trösten. Amen. 5. O gnadenreichster Herr Jesus Christus, ich sage Dir vom Grund meines Herzens Dank für das reichliche Vergießen deines Blutes, das aus deinen wieder aufgerissenen Wunden geflossen ist, als sie Dir spöttisch deine Kleider auszogen, und bitte Dich demüthigst, Du wollest durch diese schmerzliche Blutvergießung diejenigen Seelen, welche 320 X. Verschiedene Gebete land, auf meinen Knieen bete ich Dich an und küsse im Geiste die heilige Wunde deiner rechten Hand. Durch diese gebenedeite Wunde bitte ich um Verzeihung aller meiner Sünden. Zugleich bitte ich durch den Schmerz, den Du, n mein Jesus, bei der Annagelung an das Kreuz durch diese heilige Wunde gelitten hast, und durch das heilige Blut, welches aus derselben geflossen ist, Du wollest Dich der armen Seelen im Fegfeuer, besonders der Seelen N.N., erbarmen, ihnen ihre Schuld nachlassen und sie in die ewige Seligkeit aufnehmen. Vater unser. Gegrüßet 2c. 2. Jesus Christus, für uns am Kreuze gestorben, durch die heilige Wunde deiner linken Hand erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! O mein Jesus, ich erhebe meine Augen zu deinem Kreuze und bete Dich, meinen Erlöser, in Demuth an. Ich küsse im Geiste die Wunde deiner linken Hand und bitte durch den Schmerz, den Du bei der Annagelung ans Kreuz durch diese heilige Wunde gelitten hast, und durch das heilige Blut, welches aus derselben geflossen ist, für die armen Seelen. Du wollest die leidenden Seelen, besonders die Seelen N.N. aus dem Fegfeuer erlösen und ihnen die ewige Ruhe verleihen. Vater unser. Gegrüßet 2c. 321 3. Jesus Christus, für uns am Kreuze gestorben, durch die heilige Wunde deines rechten Fußes erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! O mein Jesus, ewiger Sohn Gottes, ich bete Dich in deinem Leiden am Kreuze ehrerbietigst an und küsse im Geiste die heilige Wunde deines rechten Fußes. Ich bitte Dich durch die großen Schmerzen, welche Du bei der Annagelung ans Kreuz durch diese heilige Wunde gelitten hast, und durch das heilige Blut, welches aus derselben geflossen ist, reinige die Seelen im Fegfeuer, besonders die Seelen N.N., von ihren noch übrigen Sündenmakeln und erfreue sie durch die baldige Anschauung deines göttlichen Angesichtes. Vater unser. Gegrüßet 2c. 4. Jesus Christus, für uns am Kreuze gestorben, durch die heilige Wunde deines linken Fußes erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! O mein Jesus, der Du, an Händen und Trost d. a. S. IV. 21 X. Verschiedene Gebete Füßen durchnagelt, auf die schrecklichste Weise für uns Sünder am Kreuze gestorben bist, ich küsse im Geiste die heilige Wunde deines linken Fußes und bitte durch den Schmerz, den Du bei der Annagelung ans Kreuz durch diese heilige Wunde gelitten hast, und durch das heilige Blut, welches aus derselben geflossen ist, Du wollest die Seelen im Fegfeuer, besonders die Seelen N.N., erlösen und sie zu Dir in den Himmel aufnehmen. 322 Vater unser. Gegrüßet 2c. 5. Jesus Christus, für uns am Kreuze gestorben, durch die heilige Wunde deiner Seite erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! Gütigster Jesus, Du unser Mittler bei Gott, es war deiner Liebe nicht genug, für uns Sünder am Kreuze auf die schmerzlichste Weise zu sterben, sondern Du wolltest auch noch nach deinem Tode mit einem Speere durchstochen werden und deinen letzten Tropfen Blut für uns hingeben. Oliebster Jesus, durch deinen Tod, durch dein Blut und durch deine heiligen fünf Wunden bitte ich um Erlösung der armen Seelen aus dem Fegfeuer, besonders der Seelen N.N. für die armen Seelen. 323 Laß diese bedrängten Seelen durch deine heilige Seitenwunde zu Dir in die ewige Seligkeit eingehen, wo sie dann für mich bitten, daß auch ich einstens zur ewigen Seligkeit gelange, wo wir vereint Dich, den Vater und den heiligen Geist lieben, loben und anbeten werden in Ewigkeit. Amen. Vater unser. Gegrüßet 2c. Herr, gib den Seelen der abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe! Amen. Vier Gebete der hl. Gertrud für die Abgestorbenen. Als einst die heilige Gertrud diese Gebete mit dem Psalter beten wollte und zum Herrn ſagte:„ Wie wohlgefällig ist Dir die Andacht derjenigen, welche diesen Psalter beten?" antwortete Er: ,, Gewiß so wohlgefällig, als wenn sie Mich selbst so vielmal aus der Gefangenschaft erlöst und befreit hätten, als eine Seele durch ihre Gebete erlöst wird. Und ohne Zweifel will Ich ihnen dieses nach der Allmacht meiner freigebigsten Güte zur rechten Zeit vergelten." Also bete doch, wenn du auch den Psalter nicht beten fannst, diese vier sehr kräftigen Gebete, und am Ende eines jeden Gebetes ſage: Gegrüßet seist Du, Jesus Christus, Glanz des Vaters, Fürst des Friedens, Pforte des X. Verschiedene Gebete Himmels, lebendiges Brod, von der Jungfrau Geborner, Gefäß der Gottheit! V. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, R. Und das ewige Licht leuchte ihnen! Oder bete den Psalm: Aus der Tiefe S. 334. 324 Erftes Gebet. Ich bete Dich an, grüße und preise Dich, o süßester Herr Jesus Christus und sage Dir im Namen der ganzen Welt Dank für die Liebe, womit Du unsertwegen hast Mensch werden, geboren werden, dreiunddreißig Jahre lang Hunger, Kälte, Arbeiten und Schmerzen leiden und Dich selbst uns im heiligsten Sacramente hinterlassen wollen, und bitte Dich, daß Du dieses mein Gebet, welches ich Dir für jenen Verstorbenen N.( jene, oder alle Verstorbene) aufopfere, mit den Verdiensten deines heiligsten Lebens und Wandels vereinigen und verbinden, und aus dem Ueberflusse desselben ergänzen und vollkommen gutmachen wollest, was er( sie) immer vernachlässigt hat( vernachlässigt haben) in deinem Lobe und in der Liebe zu Dir, in der Danksagung, in den Gebeten, Tugenden und übrigen guten Werken und Dir schuldigen Dienstleistungen, die er( sie) ver für die armen Seelen. 325 mittelst deiner Gnade hätte( hätten) thun können und nicht gethan, oder nur unreiner und unvollkommener Weise gethan hat( gethan haben). Amen. 3weites Bebet. Ich bete Dich an, grüße und preise Dich, o süßester Herr Jesus Christus, und sage Dir Dank für die Liebe, womit Du, o Schöpfer aller Dinge, um uns zu erlösen, Dich von den Menschen hast wollen gefangen nehmen, binden, schleppen, mit Füßen treten, schlagen, anspeien, geißeln, mit Dornen krönen und zum Tode verurtheilen lassen, womit Du ferner noch das Kreuz tragen, entblößt werden, gefreuziget werden, den bittersten Tod sterben, mit einer Lanze hast durchstochen werden wollen. Und in der Vereinigung mit dieser Liebe opfere ich Dir diese meine unwürdigen Gebete auf und bitte Dich inständigst um des Verdienstes deines allerheiligsten Leidens und Todes willen, daß Du austilgen und vollkommen von ihr( von ihnen) hinwegnehmen wollest, was immer die Seele( die Seelen), für welche ich bitte, jemals gegen deinen heiligen Willen gesündiget hat( haben) durch böse Gedanken, für die armen Seelen. 