gb 3518 184 ТИПИНИН BIBLIA HORA Mille Dr. Martin Luther, Nach dem von dessen eigenen Leichnam, als derselbe 1546, von Eisleben durch Halle nach Wittenberg gebracht wurde, in Wachs abgedruckten Bildnis gezeichnet: wie es noch bis jeto in Halle, auf der Bibliothek der Marien- Kirche zu sehen. Erbauliche Lieder Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelisch- Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten. Gesammelt, eingerichtet, und zum Druck befördert durch das hiesige Deutsche Evangelisch- Lutherische Ministerium. Philadelphia, Mentz und Kovoudt, ( Nachfolger von Geo. W. Mentz und Sohn.) Nro. 53, in der Nord- Drittenstraße. 1846. Stereotypirt von 3. Ho etche am schickvorne, zeigen die Me 96 3518 Mamog Entered according to the Act of Congress, in the year 1832, by GEORGE& DANIEL BILLMEYER, in the Clerk's office of the District Court of the Eastern District of Pennsylvania. Univ.- Bibl. Giessen Vorerinnerung zu dem Melodien Register. Zu dieser Lieder- Sammlung ist ein vortreffliches Choral- Buch durch die Deutsche EvangelischLutherische Corporation in Philadelphia veranstaltet worden, wovon das hier beygefügte Register die Einrichtung desselben anzeigt: Es sind nemlich alle in dieser Lieder- Sammlung befindliche Melodien, welche unter eine und ebendieselbe Vers- Urt gehören und nach einerley Melodie gesungen werden können, zusammen gesetzt worden. Da aber der Inhalt der Lieder unterschieden ist, so folgt daraus, daß man auch Melodien haben muß, welche sich zu dem Inhalt der vorhandenen Lieder schicken. Man findet demnach in dieser oder jener Vers- Art nicht nur eine, sondern mehrere Melodien, und bey einer jeden Melodie die Lieder angezeigt, welche am schicklichsten sind. Die Nummern vorne, zeigen die Me Vorerinnerung. lodien, die in der Mitte die Vers- Urt, und die hinten beygeseßte Zahlen die Nummer des Liedes im ühlen die Num Gesangbuche an. 6 Was die genannte Corporation der Deutschen Evangelisch- Lutherischen Gemeine in Philadelphia zu obigem Zwecke bewerkstelliget hat, das ist alles mit Genehmigung des ganzen Deutschen Evange: lisch- Lutherischen Ministeriums geschehen. Melodien Register. = Mel. Versart 1. 1. Kommt her zu mir spr. 397 Uch Herr Gott gieb uns d. 1 Ach hier nicht mehr, ach. 543 Wie ist die welt so feind. 374 2. Geh aus mein herz und. 170 Auf, auf, mein Herz und. 192 Mein herz sey Gottes L. 508 Versart 2.* 1. Nun freut euch lieben. Gepriesen feyst du Jefu. Such wer da will, ein an. 31 Der Herr hat alles wohl. 155 2. Mein Herzens Jesu, m. 66 332 Auf! seele, Jesus Got. Die engel, die in himm. 151 Du lebensbrod, Herr Jes. 211 Gott lob, ein schritt zur. 338 Herr, deine rechte und g. 288 O Gott im namen Jesu. 686 O Gottes sohn, Herr 3. 276 Biktoria! mein lamm ist. 603 Wann mein herzliebster. 279 Wir menschen sind in 2. 70 Bieh mich dir nach, so l. 688 Wo reißt mich die bet. 739 3. Allein Gott in der höhe. 142 Auf Christi himmelfahrt. 125 O Jesu Christ, ich preise. 206 O tod, wo ist dein stachel. 123 O held! wie heilig bift. 466 4. Es ist das heil uns komm. 270 Bringt her dem Herren. 489 Erhebe dich, o meine feel. 637 Gott, deine güte reicht f. 664 Jehovah, könig, deine güt. 500 O Gott, der du aus her. 153 Sen lob und ehr dem h. 514 Wenn ich, o schöpfer, d. 175 Wir menschen sind zu d. 200 Wir singen heute deinem. 736 5. Herr Jesu Christ, du. 251 Nro. Ach! Gott, es hat mich. 233 Ach Gott! wie mancher. 381 Ich komm jetzt als ein a. 214 Mein Heiland! eine w. 704 Nein, dennoch mußt du d. 406 O höchster und gerechter. 197 Ich will von meiner m. 254 Wie tröstlich hat dein t. 682 Ach frommer Gott! dir f. 542 2 6. Wann mein stündlein. 604 161 Nro. Mel. Herr Gott! mein jammer. 562 Herr Jesu Christ ich w. 564 Herr, wie du willst, so. 566 Ich eile meinem grabe zu. 571 Mein Heiland lebt; er. 585 Mich wurm, der ich sehr. 589 Spann aus, spann aus. 601 Wie Gott mich führt, so. 413 Ich weiß es, Bater. daß. 573 7. Es ist gewtßlich an d. 611 Uch Herre, du gerechter. Gerechter Gott, vor d. Herr, der du vormals haft. 670 Ihr christen seht, daß ihr. 118 Komm, sterblicher! betr. 578 O mensch! wie ist dein. 198 O himmlische barmherz. 370 8. Aus tiefer noth schr. 247 Herr! deine treue ist so. Hilf, lieber Gott! wie. 666 612 1. Herr Jesu Christ, dich. 2. Wenn wir in höchst. 524 229 O frommer und getreuer. 674 Wo soll ich hin? wer h. 269 O Vater der barmherz. 371 Versart 3. 3 681 Ich komme vor dein ang. 641 Schaff in mir, Gott, ein. 458 Du aller menschen Gott. 744 3. Ach bleib bey uns H. 190 4. Nun laßt uns den 1. 593 * Wenn man in den Liedern, welche zur 45sten Versart gehören, die ven letzten Strophen wiederholt, so können dieselben nach den in dieser Versart befindlichen Melodien gesungen werden. Melodien- Register. Mel. Nro. Mel. Versart 6. Die Seele Christi heilige. 78 1. Ich weiß, mein Gott. Herr Jesu Christ, wahr'r. 565 Nun giebt mein Jesus g. 109 O Jesu, Gottes Lämmel. 595 So grabet mich nun im. 600 Wohl mir, hier ist mein. 609 5. O Jesu Christ, mein's. 594 Un Jesum denfen oft u. 331 Durch Udams fall und. 237 Erneure mich, o ewigs l. 285 Herr, aller weisheit q. 482 Hilf, Gott, daß ja die t. Mein Heiland, du hast. Nach dir, o Herr, verlan get mich, du. Nach dir, o Herr, verlan langet mich), mein. O Jesu, du mein bräut. Wie sicher lebt der m. Gott, du höchster. Komm, himmlisch Licht. Sen unverzagt, o from. Für alle güte fen gep. Wir fühlen heute lieb. Dersart 7. 1.2ch was soll ich sünd. Kommst du, kommst du l. Send zufrieden, lieben. Wer im Herzen will erf. Sollt ich meinem Gott. Jesus selbst, mein licht. Warum bist du so betr. Ach mein Jesu, siel), ich. Unerschaffne Lebensson. 294 699 711 Versart 8. 351 220 608 6. 12 48 7. Bom himmel hoch da. Vom Himmel kam die en. 49 Auf, Christen, auf, und. 708 Dich bet ich an, erstand. 706 Dies ist der tag, den G. 36 Erinnre dich, mein geist. 115 Für deinen thron tret ich. 638 Gelobet feyst du Jesu C. 495 Nun ist es zeit zu singen. 30 O süßes wort das Jesus. 596 Schlaf fanft und wohl. 701 Schlaf, schlaf, du kleiner. 702 Allein auf Gott set dein. 281 Das alte jahr vergangen. 53 8.0 Jesu Christe, wah. 13 Du unbegreiflich höchst. 337 Versart 4. 1. Gelobet senst du Jesu. 41 Wir danken dir Herr 3. 130 2. Heut ist des Herren ruh. 5 Wir singen dir Immanuel. 51 O Jefu süß, wer dein ge. 68 Versart 5. 1. Wie schön leucht uns. 648 Ich will, o Bater, allez. 6 Ach wundergroßer Sieg. 124 Oheil'ger Geist, kehr ben. 139 2. Mein Jefu, süße feel. 275 OFürsten- find aus Dav. 44 Du Hirt und Heiland d. 203 Jesu, Jesu, Gottes S. 352 Nro. 394 8 469 654 694 383 24 46 1.3mmer fröhlich, immer. 453 Sen gesegnet, sey willt. 14 Gottes Lamm, du lämm. 698 Versart 9. 1. Kyrie, Gott Vater. 9 Versart 10. 1. Christus lag in todes. Versart 11. Nun jauchzet all ihr fr. Mein herze, fen zufried. 73 185 297 530 649 660 113 1. Uch, was hat dich doch b. 15 65 Jefus, Jesus, nichts als. 347 2. Komm, o fomm du geist. 134 Meines lebens beste fr. Liebe, die du mich zum. Dankt dem Herrn, ihr. 3. Gott des himmels und. Versart 13. 1. Nun kommt der held. 2. Gott sey dank in aller. Hosianna, unser Hort. 3. Himmel, erde, luft und. Jesu, meiner feelen ruh. O Jerusalem du schöne. 631 Wer sind die vor Gottes. 632 160 490 640 Versart 12. 1. Auf, auf, ihr reichsg. 16 Mit ernst, ihr menschenk. 27 Wer sich im geist befchnei. 57 Wir haben jest vernom. 683 2. Gott ist ein Gott der. 365 Komm Tröster, komm h. 135 Beuch ein zu deinen thor. 141 Wem weisheit fehlt, der. 486 3. Aus meines herzens. 635 29 403 22 23 173 63 Melodien- Register. Nro. Mel. 372 544 419 17 19 Mel. Sieh, wie lieblich und. Ach, was ist doch unser. Versart 14. 1. Höchster Priester, der. Versart 15. 1. Auf! auf! weil der t. Versart 16. 1. Auf! Bion, auf! auf. Versart 17. 1. Das ist ein theures w. Versart 18. 20 414 1. Wie wohl ist mir, o. Dein Mittler kömmt, a. 21 Jehovah ist mein Hirt u. 157 Die seele ruht in Jeſu. 552 Die treue siegt und wird. 625 Versart 19. 1.Liebes herz bedenke. Versart 20. 25 1. Macht hoch die thür. Versart 21. 1. Seht, da ist euer Gott! O große seligkeit. ន 26 32 465 Versart 22. 1. Werde munter mein. 662 Warum willst du drauß. 33 Hilf, Herr Jesu, laß gel. 55 O du allerfüßste freude. 137 Weg, mein herz, mit den. 167 Wohl dem, der den Herr. 189 Komm, mein herz, zu d. 204 Ach, gnad über alle gna. 208 Wachet, wachet, ihr 3. 322 Jesu, siehe mein verder. 725 Jefu, meine luft und f. 345 Schönster Jesu, liebstes. 356 Sen zufrieden mein ge. En, mein herz, sey unv. Prange, welt, mit dein. 484 Liebster Jesu, gnaden- f. 642 Wohl dem menschen, der. 201 Werde munter, meine f. 687 2. Freu dich sehr, o mei. 557 409 431 Ubermal ein jahr verfloff. 52 Jesu, deine tiefen wunden. 84 Das, was christlich ist zu. 224 Kommt, laßt euch den H. 230 O du schöpfer aller d. 241 Ach was hab ich anger. 244 Der am freuz ist meine. 335 Treuer hirte deiner h. 527 Bion tlagt mit angst und. 532 A 2 Nro. Bion, gieb dich nur zufr. 541 Denket doch ihr mensch. 550 Herr, ich zähle tag und st. 563 Lasset ab ihr meine lieb. 579 Herr es ist von meinem. 656 Lasset ab von euren thr. 580 Liebster Gott, wenn wird. 581 Uns're müden augenlied. 661 3. Fließt ihr augen, fließt. 81 Sen mir tausendmal ge. 102 Treuer Gott, ich muß d. 330 Meine sorgen, angst und. 402 Wohl mit fleiß das bittre. 477 Nichts betrübters ist auf. 591 Versart 23. 1.O du Liebe meiner I. Unergründlich große Lieb. Heiland sieh, hier liegt. O durchbrecher aller b. Küsse mich, o Auserkohr. Versart 24. 1.Liebster Jesu, wir si. Höchster Gott, wir dank. Nun, Gott lob, es ist v. Meine feel ermuntre dich. Jesus Christus, Gottes. Jesu wir betreten heut. Gott, du hast in deinem. Versart 25. 93 105 238 Ihr wunderschönen G. Du meine seele singe. 4. Bon Sinai ertönte g. 301 538 10 4 11 91 159 735 271 1. Ich will dir abschied g. 574 Weicht fummer, angst u. 315 Herzlich thut mich verl. 567 Ich war ein kleines findl. 572 Ihr wimmert, liebe kle. 576 Bedenke, mensch, das end. 610 Laßt ab von fünden alle. 616 2. Wie soll ich dich emp. 34 Befiehl du deine wege. Schatz über alle schätze. Ich bin ben Gott in g. In meines herzens grun. 454 Ist Gott für mich, so tre. 455 3. Ermuntert euch, ihr. 623 176 354 449 152 494 106 O Haupt voll blut und w. 94 Ich denk an dein gerichte. 615 In traurigkeit zerflossen. 738 Mein Gott, tief ins ver. 742 Versart 26. 1. Wir Christen- leut, H. 50 10 Melodien- Register. Mel. Nro. Mel. Versart 33. 1. Nun sich der tag ge. O Jesu Christ, dein' trip. 539 2. Auf, schicke dich, Recht. 35 Herr, heiliger, gerechter. Auch dieser tag ist wied. 2. Mein Gott, das Herz. 3. Jehovah! Hirte bist. 195 Gott sorgt für uns, o fingt. 713 43 4. Lobt Gott, ihr christ. 2luf, feele auf, und säume. 71 Ich finge dir mit herz u. 499 Nun danket all, und br. 510 Noch immer wechseln ord. 720 Mein Vater, dein begl. 727 Versart 34. 1. Wie herrlich ists, ein. Versart 27. 1. Wer nur den lieben G. 188 Die lieve läsfet sich nicht. 282 Mein Gott, du weißt am. 300 Erhabner Gott, ich staub. 430 Mein Gott, ich weiß w. 584 Verborgner Gott, dem. 679 Wie theuer, Gott, ist d. 703 Auf, trage meine bürde. 730 2. Wer weiß, wie nahe. 605 Ich habe nun den grund. 273 Uch! wachet auf, ihr fr. 318 Was giebst du denn, o m. 423 Ich giang bisher auf ein. 451 Hier ist mein fels, hier. 568 3. daß ich tausend jung. Oheilig, heilig, heilig. 645 O daß doch bey der reich. 714 Wir singen, Herr, von d. 716 4. Dies ist die nacht, da mir. 37 512 Mein Gott, ich klopf an. 310 Wer seinen Jefum recht. 361 5. Ich armer mensch, ich. 253 O liebe, über alle liebe. 98 Ach, wie betrübt sind f. 384 Ach! abermal bin ich gef. 520 Gott, wie die tage mir v. 561 Hier stand ein mensch), h). 569 6. Nach einer prüfung. 628 Also hat Gott die welt. 154 Ich bin vergnügt und h. 392 Dersart 28. 219 1. Mein Jesu, der du v. Versart 29. 1. Warum sollt ich mich. 472 Fröhlich soll mein herze f. 40 Warum willst du doch für. 186 Brunn des segens, meer. 480 Warum traur'st du ban. 531 Versart 30. 1. Ein kindelein, so löb. Versart 31. 1. Ermuntre dich mein. Du Lebensfürst, Herr. Du bist ein mensch), das. Jehovah: dein regieren. Versart 32. 38 39 126 178 181 1. Herr, Christ, der einge. 42 Herr Jesu, Gnaden- son. 291 Nro. 659 717 745 420 O Liebe, die den himmel. 2. Um grabe bebt, geh. Dort bebt in dunkler n. Der Heiland weint. Der seelenfeind erreget. Versart 35. 1. Co ist denn nun die. Der du bist 2 und D, 2. Herr, lehr mich thun n. Mein Salomo, dein fre. Versart 36. 1. Nun last uns Gott. O Jefu, meine wonne. Wach auf, mein Herz und. Run laßt uns gehn und. 2. Der Herr, der aller. Umen, Gott Vat'r und. Dem allerhöchsten wef. Versart 37. 1. Dich), Jesu, loben w. Versart 38. 363 45 546 740 723 722 47 54 292 460 665 222 647 56 177 746 308 59 1. Seelen- Bräutigam, I. Wer ist wohl wie du. O du süße luft, aus der. Versart 39.* 1. Jesu, du mein liebstes. Collt ich meinem Gott. Versart 40. 1. Alle menschen müssen. 621 Freude, freude über fr. 733 Jefu, frommer menschen. 62 Jesu, der du wollen büßen. 85 Jefu, meines lebens leben. 88 Du, o schönes weltgeb. 336 163 69 463 61 164 * Siehe die Anmerkung: Vers art 83. Melodien- Register. Nro. Mel. Mel. Jesu meiner feelen won. 346 Frommes herz, sey unbe. 389 Jesu, allerliebster bruder. 697 2. Jesu, der du meine f. 255 215 256 Ewig treuer hirt der s. Jesu, liebster schaß der. Keuscher Jefu, hoch von. 3. Womit soll ich dich. 299 168 158 307 Jefu, meiner seelen leb. Bittet, so wird euch ge. Freu dich ängstliches ge. 433 Das ist eine sel'ge stunde. 692 Versart 41. 1. Jesus, meine 3uversicht. 575 Jesus ist der schönste nam. 64 Folgt mir, wollt ihr chr. 375 Meine seele fenfet sich. 457 Freunde, stellt das wein. 559 Jesus lebt, mit ihm auch. 707 Nicht so traurig, nicht so. 405 2. Meinen Jesum laß ich 400 nicht, weil. Meinen Jesum laß ich nicht, denn. Meinen Jesum laß ich nicht, ach). Seele, was ermüd'st du. Meine Hoffnung läst m. Dennoch bleib ich stets. 3. Guter hirte, willst. 399 349 358 398 533 340 101 Seele, geh auf Golgatha. Hilf, Erbarmer, schaue h. 239 Meine lebenszeit verstr. Herr der zeit und ewigt. 583 710 Versart 42. 303 58 1.0 Gott, du frommer. Ach Jesu, dessen treu. Soll dein verderbtes h. 199 Ich bitt' entschuld'ge.m. 216 Du sagst, ich bin ein ch. 225 Der gnaden- brunn fließt. 236 Willst du die buße noch). Herr, allerhöchster Gott! von dem. 266 Versuchet euch doch s. Gott der du heilig bist. Herzallerliebster Gott. Was frag ich nach der w. 272 277 287 293 305 11 Nro. 328 O Jesu, voller kraft. Ich hab ihn dennoch lieb. 343 Ich will des Herren zorn. 395 Ihr waisen weinet nicht. 396 du dreyein'ger Gott. Herr allerhöchster Gott, im himmel. 462 669 509 317 344 2. Nun danket alle Gott. Wohl auf mein herz, zu. Ich lasse Jesum nicht. Wie freuet sich mein h. Was kann ich doch für d. 517 O Jesu, süßes Licht. 3. Ach sehet, welch ein m. 362 646 74 Herr Christ, der du allein. 483 4.Thu rechnung, rechnung. 619 Herr, höre mein gebet. 440 Versart 43. 1. Großer Prophete, mein. Jesu, hilf siegen, du F. Christen erwarten in all. Heilig und heiter du f. Versart 44. 60 327 427 721 1. Christe, du Lamm G. 75 Versart 45.* 1. An wasserflüssen Ba. 522 Herr Gott, der du erfor. 180 O Gott, der du in liebes. 311 OKönig, dessen majeſtät. 467 2. Ich komme, Herr und. 213 Ein lämmlein geht und. O sichrer fünder! denfst. Versart 46. 1. Dort auf jenem todt. Welch ein wechsel unfrer. Versart 47. 1. Christi wunden, die. Versart 48. 1. Herr, ich habe mißge. Gute nacht, ihr eitle fr. 82 Ach! mein Jefu, welch v. 234 Ach! was sind wir ohne. 235 Jefu, kraft der blöden h. 240 O du finstres land voll. 696 250 523 171 2.Unser Herrscher, uns. Gott, du Stifter aller. Gott, der große Himm. 3.3ich mich, zieh mich. 434 364 79 262 77 734 76 * Diese Lieder könnten auch nach einer oder der andern Melodie der 2ten Versart gesungen werden, wenn man sich nach der Anmerkung Versart 2, richten wollte. 12 Melodien- Register. Mel. Nro. Mel. Herr, du stellst mir deinen. 289 Liebet nicht allein die fr. 368 Weg mit allem, was da. 485 4. Ruhet wohl, ihr tod. 599 Bater! laß vor deinem. 313 Versart 49. 1. Herzliebster Jefu, w. So gehst du dann, mein. Herr Bebaoth! Dein hei. Hilf mir, mein Gott. Ich hab in Gottes herz. Wer Gott vertraut, hat. O blindheit! bin ich d. 2. Durch Adams fall ist g. 393 412 629 83 690 Komm, find der nacht, d. 89 Herr, unser Gott, laß n. 525 Wend ab deinen zorn, 1. 680 Auf! lobt den Herrn, u. 663 O Lamm, das keine fünde. 96 Versart 50. Sen mir gegrüßet, guter. 103 Heut ist das rechte jubel. 132 Dein wort ist ja die rech. 193 O Jefu, meine Buversicht. 242 Ich bin getrost und freue. 450 Versart 58. 80 67 468 1. Schwing dich auf zu. Jesu, meiner feelen licht. 87 O wie ist der weg so schm. 261 Arme wittwe, weine nicht. 385 Einen guten kampf hab. 556 2. Jesu leiden, pein und. 86 95 1. Es ist vollbracht! ver. Versart 51. 1. Mein Vater, zeuge m. Versart 52. hilf, Christe, Gottes. Ach! wo flieh ich fünder. 245 Liebster Bater! ich, dein. 258 Dersart 53. 1. Sahre fort:,: Bion f. Lammes- Bluts ,: du all. Sen getreu:,: feele, sen. Versart 54. 388 90 526 1.9un bitten wir den. Mein trost und anker in. Versart 55. 1.O welt! sieh. hier dein. Herr! mit gerührtem h. Da stehen wir, die dein. Die herrlichkeit der erd. Wie sanft sehn wir den. 2. Nun ruhen alle wäld. 658 In allen meinen thaten. 182 Du unruh meiner seelen. 387 Mein herz, gieb dich zuf. 404 Durch viele große plag. 493 Gott lob, die stund ist t. 560 O welt, ich muß dich laff. 597 Herr, der du mir das leb. 655 Versart 56. 1.D wir armen fünder! u. 100 Versart 57. 1. Was mein Gott will. Sen Gott getreu, halt. 136 92 99 439 549 551 607 411 712 Nro. 104 194 295 1. Wenn meine fünd mich). 107 Hier steh ich, Gott, und. 252 Versart 59. 1. Mir nach, spricht Christ. 377 Herr, deine allmacht rei. 718 Auf christen- mensch)! az 323 Wohl dem der sich auf f. 476 Steh, armes find, wo e. 700 2. Co jemand spricht, ich. Erblaster Leichnam in Wer Gottes wort nicht. O Gottes- Lamm, mein. Machs mit mir, Gott. Versart 60. 1. Schönster Immanuel. Höchster Formirer der I. Versart 61. 128 1. Gelobet sey Jehova. 2. Berfließ, mein geist, in. 478 Der alles füllt, vor dem. 248 Versart 62. 373 108 280 464 582 357 497 1. Wie flieht dahin der m. 606 2. Nun ist es alles wohl ge. 110 Unendlicher, ich fühl eš. Ich hab mich dir, Gott. Versart 63. 1. O traurigkeit, o herzel. 111 Ach, er ist todt, mein H. 729 O angst und leid! o trau. 260 Am kreuz erblast. 705 Die nacht ist hin, mein. 636 Der tag ist hin, mein. 651 Versart 64. 121 1. Auf, auf, mein herz mit. 112 Mein Jefu, schönstes L. Versart 65. 1. Heut triumphiret Gott. 116 Ich walle noch im thrän. 743 Der heiland lebt, er dr. 114 602 452 Melodien- Register. Mel. Nro. Lebt Christus, was bin. 120 2. Vater unser im himmel. 314 So wahr ich lebe, spricht. 263 O Gott, der du mein 2. 302 Nimm von uns, Herr, du. 673 3. Auf, meine seele, fen erf. Ach, sehet, welche lieb. Versart 66. 18 382 1. Jesus Christus, unser H. 117 Versart 67. 1. Kommt, send gefaßt zum. 119 Versart 68. 1. Jesu meine freude, mein. 296 Nun ist auferstanden. 122 415 461 501 217 Gott der wirds wohl m. 179 Bähle meine thränen. Menschenhülf ist nicht. Jesu, meine liebe. 2. Jesu, meine freude, ich. Ursprung wahrer freud. 140 Weicht, ihr finstern for. 187 Meine feel ist stille. 401 Tief im fels sich gründen. 471 Versart 69. 1. Frohlocket, ihr völker. Versart 70. 127 1. Uch Gott und Herr. O Jesu Christ, der du. Wohl stehts im land. Dersart 71. 243 129 684 1. Dreyeinigkeit, der G. 143 O süßes Lamm, laß mich. 378 Hier lieg ich, Gott! vor. 438 2. Der tag ist hin, mein 3. 652 Ich dränge mich an die. 724 Wie wohl ist mir, wenn. 475 Versart 72. 1. Brunnquell aller güter. 131 Versart 73. 1. Komm himmlischer reg. 133 Versart 74. 1.3ch glaub an einen Gott. 145 Versart 75. 1. Gott der Vater wohn u. 144 Mel. Versart 76. 1.O du geist der herrlicht. Versart 77. 1. Gott ist mein lied. Versart 78. 1. So führst du doch recht. Jehova ist mein licht u. Versart 79. 202 72 1. Christ unser Herr zum. Gott, dir sey ewig preis. O Gott, wir ehren deine. 148 O Gott, da ich gar kein. 205 O welch ein unvergleich. 207 Versart 80. 1. Nun lob, mein feel, den. Gott ist die wahre liebe. 2. Man lobt dich in der st. Versart 83.* 1.Laffet uns den herren p. Versart 84. 13 Nro. 138 172 1. Seligstes wesen, unendl. 149 Versart 81. 1. Wir glauben all an einen. 150 Versart 82. 184 146 1. Was soll ich thun? Ach. Versart 87. 503 1.3ch ruf zu dir, Herr Jef. 326 O Jesu Christ, mein sch. 162 Versart 85. 1. Ach, feele, sollte dich er. Versart 88. 1.0 Gott, der du aus n. Versart 89. 511 156 507 1. Echmücke dich, o liebe. 223 Sünder, freue dich von. 165 Komm, mein herz, in Jef. 218 Versart 86. 166 169 174 1. Meine Hoffnung stehet v. 183 Dersart 90. 1. Christus der ist mein leb. 548 Ach bleib mit deiner gna. 191 Versart 91.t 1. Ringe recht, wenn Gott. 329 Kinder, lernt die ordn. 196 In der welt ist kein verg. 298 Großer Heiland, deine t. 339 * Dieses Lied kann auch nach der Melodie: Versart 39, gefungen werden, wenn man die im Gesangbuch bemerkte Wiederholungszei chen nicht singt. † Diefe Versart ist mit der 141sten Versart gleich. Folglich kann man die hier bemerkten Lieder auch nach der daselbst befindlichen Melodie:" Gott wills machen," singen. 14 Melodien Register. Mel. Nro. Mel. Versart 105. Versart 92. 1.218 Jesus Christus in d. 209 2. Mein erst gefühl fen pr. 643 Dersart 93. 1. Auf, auf, mein geist, erh. 210 Versart 94. 1. Wo ist mein Schäflein. Wo ist der weg, den ich. Versart 106. 1. Herzlich lieb hab ich dich. 341 Vor dir, Herr Jesu, steh. 278 Bald ist die pilgrimschaft.547 212 Versart 107. J. Gott sen gelobet und g. Versart 95. 1.0 Jefu, mein Bräutig. 221 Erwählet, ihr finder der. 695 Versart 96. 1. Erleucht mich, Herr m. 226 Schau meine armuth an 355 Mein Hüter, habe dank 657 Versart 97. 1. Es kostet viel ein Christ. 228 Es ist nicht schwer ein C. 227 Der Herr ist gut, in desf. 492 Versart 98. 1.O ihr auserwählten fin. 321 O daß doch die faulen C. 231 Jesu vorbild reiner tug. 726 Versart 99. 1. Allein zu dir Herr Jefu. 246 Du weinest für Jerufal. 249 Gott, stärke mich, ich sch. 613 Versart 100. 257 1. Liebster Jesu, das ist p. Versart 101. 426 1. Auf ineinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin. 268 Sagt unserm Gotte dank. 677 Nun reif' ich von dem h. 685 Versart 102. 1. Beschränkt ihr Weisen. 333 Ich eile meine heimat zu. 626 Mein Geist schickt sich z. 627 2. Mein Heiland nimit die. 259 Ja, Jesus nimt die fün. 441 Er nimt die fünder alle. 442 443 Er nimt die armen fün. Fürwahr er nimt die f. 444 Mein Mittler nimt die. 445 Mit freuden nimt er fün. 446 Wie sehnlich nimt er fün. 447 Komm, komm, er nimt. 448 Versart 103. 1. Halleluja, immer weiter. 436 Versart 104. 1. Der lieben sonnen licht. Auf, Seel, und danke d. 2. Steh armer mensch, be. 650 634 264 Nro. 267 380 1. Dir, dir Jehovah, will. 309 Wer ist wohl würdig, sich. 316 Dank sey dem ewigen er. 491 Versart 108. 1. Mache dich mein geist b. 320 Straf mich nicht in dein. 265 Bitternd und mit angst e. 479 Herr, ich bin dein eigen. 614 Sichrer mensch, jetzt ist. 709 274 Versart 109. 1. Mein Jesu, dem die Se. Mein geist, o Herr, nach. 350 Versart 110. 1. Eins ist noth, ach, Herr. 284 Herzog unsrer seligkeiten. 342 Trautster Jesu, Ehren- K. 360 Versart 111. 432 1. Friede, ach friede, ach. Versart 112. 1. Was Gott thut, das ist. O reicher Gott von güt. Du junge Christin, fomm Preißt, Christen, mit zu. Versart 113. 1. Nie will ich dem zu sch. Dersart 114. 410 407 554 715 369 1. Ein veste Burg ist unser. 429 Wenn Christus seine fir. 540 Versart 115. 1. Herr Jesu, ew'ges licht. 290 Versart 116. 1. Ihr finder des Höchsten. 367 Dersart 117. 1. Jefu, du bist mein. 422 Versart 118. 1. Ach Gott, erhör mein fe. Versart 119. 417 617 1. O ewigkeit, du donner. Gott, der du selber bist. 639 2.O ewigkeit, du freuden. 630 Versart 120. 1. Auf, hinauf zu deiner f. 425 Versart 121. 1. Gott ist getreu, der über. 435 Melodien- Register. Nro. Mel. Mel. Versart 122. Wunderbarer König. 519 Lobe, Bion, lobe deines. 693 Versart 123. 1. Was mich auf dieser w. 306 Versart 124. 1. Wie groß ist des Allm. 518 2. O süsser stand, o felig le. 304 Versart 125. 1.Liebster Jesu, liebstes 1. Lobe, lobe, meine seele. Versart 126. 1. Sieh, hier bin ich Chr. Dersart 127. 1. Lamm Gottes unsch. Versart 128. 97 1. Entbinde mich, mein G. 324 Mein Schöpfer, bilde m. 421 Mein Lebens- Fürst, jeig. 588 Versart 129. 1. Hier legt mein sinn sich. 325 Berfluchtes gift der wol. 728 Versart 130. 1. Das ist meine freude hier. 428 Versart 131. 319 505 312 1. Ach wie nichtig ach w. 545 Freund der Herzen, sich. 558 Dersart 132. 1. Jefu, wahres lebens- br. 348 Versart 133. 1. Stilles Lamm und Frie. 379 Versart 134. 1. O Ursprung des lebens. Versart 135. 1. So bin ich nun nicht m. Versart 136. 1. Wachet auf, ruft uns. Heiligster Jefu, heilig. Halleluja, Jesus lebet. Versart 137. 1. O trost, mein leiden hat. Versart 138. 353 359 620 376 719 408 504 1. Lobe den Herren, den. Rollet, ihr donner, und. 676 Christe, mein leben, mein. 334 Jauchzet, ihr himmel, 3. 498 Lobet ihn alle, den gütig. 737 Versart 139. Versart 141.* 1. Gott wills machen, daß. Versart 142. 1. Jammer hat mich ganz. 391 Versart 143. 1.Buleht gehts wohl dem. 416 Dersart 144. 1. Auf, auf, mein herz, und. 418 2. Ernsthaftes Lamm, du. 431 Versart 145. 1. Herr ich bekenne mit dem. 437 Versart 146. 1. Sollt es gleich) bisweilen. 470 Versart 147. 15 Nro. 390 1. Wie wohl ist mir, ich bin. 474 - Versart 148. 1. Kommt ihr lieben Gott. 502 Versart 149. 1.Lobe den Herren, o mei. Versart 150. 506 1. Bringt her dem Herren. 488 Versart 151. 1. Preis, lob, ehr, ruhm. 513 Versart 152. 1. wie selig send ihr doch. 598 Versart 153. 1.Lebt doch unser Herr G. 456 Versart 154. 515 516 521 523 1. Herr, wenn wirst du Bion. 537 Versart 159. 1. Singt dem Herrn, nah. Versart 155. 1.So sen denn guter Arzt. Versart 156. 1.2ch Herr, wenn kommit Versart 157. 1.Du klagst, o Christ, in. Versart 158. 1. Mein junges leben. Du, eitle jugend wim. 586 553 Versart 160. 1. Ein Chor von jungen w. 555 1. Auf, ihr meine geister. 386 Versart 140. 1. Wer Jesum ben sich hat. 473 merkung. Versart 161. 1.Und wird denn auch der. 528 2. Ermuntre dich), beklemt. 624 Versart 162. 1. Prächtig kommt der Herr. 618 Geht, wie majestätisch. 741 * Siche Versart 91, nebst Uns Melodien Register. 16 Mel. Dersart 163. Nro. Mel. 1.3ch bin ja, Herr, in dein. 570 2. Mein leben ist ein pilg. 587 Versart 164. 1.3hr brüder, liebet, o br. 366 Versart 165. 1. Die Beit ist noch nicht da. 534 Versart 166. 1. Endlich soll das frohe j. Versart 167. 535 653 1.Es glänzet der Christen. 536 Dersart 168. 1. Die nacht ist vor der th. Versart 169. 1. Du Friedens- fürst, Herr. 667 Du Sieges- fürst, Herr. 668 Dersart 170. 1.0 grosser Gott von m. Versart 171. 675 622 1. Mitten wir im leben sind. 590 Dersart 173. 1.Nun Gott lob, es ist v. 592 Dersart 174. 1. Du meiner Augenlicht. Dersart 172. 1. Wie schön ist unsers K. Versart 175. 1.0 Gott, du tiefe fonder. 633 147 Nro. Versart 176. 1.0 allerhöchster Menschen. 644 Dersart 177. 8. Was hinket ihr, betrogne. 232 Dersart 178. 1. Komm heiliger Geist, H. 689 Dersart 179. 1. Du Kind der welt, das. 283 Dersart 180. 1. Kein stündlein geht dahin. 577 Dersart 181. 1. Treuer Wächter Ifrael. 678 Versart 182. 1. Fort, fort, mein herz, z. 286 Versart 183. 1.2ch), alles, was himmel. 424 Auf, alle, die Jesum, den. 487 Auf, glieder des bundes. 691 Versart 184. 1.Laut und majestätisch rol. 671 Versart 185. 1. Mein Gott und Vater k. 459 Versart 186. 1. Komm heiliger Geist, er. 7 Dersart 187. 1. Herr Gott, dich loben w. 496 Versart 188. 1. Herr Gott, erbarme dich. 672 Vorrede zur ersten Auflage. Christlichgeneigter Leser, Ein Hochehrwürdig Evangelisch Ministerium in Pennsylvanien zc. hat mir auferlegt, eine Vorrede zu dieser Lieder- Sammlung zu machen. Was kann ich aber, als ein abgelebter fünf und siebenzig jähriger Greiß, Neues sagen, das nicht schon gründlicher, schmackhafter und erbaulicher unter der Sonne gedacht und in unzähligen Borreden gemeinnüßig gemacht worden? Es wird mir daher erlaubt seyn, mur zwen neuere Abhandlungen von der göttlichen Gabe der Dicht- und Ton- Kunst anzuführen; woraus jeder verständige Leser urtheilen mag, daß bis hieher nichts gründlicher, deutlicher, lehrreicher und schicklicher zu erwarten, das statt einer Vorrede zu diesem LiederSchaß dienen tönte. 1. Im Jahre 1778 kam zu Philadelphia eine Bueignungs- Schrift durch den Druck heraus, welche ein Mitglied der Hochlöblichen Schwedischen Gesellschaft pro Fide et Christianismo gewidmet. Der Herr Schriftsteller zeichnet darinn das ächte Göttliche in der Dicht- und Ton- Kunst aus," erkläret den Ursprung, Absicht und 3weck, zeiget den rechten Gebrauch und Mißbrauch derselben, und gibt Proben von seinem empfangenen Talent zur rechten Anwendung und Unsübung dieser göttlichen Gabe." Colte bemeldte göttliche Gabe nach dem Wunsch des Herrn Schrift: stellers und aller erhabenen Kenner und Gönner vom schädlichen Mißbrauch gerettet und zum rechten 3wed, angewendet werden; so fönte es noch zu vieler Erbanung und Segen gereichen, absonderlich ben so vielen Verkehrt- Gelehrten in dem heutigen Mode- Christenthum, wenn sie anders noch etwas musikalisch Gehör, Anlage und Willens: Neigung übrig haben sich durch das Göttliche in der Dicht- und Ton Kunst zur Heils- und Lebens- Quelle locken und reißen zu lassen. Die Erfahrung lehret, daß die jetzige Christenheit mit Gliedern überschwemmt sen, wie sie 2 Tim. 3, 1. feq. bezeichnet stehen. Solche haben freylich einen Eckel und Abscheu gegen die heilsanisten und nöthigsten prosaischen Wahrheiten in der heiligen Schrift, runzen die Nafe gegen die Seelen- Arzenen, und wollen Nahrung nach ihrem Geschmack haben. Da erfordert es ausserordentliche Kunst solche Ve= hicula oder Brühen zu erfinden, welche die Kräfte der Seelen- Urze= 18 Borrede. nen nicht verhindern sondern befördern. Eeelen, denen es ein rechter Ernst um die ewige Seligkeit ist, finden noch immer hinreichende Sätz tigung in den profaischen göttlichen Wahrheiten der Heilsordnung von Buße, Glauben und Gottseligkeit, wie auch in den alten und neuern Evangelischen ungekünstelten Psalmen und geistlichen Liedern: bessere Nahrung als in manchen alten und neuen Gedichten, die se bunt wie ein Harlequin mit heidnischen Pfraßen verkleidet, und mit ausschweifenden Bildern einer verwilderten Phantasie so vermengt sind, daß man den verborgenen Kern oder Wurm nicht leicht errathen kan und an der Schaale hangen bleibet. Solche Gedichte, die nicht nach göttlicher Absicht gemacht werden, dienen gleichsamı nur verdor benen, müßigen und verleckerten Menschen, die keinen gefunden Appetit noch reinen Geschmack am Brod des Lebens haben. Wir wünschen und bitten demnach mit dem einsichtsvollen Autor der bemeldeten Bueignungsschrift, daß die göttlich verliehene Dicht und Ton- Kunst durch Gottes gnädige Vorsehung, balde von allem schädlichen Mißbrauch gereiniget und nach ihrem eigentlichen Bweck auch in diesem Theil der Welt zur Erweiterung und Ehre des Reichs Jesu Christi angewendet werden möge! und erwägen gleichfalls 2. Auszugsweise, was erleuchtete öffentliche Lehrer in Deutschland in einer moralischen Wochenschrift von der Musik oder Ton- Kunst gründ lich gedacht und gemeinnüßig gemacht, nemlich, es heißt: " Die achte Musik oder Ton- Kunst hat einen göttlichen Ursprung, Gott der Herr selbst hat sie aus dem Sit seiner Herrlichkeit herunter gefandt um den Menschen das mühselige Leben zu verfüssen. Der gütigste Schöpfer hat die angenehmste Jahrszeit mit allerley unschuldigen Reißen versehen, hat die Sänger in die Luft und schattenreiche Wälder gesetzt, durch unser Ohr das Herz zu ergößen und zu seinem Lobe zu ermuntern. In dem heiligen und weltlichen Alterthum findet man, daß die Vokal und Instrumental Musit von ihrem ersten Anfang her den erhabensten, würdigst und wichtigsten Vorfällen geheiligt gewesen. Daher war sie schon am vollkommensten vor der Hütte des Etifts und in dem Salomonischen Tempel zu Jerusalem anzutreffen. Und weil man merkte, daß in derselben eine göttliche Macht verborgen lag, mit welcher sie auf das Herz der Buhörer wirkte, so wurde sie zwar vorzüglich ben Gottesdienstlichen Handluns gen gebraucht, wo das menschliche Herz was empfinden solte, aber man bediente sich auch derselben bey Etiftungen feyerlicher Bündnisse und Verträge zwischen Völkerschaften. Was man dem Gedächtniß einprägen wolte, das brachten die Dichter in Lieder, und durch das melodische Singen ward es tiefer eingedrückt. Die Dichtkunst bahnte den Weg zu dem Gesange, indem sie die Worte aussuchte, der Rede durch das Sylben- Maaß eine Aehnlichkeit beylegte und sie mit rei Benden Abbildungen ausschmückte. Hierzu gefelleten die Künstler du zitternden Saiten und die lautschallenden Pfeifen, um die Leidenschaft und den Affect der Seele auszudrücken, und sie andern einzudrücken, um Freude oder Betrübniß, Wehmuth oder eine ernsthafte Uleberle gung und herzhaften Muth allgemein zu machen. Die ächte Dicht und Ton- Kunst hat also eine grosse Etärke über das menschliche Ges müth und dienet zur Rührung und Erweckung derer Menschen, die mit einem musikalischen Gehör geboren sind. Durch die Dicht- und Tons Kunst kan man bis ins Innerste des natürlichen Herzens dringen Vorrede. 19 und es erforschen, ob es leicht gerühret wird, wie und wodurch es bes weget wird. Ein von Natur und Gnade begabter Componist, der die Töne, wie auch die Gemüths- Bewegungen und Leidenschaften der Menschen gründlich verstehet und Birtuosen zur Hülfe hat, der kan leicht die geheime Beschaffenheit der verschiedenen menschlichen Gemüther und Temperamente entdecken. Es gibt Gemüther, die sich mit bündigen fanften Worten bewegen, überzeugen und mit einem Wint leiten lassen. Es gibt andere, die mit harten Worten und Drohungen, noch andere, die mit Schlägen in Bewegung gesetzt wer den müssen. Eine solche verschiedene Macht hat die ächte Dicht- und Ton- Kunst auf die menschlichen Gemüther. " Erhabene Seelen, die das Feine und Göttliche in der recht componirten Kirchen- Musit nach dem Wort und Ton empfinden, werden dadurch geschmolzen und erweitert, daß die göttlichen Wahrheiten im Gebet, Gefang und Predigt mehr Raum finden, sich besser anlegen und tiefere Wurzel fassen. Menschen aber, die tein Gehör, kein Gefühl noch Geschmack von dem, was in der Musik göttlich ist, haben, die empfinden nur Bergnügen und Geschmack an der gröbern Schaale der Musik. Solche haben noch dicke Ohren und ungebrochene Gemüther, welche mit der Tromniel, Bierfiddel, zc. erfüllet und gerühret werden. " Allein so edel und erhaben auch die ächte Musik ihrem Ursprunge und innern Werthe nach ist, so geräth sie doch ben vielen in Berachtung und Abscheu wegen des sündlichen Mißbrauchs derselben. Man findet ja leider, fast in allen Städten und bewohnten Gegenden, Mißgeburten von Reimschmieden, Sängern und Spielleuten, welche ihre abgeschmackten Künste oft genug im jämmerlichen Ton hören lassen, vorzüglich an zweyten Fenertagen, auf den Jahr- Markten, ben Hochzeiten, in den Schenken und Erndten, und damit den niederträchtigsten Lüsten dienen, unter dem Jauchzen und Lärm rasender Creaturen in Menschen- Haut gekleidet; aber der Mißbrauch hebet den rechten Gebrauch nicht auf. Die ächte Dicht- und Ton- Kunst hat eben das Schicksal wie andere göttliche Gaben, die auch auf schwere Rechnung gemißbraucht werden, und deswegen ben Verständigen ihrern innern Werth nicht verlieren. Und wie könte jemand ohne Verfündigung die ächte Bokal- und Instrumental- Mufit verachten und verabscheuen? da selbst die Menge der Himmlischen Heerschaaren diese göttliche Kunst ben dem größten Wunder, nemlich, ben der Ge burt des Welt- Heilandes feyerlichst übten und in füßster Harmonie das Thema musicirten: Ehre zu Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und Wohlgefallen an den Menschen! das himmlische Bergnügen der Gemeinschaft im majestätischen Geister- Reiche wird uns ja unter dem Bilde der ächten Musik vorgestellt; ob es zwar nicht zu denken ist, daß ben Geistern eine körperliche Musik, die nur unserer Atmosphere angemessen, statt finde; so lehret uns doch die heilige Schrift, daß die Beschäftigung der himmlischen Einwohner so etwas sen, das sich unter allen irdischen Dingen am nächsten mit dem Harmonisch- Unge: nehmsten in der ächten Dicht- und Ton- Kunst vergleichen laſse." Hingegen zeigt auch die heilige Schrift und Erfahrung, daß das Reich der Finsterniß einen Ekel und Abscheu an dem rechten Gebrauch diefer göttlichen Gabe, und nur einen verdorbenen Geschmack an dem Mißbrauch derselbigen habe; z. E. das faule Getöse der Bürger zu 20 Vorrede. Sibea, Richt. 19, das unmenschliche Geschren zu Codom vor Lob Hause, Gen. 19, der Singe- Tanz um das güldene Kalb, Exod. 32 und dergleichen Concerten, sind eigentlich nach dem Geschmack de unsaubern Geistes und seines grossen Anhangs. Wenn aber David der göttliche Dichter und Virtuoso, seine Dicht- und Ton- Kunst übte so flohe der böse Geist von Saul. Dieses voraus gefest, so wende ich mich in Demuth und Bertrauen nächst Gott, dem höchst gebietenden Eigenthumsherrn seines Gnaden reichs, zu denen zwiefacher Ehren werthen, achtbaren und in Christ herzlich geliebten Lehrern, Seelsorgern, Aeltesten, Vorstehern un Gliedern der Evangelischen Gemeinen in Nord- America, absonder lich in den Vereinigten Staaten, Pennsylvanien, Jersey, Neu- yorl Maryland, Virginien, Carolina und Georgien, mit Bitten, wohlgedach dieselben wollen mit vereinigtem Muth und Fleiß dieses Gesangbuch als einen köstlichen Echah alter und neuer auserlesener Kern- uni Kraft- Lieder anpreisen, einführen und anwenden zur Seelen- Er bauung und reichen Segen, für das gegenwärtige Geschlecht, bis au ihre spätesten Nachkommen, zum würdigen Gebrauch, so wohl ber dem öffentlichen Gottesdienst als auch ben Hausandachten. Dies alten und neuen Lieder sind aus der lautern Quelle der von Gott ge offenbarten heiligen Echrift geschöpfet, von gottseligen Dichtern, nad dem Maaß der verschiedenen Geistes- Gaben verfertiget und gleichsan zubereitet, als gefunde Mutter- Milch für Kinder, und starke Speise für Jünglinge und Männer in Christenthum, wie auch zur Rührung und Erweckung annoch sicherer Sünder und Heuchler, wie die Rus bricken zeigen. Sie enthalten die wesentlichen zur Geligkeit nöthiger Glaubens- Lehren und Lebens- Pflichten, weisen die Ordnung unt Mittel zu dem gebahnten Lebens- Wege an, und begleiten gehörges bende und folgfame Seelen durch die Prüfungs- Beit bis zum Reid der Herrlichkeit. Die Tonkünstler haben sich nach ihrem Vermögen bemühet, Melodien darzu zu machen, die den göttlichen Wahrheiter angemessen seyn und sie durchs Gehör dem Herzen desto lebhaften eindrücken sollen. Könte ich nun noch den rechten Gebrauch dieses geistlichen Pfalme und Lieder- Schaßes bemerken, solte mirs lieb seyn; aber Raum un Unvermögen wollen nur zu wenig gestatten. 1. Begabte und begnadigte Lehrer wählen zum öffentlichen Gottes dienst solche Lieder, die sich für vermischte Bersammlungen schicke und so viel möglich mit ihren abzuhandelnden Wahrheiten überein stimmen, dieselben erläutern und eindrücklich machen. 2. Vorzüglich wäre zu wünschen, daß alle Sänger und Sängerin nen, in öffentlichen und Privat- Versammlungen, sich selber bewuß bleiben, und bey den Worten, die der Mund und Lippen ausrufer auch denken und empfinden möchten, was sie zu bedeuten haben weil es sonst heift, Matth. 15," Dies Volk nahet sich zu mir mit der Munde und ehret mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne w mir." Amos 5, 23. 3. Erfahrne treue Seelsorger thun auch wohl, wenn sie die Kerns Lieder bey Gelegenheit erklären, die Begriffe entwickeln und den an: vertrauten Ceelen begreiflich zu machen suchen, welches nicht ohn Nuß und Segen bleibet. Wo das nicht geschieht, so geht es im Ver gleich als wenn man kleinen Kindern oder alten Leuten, die kein Vorrede. 21 Bähne haben, harte Nüsse in den Mund gibt, um ihren Hunger damit zu stillen. Man merket gar balde, ob der Mund allein ohne HerzensUndacht singet, wenn z. B. nur ein Vogel durch eine Versammlung flieget, oder jemand unter dem Eingen herein tonimit, so finget der Mund bey Leichtsinnigen zwar fort, aber Augen und Gedanken sind gleich auf den geringsten fremden Gegenstand gehaftet. Gnadenhungrige und durstige Seelen lassen sich nicht so leicht irre machen. 4. Wäre zu wünschen daß der Gesang, wie in etlichen so in allen öffentlichen Bersammlungen, fittsam und in lieblicher Uebereinstimmung geführet werden mögte. Viele haben noch die Gewohnheit, daß sie ihr ganzes Nerven- und Sennen- Gebäude, Muth und Blut anstrengen und aus allen Leibes- Kräften fingen, welches vielmehr ein Schreyen oder Brüllen heissen möchte, wie Elias zu den Baals: Dienern sagte, 1 Kön. 19, 27. Rufet laut! euer Göße schlafet vielleicht. Durch solch gewaltsam Rufen übertäubet man seine eigene Gedanken, föret die Versammlung in der Andacht, ermüdet den Leib und verurs fachet widrige Empfindungen in den Neben- Christen. Moses, der Mann Gottes, machte fein gewaltsam Geschrey als er in Noth war, sondern drückte seines Herzens Anliegen vor Jehova mit seufzender Stimme aus, und der Herr hat solch leises und durchdringendes Ges hör, daß er Mofi antwortete: was schreyest du zu mir? 2 Mof. 4, 15. Der das Ohr gepflanzet hat, solte der nicht hören? Pf. 94. Das nachahmungswürdigste Muster hat uns der heilige Paulus, Eph. 5, gegeben: Werdet voll Geistes, nemlich), seiner Gaben und Einflüsse, redet in euren Bersammlungen und bey euch selber von Pfalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern, finget und spielet dem Herrn in eurem Herzen. So ist der rechte Gebrauch des Göttlichen in der Dicht: und Ton- Kunst vereinigt beysammen. Der höchst gütigste Echöpfer hat in die meisten Menschen- Kinder ein Bermögen und Anlage zu vier Stimmen gepflanzet, welche die Ton- Künstler Baß, Tenor, Alt und Discant nennen. Wenn solche Gaben in christlichen Schulen angebauet, verfeinert und geheiliget werden, so dienen sie hernach in christlichen Versammlungen zur Erweckung, Ermunterung und Er bauung und verursachen süsse Harmonie und Vorschmack von himmlischen Bergnügen ben allen die das Göttliche in der Ton- Kunst kennen und lieben oder ein musicalisch Gehör haben. 5. 3ft zu bemerken, was bisher unfern Gefang in öffentlichen Ber: fammlungen an der völligen Uebereinstimmung gehindert, nemlich, die vielerley Arten von Gesangbüchern, da fast in jedem verschiedene kleine Abänderungen gemacht und in einem viele, im andern wenig Lieder stehen. Wenn man aber in allen Amerikanischen Gemeinen einerley Gefangbuch hätte, worinn die besten alten und neuen geistreichsten Lieder zu finden, so wäre es viel bequemer und übereinstim miger. Und warum solten die evangelischen Gemeinen in Amerika nicht macht und Recht haben ihr eigen Gesangbuch einzuführen, so lange sie noch die unschäßbare Religions- und Gewissens- Freyheit geniessen? Es kommt nicht auf die Vielheit der Lieder an, sondern auf die Auswahl der besten und kräftigsten, und darzu haben wir, Gott fen Dank! noch Freyheit und Gelegenheit, wie verständige und ers fahrne Christen aus diesem Buche selbst ersehen werden. 6. An der Dicht- und Ton- Kunst wird noch immer was zu bauen und zu bessern seyn, und ihr vollkommenster Grad scheinet aufgehoben 22 Borrede. zu werden für die Seiten, wenn die Erde soll voll seyn von überwie: gender lebendiger Erkenntniß Jesu Christi, und man im höhern Shor fingen wird:" Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, ic. Nun ist das Heil und die Kraft, und das Reich), und die Macht unsers Gottes feines Christus worden, ic." Dan. 2 44. 45. Mich. 4, 1. 2. 7. 7. Indessen, theuerste Eeelen, singet und spielet dem Herrn, der euch mit seinem Blute erkauft hat, in eurem Herzen öffentlich und besonders, singet und betet, glaubet und lebet mit allen noch übrigen wahren Christen in allen Theilen der Welt in die Wette, bis ihr zu dem höchsten Chor im Reich der Herrlichkeit gelanget! Das ächte Göttliche in diesem Lieder- Echah zeiget uns den gebahnten Weg und die Mittel zum ewigen Leben, wie wir auf denselben durch die enge Pforte gelangen, darauf wandeln, unter Leiden und Kämpfen, mit göttlicher Kraft, den Lauf vollenden, bis in den Tod getreu bleiben und als Ueberwinder die Krone ererben können. Theilet diesen Lieder- Schaß euren Kindern und Kindes- Kindern mit, daß sie nicht am grossen Gerichts- Tage gegen euch auftreten und flagen mögen," ihr habt uns zwar mit Leibes- Nahrung und Kleidern versorgt, aber unsere Seelen versäumet und verwahrloset: wehe uns und euch!" 8. Uebrigens ist wohl kein altes oder neues Kern- Lied in der christs lichen Kirche vorhanden, das nicht bereits seinen Rußen und Eegen an der Menschen- Seele gehabt. Palmen, Lobgesänge und geistliche Lieder, haben ihre göttliche Kraft bewiesen bey den ersten Christen unter den grausamisten Verfolgungen und peinlichsten Martern, in Gefängnissen, auf den Echeiterhaufen, in allerley Arten eines gewalt: famen Todes, um ihres standhaften Bekentnisses willen zur wahren christlichen Religion. Insonderheit hat sich der Geist Gottes bey der Reformation des verewigten Lutheri und seiner getreuen Mitarbeiter durch Psalmen und geistliche Lieder kräftig und fruchtbar erwiesen, welche man die Alten nennet, die den damaligen Beitumständen ſehr gemäß und erbaulich waren und noch) sind, wenn man noch gefunden Geschmack an den ungekünstelten Glaubens- und Heils- Wahrheiten hat. Die neuern Lieder sind zierlicher, je nachdem die christliche Sit tenlehre, die Deutsche Sprache und Dicht- Kunst von Beit zu Beit er: weitert, verfeinert und angebauet worden. Exempel anzuführen von dem, was ein jedes altes oder neues Lied für Wirkung und Segen an Seelen gehabt, erlaubet hier der enge Raum nicht und gehöret unter andern mit zum nähern und erbaulichen Umgange erweckter und be: gnadigter Christen, noch vorzüglicher aber zu der freudigen Erinnerung und Lobe Gottes unter den vollendeten Gerechten vor dem Thron Gottes im Reiche der Herrlichkeit. 9. Bum Beschluß und am Ende meiner vier und vierzigjährigen mühseligen Wander- und Pilgrimschaft in diesem Abendlande, er eehet mein Herzens- Wunsch, demüthigst Bitten und Flehen vor dem naden- Throne:" Daß der allmächtige, der gnädige, barmherzige und höchst- gebietende Eigenthums- Herr aller seiner abhangenden Geschöpfe, auch in diesem Theil der Welt wie in allen übrigen, sein Gnaden- Reich, so auf den unbeweglichen Fels gründen, anbauen, er: weitern und erhalten wolle, damit bevorstehende oder fünftige Flas regen, Wasserfluthen und Sturmwinde der Trübsal, ja, die Pforten 23 der Höllen, es nicht überwältigen mögen! Bu dem Ende wolle er immerdar treue Arbeiter bereiten und senden, und die annoch wenigen stärken und wachsam erhalten, seinen Geist und Kraft zum Pflanzen und Begiessen geben, damit sein allerherrlichst- und heiligster Name recht erkannt, im Geist und Wahrheit verehret, sein Reich vermehret, des Satans Reich zerstöret und sein heiligster Wille auf Erden so vollbracht werde wie im Himmel! und daß alle und jede, die sich Christen nennen, in der Wahrheit, in Liebe und Leid singen mögen: Herr, ich bekenne mit dem Mund, Aus Herzens- Grund, Nichts ist das mich abwende, Daß niemand sonst mein Heiland ist, als Jesus Christ, Der wahre Gott ohn Ende." womit erstirbt Vorrede. D. Heinrich Melchior Mühlenberg, Senior des Ministeriums. Neu- Providenz, 1786. Inhalt dieser Lieder- Sammlung. 1. Benm Anfange und Beschluß des Gottesdienstes 2. Von der Bukunft Chrifti ins Fleisch) ... 3. Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes 4. Neujahrs- Lieder 5. Von Jesu, dessen Namen und Aemtern. 6. Auf das Fest der Erscheinung Christi 7. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 8. Von dem Begräbniß Jesu Christi 9. Von der Auferstehung Jefu Chrifti 10. Von der Himmelfahrt Jesu Christi 11. Vom Heiligen Geist und dessen Gaben. 12. Von der heiligen Dreneinigkeit 13. Von den heiligen Engeln.. 14. Von der Liebe Gottes und Christi 15. Von der Schöpfung 16. Bon göttlicher Vorsorge und Regierung 17. Bom göttlichen Worte 18. Von der heiligen Taufe 19. Bom Heiligen Abendmahl 20. Bom wahren und falschen Christenthum 21. Bom menschlichen Elend und Verderben 22. Von der wahren Busse und Bekehrung. 23. Bom wahren Glauben. 24. Bom christlichen Leben und Wandel 25. Vom Gebet .. 26. Von der geistlichen Wachsamkeit 27. Bom geistlichen Kampf und Sieg. .. 28. Von der Vereinigung mit Gott und Christo 29. Von der brüderlichen und allgemeinen Liebe. 30. Von der Nachfolge Christi 31. Vom Kreuz und Leiden... 32. Von der Uebergabe des Herzens an Gott 33. Von der Rechtfertigung 34. Von der wahren Weisheit 35. Bom Lobe Gottes. 36. Von den Klagen der christlichen Kirche 37. Von der Hoffnung der christlichen Kirche 38. Vom Tode und der Auferstehung .. 43. Tisch- Lieder 44. In gemeiner Noth 45. Reise- Lieder. 46. Bugabe e . 39. Vom jüngsten Gericht und der Verdammniß 40. Vom Himmel und ewigen Leben. 41. Morgen- Lieder 42. Abend- Lieder ... .. Seite 25 29 39 48 52 61 64 96 .. 100 . 107 112 .. . 86 89 114 126 131 142 148 . 153 163 172 178 195 202 219 . 225 228 234 . 254 . 259 . 263 283 287 322 326 347 355 360 400 406 417 427 434 435 446 450 Lieder- Sammlung. Halleluja! Lieder zum Anfang und Beschluß des Gottesdienstes. Mel. Rommt her zu mir spr.1 4. An diesem tag ist Jesus Christ 1. verloren. Herr Gott! gieb uns Bom tode auferstanden, und hat deinen Geist von oben, des bösen feindes lift Hiedurch ge= der uns benstand leist, Im hören macht zu schanden; Er hat dem und im lehren: Bergieb die fünd', tode seine macht Genommen, und andacht verleih, Das Herz bereite uns wiederbracht, Was leider war daß es sen Munter zu deinen ehren. 2. Den glauben mehr, die hoffnung stärt, Laß unfre seel bey die fem werk Bu dir, Gott, sich erheben; Gieb daß wir hörer nicht al: lein, Nein, sondern wahre thäter fenn, Und nach dem worte leben. Mel. Nun freut euch lieben. 2. Gepriesen feyst du, Jeju Christ, Daß nun der tag erschienen, Der unser füßer ruhtag ist, Dem großen Gott zu die nen: Hinweg mit aller eitelkeit! Hinweg mit ungerechtigkeit! Last händezarbeit liegen. 2. Last heute herz, gemüth und sinn, Dem Höchsten ſeyn ergeben: Legt das was fleischlich, von euch hin, Dient Gott mit eurem leben, Auf daß er, durch des Geistes stärt, Hab in uns seiner gnaden werk, Und stetig ob uns walte. 3. Hört heute fleißig Gottes wort Mit beten, lejen, fingen: Laßt uns dem Herren fort und fort Der lippen opfer bringen: Kommit, tretet hin zu dem altar, Und lasset mit der frommen schaar Ein fabbuths- lied erschallen. B 5. Wir Christen müssen gleicher weis, Auch von der fünd aufstehen, Und fünftig nun mit allem fleiß Auf guten wegen gehen; Auf daß wir dorten immerzu Die höchstge= wünschte fabbaths- ruh Im him: metreich begehen. 3. Herr Jefu Chrift! dich gen Geist du zu uns fend, Der uns uns wend, Den heil': mit seiner gnad regier, und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Thu auf den mund zum lobe dein, Bereit das Herz zur andacht fein, Den glauben mehr, stärk den verstand, Daß uns dein nam' werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes heer: Heilig, heilig, heilig der Herr; Und schauen dich vom angesicht, In ew'ger freud und fel'= gen licht. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist in ei nem Thron, Der heiligen Dreyfaltigkeit, Sen lob und preis in ewigkeit. Zum Anfang und Beschluß 26 Mel. Liebster Jesu wir sind. 4. Höchſter Gott, wir danken dir, Daß du haft gegeben, Gieb uns gnade, daß auch wir, Nach demselben heilig leben, und den glauben also stärke, Daß er thätig sey im werke. 2. Unser Gott und Bater du, Ter ans lehret, was wir sollen, Schenk uns deine gnad darzu, Gieb zu dies sem auch das wollen: Laß es fer ner noch) gelingen, Gieb zum wollen das vollbringen. 3. Gieb uns, el)' wir gehn nach haus, Deinen väterlichen segen, Breite deine hände aus, Leite uns auf deinen wegen, Laß uns hier im segen gehen, Dort gesegnet aufer: stehen. Mel. Gelobet feyst du Jefu C. 5. Heut eut ist des Herren ruhe tag, Bergesset aller forg und plag, Berhindert euch mit arbeit nicht, Kommt vor des Höchsten angesicht, Halleluia. 2. Kommt her und fallt auf eure tnie Bor Gottes majestät allhie, Es ist sein heiligthum und haus; Wer fünde liebt, gehört hinaus, Halleluja. 3. Ganz unerträglich ist sein grimm, Doch hört er gern der ar: men stimm: Deswegen lobt ihn allesamt! Das ist der Christen rechtes amt, Halleluja. 4. Rühmt unsers Gottes meisterthat, Da er aus nichts erschaffen hat Den himmel und die ganze welt, Und was dieselbe in sich hält, Halleluja. 5. Und als er sie genug geziert, Hat er den menschen drauf for: mirt, Und ihn nach seinem eben: bild mit weisheit und verstand erfullt, Halleluja. 6. Erkennt mit herzens dankbarkeit, Wie er durch seine gütigteit Uns täglich schüßet und er nahrt, und manches unglück von uns fehrt, Halleluja. 7. Denkt auch daß heut geschehen ist Die auferstehung Jesu Christ Dadurch die wahre freudigkeit 3r aller noth uns iſt bereit, Halleluja von veracht't, Mit mördern schändlich umgebracht, Daß seine lehr hätt turzen lauf, und mit ihm müßt hören auf, Halleluja. 9. Der ist erstanden hell uni flar, Hat heut erfreut sein' klein schaar, Die bis ans ende ihn ge liebt, und seinetwegen war be trübt, Halleluja. 10. Leibhaftig er sich ihnen wies Sich sehen, hören, fühlen ließ Damit versichert wär ihr sinnDes todes macht sey nun dahin Halleluja. 11. Drum wollen wir begehr mit fleiß Den tag nach recht christ licher weis', Wir wollen aufthur unfern mund, Und sagen das vor herzensgrund, Halleluja. 12. Gott! der du den erdens treis Erschaffen haft zu deinem preis, Uns auch bewahrt so man ches jahr In vieler trübfal und gefahr, Halleluja. 13. ilf, daß wir alle dein werk', Boll weisheit, güte, mach und stärk, Erkennen, und je meh Fund mehr Ausbreiten deines na: mens ehr, Halleluja. 14. liebster Heiland, Jest Christ! Der du vom tod erstan den bist, Richt unsre herzen au zu dir, Daß sich der fünden- schla verlier, Halleluja. 15. Gieb deiner auferstehung traf Daß dieser trost ja ben uns haft Und wir uns drauf verlassen fel Wenn uns nun alle welt verläßt Halleluja. 16. heil'ger Geist! laß un dein wort So hören heut und in merfort, Daß sich in uns dur deine lehr, Glaub, lieb und hof nung reichlich mehr, Halleluja. 17. Erleuchte uns, du wahrs Licht! Entzich uns deine gnade nicht, all unfer thun auch so res gier, Daß wir Gott preifen für und für, Halleluja. Univ.- Bibl. Giessen des Gottesdienstes. 27 Mel. Wie schön leucht uns. ich die wahre ruh und freud Erz lange dort ohn einig leid, Wann 6. Ich will, o Bater, allezeit ich Gott immer ſchaue: Durch Erheben deine gütigkeit, dich Werd ich Große gaben Ewig Daß du von so viel jahren:,: Mich haben Bey dir oben, Deinen nahaft behütet wunderbar, Wie ich men will ich loben. mein lebtag immerdar, Auch diese woch erfahren, Singet, Bringet Gott ren, Dank und ehre, Jederman sein Lob vermehre. 3. Sieh ja dasselbe nicht mehr an, Was ich hab wider dich gethan, In nächst verwichnen tagen: Nimm zur versöhnung Christi blut, Der uns gelitten hat zu gut, Und völlig abgetragen, Was sich Täglich Noch vor fünden In uns finden: Drum wir schwa chen Bu dem gnaden- thron uns machen. 2. Du führst durch deinen gna: denschein, Aus aller trübsal, noth und pein Den, der zu dir nur schreyet:: Durch Christum gieb du deinen Geist, Der uns den weg zur buße weis't, Und innerlich er= freuet. Laß mich, Bitt ich, Deine 8, Komm, himmliſch licht, heigüte, Im gemüthe, Fort empfin: liger Geist, Der du ein den, Ohn anfechtung meiner fün- schuß der menschen heißt, Mit deinem Gottes glanze, An diesem herzen pflanze. ort Dein Geist und wort In unfre den. 4. Mein feel und leib und all das mein Laß dir, o Herr, befohlen seyn, Ich will dir all's erge= ben:,: Wend ab noth, angst und Herzeleid, Du Bater der barmherzigkeit, In meinem ganzen leben: Daß ich Fröhlich Deinen willen, Mög erfüllen, Stets dich lieben, Auch die lieb am nächsten üben. 5. Gieb, daß mir deiner ruhe tag Mein innre ruh befördern mag, Durch deines wortes stärke:,: Daß mir dasselb' durchs herze dring, Und hunderfältig früchte bring, Des glaubens rechte werke. Vor dir Laß mir, Brünnlein fließen, Sich ergießen, Daß ich bleibe Ein reis das in dir bekleibe. 7 Komm heiliger Geist, Erz füll 6. Verleihe, daß in dieser welt Mein hoffnung fen auf dich gestellt, Und ich dir ganz vertraue:,: Daß gläubigen, und entzünd in ihnen das feuer deiner göttlichen Liebe; Der du durch mannigfaltigkeit der jungen Die völker der ganzen welt versammelt hast, In einigkeit des glaubens, Halleluja, Halleluja. mel. Ich weiß, mein Gott, d. 2. Du bist der brunn, der weis: heit quillt, Die uns mit lebenstraft erfüllt; Ein geber aller gaben: Wir können heil, Der from= men theil, Durch deinen Geist nur haben. 3. Eröffne du zu dieser shund, Selbst den verstand, herz, ohren mund, Dein göttlich licht uns sende, Damit trübsal Uns ja niemal, Vom wahren glauben wende. 4. Für solche wohlthat wollen wir mit herz und mund lobsingen dir, Und das gemüth verneuen, In diesem fest Aufs allerbest, Uns deiner gnaden freuen. 9. Kyrie, Gott Vater in ewigkeit, Groß ist dein barmherzigkeit, Aller ding ein schöpfer und regierer, Eleison. 2. Christe, aller welt troft! Uns fünder allein du hast erlöst; Jesu, Gottes sohn! Unser mitte ler bist im höchsten thron, Bu dir schreyen wir Aus herzens begier, Eleison. 3. Kyrie, Gott heiliger Geist, Tröst, stärt uns im glauben allermeist, Daß wir am legten end 28 Fröhlich abscheiden aus diesem elend, Éleison. Zum Anfang und Beschluß zc. 10. Liebster Jefu, wir sind hier, Dich und dein wort anzuhören: Lenke sinnen und be: gier Auf die füßen himmels- leh 13. Jeſu Chriſte, wahres ren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand 3ft mit finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes glanz uns mit hellem licht erfüllet: Gutes denken, gutes dichten, Must du selbst in uns verrichten. die dich kennen nicht, und bringe fie zu deiner heerd, Daß ihre feel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem gnaden. schein, Die in irrthum verführet seyn, Auch die, so heimlich fichtet an, In ihrem sinn ein falscher wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Bon dir, das suche du mit gnad, Und sein verwundt gewissen heil, Laß sie am Himmel haben theil. 3. du glanz der herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren, Mach uns allesamt bereit, Deffne herzen, mund und ohren! Unser bitten, flehn und singen Laß, Herr Tesu, wohl gelingen. mel. Liebster Jesu wir sind. 11. un Gott lob! es ist vollbracht Eingen, beten, lehren, hören; Gott hat alles wohl gemacht, Drum laßt uns sein lob vermehren. Unser Gott sen hoch gepreiset, Daß er uns so wohl gespeiset. 2. Wenn der kirchendienst ist aus, Und uns mitgetheilt der se gen, So gehn wir mit fried nach haus, Wandeln fein auf Gottes wegen. Gottes Geist uns ferner leite, Und uns alle wohl bereite. 3. Unfern ausgang jegne Gott, Unsern eingang gleicher massen, Segne unser täglich brod, Segne unfer thun und lassen, Eegne uns mit sel'gem sterben, und mach uns zu himmelserben. 3. Verschaffe ferner, lieber Herr! Daß wir durch deinen Geist je mehr In dem erkenntniß nehmen zu, Und endlich ben dir finden ruh. Mel. Wenn wir in höchsten. Mel. Serr Jesu Ch.wahr'r M. 12. Gott du höchster gnadenhort! Verleih, daß uns dein göttlich wort So tief in unsre herzen dring, Daß es auch heil'ge früchte bring. 2. Hilf daß des wahren glaubens traft, Der uns zu neuen menschen schafft, In werken und nicht nur im schein Un allen kann zu sehen fenn. Die stummen richtig reden leht, 4. Ten tauben öffne das gehör, Die so bekennen wollen frey, Was ihres herzens glaube sen. blendt, Bring her, die sich von 5. Erleuchte die da sind vers uns gewendt, Versammle, die zer: streuct gehn, Mach feste, die im zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zus gleich Auf erden und im Himmel: reich), Hier zeitlich und dort ewigs lich), Für solche gnade preiſen dich). Mel. Alles ist an Gottes fegen. 14. Sen gesegnet, fen will. fommen! O du ruhe: statt der frommen, Du geweihtes gotteshaus! Etärket euch, ihr, meis ne fräfte, Heute ruht ihr vom ges schäfte Einer ganzen woche aus. 2. Kommt, ihr Christen, eilt und tretet In den tempel, finget! be: tet! Lobt den Herrn der Herrlichkeit! Träger jüngling, auf, und laufe Bum altare, wo die taufi Dich zum Christen eingeweiht. 3. Preise hoch Jehova's güte Mi entflammendem gemüthe An den heiligen altar. Echau ein strahy lendes exempel; Deinen heiland in dem tempel, Da Er noch ein knabe war. Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. 4. Hier erheben Gottes ehre] In des Lammes hochzeit- saale Kanzel, orgel und altäre! Hier Speis't man uns im abendmahle, erschallt der wahrheit wort! Sün: Tranft man uns mit Christi blut. der, falte deine hände, Denn es schreyen selbst die wände: D, wie heilig ist der ort! 5. Donner sprechen ihre stimme, Wenn der Herr in seinem grim: me Mit verstockten fündern spricht; Doch des trostes sanfte lehren Wi schen stillgeweinte zähren Bon des frommen angesicht. 7. Herr, der mit des kleides saus me Alles im gewölbten raume Sis nes christentempels füllt, Sieh her ab auf diese jahre, Die in Davids volle chöre Hier in deinem hause quillt. 29 8. Laß mich in verfluchten reihen Deine tage nie entweihen; Führe mich auf ebner bahn; Bis ich einst in ienen höhen Deinen großen sabbath sehen und mit engeln 6. Auch der fünder darf nicht beben: Denn die schuld wird ihm vergeben, Wenn er wieder buße thut.! feyern tann. Von der Zukunft Christi ins Fleisch. Mel. Gott des himmels und. 15. Ah! was hat dich doch bewogen, Von des hohen himmels faal?:,: Was hat dich herab gezogen, In dies tiefe jammerthal? Jesu, meine freud und wonn, Meines herzens wer= the fron. Mel. Gott ist ein Gott der. 2. Deine große menschenliebe, 16. Auf, auf, ihr reichsgenof Welche unaussprechlich ist:,: Und die mehr als vatertriebe, Machten, daß du kommen bist; Jeiu, meine freud und wonn, Meines her: zens, ic. fen! Eu'r König kommt heran: empfanget unverdroffen Den großen wundermann: Ihr Christen geht herfür, Laßt uns für allen dingen, Ihm hosianna sin gen, mit heiliger begier. 3. Du bist uns von Gott er: kohren, Gleich wie wir, ein menschenkind:,: Du bist ohne schuld geboren, Hast bezahlt für uns're fünd: Jesu, meine freud und wonn, Meines herzens, zc. 2. Auf, ihr betrübte herzen! Der König ist gar nah: Hinweg all angst und schmerzen, Der helfer ist schon da. Seht, wie so mancher ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können, Im nacht= mahl, tauf und wort. 4. Du hast dich aus lieb ergeben, Für uns in den bittern tod:,: Da= durch wiederbracht das leben, Und verföhnet uns mit Gott: Jefu, meine freud und wonn, Meines herzens, 2c. In des hohen himmels thron:,: 6. Bis wir dich dereinst dort oben, werden ohn aufhören loben, In der engel füßen ton: Jefu, meis ne freud und wonn, Meines her: zens, c. 3. Auf, auf, ihr vielgeplagte! Der König ist nicht fern; Send fröhlich, ihr verzagte! Dort kommt der morgenstern: Der Herr will in der noth, Mit reichem trost euch speisen: Er wird auch hülf erweis 5. Hilf, daß wir dies recht be: denken, Schenke herzens redlichsen: Ja dämpfen gar den tod. feit:,: Dir jum opfer uns zu schen4. Nun hört ihr freche fünder, ten, Ja die ganze lebenszeit: Je: Der König merket drauf Wenn fu, meine freud und wonn, Mei- ihr verlorne finder, In vollem lanes herzens, c. ster- lauf Auf arges send bedacht, 30 Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. Und thut es ohne forgen: Gar| ben, Wir alle wollen loben Dich nichts ist ihm verborgen, Er giebt freudig hier und dort. auf alles acht. 5. Send fromm ihr unterthanen! Der König ist gerecht: Laßt uns den weg ihm bahnen Und machen alles schlecht. Fürwahr, er meynt es gut! Drum lasset uns die plagen Welch er uns schickt ertragen, Mit unerschrocknem muth. 12. Nun Herr! du giebst uns reichlich, Wirst doch selbst arm und schwach: Du liebest unvergleich: lich, Du jagst den jündern nach): Drum wollen wir allein Die stim: men hoch erschwingen, Dir hofi anna singen, und ewig dankbar fenn. 6. Und wann gleich krieg und flammen, Uns alles rauben hin, Geduld! weil ihm zusammen Gehört doch der gewinn. Wann gleich ein früher tod Die lieben uns genommen, Wohlan, so sind sie kommen, Ins leben aus der noth. 7. Frisch auf in Gott ihr ar: men, Der König forgt für euch! Er will durch sein erbarmen, Euch machen groß und reich. Der an ein thier gedacht, Der wird auch euch ernähren. Was menschen nur begehren, Das steht in seiner 9. Frisch auf, ihr hochbetrübte! Der König kommit mit macht: An uns fein' herzgeliebte, hat er schon längst gedacht: Nun wird kein' angst und pein, Noch zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus gnaden läßt seine finder seyn. 10. So lauft mit schnellen tritten, Den König zu beschn: Die weil er kommit geritten, Start, herrlich, fanft und schön. Nun tretet all heran, Den Herrn zu begrüssen, Der alles freuz verfüssen, Und uns erlösen kann. 17. 2uf! auf! weil dee tag muß zur Freude dienen; Auf! es erschienen, Der uns fonimit das frohe jahr, Das der frommen alten schaar Mit so sehn: lichem verlangen hat erwartet hergegangen, Halleluja, Halleluja. macht. 8. Hat endlich uns betroffen Biel kreuz; läßt er doch nicht Die, welch' auf ihn stets hoffen, mit viel väter und propheten Ehmals 3. Den so viele majestäten, Go anzuschaun begehrt, Und deß doch nicht sind gewährt, Der hat sich rechter zuversicht: Von Gott nun eingefunden, der angeneh fommt alles her, Der lässet auch im sterben, Die feinen nicht ver= derben, Sein' hand ist nicht zu schwer. men stunden! Halleluja,:,: 11. Der König will bedenken, Die welch' er herzlich liebt, Mit köstlichen geschenken, Als der sich felbst uns giebt, Durch seine gnad und wort? Ja, König, hoch erho2. Nunmehr ist die zeit erwa chet, Da die tochter Bion lachet Da sie jauchzt und jubilirt, Weil sie den im fleisch verspürt, De ihr bräutigam und könig, Ob ihn gleich erkennen wenig; Hal leluja,:,: 4. Der zum Heiland war erkoh: ren, und dem Abraham geschwos heiden trost und wonn, Stehet nun ren, Israelis fron und fonn, Aller in unsrer mitten, Kommt gen Bior fanft geritten, Halleluja,:,: 5. Er ist da, des Vaters willer n gehorsam zu erfüllen. Er will durch sein eigen blut, Alles wieder lichs todes- ringen, Was verloren machen gut, Und, durch schmer wieder bringen, Halleluja,:,: 6. Er will sich als deinen Bür gen An dem holze laffen würgen Daß der liebliche geruch Seines s gens deinen fluch), Ganz verjag will Er werden Selbst ein fl auf dieser erden, Halleluja,:,: 7. Nunmehr muß der schattin fliehen, und das bilderwerk abs ziehen; Was soll opfer und altar! Schauet her: Er ist es gar; W Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. 31 foll uns die bundeslade? Wahr-| dies in mir 3ur frucht gedeihe für heit wird durch Ihn und gnade, und für. Halleluja,:,: deckel? Was des heiligthumes se: Dein König kömmt, dich freund8. Was soll der versöhnungs- 19. uf! 3ion, auf! auf! Tochter, säume nicht, del? Was das räuchwert, licht lich zu umarmen; Er brennt aus und öhl? Und das lamm, das ohne fehl? Die figur dem wesenlieb, aus mitleid und erbarmen: weichet, Alles jetzt sein end errei- Halt dich bereit, damit nicht öhl chet, Halleluja,:,: gebricht. Laß allezeit die glaubenslampe brennen. Tein auge muß jest teine schlafsucht kennen. 9, Moses hat nun ausregieret, Christi freyer Geist uns führet, Die gefangenschaft ist aus, Wer gehört in Gottes haus, Kann, durch unsers Goels büssen, Freyer findschaft nun geniessen, Halle: 2. Es ist genug, es ist schon lange jeit, Daß dein gemüth den lüften nachgehangen, und daß dein fuß sich in der welt vergangen; Das reuet dich; der König ist erfreut: luja,:,: zu schauen, und sich mit dir in gnaden zu vertrauen. 10. Nun der vorhang ist zerrif- Er geht dir nach, Er kommet dich fen, Darf ein jeder seyn geflissen, In das heil'ge einzugehn, und vor Gott ohn' furcht zu stehn: Der, so zu uns ist gekommen, hat uns alle furcht benommen, Halleluja,:,: 11. Drum auf! Bion, dich deß freue, Deinen König benedene, Gieb ihm herz und mund zugleich, Du bist Braut, Er will das reich Mit dir theilen; darum bringe 4. Auf! Tochter, auf! des KöDich Ihm selbst zum opfer; fin- nigs glan; bricht an, Geh ihm her: ge, Halleluja,:,: aus entgegen auf die gassen: Biet fusſen: Breit dein gewand, streu ihm das Herz, da er dich will um= palmen auf die bahn. Wir wollen ihn, da er sich uns will nahen, Bon ferne noch mit lobgefang em pfahen. Mel. Vater unfer im himmel. 18. 2uf, meine feele, sey erfreut, Das tirchenjahr wird nun erneut, Da dir aufs neu das heil- wort klingt, Das dich verneut, das dich verjüngt, Já das aus Gott dich neu gebiert, und selbst zu Gott ins leben führt. 3. So zeige denn, daß ernst vor: handen sen; Ergieb dich ihm, verz leugne deinen willen; er fann den sturm der leidenschaften stil: len, Dein König machet deine see: le frey; Er weiß die feinde deines heils zu zwingen, Daß sie dich nicht in ferner unheil bringen. 2. Der Geist aus Gott erfülle dich, Dein inneries erneue sich Daß ich vom alten menschen frey, 5. Komm, edler Held, du Held aus Davids stamm, Komm, komm zu uns, die wir so sehnlich hoffen; Dir stehet herz und geist und alles offen. Komm von dem Herrn, wollen dir ein Hosianna singen: fomm werther Bräutigam, Wir Ganz rein, ganz neu und heilig Ach komm und laß es alles wohl fey: Damit mein mund auch öf= ne sich, Und Gott lobsinge stetiglich. 3. So wird auch hurtig fenn mein ohr, das wort zu hören mehr als vor: Das wort, das dem das leben gibt, Der darnach thut und glauben übt. Uch Jesu! gieb, daß gelingen. 20. Das ist ein theures mort, Daß Jesus Christus kommen: Daß er sich auf der welt In unserm fleische eingestellt, Und unser elend angenommen. Ge= wißlich, wer es recht bedenkt, 32 Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. Muß Gott dafür dankopfer brin-| lichkeit und vollem lichte sehn. Das gen, und seine liebestreu befingen, ist ein theures wort. Die er der welt in seinem Sohne schenkt. Das ist ein theures wort. 2. Das ist ein theures wort, Die blöden aufzurichten. Denn Jefus, unser Heil, Der armen fünder Trost und Theil, Kann fünde, tod und höll zernichten. Wer an ihn gläubet, ist gerecht, Und soll von seinen gnaden- gaben Licht, leben und erlösung haben. Er ist der bürg, er, der gerechte Knecht. Das ist ein theures wort. 7. Das ist ein theures wort, Das soll uns dazu leiten, Daß wir an Jesum Christ, Der uns zu gut ge: kommen ist, Bu glauben uns durch ihn bereiten. So wird uns weder fünden- gift Noch einig übel kön: nen schaden, Weil Jefus, als der mensch) in gnaden, Das leben bringt, und ewig frieden stift. Das ist ein theures wort. Mel. Wie wohl ist mir, o Sr. 21. Dein Mittler kömmt; auf, blöde feele! Die Mofis fluch und donner schreckt, Die in der bangen trauer- höhle, In fesseln trüber schwermuth steckt. Der fluch vergeht, die ban: de springen, Es reissen satans feste schlingen, Die den gefangnen geist beklemmit. Du kannst nun heil hoffen. Gott ist vers föhnt; sein schooß steht offen. Dein gnadenvoller Mittler kömmt. und 2. Dein lehrer kömmt, laß deis ne ohren Auf seinen mund gerich tet seyn. Er zeigt den weg, den du verloren, Er flößt dir licht und wahrheit ein. Was unter duns feln schatten stecket, Das hat dir dein prophet entdecket. Er hat das reich der nacht gehemmt. Er klärt dir auf des Baters willen, Er giebt dir kraft ihn zu erfüllen. Dein weisheits- reicher lehrer kömmt. 3. Dein König kömmt, doch oh ne prangen, Sein aufzug ist an arniuth reich. Auf! deinen für: sten zu empfangen, Der dir an tiefster schwachheit gleich. Komm, hand und scepter dem zu küssen, Der wird dich so zu schüßen wis fen, Daß dich kein angst- strohm überschwemmt. Thu', wie getreue unterthanen; Komm her, und schwör zu seiner fahnen. Deir längst verlangter könig fömmt. wort. 6. Das ist ein theures wort, Daß Jesus uns das leben, Nach schmerzen, angst und noth), Nach ausgestandnem leibestod, In ewigkeit wird wieder geben. Wir sollen 4. Dein braut'gam kömmt, la leiblich auferstehn, Und ihn, der dein geschmeide Nicht länger in unsern tod gerochen, und dessen dem fasten ruhn. Bekleide dich kerker durchgebrochen, In herr- mit weisser seide, Wie die ver 3. Das ist ein theures wort, Daß er nicht für die frommen, Die von der fünde rein, Und ohne fleck und mackel seyn, Wohl aber für die fünder kommen. Die fünder geht dies trost- wort an! Doch, daß man fich) in seinen fünden Bußfertig zu ihm lasse finden; Er ists allein, der selig machen kann. Das ist ein theures wort. 4. Das ist ein theures wort, Daß er die menschen locket Und träget mit geduld; Beweißt auch freundlichkeit und huld, Damit sich ja tein herz verstocket. Wodurch er eine reißung giebt, Bon herzen sich zu ihm zu kehren, Und Gott in Christo zu verehren, Der uns so hoch und brüderlich geliebt. Das ist ein theures wort. 5. Das ist ein theures wort, Daß Gott auf glauben siehet, Den er gewirket hat. Hier findet unser thun nicht statt, Ob man sich gleich mit fleiß bemühet. Des Herrn erbarmung ist der grund, Worauf ein gläubig her; vertrauet, Und fest, ja unbeweglich, bauet. Drum singet es mit froher stimm und mund: Das ist ein theures Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch.. 33 lobten feelen thun. Laß die ge-| Gläubig dir sen zugethan, Nimm schmückte lampe brennen. Wird dich meiner stündlich an. dich der schlaf bemeistern können, So wird die schöne luft gehemmt. Laß dich, wie Esther, balsamiren, Und mit gestickten kleidern zieren. Dein wunderschöner bräut'gam kömmt. 9. Hilf, wenn du mein lebensfürst, Prächtig wieder kommen wirst. Daß ich dir entgegen geh' Und vor dir gerecht besteh)'. Mel. Gott sey dank in aller. 5. Dein alles kömmt, dich zu vet: 23. Hofauna unice Gottes ewigliches wort, Welches alle ding erhält, Hat im fleisch sich eingestellt. und ist vor der thür. Wer dieses höchste gut kann kriegen, Bertauschet gern die welt dafür. So greif denn zu mit bey den Händen, Da dich, o geist, von allen enden Ein solches gnaden meer beschwemmit. Nimm weg den damm, thu' auf die thüren, Laß dich zu nehmen willig spiz 2. Der, den Gott im paradies, Nach dem fünden- fall, verhieß, wird, zu trost der ganzen welt, Von dem engel angemeldt. 3. du schlangen- treter du, Kommst du endlich noch herzu, ren. armes nichts! dein al- Auf den aller frommen schaar, les fömmt. Bis daher vertröstet war! 4. O du saamen segensvoll, Wie thust du der welt so wohl, Daß du zur gewünschten zeit Gnade bringst und seligkeit. der völker schaar zufällt; de 5. Hosianna! starker Held, Dem heil'ger gnaden thron, Gottes und Marien Sohn! Mel. Nun kommt der Seiden. 22. Gott sen dank in aller welt, Der sein wort beständig hält, und der fünder trost und rath Bu uns her gesendet hat. 2. Was der alten väter schaar Höchster wunsch und sehnen war, Und was sie geprophezeiht, Ist er: füllt nach herrlichkeit. 3. 3ions hülf und Abrams lohn, Jakobs heil, der jungfraun sohn, Der wohl zweygestammte held Hat sich treulich eingestellt. 6. Komm, o tomm, und mach uns frey, Brich des todes macht entzwen, Süßer bräut'gam, weiß und reth, Nimm himweg der höllen noth! 4. Sey willkommen, o mein heil, 7. Hast du doch deßhalben dich So erniedrigt, daß du mich Bom Dir hosanna! o mein theil: Rich: verderben lösen wilt, O du Baters te du auch eine bahn Dir in mei- ebenbild! nem herzen an. 8. Süßer Hort! durch deine 5. Bieh, du Ehren- König, ein, gunst, Laß des strengen eifers Es gehöret dir allei Mach es, brunst, Damit Gott die fünde wie du gerne thust, Rein von al: straft, Seyn gestillt und abges tem sünden- wust. schafft. 6. Herr, wie deine zukunft ist, Und du selbst sanftmüthig bist; So wohn in mir jederzeit, Sanftmuth und gelassenheit. 9. Laß dein volk erlöset seyn Bon der schweren höllen- pein, Weil es deiner zukunft sich Jeht erfreuet inniglich. 7. Tröste, tröste meinen finn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des satans schlaue list Unab: läßig wirksam ist. 10. Alsdann wollen wir mit luft Rühmen, was du an uns thust, Und das Hofianna dir Fröhlich fingen für und für. 8. Tritt den schlangen- kopf ent- 11. Bater, Sohn und heil'ger aven. Daß ich aller änasten freist. Unter herz und mind hes B. 34 Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. weist, Nach vermögen, was es| Sondern zeigets in der that, Was kann, Nimm du solches gnädig an. er faget, das ist Amen: Was be: kümmerst du dich ofte? Suchest Mel. Ach was soll ich fünd. hülfe hie und da? Der sich deinen 24. Kommst du, kominist du, licht der heiden? Ja, du tommst und säumest nicht, Weil du weißt was uns gebricht. O du starter trost in leiden, IEsu, meines herzens thür, Steht die offen, komm zu mir. helfer nennet, Ist dir allenthalben nah. 4. Er will helfen allezeit, Was dich drückt, darfst du ihm klagen; Stößt dir noth und mangel zu, Du darfst ihm nur kindlich sa: gen: Du hast einen solchen helfer, Der von ewigkeit dich liebt; Der die noth auch selbst erfahren, Und im leiden sich geübt. 2. Ja, du bist uns ja zugegen, Großer Heiland, jungfraun sohn, Meine sinnen spüren schon Dei nen gnadenvollen segen, Deine wunderseelen kraft, Die uns heil und leben schafft. 5. 3a er will es nicht allein, Sondern nimmt es so zu herzen, Daß er dich nicht lassen kann, Wenn du schreyst in deinen schmerzen. Er spricht: es bricht mir das herze, Daß ich mich er: barmen muß; Und dann giebt er zur versichrung Einen füßen gna: den- fuß. 3. Udle mich durch deine liebe, Jefu, nimm mein flehen hin, Schaffe, daß mein geist und finn Sich in deinem lieben übe. Dich zu lieben, füßes Licht! Steht in meinen fräften nicht. 4. Jesu, rege mein gemüthe, Jefu, öffne mir den mund, Daß dich meines herzens grund Innig preise für die güte, Die du mir, o see lengast, Allezeit erwiesen hast. 5. Hilf, daß durch des Geistes leben, Liebe, glauben und geduld, Sanimit bereuung meiner schuld, Ich zu dir mich mög erheben: Daß ich endlich für und für Hosianna finge dir. 6. Nun, mein Jefu, weil du dich Selbsten unsern helfer nennest, und zu deinem Herzen uns Freyen zutritt herzlich gönnest: So komm ich, und falle nieder Hier vor dei: nem gnaden- thron; Du kannst dich min selbst nicht läugnen, Hilf mir, großer Gottes Sohn. 7. Hilf mir allzeit ritterlich Ringen in den glaubenskämpfen, Hilf mir auch mein fleisch und blut, Durch dein freuz und leiden dämpfen; Hilf, daß ich mög übers winden, wie du überwunden hast; Hilf mir endlich selig sterben, Und ablegen alle last. 25. Liebes herz bedenke doch Deines Jesu große güte, Richte dich jetzt freudig auf, Und erwecke dein gemüthe: Je: fus kömmt dir, als ein könig, Der sich deinen helfer nennt, Und sich durch dies wort dir also Selbst zu deinem heil verpfändt. 8. So will ich dich, meinen Gott, Etets als einen helfer preisen; Ich will auch durch deine gnad Hier schon in der that erweis 2. Als ein helfer, dir zu gut, sen, Daß ich einen helfer habe, Ist er in die welt gekommen: Als Der da herrscht in aller welt, Und dein helfer ist er auch In den him- auf welchen ganz alleine Meine mel aufgenommen: Als ein hel: hoffnung bleibt gestellt. fer herrscht er ieso Unter uns im gnaden- reich: Als ein helfer wird er fonimen, Und uns ihm selbst machen gleich. 9. Halleluja! dank sey Gott Der uns diese gnad erzeiget, Uni auf uns, fein armes volt, Sein huld so reichlich neiget, Daß d seinen Sohn uns schenket, De 3. Da er sich nun helfer nennt, Und zwar nicht im bloßen namen, uns nicht verlassen kann: Umet Von der Zukunft Christi ins Fleisch. 35 Amen, Halleluja Singe mit mir welt zum licht und leben, Gesen: jedermann. det und gegeben, Ben allen kehre ein. 2. Bereite dich fein tüchtig Den weg dem großen gast: Macht seine steige richtig, Laft alles, was er haft: Macht alle bahnen recht: Die thal' last feyn erhöhet; Macht niedig, was hoch stehet; Was krumm ist, gleich und schlecht. 26. Macht hoch die thür, die thor macht weit! Es kömmt der Herr der herrlichkeit, Ein König aller fönigreich, ein Heiland aller welt zugleich, Der heil und leben mit sich bringt: Auf, jauchzet ihm, mit freuden fingt: Gelobet sen mein Gott, Er macht den feind zu spott. 2. Er ist gerecht, ein helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein gefährt, Die königs- tron ist heiligkeit, Sein scepter ist barmherzigkeit. Weil er die noth zu ende bringt, So jauchzet froh, mit freuden singt: Gelobet sen mein Gott, Er macht den feind zu spott. 3. O wohl denr land, o wohl der stadt, So diesen König ben sich hat! Wohl allen herzen in gemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freuden- Sonn, Bringt mit sich lauter freud und wonn. Gelobet sen mein Gott, Er macht den feind zu spott. 4. Macht hoch die thür, die thor macht weit, Eu'r herz zum tempel zubereit't; Die zweiglein der gottfeligkeit Steckt auf mit andacht, lust und freud: So kömmt der König auch zu euch, Ja heil und leben mit zugleich. Gelobet sen mein Gott, Er macht den feind zu spott. 5. Komm, o mein Heiland, Jefu Christ, Mein's herzens thür dir offen ist: Ach! zeuch mit deiner gnade ein, Dein' freundlichkeit auch uns erschein: Dein heil'ger Geist uns führ und leit Den weg zur ew'gen seligkeit. Dem namen dein, o Herr! Sen ewig preis und ehr. Mel. Aus meines herzens gr. 27. Mit ernst, ihr menschen: finder, Das herz in euch bestellt, Damit das heil der fünder Der große Wunder- Held, Den Gott, aus gnad allein, Der 3. Ein herz das demuth liebet, Ben Gott am höchsten steht: Ein herz, das hochmuth übet, Mit angst zu grunde geht: Ein herz, das richtig ist, und folget Gottes leiten, Das kann sich recht bereiten, Bu dem kömmit Jesus Christ. 4. Ach! mache du mich armen In dieser gnaden- zeit, Aus güte und erbarmen, Herr Jesu, selbſt bereit: Bieh in mein herz hinein Bom stall und von der trippen; So werden herz und lippen, Dir ewig dankbar seyn. 28. Nun kommt der heiden Heiland, Der jungfraun find erkannt, Deß sich wun dert alle welt: Gott solch geburt ihm bestellt. 2. Nicht von manns- blut, noch vom fleisch, Allein von den heil'= gen Geist Ist Gottes wort wor= den ein mensch, Und blüht ein' frucht weibes fleisch. 3. Der jungfrau leib schwanger ward, Doch bleibt keuschheit rein bewahrt, Leucht herfür, macht tus gend schön, Gott der war in sei= nem thron. 4. Er ging aus der kammer fein, Dem kön'glichen faal so rein, Gott von art, und mensch ein held, Sein weg er zu laufen eilt. 5. Sein lauf kam vom vater her, Und kehrt wieder zum vater, Fuhr hinunter zu der höll, Und wieder zu Gottes stuhl. 6. Der du bist dem Vater gleich, Führ hinaus den sieg im fleisch, Daß dein' ewig' Gottesg'walt, In uns das trank fleisch erhalt. 7. Dein trippen glänzt hell und 36 Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. tlar, Die nacht giebt ein neu licht| stets fein gewärtig, Er ist schon auf dar, Dunfel muß nicht kommen der bahn. drein, Der glaub' bleibt immer im schein. Mel. Vom himmel hoch da. 8. Lob sey Gott dem Vater 30, Nun ist es zeit zu fingen ein': hell, g'thon, Lob sen Gott sein'm gen Sohn, Lob sen Gott dem heil'gen Geist, Immer und in ewigkeit. Mel. Gott ist ein Gott der. 29. Nun jauchzet all ihr from: men, In dieser gnaden zeit:: Weil unser heil ist kommen, Der Herr der herrlichkeit, Bwar ohne stolz und pracht, Doch mächtig zu verheeren, Und gänz- 4. Troß sey dem teufel und der lich zu zerstören, Des teufels reichhöll, Geboren ist Emanuel, Tro und macht. fen der fünde und dem tod, Es ist mit uns der starke Gott. 5. Die welt vergeh nun wann sie wet. Geboren ist Emanuel, Ben Gott sollen wir ewig seyn, Eja, ihm sen der preis allein. Mel. Nun freut euch lieben. 2. Er kommt zu uns geritten, Auf einem efelein:,: Und stellt sich in die mitten, Für uns zum opfer ein, Er bringt kein zeitlich gut, Er will allein erwerben Durch seinen tod und sterben, Was ewig währen thut. er auf dieser welt;: Im hohen 3. Kein scepter, keine krone, Sucht himmels- throne Ist ihm sein reich bestellt, Er will hie seine macht Und majestät verhüllen Bis er des Vaters willen Im leiden hat vollbracht. 4. 3hr großen potentaten, Nehmt diesen könig an:,: Wann ihr euch wollet rathen, und gehn die rechte bahn, Die zu dem himmel führt: Denn wer ihn hier verachtet, und nur nach hoheit trachtet, Der ists, der sich verführt. 5. Ihr armen und elenden In dieser bösen zeit:,: Die ihr an allen enden Empfindet angst und leid; Send dennoch wohl gemuth, Last eure lieder flingen, Laßt sie dem König fingen, Er ist eu'r höchstes gut. 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner herrlichkeit:,: Und eure flaq' und weinen, Verwandelen in freud: Er ist's, der helfen kann, Halt't eure lampen fertig, und send nuel, Bon Maria der reinen mage, Wie Jesaias hat geſagt. 2. Es freu sich aller menschen feel, Geboren ist Emanuel: Wir find nicht mehr, wie vor, allein, Der Herr ist ben uns insgemein. 3. Der freude sey kein maaß noch ziel, Geboren ist Emanuel, Gott ist mit uns in gleichem fleisch, Toch ohne fünden, worden mensch. feit zu finden:,: Mein herz allein 31. Such wer da will Ein ander ziel, Die felig: Bedacht soll seyn Auf Christum fich zu gründen; Sein wort ist wahr, Die werk' sind klar, Sein heil'ger mund Hat kraft und grund, Den feind zu überwinden. 2. Such wer da will, Nothhelfer viel, Die uns doch nichts erwor ben:,: Hie ist der mann, der hel fen kann, Ben dem nie was ver dorben. Uns wird das heil Durch ihn zu theil, Uns machet recht Der treue tnecht, Der für uns ist ge storben. 3. Ach! sucht doch den, Laßt al: les steh'n, Die ihr das heil begehret,:,: Er ist der Herr, und keiner mehr, Der euch das heil gewähret. Sucht ihn all' stund Bon herzens: grund, Sucht ihn allein, Wie wohl wird seyn Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Des herzens fron, Die freudensonn Sollst du Herr Jefu blei ben;:,: Es müsse nicht von deis Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. 37 nem licht Die eitelkeit mich trei-| Den todten kann er leben, Den ben: Bleib du mein preis, Dein blinden augen geben: Ihr hart wort mich speif'; Bleib du mein' gebundene! Ihr sehr verwundete! ehr, Dein wort mich lehr, An Ihr tauben und ihr lahmen! Hofft dich stets fest zu gläuben. nur auf seinen namen! Tie noth fen, wie sie sen, Er macht wahrs haftig fren. 5. Seht, da ist euer Gott! Da ist auch Gottes fülle: Schöpft nun in füßer stille Das heil für alle noth). O gnadenvoller Gott! Was ist der Mensch, die made! Daß du mit ew'ger gnade Ihn tempel weihst! In dem du selbst frönest und erfreust, Und dir zum willst thronen, Und ewig in ihm wohnen! Die große herrlichkeit Ist sündern zubereit. 6. Seht, da ist euer Gott! Der bräutigam der seelen! Die sich mit ihm vermählen Erfahr'n ihn in der noth Als freund, als mann und Gott. Nun Jesu du mein alles! Du ein'ger trost des falles! Eo nimm mich gänzlich hin, Dein bin ich, wie ich bin! Dein Geist mich stets regiere, Bis ich dort ju belire: Mein freund ist weiß und roth! Seht da, da ist mein Gott. Mel. Werde munter mein. arum willst du draufs fen stehn, Du gesegneter des Herrn? Laß dir bey mir einzugehen Wohlgefallen, du mein stern! Du mein Jesu, meine freud, Helfer in der rechten zeit, Hilf, o Heiland! meinem herzen Von den wunden, die mich schmerzen. 33. War 2. Meine wunden sind der jam= mer, Welchen oftmals tag und nacht Des gesehes starker hammer Mir mit seinem schrecken macht. O der schweren donner- stimm! Die mir Gottes zorn und grimm Also tief ins herze schläget, Daß sich all mein blut beweget. 3. Dazu kommt des teufels lügen: Die mir alle gnad absagt, Als müßt ich nun ewig liegen In der hölle, die ihn plagt; Ja auch was noch ärger ist, So zermartert und zerfrißt mich mein eigenes 5. Wend von mir nicht Dein angesicht, Laß mich im freuz nicht zagen,:,: Weich nicht von mir, Du höchste zier, Hilf mir mein leiden tragen. Hilf mir zur freud Rach diesem leid, Hilf, daß ich mag, Nach dieser klag, Dir ewig lob dort sagen. Mel. O große seligkeit, die 32. Seht, da ist euer Gott, Jinmanuel der Liebe, Die macht der süßen triebe Hüllt ihn in eure noth, Ten Herrn, den starken Gott! Er wird gleich ärmsten kindern, Verbrüdert sich mit fündern: Der glanz der Herr lichkeit Steht da, mit fleisch bekleidt't! Sen tausendmal willkommen! Hast du an dich genommen, Mein Bruder! fleisch und blut, er welt und mir zu gut! 2. Seht, da ist euer Gott! Der Wittler ist erschienen, Der aller velt will dienen; Sein leben, lei: sen, tod, Verschlinget alle noth. Nun muß die gnade walten, So über jung als alten: Er geht nic nand vorben. Er macht sie alle fren Von fünd, tod, teufel, hölle; Er ist die lebensquelle, Die strömet ewig heil. Er ist das beste theil. 3. Seht, da ist euer Gott! Das heil der ganzen erden! Wer will, fann selig werden! Da steht der Friedens- Bot, Der große M und Gott! Sein herze dürft nach allen, Die noch so tief gefallen: Sein ruf schallt weit und breit: Kommt, kommt zur seligkeit. Ey waruni wollt ihr sterben, und ohne noth verderben? Der himmel steht euch auf! Eilt, eilt mit schnellem lauf. 4. Seht, da ist euer Gott! Der fönig aller ehren: Er will das herz bekehren: Er hebt die centner- noth, Er heißt Herr Bebaoth! 38 Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. gewissen, Mit vergiften schlangen: ich dir? O aller welt verlangen! biffen. O meiner feelen zier! O Jesu, 4. Will ich dann mein elend lin- Jefu, sebze Mir selbst die fackel dern Und erleichtern meine noth ben, Damit, was dich ergöße, Mir Bey der welt und ihren kindern, tund und wissend sey. Fall ich vollends in den koth: Da ist trost, der mich betrübt, Freude, die mein unglück liebt, Helfer, die mir herzleid machen, Gute freunde, die mein lachen. 2. Dein Bion streut die palmen Und grüne zweige hin, Und ich will dir in psalmien Ermuntern meis nen finn; Mein herze soll dir grüs nen, In stetem lob und preis, Und deinem namen dienen, So gut el fann und weiß. 5. In der welt ist alles nichtig, Nichts ist, das nicht fraftlos wär, Hab ich hoheit, die ist flüchtig; Hab ich reichthum, was ists mehr Als ein stücklein eitler erd? Hab ich lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuct, Das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller trost und alle freude Ruht in dir Herr Jesu Christ; Dein erfreuen ist die weide, Da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o freuden- licht! Ehe mir mein herze bricht, Laß mich), Herr, an dir erquicken, Jesu, tomm, laß dich erblicken. 7. Freu dich, herz, du bist erhöret, Jeho zieht er ben dir ein, Gein gang ist zu dir gefehret, Heiß ihn nur willkommen seyn, Und bereite dich ihm zu, Gieb dich ganz zu seiner ruh, Defne dein gemüth und feele, Klag ihm was dich drück' und quäle. 8. Was du böses hast begangen, Das ist alles abgeschafft: Gottes liebe nimmt gefangen Deiner fünden macht und kraft, Christi sieg behält das feld, Und was böses in der welt, Sich will wider dich erregen, Wird zu lauter glück und segen. 9. Alles dient zu deinem from: men, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus ange: nommen, Und es treulich mit dir mennt: Bleibest du dem nur ge treu, Ists gewiß und bleibt daben, Daß du mit den engeln droben, Ihn dort ewig werdest loben. Mel. Serzlich thut mich ver. 34. Wie soll ich dich empfan: gen, Und wie begegn' 3. Was hast du unterlassen, Bu meinem trost und freud, Als leit und seele fassen, In ihrem größ ten leid! 21s mir das reich ges nommen, Da fried und freude lacht, Bist du, mein heil, gekoms men, Und hast mich froh gemacht. 4. 3ch lag in schweren banden, Du kanist und machst mich los; Ich stand in spott und schanden, Du kanst und machst mich groß. Und hebst mich hoch zu ehren, Und schenkst mir großes gut, Daß sich nicht läßt verzehren, Wie irgend reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getries ben, 3u mir vom himmelszelt, Als das geliebte lieben, Damit du alle welt, In ihren tausend plagen, Und großen jammet- last, Die fein mund tann aussagen, So fest um: fangen hast. 6. Das schreib dir in dein her: ze, Du hoch betrübtes heer, Bey denen gram und schmerze Sich häuft je mehr und mehr, Send unverzagt, ihr habet Die hülke vor der thür, Der eure herzen labet, Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemü: hen, Noch sorgen tag und nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures armes macht: Er kommt, er kommt mit willen, Ist voller lieb und lust, All angst und noth zu stillen, Die ihm an euch be wußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschre den, Für eurer fünden schuld; Nein, Jesus will sie decken, Mi seiner lieb und huld: Er kommit Von der Menschwerdung zc. er kommt den fündern, Bu trost und wahrem heil, Schafft, daß bey Gottes tindern Verbleib ihr erb und theil. 10. Er kommt zum weltgerichte, Bum fluch dem, der ihm flucht: 9. Was fragt ihr nach dem Mit gnad und süßen lichte Dem schreyen Der feind' und ihrer tück? der ihn liebt und sucht. Uch komm, Der Herr wird sie zerstreuen, In ach komm, o sonne! Und hol' uns einem augenblick: Er kommit, er allzumal, Bum ew'gen licht und kommt ien könig, Dem wahrlich wonne In deinen freudensaal. Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Mel. Wir christenleut hab.| Mel: Vom himmel hoch da. 35. Auf, schicke dich, Recht 36. Dies ist der tag, den Gott fenerlich in aller welt gedacht! Ihn preise gemacht; Sein werd' was durch Jesum Christ Im himmel und auf erden ist. 2. Die völfer haben dein geharrt, Bis daß die zeit erfüllet ward: Da fandte Gott von seinem thron Das heil der welt, dich seinen Sohn. fest mit danken zu begehen; Lieb ist der Dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der lieb, er: höhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat Gott die welt in seinem fohn geliebet! O, wer bin ich! Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinent Sohn geliebet. 3. Er, unfer freund, mit uns vereint, Sur zeit da wir noch seine feinde waren, Er wird uns gleich), Um Gottes reich und seine lieb im fleisch zu offenbaren.. 39 alle feind Auf erden viel zu we= nig 3um widerstande seyn. 4. Un ihm nimm theil, Er ist das heil: Thu' täglich buß und glaub an feinen namen, Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr, spricht, Und doch nicht sucht sein benspiel nachuahmen. 5. Aus dank will ich In brüdern dich, Dich Gottes Sohn befleiden, speisen, tränken; Der frommen Herz In ihrem schmerz Mit troft erfreun, und dein daben gedenken. 3. Wenn ich dies wunder faffen will, So steht mein geist vor ehre furcht ftill; Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes lieb unend lich ist. 4. Damit der fünder gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der welt, Nimmst selbst an unsrer menschheit theil, Erscheinst im fleisch, und wirst das Heil. 5. Dein könig, Bion, kommt zu dir." Ich komm, im buche steht von mir; Gott, deinen willen thu' ich gern." Gelobt sen der da kommit im Herrn! 6. Herr, der du mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürsi, Auf den die väter hoffend fahn, Dich, Gott Meßias, bet ich an. 6. Rath, Kraft und Held Durch den die welt Und alles ist, im him: mel und auf erden! Die Christenheit Preift dich erfreut, Und aller tnie soll'n dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn sucht, den 8. Gedanke voller majestät! Du wird sein name trösten. Alleluja! bist es, der das Herz erhöht. Ge: Alleluja! Freut euch des Herrn, danke voller seligkeit! Du bist es, und jauchzt ihm, ihr Erlösten. der das Herz erfreut. 7. Du unser heil und höchstes gut Vereinest dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und Gottes finder wer: den wir. 40 Von der Menschwerdung welt, Ein er: hält. Was zagt der mensch, wenn er ihn schüßt, Der in des Vaters schooße sist? 9. Durch eines fünde fiel die 38. Ein findelein ſo löbelich uns geboren heute Von einer jungfrau säuberlich, Bu trost uns armen leuten: Wär uns das findlein nicht gebor'n, So wär'n wir allzumal verlor'n, Das heil ist unser aller. En, du füsser Jesu Christ! Der du mensch, geboren bist, Behüt uns vor der hölle. 2. Als die sonne durchscheint das und doch nicht versehret das, Co glas, mit ihrem klaren scheine merket allgemeine: Bu gleicher: weis geboren ward Von einer jungfrau rein und zart, Gottes Sohn der werthe. In eine fripp ward er gelegt, Grosse marter für uns trägt, Allhier auf dieser erde. 10. Jauchzt, himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt; Und erde, die ihn heute fieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues lied! 11. Dies ist der tag den Gott gemacht; Sein wird in aller welt gedacht; Ihn preise, was durch Jefum Christ Im himmel und auf erden ist. Mel. Wer nur den lieben G. 37. Dies ist die nacht, da mir erschienen Des großen Gottes freundlichkeit; Das Kind, dem alle engel dienen, Bringt licht in meine dunkelheit, und die fes welt- und himmelslicht Weicht hundert tausend sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten meine feele, Versäume nicht den gnadenfchein! Der glanz in dieser kleinen höhle Streckt sich in alle welt hinein; Er treibet weg der höllen macht Der fünden und des treuzes nacht. 3. In diesem lichte kannst du se hen, Das licht der klaren feligkeit! Wenn sonn und mond und stern vergehen, Vielleicht noch in gar kurzer zeit, Wird dieses licht mit feinem schein Dein himmel und dein alles seyn. 3. Die hirten auf dem Felde war'n Erfuhren neue mähre Von den engelischen schaar'n Wie Chris stus g'boren wäre, Ein fönig üb'r all fönig groß. Herodes die red sehr verdros, Aussandt er feine boten. En, wie gar eine falsche lift Erdacht er wider Jefum Christ, Die kindlein ließ er tödten. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein glaubens- und dein liebeslicht; Mit Gott mußt du es treulich meynen, Sonst hilft dir diese fonne nicht: Willst du genießen diesen schein, So darfst du nicht mehr dunkel seyn. 5. Drum Jesu, schöne weihnachtsfonne, Bestrahle mich mit deiner gunst! Dein licht sen meine weihnachtswonne, Und lehre mich die weihnachtskunst, Wie ich im lichte wandeln soll, Und sen des weihnachtsglanzes voll. Mel. Jehova dein regieren. 39. Ermuntre dich, mein schwacher geist, Und trage groß verlangen, Ein kleines Kind das Bater heißt Mit freuden zu empfangen. Dis ist die nacht darin es kam, Und menschlich we sen an sich nahm, Dadurch die welt mit treuen Als seine braut ju freyen. 2. Willkomm'n, o füffer Bräuti: gam, Du König aller ehren! Will komm'n, o Jesu, Gottes Lanım! Ich will dein lob vermehren: Id will dir all mein lebentang Lo herzen sagen preis und dank, De du, da wir verloren, Für uns b Mensch geboren. 3. O grosser Gott! wie fonnt seyn, Den himmel zu verlasſe zu kommen in die welt hinein, 2 nichts denn neid und hassen? fontest du die grosse macht, D des Sohnes Gottes. tonigreich, die freudenpracht, Ja dein erwünschtes leben Für solche feind hingeben. 4. Ist doch, Herr Jesu, deine braut Ganz arm und voller schan: den, Noch hast du sie dir selbst ver: traut um freuz, in todes- banden! Ist sie doch nichts als überdrieß, Fluch), unflat, tod und finsternis, Noch darfst du ihrentwegen, Den scepter niederlegen. 41 2. Heute geht aus feiner kammer Gottes held, Der die welt Reißt aus allem jammer. Gott wird 5. Du Fürst und Herrscher dieser mensch dir menich zu gute, Gottes welt, Du Friedenswiederbringer, find Das verbindt Sich mit un Du kluger rath und tapfrer Held, ferm blute. Du starter Höllenzwinger: Wie 3. Sollt uns Gott nun können ist es möglich, daß du dich Erhaffen, Der uns gibt, Was er liebt niedrigest so jämmerlich, als wä- Ueber alle massen? Gott gibt uns rest du im orden Der bettler, ferm leid zu wehren, Seinen Sohn, mensch geworden. Von dem thron Seiner macht und ehren. 8. Sag an mein Herzens- Bräu tigam, Mein hoffnung, freud und leben! Min edler zweig aus Ja= fobs stanih, Was soll ich dir doch geben? Ach nim von mir leib, seel und geist, 3a alles, was mensch ist und heißt: Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. Mel. Warum sollt ich mich. 40. Fröhlich soll mein herze Da für freud, Alle engel singen; springen, Dieser zeit, Höret, wie mit vollen choren Alle luft Laute ruft: Christus ist ge boren. 6 grosses werk, o wunder: nacht, Dergleichen nie gefunden! Du hast den Heiland hergebracht, Der alles überwunden: Du haft gebracht den starten mann, Der aller welt gebieten kan, vor dem die himmel zittern, und alle berg erschüttern. 7. O liebes Kind, o füsfer Knab, Holdselig von geberden, Mein Bruder, den ich lieber hab, Als alle schäß auf erden! Komm, Schön ster, in mein herz herein, Komm eilend, laß die krippe seyn: Komm, 6. Er nimmt auf sich was auf komm, ich will bey zeiten Dein laerden Wir gethan, Gibt sich an, ger dir bereiten. Unser lamm zu werden: Unser Gott Für den tod, Gnad und fried lamm, das für uns stirbet, Und ben erwirbet. 9. Lob, preis und dank, Herr Jesu Christ, Sen dir von mir gefungen, Daß du mein bruder wor: den bist, und hast die welt bewungen; Hilf, daß ich deine gütigkeit Stets preif' in dieser gnadenzeit, Und miög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. 4. Sollte von uns seyn gekehret, der ſein reich und zugleich Sich) selbst uns verehret? Sollt uns Got tes Sohn nicht lieben, Der jetzt tömmt, Von uns nimmt, Was uns will betrüben. 5. Hätte für der menschen orden Unser heil, einen greul, Wär er nicht mensch worden: Hätt er luft zu unserm schaden, En fo würd Unsre bürd Er nicht auf sich laden. pen, Ruft zu sich mich und dich, 7. Nun er liegt in seiner trip: Spricht mit süssen lippen: Lasset fahren, lieben brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring alles wieder. 8. En so kommt, und last uns laufen! Stellt euch) ein, Groß und flein, Gilt mit großem haufen, giebt den, der für liebe brennet, Schaut den stern, Der euch gern Licht und labial gönnet. 9. Die ihr schwebt in groffen leiden, Sehet, hier ist die thür Bu den wahren freuden: Faßt ihn 42 Von der Menschwerdung wohl, er wird euch führen An den] Der alle ding erhält allein, Halles ort, Da hinfort Euch tein kreuz luja. wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert in herzen, Wer empfindt Seine fünd Und gewissens- schmerzen: Send getrost, hie wird gefunden, Der in eil Machet heil, Die vergiften wunden. 11. Die ihr arm fend und elende, Kommt herben, Füllet frey Eures glaubens hande: Hier sind alle gute gaben, und das gold, Da ihr follt Euer herz mit laben. 4. Das ew'ge licht geht da her: ein, Gibt der welt ein'n neuen schein, Es leuchtet mitten in der nacht, und uns des lichtes kinder macht, Halleluja. 5. Der Sohn des Baters Gett von art, Ein gast in der welt hier ward: Er führt uns aus dem jam merthal, Und bringt uns in den freudensaal, Halleluja. 6. Er ist auf erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm, Und in dem himmel mache reid und seinen lieben engeln gleich Halleluja. 12. Süffes heil, laß dich um fangen, Laß mich dir, Meine zier, Unverrückt anhangen: Du bist meines Lebens leben, Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 7. Das hat er alles uns gethan, eine lieb zu zeigen an: Deß fre sich alle christenheit, Und dank ih deß in ewigkeit, Halleluja. 42. Herr Chrift, der ein's 13. Meine schuld kan mich nicht drücken, Denn du haft Meine last deinem fleck ist an mir zu finden; Ich bin gar Rein und flar Uller meiner fünden. Gottes Baters in ewigkeit, Aus seinem hern entsproffen Gleichwie geschrieben steht: Er ist der Morgenstern 14. Ich bin rein um deinet wil- Sein'n glanz streckt er so ferm len, Du bist gnug Chr und schmuck, Vor andern sternen klar. Mich darein zu hüllen: Ich will dich ins herze schliessen O mein ruhm! Edte blum, Laß dich recht geniesſen. 2. Für uns ein mensch geboren Im letzten theil der zeit, Der mute ter unverloren Ihr jungfräuli keuschheit: Den tod für uns jers brochen, Den himmel aufgeschlos sen, Das leben wiederbracht. 15. Ich will dich mit fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben, Boller freud, Ohne zeit Dort im andern leben. 41. Gelobet feyst du Jefu Christ, Daß du menich geboren bift, Von einer jungfrau, as ist wahr, Deß freuet sich der ngel schaar, Halleluja. 3. Caß uns in deiner liebe Uni kenntniß nehmen zu, Daß wir in glauben bleiben, und dienen in geist so, Daß wir hie möge schmecken Dein ſüßigkeit im Herze Und dürften stets nach dir. 4. Du Schöpfer aller dinge, väterliche traft! Regierst von e ju ende, Kräftig aus eigner mady 2. Des ew'gen Baters einig, Das herz uns zu dir wende, find, Jeht man in der krippe findt, In unser armes fleisch und blut, Verkleidet sich das ew'ge gut, Halleluja. fehr ab unsre finne, Daß sie ni irr'n von dir. 5. Ertödt uns durch dein gi Erweckt uns durch dein gna 3. Den aller weltkreis nie be: Ten alten menschen fränke, 2 schloß, Der liegt in Marien schoof, der neu leben mag Wohl hier Er ist ein findlein worden klein dieser erden, Den finn und des Sohnes Gottes. begehrden Und g'danken hab'n zu dir. 43, Lobt Gott ihr christen allzugleich, In seinem höchsten thron, Der heut schließt auf fein himmelreich, Und schenkt uns feinen Sohn, Und schenkt uns seis nen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters schoof, und wird ein kindlein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem trippelein, In einem krippelein. 3. Er äussert sich all seiner g'walt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich ein's tnechtsgeben mir, Du hoffnung der verzag= 3. Bleib, höchster schatz, o meine jier! O meine sonne! bleib stalt, Der schöpfer aller ding, der schöpfer aller ding. mich), Du schönstes manna zeige ten; Du himmelsthau, befeuchte dich Den armen und verzagten. Laß nicht, Tein licht, hier auf erden, Dunkel werden, Laß den deinen, Hie dein wort noch ferner scheinen. 4. Er liegt an seiner mutter brust, Ihr milch ist seine speis, An dem die engel sehn ihr lust; Denn er ist Davids reis, Denn er ist Davids reis. 5. Das aus sein'm stamm entsprieſſen follt, In dieſer letzten zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein reich die christenheit, Sein reich 2. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und blut nimmt er an, Und gibt uns feines Vaters reich, Die flare Gottheit dran, Die klare 2c. 43 Ausser leiden, Nun in freuden, Was man siehet, Weil der fries densfürst einziehet. 2. Ich selbsten bin der freuder voll, Ich weiß nicht was ich schen: ten soll, Den auserwählten finde; hin, Nimm hin mein herze, mutly Uch herzens- kind, nimm immer und sinn, Und mich mit lieb ent Schenke freuden Statt der leiden, zünde. Schließ dich In mich Himmels- sonne, Ueberströme mich) mit wonne. 7. Er wird ein knecht und ich ein herr, Das mag ein wechsel seyn, Wie könnt es doch senn freundlicher, Das herze Jefulein, Das herze Jefulein. 8. Heut schließt er wieder auf die thür, Bum schönen paradies, Der cherub steht nicht mehr dafür, Gott sen lob, ehr und preis, Gott fey lob, ehe und preis. Mel. Wie schön leicht uns. 44. fürsten kind aus Davids stamm, O meiner feelen bräutigam, Mein trest, mein heil, mein leben; Wie soll ich ewig danken dir, Daß du ins elend kommst zu mir? Was soll ich dir dann geben? Es geht und steht, Mel. Wie herrlich ists, ein. 45. Liebe die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins elend niederließ, Was für ein trieb hat dich bewegen müssen, Der dich zu mir ins jammerthal verwies? Die liebe hat es selbst gethan, Sie schaut als mutter mich in meinem jammer an. 2. Die liebe ist so groß in deinem herzen, Daß du für mich das größ te wunder thust: Die liebe macht dir meinetwegen schmerzen, Daß, mir zu gut, du unter dornen ruhst. D! unerhörter liebesgrad, Der selbst des Baters wort ins fleisch gesenket hat. 3. Die liebe ist mein anverwand: ter worden, Mein bruder ist selbst die barmherzigkeit, Der Gottheit quel lebt nun in meinem orden, Die Ewigkeit, vermählt sich mit der zeit. Das leben selbst ist mensch geborn, Der glanz der herrlichkeit, das licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die menschheit ausgeschnet, Die reinigkeit 44 Von der Menschwerdung der seelen wiederbracht, Sie wird verlorne wieder, Und in unser als braut der Gottheit nun ge- fleisch und bein Kleidet ihn die frönet, Da sie der himmel selbst liebe ein. so angelacht; Die menschheit wird nun ganz erneut, Und als ein reiner thron der Gottheit einge: weiht. 5. Die weisheit spielt nun wieder auf der erden, Dadurch das para dies im menschen grünt: Nun fönnen wir aus Gott geboren wer: den, Weil die geburt des Herren dazu dient; Die wohlgeborne seele spürt, Daß sie ein andrer geist aus ihrem ursprung rührt. 6. Kein elend kann mun unfer herz besiegen, Immanuel ist ben uns in der noth), Ich darf ja nur die gnadenquelle rügen, Eo dient mir selbst das elend und der tod: Der jammer hängt mir nur noch an, Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die fünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Dieweil fie selbst durch ihn verdammet ist: Was schaden nun der seelen ihre flammen, Weil Christi blut und wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren trieb, Er läßt die seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig leben funden, Biel reichthum, ehr und wollust schenkt er mir, Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Den ich in mir mit liebeswirkung spür; Ich bin vergnügt und ganz gestillt, Weil mich der lautre strom aus seiner lieb' erfüllt. 9. Auf! auf, mein geist! vergiß die trauerlieder, Erfreue dich in dieser liebesmacht, Des himmels kraft und glanz bestrahl dich wieder, Und der Verlust ist völlig wie derbracht. D! ewig, ewig wohl ist mir, Daß ich in Christo nun ein wohlgefallen spür. Chor. 1. Gelobet senst du, Jesu Christ, Daß du, zc. 2. Höret, wie der engel orden In den lüften sich erfreun, Und wie halb erstaunet seyn: Daß das work ist fleisch geworden, Daß man Gottes liebstes Kind Unter Adams findern findt. Chor. 2. Des ew'gen Vaters einigs Kind, Jetzt zc. 3. Der die Himmel aufgeführet, Und der erden grund gelegt, Det die creaturen trägt, Wurde aud) wie wir formiret, Und der alle ding erfüllt, Wird in windeln ein gehüllt. Chor. 3. Ten aller welt freis nie bes schloß, Der zc. 4. Werde auch in uns geboren Und erleuchte du uns ganz, D du durchgebrochner Glanz! Und dein bild, das wir verloren, Kehre wies der ben uns ein, Daß wir mens schen Gottes seyn. Chor. 4. Das ew'ge licht geht da her ein, Giebt ic. 5. Uns verlangt auf dieser erden Durch der liebe wunderkraft 3 des lichtes bürgerschaft Wiederum gebracht zu werden, Daß uns un ser vaterland Künftig wieder se bekannt. Chor. 5. Der Sohn des Vaters, Go von art, ic. 6. Wir verehren diese liebe, i sich nun mit uns gepaart: Om lauter und wie zart Brantest d in diesem triebe, Da du uns o licht und pracht Denen enge gleich gemacht! Mel. Ach was soll ich fünd. 46. Send zufrieden, lieben brüder, Denn des Baters Wort und Licht, Das er aus sich selber spricht, Bringet das Dringet wieder in uns vor, Chor. 6. Er ist auf erden kommen ar Daß er zc. 7. Run dein paradisisch leb des Sohnes Gottes. 45 der wille geht empor, Deinen na-| Gott ben menschen also einge men zu erheben: Wir genießen kehrt? Vernunft, fey still, du wirst deine ruh, O wie selig sind wir es nicht erreichen! Verehre nur die unumschränkte fraft, Die allmacht, die dis grosse wunder schafft. nu! 7. Gesegnet fenst du, allerschönsie hütte: Die ganze füll der Gott 47. So ist denn nun die Hütheit wohnet hier, Sie weichet nun te und nimmermehr von dir, Des vaters wort bleibt stets in deiner mitte; Und ob dich gleich der tod solchem bruch das wort doch nicht. in stücken bricht, So weicht nach 8. Man riecht an dir die edlen lichs balfamöhl, mit welchem dich specereyen, Des Geistes übertreff: dein Gott, nach leib und seel, Bu seiner hütte hat gewollt einweihen. Dir ist kein maaß der gaben anges fest, Was dir geschenkt, ist ohne maaß geschäßt. altar stehen, Susammit dem opfer, 9. Hier findet man den rechten uns fündern schändlich ist verdas uns Gott versöhnt, Der von höhnt, Das opfervieh muß nun ben feite gehen. Hier ist der born, draus lebenswasser springt, Das unsern geist zur reinigung durch dringt. Chor. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein 2c. te, die der Cherubinen heer, Und was sich) sont von engeln findet mehr, Mit wundervoller frend und Lust befchauet; Weil ihres gleichen diese weite welt, Un herrlichkeit und schmuck nicht in sich hält. 2. 3war das vernunftsaug weiß hier nichts zu preifen, Der schein ist schlecht, der sich von ausſen zeigt, Das macht, daß der vernunft ihr urtheil treugt, Sie richtet nur nach den gewohnten weisen. Die trefflichkeit ist hier gar sehr versteckt, Ohn Gottes licht bleibt sie unaufgedeckt. 3. Die Gottheit selbst hat schösers nichts gesehen, So lange diese erd und himmel steht: Seht! wie die lust zu diesem bau mur geht, 23or ihm muß jene hütte untergehen: Weil, was dort nur im dunfeln schatten war, Eid) hier im weten zeiget offenbar. 4. Die Menschheit ist die hütte, die ich menne, Die sich das wort in gnaden auserfiest,( Das Wort davon man schon im Mose lies't,) Daß es mit ihr persönlich sich vereine, Und feiner Gottheit pracht und majestät Un ihr ein zelt, ein haus und tempel hätt. 10. Hier siehet man ohn unterlas aufsteigen Bom räuch- altar das priesterlich gebet; Man findet brod an dieser heil'gen stätt; Der güld': ne leuchter ist nicht zu verschweigen, Ter hier mit seinen sieben lampen brennt, Und aller welt die lichten strahlen gönnt. 11. Hier ist der thron der heiz ligkeit und gnaden, Den enge! auch gelüftet anzuschauen; Der glaube tritt hinzu ohn furcht und graun, Empfanget heil und stärk für Adams schaden; Was Gottes wohlgefallen an uns sey; Wird hier durchs licht und recht entdecket fren. 12. Mit einem wort: das wort, das fleisch geworden, es höchsten 6. O groffes Wert! geheimniß Baters eingeborner Sohn, Der fonder gleichen! Wer hat doch, in der ewigkeit hat seinen thron, frag ich, jemals dis gehört? Daß Und huldreich sich vermählt mit 5. Nicht menschen- hand, Gott felbst hat sie erbauet: Die werkflatt war der keuschen Jungfrau leib; Maria ist das benedente weib, Der sich der Geist in reiner Aucht vertrauet: Des wortes keusche überschattung macht, Daß dieser bau wird an das licht ge= dracht. 46 Von der Menschwerdung unserm orden, hat, was ehemals ne findelein? Es ist das liebe Jein bildern eingehüllt, Verborgen fulein. war, in und durch sich erfüllt. 13. Gelobet, sen Jehova, deine 8. Een willkommen du edlem gast, Ten fünder nicht verschmäs treue, Die gnad und wahrheit het hast, Und kommit ins elend hem nunmehr hergestellt; Wodurch, was satan vormals hat gefällt, Gerrettet wird. D seele, dich des freue! Stimm mit der engel chor cin danklied an: Erhebe ihn um das, was er gethan. zu mir, Wie soll ichs immer dan= fen dir. 9. Uch, Herr! du Schöpfer allem ding, Wie bist du worden so ge ring, Daß du da liegst auf dürrem gras, Davon ein rind un efel aß. 10. Und wär die welt vielma so weit, Von edelstein und gol bereit, So wär sie dir doch vie 3u flein, Bu seyn ein enges wie 14. Du aber, der du vormals angenommen Dis fleisch, die arme menschliche natur,( nie verspür: te heils- und liebesspur!) Und aus der höh' zu uns herab gekommen. Laß auch bitt ich, bewegen deinen finn Und nimm mein Herz zu deiner Hütte hin. gelein. 11. Der sammet und die seidem dein, Das ist grob heu und winde lein, Darauf du König, groß und reich, Herr prangst, als wärs deim himmelreich. 48. Vo om himmel hoch da tomm ich her, Ich bring euch gute neue mähr, Der guten mähr bring ich so viel, Davon ich fing'n und sagen will. 12. Das hat also gefallen dit Die wahrheit anzuzeigen mir Wi aller welt macht, ehr und gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 2. Euch ist ein tindlein heut gebor'n, Von einer jungfrau auser for'n, Ein kindelein so zart und 13. Ach mein herzliebes Jefu fein, Das soll eu'r freud und won- lein, Mach dir ein rein fanft bet ne seyn. telein, Bu ruhn in meines herzens schrein, Daß ich nimmer verges dein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller noth Er will eu'r Heiland selber seyn, Von allen fünden machen rein. 14. Davon ich allzeit fröhlich se Bu springen, fingen immer fre Das rechte fusannine schon, Mi herzens- lust den süssen ton. 4. Er bringt euch alle seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im himmelreich) Sollt leben, nun und ewiglich). 5. Co merket nun das zeichen recht, Die krippe, windelein so schlecht, Da findet ihr das kind gelegt, Das alle welt erhält und 15. Lob, ehr sen Gott im höch sten thron, Der uns schenkt feinem ein'gen Sohn, Deß freuet sich di engelschaar, Und singet uns fold neues jahr. trägt. 6. Deß laft uns alle fröhlich seyn, Und mit den hirten ochn hinein, Bu sehn was uns Gott hat be schert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf mein herz, und fieh dort hin, Was liegt dort in dem trippelein? Wer ist das schö: 49. Vom Himmel kam engelschaar, Erschie den hirten offenbar, Sie fagte ihn'n ein kindlein zart, Das lie dort in der krippe hart. 2. Bu Bethlehem in Davi stadt; Wie Micha das verkündi hat; Es ist der Herr Jesu Chr der euer aller Heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig fröhl des Sohnes feyn, Daß Gott mit euch ist wor den ein; Er ist gebor'n eu'r fleisch und blut, Eu'r bruder ist das ew'ge gut. 4. Was kann euch thun die fünd und tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott: Laßt zürnen teufel, und die höll, Gott's Sohn ist wor: den eu'r gesell. 5. Er will und kan euch lassen nicht, Seßt nur auf ihn eu'r zuversicht; Es mögen euch viel fechten an, Dem sey trok, ders nicht lassen kann. 6. Bulest müßt ihr doch haben recht, Ihr send nun worden Gott's geschlecht, Deß danket Gott in ewigkeit, Geduldig, fröhlich alle zeit. Mel. O Jefu Chr. dein kripp. 50. Wir Christen leut, Hab'n jehund freud, Weil uns zu trost ist Gottes Sohn mensch worden, hat uns erlöst; Wer sich deß tröst't Und glaubet fest foll nicht werden verloren. 2. groffe freud, Gott selbst wird heut Ein wahrer mensch von Maria geboren; Ein jungfrau art Sein mutter ward, Von Gott dem Herren selbst dazu erforen. 3. Die fünd macht leid, Christus bringt freud, Weil er zu uns in diese welt ist kommten. Mit uns ist Gott Nun in der noth, Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen. 4. Drum sag ich dank mit den gefang, Christo, dem Herrn, der uns zu gut mensch worden, Daß wir durch ihn Nun all loß sind Der fünden last und aller unsrer bürden. 5. Alleluja, Gelobt sen Gott Gingen wir all aus unsers her: zens- grunde; Denn Gott hat heut, Gemacht solch freud, Die wir vergessen soll'n ju feiner stunde. Gottes. 47 Mel. Seut ist des Serren r. 51. Wir singen dir Immas und gnaden- quell, Du Himmelsblum und Morgenstern, Du Jungfrau'n Sohn, Herr aller herrn: Halleluia. 2. Wir singen die in deinem heer, Aus aller kraft, lob preis und ehr, Daß du, o langgewünschter gast, Dich nunmehr eingestellet haft. Halleluja. 3. Bom anfang, da die welt ge= macht, hat so manch herz nach dir gewacht, Dich hat erwartet lange jahr Der väter und propheten schaar. Halleluja. 4. Vor andern hat dich sehr bes heerd, Der mann, der dir so wohl gehrt Der hirt und könig deiner gefiel, Wenn er dir sang auf faiz tenspiel. Halleluja. 5. Ach! daß der Herr aus Bion fäm, Und unfre bande von uns nähm! Ach daß die hülfe bräch herein! So würde Jacob fröhlich seyn. Halleluja. 6. Nun bist du da, da liegest du, Hältst in der krippe deine ruh; Bist klein und machst doch alles groß, Bekleidst die welt, und kommist doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremde wohnung ein, und sind doch alle himmel dein; Trintst milch aus einer menschenbrust, Und bist doch selbst der engel lust. Halleluja. 8. Du hast dem meer sein ziel gesteckt, und wirst mit windeln zuz gedeckt: Bist Gott, und liegst auf heu und stroh; Wirst mensch, und bist doch A und D. Halleluja. 9. Du bist der ursprung aller Freud, Und duldest so viel herzeleid Bist aller heiden trost und licht, Suchst selber trost, und find'st ihn nicht. Halleluja. 10. Du bist der füffe menschenFreund: Doch sind die so viel menschen feind; Herodis Herz 48 Neujahrs- Lieder. hält dich für greu'l, Und bist doch| mer finn Macht, daß ich so vol nichts als lauter heil. Halleluja. 11. 3ch aber, dein geringster knecht, Ich sag es fren und menn es recht: Ich liebe dich, doch nicht fo viel, Als ich dich) gerne lieben will. Halleluja. 12. Der will ist da, die kraft ist klein; Doch wird dies nicht zu wider seyn: Mein armes herz, und was es kann, Wirst du in gnaden nehmen an. Halleluja. 13. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, Erwähltest, was die welt veracht't, Wirft arm und dürftig, nahnist verlieb, Da, wo der mangel dich hintrieb. Halleluja. 14. Du schliefft ja auf der erden schoof, So war dein tripplein auch nicht groß: Der stall, das heu, das dich umfieng, War alles schlecht und sehr gering. Hallel. trostes bin. Halleluja. 16. Bin ich gleich fünd und las ster voll, hab ich gelebt, nicht wi ich soll; Ey kommst du doch des: wegen her, Daß sich der fünder zu dir kehr. Halleluja. den- schuld, Hätt ich kein theil an 17. Hätt' ich nicht auf mir fün deiner huld; Bergeblich wärst d mir geborn, Wenn ich nicht war in Gottes zorn. Halleluja. 18. So faß ich dich nun ohn scheu, Du machst mich alles jam mers frey: Du trägst den jor du würgst den tod, Verkehrst freud all' angst und noth. Halld 2. Ich erschrecke, mächtig wesen! Angst und furcht bedecket mich; Dann mein beten, fingen, lesen, Ach das ist so schläferig. Heilig, heilig, heiliger! Großer Seraphinen Here! Wehe mir, ich muß vergehen, Dann wer kann vor dir bestehen? 19. Tu bist mein Haupt, hin wiederum Bin ich dein glied un eigenthum, Und will, so viel de geist mir giebt, Etets dienen di wie dirs beliebt. Halleluja. 20. Ich will dein Halleluja hie Mit freuden fingen für und fü und dort in deinem ehren- faal Coll schallen ohne zeit und zahl 15. Darum so hab ich guten muth, Du wirst auch halten mich für gut; O Iefu Chrift, dein from: Halleluja. Neujahrs- Lieder. feuer- brand: Irrt euch nicht, d Mel. Zion Flagt mit angst u. ftarte Gott Ahndet euren fredy 52. bermal ein jahr[ tag] ipott, Er wird euch zu ew'ge ( die nacht) verfloßen, flammen Ganz gewiß mit red Näher zu der ewigkeit, Wie ein verdammen. pfeil wird abgeschossen, So vergehet meine zeit. O getreuer 3ebaoth! Unveränderlicher Gott! Ach! was soll, was soll ich bringen, Deiner langmuth dank zu fingen? 4. Doch du bist ja auch fanft müthig, getreues Vater- her In dem bürgen bist du gütig, D gefühlt des todes schmerz. St ich nicht in deiner Hand Ange zeichnet als ein pfand, Das d ewig willst bewahren Vor d alten drachen schaaren? 5. Auf, mein herz! gieb dich m wieder Ganz dem friedensfürst dar, Opf're dem der seelen lied Welcher frönet tag und ja Sang ein neues leben an, dich endlich führen kann Mit v 3. Echrecklich ist es mir, ja allen, langen nach dem sterben, Da Peiliger, in deine hand 21s gerich- wirft die fron ererben, tete ju fallen, Dein wort ist wiel 6. Soll ich dann in dieser hit Neujahrs- Lieder. Mich mit Kummer plagen noch)?| 2. Dich bet ich an umwandelbas So wirst du mich überschütten res Wesen, Du Wesen, das kein Mit geduld, das weiß ich doch. zeitenwechsel trift, Du bist, von Sehe dann dein Herz auf mich, welchem zeugt der Psalmen schrift, Jesu Christe! du und ich Wollen Daß deiner jahre zahl nicht ist zu ewig treu verbleiben, und von lesen: Denn ob gleich erd und neuem uns verschreiben. himmel muß vergehn, Bleibst du doch, wie du bist, und ewig stehn. 3. Wir aber sind von gestern her entstanden. Und müssen auch, eh' wir uns deß versehn, Oft in der besten blüthe untergehn; Wir sind wie gras, das frühe zwar vorhan: den, Und doch wohl, ch die sonne von uns weicht, Durchs schnitters hand sein ende schon erreicht. 4. Das macht der fall, der deinen jorn erwecket, Und uns in diesen jammer hat versenkt,( O wohl dem menschen, der es recht be denkt!) Der sich nun über alles fleisch erstrecket. Fleisch ist wie heu te spreu, in seinem besten ruhm. wie eines grafes blum', Wie leich5. Du bist gerecht, wer darf dein 7. An dem abend und dem morgen, mein rath, besuche mich)! Laß der heiden nahrungs- sorgen Nimmer scheiden mich und dich: Prüf' in jedem augenblick Meine nieven und mich schick, Schick mich, daß ich wachend stehe, Ehe dann ich schnell vergehe. 49 Mel. Dom himmel hoch da. 53. Das alte jahr vergangen ist, Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du uns in noth und gefahr Behütet hast dies ganze jahr. 2. Wir bitten dich, ewigen Sohn Des Baters in dem höchsten thron, Du wollest deine christenheit Be= wahren ferner allezeit. 3. Entzich uns nicht dein heit- urtheil tadeln? Doch sen gepriefam wort, Es ist der seelen troft sen die barmherzigkeit, Die von und hort; Bor falscher lehr, ab götteren, Behüt uns, Herr, und steh uns ben. uns nimmt so gnädig unser leid, Und uns so hoch hat wieder wollen adeln, Daß, ob wir gleich hier die verwesung sehn, Wir doch dereinst zum leben auferstehn. 4. Hilf, daß wir von der fünd abstehn; Auf rechten wegen laß uns gehn: Und unsrer sünden nicht gedenk: Ein gnadenreich neujahr uns schenk; 5. Chriftlich zu leben, seliglich Bu sterben, und hernach fröhlich Am jüngsten tage auferstehn, Mit Dir in himmel einzugehn; 6. Durch Christum ist uns dieses deinem schooß zu uns herab, Wird heil geschenket, Der kommt aus mensch, und scheuet weder tod noch grab, Wodurch er seine huld so zu uns lenket, Daß aller jammer, alle noth und pein, Uns nichts als segen und gewinn muß fenn. 6. Bu danken und zu loben dich Mit allen engeln ewiglich. O Je= u! unsern glauben mehr, Bu deines namens lob und chr. 7. Durch ihn sind wir zur ewigfeit erkaufet, Wo freud und unvergänglich wesen grünt; Hierzu und auf des Sohnes blut und tod sind wir dir, Bater, ausgefühnt, getaufet: Wie gnädig haft du Gott, an uns gedacht, Daß du durch unser Heil, dies heil gebracht. Mel. So ist denn nun die hüt. 54. Der du bist 2 und 2, Anfang und Ende, Ein Perr der zeit und auch der ewigZeit, Den alles steht zu seinem Dienst bereit, Bu deinem thron, Jeova, ich mich wende, Da diese eit ein neues jahr uns bringt, Ind Bion dir ein Halleluja singt. C 8. Dis ist der brunn aus wel: chem hergeflossen, Was mich in meiner wallfahrt, früh und spat, Un feel und leib, jemals erquicter 50 Neujahrs- Lieder. hat, Der sich hat stromweis über| Neues heil und neues leben Wolls mich ergossen, Daß ich den augen- du mir aus gnaden geben. blick nicht nennen kann, Da mir nicht wäre daraus guts gethan. 9. Gelobet sen, o Herrscher, diese liebe, Die sonderlich auch im verstrichnen jahr Mich armen staub, der deß unwürdig war, So merk lich spüren lasſen ihre triebe; Ich telle mich dafür in meinem sinn Dir, großer Gott, selbst zum dankopfer hin. 10. O denke nicht an der vergangnen zeiten Gemachte viel und überhäufte schuld, Laß deine gnad und milde Baterhuld, zu meinem trost in Christo sie bespreiten: Was ich gelebet hab, das decke zu; Was ich noch leben soll, regiere 2. Laß dis seyn ein jahr der gnaden, Laß mich hassen meine fünd; Hilf, daß sie mir nimmer schaden, Sondern bald verzeihung find; Auch durch deine gnad verleih, Daß ich herzlich sie bereu, Herr, in dir: denn du, mein leben, Kanst die sünde mir vers geben. du. 11. Erneure mich), der du machst alles neue, Das alte laß von mun an untergehn, Laß heiligkeit an dessen stelle stehn, Die neue crea= tur mich stets erfreue: Der Geist aus dir verändre sinn und muth, Nur dich) zu lieben als das höchste gut. 12. Die zeit flieht hin, laß mich auch von ihr fliehen, Die ewigkeit rüdt näher stets herben, Gib, daß ich ihr im geist recht nahe sen: Laß mich als eilend stets von hinnen ziehen, Es müsſe mir nie kommen aus dem sinn, Daß ich hier fremd, ein gast und pilgrim bin. 13. Uch! lehre mich recht meine tage zählen, Daß ich sie all' aufs best anwenden mag, Hilf mir auch tragen ihre last und plag, So will des rechten zwecks ich nicht vers fehlen. Ich will dereinst mit der erkauften schaar Bey dir begehn das grosse neue jahr. 3. Tröste mich mit deiner lieb Nimm, o Gott, mein flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, und voll angst und zagen bin; Wenn ich gleich schlaf oder wach, Siehst du, Herr, auf meine fach); Stärke mich in meinen nöthen Daß mich fünd und tod nicht tödten. 4. Herr, du wollest gnade geben, Daß dis jahr mir heilig sen, Und ich christlich möge leben, Ohne trug und heuchelen; Ich auch meinen nächsten lieb, Und densel ben nicht betrüb: Damit ich all hier auf erden Möge fromm und felig werden. 5. Sesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne jahr; Trage mich auf deinen händen, Sen du ben mir in gefahr: Steh mir be in aller noth, Auch verlaß mid nicht im tod, Daß ich freudig did tann fassen, Wenn ich soll die wel verlassen. Mel. Wach auf mein herz u 56. Nun laß uns gehn un treten, Mit fingen un mit beten, Bum Herrn der unser leben Bis hicher fraft gegeben. 2. Wir geh'n dahin und war dern, Bon einem jahr zum a dern, Wir leben und gedeih Vom alten bis zum neuen. Mel. Werde munter mein g. 3. Durch so viel angst und p 55. Hilf, Herr Jefu, laß ge= lingen, Hilf, das neue gen, Turch zittern und durch jahr geht an, Laß es neue fräfte gen, Durch frieg und große sd bringen, Daß aufs neu ich wanden, die alle welt bedecken. deln kann: Laß mich dir befehlen 4. Denn wie von treuen jeyn, Auch daneben all das mein; tern, In schweren ungewit Neujahrs- Lieder. 51 Die kindlein hier auf erden, Mit| auch beschnitten worden: Und fleiß bewahret werden. tritt in freuzes- orden In seinen gnaden- reich. 5. Also euch und nichts minder Läßt Gott uns feine kinder, Wenn noth und trübsal blihen, In seinem schooße sißen. 6. Ach, hüter unsers lebens! Fürwahr es ist vergebens, Mit unserm thun und machen, Wo nicht dein' augen machen. 2. Wer so dis jahr anhebet, Der folget Christi lehr; Weil er int geiste lebet, Und nicht im fleische mehr: Er ist ein Gottes find Von oben her geboren, Das alles was verloren, In seinem Jefu find't. 7. Gelobt sen deine treue, Die alle morgen neue, Lob sen den starten händen, Die alles herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, Bater! und bleib mitten, In un ferm kreuz und leiden, Ein brunnen unfrer freuden. 9. Gib mir und allen denen, Die sich von herzen sehnen, Nach dir und deiner hulde, Ein herz das sich gedulde. 10. Schließ zu die jammerpforten, und laß an allen orten, Nach fo viel blutvergießen, Die friedens: ströme fließen. 11. Sprich deinen milden segen, Bu allen unsern wegen Laß großen und auch kleinen Die gnadensonne scheinen. 12. Sen der verlaßnen vater, Der irrenden berather, Der uns versorgten gabe, Der armen gut und haabe. 13. Hilf gnädig allen tranken, Gib fröhliche gedanken Den hochbetrübten feelen, Die sich mit schwermuth quälen. 3mr geist, o mensch! geschehn? 3. Doch wie muß dis beschneiden Du must die fünde meiden, Wenn du willst Jesum sehn. Das mittel herze In wahrer reu und schmerze, ist die buf, wodurch ein steinern Berknirschet werden muß. Mel. Mit ernst, ihr menschen. 57. Wer sich im geist bez schneidet, Und als ein wahrer christ Des fleisches tödtung leidet, Die so hoch nöthig ist: Der wird dem Heiland gleich, Der 4. Ach! gib zu solchem werke, In diesem neuen jahr, Herr Jesu! traft und stärke; Damit sich offenvielen tausend feelen, Die sich mit bar Dein bild der heiligkeit An dir vermählen; Ja thu es, Jesu, bald. 5. Ich seufze mit verlangen, Und tausende mit mir, Daß ich schönste zier. Wenn ich dich hab dich mög umfangen, Mein allerallein, Was will ich mehr auf erden? Es muß mir alles werden, Und alles nüßlich seyn. 6. Ach, ihr verstockten fünder, Bedenket jahr und zeit, ihr abgewichne kinder, Die ihr in eitelkeit und wollust zugebracht. Uch! führt euch Gottes güte Doch einmal zu gemüthe, und nehmit die zeit in acht. 14. Und endlich, was das meiste, 7. Beschneidet eure herzen, Und Füll uns mit deinem Geiste, Der fallet Gott zu fuß, In wahrer reu uns hier herrlich ziere, und in den und schmerzen: Es wird die himmel führe. herzens- buß, So gläubig wird ge 15. Dis alles wollst du geben, Oschehn, Das Bater- herz bewegen, meines lebens leben! Mir und der Daß man wird vielen fegen In christen- schaare, Bum fel'gen neuen diesem jahre sehn. jahre. 8. Ja, mein Herr Jesu, gebe, im geist so tebe, In diesem neuen Daß deine christen- schaar Mit dir jahr, Daß fie in keiner noth, Sich möge von dir scheiden, Stärt sie im freuz und leiden, Durch deinen bittern tod; 9. So wollen wir dich preisen 52 Von Jesu, dessen Namen und Hemtern. Die ganze lebens- jeit, Und unfre, mit allen frommen, Nach diesem pflicht erweisen In alle ewigkeit, leben kommen Ins ew'ge neue Da du wirst offenbar, Und wir, jahr. Von Jesu, dessen Namen und Aemtern. Mel. O Gott du frommer. Im finsternis erleuchte: Er sen des himmels thau, Der mich in his befeuchte; Er sey mein schirm und schild, Mein schatten, schlof und hut, Mein reichthum, ehr und ruhm; Er sey mein höchſtes gut. 58. Ach! Jesu, deſſen treu Im Himmel und auf erden Durch keines menschen mund Kann gnug gepriesen wer: den! Ich danke dir, daß du ein wahrer mensch gebor'n, Haft von mir abgewandt, Daß ich nicht bin verlor'n. 2. Bornemlich wird in mir al herzens angst gestillet, Wenn mich dein füsser nam' Mit seinem trost erfüllet: Kein troft so lieblich ist, Als den mir giebt dein nam' Ter füffe Jesus- nam', O Fürst aus Davids stamm! 3. Jefu, höchster schak, Tu fannst nur freude bringen! Es kann nichts lieblicher Als Jefu name flingen. Ich kann nicht traurig seyn, Weil Jefus heift fo viel, Als Heiland, oder Held, Der selig machen will. 4. Wenn satan sich ben mir Mit anfechtung will regen, 3ft Jesus name mir Bum trost, schut, fried und segen, Bur weisheit und arzney In aller angst und noth, Daß ich nicht fürchten darf Den teufel und den tod. 8. Er fey mein himmels- weg, Die wahrheit und das leben: Er wolle mir juleht Aus gnaden dies ses geben, Daß ich alsdann in ihm Dis leben schliesse wohl, Wenn meine sterbens- zeit Und stunde kommen soll. 9. 3mmittelst helf er mir Co lang ich hier noch wandle, Daß ich in meinem thun Treu und aufs richtig handle: Er stehe mir fiets bey Mit seines Geistes gab, Und gebe kraft, wenn ich Was zu vers richten hab. 10. In Jesu namen bin Ich heute aufgestanden: In ihm voll: bring ich heut, Was mir kommit unter handen: In seinem namen ist Der anfang schon gemacht, Das mittel und der schluß Wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich, und in dir, In dir will ich auch sterben: Herr, sterben will ich dir, In dir will ich ererben Das ew'ge himmelreich, Das du erworben mir: Von dir verklärt will ich Dir dienen für 5. Daß ich ein zorn- tind bin, Das macht die schnöde fünde, Dein Jeſus nam' macht mich Bu einem gnaden- finde: Er nimmt und für. von mir hinweg Die schuld und miſſethat, Bringt mir die feligkeit Und deines Baters gnad. 6. En nun, so heil'ge mich, Ter ich bin ganz beflecket, Dein Jesus name, der Die fünde gan; bedecket: Er fehre ab den fluch, Ten fegen zu mir wend, Auf daß dadurch ben mir Sich alle schwachheit end. 7. Er fen mein licht, das mich 59. Dich, Jeſu, loben wir, Dich ehr'n wir für und für: Dir, o Jesu! woll'n wir geben Ruhm, preis, dank und herrlichkeit, Hier durch unse ganzes leben, und darnach ewigkeit. 2. Tu bist das ew'ge licht, Un hast dich uns verpflicht't;" Auf d erde bist du kommen, da d wesentlicher Gott, Unfre mensd Bon Jesu, dessen Namen und Aemtern. 53 heit angenommen, Uns zu retten] Erbarm dich unsrer noth; Schau aus der noth. volt bedränget ist Wie wir täglich du fönig aller zeiten Wie dein müssen streiten Mit des feindes macht und list. 3. Du hast herum geeilt, Unfre krankheit geheilt; Unsre last hast du getragen, Und mit unerhörter huld Aufgenommen alle plagen, Die die ganze welt verschuldt. 4. Du hast den feind zerstört, Und Gottes reich gemehrt; Siegreich hast du triumphiret, und den himmel aufgethan; Hast die deinen drein geführet Mit des heil': gen freuzes fahn. 13. Kommt, nimm dich unsrer Hilf uns felig überwinden, Daß an, Du starter krieges- mann; wir unsern lauf vollführ'n, Und mit dir, befrent von fünden, Uns aufhörlich triumphir'n. Mel. Jesu, hilf siegen, du. 5. Du sitzest Gotte gleich, Und hält'st mit ihm das reich); Alles ist dir übergeben Von dem Vater, du allein Bist, der über tod und leben Soll der ein'ge richter seyn. 6. Dich ehren Seraphim: Dich ehren Cherubim: Dir zu ehren schreyn die chöre: Heilig, heilig, heilig ist, Dessen herrlichkeit und ehre Unvergleichlich, Jesus Christ! 7. Die vater all jumal, Mit der propheten zahl. Und die jünger, deine lieben Danken deiner güz tigkeit, Daß fie find beständig blieben, Dir zu ehren in der zeit. 8. Die ganze christenheit Ist dich zu ehr'n bereit: Die bekenner helfen alle Deines namens ruhm vermehr'n, und die kinderschrey'n mit schalle: Hosianna! dir zu ehr'n. 9. Dich lobt auch in gefahr Der Jeugen treue schaar; Dir zu ehren wird gestritten Bis aufs blut und bis in tod, Und mit größtem glimpf erlitten Alle schmach, schimpf, hohn und spott. 10. Dir opfern viele sich Im geiste williglich) Und viel tausend Lamimis- jungfrauen Halten dir sich teusch und rein; Alle die den him: mel bauen, Wollen deine diener seyn. 60. Großer prophete, mein dir imvendig gelehret zu seyn. herze begehret Bon Du aus des Vaters schooß zu uns gekehret, Hast offenbaret, wie du und ich ein; Du haft als mittler, den teufel bezwungen, Dir ist das schlangentopf- treten gelungen. gedanken Denken mit brennen2. Priester in ewigkeit, meine dem eifer an dich, Bringe mein seufzen in heilige schranken, Der du ein opfer geworden für mich, Du bist, als fürsprach, gen himmel gefahren, Kanst auch dein eigenthum ewig bewahren. 3. König der ehren, dich wollen wir ehren, Etimmet ihr faiten der liebe mit ein, Lasset das loben und danken nun hören, Weil wir die theuer erkaufete seyn, Herr sche, liebwürdigster Heiland, als fönig, Menschen- freund, schüße die deinen, der'r wenig. alles erflingen, Ich, als ein christe, 4. Nun dann, so soll auch mein müdet aus liebe dir singen, Sons will treten herbey, Will nicht er dern vermehren dis jubel- geschren. Ich will dich, herzog des Lebens, lobe den Herren.( Oder: Höre verehren, Alles, was othem hat, doch, Jesu, das glaubige fallen, Laß dir die stimme der feelen ge= fallen.) 11. Der ganze erden- kreis Ift voll von deinem preis; Und der himmel, da du sisest, Flammt von deiner herrlichkeit: Deiner alls 61. Jeſu, du mein liebſtes macht, wenn du alle feindlichkeit. Weichet 12. O großer Herr und Gott! gegeben An des bittern freuges bräutigam, Der du dich für mich 54 Bon Jesu, dessen Namen und Aemtern. stamm. Jesu, meine freud und len schein, Wann sie noch so köstlich wonne, Du mein hoffnung, schan seyn." und theil, Mein erlösung, schmuck und heil, Hirt und fönig, licht und fonne, Ach! wie soll ich würdiglich, Mein Herr Jesu, preisen dich). 7. O du paradies der freuden, Das mein geist mit schmerzen sucht, du starter trost in leiden, du frische lebens- frucht, D du him: 2. O du allerschönstes wesen! O mels- süsser bissen! Wie bekommst du glanz der herrlichkeit, Von dem du mir so wohl, Ja, mein liebster Bater auserlesen Bum Erlöser in schaß, der soll Mich in höchster der zeit, Ach, ich weiß, daß ich aut wollust füssen, Gib mir deinen jar: erden, Der ich bin ein schnöder ten mund, Dann so wird mein knecht, Heilig, felig und gerecht, herz gefund. Ohne dich kan nimimer werden: Herr, ich bleib ein böser christ, Wo dein gnad nicht mit mir ist. 3. En so komm, du trost der heiden, Komm, Jehova, stärke mich, Komm, erquicke mich mit freuden, Komm und hilf mir gnädiglich, Eile bald mich zu erleuchten, Gott, mein herz ist schen bereit, Kemm mit deiner süßigkeit, Leib und feel mir zu befeuchten, Komm du klares sonnenlicht, Daß ich mich veritre nicht. 8. Herr, ich bitte dich, erzeige Daß du reden willst in mir, Und die welt ganz in mir schweige, Treibe deinen glanz herfür, Daß ich bald zu dir mich kehre, Und dein wort, der edle schatz Find in meinem Herzen plaß, Daß mid) deine wahrheit lehre, Daß ich fünd und laster frey, Dir mein Gott ges fällig sey. 9. Lieblich sind dein' edle hütten, Schön von gnad und himmels gunst, Da du pflegeft auszuschütten Deiner füssen liebe brunst. Meine seele, Gott verlanget, Daß fie frö lich möge stehn, und mit klaren augen fehn Wie dein hohe woh: nung pranget, Leib und feel er: freuen sich, Herr! in dir ganz in niglich. 4. Komm, mein Heiland, las mich schauen, Wie du bist so wohl gestalt, Schöner als die schönsten auen Allzeit lieblich, nimmer alt, Komm, du aufenthalt der siechen, Komm, du heller gnaden- schein, Komin, du süsses blümelein, Laß mich deinen balsam riechen, Du mein leben! komm heran, Daß ich dein geniessen fan. 5. Ach wie wird dein freundlichs blicken, Allerliebster seelen- schaß, Meinen geist in mir erquicken, und ihn führen auf den plaß, Da er folche lust empfindet, Die nicht zu vergleichen ist! Deine lieb, Herr Jesu Christ, Ist es die mich gar entzündet, Die mein herze tag und nacht, Auch im leiden freudig macht. 6. Schaff in mir noch hier auf erden, Daß ich wie ein rebe fest, Dir mög eingepflanzet werden, Diefen schatz halt ich fürs beft, Auch viel höher als rubinen, Theu: rer als den güldnen sand. Schöner als den diamant, Die zur blossen hoffart dienen, Beſser als der per: 10. Wohl den menschen, die da loben Deine wohlthat inimerdar, Und durch deinen schuß von oben Sich beschirmen vor gefahr, Die dich heissen ihre stärke, Die ihr leben in der ruh Und der fugend bringen zu, Daß man rühmet ihre werke: Christen die also ge than, Wandeln auf der him: mels- bahn. 11. Dieses, Jefu, schafft dein lie: ben, Jesu, Gottes liebster Sohn, Das dich in die welt getrieben Von dem hohen himmels thron O wie tröstlich ist dein leiden, wie heilig ist dein wort, Das un zeigt die lebens- pfort, Da wir un in freuden weiden, Wo die gro fürsten schaar Dir zu dienst ist im merdar. 12. Machet weit die hohen pfor Bon Jesu, dessen Namen und Aemtern. 55 5. Höre, Jesu! und erhöre Meinc, deines schäfleins stimm: Mich auch zu dir schrenen lehre, Wann sich naht des wolfes grimm. Laß mein schreyen dir gefallen, Teinen trost herwieder schallen, Wann ich bete, hore mich, Jesu, sprich: Ich höre dich. ten, Deffnet thür und thor der welt, Wünschet glück an allen orten, Sehet, da kommt unser held: Sehet, er kommt einzuziehen, Als ein ehren- fönig pflegt, Wann er feinen feind erlegt. Alles volk soll sich bemühen Hoch zu preisen un fern Gett, Gott, den großen Bebaoth. 13. Hochgelobet, hochgeehret Sey des Herren theurer nam, Herrlich ist sein reich vermehret, Das aus gnaden zu uns fam. Er ist Gott, der uns gegeben Seel und leib, auch ehr und gut, Der durch seiner engel hut Schüßet unser leib und leben: Dantet ihm zu aller frist, Weil er stets so freundlich ist. Mel. Gott sey dank in aller. 63. Jeſu, meiner feelen ruh! Und mein bester schanz darzu, Alles bist du mir allein, und ge- auch ferner alles Mel. Alle menschen müssen. 62. Jefu, frommer menschentreuer hirt! Laß mich auch dein schäflein werden, Das dein stab und stimme führt. Ach, du hast aus lieb dein leben Für die schaafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, Laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihren hirten lieben, Und ein hirt liebt seine heerd, Laß uns auch so liebe üben, Du im himmel, ich auf erd. Echallet deine lieb hernieder, Coll dir meine schallen wieder. Wann du rufft: Ich liebe dich, Ruft mein herz: Dich liebe ich. 3. Schaafe ihren hirten kennen, Den sie auch find wohl bekannt, Laß mich auch nach dir so rennen, Wie du kamist zu mir gerannt: Als des höllen- wolfes rachen Sine beut aus mir wolt machen, Riefest du: Ich kenne dich, Ich auch rief: Dich kenne ich. 6. Höre, Jesu, und erhöre, Wann ich ruf, anklopf und schrey: Jesu, dich von mir nicht fehre, Eteh mir bald in gnaden ben; Ja, du hörst in deinem namen, Drum ist alles ia und amen. Nun ich glaub und fühle schon Deinen trost, o Gottes Sohn. 4. Heerden ihren hirten hören, Folgen seiner stimm allein, Hirten auch zur heerd sich kehren, Wann fie blöcken groß und klein. Laß mich hören wann du schreyest, laß mich laufen wann du dräuest, Laß mich horchen stets auf dich! Jesu, höre du auch mich. 2. Liebet jemand in der welt, Edle schäße, gold und geld: Jefus und sein theures blut Ift mir mehr denn alles gut. 3. Etellen meine feinde sich Def fentlich gleich wider mich); Jesus reißt aus aller noth, Tilget teufel, höll und tod. 4. Bin ich krank und ist kein mann, Der die schwachheit lindern kan; Jesus will mein arzt in pein, und mein treuer helfer fenn. 5. Bin ich nackend, arm und bloß, Und mein vorrath ist nicht groß, Jesus hilft zur rechten zeit Mir in meiner dürftigkeit. 6. Muß ich in das elend fort, in an einen fremden ort; Jesus forget felbst für mich, Echüket mich ganz wunderlich. 7. Muß ich dulden hohn und fpott Wider Gott und fein gebot; Jesus gibt mir kraft und macht, Daß ich allen spott nicht acht'. 8. Hat der bienen honig faft, Und der zucker füffe kraft; Mein herzliebster Jesus Christ Tausend mal noch füsser ist. 9. Drum, o Jefu! will ich dich Immer lieben festiglich; Du, o 56 Von Jesu, dessen Namen und Aemtern. Jesu! sollst allein Meiner seelen, 7. Jesus ist mein himm alles seyn. 10. Jesus, was durch ohren, bricht, Jesus, was das auge sicht, Jesus, was die junge schmeckt, Und wornach die hand sich streckt. 11. Jesus, sey mein speiß und trant, Jesus sey mein lobgefang, Jesus, sen mein ganzes all, Jesus, sen mein freudenschall. 12. Endlich laß, du höchstes gut, Jesu! laß dein theures blut, Deine wunden, deine pein Meinen trost in tode seyn. 9. Jesus ist das höchste dem himmel und auf erder nicht kan traurig werdenname macht mir muth, Mel. Jefus meine zuversicht. 64. Jeſus ist der schönſte nam name foll allein Mir der Aller, vom himmel name seyn. 3. Jesus ist der weisen stein, Der gesundheit gibt und leben, Jesus hilft von aller pein, Die den men schen kan umgeben. Lege Jesum nur aufs herz, So verliert sich aller schmerz. kommen, Huldreich), prächtig, tugendsam, Den Gott selber ange- Mel. Romm, o komm, nommen: Seiner großen lieblich- 65. Meines lebens bes feit Gleicht kein name weit und breit. Ist der Gottes thron; Meiner feel2. Jesus ist das heil der welt, und weide Ist mein Jesus, Meine arznen für die fünden. Sohn; Was mein herze re Jesus ist ein starker held, Unsre freut, 3st in jener herrlichtfeind zu überwinden: Wo nur 2. Andre mögen sich era Jesus wird gehört, wird der teu- An den gütern dieser wel fel bald zerstört. will nach dem himmel blicke zu Jefu seyn gesellt: Denn de gut vergeht, Jesus und fein besteht. 4. Jesus ist mein bester schatz, Und ein abgrund alles guten. Jefus ist ein frendenplaß, Boller füffen himmels- fluthen. Jesus ist ein kühler thau, Der erfrischet feld und au. Das mir schmeckt, wie ichs re: Er erhält mich vor d Stärkt mich, daß ich ewi Bucker ist er mir im mund sam, wenn ich bin verwurm 5. Jesus ist der süsse brunn, Der die seelen recht erquicket. Jesus ist die ew'ge sonn, Deren strahl uns ganz entzücket. Willst du froh und freudig seyn, Laß ihn nur zu dir hinein. 8. Jesus ist der lebens- baum ler edler tugend- früchte: N findt im herzen raum, W unfraut ganz zu nichte: A und unheil weicht, Das sein ten nur erreicht. 6. Jesus ist der liebste ton, Den mir alle welt kan singen; Sa ich bin im himmel schon, Wenn ich Jefum hör erklingen. Er ist meines herzens freud, Meine ew'ge feligkeit. 3. Reicher kann ich ni werden, Als ich schon in Jes Alle schätze dieser erden Sischnöder angst- gewinn: Je das rechte gut, Das der feele thut. 4. Glänzet gleich das we pränge, 3st es lieblich anz Währt es doch nicht in die Und ist bald damit geschehn; lich pfleget aus zu seyn Dies bens glanz und schein. E 5. Aber dort des himmels g Die mein Jesus innen hat, nen herz und seele laben, ewig reich und fatt; Es verge keiner zeit Jenes lebens her keit. 6. Rost und motten, raul feuer Schaden auch der nicht, Die mein Jesus, mein el- br begeh em to 9 lebe: , Bal ndt. treuer, lind sein himmel mir verspricht: Dort ist alles ausgemerzt, Was die seele kränkt und schmerzt. 7. Einen tag ben Jesu sizzen, Ist viel besser, als die welt Tausend jahr in freuden nüßen: Aber ewig m, seyn gestellt zu des Herren rechter hand, Bleibt ein auserwählter stand. Benni Sird d lles gi 8. Trinken, effen, tanzen, sprinnschagen, Labet meine ſeele nicht: Aber nach dem himmel ringen, Und auf Jefum seyn gericht't Ist der seele schönste zier, Geht auch aller freude für. gut 1, Je Daß i lieb echt Feit. quidu du G te fre immi Mel. Es ist das heil uns. en t Got 66. Mein herzens Jeſu! mei ne lust, An dem ich mich vergnüge, Der ich an deiner liebes- brust Mit meinem herzen liege, Mein mund hat dir ein lob bereit, Weil ich von deiner freundlichkeit So großes labsal kriege. en, Un er en n reid rgens ubin nd ein fusi fanft Von Jesu, dessen Namen und Aemtern. 57 dich ist nur wort und schein, In dir ist fraft und wesen; Ach! mach mein herz doch völlig fren, Daß es nur dir ergeben sey, Durch den es kan genesen. 6. Tu bist mein leben, deine kraft Soll mich allein regieren, Dein Geist, der alles in mir schafft, Kan leib und seele rühren, Daß ich voll geist und leben bin, Mein Jesu! laß mich nun forthin Das leben nicht verlieren. 7. Du bist mein füsses himmelsbrod, Des Vaters höchste gabe, Damit ich mich in hungers- noth 21s einer stärkung labe: O brod! das kraft und leben giebt, Gib, daß ich, was der welt beliebt, Nie= mals zur nahrung habe. 8. Du bist mein trank, und deine frucht, Ist meiner fehle süsse, Wer von dir trinkt, derselbe sucht, Daß der mein herze schreyt, Gib, daß er dich stets geniesse. O quell! nach der strom der füßigkeit, Sich ganz in mich ergiesse. Itege ufehn länge 24 es le 9. Ach! so gönne mir die freude, Jesu, die dein himmel hegt! Sen du selber meine weide, Die mich hier und dort verpflegt; Und an dir recht froh zu seyn, Nim mich in den himmel ein! u Freu ng 2. Mein herze wallt, und ist in dich mit heisser lieb entzündet, Es fingt, es springt, es freuet fich), So oft es dich empfindet, So oft es dich im glauben küßt, Der du dem herzen alles bist, Das dich im glauben findet. 3. Du bist mein wunderbares licht, Durch welches ich erblicke, Mit aufgedecktem angesicht, Daran ich mich erquicke: Nim hin mein herz, erfüll es ganz, D wahres licht, durch deinen glanz, Und weiche nicht zurücke. gaben Rache eht/ 4. Du bist mein sichrer himmelsKön weg, Durch dich steht alles offen, Wer dich versteht, der hat den steg Bur seligkeit getroffen: Ach, laß mich, liebstes heil! hinfür, Doch ja den himmel ausser dir, Auf keine wege hoffen. rlid 5. Du bist die wahrheit, dich allein Hab ich mir auserlesen, Dann ohn C 2 tleid, Mein zierath, mein geschmeie 9. Du bist mein allerschönstes de, Du schmückst mich mit gerech tigkeit, Gleich als mit reiner feide; Ach, gib, daß ich die schnöde pracht, Damit die welt sich herrlich macht, Als einen unflath meide. 10. Du bist mein schloß und sichres haus, Da ich in freyheit sige, Da treibet mich kein feind heraus, um deiner angst und pein, Mich Da sticht mich keine hizze: Ach, laß stets in dir erfunden seyn, Daß deine huld mich schütze. 11. Du bist mein treuer feelen: hirt, Und selber auch die weide, Du hast mich, da ich war verirrt, nim dein schäflein wohl in acht, Geholt mit großer freude: Uch), Damit es weder list noch macht Von deiner heerde scheide. 12. Tu bist mein holder bräue tigam, Dich will ich stets umfas sen, Mein hoherpriester und mein lanım, Das sich hat schlachten lasfen! Mein könig der mich ganz befiht, Der mich mit seiner all 58 Bon Jesu, dessen Namen und Aemtern. macht schüßt, Wann mich viel| Durch deiner gnaden kraft, wie du feinde haffen. 13. Du bist mein außerfohrner freund, Der mir mein herz beweget, Mein bruder, der es treulich mennt, Die mutter, die mich pfleget, Mein arzt, wann ich verz wundet bin, Mein balsam, meine wärterin, Die mich in schwachheit träget. 14. Du bist mein starker held im streit, Mein panzer, schild und bogen; Mein tröster in der traurigkeit; Mein schiff in wasserwogen, Mein anfer, wann ein sturmi entsteht, Mein sichrer compaß und magnet, Der mich noch nie betrogen. 15. Du bist mein leit- stern und mein licht, Wann ich im finstern gehe, Mein reichthum, wann es mir gebricht, In tiefen meine höhe, Mein zucker wann es bitter schmeckt, Mein festes dach), das mich bedeckt, Wann ich im regen stehe. 16. Du bist mein garten, da ich mich In stiller lust ergeße, Mein liebstes blümlein, welches ich Dar: ein zur zierde sehe; Die rose in dem kreußes thal, Da ich mit dornen ohne jahl, Den schweren gang verletze. bist von natur. 2. Mein licht, erleuchte mich, laß deiner gnade strahlen Mir dringen in mein herz, vertreib die finster: niß; Ich fall und irre sonst zu allzuvielen malen; Ja werd ich nicht erleucht't, verderb ich ganz gewiß. 3. Mein weg zum vaterland, ach! öffne mir die pforte, Die mich ins himmelreich im glauben überbringt: Du weißt ja, daß dein tnecht an einem wüsten orte Schon lang genug gewohnt, und nun nach frenheit ringt. 18. Was soll ich, Jesu, wohl von dir Noch weiter sagen können, Ich will dich, meine liebs- begier, Mein einig alles nennen: Denn was ich will, das giebst du mir, Ach, laß mein herze für und für Von dei ner liebe brennen. 6. Mein Lamm, das still und fromm, rein, heilig und unschul dig! Ach wirke doch in mir den fanften lammessinn, So werd ich 17. Du bist mein troft im herze= auch, wie du, im leiden recht ges leid, Mein lustspiel wann ich lache, duldig, und lasse mich zum kreuk Mein tagewerk, das mich erfreut, gar willig führen hin. Mein denken, wann ich wache, Im schlaf mein traum, und süsse ruh), Mein vorhang, den ich immerzu, Mir um mein bette mache. 7. Mein meister, lehre mich den Bater wohl zu kennen, Weil ohne dich, o licht! ich, Gott, das licht nicht seh; Ach, unterweife mich), ihn Abba recht zu nennen, Daß alles mein gebet in rechter brunst gescheh. 4. wahrheit! heilge mich in aller deiner wahrheit, und bringe meinen finn jur rechten lauter: teit; Bertreib den lügen- geist durch deines wortes flarheit, Uni mache mich recht fest in allem kampf und streit. 5. Mein leben! leb in mir, und laß in dir mich leben; Ich bin je ohne dich zum guten gänzlich todt. Du bist das lebens- brodt, das ein zig nahrung geben Kan meinem matten geist in aller hungers noth. 67. Mein Bater! zeuge mich, dein kind nach deinem bilde, Und schaffe selbst in mir die neue creatur: Laß mich doch gütig seyn, ja heilig, weiß und milde, 8. Mein hoherpriester! hör nicht auf für mich zu beten, Ach! rufe doch mit mir den Vater täglich an! Laß deinen heilgen Geist mi feufzen mich vertreten, Wenn id im harten kampf selbst nicht meh beten fan. 9. Mein könig! schüße mid wenn fatan, welt und fünde, sich in mir noch regt, auf mein Von Jesu, dessen Namen und Aemtern. 59 ich sag Edler als man's ausspre: chen mag. Alleluja. 4. Jesu, du quell der gütigkeit; Du hoffnung aller unsrer freud, Ein füsser fluß und gnaden- brunn, Des herzens wahre freud und wonn. Alleluja. feele stürmt. Hilf, daß in deinem schooß ich allzeit ruhe finde: Denn der ist sicher nur, den deine macht beschirmt. 10. Mein hirte! weide mich auf einer grünen auen, Und lagre mich im durft ans frische wasser hin: Hol' meine feel herum; wolt ich rufs eitle schauen, So bringe bald Jurecht den ausgeschweiften sinn. 11. Mein arzt! bin ich verwundt, und ausgezährt die kräfte, So las Sie liebs- tinctur, dein theur vergoßnes blut, Mich heilen; laß des Beifts erneurungs- lebens- fäfte, Mich laben und erfreun, mir stärken herz und muth.. 12. Mein freund, vertraue dich doch besser meinem Herzen, Und laß mich deiner treu noch mehr versichert seyn; Auf daß zu aller zeit ich meiner feelen schmerzen Getrost versenken darf in deines herzens schrein. 13. Mein bräut'gam! liebe mich, und sehe mir das fiegel Der unver: Fälschten lieb', den Geist, auf meine brust, Laß deinen gruß und fußs mich schmecken: sey mein spiegel, Darin ich mich beschau mit aller herzens lust. 14. Mein Ein und Alles! laß mit dir mich Eins hier werden, So wird mir alles nichts, du aber alles seyn. Und nimmet deine güt' mich endlich von der erden, So geh ich frieden- voll in deine freude ein. Mel. Seut ist des Serren ruhe. 68. Jefu füß! wer dein gedenkt Deß mit freud wird überschwenkt, Noch füsfer aber alles ist, Wo du, o Sesu! selber bist. Alleluja. 2. Jesu! des herzens freud und vonn, Des lebens brunn, du wahre sonn, Dir gleichet nichts auf dieser erd, Un dir ist was man je begehrt. Alleluja. 3. Herr! deine lieb ist mehr denn füß, Nichts ist darin, daß ein verdries, Viel tausend mal ists wie 5. Dein trost, o füsser Jesu Christ! Des herzens beste labung ist, Er machet satt, doch ohn verdruß, Der hunger wächst im überfluß. Alleluja. 6. Jesu, du allerschönste zier! Wie süß in ohren flingst du mir, Du wunderhonig in dem mund; Nie bessern trank mein Herz empfund. Alleluja. 7. Jesu, du hohe gütigkeit! Des herzens luft und beste freud! Du bist die unbegreiflich güt, Dein lieb erfreut all mein gemüth. Alleluja. 8. Jefum lieb haben, ist sehr gut, Wohl dem der sonst nichts suchen thut, mir selber will ich sterben ab Daß ich in ihm das leben hab. Alleluja. 9. Jefu, o meine füßigkeit! Du trost der seel, die zu dir schrent! Die heissen thränen suchen dich, Das herz zu dir schreyt inniglich. Alleluja. 10. Ja, wo ich mich befind allhier, Co wolt ich, Jesus wär ben mir; Freud über freud, wenn ich ihn find, Selig, wenn ich ihn halten tönnt. Alleluja. 11. Was ich gesucht, das seh ich nun, Was ich begehrt, das hab ich schen, Vor lieb, o Jesu, bin ich schwach, Mein Herz das flammt und schreyt dir nach. Alleluja. Der bleibt gewiß wohl unbetrübt, 12. Wer dich, o Jesu! also liebt, Nichts ist das diese lieb verzehrt, Sie wird im Herzen stets vermehrt. Alleluja. 13. Jesu, du blum und jungfrau'n sohn! Du lieb und unser gnaden- thron, Dir sen lob, ehr, wie sichs geziemt, Dein reich kein ende nimmer nimt. Alleluja. 