327 einigung mit jener Dankbarkeit, womit alle Heiligen Dir dafür danken, daß sie durch deine Menschwerdung, Leiden und Auferstehung selig geworden sind, und bitte Dich inständig, daß Du aus den Verdiensten und Gebeten derselben glorreichen Jungfrau und der Heiligen dieser Seele( diesen Seelen) ersetzen wollest, was ihr( ihnen) an ihren eigenen Verdiensten abgeht. Amen. Kurzes und kräftiges Gebet für die Verflorbenen im allgemeinen. Erbarme Dich, o gütigster Jesus, der armen Seelen ini Fegfeuer, für deren Erlösung Du die menschliche Natur angenommen und den bittersten Tod erlitten hast! Erbarme Dich der Seufzer, erbarme Dich der Thränen, die sie vergießen, und verzeihe ihnen durch die Kraft deines Leidens die Strafen, die sie für ihre Sünden verdient haben. Dein heiliges Blut, o gütigster Jesus, fließe in das Fegfeuer hinab und erquicke und erfreue alle dort Gefangenen und Leidenden! Reiche ihnen deine Hand und führe sie in den Ort der Erquickung, des Lichtes und des ewigen Friedens! Amen. X. Verschiedene Gebete Gebet für die verstorbenen Eltern, Geschwister, Freunde und Wohlthäter. 328 Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer, die nach Dir, dem lebendigen Brunnenquell, inniglich seufzen. Sieh an das Antlig deines Sohnes Jesus Christus, und erlöse um der Verdienste seines schmerzlichen Leidens willen die Seelen meiner Eltern, Brüder, Schwestern, Freunde, meiner geistlichen und leiblichen Wohlthäter aus ihren Peinen! Erinnere Dich, o gütiger Vater, daß diese Seelen deine lieben Kinder sind. Ach laß deine Gerechtigkeit sich begnügen mit den so großen Schmerzen, die sie bis jetzt erlitten haben. Deine unergründliche Barmherzigkeit erlasse ihnen die noch übrige Schuld, damit sie, eher erlöst, Dich mit den andern Auserwählten im Himmel ewig lieben und loben mögen. O gütiger Jesus, türze ihnen durch die Verdienste deines Leidens ihre Schmerzen ab, und weil sie ihre Schuld selbst nicht zu bezahlen vermögen, so bezahle Du sie mit dem Werthe deines kostbaren Blutes, damit sie, so durch Dich erlöst, selig frohlocken mögen. Amen. 329 für die armen Seelen. Gebet zu Unserer Lieben Frau für die armen Seelen. Mutter der Barmherzigkeit, Maria, sich doch, wie die Seelen, welche mit dem theuren Blute deines Sohnes Jesus erkauft sind, in den schrecklichen Flammen gepeiniget werden und nach ihrer Erlösung seufzen. Ich bitte dich also, so lieb dir dein Kind Jesus ist, zeige, daß du eine Mutter der Barmherzigkeit bist, und komme ihnen zu Hilfe! Erinnere dich, o Maria, deiner Schmerzen und der heiligen fünf Wunden deines lieben Sohnes und opfere sie dem himmlischen Vater auf für die Seelen im Fegfeuer, die ich deiner mütterlichen Güte besonders empfehle, damit sie, bald aus ihren harten Peinen gnädig erlöst, sich mit Jesus und mit dir, o Maria, in der himmlischen Glückjeligkeit ewig freuen mögen. Amen. Gebet zu den Engeln und Heiligen. Deilige Engel Gottes, die ihr ohne Unterlaß für unser Heil wachet, sehet, wie die armen Seelen in den Peinen zu euch seufzen; bittet also bei dem Allerhöchsten, daß Er ihre Leiden abkürze und sie in eure Ge für die armen Seelen. Du wollest, wenn einstens meine Todesstunde herannahet, Dich meiner erbarmen und mich in meiner Todesangst nicht verlassen. Gedenke, daß Du meine Seele mit deinem Blute theuer erfauft hast, und halte mich durch die Verdienste deines bittern Leidens und den Werth deines kostbaren Blutes von aller Seelenangst befreit. Nimm meine Seele, wenn sie vom Leibe scheidet, in deinen Schuß, damit ich durch deine Gnade, ohne die Leiden des Fegfeuers erdulden zu müssen, zu Dir in das himmlische Paradies aufgenommen werde. 331 Auch du, o gebenedeite Mutter meines Erlösers, seligste Jungfrau, sei gegrüßt, geehrt und gepriesen für alle Leiden, die dein liebendes Mutterherz empfunden, da du unter dem Kreuze standest und deinen geliebten Sohn in den größten Schmerzen sterben jahest. O liebste Mutter, ich bitte mit findlicher Zuversicht, du wollest mir in meiner Todesstunde beistehen, damit ich nicht ohne reumüthige Beicht und würdigen Empfang des heiligsten Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus aus diesem Leben scheide. Komm mir alsdann zu Hilfe, o schmerzhafte Mutter, und tröste meine schei 332 X. Verschiedene Gebete. dende Seele; komm mir zu Hilfe, o Gebärerin Gottes, und steh mir in der Stunde meines Todes bei! Und wenn ich die Augen nicht mehr zu dir aufheben, und meine Zunge deinen Namen nicht mehr aussprechen kann, dann komm und reiche mir deine mütterliche Hand, führe meine Seele zu deinem Sohne, bitte Ihn, daß Er mich gnädig richten, und ohne die Leiden des Fegfeuers mich kosten zu lassen, in die ewige Seligkeit aufnehmen wolle, wo ich mit dir, o göttliche Mutter, und allen Auserwählten Ihn anbeten, lieben und loben werde in alle Ewigkeit. O Jesus, Maria und Joseph, Euch schenke ich mein Herz und meine Seele! Jesus, Maria und Joseph, stehet mir bei und stärket mich in meinen Todesängsten! Jesus, Maria und Joseph, führet einstens meine Seele in die ewigen Freuden ein! Amen. JHS IAI Schau auf mich und den ich bin einsam erbarme dich meiner, und arm.( Psalm 24! ( RIP) XI. Ablaßgebete für die armen Seelen. - 333 2 lle, welche den englischen Gruß beim Glockenzeichen des Morgens oder Mittags oder Abends knieend beten, gewinnen jedesmal hundert Tage Ablaß, und wenn sie es täglich thun, können sie einmal im Monat einen vollkommenen Ablaß gewinnen, sofern sie nach Beicht und Communion für die Eintracht unter den christlichen Fürsten, die Ausrottung der Frrlehren, und die Erhöhung der hl. Mutter, der Kirche beten. Benedict XIII., 14. September 1724. Alle jene, welche nach der Abendbetglocke den Psalm: ,, Aus der Tiefe" mit dem Vers: ,, Gib ihnen, o Herr, die ewige Ruhe" u. s. w. oder ein Vater unser und Ave Maria und das: ,, Gib ihnen, o Herr," u. s. w. knieend beten, erlangen jedesmal hundert Tage Ablaß, und wenn 334 XI. Ablaßgebete fie es täglich thun, einmal des Jahres einen vollkommenen Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen.- Clemens XII., 11. Aug. 1736. Der Pfalm: ,, Aus der Tiefe". Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, o Herr! Herr, erhöre meine Stimme! Laß deine Ohren acht haben auf die Stimme meines Flehens! Wenn Du, o Herr, auf die Miſsethaten acht haben wolltest, wer könnte, o Herr, bestehen! Aber bei Dir ist Versöhnung, und um deines Gesetzes willen harre ich auf Dich, o Herr! Meine Seele verläßt sich auf sein Wort; meine Seele hofft auf den Herrn. Von der Morgenwache bis in die Nacht, hoffe Israel auf den Herrn. Denn bei dem Herrn ist Barmherzigfeit, und bei Ihm ist überreiche Erlösung. Und Er selbst wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. Gib ihnen, o Herr, die ewige Ruhe, Und das ewige Licht leuchte ihnen! Laß sie ruhen in Frieden! Amen. für die armen Seelen. 335 Man fügt diesem Psalm gewöhnlich folgendes bei: V. Herr, erhöre mein Gebet: R. Und laß mein Rufen zu Dir dringen! Lasset uns beten. O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller ihrer Sünden, damit sie die Nachlassung, welche sie jederzeit gewünscht, durch fromme Fürbitten erlangen, der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Diejenigen, welche für die Abgestorbenen unter Betrachtung des Leidens Christi fünf Vater unser und fünf Ave Maria mit den nachstehenden Versen beten, erlangen jedesmal dreihundert Tage Ablaß, und wenn sie es täglich thun, einmal im Monat einen vollkommenen Ablaß, sofern sie nach Beicht und Communion für die Anliegen der hl. Kirche und die ewige Ruhe der Abgestorbenen beten. Pius VII., 6. Februar 1817. - V. Wir bitten Dich, o Herr, komm deinen Dienern zu Hilfe, die Du mit deinem fostbaren Blute erlöst hast. Gib ihnen, o Herr, die ewige Ruhe, Und das ewige Licht leuchte ihnen! Laß sie ruhen im Frieden! Amen. XI. Ablaßgebete Jene, welche folgende Gebete auf jeden Tag der Woche für die Abgestorbenen beten, nebst dem Vater unser, dem Ave Maria und dem Psalm: ,, Aus der Tiefe", und zudem einige Gebete nach der Meinung des Hl. Vaters verrichten, erhalten einmal an jedem Tage hundert Tage Ablaß.- Leo XII., 18. November 1826. 336 Gebet für den Sonntag. Herr, allmächtiger Gott, ich bitte Dich durch das kostbare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jesus am Delberge vergossen hat, erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, insonderheit aber die verlassenste von en, und führe sie in deine Herrlichkeit ein, wo sie Dich loben und preisen können in Ewigkeit. Amen. Vater unser. Ave Maria. Aus der Tiefe 2c. Gebet für den Montag. Herr, allmächtiger Gott, ich bitte Dich durch das kostbare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jesus in seiner harten Geißelung vergossen, erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, besonders die nächste zum Eingange in die ewige Herrlichkeit, damit sie sogleich beginne, dein Lob anzustimmen und Dich zu preisen in Ewigkeit. Amen. Vater unser. Ave Maria. Aus der Tiefe 2c. für die armen Seelen. 337 Gebet für den Dienstag. Herr, allmächtiger Gott, ich bitte Dich durch das kostbare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jesus bei seiner grausamen Krönung mit Dornen vergossen hat, erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, insbesondere aber jene, welche sonst als die letzte dieser großen Pein entkommen würde, damit sie nicht länger säumen müsse, Dich in deiner Herrlichkeit zu loben und ewig zu benedeien. Amen. Vater unser. Ave Maria. Aus der Tiefe zc. Gebet für den Mittwoch. Herr, allmächtiger Gott, ich bitte Dich durch das kostbare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jejus bei seiner Kreuztragung in den Gassen von Jerusalem vergossen hat, erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, insbesondere aber jene, die vor Dir die reichste an Verdiensten ist, damit sie auf der hohen Stufe der Herrlichkeit, die sie erwartet, Dich laut preisen und ewig loben möge. Amen. Vater unser. Ave Maria. Aus der Tiefe zc. Trost d. a. S. IV. 22 für die armen Seelen. 339 meisten verpflichtet bin zu beten, damit sie nicht aus meiner Schuld aufgehalten sei, bald von Dir in den Himmel aufgenommen zu werden, um Dich in deiner Herrlichkeit ewig zu loben und zu preisen. Amen. Vater unser. Ave Maria. Aus der Tiefe 2c Gebet für den Samstag. Herr, allmächtiger Gott, ich bitte Dich durch das kostbare Blut, welches aus der Seite deines göttlichen Sohnes Jesus in Gegenwart und zum größten Schmerze seiner heiligsten Mutter geflossen, erlöse die leidenden Seelen aus dem Fegfeuer, insbesondere aber jene, welche unter allen die größte Liebe und Andacht zur schmerzhaften Mutter gehabt hat, damit sie bald zur Herrlichkeit gelange, um Dich in ihr und sie in Dir zu loben und zu preisen in alle Ewigfeit. Amen. Vater unser. Ave Maria. Aus der Tiefe 2c. Ablälle von den göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Jene, welche diese Tugenden täglich einen Monat hindurch erwecken und andächtig sprechen, gewinnen nach verrichteter Beicht und Communion und dem Gebete für die Anliegen der Kirche 340 XI. Ablaßgebete einen vollkommenen Ablaß. So auch in der Sterbestunde. Für jedes einzelne Mal aber sieben Jahre und sieben Quadragenen oder 280 Tage. Benedict XIV., 28. Januar 1756. Glaube. Allmächtiger, ewiger Gott, ich glaube an Dich, daß Du einfach in der Wesenheit, dreifach in den Personen, Vater, Sohn und heiliger Geist, ein übernatürlicher Belohner des Guten und Bestrafer des Bösen seiest; daß Jesus Christus für mich gestorben und in dem heiligsten Altars- Sacramente wahrhaft gegenwärtig sei; ich glaube auch alles übrige, was die heilige katholische Kirche zu glauben vorhält, weil Du, der unendlich weise und wahrhafte Gott, dieses selbst geoffenbaret hast. Hoffnung. Gütigster Gott, ich hoffe von Dir durch die Verdienste des Leidens und Sterbens Jesu Christi, meines Erlösers, und durch meine Mitwirkung alles Gute, die Verzeihung aller meiner Sünden, deine Gnade und das ewige Leben, weil Du, o unendlich gütiger, wahrhafter, getreuer und mächtiger Gott, dieses selbst versprochen haſt. für die armen Seelen. 341 Liebe. Liebenswürdigster Gott, ich liebe Dich aus ganzem Herzen über alle erschaffenen Dinge, nicht nur darum, weil Du mich zuvor geliebt und mit unzählbaren Gutthaten überhäuft hast, sondern vornehmlich dessentwegen, weil Du das höchste Gut und wegen Deiner selbst aller Liebe unendlich würdig bist. Aus Liebe zu Dir liebe ich auch meinen Nächsten wie mich selbst. Gebet vor dem Bilde des Gekreuzigten. Jene, welche dieses Gebet vor einem Bilde des Gefreuzigten nach verrichteter Beicht und Communion und dem Ablaßgebet für die Anliegen der Kirche beten, gewinnen einen vollkommenen Ablaß.- Pius IX., 31. Juli 1858. Gebet. Siehe, o gütigster und liebreichster Jesus! vor deinem Angesichte liege ich auf den Knieen und bitte Dich aus dem innersten Grunde meiner Seele, Du wollest mir lebendig in das Herz einprägen die Gesinnungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der wahren Rene über alle meine Sünden und des festen Vorjazes, Dich nie mehr zu XI. Ablaßgebete beleidigen, indem ich mit aller Liebe und mit innigstem Mitleiden deine heiligen fünf Wunden betrachte und im Geiste erwäge, was der heilige Prophet David von Dir, o mein Jesus, gesprochen hat: Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, sie zählten alle meine Gebeine."( Ps. 21, 17. 18.) 