14. In dir mein herz hat seine lust, Herr! mein begierd ist dir 60 Bon Jesu, dessen Namen und Acmtern. bewust: Auf dich ist all mein ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller welt! Alleluja. 15. Du brunnquell der barmherzigkeit! Dein glanz erstreckt sich weit und breit; Der traurigkeit gewölf vertreib, Das licht der gnade ben uns bleib. Alleluja. 16. Dein lob im himmel hoch erklingt, Kein chor ist, der nicht vor dir singt: Jesus erfreut die ganze welt, Die er ben Gott zu fried gestellt. Alleluja. 17. Jesus im fried regieren thut, Der übertrifft all zeitlich gut, Der fried bewahr mein herz und sinn So lang ich hier auf erden bin. Alleluja. 18. Und wann ich ende meinen lauf, So hole mich zu dir hinauf, Jesu! daß ich da fried und freud Ben dir genieß in ewigkeit. Alle luja. 19. Jesu, erhöre meine bitt, Jesu! verschmäh mein feufzen nit, Jesu, mein hoffnung steht zu dir: O Jesu, Jesu, hilf du mir. Alleluja. 6. Laß mich deinen ruhm, Als dein eigenthum, Durch des Geistes licht erkennen, Etets in deiner liebe brennen, Als dein eigentium, Allerschönster ruhm. 7. Bieh mich ganz in dich, Daß vor liebe ich Ganz zerrinne und zerschmelze, Und auf dich mein elend wälze, Das stets drücket mich, Bieh mich ganz in dich. 8. Deiner sanftmuth schild, Dei: ner demuth bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein zorn noch stolz sich rege, Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen bild. 9. Steure meinen sinn, Der zur welt will hin, Daß ich nicht mög von dir wanten, Sondern bleiben in den schranken; Sey du mein gewinn, Gib mir deinen finn. 10. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen lauf unverrückt zu dir fortseße, Und mich nicht in deinem nehe, Satan halte auf, Fördre meinen lauf. Mel. Seelen- Bräutigam. 69. Wer ist wohl wie du, Jefu, füffe ruh! Unter vielen auserfohren, Leben derer, die verloren, und ihr licht darzu, Jefu, füsse ruh. 2. Leben, das den tod, Mich aus aller noth Bu erlösen, hat geschmecket, meine schulden zugedecket, Und mich aus der noth Hat geführt zu Gott. 11. Deines Geistes trieb In die seele gieb, Daß ich machen mög und beten, Freudig vor dein antlis treten; Ungefärbte lieb In die seele gieb. 12. Wenn der wellen macht In der trüben nacht, Will des her: zens- schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken: Habe auf mich acht, Hüter in der nacht. 13. Einen heldenmuth, Der da gut und blut Gern um deinetwillen lasſe, Und des fleisches lüfte haſſe, Gib mir, höchstes gut, Durch dein 3. Glanz der herrlichkeit, Du bist| theures blut." vor der zeit Bum erlöser uns ge4. Großer sieges- held! Tod, fünd, höll und welt, Alle kraft des großen drachen Hast du woll'n zu schanden machen Durch das löse- geld, Deines bluts, o held! 14. Solls zum sterben gehn, schenket, Und in unser fleisch ver: Wollst du ben mir stehn, Mich fentet In der füll der zeit, Glanz der herrlichkeit. durchs todes- thal begleiten, Und zur herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur rechten stehn. Mel. Mein herzens Jesu. 70. Bir menschen sind in 5. Höchste majestät, König und Adam schon Gefalle prophet, Deinen scepter will ich und verdorben, Dadurch wir der tüffen, Ich will sitzen dir zu füssen, gerechten lohn Des todes uns er Wie Maria thät, Höchste majestät.worben; Das macht, daß ma Auf das Fest der Erscheinung Chrifti. 61 uns fünder nennt, Die sich aus eigner schuld getrennt, Bon Gott, dem wahren leben. 2. Dis ist der name, der uns macht Vor Gott zu spott und schanden, Der uns um unsern schmuck gebracht, Gelegt in strict und banden: Mit fluch) und finsterniß be deckt, und uns mit tod und hölle schreckt: O jammervoller name! 3. Es fand sich niemand in der welt, Der uns durch seinen namen Befreyen kont denn nur der held, Der als des weibes saamen Sich) ben uns in der füll der zeit Aus der verborgnen ewigkeit Im fleisch hat eingestellet. 4. Sein name heisset Jesus Christ, Bon Gott selbst so genennet, Der mir und dir, und wer es ist, Dis große heil gegönnet; Ach! nimt es ungefäumet an; Es freue sich, wer immer kan, Des freudenvollen na= mens. 5. Dis ist der name der uns bringt Bor Gott aufs neu zu ehren, Ter, wie das chor der engel singt, Uns freude kan bescheren, Der uns in fried und freyheit setzt, Mit gnad und gaben uns ergeht, und in den himmel hebet. 6. Denn Jesus ists, der unsre schuld Samt aller straf und plagen,( O unerhörte lieb und huld!) Hat willig wollen tragen. Er war gerecht, und ließ doch sich Bur fünde machen, daß du dich In ihm gerecht tönt'st nennen. 7. So heißt er denn nicht Jefus nur, Er ist auch was er heisset, Inden er unsere natur Aus allem jammer reisset: Die that stimmt mit dem namen ein, Wie's billig auch ben uns folt feyn, Er heißt und ist auch Jesus. 8. Er ist der rechte Josua, Ter uns zur ruhe bringet: Er als der Priester ist nun da, Tem es so wohl gelinget, Daß er des Herren tempel baut, An welchem man ihn selbsten schaut, Als grund und eckstein liegen. 9. rum ist in keinem andern Daran wir tönten nehmen theil heil, Ist auch kein nam gegeben, Bur seligkeit und leben; Nur Se: jus ist derselbe mann, Der uns das leben schenken kan; Gelobet seyn sein name! 10. name, werde doch in mir was verborgen liegt in dir, Kein Durch Gottes Geist verkläret! Denn menschlich herzerfähret: Vernunft fan es begreifen nicht, Ohn Gottes glanz und gnaden- licht Bleibt es unaufgeschlossen. 11. Laß mich empfinden deine fraft Und innre füßigkeiten, Und was er sonsten gutes schafft Laß sich in mir ausbreiten; So wird der fünden- noth gewehrt, So wird die last in lust verkehrt, So bin ich selig, Amen. Auf das Fest der Erscheinung Christi. Mel. Lobt Gott, ihr christen. schein, Der dir aufgangen ist, Er führet dich zum findelein, Das heiſſet Jeſus Chriſt.:,: 4. Er ist der held aus Davids stamm Tie theure Sarons- blum, Das rechte ächte Gottes- Lamm, Israels preis und ruhm.:,: 71. uf, feele auf, und fäume nicht, Es bricht das Licht herfür, Der wunder- stern giebt Sir bericht, Der held sen vor der thür.:,: 2. Geh weg aus deinem vater: land, Bu suchen solchen Herrn, Laß deine augen seyn gewandt Auf diefen morgen- stern.:,: 3. Gib acht auf diesen hellen 5. Trum höre, merte, sen bes reit, Verlaß des vaters haus, Die freundschaft, deine eigenheit, Geh von dir selbsien aus,:,: 6. Und mache dich behende auf, 62 Auf das Fest der Erscheinung Christi. Befrent von aller last, Und laß nicht ab von deinem lauf, Bis du dis kindlein hast.:,: 7. Du, du bist selbst das Bethlehem, Die rechte Davids- stadt, Wenn du dein herze machst bequem Bu solcher großen gnad.: 21. Hier ist in allem überfluß 8. Da findest du das lebens- brodt, Was einem nur behage, Da is Das dich erlaben tan, Für deiner feele hungers- noth Das allerbeste Man.:,: fein fummer noch verdruß, Del vor das herz zernägt.:,: 22. Mit Gott und allen feliger Hast du gemeinschaft hier, Der er ist wohl am glücklichsten, Da woh: net Gott in dir.:,: 9. Nim wahr, mein herz, doch deiner fach), Als gingst du ganz allein, Und forsche weiter fleißig nach, Und such das kindelein.:: 10. Halt dich im glauben an das wort, Das fest ist und gewiß, Das führet dich zum lichte fort Aus aller finsterniß.:,: 11. In solchem lichte siehet man Das wahre licht allein: Ein armes menschenkind das kan Nur davon jeuge seyn.:,: 12. Johannes selbst, ders treulich mennt, Der zeuget ja von sich, Daß er sen nur des bräut'gams freund; Bu solchem nahe dich.:,: 13. Ersinke du vor seinem glanz In tiefste demuth ein, Und laß dein Herz erleuchten ganz Von solchem freudenschein.:, 14. Gib dich ihm selbst zum opfer dar Mit geiste, leib und feel, Und finge mit der engel- schaar, Hier ist Immanuel.:,: 15. O wunderbare füßigkeit! Die dieser anblick giebt Dent, dessen herz dazu bereit, Und dieses kindlein liebt.:,: 16. Die engel in des himmels faal Die freuen sich darob, Die finder Gottes allzumial Die bringen hier ihr lob.:,: 17. So sieh, und schmeck, wie süß die lust, Die hier verborgen liegt In deines Jefu liebes- brust, Die alles leid besiegt.:,: 18. Geniesse hier das engel- brodt, Die füsse himmels- fost, Und lobe herzlich deinen Gott Ben diesem füssen most.:,: 19. Hier ist das ziel, hier ist der ort, Wo man zum leben geht; Hier ist des paradieses pfort, Die wieder offen steht.:,: 20. Hier fallen alle sorgen hin Bur lust wird alle pein; Es wird erfreuet herz und sinn In diesem Jefulcin.:,: 23. Der jeigt dir einen ander weg Als du vorher erkant, Den stillen ruh- und friedens- steg Bum ew'gen vaterland.:,: 24. Denselben geh in friede dann und fehre nicht zurück, Herodi es zu zeigen an, Der heget einen tüd.:, 25. Er will das findlein bringen um, Die edle Gottes- frucht; De theuren schat, dein eigenthum, Et dir zu rauben sucht.:,: 26. Laß toben, würgen, wie e will, Tir widerfährt kein leid, Geh du die lebensbahn in still Bur fro: hen ewigkeit.:,: Mel. Christ unser Serr zun. 72. Gott, dir ſey ewig prat und ruhm, Daß vorfahren Gebracht sind aus den heidenthum, Darin sie alle ware Verblendet an verstand und sim Sich selbst nicht fonten rathe Den stummen gößen immerhi Göttliche ehr anthaten, Die do fein leben hatten. 2. Vom baum und klotze wat ein theil Vom zimmermann vel brennet, Das übrige ward mittle weil Gefärbt und gott genenne Der meister, ders vorher gema Davor dann mußte treten, seine hand zurege bracht, mußte er anbeten, Sein ei wert verehren. 3. Des himmels heer von and ward Bum gottesdienst erwäh Viel sterne sind zu solcher art götter mit gezählet: Auch find! Auf das Fest der Erscheinung Christi. 63 viel verstorbne leut Hernach zu göte| 2. Er muß gehen mit den weis tern worden, Die doch verübt zu sen, Bis der morgenstern aufgeht, ihrer zeit Sünd, schande, rauben, und im Herzen fiille steht, So kan morden; Die wurden angebetet. man sich selig preisen: Weil des Herren angesicht Glänzt von klar: heit, recht und licht. 3. Denn wo Jesus ist geboren Da erweiset sich gar bald Seine göttliche gestalt, Die im Herzen war verloren; Seine klarheit spie gelt sich In der seele kräftiglich. 4. Alles fragen, alles sagen Ist von diesem Jefulein, Und von desſen gnadenschein, Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die seele in der that Diesen schatz gefunden hat. 5. Ach! wie weit sind sie zurücke, Die nur fragen in der welt: Wo ist reichthum, gut und geld, Wo ist anfehn ben dem glücke, Wo ist wollust, ruhm und ehr? Und nach sol: her thorheit mehr. 4. Drum sey, Herr, für dein wort gepreif't, Und daß wir darin lesen, Daß du, o Vater, Sohn und Geist, Nur einig bist in wesen! Du bist der wahre Gott allein, Der einige erretter, Nichts gegen dir zu rechnen seyn Der heiden falsche götter, Die können niemand helfen. 5. Und daß dein wille würd' befant, O Bater, uns auf erden, So hast du deinen Sohn gesandt, Und mensch ihn lassen werden; Da Gottes heil und gütigkeit Uns allen ist erschienen; Daß wir ihm züchtig jederzeit, Gerecht und heilig dienen, Auf sein erscheinung warten. 6. Herr Jesu, gib uns gnad und stärk Daß wir der blinden heiden Ungöttlich wesen, thun und werk, Berläugnen stets und meiden: Erleucht auch die im irrweg fenn, Bring sie zu deiner heerden, Führ fie in deinen schaafstall ein, Daß aller zung auf erden Dich Jesum Christ erkenne. 7. Wie du vor diesem haft dein wort Durch heilge fromme leute Gebreitet aus an manchem ort, so thu es, Herr, auch heute: Gib treue hirten, die zu dir Fortan auch andre bringen, Mit reiner lehre für und für Durchs herze kräftig dringen, Und alle dir zuführen. 8. Hilf, daß fie fleißig allezeit Ermahnen, tröften, strafen, 3m glau ben, lieb, gottseligkeit Vorgehen ihren schaafen! Laß uns ja alle thäter seyn Des wortes, nicht nur hörer, Daß überall und allgemein Wir und all unsre lehrer Des glaubens end erhalten. Mel. Ach was soll ich fünder. 73. Wer im herzen will er fahren, und darum bemühet ist, Daß der könig, Jesus Christ, Sich in ihm mög offenba: ren, Der muß suchen in der schrift, Bis er diesen schat antrift. 6. Ja, unselig sind die herzen, Und in ihrem wandel blind, Die also beschaffen sind, Weil sie diesen schab verscherzen, Und erwählen einen koth, Der nichts hilft in noth und tod. 7. Auch heißt nicht, nach Jesu fragen, wenn man nur zur firche geht, und in der versammlung steht; Oder eine beicht hersagen, Und darauf zum nachtmahl gehn mennend, dann ſey gnug geschehn; 8. Nein, wenn dis in deinem leben Nach gewohnheit nur geschicht, Co ists noch nicht ausgericht't: Du muft dich Gott gan; ergeben, und im glauben nacht und tag Deinem Jefu folgen nach. 9. Denn so läßt er sich bald finden In dem tempel, bey der beicht, In dem nachtmähl, und erzeigt, daß die vorbegangnen fünden Sind vergeben, und sein blut Reinigt feele, geist und muth. 10. Dann so kan man freudig treten zu dem gnadenſiuhl und thron, Und den könig in der fron, als ein treuer fnecht anbeten, Der nichts suchet auf der welt, Als was seinem Herrn gefällt. 11. Jesu, laß mich auf der erden Paffions- Gesänge. 64 Gar nichts suchen, als allein, Daß du mögest ben mir seyn, Und ich dir mög ähnlich werden In dem leben dieser zeit, und in jener ewigkeit. 12. So will ich mit allen weisen, deln für und für. Passions- Gesänge. Mel. O Gott du frommer. 74. 2h fehet, welch ein mensch! Ach seht, was angst und schmerzen Steht unser Jeſus aus Für uns in seinem her: zen; schmerz, o große pein, marter, angst und noth! O weh! mein Jesus ist Betrübt bis in den tod. 2. Uch sehet, welch ein mensch! Wie muß sich Jefus quälen! Die schmerzen seiner feel, Sind hie nicht zu erzählen: Er trauret, it tert, zagt Für großer herzens- pein. Ach! seht den jammer an, Er muß des todes seyn. 3. Ach fehet, welch ein mensch: Der mit dem tode ringet. Geht, wie sein theures blut Aus seinem leibe dringet, Wie herzlich flehet er: Ach Bater nim von mir Den bittern treuzes- tod, Wenn es ge= fället dir. Die die welt für thoren acht't, Dif anbeten tag und nacht, und did loben, rühmen, preifen, Liebstem Jesu, und vor dir, Christlich wan 4. 2ch sehet, welch ein mensch! Der ganz und gar verlassen, Den feine jünger selbst Nun fangen an zu haffen. Der böse Judas der Berräth den Herren Christ Mit einem falschen fuß, O böse teufels- list. 7. Ach fehet, welch ein mensch Ach seht die großen plagen, Di Jesus leiden muß, 2ch seht! e wird geschlagen Mit fäusten in gesicht. O schande, spott und hohn Sie speyen ins gesicht Dem wahre Gottes sohn. 5. Ach sehet, welch ein mensch! Der böses nie begangen, Den greift man mit gewalt, Den nimmet man gefangen Gleich einem mörder, und Führt ihn gebunden fort Ins hohenpriesters haus, Da hört man lästerwort. 8. Ach fehet, welch ein mensch Den man gebunden bringet, 31 des landpflegers haus, Ach seht wie auf ihn dringet Der juder grausamkeit, Sie rufen: freuz'g ihn, Pilate! Barrabam Gib los nim diesen hin. 6. Ach sehet, welch ein mensch! Seht, wie sie den verklagen, Der ganz unschuldig ist, Von welchem niemand sagen Kan eine missethat, Von dem wird ein geschrey, Daß er,( der selbst ist Gott) Ein gottesläst'rer sey. 9. Uch sehet, welch ein mensch O marter, angst und plagen! Ad fehet, Jesus wird mit geisseln har geschlagen, Uch seht den blut ge leib, Ach seht die wunden an, d feht, er wird gequält, Daß er taun leben kan. Seht wie die bösen rotten D 10. Ach fehet, welch ein mensch Herrn der herrlichkeit Verhöhne und verspotten, Sie krönen ih sein haupt mit einer dornen- kre und neigen sich vor ihm, Uus la ter spott und hohn. 11. Ach fehet, welch ein mens Ach lasset thränen fliessen. eure augen sich Gleich einer f ergiessen. Ach seht das elend Seht, unser Herr und Gott, 2 Heiland trägt das freuz, Bu sein bittern tod. 12. 2ch fehet, welch ein men O plagen über plagen! Ach f Jesus, Ach! Wird an das f geschlagen; Er ruft für g pein Und schmerzen ängstig Mein Gott, mein Gott! wa Warum verläßt du mich? 13. Ach sehet, welch ein me O weh, in meinem Herzen, O Passions- Gesänge. 65 ach! ich vergeh, Vor großer angi| Ausgefunden; franke, kommit herund schmerzen, O jammer, ach, oben, Wenn euch das gewissen nagt, weh! O schmerz, o große noth! Und von tausend schulden fagt: O weh, o weh, o weh! Mein Je- Diese wunden machen ewig frey. fus, Er ist todt. 6. Ja, sie heilen unser ganzes herz; Eie zertheilen allen ſeelenschmerz; Eie vertreiben auch die lust 3um verfluchten fündenwust: Christi leiden braucht man nicht zum scherz. 7. Helle spiegel meiner fündenbrut, Theure siegel deiner liebesglut Sind die wunden deiner pein: Paß sie gnaden- brunnen seyn: Tränke mich mit dem versöh nungsblut. 14. Ach fehet, welch ein mensch! Der für uns menschen stirbet, Der uns das leben durch Den bittern tod erwirbet, Der uns durch seine pein Befrent von aller noth, Der uns erlöset von Dem ew'gen höllen- tod. 15. O Jesu! dir sen dank, Daß du für uns gestorben, Und uns durch deinen tod Das leben hast erworben: Führ uns durch deinen tod Ins ew'ge leben ein; So wollen wir auch dort Tir ewig dankbar senn. 75. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die fünde der welt, Erbarm dich unser. 2. Christe, du Lamm Gottes, Tergeist, Tessen weide blut und wun= 9. Fried und freude labet meinen du trägst die fünde der welt, Er- den heift, Wo er feinen durst gez barm dich unser. 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die fünde der welt, Gib uns deinen frieden, Amen. löscht, und sich täglich reine wäscht, Ja sich endlich in die wunden schleuft. 10. Tiese höhlen sind zu aller zeit Blöden seelen schuß und sicherz heit, Meine frensiadt vor dem tod Wenn gesetz und fünde droht; Hier bin ich von aller furcht befrent. 11. Meine fünden sinken tief hine und rein. Was der wunden abs ein; Eie verschwinden: ich bin los grund friegt, 3st versenkt, getilot, besiegt: Nun sie sollen auch mein bette seyn. 12. Hier zu schlafen ist vortreffzu finchten stehn, Wenn man im lich schön, weil die strafen nicht versöhnungsblut Mit getrostem glauben ruht; Ach! von hinnen will ich nimmer gehn. 13. Hier zu wohnen, das vers gnüget mich Mehr als thronen. Hier begehre ich Täglich aus- und einzugehn, Mich zu betten, aufzus stehn: Trank und speise schmeckt hier königlich. 76. Chrifti munden, die mir offen stehn, Alle slun den, fren hinein zu gehn, Die man ihm so häufig schlug, Als er meine fünden trug, Sind dem glauben prächtig anzusehn. 2. Teine striemen, die unzählbar find, Will ich rühmen, schönstes menschenkind, Bürge, der vom haupt zu fuß Blut und wunden tragen muß, Und an dem man nichts als jammer findt. 8. O, wie selig macht mich dieser trant! 2ch, wie fröhlich sag ich Christo dank, Taß der wunden reine fluth Gnug für meine fünde thut; Weg ihr schmerzen! ich bir nicht mehr frank. 3. Weiß und rother seelen- bräu tigant Blaß und todter am verfluchten stamm! Mein gemüth und angesicht, Bleibe doch auf dich gericht: Laß dich schauen, du er: würgtes Lamm. 4. Meine schmerzen ladest du auf dich, Um dem herzen, das so jämmerlich An der fündenfeuche liegt, Und ben niemand hülfe triegt, Bald zu helfen, denn du heilest mich. 14. Was ich mache thu ich hier 5. Teine wunden sind zur arzeney allein: Jede sache wird geſegnet 66 Paffions- Gesänge. jenn: Denn was man im glau- Mel. Nun laßt uns den leib ben thut, Das gedeihet durch dein blut: Deine wunden waschen alles rein. 78. Die feele Christi heil's mich, Sein Geist ver fete mich in sich, Sein leichnam der für mich verwundt, Der mad mir leib und feel gefund. 2. Das wasser, welches auf de stoß Des speers aus seiner feit floß, Das sen mein bad, und a fein blut Erquicke mir herz, fin und muth. 3. Der schweiß von seinem an gesicht, Laß mich nicht kommen in gericht, Sein ganzes leiden, tre und pein, Das wolle meine stärt feyn. 4. O Jesu Christ! erhöre mid Nim und verbirg mich ganz dich, Schließ mich in deine wun den ein Daß ich vorm feind fa sicher seyn. 15. Auf den wege sen mein zeitvertreib, Nahrung, pflege, decke für den leib, Schuß und herberg angeschaft; Herr, in deiner wunden kraft! Wenn ich irre, ruf mir! schäflein, bleib! 16. Mit vergnügen denk und wünsch ich, hier Krank zu liegen, und, mein arzt, von dir, Bey des förpers druck und pein, Doch am geist erquickt zu seyn: Diese freude gönnst und giebst du mir. 17. Sarg und bahre stehn mir hier bereit; Denn die jahre gehn zur ewigkeit. Christi wunden wähl ich mir Bum begräbniß, und zur thür In das leben ohne tag und zeit. 77. Dort auf jenem todtenhügel Hängt am freuz mein Bräutigam, O gib meinem glauben flügel, Bieh mich selbst, o Gottes Lamm! Bieh mich näher hin zu dir; Hör den sünder, hör den fünder, Freye gnade schenke 2. Sieh ich wags und wanke näher, Schwer beladen ist mein herz, Gott, Prophete, Heiland, Seher, Lindre mir der fünden schmerz. Staunend blick ich auf dein blut, Uch es fliesset, ach es fliesset Mir und aller welt zu gut. 3. Deine tief geschlag'ne wunden, Deine striemen und die fron, Die man um dein haupt gewunden, Heiland, großer Gottes Sohn, Deine ganze todespein Soll mir armien, soll mir armen, Selbst im tode labsal seyn. 4. Schweiget, dumpfe fummer: töne, Heilig sen die stille nun, Fliesse stumme wehmuths- thräne, Laßt ihn nach dem leiden ruhn Nach dem schmerzen, nach der schmach; Folget Jefu bis zum grabe Unter fünden: schmerzen nach, 5. Ruf mich in meiner lette noth, Und ses mich neben did mein Gett, Daß ich mit deine heil'gen all'n Mög ewiglich dei lob erschall'n. mel. An wasserflüssen Baby 79. Ein lämmlein geht un trägt die schuld De welt und ihrer kinder: Es gel und büffet in geduld Die fünde aller fünder. Es geht dahin, wi matt und frank, Ergibt sich a die würgebant, Entzieht sich all freuden. Es nimmet an schma hohn und spott, Angst, wound striemen, freuz und tod, U spricht: ich wills gern leiden. 2. Das lämmlein ist der gri freund, Und Heiland meiner len: Den, den hat Gott zumt fu den- feind Und föhner wollen w len; Geh hin mein kind, und dich an Der finder die ich aus than 3ur straf und zornes ruth Die straf ist schwer, der zor groß, Du kanst und solst sie ma los Durch sterben und durch bli 3. Ja, Vater! ia von her grund, Leg auf, ich will dirs gen: Mein wollen hängt an nem mund, Mein würken ist Paffions- Gesänge. 67 fagen. O wunder- lieb, o liebes:| durft solls senn mein wasserquell, macht! Du kanst was nie ein In einsamkeit mein sprach- gesell, mensch gedacht Gott seinen sohn Su haus und auch auf reisen. abzwingen. O liebe, liebe, du bist start, Du senkest den ins grab und farg Vor dem die felsen springen. 4. Du marterst ihn am freußes stamm Mit nägeln und mit spiesfen, Du schlachtest ihn als wie ein lamm, Macht herz und adern fliessen, Das herze mit der seufzer fraft, Die adern mit dem edlen faft Des purpur- rothen blutes: füffes lamm! was soll ich dir Er: weisen dafür, daß du mir Erzeigest fo viel gutes. ein In deines reiches freuden, Co 10. Wenn endlich ich soll treten 5. Mein lebetage will ich dich Auslaß dis blut mein purpur seyn, meinem sinn nicht lassen, Dich will ich stets gleich wie du mich mit liebes- armen fasſen: Du solst seyn meines herzens- licht, und wann mein herz in stücken bricht, Solst du mein herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster ruhm! foll fenn meines hauptes fron, In Ich will mich darein kleiden; Es welcher ich will vor den thron Des höchsten Vaters gehen, und dir, dem ich mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte braut Un deiner feite stehen. Siemit zu deinem eigenthum Be6. Ich will von deiner lieblich feit Ben nacht und tage fingen, Mich selbst auch dir nach möglich teit Bum freuden- opfer bringen, Mein bach des lebens soll sich dir, Und deinem namen für und für, In dankbarkeit ergiessen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich ftets, so tief ich fan, In mein ge dächtniß schliessen. 7. Erweitre dich, mein Herzensfchrein! Du folst ein schatzhaus werden Der schäße die viel größer seyn, Als himmel, meer und erden; Weg mit dem gold Arabia, Weg was die welt sonst schönes fah, Ich hab ein beffers funden: Mein großer schaß, Herr Jesu Chrift! Ist dieses, was gefloffen ist Aus deines leibes wunden. 9. Was schadet mir des todes gift? Tein blut, das ist mein le= ben, Wenn mich der sonnen hike trift, So tans mir schatten geben: Seht mir der schwermuths schmer zen zu, So find ich ben dir meine ruh, Als auf dem bett ein tranfer; und wenn des freuzes ungestüm, Mein schiftein treibet um und um, So bist du dann mein anfer. 8. Das soll und will ich mir zu muß Bu allen zeiten machen, Im streite soll es seyn mein schuß. In traurigkeit mein lachen, In fröhlichkeit mein faitenspiel, Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dis manna speisen, Ini 80. Es ist vollbracht! vergiß ja mein herz, das Jesus spricht, Da er am freuze für dich stirbet, Und dir die seligkeit erwirbet, Da er, der alles, alles, wohl gemacht, Nunmehro spricht: Es ist vollbracht. 2. és ist vollbracht am freuze dort Gesetz und der propheten wort, Was wir niemal vollbringen kon ten, Ist nun vollbracht, durch Jeſu wunden: Was Gottes rath von ewigkeit bedacht, Das ist durch seinen tod vollbracht. 3. Es ist vollbracht und gnug gethan, Daß man nicht mehr ver langen fan. Gott ist versöhnt und ganz gestillet, Weil sein Sohn alles hat erfüllet, Was ists, daß man in angst und sorgen wacht? Man glaube nur: Es ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht! was soll ich nun Dazu noch, o mein Jesu, thun? Nichts, nichts: denn was von dir geschehen, Wird schon als mein werk angesehen; Auch das was ich vollbringe tag und nacht, Wird von dir selbst in mir vollbracht. 5. Es ist vollbracht: ich bin be 68 Passions- Gesänge. frent, Ich habe schon die seligkeit,| statt; Was der mensch verdien Weil sünd und tod sind wegge: hat, Büffet Jesus und erduldet nommen, Ist gnad und leben wie: Was der fünder hat verschuldet. der kommen: Darum, wenn auch gleich alles bricht und tracht, Sag ich getrost: Es ist vollbracht. 6. Es ist 6. Er hält seinen heilgen rücken Geissel, ruth und peitschen dar: Wer kan dis ohn reu erblicken! bracht! vergiß ja Wenn die rohe Juden- schaar nicht Dis wort, mein herz, das Hand anlegt an Gottes- bild, Dai Jefus spricht, Und laß es dir auch so freundlich), fromm und mild, dazu dienen, Daß du vollbringst, Und doch nackend wird gehauen was dir will ziemen: So lang du lebst, laß dis nicht aus der acht, Daß Jesus spricht: Es ist voll: bracht. Wer kan folchen greul anschauen 7. Also solt man dir begegnen, Tu verruchtes menschen- herz: Aber nun fommt, dich zu segnen, Und zu tragen deinen schmery Jefus, und entblöset sich, und wird dort so jämmerlich Abgeſtraft, ver Mel. Sreu dich sehr, o meine. 81. Flieft, ihr augen, flieft von spent, weinet eure schuld: Brich, mein herz, von feufjen, sehnen, Weil ein Lämmlein, in geduld, Nach Jerusalem zum tod, Ach zum tod! für deine noth, Und der ganzen welt, hinwandelt; Dent, Uch! wie hast du gehandelt? 2. Es soll nun vollendet werden, Was davon geschrieben ist, Und warum auf diese erden, Ist ge= kommen Jesus Christ: Echauet nun des Höchsten Sohn In dem leiden, schmach und hohn, In den wunden, in den schmerzen, Und nehmt alles wohl zu herzen. 3. Es wird in der fünder hände Uleberliefert Gottes Lamm, Daß sich dein verderben wende! Jud und heiden sind ihm gram, Und verwerfen diesen Etein, Der ihr eckstein solte seyn; Ach! dis leidet der gerechte Für die bösen fündenknechte. noch ziel der plagen. 8. Endlich wird der schluß ges sprochen, Jesus muß zum tod: gehn, Und der stab wird abgebro: chen, es hilft hie kein bitten, flehn. Barrabas wird los gezählt, Jesus wird zum freuz erwählt: Weg mit diesem, dem verfluchten! Ruf der haufe der verruchten. 9. Folge denn zur schädelstätt Deinem Jefu traurig nach; Abe auf dem wege bete, Bet' im geil mit weh und ach, Daß der Vate auf sein kind, Als den Bürgen fü die fünd, Eehen woll, und sich er barmen Ueber dich elend und ar mien! 4. Jesus steht in strick und banden, Dessen hand die welt gemacht, Ben verachtung, spottund schanden, Und wird höhnisch ausgelacht; Backenstreich und fäusten- schlag, Jud- und heiden- grimm und rach Tuldet er für deine fünden; Wer kan solche lieb ergründen? 5. Laß es dir zu herzen gehen, Besfre und bekehre dich: Wer kan diese that ansehen, Daß man nicht bewege sich? Jesus steht an unsrer 10. Muß ich, Jesu, dich denn sehen Am verfluchten freuzes- pfahl, 2 so laß ich übergehen Meine thränen ohne zahl. Ach! erbarm dich, Got tes- Lamm, Tas da hängt am fra zes- stamm; Ach erbarm dich! m dein leiden Mit gedeihen soll Freuden. Bat 11. Ich will dir ein opfer geber Seel und leib ist meine gab; nim dis arme leben, Weil ich nichts bessers hab: Tödt in mi was dir miffällt, Leb in mir aut dieser welt; Laß mich mit dir les ben, sterben, und dein reich im himmel erben. 12. Tausendmal sey dir gefungen Liebster Jesu, preis und ruhm, da Paffions Gefänge. bu höll und tod bezwungen; Nun bin ich dein eigenthum, Und du meine freud und wonn: Möcht ich dich, o schönste sonn, Bald in deiner Frone sehen! Komm, dein leiden ist geschehen. Mel. Serr ich habe mißgeh. 82. Gute nacht, ihr eitle freue den, Gute nacht, du falsche welt, Sehet doch, welch angst und leiden Jetzt aussieht der lebens- held! Wie er zittert, wie er ringet, Daß sein blut auch von ihm dringet. 2. Wie soll ich denn wollust pflegen, Und, o schnöde welt, mit dir, Gehen auf den breiten wegen Der verderblichen begier? Nein, ich will nun Jesu leben, Hiermit gute nacht euch geben. 3. Ich mag euch durchaus nicht hören, Die ihr bald ein frommes herz, mit dem ansehn könt bethören, Hebet euch nur hinter wärts, Ihr solt mich nicht mehr verblenden, Noch von Jesu mich abwenden. 4. Besser ists mit Jefu leiden Hohn, verachtung, schmach und spott, Als von ihm seyn abgescheiz den, und bey der gottlosen rott 5. Weg mit hoffart, stolz und prangen, Weg mit allem über muth, Meines Heilands haupt und wangen, Triefen überall von blut; Und dem schuh- herrn aller from= men, Sind die kleider selbst genommen. 6. Ach! das haupt muß dornen agen, und die glieder prangen och, Ja der Herr muß blöße flagen Und der knecht stolzieret doch 69 8. Und dem schöpfer aller dinge, Hats so gut nicht können seyn, Daß, als er am freuz nun hinge, In der schwersten todes- pein, Er sein matres herz zu laben, Hätt ein tröpfein möge haben. du falsch beschöntes gleissen! Wer kan dich doch billig heissen? 7. Weiche schwelgen, weiche faufen; Denn dein wesen macht, daß mich Furcht und schrecken überlaufen, Wenn ich nur bedenk, wie sich, Ach zu ihrem großen schaden, Viel in mollust überladen. fünden, Hiemit nochmals gute 9. Drum geb ich euch schnöden nacht, Weichet fern und bleibt dahinten, Ihr habt Gott die angst gemacht, Daß er klaget ohne masfen Wie sein Gott ihn hab ver: lasſen. 10. Daß der Fürst des lebens stirbet, Und daß er ein fluch jetz ist, Der den segen uns erwirbet; Das soll mich zu jeder frist Von der fünden bahn abschrecken, Und zu oahrer buß aufwecken. Hier in großen ehren ſitzen, Und 83. Herzliebster Zeit dort Hölle 11. Habe dank, o freund der feelen, Für die angst und traurigkeit, Für die striemen, noth und quälen, Für des todes bitterfeit! Die du haft von sünd und schanden uns zu retten ausgestanden. unsrer fünden schwere last, Und die 12. Gib, daß wir forthin bereuen, strafe nicht erneuen, Die du jest bezahlet hast: Sondern dir uns ganz ergeben und nach deinem willen leben. hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf urtheil hat gesprochen? Was ist die schuld, in was für missethaten Bist du gerathen? 2. Du wirst gegeiffelt und mit dorn'n gekrönet, Ins angesicht geschlagen und verhöhnet; Du wirst mit essig und mit gall getränket, Ans freuz gehenfet. 3. Was ist die ursach aller folcher plagen? Ach! meine fünden haben dich geschlagen; Ich, ach! Herr Jesu, habe dis verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese strafe! Der gute Hirte leider für die schaafe; Die schuld bezahlt der Herre, der gerechte, Für seine fnechte. 70 Passions- Gesänge. tlingen, Lob und dank singen. 5. Der Fromme stirbt, der recht| haupte stehn die ehren- krone, und richtig wandelt; Der böse will ich dir, wenn alles wird wohl lebt, der wider Gott mißhandelt: Der mensch verwirft den tod, und ist entgangen; Gott wird ge fangen. Mel. Werde munter mein. deine tiefe wunden, 84. Teine quaat und bittret tod Geben mir zu allen stunden Trost in leibs- und feelen- noth Fällt mir etwas arges ein, Dent ich bald an deine pein, Die erlau: bet meinem herzen Mit den sün: den nicht zu scherzen. 6. Ich war von fuß auf voller schand und fünden, Bis zu der fcheitel war nichts guts zu finden, Dafür hätt ich dort in der höllen müssen Ewiglich büssen. 7. große lieb! o lieb ohn alle masse! Die dich gebracht auf diese marter- strasse: Ich lebte mit der welt in lust und freuden, Und du must leiden. 8. Ach! großer König, groß zu allen zeiten, Wie kann ich gnugsam folche treu ausbreiten! Kein's menschen herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 9. Ich kan mit meinen sinnen nicht erreichen, Womit doch dein erbarmen zu vergleichen; Wie kan ich dir denn deine liebes- thaten Im werk erstatten? 11. Weil's aber nicht besteht in eignen träften, Sest die begierden an das freuz zu heften; So gib mir deinen geist, der mich regiere, Bum guten führe. 12. Ulsdann so werd ich deine huld betrachten, Aus lieb zu dir die welt für nichtes achten; Bemühen werd ich mich, Herr, deinen willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu ehren alles wagen, Kein treuz nicht achten, teine schmach noch plagen, Nichts von verfolgung, nichts von todes schmerzen Nehmen zu herzen. 2. Will sich denn in mollust wei den, Mein verderbtes fleisch und blut, So gedenk ich an dein leiden Bald wird alles wieder gut; Kommt der satan und setzt mit Heftig zu, halt ich ihm für, Deine gnad und gnaden- zeichen. Bald muß er von dannen weichen. 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, Wenn ich des fleisches lüste dämpf und zähme; Daß sie 4. Ja, für alles was mich krän aufs neu mein herze nicht entzünetet, Geben deine wunden kraft den Mit alten fünden. Wenn mein herz hinein sich sen: fet, Krieg ich neuen lebens- saft: eines troftes füssigkeit, Wend in mir das bitt're leid, Der d mir das heil erworben, Da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich seh ich mein ver trauen, Du bist meine zuversicht Dein tod hat den tod zerhauen Daß er mich kan tödten nicht: Daß ich an dir habe theil, Bringt mir trost, schuß und heil, Dein gnade wird mir geben Auferste hung, licht und leben. 6. Hab ich dich in meinem h zen, Du brunn aller gütigkeit, empfind ich keine schmerzen, d im lesten tampf und streit; 3n der angst flieh ich zu dir; Welcher feind kan schaden mir Wer sich legt in deine wunden, Der glücklich überwunden. 14. Dis alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar benfeite sehen, In gnaden wirst du dis von mir an nehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem throne Auf meinem 3. Will die welt mein herze füh ren, Auf die breite wollust- bahn, Da nichts ist als jubiliren, Alsdann schau ich emsig an Deiner marter schwere last, Die du ausgestanden haft, So kan ich in andacht bleiben, Alle böse lust abtreiben. Passions- Gesänge. 71 8. Ach! zerbrich des eifers ruthe, Ach! erzeige gnad und huld, Tilge doch mit deinem blute Meine ſchwes re Laß mich in der angst von fünden Ruh in deiner feite finden! Ach! laß zc. 9. Hilf daß mir dein dürsten nüße, Das am kreuze dich geplagt, Wenn ich lechze, wenn ich schwitze; Wenn mich mein gewissen nagt, Laß mich deinen durst geniessen, Laß mir le bens- ströme fliessen: Ach! laß zc. 10. Jesu fomm, mich zu befreyen Durch dein lautes angst- geschrey, Wenn viel tausend fünden schreyen, Etehe doch mir armen ben, Wenn mir wort und sprach entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen: Laß mir deine todes- pein Leben, heil und himmel seyn. Mel. Jesu, der du meine feel. 85. Jesu, der du wollen büf die sünden aller welt, Durch dein theures blut- vergiessen, Der du dich haft dargestellt Als ein opfer für die fünder, Die verdammiten Adams- kinder: Uch! laß deine todes- pein Nicht an mir verloren senn. 2. Rette mich durch deine plagen, Wenn mich meine fünde plagt; laß, ach! laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt, Hilf, daß mich dein angst- schweiß fühle, Wenn ich drangfals- hise fühle: Ach laß deine todes- pein Nicht an mir verloren seyn. 3. Mache mich durch deine bande Von des fatans banden frey, Hilf, daß dein erlitt'ne schande Meine fron und ehre sey; Trost der seelen, heil der erden, Laß mich nicht zu schanden werden. Ach! laß deine todes- pein nicht an mir verloren feyn. 4. Rede durch dein stilleschweigen, Liebster Jesu, mir das wort, Wenn mich fünden überzeugen und verflagen fort und fort, Wenn mein bös gewissen schrenyet, Und mir mit verdamniß drauet: Ach! laß deine todes- pein 2c. 5. Laß mich freuden- rosen bre: chen, Liebster Jesu, meine zier, Bon den dornen, die dich stechen; Jesu, tehre dich zu mir, Kröne mich mit huld und gnade, Daß kein fünden: dorn mir schade. Ach! laß deine zc. 6. Heile des gewissens striemen, Nim von mir der schmerzen last, Durch die geisseln, durch die riemen, Welche du gefühlet hast, Daß ich böser knecht der fünde Satans stricke nicht empfinde: Ach! laß deine ic. 7. Ach! laß deine tiefe wunden Frische lebens brunnen seyn, Wenn mir alle kraft verschwunden, Wenn ich schmacht in feclen: pein, Sent in abgrund deiner gnaden Alle schuld, die mich beladen: Uch! laß ic. Mel. Schwing dich auf zu. 86. Jefu leiden, pein und tod, Jefu tiefe wunden Has ben menschen die nur foth, Heilfamlich verbunden. Menschen! schafft die fünden ab, Wir sind christen worden, Sollen kommen aus dem grab, In der engel orden. 2. Jesus in den garten gieng Traurig von gebärden, Mit gebet das werk anfing, Kniet auf die ers den, Seine seel bis in den tod Heftig war betrübet, Schau, in was für große noth Er für dich fich giebet. 3. Wachet, betet, Jesus spricht, Daß ihr nicht verzaget, Der geist sich zwar hoch verpflicht't, Das fleisch sich nicht waget. Mit gebet fang alles an, Wenn es soll ge= lingen, Sen nicht ein vermeßner mann In so schweren dingen. 4. Jesu! dem der engel chor Uns verwendt aufwarten, Den zu stärten kam hervor Ein engel im gar= ten; Wenn kommt meine letzte zeit, Dein engel mich stärke, Damit ich im letzten streit Todes- angst nicht merke. 5. Jesu! dein blut- rother schweiß, Dein betrübtes zagen Macht die schwarzen fünden weiß, Kan wehs 72 Paffions- Gesänge. muth verjagen. Menichen! zaget| Dran man ihn will heften, Ei nicht so sehr, Christus hat erduldet, mon, dems auch aufgelegt, Trägt Was ich, du und andre mehr Tausendmal verschuldet. mit allen fräften, och gezmun: gen er es faft: Gib, Herr, kraft und gaben, Eo will ich ein theil der last Ungezwungen tragen. 6. Mit ein'm fuß Judas, der feind, Ward ein Gotts- verräther, Der doch nennet einen Freund Dies sen übelthäter. Wenn dich auch die falsche welt Also will betrügen, Böses mit gutem vergelt, Alsdann wirst du siegen. 7. Alle jünger laufen weg, Lassen Jesum stecken, Petrus selbst, der vor fo teck, Weiset ihm den rücken: Gott hält aus geduldiglich, Der hat auch gelitten. Der mir hilft und läßt noch nicht ab, für mich zu bitten. 8. Jesus ohne missethat Im garten vorhanden, Da man ihn gebunden hat Fest mit harten banden: Wenn uns will der böse feind Mit der fünde binden, Eo laß uns, o menschen- freund! Dadurch löfung finden. 9. Falsche zeugnis, hohn und spott, Speichel auch der knechte, Leidet der so fromme Gott, Der allein gerechte: Und du fündige gestalt, Wilft zu toèt dich hermen, Menn verfolgung mit gewalt Auch auf dich los stürmen. 14. Jesus angenagelt ist an das freuz sehr feste, Bendes durch ge walt und list Eeiner Freund und gäste; Menschen, die ihr lose send Könt't euch ihm verbinden, Wenn ihr vom unrecht ben zeit Wollt zurecht euch finden. 15. Sesu, deine beyde händ, Und auch deine füsse, Alle viere für viet end Aller welt jetzt büssen: Hier ist gar fein unterscheid Unter jud und türken, Gnade allen ist bereit, Wo dein geist darf wirken. 10. Petrus, der nicht denkt zu rück, Geinen Gott verneinet, Der doch auf den ernsten blick Bittre thränen weinet: Jesu, blicke mich auch an, Wenn ich nicht will büs fen, Wenn ich böses hab gethan Rühre wein gewiſſen. 11. Judas henkt sich; und darauf, Den land- pfleger reißend, Echrent des voltes ganzer hauf'; Weg, nur weg, ans freuße! Nicht mur Judas, sondern ich, und die missethaten, haben unbarmhergiglich meinen Gott verrathen. 12. Jesu blut den Juden ist Tod und lauter hölle; Prüfe sich ein jeder christ, Daß er sich recht stelle, Wenn er will das theure blut Würdiglich genießen, Collen aus betrübtem muth Buvor thränen fließen. 13. Jesus sein freuß selber trägt, 16. Jefu dir, dem opfer- lamm, Fliessen heisse thränen, Auf zu dei nes treußes stamm, Wallt ein banges sehnen; Du bist ganz mit blut bedeckt, Senfst dein haupt zur erden, und vertreibest was uns schreckt; Ich kann selig werden. 17. Jesus hier von Nazareth, in König der Jüden, Auf des wilden volkes bitt, Echmerzlich ist verschieden: Wenn der böse jude fann Keinen heiland leiden, Co will ich sein unterthan Seyn mit allen freuden. 18. Krieges- fnechte theilen fid In des Herren fleider, Loofen drum gar liederlich: Also geht& leider: Wer zu Christo sich be fennt, Den will der feind fressen Darum raubet er und brennt Us berall vermessen. 19. Jefus hänget an dem holl Betet für die thäter, Die ihn hasse steif und stolz, Mehr als sein vers räther: Deine fünden tödten ihn O Mensch, die bereue; Ceine für bitt ist gewinn, Teren du dich fre 20. Er nahm alles wohl in oft In den letten stunden; ne mutter er bedacht, Seht ihr ein'n vormunden: mensch! mude richtigkeit, Gott und menschen lies be, Darauf sterb ohn alles leid, Und dich nicht betrübe. Paffions- Gesänge. 21. Jesus dem das Paradies Offenherzig schenkte, Mit ein'm schwur ihm das verhieß, Der nun [ pricht: gedente; Dent, o mensch, und bitte Gott, Daß er dein gedenke, In so vielfältiger noth Linz derung dir schenke. 22. Unglück dem das leben bracht, Der schon war verloren, Und hier: an wohl nie gedacht, Wird von Gott erfohren; Also kann dir deine noth Auch nicht wenig dienen, Treibet dich mit deinem Gott Durch buß zu verfühnen. 23. Mein Gott, mein Gott, Jesus rief, Wie bin ich verlassen, Fühle in der angst so tief Leiden ohne massen Ruf auch du, wenn noth ist da, Gott an, deinen Herren, Er will dennoch dir seyn nah, Ob er gleich ist ferren. 24. Jesu gab man bittre gall, Unserm lebens- fürsten, Der da ist mein einig all, Muß für armuth dürsten: Jesu, wenn ich leide noth, Will ich mit dir leiden, Daß ich mag ben dir, o Gott! Bleiben ungescheiden. 73 vielmehr wird er dann thun, Herrschend, große wunder. 29. Jesus ist ein frommer mann, Gottes sohn gewesen, Wie wir denn von dem hauptmann, Auch viel andern lesen; Die sich schlu gen an die brust, Ließen av von fünden: Wer zur Besserung hat Lust, Mag ben zeit sich finden. 30. Ein schand- bube und soldat Jefum in die feite mit dem spieß gestochen hat, Da sahen viel leute, wie das blut und wasser rann Herab auf die erden, wodurch beydes weib und mann Sollen selig werden. 31. Jesus, du liegst in der erd, Als ein wurm begraben, Laß mich, wenn ich sterben werd, Ruh im grabe haben: So werd ich, Herr Jesu Christ, Durch dein blut und wunden, Dermaleins wenn es jeit ist Sicher wieder funden. 32. Jesu, selig werd ich seyn: Ich bin's schon durch hoffen, Weil ich von der sünden pein, So michy je betroffen, Durch dein blut erlöſet bin, Theure, theure schäße! Daran ich mit herz und sinn ewig mich ergebe. 33. Jesu, deine passion Ist mir lauter freude, Deine wunden, fron und hohn, Meines herzens weide, meine seel auf rosen geht, Wenn ich dran gedenke, In dem himmel eine statt Mir deswegen schenke. 25. Jesus alles hat vollbracht, Was von den propheten Lange vorher ist gesagt, Nichts mehr ist vonnöthen: eine nicht, nur Christi werk Haben all's erworben, Wenn der trost mich nicht gestärkt, Wär ich längst verdorben. 26. Bater! Jesus allermeist Rief an seinem ende, Ich befehle meinen geist Dir in deine hände; Meine feele meinem Gott Will ich stets befehlen, O! da wird sie teine noth Ewig können quälen. 27. Als geschehen war die bitt, Jesus sein haupt neiget, Hangend am holz, so verschied, Seine fnice beuget: Hören will er deine wort, Küſſen sein' erlöften, Seinem Bater loben Die trösten. 28. Finsterniß die ganze welt Decket, das erdbeben Auch die harten felfen spält, Todten sich erheben: Kann mein todter Jesus nun Solches thun jetzunder, Wie 2. Ich erwäg es hin und her, Was D best mun ohn ende: In der letzten 34. Jesu, der du warest todt, le= todes- noth Nirgend hin mich wende, Als zu dir, der mich verfühnt, O mein trauter Herre! Gib mir mur, was du verdient, Mehr ich nicht begehre. Mel. Jesu leiden, pein und. 87 Jefu, meiner feelen licht, Meines lebens zuversicht, Nim doch) für dein leiden, Diesen schlechten dank hier an, So viel meine feele Immermehr dir bringen kan In der schwachheits- höhle. Passions- Gesänge. 74 dich doch bewogen, Daß du so viel herz- beschwer Hast auf dich gezogen, Daß du angst, gewalt und noth, Schläg und hohn in banden, gästerung und freuz und tod Willig ausgestanden. 3. Gottes wohlgewogenheit, Baters- lieb und güte, Deine herzens: freundlichkeit, Und dein treu gemüthe, Jefu, hat es ausgebracht, Daß fein mensch verzaget, Wenn der fünden meng' und macht Die naget. gleich alle höllen- pein Auf mich schießt und blitet. 10. Ich will, weil ich mit dir fren Werd im himmel erben, Herr, in deinen armen treu, Leben und auch) sterben, Bis man fröhlich sagen wird, Nach den todes- banden: Sieh, dein bräutigam und hirt, Jesus ist vorhanden. mel. Alle menschen müssen. 88. Jefu, meines lebens les 4. O du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O der unerhörten that Die man nirgend findet! Was der mensch, der fünden- knecht, Trohig hat verbrochen, Wird an dem, der doch gerecht, Durch und durch gerochen. ben, Jesu, meines tod, Der du dich für mich gegeber In die tiefste seelen- noth, In das äusserste verderben, Nur daß ich nicht möchte sterven. Tausend, tausendmal sey dir, Liebster Jeju, dank dafür. 2. Du, ach! du hast ausgestanden, 5. Meine schnöde luft- begier Hat Läster- reden, sport und hohn, Speis dich so zerschlagen: Diese trant- chel, schläge, strick und banden, Du heit hab ich dir, Jesu, aufgetra- gerechter Gottes sohn, Nur mich gen: Meine schuld und missethat armen zu erretten, Bon des teufels Hat dich so verbürget, Bis sie dich fündenketten. Tausend, tausendmal auch endlich hat Unrecht hinge- sey dir, Liebster Jesu, dank dafür. würget. 3. Du hast lassen wunden schla gen, Tich erbärmlich richten zu Um zu heilen meine plagen, Uni zu sehen mich in ruh. Ach! di hast zu meinem segen, Lassen did mit fluch belegen. Tausend, tau: sendmal sey dir, Liebster Jeſu dank dafür. 6. Alle strafe der ich war Zag und nacht verbunden, Liegt auf dir nun ganz und gar, Und durch deine wunden Wird uns fried und heil gebracht: Drum will mir geziemen, Deine starte liebes- macht Ewiglich zu rühmen. 7. Laß doch diese sicherheit Gleichfals mein gewissen, 3wischen angst und tod und streit, Kräftiglich geniessen. Ach! Ach! meines herzens herz, Wirk durch deine schmerzen, Meine schmerzen hinterwärts Fern aus meinem Herzen. 8. Denn so schnell mein herz erichricht, Ueber straf und fünden, So schnell wird es gleich erquickt, Mit den gnaden- winden. Jesu, sieh ich falle dir Mit zerknirschter buffe, und mit besserungs- begier, Glaubens- voll zu fuffe. 9. Nun ich weiß worauf ich bau, Und ben wem ich bleibe, Wessen vorsprach ich vertrau, Und an wen ich glaube; Jesu, du bist es allein, Ker mich hält und schützer, Wenn 4. Man hat dich sehr hart ver höhnet, Dich mit großem schimpf belegt, Und mit dornen gar gekré net: Was hat dich darzu bewegt! Daß du möchtest mich ergöße Mir die ehren- fron aufsehen Tausend, tausendmal sey dir, lieb ster Jesu, dank dafür. 5. Du hast wollen seyn geschlagen Bu befreyen meine pein: Falschli lassen dich anklagen, Daß ich tent sicher seyn: Daß ich möchte tr reich prangen hast du ohne gehangen. Tausend, tausendmal sen dir, Liebster Jesu, dank dafit. 6. Du hast dich in noth gefindet, Haft gelitten mit geduld, Garden herben tod geschmecket, Um büssen meine schuld: Daß ich Passions würde los gezählet, Hast du wollen seyn gequälet. Tausend, tausend mal sen dir, Liebster Jesu, dank dafür. 7. Deine demuth hat gebüffet Meinen stolz und übermuth, Dein tod meinen tod verfüsset, Es kommt alles mir zu gut, Dein verspotten, dein verspenen Muß zu ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal fey dir, Liebster Jesu, dank dafür. 8. Nun ich danke dir von herzen, Jesu, für gesammte noth: Für die wunden, für die schmerzen, Für den herben bittern tod, Für dein fittern, für dein jagen, Für dein tausendfaches plagen. Für dein ach und tiefe pein, Will ich ewig dankbar seyn. Mel. Serzliebster Jesu, was. 89. Komm, tind der nacht, das gern im dunkeln wandelt, Und wider sein gewissen gottlos handelt; Kommt alle, die ihr noch das finstre liebet, Und fünden übet. 2. Seht eine nacht, in welcher tausend schrecken Den allergrösten held mit angst bedecken; Die nacht in welcher Judas frevelthaten Den Herrn verrathen. 3. Mein Jesus zittert, Jesus sinkt ins jagen, und ist vom tiefen traus ren so zerschlagen, Daß todesschat ten seinen geist beklemmen und überschwemmen. 4. Kan denn kein mensch, Herr, deine noth verringern? Doch nein! du scheidest dich von deinen jün: gern. Du solst und wilst die ganze welt vom bösen Allein erlösen. 5. Dort finkt mein Lamm, und fniet und fällt zur erden. Solst du, o könig, so erniedrigt werden? Was dringt dein angesicht, vor tiefem schrecken, Den staub zu lecken? 6. Du schreyst und bebeft mit gehäuften thränen, Wie fünder, die sich nach erbarmung sehnen; Du fintst, und scheinst, ben dieses felches trinken, Gar zu versinken. Gefänge. 75 7. Will denn dein Gott nun nicht mehr nach dir blicken? Und darf dich kaum ein engel noch erquicken? Seht, wie ein wurm muß sich mein Goel frümmen, Im jam: mer schwimmen. 8. Ach! seht das leben mit dem tode ringen! Denn wer kan sonst den ew'gen tod bezwingen? Wahre haftig ihn ergreift an meiner stelle Die glut der hölle. 9. Er schmeckt im leiden aller menschen plagen. Was einst ver: damnite fünder ewig tragen, Das trift mit unbegreiflich heissen flam: men Ihn hier zusammen. 10. O angst, die ihres gleichen nie gefunden! Du machst dem Lamm die allertiefsten wunden. Er muß des Baters abscheu an den sünden Im zorn empfinden. 11. Furcht, quaal und bangigkeit verstärkt sein bitten, Geschren und thränen heftig auszuschütten, Aus aller leibs- und seelen- kraft zu beten, Mich zu vertreten. 12. So ringt und dringt der tod in seinem herzen Die feelen- arbeit, mattigkeit und schmerzen, Bis fleisch und adern unnatürlich schwißen, Und blut verspritzen. 13. D angst und schweiß von un erhörter weise! Ach all zutheur er: worbne seelenspeise! Dis blut das mir zur seligkeit geflossen, Hat Gott vergoffen. 14. Es fällt, wohin? auf die vers fluchte erde, Daß grund und boden ausgeföhnet werde. Ach füsser thau! o tropfen voller segen! Du güldner regen! 15. Wer will denn nun die welt vermaledenen, Wenn Christi schweiß und blut um gnade schrey en? Die erde soll durch dieses fette thauen Sich blühend schauen. 16. Du aber, der du raue disteln trägeft, und keinen trieb zu edlen früchten hegest, Bedenke: welch ein fluch wird solcher erden Am ende werden! 17. Muß Gottes Lamm so unbe: greiflich zittern; Mensch, welch ein 76 Passions Gefänge. donnerschlag wird dich erschüttern!| verwandelst du Tod in leben, leid enn das: geht hin verfluchte! dir begegnet, Und flammen regnet. 18. Erfchrick einmal, und sinke bis zum staube. Denn in zerschlagnen Herzen wächst der glaube, Der glaube der die fünde heftig scheuet, Beweint, bereuet. 19. So wird dich schweiß und blut von Jesu nesen, und deinen geist ins paradies versehen. So werden diese tropfen schon auf erden Dein himmel werden. 20. Ich aber, Lamm, ich öffne meine lippen. Mir ekelt vor den eitlen lustgerippen. Dein schweiß und blut soll mich bis zum begraben Unendlich) laben. in freude, Sluch in segen, quaal in ruh, Born in füsſe gnadeneweide. Sehet wie so große wunder thut Gottes- blut!:,: 7. Kraftigs blut!:,: Tu jermals mest stein und flipp': Herzen, gleich den harten felfen, Muß dein heiffer liebes: trieb Ganz durchdringen und zerschmelzen; Hier quillt eine füffe thränenfluth. Kräftigs blut!:,: 8. Mildes blut!:,: O du hochge wünschter thau! Komm, du fanfter gnaden- regen, Wäßre meine dürre au, Sezze sie in flor und fe gen: Tubists, was verschmacht'ten fanfte thut. Mildes blut!:,: 9. Süffes blut!:,: Süsser als der beste most! Wie vollkommen kanſi du laben Den der dich im glauben fost't! All' sein leiden ist vergraben, Seine seele jauchzt vor gutem muth. Eüsses blut!:,: Met. Sahre fort, Zion, fahre. 90. Lammes- blut! Lammes blut! Du allein behältst den preis! Aller feligkeiten quelle, Konim! ergieß dich fluthenweis, Komm! durchdring mir leib und 10. Redend blut!:,: Tu, du redest seele! O du unvergleichlich ewigs mir das wort Bey dem Vater in gut! Lammes- blut! Lammes- blut! der höhe, Ja du bringst mich an 2. Mächtigs blut!:,: Du hast eine den ort, Wo ich ihn mit freuden that gethan, Die ein ewigs lob versehe: Du erschreyest mir unendlich) dienet. Die niemand aussprechen gut. Redend blut!:,: kan: Gott hast du mit uns verfüh: net, Löscheft aus gerechte zornesglut. Mächtigs blut!:,: 3. Echönes blut!:,: O du freyer offner born, Aus dir quillet heil und leben; Was der erste mensch ver: lorn, Wird hier wieder fren gege: ben. Du machst meiner seelen schaden gut. Schönes blut!:,: 11. Jesus- blut:,: Mit dir strömet lauter heil, Alle tropfen schreyen gnade! Armer fünder süsses theil, Nach dir dürst ich arme made: Ueberschwennie mich, du edle fluth. Jesus- blut!:,: 12. Christi- blut!:,: O du balsam voller fraft, Ter vom oberhaupt flieffet, Der mit füffem lebens- saft Sich in alle glieder giesset: D machst alle blöde wohlgemuth Christi- blut!:,: 4. Reines blut!:,: Du machst schuld- und strafe- los, Bringst vergebung aller fünden, Defnest Gottes liebes- schooß, Da läßt du ver: jagte finden, Einen recht getroften guten muth. Reines blut!:,: 5. Herrlichs blut!:,: Brautschmuck der gerechtigkeit, Den befleckten Adams- tindern Dienet dieses reiche kleid: Auch den alterärmsten fündern Kommt der purpur im gericht zu gut. Herrlichs blut:,: 6. Gottes- blut!:,: Wunderbar 13. Bundes- blut!:,: Du läßt die gefangne aus, aus der wasserlosen höhle; Führst sie ein ins Bater haus, Da die sonst getrennte fell In Gott, als in stolzem fried ruht. Bundes- blut!:,: 14. Siegend blut!:,: Du führt unsern kampf und streit Aus unt fel'gen überwinden, Schmückstans mit dem weissen fleid! Läßt uns ew'ge weide finden Dort aufs Paffions- Gesänge. 77 ammes allersüßten hut: Siegend| leiden, Eurentwegen muß ich hier ut!:,: Und dort von dem senn gescheiden, 15. Theures blut!:,: Blut von Ohne welchen ist kein leben, Keine nschäßbarem werth, Schäße aller gnade, tein vergeben. önigreichen, Ja die himmel samt- 9. Du, mein Jesu, du mein heil! der erd Sind mit dir nicht zu ver- Dir will ich mich ganz verschreiben, gleichen: Du, du bist mein ewig Daß ich dir als meinem theil, Ewig haab und gut, Theures blut!:,: will getreu verbleiben, Dir zu Mel. Liebster Jesu wir sind. leben, dir zu leiden, Dir zu sterben, 91. Meine feel! ermuntre dich, Deines Jesu lieb bedenke! Wie er für dich giebet fich, Darauf deine andacht lenke; Ach! erwäg die große treue Und dich deines Jesu freue. dir zu meiden. 2. Sieh, der wahre Gottes sohn Ist für dich ans hol; gehänget, Sein haupt trägt die dornen- tron, Sein leib ist mit blut vermenget, Er läßt sich für dich verwunden, Wo ist größre lieb gefunden? 3. Du, du soltest große pein Ewig sterben. leiden in der hölle, Und von Gott12. Nun so bleib es fest daben: verstossen seyn, Wegen vieler fün- Jesus soll es fenn und bleiben, den falle, Aber Jejus trägt die fün- Dem ich lebe, deß ich sey! Nichts den, Und läßt dich genade finden. soll mich von Jeſu treiben; Du 4. Durch sein leiden ist gestillt, wirst, Jesu, mich nicht lassen, Ewig Deines Gottes zorn und rache, Er will ich dich unifaſſen. hat das gefes erfüllt, Gut gemacht die böse fache, Sünde, teufel, tod umschränket, Und den himmel dir geschenket. 5. Was zu thun? o liebes herz! Wie solst du dich recht anstellen? Jesu leiden ist tein scherz, Seine liebe kein verstellen; Tente drauf, was dir oblieget, Gegen den, der für dich sieget. 6. 3ch tan nimmer, nimmers mehr Das geringste nur vergelten, Er verbind't mich all zusehr: Meine trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so schlecht geliebet, Und wohl gar mit fünd betrübet. 7. Was geschehen, soll nun nicht Hinfort mehr von mir geschehen, Mein schluß sey mun fest gericht't Einen andern weg zu gehen, Dars auf ich nur Jeſum ſuche, Und, was ihn betrübt, verfluche. 10. Tu, mein Jesu, folt es seyn, Den ich mir zum zweck gefehet, Wie du mein, so will ich dein Bleiben stets und unverlehet, Was du liebest, will ich lieben, Und, was dich, soll mich betrüben. 8. Weg ihr fünden, weg von mir! Euch kan ich an mir nicht 11. Was du willst, das sey mein will, Dein wort meines Herzens spiegel, Wenn du schlägest, halt ich still; Dein Geist bleibt mein pfand und siegel, Daß ich soll den himmel erben, Darauf kan ich fröhlich 13. 3st bereits schon jetzo hier Solche freud und ruh zu finden, Wenn im glauben wir mit dir, Uns, mein Jesu, recht verbinden: Schenkst du schon so viel auf erden, Ey! was will im himmel werden? was für freud und jubiliren, Was 14. Was für luft und füffigkeit, für ruhe nach dem streit, Was für werd ich loben, Wenn ich ganz in ehre wird uns zieren? Ewig, ewig Gott erhoben. 15. Ach, ich freu mich alle stund auf dis freuden- volle leben, Danke dir mit herz und mund, Du, o glauben laß mich's halten; Deine Jesu! hast's gegeben, Nur im fraft laß in mir walten! Mel. Nun bitten wir den h. 92. Mein troſt und anker in aller noth Ist, o Gots tes- Lamm, dein kreuz und tod. Denn du trugst die fünden der 78 Passions- Gesänge. ganzen erde, Daß ich und alle| tränke dich. Ia mein Osterlämme welt selig werde, Durch dein ver: lein, dich muß ich effen, Ganz fatt dienst. und trunken will ich vergessen, Was mich noch drückt. 11. Verfündigt werde dein bittrer tod! Rühmen will ich deine lei: densnoth. Bis du selbst erscheinest. Nichts will ich wissen Als daß dein tod mich herausgerissen Aus aller furcht. 12. In diesem glauben behalte mich! So hab ich gnug hier und ewiglich. Dir sen halleluja, preis, dank und ehre, Für deine wunden, und für die lehre Von deinem freuz! 2. So weit hats liebe zu mir gebracht, Die den Echöpfer selbst zum opfer macht: Daß er seine feele, fein leib und leben, mit tausend schmerzen, dahin gegeben, Für meine schuld. 3. So lang ich dieses noch glauben tan, Seh ich ihn mit tausend freuden an. Bin ich gleich ein fünder: Er ist mein Heiland! Er liebt mich heute noch) so, wie weiland. Halleluja! 4. Was liebst du aber so uner: hört? Ach! den wurm, der sich von dir gefehrt, Mich, den schnö den fünder, mich, den rebellen, Ja mich fuchswürdigen brand der höllen! Mich liebst du so. 5. Mein herz erstaunet vor die fer huld, Tief beschämt von aller meiner schuld, Sang ich an, ju weinen, und hinzufallen. Gnädiz ger könig, dein lob soll schallen In aller welt. 6. Kein mensch beschreibt es nach würdigkeit. Das aber ist eine fel'ge zeit, Wenn dein strom der liebe sich so ergieffet, Daß mein her; deiner im geist genieset, freudenmeer! 7. Wers nicht erfahren, der glaubt es nicht, Was für lust von deinem angesicht In die seele quillet, wenn man dich schmecket, Wenn dein erbarmen uns gan; bedecket Und selig macht. 8. Ich will von nun an nichts anders seyn, Als nur was am freuß für mich) geschehn. Das ist meine freude, mein heil und leben, Tenn meine fünden sind mir vergeben Durch Gottes blut! 9 Das beste bild sieht auf Golgatha, Herz und augen, bleibt doch immer da. Schaut den mann der schmerzen, vom haupt zum fusſe, Freuet euch ewig der schweren buffe, Die Jesus that. 10. O blut des bundes, beschwemme mich! Heilige wundenfluth, ich Mel. O durchbrecher aller. 93. du liebe meiner liebe! Du erwünschte felig feit! Die du dich aus höchstem triebe In das jammervolle leid eines leidens, mir zu gute, Als ein schlacht- schaaf eingestellt, Und bezahlt mit deinem blute, Alle missethat der welt. 2. Liebe, die mit schweiß und thränen An dem öhlberg sich be: trübt; Liebe, die mit blut und sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allen willen Gottes jorn und eifer trägt: Den, so nie: mand fonte stillen, hat dein ster ben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem herzen Alle schmach und hohn gehört; Liebe, die mit angst und schmerzen Nicht der strengste tod versehrt: Liebe, die sich liebend zeiget, 2015 fich kraft und athem end't; Liebe, die sich liebend neiget, Als sich leib und seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren armen Mich zuletzt umfangen wolt! Liebe, die aus liebs- erbarmen Mich zulekt in höchster huld Ihrem vater übers lassen, Die selbst starb, und für mich) bat, Daß mich nicht der zorn folt fassen, Weil mich ihr verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel munden Gegen mich als seine braut, Uns aufhörlich mich verbunden, Und Passione Gesänge. auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine schmerzen, Meines les bens jammerpein, In dem blut: verwundten Herzen, Sanft in dir gestillet seyn. 6. Liebe, die für mich gestorben, Und ein immerwährend gut An dem kreuzes- holz erworben: Ach! wie denk ich an dein blut? Uch), wie dank ich deinen wunden, Du verwundte liebe du? Wenn ich in den lehten stunden, Sanft in deiner feiten ruh. 7. Liebe, die sich todt getränket, Und für mein erfaltet her; In ein faltes grab gesenket, Ach! wie dank ich deinem schmerz? Habe dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben tan, Und der feelen heit erworben, Nim mich ewig liebend an. Mel. Serzlich thut mich ver. 94. 8. Ich danke dir von herzen, O Jeju, liebster freund! Für deine todes- schmerzen, Da du's so gut gemeynt: Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein haupt, voll blut und wunden, Boll schmerz and voller hohn, O haupt, zu spottende sen. gebunden mit einer dornenfron, 9. Wenn ich einmal soll scheiden, haupt, sonst schön gezieret Mit So scheide nicht von mir: Wenn höchster ehr und zier, Jetzt aber ich den tod soll leiden, Eo tritt du hoch schimpfiret! Gegrüsset feyst dann herfür: Wenn mir am allerSo reiß mich aus den ängsten, bängsten Wird um das herze seyn, Kraft deiner angst und pein. di mir. 2. Du edles angesichte, Davor fenst schrickt und scheut, Das große welt- gewichte, Wie bist du so ver= spent, Wie bist du so erbleichet, Wer hat dein angesicht, Dem sonst kein licht nicht gleichet, So schändlich zugericht? 3. Die farbe deiner wangen, Der rothen lippen pracht Ist hin, und ganz vergangen, Des blaffen todes macht Hat alles hingenommen, Dat alles hingeraft, Daher bist du gekommen Von deines leibes fraft. 79 gethan, Dein mund hat mich) ge labet Mit milch und füsser kfost, Dein Geist hat mich begabet Wit mancher himmels- lusi. 6. Ich will hier ben dir stehen, Berachte mich doch nicht, Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein herze bricht, Wenn dein herz will erblassen Im lesten todes- stof, Alsdann will ich dich fassen In meinen arm und schooß. 7. Es dient zu meinen freuden, Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem leiden, Mein heil! mich finden soll: Ach möcht ich, o mein leben! Un deinem freuze hier mein leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 4. Nun, was du, Herr, geduldet, Ist alles meine last, Ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich armer, Der zorn verdienet hat, Gib mir, o mein erbarmer! Den anblick deiner gnad. Bum trost in meinem tod, Und laß 10. Erscheine mir zum schilde, mich sehn dein bilde In deiner freuzes- noth, Da will ich nach dir Dich fest an mein herz drücken: blicken, Da will ich glaubensvoll wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. Jefu leiden, pein und. 95. hilf, Shrifte, Gottes Sohn, Turch dein bits tres leiden, Daß wir dir stets un terthan, All untugend meiden, Deinen tod und sein ursach Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir dankopfer schenken. Mel. Gerzliebster Jesu, was. amım! das keine fünde 96. je beflecket, 5. Erkenne mich, mein hüter, Mein hirte nim mich an! Bon dir, quell aller güter, 3st mir viel guts gift, wie uns, nicht angestecket, Das 80 Passions- Gesänge. schön und reiner als die Seraphi-| 12. Hab dank, o Lamm, für deine nen, Die dich bedienen. 2. Du bist das Heil'ge, aus dem Geist empfangen, Tas man im schmuck der unschuld sahe prangen, Der allerschönste unter menschentindern, Nicht aus den fündern. wunderliebe, Darinn du dieser zorn- art strenge hiebe Erduldet, und was über mich solt kommen, Auf dich genommen. 3. Wie gehts denn zu, wie soll ich mich drein finden, Daß es dir geht, als ob du alle fünden Berübt, und nichts so schnöd, als du auf erden Könt funden werden? 4. Nicht nur der abgrund, sondern auch der himmel Stürmt auf dich Au, man siehet ein getümmel Ter schaaren, die mit hundert tauſend freuden Dir machen leiden. 5. Da liegest du in angst, im schweiß und blute; Wer kans begreifen, wie dir sey zu muthe? Man siehet dich vor Gottes zorngewittern Und grimm erzittern. 6. Man fällt dich an, man führet dich gefangen, Man höhnt, man schlägt, bespeyet deine mangen, Man frönt und geisselt dich, macht deinem Herzen Biel quaal und schmerzen. 7. Sa, was noch mehr, du wirst zum fluch gemachet, Ans hol; geschlagen, und daben verlachet, Bon Gott verlassen, und mußt endlich schmecken Den tod mit schrecken. 8. Sagan, o mensch! sind das nicht lauter plagen, Womit man solt den grösten fünder schlagen? Warum muß denn die unschuld selbst ohn maassen Sich strafen lasſen. 9. Das macht, daß sie sich hat für uns verbürget, Drum hat man sie für mich und dich erwürget: Gott mußte fo, folt er der schuldner schonen, Dem bürgen lohnen. 10. Die fünde kont nicht bleiben ungerochen, Des todes urtheil war ihr längst gesprochen. Dis must einmal auf der verfluchten erden Vollzogen werden. 13. Fürwahr, du trugest meine noth und schmerzen, Die strafe lag auf dir und deinem Herzen; Daß du mir föntest gnad und fried ers theilen, Wirst du voll beulen. 14. Ich nehme an, mein Heil, was du erworben, und glaube, daß du bist darum gestorben, Daß mir, der von der schuld nunmehr entladen, Kein tod soll schaden. 15. Ach! stärke nur durch deine kraft den glauben, Daß er sich diez fen schaß nicht lasse rauben, Der nicht vermag mit allem gut der erden Bezahlet werden. 11. Was fünde sey, und was sie längst verdienet, Hat Gott, eh ihm der fünder wird verfühnet, Bum zeugniß seines ernstes wollen zei: gen, und nicht mehr schweigen. 16. Laß deines leidens frucht mich stets geniessen; Laß diesen quell auf mein gewissen fliessen: Es müsse fenn, zu steter luft und freude, Des geistes weide. 17. Die fünde, der an dir ihr recht geschehen, Die müsse nun mit schanz den untergehen; Es müſſe an mir, ihr forthin zu dienen, ich nichts erfühnen. 18. Nur dir, nur die mein Lamm, foll seyn mein leben 3um eigenthum hinwiederum ergeben, Wozu du mich durch deinen tod und wuns den, So hoch verbunden. 19. Nichts fan und soll hinfort von dir mich scheiden, Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, W deine liebe mit verklärten zungen Stets wird besungen. 97. Lamm Gottes unschuldig Am stamm des kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden gedul dig Wiewohl du warest verachtet. All fünd hast du getragen, Const müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o ICSU. 2. Olamm Gottes, unschuldig, it. Erbarm dich unser, o IEEU. 3. Olamm Gottes, unschuldig,. Gib uns den frieden, o IESU. Passions- Gesänge. Mel. Wer nur den lieben G. 98. liebe über alle liebe, Recht nach dem leben abgemahlt! Was gleichet einem folchen triebe, Der blut aus liebe für mich zahlt? Die liebe büßt das leben ein; Kan eine liebe größer seyn? 2. Der hirte stirbet für die schaafe; Wie lieb muß ihm die heerde seyn? Des Baters schooßkind löst die strafe Für die, so feinde waren, ein. Selbst der geliebte wird verhaßt, Daß er nur uns in liebe faßt. 3. Es redt ein mund aus jeder wunde, Der nur von liebe reden kan; Die liebe quillt recht aus dem grunde, Seht nur die offne seite an. Das ist des treuzes überschrift: Seht, was die liebe hier gestift. 4.O schönes fürbild meiner liebe! Ich müßte eis und eisen seyn, Wenn ich hier kalt und lieblos bliebe Bey deiner großen liebes- pein. Die lie: besstapfen sind so schön; Wer wolte nicht darinnen gehn. 5. Mit liebe tommst du mir entgegen, Mit gegenliebe füß ich dich. Ich will mich an dein herze legen, Die liebe schliesset mich an dich. Mit blut verschreibest du dich mir, Ich leb und sterb in liebe dir. 6. Geliebter! deiner liebe wegen, Soll mir die welt verhafset seyn. Kommst du zu mir mit liebesschlägen, Was ist mein freuz vor deine pein? Die liebe duldet alle noth, Die liebe scheuet nicht den tod. 7. O! fönnt ich gar zu liebe werden, Ich würde dir noch lieber seyn. Doch nim vorlieb mit mir auf erden, Im himmel bring ich alles ein, Wo lieben über lieben ist, und du der allerliebste bist. Mel. un ruhen alle wälder. 99. welt! fich hier dein leben, Am stamm des freuzes schweben, Dein heil sinkt in den tod; Der große fürst der ehren, Läßt willig sich beschweren, Mit schlägen, hohn und großem ipott. D2 81 2. Tritt her und schau mit fleisse, Sein leib ist ganz mit schweiſſe Des blutes überfüllt; Aus seinem edlen herzen, Für unerschöpften schmerjen Ein seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil, und dich mit plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein sünder Wie wir und unsre kin= der, Von eigner fünde weißt du nicht. 4. 3ch, ich und meine fünden, Die fich wie förnlein finden, Des sandes an dem meer, Die haben die erre: get, Das elend das dich schläget, Und das betrübte marterheer. 5. Ich bin's, ich sollte büssen An händen und an füssen Gebunden in der höll: Die geisseln und die banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine feel. 6. Du nimst auf deinen rücken Die lasten die mich drücken, Viel schwerer als ein stein, Du bist ein fluch, dargegen Berchrst du mir den segen, Dein schmerz muß meine labung seyn. 7. Du sehest dich zum bürgen, Ja läsfest dich gar würgen, Für mich und meine schuld; Für mich läß'st du dich frönen, Mit dornen die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du springst ins todes rachen, Mich los und fren zu machen, Von solchem ungeheu'r: Mein sterben. nimst du abe, Bergräbt es in den grabe, O unerhörtes liebes- feu'r. 9. Ich bin, mein heil, verbunden All augenblick und stunden Dir überhoch und sehr, Was leib und feel vermögen, Das soll ich billig legen, Allzeit an deinen dienst und ehr. 10. Ran id) kann nicht viel ge= ben In diesem armen leben. Eins aber will ich thun: Es foll dein tod und leiden, Bis leib und feele scheiden, Mir stets in meinem herzen ruhn. 11. Ich wills vor augen sehen, Mich stets daran ergehen, Ich sen 82 Paffions Gefänge. auch wo ich sen: Es soll mir seyn| nommen unsre arm' gestalt, Und ein spiegel Der unschuld, und ein fiegel, Der lieb und unverfälschfür unsre Sünde gestorben wil: liglich, So hätten wir müssen verdammit seyn ewiglich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. ten treu. 12. Wie heftig unsre fünden Den frommen Gott entzünden, Wie rach und eifer gehn; Wie grausam seine ruthen, Wie zornig seine fluthen, Will ich aus diesem leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, Wie ich mein herz soll zieren Mit stillem fanftem muth, Lind wie ich die soll lieben, Die mich so sehr betrüben, mit werfen, so die bos heit thut. 14. Wenn böse zungen stechen, Mir glimpf und namen brechen, So will ich zähmen mich, Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden, Verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen uns freuz, und dem entfagen, Was meinem fleisch gelüft: Was deine augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir im mer möglich ist. 16. Dein feufzen und dein stöhnen, Und wie viel tausend thränen, Die dir gefloffen zu, Die fol= len mich am ende, 3n deinen schooß und hände, Begleiten zu der ew'gen ruh). 4. Solche große gnad und väterliche gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst, In Christo, seinem Sohne, der sich gege ben hat, In den tod des treuzes, zu unserer seligkeit. Kyrie elei son, Christe eleison, Kyrie eleiſon. 5. Deß sollen wir uns trösten gegen sünd und tod, Und ja nicht verzagen vor der höllen glut: Denn wir sind errettet aus aller fährlichkeit, Durch Christum un sern Herrn, gelobt in ewigkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Ky= rie eleison. 6. Darum woll'n wir loben und danken allezeit Dem Vater und dem Sohne, und dem heiligen Geist, und bitten daß sie wollen daß behüt'n uns vor gefahr, Und wir stets bleiben ben seinem hei ligen wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. Mel. Jesus meine Zuversicht. 100. wir armen fünder; unfre missethat, Dar: in wir empfangen und geboren find, hat gebracht uns alle in solche große noth, Daß wir unter: worfen sind dem ew'gen tod! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 2. Aus dem tod wir konnten durch unser eigen werk Nimmer werd'n errettet, die fünde war zu start. Daß wir würden erlöset, so fonnt's nicht anders seyn, Denn Gottes Sohn mußt' leiden des todes bittre pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 3. So nicht wäre kommen Chriftus in die welt, Und an sich ge 101. Seele, geh auf Golgatha, Set dich unter Jesus kreuze, und bedenke was dich da Vor ein trieb zur buße reißze. Willst du unempfindlich seyn, O so bist du mehr als stein. 2. Schaue doch das jammerbild 3wischen erd und himmel hangen, Wie das blut mit strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen. Ach, der übergroßen noth! Es ist gar mein Jesus todt. 3. D Lamm Gottes, ohne schuld, Alles das hatt' ich verschuldet, Und du hast aus großer huld Pein und ted für mich erduldet, Daß ich nicht verloren bin, Giebst du dich ans freuze hin. 4. Unbeflecktes Gottes= Lamm, Ich verehre deine Liebe. Echaue von dem treuzes- stamm, Wie ich mich um dich betrübe, Dein im Passions- Gesänge. 83 blute wallend herz Sehet mich| Nimm die schmerzen, die mich in großen schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr Diese plagen dir vergelten, Du verbindest mich zu sehr, Schenkt ich dir gleich tausend welten, Ach! das wäre nicht genung Nur für deinen gallentrunk. quälen, Und den ganzen schaden hin, Den mir Adams fall ge: bracht, und ich selbsten mir ge macht: Wird, o Herr, dein blut mich netzen, Dann wird sich mein jammer seßen. 6. Nun ich weiß noch was für dich, Ich will dir mein herze geben, Dieses soll beständiglich Unter deinem freuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend seyn. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, Deffne deiner wunden thüre, Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich kreuz und noth verspüre, Wie ein hirsch nach wasser dürst, Bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein fleisch und blut, Lehre mich die welt verschmähen; Laß mich dich, du höchstes gut, Immer vor den augen sehen; Führ in allem freuze mich, Wunderlich, nur seliglich. 9. Endlich laß mich meine noth Auch geduldig überwinden, Nirgends sonst wird mich der tod, Als in deinen wunden finden. Wer sich hier sein bette macht, Spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Mel. Sreu dich sehr, o meine. 102. Sen mir tauſendmal gegrüffet, Der mich je und ie geliebt, Jesu, der du selbst gebüffet, Das, womit ich dich betrübt. Ach! wie ist mir doch so wohl, Wenn ich kni'n und liegen soll Un dem kreuze da du stirbest, Und um meine seele wir: best. 2. Ich umfange, herz' und küsse, Der gefränkten wundenzahl, Und die purpur rothen flüsse, Deiner füß' und nägelmaal; O wer kann dich, levensfürst! Den so hoch nach uns gedürst, Deinen durst und liebs- verlangen Völlig faffen und umfangen. 3. Heile mich, o arzt der feelen! Wo ich trant und traurig bin; 4. Schreibe deine blut'ge mun den Mir, Herr, in das herz hins ein, Daß sie mögen alle stunden Bey mir unvergessen seyn. Du bist doch mein liebstes gut, Da mein ganzes herze ruht: Laß mich hier zu deinen füssen, Deine lieb und gunst geniessen. 5. Diese füffe will ich halten, Herr, so gut ich immer kann; Schaue meiner hände falten, Und mich selbsten freundlich an, Von dem hohen kreuzes- baum, Und gieb meiner bitte raum, Sprich: laß all dein trauren schwinden, Ich, ich tilge deine fünden. Mel. Was mein Gott will. 103. Sen mir gegrüſſet guter hirt, Und ihr, o heil'ge Hände; Du bist es, den man preisen wird, Bis an des himmels ende. O großer held, Du hilfft der welt Durch deine maal und plagen, Die dir am end In deine händ, Am kreuze sind geschlagen. 2. Du zahlst die fremden schulden dar, mit bluten und mit sterben, und reiß'st die ganze men: schen- schaar, Dadurch aus dem verderben; Ach laß von mir, Mein Jesu, dir, Die hände herzlich drücken und mit dem blut, Das mir zu gut Vergossen, mich erquicken. 3. Wie freundlich nahst du dich herzu, Und greifft mit benden ar men Nach aller welt, und schaffst ihr ruh, Du bringst heil und ers barmen; Ach Herr, sich hier, Mit was begier, Ich armer zu dir tre: te; Sen mir bereit, Und gieb mir freud, Und trost warum ich bete. 4. Biel) meinen ganzen geist und finn Nach dir und deiner höhe Univ.- Bibl. Giessen Passions- Gesänge. 84 Gieb daß mein herz nur immers hin, Nach deinem Freuze stehe; Ja daß ich mich Selbst williglich, Mit dir ans freuze binde, Und immer mehr Tödt und zerstör In mir fünde. 105.11nergründlich groſſe lie be, Liebe als der tod! I was vor entflammte triebe Rissen dich in meine noth? Nein! hier starrt vernunft und denken, Und ein schauder reißt den sinn, Sieht er mit dem kelch dich tränken, In den tiefsten abgrund hin. 2. Was empfandest du im her: zen, als die schon ergriffne schaar, Dieser lohn der fünft'gen schmerz zen Dir beym angriff untreu war? Wäre es nur der verlorne, Der dich mit den füssen trat, Nein! ge= für mich zu leiden, Für mich, der liebte, auserforne, Die dein treues ich ein fünder bin, Der dich) be= flehn erbat. trübt in freuden: Wohlan, fahr fort, Du edler hort, Mein' augen sollen fliessen Ein'n thränen- see, Mit ach und weh, Dein leiden zu begiessen. 5. Ich herz' und küsse, Jesu, dich, Aus redlich treuem herzen, Mein sinn erhebt im lobe sich, Und dankt dir für die schmerzen; Im leben hier, Herr geb ich dir In deine fromme hände, Herz, feel und leib, Und also bleib Ich Dein bis an mein ende. Mel. Was mein Gott will, Seele. 104. So geht du dann, mein Jesu! hin, Den tod Jefus. 2. Ach fünd, du schädlich schlangen- gift! Wie weit tanst du es bringen? Dein lohn, der fluch mich jest betrifft, In tod kan er mich zwingen: Jeht kommt die nacht, Der fünden macht, Fremd' schuld muß ich abtragen; Betracht es recht, Du fünden- knecht! Du darfst nun nicht verzagen. feit Dein diener feyn und bleis ben. mel. O du liebe meiner liebe. Seele. 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte zwar, Der fünden Strafe leiden, Un leib und feel, An haut und haar; Auch ewig aller freuden Beraubet seyn, Und leiden pein, So nimst du hin die schulde, Dein blut und tod Bringt mich vor Gott, Ich bleib in deiner hulde. 3. Seele, laß die glaubens- augen In das Herz des treuen sehn, Und den mund entzückung faugen, Und gefässe offen stehn, Wenn der blutige erbarmer Hier im rothen schweiße liegt, Und als ein ver= laßner armer, Als ein wurm am Delberg friecht. 4. Sinne, seele, nach dem grunde Diefer innern feelen= pein; Denke in des zornes stunde Muß te es so schrecklich seyn, Daß grimm, eifer, zorn und rache, Schreckensahndung deiner schuld, Den gerechten zitternd mache; Und er trägt es mit geduld. 5. Er, der in des Vaters schoose Ewiges vergnügen fand, Wird gehüllt im erdenklose, Als der fün denknecht erkannt. Alles, was den tod gebieret, Gottesläst'rung, wol: lust, mord, Und was mehr zur hölle führet, Drückt den wurm am Delberg dort. 4. Was fan für solche liebe dir, Herr Jesu! ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir: Doch will, weil ich werd leben, Mich eigen dir, Herr, nach ge- ein todesurtheil hört, Weil er von bühr, Bu dienen ganz verschrei- den lehrerstühlen Heiligkeit und ben, Auch nach der zeit, In ewig- recht gelehrt? 6. Liebstes Lammi, des grimmes flammen, Die gerechtigkeit, er weckt, Schlagen über dich zusammen, Der du rein und unbefleckt; Was muß dessen feele fühlen, Der Passions- Gesänge. 85 7. Slamme, o geduld der liebe,| alle säfte, Verbarg die lebensspur; Mein verzweifelnd herze an, Das ben halb erwärmten triebe Feinde noch nicht lieben fan; Thränet dant, erhellte augen, Fangt den blick nach Petro auf: Sünder, die jum fluche taugen, Liebt er aus dem fündenlauf. Mein herz blieb ungebrochen, Die noth vermehrte sich, Das urtheil war gesprochen, Es traf und würgte mich. 3. Von Gottes glanz unstrah: let Rief eine Stimme mir:" Hier " sünder! ist bezahlet, Schau auf! 8. Siehe, wie der eifer wittert" am freuze hier, Was deine Bey deni kampfe Israels! Siehe," schuld verbrochen, Die schuld der wankend rohr, wie schüttert Die" ganzen welt Ist an dem Lamm versuchungszeit den fels. Aber sei-" gerochen: Dieß zahlt das lösene gründe liegen Unzerstörlich eingeld." gesenkt. Siehe geist, hier kanst du siegen, Wann der kelch der angst dich tränkt. 9. Hoffnung, die im glauben feimet, Nährt kein wind, tein falscher wahn; Wenn der thor sein licht verträumet Bricht der tag des glaubens an. Engel stärken meinen helden und vollendung frönet ihn. Willst du dich zur krone melden, Darfst du nicht die hand abziehn. 10. Run ich laufe mit zum ziele, Das du wohl getroffen hast. Gotteslamm, ich seh und fühle, Daß mich deine hand gefaßt; Diese hand will ich nun tüssen, Die so ungern eins verlor. Si ich auch in finsternissen, Sieht sie wieder mich empor. 11. Hände, welche für mich rangen, Laut geschrey und thränensee, Seufzer, die durch wolken drangen, Blutschweiß von Gethsema: ne, Durchgewachte nacht der schreden, Buspruch an der jüngerschaar! Wird mein antlit angstschweiß decken, Stellt euch vor mein bette dar. Mel. O haupt voll blut und. 106. Von Sinai ertönte Gez feszes fluch und tod Die bange feele stöhnte Und fühlte höllennoth. Ich irr'te hin und wieder, Als ein gejagtes wild Wie bliß durchdrang die glieder Das blasse todesbild. " 1 4. O glücklich sel'ge stunden, Da ich den Heiland fand Im schweiße, blut und wunden! Ich blickte aut und stand Voll staunen an dem hügel, Es strönite Mittlersblut, Den geiste wuchsen flügel Der reinsten liebesglut. 5. Dort hängt mein heil im blute: Die lebensquelle quill't Der welt und mir zu gute; Nun ist der zorn gestillt. Ich eilte neu belebet Dem Hügel näher zu, Dort wo mein Heiland schwe= bet, Dort fand die seele ruh. 6. Besprüßte Schädelstätte, Gefärbtes Golgatha, So oft ich knie und bete, Bist du dem auge da, Es blicket thränend höher Auf zu dem kreuzes- stamm, Dort wo der große Seher Hängt, als ein Opferlanım. 7. Ein strohm von wehmuthsthränen Fließt auf der mange hin, Sin nie gefühltes sehnen Erhebt den neuen sinn. Das blut fängt an zu wallen, es klopft die warme brust; Der mund läßt laut erschallen Die süßte herzenslust. 8. Die fünden sind vergeben, mir heil und leben Auf meiner Die schuld ist abgethan. Es folgt pilgrimsbahn. Das siech- und sterbe bette, Wann angst und schmerzen nah, Verfüßt die Schäs delstätte, in blick auf Golgatha. Mel. Sier stehe ich und w. 2. Die Undacht eig'ner träfte, 107. Wenn meine fünd mich der 86 Von dem Begräbniß Jefu Chrifti. Herr Jesu Christ! So laß mich| 5. Herr, laß dein bittres leiden wohl bedenken, Wie du gestorben Mich reißen für und für, Mit albist, und alle meine schulden- last Am stamm des heil'gen freuzes Auf dich genommen hast. 2. O wounder ohne maffen! Wenn mans betrachtet recht, s hat sich martern lassen Der Herr für seine knecht; Es hat sich selbst, der wahre Gott, Für mich verlornen menschen, Gegeben in den tod. lem ernst zu meiden Die fündliche begier, Daß mir nie komme aus dem sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein freuz und meine plagen, Collt's auch seyn schmach und spott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese welt, Und folge dem exempel, Daš du mir vorges 3. Was fan mir denn nun scha- stellt. den Der sünden große zahl? Ich bin ben Gott in gnaden, Die schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der höllen quaal und glut. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn eigennuß und heuchel- schein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner lieb allein. 4. Drum fag ich dir von her: 8. Laß endlich deine wunden zen, Jeht und mein lebenlang, Mich trösten kräftiglich In meiFür deine pein und schmerzen, Onen letzten stunden, Und deß ver: Jesu, lob und dank, Für deine sichern mich, Weil ich auf dein noth und angstgeschren, Für dein verdienst nur trau, Du werdest unschuldig sterben, Für deine lieb mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. und treu. Von dem Begräbniß Jesu Christi. Mel. Mir nach! spricht Chr.| dich, Ich flehe dich mit thränen, Bersenke dich doch ganz in mich), 108, Erblaster leichnam in Und fröne dieses sehnen. Hab ich der gruft, So könig dich gleich ans hol; gebracht; lich begraben, Du sollst im her: zen, das dich ruft, Tein sichres Wars doch vom vater so bedacht. 5. Dein tod ist mir zum heil grabmal haben, Du sollst auch da versiegelt senn. Ich sente dich ins geschehn. Nun kan ich todter le ben. Wie wird, werd ich dich in herz hinein. mir sehn, Mein glaube sich ers heben! Froh wallet er durch dieß geleit Die straße der unsterblich: feit. 2. 3war findest du in meiner brust Kein neues grab, hingegen Die Kluft, davon ich mir bewußt, Daß mancher da gelegen. Hier ist fein pfund von fpecerey, Tas deinem leichnam würdig sen. 3. Dieß herz ist von der schlan: gen gift, Von listen ganz durch drungen, Weil das, was deine huld gestift, Das heil, das sie er: rungen, Das leben, das den tod besiegt, Noch nicht versiegelt in mir liegt. 4. Erwürgtes lamm! ich bitte 6. O! gieb dich dem, der um dich weint, Du allerhöchste gabe. Tu bist der weiß und rothe freund Auch jetzt int tod und grabe. Drück ich dich heute an mein herz, So flieht mich einst der to: desschmerz. 7. Das, was in meiner feele fehlt, Wird mir dein leichnam ges ben. Den stein, der mein gewiss sen quält, Kan deine liebe heben. Von dem Begräbniß Jefu Chrifti. 87 Wem sonst mein herz verbannet| bricht; In dunkel hüllet sich das fchien, Wird schnell als ein ver- licht; Den todten öffnet sich die bannter fliehn. thür, Und sie gehn aus dem grab herfür. 8. Versiegelt nun dein guter Geist, Den mir dein tod erwor= 5. So muß der Herr der Herrben, und der das pfand der kindlichkeit Beläutet werden diese zeit, schaft heißt, Dich mir, wie du Als man denselben in der still' gestorben, und wie du mir das le: Hinab zur ruh- statt bringen will. ben bist; So seh ich nichts, was schrecklich ist. 9. Wird denn die stille wachfamkeit Vor allen räuberschaaren Dich theuren schatz bey finstrer zeit als hüterin bewahren; Co schwör ich, daß kein höllengeist, Erblaster freund! dich mir ent: reißt. 10. Denn fühlt das Herz den liebestuß, Von dem, der in mir wohnet; Alsdann tritt mein gestärkter fuß, Der keinen banne schonet, Aus liebe zu dem her: jensfreund Mit macht auf den be: fiegten feind. 11. Nur dieses wachen, und die kunft Den feinden zu begegnen, Und keuschheit, in der reinsten brunst, Wenn jene pfeile regnen, Und diese tocken, treu zu seyn, Ist, starter Jesu! gänzlich dein. 12. Durchbrich, gekreuzigter, die kluft, Und komm! laß dich geniessen. Ich lege mich ben deiner gruft Bu den durchbohrten füffen. Ich weiche nicht, ich salbe sie, Denn mein erblaßter Serr ist hie. Mel. Nun laßt uns den leib. 109. Nun giebt mein Jeſus gute nacht, Nun ist sein leiden vollenbracht, Nun hat er seiner feelen pfand, Geliefert in des Vaters hand. 2. Seht Jesus hänget dort er: blast! Ihn würgte meine fünben- last; D blicke feele gläubig auf, Er endet dir zu gut den lauf. 3. Des tempels vorhang trennet sich, Das erdreich bebet furchtsamlich, Erschütternd bebt der berge fuß, Weil hier ihr schöpfer sterben muß. 4. Seht, wie der stärkste felfen 6. Die weiber stehen zwar von fern, und wollen sehn den aus: gang gern, Doch wissen sie nicht wie man wohl Den leib ju grabe tragen soll. 7. Bulent begab sich in gefahr Jofephus, der ein rathsherr war, Der Christum liebt und wollte nicht, Daß man ihn brächte vors gericht. 8. Getrost ist ihm sein herz und finn; Drum geht er zu Pilato hin; Begehrt den leichnami Jefu Christ, Der ihm auch nicht ver: weigert ist. 9. Bald kommet Nicodemus auch, Bu falben ihn nach altem brauch), Er bringt der besten speceren, Sammt saubern tüchern mancherley. 10. Da Jesus nun ist balsamirt, Und fein auf todten- art geziert, Da senket man ihn sanft hinab, Und legt ihn in des Josephs grab. 11. Nun Gottes Sohn, der uns erweckt, Wird selbst mit einem stein bedeckt; O denke mensch! hier an dein grab, Bald senket man dich auch hinab. 12. Was troßest du doch armer staub? Der würger macht ihn bald zum raub. Verlaß die welt, eil Jesu zu, Er schafft dir einmal fanfte ruh. 13. Es wird vielleicht nicht balfamirt Dein leichnam, noch so schön geziert, Gemig wenn er nach müh und last 3m grabe findet ruh und rast. 14. Doch freue dich, busfertig herz, Daß dich der fünden bittrer schmerz Bur freude führt, weil Jesus starb Und dir den himmel selbst erwarb. 88 Von dem Begrabniß Jesu Christi. 15. Nur er that deine bosheit ab, 4. Weil denn die creatur fich Und nahm sie gänzlich mit ins regt, So werd', o mensch, hier: grab, Und als er ward vom tod durch bewegt! Berreißt ein fels, befrent, Da bracht er die gerech- und du wirst nicht Durch dis ge: tigkeit. richt Bewogen, daß dein herze bricht? 16. Sterb ich nun gleich, was ist es mehr? Steh ich doch auf mit pracht und ehr; Im grabe bleibt der fündenschlanım, Den ich aus dieser welt mit nahm. 17. Mein Heiland hat in jener nacht Den sabbath mir zuweg ge= bracht, Der bringet mich zur füssen ruh, Wenn ich die augen schliesse zu. 18. Hier leb ich aller unruh voll, Und wann mans dannoch loben foll, So heißt es gleichwohl, daß hieben Nur müh) und angst gewe= sen sey. 19. So bald mein heil mich hier abruft, und mich umschließt die stille gruft, Dann ruh' ich sanft vom jammer los In unsrer mutter kühlem schoos. 20. Heißt das nicht wohl ein großer ruhm, Mein grab wird mir zum heiligthum; Denn Chriftus der im grab erwacht, hat heilig auch mein grab gemacht. 21. Bald kommt die frohe zeit herben, Wann uns der engel feldgeschren Erwecket, die wir Jesum fehn, Und mit ihm zu der hochzeit gehn. Mel. Wie flieht dahin der. 110. Nun ist es alles wohl gemacht, Weil Jesus ruft: es ist vollbracht! Er neigt fein haupt, o mensch! und stirbt, Der dir erwirbt Das leben, das niemals verdirbt. 5. Dein ist die schuld, das nim in acht, Daß Jesus ist ans freuz gebracht, Ja gar zum tod und in das grab, Weil er aufgab Den geist, und mit geschrey schied ab. 6. Drum folge Jesu nach in grab, Und stirb dem greul der fünden ab; Gehst du nicht mit ihm in den tod, Vom fünden koth, So mußt du fühlen höllen- noth. 7. Ach! Bater, ach! dein ein'ger Sohn Erbleicht am freuz mit schmach und hohn: Nun, dis ge: schicht für meine schuld, Drum hab geduld, Und zeig in Jesu gnad und huld. 2. Erschrecklich, daß der Herr er: bleicht Der herrlichkeit, dem niemand gleicht, Der lebensfürst; die erde kracht, und es wird nacht, Weil Gottes john wird umgebracht. 8. Ich will mit ihm zu grabe gehn, und, wo die unschuld ble: bet, fehn: Ja ich will ganz begra: ben senyn Im tod allein Mit ihm und selig schlafen ein. 9. Ertödt, o Jesu! selbst in mi Der schlangen brut, das böse thies Den alten menschen, daß ich streb Und mich erheb' Gen himmel, unl dir, Jesu, leb! 10. Colt ich den fünden- unfla noch mehr hegen? nein, die schm re joch Sen abgelegt, es hat mi lang Gemachet bang: Nun wei ich, daß ich gnad empfang. 11. Ich will heut abgestorben seyr Der sünd', und leben dir allein: es hat dein tod das leben mir Gebracht herfür, Und aufgethan des Himmels thür. 12. O Jesu Christe! stärke mich In meinem vorsag träftiglich! Laß mich den kampf so seßen fort, Nach deinem wort, Daß ich die kroner: lange dort. 3. Die sonn' verlieret ihren schein, 13. So will ich dich, Herr Jesu Des tempels vorhang reißt ent- Christ, Daß du für mich gestorben awen, Der heil'gen gräber öffnen bist, Von herzen preisen in der zeit, fich Ganz wunderlich), Und sie stehn Und nach dem streit, In freud und auf gar sichtbarlich. Iwonn in ewigkeit. Bon der Auferstehung Jesu Chrifti. 89 5. O süffer mund! O glaubens: grund! Wie bist du doch zerschla= gen? Alles was auf erden lebt Muß dich ia beklagen. Mel. Der tag ist hin, mein. 111. Straurigkeit! Oher zeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gottes Baters einig kind Wird ins grab getragen. 2. O große noth! Mein Herr ist tod; Am freuz ist er gestorben, Hat dadurch das himmelreich) Uns aus lieb erworben. 3. O menschen- tind! Nur deine sünd Hat dieses angerichtet, Wie du durch die missethat Warest ganz vernichtet. 4. Dein bräutigam, Das Gottes: lamm, Liegt hier mit blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 6. lieblichs bild, Schön, zart und mild, Du föhnlein der jungfrauen! Niemand kan dein heisses blut Sonder reu anschauen. 7. Hoch- selig ist Bu dieser frist, Der dieses recht bedentet, Wie der Herr der herrlichkeit Wird ins grab gesentet. 8. O Jesu, du, Mein hülf und ruh! Ich bitte dich mit thränen: Hilf, daß ich mich bis ins grab Möge nach dir sehnen. Von der Auferstehung Jesu Christi. Mel. Mein Jesus, schönstes. den kan ich spotten, Bleib allzeit 112. Auf auf! mein herz ohn gefahr: Der tod mit seiner mit freuden, Nim macht Wird schlecht ben mir ge= wahr, was heut geschicht, Wie acht't, Er bleibt ein todtes bild, nach so großem leiden, un kommt Und wär er noch so wild. ein großes licht! Mein Heiland war gelegt Da, wo man uns hinträgt, Wenn von uns unser geist Gen himmel ist gereist. 6. Die welt ist mir ein lachen Mit ihrem großen zorn, Sie zürnt und fan nichts machen, All' arbeit ist verlorn: Die trübsal trübt mir nicht mein herz und angesicht, Das unglück ist mein glück, Die nacht mein sonnenblick. 2. Er war ins grab gesenket, Der feind trieb groß geschren; Eh ers vermeint und denket, Ist Christus wieder fren, Und ruft victoria, Schwingt fröhlich hie und da Die fahne als ein held, Der feld und muth behält. 3. Der held steht auf dem grabe, Und sieht sich munter um, Der feind liegt und legt abe Gift, gall und ungestüm; Er wirft zu Christi fuß Sein höllen- reich, und muß Selbst in des siegers band Ergeben fuß und hand. 4. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freuden- spiel, Nun soll mir nicht mehr grauen Vor allem, was da will Entnehmen meinen muth, Busammt dem edlen gut, So mir, durch Jesum Christ, Aus lieb er: worben ist. 5, Die höll und ihre rotten, Die krümmen mir kein haar, Der füns 7. Ich hang, und bleib auch hans gen An Christo als ein glied; Wo mein haupt durch ist gangen, Da nimt es mich auch mit; Er käms pfet durch den tod, Durch welt, durch fünd und noth, Er kämpfet durch die höll, Ich bin stets sein gesell. 8. Er dringt zum faal der ehren, Ich folg ihm immer nach, Und darf mich gar nicht fehren An einig ungemach; Es tobe, was da tan; Er nimt sich meiner an; Mein Heiland ist mein schild, Der alles toben stillt. 9. Er bringt mich an die pforten, Die in den himmel führt, Daran mit güldnen worten Der reim ges lesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, Wird hier auch mit ges 90 Von der Auferstehung Jefu Chrifti. frönt; Wer dort mit sterben geht, Wird hier auch mit erhöht. Mel. Mein herzens Jesu. 113. Christus lag in todes banden unsre fünd gegeben, Er ist wieder auf: erstanden, und hat uns bracht das leben, Darum wir sollen fröhlich seyn, Gott loben und ihm dantbar seyn, Und singen, Alleluja, Alleluja. 2. Den tod niemand bezwingen konnt, Ben allen menschentindern: Tas machet alles uns're fünd, Kein unschuld war zu finden. Deswegen kam der tod so bald, Und nahme über uns ge= malt, Und hielte uns gefangen. Alleluja. 3. Jesus, der wahre Gottes Sohn, An unfre statt ist kommen, Und hat die fünde abgethan, Da mit dem tod genommen Sein recht und alle sein gewalt, Da bleibet nichts denn tods- gestalt, Der stachel ist zerbrochen. Alleluja. 4. Es war ein wunderlicher frieg, Da tod und leben rungen, Das les ben das behielt den sieg, Es hat den tod verschlungen; Die schrift hat uns verkündet das, Wie hier ein tod den andern fraß, in spott der tod ist worden. Alleluja. 5. Hie ist das rechte opterlamm, Davon Gott hatt' geboten, Das ist hoch an des freuzes stamm, In heisfer lieb gebraten, Deß blut be zeichnet uns're thür, Das hält der glaub dem tode für, Der würger uns nicht rühret. Alleluia. uns're feel allein, Der glaube will ihm leben. Alleluja. Mel. Seut triumphiret G. 114. Der Seiland lebt, er drang hervor; Laut jauchzt das frohe himmels- chor: Halleluja! Halleluja! Das grab ist leer, der tod verschwand Weil er sein grab in Christo fand. Halleluja! Halleluja. 2. Das grab ist leer, das schre den fleucht, Wein heiland hat es dort verscheucht: Halleluja!:,: Wo Jesus lag, da flieht die noth, Jch sterbe nicht, denn er war todt. Halleluja. 3. Selbst engel scheuen nicht die gruft, Sie strömt den süßten le: bensduft: Halleluja!:,: Der teufel bebt, er ist besiegt, Seht wie er sich am grabe biegt! Halleluja!:,: 4. Owohnung stiller einfamkeit, Tu endest kummer, angst und leid: Halleluja!:,: Wie reißend ist dein anblick nun, Wie sanft werd ich dort einmal ruhn. Halleluja!:,: 5. Der moder frißt zwar mein gebein, Doch wird mein heiland mich verneu'n: Halleluja!:,: Die flimme Jefu schallet laut, Der mich nach seinem bilde baut. Halle: luja!:,: 6. Ich steige himmlisch aus der gruft, Er rücket mich hin durch die luft: Halleluja!:,: Wo seiner heerde reine zahl, Hält mit ihm froh das hochzeitmahl. Halleluja! Halleluja! Mel. Vom himmel hoch da. 6. So feyern wir das hohe fest 115. Erinnre dich, mein Mit Herzens freud und wonne, geist, erfreut, Das uns der Herre scheinen läßt, hohen tags der herrlichkeit, Halt Er selber ist die fonne, Ter gna- im gedächtniß Jesum Christ, Der denvoll durch seinen glanz, Er- von dem tod erstanden ist. leuchtet unsre herzen ganz, Die nacht ist nun vergangen. Alleluia. 7. Wir leben wohl und essen nun Die rechten ostergaben, Der alte fauerteig nicht soll Seyn bey dem wort der gnaden. Christus will felbst die koste seyn, Und speisen 2. Fühl alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien, Als fpräch) er: friede sen mit dir! So freue dich), mein geist in mir. 3. Echau über dich und bet ihn an. Er mißt den sternen ihre bahn; Er lebt und herrscht mit Von der Auferstehung Jesu Christi. 91 Gott vereint, Und ist dein könig| herrlichkeit, Deß dank'n wir ihm und dein freund. in ewigkeit, Alleluja,:,: 2. Dem teufel hat er seine macht Berstört, verheert in großer kraft, Alleluja, Alleluja. Wie pflegt zu thun ein großer held, Der seinen feind gewaltig fällt, Alleluja,:,: 3. O süsser Herre Jesu Christ, Der du der fünder heiland bist, Alleluja, Alleluja. Führ uns durch dein barmherzigkeit, Mit freuden in dein herrlichkeit, Alleluja,:,: 4. Hier ist doch nichts denn angst und noth, Wer glaubet und hält dein gebot, Alleluja, Ulleluja: Der welt ist er ein hohn und spott, Muß leiden oft ein schnöden tod, Alleluja,:,: 4. Macht, ruhm und hoheit im merdar Dem, der da ist, und der da war! Sein name sen gebene: dent, Von nun an bis in ewigkeit. 5. O glaube, der das herz erhöht! Was ist der erde majestät, wenn sie mein geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche herrlichkeit ist mein! 7. Mein herz erliegt froh unter ihr; Lieb und verwundrung kämpft in mir, Und voll von ehrfurcht, dank und pflicht, Fall ich, Gott, auf mein angesicht. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein vertrau'n, In meinem flei: sche dich zu schau'n? 9. Ich soll, wenn du, des lebens fürst, In wolken göttlich) kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und rein zu deiner rechten stehn? 10. Mit engeln und mit sera: phim, Mit thronen und mit cherubim, mit allen frommen aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit? 11. 3u welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das chris fenthum! Mit dir gefreuzigt, Got tes Sohn, Sind wir auch aufer: standen schon. 12. Nie fomm es mir aus meis nem finn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Bu deinem bilde fiets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft: Sein ist das reich, sein ist die kraft. Halt im gedächtniß Jefum Chrift, Der von dem tod erstanden ist! 5. Nun fan uns kein feind scha: den mehr, Ob er gleich murrt, ist ohngefähr, Alleluja, Alleluja. Er liegt im toth der arge feind, Dar: geg'n wir Gottes tinder feynd, Alleluja,:,: 6. Dafür wir danken allzugleich), und sehnen uns ins himmelreich), Alleluja, Alleluia. Es ist am end, Gott helf uns all, So fingen wir mit großem schall, Alleluja,:,: 7. Gott dem Vater im höchsten thron, Sammt seinem eingebore nen Sohn, Alleluja, Alleluja. Dem heil'gen Geist zu gleicher weis, In ewigkeit sen lob und preiß, Alleluja, Alleluja. 117. Jeſus Christus unser heiland, Der den tod überwand, Ist auferstanden, Die fünd hat er gefangen, Kyrie elei son. 2. Der ohne fünde war geborn Trug für uns Gottes zorn, Hat uns verföhnet, Daß uns Gott sein' huld gönnet, Kyrie eleiſon. 3. Tod, sünd, teufel, leben und gnad, Alles in händen er hat, Er tan erretten Alle die zu ihm tre= ten, Kyrie eleison. Mel. O Jefu süß, wer dein. 116. Heut triumphiret Got= tes Cohn, er von dem tod erstanden schon, Alleluia, Alleluja, Mit großer macht und in euch von fünden Und altem Mel. Mein herzens Jesu. 118. Ihr Christen feht, daß ausfegt, 92 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. fauerteig noch regt, Nichts muß sich deß mehr finden; Daß ihr ein neuer teig möcht seyn, Der unge säuert fen und rein, Ein teig der Gott gefalle. 3. Die durchgangs- nacht ist nun vorben, Daß uns der würger nicht berühret, Wir sind von Pharao befrent, und ausgeführet Bom joche böser lust, und solcher ty= rannen. 2. Habt doch darauf genaue acht, Daß ihr euch wohl probiret, Wie ihrs vor Gott in allem macht, Und euren wandel führet: in wenig fauerteig gar leicht Den ganzen teig fortan durchschleicht, Daß es wird ganz durchsäuert. 3. Also es mit den fünden ist, 5. Dopfer aller ehren werth, Wo eine herrschend bleibet, Da Dadurch der höllen schloß zerbrobleibt auch, was zu jeder frist Bum| chen! Was sonst der satan band, bösen feuer treibet. Das ofter kommt nun hervor gekrochen, Und Lamm im neuen bund Erfordert, wird durch Christi tod jum leben daß des herzens- grund Ganz rein umgekehrt. 4. So ist denn Christus unser fest, Das lamm zum schlachten hinges geben: Das ungesäurte brod juni unverfälschten leben, Das ist sein opfer- fleisch, das er uns kosten läßt. in allem werde. 4. Wer ostern halten will, der muß Darben nicht unterlassen Die 6. Der Herr steht auf, und läßt fein grab, Er hat den abgrund überwunden, Den mordtyrannen bittre false wahre buß; Er muß selbst und seine macht gebunden, das böse hassen, Daß Christus, unser ofterlamm, Für uns geschlacht't am freuzes- stamm, Ihn durch sein blut rein mache. Und bricht von Edens thor die starken riegel ab. 5. Drum laßt uns nicht im fauerteig Der bosheit oftern effen, Auch nicht in schaltheit, ob sie gleich Uns hat sehr hart beseffen; Bielmehr laßt uns die ofter- zeit Im füssen teig der lauterkeit und wahrheit christlich halten. 6. Herr Jesu, osterlamm, ver= leih Uns deine ostergaben, Tas wir den frieden, und daben ein ceines herze haben; Gieb, daß in ins dein heiligs wort Ter fünden auerteig hinfort Je mehr und mehr ausfege. 119. Kommt! fend gefast zum Lammes- mahl, Am geist geziert mit weissen röcken: Wir sind im rothen meer der schuld nicht blieben stecken; Dem Herrn, der unser Fürst, sen lob ohn alle zahl. 2. Sein leib, der unsre feel ers göst, Gebraten an des kreuzes stamme, Das rosenrothe blut von diesem ofterlanime Ist untre fee: tenstost, die uns in Gott versetzt. 7. Tu ursprung dieser ganzen welt, Erhör dis unfer ofterbitten, Und rette, was dein Sohn ihm selbst so theu'r erstritten, Von dem, was man für tod und solchen uns fall hält. 8. Lob sey dir, Herr, dem alles singt, Der du vom tod erstehst ins leben, Mit Bater und dem Geist, der uns mehr kraft kan geben, Bis daß die ewigkeit den lauf der zeit verschlingt. Mel. Seut triumphiret G. 120. Lebt Chriſtus, was bin ich betrübt? Ich weiß daß er mich herzlich liebt, Halles luia, Balleluia! Wenn mir gleich alle welt stürb ab, Gnug, daß ich Christum ben mir hab, Halleluja, Halleluja, 2. Mein Jefus lebt, und schüs Bet mich, Darum, mein herz freu allzeit dich, Halleluja:,: Ob fich erhebt der bösen rett, Sen gutes muths, nur ihrer spott, Halles luia,:,: 3. Lebt doch mein Jesus in der höh, Troß dem, der mir entgeget Von der Auferstehung Jefu Chrifti. 93 steh! Halleluja,:,: Er kan dem lebens hort, Hab dank, o Jefu! feind begegnen so, Daß er der list hier und dort; Halleluja, Halle: wird nimmer froh, Halleluia,:,: luja. 4. Ich seh auch nicht, warum Ich sollt' Betrüben mich), wenn ich gleich wollt, Halleluja,:,: Meil mel. Auf, auf! mein herz m. 121. Mein Jefu schönstes leben, an den Wer ist, der mir das leben raub? Halleluja,:,: 5. Er macht ja durch sein auf: erstehn, Daß ich zum himmel fan eingehn, Halleluja,:,: Kein' fünd, fein tod im wege seyn, Die strasse hält er fren und rein, Halleluja,:,: ofterlamm, Der du dich haft gegeben Für mich ans freuzes- stanim Aus heisser herzens- lieb, Aus freyem geistes trieb, Bum opfer und zur gab'; Mein mattes hers ze lab'! 6. Mein glaub an Jesum tilgt die fünd, Gott liebet mich recht als sein kind. Halleluja,:,: Ist Gott versöhnt, ist er mein freund, Dann to be welt, und alle feind', Halleluja,:,: 2. O lamm ohn alle schulden! Das läst erwürgen fich, Und gere ne will erdulden Die straf und pein für mich: Du hängest an dem holz: Bu büffen meinen stolz; Du siirbest für die welt, Die doch von dir nichts hält. 7. O tod! vor dir fürcht ich mich nicht, Dein' macht die bösen nur ansicht, Halleluja,:,: Weil er, mein Jesus, dich bezwingt, Und mich durch dich zum himmel bringt, Halleluja,:,: 3. Hier hängt das heil der ers den, Mein schaß und bräutigam: Hier will zur fünde werden Das reine Gottes- lamm. Das leben selber stirbt, Gnad, segen, fried erwirbt uns menschen insgemein: Ach! laßt uns dankbar seyn. 8. Wenn ich trost, hülf und gnad 4. Mein Jesus läßt sich braten begehr, Mein Jesu, mir dieselb' Am hohen freuzes- stamm, Bu het: gewähr, Halleluia,:,: Ich glaub fen und zu rather Uns von der an dich, lehr meinen geist, Daß höllenflamm; Sein schönes rothes du vom tod erstanden seyst, Hal- blut Löscht aus die heisſe glut, Und teluja,:,: dämpfet Gottes grimm, Durch 9. So werd ich nimmer seyn seiner fürbitt stimm. verlorn, So wahr als du ein mensch geborn: Halleluja,:,: Wer an dich glaubt, und zweifelt nicht, Der kommet ja nicht ins gericht, Halleluia,:,: 10. Ich glaub an dich, mein Sefu Christ, Daß du für mich geftor: ben bist, Halleluja,:,: Und aufer: standen mir zu gut, Daß du mich hältest stets in hut, Halleluja,:,: 11. Wie fönnt ich denn verloren fenn, Es ist unmöglich, nein, ach nein! Halleluja,:,: Gott lob! der starke Jesus lebt, mit ihm lebt, wer im glauben schwebt, Halleluia,:,: 12. Ich leb, und werd in ewigfeit mit Jefu leben, o der freud! Halleluja ,,: Deß habe dant, du 5. Doch bleibt nicht immer lie: gen Das lamm in seinem grab; s steht auf, und will siegen; Nachdems geleget ab Die schwach heit, nimt es an Den löwen- muth, da tan es ringen, als ein held, Sünd, teufel, tod und welt. 6. Wie soll ich doch geniessen Dis lamm recht würdiglich, Das sein blut läßt vergiessen, Ja gar erwürgen fich? Mein her; erst fo= sten muß Die falfen bittrer buß. Daß geist und auge thränt, Und sich nach troft recht sehnt. 7. Ich will dich, Jesu, effen, Und gläubig nehmen ein, Tabey nicht seyn vergesſen Der ausge standnen pein. Mein herze, hand und mund, Bu jeder zeit und 94 Von der Auferstehung Jesu Christi. stund, Coll danken deiner treu,| held aus Juda stamme, Tem rechs Die alle morgen neu. ten Davids: Sohn, Preis, ehre, lob und ruhm, Macht, weisheit und Reichthum Bufammt victoria Bringen, Halleluja. 8. Der sauerteig der fünden Muß werden ausgefegt, Die lüste so sich finden Ben mir, seyn abgelegt: In süsser lauterfeit Will ich nun seyn bereit, 3u wandeln hier auf erd, So lang ich leben werd. 9. Gegürtet will ich stehen Bum guten und geschuht, Den weg des Herrn zu gehen, Da man, das droben, sucht: Dein freuz soll fenn mein stab, Der erde sag ich ab, Bu dir hinauf ich eil', Im himmel ist mein theil. 10. Wie füß, o süsse schmecket Dis ofter- lämmelein! Sein fleid die blösse decket, Sein blut macht heil und rein: Sein fleisch, fo schön und zart, Hat rechte zuderart, Im mund giebts füßen faft, Dem herzen stärk und kraft. 11. Wein, honig, manna laben, Und sind die beste kost; Die aber Jefum haben, Betheuren gar getrost: Nichts füsser ist, als du, Jefu, fanfte ruh; Nichts gehet milder ein, Als dis brod, fleisch und wein. Mel. Jesu meine freude. 122. Nun ist auferstanden, Aus des todes- banden, Gott und menschen- sohn; Jesus hat gesieget, Daß nun alles lieget Unter seinem thron. Alle feind, Eo viel ihr seynd, Hat er auf das haupt geschlagen, Ja gar schau getragen. 13. Darum, mein Jefu, speise, Mit deinem fleisch und blut, Uns auf der Himmels reife, Und bring uns zu der hut, Wo feinen nicht mehr dürft't, Da du selbst leiten wirst Dein schäftein zu der quell, Die felig, flar und hell. 2. Daß er wollen sterben, War uns zu erwerben, Heil und seligs feit; Nachdem dis geschehen, Dür: fen wir nun sehen, Daß vor fur: zer zeit Er zwar sich Wahrhaftig: lich, In den tod um unser leben, Hab dahin gegeben. 3. Niemand wird nun finden, Daß von unfern fünden Noch was übrig sey; Weil der wiederkommen, Ter sie übernommen; Ja in dem er frey, So ist nun Genug zu thun, weil die zahlung just bes funden, Keiner mehr verbunden. 12. Wer steht in schweren leiden, 4. Was will uns nun schaden, Wen ängst't der seelen schmerz, Weil wir zu genaden Eind ein: Kan in dir, Jesu, weiden Sein mal gebracht? Will der teufel jammer- volles herz: Wer in sich dräuen, Dürfen wir nicht scheuen schwach und matt, Wird durch eine list und macht: Hie ist der, dich stark und fatt; Wer geht gebückt, gedrückt, Wird in dir wohl erquickt. Borwelchem er Augenblicklich muß erbeben, und hinweg sich heben. 5. Hölle! willst du pochen? Det dich hat zerbrochen, Stellt sich les bend dar, Weil du nun gelassen, Und nicht möchtest fassen, Den, der bürge war, Eo hast du, Fort immerzu Deines rechtes dich be: geben, Wider unser leben. 14. Da Gott, die lebens- fonne, In, durch und in uns scheint; Wo Jesus freud und wonne Tent einschenkt, der geweint; Wo jauchzt, wer hier geacht; Wo hüpft, wer hier gelecht: Der schaden wird erießt, Was war verlest, ergößt. 15. Da wollen wir dem lamme 7. Darum mir nicht grauet, Mitten in's vaters thron, Dem Wenn mein geist anschauet, Daß 6. Laß die jähne blecken, Und die händ ausstrecken, Wider uns den tod, Denn sein pfeil und bos gen, Sinden sich betrogen: 65 hat femme noth; Ob er trifft, 35 drum fein gift, Sondern muß mit feinen pfeilen, Er vielmehr uns heilen. Von der Auferstehung Jefu Chrifti. 95 noch in das grab, Meine müde| halten auf; Er ist der überwinglieder, Werde legen nieder, Weil der. ich dieses hab, Daß mein hort Mir diesen ort Selbst mit seinem leibe weihe, Daß ich ihn nicht scheue. 4. Dem tod ein gift, der höll ein pest 3st unser heiland worden: Wenn fatan auch noch ungern läft Vom wüthen und vom mor: den, Und da er sonst nichts schaf fen kann, Nur tag und nacht uns klaget an, Co ist er doch verwors fen. 5. Des Herren rechte die behält Den sieg und ist erhöhet; Des Herren rechte mächtig fällt Was ihr entgegen stehet. Tod, teufel, höll, und alle feind In Christo ganz gedämpfet seynd; Ihr zorn ist kraftlos worden. 8. So sind alle Christen, Dir und deinen listen Tod, o eitelfeit, Wie wir uns nun haben Lasfen mit begraben, Hier in dieser Beit, So wird er, Der große Herr, uns hervor auch mit sich führen, Und mit kronen zieren. 9. Dann dis sicher stehet, Weil das haupt nun gehet, Aus dem grab heraus, Müssen auch die glieder, Sonder zweifel wieder Aus dem todten- haus, Wann jetzund Die liebe stund, Ihnen wieder giebt das leben, Bu ihm sich begeben. 10. O der großen freude! Wer wollt nun das kleide Dieser sterblichkeit, Nicht getroft ablegen? Weil ja doch hingegen Nach so furzer zeit, Jesus Christ, Bereitet ist, Ihn zu kleiden mit der sonne, In der himmels- wonne. Mel. Es ist gewißlich an. 123. tod, wo ist dein ſta: chel mun, Wo ist dein sieg, o hölle? Was kan uns ieht der teufel thun, Wie bös er fich auch stelle? Gott sen gedankt, der uns den sieg So herrlich hat nach diesem krieg Aus gnad und gunft gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte schlang, Als Christus mit ihr fämpfte. Mit list und macht sie auf ihn drang, Jedennoch er sie dämpfte; Ob sie ihn in die ferfen sticht, So sieget sie doch darum nicht, Der topf ist ihr zertreten. Und sieh! er lebet wieder, Weil 6. Es war getödtet Jesus Christ, wir auch auf, die glieder. So jes nun das haupt erstanden ist, Stehn tod und grabe er nicht bleibt; Er mand Christi worten gläubt, Im lebt, ob er gleich stirbet. 7. Wer täglich hier durch wahre reu Mit Christo auferstehet, Ist dort vom andern tode fren, Der felb ihn nicht angehet; Der tod hat ferner feine macht, Das leben ist uns wiederbracht und unvergänglichs wesen. 8. Das iſt die reiche ofterbeut, Der wir theilhaftig werden; Heil, friede und gerechtigkeit Im himmiel und auf erden. Hier sind wir still, und warten fort, Bis unfer leib wird ähnlich dort Christi ver: klärtem leibe. hingegen wird zu schanden, Fr 9. Der alte drach), und seine rott, legt ist er mit schimpf und spott, Da Christus ist erstanden. Des hauptes sieg der glieder ist, Drum tan mit aller macht und list, Uns satan nicht mehr schaden. 10. O tod! wo ist dein stachel 3. Lebendig Christus kommt her- nun? Wo ist dein sieg, o hölle? für, Den feind nimt er gefangen, Was kan uns jetzt der teufel thun, Berbricht der höllen schloß und Wie grausam er sich stelle? Gott thür, Trägt weg den raub mit sen gedankt, der uns den sieg So prangen: Nichts ist das in dem herrlich hat in diesem krieg Aus fieges- lauf Den starten held tan| gnad und gunst gegeben. 96 Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 6. Herr Jesu, komm, du Gnaden= Mel. Wie schön leucht't uns. Thron, Du Sieges- Fürst, Held, 124. undergroffer Davids Sohn! Komm, stille das fieges- held, Du fün verlangen! Du, du bist allein uns den- träger aller welt! Heut haft zu gut, O Jeſu, durch dein theures du dich gesehet Bur rechten deines blut Ins heiligthum gegangen. Baters fraft, Der feinde schaar ge- Komm schier, Hilf mir, Denn so bracht zur haft, Bis auf den tod wollen wir ohn ende Fröhlich verleßet, Mächtig, Prächtig, Tri- tlopfen in die Hände. umphirest, Jubilirest; Tod und leben Ist, Herr Christ, die untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich, Sieges- Fürsten, loben, Weil du den segen wiederbracht, Mit majestät und groffer pracht, 3ur freu de bist erhoben; Einget, Klinget, Rühmt, und ehret Den, so fähret Auf gen himmel Mit posaunen und getümmel. 2. Weil er gezogen himmel an, Und gaben hat empfangen, Mein 3. Du bist das haupt, hingegen her; auch nur im himmel fan, wir Sind glieder; ja es kömmt! Const nirgends, ruh erlangen: von dir Auf uns licht, trost und Denn wo mein schan gekommen leben: Heil, friede, freude, stärt hin, Da ist auch stets mein herz und kraft, Erquickung, labsal, her- und finn: Nach ihm mich sehr zens- saft Wird uns von dir gege= verlanget. ben: Bringe, Swinge Mein ge müthe, Mein geblüthe, Daß es preife, Dir lob, ehr und dank er: weife. 4. Bieh, Sefu, uns, zieß uns nach dir, Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem reiche trachten: Laß unser thun und wandel seyn, Daß wir mit demuth gehn herein, All üppigkeit verachten: Unart, Hoffart Laß uns meiden, Christlich leiden, Wohl ergründen, Wo die gnade sen zu finden. Mel. Allein Gott in der höh. fahrt allein Ich mei125. Auf Christi himmel: ne nachfahrt gründe, Und allen zweifel, angst und pein hiemit stets überwinde: Denn weil das haupt im himmel ist, Wird seine glieder Jesus Christ Bur rechten zeit nachholen. 5. Sen, Jesu, unser schutz und schat, Sen unser ruhm und fester plan, darauf wir uns verlassen: Laß fuchen uns was droben ist, Auf erden wohnet trug und list: Es ist auf allen straßen Lügen, Trügen, Angst und plagen, Die da nagen, Die da quälen Stündlich arme Christen- feelen. 3. Ach Herr, laß diese gnade mich von deiner ausfahrt spüren, Daß mit dem wahren glauben ich Mag meine nachfahrt zieren, Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Herr, höre dis mein flehen! Mel. Ermuntre dich mein. 126. Du u Lebens- Fürst, Herr Jesu Christ, Der du bist aufgenommen Gen himmel, da dein Vater ist und die gemein der frommen: Wie soll ich deinen großen sieg, Den du durch einen schweren krieg Erworben haft, recht preisen, Und dir gnug ehr erweisen. 2. Du hast die höll und fünden noth Gan; ritterlich bezwungen; Du hast den teufel, welt und tod Durch deinen tod verdrungen: Du hast gesieget weit und breit; Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. 97 leben Gnug Wie werd ich solche herrlichkeit,| haft den weg uns offenbart, Der D Herr, in diesem uns zum Bater leitet: Und weil würdiglich erheben? denn du, Herr Jesu Christ! Nun stets in deiner wonne bist, Co werden ja die frommen Dahin zu dir auch kommen. 3. Du hast dich zu der rechten hand Des Vaters hingegeben, Der alles dir hat zugewandt, Nachdem du, o mein leben, Tie starken feind' haft umgebracht, Triumph und sieg daraus gemacht, Ja gar auf deinem wagen Gar herrlich schau ge= tragen. 4. Nun lieget alles unter dir, Den Vater ausgenommen: Es müssen engel für und für Dir aufzuwarten kommen: Tie fürsten stehen auf der bahn, Und sind dir willig unterthan, Luft, wasſer, für, Daß wir mit den gemüthern, 11. Herr Jesu, zieh uns für und feu'r und erden Muß dir zu dienste werden. Nur oben wohnen stets ben dir In deinen himmels- gütern: Laß fried und wahrheit geht herein, unsern siß und wandel seyn, Wo Laß uns in deinem wesen, Das himmlisch ist, geneſen. 12. Hilf daß wir suchen unsern schat Nicht hier in diesem leben, Nein, sondern dort, wo du den plas Wirst Gottes findern geben. Ach! laß uns streben fest und wohl Nach dem, das künftig werden soll, So können wir ergründen, Wo dein gezelt zu finden. 5. Du starter Herrscher fährest auf Mit jauchzen und lobsagen, und gleich mit dir in vollem lauf Viel hundert taufend wagen; Du fährest auf mit lobgesang, Es schallet der posaunen klang: Mein Gott, vor allen dingen Will ich dir auch lobsingen. 10. Ist unser haupt im himmel: reich, wie die Apostel schreiben, So werden wir, den engeln gleich, Nicht ausgeschlossen bleiben. Du Gott, nicht lassen von dir seyn, wirst uns, deine gliederlein, Mein Die doch so fest vertrauen, Dein' herrlichkeit zu schauen. 6. Du bist gefahren in die höh, Und führeft die gefangen, Die uns mit thränen, ach und weh Genehet oft die wangen, Drum preisen wir mit süssem schall, O starker Gott, dich überall, Wir, die wir so viel gaben Hiedurch empfangen haben. 13. Sieh uns nach dir, so laufen wir, Gieb uns des glaubens flügel: Hilf, daß wir flichen weit von hier Auf Ifraelis hügel. Mein Gott! wenn fahr ich doch dahin, Woselbst ich errig fröhlich bin? Wenn werd ich vor dir stehen, Dein angesicht zu ſehen? 7. Du bist das haupt in der gemein, und wir sind deine glieder: Du wirst der glieder schuß ja seyn, Und zu uns kommen wieder Mit deinem troft und deinem licht: Wenn uns vo angst das herie bricht, Denn kanst du kraft und leben, Ja fried und freude geben. 8. Du falbest uns mit deinem Geist, Und giebst getreue hirten, Die lehrer, welch' uns allermeist Mit himmelbrodt bewirthen: Du hoherpriester zeigest an, Daß deihe hand uns retten kan, Ja von der höllen rachen 127. Froldet ihr völker, fros und ledig machen. mit händen, Und jauchzet dem Höchsten mit fröhli9. Du hast durch deine himmel- chem schall: Denn Jesus, der Köz fahrt, Die firaße uns bereitet, Tunig an alle welt enden, Ist herrs E 14. Wenn soll ich hin ins para= dis Bu dir, o Sesu, kommen? wenn kost ich doch das engelfüß, Wenn werd ich aufgenommen? Mein Heiland, fomm, und nimm mich an, Auf daß ich fröhlich jauchzen fan, Und klopfen in die hände: Gelobt sey Gott ohn ende. 98 Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. lich und donnert mit schrecklichem| ben Als man darauf dich sah be= fnall. 2. Er sieget und wirfet die völter zur erden, und leget die feine de zu unserem fuß: Die herrlichteit Jacobs soll herrlicher werden, Wir haben sein erbe zu unserm genuß. 3. Gott fähret mit jauchzen und hellen posaunen, Lobsinget, lob: finget, lobsinget dem Herrn, Der Höchste ist König: die völker er staunen, Lobsinget ihm flüglich, lobsinget ihm gern. 4. Der Höchste ist König, ein herrscher der heiden, Er fizet auf feinem geheiligten stuhl, und schmettert, die seine regierung nicht leiden, Mit schrecklichem eifer zum feurigen pfuhl. 5. Er sammlet die fürsten und völker der erden Bu einerley volte, zu Abrahams Gott, Da wird denn sein name verherrlichet wer: den, Da wird man ihm danken, dem teufel zum spott. 6. Dann folgen, o Jesu, du König der ehren, Die heiligen schilde dem göttlichen zug; Dann läsfet man jauchen und lobgesang hören, Und opfert dir willig im heiligen schmuck. Mel. Zerfließ mein geist in. 128. Gelobet sen Jehova der heer schaaren, Der heute fein triumphs- fest hält! Man fiehet ihn mit groffer pracht auf fahren, Und abschied nehmen aus der welt; Er fähr't dahin, wo er sonst war, Eh man noch zählte tag und jahr, Bum Bater, der ihn auf die erden Gesandt, ein opfer lamm zu werden. graben. 3. Da liegt er nun, sprach deiner feinde rotte, Nun foll er nimmer auferstehn: Wir haben ihn ge= macht zu schand und spotte; Sein werk wird nun ganz untergehn. Ey! fiche aber, was geschicht: So: bald der dritte tag anbricht, Fr: wachest du, o meine Sonne, Dem feind zum hohn, dem freund zur wonne. 4. Du brichst hervor, und zeigest dich den deinen, Dein antlih ihren geist erquickt, Du läsfest ihnen frie: dens blicke scheinen, Sie sind dar: über als entzückt. Ja, was noch mehr, du läß'st sie sehn, Da fie dir an der seite stehn, Wie du dich in die höhe schwingest, Und durch der himmel himmel dringest. 5. So muß es gehn, so hat es vor bezeuget Die heilige propheten: schaar, Des Baters wort in ewigs teit nicht treuget; So solte wers den offenbar, Daß du der feinde macht besiegt, Daß alles dir zu'n füffen liegt, womit du Gottes jorn zu dämpfen, Bis auf den tod haft wollen kämpfen. 6. Man sieht den feind von seiner macht entblöffet, Sein raub ist ihm genommen ab: Womit er sich son wider uns getröstet, Ist nun ver scharret in dein grab. Du füh ihn in triumph mit dir, Er da sich nun nicht regen schier; Er durch deinen tod bezwungen; wohl dem Held, dem's so gelungen! 0 7. Nunmehro, hat, o Gott, den Gott gekrönet Dein haupt mit ehr preis und ruhm: Es steht beschämt was dich vorhin verhöhnet, Als du famst in dein eigenthum; Ja d bist selbst zum haupt erhöht, Din name über alles geht, Was in den himmeln und auf erden Nur herrs lich mag genennet werden. 2. Du kamst zu uns, und wurdest unsers gleichen, Ein mensch, in armer knechts- gestalt; man fahe dich am kreuzes- hol; erbleichen, und unterliegen der gewalt, 8. Du bist erhaben über alle thros Die sich an dir, aus höherm rath, nen Der Cherubim und Seraphin, So grausam hart vergriffen hat; Sie werfen, samt den alten, ihre Du schienest ganz verspielt zu hatronen Bu deinen heilgen füffen Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. hin: Dein regiment erstreckt sich weit, So weit der lauf der sonnen reicht, Hast du, o Herrscher, die dich kennen, und ihren Herrn und König nennen. 9. Es ist dir nun des Geistes füll geschenket, Du bist gefalbt mit freuden- öhl, Der lautre strohm der wollust dich nun träntet, Und labet dich nach leib und seel: Doch gönnt auch uns dein überfluß, Was uns Jur heilgung dienen muß: Du läßt nicht unbesucht die glieder, Was dir gegeben gibst du wieder. 10. Hast du uns gleich dein angeficht entzogen, Sehn wir gleich nicht dich, unser Licht, So bleibst du doch aufs beste uns gewogen, Vergisfest unser nimmer nicht, Du trägest uns auf deiner brust Und schultern, es ist deine lust, Uns zu vertreten alle stunden, Durch deis nen tod und liebes- wunden. 11. Drum ist es gut, daß du bist hingegangen, Dein hingang schaffet große frucht, Wer an dir bleibt, durchs glaubens- band, behangen, Der findet bey dir, was er sucht: Der eingang ist ihm nicht verwehrt Ins heiligthum, wo man dich ehrt: Ist doch der vorhang längst zerris sen; Wer will, kan deiner wohl geniesſen. 12. Die hoffnung bleibt ohndem im geist fest stehen, Daß wir, nach wohl vollbrachtem lauf, Auch dei ne majestät niit augen sehen, Und zu dir sollen fahren auf: Die stätte ist uns schon bereit, Darin uns jene herrlichkeit, Soll, wie ein voller strom, bedecken, und über alles sich erstrecken. 13. Drum sen gelobt, Jehovah der heerschaaren, Daß du so siegreich triumphirt, Bieh uns dir nach zu hundert tausend paaren, Damit wir thun, was uns gebührt: Ach! reiß uns los von zeit und welt, Und was uns noch) gefangen hält, Das mit wir, wenn wir von der erden Uns scheiden, himmels: bürger werden. 99 Mel. Ach Gott und Serr. 129. O Jesu Christ, Der du auf dieser erden, Gib, daß ich ganz mir bist Der liebst In deinem glanz Mög aufgezogen werden. 2. Bich mich nach dir, So laufen wir, mit herzlichem belieben, In dem geruch), Der uns den fluch Vere jagt hat und vertrieben. 3. Bieh mich nach dir, So laufen wir In deine süsse wunden, Wo in geheim Der honigfeim Der liebe wird gefunden. 4. Bieh mich nach dir, So laufen wir, Dein liebes- herz zu küssen, Und feinen faft Mit aller kraft Aufs beste zu geniesſen. 5. 3ich mich in dich, Und speise mich, Tu ausgegoßnes öhle, Gieß dich in schrein Meins herzens ein, Und labe meine seele. 6. Jesu Christ, Der du mir bist. Der liebst auf dieser erden, Gib, daß ich gan; In deinem glanz Mög aufgezogen werden! Mel. O Jesu süß, wer dein. 130. Wir danken dir, Herr du gen himm'l gefahren bist; Jesu Christ, Daß starter Gott, Immanuel, Stärk uns an leib, stärt uns an feel. Halleluja. 2. Nun freut sich alle christenheit, Und faget jetzt und allezeit: Gott lob und dank im höchsten thron, Unser bruder ist Gottes Sohn. Halleluja. 3. Gen himmel er gefahren ist, Bleibt doch bey uns zu aller frist, und herrschet nun in feinem reich) Als wahrer Gott und mensch zu gleich. Halleluja. 4. Ueb'r alle himmel hoch erhebt, Ueb'r alle engel mächtig schwebt, leb'r alle menschen er regiert, Und alle creaturen führt. Halleluja. 5. 3ur rechten Gottes er mit macht hat alles unter sich ge= bracht, All dinge sind ihm unter: than, Dem Gottes und Marien | Sohn. Halleluja. 100 Bom Heiligen Geist und dessen Gaben. 6. Den teufel, welt, fünd, höll und tod Er fiegreich überwunden hat. Trotz wer da will, uns schre: det nicht der teufel, tod und das gericht. Halleluja. 7. Wohl dem, der ihm vertrauet Fest, Und sich den muth nicht nehmen läßt. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir, Nach Christo stehet mein begier. Halleluja. 8. Er ist der Herr und unser trost, Der uns durch sein blut hat erlöst; Das g'fängniß er gefangen hat, Daß uns nicht schad' der bittre tod. Halleluja. 9. Wir freuen uns von herzens: grund, Und fingen fröhlich mit dem mund: Er, Christus, unser fleisch und blut, Ist unser allerhöchstes gut. Halleluja. 131. Brunnquell aller güter, Herrscher der gemü: ther, Lebendiger wind, Stiller aller schmerzen, Dessen glanz und fer= zen, Mein gemüth entzünd, Lehre meine schwachen saiten, Deine kraft und lob ausbreiten. 10. Turch ihn der himmel uns fer ist; Hilf uns, o Heiland Jesu Christ, Daß wir nur trauen fest auf dich, Und durch dich leben ewiglich. Halleluja. 11. Amen, amen, Herr Jesu Christ. Der du gen himmel g'fahren bist; Behalt uns, Herr, ben reiner lehr, Des teufels trug und listen wehr. Halleluja. Vom Heiligen Geist und dessen mannigfaltigen Gaben. 2. Starfer Gottes finger, Fremt= der sprachen bringer, Süffer her: zens- saft, Tröster der vetrübten, Flamme der verliebten, Alles athems fraft, Gib mir deine brunst und gaben, Dich von her zen lieb zu haben. 12. Komm fizber Herr, kommı, es ist zeit Bum testen g'richt; in herrlichkeit, Führ ens aus diesem jammerthal In den ewigen freus den- faal. Halleluja. 13. Umen singen wir noch einmal, Und sehnen uns ins him: melsesaal, Da wir mit deinen engelein Das amen wollen fingen fein. Halleluja. 5. Wie ein hirschlein gehnet, Sich nach wasser sehnet, Wenn es wird gejagt, So fliegt mein gemüthe, Herr, nach deiner güte, Wenn es wird geplagt, Tief zu scufzen, und im dürren Nach dir, reichem strohm, zu girren. 6. Wahrer menschen schöpfer, Unsers thones töpfer, Goit von ewigkeit, Bunder feufcher liebe, Gib daß ich mich übe, Auch im freuz und leid, Alles dir anheim zu stellen, und mich tröst in allen fällen. 3. Bräutigam der seelen, Laß mich in der höhlen, Deiner lieb7. Führe meine fachen, Meinen lichkeit, Ruh und zuflucht finden, schlaf und machen, Meinen tritt Laß mich von den winden Trüber und gang, Glieder und gesichte, noth befrent, Komm herfür, o Daß mein arm gedichte, Daß gnaden sonne, Küsse mich mit mein schlecht gefang, Wandel, trost und wonne. werk und stand für allen, Dir, o Vater, mög gefallen. 4. Theure Gottes gabe, Konin, o komm, mich labe, Eich, ich bin verschmacht, Komm, o mein ver: langen, Komm mein lieb gegangen; Denn mein herze lacht, Wird von neuem gan; erquicket, Wenn es, labsal, dich erblicket. 8. Laß den sohn der höllen, Nicht mit listen fällen Meiner tage lauf, Nim nach diesem leiden, Mich zur himmels- freuden, Teinen diener auf: Da soll sich mein mund ers heben, Dir ein Alleluja geben. Vom Heiligen Geist und dessen Gaben. 101 Mel. Durch Adams fall ist. Ichen, Hier darf ein christ sich fürchten nicht, Hier muß der fatan weis mund cut das 132. belsfest, Der tirche angegangen, Daran ein glanz sich einen bund Mit juden und mit heiden; Troß jederman, Nun nichts sehen läßt Des Geistes, den emuns fan Bon Gottes liebe scheiden. pfangen, Der jünger schaar, Welch offenbar, Von diesem himmels- regen Beneßet ist; Diß, o mein Christ! Kan mund und herz bewegen. 2. Auf, meine ſeel, auf und vernimm, Wie doch in allen gasſen, Gehöret wird die Freuden- stimm: Euch ist die sünd erlassen, Nun fend ihr fren, Es sind entzwey, Der höllen starke fetten, Ein fün der fan, Ja jederman Jeht auf den schauplah treten. 3. Nun wird das evangelium Auf einem wunder- wagen Des werthen Geites weit herum Geführet und getragen. O welch ein schah, Der seinen plaß Bey from= men seelen suchet: Wer den nicht nimmt, Und ihm zustimmt, Bleibt ewiglich verfluchet. 8. O großer tag, o güldner tag, Desgleichen nie gesehen, I tag, der sind geschehen Im himmeldavon man sagen mag, Daß wuns ten auf der erden, Gott fähret reich, als auch zugleich Hier uns auf, Des Geistes lauf Muß uns hienieden werden. 5. Heut hat der große himmels Herr, Herolden ausgesendet, Schaut feine tapfre prediger, Die haben sich gewendet Un manchen ort, Da schallt ihr wort, Thut buß, ihr leut auf erden, Diß ist die zeit, Welch euch befreyt, und lasset felig werden. 6. Es läßt die wunderschöne braut Sich hören auf den wegen, Sie tritt hervor und schreyet laut: Da kommt nun euer segen; Macht auf die thür, Jeht geht herfür Der geist mit pracht und ehren, Der will in euch Sein herrlich's reich Erbauen und vermehren. 7. Seht hier ist lauter trost und licht, Seht hier sind gnaden- zei9. Der jünger jungen gleichen sich Den schallenden posaunen, Sie brennen alle wunderlich), Das volk will schier erstaunen. Es bricht heraus In ihrem haus, Ein wort von großen thaten, welch ein glanz, Der himmlisch ganz, Ist auf dis volk gerathen. 10. Es lassen sich luft, feu'r und wind, Boll wunders sehn und hös ren, Die, ob sie wohl nicht einig find, Hier niemand doch verseh4. Hier schauet man des glau- ren: Des Geistes kraft hat hie bens gold, Hier wird man fren geschafft, Daß sich die schwachen von fünden, Hier läßt ein reicher stärken; Wer ihn nur hat, Kan gnaden- hold, Sich überflüßig fin trost und rath, In allem trübsal den: Hier ist das brod, So in der merken. noth Kan unsre seelen laben: Hier finden sich, Für dich und mich, viel tausend schöne gaben. 11. O füsser tag! nun wird der Geist Vom himmel ausgegoffe Der Geist, der uns der welt ent= reißt, Und uns als reichs- genoffen, Der sterblichkeit So gar befrent, würd ich bald Auch dergestalt, Ún Bu Jesu lasset fonimen: Ach! diesen ort genommen. mein herz, daß ich dich liebe; 12. O guter Geist, regiere doch Daß meine feel im fünden joch laß mich bald Des feu'rs gewalt, infort sich immer übe; Herr! Das himmlisch heißt, empfinden, Und alle noth, Ia selbst den tod, Durch solches überwinden. 133. Komm, himmliſcher res gen! Komm, heiliger Geist! Damit die verheiffung erfüllet bald werde, Die Jejus anpreißt: Er wolle ein 102 Bom Heiligen Geist und dessen Gaben. dürres und lechzendes herz Mit wasser erfüllen, Und allgemach stillen Den sehnenden schmerz, Den sehnenden schmerz. 2. Komm, wasser des lebens! laß strömelein fliessen Auf dieses dein land, Das unter der trübfsal vertrockenen müssen, Dein erbe genannt: Siel), wie mein herz in mir so seufzet und stöhnt, Und sich im verlangen, Dich ganz zu um fangen, Recht ängstiglich sehnt,:,: Berrichte im Herzen die gnadens geschäfte, Und wirte in mir Was tugend und früchte des Geistes allein Man pfleget zu nennen; Laß lichterloh brennen Den göttlichen schein,:,: 9. Komm, führer der finder! und lenke den willen Nach deinem gebot! Laß deinen befehl mich) ge= treulich erkillen; Bis endlich der tod Mich, nach hier im frieden vol lendetem lauf, Durch zeitliches leiden, Bu ewigen freuden Führt himmelwärts auf,:,: 10. Komm, himmlische taube! und lasse dich nieder, In wahrheit und treu, Auf deine im geiste vers einigte glieder, Verbinde aufs neu Die herzen in liebe; gib daß fie forthin Aufrichtig verfahren, Und immer bewahren Den göttlichen finn,:,: 11. Komm, friede der seelen! und gib dem gewissen Beständige ruh, Und laß mich des himmli schen troftes geniessen, Tritt näher herzu, Und sprich zu der seelen dis tröstliche wort: Sen wieder zufrieden, Denn ich bin hienieden Dein sicherer Hort,:,: 3. Komm, liebliches sausen! belebe die feele! Lebendiger wind! Gib, daß sich ein leben, in finsterer höhle Des leibes, entzünd. Mark, adern und beine erstarren im lauf: Dein odem des mundes, Und zeuge des bundes, Der wecke sie auf,:,: 4. Komm, tröster der blöden! und stärke die sinnen; Komm füffester wein! Und laß, durch den zuspruch der liebe, zerrinnen Die schmerzliche pein Tes schüchter nen herzens; So wird es geichehn, Daß ich zu dem beten Kan freudis ger treten, Und vor dir bestehn,:,: 5. Komm, stärke der schwachen! erquicke die glieder; Balsamische traft! Ermanne den müden und franken dech wieder, Herz- stärfender Saft! So werd ich in kämpfen der liebe darauf Nicht wieder erkalten, Und besser an halten Im heiligen lauf,:,: 12. Komm, flamme der liebe! mein herze entzünde In heiliger brunst: Gib, daß sich mein herz mit dem deinen verbinde, Du himmlische gunst! Richt auf in der seelen dein liebespanier: Co will ich mein leben Bu eigen dir geben In liebes- begier,:,: 6. Komm, lehrer der schüler! dich will ich erwählen; Du bringest herfür, Was sonsten verbor: gen gewesen der seelen; Ich finde 13. Komm, quelle der freuden! in dir Mehr, als mir durch vieles erfüll das gemüthe Mit himmli: bemühen wird fund; Recht wich- scher lust: Es sey mir dein vors tige sachen, Die weis' und klug schmack der göttlichen güte Alleine machen, Die lehret dein muund,:,: bewußt: Weil diesem vergnügen sonst keine lust gleicht, So hat der gefunden Höchsiselige stunden, Wer dieses erreicht,:,: 14. Komm, zeuge der kindschaft! hilf Abba mir singen Aus tindlichem geist, und drückt die gewiße heit von himmlischen dingen, Die dein wort verheißt, Das siegel des erbes, ins herje hinein: So werd ich in freuden Mein herze hier weis h 7. Komm, klarheit der blinden! und öffne die augen, Komm glänzendes licht! Weil in mir die aus gen der seelen nichts taugen, dieses anbricht. Laß deine erleuch tung mein herze durchgehn, So werd ich im lichte Dein gnaden gesichte In ewigkeit fehn,:,: 8. Komm, heiliges öhle! und falbe die träfte Der seelen mit dir: Vom Heiligen Geist und dessen Gaben. 103 den, Und selig schon seyn, Und selig schon seyn. Mel. Gott des himmels und. 134. Komm, komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von ewigkeit! Deine traft sen nicht vergebens, Sie er füll uns jederzeit; So wird geist und licht und schein In den dun keln herzen seyn. 2. Gib in unser herz und sinnen Weisheit, rath, verstand und zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn was nur dein wille sucht: Dein erfenntniß werde groß, und mach uns vom irrthum los! Mel. Gott ist ein Gott der. 135. Komm, Tröster, komm hernieder hohen himmels- thron Auf Christi freund und brüder, Komm eilig, komm und wohn Im Herzen allermeist, mit deinem licht und gaben, Und freuden öhl zu laben, Komm, werther heil'ger Geist! 2. Du bist ein trost der from= men, Gieß aus dein heil'ges öht, Und laß es zu mir kommen, Daß sich mein herz und feel Erfreuen inniglich: Komm, Tröster, zu ers quicken Die feclen, die sich bücken Im geist demüthiglich. 3. Laß allen trost verschwinden, Den mir die welt verspricht Ben ihrem dienst der fünden, der mich doch tröstet nicht: Was Jesus mir anpreift Dem will ich feste gläuben, Tu sollt mein tröster bleiben, Tu, o Gott heil'ger Geist. 5. Reiß uns, daß wir zu ihm treten Fren mit aller freudigkeit; 4. Tu tanst mein Herz erfreuen Seuf; auch in uns, wenn wir be-| Und kräftig rüsten aus, Ia ganz ten, und vertritt uns allezeit: Eo wird unsre bitt erhört, und die zuversicht gemehrt. und gar erneuen Mein armes her: zens- haus: Drum fomm, mein schönster gast, Und bleib im tod und leben, Als tröster, mir ergeben, Vis mein gesicht erblast. 5. Der du, als Gott, ausgehest Bom Vater und dem Sohn, Und mich im geist erhöheft Bu Gottes stuhl und thron, Kehr ewig ben mir ein, Und lehr mich Jesum fennen, Ihn meinen Herren nennen Mit wahrheit, nicht zum schein. 6. Du tömmst ja von dem Va= ter, Der meine seele liebt, Drum sen auch mein berather: Wenn mich die welt betrübt, So komm und tröste mich, und stärk in freuz und leiden Mein herz mit vielen freuden, Daß es erquicke sich). 7. 3a jeug' in meinem herzen Von Jefu ganz allein, Von seinem 3. Beige, Herr, die wohlfahrtsstege; Das, was hinter uns gethan, Räume ferner aus dem we: ge, Schlecht und recht sen um uns an; Wirte reu an fünden statt, Wenn der fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß fühlen, Daß wir Gottes finder sind, Die auf ihn alleine zielen Wenn fich noth und drangfal findt: Denn des Baters liebe ruth Ist uns alle wege gut. 6. Wird uns auch nach troste bange, Daß das Herz oft rufen muß! Ach! mein Gott, mein Gott, wie lange? En so mache den be: schluß; Sprich der seelen tröstlich zu, Und gib muth, geduld und ruh. 7. O du Geist der fraft und stärke, Du gewisser neuer( Seist, Fördre in uns deine werke, Een von uns stets hoch gepreist. Schent uns waffen in den frieg, Durch dich werde uns der sieg. 9. Wenn wir endlich sollen stere ben, So versichre uns je mehr, ner herrlichkeit und ehr, Die uns Als des himmelreiches erben, Je= unser Gott ertiest, Und nicht ausz zusprechen ist. 8. Herr, bewahr auch unsern glauben, Daß fein teufel, tod noch fpott Uns denselben möge rauben; Du bist unser schuß und Gott; Sagt das fleisch gleich immer nein, Laß dein mort gewijfer seyn! 104 Vom Heiligen Geist und dessen Gaben. tod und schmerzen, Und seiner welt geboren, Selbst zum tempel wahrheit schein, Daß ich, ganz auserfohren. überzeugt, kein bild in meiner ſeele, Als Jesum, nur erwähle, Bis sich mein herz ihm gleicht. 8. Leit mich mit deinem finger, Geist von Gottes thron, Und sey mein herz bezwinger, Daß mich) tein schmach noch hohn, Kein trüb: fal, teine noth von meinem Jefu scheide: Im freuz fen meine freu= de, Und trost bis in den tod. 3. Du wirst aus des himmels throne, Wie ein regen, ausgeschüt't, Bringst vom Vater und dem Soh= ne, Nichts als lauter segen mit: Laß doch, o du werther gast, Gotz tes segen, den du hast und vers walt'st nach deinem willen, Mich an leib und seele füllen. 136. Nun bitten wir den heil'gen Geist Um den rechten glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm ende, Wenn wir heimfahren aus diesem elende, Kyrie eleison. 2. Tu werthes licht, gieb uns deinen schein, Lehr uns Jesum Christ erkennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zu dem rechten vaterland, Kyrie eleison. 3. Du süsse lieb' schenk uns deine gunst, Laß uns empfinden der lie: be brunst, Daß wir uns von her: zen einander lieben, und im friede auf einem finne bleiben, Kyrie eleison. 4. Du bist weif und voll verstandes, Was geheint ist, ist dir fund, Bählst den staub des kleinen fandes, Gründ'st des tiefen meeres grund: Nun du weist auch zweifels fren, Wie verderbt und blind ich sey; Drum gieb weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läß'st dich finden, Wo man rein und sauber ist, Fliehst hingegen schand und sün den, Wie die tauben stank und mist: Mache mich, o gnaden- quell, Durch dein waschen rein und hell: Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein schäftein pfle= get, Frommes herzens, sanftes muths, Bleibst im lieben unbewe= get, Thust uns bösen alles guts: Ach vergieb, und gieb mir auch Tiefen edlen sinn und brauch, Daß ich freund und feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein hort, ich bin wohl zus frieden, Wenn du mich nur nicht verstöß'st, Bleib ich von dir unge: schieden, En, so bin ich gnug ges tröſt't; Laß mich fenn dein eigen4. Du höchster tröster in aller noth, Hilf, daß wir nicht fürchten schand noch tod, Daß in uns die finnen nicht verzagen, Wann der feind das leben wird verklagen, Kyrie eleison. Mel. Werde munter mein. 137. du allerfüßte Freude, du thum; Ich licht, Der du uns in tieb und leide Unbesuchet läsfest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn aufhören alle dinge, Höre, höre, was ich singe! um, Hier und dort all mein vers mögen Dir zu ehren anzulegen. 2. Du bist ja die beste gabe, Die ein mensche nennen fan: Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles wünschen an: Ach! ergieb dich, komm zu mir In mein 9. Nur allein, daß du mich stärherze, das du dir, Da ich in die[ kest, Und mir treulich stehest bey: 8. Ich entfage alle deme, Was dir deinen ruhm benimt, Ich will, daß mein herz annehme Nur allein, was von dir kömmt: Was der satan will und sucht, Will ich halten als verflucht, Ich will seis nen schnöden wegen Mich mit ernst zuwider legen. Vom Heiligen Geist und dessen Gaben. 105 Hilf, mein helfer, wo du merkest, sichtlich, wie ein find, Niedrig, als Daß mir hülfe nöthig sen: Brich im staube. des bösen fleisches sinn, Nim den alten willen hin, Mach ihn allerdinges neue, Daß mein Gott sich meiner freue! 11. Mach uns deines heils gewiß, Wie dein volk begehret: Frey von aller finsternis, In dein bild verkläret! Sey mein retter, halt mich eben! Wenn ich sfinte, sen mein stab; Wenn ich sterbe, sey mein leben; Wenn ich liege, sen mein grab; Wenn ich wieder aufersteh, Sy so hilf mir daß ich geh hin, da du in ew'gen freuden Wirst die auserwählten weiden. 5. Gläubig, fröhlich und entbrannt, Und im geist verbunden, Machten sie der welt bekannt Was ihr herz empfunden. 6. Was der Vater uns gethan, Was der sohn errungen, und die fel'ge lebensbahn, Ward durch sie befungen. 138. D du geist der herrlich feit, Geist der kraft, und liebe! Gönn uns jetzt und allezeit Deine sel'gen triebe. 2. Sünder sind es zwar nicht werth, Daß fie dich verlangen! Doch wer dein im ernst begehrt, Soll dein licht empfangen. 3. Denn des heil'gen blut 3st für uns geflossen. Dar: ammes heil'ger Geist! kehr ben uns ein, Und laß um wirst du, höchstes gut, Reich- uns deine wohnung feyn, D komm, lich) ausgegoffen. du herzens- fonne, Du himmels= 4. Da dein volk versammlet war, licht! laß deinen schein Ben uns Mit gebet und flehen: Hat man und in uns träftig fenn 3u steter an der ganzen schaar Deine kraft freud und wonne: Daß wir In gesehen. die Recht zu leben Uns ergeben, und mit beten Oft deshalben vor dich treten. 2. Gieb kraft und nachdruck deinem mort, Laß es wie feuer im merfort In unsern herzen bren: nen, Daß wir den vater und den sohn, Dich beyder Geist in einem thron, Für wahren Gott bekennen. Bleibe, Treibe, Und behüte, Das gemüthe, Daß wir gläuben, Und im glauben standhaft bleiben. an. 7. Flamm uns auch so brünstig Fülle uns mit segen: Daß ein jeder fühlen kan, Du, Herr, fenst zugegen! 8. Reden, schweigen, bitten, flehn, Ja des herzens denken, Laß in deis ner fraft geschehn, Und nach deis nem lenken. 12. Beten wir, rufe du Un sers vaters namen. Sprich dem herzen göttlich zu. Sprich) in uns das Amen. 9. Laß des eignen geistes fraft Ganz zu schanden werden. Denn, was diese in uns schafft, Macht uns nur beschwerden. 13. Brunst des himmels, zünd uns an, Daß die liebe brenne: Daß dein volk für einen mann Muthig streiten könne. 14. Co wird unser Herz und sinn Dir die ehre geben. So bringst du uns alle hin, Wo wir ewig leben. 15. Halleluja, preis sey dir! Preis dem Vater droben! Und den Heiland wollen wir Ohn' aufe hören loben. Mel. Wie schön leucht uns. 139. 3. Du quell! draus alle weis: heit fließt, Die sich in fromme feelen gießt, Laß deinen trost uns hören, Daß wir in glaubens ei: nigkeit, Auch andre in der Chris stenheit, Tein wahres Beugnis lehren. Höre, Lehre Herz und finnen 3u gewinnen, Dich zu preis fen, Guts den nächsten zu ers 10. Stiller geist, du fanfter wind! Deiner harrt der glaube, Buver- weisen. E2 106 Vom Heiligen Geist und dessen Gaben. 4. Stel uns stets ben mit dei- in meinem klagen Gleichwohl nicht nem rath, Und führ uns selbst den verzagen. rechten pfad, Weil wir den meg nicht wissen, Gieb uns beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir uns leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen, und geflissen, Dir zu trauen, und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns dein' edle balsamstraft Empfinden, und zur ritter: schaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem schuß Begegnen aller feinde truß, So lang wir fenn auf erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles unglück überwinden. 6. Du füffer himmels- thau, laß dich, In unsre herzen kräftiglich, Und schent uns deine liebe, Daß unfer finn verbunden sey Dem nächsten stets mit liebes- treu, Und fich darinnen übe: Kein neid, Kein streit, Sie betrübe, Reine liebe Wollst du geben, Sanft- und demuth auch darneben. 7. Hilf, daß in wahrer heiligkeit, Wir führen unfre lebenszeit, Gen unfers geistes stärke, Daß uns fort hin sen wohl bewust, Wie eitel ist des fleisches lust, Und seine fünden- werke. Rühre, Führe Unfre finnen und beginnen von der er: den, Bis wir himmels- erben werden. 3. Auch wollst du in zeiten Mich behutsam leiten, Alle wahrheit ein, Daß ich möge kämpfen Ritterlich), und dämpfen Was mir bringet pein: Wenn die fünd, Auf mich geschwind, Ihren stachel schießt, mich stärke, Daß ich trost ver: merfe. 4. Wenn ich nun soll sterben, Und mein fleisch verderben, Da verlaß mich nicht, Tritt mir an die feite, Hilf, daß ich so streite, Daß ich ins gericht 3a nicht komm; O mache fromm, Mich, daß ich in diesem leben, Blos mög hiernach streben. Mel. Mit ernft ihr menschen. 141.3euch ein zu deinen thozens gaft, Der du, da ich geboren, ren, ich neu geboren hast, O hochge: liebter Geist Des Baters und des Sohnes, Mit beyden gleiches thrones, Mit beyden gleich gepreißt. 2. Beuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine kraft, Die fraft, die uns von fünden, Hülf und errettung schafft. Entfünd'ge meinen sinn, Daß ich mit reinem geiste Dir ehr und dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder reben, Du hast mich gut gemacht, Der tod durchdrang mein leben, Du haft ihn umgebracht, und in der tauf erftidt, 2ls wie in einer flus Mel. Jefu meine freude. 140.11 rsprung wahrer freu- the, Mit dessen tod und blute, den, Komm in mei- Der uns im tod erquict. nem leiden, Und erfreue mich, Strafe meine fünden Doch, daß ich mög finden, Daß du kräftiglich Dich in mir, O werthe zier, Haft ergoffen, daß dein lieben Ich hieraus mag üben. 2. Laß nicht lieb erkalten, In mir, sondern halten Meines Her= ren wort, Lehre mich ergründen Diß wort; laß mich finden, Hier an meinem ort, Werthes licht, Was mir gebricht: Doch laß mich 4. Du bist das heil'ge öhle, Da durch gefalbet ist, mein leib und meine feele, Dem Herren Jesu Chrift Bumi wahren eigenthum, Bum priester und propheten, Bum fönig, den in nöthen Gott schüßt vom heiligthum. 5. Du bist ein Geist der lehret, Wie man recht beten soll, Dein beten wird erhöret, Dein fingen klinget wohl; Es steigt zumi him: mel an, Es steigt und läßt nicht Von der Heiligen Dreyeinigkeit. 107 herzleid auf der erd, Bring wieder und erneure Die wohlfahrt 6. Du bist ein Geist der freu: deiner heerd! Laß blühen wie zuden, Bon trauren hältst du nicht, vor, Die länder, so verheeret, Die Erleuchtest uns im leiden Mit dei- kirchen, so zerstöret Durch krieg nes trostes licht. Ach ja, wie und feuers- zorn. manches mal Hast du mit füf= sen worten mir aufgethan die pforten, 3um güldnen himmelsfaal. abe, Bis der geholfen habe, Der allein helfen kan. 7. Du bist ein Geist der liebe, Ein Freund der freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübé Born, zant, has, neid und streit. Der feindschaft bist du feind, Willst, daß durch liebes- flammen, Sich wie der thun zusammen, Die voller zwietracht seynd. 8. Du Herr, haft selbst in hän den Die ganze weite welt, Kanst menschen- herzen wenden Wie dir es wohlgefällt; So gieb doch deine gnad Bum fried und liebes- ban: den, Verknüpf in allen landen, Was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure Dem 10. Beschirm die polizeyen, Bau unsrer herrschaft thron, Daß sie und wir gedeihen; Schmück als mit einer fron, Die alten mit vers stand, Mit frömmigkeit die jugend, Mit gottesfurcht und tugend Das volk im ganzen land. 2. Wir loben, preif'n, anbeten dich, Für deine ehr wir danten, Daß du, Gott Bater, ewiglich Re= gierst ohn alles wanten. Ganz unermess'n ist deine macht, Fort g'schicht, was dein will hat bedacht; Wohl uns des feinen Herren! 11. Erfülle die gemüther Mit reiner glaubens- zier, Die häuser und die güter mit fegen für und für: Bertreib den bösen geist, Der sich dir widersehet, Und was dein herz ergößet, Aus unsern herzen reißt. 12. Richt unser ganzes leben Allzeit nach deinem sinn, Und, wenn wirs sollen geben Ins todes rachen hin, Wenns mit uns hier wird aus So hilf uns fröhlich sterben, Und nach dem tod ererben Des ew'gen lebens haus. Von der Heiligen Dreyeinigkeit. 142. Allein Gott in der höh' rer noth: Erbarm dich unser aller! sen ehr, Und dank für feine gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kan tein schade: Ein wohlgefall'n Gott an uns hat. Nun ist groß fried' ohn unterlaß, All' fehd hat nun ein ende. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, Du all'rheilsamster Tröster, Bor's teufels g'walt fortan behüt, Die Jesus Christ erlöset Durch große mart'r und bittern tod, Ab= wend all unsern jamm'r und noth), Dazu wir uns verlassen. mel. Der tag ist hin, mein. 143.Dreneinigkeit, der Gotte heit wahrer spiegel, licht vom licht, als dessen allmachts- flügel Sich um und unt durch diesen erdkreis streckt, Und alle welt mit seinem schirm be 3. O Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlischen Baters,| deckt. Versöhner der'r, die war'n ver= lor'n, Du Stiller unsers haders; Lamm Gottes, heil'ger Herr und Bott, Nim an die bitt von unf2. Wir loben dich, sobald die fonn erwachet Und wenn sie jetzt den späten abend machet: Was lebt und webt auf dieser erden 108 Von der Heiligen Dreyeinigkeit. weit, Ist alles, Herr, zu deinem dienst bereit. Führ uns auf rechter straßen: Der du bist des Vaters wort, Darauf 3. O reicher schatz! O unum- wir uns verlassen. Du hast uns schränktes Wesen! Wer hat je durch deinen tod, Das ew'ge reicy wohl die heimlichkeit gelesen? erworben, Du bist das licht und tiefer brunn! unerforschte Pracht! Bie groß, ach Gott, wie groß ist deine macht! leben, Bom Vater uns gegeben, bist unser himmelbrod, Gerechtigkeit und weisheit, Du bist das haupt der christenheit, Der fried, der weg, die wahrheit, Von Maria geboren bist, Gelobet sensi du Jesu Christ. 4. Wer kan doch hier, Herr, deine weg' erfinden? Wie sollt ein mensch wohl dein gericht er: gründen? Nur weg, vernunft, nur weg, nur weg mit dir, Dein wit der ist gar viel zu schlecht allhier. 5. Nur immer hin, nur hin mit deinem dichten, Du kanst dich nicht in Gottes weisheit richten, wo Gott nicht selbst dich unterweisen wird, So bleibest du verloren und verirrt. 6. Drum lehr uns, Herr, o lehr uns ohne trennen, In einem Drey und Dreyen Eins erkennen: Ach! lehr uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist, Daß du ein Gott in dren Personen heiß'st; 7. Gieb, daß von dir dis wort ben uns stets flinge: Bon ihm, durch ihn, in ihm sind alle dinge: Dem grossen Gott sey ehr in ewig teit; Ja, Amen, ja! fingt alle Christenheit. 8. Dein nam' ist groß; dein reich, Herr, in uns wohne; Dein will' uns zwing; ernähr uns; und verschone; Versuchung steur'; erlöf aus böser zeit; Dein ist das reich, die kraft und herrlichkeit. 144. Gott der Vater wohn uns ben, und laß uns nicht verderben, Mach uns aller fünden fren Und hilf uns selig sterben. Für dem teufel uns be: wahr, Halt uns ben festem glau: ben, und auf dich laß uns bauen, Aus herzens grund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar mit allen rechten Christen, Entflieh'n des teufels listen, Mitwaffen Gott's uns rüsten. Amen, amen, das sen wahr, So fingen wir alleluja. 2. Jesu Christe, theurer hort! 3. Heiliger Geist, die dritt' per: son, Der Gottheit gleicher ehren, Mit dem Vater und dem Sohn, Wollst uns den glauben mehren. Dich uns Christ beym Bater hat, Durch seinen tod erworben, Erschein uns mit genaden, So wird das wort gerathen: Hilf daß sich zu Christ dem Herren Die arme leut befehren, Du kanst den Christ recht lehren, Dem bösen satan wehren, Alleluja fingen wir: Hilf uns Heiliger Geist zu dir. 145. glaub an einen Gott allein, Der alle dinge groß und klein, Den himmel und die erden, aus nichts hat lassen werden: Der auch mich selbst aus lauter gnad 3u feinem dienst er: schaffen hat, Mir leib und feel ge= geben, Sinn und vernunft dar: neben. Durch seine weisheit, macht und güt All sein geschöpfe er behüt, Er ist mein Vater und mein Gott, Der mir zu hülfe kommt in noth), Mich schüßet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jeſum Christ, Ter Gott vom Vater ewig ist, und dann ein mensch geboren, Daß ich nicht würd verloren: Der mir sein's Baters huld er: warb, Am stamm des freuzes für mich starb, Fuhr zu der höllen nies der, Stand auf vom tode wieder. Und zu vollenden seinen lauf, Suhr er ins himmels thron hin auf, Bon da er kommen wird eins mal Daß er die menschen richte all, Die lebenden und todten. Von der Heiligen Dreyeinigkeit. 109 welt, ich warne dich: Fleuchst du dis licht, und laufest in der nacht, Die arme feel ist ewig umgebracht. Nur licht und recht vereinigt Gott und mich),:,: 3. Ich glaub auch an den Heil'gen Geist, Der gleich ist wahrer Gott, und heißt Ein lehrer unsrer finnen, Der ewig ohn beginnen Bom Vater und dem Sohn ausgeht, Der den betrübten hier beysteht, Daß sie vergebung finden All ihrer schuld und fünden. Ich glaube, daß erhalten werd Ein' allgemeine tirch auf erd, Ben der stets bleib des geistes gab. Ich glaub, daß dieses fleisch vom grab Werd auferstehn zum leben. Mel. So führst du doch. 146. Jehovah ist mein Licht und Gnaden- Sonne, Jehovah ist mir die Vollkommen heit, Jehovah ist die reine seelenwonne, Jehovah ist der Brunn voll heiligkeit, In diesem licht kan ich viel wunder sehn: Und die Vollkommenheit ist meine ruh, Die seelen freud erquicket mich dazu: In heiligkeit muß ich auch zu ihm gehn,:,: 2. Jehovah ist ein unbegreiflich Wesen, Da mein verstand sich willig in verliert; In feinem wort ist dieses klar zu lesen, Wie wunherbar der fluge rath regiert. Wer at den sinn des Geistes je er tannt? Wer gab Dem rath, der war von ewigkeit? Bernunft, sen still die see ist viel zu breit und all zu tief, o fluger unverstand!:,: 3. Jehovah, Grund und Leben aller dinge, Du bist fürwahr ein unzugänglich Licht. Gieb, daß im Licht mein wandel mir gelinge: Ach! führe mich mit deinem angesicht. Du bist ein Licht, und bisft im licht allein. Du hasfest den der finsterniſſen liebt? Du liebest den, der recht und licht dir giebt: laß mich stets ben deinen strahlen feyn!:,: 4. Jehovah, Gott mit mir, zu allen zeiten, Mit dir ich nun gemeinschaft haben kan, Wenn du mich wirst mit deinen augen leiten, So wirst du mich zu ehren nehmen an. O blinde welt! o 147. Gott, du tiefe fonder grund! Wie fan ich dich zur gnüge kennen? Du groffe höh! Wie soll mein muund Dich nach den eigenschaften nennen? Du bist ein unbegreiflich meer, Ich senke mich in dein erbarmen, Mein Herz ist rechter weisheit leer, Umfasse mich mit deinen armen, Ich stellte dich zwar mir Und andern gerne für, Doch werd ich meiner schwachheit innen: Weil alles was du bist, Nur end und anfang ist, Berlier ich drüber alle finnen. 2. Dein ursprung ist die ewigfeit, Die niemals mit dir angefangen, Du warst vor aller welt und zeit, Und eh die schöpfung angegangen; An dir ist unaussprechlich viel, Und was du hast, wird nicht geendet, Dein hohes alter hat kein ziel, Das deiner jahre lauf vollendet; Verändrung trifft dich nicht, Dieweil dir nichts ge bricht; Du bist ein unaufhörlich leben: Was lebet und sich regt, as wird von dir bewegt, Du hast ihm dazu kraft gegeben. 3. Es rührt von deiner allmacht her, Aus welcher alle ding ent= standen, Kein einziger fomt ungefähr, Wärst du nicht, so wär nichts vorhanden; Was unser aug und ohr begrüßt, Woven wir wis sen oder lesen, Was sichtbar und unsichtbar ist, Das alles hat von dir fein wesen. Du thust was du beschleußt, Und was unmöglich heißt Ist das geringste deiner wer te: Du bist nur dir bekant, Tein göttlicher verstand und weisheit gleichet deiner stärke. 4. Der himmel ist dein thron und fis, Und du regiereft auch auf er: den, Vor dir muß aller menschen wis 21s unvernunft beschämet 110 Von der Heiligen Dreyeinigkeit. werden, Worauf man die gedan: Tu giebst uns des gedeihens blüs ten stellt Ist dir entdeckt und un: verborgen, Was finsterniß beschlossen hält, Das fichst du wie am hellen morgen: Tu wohnst in einem licht, Das hat kein dunkles nicht, Noch mit dem schatten was gemeines: Kein könig ist dir gleich, Tein allgewaltig reich) Istoben und hier unten eines. the, Und den geschöpfen unterhalt, Nach eines jeden art und weise: Dein segen macht sie wohlgestalt, Tu füllest sie mit freud und speise, Bist keines menschen feind, Und deine sonne scheint So über fromm' als ungerechte; Dein milder regen fällt, In dieser ganze welt, Auf alle völker und ge schlechte. 5. Du einiger und wahrer Gott, Du herrscher aller himmels- schaa- 9. Bermag dir jemand auch da ren! Die götter sind vor dir ein für, Mit mund und herzen recht spott, Und scheuen alle dein ver zu danken? In keinen tempeln fahren; Bor dir erbebt der engel wohnst du hier, Dein dienst hat chor, Sie schlagen aug und ant nicht gewisse schranken; Was men= lih nieder, So schrecklich kommst schen für dich aufgebaut, Darinn du ihnen vor, Und davon schallen wird deiner nicht gepfleget, Tu ihre lieder. Die creatur erstarrt liebest den, der dir vertraut, Und Für deiner gegenwart, Damit ist sich zu deinen füffen leget: Was alle welt erfüllet; Und dieses äuss er dir leisten soll, Das thut ihm re weis't, Unwandelbarer Geist! selber wohl; Dann du bedarfst Ein bild worein du dich verhüllet. nicht seiner gaben, Etatt desſen 6. Dich schliessen teine grenzen wendest du Ihm heil und leben cin, Und wenn gleich tausend wel- zu, Und fanst von niemand etwas ten wären, So wären sie vor dich haben. zu klein, Und nur wie zeichen deiner ehren; Tu streckest dich unendlich weit, Und übersteigest alle sterne, Dein's namens Lob und herrlichkeit Erreichet eine solche ferne, Drauf niemand denken fan: Dich betet alles an, und muß sich unterthänigst bücken; Und wer in zuversicht Dir feine noth bericht't, Dem hilfest du mit deinen blicken. 7. Ben dir ist fluger rath die that, Gerechtes recht in dem gerichte, Vollkommenheit im höchsten grad, Geduld vor deinem angefichte, Barmherzigkeit und groffe treu, Biel anad und unermeßne lie: alle morgen neu; 10. Du lohnest noch dem, der dich ehrt, und bist ein feuer deiner feinde, Das ihre feel und leib vers zehrt, Dagegen labst du deine freunde. Dein lob vermelden immerdar Die Cherubim und Seraphinen, Wo dir der ält'sten graue schaar In demuth auf den tnien dienen; Dann dein ist kraft und ruhm, Das reich und heilig, thum, Da mich entseßen mir ent reifset: Ben dir ist majestät, Die über alles geht, und heilig, heilig, heilig heisset. Mel. Christ unser Serr zum. 148. Gott, wir ehren deie ne macht So handelst du aus eignem triebe, zu uns armen, Nach welcher du Ein jeder augenblick Ist deiner uns werth geacht, Dich unser zu wohlthat stück, Darin wir deine huld geniessen: Tiß alles, was wir seyn, muß immer und allein Aus dir als einem brunnen fliesſen. 8. Bater! welcher alles zeugt, Du allerhöchstes gut und güte! Von dem es zu uns abwärts steigt, erbarmen, Wir sind voll fünde, du voll gnad; Wir todt, du bist das Leben, und hast nach deinem gna= den- rath, Dich uns zu eigen ges ben D abgrund aller liebe! 2. Wir beten dich als Vater an, Du liebest uns als tinder, So hap Von der Heiligen Dreyeinigkeit. 111 du dich ja kund gethan, Bum trost dich erfreuest, Ch dieses alles fein der armen fünder: Dein zorn wefen gewann, Auch was erquiweicht deiner lieb und huld, Dein dend ist, iedem verleihest, Das sich väterlich gemüthe Ist voll erbar- doch selber beleben nicht kan; Heis men, voll geduld, Boll langmuth, ligste güte, Laß mein gemüthe In treu und güte, liebreich Bater: dir sich allezeit freudig erweisen, herze! Das dich doch nimmer genugsam tan preisen. bo 3. O Jesu, theurer Gottes Sohn, Du Licht vom wahren Lichte, Vor 4. Leb ich in finsterniß, machet dir, dem rechten Gnaden- thron, dein glänzen Eelber das todés= Wird sünd und tod zu nichte: Du thal mir wieder licht: Fall ich in bist der grund der seligkeit, Worauf ohnmacht, und schwebe in grenzen wir arme hoffen, Dein gnaden- Echwerer verzweifelung, läß'st du brunn steht allezeit Für unsre fee- mich nicht. Endlich im sterben len offen; Du Uusfluß alles segens! Muß ich ererben, Durch dich und 4. O Geist der gnaden, wahrer in dir, ein ewiges leben, Das nur Gott, Komm, steure dem verder das seligste wefen kan geben. ben, Laß uns durch Christi kreuzes: tod Der welt und uns absterben: Ja schlag das ganze höllen- reich In unsrer feel darnieder, Damit wir Jesu Christo gleich, und seines leibes glieder, Durch deine gnade, bleiben. 5. Echüttert die erde und donnert der himmel, Tobet und schnaubet die rasende welt; Bleibt mir doch mitten in solchen getümmel Noch meine feligkeit feste gestellt; Wenn dein erbarmen Eich läßt umarmen Von dem, ders klügste und seligste wesen Ihm hat zum felsen und ruhe erlesen. 6. Wird meine feele im glauben auch lichte: Dank ich es, feligste fon ne nur dir. Wenn ich mein feufzen gen himmel anrichte; Mert ich im herzen auch balde, was mir von dir bestimmet, Weil schon anglim met, Was mich soll ewig und selig ergeßen, Wenn du in deine ruh mich wirft einsetzen. 7. Co bist du selig, und theilest mit abe, Läsfest auch keinem ge schöpfe die macht, Taß es von mutterleib bis hin zum grabe, Dem, den du deiner gunst würdig geacht't, 3u schaden tauge, Ja daß tein auge Eolt es gleich himmel und erden durchgehen, einen un feligen christen tan sehen. 8. Bin ich denn selig, so laß mich es merken, Echreib es durch deinen Geist mir recht in sinn, und reiß im glauben und jeligen werken Mich von der eitelkeit, wenn du wilt, hin, wo man nach klagen Freudig kan sagen: Seht, aus der schaar der elendesten fünder Machet der sel'ge Gott felige kinder. 5. So ehren wir in einem thron, Dich, unsern Gott und Bater, Samt Christo deinem lieben Sohn, 21s unserm heils- erstatter, Und Hott dem werthen heilgen Geist Bon gleicher macht und wesen: Hilf, der du dreymal heilig heißt, Daß wir in dir genesen, und dich dort ewig loben. 149. Seligstes wesen unend liche wonne, Abgrund der allervollkommensten lust, Ewige herrlichkeit, prächtigste sonne, Der nie verändrung und wechsel bewußt, Laß mich dich loben, Bis einst dort oben, Wo dich die engel und menschen besingen, Meine verherrlichte zunge wird flingen. 2. Gönne von ferne doch einige blicke, Teiner im glauben ver= mähleten braut, Bis ich die seele einst freudig hinschicke, Da sie dich, wie du bist, selig beschaut, Wenn ich dein lieben Stetig kan üben; Und mit recht frommen und rei: nem gewissen Werd' deine ruhe und wolluft geniessen. 3. Der du dich in dir und durch 112 Bon den Heiligen Engeln. 150. Wir glauben all an ei= Ist ein wahrer mensch geboren, nen Gott, Schöpfer Durch den heiligen Geist im glauhimmels und der erden; Der sich ben, Für uns, die wir waren vers zum Vater gegeben hat, Daß wir loren, 2m freuz gestorben, und feine finder werden. Er will uns von dem tod Wieder auferstanden allzeit ernähren, Leib und feel auch ist durch Gott. wohl verwahren, Allem unfall will er wehren, Kein leid soll uns widerfahren, Er forget für uns, hüt't und wacht, Es steht alles in seiner macht. 3. Wir glauben auch an heiligen Geist, Gott mit Bater und dem Sohne, Der aller blöden tröster heißt, Und regiert ins himmels throne; Die ganze Christenheit 2. Wir glauben auch an Jefum auf erden Hält in einem sinn gar Christ, Sein'n Sohn und unsern eben, hier alle fünde vergeben Herren, Der ewig ben dem Vater werden, Das fleisch soll auch wie ist, Gleicher Gott von macht und der leben, Nach diesem elend ist ehren. Von Maria der jungfrauen bereit Uns ein leben in ewigkeit. Von den Heiligen Engeln. Mel. Mein herzens Jefu, m. 151. Die engel, die im Him: mels- Licht Jehovah fröhlich loben, und schauen Gottes angesicht, Die sind wohl hoch erhoben: Doch sind sie von dem Herrn bestellt, Daß sie die kinder auf der welt Behüten und bewahren. 2. O große lieb, o große güt! Die Gott uns armen zeiget, Daß auch ein englisches gemüth Sich zu den tindern neiget, Die Gott im glau: ben hangen an: Drum lobe, was nur Gott mit den engelschaaren. 3. Uch! werdet doch den engeln gleich, Ihr sterblichen auf erden, Auch hier in diesem gnaden- reich, An Herzen und geberden: Es ist der engel amt und pflicht, Daß Gottes will allein geschicht 3m himmel und auf erden. 4. Legt ab, mas euch verhindern mag an diesem engel- leben; Reißt aus die unart nach und nach, Und bleibet nicht bekleben Um erden: foth, schwingt euch empor Im geist zu Gottes engel- chor, Und dienet Gott mit freuden. Herren fest, Wo alle engel schallen Dem großen Gott zum preis un ruhm, Und da sein herrlichs eigen thun Das dreymal Heilig finget. 6. O Jesu, mache mich beret und tüchtig, dich zu loben, Damit ich dich, nach dieser zeit, mit allen engeln oben Erheben mög, und engel- gleich Mög ewig seyn in deinem reich, Das gib aus gnaden! Amen. Mel. Herzlich thut mich ver. 152.hr wunderſchönen gei anfangs 5. Ein mensch, der händ und füffe läßt hier thun nach wohlge: fallen, Der kömmt nicht auf des gemacht Ein noch viel schönre meister, Der alles wohl bedacht: Ihr engel nach dem wesen Im großen heiligthum, Ihr thronen auserlefen, Sehr hoch ist euer ruhm. 2. Uus nichts send ihr erschaffen, Und zwar in großer meng; 3hr sieget ohne waffen, Sehr hell ist eu'r gepräng: Es ist tein ort be wahret So fest, so fern, so weit, Den ihr nicht überfahret, Durch eure schnelligkeit. 3. Ihr Sadducäer, schweiget, Und glaubet doch der schrift, Die klärlich das bezeuget, Was diese lehr ane trift, Ob wir schon hier nicht sehen Der engel große schaar, Daß sie Von den Heiligen Engeln. 113 doch gleichwohl stehen Dort oben uns ergeben, Ja folgen dem ge= offenbar. brauch, Daß sie wie kämpfer stehen,( O welch ein hülf in noth!) Und auf uns arme sehen, So gar bis in den tod. 4. Sehr groß sind ihre gaben, 218 weisheit und verstand, Die sie vom Schöpfer haben, Der dieses weite land Im anfang hat be= reitet, Woselbst der engel zier Sich treflich ausgebreitet, und bleibt so für und für. 12. Wenn wir zuletzt nun scheiden Aus dieser schnöden welt: Co führen sie mit freuden Uns in des himmels zelt, Da wir, zur ehr er= hoben, und aus der angst befreyt, Den allerhöchsten loben In seiner herrlichkeit. 5. Doch soll man sie nicht ehren Wie Gott, das höchste Gut, Und dessen ruhm versehren, Der so viel thaten thut: Sie sind zwar sehr geflissen Bu dienen Gott forthin, Mel. Es ist das heil uns k. Doch können sie nicht wissen Der 153. Gott, der du aus hers menschen herz und finn. zens- grund Die men6. Sehr heilig ist ihr leben, schen- finder liebest, Und, als ein Keusch, züchtig und gerecht, Die Bater, alle stund Uns sehr viel werthe geister schweben, Als edle gutes giebest: Wir danken dir, tugend- knecht, und können nim- daß deine treu Ist ben uns alle mer fallen, Nachdem sie kräftig morgen neu, In unserm ganzen lich Bestätigt sind in allen, Und niemals ändern sich. leben. 7. O mensch! willt du sie haben Bu deines Lebens schuß, So faß auch ihre gaben, Nur fromm seyn ist dir nuß: Wenn sie dich sollen lieben, So mußt du für und für Im guten dich auch üben, Nach engel art und zier. 8. Sie sind auch tapfre helden, Sehr groß von fraft und macht, Als viel exempel melden, Der'r auch die schrift gedacht: Ein engel fonnte schlagen, Was er im lager fand; Ein engel machte zagen Das ganz Egyptenland. 9. Sie lieben Gott von herzen, Sie loben Gott mit lust; Den schönen himmels- ferzen 3st anders nichts bewußt, 2ls( Gott und uns zu dienen: Dis thun ohn unterlaß Auch selbst die Cherubinen, D welch ein ehr ist das! 10. Es dienen uns auf erden Die schnelle geisterlein, Wenn wir geboren werden, und erst des tages schein In dieser welt anblicken; Sie halten uns in schuß, Daß uns nicht mög ersticken Des satans grimm und truß. 11. In unserm thun und leben Sind diese helden auch Bu dienen 2. Wir preisen dich insonderheit, Daß du die engelschaaren, Bu deis nem lobe hast bereit't, Auch uns mit zu bewahren, Daß unser fuß an feinen stein, Wenn wir auf unsern wegen seyn, Sich stosse und verleßze. 3. Was ist der mensch, o Bater, doch, Daß du sein so gedenkest, und ihm dazu so reichlich noch Die große gnade schenkest, Daß er die himmels geister hat, Wenn er nur geht auf rechtem pfad, Bu seinem schuß und hütern. 4. Herr, diese große freundlichkeit Und sonderbare güte Erheischet von uns allezeit in dankbares gemüthe: Darum, o Gott, fo rüh=' men wir Die große lieb', und dans fen dir Für solche hohe gnade. 5. Es ist der starken helden fraft Gestanden uns zur seiten, Sonst wären wir schon hingerafft Bu dies sen bösen zeiten: Die firche und die policen, Ein jeder auch für sich daben Ist gnädiglich erhalten. 6. Ach! Herr, laß uns, durch deine gnad, In deiner furcht ver bleiben, Und ja nicht selbst durch übelthat Die engel von uns treis ben: Gib, daß wir rein und heis 114 Von der Liebe Gottes und Christi. lig seyn, Demüthig, und ohn, daß sie an allem ort Um uns sich heuchler- schein Dem nächsten ger- stets herlagern. ne dienen. 9. Laß deine kirch und unser land Der engel schuß empfinden, Daß fried und heil in allem stand Ein jeder möge finden. Laß sie des teufels mord und list, Und was sein reich und anhang ist, Durch deine fraft zerstören! 7. Gib auch, daß wir der engel amt Verrichten dir zu ehren Und deine wunder allesanit Ausbreiten und vermehren, Die du uns in der ganzen welt Und deinem wort hast vorgestellt, Voll weisheit, macht und güte. 8. Und wie du durch die engel haft Aus noth uns oft geführet, So, daß uns manche schwere last Und plage nicht berühret: So thu es ferner noch hinfort, Befiehl, 10. Bulest laß sie an unserm end Hinweg den fatan jagen, Lind unfre feel in deine händ, In Abrahame schooß tragen, Da alles heer deir lob erklingt Und heilig, heilig, hei lig singt, Ohn einiges aufhören. Von der Liebe Gottes und Christi. ben sieht er an. Reißt gleich die fünde mächtig ein; Soll doch die gnade mächt'ger ſeyn. 6. En nun, so rücke mir der teu fel Nur immer meine greuel für. Mein Herz ist fren von angst und zweifel Und spricht: Gott handelt nicht mit mir Nach meiner fünd und missethat, Weil Christus sie Mel. Wer nur den lieben G. 154. Also hat Gott die welt geliebet, Daß er sein eingebornes find Für alle zur verföhnung giebet, Die der verdamms niß schuldig sind; Wer glaubt der foll von fünden rein, Und jenes les bens erbe seyn. 2. Also hat Gott auch mich gelie- gebüffet hat. bet, Und liebt mich diese stunde noch; Ob mein gewissen mich betrübet; Ach, so erfreut mich dieses doch: Ich habe Chrifti theures blut, Das macht mein böses alles gut. 3. Ich weiß, der fünden meiner jugend, Gedenkt mein frommer 8. Só ruhet mein erschreckt g Gott nicht mehr; Ach, ich verließ wissen; So hat mein geist getr den weg der tugend, Und alle lasten muth; So will mich Gottes ster liebt' ich sehr. Nun alles ist lieve tüssen; So wird mein end mir herzlich leid, Und suche bloß und alles gut. Das ist mein trost barmherzigkeit. 4. 3war will Gott ins gerichte gehen; So bin ich ein verlorner fnecht. Wie tönt ich doch vor ihm Mel. Nun freut euch lieben. beſtehen? An mir ist alles unge: 155. Der Herr hat alles recht. Doch das ist meine zuver= sicht: Wer glaubet, der wird nicht gericht't. 5. Gott sieht ja so nicht auf die fünden, Ob man derselben viel gethan; Biel schuld soll viel vergebung finden; Nur reu und glau7. Auf diesen glauben will ich leben, So sterb ich auch, und anders nicht. Mein Jesus wird mir alles geben, Was meiner schwachhei noch gebricht. Ich habe nichts: doch er allein Soll alles mir in allem ſeyn. und freudenlicht: Ich lasse meis nen Jefum nicht. wird nichts böses machen: Dis, fromme feele wohl betracht, In allen deinen fachen, In freud und leid, in füll und noth, In frantz heit, jammer, kreuz und tod, In tummer, angst und schmerzen. Von der Liebe Gottes und Christi. 115 2. Der Herr hat alles wohl ge- Und unsre herzen wendet Bon die macht, Noch eh er uns geschaffen, fer welt zu Gott hinauf, und daß Er hat uns mit dem heil bedacht, wir endlich unsern lauf Ganz seDas einig unfer waffen, Ja unjer liglich vollenden. fchild und rettung ist: Er hat uns vor der zeit erfiest, Eh man die sterne zählte. 10. Der Herr hat alles wohl ge: macht, Auch wann er uns betrü= bet, Wann uns die finstre treuzes= nacht Befällt und heftig übet In freuz und widerwärtigkeit, In angst und trübfal und im leid, Wenn er uns stärkt im glauben. 3. Der Herr hat alles wohl gemacht, Dis rühme, wer es höret, Als er uns hat herfür gebracht, Und nach der hand gemehret, Da er das menschliche geschlecht Gez fegnet, daß auch früchte brächt Das erdreich und was drinnen. 11. Der Herr hat alles wohl ge= macht, Wann er in lieb und treue Noch immerzu an uns gedacht, Und 4. Der Herr hat alles wohl gemacht uns wieder neue, Wann er macht. Da schon der menfch ge- den alten menschen bricht, und die fallen, Da hat er dennoch fleißig verkehrten wege richt, Nach seinem acht Auf ihn und auf uns allen, frommen willen. Er rief und ruft noch mich und dich, Aus lauter lieb, und sehnet sich In lauter füffen flammen. 12. Der Herr hat alles wohl ge macht, Wann er wird wieder kom: 5. Der Herr hat alles wohl ge- men; und ob gleich alles bricht und macht, Der uns sein wort gegez ben, Davon oft unser herze lacht, Wann wir in ängsten schweben, Da ist er unsre zuversicht, Er trö stet uns, und läßt uns nicht In allen unsern nöthen. Bu fich aufziehen in die höh, Und fracht, Wird er doch seine frommen retten sie von allem weh), Da soll'n fie feyn erhaben. 13. Der Herr hat alles wohl ge= macht; Es wird kein sinn errei6. Der Herr hat alles wohl ge- chen hier seines ruhmes große macht, Da er für uns gestorben, pracht, Er muß zurücke weichen, Uns heil und leben wiederbracht und rufen aus mit voller macht: Und durch sein blut erworben: Der Herr hat alles wohl gemacht, Was wilst du mehr, betrübter Dafür wir ihn stets loben. geist? Komm her, schau hier, was lieben heißt, Solt der nicht alles schenken? 14. Nun er hat alles wohl ges macht, Er wird nichts böses machen, Er träget dich gar sanft und facht: Drum in all deinen sachen, In freud und leid, in füll und noth, In frankheit, jammer, freuz und tod, Dank ihm von ganzem 7. Der Herr hat alles wohl gemacht, Da er ist auferstanden, Und aus ganz eigner fraft und macht, Uns von der höllen banden Und ihren fetten hat befrent, Daß un- herzen. fer mund getrost ausschreyt: Wo ist der sieg der höllen? Mel. un lob, mein feel den. Die 8. Der Herr hat alles wohl ge= 156. Gott ist die wahre Liebe, macht, Da er ist aufgefahren Gen himmel, da ein herz hintracht, und ende treibt, Ihr blick wird Das trübjal hat erfahren: Er hat die stätt uns da bereit, Da wir nach dieser kurzen zeit In freuden sollen schweben. 9. Der Herr hat alles wohl gemacht, Wann seinen Geist er sendet Su uns herab, der uns bewacht, dem nicht trübe, Der sie umfaßt, und in ihr bleibt: Sie ist dazu erschienen, Und menschen fund gemacht, Daß sie sich des bedie: nen, Was sie hervorgebracht: Eie leuchtet aus dem Sohne, Den er zu uns gesandt, Der ist ihr Glanz 116 Bon der Liebe Gottes und Christi. und Krone, Und ihr Versichrungs-[ laßt die herzen brennen In lieb vor aller welt. Pfand. 2. Er ist ein Mensch geboren, Der Gottes herz und einzigs find, Sonst gingen die verloren, Die mit ihm eines fleisches sind, Sie sollen durch ihn leben, Und Gott verföhnet seyn, Doch sich ihm wieder geben; Denn er will nicht allein Bom untergang fie retten, Er schenkt auch seinen geist, Damit sie alles hätten, Was dieser bund verheißt. 3. Bedenket dis, ihr lieben, Wo trefft ihr etwas größers an? Er hat sich euch verschrieben, und bleibet ewig fest daran: Was for dert er dargegen? Auch eure lieb und treu, Woran euch selbst gelegen, Er wohnt euch darin ben, Ihr tönnet reicher werden, Eo fern ihr darnach strebt, Als welcher hier auf erden Biel tausend schäße gräbt. 4. Der liebt nach seinem willen, Der gegen Gott in liebe brennt, Er kan die glut nicht stillen, Bis fie ihn auch zum nächsten wend't, Dem wird er so geneiget, Wie er sich selber ist, Daß er ihm dienst erzeiget, Und keine pflicht vergißt: Es ist ein findlich zeichen, wenn man die brüder liebt, Der Vater thut desgleichen, Der alles gutes giebt. 5. Drum laßt uns auf ihn sehen, Und folget ihm mit eifer nach; 3hr wisset, was geschehen, Wir hatten unglück, fünd und schmach, Nach Freyheit fein verlangen; och hat er uns befrent, Er ist uns nachge: aangen, und aus barmherzigkeit Sich unser angenommen; Wir waren in der flucht, Er ist uns vorgekommen, Hat unfer heil gefucht. 6. Ach! laffet uns ihn lieben! Denn er hat uns zuerst geliebt, Ist immer treu geblieben, Wie viel wir wider ihn verübt; Nun hat er uns gefunden, Wir ihn im Sohn erfant, Er sich mit uns verbunden, Und wir sind ihm verwandt: Wollt ihr ihn alle kennen, So thut, was ihm gefällt! Ach! Mel. Wie wohl ist mir, o S. 157, Jehovah ist mein Hirt und Nun wird tein mangel treffen mich; Auf grünen auen seiner güter Erquis det er mich füßiglich: Er leitet mich zu frischen quellen, Da häu: fig fich mir zugesellen Biel Frant und matte schäfelein; Wenn ich in ohrmacht sinke nieder, So stärkt er meine seele wieder, Und flößt ihr lebens- balsam ein. 2. Er führet mich auf rechten wegen, Er geht voran, ich folge nach); Und wenn ich gleich in fin: stern stegen Und thälern voller ungemach, Turch dick und dünn, durch dorn und hecken, Muß wan: dern, soll mich doch nichts schrecken, Denn du bist ben mir stetiglich: Du bist mein licht mein stern, mein führer, Dein stab und stecken mein regierer, Auf deinen achseln ru he ich. 3. éin mahl voll himmels- jüf figkeiten, Ein mahl von fett, vol mark und wein, Hast du bereitet daß von weiten Es sehn, die mi nicht günstig seyn: Du salbest mi mit ëhl der freuden, Da weiß i denn von keinem leiden, Bin voll trost und freudigkeit; Den dut des geistes wohl zu stillen, Muß mich dein voller becher füllen, Dr becher deiner lieblichkeit. 4. Drum soll mich nun fort nicht bewegen, Bon dir, mein Hirt, ju weichen ab, Mir folget nichts, als lauter segen Und gutes nach bis mein grab: Der tod mag leib und feele trennen, Ich weiß, du wint mir dennoch gönnen, Bu fenn ein tind in deinem haus: Der knecht mag nicht darin verbleiben, Den fohn tan niemand draus vertreis ben, Ob er gleich müßt zur welt hinaus. 5. Halleluja sen dir gefungen, holder Hirt, o süsses Lamm! Ach! hätt ich hundert tausend zungen, Von der Liebe Gottes und Christi. 117 Bu rühmen dich mein bräutigam:| 7. Schmäht man mich, ist sie Doch, du wilst nicht viel jungen haben, Nur Eins ist, das dein her; fan laben: Ein herz, das dich nur liebt allein, Das wollst du mir, o Jesu, schenken, So will ich stets ben mir gedenken: Mein Hirt ist mein, und ich bin sein. mein' ehre, Troßt man mich, ist sie mein trup. 3weifte ich, ist sie die lehre: Jagt man mich, ist sie mein schuß. Niemals hab ich was begehret, War es gut, ich bins gewähret. Ich bin dein, zc. Mel. Alle menschen müssen st. 158. Jefu, meiner feelen leben, Meines herzens höchste freud, Dir will ich mich ganz ergeben Jezzo und in ewigteit. Meinen Gott will ich dich nennen, und vor aller weit bedu mein, Ich will feines andern seyn. 2. Deine hand hat mich bereitet, Dein mund blies mir odem ein: Deine gnad ward ausgebreitet, Wie ein teppich, ob dem schrein, Welcher mich hat erst verschlossen. Darum fag ich unverdrossen: Ich bin dein, und du bist mein, zc. 3. Deine güt hat mich umfangen, Als mich erst die welt empfing. Dir bin ich schon angehangen, Als ich an den brüsten hing, Dein schooß hat mich aufgenommen, Wenn ich nur bin zu dir kommen. Ich bin dein, zc. 4. Auf der findheit wilden we gen Solgte mir stets deine güt. Deines Geistes trieb und regen Regte mir oft das gemüth, So ich etwa ausgetreten; Daß ich wieder kam mit beten. Ich bin dein, 2c. 5. Ach! wie oft hat meine jugend Deine gnaden- hand gefaßt Wenn die frömmigkeit und tu gend War in meinem finn vers hast! Ach! ich wäre längst ge= storben Auſſer dir, und ganz verbin 2c. 6. Irr ich, sucht mich deine liebe, Fall ich, hilfet sie mir auf. Ist es, daß ich mich betrübe, Tröst't sie mich in meinem lauf. Bin ich arm, gibt sie mir güter. Haft man mich, ist sie mein hüter. Ich bin dein, ic. 8. Deiner liebe füßigkeiten Sind blick der herrlichkeiten Deines himin mein herz eingeflößt, Durch den mels wird getröst't Mein gemüth in seinem zagen. Alles kreuz hilfft du mir tragen. Ich bin dein, zc. 9. Dein Geist zeiget mir das erbe, Das im himmel bengelegt: Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man Jefu, in die freude: Troß, daß mich was von dir scheide! Ich bin dein, 2c. 10. Diefes alles ist gegründet Nicht auf meiner werke grund, Dieses, was mein herz empfindet, Thu ich allen menschen fund; Daß es fommt aus deinem blute, Das allein kommt mir zu gute. Ich bin dein, 2c. 11. Drum, ich sterbe, oder lebe, Bleib ich doch dein eigenthum; An dich ich mich ganz ergebe, Du bist meiner feelen ruhm, Meine zuversicht und freude, Meine füf= figkeit im leide. Ich bin dein, zc. 12. Höre, Jesu, noch ein flehen, Echlag mir diese bitt nicht ab: Wenn mein' augen nicht mehr sehen, Wenn ich keine kraft mehr hab, Mit dem mund was vorzutragen; Laß mich feufzend doch noch sagen: Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern seyn. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 159. Jefus Chriſtus, Gottes Lamm, für schuld gestorben, hat bezahlt am freuzesstamm Und die freyheit uns erworben: Wer die fünde wohl bereuet, Wird durch Christi tod erfreuet. 2. Gott, der selbst die liebe ist, Preiset feiner liebe wunder, Da, 118 Von der Liebe Gottes und Chrifti. wie sein Sohn Jesus Christ, Starb| kräftiglich vertritt: Liebe, dir ers für alle feind und fünder: Sind geb ich mich, zc. wir durch dis blut gerechte, Trift der jorn nicht mehr die knechte. 3. Ja, so wir versöhnet sind, Weil der Sohn ist hingegeben, Co wird das erstand'ne Kind noch vielmehr uns durch sein leben Selig machen, die er brüder Heißt und seines leibes glieder. 7. Liebe, die mich wird erwecken Aus dem grab der sterblichkeit; Liebe, die sich wird erstrecken Bis in jene herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Aber nicht alleine dis, Sondern weil wir sind im Sohne, Welcher selbst der fünden biß Heilet, daß Er in uns wohne; En so rühmen auch wir fünder, Daß wir nun sind Got tes finder. 5. Hochgelobet, sagen wir Bater in dem himmel oben; Siehe, wie die fünd allhier Noch will in uns immer toben; Drum wolst du den Geist uns geben, Daß wir ewig in dir leben! Mel. Romm, o komm, du G, 160. Liebe, die du mich zum Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem fall mit heil bedacht; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkohren, Eh als ich geschaffen war; Liebe, die du mensch geboren, und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich), 2c. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der zeitz Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge luft und seligkeit; Liebe, dir ergeb ich) mich, 2c. 4. Liebe, die du fraft und leben, Licht und wahrheit, geist und wort; Liebe, die sich blos ergeben mir um heil und seelen- hort: Liebe, dir ergeb ich mich), 2c. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr joch mit leib und sinn; Liebe, die mich überwunden und mein herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich), zc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine feele bitt'; Liebe, die das lösgeld giebet, Und mich 161. Nun freut euch lieben Christen g'mein Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein, Mit luft und liebe fingen, Was Gett an uns gewendet hat, und seine füsse wunderthat, Gar theur hat ers erworben. 2. Den teufel ich gefangen lag, Im tod war ich verloren, Mein fünd mich quälte nacht und tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war fein guts am leben mein, Tie sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute werk die galten Gottes nicht, es war mit ihn'n verdor ben, Der fren will haft gericht, Er war zum gut'n erstor: ben. Die angst mich zu verziveis feln trieb, Daß nichts denn ſier: mußt ich sinfen. ben ben mir blieb, Bur höllen 4. Da jammerts Gott in ewigs feit Mein elend üb'r die masser, Er dacht an sein barmherzigkeit, Er wolt mir helfen lassen. Er wandt zu mir fein vater- her;. 68 war bey ihm fürwahr kein scherz, Er ließ sein bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die zeit ist zu erbarmen, Fahr hin mein herzens werthe fron Und sey das heil der armen, und hilf ihn'n aus der fünden noth, Erwürg für sie den bittern tod, Und laß sie mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'hor: sam ward, Er kam zu mir auf ers den, Bon einer jungfrau rein und jart, Er wolt mein bruder wers den. Gar heimlich führt er sein gewalt, Er ging in einer armen g'stalt, Den teufel wolt er fangen. Von der Liebe Gottes und Christi. 119 du sie kanst vermehren. 7. Er sprach zu mir: halt dich ren, Als deine lieb und dich, Ter an mich, Es soll dir jetzt gelingen, Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein und du bist mein, Und wo ich bleib, da folt du seyn, Uns soll der feind nicht scheiden. 8. Bergiessen wird man mir mein blut, Darzu mein leben rauben, Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem glauben. Den tod verschlingt das leben mein, Mein unschuld trägt die fünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen himmel zu dem Vater mein, Fahr ich aus diesem leben, Da will ich seyn der meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in trübsal trösten soll Und lehren mich erkennen wohl, Und in der wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das folt du thun und leh: ren, Damit das reich) Gott's werd gemehrt, 3u lob und seinen ehren. Und Hüt dich für der menschen g'sah, Davon verdirbt der edle schaß, Das laß ich dir zulette. 162. Mel. Ich ruf zu dir, Serr. Jefu Christ, mein schönstes licht! Der du in deiner feelen, So hoch mich liebst daß ich es nicht Aussprechen kan noch zählen. Gib daß mein herz dich wiederum Mit lieben und verlangen Mög umfangen, Und als dein eigenthum Nur einzig an dir hangen. 2. Gib daß sonst nichts in meiner feel Als deine liebe wohne; Gib, daß ich deine lieb erwähl, Als meinen schaß und frone. Stoß alles aus, ním alles hin, Was mich und dich will trennen, Und nicht gön: nen, Daß all mein muth und sinn In deiner liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jesu, deine liebe: Wenn dieſe steht, kan nichts entstehn, Das meinen geist betrübe. Drum laß nichts anders denken mich, Nichts fehen, fühlen, hören, Lieben, eh 4. daß ich dieses hohe gut Möcht ewiglich befizen! O daß in mir dies edle glut Ohn ende möchte hitzen! Ach! hilf mir wachen tag und nacht, Und diesen schah bewahren Für den schaaren, Die wider uns mit macht Aus satans reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu lieb In noth und tod gegangen, Und hast am freuz als wie ein dieb und mörder da gehangen, Berhöhnt, verspent und sehr vers wundt. Ach! laß mich deine wun den Alle stunden Mit lieb ins herzens grund Auch ritzen und verwunden. 6. Dein blut, das dir vergessen ward, Ist köstlich gut, und reine, Mein herz hingegen böser art, Und hart gleich einem steine. O laß doch deines blutes fraft Mein hartes herze zwingen, Wohl durch= dringen, Und diesen lebens- faft | Mir deine liebe bringen. 7. O daß mein herze offen stünd, Und fleißig mögt auffangen, Die tröpflein bluts, die meine fünd Im garten dir abdrangen! Ach! daß sich meiner augen brunn Aufthät und mit viel stöhnen Heisfe thrä: nen Bergösse, wie die thun, Tie sich in liebe sehnen. 8. O daß ich wie ein kleines kind Mit weinen dir nachginge, So lange bis dein herz entzündt, Mit armen mich umfinge, Und deine feel in mein gemüth, In voller füffer liebe, Eid) erhübe, Und also deiner güt Ich stets vereinigt bliebe! Ach zieh, mein liebster! mich nach dir! So lauf ich ohn verdries: sen, Ich lauf und will dich mit be: gier In meinem herzen küssen; Ich will aus deincs mundes zier Ten süssen troft empfinden, Der die fünden Und alles unglück hier Kan leichtlich überwinden. 10. Mein trost, mein schat, mein licht und heil, Mein höchstes gut und leben, Ach nim mich auf zu deinem theil! Dir hab ich mich Von der Liebe Gottes und Chrifti. 120 ergeben! Denn ausser dir ist lau: ter pein, Ich find hier überalle, Nichts denn galle, Nichts fan mir tröstlich seyn, Nichts ist das mir gefalle. 11. Du aber bist die rechte ruh, In dir ist fried und freude: Gib, Sesu! gib daß immerzu Mein herz in dir sich weide, Sen meine flamm und brenn in mir, Mein balsam! wollest eilen, Lindern, heilen Den schmerzen der allhier Mich seufzen macht und heulen. 12. Was ist, o schönster! das ich 3. Bahrer mensch und Gott, nicht In deiner liebe habe, Sie Trost in noth und tod, Du bist ist mein stern, mein sonnen- licht, darum mensch geboren, Su ersehen Mein quell, da ich mich labe, was verloren, Turch sein blut so Mein füsser wein, mein himmel- roth, Wahrer mensch und Gott. brod, Mein kleid vor Gottes throne, Meine frone, Mein schuß in aller noth, Mein haus darin ich wohne. 13. Uch) große lieb! wenn du entweichst. Was hilft mir seyn ge= boren? Wenn du mir deine lieb entzeuchst, Ist all mein gut verloren: Co gib, daß ich dich, meinen gast, Wohl such und bester masſen Mög umfassen, und wenn ich dich gefaßt, In ewigkeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je geliebt, Und auch nach dir gezogen, eh ich noch etwas guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach! laß doch ferner, edler hort! Mich diese liebe Leiten, lind begleiten, Daß sie mir immerfort Beysteh auf allen feiten. 15. Laß meinen stand, darin ich steh, Herr! deine liebe zieren, Und wo ich etwan irre geh Alsbald zu rechte führen, Laß sie mich allzeit guten rath, Und rechte werke lehren, Steuren, wehren Ter sünd, und nach der that Bald wieder mich befehren. Mel. Wer ist wohl wie du. 163. Seelen- bräutigam, Jefu, Gottes- Lanım, Habe dank für deine liebe, Die mich zieht aus reinem triebe Von der fünden schlamm, Jesu, Got: tes- Lamm. 16. Laß sie seyn meine freud im leid, In schwachheit mein vermögen, Und wenn ich nach voll brachter zeit, Mich soll zur ruhe legen, Alsdenn laß deine liebes treu, Herr Jesu! mir beystehen, Luft zu wehen Daß ich getrost und fren Mög in dein reich eingehen. 2. Teine liebes- glut Stärket muth und blut; Wenn du freundlich mich anblickest, und an deine brust mich drückest, Macht mich wohl gemuth Teine liebes- glut. 4. Meines glaubens licht Laß verlöschen nicht, Salbe mich mit freuden- öhle, Daß hinfort in mei ner feele Ja verlösche nicht meines glaubens licht. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für: Deine liebe will ich ehren, und in dir dein lob ver= mehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids stanım! Teine liebes- flamm ich ernähre und verwehre, Daß die welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich) gram, Held aus Davids stammi! 7. Großer Friedefürst! Wie hal du gedürft Nach der menschen hell und leben, und dich in den tod ge geben Da du riefft: mich dürf Großer Friedefürst! 8. Teinen frieden gieb, aus fo großer lieb, Uns den deinen, die dich kennen, Und nach dir fidh Shrifien nennen: Tenen du bist lieb, Deinen frieden gieb. 9. Wer der welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um den lebendigen glauben, Der wird bald empfind lich schauen, Daß niemand ver dirbt er der welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes ich, Ich will nimmermehr dich lassen, sondern glaubig dich umfassen; Weil im glauben id) Nun ergreife dich. Von der Liebe Gottes und Chriſti. 121 können? Alles ding 2c. 11. Wenn ich meinen muß, Wird| befleißt, Deine tief ergründen dein thränen- fluß Nun die meinen auch begleiten, und zu deinen wun: den leiten, Daß mein thränen- fluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu Wie derum erfreu, Freuest du dich auch zugleiche, Bis ich dort in deinem reiche Ewiglich aufs neu Mich mit dir erfreu. 13. Hier durch spott und hohn, Dort die ehren- fron: Hier im hoffen und im glauben, Dort im haben und im schauen: Denn die ehren- fron Folgt auf spott und hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde, Und in deinem sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 15. Du mein preis und ruhm, Werthe Sarons blum! In mir foll nun nichts erschallen, Als was dir nur kan gefallen, Werthe Sa= rons blum, Du mein preis und ruhm! Mel. Laffet uns den herren. 164. Solt ich meinem Gott nicht fingen? Solt ich ihm nicht dankbar seyn? Denn ich seh in allen dingen, Wie so gut ers mit mir menn'. Isis doch nichts als lauter lieben, Das sein treues herze regt, Das ohn ende hebt und trägt, Die in seinem dienst sich üben. Alles ding währt seine zeit, Gottes lieb in ewigkeit. 2. Wie ein adler sein gefieder Ueber seine jungen streckt: Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten arm bedeckt, Alsobald im mutterleibe, Da er mir mein wefen gab, Und das leben, das ich hab, Und noch diese stunde treibe. Alles ding 2. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, Nein! Er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen feuer Durch sein theures blut gewinn. O du unergründter brune nen; Wie will doch mein schwa: cher geist, Ob er sich gleich hoch F 4. Seinen Geist, den edlen Fühe rer, Giebt er mir in seinem wort, Daß er werde mein regierer, Durch die welt zur himmels- pfort, Daß er mir mein herz erfülle Mit dem hellen glaubens- licht, Das des todes macht zerbricht, und die Hölle selbst macht stille. Alles ding, 2c. 5. Meiner feelen wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem leibe noth zustehen, Simt ers gleichfalls wohl in acht: Wenn mein können, mein vermiögen, Nichts vermag, nichts helfen tan, Kömmt mein Gott und hebet an Seine fraft mir beyzulegen. Alles ding zc. 6. Himmel, erd und ihre heere Hat er mir zum dienst bestellt, Wo ich nur mein aug hinkehre, Find ich was mich nährt und hält, Thiere, träuter und getreide, In den gründen, in der höh, In den büschen, in der see: Ueberall ist meine weide. Alles zc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein forgen, Und ermuntert mein ge= müth, Daß ich alle liebe morgen Echaue neue lieb und güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein angesicht Nicht geleitet, wär ich nicht Aus so manchher angst genesen. Alles ding ic. 8. Wie so manche schwere plage Wird vom satan' rum geführt, Die mich doch mein lebetage Niemals noch bisher gerührt. Gottes engel den er fendet, Hat das böse, so der feind Anzurichten war ge= meint, In die ferne weggewendet. Alles ding zc. 9. Wie ein vater feinemt finde Sein herz niemals gan; entzeucht, Ob es gleich bisweilen fünde Thut, und aus der bahne weicht: Also hält auch mein verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein fehlen mit der ruth, Und nicht mit dem schwerdte rächen. Alles ding zc. 10. Seine strafen, seine schläge, 122 Von der Liebe Gottes und Christi. Ob sie mir gleich bitter seynd, fünden, Wie fie deine fecte bin= Dennoch wenn ichs recht erwage, den, Wie sie dein gewissen quälen, Sind es zeichen, daß mein freund, Wie der jammer nicht zu zählen: Der mich liebet, mein gedente, O so komm mit deinen fetten, Und mich von der schnöden welt, Wag es nicht, dich selbst zu retten. Die mich hart gefangen hält, Jesu blut muß auf dich fliessen, So Durch das kreuze zu ihm lenke. wirst du das heil geniessen. Alles ding c. 5. Sünder macht der heiland ses 11. Das weiß ich fürwahr, und lig. Sein erbarmen ist unzählig. Lasse Mirs nicht aus dem sinne er giebt buße, Er giebt glauben, gehn, Christen freuz hat seine Er laßt auch die lahmen rauben. masse, Und muß endlich stille stehn. Wer sich nur will retten lassen, Wenn der winter ausgeschneyet, Der soll das vertrauen faſſen: Tritt der schöne sommer ein: Also wird auch nach der pein, Wers erwarten tan, erfreuet. Alles ding ic. Alles heil in Christi wunden Hab ich schon umsonst gefunden. 6. Glaube nur dem wort der gnaden, Co ist deinem feelen- schaden Echon geholfen, und die liebe Echafft in die ganz neue triebe. Sind die fünden erst vergeben, So tanst du auch heilig leben; Und der gnade treues walten Wird dich fördern und erhalten. 12. Weil denn weder ziel noch ende Sich in Gottes liebe findt, Ey, so heb ich meine hände Bu dir, Bater, als ein find; Bitte, wollst mir gnade geben, Dich, aus aller meiner macht, 3u umfangen tag und nacht, Hier in meinem ganzen leben, Bis ich dich nach 7. O so gieb dem Sohn die ehre, dieser zeit, Lob und lieb in ewig- Daß ihm aller ruhm gehöre! Suz teit. che nicht erst zu verdienen, Was am freu; vollbracht erschienen. Euche nicht, was schon gefunden, Preise fröhlich seine wunden, und bekenn es bis zum grabe, Daß er dich ers töjet habe. Mel. Schmücke dich, o liebe. 165. Sünder, freue dich von Herzen Ueber deines Jesu schmerzen! Laß bey seinem blutvergiessen Süsse freudenthränen fliesſen. Er hat sich für dich 166. Was soll ich thun? Uch gegeben; Euch in seinem tod das Herr! was fang id) leben; Unter seinem freuz zu lie- an? Mein herz ist aufgewacht. gen, Sen dein größestes vergnügen. Nun seh ich wohl, daß ich nicht 2. Ach, wie groß ist dein verder: ben! Ohne Jesum mußt du sterben; Blind und todt sind deine träfte. Sünde, das ist dein geschäfte, Dein verdienst ist zorn und rache, es ist aus mit deiner fache; Ja, im himmel und auf erden Kan dir nicht geholfen werden. bleiben fan, Bis Gott mich selig macht. Ich dachte nicht an meine fünde, Tie ich doch nun mit angst empfinde. Was soll ich thun? 2. Was soll ich thun? Ich kan nicht ruhig seyn. Ich bin noch unbekehrt. Mein Herz ist tod. Mein wandel ist nicht rein. Die welt hat 3. Des erzürnten richters ruthen mich bethört; Mein glaube hat Fragen nur nach Jesu bluten, mich selbst betrogen, Und mein ge Den die dornenfron gefrönet, bet hat Gott gelogen. Was soll ich Gott im fleisch, hat dich versöhnet. Seine thränen, schweiß und wunden Haben rath für dich gefunden; Und ihm bleibt allein die ehre, Daß er deinen tod zerstöre. 4. Fühlst du nun die macht der thun? 3. Was soll ich thun? Mir fehlt die seligkeit. Ich bin gewiß ver: dammt; Dem fünden- dienst ist ew'ger fluch bereit; Die rache Got tes flammt, und meine selbstges Von der Liebe Gottes und Christi. 123 Was soll ich thun? rechtigkeiten Verlassen mich auf| werden mit ihr ewig brennen. allen feiten. Was soll ich thun? 4. Was soll ich thun? Der falsche trost ist hin: Die träume sind vorben. Nun seh ich wohl, daß dem erweckten sinn Gewißheit nöthig sen. Ben ungewissem todten hoffen Steht mir der höllen rachen offen. Was soll ich thun? 11. Was soll ich thun? Das herz mit fleiß zerstreun, Bu lustgen brü dern gehn? Ach) nein, da wird für mich nicht ruhe seyn. Bleibt immer ferne stehn, Ihr tröster, die man leidig heißet, Weil ihr mir tiefre wunden reisset. Was soll ich thun? 12. Was soll ich thun? Der eine fagt mir diß, Der andre lehrt mich das. Wem folg ich hier? mein herz bleibt ungewiß und fragt noch im mer: Was? Ich kan wohl hundert wege zählen. Sagt, welchen soll ich denn erwählen? Was soll ich thun? 13. Was soll ich thun? Mein Gott, wo soll ich hin? 6. Was soll ich thun? Der jam= Ich weiß mir keinen rath. Wenn nicht dein wort für den beklemmmer dringt mein herz. Ich frage tag und nacht; Du, find der welt, gedenkst ben meinem schmerz, Ich sen verwirrt gemacht. O nein! ich ten finn Noch rath und rettung weiß wohl, was mich naget, Warhat, So weiß ich keinen weg zu um mein herz so ängstlich fraget: finden, So sterb ich noch in meinen fünden. Was soll ich thun? Was soll ich thun? 14. Was soll ich thun? Ich bin erschrecklich blind, Und dachte klug zu viel, als manches kind. Die finsterseyn. Nun weiß ich kaum so niß ist mein. Bom Meister hab ich; weit entfernet. Was soll ich thun? nicht gelernet. Ich bin von Jefu 15. Was soll ich thun? Ach Gott, ich weiß es nicht. Hier hilft mir tein verstand; Und ist mir gleich, was man von Jesu spricht, Nicht gänzlich unbekannt, Co tan ich doch den weg nicht finden. Er fenntniß, licht und muth vers schwinden. Was soll ich thun? 5. Was soll ich thun? Getrost und sicher seyn? Mit lust verloren gehn? Nein, das gefällt den rafenden allein, Die nichts von Gott verstehn. Das selig werden ist die fache, Die ich nicht mehr, wie sonst, verlache. Was soll ich thun? 7. Was soll ich thun? So lange frag ich noch. Bis daß ichs gründlich weiß. Währts noch so lang; ich such und frage doch mit unvers rücktem fleiß: Denn sonst behielt ich meine lasten. So könnt ich ewig nimmer rasten. Was soll ich thun? 8. Was soll ich thun? Ich habe gnug gethan, Das mich auf ewig reut. daß ich nichts davon vergüten kan! O der verfloßnen zeit! Wo send ihr, ihr verlornen tage? Ihr macht, daß ich mit thränen frage: Was soll ich thun? 9. Was soll ich thun? Was ich bisher gemacht, Das geht mun nicht mehr an. Mein herz hat nichts, als böses, vorgebracht, Weil ich nichts anders kan. Das heuchlen will nun auch nicht taugen. Denn Gott hat helle flammen augen. Was soll ich thun? 10. Was soll ich thun? Was denkt und thut die welt? Ach Gott, fo geht es nicht. Denn, was sie liebt, was allen wohlgefällt, Das haßt dein heilges licht. Die mit der welt nachlaufen können, Die 16. Was soll ich thun? Wo mich dein Geist nicht lehrt, So bleib ich) ewig blind. Wo er mir nicht die worte selbst erklärt, Die deine worte sind: Eo bleib ich in der thorheit stecken. Ach laß mir doch fein licht entdecken; Was mir ju thun? 17. Was soll ich thun? Dein wort eröffnet mir Die buß- und glaubens- bahn. Dis ist der weg. Auf dem kommt man ju dir, Und trifft das leben an. Die eigne beßrung unsers lebens Hilft Gottes und Chrifti. 25. Was soll ich thun? Die werke gelten nicht. Mein thun verdient den tod. Mein würdig- seyn vers schuldet das gericht. Was bring ich denn vor Gott? An dich, Herr Jefu, will ich glauben, Und mit ge= walt den himmel rauben. Das will ich thun. 124 Von der Liebe nichts zum heil. Man fragt ver: gebens: Was soll ich thun? 18. Was soll ich thun? Ich kan ja leider nichts aus meiner eignen fraft. Herr, gönne mir den Geist der kraft, des lichts, Der alles in mir schafft. Mein Geist ist in mir felbst zerschlagen. Ich muß von ganzem Herzen sagen: Ich kan nichts thun. 19. Was soll ich thun? Gott lob, nun merk ich schon. Es kommt aufs thun nicht an. Der töpfer nimit mit seiner hand den thon Der sich nicht bilden kan; Und macht ihn jum gefäß der ehren. Co will der Herr mich selbst bekehren. Ich soll nichts thun. 20. Was soll ich thun? Berderben fan ich wohl. Das bessern glückt mir nicht. Bersprech ich es; so wird die lüge voll, Weil mir die traft gebricht. Hinweg ihr selbstgewürfte fachen, Ich lasse Jesum alles machen. Ich kan nichts thun. 21. Was soll ich thun? Sur ganz gelassen seyn, Und Jesu offen stehn. Der freund klopft an: so laß ich ihn hinein, Mein ganzes her; zu sehn. Das sey ihm völlig überge: ben. Er tilge nur mein widerstre= ben. Ich kan nichts thun. 26. Was soll ich thun? Tu, mein Immanuel, Hast gnug für mich) gez than. In deinem blut wasch ich die kleider hell. Dich selber zieh ich an. Du trugest des gesetzes lasten. In werken tan fein fünder räften. er fan nichts thun. 27. Was soll ich thun? Mein heil, ich fasse dich mit aller glaubens: traft, Bis daß dein geist in deinem blut für mich Gewisse rettung schafft, Bis daß er mir versichrung schentet, Und durch dein mort die furcht versenfet. Co fan ich ruhn. 28. Was soll ich thun, Benn mich des Lammes blut Aus gnaden felig macht? Ich freue mich. Mein herz ist wohlgemuth. Es finget, jauchzt und lacht. Mein Heiland, ich will hier und droben Tein thum und leiden ewig loben. Das will ich thun. 29. Was soll ich thun? Die gnade stärket mich. Ich fühle Gottes fraft. Eie treibt mich an. Eie führt mich mütterlich, Und was sie selber schafft, Tas nennt sie gnädig meine werke. Wohl mir! ich will in dieser stärke Noch alles thun. 30. Was soll ich thun? Was Gott an mir gethan, Das thu ich andern auch. Die liebe bleibt auf Chrifti le= bens- bahn Der allgemeine brauch. Wie selig bin ich schon auf erden! Was wird im paradiese werden! Da will ich ruhn! 22. Was soll ich thun? Ich rufe Jesum an, Wie er mich selber lehrt. Ich weiß, daß er mir helfen will und fan, Und meine stimme hört. Wohlan, so will ich zu ihm treten. Sein Geist erwecket mich zum beten. Ich kan nichts thun. 23. Was soll ich thun? Die mit tel brauch ich gern, Die Jefus mir geschenkt, Sein theures wort, Die stimme meines Herrn, Die mich erweckt und lenkt, Eein facrament ist voller segen. Er muß mich aber felbst bewegen. Ich kan nichts thun. 24. Was soll ich thun? Herr, Mel. 3ion klagt mit angst. 167. Weg, mein herz, mit traurigwirke du in mir Die felge den 2018 keit, Da man die schuld, die fün- ob du versiossen wärst, Bleib in den schuld vor dir Beweinet und Sottes wort und schranken, Da bereut. Die armuth laß mich recht du anders reden hörst; Bist du empfinden. Berknirsche mich durch bös und ungerecht, Ey so ist Gott meine sünden. Ich kan nichts thun. fromm und schlecht: Hast du zorn Von der Liebe Gottes und Christi 125 and tod verdienet, Sinte nicht,| muß, Wenn sie ihren schöpfer lo= Gott ist versöhnet. ben, Jauchzen über unsre buß; 2. Du bist wie die menschen alle, Aber was gefündigt ist, Das verAngesteckt mit fünden- gift, Wel: deckt er, und vergißt, Wie wir ihn ches Adam mit dem falle, Samt beleidigt haben: Alles, alles ist der schlangen angestift; Aber so vergraben. du kehrst zu Gott, Und dich besserst, hats nicht noth: Sen getrost, Gott wird dein flchen Und abbitten nicht verschmähen. 9. Kein see kan sich so ergiessen, Kein grund kan so grundlos seyn, Kein strom so gewaltig fliessen, Gegen Gott ist alles klein, Gegen Gott und feine huld, Die er über unsre schuld Alle tage läsfet schwe ben, Durch das ganze fündens leben. 10. Nun fo ruh und sen zufrieden, Seele, die du traurig bist, Was wilst du dich viel ermüden, Ta es nicht von nöthen ist? Deiner jün= den großes heer, Wie es scheinet, ist nicht mehr Gegen Gottes herz zu sagen, Als was wir mit fin= gern tragen. 11. Wären tausend welt zu finden, Von dem höchsten zugericht, Und du hättest alle sünden, Die darinnen sind, verricht: Wär es viel, doch lange nicht So viel, daß das volle licht Seiner gnaden hier auf erden, Dadurch könt erlöscher werden. 12. Mein Gott, öffne mir die pforten Solcher gnad und gütigteit, Laß mich allzeit aller orten Schmecken deine füßigkeit: Liebe mich und treib mich an, Daß ich dich, so gut ich kan, Wiederum umfang und liebe, Und ja nun 3. Er ist ja tein bär noch löwe, Der sich nur nach blute sehnt: Sein Herz ist zu lauter treue, Und ur fanftmuth angewöhnt: Gott hat einen vaterfinn, Unser jammer jammert ihn, Unser unglück ist sein schmerze, Unser sterben kränkt sein herze. 4. So wahrhaftig als ich lebe, Will ich keines menschen tod, Sondern daß er sich ergebe An mich aus dem fünden koth. Gottes freud ist, wenn auf erd Ein ver: irrter wiederkehrt, Will nicht daß aus seiner heerde Das geringst entzogen werde. 5. Kein hirt kan fo fleißig gehen Nach dem schaaf das sich verläuft; Sollst du Gottes herze sehen, wie sich da der kummer häuft, wie es dürstet, lechzt und brennt Nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den seinen Würdest du vor liebe weinen. 6. Gott der liebt nicht nur die frommen, die in ſeinem haufe seynd, Sondern auch die ihm genommen Durch den grimm'gen nicht mehr betrübe. feelen- feind, Der dort in der höl- Mel. Jesu, der du meine ſeele. len sist, Und der menschen herz erhist Wider den, der, wenn sich reget Sein fuß, alle welt beweget. 7. Dennoch bleibt in liebes flammen Sein verlangen allzeit groß, Ruft und locket uns zusam men, In den weiten himmels schoof: Wer sich mir da stellet ein, Suchet Fren und los zu seyn Aus des fatans reich und rachen, Der macht Gott und engel lachen. 8. Gott und alles heer hoch droben, Dem der himmel schweigen 168. Womit soll ich dich wohl loben, Mächtiger Herr Bebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes fraft, mein Gott! Denn ich tan mit nichts erreichen Deine gnad und liebes- zeichen. Tausend, tausendmal sey dit, Großer König, dank dafür! 2. Herr, entzünde mein gemüthe, Daß ich deine wunder- macht, Deine gnade, treu und güte, Stets erhebe tag und nacht: Denn von Von der Schöpfung. 126 deinen gnaden- güssen Leib und feele zeugen müssen. Tausend, 2c. 3. Denk ich nur der fünden- gasfen, Drauf ich häufte schuld mit schuld, So möcht ich vor scham er blaffen, Vor der langmuth und ge= duld, Womit du, o Gott, mich armen Haft getragen mit erbarmen. Tausend, 2c. 4. Ud) ja! wenn ich überlege, Mit was lieb und gütigkeit Du, durch so viel wunder- wege Mich geführt die lebens- zeit, So weiß ich kein ziel zu finden, och den grund hie zu ergründen. Taufend, ic. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen mich zu reissen aus der glut: Denn da mit der fünder haufen Ich nur fuchte irdisch gut. Hiesfest du auf dieß mich achten, Wornach man zuerst soll trachten. Tausend, 2c. 6. D! wie hast du meine seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der fünden- höhle Möchte zu den wunden fliehn, Die mich ausgeföhnet haben, und mir fraft jum leben gaben. Tausend, c. 7. Ja, Herr, lauter gnad und wahrheit Sind vor deinem ange= sicht: Du, du trittst hervor in flare heit In gerechtigkeit, gericht: Daß man soll aus deinen werten Deine güt und allmacht merken. Taufend, zc. 8. Wie du sehest jedem dinge, Beit, zahl, maß, gewicht und ziel, Damit feinem zu geringe Möcht geschehen, noch so viel: So hab ich auf tausend weisen Deine weisheit auch zu preisen. Tausend, ic. 9. Bald mit lieben, bald mit leiden. Kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, Nur mein herze zus bereiten, Eich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänzliches ver= langen Möcht an deinent willen hangen. Tausend, 2c. 10. Wie ein vater nimmt und giebet, Nachdems findern nüßlich ist; So hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder frist, Und dich meiner angenommen Wenns auch gleich aufs höchste kommen. Taufend, ic. 11. Mich hast du auf adlers flüz den thälern, auf den hügeln Wungeln Oft getragen väterlich, In derbar errettet mich; Wenn schien alles zu zerrinnen, Ward doch deiner hülf ich innen. Tausend, 2c. Und zur rechten zehnmal mehr, 12. Fielen tausend mir zur seiten, Liesfest du mich doch) begleiten Durch der engel starkes heer, Daß den nöthen, die mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend, c. 13. Bater, du hast mir erzeiget Lauter gnad und gütigkeit; Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine freundlichkeit; Und durch dich, o Geist der gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend, zc. 14. Tauſendmal fen dir gefungen, Herr, mein Gott, preis, lob und dant, Daß es mir bisher gelungen: Ach! laß meines lebens gang Fere ner doch durch Jesu leiten, Nur gehn in die ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir. Von der Schöpfung. 169.2h! feele, follte dich er- geht nicht an, Ich kan mit euch mich nicht mehr paaren. freuen Die schönheit einer creatur, Da du die segens= volle spur Des holden Echöpfers, des getreuen, Gefunden, und bereits erfahren, Was desſen liebe geben kan? Nein, ihr geschöpf, es 2. Du sonn, die du die welt bes leuchtest, Und sie mit deinem strahl durchdringst; Du himmel, der du regen bringst, Und unser land mit thau befeuchtest; Was habt ihr, Von der Schöpfung. 127 das ich nicht geniesse In dem, den lehrer werden, der mich zu meimeine feele liebt, Und dem mein herze sich ergiebt? Was, das mir nicht aus ihm zufliesſe? nem schöpfer leitet; Ach! denk ich), send ihr hier so schön, Wie muß der schönste nicht aussehn, Der euch ge= macht und zubereitet? 3. Dis licht erwecket freud und wonne, Was finster ist, das macht es licht, Sein glanz erleuchtet mein gesicht: Er ist die wahre segensfonne; Der regen, der mein herz beneßzet; Und dessen dürre fruchtbar macht; Die morgenröth, so mich anlacht; Der thau, so meine feel ergezet. 4. Ihr auen und ihr grünen wiesen, Ist gleich eu'r anblick noch) so schön, Toch muß mein herz viel höher gehn, und sich zu seiner lust erfiesen Den schöpfer selbst, der ewig währet, Und der allein den geist vergnügt, Der zwar allhier gefangen liegt, Doch lest in seinen ursprung fehret. 5. Ihr schaafe, die ihr in dem grünen Ben weid und bächlein euch ergeht, und euch mit eurem hirten lest, Ihr könnt mir zwar zum vorbild dienen: Doch dieses muß ich fren bekennen, Nur eines ist mein trautes Lamm, Das selbst aus liebe zu mir fam, Nur einer ist mein hirt zu nennen. 6. Ihr vögel auf den grünen zweigen, Besinget eures schöpfers ehr; Doch geb ich euch nicht mehr gehör, Wenn ihr mich wollt von dem abneigen, Den sich mein herz hat auserlesen; Ich selbsten bin ein täubelein, und fliche in den felfen ein, Wenn ich in sturm und noth gewesen. 7. 3hr flüffe, ströme, bäum und wälder, Und was in euch nur lebt und webt, Die ihr den menschen nahrung gebt, Du lust- revier der grünen felder! Ihr müßt doch meinem liebsten weichen, Der nah rung, luft und schatten giebt, Und sich so täge als stündlich übt, 3u mehren seiner liebe zeichen. 8. Du runder ball der weiten erden, Du schön geziertes firmas ment, Und was man creaturen nennt, Ihr könnt mit zwar zum 9. Drum fahret fort, den hoch zu preisen, Von dem ihr euren ursprung zieht, Darneben send auch stets bemüht, Bu meinem Bräut': gam hinzuweisen Tie menschen, die sich leicht vergaffen In eure schönheit, die vergeht, Und nur auf eine zeit besteht: Dis ists, was ihr hier follet schaffen. 10. Mich aber laffet unbegroungen, Ich hab was höher schon erfant; Mein Freund wird weiß und roth genannt, Bu ihm allein werd ich gedrungen, Dem schönsten aus den menschen- kindern, Der schon mein ganzes herz besitzt, und es mit seiner flamm erhist: Nichts soll die liebe zu ihm mindern. Mel. Rommt her zu mir, spr. 170. Get aus, mein herz, In dieser lieben sommerzeit, An deines Gottes gaben: Schau an der schönen gärten zier, Und siehe, wie sie mir und die Sich ausgeschmüdet haben. 2. Die bäume stehen voller laub, Das erdreich decket seinen staub Mit einem grünen kleide. Narciffen und die tulipan, Die ziehen sich viel schöner an, als Salomo: nis feide. 3. Die terche schwingt sich in die luft; Die taube fliegt aus ihrer kluft, Und macht sich in die wäl= der: Die hochbegabte nachtigal Ergeht, und füllt mit ihrem schall Berg, hügel, that und felder. 4. Die glucke führt ihr völklein aus: Der storch baut und bewohnt sein haus; Die schwalbe speißt die jungen. Der schnelle hirsch, das leichte reh 3ft froh, und kömmt aus seiner höh Ins tiefe gras ge= sprungen. 5. Die bäche rauschen in dem fand, Und mahlen sich in ihrem Von der Schöpfung. 128 rand Mit schatten- reichen myrs then; Die wiesen liegen hart daben, und klingen ganz von lust- geschren Der schaaf und ihrer hirten. 6. Die unverdroßne bienenschaar, Fliegt hin und her, sucht hier und da Ihr' edle honigspeise. Des süssen weinstocks starker jaft ringt täglich neue stärk und kraft In seinem schwachen reise. 7. Der weißen wächset mit gewalt, Darüber jauchzet jung und alt, und rühmt die große güte Deß, der so überflüßig labt, und mit so manchem gut begabt Das menschliche gemüthe. 8. Ich selber fan und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes thun Erweckt mir alle sinnen. Ich finge mit wenn alles singt, Und laffe, was dem höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach! denk ich, bist du hier so schön, Und läsfest uns so lieblich gehn Auf dieser armen erden; Was will doch wohl nach dieser welt, Dort in dem festen himmelszelt Und güldnen schlosse werden! 10. Welch hohe lust, welch hoher schein, Wird wohl in Christi gar: ten seyn! Wie wird es da wohl klingen, Da so viel tausend Sera: phim, Mit unverdroßnem mund und stimm, Ihr halleluja fingen! raum, Daß ich dir werd ein guter baum, Und laß mich wohl bekleiz ben: Berleihe, daß zu deinem ruhm, Ich deines gartens schöne blum Und pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum paradeis, Und laß mich bis zur letten reif An leib und seele grünen: So will ich dir und deiner ehr Allein und fonsten keinem mehr, Hier und dort ewig dienen. Mel. Serr ich habe mißgeh. 171. Gott, du stifter aller wonne, Tessen gna: denschein durchwirkt, Was allhier die heisse sonne Mit dem weiten strahl unizirkt, Dich muß aller athem loben, Was auf erden, uns ten, oben. 2. Alles wild, was auf der heyden, Was durch büsch und hecken geht, Alles rindvieh auf der weis den, Was im stall und hürden steht, Was auf bäum und felfen glimmet, Was durch) see und flüffe schwimmet. 3. Auch die schaar, die man in lüften allenthalben singen hört, Und die ohne funst und schriften Uns die sorgen meiden lehrt, Muß vor dir die stimmt erheben, Muß mit furcht dir ehre geben. 4. Alle gräslein in den feldern, Alles was in gärten blüht, Alle blumen in den mäldern, Alles was man grünen sieht Muß, wenn gleich die menchen schweigen, Deis nen ruhm und macht bezeugen. 5. Wie folt ich denn diß verheh len, Was das stumme laubwerk preißt? Eolt ich nicht vielmehr erzählen, Was du, Herr, mir hast erweißt? Mir, der ich mit bösem leben Anlaß dir zum zorn gegeben. 11. O wär ich da, o sünd ich schon, Ach! süsser Gott, vor dei: nem thron, Und trüge meine palmen! So wollt ich nach der engel weif Erhöhen deines namens preiß Mit tausend schönen psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch Hier trage dieses leibes joch, Auch nicht gar fiille schweiz gen; Mein herze soll sich fort und fort, An diesem und an allem ort, Bu deinem lobe neigen. 13. Hilf mir, und fegne meinen geist Mit segen, der vom himmel fleust, Daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der sommer deiner gnad In meiner seelen früh und spat Biel glaubens- frücht erziehe. 14. Mach in mir deinem geistelsen Bäume, kräuter, öhl und most, 6. Du hast mich aus nichts for= miret, Hast von fünden mich ers löst, Hast mich mit verstand gezies ret Und durch deinen geist getröst, hast mich dir zum dienst erwäh let, Von verdammniß los gezählet. 7. Du läß'st mir zu gut ausspriess Von der Schöpfung. 129 Daß ich dessen kann geniessen, Gibst| nen wundern fassen? Ein jeder mir wild und vieh zur fost. Erde, staub, den du hast werden lassen, meer und luft kann geben, Was Verfündigt seines Schöpfers mir noth in meinem leben. 8. Wer kann deine güt erzählen? Herr, diß ist vor mich zu viel, Beit und wort und kräfte fehlen, Denn dein hülf ist ohne ziel, Drum so laß mein kindlich fallen Dir in einfalt, Herr, gefallen. 172. Gott ist mein lied! er ist der Gott der stärs te; Groß ist sein nam, und groß find seine werte; Und alle himmel fein gebiet. 2. Er will und sprichts; so sind und leben welten. Und er gebeut; fo fallen durch sein schelten Die himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein kleid, und seine wahl das beste. Er herrscht als Gott, und seines thrones feste 3st wahrheit und gerechtigkeit. macht. 12. Der kleinste halm ist deiner. weisheit spiegel. Du luft, und meer, ihr auen, that und hügel, Ihr send sein loblied und fein Psalm. 13. Du tränkst das land, führst uns auf grüne weiden; Und nacht und tag, und korn und wein und freuden Empfangen wir aus deiner hand. 14. Kein sperling fällt, Herr, ohne deinen willen; Solt ich mein herz nicht mit dem troste stillen, Daß deine hand mein leben hält? 6. Er ist um mich, schafft daß ich ficher ruhe; Er schafft, was ich vor oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sihest oder gehest: Ob du ans meer, ob du gen himmel flöhest: So ist er allenthalben da. 4. Unendlich reich, ein meer von feligkeiten, Ohn anfang Gott, und 173. Herr aller Gott in ew'gen zeiten! welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, im himmel, erd und meere, Das fennet Gott, und seiner werke heere Sind ewig vor ihm offenbar. 15. 3ft Gott mein schutz, Will Gott mein retter werden; So frag ich nichts nach himmel und nach erden, und biete selbst der hölle truß. Mel. Gott sey dank in aller. erde, luft und meer Beugen von des Schöpfers ehr: Meine seele, singe du, Bring auch jetzt dein lob herzu. 2. Seht, das große sonnenlicht An dem tag die wolken bricht: Auch der mond und sternen pracht Jauchzen Gott ben stiller nacht. 3. Seht, der erde runden ball Gott geziert hat überall: Wäl= der, felder, mit dem vich, Beigen Gottes finger hie. 4. Seht, wie fliegt der vögel schaar In den lüften paar ben paar; Donner, blis, dampf, ha: gel, wind, Seines willens diener find. 5. Seht der wasser- wellen lauf, Wie sie steigen ab und auf: Durch ihr rauschen sie auch noch Preisen ihren Herren hoch. 6. Ach! mein Gott, wie wunderlich Spüret meine seele dich: Drücke stets in meinen sinn, Was du bist und was ich bin. 8. Er fennt mein flehn und allen rath der feele. Er weiß wie oft ich gutes thu und fehle, Und eilt, mir gnädig benzustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte. Schrieb auf sein buch, wie lang ich leben solte, Da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar ſoll deines namiens ehre, 174, in meinem munde Gott, der du aus nichts Die ganze 11. Wer kann die pracht von dei- welt gemacht; Und mir in der na F2 130 Von der Schöpfung. tur ein großes buch gegeben, Ta| Und ihn mit fingern weißt; Bis alles lebt und lacht: 2ch, laß daß ihn Paulus malt, wie er am doch auch mein herz, wenn ichs hol; gehangen, Den erd und him: betrachte, leben! mel preißt! Aus seiner fülle fann ich gnad um gnad erlangen. 2. Dew'ge Majestät, Ullmächtig großer Gott! Bon deiner herr: lichkeit seh ich die himmel zeugen. Der lästrer wird zu spott. Jeho vah, deinen ruhm soll kein geschöpf verschweigen. 3. Ein wort hast du gesagt, So ward die creatur. Mit dieser schöpferkraft mußt du sie auch erhalten, Sonst stürbe die natur. In jedem wurm sieht man dein göttlich leben walten. 4. Bon deiner macht erstaunt, Find ich der weisheit fpur In je: des blatt gewebt, auf jeden stein geschrieben. O schöne creatur! Wer folte nicht entzückt den schönsten schöpfer lieben! 5. Die weisheit bet ich an. Doch ists noch nicht genug: Die ganze creatur rühmt auch des schöpfers güte. O welch ein liebeszug Naht fich, wenn man sie sieht dem den: tenden gemüthe! 6. Und endlich bin ich gar Bor freuden auffer mir Wenn himmel, erd und meer die menschen- lieb erzählet:" O mensch, wir dienen dir! Du bist des schöpfers bild zum erben auserwählet." 7. O Gott, wie wohl wird mir, Bu dir hinauf zu sehn! Hoch über alles weg nach deinem thron zu blicken, Mit dir selbst umzugehn! Dis denken, dis gefühl kann himmlisch sehr erquicken." 8. 3war schrent mein eignes herz, Und rügt die fünden- schuld: Mensch" du hast wider Gott mit bosheit rebelliret! So wird ja feine huld, O feind, nur wider dich in rechnung aufgeführet." 9. Hier tritt schon Moses auf, Und zeugt vom opferblut Des Herrn, den David drauf im heil'gen Geist befungen. Von seiner liebesglut Schallt, Salomonis lied und der propheten jungen. 10. Bis daß Johannes fommt, das zum erlöser führet. 11. Ja, Jeſus, Gottes, Lamm, Des Allerhöchsten Sohn, Ward von dem Bater selbst für mich dahin gegeben. Ihn traf der fünden lohn. Durch seinen tod und blut erwarb er mir das leben. 12. Jehovah ward ein mensch Ihr himmel, betet an! Jehovah ward ein tind! er lag in einer trippen, Er wuchs, wie wir, her: Er segnete die welt mit ho nig- füsſen lippen. an. 13. Was Adam nicht gethan, Hat dieses Lamm erfüllt. Was Adam böses that, hat er auf sich geladen, Und so den jorn gestillt. Sein armuth, schmachund schmerz sind quellen aller gnaden. 14. Begraben hat er nun Die fünden aller welt. Wir alle find erlößt, denn er ist auferstanden. Es lebt, der siegesheld. Wer an ihn glaubt, ist fren von fluch), ge= richt und banden. 15. Er fuhr in wolken auf, Und fist nun auf dem thron Der ew'gen Majestät. Da macht er fünder selig. Wie viele sind es schon! Und endlich wird die schaar in seinem reich unzählig. 16. 3war wüthet noch der feind, Und sein gesinde tobt. Toch wird des menschen sohn bald zum gericht erscheinen. Deß freuet sich, und lobt, Und jauchit in seinem blut das ganze volt der seinen. 17. Und daß ich glauben kann, 3st gar nicht meine fraft. Tie sünd' hat die vernunft verkehret und verblendet, Daß sie nichts gutes schafft: Bis mein erbarmer mir den Geist des glaubens sendet. 18. Dis ist der ew'ge Geist, Der schöpfer der natur, Der sie allmächtig trägt, der alles noch regieret! Turch ihn find ich die fpur. Er giebt ein göttlich licht, Von göttlicher Vorsorge und Regierung. 131 19. O welch ein glück für mich, Der himmel, prächtig ausges Der ich so gar nichts kann! Die schmückt, Preißt dich du Gott der Allmacht wird ja wohl mein herz stärke! Wer hat die sonn an beleben können. Ihr feuer zündet ihm erhöht? Wer kleidet sie mit an. Mein glaube wird dadurch majestät? Wer ruft das heer der in lichten flammen brennen. sterne? 20. Ja, nimm mein armes herz In deine schöpfung auf, 9 mei ster, der du längst den großen bau vollendet! Befordre meinen lauf! Daß, wenn dich alles lobt, mein herz dich auch nicht schändet. 21. So werd ich noch dein heil Mit andern augen fehn, Des neuen himmels pracht, den schmuck der neuen erde. Mein Gott, es meere. Bringt, ruft auch der ge= wird geschehn, Daß ich von angeringste wurm, Bringt meinem sicht dich selbst erblicken werde. Schöpfer ehre! Mich), ruft der 22. Indessen sing ich dir, O Ba- baum in seiner pracht, Mich, ruft ter, Sohn und Geist, Mein Heiland, die saat, hat Gott gemacht; Herr und Gott, zu hause, wie im Bringt unfern Schöpfer ehre! felde. Sen täglich hoch gepreißt! Bis ich dein lob dereint des himmels chören melde. Mel. Es ist das heil uns k. 175. Wenn ich, Schöpfer, deine macht, Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für alle macht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erHeben soll, Mein Gott, mein Herr und Bater! 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. 3. Wer mist dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schoos der erde auf, mit vorrath uns zu segnen? O Gott der macht und herrlichkeit, Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken reichen. 176. Befiehl du deine wege, Und was dein herze fränkt, Der allertreusten pflege Deß, der den Himmel lenkt: Der wolten, luft und winden Giebt wege, lauf und bahn, Der wird auch wege finden, Da dein fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohl ergehn, Auf fein werk mußt du schauen, Wenn 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preißt der sand am 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, 3st sich ein täglicher beweis Bon deiner gut und größe. Von göttlicher Vorsorge und Regierung. Mel. Serzlich thut mich ver. dein werk soll bestehn. Mit for: gen und mit grämen, und mit felbst- eigner pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, Es muß er beten seyn. 6. Erheb ihn ewig, o mein geist, Erhebe seinen namen! Gott, unser Bater, sen gepreißt, Und alle welt sag amen! Und alle welt fürcht ihren Herrn, Und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 3. Dein ew'ge treu und gnade, Bater, weiß und sieht, Was gut sen oder schade Dem sterblichen geblüt: Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker held, Und bringst zum stand und wesen, Was deinem rath gefällt. 4. Weg' hast du aller wegen, An 132 Bon géttlicher Vorsorge und Regierung. mitteln fehlt dirs nicht, Dein thun ist lauter segen, Dein gang ist lauter licht: Dein werk kan nie: mand hindern, Dein aroeit kan nicht ruhn, Wenn du, was deinen findern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle teufel Hie wollten widerstehn, So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorgenommen, Und was er haben will, Das mus doch endlich kommen Bu feinem zweck und ziel. 6. Hoff, o du arme feele, Hoff und sen unverzagt; Gott wird dich aus der höhle, Da dich der tummer plagt, Mit großen gnaden rücken: Erwarte nur der zeit, So wirst du schon erblicken Die sonn der schönsten freud. 7. Auf! auf! gib deinem schmerze Und forgen gute nacht Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht regente, Der alles führen foll: Gott sist im regimente, Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst, Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er wie ihm gebühret, mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine weile Mit feinem troft verziehn. Und thun an feinem theile, als hätt' in seiz nem sinn Er deiner sich begeben, Und sollst du für und für In angst und nöthen schweben, und fragt er nichts nach dir. hand, Und du fingst freuden- pfals men Dem, der dein leid gewandt. 12. Mach) end, o Herr! mach ende Un aller unfrer noth: Stärk unsre füß und hände, und laß bis in den tod Uns allzeit deiner pflege Und treu, empfohlen seyn, So ge= hen unfrewege Gewiß zum himmel ein. Mel. Wach auf mein herz u. 177. Der Herr, der aller enden mit feinen händen; Der brunn der ew'gen güter, Der ist mein hirt und hüter. 2. So lang ich diesen habe, Fehl. mirs an teiner gabe: Der reichthum seiner fülle Giebt mir die füll und hülle. 3. Er läsfet mich mit freuden auf grünen auen weiden, Führt mich zu frischen quellen, Echafft rath in schweren fällen. 4. Wenn meine seele zaget, Und sich mit sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter strafen, Läßt furcht und angst sich stillen, Um feines namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern Im finstern thal muß wandern, Fürcht ich doch keine tücke, Bin fren vor ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur seiten, Schüßst mich vor bösen leuten: Dein stab, Herr, und dein stecken Benimmt mir alles schrecken. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten gläubft: Er wird 8. Du sehest mich zu tische, machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein feind viel schmers zen Erweckt in meinem herzen. 9. Du falbst mein haupt mit dein herze lösen Von der so schwe- öhle, Und füllest meine seele, Die ren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. leer und durstig faße, mit wohl= geschenktem maße. 11. Wohl dir, du find der treue! Du hast und trägst davon, Mit ruhm und dank- geschreye, Den fieg und ehrenkron: Gott giebt dir selbst die palmen In deine rechte 10. Barmherzigkeit und gutes Wird mein herz gutes muthes, Boll luft, voll freud und lachen, So lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein diener bleiben, Bon göttlicher Vorsorge und Regierung. 133 land Und aller erde ecken? Wer brachte fonn und mond herfür? Wer machte träuter, bäum und thier, Und hieß sie, deinen willen und herzens- luft erfüllen? 7. Seb auf dein haupt, schau überall Hier unten und dort oben, Wie Gottes sorg auf allen fall Für dir sich hab erhoben. Dein brod, dein wasser und dein kleid, War eher noch als du bereit, Die milch, die du erst nahmest, War auch schon da du famest. 8. Die windeln, die dich allge: mach Umfiengen in der wiegen, Dein bettlein, kammer, stub und dach, Und wo du solltest liegen, Das war ja alles zugericht, Eh als dein aug und angesicht Eröffnet ward und sahe, Was in der welt geschahe. 9. Und dennoch soll dein angesicht Dein ganzes leben führen, Du traust und glaubest weiter nicht, Als was dein augen spühren, Was du beginn'st das soll allein Dein fopf, dein licht und meister seyn: was der nicht auserfohren, Das hält'st du als verloren. 10. Nun siehe doch), wie viel und oft Ist schädlich umgeschlagen, Was du gewiß und fest gehofft Mit händen zu erjagen? Hingegen wie fo manchesmal Ist doch geschehn, was überall, Kein mensch, fein rath, tein sinnen, Ihm hat ersinnen können. Und dein lob herrlich treiben Im hause, da du wohnest, Und fromm seyn wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf erden Und dort, da wir dich werden Selbst schaun, im himmel droben, Hoch rühmen, sing'n und loben. Mel. Ermuntre dich, mein. 178. D u bist ein mensch das weißt du wohl, Was strebst du denn nach dingen, Die Gott der höchst alleine soll und kann zu werke bringen: Du fährst mit deinem wiß und sinn, Durch so viel tausend sorgen hin, Und denkst, wie wills auf erden Doch endlich mit mir werden. 2. Es ist umsonst, du wirst für: wahr mit allem deinem dichten Auch nicht ein einges kleines haar In aller welt ausrichten; Ss dient dein gram sonst nirgend zu, Als daß du dich aus deiner ruh In angst und schmerzen stürzest, Und selbst das leben fürzest. 3. Willst du das thun, was Gott gefällt, Und dir zum heil gedeihet, So wirf dein sorgen auf den held, Den erd und himmel scheuet, Und gieb dein leben, thun und stand Nur fröhlich hin in Gottes hand: So wird er deiner sachen Ein fröhlich ende machen. 4. Wer hat geſorgt, da deine feel Im anfang deiner tage, Noch in der mutter leibes- höhl, Und finstern ferter lage. Wer hat allda dein heil bedacht? Was that da aller menschen macht? Da geist, finn und das leben Dir ward ins herz gegeben. 5. Durch wessen kunst steht dein gebein In ordentlicher fülle? Wer gab den augen licht und schein, Dem leibe haut und hülle? Wer jog die adern hie und dort Ein jede an ihr stell und ort? Wer feste hin und wieder So viel und schöne glieder. 6. Wo war dein herz, will und verstand, Da sich des himmels decken Erstreckten über see und 11. Wie oft bist du in große noth Durch eigenwillen kommen, Da dein verblendter finn den tod Fürs leben angenommen? Und hätte Gott sein wort und that Ergehen lassen nach dem rath In dem du's angefangen, Du wärst zu grunde gangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt Macht gut, was wir verwirren, Erfreut wo wir uns selbst betrübt, Und führt, wo wir uns irren, Und dazu treibt ihn fein gemüth Und seine reine vater- güt, In der uns arme fünder Er trägt als feine finder. 134 Bon göttlicher Vorsorge und Regierung. 13. Ach! wie so oftmals schweigt| hat mich erkohren, Eh ich noch ges er still, Und thut doch was uns boren Bin auf diese welt; Hat mir nüßet? Da unterdessen unser will auch Nach seinem brauch, Was mir Und herz in ängsten fizet, Eucht nöthig, stets gegeben hier in diesem hier und da, und findet nichts, leben. Will sehn, und mangelt doch des lichts, Will aus der angst sich win. den, Und kan den weg nicht finden. 14. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen wegen, Er geht und bringt uns an den ort, Da wind und sturm sich legen. Her nachmals, wenn das werk geschehn, So kann alsdenn der mensch wohl fehn, Was der, so ihn regieret, In feinem rath geführet. * 15. Drum, liebes herz! sen wohlgemuth Und laß von sorg und grä: men: Gott hat ein herz, das nim mer ruht, Dein bestes vorzunehmen, Er fanns nicht lassen, glaube mir, Sein herz und sinn, ist gegen dir Und uns hier all zusammen Boll allzufüsser flammen. 16. Er hist und brennt von gnad und treu, Und also kannst du denfen, Wie feinem muth zu nuthe fen, Wenn wir uns oftmals fränten Mit so vergebner forgenbürd, Als ob er uns gar gänzlich würd Auslauterm zorn und hassen, in fort ganz trofilos laffen. 17. Das schlag hinweg und laß dich nicht So liederlich bethören. Obgleich nicht allzeit das geschicht, Was freude kann vermehren; So wird doch wahrlich das geschehn, Was Gott, dein Bater, ausersehn, Was er dir zu will kehren, Das wird kein mensche wehren. 18. Thu als ein kind, und lege dich In deines Baters arme, Bitt ihn und flehe bis er sich, Tein, wie er pflegt, erbarme; Eo wird er dich durch seinen Geist, Uuf wegen die du jetzt nicht weißt, Nach wohl= gehaltnem ringen, Aus allen forgen bringen. Mel. Jefu, meine freude. 179. Gott der wirds wohl machen! Dem ich alle sachen Allzeit heimgestellt. Er 2. Gott der wirds wohl machen! Der mir manches lachen, Freud und lust geschenkt, Der mich nie vergessen, Der mit kleid und essen Täglich mich bedenkt: Auch, wenn fast Die kreuzes- last Oft die seinen ziemlich drücket, Hat er mich ers quicket. 3. Gott der wirds wohl machen! Laß das wetter krachen, und die stürme gehn: Wenn mit großem grausen Alle wellen brausen, Will er bey dir stehn. Jonas lag In dritten tag: Echlägt dich unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen! Er wird selber machen Uleber deis ner noth. Wenn du willst verzagen Unter deinen plagen, Ist der from me Gott Auf dem plan, Und nimt dich an: Denn verstäubt die angst geschwinde, Wie der rauch im winde. 5. Gott der wirds wohl machen! mächtig in den schwachen Ist er Der auf ihn gepfählet Alles hers allezeit. Wem hats je gefehlet, zeleid? Drum, mein herz, Ber: gis den schmerz! Alles steht in wenden. ſeinen Händen: Gott kan alles 6. Gott der wirds wohl machen! Wenn des todes rachen Gleich ist aufgethan: Wenn die lebens- jahs re Liegen auf der bahre, Führt er himmel an. Dieser bund Hat feis nen grund: Die gelebt und leben werden, Kommen in die erden. 7. Gott der wirds wohl machen! Der den alten drachen Dämpfet ritterlich; Führt er gleich die seiz nen lieber stock und steinen Vielmals wunderlich; Een bereitsur freud und leid; Gott befiehl nur deine fachen; Gott der wirds wohl machen. Ben göttlicher Vorsorge und Regierung. 135 schon stunden, tag und jahr Im lebenslauf gezählet. 6. 3d danke dir, und preise dich Für solche große thaten, und daß du mir so wunderlich an leib und feel gerathen. Sehr köstlich ist dein werk an mir, Wenn ich erwach, bin ich bey dir, Und warte deiner gnaden. Ich glaube fest, daß meine sünd Durch Christum mir verges ben sind, Daß sie mir nicht mehr schaden. Mel. Ein Lämmlein geht u. 180. Herr Gott, der du erforschest mich, Und kennst mich aus und innen, Mein thun und lassen kommt vor dich, Gehn, stehen und beginnen: Was ich im bette denk und richt, Siehst du von fern und fehlest nicht, Du prüfest herz und nieren. Du kanst, auch, wenn ich bin allein, Und gerne wolt verborgen seyn, All meine weg ausspüren. 2. Es ist tein wort in meinem mund, So ich dir könt' verhehlen. Du, Herr, siehst recht des herzens grund, Was steckt in meiner fee len. Du schaffest ja, was ich vollbring, Wie groß es ist, und wie gering, Ich kans ohn dich nicht richten; Wenn aber du durch dei ne gnad Verstand mir giebst, Auch hülf und rath, So kan ich alles schlichten. 3. Wie du die deinen wunderlich, O Gott! hier pflegst zu führen! Bersteh ich nicht und lasse mich Bloß deine gnad regieren: Wo soll ich hin vor deinem Geist? Weil du auch die gedanken weißt, So hilft vor dir kein fliehen. Führ ich gen himmel, bist du da; Auch in in die höll trittst du mir nah, Kan dir mich nicht entziehen. 4. Nun, großer Gott, weit deine hand mich überall kan finden, Und all mein thun dir ist bekannt, So hüt ich mich vor fünden: Denn finster ist wie licht ben dir, Was heimlich war, kömmt flar herfür, Ich kann dir nicht entgehen. Was ich gethan, geredt, gedacht, Das wird vor deinen thron gebracht, Da muß ich vor dir stehen. 7. Den vorsak gieb mir, Herr, dabey, Daß ich, was bös ist meide; Der bösen rott fern von mir sen, Bon frommen mich nicht scheide; Daß ich nur lieb, was dir gefällt, Und hasse, was ist von der welt, auch ihren troß nicht achte, Halt dein gebot, hör' gern dein wort: 3m glauben und in hoffnung fort Das ewige betrachte. 8. Erforsche mich, ergründ mein herz, Durchsuche mein gedanken, Und siehe, ob ich hinterwärts Und auf die feit woll wanken. Bin ich vielleicht auf bösem weg, So führ du mich den rechten steg, Der nach dem himmel weise. Daß ich vom fünden- dienste frey, Und dir, o Herr, gefallig sey, Bis ich von hinnen reise. Mel. Ermuntre dich mein. 181. Jeho Rehova! dein regieren wit vergisset, Was sonsten ist gar macht, Daß menschenhoch geacht't, Wenn er gebührend misset Die höhe deiner majeſtät, wie weit sie über alles geht Was auf den höchsten thronen Trägt die gerecht'sten kronen. 5. Herr, meine feel erkennt dieß wohl, Daß du mich haft bereitet, Und wie ein mensch gestalt't seyn foll, Uus mutterleib geleitet: Durch deine vorsorg, fleisch) und bein, Und alle glieder an mir seyn: 3. Wie weit erstreckt sich dein Dein aug hat mich erwählet. Da gebiet, Das ist noch ungemessen. ich noch ungeboren war Hast dul Was dein aug irgend wohnen mit solcher macht geführet! Wer 2. Wo ist, der je fcin regiment ist, der dir sich gleich erkennt, Ob er gleich viel regieret? Was sich noch) sterblich) nennen muß, Legt fron und scepter dir zu fuiß, Spricht: Wir find nur vafalen, Co lang dirs wird gefallen. 136 Bon göttlicher Vorsorge und Regierung. sieht, ist unter dir gesessen. Der 10. Ich gebe wieder, was ich hab, allergröste landes- herr Ist ja dein Du wirst es nicht verschmähen: gröster schuldener: Der große, wie mein herz sen meine gegengab. der kleine, hat auch von dir das Kann es denn nicht bestehen Mit seine. seiner eignen schäßbarkeit, So macht mir doch ein fren geleit Dein kind, das drin verschlossen, Das wirst du nicht verstossen. 4. Wie recht sind, Herrscher, die gericht, Die du gewaltig übest! Wie richtig hält doch dein gewicht, Damit du maſse giebest, Daß alles werde recht erfüllt, Wenn gleiches du vergelten wilt, Wenn, Richter, du mit strafen Und lohnen recht willst schaffen! 11. Corg, schüß, erhalte ferner noch, Regiere mit verschonen; Laß unter deinem liebes- joch In fried und freud uns wohnen. Ich freu mich deiner huldigung: Imma= nuels verbrüderung Läßt mich nicht senn geschlossen aus seinen reichs genoffen. 5. Es gehet alles ordentlich), In feinem wird geirret: Was du thust, geht nicht hinter sich, Nichts findet sich verwirret. Erhalten, schüßen ist dein thun, Versorgen, ordnen, fiets wie nun, s fen schlecht oder wichtig, ist dein scepter richtig. 6. Gepriesen fen die hohe hand, Die so rechtschaffen richtet! Wohl dent, der recht erkennt das band, Womit er dir verpflichtet! Ich, dein geringster unterthan, Meld mich in tiefster demuth an, Vor deinen thron zu treten, Dich freudig anzubeten. 7. Hier lieg ich auf mein'm angesicht, Befehl mich deiner gnade, Kehr deinen scepter von mir nicht: Bin ich gleich eine made In deinem hochgefeßinen aug, Da ich an würden gar nicht taug: So bist du doch ein König, Dem nichtes ist zu wenig. 8. Ich bin ein ungerechter Enecht, Und muß die strenge scheuen: Doch fing ich mit von gnad und recht, Deß sich die deinen freuen. Du neigst den scepter her zu mir, Ich wag es, daß ich ihn berühr; So bin ich dann in gnaden, Mir wird dein zorn nicht schaden. 9. Das macht der mich ben dir vertritt, Den du der welt gegeben; Auf diesen gründ ich alle schritt, Die sich zu dir erheben. Der hält mich alles zweifels fren, Daß ich der gnade fähig sey, Da denen, die du liebest, In ihm dein reich du giebest. Mel. Nun ruhen alle wälder. 182. In allen meinen thaten den rathen, Der alles kann und hat; Er muß zu allen dingen Colls ane ders wohl gelingen, Selbst gebe.1 seinen rath und that. 2. Nichts ist es spät und frühe mit aller meiner mühe, Mein sorgen ist umsonst; Er mags mit meinen fachen Nach seinem willen machen, Ich stells in seine Bater: gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat versehen, Ich weiß, es nüßet mir; Drum nehm ich was er giebet, Und wie's ihm selbs beliebet, So lang' ich pilgrim walle hier. 4. Ich bin ben ihm in gnaden, Und fürchte keinen schaden, Ich weiß, ich bin beschüßt. Leb id nach seinem willen, So wird er mich erfüllen Mit segen, der mit ewig nüßt. 5. Was mein Gott hat beschlossen, Das wähl ich unverdrossen, Mir hier zu meinem theil; Kein unfall unter allen Wird mir zu schwer ie fallen, Er dienet mir vielmehr zum heil. 6. Ihm hab ich mich ergeben, 3u sterben und zu leben, So bald er mir gebeut, Es sey heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß die allerbeste zeit. Von göttlicher Vorsorge und Regierung. 137 7. So sey nun, seele, seine, Und treu nicht kann verleugnen sich? traue deni alleine, Der dich ge: Die wege sind oft krumm, und schaffen hat; Es gehe wie es gehe, doch gerad, Darauf du läß'st die Dein Vater in der höhe, Der finder zu dir gehen, Ta pflegt es weiß zu allen sachen rath. wunderseltsam auszusehn; Doch 8. Er wolle meiner fünden, In gnaden mich entbinden, Durch: streichen meine schuld. Er wird auf mein verbrechen Nicht stracks das urtheil sprechen, Er hat gewiß mit mir geduld. 9. Leg' ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort; In frenheit und in banden, Daheim, in fremden landen, Stets tröstet mich sein göttlich) wort. 183. Meine Hoffnung stehet feste, Auf den ewig treuen Gott, Er ist mir der aller: beste, Der mir beysteht in der noth; Er allein, Soll es seyn, Den ich nur von Herzen menn. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen Auf ein schwaches men fchen- tind? Wer kann feste schlösfer bauen In die luft und in den wind? Es vergeht, Nichts besteht, Was ihr hier auf erden seht. 5. Danket nun dem großem Schöpfer, Durch den wahren menschen fohn, Der uns, wie ein freyer töpfer, Hat gemacht aus erd und thon. Groß von rath, Start von that, Ist, der uns erhalten hat. mphirt zulest dein hoher rath. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen gesehen, Eo die ver= nunft und gute meinung stellt. Den zweifels: knoten kann dein schwerdt verlehen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reisest wohl die stärksten band entzwey: Was sich entgegen sett, muß sinten hin; Ein wort bricht oft den allerhärt'sten sinn, Dann geht dein fuß auch durch unwege fren. 3. Aber Gottes güte währet Im= 4. Will die vermunft was fromm mer und in ewigkeit; Er, der vieh und selig preisen, Eo hast du's schon und menschen nähret, Ist zu hel- aus deinem buch gethan: Wem fen stets bereit: Alles hat Seine aber niemand will dies zeugniß gnad Dargereichet früh und spat. weisen, Ten führst du in der still 4. Giebet er nicht alles reichlich selbst himmel- an. Den tisch der Und mit großem überfluß? Seine Pharisäer läß'st du stehn, Und lieb ist unbegreiflich, Wie ein star- speisest mit den fündern, sprichst ter wasser- guß. Luft und erd Uns fie fren; Wer weiß, was öfters ernährt, Wenn es Gottes gunst deine absicht fen? Wer kann der begehrt. tiefsten weisheit abgrund sehn? Mel. Jehova ist mein licht. 184. So führst du doch recht felig, Herr, die deinen, Ja felig, und doch meistens wunderlich! Wie könntest du es böfe mit uns mennen, Da deine 3. Was unsre flugheit will zusammen fügen, Theilt dein verstand in oft und westen aus: Was mancher unter joch und last will biegen, Setzt deine hand frey an der sternen haus. Die welt zer= reißt, und du verknüpfst in kraft: Sie bricht, du baust, sie baut, du reisfest ein; Ihr glan; muß dir ein dunkler schatten seyn. Tein Geist bey todten kraft und leben schafft. 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen augen: Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der worte pracht und ruhm mag dir nicht taugen, Du giebst die kraft und nachdruck durch den trieb. Die besten werke bringen dir kein lob, Sie sind versteckt, der blinde geht vorben, Wer augen hat, sieht sie doch nicht so fren. Die fachen sind zu klar, der finn zu grob. 6. O Herrscher! sen von uns gez 138 Ben göttlicher Versorge und Regierung. benedeyet, Der du uns tödtest und giebt, Und tadelt nie dein heimilis lebendig machst. Wenn uns deinches gericht. Geist der weisheit schaß verleihet, 11. Will etwa die vernunft dir So sehn wir erst, wie wohl du für widersprechen, Und schüttelt ihren uns wachst. Die weisheit spielt ben topf zu deinem weg, So wollst du uns, wir spielen mit, Ben uns zu die befestung wieder brechen, Daß wohnen ist dir lauter lust, Tie ihre höh sich nur ben zeiten leg. reget sich in deiner Bater- brust, Kein fremdes feuer sich in mir Und gängelt uns mit zarten finanzünd', Das ich vor dir in thor: der- schritt. heit bringen möcht, und die wohl 7. Bald scheinst du uns was harte| gar so zu gefallen dächt! Ach! se: anzugreifen, Bald fahrest du mit lig, der dein licht ergreift und findt. uns ganz fäuberlich: Geschichts daß unser finn sucht auszuichweifen, So weist die zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden augen bin, Du füsfest uns; wir sagen veßrung zu. Drauf schenkt dein Geist dem herzen wieder ruh, Und hält im zaum den ausgeschweiften finn. 8. Du kennst, o Bater, wohl das schwache wesen, Die ohnmacht und der sinnen unverstand: Man kann uns fast an unsrer stirn ablefen, Wie es um schwache kinder sey be wandt, Drum greifst du zu, und hältst und trägest sie, Braucht vater- recht und zeugest mutter- treu: o niemand mennt, daß etwas deine sey, Da hegst du selbst dein schäfchen je und je. 12. So ziehe mich denn recht nach deinem willen, Und trag, und heg, Und führ dein armies find! Dein innres zeugnis soll den zweifel stillen; Dein geist die furcht und lüste überwind. Du bist mein alles, denn dein Sohn ist mein. Dein Geist reg' sich ganz kräftiglich in mir! Ich brenne mun nach dir in liebs- begier, Wie oft erquickt migh deiner klarheit schein! 9. Also gehst du nicht die gemeinen wege, Dein fuß wird selten öffentlich gesehn, Damit du sehst, was sich im herzen rege, Wenn du in dunkelheit mit uns wilt gehn: Das wider- spiel legst du vor augen dar Bon dem was du in deinem finne haft. Wer mennt, er hab den vorfah recht gefaßt, Der wird am end ein anders oft gewahr. 10. Auge, das nicht trug noch heucheln leidet! Gieb mir der flug heit scharfen unterscheid, Dadurch natur von gnade wird entscheidet, Das eigne licht von deiner heiter: feit. Laß doch mein herz dich nie mals meistern nicht: Brich ganz entzwen den willen, der sich liebt: Erweck die lust die sich nur dir er: 13. Drum muß die creatur mit immer dienen, Kein engel schämt nun der gemeinschaft fich: Die geiſter, die vor dir vollendet grü nen, Sind meine brüder, und er warten mich. Wie oft erquide meinen geist ein herz Das dich un mich und alle Christen liebt! Jis möglich daß mich etwas noch b trübt? Komm, freuden= quell! weich ewig aller schmerz. Der Mel. Ach was soll ich fünder. nicht trauen, 185. Sollt ich meinem Gott mich liebt so väterlich, Der so herz lich sorgt für mich? Sollt ich aut den fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet fest, Der die seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drie det, meine bürde, meine noth, er. der mich bis in den tod, Auf das süsseste erquicket, Machet seine vater- treu Ben mir alle morgen neu 3. Der die vögel all ernähret, Des die blumen, laub und gras Kleide schön ohn unterlaß, Der uns alle guts beicheret, Sollte der verlasſen mich! Nein ich trau ihm sicherlich Ben gönlicher Vorsorge und Regierung. 139 4. Wer nach seinem reiche trach-| Nein, ach! nein, er allein Folgt tet, Und sucht die gerechtigkeit, em des himmels winten. der fünden greu't ist leid, Welt und eitelkeit verachtet; Dem giebt Gott auch früh und spat, Was der leib hier nöthig hat. 5. Drum so laß ich Gott nur sorgen, Der sich meinen vater nennt; Und mich für sein kind erfennt; Er verheisset mir auf morgen, Auf die ganze lebenszeit, Was den leib und feel erfreut. 6. Gott sen lob, der mich erfreuet, Daß ich glaube festiglich, Gott mein vater sorgt für mich), Der mir die fen troft erneuet, Daß ich weiß, Gott lieber mich), Gott versorgt mich ewiglich. Mel. Warum sollt ich mich. 186. Waru arum willt du doch für morgen, Armes herz, Immerwärts als ein heide forgen? Wozu dient dein täglich grämen, Weil Gott will In der still Sich der noth annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das leben, Seel und leiv; Darum bleib Ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken, Traue fest, Er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: was soll ich essen? Gott hat dir Schon allhier So viel jugemessen, Daß der leib sich kann ernähren; Uebriges Wird indeß Gottes hand bescheren. 7. Ac)! der glaube fehlt auf er: den: Wär er da, Müßt uns ja, was uns noth) ist, werden: Wer Gott kann im glauben fassen, Der wird nicht Wenns gebricht, Von ihm seyn verlassen. 5. Sorgft du, wie du dich sollst fleiden? Jeſus spricht: Eorge nicht, Solches thun die heiden. Echau die blumen auf den feldern, Wie fo schön Diese stehn, Und die bäum in wäldern. 8. Wer gerechtigkeit nachtrachtet, Und zugleich Gottes reich) Ueber alles achtet, Der wird wahrlich nach verlangen Epeis und trant gevenslang Wie im schlaf, em= pfangen. hen Immerhin: Ach! mein sinn 9. Laß die welt dann sich bemü Soll zu Jesu fliehen. Er wird gez ben, was mir fehlet, Ob ers oft Unverhofft Eine weil' verhehlet. 11. Er fann alles wieder geben; Wenn er nimmt So bestimmt er sein wort zum leben; Uch! wie viele fromme secten Leben so, Und find froh, Ohne sorg und quälen. Wie er will, Und sind still Immer 12. Sie befehlen Gott die sorgen, im verborgen: Was Gott will, ist ihr vergnügen, und wie's er Ohne gefähr Will mit ihnen fügen. 13. Doch kann ihnen nicht versa= gen Gott ihr brodt In der noth, 4. Es ist mehr als trank und spei- Wenn er hört ihr flagen: Er fen Dieser leib: Darum gläub Daß kömmt wahrlich sie zu trösten, h Gott wird erweisen, Daß er speis mans's mennt, Und erscheint, und tranf kann geben Dem, der Wenn die noth am größten. sich Festiglich Ihm, ergiebt im leben. 14. Ihre sorg ist für die feelen, Und ihr lauf Geht hinauf Bu den felsen- höhlen, Bu des Herren Jesu wunden; Hier sind sie Aller müh) Und der noth entbunden. 15. Nun, Herr Jefu, meine freus de, Meine fonn, Meine wonn, Meiner feelen weide, Eorge nur für meine feele! Eo wird mir Auch allhier Nichts am leibe fch10. Will er prüfen meinen glauben, und die gab, Die ich hab, Mir gar lasſen rauben; So muß mir zum besten kommen, Wenn Gott mir Alles schier Hat hinweg genommen. 6. Sorgt ein vogel auf den zweigen, wenn er singt, Hüpft und springt, Wer ihm soll anzeigen, len. Was er essen soll und trinken? 16. Alles sey dir unverhohlen, 140 Ben göttlicher Vorsorge und Regierung. Was mir fehlt, Was mich quält, jerhält; Der es fann, und ders ges Großer Gott, befohlen: Sorge du, than; Diefen traget erst zu grabe so will ich schweigen, und vor dir, Eh ich mangel habe. Nach gebühr, Meine kniee beugen. 17. Ich will dir mit freuden dan: fen Fort und fort, Hier und dort, Und will nimmer wanten. Lob und preis sen deinem namen: Seymein theil, Hülf, und heil, Liebster Jesu, Amen. 7. Wenn ich ihn erkenne, Und ihn Abba nenne, Wie fein Geist mich lehret; So bin ich, der füns der, In der zahl der tinder, Die er bitten hört. Mein gebet Wird nicht verschmäht. Bater heissen, finder haben, Das erfordert ga: ben. Mel. Jesu, meine freude. 187. Weicht ihr finstern for gen! Denn auf heut und morgen Sorgt ein andrer mann. Laßt mich einst mit frieden. Dem hab ichs beschieden, Der es besser kann. Schrent die welt Gleich immer: geld! Ich will hosianna schreyen, Glauben und mich freuen. 2. Gott hat zu bezahlen. Das ist ohne prahlen, Mein gewisser schat. Alles fällt vem himmel. Eorgen: dem gewimmel Geb ich keinen plas. Connenschein Und fröhlich fenn, Fetter thau und fühler regen Ist des himmels segen. 3. Hab ich keinen heller, Weder brodt noch teller, Weder fach noch dach; Reissen meine kleider, Eagen andre: leider! Echreyen, weh und ach: Sing ich doch, Und glaube noch. Ich will ruhen, trinken, speis fen, Und den Bater preisen. 4. Der die haare zählet, Tem tein sperling fehlet, Der die raben speißt: Der hat mich geschaffen, Der bedarf kein schlafen, Der ist nicht verreist. Der den Sohn So lange schon Für mein heil dahin gegeben, Der ist noch am leben. 8. Bin ich werth geachtet, Daß man den geschlachtet, Der mein bürge war; Bählt sein heisses blu ten Unschäßbare fluthen mir zur lösung dar; Giebt er sich Bum fluch für mich: O so gelt ich ohne tronen Mehr als millionen. 9. Der für mich gefastet, Selten recht gerastet, Oft mit tumme af; Der sich arm gegeben, und im ganzen leben Nur zur miethe saß: Gottes Lamm, Mein bräile tigam, Untersagt mir alle sorgen. Er bezahlt mein borgen. 10. Er hat mich erfaufet, Durh fein blut getaufet, Und zu sich be fehrt. Ach, wie hat sein lieben 3hn nach mir getrieben, Bis i ihn gehört! Sollt er mun So lie los thun? Sollt er eins von seinen ichaafen Mit verhungern strafen? 11. Nein, er wird mich kleiden, Speisen, tränken, weiden, ein versorger seyn! Steht er gleich von ferne: Wenn ich wartenler: ne, Kehrt er bey mir ein. Ist es leer, So giebt er her. Und nach überstandnen proben Werd ich fröhlich loben. 5. Mir den erben schenken, Und sich doch bedenken, Wenns am brodte fehlt: Das ist oyne zweifel Sin gedicht vom teufel, Der die 12. Nun so weicht, ihr sorgen! Denn auf heut und morgen Corgt ein andrer mann. Ich will ruhig bleiben, Meine arbeit treiben, Wie herzen quält. Bösewicht, Begreift ich immer kann. Christi blut Stärkt meinen muth, Und läßt mich in du's nicht? Der sein kind nicht noth und plagen Nimmermche abgeschlagen, Was wird der ver= fagen? verzagen. 6. Der die ſeele ſpeiſet, Und ihr 188. Mer nur den lieber mehr erweiset, 2Als den werth der Gott läßt welt; Der mir leib und leben und auf ihn hoffet allezeit, De Wunderbar gegeben, Wunderbar wird er wunderlich erhalten, Von göttlicher Vorsorge und Regierung. 141 allem freuß und traurigkeit: Wer| ren, wie sich mehrt Alles, was in Gott dem allerhöchsten traut Ter seinem leben Ihm vom himmel hat auf keinen fand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren forgen? Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es daß wir alle morgen Befeufzen unser un: gemach? Wir machen unser creur und leid Nur grösser durch die traurigkeit. ist gegeben. 2. Eeine finder werden stehen Wie die rosen in der blüht: Sein geschlecht wird einher gehen Voller gnad und Gottes- güt: Und was diesen leib erhält, Wird der herrscher aller welt Reichlich und mit vollen händen Ihnen in die häufer senden. 3. Das gerechte thun der frommen Eteht gerriß und wanket nicht; Eollt auch gleich ein wetter fommen, Bleibt doch Gott der Herr ihr licht; Tröstet, stärket, schüßt und macht, Daß, nach aus: gestandner nacht, und nach hochbetrübtem weinen, Freud und sonne wieder scheinen. 4. Er kennt die rechten freudenshunden, Er weiß wohl wenn es nüßlich sey; Wenn er uns nur hat treu erfunden. Und merket feine heuchelen, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel guts geschehn. 4. Gottes gnad, huld und er varmen, Bleibt den frommen Christen fest: Wohl dem, der die noth der armen Ihm zu herzen 5. Denk nicht in deiner drang- gehen läßt, Und mit liebe gutes fals- hise, Daß du von Gott ver- thut! Den wird Gott, das höchste lassen seyst, Und daß der Gott im aut, Gnädiglich in seinen armen, schoose fize, Der sich mit stetem Als ein lieber Bater, warmen. glücke fpeif't: Die folg'nde zeit verändert viel Und fehet jeglichem 3. Man halte nur ein wenig stille, Und sey doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes gnaden- wille, Wie sein' allwisſenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl was uns fehlt. 5. Wenn die schwarzen wolken blihen, Vor dem donner in der luft, Wird er ohne sorgen fiken, wie ein vöglein in der kluft: Er wird bleiben ewiglich: Auch wird sein gedächtniß sich Hie und da auf allen seiten, Wie die edlen zweig ausbreiten. fein ziel. 6. Es find ja Gott sehr schlechte fachen, und ist dem Höchsten alles gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich. Gott ist der rechte wundermann. Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes wegen, Verricht das deine nur getreu, Und trau das himmels reichen segen, So wird er bey dir werden neu: Denn welcher seine zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Mel. Werde munter mein. 7. Wer betrübte gern erfreuet, Wird vom Höchsten wohl ergeht; Was die milde hand ausstreuet, 189. Mohl dem, der den Herren scheuet, Der Wird vom himmel hoch erfeht. da fürchtet seinen Gott; Wohl Wer viel giebt, erlanget viel: dem, der sich herzlich freuet, Bu Was fein herze wünscht und will, erfüllen fein gebot: Wer den Höch- Das wird Gott mit gutem willen sten liebt und ehrt, Wird erfah- Echon zu rechter zeit erfüllen. 6. Wenn das unglück an will kommen, as die rohen fünder plagt, Bleibt der muth ihm unbenommen, Und das herze unver: agt, Unverzagt ohn angst und pein Bleibt das herie, das sich fein Eeinem Gott und Herrn ergiebet, Und die, so verlassen, liebet. 142 Bom Göttlichen Worte. 8. Aber seines feindes freude| knirschen und mit grimm Solches Wird er untergehen sehn: Er der glück misgönnen ihm, Und doch feind, vor großem neide, Wird damit Gott nichts wehren, Son: zerbeissen seine zähn: Er wird dern sich nur selbst verzehren. Vom Göttlichen Worte. 190. 2h bleib bey uns Herr Jesu Christ, weil es nun abend worden ist, Dein gött: lich wort, das helle licht, Laß ja ben uns auslöschen nicht. 2. In dieser leht'n betrübten zeit, Verleih uns, Herr, beständigkeit, Daß wir dein wort und facrament Rein b'halten bis an unser end. Mel. Christus, der ist mein. 191. 2h bleib mit deiner gnade Beyuns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen feindes list. 2. Ach bleib mit deinem worte Ben uns, Erlöser werth, Daß uns beyd hier und dorte Sen trost und heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem lichte Ben uns in finsterniß, Der fünden macht zernichte und mach das her; gewiß. 4. Uch bleib mit deinem fegen Ben uns du reicher Herr, Das wollen und vermögen Durch dei nen Geist vermehr. 5. Ach bleib mit deinem schuhe Ben uns, du starker held, Daß uns der feind nicht truhe Und fäll die böse welt. hör, Und glaubet, was sie sagen: Sie sind es, die aus Gottes mund Der ew'gen wahrheit sichern grund Uns haben vorgetragen. 3. Ihr wort ist uns das rechte licht, Womit der große tag an bricht, Uns fren und froh zu ma chen, Uns, die wir von natur sonst blind Und am verstand verfinstert find, In göttlich heilgen sachen. 4. Da also Gottes große gnad uns auch allhier verliehen hat, Daß wir noch immer haben Das helle licht, des Höchsten wort, Das uns leucht't zu des lebens pfort, Und herz und geist kann laben; 5. So laßt uns doch beslissen fenn, Und allezeit auf deſſen schein Mit glaubens- augen sehen: W unaussprechlich seine treu Und seis ne vater- güte sey), Die Er uns läßt geschehen. 6. Bedecket dunkel den verstand, und wird die wahrheit nicht ers kannt, kann ich das wort nicht fassen: Getrost bricht dieses licht herein, Wird Gott durch dessen glanz und schein Uns schon era leuchten lasſen. 6. Ach bleib mit deiner treue Ben uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller noth. 7. Denn Christus, unser mors genstern, Wird uns doch auch von Gott dem Herrn In seel und herz gegeben; Bis daß dort in voll kommenheit Die sonne der gerech tigkeit Uns fröhlich wird beleben. 8. Ach! drum, Herr Jefu, hilf daß wir auf dein wort achten für 192. Auf, auf, mein herz, und für, Und dieses lichts uns und du mein finn! freuen; Bis einst, durch deine Mel. Rommt her zu mir spr. Leg allen zweifel von dir hin, Der fich in die befindet! Daß Chriz stus sey dein heil und hort, Ist ja in Gottes wahrem wort Recht felfen- fest gegründet. große macht, Uns wird, nach diefer finstern nacht Dein volles licht verneuen. Mel. Durch Adams fall ist. 2. Wohl dem, der der propheten 193. Dein wort ist ja die lehr Herzen ge= Vom Göttlichen Worte. 143 licht, das uns erleuchtet; in Gott seinen dienst und ehre, Und schild zu unsrer gegenwehr: Ein wie man soll Hier leben wohl, thau der uns befeuchtet: Ein stär- Lieb, hoffnung, glauben üben: fungs- trant, Wenn wir uns frant Un feel und geist befinden; Ein festes band, Das unsre hand Mit deiner kann verbinden. Drum fort und fort Wir dieses wort Von herzen sollen lieben. 4. Im freuh giebts luft, in traurigkeit Beigt es die freudenquelle; Den fünder, dem die sünd ist leid, Entführet es der Hölle. Giebt trost an hand, Macht auch bekannt, Wie man soll willig sterben, Und wie zugleich Das himmelreich) Turch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen muß, so große traft, Tie nimmer ist zu schäßen, Des Herrn wort in uns würft und schafft; Darum wir follen setzen, Burück gold, geld, Und was die welt Const herrlich pflegt zu achten, Und jederzeit, In lieb und leid Nach dieser perle trachten. 6. Nun, Herr! erhalt dein heis ligs wort, Laß uns sein kraft em= pfinden; Ten feinden steur an allem ort: Bieh uns zurück von fünden: Eo wollen wir Dir für und für, Von ganzem Herzen danfen. Herr, unser hort! Laß uns dein wort Fest halten und nicht wanten. 2. So führe denn auf rechtem pfad, Durch dieß dein licht, mich blinden. Laß mich durch deinen schuß und rath, Den satan über: winden. Die füßigkeit Laß alles zeit Von deinem wort mich schmeden; Und deine gunst In mir die brunst Der gegenlieb erwecken. 3. Verleih auch deinen guten Geist, Der alles das versiegle, Worin dein wort mich unterweis't, Daß ich mich drinn bespicale, Und immerdar Das was ich war, Und was ich bin, erkenne: Auch nie: mals mehr Von deiner lehr In sünd und irrthum renne. 4. Sieb meinem glauben stärk und kraft, Die alles kann vollbringen, Damit durch dessen eigen schaft Ich ritterlich kann ringen, Und freuß und noth, Ja gar den tod Viel lieber moll erleiden, Als daß ich hier om wort und dir Mich ließ aus kleinmuth scheiden. Mel. Was mein Gott will. 194. heiligs wort, das du err Bebaoth! Mel. Mein Gott! das herz. mir, Echenkst reich195. Jehovah! Hirte biet du lich, was mir fehlt. Des mangels druck verliert sich hier, Du hebest, was mich quält. 2. Du machst des grases fanftes grün Bu meiner lagerstatt. Wenn heft'ger leiden heisses glühn Mich ausgetrocknet hat. 3. Dann führst du mich zu örtern hin, Wo füffe ruhe quillt; Hier wird der ausgeleerte sinn Mit überfluß erfüllt. 4. Ich strauchle oft, du hilfft mur auf, und läß'st den pilgrim nicht. Ich walle fort in meinem lauf, Mein pfad wird glanz und licht. 5. Ich wohne war in Kedar noch, o angst das scepter führt, Toch Jesus kommt und bricht das uns haft gegeben, Daß wir darnach an allem ort Coll'n richten lehr und leben, Ist worden fund, Aus deinem mund, Und in der schrift beschrieben, Nein, schlecht und recht, Durch deine knecht, Bom heil'gen Geist getrieben. 2. Dieß wort, das jest in schrif ten steht Ift fest und unbeweglich; 3war himmel und die erd vergeht; Gott's wort bleibt aber ewig. Kein höll, fein plag, Noch jüngster tag Vermag es zu vernichten: Drum denen soll Senn ewig wohl, Die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen hell und tlar, Die richtschnur reiner lehre, Es zeigt uns auch ganz offenbar joch, Die secle triumphirt. 144 Vom Göttlichen Worte. 6. Du bringst mich an das düst're] Cuerwandel, thun und finn Sünd grab, Wo todesichatten schreckt: lich fenn und gar nichts taugen. Doch senkt den todten staub hinab, Eo fällt aller ruhm dahin. Ich weiß, daß Jesus deckt. 7. Dein stab und scepter trösten mich, Der feelenfreund regiert. Ich nicht, die hölle fürchtet sich, Bebt weg, da er mich führt. 8. So vergeht der kalte schlume mer, Und die wilde sicherheit. Furcht und schaam und tiefer fummer Weinet um die seligkeit. 8. Sin voller tisch ist mir gedeckt, Der falschen welt zur pein, Mich tröstet das, was jene schreckt, Ich kann nicht traurig seyn. 9. Die gnade, die er fau'r er warb, Strömt reichlich in mein herz. Wohl mir! daß Jesus für mich starb, Auf ewig flieht der schmerz. 10. Ich sehe Salems wonne schon Von fern', ich) blicke auf, Und spreche allem fummer hohn, Froh end' ich meinen lauf. 11. Was hör ich? süsse har monie, Auf Bions bergen dort. Ich jauchze laut, so fang ich nie. Heil mir! hier ist der port. 9. Dieß von Gott gewirkte trauren Reißt von aller fünde los. Und wie lange muß es dauren! Bis zur ruh in Jesu schooß. 10. Fühlt ihr euch nur recht ver: loren, Daß ihr höllenfinder seyd; D, so wird der trieb geboren, Der nach nichts, als gnade schrent. 11. Und als solche franke fünder Sucht der gnade licht und spur. Werdet rechte glaubens- tinder; Denn der glaube rettet mur. 12. Glauben heißt, die gnad er: kennen, die den fünder selig macht: Jesum meinen Heiland nennen, Der auch mir das heil gebracht. 13. Glauben heißt, nach gnade dürften, Wenn man zorn verdie net hat; Denn das blut des le bensfürsten Macht uns selig, reich) und fatt. 14. Glauben heißt, den Heiland nehmen, Den uns Gott vom him. mel giebt: Sich vor ihm nicht knechtisch schämen, Weil er ja die sünder liebt. 15. Glauben heißt, der grade trauen, Die uns Jefu wort vers spricht. Da verschwindet furcht und grauen Durch das süsse glau benslicht. 16. Ja, der glaube tilgt die fün den, Wascht sie ab durch Christi blut, Und läßt uns vergebung finden, Alles macht der glaube gut. 17. Darum glaubt, und schrent um glauben, Bis ihr fest versichert fend, Satan könn euch nicht mehr rauben, Ihr habt gnad und feligfeit. Mel. Ringe recht, wenn Gott. 196. Kinder, lernt die ordnung faffen, Die jum feligwerden führt. Dem muß man sich überlassen, Der die ganze welt regiert. 2. Höret auf zu widerstreben; Gebt euch eurem Heiland hin, So giebt er euch) geist und leben, Und verändert euren finn. 3. Selber könnt ihr gar nichts machen; Denn ihr send zum guten todt. Jesus führt die feelenfachen, Er allein hilft aus der noth. 4. Bittet ihn um wahre reue, Bittet ihn um glaubenskraft; Co geschiehts, daß seine treue Neue herzen in euch schafft. 5. Sucht erkenntnis eurer fünden. Forscht des bösen herzens grund. Lernt die greuet in euch finden. Da ist alles ungefund! 6. Jefus wird es euch entdecken. Bittet ihn, der alles kann. Alsdenn schauet ihr mit schrecken Euren seelenjammer an. 18. Denn wird ohne viel beschwerden Euer blind und todtes her: Brünstig, fromm und heilig werden, und befreyt vom fündenschmerz. 7. So wird bald vor euren augen 19. Was vorher unmöglich scheis Bom Göttlichen Worte. 145 20. Diese ordnung lernt verstehen, Kinder kehrt sie ja nicht um; net, Was man nicht erzwingen| du nicht, Du bist für uns gestorben. kann: Das wird leichter, als man ie? daß dein herz für uns nicht meynet, Bieht man nur erst 3e: bricht, Die du so theur erworben? fum an. Doch ja, jest brichts im leibe dir, Und ruft uns zu: Kommi her zu mir, Ich, ich will euch erquicken. So wird alles selig gehen, So be: 8. Nun, Herr, so kommen wir zu kleibt das Christenthum. dir, Und fallen dir zu fuße: Ers öffne uns der gnaden thür, Und nimm an unsre buße: Nimmunser herz zu eigen hin, Verändre geist, gemüth und sinn, Und heile unsre feele! 9. Hie ist das herz, und hand und mund, Dieß soll, bis wir erkalten, Den jest erneuten liebes- bund In reiner treue halten. Weg fleischesluft, weg eitelkeit! Das Herz bleibt Jefu nur geweiht, Und ewig ihm ergeben. Mel. Mein herzens Jesu, m. 197. höchster und gerechter Gott, Tu Bater aller gnaden, Wir kommen jest in unfrer noth, Mühselig und beladen, Wir suchen, Herr, dein angesicht, Verwirf uns arme tinder nicht, Ach laß uns gnade finden. 2. Du warst uns zwar von ewig feit In Christo schon gewogen, Und deine huld hat in der zeit Uns auch zu dir gezogen: Dein Sohn hat uns gar theur erkauft, Und du hast uns, da wir getauft, Bu findern angenommen. 3. Uch aber dir ist auchy bewußt, Wie treulos wir gehandelt, Und wie wir nach des fleisches lust In eitelkeit gewandelt! Wie schlecht bist du von uns geliebt? Wie oft, ach leider! oft betrübt Turch unsre viele fünden! 4. Jest zeigt sich unser schulden: buch, Das her; will uns verdame men; Tein wort spricht über uns den fluch, Und droht mit höllenflammen; Ach jetzt will deines jornes fluth Und deines feuereifers glut Auf unsre seele dringen. 10. Gott Heilger Geist, laß deine traft, Die in den guten werfen Das wollen und vollbringen schafft, Bu diesem zweck uns stärken! Hilf unf= rer blöden schwachheit auf, Und laß in unserm ganzen lauf Uns Jesu treu verbleiben! 11. Ach lieben eltern, seufzt und schrent, Daß Gott uns fraft ver= leihe; Und die ihr sonst zugegen send, Fleht auch für uns um treue: Ja, fommt und tretet mit zum bund, Gelobt und schwört mit herz und mund, Dem Heiland treu ju dienen. 12. Tu seelenhirt, Herr Jefu Christ, Du troft gebeugter fünder, Echau doch, weil du voll liebe bist, 5. Wer rettet uns in dieser noth? Auf diese deine kinder! Erhöre Wer schützt vor fluch und sterben? doch ihr thränend schreyn, Ach Wer föhnt uns aus mit unserm nimim sie auf, sie sind ja dein, Und Gott? Wer hilft uns vom verder= schäflein deiner heerde. ben? Wer ändert unser böses herz? Wer heilet unsern seelenschmerz Und des gewissens wunden? 6. Herr Jesu, aller fünder heil, Du kannst allein uns rathen: Ach hilf uns von dem schnöden greu't Gehäufter misſethaten! Wir fliehn zu dir, getreuer hirt! Wir, deine schäftein, sind verirrt: Willst du uns sterben lassen? 7. Ach nein! das willst, das kannst 13. Erleucht und heil'ge ihr ge= müth Turch deines Geistes gnade, Und leite sie durch deine güt Auf deiner wahrheit pfade: Laß ihrer feines irre gehn, Noch in dem rath der sünder stehn, Herr, stärke fie im glauben! 14. Toch schenfe uns auch deine huld, Laß uns auch gnade finden: Ach! richt uns nicht nach unfrer | schuld, Bergieb uns unsre sünden! 146 Vom Göttlichen Worte. 3war unsre untreu ist zu groß,| einmal offenbar; Das ist wohl zu Wir sind voll elend, nackt und betlagen. bloß; Doch du bist voll erbarmen. 15. Wir alle tommen jetzt vereint In wahrer buß und reue 3u dir, holdselger seelenfreund, Und schwören beßre treue! Ach hilf du uns durch deine kraft, Und laß uns gute ritterschaft Bis an das ende üben. Mel. Es ist gewißlich an der. 198. mensch! wie ist dein herz bestellt? Hab achtung auf dein leben! Was trägt für frucht dein herzens: feld? Sinds dornen oder reben? Denn aus der frucht fennt man die saat, Auch wer das land befäet hat, Gott oder der verderber. 2. Ist nun dein Herz dem wege gleich) Und einer neben straffen, Da auf dem breiten laster- steig Die vögel alles fraffen, Ach! prüfe dich, es ist kein scherz; Ist so be wandt dein armes herz, So bist du zu beklagen. 3. Denn, ist der same weggerafft, Bertreten und gefressen, So hast du keine glaubenstraft, Noch see: lenspeis zu essen. Fällt dir ins ohr der same nur, Und nicht ins 7. So geht es, wenn man nur um geld Und reichthum ist bemüs het, Und nur nach wollust dieser welt Mit aug und herzen siehet; Da kann kein gutes haben statt, Wo man der wollust nicht wird fatt; Der same muß ersticken. 8. Doch ist, Gott lob! noch gutes land Auf dieser welt zu finden, Das Gott dem Herrn allein bes tannt, Da in den Herzens- gründen Der same, den Gott eingelegt, Noch hundertfältig früchte trägt; Das sind die rechten herzen. 9. Wer ohren hat, der höre doch, und prüfe sich ohn heucheln, Dieweil es heute heisset noch, Hier muß sich feiner schmeicheln. Die zeit vergeht, das ende näht; Fällt auf fein gutes land die saat, So mußt du ewig sterben.. 10. Herr Jesu, laß mein herze seyn Berknirschet und zerschlagen, Damit der same dring hinein, Und laß ihn früchte tragen, Die mir im himmel folgen nach, Da ich sie fine de tausendfach, Das wünsch ich mit verlangen. Mel. O Gott du frommer. 199. Soll dein verderbtes herz Bur heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, Das wort des Herrn zu lesen; Bez dente, daß dies wort Das heil der ganzen welt, Den rath der selige teit, Den Geist aus Gott enthält. herz, so ist die ſpur Bum leben ganz vertreten. 4. Ist auch dein herze felsenhart, Verhärtet durch die sünden, So ist der same schlecht verwahrt Auf folchen felsen- gründen. Ein felfen- stein hat feinen saft, Drum hat der same teine traft In frucht: barkeit zu grünen. 5. So lang noch nicht zerknirscht dein herz, Und vom geseh zerschlagen Durch wahre buße, reu und schmerz, So kanns nicht früchte tragen: Bedenk es wohl, und thue buß, Glaub fest, und falle Gott zu fuß, So ist dein herz genesen. 6. Oft ist das her; auch dornen voll, Mit sorgen angefüllet; Oft lebet es in reichthum wohl: Da rath Empfindungsvol verstehn, wird der samr' verhüllet, Ja er er: sticket ganz und gar Und wird nicht 2. Merk auf, als ob dir Gott, Dein Gott gerufen hätte, Merk auf, als ob er selbst Bu dir vom himmel red'te! So lies! mit ehra furcht lies, Mit lust und mit vers traun, Und mit dem frommen ernst, In Gott dich zu erbaun. 3. Sprich) fromm: o Gott, vor dem Ich meine hände falte, Gieb daß ich dein gebot Für dein wort ewig halte; Und laß mich deinen Die wunder am gesch, Um wort vom freuze sehn! Vom Göttlichen Worte. 147 4. Er, aller wahrheit Gott, Kann siehst, leiten. Ein forschender verdich nicht irren lassen. Lies, Christ, stand, Der sich der schrift geweiht, fein heilig buch, eies oft: du wirst Ein angefochtnes Herz, Hebt manes faffen, So viel dein heil ver: dhe dunkelheit. langt. Gott ists, der weisheit giebt, Wenn man sie redlich sucht, und aus gewissen liebt. 5. Lies, fren von leidenschaft, Und edig von geschäften, Und sammle deinen geist mit allen feinen träf: ten. Der beste theil des tags, Des morgens heiterkeit Und denn der tag des Herrn, Der sey der schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker spruch; So ruf ihn, dir zum glücke, Des tags oft in dein herz, Im stillen oft zurücke: Empfinde seinen Geist, Und stärke dich durch ihn, Bum wahren edelmuth, Das gute zu vollziehn. 8. Spricht sie geheimnisvoll; So laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher verstand Kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt: So glaube, was er spricht, Nicht was dein wiß begehrt. 7. Um tugendhaft zu seyn, Dazu 2. Drum sind vorzeiten ausge= sind wir auf erden. Thu, was die fandt Propheten, deine knechte, schrift gebiet, Dann wirst du inne Daß durch sie würde wohl bekannt werden, Die lehre sen von Gott, Dein will und deine rechte; Bum Die dir verkündigt ist, und dann letzten ist dein lieber Sohn, O Ba= das wort verstehn, Dem du gehor- ter! von des himmels thron Selbst famı bist. tommen, uns zu lehren. 9. Sich seines schwachen lichts Ben Gottes licht nicht schämen, Ist ruhm; und die vernunft AlsDenn gefangen nehmen, Wenn Gott sich offenbart, Ist der geschöpfe pflicht, und weise demuth isis, Das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer christ, Durch keinen zweifel trän: fen. Hier bist du find; doch dort Wird Gott mehr licht dir schenten. Dort wächst mit deinem glück Dein licht in ewigkeit; Dort ist die zeit des schauns, Und hier des glau bens zeit. 12. Halt fest an Gottes wort; s ist dein glück auf erden, und wird, so wahr Gott ist, Dein glück im himmel werden. Berachte christlich groß Des bibel- feindes spott; Die lehre, die er schmäht, Bleibt doch das wort aus Gott. 11. Verehre stets die schrift, Und siehst du dunkelheiten: So laß dich deinen freund, Der mehr als du Mel. Es ist das heil uns k. 200. Wir menschen sind zu dem, o Gott! Was geistlich ist, untüchtig: Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig, Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht en weg zu dir nicht zeiget. 3. Für solches heil sen, Herr, ge= preift, Laß uns daben verbleiben, Und gieb uns deinen guten Geist, Daß wir dem worte glauben, Daſ selb annehmen jederzeit Mit sanftmuth, ehre, lieb und freud, Als Gottes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der lojen spötter hauf uns nicht vom wort abwende, Denn ihr gespötte endlich drauf Mit schrecken nimmt ein ende: Gieb du selbst deinem donner kraft, Daß deine lehre in uns haft, Auch reichlich ben uns wohne! 5. Deffn' uns die ohren und das herz, Daß wir das vort recht faſ: fen, In lieb und leid, in freud und schmerz, Es aus der acht nicht lass sen, Daß wir nicht hörer nur allein Tes wortes, sondern thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Um wege wird der same fort om teufel hingenommen: In fels und steinen fann das mort Die wurzel nicht bekommen: Der 148 Von der Heiligen Taufe. fame, so auf dornen fällt, Von| In gottloser leute rath: Wohl forg und wollust dieser welt Ber- dem, der nicht unrecht handelt, dirbet und ersticket. Noch tritt auf der fünder pfad, Der der spötter freundschaft fleucht, Und von ihr'n gesellen weicht! Der hingegen herzlich ehret, Was uns Gott vom himmel lehret. 7. Ach! hilf, Herr, daß wir wer: den gleich Allhier dem guten lande, Und seyn an guten werken reich In unserm amit und stande; Viel früchte bringen in geduld, Bewah= ren deine lehr und huld In feinem guten herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, Den weg der fünder meiden! Gieb, daß wir halten fest an dir In anfechtung und leiden: Rott aus die dornen all jumal, Hilfuns die weltforg überall Und böse lüste dämpfen. 9. Dein wort, o Herr, laß allweg seyn Die leuchte unsern füffen, Cr= halt es ben uns flar und rein, Hilf, daß wir draus geniesſen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Hierauf beständig trauen. 10. Laß sich dein wort zu deiner ehr, O Gott, sehr weit ausbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine lehr Erz leuchten mög und leiten! O heil': ger Geist, dein göttlich wort vaß in uns wirken fort und fort Ge: duld, lieb', hoffnung, glauben. 2. Wohl dem, der mit lust und freude Das gesetz des Höchsten treibt, Und hier, als auf füffer weide, Tag und nacht beständig bleibt: Dessen segen wächst und blüht, Wie ein palm- baum, den man sieht, Ben den flüssen an den feiten, Seine frische zweig aus: breiten. 3. Also, sag ich, wird auch grüeuft und sonne wird ihm dienen, nen, Der in Gottes wort sich übt: Bis er reiche früchte giebt: Seine blätter werden alt, und doch niez mals ungestalt: Gott giebt glück zu seinen thaten, Was er macht, muß wohl gerathen. 4. Aber, wen die fünd erfreuet, Mit dem gehts viel anders zu: Er wird wie die spreu zerstreuet Von dem wind im schnellen nu. Wo der Herr sein häuflein richt't, Da bleibt kein gottlofer nicht. Summa: Gott liebt alle from= 201. Wohl dem menschen, men, Und wer bös' ist, muß ums der nicht wandelt kommen. Mel. Werde munter, mein. Von der Heiligen Taufe. 202. Christ unser Herr zum und will, das wasſer sey, Doch nicht allein schlecht wasser, Sein heiligs wort ist auch dabey, Mit rechtem Geist ohn massen, Der ist allhier der täufer. Jordan kam, Nach feines Vaters willen Von fanct Johann's die taufe nahm, Sein amtswerk zu erfüllen. Da wollt er stiften uns ein bad, Bu waschen uns von fünden, Ersäufen auch den bittern tod, Turch sein selbst blut und wunden, Es galt ein neues leben. 3. Solchs hat er uns bewiesen klar, Mit bildern und mit worten, Des Vaters stimm man offenbar, Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: das ist mein liebster Sohn, 2n dem ich hab gefallen, Den will ich euch befohlen han, Daß ihr ihn höret alle, Und folget feiner lehre. 4. Auch Gottes Sohn hie selber 2. So hört und merket alle wohl, Was Gott selbst heißt die taufe, Und was ein Christe glauben soll, Bu meiden teher haufe. Gott spricht Von der Heiligen Taufe. 149 ht, In seiner zarten menschheit, und glieder Bu bewegen, Deines Der heilig Geist hernieder fährt, geistes gnaden- regen. on taubenbild verkleidet: Taß wir nicht sollen zweifeln dran, Wann wir getaufet werden, All dren person getaufèt han, Damit ven uns auf erden Bu wohnen sich ergeben. 3. Dein Vater nahm mich auf den schooß. Die gnad ist unbe greiflich groß, Ich ward zum kind erwenlet. Du selbst hast dich mit mir vertraut. Id ward des höchsten fönigs braut Tem großen Gott vermählet: Deiner Marter Bur belohnung; Eine wohnung Tei= nem Geiste, Daß er mir stets bey= stand leiste. 5. Sein jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all' welt zu leh ren, Daß sie verlorn in fünden ist, Sich soll zur buße kehren, Wer glaubet und sich taufen läßt, Soll 4. Ach wär ich noch so, wie ich Sadurch selig werden, Ein neuge- war! Doch meine schuld ist offen: borner mensch er heißt, Der nicht bar. Ich habe dich verlassen. Du mehr könne sterben, Das himmel- aber bist noch heute treu. Bu dir reich) soll erben. 6. Wer nicht glaubt dieser großen gnad, Der bleibt in seinen fünden, Und ist verdammt zum ew'gen tod, Tief in der höllen gründen. Nichts hilft sein eigne heiligkeit, All sein thun ist verloren, Die erbsünd machts zur nichtigkeit: Darin ist geboren, Bermag ihm selbst nicht helfen. 7. Das aug allein das wasser sieht, Wie menschen wasſer giei fen, Der glaub im geist die kraft versteht, Des blutes Jesu Christi, Und ist vor ihm ein rothe fluth, Bon Christi blut gefärbet Die allen schaden heilen thut, Bon Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. erhebt sich mein geschren. Ich will dich wieder fassen. Doch ich Kann dich Nicht ergreifen. Du mußt häufen Fein erbarmen. Ach er: greife du mich armen. 5. Die gnad ist doch ben dir noch da. Dein bund steht fest, du bist mir nah: Wenn ich mich nur be sinne. Du hast noch alles in der hand. Wenn ich mich zu dir ums gewandt, So werd ichs fröhlich inne: Daß du, Jesu, Mirs be wahret, Und gesparet; Bis ich täme, Und mein erbgut wieder nähme. 6. So komm ich denn, ich armes find, Von herzen elend, tod und blind, Und beichte meine fünden. Mit beyden Händen greif ich zu. Die gnad ist mein, ja mein bist du. Du lasst dich gerne finden. Aber, Fester, Laß, o Herr! mich Recht und gläubig An dir hangen. Nimm du mich dir selbst gefangen. Mel. Wie schön leucht uns. 203. Du hirt und Heiland deiner schaar! Es ist und bleibet ewig wahr, Was man von dir geschrieben. Die heerde 7. In deine arme sammle mich. weidest du mit lust; Die lämmer Berstrening ist mir fürchterlich. legst du an die brust, Umarmest sie Halt du mich recht zusammen. mit lieben. Deine arme Adams- imm mich in deinen bufen auf, tinder, Sind war fünder, Und ver- und trage mich, so wallt mein lauf loren. Doch sie werden neu geboren. Su dir in heilgen flammen. O 2. Es ist dein blut und wasser Herr! Lämmer Eind ja schwäch bad, Tas viele schon getaufet hat, lich Und gebrechlich. Darum eile, Auch über mich geflossen. Rein als Hilf und rette, pfleg und heile! ein unbeflecktes lamm, Wusch mich von allem fündenschlamm Tein blut, das du vergossen. Reichlich tieß sich Auf mich nieder, Seel! Mel. Werde munter mein g. 204. Komm, mein herz, zu deiner taufe, Tauche Von der Heiligen Taufe. 150 dich im geist hinein, Daß der alte mensch ersaufe; Denn ich muß ein neuer senn; Neu in der gerechtigkeit, In den blutrock eingekleidt; Neu in allen feelenfräften, In gedanken und geschäften. 2. Sieh! da liegt die ganze gnade, Alles heil und seligkeit, In dem blut- und wasserbade, In der taufe ausgebreit't. Deffne fröhlich herz und mund, Deiner taufe gnaden bund, Den die satan weggestohlen, Jest mit ernst zu wiederholen. 3. Dir entfag ich), arger teufel, Den der Herr mich fliehen heißt. Denn es ist durchaus tein zweifel, Daß du mein verderver senst. Idy entfage ganz und gar, Auf jeßt und auf immerdar, Deinem we: fen, deinen werken, Wo nur was davon zu merken. 4. 3ch entfage allen fachen, Die die welt verehrt und liebt: Was fie macht, nicht mit zu machen, Weil es meinen Gott betrübt; Ihre Freundschaft zu verschmähn, Und aus Sodom auszugehn. Will fie reißen, drohen, hassen; Bleibt sie doch von mir verlassen. 8. Ich ergebe mich von herzen, Dir, Herr Jesu! Gottes Lanımı, Mit der fünde nicht zu scherzen; Dir, dem seelen- bräutigam, Und sonst keinem nachzugehn; Auch im leiden fest zu stehn; Nur auf dein verdienst zu trauen Sonst auf tei: nen grund zu bauen. 9. Dir ergeb ich mich mit freuden, Heil'ger Geist, dein Haus zu seyn: Was du strafest gern zu meiden, Dich um benstand anzuz schreyn. Dir will ich geöffnet stehn, Deinem worte nachzugehn, Auf dein treiben recht zu merken, Still zu seyn von eignen werken. 10. Über du sollst auch nun wies der, Grosser Gott, mein eigen seyn. Senfe dich zu mir hernieder. Kehre gnädig ben mir ein. Du haft selbst den bund gemacht, Eh mein Herz daran gedacht. Drum wirst du ihn recht mit willen Ue= berschwenglich gut erfüllen. 11. Du, o Bater, bist mir gnädig, Daß ich sicher ruhen kann. Vin ich elend, arm und ledig, Füllst du mich mit gütern an. Ja, ich bin dein liebes find, Das den zus gang offen findt, Du willst sorgen, schüßen, schonen. Dort soll ich im erbe wohnen. 5. Ich entsage meinem herzen, Meinem fleisch), den nächsten feind. Kostets mir auch manche schmerzen, Werd ich ihm doch niemals 12. Du, erwürgtes Lamm im freund. Nein ich gebe eifrig acht, blute, Bist und bleibest ewig mein, Was es denkt, wornach es tracht; Kommst mir ganz und gar zu Daß es seiner bösen tücke Ja ben gute, Hüllest mich in dich hinein, teiner reitung glücke. Bist mein heilges opfer- lamm, Bruder, Herr und bräutigam. Wenn ich strauchle, wirst du eilen, Und den bund im blute heilen. 6. Aber wem soll ich mich geben? Wer ist meiner feelen werth? Wem soll ich zu ehren leben? Wer ist, der mein heil begehrt? Der mir lauter gutes thut? Gott, o feele, ist dein gut; Wirst du ihm dich anvertrauen, Sollst du ew'ge freuden schauen. 13. Du, o selger Geist der gnaden! Bist mein fiegel, ring und pfand. Ist mein armes herz beladen, Unterstüßt mich deine hand. Deine salbung lehret mich. Du erfreut mich innerlich, Büchtigest und treibst die feele, Betest selbst in meiner höhle. 7. Nun fo fen ich dir ergeben, Gott, du Bater aller welt. Geist und leib, und herz und leben Eudhe nur, was dir gefällt. Dir 14. Nun, mein Gott, da sind die hang ich im glauben an, Ehre dich hände, Lege deine hand hinein. vor jedermann, Will dich loben, Laß das bündniß bis ans ende fürchten, lieben, Deinen dienst mit Fest und immer grünend seyn. freuden üben. Mein versprechen ohne dich, Von der Heiligen Taufe. 151 Wahrlich, das betrüget mich). strafen und zu hassen, und hast, o Aber durch den trost des falles, großer Gott, so sehr Herunter dich Durch den Sohn vermag ich alles. gelassen, Den bund mit mir ge= 15. Laß mich täglich gnade fin- stiftet. den, Ich bin ein unnüter tnecht, Finde nichts an mir als fünden, Bin allein durchs blut gerecht. Mein verdienst ist zorn und fluch. Aber das ist mein gesuch: Laß mir, Herr, den bund gelingen: So will ich von gnade singen. 16. Kommt, die ihr den bund gebrochen, Stellt euch hungrig wieder ein. Denn der Herr hat selbst gesprochen: Kehre wieder! ich bin dein. Beugt euch unter fein gericht. Fasset große zuver: sicht. Wollt ihr euch mit ihm verbinden: Sollt ihr alles wieder finden.in 17. Aber, wer entfernet bleibet, Auf dem alten lager ruht, Nach wie vor sein wesen treibet, Heuchelt oder greuel thut: Der isi ewiglich verflucht, Weil er das nicht wieder sucht, Und so schändlich kann vergessen Was er schon einmal besessen. 18. Jesu! güldne bundes- lade, Die den Heilsbund in sich schließt; Mittler der verheißnen gnade, Die so reichlich überfließt: Jam merts deine seele nicht, Daß den christen heil gebricht? Ach, befehre deine heerde, Daß nicht wasser feuer werde. 6. Der alte mensch muß sterben ab, Der neue aber leben; Den bösen lüten, die ich hab, Muß ich stets widerstreben: Ich muß den guten hangen an, Berrichten dei= nen willen, Mit fleiß und sorgfalt erfüllen, Durch deine kraft und denten dran, Daß ich ihn mög stärke. 7. Gott, Bater, Sohn und Geist, verleih), Daß ich fest an gläube, Mich meines taufbunds tröst und freu, Darin beständig bleibe: Als dein find, teufels- werke haß', Die bösen lüfte dämpfe, Das gut' z thun nie werde laß, Bis an das end' hier kämpfe, Und dort dein reich ererbe! Mel. Es ist das heil uns F. Hast du mich auf in deinen bund, 206. Jefu Christ, ich preiz Bum find auch angenommen. Du hattest ursach), mich vielmehr Bul gemüthe, dich Daß du mich) so genäMel. Christ unser Herr zum. Gott, da ich gar kei205. nen rath Für meine feel fonnt finden, Hast du mich durch das wasserbad Gewaschen rein von fünden: Dabey du klár lich haft beweist, und durch ein sichtbar zeichen, O Vater, Sohn, und heilger Geist, Es sen nicht zu vergleichen, mit deiner gnad und liebe. 3. Dadurch bin ich nun, als dein find, Versichert deiner gnaden: Was sich für schwachheit an mir find't, Das laß'st du mir nicht schaden. Den Geist der findschaft giebst du mir, Und wenn ich vor dich trete, Mein Herz ausschütte, Gott, vor dir, Nach deinem willen bete, Werd ich allzeit erhöret. 4. Hingegen hab ich mich verpflicht't, Ich woll' ein gut gewissen Fort ben des glaubens zuversicht Bu halten seyn beflissen; Dich, Vater, Sohn und Geist, allzeit Für meinen Gott erkennen, Und samit der werthen Christenheit mit ehrerbietung nennen Den eingen Herrn und Vater. 5. Ich hab dem bösen feind ents fagt, Auch allen seinen werken, Und dieser bund, der ihn verjagt, Kann gegen ihn mich stärken. Id) bin, o Gott, dein tempel nu, Und wieder neu geboren, Auf daß ich) rechte werke thu, Dazu ich bin ers fohren, und die du selbst befohlen. 2. Denn willig und von herzensgrund, So bald ich zu dir kommen, 152 Von der Heiligen Taufe. diglich, Nach deiner großen güte,| 9. Ady ja! es ist noch dieser bund Durch deine tauf errettet haft Von Mein siegel im gewissen, Das mich aller meiner fünden- last, Und mir versichert alle stund, Wie du noch dein heil geschenket. senst geflissen, Mich zu erhalten, daß ich kann noch stets die frage stellen an: Bin ich nicht, Gott, dein eigen? 2. So bald mein haupt dein wasser- guß Begunte zu begieſſen, Da liess'st du deinen liebes- fluß Auch in mein herze fliessen: Ein göttlich leben gabst du mir, Tein Geist verband mein herz mit dir, Ich ward aus Gott geboren. 3. Du wuschest meine feele ab Bon allen fünden- flecken, und liefsest also in ein grab Des fleisches macht verstecken: Es ward in deinen tod getaucht, Was fatanas vorher gebraucht, Ins elend mich zu bringen. 4. So stelletest du heilig dar, Bor deines Vaters throne, Und vor der auserwählten schaar, Mich in der schönen frone Der göttli chen gerechtigkeit, Du wurdest selbst mein ehrenkleid, Darin ich konnte prangen. 5. Kein engel war so schön als ich, Da ich dich angezogen, Ich prangte mehr als töniglich, Du wurdest selbst bewogen, Mich nun zu nennen deine braut, Im glauben ward ich dir vertraut. So hoch ward ich erhoben. 6. Da ward mir auch zugleich das recht Bu deinem reich gegeben: Ich war von göttlichem geschlecht; Du wurdest selbst mein leben, Weil ich an deinem leibe ward Ein glied, und nun nach deiner art Mein leben konnte führen. 10. Hast du mich nicht zu deinem find, In deinem Sohn, ers wählet? Hast du mich nicht von aller fünd In gnaden los gezäh let? Ist nicht dein bund ein ew'ger bund? Hat solchen nicht dein theurer mund Mit einem eid ver= fiegelt? 11. Geht mich nicht auch das alles an, Was Christus hat erwor ben? Hat ers nicht mir zu gut ge= than? 3st er nicht mir gestorben? 3st sein verdienst nicht mir ge= schenkt, Da ich im glauben ward versenkt In seine gnad und güte? 12. Drum bleib ich ja dein eigenthum, Das du dir nicht läß'st nehmen: Der sünden macht wird wiederum ich nimmermehr bez schämen. Du willst und kannst den lassen nicht, Der auf dich seine zuversicht Von ganzem Herzen feßet. 13. 3war hab ich auch durch viele schuld Den gnaden- bund zerrissen, Bin unwerth worden deiner huld; Doch bin ich nun beflissen, Daß durch die busse dieser bund Befes stigt werde, weil der grund Bey dir noch feste stehet. 14. Ich steh im kampfe wider mich, Mein fleisch und blut zu wingen, Der Geist tämpft in mir ritterlich, Wenn lüte auf mich dringen: läßt mir der satan keis ne ruh, Stürmt auch die welt mit auf mich zu, So geb ich nicht ges wonnen. 7. Doch mußte dieß verborgen feyn, Die schönheit ward verdecktet, Da man mich also tauchte ein, Und unters freuß verstecket; s mußte mun ans leiden gehn, Bis ich auch fünftig fönnte stehn 3n offenbarer klarheit. 8. So war es zu derselben stund, Als ich ward aufgenommen In diesen heilgen gnaden bund, und in die zahl der frommen. Wie ist es aber nun mit mir? Mein Heiland, soll ich jeho dir nicht gleichfalls zugehören? 15. Denn weil ich nun getaufet bin Mit deinem liebes- feuer, Das gan; durchglühet meinen sinn, st mir sehr werth und theuer. Dein göttlich wort, das weifet mir, Wie ich soll flichen für und für, Was dir nicht wohl gefället. 16. Gieb nun, daß deine lieb in Vom Heiligen Abendmahl. 153 mir Stets treibe mein gemüthe,| trefflich schön gezieret, Daß man Daß ich mich sehne stets nach dir, uns( o der großen gnad!) Im Und mich vor fünden hüte. Tu schmuck, wie sichs gebühret, Dem liebe, thust mir viel zu gut; Gieb, Bräutigam zuführet. daß ein jeder tropfen blut Bon deiner liebe walle. 5. Aus höllen- tindern sind wir schon Der gnade kinder worden, Dieß ist der christen schönste kron Und schmuck in ihrem orden: Ja, Christus selber, und sein blut, Sein tod und sieg daneben, Ist nunmehr unser eignes gut, Das er uns hat gegeben, Mit ihm dadurch zu leben. 6. Er hat uns auch das findesrecht Der seligkeit geschenket, Durch solches ist die fünde schlecht Ins tiefe meer versenket. Was tönnen teufel, hölle, tod, Die uns stets widerstunden? Weil Jesus Christus alle noth Und plagen überwunden: Nun ist das heil gefunden. Mel. Christ, unser Serr, 3. 207 welch ein unvergleich lichs gut Giebst du, Herr, deinen kindern: Das was fer und zugleich dein blut Verehrest du den fündern. Drey dinge sind, welch allermeist Auf erden zeugniß geben, Das blut, das was fer und der Geist, Die können uns erheben Bu deinem freuden- leben. 2. Dieß facrament ist selbst durch) dich Geheiligt, und beschlossen, Daß, wie du, Herr, bist sichtbar: lich mit wasser ganz begossen, Im Jordan, durch Johannis band So soll auch uns rein machen Dein heiligs blut, das theure pfand, Das lauter große sachen Kann wirken in uns schwachen. 3. Du hast uns durch dieß facrament Der heerde einverleibet, Tie sich von Christo christen nennt, Und an denselben gläubet: Dieß wasser- bad hat fanimit dem wort Uns rein gemacht von fünden: Dein guter Geist der woll hinfort Im glauben uns recht gründen, lind uns zur lieb entzünden. 4. Wir sind, Herr, in dein gnadenreich Durch diesen bund gefehet, Darin geniessen wir zugleich, Was unsern geist ergebet: Du haft uns durch dieß theure bad Eo 7. Herr, laß uns nun, den res ben gleich, Auch gute früchte brin: gen, und aus der welt nach deinem reich Im glauben eifrig rin gen: Laß uns, durch wahre reu und buß, Auch täglich mit dir sterben, Weil doch der alte Adam muß Mit seiner lust verderben, Will man dein reich ererben. Mel. Werde munter, mein. 208. 2h! gnad über alle gnaden! Heisset das nicht gütigkeit, Daß uns Jesus selbst geladen Bu dem tisch, den er bereit't? Er ists, der uns ruft ju gast, Daß wir, aller sorgens G2 bund Der taufe nie vergessen, 8. Hilf, daß wir diesen gnadenund sich fein freches herz noch mund Bu schmähen ihn, vermess fen: Laß unfre tauf in angst und pein, Ja wenn wir gehn von hinnen, Herr, unser trost und freude seyn; Hilf uns der welt entrinnen, Den himmel zu gewinnen. Vom Heiligen Abendmahl. last, Aller sünd und noth entnom= men, In den Himmel mögen kommen. 2. Er, der Heiland, will uns fpeisen, Und auch selbst die koste seyn, Heisſet das nicht gnad er weisen! Ist er mun nicht dein und mein? Sollten wir an seinem heil Univ.- Bibl. 154 Vom Heiligen Abendmahl. Nun hinfort nicht haben theil, Gott, und sprach zu seinen jüns Da er unser so gedenket, Daß er gern: fich uns selber schenket? 3. Nehmt hin, und. eff t, das ist mein leib, Der für euch wird gegeben, und dentet, daß ich euer bleib, Im tod und auch im leben. 3. Herr, du hast dich hingege: ben Unfertwegen in den tod, Daß wir möchten wieder leben Fren von fünden, straf und noth: Aber deiner liebe macht Hat dich auch dahin gebracht, Daß du selbst wirst trank und speise; O der nie erhörten weise! 4. Hier sieht man dein treu gemüthe, Sonst ist einer arzt allein; Doch willst du aus lauter güte Auch die Ärzenen selbst seyn; Du giebst dich uns selbst zu theil, Daß wir möchten werden heil 2n den tiefen seelen- wunden, Die sonst blieben unverbunden. 5. Nun zu dir komm ich geschrit: ten, mein Heiland, Jefu Chrift! Laß dich jetzt von mir erbitten, Weil für mich bereitet ist Dein fo theurer gnaden- tisch, Daß sich meine feel erfrischy: Du wollst in ren hunger stillen, Und in ihrem durft sie füllen. 6. Ach! du wollest mich begaben Mit dir selbst, o Himmel- Brodt, and mit reichem trost mich laben, Wider alle fündennoth. Ach! laß deine lebensquell Mich auch machen rein und hell: Tränke mich, daß ich nicht sterbe, Sondern mit dir ewig erbe. 7. Dir will ich anjeho schicken Mein ganz müd und mattes herz, Uch! das wollest du erquicken, Und besänften feinen schmerz: Nims zu deiner wohnung ein, laß es deinen tempel seyn, Du wollst felbst darinnen leben; Herr, dir fen es gan; gegeben. Mel. Mein erst gefühl sey. 4. Desgleichen nahm er auch den wein Im telch, und sprach zu allen: Nehmt hin, und trinket ingemein, Wollt ihr Gott rech gefallen. 5. Hier geb ich euch mein theu res blut Im felche zu geniessen, Das ich für euch und euch zu gut Um kreuze werd vergiessen. 6. Hier wird ein neuer bund ges macht In meinem eignen blute: 3m alten ward nur vieh ge= schlacht, Das euch nicht kam zu gute. 7. Hier ist der körper, der bin ich, Dort war figur und schatten: Dort war ein lamm, hier laß ich mich, In heisser liebe braten. 8. Das macht euch aller fünden fren, Daß sie euch nicht mehr tränken, So oft ihrs thut, sollt ihr daben an meinen tod gedenken. 9. O Jesu, dir sey ewig dant Für deine treu und gaben! Ach! laß durch diese speis und trank Auch mich das leben haben. 210. Auf! auf! mein geiſt! erhebe dich zum himmel, Weich von dem unbeständigen getümmel, Dadurch die welt ihr blindes volt betrügt: Ich habe nun vom himmels- manna geſſen, Bin an des guten hirten tisch gez seifen, Der alte feind zu meinen füffen liegt. 2. Was frag ich nun nach ehre, lust und schätzen? Ein lebens strom der kann mich gnug ergehen: Der durft ist hin, wie bin ich so erquickt! Nun wird die feel in wollust fetter werden, Den vors schmack hab ich schon auf dieser erden; Doch mache mich, o Jesu, mehr geschickt. 209. Als Jefus Christus in der nacht, Darin er ward verrathen, Auf unser aller heil gedacht, Dasselbe zu erstatten; 2. Da nahm er in die hand das brodt, Und brachs mit seinen fin3. Gebiet, als Herr dem theure gern, Sah auf gen himmel, dankte| erkauften finde! Gieb, daß ich Vom Heiligen Abendmahl. 155 mich dich recht geniessen. fraft in die als könig, finde, Sen meiner feelen bräutigam, Laß mein prophet, so werd ich Gott gelehrt. Bist du mein haupt, dann hab ich dich zum führer; Bist du mein mann, so bist du mein regierer, 21s hoherpriester ist dein opfer werth. 5. 3war ich bin deiner gunst nicht werth, als der ich jest erscheine, Mit fünden allzuviel bez schwert, Die schmerzlich ich bes weine; In solcher trübsal tröste mich, Herr Jesu, daß du gnädigs lich Der fünder dich erbarmest. 4. Was will ich mehr als diesen himmels- fürsten? Mich wird hinfort in ewigkeit nicht dürsten, 6. Ich bin wie alle fünder sind, Weil der mich tränkt, der selbst Boll wunden und voll beulen; das leben ist. Kein hunger wird Erleuchte mich, dann ich bin blind, die seele jemals pressen, Weil mir Du kannst allein mich heilen: Ich ein theil vom manna jugemessen, bin verdammt, erbarme dich, Sch Das du allein, o süsser Jesu, bist.bin verloren, fuche mich, und hilf 5. Ich lebe nun, und will mich Gott ergeben, Doch nicht ich, sondern Christus ist mein leben, So lebe dann in mir, o Gottes Sohn! Ich bin gewiß, daß droben und auf erden Barmherzigkeit und güte folgen werden als ein durchs blut des lammis erworbner lohn. Mel. Mein herzens Jesu, m. 211. Du u lebens- brodt, Herr Jesu Christ, Mag dich ein fünder haben, Der nach dem himmel hung'rig ist, und sich mit dir will laben; So bitt ich dich demüthiglich, Du wollest recht bereiten mich), daß ich recht wür= dig werde. aus lauter gnade. 7. Mein bräutigam, komm her zu mir, Und wohn in meinem her: zen; Laß mich dich füsſen für und für, Und lindre meine schmerzen: Ach laß doch deine füffigkeit Sür meine seele seyn bereit, Und stille ihren jammer. Christ, Komm, selbst dich mir zu 8. Du lebens- brodt, Herr Jesu schenken, O blut! das du ver: gossen bist, Komm eiligst mich zu tränken; Ich bleibe dir, du blei= best mir, Drum wirst du, güldne himmels- thür Auch) mich dort auferwecken. 212. Gott fen gelobet und uns selber hat gespeiset, Mit seigebenedenet, Der nem fleische und mit seinem blus te, Das gieb uns, Herr Gott! zu deinen heiligen leichnam, Der von gute, Kyrie eleison. Herr! durch dein'r mutter Maria kam, Und das heilige blut Hilf uns, Herr, 3. Du jucker- süsses himmel- aus aller noth, Kyrie eleison. vrodt! Du wollest mir verleihen, Daß ich in meiner feelen- noth Bu dir mag kindlich schreyen: Dein glaubens- rock bedecke mich auf daß ich möge würdiglich An deiner tafel figen. 2. Auf grünen auen wollest du Mich diesen tag, Here, leiten, Den frischen wassern führen zu, Den tisch für mich bereiten: Ich bin war fündlich, matt und krank; Doch laß mich deinen gnadentrank Aus deinem becher trinken. 2. Der heilig leichnam ist für uns gegeben Bum tod, daß wir dadurch leben, Nicht grössere güte könnte er uns schenken, Darben wir sollen sein gedenken, Kyrie eleison. Herr! dein lieb so groß dich 4. Tilg allen haß und bitterkeit, zwungen hat, Daß dein blut an O Herr aus meinem herzen, uns groß wunder that, Und be: Laß mich die fünd in dieser zeit zahlet unsre schuld, Daß uns Gott Bereuen ja mit schmerzen: Du ist worden huld, Kyrie eleison. beiß gebratnes Osterlamm! Dul 3. Gott geb uns allen seinen Bom Heiligen Abendmahl. 156 gnaden- fegen, Daß wir gehn auf feinen wegen, In rechter lieb und brüderlicher treue, Daß uns die fpeis nicht gereue. Kyrie eleison. Herr, dein heiliger Geist uns nimmer laß, Der uns geb zu halten rechte maaß, Daß dein arme christenheit Leb in fried und einigkeit. Kyrie eleison. Mel. Serr Jesu Christ, du. Mel. Ein Lämmlein geht u. 213. tomme, Herr, und 214. Ich komm jetzt als ein suche dich Mühselig und beladen. Gott, mein erbar mer, würd'ge mich Des siegels deiner gnaden. Ich liege hier vor deinem thron, Sohn Gottes, und des menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner fünden müh; Ich suche ruh, und finde sie Im glauben der erlößten. armer gast, D Herr, zu deinem tische, Den du für mich) bereitet hast, Daß er mein herz erfrische, Wann mich der seelen hunger nagt, Wann mich der durft des geistes plagt, Bis ich den schweiß abwische. 4. Nun sprichst du, seelen- bischof, dort: Ich bin das brodt zum lez ben, Dieß brodt treibt auch den hunger fort, Den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der brunn, wer glaubt an mich, Dem wird der durft nicht ewiglich Im Herzen stiche geben. 3. Drum führe mich, o treuer hirt! Auf deine himmels- auen, Bis meine feel erquicket wird, Wann du sie läsfest schauen Die ströme deiner gütigkeit, Die du für alle haft bereit, Die deiner güte trauen. 2. Dich) bet ich zuversichtlich an, Du bist das heil der fünder. Du haft die handschrift abgethan, Und wir sind Gottes tinder. Ich denk an deines leidens macht, und an dein wort: es ist vollbracht! Du haft mein heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt. Gott var in dir, und hat die welt In dir mit sich versöhnet. 3. So freue dich mein herz in mir! Er tilget deine sünden, Und läßt an seiner tafel hier Dich gnad um gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: sen getrost, mein sohn! Die schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Bon ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das glück der seligkeit; Bewahr es hier in glauben, Und laß durch keine sicherheit Dir deine krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der weinstock, bleib an mir, So wirst Du früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; Und durch die liebe gegen mich) Wird dir der sieg ge lingen. Und bitte dich, durch deinen tod, Um fraft zu meinem willen. Laß mich von nun an würdig fenn, Mein ganzes herz dir, Herr, zu weihn, Und deinen tod zu preifen. laß michy den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. 5. Ja, Herr, mein glück ist dein gebot; Ich will es treu erfüllen, 4. Ich armes schäftein suche dich auf deinen grünen weiden, Dein lebens- manna speise mich, Bu trost in allem leiden, Es tränke mich dein theures blut, Auf daß mich ja kein falsches gut Von deis ner liebe trenne. 5. Gleichwie des hirsches mats tes herz Nach frischem wasser schreyet, So schreyet auch mein seelen schmerz: Ach! laß mich seyn befreyet Bon meiner schwe= ren fünden- pein, Und schenke mir die trost- fluth ein, Damit ist mir gedienet. 6. Vor allen dingen wirk in mir ein ungefärbte reue, Daß wie für einem wilden thier Ich mich für fünden scheue; Bich mir den rock des glaubens an. Der Vom Heiligen Abendmahl. dein verdienst ergreifen kann, Damit mein herz sich freue. 7. Entzünd in mir die andachtsbrunst, Daß ich die welt verlasse, Und deine treu und bruder- gunst In dieser speise fasse, Daß durch dein lieben lieb in mir su meinem nächsten wachs herfür, Und ich fort niemand haffe. 8. Ach! führe mich nur selbst von mir, Bey mir ist nichts dann sterben: Nimm aber mich, Herr, zu dir, Ben dir ist kein verderben, In mir ist lauter höllenpein, In dir ist nichts dann selig feyn, mit allen himmels- erben. 9. Erneure mich, o lebens- stab! Durch deines Geistes triebe, Daß ich die fünde lege ab, Im guten mich stets übe; Regiere meinen trägen finn, Daß er die liste werfe hin Die er sonst pflegt zu haben. 10. Co tomm nun, o mein fee: len- schat! Und laß dich freund: lich küssen; Mein herze giebt dir raum und plat, Und will von fei: nem wissen, als nur von dir, mein bräutigam, Dieweil du mich am freuzes- stamm Aus noth und 1od gerissen. 11. Hab, lieber Heiland, grof: sen dank Für deine füßigkeiten; Ich bin für lauter liebe trant, Drum wart ich auf die zeiten, In welchen du, o lebens- fürst, Mich fammt den auserwählten wirst Bur himmels- tafel leiten. Mel. Jesu, der du meine feele. 15. Ewig treuer hirt der feelen, Auserwähltes Gottes- famm, Der du, uns dir zu vermählen, Wurdest mensch und bräutigam. Kann's ein mensch jemals ausdenken, Wüßt er gleich sich zu versenken In der liebe volles meer, Wie du liebst so hoch und sehr? 157 gen In verfloß'nen lebens- tagen: Viel ists, daß mit uns dein mund Jetzt erneu'rt den gnadenbund. 3. Deinen leib, die himmels speise, Und dein blut, den lebenstrank, Echenkst du unerforschter weise, Uns zum heil, und dir zum dank. So, Herr, ziehst du in die mitte Unfrer armen jammer: hütte; Wirfst uns fünder nicht hinaus Nach verdienst ins höllenhaus. 4. Ower tausend zungen hätte! Bu erheben deine treu. Sagt, wer fann, singt um die wette; Wie so gut der Heiland sey! Gnadig, freundlich, voll erbarmen, Ausgespannt mit liebes- armen! Wahrlich, einen solchen Herrn Findt man weder nah noch fern. 5. Run, du liebster, was wir haben, Legt zum dank sich willig dar. Hast du uns so wollen la: ben; So sind wir dein ganz und gar. Labe dich mit unsern gaben, Die wir durch dich selber haben. Unfre armuth legt sich die, Uns ferm hort, zum opfer für. 6. Laß, o Lamm! uns nie vers gessen, Was du jeho uns geschenkt. Was du reichlich zugemessen, Bleibt in unser herz versenkt. Dein blut, das du uns gegeben, Mach uns blut und adern leben. Wär ein jeder tropf'n ein meer; Collt er wallen dir zu ehr. 7. Unser bund, den wir geschlos weil wir dich nun selbst genoffen; fen, Een auf ewig fest gestellt. So mißfället uns die welt. Fort was welt und irrdisch heisset! Sort was hier als herrlich gleif: set! Ohne dich, o Bundes- Gott, Ist uns alles andre koth. 8. Toch, da wir im jammers thale Noch viel feinde um uns sehn; So wollst du vom himmelsfaale Selbst uns zum paniere stehn. Gängle, schüße, trage, stärke Uns zu allem guten werke. Lamm du selbst must leitstern seyn, Der uns führe aus und ein. 2. Viel ists, daß du mensch geboren: Biel ists, daß du giengst in tod! Viel isis, daß wir neu ge: boren Durch die tauf vom fünden koth: Biel ists, daß du uns getras 9. Wir auch, die zu mehrern 158 Bom Heiligen Abendmahl. malen, Süsser hort, dein mahl| Weil, wann euch busse fehlt, Ihr geschmeckt, Wollen die gelübde schon verdammet send. zahlen, Da dein her; uns jest mit weckt. Laß dich preisen herz und jungen, Loben alte mit den jungen; Laß von deiner lebensfost Uns geniessen stärk und trof 6. Man ruft: das abendmahl Sen viel zu hoch zu schätzen. Doch eben diesen schatz Laßt euren geist ergehen. Ach kommt, sonst macht ihrs ja, Als wann ein fran= ter spricht: Die arzenen ist gut, Allein ich mag sie nicht. 7. Wir fürchten, sagen fie, Wann wir dieß mahl schon schmez den, Wir möchten uns darauf mit neuer schuld beflecken. Verächter! fündigt nicht Aus bos: heit, sicherheit; Die schwachheit schenkt euch Gott Aus gnad und freundlichkeit. 8. Viel sagen freventlich: Wir haben kein verlangen; Kein hunger und fein durst, Treibt uns, es zu empfangen. Ach weh, es mangelt euch Erkenntniß, heil und licht: Ihr kennet Christi maht Und euer elend nicht. 10. Schenkst du schon so viel auf erden, Wo des jammers wohnhaus ist; Ey, was wills im hinimel werden, Da man dich erst recht genießt! Wo uns lust und jubiliren Wird die hochzeit- gäste zieren. Eya; wären wir doch da! Bieh uns nach, Halleluja! Mel. O Gott du frommer. 216. Jch bitt entschuld'ge mich: So sprachen die verächter, Und trieben mit dem mahl Des Höchsten ein gelächter; Sie kamen dannoch nicht Ob es schon war bereit. Dergleichen menschen sind auch noch zu unfrer zeit. 9. Man ruft: Ich will vorher Dem streit ein ende machen. D 2. Sie sagen: wir sind schon menschen! überlaßt Dem richter Bum Abendmahl gegangen, Dies solche sachen; Lebt ohne zank und weil wir es im geist, und glau- baß, Neid, bitterkeit und streit, bens- traft empfangen. fpöt ter! wann dich gleich Des glaubens- traft ergeht, 3st dann das abendmahl Bergebens einge So schadet der prozeß Nichts an der würdigkeit. fetzt? 