342 Ablassgebet für die Anliegen der heiligen Kirche. Wir bitten Dich, o Herr, erhöre unser demüthiges Bitten und stehe uns bei in allen unsern Anliegen; verschone uns wegen unserer Sünden, wende von deiner heiligen Kirche alles Uebel ab; verleihe uns in unsern Tagen den wahren Frieden, die Einigfeit unter den christlichen Fürsten und den Sieg über die Ungläubigen; erhöre deine heilige, allein seligmachende Kirche, mache allen Irrthum und alle Keßerei zu Schanden; ertheile dem sichtbaren Oberhaupte deiner Kirche eine langwährende und glückliche Regierung und nach diesem zeitlichen Leben die himmlische Freude und Seligkeit, den Abgestorbenen aber die ewige Ruhe; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Fünf Vater unser und Ave Maria. für die armen Seelen. 345 gemildert und deren Befreiungsstunde wir beschleunigt haben? Wenn sie einmal in die ewige Herrlichkeit eingegangen sind, so werden sie vor Gott unsere treuesten Fürsprecher sein. Sollten auch wir sie nicht kennen, seien wir sicher, daß sie uns kennen und uns nie vergessen. Und glauben wir denn nicht, daß Gott, dessen Ehre durch die Befreiung der Seelen so fehr gefördert wird, unser Opfer reichlich vergelte? Man merke sich auch, daß diese Aufopferung kein Gelübde ist. Ablässe des heldenmüthigen Liebesactes. 1) Die Priester können an allen Tagen das Vorrecht des privilegirten Altars haben. 2) Alle Gläubigen können, so oft sie nach Empfang der hl. Communion eine Kirche besuchen und nach der Meinung des hl. Vaters beten, einen nur den armen Seelen zuwendbaren vollkommenen Ablaß gewinnen. 3) Einen vollkommenen Ablaß können sie auch an allen Montagen gewinnen, wenn sie die Messe zum Troste der armen Seelen anhören, wofern sie eine Kirche besuchen und nach der Meinung des hl. Vaters Pius IX., 30 Sept. 1852. Für solche, die des Montags verhindert sind, gilt die Sonntagsmesse. Den Bischöfen steht es frei, für Kinder, die noch nicht communiciren, und für Erwachsene, die verhindert sind, zu communi. ciren, den Beichtvätern Vollmacht zu ertheilen, andere Werke dafür aufzuerlegen. Pius IX., 20. November 1854. beten. - - Zur Verrichtung des heldenmüthigen Liebesactes kann man sich folgender Formel bedienen; es ist gut, die Aufopferung oft zu erneuern. XI. Ablaßgebete für die armen Seelen. Himmlischer Vater, in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu und Mariä opfere ich Dir für die armen Seelen im Fegfeuer alle genugthuenden guten Werke meines ganzen Lebens auf, sowie auch alle Fürbitten und Genugthuungen, die man nach meinem Tode fürbittweise mir zuwenden wird; ich lege sie in die reinsten Hände der unbefleckten Jungfrau Maria, damit sie dieselben jenen. Seelen zuwende, welche sie nach ihrer Weisheit und mütterlichen Liebe zuerst aus dem Fegfeuer befreien will. Nimm, o mein Gott, dieses Opfer gnädigst an und laß mich durch die Verdienste desselben immer mehr in deiner Gnade zunehmen! Amen. 316 Der Sünden meiner Jugend und meiner * Unachtsamkeiten gedenke nicht, o Herr. Ps24! nie 347 XII. Novene zum Troste der armen Seelen. ( Vom hl. Alphons von Liguori) mpfehlen wir Jesu Christo und seiner heiligsten Mutter alle armen Seelen im Fegfeuer, vorzüglich die Seelen unserer Verwandten, Wohlthäter, Freunde und Feinde, und ganz besonders die Seelen derjenigen, für welche wir zu beten schuldig sind. Betrachten wir die großen Peinen, welche diese heiligen Bräute Jesu Christi dulden, und opfern wir Gott zu ihrem Troste die folgenden Gebete auf. Erster Tag. Vielfach sind die Beinen dieser gebenedeiten Seelen im Fegfeuer, die größte aber 348 XII. Novene zum Troste ist der Gedanke, daß die Sünden, die sie in diesem Leben begangen haben, die Urjache ihrer Leiden sind. O Jesus, mein Heiland, oft schon habe ich die Hölle verdient, und wenn ich bereits verdammt wäre, welche Qual wäre für mich der Gedanke, meine Verdammniß selbst verschuldet zu haben. Ich danke Dir, daß Du mit mir Geduld hattest. O mein Gott, ich liebe Dich über alles, weil Du die unendliche Güte bist, ich bereue von ganzem Herzen, Dich beleidigt zu haben, und ich verspreche Dir, eher sterben zu wollen, als Dich wieder zu beleidigen. Gib mir, o Herr, die heilige Beharrlichkeit; erbarme Dich meiner und erbarme Dich auch der Seelen, die im Fegfeuer brennen. O Maria, komme ihnen mit deiner mächtigen Fürsprache zu Hilfe. Vater unser. Ave Maria 2c. Der Töchter Dein, der Bräute Dein, Die deinem Herzen theuer, Erbarm' Dich, lindere ihre Pein, O Jesus, lösch' ihr Feuer! Bweiter Tag. Eine andere Pein, welche diese gebenedeiten Seelen sehr schmerzt, ist der Gedanke an die verlorene Zeit, in welcher sie größere XII. Novene zum Troste O mein Gott, ich liebe Dich über alles, weil Du die unendliche Güte bist, und bereue von ganzem Herzen, Dich beleidigt zu haben. Ich verspreche Dir, eher sterben zu wollen, als Dich wieder zu beleidigen. Gib mir, o Herr, die heilige Beharrlichkeit; erbarme Dich meiner und erbarme Dich auch der Seelen, die im Fegfeuer brennen. O Maria, komme ihnen mit deiner mächtigen Fürsprache zu Hilfe! Vater unser 2c.( wie S. 348.) 350 Vierter Tag. Nehr noch peinigt die armen Seelen, die Bräute Jesu Christi, das Bewußtsein, während ihres Lebens Gott, den sie so sehr lieben, durch ihre Sünden so oft beleidigt zu haben. Mehrere heilige Büßer wurden von dem Gedanken, einen so guten Gott beleidigt zu haben, so vom Schmerze übervältigt, daß sie den Geist aufgaben. Die Seelen im Fegfeuer aber erkennen auf eine weit vollkommenere Weise, wie liebenswürdig Gott ist, und sie lieben Ihn aus allen ihren Kräften; daher empfinden sie beim Bedanken, Ihn beleidigt zu haben, eine Pein, welche jeden anderen Schmerz übersteigt. 352 XII. Novene zum Troste wollen, als Dich wieder zu beleidigen. Gib mir, o Herr, die heilige Beharrlichkeit; erbarme Dich meiner und erbarme Dich auch der Seelen, die im Fegfeuer brennen, O Maria, komme ihnen mit deiner mächtigen Fürsprache zu Hilfe! Vater unser 2c.( wie S. 348.) Sechster Tag. Ein großer Trost ist diesen gebene: deiten Seelen das Andenken an das bittere Leiden Jesu Christi und an das allerheiligste Sacrament des Altars, weil sie sich durch das Leiden des Herrn gerettet sehen, und weil sie durch die heiligen Messen und Communionen so viele Gnaden empfangen haben und noch immer empfangen. Allein ebenso groß ist auch der Schmerz, daß sie während ihres Lebens gegen diese beiden großen Beweise der Liebe Jesu Christi so undankbar gewesen sind. O mein Gott, Du bist auch für mich gestorben, Du hast Dich mir so oft in der heiligen Communion geschenkt, und ich habe Dir immer mit Undank vergolten. Jetzt aber liebe ich Dich, mein höchstes Gut, über alles. Dich beleidigt zu haben, schmerzt mich über der armen Seelen. 