3. Dein Jesus, böses herz! Will sich dir doppelt geben, Theils in des glaubens- kraft, Bu einem neuen leben, Theils in dem abendmahl; Und dieses nimm in acht: Dem hilft der glaube nichts, Der dieses mahl veracht. 4. Man wendet ferner ein: Bergebung meiner fünden Ist ohne abendmahl In Gottes wort zu finden. O spötter! läsfet dir Gott doppelt gnade sehn, Muß dann das abendmahl Darum verachtet stehn! 5. Wir sorgen gar zu sehr, So hört man andre sagen, Daß wir unwürdig gehn; Wer wollte die fes wagen? Berächter! kehrt zu rück, Sucht Jefum in der jeit, 10. Der spricht: Jest kann ich nicht Weil mirs an kleidern fehDen kleider- schmuck erwählet? let. Berächter! hat dann Gott Er siehet auf das herz; Wenn Jesus das regiert, So bist du schon genug Bum liebes- mahl geziert. 11. Ein andrer wendet ein: Ich muß mit schmerzen sehen, Wie man die bösen läßt 3um gnadenmahle gehen. Ach! armer! sich auf dich: Und bist du selber rein, So wird der andern schuld Dir niemals schädlich seyn. 12. Mein heil! dein abendmahl Soll meine seel erquicken, Bis in der herrlichkeit Ich dich dort werd' erblicken. Otheure him: mels- speis! Omanna, seelengab! Ich sehne mich nach dir! Wohl mir, wann ich dich hab. Vom Heiligen Abendmahl. 159 Mel. Jefu, meine freude. Miel. Schmücke dich, o liebe. 217. eu, meine freude, Ich 218. Komm, mein herz, in und du, wir bende Sind nunmehr vereint. Weg ist alle fünde: Mir, als seinem finde Ist Gott nicht mehr feind: Denn dein blut Macht alles gut, Dieß, und deinen leib darneben, Hast du mir gegeben. leiden! Deinen hunger fatt zu weiden. Stille hier dein sehnlich dürsten In dem blut des Lebens- fürsten. Daß ich einen Heiland habe, Und in seinem heil mich labe, Und in fein verdienst mich kleide; Das ist meines her: zens freude. 2. Jesu, meine wonne! Gottes gnaden- fonne, Leuchtet nun um mich. Nun ist mein gewissen Aus der angst gerissen; Du erquickest mich. Ach gieb doch, Daß öfters noch Mich dein nachtmahl speis und tränke, Und ich dein gedenke. 3. Jefu, du mein leben? Du bleibst mir ergeben, Denn dein wort versprichts. Wenn ich dich nur habe, Dich, du theure gabe, Weiter mag ich nichts. Du bist mein, Und ich bin dein; Ach! ich kann den trost der feelen Nicht genug erzählen. 4. Jesu, meine liebe! Nichts ist das mich trübe, Oder traurig macht. Deine füffe güte Labet mein gemüthe, Daß das herze lacht. Auch dein freuz Wird benderseits Mich und dich in allem leiden Nie vonander scheiden. 5. Jesu, mein vergnügen! Was du mir wirst fügen, Das beliebet mir. Wie du mich regierest, Wie du mich nur führest, Also folg ich dir. Gehts in noth, Und gar in tod, Will ich dennoch ben dir halten, und dich lassen walten. 6. Jefu, du mein segen! Nichts soll mich bewegen, Was der welt gefällt. Ob sie geld und schäße, Oder strickt und neße mir vor augen stellt, Dennoch foll Kein weh und wohl, Auch fein teufel mir den glauben, Der dich fasset, rauben. 7. Jesu, meine krone! Ach vor deinem throne Werd ich ewig stehn: Wirds denn nicht bald werden, Daß ich von der erden Kann in himmel gehn? Echließ den auf, und nimm mich auf. Heute wünsch ich diesem leben Gute nacht zu geben. 2. 3war ich hab ihn alle tage Wenn ich in sein blut mich wage. Er ist auf der himmels- reife Täg= lich) mein getrank und speise; Daß ich einen eiland habe, Bleibt mein alles bis zum grabe. Und ich mag nichts anders wissen als sein leiden zu geniessen. 3. Dennoch will ich mit verlangen Auch sein Abendmahl em: pfangen. Hier darf feel und leib ihn essen, und so kann ichs nicht vergessen: Daß ich einen Heiland habe, Der am freuz und in dem grabe, Wie sein wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Weil der unglaub uns beseffen, kann man nichts so leicht verges= fen, Als den tilger unfrer fünden. Ja, auch mir wills oft verschwinden: Daß ich einen Heiland habe! Und denn weiß ich keine gabe Bur versöhnung darzubringen; Meine schuld muß mich verschlingen. 5. Ad)! wie werd ich da so mü: de! Wie entweicht der süsse frie: de; Sünd und welt kann mich verwunden, Wenn mir dieses licht verschwunden: Daß ich einen Heiz land habe, Der mit seinem hir temstabe Sanft und mild, und voll vergeben, mir nichts ist, als heil und leben. 6. O, ich fünder, ich verdammter, Und von fündern abgestammter! Was wollt ich vom troste wissen, Wäre dieses weggerissen: Daß ich einen Heiland habe, Dessen blut mich fünder labe. Besser wär es nie geboren, Als dieß theure wort verloren. 7. Een gesegnet ew'ge liebe! Daß 160 Bom Heiligen Abendmahl. du mir aus treuem triebe, Da das Daß ich einen Heiland habe, Der mißtraun mich vergiftet, Colch ein vom tripplein bis zum grabe, Bis denkmal selbst gestiftet: Daß ich zum thron, wo man ihn ehret, einen Heiland habe Der den gang Mir, dem fünder zugehöret. zum freuz und grabe, Ja den fprung ins todes rachen, Gern ge= than, mich los zu machen. Mel. Ich armer mensch, ich. 8. Heilige brod, fen mir gefeg= 219. Mein Jefu, der du vor net! Weil er mir mit dir vegegnet, Dessen leichnam voller wunden, Die erlösung ausgefunden. Daß ich einen Heiland habe, Der erblaßt und todt im grabe, Auch für meine schuld gelegen: Will ich schmecken und erwägen! dem scheiden, In deiner letzten trauer- nacht, Uns haft die früchte deiner leiden In einem testament vermacht: Es preisen gläubige gemüther Dich, stifter dieser hohen güter. 9. Heilger wein, sen mir gefegnet! Denn, wie Christi blut geregnet 3ur vergebung aller sünden, Das will ich in dir empfinden. Daß ich einen Heiland habe, Der die dürren seelen labe: Wie fann mir das fremde dünken? Hab ich doch sein blut zu trinken! 10. Er befiehlts, mich satt zu essen; Meines jammers zu vergeffen. Er gebiets, mich satt zu trinken; Ganz in freude zu versinten: Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur opfergabe, Ja, fein opfer mir zum leben, Mir zur speis und tranf gegeben. 11. Gott! was brauch ich mehr zu wissen? Ja, was will ich mehr geniessen? Wer kann nur mein heil ermessen? Werd ich das nur nicht vergesſen: Daß ich einen Heiland habe: Ich bin fren vom tod und grabe. Wenn mich fünd und hölle schrecken; So wird mich mein Heiland decken. 12. Ja, mein Heiland, den ich nehme, Weil ich mich nicht knechtisch schäme! Nehmet hin! so rufft du allen. Darum soll es laut er: schallen. Daß ich einen Heiland habe, Und an ihm mich muthig labe. Troß den feinden, die mich haffen! Ich will mich nicht stören laſſen. 2. So oft wir dieses mahl ge: niessen, Wird dein gedächtniß bey uns neu. Man kann aus frischen proben schliessen, Wie brünstig deine liebe sey. Dein blut, dein tod und deine schmerzen Verneuren sich in unserm herzen. 3. Es wird dem zitternden ges wiffen, ein neues siegel aufges drückt, Daß unser schuldbrief fen zerrissen, Daß unsre handschrift fen zerstückt, Daßß wir vergebung unsrer fünden In deinen blutgen wunden finden. 4. Das band wird fester zugeze= gen, Das dich und uns zusammen fügt. Die freundschaft, die wir sonst gepflogen, Fühlt, wie sie neue stüßen triegt. Wir werden mehr in solchen stunden Mit dir zu einem geist verbunden. 5. Dieß brodt kann wahre nah: rung geben, Dieß blut erquicket unsern geist. Es mehrt sich unser innres leben, Wenn unfer glaube dich geneußt. Wir fühlen neue kraft und stärke In unserm kampf und glaubens- werke. 6. Wir treten in genau're bande Mit deines leibes gliedern ein, Mit denen wir in solchem stande Ein herz und eine seele seyn. Der geist muß mehr zusammen fliessen, Da wir ein fleisch und blut geniessen. 7. Dein fleisch muß uns zum 13. Will hinfort mich etwas quä- pfande dienen, Daß unser fleisch, len, Oder wird mir etwas fehlen, das schwachheit voll, Einst herrs Oder wird die kraft zerrinnen: lich aus dem staube grünen Unt So will ich mich nur befinnen, unverweslich werden soll: Ja Vom Heiligen daß du uns ein ewig leben, Nach diesem kurzen, werdest geben. 8. O theures Lamm, so edle ga= ben Hast du in dieses mahl gelegt. Da wir dich selbst zur speise ha: ben, Wie wohl ist unser geist ver: Pflegt! Dieß mahl ist unter allen leiden Ein wahrer vorschmack je= ner freuden. 9. Dir sen lob, ehr und preis gesungen. Ein solcher hoher liebesschein Verdient, daß aller engel jungen Bu dessen ruhm geschäftig seyn. Wird unser geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. Mel. O Jesu Chrift, meins. 220. Jefu, du mein bräutigam! Der du aus lieb an's freuzes stamm Für mich den tod gelitten hast, Und weggethan der fünden last. 3. Du bist der arzt, du bist das licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht; Du bist der brunn der herrlichkeit, Du bist das rechte Hochzeit- kleid. 2. Ich komm zu deinem abend: mahl; Mich beugt so mancher 221. fünden- fall; Die feelen- wunden schmerzen mich: Erbarme dich, erbarme dich! 4. Darum Herr Jefu! bitt ich dich, In meiner schwachheat heile mich, Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen gnaden schein. 5. Erneure den verkehrten finn, Nimm mich zu dir im glauben hin; Sen mir in armuth über fluß, Und tröste wenn ich weinen muß, Abendmahl. 161 8. Gieb was mir nüs an feel und leib, Was schädlich ist, fern von mir treib: Komm in mein herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deiner mahlzeit fraft Das bös in mir werd abgeschafft; Vergieb, Herr, alle fündenschuld Und habe du mit mir geduld. 10. Bertreibe alle meine feind, Die sichtbar und unsichtbar feynd, Den guten vorsatz, den ich führ Befestige dein Geist in mir. 11. Mein leben, sitten, finn und pflicht, Nach deinem heilgen wil= len richt: Ach! laß mich meine tag in ruh Und frieden christlich brin gen zu. 6. Komm, stärke mich, du himmel- brod; Ich glaube, Herr, du bist mein Gott! Tief beug ich heute mich vor dir, Du bist und bleibst der seelen zier. 7. Lösch alle laster aus in mir, Mein herz mit lieb und glauben zier, Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner ehr. fürst! Bu dir in himmel nehmen 12. Bis du mich, o du lebenswirst, Daß ich bey dir dort ewiglich An deiner tafel freue mich. Jefu mein bräut's gam! wie ist mir so wohl, Wenn ich vor die knieen und anbeten foll: O selige stun: den, Ich habe gefunden, Das was mich der ewigen freuden macht voll. reichlich erquickt, und an die trost 2. Du hast mich, o Jefu! recht brüste der liebe gedrückt, Mich reichlich beschenket, mit wollust getränket; Ja gänzlich in himm lischer freude verzückt. 3. Nun herzens- geliebter, ich bin nicht mehr mein, Tann was ich bin um und um, alles ist dein, Mein lieben und haffen hab ich dir gelasſen, Ich spüre der gnade belebenden schein. 4. Was ist es, das hier und dort mich noch ansicht Ter eltern, der brüder, der finder gesicht? Weg, weg ihr verwandten, Ihr freund und bekannten! Echweigt alle nur stille, ich kenn euch ja nicht. 5. Kommit, jauchzet ihr from= men! frohlocket mit mir, Ich habe die quelle der freuden selbst hier: Kommt, lasset uns springen, Und Vom Heiligen Abendmahl. 162 fingen und flingen, Ja gänzlich entbrennen in liebes- begier. 6. liebster! wie hast du mein herze verwundt, Wie hat mich dein heiliges feur entzündt! Ach schaue die flammen, Sie schlagen zusammen, Nicht himmel noch erden weiß, was ich empfind. 7. Troß, teufel, welt, hölle, fleisch, fünde und tod, Ich fürchte kein trübsal, kein leiden noch) noth: Will Jesus mich lieben, Was kann mich betrüben? Das, was mir entgegen, muß werden zu fpott. 8. Weg fronen, weg scepter, weg hoheit der welt! Weg reichthum und schätze, weg güter und geld! Weg wollust und prangen! Mein einzig verlangen Ist Jesus, der schönste im himmlischen zelt! 9. Wann nimmst du, o liebster! mich gänzlich zu dir? Wie lang, ach! wie lang soll ich warten allhier? Wann seh ich, o wonne! Dich, ewige sonne? O Jesu, o schönster, o einige zier. Mel. Wach auf mein herz u. 222.Jefu, meine wenne, Du meiner seelen fonne, Du freundlichster auf er: den, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen Dieß himmels süß ergehen, und diese theure gaben, Die mich gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, O Herr! daß du mich franken Gefpeifet und getränket, Ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von herzen Für alle deine schmerzen, Für deine schläg und wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein leiden, Den ursprung meiner Freuden; Dir dank ich für dein sehnen Und heißvergoßne thränen. 6. Dir dank ich für dein lieben, Das standhaft ist geblieben; Dir dank ich für dein sterben, Das mich dein reich läßt erben. 7. Jegt schmecket mein gemüthe, Die übergroße güte: Dieß theure pfand der gnaden Tilgt allen meinen schaden. 8. Ich preife dich mit wonne, O Jesu, gnadensonne, Für diese hime mels- speise; Sie stärkt mich auf der reise. 9. Tu wollest alle fünde, Die ich annoch empfinde, Aus meinem fleische treiben, Und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet Von fünden; und vermählet Mit dir, mein liebstes leben: Was kannst du bessers geben. 11. Laß, Jefu, meine seele Toch stets in dieser höhle Des leibes mit verlangen An deiner liebe hangen. 12. Laß mich die fünden meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich) mit andacht beten, Und von der welt abtreten. 13. 3m handeln, wandeln, effen, Laß nimmer mich vergessen, Wie du mich haft erquicket Und unverz dient beglücket. 14. Nun kann ich nicht verder: ben, Drauf will ich selig sterben, und freudig auferstehen, Jeſu, dich zu sehen. 223. Schmücke dich, o liebe seele! Laß die dunkl fünden- höhle, Komm ans hell licht gegangen, Fange herrlich a zu prangen: Denn der Herr, vol beil und gnaden, Will dich jetzt# gaste laden; Der den himmel kar verwalten, Will jetzt herbergi dir halten. 2. Eile, wie verlobte pflegen, Tei nem bräutigam entgegen, Der je mit dem gnaden- hammer Klopft an deine herzens- fammer; Deffn ihm bald die geiftespforten, Red ihn an mit süssen worten: Komm mein liebster, laß dich küssen, Laß mich ewig dich nicht missen. 3. 3war beym kaufen theurer waaren Pflegt man sonst kein geld zu sparen: Aber du willst mit den gaben Deiner huld umsonst mich Bom wahren und falschen Christenthum. 163 taben; Denn in allen bergirerts:| gegeben. O der großen Heimlichgründen Kann man tein solch keiten, Die nur Gottes Geist kann kleinod finden, Das die blutgefüll- deuten! ten schaalen Und dieß manna kann bezahlen. 7. Jesu, meine Lebens: Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne! Sesu, du, mein ganz beginnen, Lebens- Quell und licht der sinnen! Hier fall ich zu deinen füssen, Laß mich würdiglich geniessen Dieser deiner himmels- speise, Mir zum heil und dir zum preiſe. 4. Uch! wie wünschet mein gemüthe, Menschen freund! nach deiner güte; Ach wie pfleg ich oft mit thränen Mich nach dieser kost zu sehnen! Ach! wie pfleget mich zu dürsten Nach dem trank des Lebensfürsten; Hilf, daß meine seelenträfte Spüren neue lebenssäfte. 5. Bendes zittern und auch freude Würtet diese seelen- weide: Das geheimniß dieser spese Und die unerforschte weise Machet, daß ich nun vermerke, Herr, die größe deiner werke. Ist auch wohl ein mensch zu finden, der die allmacht kann ergründen? 8. Herr, es hat dein theures lie: ben Dich zu uns herab getrieben, Daß du willig haft dein leben Für uns in den tod gegeben, und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein blut für uns vergossen, Tas uns jest fann träftig tränken, Deiner liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres brodt des lebens! Hilf, daß ich doch nicht vergebens, 6. Nein, vernunft die muß hier Oder mir vielleicht zum schaden, weichen, Kann dieß wunder nicht Een zu deinem tisch geladen: Laß erreichen, Daß dieß brodt nie wird mich durch dieß seelen- essen Deine verzehret, Ob es gleich viel tau- tiebe recht ermessen, Daß ich auch) fend nähret, Und daß mit den saft wie jetzt auf erden, Mög ein gast der reben Uns wird Christi blut im Himmel werden. Vom wahren und falschen Christenthum. Mel. Sreu dich sehr, o meine.| bet, Seindet grobe lafter an; Lobr die frommen; liebt was gut; Hat 224. Das, was chriſtlich ist, im leid gelinden muth: Sollte zu zu üben Nimmst du, der zahl der frommen Nicht mit menschenkind! zu leicht; Ist dir nichts zurück geblieben? Hast du recht ein solcher kommen? denn das ziel erreicht? Traue nicht dem falschen schein, Willst du nicht betrogen seyn; Hast du alles wohl erwogen, Dich auf Gottes wort bezogen? 4. Gottesdienst, gebet, und feuer; Eine mild gewohnte hand; Fleiß im amt, und reiche steuer; Redlichkeit, der treue pfand; Recht und strafe mit gebühr Dem verbrechen schreiben für; Und was gutes mehr zu preifen, Kann kein christenthum beweisen. 2. Chrbar seyn, die lafter fliehen, Davor auch ein heid erschrickt, Um den nächsten sich bemühen Wenn daraus ein mußen blickt; Freundlich thun, den zöllnern gleich: Seyn an guten worten reich); Hat noch keine rechte proben, és als heiligkeit zu loben. 3. Wann man ohne tadel lebet, Und das aug nichts schelten fann; Wann der sinn nach) tugend stre: 5. Rein! es ist ein göttlich) wesen, Eine geist gefüllte kraft; Von der welt senn auserlefen, Tragen Christi jüngerschaft; Ohne schatten, schaum und spreu Beigen, daß man himmlisch sey: Der aus Gott ist neu geboren, Ist in diese zunft erkohren. 164 Bom wahren und falschen Christenthum. 6. Seele! willst du recht erlan-| fein schäftein untergeh: Laß das gen, Was dich Shristo ähnlich urtheil einst erschallen, Daß wir macht, Und nicht an dem äussern dir recht wohlgefallen. hangen; Meid der worte schein und pracht. Richte auf das herz Mel. O Gott du frommer. 225. Du fagst: ich bin ein wann werk und leben Dir dessen, was du sagst, Beweis und zeugniß geben, so steht es wohl um dich Ich wünsche was du sprichst, 3 werden alle tag Nemlich) ein gute Christ. dein aug, Prüfe, ob es etwas taug; Durch verleugnung mußt du gehen, willst du Gottes reichthun sehen. 7. Wissen Gottes finn und willen, Folgen seinem rath und zucht; Seinen durft mit Jesu stillen; Beigen schöne liebes frucht, Die der glaub umsonst gebiert, 3st, was unserm zweck gebührt: Busse thun und heilig leben Ist wornach die christen streben. 2. Du sagst: ich bin ein Christ; der ists, der Jefum fennet, Und seinen Gott und Herrn Ihn nicht alleine nennet, Sondern thut auch mit fleiß, Was fordert sein gebot; Thust du nicht auch also, Ist, was du sagst, ein spott. 3. Du fagst: ich bin ein Chrift; Wer sichs will nennen lassen, muß lieben was ist gut, Mit ernst das böse hassen; Der liebet Christum nicht, Der noch die fünde liebt, Ist auch kein Christ, ob er Eid) gleich den namen giebt. 4. Tu sagst: ich bin ein Christ; Dann ich bin ja besprenget Mit wasser in dem wort Mit Christi blut vermenget; Ja wohl! hast aber du Gehalten auch den bund, Den du mit Gott gemacht In jes ner gnaden- stund? 5. Hast du ihn nicht vorläng Gar oft und viel gebrochen? Hast du, als Gottes tind, Dich, wie du haft versprochen, In allem thun erzeigt, Dem guten nachgestrebt? Hat nicht der alte mensch In dir bisher gelebt? 11. Uch Herr Jesu! laß uns wis 6. Du fagst: ich bin ein Chrift; fen, Wie man dir gefallen soll: Mach uns guts zu thun geflisen, Weil Gottes wort und lehre Ohn Und des wahren glaubens voll: allen menschen tand Ich fleißig Dein heil- werther rath und zuglef und höre: Ja, lieber, thust du Uns entdecke den betrug, Da viel auch, Was dieses wort dich lehrt? tausend sich bethören, Meinend daß Nicht ders hört, sondern thut, Der ist ben Gott geehrt. sie dein gehören. 12. Gieß den Geist in unsre see: 7. Du fagst: ich bin ein Christ; len Durch das wort, so fenrig ist, Ich beichte meine fünden, Und lins vom irrthum los zu zählen laß mich in der beicht auch ofters Der vom fleisch verborgnen list. malen finden; Findt aber sich, Prüf und siehe wie es steh, Daß mein freund! Ich bitte, sag es 8. Glauben ist ein großes munder, Weil es Jesum an sich zieht: Ist des neuen lebes under; Eine burg, dahin man flicht; Wann der strenge Moses- stab Wirft der hoffnung grund herab; Da muß Christi blut gedeihen, und vor uns um hülfe schreyen. 9. Ist der glaube angezündet, Riecht er wohl, als eine blum: Der mit Gott sich nah verbindet, Sucht nicht ruhm und eigenthum; Brennt vor liebe niedrig, treu; Trägt vor allen fünden scheu; Steht vor Gott gan; aufgedecket, Da ein heuchler sich verstecket. 10. Findest du mum, lieber christe! Finen leeren bilderkram, in verblendtes schaugerüste, Drauf tein wahres wesen kam: Bist du eitel, taub und blind, Leicht zum böfen, wie der wind, Ohne faft und geistes treiben, Muß dein selbst lob unterbleiben. Bom wahren und falschen Christenthum. 165 vis daß dir werk und leben Auch desſen, was du sagst, Beweis und zeugniß geben; Die wort' find nicht genug, Ein Christ muß ohne schein Das, was er wird genannt, Im wesen selbsten seyn. 16. Ach! mein Gott! gieb genad Mich ernstlich zu befciffen, Bu feyn ein wahrer Christ, Und nicht nur so zu heissen: Denn welcher nam' und that Nicht hat und führt zugleich, Der kommet nimmermehr zu dir ins himmelreich. mir, Rach abgelegter beicht Die - beßrung auch bey dir? 8. Ach! du bleibst nach wie vor; Dein' worte, werk und sinnen Wird oftmals ärger noch: Tein vorfaß und beginnen Geht nach dem alten tricb, Und was noch gut soll seyn, Ist, wenn mans recht besteht, Ein lauter heuchelschein. 9. Du sagst: ich bin ein Shrift; Laß speisen mich und tränken mit dem was Christus mir Im abend mahl will schenken: Wohl, aber zeige mir, Ob Christi leib und Mel. Schau meine armuth. blut In dir zur heiligung Auch 226. Erleucht mich, Herr, feine wirkung thut. mein bin 10. Du fagst: ich bin ein Christ; Ich bete, lef und singe, Ich geh ins Gottes- haus, Sind das nicht gute dinge? Sie sind es; aber wann Sie werden so verricht, Taß Gott auch stets daben Ein reines herze sieht. mir selbst verborgen, und fenne mich noch nicht: Ich merke dieses war, Ich sen nicht wie ich war; 3ndessen fühl ich wohl, Ich sey nicht wie ich soll. 2. Ich lebt' in stolzer ruh, Und wußte nichts von sorgen Vor dies sem; aber mun Bin ich ganz voller brast Und mir selbst eine last: sen denn, daß ichs werd Aus dei- Was vormals meine freud, Macht nem wandel sehen. Wer sagt und mir jetzt herzeleid. 11. Du sagst: ich bin ein Christ; Ich kann dirs nicht gestehen, es rühmet, daß Er Christum angehör Und auch sein jünger sey, Muß wandeln gleich wie er. 12. Bist du ein solcher Christ, Eo mußt du feyn gesinnet, Wie Je= sus Christus war: Wenn reine liebe rinnet us deines herzens quell, Wenn du demüthig bist Von herzen, wie der Herr, So sag, du feyst ein Christ. 13. So lang ich aber noch An 4. Rein; es ist seelen- pein, es fommt mir aus dem herzen, Und dringt durch mark und bein. Nur dieß, dieß liegt mir an, Daß ich nicht wissen fann, Ob ich ein wah dir erseh und spüre, Daß fiol; undrer christ, Und du mein Jesus bist. übermuth Dein herz und sinn re- 5. Es ist nicht so gemein, Ein giere; Wenn an der fanftmuth chrift zu seyn, als heissen: Ich fell Sich zeiget haß und neid, Ee weiß, daß der allein Des namens bist du ganz gewiß Bom Christen- fabia ist Der seine licbfie lust Durch thum sehr weit. Shristi kraft zerbricht, und lebt ihm selber nicht. | 6. Es ist ein selbst- betrug, Mit diesem wahn sich speisen, Als ob dies schon genug Bur glaubensprobe sen, Daß man von lastern Fren, Die auch ein blinder heid' Aus furcht der schande meid't. 7. Der zieht nur Christum an, 14. Sagst du: ich bin ein Christ, Und rühmst dich deß mit freuden; Thust aber du auch mehr, Als an dre kluge heiden? Ach öfters nicht so viel, Was gutes fie gethan, Sie werden dorten dich Gewißlich) tlagen an. 15. Eag nicht: ich bin ein Chrift, 3. Kein zeitlicher verlust Ber= ursacht diesen schmerzen, So viel mir je bewußt: Mich liebt manch) treuer freund: Mich überwindt tein feind: Der leib hat, was er will, Gesundheit, hüll und füll. 166 Bom wahren und falschen Christenthum. Der aus sich selbst gegangen, Und| Gott! meinen lauf und geist und feines fleisches wahn, Vermögen, leib und blut, Lust, ehre, hab und lust und rath, Gut, ehr, und was gut. er hat, Bon herzen hast, und spricht: Nur Jesus ist mein licht. 8. Das ist des glaubens wort Und dürftiges verlangen: Herr Jefu, fey mein hort, Verföhner, Herr und schild, Und führ mich, wie du willt: Dein bin ich, wie ich bin, Nimm mich zu eigen hin. christ zu seyn, Und 9. Wer dieß nicht gründlich 227. Es ist nicht schwer ein mennt, Deß glaub ist noch untüch= tig, Der bleibt noch Gottes feind: Sein hoffnungs- grund ist sand, Und hält zuletzt nicht stand. Der ein'ge glaubens- grund 3st dieser gnaden- bund. nach dem sinn des reinen Geistes leben: 3war der natur geht es gar fauer ein, Sich immerdar in Christi tod zu geben: Doch führt die gnade selbst zu aller zeit Ten schweren streit. 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir, Die lieb ist noch nicht richtig, Die ich, Herr Christ, zu dir Jest habe, weil ich doch, Beynah ein christe noch, Die welt und lust noch mehr Geliebt, als deine ehr. 11. Mein herz, begreif dich nu, Ich muß es redlich wagen, Ich komm eh nicht zur ruh; Sagst du hiermit der welt, Und was dem fleisch gefällt, Rein ab, und Christo an, So ist die fach gethan. 12. Du erd- wurmi! solltest du Dem Kön'ge dich versagen, Dem alles stehet zu, Der allein weif und reich, Der alles ist zugleich), Der selbst die ganze welt Erschaf: fen und erhält. 13. Wenn alles wird vergehn, Was erd und himmel heget, So bleibt er fest bestehn; Sein wefen nimmt nicht ab, Die Gottheit hat tein grab, Und wen er einmal kennt Deß wohlstand nimmt kein end. 16. Thu was du willst mit mir: Werd ich nur zugerichtet, Bu deis nem preis und zier, Ein faß der herrlichkeit, Mit deinem heil be: fleid't, Geheiligt nun und dann; Wohl mir! so ists gethan. Mel. Es Fostet viel ein chrift. 2. Du darfst ja nur ein kindlein seyn, Du darfst ja nur die leichte liebe üben, O blöder geist! schau doch, wie gut ers menn; Das fleinste kind kann ja die mutter lieben: Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr! Es ist nicht schwer. 14. Wer aber in der zeit Mit ihm sich nicht verträget, Der bleibt in ewigkeit von Gottes freudenhaus Ganz, ganz geschlossen aus, Bergöß er in dem weh, Auch eine thränen- fee. 3. Dein Vater fordert nur das herz, Daß er es selbst mit reiner gnade fülle, Der fromme Gott macht dir gar keinen schmerz, Die untust schafft in dir dein eigenville: Drum übergieb ihn willig in den tod, So hats nicht noth. 4. Wirf nur getrost den fummer hin, Der nur dein herz vergeblich schwächt und plaget; Erwecke nur zum glauben deinen sinn; Wenn furcht und weh dein schwache herze naget; Sprich: Bater, scha mein etend gnädig an! So ists gethan. 5. Besis dein herze in geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters hilfe mertest. Bersiehst du's oft, und fehlst aus eigner schuld, So fieh, daß du dich durch die gnade stärkest: So ist dein fehl und findliches versehn Als nicht geschehn. 15. Wünscht mun Gott den ver- 6. Laß nur dein herz im glauben trag, Laß ihn dein ja- wort schlich- ruhn, Wenn dich wird nacht und ten, liebe seel, und sag: Dir finsterniß bedecken; Dein Bater opfr' ich gänzlich auf, O mein wird nichts schlinimes mit dir Vom wahren und falschen Christenthum. 167 thun; Bor keinem sturm und wind| fehn, Im schauen wird es ihn mit darfst du erschrecken; Ja, siehst du lust empfinden, Der lautre strom endlich ferner keine spur, So glau- wird es da ganz durchgehn, Und es mit Gott zu einem geist ver= binden. Wer weiß, was da int geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? be mur. 7. So wird dein licht aufs neu entstehn, Und wirst dein heil mit großer klarheit schauen; Was du geglaubt, wirst du denn vor dir sehn, Drum darfst du nur dem frommen Bater trauen. O feele! sieh doch, wie ein wahrer christ, So felig ist. 6. Da giebt sich ihm die weisheit ganz, Die es hier stets, als mutter, hat gespüret, Sie frönet es mit ihrem perlen- kranz, Und wird, als braut, der seelen zugeführet. Die heimlichkeit wird da ganz offenbar, Die in ihr war. 8. Auf! auf! mein geist! was fäumest du, Dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein herz, genieß die füsse ruh, Im friede sollst du vor dem Bater schweben; Die sorg und last wirf nur, getrost und fühn, Allein auf ihn. 228. Es kostet viel, ein christ zu feyn, Und nach dem finn des reinen Geistes leben, Denn der natur geht es gar fauer ein, Sich immerdar in Christi tod zu geben; Und ist hier gleich ein tampf wohl ausgericht't, Das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf schlangen gehn, Die ihren gift in unfre fersen bringen, Da fostets mäß, auf feiner hut zu ſtehn, 229. Hilf, lieber Gott wie Daß nicht gift kann in die seele große noth Hat 7. Was Gott genießt, genießt es auch, Was Gott befißt, wird ihm in Gott gegeben, Der Himmel steht bereit ihm zum gebrauch: Wie lieblich wird es doch mit Jefu lez ben! Nichts höher wird an kraft und würde seyn, Als Gott allein. nicht Dich durch die macht der fin= 8. Auf, auf, mein geist! ermüde sterniß zu reissen: Was sorgest du, daß dirs an kraft gebricht? Be= denke, was für fraft uns Gott verheisſen? Wie gut wird sichs doch nach der arbeit ruhn, Wie wohl wirds thun? Mel. Aus tiefer noth schrey. dringen. Wenn mans versucht unsre zeit betroffen! Ob uns so spürt man mit der zeit Die wichtigkeit. gleich nichts als unglück droht, Will man dochy's beste hoffen: Man bös mit uns nicht sey: Wir sind faget allenthalben fren, Daß es so ja gute christen. 3. Doch ist es wohl der mühe werth, Wenn man mit ernst die herrlichkeit erwäget, Die ewiglich ein folcher mensch erfährt, Der sich hier stets aufs himmlische ge: leget. Es hat wohl müh, die gnade aber macht, Daß mans nicht acht't. 4. Man soll ein kind des höchsten fenn, Ein reiner glanz, ein licht im großen lichte, Wie wird der leib so stark, so hell und rein, So herrlich seyn, so lieblich im gefichte! Dieweil ihn da die wesentliche pracht So schöne macht. 5. Da wird das kind den Vater 2. Fin jeder lebt in fünden fort, Und will sich nicht bekehren: Man thut nicht nach des Herren wort, man läßt es nur beym hören: Genug daß man jur tirche hält, Daben in fünde tiefer fällt, Das soll Gott dienen heissen. 3. En, denket man, man fann doch nicht, Wie Gottes wort will, leben; Es ist uns wohl ein helles licht, Wir sollen darnach streben; Es wär wohl gut und stünde fein Toch kann man nicht vollkommen 168 Vom wahren und falschen Christenthum. feyn, Wir sind gar schwache men= fchen. 11. O lieber mensch! Was den: fest du? Des liebsten Vaters arme Eind ausgestredt, er ruft dir zu, Daß er sich dein erbarme. Wie oft ist schon durch seine macht Tir dein geriffen aufgewacht? Und du willst doch nicht hören. 4. Man tröstet sich: Christ ist für mich, Das glaub ich), ja gestor: ben, hat mir durchs leiden mildiglich Die seligkeit erworben, Den himmel durch sein blut er kauft, So bin ich auch auf ihn ge= tauft, Soll ich nicht selig werden? 5. 3a frenlich, so dein glaub ist recht, Eo fannst du dieß auch hoffen, Der macht allein vor Gott gerecht, Und zeigt den himmel offen: Toch hat der glaub die buß zum grund, Er steht mit Gott im festen bund, Nach seinem wort zu leben. 12. O fünder! widerstrebe nicht, Wenn dich der Vater ziehet, Wenn ihm zu dir sein angesicht In heis: fer liebe glühet: Gewiß, er mennt es gut mit dir: Er will mit gna: den für und für Tich reichlich übergiesſen. 6. Folgt dieses auf den glauben nicht, Daß man im ganzen leben Sich nach des Herren willen richt't, So ist der glaub nicht eben; Er ist ein traum und falfcher wahn, es geht der mensch auf breiter bahn, Tie zur ver: dammniß führet. 13. Nur seuf; e, flehe, kämpf und ring, Er will die wunden heilen; Die feligkeit ist nicht gering, Die er dir will mittheilen: Mach dich von deinen fünden los, So will er dich auf seinem schooß In süßer lieb umarmen. 10. Und endlich will auch man cher nicht Von wahrer buße hö: ren, er schiebt es immer auf, und spricht: Ich will mich noch bekehren; Jetzt hab ich dieß und das zu thun; Ich kann noch nicht, wie ich will, ruhn; Es soll noch wohl gur werden. 14. Cein himmel soll dir offen stehn, Mit lauter freud und won ne: Or will in dir mit kraft auf: gehn, Sur luft, zur freud, zur son: ne; Dann sollst du freudig seine bahn Fortlaufen, und stets him: melan Mit deinem herzen steigen. 7. Für uns ist Christi reines blut Bum lösegeld gegeben, Toch kommt es denen nicht zu gut, Die nach dem fleische leben. Wer hier der fünde nicht abfiirbt Turch Christi tod, ach, der verdirbt In seinen fünden ewig. 8. Das dünket manchem allzu hoch, Er will nichts davon hören, Er siehts an als ein schweres joc), Und hälts für neue lehren. Tentt: ja wenn dem es also wär, So wä ren viel verdammt bisher, Und wenig selig worden. Mel. Zion Plagt mit angst. 9. Sagt aber nicht des Herren 230. Kommt, laßt euch der wort, Daß wenig auserwählet? So steht auch von der engen pfort, Daß Christus wenig zählet, Tie richtig durch dieselbe gehn, Und auf dem schmalen wege stehn, Daß sie zum leben kämen. 15. O mensch, o mensch! was säumest du, Dem Herrn dich zu ergeben? Tu findest doch sonst teine ruh In deines fleisches le: ben; Drum reiß das fünden- band entziren, Laß Jefum Christ dich machen frey, So sollst du ewig le: ben." Herren Kommt, und lernet all zumal, Welche die sind, die gehören In der rechten christen zahl: Die be fennen mit dem mund, Glauben feft von herzensgrund, und be mühen sich darneben Fromm zu fenn dieweil sie leben. 2. Selig sind, die demuth haben und sind immer arm im geiſt, Rühmen sich gar keiner gaben, Daß Gott werd allein gepreis't: Danten dem auch für und für, Denn das himmelreich ist ihr Vom wahren und falschen Christenthum. 169 Gott wird dort zu ehren sehen,| pein; Da fie es doch nicht vera Die sich selbst gering hier schäßen. schulden, Und gerecht befunden 3. Selig sind, die leide tragen, seyn; Ob des freuzes gleich ist Da sich göttlich trauren findt; viel, Seßet Gott doch maaß und Die beseufzen und beklagen Ihr ziel, Und hernach wird ers beloh: und andrer leute sünd, Auch des- nen Ewig mit der ehren- kronen. halben traurig gehn, Oft vor Gott mit thränen stehn: Diese follen noch auf erden, Und denn dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen her zen, Da man sanftmuth spüren kann, Welche hohn und tros verschmerzen, Weichen gerne jeder man; Die nicht suchen eigne rach, Und befehlen Gott die fach: Alle die will er so schüßen, Daß sie noch das land besißen. 5. Selig sind, die sehnlich stre: ben Nach gerechtigkeit und treu, Daß an ihrem thun und leben Kein gewalt noch unrecht sey; Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, betrug und unrecht haffen, Die wird Gott fatt werden lasſen. 6. Selig sind, die aus erbarmen Sich annehmen fremder noth, Sind mitleidig mit den armen, Bitten treulich für sie Gott; Die behülflich sind mit rath, Auch, wo möglich, in der that, Werden wieder hülf empfangen, und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden wer: den Reines Herzens jederzeit: Die in wort, werk und geberden Lieben zucht und heiligkeit; Diese, welchen nicht gefällt Die unreine lust der welt, Sondern sie mit ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit freuden. 8. Selig sind, die friede machen, Und drauf sehn ohn unterlaß, Daß man mög in allen sachen Fliehen hader, streit und haß; Die da stiften fried und ruh, Helfen allerfeits dazu, Sich auch frie: vens selbst befleissen, Werden Gottes tinder heissen. 10. Gieb, o Herr, zu allen zei= ten, Daß ich hier auf dieser erd Aller solcher seligkeiten Aus genaden fahig werd! Hilf daß ich mich acht gering, Oft dir meine noth vorbring, Auch am feinde fanftmuth übe, Die gerechtigkeit stets liebe. 11. Daß ich armen helf und diene, Immer hab ein reines herz, Die im unfried stehn, versöhne; Bater, bilf von deinem thron, Dir anhang in freud und schmerz. Daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes stärke Mich befleisse rechter werke. Mel. O ihr auserwählten. 231. daß doch die faulen christen, Die so ohne wüßten, Daß sie recht in gnaden forgen gehn, Einmal fragten ob sie stehn? Euer denken Wird euchy fränken. verschwinden, und sich ganz be Sure hoffnung wird trogen finden. Das vermuthen giebt nicht muth. 2. Was soll ungewisses denken? Das im sterben nöthig thut. Tod Laft euch was gewisses schenken, die nicht mit gewißheit harren, tes hofen, Schlecht getroffen; werden ganz gewiß zu narren. 3. Im besis der erdengüter Sucht ihr so gewiß zu seyn. O ihr thörigten gemüther! Fällt euch denn kein kummer ein: Wie wirds werden, wenn die heerden Alle vor den richter gehen? Werd ich da gewiß bestehen? 4. Steif und fest im herzen glauben, Was dem worte roider= spricht, Das heißt Gott die ehre rauben! Und uns selber hilft es 9. Selig sind, die müssen dulden nicht. Blinde leute, Last doch Schmach, verfolgung, angst und heute Falschen trost vom herzen HJ 170 Vom wahren und falschen Christenthum. reiffen. Glaubt nicht, was Gott| herzen lehret, Daß ihr ihm nicht nicht verheissen. angehöret. 5. Forschet nach, wie stehts im 12. Wer sich selber also richtet, herzen? Eucht, durchsucht den Sein verderben recht erkennt, Uls falschen grund. Macht euch gleich les eigne thun zernichtet, Und sich die prüfung schmerzen: Wird selbst verloren nennt: Tessen doch so die wahrheit fund. Ist schade, Wird durch gnade Leicht denn zweifel Gleich) vom teufel? Nein, der Herr steht vor den thüren; Macht nur auf, ihn einzu: führen. 6. Catanas hat das erlogen, Daß man gar nicht zweifeln soll. Dwie viel sind so betrogen! Darum wird die hölle voll. Bweifel fühlen Und nicht spielen, Condern fich und Jesum fragen, Das heißt nicht an Gott verzagen. 7. Un sich selbst soll man ver: zweifeln, Das ist aus der schrift bekannt; Das errettet von den teufeln, Und verseht in Jesu hand. Wo sich fünden Herrschend finden, Muß man ja zuerst erkennen, Man sey noch) verdammt zu nennen. 8. Eigne frömmigkeiten lieben, Und in guten werfen ruhn, Eich im falschen glauben üben, Tas kann nichts als schaden thun. Drum erwachet! Was ihr machet, Ist doch alles noch verloren; Denn ihr send nicht neu geboren. 9. Falsch gewiß sind manche feelen, Die gewiß verloren gehn. Ihre herzen sind noch höhlen, Die im finstern reiche stehn; Satan stärket( Weil ers merket,) Ihren falschen trost und glauben. Jesus kann ihn selbst nicht rauben. 10. Uch erschrecket und erzittert, Menschen, die gefahr ist groß. Gottes zorn und strafe wittert: Und ihr send so sorgenlos! Welch zin schrecken Wird euch decken? Wenn der trost, an dem ihr bleiz bet, Euch einmal von Jesu treibet. 11. Geht doch hin und fallet nieder, Bittet: Herr, erforsche mich! Eucht das wort, durchsucht es wieder; Prüft euch doch recht tümmerlich. Laßt euch sagen, Und serschlagen, Wenn euc) Gott im und herrlich weggenommen; Er wird zur gewißheit kommen. 13. Viele, die das joch zerrissen, Denken es sen nicht anden, Daß die finder Gottes wissen: Sie seyn Jesu angenehm. Manche hören Neue lehren, Wenn man zur gewißheit treibet, Da es doch die bibel schreibet. 14. Tenkt doch nach: wie wird es werden, wenn es nun zum sterben geht? Wist ihr es noch) nicht auf erden, Wie's un eure feele steht: Welch ein zagen Wird euch plägen, Wenn der tod aufs ende weiset, Und der geist von hinnen reiſet! 15. Oder sterbt ihr ohne kum: mer, Und versinkt in ew'ger nacht; Wie, wenn ihr aus eurem schlum mer Nach dem tode nun erwacht? O wie heftig Und wie kräftig Wird euch euer irrthum schrecken, Und ein ew'ges weh erwecken. 16. Aber dentt: wie voller freus den Muß ein herz im tode seyn! Wenn es weiß: durch Jefu leiden 3st gewiß der himmel mein; Wenns auf erden, Fest zu wers den, Recht mit ganzem ernst ge trachtet, Und nun nicht im zweife schmachtet. 17. Welch ein angenehmes ster ben! Wenn man sterbend sagel tann: Nein, mich kann kein to verderben; Jesus nahm mich fünder an. Ja, mein fiegel Macht mir flügel, Mich in Gottes heri zu schwingen, und ihm sterbend lob zu singen. 18. Wenn uns wort und Geist bezeugen, Daß wir Gottes finder sind; Da muß wohl der zweifel schweigen, und das blöde glaubens find Kann mun weiden, und mit freuden Alles was die schrift vers Bom wahren und falschen Christenthum. 171 heissen, Frey und fröhlich zu sich auf! es geht zum Himmel zu. reisſen. Hindurch! 19. Nun, so sen doch sehr gebe: ten, Sünder, der du dieses hörst: Eile, zu dem thron zu treten, Dem du jetzt den rücken kehrst. Was dir fehlet, was dich quälet, Will der Herr mit freuden hören, Ja, dich segnen und bekehren. 6. 2uf, auf! ist dieser weg schon enge, Und voller dorn und rauher stein; Bringt euch die welt oft ins gedränge; Stellt fatan sich geharnischt ein; Erhebet sich sein ganzes reich: Immanuel ist auch ben euch. Hindurch! 7. Gott fordert nichts, geliebte feelen, Als daß ihr euch nur zu ihm halt't, und ohne heuchlerisch verhehlen Bor ihm die schwachen hände falt't. Er streit't für euch; er macht euch bahn: Troß deni, der euch besiegen kann. Hindurch! feiten, Die weisheit hält ben euch 8. Die allmacht stehet euch zur die wach, Die Gottheit selbsten will euch leiten; Solgt nur mit treuen schritten nach. Wie manche hat nicht diese hand Schon durchgeführt ins vaterland? Hindurch! 9. Nur spart es nicht auf andre zeiten: Ihr habt schon iso viel versäumt. Ihr mehrt euch selbst die schwierigkeiten, Wo ihr das füffe heut verträumit. Silt, eilet! denn die gnaden- zeit Rennt züz gellos zur ewigkeit. Hindurch! 10. Laßt euch das fleisch nicht träge machen, Verfluchet seine zärtlichkeit. Ihr gebt euch) ja um eitle sachen In tausend müh und fährlichteit: Wie? daß ihr umi das höchste gut So faul, verzagt und sorglos thut. Hindurch! 20. O wie wartet dein erbar= mer, Mensch, auf deine seligkeit! Komm doch, ruft er, Komm, du armer! Und verlaß die sicherheit. Die da träumen und versäumen, Ihre feele zu erretten, Bleiben ewig in den fetten. Mel. Wer nur den lieben G. 232. Was hintet ihr, betrogne seelen, Noch immerhin auf bender seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, Was euch des Himmels ruf an: beut? Ofehts mit offnen augen an, Und wandelt auf der schmalen bahn. Hindurch! 2. Bedenkt, es sind nicht kaiserfronen, Nicht reichthum, ehr und lust der welt, Womit euch Gott will ewig lohnen, Wenn euer kampf den sieg erhält: Gott selbst ists und die ewigkeit, Voll luft und ruh, voll seligkeit. Hindurch! 3. Drum gilt hier kein halbirtes leben, Gott krönet fein getheiltes herz. Wer Jefu sich nicht recht ergeben, Der macht sich selber müh und schmerz, Und träget zum verdienten lohn Hier quaal, und dort die höll davon. Hindurch! 4. Wer aber mit gebet und ringen, Auf ewig allem abschied giebt, Und den Monarchen aller dingen Von herzen und alleine liebt, Der wird der krone werth geschäßt, Und auf des tönigs stuhl gesetzt. Hindurch! 11. O, fehet nicht das arme le= ben, und den geringen hausrath an! Will Joseph euch doch Gosen geben, und mehr, als erd und himmet tann. Wer ist um thon und fand betrübt, Wenn man ihm gold und silber giebt? Hindurch! 12. Silt, faßt einander ben den händen, Seht, wie ist unser ziel fo nah, Wie bald wird unser kampf sich enden, Da steht dann unser tönig da: Er führt uns ein jur stillen ruh, Und urtheilt uns das 5. Berreisset dann die morschen schlingen, Die euch in diesem fchönen lauf Berhindern, und zum säumen bringen, Und rafft euch heut von neuem auf. 21uf, auf, verlaßt die falsche ruh. Auf, kleinod zu. Hindurch! 172 Bom menschlichen Elend und Verderben. Vom menschlichen Elend und Verderben. voller fünden luft. Ach! ich muß dir nur vekennen: Ich bin fleisch von fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine wes ge! Wie verderbt mein alter finn! Der ich zu dem guten träge, Und zum bösen hurtig bin. Ach! wer wird mich von den fetten Dieses fünden- todes retten? Mel. Herr Jesu Christ, du. 233. Ah! Gott, es hat mich aussat meiner fünden, Die mir von Adam angeerbt; Wo soll ich rettung finden! Es ist mein elend viel und groß, Und ist vor deinen augen bloß, Wie tief mein herz verdorben. 2. Es ist verdorben mein verstand, Mit finsterniß umhüllet; Ter will ist von dir abgewandt, Mit bosheit angefüllet; Und die begierden sind geneigt, Tie lust die aus dem herzen steigt, In werken zu vollbringen. 3. Wer tann aussprechen solchen greul, Der leib und feel beflecktet? Wer macht uns von der krankheit heil, Die uns hat angesiedet? Der tausendste bedenkt es nicht, Der sinn ist nicht dahin gericht, Daß man dran mög genesen. 4. Ich komm zu dir in wahrer reu, Und bitte dich von herzen, Jesu, Jesu, mache fren Tie seele von den schmerzen, Und dem, was fie bisher beschwert, Und ihre lebens- kräft verzehrt, Const muß ich untersinken. 5. Wen sollt ich anders rufen an, Als dich, mein Heil und Leben? Du bist allein der helfersmann, Der mir fann rettung geben, Daß ich von sünden werde rein, Und als geheilt vor Gott erschein, Durch deinen tod und schmerzen. 6. Du weißt, o Jesu, meine noth, Und kannst, nach deinem willen, Bertreiben diesen meinen tod, Und allen jammer stillen; Ja, Herr, du willst. Ich traue fest, Daß du mich nicht in angst verläßt; Du heißt und bist ja Jejus. Mel. Herr, ich habe mißgehan. 234. Uh mein Jefu, welch 3. Hilf mir durch den Geist der gnaden aus der angeerbten noth: eile meinen seelen- schaden Turch dein blut und freußes- tod: Echlage du die fünden- glieder Meines als ten Adams nieder. 4. Ich bin unten von der erden, Etecke in dem fünden- grab: Coll ich wieder lebend werden, Co must du von oben ab, wich durch deinen Geist gebären, und mir neue fraft gewahren. 5. Schaff in mir ein reines hers ze, Sinen neuen geist gieb mir, Daß ich ja nicht langer scherze mit der fünden lust- begier; Laß mich ihre tücke merken, Mich im geist dagegen stärken. 6. Lehre wachen, beten, ringen, Und mein böses fleisch und blut Unters geistes jod) zu zwingen, Weil es doch thut nimmer gut: Was nicht kann dein reich ererben, Laß in deinem tod ersterben. 7. Reiße mich durch jene krone, Die mir droben bengelegt, Taß ich meiner niemals schone, Wenn und wo ein feind sich regt, Cons dern hilf mir tapfer kämpfen, Teufel, welt und fleisch zu däms pfen. 8. Collt ich etwan unterliegen, O! so hilf mir wieder auf, und in deiner fraft obsiegen, Daß id) meinen lebens- lauf, Unter deinen sieges- händen, Möge ritterlich vol lenden. verderben Wohnet Met. Unser Serrscher, unser. nicht in meiner bruſt! Denn mit 235. Ach! was find wir a Adams- erben Steck ich Dürftig, jäms Vom menschlichen Elind und Verderben. 173 merlich und arm: Ach! was sind| Ach, Herr, mach uns selber tüchwir? voller elend. Ach, Herr Je- tig, So ist unser leben richtig. fu, dich erbarm! Laß dich unfre noth bewegen, Die wir dir vor augen legen. 10. Dann wird lob und dank, Herr Jesu, Schallen aus des her: jens- grund; Dann wird alles jubiliren, Und dir singen herz und mund; Dann wird auf der ganz zen erden, Jesus hochgelobet wers den. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu! Hier ist lauter finsterniß; Dazu quälet uns gar heftig Der vergift'te schlangenbiß: Dieses gift steigt zu dem herzen, Und verurfacht steten schmerzen. Mel. O Gott, du frommer. 3. Uch! ohn dich, getreuer Jefu, 236. Der gnadenbrunn der höll; Die verdammniß macht mich zit: tern, Uleberall, auf jeder stell: Mein gewissen ist erwachet, Und der abgrund flammt und trachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, Kommt man nicht durch diese welt: Sie hat fast auf allen we: gen Unsern füffen net gestellt: Sie kann troßen und kann heu cheln, Und verführt mit ihrem schmeicheln. 5. Ach! wie fraftlos, liebster Jesu, Richten sich die tranten auf! Unfre macht ist lauter ohn: macht In dem müden lebenslauf: Denn man sieht uns, da wir wal: len, Defters straucheln, oftmals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster Se: fu, Sen in finsterniß das licht; Deffne unsre herzens augen, Beig dein freundlich angesicht: Spiel, e fonn, mit lebens- blicken, So wird sich das her; erquicken. 7. Tritt den fatan, starker Jefu, Unter unsern schwachen fuß: Komm zu deiner braut gegangen, Gieb ihr einen liebestuß, Daß sie himmels- freud verspüre, Und kein leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o füffer Jefu, Führ uns selbst die pilgerstraß, Daß wir auf dem rechten wege Gehen fort ohn unterlaß! Laß uns meiden alle stricke, Und nicht wieder sehn zurücke. 9. Laß den Geist der kraft, Herr Jefu, Geben unsern geiste fraft, Daß wir brünstig dir nachwan: deln, Nach der liebe eigenschaft. dermann kann trinken: Mein geist laß deinen Gott Dir doch umsonst nicht winken; Cs lehrt dich ia das wort, Das licht vor deinem fuß, Daß Christus dir allein Von fün= den helfen muß. 2. Dein thun ist nicht geschickt Bu einem bessern leben: Auf Chris shum richte dich, Der kann dir folches geben; Der hat den zorn verföhnt, Mit seinem theuren blut, Und uns den weg gebahnt Bu Gott, dem höchsten gut. 3. Die fünden abzuthun Kannst du dir ja nicht trauen; Dein glaube muß allein Auf Gottes hülfe bauen. Bernunft geht wie sie will, Der satan kann sie drehn; Hilft Gottes Geist dir nicht, So ists um dich geschehn. 4. Nun, Herr, ich fühle durft Nach deiner gnadenquelle, Wie ein geiagter hirsch, Auf so viel fünden- fälle. Wo komm ich aus der noth, Als durch den gnadenz faft? Hilf mir durch deinen Geist, mir ist teine traft. 5. Du hast ja zugesagt: Du wollst, die durst empfinden Nach der gerechtigkeit, Befreyn von ih= ren finden! Nun weiset mir den weg Dein Sohn, der wahre Christ; Nur du mußt helfer seyn, Weil du voll hülfe bist. 6. O felig! willst du mir Bon diefem waffer geben, Das tränket meinen geist Bu der gerechten le= ben. Gieb diesen tranf mir stets, Du brunn der gütigkeit, So ist mir immer wohl In der gelassenheit. 174 Bom menschlichen Elend und Verderben. heil, Tein arzt, dein leben und dein theil. Mel. O Jesu Christ meins. 237. Durch Adams fall und misſethat, Die er ehmals verübet hat, Ist auf uns fommen fünd und tod, Sammit andrer überhäufter noth. 2. Wo ist des edlen bildes glanz? Wo ist der reinen unschuld tranz? Wo ist des lebensbaumes faft? Ist es nicht alles weggerafft? 3. Da lieg ich nun in meinem blut, Muß fühlen Gottes jornes ruth, Bom fuß bis an das haupt verwundt; An feel und leib ist nichts gefund. 4. Wo ist der arzt der helfen kann! Ist niemand der sich mein nimmt an? Wo ist die salb, wo ist das öhl, Das heilet meine frante feel? 5. Uch! aber, ach! nichts hilfet mir, Kein fraut noch) pflaster nüBet hier, Und was die funst erfun= den hat! Nur eins ist, das hier findet statt. 6. Dein blut, das, Jesu, deine huld Bergoffen hat für meine schuld, Das ist es, das mich heilen kann, Ach! nun, so nimmt dich meiner an. 7. Das wasser, das so klar und hell Aus deines herzens lebensquell Gefloffen, macht mich hell und rein, Macht ruhig und stillt alle pein. 8. Die wunden, die man dir ge macht, da man dich hat ans kreuß gebracht, Die dienen mir zur are zenen, und machen mich vom tode fren. 9. En nun, so eile doch herzu, Echaff meiner feelen hülf und ruh; Gieb öhl und wein mit mildem guß, So weicht die quaal, so flieht verdruß. 10. So fpür ich neue geistestraft, Die Gottes gnade in mir schafft, So dringt ein neues leben ein, Bu dienen die ohn heuchelschein. 11. Ich fasse dich bey deinem wort, starter fels und lebens: pfort, Da du gesagt: Ich bin dein 12. Drum leb ich durch dich ewiglich), Und ob ich sterb, so glaube ich, daß ich doch wieder leben werd Ganz frisch, gefund und ohn beschwerd. 13. Halleluja, dank, kraft und macht Een von uns allen dir ges bracht, D Arzt! jest und zu aller slund, Mach uns doch durch und durch gesund. Mel. O du liebe meiner lieb. 238. Heiland fich', hier liegt Tausend mängel findest du; Doch verhindert nichts die gnade, Nichts verstört der seelen ruh' mehr, als meines herzens triebe, Die der eigenwille zeugt, Tem die falsche eigenliebe Stündlich neue nahrung reicht. 2. Echenfest du mir frohe tage, So erhebt das fleisch sich bald; Trifft mich aber noth und plage, Dann steigt seufzen, dann erschallt Banges flagen aus dem herzen; Ich erhebe vor der noth, Fühle selbstgemachte schmerzen, Lieb aus ungeduld den tod. Echaue her, verlaß mich nicht: 3. Jesu, retter, hilf mir armen, weil mir eignes heil gebricht; Sieh, ich suche dein erbarmen, dem freuzes- stamm erhöht, Hast Du bist ja für mich gestorben, An du gnade mir erworben, Die der wurm sich nun erfleht. 4. Höre deines findes flehen, Heile meinen franken finn, Auf zu deinen gnaden- höhen Blickt das nasse auge hin: Welt und fünde ziehn mich nieder; Stärke meines glaubens fraft, Weinend fomm und kehr ich wieder, Echens te neuen lebens- faft.. 5. Hilf, daß mir des freußes bürde Mache bitter diese welt; Es fen mir die höchste würde, wenn mein thun ihr nicht gefällt: Wenn sie lachet, wenn sie spottet, Tobt Vom menschlichen Elend und Verderben. 175 and falsche tücke übt, Ja, fich gar| Mel. Jesus meine zuversicht. zusammen rottet, Das zu thun, was mich betrübt. 6. Denn vermehre du die fkräfte, Daß ich muthig, froh und frey, Treibe deines Geists geschäfte, Daß ich ohne furcht und scheu Mich getrost den deinen nenne! Daß des neuen lebens licht In mir immer heller brenne, Bis der volle tag anbricht. 7. Könnt ich mich doch so gewöhnen Bu dem leitseil deiner huld, Daß ich unter heißen sehnen, Die stets folgte in geduld; Du hast ja voran gekämpfet, Sünd und tod verlor das feld, Tu haft ihre macht gedämpfet, Nichts ist, das in die mich fällt. 239. Hilf, Erbarmer! schaue meine ban8. Will die macht der fünden schrecken, Sucht der feind sein altes recht; Will mich angst und trauren decken, Denn laß mich als Gottes knecht Alle niedre kleine muth haffen, Gieb mir glauben, stark gebet, Laß mich deine worte faffen, Bis der kampf vorüber geht. 9. Heere sind vorangegangen, Die dein starter arm geführt, Die nun ewig siegreich prangen; Sie mit sieges schmuck geziert, Denten froh an nacht und thränen, Die fie zu dir aufgeweint, Weil nach finsterniß und sehnen, Ihnen nun die sonne scheint. ge klage; Ich bin arm und gnaden- leer, Stündlich drückt mich neue plage, Eigenliebe, unbestand Reissen mich aus deiner hand. mal! Da ich dich Herr nicht be 2. Wenn erscheint der tag eins trübe, Daß schon hier im jam= merthal Ich dich unverrücket lie= be; Wenn zerbricht die starke traft, Der verderbten leidenschaft. 3. Seufzend such ich neue huld; Schenke deinem tinde stärke, Hebe durch dein blut die schuld, Baue in mir recht auf; Fördre meinen deiner gnade werke, Doch einmal pilgrims lauf. 4. Oft erscheinen mir zum trost Stunden da ich dich empfinde, Da der feind umsonst erbost Drohet deinem armen finde; Da den scharfen kampf und trieg Deine allmacht frönt mit sieg. 5. Da der neu belebte geist Heiß im lob und dank entzücket, Sich gewaltig dem entreißt, Das ihm oft das ziel verrücket; Da des neuen wesens macht Ihn mit neuen glan; anlacht. 6. Aber eilend fliehn dahin Dies se göttlich süssen standen; Mein erschrockner blöder finn Sühlet schmierstich neue wunden, Kämpft mit dürre, lauigkeit, Epüret hang zur sicherheit. 10. Laut erschallen ihre lieder, Laut ertönt ihr lobgefang, Durch 7. Bald flammt eignes feuer den Himmel schallet wieder har auf Bon natur- fraft angeblasen; monie der harfen klang; Aller Bald hemmt meinen himmels: fummer ist verschwunden, Nach lauf Ungeduld, des zornes rader angst und bangem leid Hat ihr sen, Glaubens- mangel, eigenheit, Froher geist gefunden Freuden ei- Menschenfurcht und blödigkeit. ner ewigkeit. 8. Wenn ich faum vom fall auf 11. Auf, ermanne dich von neu- stand, Fiel ich unvermuthet wieen, Hartgedrückter, blöder finn! der; Mich erhebet deine huld, Und Lerne dich im leiden freuen, Blicke ich sinfe wieder nieder: Mein ver= auf zur frone hin; Sen getreu dorbnes fleisch) zerbricht Was der bis an das ende; Und wie bald geist in mir verricht't. naht das herben, Denn klopfst du in deine hände, Jauchzest mit: auch ich bin frey! 9. Dir Herr Jefu sens geklagt, Wie des leibes tod mich drücket; Traurig hab ich oft gefragt Kums 176 Bom menschlichen Elend und Verderben. mervoll in staub gebüdket: Ach wer| Dich, o helfer, seiber ein, Eo wird bricht und reisſet doch einmal die meiner adern höhle Voll des neuen fes harte joch? lebens seyn. Ja, mein mund wird voller weisen Deinen finger ewig preisen. 10. Du, o Heiland, mußt es thun, Siehe, meine fräfte schwinden; Wie ich bin, kann ich nicht ruhn, Tilge du die macht der fünden; Mel. 3ion Flagt mit angſt u. Führe mich an deiner hand, Brine 241. du schöpfer aller dine ge! Mel. Serr, ich habe mißgeh.weil mein herz in ängsten steht; gebet, Das ich jeho vor dich bringe, ge mich ins vaterland. 240. Jefu, kraft der blöden meine fünden ängſten mich; Darherzen, Trost in aller bangigkeit, Labsal in den sündenschmerzen, Arzt für alles herzeleid, Pflaster für die todes- wunden, Das man stets voll kraft befunden. um komm ich auch vor dich, Und bekenne meine fünden: Ach, Herr! taß mich gnade finden. 2. Weil du heissest alle kommen, Die beladen sind, zu dir, Bin ich auch nicht ausgenommen, Noch) ge: wiesen von der thür Ter genaden, fondern du Willst und wirst- mich noch dazu Von den fünden, die mich drücken, Ganz entbinden und erquicen. 3. Dein wort bleibet ungebrochen, Das du einmal hast geredt, Run hast du, o Gott! gesprochen: Euch mein antlik im gebet; Darum komm ich auch vor dich, Such dein antlit; ach! laß mich Bey dir trost und gnade finden, Sprich mich los von meinen fünden. 2. Meines Herzens brünnlein quillet Lauter angeborne wust; Mark und adern sind erfüllet Durch das gift der bösen lust! Kein blutstropfen ist zu finden, Der nicht starrt von andern sünden. 3. Ja, ich stecke voller pfeile Turch den teufel, fleisch und welt; Ch' ich zu dem helfer eile, Werd ich wiederum gefällt; Meine seelé muß erliegen Eh sie recht kann athen kriegen. 4. Will ich mich zu dir erheben, Wird vor trägheit nichts daraus: Wenn dein Geist in mir soll leben, Jagt das wilde fleisch ihn aus, Daß ich auch die quaal der schulden Fort nicht länger kann er dulden. 4. Sieh die handschrift, die ich gebe Dir in deine hand, o Gott! Hier sprichst du: Co wahr ich lebe, Ich will nicht des fünders tod, Sondern daß er sich bekehr Von den fünden, und begehr Ewiglich mit mir zu leben, Co will alles ich vergeben. 5. Trum du heil der kranken fünder, Brunn von dem das leben 5. Nun wohlan, du wirst nicht springt; Selbst das pflaster und lügen; Ich halt mich an deine verbinder, Desſen cur steis wohl gezwort, Will darauf in demuth bies lingt: Du kannst pein und schmer- gen Meine tnie an diesem ort, zen lindern, Ja des todes stoß ver: Und bekennen meine fünd; Ich hindern. bin das verlorne find, Das vom teufel oft verblendet, Teine güter hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr fagen, Und allein an meine brust Mit dem armen zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl beruft, Tak ich hab gesündigt dir, Aber sen dochy gnädig mir; Ich fall dir in 6. Komm, o Herr! und drück in gnaden Mir dein bild ins herz hinein, Co wird meinem alten schaden Durch dein blut geholfen seyn; Salbt dein öhle meine wuns den, So bin ich denn ganz verbunden. 7. Flösfest du denn meiner seele Vom menschlichen Elend und Verderben. 177 deine arme: Uch Herr! meiner[ doch Den jammer meiner feelen, dich erbarme. 7. Ich verleugne nicht die fünden, Ich verleugne nicht die schuld; Aber laß mich gnade finden, Trage, Herr! mit mir geduld; Alles was ich schuldig bin, Will ich zah len, nimm nur hin Die bezahlung meines bürgen, Der sich ließ für mich erwürgen. Das elend in dem sünden- joch, Und alle noth erzählen? Ich kenne mich ja selber nicht, und habe von dem allen Fast tein erkenntniß und kein licht; So tief bin ich gefallen! 5. O treuer Gott! was fang ich an Bey so verderbtem wesen? Ist denn nichts, das mir helfen kann? Wie soll ich doch genesen? Thu' buße, ruft du mir zwar zu, Und glaube meinem worte; So öffnet sich zu deiner ruh, Die rechte gnaden- pforte. 8. Nun, o Vater aller gnaden! Siehe du sein leiden an: Denn er hat erseht den schaden, Und für mich genug gethan. Durch ihn bin ich ganz erlöst, Dessen ich mich jego tröst, Weil in seinen tiefen wunden Ich nun fried und ruh gefunden. 6. Allein, wo ist in mir die kraft, Dieß bendes auszuführen? Wo nicht dein Geist, der alles schafft, Mein herze selbst will rühren; So bleibt es todt vermag gar nicht In 9. Ich will auch hierauf geniessen buße zu zerrinnen, Noch wen'ger Christi wahren leib und blut, Mei- tann es zuversicht Bu deiner huld ner seele und gewissen 3ur erquiz dung und zu gut, Gieb, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie füß, Und wie freundlich du bist denen, Die sich nach dir herzlich fehnen. gewinnen. in das 7. Drum stehe du mir selbsten ben, Du abgrund aller gnaden, und mach mein armes herze fren Von diesem todes- schaden. Ach! Herr, verleih, daß ich durch dich Mich selbsten recht verstehe, Und elend, welches mich Ver: Jefu meine zuver- derbet, tief einsehe. sicht, Mein Heiland 8. Berschmelze du mein hartes und mein leben, Verstoß mich ar- herz, Daß es wie wachs zerfliesmen fünder nicht, Für den du dich se, Und in wahrhafter reu und gegeben. Gedenke an dein blut und schmerz Die thränen- fluth vertod, Und an dein schmerzlich ster- giesse. Ach! mach es durch den ben, Ach! hilf mir von der fün- glauben rein, Und gieb gerechte den- noth Und schrecklichem verwerke, Ja fehre du selbst bey mir derben. Mel. Durch Adams fall ist. 242. 2. Du weißt ja selbst, was für ein wust, Und wie viel tausend fünden Von der verderbten Adams- lust Sich in mir armen finden. Da reget sich die eigenheit, Hoffart und wolluft- liebe, Verkehrter will und eitelkeit, Und andre sünden- triebe. 3. Des fatans reich tobt selbst in mir, Und schwächt der seelen fräfte; Das fleisch verhindert für und für Die göttlichen geschäfte. Mein ohr ist taub, die junge stumm, Mein auge kann nicht sehen, Ver stand und urtheil sind zu dumm, Das gute zu verstehen. 4. 3a, Herr, wie kann ich armer H 2 ein, meiner feelen stärke! 9. Berstör in mir das höllenreich, Schlag satans schild in stücken, Und laß ihn über deinen zeug Sein schwerdt nicht ferner zücken: Ertödt und zähm das böse fleisch Sammt dessen luft- begierden; Mach aber mich recht rein und teusch Und voller glaubens- zierden. 10. Berbrich die schnöde eigenheit Und meinen bösen willen, und lass mich, was dein wort gebeut, Turch deinen Geist erfüllen; Eröffne ohren und den mund, Gieb deines worts verständniß, Und thu' mir deine wahrheit fund, Bu deiner selbst erkenntniß. 178 Von der wahren Buße und Bekehrung. 11. Gieb deine furcht in meine brust, Das gute auszuüben, Und laß mich dich mit herzens- luft, Getreu und ewig lieben; Laß mich in de muth, mäßigkeit, Geduld und fanfts muth prangen, Und schmückt mein herze allezeit Mit heiligem verlangen. 12. O Vater, hilf: denn meine traft Kann dieses nicht erzwingen, Du aber bist, der in uns schafft Das wollen und vollbringen. Ach! stärke mich, o treuer Gott, Durch deine macht in gnaden, Daß fünde, welt und Höllen- rott Wir niemals tönnen schaden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser zeit, Bis an der welt ihr ende, Und wollt los seyn Des freuzes mein, Würd ich doch solchs nicht wenden. 13. Jesu, theurer, Gottes Sohn, Gedenke an mich armen, Du bist der ein'ge gnaden- thron! Ach! gönn mir dein erbarmen: Und weil ich ganz erstorben bin, Das gute zu vollführen; So wollst du selbst mein herz und sinn Durch deinen Geist regieren. Von der wahren Buße und Bekehrung. Mel. O Jesu Christ der du. Wenns trüb hergeht, Die luft un: 243. fet, Wenn mensch und viel ers Gott und Herr! Wie groß und schwer Sind die begangne fünden? Es ist niemand Der helfen kann, In dieser welt zu finden. 3. Bu dir flieh ich, Berstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott! zürn nicht, Geh nicht ins g'richt, Dein Sohn hat mich 14. O heil'ger Geist, mein troft und hort, Tu Geist voll fraft und stärke, Führ mich in deiner wahr: heit fort, Echaff in mir deine werke. Laß deinen frieden in mir feyn, Und schreib den neuen na: men, Den niemand kennt, der feelen ein, Um Jefu willen. Amen. 6. Herr! führe mich, Wie's dünket dich, Durch wonne und durch leiden; Ich folge nach Turch weh und ach, Bis du mich dort wirst welden. 7. Gleich wie sich fein, Die vege: lein In hohle bäum verstecken, 8. Also Herr Christ, Mein zuz flucht ist Die höhle deiner wun den: Wenn sünd und tod Mich bracht in noth, Hab ich mich drein gefunden. versöhnet. 4. Solls ia fo fenn, Daß straf und pein, Auf fünde folgen müssen! So fahr hie fort, Nur schone dort, 244. Uh was hab ich ange Ich will hab 5. Gieb, Herr! geduld, Vergieb ich doch gethan? Wer ist der die die schuld, Schenk ein gehorfanı herze; Hilf, daß ich nicht, Wie's eft geschicht, mein heil murrend verscherze. sache schlichtet? Mein gewisſen tlagt mich an: Ich bin selber wi der mich, Weil ich also freventlich Mich mit laster- foth beflecket, Und des höchsten zorn erwecket. leiv Und feele müssen scheiden, 9. Darin ich bleib, Ob hier der werd ich doch dert Bey dir, mein hort, Seyn in ewigen freuden. 10. Chre sen nun Gott Vater, ohn, Und heil'gem Geist zusam Christus spricht: Wer glaubt wird men: Ich zweifle nicht, Weil selig. Amen." Mel. 3ion Flagt mit angst u. 2. Gott, ich muß mit zittern faz gen, Daß ich sey ein fünden- knecht, Jeho fühl ich deine plagen, Aber du, du bist gerecht: Mein verderbe tes fleisch und blut Hat das rechte wahre gut Turch des teufels rieb Von der wahren Buße und Bekehrung. 179 verachtet, Und den lüsten nachge=| Nimm du mich in deinen schooß, trachtet. Stärk mich, der ich abgeschwächt, 3. Vorhin hab ich mich gefreu- Laß genade gehn für recht, Wirst et meiner schweren sünden- last: du ins gerichte gehen, Herr, wer Jeho, da mich solches reuet, Hab kann vor dir bestehen? ich weder ruh noch rast, Ach! was mich vorhin ergeht, hat mich jest in angst gefert; Was vorhin den leib erquicket, Ist das jetzt die seele drücket. 10. Deines Sohnes marterzeichen Stell ich zwischen mir und dir, Laß mich hiermit gnad erreichen, Seinen tod halt ich dir für: Glaube steif und festiglich, daß mein Jesus auch für mich hat gelitten, ist gestorben, Ich auch soll seyn unverdorben. 11. Du hast uns gewiß verheiss sen, Herzliche barmherzigkeit, Daz für sollen wir dich preifen: Dent an deinen theuren eid, Der den fündern trost verspricht, Du willst ihren tod ja nicht, Leben willst du ihnen schenken, Wenn sie sich nur zu dir lenken. 4. So viel jahr bin ich gelaufen, Den verboßten irreweg; Hab mit dem verruchten Haufen Ausgesest den guten steg, Der zur himmels pforte führt; Nie, ach! nie hab ich gespürt Fine reue meiner fünden; Wo soll ich nun rettung finden. 5. Gott, gen himmel sollt ich fehen, aber ich sah unter mich; Wie ist mir, mein Gott, geschehen, Daß ich so verlassen dich? Ich bin werth, daß mich dein grimm Miterzürnter donnerstimm Möcht in tausend trümmern schlagen, Ja, zur Höllen ewig jagen. 6. Alle freude fen verfluchet, So von fünden hergerührt, Diese zeit, da ich gesuchet, Was mir höllen: angst gebiert, Was mir Gottes wort verbeut, Sen verflucht in ewigkeit: Ewig sen verflucht die stunde, Da ich fünden- lust empfunde. 7. O wie bist du, fünde, fünde, Eine laft, die felfen- schwer, An mir ich nichts reines finde, Wie kränkt mich doch das so sehr? Gott! dein zorn hat mich erschreckt, Ach! wer ist, der mich versteckt? Keine creatur kann rathen Meinen schwe= ren missethaten. 8. Herr, es steht in deinen händen, Du alleine hilft aus noth, Du tann meinen tummer wenden, Du kannst retten aus dem tod. Es steht nur allein bey dir, Niemand sonst tann helfen mir, Du kannſt gnädig mich verneuen, und in ewigkeit erfreuen. 9. Ich verdamme feel und glie: der, Sprich du sie in gnaden los, Bittend fall ich vor dir nieder, 12. Herr! so sey nun auch erhöret, Bitt ich, der verlorne john, Der zu seinem vater kehret, Blicke von des himmels thron: Ich bring ein zerknirschtes herz, Voldeiner gnade trachtet, Solches ler reue, voller schmerz, Das nach hast du nie verachtet. 13. Laß die engel fröhlich werden, Daß ein fünder buße thut! Weil ich lebe noch auf erden, Wil ich dieß, was fleisch und blut Hat bisher so hoch geacht, was mich fälschlich angelacht, Haffen, fliehen, ernstlich meiden, und mich gänzlich dir vereiden. hen, Durch des guten Geistes 14. Wirst du mir zur feiten ste= traft, Will ich nicht, wie vormals gehen Den weg, der zur höllen rafft. Gott, ich kehre mich zu dir, Kehre du dich auch zu mir, Dafür will ich deinen namen Ewig loben, amen, amen. Mel. Schwing dich auf zu. 245. Ah! wo flieh ich fünder hin! Seelenruh zu finden, Weil ich ganz umrin: get bin Mit viel tausend fünden? Des gesetzes donner fracht, Höll und satan stürmen, Mein gewissen 180 Bon der wahren Buße und Bekehrung. ist erwacht; Wer will mich be- quitt und los, Turch deinen tod schirmen? 2. Uch! wie kann ich deiner hand, Großer Gott! entgehen? 3ög ich über meer und land, Ueber berg und höhen, Deine rechte würde mich Allenthalben finden. Großer Gott! ich bitte dich, Laß den zorn verschwinden. und schmerzen, Und zeig mich deis nem Bater an, Daß du haft gnug für mich gethan: So werd ich los der fünden- last: Herr! halt mir fest, Was du selbst mir verspro chen hast. 3. Herr! ich fliehe nur zu dir, Wenn mich fünden plagen, Meine feele schrent in mir, Laß mich nicht verzagen. Gott! ich opf're dir mein herz, Das zertnirscht vom büssen, Laß mich, Herr! in mei: nem schmerz Gnad und huld geniessen. 4. Groß ist meine misſethat, Größer deine güte: Was dein Sohn erlitten hat, Tröstet mein gemüthe; Ob die fünden blut: roth seyn, Die in mir erwachen, Jefu blut, das ewig rein, Kann fie schneeweiß machen. 3. Gieb mir nach dein'r barm: herzigkeit, Den wahren christen glauben, Auf daß ich deine füffigfeit mög inniglich anschauen; vor allen dingen lieben dich), Und meinen nächsten gleich als mich. Am letzten end dein hülf mir fend, Tamit behend Des teufels list von mir sich wend. ten thron, Dem Bater aller güte, 4. Chr sey Gott in dem höch Und Jesu, seinem lieben Sohn, Der uns allzeit behüte: Und Gott hülf stets leiste, Damit wir ihm dem heil'gen Geiste, Der uns sein gefällig seyn, Hier in dieser zeit, Und dort hernach in ewigkeit. 5. Hätt ich aller menschen schuld, Aller welt verbrechen, Würde 247, 2us tiefer noth ſchrey deine gnad und huld Dennoch los mich sprechen, Wenn ich mich auf den verließ, Der am freut sich neiget, Und das offne paradies In den wunden zeiget. ich zu Herr, Gott! erhör mein klagen, Dein gnädig ohr neig her zu mir, Und laß mich nicht verzagen, Denn so du willst das sehen an, Was sünd 6. Nun, mein Gott! ich trage und unrecht ist gethan, Wer kann, dir Auf den glaubens- armen Dei- Herr, vor dir bleiben. nen Sohn am freuze für, Hilf 2. Ben dir gilt nichts dann durch dein erbarmen! Lebens- gnad und gunst, Die fünde zu vers brunn, der ewig fleust, Wasche mich von fünden; Hilf mir, Herr! durch deinen Geist Selig überwinden. geben, Es ist doch unser thun ums sonst, Auch in dem besten leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, Es muß dich fürchten jederz 246. Allein zu dir, Herrmann, und deiner gnade leben. Jesu Christ, Mein 3. Darum auf Gott will hoffen hoffnung steht auf erden, Ich weiß, ich, Auf mein verdienst nicht daß du mein tröster bist, Kein bauen, Auf ihn will ich verlassen trost mag mir sonst werden. Von mich), Und feiner güte trauen, anbeginn ist nichts erfohr'n, Auf Die mir zusagt sein werthes wort, erden war kein mensch) gebor'n, Das ist mein trost und treuer hort, Der mir aus nöthen helfen kann, Deß will ich allzeit harren. Ich ruf dich an, Bu dir ich mein vertrauen han. 2. Mein fünd' find schwer und übergroß. Und reuen mich von herzen, Derselben mach mich sorgen. So thu Ifrael rechter 4. Und ob es währt bis in die nacht, und wieder an den mors gen, Soll doch mein herz an Get tes macht Verzweifeln nicht noch Von der wahren Buße und Bekehrung. 181 art, Der aus dem Geist erzeuget 5. Das eben ists, was feine ward, Und seines Gotts erharre. 5. Ob ben uns ist der fünden viel, Ben Gott ist vielmehr gnade, Sein hand zu helfen hat kein ziel, Wie groß auch sen der schade. Er ist allein der gute hirt, Der Israel erlösen wird, aus seinen fünden allen. Mel. Zerfließ, mein Geist, in. gnaden- züge Bon langem her an deiner feel gesucht: Daß nemlich einst dein stolzer muth erliege, Und dein gewissen bringe seine frucht: Daß dir die fünden fallen ein, Sammt der verdienten höllenpein, Und daß du dich mit reu und schrecken In Jesu feiten mögst ver stecken. 248. Der alles 6. Denn Jesus ist zum gnadenfüllt, vor stuhl gefeßet, Daß man in ihm dem die tiefen zit- versöhnung finden kann. Wer tern, Wenn nun sein strahl im Gottes ehr mit fünden hat ver= donner angebrannt, Vor dessen lehet, Der trifft an ihm den fün stimm die berge sich erschüttern, den- büffer an, Nur daß der glaub Ja dessen hand den himmels- freisohn heuchelen, it reu und leid umspannt, mensch! der wird verbunden sey. Dem höllen räuvon dir entehrt, Wenn sich dein ber wird geraubet, Wer also fest herz von ihm abkehrt, Und in den an Jesum glaubet. dingen sucht belieben, Die seinen guten Geist betrüben. 2. Du armer wurm! du halb rerfaulte made! Warum erhebst iu dich so dumini und blind? Weiß'st du die pflicht, und fün digest auf gnade? O beßre dich, et sich sein grimm entzündt! Ist aber dein verfall so groß, Daß du auch bist am wissen bloß; So lomm, und lerne recht betrachten, Was dieses sen: den Herrn verachten. 7. Glaub, daß der tod vor diefem lebens- fürsten, Sammt fünd und fluch, in die ersterben muß: Laß dich nur erst nach gnade brüns stig dürsten, So wirst du satt aus seinem überfluß. Erbitte dir mur diesen Gast, So nimmt er von dirdeine last. Wenn du ihm vor: ses'st all das deine, So setzt er dir vor all das seine. 8. Die mahlzeit ist gar ungleich an gerichten. Du giebst ihm nichts als. ungerechtigkeit, Ver 3. 3sts nicht genug, daß er dich botne greut und unerlaubtes dichhat getragen Bisher, so lang du ten, Der worte gift, des thuns lagst im fünden- wust? Daß er verdorbenheit. Er aber reicht dir dich nicht zu boden hat geschlagen, manna her, Gerechtigkeit, heil, Und seinen pfeil gejagt in deine fraft und ehr; Ja, er verlangt brust? Berachte Gottes langmuth sich selbst zu geben, Wie er ist, nicht, Sie harret nur, ob buß ge- Wahrheit, Licht und Leben. schicht: Und wenn du dich nicht willst bequemen, Wirst du ein end mit schrecken nehmen. 4. Du bist ein thon, Gott aber ist dein Töpfer, So darf er ja mit dir thun, was er will: Soll das geschöpf dem unerschaffnen Schöpfer In seiner ordnung sehen maaß und ziel? Drum wirf dich bald in dennuth hin, Und unter: gieb ihm deinen sinn. Wenn du dich in den staub legst nieder, So giebt er dir den segen wieder. 9. Er fordert nur, daß deines herzens herze Vom bösen vorfas werde ausgeleert, Und daß du nie aus fünden machest scherze, Daß dir, was ihm beliebt, fey lieb und werth. Er will, du sollst aus Ba bel gehn, Von nun an nur in ihm zu stehn, Daß er sein werk mög in dir treiben, und sein gefeße in dich schreiben. 10. Was sich in dir hat gegen ihn gerüstet, Muß nun mit fchan= den fallen in sein nichts: Der Univ.- Bibl. Giessen 182 Bon der wahren Buße und Bekehrung. eigenwill, der sich so sehr gebrü-| Doch tröstet mich zu aller frist, stet, Soll nunmehr fühl'n die Herr Jesu Christ! Daß du in flamme des gerichts; Tie eigen noth gewesen bist. beit muß untergehn, Gelassenheit muß auferstehn. Es muß die liebe dieser erden Ein opfer seiner liebe werden. 4. Du sammlest meine thränen: faat; Ich weiß sie sind gezählet; Du schaffest meiner seelen rath, Und hebest was mich quälet. Co oft ich vor dir weinen muß, So tröstet mich dein thränenguß, Bis ich dort in der ewigkeit, Nach angst und leid, Erfreuet werde allezeit. 11. Die seligkeit, die du auf diesem wege Erlangen wirst, ist unbeschreiblich groß: Und wenn die fünd' auch würde in die rege, Bist du doch schon vom fluch und strafe los: Ja, Jesu allmacht stärket dich, Daß du wirst können ritterlich Die bittre wurzel in dir dämpfen, Und wider böse lüste kämpfen. 12. So kannst du denn mit Paulo freudig sagen: Ich lebe nicht, denn Christus lebt in mir. Kein feind wird senn, den du nicht könntest schlagen, Dieweil der 250. Herr, ich habe mißgez Held, dein ist mit dir. Co oft fich regt ein neuer frieg Gebiert sich dir ein neuer sieg. Men follten diese seligkeiten Nicht von der welt zu Jesu leiten? mich drückt der sünden last, Ich bin nicht den weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast, Und, jetzt wollt ich gern aus schrecken, mich vor Deinem zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir ente fliehen? Du wirst allenthalben seyn, Wollt ich über see gleich zie: hen, Stieg ich in die gruft hinein, hätt' ich flügel gleich den winden, Gleichwohl würdest du mich fin: den. 3. Drum ich muß es nur beken: nen, Daß ich, Herr, nicht recht gethan, Darf mich nicht dein find mehr nennen, 2ch nimm mich zu gnaden an! Laß die menge meiner fünden, Deinen zorn nicht gar entzünden. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 249. D u weinest für Jerufalem, Herr Jesu! heiße zähren, Bezeugst, es sey dir angenehm, Wenn fünder sich befehren. Wenn ich vor dir mit buß erschein, Und über meine fünden wein, So wäsch'st du ab aus lauter gnad Die misſethat, Die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters zorn entbrennt Bon wegen meiner finde, Bu deinen thränen ich mich wend, Da ich erquichung finde. Vor Gott sind die so hoch geschäßt, Wer damit seine fünde nett, Den blickt Gott an mit gütigkeit, Bu jederzeit, Und sein betrübtes herz erfreut. 5. Für deine thränen dank ich dir, Daß du die freuden- krone, Herr Christ! dadurch erworben mir, Bey dir ins himniels throne: Wenn du mich holen wirst hinauf, Bu deinem auserwählten hauf; Dann will ich recht lobsingen dir, O höchste zier! Für deine thränen für und für. 3 Hier muß ich auch im thränenthal, Herr Jesu, öfters wei: nen; Mich drücken leiden ohne zahl; Die welt plagt hier die deinen: Auf allen ſeiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an. 4. Könnt ein mensch den fand gleich zählen, an dem großen weiten meer, So würd' es ihm dennoch fehlen, Daß er meiner fünden- heer, Daß er alle mein gebrechen, Sollte wissen auszuz sprechen. 5. Wein', ach! wein' jetzt um die wette, Meiner benden augen bach; O daß ich gnug zähren hätte, 3u betravuren meine fac Von der wahren Buße und Bekehrung. 183 O daß aus dem thränen- brunnen, 5. Und weil ich dann in meinem Käm ein starker strom geronnen. sinn, Wie ich dir schon geklaget, 6. Ach, daß doch die heiß'sten auch ein betrübter fünder bin, Aluthen Ueberschwemten mein ge- Den fein gewissen naget, Der sicht, und die augen möchten blu- durch dein blut von fünden rein ten, Weil mir wasser sonst ge- Mögt gleichfalls abgewaschen seyn, bricht. Uch, gieb dem zerbrochnen Wie David und Manasſe; herzen Lindrung in den größten schmerzen. 6. So drang ich mich so krank ich bin mit schwer belad'nem her: zen, In tiefster beugung zu dir hin: Herr, tindre meine schmerz zen. Bergieb mir doch genädiglich), Was ich mein lebtag wider dich Auf erden hab begangen. 7. Ach Herr, mein Gott, verz gieb mirs dech, Um deines namens willen, Berbrich in mir das schwere joch; Du kannst den fummer stillen, Daß sich mein herz zufrieden geb, Und dir hinfort zu ehren leb In findlichem gehorsam. 7. Denn, Herr Jesu, deine plagen, Dein für mich vergoßnes blut, Wunden die du lassen schlagen, machen meine fache gut: Drum will ich, die angst zu stillen, Mich in deine wunden hüllen. 8. Dir will ich die last aufbinden, Wirf sie in die tiefe see; Wasche mich von meinen sünden, Mache mich so weiß als schnee. Laß den guten Geist mich treiben, Einzig stets ben dir zu bleiben. Mel. Jch komm jetzt als ein. 251. Herr Jefu Chrift, du 8. Stärf mich mit deinem freu= den- geist, Heil mich durch deine wunden; Baſch mich mit deinem höchstes Gut, lebten brunnquell aller gnaden, Sieht stunden, Und nimm mich) einst, doch), wie ich in meinem muth Mit wenn dirs gefällt, Im wahren fünden bin beladen, Und in mir glauben von der welt Bu deinen hab der pfeile viel, Die im gewis: auserwählten. fen ohne ziel, Mich armen fünder met. Wenn meine sünd' mich. drücken. di Erbarm dich mein in folcher 252. Hier weine, wie je ich, Gott! last, Nimm sie von meinem herzen, Dieweil du sie gebüffet hast, Amner jöllner stand. Entfernt vont holz mit todes schmerzen: Auf gnadenscheine, Verirr't aus deidaß ich nicht mit großem weh In ner hand, Bin ich wie ein gejags meinen fünden untergeh, Noch tes wild, Das schrecken trifft die ewiglich verzage. feele; Der donner Gottes brüll't. 3. Ach Gott! wenn mir das kommet ein, Was ich mein tag be: gangen, So fällt mir auf mein hert ein stein, Und bin mit furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein, und müßte gar verloren seyn, Wenn ich dein wort nicht hätte. 2. Ich lag im tiefsten schlummer, Vom satan eingewiegt; Ich lebte ohne fummer, Mein Gott! mun aber liegt Die fünde, wie ein schwerer stein, Auf dem erschrocknen herzen, Mich martert höllen= pein. 3. Gedenk' ich an die stunden, Die schleunig fortgeeilt, So öffnen fich die wunden, Die keine falbe heilt, Der inn're jeuge flagt mich an, Und rüget solche fünden, Die ich nicht leugnen kann. 4. Von ferne fall' ich nieder Tief auf mein angesicht, Die nase 4. Doch dieß dein theures trost: wort sagt, Daß alles wird verge: ben, Was man mit thränen hier beklagt: Es predigt heil und leben Dem tief- zerknirschten armen geist, Der sich dem fündendienst entreißt, Und fasset dich in glauben. 184 Von der wahren Buße und Bekehrung. fen augenlieder ind untermärts| ruh. Erbarme dich, erbarme dich, gericht't; Die eigene gerechtig- Gott mein erbarmer! über mich). teit, Die arbeit meiner träfte, Erzeugt nur herjeleid. 5. Der fünden bürde drücket, Im Herzen steckt der wust. Tief in den staub gebücket, Echlag ich an meine brust. Laut flopft das schwer gepreßte herz, Und fühlet mit erbeben Der fünden heissen schmerz. 6. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne, Und handle nicht nach mei ner fünd. O treuer Bater! schone, schone, Erkenn mich wie der für dein find, Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbar: mer! über mich. 7. Sprich nur ein mort, so werd ich leben, Sag, daß ich armer wurm es hör: Geh hin, die fünd ist dir vergeben, Nur fündige hins fort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich), Gott mein erbar mer! über mich. 6. Ich zähle mich zu denen, Die zorn und tod verdient. Es dringt mein seufzend sehnen Bu dir, der mich versöhnt. Bu dir, dem wahren gnadenstuhl, Dein blut kann mich bewahren, Bor jenem feuerpful. Mel. Wer nur den lieben G. 8. Ich zweifle nicht, ich bin ers höret, Erhöret bin ich zweifels frey, Weil sich der trost im Herzen mehret, Drum will ich enden mein geschren. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbarmer, über mich. mel. Es ist gewißlich an der. 254. Ich will von meiner 253. Ich armer mensch, ich armer fünder Eteh hier vor Gottes angesicht: 2ch Gott, ach Gott! verfahr gelinder, Und geh nicht mit mir ins ge= richt: Erbarme dich, erbarme Gott mein mich. 2. Wie ist mir doch so angst und bange, Von wegen meiner großen sünd. Hilf daß ich wieder gnad erlange, Ich armes und verlornes tind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbar: mer! über mich). ren mich bekehren. Tu wollefi selbst, mir hülf und rath Hierzu, o Gott! bescheren, und deines guten Geistes fraft, Der neue her: en in uns schafft, Uus gnaden mir gewähren. 2. Natürlich kann ein mensch doch nicht Sein elend selbst em: 3. Hör, ach erhör mein feuf- pfinden, Er ist ohn deines Geistes zend schreyen, Du allerliebstes licht Blind, taub, ja todt in fün vater- herz! Wollst alle jünde mir verzeihen, Und lindern meiner feelen schmerz: Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbar: mer! über mich. den: Verkehrt ist will, verstand und thun: Des großen jammers wollst du nun, O Vater, mich ents binden. 4. Wie lang soll ich vergeblich klagen? Hörst du dann nicht, ach hörst du nicht? Wie kannst du das geschren vertragen! Hör, was der arme fünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott wein er barmer! über mich. 5. Wahr ist es, übel steht der schade, Den niemand heilen kann als du: Uch, aber schenke gnade, gnade, Ich lasse dir nicht eher 3. Klopf durch erkenntniß bey mir an, und führe mir zu sinnen, Was böses ich vor dir gethan, Du kannst mein Herz gewinnen: Daß ich aus fummer und beschwer, Laß über meine wangen her Viel heisfe thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den reichthum deiner gnaden, mein leben dank ich dei ner hand; Du hast mich überla den, mit ehr, gesundheit, ruh und Von der wahren Buße und Bekehrung. 185 brod: Du machst, daß mir noch feine noth Bisher hat können schaden. 5. Du hast in Christo mich er: wählt Tief aus der höllen fluthen: Es hat mir sonsten nicht gefehlt, Un irgend einem guten; Bisweilen bin ich auch daben, Daß ich nicht sicher leb und frey, Gestäupt mit vater- ruthen. 6. Hab ich dann mun auch gegen dir, Gehorsams mich beflissen? Ach nein, ein anders saget mir mein Herz und mein gewissen. Darin ist leider nichts gesund, An allen orten ist es wund Bom sün den- wurm gebisſen. 7. Die thorheit meiner jungen jahr, Und alle schnöde fachen, Verklagen mich ja offenbar: Was soll ich armer machen? Sie stel len, Herr, mir vors gesicht Dein unerträglich zorn- gericht, Der höllen offnen rachen. 8. Ach! meine greuel allzumal Schäm ich mich zu bekennen, Sie haben weder maaß noch zahl, Ich weiß sie kaum zu nennen, und ist hier feiner noch so klein, Um welches willen nicht allein Ich ewig müsse brennen. 9. Bisher hab ich in sicherheit, Fast unbesorgt geschlafen, Ge fagt: es hat noch lange zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; Fr fähret nicht mit unster schuld So strenge fort; es hat geduld Der hirt mit seinen schaafen. 10. Jest aber alles ist erwacht; Mein herz will mir zerspringen; Ich sehe deines donners macht, Dein feuer auf mich dringen, Du regest wider mich zugleich Des todes und der höllen reich, Die wollen mich verschlingen. 11. Wo bleib ich denn in sol cher noth? Nichts helfen thor und riegel; Wo flieh ich hin? o mor gen- roth! Ertheil mir deine flügel: Berbirg mich, o du fernes meer; Vedecktet mich, fallt auf mich her, Ihr klippen, berg und bügel. 12. Ach! all's umsonst, und wann ic) gar Könnt in den himmel steigen, Und wieder in die höll, alldar, Mich zu vertriechen, neiaen: Dein auge dringt durch alles sich, Du wirst doch meine schand und mich, Der lichten sonne zeigen. 13. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, Ich flieh in deine wunden, Laß mich da eingeschlossen seyn, und bleiben alle stunden; Dir ist ja, o du Gottes- Lamm, All' meine schuld am freuzes= stamm, Bu tragen aufgebunden. 14. Dieß siell du deinem Bater für, Daß er sein herze lenke, Daß er sich gnädig kehr zu mir, Nicht meiner fünden dente, Und wegen dieser straf und last, Die du auf dich genommen hast, Ins meer sie alle sente. 15. Hierauf will ich zu jederzeit mit ernst und sorgfalt meiden, Die böse luft und eitelkeit, und lieber alles leiden, Denn daß ich fünd aus vorsatz thu. Adh Herr! gieb du stets kraft darzu, Bis ich von hier werd scheiden. mel. Alle menschen müssen. 255. Jeſu, der du meine feele bittern tod, Aus des teufels fin: stern höhle, Und der schweren fünden- noth, Kräftiglich herausgez rissen, und mich solches lasſen wissen, Durch dein angenehmes wort: Sen doch jetzt, o Gott! mein hort. 2. Treulich hast du ja gefuchet Das von dir verlaufne schaaf, Dem gesehes donner fluchet In dem tiefen fündenschlaf: Ja, du fatans überwinder, Hast die hochbetrübten fünder, So gerufen zu der buß, Daß ich billig kommen muß. 3. Ach! ich bin ein kind der fünden, Ach! ich irre weit und breit; Es ist nichts an mir zu finden, Als mur ungerechtigkeit; All mein dichten, all mein trachs 186 Von der wahren Buße und Bekehrung ten Heiffet unfern Gott verachten,| zen, Du erkennest meine pein, es Böslich leb ich ganz und gar Und ist nichts in meinem Herzen, Als sehr gottlos inimerdar. dein Herber tod allein. Diesen fast das bange herze, Tief gebeugt vom fünden- schmerze; Blut, das du vergossen hast, Hebet, Jesu, meine last. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, Daß nichts gutes wohnt in mir, Bwar ich kann das wollen nennen, Dieses spür und merk ich hier: Aber fleisch und blut zu zwingen, Und das gute zu vollbringen, Folget gar nicht wie es soll, Was ich nicht will, thu ich wohl. 11. Nun, ich weiß, du wirsi mir stillen Mein gewissen, das mich plagt, Deine treue wird er: füllen, as du selber zugesagt Daß auf dieser weiten erden Kei ner soll verloren werden, Son dern ewig leben soll, Wenn# nur ist glaubens voll. 5. Aber Herr, ich kann nicht wissen, Wie viel meiner fehler fenn, Mein gemüth ist ganz zer: rissen, Durch) der fünden schmerz und pein, Und mein herz ist matt von sorgen, Ach! vergieb mir das verborgen; Rechne nicht die missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. 12. Herr, ich glaube, hilf mit schwachen, Laß mich ja verderben nicht, Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich fünd und tod anficht; Teiner güte will id trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jeſu, nad dem streit, In der frohen ewigteit 6. Jesu! du haft weggenommen Meine schulden durch dein blut, Laß es, o Erlöser, kommen Meiner seligkeit zu gut. Und dieweil du, so zerschlagen, Hast die fünd Mel. Alle menschen müssen. am freuz getragen, En ſo ſprich 256. Jefu, liebſter ſchaß de ich ganz mich dein eigen sen. 7. Weil mich auch der höllen schrecken, Und des satans grim: migkeit, Vielmal pflegen aufzuwecken, Und zu führen in den streit, Daß ich schier muß unten liegen: Ach! so hilf, Herr Jesu, fiegen; du meine zuversicht, Laß mich ja verzagen nicht. 8. Deine roth- gefärbte wunden, Deine nägel, fron und grab, Geben trost in fummerstunden, Wenden alle plagen ab; Deine pein und blut'ges schrißen Sollen mich in tode schüßen, Teine marter, angst und stich), O Herr Jesu! trösten mich. 9. Wenn ich vor gericht foll treten, Da man nicht entfliehen kann, Ach so wollest du mich retten Und dich meiner nehmen an; Du allein, Herr, fannst es wehren, Daß ich nicht den fluch darf hören: Ihr zu meiner linken hand Send von mir noch nie erkannt. 10. Du ergründest meine schmer: bräut'gam, Gottes fohn, Echa deine braut jest kommen, Wie s sich vor deinem thron Bu der er den niederleget, An die brust vol fummer schläget; Weil ihr hoch. betrübtes herz Fühlt den schweren sünden- schmerz. 2. Ach, es ist nicht zu beschreiber Die sehr große fündenschuld, Id fann faum für wehmuth bleiber Weil, o Jesu, deine huld Gege mich ist nun verscherzet, Welche mich so heftig schmerzet: Liebe stürb ich tausendmal, Als zu la den folche quaal. 3. Selbst das Herz fängt an id bluten, Das dein scharf geset jer bricht, Die sehr herbe thränen futhen Ueberschwemmen meing sicht; Alle mein gebein erbebet, Da die zornfluth sich erhebet: d ich bin lebendig todt In so großer feelen- noth. 4. Willst du mich dann ewig hasſen? Deine lieb und freundlichkeit, Wird ja die nicht sterben Von der wahren Buße und Bekehrung. 187 laffen, Die nach deiner hülfe| 6. In ihm will ich mich erfreun, schreyt. Ach! ich weiß dein herz Er macht mich von fünden rein: wird brechen, und mir armen trost Er hilft mir und allen frommen, zusprechen, Weil du meine fün- Daß wir nach vollbrachtem leid, den- last, Jesu! selbst getragen werden endlich aufgenommen In hast. das reich der herrlichkeit. 7. Hilf, Herr Jesu, daß ich hier In dem leben für und für, Mich im guten ernfilich übe; Leite mich an deiner hand Durch des heilgen Geistes triebe, Bis ich) komin ins vaterland. 5. Deine wunden sind die quelle, Hier wasch ich mein fünden- kleid In dem blute rein und helle, Bon dem koth der eitelfeit. Ach! wie will ich mich dann laben, Kann ich nur ein tröpflein haben Bon dem balsam deines bluts, Des hochtheuren seelen- guts. Mel. Jesu leiden, pein und. 6. Wirf dein liebreich angefichte, 258. Liebster Vater! ich dein find, Komm Herr! auf dein betrübtes find, Weil ich mich jetzt zu dir richte, geeilet, Weil ich sonsten niemand Und bereue meine sünd; Laß doch sind, Der mich armen heilet, Meimein geängst gewissen einen gna- ne wunden sind sehr groß, Groß den- blick geniessen; Einen blick, sind meine fünden, mache mich bruderherz! So verschwindet derselben los, Laß mich) gnade aller schmerz. finden. 257. Liebster Jefu, das ist pein, Daß ich soll geschieden seyn, Bon dir, leben meiner seelen! Ach, ich schrene mit bigier, Wenn mich meine fün den quälen, Schenke, Jesu, hülfe mir. 2. Ich bekenne dir, o Gott! Meines herzens große noth, Jesu, meiner feelen leben. Meine große fündenschuld, Wollest gnädig mir vergeben, und er zeigen deine huld. 3. Liebster Jesu, laß doch nicht Dein so helles gnadenlicht Ueber mir verdunkelt werden, Turch den schwarzen fünden- dunst: Laß mich fühlen hier auf erden, Deine füsse Baterqunst. 4. Wende, Jesu, von mir nicht Dein erfreulichs angesicht, Wegen viele meiner fünden: Laß doch, ohne größern schmerz, Vielmehr deinen troft empfinden Mein mit reu gefränktes herz. 5. Tu bist ja mein trost, mein theil, Jesu! ia das größte heil, Das zum besten meiner feelen Von dem hohen himmel kam, Was ich mir zumt trost will wäh len, Ist des Herren Jesu nam'. 2. Führst du väterlichs geschlecht und hast Vaters sitten, Ey, so hab ich findesrecht Und darf kindlich bitten; Dann den kindern sieht es frey, Bäter anzuflehen: Vater, deine gnad und treu, Laß mich ar men sehen. Bater lassen nennen, y, so wirst 3. Liebster Vater, willst du dich du lassen mich Baterssinn erfen: nen; Dann das wär ja viel zu schlecht, Blos den namen führen, Und nicht thun nach vatersrecht, wie sichs will gebühren. 4. Tu versprichst in deinem mort Gnade, heil und leben; Laß mich an der gnadenpfort Nicht zurücke beben: Hilf, daß in dem pilgrimslauf Meine feufier dringen, Bis zum gnaden- thren hinauf; laß es mir gelingen. 5. Ich laß doch nicht eher ab, Bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab Inniglich begehret; Eegne mich, ich lasse dich Eher nicht, ich hange Wie die klett am fleid, bis ich Gnad von dir erlange. 6. Tu bist Gott, und heißfest gut, Weil du gutthat übest, Und gleichwie ein vater thut, Teine finder liebest. Dieser gutthat laß mich 188 Von der wahren Buße und Bekehrung. auch, Baterherz! geniessen: Laß auf mich nach deinem brauch Deine gnade flieifen. heer Ins unergründlich tiefe meer Von seinem eignen blut versentet. Der Geist, der ihnen wird geschen: tet, Schwingt über sie die gnaden: fahn. Mein Heiland nimmt die fünder an. 7. Ach! verzeih mir, Ach vergieb, Was ich mißgehandelt, Weil ich nach der fünden trieb yur zu viel gewandelt; Ach sehr groß ist meine schuld, Groß sind meine fünden, Decke mich mit deiner huld, Laß mich gnade finden. 8. Siehe meinen Heiland an, Der für mich gestorben, Der auf seiner thränenbahn, mir das heil er worben: Bringen meine fünden schmerz, Die von dir mich trieben; Er erwarb das Baterherz Wieder durch sein lieben. 9. Klagt mich mein gewissen an, Toben angst und quaalen; Trifft mich selbst des todesbann, Kann ich nichts bezahlen; Ey so denk ich an die huld, Da mich, staub und aschen, Jesus hat von meiner schuld, Durch sein blut gewaschen. 259. Mein Heiland nimmt die fünder an, Die unter ihrer last der fünden, Kein mensch, kein engel trösten kann, Die nirgends ruh und rettung finden: Den'n selbst die weite welt zu klein, Die sich und Gott ein greuel seyn, Den'n Moses schon den stab gebrochen, Und sie der hölle zugesprochen, Wird diese frenstadt auf gethan: Mein Heiland nimmt die fünder an. 4. Go bringt er sie dem Vater hin, In feinen blut- befloßinen ar men, Das neiget denn den Baters finn Bu lauter ewigen erbarmen: Er nimmt sie auf an findes staty Ja alles was er ist und hat, Wid ihnen eigen übergeben; Und selbi die thür zum ew'gen leben Win ihnen fröhlich aufgethan. Meit Heiland nimmt die fünder an. 5. O! solltest du sein herze sehn, Wie sichs nach armen fündern ſehnet; So wohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr auge vor ihm thränet: Wie streckt er sich nach zöllnern aus? Wie eilt er in Bachäi haus? Wie fanft ftillt e der Magdalenen Den milden flu erprester thränen? Und denkt nicht was ſie sonst gethan. Mein Ha land nimmt die fünder an. 2. Sein mehr als mütterliches herz Trieb ihn von seinem thron auf erden: Ihn drang der fünder weh und schmerz An ihrer statt ein fluch zu werden: Er senkte sich in ihre noth Und schmeckte den verdienten tod; Nun da er denn sein eigen leben, Bur theuren zahlung hingegeben, und feinem vater gnug acthan; So heißts: er nimmt die sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner schooß Ein sichres schloß gejagter seelen: Er spricht sie von dem urtheil los, Und tilget bald ihr ängstlich quä Len: Es wird ihr ganzes sünden 6. Wie freundlich blickt er trum an! Ob er gleich noch so tie gefallen. Nun, dieß hat er nicht nur gethan Da er auf erden mußte wallen: Nein, er ist immer einer: ten; Gerecht und fromm, und ewig treu; Und wie er unter schmad und leiden, So ist er auf dem thro der freuden Den fündern liebreid jugethan. Mein Heiland nimm die fünder an. 7. So fomme denn, wer fünd heißt, Und wen sein fündengre betrübet, Bu dem der keinen vo fich weis't, Der sich gebeugt zu ih begiebet. Wie? willst du dir im lichte stehn? Und ohne noth verlos ren gehn? Willst du den fünden länger dienen? Da dich zu retten er erschienen? Onein, verlaß die fündenbahn. Mein Heiland nimmt die fünder an. 8. Komm nur mühselig und ges bückt, Komm nur so gut du weißt zu kommen; Wenn gleich die laſt dich niederdrückt, Du wirst auch Von der wahren Buße und Bekehrung. 189 friechend angenommen. Sien, wie| 3. Ich finde kaum, Auf erden fein herz dir offen sieht, und wie raum, Wo ich kann sicher bleiben, er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem flehen Eich brünstig nach dir umgesehen? So komm denn, armer wurm, heran. Mein Heiland nimmt die sünder eine bosheit will mich ganz In den abgrund treiben. an. 4. Mir deucht dein wort Läst schrecklich dort Sich von dem richtstihl hören; Weil ich mich die fleisches- lust Laß hier so bethören. 5. Oottes Sohn, Du gnadens thron, Ich flich in deine wunden; Hier hab ich noch jederzeit Ruh und lindrung funden. 6. Dein heil'ges blut, Das mir zu gut Am freuze ward vergossen, 3st ein brunn, daraus das heil Kommt auf mich) geflossen. 7. Darum, mein heil, laß mich jest theil An deineni tode haben. Meine fünde werd hinfort In dein grab vergraben. 9. Sprich nicht: ich habs zu grob gemacht! Ich hab die güter seiner gnaden So lang und schändlich umgebracht! Er hat mich oft um fonst geladen; Wofern du's mur jest redlich meynst, Und deinen fall mit ernst beweinst; So soll ihm nichts die hände binden; Nein, du sollst heil und gnade fin: den, Weil er dir helfen will und kann. Mein Heiland nimmt die fünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch zeit, Ich muß erst diese lust geniessen; Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne gnaden- pforte schliessen. Nein, weil er ruft; so höre du, Und greif mit beyden händen zu: Wer seiner feelen heil verträumet, Der hat die gnaden: zeit versäumet; Ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut fomm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zieh uns selbsten recht zu dir, Holdielig süsser freund der fünder; Erfüll mit sehnender begier Auch uns und alle Adams tin: der. Beig uns bey unserm feelen schmerz Dein aufgespaltnes liebesherz; Und wenn wir unser elend schen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein ieder sagen kann: Gott lob, auch mich nimmt Jesus an! 260. Mel. O traurigkeit, o herze. angst und leid! traurigkeit! Die ich jest muß empfinden, Die ießt mein gewissen nagt Wegen meiner fünden. 2. Dach und weh! O schreckens: fee! Wo soll ich mich verstecken? Ach! daß doch die tiefste gruft Möchte mich bedecken. Mel. Jesu leiden, pein und. 261. O wie ist der weg fo den fünder führet Bu des himmels freudensaal! O wie manche rühret Das verlangen sel'ger luft, Welche doch nicht kommen, Wegen welt- gesinnter brust, In das reich der frommen. 2. Denn sie scheuen kreuz und leid, Hegen fleisches triebe; Es beherrscht sie stol; und neid, Sammit der eigenliebe: Ach, es führt der schmale pfad Turch viel angst und leiden, er zeigt, was man stündlich hat Gänzlich zu vermeiden. 3. Dann die himmelspfort ist flein, er hindurch will gehen, Und nicht gleichfalls klein mag senn, Bleibet draussen stehen: Viele denken wohl daran, Auch der fündenbahn wird dies nicht hindurch zu dringen, aber auf gelingen. 4. Ach we nehm' ich kräfte her? Wer hilft mir von fünden? Ich, vom guten gänzlich leer, Kann den weg nicht finden, Wo ich fren von fünden last, Jefum mein verlangen, Ihn den füfften himmels gast, Könnte fest umfangen. 5. Heiland gieb mir deinen Geist; 190 Von der wahren Buße und Bekehrung. Uendre selbst mein leben; Er, der| der vor'gen fünden- zeit und suche unser tröster heißt, Kann den fum- dein genesen In wahrer buß ohn mer heben: Schaff ein neues herz heuchelen, Ohn falschheit und ohn in mir, Gieb mir starfen glauben, trügeren, Nach Gottes heilger lehe Daß mich dir, O seelenzier! Nie re; Eröffne deiner thränen bach, der feind kann rauben. Ruf über deine fünde: ach! Und ernsilich dich bekehre. 6. Präge selbst dein eigen bild Tief in meine seele; Reiche mir den glaubensschild; Echone wo ich fehle. Friede; sanftmuth, troft, geduld, Starker muth im leiden Sind geschenke deiner huld, Sammt den reinen freuden. 7. Ach! so send uns deinen Geist, Laß ihn auf uns schweben, Wie du deinen jüngern haft Ihn zum trest gegeben; Komm, ach komm, du werther Geist, Daß auch wir einst kommen, Da, wohin dein trieb uns weißt, In das reich der frommen. Mel. Ein Lämmlein geht u. 262. Ofichrer fünder! denkst du nicht, Was dein verruchtes leben An jenem großen welt- gericht Für lohn dir werde geben? Gedenkst du nicht in deinem muth, An Gottes zorn und seine ruth, Damit er grimmig dräuet Den fündern, die im tollen sinn, Gelebet, und von anbeginn Für ihm sich nicht gescheuet. 2. Bergisfest du der höllenglut, Wo fünd und tod bensammen Mit unauslöschlich ew'ger wuth, Dir und dem teufel flammen; Sie lodert schon zur ewigkeit, Die glut, in welcher nach der zeit, Von we= gen deiner fünden Die arme feel, der freche geist Der mun so man: cher lust geneußt, Sein ach und weh wird finden. 3. Erbarme dich selbst über dich Und deine arme seele, Tamit sie nicht so grausam sich In jenem feuer quale; Gedente doch, du fünden- knecht, Daß Gott allwissend und gerecht, Und deine laster zähle: Auf, auf, ermuntre dich mit fleiß, Die fünden- nete bald zerreiß, Du arm- verirrte feele. 4. Gieb gute nacht der eitelfeit, Und ihrem wilden wesen, Bergiß 5. Noch ist die heilge himmels: thür Bu deiner hülfe offen: Du fannst noch heute gnade hier Und alles gute hoffen; Auf! schicke dich zur buße an; Verlaß der laster breite bahn; Noch scheint dir deine sonne, So wird auf deinen thri nenguß Erfolgen Gottes gnaden fuß, Und fünftig ew'ge wonne. 6. Eprich zu den fünden insge mein, die dich so sehr vergiftet: Kommt ben mir nur nicht weiter ein, Ich hab ein haus gestiftet Für Gott in meines herzens faal, Ents weicht und fliehet allzumal, Thi schändliche verräther! Es flicht meine arme feel In der felslöcher sichre höhl, Ben Jesu dem vers treter. 7. Ach Jesu, süsses gnadenheil! Du vater deiner kinder! Ach Jefu! sum erbarmen eil Für mich be trübten fünder: Ich komme, adh fomm, nimm mich an, Tu großer gnad- und wunder- mann, Ich bitte um erbarmen! Ich weiß, daß noch wird übrig seyn In dei nem füffen herzens- schyrein, ein trost- blick für mich armien. 8. Herr Jesu, meer der gütigkeit Laß deine gnade fliessen: Und wi ein strohm in dieser zeit, Auch au mich sich ergiessen: Hier steh id elend, blind und blos, Fröffne mit der liebe schoof, Und laß mich gna de finden: Führ auch durch deinen guten Geist Mich so, daß ich fort allermeist Ersterbe allen fünden. Mel. Vater unser im himmel. gowahr ich lebe, spricht 263. So dein Gott, Mir ist nicht lieb des fünders tod; Biele mehr ist dieß mein wunsch und will, Daß er von fünden halte still, Von der wahren Buße und Bekehrung. 191 2. Du fliehst von dem, der nach dir ruft Aus lieb entflammiten herzen. Tu eilst, wohin? zur höllen- kluft: Ach! sollte michs nicht schmerzen? O arme creaz tur! Steh still, bedenke nur, Ich hab dir selbst mein bild vertraut; Und du wirst eine teufels- braut. 3. O jammer, ach! ich seh mein find In pful des abgrunds ren= nen, Ich ruf, ich schrey; es ist so blind, Und will mich nicht erken: nen; O armer mensch, steh still? Dent, wer dich retten will: Ich bins, der dich so brünstig liebt: Ich bins, den deine noth betrübt. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets 4. Gedenke nicht: ich sey ein bereit Dem fünder mit barmher- thier, Das sich vom blute nähret. jigkeit; Doch, wer auf gnade fün- Wie wohl, wie wohl ist dem ben digt hin, Fährt fort in seinem mir Der sich zu mir bekehret. bösen sinn, Und seiner feele selbst Komm nur, mein kind, komm her, nicht schont, Der wird mit ungnad Ich bin kein löw noch bär. Ich, abgelohnt. ich bin Gott, das höchste gut! Was mußt mir eine handvoll blut? 5. So wahr ich Gott und ewig bin, Ich will nicht dein verderben; O komm doch nur, verirrter sinn, Tu sollst das leben erben. Das Lamm hat dich befreyt; Tauch nur das sündentleid In seine tiefe wunden ein, So will ich dein ers barmer seyn. Bon seiner bosheit fehre sich, Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dieß wort bedenk, o men schen- tind; Verzweifle nicht in deiner fünd; Hier findest du trost, heil und gnad, Die Gott dir zu gesaget hat, Und zwar durch einen theuren eid; selig, dem die fünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor sicherheit, Denk nicht: es ist noch gute zeit, Ich will erst fröhlich seyn auf erd; Und wenn ich lebens müde werd, Alsdann will ich befehren mich: Gott wird wohl mein erbarmen fich. 5. Gnad hat dir zugefaget Gott, Von wegen Christi blut und tod, Doch sagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt: Daß du mußt sterben, ist dir kund, Verborgen ist die todes- stund. 6. Heut lebst du, heut befehre dich, Eh morgen fommt, fanns ändern sich: Wer heut it frisch, gesund und roth, Ist morgen 6. Dies ist der treuen lehrer rath, trant, ja wohl gar todt. Eo du Dich von den höllen ketten, Wenn nun stirbest ohne buß, Dein leib dein herz buß und glauben hat, und feel dort brennen muß. Turch Christi blut zu retten. Mein -7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du Geist kommit selbst zu dir, Bringt mir, Daß ich jetzt komme bald zureu und buß herfür, Er schenkt dir dir, Und busse thu den augenblick, selbst das glaubens- licht: Nur Eh mich der schnelle rod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Bu meiner heimfahrt sen bereit. halte still und fliehe nicht. Mel. Der lieben fonnen licht. 264. Steh armer mensch, befinne dich, Du eilst in dein verderben; Mein herze bricht, du jammerst mich; Ach, willst du ewig sterben! Hab ich dich nicht gezeugt? Hab ich dich nicht gefäugt: Such ich nicht dei nerseelen ruh? Ach! armerwurm, wo eilst du zu. 7. Sieh armer mensch, so treu bin ich, Wer kann dich reiner lies tüffe mich: Wie kannst du mich ben; So komm denn her, komm, betrüben? Flieh, flieh die falsche welt, Tie dich gefesselt hält, Flień, armer, geh von Codon aus, Und fomm in deines Vaters haus. 8. O fönnte so die erden- luft Wie ich, dein herz vergnügen; Ich gönnte dir an ihrer brust In ewigkeit zu liegen. Ich bin, Gott, ohne dich; Dein etend jammert 192 Von der wahren Buße und Bekehrung. mich; Tenn was vorist dein herz| Ach Herr, hab' mit mir geduld, erfreut, Verlaßt dich in der ewig: Mein gebeine trachen, Heil die seel teit. Mit dem öhl Teiner großen gna: den, end ab allen schaden. 9. Was wird sodann den armen geist, Und sein verlangen stillen? 4. Ach! sich mein gebeine an, Die träber, so er bier geneußt, Wie sie all erstarren, Meine seele Wird ihn nicht ewig füllen. Pracht, gar nicht fann Deiner hülfe har: rulluft, gut und geld Bergeht, ver- ren: Ich verschmacht, Tag und raucht, zerfällt, Drum komm zu nacht Muß mein lager fliesſen mir, betrognes find, Weil ich) und Von den thränen- güssen. du nur ewig sind. 5. Ach! ich bin so müd und matt Von den schweren plagen, Mein herz ist der seufzer fatt, Die nach hülfe fragen: Wie so lang Machi du bang Meiner armen seele, In der schwermuths- höhle. 10. O glaube nicht, es sey ein joch, In meinem schooß zu liegen: O tomm nur her, versuch es doch, Ich will dein Herz vergnügen. Wie sanfte wirst du ruhn, Wie wohl will ich dir thun, Wenn du 6. Weicht, ihr feinde, weicht von der welt nur abschied giebst, Und mir, Gott erhört mein beten, Nun mich allein durch Christum liebst. mehr darf ich mit begier Vor sein 11. Drum auf, und eil aus Ba- antlih treten; Teufel weich! Hölle bylon, Berlaß die fünden- pfüßen; fleuch: Was mich vor geträntet, Bist du zu schwach, hier ist mein Hat mir Gott geschenket. Sohn, Sein arm wird dich bez schüßen: Hat er dich fren gemacht, Und dich zu mir gebracht; Eo wird dein herz recht fren und rein, Und ich dein Sott und Bater seyn. 7. Bater, die sen ewig preiß Hier und auch dort oben, wie auch Shristo gleicherweiß. Der allzeit j loben. Heilger Geist, Sen ge preißt, Hoch gerühmt, geehrel, Daß du mich erhöret. Mel. O Gott, du frommer. 12. Wie groß ist doch die seligteit, So die gerechten schmecken? Sie fann fein tod, fein schmerz noch leid, Kein feind, kein teufel 266. Millst du die buſſe schrecken. Ich bin ihr schuß und heil: Ich bin ihr lohn und theil, Nun, armer mensch, fomm, liebe mich! Dieß alles, alles wart't auf dich. noch, Die ge: biet, verschieben: So schändest du fein wort, Und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine besserung Nicht deiner seelen glück? Und wer verschiebt sein heil Gern eis nen augenblick! Mel. Mache dich mein geist. 265. Straf mich nicht in deinem torn, Gros fer Gott! verschone, Ach laß mich nicht seyn verlorn, Nach verdienst nicht lohne; Hat die fünd Dich entzündt, Lösch ab in dem lamme Deines grimmes flamme. 2. Herr, wer denkt im tode dein, Wer dankt in der hölle? Rette mich aus jener pein Der verdanimten seele, Daß ich dir Für und für Dort an jenem tage, Höchster Gott, lobſage. 3. Beig mir deine Baterhuld, Stärf mit troft mich schwachen, 2. Allein wie schwer ist nich Sein eigen herz bekämpfen? Be gierden widerstehn, und seine lüh dämpfen? Ja sünder, es ist schwer; Allein zu deiner ruh Ist dieß der einz'ae weg, Und dem entsagest du? 3. 3t deine pflicht von Gott, Wie kannst du sie vergesſen? Nady deinen fräften selbst hat er sie abe gemesſen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein tyrann, Der mehr von mir verlangt, 2015 ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, Und Von der wahren Buße und Bekehrung. 193 verschiebst. feiner werth zu seyn, Im glauben| vor dir selbst, Wenn du dieß werk mich erkühne? Wenn du die tu gend übst, Die Gott dein Herr, ge= beut, Wem dienst du? Ringst du nicht Nach deiner seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, Das laster zu verlassen? Weil es dein unglück ist, Befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, Der tugend freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, Befiehlt sie Gott allein. 6. Gott biet die kraft dir an, Das gute zu vollbringen; Soll er durch allmacht dich, Ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die vernunft; Und du verleugneft sie? Er sendet dir sein wort; Und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein herz; Ich hab es ihm verheissen, Mich noch dereinst, mich bald Bom laster loszureissen: Jetzt ist das werk zu schwer. Doch diese schwierigkeit, Die heute dich erschreckt, Wächst sie nicht durch die zeit? 8. Je öfter du vollbringst, Was fleisch und blut befohlen, Je stär: ter wird der hang, Die that zu wiederholen. Scheu'st du dich heute nicht, Des höchsten feind zu seyn: Um wie viel weniger Wirst du dich morgen scheun! 9. 3ft denn die buß ein wert Bon wenig augenblicken? Kann dich kein schneller tod Der welt noch heut entrücken? Ist ein ge schren zu Gott, Ein wunsch nach besserung, Und angst der missethat, Die wahre heiligung? 10. Its gnug zur seligkeit, Des glückes der erlösten, Wenn uns der tod ergreift, Sich sicher zu getrösten? Ist das bekenntniß gnug, Daß uns die fünde reut; So ist kein leichter werk, Als deine seligteit. 12. Der glaube heiligt dich. Ist dieser dein geschäfte? Nein, mensch: und du verschmähst Des Geistes Gottes kräfte? Erschreckt dich nicht sein wort? Giebt im verkehrten sinn, Den fünder, der beharrt, Nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, Da= mit wir fünder bleiben, lind, sicher durch sein blut, Das laster höher treiben. Gebiet uns Christi wort Nicht tugend, recht und pflicht; So ist es nicht von Gott: Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, Und seine simme hörest, Noch heute schicke dich, Daß du vom bösen kehrest. Begegne deinem Gott, Willst du zu deiner pein Dein hier versäumtes glück Nicht ewig noch bereun. selber zu besiegen; Der sieg, so 15. Entschliesse dich beherzt, Dich schwer er ist Bringt göttliches vers gleich) Im anfang langsam fort, gnügen. Was sagst du? geht er Sen wacker? Gott ist nah, Und stärkt dich durch sein wort. 16. Ruf ihn in demuth an; Er tilget deine fünden; Und läßt dich sein gesetz Erst ihren fluch emDenn Gottes traurigkeit Wirkt pfinden; So widerstreb ihm nicht: eine reu in dir, Die niemals dich gereut. 17. So süß ein laster ist, So giebts doch keinen frieden: Der tugend nur allein Hat Gott dieß glück beschieden. Ein mensch der Gott gehorcht, Erwählt das beste theil; Ein mensch der Gott vers läßt, Verläßt sein eigen heil. 18. Die buffe führt dich nicht In eine welt voll leiden: Gott fennt und liebt dein glück: Sie führt zu deinen freuden, Macht deine 11. Toch fordert Gott von uns seele rein, Füllt dich mit zuver: Die reinigkeit der feelen; Ist kei- ficht, Giebt weisheit und verstand, ne seele rein, Der glaub und liebe Und muuth zu deiner pflicht. fehlen: Ist dieses dein beruf, Gott 19. Sprich selbst ist dieß kein dienen, den du liebst: So jittreglückt, Mit ruhigem gewissen, Die 194 Von der wahren Buße und Bekehrung. güter dieser welt, Des lebensglück und so helle Von ewigkeit gewesen geniessen, Und mäßig und gerecht ist. In dem genusse seyn, Und sich der seligkeit, Schon hier im glauben freun? Mel. Wo ist der weg, den ich. Jesus, der Hirte: 267. Wo ist mein schäflein, das ich liebe, Das sich so weit von mir verirrt, Und felbst aus eigner schuld verwirrt? Darum ich mich so sehr betrübe? Wist ihrs, ihr auen und ihr heden, So fagt mirs, eurem Echöpfer an: Ich will sehn ob ichs tann erwecken, Und retten von der irrebahn. 2. Uch schäflein! finde dich doch wieder zu dem, der dich so herzlich liebt, Und nie was böses hat verübt Un dir der sich gelassen nieder, Um dich zu suchen und zu fuffen Auf seine achfel fanftiglich. Der nimmermehr dich kann verlassen; Denn meine lieb währt ewiglich). 3. Ich kann dich ja nicht länger wissen In solcher abgeschiedenheit, Du laufft mun hin und her zer: streut, Und mußt die große freude missen, So andre schäftein ben mir finden, Die nur in meinem schooffe ruhn; Da sind sie sicher vor den winden, Die ihnen können schaden thun. 4. Du findest eher keinen Frieden, Bis du dich ganz in mich versenkt, Und dein herz haft zu mir gelenft. Ich bins alleine, der den müden Kann leben, fraft, erquicung geben. So tomme doch nun bald heru: Ach! schone doch dein ar: mes leben, und schaffe deiner feelen ruh. 5. Willst du, o armes Camm, nicht hören, Caufft immer weiter weg von mir? Ruf ich doch sehn. lich für und für, Ob du noch wollteft wiederkehren Bu deinem ursprung, deiner quelle, Aus welcher du gefloffen bist, Die ja so lieblich) 6. Kann dich mein rufen nicht erweichen, Das in der wüsten laut erschallt, und in den klüften wie: derhallt; So bist du wohl recht zu vergleichen Den harten felsen und den steinen, Die doch mein wort zerschmeissen kann: Ach! ich muß vor erbarmen weinen, Daß du mich nicht willst hören an. Schäffein: 7. Weß ist die stimme, die ich höre In dieser wilden wüsteney Es scheint, als obs der Hirte se Er rufet immer: wiederkehre! Sollt er mich denn auch irgend mennen? Ich sehe wohl, daß ich verirrt; Nun bin ich lahm auf meinen beinen: Ach! hätt ich mich nicht so verwirrt. Hirte: 8. Ich will dir keine ruhe lassen, Ich will dich locken, bis du hör und dich von herzen zu mir kehr: uch! wie will ich dich denn um faffen, Und an mein herz gani fanfte drücken: In liebes- feilen sollt du gehn, Dann wird kein feind dich mehr berücken, In meis nen hürden sollt du stehn. Schäffein: gelaufen, So gut ich kann auf dein 9. Ach holder Hirt! ich komm geschren, Du mußt mich aber ma chen fren, Und selber bringen dem haufen Der andern schäflein die dich kennen, Die dich nur ihr augen- luft Und allerliebsten Spi ten nennen. Nun, drück mich fe an deine brust! Mel. Auf meinen lieben Gott. 268. Wo soll ich flichen hin bin mit vielen großen fünden! Wo kann ich rettung finden Wann alle welt herkäme, Mein angst sie nicht wegnehme. 2. O Jesu voller gnad, Auf dein gebot und rath, Kommt mein bes trübt gemüthe Bu deiner großen Vom wahren Glauben. güte; Laß du auf mein gewissen Fin gnaden- tröpflein fliessen. 3. Ich, dein betrübtes find, Werf alle meine sünd, So viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, In deine tiefe wunden, Da ich stets heil gefunden. 4. Turch dein unschuldig blut, Die schöne rothe fluth Wasch ab all meine fünde, Mit trost mein herz verbinde, Und ihr nicht mehr gedente, Ins meer fie tief versente. 5. Du bist der, der mich tröst, Weil du mich haft erlöst: Was ich gefündigt habe, hast du verscharrt im grabe, Da hast du es verschlos sen, Da wirds auch bleiben müfſen. 6. 3ft meine bosheit groß, So werd ich ihr doch los, wenn ich dein blut auffasſe, Und mich dar: auf verlasse, Wer sich zu dir nur findet, All angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem blute: Damit ich überwinde Tod, teufel, höll und fünde. 8. Und wenn des satans heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen, Mit dir kann ich sie schlagen, Dein blut darf ich nur zeigen So muß ihr troh bald schweigen. 9. Dein blut der edle saft, Bringt fündern stärk und fraft; Es kann den schaden heben: Es tönnen alle leben, Die es im glauben fassen, und die sich retten lassen. 195 11. Führ auch mein Herz und finn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög alles meiden, Was mich) und dich kann scheiden, Daß ich an deinem leibe, ein gliedmaß ewig bleibe. Mel. Aus tiefer noth schrey. 10.. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich, Jeht kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben; Denn du haft mirs erworben, Da du für mich gestorben. 269. Wo soll ich hin? Wer hilfet mir? Wer führet mich zum leben? Bu niemand Herr, als nur zu dir Will der das verlorne sucht: Du seg ich mich fren begeben, Du bist, nest das, so war verflucht: Hilf, Jeſu, den elenden! : mich), Der tedes- leib mich plaget. 2. Herr, meine fünden ängsten Bergieb mir, was mich naget; O Levens Gott, erbarme dich, Du weißt es wohl was mir gebricht, Ich weiß es auch, und fag es nicht, Hilf, Jesu, dem betrübten! 3. Du sprichst: Ich soll mich fürchten nicht: Du rufft, ich bin das leben! Drum ist mein trost auf dich gericht, Du kannst mir alles geben: Im tode kannst du ben mir stehn, In noth als herzog vor mir gehn, Hilf, Jefu, dem zerknirschten. 4. Bist du der arzt, der franke trägt? Auf dich will ich mich le gen. Bist du der hirt der schwache pflegt? Erquicke mich mit segen. Ich bin gefährlich frank und schwach, Heil und verbind, hör an die flag, Hilf, Jefu, dem zerschlagnen. 5. 3ch thue nicht Herr, was ich soll, Wie kann es doch bestehen? Es drücket mich, das weißt du wohl, Wie wird es endlich gehen? Elender ich), wer wird mich doch. Erlöfen von dem todes- joch? Ich danke Gott durch Christum. Vom wahren Glauben. 270. Es ist das heit uns helfen nimmermehr, Sie mögen kommen her, Von nicht behüten. Der glaub sieht gnad und lauter güte, Die werke Jefum Christum an, Der hat Vom wahren Glauben. 196 gnug für uns all gethan, Er ist der mittler worden. 2. Was Gott im g'set geboten hat, Da man es nicht fonnt halten, Erhob sich zorn und große noth Vor Gott so mannigfalten, Vom fleisch wollt nicht heraus geist, Bom g'ses erfordert aller: meist, Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher wahn darbey, Gott hätt sein g'ses drum geben, Als ob wir möchten selber fren nach seinem willen leben; So ist es nur ein spiegel zart, Der uns zeigt an die fündig art, In unserm fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war dieselbe art Aus eignen träften lasſen, Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich fünd ohn massen; Denn gleißners werk Gott hoch verdammt, und jedem fleisch der sünden schand Allzeit war ange: boren. 9. Es wird die sünd durchs g'fes erfannt, Und schlägt das g'wissen nieder, Das evangel'um tommt zu hand, Und stärkt den fünder wieder. Er spricht: nur triech zum freuz herzu, Im g'seh ist weder rast noch ruh, mit allen seinen werken. 10. Die werk kommen gewißlich her aus einem rechten glauben, Wenn das nicht rechter glaube wär, Wollt'st ihn der werk bes rauben: Doch macht allein der glaub gerecht, Die werk die find des nächsten knecht, Daben wir'n glauben merken. 11. Die hoffnung wart der rech: ten zeit, Was Gottes wort zufa: get, Wenn das geschehen soll zur Freud, Sest Gott kein g'wiſſe tage. Er weiß wohl wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge list, Deß soll'n wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt et nicht, Laß dich es nicht erschrecken, Denn wo er ist am besten mit wort laß dir gewisser seyn, Und Da will ers nicht entdecken. Sein ob dein herz spräch lauter nein, Go laß dir doch nicht grauen. 5. Noch mußt das g'ses erfüllet feyn, Sonst wären wir verdor: ben, Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der selber mensch ist worden: Das ganz gefeh hat er erfüllt Damit feins vaters jorn gestillt, Der über uns gieng alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist Durch den, der es fonnt halten, So lerne jetzt ein frommer christ, Des glaubens recht gestalte: Nicht mehr denn lieber Herre mein! Dein tod wird mir das leben seyn, Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen zweifel trag, Dein wort fann nicht betrügen: Nun sagst du, daß kein mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen. Wer glaubt an dich, und wird getauft, Demselben ist der himm'l erkauft, Daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, Der diesen glauben faffet, Per glaub giebt aus von ihm den 271. Gott! du haſt in do er die werk Mit Gott der glaub ist wohl daran, Dem nächsten wird die lieb guts thun, Bis du aus Gott geboren. nem Sohn von ewigkeit erwählet: Sende mun von deinem thron, as noch meis nem heile fehlet, Und gieb mir des 13. Sen lob und ehr mit hohem preis, Um dieser gutthat willen, Gott, Bater, Sohn, heiligen Geist! Der woll mit gnad erfül len, Was er in uns ang'fangen bat, Bu ehren seiner majestät, Daß g'heiligt werd sein name. 14. Sein reich zufomm, fein will auf erd G'scheh wie ins hime mets throne, Das täglich brodt ja heut uns werd, Wollst unsre schuld verschonen, Als wir auch unsern schuld'gern thun, Laß uns nicht in versuchung stahn, Löf uns vom übel, amen. mel. Liebster Jefu, wir find. Vom wahren Geistes gaben, So dann werd ich alles haben. 2. Ach! ich bin lebendig todt, Und zum guten ganz verloren, Heilger Geist, mein Herr und Gott! Mache du mich neugebo: ren: Denn das fleisch) ist mein verderben, und kann nicht den himmel erben. 3. Treibe weg die finstre nacht Meiner irdischen gedanken; Dämpfe das, was Gott veracht; Halte die vernunft in schranken; Daß ich anders, nicht als gerne, Selbst von dir die weisheit lerne. 4. Was mein herze dicht und tracht, Ist von jugend auf mur böfe: Aber hilf, daß deine macht Mich auch von mir selbst erlöse; Und zu allen guten dingen Gieb mir wollen und vollbringen. 5. Schaff in mir ein reines herz, Daß ich stets an Gott gedente, Und mich oft mit reu und schmerz Ueber meine fünde tränte; Toch, nach den betrübten stunden, Führe mich in Jesu wunden. 4. Ich bin zwar schwach, doch sey Ter glaub in mir geschäftig, Und deine stärk und kraft Sen in mir schwachen kräftig: Ach, zich mich hin zu dir, Herr, meine zus versicht! Auf daß sich mehr' in mir Des wahren glaubens licht. 5. O frommer Gott! der du in fünflein angezündet Des glaubens, blas' es auf Daß, wenn sich noth einfindet, Ich wohl gerüstet sen, Und gute ritterschaft Ausübe allezeit, Durch dieses lichtes kraft. 6. Herr Jesu! blicke du Mich an aus lauter gnaden, Wie du das arme weib Von Cana, das beladen Mit vielem unglück war: Vertritt du mich ben Gott, Damit mein schwacher glaub Nicht werde hier zu spott. 7. Ach, lieber Herr! wie du Für Petrum haft gebeten, Daß er nicht möchte ab Bom wahren glauben treten: Eo bitte auch für mich, Der du mein mittler bist, weil es dein wille ja, Und mir ersprießlich ist. 8. Erhöre mich, mein Gott Mein Gott, mich doch erhöre! Merk auf mein flehen, und Der bitte mich gewähre, Daß ich des wir dort einmal Bey dir in glaubens ziel, Der feclen feligkeit, ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben G. a 273. Ih ch habe nun den grund gefunden, Der mei: 6. Pflanze mich daselbst in ihn, 2018 ein glied an seinem leibe, Und wann ich fein eigen bin, Hilf mir daß ich es auch bleibe: Er sey weinstock, ich der rebe, Daß ich ganz an Jesu klebe. 7. Hierzu bitt ich diese dren; Glauben, hoffnung und die liebe; Stel auch sonst mir also ben, Daß tein teufel mich betrübe; Gieb mir demuth, fried und freude, Und auch sanftmuth wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wohl, Auch zuweilen gar nichts fagen: Hilf mir beten, wie ich foll, Hilf mir auch mein freuze tragen: Wann es zeit ist, hilf mir sterben, und dabey den himmel erben. Mel. O Gott, du frommer. 272. err, allerhöchster Glauben. 197 ich gerne wollt, Im glauben bez ten an. alle gaben, und was uns nüßlich ist, Durch Christum müssen haben: Ich fünder klage dir, leider! ich nicht ann, Dich, wie 2. Ich glaube ja zwar wohl, Doch mit sehr schwachem glauben, Den mir noch will dazu der arge feind wegrauben: In solcher noth, o Gott! Weil ich auf dich allein Vertraue, wollest du Mein treuer helfer seyn. 3. Ach! recke du zu mir Tochy deine gnaden- hände, Hilf meiner schwachheit auf, und stärkung mir zusende: Ob schon dem senfkorn gleich, Mein glaube ist sehr klein, Co laß ihn doch ben mir In stetem wachsthum seyn. 198 Vem wahren Glauben. nen anfer ewig hält. Wo anders len, Ben dem so viel erbarmen als in Jesu wunden? Da lag er ist, er wolle selbst mein herze stil: vor der zeit der welt: Den grund len, Damit es das nur nicht vers der unbeweglich steht Wenn erd gist: Eo fiehet es in lieb und leid, und himmel untergeht. In, durch und auf barmherzig feit. 2. Es ist das ewige erbarmen, Das alles denken übersteigt: Es 10. Ben diesem grunde will ich sind die offnen liebes- armen, Teß, bleiben, Eo lange mich die erde der sich zu dem fünder neigt: trägt: Das will ich denken, thun Dem allemal das herze bricht, und treiben, Eo lange sich ein Wir kommen oder kommen nicht. glied bewegt; Eo fing ich einst in 3. Wir follen nicht verloren ewigkeit: D'abgrund der barm: werden, Gott will, uns foll gehol- herzigkeit! fen seyn: Deswegen kam der Sohn auf erden, Und nahm her: 274. Mein Jesu, dem die Seraphinen Im nach den himmel ein; Deswegen glanz der höchsten majestät Selbst tlopft er für und für Eo start an mit bedecktem antlik dienen, unsers herzens thür. Wenn dein befeh! an sie ergeht: 4. D abgrund, welcher alle fün- wie sollten blöde fleisches- augen, den Durch Christi tod verschlun- ie der verhaften fünden- nacht gen hat! Das heißt die wunden recht verbinden, Hier findet kein it ihrem schatten trüb gemacht, Dein helles licht zu schauen taus verdammen statt; Weil Christi gen? blut beständig schrent: Barmher: zigkeit, Barmherzigkeit. 5. Darein will ich mich gläubig fenten, Dem will ich mich getreft vertraun; Und wenn mich meine fünden fränken, Nur bald nach Gottes herzen schaun; a findet sich zu aller zeit, Unendliche barmherzigkeit. 2. Toch gönne meinen glaubens blicken Den eingang in dein hei ligthum; Laß deine gnade mich erquicken, Bu meinem heil und deinem ruhm. Reich deinen scep ter meiner fecle, Die sich, wie iher, vor dir neigt, Und dir als deine braut sich) zeigt; Eprich: ja, 6. Wird alles andre weggeriffen, du bisis, die ich erwähle. Bas feel und leib erquiden kann, Darf ich von keinem troste wissen, Und scheine völlig ausgethan, sf die errettung noch so weit; So bleibt mir doch barmherzigkeit. 7. Beginnt das irdiiche zu drüden, 3a, häuft fich funner und verdruß, Daß ich mich noch in vielen fiücken mit eiteln dingen plagen muß: Werd ich auch ziemlich sehr zerstreut, Eo hoff ich auf barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten werken, Darinnen ich gewandelt bin, Biel unvollkonimenheit bemerken, So fällt wohl alles rühmen hin: Doch ist auch dieser trost bereit: Ich hoffe auf barmher zigkeit. 3. Seh gnädig, Jesu, voller güte, Dem herzen, das nach gnade lechit! Hör wie die zung in dem gemüthe: Gott, fen mir armen gnädig! ächt. Ich weiß, du fannst mich nicht verstoffen: Wie könntest du ungnädig seyn Tem, den dein blut von schuld und pein Erlös't da es so reich) geflossen? 4. Ich fall in deine gnaden: hände, und bitte mit dem glaus bens- fuß: Gerechter König, wen de, wende Die gnade zu der herz zens buß. Ich bin gerecht durch deine wunden, es ist nichts ftraf lichs mehr an mir. Bin aber id versöhnt mit dir, Eo bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach! laß mich deine weis 9. es gehe mir nach deffen wil- heit leiten, Und nimm ihr licht Vom wahren Glauben. nicht von mir weg: Stell deine gnade mir zur seiten, Daß ich auf dir beliebtem steg Beständig bis ans ende wandle, Damit ich auch in dieser zeit In lieb und herzens freundlichkeit Nach deinem wort ind willen handle. 6. Reich mir die waffen aus der höhe, und stärke mich durch deine macht, Daß ich im glauben sieg and stehe, Wenn stärk und list der feinde wacht; So wird dein gnadenreich auf erden, Das uns zu deiner ehre führt, und endlich går mit fronen ziert, Auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein herz will dich umfassen, Erwähl es, Herr, deinem thron. Hast du aus lieb' ehmals verlassen Des himmelspracht und deine fron: So würd'= ge auch mein herz, o leben, Und laß es deine wohnung seyn, Bis du, wenn dieſer baufällt ein, Mich wirst in deinen himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im glaus ben, Steig du in lieb herab zu mir! Saß mir nichts diese freude rauben, Erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, So lang in mir das herz sich regt, Und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt; So soll doch noch die liebe währen. 199 Ward gegeben, Dich zu kennen, Herzlich gegen dich zu brennen. 2. Was hatt' ich doch für trost und licht, als ich dein holdes angesicht, Mein Jesu! noch nicht fannte? Wie blind und thöricht gieng ich bin, Da mein verkehrter fleisches: finn Bon welt- begierden brannte, Bis mir Von dir Licht und leben 3. Die arme welt hat zwar den schein, Als wär ihr schlechtes fröh= lich seyn Ein herrliches vergnügen: Allein, wie eilend gehts vorbey! Da sieht man, daß es blendwerk sey, wodurch wir uns be trügen; Drum muß Jesus Mit den schäßen Mich ergeßen, Die bestehen, Wenn die welt- lust muß vergehen. 4. Wer Jesum fest im glauben hält, Der hat die kraft der andern welt Hier allbereits zu schmecken: Pflegt Jesus gleich zu mancher zeit Bey großer herzens- traurige doch Sein joch Sanft und feiner, feit Sein antlih zu verdecken; Ist als wenn einer Auf dem bette Dieser welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus deinent wort, Daß du dich, liebster feelen Du thust vor mir die augen zu, hort! Nicht ewiglich verstecktest: Auf daß du desto größre ruh Her: nach in mir erweckest, Wenn ich Treulich Als ein rebe An dir klebe, auch im leide, Nicht nur in der füffen freude. 6. Derhalben soll mich keine noth. mein Jefu! wär es auch der tod, von deinem dienst abichrecken: Ich weiß daß mich dein herze liebt, Darum so geh ich unbetrübt Mit dir durch dorn und hecken. Plage, Schlage, Ich bin stille; Mel. Wie schön leucht uns. Du wirst meiner doch gedenken. 275. Mein Jefu füffe feelen is dein wille Mich zu tränken, luft! Mir ist nichts auffer dir bewußt Wenn du mein herz erquickest, Weil deine lieb so füsse ist, Daß man auch seiner felbst vergißt, Wenn du den geist entzückest, Daß ich In dich, Aus dem triebe Reiner liebe, Von der erde Ueber mich gezogen werde. in mir ein füffes manna nicht 7. Und sollt ich auch mein hort allhier In dieser zeit empfinden, So will ich doch zufrieden seyn, Und werde deinen gnadenschein In jenem leben finden, Da man Stets kann, Sich zu laben, Jefum haben Stets erblicken, und ihn in die arme drücken. 8. Allein, du holder menschen sohn! Ich kenne deine liebe schon, Wenn uns die dornen stechen; Dein her; das mich in trauren fest, Und sich verschließt muß doch 200 Vom wahren Glauben. julest Von lauter liebe brechen.| 5. Den glauben, Herr, laß trösten Drum füllt Und quillt In mein sich Des bluts, so du vergossen; herze Nach dem schmerze Deine Hilf, daß in deinen wunden ich füsse, Die ich noch allhier geniesse. Bleib allzeit eingeschlossen; Und durch den glauben auch die welt, Und was dieselb am höchsten hält, Für koth allzeit nur achte. 6. Ist auch mein glaube schwach und klein; Kann ich ihn kaum bemerken, So höre deines findes schreyn; Du kannst und wirst ihn stärken; Der du das schwache rohr nicht brichst, Rein, mir als Hei: land trost zusprichst, Daß ich mich nicht soll fürchten. 7. Erhalt durch deinen Geist in mir en glauben und die liebe, Daß ich in meinem wandel hiet Im guten mich stets übe; Daß ich sen lauter jederzeit Ohn anstof mit gerechtigkeit Erfüllt und ihren früchten. 9. Du falbest mich mit freudenöhl, So, daß sich öfters leib und feel Recht inniglich erfreuen: Ich weiß wohl, daß du mich betrübst, Ich weiß auch, was du denen giebst, Die sich davor nicht scheuen. Drum gieb Den trieb Unabwendig Und beständig, Treu zu bleiben, und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der glaub ist eine starke hand, Und hält dich als ein festes band; Ach stärke meinen glauben: 3mi glauben kann dich niemand mir, Im glauben kann mich niemand dir, starter Jesu, rauben; Weil ich Fröhlich Welt und drachen Kann verlachen, und die fünden Durch den glauben überwinden, Mel. Es ist gewißlich an der. 276. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Dich fest im glauben fassen, und dich, der du mein Heiland bist, Nie aus dem berzen lasſen, Das ist ein werk von oben her; O Herr, den glauben in mir mehr; Hilf, daß ich drinn beharre. Daß 2. Lehr du und unterweiſe mich, ich den Vater tenne, Daß ich, o Jesu Christe dich Den Sohn des Höchsten nenne: Daß ich auch ehr den heilgen Geist, Bugleich gelobet und gepreißt, In dem dreyeingen wesen. 3. Laß mich vom großen gnadenheil Das wahr erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe theil, Tem du vergiebst die fünden. Hilf, daß ich thu was mir gebührt, Du bist der weg, der mich recht führt, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem wort, Ins herze es wohl fasse; Daß sich mein glaube inimerfort Auf dein verdienst verlasse; Daß Aur gerechtigkeit mir werd, Wenn ich von fünden bin beschwert, Ter glaub' an deinen namen. 8. Hilf, daß ich gute ritterschaft, Bis an mein ende übe; Vermehre du die glaubenskraft, Geduld, vers trauen, liebe, Daß ich in meiner letzten noth Des glaubens end durch deinen tod Mit freuden das von bringe. Mel. Nun danket alle Gott. 277, Versuchet euch doch felbst, Ob ihr im glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet In demuth und geduld, In fanftmuth, freundlichkeit, Ob ihr dem nächsten stets Bu dienen send bereit. 2. Der glaube ist ein licht In herzen tief verborgen, Bricht als ein glan; hervor, Echeint als der helle morgen, Erweiset feine traft, Macht Christo gleich gefinnt, Vers neuert herz und muth, Macht mich zu Gottes find. 3. Er schöpft aus Chrifto heil Gerechtigkeit und leben, Sucht se des nächsten wohl, Ist willig vergeben; Er ist in Christo reichi Bon fünden losgezählt, Ift er voll starten muth, Richts ist das ihn noch quält. 4. Er hofft voll zuversicht und Vem wahren Glauben. 201 traua Gottes morte, Dieß hebt brennt, Daß ich in wahrheit sen, den weifel ganz, Es zeigt die himmelspforte; Bon ferne glänzt die pracht Dem glaubensauge zu: Der Heiland führt die braut Und wintet ihr zur ruh). Ein christ, wie man mich nennt. Mel. Serzlich lich hab ich d. 278. Vor dir, Herr Jeſu! 5. Die reine liebe wächst und trägt die reichsten früchte, Erquidet freund und feind, und geht in Gottes lichte; Sie duldet und verträgt Was andre bitter macht, Bleibt unbeweglich treu Bey aller bosheit macht. 6. Gott liebte uns da wir noch feine feinde waren; Er schenkte feinen Sohn Den frechen fünderschaaren: Schenkt liebe für den haß: Wer dieses gläubig fast, Liebt auch, wie Gott geliebt Den menschen, der ihn hast. 7. Die last, die er auflegt, Hilft er auch selber tragen; Der glaube bringt geduld, Erleichtert alle pla: gen; Statt murren, ungeduld, Wird das gebet erweckt, weil aller angst und noth Bon Gott ein ziel gesteckt. 8. Man lernet nur dadurch Sein elend recht verstehen, Drängt näher sich zu Gott, Hält an mit bit: ten, flehen, Verzaget an sich selbst, Nimmt Christum gläubig an, Der durch sein blut und tod, Allein uns helfen kann. 9. Der glaube faßt dieß blut, Erlanget kraft und stärke; Wird wil lig und bereit, Bu üben gute werke; Entsagt dem eigensinn, Flieht die vermessenheit, Bleibt in der demuth stehn, Trägt muthig freuz und leid. 10. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet, Denn Christi leben ists, Wornach der glaube strebet; Erst machet er gerecht, Denn heilig, wirfet lust 3u allem guten werk: Sich, ob du auch so thust. ge meines herzenstnie; Mich drüs den meine fünden: Ich fühle deines jornes ruth, Doch tröstet mich dein theures blut: Ach! laß mich gnade finden. Herr Jesu Christ, dein blut allein Macht mich von allen fünden rein, Wenn ich in wahrer reu und buß An dich glaub und fall dir zu fuß: Mein Herr und Gott! ich danke dir,:,: 3d) will mich bessern, hilf du mir. Mel. Serr Jesu Christ du. 279, War ann dein herzliebster wär auf erden kommen, Und hätt', Sohn, o Gott, Nicht da ich in fünden todt Mein fleisch nicht angenommen; So würde von der höllen pein Für mich gar keine rettung seyn, Um meiner fünde willen. 2. Jest aber hab' ich ruh und rast, Darf nimmermehr verjagen, Weil er die schwere fünden- last, hat mit dir versöhnet mich, Da er Für mich hat selbst getragen. Er am freuz ließ tödten sich, Auf daß ich selig würde. 3. Drum bin ich voller trost und muth, Boll kindlichen vertrauen: will ich die hoffnung bauen: Dieß Auf Jesu theur vergoff'nes blut blut macht mich von fünden rein, Drum kann ich nicht mehr traurig seyn; Ich bin ben dir in gnaden. 4. In diesem blut erquick ich mich, Und komm zu dir mit freuden, Ich fuche gnad demüthiglich, Von dir foll mich nichts scheiden; Was mir erworben hat dein Sohn, Durch seinen tod und marter- fron, Kann mir der feind nicht rauben. 11. O Herr! so mehre doch In 5. Nichts hilft mir die gerechtig: mir den wahren glauben, So feit Die vom gesetz herrühret; Wer fann mir feine macht Die guten sich in eignem werk erfreut, Wird werte rauben; Gieb gnade, daß jämmerlich verführet. Des Herren mein licht, Stets dir zum ruhmel Jesu werk allein, Das macht, daß 12 202 Vom Christlichen Leben und Wandel. ich kann selig seyn, Weil ich fest an ihn glaube. 6. Gott Bater, der du alle schuld, Auf deinen Sohn geleget, Herr Jefu, dessen lieb und huld, All meine fünde träget; O heil'ger Geist, deß gnad und fraft Allein das gute in mir schafft, Hilf, daß ich treu verbleibe. Mel. Machs mit mir Gott. 280. Wer Gottes wort nicht hält, und spricht: Ich kenne Gott, der lüget; In solchem ist die wahrheit nicht, Die durch den glauben sieget. Wer aber fein wort glaubt und hält, Der ist von Gott, nicht von der welt. 4. 21sdenn bin ich Gott ange: nehm, Wenn ich gehorsam übe; Wer die gebote hält, in dem 3 wahrlich Gottes liebe. Ein täglid thätig christenthum, Das ist des glaubens frucht und ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb ists, die die cherubim, Gott 2. Der glaube, den sein wort er zu gehorchen, treibet. Gott ist die zeugt, muß auch die liebe zeugen. lieb; an seinem heil hat ohne Je höher dein erkenntniß steigt, Jel liebe niemand theil. Vom Christlichen Leben und Wandel. Erfülle gleichfalls deine brust, Gen fromm, denn wahre frömmigkeit Macht froh auf zeit und ewigkeit. 7. Gedente stets der armen noth, und halte deines Herrn gebot; Gieb willig von dem überfluß, Den man doch bald verlassen muß. 8. Hat dir jemand was guts ges than, So sollst du allzeit denken dran; Spürst du an dir undant: barkeit, So sen es dir von herzen leid. 9. In deiner jugend sollst du dich Bur arbeit halten fleißiglich, Weil sonst, nachdem du älter bist, Die arbeit gar was faures ist. 10. Komm früh und suche deinen Herrn, Mit leib und feele dien ihm gern; Denn wer ihn fuchet früh und bald, Ist froh und glüdli wenn er alt. 11. Lehr du und unterweise mich, Mein Gott und Herr, ich bitte dichi Dieß sey dein stetes herzensfehn, Dann wirst du gute tage fehn. 12. Mit deinem Herrn geh durch die welt, weil er sich gerne zu dir Mel. O Jefu Chrift, meins. 281. Allein auf Gott fet dein fchen hülf follst du nicht baun, Gott ifts allein, der glauben hält, Tu findest wenig in der welt. vertraun, Auf men2. Bewahre deinen stand und ehr; Bon sünd und schande dich abtehr, Sen niemals sicher, hüte dich, Und wer da steht, der fürchte fich). mehr wird diese steigen, Der glaub erleuchtet nicht allein; Er stärkt das herz, und macht es rein. 3. Durch Jefum rein von misse: that, Sind wir nun Gottes finder. Wer solche hoffnung zu ihm hat, Der flieht den rath der fünder; Folgt Christi benspiel, als ein christ, und reinigt sich), wie er rein ist. 3. Christ, schweige du, wie Chriftus schwieg, Das giebt dir über feinde sieg; Mit schweigen sich verräth niemand, Wenn reden oft bringt fünd und schand. 4. Dem großen weich, acht dich gering, Daß er dich nicht in unglück bring; Dem kleinen auch tein unrecht thu, So lebest du in fried und ruh. 5. Erhebe nicht im stolzen muth, Dein herz bey dieser erden gut; Es ist nicht dein, Gott gab es dir; Die demith ist des reichen zier. 6. Friedfertigkeit, der Engel luft, Bom Christlichen Leben und Wandel. 203 hält! O trage willig seine last| Mel. Wer nur den lieben G. Bey der man findet ruh und rast. 13. Noch ist es zeit, befinne dich, Noch ruft und lockt er dich zu sich; Doch wisse, wenn du ihn nicht hörst, Daß du dir angst und kummer mehrst. 14. dente stets an deinen tod, Du bist noch wohl, gesund und roth; Doch vielen die gesund wie du, Schloß schnell der tod die augen ju. 15. Präg in dein Herz des todes bild, Der allen deinen jammer stillt, Der dich zum throne Gottes hebt, Wenn du dem Heiland hier gelebt. 16. Quält dich der jammer die fer welt, So halte dich zu jenem held, Der durch der allmacht starte hand, Un deiner statt sie überwand. 17. Ruf Gott auf deiner pil: grims- bahn Getrost in allen nö: then an; Denn wenn man fest auf Gott vertraut, So hat man nicht auf fand gebaut. 18. Sieh nur auf deines Gottes hand; Da er so viel an dich gewandt, So rettet er zu seinem ruhm Dich wahrlich als sein eigenthum. 20. Verlaß dich nicht auf eitelkeit, Denn sie vergehet mit der zeit; Klug ist, wer seine tage zählt Und statt der welt den him mel wählt. 21. Wenn fummer deine feele drückt, So sieh auf den, der dich erquickt; Gott hebt den schweren fummer- stein, Und wird die seinen bald erfreun. 282. Die liebe läffet sich nicht welt wird mir geliebt; Führt theilen; Gott oder diese dich in ihren feilen, So wird dadurch dein Gott betrübt: Wer Herren, die einander feind, Be= dienen will, ist keines freund. 5. Die thoren dieser welt er= freuet Die falsche lust der kurzen 19. Tracht unverdrossen nach der zeit; Sie treiben, was voll angst fron, Die Gott als einen gnaden- fie reuet, In einer langen ewiglohn Dem, der getreu bleibt, quer- feit, Wo Gott die seinen selber kannt, Wenn er ihn führt ins tränkt, Die hier im fummer sich vaterland. gefränkt. 22. Buleht, fen redlich, fromm und treu, Daß dich dein thun nie: mals gereu; Denn vor gethan und nach bedacht, hat manchen in groß leid gebracht. 2. Was hinkst du denn auf ben: den seiten, O seel! ist Gott der Herr dein schat? Was haben denn die eitelteiten Für einen anspruch) an dein herz? Soll er dich nennen feine braut, kannst du nicht andern feyn vertraut. 3. Im fall du Christum willst behalten, So halt ihn einig und allein; Die ganze welt soll dir erkalten, Und nichts als lauter greuel seyn; Dein fleisch muß sterben, eh' die noth Der sterb= lichkeit dir bringt den tod. 4. Warum sollt ich doch das um fangen, Was ich so bald verlassen muß! Was mir nach kurzer lust und prangen, Bringt eckel, fummer und verdruß; Sollt ich um einen dunst und schein Ein scheusal heil'gen Geistes seyn? 6. Ach Gott, wo sind sie, die vor Auf fünd und thorheit eifrig wajahren Ergeben aller eitelkeit, wie schleunig stürzte sie der tod ren, Und so verträumten ihre zeit; In ew'ge quaal und höllennoth.. 7. Die welt fenkt ihre todten nieder, Und weckt sie nimmer wie= der auf; Mein Heil ruft seine todten wieder Bum unbeschränkten lebens- lauf, Berklärt sie wie das morgenroth, Wenn jene nagt der andre tod. 8. Entferne dich, o eitles wesen, Mich reißet deine schminke nicht; Ergehe den, der dich erlesen, Ich 204 Bom Christlichen Leben und Wandel. fuche das, was dir gebricht; Be=| auf dich zu warten, Wenn du von fis ich Jefum nur allein, 3st alles, tanzen warm und roth. Wie för was zu wünschen, mein. und geigen flang im winde Eich durch die weite luft zerstreut; Ach denke eben so geschwindi Verschwindet deine lebenszeit. 7. Genug, ich frage nur so viel: Ob sich wohl jemand wünschen wollte, Daß ihn der tod ergreifen follte Im trinken, tanzen, scherz und spiel? Und ob nicht sichrer, zu vermeiden, Was leicht zu fün: den anlaß giebt? D: der kann viel getroster scheiden, Ter nichts ver: gängliches geliebt. 2. Mein Jesus dürftet, niemand reicht, Was seinen mund nur et= was labet: Ihr menschen trinket, weil ihrs habet, Bis wiß, ver= nunft und finn entweicht; Denkt an nicht, Dergleichen warnung ein 8. Der Geist des Höchsten feyrel zugeben, und den, der nicht will gnaden- licht, Das uns in alle widerstreben, Erleuchtet auch sein wahrheit leitet, Und auf dem bes fien wege führt, Wo Gott die feinen zubereitet, Sie stärket, leh: ret und regiert. den ort, wo keine quelle, Die der verdammten zunge fühlt: Ach hütet euch vor jener stelle, o man die pein der flammen fühlt. 3. Man nagelt Jefu hände an, Und deine hand will farten nehmen? Du solltest dich von Herzen schämen, Da er so viel für dich gethan. Blick hin, auf seine nägelmale, Wie die mit blut besprüches treuen feelen fund. Daran het seyn; Und du willst im gesell: schaftsfaale Tich) mit dem eiteln spiel erfreun! 9. Drum fürchte Gott von her: ensgrund, So darfst du ſein geheimniß wissen: Nach wegges räumten hindernissen, Wird sol magst du gewiß erkennen, daß du in Gott, und Gott in dir, Und tannst dich wirklich selig nennen, sa feyn und bleiben für und für. 282. Du u kind der welt! das alle lust auf erden fuchet mit zu machen, Gedenk an zwen hochwicht ge sachen Gar oft in allem, was du thuft: Mit lieb, an Jesu todes- schmerzen; Mit furcht an deines lebens ziel. D! denn vergeht die lust im herzen Sum trunt, zum tanz, music und spiel. 4. Tu eilst zum tanz, dir hüpft das her;, Und springst mit deinen leichten füssen: Indessen muß dein Heiland büssen: Du lachst und er empfindet schmerz. Er läßt die füffe sich durchbohren, Die feinen böfen tritt gethan: Du folgst dem tact mit fuß und ohren So hurtig auf der breiten bahn. 5. Es kann und darf kein spieltisch stehn Auf dem so schmalen himmelswege, Und auf den engen lebensstege man schritten gehn. Music, die nicht zu Gottes ehren, Und nur zur üp: pigkeit erklingt, Tient edle stunden ju verzehren, Tie tein bereuen wiederbringt. 6. Du spielst und denkst nicht an den tod, Er sieht dir gleichsam in die farten; Er schleicht dir nach, 10. Auch eins vor dich, du freys er geist, Der feine höll und hime mel glaubet, Der alle wollust fich erlaubet, Und frommseyn aber: glauben heißt! Wenn nach dem du dabey nichts ein, Wenn aber tode nichts zu spüren, Eo büssef schade ewig seyn. alles zu verlieren, Co wird dein 284. Eins ift noth! Herr, eine Lehre mich erkennen doch: Alles andre, wie's auch scheine, 3st ja nur ein schweres joch, Darunter das here sich naget und plaget, Und dennod fein wahres vergnügen erjaget. Erlang ich dieß eine, das alles erfest; So werd ich mit einem in allen ergest. Bom Christlichen Leben und Wandel. 205 2. Seele, willst du dieses finden, leben, Ist in dir, mein Heiland, Suchs ben feiner creatur; Laß mir alles gegeben: Entreise mid was irrdisch ist, dahinten, Schwing aller vergänglichen luft, Dein les dich über die natur, Bo Sott und ben sen, Jesu, mir einig bewußt. die menschheit in einem vereinet, 8. Ja, was soll ich mehr verlan: Wo alle vollkommene fülle er gen? Mich erquickt die gnaden: scheinet, Da, da ist das beste noth- fluth: Du bist einmal eingeganwendigste theil, Mein ein und gen In das heilge durch dein blut; mein alles, mein seligstes heil. Da hast du die ewge erlösung er: fanden, Und mich von der hölli: ichen herrschaft entbunden: Dein eingang die völlige frenheit mir bringt, 3m kindlichen geiste das Abba nun klingt. 3. Wie Maria war befliffen Auf des einigen genieß, Da sie sich zu Jefu füssen Boller andacht niederließ. Ihr herze entbrannte, dieß einzig zu hören, Was Jesus ihr Heiland sie wollte belehren. Ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr alles in einem geschenkt. 4. Also ist auch mein verlangen, Liebster Jefu, nur nach dir, Laß mich treulich an die hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch unfehrten zum grösse: sten haufen, So will ich dir den noch in liebe nachlaufen; Denn dein wort, o Jesu, ist leben und geist, Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5 Aller weisheit höchste fülle In dir ja verborgen liegt.( Sieb nur, daß sich auch mein wille Fein in solche schranken fügt, Worinne die demuth und einfalt regieret, Und mich zu der weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach! wenn ich nur Jeſum recht kenne und weiß, So hab ich der weisheit vollkommenen preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höch: stes gut: Jefu, es muß mir gelin: gen, Durch dein theur vergoßnes blut. Die höchte gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am stamme des freußes gestorben: Die kleider des heils ich da habe erlangt, Worinne mein glaube in ewigkeit prangt. 7. Nun fo gieb, das meine feele Auch nach deinem bild erwacht, Du bist ja, den ich erwähle, Wir jur heiligung gemacht. Was die net junt göttlichen wandel und 9. Himmlisch leben, fried und Freude Jeho meine seele rührt, eil auf eine frische weide Mein Hirt, Jesus, mich geführt. Nichts füssers kann also mein inneres laben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich) innig erquickt, Ais wenn ich dich), Jefu, im glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, da alleine Sollst mein ein und alles senn. Prüf, erfahre, wie ichs menne, Tilge allen heuchelschein: Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem ste ge, Und leite mich, Höchster! auf ewigem wege; Gieb, daß ich hier alles nur achte für koth, Und Jez sum gewinne: dieß eine ist noth! Mel. O Jesu Christ, meins. 285. En rneure mich), o ewigs licht! Und laß von deinem angesicht Mein Herz und seel mit deinem schein Durchleuchtet und erfüllet fenn. 2. Ertödt in mir die schnöde lust, Feg aus den alten fündenwust: Ach! rüst mich aus mit kraft und muth, Bu streiten wider fleisch und blut. 3. Schaff in mir, Herr! den neuen Geist, Der die mit lust ge= horsam leist, Und nichts sonst als was du willst, will. Ach! Herr, mit ihm mein herz erfüll. 4. Auf dich laß meine finnen gehn, laß sie nach dem was dro: ben, fehn, Bis ich dich schau, o 206 Bom Christlichen Leben und Wandel. ew'ges licht, Bon angesicht zu angesicht. 8. Lamm, auf Bions hügel, Wie herrlich siehst du aus! Ach hätt ich adlersflügel, Ich eilte heut nach haus, o mit triumph und prangen deinen um fangen, In höchsvollkommner ruh). Fort, fort, zum Lamme zu. 9. O hätt ich dich im schauen, Mein holder bräutigam! Stünd ich auf jenen auen Echon ben dir, liebstes Lamm, mit denen, die 2. Fühlst du dich noch gebunden; du weidest, Und selbst zum bruns Entreiß dich nur beherzt. Das nen leitest, Bur quell der ergen Lamm hat überwunden, Was dei- ruh. Sort, fort, jumi Lamme ju! 10. Jedoch soll mein verlangen In deinem willen ruhn, Mein herz soll an dir hangen, Und was du fagest, thun. Ich will hier wartend stehen, Vis mich dein mund heißt gehen: Fort, fort, ju deiner ruh), Bu mir, dem Lamme zu. 286. Fort, fort, mein herz! himmel! Fort, fort zum Lanime zu! In dieſem welt- getümmel 3st für dich keine ruh; Dort wo das Lamm stets weidet, Ist deine stadt bereitet: Da, da ist deine ruh). Fort, fort, jum lamme zu! ne feel jetzt schmerzt. Wie schwingt es seine fahne Dort auf dem fie: gesplane? Nun blühet deine ruh. Fort, fort, zum Lamme zu! 3. Wie wallt das vaterherze In heiffer liebesglut, Der herbe todes: schmerze, Das unschuldvolle blut Des Lammes hat gedämpfet Den zorn, und dir erkämpfet Tes Va= ters herz zur ruh. Fort, fort, zum Lammie zu! Mel. O Gott, du frommer. 4. Es eilet mit erbarmen Der Bater selbst zu dir, Will ewig dich umarmen, Seßt dich zur pracht und zier, Schenkt dir die reine seide, Gerechtigkeit zum kleide. Dieß bringet stolze ruh). Fort, fort, zum Lamme zu! 287. Gott, der du heilig bist Wir soll'n auch hei lig leben, und unfre leiber dit Bum opfer ganz ergeben, Das da lebendig ist: Ach! wie hat böse lust Doch unser herz befleckt Mit: vielem fünden- wust! deinem 2. Vor richter- stuhl Kann ja tein mensch bestehen, Wenn du die fleischlichen Begiers den willst ansehen, Busammt der eitelkeit, Die unser herz ansicht; Ein greuel sind wir Herr, Vor dei nem angesicht. 5. Die fülle aller gnaden Ergießt sich dir zu gut. Hier kann dein herz sich baden Schneeweiß im Lammes- blut, Auch sind allhier die gaben, Die feele recht zu laben, Licht, leben, freud und ruh. Fort, fort, zum Lamme zu! 3. Drum hilf uns böse luft, Turd 6. Wie groß ist deine würde, Odeines Geistes stärke, Bezwingen, auserwählte feel: Der Herr ist und mit ernst Stets fliehen fei selbst dein hirte. Dein Lamm, sches werke; Damit der glaub und Immanuel, Dein Bräutigam, dein geist Behalten sieg und macht, Und Leben, Hat sich dir gan; ergeben dein hochheil'ger will Von uns Bur ewgen füssen ruh). Sort, fort, hier werd vollbracht. zum Lamme zu! 7. Nimm ihm mit taubenaugen Das Herz, und lege dich, Un seine brust zu saugen Den gnaden strom, der sich Kristallentlar ergiesſet, Der feel und geist durchfüsset; Hier ist die füßste ruf. Fort, fort, jum Camme ju! 4. Verbinde du dich selbst Mit unserm geist und seelen, Daß wir des schmalen wegs Bum leben nicht verfehlen: Rimm weg, was unrein ist und wider dein gebot! Damit nichts fündliches Uns stürz ze in den tod. 5. Ach! laß dein Gottes- bild In Bem Christlichen Leben und Wandel. 207 uns von neuem prangen; Bu dir| rach, Aus zorn und feindschaft nur und dem kamm Steh unser übe; Dem, der mir anthut trok ganz verlangen; Befreye unsern und schmach, Berzeihe, und ihn geift Von schnöder liste pein, und liebe: Cein glück und wohlfahrt laß uns göttlicher Natur theilhaf- iedem gönn, Auch schau, ob ich tig fenn. ihm dienen könn, Und thu es dann mit freuden. 6. Nimm uns jum tempel ein, D Herr, nach leib und seele, Ach! heilg' uns durch und durch, Und dich mit uns vermähle In Christo unferm Herrn, Dem keuschen Jungfraun sohn, Den nur ein reines herz Wird schaun in seiner 7. Unreine werk der finsternis eaß mich mein lebtag meiden, Daß ich nicht für die Luftfeuci) müß Der höllen quaal dort leiden: Schaff in mir, Gott, ein reines herz, Daß ich schandbare wort und scherz, Nebst andern fünden, fliche. fron. Mel. Sey lob und ehr dem h. 8. Gieb, Herr, daß ich mich redlich nähr, Und böser ränke ſchäme: 288. Here, deine rechte und gebot', Darnach wir vom geiz und unrecht follen leben, Wollst du mir, o ge- tehr, Auch nichts durch list hins treuer Gott, Ins herze selber nehme; Und von der arbeit meis geben: Daß ich zum guten willig ner händ, Was übrig ist, auf fen, Mit forgfalt und ohn heuche- arme wend, Und nicht auf pracht ley, Was du befiehlst, vollbringe. und hoffart. 2. Gieb, daß ich dir allein ver= trau; Allein dich fürcht und liebe, Auf menschen hülf und trost nicht bau, In deiner furcht mich übe, Das großer leute gnad und gunst, Gewalt, macht, reichthum, wi und kunst, mir nicht zum abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen gnaden: bund aus deinem wort erkenne, Auch nicht unnüglich mit dem mund, Herr, deinen namen nenne; Daß ich bedente alle tag, Wie start mich meine tauf- zusag zu deinem dienst verbinde. 4. Laß mich am tage deiner ruh Mit andacht vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu mit danken und mit beten: Daß ich hab alle lust an dir, Dein wort gern höre, und dafür Herzinniglich dich preise. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, So vorgeseht mir werden, laß mich ja ehren allezeit, Daß mirs wohl geh auf erden; Für ihre treu und fleiß laf mich, Auch wenn fie werden wunderlich, Gehorsam fenn und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf Bu retten mich beffeiffe, schimpf; Doch böses nicht gut Von ihm abwende schmach und heisſe. Gieb, daß ich lieb aufrich An lästerung und lügen. tigkeit, Und abscheu habe jederzeit 10. Laß mich des nächsten haus und gut Nicht wünschen noch be gehren: Was aber mir von nöthen thut, Deß wollst du mich ge währen; Doch, daß es niemand schädlich sey, Ich auch ein ruhig herz daben, und deine gunst bes halte. 11. Ach! Herr, ich wollte deine recht', Und deinen heil'gen wil len, Wie mir gebühret, deinem Enecht, Ohn mangel gern erfüllen; So fühle ich, was mir gebricht, Und wie ich das geringste nicht Bermag aus eignen träften. 12. Drum gieb du mir von deis nemt thron, Gott Bater, gnad und stärke; Berleih, o Jesu, Gottes Sohn, Daß ich thu rechte werke; O heilger Geist, hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen, und als mich, Ohn falsch, den nächsten liebe. 208 Vom Christlichen Leben und Wandel. Mel. Serr, ich habe mißge. 289. Heinen willen In err, du stellst mir den zehn geboten für. Diesen möglichst zu erfüllen, Würfe nun dein Geist in mir, Taß ich das ges botne fasse, Und auch das verbotne lasſe. 2. Laß mich dich allein verehren, Du bist Gott, und keiner mehr, Welchem lieb und furcht gehören. Gieb daß ich auf nichts so sehr, Als auf deine huld vertraue, Und mir keinen abgott baue. 3. Deinen namen laß mich preiz sen Mit dem munde, mit der that, Durch gebet und dank erweisen, Wie man ihn zu ehren hat. Flu chen, schwören, zaubereyen, Laß mich, Herr, mit ernste scheuen. 9. Laß mich alle falschheit meie den, und ein feind der lügen seyn, Meinen nächsten nicht beneiden, 9ioch mich seines falles freun; Gieb daß ich die wahrheit liebe und in redlichkeit mich) übe. 10. 3ft mein herz voll böser tücke, Reißt mich angeerbte luft, des alten Adams must, Den ich in Hilf, daß ich sie unterdrücke, Und dem fleische finde, Täglich tödt und auch ein thäter heiffe. 5. Gieb, daß ich die eltern liebe, Auch die statt der eltern sind, und mich in gehorsam übe, Daß ich auch den segen find, Und denselben nicht verscherze Turch ein widerspenstig herze. 6. Born und mifgunst, hassen, neiden, Eig'ne rache, zank und streit Laffe mich beständig meiden, Auch die unversöhnlichkeit, Daß mich keine laster stürzen, Die das leben mir verkürzen. überwinde. Gieb mir deines Geistes traft, 11. Die begierden zu bezähmen, Laß mich wohl zu herzen nehmen, Was mir dein gesetze schafft, daß ich auch nicht was begehre, Wat dir, Herr, zurrider wäre. 12. Nun du haft mir fluch und fegen, Tod und leben vorgestellt, Laß mich alles wohl erwägen, Daß die wahl aufs beste fällt, und ich deinem zorn entgehe; Stets in 4. Deinen tag recht zu begehen, Heilige mir herz und sinn. Laß dein wort mich recht verstehen, deiner gnade stehe. wenn ein hörer bin, Hilf, damit ich mich befleisſe, Daß ich 290. Licht, das uns von err Jesu, ew'ges Gott anbricht! Erleuchte felbst die fünder, Erfreue deine kinder; Ja nimm uns gänzlich ein, Tu heilger gnaden- schein. 2. Ein firahl der herrlichkeit Und glanz der emigkeit Wirst du von dem genennet, Der dich wahrhaftig fennet: 2ch! leucht auch in uns klar, Mach dich uns offenbar. 3. Von dir kommit lauter fraft, Tie gutes wirkt und schafft: Denn du bist Gottes spiegel, Cein heilig bild und siegel, Cein hauchen voller gnad, Und sein geheimer rath. 7. Echente mir ein feusches herze, Und bewahr durch deinen Geist Meinen mund vor geilem scherze, Weil mein leib dein tempel heißt; Laß mich ihn auch selber ehren, nicht durch fleischesluft zerflören. 4. Hochheilig Lebens- Licht! Dein gnaden angesicht Und majeſtätiſch wefen, Leucht uns, daß wir gene 8. Hast du mir mein theil be- sen; Herr, mache du uns fre), scheiden, Laß mich auch daben be: Aus fatans felaveren. ruhn, Und viel lieber unrecht lei- 5. Besirable du den sinn, Nimm den, Als jemanden unrecht thun, unfre herzen bin, Erfülle fie mit Daß ich schlecht und recht hier liebe, Und deines Geistes triebe, wandle Mit dem nächsten redlich Daß wir wahrhaftig dein, Der handle. Iweisheit finder senn. Bom Christlichen Leben und Wandel. 209 dein Geist schafft und thut: Hin= gegen meine finnen, Mein lassen und beginnen 3st böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der gnaden, Du Bater aller treu, Wend allen seelen- schaden, und mach mich täglich neu, Gieb daß ich deinen willen Gedente zu erfüllen, Und steh mir kräftig ben. 6. Berneure du uns gan; Durch deines lichtes glanz, Daß wir im lichte wandeln, Und allzeit thun und handeln, Was lichtes findern ziemt, Und deinen namen rühmt. 7. Tränt uns mit deinem wein, Dein wasser wasch) uns rein, Salb uns mit deinem öhle, Heil uns an leib und feele, Bring uns ins licht zur ruh, Du ew'ge weisheit du. Mel. Serr Christ der einge. Met. So ist denn nun die büt. 291. een seful gaden 292. Here! lehr mich thun sonne! Wahrhaftes lebens- licht! Laß leben, licht und vonne, Mein blödes angesicht Nach deiner gnad erfreuen, Und meinen geist erneuen, Mein Gott, versag mirs nicht. gefallen, Dein guter Geist führ nach deinem wohlmich auf ebner bahn, Daß ich dich mehr und mehr erkennen fann, Und daß mein sinn schon mög im himmel wallen. Hilf, daß ich fort am glauben stärker werd, Berleugne stets mich selbst, die welt und erd. 2. Bergieb mir meine fünden, Und wirf sie hinter dich, Laß allen jorn verschwinden, Dein heil er freue mich; Laß deine friedensgaben Mein armes herze laben, Ach, Herr! erhöre mich. 2. Kein heuchelschein, kein talt noch laulich wesen, Beflecke meiter ernst sen meine frömmigkeit: nen geist: aufrichtigkeit und rechNach deinem sinn, den wir im worte lesen, Regiere meinen gang, durch dein geleit, Auf daß ich geh den weg der redlichkeit. 3. Vertreib aus meiner feele Den alten Adams finn, Damit ich dich erwähle, Und ich mich tünftig hin Bu deinem dienst er gebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein erkenntniß In mir mein feelen- hort. Und öffne mein verständniß Durch dein ge heiligt wort, Damit ich an dich gläube, Und in der wahrheit bleibe Bu troß der höllen- pfort. thun bedenke, Ob deine ehr desſel3. Gieb, daß ich stets in allem ben entzweck sey? Ob ich was thu, das mich am end gereu? Ob ich mich stets nach meinem taufbund lenke? Ob ich auch immer mehr mich heil'gen laß? Ja, ob wohl heut der tod mich mache blaß? 5. Tränk mich an deinen brüsten, und freuz'ge mein begier, Sammt allen bösen lüften, Auf daß ich für und für Der fünden welt absterbe, Und nach dem fleisch verderbe, Hingegen leb in dir. 4. Mein selig seyn laß mich mit zittern schaffen, Mein höchst und einges gut sen du nur, Gott; Die eitelkeit sen mir wie schnöder foth: Laß mich in diese welt mich nicht vergaffen: Gieb, daß ich, was dahinten ist, verges, Und mir das vorgesteckte ziel erlöf. 6. Ach zünde deine liebe In meiner feele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben fann, Und dir zum wohlgefallen 5. Hilf, daß ich stets vor deinen Beständig möge wallen Auf rech- augen walle, Weil du, o Gott, ter lebens- bahn. 7. Nun, Herr, verleih mir stärke, Verleih mir fraft und muth; Denn das sind gnadenwerke, Die allgegenwärtig bist, Und dir mein thun bloß und entdecket ist, Damit ich nicht in fünd und laster falle: Erlaß die schuld, gieb mir an Jesu 210 Bom Christlichen Leben und Wandel. theil, Sen du mein troft, mein 6. Haß, faischheit, übermuth, vater, arzt und heil. Und heuchelen darneben Laß ja an mir nicht seyn, In meinem ganzen leben: List, unrecht, fre: vel, geiz, Und unbarmherzigkeit Sen ferne weg von mir, D Gott! zu aller zeit. 6. Nie müsse mir vor dem, was du willst, grauen, Ich weiß, es kommt von treuer vaterhand, Die mich bis hieher noch niemals ver: kannt; Ich darf dir selbst um tode findlich trauen; Tu weißt am 7. Mit deiner rechten hand, besten was die seele nagt, Ber- Herr, wollest du mich leiten, Und lässt mich nicht, wie du mir zuge- schüßen tag und nacht, Daß meine fagt. tritt nicht gleiten: Du wollest meine burg Und schutz in nöthen senn, Wenn ich in meinem amt Ausgehe oder ein. 7. Laß mich schon hier des himmels- lust empfinden, Bis dort in Bion dich mein geist befingt, Und mit der fel'gen chor die garben bringt, Da von den höhen bis zu'n tiefsten gründen Dein lob in füffen tönen wiederhallt, Und durch den ganzen himmel froh erschallt. Mel. O Gott du frommer 6. erz- allerliebster 8. Bulegt erlöse mich, Von allem freuz und leiden, und wenn ich soll einmal von dieser welt ab scheiden, So stehe du mir bey Mit deiner gnaden- hand, Und führe mich hinauf Ins rechte vaterland. Mel. O Jesu Christ, meine. 293. Gott! Der du mit 294. Hilf Gott, G dieses leben, Leib, feele und vernunft, Aus gnaden haft gegeben, Regiere ferner mich Durch deinen guten Geist, Daß er in allem thun Wir fraft und beystand leist. tinder: zucht, schehe stets mit nur und frucht Paß aus der zarten finder mund Dein lob und name werde fund. 2. Hilf, daß ich allezeit Des fleisches lüste meide, Hingegen, emsiglich Des geisies werke treibe, Und gute ritterschaft Ausübe, auch daben In hoffnung immer stark Und fest gegründet sen. 3. Gieb, daß ich als ein Christ, Wie Christus, mich bezcige, Und meine ohren siets Bu feiner lehre neige. Im glauben stärke mud), Daß ich der argen welt, Nicht folge, wenn sie mich Von deinem wort abhält. 4. Entzünde du mein herz, Mit deiner wahren liebe, und gieb, daß ich zugleich um nächsten liebe übe. Verleihe mir geduld, Wenn trübsal bricht herein, Und hilf, daß ich im glück Demüthig möge seyn. 5. Berleihe, daß ich stets Nach deinem reiche ringe, auf daß dein fegen sich Bu mir herunter dringe: 7. Wo sie ausgehen oder ein, Da Wer nach dem erigen Vor allen laß du sie gefegnet fenn, Daß fie dingen tracht Der wird auch wohl die lebens- zeit und jahr Bubrine mit dem Was zeitlich ist, bedacht. gen christlich immerdar. 6. Hilf, daß sie dich, Gott, überall Vor augen haben allzumal, Und sich befleisſen jederzeit Der tugend, zucht und ehrbarkeit. 2. Gieb ihnen wahre folgsam feit; Laß ihre ganze lebenszeit Ein abdruck deines bildes seyn, und lehre sie die faulheit scheun. 3. Gieb ja, daß ihnen mangle nicht Heilsame lehr und unter: richt, Damit aus deinem wort und mund Ihr glaube habe festen grund. 4. Mach ihre herzen selbst ge miß, Bewahre sie vor ärgerni Wenn böse buben locken sie, Hilt daß sie ihnen folgen nie. 5. Brich du des eigenwillen traft, Der Herzeleid und kummit schafft, und leite selbst den harten finn sur demuth und gehorsam hin. Bom Christlichen Leben und Wandel. 211 8. Und wenn sie enden ihren 6. Gieb, daß ich treu und fleißig lauf, Co nimm sie, Herr, zu dir sen, In dem, das mir gebühret, hinauf, Auf daß sammt ihnen wir Durch ehrgeiß, stolz und heuchelen jugleich Dich preisen dort in dei: Nicht werd aufs neu verführet: nem reich. Leichtfertigkeit, Haß, zant und neid Laß in mir nicht verbleiben, Ver: stockten sinn Und diebs- gewinn Wollst ferne von mir treiven. 9. Gott Bater, Sohn und heilger Geist, Von dem uns alle gnad her fleußt, wir loben dich, wir danken dir, Mit unsern kindern für und für. Mel. Was mein Gott will. ilf mir, mein Gott! 295. hilf, daß nach dir Bon herzen mich verlange, Und ich dich suche mit begier, Wenn niir wird angst und bange: Ber: leih, daß ich Mit freuden dich In meiner angst bald finde: Gieb mir den finn, Daß ich forthin Meid alle schand und fünde. 2. Hilf, daß ich unter reu und schmerz Dich Jesu brünstig suche, Und daß mein schwer beladnes herz Den fünden- greul verfluche, Daß ich vor dir Stets für und für Die fünde recht beweine, lind in dem blut, Das mir zu gut, Ver gossen, rein erscheine. 3. Die lust des fleisches dämpf in mir Daß sie nicht überwinde, Rechtschaffne lieb und lust zu dir Durch deinen Geist anzünde, Daß ich in noth, Bis in den tod, Pich and dein wort bekenne, Daß keine freud Noch traurigkeit Mich von der wahrheit trenne. 4. Behüte mich für zorn und neid, Hilf, daß ich gern vergebe, Und in der kurzen lebenszeit In wahrer denuith lebe: Was noch) von fünd Sich in mir findt, Das wollest du ausfegen; Laß allezeit Trost, fried und freud Sich in mir armen regen. 5. Den glauben stärk, die lieb erhalt, Die hoffnung mache feste, Taß ich von dir nicht wante bald, Beständigkeit ists beste: Den mund bewahr, Daß nicht gefahr Durch ihn mir werd erwecket; Speif' ab den leib, Doch daß er bleib Von geilheit unbeflecket. 7. Hilf, daß ich folge treuem rath, Und von dem irrthum trete: Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete; Dien' böse haft und meide, Nach deinem jederman, So viel ich kann; Das wort, OHöchster Hort! Bis ich von hinnen scheide. 296. Jefu meine freude, Meiz nes herzens weide, Jesu meine zier, Ach) wie lang: und verlangt nach dir: Gottes: ach lange, Ist dem herzen bange, lamm, Mein bräutigam, Auffer dir soll mir auf erden, Nichts sonst liebers werden. 2. Unter deinem schuhe Bin ich Laß die welt erschüttern, Laß sie vor dem truhe Aller feinde fren; sich erbittern, Mir steht Jesus ben. Ob es jest Gleich fracht und blist, Ob gleich fünd und hölle schrecken, Jesus will mich decken. des todes rachen, Troß der furcht 3. Troß dem alten drachen, Troß steh hier und singe In ganz fichrer dazu! Tobe welt, und springe, Ich ruh: Gottes macht Hat auf mich acht, Wenn die erd und abgrund toben, So will ich ihn loben. 4. Weg mit allen schäßen, Tu bist mein ergeben, Jesu, meine lust, Weg ihr eitlen ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod, Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute nacht, o wesen, Das die welt erlesen, Wir gefällst du nicht, Gute nacht, ihr fünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans licht. Gute nacht, Tu stolz und 212 Vom Christlichen Leben und Wandel. pracht, Dir sen ganz, du lasterleben, Gute nacht gegeben. 6. Weiche angst und beben, Denn mein trost und leben, Jesus, tritt herein; Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr betrüben, Lauter zucker seyn; Tuld ich schon hier spott und hohn, Dennoch bleibst du auch im leide, Jesu, meine freude. 7. Bater aller ehren, Laß dein wort uns lehren, Daß dein reich hier fey, Es gescheh dein wille, Unsern hunger stille, Mach uns fünder frey, Führ uns in versuchung nicht; Eondern führ uns aus dem leide, Jesu, meine freude. Mel. Ach! was soll ich fünder. 297, Jefus felbst, mein licht, mein leben, Jesus, meiner feelen zier, Spricht: kommit her, lernt all von mir; Jesus, dem ich mich ergeben, ist mir heil, gerechtigkeit, Und lehrt mich die frömmigkeit. 8. Jefu, ich befehle Dir mein leib und seele, Jesu, bleib ben mir; Wer sich dir ergeben, hat im tod und leben Wahre himmelszier. läßt betrügen, Der wird um sein Jesu meine freud und trost, Nimm den Frohen geist am ende, Herr, in deine hände. heil gebracht. 2. Sie ist eine fee voll wellen Voller flippen, sturm und wind Wo der sünden bittre quellen Un frer ruhe mörder sind. 3. Echatten- wert ist alles wesen Das ein christ auf erden sieht, er nichts fann auserlesen, D nicht fummer nach sich zieht. 4. Richtet man nun feine finne Auf die menschen dieser welt: merkt man, daß ihr beginnen Nur in eitel thorheit fällt. 5. Wer auf ihre herzen bauet, Legt auf eis den schwachen grund Wer auf ihr versprechen trauet Dem wird nichts als falschhei fund. 6. Den man heute liebt und ch ret, Echaut man morgen faut mehr an: Und so wird die lust ge störet, Eh man sich befinnen fann 7. Giebt ein tag oft helle blide, So kommt bald ein regen- qu Weinen folgt auf frohes glid, Es hält nicht gar lange fuß. 8. Es ist nur ein traum zu nen nen, Wenn sich ehr und reichthun findt, Weil es, eh' man ihn fann fennen, Echon in schneller eil vers schwindt. 9. O, wer wollte denn verlangen. mein troft und zuversicht, Ich will Was uns quaal und angst gebiert 2. Ach! wie ist mein herz ver: derbet, Wie fest hält das fündenband Leib und feel, sinn und verstand! Was von Adam angeerbet, Sündlich wesen, fleisch und blut, Raubt der seele geist und muth. mich dir gan; ergeben; Hilf mit sterben dieser welt; Laß mich thun, was dir gefällt. 6. Führe mich auf deinen wegen, Gieb mir deinen guten Geist, Der mir hilf und benstand leist; Laß mich deine gnad und fegen Etets empfinden früh und spat, Tegne denken, wort und that; 7. Bis ich endlich werde kommen, Aus der unvollkommenheit, Su des himmels herrlichkeit, Da ich den mit allen frommen Deine groß gütigkeit Preisen will in ewigkeit 3. Mein Gott, hilf du mir aus rotten Alles untraut, haß und neid, Hochmuth, ungerechtigkeit; Laß den satan mich nicht spotten; Mache mein her täglich neu, Und von aller bosheit fren. 4. Wohne du in meinem Herzen; Würke lieb und freundlichkeit Sammt geduld und frömmigkeit; Gieb mir lindring in den schmer ten; Mehre hoffnung, redlichkeit, Wahrheit und gerechtigkeit. 5. Laß mich dir zu chren leben, Jesu, meines herzens licht, Tu Mel. Ringe recht, wenn S. 298. In der welt iſt kein ver gnügen, die feelt ruhig macht: Wer sich durch sit Bom Christlichen Leben und Wandel. 213 wer wollte damit prangen, du unbeflecktes wesen! Laß mich s man gar zu bald verliert! doch durch dich genesen: Mehr als . Für den geist den Gott ge- engel- reines Lamm, Tilge meinen en 3st was bessers auserfehn; fünden- schlamm. ristus soll nur seyn sein leben; tann er in friede stehn. 5. Hat was böses angestiftet Dies ser abgrund schnöder lust, Und mir leib und feel vergiftet, Wie dir alles wohl bewußt, Weil begierden und geberden Leichtlich angeflammet werden, Wo der reine Gottes Geist Nicht im Herzen meister heißt; 6. O so wollst du mich vertreten, Du, der fünder gnaden- thron; Deine thränen, Herr, dein beten Tilge den verdienten lohn: Soll es nach dem rechte gehen, O! so ists um mich geschehen. Dein für mich vergoßnes blut Sen für diese wunden gut! Wer sich diesem fels vertrauet, Der hat ruh und sicher heit, Wer auf ihn im glauben bauet, Solchem widerfährt kein leid. 12. Dornen sind zwar ausgestreuet, Uber Christi gnad und hut Macht, daß dieses uns erfreuet, Was dem fleische wehe thut. 13. Christus giebt nur wahre freude, Er ist unsers geistes licht, Christus ist der feelen weide, Seine liebe wechselt nicht. 14. Weichet denn ihr eitelkeiten, Ihr bringt nichts denn angst und pein: Christus soll zu allen zeiten Meine wahre ruhe seyn. Mel. Jesu, der du meine seele. 299, Keuscher Jefu, hoch von adel, Unbeflecktes Gotz les Lamm, Büchtig, heilig, ohne tabel, Du mein reiner bräutigam! O bu frone feuscher jugend! Schenke mir die reine tugend, Daß ich hei lig, keusch und rein, Wie du wareft, möge fenn. 2. Darf ich dir in wehmuth flagen Meinen tiefen jammerstand? Ach, fast schäm ich michs zu sagen: Doch dir ist es schon bekannt, mein ganzes herz beflecktet, Und ganz voll von unflath stecket, Der den geist, wie tödtend gift, Schon von mutterl: ibe trifft. ie 3. Mir ist, Jesu, angeboren Sün: denvust, unreinigkeit, aber du bist auserfohren, Unbeflecktet ist dein kleid; Du hast nichts von dem verderben, Das die menschen- finder erben; Du bist von dem reinen Geist, Den der himmel heilig preif't. 7. Sollen nur dein antlih schauen, Die von Herzen keusch und rein; D, so werden ja mit grauen Sinten schämtem herzen Ihre reinigkeit zu der höllen pein, Die mit unver: verscherzen. Drum, Herr Jesu! steh mir bey, Mach mich dieser bande fren. 8. Wird mirs nicht von oben ge ben Deiner gnade überfluß, So kann ich nicht züchtig leben;! drum fall ich dir zu fuß: Du mußt reine herzen schaffen, Reiche mir der feuschheit waffen: Ach! mein Heiland, stoß mich nicht Weg von deinem angesicht. 9. Gieb, daß unverfälschter glaube Mich) von unflat mache rein, Und der Geist, die reine taube Nehm mein herz zur wohnung ein: Laß mich stets in buße tämpfen, Und die bösen lüfte dämpfen, Auch die neue creatur Beige mir die keusch= heits- fpur. 10. Hilf, daß satan nicht befize Mich als sein unreines haus, Noch mit seiner glut erhise; Treib ihn völlig von mir aus, Daß er nicht den leib anstecke, Geist und feele 4. Was natur in mir verdorben, nicht beflecke; Halt von seiner teuHat der reine feuschheits- ruhm felen mir auch die gedanken fren. Deiner menschheit mir erworben, 11. Alle schnöde unzuchts- flamiDenn du bist mein eigenthum. Omen Hilf, durch deine Gottes- kraft, 214 Bom Christlichen Leben und Wandel. In mir tilgen und verdammen:; taufe u zu wahrer heiligkeit Gieb, was zucht und ehre schafft: Mich gewaschen und geweiht. Meine lenden, meine nieren Laß den gurt der feuschheit zieren; Reiner zweig aus Davids stamm, Sen allein mein bräutigam. 18. Weil du meinen leib willst ehren, Daß er dir ein tempel sen, Und den gänzlich willst verheeren, Der denselben bricht entzwen: Also sen, was du geehret, Nie durch unkeuschheit zerstöret; Alles, alles bleibe rein, as dir soll ein tema pel feyn. 12. Fasse mich mit deiner liebe, Und vermähle dich mit mir, Laß mein her; mit teuschem triebe Senn erfüllet für und für: Meine finnen und gedanken Halte stets in zucht und schranken! Deine teusche liebesglut Ist stets vor verführung gut. 13. Hilf, daß ich an deinem leibe, O mein auserwähltes licht! Stets ein reines glied verbleibe: Ach, verhüte, daß ich nicht Turch ver: führische geberden Mög ein glied des satans werden: Laß mich seyn ein rein gefäß, Deiner herrlichkeit gemäß. 19. Run, mein Liebster, der du weidest Unter rosen reiner aucht Keine geilheits- neffeln leidest, Dein fuß reine lippen sucht: D sollst siets, vor andern allen Die nen augen wohl gefallen; La denn auch ben mir nichts ein Was dir könnte widrig seyn. 20. Du hast dich mit mir vers mählet, Dein Geist ist mein un terpfand, Auch ich habe dich ers wählet, Und mit herzen, mund und hand Meine treue dir g schworen, Dich allein hab ich er tohren: Es wis' alle creatur: 3 sum, Jesum lieb ich) nur. 14. Mache mich zur saubern hütte, Da du gehest aus und ein, Hilf, daß ich niemals verschütte Deiner gaben glanz und schein; Laß mich ja das nicht verlieren Womit du mich wollen zieren: Mel. Wer nur den lieben 6. Laß mich, dir zum preis allein, 300. Mein Gott, du weiß Dein verschloßner gatte seyn. am allerbesten Da 15. Laß mich zucht und keuschheit was mir gut und nützlich sey, Hins scheiden von unsaubrer geister Weg mit dem eigenen gebäu weg mit allen menschen festen, schaar, Wie auch von unreinen Gieb, Herr, daß ich auf dich nut heiden: Seße du mich ganz und gar, Dir zum festen pfand und bau, Und dir alleine ganz vertrau. fiegel, Sen mir ein verwahrter riegel: Laß mich, Jesu, dir allein Und sonst niemand offen seyn. 2. Reiß alles aus, aus meiner ſeelen, Was dich nicht sucht und deine ehr, Ja, wollte sich auch was verhehlen, So prüfe selbst je mehr und mehr Die innere beschaffen heit, und gieb mir herzens- red: lichkeit. 16. Mach in teuscher glaubenstreue mich dir gänzlich angenehm, Daß mich nicht als toth ausspene Dort dein neu Jerusalem; Dieſe 3. Daß ich könn in der wahrs thore, diese gasſen können nichts heit sprechen: Du bist mein Ab unreines fasſen: Wer den pallast licht und heil; Du heileft all will besehn, Der muß weiß gefleidet gehn. mein gebrechen, und schenkest mit an Christo theil, Du bist mein allerbester freund, Der's allzeit herzlich mit mir mennt. 17. Hilf, daß ich dir mög anhangen, als ein geist, ein herz, ein leib, Auch ganz innig dich um fangen, und dir stets vereinigt bleib; 3a recht brünstig dir nach 4. Denn, kann ich dich nur Bas ter nennen, Dabgrund der barm herzigkeit, so muß mir alles aufe, Weil schon in der heilgen nügen können, was man sons Bom Christlichen Leben und Wandel. 215 heisset freuz und leid; Dann auch leidens- zeit, Und sen in gut und das bittre füffe ist, Wann du, o bösen tagen Mein trest, mein rath Gott, im Herzen bist. und meine freud, Gieb demuth, einfalt, lieb und zucht; Was falsch und hoch ist, sen verflucht. 5. Drunt gieb, daß ich recht findlich gläube, Und nur fein frisch und unverzagt, Jedoch in demuth mir zuschreibe, Was dein fo heiligs wort mir sagt. Dein Geist erkläre meinem geist, Was Deine vater- treue heißt. 6. Du unerschaffnes höchstes we sen, Hast vor der welt an mich gedacht, Und da ich gar noch nicht gewesen, Den liebesvollen schluß gemacht: Daß ich in Christo dein foll fenn, Und fren von aller höl: 7. Dein find, mein Jesus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der zeit, Hat schuld und strafen abgewendet, und mir geschenkt die seligkeit. Dein Geist, der mir dieß macht bekannt, ist alles dessen unterpfand. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst foll sagen, Von deiner treu, die ich verspürt, Daß du mich haft in meinen tagen Bis hieher wunder bar geführt. Ja, dort ben dir in ewigkeit 3st mir das beste noch bereit. 13. Nun, amen! es sen fest ge= schlossen, Nur daß des heilgen geistes kraft Bleib über mir stets ausgegossen, Als welche alles gute schafft: So bleibts in ewigkeit dabey, Daß du mein und ich deine fen. Mel. O du liebe meiner liebe. 301. durchbrecher aller bande! Der du im: den, spott und schande Lauter lust mer ben uns bist, Ben dem scha= und himmel ist: Uebe ferner dein gerichte Wider unfern Adamsfinn, Bis uns dein so treu gesichte Führet aus dem ferfer hin. 2. Ists doch deines Baters wille, Daß du endest dieses werk; Hierzu wohnt in dir die fülle Aller weisheit, lieb und stärk, Daß du nichts von den verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es von deni treiben führest, Bu der füssen ruhestatt. 9. Nun, Herr, ich falle dir zu Füssen, und bitt, o allerhöchstes gut! Laß mich, wie wachs doch ganz zerfliessen In dieser deiner liebes- glut. Ach! gieb, daß deine gegen- treu Doch stets in meiner feelen sey. 10. Und weil ich auf so viele weise, Mein Bater, bin dein eigen: 4. Schau doch aber unsre ketten, thum, So gieb, daß ich auch dir Da wir mit der creatur Seufzen, jum preise Und deines großen na- ringen, schreyen, beten Um erlö: atens ruhm Stets diene in gerech- sung von natur, Von dem dienst tigkeit Und dir beliebter heiligkeit. der eitelkeiten, Der uns noch so 11. Du mußt das gute selbst harte drückt, Ungeacht der geist in vollbringen, In worten, werken eiten Sich auf etwas bessers und verstand; Drum reiche mir schickt. in allen dingen Aus gnaden deine Bater- hand, Denn hier gilt nicht, wer rennen kann, Bloß kommits auf dein erbarmen an. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht, Denn wir sind in deinen händen, Dein herz; ist auf uns gericht't, Ob wir wohl vor allen leuten Als gefangen sind geacht't, Weil des kreuzes niedrigkeiten Uns veracht und schnöd gemacht. 5. Ach! erheb die matten kräfte Sich einmal zu reiffen los, Und durch alle welt- geschäfte Durchge: brochen stehen bloß; Weg mit 12. Legst du was auf, so hilfs menschenfurcht und zagen, Weg Auch tragen, Gieb mir geduld in vernunfts- bedenklichkeit, Fort mit 216 Bom Christlichen Leben und Wandel. scheu vor schmach und plagen, Mel. Vater unser im himmel. Weg des fleisches zärtlichkeit. 6. Herr! zermalme, brich und 302. reisse Die verboste macht ent= zwen, Denke, daß ein armer mensche Dir im tod nichts nüße fen. Heb' ihn aus dem staub der fünden, Wirf der schlangen brut hinaus, Laß uns wahre frenheit finden In des Vaters hochzeits haus. 7. Wir verlangen teine ruhe Vor das fleisch in ewigkeit. Wie du's nöthig find'st, so thue Noch vor unfrer abschieds- zeit: Aber unser geist der bindet Dich im glauben, läßt dich nicht, Bis er die erlösung findet, Da ihm zeit und maaß gebricht. Gott! der du mein Bater bist, Und schenkest was mir nöthig ist, ein leben steht in deiner hand, Mein odem ist dein gnaden- pfand, Tu liebtest mich von ewigkeit Mit mehr als mutter zärtlichkeit. 2. Uch! kehr dein antlig nun zu mir, Und dämpf die fleischliche begier, So mich zum eiteln hoch muth treibt, Der niemals ohne thorheit bleibt; Wenn sich de stolz in mir erhebt, Da schenkt was ihm widerstrebt. 3. Laß meine seele niedrig fenn, Und hülle sie in demuth ein, Du richtest den auf, der sich büdt, Wer sich erhöht, wird unter: drückt: Bum argen sen ben mit fein raum, Halt mein gemüthe fest im zaum. 8. Herrscher, herrsche, sieger, fiege, König, brauch dein regiment, Führe deines reiches triege, Mach der sclaveren ein end, gaf doch aus der grub die seelen, Durch des neuen bundes blut; Laß uns länger nicht so quälen, Denn du mennsis mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen In luft und gefälligkeit, Ach, so laß uns nicht stets hangen In dem tod der eitelkeit. Denn die last treibt uns zu rufen, Alle schreyen wir dich an. Beig doch nur die ersten stufen Der gebrochnen Freyheits- bahn. 10. Uch, wie theur sind wir erworben, Nicht der menschen knecht zu seyn: Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und fren und ganz vollkommen, Nach dem besten bild gebild't, Der hat gnad um gnad genommen, Wer aus deiner füll sich füllt. 4. Herr, hilf du selbst den ar men geist Von dem, was falsc vergnügen heißt, Behüte mid vor schnöder lust, Reiß die gedan ten aus der brust, Die unrei sind, und leicht entstehn, So ball die augen irre gehn. 5. Bertilg in mir der unzucht gift, Das andre fünden übertrifft: Wer sonst verbricht, verschuldt sich sehr, Ein hurer fündigt wie fach mehr, Er machet feinen leib gemein, Das Herz zum sik der höllen- pein. 6. Wach über mich ben tag und nacht, und hintertreib des feindess macht, Der ehrbarkeit und trus sche zucht Durch böse brunst fallen fucht, Und, wenn er eine glut ermedt, Die feel in das ver derben steckt. 11. Liebe, zich uns in dein ster: ben, Laß mit dir gekreuzigt fenn, Mas dein reich nicht fann ererben, Führ ins Paradies uns ein. Doch, wohlan, du wirst nicht fäumen, Wo wir nur nicht läfig fenn, werden wir doch als wie 7. Entzich dem allen mein ges sicht, was gegen deine liebe ficht; Die sen mein schuß und ſteter brand, Thu ärgerniſſen wider fland, Schließ meine sinnen davor zu, Bersehe mich in bheilge nub. 8. Herr, rein'ge mich am innern träumen, Wann die freyheit bricht theil; Mach meine feele völlig heil, Die glieder im versuchungss herein. Bom Christlichen Leben und Wandel. 217 it Bu waffen der gerechtigkeit:| für fünd Und schanden mich behr du an meiner statt den frieg, wahr, Auf daß ich tragen mag gieb mir den erwünschten Mit ehren graues haar. 7. Laß mich an meinem end Auf Shristi tod abscheiden, Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden, Dem leib ein räumlein gönn Bey frommer christen grab, Auf daß er seine ruh an ihrer feite hab. 8. Wenn du die todten wirst Un jenem tag erwecken, So wolle deine hand Sich auch nach mir ausstrecken; Herr, rede freundlich dann, und wecke mich selbst auf, Heb den verklärten leib Bu deinem thron hinauf. Wenn deine furcht den wan: del zähmt, So ist der muth nicht unverschämt; Ein freches auge weichet fort, Das ohr beliebt kein geiles wort, Der mund spricht nichts, was schandbar heißt: Das wirk in mir durch deinen Geist. 303. Gott, du frommer Gott, Du brunnquell aller gaben, Ohn den nichts ist was ist, Von dem wir alles haben: Gieb, daß gesundheit stets Erquiche meinen leib, Und daß in meiner feel Ein rein gewissen bleib. Hier und im himmel oben, Herr 9. Gott Bater dir sen preis, Jesu, Gottes Sohn! Ich will dich allzeit loben, Heil'ger Geist! dein ruhm Erschall je mehr und mehr; Dreyeinger Herr und Gott, Dir sey lob, preiß und ehr. 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wor zu mich dein befehl In meinem ftande führet: Gieb, daß ichs thue bald, Gerade, da ich soll, Und wenn ichs thu, so gieb, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf daß ich rede stets, Wo mit ich kann bestehen; Laß kein unnüßes wort aus meinem munde gehen; Und wenn in meinem amit Ich reden soll und muß, So gieb den worten fraft Und nachdruck ohn verdruß. 4. Findt sich gefährlichkeit, Eo 2. Was andern schön und lieblaß mich nicht verjagen: Gieb lich scheinet, 3st solchem herzen einen helden- muth, Das freuz hilf finder- spiel, was mancher für felber tragen: Gieb, daß ich meine feind mit fanftmuth überwind, Und wenn ich raths bedarf, Auch guten rath bald find. unschuldig meynet, Ist solchem herzen schon zu viel; Warum? es gilt der welt absagen. Hier heißts: rührt fein unreines an. Das kleinod läßt sich nicht erjagen, Es sen denn alles abgethan. 3. Die himmels: fost schmeckt viel zu füffe Dem herzen, das in Jefu lebt. Die braut bewahrt haupt, herz und füffe; Und wo ihr etwas noch anklebt, Das zu dem glanz der welt gehöret, Das ist ihr lauter höllen- pein; Und, wo sie recht in Gott einkehret, Da macht sich sich von allem rein. 5. Laß mich mit jedermann In fried und freundschaft leben, So weit als christlich ist: Willst du mir etwas geben, An reichthum, gut und geld, So gieb auch dieß daben, Daß ungerechtes gut Nicht untermenget sen. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Durch manchen fauren tritt, Hindurch ins alter dringen; So gieb geduld, K 304. füsfer stand, o selig leben, Das aus der ein herz Gott so ergeben, Daß wahren einfalt quillt, Wenn sich) Christi finn es ganz erfüllt; Wenn sich der geist, nach Christi bilde In licht und recht hat aufge= richt't, und unter solchem klaren schilde Durch alle falsche höhen bricht. 218 Bom Christlichen Leben und Wandel. 4. Die einfalt Christi schließt die| theil; Was frag ich nach der weln feele Vor allem weltagetümmel 2. Die welt ist wie ein rauch, ju! Da sucht sie in der dunteln Ter in der luft vergehet, Und eis höhle, In Horeb, Gott und ihre nem schatten gleich, Der kurze zeit ruh: Wenn sich das heuchel- volk bestehet; Mein Jesus aber bleibt, in lüsten Der welt und ihrer eitel- Wenn alles bricht und fällt, Er ist teit, Auch wohl bey gutem schein, mein starter fels; Was frag ich will brüsten: Fühlt jene kampf nach der welt? und harten streit. 5. Die einfalt weiß von keiner zierde, Als die im blute Christi liegt, Die reine himmlische begierde Hat solche thorheit schon besiegt: An einem reinen Gottes: tinde Glänzt Gottes name schön und rein; Wie könnt es denn von eiteln winde Der welt noch eingenommen seyn? 6. Von forgen, noth und allen plagen, Damit die welt sich selbst ansicht, Vom neid, damit sich an dre tragen, Weiß Christi sinn und einfalt nicht, Den schaß den sie im herzen heget, Behält sie wider allen neid: Ist jemand, der lust dazu träget, Das macht ihr lauter herzens- freud. 3. Die welt sucht ehr und ruhm Ben großen dieser erden, Und dens tet nicht daran, Daß sie zu staube werden; Das, was mein her; al tein Vor andern rühmlich hält, I Jesus der nicht stirbt; Was frag ich nach der welt? 4. Die welt sucht geld und gut und kann nicht eher rasten, Ei habe denn zuvor Den mammon in dem fasten: Ich weiß ein bessers. gut, Was mir allein gefällt; 3 Jesus nur mein schatz; Was frag ich nach der welt? 5. Die welt bekümmert sich, In fall sie wird verachtet, als wen man ihr mit list Nach ihren el ren trachtet: Ich trage Chris schmach, So lang es ihm gefällt enn mich mein Heiland ehrt; Was frag ich nach der welt? 6. Die welt kann ihre lust Nicht hoch genug erheben, Sie darf nod) wohl darzu Den himmel dafürges ben; Ein andrer hälts mit ihr, Der von sich selbst nicht hält, 3ch liebe meinen Gott; Was frag id) nach der welt? 7. Was frag ich nach der welt! Sie muß gar bald verschwinden, Ihr anseh'n kann durchaus Den blassen tod nicht binden: Die gi ter müssen fort, Und alle luft vers fällt; Bleibt Jesus nur ben mir Was frag ich nach der welt? 8. Was frag ich nach der welt? Mein Jesus ist mein leben, Mein Mel. O Gott, du frommer.dha, mein eigenthum, Dem i mich gan; ergeben, ein ganzes himmelreich), Und was mir sonst gefällt, Drum fag ich noch einmal: Was frag ich nach der welt! 306. Was mich auf dies Tas 7. O schönes bild, ein herz zu schauen, Das sich mit Christi einfalt schmückt: Geht hin, ihr thö: richten jungfrauen, Harr't nur, bis euch die nacht berückt. Was find die lampen ohne öhle? Echein ohn einfaltund Chrifti finn: Sucht doch was bessers für die feele, Und gebt der welt das ihre hin. 8. Uch Jesu! drücke meinem herzen Den sinn der lautern ein: falt ein: Reiß aus, ob schon mit tausend schmerzen, Der welt ihr wesen, tand und schein. Des alten drachen bild und zeichen Trag ich nicht mehr; drum laß mich nur Der einfalt zier und schnuck erreis chen: Das ist die neue creatur. 305. Was frag ich nach der welt, Und allen ih ren schäßen? Wenn ich mich nur an dir, Herr Jefu, kann ergeßen: wolDich hab ich einzig mir Bur luft fürgestellt, Du bist das gute währet kurze zeit: Was aber > Bem meine seele liebt Das bleibt in ewigkeit. Drum fahr, o welt, Mit ehr und geld, und deiner wollust hin! Im freut und spott Kann mir mein Gott Erquicken muth und sinn. 2. Die thoren- freude dieser welt, Wie füß fie immer lacht, Hat ichleunig ihr gesicht verstellt, Und den in leid gebracht, Der auf sie baut: Wer aber traut Allein auf Gottes treu, Der siehet schon Die himmels- fron, Und freut sich ohne Gebet. 219 freud, Was frag ich nach der welt! Welt ist nur furcht und traurigteit, Die selbst gar bald zerfällt; Ich bin ja schon Mit Gottes Schn Im glauben hier vertraut, Der droben fist, Und hier beschützt Wählt mich zu seiner braut. 4. Ach, Jesu! tödt' in mir die welt Und meinen alten sinn, Der sich so gerne zu ihr hält: Herr, nimm mich selbst nur hin, Und binde mich Ganz festiglich An dich, o Herr, mein hort, Co irr' ich nicht, In deinem licht, Bis in die lebens- pfort. rett. 3 Mein Jesus bleibet meine Vom Gebet. Mel. Jesu, meines Lebens leb. heilgen Geist, Den er euch durch mich verheißt. 5. Jesu, dieß ist deine lehre, Schreib sie mir ins herz hinein, Damit ich niemals aufhöre, Ans zuklopfen und zu schreyn. Ja, du wollest mich vertreten, Und um fegen für mich beten, Dafür will ich für und für Halleluja bringen dir. 307. Bittet, so wird euch gegeben, Was nur cuer herz begehrt; Was hier und zu jenem leben Nüßlich ist, wird euch gewährt; Sucht mit fleiß, so werd't ihr finden Rath und troft für eure fünden; Klopft bey Gott im glauben an, So wird euch bald aufgethan. 2. Denn wer bittet der erlanget, Was sein glaube hofft und will: Wer Gott sucht und ihm anhan get, Findet seiner gnaden füll; er anklopfet unverdrossen, Den bleibt nie die thür verschlossen, Denn das ohr des Höchsten hört, Der dein leid in freud verkehrt. 3. Welcher ist wohl von euch allen, So jein sohn von ihm heischt brod, Der ihm' einen stein jufal: len Läßt in seiner hungers- noth? Oder so er zu ihm träte, Und um einen fisch ihn bäte, Der ihm brächt auf seinen tisch Eine schlang für einen fisch. 4. So denn ihr, die ihr doch fün: der, Und aus argem saamen send, Könnt begaben eure kinder Mit den gütern dieser zeit; Bielmehr wird, auf euer bitten, Euer Gott und Bater schütten Uleber cuch den Mel. Wach auf mein herz und. 308. Dem allerhöchſten Wesen Im buche vorzu: lefen; Was man zu beten habe, Ist nicht des Geistes gabe. 2. Wie manches buch verführet, wo man den finn nicht spüret, Den uns die schrift gelehret, Ta man Gott selber höret. 3. Die bücher welche sagen: Wie wir nach Jefu fragen, In buß und glauben treten, Und so ers hörlich beten: 4. Die sind nicht zu verachten, Ihr lesen und betrachten Kann unser her erwecken, Nach ihm sich auszustrecken: 5. Und denn des glaubens wesen Selbst aus der schrift zu lesen. Denn wie ich Jesum suche, Lern ich aus diesem buche. 6. Da hör ich viele beten; Und Vom Gebet. 220 wenn sie vor ihn treten, So find ich aller enden Kein buch in ihren händen. 12. Wer hat ein find gesehen Vor seinen eltern stehen, Und, was sein wunsch gewesen seinem buche leſen? 13. O nein, die noth lehrt schreyen, und an der brust gedeihen. Die muutter stillt es gerne; Sie hört das schreyn von ferne. 14. Das find fann sein begehren Nicht ordentlich erklären. Die mutter muß sein flehen Mehr als das find verstehen. 15. Und wenn die finder stammlen, Erst halbe worte sammten: Den eltern ist ihr lallen Das größte wohlgefallen. 7. Wenn mich das buch geleh: ret, Wie man zum Herrn sich tehret: So wird mein herz zum buche, Daß ich ihn selber suche. 8. Erinnert mich, ihr blätter, el. Wer ist wohl würdig si. Un mich und meinen retter! Ents 309, Dir, dir, Jehova will verlangen, Die ga: fingen, Denn wo ben zu empfangen. ist doch ein solcher Gott, wie du? 9. Nur sollt ihr mich im beten Dir will ich meine lieder bringen, Nicht binden noch vertreten; Als- Ach! gieb mir deines Geistes fraft denn geht auf die feite, Daß ich daju, Damit ich fing im namen mich selbst ausbreite. Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefallig ist. 10. Wenn ich nun mit ihm spre: che, Sag ich, was mir gebreche, Was meine seele fränte, So wie ichs'fühl und dente. 11. So stehts in feinem buche; Und eh ichs da erst suche, Gießt sich mein Herz schon über; Das ist dem Vater lieber. 2. Bich mich, o Bater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zich zu dir; Dein Geist in meinem herzen wohne, Und meine sinnen und verstand regier, Daß ich den frieden Gottes schmed und fühl, Und dir voll dank im herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, folche Ausgüte, So wird gewiß mein singen recht gethan: So klingt es schön in meinem liede, Und ich bet dich im geist und wahrheit an: So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir pfalmen sing im höhern chor. 4. Denn der kann mich ben dir vertreten Mit feufzen, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht glaubig beten, Giebt zeugniß meinem geist, daß ich Dein find und ein miterbe Icfu Chrifti sen, Daher ich Abba, lieber Vater! schren. 16. Sie dürfen nicht mit sorgen, Sich fremde worte borgen, Kaum, daß sie angefangen, So weiß man ihr verlangen. 17. Sie werden endlich größer, Und reden denn auch besſer; Allein der kleinen fallen Erhört man doch vor allen. trieb vom feelengrunde Macht erst die red im munde. 18. Der Vater aller finder Er: hört noch viel geschwinder, Ver: steht uns auch viel besser; Denn feine huld ist grösſer. 19. Er hört des herzens sprache. Das ist die ganze sache. Der 20. So lernt man sich erkennen, 3m heilgen Geist entbrennen, Sich Jesu überlassen, und bald den Bater fassen. 5. Wenn dieß aus meinem her: en schallet, Durch deines heilgen Geistes fraft und trieb, So bricht dein Vater- herz, und wallet Gam brünstig gegen mir vor heiſſer lieb, Daß mirs die bitte nicht verfagen tann, Die ich nach deinem willen hab gethan. 6. Was mich dein geift felbst bite ten lehret, Das ist nach deinem willen eingericht't, und wird ge wiß von dir erhöret, Weil es im namen deines Sohns gefchicht, Bom Durch welchen ich dein kind und erbe bin, und nehme von dir gnad um gnade hin. Gebet. 221 fleisch und blut Dem feinde nichts zu willen thut. 6. Erweck in mir ein gut gewissen, Das weder welt noch teufel scheut, Und laß mich meine fün den büssen Noch hier in dieser gnaden- zeit, Turchstreich die schuld mit Jesu blut, und mach das böse wieder gut. 7. Umis freuße darf ich wohl nicht bitten, Daß mich es gar vers schonen soll, Da doch mein Jesus selbst gelitten, Und also leid ich billig wohl. Doch wird geduld mir nöthig seyn, Die wollest du mir, Herr! verleih'n. 8. Das andre wird sich alles füz gen, Ich sen ben dir arm oder reich; An deiner huld laß ich mir gnügen, Die macht mir glück und unglück gleich; Und kommt mirs nicht mit Haufen ein, So wird das wenige gnug seyn. 7. Wohl mir, daß ich dieß zeugniß habe! Drum bin ich voller troft und freudigkeit, und weiß, daß alle gute gabe, Die ich von dir verlanget jederzeit, Die giebst du, und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jefu namen, Der mich zu deiner rechten selbst vertritt: In ihm ist als les ja und amen, Was ich von dir im geist und glauben bitt: Wohl mir! lob dir jetzt und in ewigkeit, Daß du mir schenfest solche seligfeit! Mel. Wer nur den lieben S. 310. Mein Gott! ich klopf an deine pforte, mit meinem seufzer- hammer an! Ich halte mich an deine worte: Klopft an, so wird euch aufgethan. Ach, öffne mir die gnadenthür, Mein Jesus klopfet selbst mit mir. 2. Wer kann was von sich selber haben, Das nicht von dir den ur: sprung hat? Du bist der geber al- mel hält. ler gaben, Ben dir ist immer rath und that. Du bist der brunn, der immer quillt; Du bist das gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem beten, Das voller geist und glauben ist; Der mich vor dich hat heissen treten, 3st mein Erlöser Jesus Christ: Und der in mir das Abba schreyt, Ist ja dein 311. Geist der freudigkeit. Mel. Ein Lämmlein geht u. Gott, der du in lies 4. Gieb, Bater! gieb nach deigen uns entbrennest, Und dich aus nem willen, Was ich, dein find, unerforschter gunst Selbst unfern bedürftig bin: Du kannst mir meinen hunger stillen; Indir muß aller segen blüh'n; Doch gieb, du Geber, allermeist, Was meiner feelen segen heißt. Vater nenneft, Der du im hohen himmel bist, und alles siehst, was niedrig ist, Auch uns selbst haft gelehret, Wie man recht kräftig beten soll: Gieb, daß der mund dich eifers voll Von ganzem Herjen ehret. 5. Verleih beständigkeit im glauben, Laß meine liebe brünstig seyn; Und will der satan drüber schnauben, So halte der verfus chung ein, Damit mein armes 2. Laß deines hohen namens ruhm, Vor dem sich thronen beugen, und dem der engel fürstens 9. Ich bitte nicht um langes leben, Nur daß ich christlich leben mag: Laß mir den tod vor augen schweben, Und meinen letzten ster= bestag; Damit mein ausgang aus der welt Den eingang in den him10. Wiewohl, was will ich mehr begehren: Du weißt schon, was ich haben muß. Du wirst auch alles mir gewähren, Denn Jesus macht den süssen schluß; Ich soll in seinem namen schrey'n, So wird es ja und amen seyn. 222 Vom Gebet. thum Pflegt ehre zu erzeigen. Vor| pfen: Sey du der rechte mittels: dem sich luft und erdreich bückt, Vor dem die hölle selbst erschrickt, Ben uns Drey- heilig heissen! Gieb reine lehr, und hilf dazu, Daß wir uns, großer Gott, wie du, Der heiligkeit befleissen! mann, Und nimm dich unser treu: lich an; Lehr unsre arme friegen, Daß wir behalten oberhand, Und, wenn der feind ist übermannt, Mit großen freuden siegen. 8. Und weil in diesem jammer: that Nichts gutes ist zu hoffen, Weil nichts als elend, müh und quaal Allhier wird angetroffen Co steh uns in dem unfall ben, Und mach uns von demselben fren, Bis daß die zeit wird kommen, Da wir zu deiner herrlichkeit Aus sterblicher beschwerlichkeit Ganz werden aufgenommen. 3. Bergönn uns, Herr, dein gnaden- reich Auch noch in diesem leben, Bis daß wir dermaleins zugleich mit dir in freuden schwe: ben; Dein werther Geist der wohn uns ben, Daß unser herz nicht irdisch sey; Er schenk uns seine gaben, Daß wir in dieser pilgrims- jeit Den vorschmack süffer ewigkeit Und himmels- fehnsucht haben. 4. Herr, was du willst und dir gefällt, Muß auch vollendet werden, Gleichwie in jener himmelswelt, Also ben uns auf erden. Hilf, daß wir dir gehorsam seyn In lieb und leid, in lust und pein. Laß uns, wenn du betrübest, Bez denken, daß du Herr, uns schlägst, Und es also zu machen pflegt Mit denen, die du liebest. 5. Gieb uns heut unser täglich 312. Sieh, hier bin ich, Ch ren- fönig, Lege mich brodt, Und was den leib ernelyret: Wend ab die schwere frie: vor deinen thron, Echwache thrä ges- noth, Die land und leut ver= nen, Kindlich sehnen Bring ich dir, du menschen- sohn!. Laß dich heeret, Daß wir gesund, mit gu ter ruh, Das furze leben bringen finden, Laß dich finden, Von mir, zu: Und fegne unfre sachen, Treib der ich afch und thon! theurung ab und pest= gefahr Hilf, daß wir dir vertrauen gar, Und dich nur lassen machen! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem finn! Dich alleine Ich nur menne, Dein erfaufter erb ich bin; Las dich finden:,: Gieb dich mir, und nimm mich hin. 6. Daß unsre sündge Adams- art, Durch schreckliches verbrechen, Gar oftmals ist dein widerpart, Wollst du, o Herr, nicht rächen! 3. Ich begehre, Nichts, o Herre, Gleichwie auch wir aus herzens- als nur deine freye gnad, Die du grund Denselben, die durch that giebest Den du liebest, Und der dich and mund Uns leid anthun, ver- liebt in der that; Laß dich finden geben. Herr, gieb uns einen fanf-:,: Der hat alles, wer dich hat. ten geist, Der auch denselben quts 4. Himmels fonne, Seelen: beweist, Die uns stehn nach dem wonne, Unbeflecktes Gottes- Lamm! leben. In der höhle Meine seele Sudet dich, o Bräutigam; Laß dich fin den:,: Starker Held aus Davids stamm. 5. Hör wie kläglich, Wie beweg 9. Denn dein, Herr, ist das reich und thron, Wir sind dein' unter: jassen: Es muß vor deiner allmachts- fron All' andre macht er: blaffen: Ob diese welt gleich wird vergehn, Bleibt deine kraft doch ewig stehn. Lob, preis sen dei nem namen! Weil Jesus selbst so bitten heißt, Und uns die rechte bet- tunst weis't, Sind wir erhö ret: Amen! 7. Berleih auch einen heldenmuth, Wenn wir jetzt follen kämpfen mit teufel, welt und unserm blut, Hilf, daß sie uns nicht däm Bom lich Dir die treue seele singt! Wie demüthig Und wehmüthig Deines findes stimme klingt! Laß dich finden:,: Denn zu dir mein herze dringt. 6. Dieser zeiten Eitelkeiten, Reichthum, mollust, ehr und freud, Sind nur schmerzen Meinem herzen, Welches sucht die ewigkeit: Laß dich finden:,: Großer Gott! ich bin bereit. 223 Gebet. ten rein, Daß wir auch leben bei: liglich, Nach deinem namen wür diglich; Behüt uns, Herr, vor falscher lehr, Das arm verführte volt bekehr. 3. Es fomm dein reich zu dieser zeit, Und dort hernach) in ewigkeit: Der heilge Geist uns wohne ben Mit seinen gaben mancherley: Des satans jorn und groß gewalt Berbrich, vor ihm, dein tirch ers halt. 4. Dein will' gescheh, Herr Gott, zugleich Auf erden, wie im himmelreich; Gieb uns geduld in leiz dens- zeit, Gehorsam seyn in lieb und leid, Wehr und steur allem fleisch und blut, Das wider deinen willen thut. Mel. Serr, ich habe mißgeh. 313. Vater! laß vor deinem throne Mein gebet dein opfer seyn. Höre mich in deis nem Sohne, Laß sein blut im her zen schreyn, Und dein vater- herze brechen, Wenn dein Geist wird Abba sprechen. 2. Heilige dir in dem Herzen Sinen wahren bet- altar, Biet der andacht schwachen kerzen Selbsten öhl und flammen dar. Glaub und liebe will dich fassen, Bis du fegnest, dich nicht lassen. 3. Höre, Jesu! und erhöre, Wenn mein mund und herze schreyt, Das erfordert deine ehre, Und auch meine seligkeit. Deffne du mit deine wunden, Bis ich gnad und trost gefunden. 4. Drücke, werther Geist! das fiegel Auf die seufzer meiner brust. Gieb der andacht schnelle flügel, Und was mir noch nicht bewußt, Aber nöthig ist zu beten, Darin wollst du mich vertreten. 5. Stärke mich in dieser stunde, Auf dein wort stell ich mich ein, Und das erste wort in munde Soll dein name, Jesus, seyn. Du wirst mit dem letzten schliessen, und das Amen geben müssen. 314. Vater unfer im himmelreich, Der du uns alle heißfest gleich, Brüder senn, und dich, großen Gott, Bu beten an in uns'rer noth: Gieb, daß nicht bet allein der mund; Hilf, daß es geh aus herzensgrund. 2. Geheil'get werd der name dein, Dein wort ben uns hilf halbrodt, Und was man braucht zur 5. Gieb uns heut unser täglich leibes- noth: Behüt, Herr, vor unfried und streit, Vor seuchen und vor theurer zeit, Daß wir in gutem frieden stehn, Der sorg und geißes müßig gehn. 6. All unser schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch) unfern schuldigern Ihr schuld und fehl vergez ben gern: Bu dienen mach uns all bereit In rechter lieb und einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in versuchung nicht, wenn uns der böse geist anficht, Bur linken und zur rechten hand, Hilf uns thun starten widerstand, Im glauben fest und wohl gerüst't, und durch des heilgen Geistes trost. 8. Von allem übel uns erlöf, Es sind die zeit und tage böf'; Erlöf uns von dem ew'gen tod, Und tröst uns in der letzten noth: Bescher uns, Herr! ein feligs end; Nimm unsre seel in deine händ.. 9. Amen, das ist, es werde wahr, Stärk unfern glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiemit gebeten han; Auf dein wort, in dem namen dein, So sprechen wir das men fein, 224 Vom Gebet. Mel. O Saupt voll blut und.| macht, und ihm benimmt den ruhm, Das ist ben dem durch 315. Weicht fummer, angst Christum abgethan, Der ihn im und forgen! Jeho- glauben hat gezogen an. vah steht mir ben: Vom abend bis zum morgen 3ft seine treue neu, Berbrich, Herr, alle banden Tes satans und der welt; Es wird niemand zu schanden, Wer sich fest zu dir hält. 2. Herr, neige deine ohren, Ach, höre du mich bald! Ich habe dich erfohren, Du bist mein aufenthalt, Mein fels und mein erretter, Tie zuflucht in der noth: Du hebst, o fchlangentreter, Die furcht vor noth und tod. 3. Um deines namens willen, Herr, führ und leite mich: In dich will ich mich hüllen, Wenn meine feinde sich Mit list und stärke rüsten, wenn sie das nes gestellt; Wenn sie im stolz sich brüsten, Dann stürz sie, starter held. 4. In deine hand befehle Ich, Bater, meinen geist, Du bist, der meine seele Aus dem verderben reißt; Auf dich steht mein vertrauen, Mich tröstet deine huld; Ach, darf ich dich anschauen, Denn schwindet meine schuld. Mel. Dir, dir, Jehovah will. 316. Wer ist wohl würdig, sich zu nahen Bu ( Sott, dem unveränderlichen Licht! Will fichs, was finster, unterfahen, So wird der frevel ihm gelingen nicht: Kein fünder darf die heiligkeit berühr'n, Den heiligen will folches nur gebühr'n. 2. Der mensch, dieweil er ist geFallen, Und sich an seines Schöpfers majestät Vergriffen, muß zu= rücke prallen Wenn er zu ihm zu gehn sich untersteht, Er ist für sich gar keiner gabe werth; Nur fluch und mangel ists, was ihm gehört. 3. Doch, was ihn kann mit recht ausschliessen Bom eingang in des Baters heiligthum, Und was ihn, Gottes zu geniessen, Unwürdig 4. Der ist es, der uns ausgeföh: net, Durch sein selbst eignes theus res opfer- blut; Der hat uns gnad freund gemacht das höchste Gut: und gab verdienet und uns zumi Drum wir durch ihn uns dürfen unterstehn, Ins heilige zu Gott ohn furcht zu gehn. 5. Der himmel ist uns aufge: schlossen, Der weg dahin ist uns durchs blut gebahnt, Das unser Bürge hat vergossen Als unser unrecht an ihm ward geahnd't: Nur frisch hinzu! der vorhang entzwey, Nun steht uns, gnad um gnad zu nehmen, fren. 6. Er selbst ist hin zu Gott ge gangen, Da er als unser Mittler uns vertritt: Seht, wie er brennet vor verlangen, 3u thun, was von ihm heifchet unsre bitt; Der reich thum, den er hegt in seinem schooß Für uns, ist theur und unaus sprechlich groß. 7. Nun kann und darf ich nim: mer zagen, Mein fünden- elend machet mich nicht scheu: Im glauz ben will ichs fröhlich wagen, Da durch ich Abba, lieber Vater, schren, Und weiß, weil ich im namen Jeſu Christ Ihn bitte, daß es ihm ges fällig ist. 8. Herr, lehre mich nur recht fo beten, Denn er ist deines Geistes gnaden- gab: Laß mich nie anders vor dich treten, Als daß ich deinen Sohn im herzen hab. Ach! mache mich nur von mir selbsten frey, Daß Christus alles mir in allen sey. geschrieben! Mein werk sen nichts; 9. Cein nam fen mir ins her nur seins allein sen groß! In Chris fi schmuck mußt du mich lieben, Ohn ihn steh ich beschämet, nat und bloß: Bring ihn ich mit, sieht offen mir dein haus, Dhn ihn werd ich von dir gestoffen aus. 10. Nun, Bater, fülle meine häne Von der geistlichen Wachsamkeit. 225 de, So oft ich sie in Christo hebe, treten. Der werthe tröster giebt auf; aus feiner fülle mir zusende, Dir selbst die worte ein, Drum Was mächtig ist zu fördern meinen muß auch dein gebet Gewiß ers lauf Dahin, wo man ohn end Hal- höret seyn. leluja Dir und dem lamme singet. Das sen ja! 3. Da siehst du Gottes Herz, Daß dir nichts kann verfagen, Sein mund, fein theures wort Bertreibt ja alles zagen, Was dir unmög lich deucht, kann seine vaterhand Noch geben, die von dir So viel noth abgewandt. 4. Komm nur, tomm freudig her, In Jesu Christi namen, Sprid): lieber Bater, hilf! Ich bin dein kind, sprich: amen. Ich weiß es wird geschehn, Du wirst mich las sen nicht; Du kannst, du willst, du mußt Thun, was dein wort ver Mel. Nun danket alle Gott. 317. Wohl auf, mein herz, zu Gott Dein andacht fröhlich bringe, Daß dein wunsch und gebet Durch alle wolfen dringe; Weil dich Gott beten heißt, Weil dich sein lieber Sohn So freudig treten heißt Bor seinen gnaden- thron. 2. Dein Vater ists der dir Befohlen hat zu beten. Dein bruder ists, der dich Bor ihn getroft heißt spricht. Von der geistlichen Wachsamkeit. Mel. Wer nur den lieben G. 318. Ah! wachet auf, ihr faule christen! Be denket, daß euch Gottes gnad Bom tiefen schlaf der fünden lüften Bum leben auferwecket hat. Berlasset doch die finstre gruft, Und höret, wenn euch Jesus ruft. 2. Ach! wachet: denn die fünden nächte Entweichen vor dem hellen licht, Das Gott dem mensch lichen geschlechte Im wort und her zen aufgericht: Ach! wandelt doch in solchem schein, Sonst könnt ihr teine christen fenn. 3. Ach! wachet: ist der geist schon willig, So ist das fleisch doch gar zu schwach: Drum folgen wahre christen billig Dem geist, und nicht dem fleische nach. O theure feelen! werdet flug, Und folget doch des Geistes jug. 4. Uch! wachet: denn die alte schlange Sucht tag und nacht mit macht und list Die menschen in ihr net zu fangen, Weil wenig zeit vorhanden ist. Ergreifet doch den glaubens schild, Und wisset daß nicht schlafen gilt. K2 stunde Das unvermerkte ziel ers 5. Ach! wachet: eh die todes: reicht; Ihr seht ja wie der tod gesunde Sowohl als franke hinterschleicht. Der letzte stoß ist ungewiß: Ach, werthe christen! mer: tet dieß. 6. Ach! wachet: daß ihr euch bereitet Auf jenen großen tag des Herrn; Denn wie uns Gottes nicht mehr fern. Ach! schicket wort bedeutet, So ist derselbe euch, vielleicht kommt heut Der erste tag der ewigkeit. 7. Ach! wachet: Jesus hats ge= stimm, Was schlafet ihr doch wie boten, Ach! folget seiner wächters die todten, Ermuntert euch, fehret um, Bedenker doch, euch behagt, Und daß Gott allen, wachet! sagt. und was 319, Liebster Jefu, liebstes Leben! Der du bist das Gottes- gamm, Das die fünde auf sich nahm, Dir hab ich mich ganz ergeben, Dich will ich den Bräut'gam nennen, Denn ich bin ja deine braut, Die du ewig dir vertraut, Nichts:,::,: nichts soll 226 Von der geistlichen Wachsamkeit. unfre liebe trennen. Eelig, felig, nicht Unser Herr erleuchten; Wa: felig sind:,::,: Die zu dem abend: che, sonsten wird dein licht Dir mahl der hochzeit des Lammes be- noch ferne deuchten: Denn Gott rufen sind:,:: will Für die füll Geiner gnaden: gaben Offne augen haben. 2. Laß mich diese fühnheit üben, Hier in meinem christenthum, Daß nur dieses sey mein ruhm, Daß kein unfall, fe in betrüben, mich durch fchrecken könn abziehen von der lieb, damit ich dir Bin verpflichtet für und für, All:,::,: alle lust der welt zu fliehen. Selig, selig, 2c. 4. Wache, daß dich satans list nicht im schlaf antreffe, Weil er sonst behende ist, Daß er dich be äffe; Und Gott giebt, Die er liebt, Oft in seine strafen, Wann sie sicher schlafen. 3. Laß durch deine gnad gesche: hen, Daß mir niemals öhl gebricht; Gieb, daß meines glaubens licht Nimmer mög in mir ausgehen, Laß die lampen seyn geschmücket, Durch gebet und wachfamkeit, Und daß in der dunkelheit Sie:,::: fie stets scheint und helle blicket. Selig, felig, 2c. 4. Laß den schlaf nicht überwinden Meine augen, sondern gieb, Daß durch deines Geistes trieb Tu mich wachend mögest finden, und mit herzlichem verlangen War: tend wenn der engel ruft, Hoch von der gestirnten luft: Auf:,::,: auf, der Bräut'gam tömmt gewerk nicht treibest. gangen! Selig, felig, 2c. 8. Ja, er will gebeten fenn, 5. Laß mich dir entgegen gehen, wenn er was soll geben. Er ver: Wenn du mir entgegen fömimist, langet unser schreyn, Wenn wir Daß du mich zu dir einnimmst, wollen leben, und durch ihn UnDa ich dich soll ewig sehen, Jefu, fern sinn, Feind, welt, fleisch und du wollst mich verneuen, Daß ben sünden, Kräftig überwinden. deinem abendmahl In der auser- 9. Doch wohl gut, es muß uns wählten zahl Ich:,::,: ich mich schon Alles glücklich gehen, Wenn ewig fönn erfreuen. Selig, selig, zc. wir ihn durch seinen sohn 3m ges mit füll Seiner gunst beschütten, bet anflehen; Denn er will Uns Wenn wir glaubend bitten. Met. Straf mich nicht in d. 320. Mache dich mein geift bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans list Ueber viele from inten Bur versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Bon dem fünden- schlafe! Denn es folget sonst darauf Eine lange strafe; Und die noth Sammt dem tod 10. Drum so laß uns immer dar Wachen, flehen, beten, Weil die angst, noth und gefahr Im mer näher treten: Denn die jeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten, und die welt vernichten. Mel. O daß doch die faulen. 321. ihr auserwählten Möchte in fünden Unvernuthet finden. finder, jung frauen allzumal, Oihr trägen 3. Wache auf! sonst kann dich überwinder, Wer ist unter eurer 5. Wache, daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe; Wach und sieh, Da: mit nie Biel von falschen brüdern Unter deinen gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein fleisch und herze; Damit es nicht liederlich Gottes gnad ver: scherze; Denn es ist Boller list, und kann sich bald heucheln, Und in hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch darben Mitten in dem wachen; Denn der Herre muß dich frey Bon dem allen ma chen, was dich drückt und bestridt, Daß du schläfrig bleibest, Und sein Von der geistlichen Wachsamkeit. zahl, Der da säumet, Schläft und träumet? Wist ihr nicht was euch gebühret, Und was curen brautstand zieret. 227 rosen Blühen nur im lande Gosen. 9. Drum so leide, dulde, trage, Nach dem stillen Lammes- finn, Fein geduldig ohne klage, Nimm die liebes- ruthe hin, Stilles lämms lein, Frommes schäftein, Anders tanns nicht seyn auf erden, Mors gen soll es besser werden. 10. Rühme, jauchze, lebe fröh lich, Bion, braut und königin, Deine freude währet ewig, In dem chor der Seraphin, Da du weiden Sollst mit freuden In viel tausend lieblichkeiten. Laß dich darzu wohl bereiten. 2. Wachet, wachet, kaufet öhle Jeht in dieser mitternacht, Schmückt die lampen eurer seele, Habet auf den bräut'gam acht. Er wird kommen Hört ihr frommen, Was die friedens- boten sagen: Jeho kommt der hochzeit- wagen. 3. Wacht und schmücket euch aufs beste, Legt die fenerfleider an, Stellt euch als die hochzeitgäste, Daß mans an euch sehen kann. Wie so herzlich Und so schmerzlich Ihr euch nach der ruhe Mel. Werde munter, mein ge. ſehnet, Wie das Herz nach frey- 322. Machet, wachet, ihr 4. Nun soll leib und feel gene- der Bräut'gam bricht herein: fen, Alles soll in vollem glan; Lasset euch nicht schläfrig schauen, Friede, Freude, lieblichs wesen Beiget cuter lampen schein; Erben mit im siegeskranz: Weil Schmückt euch, schickt euch, macht das hoffen Eingetroffen, Die er geschwind, Daß er euch bereit er quickungszeit erschienen, Muß find: Wollt ihr erst zu'n krämern mun alles wieder grünen. gehen, En so bleibt ihr draussen stehen. 5. En, wie lieblich wird es klingen In der stillen ewigkeit, Engel werden mit drein singen, Die sich längst darauf gefreut: Da die schaaren Paar ben paaren Wer: den ihre harfen rühren, und die hochzeit prächtig zieren. 2. O wie selig ist die feele, Die die lampe zugericht, Daß es ihr da nicht am öhle, Wenn der Bräut'gam kommit, gebricht! Das ist eine fluge braut: Die dar: auf, weils zeit ist schaut: Die wird ben dem Bräut'gam stehen, Und mit ihm zur hochzeit gehen. 3. O wie thöricht sind hingegen, Die der feind also berückt, Daß sie sich nicht bald drauf legen, Daß die lampen sind geschmückt! Jammer! wenn der Bräut'gam spricht: Gehet hin, ich kenn euchy nicht; Wenn die gnaden- zeit verflossen, und die himmels- thür verschlossen. 6. Hört ihrs nicht von ferne schallen? Ach, das ist ein reiner ton! Seht die harfen spieler fallen Nieder vor des Lammes thron, Seine ehren Bu vermehren. Ach wenn ich nur flügel hätte; Glaubts, ich eilte um die wette. 7. Also sehn wir schon von ferne Lauter feligkeiten ein, Da wir schöner, als die sterne, Leuchten follen engelrein: Darum eilet, Nicht verweilet, Euch inwendig zu vermählen Mit dem bräut'gam eurer feelen. 4. Gieb, mein Bräut'gam, daß mein herze Sen mit glaub und lieb erfüllt, Und ich nicht die zeit 8. Wer dort will als rosen ste: verscherze, Da du hochzeit halten hen, Trägt hier zwar die dornen- willt, Condern, wenn dein tag fron; Dorten muß er dorn und bricht an, und die thür wird auf schleen haben abgeleget schon, gethan, Ich, nach überstandnen Daß von fünden Nichts zu fin- leiden, Eingeh zu den hochzeits den: Denn dergleichen art von freuden. 228 Vom geistlichen Kampf und Sieg. 5. Laß mich beten, laß mich) wachen, Bis mein letter tag anoricht: Laß mich ja nichts schläftig machen: Bleibe du ben mir, atein licht: Laß stets deiner gnaden schein Leuchten in mein herz hinein. Hilf mir ringen, hilf mir tämpfen, und die falsche regung dämpfen. Nimm doch alle trägheit hin, Und ermuntre meinen finn: Rüfte mich mit Geistes- waffen; Nur, was du willst, laß mich schaf: fen. 7. Steur dem fleische, wehr dem drachen, und der bösen welt dazu, Die mich wollen schläfrig machen, Und doch stören meine ruh: Wede 6. Deine liebe laß mich ehren, du mich stündlich auf, und befördre Und erheben deinen ruhm, Laß meinen lauf, Daß ich werde alle mich stets dein lob vermehren, stunden Klugen jungfraun gleich Als dein werthes eigenthum, erfunden. Vom geistlichen Kampf und Sieg. Mel. Machs mit mir Gott. 323. Auf, christen= mensch! Auf, auf, zum streit, Auf, auf, zum überwinden; In dieser welt, in dieser zeit Ist keine ruh zu finden: Wer nicht will streiten trägt die fron Des ew'gen lebens nicht davon. 2. Der teufel fommt mit seiner list, Die welt mit pracht und prangen, Das fleisch mit wollust, wo du bist, Bu fällen dich und fangen; Streitst du nicht wie ein tapfrer held, So bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der fahn Dein's Feld- Herrn haft geschworen, Dent ferner, daß du als ein mann Bum streit bist auserfolren; Ja, denke daß ohn streit und fieg Nie einer zum triumph aufstieg. 4. Wie schmählich ists wenn ein soldat Dem feind den rücken fehret, Wie schändlich, wenn er seine stadt Berläßt und sich nicht weh ret, Wie spöttlich, wenn er noch mit fleiß Aus zagheit wird dem feind zum preiß. 5. Bind an, der teufel ist bald hin, Die welt wird leicht verjaget, Das fleisch muß endlich aus dem sinn, Wie sehr dichs immer plaget; ew'ge schande, wenn ein held Vor diesen dreyen feinden fällt. 6. Wer überwindt und kriegt den raum Der feinde, die vermeſe fen, Der wird im paradies vom baum Des ew'gen lebens essen; Wer überwindt, den soll kein leid noch tod berühr'n in ewigkeit. 7. Wer überwindt, und seinen lauf Mit ehren wird vollenden, Dem wird der Herr alsbald dar: auf Verborgnes manna senden, Ihm geben einen weissen stein, Und einen neuen namen drein. 8. Wer überwindt, bekommt gewalt, Wie Christus, zu regies ren; Mit macht die völker man: nigfalt In einer schnur zu führen: Wer überwindt, bekommt vom Herrn Bum Feldpanier den mors gen- stern. 9. Wer überwindt, soll ewig nicht Aus Gottes tempel gehen; Vielmehr drinn wie ein helles licht und güld'ne fäule stehen; Der name Gottes unsers Herrn Soll leuchten vor ihm weit und fern. 10. Wer überwindt, foll auf dem thron Mit Christo Je fiben! Soll glänzen wie ein Got tes- sohn, Und wie die sonne bligen, Ja ewig herrschen und regiern und immerdar den himmel ziern. 11. So streit denn wohl, streit teck und fühn, Daß du mögst überwinden, Streng an die träfte, muth und sinn, Daß du dieß gut Bom geistlichen Kampf und Sieg. mögst finden. Wer nicht will streiten um die kron, Bleibt ewiglich in spott und hohn. Mel. Mein Schöpfer bilde. 324. Entbinde mich, mein Gott, Bon allen meis nen banden, Womit mein armer geist noch so gebunden ist; Mach aller feinde firick Und tücke ganz zu schanden, Durch den, in welchem du Mein ein'ger retter bist; Berbrich, zerschlag, zerreiß, Und mach mich durch den Sohn Bum recht gefreyeten; Sonst komm ich um die kron. 229 nen, Das öfters meinen geist In deiner liebe stört. Ach fänd ich, denk ich oft, Doch nur ein räume: lein, Da ich ganz unverstört Dich möchte liebend seyn! 2. Ach! Gott, erst war ich recht Ein sclave aller fünden; Doch dein erbarmen hat mich davon frey gemacht. Nun wollen sich aufs neu Subtile stricke finden: Ach! so wird doch mein fuß Buleht ins garn gebracht! O Bater, mach mich frey, Stell mich auf weiten raum, Daß ich mein geist ausbreit, Uls wie ein ceder- baum. 6. Euch ich die einsamkeit, Und menn' es da zu finden, So wär es freylich gut, Wenn ich da könnt allein ich gänzlich von mir selbst und meiner last entbinden, Daß ich auch ohne mich Könnt recht alleine seyn; Doch nun trag ich mit mir mein arges fleisch und blut, Das in der einsamkeit Auch nimmer in mir ruht. 7. Gedanken plagen mich, Und eitle phantafeyen, Berstreuung mancherley, Die schwermuth der natur, Die kommt noch wohl da: zu; Ach! wer wird mich befreyen? Wer zeigt zur frenheit mir Tie rechte sichre spur? Ich armer, ach! wie lang Coll ich gebunden seyn? Wenn schau ich durchs gesetz Der vollen frenheit ein. 8. Die eigen- liebe schleicht Sich oft in meine glieder, und stört durch ihren trieb Mir öfters alle ruh; Dieß schlägt die freudigkeit Derseelen mächtig nieder! Kaum thut das herz sich auf, So schließt fichs wieder zu. Coll licht und finsterniß Denn stets im wechsel senn? Wenn konimt mein volles licht Und steter sonnenschein? 9. Ach! Gott, entbinde mich Von allen meinen banden, Und was mich noch jubtil Im fleisch gefangen hält. Ist das nicht schon genug, Wenn eines nur vorhanden, Das mich noch binden fann In dieser sünden welt? Coll ich gebunden seyn; So binde deine treu, mein armes herz, auf daß Ich dein gefangner sey. 10. Men deine liebe bindt, Ist nicht ein knecht der fünden; Er bleibt in banden auch Ein rechter freyer mann: Mein Bater, so will ich mich gerne lassen binden, Wenn ich dein freyes tind Auf ewig bleiben kann. Nur mach mich von mir frey, Und von der 3. Was zieht mich niederwärts, daß ich nicht kann auffliegen? Was macht mich denn so matt In neinem christen lauf? Ach! welhe schwere last Fühl ich noch in mir liegen; Das drückt mich unterwärts, Und läßt mich nicht hinauf: O! woher nehm ich kraft, Bon allem los zu seyn, Co fren und los gemacht als wie ein vö gelein? 4. Ach! dieser todes- leib Be fchwert die arme feele, Die hütte drückt den geist, Der drin gebunden liegt. D! wer macht mich doch fren Aus dieser fünden- höhle, Daß mein verlangen lust Und frenen jugang friegt? Durch brecher! brich doch durch, Und mach mich völlig fren, Daß mein geist nicht, wie ich, Mehr so gefangen sey. 5. Ich weiß, ich liebe dich; Doch, soll ichs recht bekennen, Noch lange nicht so viel, 2016 meine feel begehrt; Es ist noch) was in mir, Ich kann es selbst nicht nen 230 Vem geistlichen Kampf und Sieg. argen welt; Daß meine edle seel| gedenke, Und mich in deinen abe Shr frenheits- recht behält! grund sente, So werd ich von dir angeblickt, und mein herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der eifer mir im streite, So schmeck ich theils die füsse beute, Und fühle, daß es wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die liebe bist. 325. Hier legt mein sinn sich Mein geist sucht seinen ursprung wies der: Laß dein erfreuend angesicht Bu meiner armuth seyn gericht. 2. Schau her, ich fühle mein verderben, laß mich in deinem tode sterben; O könnte doch in deiner pein Die eigenheit ertödtet seyn! Mel. O Jesu Christ, mein ſ. 326. Ich ruf zu dir, de fer in dich gehn, Der fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, Hier gelten nichts der menschen thaten: Wer macht sein her; wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket seyn. 7. Doch tenn ich wohl dein treues lieben; Du bist noch immer treu geblieben; Ich weiß gewiß, du stehst mir ben, und macht mich von mir selber fren. 8. Indessen will ich treulich kämpfen, und stets die falsche regung dämpfen, Bis du dir deine zeit ersiehst, und mich aus solchen neben ziehst. 9. In hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Höllen macht geschlagen, Gott führt mich aus dem kampf und streit In seine ruh und sicherheit. 10. Drum will die forge meiner feelen Dir, meinem Vater ganz befehlen; Ach! drücke tief in meinen sinn, Daß ich in dir schon felig bin. 11. Wenn ich mit ernst hieran 3. Du wollest, Jesu, meinen willen Mit der gelassenheit erfüllen: Brich der natur gewalt entzwen, und mache meinen willen fren. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinen wegen übe; Nur ist von der unlauterfeit 2. Ich bitt' noch mehr, o Herre Die liebe noch nicht ganz befreyt. Gott! Du kannst es mir wohl ge 5. Ich muß noch mehr auf die- ben, Daß ich nicht wieder weid fer erden Durch deinen Geist ge- zu spott; Die Hoffnung gieb dan heiligt werden. Der finn muß tie- ben, Besonders, wenn ich muß bitt, erhör mein klagen! Verleih mir gnad zu dieser frist, Laß mich doch nicht verzagen! Den rechten glauben, Herr, ich menn', Den wollest du mir geben Dir zu leben, Dem nächsten nütz zu seyn, Dein wort zu halten eben. davon, Daß ich dir mög vertraue Und nicht bauen Auf irgend eignes thun, Sonst wird michs erig reuen. 3. Verleih, daß ich von Herzens grund Den feinden mög vergeben, Verzeih mir auch zu dieser stund, Gieb mir ein neues leben: Dein wort laß meine speise seyn, Das mit die feel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn unglück geht das her, Daß sichs bald möcht abkeh ren. 4. Laß feine lust noch furcht von dir Mich in der welt abwenden, Beständig seyn ans end gieb mir, Du hasts allein in händen, Und wem du's giebst der hats unisont, Es mag niemand ererben o erwerben Durch werke deine gnad, Die uns errett't vom sterben. 5. Ich lieg im streit und widere streb, Hilf, o Herr Christ! mie schwachen; An deiner gnad allein ich tleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun anfechtung her so wehr, Daß sie mich nicht umistossen: Du kannst maſſen, Day Vom geistlichen Kampf und Sieg. 231 lenkt! Laß mich mir sterben und alle dem meinen, Daß ich mich jählen kann unter die deinen. 7. Jesu, hilf siegen! in allerley fallen Gieb mir die waffen und wehre zur hand, Wenn mir die höllischen feinde nachstellen, Dich mir zu rauben, o edelstes pfand! So hilf mir schwachen mit allmacht und stärke, Daß ich, o lieb: ster, dein daseyn vermerke. 8. Jesu, hilf siegen! wer mag sonst bestehen, Wider den listig verschmißeten feind, Wer mag doch dessen versuchung entgehen, Der wie ein engel des lichtes erscheint? Ach, Herr! wo du weichst, so muß ich ja irren, Wenn mich der schlangen list sucht zu verwir ren. nirs nicht bringt gefahr; Ich veiß, du wirsts nicht lassen. Mel. Großer Prophete, mein. 327. Jefu, hilf fiegen, du fürste des Sieh, wie die finsterniß dringet herein; Wie sie ihr höllisches heer nicht vergebens Mächtig aufs führet, mir schädlich zu seyn. Satan der finnet auf allerhand ränte, Wie er mich sichte, verstöre und tränke. 2. Jefu, hilf fiegen! der du mich erkaufet, Rette, wenn fleisch und blut, fatan und welt, Mich zu berücken, ganz grimmig anlaufet, Oder auch schmeichelnd sich listig verstellt, Wenn Babel wüthet von aussen und innen, Laß mir, Herr, niemals die hülfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf fiegen! ach, wer muß nicht flagen! Herr, mein gebrechen ist immer vor mir? Eilf, wenn die fünden der jugend mich nagen, Die mein gewissen mir täglich hält für: Ach! laß mich schmecken dein kräftigs verföhnen, und dieß zu meiner de müthigung dienen. 9. Jefu, hilf fiegen, und laß mich nicht sinken, Wenn sich die kräfte der lügen aufblähn, Und mit dem scheine der wahrheit sich schmin= ten! Laß doch viel heller dann deine fraft fehn, Steh mir zur rechten, o könig und meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die geister. 4. Jesu, hilf fiegen! wenn in mir die fünde, Eigenlieb, hofart 10. Sefu, hilf fiegen, im wachen und beten, Hüter, du schläfft ja und schlummerst nicht ein: Laß dein gebet mich unendlich vertreund misgunst sich regt, Wenn ich ten, er du versprochen mein füre die last der begierden empfinde, Und sich mein tiefes verderben darlegt: So hilf, daß ich vor mir felbst mag erröthen, und durch dein leiden mein fündlich fleisch tödten. 5. Jefu, hilf siegen! und lege gefangen, In mir die liste des fleisches, und gieb, Daß ben mir lebe des geistes verlangen, Aufwärts sich schwingend durch heiligen trieb! Laß mich eindringen ins göttliche wesen, So wird mein geist, leib und seele genesen. sprach zu seyn. Wenn mich die nacht mit ermüdung will decken, Wollst du mich), Jesu, ermuntern und wecken! 11. Jefu, hilf fiegen! wenn alles verschwindet, Und ich mein nichts und erderben nur feh, Wenn tein vermögen zu beten sich findet, Wenn ich muß fenn ein verschüchtertes reh: Ach! Herr, so wollst du im grunde der feelen Dich mit dem innersten seufjen vermählen. 12. Jefu, hilf fiegen, und las 6. Jefu, hilf siegen! damit auch mirs gelingen, Daß ich das zeiz mein wille Dir, Herr, fen gänzchen des sieges erlang; So will lich zu eigen geschenkt, und ich ich ewig dir lob und dank singen, mich stets in dein wollen verhülle, Jesu, mein Heiland, mit frohem Wo sich die fecle zur ruhe hingefang. Wie wird dein name da 232 Bem geistlichen Kampf und Sieg. werden gepriesen, Wo du, o held!| wort, so muß Ihr troß und macht dich so mächtig erwiesen. vergehn. 13. Jefu, hilf fiegen! las bald doch erschallen, Daß 3ion rufet: es ist nun vollbracht! Babel die stolze, ist endlich gefallen, Die da bishero so lang hat gekracht. Ach, Hert, komm mache ein ende des trieges, Schmücke dein Bion mit palmen des sieges. 14. Jefu, hilf siegen, damit wir uns schicken, Würdig zur hochzeit des Lammes zu gehn; Kleide dein Bion mit güldenen stücken, Laß uns den untergang Babels einst sehn: Doch wohlan, fracht es, so wird es bald liegen; Auf, Bion, rüste dich, Jesus hilft siegen. Mel. O Sott du frommer G. Jesu voller kraft! O Heiland voller güte! Laß deine lieb und fraft ErFüllen mein gemüthe: Ich weiß sonst keinen trost Auf dieser ganzen welt, Wo sich nicht deine gnad Mir armen zugesellt. 328. 2. Betrübt ist mir mein her; Von wegen meiner fünde, Die ich mit traurigkeit und tiefster reu empfinde: wie hat doch der gift, Der auf uns ist geerbt, Aufs allergreulichste Uns durch und Burch verderbt! Mel. Groffer Seiland, deine. 329, Ringe recht, wenn Gots tes gnade Dich nun 3. Wie oft hat mir dein wort Das böse untersaget, Und mein ziehet und bekehrt, Daß dein gei gewissen mich mit ängsten ange= sich recht entlade Bon der last, di flaget! Wie oft hat mich dein ihn beschwert. wort Bald so, bald so geschreckt! Und mein verderben mir Im grunde aufgedeckt. 2. Ringe, denn die pfort ist eng Und der lebens- weg ist schmal; Hier bleibt alles im gedränge, 4. Doch bleib ich immer noch Was nicht zielt zum himmels In meinem elend liegen, Und kann nicht über mich und meine fünde 3. Kämpfe bis aufs blut und siegen: Mich schliesset ihre macht leben, Dring hinein in Gottes In ihre fesseln ein: Ich muß ein reich: Will der satan widerstre: sclav der lust Und meines fleisches ben, Werde weder matt nod faal. 6. Ach! laß mir offen stehn Die quelle deiner wunden! Dadurch hab ich doch schon Die fünden überwunden: Dem Vater bin ich ja Durch dich schon ausgeföhnt, Daß mich nun seine gnad, Durd) dein verdienst bekrönt. Co 7. Dieß glaub ich: fühl ich schon Die menge meiner fünden, Drückt mich gleich ihre last, Mus ich gleich zorn empfinden; weiß ich doch, du hast Schon fol: chen zorn gestillt, Der fünden macht zerstört, Und das geset er: füllt. 8. Ich wende mich zu dir, Der du mich fannst erquicken, lässt du mich deine huld und freundliche feit erblicken, So weicht die unruh weg; Der fünden macht jers bricht, Ich finde fried und ruh In deinem angesicht. 9. Nun du, mein Heiland, d Kannst mich doch nicht verlasſen Da meine glaubens- arm Dic fuchen zu umfassen; Schließ ewi mich in dich und deine liebe ein: Dein will ich hier und dort, Und feines andern fenn. feyn. weich. 5. O Jeht, der du hast Die fin: 4. Ringe, daß dein eifer glühe, sterniß der höllen Durch blut und Und die erste liebe dich Von der tod besiegt, Du kannst die feinde ganzen welt abziehe; Halbe liebe fällen, Die jeho wider mich Und hält nicht stich. meine seele stehn; Sprich nur ein 5. Ringe mit gebet und schreyen Vom geistlichen Kampf und Sieg. 233 17. Denkt ben jedem augenblicke, Obs vielleicht der Leste sen: Bringt die lampen ins geschicke, Holt stets neues öhl herbey. 18. Liegt nicht alle welt im bö sen? Steht nicht Sodom in der glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten, Und nicht mit verderben willt; Mach dich los von allen tetten, Slich als ein gejagtes wild. 20. Lauf der welt doch aus den händen, Dring ins stille Boar ein, File, daß du mögst vollenden, Mache dich von allem rein. Halte damit feurig an: Laß dich feine zeit gereuen, Wärs auch tag und nacht gethan. 6. Hast du denn die perl errungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles böse haft bezwungen, Das uns schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit furcht ja deiner feele, Deines heils mit zittern, wahr: Hier in dieser leibes- höhle Schwebst du täglich in gefahr. 8. Halt ja deine trone feste, Halte männlich, was du hast; Recht beharren ist das beste; Rück: fall ist ein böser gast. 9. Laß dein auge ja nicht gaffen Nach der schnöden eitelteit; Bleibe tag und nacht in waffen, Fliehe träg- und sicherheit. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, Flich vor dem verborgnen leben, Daß dich nichts beflecken bann, Such in Gott geheim zu fann. 10. Caß dem fleische nicht den willen, Gieb der lust den ziegel nicht. Willst du die begierden 22. Eile, zähle tag und stunden, füllen; So verlöscht das gnaden- Bis dein Bräut'gam hüpft und licht. springt, Und, wenn du nun über: wunden, Dich zum schauen Gottes bringt. 23. File, lauf ihm doch entgegen, Sprich: mein licht, ich bin gen, Mich dürft't nach der ewigbereit, Nun mein hüttlein abzule= feit! 11. Fleisches- Freyheit macht die feele Kalt und sicher, frech und stol;; Frist hinweg des glaubensöhle, Läßt nichts als ein faules holz. 12. Wahre treu führt mit der fünde Bis ins grab beständig krieg, Richtet sich nach feinem winde, Sucht in jedem kampf den Mel. 3ion klagt mit angst u. fieg. 13. Wahre treu liebt Chrifti 330. Treuer Gott! ich muß wege, Steht beherzt auf ihrer hut, Weiß von feiner wollust- pflege, Hält sich selber nichts zu gut. 14. Wahre treu hat viel zu weinen, Spricht zum lachen: du bist toll: Weil es, wenn Gott wird erscheinen, Lauter heulen werden foll. dir klagen Meines herzens jammerstand, Ob dir wohl sind meine plagen Besser als mir selbst bekannt. Grosse schwachheit ich ben mir In an: fechtung oftmals spür, Wenn der satan allen glauben Will aus meinem herzen rauben. 15. Wahre treu kömmt dem getümmel Dieser welt niemals zu nah: Ist ihr schah doch in dem himmel, Drum ist auch ihr herz 2. Du Gott! dem nichts ist vers borgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab. Nichts von allen meinen sorgen, Alles ist, Herr! deine gab: Was ich gutes find an mir, Das hab ich allein von dir, Auch den glauben mir und allen, Giebst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott! für den ich trete Jest in meiner groffen noth, Höre, wie ich sehnlich bete, Laß allda. 16. Dieß bedenket wohl, ihr streiter, Streitet recht und fürch: tet euch: Geht doch alle tage weiter, Bis ihr kommit ins himmel: reich. 234 Von der Vereinigung mit Gott und Christe. mich werden nicht zu spott. Mach ist kein erretter, Tritt mir selbs A: nicht des teufels werf, Deinen jur rechten seit: Wenn der feind schwachen glauben stärk, Daß ich die pfeil abdrückt, Weine schwachs nimmermehr verzage, Christum heit mir aufrückt, Will mit allen stets im Herzen trage. trost verschlingen, und mich in verzweiflung bringen. 4. Jesu, du brunn aller gnaden! Der du niemand von dir stößt, Der mit schwachheit ist beladen, Sondern deine jünger tröst. Sollt ihr glaube auch so klein Wie ein fleines fenfforn seyn, Wolltst du sie doch würdig schätzen, Große berge zu versehen. 9. Bieh du mich aus seinen firi: den, Die er mir geleget hat, Laß ihm fehlen seine tücken, Drauf er finnet früh und spat. Gieb mir fraft in allem streit; Laß mich immer seyn bereit; Und so öfters ich muß kämpfen, Hilf mir meine feinde dämpfen. 10. Reiche deinem schwachen finde, Das auf schwachen füssen steht, Teine gnaden hand ge schwinde, Bis die angst vorüber geht. Wie die kinder gängle mich; Daß der feind nicht rühme sich, er hab ein solch herz gefäl let, Das auf dich die Hoffnung stellet. 5. Laß mich vor dir gnade fin: den, Der ich bin voll traurigkeit, Hilf du mir selbst überwinden, So oft ich muß in den streit. Meinen glauben täglich mehr, Deines Geistes schwerdt verehr, Damit ich den feind kann schlagen, Alle pfeile von mir jagen. 6. Heil'ger Geist ins himmelsthrone, Gleicher Gott von ewigkeit, Mit dem Vater und dem Sohne, Der betrübten troft und freud. Allen glauben den ich find, Hast du in mir angezündt; Uleber mir mit gnade walte, Ferner deine huld erhalte. 7. Deine hülfe zu mir sende, O du edler herzens- gast: Und das gute werk vollende, Das du ange= fangen haft. Blas das kleine füntlein auf, Bis daß nach vollbrachtem lauf, Allen auserwählten gleiche, Ich des glaubens ziel erreiche. 11. Du bist meine hülf im le: ben, Mein fels, meine zuversicht, Dem ich leib und feel ergeben, Gott, mein Gott, verzich doch nicht, Sile mir zu stehen bey, Brich des feindes pfeil entzwey: Laß ihn selbst zurücke prallen, und mit schimpf zur höllen fallen. 12. Ich will alle meine tage Rühmen deine starte hand, daß du meine plag und klage Hast so herrlich abgewandt: Nicht nur in der sterblichkeit, Sell dein ruhm senn ausgebreit; Ich wills auch 8. Gott, groß über alle götter, hernach erweisen, und dort ewig. Heilige Dreyeinigkeit, Ausser dirlich dich preisen. Von der Vereinigung mit Gott und Christo. Christ. Mel. O Jesu Christ, meins.| zen ist Als mein herzliebster Jeſus 3. Jesu, herzens- freud und wonn! O lebens- brunn, o wahre sonn! Ohn dich ist alle freud un werth, Und was man auf der welt begehrt. it feine gnaden- gegenwart. 2. Nichts liebers meine junge 4. O Jesu, deine lieb ist füß, fingt, Nichts reiners meinen ohren Wenn ich sie tief ins herie klingt, Nichts füssers meinem herzschließ, Erquicket sie mich chne zahl 331. An Jefum denken oft und viel Bringt freud und wonn ohn maaß und siel: Recht aber honig- füsser art Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 235 Biel tausend, tausend, tausend mat. 6. Du wirst ihn ernstlich in der noth, Als deinen Herren kennen, Auch selbst der schrecken- volle tod Wird dich nicht von ihm trennen. Denn wird er dich zum himmelsfaal, Als seine braut, zum hochzeit- mahl Geschmückt und herrlich führen. 7. Ach! feele, liebe wiederum Den, der dich herzlich liebet; Ergieb dich dem zum eigenthum, Der an dir gnade übet. Ach, faß ihn tief in deine brust, Und laß dich nicht die schnöde luft Der eiteln welt verleiten. 8. Ach zünde mich, o Jesu, an, Dich inniglich zu lieben. Laß mich stets meiden was dich kann an meinem thun betrüben. Nimm meine feel und sinnen ein, Laß mich dir gan; ergeben seyn, Und deine braut verbleiben. 5. Ach! liebt und lobet doch mit mir Den, der uns liebet für und für, Mit lieb belohnet lieb allzeit, Und hört nicht auf in ewigkeit. 6. Er liegt mir allezeit im finn, Ich geh und steh, und wo ich bin; Wie froh und selig werd ich seyn, Wenn er wird seyn und bleiben mein. 7. Un dir mein herz hat seine lust, Wie süß du bist, ist mir bewußt: Mein ruhm ist ganz auf dich gestellt, O Jefu, Heiland aller welt! Mel. Es ist das heil uns kom. 332. Auf seele, Jeſus, Got tes- Lamm, Hat dich zur braut erwählet: Er hat mit dir als Bräutigam,( O gnade!) sich, vermählet: Er brennt für liebe gegen dich: Sein teusches herze sehnet sich Nach keuscher ge= genliebe. 2. Er liebet nicht auf furze zeit; Nein, so ist nicht sein lieben, Er will an dir in ewigkeit Recht treue liebe üben. Bleib du ihm auch in liebe treu, Und augenblicklich sie erneu; Sein lieben wird nicht wanken. 3. Er will sich in gerechtigkeit Mit dir nach wunsch vertrauen. Er ist ohn unterlaß bereit, Dich gnädig anzuschauen. Er meynets recht, und schenket sich Selbst zur gerechtigkeit, die dich Als dein ge= wand soll kleiden. 4. Er sucht an dir barmherzigkeit Und gnade zu beweisen: Er giebet, was dein Herz erfreut, Will dich mit manna speisen: Wer ihn nur liebet, hat es gut, Er stärkt und labet finn und muth: Bey ihm ist lauter himmel. 5. Du darfst dich seiner liebes brunst Im glauben nur vertrauen. Du kannst auf seine große gunst Mehr als auf felfen bauen. Er ist die wahrheit und das licht: Er weiß von feiner falschheit nicht Bas er verspricht, geschiehet. Mel. Mein Seiland nimmt d. 333. Beschränkt, ihr weiſen dieser welt! Die freundschaft immer auf die gleichen, Und leugnet, daß sich Gott gesellt mit denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts, Ich schatten, er die quell des lichts, Er noch so start, ich noch so blöde, Er noch so rein, ich noch so schnöde, Er noch so groß, ich noch so klein; Ist er doch mein, und ich bin sein. 2. Mein Goel, mein Immanuel, Mein mittler konnte mittel fin: den, Eich meiner hochbedrängten feel Die ihn herab jog zu verbin den; Mein Salomo, mein Jona than, Mein bräutigam, mein Gott und mann, Kam von dem himmel auf die erden, Mein muth und blutes freund zu werden, Ein leib und geist, mein fleisch und bein; Mein freund ist mein, und ich bin sein. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, Gewährt mir alles mit dem Sohne: Nicht nur sein freuz, nicht nur sein grab, Auch seinen thron, auch seine frone; Ja, was 236 Von der Vereinigung mit Gett und Christe. er redet, hat, und thut, Sein mort aber nicht allein: Mein freund und Geist, fein fleisch und blut; ist mein, und ich bin sein. Was er gewonnen, und erstritten, Was er geleistet, und gelitten, Das räumet er mir alles ein; Mein freund ist mein, und ich bin fein. 4. Ich finde nußen, lust und ehr, Ben unserm bund in höchsten grade: Er heischet von mir sonst nichts mehr, Als glauben, und ich nichts, als gnade; O wohl der wahl, die uns gefügt! Weg reu und tausch! ich bin vergnügt In ihm, und er mit mir zufrieden; Drum bleib ben benden unge schieden Ein herz und mund, ein ja und nein; Mein freund ist mein, und ich bin sein. 5. 3mar fann er aller christen muth Mit seiner liebe sattsam weiden, Wir dürfen um das höchfie gut, Nicht eifern, nod) einander neiden; Durch unsern grösſe sten genuß Erschöpft sich nicht fein überfluß, Drum will ich ihn var teinem läugnen, Doch mir für allen andern eignen: Welt! zank dich um das mein und dein; Mein freund ist mein, und ich bin sein. 8. Man nehme alles, was ich hab, man gebe mir nichts, was ich heische, an scheel mich aus, man streif mich ab, Man zieh mir kleid und haut vom fleische, 3a, fpeis und tranf, und was man will, Mein freund bleibt meine hüll und füll; Die welt mag alles mir entrauben, Sie lasse mir nur meinen glauben, So bleibt nichts eins und alles mein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 9. Cein ist mein leib und mein feel, Die er erschuf, und aug erlöfte, hier nährt, und falbt mit seinem önt, bis er dort bende ewig tröste; Eein ist mein muth, sein ist mein sinn, Sein ist, mit kurzem, was ich bin; Ja, was id um und an mir habe, 3st aller feine gnaden- gabe, Die madh mich auch vom undant rein; Mei freund ist mein, und ich bin sein. mein, und ich bin sein. 7. Ohn ihn ist mir der himmel trüb, Die erd ein offner höllen rachen; hingegen tann mir feine 10. Sein ist mein wert, sein i mein ruhm,& r fuchte mich, eh i ihn fande; Ich habe für meine genthum Const leider nichts als fünd und schande; Doch hat mein freund auch diese last, Bufamm dem kreuz auf sich gefaßt, Und meine feindschaft abzuschaffen, die scharf- gebüßte schuld und ſtrafer Verscharrt in feines grabes schrein Mein freund ist mein, und ich bi 6. Mein Freund ist meiner feelen geist, Mein Freund ist meines lebens leben: Nach einem, der mich seine heißt, und sonst nach teinem soll ich streben; Dem ich mich, der sich mir ergiebt, Den ic) sein. und er mich wieder liebt, Von 11. Cein ist mein glück und mein dem ich nichts mehr kann begeh- zeit, Sein ist mein sterben, un ren; Der mir nichts bessers fann mein leben, 3u seinem ehtendiente gewähren: Dieß licht verblendet geweiht, von ihm bestimmt, und allen schein: Mein freund ist ihm ergeben; Es kommet, was ich laß und thu von ihm her, und ihm wieder zu: Sein sind auch alle meine schmerzen, Tie er ihm jartz lich zieht zu herzen, Er fühlt und lieb Die einöd selbst zu den ma- ändert meine pein; Mein freund chen; Ohn ihn ist mir, trots aller ist mein, und ich bin sein. meng! Die zeit zu lang, die welt 12.( szürn und flürme jeder freunde flichen, wenn sich die en- erstaune; Ter richter ist mein be Au eng: Ich bin, wenn feind und feind, Er macht nicht, daß ich viel gel selbst entziehen, 3war einsam, ster freund, Drum schreckt mich Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 237 nicht die welt- pofaune: Ob erd1 Reichthum und alles allein; Gott, und himmel bricht und kracht, Ob| Gott, wer wollte dich lassen? leib und feele niir verschmacht: Wenn meine beine gleich verwe fen, so wird mein wahl- ſpruch 335. Dicbe, Meine lieb ist Mel. Werde munter, mein g. er am meine doch zu lesen, Noch haften an des grabes stein; Mein freund ist mein, und ich bin sein. Mel. Lobe den Herren, den m. 334. C hriste! mein leben, mein hoffen, mein glauben, mein wallen, Und das was christen kann schmecken, und einzig gefallen: Richte den finn, Treuer Welt- Heiland! dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen. 2. Einig- geliebter, du wonne! dich will ich erheben, Ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben; Nimmst du mich hin, Ist es mein großer gewinn, Keinen wird fränken mein leben. 3. Eines, das nöthig, laß mach tig vor allen bestehen, Ruhe der feelen; laß alles was eitel verge: hen; Einzige luft Ist mir nun fer: ner bewußt, Christus, mir ewig ersehen. 4. Herzog des lebens! du wollest mich selber regieren, Eo, daß das leben ich heilig und felia mag führen: Gieb du den Geist, Reiche, was göttlich nur heißt, Unders die feele zu zieren. 5. Friedens- Fürst! laß mich im glauben dir treulich anhangen: File zu stillen dieß wünschen, mein höchstes verlangen! Bon dir nichts mehr, Heiland! ich jetzo begehr, Nimm mich dir selber gefangen. 6. Sentner- schwer sind mir die bürden, wenn du nicht willst tragen; Alles, was irdisch ist, trach: tet die christen zu plagen. Las es denn fenn, Lebt man nur Christo allein, Er wirds wohl können verjagen. 7. Nun, nun, fo will ich auch im: mer und ewiglich haffen Bürden, die Christum, das fleinod, nicht in sich einfassen. Er soll mir seyn Jesus Christ, Weg ihr argen füns den- triebe, Eatan, welt und flei: Gott, Cure lieb ist gar der tod: sches- list, Cure lieb ist nicht von Der am freu; ist meine liebe, Weil ich mich) im glauben übe. 2. Der am freuz ist meine liebe, Spötter, was befremdets dich, Daß ich mich im glauben übe? Jefus gab sich selbst für mich): So wird er mein friedensschild, Aber auch mein lebensbild: Der am kreuz ist meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. 3. Der am freuz ist meine liebe, Sünde, du verlierst den sturm, Weh mir, wenn ich den betrübe, Der statt meiner ward ein wurm; Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Tret' ich nicht sein blut mit hohn? Der am freuz ist meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. 4. Der am freuz ist meine lie be, Schweig gerissen, niemand mahnt, Gott preißt seine liebesschrift ahndt; Mir wird mein gez triebe, Wenn mir von der hand: wisſen leicht, Weil sein blut die schuld durchstreicht: Der am kreuz glauben übe. ist meine liebe, Weil ich mich im Drum, tyranne, folter, stoß, Hun5. Der am freuz ist meine liebe, ger, blöße, henfers- hiebe, Nichts macht mich von Jesu los: Nicht gewalt, nicht gold, nicht ruhm, Engel nicht, fein fürstenthum: Ter am treuz ist meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. 6. Der am freu; ist meine liebe; Kommt der tod, ist er mein freund, Wenn ich wie ein staub zerstiebe, Wird mein Jefus mir vereint; Da, da schau ich Gottes Lammi, Meiner feelen bräutigam: Der am freuz ist meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. 238 Von der Vereinigung mit Gott und Christe. sdheu hinein, Und thu, als wärs vor dich allein. 5. Ich schreye zu dir ohne stimm! Schh seufze mur, o Herr, vernimm, Bernimm es doch, o gnaden- quell! und labe meine dürre feel. 6. Ich weiß, o feele! deine quaal, Ichy tenne deiner seufzer zahl, Und feiner ist umsonst geschehn; das soll dein thränend auge sehn.. 7. Cin frisches wasser fehlet mit Herr Jesu! zieh, zich mich nad dir, Nach dir ein großer dur mich treibt, 2ch wär ich dir dy einverleibt. 8. Ja, seele, ja ich ziehe schon U selbst dein schwacher jammer. Ist ein erhist und starter lauf. Tu kommst schon; und ich nehm dich auf. D Mel. Jesu, der du meine feele. 336. Du, o schönes weltge: bäude! Magst gefallen wem du wilt; Deine schein barliche freude Ist mit lauter angst unihüllt. Denen die den himmel hassen, Will ich ihre weltlust lassen, Du sollst, Jefu, mir allein, Freude, luft und leben seyn. 2. Müde, die der Arbeit menge Und der heisse strahl beschwert, Wünschen, daß des tages länge Werde durch die nacht verzehrt, Daß sie, nach so vielen lasten, Können fanft und süsse rasten: Du sollst, Jesu, mir allein, Ruhe, trost und leben seyn. 3. Andre mögen durch die wellen Und durch wind und klippen gehn, Ihren handel zu bestellen, Und da sturm und noth aussiehn: Ich will meine glaubens- flügel Schwingen auf zu jenem hügel; Du sollst, Sefu, mir allein, Reichthum, lust und wonne seyn. 4. Komm, o tod! du schlafesbruder, Komm, und führe mich mur fort, Löse meines schiffleins ruder, Bringe mich in sichern port. Es mag, wer da will, dich scheuen, Du kannst mich vielmehr erfreuen, Dann, Herr Jesu, du allein, Eollsi mein port und anker seyn. Mel. O Jesu Christ, meins. 337. Du unbegreiflich höchstes gut, An welchem klebt mein Herz und muth, Ich dürst, o lebensquell, nach dir, Ach hilf: ach lauf! ach komm zu mir. 2. Wer winfelt denn ſo ängſliglich? Bist du's, o feele? suchst du mich? Ich bin nicht fern; ich bin dir ja Meit allen meinen gütern 9. Wo bist du denn, o bräutigam Wo weidest du, o Gottes- lamm an welchem brünntein ruhest du Mich dürftet, laß mich auch dar 10. Da, da ist meine ruh ur weid, wo man nach meiner hül schreyt: Da quillt der brunne meiner gnad, Wo man sonst kein. hülf mehr hat. 11. Ich kann nicht mehr, ich bi zu schwach, Ich schreye, dürft, un ruf dir nach. Der hirsch muß bald gekühlet seyn: Er ist ja dein, und du bist sein. 12. Wohlan! so bist du recht ge schidt, Eo trinke denn und wen erquickt. Hier ist mein herz! i bleibe dein; Und du sollst ewy meine seyn. nah. Mel. Mein herzens Jefu m. 338. Gott lob, ein febrer mals vollendet! Bu dir in fort gang dieser zeit Mein herz fi sehnlich wendet! O quell, daraus mein leben fließt, und alle gnade ist vor großer his; du, Jesu! bist sich ergießt In meine feel zum Vor diesen hirsch ein seelentrant: Erquicke mich), denn ich bin frank. 2. Ich zähle stunden, tag und 4. Komm, mattes lamm! hier jahr, und wird mir allzulange, ist mein blut, Das ist vor seelen Bis es erscheine, daß ich gar, D trantheit gut.! trint es ohne leben, dich umfange, Tamit, was 3. Ich bin ein hirsch, der durstig leben. Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 239 sterblich ist in mir Verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 10. Wenn auch die hände läſſig sind, Und meine kniee wanten; So biet mir deine hand geschwind In meines glaubens schranken, Damit durch deine fraft mein herz Sich stärke und ich himmelwärts Ohn unterlaß aufsteige. 3. Bom feuer deiner liebe glüh't Mein herz, das sich entzündet, Was in mir ist, und mein gemüth Sich so mit dir verbindet, Daß du in mir, und ich in dir, Und ich doch immer noch allhier Will näher in dich dringen. 4. O: daß du selber kämest bald, Ich zähl die augenblicke! Ach komm, eh mir das Herz erkalt, Und sich zum sterben schicke! Komm doch in deiner herrlichkeit: Echau, deine braut hat sich bereit't, Die lenden sind umgürtet. 5. Und weil das öhl des Geistes ja 3st in mir ausgegossen, Du mir auch selbst von innen nah, Und ich in dir jerflossen; So leuchtet mir des lebens licht, Und meine lamp ist zugericht't Dich fröhlich zu empfangen. 6. Komm, ist die stimme deiner braut, Komm, rufet deine from me; Sie ruft, und schreyet über Laut: Komm bald, o Jesu, komme. Se fomme dann, mein bräutigam, Du kennest mich, o Gottes- lamm, Daß ich dir bin vertrauet. 11. Geh, seele, frisch) im glau: ben dran, Und sen nur unerschroten bahn Die lust der welt ablocken; Laß dich nicht von der rech den. So dir der lauf zu langsam deucht; So eile wie ein adler fleugt, Mit flügeln füsſer liebe. dir schon aufgeflogen, Du hast, 12. O Jeju, meine seele ist Bu weil du voll liebe bist, Mich gänzlich ausgesogen; Fahr hin, was heisset stund und zeit, Ich bin schon in der ewigkeit, Weil ich in Jeſu lebe. Mel. Ringe recht, wenn G. 339, Großer Heiland, deine um liebesseil! Für ein tröpflein triebe Echenke mir deiner liebe Sind mir tausend welten feil. chen, Wenn dein volles gnaden: 2. Das ist nicht zu viel gespro chen: Wenn der mund im glaulicht Bis ins herz hindurch gebros ben spricht. 3. Denn was wären tausend welten? Und was nüßt mir ihr gewinn? Wenn du anfängst, mich zu schelten, Ist mein ganzes glück dahin. 4. Aber, wenn ich dich besise, Sind die welten alle mein. D, wer jagts, wie viel es nüße, Deis ner huld versichert seyn. 7. Doch sey dir ganz anheim gestellt Die rechte zeit und stunde, Wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, Daß ich mit herz und munde Dich kommen heiße, und darauf Bon nun an richte meinen lauf, Daß ich dir komm entgegen. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner liebe trennen, Und daß ich fren vor jeder mann, Dich darf den bräut'gam nennen, Und du, o theurer lebens: 5. Darum will ich dich erkennen. fürst, Dich dort mit mir vermäh- Ueberschwenglich ist dieß licht! len wirst, und mir dein erbe Alles will ich schaden nennen, Seh schenken. 9. Drum preif' ich dich aus dankich nur dein angesicht! barkeit, Daß sich der tag( die nacht) ( die stund)( das jahr) geendet, Und also auch von dieser zeit, Ein schritt nochmals vollendet; Ich schreite leins dich erbarmen, Und nach dei hurtig weiter fort, Bis ich gelange ner hirten pflicht, Tragen heim an die pfort Jerusalems dort oben.I auf deinen armen? Willst du mich Mel. Jefus, meine zuversicht. 340. Guter Hirte! willst du nicht Deines 240 Von der Vereinigung mit Gott und Christe. nicht aus der quaal Holen in den Freuden- faal? Herr und Gott! Tröst meine feel in todes noth. 3. Ach Herr! Laß deine engelein Am lesten end' die seele mein 3n Abrahams schooß tragen, Den leib in seinem tämmerlein Laß sanft, John alle quaal und pein, Ruhn bis am jüngsten tage: Alsdenn vom tod erwecke mich, Daß meine augen sehen dich In aller freud, o Gottes Sohn! Mein Heiland und mein gnaden- thron. Herr Jeſu Chri Erhöre mich! Erhöre mich! 3 will dich preisen ewiglich. 2. Echau, wie ich) verirret bin Auf der wüste dieser erde; Komm und bringe mich doch hin Bu den schaafen deiner heerde: Führ mich in den schaafstall ein, Wo die heil's gen lämmer seyn. 3. Mich verlangt, dich mit der schaar, Die dich loben, anzu schauen, Die da weiden ohn gefahr Auf den fetten himmels- auen, Die nicht mehr in furchten stehn, Und nicht können irre gehn. 4. Denn ich bin hier sehr be drängt, Muß in fteten forgen leben, Weil die feinde mich unschräntt, Und umgeben, Daßß ich armes schäfelein Steinen blick fann sicher seyn. 5. D Herr Jesu! laß mich nicht In der wölfe rachen kommen, Hilf mir, nach der hirten icht, Daß ich ihnen werd entnommen: Hole mich, dein schäfelein, In den ew': gen schaaffiall ein. Del. Eins ist noth, ach Sent 342. Herzog unfrer in dein ten, Biely heiligthum, Da du uns die flätt bereiten, Und hier im triumph herum, 21s deine ertaufte, fieg prächtig willst führen: Paß unier bitte dein herze jest rühren. Wi wollen dem Vater zum opfer dar fehn, und in der gemeinschaft de leiden hingehn. 2. Er hat uns zu dir gezoge und du wieder zu ihm hin: Lie hat uns überwogen, daß an di Herr! hängt und Nun wolle wir gerne mit dir auch abfierber Den ganzen natürlichen feelen verderben. Ach pflanze und fes uns zum tode hinzu, Const finder wir ewig tein leben noch rub. Mel. Vor dir, Serr Jesu, st. 341. Herlich lieb hab ich bitte, sen von mir nicht fern Mit deiner hilf und gnade: Die ganze welt erfreut mich nicht, Nach erd und himmel frag ich nicht, wenn ich dich nur fann haben! Und wenn mir gleich mein herze bricht, Bist du doch meine zuversicht, mein heil und meines herzens trost, Der mich durch sein blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr! Mein Gott und Herr! In schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist, Herr, dein geschenk und gab, mein leib und feel und was ich hab In dieſem armen leben: Damit ichs brauch zum lobe dein, Führ des todes urtheil aus, Bric Bum muß und dienst des nächsten entzwey des mörders pfeile, iri Behüte mich vor falscher lehr, Des las sich dein neues erstandenes mein, Wollst du mir gnade geben! den drachen ganz hinaus; Adh fatans mord und lügen wehr: In leben In unser verblichenes bild allem freu; erhalte mich. Auf daß niß eingeben; Erzeig dich verkläret ichs trag geduldiglich. Herr Jefu und herrlich noch hier, und bringe Christ, mein Herr und Gott! Mein dein neues geschöpfe herfür. 3. Aber hier erdenkt die schlang So viel ausflucht überall; Ball macht sie dem willen bange; Ball bringt sie die lust zu fall. Es blei bet das leben am fleinsten oft fle ben, Und will sich nicht völlig sterben hingeben: Es schüßet die besten absichten noch vor, Und bauet so höhen und feſtung empor. 4. Drum, o schlangen- treter! eile, Von der Vereinigung mit Gott und Christo. 241 5. Kehre die zerstreuten sinnen| Sind da, obschon zu zeiten VollAus der vielheit in das ein, Daß bringen mangeln will: Drum seh fie neuen raum gewinnen, Nur ich täglich streiten In mir mit von dir erfüllt zu seyn. Ach lege fleisch und blut Den geist- gesinn: die machten der finsterniß nieder, ten sinn, Weil ich annoch ein find Und bringe des geistes verneuten In Christo liebe bin. muth wieder, der sich aus der fülle der gnaden stets nähr, Und gegen der Gottheit verächter sich wehr. 6. Stärke deinen jarten saamen, Den dein männlich alter schafft, Daß wir hier in Jesu namen Stehn vor Gott in jünglings fraft, Den bösewicht völlig in dir zu befiegen, Daß endlich die feinde zu'n füssen da liegen: So soll aus dem tode das leben entstehn, Und hier noch in völliger mannheit aufgehn. 7. Lebe denn, und lieb, und labe In der neuen creatur, Lebensfürst, durch deine gabe, Die erneuerte 4. Und werd ich dermaleins, Bu meiner mannheit kommen, Wie will ich ihm so treu Verbleiben meinem frommen und allerbesten schat? Ach, gegen ihn allein Soll in recht keuscher brunst Mein herz entzündet seyn. natur. Erwecke dein paradies wie der im grunde Der seelen, und bringe noch näher die stunde, Da du dich in allen den gliedern verklärft, Sie hier noch des ewigen lebens gewährst. 8. Gönne uns noch frist auf erden, Beugen deiner fraft zu seyn, Deinem bilde gleich zu werden Im tod, und zu nehmen ein Des lebens vollkommene frenheit und rechte Uls eines vollendeten heilands geschlechte. Der unglaub mag den ten: wir bitten zu viel; So thust du doch über der bitten ihr ziel. Mel. O Gott du frommer G. 343. h hab ihn dennoch lieb, Und bleibe an ihm hangen; Er einig meine lust, Er einig mein verlangen; Fall ich schon öftermal Aus meiner liebes= Pflicht; So trennet solches doch Die treue liebe nicht. 2. Denn hätt' ich nur die kraft, Die ich mir wünschen wollte, Wenn mein wunsch nach begier Erfüllet werden sollte; Gewiß, ich bliebe treu: Er sollte noch an mir Von Herzen seyn vergnügt, Er meine höchste zier. 3. Das wollen und der muth L 5. Komm, Jesu, zünde an, Ents zünde die gedanken; Entzünde mir mein herz, So werd ich niemals wanten Aus meiner liebes- pflicht: Entzünde gegen dich Mein Herz, so bleib ich treu Dir, Jesu, ewiglich. Mel. Nun danket alle Gott. 344. Ich laſſe Jeſum nicht! Mit ist ben; Er ist, der selber mir Das leben hat gegeben; Er ist, der mirs vermehrt; Er ist, der mirs erhält Wenn dieser erden- ball Bergehet und zerfällt. 2. Ich lasse Jesum nicht! Mit Jesu ist gut leiden; Er lindert mir mein freuz, Er führet mich zur Freuden, Durch freuz und traurigteit: Wenn Jesus ben mir ist, Se wird die bitterkeit Des treuzes mir versüßt. 3. Ich lasse Jesum nicht! Mit welt und tod Sich rüsten und be Jesu ist gut streiten: Will teufel, reiten, zu ſtreiten wider mich, So steht mir Jesus bey; Er fämpfet selbst für mich, Macht mich von feinden frey. 4. Ich lasse Jefum nicht! Mit Jefu ist gut sterben, Wenn er nur ben mir ist, So kann ich nicht ver= derben; Er führet durch den tod Mich in das lebens- zelt: Drum laß ich Jefum nicht; Er ists, der mir gefällt. 5. Ich lasse Jefum nicht! Denn wenn ich ihn nur habe, So hab ich hier und dort Die allerbeste gabe: Lef', hör, und red ich was, 242 Von der Vereinigung mit Gott und Christo Und Jesus ist nicht drin, So will| Dein verdienen wird gut machen mirs schmecken nicht; Nach ihm Meine schwere fündenschuld; Hilk, steht nur mein finn. hilf, daß ich liebe dich), Meinen nächsten gleich als mich: Deine hülf am letten ende, Mir, Hert Jesu! treulich sende. 6. Jesu, Jesu, meine fonne, Wahrer hüter Israel! Meine freude, meine wonne, Die ich eins zig mir erwähl, Ach nimm hin der fünden last, Jesu, gieb mi ruh und rast, Daß ich nicht im tampf erliege, Und verzweiflun mich besiege. 7. Dich allein hab ich erreget Dich allein entrüstet ich, Und tiefem zorn beweget, Straf, ad meiner schuld, Jeſu, Jeſu, trag strafe ja nicht mich Nach der größt Um der um der Mel. Freu dich sehr, o meine f. meine und 345. Jede, Seful, meines wunden, Die du ſelbst für müh 6. Ich lasse Jesum nicht! Id) hang als eine klette An ihm; er hängt an mir: Es ist die liebes: tette, Damit wir sind verknüpft Biel fester als ein staht: Er wird mich ziehen noch, Hin in des himmels faal. 7. Drum laß ich Jesum nicht; Ich les', ich schreib, ich gehe Des abends zu der ruh, Auch wenn ich früh aufstehe, Ist Jefus meine lust, Auf ihn nur ist gericht Mein dich: ten und mein thun: Ich lasse Iesum nicht! lebens licht! Aufenthalt in angst und leide, Helfer, dem nie was gebricht, Gieb mir deinen freuden- geist, Der im leiden allermeist Meine tranke seele lege, Und mir reichen trost ergeße. empfunden. 8. Du, ich weiß, wirst dich ers barmen, Du, ich weiß, wirst gnäs dig seyn, Jesu, mir verirrten ara men, und dein zürnen stellen ein: Denn ja du zu jeder frist Mein erwünschter retter bist, Du, du bist mein trost und leben, Laf mich dir seyn ganz ergeben. 9. Schließlich, gieb ein keusches herze, Gieb mir, Jesu, mutly und sinn, Fren von bosheit, argem scherze; Laß mich nirgends den ten hin, 21s an dein allwissenheit, Keusches thun und heiligkeit, 3a, du wollest das gedeihen, Jeju, mils diglich verleihen. 3. Meinen geist in mir verneue, Adle meines Herzens sinn, Gieb mir glauben, troft und treue, Daß ich nicht ſen was ich bin; Jesu, mel. Jefu, der du meine feel. Jesu! laß mich nicht, Bu dir hab 346. Jefu, meiner ein 2. Ben dir, Jesu! tann ich finden, Ben dir, Jefu! treff ich an Heil und gnade für die fünden, Biehst mich von der wollust bahn. Allerliebster Jesu Christ! Du allein mein schußherr bist: In dir wohnet, fag ich eben, Huld- und freuden- volles leben. ich zuversicht, laß mich fammt dem schächer finden, gnade, für die fünden. 4. Jesu! höre mein begehren, Mache mich von fünden los, Schaue, schaue meine zähren, Mein verbrechen ist sehr groß: Groß ist meine missethat, Hier auf erden ist kein rath Wenn du, 2. Jefu, mein hort und erretter! Jeſu! nicht erscheineft, und mit mir es herzlich mennest. Jesu, meine zuversicht, Jesu, star fer schlangentreter, Jeſu, meines 5. Refu, trage mit mir schwa- lebens licht: Wie verlanget meis hen, Liebster Jeju! trag geduld, nem herzen, Jesu, adh), nad dir wonne, beste luft, Jesu, meine freudenfone ne, Jesu, dir ist ja bewust, e ich dich so herzlich liebe, und mich ohne dich betrübe; Drum, o Jeju, komm zu mir, und bleib ben mit für und für. Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 243 mit schmerzen; Komm, ach| mich wie ein schlacht- schaaf biegen komm! ich warte dein, Komm, o In dem schwefel- pfuhl und quaal; Jesu! du bist mein. Ja der tod sollt ewig nagen Mein 3. Kommst du! ja, du kommst gewissen, und mich plagen; Aber gegangen, Jesu, du bist schon all- Jesus riß heraus Mich) aus satans hier, Klopfest start an mit verlan- folter- haus. gen, Hier an meines herzensthür, Bleibe doch nicht draussen stehen! Willst du wieder von mir gehen? Ach! ich lasse dich durchaus Nicht weg gehn von meinem haus. 4. Ach, wie sollte ich dich lassen, Jesu, wieder von mir gehn, Meine wohlfahrt müßt ich haffen, Wenn ich liesse dieß geschehn: Wohne doch in meinem herzen, So muß alle noth und schmerzen Weichen alsobald von hier, Wenn du, Jesu, bist ben mir. 0. Jesus hat durch seine wunden Mich gesund gemacht und heil, Daran denk ich alle stunden Weil er ist mein bestes theil: Dann durch seinen tod und sterben Macht er mich des himmels erben. Und das glaub ich sicherlich, Jesus mas chet selig mich). 11. Nun wie sollt ich Jesum las: sen, Weil er mir sowohl gethan, Und mich von der breiten straffen Hat geführet himmelan: Jeſum will ich immer lieben In den 5. Ach, nun hab ich endlich fun- freuden und betrüben, Jesum laß den, Den, den meine seele liebt, ich nicht von mir, Weil ich leb auf Der sich mit mir hat verbunden, erden hier. Und sich selbsten für mich giebt: Den will ich nun fest umfasſen, Und durchaus nicht von mir laffen, Bis er mir den segen spricht; Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Wohl mir daß ich Jesum habe, O wie feste halt ich ihn, Daß er mir mein herze labe, Wenn ich frank und traurig bin; Jefum hab ich, der mich liebet, und sein leben für mich giebet: O drum laß ich Jefum nicht, wenn mir gleich das herze bricht. 7. Muß ich alles gleich verlassen, Was ich hab in dieser welt, will ich doch im Herzen faffen Meinen Jefum der gefällt, mir für allen andern schätzen, Un dem ich mich tann ergeßen: Er ist meine zu versicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 8. Ach wer wollte Jesum laffen, Jefum laß ich nimmermehr, Andre mögen Jesum hassen, Jesum ich allein begehr, In den gut und böfen tagen, Daß er mir mein freuz helf tragen: Weil er ist der weg und licht, Laß ich meinen Je: fum nicht. 9. Ich sollt in der hölle liegen Smmerfort ohn alle zahl, Und 12. Wenn die welt mit ihren neken Mich zu boden fällen will, und die andern sich ergeben Un demselben affenspiel: Will ich meinen Jesum fassen, und ihn nicht mehr von mir lassen, Bis ich werd mit ihm zugleich Herrschen in dem himmelreich. 13. Demnach mögen andre weiden Sich in dieser eitelkeit, Mich soll nichts von Jesu scheiden In der ew'gen seligkeit, Die mir Ie fus hat erworben, Da er ist für mich gestorben: Drum, o welt, fahr immer hin, Wann ich nur bey Jefu bin. 14. Wenn ich nur kann Jefum haben, Nach dem andern frag ich nicht, Er kann meine feele laben; Und ist meine zuversicht. In den leßten todeszügen, wenn ich hülflos da muß liegen, und mir bricht der augen licht, Laß ich meinen Jesum nicht. 15. Sollt ich meinen Jesum lase fen, Wer wird in der letzten noth, Auf der finstern todes- strassen Mir benstehen? wenn der tod Seine grausamkeit ausübet, Und die meinigen betrübet, Und der teufes 244 Von der Vereinigung mit Gott und Christe. mich anficht! Meinen Jesum laß ich nicht. 16. Jefumt will ich nur lieb haben, Denn er übertrifft das gold, Und all andre theure gaben; So kann mir der fünden sold An der feelen gar nicht schaden; Weil sie ist von fünd entladen: Ob er gleich den leib ersticht, Laß ich dennoch Jefum nicht. 17. Jesus bleibet meine freude, Meines Herzens trost und faft, Jesus steuret allem leide, Er ist meines lebens fraft: Meiner aus gen licht und sonne, Meiner feelen hat und wonne. D, drum laß ich Jesum nicht Aus dem her zen und gesicht. 18. Jeſus ist der feinde schreden, Jesus ist der höllen zwang, Drum wird er mich auferwecken, Durch posaunen hellen klang; Da ich denn erneuert werde Auferste= hen aus der erde, Jesum schaun von angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 19. Ach wie wird mich Jesus herzen, Meiner augen trost und licht, Alle thränen, alle schmerzen, Wischen von dem angesicht: Und mit grossem jubiliren mich zur himmels- freud einführen: Drum so höret alle her, Jesum laß ich nimmermehr. Mel. Gott des himmels und. 347. Jefus, Jefus, nichts als Jefus, Coll mein wunsch seyn und mein ziel: Jeß und mach ich ein verbündniß, Daß ich will was Jesus will: Denn mein herz, mit ihm erfüllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Giner ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat. Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein blut verhüllt, Führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sen mein glücke, und ist doch zuwider dir; Ach! so nimm es bald zurücke: Jefu, gieb, was nuget mir. Gieb dich mir, Herr Jesu, mild, Nimm mich dir, Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen willen In, durch, und an mir, mein Gott: Deinen willen laß erfüllen, Mich im leben, freud und noth, Sterben als dein ebenbild, Herr, wenn, wo und wie du willt. 5. Sen auch, Jesu, siets gepries fen, Daß du dich, und viel dazu, Sast geschenkt, und mir erwiesen, Daß ich fröhlich finge nu: 5 ge schehe mir, mein Echild, Wie dv willt, Herr, wie du willt! 348. Jeſu, wahres lebens: größten noth, Der du meinen leit brod, in de ernähreft, und mir fost und trant mels- gut, Das du selbst bist, geiß bescherest! Speise auch mit him und much. dürft't wie ein dürres land; Du 2. Meine feele ist entbrannt, Und durst und hunger stillen. Tenn allein kannst sie erfüllen, Ihren du bist selbst speis und trank Für uns, die wir matt und tranf. ich nichts als leere spreu: Bittre 3. Hier in dieser wüstency, Find auf meiner reise; Drum bereite wasser, herbe speise, Ist die kost feel erfrisch. mir den tisch, Dran sich herz und 4. Theil in meinem Herzenshaus Dein verborgnes manna aus; Laß dein brünnlein reichlich fleis fen, und sich in mein herze gieſſen, Daß des lebens waſser mich Stärk und labe füffiglich). 5. Denn ein brofam deiner kraft, Und ein tröpflein von dem faft Der aus deinem herzen quillet, Und des geistes durst mir stillet, Ist mir lieber als ein meer Dessen, was die welt reicht her. 6. Geht die vorkost füffe ein, Wie wird nicht die füll erfreun? Thun mir wohl die ersten gaben, Wie wird nicht die erndte laben Laß mich, bitt ich, o mein Heil! Doch auch bald dran haben theil. 7. Dann bleibt dir in ewigkeit Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 245 Wahrer dank und preis bereit: 1 mals recht vergnüget werden. Hier in diesem armen leben Kann Also bleibts ben dieser pflicht: ich dich nicht gnug erheben; Aber meinen Jesum laß ich nicht. dort in jenem reich) Lob ich dich, mel. Mein Jesu, dem die fe. den engeln gleich. Mel. Jefus, meine zuversicht. 349. Meinen Jeſum laß ich nicht! Ach! was wollt ich bessers haben? Ruhe, freude, trost und licht Ist in sei: nem schooß begraben: Alles, was vergnügen giebt, Hab ich, weil mich) Jesus liebt. 2. Er ist mein und ich bin sein, Liebe hat uns so verbunden, Er ist auch mein Heil allein Durch sein blut und tiefe wunden. Auf ihn bau ich felfenfest, Voller hoffnung, die nicht läßt. 3. Ohne Jefum würde mir Nur die welt zur hölle werden; Häb ich ihn, so giebt er mir Schon den himmel auf der erden; Hungert mich, so sest er mir, Brodt, wie lauter manna, für. 4. Eine stunde, da man ihn Recht ins herze ſucht zu schlieffen, Giebt den feligsten gewinn, Gnad und friede zu geniessen; Ein nach ihm geschickter blick Bringt viel tausend luft zurück. 350. Mein geist, o Herr, nach dir sich seh= net, Nach dir, der du ihm alles bist; Mein herz sich hoffend auf dich lehnet, O fels, der bleibet wie er ist; Laß mich mit schanden nicht bestehen, damit mein feind nicht freue fich: Vielmehr laß den, der wider dich Sich setzt, mit schanden untergehen. 5. O wie wird mein freu; so klein! Weil er selbst es mir hilft tragen, Richtet es zum besten ein; Er will auch nicht immer schla: gen; Nach der ruthe fommt die huld; Er begehret nur geduld. 6. Führt er mich gleich wunder lich, Rechts und links, durch dück und dünne, Er hat dennoch über mich Immer etwas guts im finne: Ja, es führt die wunderbahn Nirgend hin, als himmel- an. 7. Von der treuen liebes- hand Offenbart sich lauter liebe; Nichts beruht auf unbestand Bey dem treuen liebes- triebe: Jefus im mer einerley, Er ist und verbleibet treu. 8. Blinde welt, fuch immerhin Rauch und koth auf dieser erden! Ausser Jesu kann mein finn Rie: 2. Denn feiner ist zu schanden worden, Von anfang bis auf die: se stund, Der sich gefunden in dem orden Der gläubigen von herzens grund; Du haft der keinen nie verlassen, der dich zu seinem Gott erwählt; Es hat ihm nie ein gut gefehlt: Du hasfest nur, die dich, Herr, haffen. 3. Drum wollst du deinen weg mir zeigen, Den weg, der mich zum leben führt: Bu deinen stei= gen wollst du neigen Mein Herz, das deine kraft gerührt: Laß meis nen fuß ja nimmer wanken Bon wahrheit und gerechtigkeit, Von unschuld und gottseligkeit, Dafür will ich dir immer danken. 4. Gedent, o Herr, an dein ers barmen, Das weder end noch anfang fennt; Ach! schau in gnaden auf mich armen, Der sich nach deinem namen nennt: Gedenke nicht der findheit fünden, Und was die jugend hat verschuld't, Hab aber, Herr, mit mir geduld, Und laß für recht mich gnade finden. 5. Der Herr ist gut, ja selbst die güte, Er ist von herzen treu und fromm; Leutselig, fanft ist sein gemüthe, Drum spricht er zu dem fünder: fomm, Und leitet ihn auf feinen wegen, Die voller ruh und sicherheit; Wer elend ist, sich des erfreut, Für ihn ben Gott ist lauter segen. 6. Ach! ja, des Herren weg ist 246 Von der Vereinigung mit Gott und Christe. richtig, Warheit und gnade ist| gieret Bon ewigkeit zu ewigkeit, sein pfad; Wer fromm ist und Sammit seinem Eohne, der uns zum glauben tüchtig, Erfährt es führet Aus allem jammer dieser wohl recht mit der that: Der un- zeit; Ter Geist, der Tröster, der uns glaub ist nur nicht zufrieden, Der lehret, Und unfern geist mit liebe eigenwill sieht fauer aus, Gott nährt, Een gleichfalls von uns halte, wie er wolle, haus: Drum hochgeehrt; Eein lob werd im: bleibt er auch von ihm geschieden. merdar vermehret. 7. Ach! siehe nicht an mein vermel. O Jefu Chrift, meine l. brechen, Bitt ich nochmals auš herzens- grund; Laß es dein siren: 351. Nach dir, o Herr! vers : nicht rächen; Gedenke doch an deinen bund, Und was du ben dir selbst geschworen, Daß der, so sich von fünden kehrt, Und feinem fuß vor: unrecht wehrt, send. Mit nichten solle seyn verloren. Gott! ich denke stets an dich: Bieh mich nach dir, nach dir mich wend, aus Bion deine hülf mir 2. Die fonnen- blume folgt der 8. Wer fromm ist und den Hersonn; So folg ich dir, o meine ren scheuet, Dem zeiget er den wonn! Nur wünsch ich, daß ich besten weg; Cein geist wird im tönnte hier, Ganz fren von fün merdar erfreuet, Er wandelt auf den, folgen dir. dem friedens- steg: Der segen fommt auf feinen saamen, Des Herrn geheimniß wird ihm fund, Der geist eröffnet seinen mund, Bu offenbar'n des Herren namen. 9. Bwar legt des feindes list viel nehe Dem, der nur Gott erwählet hat; Er suchet wie er ihn verlege, Und schaden thue früh und spat: Gott aber wachet für die feinen, Giebt sie dem feinde nimmer preis, Weil er sie wohl zu schüßen weiß, Er läßt sie nicht vergeblich meinen. 3. Toch, leider! hat das fündens gift, Colch übel in mir angestift, Taß sich der matte geist nicht tann Davor recht schwingen himmelan. 4. Ach! wer wird mich befreyen doch Von diesem schweren fünden: joch? O Ferr! ich sehne mich nach dir: Befreye mich, und hilf doch mir! 5. Mein wille ist zu dir gericht; Doch das vollbringen mir gebricht: Und wenn ich auch hab guts ges than, So thebt doch was unreines dran. 10. Drum will ich mich zu dir auch wenden, wenn ich elend und einsam bin: Du wirst mir hülf aus Bion senden, Und trösten den geängsten finn; Ja führe mich aus meinen nöthen, Bergis, vergiß die missethat, Die dich so hoch bez trübet hat, Daß ich davor nicht dürf erröthen. 11. Noch eins, Herr, will ich von dir bitten, Bewahre mich durch deine macht: Will gift und gall der feind ausschütten, Eo hab auf meine feele acht: Laß schlecht und recht sie stets behüten; Een gnädig deinem Ifrael, Und rette dei nes volkes feel Bon aller seiner feinde wüthen. 12. Ehr sey dem Bater, der re6. Ich laufe zwar, doch bin ich matt; Ach! laß den willen fin den statt! Erleichtre mir die schwere last, Und treibe aus den bösen gast. 7. Gedenke, daß ich bin dein find, Vergieb und tilge meine fünd; Daß ich zu dir, mit frenem lauf, Mich könne schwingen hims mel auf. 8. Ten welt- finn tilge in mir aus, Sen du nur Herr in meinem haus; Den schild des glaubens mir verleih; und brich des feins des pfeil entimen. 9. Nach dir, mein Gott! laß stets forthin Gerichtet seyn den ganzen finn! Ich eigne dich mit Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 247 gänzlich zu, Und such in dir nur| hört, Kein mensch gesehen und meine ruh. 10. Hinweg, hinweg, du schnöde hust, Bleib mir auf ewig unbewußt: Was mich hinfort vergnügen soll, Deß ist allein der himmel voll. gelehrt, Es fanns niemand bez schreiben, Was denen dort für herrlichkeit, Ben dir und von dir ist bereit't, Die in der leibe bleiben. Gründlich Läßt sich Nicht erreichen, Noch vergleichen Den welt schäßen Dieß, was uns dort wird ergehen. 11. Ach! alles, was mich reißt von dir, O höchstes gut! das treib von mir: In dir, mein Gott, in 6. Drum laß ich billig dieß als dir allein Laß hinfort meine freu- lein, O Jesu, meine freude seyn, de fenn. Mel. Wie schön leucht't uns d. 352. Jesu, Jeſu, Gottes Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt, Und mir dein klares wort vermeldi, Aus liebe mich stets übe, Bis ich Endlich Werd abscheiden Und mit freuden Bu dir kommen, Aller trübfal ganz entnommen. Sohn, Mein Mittler und mein gnaden- thron, Mein schah, mein licht und wonne, Du weisfest, daß ich rede wahr, Bor dir ist alles sonnentlar, Und flärer als die sonne. Herzlich Lieb' ich Mit gefallen Dich vor allen: Nichts auf erden kann und mag mir lieber werden. 7. Da werd ich deine füßigkeit, Die jest berühmt ist weit und breit In reiner liebe schmecken, Und sehn dein liebreich angesicht Mit unverwandtem augen- licht, Ohn alle furcht und schrecken. Reichlich Werd ich Seyn erquicket Und geschmücket Bor dem throne Mit der schönen himmels- krone. 2. Dies ist mein schmerz, dieß kränket mich, Daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte: Ich werd von tag zu tag entzündt, Je mehr ich lieb', Je mehr ich find, Daß ich dich lie: ben sollte. Von dir laß mir, Deine güte Ins gemüthe Reichlich fliessen; So wird sich die lieb ergieffen. 353. 3. Durch deine kraft treff ich das ziel, Daß ich, so viel ich kann und will, Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten welt, Pracht, wollust, ehre, freud Ursprung des lebens! O ewiges licht! Da ihm gebricht. Lebendige quelle, niemand vergebens Eucht, was So lauter und helle Sich aus feinem heiligen tempel ergießt, Und in die begierigen seelen einfließt! 2. Du sprichst: wer begehret Bu trinfen von mir. Was ewiglich nähret, Der komme! allhier Sind und geld, Wenn ich drauf recht laben; Er trete int glauben zur himmlische gaben, Die füffiglich befinne, Kann mich, Ohn dich quelle heran, hier ist, was ihn Gnugsam laben: Ich muß haben Reine liebe, Dich tröst't, wenn ich ewig befeligen kann. mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem herzen fried und ruh, Erfreuest sein gewissen; Es geh ihm wie es woll auf erd, Wenn ihn gleich gan; das kreuz verzehrt, Soll er doch dich geniesſen, Selig; Ewig Nach dem leide Große freude Wird er finden, Alles trauren muß verschwinden. 3. Hier komm ich, mein hirte, Mich dürftet nach dir: O liebster! bewirthe Dein schäftein allhier. Du kannst dein versprechen Mir armen nicht brechen, Du siehest, wie elend und dürftig ich bin, Auch giebst du die gaben aus gna= den nur hin. 4. Du, füffe fluth, labest Geist, feele und muth, Und wen bu bega= 5. Kein ohr hat dieß jemals ge- I best, Findt ewiges gut. Wenn 248 Von der Vereinigung mit Gott und Christe. man dich geniesset, Wird alles| Ich will geduldig leiden, Und soll verfüsset, Es jauchzet, es finget, mich keine pein Bon deiner liebe es springet das herz, Es weichet scheiden, Noch mir beschwerlich zurücke der traurige schmerz. feyn. 5. Drum gieb mir zu trinken, Wie's dein wort verheißt, Laß gänzlich versinten Den sehnenden geist, Im meer deiner liebe: Laß heilige triebe mich immer fort treiben zum himmlischen hin, Es werde mein herze ganz trunken darin. 5. Mein herze bleibt ergeben Dir immer für und für, 3u sters ben und zu leben, Und will viel: mehr mit dir Im tiefsten feuer schwitzen, Als Jesu, ohne dich Im paradiese sitzen, Beracht und jäms merlich. 6. Wenn du auch vom leiden Was schenfest mir ein, So gieb, dir mit freuden Gehorsam zu seyn. Denn alle die, welche Mit trinken vom kelche, Den du hast getrunten im leiden allhier, Die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, Mein Jesu, erquickt, Da wo deine Heerden Kein leiden mehr drückt, Wo freude die fülle, Wo liebliche stille, Wo wollust, wo jauchzen, wo herrlichkeit wohnt, Wo heilis ges leben wird ewig belohnt. Mel. O haupt voll blut, und. 354. Schaß über alle ſchäßze, DJesu, liebster schah, Un dem ich mich ergeße, Hier hab ich einen plaß In meinem treuen herzen Dir, schönster, augetheilt, Weil du mit deinen schmerzen, mir meinen schmerz geheilt. 355. Schau meine armuth an, D Herr, nach deiner treue, Sen du mein hels fers- mann, Ich weiß sonst keinen nicht, Du siehst, was mir gebricht, Und kannst in einem nu Mir schaffen hülf und ruh. 2. Ich merke feine traft, Bu wirken deine werke: Des Geistes 2. Ach! freude meiner Freuden, lebens- saft, Den ich so oft vers Du wahres himmel- brodt, Damit spürt, Der meinen geist berührt, ich mich kann weiden, Das meine Ist schier vertrocknet gar, Ach feelen- noth Ganz träftiglich kann Herr! nimm meiner wahr. stillen, und mich in leidens- zeit Erfreulich überfüllen Mit trost und füffigkeit. 3. Du bist der gnaden- quell, Bu dem mein herze eilet, Ergieß dich mild und hell, Erquicke den, der matt, Erfreu und mache fatt Den, der zwar deß nicht werth, Doch sehnlich es begehrt. 3. Laß, Jesu, mich erblicken Dein freundlich angesicht, Mein herze zu erquicken Konim, komm mein freuden licht! Denn ohne dich zu leben, Ist lauter herzeleid, Vor deinen augen schweben Ist wahre feligkeit. 6. herrlichkeit der erden Dich mag und will ich nicht Mein geist will himmlisch wers den, und ist dahin gericht't, Wo Jesus wird geschauet, Da sehn ich mich hinein, Wo Jesus hütten bauet, Denn dort ist gut zu seyn. 7. Nun Jesu, mein vergnügen, Komm, hole mich zu dir, In deiz nem schooß zu liegen; Komm, meiner seelen zier, und setze mich aus gnaden In deine freudenstadt, So kann mir niemand schäs den, So bin ich reich) und satt. Mel. Erleucht mich, Serr, m. 4. O reiche lebensquelle! Jefu, füffe ruh! Du treuer freuzgeselle, Schlag nach belieben zu: 4. Ach, nimm du gänzlich weg, Was meinen geist betrübet, Was mich den friedens- steg zu laufen hindern will, Was mir verrüt mein ziel, Das laß dem feind jue pein, D Herr, zernichtet seyn. 5, Ja, eile her zu mir, Mit aufs Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 249 gespannten armen, Ich schenk aufs 1 5. Es mag trachen, es mag fnalneu mich dir, Und harre deiner len Dieses rund gebaute zelt, Es huld, Bergiß du meiner schuld; mag liegen, es mag fallen, Id) Solch lieb und glaubens band steh als ein starter held: Denn Soll trennen feine hand. mein Jesus ist bey mir: Der, der wird mich für und für, Als mein benstand mächtig schüßen, Wider aller teufel blißen. 6. Muß ich denn gleich noch oft Mein fünden elend fühlen, Eo kommt wohl unverhofft Ein blick der freundlichkeit, Der gnad und füsſigkeit, Bon deinem angesicht, Der machet alles licht. 6. Jesus, Jesus ist mein leben, Ich verbleib ihm zugethan, Ihm soll seyn hiemit ergeben Alles, was ich geben kann: Meine sins nen, werk und wort, Alles soll, o liebster hort, Dir gestellet seyn zu ehren, Nichts soll mich von dir abkehren. 7. Ach! ja, dieß ist der bund, In welchen sich versenket Mein geist zu aller stund, Daß mir nicht schaden kann Mein elend um und an, Herr, dir sey dank dafür In ewigkeit und hier. Mel. Freu dich sehr, o meine. 356. Sh Schönster Sesu, lieb: stes leben! Meiner feelen aufenthalt, Dir hab ich mich ganz ergeben, Ob ich wohl gar ungestalt; Will ich dennoch lieben dich, Denn ich weiß du liebest mich: Drum will ich fest an dir hangen, und mit liebe dich unifangen. 2. Andre mögen freude haben An der falsch geschminkten welt: Die mit allen ihren gaben, Bald zergehet, bald zerfällt: Nur mein Jesus soll es seyn, Den ich lieben will allein, und von dem ich nicht will weichen, Sollt ich schon des tods verbleichen. 3. Andre mögen wollust lieben, Und darinnen lange jahr, Sich mit größten freuden üben, Jesum lieb ich immerdar! Andre mögen gold und geld Halten für ihr liebftes zelt: Jesu will ich mich vertrauen, Und auf ihn beständig bauen. 4. Nun, was frag ich nach der erden, und nach dem was drinnen ist, Denn mir kann nichts lie: bers werden, als mein Heiland Jesus Christ; Nach dem himmel frag ich nicht, Denn ich habe mich verpflicht, Meinem Jesu treu zu bleiben; Mich soll nichts von ihm vertreiben. L2 7. Jesum, Jesum will ich lieben Hier und dort in ewigkeit: Collten mich gleich hie betrüben Aller jammer, alles leid, Was frag ich nach höll und tod? Jesus hilft mir aus der noth, Der wird mich ins teben führen, Ta die seinen jubi: liren. 357. Schönster Immanuel, Herzeg der from: men, Tu meiner feelen trost! Komm, komm nur vald, Du hast mir, höchster Schak, mein herz genommen, So ganz vor liebe brennt und nach dir wallt. Nichts kann auf erden Mir liebers wer den, Als wenn ich meinen Jesum stets behalt. 2. Dein nam' ist zucker- süß, honig im munde, Holdselig, lieblich, frisch, wie fühler thau, Der feld und blumen netzt zur mor= genstunde: Mein Jesus ist es nur, dem ich vertrau. Denn weicht vom herzen, Was mir macht schmerzen, Wenn ich in glauben ihn anbet und schau. 3. Ob mich das freuze gleich hier zeitlich plaget, Wie es bey christen oft pflegt zu geschehn: Wenn meine feele nur nach Jefu fraget, So kann das herze schon auf rosen gehn. Kein ungewitter Ist mir zu bitter, Mit Jesu kann ichs fröhlich überstehn. 4. Wenn fatans list und macht 250 Von der Vereinigung mit Gott und Christo. mich will verschlingen, Wenn das gewissens- buch die fünden fagt; Wenn auch mit ihrem heer mich will umiringen Die hölle; wenn der tod am herzen nagt, Steh ich doch feste: Jefus, der beste, Ist, der sie alle durch sein blut ver: jagt. Daß du so viel zeit verdorben, Mit nichtswürdigem gefuch, Daben du fast bist erstorben: Suche Jesum und sein licht, Alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, Laß dir nichts das ziel verrüden. Gott wird aus dem liebes- mee Dich, den kranten, wohl erquis den: Suche Jesum und sein licht Alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß dieſe welt Ein ganz ander wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein ursprung dir vorleget! Suche Jefum und sein licht, Alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein hauch aus Gott, und aus seinem Geist geboren, Darum liege nicht im koth! Bist du nicht zum reich erfohren? Suche Jesum und sein licht, Ulles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im geift Uleber alle hinimets- höhen: Weit von dir entfernet sichen: Laß was dich zur erden reißt, Suche Jefum und fein licht, Alles andre hilft dir nicht. 5. Ob mich auch will die welt verfolgen, hassen, und bin dazu veracht't ben jedermann, Von meinen Freunden auch gänzlich verlassen; Nimmt Jefus meiner sich doch herzlich an, und stärkt mich müden, Spricht: sen zufrieden, Ich bin dein bester Freund, der helfen kann. 6. Deum fahret immer hin, ihr eitelkeiten, Du, Jesu, du bist mein, und ich bin dein; Ich will mich von der welt zu dir bereiten, Du follst in meinem herz und nunde fenn: Mein ganzes leben Sen dir ergeben, Biš man mich einsten legt ins grab hinein. Mel. Jesus meine zuversicht. 358. Seele, was ermüd'st du dich In den din: gen dieser erden, Die doch bald verzehren sich, und zu lauter nichtes werden? Suche Jesum und fein licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern strom, Der vom thron des lammes flies fet, und auf die fo teusdy und fromm, Sich in reichem maaß ergiesset: Suche Jesum und sein licht, Alles andre hilft dir nicht. 11. Las dir seine majestät m merdar vor augen schweben, La mit brünstigem gebet Sich dein herz zu ihm erheben: Suche Ser hilft dir nicht. fumi und sein licht, alles andr 12. Sen im übrigen ganz fil Du wirst schon zum ziel gelangen Glaube, daß sein liebes- will h len werde dein verlangen: Dri andre hilft dir nicht. fuchy' Jesum und fein licht, Alle 2. Sammle den zerstreuten finn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen, Richt ihn stets zum himmel hin, Laß ihn in die gnad eindringen: Suche Jefum und sein licht, Alles andre hilft dir nicht. 3. Tu verlangt oft füffe ruh, Dein betrübtes herz zu laben: Fil zur lebens- quell hinzu, Da kannst du sie reichlich haben: Su che Jefum und sein licht, Alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unfelge pcin, Co reich nur den dein labfal ſeyn, Der zur 359. So bin ich met glaubensfreude führet: Suche mehr ein fremder Jesum und sein licht, alles andre gast, Nach dem du mich, o Gott! bekehret haft: Ich bin ja auch im 5. Uch! es ist ja schlecht genug heil'gen bürger- orden Ein glied hilft dir nicht. Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 251 und hausgenosse Gottes worden:| Bereite mich, tilge die fündliche Doch hab ich noch den weg vor art: O Jesu! sen inniglich mit mir, Daß ich von hinnen geh zu mir gepaart. dir, Und das, worauf ich) jest ver= traue, Im himmel offenbaret schaue: Drum bin ich ein bürger und pilgrim zugleich), Und walle nach jenem verheissenen reich. 2. 3d) bin nun fren gemacht durch Jesum Christ, und habe recht zur stadt, die droben ist: Das erbe ist auch mir fest benge: leget, Wornach mein herz gewisse hoffnung träget: Toch hab ich nur allhier das pfand, und bin noch nicht im vaterland. Go lang ich in dem leibe wohne, Trag ich noch nicht die ehren- trone. Eo bin ich ein bürger, ic. 3. Gott hat mich lieb und angenehm geschätzt, Der sich an meis ner schöne selbst ergeht; Ich hab' in meinem Heiland alles funden, Und ruhe nur allein in seinen wunden; Doch jag ich immer nach) dem zweck und halte alles nur für dreck, Damit ich auch in meinem wallen Dem Herren möge wohl gefallen. So bin ich ein bürger, 2c. 4. Ich hab in Christi blut ge= rechtigkeit; Der heilige Geist bringt wahren fried und freud; Ich bin herr über teufel, welt und fünden, und kann im glauben alles überwinden! Doch sehnet sich mein Herz zur ruh, Nach meiner rechten heimath zu, Denn weil ich diese hütte trage, Fühl ich noch manche noth und plage: Drum bin ich ein bürger und pilgrim zu gleich, Und walle nach jenem verheiffenen reich). Mel. Lins ist noth, ach Serr. 360. Trautier Jefu, Chren: fönig, Du mein schah, mein bräutigam! Edler hirt, ach nur ein wenig Richt dein aug auf mich, mein lamm! Boll brünstiger liebe und heissem verlangen, Erwartet mein herz dich), wein heil! zu umfangen; 2. Nichts, als dich, ich, Herr! erwähle, Reinige, nach deinem finn, Geist und leben, leib und feele, Nimm mich dir ganz eigen hin. Erwecke durch deine heilbringende gnade Mein herze, z laufen in göttlichem pfade; Nur dieses alleine, was föstlich vor dir, Schaff, o mein Herr Jeſu, und wirke in mir! 3. Quelle, die das leben quillet, Deiner ströme füffigkeit Een mein labsal, so da stillet, Herzens- angst und fünden- leid: Unendlicher ausfluß der göttlichen fülle! Verbinde dich mit mir in heiliger stille: Richt alle gedanken nur himmelwärts hin, Tritt unter die füsſe den irdischen sinn. mit der reinen engel- lust, Co 4. In dir werd ich ja erquicket, mich deine liebe drücket, An dein herz und deine brust; Fried, erige liebe, freud, herzliches erbarmen, Tränkt, tröstet, ergeßet und fättigt mich armen; Ein volles Mein Jesu, ergießt sich jetzt in meer deiner unendlichen güt, mein gemüth. 5. Jesu! hilf, daß ich auch treulich), Unverrückt im glaubens- lauf, Dieses kleinod, das sehr heilig, Still und klüglich hebe auf. Es mögen alsdenn gleich die kräfte der höllen Mit ihrem anhange sich wider mich stellen: Geist, macht, kraft und stärke legt Jefus mir bey, Er selber hilft siegen und machet mich fren. tet, Das, was mich ergeht allein, 6. Lauter wollust mich nur trän= Ist in Jefu mir geschentet, Könnt auch was erwünschter senn? Stimmt alle die herzen zusammen im loben, Licht, leben, heil, gnade erscheinet von oben: Vor allen hebt himmel auf heilige händ, Gott stärk uns, o Jesu, hilf siegen ohn end. 252 Von der Vereinigung mit Gott und Christe. 3. Nun kann und will ich dich Für meinen schaß erkennen Und werthen bräutigami. Ich kann und will dich nennen Mein' ein'ge luft und freud. Ich nehm von deiner hand Den Geist im glauben an, Bum wahren liebes- pfand. Mel. Wer nur den lieben G. 361, er seinen Jeſum recht will lieben, Der achtet nicht die eitelkeit, Ihn tann tein ungemach betrüben, Er bleibt auch treu in rau zeit Wer Jesum hat und Jefum liebt, Der liebt den, der den himmel giebt. 2. Wer Jesum liebt, muß alles laffen, Was falschen schein der liebe macht, Nur seinen Jesum muß er fassen, Auf ihn alleine seyn bedacht. Wer Jesum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den himmel giebt. 3. Wer Jesum liebt, verlangt den himmel, Und ruht an seines Jesu brust, Er läßt das böse weltgetümmel, Und feufjet nach des himmels luft. Wer Jesum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den himmel giebt. 4. Wer Jesum liebt der kann nicht sterben, Er lebt auch in dem tode noch, Sein Jesus läßt ihn nicht verderben, Ob ihn hie drückt der fünden joch. Wer Jesum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den himmel giebt. 5. Wer Jesum liebt, kann sich ergeben, Wann ihn sein liebster Jesus tüßt, Wann er ins Leben ihn wird sehen, und alles herzez leid versüßt. Wer Jeſum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den Himmel giebt. Mel. Nun danket alle Gott. 362. Wie freuet sich mein herz! Wie freut fich leib und seele, Mein Jesu, über dir! Mein geist aus seiner höhle Sich schwinget hoch empor, Bu preisen früh und spat, Was deine große lieb An mir erwiesen hat. 2. Du hast, o Jesu, dich Mit mir, aus lauter liebe, In ewigfeit verlobt. Was ist, das mich betrübe, Weil du mich so erfreust? Ich bin nun, Jefu, dein, Und du bist gänzlich mein, Wie kann ich traurig seyn? 4. Du bist schön überall, Und voller lieblichkeiten, Holdselig, mächtig, reich, Und treu zu allen zeiten, Du hast von ewigkeit Mich dir erwählt zur braut, Und dir durch deinen tod Im glauben mich vertraut. mit deinem mittlers blute, Und 5. Du wäschest mich ganz rein deine heiligkeit Kommt gänzlich mir zu gute, Bu meiner zierd und schmuck. Du ziehst mich selber an Mit einem weissen kleid, Das dir gefallen kann. 6. Ich bin ein geist mit dir, Ich will fest an dir hangen, Als mei nem fleisch und bein, Ich will dich stets umfangen Mit ungefärbter lieb. O herrlicher gewinn, Daß göttlicher natur Ich nun theilhafng bin! mich mit dir verbinden; Die liebe 7. Der wahre glaub allein Kann will der Geist Je mehr und mehr entzünden: Die hoffnung bleibt gewiß, und unverrückt die treu, Auf daß der heil'ge bund Fest und beständig sey. 10 8. Du wirst mich auch gewiß Bur hochzeit bald heimführen, In deines Vaters haus. Da wirst du mich recht zieren Mit deinem hims mels- schmuck, Und, in vollkomm ner freud, Mit dir mich sättigen In alle ewigkeit. 9. Drum ist mein muth und finn Mit himmels- luft erfüllet: Die freud je mehr und mehr In mund und herzen quillet, Wenn ich dieß recht bedent. Ich muß audy deinen ruhm Erzählen fort und fort, D du mein eigenthum. 10. Laß nur, mein bräutigant, Dir dieses schlechte lallen, Das ich in schwachheit thu, In gnaden wohl gefallen, Dort soll es besſer Von der Vereinigung mit Gett und Christe. 253 gehn. Denn fällt die schwachheit hin, Wenn ich nun völliglich Mit dir vereingt bin. 11. Indeß gieb, Jesu, doch, Ja du wirst gnade geben, Daß ich als Deine braut Beständig möge leben, Rein, heilig unbefleckt, Ohn alle lieb' der welt, Bis du mich zu dir holst Sn jenes freuden- zelt. Mel. O liebe, die den himmel. 363. Wie herrlich iſis, ein schäftein Christi werden, und in der huld des treustehn. höh'rer stand ist auf der ganzen erden, Als unverrückt dem lamme nachzugehn. Was alle welt nicht geben tann, Das trifft ein solches schaaf ben seinem hirten an. 2. Hier findet es die angenehm sten auen: Hier wird ihm stets ein frischer quell entdeckt. Kein uge kann die gnade überschauen, Die es allhier in reicher menge schmeckt. Hier wird ein leben mitgetheilt, Das unaufhörlich ist, und nie vorüber eilt. Dieweil der hirt ein Herr der schäße Gottes ist. 6. Doch ist dieß nur der vor: schmackt gröffrer freuden; Es folget noch die lange ewigteit. To wird das lamm die seinen herrlich weiden, Wo der crystalne strom das wasser beut. Da siehet man erst klar und fren, Wie schön und auserwählt ein schäftein Christi sey. Mel. Serr, ich habe mißge. 364. Zieh mich, zieh mich mit den armen ner großen freundlichkeit, Jeju Christe! dein erbarmen Helfe meie ner blödigkeit, Wirst du mich nicht zu dir ziehen, Ach! so muß ich von dir fliehen. 2. O du hirte meiner feelen! Suche dein verirrtes fchaaf, Wem soll ich mich sonst befehlen? Weck mich aus dem fünden- schlaf! Guz ter meister! laß mich laufen Nach dir und nach deinem haufen. 3. Wie ein wolf den wald er: füllet, Mit geheul ben finstrer nacht; Also auch der satan brüllet, Um mich wie ein löwe wacht: Herr! er will dein kind verschlingen, Hilf im glauben ihn bezwingen. 4. Seelen- mörder, alte schlange, Tausend fünstler! schäme dich, Schäme dich, mir ist nicht bange, Denn mein Jesus tröstet mich, Weil er ziehet, muß ich laufen, Er will mich ihm selbst erkaufen. 5. Bich mich mit den liebes- seilen, Sieh mich fräftig, o mein Gott! Ach wie lange, lange weilen Machst du mir, Herr Bebaoth! Toch ich hoff in allen nöthen, Wenn du mich gleich wolltest tödten. 3. Wie läßt sichs da so froh und uhig sterben, Wenn hier das chaaf im schooß des hirten liegt? Es darf sich nicht vor höll und tod entfärben; Sein treuer birt hat höll und tod besiegt. Büßt gleich der leib die regung ein, So wird die seele doch kein raub des moders seyn. 4. Das schäfchen bleibt in seines hirten händen, Wenn gleich vor jorn der ganze abgrund schnaubt. Es wird es ihm kein wilder wolf entwenden, Weil der allmächtig ist, an den es glaubt, Es kommt nicht um in ewigkeit, Und wird im todes- thal von furcht und fall be: frent. 5. Wer leben will, und gute tage 6. Mutter herze will zerbre: sehen, Der mache sich zu dieses chen, Ueber ihres findes schmerz; hirten stab. Hier wird sein fuß Du wirst dich an mir nicht rä: auf füsser weide gehen, Da ihmchen, O du mehr als mutter- herz! die welt vorhin nur träber gab. Sich mich von dem bösen haufen; Hier wird nichts gutes je vermißt, Nech dir, Jesu! will ich laufen. 254 Von der brüderlichen und allgemeinen Liebe. Von der brüderlichen und allgemeinen Liebe. stille führen, Bu dem, was lieblich heißt. Mel. Mit ernst, ihr mensch. 365. Gott ist ein Gott der 8. Hilf uns ja fleißig halten, Tie liebe, Fin freund der einigkeit im geist, Daß über uns einigkeit: Er will, daß man sich mög walten, Dein segen allere übe, In dem, was wirket freud meist; Nach deinem geist und Und fried in einem sinn, Der zwi- finn einander uns vertragen In stigkeit absage, Sich brüderlich vers freundschaft, und nachjagen Dem trage, In fanftmuth immerhin. 2. Der satan ist ein störer Des föstlichen gewinn. friedens, und bedacht, Daß ja des wortes hörer Ganz lassen aus der acht, Was wider haß und neid Der Heiland treulich lehret, Und wie von( Sott abkehret Die unver= föhnlichkeit. 366. Ihr brüder, liebet, Der Herr betrübet Sich sehr in sei nem reich), Wenn brüder nicht in liebe brennen, Wenn sie noch tälte vertragen tönnen. 2. Wo bleibt die flamme? Die 3. Wer hier den frieden liebet flamme reiner brunst? Seht doch In wahrheit ohn verdruß, Demam lamme Das feuer seiner gunst. nächsten sich ergiebet, Ohn absicht wie wallt sein blut im liebes auf genuß, Der hat am himmel triebe! Seht! es ergießt sich aus theil, Da fried und leben wohnet, Da friede wird belohnet: Gott ist und bleibt sein heil. 4. Hergegen, wer beladen Mit bittrem haß und zorn, Der hat des großen schaden, Er ist und bleibt verlorn; Es kommt das theure blut, So Christus unverdroffen Aus liebe hat vergossen, Ihm nimmermehr zu gut. 5. Wer seinen nächsten hafset Der haffet selbsten Gott: Drauf Gottes jorn ihn fasset, Und stürzt in solche noth, Darinnen er verdirbt, Wofelbsten tein erretten; Der höllenband und ketten, Ihn fesseln, wenn er stirbt. 6. Wer dieses recht bedenket, Der wird der sonnen licht, Wenn es zur erd sich lenket, Und eh der glanz gebricht, Nicht lassen untergehn Bevor sich hab geleget Der jorn den er geheget: Wohl, wohl wenns ist geschehn. 7. D' Christe! steur und wende Des satans bitterkeit, Damit er nicht behende Erwecke zorn und heisser liebe. 3. Er thuts für feinde. O starke liebesglut! Ihr fend ja freunde. Das heißt euch niemand gut, Wenn eure herzen nicht entflammen. Ewige liebe! zieh uns zusammen. 4. Die welt, die blinde, Coll cure liebe sehn. Sonst ist geschwinde Die ärgerniß geschehn. Daran foll man die jünger kennen Daß fie recht herzlich in liebe brennen. 5. lieben brüder! Ihr seydim glauben schön, Des Lammes glie der, die in der kindschaft stehn, Des Geistes tempel, Jefu bräute, Könige, priester und selige leute. 6. So seht euch alle In diesem zierrath an. Die schmach vo falle, die noch beflecken kann, Will Jefus felbst an euch nicht finden. D, so bedeckt doch des bruders fünden! 7. Ihr seyd vollkommen, In Icht fend ihr rein Und angenommen, Die lust des Herrn zu seyn. Da ist fein mackel zu entdecken. ewig verschwunden sind alle flecken. streit Ben denen, die der geist Des 8. Was sich noch reget, Das ist friedene soll regieren, und in der durchs blut verdammit. Drum Von der brüderlichen und allgemeinen Liebe. 255 rent und pfleget Einander ins| sind die erkaufete feligste schaar. hesammt Mit demuth und mit Ach! lobet den Bater; denn furz: heiffer liebe. Täglich verdoppelt Er isis gar. Eingt ihm mit vers die heil'gen triebe. einigtem herzen und munde, Ohn loben und lieben vergeh keine slunde. Wir stehn vor dem Herren als einer im bunde:,: 9. D liebe, brenne! Die du am freuz gebrannt. O liebe, gönne, Bergönn uns deine hand. Die soll uns alle so entzünden, Daß wir uns immer im lieben finden. 367. hr finder des höchsten! wie stehts um die lie: be? Wie folgt man dem wahren vereinigungstriebe? Bleibt ihr auch im bande der einigkeit stehn? 3st teine zertrennung der geister geschehn? Der Vater im himmel fann herzen erkennen, Wir dürfen uns brüder ohn liebe nicht nennen, Die flamme des Höchsten muß lichterloh brennen:,: 6. Was ich bin, mein bruder! das bist du auch worden, Wir find an dem himmlischen erbe confor ten: Ein jeder für alle zum vas terland dringt, Die kirche nach etnem stets kämpfet und ringt: Wir müssen bereit fenn für brüder zu sterben, Wie Jefus uns auch so gemacht hat zu erben. Ein glied fühlt und leidet des andern ver derben:,: 2. So bald wir von oben aufs neue geboren, Da sind wir von Chrifto zu brüdern erkohren. Ein Bater, ein glaube, ein Geist, eine Truf, Ein voller zum himmel gerichteter lauf, Kann unsere her: zen vollkömmlich verbinden, Wir fönnen nichts anders als füffigkeit finden, Verdacht, neid und ärger: niß müssen verschwinden:,: 7. 2ch! last uns einander erine nern und führen, Taß wir nicht die krone des lebens verlieren. Wenn Babel nun trunken wird von Bions blut, Eo stehn wir vers einigt auf unserer hut. Das schrey= en der tinder wird wahrlich erhö ret, Durch völlige eintracht wird Babel zerstöret: Wer ist, der vers bundenen geistern was wehret?:,: 8. Drum lasset uns lieben und freuen von herzen, Verfüssen ein: ander die leidenden schmerzen; Dringt träftig, ihr geister! in eines hinein, Bermehret die strahlen vom göttlichen schein: Das läsfet der Bater ihm herzlich gee fallen, Im loben kann auch sein ruhm herrlich erschallen, Wenn tinder, vor liebe entzündet, nur tallen:,: 3. Der Vater, der droben ist, hält uns zusammen, Und schickt uns herunter die himmlischen flammen: Kein unterscheid findet hier einige statt, Weil demuth die her: zen vereiniget hat. Wo eigenheit, zant und haß können regieren, Da kann man den funken der liebe nicht spüren, Noch in den chor eng'lischer thronen ihn führen:,: 4. Die Bions- gesellschaft verläßt die verwandten, Geht brüder am höchsten vor alle bekannten. Wer noch ist bezaubert von liebe der welt, und sich in der falschheit zum bruder verstellt, Den kann sie ohnmöglich zum bruder annehmen, Er müßt sich denn völlig zur bufe bequemen. Sie darf sich des redlithen finnes nicht schämen:,: 5. Seht aber wie felig wir haben erwählet, Die wir sind um legen der brüder gezählet! Wir 9. In jener welt wird es noch besser hergehen, Da wird vor dem Bater die brüderschaft stehen Im heftigsten feuer, in feligster brunst, Die ziehet zusammen des Königes gunst. Ach! drücket zusammen die herzen und hände, Und bittet, daß er 3ion hülfe bald sende: Co tennet die liebe nicht anfang nocy ende:,: Mel. Serr ich habe mißgeh. 368. Liebet nicht allein die ihr chris 256 Von der brüderlichen und allgemeinen Liebe. sten heissen wollt: Liebet auch die ärgsten feinde, So wird euch der himmel hold; Wer den zorn kann überwinden, Der wird ben Gott gnade finden. 5. Wahr ists, verläumdung duls den müssen, Ist eine schwere pflicht. Doch selig, wenn ein gut gewissen Bu unsrer ehre spricht! 2. Alle gaben, alle schätze, Die dein Herz dem höchsten bringt, Laufen wider das gesehe, Wo man nicht den jorn bezwingt, Opferglut und eifer- flammen Stimmen nimmermehr zuſammen. 6. Dieß will ich desto mehr be wahren; So bessert mich mein feind. Und lehrt mich, weiser nur verfahren, Indem ers böse mennt. 7. Ich will mich vor den fehlern hüten, Die er von mir erfann; Und auch die fehler mir verbieten, Die er nicht wissen kann. 8. So will ich mich durch sanft muth rächen, An ihm das gute sehn, Und dieses gute von ihm sprechen; Wie könnt er länger schmähn? 9. In seinem haß ihn zu ermi den, Will ich ihm gern verzeihn, Und als ein christ bereit zum friez den, Bereit zu diensten seyn. 10. Und wird er, mich zu unters treten, Durch) güte mehr erhist; Will ich im stillen für ihn beten, Und Gott vertraun; Gott schüßt. Mel. Mein herzens Jeſu, m. 370. himmliſche barme 3. Liebe treulich, die dich haf: fen; Segne diesen, der dir flucht; Trachte den nicht zu verlassen, Der dich zu verderben sucht; Wohl thun ist ben dieser sache, Glaub es mir, die beste rache. 4. Wer die liebe weiß zu hegen, Giebt sich keinem feinde bloß, und des Himmels gnaden- regen Fällt ihm richtig in den schooß; Wer hergegen feindschaft übet, Wird nur durch sich selbst betrübet. 5. Höchster! dessen wunder- güte Uns das lieben anbefiehlt; Lenfe, bitt ich, mein gemüthe, Wenn der fatan auf mich zielt, und auf sei= nen fünden- wegen Mich zur feind: schaft will bewegen. 6. Pflanze deiner fanftmuth reifer In das dürre herzensfeld Beige mir die friedens- häuser Nach den triegen dieser welt; Und laß also deinen willen Allen widerwillen stillen. 369. Nie will ich dem zu scha den ſuchen, Der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem feinde fluchen, Wenn er aus haß mir flucht. 2. Mit güte will ich ihm begegnen, Nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; Dieß ist des Herrn gebot. 3. Er, der von keiner fünde wußte, Vergalt die schmach mit huld, Und litt, so viel er leiden mußte, mit fanftmuth und geduld. 4. Will ich, sein jünger, wieder schelten, Da er nicht wiederschalt? Mit liebe nicht den haß vergelten, Wie er den haß vergalt? uns anpreiset! Ach! wer ist doch zu dieser zeit, Der sich getreu ers weiset, Der, gleichwie Gott der Bater ist, Barmherzig ist zu jeder frist, und das aus herzens- grunde? 2. Daß Gott barmherzig, spricht der mund, Und wer ist, der's nicht gläubet? Allein, macht Gott es also fund, Daß ers zur nachfolg treibet So ist verschloſſen Herz und ohr, und wankt der glaube wie ein rohr, Weil mans unmöglich achtet. 3. Von Gott will man barmhers zigkeit In ſeinem ganzen leben, 3a, daß sie möge weit und brat Sich über uns erheben: Allir, soll man barmherzigkeit Am nähe sten thun, wie Gott gebeut, So ist niemand zu hause. 4. Ach! denke, daß der Höchste dir Barmherzigkeit erzeiget, a dich die güte überführ, Und du auch fenst geneiget Bu geben dent, der dürftig ist, und gar ein glie Von der brüderlichen und allgemeinen Liebe. 257 mas Jefu Chrift: Dies ist des 2. Aus ihrer mannigfaltigkeit Herren wille. Des streits und ihrer sprachen, Tadurch sie in der welt zerstreut, Sich von einander brachen, Hat sie dein guter Geist geführt, Und sie mit herrlichkeit geziert In einigkeit des glaubens. 3. Ach! sey doch auch zu dieser zeit Uns, Bater! wieder gnädig, Und mach uns aus der jungen streit hinwieder fren und ledig: Gieb, daß dein häuftein für und für In einem geiste diene dir, In deiner liebe lebe. 5. Es wird ein grausames ge: richt Dort über den ergehen, Der dieses hat erkannt im licht, Und laßt es nicht geschehen: Das wissen das entschuldigt nicht, Man muß ausüben, was Gott spricht; Tas ist die rechte liebe. 6. Wie mancher reicher flösset aus, Und weis't von thür und pfor: ten, Die armen, die vor seinem haus Die noth mit vielen worten Ausschütten, daß ein felsen- stein Darüber sollt mitleidig seyn; Allein man wills nicht hören. 