355 sterben zu wollen, als Dich wieder zu beleidigen. Gib mir, o Herr, die heilige Beharrlichkeit; erbarme Dich meiner und erbarme Dich auch der Seelen, die im Fegfeuer brennen. O Maria, komme ihnen mit deiner mächtigen Fürsprache zu Hilfe! Vater unser 2c.( wie S. 348.) Neunter Tag. Anbeschreiblich groß sind also die Peinen, welche diese gebenedeiten Seelen zu erdulden haben: die Flammen, die Sehnsucht, die Finsterniß, die Ungewißheit über den Zeitpunkt ihrer Erlösung; allein die größte aller ihrer Peinen besteht darin, daß diese heiligen Bräute Christi von ihrem Bräutigame getrennt und seiner Anschauung beraubt sind. Und wie konnte ich, o Herr, so viele Jahre zubringen, von Dir getrennt und deiner Gnade beraubt? Allein jetzt, o unendliche Güte, liebe ich Dich über alles, und bereue von ganzem Herzen, Dich beleidigt zu haben. Ich verspreche Dir, eher sterben zu wollen, als Dich wieder zu beleidigen. Gib mir, o Herr, die heilige Beharrlichkeit, und laß nicht zu, daß ich je wieder deiner 356 XII. Novene zum Troste Gnade beraubt werde. Ich bitte Dich auch, Du wollest Dich der leidenden Seelen im Fegfeuer erbarmen, ihre Peinen lindern, die Zeit ihrer Verbannung abkürzen, und sie bald zu Dir rufen, um Dich im Himmel zu schauen und zu lieben von Angesicht zu Angesicht. O Maria, komme ihnen mit deiner mächtigen Fürsprache zu Hilfe, und bitte auch für uns, die wir noch in Gefahr sind, ewig zu Grunde zu gehen. Vater unser 2c.( wie S. 348.) Gebete für die armen Seelen zu Jesus Christus durch die Verdienste seines bittern Leidens. süßester Jejus, durch den blutigen Schweiß, den Du am Delberge vergossen hast, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer. Das Volk antwortet hierauf: R. Erbarme Dich ihrer, o Herr, erbarme Dich ihrer! O süßester Jesus, durch die Schmerzen, die Du bei deiner grausamen Geißelung erduldet hast, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! 357 der armen Seelen. R. Erbarme Dich ihrer, o Herr, erbarme Dich ihrer! O süßester Jesus, durch die Leiden, die Du bei deiner schmerzlichen Dornenkrönung erduldet hast, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! R. Erbarme Dich ihrer, o Herr, erbarme Dich ihrer! O süßester Jesus, durch die Schmerzen, die Du erduldet hast, als Du das Kreuz auf den Calvarienberg trugst, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! B. Erbarme Dich ihrer, o Herr, erbarme Dich ihrer! O süßester Jesus, durch die Schmerzen, die Du bei deiner grausamen Kreuzigung erduldet hast, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! R. Erbarme Dich ihrer, o Herr, erbarme Dich ihrer! Osüßester Jesus, durch die Schmerzen, die Du bei deinem bitteren Todeskampfe am Kreuze erduidet hast, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! R. Erbarme Dich ihrer, o Herr, erbarme Dich ihrer! O süßester Jesus, durch jenen unaus 358 XII. Novene zum Troste der armen Seelen. sprechlichen Schmerz, den Du erduldet hast, als Du deine gebenedeite Seele aushauchtest, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! R. Erbarme Dich ihrer, o Herr, erbarme Dich ihrer! Empfehlen wir uns nun in das Gebet der hl. Seelen im Fegfeuer und sprechen wir: Wir haben für euch gebetet, ihr gebenedeiten Seelen, aber wir bitten euch, die ihr Gott so theuer und sicher seid, Jhn nie mehr zu verlieren, daß ihr auch für uns beten möget, die wir noch in der Gefahr sind, ewig zu Grunde zu gehen und Gott für immer zu verlieren. Laffet uns beten. O Gott, der Du Verzeihung gewährest und das Heil der Menschen liebest: wir bitten deine Güte, Du wolleft unsere abgeschiedenen Brüder, Verwandten und Wohlthäter durch die Fürsprache der allerseligsten immerwährenden Jungfrau Maria und aller Heiligen zur Gemeinschaft der ewigen Seligfeit gelangen lassen; durch Christum, unsern Herrn. Amen. Selig ist der, denduerwählt und annimmst F er wird wohnen in deinen Vorhöfen- Po XIII. Deßgesänge und geistliche Lieder. Messgesänge. Bum Introitus. 359 1. ir werfen uns darnieder* Vor Dir, Gott Sabaoth!* Erhöre uns're Lieder,* Da wir nach dem Gebot* Dir dieses Opfer bringen;* Verleihe nun, daß wir* Es andachtsvoll besingen* Und wohlgefallen Dir. 2. Den Tag vor Jesu Leiden* Beim letzten Abendmahl,* Indem Er wollte scheiden* Aus diesem Jammerthal,* Hat Er das Brod gebrochen* Und ausgetheilt den Wein,* Gesegnet und gesprochen:* Dies thut und denket Mein! 3. Er sprach: Nehmt hin und esset,* Dies ist mein Fleisch und Blut:* Damit ihr nicht vergesset,* * Was meine Liebe thut.* Mich opfernd will Ich sterben* Am Kreuz zum Heil für euch;* Wer an Mich glaubt, soll erben* Mit Mir das Himmelreich. XIII. Meßgesänge. 361 seinen Lauf,* Stand aus des Grabes Höhle* Ani dritten Tage auf. 3. Er ward hinauf genommen* Zu Gottes rechter Hand.* Wann Er wird wiederkommen,* Ist uns zwar nicht bekannt;* Doch kommt Er, einst zu rächen,* Und wird von seinem Thron* Ein billig Urtheil sprechen Zur Strafe und zum Lohn. * 4. Wir glauben nicht alleine,* Daß eine Kirche sei,* Wir stimmen der Gemeine* Der Heiligen auch bei,* Die Sünde wird vergeben* Durch Christi Diener hier;* Der Leib steht auf zum Leben,* Geht ein zur Himmelsthür. Bum Offertorium. 1. Herr, laß doch diese Gaben* Dir wohlgefällig sein,* Die wir geopfert haben;* Es ist zwar Brod und Wein;* Doch wird's verwandelt werden* In Christi Fleisch und Blut;* Das ist uns hier auf Erden* Und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern Dir den Willen,* Herz und Gedanken auf;* Hilf uns, daß wir erfüllen* In unserm Lebenslauf,* Was Du uns, deinen Kindern,* Zu thun befohlen haft;* Nimm weg, was uns kann hindern, * Nimm weg die Sündenlast! 3. Wir legen Dir zu Füßen* All unser Hab' und Gut,* Und was wir hier genießen:* Das Leben, Leib und Blut.* Gib uns bald fühlen Regen,* Bald warmen Sonnenschein* Und laß durch deinen Segen* Die Felder fruchtbar sein. Bum Sanctus. 1. Laßt uns gen Himmel schwingen,* Zum Helfer in der Noth.* Ünd dreimal Heilig' fingen,* Dem Herrn Gott Sabaoth.* Herr, Himmel und auch Erde* Sind voll von deinem Ruhm;* Hilf, daß bekehret werde* Das blinde Heidenthum. 2. Daß wir hernach zusammen* Dir uns're Herzen weih'n* Und voll von Liebesflammen* Dir ein Hosanna schrei'n.* Herr, der in deinem Namen* Kommt, 362 XIII. Meßgesänge. sei gebenedeit!* Die Engel sagen: Amen!* Jetzt und in Ewigkeit! Nach der heiligen Wandlung. 1. Hier bet' ich auf den Knieen,* Verborg'ner Gott, Dich an;* Ich will mich nicht bemühen,* Das, was Du hier gethan,* Durch Sinne zu begreifen,* Dein Wort muß mir allein,* Um hier nicht auszuschweifen, * Der Grund des Glaubens sein. 2. Die Gottheit war bedecket* Allein am Kreuzaltar,* Hier aber ist verstecket* Die Menschheit auch sogar.* Dies Denkmal deiner Güte,* Dies wahre Himmelsbrod,* Erinnert mein Gemüthe,* O Herr, an deinen Tod. 3. Wasch' mich von meinen Sünden,* O Jesu, durch dein Blut* Und laß mich Gnade finden,* Du allerhöchstes Gut!* Laß bald den Vorhang fallen,* Erschein' im vollen Licht* Und zeige mir und allen* Dein glänzend Angesicht! Bum Agnus Dei. 1. Erfreut euch, fromme Seelen!* Ein Wunder ist gescheh'n:* Der Herr will sich verhehlen,* Kein Auge kann Ihn seh'n.* In Brod- und Weinsgestalten* Ist Jesu Fleisch und Blut* Auf dem Altar enthalten,* Dies größte Seelengut. 2. Verdeckt ist hier zu finden* Das wahre Gotteslamm,* So aller Menschen Sünden* getilgt am Kreuzesstamm.* Es ist der Seelen Speise,* Wie uns der Glaube lehrt;* Sie nährt uns auf der Reise* Und wird doch nicht verzehrt. 3. Wenn wir das Leben schließen* Und dieses Himmelsbrod* Recht wohl bereit genießen,* So kann der bitt're Tod* Uns Christen nicht erschrecken:* Es ist ein Unterpfand,* Daß Gott uns wird bedecken* Mit seiner starken Hand. 4. Herr Jesu, deiner Liebe* Sei Ehre, Lob und Dant,* Weil Du nach ihrem Triebe* Zur Speise und zum Trank* Dein Fleisch und Blut gegeben,* In XIII. Geistliche Lieder. 365 Er ist jener Held,* Der uns're Bande bricht,* Und aus des Todes Schatten* Uns rufet in das Licht. 10. Dies Lied sei dir gesungen,* Des Heils Gebärerin!* Mit dir ergeb'nen Zungen,* Mit dir ergeb'nem Sinn.* Dein hochgelobtes Pfand,* Führ' uns auf deinen Fürspruch* Hinauf ins Vaterland!" Adventlied. 1. Chauet, Himmel, den Gerechten,* Wolken, regnet Ihn herab!* Also rief in langen Nächten,* Einst die Welt, ein weites Grab!* In von Gott verfluchten Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden;* Fest verschlossen war das Thor* Zu des Heiles Erb' empor. 2. Doch der Vater ließ sich rühren,* Daß Er uns zu retten sann,* Und den Rathschluß auszuführen,* Trug der Sohn sich freudig an.* Gabriel flog schnell hernieder,* Kehrte mit der Antwort wieder:* Sieh', ich bin die Magd des Herrn,* Was Er will, erfüll' ich gern. 3. Dein Gehorsam ist mein Leben,* Jungfrau, demuthsvoll und keusch!* Gottes Geist wird dich beschweben,* Und des Vaters Wort wird Fleisch.* Menschen, betet an im Staube!* Weh' der Höll' und ihrem Raube!* Aber Adam's Kindern Wohl,* Weil ein Heiland kommen soll. 4. Einen Zuruf hör' ich schallen:* Brüder, wacht vom Schlummer auf!* Denn es naht das Heil uns allen,* Nacht ist weg, der Tag im Lauf.* O, dann fort mit allen Thaten,* Die die Nacht zur Mutter hatten:* Künftig ziehe jedermann* Nur des Lichtes Waffen an! 5. Laßt uns wie am Tage wandeln,* Nicht in Fraß und Trunkenheit,* Nicht nach Fleischbegierden handeln, * Weit verbannt sei Zank und Neid!* Jenem gänzlich nachzuarten,* Dessen Ankunft wir erwarten,* Dieses ist nun uns're Pflicht,* So wie der Apostel spricht. 6. Welterlöser, ich erfülle* Deines treuen Knechtes Rath;* Komm in meines Fleisches Hülle,* Wie dein Bot' verkündet hat.* Komm' und bringe mir den Frieden!* Menschen ist er nur beschieden,* Die vom guten Willen sind;* Komm', ich bin es, göttlich's Kind! XIII. Geistliche Lieder. Weihnachtslied. 1. Dies ist der Tag, von Gott gemacht,* Ich will mich herzlich freuen;* Auch mich hat heut' der Herr bedacht,* Ich will Ihm Lieder weihen.* Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß* Heut' allen Adamskindern sproß,* Ist auch für mich geboren.* Vor seine Krippe sink' ich dann* Und bete meinen Heiland an,* In Wonne ganz verloren. 366 2. In meiner Bildung liegt Er hier,* Den keine Namen nennen:* Gott, o Kind, geläng' es mir,* Die Gutthat ganz zu kennen.* Du stiegest von dem Thron herab,* Den Dir mit sich dein Vater gab,* Um hier für mich zu leiden.* Du wähltest, mir zu nützen, heut'* Für Ueberfluß die Dürftigkeit,* Den Stall für Himmelsfreuden. 3. Du weinst, mein Jesu; sei gegrüßt,* o gnadenreiche Zähre!* Sei mir mit Ehrfurcht aufgeküßt;* O Tropfen aus dem Meere,* Das einstens blutig strö men soll* Für mein und aller Sünder Wohl,* Sei auch für mich geweinet!* Erwärme falter Christen Herz, Das ihres Heilands ersten Schmerz* Nicht zu empfinden scheinet. 4. Das meine soll dein Wohnplatz sein,* Geliebteſter aus allen!* Es soll, wie neugeschaffen, rein,* Von Engelstrieben wallen.* Komm' aus der Krippe, komm' zu mir,* Bring' echte Frommigkeit mit Dir* Und wahre Christensitten. O, noch nicht Richter, noch ein Kind;* Dies macht mich hoffen; Kinder sind* Ja leichter zu erbitten. 5. Du fehrest einst mit Majestät,* Vom Engelheer umringet,* Wann diese Welt zu Trümmern geht,* Der Staub aus Gräbern dringet.* Dann muß auch ich hin ins Gericht,* Allweiser, vor dein Angesicht,* Mit Furcht und Angst durchdrungen.* O sprich dann: Ich erkenne dich,* Du hast vor meiner Krippe Mich * Mit Inbrunst einst besungen. Fastenlied. 1. Laß mich deine Feiden singen,* Dir des Mitleids Opfer bringen,* Unverschuld'tes Gotteslamm,* XIII. Geistliche Lieder. 367 Das von mir die Sünde nahm.* Jesu, drücke deine Schmerzen* Tief in aller Christen Herzen;* Laß mir deines Todes Pein* Trost in meinem Tode sein! 2. Ins Gericht für Menschen treten,* 3um erzürnten Vater beten,* Seh' ich Dich mit Blut bedeckt, * Auf den Delberg hingestreckt.* Jesu, drücke 2c. 3. Dich zu binden und zu schlagen,* Zu beschimpfen und zu plagen,* Nahet sich der Feinde Schaar, * Und Du gibst Dich willig dar.* Jesu, drücke zc. 4. Von den Richtern, die Dich hassen,* Wilden Kriegern überlassen,* Strömet dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth.* Jesu, drücke zc. 5. Unter lautem Spott und Hohne* Seh' ich eine Dornenkrone,* Die, mein Heiland, scharf gespitzt,* Deine Stirne schmerzlich ritzt.* Jesu, drücke zc. 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet,* An das Opferholz geheftet,* Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt* Und den Sündern Heil erwirbt.* Jesu drücke 2c. 7. Heiland, meine Missethaten* Haben Dich verkauft, verrathen,* Dich gegeißelt und gekrönt,* An dem Kreuze Dich verhöhnt!* Ach, es reuet mich von Herzen!* Laß, mein Heiland, deine Schmerzen,* Deines Mittlertodes Pein* Nicht an mir verloren sein. Passionsgesang. 1. Der Du voll Blut und Wunden* Für uns am Kreuze starbst* Und unsern letzten Stunden* Den größten Trost erwarbst!* Der Du dein theures Leben, * Noch eh' ich war, auch mir* Zur Rettung hingegeben, Mein Heil verdank' ich Dir. 2. Du Heiland, haft erduldet* Der Menschen Sündenlast,* Auch ich hab' mitverschuldet,* Was Du ertragen hast.* Sieh' gnädig auf mich Armen,* Der Straf' verdienet hat.* Und hilf mir aus Erbarmen* Von meiner Missethat! 3. Auf Dich will ich stets sehen,* Der mich so zärtlich liebt:* Wohin sollt' ich sonst gehen,* Wenn sich mein Herz betrübt?* Bei Dir nur kann ich finden * Trost und Gewissensruh'* Und Reinigung von Sünden;* Mein Glück und Heil bist Du. XIII. Geistliche Lieder. 369 * Mich, für den sein Blut geflossen,* Nimm zum Leidensmitgenossen,* Laß mich theilen deinen Schmerz. 