7. Ach, laß mein herz barmher: jig seyn, Und nach) vermögen geben, Aus wahrer liebe, nicht zum schein, Wenn ihre stimm erheben Die armen in der hungers- noth, Daß sie an meinem stüdlein brod, O Jesu! sich erfreuen. 8. Du giebst barmherzigkeit ohn end Mir armen auf der erden; So laß auch wieder herz und händ Mit freundlichen geberden, Austheilen, was du mir beschert, Daß auch der arme werd ernährt, Durch den bescherten segen. 9. Ist unbarmherzig gleich die welt, lind hat ihr herz verschlossen; So laß mich thun, was dir gefällt, Und helfen unverdrossen; laß mich dem Bater ähnlich seyn, Der überflüßig schentet ein Barmherzigkeit und güte. 10. Ja, Bater! gieb mir solchen finn, Daß ich von deinen gaben, Die du mir giebst, geb andern hin Die dürftigen zu laben; Laß mich nach deinem ebenbild, Senn lieb: reich), gütig, fanft und mild, Dieß bitt ich herzlich, amen. Mel. Mein hrzens Jesu, m. 371.9 Bater der barmher: zigkeit! Der du dir deine heerden Gesammlet zur apofel- zeit, Und herrlich lassen wer: den: Du hast durch deines Geistes traft Die große schaar der heidendeinem 4. Ach! schaue, wie des satans lift Eie jämmerlich zertrennet, Wie sichs im zanke beißt und frißt, Im unverstande brennet; Wie alles in verwirrung geht, Da eins das andre nicht versteht Und sich unnöthig zweyet. 5. Ach! Herr, bilf solchem übel ab, Versammle deine heerde, Daß unter deines mortes stab Sie wie der einig werde; Taß das band der vollkommenheit, Die liebe, uns aus allem streit In deinem Geiste bringe. 6. Wie schön und lieblich sieht es aus, Wenn brüder sind beysammen Einträchtiglich in einem haus, Und fehn in liebes- flammen! Wenn sie im geist zusammen stehn, su Gott in einem finne flehn, Und halten an mit beten! 7. Gleichwie der balsam edler art, Auf Aarons haupt gegossen, Ins ganze kleid von seinem bart Kam niederwärts geflossen; Und wie der thau von Hermonim Fällt auf 3ions gebürge hin, Und alles land erquicket: 8. Also fließt Gottes Geist und gnad Von Christo zu uns nieder Auf die, so er erwählet hat, Auf alle feine glieder: Das ist die frucht der einigkeit, Heil, segen, leben allezeit, Und seine himmelss güter. Mel. Gott sey dank in aller. 372, Sieh wie lieblich und fein wenn 258 Von der brüderlichen und allgemeinen Liebe 14. Kraft, lob, ehr und herrlich feit, Sen dem Höchsten allezeit, Der wie er ist dren in ein, Uns in ihm läßt eines seyn! mel. Mir nach ſpricht Christ. 373. So jemand spricht, ich liebe Gott! Und haft doch seine brüder, Der treibt mit Gottes wahrheit spott, Und reißt fie ganz darnieder. Gott ist di lieb, und will daß ich Den nächste liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erden güter h Und sieht die brüder leiden, macht den hungrigen nicht fa läßt nackende nicht kleiden; ist ein feind der ersten pflicht, und hat die liebe Gottes nicht. 3. Wer zwar mit rath, mit trest und schuß Den nächsten unter: stützet, Doch nur aus stolt, au eigennut, aus weichlichkeit ihn nüßet; Nicht aus gehorsam, nic aus pflicht; Der liebt auch feine nächsten nicht. brüder friedlich seyn, Wenn ihr thun einträchtig ist Ohne falsch heit, trug und list. 2. Wie der edle balsam fließt, Und sich von dem haupt ergießt, Weil er von sehr guter art, In des Aarons ganzen bart: 3. Der herab fließt in sein kleid, Und erreget luft und freud; Wie befällt der thau Hermon, Auch die berge zu Bion. 4. Denn daselbst verheißt der Herr, Reichen segen nach begehr, Und das leben in der zeit, Und auch) dort in ewigkeit. 5. Aber ach! wie ist die lieb So verloschen, daß tein trieb Mehr auf erden wird gespürt, Der des andern herze rührt! 6. Federmann lebt für sich hin In der welt nady feinem finn, Denkt an feinen andern nicht, Wo bleibt da die liebes- pflicht. 7. O Herr Jefu, Gottes Sohn! Schaue doch von deinem thron, Schaue die zerstreuung an, Die kein mensche besſern kann. 8. Gammile, großer menschenhirt, Alles, was sich hat verwirrt: Laß in deinem gnaden- schein Alles ganz vereinigt seyn. 9. Gieß den balsam deiner kraft, Der dem herzen leben schafft, Tief in unfer herz hinein, Strahl in uns den freuden schein. 4. Wer harret, bis ihn any fehn, Ein dürftger erst erscheine Nicht eilt dem frommen ben steh'n, Der im verbergnen weine Nicht gütig forscht, obs ihm g bricht; Der liebt auch seinen nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie be schirmt, mit härt und vormur quälet, und ohne nachficht stra und stürmt, So bald fein näch fehlet, Wie bleibt ben seinem un gestüm Die liebe Gottes wohl ihm. 6. Wer für der armen heil zucht Mit rath und that wachet, Dem übel nicht um ren fucht, Das oft sie dürftige 12. Was für freude, was für chet, Nur sorglos ihnen gaben luft, Wird uns da nicht seyn be- giebt, Der hat sie wenig noch g wußt! Was sie wünschet und beliebt. gehrt, wird von Gott ihr selbst 7. Wahr ist es, du vermagt es gewährt. lice nicht Stets durch die that ju Wird mit lob, aus einem mund Die pflicht Getreulich auszuüben, 13. Alles, was bisher verwundt, ben; Doch bist du nur geneigt, Preisen Gottes liebes- mach t, Und wünscheft dir die kraft dazu Wenn er all's in eins gebracht. Und fagst dafür, so liebest du. 10. Bind zusammen herz und hers, Laß uns trennen keinen schmerz: Knüpfe selbst durch deine hand Das geheil'gte brüderband. 11. So, wie Bater, Sohn und Geist Dren und doch nur eines heißt, Wird vereinigt ganz und gar Deine ganze liebes- schaar. Von der Nachfolge Christi. 259 8. Ermattet dieser trieb in dir, Mel. Rommt her zu mir, f. So fuch ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die lieb, Und mir hat er sein bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein; Sollt ich, gleich dir, nicht gütig seyn? 9. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines leibes glieder; Drum diene deinem nächsten gern; Denn wir sind alle brüder. Gott schuf die welt nicht blos für mich; Mein nächster ist sein kind, wie, ich. 10. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, Hab ich Dieß mehr, als sie, verdient? 11. Du schenfft mir täglich so viel schuld, Du, Herr von meinen tagen! Ich aber sollte nicht ge duld mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst. 12. Was ich den frommen hier gethan, Den kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein Erlöer, an, als hätt ichs dir erwies fen. Und ich, ich sollt ein mensch noch fenn, und dich) in brüdern nicht erfreun? 374. Wie ist die welt fo Sie lebt in rachgier, streit und Feindschaftsvoll! groll, Und will sich nicht verföh= nen: Man kommit zum altar ohne scheu, Im heuchel- glauben, ohne reu, Und meynt doch Gott zu dies nen. 2. Allein wer opfert fein ge= schenk, Und wird nicht vorher eins gedenk, Daß er was widrigs habe An seinem bruder, hat kein theil An Jesu tod, und ist ein greul Mit seiner opfer- gabe. 3. Wer seinem bruder nicht ver= giebt, Noch ihn von reinem Hers jen liebt, Der kann Gott nimmer lieben: Er ist aus Cains mord= geschlecht, und ein verdammter fünden- knecht, Dran Gott wird rache üben. 375. Folgt mir, wollt ihr christen fenn, Ruft der Herr in seinem worte: Auf dem freuß- weg geht herein, Und dein Herz, Und treibe ferner fei 4. mensch geh einmal in nen scherz Mit Gottes wort im leben; Der Heiland spricht: Wer dern feindichaft übt, Wird fünde nicht vergiebt Den nächsten, son= nicht vergeben. 5. Bewahre mich, Herr Jesu Christ, Daß meine seele nicht ver: gist, Was du mir vorgeschrieben; daß mich vergeben siebenmal. Und mehr als zehnfach an der zahl, Und meinen bruder lieben. 13. Fin unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der nicht 6. 3hr menschen- tinder, folget barmherzig ist, der nicht Die nach, Denn dieß ist eine große sach, rettet, die ihn flehen. Drum Ihr müffet dem vergeben, Der gieb mir, Gott, durch deinen Geist euch allhier beleidigt hat, Drum Ein herz, das dich durch liebe folgt gehorsam Jefu rath, Wer preis't. I dieß thut, der wird leben! Von der Nachfolge Christi. Mel. Jefus, meine zuversicht. ringt nach der engen pforte, fast euch feinen eitlen blick Oder welts brauch ziehn zurück. 2. Unverdrossen schickt euch nun, Jesu joch auf euch zu nehmen, Geinen willen gern zu thun, Eus 260 Von der Nachfolge Christi. ren aber zu bezähmen. Christen| Wach und bete: Jesu! en nu wissen anders nicht Auszuüben ihre pflicht. ilf mir dazu, Daß ich stets mach fam fen wie du. 4. Gütigster Jeſu! ach! wi gnädig, Wie liebreich, freundlid und gutthätig Bist du doch gege freund und feind! Dein fonnen glan; der scheinet allen, Dein r gen muß auf alle fallen, Ob dir gleich undantbar jeynd. M Gott! ach! lehre mich, Da hierinnen ich Dir nacharte: 3 en nu, Hilf mir dazu, daß auch gütig sey wie du. 5. u, sanfter Jesu! ware schuldig, Und litteft alle sch geduldig, Bergabst, und ließlisht rachgier aus: Niemand kann ne fanftmuth messen, Bey derker eifer dich gefressen, Als den hatt'st ums Baters haus. Me Heiland, ach! verleih Mir fan Sesu, en nu, Hilf mir dazu, muth, und daben Guten eife ich fanftmüthig sey wie du. 6. Würdigster Jesu, Chren nig; Du suchtest deine ehre we Und wurdest niedrig und ger Du wandelt'st ganz ertieft auf den In denuch und in fned geberden, Erhobst dich selbi keinem ding: Herr, solche dem lehr mich auch ie mehr und me Stetig üben; Jesu, en nu, mir dazu, daß ich demüthig wie du. $ 7. O teuscher Jesu! all wesen War züchtig, teufch auserlesen, Von tugendvoller 3. Tief erniedrigt sen der finn, Hochmuth aber ausgetrieben: Arm am geist seyn bringt gewinn, Reich gnug sind die, die Gott lie: ben, Ist die welt euch gram und feind, Fürchtet nichts, Gott ist eu'r freund. 4. Aller kummer, der euch nagt, Sen verbannt auf heut und mor: gen: Christus hat ihn untersagt, Heget also teine sorgen, Weil er selber forgen will, Ach! so seyd getrost und still. 5. Gure Gottgelaffenheit Bleibe -fest gegründt im glauben, Eh euch der genuß erfreut, Laßt euch nicht die Hoffnung rauben, In vergnügter herzens- ruh Nehme sie beständig zu. Mel. Wachet auf, ruft uns d. 376. Heiligster Jefu, heil': gungs- quelle, Mehr als crystal rein, tklar und helle, Du lautrer strom der heiligkeit! Aller glanz der Cherubinen, Und heiligkeit der Seraphinen Ist gegen dir nur dunkelheit. Sin vorbild bist du mir; Ach! bilde mich nach dir, Tu mein Alles! Jesu, en nu, Hilf mir dazu, Daß ich mag heilig seyn wie du. 2. O stiller Jeju! wie dein wille Dem willen deines Baters stille Und bis zum tod gehorsam war: Also mach auch gleicher masſen Mein Herz und willen dir gelaf- samkeit, Gedanken, reden, glic sen; Ach! stille meinen willen gar. finnen, Geberden, fleidung Mach mich dir gleich gesinnt, wie beginnen, War voller lauter ein gehorsam kind, Stille, stille: tigkeit; O mein Immani Jesu, en nu, Hilf mir dazu, Daß Mach mir geist, leib und feel ich fein stille sey wie du. schlummer, In großer arbeit, müh und kummer, Bist du gewesen tag Keusch und züchtig: Jefu, mu 3. Wachsamer Jesu! ohne Hilf mir dazu, Auch keusch und rein zu seyn wie du. 8. Mässiger Jesu! deine weife und nacht, Du mußtest täglich viel Im trinken und genuß der speise ausstehen, Des nachts lagst du vor Lehrt uns die rechte maffigteit Gott mit flehen, und hast gebetet Ten durst und hunger dir zu filwachsamkeit Daß ich zu dir alljeit] ters willen Und werkt vollender und gewacht, Gieb mir auch len War, statt der fost, des Ra Von der Nachfolge Christi. 261 dir vereit't. Herr! hilf mir meis ren, Wer sie hier zu verlieren nen leib stets zähmen, Daß ich bleib dir stets nüchtern: Jesu, en mu, hilf mir dazu, Daß ich stets nichtern sen wie du. scheint, Wird sie in Gott einführen: Wer nicht sein freuz nimmt, und folgt mir, 3st mein nicht werth und meiner zier. 9. Nun, liebster Jesu, liebstes leben: Mach mich in allem dir recht eben, und deinem heilgen vorbild gleich: Dein Geist und fraft mich gar durchdringe, Daß ich viel glaubens- früchte bringe, Und tüchtig werd zu deinem reich). Ach! zich mich ganz zu dir, Behalt mich für und für, Treuer Heiland! Jeſu, en nu, Laß mich wie du, Und wo du bist, einst finden ruh. Mel. Mach's mit mir Gott. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit leib und feel nachgehen, Und wohlgemuth, getrost und gern Bey ihm im leiden stehen: Denn wer nicht tämpft, trägt auch die tron Des ew'gen lebens nicht davon. mel. Der tag ist hin, mein J. 378. füſfes Lamm, laß mich doch mit dir gehen Auf Bions berg, da laß mich bey dir stehen, Nimm mich auch) mit in der geliebten zahl, Damit ich komm zu deinem hochzeit= mahl. 377.Mi ir nach! spricht Chrishus, unfer held, Mir nach, ihr christen alle: Berleugnet euch), verlaßt die welt, Folgt meinem ruf und schalle; Nehmt eter freuz und ungemach Auf euch, folgt meinem wandel nach. 2. Ich bin das licht, ich leucht euch für Mit heilgem tugend- te: ben; Wer zu mir fommt, und folget mir Darf nicht im finstern schweben: Ich bin der weg, ich weise wohl Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein herz ist voll demüthigkeit, Boll liebe meine seele; Mein mund der fließt zu jederzeit Bom füssen fanftmuths- öhle; Mein geist, gemüthe, kraft und sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, Bu flichen und zu meiden, Und euer herz von arger list Bu tein'gen und zu scheiden. Ich bin der feelen fels und hort, Und führ euch zu der himmels- pfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch) an der feite, 3h tämpfe selbst, ich brech die bahn, Bin alles in dem streite. Fin böser knecht, der still darf tehen, wenn er den feldherrn fieht angehn. 2. Ach! bilde du mich ganz nach deinem finne, Und gieb, daß ich dich ja recht lieb gewinne, Und folge dir, wo du nur gehest hin, Damit ich aller orten ben dir bin. 3. Willst du mich denn auf Gelgatha mitnehmen, So laß mich deines freuzes ja nicht schämen: Soll ich denn auch mit die auf Tabor seyn, So sey mirs gleich), wenn du nur bleibest mein. 4. Ach! laß mich diese ehre auch erreichen, Daß du mir schreibst an meine stirn zum zeichen Des Baters nam'n, daß ich der deine sen, Und mach mich ja von aller weltlieb fren. 5. Du hast mich von der erden schon erkaufet Durchs bundes blut, ich bin auf dich getaufet, Und da die welt mich wieder zu sich nahm, Holt'st du aufs neue mich, o Gottes- lamm! 6. Laß mich nun rein und unbe fleckt erscheinen, Unsträflich seyn und bleiben ben den deinen: Kein falsches sen nunmehr in meinem mund, Bon jetzo an hinfort auch alle stund! 7. Sa laß mich auch das neue 6. Wer seine feel zu finden lied verstehen, und mit dir in den Meynt, Wird sie ohn mich verlie: linnern tempel gehen, Da Gottes 262 Von der Nachfolge Christi. stuhl ganz fren zu sehen ist, mel. Wo ist mein schäflein, d. Und da du selbst in allen alles bist. 8. Gieb, daß ichs einzig möge 380. Wo ist der weg, der ich mit dir halten, und lasse dich nur immer mit mir walten Wie dirs beliebt; ich weiß, du wirst mich so Hier leiten, daß ich deß sen ewig Froh. 9. So will ich denn des lammes lied mit fingen, Und Mosis lied das soll denn auch erklingen, Wenn ich erlanget habe, nach dem trieg, Durchs lammes blut victoria und fieg. 379, Stilles lamm und Frieden- fürst, Meine seele nach dir dürft't: Ach! wenn wird, O mein hirt, Doch mein herz mit lammes- art von dir umgürt't. 2. Gieb, daß ich in lieb und treu, Als ein lamm, gehorsam sen, Daß mein sinn Liebgewinn, Sich zum opfer ganz und gar zu geben hin. 3. Schenke mir den fanften geist, Der nur lindigkeit beweis't, Der in mir Sen die zier und der schmuck, der köstlich ist, und werth Wenn ich gen himmel kommer soll? Wer ist nun so erbarmungs voll, Daß er mich solchen lasſe sehen? Sagt an, ihr wächter un ihr hirten! We finde ich die rech fpur? Ach zeiget sie doch mir ver irrten, Ich fordre nichts, ich fle mur. 2. Doch send ihr etwa blin leiter, So werde ich mit euch ni gehn; Auch so ihr pflegt am me zu stehn Wie fäulen, und g selbst nicht weiter; So kann i mich euch nicht vertrauen, Sch thäte gern gewisſe tritt', Und möchte die fußstapfen schauen De der mich führt von schritt schritt. 3. Beweist ihr aber mit de wandel, Was ihr mit mundu fingern weis't, So seh ich, daß send gereis't, Und schliesſe bald euch den handel, Ich folge e wie ihr dem wege Borhero fel gefolget fend, Ich trete ab w falschen stege Und aller ungered tigkeit. 4. So faget nun, ob jener breite Der rechte weg zum leben fen Ich seh zwar dort sehr viele fre In lauter lust und lauter freud Doch glaub ich nicht, daß ih seelen In wahrer ruh und fried stehn; Sagt ob sie nicht des zie verfehlen, Und zu der hölle schne hingehn? 5. Ich traue dieser engen port und diesem schmalen wege h Ach! wenn ich nur auf folchem 7. Führe mich, wenn ich einmal wär, Und folgete dem lebensmors Wandern muß im finstern thal, te! Ich seh zwar da viel dormen: Und im tod, O! mein Gott, O! hecken, Hingegen wenig wanderer, so stärk und schüße du mich in der Doch laß ich mich so bald nicht noth. 8. Wenn du wirst auf Bion stehn, Müsse man mich um dich sehn, schrecken, Its nicht der rechte weg? ja der. 6. Wen seh ich aber dort mit Ohne pein, Weiß und rein, Da dornen Gefrönt, und mit der follst du mein lamm, mein licht freuzes- last, Die er so tapfer auf: und tempel seyn. gefaßt, Vor allen andern und von vor dir. 4. Gieb, daß ich mit tapferkeit Dich zu lieben sen bereit: Wenn mich pein Nimmet ein, Daß ich mög ein lamm und löwe vor dir senn. 5. Halte mich dir unbefleckt, Und beständig aufgeweckt, Nachzuflehn, Nachzusehn, Und wo du hingehst, getroft dir nachzugehn. 6. Lamm, das überwunden hat, Gieb mir armen lamm die gnad Daß ich hier Für und für, Durch dein blut gestärket, streit und sieg in dir. Bon kreuz und Leiden. 263 vornen? Ist dieser nicht der fürst| recht in acht; Und der ist noch von des lebens, Der dieses weges mei- Jefu ferne, Der aus ihm einen ster ist? Uch! sagts, ich frage nicht Mosen macht. vergebens, Ists nicht selbst mein Herr Jesus Christ: 11. Verdienst bringt kraft dem grünen reben; Vor wahrheit gehet gnade her: Wenn Jesus nicht erst für uns wär, So könnt er auch in uns nicht leben: Wo er nicht erst gestalt gewinnet, Da wird man ihm nicht ähnlich seyn: Sind wir ihm nicht erst gleich) gefinnet, So ist der wandel auch nicht rein. 7. Ja, ja; laßt uns auf ihn aufsehen! Er ists, der sehr getreue hirt, Der uns auf rechter straße führt; Ich will ihm wie ein schaaf nachgehen: Doch dring ich erst durch diese pforte Der wahren herzens- busse ein, Auch follt ich erst aus seinem worte An ihn recht gläubig worden seyn. 8. Ach! ach, ich fühl die last der fünden, Wie komm ich durch die enge thür? Nimmt Jesus nicht die schuld von mir, läßt er mich) nicht erst gnade finden, Trägt er mich nicht auf seinem rücken; Bieht er mich nicht mit trost, und spricht: Komm her, ich will dich recht erquicken; So bleib ich lahm, und laufe nicht. 9. Jedoch ich glaube, daß er eben Den treuzes- weg betreten hat, Daß er sich selbst von Gottes gnad Für mich zum opfer möchte geben; Nehm ich ihn erstlich an zur gabe, So weiß ich, daß ich ihn zu gleich Auch zum exempel wirklich habe, Ists nicht so? fagts, ich fra: ge euch. 10. So ists gewiß, wer Christum fennet, Wie er uns zur gerechtigkeit und heiligung von Gott be reit't, Läßt ihn gar willig unzertrennet; Doch nimmt er auch die ordnung gerne Mit allem fleiße Vom Kreuz Mel. Serr Jesu Christ, du. 381. 2 Gott! wie man cher fummer macht, Daß ich mich herzlich kränke. Bann ich ben mancher trüben nacht An tausend dinge denke, Eo gehn die seufzer zu dir auf, Ach lieber Gott! ach merke drauf, Und tröste mein gemüthe. 12. Wohlan! ich will ihn recht ergreifen, Wie ich von ihm ers grifen bin, 3hr treiber, packet euch nur hin Ich geh den weg nun ohn umschweifen. Ich folg dem lamme wo es gehet, Weil es auch nimmer von mir weicht: Wist ihrs nun, was mich treibet? sehet! Die liebe machet alles leicht. 13. Ich will dem vorbild seiner lehre Ergeben und gehorsam seyn; Was Jesus thut und lehrt, ist mein, Ich lerne, was ich seh und höre: Ein benspiel hat er mir ges lassen In sanftmuth, demuth und geduld; Ich geh mit ihm die leis dens- straßen, Denn mich erfreut nur seine huld. 14. Habt dant, ihr hirten und ihr wächter, Daß ihr mir habt den weg gezeigt: Je mehr sich nun der tag geneigt, Je mehr ich höre das gelächter Der spötter, die dort ewig heulen, Co mehr will ich), dieweil ich kann, Auf diesem schmalen weg forteilen: Ich geh mit euch, geht ihr voran. und Leiden. 2. Solls fenn, daß ich mein bißgen brod Mit thränen noch muß esſen, So wirst du doch in keiner noth Mich, als dein find vergessen, Dein kind, das du von kindheit an, Auf mancher dorn- und rosen- bahn Recht wunderlich geführet. 3. Mein herze sorgt zwar früh und spat, Wie dieß und das wird kommen, Und wenns nun alle for: 264 Bom Kreuz und Leiden. gen hat Recht ängstlich durchge:| angenehm, Bu allem guten wert nommen, So hat es doch nichts bequem: Wir werden schon in ausgericht, Drum will ich meine dieser zeit Die erben wahrer selig zuversicht Auf dich, und sonst feit. nichts stellen. 6. Dann zeuget Gottes Geistes kraft Von unsrer find- und erbe: schaft: Durch welches zeugnis unser geist Gott Abba, lieber Va ter, heißt, Daß wir in voller ju versicht Bu ihm hintreten an das licht. 7. Der nimmt sich denn auch un 5. Hab ich nur dich, so hats nicht frer an, Wenn unser mund ni noth Mit mir und mit den mei- beten kann, Bertritt uns auf das nen; So muß durch leben und allerbest, Wenn er die seufzer g durch tod Die gnaden- sonne schei- hen läßt, Die Gott versteht; nen; So streicht der fummer gleich der mund Vor ihm sie nicht gänglich hin Bufrieden, unver- tann machen fund. gnügter finn! Denn Gott bleibt mein vergnügen. 8. Durch ihn verachten wir die welt, Und trachten nach dem him: melszelt Das droben für un fteht bereit, Su wohnen da i ewigkeit. Da unsre hoffnung wir erfüllt, Und unser sehnend her gestillt. 4. Gieb mir geduld, damit ich stets Die sorgen überwinde, Und sich der anfer des gebets Auf deine forgen gründe. Der geist ist willig: aber doch Das fleisch fühlt feine schwachheit noch; Drumt sen du meine stärke. Mel. Vater unser im himmel. 382. fehet, welche lieb und gnad Der Vater uns erzeiget hat Der uns sein ei= genthum erkennt, Uns würmer feine finder nennt: Der uns un würdigen, aus huld, Erlässet alle fünden- schuld. 9. Ist denn für uns der grof Gott, Was scheuen wir denn no den tod? Ist Gott für uns, d uns losspricht: Was kann den menschliches gericht? Wer ist, de uns von Gott abtrennt, Da Ge vor liebe zu uns brennt. 2. Dieß zwar verstehet nicht die welt, Die uns für Gottes feinde hält, Uns haffet, würgt, belegt mit spott, Und mennt sie diene darin Gott: Denn sie erkennet Gott nicht recht, Drum kennt sie auch nicht sein geschlecht. 3. Indesſen kann es schaden nicht, wenn uns die böse welt 10. So bleibt es, daß Gott unfer freund, Und wir denn Gottes fin der feynd; Und noch ist es er schienen nicht, was wir vor Got tes angesicht Dort werden seyn i ewigkeit, Und was uns allda f bereit. anficht, Vielmehr gedeiht es uns zu gut, Weil wir stehn unter Got: 11. Doch aber wissen wir gem tes hut. Wir rühmen uns auch Daß dieses einst erscheinen m in der pein, Daß wir des Höchsten Daß wir in Gottes freuden- reidh Seyn ihm und seinen engeln 4. So jemand fluchet, segnen gleich. Weil da ein jeder glau wir, Und tragen Gott im beten bens- mann Ihn, wie er ist, wird kinder feyn. für, Daß er der feind' unwissen: schauen an. heit Vergebe, nach barmherzig: 12. Drum, Vater, preifen wir keit; Wie denn ein jedes Gottes: aufs best Dich, der du uns dies find 3st seinem Vater gleich) ge- wissen läß'st. Wir bitten, gieb uns deinen Geist, Der uns im 5. Wenn wir denn also freu; wege unterweif't, Auf welchem und schmach Dem Sohne Gottes wir zum Bater gehn, Und vor dir finnt. tragen nach), So sind wir in ihm ewiglich bestehn. Vom Kreuz und Leiden. 265 Mel. Rommst du, kommst du. 2. Ich mag mich) wo ich will hin= 383. Ah! was soll ich fün- wenden, So set ich nichts als der machen? Ach! angst und noth, Sin jeder hat sein was soll ich fangen an? Mein ge den thränen- brod, Ich bin betrüfreuz in händen, und sein bescheis wissen flagt mich an? Es begin= bet all zusehr, Ach, wenn ich nur net aufzuwachen, Dieß ist meine zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Bwar es haben meine fünden Meinen Jefum oft betrübt; Doch weiß ich, daß er mich liebt, und er läßt sich gnädig finden: Ob mich gleich die fünd ansicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ob zwar schweres kreuz und leiden, So ben christen oft entſteht, Mir fehr hart entgegen geht, Soll michs doch von ihm nicht scheiden; Mein Herz ist auf ihn ge= richt; Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser le: ben Nichts mehr als ein nebel ist, Da wir hier zu jeder frist mit dem tode sind umgeben, och ge troft, er ist mein licht, Meinen Je: fum laß ich nicht. 5. Sterb ich bald, so komm ich abe Von der welt beschwerlichkeit, Ruhe bis zur vollen freud, Und weiß, daß im finstern grabe Jesus ist mein helles licht; Meinen Jefum laß ich nicht. 6. Durch ihn werd ich wieder leben, Denn er will zu rechter zeit Wecken mich zur seligkeit, und die ehren- frone geben, Muß ich schon erst vors gericht, einen Jesum laß ich nicht. 7. Jesu, du sollst mein verbleiz ben, Bis ich komme an den ort, Welcher ist der himmelsport, Und daselbst auch einverleiben Meine seele deinem licht, Deinen Jesum laß ich nicht. Mel. Wer nur den lieben G. 384. Ah!! wie betrübt find fromme feelen 2llhier in dieser jammerwelt, Wer fann ihr leiden alles zählen, Das fie gar wie gefangen hält? Es quälet mich und kränket sehr, Uch wenn ich nur im himmel wär. M im himmel wär. 3. Hier lebt der mensch ja stets im jammer, Mit jammer kommit die abend- ruh, Mit jammer geht bringt er alles zu; Das macht er aus der kammer, Mit jammer das leben frenlich schwer, Uch wenn ich nur im himmel wär. 4. Hier kann das glücke zwar was machen, Toch kommts nicht jedem in das haus, Dem einen bringt es stets zu lachen, Dem an= bin betrübet allzusehr, Ach wenn dern preßt es thränen aus; Ich ich nur im himmel wär. 5. Im himmel wird das kreuz der erden Und was mich hier zu tronen werden, Ach wär ich doch boden drückt, Bu lauter güldnen schon hingerückt. Ich bin betrübet all zusehr, Ach wenn ich nur im himmel wär. 6. Ey du mein liebster Jefu, führe, En führe mich doch aus der welt, Echließ auf die güldne himmels: thüre, Worauf mein herz am meisten hält. Ich achte nun die welt nicht mehr, Ach wenn ich nur im himmel wär. mel. Schwing dich auf zu d. 385. rme wittwe, weine nicht! Jesus will dich trösten. Der dir hülf und troft verspricht, Wenn die noth am größten, Der sieht auch dein wie weh wird ihm gethan, elend an, und die thränen- fluthen. Wenn die herzen bluten. 2. Arme withre, weine nicht! laß die sorgen fahren: Ob dir öfters brod gebricht In betrübten jahren. Jesus giebt dir mehl ins cad, Und dein öhl- frug quillet; Denn durch Gottes weisen rath Wird er bald gefüllet. 3. Arme wittwe, weine nicht! 266 Bom Kreuz und Leiden. Wenn du bist verlassen: Der sein| 3. Ich hab nicht erwogen, Wie aug auf dich gericht, kann dich er mich gezogen, Und zu sich ges ja nicht haffen, Der sich deinen bracht; Seine wunderewege, Und Bater nennt, Weiß wohl, was die vater- schläge Hab ich nicht ges dir fehlet, Und der deine thränen acht. tennt, hat sie auch gezählet. 4. Urme wittwe, weine nicht Wenn die feinde toben, und der fatan dich anficht, Gott schüßt dich von oben. Jesus ist dein schirm und schild, Ja, dein stab und ste: den: Ob die hölle noch so brüllt Laß dich nicht erschrecken. 4. Nun der fünden menge Mich in diese enge Hat gebracht, mas rath? Soll ich denn verzagen? lieber will ichs wagen Auf des höchsten gnad. 5. Herr! in deinen armen Findt sich noch erbarmen, Wer hilft mir hinein? Jesu, mein erretter! Sen du mein vertreter, Weils ge wagt muß seyn. 6. Gott! ich halt ja stille, gescheh dein wille, Uch, vergiß da rach: Gieb, daß ich gelassen Dis freuz mag umfassen, und dir tragen nach. 5. Arme wittwe, weine nicht!! Wenn du einsam finest, Und die treuzes- hiße sticht, Daß du thränen fchwisest: Wittwen- thränen steigen hoch, Bis zu Gottes herzen; Silft er nicht gleich, hilft er doch, Der kennt die schmerzen! 7. Willst du weiter schlagen, Ich wills gerne tragen, Echlag hier, schon' nur dort, Gerne will ich büssen, und zu deinen füsſer Liegen fort und fort. 8. Wollest nur indessen Meine fünd vergessen, Richten mich em 7. Arme wittwe, weine nicht! por, Denken ans versprechen Un Was willst du dich fränken? Dent doch nicht zerbrechen Das zer an deine christen- pflicht, Gott wird an dich denken. En viel: leicht ists heute noch, Daß er dich befrenet Von dem harten freuzes: joch, Und dir rosen streuet. 8. Arme wittwe, weine nicht! Laß die welt nur lachen. Jefus, deiner feelen licht, Will dich selig machen. Jesus schließt den him mel auf, Jesus reicht die trone: il befördre deinen lauf Bu- des lammes throne.. 6. Arme wittwe, weine nicht! Jesus hört dein schreyn. Er, der deine krone flicht, wird dich bald erfreuen. Sent den anfer mit geduld Nur in seine wunden, Da wird lauter Jesus huld, Lauter troft gefunden. stoßine rohr. 9. Was mein herz verlange Wie's von dir abhange, 3st dir ja bekannt: du treuer leiter! Führe mich nun weiter an der gnaden- hand. 10. Beig mir deine wege, lin der wahrheit stege, Daß ich mun ter, treu, Immer weiter gehe Nimmer stille stehe, Bis ich ganz lich neu. 11. Bös und gut gerüchte, teren- gezüchte Lente mich nicht ab, Was sonst schreckt, vertreibe, Werd't dem fleische Mache daß ich bleibe Treu bis in 386. uf, ihr meine geister, lauf. meister, Echwinget euch hinauf! mein grab. Greift des Vaters hände, Küsſet 12. Dafür will ich danken, wann fie ohne ende, Hemmit des zornes mich nichts zum wanken Bringt in meiner Pflicht; Alle deine 2. 3war ich habs verdienet, wege, Sind gut, auch die schläge: Daß Gott unversöhnet Mich noch Herr, ich laß dich nicht. mehr verließ, Daß er härter Mel. Nun ruhen alle wälder. ſchlüge, Und mich nicht mehr trü- 387. Du unruh meine lang ge; gar Vom Kreuz und Leiden. willst du mich quälen? Sen still, und lege dich! Wie lang wollt ihr gedanken, So hin und wieder wanten; Mein Heiland stärk' und rette mich). 2. Herr Jesu, wirst du wachen, Und kommst zu hülf mir schwa: chen, Dann werd ich nicht vergehn: Ich traue deiner güte; Herr, stille mein gemüthe, Und laß mich dein erbarmen sehn. 267 andern todt, Een du gleich den grünen reben; Bion, in die kraft, für heuchelschein, Dringe ein:,: 6. Brich herfür:: Bion brich herfür in kraft, Weil die bruder= liebe. brennet, Beige, was der in dir schafft, Der als feine braut dich fennet; 3ion, durch die dir gegebne thür Brich herfür:,: 3. Kommtsturm und wetter wie der, Und will mich schlagen nieder, So stehe du mir bey: Ich will im leiden singen, Dir meine opfer bringen: Herr, mache mich von sorgen fren. 4. Auf dich, mein Gott! ich schaue; ich dir vertraue, Sen du mein troft allein; In allen meinen nöthen, und wann du mich willst tödten, Will ich, mein Gott! dein eigen seyn. Mel. Lammes- blut, Lammes. 7. Halte aus:,: Bion halte deine treu, Laß dich ja nicht laulich finden. Auf! das kleinod rückt hers ben, Auf! verlasse, was dahinten: Bion in dem letzten kampf und streit Halte aus:,: mel. Alle menschen müssen st. " fahre fort im licht, Mache deinen leuchter helle, Laß die erste liebe nicht, Suche stets die lebens- quelle; Bion, dringe durch die enge pfort, Fahre fort:,: 2. Leide dich:,: Bion, leide ohne scheu, Trübfal, angst, mit spott und hohne, Sen bis in den tod getreu, Siehe auf die lebens- trone; Bion, fühlest du der schlangen stich, Leide dich:,: 3. Folge nicht: Bion, folge nicht der welt, Die dich suchet groß zu machen, Achte nichts ihr gut und geld, Nimm nicht an den stuhl des drachen; Bion, wenn sie dir viel lust verspricht, Folge nicht:,: 389. Frommes herz, fen unbetrübet, Und vertraue deinem Gott! Halte still dem, der dich liebet, Der abzählet deine noth. Laß du deinen Ba= ter walten, Der so lange haus ges halten: Er ist deine zuversicht, Er verläßt die seinen nicht. 388. du gleich viel leid er fahren, Wundre dich deswegen nicht, Schaue nur vor alten jah: ren Aller heiligen geschicht: Ist auch jemand ohne leiden Kommen in den faal der freuden? Nein, sie haben alle theil, So am freuze, wie am heil. 3. Nimm vor dich in allen stü: den Deines Jesu lebens- lauf: Nimm sein kreux auf deinen rüz den, Nimm es doch nur willig auf. Gott wird dir, in jenem le ben, Seligkeit und himmel geben: Denn da wird auch aller hohn Dir zu einer ehren- fron. 4. Prüfe recht:,: Bion, prüfe recht den geist, Der dich ruft zu benden seiten, Thue nicht, was er dich heißt: Laß nur deinen stern dich leiten; Bion, bende das, was krumm und schlecht Prüfe recht:,: 5. Dringe ein:,: 3ion, dringe 5. Und was fichest du zurücke ein in Gott: Stärke dich mit Auf das thun der argen welt? geist und leben, Sen nicht, wie die Was siehst du auf ihre tücke, Auf 4. Jesus ist durch schweres leie den Gangen ein zur herrlichkeit: Und du wolltest nur in freuden hier zubringen deine zeit? Wahrs lich, du mußt hier mit meinen, Wann dir dort daß licht soll schei: nen: Wenn der knecht ist wie sein herr, Was will denn der knecht ihm mehr? 268 Vom Kreuz und Leiden. das net, das sie dir stellt? Siche mit klagen, Nur fich plagen, Daß nur auf das erbarmen, Womit der unglaub leide straf. Gott dich will umarmen: Nach dem leiden, spott und hohn, Reicht er dir die ehren- fron. 3. Tu verächter, Gott, dein wächs ter, Echläfet ja noch schlummert nicht. Bu den höhen Aufzusehen, Wäre deines glaubens pflicht. 6. Laß den alten drachen wüthen, Laß ihn toben, weil er fann, Laß ihn seine frucht ausbrüten, Daß sein ziel bald nah heran; Gott wird seine zeit schon finden, Ihn mit fetten anzubinden; Denn wird er ihn von dem stuhl Stoßen in den feuer- pfuhl. 4. Im verweilen und im eilen hat er stets ein vaterherz: Laß dein weinen Bitter scheinen, Dein schmerz ist ihm auch ein schmerz. 5. Staub nur feste, Daß das beste Uleber dich beschlossen sen, Wann dein wille Nur ist stille; Wirst du von dem fummer fren. 6. Laß dir süsse Eeyn die küsſe Die dir Jesus ruthe giebt: Der st führet und regieret, Hat nie ohne frucht betrübt. 7. Willst du wanken In gedan: ten; Fall in die gelassenheit. Laß den sorgen, Der auch morgen Herr ist über leid und freud. 8. Gottes hände Eind ohn ende, Sein vermögen hat kein ziel. Sis beschwerlich, Echeints gefährlich; Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine wunder Eind der zun der, Da der glaube funken fängt. Alle thaten Sind gerathen Jedest mal, wie ers verhängt. 9. Aber harre du indessen, Leid' und traue deinem Gott; Der wird deiner nicht vergessen, Wird in hunger geben brodt; Er wird dich von allem bösen Mit gar starkem arm erlösen, Daß fein unfall ewiglich Stürz und überwinde dich. 10. Wenn die ftunden Sich ge funden; Bricht die hülf mit macht herein: Und dein grämen Bu bes schämen, Wird es unversehens fenn. 11. Eignen willen Bu erfüllen, Leidet sichs noch ziemlich wohl: 10. Du vielmehr wirst überwin- Da ist plage, Noth und klage, Wo den; Weil dein Jesus dich erhält; 12. rum wohl denen, die sich man leiden und soll. Du wirst bey Gott gnade finden, sehnen Nach der stillen willens Weil dein wesen ihm gefällt; Er wird hier in allen nöthen, Als dein Helfer, zu dir treten, Und dort in der herrlichkeit Wohl be: lohnen alles leid. ruh! Auf das wollen Fällt den jollen Die vollbringungstrail bald zu. 7. Aber dich wird er erhöhen, Wenn du treu verblieben bist; Du wirst in die freud eingehen, Wenn dein weh vorüber ist: Du wirst in dem freuden- saale Siten ben dem abendmahle, Mit der patriarchen schaar, Wenn das heil wird offenbar. 8. Drum laß sie das maaß der fünden, Nach gefallen machen voll, Endlich wird der Herr sie finden Auf der breiten laster- bahn: Laß sie nur so ferner machen, Und zu ihrem unglück wachen. Gott weiß schon maaß, zeit und ziel, Und wird fommen wenn er will. 13. Mehr zu preisen Sind die weisen, Die schon in der übung stehn: Die das leiden Und die freuden Nur mit Hiobs aug 0 fehn. 390. Gott wills machen, Daß die fachen, Gehen, wie es heilsam ist. Laß die wellen Sich verstellen, Wenn du mur ben 14. Nun fo trage Teine plage Fein getroft und mit geduld: Mer das 2. Wer sich fränket, Weil er den leiden Will vermeiden, Häufet fet Jesus liege in dem schlaf, Wird jeine fündenschuld. Jefu bist. Bom Kreuz und Leiden. 269 15. Die da weichen, und das| grimm wird täglich neu, Du bist zeichen Ihres bräutigams ver- gar von mir gegangen, Nur dein schmähn, müssen laufen Bu den zorn hält mich gefangen, Ich vers haufen, Die zur linten seiten- stehn. schwinde wie die spreu. 16. Aber denen, Die mit thränen Küssen ihres Jesu joch, Wird die krone Auf dem throne, Ihres Heilands werden noch. 7. Höllen- angst hat mich getrofe fen, Mein gewissen quälet mich, Kein erlösung ist zu hoffen, Ich empfinde todes- stich), Und ein unaufhörlichs sterben, Herr, ich eile zum verderben, Ich vergehe jäms merlich. 17. Amen, amen, In dem na: men Meines Jesu halt ich still: Es geschehe Und ergehe, Wie, und wenn, und was er will. 391.Jammer hat mich ganz umgeben, Elend hat mich angethan, Trauren heißt mein kurzes leben, Trübsal führt mich auf den plan. Gott der hat mich gar verlassen, Keinen trost weiß ich zu fassen, hier auf dieser unglücks bahn. 2. Ich bin leider weggetrieben Von des Herren angesicht, Als ich ihn allein zu lieben nicht gedacht an meine pflicht, Drum muß ich so kläglich stehen, Doch es ist mir recht geschehen, Mein Gott rief, ich hört ihn nicht. 8. Grauen hat mich überfallen, Bittern hat mich angesteckt, Ich tann faum, mein Gott! noch lallen, Angst und furcht hat mich bes deckt, Ach! ich wandle jetzt die straffen, da ich mich muß martern lassen. O wie wird mein geist er: schreckt! 9. Will mir denn kein trost erscheinen, Epür ich gar kein gna= den- licht! Siein, vergeblich ist mein weinen, Mein gebet das hilft mir nicht: Ueber mich), verlafinen ar: men, Will kein helfer sich erbar: men, Ich bin todt, mein herzebricht. 3. Ach mein schifflein will ver= sinken Recht auf diesem sünden10. Liebste feel! hör auf zu schrey: en, Deines klagens ist zu viel, Nach meer, Gottes grimm läßt mich er- Herzens angst hat auch ihr ziel. dem trauren kommt das freuen, trinken, Seine hand ist viel zu Wechsel ist in allen sachen, Nach schwer. Ja, mein schifflein läßt dem heulen kommt das lachen, sich jagen, Durch verzweiflungs Gott, der treibt mit dir sein spiel. angst und plagen, Ganz entantert hin und her. 11. Ist dein Heiland von dir 4. Gott hat meiner ganz verzichon, und mit freuden dich um gangen, er wird wieder kommen gessen, weil ich nicht an ihn ge= fangen, Recht wie den verlornen dacht, Meine fünd hat er ermenſen fohn. Hat dein liebster dich verz Und sich meinen feind gemacht, lasſen? Ey so kann er dich nicht Daß ich ringen muß die hände, haffen, Seine güt ist doch dein Sein erbarmen hat ein ende, lohn. Schier bin ich zur Höllen bracht. 5. Wo ist rath und troft zu finden, Wo ist hülf in dieser noth, Herr, wer rettet mich von fünden, Wer erlöset mich vom tod? Ich gedenke var der zeiter, Da du Pflegst für uns zu streiten, Wenn wir in der größten noth. 12. Hat dich Gott dahin gege: ben, Daß dich satan sichten soll, und das kreuz dich mache beben; Mennet er doch alles wohl, Dies find seiner liebe zeichen; Die doch teiner tann erreichen, Wenn er nicht ist glaubens- voll. 13. Ob dich dein gewissen naget, Ob dein geist bekümmert ist, Ob 6. Aber nun hat sich geendet Deine lieb und große treu, Ach! der höllen furcht dich plaget, Ob dein Herz ist abgewendet, und dein[ dich schreckt des teufels list: Traure 270 Bom Kreuz und Leiden. nicht, Gott wird es wenden, Und| denn so betrügt Die hoffnung nicht dir große lind'rung senden, Wenn ich bin vergnügt. du nur geduldig bist. 3. Ich bin vergnügt in allem leis den, Dieweil es doch nicht ewig währt, Es soll mich nichts von Jeſu scheiden, Weil leid in freuden wird verkehrt, Mein Heiland hat die angst besiegt, Ja, selbst die welt; ich bin vergnügt. 4. Ich bin vergnügt, dieweil ich lebe, Hab ich nicht viel und mans cherley, So glaub ich, daß mir alles gebe, Er, der mein Gott und vater sen, Obgleich der arme unten liegt, So heißt es doch: ich bin vergnügt. 5. Ich bin vergnügt, wenn meis ner spotten, Der fatan und die 16. Brausen jetzt die wasser- wo- falsche welt, Was schaden mir die argen rotten? Ein frommer christ gen, Morgen ändert sich das meer, behält das feld, Wenn er sich nur 3st dir heut die Freud entzogen, geduldig schmiegt, Und demuth Morgen kommt sie wieder her. liebt, ich bin vergnügt. Ist dir aller trost entgangen, Sey zufrieden, dein verlangen Wird erfüllet nach begehr. 6. Ich bin vergnügt auch in dem sterben, Wenn nun der geist vom förper eilt; Ich weiß daß wir die fron ererben, Die uns vorlängsten zugetheilt, weil Gott in feinem wort nicht lügt, Drum sag ich noch: ich bin vergnügt. 14. Mofes hat dieß auch erfahren, und sein bruder Aaron, Noah und die mit ihm waren, Sahen nicht die gnaden- fonn: David, Jofeph und Elias, Petrus, Paulus und Tobias, Trugen auch ihr theil davon. 15. Sen zufrieden, liebe feele! Billig trägst du solche last, hier in dieser unglücks- höhle Weiß man doch von teiner rast: Drum so stille nur dein zagen, und bedent, es sind die plagen, Die du längst verdienet hast. 17. Was betrübst du dich mit schmerzen, Stille doch und harr auf Gott, Danken will ich ihm von herzen, Daß ich werde nicht zu spott! Ob er mich gleich würde tödten, Hilft er mir dennoch aus nöthen, Er, der starke Bebaoth. 18. Rette mich durch Jesu leiden Aus der höllen grausamkeit; Hilf mir, daß ich bald mit freuden, Dir zu dienen sen bereit, Gieb du mir des Geistes gaben, Daß sie mir die feele laben, Dann bin ich gestärkt zum streit. Mel. Wer nur den lieben G. 392. h bin vergnügt, und halte stille, Ob mich schon manche trübsal drückt, und denke, daß es Gottes wille, Der mir das freuze zugeschickt, und hat er mir es zugefügt, Go trägt ers mit, ich bin vergnügt. 2. Ich bin vergnügt in meinem 7. Ich bin vergnügt in Jefu are men, und ruhe fanft in feinem schooß: Er nimmt mich an blos aus erbarmen, und macht mich meiner seufzer los. So habe ich die welt besiegt, und bleibt dabey, ich bin vergnügt. Mel. Was mein Gott will. 393.h hab in Gottes herz und finn Mein herz und finn ergeben. Was böse scheint ist mir gewinn, Der tod selbst i mein leben: Ich bin ein sohn Deß, der zum thron Des himmels hins gezogen. Ob er gleich schlägt, Und freuz auflegt, Bleibt doch fein herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmers mehr, Mein Vater muß mich lie hoffen, Denn hilft Gott nicht gleich ben, Wenn er mich wirft ins trübe wie ich will, So hat er doch den schluß getroffen, Er weiß die beste seit und ziel, Ich harr auf ihn, falsmeer, So will er mich nur üben, und mein gemüth, In feiner güt Gewöhnen fest zu stehen, Hall Bom Kreuz und Leiden. 271 ich nur stand, Weiß seine hand| Gar keine früchte tragen, So fällt Mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht Entsprungen noch formiret, Mein Gott ist der mich zugericht, Un leib und feel gezieret: Der seelén sis, Mit sinn und wih, Den leib mit fleisch und beinen. Wer so viel thut, Deß herz und muth, Kanns nimmer böse meynen. auch menschen wohlfahrt um, Ben lauter guten tagen. Die aloe Bringt bittres weh, Macht gleichwohl rothe wangen: So muß ein herz Durch angst und schmierz Bu ſeinem heil gelangen. 4. Woher wollt ich den aufenthalt In dieser welt erlangen, Ich wäre längstens todt und kalt, Wo mich nicht Gott umfangen Mit seinem arm, Der alles warm, Gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, 11. Willst du mir geben sonnenDas bricht und fällt, Was er erschein, So nehm ichs an mit freufreut, das lachet. den, Colls aber freuz und elend senn, Will ichs geduldig leiden: Soll mir allhier Die lebens- thür, Noch ferner offen stehen, Wie du mich führst Und führen wirst, So will ich gern mit gehen. 12. Soll ich denn auch des todes weg Und finstre straßen reisen, Wohl, betret ich bahn und steg, Die mir dein' augen weisen: Du bist mein hirt, Der alles wird Bu solchem ende kehren, Daß ich einmal In deinem faal Dich ewig möge ehren. 5. Bu dem ist weisheit und verstand Ben ihm ohn alle maßen, Seit, ort und stund ist ihm bekannt, Bu thun und auch) zu lassen, Er weiß wenn freud, Er weiß wenn leid Uns seinen findern diene: Und was er thut, Ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 10. Sy nun mein Gott, fo fall ich dir Getrost in deine hände, Nimm mich und mach du es mit mir, Bis an mein lettes ende, Wie du wold weißt, Daß meinem geist Dadurch sein muß entstehe. Und deine ehr Je mehr und mehr Sich auch in mir erhöhe. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was fleisch und blut begehret, Als sen mit einer großen last Dein leben hier beschweret, Hast spat und früh Biel sorg und müh, Bu deinem wunsch zu kommen; Und denkest nicht, Daß was geschicht, Gescheh zu deinem from men. Mel. Wir fühlen heute liebes. 394. Ich weiß, mein Gott! thun 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat, Und ihm zur ehr erbauet, Der hat schon längst in seinem rath Ersehen und beschauet, Aus wah rer treu Was dienlich sey, Dir und den deinen allen: Laß ihm doch zu, Daß er nur thu Nach seinem wohlgefallen. 8. Was Gott gefällt, daß muß ja seyn, Er wird dich noch erfreuen, Was du jetzt nennest freuz und pein, Wird dir um heil gedeihen: Wart in geduld, Die gnad und huld, Wird sich doch endlich finden: All angst und quaal Wird auf einmal, Gleich wie ein dampf verschwinden. 4. So fängt auch oft ein weifer mann Ein gutes werk zwar fröh9, Das feld kann ohne ungestümlich an, und bringts doch nicht zu und werk auf deinem willen ruhn, Von dir kömmt glück und segen; Was du regierst, das geht und steht Auf rechten guten wegen, 2. Es steht in feines menschen macht, Daß sein rat werd ins werk gebracht, und seines gangs sich freue: Des Höchsten rath der machts allein, Daß menschen rath gedeihe. 3. Oft denkt der mensch in seinem muth, Dieß oder jenes sen ihm gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft ficht er auch für schädlich an, Was doch Gott selbst erwählet. Vom Kreuz und Leiden. 272 stande; Er baut ein schloß und festes haus, Doch nur auf lauterm fande. 5. Wie mancher ist in seinem finn Fast über berg und spitzen hin, Und ef' er sichs versiehet, So liegt er da, und hat sein fuß Ber: gebens sich bemühet. ten; So treib mich nur ohn uns terlaß Bum seufzen und zum beten. 15. Wer fleißig betet und di traut, Wird alles, da ihm sonst vor graut, Mit tapferm muth bes zwingen; Sein sorgenstein wird in der eil, In tausend stücken springen. 16. Der weg zum guten ist sehr wild, Mit dorn und hecken auss gefüllt; Doch, wer ihn freudig gehet, Kömmt endlich, Herr! durch deinen geist, Wo freud und wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein find, Was ich ben mir nicht hab und find, Hast du zu aller gnüge; So hilf mun, daß ich meinen stand Wohl halt, und herrlich siege. 18. Dein soll seyn aller ruhm und ehr, Ich will dein thun je mehr und mehr, Aus hoch- erfreuz ter seelen, Vor deinem volk und aller welt, So lang ich leb, erzäh len. 6. Drum lieber Vater! der du tron Und scepter trägst ins hintmels- thron, und aus den wolken bligest, Bernimm mein wort, und höre mich Bom stuhle da du fizest. 7. Verleihe mir das edle licht, Das sich von deinem angesicht In fronime seelen strecket, Und das der rechten wahrheit kraft Durch deine traft erwecket. 8. Gieb mir verstand aus deiner höh, Auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen willen; Sen du mein freund und treuer rath Was gut ist zu erfüllen. 9. Prüf alles wohl, und was mir gut, Das gieb mir ein; was fleisch und blut Erwählet, das verwehre. Der höchste zweck, das beste theil, Sen deine lieb und ehre. Mel. Nun danket alle Gott. jorn Fortan geduls 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, O meiner feelen sonn und zier! Gefallen und belieben: Was dir zuwider, laß mich nicht Im werk und that verüben. 395. Ich will des Herren dig tragen, weil ich durch meine fünd Berdienet solche plagen: Bis er mir schaffet recht Daß er sich mein erbarm Und meine fach ausführ Mit seinem starken arm. 11. Ists werk von dir, so hilfs 2. Er wird mich an das licht zu glück; Ists menschen- thun, so wenns ihm gefället, bringen, Da treibs zurück, Und ändre meine mein begehren mir Nach wun sinnen. Was du nicht wirkst, sche wird gelingen, Daß ich des pflegt von sich selbst In kurzem zu herzens lust An ſeiner gnade schau, jerrinnen. Und auf diefelb allein Mein heil und wohlfahrt bau. 12. Sollt aber dein und unser feind An dem, was dein herz gut 3. Gott, du groffer Gott! 9 gemeynt, Beginnen sich zu rächen; Bater! hör mein flehen, Je Ist dieß mein trost, daß seinen Gottes Sohn! Laß deine kraft zorn Du leichtlich könnest brechen. mich sehen. werther heil ger 13. Tritt du zu mir und mache Geist, Regier mich allezeit, das leicht, was mir sonst fast unmög- ich dir diene hier, Und dort in lich deucht, und bring zu gutem ewigkeit. ende, Was du selbst angefangen haft, Durch weisheit deiner hände. Mel. O Gott, du frommer 6. 14. 3st gleich der anfang etwas 396. hrwaifenweinet h tiefe meer Der bittern sorgen tres nicht faffen? Verlasset euch auf schwer, euch Bom Kreuz und Leiden. 273 ott, Der wird euch nicht verlas- 1 zen welt, Der bösen wie der from: men. n. Sind gleich die eltern todt, o lebet dennoch Gott, Dieweil ott aber lebt, So habt ihr keine oth. 4. Wenn euch die bürde nieder drückt, Er ist, der eure seel er: quickt, Und lindert euch das leiden: Nehmt auf euch nur das sanfte joch, Und glaubet, daß er endlich doch Aus leiden mache freuden. 2. Gott ist und bleibet stets Fin Bater aller waisen, Der will sie nsgesammt Ernähren, kleiden, speisen, Demselben trauet nur, Er nimmt sich eurer an, Seht, er ist euer schuß, Und euer helfersmann. 3. Gott ist ein reicher Gott, Der wird euch wohl versorgen, Er weiß ja eure noth, Die ist ihm nicht verborgen, Ob ihr schon we nig habt, Ist auch der vorrath flein, So will ins künftige Gott der versorger seyn. 4. Habt einen guten muth, Gott hat es ja verheissen: Er woll ver: lassene Aus ihrer trübsal reissen. Das wort geht euch auch an, Ihr werdet es schon sehn, Wie es an euch auch wird In die erfüllung geln. 5. Ja glaubet, bleibet fromm, Und geht auf Gottes wegen, Er wartet mit geduld Den euch ver: heißnen segen, Und weicher nicht von Gott, Bertraut ihm allezeit, So werd't ihr glücklich seyn In zeit und ewigkeit. Mel. Geh aus mein herz und. 397. Kommt her zu mir, spricht Jesus Christ, Der willig zu euch kommen ist In tausendfaches leiden: Kommt müde, matt und frank heran, Er ists allein der helfen kann; Er speiset euch mit freuden. 2. Drückt euch die schwere fün: den- last, Und läßt euch weder ruh noch rast, Kommt wie ihr send beladen: Hier ist der mann, er hebt den stein Des fummers, macht von fünden rein; Er heilet euren schaden. 3. Kommt alle, kommt getrost herben, Send unverzagt, kommit ohne scheu, Er ist für alle kommen: Er ist der lang verheiß'ne held; Er kam zum trost der ganz M2 5. Sein joch ist sanft, die last ist leicht, Weil er euch seine hände reicht, und hilft euch alles tragen: Filt alle, eilet zu ihm zu, Er schaffet eurer seelen ruh, Nichts soll euch weiter nagen. Mel. Jesus meine zuversicht. 398. Meine Hoffnung läst nicht, Alles mag mich fenst verlassen, Ruht mein herz in Gott, und spricht: Ich will ihn getrost umfassen; Ach so hab ich trost und heil, Jefus ist der feelen theil. 2. O wie eitel ist die welt! Hier schläft man auf spinnen- weben: Über wer's mit Jefu hält, Nur allein ihm denkt zu leben, Nähret sich mit honig- thau, Auch in dieser wermuths- au. 3. 3weifel tödtet nur das Herz, Edle geister müssen hoffen. Der mich schlägt mit angst und schmerz, Läßt mir auch den himmel offen: 3st Gott meine zuversicht, Trok dem, der mir widerspricht. 4. Bähren sind die jammerfaat, Ich muß mich mit thränen salben, Nur getrost, der dornen pfad Geht zum himmel allenthalben. Ein gelaßnes herze schweigt, Bis der sturm die sonne jeigt. 5. Ottergift und blasser neid, Hat die unschuld oft verlehet, Reds lichkeit wird doch allzeit Nach dem unglückssturm ergebet: Ein ge= wissen, das Gott weiß, Trägt der tugend ehren- preis. 6. Schweige demnach ungeduld, Eitle sorgen sind nur plagen, Hast du deines Gottes huld, En so darfst du nicht verzagen, Ruhe nur, und hoff auf ihn, Nach dem traus ren folgt gewinn. 274 Vom Kreuz und Leiden. 7. Hoffnung, o du fester grund! Weil ich werd auf erden leben: Ach so laß mich nimmer sinken, Ihm hab ich voll zuversicht, Was Und wenn mein erblaßter mund ich bin und hab ergeben, alles ist Soll des todes wermuth trinken, auf ihn gericht, Meinen Sefum laß Ey, so stell in hoffnung mir Nichts ich nicht. als meinen Jesum für. 3. Laß vergehen das gesicht, hö ren, riechen, fühlen, schmecken, Laß das letzte tageslicht, Sünder aber mich nicht schrecken; Wenn der lebens- faden bricht, meinen Jefum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelan: get, Wo vor seinem angesicht, Frommer christen glaube pran: get; Mich erfreut sein angesicht, einen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht die welt, den himmel nicht meine seele wünscht und sehnet: Jesum wünscht sie und sein licht, Der mich hat mit Gott verföhnet, Er befrent mich vom gericht, Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir; Ewig wird er mich erfreuen: Chriftus wird mich für und für, Etets mit wonn und freud ers neuen, Eelig, wer mit mir fo spricht: Meinen Jesum laß ich Mel. Jesus meine zuversicht. 399. Meinen Jesum laß ich nicht, Denn er ist allein mein leben. Wer ihn hat, dem nichts gebricht, Er kann sich zufrieden geben, Er gerath in was für noth, Wärs auch satan, sünd und tod. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, Weil tein beffrer freund auf er den: Denn er, Jesus unser licht, Springt in allerley beschwerden Dir getreulich an die feit, Liebt mich) bis in ewigkeit. 3. Meinen Jefum laß ich nicht, Wenn mich alle menschen hassen, Und der feinde macht einbricht, Auch gedenket so zu fasſen, Daß ich gleich soll untergehn, Bleibt mir seine rettung stehn. 4. Meinen Jesum laß ich nicht, Wenn mich meine fünden quälen, Wenn mein herzund satan spricht: Sie sind groß und nicht zu zählen, nicht. Spricht er: sen getroft mein tind: Ich tilg alle deine fünd. 5. Meinen Jefum laß ich nicht, Wenn mir bricht in lesten zügen, Dieß mein schwaches augen- licht, Da erst, da hilft er mir siegen. Ja, ins lette welt- gericht Lasset er mich kommen nicht. Mel. Jefu meine freude, m. 401. Meine feel ift fille, su mir zu helfen sieht, Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wie's Gott füget, Nimmt an wie es geht: Geht es nur zum himmel zu, Und 6. Meinen Jefum laß ich nicht, bleibt Jesus ungeschieden, So bin Denn er wird auch mich nicht lajich zufrieden. jen, Dieses glaub ich anders nicht, 2. Meine feele hanget Un dir lind er wird mich nimmer haffen. und verlanget, Gott, ben dir Darum spreche ich mein licht, seyn, Aller ort und zeiten, Und Meinen Jesum laß ich nicht. mag feinen leiden, Der ihr rede ein! Von der welt, ehr, luft und geld, Wornoch so viel find beflissen, Miag sie gar nichts wissen. 400. Mei einen Sefum laß ich nicht, weil er sich für mich gegeben, so erfordert 3. Nein, ach nein, nur ciner, meine pflicht, Klettenweis an ihm Sagt fie und sonst keiner Wird zu fleben. Er ist meines von mir geliebt, Jesus, der gez licht, meinen Jefum laß ich nicht. treue, In dem ich mich freue, Der 2. Jesum laß ich nimmer nicht, sich mir ganz giebt; Er allein, et lebens Vom Kreuz und Leiden. foll es seyn, Dem ich wieder mich ergebe, Und ihm einzig lebe. 4. Gottes güt erwäge, Und dich gläubig lege Sanft in seinen schooß, Lerne ihm vertrauen, So wirst du bald schauen, Wie die ruh so groß, Die da fleußt Aus stillem geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den tann er erquicken. 5. Meine seele harret, Und sich ganz verscharret Tief in Jesu brust, Sie wird stark durch hoffen, Was fie je betroffen, Träget sie mit lust; Fasset sich Ganz manniglich, Durch geduld und glauben feste, um end kommt das beste. 275 Hier muß man sich nicht entfernen, Ob er gleich mit blut bea neßt, Bu dem schloß der ewigkeit Kommt kein mensch hin ohne streit; Die in Salems mauren wohnen, Beigen ihre dornen- kronen. 5. Es sind wahrlich alle from: men, Die des himmels klarheit sehn, Aus viel trübsal hergekommen; Darum siehet man sie stehn, Bor des lammes stuhl und thron, Prangend in der ehren- tron, Und mit palmen ausgezieret, Weil sie glücklich obgesieget. 6. Gottes ordnung stehet feste, Und bleibt ewig unverrückt: Seine freund und hochzeit- gäste Werden nach dem streit beglückt: Ifrael erhält den sieg Nach geführtem tampf und trieg; Canaan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. 6. Amen, es geschiehet, Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht er fahr'n, Wie Gott seinen findern, Pflegt das kreuz zu mindern Und das glück zu spar'n Bis zu end, Alsdenn sich wendt Das bisher geschmeckte leiden, und angehn die freuden. Mel. Zion klagt mit angst u. 402. Meine forgen, angst und plagen Laufen mit der zeit zu end; Alles seufzen, alles klagen, Das der Herr alleine fennt: Wird, Gott lob! nicht ewig seyn: Nach dem regen wird ein schein Bieler tausend fonnen blicken und den matten geist erquicken. 2. Meine faat, die ich gefäet, Wird zur freude wachsen aus, Wenn die dornen abgemähet, So trägt man die frucht nach haus: Wenn das wetter ist vorben, Wird der himmel wieder fren! Nach dem kämpfen, nach dem streiten, Kommen die erquickungs- jeiten. 3. Wenn man rofen will abbre: chen, muß man leiden in der still, Daß uns auch die dornen stechen: Es geht alles wie Gott will: Er hat uns ein ziel gezeigt, Das man nur im kampf erreicht; Will man hier das kleinod finden, So muß man erst überwinden. 4. Unser weg geht nach den sternen, Der mit leiden ist befest; 7. Darum trage deine fetten, wird dich gewiß erretten, Das geMeine seel, und dulde dich; Gott witter leget sich: Nach dem blis und donnerschlag Folgt ein ange nehmer tag; Auf den abend folgt der morgen, und die Freude nach den sorgen. Mel. Aus meines herzens g. 403. Mein herze sen zufrieden, und stell dein trauren ein: Du mußt nicht gleich ermüden, Noch so verjaget ſeyn, wenn dich ein unglück drückt; Nein, laß dir stets in allen Mit Freuden wohlgefallen, Wie es Gott mit dir schickt. 2. Gott sucht durch kreuz und plagen Dein bestes allezeit; Du weißt, ben guten tagen Lebst du in sicherheit; Bist voller fündenlust; Hängst an den eitelkeiten, Die dich also verleiten, Daß du jur höllen mußt. 3. Wenn aber je zuweilen Ein kreuz beschweret dich, Pflegst du zu Gott zu eilen, Dein geist er: muntert sich, Dein beten hat mehr fraft, Du lernest auf Gott bauen, 276 Ihm in geduld vertrauen, Bis er dir hülfe schafft. Bom Kreuz und Leiden. 4. Drum fen nur gutes muthes, Mein herz, in deiner noth, Weil dadurch so viel gutes Dir thut der fromme Gott; Klag ihm nur deine pein: Vor ungeduld dich hüte, Und hoff auf seine güte; So wirst du jelig seyn. 5. Laß Gott, wie er will, machen, Und tadle ihn ja nicht; Befiehl ihm deine fachen: Er weiß, was dir gebricht: Und wird nach seiner treu, Durch seine hand und thaten, Dir wissen wohl zu rathen, und hülfreich stehen ben. 6. Wenn Gott auch lang aus bliebe, Mußt du doch warten sein; Du weißt, wie er aus liebe Auch öfters wartet dein; Je länger währt das leid, Je besser es sich endet, Und wenn Gott hülfe fen# det, Je mehr sie dich erfreut. 7. Darum sollt du nicht sorgen In langer freuzes pein: Vielleicht kann dir schon morgen Nach wunsch geholfen seyn. Gott ist nie: mals so nah, als wenn die noth sich mehret; Wenn menschen- rath aufhöret, Ift seine hülfe da. 8. Wer Gott in allen dingen, Getrost vertrauen kann, Tem wird es nie miflingen, Gott nimmt sich feiner an: Denn wo er ihn verließ, So müßte sein wort trügen: Drum, weil Gott nicht kann lügen, Hilft er ihm gan; gewiß. 9. Es ist niemals geschehen, Daß ein geplagter christ, Wenn er auf Gott gesehen, Bu schanden worden ist: Gewiß ist, daß sich Gott Nicht unfern Bater nennte, Wenn er nicht wollt noch könnte Uns helfen in der noth. 10. Mein Herz von diesem allen Nimm trost in deiner noth: Wenn dich das kreuz befallen, Dann traue deinem Gott, Dein Vater kann und will Rath schaffen dei: nen plagen, Willst du es nur drauf wagen, und findlich halten still. 11. Run Herr! was dir gefället! So mir begegnen soll, Das werd ins werk gestellet: Ich bin det hoffnung voll, Du wirst nach deis ner gnad, Geduld und trost ver: leihen, Buleht mich auch erfreuen Durch hülfe in der that. 12. Tu wollest mich nur stärken, In meiner blödigkeit, Daß ich mag christlich merken Des freuzes muß barkeit, Und daß desselben pein, Wie sehr sie auch betrübet, Dems selben, der dich liebet, muß nük und heilsam seyn. 13. Weil ich dich auch soll preisen Für freuz und ungemach: Dieß aber zu erweisen Allhier bin viel zu schwach; So hilf doch, daß ich dir Im himmel einst mit freuden, Für all mein freuz und leiden Danksage nach gebühr. bleibe Mel. Nun ruhen alle wälder. 404. Mein herz, gieb dich be ganz geschieden Von sorge, furcht und grani; Die noth die dich jest drücket, Hat Gott dir zugeschicket, Sey still, und halt dich wie ein lanim. 2. Mit sorgen und mit zagen Und unmuths- vollem flagen Häufst du nur deine pein; Turch stille feyn und hoffen, Wird, was dich jest betroffen, Erträglich), sanft und lieblich seyn. 3. Kanns doch nicht ewig wäh ren, Oft hat Gott unsre zähren, Eh man's mennt, abgewischt; Wenn's ben uns heißt: wie lange Wird mir so angst und bange! So hat er leib und feel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen; Nach weinen schafft er lachen, Radh regen sonnenschein; Nach rauhen winter- tagen, Nach fummer, angst und klagen, Muß uns der frühling hoch erfreun. 5. Der Herr hat abgemessen Die laft, die uns soll pressen, Auf daß wir werden klein; Ja, er hilft selber tragen, Nichts darf die feele nagen, Das nicht zuletzt uns sollt erfreun. 6. Denn es sind liebes- schläge, Vom Kreuz und Leiden. 277 Wenn ich es recht erwäge, Womit die beste gabe, Da ist ehre, da ist er uns belegt; Nicht schwerdter, freud, Freud ohn end, chr ohne sondern ruthen Sinds womit Gott, neid. zum guten, Auf uns, die seinen, hier zuschlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen Zu findern, die da flichen Das, was ihm nicht gefällt, Den alten menschen schwächen, Den eigenwillen brechen, Die lust ertödten, die uns quält. 8. Er will uns dadurch lehren, Wie wir ihn sollen ehren, Mit glauben und geduld, Und, sollt er uns in nöthen Auch lassen, ja gar tödten, Uns doch getrösten seiner huld. 9. Denn was will uns auch schei: den Von Gott und seinen freuden, Dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, So bleibet uns das erbe Des himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser leben, So muß uns feinen reben, Der tod fenn ein gewinn; Er mag wohl diese höhle Berbrechen, doch die feele Fliegt auf zum bau des himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zufrie: den, Mein herz, und bleib geschieden Von forge, furcht und gram; Bald wird Gott engel senden: Die dich auf ihren händen Hintragen zu dem bräutigam. Mel. Jesus, meine zuversicht. 405. Nicht so traurig, nicht so sehr, Meine feele, fen betrübet, Daß dir Gott glück, gut und ehr Nicht so viel wie an: dern giebet. Nimm vor lieb mit deinem Gott, Hast du Gott, so hats nicht noth. 2. Du allein, o menschen- kind, Hast tein recht auf dieser erden, Alle die geschaffen sind, Müssen staub und asche werden. Gott ist Herr in seinem haus, Wie er will ſo theilt ers aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß die erde dich nur labe, Schau Sen himmel über dir, Da, da ist 4. Der ist thöricht, der sich kränkt, Um den rauch der eitelkeiten; Wann ihm Gott statt deren schenkt Schäße ew'ger herrlichkeiten: Bleibt das wesen dein gewinn, Fahr der schatten immer hin. 5. Schaue alle güter an, die dein herze hier vergnügen, Nichts ist, das dir bleiben kann, Wenn der tod dich wird besiegen, Alles bleis bet hinter dir, Wenn du trittst ins grabes thür. 6. Aber was die feele nährt, Gottes huld und Christi sterben, Wird von keiner zeit verzehrt, Ist und bleibt den himmelszerben. Erden- gut zerfällt und bricht, Seelen- gut verschwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind, Und im denken so verkehret, Aus gen hast du menschen- kind, Und hast doch noch nie begehret Deiner augen helles glas, Siehe, welch ein schatz ist das! 8. Bähle deine finger her Und der andern glieder zahlen, Keins ist, das dir unwerth wär, Ehrst und liebst sie all jumalen, Keines gäbst du weg um gold, Wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den grund Deis nes herzens, das dich lehret, Wie wird bescheret; Du hast mehr als viel gutes alle stund Dir von oben fand am meer, Und willst doch noch immer mehr. 10. Wüste, der im himmel lebt, Daß er käme dir zu gute, Wor: nach so begierlich strebt Dein ver= blenètes fleisch und blute, Würde feine frömmigkeit Dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner liebe voll, Und von ganzem Herzen treue, Wenn du wünschest, prüft er wohl, Wie dein wunich) beschaffen seye: Ist dirs gut, fo geht ers ein, Ifts dein schade, spricht er, nein. 12. Unterdessen trägt sein geist Oft zu deinem bangen herzen G ▸ 278 Bom Kreuz und Leiden. Manna, das die engel fpeis't: 5. Drum fährt uns Gott durch Biert es und tilgt deine schmer- unfern sinn, Und läßt uns weh ges zen. Ja, et wählet dir zum heil schehen: Er nimimit oft was uns Dich zu seinem gut und theil. lieb, dahin, Damit wir aufwärts sehen, und uns zu seiner gut und macht, die wir bisher nicht groß geacht, 21s kinder wieder finden. 6. Thun wir nun das, ist er be reit, Uns wieder anzunehmen, Macht aus dem leide lauter freud, Und lachen aus dem grämen: Und ist ihm das gar schlechte kunst. Wen er umfängt mit lieb und gunst, Dem ist geschwind geholfen. 7. Drum falle, du betrübtes heer! In demuth vor ihm nieder, Sprich: Herr! wir geben dir die ehr, Ach nimm uns fünder wieder In deine gnade; reiß die last, Dit du uns aufgeleget haft, Hinweg: heil unsern schaden. 8. Denn gnade gehet doch für recht, Born muß der liebe weichen, Gott pflegt dem hart gedrückten knecht Bald seine huld zu reichen: Dieß ist die hand, die uns erhält, Wo wir die lassen, bricht und fällt 2ll unser thun in haufen. 9. Un Gottes treue halte dich, Sen ohne furcht und schrecken, Er suchet dich stets väterlich mit fei ner huld zu decken: Vertraue seis nem gnaden- wort; Es lehrt did), wie du hier und dort kannst fro und glücklich werden. 10. So darfst du auch an seiner kraft Gar feinen zweifel haben, Wer ists, der alle dinge schafft? Wer theilt aus alle gaben? Gott thuts und das ist auch der mann, Der rath und that erfinden kann, Wenn jedermann verzaget. 11. Deucht dir die hülf unmöglich oft, So sollst du nicht verzagen: Er eilt und hilft uns unverhofft, Bon allen unsern flagen: Er he set rath und wunderbar: Es kan von uns tein einzig haar Ohnsei nen willen fallen. 13. En, so richte dich empor, Du betrübtes angesichte, Laß das seufzen, tritt hervor Bu des glaubens freuden lichte, Das behalt, wenn dich die nacht Deines tummers traurig macht. 14. Seße als ein himmels- sohn Deinem willen maaß und ziele, Rühre stets vor Gottes thron Deis nes dankens saitenspiele, Weil dir schon gegeben ist Weit mehr als du würdig bist. 15. Führe deinen lebenslauf Als vor Gottes aug, und denke; Wie es kommt, so nehm ichs auf, 21s ein wohl bedacht geschenke; Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und himmel bleibt dir stehn. Mel. Herr Jesu Christ! du. 406. Nein, dennoch mußt du drum nicht ganz In traurigkeit vergehen; Gott wird dir seinen gnaden- glanz Echon wieder lassen sehen. Steh in ge= duld, wart in der still, Und laß Gott machen wie er will, Er kanns nicht böse machen. 2. Dieß ist ja nicht das erste mal, Daß wir betrübet werden; Was haben wir für angst und quaal, Bisher gehabt auf erden! Wir sind wohl mehr so hoch gefränkt, und doch hat Gott uns drauf geschenkt Ein stündlein voller freuden. 3. So ist auch Gottes mennung nicht, wenn er uns unglück sendet, Als sollte nun sein angesicht Gan; von uns seyn gewendet: Nein, sondern dieses ist sein rath, Daß der, so ihn verlassen hat, Durchs unglück wiederkehre. 4. Denn das ist unsers fleisches muth, Wenn wir in freuden leben, Daß wir denn unserm höchsten gut Am ersten urlaub geben: Wir sind von erd, und halten werth Vielmehr was hier auf dieſer erd, 407. reicher Gott vonat, Mel. Was Gott thut das ist. wohnet. gnade, Vom Kreuz und Leiden. nd erbarmen, Wie groß ist deine ieblichkeit Ben allen geistlich- arnen! Mein Herz ist still, und pricht: dein will', O Bater in der höhe, Dein will' allein geschehe! 2. Laß leuchten nur dein angesicht In meinem dunklen herzen, Da deines theuren wortes licht Berstreuet alle schmerzen End öffnet mir Die schöne thür Der gnaden: vollen wahrheit, In lauter frohen klarheit. 279 3. Der himmel stürmt nicht alles zeit Mit regen und mit blihen; So läßt Gott in der traurigkeit Richt stets die seinen fişen; Wer heute sich in thränen wäscht, und seinen durft mit wermuth löscht Kann morgen wieder lachen; Aus dornen kann die hand des Höchsten rosen machen. 3. Uch! felig und gar heilig ist, Wer hiezu kann gelangen Daß du, o mittler, Jesu Christ! Den willen nimmst gefangen, und bringst den finn Bum Bater hin, Versöhnt mit deinem blute, Da schmeckt man alles gute. 4. Abba, mein Vater, hast du mich, Dein kind so gar vergessen; Wirst du, mein helfer, emiglich Mich mit dem kreuze pressen? 3sts aus mit deiner vater- huld, Und soll mich noch die ungeduld Um kraft und glauben bringen? Soll ich mit dir, o Gott, als meinem feinde ringen? 4. Denn Gott ist nicht ein menschen- kind, Was böses zu erwählen; Der beste mensch ist oftmals blind, und kann gar leichtlich fehIn. Wer aber sich Ganz lediglich ergnügt in Gottes wegen, Der findet lauter fegen. i. Drum schaff in mir, o heil'ger Orift, Ein neues herz und wesen; Reich deine hand die mir entreißt, Was eigenwill erlesen: Hilk daß ich fren Von mir selbst sey, Und mich dir übergebe; Nach deinem willen lebe. 408. Troft! mein leiden hat ein ziel, Es soll nicht ewig wahren: Ob schon der bösen tage viel, Die noth und angst gebähren: Ob schon die thränenfaat uns drückt, So wird doch bald das, was erquickt, Die freuden: erndte kommen, wenn winter, wind und sturm ihr ende nun genommen. 2. Den abend weint und flagt mein herz, Des morgens kömmt die freude; Hier wechseln wonne mit dem schmerz, Und loben mit dem leide; Das kurze leiden dieser zeit Ist doch nicht werth der herr: lichkeit, Die Gott mir bengeleget, Weil es nach kurzem weh, viel himmels- früchte träget. 5. Nein, Bater, nein, du bist kein feind, Mich armen wegzuraffen; Du schlägst zwar, doch ists gut gemennt: Und fannst auch hülfe schaffen. Du bleibst getreu, und kannst mir nicht Dein freudenvolles angesicht In meiner noth entziehen: Scheint mir dein licht, so muß die nacht der trübfal fliehen. 6. O trost! die bande sind gelöst, Du hast mir zugesprochen, Wie einen seine mutter tröst't, Mein joch hast du zerbrochen: Ich fliehe, wie dein kind, zu dir, Und du, mein Bater, reichest mir Zur hülfe deine hände: Die tage meiner noth die haben mun ein ende. mel. Werde munter mein g. 409. Sen zufrieden, mein gez müthe, Nimm dich feines fummers an, Echaue nur auf Gottes güte, Was Er thut, ist wohl gethan. Ihm sey alles heimgestellt, mir beliebt, was ihm gefallt; Also sprech ich: Gottes fügen Bleibt im leben mein vergnügen. 2. 3war, ich hätte viel zu klas gen, aber doch), was hilft mir dieß? Denn das flagen meiner plagen Mehrt nur die bekümmerniß. Lieber hoff ich in geduld, Auf des lieben Gottes huld! Also 280 Bom Kreuz und Leiden. bleibet Gottes fügen Auch im[ nen kann; Ihm will ich mich ers freuze mein vergnügen. geben In freud und leid, Es kommt die zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meynet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Muß ich den felch gleich schmecken, Ter bitter ist nach meis nem wahn, Laß ich mich doch nichts schrecken, Weil doch zulest Ich werd ergeht, Mit süssem trost im Herzen, Da weichen alle schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist moll gethan; Daben will ich verble ben! Es mag mich auf die rauh bahn, Roth, tod und elend trei ben; So wird Gott mich Gam väterlich In seinen armen hal ten, Drumi laß ich ihn nur walten. zeit 3. Will es noch zur zeit verzie: hen, Was mein sehnend herze fucht; Wird doch mit der noch blühen Meiner wünsche füffe frucht. Dieß vertrauen stehet fest, Das mich gar nicht fallen läßt: Denn es bleibet Gottes fügen In der hoffnnng mein vergnügen. 4. Weicht ihr forgen aus der feelen, Weil sie Gott zur wohnung nimmt, Ich will das zur luft er: wählen, was er mir zum trost bestimmit. Stellt sichs heute noch nicht ein, En, so kanns wohl morgen fenn, Und indeß ist Gottes fügen Statt der forgen mein vergnügen. 5. Bin ich auch des lebens müde, So bestellt er mir die ruh: 411. Was mein Gott will Denn da drücket er in friede Mir die augen felig zu, Wenn und wo es ihm gefällt, Geb ich gute nacht der welt, Also bleibet Gottes fü gen Auch im sterben mein vergnügen. 410. Was Gott thut das ist wohl gethan, s bleibt gerecht sein wille, Wie er fängt meine fachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Er wird mich nicht betrügen! Er führet mich auf rechter bahn, So laß ich mich begnü gen an seiner huld, Und hab geduld; Er wird mein unglückt wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Er wird mich wohl be denken, Er, als mein arzt und helfers- mann, Wird mir nicht gift einschenken Für arzenen: Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen, und seiner güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Er ist mein licht, mein leben, Der mir nichts böses gönwille ist der beste, Bu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feste; Er hilft aus noth), Der fromme Gott, Und züchtiget mit massen. Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlaſſen. sicht, Die Hoffnung und das leben. 2. Gott ist mein troft und zuvers was mein Gott will, das mit geschicht; Ich will nicht wider. fireben. Sein wort ist wahr, Ten all mein haar Er selber hat ge stets bedacht, Auf daß uns ja ählet; Er forgt und macht, 3st nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dies fer welt Nach Gottes willen schei den Zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, Will willig alles leiden. Die arme feel Ich Gott befehl In meinen letzten stunden: D from mer Gott, Sünd, höll und tod hast du ja überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bit ten dich, Du wirst mirs nicht vers sagen: Wenn mich der böse geit ansicht, Laß mich doch nicht ver agen; Hilf, steur und wehr, Ady Gott, mein Herr, Bu ehren deinem namen; Wer das begehrt, Dem Vom Kreuz und Leiden. 281 wirds gewährt; Drauf sprech ich| 4. Wie Gott mich führt, so geb fröhlich: Amen. Mel. Was mein Gott will, g. 412. Wer Gott vertraut, Im himmel und auf erden: Wer fich verläßt Auf Jefum Christ, ich mich In seinen Bater- willen: Scheints der vernunft gleich wunderlich, Sein rath wird doch er= füllen, Was er in liebe hat be dacht, Eh er mich an das licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. Dem wird der himmel werden. Drum sex' auf dich All' hoffnung ich, mit kindlich treuem herzen. Herr Jesu Christ, Mein trost du bist In todeš- noth und schmerzen. 2. Und wenns gleich wär Dem teufel sehr und aller welt zuwi= der; Dennoch so bist Du, Jeſu Christ, Der alle schlägt darnieder, Und wenn ich dich Nur hab um mich, wenn ich bey dir in gnaden, So kann fürwahr Mir ganz und gar kein tod noch teufel schadecken, Wie er, nach seinem Ba5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im glauben, hoffen, leiden: Steht er mit seiner traft mir bey, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in geduld mich fest, Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6 Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch dorn und hecken: Man kann sein angesicht nicht sehn; Buletzt wird er entz den. ters- rath, Mich treu und wohl geführet hat: Dieß sey mein glaubens- anfer! 3. Dein tröst ich mich Ganz ficherlich, Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist noth, Du treuer Gott, Hier und in jenem leben, Gieb wahre reu, mein her; erneu, Sen retter meiner seelen. Ach! höre, Herr, Dieß mein be= gehr, Laß meine bitt nicht fehlen. Mel. Es ist das heil uns kom. 413. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Ohn alles eigen wählen, Geschicht, was er mir aušersehn, Wird mirs an keinem fehlen: Wie er mich führt so geh ich mit, Und folge willig schritt vor schritt, In tindlichem Mel. Jehova ist mein hirt u. 414. Wie wohl ist mir, o Freund der feele! Wenn ich in deiner liebe ruh. Ich Und eile deinen armen zu, Da steige aus der schwermuths- höhle, nuß die nacht des traurens scheiden, Wenn mit ſo angenehmen freuden Die liebe strahlt aus deiner brust. Hier ist mein himmel schon auf erden: Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir sus chet ruh und lust. vertrauen. 2. Die welt mag meine feindin heissen, es sen also, ich trau ihr 2. Wie Gott mich führt, so bin ich nicht, wenn sie mir gleich will still, Und folge seinem leiten, Oblieb erweisen, Ben einem freundgleich im fleisch der eigenwill, Will lichen gesicht. In dir vergnügt öfters widerstreiten: Wie Gott fich meine seele, Du bist mein mich führt, bin ich bereit In zeit freund, den ich erwähle; Du und auch in ewigteit, Stets seinen bleibst mein freund, wenn freundschluß zu ehren. schaft weicht. Der welt haß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten unglücks- wellen Mir deine treu den anfer reicht. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Sch ruh in seinen händen: Wie er es schickt, und mit mir fügt, Wie er es selbst will wenden, Sen ihm hiermit ganz heimgestellt, Er mache, wie es ihm gefällt, Bum leben oder sterben. 3. Will mich des Mosis eifer drücken, Blitzt auf mich des geseses weh, Droht straf und hölle meinem rücken, So steig ich gläus 282 Vom Kreuz und Leiden. big in die höh, Und flieh in deiner volles lamm! Ach, wie bin feite wunden, Da hab ich schon schnöde, Kalt, beschämt und blöde, den ort gefunden, Wo mich fein Ja mir selber gram; Wollen fluch- strahl treffen kann. Tritt al- lügt, Und laufen trügt: Es liegt les wider mich zusammen, Du bist alles am erbarmen; Helfer, hilf mein heil, wer will verdammen? mir armen. Die liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die freuzeswüsten, Ich folg und lehne mich auf dich, Du nährest aus den wolten- brüsten, Und labest aus dem felsen mich: Ich traue deinen wunder- wegen, Eie enden sich in lieb und segen. Genug, wenn ich dich ben mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren, Und über fonn und sternen führen, Den führest du zuvor hinab. 3. Herr, du hasts verheissen; Ich wills zu mir reissen: Du erhörest mich; Denn du willst auf flehen Reichen segen säen, Daben halt ich dich. Amen, ja. Hallelujah! Will auch nicht die sonne scheinen, Glaub ich doch mit weinen. 4. Ich wills andern sagen, Da du meine flagen Gnädig angehört Ich will allen seelen Hocherfreut erzählen, Was du mir gewährt. Und so wird Mein Herr und hirt Auch an mir in seinen Heerden hochgelobet werden. 5. Der tod mag andern düster scheinen; mir nicht, weil seele, herz und muth, Indir, der du ver= läſfeſt feinen, allerleibsies leben! 416. 3uletzt gehts wohl dem, ruhy't. weges end' der erden erschrecken, Wenn er aus mörder: Durch Christi blut und Gottes vollen hecken Gelanget in die fierbe war. Es kommt zuleßt das cherheit? Mein licht! so will ich angenehme jahr, Der tag des auch mit freuden Aus dieser fin- heils, an dem wir fröhlich werden. stern wildniß scheiden Bu deiner ruh der ewigkeit. 2. Buletzt giebt Gott, wornad wir uns gefehnet, Wenn glaub und lieb im kreuz bewähret ist, Und man geduld an unsern flirnen lief't, Wenn wir genug sind von der welt verhöhnet. 6. Wie ist mir denn, o freund der feelen, Co mohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich fann welt, noth und tod nicht quälen, Weil du, mein Gott! vergnügest mich. Laß solche ruh in dein gemüthe, Nach deiner unumschräntten güte, Des himmels füssen vor schmack seyn. Weg welt mit allen schmeicheleyen! Nichts fann als Jesus mich erfreuen: reicher 4. Buletzt macht Gott das wasſer trost! mein freund ist mein! felbst zu weine, Der besser ist, und alle gästerfreut, Im glauben stärkt Mel. Jesu meine freude, mein. die neuen hochzeit- leute. Da sieht 415. 3 Gattige mein feh- menne. meine thränen! man dann, daß ers annoch gut 3. Bulent reicht man den fiegern ihre kronen, Und führet sie vom feld ins vaterland, Allwo bereit's der sel'ge ruhestand, Dadurch der Fürst den kampf pflegt zu beloh nen. nen; Höre mein geschren: Laß die feufzer steigen: Laß dein Geist bezeugen, Daß es Amen sey: Seelen- noth Drückt mich, o Gott! Ich muß mich verdammt erkennen, Darf mich dein nicht nennen. 5. Buletzt wird erst die Rabel bengeleget Dem Ifrael. Buleht wird Joseph groß und kommt es por, erst war er arm und bloß. Bulestward noch Tobias wohl vers Pfleget. 2. Sieh, wie ich mich frümme, 6. Buleht, und nicht zuerst, Und im elend schwimme, Gnaden nimmit Gott die seinen Ins paras Von der Uebergabe des Herzens an Gett. 283 dies, ins Lebens liebe reich, Und machet sie den engeln Gottes gleich, Vorhero läßt er sie erst traurig weinen. 7. Buleht! merts wohl, und halte nur fein stille, O liebes herz, dem, der dich erst betrübt, Und dich daben doch wahrlich herzlich liebt; Gedente nur: es ist so Gottes wille. 417. 2h Gott, erhör mein feufzen und wehkla= gen, Laß mich in meiner noth nicht gar verzagen, Du weißt den schmerz, Erkennst mein herz, Haft du mirs aufgelegt, so hilf mirs tragen. 2. Gieb mir geduld, und tröste du mein herze, In aller angst und allem seelen- schmerze; Sey Jesu du, Mein trost und ruh), Hilf, daß ich ja nicht selbst mein herz verscherze. deiner zeit Wend ab mein leid; Durch mark und bein dringt mir der große schmerze. 4. Du hast, mein Gott, ja meiner nie vergessen, Wann ich in angst und trauren oft gefessen; In höchster noth Warst du mein Gott, Wenn ich mein leiden oft nicht fonnt ermessen. 3. Pflanz mir geduld durch deinen Geist ins herze, Und hilf, daß ch es acht für feinen schmerze, Bu 5. Es hat fein unglück nie so lang gewähret, Es hat doch endlich wieder aufgehöret, Viet mir die händ, und machs ein end, Auf diefer erd, mein herz sonst nichts bee gehret. 6. Soll ich noch mehr um deinet willen leiden, So steh mir, Herr, mit deiner traft zur seiten, Fein ritterlich, Beständiglich, Hilf mir die widersacher all bestreiten. 7. Daß ich durch deinen Geist mög überwinden, und mich allzeit in deinem haus laß finden, Sum preis und dank, Mit lobgesang, Mit dir will ich aus liebe mich verbinden. Von der gänzlichen Ulebergabe des Herzens an Gott. Mel. Ernsthaftes lamm, du. 418. 2uf auf! mein herz, und du mein ganzer finn! Gieb, was du hast, dem geber wieder hin: Im fall du willst, was göttlich ist, erlangen; So gieb Gott hin, was du von ihm empfangen. 2. Gott Bater! nimm dein kind in gnaden an, Betrachte nicht, was ich zuvor gethan: Ich bin nicht werth, daß ich dich Bater nenne, Erbarme dich weil ich die schuld bekenne. 4. Du werther Gent! nimm mein beginnen auf, und führe fort den angefangnen lauf: Du wolleft feel, herz, sinnen, muth und denken Von dieser erd zu dem, was droben lenken. 5. Ich ganz und gar will nicht mein eigen seyn. Dreyeiniger! dein bin ich ganz allein. Ich lebe war annoch auf dieser erden! Doch sehn ich mich bald himmlisch gar zu werden. 3. Erlöfer! nimim was du er: taufet hast, Nimm weg von mir die schwere fünden- last; Du, Got sie selbst getra: 6. Auf! auf! mein herz, und du mein ganzer sinn! Schwing eilend dich zu deinem ursprung hin: So kann man hier den himmel schon erlangen: So kann man dort im himmel ewig prangen. Priester! der gen: Ich weiß, du wirst die bitte 419. du dich selbst ge= nicht abschlagen, 284 Bon der Uebergabe des Herzens an Gott. opfert haft für mich, Laß doch, bitt| Jesu Christ! Tauch mich tief in ich), noch auf erden Auch mein dein blut Ich glaub, daß du ges herz dein opfer werden. freuzigt bist Der welt und mir ju gut. 2. Denn die liebe nimmt nichts an, Was du, liebe! nicht gethan! Was durch deine hand nicht gehet Wird zu Gott auch nicht erhöhet. 3. Drum so tödt und schlachte hin Meinen willen, meinen finn; Reiß mein herz aus meinem her zen Sollts auch seyn mit tausend schmerzen. 4. Trage hol; auf den altar, Und verbrenn mich ganz und gar, du allerliebste liebe! Wenn doch nichts mehr von mir bliebe. 5. Also wird es wohl geschehn, Daß der Herr es wird ansehn: Also werd ich noch auf erden Gott ein liebstes opfer werden. Mel. Nun sich der tag geendet. 420. Mein ein Gott! das her; ich bringe dir Bur gabe und geschenk, Du forderst dieses ja von mir, Deß bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein sohn: dein herz, sprichst du, Das ist mir lieb und werth: Du findest anders doch nicht ruh Im himmel und auf erd. 3. Nun du, mein Vater! nimm es an Mein herz, veracht es nicht: Ich gebs, so gut ichs geben kann, Kehr zu mir dein gesicht. 4. 3war ist es voller fünden: wust, Und voller eitelfeit, Des guten aber unbewußt, der wahren frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in reu, Erkennt den übelstand, Und träget jekund vor dem scheu, Davons juvor lust fand. 6. Hier fällt und lieget es zu fuß, Und schrent: nur schlage zu; Serknirsch, o Bater! daß ich bus Rechtschaffen vor dir thu. 7. Bermalm mir meine härtigfeit, Mach mürbe meinen sinn, Daß ich in seufzer, reu und leid Und thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, Herr 9. Stärt die sonst schwache glaus bens- hand, Bu fasſen auf dein blut, Als der vergebung unter: pfand, Das alles machet gut. 10. Schent mir, nach deiner Jes fus- huld, Gerechtigkeit und heil, Und nimm auf dich die fünden schuld Und meiner strafe theil. 11. In dich wollst du michy klei den ein, Dein unschuld ziehen an Daß ich von allen fünden rein, Bor Gott bestehen kann. 12. Gott heil'ger Geist! nim du auch mich In die gemeinschaft ein; Ergieß, um Jesu willen, dich Tief in mein herz hinein. 13. Dein göttlich licht gieß in mich aus, und brunst der reinen lieb: Löschfinsternis, haß, falschheit aus, Schent mir stets deinen trieb. 14. Hilf, daß ich sey von herzen treu Im glauben meinem Gott, Daß mich im guten nicht mach scheu Der welt list, macht und spott. 15. Hilf, daß ich sey von herzen fest Im hoffen und geduld, Daß, wenn du nur mich nicht verläßt, Mich tröste deine huld. 16. Hilf, daß ich sey von herzen rein Im lieben, und erweif', Daß mein thun nicht fen augenschein, Durchs werk zu deinem preis. 17. Hilf, daß ich sen von herzen ächt, Aufrichtig, ohn betrug, Daß meine wort und werke recht, Und niemand schelt ohn fug. 18. Hilf, daß ich sey von herzen klein, Demuth und fanftmuth halt, Daß ich, von aller welt- lieb rein, Bom fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sey von heren frommi, Ohn alle heuchelen, De mit mein ganzes christenthum Dir wohlgefällig sey. 20. Nimm gar, o Gott! jum tempel ein Mein herz hier in der jeit; Ja, laß es auch dein wohns haus seyn In iener ewigkeit. Von der Uebergabe des Herzens an Gott. 285 21. Dir geb ichs gan; zu eigen hin, Brauchs, wozu dirs gefallt, Ich weiß, daß ich der deine bin, Der deine, nicht der welt. 22. Drum soll sie nun und nim: mermehr Dieß richten aus ben mir, Sie lock und droh auch noch so sehr, Daß ich soll dienen ihr. 23. In ewigkeit geschieht das nicht, Du falsche teufels- braut: Gar wenig mich, Gott lob! an: ficht Dein glänzend schlangenhaut. 24. Weg welt, weg fünd! dir geb ich nicht mein herz: nur, Jefu, dir Ist dieß geschenke zuge: richt't, Behalt es für und für. haben willst. Ben mir ist keine traft, auch ist in mir tein leben: es sey denn, daß du mich mit dei ner gnad erfüllst. Was uns von deiner hand begegnet, mag uns scheinen, Wie's immer fann und will, du fannsis nicht böse mennen. 5. Ein töpfer ist vergnügt, wenn er sein handwerk treibet, Daß der gelinde thon nur immer stille hält: Darum, mein Schöpfer, dir mein herze stille bleibet: Mach ohne meine fraft aus mir, was dir gefällt. Ja, wirte selbst in mir die dir beliebte stille: Es fierbe täglich mehr in mir der eigenwille. 6. Ich weiß, es wird noch einst das werk den meister loben: Du bist viel treuer ja, als jemand denken kann. Darum erschalle dein ruhm hier unten und dort oben: Du wendest deine traft niemals vergebens an. Erwecke meinen geist, im glauben dich zu ehren, Und täglich deinen ruhm durch stetes lob zu mehren. Mel. Entbinde mich, mein G. 421. Mein Schöpfer, bilde mich, dein werk, nach deinem willen: Nimm weg die hinderniß, vertreib die finstre nacht, Die deine wirfung stört, an mir das zu erfüllen, Was deiner liebe rath mir längst hat zuge: dacht. Du läsfest dich, mein Gott, rath, traft, allmächtig nennen; Hilf, daß ich auch an mir dich möge so erkennen. 2. Ein fünfiler liebt sein werk, das er hat zubereitet, Mit willen lässet er nicht einen fehler dran: Mein schöpfer, siehe, wie mich fleisch und blut bestreitet: Befreye mich von dem, was mir noch scha= den kann. Du kannst ja nichts von dem, was du selbst machest, haffen: Wie solltest du denn mich, dein arm geschöpf verlassen? 3. Ein guter meister weiß das, was sich nicht will schicken, Gar künstlich abzuthun, er machet alles fein: Du wirst was hindern kann, und dein werk will bestricken, Nicht lassen ewiglich mir eine hindrung seyn. Du bist der weise Gott, und kannst zum besten len: ten, Worüber wir uns oft am allermeisten fränken. 4. Mein Schöpfer, ich will mich dir hiemit ganz ergeben. Be: teite du mich nur, wie du mich aufrichte Mein centner- schwerer 422. Jeſu, du biſt mein, Und ich will auch dein seyn. Herz, seele, leib und leben Een dir, mein hort, ergeben: Nimm hin den ganzen mich: Wie du in deinen Händen Mich fehren willst und wenden, So müsse werden ich. 2. Ich müsse nun nicht mehr, Obs vor geschehen wär, Nach mei nem willen leben; Tir müsse senn ergeben Mein ganzer will und thun: Ich müsse mich ver= lasſen, und mich selbst an mir hassen, In dir allein zu ruhn. 3. Mein herz, was ziehet dich? Und warum ziehst du mich Stets zu der erden nieder, Und senkest dich stets wieder Hin in die eitelteit? Ist denn des himmels freu: de Dir nicht genug zur weide? Suchst du noch diese zeit? 4. Ach Jesu, ziehe mich, mein herze sehnet sich: Ach, sen du mein gewichte, Daß sich zu dir 286 Von der Uebergabe des Herzens an Gott. finn. Schneid ab das blengewich te, Das aus des himmels lichte Mich zieht zur erden hin. 5. Hier ist kein ruhe- plat, Hier find' ich keinen schah Für meine arme feele: Denn was ich hier erwähle Ist von der eitelkeit, Und kann die feel nicht laben: Denn sie wirds nicht mehr haben, Nach gar geringer jeit. 12. Cie lege heimlich mir die nehe vor die thür: Sie fluche, la sire, schände: Sie wasche ihre hände, Isis noth, in meinem blut: Sie mühe fich, mein leben In to: des hand zu geben; Sie thue, was sie thut. 6. Du, Jesu, bist mein gut a meine seele ruht: Dich kann ich nicht mehr finden In diesen lee: ren rinden Der schnöden eitelkeit. Wer an der welt noch hänget, Und ihre schäß' umfänget Der ist von dir noch weit. 13. Ich bleibe doch an dir, Mein Jesu, für und für, Mich soll von dir nichts trennen, Ob mir es schon mißgönnen Der teufel und die welt. Was können sie mit schaden, Wenn du in vielen gno den Dich haft zu mir gesellt? 7. 3m himmel ist dein thron, O meiner seelen lohn: Drum wer nach dir will streben, Der muß sich auch erheben Von Herzen über sich, Weit über seine finnen, und auch des Himmels zinnen. Wer dieß thut, findet dich. 14. Befest'ge nur den finn, Da ich beständig bin: Behüte mi vor wanken, Und zich finn und ge danken, Mein Jesu, stets zu dir Laß herz, feel und verlangen In dir alleine hangen und bleiben für und für.. 15. So frag ich nirgends nad), Und sollte gleich ein trach, Des himmels und der erden Allhier 8. En nun, zerschneide doch gehöret werden; Und sollte gleidh Dieß zähe jammer- joch, Das mich dazu Mein leib und feel vers zur erden senket, und mich von dir schmachten: So will ichs doch nicht ablentet: Schneid ab, schneid ab die last, So schwing ich mich zum himmel Aus diesem erdgetümmel Bum orte meiner raft. achten und bleiben stets in ruh. 16. Denn du, du bist mein heil, und meines herzens theil, Mein trost in meinem jagen, Mein art in meinen plagen, Mein labial in der pein, Mein leben, licht und fonne, Und freuden- reiche wonne, O Jesu, du bist mein. Mel. Wer nur den lieben G. 423. Was giebſt du Gott, meine feele! der dir täglich alles giebt? Was ist in deiner leibes- höhle, Das ihn vergnügt und ihm beliebt? muß das liebst und beste feyn: Gieb ihm, gieb ihm das herzallein. 2. u mußt, was Gottes iſt, Gott geben; Eag, seele, wem ges hört das herz? Dem teufel nicht, 11. Die welt mag immerhin der haßt das leben, Wo dieser In ihrem stolzen sinn Mich für wohnt, ist höllen- schmerz: it, unsinnig schäßen, und mich zu un- dir, o Gott! dir foll allein Mein ten sehen; Sie mach es, wie sie will; Sie leg mir auf zu tragen Kreuz, trübfal, angst und plagen; Doch will ich halten still. 9. Schneid ab die last der welt, Die mich hie nieder hält, Daß ich dich dort mag finden, Mich) fest mit dir verbinden, Daß mein herz sen ben dir, Und stetig ben dir bleibe, Auch alles leid vertreibe o meine zier. 10. Ich will ja williglich um deinet willen mich Verläugnen und nicht kennen, Wenn du mich nur willst nennen Den allerklein sten knecht. Ich will mich selbst verlassen, und mich selbst an mir hassen, und bleiben schlecht und recht. ganzes herz gewidmet feyn. 3. Co nimm mun hin, was du verlangest, Die erstgeburt ohn alle ist, Das herz, damit du, Schöpfer, Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 287 prangest, Das dir so fauer worden ist; Dir geb ichs willig, du allein hast es bezahlt, es ist ja dein. 4. Wem sollt ich mein herz lie: ber gönnen, Als dem, der mir das seine giebt? Dich kann ich den herzliebsten nennen, hast mich bis in den tod geliebt. Mein herz, dein herz, ein herz allein, Soll dein, und keines andern seyn. Von der Rechtfertigung und dem daher ents stehenden Frieden. 424. Ah! alles was him-| 8. Wenn augen und herze im mel und erde umschliesset, Sen von mir viel tausendmal schönstens gegrüsser; Was hören tann höre, ich will sonst nichts wissen, Als meinen gefreuzigten Jesum zu küssen. tode sich beugen, So will ich doch endlich mit seufzen bezeugen, Daß Jesus, nur Jesus, mein Jesus soll heissen, Bon welchem mich ewig tein teufel foll reifen. 425. Auf, hinauf zu deiner 2. Ich rühme mich einzig der blutigen wunden, Die Jesus an händen und füssen empfunden: Drein will ich mich wickeln, recht christlich zu leben, Daß einstens ich himmelan fröhlich kann stre: ben. freude, Meine seele, herz und sinn! Weg, hinweg mit deinem leide, Hin, zu deinem Jefu hin! Er ist dein theil; Jesus schaffet freud und leben, Er will deinen kummer heben: Er schenkt dir heil. 3. Es mag die welt stürmen, gleich wüthen und toben, Den lieb: lichen Jesum will dennoch ich loben: Es mögen gleich blisen und vonner drein knallen, Co will ich von Jesu doch nimmermehr fallen. 4. Und wenn es schon sollte in trümmern zergehen, Daß nichtes mehr bliebe auf erden bestehen; So soll doch mein herze ben Jesu verbleiben, Bon welchem mich ewig tein teufel soll treiben. 5. Denn Jesus betrachtet die schmächtige herzen, Verjüsset mit freuden die bittre schmerzen: Das weiß ich nun alles, drum will ich nicht lassen Bon meinem Herz Jesu, ich muß ihn umfassen. 6. Ach sehet! mein Jesus kommt freundlich gegangen, Und will mich por liebe fast brunstig umfangen O liebe! o freude! o liebliches leben! Wer wollte an Jefu nicht immerdar kleben. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter In die höh zu Jeju auf; An, hinan, die glaubens- leiter, Steige mit geschwindem lauf! Gott liebt dich doch; Er durch liebe nur bewogen, Hat dich stets zu sich gezogen, Und zieht dich noch. 3. Du must dich nur fest anhal: ten An die starte Jesus- treu; Laß du, laß du Gott nur walten, Seine güt ist täglich neu; Er mennts recht gut; Wenn die feins de dich anfallen, müssen sie zurücke prallen, Hab guten muth. 4. Geh hinein in Gottes fam: mer, Die dir Jesus aufgethan; | Klag und sag ihm deinen jammer, Echreye ihn um hülfe an; Er steht dir ben: Wenn dich alle menschen hassen, Kann und will er dich nicht lassen, Das glaube fren. 5. Echwinge dich mit ganzem herzen Auf zu Deinem Heiland 7. Auf Jefum find alle gedanken hin; Denk an seine todeš- schmer: gerichtet, Dem hab ich mich gänzen, Präg ihn tief in deinen sinn; lich mit allem verpflichtet, Den Er ist dein hirt, Der nach fum: hab ich mir einzig vor allen erlezmer, angst und leiden, mit des fen, So lange mich träget das irdi- himmels füß'sten freuden Dich sche wesen. weiden wird. 288 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 6. Sieh' er reichet dir die krone,| Brennen die berge von hißigem Die er selber die erwarb, Da er schein: Kann doch ihr herze den unter spott und hohne An dem frieden erhalten, Weil es den kreuze für dich starb. Bum him- Schöpfer in allem läßt walten. mel zu! Welt und erde muß ver: schwinden, Nur ben Jesu ist zu finden Die wahre ruh. 4. Viele verzähren in ängfili: chen sorgen Kräfte, geſundheit und kürze der zeit: Da doch im rathe des Höchsten verborgen, Wenn und wo jedem sein ende be reit; Sind es nicht alles unnöthige schmerzen, Die ihr euch machet, thörichte herzen? 5. Sweifel und forge versteller die frommen; Glauben und ho fen bringt ehre ben Gott. Seel verlangst du zur ruhe zu kommen Hoffe, dem höllischen feinde spott. Ob auch die göttliche hük verborgen, Traue dem Höchten, und meide die sorgen. Mel. Wo soll ich fliehen hin. 426. Auf meinen lieben Gott Trau ich in angst und noth, Er kann mich allzeit retten Aus trübfal, angst und nöthen, Es steht in seinen händen, Mein unglück fann er enden. 2. Ob mich die fünd anficht Will ich verzagen nicht, Auf Chriz stum will ich bauen, und ihm allein vertrauen, Ihm will ich mich ergeben Im tod und auch im leben. 3. Wenn mich der tod reißt hin So schäß ichs für gewinn, Denn Christus ist mein leben, Dem hab ich mich ergeben, Ich sterb heut oder morgen, Ich lasse Jesum sorgen. lische gaben Folgen dir, bis man 6. Gutes, barmherzigkeit, himme dich leget ins grab; 3a du follst wirklich den himmel selbst haben; Ey warum sagst du den sorgen nicht ab: Werde doch in dir recht ruhig und stille; Dieß ist des himmlischen Baters sein wille. 4. Tu bist mein gut und theil, Der du ju meinem heil am freuze bist gestorben; Du hast mir troft erworben: Mein heil, im tod und leben Will ich mich dir ergeben. Mel. Großer Prophete, mein. 427. Christen erwarten in allerten fällen Jeſum mit seiner allmächtigen hand; Mitten in stürmen und tobenden wellen Eind sie gebauet auf fel= figtes land: Wenn ſie bekümmerte 428. Das ist meine fran nächte bedecken, Kann doch ihr grauen sie wenig erschreden. jen leben, Daß ich dir, Gott, für 2. Jauchzen die feinde zur rech- und für Bin und bleib ergeben: ten und linken; Hauet und friſfet Du bist meine zuversicht, Auf di das blinkende schwerdt; kasſen ist mein thun gericht, und auch doch christen die häupter nicht fin: meine freude. 7. Freue dich, wenn du, statt freundlichen blicken, mancherle iammer, anfechtung und noth erquicten, müsſe mit Jeſu durd Duldest; und wisse, was Gott will leiden und tod. Willst du mit leben, so mußt du mit sterben, Anz ders fann keiner den himmel ers erben. ten, Denen sich Jesus im herzen 2. Freude sucht die tolle welt In verklärt: Wüthen die feinde mit dem falschen lieben: Und wenn schnauben und toben, Lernen sie sie's denn auch erhält, Brings Gottes gerechtigkeit loben. doch nur betrüben: Der ist thug, 3. Geben die felder den saamen der also liebt, Daß er Gott das nicht wieder, Bringen die gärten herze giebt: Das ist meine freude. und auen nichts ein; Schlagen die 3. Euchst du freude immer In schloßen die früchte darnieder, den großen schätzen: Sag dod), Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 289 ob du feelen- ruh Findst in dem er; mann, Den Gott selbst hat erkoh= gehen? Sieh, ob, wenn sie von ren. Fragest du, wer er ist? Er dir scheidt, Dir das nicht errege heißt Jesus Christ, Der Herr, leid, und gar keine freude. Bebaoth, Und ist kein andrer Gott, 4. Ach! wie viele sind bemüht, Das feld muß er behalten. Freude zu erjagen: Über wer sie recht ansieht, Der muß wahrlich fagen: Ach! wie sollt das freude fenn, Dessen end ist höllen- pein? Gott ist meine freude. 3. Und wann die welt voll teufel wär, Und wollten uns verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der fürste dieser welt, Wie sauer er sich stellt, Thut er uns doch nicht, Das macht er ist gericht, Ein wörtlein kann ihn fällen. 5. Meine freude will ich dir, Welt, noch ferner zeigen: Das ist herzlich mein begier, Wie ich mög erreichen Stets ben meinem Gott zu seyn, Und zu trauen ihm allein. Das ist meine freude. 6. Meine freude kann mir nicht Einigs leid zerstören: Gott bleibt meine zuversicht: Dieß kann niemand wehren. Hier schon auf der erden saal Sing ich mit der from men jaht: Gott ist meine freude. 7. Meine freud das dunkle grab Mir auch nicht soll nehmen. Er bleibt ewig meine gab, Wer darf mich beschämen, Collte denn der Herre nicht In dem finstern seyn mein licht? Gott ist meine freude. 8. Meine freud in dieser welt Ist zwar nur ein stücke Von der, die mein Gott mir hält Jeho noch zurücke; Doch erblicke ich schon hier, Wie mein Gott sen für und für meine rechte freude. 9. Freude in der ewigkeit Werd ich erst geniessen, Wenn aus diesem jammerleid Ich werd seyn gerissen. Kommt gleich freuz und jammernoth; Dennoch soll bis in den tod Gott seyn meine freude. 429,& in feste burg ist unser Gott, Ein gute wehr und waffen:,: Er hilft uns fren aus aller noth, Die uns jetzt hat betroffen: Der alte böse feind, Mit ernst ers jetzt mennt, Groß macht und viel list Sein grausam rüstung ist, Auf erd ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unser macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloten, s streit für uns der rechte N 4. Das wort sie sollen laffen stehn, Und kein dank darzu haben, Er ist ben uns wohl auf dem plan, mit seinem Geist und gaben. Nehmen sie uns den leib, Gut, ehr, find und weib, laß fahren dahin, Sie habens tein gewinn, Das reich muß uns doch bleiben. 5. Lob, ehr und preis dem höchsten Gott, Dem vater aller gnaden, Der uns aus lieb gegeben hat Sein Sohn für unsern schaden, Sammt dem heil'gen Geist, Buni reich) er uns heißt, Von fünden uns reißt, Den weg unt himmel weißt, Der helfuns fröhlich Amen. Mel. Wer nur den lieben G. 430. Erhabner Gott! ich staub und fünder Steh hier vor deinem angesicht: Erbarmer aller menschenkinder! Ach, geh nicht mit mir ins gericht! Ich bin nicht deiner gnade werth; Doch sie läßt feinen unerhört. 2. Um trost ist meiner feele bange; Die last gehäufter misſethat Liegt schwer auf mir, die dich so lange, Gerechter Gott! gereißet hat. Weß tröst ich mich, ich schuldiger? 21s deiner nur, barmherzi ger! 3. Soll ich an deiner huld ver= agen? Ich, dein geschöpf? das willst du nicht: Du, der mich mit geduld getragen, Bleibst ewig meine zuversicht; Du, Gott! durch den ich leb und bin, Giebst mich nicht zum verderben hin. 290 Ven der Rechtfertigung und dem Frieden. 4. Betrübte folgen meiner fün- 1 sen, Dein erretter sey dein Gott! den! Uch meine schuld, wie groß Er entzieht dir ießt auch nicht ist die! Jedoch du läßt mich ruhe Sein erbarmend angesicht: Got: finden; Ich, sprichst du selbst, ich tes zarte Bater- treue Ist noch alle tilge sie! Du schenfest mir an Jesu stunden neue. heil, Bur ruhe meiner feele, theil. 5. Er hat auch mir das recht verdienet, Noch voll vertraun dich anzuflehn; Und wenn der fünder fich erfühnet, Bu dir im glauben aufzusehn; So bist du, Bater, der vergiebt, und lieber fegnet, als 5. Wer hat dich bisher geleitet, Und geführt auf ebner bahn? Wer den tisch dir zubereitet, Und dir sonst viel guts gethan? Isis nicht Gott, der dich erwählt, Und zu seiner schaar gezählt. Gottes zarte Bater- treue Ist noch alle stunden betrübt. neue. 6. Er hat dich ihm selbst ver föhnet, Mit dem blute Jefu Chrif Mit barmherzigkeit gefrönet Weil er ganz die liebe ist. Un aussprechlich ist die gnad, Dien dir erwiesen hat. Gottes gate Bater- treue Ist noch alle stunden neue. 7. Preise nun vor allen dingen Solchen reichthum seiner güt; u mußt ihm dankopfer bringen Mit inbrünstigem gemüth: Stimm ein lied im glauben an Von dem was er dir gethan. Gottes art Bater- treue Ist noch alle stunder neue. 8. Er betrübet nie von herin Wenn er züchtigt, die er liebt. Er stillt alle ihre schmerzen, Wenn er sie im freuze übt. Wer nut harr't der rechten zeit, Der wird bald von ihn erfreut. Gottes zarte Vater- treue Ist noch alle stunden neue. 9. Darum laß dir deinen glau ben Und die frohe zuversicht Kein nacht des freuzes rauben, War bis dein licht anbricht: Auf d blik und donnerschlag Folgt angenehmer tag. Gottes ja 3. Denk an die vergangne zei- Bater- treue Ist noch alle fhunden ten, Da er feine gnaden- hand neue. Sich ließ über dich ausbreiten, 10. Sieh, dein helfer stredt die Bum gewissen unterpfand Seiner armen Eo gar liebreich nach dir ew'gen lieb und huld: Leide, leide aus, Reichlich zeigt er sein erbar: mit geduld. Gottes jarte Bater: men: Will dich führen in sein treue Ist noch alle stunden neue. haus, Und nach seiner lieb und 4. Wer hat dich der höll ent- huld, Daselbst krönen die geduld. rissen? Wer dem teufel und dem Gottes zarte Vater- treue 3 noch tod? Saget dir nicht dein gewis- alle stunden neue. 6. Sprichst du zu mir: dir ist vergeben! Gestillt ist mein gewissens schmerz; Und will mein zaghaft her; noch beben; So bist du größer, als mein herz; Dein gnadenwort macht alles gut, Und fchenkt zur frömmigkeit mir muth. 7. Ich weifle nicht, ich bin er: höret, Dein glaube faget, daß ichs bin; Der trost, der sich im Herzen mehret, Der neue dir geweihte finn, Dieß kindliche vertraun auf dich, Bezeugens, du begnadigst mich! Mel. Werde munter mein ge. 431. E, mein herz, fey unverzaget! Kennst du Gottes liebe nicht? Höre, was sein wort dir faget, Glaube, daß fein herz ihm bricht, Wenn du ringest mit dem tod, Und empfindst betrübte noth! Gottes zarte Bater- treue Ist noch alle stunden neue. 2. Wie hat er dieß oft bewiesen? Ja gewiß unzählig mal hat er feine lieb' gepriesen Gegen dich und überall; En, so traue ihm nur zu: Er bringt dich zur sichern ruh. Gottes zarte Vater- treue Ist noch alle stunden neue. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 291 11. Eile ihm getrost entgegen, schaft und fündlichen rott, Welche Sahr im glauben freudig zu, Sile, den weltlichen lüften nachjagen, nimm von ihm den segen, Co ge: Nicht fürchten noch lieben der langest du zur ruh: Er isis, der heiligen Gott: Denn die sich zu dir helfen kann, Glaube nur, so folchen gottlosen gesellen, Die fah ists gethan. Gottes zarte Vater ren mit ihnen hinunter zur höllen. treue Ist noch alle stunden neue. 7. Küchlein die bleiben ben ihrer gluck henne, Sie schreyen und laufen den raben nicht Alſo auch, seele, nur Jefu nachrenne, Dich fündlicher brut und weltvögel entschlag: So wird auch dein Heiland fein tüchlein beschirmen, Wenn auf dich welt, teufel und hölle losstürmen. 8. Liebe und übe, was Jefus dich lehret, Und was er dir faget, dasſelbige thu; Hasse und lasſe, was sein wort verwehret, So findest du frieden und ewige ruh); Denn selig, die also sich Jefu ergeben und gläubig und heilig nach feinem wort leben. 9. Jesu! du Herzog der Friedensheerschaaren, O König von Sa: lem, ach! zeuch uns nach dir, Daß wir den friedens- bund treulich bewahren, Im wege des friedens dir folgen allhier: Ach! laß uns doch deinen Geist kräftig regieren, Und dir nach im frieden zum Bater hinführen. 432. ach göttlicher friede Bom Bater durch Christum im heiligen Geist! Welcher der frommen herz, sinn und gemüthe, In Chris sto zum ewigen leben aufschleußt: Den sollen die gläubigen feclen erlangen, Die alles verläugnen und Jefu anhangen. 2. Richte deswegen, friedliebende feele, Dein herze im glauben zu Jesu hinan; Was da ist droben ben Christo, erwähle, Verleugne dich selbst und den irdischen plan: Nimm auf dich das fanfte ioch Christi hienieden, So findest du ruhe und göttlichen frieden. 3. Nahm doch der Mittler des friedens viel schmerzen, Von we gen des Baters versöhnung auf fich: Nimm dieß, o seele! recht fleißig zu herzen, Und siehe, was thut wohl dein Jesus für dich! Er bringet mit seinem blut frieden juwege, Und machet, daß alle unruhe sich lege. 4. Nun dafür biſt du ihm ewig verbunden, Du follt lich sein eigenthum seyn, Weil er dir ew'ge erlösung erfunden, und schleußt dich in gnaden- und frie: dens- bund ein: Drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergiebest, Und immer beständig von herzen ihn liebest. 5. Siehe, von seinen friedbun-= des- genossen Erfordert er herzliche liebe und treu; Darum sollt du von dir alles ausstoffen, Was seiner feindseligen gegen- parthen: Welt, teufel, und fünde die mußt du bestreiten, Was Jesus zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Weislich) und fleißig mußt du dich entschlagen Der bösen gesellMel. Alle menschen müssen st. 433. Freu dich, ängstliches gnügt und gutes muths! Denn die handschrift ist zerrissen; Dein Erlöser thut dir guts. Laß dein trauren, laß dein weinen! Gott läßt gnade dir erscheinen: Tu bist fren und sollst allein Deines Jesu eigen seyn. 2. 3mar dich drückten deine sün: den, Sie erweckten angst und schmerz; Niemand konnte dich verbinden, Niemand stärkte dich, mein herz! Von der fünde schweren strafen Konnte niemand rettung schaffen: Doch dein Jesus heilte dich, Und nahm alle straf auf sich). 3. Er, er stillt der hölle flams 232 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. men, Durch die fünde angezündt;| Selbst den berg und fels zerschel: Gott will dich nun nicht verdam- len. men, Ist nun väterlichy gesinnt, Will, um seines Sohnes willen, An dir nicht den fluch erfüllen, Den dein abfall doch verdient: So wirst du mit Gott versöhnt. 4. Treuer Jesu, trosft und leben, Meiner seele bestes theil! Du bists, der mir ruh gegeben, Der mein ganz verlornes heil Sammt dem segen wieder brachte. Hilf daß ich nichts höher achte Weder hier noch ewig dort, Ats dich, o mein schuß und hort. 3. Dennoch soll die stadt des Höchsten Mit dem lebens- brün: nelein, Wo die heilge wohnung Gottes, Immerdar fein lustig fenn; Gott hilft ihr, und wohnt darinnen, Tron! wer will ihr ab gewinnen? 4. Denn der Höchste, der Gott Jacobs, Ist mit uns und unser ichuß, Dieser bietet allen teufeln Sammt der bösen rotte tru Wenn wir uns auf ihn verlassen, Und mit glaubens- armen faſſen. 5. Kommt, und schauet, wie der Höchste Aller heiden macht jer nicht't. Wie er denen friegen fleu ret, Wie er schild und bogen bricht, Und der feinde heer zertrennet, Ja, die wagen gar verbrennet. 5. Nimm mein alles, was ich habe, Nimm es, Herr! für deine treu, Ists doch dein geschenk und gabe; Hilf mir, daß ich dankbar fen. Richte sinnen und gemüthe Auf den reichthum deiner güte. Daß mir deine huld und treu Immer im gedächtnis sen. 6. Hilf, daß ich die fünde meide, Hilf daß keine böse lust, Keine macht mich von dir scheide, Laß mich stets mit treuer brust, Herr! auf deinen wegen bleiben, Deinen Geist mich dazu treiben, was dir, 435. Gott ist getreu, der über Heiland! wohlgefällt, Mich in deinem dienst erhält! 7. Herr, ich will für diese güte, Für so theure gnad und huld, Stets mit dankendem gemüthe Meine pflichten, meine schuld Die, mein Heiland! gern entrichten, Nichts soll meinen schluß zernich ten; Du sollst ewig und allein Meines Herzens freude seyn. Mel. Herr, ich habe mißgehan. 6. Gott der heere und heer: schaaren Ist mit uns und unser ( sott, Er ist unſer ſchuß und hülke, unsre stärke in der noth. Laß nur welt und teufel toben, Lebt doch unser Gott dort oben. armes find noch niemals hat ver sucht! Vielleicht geschichts, daß er die angst= geschäfte Des trauer geists noch diesen tag verflucht. Mein herz, du sollst es sehen, Was dir für hülke sey in furzer zeit geschehen; Gott ist getreu. 434. Gott, der große Himmels- tönig, Welcher heißt Herr Bebaoth, Der ist unfre hülf und stärfe, Unfre zuflucht in der noth, Welche sich mit macht aufthürmet, Und gewaltig auf uns stürmet. 2. Gott ist getreu in allen feinen werken: Macht er mir gleich die mich daben doch wieder stärken, bürde noch so schwer, So fann er Bon ihm allein kommt trost und labsal her: Und wenn die zeit vor handen, So machet er mich f von allen jammer- banden: Got ist getreu. 3. Gott ist getreu, ich finte ihm nieder, und halte ihm sein 2. Darum soll uns nichts er- wort im glauben für: Kommt, schrecken Wenn auch schon die suchet mich, kommt arm verirrte ganze welt Hier und da und aller wieder; Drum kommit dein find, orten Krachet und zusammenfallt: und sucht dich mit begier, u Wollten auch des meeres wellen, kannst mich nun nicht laſſen, Ich Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 293 bist mein, und ich bin dein? Geht es so nicht mehr in prangen? Schad't es nicht, du bist doch mein. fag es ohne scheu, du wirst dich| Sieh hier bin ich deine zier. Was felbst nicht haffen: Gott ist getreu. willst du nunmehr verlangen? Du 4. Gott ist getreu, der wird mir trost verschaffen, Wenn gleich der trost ben allen menschen fehlt, Er wird den geist der mich mit trauer- waffen, So jämmerlich bis auf die feele quält, Gar ferne von mir treiben, Ich aber werde fren bey meinem Jeju bleiben: Gott ist getreu. 5. Gott ist getreu, er mags auch mit mir machen, So wunderlich und scharf er immer will; Läßt er auf mich gleich alle wetter krachen, Er hat es macht, ich halte willig still: Ja, will er mich gleich töd: ten, So sag ich doch daben, Gott hilft aus allen nöthen: Gott ist getreu. Mel. Ringe recht, wenn.( 3 m.) 436. Halleluja, immer weiter, es: zum Himmel zu. Ist der glaube deine leiter, Drauf du steigest bis zur ruh? Uebst du dich denn recht mit loben, Dringst ins herze Jeju ein? Oder wenn die feinde toben, Denfest du, du senst nicht sein? Wenn du mennst, du senst nicht feine: Weil du hast ein böses herz: Denn so ist er wahrlich deine; Denn er heilet deinen schmerz. 2. Drum, so freue dich, o feele! Denn dein Heiland steht bereit. Scheints gleich, als ob dich die fehler Drückten bis in ewigkeit; Hältst du dich gleich für verstoffen, Und den helfer abgekehrt? Such das blut, das er vergossen. Halte an bis er gehört. Ihm wird bald das herze brechen, Weil er fünder gerne hat. Er wird dir den trost zusprechen: Iß und trink und werde fatt. 3. So machts Jesus mit den feinen, Wechselt mit ihn'n wunderbar. Gehet es schon oft ans weinen, Bietet er sich doch gleich dar, Und spricht: meine liebe taube, Meine fromme, sage mir; Was dir fehlet? ists der glaube? 4. Dadurch wird der glaub ver: mehret, Da wächst man in Christi traft! Weil man dann erst recht erfähret, Wie er alles in uns schafft. Da sieht man die lautre liebe, Die uns Christus dargereicht, Die ihn selbst vom himmel triebe, Die uns fünder zu sich zieht. Er ist werth, ihn recht zu loben, Ja daß ihn ſein werk erhebt; Schenke, Herr, nur fraft von oben, Bis mein geist dort ben dir schwebt. 5. Lob sey dir von mir gesungen, Daß ich diesen tag erlebt, Daß es mir bisher gelungen; Ob der feind für grimm gleich bebt, Hast du mich doch stets geleitet, Und weg vor mir bereitet, Mich mit gnad und treu berührt. Mir kein gutes fehlen lassen! Ja, ich kann den überfluß Deines treuen her: jens fassen, Mich beströmt dein friedens- guß. 6. Weiter fann ich, Herr, nichts fagen, Als nur tausend lob sey dir, Daß du mich bisher getragen, Alle schuld vergeben mir. Nun kann ich mit freuden singen: Christus ist mein schatz und kleid, Nun muß meine stimm erklingen; Ich bin fren von schuld und leid; Christus hat mich ausgeföhnet, Er ist selber bürg für mich; Ob mich gleich die welt noch höhnet, Duld' ich, leb ich ewiglich. 7. Halleluia laßt uns fingen, Halleluia sey der schluß, Halleluja muß erklingen, Halleluja sen zum fuß Unsers Heilands hingeleget, Daß er ausgetilget hat Günde; ob sie schon sich reget, Wird sie doch gleich wieder matt. Denn die macht ist ihr genommen Durch des bürgen tod und blut, Dadurch er den sieg bekommen; Nichts be nimmt uns nun den muth. 294 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 437. us thränen wasche, err, ich befenne mit| asche; Eich, wie ich mich in heiß zens- grund, Nichts ist das mich abwende, Daß niemand sonst mein Heiland ist, Als Jesus Christ, Der wahrer Gott ohn ende; Der mir zu gut Mein fleisch und blut Genommen an: Ich weiß er kann Mich fünder nun nicht lassen. 2. Er ward ans freuzes- hol; gehängt, Mit gall getränkt, Und fiel in todes banden. Doch wiederum am dritten tag, Nach aller plag, Ist er vom tod erstanden; herrschte immer schnöde fünden: Mit herrlichkeit Bur himmels- lust In meiner gar zu sehr ver freud Gegangen ein, Fren von der derbten brust. pein, Gefeßt zu deiner rechten. 3. So schaue deinen Sohn doch an, Was er gethan, Laß gnad in ihm mich finden: Du hast mich armen nicht veracht't, Ganz frey gemacht, Von meinen schweren fünden, Durchs Sohnes tod; Den knecht aus noth Hast du erlöf't: Wer sich deß tröst't, Den kannst du nicht verdammen. 4. Was stand und pflicht mit täglich vorgeschrieben, Ist oft sehr aus trägheit unterblieben. Was aber mir dein wort verbo: ten hat War, was ich oft mit lust und freude that. 5. Tein heiligs wort hab ich hintangeferet, Den theuren schat verachtet und verletzet; mich nicht vor dir, gerechter Gott! gescheut, Wenn mir dein zorn gleich) flud) und tod gedräut. 4. Der treue hirt jetzt kommt vor dich, Und träget mich, Das schaaf, auf seinem rücken, Das schaaf, das ganz verirret war, Ging mit gefahr, Es war in fatans stricken; Das hat er bracht Aus eigner macht, Wie du begehrt, Bu deiner Heerd, Bur heerde der gerechten. 6. Ich habe mich vom fatan las sen blenden. Mich von der welt zum bösen lassen wenden. Mein fleisch das mir die stärkste reizung gab, Verführte mich, und zog von Gott mich ab. 5. Also hab ich nun gnad, o Gott, Durch Christi tod, Den er für mich erduldet, Und ob ich wohl ben mir befind, Daß meine sünd Die höllen- pein verschuldet: So hab ich doch Die heifnung noch), Durch deinen Sohn, Die gnaden thron, Ich werd nicht seyn verloren. 7. Dieß ist, was mich am schmerz: lichsten betrübet, Daß ich nicht Gott, nur fündenluft, geliebet; Daß ich nie recht an beſſerung ges dacht, Und so viel jahr in fünden zugebracht. 8. O sen verflucht, du schne fünden- freude! Du bringest mith 6. Die thür zum schönen para: zu folchen großen feide. dies Hat er gewiß Durch sein blut aufgeschlossen, Daß aus den wunden mildiglich), Am freute sich mit strömen hat ergoſſen: Ich glaube fest, Daß du nicht läßt, from welcher angst gedenk ich an de zeit, Die ich dem dienst der üppig feit geweiht. 9. Jun bring ich dir, Gott! in zerknirschtes herze, Boll angst und mich mit gnaden- augen an! Und strafe nicht, was ich bisher gethan. 2. Ich muß mich selbst vor dir, mein Gott! verklagen: 0 was für schuld hab ich dir abzutragen! Wie schrecklich ist die wohlver: diente noth, Womit dein grimm den schnöden fündern droht! 3. 3d) gieng bisher auf breitem lasterwege; Es war mein her zum guten faul und träge;& mer Gott, In angst und noth, weh, mit thränen, reu und schmer Der dieß im glauben faffet. je, Das glaubensvoll auf Christum Mel. Der tag ist hin, mein. Jesum sieht, Mit heilsbegier zu 438. dir als staub und ier lieg ich, Gott! vor seinen wunden flieht. 10. Ach, sprich mich los von als Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 295 ten meinen fünden! Und laß mich doch durch Christum gnade finden! Ach laß mich doch, auf dieß mein fehnlich flehn, Nicht ohne trost von deinem antlis gehn! 11. Umfange mich mit deinen liebes- armen, Und laß dich mein in meiner noth erbarmen! Nimm auf das schaaf, das sich von dir verirrt, und sich so sehr in eitel feit verwirrt. 12. Laß über mich im himmel freud entstehen! Die engel- lust an meiner buße sehen. Erweck in mir, Gott! einen neuen geist, Der dich erfreut für deine güte preif't! Mel. Nun ruhen alle wälder, schämt empfind ich sie; O tröste du mich wieder, Daß mir der see: len- schmerz Nicht alle fraft ver: zehrt. Wer ist, der ausser dir Mir wahren trost gewährt? 3. Bu dir, o treuer Gott! Erheb ich her; und hände; Mein heil steht nur bey dir, O daß ich hülfe fände! Für recht laß gnad er gehn; Ich hoffe, Herr, auf dich, Beig mir den rechten weg, Denn nach dir sehn ich mich. 4. Ich will, o stärke mich! Ich will die fünde hassen, Auf deine hülfe nur Will ich mich, Gott! verlassen. Nur das, was dir ge= fällt, Werd auch von mir gethan; Führ mich durch deinen Geist Auf dieser guten bahn. 5. Beruhige mein her; Um mei= nes Mittlers willen, Laß feines opfers trost Auch mein gewissen stillen. Du bist die liebe selbst, Ganz unveränderlich: Dein will ich ewig seyn; D Gott, erhöre mich! 439. Herzen Dant ich für err! mit gerührtem deine schmerzen, Für deine todes: pein; Ich will für deine leiden, Die quelle meiner freuden, Dir ewig, ewig dankbar feyn. 2. Wenn mich die fünden krän: fen, Will dankbar ich bedenken, Daß du, Herr! für mich starbst, Und durch dein freyes dulden Ber? Mel. Mein Seiland nimmt d. gebung meiner schulden Und heil 441. Ja, Jeſus nimmt die erwarbst. fünder an. 3. Will süsse lust der fünden Mein so wirds auch wahrheit bleiben, schwaches herz entzünden, Gedenk Was uns die bibel sagen kann, ich dankbar dein, Denn wird, Was alle boten Gottes schreiben, beym stärksten reiße, Mir unter Was Adam anfangs schon gehört, deinem freuze Dein tod zum siege Was Moses drauf in bildern lehrt, fraft verleihn. Was die propheten alle preisen, Was uns Johannis finger weisen, Geht alles einzig da hinan: Ja, Jesus nimmt die fünder an. 4. Nun, dantbar will ich kämpfen, Der finde macht zu dämpfen, Im glauben fest zu stehn; Dir dankbar will ich leben, Dich sterbend noch erheben. Laß, o Herr Jesu! dieß geschehn. Mel. O Gott, du frommer G. 2. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Das hat sein eigner mund gelehret. Vom Vater, der nicht lüauch gehöret. Der Geist bezeigt es gen kann, Ward dieses zeugniß 440. die vorgebracht, Was Petrus fagt, Was Paulus treibet, Was Jesu liebster jünger schreibet, Das heißt, wie niemand leugnen kann: Ja, Jefus nimmt die fünder an. err, Um deiner wahrheit willen! Du bist an gnade reich Und wirst mein feufzen stillen. Ach! geh nicht ins gericht, mit deinem armen knecht! Vor dir, o Herr, ist ja Kein sterblicher gerecht! 3. Ja, Jesus nimmt die fünder an. So hats die fünderwelt er= 2. Die größe meiner schuld Schlägt meine feele nieder, Be- fahren; Weil ers vor alters schon 296 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. höret man: Ja, Jesus nimmt die fünder an. gethan, So bald nur arme sünder waren. Fragt Adam, Noah, Abraham, Und aller alten Väter stamm. Ja forscht noch jest ben Gottes: kindern, Ben allen felgen armen fündern: So ruft und zeugt euch jedermann: Ja, Jesus nimmt die fünder an. 4. Ja, Jesus ninimit die fünder an. Der ganze himmel fanns bezeugen. Denn der nimmt fröhlich theil daran, Und läßt sein Halle: luja steigen. So oft ein fünder wiederkehrt, Wird dort der freu: denschall vermehrt. Ja, wollt ihr auch die hölle fragen; Co muß sie zitternd amen sagen: Weils satan felbst nicht leugnen tann: Ja, Jesus nimmt die fünder an. 2. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die ihren taufbund nicht ges achtet: Und so, wie nun fast je dermann, Den jugendlüften nach: getrachtet! Die ihr gewissen oft verlest, Die kindschaft Gottes nichts geschätzt, Des heil'gen Gei stes zucht vertrieben, Die fünden ihrer väter lieben; Die ruft das theure wort heran: Kommt, Je: sus nimmt die fünder an. 3. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die sich durch heuchelen be trogen; lind auf der falschen chri stenbahn Ihm schon so vieles vors gelogen, Sich selber recht und gut gedünkt, Mit frommen werten ausgeschminkt, Und andre durch den schein geblendet, Doch Jeſu namen nur geschändet. Auch sel chen fündern rufe man: Kommt, Jesus nimmt die fünder an. 5. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Dies zeugniß schallt von seinen Freuden. Und daß mans dreister glauben kann, Co hört mans auch von Jesu feinden. Wer leugnets denn? der bösewicht, Der wider 4. Ja, Jesus nimmt die fünder sein gewissen spricht, und wünscht, an, Wenn gleich ihr tiefer feelen: daß unser grund verdürbe, Daß schade Verzweifelt böse heiffen alle welt in fünden stürbe. Allein, kann. Sein mort verkündigt große er lügt sich todt daran, Mein Heil gnade. Wer recht vor andern gott nimmt doch die fünder an. los heißt, Wen jedermann zur hels 6. Ja, Jeſus nimmt die fünder len weis't, Wer durch sein teuflisch an. Laß alle weit was anders fa- vöses leben Echon alle hoffnung gen! Der zweifel mag so sehr er aufgegeben; Auch der isis, dem tann, Das jawort immer nieder- man sagen tann: Komm, Jejus schlagen. Es bleibt doch ewig ausgemacht. Und was man jemals vorgebracht, Dieß wort des lebens zu ermorden: Das ist zu schimpf und spott geworden. Das nein ist völlig ausgethan. Ja, Jesus nimmt die fünder an. nimmt die fünder an. 5. Ja, Jesus nimmt die fünder an; Gesetzt auch, daß sie alle fün den Mit lust und vorsatz frech ges than. Für alle schuld ist rath ju finden. Der gößendienst, die laz flerung, Des sabbathtags entheilis gung, Ter ungehorsam, haß und morden Sind unsers Heilands tod geworden. Und dadurch sind ſt abgethan. Nun heißts: er nimmt die fünder an. In voriger Melodie. 442. Er nimmt die fünder alle an, Die fünder, recht wahrhafte fünder, Die niemand anders nennen fann, 21s 6. Ja, Jesus nimmt die fünder wohlverdiente todeskinder; Die an, Auch hurer, diebe, falsche jeu durch und durch verderbt und gen, Und solche, die schon das ges blind, Des guten Gottes feinde than, Was wir, als fumme fchuld, find, Und nicht nur fein gefet, verschweigen; Die Sodoms un zerriffen, Nein, auch die gnade zucht ausgeübt, und den verflucht von sich stießen; Bon allen diesen sten koth geliebt; Ja, die we Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 297 feinen greuel wissen, Der sie nicht am verfluchten kreuz, Der hat ja auch mit hingerissen. Gott lob! freylich seinerseits nicht das gedaß mans betheuren kann: Ge- ringste aufzuweisen. Allein das wiß, auch euch nimmt Jesus an. Lamm ist hoch zu preisen, Von 7. Ja, Jesus nimmt die fünder den man fröhlich fingen fann: an, Die ihn so lange warten las- Mein Heiland nimmt den schäfen, Die ihm das Herz nicht auf- cher an. gethan, Vielmehr noch über alle maßen So schnöden widerstand In voriger Melodie. 443. Er nimmt die armen fünder an; Wenn gleich ihr herz ganz anders denfet, Und, weil es noch nicht glauben kann, Eich selbst vergeblich plagt und träntet. Sagt fleisch und welt und satan nein, Muß doch sein wort gewisser seyn. Und will ein dunkles wort mich schrecken; So soll das klare mich erwecken, Bis ichs auch weinend glauben kann: Ja, Jesus nimmt die fünder an. 2. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die jest in seelen- ohnmacht sinken, Und, weil ihr können nichts mehr kann, Im fünden- schlanim fast gar ertrinten. Denn, wo die hoffnung ganz vergeht, Der un tergang vor augen steht, Wo rath und hülfe schon verschwunden; Da wird ein ew'ger grund gefunden, Ein wort das höllen schliessen fann; Mein Heiland nimmt die fünder an. her; gemacht, wenn er den zug ans gebracht; Die, wenn er sie so sehr gebeten, och alle gnade fast zertreten: Auch diesen feinden zeuge man; Ja, Jesus nimmt die fünder an. 8. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Er will, sie sollen alle leben. Wer ja so rasend handeln kann, Sich selbst dem teufel hinzugeben: Wer schon sein ew'ges heil verflucht, Des fatans brüderschaft ge: fucht, Sich ihm mit leib und feel verpflichtet, Ein zauberbündniß aufgerichtet, Und was man sonst noch) nennen kann: Gott lob! auch den nimmt Jesus an. 9. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Auch die noch, die man wohl vor allen Die allergrößten nennen fann, Weil sie von neuem abgefallen; Die schon den fündendienst verflucht, Und Jesum recht mit ernst gefucht, Ja zum geschmack des heils gekommen, Allein das herz zurück genommen. Auch noch von solchen lieset man: Kommt! Jefus nimmt die fünder an. 10. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Gefeßt, daß mancher erst am ende Sein heil mit ernst bedenken tann: So reicht ihm Jesus doch die hände. Swar warte du auf morgen nicht: Sonst fällst du leicht ins jorngericht. Doch wer nun jetzt im tode schreyet, Die freche schuld mit angst bereuet, Und Jefu blut ergreifen fann; Ten nimmit der Herr gewiß noch an. 11. Ja, Jesus ninimt die fünder an, Auch die durch rad und galgen sterben. Denn wer an Jesum glauben kann, Muß doch gewiß den Himmel erben. Ein schächer N 2 3. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die Gott als richter schon ver dammet; Die Moses nicht vertra= gen fann, Weil seine klarheit tödt= lich flammet; Die ihr gewissen selber schlägt, Und zur verzweiflungsnoth bewegt, Die schon ben langem seelenhinken Wie Lazarus im grabe stinken; Auch diese lockt das wort heran: Ér, Jesus, nimmt die fünder an. 4. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die selbst nicht wissen, wie sie stehen; Und deren mund nicht fa= gen kann, Wohin des herzens triebe gehen; Die voller zweifels= finsternis, In sich verwirrt und ungewiß Mit unauflöslichen gedanken Recht kläglich hin und wieder wanten: Die führt zu diesem 298 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. licht heran. Seht, Jesus nimmt| haftig angenommen. Es ist hiet die fünder an. gar fein unterscheid. Das heil ist 5. 3a, Jesus nimmt die fünder allen zubereit't. Und weil sie alle an, Die sich nun ganz verloren fünder heissen; So follens alle ju geben. Die er für hunde schelten sich reissen. Es ist ein wort für je fann, Die weiß er doch noch auf dermann: Ja, Jesus nimmt die Juheben. Die jedermann verwirft fünder an. und schlägt, Bu denen niemand 3. Ja, Jesus nimmt die fünder liebe trägt, Von denen sich auch an. O könnte mans die tauben jünger trennen, Weil sie des her lehren! Mein Jefu, du bist, der es gens grund nicht kennen; Ach: tann, Und willst, sie sollens alle folchen blöden schwöre man: Für- hören. Wie mancher hört am leibe wahr, er nimmt die fünder an. nicht, Und faßt es auch nicht durchs gesicht! Wie viele hörens zwar mit ohren, Allein die kraft geht doch verloren! Uch hilf! daß jeder hö ren kann: Ja, Jesus nimmt die fünder an. 6. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Doch mancher wird mit ängsten sagen: Bielleicht verfolgt mich schon der bann, Dem er die hoff mung abgeschlagen. Die fünde wider seinen Geist, Die ewig unver= geblich heißt, Die hab ich armer wohl begangen. So bleib ich ja im fluch gefangen. Ich weiß nicht was ich hoffen kann. Nimmt Jesus denn auch mich noch an. 7. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Auch dich, auch dich), du blöde taube! Und, was dir schleunig helfen kann, Das ist ein wörtlein: glaube! glaube! Denn wer sich noch nach Jesu fehnt, In banger reue ſeufzt und föhnt, Der wird von fünderfreund hat die fünde nicht begangen, Die Jefus nicht vergeben kann. Drum glaube, dich nimmt Jesus an. 4. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Das soll man unaufhörlich fingen. So lang ein mensch noch hören kann, Coll dieß vor seinen ohren klingen. Ich wüßte doch tein besser lied. Und wer sein tiefes elend sieht, Der wirds in ewigkeit bekennen, es sen das größte glüd zu nennen, Wenn man sonst nichts mehr hören kann, 21s: Jefus nimmt die fünder an. In voriger Melodie. 445. Mein Mittler ni fünder an. Das tann man frey von allen fagen. Dod), wers auf sich nicht deuten fann, Der bleibt ein find der ew': gen plagen. Was hilft mir alle feligkeit, Die Gott so reichlich an: erbeut, Wenn ich sie nicht zu eigen friege? Da kommt man erst jum glaubenssiege, Wenn man vers chert sagen kann: Auch mich), ja, mich nimmt Jesus an. In voriger Melodie. 444. Fürwahr er nimmt die fünder an, einem wort, die fünder alle. Geht hin, und ſagt es jedermann, Daß alle luft davon erschalle. Es soll von allen insgemein Nicht einer aus: geschlossen seyn; Sagts heiden, türken, juden, christen! Ach, daß et groß und kleine wüßten! Sagts jedem, der nur hören kann: Ja, Jefus nimmt die fünder an. 2. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Wer, wo und wenn und wie fie kommen. Man feny auch immer, wie man fann; Man wird wahr: gen? Wer sterben will, der flirbt 2. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Die aber, die sich nicht be quemen, Den holden freund, den schmerzensmann Zu ihrem Heiz land anzunehmen, Die, fag i nimmt er auch nicht an. Du fragt: warum? weil er nicht kann: Denn uns zum feligwerden zwingen, Was würde das für früchte brins Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 299 im bann. Wer willig kommt, den| thun gelingt, Wer sich nicht todt nimmt er an. und gottlos achtet, Wer nicht nach bloßer gnade trachtet; Den bleibt der Herr ein fremder mann. Wars um? er nimmt nur fünder an. 3. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die fünder, so die schuld er tennen. Wer aber noch nicht glauben kann, Daß er mit recht verdammit zu nennen; Wem Jefus noch nicht nöthig scheint, Der kommt nicht zu dem fünderfreund. Und alle fünder, die nicht kommen, Die werden auch nicht angenommen. Sonst bleibt das wort für jedermann: Komm, Jesus nimmt die fünder an. 8. Ja, Jesus nimmt die fünder an, So bald sie sich so elend finden, Daß ihnen sonst nichts helfen kann, Als Er, der Tilger aller fünden. Wem Jefus unentbehrlich wird, Dem ist er schon der gute hirt, Der darf nicht erst noch viele zähren Und größre traurigkeit begehren; Weil man ihn fren versichern kann: Dein Heiland nimmt dich so schon an. 4. Ja, Jesus nimmt die sünder an, Die ihre seelennoth empfinden, Die sich im schweren fündenbann, Als arme würmlein schmerzlich winden. Die ganz beschämt von ferne stehn, Und ihren tiefen greuel fehn; Die gar nichts guts an sich erkennen, Sich selbst von herzen gottlos nennen; Die hören ihre lust daran: Mein Heiland nimmt die fünder an. 5. Ja, Jesus nimmt die fünder an Die ihren jammer nicht verfchweigen; Nein, ihm auch den ges heimsten bann Mit unverfälschtem herzen zeigen. Denn wer die fünde fren gesteht, Den läßt die höchste Majestät Bur ewig treuen gnade kommen. Was man bekennt, wird weggenommen, Daß man mit beugung sagen kann: Mich armen wurm nimmt Jesus an. 6. Ja, Jefus nimmt die fünder an, Die sich wahrhaftig so em: pfinden. Denn wer sich fünder nennen kann, Und fühlt doch nicht die last der fünden; Wer mit dem armen fünder spielt, Und doch noch gern in fünden wühlt; Auch wer fich für gerecht erkennet, Und nur jur beichte fünder nennet: Der bleibt gewiß im ew'gen bann. Denn Jesus nimmt nur fünder an. 7. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die armen, ja die armen fünder. O, kriecht doch so zum kreuz hinan, Als ganz verlorne Adams: finder. Denn wer was gutes mit fich bringt, Und wem sein eignes 9. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Und wenn man gleid), so wie man sollte, Die schuld noch nicht erkennen kann, Doch aber gern erkennen wollte; Wenn oft ein fünder mit verdruß Sein hartes herz empfinden muß; So darf er doch zu Jesu kommen, Und wird gewiß so angenommen, Weil er das Herz erweichen kann. Denn seine huld nimmt fünder an. 10. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die ihre fünden nicht mehr lieben, und, wenn ihr fleisch sie lieben kann, Sich doch im ernst darum betrüben. Denn wer noc) willig böses thut, Berachtet das verföhmungsblut, Und die, so sich nicht helfen lassen, Kann Jeſu gnade nicht umfassen, Weil sie das wort nicht reißen kann: Dein Heis land nimmt die fünder an. 11. 3a, Jesus nimmt die fünder an, Die nichts, als seelen- rettung suchen, Und alles, was sie hindern tann, 3war selbst nicht dämpfen, doch verfluchen. Ach feelen, laßt die tücken seyn, Räumt ihm die ganzen herzen ein. Entdeckt ihm alle feelentetten, und lasst euch doch von allem retten. So heißts für euch und jedermann: Mein Heis land nimmt die fünder an. 12. 3a, Jesus nimmt die fünder an, Die ihm gebeugt zu fuffe fal= len; Die so, wie jeder weiß und tann, Um hülfe schrenn, um gnade 300 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. lallen. Und wer aus armuth we nig fagt, Ja oft wohl nur mit feufzen flagt, Und, wenn der mund vor fummer schweiget, Sein elend nur von ferne zeuget: Auch der hat wahren theil daran. Denn er nimmt uns als fünder an. verlangen, Die fünder gnädig ju empfangen, Daß man recht freu: dig sagen kann; Ja, Jesus nimmt die fünder an. 2. 3a, Jesus nimmt die fünder an, Sie ganz von sünden loszus sprechen. Gewiß sein her; denkt nie daran, Sich im geringsten nur zu rächen. Ach nein! sein blut das lösegeld, Bersöhnt die ganze fün derwelt. Nun wird von allen, die nur kommen, Die schuld auf ewig weggenommen. Das heißt vor Gott und jedermann: Er, Jesus, nimmt die fünder an. 13. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die feinen andern Heiland wissen. Wer sich nichts füffers den fen kann, Als Christi theure wunden küssen, Wer nach dem blut des Lammes schreyt, Wer sich des leidens Jefu freut, Wer seinen blut'gen schweiß verehret, Das wort vom freuz mit freuden höret: Dem wird das siegel aufgethan, Da lies't er: mich nimmt Jesus an. 3. Ja, Jeſus nimmt die fünder an, So fündig, wie sie sich eme pfinden. Denn weil sich niemand helfen kann, Co bringt man alle noth der fünden, Und legt mit tief beschämtem sinn Sie ganz zu seinen füssen hin. O seligkeit! ſo darf man kommen! So elend wird man angenommen. Ja, feelen, zweifelt nicht daran. Fürwahr! er nimmt die fünder an. 4. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Und wenn ein mensch mit schmerzen siehet, Daß er von selbst nicht kommen fann; So fomnit mein Heiland, hebt und ziehet, Und nimmt ihn selbst in seinen arm, Ja macht ihn gar im buſen warm, und läßt ihn auch nicht von sich reiffen. Das mag ein treuer Jesus heissen, Den man nicht besſer wünschen kann. Ja, Jesus nimmt die fünder an. 5. Ja, Jeſus nimmt die fünder an. Er fordert nichts von armen leuten. Denn er hat schon genug gethan, Und das auf alle ewigtei ten. Nun giebt er mir und aller welt Die ganze gnade ohne geld. Berdienst, versprechen, arbeit, gaz ben, Will er von keiner feele haben. umsonst beschenkt er jedermann, Umsonst nimmt er die fünder an. 6. 3a, Jeſus nimmt die fünder an, Co wie ein treuer arzt die franken. Sein herz, das allen hele jur noth; O nein, es ist sein täg- fen tann, Hat lauter heils: und ist 14. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die mit vertrauen zu ihm kommen. Wohl dem, der ihn, so gut er kann, Recht zuversichtlich angenommen. Der schmeckt des Heilands freundlichkeit. Allein, wer sich vergeblich scheut, Das Heil so gläubig anzunehmen, Dem schadet sein verkehrtes schämen. Ihr armen kommit doch dreist heran. Nehmt ihn, und glaubt: er nimmt euch an. 15. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Die arm und redlich zu ihm kommen. Wer sich nun so erken: nen kann; Den hat der Herr schon angenommen. Nur schade daß man ihm nicht traut, Und auf sein wort nicht besser baut. Da dünft uns fern, was wir schon haben. So bleibt das Herz in noth begraben, Bis mans dem worte glauben kann: Ich bin schon sein; Er nimmt mich an. In voriger Melodie. 446. Mit freuden nimmt er fünder an, Es ist ihm recht, so bald sie kommen. Wer sich dazu entschliessen kann, Wird mehr als willig angenom men. Er hilft uns nicht nur so Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 301 wunder- arzenen. Das macht vom| nen fann, Als satans finstre mörz ew'gen tode fren, Giebt unserm derhöhlen, Die schmückt der Heiz geist erquickungs- fäfte, Und wirket land himmlisch aus, und nennt heil'ge lebens- kräfte, Daß man sie seines Gottes haus. Er läßt den mit freuden singen fann: Mein Geist in ihnen wohnen, Daß man Jesus nimmt die fünder an. an solchen königsthronen Die werke Gottes sehen kann. Das heißt: er nimmt die fünder an. 7. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Sie seinem Vater darzustellen. Denn sonst gehörte jedermann Bon Gott hinweg zum pfuhl der höllen. Besprengt uns aber Christi blut; So find wir rein, gerecht und gut; So dürfen wir zum Bater kommen, Und werden huldreich angenommen. Denn, wen das Lamm verföhnen kann, Den nimmt auch Gott mit freuden an. 8. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Und schafft, wenn er sie ange-, nommen, Daß jeder fröhlich schwören kann: Ich bin vom tod ins leben kommen. Er macht sie durch den Geist gewiß, Bertreibt die veifelsfinsterniß, Und spricht: du hast in meinen wunden Bergetung aller schuld gefunden. So jauchze nun vor jedermann: Gott lob! auch mich nimmt Jefus an. 9. Ja, Jesus nimmt die fünder c.n, Daß sie mit ihm gemeinschaft haben. Denn, was sie von ihm trennen kann, Das hat er selbst mit sich begraben. Weil nun sein blut an ihnen haft; So sind sie feine brüderschaft, Sein eigenthum, erlös'te fünder, Ja, feine braut und Gottes tinder. So weit streckt sich das wort hinan: Mein Heiland nimmt die fünder an. 10. Ja, Jefus nimmt die fünder an Bu lauter ew'gen seligkeiten. So bald er sie ergreifen kann, Ent= steht der anfang güldner zeiten. In Christi blut von fünden los, Mit Gott verföhnt, im gnaden: schooß, Kein unglück, tod und hölle scheuen, Sich täglich seiner findschaft freuen, Das kann ein mensch), ders glauben kann: Gott lob! audy mich nimmt Jesus an. 11. Ja, Jesus nimmt die fünder an, und macht aus fündern heil'ge seelen. Die man nicht anders nen12. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Er will mit ihnen umgang pflegen. Und wagt sich so ein wurm heran; Wie freundlich blickt er ihm entgegen! Wie offenherzig sieht er aus! Und sagt sein ganzes herz heraus. Wie ist er doch so sanft und niedrig, Und niemals zornig oder widrig! Ach, kommt, ihr blöden, eilt heran! Seht, Je= sus nimmt die fünder an. 13. 3a, Jesus nimmt die fünder an. Wie gut ists doch, mit ihm zu sprechen! Und wenn man keinem trauen kann, Will er die zuver= ficht nicht schwächen. Ja überall, und allezeit, Trifft man ihn zum gespräch bereit. Man darf bestän= dig mit ihm leben, und ihm von allem nachricht geben. So weiß, erfährt und rühmet man: Er nimmt mich recht vertraulich an! 14. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Und wie zuerst, so alle tage. Wer das nicht recht begreifen tann, Der macht sich viel vergebne plage, Wer aber sich und Jesum kennt, und bleibt in diesem element, Als fünder zu ihm hinzu: kommen; Der wird beständig an= genommen, Und hat auch immer gnug daran: Ich weiß, er nimmt die fünder an. 15. Ja, Jesus nimmt die fünder an, und hält sie treulich bis ans ende. Hier heißt es recht: ein wort, ein mann. Wir fennen seine allmachts- hände. Kein fatan reißt uns da heraus, Wir stießen uns denn selber aus. Mein Gott will mich in späten tagen Sogar wie in der mutter tragen. Gott lob! daß ich es glauben kann: Mich nimmt ein treuer Jesus an. 16. 3a, Jesus nimmt die fünder 302 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. an. So heißt es endlich auch im sterben. Wer lebend zu ihm tommen tann, Der soll das reich des lebens erben. Und da kommt nie: mand sonst hinein, Als fünder, die im blute rein, Die sonst kein recht zum himmel haben, Als Jesu sterben und begraben. Wer das von herzen glauben kann, Den nimmt er auch zum himmel an. er macht und wort und Geist, Den todten fünder aufzuwecken; Und stöhrt durch alle wilde hecken, Bis er das wort vernehmen kann: Komm! Jesus nimmt die fünder an. 4. Ja, Jesus nimmt die fünder an. Er bleibt in seinen liebesfeh nen. Wenn er sie gar nicht lenten fann, Bergießt er endlich bittre thränen. Sie sterben seinem blut zur schmach, Er sieht mit naſſen augen nach), Und seufzt, wenn ſie zur Höllen fahren: Ach, daß fie nicht zu retten waren! Da sehn wir, daß man schwören kann: 3a, Jesus nimmt die fünder an. In voriger Melodie. 17. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Mag doch die welt die nase rümpfen, Und weil sie sich nicht beugen kann, Den holden fünderfreund beschimpfen. Er achtet folcher schande nicht. Des Pharifäers angesicht, Boll stolzer mürrischer geberden, muß doch einmal zu ichanden werden, Weil er das wort nicht leiden kann: Der Heiz land ninimit die fünder an. Jn voriger Melodie. 447. Wie fehnlich nimmt er fünder an. Denn darum hat er selbst gelitten. Und weil er sie nicht miſſen kann: Hört man ihn gar die fünder bitten. Weil sich sein herz so heftig sehnt, Und nach dem heil der fünder stöhnt: So wird man nicht nur angenommen, Nein! seht, er eilt, zu uns zu kommen, Daß man noch mehr behaupten kann, Als: Jesus nimmt die fünder an. 448. Komm, fomm, et nimmt die fünder an. Ach! daß es alle fünder hör: ten, Die man durch nichts bewe: gen fann! Vielleicht daß sie sich noch bekehrten. D! finstrer füne harten feelen- schlaf! Kein menid der, sichres schaaf, Tu liegst im vermag dich aufzuwecken, Die höde kann dich auch nicht schrecken. Uch! höre, was dich rühren kann. Dein Heiland nimmt die fünder an. 2. 3a, Jesus nimmt die fünder an. Das kann man die auf heute fagen. Allein, was morgen wers den kann, Darauf folls feine feele wagen. Um Gottes willen! faume nicht! Gott hat ein plötzliches ges richt. Reißt er dich hin; so ist kein retter. Sein zorn verfammlet schon das wetter. Wer weiß, wa heut noch kommen kann! Ach! eile! jest nimmt Jefus an. 3. Ja, Jefus nimmt die fünder an. Ihr fünder! die ihre no könnt hören, Wir bitten euch, t hoch man kann: Uch, last evd 3. Ja, Jesus nimmt die fünder doch zu ihm bekehren, und bleibt an. Er läuft, und sucht, und will nicht länger hart und todt. Er: fie finden. Und wenn er nichts er schreckt einmal vor eurer noth. D langen kann, Kann doch sein durst lernt doch eure schuld erkennen! noch nicht verschwinden! So lang O feht doch Jesu liebe brennen! es nur noch heute heißt, Gebraucht kommt doch, kommt zu ihn 2. Ja, Jesus nimmt die fünder an, Und lockt und ruft mit füffer stimme. Er fleht und warnet je: dermann, Bezeugt, daß Gottes cifer glimme. O tomnit doch! ruft er tag und nacht, Weil ihn die liebe brünstig macht. Hier ist ein himmel voll erbarmen. Wie zärtlich will ich euch umarmen! Mein herz, das nun nicht anders kann, Nimmt euch mit tauſend freuden an. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 303 heran! Jest nimmt er noch die Mel. Durch Adams fall ist g. fünder an. 4. Ja, Jeſus nimmt die fünder an. Das faßt mit gläubigem vertrauen. Denn wer es gläubig fassen kann, Der wirds erfahren, schmecken, schauen. Wer aber in der fünde bleibt, Den Geist der gnaden von sich treibt, Sein eig nes thun für gültig achtet, Nach Jesu nicht von herzen trachtet; Und so die gnadenzeit verzehrt: Der ist der tiefsten höllen werth. Mel. O haupt voll blut und. 449. h bin ben Gott in gnaden, Durch Christi blut und tod, Was kann mir ferner schaden? Ich achte keine noth; Ift Gott auf meiner feiten, Wie er in wahrheit ist, Denn möz gen mich bestreiten Des teufels macht und list. 450. Ich bin getroft und freue mich, Weil ich hab Jesum funden; Ich lieg und schlafe sicherlich In seinem schooß und wunden. Dies ist der ort, allivo mich nicht Sünd, tod und Hölle schrecket, Weil mir in Christo nichts gebricht, und seine macht mich decket. 2. Er spricht zu mir: ich bin ganz dein, Und du bist mein hins wieder: Ich mache dich fren aller pein; Drum finge friedens- lieder. Ich fülle dich mit meiner freud, Und kröne dich mit wonne: Ich gebe mich dir selbst zum kleid, Du bist schön wie die sonne. 3. Wer will mich nun aus Chris fti huld Berstoffen und wegtreis ben? Wer mir vorwirfet meine schuld, Dem halt ich vor sein leis 2. Was wird mich können scheiden. Dieß stellet mich in sicher: den Von Gottes lieb und treu? heit, Und stillet mein gewissen; Verfolgung, armuth, leiden, Und Den frieden kriege ich zur beut, trübsal mancherley? Laß schwerdt und blöße walten, man mag durch tausend pein Mich für ein schlachtschaaf halten; Der sieg bleibt dennoch mein. Bum schild und sanften füffen. 3. Mein heil, das bis zum sterben mich brünstig hat geliebt, Reißt mich aus dem verderben; Nichts ist das mich betrübt: Ich hab ein fest vertrauen, Ich bin der hoffnung voll, Die weder macht noch grauen Mir ewig rauben foll: 4. Hab dant, o Jesu, Gottes Sohn, Du friedens- wiederbringer, Daß du herab von deinem thron Bist konimen als bezwin ger Deß allen, was den frieden stört: Ach! laß mein Herz doch werden Bum tempel, da der fried einkehrt! Sen selbst mein fried auf erden. 4. Nichts, weder tod noch leben, Ja, feiner engel macht, Die sich in stol; erheben; Kein fürstenthum noch pracht; Nichts dessen, was zugegen, Nichts, was die zukunft hegt, Nichts, welches hoch gelegen, Nichts, was die tiefe trägt; 5. Noch sonst, was ie erschaffen, Bon( Sottes liebe mich Soll schei= den oder raffen: Denn diese gründet sich Auf Jesu tod und sterben; Ihn fleh ich gläubig an, Der mich jein tind und erben, Nicht lassen will noch kann. gieng bisher auf Mel. Wer nur den lieben G. 451. einem pfade, Der schmal und ungemächlich zwar, der aber doch gebahnt und g'rade, Und voll von treuen menschen war; Wo ich nicht flittergold und tand, Wohl aber stille freuden fand. 2. Ich sah ihn deutlich vor mir wandeln, Den besten, frömmsten Menschenfreund: Sein reden, fchweigen, thun und handeln, Wenn er sich freut und wenn er weint, War weide mir; doch war sein tod, Mir Gotteskraft in aller noth. 304 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 3. Das, was sein mund je ausgesprochen, Fand ich als Gottes wahrheit, licht: Nie wurde mir sein wort gebrochen, So wie Er mirs auch jest nie bricht: Er glaube treibt, Der, was sein ruhm im leben ist, Jauchzt er im tod: ich bin ein christ!" Mel. Wie flieht dahin der. 452. Ich hab mich dir, Gott, nur mit mir wie dirs gefällt, Sch bin ja, Herr, dein liebes tind, Weil meine sünd Durch Christum mir vergeben sind. 2. Herr Jesu Christe, Gotte Sohn, Mein Heiland und meingnaden- thron, Ich weiß von tei nem andern heil, Tu bist mei theil, Mein trost und hülf, zu di ich eil. 3. Dein blut und tod bezahlt di schuld, und schenket mir des ters huld, Du haft für mich genug gethan, Das nehm ich an, zu hält'st was ich nicht halten kam. 4. Mein Vater! sieh, ich bring dir Den mann, den du gefiellet mir, Daß er mein bürg und hel fer sey, Der mich macht frey Ven aller schuld und sclaveren. 453. Immer fröhlich, immu fröhlich, Ich bin auf der welt schon selig, habe meiner himmel hier. Andre nagen ihre herzen Durch die schwere forgens schmerzen: Mir kommt gar nichts traurigs für. 2. Bin ich frant, ich will nicht tlagen, Gett hilft mir die krant heit tragen; Er bleibt Rater in der noth; Lazarus kam durch die leiden Bu den ew'gen himmels freuden; wie füsse war sein tod! 3. Viele meiner lebens- tage Wa ren fren von leibes- plage; Wie wenn einer trankheit bringt? so schließ ich unverdrossen Mich ans cher der reichsgenossen, Deſsen dantlied stets erflingt. nennt sich Gott; beweis't als Gott, Sich thätig als den wahren 4. Doch sah' ich andre straßen offen Bur rechten und zur linken hand; Man rief mir laut: hier kannst du hoffen, Hier find'st du, was du suchst, das land Der weisheit, hier, hier glück und ruh: Kommi eile dieser straße zu. 5. Ich fah' auf jener linken feite in heer von eignen menschen stehn; Sie nennen sich die weisen leute, Die mehr als andre men schen sehn: Mit dicht verbund'nem angesicht, Stockblind rief jeder: hier ist licht! 6. Vernunft, vernunft! du brauchst nichts weiter, Echri'n sie: kommi hier, hier ist vernunft; Dieß ist die sich're himmels- leiter, Hier ist der wahren weisen zunft! Ich blickte hin, doch sah ich nicht Das so sehr hoch gepreif'ne licht. 7. Die leiter schwebte hoch auf schlünden, Wo weder feil noch fels fie hielt; ein selbst- gedichte, das mit gründen, Wie finder mit der puppe spielt: Mit gründen, denen leben fehlt, Und die mein Herr zur thorheit zählt. 8. Das leben dieser weisen leute Schien glücklich nur, war's aber nicht: Ich fate scharf auf eine feite, Wo tod, wo grab, und wo gericht In Frankheit ihnen näher trat, Und dann wie finster ward ihr pfad! 9. Man konnt' auf jeder stirne lesen: Die leiter fäll't, auf der ich stand; Ach! wär ich doch ein christ gewesen, Der immer trost im tode fand! Ach, Heiland! ich verkennst du mich! 4. Wie, wenn meine feinde verkannte dich, Und nun, ach nun, fpotten Und sich frech zusammen rotten Wider unschuld, ehr und 10. Seh' ich hingegen auf das gut: En sie mögen immer lachen ende Des christen, der im glauben und ihr fünden- maaß voll ma: bleibt, So seh' ich wie ihn in die chen: Mich vertritt des bürgen hände Des besten freunds der blut. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 305 5. Wenn mich alle menschen 2. In meines herzens grunde haffen, So wird mich doch Gott Strahlt Jesu nam und heil; Ich nicht lassen: Ich kann fröhlich und steh mit Gott im bunde, Ich hab getroft Aller eitelkeit entsagen, am himmel theil. Wenn alles Spotte nur der feinde plagen, Und um mich trübe, Wenn alles finwas sonsten auf mich stoßt. ster ist, Dann leuchtet deine liebe 6. Ja, wenn gleich auf fei- Mir, o Herr Jesu Christ. ten, Sich erreget frieg und streiten, Ich bin fröhlich, unverzagt! Will das schiff des glaubens trachen, Dann wird er, mein helfer, wachen, Alles sen auf ihn gewagt. 7. Wüthet auch der höllen rachen Mich, den fünder, blöd zu machen, Bleib ich dennoch wohlgemuth: Jefu tief geschlagne wunden Haben alles überwunden: Sein blut löscht der höllen glut. 3. In meines herzens grunde Strahlt Jesu nam und heil, Ich steh mit Gott im bunde, Ich hab am himmel theil. Dich Jesu will ich halten, Du bleibest mir allein, Wenn ich einst werd erkalten, Dann schlaf ich in dir ein. 8. Sterben mir die anverwandten, Eltern, freunde und bekannten, Bleibt die freud doch unverfehrt: Der sie gab, hat sie genommen, Darum sen ben allen from: men Gottes name hochgeehrt. 9. Ich habs ja nicht ändern können, Ihm will ich die freude gönnen, Der viel höher sie geliebt: Er nahm sie vom weltgetümmel Bu sich in den freuden- himmel, Wo sie ewig nichts betrübt. 10. Muß ich um das meine kommen, Wird mir zeitlich gut genommen; Nun hin. Bleibet denn nicht Gott mein Bater, Mein versorger und berather? Sein ist, was ich hab und bin. 11. Er wird allen kummer- stillen; Ich versink in seinen willen; Er bleibt mir das gute theil. Mein schatz ist im himmel droben; Dort will ich für alles loben, Dort erquicket mich mein heil. Mel. Serzlich thut mich ver. 454. In meines Herzensgrunde nam und heil; Ich steh mit Gott im bunde, Ich hab am himmel theil. Mir leuchtet sein erbarmen, Bum troft in aller noth, Ich find in seinen armen Das leben selbst im tod. 4. In meines herzens grunde Strahlt Jesu nam und heil; Ich steh mit Gott im bunde, Ich hab am himmel theil. Die welt mag immer toben, Mich rührt ihr to: ben nicht: Ich kann mit freuden loben, Denn Jesus bleibt mein licht. 5. In meines herzens grunde Strahlt Jesu nam und heil; Ich steh mit Gott im bunde, Ich hab am himmel theil; Beigt sich in meinem herzen Tes jammers schrecken- bild, Mir bleibt ben allen schmerzen Dein name fonn und schild. Mel. O haupt voll blut und. 455. It Gott für mich, ſo trete der mich, So oft ich fing und bete, Weicht alles hinter sich. Hab ich das haupt zum freunde, Und bin beliebt ben Gott, Was kann mir thun der feinde Und widersacher rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ja rühm auch ohne scheu, Daß Gott der höchst und beste Mir gänzlich günstig sen, Und daß in allen fallen, er mir zur rechten steh, Und dämpfe sturm und wel len, Und was mir bringet weh. mich 3. Der grund, drauf ich gründe 3st Christus und sein blut, Das machet, daß ich finde Daš ew'ge wahre gut, An mir und meinem leben, Ist nichts auf dies ser erd, Was Christus mir gege= ben, Das ist der liebe werth. 306 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. mit angst und schmerz, Die feinde täglich plagen: Er kommit in hehn und spott; Er höret sie oft fragen: 4. Mein Jesus ist mein ehre, wird verfolgt und findet, Wie ihn Mein glanz und schönstes licht, Wenn er nicht in mir wäre, Eo dürft und fönnt ich nicht vor ( Sottes augen stehen, und vor dem sternen- sitz, Ich müßte stracks vergehen, Wie wachs ins feuers hit. 5. Der, der hat ausgelöschet, Was mit sich führt den tod, Der ist der mich rein wäschet, Macht schneeweiß, was ist roth; In ihm kann ich mich freuen, Hab einen heldenmuth, Darf kein gerichte 13. Die melt die mag zerbre: scheuen, Wie sonst ein fünder thut. chen, Du stehst mir ewiglich), Kein 6. Nichts, nichts fann mich ver- brennen, hauen, stechen, Coll tren dammen, Nichts nimmt mir meinen mich und dich: Kein hunger nen muth; Ich fürchte nicht die und kein dürften, Kein armuth flammen Der höllen heisse glut: teine pein, Kein zorn des großen Kein urtheil mich erschrecket, Kein fürsten, Coll mir ein hindrung unheil mich betrübt, Weil mich seyn. mit flügeln decket, Dein Heiland der mich liebt. o ist denn nun dein Gett? 12. Das ist mir nicht verbor gen, Doch bin ich unverzagt, Gott will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt: Es fofte leib und leben, und alles was ich hab, An ihm will ich fest kleben, Und nimmer lassen ab. 7. Sein Geist wohnt mir im 14. Kein engel, feine freuden, Kein thron noch herrlichkeit: Kein lieben und kein leiden, Kein ang herzen, Regieret meinen finn, jund fährlichkeit, Was man nut Vertreibet furcht und schmerzen, kann erdenken, es sen klein eder Nimmt allen fummer hin: Eievt groß, Der'r keines soll mich lenten fegen und gedeihen Dem, was er Aus deinem arm und schooß. in mir schafft, Hilft mir das Abba schreyen Aus aller seiner traft. 