7. Lass' mich herzlich mit dir weinen,* Deinem Schmerze mich vereinen,* Solang hier mein Leben währt;* Unterm Kreuz mit dir zu stehen,* Dort zu theilen deine Wehen,* Ist es, was mein Herz begehrt. 8. Jungfrau, aller Jungfrau'n Krone;* Laß mit dir mich deinem Sohne Mitleidsvolle Klagen weih'n. * Seinen Tod mit Ihm mich tragen,* Seiner Wunden, seiner Plagen* Eingedenk und theilhaft sein. 9. Leid und Trübsal sei mein Erbe,* Mein Verlangen, bis ich sterbe,* Seinem Kreuze zugekehrt!* Daß dort einst zu ewiger Flamme* Sein Gericht mich nicht verdamme,* Sei dein Beistand mir gewährt! 10. Jesu, laß dein Kreuz mich schützen,* Deinen bittern Tod mir nützen,* Hilf mir siegen in dem Streit; * Laß mich, wenn der Leib wird sterben,* Auf der Mutter Flehen erben* Deines Reiches Herrlichkeit. Ofterlied. 1. Der Heiland ist erfanden,* Befreit von Todesbanden,* Der als ein wahres Osterlamm* Für mich den Tod zu leiden kam. Alleluja! 2. Nun ist der Mensch gerettet* Und Satan angefettet;* Der Tod hat keinen Stachel mehr,* Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! 3. Der Sieger führt die Schaaren,* Die lang gefangen waren,* In seines Vaters Reich empor,* Das Adam sich und mir verlor. Alleluja! 4. O wie die Wunden prangen,* Die Er für mich empfangen;* Wie schallt der Engel Sieg'sgefang* Dem Starken, der den Tod bezwang! Alleluja! 5. Mein Glaube darf nicht wanken,* O tröstlicher Gedanken!* Ich werde durch sein Aufersteh'n* Gleich Ihm aus meinem Grabe geh'n. Alleluja! 6. Die Nacht, die mich dort decket,* Bis mich der Engel wecket,* Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich * Ins Reich, wo niemand stirbt, zu sich. Alleluja! 7. O Meer der Seligkeiten!* Ein Ort mir zu beTrost d. a. S. IV. 24 370 XIII. Geistliche Lieder. reiten, Ging mein Erlöser hin vor mir.* Erstandener, ich folge Dir. Alleluja! 8. Ja, durch ein neues Leben* Will ich zur Höhe streben,* Wo Du mit deinem Vater thronst* Und jede gute That belohnst. Alleluja! Lied am Feste Christi Himmelfahrt. 1. un jauchzet, Christenzungen,* Der Heiland, Gottes Sohn,* Hat glorreich sich geschwungen* Zu seines Vaters Thron.* Wie groß hat Er geendet* Die schwere Leidenszeit!* Wie hat sich nun gewendet* Sein Kreuz in Herrlichkeit! 2. Triumphvoll sieht Er nieder* Aufs Kreuz, der große Held!* Ihm schallen Siegeslieder* Von der erlös'ten Welt.* Dort ist Ihm nun gegeben* Vom Vater alle Macht:* Und Erd' und Himmel beben* Vor seiner Gottespracht. % 3. O Trost, o süßes Hoffen!* Vollbracht ist unser Heil; Der Himmel steht uns offen* Und wird uns einst zu theil,* Wenn wir für Tugend streiten* Und folgen Jesus nach;* So lohnen ew'ge Freuden* Am großen Erntetag. 4. Nun können wir nicht beben* Hier auf der Dornenbahn;* Denn nach dem Tod bricht Leben* Und ew'ger Morgen an.* Für Leiden, die uns drücken * In dieser Prüfungszeit,* Wird ewig uns beglücken * Des Himmels Herrlichkeit. Pfingstlied. 1. Komm', heiliger Geist, o dritte Person!* Von einer Natur mit Vater und Sohn!* Der Du von seiner Sündenlast* So manches Herz befreiet hast.* Komm', heiliger Geist, erwünschter Gast! 2. Komm', heiliger Geist, auf uns jetzt herab,* So wie Dich einst Gott den Gläubigen gab,* Als ihre noch geringe Zahl,* Versammelt im verschloss'nen Saal, * Sich sehnte nach Dir, Du göttlicher Strahl! 3. Komm', heiliger Geist, ein Tröster genannt,* Es werde durch Dich der Kummer verbannt,* Der uns verstört in uns'rer Pflicht;* Die Trägheit überwind't uns nicht,* Wenn Du uns entflammst, o mächtiges Licht! 374 XIII. Geistliche Lieder. heit angenommen;* Du bist auch von deinem Thron * Zu uns auf die Welt gekommen;* Gnade hast Du uns gebracht,* Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor* Allen, welche glauben, offen;* Du stellst uns dem Vater vor,* Wenn wir findlich auf Dich hoffen.* Endlich kommst Du zu Gericht,* Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh', Herr, deinen Dienern bei,* Welche Dich mit Demuth bitten;* Die dein Blut dort machte frei, * Als Du für uns haft gelitten.* Nimm uns nach vollbrachtem Lauf* Zu Dir in den Himmel auf. 10. Sieh' dein Volk in Gnaden an;* Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;* Leit' es auf der rechten Bahn,* Daß der Feind es nicht verderbe;* Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n* Dich im Himmel möge seh'n. 11. Alle Tage wollen wir* Dich und deinen Namen preisen* Und zu allen Zeiten Dir* Ehre, Lob und Dank erweisen:* Gib, daß wir von Sünden heut' * Und von Lastern sei'n befreit. 12. Herr, erbarm', erbarme Dich!* Ueber uns, Herr, sei dein Segen!* Deine Güte zeige sich* So, wie wir zu hoffen pflegen;* Auf Dich hoffen wir allein, * Laß uns nicht verloren sein! Bum Segen mit dem hhl. Sacramente. Vor dem ersten Segen. Wir beten an Dich, wahres Himmelsbrod!* Dich, Heiland, Herr, barmherzig großer Gott!* Heilig, heilig, heilig, Du bist allzeit heilig!* Sei gepriesen ohne End'* In dem heiligsten Sacrament!( Der Segen.) Nach demselben. Wir knieen hier vor deinem Gnadenthron;* Du guter Hirt! O Jesu, Gottes Sohn; Heilig zc. wie oben. Vor dem letzten Segen. Wir bitten Dich, erbarm' Dich, großer Gott!* Und segne uns durch dieses Gnadenbrod!* Heilig zc. wie oben( Der Segen.) Litanei zum heiligsten Berzen Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt,*) Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Herz Jesu, des Sohnes des ewigen Vaters, Herz Jesu, im Schoße der jungfräulichen Mutter vom heiligen Geiste gebildet, Herz Jesu, mit dem Worte Gottes wesenhaft geeiniget, Herz Jesu, von unendlicher Majestät, Herz Jesu, Du heiliger Tempel Gottes, Herz Jesu, Du Wohnung des Allerhöchsten, Herz Jesu, Du Haus Gottes und Pforte des Himmels, *) Erbarme Dich unser! Herz Jesu, Du brennender Glutofen der Liebe, erbarme Dich unser! Herz Jesu, Du Gefäß der Gerechtigkeit und Liebe,*) Herz Jesu, voll Güte und Liebe, Herz Jesu, Du Abgrund aller Tugenden, Herz Jesu, höchst würdig alles Lobes, Herz Jesu, Du König und Mittelpunkt aller Herzen, Herz Jesu, in dem alle Reichtümer der Weisheit und Wissenschaft ruhen, Herz Jesu, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnet, Herz Jesu, an welchem der Vater sein innigstes Wohlgefallen hat, Herz Jesu, aus dessen Fülle wir alle empfangen haben, Herz Jesu, Du Sehnsucht der ewigen Hügel, Herz Jesu, voll Geduld und großer Erbarmung, Herz Jesu, reich für alle, welche Dich anrufen, Herz Jesu, Du Quelle des Lebens und der Heiligkeit, Herz Jesu, Du Sühnopfer für unsere Sünden, Herz Jesu, mit Schmach gesättiget, Herz Jesu, zerschlagen wegen unserer Missethaten, *) Erbarme Dich unser! Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott! schaue hin auf das Herz deines vielgeliebten Sohnes und auf die Lobpreisungen und Genugthuungen, welche es Dir im Namen der Sünder darbringt, und durch dieselben versöhnt, gewähre allen Verzeihung, welche deine Barmherzigkeit anrufen, im Namen deines nämlichen Sohnes Jesus Christus, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Weihe an das göttliche Herz Jeſu. Ich weihe und übergebe dem heiligsten Herzen unseres Herrn Jesu meine Person, mein Leben, meine Handlungen, meine Beschwerden und Leiden, um in Zukunft mich ganz seiner Liebe und Verherrlichung zu widmen. Es ist mein fester, unwiderruflicher Entschluß, ihm ganz anzugehören, alles aus Liebe zu ihm zu verrichten, und von meinem ganzen Herzen allem zu entfagen, was diesem göttlichen Herzen mißfallen könnte. Daher erwähle ich Dich, o heiligstes Herz, zum einzigen Gegenstande meiner Liebe, zum Beschützer meines Lebens, zur Sicherheit meines Heiles, zur Stütze in meiner Schwachheit und zum Ersatze für alle Fehler meines Lebens. Amen. JHS Inhalts- Verzeichniß. III. Bon den Beweggründen, den armen Seelen zu helfen. Die armen Seelen können keine Verdienste mehr erwerben und sich keine Linderung verschaffen Die armen Seelen im Fegfeuer rufen uns ohne Unterlaß um Hilfe an Es ist unsere Pflicht, den armen Seelen im Fegfeuer zu Hilfe zu kommen Es ist der Wille Gottes, daß wir den armen Seelen im Fegfeuer zu Hilfe kommen Die guten Werke für die Abgestorbenen haben einen großen Werth vor Gott Durch die Erlösung der armen Seelen aus dem Fegfeuer befördern wir die Ehre Gottes auf die wirksamste und vollkommenste Weise. 378 IV. Bon den Mitteln, den armen Seelen zu helfen. Seite Wie wirksam es sei, die Mutter Gottes für die Abgestorbenen anzurufen Die Mutter Gottes übt über das Fegfeuer eine be sondere Herrschaft aus Von der Kraft des heiligen Rosenkranzgebetes zum Trost der armen Seelen 31 32 Wie kräftig die Anrufung der hl. Engel für die Abgestorbenen fei Wie wirksam die Anrufung der Heiligen für die armen Seelen sei 34 35 37 Von diesen Mitteln im allgemeinen 41 Von der Kraft des Gebetes für die Abgestorbenen 43 Ermahnung zum Gebet für alle Abgestorbenen, von Thomas von Kempen 44 Von dem Eifer, mit dem man für die Abgestorbenen beten soll 46 Beispiele über den Gebetseifer der Heiligen für die Abgestorbenen 48 Beispiele, wie geschwind das Gebet für die Abgestorbenen erhört werde Auch ein kurzes Gebet kann den Abgestorbenen sehr nützen 39 50 51 53 54 56 58 60 Inhalts- Verzeichniß. Von der besondern Pflicht der Kinder gegen ihre verstorbenen Eltern Von der besondern Pflicht der Eheleute gegen ihre verstorbenen Ehegenossen 381 Seite 134 136 Diejenigen, welche d. armen Seelen im Fegfeuer keine Barmherzigkeit erweisen, haben viel zu fürchten 138 Diejenigen, welche den armen Seelen Barmherzigfeit erweisen, haben viel zu hoffen Es ist klug, daß wir jetzt für uns thun, was wir wünschen, daß einst andere für uns thun möchten 141 Fromme Stiftungen bereiten eine baldige Erlösung aus dem Fegfeuer 143 Genaue Beobachtung der Ordensgelübde bewahrt vor dem Fegfeuer Die thätige Liebe zu den Abgestorbenen verschafft zeitliche und ewige Wohlfahrt Eine goldene Ermahnung für fromme Seelen, welche das Fegfeuer zu sehr fürchten ♦ • ♦ VI. Bon der Dankbarkeit der armen Seelen gegen ihre Wohlthäter. 140 . 144 Die armen Seelen stehen ihren Wohlthätern beim Gerichte Gottes bei 146 Von der Dankbarkeit der armen Seelen überhaupt 151 Die armen Seelen beten im Fegfeuer für ihre Wohlthäter, und man darf sie anrufen 153 Die armen Seelen erwirken ihren Wohlthätern die Gesundheit in Krankheiten. 155 Eine arme Seele verschafft ihrer Wohlthäterin den Lebensunterhalt in der Dürftigkeit 160 Eine andere arme Seele im Fegfeuer verschafft ihrem Wohlthäter Hilfe in der Noth 148 Arme Seelen gewähren ihren Wohlthätern Rath und Schutz auf Reisen und in Gefahren Arme Seelen bewachen und befördern die Glücksgüter ihrer Wohlthäter 167 Die armen Seelen sind ihren Wohlthätern zu ihreni Seelenheile sehr behilflich 168 Die armen Seelen stehen ihren Wohlthätern im Todeskampfe bei 171 162 165 173 Inhalts- Verzeichniß. Seite Der Herr belohnt die Liebe zu den armen Seelen damit, daß Er die Erlösten ihren Wohlthätern im Tode beistehen und ihre Seelen nach ihrem Hinscheiden in den Himmel begleiten läßt Ein Wort über die Glaubwürdigkeit der Erscheinungen der Abgestorbenen überhaupt. Ein Wort über die Glaubwürdigkeit der Hilfe, welche die armen Seelen den Lebendigen leisten 382 Gebete zum ● Morgengebet Kürzeres Morgengebet Abendgebet Kürzeres Abendgebet 174 177 3weiter Theil. Troste der armen Seelen. I. Tägliche Gebete. ● 180 187 191 192 . 196 II. Meßgebete. Nützliche Weise, die Hl. Messe für die armen Seelen im Fegfeuer aufzuopfern 199 Kürzeres Meßgebet für die Seelen, für die du am meisten zu beten schuldig bist 212 III. Gebete auf alle Tage der Woche. Aufopferung des Leidens und Sterbens Jesu Christi für die armen Seelen im Fegfeuer 215 Am Sonntag. Von der Todesangst und dem blutigen Schweiße unseres Herrn Jesu Christi Am Montag. Von den Leiden, die unser Heiland ausgestanden, nachdem Er gefangen worden, bis Er zum Hohenpriester Annas geführt worden ist 218 Am Dienstag. Von allem, was der Herr in dem Hause des Hohenpriesters Kaiphas die ganze Nacht hindurch gelitten hat. Am Mittwoch. Von allem, was unser Heiland ge= litten hat, des andern Tages frühe, vor und während der Geißelung 215 221 221 Inhalts- Verzeichniß. Am Donnerstag. Bon allem, was unser göttlicher Heiland bei seiner schmerzlichen Krönung gelitten 226 Am Freitag. Von dem, was unser Heiland gelitten, als Er das Kreuz auf den Calvarienberg trug und daran angenagelt wurde ♦ Am Samstag. Von allem, was unser Heiland gelitten, so lange Er lebend am Kreuze gehangen ist 232 IV. Beichtgebete. Gebet vor der Beicht Gebet nach der Beicht ♦ V. Communiongebete. ♦ Vor der hl. Communion Nach der hl. Communion Gebet mit vollkommenem Ablaß( S. 341). Ablaßgebet. 。 O Vorbereitungsgebet Die vierzehn Stationen Aufopferung und Beschluß 383 Seite ● VI. Kleine Tagzeiten für die armen Seelen. Die sieben canonischen Stunden Litanei aller Heiligen für die Abgestorbenen Gebet für verstorbene Eltern Gebet für Brüder, Freunde und Wohlthäter VII. Befpergebete. Verehrung der sieben Schmerzen Mariä zum Nutzen der armen Seelen • 229 235 237 241 245 250 250 251 258 264 264 265 Verehrung der sieben Freuden Mariens für die armen Seelen 268 Das Vater unser für die Abgestorbenen 271 Das Ave Maria, für die armen Seelen eingerichtet 275 VIII. Betstunde für die armen Seelen. Anbetungsstunde vor dem heiligsten Sacramente des Altars für die armen Seelen im Fegfeuer Schmerzhafter Rosenkranz für die armen Seelen vor dem hochwürdigsten Gute IX. Streuzweg- Andacht für die armen Seelen. 277 282 290 292 306 3.10 19: un da naam 173 Pula Inches 1 Centimetres Blue 2 T 3 4 Cyan 2 5 44 6 17 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 1998 15 White 17 17 16 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8