15. Mein herze geht in sprin gen, Und fann nicht traurig fenn, 3ft veller freud und singen, Sicht lauter fonnenschein. Die fon die mir lachet, Ist mein Herr 3 fus Christ, Das, was mich finger machet Ift, was im himmel iſt. 8. Und wenn an meinem orte Sich furcht und schrecken find't, So feufit und spricht er morte, Die unaussprechlich sind wir zwar und meinem munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des herzens grunde Erfiehet feine luft. 456. Lebt doch unfer Herr Gott noch, Faffe dich du arme feele! Was betrübet did die noth? Suche troft ben deinen Gott, Und in Jeſus seiten- höhle, Bist du doch durch den erwähle Welcher deine thränen zählt, und dein elend abgemeſsen, Dente 10. Da ist mein theil und erbe, nicht, Gott sey zu hoch, Oder habe Mir prächtig zugericht, Wenn ich dein vergessen, Lebt doch un gleich fall und sterbe Fällt doch Herr Gott noch. mein himmel nicht, Muß ich gleich 2. Lebt doch unser Herr Gott hier mit weinen Oft effen thra: noch, Ey warum willst du verja nen- brodt: Mir wird die sonne gen Oder dein bedrängtes her; scheinen; Mein heil hilft aus Ferner mit vergebnem schmerz Und verzweiflungs- peitschen schla 11. Wer sich mit dem verbindet gen? Gottes gnad und wundertreu Und schenket ihm sein herz, Der Ist ja alle morgen neu; Een ges der noth. 9. Sein Geist spricht meinem geiste Das füsſe trost- wort zu, Wie Gott dem hülfe leiste, Der bey ihm fuchet ruh, Und wie er hat erbauet Ein edle neue stadt, Da aug und herze schauet, Was es geglaubet hat. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 307 rost nach langem weinen, Hart gepreßter geist, wird doch Dir die fonne wieder scheinen. Lebt doch unser Herr Gott noch). gleich spißen dornen sticht, Und den frieden nur fann fränken: Cor: gen hört dem schöpfer zu; Meine secle sucht nur ruh. 4. eine seele grämt sich nicht, giebt hingegen Gott im leiden; Kummer, der das herze bricht, Trifft und ängstet nur die heiden: Wer Gott in dem schooße liegt, Bleibt in aller noth vergnügt. 5. Meine seele klaget nicht, Denn sie weiß von feinen nöthen, hangt an Gottes angesicht, Auch alsdenn, wenn er will tödten: Wo fich) fleisch und blut beklagt, Wird das freuden- licht verjagt. 6. Meine feel ist still zu Gott, Und die junge bleibt gebunden: Also hab ich allen spott, Alle mars ter überwunden, Bin, gleich wie ein stilles meer, Voll von Gottes preis und chr. 3. Lebt doch unser Herr Gott noch, Will dich gleich dein herz verdammen; Schreckt dich schon die fünde sehr, Schlägt sie als ein tobend meer lleber deinem haupt zusammen; Bage nicht, denn Jefu blut Spricht für deine schulden gut, läßt er dir nicht selber wissen, Warum zagst und bebst du doch, Da die handschrift ist zerrissen, Lebt doch unser Herr Gott noch). 4. Lebt doch unser Herr Gott noch, Fürchte nicht des todes schre: den; Denn du wirst im letzten streit Von des todes bitterfeit Seinetwegen gar nichts schmecken; Ja, du wirst durch Gottes macht, Nach der schwarzen todesnacht, Ueber deinem staube stehen, Wenn des grabes riegel bricht, Wirst du dich lebendig sehen, Dich erschre: det tein gericht. 5. Lebt doch unser Herr Gott noch, Lebe du ihm auch zu ehren, Gieb dich ihm, wie er sich dir und bemüh dich für und für, Teinen glauben zu vermehren, Folge ihm in lieb und leid, Laß dich keine er: den- freud Und fein elend von ihm trennen, Sondern trag sein fanf: 3. Dein auge hat es wohl ge= tes joch, Welches alle christen ten- sehn, Was durch betrug der lust nen; Lebt doch unser Herr Gott geschehn: Ich bin nicht werth, noch). dein angesicht Bu sehen; doch, Herr, zürne nicht. 4. Den Geist, das theure liebespfand, Ten deine gunst mir zugewandt, Nimmt nicht, wie ichs verdient, von mir, Weil ich ge= fündigt hab an dir. 5. Laß aber deine gnaden- kraft, Die fried und freude in mir schafft; Den troft einflößen meinem geist; Darauf dein wort mich hoffen heißt: 6. So werd ich ohne furcht und wang, Mit freuden richten meis nen gang Bu deiner ehr, nach deis nem wort, Und selig seyn so hier Met. Jesus, meine zuversicht. 457. Me eine seele senket sich Hin in Gottes herz und hände, Und erwartet ruhiglich Seiner wege ziel und ende, liegt fein stille, nackt und bloß In des fiebsten Vaters schooß. Met. Serr Jesu Christ, wahr. 458. Schaff in mir, Gott, ein reines herz, Ein herz, das sich fiets himmelwärts Aufschwinge, und von fünden frey, Mit luft dir diene ohne scheu. 2. Erneure was verblichen ist In mir durch satans trug und list; Befestige den schwachen sinn, Daß nicht der feind ihn reisse hin. 2. Meine seele murret nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne wille spricht, it zum tode schon beschieden; Was die ungeduld erregt, Ist in Christi grab gelegt. 3. Meine seele forget nicht, Will vielmehr an nichts gedenken, Was als dort. 308 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 7. Hier duld' und trag ich frey- merken; Denn was ich selbst lich noch Den fünden- leib, das nicht kann, das schaffet er in mir: schwere joch; Doch sieht mein Und so verbleib ich sein, und er auge zu dir auf; Du stärkst mich mein, für und für. in dem pilgrims- lauf. 8. Ich eile fort mit schnellem flug; Mich zieht ein jeder othemzug Bum grab und meiner ruhe hin; Bald wird mir tod und grab gewinn. 459. Mein Gott und Bater fann mich nimmer haffen: Denn ich bin ja mit ihm durch Christum ausgeföhnt; Sein allertreustes herz mit gnaden mich bekrönt, Er kann und will mich nimmermehr verlassen: Sein lie: bes- brunn ergießt sich auf mich allezeit; Ich bin sein liebes find in alle ewigkeit. 6. Mein Gott und Bater wi mich nimmer schelten, Ich fann vor ihm ohn furcht in Jefu Chris sto stehn, Und in gerechtigkeit des glaubens ihn ansehn. Er will mich nennen seinen auserwählten: Ich bin sein siegel- ring; fein lie bes trautes pfand, Das er zu sei ner lust stets trägt in seiner hand 7. Mein Gott und Vater wil mich ewig lieben, Ich soll in ſeis nem reich stets um und ben ihn feyn: Er will selbst seinen schoos zum sitz mir geben ein: Wie sollt ich hier mich jemals denn betri ben? Ich freue mich in Sott, und lobe Jesum Christ, Der meine fes ligkeit und meine liebe ist. 2. Mein Gott und Bater kann mir alles geben: Denn seine mildigkeit ist über alle maß, Und fliesset strömen- weis auf mich ohn unterlaß. Ich bin vergnügt mit 460. Mein Salomo, dein Mel. So ist denn nun die h. ihm in meinem leben: Sein reichthum hat kein end, und wird nie- ren Stillt alles weh, das meinen mals verzehrt, Er giebt mir alles geist beschwert; Wenn sich zu dir das, was nur mein herz begehrt. 3. Mein Gott und Bater tann mich hoch erhöhen: Denn seine majestät ist über alle macht, Und feine herrlichkeit begreift die höchste pracht, und bleibt in ihrem schönen glanz bestehen. Ich habe ehre gnug, weil er mir ist beFreund, Und ich ihm bin verwandt, ja gar mit ihm vereint. mein blödes herze kehrt, So läßt sich bald dein Friedens- Geist ver spüren; Dein gnaden- blick er ichmelzet meinen sinn, Und nimmt die furcht und unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edte gaben, die alle well mir nicht verschaffen kann: Echau an die welt, schau ihren reich thumi an, Er fann ja nicht die müden feelen laben: Mein Jeſus fanns, er thuts im überfluß, Wenn alle welt zurücke stehen muß. 4. Mein Gott und Bater kann mich wohl beschüßen, Daß mir nicht schaden kann der feinde haß und neid; Er schaffet daß ich hier 3. O füffer freund, wie wohli in stolzer sicherheit Kann unterm dem gemüthe, Das im gefes fi feigenbaum und weinstock sizzen: so ermüdet hat, Und nun zu dit. Nichts mich versiören darf in dem seelen- leben, naht, und meiner feelen- lust, Ich ruhe sanft schmeckt in dir die wunderfie und füß an seiner liebes- brust. 5. Mein Gott und Bater kann mich mächtig stärfen, und seine traft legt mir stets neue fräfte 4. Gewiß, mein freund, wenn bey, Daß ich gen himmel mich zu deine liebes- zeichen Mein armes feines Geistes wirkung in mir tann in mir ein reines licht ent ihm fann schwingen frey, Und her; so fanftiglich durchgehn, S güte, Die alle angst, die alle noth verschlingt, Und unsern geist u sanfter ruhe bringt. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 309 stehn, Durch das ich kann das Ba| 11. Eo ruh ich nun, mein heil, ter- herz erreichen, In dem man in deinen armen, Du selbst follst nichts, als nur vergebung spürt, mir mein ew'ger friede seyn; Ich Da eine gnaden- fluth die andre wickle mich in deine gnade ein: rührt. Mein element ist einig dein erbar: men; Und weil du mir mein ein und alles bist, Co ists genug, wenn dich mein geist genießt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Bater kehret, Je mehr es kraft und feligkeit genießt, Daß es dabey der citelkeit vergißt, Die sonst den geist gedämpfet und beschweret: Je Mel. Jesu, meine freude. mehr das Herz den füffen Vater 461. Menschen hülk ist nichschmeckt, Je mehr wird es zur heiligkeit erweckt. tig, Gunft und funst 6. Der gnaden- quell, der in der feele fliesset, Der wird in ihr ein brunn des Lebens seyn, Co in das meer des Lebens springt hinein, Und lebens- ströme wieder von sich gieffet. Behält in dir dieß wasser feinen lauf. So geht in dir die frucht des Geistes auf. 7. Wenn sich in dir des Herren klarheit spiegelt, Die freundlichkeit aus seinem angesicht, Co wir da: durch das leben angericht't, Die heimlichkeit der weisheit aufgefie: gelt, Ja selbst dein herz in folches bild verklärt, Und alle kraft der fünden abgekehrt. 8. Was dem gesetz unmöglich war zu geben, Das bringt alsdenn die gnade selbst herfür, Sie wirket luft zur heiligkeit in dir, Und än dert nach und nach dein ganzes leben, Indem sie dich aus kraft in fräfte führt, und mit geduld und langnuth dich regiert. 9. Es müsse dech mein herz mur Christum schauen! Besuche mich, mein aufgang aus der höh, Daß ich das licht in deinem lichte seh, Und könne schlechterdings der gnaden trauen: Kein fehler fen so groß und schwer in mir, Der mich von solchem blick der liebe führ. ist flüchtig, Geld und welt vergeht: Allein Gottes gnade Macht daß ohne schade Mein herz sicher steht: Gottes huld Deckt meine schuld, Dem ich allezeit vertraue Und fest auf ihn baue. 2. Taß die welt ich haffe, Und die lüfte lasse, Und mein fleisch bewing, Geb mir Gott die stärke, Daß ich glaubens- werke Williglich vollbring, Daß mein sinn Niemals gewinn, Daß mein geift empor fid) hebe, Swig ben Gott lebe. 3. Wenn ich solcher maßen Geh auf rechter straßen, Die zum hime mel führt, wird mich nicht be= trüben Mein thun und verüben, Das aus sünd herrührt: Gott wird mir Die ew'ge zier, Und die fron der ehren geben, Dort in je: nem leben. 4. Wenn ich werd erwachen, Wird mein mund voll lachen und voll rühmens fenn: Wenn die himmel weichen, Sonn und mond erbleichen, Giebt Gott licht und schein: Denn will ich Fort erriglich Mit danksagen und lobsingen, Alle zeit zubringen. 5. Kein mensch) hat gesehen, Keiner fann verstehen, Was da ſen vor luft: Kein ohr hat gehöret, Niemand das gelehret, Keiner hat gewußt, was das fey, Von füne den frey, Gott anschauen und Gott loben Ewiglich) dort oben. 10. Wenn mein gebrech mich vor dir niederschläget, Und deinen geist der findschaft in mir dämpft, Wenn das geses mit meinem glaue ben kämpft, Und lauter angst und Mel. O Gott, du frommer G. furcht in mir erregetz So laß mich 462. du Dreyein'ger Gott, Ten ich mir dein sehn, ausers neue fraft und zuversicht entstehn. I lefen, Gedenk an deine güt, Die 310 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. vor der welt gewesen, Und sey mir fünder doch, D Gott, stets gnädig hier, Daß ich recht christlich leb Und sterbe sanft in dir. 9. Herr Jesu, durch dein blut Kann ich nun überwinden, Und einen gnad'gen Gott 3m tod und leben finden. Ich halte mich an dich Und dein vergoßnes blut, Und bitte, mach es nur mit meinem ende gut. mel. Seelen Bräutigam, J. 2. Ich lege leib und feel, Mein Gott, in deine hände; Ach, lehre du mich stets Gedenken an mein ende, Auch sterben eh' ich sterb, Und hören alle stund: Mensch, du mußt sterben auch, Es ist der alte 463. du füſſe luſt Aus der bund. Du er: 3. Weil Jefus mir zu gut Gestorben wie geboren, So glaub ich festiglich, Ich werd nicht seyn ver: loren. Weck mich beständig auf, Daß ich bereitet sey Wie du mich haben willst, Wenn mein end tommt herben. 4. Ich traue deiner treu Durch Jesu blutvergießen, lind will auch) weder zeit noch ort zum tod ausschliessen. Komm, wann, wie, wo du willst, Nur daß ich selig sterb; Durch Jesu blut und tod Das him metreich ererb. 5. So lang ich lebe hier Und wann ich werd entschlafen, Geb ich, Gott Bater, dir Das, was du hast erschaffen; Gott Sohn, was du er: lößt, Das geb ich wieder dir; Gott heil'ger Geist, was du Geheiligt, nimm von mir. weckest wahre freude, Daß ich fal sche Freude meide: du füsse lut Aus der liebes- brust! 2. Deine reine quell Giebet flat und hell Geistliche erquicungs- faf te, Lebens- volle himmels- kräfte. Deine reine quell Giebt es flat und hell. 3. O gewalt'ger trieb! O du e sus- lieb! O unendlich tiefe gite! O wie froh ist mein gemüthe! gewalt'ger trieb! O du Jeſus- lieb. 4. Laßt mich in der ruh, Fragt nicht, was ich thu. Ich bin durch den vorhang gangen, Jejum einig zu umfangen. Laßt mich in der ruh, Fragt nicht, was ich thu. 5. Mich erschreckt fein leid, Weil mich Gott erfreut: Diese freud nie mand erfähret, Als in dem sich Gott verkläret. Ich bin benedent, Weil mich Gott erfreut. 6. Denn das sinnlich theil Fühlet nicht dieß heil, Bloß der geist der feelen- fräfte Trintet dieſe hims melsfäfte. Denn das sinnlich theil 6. Mein Jesu, stelle dich mir vor in deinem leiden, Und sprich, daß ewig mich nichts, nichts von dir foll scheiden: Halt mich mit deiner hand, Da ich gezeichnet ein Und rufe stets: ich soll Nicht, nicht ver- Fühlet nicht dieß heil. loren seyn. 7. In der sabbaths- ruh Tritt er 7. Vor fünden, höll und tod Und selbst herzu. O wie große füle vor des satans schrecken, Mein Je- monne Strahlet dann von dieser fu, stelle dich, und laß dein blut sonne! In der fabbaths- ruh Trill mich decken: Sen du ein vorschmack er selbst herzu. mir Der ew'gen seligkeit, Daß ich vor freud nicht fühl Des todes bitterfeit. 8. Alles wird versenkt, Was un je gefränkt: Dieſe freud weiß nich vom leiden, Weil in freuden über 8. Die ich hier hinterlass, Ber- freuden Alles wird versenkt, Was forge, schüß und liebe, und gieb, uns ie gefränkt. daß mich im tod Nichts hindre 9. du füsſer hort, Du lebendigs noch betrübe: Erhalt mich bey wert! Du mußt niemals mich vers verstand Und einem frohen muth, lasen hier auf dieser pilgrimss Daß unter dem gebet Ich sterbestrafen, O du süsser hort! Du ler auf dein blut. bendigs wort! Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 311 Mel. Mir nach spricht Christ.| 9. Wenn ich von meinem bett aufsteh, To tret ich ins erbarmen. 464. Und wenn ich bald gen himmel feh, Mein himmel ist erbarmen! und wenn ich kniee, fällt mein sinn, Gott, in dein erbarmen hin. 10. Ich wasche mich Immanuel, Im blutigen erbarmen. In dir kleid ist dein erbarmen. Ich es und erschein ich rein und hell, Mein trinke diese kost, Erbarmen ist mein brod und most. Gottes Lamm, mein element 3st einzig dein erbarmen: Dein herz das zu mir wallt und brennt, Mit offnen liebes- armen; Dein blut, wie es vom freuze floß, Und alle welt mit heil begos. 2. Ich weiß von keinem andern trost. Ich müßt in fünden sterben. Der feind ist wider mich erbost. Die welt will mich verderben. Mein Herz ist unrein, blind und todt. O tiefes elend! große noth! 3. Die eigene gerechtigkeit, Das thun der eignen fräfte, Macht mir nur schand und herzeleid, Berzehrt die lebensfäfte. O nein, es ist kein andrer rath, Als der, den dein er= barmen hat. 11. Ich fis und geh, und was ich Mein fit, mein grund und meine thu, So thu ichs im erbarmen. ruh, Mein ziel ist dein erbarmen; mein sichrer weg, mein licht und fraft, Mein wohnhaus in der pil: grimschaft. 6. Drum bleibe du mein element, Du selbst und dein erbarmen. Und wie mein glaube dich erkennt, Eo tenne du mich armen. Ich leb in deiner gnad allein. Ich will in dir erfunden seyn. 12. Leg ich des abends mich zur ruh, Mein bett ist dein erbarmen; es langt auf allen seiten zu. Es wärmt mich dein erbarmen! In diese decke hüll' ich mich; Wie fanft, wie füsie schlaft es sich! 4. Wie wohl, ach Gott! wie wohl ist mir, Wenn ich darein versinte! O lebens- quell, Wenn ich aus dir Blut der versöhnung trinte! Wenn dein erbarmen mich bedeckt, Und wenn mein herz vergebung schmeckt! 13. Erwach ich in der stillen nacht, Eo lieg ich im erbarmen. Wenn mich die unruh schlaflos 5. Da lebt mein geist, ist froh macht, So wiegt mich dein erbarz und fatt, hat alles was ihm fehmen. Erschreckt mich traum und let. Bald aber wird er kalt und finsterniß, Erbarmen leuchtet mir matt, Wenn er sich selber quälet, gewis. Wenn dein erbarmen ihm ent= geht, Wenn er auf fremdem grunde steht. 14. 3a, bis ins grab und vors gericht Begleitet mich erbarmen. Bon tod und hölle weiß ich nicht. Mein leben ist erbarmen. Hierin beschließ ich auch den lauf, Und fahre sterbend zu dir auf. 15. Und wenn ich vor dem throne bin, Dein anschaun zu geniesſen; reißt mich dein erbarmen hin, Im loben u zerfliessen. Worinn allhier mein herz entbrennt, Tas bleibt mein ew'ges element. 7. Das element der armen welt, Stoli, geiß und fleisches- lüfte, Und was sie sonst für wichtig hält: Das ist mir dürr und wüste, Das ist mir galle, gift und quaal. Dein Mel. Seht, da ist euer Gott. heil ergeßt mich allemal. 8. Mein erster odem, den ich zieh, 465. grofe feligkeit! Die allen Adams fins Wenn ich vom schlaf erwache, 3st dein erbarmen, deine müh, Die ich dir täglich mache, Und die du fchon auf mich gewandt, Ta deine lieb am freuz gebrannt. dern, Ten abgerrichnen fündern, Gott selbst, vor aller zeit, In seinem Schn bereit't; Er sendet ihn mit nichten, Tie arme welt zu richten; ein; er giebts beste theil. 312 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. Bum allgemeinen heil. Er sentt| Ins lammes blut und wunden das Herz der liebe, Aus süssem hat er vollauf gefunden, die aller: Batertriebe, In unsfer herzeleid, beste weid. O große seligkeit. O große feligkeit! 7. O große seligkeit! Hier ist das 2. Ogroße feligkeit! Wie hoch mark zu finden, Vergebung aller haft du geliebet Die welt, die dich fünden: Wein, der das herz er: betrübet: Wie brauf't doin eingefreut In zeit und ewigkeit. Die weid, Gott der barmherzigkeit! feele ist geborgen, Ihr fummer: Den liebling deines herzens Machst volles sorgen, Das sie zuvor erfüllt, du zum mann des schmerzens, Re: Hat sich, Gott lob: gestillt; Ge bellen lässt du geln: Dein tind sebesfluch) und wittern Muß fie muß für sie stehn; Das wird das nicht mehr erschüttern, Das lanım hin gegeben! Den feinden wird hat sie befreyt, O große feligkeit! das leben Durch solche huld er= beut't. O große feligkeit! 3. D große seligteit! Der Sohn fühlt das gerichte, Das giebt ein recht gewichte, In dem so harten streit Der strafgerechtigkeit: Was alle welt verbrochen, hat er an fich gerochen. Der göttliche procef, Lauft höchstem recht gemaß: Jun ist das heil gewonnen, Das gleich dem glanz der sonnen, Die ganze welt erfreut: große seligkeit! 4.O große feligkeit! Immanuel, der große, Der Sohn ins Vaters schooße, Echließt sich in unsre zeit: Herr der ewigteit! Tu steht auf menschen füssen, läßt aller welt es wissen, Betheuerst hoch und sehr, Wie ein erbarmungs große seligkeit! Ist hier im gnadensaale, Bey unfers lammes mahle, Co großes gut bereit? Was wird die ewigkeit Für herrlichkeit entdecken? Was wird die feele schmecken? Das lamm auf seinem thron Ist selbst ihr schild und lohn, der friedens- fluthen, Ihr meer der Ihr abgrund alles guten, Ihr quell meer Im Baterherzen fiede, Ein ew'ger Gottesfriede Verschlünge ew'gen freud, D große seligkeit! alles leid: O große feligkeit! 10. O große feligkeit! Ben Chrifti 5.D große seligkeit! Das schwäch- huld und gnaden Weiß man von ste glaubens- dürsten Nach blut des teinem schaden, Das leiden dieſer lebensfürsten Hat schon ein frenzeit Hilft mir zur herrlichkeit: geleit Bu Jesu offner seit. Ja, die Auch die im Herren sterben Sind nur dürften wollen, Auchh denen felig und ererben, In dem ers kommt gequollen Der blutz und wünschten nu, Ihr theil der stolzen wasser- strom: Es heißt: wer will, ruh: Ihr glauben, lieb und hoffer der komm! Umsonst kann man hat nun das ziel getroffen, hier haben auch buß- und glau- erndte ew'ger freud: D große bensgaben: Kommt, alles ist be- ligkeit! reit! O große seligkeit! 8.D große seligkeit! Echaut an die weisse seide, Das schöne braut: geschmeide, Das allerbeste kleid. Des lamms gerechtigkeit. Darin die seele pranget, und weiter nichts verlanget, Als täglich mehr und mehr Eich, zu des bräut'gams ehr, mit seele, leib und leben, Bum opfer hin zu geben: So, fo ist sie bereit! O große seligkeit! 9. große seligkeit! Der glaubemel. Sey lob und ehr dem b. 6. hat die fülle,& r fintet fanft und 466. stille, und fireit Held! wie he du mir! In die barmherzigkeit: Gein elemen Uleberwinder! Lebendiger, du ment und leben, Wird ihm all- tritt'st herfür; Und ich, der todie hier gegeben: Er ist und trinkt fünder, Ich sollte noch begraben sich satt, Er lebt der freyen gnad: lseyn! Ich sollte von dem sonnens Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 313 Ichein Noch keinen strahl em-| Entstünde nur ein durft in mir: pfinden? 2. 3st deine auferstehungs- kraft Umsonst geoffenbaret? Soll der, der deinen lebensjaft, Als rebe faugt, bewahret, Und brauchen will, dem feinde klein Und schimpf- dungskraft, Wie würde ich ihn spüren. Doch ja! mich dürftet, und es brennt Der brust, die deine jüge fennt Im innern doch ein feuer. 10. Komm bald mit überwin= Erstandner! in die lich zu erlegen seyn? Immanuel seele. Die feindschaft, so noch in ist mächtig. mir haft, Die ich dir nicht verhehle, Dämpft sonst die noch so schwache glut. Ich lebe und des feindes wuth Will mich oft wieder tödten. 3. So wahr du überwunden haft, Ich kann in dir die fünden Des schon besiegten lust und last Und lockung überwinden. Er scheine mir nur, Friedens- mann! Und blicke meine seele an: So werd ich wahrlich siegen. 11. Der Fürst des todes, Lebensfürst, liegt schon vor dir im staube. So bald du träftig schenken wirst, Daß ich dieß gründlich glaube; So bleibe ich zu deinem ruhm Dein, dein erfauftes eigenthum Und erbe deiner krone. 4. Ich, starter Jesu, ruhe nicht, Der glaube muß dich sehen. Dein wort, das blöde tröstet, spricht: Es sen für mich geschehen. Es fönne nun dein lebens- hauch, Und, jauchze herz! er will es auch, Dem blödesten beleben. 5. Drum, lamm und löwe! gönne mir Doch diese ofterfreude, Daß nein erstorben herz in dir Die ( eligkeit, die weide, Die stärke deier lebenskraft, Den frieden, den lu uns verschafft, Das freuden- öhl erfahre. 6. Hier lieg ich als ein todter da. Erbarme dich mein Leben! Wie dich ein Judenvolk oft sah Ber: storbnen regung geben; So heisse deinen liebeswind Auch über mich erkauftes find Bum neuen leben wehen. 7. Du bist, o feelen, freuet euch, Und jauchzt dem holden Lamme! Als Löw aus Juda noch so weich, U16 an dem freuzes stamme. Es wohnt nach ausgestandnem schmerz Das allerzartste mutter= herz In dem verklärten leibe. 8. Du giebst das theure werthe wort: Kommt her beladne seelen! Kommt her, ich stoße keinen fort Der sich mir will vermählen. Du giebsts aus von dem Königsthron, Du rufft, und rufend siehst du schon Dem kommenden entgegen. 9. Der friede Gottes strömt von dir Auch durch verschloßne thüren. 0 Mel. Ein lämmlein geht und. 467. ftät sich über alles König, dessen maje= hebet, Dem erd und meer zu dien= sten steht, Vor dem der erdkreis bebet! Der himmel ist dein helles kleid, Du bist voll macht und herr: lichkeit, Sehr groß und wunderthätig. Ich armer mensch ver= mag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner ehr: Gott sen mir fünder gnädig. 2. Hier steh ich, wie der zöllner that, Beschämt steh ich von ferne, Ich suche deinen trost und rath: Mein Gott! du hilfst ja gerne, Doch meiner fünden große zahl Schreckt und verfolgt mich überall. Im bösen war ich thätig; Das gute liebt und that ich nicht: Drum schlag ich nieder mein ge= sicht; Gott sen mir fünder gnädig. 3. Die schulden, der ich mir bez wußt, Beschweren mein gewissen! Drum schlag ich reuend an die brust, Die schmerz und leid zer= rissen. Ich), der ich mich von dir gekehrt, Ich bin des lebens gar nicht werth; Bin nicht vor dir ruhmräthig, Wie sonst: ich fleh mit bangem geist, Der gleichwohl dich noch Bater heißt: Gott sen mir fünder gnädig! 314 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 4. Mein Bater! schaue Jesum| schenkt, Undre zu verdammen, o an, Den Heiland aller fünder, sie selbst liegt tief versenkt In der Der auch für mich genug gethan; höllen flammen. Durch den wir deine finder, Und erben der verheissung find, Wenn unser herz ihn lieb gewinnt; Er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn, und laß ihn nicht, Bis dir dein herz mitleidig bricht: Gott fen mir fünder gnädig! 5. Regier hinfort mein herz und finn In diesem ganzen leben; Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, Madhy meinen glauben immerdar, Durch wahre liebe thätig! Und läßt sich noch viel schwachheit sehn; So foll mein Herz mit wehmuth flehn: Gott sen mir fünder gnädig! 6. Mein leben und mein sterben ruht Allein auf deiner gnade. Mir geh es übel oder gut, Gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt mein ende denn heran; So stärk mich auf der todesbahn, Mach mich von fünden ledig. Wenn meine junge nicht mehr spricht, Berschmäh des herzens seufzen nicht: Gott sen mir fünder gnädig! Mel. O hilf, Christe, Gott. 468. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte feele; Warum liegst du, Gott zum spott, In der schwer muths höhle? Merkst du nicht des fatans list? Er will durch sein tämpfen Deinen trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Richte dich im glauben auf, Denn die alte schlange Hindert nicht den pilgrims- lauf, Ob sie schon macht bange: Freue dich, dein Heiland lebt, Der ihr haupt zerbrochen, Er hat was dir wider: strebt Durch den tod gebrochen. 3. Wirft sie mir die fünden für, En, wer hat befohlen, Daß das urtheil über mir, Ich bey ihr soll holen: Wer hat ihr die macht ge= 4. Hab ich was nicht recht ges than, 3st mirs leid von herjen. Da hingegen nehm ich an Christi blut und schmerzen; Denn das ist die ranzion Meiner missethaten, Bring ich dieß vor Gottes thron, 3st mir wohl gerathen. 5. Christi unschuld ist mei ruhm, Sein recht meine fron Sein verdienst mein eigenthum Da ich fröhlich wohne, Als in ei nem festen schloß, Das tein feind kann fällen, Brächt er gleich davor geschoß und die macht der höllen. 6. Stürme, teufel, höll und tod, Was könnt ihr mir schaden! Deckt mich doch in meiner noth Gott mit seiner gnaden, Der Gott. der mir seinen Sohn Selbst ver: ehrt aus liebe, Daß der ew'ge spott und hohn Mich nicht dort betrübe. 7. Schreye, tolle welt, es fep Mir Gott nicht gewogen! Es il lauter täuscheren, Und im grund erlogen. Wäre mir Gott gram und feind, Würd er feine gaber, Die mein eigen worden seyn, Wohl behalten haben. elt, Was im tiefen meere, Was iſt 8. Denn was ist im himmels gutes in der welt, Das mir nicht gut wäre? Glänzt nicht mir das sternen- licht? Wozu ist gegeben Luft und wasſer? dient es nicht mir und meinem leben! 9. Warum wird das erdreich naß von dem thau und regen? Warum grünet laub und gras? Warum füllt der segen Berg und thäler, feld und wald? Wahrlich mir zur freude, Daß ich meinen aufenthalt Hab und leibes- weide. 10. Meine feele lebt in mit Durch die füſſe lehren, So die christen mit gebühr Alle tage ho ren. Gott eröffnet früh und pat Meinen geist und sinnen, Daß fie seines Geistes gnad In sich zieher fönnen. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 315 11. Was sind der propheten Höchsten her, Der hat es so versewort, Und apostel schreiben, 21s hen. Drum sey mur still, Und en licht am dunkeln ort, Fackeln was Gott will, Das laß du nur die vertreiben Meines herzens geschehen. finsterniß, Und in glaubens- fachen Das gewissen fein gewiß und recht feste machen. 12. Run auf diesen heil'gen! grund Bauet mein gemüthe, Sest steht Gottes gnaden- bund, Satan, tebe, wüthe; Du must wahrlich lassen stehn, Was Gott aufgerich tet, aber schändlich muß vergehn, Was der feind erdichtet. 13. Ich bin Gottes, Gott ist mein, Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Freuz herein, Sammt dem bittern leide; Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten Händen, und wird mir ein fanftes joch Bis es Gott wird wenden. 3. Sollt auch der himmel fallen ein, Und die natur geändert seyn, So kann doch Gott nicht hassen, Und auch den mann, Der ihm recht kann Vertrauen, nicht ver: lasſen. 4. Budem wird deine traurigfeit, Ja auch nicht währen allezeit: Gott wird dir freude geben, Wo nicht allhie, Doch dort, da sie Soll erig ob dir schweben. 5. Hab immer einen löwenmuth, Bertraue Gott, es wird noch gut auf alle trübsal werden; Gott ziehet dich Durchs kreuz zu sich Gen himniel von der erden. 6. Der liebe Gott ist so getreu id fromm, daß er dir stehet bey, Wenn unfall sich erreget, Auch jez dermann Mehr, als er fann Ers tragen, nicht aufleget. 7. Es haben ja zu aller zeit Die heiligen in traurigkeit und freuz oft müssen schwißen: Warumi willst du Denn immerzu Im ro= sen- garten fißen. 8. Bet, hoff und trau auf deinen Gott In allem jammer, angst und noth: Laß, wie er will, es gehen. Set ihm kein ziel, Ist er im spiel; Du wirst noch wunder fehen. 9. Gott Vater, Sohn und Heil's ger Geist, Der du ein Gott des troftes heißt, Laß alle trost empfinden, Die traurig seyn, Und hilf allein Das böse überwinden. Mel. Ach was ist doch unser. 470. Sollt es gleich bisweilen scheinen, Als wenn Gott verließ die feinen, En Mel. Sür alle güte sey ge. 469. Sen unverzagt, o from: mer christ, Der du im freuz und unglück bist, Beficht Gott deine fachen: In noth und pein Vertrau allein Auf ihn: er wirds wohl machen. so weiß und glaub ich dieß, Gott hilft endlich doch gewiss. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben, Hilft er nicht zu jeder frist, Hilft 2. Dein unglück fömmt nicht er doch wenns nöthig ist. ohngefähr, Es rühret von demi 3. Gleichwie Väter nicht bald 14. Kinder, die der Bater soll Biehn zu allem guten, Die gerathen selten wohl Ohne zucht und ruthen; Bin ich denn nun Gottes find, Warum sollt ich fliehen, Wenn er mich von meiner fünd Auf was guts will ziehen? 15. Es ist herzlich gut gemeynt Mit der christen plagen, Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen, Sondern hat vollkommne lust, Dort in Salems mauren, Wo in der erfreuten brust Nichts von angst und trauren. 16. Gottes finder fäen- zwar Traurig und mit thränen: Uber endlich bringt das jahr Wornach sie sich sehnen: Denn es kommt die erndte- zeit, Da fie garben machen, Da wird all ihr gram und leid Lauter freud und lachen. 316 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 3. D! geheimes wesen, Das Gott auserlesen Menschen zu ers neu'n! Möcht ich deine höhen Und die tiefen sehen, und dein würdig fenn! Hier bin ich! Komm führe mich, Geist der wahrheit und der stärke! Bu dem wunder: werke. geben, Wornach ihre finder sire: ben, So hat Gott auch maaf und ziel, Er giebt wie und wenn er will. 4. Geiner kann ich mich getrösten, Wenn die notham allergrößten, er ist gegen mich, sein kind, Mehr als väterlich) gesinnt. 5. Troß dem teufel, tros dem 4. Komm, den grund zu prü drachen, Ich kann ihre macht verfen: Glaube wächst in tiefen, An lachen, Troß des schweren freuzes der bäche lauf. Komm, die kraft jod), Gott, mein Vater, lebet noch). 6. Troß des bittern todeš zäh nen, Troß der welt und allen de nen, Die mir sind ohn' ursach feind, Gott im himmel ist mein freund. u fehen: Glaube wächst zu höhen Stolzer cedern auf und sein stamm 3ft wundersam: Glaube beugt sich keinem sturme; Und doch jez dem wurme. 5. Herr, du zeigst's von ferne, Gieb, daß ich nun lerne Dieses bild verstehn. Heiß mich nun jur quelle, Nicht nur an die schwelle, Deiner gnade gehn. Ich will nicht, Wie's oft geschicht, Ben den füssen glaubens- lehren Mich mit winde nähren. 7. Laß die welt nur immer neiden, Will sie mich nicht länger leiden, En so frag ich nichts dar: nach, Gott ist richter meiner fach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der him: mel bleiben, Wenn ich nur den himmel krieg, Hab ich alles zur genüg. 9. Welt, ich will dich gerne laffen, Was du liebest will ich haffen. Liebe du den erden- foth, Und laß mir nur meinen Gott. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Sag ich allem andern abe, Legt man mich gleich in das grab, Uch Herr, wenn ich dich nur hab. 6. Nicht mir, dir zum ruhme Bin ich eine blume Niedrig in dem thal. Eig'ne höhen tödten, Und der schwung von Eden, Den die schlang empfahl, Bringt mich nicht Bu höherm licht. Denn in meinem nichts und staube Wächst allein mein glaube. Mel. Jesu meine freude. 471. ief Pief im fels sich grün: den, Zweifel über winden, Sehn wo nichts zu sehn, Drohungen und locken, Herz und ohr verstocken, Und den dunst ver: 8. Wird in dieser que Mit des schmähn, Der die welt vom licht himmels thaue Meine faat ges abhält, Prüfung gern dem licht tränft: Und wird das gefilde erlauben, Seißt bey christen: glauben. 7. In den tieffien gründen Werd' ich höhlen finden, Da mich niemand fiört. Und in fiillen haiz nen Will ich bäche weinen, Die Gott rauschen hört. Ich geh' nur Die fünderspur, Weil zerknits schung, thränen, ringen Mich zum glauben bringen. Auch durch donner milde, Und durch zaun umschränkt: O! fo fucht Gott seine frucht Turch den neuen baum des lebens Nicht an mir vergebens. 9. Ströme milder regen, Und der sonne fegen! Bringt den faft in lauf. Tieß und deine mübe, holder gärtner, ziehe mich zu Gott hinauf. Deiner hand Ist es 2. Mit zur fahne schwören, Gnade loben hören, Beym gebete fenn, Pflicht und tugend lieben, Guten umgang üben, Uebers wort fich freu'n: Nie den ruhm Dem christenthum Und desſelben thätern rauben, Seißt mir noch nicht glauben. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 317 bekannt, Welcher rante nahrung raube. Und so wächst mein glaube. 4. Echickt er mir ein freuz ju tragen, Dringt herein Angst und pein, Will ich nicht verzagen; Der es schickt der wird es wenden, Er weiß wohl Wie er soll All mein unglück enden. 5. Sott hat mich ben guten tagen Oft ergeht, Sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit maßen ein gericht; Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Catan, welt und ihre rotten Können mir nichts mehr hier Thun als meiner spotten: Laß fie spotten, laß fie lachen, Gott mein heil Wird in eil Sie zu schanden machen. 10. Was fein haupt erhebet, mein gärtner, bebet, Auch ben stürmen leicht: Ausser, wo die höhen Auf dem stamme stehen, Der der ceder gleicht. Gieb mir doch Mit deinem joch Auch die starte kraft zum bleiben, und den feind zu treiben. 11. Diese fraft von innen Schlie: se meine sinnen Für dem schwins del zu; Kraft von Gott bringt freuden. Augen drinnen weiden, Nimmt dem geist die ruh. Ich bin nichts. Die quell des lichts Hat mir einen strahl verliehen, Der kann wieder fliehen. 12. Doch ich will ihn halten. Werd ich nicht erfalten, Wird die liebe glühn, Werd' ich früchte zeigen, Nicht im beten schweigen, Wider feinde ziehn, Wachsam fenn, Mich nicht zerstreun, Und vor allen mich nicht blähen; Werd ich wohl bestehen. 13. Herzog deiner heere, Präge deine lehre, In die seele ein. Du haft selbst geglaubet, Und dir nicht erlaubet Ungeübt zu seyn. Ich will trau'n Und dann einst schaun; Nur daß deine treue fahne mir die straße bahne. Mel. Sröhlich foll mein herze. 472. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Jefumt noch), Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Bengelegt im glauben. 2. Nackend lag ich auf dem boden, Da ich tam, Da ich nahm Meinen ersten odem, Nackend werd ich auch hinziehen, Wenn ich werd Bon der erd Als ein schatten fliehen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt ihn auch der tod aufreiben; Soll der muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein tod nicht tödten, Sondern reißt Unsern geist Aus viel tausend nöthen, Schließt das thor der bittern leiden, Und macht bahn, Daß man kann Gehn zur bimmels- freuden. 9. Allda will in füssen schätzen Ich mein her; Nach dem schmerz Ewiglich ergeßen: Hier ist tein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, Muß im huy ver: schwinden. 10. Was sind dieses lebens- güter? Sine hand Boller fand, Kummer der gemüther. Tort, dort find die edle gaben, Da mein hirt Chris shus, wird Mich ohn ende laben. 11. Herr, mein hirt, brunn aller freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden: Ich bin dein weil du dein leben Und dein blut Mir zu gut In den tod gegeben. 12. u bist mein weil ich dich faffe, Und dich nicht, O mein licht, Aus dem herzen lasse: Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich) Und ich dich lieblich werd umfans gen. 3. Gut und blut, leib, feel und leben Ist nicht mein: Gott allein Ist es, ders gegeben: Will ers wieder zu sich kehren? Nehm ers hin, Ich will ihn Dennoch fröh- 473. Wer Iefum ben sich lich ehren. hat, kann feste stez 318 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. hen, Wird auf dem unglücks- meer] 3. Ich bin vergnügt! denn dies nicht untergehen; Wer Jesum ben ser erden sachen, Wie schön fie sich hat, der ist in gnaden, Ihmi fann tein fall, so groß er sey, je schaden. find, die kann ich fren verlachen: Nichts ird'sches ist, das mein ge müth besiegt. Ich kann mich kei nem menschen mehr vertrauen, ein auge das will nur, was himmlisch ist, beschauen, Und was des Vaters wille fügt, Macht much vergnügt. 4. Er ist mein hirt, er weidet meine seele Mit lebens- brodt, mit freuden- wein und öhle, Auf grüs ner au werd ich von ihm geführt. Mich kann kein glück noch unfall mehr erschrecken, Denn Jesus Christus ist ben mir, mein stab und stecken, Ich weiß, daß mir nichts mangeln wird. Er ist mein hirt. 2. Wer Jesum ben sich hat, der hat den himmel, Cein herz ergeht sich nicht am welt- getümmel; Wer Jesum ben sich hat, der lebt vergnüget, Wie Gott sein Vater hier es mit ihm füget. 3. Wer Jesum ben sich hat, wünscht nicht zu haben die eitelkeit der welt und ihre gaben: Wer Jefum ben sich hat, hat gnug auf erden, und kann in ewigteit nicht reicher werden. 4. Wer Jesum ben sich hat, kann ficher reisen. Er wird ihm schon den weg zum himmel weisen: Wer Jesum ben sich hat, den fann in nöthen Kein teufel, fünde, welt noch hölle tödten. 5. Ich geh und steh, so bist du mein begleiter, Du machst vor mir die finsternißen heiter, Daß ich in deinem licht das licht erseh. Deß dank ich dir, du reine lebens: quelle! Daß du verwehrt, daß mich ein böfer fall nicht fälle, Und daß ohn schmerzen, angst und wel Ich geh und steh. 6. süste ruh! es mag in unruh bleiben, Wer sich mit forg läft von der welt umtreiben: Ich wähle mir nicht solche luft wie du, Tu tolle welt! ich hab was beffers funden: Ich bin, o glüd! an Jefu fanftes joch gebunden, Und lebe dennoch immerzu In süffer ruh. 7. Ich schlafe fanft, wenn mich mein Jefus heget, Und meinem haupt die linke unterleget, Denn herzet mich die rechte gar gewiß! Ich spür, ich schlaf, wie er mit liebe- fosen Mich stets erquict, ers freut mit lilien und rofen: Weil ich so stolzer ruh genieß, So schlaf ich süß. 8. Wenn ich erwach, bin ich ganz unverrücket Ben dir, mein Herr! o daß ich so entzücket Dich halten möcht fiets unter meinem dad), Daß ich dich allzeit fände bey mit stehen. Laß, liebster bräut'gam! 5. Wer Jesum ben sich hat, braucht nicht zu zagen, Wenn noth und ungewitter fünder plagen: Wer Jesum ben sich hat, darf nicht erschrecken, Wenn furcht und angst die fünde will erwecken. 6. Wer Jesum ben sich hat, darf nicht verzagen, Ihm foll kein fummer mehr das herze nagen: Wer Jesum ben sich hat, kann nicht verderben, Wer Jesum ben sich hat, wird fröhlich sterben. 474. Wie wohl ist mir, ich bin nunmehr entbunden Bon aller fünd durch Chrifti blut und wunden! Was ich ge= fucht so lange mit begier, Das ist mir nun durch Christi tod gegeben, Weil der unsterbliche selbst worden ist mein leben, Daß mich hinfort fein tod berühr: Wie wohl ist mir. 2. O große freud', die mich mit luft umhüllet, Demnach sein will vom Bater ist erfüllet, Daß, wo er ist, ich fen auch allezeit, In reinem himmels glanz mit anzusehen, Wo so viel tausende der heilgen engel stehen, und schauen seine herrlichkeit, In großer freud. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 319 mein verlangen doch geschehen,| mein freuz umfasse, Und alles, Auf daß ich freudig dich anlach, was du hasfest, herzlich haffe; Ach Wenn ich erwach). führe mich auf dieser schmalen bahn 9iodh ferner fort, wie du bisher gethan.. 9. Ich sterbe nicht, nein, nein, ich werde leben, und deine treue ewig froh erheben; Ich glaub an dich, und komm nicht ins gericht; Und weil du haft den tod schon längst verschlungen, So bin ich gleichfalls auch zum leben durchgedrungen. Ich leb und glaub an dich), mein licht: Ich sterbe nicht. 4. Wie wohl ist mir, so oft ich zu dir bete, Und eingekehrt vor deine Gottheit trete, Bring mich nur gan; zur abgeschiedenheit, Da mich nichts mehr, als du allein, erfreut. 10. So leb ich fort, und kann nun nimmer sterben, Denn du erlös'st mein leben vom verderben, Biš du mich gar hinführest an den ort, Wo ich mich überkleidet werde se= hen Wenn ich als himmels- braut, in 3ion werd eingehen, Auf daß ich ewig bicibe dort, und lebe fort. 5. Wie wohl ist mir, wenn mich die welt verachtet, Und wenn mein herz nach ihrer gunst nicht trachtet. Ach! drum so sey, o Jesu, völlig mein: Eo mird mir sonst nichts mehr gefällig seyn. 6. Wie wohl wird mir auch in dem tode werden: Denn also komm ich von der eiteln erden. Da will ich) denn in weissen kleidern stehn, 11. Dort führest du, mein Heil, Und nimmermehr aus deinem die auserwählten, Tie nur gefrieden gehn. nannt sind deine neu- vermählten, Bur hochzeit, die du selber haft bez reit; Dort wo der strom crystalner fliesset, es, wo leiden selber wird versüsset, Tort lebt die braut voll luft in alle ewigfeit. 12. Es bleibt dabey, ich will dich vig loben, Wenn ich in jener neuen stadt dort oben Berklärt an schauen werd' dich eins und drey, Ja, ja, ich glaub, es wird nun bald geschehen, Daß ich Jehovah dich soll loben, preisen, sehen, Weil ich von allen banden frey. Es bleibt daben. Mel. Machs mit mir, Gott. 476. Wohl dem, der sich auf findlich kann verlassen! Den mag die fünde, höll und tod Und alle teufel haffen! Er bleibt vergnüget früh und spat, Weil er doch Gott zum freunde hat. 2. Die böse welt mag immerhin Mich hier und da anfeinden; Kann fich nur mein gemüth und finn Mit meinem Gott befreunden, So frag ich nichts nach ihrem haß: Ist Gott mein freund, wer thut mir was? 3. Und ob ich gleich darüber oft Gott gleichwohl unverhofft Mich Viel habe leiden müssen; So hat wieder draus geriſſen: Da lern ich erst, daß Gott allein Der menschen bester freund muß feyn. Mel. Der tag ist hin, mein J. 475. Wie wohl ist mir, wenn ich an dich gedenke, nd meine feel in deine wunden nfe. O Jesu, nur ben dir bin ich vergnügt, Eo oft mein geist durch dich die welt besiegt. 2. Wie wohl ist mir, wenn ich mich nach dir sehne, Und meinen geist zu dir allein gewöhne, Wenn ich mit dir genau vereinigt bin, Und reisse mich) von mir zu dir ftets hin. 3, Wie wohl ist mir, wenn ich' Ja, aller welt! mich kann nicht 4. Ja, wenn gleich meine fün= denschuld, Sich thürmt und häuft zusammen, So halt ich mich an Gottes huld, Er kann mich nicht verdammen: Mich tödten meine fünden nie, Denn Gott mein freund vertilget fie. 5. Drum biet ich treß der höllen heer, Und auch des todes rachen, 320 Von der Rechtfertigung und dem Frieden. mehr Ihr drohen zaghaft machen: 1 Stellet ihn den priestern dar: Hin Gott ist mein freund, Mein schutz steht er in harten banden Unter und rath; Wohl dem der Ihn zum tausend schniach und schanden. freunde hat! 7. Petrus macht ihm neue quaas 3hn verneint zu dreyenmalen; len Da er unter fluch und schwur Doch er fand der busse spur; Judas aber sucht sie nicht, Er vermehrt sich das gericht, Leget an sich mör: der- hände, Und nimmt grauenvoll ein ende. 8. Jesum übergiebt man heiden, Wie er selbst vorher gesagt; pier befällt ihn neues leiden, Er wird heftig angeflagt; Doch der richter sieht und hört, Daß man nur fein blut begehrt, Daß von vorgebrach ten fünden, Nichts an Christo fe zu finden. 3. Jesus geht mit schwerem her9. Man hört ihn dieß laut be zeugen, Wie er finde teine schuld, Doch gewohnt das recht zu beugen, Schreyt das volt voll ungeduld: Weg mit diesem, kreuz'ge ihn, zen Nach Gethsemens garten hin; Weg mit diesem, kreuz'ge ihn, Mein und deiner fünden schmerzen Des vergoßnen blutes plagen, Pressen seinen bangen sinn: Er Wollen wir sammt kindern tras reißt sich von freunden los, Einft gen. Aur erden faltem schoos, Betet, weint zu dreyen malen, Seiner seelen höllen quaalen. 4. O mein Vater, in den höhen, Ruft das heil der ganzen welt, Laß den felch vorüber gehen; Doch Gott! wie es dir gefallt! Sieh', o welche bange noth! Jesus ringet mit dem tod, Schwißet blut in feinen kämpfen, um des zornes feur au dämpfen. 10. Schaut mit thränen- vollen blicken, Auf das Heil am geißlungss pfahl, Seht den tief- verwundten rücken, Seht die striemen ohne zahl, Seht ihn in der dornen fron, Ueberdeckt mit schmach und hohn, Alles dieß, was er erduldet, Haben wir allein verschuldet. 5. Nach dem starken angst- gefchreye Kommt der falsche Freund herben, Hart, verstockt, entfernt von reue Küßt er Jefum ohne scheu, Jesus blickt ihn an und 11. Seht ihn endlich dort erblass sen, Seht es strömt sein theutt blut, Kommt und Lernet es auffas fen, Ach es flieſſet euch zu gut; Ses het dort am freuzes- stamm, Stirbt das rechte osterlamm, Ach wer wollte nun verzagen, Es hat unſes schuld getragen. spricht Boll erbarmen im gesicht: Soll ein fuß den freund verrathen? Oder schändlichsten der thaten! 12. Dunkel, schwarze finsternif fen, Fallen auf die bange welt, Sie, die nun dem fluch entriſſen, Bebet, da der starte held Unter 6. Fine schaar von frechen fein- lautem angstgeschrey, Adams fins den Stürzt sich nun auf Jesum der machet frey, Sich sammt uns bin; Keiner von des Herren freun- giebt er am ende In des Baters den Bleibt, nein, alle fliehn von treue hände. ihm: Jene rauhe krieges- schaar 13. Nun ich finke vor dir nie Mel. Werde munter mein g. 477.23 fleiß das bittre leiden Und des Heilands quaal betracht, Dente, wie er durch sein scheiden Dir das leben wiederbracht, Denn sein theur vergoßnes blut, Löschet aus der höllen glut; Nichts kann nun den himmel rauben, Wenn wir fest an Christum glauben. 2. Judas, einer von den freunden Die des treuen Mittlers brodt Assen, handelt mit den feinden Wegen seines Heilands tod; Er nimmt dreyßig silberling, Diese fumm,( o wie gering!) Wird für meines bürgen leben Dem ver: räther hier gegeben. Von der Rechtfertigung und dem Frieden. 321 der, Hier an deinem kreuzes stamm, schafft; Doch bald erholt sich unSieh ich opfre feel und glieder, ser geist, Wenn ihn der Herr dem Dir dem frommen Gotteslamm, tod entreißt; Er hält uns mit Betend, weinend faß ich dich, mein verborgnen händen, Daß wir uns erbarmier, nimm du mich, Nimm gerne zu ihm wenden. mich ganz in deine hände, Hie beym kreuze sey mein ende. Mel. Gelobet sey Jehovah d. 6. Bor deiner macht erzittert was da lebet; Es bebt der wurm der sie erblickt; Wenn er sich auch durch deine gunst erhebet, Und fühlt, wie ihn dein heil erquickt; So muß doch), wenn ein strahi entsteht Von deiner hohen Maje: stät, Was sterblich ist, vor dir er: schrecken, Und mit Elia sich ver decken. 478. 3erfließ, mein geist, in Jesu blut und wunden, Und trink, nach langem durst, dich satt! Ich habe jetzt die quelle wieder funden, Sie labt mich, wenn ich müd und matt. Eil, wie ein hirsch, zu dieser quell, Die träftig, lieblich), füß und hell Aus Jesu Herz und seite fliesset, Und inser Herz und feel durchfüffet. 2. Die welt hat nichts, das dir ein labsal wäre, Sie tränft mit gift vom höllenpfuhl; Auf, feele, auf, zum lebensstrom dich kehre, Der lauter fließt vor Gottes stuhl. Hier wird das innerste vergnügt, Das sonsten als verschmachtet liegt; Hier wirkt ein balsam aller fäfte Mit fraft in alle seelen- träfte. 7. Doch offenbar'st du dich in großer wonne, Tie deinem find erträglich fällt, Du spielst in uns, o freuden- reiche Conne, Als Son= ne in der neuen welt. Wir suchen nur die morgenröth, Da doch dein licht stets höher geht, Bis uns nach) herzens lust erschienen Der sab: bath, da wir dir nur dienen. 8. Ein strom von diesen wassern tann vertreiben Egyptens dicke finsternis, Die traft kann man nicht reden oder schreiben, Die in dir macht das Herz gewiß: Wir fühlen deinen starten Geist, Ter deine große liebe preis't, In reiner klarheit ohne mackel, Als eine reine wahrheits- fackel. 3. Epen aus, wo du noch etwas haft im munde, Das nach den eiteln waffern schmeckt, Daß der crystal fließ in dem reinen grunde, Denn Gottes brünnlein dir entdeckt: Vermische nicht Gott und die welt, Weil dieses nicht zusammen hält; Es haben reine sinn und augen Die tinder, die die gnade faugen. 4. Und, o wie schön, wie unaus sprechlich quillet Die himmelslust in unser herz, Wenn Gott den durst in seiner liebe stillet, Und in uns strömet niederwärts! Dieß tann tein fleischlich auge felyn, Vielweniger das werk verstehn, Das Gott in stillen seelen thut, Wenn man von eignen werken ruht. 5. Der mensch sieht Gott mit heil'ger furcht und beben, Wenn er nach seiner Gottes- kraft, Tes alten menschen fündlich thun und leben Berbricht und neues wesen 02 9. Mein Heiland, hier kann ich mich recht erkennen, Daß ich bin eine schlechte mad', Ein faules holz, nichts werth als zu verbren= nen: Und doch erhält mich deine gnad, Dein licht zeigt mir den kleinsten staub Der fünden, die ich sonst nicht glaub; Dieß legt den stolz fein ben mir nieder, Und führt mich zu der demuth wieder. 10. Nun hier kann ich, mein Heis land! dich erkennen, Wie gnadenreich dein angesicht: Du fegst den staub von deiner lieben tennen, Und giebest mir, was mir gebricht; mein elend nimmst du von mir ab, Und giebst dich) mir zum sichern stab, Und wenn ich nicht weiß fort= zugehen; So muß ein neues licht aufgehen. Von der wahren Weisheit. 322 11. Je treuer ich dich in dem glauben halte, 3e tlärer wird dein licht verklärt, Und wenn ich denn die frohen hände falte, Die feel der liebe kraft erfährt. Denn hüpfet fie in liebes- trieb, Und hat dich, Herr, inbrünstig lieb, Und gäbe dir wohl tausend welten, Die treue liebe zu vergelten. Hilf, Herr, doch! Sollt ichs länger tragen, So müßt ich verjagen. 5. Wehe dem, der Gott vers schmäht! Weh dir frechen finde! Dein nur heuchlerisch gebet hält der Herr für fünde. Dein geplerr Haßt der Herr, Ihm find deine lieder Und dein dienst zuwider. 6. Wenn ich bete, bet ich nicht 12. Herr! laß mich dein an- Aus des Geistes triebe. Matt ist gesicht oft sehen, Ich weiß sonst glaub und zuversicht; Laulicht nichts, das mich vergnügt: Ach! meine liebe. Mir gefällt noch die laß doch bald die schwarze wolt welt; Und in ihren nehen Dien vergehen Wenn sie mir vor den ich eiteln gözen. finnen liegt. Du freundlichster, du bist uns nah, Wenn man dich fucht, so bist du da, Und hältst dich inimer zu den deinen: Darum mußt du mir oft erscheinen. 7. Blosse weltgerechtigkeit ist vor Gottes augen So, wie ein beflecktes kleid; Kann vor ihm nicht taugen. Neußrer schein Kann allein Uns vor menschen zieren; Gott prüft herz und nieren. 8. Er hat fünden, zeit und ort Auf sein buch geschrieben: Ihm ist fein unnükes wort Unbekannt ges erfüllt, Fall ich dir zublieben. Was mein geist Still be fuffe, Großer Gott! ben dem nichts gilt, Als dein Sohn und buße, Geh schleust, Was die list verstecket, Ist doch nicht Ins gericht mit dem missethäter, Bester aller väter. Mel. Straf mich nicht in d. 479. 3itternd und mit ang vor ihm entdecket. 2. Ach, wo denk und flieh ich hin, Daß ich hülfe finde? Ueberall folgt, wo ich bin, Mir mein feind, die fünde. Sie, sie droht mir den tod: Gott will mein verbrechen mit der hölle rächen. 9. Der verdiente fünden- lohn Macht dem herzen bange. Adh, wie lange seufz ich schon! Ach! mein Gott, wie lange! Laß mein schreyn Kräftig seyn! Laß mein gläubig flehen Dir zu herzen gehen. 10. Bater! fieh auf Shrifti blut, Sieh auf meinen bürgen; Mir, 3. Meine ganze feel erichrickt Bor mir sträflichen zu qut ließ er ſich des rächers stimme. Schreckens- erwürgen. Du gabst ihn Für mich blick! zur rache zückt Gott sein hin; Durch sein blutvergiesſen Heiz schwerdt im grimme. Was sein le mein gewissen. ruf Mächtig schuf Dienet ihm zu waffen Seinen feind zu ftrafen. 11. Leib und feele will ich dir, Herr! zu eigen geben. Heiland! 4. Ach, wie unerträglich schwer leve du in mir; Gieb mir neues Sind der fünden fetten! Wo leben. Ach, dein Geist, Welcher kommt meine hülfe her? Wer heißt Frommer feelen führer, Sen kann mich erretten? Hartes joch! auch mein regierer! Von der wahren Weisheit. Met. Fröhlich soll mein herze. Jaller schätze, Wo ich mich Inners lich Waffne und ergöße. 480. Brun runn des fegens, meer der gnaden, Obne grund, Trener muund, Arzt für meinen schaden: Offnes zeug- haus Und im schlechten stande, Da ich 2. Ich bin arm und voller schans de, Blos und leer Wahrer ehr, Von der wahren Weisheit. 323 ein eckel deiner finnen; Tu nann-= test es ein thörichtes beginnen. meine noth beklage, Und an mir| mitteldinge hält, War allzumal Wenig zier, Viele flecken, trage. 3. Doch du hast mir nicht verschwiegen, Weg und bahn, Da ich tann, Was mir fehlet kriegen. Hab ich mich in noth gestürzet, Deine Hand Bleibt bekannt; Sie ist nicht verkürzet. 4. Cs sprach dein herz zum lachen: du bist toll! Bur eitlen luft: du bist von rasen voll! Du weintest oft aus wehmuthvollem herzen, Wer aber hat dich sehen üppig scherzen? 4. Hab ich nichts, so hast du ga= ben, Gnug und fatt: Bin ich matt; So wirst du mich laben. Bin ich blos, du fannst mich kleiden; Und verirrt, Du, mein hirt, Wirst mich sicher weiden. 5. Ich kann alles, alles finden, Was mir noth; Was mir droht, Muß wie rauch verschwinden. Wenn ich mich nur zu dir wende, Mit begier, Füllst du mir Gern die leeren hände. 6. Werd ich vieles von dir bitten, Wirst du mich Sicherlich Ohne maaß beschütten. Deine huld giebt reiche gaben, wenn sie sieht, Uns bemüht, Sie mit ernst zu haben. 7. Großer lehrer, sen gepriesen, Daß dein mund mir den grund Dieser kunst gewiesen, Biel durch wenig zu erlangen, und die füll, Was ich) will, Betend zu empfangen. 8. Gieb nun, daß ich zu dir trete, Wie ich soll, Glaubensvoll; Kröne die gebete, Die geschehn in deinem namen, Auf dein wort, Hier und dort Durch ein frohes Umen. Mel. Auf, auf, mein herz, u. 481. Ernsthaftes Lamm, du muster wahrer zucht, Wie unbefleckt war deiner sitten frucht! Man fah dich stets mit ehrfurchtsvollen mienen Vor menfchen stehn, Und deinem Vater dienen. 5. Kein poffenspiel, das nach dem fleische schmeckt, Kein schandbar wort hat deinen mund befleckt. Es durfte nichts aus deinen lippen ge hen, Was sonst nicht pflegt den heil'gen anzusichen. 6. Du gabest acht auf deines mun des thor, Und zogest oft die stillen riegel vor: Die Gottes- furcht be wachte diese pforten, und schloß sie auf nur himmelreichen worten. 2. Des Herren furcht war dir ins her; geprägt, Durch deren wint war stimm und mund bewegt. Es war dein thun mit scham und ernst vermenget. Dem auge ward fein freyer blick verhänget. die freche welt Für zeitvertreib und 7. Du suchtest stets mit Gott vers traut zu seyn, Und giengst ben ihm als priester aus und ein. Dieß ließ dich nicht vergeb'ne worte sprechen, Die durch geräusch den innern fabbath brechen. 8. Dein reden war umschränkt mit maaß und ziel. Bu wenig nie, doch niemals auch zu viel. Ein jedes wort fonnt güldnen äpfeln gleichen, Wenn man sie sieht in filbern schaalen reichen. 9. Dein fluger mund, den du fo wohl verwahrt, Hat auf der welt viel tausend wort erspart. Die wir auf nichts als solch gespräche wen= den, mit welchem wir die theure zeit verschwenden. 10. stilles Lamm, gieb mir auch diesen finn: Nimm jedes wort von meinen lippen hin, Das nicht nach ernst und zucht und weisheit schmecket, Tas meinen geist und andrer ohr beflecket. 11. Gieb, daß mein mund zum eiteln stumm und scheu; Laut und beredt zu deinem lobe sey. Tuwol: left hier die junge schweigen lehren, Die dort dich soll mit ew'gen heilig ehren. Mel. Serr Jesu Christ, w. 482. quell und grund 324 Von der wahren Weisheit. Dir ist all mein vermögen fund:[ gehn: Wenn uns der fummet Wo du nicht hilfft und deine niederdrückt, 3st sie es, die das gunst, Ist all mein thun und werk herz erquickt. unisonst. 13. Sie ist voll ehr und herrlichs teit, Bewahret uns vor großem leid: Wer fleißig um sie kämpft und wirbt, Der bleibet lebend, wenn er stirbt. 14. Sie ist des Schöpfers näch ster rath, Bon worten mächtig und von that: Durch sie erfährt die blinde welt, Was Gott gedenkt in seinem zelt. 2. Ich leider! als ein fündenfind, Bin von natur zum guten blind: Mein herze, wenn dirs dienen soll, 3st ungeschickt und thorheit voll. 3. Ja, Herr! ich bin gar viel zu schlecht, Bu handeln dein gesen und recht: Was meinem nächsten muß im land, Ist mir verdeckt und unbekannt. 4. Mein leben ist sehr kurz und schwach, Ein lüftchen, das bald laiſet nach). Was in der welt zu prangen pflegt, Das ist mir wenig bengelegt. 15. Denn, welcher mensch weiß Gottes rath? Wer ist der je erfun: den hat Den schluß den er im himmel schleußt? Den weg, den der himmel weis't. 16. Die seele wohnet in der erd, 5. Wenn ich auch gleich vollkom- Und wird durch ihre last beschwert. men wär, Hätt aller gaben ruhm Die sinnen, hin und her zerstreut und ehr, und sollt entrathen dei- Sind ja von irrthum nicht befreyt nes lichts: So wär ich doch ein lauter nichts. 6. Was hilfts, wenn einer gleich viel weiß, und hat zuvörderst nicht mit fleiß Gelernet deine furcht und dienst: Der hat mehr schaden als gewinnst. 17. Wer will erforschen, was Gott fest? Und fagen, was sein herz ergeht? Es sey denn, der du ewig lebst, Daß du uns deine weisheit geb'st. 7. Das wissen, das ein mensche führt, Wird leichtlich in sich selbst verirrt; Wenn unsre funst am meisten kann, So stößt sie aller 18. Drum sende sie von deinem thron, Und gieb fie deinem find und sohn. Ach! schütt und gieß fie reichlich aus In meines armen herzens haus. enden an. 8. Gott, mein Bater, fehre dich Bu meiner bitt, und höre mich, Nimm solche thorheit von mir hin, Und gieb mir einen bessern sinn. 19. Befiehl ihr, daß sie mit mir fen, Und, wo ich gehe, stehe ben: Bin ich in arbeit, helfe sie mir tragen meine schwere müh. 9. Gieb mir die weisheit, die du liebst, und denen, die dich lieben, giebst; Die weisheit, die vor deinem thron Allzeit erscheint in ih20. Gieb mir durch ihre weife Hand Die recht erkenntniß und verstand, Daß ich an dir alleine kleb, Und nur nach deinem willen leb. rer fron. 21. Gieb mir durch sie geschicklich feit, Bur wahrheit laß mich seyn bereit, Daß ich nicht mach aus fauer füß, Noch aus dem lichte finsternis. 10. Ich lieb ihr liebes angesicht, Sie ist des herzens freud und licht, Sie ist die schönste, die mich hält, Und meinen augen wohlgefällt. 11. Sie ist hoch- edel, auserfohrn, Bon dir, o Höchster, selbst geborn: Sie ist der hellen sonnen gleich, Un tugend und an gaben reich. 12. Ihr mund ist füß, und tröstet schön, wenn uns die augen über 22. Gieb lieb und luft zu deinem wort, Hilf, daß ich bleib an meis nem ort, und mich zur frommen schaar gefell, In ihren rath mein wesen stell. jeder. 23. Gieb auch, daß ich gern mann mit rath und that, so gut Von der wahren Weisheit. 325 tann, Auch rechter unverfälsch| herz, Ich rufe dich drum an, Weil er treu Bu helfen allzeit willig sey. niemand ausser dir Mir weisheit 24. Auf daß in allem was id) thu, geben kann. In deiner lieb ich nehme zu. Denn wer sich nicht der weisheit giebt, Der bleibt von dir auch ungeliebt. Mel. O Gott du frommer G. 483. Hein Die weisheit bist err Christ, der du und heissest; Höchst glücklich ist, den du Der finsterniß entreisfest; Das wisſen, ohne dich Ist thorheit, eitler fünste höchste kunst. allein jetzt so hoch gebracht! Ich kann 2. Der höllen finsternis Hat mein deine weisheit missen, Die der gemüth verblendet, und eitler eiweise Gott veracht. Meines Jesu genwiß Hat den verstand geschän- freuz und pein Soll mein liebstes det: Wer führt mich tappenden wissen seyn: Weiß ich das in wahUnd blinden auf die bahn, Wo rem glauben, Wer will mir den man in ebnem feld Bur wahrheit himmel rauben? wandeln kann. 3. Du, Herr, du mußt es thun, Du wahrheit, weg und leben, Du aller heiden licht, Der du das licht gege: ben Der welt von anbeginn, Du riefft den tag hervor, Und stellst der nacht zum dienst, Das kleine licht empor. 4. 3d) bitt, o fonne! dich, Geh auf in meiner feele: Mein stern, erleuchte mich, Daß ich nicht länger fehle: Gieb den verstande licht; Vertreib die dunkelheit, Durch deines Geistes glanz, Der dich in mir verneut. 5. Ich fühle, Herr, daß ich In fünden tief versunken: Ich spüre nichts in mir Bon deinem lebens funken: Mein lohn ist nacht und tod; Doch dein unschuldig blut, Macht meine böse sach, Ich weiß es, wieder gut. 6. Um reichthum ist mirs nicht, Auch nicht um eitle ehre. Nur weisheit ists, die ich So sehr von ir begehre. Du, Herr der ehren, bift Allzeit mein ehr und ruhm, Rein trost, schatz, theil und gut, Bewinn und eigenthum. 7. Dein sind, du hast, du kannst Sie guten gaben geben, Laß deinen himmels- strahl Den finstern Inn beleben, Erleucht das finstre 8. Herr, hör, erhöre mich, Co will ich dir lobsingen, Darzu mein ganzes herz Bum will'gen opfer bringen, Nimm an, o treuer Gott, Den willen für die that, Du weißt wohl, daß dein knecht Sonſt nichts zu geben hat. Wel. Werde munter mein g. 484. Prange, welt, mit dei Daß du 2. Andre mögen weisheit nennen, Was hier in die augen fällt, Ob sie schon den nicht erkennen, Tessen weisheit alles hält: Mir soll meines Jesu pein Meine funst und weisheit seyn: Das geheim: niß seiner liebe Ist die schul, da ich mich übe. 3. Andre mögen ihre sinnen Echärfen durch verschlagenheit, Daß sie lob und ruhm gewinnen Ben den großen dieser zeit: Ich will meines Heilands schmach Ganz alleine denken nach; Chri sten will es nicht geziemen, Daß sie sich des eiteln rühmen. 4. 2ndern kann und mags gelingen, Wenn sie schleunig und ge= schickt Großes gut zusammen brin: gen, Und wenn ihnen alles glückt: O! mein reichthum, glück und theil, Ist der armen fünder heit: Dieses weiß mein herz zu finden, Und die welt zu überwinden. 5. Ey! so komm, mein wahres leben, Komm und unterweise mich; Dir will ich mein herz ere geben, Daß es wisse nichts als dich. Allerliebste wissenschaft! Ach! be= weise deine kraft, Daß ich einzig an dir hange, Und nichts auffer dir verlange. 6. Weiß ich keinen troft auf erden, 326 Vom Lobe Gottes. Klagt mich mein gewissen an, Das bringt heil, zufriedenheit: Will mir angst und bange wer: Auf ihn als den Mittler, sehen, den, Ist nichts das mir helfen Heißt sich aus dem staub erhöher. kann, Drückt mich des gesetzes 5. Böses meiden, gutes fuchen; joch; So laß mich bedenken doch, Durch des Herren Jesu kraft, Ulle Daß du hast mit deinem blute lust der welt verfluchen, Die nut Gnad erlanget, mir zu gute. lauter unlust schafft. Ach! wie bald, wie bald verschwindet, Was sich nicht auf Christum gründet. Mel. Gott ist ein Gott der l 486. Mem weißheit fo 7. Ach, mein Jesu! pflanze wei: ter Dieses wissen in mein herz; Sen mein treuer freund und leiter, Und laß deines todes schmerz, Deine schwere freuzes- pein Mir fiets in gedanken seyn; Du hast dich mir wollen schenten, Daran laß mich ewig deniten. der Bon Golt 8. Endlich, wenn des todes grauen Alles wissen von mir treibt, So laß meine augen schauen Diefen trost, der ewig bleibt. Jesu leiden, freuz und pein Soll mein letztes wissen seyn. Jesu! hilf mir das vollbringen; So will ich dir ewig fingen. Mel. Serr, ich habe mißgeb. 485. Weg mit allem, was da scheinet, Irdisch klug in dieser welt: Was mich nicht mit dem vereinet, Dem der finder herz gefällt, Der mich froh und glücklich machet, Wenn der schwarm der thoren lachet. 2. Was mich nicht zu Gott hins führet Ist nur foth und eitelfeit; 4. Kaum treff ich, was auf erden Das was viele öfters rühret Bringt mir gut und heilsam ist; Wie fann nicht selten herzeleid: Wenn ich ich selig werden, wenn du mein Jefum recht erkenne, Das ist, was licht nicht bist! Regierst du nicht ich weisheit nenne. dein find, So wirds ein übertre: 3. Täglich flehen, stündlich beten, ter, Da meines heils verräther Und mit tief gebeugtem finn, Vor Selbst meine finne find. den thron des Vaters treten, Das 5. Eo lent denn, Herr! mein le bringt leben und gewinn; Das ist ben! Tir sey es ganz geweiht weisheit, das sind gaben, Die nur ein einziges bestreben Een, m dein wort gebeut! Dann bin i 4. Fest an Jefum Christum glausweis und flug: Dann thu ich mit ben, Als den Gott der herrlichkeit, auf erden: Dann werd ich flig Und sich dieß nicht lasſen rauben, werden; Dann hab ich Gott! ge himmels- bürger haben. der weisheit hat, Er leitet un ichritte Turch seines Geistes rath Wer ruft zu ihr hinauf; Dem nicht der Herr gewähret. Was er von ihm begehret? Er giebt, und rückts nicht auf. 2. Gieb, Vater meiner väter! mir einen weisen sinn; Du gieb die übertreter In ihren sinn das bin, Ich aber wünsche mir ein herz, das dich nur liebe, Gern, was du forderst, übe; Das wünſ() ich mir von dir. 3. Der leib beschwert die feel. Erleuchtest du mich nicht, daß i mir weisheit wähle, So irr ith ohne licht. Durch jeden schein ver führt, wähl ich mir falsche gütet, Wenn, meines levens hüter! Mid nicht dein rath regiert. Vom Lobe Gottes. Mel. Ach alles was himmel u. gefang hören. Singt heute fo, wie 487. uf! alle, die Jefum, ihr noch niemals gefungen. S den König verehren! fingt, bis es allen die herzen durch. Last jauchzen und danken und lob: drungen. Bom Lobe Gottes. 327 2. Seht! Jesus, dié liebe, thut[ wunsch ist, ben Jesu zu bleiben. mächtige wunder. Da habt ihr las feuer. Die herzen sind under. Sie werden von neuem recht machg entbrennen: So bald sie die under an andern erkennen. 3. Ach, seht doch die rechte des beilandes siegen! Seht, wie ihm die feinde zum fußichentel liegen! Seht, wie sie der arm seiner heiligteit schläget, Berwundet, ergreifet, dann mütterlich pfleget. 11. Was unmündig heiffet, das höret man beten, Und schreyend und tobend zum Kinderfreund treten. Die eltern empfinden ein zartes bewegen, Daß manche sich mit vor den gnadenstuhl legen. 4. Dort ließ sich ein todter vergebz lich posaunen. Jeht sieht man, o freude! man sieht mit erstaunen, Da keiner sich ferner die hoffnung mehr machet: So ist er schon plößlich vom tode erwachet. 12. Laßt streiter der erden den Heis land bestreiten! Er weiß sie durch gnade also zu bereiten, Daß löwen wie lämmer am freußes- stamm liegen, Und sich nun im blute des amimes vergnügen. 13 Die großen der erde sind schwer zu erretten. Doch Jesus zerreisset auch goldene fetten. Er hat uns befohlen, für solche zu ringen. Wir sehn ihn, auch starte zur seligkeit bringen.- 5. Hier taumelt ein andrer in gröblichen fünden. Er tappet in 14. Gelehrte sind oftmals vers blindheit, und kann sich nicht fin- tehrte zu nennen. Doch macht Er, den. Es scheinet unmöglich die see- daß viele die thorheit erkennen. le zu retten. Doch Jesus erblickt ihn: da springen die fetten. 6. Dort wandelt ein blinder in igenen wegen. Er nennt sich ge= recht, und verspricht sich den jegen. Kaum hatten wir ihn mit betrübis betrachtet; So hören wir, daß 1: sich unselig achtet. Sie legen ihr wissen zum freuße darnieder, Und nehmens, wie Paus lus, mit wucherkraft wieder. 15. So farmelt der Sünderfreund allerley seelen, um sie zu der schaar seiner heerden zu zäh= len. Man höret das rauschen der todtengebeine. Hier regen sich vie le, da wenig, dort eine. 7. Auch dumme, die wahrheit icht wissende leute Macht Jefu er: 16. Der fühlet ein locken, und je barmung zur seligen beute. Woner ein treiben, und der weiß vor leiber und seelen in finsterniß lie: gen, Auch da sieht man proben: der König fann siegen! unruhe nicht mehr zu bleiben. Dort harrt eine seele im langen bedenten: Doch endlich beschließt sie, sich Jesu zu schenken. 8. Hier schreyet ein alter: wo sind meine jahre? Ach! daß ich 17. Erwecket und läßt sich die her: nicht so in die ewigkeit fahre! Ojen befinnen. Sie eilen, ihr ewi rette Erbarmer! den rest meiner ges heil zu gewinnen. Sie werden tage, Damit ich dir ehre und herr- gefuchet, und suchen die strasſe, Auf lichkeit fage. umfasſe. welcher der glaube den Heiland 9. Dort seufzet die jugend, bes ufjet den schaden Und sucht die bendige quelle der gnaden. Sie iß sich nun selber nichts füssers denken, Als Jesu die völlige jund zu schenken. 10. Hier laufen die kinder, das tort u ergreifen. Man sieht sie mit eifer sich dringen und häufen. Man darf sie nicht ferner zum chritenthum treiben, Ihr einziger 18. Dort windet sich einer in seligen ängsten. Er fühlet die schuld; doch das macht ihm am bängsten, Daß Jefus, der Freundliche, noch nicht erscheinet, Ders dennoch im dunkeln aufs herzlichste mennet. 19. Hier schwimmer ein herz in durchdringenden thränen. Die augen verrathen das heftige sehnen. Das innerste tochet. Die feele jer: Bom Lobe Gottes. 328 fliesset. Da rollet ein wasser, das ströme ergieffet. 20. Die lippen erstarren. Man sicht, was sie mennen. Die worte ertrinken in schluchzenden weinen. Das Herz ist wie wachs in dem heiffesten flusse, und leichtert die wehmuth mit thränendeni gusse. 21. O freude im himmel! freude auf erden! O freude in Jefu wahrhaftigen heerden! Die gläubigen fühlen ein inniges wallen Wenn stimmen erwachender fünder erschallen. frenheit geboren. Da gehen die fes feln der fünde verloren. Seht wie sich die kinder der gnade vergnügen, Daß sie nicht im schandjoch des teufels mehr liegen! 29. Hier freut sich ein jüngling, der Jesum gefunden. Dort finget ein alter verehrer der wunden. Hier lobt eine seele mit stillem vergnügen. Dort jauchzet ein andre, und möchte wohl fliegen. 30. Hier sieht man sich elterna tindern erquicken, und finder d eltern mit freuden erblicken. Man sieht wie sich väter zu kindern betehs ren, und finder den Gott ihrer väter verehren. 22. Dort schämt sich ein müder, Der lange getrantet, und doch noch in fälte und zweifelmuth wanket: O könnt ich doch weinen! O könnt ich doch glauben! Ach! könnt ich doch einmal das himmelreich rauben. 31. Das weib hat mit thränen und kummer gebeten, Und sieht nun den mann zum Immanuel treten. Hier muß es den thränend mannes gelingen, Sein weiba den fußpfad des lebens zu bringe 23. Nun wird er belehret: Die lahmen und todten Bemüh'n sich vergeblich mit Gottes geboten: 32. Hier flehet ein weinender f Komm, falter, zum feuer! komm, die verwandten, Dort lobet e todter, zum leben! Und glaube: fröhlicher für die bekannten. Die schulden find lange vergeben. wird sich einander von neuem 24. Das wortist dir nahe im her- schenket: Da Jeſus, der Jen und munde, Ergreif es: so die herzen gelentet. kommt deine selige stunde. Der ist 33. Sie kommen, wie glühende ja schon selig, der Jefum verlanget, fohlen, zusammen. Der Geistun Und nicht mehr mit eigner gerech) fers Königes macht sie zu fla tigkeit pranget. men. Sie reden und schweigen, f loben und klagen. Sie wissen vo elend und gnade zu sagen. 25. Was seh ich? Ein fünder ergreift das erbarmen. Hie stärkt nun die gnade so herrlich den ar: men! Er fühlet das zeugniß. Er rufet: Ich glaube. Troß sen nun derer, die fröhlich erscheinen. D dem bösewicht, daß er mirs raube. herz und die thaten des Herrn 26. Hier sieht man geschwinde erzählen, Das ist ihre bst, die 34. Sie weinen mit denen, bitterlich weinen. Sie freuen was Jesus versprochen. Dort springet ein lahmer, der lange gealle erwählen. 35. Ach wäre doch alles zu Sefu frochen, und weiß nun auch end: befehret! O daß ihn die gange lich von gnade zu singen. O gna- welt noch nicht verehret! Ach de! wie kannst du den jammer ver- möchte doch( feufzen fic) großen schlingen! 27. Die bande des unglaubens endlich besiegen, Dem joch des ae= und kleinen Die ewige somme der gnaden erscheinen! 36. Die todten erstaunen, und feßzes im glauben entfliegen, Im sehn es von weiten. Wie?( den: blute des Lammes den frieden em- fen sie) was widerfährt wohl den pfinden: Das tann unaussprech- leuten? Sie lästern. Toch etliche werden geschlagen, Und fommen 23. Da wird man zur ewigen i nach eben dem wege ju fragen liche freude entzünden. Bom Lobe Gottes. 17. Hier hat sich ein häuflein zu men gefunden. Dort eilt eine haar zu der quelle der wunden. er schallt es: O kommt doch! ort heißt es: Wir kommen: Ach hmt uns nur mit euch, ihr gläuge frommen! 42. O Herr! der du anfängst und mittelst und endest, Gott! der du dein werk ohne hülfe vollendest, Wir bitten und flehen im tiefesten staube: Ach gieb uns nicht wieder dem feinde zum raube. 329 uns dein wort zum beständigen grunde. Und halt uns so einig, wie einen im bunde. 38. Hat mancher vor diesem den tid fall begangen: So fühlt er on neuem ein heisses verlangen. Ach wär ich doch aus dem gefähr: lichen banne; Wohlan, ich will wieder zum vorigen manne. 39. So fliegen die tauben zur wohnung der tauben. Tie lahmen rmuntern sich, dreister zu rauben. Die trägen empfinden ein mächtiges treiben, und eilen mit eifer, nicht hinten zu bleiben. 40. Die starten ertragen und ziehen die schwachen, und bitten den hüter für alle zu machen; Den hüter, der lämmer und schaafe regieret, Und seine erlöfeten se: liglich führet. 41. Was merk ich? Ach, heuchzerbricht sie auf den höhen. ler, beym hellesten lichte! Macht das nicht des Königes wunder zunichte? Nein! laßt sich das untraut nur immer erheben! Wir bringen doch garben ins ewige leben. 43. Erhalte dir, was du von neuim geschaffen. Ja, cile, noch mehr us der Höllen zu raffen. Befestige e, die du einmal gefunden, Und inde fie tief in den heiligen unden. 4. Ach), fatanas faucrt uns aden zu machen. Und fönnt er rächen, wie würd' er nicht la: n! Doch König! dich fasſet der etende glaube. Du giebst deinen hm nicht dem Feinde zum raube. be 45. Dlaß uns nur arme, dürftige bleiben, und glauben und liebe ohn unterlaß treiben. Erhalt 46. Hilf denen vcn oben, die pflanzen und gießen, Und laß dein gedeihen mit überfluß fliessen. Tein gnädiges angesicht leuchte nur allen: So soll dir dein lobgefang ewig erschallen. 488. Bringt her dem Herz te! Bringt her dem Herren alle ren angenehme wer: ehr und stärke. 2. Bringt ehr und ruhm zu seiz nes namens preise, Und betet an auf eine heil'ge meise. 3. Des Herren stimme geht auf grossen meeren, es donnert dort der Herr, der Gott der ehren. 4. Des Herren stimm ist kräf= tig, stark und mächtig: Tes Herz ren stimm ist herrlich, schön und prächtig. 5. Des Herren stimm läßt feine cedern stehen; Tie starke macht 6. Er macht daß berg und bäume sich erfreuen, und wie ein kalb und junges einhorn schreyen. ter feuer- worte: Des Herren 7. Des Herren stimm giebt laustimm erregt die wüsten orte. 8. Des Herren wort erreget die einöde, Und alles wild wird reg auf feine rede. 9. Denn sie entblößt die wälder, da fie lagen, und jeder muß von feiner ehre sagen. auf uns treiben, Und Gott der Herr 10. Der Herr läßt feine fluthen wird ewig König bleiben. in fraft begegnen, es wird der 11. Der Herr wird seinem volk Herr sein volk mit frieden segnen. ter, werden In ewigkeit, auch hier 12. Lob und ehr müsse dir, o Ba= auf dieser erden. Mel. Es ist das heil uns F. ringt her dem Herren lob und ehr Aus 489. Bri freudigem gemüthe! Ein jeder Got tes ruhni vermehr, Und preise seiz 330 Bom Lobe Gottes. ne güte. Ach! lobet, lobet alle Gott,| stus ist noch heut, Gestern und in Der uns befreyet aus der noth, ewigkeit. Und dantet seinem namen. 2. Sprich nicht: es ist dieser zei ten Nicht mehr, wie es vormals war, Gott macht feine heimlich 2. Lobt Gott, und rühmet alle zeit Die grossen wunderwerke, Die majestät, und weisheit, fraft und starte, Die er beweis't in aller welt, Und dadurch alle ding erhält, Drum dantet feinem namen. herrlichkeit, Die teiten Jehund niemand offenbar, Was er vormals hat gethan, Daß geht uns anjeßt nicht an. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, feele, geist und leben, Aus lauter väterlicher gnad, Uns allen hat gegeben; Der uns durch feine engel schüßt, und täglich giebet, was uns nüßt: Drum danket feinem namen. 3. Sprich so nicht: Des Höchste hände Sind mit nichten jest schwach, Seine gute hat kein end Er ist gnädig vor und nach: 3 jus Christus ist noch heut, Gesten und in ewigkeit. 4. Halte dich in allen dingen ur an deines Gottes treu; Laß did nicht zur freude bringen, Ehe didy dein Gott erfreu; Euch in aller deiner noth Nichts zum trost als deinen Gott. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, Der für uns ist gestor ben, und uns die fel'ge lebens: fron Durch seinen tod erworben, Der worden ist der höll ein gift, Und frieden hat mit Gott gestift: Drum dantet seinem namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den glauben angezün det, und alles gute noch verheißt, 6. Die nur, die dem Herrn v Und stärket, fräft'get, gründet: trauen, Gehen auf der rech Der uns erleuchtet durch sein wort,( bahn; Die in angst, in furcht und Regiert und treibet fort und fort: grauen Ihn nur einig rufen all, Drum danket feinem namen. Denen wird allein bekannt, Gottes herrlichkeit und hand. 5. All ihr knechte Gottes höret Sucht den Herrn in eurer noth Wer sich zu wem anders kehre 2016 zu ihm, dem wahren Got Der geht irr in allem stüdt, Un bereitet ungelück. 6. Lobt Gott, der auch dieß gute wert, So in uns angefangen, Voll- 7. Drum dankt Gott, ihr Got führen wird und geben stärk, Das tes- knechte, Kommt, erhebet fei kleinod zu erlangen, Das er hat nen ruhm Er hält Ifraels g dern vorbehält: Drum dantet seinem namen. eige thum. Jeſus Christus ist noch ha Gestern und in ewigteit. 7. Lobt Gott, ihr starken Sera= phim, Ihr und thro: Mel. Dir, dir, Jehovah, wil nen. Es loben Gott mit heller 491. Dant fey defen stimm, Die hier auf erden woherbarmen, Danten früh und spat, Ja, alles was nur mich in ihren liebes- armen Ben nen. Lobt Gott und preif't ihn der unverdienten Baterhuld, Die athem hat, Das danke seinem tag und nacht getragen mit geduld; namen. Die gnädig mich bedeckt, wann mir gefahr und tausendfacher fummer Mel. Romm o komm, du Geist nahe war. 490. ankt dem Herrn, ihr 2. Von jugend auf hast du geleis Gottes fnechte, tet, ein Gott! mich wurm, mit Kommt, erhebet seinen ruhm! Er deiner rechten hand, Denn dein hält Israels geschlechte Doch noch allmacht selbst bereitet, Und de für sein eigenthum. Jesus Chris ben dir heit und vergebung fand Vom Lobe Gottes. it dank entzündet seß ich, Bater, in denkmal heut, ein Eben er hier. 1 Bis hieher hast du mich ge Ingen;( Kein mutterher; hegt he zärtlichkeit) Ich fand dich is in meinen flagen Bu trost und itung väterlich bereit; Dein Bateauge hielt mich stets in acht, Benn sich der feind mit wuth an mich gemacht. 5.Ich nehe oft mit freudenthränen Den frohen zeitpunft in gedanken och, Die stunde, da mein banges hnen Dir walte zu, und da der inden joch Durch deine macht aus naden wieder brach, Da schüchern ich) im staube vor dir lag. 7. Du blicktest her auf meine hränen, Und riefest mir: elender, veine nicht! Ich blickt' hinauf and las dein sehnen Nach mir, em wurm, in deinem angesicht; ie fündentaft fiel schnell der brust rab, Sie wälzte sich und fant Jeju grab. 331 dein theures blut; Du warst vom haupte bis zum fuß verwundt, Und wahrlich! so ward deine liebe tund. 4. Berriß ich selbst die liebesban11. Ich weihe dir die zahl der de, Und fehrte treulos dir den rü- tage, Die deine huld mir hier noch den zu; Ja, sucht' ich an der höl- zugezählt. Ich scheue teine angst len rande 3m unsinn für die ar me feele ruh;( Ich) bebe noch, wenn st mein heller blick Echaut hinte fich, auf die gefahr zurück;) 5. Dann eiltest du, wie hirten ei len, Mir nach), du locktest, riefest auter noch, Du wollteſt meine wes Je heilen; Die gnade siegte, fie zerPrach das joch Tes teufels jammt er fünd und welt entgen, Und h ward, heil mir! wieder glückich fren. noch plage, Wenn mir daben nur nie dein dasenn fehlt. Im tode halt ich dich; ich eil' hinauf Und so beschließ ich in dir meinen lauf. Mel. Es Fostet viel ein christ. 492. Der Herr ist gut! in desz wir Wenn ich von deinem lobe wiege, So würden billig felost steine schreyen: Die macht der en gnadenzüge Coll stündlich und dank in mir verneuen. Sin wurm, kein fünder war, den dine huld Je trug, als mich mit grade und geduld. 10. Gan; muß um ganz gegeben werden, Hier bring' ich dir der seelen ganze fraft; Berbergt euch), freuden dieser erden, Demi Lanime walle nur mein lebensfaft: Tir sey der leib, die glieder und das haupt, Verflucht! was dir nur etwas davon raubt. Wir dürfen ihn gar Abba Vater! nennen. Wenn wir nur treu auf feinen wegen gehn, Co sehn wir ihn für zarter liebe brennen. Dieß wert giebt uns im fampfe trost und muth: Der Herr ist gut! 2. Der Herr ist gut, und will der fünder schuld Nicht mit dem schwerdt noch höchster strenge rächen. Es ist ben ihm ein reichthum der geduld, Er übersieht der irren: den verbrechen, Er ist versöhnt durch seines johnes blut. Der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut, und theilt fich willig mit, Sein wesen ist ein brunnen guter gaben. Er geht uns nach, und fragt ben jedem schritt, Ob wir nicht was von ihm zu bit: ten haben? Wo ist ein Herr, der so mit knechten thut? Der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut: kein elend ist so groß, Er hat so fraft, als neis gung, uns zu schüßen. Umschliesset uns fein starker liebesschoos, Co fann der geist in stillem frieden Ganz hast du dich mir herge- fißen. Es macht sein schuß, daß geben, Die ganze feele jagte mir man hier sicher ruht. Der Herr gut, Es floß am freuß dein ganz ist gut! les leben, Aus allen adern floß 5. Der Herr ist gut: wer dieß 332 Vom Lobe Gottes. im glauben schmeckt, Wird nim- meines Gottes wille Mich nad mermehr aus seinen diensten ge hen. Hier wird erst recht was Freyheit sey, entdeckt. Hier fann der geist im rechten Adel stehn. Nichts ist umsonst, was hier der glaube thut. Der Herr ist gut! Mel. Serzlich thut mich verl 6. Der Herr ist gut, und sieht in 494. Du, meine feele! finge und gnaden an Den schlechten dienst der knechte, die ihn lieben. Ergiebt mehr lohn, als man erwarten tann. Kein falter trunk ist unvergolten blieben. Er giebt dafür die ganze segensfluth. Der Herr ist gut. Mel. Nun ruhen alle wälder. dem tampfe trönt: An meine laufbahn ende, Sint ich in Sefi hände, Der mit dem richter mid versöhnt. ge schön Dem welchem alle ding Bu dienst und willen stehn. will den Herren droben Hierpe fen auf der erd, Ich will ihn he lich loben, Eo lang ich leben werd. 2. Auf, menschen, laßt euch leh ren Was euch wird heilsam fen 493. Durch viele grosſe plaie welt will euch bethören Mi gen hat mich der ihrem falschen schein: Verla Herr getragen, Von meiner ju- sich ja keiner Auf fürsten- mad gend auf; Ich sah auf meinen we- und gunst, Weil sie, wie unsere gen Des Höchsten hand und segen; ner, Nichts sind, als nur ein dun Er lenkte meines Lebens lauf. 3. Was mensch ist, muß erblay 2. Sein weg war oft verborgen; Und sinken in den tod, Er muß Doch wie der helle morgen Aus geist auslasſen, Er wird zu erdy dunklen nächten bricht: So hab foth; Es ist gar bald gescheh ich stets gespüret; Ter weg, den Mit wiß und klugem rath, Und Gott mich führet, Bringt mich sehr klar zu sehen, Wie fan durchs finstre thal zum licht. der menschen that. 3. War menschen hülf verge= 4. Wohl dem, der einzig schaue bens; So tam der Herr des le: Nach Jacobs Gott und heil! Wer bens, Und half und machte bahn: dem sich anvertrauet, Der hat da Bust ich mir nicht zu rathen: beste theil, Das höchste gut erleier So that ott groffe thaten, Und Den schönsten schats geliebt; Ge herz und ganzes wesen Bleibt en unbetrübt. nahm sich mächtig meiner an. 4. Bis in des alters tagen Will er mich heben, tragen, Und mein 5. Hier sind die starken fra erretter seyn; Dies hat mir Gott Die unerschöpfte macht, Das versprochen, Der nie sein wort gegen die geschäfte, Die feine h brochen; Ich werde sein mich gemacht; Der himmel und dien de, Mit ihrem ganzen heer, Ant 5. Er wird mir schwachen alten fische grosse heerde Im weitenwil ewig freu'n. Was er versprochen, halten, Denn den meer. er ist fromm und treu; Vin ich 6. Hier ist der treue Bater, Der gleich matt und müde, Er giebt niemand unrecht thut, Der helfer mir trost und friede, Und steht mit und berather; Wohl dem, der muth und kraft mir ben. in ihm ruht. Er hält fein mo 6. Nach wenig bangen stunden mit Freuden, Und was er sprich Hab ich ganz überwunden; Ich geschicht Und wer gewalt muß lei bin vom ziel nicht weit. Triumph! den, Den schützt er im gericht. o welche Freuden! Sind nach dem 7. Er stärket, speift und tränfet letten leiden, Vor Gottes thron er rettet aus der noth; Wenn( uns freude fchenfet, Dann schre 7. Ich warte froh und stille, Bis luns selbst kein tod: Er mach für mich bereit. Bom Lobe Gottes. 333 the wangen Ben armen schlech-| 7. Mein Jesus nimmt die fünder ter mahl; Und die da sind gefan: gn, Die reißt er aus der quaal. & Er ist das licht der blinden, bleuchtet ihr gesicht; Und die sich wach befinden, Die stellt er auf gricht't. Er liebet alle frommen, hd die ihm günstig seynd, Die fiden, wann sie kommen, An ihm en besten Freund. an; Ich komme zu ihm, wie ich tann; Denn wer sich selber besser macht, Von dem wird Christi blut veracht. 9. Er ist der fremden hütte, Tie waisen nimmt er an, Erfüllt der wittwen bitte, Wird selbst ihr trost und mann. Er haft den weg der finder Und kehret ihn zurück; Er fördert feine kinder; Er schaffet eil und glück. 10. Jehovah ist mein könig; Er bleibt es für und für. Herr, ich bin viel zu wenig Bu singen deine zier; Jedoch, weil ich gehöre Gen 3ion indein zelt, Isis billig, daß ich meh re Dein lob vor aller welt. Mel. O Jesu Christ, meins. 195, elobet fenft du, Jefu Christ Daß du der inder Heiland bist, Und das dein nschätzbares blut An unfern seeen wunder thut. 2. Gelobet sen des Baters rath, der dich der welt geschenket hat, Ind weil er viel erbarmen hegt, Dir alle schulden aufgelegt. 3. Gelobet sey der heil'ge Geist, Der uns zu dir, o Jefu, weis't, Bu Dir, du arit, der jedermann Durch eine wunden heilen kann. 4. Gott lob, mun ist auch rath für ich; Mein Gott und Herr, ich laub an dich, An dich, der alles ngezählt, was mir an meiner hnung fehlt. Die schulden sind mir anges t. Ich bin nicht halb, nein, gan; derbi; Und treffe ben mir gar ts an, Das ich zur lösung zahfann. Gott lob, daß ich mun weiß moIch, der ich krank und unrein Den furcht und schaam und eifel quält, Dem alle kraft zum guten fehlt. 8. Der kranke wird nicht erst ges fund, Er macht dem arzt die seu dhe fund; Co tomm ich, Gottes Lamm, zu dir, Ich weiß du thust dein amt an mir. 9. Vergebung heilt mein ganzes herz, Eie tilgt die furcht, sie stillt den schmerz, Eie macht mich rus hig, leicht und licht, und voll von füffer zuversicht. 10. Die seele wird von banden fren, Eie lobt und singt, und spürt dabey, Daß eines neuen geistes fraft Sie ganz belebt, und früchte schafft. 11. So macht der glaub an Shristi blut In armen fündern alles gut, Und was noch böses übrig bleibt, Ist noth, die uns zum hels fer treibt. 12. Gelobet fenft du, Jesu Christ Daß du der fünder Heiland bist; Und daß du, hocherhabner Fürst, Der fünder Heiland bleiben wirst. 496.ben wir, HERR GOTT, wir danken dir! Dich, GOTT Vater in ewigkeit, Shret die welt weit und breit, Alle engel und himmels- heer, Und was dienet deiner ehr, Auch Cherubim und Seraphim, Eingen immer mit hoher stim. Heilig ist unser( SOTT! Heilig ist unser GOTT! Heilig ist unser GOtt! der HERR Bebaoth! FRR GOTT, dich loDein' göttlich macht und herrlichs feit, Geht über himm't und erden weit; Der heiligen zwölf boten zahl, Und die lieben propheten all, Die theuren zeugen allzumal, Loben dich, HERR, mit gross sem fchall, Die ganze werthe christenheit, Rühmt dich auf erden allezeit, 334 Vom Lobe Gottes. Dich, GOTT Bater! im höchsten| dir zu leben, Weil du mich mit se viel gnaden bedacht. thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heil'gen Geist und Tröster werth, Mit rechtem dienst sie lobt und ehrt. 2. Danket, ihr augen, dem ewigen lichte, Daß ihr so schend unc offen da steht; Danket ihm für das erlangte gesichte, Das auch nod dauert, und noch nicht vergeht; Echauet mit wonne, Auf ihn, di sonne, Bis er euch unter die sier nen erhöht. 3. Danket, ihr ohren, dem weit des lebens, Daß ihr vernehm fönnt, was es euch heißt; Defit euch, daß es nicht rufe vergeben Last euch regieren den emin Geist, Daß ihr könnt hören, wie man mit chören Torten ihn erig erhebet und preist. Tu König der ehren, Jesu Christ! Gott Baters ew'ger Sohn du bist; Der Jungfrau'n leib nicht hast verschmäht, Bu erlös'n das menschlich' geschlecht. Du hast dem tod zerstört sein' macht, Und all' christen zum himmel bracht. Du fit'st zur rechten Gottes gleich, Mit aller ehr ins Baters reich. Ein richter du jufünftig bist 4. Danke, du riechen, dem Schö pfer der nasen, Daß dich so man cherlen geistwerk ergeht; Daße den lebens- geist in dich geblasen Daß er dir Christi fußstapfen vor setzt, Fleißig zu spüren, wie d dich führen, Alles zu meiden, m ewig verlegt. 5. Danke, du junge, für red und schmecken, werde nicht sh zu erheben die macht, Daß dud regen kannst weiter erstrecken, wie die thiere das mundwert ges bracht: Lerne die speisen ing hoch preisen, Welche, wer Chris shum nur fennet, hoch acht't. Und heb sie hoch in ewigkeit. Täglich, Herr Gott! wir loben dich, Und ehr'n dein'n namen stetig lich. Behüt uns heut, o treuer Gott! 6. Danket, ihr glieder, Gottal fürs fühlen; Hände fürs greife und Füsse fürs gehn; faffet d Vor aller fünd und missethat. wandel doch einzig drauf ziele Sen uns gnädig, o Herre Gott! Sen uns gnädig in aller noth, Beig uns deine barmherzigkeit, Wie unsere Hoffnung zu dir steht. Daß ihr dort ewig wehl fön bestehen; Wollt ihr in fünden D nicht empfinden, wie sich die fine fen der höllen erhöhn. Auf dich hoffen wir, lieber Herr! 7. Danket, gedanken, verfund In schanden laß uns nimmer- und du wille, Danke, gedächtnikand urtheil dazu, Schwinget die fligel mehr. Amen. Mel. Gr ßer Prophete, mein jur ewigen fülle, Laßt euch nicht halten das zeitliche nu. Furlob: öchster Formirer der gefieder Einke nicht nieder, Bis 497.töblichsten dinge, Der ihr gelanget zur himmlischen ruh. Rühr mir die junge, damit ich dir gepriesen; Etimme das äuſſere du mich armen so ferne gebracht, 8. Wenn nun das innere Gott fo finge, Und einst beginne nach äuf gleichfalls mit an. Frenlich, o Ba serster macht, Dich zu erheben, Und ter, du haft mir erwiesen Tau Alles was tod und lebend ift. Nun hilf uns, Herr! den dienern dein, Die mit dein'm theuren blut erLöset seyn: Laß uns im himmel haben theil Mit den heiligen im ew'gen heil. Hilf deinem volt, Herr Jeſu Christ! Und segne was dein erbtheil ist, Wart und pfleg ihr'r zu aller zeit, Bom Lobe Gottes. 335 fendmal mehr, als ich aussinnen| Luft, wind, und was aus der höh tann. Nahrung und hülle, Güter die fülle Melden, dieß habe Gott alles gethan. Nun auf uns segensvoll fließet. 5. Freue dich, erde! und schalle dem himmel entgegen, Tein fluch verwandelt sich in unbeschreibli chen segen, 9un wird dein feld Bom andern Adam bestellt, Tu grünst vom blutigen regen. 9. Nun denn, du geber, so herr: her gaben, Weil du mir giebest mehr als ich begehrt, Laß mir die augen stets tief in mir haben, Daß h nichts mein acht, als was du beschert. Mach mich geringe, Schöpfer der dinge, Bis sich mein etwas in nichtes verkehrt. 6. Lobet, ihr berge, mit jauchzen, frohlocket ihr hügel, Hüpfet, wie länimer und stärket dem glauben die flügel, Wenn er sich schwingt, Den bund des friedens befingt, Send ihr dem bunde zum siegel! 7. Echren't doch, ihr steine! weil menschen so schändlich oft schweiz gen; Du, dürrer staub sollst dich mühn, in die höhe zu steigen, Du fand am meer, Gieb auch dein lobelied her, Vom gnadenreichthum zu zeigen. 8. Echallet und finget, ihr thäler, ihr felder und auen, Friede, ver= föhnung und fegen ist an euch zu schauen, Nun send ihr schön, Reißt uns, den Herrn zu erhöhn, Dem reichen Heiland zu trauen. 9. Wälder und bäume frohlocket, wir sehn euch mit freuden, Unser Immanuel wollte am holze ver= Mel. Lobe den Herren, den. 498. Jauchzet, ihr himmel: scheiden, Das ist ein baum An frucht, an schatten und raum So reich), uns alle zu weiden. 10. Kräuter und blumen, o blüht dem Erlöser zu ehren! Gras, moos und schwämme, laßt auch euren lobgesang hören! Wachset nur schnell, Die gnadensonne scheint hell, Die kräfte werden sich mehren 10. Und weil denn noch ein ges schenke vorhanden, Welches viel höher als himmel und welt, Nemlich dein Sohn, der uns rettet aus chanden, Und dich nun wieder zu frieden gestellt, Welches mit weifen, Nie gnug zu preisen, Bis du die seele zu engeln gesellt. 11. So nimm denn an was im himmel erklinget! Macht, reichthum, weisheit, fraft ehre und preis, Dantfagung, und was das engelvolk singet, Gott und dem Lamme mit ewigem fleiß. Alles sprechamen, Wo nur ein namen Je wird genennet von treise zu freis. Jehovah hat alles vollendet, Er hat vom himmel herunter den Heiland gesendet; Es ist vollbracht, Sünder sind selig gemacht, Die ihn so lange geschändet.:,: 2. Lobet ihn sämmtlich, ihr engel, ihr hinimlischen heere! Weil doch auf erden für euch sonst kein freudenspiel wäre, Nun könnt ihr thn Die gnadenwunder geschehn, Das ist des Heilandes ehre! 3. Lobet ihn, sonne, du mond und sterne zusammen! Leuchtet och einmal so helle, mit fröhlichen mmen. Die fünden- nacht Hat verschwinden gemacht, Wer illuns nun noch verdammen! 4 Lobet ihr wolfen! so weit ihr den erdkreis umschlieffet: Feuer, bis, donner, thau, regen, und was hr ergiesset, Hagel und schnee, 11. Jauchzet ihr tiefen, ihr meere, mit strömen und quellen! Schwims met ihr fische! wir schwimmen in blutigen wellen, Das gnadenmeer Rauschet in fluthen daher, Die im mer höher aufschwellen. 12. Preiset, ihr vögel, den Schös pfer, in mancherley schöne, Stim met zusammen, und singet die to: benden töne, Toch hört nur an, Wer es noch fröhlicher kann, Wir, Gottes töchter und jöhne; 13. Lobet, ihr thiere, ihr zahmen und wilden, send munter Mischt 336 Bom Lobe Gottes. euch, ihr fliegend und friechende gefahr Gerathen, treulich bey.:, würmer, darunter! Tönet und ruft, Erfüllt mit danken die luft; Sein licht geht nun nicht mehr 9. Du strafft uns fünder mit ge duld, Und schlägst nicht all zusehr, Ja endlich nimmst du unsre schuld, Und wirft sie in das meer.:,: unter. 14. Freuet euch alle, ihr werke des Schöpfers send fröhlich. Nicht nur den finder macht Gottes barmen so felig; Es kommt die zeit, Die euch noch alle befrent, Denn Gottes heil ist unzählig. 15. Endlich so lobet und preifet den herrlichen namen, Menschen, o menschen! euch macht er zum heiligen faamen, Dem er sich schenkt, Desſen er ewig gedenkt,, jo singt tausendmal Amen. Mel. Lobt Gott, ihr christen. 499. h finge dir mit herz und mund, Herr! meines herzens luft; Ich fing, und mach der erde fund, Was mir von dir bewußt.:,: 10. Wenn unser herze seufzt und schrent, wirst du gar leicht er weicht, Und giebt uns, was uns hoch erfreut, Und dir zu ehren reicht.:,:. 11. Du siehst, wie oft ein chri te wein, Und was sein fumm sey: Die thräne, wenn sie noch klein, Bählst du und legst sie ben. 12. Du füllst des lebens mangl aus Mit dem was ewig sieht, und führst uns in des himmels haus, Wenn uns die erd entgeht.:: 13. Wohl auf, mein herze, fing und spring, Und habe guten nuth! Dein Gott, der ursprung allerding, Ist selbst und bleibt dein gut. 14. Er ist dein schas, dein er und theil, Dein glanz und freu den- licht, Dein schirm und schil dein hilf und heil, Schafft rat und läßt dich nicht.: 2. Ich weiß, daß du der brunn der gnad Und ew'ge quelle bist, Daraus uns allen früh und spat Viel heil und gutes fließt.:,: 3. Was sind wir doch)? was haben wir auf dieser ganzen erd, Das uns, o Bater, nicht von dir Allein gegeben werd?:,: 15. Was fräntst du dich in dei nem sinn, Und grämst dich und nacht? Nimm deine forg wirf sie hin Auf den, der dichgez macht.:,: 4. Wer hat das schöne himmels: 16. Hat er dich nicht von jugend ist es, der uns unser feld Mit thau manchen schweren unglüds- lau zelt Hoch über uns gesetzt? Wer auf Bersorget und ernährt? Wie und regen nett?:,: Hat er zurück gefehrt. 5. Wer wärmet uns in fält und 17. Er hat noch niemals was ve frost? Wer schüßt uns vor dem sehn In seinem regiment: Nei wind? Wer macht es, daß man was er thut, und läßt gescheh öhl und most Bu seinen zeiten Das nimmt ein gutes end.:,: findt?:,: 18. En nun, so laß ihn fermer 6. Wer giebt uns leben und ge- thun, lind red ihm nicht darin, blüt? Wer hält mit seiner hand So wirst du hier im Friede, Den goldnen, werthen, edlen fried und ewig fröhlich seyn. In unserm vaterland?:,: kommit von dir, zu, du must als 500. Jehovah, in th 7. Ach! Herr, mein Gott, das Mel. Sey lob und ehr dem h. les thun, die wach an treu will ich unfrer thür, Und läßt uns sicher erheben: Ich will mit freudigen gemüth In meinem ganzen leben ruhn.:,: 8. Du nähreft uns von jahr zu Gott, alle tage preisen dichy, Un jahr, Bleibst immer fromm und deinen namen ewiglich Vor aller treu, Und stehst uns, wenn wir in menschen rühmen. Vom Lobe Gottes. 2. Sehr groß und herrlich ist dein nam; Du kannst in nöthen rathen; Die größ' ich nicht aussprechen fann: Es wird von deinen thaten Bu fagen wissen findestind, Weil man sie allenthalben find't Boll weisheit, güt und liebe. 3. Ich will dein lob mit meinem mund, Jeht und zu allen zeiten, Auch inniglich von herzensgrund Frhöhen und ausbreiten; Ich will von deiner ehr und pracht, Bon deiner großen wundermacht, So lang ich lebe, reden. 4. Du bist voll gnade, lieb und treu, Der deinen zu verschonen; Doch bist du auch gerecht daben, Die spötter abzulohnen: Hert, du bist voll barmherzigkeit, Geduldig, gütig allezeit, wenn man dir recht vertrauet. 337 du heilig bist und rein, So liebest du nur die allein, Die heilig ver dir wandeln 10. Herr, du bist allen denen nah, Die flehend vor dich treten; Du bist ben allen denen da, Die dich als Gott anbeten: Der frommen schreyen du erhörst, und ihrer bit= te sie gewährst, Um deines namens willen. 11. Herr, du behütest väterlich, Die dich von herzen lieben: Ber= tilgest aber, welche sich Nur stets in bosheit üben: Du bist gerecht und dein gericht Erfreut der from men angesicht: Gelobet sen dein name! 12. Gott Vater, Sohn und Heil': ger Geist, Ohn anfang und ohn ende, Der du viel gutes mir be weif'st Durch deiner allmacht hände; Sen von mir jetzt und allezeit, Bon nun an bis in ewigkeit, Ge= lobet und gepriesen. 5. Herr, du bist gnädig jedermann; Erbarm'st dich gern der armen; Nimmst deiner hände wert dich an, Als vater, mit er: barmen, Und deine allmacht trägt Mel. Jesu, meine freude. und hält, was hier in dieser gan= 501. Jefu, meine liebe, Die zen und ich oft betrübe, Hier Sich 6. Herr, deine werke und gewalt Die sollten hier auf erden Bon allen menschen, jung und alt, Gerühmt, gepriesen werden; Denn dein reich ist ein ewig's reich), Und deiner herrschaft ist nichts gleich); Sie ist und währet ewig. in dieser welt, Dir dankt mein ge= müthe, Wegen deiner güte, Die mich noch erhält, Die mir oft Ganz unverhofft, Hat geholfen in den klagen, In noth, angst und zagen. 2. Nun will ich dran denken Wenn ich werd in fränken Und in ängsten feyn, Wo ich werde stehen, Wo ich werde gehen, Will ich denken dein: Ich will dir, Herr, für und für Dantbar feyn in mei nem herzen, Denken dieser schmerzen. 3. Ich bat dich mit thränen, Mit 8. Herr, aller augen warten dein, angst, leid und sehnen, Mein aug Du giebest ihnen speise 3u rechter und gesicht, ob ich auf und schyrie, jeit, daß sie sich freu'n Und jeder Beugte meine fnie; Etand auch mann dich preise: Du thust auf aufgericht: Ich gieng hin und her, deine milde hand, Und sättigest mein sinn War bekümmert und das ganze land Mit luft und wohl- voll sorgen, Durch die nacht am gefallen. 7. Herr, du verstöß'st die fünder nicht, Die weinend zu dir kommen; Sie werden von dir aufgericht'i lind gnädig angenommen: Du tilgest ihre fündenschuld, Bedeckest fie mit deiner huld, Um deines blutes willen. 9. Herr, du bist heilig und gerecht In allen deinen wegen; Drum fegnest du auch das geschlecht, Das geht auf deinen stegen; Und wie P morgen. 4. 3ch, als ich nicht sahe, Daß du mir so nahe, Sprach zu dir im sinn, Ich fann nicht mehr beten, Komm mein heil getreten, Const Bom Lobe Gottes. 338 sprach dein wink: Eolltest du an mir verzagen? 9tein, ich will dich) tragen. 5. Ich war noch im glauben, Ten mir doch zu rauben Eatan war bemüht, Der die arme seele, In der leibes- höhle Vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: Ich glaube noch, Glaubt ich nicht, wollt ich nicht beten, Noch vor dich hintreten. 6. Herr, wer zu dir schreyet, Seine fünd bereuet, Ruft dich herzlich an, Aus getreuem herzen, Desſen grosse schmerzen Wirst du, Herr, alsdann, wenn er fest Glaubt, dich nicht läft, als die deine selbst empfinden, Tilgen seine fünden. 7. Drum, o meine liebe! Die ich oft betrübe hier in dieser welt, Die dankt mein gemüthe, Wegen deiner güte, Die mich noch erhält: Die mir oft, Ganz unverhofft, Hat geholfen in den klagen, In noth, angst und zagen. sink ich dahin! Ja ich fint! y, und ein thor darf thorheit nennen Was der glaub für wahrheit hält. Wir lassen den thoren ihr lachen und scherzen, Und nehmen die wunder des Höchsten zu herzen. 4. Die gottlosen stehn und grü nen eine zeit wie gras und laub: aber die jest grünend scheinen, Liegen bald verdorrt im staub Die um wind und eitelkeit Ihr zeit und müh' verkaufen, Geh auf ewrig übern haufen, und ver sinken in dem leid. Der höchste wird bleiben, und erriglich leben und ewiges leben den gläubiger geben. 5. Eich, Herr, siehe, deine fein. de kommen um in furzer zeit Und die haffer deiner freund Werden, wie die spreu, zerfireut Dahingegen wird uns nun Unfer horn des heils erhöhet, Und wi fehen, wie es gehet Tenen die unt unrecht thun. Wir sehens, wir hes rens: das gute muß fiegen, und foll ten es noch so viel feinde bekriegen. 502. Kommt, ihr lieben Gottes- finder, Laßt uns loben unsern Gott, Der uns, sonst verlorne fünder Reißt aus fünde, noth und tod. Lobe, welt, was dir gefällt, Rühme deine kostbarkeiten, Preise deine feltenheiten, Liebe wollust, ehr und geld: Dem groffen Gott danfen, ihn lieben und loben, Das bleibet das köftlichste hier und dort oben. 2. Köstlich ists, ben frühem morgen einer gnade ruhm erhöhn, Seine wahrheit, fren von sorgen, Preisen bey dem schlafengehn. Singe, welt, ins faitenspiel, Was du willst, dir zum gerichte: Unsers geistes lobgedichte haben viel ein Nichts ist unrecht, was er thut, et edlers ziel: Denn unser Gott leh: kann auch kein unrecht leiden. ret uns freuden- voll singen Von Glauben, hoffen, böses meiden, göttlichen thaten und himmlischen Echlecht und recht ist vor ihm gut. Und diesem gewaltigen Herrscher 3. Herr, wie groß sind deine zu ehren Läft unfer andächtiges merke! Wie verborgen ist dein loblied sich hören. rath! Teine mreisheit, macht und 6. Es wird grünen der gerechte, Wie ein palm und cedern- baum: und die theuren Gottes- fnechte Etehn gepflanzt auf weitem raum. Ob man auch das graue haar Eicht auf ihrem scheitel blühen, Wirds doch keine fraft entziehen; Sie sind fruchtbar immerdar. Ja, alle, die redlich in Gottes haus dienen, Die werden in ewigkeit blühen und grünen. 7. Cie vertündigen wie treue, Und wie fromm der frommen Hort, Unser Gott im himmel fene. Und wie richtig all sein m dingen. 8. Großer Schöpfer, fen gepries stärke Beigt sich herrlich früh und sen, Daß du deine Batertreu Ung spat. Dennoch will die blinde welt so reichlich hat erwiesen: Last fie Dieß nicht glauben, noch erkennen: täglich werden neu. Heiland, Vom Lobe Gottes. 339 nimm zu eigen hin, Was wir sind, 5. Tretet nur getrost zum throne und was wir haben. Guter Geist, mit deinen gaben Fülle ferner unfern sinn. Laß ewiglich unsere feele genesen, heiligste Dreyheit in einigem Wesen. Mel. Sollt ich meinem Gott. 503. Laffet uns den Herren preisen, Und vermeh ren:,: seinen ruhm! Stimmet an die füssen weisen, die ihr send sein :,: eigenthum! Ewig währet sein erbarmen, Ewig will er uns umarmen Mit der süssen liebeshuld, Nicht gedenken unsrer schuld. Preifet ewig:,: feinen namen, Tie ihr send von Abrams saamen: Rühmet ewig seine werke, Gebet ihm lob,:,: ehr und stärke. 2. Ehe noch ein mensch geboren, Hat er uns zuvor erfannt, Und in Christo auserkohren, Seine huld uns zugewandt. Selbst der him: mel und die erden müssen uns ju dienste werden, weil wir durch fein liebstes find Seine kinder worden sind. Ewig solche gnade währet, Die er uns in ihm besche: ret: Ewig wollen wir uns üben, Uleber alles ihn zu lieben. Da der gnaden- stuhl zu seh'n; Es kann euch von Gottes Sohne Nichts als lieb und huld geschehn. Er erwartet mit verlangen! Vis er fönne uns umfangen, Und das durch sein blut. Grosſe gnad iſt da allerhöchste gut Uns mittheilen zu finden, Er will sich mit uns verbinden, Und soll niemals etwas können Uns von seiner liebe trennen. 3. Ja wir wollen nur mit freuden Bu dem lieben Bater gehn, Uns in feiner liebe weiden, Wie die thun, so vor ihm stehn, Heilig, 6. Er hat nunmehr selbst die fülle Eeiner Gottheit aufgethan, Und es ist sein ernster wille, Daß nun komme jedermann: Keiner soll fich hieben schämen, Sondern gnad um gnade nehmen; Wer ein hungrig herze hat Wird aus seiner fülle fatt. Ewig solche fülle währet, Die uns so viel guts bescheret; Wollust, die uns ewig tränket, Wird uns daraus eingeschenket. 7. Nun du liebster, unser lallen, Damit wir dir dankbar seyn, laß dir gnädig wohlgefallen, Bis wir alle insgemein Ewig deine gütigfeiten Mit gesammtem lob aus: breiten, Da wir, als dein eigenthum, Ewig singen deinen ruhm. Preis und ehr, dank, macht und stärke, Und was rühmet feine wers te, Werde unserm Gott gegeben; Laßt uns ihm zu ehren leben! heilig, heilig fingen, Halleluja soll 504. Lobe den Herren, den und dem 4. Lernet euren Jefum fennen, Der euch theur erkaufet hat. Ler: net ihn fein lieblich nennen Gu: ren bruder, freund und rath, Euren starken held im streiten, Cure luft in fröhlichkeiten, Euren troft und euer heil, Quer allerbestes theil. Emig solche güte währet, Die euch durch ihn widerfähret; Swig soll das lob erklingen, Das wir ihm zu ehren singen. Ramm, Unserm holden Bräuti- ehren, Meine geliebte feele, das gam. Laffet seinen ruhm erschal- ist mein begehren; Kommet ju len, Und erzählt sein werk vor al: hauf, Pfalter und harfe macht len, Daß er ewig uns erwählet, auf, Lasset den lobgefang hören. Und zu seinem volk gezählet. 2. Lobe den Herren, der alles fo herrlich regieret, Der dich auf adelers- fittigen sicher geführet, Der dich erhalt, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses ver= fpüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet. Der dir ge= fundheit verliehen, dich freundlich geleitet: In wie viel noth hat nicht der gnädige Gott Ueber dir flügel gebreitet? 340 4. Lobe den Herren, der deinen stand sichtbar gesegnet, Der aus dem himmel mit strömen der liebe geregnet, Dente daran, Was der allmächtige kann, Der dir mit liebe begegnet. Vom Lobe Gottes. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, tobe den namen, Alles was odem hat lobe mit Abrahams faamen; Er ist dein licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schliesse mit Amen. hest, Thust du es, daß unsere luft Oft dran flebt, uns unbewußt; Und weil du's uns schädlich siehest:,: Wenn die Hoffnung auch verwei let, Und viel ängsten machet raumt, Wird sie noch zum lebensbaum, Wenn:,::,: wenn sie endlich zu uns eilet. Viel zu:,: 2c. 6. Wenn die feinde uns anfallen, Daß von aussen streit es giebt, und von innen furcht betrübt: Müssen sie zurücke prallen:,: Da heißt denn der stein der frommer Eben- Ezer, bis hicher, Bis hieher hilft uns der Herr, Vis:,::,: bis hieher sind wir nun kommen. Biel zu,:,: 2c. Mel. Liebster Jefu, liebstes 1. 505. Lobe, tobe, meine feele, Den, der heißt Herr Bebaoth, Aller herren Herr und Gott; Seinen groffen ruhm er: 7. O wer bin ich, Herr der her: zähle:,: Singe: groß sind deine ren? Was ist doch mein haus ver werke, Groß ist deine Bater- treu, dir? Daß du so viel thust an mir! Sie ist alle morgen neu: Ich:,::,: Ja, du willst noch mehr gewäh ich will rühmen deine stärke. Viel ren,:,: Als ob es zu wenig wäre, zu, viel zu, viel zu klein:,: Bin Was du bisher haft gethan, Das ich, daß mit so groffem glanz Mir ich doch nicht zählen kann: Dir:: leuchten soll dein gnadenichein,:,: dir sey dafür alle ehre. Viel 2. Deine hand hat mich formi ret Und gebildet wunderlich: Dei: ne augen saben mich; Du hast felbst mich ausgeführet:,: Aus der mutter, die mich heate, Ja mein ganzer lebenslauf 3st von dir geschrieben auf, Da:,::,: da ich mich noch nicht bewegte, Biel 311,:,: 20. ju,:,: 20. 8. Nun fo fahre fort und segne, Herr, Herr, deines findes haus, Gieß doch deine fülle aus, und mit liebes- strömen regne:,: Laß in meinem herzen klingen Das wort: ich will mit dir seyn. Du bist mein und ich bin dein: Dann:::: dann will ohn aufhören fingen: Biel zu, viel zu, viel zu klein:,: men Mich in deinen gnadenbund, Bin ich, daß mit so grossem glanz Den mir dein wort machet fund, Mir leuchten soll dein gnaden Und ich habe schon bekommen:,: schein,:,: Mehr als tausendfachen segen Bon 3. Du, o Gott, haft aufgenom506. Robe den Herren, 016 dir, Bater, in dem Sohn, Unserm ach, daß ichs recht könnt erwegen! Viel zu,:,: 2c. :,::,: ne feele! will ihn toben bis in tod: Weil ich noch shunden auf erden zähle, Will ich 4. Gnad und wahrheit sind die lobsingen meinem Gott. Der leib wege, Die du uns zu führen pflegst; und feel gegeben hat, Werde ges Wenn du auch auf uns zuschlägst, priesen früh und spat! Halleluja, Sind es doch nur liebes- schlage,:,: Halleluja. Gott, dein pfad ist immer richtig: 2. Fürften sind menschen vom Scheinet er uns gleichwohl frumm, weibe geboren, Und kehren um Kommt daher, daß wir zu dumm: ihrem staub; Ihre anschläge find Wer:,:,: wer ist ihn zu fassen auch verloren, Wann mun das nimmt feinen raub. Weil 5. Wenn du etwas uns entzie- dann tein mensch uns helfen kann, tüchtig? Viel zu,:,: 20. grab Bom Lobe Gottes. Rufe man Gott um hülfe an. Halleluja, Halleluia. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Deß hülfe der Gott Jacobs ist; Welcher vom glauben sich nicht läßt trennen, und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum beystand hat Findet am besten rath und that. Halleluja, Halleluja. 4. Dieser hat himmel, meer und die erden, Und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ist der herr: scher aller welt, Welcher uns ewig glauben hält. Halleluja, Halleluja. 5. Beigen sich welche, die unrecht leiden: Er ists, der ihnen recht verschafft. Hungrigen will er zur speis bescheiden, Was ihnen dient jur lebens- traft. Tie hartgebund: ne macht er fren; Denn seine gnad ist mancherley. Halleluja, Halleluja. 6. Sehende augen giebt er den blinden; Erhebt die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige fromme finden, Die läßt er seine liebe jehn. Sein auffehn ist des fremtden truß: Wittwen und waisen hält er schuß. Halleluja, Halleluja. 7. Aber der Gottes- vergeßnen tritte Kehrt er mit starker hand zurück: Daß sie nur machen verkehrte schritte, Und fallen selbst in ihren strick. Der Herr ist tönig ewiglich; Bion, dein Gott forget stets für dich. Halleluja, Halleluia. 8. Rühmet, ihr menschen, den hohen namen Deß, der so grosse vunder thut. Alles, was odem jat, rufe: Amen! Und bringe lob mit frohem muth. Ihr finder Gottes, lobt und preift Bater und Sohn und Heil'gen Geist. Halle: luja, Halleluja. 341 ist die fülle Vor dir, o Herr Gott Bebaoth! Du bist doch Herr auf erden, Der frommen Buversicht: In trübsal und beschwerden Läß'st du die deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein muund vor jedermann, Und deinen ruhm vermehren, Eo lang er tallen fann. 2. Es müssen Herr, sich freuen Von ganzer feel, und jauchzen schnell, Die unaufhörlich schreyen: Gelobt sen der Gott Israel! Sein name werd gepriesen, Ter grosſe wunder thut, Und der auch mir erwiesen Das, was mir nüß und gut. Yun, das ist meine freude, Daß ich an ihm stets fleb, Und niemals von ihm scheide, So lang ich leb und schweb. Mel. Nun lob, mein' feel, den. 507, Ma an lobt dich in der stille, Du hoch er: babner Sions- Gott, des rühmens 3. Herr, du hast deinen namen Sehr herrlich in der welt gemacht; Tenn als die schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir gnad erzeiget: Nun, wie vergelt ichs dir? Ach! bleibe mir geneiget, Eo will ich für und für Den felch des heils erheben, und preifen weit und breit Dich, Herr, mein Gott, im leben Und dort in ewigkeit. Mel. Rommt her zu mir, fpr. 508. Mein Herz sey Gottes der Höchste allemal Sein lob ers schallen höre. Co lang du dich durch Gott bewegst, So sieh zu, daß du ihm ablegst Ruhm, dank, lob, preis und ehre. 2. Ach! frage ja nicht erst war: um? Denn du bist Gottes eigen: thum, Bu Gottes lob bereitet; Durch Christi tod und blut erlöft; Bom heil'gen Geist ganz reich) getröst't, Geheiligt und geleitet. 3. Du bist so oft von Gott er: neut, Versöhnt, erquicket und ere freut, us noth und tod gerissen: rum sollst du ja zu jeder zeit, Für Gottes lieb und gütigkeit, Bum lobe fenn beflissen. 4. Mein Gott! mein herz sey 342 Vem Lobe Gottes. fiets bereit Bu deinem lob, nach) juns niemand helfen kann, ich möchlichkeit, Nimms hin in deine selbst zum helfer stellt:,: 4. Ter, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Toch bleibet gutes muths, Tie straf erlaßt, die schuld vergiebt, Und thut uns alles guts:,: 5. Er gebe uns ein fröhlich's herz, Erfrische geist und finn, Und werfe furcht, angst, sorg und schmerz Ins meeres tiefe hin:,: 6. Er laffe seinen frieden ruhn In Ifraelis land. Er gebe glück zu unserm thun, Und heil zu allem stand:,: hände: Es sey dein tempel! ach)! vernimm In selbigem die freudenstimm: Lob, lob sey Gott ohn ende! 5. Lob für dein' lieb und Chris fli blut! Cob für des heil'gen Geiftes gut! Lob für hülf, kraft und stärte! Lob für so manchen freuden blick! Lob für all feel- und leibes- glück! Lob für all deine werfe! 6. Gieb, daß mein herz in sprüngen steh, Und jeder sprung in him mel geh, Mit lob dich zu erheben: Gelobet sen Gott überall, Mein herz bleibt Gottes lobe- thal, 3m sterben und im leben. 7. Er laffe feine lieb und güt, Um, ben und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn:,: 8. Co lange dieses leben währt Een er stets unser heil, Und wann wir scheiden von der erd, Verbleib er unser theil:,: 9. Er drücke, wenn das herze bricht, Uns unf're augen zu, lind jeig uns drauf fein angesicht Dort in der ew'gen ruh:,: un danfet alle Gott, 509. Nun Mit herzen, mund und händen, Der groffe dinge thut Un uns und allen enden: Fer uns von mutterleib und findesbeinen an Unzählig viel zu gut, Und jeho noch gethan. Mel. Man lobt dich in der still. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns ben unserm leben, in immer fröhlich herz Und edlen frieden ge- 511. Mun tob mein feel den Herren, Was in mir ben, und uns in seiner gnad Er ist den namen sein:,: Sein wohl halten fort und fort, Und uns aus that thut er mehren, Vergiß es aller noth Erlösen hier und dort. nicht, o herze mein. Hat dir dein 3. Lob, ehr und preis sen Gott fünd vergeben, und heilt dein Dem Vater und dem Sohne, Und schwachheit groß, Errett dein are dem, der beyden gleich, Im höch- mes leben, Kimmt dich in ſeinen sten himmels- throne; Dem drey- schoof, Mit reichem troft beſchüttet, einigen Gott, Als er urſprünglich Veriüngt dem adler gleich, Er war, und ist, und bleiben wird, schafft recht und behütet Die leid'n Jehund und immerdar. in seinem reich. 2. Er hat uns wiffen laffen Sein heilig's recht und fein gericht, und seine güt ohn maffen, Es fehlt an feiner liebe nicht, Ten zorn laft er wohl fahren, Etraft nicht nach unſrer schuld, Die gnad thut er nicht sparen, Den blöden ist er fuld. 2. Ermuntert euch und singt mit Eein güt ist hoch erhaben, Ob den schall Gott unserm höchsien gut, die fürchten ihn, Eo weit der oft Der seine wunder überall Und vom abend, Ift unfre fünd dahin. grosse dinge thut:,: 3. Der uns von mutterleibe an Frisch und gesund erhält, Und wo So thut der Herr uns armen, Mel. Lobt Gott ihr christen. 510. Nun un danket all und bringet ehr, 3hr menschen in der welt, Dem, defsen lob der engel heer Im himmel stets vermeld't:,: 3. Wie sich ein vat'r erbarmet ueber fein' junge findlein flein; Vom Lobe Gottes. 343 vir ihn findlich fürchten rein, Er| 4. 3hr grünen blätter in den tennt das arm gemächte. Gott wäldern, Bewegt und regt euch) weiß, wir sind nur staub, Gleich doch mit mir: Ihr schwanken wie das gras von reche, Ein blum graschen in den feldern, Ihr bluund fallend laub, Der wind nur men, laßt doch eure zier Bu Gottes drüber wehet, So ist es nimmer ruhm belebet seyn, Und stimmes da, Also der mensch vergehet, lieblich mit mir ein. Sein end das ist ihm nah. 4. Nur Gottes gnad alleine, Steht fest und bleibt in ewigteit, Ben feiner lieben g'meine, Die stets in feiner furcht bereit, Die feinen bund behaltet, Er herrscht im Die allenthalben um mich stehn. himmelreich. Ihr starten engel waltet Sein's lobs, und dient zugleich Dem grossen Herrn zu ehren, und treibt sein heil'ges wort. Mein feel soll auch vermehren Sein lob an allem ort. 6. Tir sey, o allerliebster Bater, Unendlich) lob für feel und leib; Lob sey dir, mildester berather, Für allen edlen zeitvertreib, Den du mir in der ganzen welt Bu meinem nußen haft bestellt. 5. Sen lob und preis mit ehren, Gott, Bater, Sohn und heil'gem Geist, Der woll in uns vermehren, Was er uns aus gnaden verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen. Gänzlich verlaff'n auf ihn, Bon herzen auf ihn bauen, Damit herz, muth und finn Ihm fröhlich mög anhangen: Drauf singen wir zur stund, Amen, wir werd'ns erlangen, Glaub'n wir von herzensgrund. 5. Ach! alles, alles, was ein leben und einen odem in sich hat, Soll sich mir zum gehülfen geben, Denn mein vermögen ist zu matt, Die groffen wunder zu erhöhn, 2. O! daß doch meine stimme schallte Bis dahin, wo die sonne sieht, O! daß mein blut mit jauch zen wallte, Eo lang es noch im laufe geht! Ach! wär ein jeder puls ein dank, Und jeder odem ein gefang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine fräfte? 2uf, auf, braucht allen euren fleiß, lind stehet munter im geschäfte Bu Gottes, meines Herren, preis: Mein leib und feele, schicke dich, Und lobe Gott herzinniglich. 7. Mein treuster Jesu, sen ge= priesen, Daß dein erbarnungsvolles her; Eich mir so hülfreich hat erwiesen, und mich durch blut und todes- schmerz Bon aller teufel grausamkeit Bu deinem eigenthum befreyt. 8. Auch dir sey ewig ruhm und ehre, heilig werther Gottes= Geist! Für deines trostes süsse lehre, Die mich ein find des lebens heißt; Ach! wo was guts von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich licht.* Mel. Wer nur den lieben S. 512. daß ich tauſend zun9. Wer überströmet mich mit se= gen hatte, Und einen gen? Bist du es nicht, o reicher taufendfachen mund! So stimmt' Gott! Wer schüßet mich auf meiich damit in die wette Vom allernen wegen? Du, du, o Herr Gott tiefsten herzensgrund Ein loblied Bebaoth, Tu trägst mit meiner nach dem andern an, Bon dem, sünden- schuld Unfäglich gnädige was Gott an mir gethan. geduld. 10. Vor andern füßß ich deine ruthe, Die du mir aufgebunden haft: Wie viel thut sie mir doch zu gute, Und ist mir eine fanfte last: Sie macht mich fromm, und zeigt dabey Daß ich von deinen kindern sen. 11. Ich hab es ja mein lebetage, Schon so mand) liebes mal ge= spürt, Daß du mich unter vieler plage Durch dück und dünne haft geführt: Denn in der grössesten gefahr, Ward ich dein troftlicht fiets gewahr. Vom Lobe Gottes. 344 12. Wie sollt ich nur nicht voller freuden In deinem sieten lobe stehn? Wie wollt ich auch im tief sien leiden Nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Hinimel ein, So will ich doch nicht traurig seyn. 13. Drum reiß ich mich jetzt aus der höhle Der schnöden eitelkeiten los, Und rufe mit erhöhter seele: Mein Gott! du bist sehr hoch und groß! Kraft, ruhm, preis, dank und herrlichkeit Gehört dir jest und allezeit. 14. Ich will von deiner güte singen, Co lange sich die junge regt: Ich will dir freuden- opfer bringen, Co lange sich mein herz be: wegt: Ja, wenn der mund wird traftlos seyn, Co stimm ich doch mit seufzen ein. 15. Ach! nimm das arme lob auf erden, Mein Gott, in allen gnaden hin! Im himmel soll es besser werden, wenn ich ein schöner engel bin: Da sing ich dir im höchsten chor Biel tausend Halleluja vor. freuden- geister, Crhebt mit jauchs zen Gottes Cohn, Ter unser fönig, hirt und meister: Lobt ihn mit uns gesammt in errigkeit: Gein's namens ruhm erschalle weit und breit. 5. Ihm, der da lebt in ewigkeit, Een lob, ehr, preis und dank ge fungen von seiner braut der chri stenheit, Ihn loben mensch und engel- zungen: Es jauchzen ihm der himmel himmels- Heer, Und was das wort je ausgesprochen mehr. 6. Die höchst gelobte majestät Der heil'gen Einheit sey erhoben Die in sich selber wohnt und ſieht. Sie müssen alle dinge loben! In ihr besteht das freuden- lebenss licht, Bon dessen blickt die düstre welt zerbricht. 7. Deß stadt, die schönste Bion, ift Mit edelstein und perlen- thoren Srbaut zum lobe Jesu Christ, Für uns, die er sich auserfohreft: Wir jauchzen dir mit dant, lob, preis und ruhm. O freud, o luft! o licht, o lebens- blum! 513. Preis, lob, ehr, ruhm, dant, fraft und macht Mel. Es ist das heil uns kom. 514. Sen lob und ehr Gut, Sen dem erwürgten Lamm gefungen, Das uns zu seinem reich gebracht, Und theu'r erkauft aus allen zungen: In ihm sind wir aur seligkeit bedacht, Eh noch der grund der ganzen welt gemacht. Bater aller güte, Dem Gott, der alle wunder thut, Tem Gott, der mein gemüthe mit seinem reichen troft erfüllt, Dem Gott, der allen jammer stillt: Gebt unserm Gott die ehre! 2. Wie heilig, heilig, heilig ist Der Herr der herren und heer= schaaren, Der uns geliebt in Jesu Christ, Da wir noch seine feinde waren, und seinen Sohn zu eigen uns geschenkt, Sein herz der lieb in unser herz versenkt. 2. es danken dir die himmels heer, herrscher aller thronen! und die auf erden, luft und meet In deinem schatten wohnen, Tie preisen deine schöpfers- macht, it alles also wohl bedacht: Gebt uns serm Gott die ehre! 3. Im weinstock Jesu stehen wir Gepropft und ganz mit Gott ver= 3. Was unser Gott geschaffen einet: Tieß ist die höchste wonn hat, Das will er auch erhalten; und zier, Ob es der unglaub schon| Darüber will er früh und spat verneinet, Dadurch der Geist die Mit seiner güte walten; In fie lebens- quell stets trinft. Die feel nem ganzen tönigreich Ist alles in Gottes liebes- meer versinkt. recht und alles gleich: Gebt un serm Gott die ehre. 4. 3hr sieben fackeln vor dem thron Des Lamms, ihr himmets 4. Ich rief zum Herrn in meis Vom Lobe Gottes. 345 ner noth: Uch Gott, vernimm| euren lobspruch wandern von ei mein schreyen; Da half mein hel- nem tag zum andern, Die menfer mir vom tod, Und ließ mir schen ohn aufhören Von seinem trost gedeihen; Drum dank, ach heil zu lehren. Sagt mit freuden Gott, drum dank ich dir, Ach, dan- Auch den heiden Alle werke Seitet, danfet Gott mit mir: Gebt ner stärke, Die ihr seine wunder unserm Gott die ehre! seht! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von ſeinem volt geschieden, Er bleibet ihre zuversicht, Ihr segen, heil und frieden. Mit mutter: händen leitet er Die feinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die ehre! 6. Wenn trost und hülf ermangeln muß, Die alle welt erzeiget, Co tommt, so hilft der überfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Bater- augen denen zu, Die sonsten nirgend finden ruh: Gebt unserm Gott die ehre! 7. Ich will dich all mein lebenlang, O Gott, von nun an ehren, Man soll, o Gott, dein lobgesang An allen orten hören! Mein gan= jes herz ermuntert sic), Mein geift und leib erfreuen sich: Gebt un ferm Gott die ehre! 8. Ihr, die ihr Christi namen nennt, 2uf, lebt nach seiner lehre; Ihr, die ihr Jesu huld bekennt, Raubt ihm nicht seine ehre: Er stürzt der thoren tollen spott; Er bleibet Gott, er bleibet Gott: Gebt ihm als Gott die ehre! 9. So kommet vor sein angesicht Mit jauchzens- vollem springen, Bezahlet die gelobte pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: Gott hat es alles wohl bedacht, Und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die ehre. 515. Singt dem Herrn Nah und fern, Rühmet ihn mit frohen schall! Das alte ist vergangen, Das neue angefangen. Laßt die erneurte finnen Ein neues lied beginnen: Es vermehre Seine ehre, Was da lebet, Was da schwebet Auf der erde überall. 2. Was nur tann, Stimme an, Daß Jehovah werd erhöht! Laßt P2 3. Groß ist Gott Bebaoth, Hochgelobt in seiner pracht. Er ist regent und retter, Dem alle erdengötter Mit zittern zu den füffen Anbetend fallen müssen. Gößentnechte! Eu'r gemächte Macht zunichte Im gerichte, der den himmel hat gemacht. 4. Herrlichkeit, Wonn und freud Ist vor seinem angesicht; Auchy seiner wohnung würde Besteht in kraft und zierde: Drum eilt, ihr völker- haufen, Begierig hinzulaufen, Ihm zu singen, Ihm zu klins gen, Ihm zu springen, Ihm zu bringen Chr und pracht in demuthspflicht. 5. Gebt mit fleiß Allen preis Ceinem groffen namen hin! Doch sollt ihr, als die reinen, Im heil's gen schmuck erscheinen, Wann ihr wollt anzubeten In die vorhöfe treten. Er will haben Liebes- ga. ben; Die zu schenken Laßt euch lenten. Aller welt- kreis fürchte ihn! 6. Caget an Auf dem plan, Der von heiden wird bewohnt: Daß er allein regieret, Daß er das scepter führet, Daß er sich läßt auf erden Ein reich) befestigt wer: den. Er will richten, Er will schlichten, Alle sachen, Gleich zu machen. Er isis, der nach werken lohnt. 7. Freue dich Inniglich, Him: mels- burg und himmels- Heer! Du erde, lasse spüren Ein starkes jus biliren! Du meer und auch ihr feen, Laßt ein getön ergehen, Laffet fausen, Lasset braufen, Was ihr beget Und beweget! Alles zu Jehovah ehr. 8. Was das feld In sich hält, Coll mit hüpfen fröhlich seyn! Ja, über alle felder Jauchzt ihr, ihz 346 Bom Lobe Gottes. grünen wälder. Euch bäumen nem blute, Sie züchtigte das fleisch und euch zweigen Gebührt es mit sanften schlägen, und half es nicht zu schweigen Vor dem Höch- nur dem Geist zu'n füssen legen. sten, Der am nächsten Bor euch stehet. Sehet, fehet, Wie er zumi gericht zieht ein! 8. Ein tausendfaches tob sey deiner güte, Du mehr als väterlich gemüthe! Ein tausendfaches lob sen deinen händen, Die alles mun derbar zum besten wenden. 9. Laß mich die gnaden- zeit nun theuer achten, und nach dem thei' das besser, trachten. Berbittr mir die lust zu denen fünden, Un laß an deiner brust mich friede finden. 9. Dieser ist Jesus Christ, Der von Gott bestimmte mann, Durch den der kreis der erden Nun soll gerichtet werden Im licht und recht und klarheit, Nach billigkeit und wahrheit. Die erquicung Und beglückung 3st, ihr frommen, Nun gekommen: Stimmt das Hosianna an. Mel. O Gott, du frommer 6. 516.So fen denn, guter arzt, 517. Was kann ich doch für von Für alles, was du mir erwiesen, Für alle lieb und huld, die ich genoffen, und die in meine fur von dir geflossen. 2. Du legtest meinen leib aufs bette nieder, Doch half auch deine hand bald wieder. So groß auch die gefahr zuerst geschienen, So mußte sie doch nur zum besten dienen. 3. Wie plößlich mußte sich auf deinen willen Der krankheit ungewitter stillen! Der hiße ward von dir cin ziel gestecket, Ch ihre wellen noch das her; bedecket. dafür sagen, Daß du mich mit ges duld So lange zeit getragen? Da ich in mancher fünd Und überei lung lag, Und dich, o frommer Gott, Erzürnte alle tag. 2. Sehr grosse lieb und gnad Erwiesest du mir armen, Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbar men. Ich widerstrebte dir, Und schob die buffe auf, Du schobest auf die straf, Daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verrichtet, Tu haft des fatans reich), Und werk in mir jer: 4. Nur dieß, mein guter arzt, nichtet. Herr, deine güt und trell, dieß gieng mir nahe, daß ich die| Die an die wolken reicht, hat auch macht des feindes fahe, Der durch mein steinern herz Berbrochen und erweicht. sein larven- spiel mich franken störte, Und alle ruh und schlaf den augen wehrte. 4. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle, So gieb mir 5. Doch ward auch seine wuth deinen Geist, Dieweil ich hier noch von dir umschränket, mir aber walle, Der meine schwachheit wieder ruh geschenket. Da deine stärkt, und darin mächtig sey, Und shunde kam, verschwand sein mein gemüthe stets zu deinem schrecken, Und war er viel zu preis erneu. schwach, mich aufzuwecken. 6. So hat die liebe doch durchaus gesieget, Kein zorn hat sich zu 5. Ach leit und führe mich, So lang ich leb auf erden, Laß id) nicht ohne dich Durch mich gefüh ihr gefüget. Sie hat die palmen ret werden. Führ' ich mich ohne stets empor getragen. Du hast geliebt, wenn gleich dein arm geühlagen. dich, So werd ich bald verführt. Wenn du mich führeſt felbſt. Thu ich was mir gebührt. 7. Wie gar erträglich war doch 6. O Gott, du groffer Gott! D deine ruthe, Sie dürftete nach tei: Bater, hör mein fliehen. Ich Bom Lobe Gottes. 347 Gottes Sohn, Laß deine traft mich, in mir her. Lebt seine lieb in fehen. O werther heil'ger Geist, meiner feele: So treibt sie mich) Regier mich allezeit, Daß ich dir zu jeder pflicht, Und ob ich schon diene hier und dort in ewigteit. aus schwachheit fehle, Herrscht 518. Wie groß ist des all- doch in mir die fünde nicht. macht'gen güte! Ist der ein mensch, den sie nicht rührt; Der mit verhärtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, feine liebe zu ers messen, Sen ewig meine größte Pflicht, Der Herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß mein Herz auch seiner nicht. 6. Gott, laß deine güt' und liebe mir immerdar vor augen die guten fenn! Sie stärt in triebe, Mein ganzes leben dir zu weih'n. Sie tröste mich zur zeit der schmerzen; Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem Herzen Die furcht des lehten augenblicks. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht hat mit mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue fraft? Wer läßt mich so viel glückt geniessen? Jis nicht sein arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein geist, in jenes " leben, Bu welchem du erschaffen bist; Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch Gottes güte sind fie dein. Sieh), darum mußte Christus leiden, Damit du könntest felig seyn. Mel. Lobe, Zion, lobe deines. 519. Wunderbarer könig, von uns allen, Laß dir unser lob gefallen; Deines vaters güte hast du lassen triefen, Ob wir schon von dir wegliefen: Hilf uns noch), Stärk uns doch, Laß die junge singen Laß die stimme klingen. 2. Himmel! lobe prächtig deines schöpfers thaten, Miehr als aller menschen staaten. Grosses licht der sonnen, schiesse deine strahlen, Die das grosse rund bemahlen: Lobet gern, Mond und stern, Send bereit zu ehren Einen solchen Herren. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht 3. O du meine fecte! finge fröh lich, singe, Einge deine glaubensehren? Und seine güte nicht verlieder; Was den odem holet, stehn? Er sollte rufen; ich nicht jauchze, preise, flinge, Wirf dich hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will ist mir ins herz geschrieben, Sein wort bestärkt ihn ewiglich), Gott soll ich über alles lieben, und meinen nächsten gleich ais mich). in den staub darnieder: Er ist Gott Bebaoth, Er ist nur ju los ben, hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren fennet, Wer den Herren Jefum liebet: Halleluja finge, 5. Dieß ist mein dank, dieß ist welcher Christum nennet, Eich) fein wille, Ich soll vollkommen von Herzen ihm ergiebet: O wohl fenn wie er. So lang ich dieß ge- dir! Glaube mir, Endlich wirst bot erfülle, Stell ich sein bildniß du droben Ohne fünd' ihn loben. Von den Klagen der Christlichen Kirche. Mel. Wer nur den lieben G. tief bin ich gefallen, Vielleicht noch 520. Ah! abermal bin ich nicht zum letztenmal! Elender gefallen Mit überle: fünder, der ich bin, In welchen gung und mit wahl! Tief, o wie abgrund eil ich hin. 348 Von den Klagen der Christlichen Kirche. 2. O die verhafte lieblingssünde,| liebe fraft Würd ihre macht hins O die gewohnheit böser lust; Der weggeschafft. hang, den ich zu ihr empfinde, 10. O pflange du in meiner Wie wüthen sie in meiner brust! seele Rechtschaffne lieb und lust ju Wie unumschränkt, wie fürchter- dir. Gott! was ich denke, was ich lich ist ihre herrschaft über mich! wähle, Das zeuge durch die that 3. Längst warnte schon mich von ihr? Dich lieben als mein eis mein gewissen: Mensch), du em genthum, Das sey mein wert, pörst dich wider Gott! Bon böser mein heil, mein ruhm. luft dahin geriſsen, Betrogner, eilst du in den tod! Dir raubt die fünd in kurzer zeit Dein glück in zeit und ewigkeit. 11. Dann werd ich endlich über. winden, und herrscher meiner li ste seyn: Dann wirst du alle meine fünden, Wie viel, wie groß sie sind, verzeihn. Mein leben hier, mein lobgesang Im himmel, Bas ter, sen dein dank! 4. Wie oft hab ich mir vorge= nommen: Run will ich meine fünde fliehen: Rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, 521. Uch Herr! wenn kommt deinen will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott! hat mein gebet Um traft dazu dich angefleht! 5. Bald reißt aufs neue mich die fünde: Wie schwach war gleich mein widerstand; Ach! sie gefiel mir! und geschwinde Ergriff sie mich und überwand: Die lust verschwand mir im genuß: Nun folgten efel und verdruß. zu erlösen? Wird denn dein volt nicht bald Von seinen banden fren? Wie lange foll uns noch Die stolje hand der bösen Mit frevel und gewalt Bedrängen ohne scheu? Ach! daß doch die hülke aus Bion bald käme, Und Israels schwere gefängniß wegnähme! 2. Willst du dein eigenthum Sie lassen gar besitzen? Wo bleibt dein eifer doch Und deine grosſe macht, Ist deine hand zu schwach Dein Bion zu beschüßen? Bleibt die vers heissung weg? Wird keine hülf gebracht? Ach laß uns nach deiner verheissung geschehen, Laß Israel hülfe aus Bion bald fehen. 3. Uch! Ifraelis Gott, O Bater, Herr und Schöpfer, Erbarm dich deines volts, Das nach dir ist ge nannt: Wir alle sind dein thon, Und du bist unser töpfer. Wirf doch dein armes werk Nicht gar von deiner hand. Ach! laß uns die hülfe aus Bion erscheinen, Gen gnädig, und sende erlösung den deinen. widerstehn! 4. Herr, zürne nicht zu sehr Bon wegen unfrer fünden, Und dent nicht ewiglich Der schweren miss 9. Liebt ich dich nur so wie ich sethat: Laß uns doch nun einmal follte, So flöh die luft zur fünde Verzeihung wieder finden, en mich; Wenn sie mich auch versu- nimm uns wieder an, und zeiguns chen wollte,( Seläng es ihr nicht deine gnad. Achh! tröste uns wie: wider dich; Durch deiner wahren der nach vielerlen plagen, und laß 6. Auch diesmal bin ich über wunden! Ach! niemals sonst fiel ich fo tief, Mein vorsatz war noch nicht verschwunden: Mein herz schlug, mein gewissen rief: Gott! richter! ich gedacht' an dich, Und dennoch, dennoch fündigt' ich. 7. Ich sagte mir: Gott wird es rächen: Und dennoch, dennoch fündigt' ich. Ist ein vergehn, wie mein verbrechen? O wie erschreckt ich über mich! Bom drohen deines weltgerichts Erbebt' ich; doch es wirkte nichts. 8. O tief verborgne fünden- liede, Wie werd ich endlich frey von dir! Wie überwind ich deine triebe, Und dämpfe dich und sie in mir? Gott, mein erbarmer, hör mein flehn, und lehre mich, ihr Von den Klagen der Christlichen Kirche. 349 uns die hülfe aus 3ion anfagen. seufzest, daß der geist der freuden 5. Du hüter Israel, Kehr dich zu Bon dir gewichen ist. Du flagst, deiner heerde, Die so zerstreuet ist, und rufft: Herr, wie so lange? Und in der irre geht: Echaff, daß Und Gott verzieht, und dir wird sie doch nicht mehr Der thiere bange, Daß du von Gott verlassen speise werde, Komm, rette sie nun bist. selbst, Die so verlassen steht. Ach, aß doch die hülfe aus Bion bald fommen 3u retten die schaafe, die dir sind genommen. 6. Verzieh doch länger nicht, Steh auf, du treuer Hirte, Komm, stärt und heile selbst, Was schwach ist und verwundt, Such das verloren ist, Bring wieder das verirrte, Und mache darauf bald mit uns den gnadenbund: Ach! höre doch Israels schreyen und flehen, Und laß bald die hülfe aus Bion geschehen. 2. Sind meine fünden mir vers geben; at Gott mir fünder heil und leben In seinem Sohn ver: liehn: Wo find denn seines Geistes triebe? Warum empfind ich nicht die liebe, Und hoffe nicht ge= trost auf ihn? 522. Un wasſerflüſſen Babylon Da fassen wir mit schmerzen, Als wir gedachten an Bion, Da weinten wir von her: zen! Es schwieg der harfen füffer tlang; Man hörte keinen lobgefang Dort unter jenen weiden, Sie drinnen sind in ihrem land; Da mußten wir viel schmach und chand Bon ihnen täglich leiden. 2. Mit spott der feind dort in ins drang, Wir sollten in den banden, Ihm singen Bions lobge: fang In eines fremden landen; Doch nein, Jerusalem, du bist Der ort, den mein herz nie ver gist; Dich will ich stets erheben; eh'r klebt dem gaum die junge mn, Bis ich von dir nicht reden tann; In dir wünsch ich zu leben. 2. Gott, denk an Edon graus famteit, Da 3ion ward verheeret, Wie es zu deines volkes leid Ward. völlig ausgeleeret. Gott, stürze felber Babylon, Vergilt du ih= ren spott und hohn; Du mußt dein Bion bauen: Hilf daß wir dir zu aller zeit, In aller unsrer traurigkeit Allein und fest vertrauen. 523. Du flagst, o christ, in schweren leiden, Und 3. Mühselig sprichst du, und be laden, Hör ich den trost vom wort der gnaden, Und ich empfind ihn. nicht; Bin abgeneigt vor Gott zu treten; Ich bet, und kann nicht gläubig beten; Ich denke, Gott, doch ohne licht. 4. Const war mirs freude, seinen willen Von ganzem Herzen zu wiß. Jeht kann ichs nicht zu here erfüllen; Sein wort war mir ge= zen fassen, und meine kraft hat mich verlassen, und meinen geiſt deckt finsterniß. 5. Oft fühl ich zweifel, die mich quälen, Heul oft vor unruh meiner seelen, Und meine hülf ist fern, Ich suche ruh die ich nicht finde; In meinem Herzen wohnt furcht des Herrn. nur fünde, Nur unmuth, feine 6. Bag nicht, o christ, denn deis beffrer herzen, Als dir das deine ne schmerzen Sind fichre zeugenscheint. Wie könntest du dich ſo betrüben, Daß dir die kraft fehlt, Gott zu lieben, Wär nicht dein her; mit ihm vereint. 7. Kein mensch vermag Gott zu erkennen, Noch Jesum einen beil'aen Geist. Hast du nicht die Herrn zu nennen, Als durch den dich nach Gott verlangen, Und fen Geist empfangen? Er ists, der sein erbarmen suchen heißt. ben denen, die sich nach seiner 8. Vertrau auf Gott: er wohnt hülfe sehnen; Er fennt und will dein glück. Er höret deines wei nens stimme; Verbirgt er gleich 350 Von den Klagen der Christlichen Kirche. in seinem grimme Sich einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner frommen In dieß gefühl des elends kommen, Und stand ihm mächtig ben. Du sollst dein nichts erkennen lernen, Collst das ver: traun auf dich entfernen, Und fehn, was Gottes gnade sey. 10. Vor sicherheit dich zu bewah ren, Läßt er dich seine streng erfahren, Und schickt dir diese last. Er reinigt dich wie gold im feuer, Macht dir das heil der seele theu er, Damit du haltest, was du hast. 11. Co wie ein vater über tinder, Erbarmet Gott sich über fünder, Die seinen namen scheu'n. Dein seufzen ist ihn nicht verborgen, Co fern der abend ist vom morgen, läßt er von dir die fünde fenn. 12. 3war ist um trost dir jeto bange: Denn alle züchtigung, fo lange Sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der gerechtigkeit und leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in den schwachen, Ist gütig für und für. Laß dir an seiner gnade gnügen; Sein wort ist wahr, und fann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir. 2. Die fünde nimmet überhand, Du fichest selbst die schmerzen, Die wunden sind dir wohl bes fannt, Der sehr verkehrtenherzen: Die schulden nehmen täglich zu, es haben weder rast noch ruh, Die dir den rücken kehren. 3. Dein auge stehet wider die, Co deiner mege fehlen, und in dem ganzen leben hie Den frum men weg erwählen, und suchen in dem sünden- wist Bu büssen ihre fleisches- lust Nach dem verderbten willen. 4. Die creatur entsetet sich Und feufzet, fren zu werden, Sie wars tet, und thut ängstiglich: Der himmel und die erden, die deiner finger werke sind, Und was sich in denselben find't, Beweinen folch verderben. 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, Du werdest uns erhören, W.r fiehen, o Gott! für und für, Du wolltest doch bekehren Die fündenvolle blinde welt, die sich für fo glückselig hält, da sie zur Höllen eilet. 6. Erbarme dich, o treuer Gott, Der du die welt geliebet, Die welt, die ganz in fünden todt, In irr: thum dich betrübet; Gieb deinem werthen worte kraft, Daß es in solcher herzen haft, Die hartsind wie die felfen. 7. Laß doch die welt erkennen noch mit ihren blinden kindern, Wie fanft und angenehm dein joch Sen denen armen fündern, Die fühlen ihre fünden- fchuld, Und wenden sich zu deiner huld, Und deines Sohnes wunden. 14. Auf, fasse dich in deinen nöthen! Sprich: wollte mich der Herr auch tödten: So harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das erb? theil der erlöften; Und will mich Gott nicht eher trösten, Wird er mich doch im tod erfreu'n. Mel. Aus tiefer noth schrey. 524. wundern müsſen, Wir liegen vor deinen gliedern wohl bekannt, die groß, Daß wir uns deine treue, aug und hand Seyn dir- arm und bloß Bu deinen gna: deiner güte trauen. den- füssen: Die bosheit währet immerfort, Und du bleibst doch 9. Cin vater und ein hirte meyni s treulich mit den seinen, u der treue Hort, Uni willst uns nicht bist noch mehr, als beyde feynd, verderben. Du kannsis nicht böse meynen: 8. Die heerde, die du hast ers wählt, Die sehe du zum segen, und schenke, was ihr annoch fehlt, Von den Klagen der Christlichen Kirche. 351 Drum trauen wir allein auf dich, Ach! leite du uns väterlich Nach deinem rath und willen. 3. Gieb dich drein, Seele, gieb dich willig hin, Wenn man dir die flügel fürzet, Wenn das freuß den hohen sinn, Der dich ins ver: derben stürzet, Fein zu boden drückt, Und dich macht klein; Gieb dich drein. 4. Trage doch, Seele, trage doch die last, Die so fanft und leicht zu tragen. Wenn du schon beschlossen hast, Dich derselben zu entschlagen, Mel. Herzliebster Jefu, was. 525. Herr, unser Gott, laß Brich den schluß: es iſt des Herren nicht doch. werden Die, so in ihren nöthen und beschwerden Ben tag und nacht auf deine güte hoffen, Und zu dir rufen. 10. Hier sind wir deine reben schon, Und freuen uns darneben, Daß du uns die genadenkron Mun mehro bald wirst geben: Wir hoffen bald dein angesicht Bu sehen dort in deinem licht, Da uns das lamm wird weiden. 2. Ach! mach zu schanden alle die dich hassen, die sich allein auf ihre macht verlassen. Achh! kehre dich mit gnaden zu uns armen, Laß dichs erbarmen. 5. Stehe fest, Seele, stehe fest im streit, Wenn der schwache glaube tämpfet, Und durch die gelassenheit Den verwirrten zweifel dämpfet, Seele, wenn dich muuth und fraft verläßt, Stehe fest. 6. Bürne nicht, Seele, zürne nicht eilend höret, Wenn nicht nicht so bald, Wenn der Herr gleich ein ja erschallt, Und er dich noch mehr beschweret. Seele, Bürne nicht. wenn dein wille nicht geschicht, 3. Und schaff uns beystand wider unfre feinde; Wenn du ein mort sprichst, werden sie bald freunde Sie müssen wehr und waffen nie: derlegen, Kein glied mehr regen. 7. Sen vergnügt, Seele, sen 4. Wir haben niemand, dem vergnügt und still. Er weiß besſer wir uns vertrauen; Vergebens was dir nüßet, Und wie er dir ists, auf menschen hülfe bauen: helfen will. Er isis, der am rus Mit dir wir wollen thaten thunder sinet, Weil ers dann nach und kämpfen, Die feinde däm- seiner weisheit fügt, Een verpfen. gnügt. 5. Du bist der held, der sie kann untertreten, und das bedrängte kleine häuflein retten. Wir trau'n auf dich, wir schrey'n in Jesu namen: Hilf, Helfer, Amen! Mel. Sahre fort, 3ion fahre. 526. Sen getreu, Seele, fen 8. Sen getroft, Seele, sey getrost und treu. Endlich wird die hülfe tommen, und die Freude mit daben, Die nun merklich zugenom men. Seele, wenn der tod das herz abstoßt, Sen getrost! Mel. Freu dich sehr, o meine. getreu der hand, 527. Treuer hirte deiner Die dich will durch dornen führen heerde, Deiner glie: In das milch- und honig- land; der starker schuß; Eich doch wie Mußt du manche unlust spüren, Murre nicht, das ende kommit herben. Sen getreu. die afch und erde, Groffer Gott, mit grimm und truß, Tobt und wüthet wider dich, Und vermist sich frepentlich, Deine firche zu zerstören, Und dein erbtheil zu verheeren. 2. Harre nur, Seele, harre nur der zeit. Der dich jest mit myrrhen tränfet, Und den felch voll wermuth beut, Hat schon nectar tingeschentet. Hoffen ist des schmerjes beste tur. Harre nur. 2. Tu, Herr, bist ja unser könig, Wir sind dein mit leib und feel: Menschen hülf ist ja zu wenig, 352 Ven den Klagen der Christlichen Kirche. 2o du nicht, Immanuel, zu der 528. Und wird denne deinen rettung wacht, selbst zu felde machst, Für dein wahres wort zu kämpfen, Und der feinde rott zu dämpfen. böslich nachgetrachtet, Die doch Gott selbst zum freunde hat; Es wird der bau verachtet, Für den ( Sott selber forge tråget, Und wo er seine wohnung heget: Sie wird doch unbezwungen seyn, Denn Christus ist ihr felsen- stein. 3. Es trifft deines namens ehre, Deiner wahrheit heiligthum, Je fu, deines glaubens lehre, Deines leidens kraft und ruhm, Und den dienst, den dir allein Wir zu lei sten schuldig seyn: Dazu kannst du ja nicht schweigen, Deine machthand wirst du zeigen. 4. Du verlachst der feinde tücke, Treibst der bösen rath und schluß, Muth und anschlag selbst zurücke, Daß er nicht gelingen muß. Die verfolgung hat ihr ziel, Tu ver: hängst ihr nicht zu viel, und pflegst derer nur zu spotten, Die, Herr, wider dich sich rotten. 2. Die tirche Gottes bleibet ftehn, muß sie sich gleich betrüben, és müsſe denen wohlergehn, Die die fes Bion licben! Es weiche ferne leid und trauren, Der friede Fried herrsch in ihren mauren; dich, Herr, was schläfst du nun? Wach auf: um Bion wohl zu thun. 3. Der Geist des Herrn ist unser truh, Die wir auf Gott vertrauen. Er wolle mauern, uns zum schub, 5. Stärfe nur den schwachen um unfre seelen bauen, Damit, glauben, Den bey so betrübter nach seinen wahren worten, Aud zeit, Fleisch und fatan uns zu rau- die gewalt ge höllen- pforten 3 ben und mit furcht und blödigkeit schimpf und schande müſsen stehn, Uns zu schrecken sind bemüht. Deine weisheit fennt und sieht Dei: ner finder schwach vermögen, Und wird nicht zu viel auflegen. und drauf von uns zurücke gehn. 6. Hilf den deinen, und bekehre Der verfolger blindes heer: Der verfolgung steur und wehre Daß 4. Nach deiner gnade steh uns bey, D Heiland, unfte stärke: Denn andre hilf ist trügeren: und aller menschen werte, wit mächtig sie sich lassen dünken, Ber fallen und darnieder sinken. Was fie uns nicht sen zu schwer, Nimm Gott nicht bauet, das zerbricht; dich der bedrängten an, Leit auch die auf rechter bahn, Die noch ist durch fatans lügen, Sich selbst um ihr heil betrügen. Nur Gottes gnade trüget nicht. 5. Erweise Bion deine güt, Ers halte Salems zinnen. Laß den vergeblich seyn bemüht, Der ihr will abgewinnen. Gieb kraft den reinen Gottes- lehren, zu deines heit'gen namens ehren, Und nim 7. Laß uns recht und redlich handeln, und in tauben- einfalt dir Ganz gelassen, heilig wandeln, Und daben uns flüglich hier Echi- nach wohlgeführtem lauf, lins in den in die böse zeit, Und vor fatscher heiligkeit, Auch der feinde list dein ewigs Bion auf. und wüthen, Uns mit schlangen Miel. Serr, ich habe misgeban. flugheit hüten. 8. Laß mit beten und mit wafönig, unfer aller 529. Unser herrscher, unfer chen Stets uns stehn auf unsrer höchstes gut, Herrlich ist dein grof hut, Und nur dich, Herr, laffen fer name, Weil er wunder- thaten machen: So wird alles werden thut; Löblich, nah und auch von qut. Jesus streitet für uns hier, fernen, Von der erd bis an die Und vertritt uns dort ben dir, Vis fternen. wir auf der neuen erden Bey 2. Wenig sind zu diesen zeiten, Welche dich von Herzens- grund ihm triumphiren werden. Von den Klagen der Christlichen Kirche. 353 Lieben, fuchen und begehren: Aus Und das urtheil hören müssen: der fäugelingen mund Hast du dir Hier ist der, der für dich spricht, ein lob bereitet, Welches deine Ich bin deine zuversicht. macht ausbreitet. 3. Es ist leider! zu beklagen, Ja, wem bricht das herze nicht? Wenn man siehet so viel tausend Fallen an dem hellen licht. Ach wie sicher schläft der fünder, Ist es nicht ein grosses wunder? 4. Unterdessen, Herr, mein herrscher, Will ich treulich lieben dich: Denn ich weiß, du treuer Bater, Daß du herzlich liebest mich: Bich mich fräftig von der erden, Daß mein herz mag himmlisch wer: den. 5. Herr, dein nam' ist hoch be: rühmet, Und in aller welt bekannt, Wo die warmen sonnenstrahlen Nur erleuchten einig land, a ruft himmel, da ruft erde: Hochgelobt: Jehovah werde. 6. Herr, mein herrscher, o wie herrlich ist dein name meiner feel! Trum ich auch für deinen augen Singende mich dir befehl: Gieb daß deines findes glieder Sich dir ganz ergeben wieder. 5. Eichst du, daß ben trüben stunden Gottes zorn entzündet sich), Komm zu Jesu, berge dich In die höhle seiner munden Bis die schwarze wolke bricht, Er ist deine zuversicht. 6. Eperrt die hölle ihren rachen Gegen dich mit voller glut, Jesus hat mit seinem blut Sie gelöschet, und den drachen Ganz und gar das hin gericht, er ist deine zuversicht. 7. Ob der blasse tod dir raubet Deinen werth vertrauten freund, Und euch gar zu trennen mennt: Wer an Jesum Christum glaubet, Bleibet in dem tode nicht, Er ist deine zuversicht. 8. Wenn die zunge nichts kann sprechen, Wenn die augen nicht mehr fehn, Das gehör will auch vergehn; Wenn das herze mun muß brechen, Bleib getreu in deiner pflicht, Jesus ist dein' zuver: sicht. 9. Laß es fosten leib und leben, Gut, blut, alles was du hast, Mach will dirs wieder geben, Wenn der dir darum feinen prast, Jesus groffe tag anbricht, Er ist deine zuversicht. Mel. Ach! was soll ich fünder. 530. Warum bist du so betrübet, Liebste seel, was trauerst du, lebst in fummer und unruh! Mennst du, daß dich Gott hingiebet? Nein, verzage du nur nicht, Er ist deine zuver: sicht. 2. Will die fünden- last dich drüden, Quält dich deine misſethat, Und weif't weder hülf noch rath, Mel. Warum sollt ich mich d. will Jeſus dich erquicten, 531. Warum traur'ſt du, bange feele? Komm zu ihm und zweifle nicht, Er ist deine zuversicht. 3. Kommit der satan auch getreten, Hält mit ach und zittern dir Deine schwere rechnung für, Weif in hin zur schädelstätten, Da die handschrift ist gericht, Jesus ist dein' zuversicht. 4. Echrecket dich denn das gewisfen, wie es mit dir werde gehn. Wenn du vor gericht wirst stehn, 10. Jesus ist dein trost im leide, Jesus ist dein fels und heil, Jesus ist dein bestes theil, Jesus ist die höchste freude, Jesus ist dein stab und licht, und bleibt deine zuver sicht. dein licht, Jesus spricht: Komm zu mir, o feele! Komm mühselig und beladen; Hier ist rath, Wort und that Für den seelenschaden. 2. Echmerzen deine sündenwunden; Drückt die last, Die du hast Dir selbst aufgebunden; Jesus will die bürde heben; Nur herzu, Hier ist ruh; Hier ist heil und leber. 354 Von den Klagen der Christlichen Kirche. 3. Er hebt selbst von deinem rüz Eäume nicht, Komm ans Licht den Alle last Die dich fast Will in Aus der kummerhöhle. abgrund drücken. Echreckt dich tod, gericht, verderben: Bage nicht; Jeſus ſpricht: Nein du follft Mel. Freu dich sehr, o mein. 532.3ion flagt mit angſt und Got 4. Dente thränend seine wunden, Golgatha, Da, ach da Hat er dich entbunden; Dort umfiengen deine fünden, Deinen Heren, der so gern Sich von dir läßt finden. 5. Dort floß heil her zu der erde, Wasser, blut, Dir zu gut, Daß nun selig werde, Wer zu diesem brunnen eilet, Jung und alt; Wer nur bald Kommt und nicht tes werthe stadt, Tie er trägt in seinem herzen, Die er ihm erwäh let hat. Ach! spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der noth, Und läßt mich so harte preis sen, einer hat er ganz vergesſen 2. Gott, der mir hat fest verspro chen Seinen benstand in dem leid, läßt mich nun vergeblich pochen an der thür der gnadenzeit. Ach! will er denn für und für Grausam ürnen über mir? Kann und will er sich der armen Jehund nicht wie vor erbarmen? verweilet. 6. Der kann nicht verloren gehen, Sondern soll Gnadenvoll, Bald errettung seben: Friedens: ströme follen fliesen In die brust; 3. Bion, o du vielgeliebte, Sprach Gottesluft Soll sich ihm ergieſsen. zu ihr des Herren mund, Du biſt 7. Kannst du nur die fünde hafziehund die betrübte, Eeel und geiſt fen, Alle fünd' Die sich find't, ist dir verwundt: Doch, stell alles trauren ein, o mag eine mutter Und fein blut auffasſen: Kannst feyn, Tie ihr eigen kind kann haf 4. Ja wenn man auch sollte fin fen, Und aus ihrer forge laffen? den, einen solchen mutter- finn, du ihm nur fest vertrauen, Co sollst du, Sanfte ruh), Tief im her= zen schauen. 8. Keiner ist umsonst gekommen, a' die liebe kann verschwinden, Nein, er mahm, Den der kam So bleib ich doch wer ich bin. Von den böß und frommen WitMeine treu bleibt gegen dir, Sion, lig und mit vielen freuden Auf und an; Brach den bann Allero du meine zier! Du haft mir mein her; beseffen, Deiner fann ich nicht vergessen. ihrer leiden. 9. Drum sollst du auch nicht verzagen, Armes Herz, In dem schmer; Und in deinen plagen: Währt den abendlang das weinen, So wird dir Seine zier Bald am morgen scheinen. 5. Laß dich nicht den satan blen den, der sonst nichts als schreden tann, Siehe, hier in meinen hän den hab ich dich geschrieben an: wie kann es denn anders fenn? Ich muß ia gedenken dein, Deine 10. Deine fünden sind vergeben, mauren will ich bauen, und dich Da er starb Und erwarb Sündern fort und fort anschauen. heil und leben: Du sollst selber 6. Du bist mir stets vor den all Der natur Eogleich willst ab- schoof, Wie die kindlein die noch nichts erwerben, Wenn du nur gen, Tu liegst mir in meinem faugen, Meine treu zu dir ist groß. 11. Du macht ihm die größte Tich und mich soll keine zeit, Reis Freude, Wenn du eilst, Nicht ver: ne noth, gefahr noch streit, Ja, der weilst; Er ist hirt und weide: fatan selbst nicht scheiden: Bleib Komm nur du betrübte feele; getreu in allem leiden. sterben. Von der Hoffnung der Christlichen Kirche. 355 Von der Hoffnung der Christlichen Kirche. Mel. Jesus meine zuversicht.| sind noch nicht gekrönt, Sie wer den noch verhöhnt: Und ob sie gleich 533. Dennoch bleib ich ſiets den feind besiegen, So müſſen sie an erlö: doch unten liegen. jer, mein vergnügen, Mich) verlanget dort und hier nur an deiner brust zu liegen. Meines Lebens schönste zier, Dennoch bleib ich fiets an dir. 2. Deine starke gnadenhand hat mich liebreich aufgenommen 21s ich in das vaterland Terer sterb: lichen gekommen. Greift der satan gleich nach mir: Dennoch bleib ich stets an dir. 3. Suchet die verderbte welt Mich aus deinem arm zu reisſen, Will sie ehre, lust und geld Mir nach ihrer art verheiſsen: O! so sprech ich bald zu ihr: Dennoch) bleib ich stets an dir. 4. Reiset mich mein fleisch und blut, Meinen Jesum zu verlassen, So bekomm ich frischen muth, Ihn noch fester anzufasſen, Und ich feufze für und für: Dennoch bleib ich stets an dir. 5. Bricht des freußes flurm herein, Uleberfällt mich angst und leiden, So vermag doch keine pein, Mich von meinem haupt zu scheiden. Und ich schreib in mein pa nier: Dennoch bleib ich stets an dir. 6. Selbst im finstern todesthal Bleibt die freundschaft ungetren net; Ich empfinde keine quaal, Wenn der Lebens- Fürst mich fen= net. Sterbend ruf ich mit begier: Dennoch bleib ich stets an dir. 2. Die stille fabbaths- fey'r Ist noch nicht angebrochen Für Gottes rochen och bis auf diese stund: liebes volt: Ihr blut bleibt unge: nicht viel von ruh zu sagen, Er Ihr aller wahrer mund Weiß noch muß mehr über unruh klagen. 3. Wir sehn die arche noch Auf wie es scheint, Eo bald noch nicht Ararat nicht stehn: Die fluth will, vergehn, Sie wächst schier mit der eit, und dürft noch manches leid em Noah machen sammit den ſeinen, Vor lachen gehet her das weinen. 7. Dennoch bleib ich stets an dir. Daben soll es erig bleiben, Aus dem fel'gen luftrevier Soll mich inst fein feind vertreiben. Dar um sing ich schon all hier: Dennoch bleib ich stets an dir. 4. Israel ist noch nicht In Cana'n eingegangen: Es fann mit dessen glanz Jetzt nur auf hoffmung prangen: Es wallt noch hin und her, Mit mühe und beschwer: Eo muß es auch mit Balak tämDer Amalek sucht es zu dämpfen: pfen. 5. Das gegenbild der zeit Da Salomo regierte, und über so viel Da er dem Herrn ein haus Ervolt Den friedens- scepter führte; baute, und es aus Mit gold und silber prächtig schmückte. O daß man solches bald erblickte. als gefangen leiden: Sie hängt 6. Tie tochter meines volts Muß ihr faiten- spiel Für trauren an Bricht ihr das Herz entzwey, Und die weiden: Die harte sclaveren macht sie mit viel tausend thrä: nen Nach jener friedens- stadt sich ſehnen. 7. Sie muß noch immerfort Mit nasſen augen säen; Eie schaut die frucht noch nicht, In ihren ähren stehn. Man sah' den tag so gern, 534. Die seit ist noch nicht Da aus der näh und fern, Man da, Da Bion trium: wird die vollen garben bringen, phiret, Da ihrer finder hand( in Und wie zur zeit der erndte fingen. güldner palmzweig zieret: Eiel 8. Toch, was wir noch nicht sehn, 356 Ven der Hoffnung der Christlichen Kirche. Wird drum nicht gar ausbleiben:[ ein knecht, 2Allen in der demuth Mein leben wollt ich selbst Für weichen; Weichen, sich beugen zur Gottes treu verschreiben: Wär es nicht viel zu schlecht. Eein thun ist immer recht: Und was sein mund einmal versprochen, Das bleibt wohl ewig ungebrochen. einigkeit bande, Eingen und sprin: gen im lieblichen lande. 9. Ich höre schon im geist Die fabbaths- lieder schallen: Die wasfer werden auch Bu rechter Seit noch fallen. Ifrael erbt das land, Das ihm den güldnen stand Tes friedens und der ruh wird schen: ten. Kein feind soll Bion weiter tränken. 10. Die erndte rückt herben, Der streit geht fast zu ende, Man fingt victoria, Und streckt aus haupt und hände Mit frohem juz belfchall, Und sagt schon überall, Das worauf wir jetzt hoffend trauen, Wir sollen bald im wesen schauen. 535. Endlich soll das frohe jahr Der erwünschten Freyheit kommen: Echt, der geist wirds schon gewahr, Hats im vorrath angenommen. Geht, er triumphiret schon, Geht einher in fieges- fränzen, Wartend, bey der feinde hohn, Auf den neu befrönten lenzen. Freunde, nicht feinde, die follens erblicken, Langes ver langen soll kinder erquiden. 2. Endlich wird das seufzen still, Und das herze ruhig werden, Wenns der Vater haben will, 4. Weg, vernunft und zweifels wind, eigen- lieb und eigen- ehre! Wer hier nichts in einfalt findt, Wiss', daß er die hoffnung fiöre, Und der liebe schmack verderb, Die doch unvermischt soll bleiben. Was in ihr noch scheinet herb, Kann uns nicht in eins eintreis ben. Etille! der wille des Vaters wird zeigen Allen gefallen ben tindlichen schweigen. 5. Wenn der schnee zerschmol zen ist, Pflegt der blumen zier zu blicken; Wenn du aus dem wins ter bist, wird der lenz die fränze schicken, Tie noch jetzt verderbet fehn; Und nach faltem schnee und winden Coll dein fuß fpazieren gehn, Taufend blumen einzubin den, Rofen, liebkofen der himm lifchen blüthe, Engel- füß, dorts genieß feligster güte. 6. Endlich wirst du dann auch braut, Und dein bruder Bräur's gam heissen: Wer dich jest in neid anschaut, wird dich endlich felig preisen. Endlich muß der himmel auch ein beliebtes jarrort sagen, Und wer sonst, nach welt gebrauch), Niemats hier was wol len tragen. Endlich unendliche herrlichkeit bringet; Endlich die endliche trübsal verschlinget. 536. Es glänzet der che Obgleich sie von ausſen die fo leben, verbrannt. Was ihnen der könig des himmels gegeben, 3ft feinen, Daß die lieben, die bewährten, Band und eisen von sich schmeif sen, Und nicht mehr von Ferne ſtehn, sondern ihn in einem preis fen. Harte haldäer, ihr müffet als ihnen nur selber bekannt. uns weichen, Laodicäer, ihr sollt Was niemand verspüret, as wohl verbleichen. niemand berühret, hat ihre ers 3. Endlich wird man pflanzen leuchtete finne gezieret, Und sie zu fehn, Gott zum preis, in feinem der göttlichen würde geführet. garten, wenn man wird ben paas 2. Eie scheinen von aufen die ren gehn, Und nicht mehr in hoffs ichlechtesten leute, in fchaufpiel mung warten, Condern eins dem der engel, ein efet der welt, Und andern wird Können seine füh- innerlich) find sie die lieblichsten rung zeigen. Jeder wird, als nur bräute, Der zierrath, die tronc, Von der Hoffnung der Christlichen Kirche. 357 die Jesu gefällt, Das wunder der, Wenn erst ihr verborgenes leben jeiten, Die hier sich bereiten, Den erscheinet, Wornach sich dein seuftönig, der unter den lilien weidet, zen mit ihnen vereinet. Bu tüffen, in güldenen stücken gelleidet. 8. D Jefu, verborgenes leben der seelen! Du heimliche zierde 3. Sonst find fie des Adams na- der inneren welt, Gieb, daß wir türliche finder, Und tragen das die heimlichen wege erwählen, bilde des irdischen auch. Sie lei- Wenn gleich uns die larve des den am fleische, wie andere fünder, treußes verstellt. Hier übel ge= Sie essen und trinken nach nöthi- nennet, Und wenig erfennet, Hier gem brauch: In leiblichen fachen, heimlich mit Christo im Vater ge= In schlafen und wachen, Sieht lebet: Dort öffentlich mit ihm man sie vor andern nichts sonders im himmel geschwebet. lichs machen, Nur, daß sie die thorheit der welt- luft verlachen. 537. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem stamme, Die Gott die geliebte Stadt, Die sich dir er durch sein mächtig wort felber gegeben hat? Ach! soll sie nicht einjeugt, in funte und flämmlein mal schauen Ihre mauren aufge= us göttlicher flamme, Die oben richt't? Ja, der Herre läßt sie Jerufalem freundlich gesäugt. Die nicht. Freude, freude über freu: engel sind brüder, Die ihre loblie: de! Christus wehret allem leide: der Mit ihnen gar freundlich und Wonne, wonne über wonne! Er lieblich absingen. Das muß denn ist die Genaden- Conne. ganz herrlich, ganz prächtig er: flingen. err! wann wirst du Bion bauen, Bion, 5. Sie wandeln auf erden, und leben im himmel. Sie bleiben ohnmächtig und schützen die welt. Sie schmecken den frieden ben allent getümmel. Sie friegen, die ärmsten, was ihnen gefallt. Sie stehen im leiden: Sie bleiben in freuden. Sie scheinen ertödtet den ausseren finnen, Und führen das leben des glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr leben, wird offenbar werden, wenn er fich einst, wie er ist, öffentlich stellt; 4. Gieb nur, Jesu, daß wir waSo werden sie mit ihm, als götschen, und im glauben munter fenn, ter der erden, Auch herzlich er- Wenn du kömmst, und brichst theinen zum wunder der welt. herein Mit pofaunen und mit fra die werden regieren, Und ewig chen, Bu erlösen deine braut, Die briren, Den himmel als prächti- du ewig dir vertraut. Freude, freude zc. 5. Drücke uns dein heil'ges fies gel An die stirne, an die hand, Dir zu ehren, uns zum pfand, Dafi wir uns durch glaubens- flügel tönnen schwingen himmel an, Da uns niemand schaden kann. Freude, freude zc. 6. Beichne mit dem heil'gen geis lichter auszieren. Da wird man de freude gar offenbar spüren. 1. Frohlocke, du erde, und jauch t thr hügel, Dieweil du den götts lidhen faamen geneußit. Denn das 2. D! wenn soll die stimm er= fchallen, Da man rufet überall, In der auserwählten zahl: Sie, die stolze, ist gefallen, Mit der stolzen huren- pracht, Die vor: mals war hoch geacht't! Freude, freude zc. 3. Höre, wie dein Bion flaget Unter Babels dienstbarkeit, Jeszt in dieser finstern zeit: Doch du wirst den, der sie plaget, Stürzen bald durch deinen Geist, Der die frommen singen heißt: Freude freude zc. Jehova fein göttliches siegel, Bum zeugniß, daß er die noch fes gen verheißt. Du sollst nod) ntit Ihnen Aufs prächtigste grünen, 358 Ven der Hoffnung der Christlichen Kirche. chen Uns, dein volt, dein eigen thum, Schönster Jesu! höchster ruhm: So muß satan von uns weichen, Weichen muß der fünden tind, Weil wir dein' erkaufte sind. Freude, freude zc. brennt. Berge, wälder, weichet, fallet, Die ihr mich noch von ihm trennt. 5. Nun ich zähle augenblicke, Herzensfreund! und sehne mich. Bis mich deine huld entrücke, Denn zu dir gehöre ich. Nein! fein dünkel im gehirne, Gottes lamm, so wahr du's hörst, Ist das siegel an der stirne, Das du deis ner schaar verehrst. 7. Ach! wie wird dein volk dich ehren, Wenn es nun entnommen ist Babels stolz, des thieres list? Deinen ruhm wird es vermehren, Und in alle ewigkeit Dich zu loben senn bereit. Freude, freude zc. 6. Ich bin ein gewächs von heus 8. Darum, 3ion, unbetrübet! te, Das vielleicht der mittag dürrt. Die erquicungszeit ist da, Und Aber wegen jener beute, Weiß des Herren hülf ist nah': Selig, ich, daß mein geist nicht irrt. Jes der sich ihm ergiebet, Und vor sei su Geist hat mirs geschworen. Je nem Heiland kann Stimmen die fu Geist, ich glaube dirs. Ich geh fes liedlein an: Freude, freude ewig nicht verloren, Und der vor über freude, Christus wehret al- schmack siegelt mirs. lem leide: Wonne, wonne über wonne, Er ist die Genaden- Sonne.Met. Wir christen leut, hab'n. tripplein Mel. du liebe meiner liebe. 539.Jefu Chrift! Dein 538. Küffe mich, o auserkor- paradies, da meine ſeele weidet: ner, Denn du bist der Hier ist der ort, Hie liegt das lieblichste, Komm, mein bruder, Wort Mit unserm fleisch persön erstgeborner, Denn ich fühl ein lich angekleidet. fehnend weh. Siehe, ich bin frant vor liebe. Deine falbe fiärte mich. Deines herzens zarte triebe, Bräutigam! die kenne ich. 2. Dem meer und wind Gehor fam sind, Giebt sich zum dienst, und wird ein knecht der fünder; Du Gottes- Sohn Wirst erd und thon, Gering und schwach, wie andre menschenkinder. 2. Biehe mich mit liebesfeilen. Führe mich ins vaterland. War um willst du noch verweilen? Hier 3. Du höchstes gut Hebst unser ist meine glaubens- hand. Führe blut In deinen thron hoch über mich in deine tammer, Heitre alle höhen; Du ew'ge kraft Madhyt meine stirne auf. Hemme meinen wehmuths- jammer, Und verfüsse brüderschaft mit uns, die wir wie rauch und dampf vergehen. mir den lauf. 4. Was will uns nun Burider 3. Bin ich schwarz, verbrannt thun Der seelen- feind mit allem und blöde, Und von allem schmu- gift und gallen? Was wirft er de leer; Bin ich dir doch nicht so mir und andern für, Daß Adam schnöde, Fall ich dir doch nicht zu ist, und wir mit ihm, gefallen? schwer. Denn du weidest ben der 5. Schweig, arger feind! Da quelle, Wo das reinste wasser fließt, fist mein freund, Mein fleisch und Und die kleider glänzen helle, Die blut, hoch in dem himmel droben. Was du gefällt, Das hat der held 4. Ad) wo, sagt es, find die flü: Aus Jacobs- stamm zu groffer ehr du deiner braut erfief't. gel? Ich muß nun zum schönsten erhoben. siegel, Die vermählung bald voll fer theil, Ter himmelsichas fliehn, Denn er will, fraft seiner 6. Cein licht und heil Wird uns ziehn. Echönster, ach mein inn bringt allen schaden wieder: Der res wallet, Und die ganze seele' freudenquell, Immanuel, Echlägt Ben der Hoffnung der Christlichen Kirche. 359 teufel, höll, und all ihr reich dar-| mel. Ein' feste burg ist unser. nieder. 7. Drum, frommer christ, Wer 540. Wenn Chriſtus seine du auch bist, Sen gutes muths, und laß dich nicht betrüben, Weil Gottes tind Dich ihm verbindt, So fanns nicht anders seyn, Gott muß dich lieben. mag die hölle wüthen; Er, der zur rechten Gottes sist, hat macht ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah; Wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen ruhm, und hält das christenthum; Mag doch die hölle wüthen! 2. Gott sieht die fürsten auf dem thron Eich wider ihn empören; Denn den gesalbten, seinen Sohn, Ten wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des morts, Des Heiz lands, unsers horts; Sein freuß ist selbst ihr spott: Doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der spötter mag die wahr: heit schmähen; lins kann er sie nicht rauben. Der unchrist mag ihr widersteh'n; Wir halten fest am glauben. Gelobt sen Jesus Christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von her; en hält, Dem fann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben." 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein droh'n er= schrecken! Der Gott, der von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Beba: oth hält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und fraft und muth im tod; Was will uns dann erschrecken. 13. Denn eben drüm Hat er den grimm Des freuzes auch am leibe wollen tragen, Daß seine Mel. Werde munter mein ge. pein Ihm möge feyn Ein un 541. 3ion, gieb dich nur zuz frieden; Gott ist erinn'rung unfrer plaben dir darin! Du bist nicht von ihm geschieden; Er hat einen Bater- sinn. Wenn er straft, so liebt er auch, Tieß ist sein beliebter brauch): Bion, lerne dieß bedenfen: Warum willst du dich so fränken? 8. Gedente doch, Wie herrlich hoch Er über allen jammer dich geführet! Der engel heer 3st selbst nicht mehr, als eben du, mit see ligteit gezieret. 9. Du siehest ja, Vor augen da, Dein fleisch und blut die luft und wolken lenken: Was will doch sich ( Ich frage dich) Erheben, dich in angst und furcht zu fenten? 10. Dein blöder sinn Geht oft dahin, Ruft ach und weh, läßt allen trost verschwinden: Komm her und richt Dein angesicht Bu Christi krippe hin, da wirst du's finden. 11. Wirst du geplagt; Sen un: verjagt! Dein bruder wird dein unglück nicht verschmähen: Sein herz ist weich und gnaden reich), Kannunfer leid nicht ohne thränen sehen. 12. Tritt zu ihm zu, Euch hülk und ruh, Er wirds schon machen, daß du ihm wirst danten: er weiß und kennt, Was beißt und brennt, Versteht wohl, wie zu muthe sen dem kranken. gen. 14. Mit einem wort; Er ist die pfort Bu dieses und des andern lebens freuden: Er macht behend fin seligs end An alle dem, was fromme herzen leiden. 15. Laß aller welt Ihr gut und geld, Und siehe nur, daß dieser ha dir bleibe; Wer den hier fest hält, und nicht läßt, Den thrt und frönt er dort an seel und leibe. 2. Treiben dich die meeres- wellen In der wilden tiefen see; Wollen sie dich gar zerschellen, Mußt du rufen ach und weh; Echweigt dein Heiland still dazu, 360 Bom Tode und der Auferstehung. Gleich als in der sanften ruh: stärken, Dieses mußt du eben mers Bion, laß dich nicht bewegen, Diefe fluth wird bald sich legen. ten. 6. Freue dich, nun ist das ende und der abend schon hervey: Gieb dich nur in Gottes hande Der dich nun will machen frey. Für die trübsal, spott und hohn, Giebt er dir die Freuden- fron. Bion, du wirst wieder lachen; Drum fo las die welt nur machen. 7. Halleluja! deine wonne, lies bes Bion, wird nun groß: Denn die schöne gnaden- fonne Nimmt dich recht in ihren schoof, Giebt dir einen freuden- gruß, Und den rechten liebes- fuß. 3ion, moi nun dein flagen? Jest tannſt du von freuden fagen. 8. Dihr engel, himmelszerben, Freuet euch mit Bion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, Coll nun leben für und für, Und fidy freuen ohne zahl In dem ſchönen himmels- faal. Bion, wer will dich nun scheiden Von dem Lamm 3. Berg und felfen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn, Ia die ganze welt desgleichen. Möch te gar auch untergehn: Dennoch hat es feine noth In den leben und im tod: Bion, du kannst doch nicht wanten Aus des bundes Gomes ichranken. 4. Müssen schon allhier die thränen Deine schönste perlen fenn; Muß das seufzen und das stöhnen Senn das beste liedelein; Muß dein purper senn das blut, und der mangel haab und gut, Bion, laß dir doch nicht grauen, Du fannst deinem Gott vertrauen. 5. Draut man die mit schmach und banden, Mit dem tod und herzeleid; En, du wirst doch nicht zu schanden, Denk nur an die ewigteit; Sen mur fröhlich, wohl gemuth, Deum der Herr ists, der es thut. 3ion, Gott wird dich schon und ew'gen freuden. Vom Tode und der Auferstehung. Mel. Wann mein stündlein v. 542. 2h frommer Gott! dir fens geflagt, was mich in meinem Herzen Für angſt und elend drückt und plagt, Dein leib ist voller schmerzen, Ich bin mit frankheit hart beschwert, Und meine fraft ist fast verzehrt, Von deinem zorn und drauen. 4. Denn du bist noch der starte held, Der tod und leben zwinget; ein treuer arzt für alle welt, Dem alles wohl gelinget: Darum, so stärfe meinen geiſt, i weg, was noth und krankheit heißt, Und heile meine schmerzen. 5. Beschenke mich mit deiner huld, Erhalte mich in gnaden, 2. Du haft für meine missethat Verleihe chriftliche geduld, Was Mich selber so zerschmissen, Daß aber mir fann schaden, Laf, lich ich nun deinen treuen rath Under Gott! entfernet seyn, Und gieb hülfe muß vermissen: Ich liege mir trost und leben ein Turd deines Geistes gaben. da ganz ohne ruh, Auch nimmt die schwachheit immer zu, Und 6. O Jesu! treuer feelen- hort, Von wegen deiner wunden, pri muß den tod besorgen. 3. Weil aber du dich haft erklärt, du aus gnaden nur ein mort, Co Und väterlich verheissen, Den, der bin ich schon verbunden: Ja wenn dich suchet und begehrt Aus seiner du, lieber meister! willt, So wird noth zu reiffen, Eo fomm ich auch mein leiden bald gestillt, Und meis vor deine thür: Ach Frommer Ba| ne pein gedämpfet. ter, hilf du mir, Und wende meine plage. 7. Nun treuer Gott! ich traue Idir; Du hast mich selbst geschla Bom Tode und der Auferstehung. 361 gen; Duwirst auch meine schwach- gehn. O wiedersehn! o wieder beit mir Getreulich helfen tragen, fehn! O himmelreiche stunde! Daß mich die schwere schmerzens Wie flieg ich deinen armen zu, last, Die du mir aufgeleget hast, Unsterblich ich, unsterblich du! D Richt gänzlich unterdrücke. balsam meiner wunde. 8. Soll aber ich in dieser Und frankheit unterliegen; gieb daß über meinen tod Ich glaubig möge fiegen, Daß ich durch jammer, freuz und leid Bu deines himmels herrlichkeit Getrost und fröhlich dringe. noth 8. Dann schaut und Somit dir; Wir bend' ein herz; dann ich an fingen wir von weggeweinten leiden, Und von der tugend hohen lohn, Sind freud und dank und schmecken schon Der auferstehung freuden. Mel. Rommt her zu mir, fp. 543. Uh hier nicht mehr, ach fern von mir Bist du! ich weiß nichts mehr von dir, Oliebe treue feele! Entflohy'n aus meinen armen weit Bist du vom that der fterblichkeit, allerliebste feele. 2. Der freundschaft labsal ist dahin: Dein trost wenn ich verlai fen bin, Dein mitleid wenn ich leide! Mir fehlt, mir fehlt die fraft, Hochheiliger gedanke! treue hand Am weg ins besre va= terland; Dein blick voll ernst und 10. Gedanke der unsterblichkeit, muth mir, wenn ich wante! Berstreue jede dunkelheit: Gieb Schwäch der betrübniß leidenschaft, Erfülle mich mit heldenFreude. 3. Ja: weinen darf ich, Gott, vor dir, Daß du die fromme feele mir Bom herzen weggeschnitten; Die wunde blutet! bitterlich Klag ich geliebtes herz um dich: Gott ließ sich nicht erbitten. 4. Doch sen mein schmerz auch noch so groß, Die feele rust in Gottes schooß; Geduldig will ich schweigen; Nein, theure! teinen augenblick Wünsch ich dich in den slaub zurück; Ich will vor Gott mich neigen! 5. Der leichnam ruht im fühlen 9. 3a, jubeltag, du kommst her= an, Wo ich im fleisch Gott schauen kann, Mit dir geliebte feele; Mit dir, mit dir werd auferstehn, Mit die durch alle himmel gehn, O mir entrijne feele! 6. O trost, o hoher trost für mich! Rein banges herz erheitre dich, und stille deine flagen! Erlöst on ihres leibes joch lebt die geliebte feele noch), Und ich, ich sollte jagen? 7. Ich werd' einst, theure, zu dir Mel. Nun kommt der heiden. 544. Ach! was iſt doch unſer im elend schweb'n; Wenn es gut leb'n? Nichts als nur gewesen ist, Ist es müh' zu jeder frist. 2. Ach was ist doch unfre zeit? Da nur eins das and're haft Da Nichts als nur ein steter streit; fein friede, ruh noch) raft. Fine unvollkommenheit; Niemand 3. Was ist unsre frömmigkeit? fann damit bestehn, Benn Gott ins gericht will gehn. Nichts als was sich selbst vergällt; 4. Ach was ist doch gut und geld? grab; Gott nahm ihm seine schmer- Heute reich und morgen arm, jen ab und jede last von leiden. Empor geflogen ist der geist, Bu dem der Liebe; Liebe heißt, Und tinkt nun Gotres freuden. Reichthum bringet sorg und harm. 5. Uch was ist doch amt und ehr? Nur ein leben mit beschwer: Wer neidet für und für. viel gaben hat allhier, Wird ge= 6. Ach was ist doch menschengumi? Nur ein blauer nebeldunst; ieber trau dem freunde nicht, Weil auch bruder- glaube bricht. nur ein bote von dem leid; Seht, 7. Ach was ist doch fröhlichkeit? 362 Vom Tode und der Auferstehung. wie mancher schnell hinstirbt Und an leib und feel verdirbt. 3. Ach wie vieles herzeleid Bringt uns oft der haß und neid! Hier ist jorn, verläumidung dort, Und so geht es fort und fort. 9. Uch wie frank und ungesund Sind wir menschen manche stund! Schmerzen prest ein jedes glied Und macht uns von seufzen müd'. 10. Uch) was ist doch unser tod? Nur ein ende aller noth; Da wir ohne kreuz und pein Ben Gott tönnen ewig seyn. 11. Darum freu ich mich allzeit Auf die wahre himmels- freud; Da uns gar nichts mangeln wird, Da nur freude wird verspürt. 12. Freude, die tein ohr berührt, Die das herze nie gespürt, Freude in und äusserlich! Auf die freude freu ich mich. 7. Ach wie nichtig, ach mie tig Ist der menschen ehre! dem, dem man hat müssen die Hände höflich füffen, Tritt morgen gar mit füsſen. 8. Ach wie nichtig, ach wie tig Ist der menschen dichten! so fünfte lieb gewinnen, und n schönes werk ersinnen, Kö nicht dem tod entrinnen. 9. Ach wie nichtig, ach wie flüch tig Ist der menschen wisſen! De sich hier mit weisheit rüsten Und in diesem dunst sich brüsten, Sters ben, als wenn sie nichts wüßten. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der menschen schäße! Es tann glut und fluth entstehen, Dadurch, eh wirs uns versehen, Alles muß zu trümmern gehen. 11. Uch wie nichtig, Uch wie flüchtig Ist der menschen herr: schen! Der durch macht ist doch gefliegen, Muß zuletzt ben allen fiegen, Doch im grabe unterliegen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen prangen! Der in purpur hoch vermesſen, Ist als wie ein gott gefesſen, Def fen wird im tod vergesſen. 545. Uh wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen leben! Wie ein nebel bald entstehet, und bald wiederum vergehet, So ist unser leben, fehet! 2. Uch wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der menschen tage! Wie ein strom beginnt ju rinnen, Und mit laufen nicht hält innen, So fährt unsre zeit von hinnen. 3. Uch wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen freude! Wie sich wechseln stund und zeiten, Licht und dunkel, fried und streiten, Mel. O liebe, die den himmel. So sind unsre fröhlichkeiten. 546.2m grabe bebt, gehüllt 4. Uch wie nichtig, ach wie flüchin dunkelheiten, Der tig Ist der menschen schöne! Wie blöde geist, bestürmt von bangem die blume bald vergehet, Wenn leid; Tenkt fummervoll der schnell ein rauhes lüftlein wehet, So ist verfloß'nen zeiten, Blickt angivoll auf und denkt die ewigkeit; G 5. Ach wie nichtig, ach wie flüch- danke voll von quaal und tod, tig 3st der menschen stärke! Der Mir, der ich mich ergößt an eitelunsre schöne, fehet! feit und foth. werfen kleine drüfen. sich wie ein löw erwiesen, Ueber: worfen mit den riesen, Seht, den 2. Mein fuß betritt den moder meiner brüder, Verwesung dün6. Uch wie nichtig, ach wie flüch- ftet aus den gräbern auf, Mit tig, Ist der menschen glücke! Wie kaltem schauer blick ich zitternd sich eine kugel drehet, Die bald da nieder; Eie sind nicht mehr, fie bald dorten stehet, So ist unser schlossen ihren lauf. Auch mir ers öffnet sich das grab, Des lebens glücke, fehet! 13. Uch wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der menschen faz chen! Alles, alles was wir sehen, Das muß fallen und vergehen, Wer Gott fürchtet bleibet ſiehen. 363 Bom Tode und der Auferstehung. schwache kraft nimmt schwindend Mel. Herzlich lieb hab ich dich. stündlich ab. 3. Berfloß'ne zeit, wie marterst 547, Bald ist die pilgrimdu die feele! Wie pfeile fliehn, so schoffest du vorbey. Nun ist die welt mir eine marter- höhle, Mein elend wird mit jedem morgen neu. Der jugend beste kraft ver: schwand, Und ich, o marter! bin mit Jefu unbekannt. 4. Hier zieht sich vor meinem angesichte Das schwarze heer der jugendfünden auf. Ich fühle fie, die hand der strafgerichte; Mich schreckt mein ganzer vor'ger le benslauf. Das bange herz läßt mich nicht ruhn, Es fragt ben tag und nacht, mein Gott! was soll ich thun? Bald sinkt mein haupt tief in die nacht, Bald werd ich sterben müssen. Mein auge, das zum men= ichenfreund Co oft vor liebe auf: geweint, Wird bald der tod verschliessen. 3war schau'rt die menschliche natur; Doch zag ich) nicht, ich bete nur Bu Gott, weil mir die fraft vergeht, Der puls des lebens stille steht. Mein Bater, ach, entzieh mir nicht, Ents zich mir nicht Dein freudenstrah: lend angesicht. 2. Ein groffer fünder bin ich war; Jedoch ich machte am altar Mich ja von fünden ledig. Ich schlug ja weinend an die brust, Und feufzte: ihm ist es bewußt! Gott, sen mir fünder gnädig! Den christen- kampf hab ich gekämpft, Den sturm der lüste oft gedämpft, Bon ganzem Herzen dich geliebt, Und arme brüder nie betrübt: Doch Gott, du weißst, nun sterbe ich! Drum bitt' ich dich: Wirf einen gnadenblick auf mich! 3. Mein geist entschwinget sich noch heut Bum schauplah deiner herrlichkeit, Vom würmervollen staube. Mein heldenherze schredet nicht Dein unerbittliches ge richt; Ich weiß an wen ich glaube, Echon tritt der bängste todes: schmerz Mir immer näher an das herz. Herr Jesu, greife doch nach mir, Nimm den erlöften geist zu dir: Er neigt fein haupt. Co stirbt der christ, So stirbt der christ Der treu bis an fein ende ist. 4. Er steht noch höher als ein thurm, Und fühner als ein fels im sturm, Wie Tabor in gewitz tern. Er lächelt, wenn der tod erscheint, Er fegnet ihn, als seiz nen freund, Wann übertreter zittern. Co sen denn das mein ruhm allein, Der ruhm, ein guter christ zu seyn, Der auf der finstern toI desbahn, Wie im mittage schreis 5. Hier fliehe ich, mein heil, zu deinen wunden; Dein wort ertheilt den blöden herzen muth. Dir schenke ich den überrest der stunden. Mein Jesu, heile du mich durch dein blut! Ich selbst kann nichts als fünde thun, Ich will daher allein in deiner arbeit ruh'n. 6. Du wirkest selbst das wollen und vollbringen, Ich bin der thon, und deiner allmachts- hand Muß wahrlich doch das werk einmal gelingen; Berreisse du der fünden starkes band, und nimm den hartgebund'nen sinn, Mein theurer retter, doch zu deiner Leitung hin! 7. Mein glaube wächst, der kummer ist verschwunden; Dort reicht mein Jesus mir die treue hand. Ich habe nun den fichern weg gefunden. Der hirte selbst führt mich ins vaterland. In ihm erschreckt der tod nicht mehr; Eröffnet nur mein grab! es ist von schrecken leer. 8. Ich lalle dank, mein Heiland, für die treue Die mir dem fün: denknechte widerfuhr. Hilk! daß ich mich durch deinen Geist ver: neue Und walle fort auf der be: tret'nen spur, Bis mich nach thyränen, tampf und streit Die stille fabbaths- ruh der ewigkeit erfreut. 364 Vom Tode und der Auferstehung. ten kann. Lamm Gottes! sende Nachtvolle gravesstätte, Und deck mir den Geist, Den guten Geist, Der mir den weg zum himmel weis't. ihn fühlend zu. Er schlafe hier im frieden Den balsam- schlaf des müden, Des franken lang- erfeufjs te ruh. 4. Berbergt euch, ihr gebeine, In dieſem fillen haine Bor frost und sonnen- glut. Ihr stürme, brauf't gelinde, Und wehet sanft, ihr winde, Wo eines christen afche ruht. Mel. Ach bleib mit deiner gn. 548. Christus, der ist mein leben, Sterben ist mein gewinn, Ihm hab' ich mich ergeben, Mit freud fahr ich dahin. 2. Ich fahre froh von hinnen 3u Christo meinem freund; Ich foll nun bald entrinnen Deur ort, wo ich geweint. 3. Nun hab ich überwunden Kreuß, leiden, angst und noth, Durch Jesu tod und wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wann meine augen brechen, Mein athem geht schwer aus, Wenn ich nicht mehr fann spre: chen, Dann nimm mein seufzen auf. 5. Wann sinnen und gedanken Vergehen wie ein licht, Das hin und her thut wanken, wann ihm die flamm gebricht: 6. Dann laß fenn fanft und fiille, Mein Gott, mich schlafen ein; Es soll dein rath und wille Mein sterbe- bette feyn. 7. Herr, laß mich an dir kleben, Wie eine klett am kleid, Ben dir wünsch ich zu leben In ew'ger wonn und freud. 8. Amen, das wirst du, Christe, Verleihen gnädiglich, mit deinem Geist mich rüste, Daß ich fahr seliglich. Mel. O welt, ich muß dich la. 549. Da stehen wir, die deinen, Unendlicher, und weinen Ein grablied an der Wir vom stau be, Hohl wie die turteltaube Aus unwirthbaren wäldern ruft. 2. Fließt nur, ihr thránen fliesfet, Ein sterblicher beschliesſet Tes lebens turzen lauf. D du, die ihn ernährte, Nimim, mütterliche erde, 5. Senkt nun den leichnam nie: der Bum staube seiner brüder, Wo ihn tein schmerz erweckt; Wo teis ne muth der seuchen, Kein fieber, rächeln, feuchen, Den schwachen leib auf foltern streckt. 6. Nun dann, vermischt euch ims mer, Der morschen hütte trüm mer, mit moder, staub und fand, Verwese, stille zähre, Die dem ge fühl zur ehre, Noch am gebrochnen auge stand. 7. Einst lebt er ohne thränen, Wann die pofaunen tönen, Und eine welt erwacht. Heil diesem todten staube!( Co triumphirt der glaube.) Auch er erwacht! auch er erwacht! 8. Num schauet auf, betrübte! Tort wandelt der geliebte Radh finsterniß im licht. Vergönnet ihm die Freude, Gebietet eurem leide, Und wischt die zähren vom gesicht. 9. wir aber stehn und weinen An modernden gebeinen, Noch pilgrime der zeit: Und gehn auf dornemwegen Der offnen gruft ente gegen, Und dir, furchtbare ewigs feit! Mel. Werde munter mein ge. 550. Denket doch, inden letzten todes- täg; Denket dod), ihr frechen fünder, An den lesten alocken- ichlag: Heute sind wit frisch und stark, Morgen füllen wir den fara, und die ehre, die wir haben, wird zugleich mit uns Dein find in deine arme auf. begraben. 3. Sen ihm ein schwanen- bette, 2. Doch, wir eitle menschen fes Bom Tode und der Auferstehung. 365 hen Nur was in die augen fällt; 9. Jene patienten- stube Kann Was nach diesem soll geichehen, uns eine schule feyn: Fährt ein Bleibt an seinen ort gestellt: An andrer in die grube, Wahrlich ihr der erde kleben wir, leider! über müßt auch hinein. Steht ihr auf, die gebühr; Aber nach dem an- so sprecht zu Gott: Heute kommt dern leben Will der geist sich nicht vielleicht der tod; Legt ihr euch, so erheben. führt im munde: Heute fommt vielleicht die stunde. 3. Wo ihr euch nicht selber haffet, Ach, so legt die thorheit ab; Was ihr thut, und was ihr lasset, Co gedenkt an euer grab: Ewig glück und ungelück hängt an einem augenblick; Niemand kann uns bürgen geben, Daß wir noch) bis morgen leben. 4. Ungewissenhafte leute Bittern vor der todes- pein: Gute christen wollen heute Lieber anfgelöset seyn; Denn sie wissen daß der tod 3st ein ausgang ihrer noth, Und gemahlte todten- köpfe Sehn sie an als blumen- töpfe. 5. Vor der fünde foll man zittern, Weil sie Gottes jorn entzündt; Aber nicht vor leichenbittern, Welches gute boten sind. Einmal müssen wir daran; lies ber bald dazu gethan! Last uns heute lernen sterben, Daß wir morgen nicht verderben. 6. Was hilft doch ein langes leben, Ohne buß und besserung? Wer nicht will nach tugend stre: ben, Ach, der sterbe immer jung: Unfre bosheit nimmt nicht ab, Sondern mehrt sich bis ins grab; Fren von fünden wird man nimmer, Sondern alle tage schlimmer. 7. Daß doch nur ein tag des lebens möchte fren von lastern senn; Doch mein wünschen ist vergebens, Unter uns ist niemand rein. Beicht und abendmahl genug, Wenig von der besserung; Echer; habt ihr mit Gott getrieben, und send unverändert blieben. 8. Langes leben, groffe fünde, Grosse fünde, schwerer tod: Lernet das an einem finde, Dem ist sier: ben teine noth. Selig, wer ben guter zeit Sich auf seinen tod be: reit, Und, so oft die glocke schläget, Seines lebens ziel erwäget. 10. Etündlich sprecht: in deine hände, Herr! befehl ich meinen geist, Daß euch nicht ein schnelles ende Unverhofft von hinnen reißt. Eelig, wer sein haus bestellt: Gott fommt oft unangemeldt, Und des menichen sohn erscheinet, Su der jeit, da man's nicht meynet. 11. Tas gewissen schläft im le ben, Toch, im tode wacht es auf, Da sieht man vor augen schweben einen ganzen lebenslauf. Alle seine kostbarkeit Gäbe man zur felben zeit, Wann man nur ge= schch'ne fachen Ungeschehen könnte machen. 12. Darum brauchet eure gaben Dergestalt in dieser zeit, Wie ihr wünscht gethan zu haben, Wann sich leib und seele scheidt. Sterben ist tein kinderspiel: Wer im Herren sterben will, Ter muß erstlich; darnach streben, Wie man soll ini Herren leben. 13. Diese welt geringe schäßen, Allen lastern widerstehn, An der tugend sich ergößen, Willig Got tes wege gehn, Wahre lebens- bef= ferung, Etete fleisches- züchtigung, Eich verleugnen, und mit freuden Echmach um Shristi willen leiden. 14. Das sind regeln für gefunde, Da man zeit und kräfte hat; In der letzten todes- flunde Ist es insgemein zu spat. Krankheit gleicht der pilgrimschaft, Keines giebt dem geiste fraft; Beydes macht die glieder müde, Und ver: stört den seelen- friede. 15. Weg mit allem leichgepränge, Eo man den verstorbnen hält, Und dem loben nach der länge. Denn der baum liegt wie er fällt. 2ch bestellt selbst euer haus, Machet hier die fachen aus; Fremde 366 Vom Tode und der Auferstehung. bitten und gebete Kommen hin-| gehört vor einen narren, Richt ten nach zu späte. 16. Sucht Gott selber zu verföhnen, Greifet selbst nach Christi blut: Kein gebete wird euch die nen, Das ihr hier nicht selber thut. Denkt ihr selber in der zeit Nicht an eure sterblichkeit, Wahr: lich, in der grabes- höhle Sorgt kein mensch für eure feele. 17. Jehund ist der tag des heiles, Und die angenehme zeit: Aber, leider! meistentheiles Lebt die welt in sicherheit: Täglich ruft der treue Gott, Doch die welt treibt ihren spott: Ach die stunde wird verfliessen, Und( Sott wird den himmel schliessen. 18. Da wird mancher erst nach öhle, Ben des bräut'gams anfunft, gehn; Und da wird die arme seele Vor der thüre müssen stehn: Darum haltet euch bereit, Füllt die lampen in der zeit, Sonst erschallt das lied am ende: Weicht von mir, ihr höllen- brände. vor einen flugen mann. Mancher spricht bey geld und gut: Liebes herz, sen wohlgemuth; Und in vier und zwanzig stunden Ist die seele schon verschwunden. 23. 2ch wie ofte hört man sagen, Daß ein mensch entleibet sen; Ach wie mancher wird erschlagen, Oder bricht den hals entzwey; Sinen andern rührt der schlag Wohl im fauf- und spiel- gelag; Mancher schlummert ohne sorgen, Und erlebet nicht den morgen. 24. Feuer, wasser, luft und er den, Blis und donner, frieg und pest, Müssen unsre mörder wer: den, Wenn es Gott geschehen läßt: Niemand ist vem tode frey, Und die art ist mancherley; Insgemein sind unsre stunden Einem schatten gleich verschwunden. 25. Nach verfliessung dieses le: bens Haben menschen keine wahl; Jener reiche rief vergebens In der pein und in der quaal. Fremdes bitten hilft euch nicht; Und wer weiß, obs auch geschicht: Alfo fallt in wahrer busse Eurem Gotte selbst zu fuffe. 26. Sammlet euch durch wah ren glauben, Einen schat der ewig währt, Welchen euch kein dieb tann rauben, und den auch kein rost verzehrt: Nichts ist ehre, nichts ist geld, Nichts ist wollust, nichts ist welt; Alles trachten, als les dichten, Muß man auf die ſeele 19. In dem ganzen bibel- buche Kommt mir nichts so schrecklich für, Als die worte von dem spruche: Ihr verfluchten, weicht von mir! Selig, wer davor erschrict, Eh' er noch den tod erblickt: Furcht und zittern hier auf erden Schafft daß wir dort selig wer: den. 20. Hier in lauter freuden schweben Macht in tode lauter noth; Aber auf ein traurig leben Folgt richten. ein freudenreicher tod: Drum mit dieser welt hinweg, Achtet sie für foth und dreck, Und erhebet eure finnen, Daß fie Christum lieb gewinnen. 27. Freunde machet euch in ei ten Mit dem mammon, den habt; Caffet von bedrängten leur ten keinen menschen unbegabt: 21. Tödtet eure böfen glieder, Christus nimmt die wohlthat an, Kreußigt euer fleisch und blut; Gleich als wär es ihm gethan, Drückt die böse lüfte nieder Brecht und der armen bettler bitten hilft dem willen seinen muuth: Werdet euch in des himmels hütten. Jesu Christo gleich, Nehmt sein 28. Cuer wandel fen im himmel, wird euch Christus fennen, Und diesem weltgetümmel Unbekannt kreuß und joch auf euch; Daran Da ist euer bürgerrecht; lebt in euch seine jünger nennen. 22. Auf ein langes leben harren, gerecht und schlecht: Flieht vor aller sclaveren, Machet eure feele Da man täglich sterben kann, Das frey, Daß sie sich in Gott erhebe, Vom Tode und der Auferstehung. 367 Und hier als ein fremdling lebe. 8. Froh wachsen wir auf erden, 29. Diese gabe zu erlangen, Sparet das gebete nicht; Reßt mit thränen eure wangen, Bis daß Gott sein herze bricht. Rufet Jesu Christo nach), Wie er dort am kreußze sprach: Bater! nimm an meinem ende Meine seel in deine hände. und hoffen groß zu werden, Bon schmerz und sorgen frey; Toch in den schönsten tagen, Noch eh' wir früchte tragen, Bricht uns des to des siurm entzwen. 9. Wir rechnen jahr auf jahre; Inzwischen wird die bahre Vor unser haus gebracht. Man scheidet von den seinen, Die hülflos uns beweinen, Und uns bedeckt des Mel. Nun ruhen alle wälder. 551. Die herrlichkeit der er grabes nacht. den Muß staub und 10. Dieß laßt uns wohl beden= asche werden, Und nichts bleibt fen, Und uns zum himmel lenken, ewig stehen: Das, was uns hier Weil er uns offen steht. Wer daergößet, was man für ewig schä- hin will gelangen, Darf an der set, Wird als ein leichter traum welt nicht hangen, Die einst mit vergehn. ihrer luft vergeht. miel. Wie wohl ist mir o fr. 2. Was sind doch alle fachen, Die uns so trosig machen, Als tand und eitelkeit? Was ist der menschen leben? Stets mit ge= fahr umgeben, Währt es nur eine turze zeit. 552. Die feele ruht in Jeſu armen, Der leib schläft sanft im erden- schoof: Nun kann sich herz an herzerwarmen, Tie ruh ist unaussprechlich groß, Die sie nach wenig kampfes: stunden, Ben ihrem holden freund gefunden: Eie schwimmt im fillen friedens- meer. Gott hat die thränen abgewischet, Ihr geist wird durch und durch erfrischet, Des Lammes glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller noth entnommen, Ihr schmerz und seufzen ist dahin: Sie ist zur freuden- krone kommen: Eie steht, als braut und königin, Im golde ew'ger hert= lichkeiten, Dem grossen könig an der feiten, Eie sieht sein klares angesicht! Eein freuden- volles lieblichs wefen macht sie nun durch und durch genesen: Sie ist ein licht im großen licht. 3. Sie jauchzt den sterblichen entgegen! Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin, durch meines mittlers segen, Des lebenslichts und freuden voll: Mein schönes 7. Wie, wenn die fonn aufgehet, erbtheil ist mir werden, Viel mile Die rose blühend stehet In ihrer lionen mit- consorten Berundern schönsten zier, Und doch verwelkt jauchzend meine pracht. Man sich beuget, Eh sich der abend zei- fann in allen himmels- chören, get; So blühen und verivelten wir. Gleichwie mit donnerstiniu.en, 3. Was hilft uns kunst und wissen? Wird, wenn wir sterben müssen, Dieś noch ein vorzug seyn? Was hilft uns macht und ehre, Co glänzend sie auch wäre? Kann fie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrin nen, Was wir mit müh gewin: nen; Was unser fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir befißen, Uns vor dem tode schüßen, Stirbt nicht dies alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die eitlen freuden? Wie bald folgt angst und leiden Und reu auf den genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du ehr erlangen, Die nicht zulest verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle thronen? Giebt es wohl ird'sche kronen, Die unverwelklich) blühn? Kann vor des grabes schrecken Der purpur dich bedecken? Die krone dich dem tod entziehn? 368 Bom Tode und der Auferstehung. hören: Der Herr hat alles wohl verklärten geist: Er schauet Gott gemacht. von angesichte, Und weiß was 4. Ja, wohlgemacht! durchs gan- Gottes erb im lichte, und ein mit ze leben: Recht wohl in meiner erbe Christi heißt. todes pein! Sein mütterliches tragen, heben, Bracht mich her aus, hindurch, hinein: Heraus aus dieser erden lüsten, Hindurch, durch die versuchungs- wüsten, Hinein ins schöne Sanaan, Da ich auf milch, und honig- auen, Den rechten Josua fann ſchauen, Der große ding an mir gethan. 9. Die braut ist durch den vorhang gangen Bu ihrem holden bräutigam: Nun stillet sich ihr heiß verlangen In dem so füffen Gotteslamm: Sie fist ben ihm auf seinem throne, Sie blist in feiner eignen frone, Als eine auss erwählte sonn. Jehovah, der sich ihr ergeben, 3st selbst ihr theil, ihr ewig leben, Ihr schild, und ihr sehr großer lohn. 5. Das war ein tag der süß'sten wonne! Das war ein langgewünschtes heut! Da Jesus mei- 10. Sie hat nun alles zu geniesne lebens- fonne, Den ersten blid sen, Worauf ihr glaube sich ge der herrlichkeit, Bum freudenvol- freut: Der lebensquell läßt in fie len übergeben, Ließ meiner feel fliessen Die ströme ew'ger füßig durchdringend sehen: Ich eilte feit. Ihr freudenmeer ist Gottes meinem Freunde zu: Mein geist fülle; Ben dem ist ihre seele stilschwung sich mit jubelschaaren, le; Verschlungen ist, was sie ge Die um mein sterbebette waren, schmerzt: Der Vater füßt ſie mit Ins Vaters haus, zur stolzen ruh. dem triebe Der unbegreiflich zarz 6. Nun ist die taube eingenom ten liebe, Damit er seinen liebling men, Die sonsten nirgends ruhe herzt. fand: Sie ist zu ihrem Noah kom= men, Sie ruht in seiner milden hand; Wie fann sie nun so sicher figen In den verklärten wunden. rißen, Da sie für sturm und wetter fren: Sie wird gekrönt. aus mund und herzen Des freundes, der mit so viel schmerzen Bewie fen, daß sie seine fen. 11. 3hr ewig alles ist erschienen: Kurz, kurz, Jehova ist es gar. Das große wort: ich, ich in ihnen, Ist ihr nun völlig offenbar: Hier find't sie ewig süsſe weide, ein ewig himmelbredt der freude, 3m allerfeligsten genuß: Sie hat im grossen Gott empfangen, Mit des nen die vorangegangen, Den al lerhöchsten überfluß. 12. Der matte leib ruht in der erden, Er schläft, bis Jefus ihn erweckt, Da wird der staub zur fonnen werden, Den jetzt die finz 7. Das Lamm ist nun ben seinem hirten, Ter es mit seinem blut erlöst: Wie herrlich läßt es sich bewirthen, Wie füßiglich wird es getröst't! Das schönethun ist uner: messen! Es muß von ſeinem bis- stre gruft bedeckt: Wie fröhlich sen effen, es trinkt von seinem becher mit: Es liegt in seinem schooß und armen, Und schmeckt ein eri ges erbarmen, Deß, der den treuzestod erlitt. wird er auferstehen! Wie wird man ihn vereinigt sehen Mit dem verklärten feelengeist! Da wird an den erlösten benden, An jenem tag der hochzeit- freuden, Des 8. Nun kann das kind den Ba- Lammes herrlichkeit gepreift. ter sehen, es fühlt den füffen lie13. Wir, die wir noch durch bestrieb: Nun kann es Jesu wort Mara reisen, Wir sehnen uns im verstehn: Er selbst der Bater hat glauben nach; Wir denken unter dich lieb, Ein unergründlich meer thränen- speifen, 2n jenes schöne des guten, Ein abgrund ew'ger braut- gemach), Allwo wir mit der fegensfluthen Entdeckt sich dem schaar der frommen, Wer weiß Bom Tode und der Auferstehung. 369 wie bald zusammen kommen, 1 grab, Und schreyet: gute nacht! Ind bey dem Herrn seyn allezeit; Wir streuen blumen auf die gruft, Da wollen wir ihn ewig fehen, und unser volles herze ruft: Wie wohl wie wohl wird uns jüngling, gute nacht! geschehen; Herr Jesu, komm! mach uns bereit. 8. Die thränen rollen von ges ficht, Und seufzen stumm zu Gott: Mel. Mein junges leben hat.unsrer todesnoth. Gedenke nicht Entzieh' uns deine hülfe nicht In der misſethat, Der fünden, die die iugend that; Dann ist der tod mir schlaf. 553. Du, eitle jugend, wimmre heut in flaglied in die luft! Entreisse dich der eitelkeit, Und weine an der gruft. Ein todter jüngling lieget hier! O höre, wie er dir und mir Mit blasfen lippen ruft: 2. Komm, jugend, schaue mich im tod, Und denk; so werd' auch ich! Kein jugendliches morgenroth, Kein alter rettet dich; Denkt deine stol ze brust, sie sen Noch lange vor dem tode fren? So tomm, und schaue mich! mel. Was Gott thut das ist. 554. Du, junge christin, Den tod vor deinen füffen! Laf eine thränen- fluth, wie thau, Auf junge rosen fliessen. Denn ach! hier liegt, Vom tod besiegt, Im frühling ihrer jahre, Die freundin auf der bahre. 2. Laß nur die decke noch einmal Von ihrem farge brechen, Und dann den herold deiner quaal Die laute flage sprechen. Begieffe hier Ein bild von dir, Den leichnam einer schöne, Mit einer schwester: thräne. 3. Gedante voll erschütterung! Wir werden, was du bist! Jung warst du, wie die unschuld, jung, Schön, wie die tugend ist. Mit thränen schreiben wir, mit blut Auf seinen leichenstein: hier ruht Fin jüngling und ein christ. 4. Schwer, wie ein hügel, liegt auf mir Die last der eitelkeit; War nicht der jüngling einst, wie wir, Ein bürger dieser zeit: Kühn war sein heldenherze, tühn, Und tapfer wie in Lybien Der junge löw' im streit. 5. Und jetzt wie sehnenlos! wie todt! Wie blind der augen- paar! Wo ist der wangen purpurroth? Und wo fein loctigt haar? Hier in dem farge modern sie, Und jede offne schönheit, die Dem jüngling neid gebar. 4. Cie, die wie Eva vor dem Herrn, In ihrer unschuld blühte, Und vor uns, wie der abendstern vor andern sternen, glühte; Die sehen wir Im farge hier Mit un tennbaren zügen, Gestreckt vom tode liegen. 6. Auf starken achfeln tragen wir 5. Schon dampfet sie verwesung Die frühe leiche fort, Toch bald aus, Und fäulniß- duft die bahre; erfinten wir, auch wir! Bom tod- Pflückt nur die blumen bette tenvollen wort: Bum sterben, aus, Betränzet ihre haare. Es iüngling, schicke dich! O freund, schrümpft an ihr Der blumen dann tragen dich und mich Noch zier, Als wie von feuerflammen stärtre achfeln fort. Bersengt und welt, zusammen. 7. Schon fenft man in die gruft hinab Den farg. Der schmerz er: wacht, Wie ein gewapneter, am Q2 6. Genkt nur den leichnam in die gruft; Die erde mag ihn deden. Sndeffen wiumert in die 3. Da liegt sie bleich, entstellt und todt, Die blum', halb aufge= gangen! Kein stiller reit, fein la= chend roth Scherzt mehr auf ihren wangen. Ihr blick ist nacht! Der schönheit macht Liegt, wie von sturm und wetter Berstreute rosen blätter. 370 Vom Tode und der Auferstehung. luft Ein lied voll todes- schrecken:| ken. Beigt weisheit und ein gutes Deitelkeit! O citelkeit! Coll denn herz In allen euren werken. Ein an todtenbeinen Der fummer ewig weinen? eigenthum Sen euch der ruhm, Der ruhm des weisen christen! 7. Jedoch ein blick der seele schaut 8. Nun bet' ich dann zum letzHinauf zu jenen höhen, Wo tenmal 3u Gott! ein armer fün: wir des Mittlers junge braut Im der! Sen du anjeßt im thränen: feyerkleide sehen. D wären wir thal Ein Vater meiner finder. Ben ihr! bey ihr! Ben dieser Der todes- schmerz Fällt an mein neuen sonne, 3m vaterland der herz; Ein Bater meiner finder. 9. Uch schau, weil ich noch stam meln fann, Gin weib zu meine füsſen! Und sieh' es mit erbar mung an, Wann wittwen- thranen fliessen. Ich sterbe, Gott, Sey auch mein Gott! So sprach er, und erblaßte. wonne. 555. Ein chor von jungen ringt die kleinen hände. Denn, ach! des vaters leben geht Im mittag schon zum ende. Laut jammern sie: Ach, vater, wie? Du willst uns schon verlassen? 2. O Gott, wer reicht uns heute brod? Und, ach! wer tränkt uns morgen? Wer ist die stüße in der noth? Wer wird uns nun versor: gen? Ach vater! nicht! Berlaß uns nicht! Wer wird uns dann versorgen? 3. Die wittwe zittert laut und finkt Bor feinem bette nieder. Sie weinet blut heraus, und trinkt Die blut'gen thränen wieder; Sie feufzt das ach Der finder nach: Du willst mich schon verlassen? 10. Nun, finder, wischt mit klei ner hand Die thränen vom gesich: te. Die welt ist euer vaterland, Der Vater wohnt im lichte, Und strahlet euch Aus seinem reichlichtvollen troft ins herze. 11. Gebiete, fromme wittwe, du dem schmerz nicht mehr zu wi then. Religion schafft feelenruh, und einen grosſen frieden. Gott sorgt für euch Und uns zugleich: Denn er ist aller Bater. Mel. Schwing dich auf zu d. 556. Einen guten kampf hab ich Auf der welt ge tämpfet! Denn Gott hat genä diglich All mein leid gedämpfet, Nun ist meines lebenslauf, e liglich vollendet, Und die frohe feel hinauf Bu dem Herrn gesen: det. 2. Forthin ist mir beygelegt Der gerechten frone Die mir wahre 4. Jedoch, der beste vater, er Ruft ihrem schmer; entgegen: Kommt, finder, stellt euch um mich her, Empfahet meinen segen! Weib, höre mich, und richte dich Empor zu meinem segen. 5. Der Schöpfer jeder creatur, Der Bater frommer waisen, Der wird, ihr finder, betet nur, Auch euer Bater heissen. Drum sinfet freud erregt In des himmels hin, Und nennet ihn Mit thränen throne. Forthin meines lebens licht, Dem ich hie vertrauet, Nem euren Bater. 6. Gram und verführung geht lich, Gottes angesicht, Meine feele schauet. euch hier, Ihr finder, stets zur seite; Drum wünsch' ich euch, und 3. Dieser schnöden, böfen welt, theure dir! Viel schmerzen und Jämmerliches leben, Mir mun viel Freude. Sprecht was ich sprach, länger nicht gefällt, Drum ich mich ergeben Meinem Jefu, da Im herzen nach: Biel schmerzen und viel freude. ich bin Jest in lauter freuden, 7. Bur tugend führe euch der Denn sein tod ist mein gewinn, schmerz, Die freude soll euch stär: Mein verdienst sein leiden. Bom Tode und der Auferstehung. 371 4. Gute nacht, ihr meine freund',| freud, Mög von hinnen fahren Alle meine lieben, Alle, die ihr um heut; Ach, sey du mein licht und mich weint, Laßt euch nicht betrü- freude, Da ich nun von hinnen ben, Da den lesten schritt ich thu scheide. In die erde nieder; Schaut die sonne, die zur ruh Geht, kommt morgen wieder. 557. Freu dich sehr, o meine feele, Und vergiß der noth und quaal, Die in dieser fummer- höhle, Dich betroffen ohne zahl: Jefus ruft dich aus dem leid, In die grosse herrlichkeit, Die kein ohr je hat gehöret, Und die ewigkeiten währet. 2. Tag' und nächte mußt' ich ringen Vor dem Herren meinem Gott, Weil mich angst und freuß umfiengen, Mir zu helfen aus der noth; Wie ein wandersmann sich sehnt Nach der reise frohen end, So sah ich nach jenen höhen, Hülf und rettung zu erfiehen. 3. Wie der dornen scharfe spiße Rosen um und um einfaßt; So drückt christen trübsals hiße, Weil der feind und welt sie haßt: Wie die meeres- wellen sind, und der ungestüme wind, Also ist allhier auf erden Unser leben voll beschwerden. 4. Welt und fünde, teufel, hölle, Unser eigen fleisch und blut Pla: gen unfre matte seele, Prüfen unsern heldenmuth: Wir sind voller angst und plag; Lauter freuz find unfre tag: Selten will die fonne scheinen, Unfre tage sind nur weinen. 5. Wann die morgenröthe fcheinet, Und uns aus dem schlafe weckt, wie häufig flagt und weinet Dann der geist mit angst bedeckt, Wegen tausendfacher noth, Und die thränen, unser brod, Das ben tag und finsternissen Wir sehr oft geniessen müssen. 6. Drum, Herr Christ, du morgensterne, Der du mir zum troft aufgehst, Bleibe von mir jest nicht ferne, Weil mich ia dein blut er: löst: Hilf, daß ich mit fried und 7. Herr, ich flieh in deine feite, Da mich hier der tod verjagt; Ich bin deiner arbeit beute; Wer ist, der mich nun verklagt? Da mich selbſt dein blut fren ſpricht, So dein blut faß ich im glauben; erschreckt mich fein gericht; Dieß Wer will mir den himmel rau= ben? brechen, Wann mir das gehör ver= 8. Herr, wann meine augen schwindt, Wann mein mund nicht mehr kann sprechen, Der verstand sich nicht besinnt; Dann bist du mein licht und mund: In der bangen todesstund, Hör ich himm= lisch füsse worte; Du bringst mich zur himmelspforte. 9. Engel warten mein mit freuden, Tragen den entbundnen geist Nach der todeśnacht und leiden Hin, wo man Gott ewig preift: Er, der abgezehrte staub Wird zwar hier des moders raub, Doch wird man auch ihn bald sehen Herrlich überm grabe stehen. 10. Freu dich sehr o meine seele, Und vergiß der noth und quaal, Die in dieser fummerhöhle, Dich betroffen ohne. zahl: Jesus ruft dich aus dem leid In die freud' und herrlichkeit; Ja er will dich selber führen Hin, wo du sollst triumphiren. Mel. Ach wie nichtig, ach wie. 558. Freun Freund der Herzen, sich die schmerzen Die am grabe bluten. Schau', Erbarmer, wie die deinen Unter modernden gebeinen, Ueber ihre todten weinen. 2. Thränen fliessen, weil wir müssen Sweige dorten sehen, Die, wie jugendliche rosen Von deni morgenthau begoffen, Aus dent garten Gottes sprosſen. 3. Mütter stehen stamm und se: hen Auf die kleine leiche. Väter 372 Bem Tode und der Auferstehung. schwanken vor dem finde, Wie die Fiel auch mit mein feind darnice halbgewachs'ne linde Border wuth der, einer seelen höchstem ziel emporter winde. Ware je mein fleisch unwider; Weil mein leib nun weggerafft, 3st mir süsse ruh geschafft. 4. Und die kleinen stehn, und weinen Laut um den gespielen; In des todtengräbers mienen Schauen sie durch ihre thränen Buth und grausamkeit in ihnen. 5. So verwelten dann die nelten noch in ihrer fnospe? Blumen, tammer. Was flagt ihr den tod so die wie sterne stehen, müssen, warnan? Der nichts arges mir gethan. die winde wehen, Halb emporge: blüht vergehen. 3. Aus dem ferter geh ich aus, Aus der angst und aus dem jamı: mer, Bis mich Gott ins himmels haus Ruft aus meiner erden6. Doch nur stille! Gottes wille 3st allein der beste. Der die tinder uns gegeben, hat die macht, zu jenem leben Diese kinder zu erhes ben. 4. Sagt, was dieses leben sent Ist es nicht ein weg zu nennen, Der von dornen niemals fren! Alle müsset ihr bekennen, Daß mein schyverer gang vollbracht, Da ich gebe gute nacht. 5. Was für elend und für leid müßt ihr täglich noch erfahren, Die ihr auf der erden seyd! Wie tönnt ihr euch gnug verwahren? Der nur bleiber unversehrt, Der ins fichre grab gekehrt. 6. Ich bin tedt, was ist es mehr? Ich bin auf die welt gekommen! Klaget the dann nun so sehr, Daß ich bin hinweg genommen? Man femmit in der welt ihr haus, daß man wieder geh hinaus. 7. Ferner hat mein Sejus mit Dort die seligkeit erworben, ich ein gue grabes- thür, I be demned unverdorben, und s Herren aufersteh'n Werd in den Himmel gen 8. Seht mit munem ange Wie ich werd ins gead Denn as it mein baden mit g un mür igen fo maden maar in ner mit Schöner m 7. Seelen werden auf der erden Größtentheils vergiftet. Darum nimmt, nach seinem willen, Gott die kinder hin im stillen, Seinen himmel auszufüllen. 8. Aus dem bade seiner gnade Strömt des christen leben, i ein fäugling, fprecht, the thoren! Den die taufe neu geboren, Schon im frühen tod verloren? 9. Beinet minder vor die kinder, Eltern part die gäheen. Kann as ihren einen seelen, Da, wo feine greifel quilen, Wohl an der erziehung fehlem 2 1. Seet ducten an den pforten Seines himmels wünfet; Jefus in mit holdem wienen, Und au Sem giet er ihnen Engel, die Dem ar dienen. 11. Darum schweigen wir und beugen Uni Bann die erbe mir Berden wir in jenen höjen ne obten wieder sehen. gehen, augeinlit 9. Stirbt ein chrift, to fight in rib, Ruch sein mod firbt mit Berben, 3d erwarte nun die fra mel. Jesus meine zuversicht. Die ich ewig joll ererben; B 559. Freunde, stellt das mei- lichkeit fahr immer hön, Bell nen ein, Bicht die jest verewigt bin. thränen von den mwangen, Bas C. Freunde! fiellt das weinen foll doch das flagen seyn, Daß ich ein, Bricht die thränen von den von euch) weggegangen? Traurer wangen, Was soll doch das flagen nicht um meinen tod, Ich bin fren senn, Daß ich von euch weggegan von aller noth. gen? Trauret nicht um meinen 2. Da mein leib darnieder fiel, tod, Ich bin frey von aller noth Vom Tode und der Auferstehung. 373 geschehen, daß er nicht vor gesekennet jedermann. Nichts ist ja je hen, und was er thut ist wohlge: than. 10. Wenn ihr mich werdet fine den Vor Gott, fren aller fünden, In weisser seide stehn, Und tragen sieges- palmen In Händen, und mit pfalmen Des Herren ruhm und lob erhöhn; 11. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes willen Gedenket zu er= füllen, Und ihm sich in geduld er: giebt. 12. Lebt wohl und send gesegnet; Was euch jesund begegnet, Ist andern auch geschehn; Biel müssens noch erfahren: Nun Gott woll euch bewahren: Dort wollen wir uns wieder sehn. Mel. Nun ruhen alle wälder. 560, Gott ott lob, die stund ist tommen, Da ich werd aufgenommen Ins schöne paradeis. Ihr eltern, dürft nicht fla: gen; Mit freuden sollt ihr sagen: Den höchsten sen lob, ehr und preis. 2. Wie fanns Gott besser machen? Er reißt mich aus dem ra: chen Des teufels und der welt, Die jest wie löwen brüllen, Ihr grimm ist nicht zu stillen, Bis als les übern haufen fällt. 3. Dieß sind die lesten tage, Da nichts als angst und plage Wit haufen bricht herein. Mich nimmt nun Gott von hinnen, und lasset mich entrinnen Der überhäuften noth und pein. 4. Kur; ist mein irdisch leben; Ein bessers wird mir geben Gott in der ewigkeit. Da werd' ich nicht mehr ſterben, In keiner noth verderben: Mein leben wird seyn lauter freud. el. Wer nur den lieben 6. 561. Gott, wie die tage mir verschwinden! Gleich einem from stürzt meine geit, 5. Gott eilet mit den feinen, Ron lastern faul und trüb von Läßt sie nicht lange weinen In fünden Ins meer der langen ewigdiefem thränen- thal; Ein schnell feit. Drum, mein Erlöfer, birt und selig sterben si schnell und ich dich: Befehre mich: befeher glücklich erben Des schönen himmat! uels aheen- final. 2. Ich wandle, erde auf der ande, 6. Wie öfters wird verfühjeer Kur als ein gut und pilgrim him; Mamt find, an den man spürer Schweiß es, dus i farten merReheibure fömmigkeit. Die de, lut wenn ich nicht befahrt wel oil lift und nide, tage hein bin Daum, Erlier, bir in lith her fritz, Bep tag und nutrit: Be mit befajer 7. Die mate mag fefellion, Math mind fie mun mide fullen, Ex mird mür thun fein leid. Tenn er funn den verlegen, Ten Chrius ist münd jehen ns jajný vollen. Darum, Erivier, bit in Dumner ficherheit? bith Befehre mich! befchre mity! 8. Buvor bracht ich euch freude; Sist nun ich von euch scheide, Sttrübt fich euer herz: Toch, wenn ihrs recht betrachtet, Und mas Gott thut, hoch achtet, Wird sih bald lindern aller schmerz. 9. Gott zählet alle stunden, Er schlägt und heilet wunden, Er 3. Sef ich mit inteenden file en or einer offen gruvorhers Es jagt mir donnernd mein ge mijen, Daß ich ein flev der lafier 4. Mich dünft, daß mir der jhall der glocken mit jedem dumpfen ichlage Droht; 3ch fahre auf- und ganz erschroden Führ ich in jeder ader tod. Darum, Erlöser, bitt ich dich: Bekehre mich: befehre mich: 374 Vom Tode und der Auferstehung. 5. Ich finte, wenn man eine leis pfindung hört, Ich bin bekehrt! che Vor meinem blick vorüber ich bin bekehrt! trägt, Bur erden nieder wie die eiche, Wenn sie der donner niederschlägt. Darum, Erlöser, bitt' ich dich: Bekehre mich! bekehre mich! 6. Wie die verwilderte geberde Des todtengräbers mich erschreckt! Wenn er mit einer schaufel erde Den leichnam eines freundes deckt. Darum, Erlöser, bitt' ich dich: Bekehre mich! bekchre mich! 13. Da steh ich, wie auf einem thurme, Und sehe in gelaßner ruh Tief unter meinem fuß dem sturme Des todes und der hölle zu. Sie haben ja mein lied gehört: Ich bin bekehrt! ich bin bekehrt! Mel. Wann mein stündlein v. 562. mer hat ein end, Ich Gott! mein fahr aus diesem leben, Mein' seel befehl in deine händ, Die du mir hast gegeben. Ich bitte, Hert! sey gnädig mir, Und nimm mich vä: terlich zu dir, Mein geist nach dir sich sehnet. 2. Weil ich hie leb in dieser zeit, Hab ich viel fünd begangen, Dein 8. Weint an der gruft, gedrängt väterlich barmherzigkeit Nicht vom schmerze, Der traurende sein dankbarlich empfangen; Das reuleid heraus; So blutet mein be- et mich von herzensgrund, All au klemmtes herze Verzweiflungsvol- genblick und alle stund Laß mich), le thränen aus. Darum Erlöser, bitt' ich dich: Bekehre mich! bekehre mich! 9. Bin ich ein Christ? die Christen zittern Doch sonsten vor dem tode nicht; Sie sterben, ohne zu erschüttern Bor grab, verwesung und gericht. Denn wer sich vor dem tode scheut, Ist der wohl reif jur ewigkeit? 7. Ein weisser schädel ohne augen, Ein fauler farg, ein todten: bein, Ein fleisch, woran noch würmer faugen! Kann etwas schauervoller feyn? Darum Erlöfer, bitt' ich dich: Bekehre mich! bekehre mich! Herr, gnad erlangen. 3. Mein hoffnung steht zu aller frist Auf deine grosſe güte, Und meinen Heiland, Jesum Chrift, Der wolle mich behüten, Daß id nicht weich von deiner gnad, Und mir des feindes macht nicht schad, Noch sein grausames wüthen. 4. Für mich hat Christus gig gethan, Um freußes- stamm gelits ten, Den sehe ich im glauben an, Für mich hat er gestritten. Tod, höll und teufel überwund, Und sie vertilget gar zu grund, Und ihre macht zerschnitten. 5. Deß tröst ich mich, mein Herr und Gott; Will mich darauf ver lasſen, Daß mir nicht schad der leiblich tod, Froh fahr ich meine strasſen 3u meinem Herren Jefu Christ, Der jesund mein begleiz ter ist, Das weiß ich bester maſſen 6. Amen, das ist gewißlich wahr, Und kann mich nicht betrügen, Daß 12. Ich stehe! meine kniee wan: ich ins ew'ge leben fahr, Mein ten nicht mehr, denn jetzo fühl glaub wird mirs nicht lügen; Idy ich ihn, Den wonnevollsten der will mit Christo ewiglich und als gedanken, Im tiefverwundten her- len heil'gen feliglich, Des todes den glühn; Er lispelt, die emel macht besiegen. 10. Ach Gott!-die fünden fesseln, ziehen, Mich sclaven auf die breite bahn; Drum fleh' ich dich auf meinen knieen Mit thränen um die gnade an, Und diese thränen bitten dich; Bekehre mich! bekehre mich! 11. Mein Bater! denn nun stellt der glaube Dich nicht als meinen richter für, Da lieg' ich ja, gekrümmt im staube, Wie ein getretner wurm vor dir. Auf meinem antlis bitt' ich dich: Bekehre mich! bekehre mich! 375 Mel. Freu dich sehr o meine f. 563. Ser err! ich zähle tag und stunden, und der jahre schnellen lauf. Ach! wo sind sie hin verschwunden? Hört doch al les ben uns auf: Geht doch alles endlich ein, Doch es soll jest also 3. Co bitt ich dich, Herr Jesu seyn: Nach dem wandel hier auf Christ, Halt mich bey den gedans erden, Da werd ich erst ewig werten, und laß mich ja zu feiner frist den. 2. Und weil ich denn, wie dir bewußt, Durch deines Geistes gabe, Un dir allein die beste lust In meinem herzen habe, und feste glaub, daß du allein Mich von der schuld gewaschen rein, und mir dein reich erworben. Von diesem glauben wanken! Herr, stärke du den glauben mir, Bis daß die seele wird zu dir In himmel aufgenommen. 4. Kanns fenn, so gieb, durch deine hand, mir ein vernünftigs ende, Daß ich die feele mit ver stand Befehl in deine hände, Und fo im glauben fanft und froh, Auf meinem bettlein oder stroh, Von hinnen möge fahren. 5. Wo du mich aber in dem feld Durch raub auf fremder grenze, In wassers- noth, his, ja gar fält, Oder durch pestilenze, Nach deinem rath, willst nehmen hin; So richte Herr, den schwachen sinn auf dich, der du mein Mittler. 4. Denkt ihr menschen an die länge, Die niemand ausdenken 6. Macht krankheit meine fann, Gebet acht auf eure gänge, schwachheit groß auf meinem ster: Stellet alles christlich an; Denn bebette, Ging' etwa, oder läg ich in einem kleinen nu Geht die gna- blos und unbescheiden red'te; So den- thüre zu, Und darnach ist laß michs, Herr, entgelten nicht, nichts zu hoffen, Jetzt nur steht der himmel offen. Weils wider mein bewust geschicht, und mich nicht kann befinnen. Bom Tode und der Auferstehung. 2. Gott, du ursprung aller dinge, Der du warest, da nichts war: Unser alter ist geringe; Aber du lebst alle jahr. Ewig wird dein reich bestehn, Ewig dein befehl er gehn: Und wenn alles sollte schweigen, Werdens höll und himmel zeugen. 3. Wohl demnach uns, deinen freunden, Wenn wir werden ewig ruhn; Aber weh auch deinen feinden, Die beständig böses thun; Ihre wohlverdiente pein, Die wird unaufhörlich seyn; Und sie wer: den alle müssen Ihre thorheit ewig tüsſen. 5. O wie wont ist uns geschehen, Daß ein christ das wissen kann, Shwir jene welt noch sehen hat es Gott uns fund gethan. Ihm sen dank in dieser zeit! Ihm sen dant in ewigkeit! Ewig soll mein her; ihn ehren! Ewig seinen ruhm vermehren. Mel. Wann mein stündlein v. 564. err Jesu Christ, ich weiß garwohl, Daß ich einmal muß sterben: Wenn aber das geschehen soll, Und wie ich werd verderben Dem leibe nach), das weiß ich nicht, Es sieht allein in dein'm gericht, Du weißt mein letztes ende. 7. Herr, gieb mir in todtes: pein Ein säuberlich geberde, Und hilf, das mir das herze mein Fein fanft gebrochen werde, Und wie ein licht, ohn übrig weh, Auf dein unschuldig blut, vergeh, Das du für mich vergoffen. will, Ich will dir nichts vorschreis 8. Doch Heiland, es gescheh deir ben; Hier hast du mich, ich halte still, Du wirst mir treu verbleiben. Ich glaube, daß du, als ein fürst Des lebens, mich erhalten wirst, Ich sterbe wie ich wolle. 9. Ich will mein leben, leib und sinn Dir gänzlich übergeben; Ich weiß, der tod ist mein gewinn 376 Bom Tode und der Auferstehung. Und du bist mir das leben: Tu reich, Da soll er denn mit mit jus wirst den leib ohn alle flag, Tas glaub ich fest, am jüngsten tag Bum leben auferweden. gleich, 11. In freuden leben ewiglich: Dazu hilf uns ja gnädiglich. Ach! Herr, vergieb all unsre schuld, 565. Herr Jefu Christ, Hilf, daß wir warten mit geduld. wahr'r mensch und Gott! Der du litt'st marter, angst und spott Für mich am freuß auch endlich starbst, und mir des Baters huld erwarbst. 12. Bis unfer stündlein kommt herbey, Auch unser glaub fiets wacker sey, Dein'm wort zu traus en festiglich, Bis wir entschlafen feliglich. 2. Ich bitt durchs bittre leiden dein, Du wollst mir fünder gnä: sterbens noth, Und ringen werde mit dem tod. 3. Wenn mir vergehet mein geficht, Und meine ohren hören nicht; Wenn meine junge nicht mehr spricht, und mir vor angst mein herze bricht. 4. Wenn mein verstand sich nicht befinnt, Und mir der menschen hilf zerrinnt: So komm, Herr Jefu! mir behend Bu hülf an meinem leßten end. 5. Führ du mich aus dem jammerthal, Berkürze mir des todes quaal: Die bösen geister von mir treib, mit deinem Geist stets ben mir bleib. Mel. Es ist gewißlich an der 566. Heide mit mir, m leben und im sterben, Allein ju dir steht mein begier, Laß mich Herr, nicht verderben: Erhalt mich nur in deiner huld, Senft, wie du willst, gieb mir geduld, Dein will der ist der beste. 2. Bucht, ehr und treu verleih mir, Herr, Und lieb zu deinen worte, Behüte mich vor falscher lehr, Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner seligkeit, Wend ab all ungerechtigkeit In meinem ganzen leben. 3. Wenn ich einmal nach dei nem rath Von dieser weit foll scheiden, Dann schenke, Herr, mir deine gnad, Daß es gescheh mit freuden; Mein leib und ſeel befehl ich dir, O Herr, ein feligs end gieb mir, Durch Jesum Christum, Amen. 6. Wenn sich die feel vom leibe trennt, Denn nimm sie, Herr, in deine händ: Der leib hab in der erde ruh, Bis sich der jüngst' tag naht herzu. 7. Ein frohes aufersteh'n verleih, Im g'richte mein fürsprecher fen, Und meiner fünden nicht gedent. 567. Herzlich hat mir das 8. Wie du hast zugesaget mir In deinem wort, das trau ich dir: Fürwahr, führwahr, euch sage ich, Wer mein wort hält, und glaubt an mich, mel. O haupt voll blut und. einen 9. Der wird nicht kommen ins gericht, Den tod auf ewig schme: fen nicht, und ob er gleich hie zeitlich stirbt, Daß er deswegen nicht verdirbt; 10. Sondern ich will mit starker hand Ihn reissen aus des todes band, Und zu mir nehmen in mein langen Nach fel'gen end. Weil ich hier bin um fangen Mit trübfal und elend; Ich hab lust abzuscheiden Von dieser bösen welt, Sehn mich nad ew'gen freuden, D Jefu! komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöfet Von fünde, tod und höll, Es hat deir blut gekostet, Drauf ich mein hoffnung siell. Warum sollt mir denn grauen Borm höllischen gefind! Wel ich auf dich thu bauen, Bir ich ein fel'ges find. Bom Code und der Auferstehung. 377 3. Wenn gleich füß ist das leben,| himmel theil: Du bist für mich Der tod sehr bitter mir, Will ich gestorben, Ich glaube, hilf du mir, mich doch ergeben, Bu sterben wil Du hast mir ja erworben Des lig dir: Ich weiß ein besser leben: ew'gen lebens zier. Da meine feel fährt hin, Teß freu ich mich gar eben, Sterben ist mein gewinn. Mel. Wer nur den lieben G. 4. Der leib wird in der erden 568. Hier iſt mein fels! hier Bon würmern zwar verzehrt, Doch wird er einmal werden Durch Christum schön verklärt; Wird leuchten als die sonne, Und leben ohne noth, In ew'ger freud und wonne; Was schad't mir denn der tod? will mein gefang! mein psalm! mein lob! Sh noch, mit ihrer berge hö hen, Die welt aus wassern sich erhob, Warst du schon Er! schon Gott wie heut! Schon Bater einer ewigkeit! 5. Ob mich die welt auch reißet, Bu bleiben länger hier; Und mir auch immer zeiget Ehr, geld, fammt aller zier: Dies ist, was ich nicht achte, Es währet furze jeit; Den himmel ich betrachte, Der bleibt in ewigkeit. 6. Der tod wird mich war scheiden, Bon manchem treuen freund, Das mir und ihm bringt leiden: Allein zum troft erscheint Der tag, da wir mit wonne Einander wieder sehn, Dann wird die freuden- fonne Uns niemals untergehn. 7. 3war fliessen heisfe thränen Von waisen auf mein grab; Mich preßt ihr lautes stöhnen; Doch scheid' ich willig ab: Gott ist der beste vater; Er ist der waisen Gott, Ihr helfer und berather, Er rettet aus der noth. 8. Ihr waisen gebt den schmerzen Und kummer gute nacht, Gott trägt in seinem herzen, Was er hervor gebracht; Er speiset ja die raben; Er läßt verlaßne nicht; Er speist mit himmels gaben, Wenn hülfe hier gebricht. 9. Gott fröne euch mit freude, Der euch anjetzt betrübt, Da ich von hinnen scheide, Den ihr so sehr geliebt; aßt euch den trost nicht rauben, Daß wir in furzer jeit Nach harren und nach glauben uns sehn in ewigkeit. 10. Nun nimm an meinem ende, Herr Jesu, du mein heil, Den geist in deine hände; Gieb mir am = 2. Dein odem bläst in staub der erden, Der plößlich aufivallt, niedersinkt, Und menschen sterben! andre werden! So bald dein arm aus wolfen winkt. Wir staub auf staub! von gestern her! Du ewig, ewig eben Der! 3. Dir ist die zeit von tausend jahren und eine stunde einerley: und eines menschen tage fahren So reifend, wie ein bach vorben. Sein leben fliehet wie ein traum, Wie schatten, und wie wasser: schaum. 4. Wie wallend gras im fetten thale, Das noch des morgens blühend steht, Und nun versengt vom mittagsstrahle Von schnitter- fäusten hingemäßt: So ist ein mensch, o Gott, vor dir! So blühen, fal: len, dorren wir. 5. Das ist dein zorn, daß wir vergehen, Das ist dein grimm und dein gericht; Denn alle unfre greuel stehen Entblößt vor deinem angesicht. Wie ein geschwäß, wie märchen fliehn Des menschen jah re vor dir hin. 6. Das furzgesteckte ziel der tage 3st siebenzig, ist achtzig jahr', Ein innbegriff von müh und plage, Auch wenn es noch so kösitich war, Geflügelt eilt mit uns die zeit In eine lange ewigkeit. 7. Herr! so verleihe, daß am grabe Ein ieder fünder seinen tod, Und jenen stuhl vor augen habe, Der mit gericht und hölle droht. Stamm den gedanken in ihm an, 378 Vom Tode und der Auferstehung. Der wahre flugheit zeugen kann. niederschlagen, Verwüstend, wie 8. Nun stürzet nur, ihr menschen tage, Schnell wie ein strom von felfen stürzt, Stürzt schneller! so wird doch die plage Des lebens einmal abgekürzt. Wie wolken, die der wind verstreut, Wie son nenlauf fen meine zeit. der sturmwind droht! Erst sündi gen! dann todt! o schwerdt, Das zweyfachschneidend mich durchfährt! 9. Ihr öden, leichenvolle haine, Beigt mir verwesung, schutt und graus; Spent faule färge, todten beine Und würmervollen staub heraus; Rollt, todtenköpfe, vor mich hin, Erschreckt mich! bis ich weise bin. 6. Wie furchtbar brauset das verderben, Gleich wogen auf dem meere hin! Go fann denn auch ein fünder sterben, Eh' er dran denkt in seinem sinn? So ist denn Richter, aus der zeit Nur Ei schritt in die ewigkeit? 10. Hier ist mein fels! hier will ich fihen! Gott heißt der Fels, mein pfalm! mein lov! Eh noch die welt mit felfen- spißen, Aus wasserstrudeln sich erhob, War er schon Gott! schon Gott, wie heut! Schon Bater einer ewigkeit. 7. Erzittre heute, o verbrecher. BVielleicht trifft bald sein donnee dich! Nicht jeder fünder ist ein schächer, Und seufzet noch: gedent an mich! Denn ach! es stirbt nicht jedermann Gemächlich, daß er beten fann. 8. Gott braucht, den fünder hinzustrecken, Nicht immer frankheit, schwerdt und pest, Nicht fels und berge, die ihn decken, Nicht einen surm, der zürnend bläst, Nicht donner, nicht der bliße glut; er Met. Wer weiß wie nahe m. stand ein mensch! 569. Spier fiel er nieder! winkt nur einem tropfen blut. Ihr faulen schläfet, wachet heut! Ein schrecken fährt durch eure glieder, Das schrecken einer ewigkeit. Gott steht auf einer mitternacht, Und seine donner rufen: wacht! 2. Such predigt diese gähe leiche Mit jedem wildverstörten zug: Ich bin es, den mit einem streiche Der starke Gott zur erden schlug! Drum wache fünder! wache doch! Denn seine donner rollen noch. 9.Drum höre, Gott, den fünder flagen! Schau wie ein bach von thranen fließt! Will deine hand ihn niederschlagen, Eh) er nod reif zum tode ist? 3war reif tod! doch zum gericht, Bur erigkeit ist er es nicht. 10. Wir fallen nieder, und wir beten: Gott! Bater! Schöpfer! zürne nicht! Wie? einen murm den willst du tödten, Der unter dit im staube friecht? Berschone doch! denn würmer seyn Für deine raz dhe viel zu klein. 3. Er stand, und schaut! er ist gefallen! Kaum fennt man seine stätte mehr, Und tief- geholte feufzer wallen, Wie wolken, um die leiche her. Gott, welch ein fall! und überall Spricht das erstaunen: welch ein fall. 11. Doch) nein, es sind ja dieſe würmer In deines Himmels augen groß; Weil er, dein Sohn, der Höllenstürmer! Bor sie sein theu res blut vergoß. Sein blut das durch den himmel schrent: Barmherzigkeit! barmherzigkeit! 4. Gesund und todt! und todt in fünden! Vom zorne Gottes hingerafft! So schnell, wie blise sich entzünden, und plöslich, wie die 12. Indeffen sentet euch ihr blirache straft. Ein stur; vom gipfel de, In dieses todten gruft hinein. dieser zeit In tiefen einer ewigkeit! Bielleicht im nächsten augenblicke 5. O Gott, wer kann dies wort ertragen! Gesund und todt! gefund und todt! Laut, wie die wetter Die tugend kluger wachsamkeit. Kann ich, wie er, des todes fenn! Drum, Jefu, schenke mir noch heut 379 Vom Tode und der Auferstehung. 570. Ich bin ja, Herr, in dei- lift, hin; Ich weiß, daß ich des ner macht, Du haft Herren bin. mich an das licht gebracht, Tu unterhältst mir auch das leben: Du fennest meiner tage zaht, Weißt wenn ich diesem jammer: thal Auch wieder gute nacht muß geben: o, wie und wenn ich sterben soll, Das weißt du, Bater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, Der mir in meiner lebten pein Mit trost und rath weiß bey: juspringen? Wer nimmt sich meiner seelen an, Wenn nun mein leben nichts mehr kann, Und ich muß mit dem tode ringen, Wenn aller finnen fraft gebricht? Thuft du es, Gott, mein Heiland nicht? 7. Herr Jesu, ich dein theures. gut, Bezeug es selbst mit deinem blut, Daß ich der fünden nicht ge höre: Was schont denn satan meiner nicht, Und schreckt mich durch das zorn- gericht? Komm, rette deines leidens ehre; Was giebest du mich fremder hand, Und haft so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, Du läsfest mich dein wahres theil, Bu tief in deinen wunden sißen: Hier lach ich aller macht und noth: Es mag gesen, höll oder tod Auf mich her don= nern oder blihen. Dieweil ich lebe, bin ich dein, Im tod kann ich) tein's fremden seyn. 3. Mich dünft, da lieg ich schon vor mir, In groffer hin', ohn kraft und zier, Mit höchster herzensangst befallen; Gehör und rede nehmen Die augen mir grab; Doch fränkt die fünde mich vor allen. Des fatans anklag' hat nicht ruh, Seht mir noch mit versuchung zu. ich erde, Ach! meine zuflucht, Gott, bist du, Eo oft ich zaghaft werde. Was ist die zeit in der ich bin? Sie fährt ja wie ein strom, dahin, Der niemals wiederkehret. 4. Ich höre der posaunen ton, Und seh auch den gerichts- tag 2. Von allem, das von jugend schon, Der mir auch wird ein uran, Mir müh und schweiß erre: theil fällen. Hier weiset mein ge- get, Ist nichts, das mich erretten wissens- buch, Da aber des gesetzes tann, Wenn meine stunde schläget, fluch, Mich fündenkind hinab zur Ich sen geehrt, arm oder reich, höllen, Da, wo man ewig, ewig Mich macht der tod den andern bleibt, Ach, jammer, angst und gleich), Die längst die erde decket. wehe schreyt. 5. Kein geld noch gut errettet mich: Umsonst erbiet ein bruder sich Den andern hie erst los zu machen: Er muß es ewig lassen stehn, Wir werden ewig nicht entgehn, Krigt einmal uns der höllen rachen. Wer hilft mir sonst in diefer noth; Wo du nicht, Gott, du todes tod? 3. Ich fühle schon des todes macht, Die dieses haus zerstöret, So bald in finsterniß und nacht Mein leib zurücke fehret. In meinen gliedern trag ich schon Ber= wesung, meines abfalls lohn, Die strafe meiner fünden. 4. Ach, welch ein fürchterlicher blick! Wir, die noch heute blühen, Gehn morgen in den staub zurück, Wir sterben und entfliehen. Der mensch, der hier so viel besaß, Verwelket wie ein leichtes gras Auf dächern, eh' es reifet. 6. Der teufel hat nicht macht an mir, Ich habe blos gefündigt dir, Dir, der du missethat vergie: best. Was maßt sib satan dessen an, Der fein gefes mir geben kann? Nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein Mel. Wann mein stündlein v. 571. Ich eile meinem grabe zu, 5. Ein farg verschließt den übers rest Bon modernden gebeinen, und sein zerbrochnes haus verläßt 380 Vom Tede und der Auferstehung. Der geist, um zu erscheinen, Wo diesen schmerz, Mir ist sehr wohl ihm des Ewigen gericht in un: geschehen, Ich leb in wonn und parthenisch urtheil spricht, Beloh- freud, Ihr sollt mich wieder sehen net oder strafet. Dort in der herrlichkeit. 5. Jedoch, was fürchten wir die gruft, als wären wir noch heiden; Fr, der uns von der erde ruft, den jur Wer glaubt, der bleibt und stirbet nicht, Ob er gleich stirbt, tod und gericht Drohn ihm nicht ew'ge strafen. lassen werde; Weil mir der todes: engel dräut Mit seinem flammen schwerdte. Er ruft durch meine feele aus: Bestelle, sterblicher, dein 7. Besiegt hat tod und grab der haus, Noch heute wirst du sterben. held, Da er für uns gestorben, Fr 2. Mit unentfarbtem angesicht hat das leben hergestellt und hoff- Vernehm' ich diese stimme. Sie nung uns erworben; Daß so, wie ist tein bote vom gericht, Cons ihn fein grab mehr deckt, Der spreche sie im grimme. Mein ruchrist, aus seinem grab erweckt, higes gewissen spricht: Bu deinem Bum leben auferstehe. richter gehst du nicht, Du gehst zu deinem Bater. 8. So laß, nach deiner weisheit rath, Herr! meine stunde kom men. Du bist, der selbst den weg betrat, Beschüßer deiner frommen! Mit dir, mein Jesu! schlaf ich ein; Auf dich will ich begraben seyn, Durch deinen arm erwachen. Mel. Serzlich thut mich verl. 572. war ein kleines kind. tein Geborn auf diese welt, aber mein sterbens- stündtein Hat mir Gott bald gestellt. Ich weiß gar nichts zu sagen, Was welt ist und ihr thun: Ich hab in meinen tugen Nur noth gebracht davon. 2. Mein allerliebster vater! Der mich zur welt gezeugt, Und mein herzliebste mutter, Die mich selbst hat gesaugt, Die folgen mir zum grabe mit seufzen inniglich, Doch ich war Gottes gabe, Die er nun nimmt zu sich. Mel. Es ist gewißlich an der. 573. Ich weiß es, water, daß heut vers 3. Er nimmt mich auf zu gnaden, 3um erben in sein reich. Der tod kann mir nicht schaden, Ich binden engeln gleich; Mein leib wird wieder leben In ruh und ew'ger freud, Und mit der feele schweben In groffer herrlichkeit. 4. Lebt wohl, ihr meine lieben, Tu vat'r und mutter herz, Was roollt ihr euch betrüben, Bergesset 3. Run, Bater, denn ich traue dir, Du wirst mich nicht verlas fen. Nimm die unsterbliche, die mir ein odem eingeblasen, Dit freye feele nimm zu dir, Erfülle jes de traft in ihr Mit göttlichen be griffen. 4. Erlöset, dessen sich der chrif In feinen tode freuet, Mein leb ter summer seufzer ist Nur dir, nur dir geweihet. Echon wallet er zu deinem ohr Sanft wie ein flötenton empor, Und lispelt still: Erlöser! 5. Komm, Geist Jehovas! fees lenlicht! Mein herze will mir brechen. Komm, reine taube! willst du nicht In mir ein Abba sprechen? Mein ganzes herz ist dir vermacht; Ach! reiche mir, es ist ja nacht! Die fackel, eh ich finte. 6. Ihr freunde, die ihr euch fo fehr Mit starrer ahndung quälet, Echaut durch die wolken auf, wo er Der christen thränen zählet. Dem Tröster, der die thränen stillt, Dem Gott, der alle himmel füllt, Vermach' ich euch im tode. 7. Ten leib, o erde, schenk' ich dir, Den leib, vom schmerz entbunden, Den leib, den einst der Schöpfer hier Aus staub empor gewunden. Deckt ihn mit fühler Vom Tode und der Auferstehung. 381 geben? Was die lange todesnacht Mir auch für gedanken macht. 2. Jesus, der mein Heiland, lebt, Ich werd auch das leben schauen, Cenn wo mein Erlöser schwebt, Warum sollte mir denn grauen? Caffet auch ein haupt sein glied, Welches es nicht nach sich zieht? erde zu, Bis ihn aus seiner langen tuh Die zweyte schöpfung wecket. 8. Mit blasen lippen bitt' ich dich, Herr! segne meine freunde; Und Jesus Christus lehrt' es mich), herr, fegne auch die feinde! Sen du der ganzen erde Gott! Im le: ben Gott! im sterben Gott! Und cauch, mein Gott! ich sterbe. Mel. Serzlich thut mich ver. 574. Ich will dir abschied geben, Du arge, falsche welt, Dein sündlich böses le: ben Durchaus mir nicht gefällt. Im himmel ist gut wohnen, Hin: auf steht mein begier, Da wird Gott ewig lonen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem her jen, O Jefu, Gottes Sohn, Coll ich ja dulden schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon: Verkür; mir alles leiden, Stärt meinen blöden muth, Laß selig mich ab. scheiden, Sen du mein erb' und gut. 3. Es strahlt allzeit und stunde Dein nam' und freuß allein, In meines herzens grunde, Drauf kann ich fröhlich seyn. Erschein mir in dem bilde, Bu trost in meiner noth, Wie du Herr Christ, so mil: de Dich haft geblut't u tod. 4. Berbirg die feel aus gnaden, In deine offne feit', Rück' fie aus allem schaden, In deine herrlich teit. Dem ist sehr wohl geichehen, Der selig durch den tod Bu dir fann fröhlich gehen Nach überstandner noth. 5. Schreib meinen nam' aufs beste Ins buch des lebens ein, Und bind mein' seele feste Ins schöne bündelein, Der'r, die im himmel grünen, und vor dir leben frey, So will ich ewig rühmen, Daß dein herz treue sey. 3. Ich bin durch der hoffnung band' Bu genau mit ihm verbun= den, Meine starke glaubenshand Wird in ihm gelegt befunden, Daß mich auch kein todes- bann, Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin fleisch und muß daher Auch einmal zu asche werden, Das gestel ich, doch wird er Mich erwecken aus der erden, Daßß ich in der herrlichkeit Um ihn senn mög' allezeit. 5. Denn wird eben diese haut Mich) umgeben wie ich glaube, Gott wird werden angeschaut Denn von mir in diesem leibe; Und in diesem fleisch werd ich Jes sum fehen ewiglich. 6. Dieser meiner augenlicht Wird ihn, meinen Heiland, kennen, Ich), ich selbst, kein fremder nicht, Werd in seiner liebe brennen; Nur die schwachheit um und an Wird von mir fenn abgethan. 7. Was hie fränket, feufzt und feht, Wird dort frisch und herr: lich gehen, Irdisch werd ich aus: gefä't, Himmlisch werd' ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein. Nachmals werd' ich geistlich seyn. 8. Send getrost und hoch erfreut, Jefus trägt euch), meine glieder Gebt nicht statt der traurigkeit, Sterbt ihr, Christus ruft euch wie: der, Wenn die letzt' pofaun er: klingt, Die auch durch die gräber dringt. 9. Lacht der finstern erden- klift, lacht des todes und der höllen, Denn ihr sollt euch durch die luft Eurem Heiland nigesellen; Denn 575. Jefus meine Buversicht, wird schwachheit und verdruß Liegen unter eurem fuß. Heiland ist im leben, Dieses weiß ich, sollt ich nicht Darum mich zufrieden 10. Nur daß ihr den geist ert ebt, Von den lüsten d'eser erden, Und 382 Vom Tode und der Auferstehung. euch dem schon jest ergebt, Dem| heilt auch deinen schmerz. Cein ihr beygefügt wollt werden: rath ist uns verborgen, Warum Schickt das herze da hinein, Wo ich von dir geh; Auf ihn wirf alle ihr ewig wünscht zu seyn. forgen, Und sprich: fein will ge schen! Mel. Serzlich thut mich ver. 8. Aus diesen pilgerhütten Komm 576. hr win.mert, liebe ich nur eh zur ruh; Ihr eilt mit fleinen! Wie blutet schnellen schritten wir nach; dem mir mein Herz Bey eurem flehn himmel zu. Wir sehen uns einſt und weinen und eurer mutter wieder, Wenn euer lauf volle schmerz! Tief, tief dringt diese bracht; Und singen jubellieder, wunde! O Bater, stärke mich! In Daß Gott es wohl gemacht! dieser schweren stunde Berzagt' ich ohne dich. 2. Doch nichts soll mehr mich quälen; Nicht meiner waisen noth! Dir will ich sie empfehlen, Dir, der verlaff'nen Gott! Dir will ich sterbend trauen, Du wirst ihr vater seyn, Und segnend auf fie schauen, wenn sie um hülfe schreyn. 3. Sie sind noch unerfahren, Noch schwach und bald verführt; Du wollest sie bewahren! Von deinem Geist regiert Entgehen sie dem pfade Der wollust und der welt. Ach sich auf den mit gnade, Der sich verirrt und fällt! 577. Kein stündlein geht das hin, Es liegt mir in dem sinn, Ich bin auch immer, wo ich bin, Daß mich der tod Wird feßen in die lente noth. Ach Gott! wenn alles mich verläßt; So thue du ben mir das best'. 2. Hier ist tein aufenthalt, Det tod hat die gewalt, Er frift und würget jung und alt; Er rest uns fort Aus unsern orden, stand und ort. Ach Gott, wenn ic. 3. Kein rath, fein arzeney, Kein weinen noch geschren; Kein brus der kann mich machen frey, In als ler welt Ist nichts, das endlich mich erhält. Ach Gott, wenn ic. 4. Kein reichthum, geld noch gut, Kein kühner heldenmuth Hilft vor des todes grimm und wuth: All ehr und gunst Und macht vor ihm ist ganz umſonst. Ad) Gott, wenn 2c. 5. Was schmerz, was angst und pein, D Gott! wird um mich ſeyn, Wenn nun der tod wird brechen ein! Wer wird alsdann Mit troft sich meiner nehmen an? Ach Gott, wenn ic. 6. Wenn mein gewissens- buch Und des geseßes fluch, Wenn fünd und fatan zum versuch Tritt wiz der mich. Wer ist, der mein ers barmet sich? Ach Gott, wenn ic. 7. Wenn sprachy, verstand und sinn Auf einmal fällt dahin, Und ich nicht mehr bin, der ich bin: Wer ruft mir zu, wenn mir der schmerz läßt keine ruh? Ach Gott, wenn ic. 4. Mein Heiland, ich empfehle Dir voller Zuversicht Die freundin meiner seele, Sprich zu ihr: weine nicht; Fühlt sie nach meinem scheiden Der frühen trennung pein, Denn wirst du sie im leiden Mit rath und trost erfreun. 5. Kommt nun, ihr lieben kleinen, In Jesu namen her! Laßt ab von fichn und weinen, Macht nicht den tod mir schwer! Nehmt meinen letzten segen! Hört mei nen letzten rath! Bergeßt nie juer: wägen, Was ich euch sterbend bat: 6. Ach haltet eure jugend Bon wilden lüften rein; Laft Gotteshurcht und tugend Stets eure freu: de feyn! Folgt eurer mutter lehren, Die euch so zärtlich liebt! Wohl denen, die sie ehren! Weh dem, der sie betrübt! 7. Gott fegne dich, geliebte! Brich mir nicht mehr mein herz! Der Gott, der dich betrübte, Der Bom Tode und der Auferstehung. 383 8. Wenn meiner augen licht und haft darzu kaum einen tritt; Mir ferner leuchtet nicht Und mir Den tod trägst du im bufen. as herz im leibe bricht, Vor angst and quaal; Wer führt mich durch as finstre thal? Ach Gott, wenn zc. 9. Herr Jesu, du allein Sollst mir in todes- pein Die beste hülf und labsal seyn; Auf dich will ich Die welt gesegnen ewiglich. Ach Gott, wenn 2c. 10. Herr Jefu, nimm mich auf Bu dir in himmel' nauf, Wenn ich vollendet meinen lauf; 3ch ruf zu dir, So lang ein odem ist in mir. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du ben mir das best. Mel. Es ist gewißlich an der 578. Komm, sterblicher! betrachte mich, Du lebst, ich lebt auf erden, Was du jetzt bist, das war auch ich, Was ich bin, wirst du werden. Du mußt hernach, ich bin vorhin, Gedenke nicht in deinem sinn, Daß du nicht dürfest sterben. 2. Bereite dich, stirb ab der welt, Denk an die letzten stunden, Wenn man den tod verächtlich hält, Wird er sehr oft gefunden. Es ist die reihe heut an mir, Wer weiß, vielleicht gilt's morgen dir, Ja wohl noch diesen abend. 6. Sprich nicht: Ich bin frisch und gesund, Mir schmeckt auch noch das essen; Ach! es wird wohl jetzt diese shund Dein sarg dir ab gemessen, Es schneidet dir der schnelle tod Ja täglich in die hand das brod: Bereite dich zum sterben. 7. Dein leben ist ein rauch, ein schaum, Ein wachs, ein schnee, ein schatten, Ein thau, ein laub, ein leerer traum, Ein gras auf dürren matten; Wenn man am wee nigsten gedacht, So heißt es wohl zu guter nacht: Ich bin nun hier gewesen. 3. Sprich nicht: Ich bin noch gar zu jung, Ich kann noch lange leben; Ach nein, du bist schon alt genung, Den Geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan, Es sieht der tod fein alter an; Wie magst du anders denken? 4. Ach ja, es ist beklagens werth, Es ist wohl zu beweinen, Daß mancher nicht sein heil begehrt, Daß mancher mensch darf mey: nen, Er sterbe nicht in seiner blüth', Da er doch viel exempel sieht, Wie junge leute sterben. 5. So viel du athmest, muß ein theil Des lebens von dir wehen; Und du verlachst des todes pfeil? Jest wirst du müssen gehen. Du hältst dein grab auf tausend schritt, 8. Indem du lebest, lebe so, Daß du kannst selig sterben, Du weißt nicht, wenn, wie, oder wo, Der tod um dich wird werben; Ach denk, ach denke doch zurück, Ein athem= zug, ein augenblick Führt dich zu ewigteiten. 9. Du sey'st denn fertig oder nicht, So mußt du gleichwohl wandern, Wenn deines lebens ziel anbricht, Es geht dir wie den andern; Drum laß dirs eine warnung seyn: Dein aufersteh'n wird überein mit deinem sterben kom= men. 10. Ach denke nicht: Es hat nicht noth, Ich will mich schon bekehren, Wenn mir die krankheit zeigt den tod, Gott wird mich schon erhören; Wer weiß ob du zur krankheit tömmst, Ob du nicht schnell ein ende nimmst; Wer hilft alsdenn dir armen? 11. Budem, wer sich in fünden freut, Und doch auf gnade bauet, Der wird mit unbarmherzigkeit Der höllen anvertrauet: Drum lerne sterben, eh du stirbst, Damit du ewig nicht verdirbst, Wenn Gott die welt wird richten. 12. 3um tode mache dich geschickt, Gedenk in allen dingen: Werd ich hierüber hingerückt, Sollt es mir auch gelingen? Wie könnt ich jest zu grabe gehn? Wie könnt ich jetzt 381 Bem Tode und der Auferstehung. vor Gott besteh'n? So wird dein| fireit, Und was mehr die grossen tod zum leben: fünden Bringen für beschwerlichteit; Sonderlich kommt noch ein schwerdt, Das der christen herz durchfährt; O viel besser felig sterben, Denn durch diesen zwang verderben. 13. So wirst du, wenn mit feldgeschren Der grosse Gott wird kommen, Von allem sterben los und frey, Seyn ewig eingenommen. Bereite dich), auf daß dein tod Beschliesse deine pein und noth. O mensch! bedenk das ende. Mel. 3ion Flagt mit angst u. 579, Laffet ab, ihr meine lieben, Lasſet ab von traurigkeit, Was wollt ihr euch noch betrüben? Weil ihr deß versichert send, Daß ich alle quaal und noth Ueberwunden und ben Gott Mit den auserwählten schwebe Boller freud, und ewig tebe. 2. Derer tod soll man beklagen, Die dort in der höllen- pein Müffen leiden alle plagen, Co nur zu erdenken seyn; Die Gott aber nimmt zu sich In den himmel, gleich wie mich, Und mit lauter wollust tränket? Wer ist, der sich darob kränket? 3. In des Herren Jeſu wunden Hab ich mich geschlossen ein, Alles hab ich da gefunden, wodurch ich fann selig seyn. Er ist die gerechtigkeit, Die vor Gott gilt allezeit, Wer dieselb' ergreift im glauben, Dem kann nichts den himmel rau ben. 7. Solcher noth bin ich entgangen, Nichts ist, das mich ängsten wird; Fried und freud hat mich umfangen; Gott ist mein getreu er hirt; Ich bin sicher ewiglich In des Herren hand, der mich Ihm zum eigenthum erworben, da er ist am treus gestorben. 8. Euch wird, meine liebsten freunde, Tie ihr weinet in der welt, Echüßen wider alle feinde, Gottes Sohn, der starke Held, Send und bleibt ihm nur getreu, Seine gnad ist täglich neu, Wer betrübe will betrüben, Der muß wie die spreu zerstieben. 9. Nun ich will euch dem befehlen, Der sich euren Bater nennt, der die thränen pflegt zu zählen, Dessen herz vor liebe brennt; Der wird euch in eurem leid Trösten, und zu seiner zeit, Bu dem ort, da ich bin, führen, und mit höchster flarheit zieren. 10. Da wird uns der tod nicht scheiden, Der uns jetzt geschieden hat, Gott selbst wird uns alsdann weiden, und erfreun in seiner stadt. Ewig, ewig werden wir In dem paradies allhier, Mit einanz der jubeliren, Und ein himmlisch leben führen. 4. Niemand sag: ich sey umkommen, Ob ich gleich gestorben bin; Mein Gott hat mich weggenom men, Sterben ist jest mein gewinn, Vor dem unglück hat er mich ingerafft so väterlich, Jegt kann mich kein elend preſſen, Alle angst nun nen, Und euer Mel. Zion klagt mit angst u. 580. Laffet ab von euren the leid! Die sich nach dem himmel fehnen, Nach der kron der herr: lichkeit, Denen ist auf erden bang und das leben viel zu lang; Gins ist, daß sie hoch betrauren, Wenn sie lang im elend dauren. 2. Was ist, das jemand auf er den Lang zu bleiben halten follt, 6. In der welt ist nichts zu fin- Und zu wünschen, alt zu werden? den, Nichts als jammer, angst und Welchem menschen Gott ist hold 5. Mein leib schläft in seiner kammer, Ohne forgen, fanft und wohl, und entgeht dem grosſen jammer, Desſen iert die welt ist voll, Meine feele schauet an, Den, der nichts, als lieben kann, der auf seinen schoof mich sehet, Und mit höchster freud ergößet. Vom Tode und der Auferstehung. 385 Mit dem eilet er heraus, In sein| schon mancher liegt im grabe Den schönes freudenhaus. Lang in die fer welt umgehen, Heißt viel freuß und noth ausstehen. 3. Wohl dem, der in seiner jugend, In des zarten alters blut Jung von jahren, alt von tugend, Seines jammers ende sieht, Und gen himmel steigt empor, Bu der engel freuden- chor, Da die schmersen, angst und zähren Eich in fröhlichkeit verkehren! 4. Denn, wer feliç dahin fähret, Da tein tod mehr flopfet an, Demj ist alles wohl gewähret, Was er sich nur wünschen fann: Er ist in der festen stadt, Da Gott seine woh 4. Toch was soll ich dafür sorgen, Coll ich nicht zu Jesu gehn, Lieber heute noch als morgen? Tenn mein fleisch wird auferstehn, Ich verzeih es gern der welt, Daß sie alles hier behält, und bescheide meinen er= nung hat: Er ist in das schloß geben Sinen Gott, der nicht kann führet, Das fein unglück je berühret. 5. Wen Gott hat dahin erhoben, Der verlacht noth und gefahr: Ein tag ist viel besſer droben, Denn hierunten tausend jahr. Etehn die jarten blumen wohl? Eind die sterne glanzes voll? Ten wir jet und hier beweinen, Der wird dort noch heller scheinen. 6. Drum laft uns die thránen ſparen und uns schicken auch mit fleiß, Daß wir selig mögen fahren Die gewünschte himmelsereis, Und des Lebens furze zeit Geben um die ewigkeit: Shriftlich in dem Herren sterben, Heißt das himmelreich ererben. ich wohl gefennet habe. 3. Aber Gott! was werd ich den= fen, wenn es wird ans sterben gehn? o wird man den leib hinsenken? Wie wirds um die feele stehn? Ach was fummer fällt mir ein, Wesen wird mein vor rath seyn? Und wie werden meis ne lieben Nach einander hier ver= stieben. Met. Sreu dich sehr, o meine. 581. Liebster Gott, wenn werd ich sterben; Meine zeit lauft immer hin; Und des alten Adams erben, Unter denen ich auch bin, haben das zum vater- theil, Daß mir eine kleine weil, Arm und elend sind auf er: den, Ur. denn wieder erde wer: den. 2. 3war ich will mich auch nicht widern, Su beschliesſen meine zeit, Trag ich doch in allen gliedern Saamen von der fierblichkeit Geht doch immer hier und dort Finer nach dem andern fort, Und R sterben. 5. Herrscher über tod und leben! Mach einmal mein ende gut, Lehre mich den geist aufgeben Mit recht wohl gefaßtem muth, Gieb daß ich ein ehrlich grab 9ieben frommen christen hab, Und auch endlich in der erde Nimmermehr zu schanden werde. Mel. Auf christen- mensch, auf. 582. Machs mit mir, Gott, nach deiner güt, Hilf mir in meinem leiden, Was ich dich bitt, versag mir nicht: Wenn meine feel soll scheiden, Eo ninum sie Herr, in deine händ, Ist alles gut, wenn gut das end. Herr! Du wirst mich nicht ver2. Gern will ich folgen, lieber derben, Denn du bist ia von mir nicht fern, Ob ich gleich hier muß sterben, Verlaffen meine lieben freund, Die's herzlich gut mit mir gemennt. 3. Ruht doch der lib sanft in der erd, Die seel zu dir sich schwinget, In deine händ sie unversehrt, Bom tod ins leben dringet: Hier ist doch nur ein iammerthal, Angst, noth und trübsal überall. 4. Höll, teufel, tod, die welt und fünd, Mir nicht mehr können schaden, Ben dir, o Herr, ich retnung find, Ich tröst mich deiner 386 Bom Tode und der Auferstehung. gnaden, Dein ein'ger Sohn aus Lehre du michs jeden tag, Daß ich lieb und huld Für mich bezahlt weiser werden mag. hat alle schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig el. Wer nur den lieben Gott. ſeyn, Weil mirs so wohl thut ge= 584. Mein Gott! ich weiß ben? Bekleidt mit unschuld fein, Wie eine braut ich stehe: Gehab dich wohl, du schnöde welt! Ben Gott zu leben mir gefällt. el. Meinen Jefum laß ich. 583. Meine lebenszeit ver streicht, Stündlich eil ich zu dem grabe, Und was ists, das ich vielleicht, Das ich noch zu leben habe? Denk, o mensch, an deinen tod, Säume nicht; denn eins ist noth. be, Der menschen leben bald ver geht; Auch find ich hier kein fol ches erbe, Das ewig in der welt. besteht: Drum zeige mir in gna: den an, wie ich recht selig sterben tann. 2. Mein Gott! ich weiß nicht, wenn ich sterbe, Kein augenblic geht sicher hin! Wie bald jetz bricht doch eine scherbe; Die bluz me tann ja leicht verblühn; Drum mache mich nur stets bereit, Hier in der zeit, zur ewigkeit. 3. Mein Gott! ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält; Den einen wird das scheiden herbe, Wann somit ein and'rer fanfte fällt, Doch, wie du willst, gieb, daß dabey Wein ende mur vernünftig sey. 4. Mein Gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mem aiche deckt; Doch wenn ich dieses nur ererbe, Daß ich werd selig auferweckt; So schliesſe mich die erde ein, Denn sie ist allenthalben 2. Leve, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben: Nichts wird dich im tod erfreun; Diese güter sind nicht dein. 3. Nur ein herz, das gutes liebt, Nur ein ruhiges gewissen, Das vor Gott dir jeugniß giebt, wird dir deinen tod verfüssen; Dieses her; von Gott erneut, Giebt im tode freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde Hülflos um dich beben: Dann wird über welt und tod dein. Dich dies reine herz erheben. Dann erschreckt dich fein gericht; Gott ist deine zuversicht. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich werd sterben, So nimm du mei nen geist zu dir; Laß mich dat 5. Daß du dieses herz erwirbst, himmelreich ererben; Hab ich nut Fürchte Gott, und bet und wache. Diese Hoffnung hier, So gilt mirs Gorge nicht, wie früh du stirbst; gleich und geht mir wohl, Wenn Deine zeit ist Gottes sache. Lern wo, und wie ich sterben soll. nicht nur den tod nicht scheun, Lern auch seiner dich erfreun. Mel. Wann mein stündlein v hat macht Det 6. Leberwind ihn durch) vertraun, 585. Mein Heiland t glaube, Und ich weiß, ich werd ihn todes ganz bezwungen, Und fies schaun Einst in diesem meinem reich aus des grabes nacht Bu Gott leibe. Er, der rief: es ist voll sich aufgeschwungen. Er ist mein bracht! Nahin dem tode feine haupt; sein sieg ist mein. Sein foll macht. mein ganzes Leben seyn, Und ihm 7. Tritt im geist zum grab oft will ich auch sterben. hin, Siehe dein gebein versenken; 2.9icht ewig wird, wer dein wort Sprich: Herr, daß ich erde vin, hält, Den tod! o Iefu! schauen. Lehre du mich selbst bedenken; Das ists, was mich) zufrieden stellt Vom Tode und der Anferstehung. 387 Selbst bey der graber grauen. Ich es muß vergehn, Es fährt dahin bin getrost und unverzagt, weil mein freud. du den deinen zugesagt: Ich leb, und ihr sollt leben. 2. Es fahrt dahin ein weiten weg Die feel, mit großem leid, Den leib man traurig ins grab legt, Wie aschen er zerstäubt, 21s wenn er nie gewesen wär, Auch nimmermehr wär kommen her, Aus meiner mutterleib. 3. Wird gleich mein leib des todes raub; Er wird doch wieder leben, Und einst aus der verwesung staub, Voll klarheit sich erheben. Wenn du, o großer Lebens- Fürst! Run deine todten rufen wirst, Bum le= ben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann, Vor dir, mein Heiland, ste: hen! Denn nimmst du mich mit chren an; Läss'st in dein reich mich gehen. Forthin von feiner last beichwert, Anleib und feele ganz vers tlart, Leb ich ben dir denn ewig. 5. O welch ein selig theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist bey dir. Von dir, o Herr! geleitet. Werd ich in dei nem himmelreich, Unsterblich), deinen engeln gleich, Vollkommne luft geniessen. 6. Denn, wo du bist, da follen die, Die dir hier folgen, leben, Und, ewig fren von schmerz und müh, Von seligkeit umgeben, Dich schaun in deiner herrlichkeit. was sind leiden dieser zeit, Herr! gegen jene freuden? 7. Laß die zukünft'ge herrlichkeit Mir stets vor augen schweben, Und oft sich in der prüfungszeit Mein her; dahin erheben, Wo keine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Froh= lockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als dein jünger dir jum preis, Nach deinent wort zu leben. Und fühl ich hier noch noth und schmerz, So tröste du damit mein herz: Es tommt ein besfres leben. 586. Mein junges leben hat ein end, Mein freud und auch mein leid, Mein arme feele soll behend Echeiden von meinem leib. Mein leben fann nicht länger stehn, Es ist sehr schwach, 3. Ich scheide, arme welt, von dir, Verlassen muß ich dich! Ich habe keine freude hier, Bon dir muß scheiden ich: Es bleibet mir hier feine ruh, Man drück mir dann die augen zu: Das muß ich kla= gen dir. 4. 3ch flag nicht, daß ich scheiden soll Bon dir, du schnöde welt, Allein mein herz ist traurens voll, Daß mich mein fünd üb'rfällt, Die ich mein tag begangen hab, Die hilft mir von dem leben ab, Und bringt den leib ins grab. 5. O Jesu Christ, du höchster Gott! Was hab ich doch gethan, All meine sünd und miſſethat Klagen mich heftig an: Dennoch) will ich verzagen nicht vor dein'm göttlichen angesicht, Um gnad ruf ich dich an. 6. Ach, Herre Gott? mein freuß und noth Ertrag ich mit geduld, und bitte dich, Herr Jesu Christ! Wollst mir verzeihn mein schuld, Hilf, daß ich dich recht fassen kann, Ach nimm dich meiner gnädig an und ewiglich nicht laß. Mel. Ich bin ja, Serr, in dei. 587. Mein leben ist ein pilDer mel ist mein vaterland. Ich finde teine ruh auf erden; Ich suche die zukünft'ge stadt, Die Gott selbst fest gegründet hat, Da werd ich erst recht glücklich werden: Mein leben ist ein pilgerstand; Der Himmel ist mein vaterland. 2. Wie ströme schnell vorüber fliehn; So flieht mein leben auch danin, Und was vorben ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der ewig: teit; Herr, mache mich dazu be 388 Lom Tode und der Auferstehung. reit! Erleuchte mich), und meine, einem langen leben, Tie eine muts brüder, Daß jedermann, mas jeit- ter i Verwegner sicherheit: Laß lich ist Gebrauche, als ein weiser meine sorge seyn, ich dir zu über christ. geben: Tein wille sey mein will In dieser lebenszeit. Wird hier die glaubenstraft Bur heil'gung angewendt, Co ist ein fel'ger tod Der christen lebensend. 3. Laß mich, o Herr! mir ſelbst und allen andern dingen, Noch eh ich sterben muß, Recht abgestorben fenn: Laß mich mit allem ernst In die verleugnung dringen, Daß ich was bessers wähl, Als welt und falschen schein; Und wann ich mich von ihr, Turch täglich sterben, trenn, Ich meinen sterbens- tag Getrost erwarten tönn'. 3.Man trifft auch auf der lebensbahn Sehr viele hindernisse an; Es ist nicht leicht sie zu befreiten: Der weg ist schmal, der feinde viel, Und weit entfernt ist noch das ziel: Stets sucht die welt much zu verleiten, Ich muß durch dürre wüsten gehn, Und tann oft feinen ausweg sehn. 4. Wie oft seh ich die sonne nicht, Die sonne, die mit heil und licht Und trost des frommen herz er: füllet; Der trübjal sturm dringt auf mich zu, Mein müder gein findt nirgends ruh; Doch weicht die nacht, die michumhüllet, enn mich der überwinder tron Betrach te, und der treue lohn. 4. Je mehr sich aber wird Mein leistes stündlein nahen, Je weiter nah auch du mit deiner gnad her: ben; Laß sie, wann ich) gefund Und trant bin, mich umfaßen, Gieb, daß die letzte zeit Ben mir die bez sie sey: Vermehre mir alsdann Die zeichen deiner lieb, Daß flud und fünde nicht ein sterbend her; betrüb. 5. Gieb mir in meine brust, Ch sie der tod verfehret, Noch einen lichten strahl Ter frohen ewigteit, Tie allen rest der lust Bum irdi6. Berleihe mir beständigkeit, Und laß mich stets mit freudigkeit schen verzehret, Und das verlan Und much auf deinen wegen gegen schärft Nach jener himmels hen. Fall ich noch oft, so hilf mur auf, daß ich vollende meinen lauf. gaß in der noth mich fesie stehen, Getroft auf deine hülfe traun: Go werd ich einst das leben schaun. Freud, Von welcher ich bereits Den vorschmack hier genieß, und die mich trönen wird, wann ich die augen schließ. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jefu Christ, Der du ein pilgrim wor den bist, Da du mein fleisch) haft angenommen, Laß mich auf der verleugnung pfad, Den mir dein fuß gezeichnet hat, Dem ziele tag: lich näher kommen. Gieb, daß ich standhaft streite hier, und ewig herrsche dann mit dir. 6. Und wann ich alles nuus Bu ben mir stehn, Und mir mein alles letzt in tode lassen, Co rollsi du seyn; Führ mich durchs todesthal und desſen rauhe strasſen, Herr! der du mich erlöst, Bu deinem him mel ein: Dir übergeb ich mich 3m leben und im tod, So bleib ich dein mit leib und feel, du bleibst mein Mel. Entbinde mich mein G. 588. Mein Lebens- Sürft! zeig mir In deines Geisteslichte, wie das, was zeitlich ist, So gar vergänglich sey; Wie alles feinen zoll Der eitelkeit entrichte; wie auch das beste nicht von der verwesung fren; Gott. Ja, wie ich selbst ein raub Tes moders werden müß: Die slunde Mel. Wann mein stündlein v. weiß ich nicht, Doch ist der tod ge= 589. Mich wurm, dein 2. Nimm citle Hoffnung weg 3ul Hat todes- noth umgeben; Es ist fehr klein, Bom Tode und der Auferstehung. 389 tein trost in mark und bein, 3m 2. Mitten in dem tod ansicht Uns fierben und im leben; Dann daß der höllen rachen, Wer will uns du selbst, Herr Jesu Christ, Ein aus folcher noth Fren und ledig armer wurm geworden bist: Ach, machen? Das thust du, Herr, alGott! erhör mein flagen. leine. Es jammert der'n barm: herzigkeit Unser fünd und großes leid: Heiliger Herre Gott! Heili ger starter Gott! Heiliger barme herziger Heiland! du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen vor der tiefen höllen glut, Kyrieleison. 3. Mitten in der höllen- angst Unz fre sünd uns treiben, Wo soll'n wir dann fliehen hin, Da wir mö gen bleiben? Bu dir, Herr Shrist, alleine, Bergoffen ist dein theures blut, Das gnug für die fünde thut: Heiliger Herre Gott! Heiliger star: ter Gott! Heiliger barmherziger Heiland! du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen von des rechten. glaubens trost, Kyrieleison. 2. Hilf daß ich mög an deinem leib Ein wahres gliedmaß bleiben, Mit deinem Geist, Herr! ben mir bleib, Benn sich die feel soll scheiden, Wenn mir vergehet das geficht, und meines bleibens hier ist nicht Allhier auf dieser erden. 3. So laß mich nicht in dieser noth Verderben und verzagen, Komm mir zur hülf, du treuer Gott! Hilf du die angst mir tragen. Ich bin ja, Herr, dein eigen thum, Berherrliche der gnade ruhm An mir, da ich heim eile. 4. Gedent, Herr! an den theuren eid, Den du selbst haft geschworen; So wahr du lebst von ewigkeit: Ich soll nicht seyn verloren, Und soll nicht kommen ins gericht, Den tod auf ewig schmecken nicht; Herr, mir 5. Hilf daß dein wort ein licht mir sen, in licht zum ew'gen le ben; Ein seligs ende mir verleih; Ich will mich dir ergeben. Ich will dir trau'n, mein Herr und Gott! Denn du verläßt in feiner noth, Die deiner hülf erwarten. 6. Drauf will ich nun befehlen dir Den geist in deine hände, Ach treuer Gott! fen du ben mir, Ich) fint in deine hände: Und wann ich nicht mehr reden kann So nimum den letzten seufzer an, Durch Jefum Christum, Amien. Mel. Sreu dich sehr o meine. 591. Nichts betrübters iſt auf erden, kann so zu herzen gehn, Als wann arme witten werden, Wann verlaßne waisen stehn, Ohne vater, ohne muth, Ohne freunde, ohne gut, Witten sind verlaßne frauen, Wer thut auf die waifen schauen? 2. Wo die zäune sind zerlücket, Jedermann hinüber steigt, Auch ein tind die früchte pflücket, Da die äfte sind gebeugt Wo die maus ren sind zerspalt, Da find't sich der feind gar bald, Wem der schirm und schatten weichet Den die hiße bald erreichet. 590, Mitten wir im leben 3. Also müssen oft die armen find, mit dem tod Leiden vieles ungemach, Wenig umfangen, Wen fuchy'n wir, der ihrer sich erbarmen; Wittwen hülfe thut, Daß wir gnad erlan: schreyen weh und ach Ueber den, gen? Das bist du, Herr, alleine. der sie so preßt, Und in nöthen Uns reuet unfre misſethat, Die dich, stecken läft; Waisen müssen sich Herr, erzirnet hat: Heiliger Her- mur schmiegen, Unter andrer füss re Gott! Heiliger starker Gott! fen liegen. Heiliger barmherziger Heiland! du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in der bittern todesnoti, Kyrieleison. der welt, auch mir und dir, Wai4. Also muß es hier ergehen In fen müsſen traurig stehen, Wittwen müssen leiden hier; Denn 390 Bom Tode und der Auferstehung. wie könnte Gott sonst mein Und sunde, Gehen zu grunde Alle zus der meinen Bater seyn? Consten gleiche, Arme und reiche. wäre Gott nicht richter, Und der waisen sachen schlichter. 5.3war der armen wittwen zähren Neßen oft ihr angesicht, wenn fie sich in armuth nahren und der unterhalt gebricht: Wenn die noth sie niederdrückt, Und sie niedrig und gebückt Durch das thränenthal hier gehen, und kaum ei: nen ausgang sehen. 5. Drum verlanget mich allein, 6. Denn soll Gott ihr glaube faf- Selig aus der welt zu gehen, und fen, Der ja väterlicy verheißt: ben meinem Gott zu seyn, Daß Nein, ich will dich nicht verlassen; ich vor ihm möge stehen, Anzu Ich bins, der der noth entreißt: Wenn die ungerechtigkeit Dich bedrückt mit angst und leid; So soll endlich nach dem weinen, Toch die freuden- sonne scheinen. schauen seine macht, und der aus: erwählten pracht, Daß sie jest alle Christum mit schalle Loben und fingen, Jauchzen und springen. 6. 3war dem fleisch kommts sauer an, Von den freunden abzuschei den: Doch wann ich gedenk dar an, Wie ich komm zu großen freu: den, Echeid ich gern, weils Gott gefällt, Dem ich alles heimgestellt, Der wird euch geben, Segen und leben, Der wird euch lehren, Echüren und nähren. 7. Nun( Sott lob! es ist vollbracht, So will ich mit freuden fahren, 592. Nun Gott lob! es ist voll- Nun zu tausend guter nacht, Gott bracht Aller jammer, angst und schmerzen: Welt, zu tausend gute nacht, Ich erfreue mich von herzen, Daß ich jeho soll hinfahren Bu den auserwählten schaaren, Da wird mir geben der wolle euch bewahren: Alle, die ihr mich geliebt, und euch über mich betrübt, Machet ein ende, Folget behende, Lasset euch geben Himmlisches leben. Christus, mein leben Ewige freude Himmlische weide. 2. Denket doch, was ist die welt? Was ist aller menschen leben! Was ist großes gut und geld, Und in hohen ehren schweben? Nichts als lauter eitelfeit, Kummer, sorg und herzeleid; Baldiges sterben, Wird es verderben, Dann wird vergessen, Wo wir gesesſen. 7. Bleibt ihr treulich in den schranken, Darin euch Gott har gestellt; Werdet ihr von ihm nicht wanten, Weil er sich fest zu euch hält; Denn sollt ihr im himmels- schloß Werden alles fummers los, Da soll nicht mehr wie auf erden Wittwen- noth gehöret werden. 4. un bedenk ein jeder christ, Ob auch Gottesfurcht und liebe Noch; althie zu finden ist, Wie sieht christen treu fo trübe? Die gerechtigkeit ist krank, Neid und feindschaft, trieg und zant, Gehen im schwange, Christen ist bange, Wünschen ihr leben von sich zu geben. 3. Scepter und die güld'ne kron Mögen nicht dem tod entlaufen, Kriegen eben solchen lohn, Wie der arme bettlerhaufen. Klein und groß hat seine noth, Jung und alt erwischt der tod. Kommet die begraben, 593. Nun laßt uns den leh wir kein zweifel haben, Er wird am jüngsten tag aufſtein, Und uns verweslich herfürgehn. 2. Erd ist er, und von der erden Wird auch zur erd' wieder wer den, Und von der erd wieder auf stehn, Wenn Gottes posaun wird angehn. 3. Sein feele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus lauter gnad, von aller fünd und miſſethat, Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Cein jammer, trübfal und elend Ist kommen zu ein'm fel'ge Bom Tode und der Auferstehung. 391 nd, Er hat getragen Chrisii joch, 7. Turch deine wunden bin ich 3st gestorben und lebet noch. 5. Die feele lebt ohn alle flag, Der leib schläft bis an jüngsten tag, An welchem Gott ihn verklären, Und ew'ger freud wird gewähren. rein; ie sollen meine zuflucht seyn: Hier flieh ich hin, wenn mir der feind Mit seiner list und macht erscheint. 6. Hier ist er in angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ew'ger freud und wenne, Leuchten wie die helle sonne. 8. Herr, wenn mein muund nicht reden kann, Denn nimm des geistes seufzen an; Wenn endlich mir das auge bricht, Denn sen zum himmel du mein licht. 9. Mich trößte Herr, dein letztes 7. Nun lassen wir ihn hie schla: wort Und bringe mich zur himfen, und gehn all heim unsre melspfort: Behüte mich vor unstraffen, Schicken uns auch mit al gebärd, Wenn ich mein haupt nun lem fleiß, Dann der tod kommit neigen werd. uns gleicherweiß. 8. Das helf uns Christus, unser trost, Der uns durch sein blut hat erlöst, Bons teufels macht und ew'ger pein, Ihm sen lob, preiß und ehr allein. Mel. Serr Jesu Christ, wah. 594. Jesu Christ! meins lebens licht, Mein heil, mein troft und zuversicht, 2uf erden bin id) gast, Mich drückt der fünden schwere last. 2. Ich bin nun auf der schweren rris Bu dir ins himmels paradeis, as ist mein rechtes vaterland, Taran du dein blut hast gewandt. 3. Mein herz ist zu der reife matt, Der leib gar wenig träfte hat; Allein die seele schrent in mir: Herr, hol' mich heim, nimm mich zu dir. 4. Drum Herr, in meiner todes: pein Laß dein tod meine stärke fenn; Mich tröste nun dein schweiß und blut, Dieß lösche meiner angste glut. 5. Dein backenstreich, der geiff'lung pein, Die machen mich von fünden rein; Dein hohn und spott die dornen- tron Seyn meiner seelen freud und wonn, 6. Dein durst und gallen- trank mich lab, Wenn ich sonst keine stärkung hab; Dein lautes angst und tod's- geschren Mach mich von allen ängsten fren). 10. Tein treuß laß seyn mein wanderstab, Mein ruh und rast dein heilig's grab; Kleid mich in deine unschuld ein, Die soll mein kleid und decke senn. 11. Laß mich durch deine näget= wahl; Durch deine aufgeſpaltne maal, Erblicken meine gnaden= feit, ein arme feele heim geleit. 12. Auf deinen abschied, Herr, ich trau, Trauf meine leste heim fahrt bau; Thu mir die himmels thür weit auf Wenn ich beschliesse meinen lauf, 13. 2m jüngsten tag erweck den leib, So daß ich dir zur rechten bleib, Und ich nicht komme ins ge= richt, Wenn du das strenge urtheil spricht, 14. Erneure meinen leib denn gan; Bu deinen eignen licht und glanz: Und hebe mich zu dir empor, Berseß mich in der engel chor. 15. Denn lob ich dich, denn dank ich dir, O meiner seelen höchste zier: Ich fen're mit der fel'gen schaar Denn froh das ew'ge sabbathsjahr. Mel, O Jefu Chrift, meins. 595. Jeſu, Gottes Lämtod und leben bin ich dein, Ich bitt, laß mich mit dir jugleich Ein ers be fenn in deinem reich). 2. Was hülfe mir sonst deine noth, Die wunden und dein kreuz 392 Bom Tode und der Auferstehung. hes- tod, Wenn ich nicht in der ewigkeit Geniessen sollt die selig eit. 3. Warum hätt'st du den tod geschmeckt, Und wärest wieder auferivedt, Wenn nicht mein tod durch deinen tod Berjagt sollt wer: den, treuer Gott. 4. Darum, o Jesu! steh mir ben, Gewissen troft und hülf verleih, Verlaß den nicht, Herr Jesu Christ, Der mit dein'm blut be: sprenget ist. 5. Im friede laß mich schlafen ein, Und in dir haben ruhe fein, Ein sel'ges ende mir beschehr Dein antlis laß mich sehen, Herr! 10. O füffes wort, das Jefus spricht In allen nöthen: weine 6. Ich bitt' durchs bittre leiden nicht! Ach klinge stets in meinem dein, Laß dieß mein letztes wün- finn; So fähret alles trauren fchen seyn, So will ich loben alle hin. zeit Dich, o mein Gott, in ewig- mel. Nun ruhen alle wälder. feit. 7. Bertreibt mich des verfolgers hand, Und gönnt mir feinen fi im land; Schrent Jesus in mein herz, und spricht: Dein ist der himmel, weine nicht. 8. Reißt mir der tod das liebste hin, Sagt Jesus: weine nicht! ich bin, Ders wieder giebt, gedenke dran, Was ich zu Rain hab ge= than. 9. Muß ich selbst ringen mit dem tod, Ist Jesus da, ruft in der noth: Ich bin das leben, weine nicht; Wer an mich glaubt wird nicht gericht. lassen, Ich gehe mel. O Jesu Christ, meins 1. 597. O welt, ich muß dich meine straffen, Ins ew'ge vaterland; Ich muß den geist aufges ben; Ich sehe leib und leben In Gottes gnäd'ge vaterhand. 596. 2. Die zeit ist nun vollendet, Mein leben ist geendet, Sterben ist mein gewinn; Kein bleiben ist auf erden, Was ewig, muß mit werden, mit fried und freud ich fahr dahin. 3. Ob mich die welt betrogen Und oft von Gott gezogen, Durch fünden mancherlen; Will ich doch nicht verzagen, Ich will im glauben sagen, Daß meine fünd vers geben sen. füffes wort, das Jesus spricht Bur armen wittwe: weine nicht! Es fommt mir nie aus meinem sinn, Bumal, wenn ich betrübet bin. 2. Es wird gered't nicht in ein ohr Leis, sondern unterm frenen thor, Laut, daß es höret jeder mann, Und sich hierüber freuen fann. 3. Er redet's aber zu der zeit Da tod und leben war im streit; Drum soll es auch erquicken mich Im tod und leben kräftiglich. 4. Wenn noth und armuth mich ansicht, Spricht doch mein Jesus: weine nicht, Gott ist dein Vater, trau nur ihm, Erhört er doch der raben stimm. 5. Bin ich sehr fraftlos, frant und schwach, Und ist nichts da, denn weh und ach, So tröst't mich Jesus noch und spricht: Ich bin dein arzt, drum weine nicht. 4. Auf Gott steht mein vertraus en, Gein antlis will ich schauen, Gewiß durch Jefum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Baters huld erworben, und der mein mittler worden ist. 5. Die fünde kann nicht schaden, Mir, der erlöst aus gnaden Durch Christi theures blut: Mein werk 6. Raubt mir der feind mein gut und haab, Daß ich muß fort, kann mich nicht retten Aus fünd mit einem stab, Sagt Jesus wie- und fatans fetten, Sein tod allein der: weine nicht! Denk was dem frommen Job geschicht. kommt mir zu gut. 6. Nichts ist in meinem leben. Bom Tode und der Auferstehung. Das ich ihm könnte geben, 3u til= gen meine schuld: Ich traue dem erbarmen; Es hebt und trägt den armen Nur seine unverdiente huld. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, Das himmelreich ererben, Das Jesus mir erwarb; Bu ihm foll man mich treiben, Wann ich nicht hier kann bleiben, Bu ihm, der willig für mich starb. 8. Ich fahre denn von hinnen: O möchte sich befinnen Die arme fünden- welt; O daß sie Jesum hörte, Und sich zu Gott bekehrte, Eh' fie in asch und staub zerfällt. 9. In wenig furzen stunden Ist alles glück verschwunden, Das fünder hier ergößt: Komm, find der nacht mit beten, 3um gnadenthron ju treten, Mit wangen die die busse nest. Chor. 598. wie felig send ihr doch, ihr frommen, Die ihr durch den tod zu Gott gekommen! Ihr send entgangen Aller noth), die uns noch hält gefangen. Antwort. 2. Ja, höchst selig sind wir, lie: ben brüder, Unser mund ist voller freuden lieder; Doch was wir schauen, Wird Gott euch gar bald auch anvertrauen. Chor. 3. Muß man hier doch wie im ferter leben, Da nur sorge, furcht und schrecken schweben: Was wir bie können, Ist nur müh und herjeleid zu nennen. Antwort. 4. O ihr lieben! send doch ja zuzufrieden, Wünscht nicht freude, weil ihr send hienieden: Laßt eu ren willen Sich nur sanft von Gottes gnade stillen. Chor. 5. Ihr hingegen ruht in eurer kammer Sicher und befrent von allem jammer; Kein treuß noch leiden Ist euch hinderlich an euren freuden. R 2 393 Antwort. 6. Aber gleichwohl mußten wir auch kämpfen, Da in uns war sünd und tod zu dämpfen: Was euch jest quälet Daran hat es uns auch nicht gefehlet. Chor. 7. Christus wischet ab all' eure thränen, Habt das schon, wornach) wir uns erst sehnen, Euch wird gefungen, Was durch feines ohr allhier gedrungen. Antwort. 8. Duldet euch nur fort bey euren thränen, Bleibt getreu euch himmelan zu sehnen; Eu'r jebig leiden Ist der saamen zur fünfti: gen freuden. Chor. 9. Ach! wer wollte denn nicht gerne sterben, Und den himmel für die welt ererben? Wer wollt hie bleiben, Sich den jammer länger lassen treiben? Antwort. 10. Frenlich ist hier gut ben Christo leben, Doch könnt ihr euch in geduld ergeben: All euer strei= ten Lohnet Christus hier mit herr: lichkeiten. Chor. 11. Komm, o Christe! komm, uns auszuspannen, Löf uns auf, und führ' uns bald von dannen: Ben dir, o Sonne! Ist der frommen seelen freud und wonne. Antwort. 12. Ach! ihr theure seelen, eure tronen, Eure palmen, eure güldne thronen, Gind schon bereitet, Schafft nur daß ihr recht zum sie ge streitet. Beyde Chöre. 13. Nun wir wollen benderseits dann loben Gottes Lamm, das uns in Gott erhoben: Ein ew'ges leben Ist uns beyderseits gewiß gegeben. 14. Lobt, ibr menschen, lobt ihr himmels chöre: Gebt dem höchs sten Gott allein die ehre! Die ewigfeiten Werden unsers Gottes ruhm ausbreiten. 394 Bom Tode und der Auferstehung. 3. Mein leib bird hier der wür: Mel. Gott des himmels und. mer spott, Die feele ist ben ihrem 599. Ruhet wehl, ihr todten Gott, Der durch sein's Sohn's beine! In der stillen tod's bitterfeit Sie hat erlös't zur einsamkeit, Ruhet, bis das end feligkeit. erscheine, Da der Herr euch zu der freud Kufen wird aus euren grüften In die freye himmels lüften. 2. Nur getrost! ihr werdet leben Weil das leben euer hort, Die verheissung hat gegeben Durch fein theuer werthes wort: Keiner foll in tod verderben, Die in seinem namen sterben. 3. Und wie follt im grabe blei: ben? Der ein tempel Gottes war, Den der Herr ließ einverleiben Seiner auserwählten schaar; Die er selbst mit blut und sterben Hat gemacht zu himmelserben. 6. Wie manche widerwärtigkeit Betraf mich in der lebenszeit, Nun aber ist mir nichts bewußt, Denn ewigliche himmels- luft. 7. So last mich nun in fanfter ruh, Und geht nach eurer woh4. Rein! die kann der tod nicht nung zu, in jeder denke nacht halten, Die des Herren glieder und tag, Wie er auch selig sterben find: Muß der leib im grab erkalten, Da man nichts als asche find't. Wird doch) Gott, was vor gewesen, Wieder neu zusammen mag. leſen. 5. Ja! er will, wie er erstanden, Selber an dem dritten tag, Also seine reichs- verwandten Führen aus des todes schmach, Bu den fro: hen hochzeit- freuden, Die er seiner braut bescheiden. 6. Ruhet demnach, in dem fühlen eine noch so turze zeit! Es will schon den aufzug spielen Die so nahe ewigkeit; Da ihr sollt mit haut und beinen Vor dem stuhl des Lammis erscheinen. Antwort des Verstorbnen. Mel. Nun laßt uns den- leib. 600. So grabet mich nun immer hin, Da ich fo lang verwahret bin, Bis Gott, mein treuer feelen- hirt, Mich wieder auferwecken wird. 4. Was hier trübsal mich verleht, Wird jetzt mit himmels: lust erseht, Die welt ist doch ein jammerthal, Dort ist der rechte freuden- faal. 5. Wann alle welt durchs feu'r zerbricht, Und Gott wird halten fein gericht, So wird mein leib verkläret stehn, Und in das hime melreich eingehn. 2. Ja freylich werd ich durch den tod Bu afchen, erden, staub und foth: Doch wird das schwache fleisch und bein, Von meinem Gott verwahret seyn. Mel. Wann mein stündlein v. 601. SP pann aus, spann aus, ach frommer Gott! Spann mich aus meinem jam mer:,: Und trage aus der quaal und noth Mich in die ruhe- tama mer: Der welt und lebens bin id) fatt, Bor angst der seelen müd und matt, Daß ich begehr zu ster: ben. 2. Denn was ist doch die schnöde welt? Was ist auch unser leben? Ein nichtig nichts, das nicht gefällt Dem, der dir ist ergeben. Drunt eil ich aus dem jammerthal Bu dir in deinen freuden- saal, Daß ich bey dir stets bleibe. 3. Gleich wie der, welcher auf dem meer Coll einen schiffbruch leiden, Eich nach der anfuhrt feh net sehr, Die wellen zu vermei den; So dürftet meine feel nach dir, Drum tomm, o Herr, und hilf nur mir, Daß ich die ruh erlange. 4. Co bitter kann der tod nicht fenn, Ich will ihn froh umfangen, Weil mein Herr Jesus ist allein Bom Tode und der Kaferstehung. 395 Mit ihm so umgegangen, Daß er| Denn Jesus, er! mein Herr und ihn bis aufs haupt erlegt, Und Gott! Mein Herr und Gott! kraft in seinen Händen trägt, Daß Stärkt mich in meiner todesnoth. er zum schlaf muß werden. 8. Doch), welch ein weinerlicher 5. Wie ich mich demnach nie- ton Echallt um mich her? es ist mals scheu In meinem bett zu mein sohn, Mein Benjamin, der schlafen, Also von herzen ich mich nach mir sieht, Der schmerz ent freu, Daß Gott mir will verschafflieht, Nun sterb' ich gerne. Sie fen, Daß nur ein süsser schlaf soll verschied. feyn Der tod mir ohne furcht und pein, Der mich zu ihm hinführe. 6. So spann doch aus, ach from: mer Gott! Spann mich aus meis nem jammer, Und trage aus der quaal und noth Mich in die ruhekammer: Der welt und lebens bin ich fatt, Vor angst der feelen müd und matt, Daß ich begehr zu sterben. 4. Herr, der vor meine missethat Am freuße einst geblutet hat, 3n deinem schmerzen seh ich dich! Laut rufe ich: Mein Gott, warum ver: taffst du mich? Mel. Wie flieht dahin der m. 11. 3hr jungen mütter, lernet heut Den hohen christenmuth im bahn Nach Canaan Bur freundin, und ju Gott hinan. 602. Unendlicher, ich fühlſtreit, Und firebet auf der tugendes wohl, Daß ich, wie Rahel sterben soll. Wie eine taube girre ich: Dennfürchterlich Stürzt schmerz und todesangst auf michh. 2. Heut trifft mich deines fluches last, Den du im jorn gedonnert haft: Mit schmerzen sollt ihr mütter seyn! Und todespein Stürmt brausend in mein herz hinein. 3. Gleichy felfen fallen auf mich hin Die schmerzen der gebährerin. Ach, könnt' ich doch von jenen höhn Das glück erflehn, Den kleinen schmerzensohn zu sehn. 5. Jedoch, du kennest meine noth, Dein wille nur gescheh', o. Gott! Ich kämpfe, Gott- mensch, wie du dort, Im garten fort, Und fühl in jeder nerve mord. 6. Ich schau nach tausend schmerzenswehn, Erbarmer, auf zu deinen höhn! Schon steht der todes: engel da, Doch glänzet ja auch mir sin trost von Golgatha. 9. Eo zich dann im triumphe hin, Erlös'te junge kämpferin. Vor des erhöhten Lammes thron Erwartet schon Auch dich der streiterinnen lohn. 7. Nun, armes herze, tämpfe nur Den kampf der fündigen natur: 10. Dort schmückt der große menschenfreund Mit thränen, die du hier geweint, Dir deine krone, die, wie pracht Der sterne lacht In einer flaren winternacht. Mel. Es ist gewißlich an der. 603. Victoria! mein Lamm da, Mein mein licht, mein leben; Mein Lamm, das dort Johannes sah Sehr hoch in freuden schweben, und mit ihm die erwählte schaar, Die über hundert tauſend war. Bictoria! mein Lamm ist da. 2. Lamm, du hast mich von ewigteit Geliebt und auserföhren: Aus liebe bist du in der zeit, D trost! ein mensch) geboren. Dein treuge= sinntes bruderherz, Lud auf sich meine noth und schmerz, Und zog mich aus dem jammer. 3. Du hast mich als ein treuer hirt, Gesucht und auch gefunden: Bum leben hast du mich geführt, Bum heil aus deinen wunden; Auch hast du, mein Immanuel, Mich mit des Geistes freudenöht Bu deinem dienst begnadet. 4. Es ist durch deine liebes- treu Das treuß, der christen orden, Sum zeichen, daß ich deine sen, Auch mir zu theile worden. Wer dieses sie: get an sich hat, Der ist ein bürger 396 Bom Tode und der Auferstehung. jener stadt, Die Gottes hand gebauet. 5. Ermuntre dich, o meine seel! Auf, auf! nun gehts ans scheiden! Verlaß des leibes finstre höhi, Steig auf den berg der freuden. Das lamin ruft dir: nimm hin den kranz, Den ich vom leben, licht und glan; Dir lieblich hab gewunden. 6. Nun ist des rauhen winters wuth, Dahin und ganz vergangen, Die plaß- und wetter- regensfluth Ist weg: die nassen wangen So dieser herbe leidens- fluß Benetet, foll mein liebesfuß Mit ew'gem trost abwischen. 7. So stehe nun behende auf, 14. Doch willst du mich noch eine Komm, komm, du meine schöne! Komm, freundin! komm mit vol lem lauf Bu mir, daß ich dich fröne. Mein thron und meine herrlichkeit, Mein ganzes reich) ist dir bereit, Du hast nun überwunden. weil, Mein Herr! auf erden se: hen; So laß mich nur an mei nem theil Unigürt und wartend stehen, Daß ich zur frohen ewigfeit Gen alle augenblick bereit. So, so bin ichs zufrieden. 12. Ach füsses lamm, wie wohl ist mir! Mein herz hebt an zu springen Noch) in dem leib; wie, wenn bey dir Willkommen wird erflingen? Wie wird mir da zu muthe seyn, Wenn ich dich selbst in augenschein, mein leben, wer= de nehmen? 10. Preiß, lob, ehr, ruhm, dank, kraft und macht Een dir, mein lamm! gefungen, Daß du mich haft zur ruh gebracht, Bur ruh, mir ists gelungen! Die freuden fron bedeckt mein haupt; Unendlich mehr, als ich geglaubt, Find ich der herrlichkeiten. 11. hunderttausend zungen Her, Lob, lob dem lamm zu fingen! Auf, himmel, erde, luft und meer, Auf, auf! ruhm, dank zu bringen. Stimmt an mit mir, macht euch bereit, Den, der da lebt von ewigkeit Aus ganzer macht zu ehren. 13. Uch) flügel, flügel, flügel her! Hinauf mich gleich zu schwingen, Ich muß dem König seine ehr Nun bald vollkommen bringen. Komm, froher tag, fomm, komm herben! Und mach mich von den fesseln fren, Den schönsten anzuz schauen. 8. Ich ehre deine nägelmaal, O lamım! mit tauſend küſſen. Die 604. Wann mein ſtündlein mich der schuld und höllen- quaal, ( Sott lob! nun ganz entrissen. Kein flecken, runzel wird verspürt, Weil mich so föstlich ausgeziert Mein erstgeborner bruder. 9. Halleluja! der tampf und lauf Ist aus, die feinde liegen; Mein lamm geht mir als sonne auf, Der berg ist überstiegen. Ihr harfenfpieler, gönnet mir, Mit euch des himmels schönste zier, Das Lämmlein hoch zu preiſen. ich soll fahr'n mein strasse, So leit du mich, Herr Jesu Christ, Mit hülf mich nicht verlasse: Mein feel an meinem letzten end Be= fehl ich, Herr, in deine hand, Du wirst sie wohl bewahren. 2. Mein fünd mich werden frän ten sehr, Mein g'wissen wird mich nagen, Denn ihr find viel, wie fand am meer, Doch will ich nicht verzagen, Gedenken will ich an dein'n tod, Herr Jesu, deine wun den roth, Die werden mich ers halten. 3. Ich bin ein glied an deinem leib, Deß tröst ich mich von her: zen, Von dir ich ungeschieden bleib, 3n todeš- noth und schmerzen. Wann ich gleich sterb, so sterb ich dir, Ein ew'ges leben hast du mir Mit deinem tod erworben. 4. Weil du vom tod erstanden bist, Werd ich im grab nicht bleis ben, Mein höchster trost dein' auf fahrt ist, Todsfurcht kann sie verz treiben: Dann wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bey 397 Bom Tode und der Auferstehung. dir leb und bin. Drum fahr ich| blut, Wachs doch mit meinein hin mit freuden. ende gut. 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, Mein arm thu ich ausstrecken, Ich schlafe ein und ruhe fein, Kein mensch kann mich aufwecken; Denn Jesus Chrisius, Gottes Sohn, Der wird die himmels- thür aufthun, Mich führ'n zum ew'gen leben. Mel. Wer nur den lieben S. 605. Wer weiß wie nahe mir mein ende? Hingeht die zeit, herkommt der tod: Ach! wie geschwinde und behende Kann kommen meine todes: noth! Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 8. Nichts ist, das mich von Jesu tod: Ich leg die hand in seine fcheide, Nichts, es sey leben oder feite, Und sage: mein Herr und mein Gott. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 9. Ich habe Jesum angezogen Echon längst in meiner heil'gen tauf, Du bist mir auch daher ge= wogen, Hast mich zum find genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit mei= nem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, als es am frühen morgen war, Dieweil ich leb auf dieser erden, Leb ich in steter tods: 10. Ich habe Jefu leib gegessen gefahr: Mein Gott, ich bitt durch ein blut hab ich getrunken hier, Christi blut, Machs doch mit mei- Nun fann er meiner nicht vergesnem ende gut. sen, Ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 11. Nun komm mein end heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, Ich bin und bleib in seinen sorgen Mit Jesu blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 7. 3d weiß, in Jesu blut und wunden hab ich mir recht und wohl gebett, Da find ich trost in todes- stunden, Und alles was ich) gerne hätt. Mein Gott, ich durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 3. Herr, lehre mich mein end bedenken, Und wenn ich einmal terben muß, Die feel in Jesu vunden fenten, Und ja nicht spaen meine buß: Mein Gott, ich vitt durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 4. Laß mich bey zeit mein haus bestellen, Daß ich bereit sen für und für, Und fage frisch in allen fällen: Herr, wie du willst, fo schicks mit mir: Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 12. Ich leb in Jesu mohl ver: gnüget, Und sterb ohn alle tüm merniß: Mir gnüget, wie es mein ( Sott füget, Ich glaub und weiß es ganz gewiß: Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit meinem ende gut. 5. Mach mir stets zuckersüß den himmel, Und gallen- bitter diese welt, Gieb, daß mir in dem weltgetümmel Die ewigkeit sen vor: gestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs doch mit meiMel. Nun ist es alles wohl g. 606. Wie flieht dahin der nem ende gut. menschen zeit? Wie 6. Uch Bater! decke meine fünde eilet man jur ewigkeit, Wie wes Mit dem verdienste Jefu zu, Dar- nig denken an die stund Von her: in ich mich fest gläubig winde, Das zensgrund? Wie schweigt hievon giebt mir recht erwünschte ruh. der träge mund. Mein Gott, ich bitt durch Christi 2. Das leben ist gleich wie 398 Bom Tode und der Auferstehung. traum, Ein nichtes werther was reu, die ihn zerreißt: Sein herz ferschaum, Im augenblick es bald zu Gott erhoben Empfängt den vergeht, Und nicht besteht: Steich: trost von oben, und fried und freud wie ihr dieses täglich ſeht. im heil'gen Geist. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir, Das, was du bist, ich traue dir, La berg und hügel fallen hin, Mir ists gewinn, Wenn ich allein ben Jefu bin. 5. Er fegnet froh die seinen, Die um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet fie; Und seiner treue wegen Erfüllt Gott seinen segen, Und weichet auch von diesen nie. 4. So lang ich in der hütte wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine tag, Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 6. Die engel steigen nieder; Boll froher jubellieder, Die feele ju empfahn: Er stimmt in ihre chöre Anbetung, preis und ehre Dem Mittler seinem Heiland an. 5. Was hilft die welt in letter noth? Lust, ehr und reichthum in demi tod? O mensch, du laufst dem schatten zu, Bedenk es nu, Du kommst sonst nicht zur wahren ruh. 6. Weg eitelkeit, der narren luft; Mir ist das höchste gut bewußt. Das fuch ich nur, das bleibet mir: mein mein herz zu dir. 7. Was wird das fenn, wann ich dich seh, Und bald vor deinem throne steh? Du unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit klugem herzen suche dich. 7. Laß, Höchster, mich bestreben, So in der welt zu leben, Wie man dieß glück erwirbt: Damit ich einst ein erbe Der seligkeit, ersterbe. Wie ein gerechter, frommer stirbt! Mel. O Jefu Chrift! meine. 608. Wie sicher lebt det Cein leben ist ein fallend laub und dennoch schmeichelt er fi gern, Der tag des todes sey no h fern. 2. Der jüngling hofft des greif's ziel, Der mann noch seiner jahre Mel. In allen meinen thaten.jahr, und keiner nimmit den irr: viel, Der greis zu vielen noch ein 607. Wie fanft feh'n wir den thum wahr. frommen Nun bald 3. Sprich nicht: ich denk in glück der erd entnommen. Sich seinem und noth Im herzen oft an mei ziele nahn: Wo sich des lebens nen tod. Der, den der tod nicht freuden Bom frechen fünder schei- weifer macht, hat nie mit ernst den, Da gehn des christen freuden an ihn gedacht. an. 4. Wir leben hier zur ewigkeit, 2. Er lächelt feinem ende, Und Bu thun, was uns der Herr ge hebt voll dank die hände Bu seinem beut, Und unsers lebens kleinster Bater auf, Der bey der welt ver- theil 3st eine Frist zu unserm heil. derben So froh ihn lehrt zu ster= ben, Nach einem wohl vollbrachten lauf. 5. Der tod rückt seelen vor ge richt; Da bringt Gott alles an das licht, und macht was hier ver: borgen war, Den rath der herzen offenbar. 3. Sein ruhiges gewissen, Bebt nicht vor finsternisfen, Die grab und höll umgiebt! Die schreckens: 6. Drum, da dein tod dir täglich vollen pfade Erleuchtet ihm die dräut, So sen doch wacker und be gnade Des Gottes, den er treu gesreit: Prüf deinen glauben als ein liebt. christ, Ob er durch liebe thätig ist. 4. Hier fliessen teine thränen Der! 7. Sin feufzer in der letzten noth, angst: hier ächzt kein stöhnen Der Ein wunsch, durch des Erlösers tod Bom Tode und der Auferstehung. 39J Bor Gottes thron gerecht zu seyn, welt, Mein Jesus mich in armen Dies macht dich nicht von fünden nalt, In ihm erfreu ich mich at lein, Ohn ihn kann ich nicht fröh= lich seyn. rein. 8. Ein herz, das Gottes stimme hört, Ihr folgt und sich vom bösen fehrt: Ein gläubig herz, von lieb erfüllt, Dieß ist es was in Christo gilt. 5. Mit meinen war ich erst ge= bohr'n, Bum jauchzen bin ich nun erfohr'n, Ich singe mit der engel: schaar Das ewig neue jubeljahr. 9. Die heiligung erfordert müh; Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; 6. Nichts liebers meine junge singt, Nichts reiners meinen ohren Du aber ringe stets nach ihr, 21stlingt, Nichts füffers meinem her: wäre sie ein werk von dir. jen ist, als mein herzliebster Je= sus Christ. 7. Drum liebe eltern höret auf, Bu flagen meinen kurzen lauf, Ich bin vollkommen worden bald: Wer selig stirbt ist gnugsam alt. 8. Bedenfet meinen freudenstand, Und wie es in der welt bes wandt: Bey euch erhebt sich frieg und streit, Hier herrschet fried und fröhlichkeit. 9. Wer auf der erden lange lebt, Deß leib auch lang an fünden flebt, Muß streiten oft mit fleisch und blut, Das manchem weh und bange thut. 10. Ja, leiden muß er freut und noth, und noch wohl einen langen tod: Hie hab ich schon nach furs sem streit Erlangt die fron der herrlichkeit. 10. Der ruf des lebens, das du lebst, Dein höchstes ziel, nach dem du strebst, Und was dir ewig glüc verschafft, Ist tugend in des glaubens traft. 11. 3hr alle seine tage weihn, Heißt eingedent des todes senn; Und wachsen in der heiligung, 3st wahre todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins gericht; Drück selbst des todes bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich! 3. Daß ich mein herz mit jedem Ing Vor dir, o Gott, erforschen 11ag, Ob liebe, demuth, fried und cau, Die frucht des Geistes in ihm 21; 14. Daß ich zu dir um gnade fleh, itets meiner schwachheit wider: fth, Und einstens in des glaubens 11. Wie manches kind fällt sich tracht Mit freuden ruf: es ist voll- u todt, Wie manches stirbt in beacht. wassers noth! Wie leidet man= aus dem jammerthal. ches lange quaal, Eh es kommt Mel. O Jesu Chrift! meins. 609. Wohl mir, hier ist mein ruhehaus Hier ruh' ich wurm nach schmerzen aus, Ich bin durch einen fanften tod Entgangen aller angst und noth. 2. Was schadets mir, daß mein gebein muß in der erd verscharret fenn? Die seele schwebet ohne leid Im himmelsglanz und herrlich feit. 3. In solchem schmuck, in solcher jier, Prang ich vor Gettes thron allhier, Mein Jesus ist der seelen luft, Mein labsal, meine beste fost. 4. Was frag ich nun nach jener 12. Sollt es euch denn nicht tröstlich seyn, Daß ich bin sanft geschlafen ein? Daß mich mein treuer feelen- freund Auf ewig hat mit sichy vereint. 13. Drum legt die hand auf euren mund, Und seht auf Gott, der euch verwundt, Der euch zu heilen ist bereit, Wanns dienet eurer ses ligkeit. 14. Wenn wir aus unserm grabe gehn. Dann werden wir uns wie der sehn, Dann sind wir himmlisch angekleid't mit höchster ehr und herrlichkeit. 400 Vom jüngsten Gericht und der Verdammniß. Vom jüngsten Gericht und der Verdammniß. herrlichkeit, Bu richten böf und wird kommen, In seiner großen frommen, Dann wird das lachen werden theur, Wann alles wird vergehn im feur, Wie Petrus da von schreibet. 2. Man höret der posaunen hall Dann auf der ganzen erden; Die todten werden auf den schall So: gleich erwecket werden; Die aber noch lebendig sind, und die der Herr rechtschaffen findt, Wird er sehr schön verwandeln. 3. Darnach wird man ablesen bald, Ein buch darin geschrieben, Was jeder mensch so jung als alt, Auf erden hat getrieben, Da denn gewißlich jedermann Wird hören was er hat gethan In seinem gar zen leben. 4. O weh demselben, welcher hat Des Herren wort verachtet, Urd nur auf erden früh und spat Nah großem gut getrachtet, Der wird fürwahr gar fahl bestehn, Urd mit dem fatan müssen gehn Ben Christo in die hölle. mel. Serzlich thut mich ver. 610. Bedente, mensch! das ende, Bedenke dei nen tod, Der tod kommt oft behende; Der heute frisch und roth Kann morgen, und geschwinder, Hinweg gestorben seyn: Drumi bilde dir, o fünder! Ein täglich sterben ein. 2. Bedenke, mensch! das ende, Bedenke das gericht; Es müssen alle stände Bor Jesu angesicht! Kein mensch ist ausgenommen, Hier muß ein jeder dran, Und wird den lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, mensch! das ende; Der höllen angst und leid, Daß dich nicht satan blende, Mit seiner citelkeit: Hier ist ein furzes freuen, Dort aber ewiglich) ein fläglich schmerzens- schreyen; Ach fünder, hüte dich! 4. Bedenke, mensch! das ende, Bedente stets die zeit, Daß dich ja nichts abwende Von jener herr lichkeit, Damit vor Gottes throne Die seele wird verpflegt; Dort ist die lebenskrone Den frommen bengelegt. 5. Herr! lehre mich bedenken Der jeiten lehte zeit, Daß sich nach dir zu lenken, mein herze sen be: reit; Laß mich den tod betrachten, und deinen richterstuhl! Laß mich auch nicht verachten Der höllen feuer- pfuhl. 6. Hilf, Gott! daß ich ben zeiten 2uf meinen letzten tag Mit buße mich bereiten Und täglich sterben mag: Im tod und vor gerichte, Stel mir, o Jesu! ben, Daß ich ins himmels lichte 3u wohnen würdig sey. Mel. Romm, sterblicher, betr. 611. s ist gewiklich an der zeit, Daß Gottes Sohn 5. O Jesu! hilf zur selben zeit, Von wegen deiner wunden, Daß ich im buch der seligkeit Werd eingezeichnet funden, Daran ich dann auch zweifle nicht, Denn du haft ja den feind gericht, und meine schuld bezahlet. 6. Derhalben mein fürsprecher fen, Wann du nun wirst erschei nen, und ließ mich aus dem budhe frey, In welchem stehn die deinen, Auf daß ich samimit den brü dern mein Mit dir geh in den himmel ein Den du uns haft ers worben. 7. D Jefu Chrift! du machst ek lang mit deinem jüngsten tage, Den menschen wird auf erden Komm doch, komm doch, du richbang, Von wegen vieler plage. ter groß! Und mache uns in gna: den los Bon allem übel, Amen. Vom jüngsten Gericht und der Verdammniß. 401 Mel. Es ist gewißlich an der. 612. Gerechter Gott! vor 8. Gerechter Gott! laß mich wie du, Das gute eifrig lieben! Gieb selber mir die kraft dazu! Wirk dein gericht Muß al- inniges betrüben, Wenn sich die le welt sich stellen, Du wirst in ih- sünd in mir noch regt! Dein herz, rem angesicht, Auch mir mein ur- das lauter gutes hegt, Sen meis theil fallen. O! laß mich dein genes herzens vorbild. richt stets scheun, Und hier mit 9. Und weil vor dir, Herr Beba: ernst beflissen seyn, Vor die einst oth, Nur die allein bestehen, die zu bestehen. gläubig auf des Mittlers tod, Bey ihrer reue sehen; So laß mich die gerechtigkeit, Tie mich von straf und schuld befrent, Im glauben ei frig suchen! 2. Du siehst von deinem festen thron Auf alle menschen- kinder! Bestimmest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Allein auf das, was wir gethan, Siehst du als rechter richter. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den from men Du schüßest sie vor manchem leid, Darein die fünder kommen. So zeigtest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefallt, Den man der tugend widmet. Mel. Allein zu dir, Serr Jesu. 613. Gott, flärte mich! ich schau' hinab, Mit flammen im gesichte, Ins tiefe, bodenlese grab Ter göttlichen gerichte. D! welcher abgrund sper= ret, hier Den rachen auf, und drohet dir, Verbrecher, der der hölle lacht, Mit ew'ger nacht, Wenn einst des jornes tag erwacht. 4. Ja Herr! du liebst, was recht und gut, Und bist ein freund der 2. Hier ist der schauplaß aller frommen. Wer deinen willen noth, Sin rother pfuhl voll flamgerne thut, Wird von dir aufge- men, Hier liegen satan, fünde, tod nommen. Sein werk und dienst In einer fluft bensammen, Im gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht abgrund, den die hölle nennt, Der fo, wie er soll, Ganz rein von al- ewig, wie die rache, brennt, Hier len fehlern. wälzt sich der verdammten heer, Im flammen- meer, In schwefelströmen hin und her. 3. Die aufschrift voll verzweiflung steht, Wie nacht, an ihren thoren: Wer hier durch dieſe pforte geht, Ist ewiglich verloren. Kein strant der kleinsten hoffnung lacht In dieser bangen, bangen nacht; Die heerde der verworfnen schrent: O ewigkeit! O quaalen: volle errigkeit! 4. Nachtvolle höll! ich seh' in dir Den sammelplaß der plagen; In allen sprachen hört man hier Ver7. Bleibt hier viel böses unbe- uveiflungsvolle klagen. Im rauch straft, Viel gutes unbelohnet, Co jder unlöschbaren glut Rausch kömmt ein tag der rechenschaft, händeringen, brüllet wuth; Der Der keines fünders schonet. Da ton, den die verzweiflung ruft, stellst du, Herr! ins hellste licht, Steigt aus der fluft Und drängt Wie recht und billig dein gericht. sich durch die schwüle luft. Dann triumphirt der fromme. 5. Toch fann die kühne phanta5. Doch dem, der dich, o Gott! nicht scheut, Den frevelnden verbrecher, Der dein gesen und recht entweiht, Bist du ein strenger racher. Ihn strafend machst du of fenbar, Das der dir nie gefällig war, Der hier der fünde dienet. 6. Der untergang der ersten welt, die aus der art geschlagen, Das feuer, das auf Sodom fällt, Egyptens lange plagen, Und an: dre wunder deiner macht, Sind zeugen, wenn dein zorn erwacht, Wie du den fünder lohnest. 1 102 Vom jüngsten Gericht und der Verdammniß. fie Der spötter herz erwecken? Die quaal der hölle nennen sie Nur fei= ger feelen schrecken; Dech fühlen sie in ihrem spott: Es ist ein Gott! es ist ein Gott! Gern sehen sie imm Mittlersblut Der liebe glut, Nur nicht, was Gott als richter thut. 2. Bald kommst du mit grosser kraft 3um gericht auf erden; Denn soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Echonet nicht, Richter aller welten! Denn du willst vergelten. 8. Hier tobt der fürchterlichste schmerz, Ein nagendes gewissen, Die natter windet sich ums herz, Und martert es mit bissen, Die reue glühet, wie ein brand, Die wuth zerfleischt die eigne hand, Und er, der alte fünder, spricht: D wär' ich nicht! Die hölle heult: o! wär' ich nicht! 3. Weh denn mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine träf te, meine zeit, Hier gemißbraucht habe; Weh denn mir, Hab ich hier, Dein geschenk verschwendet, Nicht 6. Sen von des lebens sclavenjoch, Bom elend überladen; Eo wandeln deine füffe noch Im reiche feiner gnaden: Doch), wenn die hölle dich verschlingt, Wohin tein gut angewendet! ftrahl der hoffnung dringt; 34. Wiechte täglich dein gericht denn ein leben voller streit, Tie mir vor augen schweben, Möcht trübste zeit, Nicht wonne noch und feligkeit? ich mich, stets meiner pflicht Treu zu seyn, bestreben, Daß ich nie Thöricht sie Aus den augen feste, Noch mit fleiß verleşte. 7. Kein blauer himmel spiegelt ich In blutig- rothen zähren, Wo rauch und dampf so fürchterlich 5. Lehre mich gewissenhaft MeiDie schwarze luft beschireren. ne tage zählen, Jeden schritt zur Hier hängt die tiefste mitternacht, rechenschaft Mich mit vorsicht Die höllen feuer sichtbar macht, wählen: Gieb, daß ich Ernsilich Auf dir, gerichteter, dein spott, mich Jeden tag, auch heute, DarEntfernt von Gott, Fühlt jetzo fie- auf zubereite. benfachen tod. 6. Beigt sich erst die ewigkeit Furchtbar in der nähe, O! denn ist es schwerlich zeit, Daß ich in mich gehe; Wenn der tod Mir schon droht, O so ist gewißlich) Weine busse mißlich. 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede fünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du Tann mir ju: Alles ist vergeben, Sünder! du follst leben. 9. Doch, höllen- abgrund, schliesse dich Vor den erschrocknen bli den, Ch' rauch und dampf und 8.Dann erscheine zum gericht, Ich schwefel mich Bon ferne schon er darf zu dir beten, Mich verstößt sticken. O Jesus Christus! Got dein Vater nicht, Du wirst mich tes Sohn! Ergreife mich! ich vertreten; ewig dein Werd ich schwanke schon. Ach Herr, durch seyn, Und mich dich zu lieben, dein vergoßnes blut, Dein Mittwig, ewig üben. Iers blut! Bewahr mich vor der höllenglut. Miel. Befiehl du deine wege. 615. Ich denk an dein gerichs te, aller Wiel. Straf mich nicht in d. 614. Here ich bin dein eis welt! Der thor nenns ein gedich genthum; ist te, nur auch mein leben, Nir um heil ich soll sein wahn nicht stören, und dir zum ruhm Hast du mirs Weil mich dein göttlich licht Und gegeben. Väterlich Führst du mich mein gewisſen lehren, Du halteſt Auf des lebens wegen Deinem ziel einst gericht. entgegen. 2. Ich höre die pofaunen, Bem jüngsten Gericht und der Verdammniß. 403 herr! im geiste schon; Ich sehe der letzte tag, Dein leib kommit mit erstaunen Dich auf dem rich terthron, Um den die heil'ge menge Erhabner engel fient, Welch herrliches gepränge! Welch hohe majestät! aus der höhle, Darin er schlafend lag. Da mußt du stehn enttleidet, und hören an mit scheu, Wie Shrisus selber scheidet Den weizen von der spreu. 3. Wohl dir, so du geschmücker In wahrem glauben bist, Alsdann wirst du gerücket Hinauf zu Jesu Christ. Wer aber nicht von her: zen Den Herrn hier hat geliebt, Der wird durch tausend schmerzen In ewigkeit betrübt. 4. Was wird der richter machen? er richtet nicht allein; er wird zugleich in sachen Tein wahrer zeuge senn; Denn wirst du sehr erschre den, wenn auf dem urtheils- plan, Der richter wird aufdecken, Was heimlich du gethan. 3. Umsonst sucht nun der fünder Bor deiner macht zu fliehn. Herr! alle menschen- finder Wirst du zur rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen Vor deinem richter: thron, Den fündern, und den deinen Giebst du gerechten lohn. 4. Frolockend sehn die frommen Dein göttlich angesicht, Echon hier dem fluch entnommen, Bagt ihre feele nicht: Nun triumphirt ihr hoffen; Erlöst von aller müh, Eehn sie den himmel offen, Und du, Herr! segneft sie. 5. Wie angstvoll aber beben, Tie hier dein wort verhöhnt, Und durch ein fleischlich leben Das eitle her; verwöhnt! Du giebst den fündenfnechten Ihr theil in ew'ger pein, Und führeft die gerechten Bu deiner freude ein. 6. Laß, Jesu! dein gerichte mir fits vor augen feyn, Und drücke fein gewichte In mein gewisſen ein! Laß fromm vor dir mich wandeln, Und hier zu aller zeit Go, wie ein weiser handeln, Der seinen richter scheut. Co 7. Ist denn dein tag vorhanden; Wird diese welt vergehn; werd ich nicht mit schanden Vor deinem thron bestehn. Tu stellst mich denn zur rechten, Von aller schuld befrent; Führst mich mit deinen knechten In deine herrlichfeit. 5. Wie willst du doch bestehen Vor seinem großen zorn? Wenn er dich lasset sehen Die wunden, schläg und dorn, Und was er mehr getragen, O schnöder knecht für dich, Bald wird dich Christus fra= gen: Mensch), warum schlugst du mich? 6. Hab ich nicht gern vergossen Mein blut für deine schuld? Ward ich nicht fest geschlossen, Litt' ich nicht mit geduld Die nie verdiente strafen, Und marter tag und nacht, Bis ich am freuß entschlafen, Hab alles vollenbracht? 7. Wie hast du nun vergolten Mir was ich dir gethan? Oft haft du mich gescholten, Bist auf der fünden- bahn, Mit dem verfluchten haufen, Nur mir zum spott und hohn, In sicherheit gelaufen; War das verdienter lohn? Mel. O haupt voll blut und. 616. Laftab von fünden alle, Laßt ab und zweifelt nicht, Daß Chriftus wird mit schalle Bald kommen zum gericht, Sein stuhl ist schon bereitet, Ter Herr fommt offenbar, er kommt 8. Ach Gott! wie wird erschüt tern 21sdenn ein menschen find, Dort mußt' Israel zittern, Als es den starken wind, Das donnern und das blißen, Sammt der po= faunen schall Hört auf des berges spißen, Da ichrie es überall. 9. Wie wird der fünder schrei ,and wird begleitet von einer grosen, Wenn ihn der richter fract, Ben schaar. Warum er nicht mit treuen Ge2. Erschrick, fichre seele, Dies ist than, was ihm gesagt? Wie wird 404 Bom jüngsten Gericht und der Verdammniß. er können schauen Ein solches angesicht, Das ihm mit angst und grauen Leib, feel und geist zer: bricht? Drum wenn ich diese lange nacht, Bufammt der großen pein betracht, Erschreck ich recht von herzen. Nichts ist zu finden weit und breit, So schrecklich als die ewigkeit. 10. Wer kann den jammer nennen Den der erdulden muß, Dem schwefelflammen brennen Und entfernt von buß: Er wird viel tausend sehen In herrlichkeit und licht, Ben Gott, dem richter ste: hen, Der ihm sein urtheil spricht. 11. Die großen Gottes männer Berfluchen den zugleich), Den fre: chen friedens- trenner, Der fatans tirch und reich Gefuchet zu vermehren Aus böser lust allein, Und muß nun aller ehren Dafür entfehet ſeyn. 12. O himmel! es erschallet Ter fünder flag- geschren: Ihr berg und hügel fallet, Und schmettert uns entiven, Bedeckt uns vor dem pfuhle, Dieweil zu dieser frist Das Lamm dort auf dem stuhle Co gar ergrimmet ist. 13. Herr, lehre mich bedenken Doch diesen jüngsten tag Daß ich zu dir mich lenken Und christlich leben mag. Und wenn ich denn soll stehen Bor deinem angesicht, So laß mich fröhlich sehen Dein flares himmels- licht. 4. Was acht ich wasser, feur und schwerdt, Dieß alles ist kaum nen= nenswerth, és fann nicht lange dauren, Was wär es, wenn gleich ein tyrann Der fünfzig jahr kaum leben kann, Mich endlich ließ ver mauren? Gefängniß, marter, angst und pein, Die können ja nicht ewig fenn. 6. Nun aber wann du die gefahr Biel hundert tausend tausend jahr Hast kläglich ausgestanden, Und von der fünd in solcher frist, Gani grausamlich gemartert bist, 3 doch kein schluß vorhanden. Di zeit, so niemand zählen kann, Die fanget stets von neuem an. 7. iegt einer frank und ruhet gleich Im bette, das von gelde reich, Recht fürstlich ist gezieret, So haffet er doch solchen pracht, Auch so, daß er die ganze nacht 617. ewigkeit, du donner wort, O schwerdt, das durch die seele bohrt, D an: fang ohne ende, O ewigkeit, zeit in fläglichs leben führet. Er ohne zeit, Ich weiß vor großer traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende; Mein gan; erschrocknes herz erbebt, Daß mir die zung am gaumen flebt. zählet jeden glockenschlag, Und feufzet nach dem lieben tag. 8. Ach! was ist das? der höllen pein Wird nicht wie leibestrant heit fenn, Und mit der zeit sich en den, es wird sich der verdamms ten schaar Im feur und schwefel immerdar Mit zorn und grimm umvenden, und dieß ihr unbe greiflichs leid Soll währen bis in ewigkeit. 2. Kein unglück ist in aller welt, Das endlich mit der zeit nicht fällt, Und ganz wird aufgehoben: Die ewigkeit hat nur fein ziel. Sie treibet fort und fort ihr spiel, läßt nimmer ab zu toben; Ja, wie mein Heiland selber spricht: Es ist aus ihr Erlösung nicht. 5. Wenn der verdammten gro se quaal, So manches jahr als an der zahl Hie menschen sich ernäh ren, Als manchen stern der himmel hegt, als manches laub das erdreich trägt, och endlich sollte währen, So wäre doch der pein zuleßt Ihr recht bestimmtes ziel gesetzt. 9. Gott, du bist heilig und gerecht, Du strafest den verruchten knecht 3. D ewigkeit, du machst mir Im heissten pfuhl der schmerzen; bang, Dewig, ewig ist zu lang, Auf fünden dieser lebenszeit Folg Hier gilt fürwahr kein scherzen, eine bange ewigkeit; Ach jinder Bom jüngsten Gericht und der Verdammniß. 405 nimms zu herzen, Entseße dich, o menschenfind! Kurz ist die zeit, der tod geschwind. 10. Ach, fliehe doch der fünden frict, Sie kann nur einen augen: blick, Und länger nicht ergößen: Denn folgt ein lautes flagge schrey, Das immer, immer wieder neu Dem fünder bringt entsehen: O wehe, wer den fluch sich Der dieses werk aussprechen kann? 16. O ewigkeit, du donner- wort, O schwerdt, das durch die seele bohrt, O anfang ohne ende, O ewigteit, zeit ohne zeit, Ich weiß vor großer traurigkeit, Nicht wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein freuden- zelt. wählt, Da er nicht ſeine tage 11. So lang ein Gott im him: mel lebt und über alle wolten schwebt, Wird solche marter wähten; Es wird sie plagen falt und his, Angst, hunger, schrecken, feur und blis, Und sie doch nicht ver= jehren. Dann wird sich enden diese pein, Wann Gott nicht mehr wird ewig seyn. 12. Die marter bleibet immers dar, Uls anfangs sie beschaffen war, Sie kann sich nicht vermin= dern, es ist ein wirken sonder ruh, Sie nimmt an flag und seufzen zu Ben jenen jatans tindern. O fünder, deine misſethat Em pfindet weder trost noch rath. 618. Prächtig kommt der Herr, mein Laut erschallt der jubel- ton, Unter millionen heil'gen Glanzt der grose menschensohn. Halleluja! halleluja! halleluja! Blutend Lamm, willkommen mir! 13. Wach auf, o mensch, vom fünden- schlaf, Ermuntre dich, verlornes schaaf, Und befre bald dein leben, Wach auf, es ist doch hohe jeit, s fommt heran die ewigfeit, Dir deinen lohn u geben. Vielleicht ist heut der letzte tag, Wer weiß noch wie man sterben mag. 14. Laß doch die wellust dieser welt, Pracht, hoffart, reichthum, ehr und geld Dir länger nicht gebieten, Echau an die große sicher: heit, Die falsche welt und böse jeit Bufammt des teufels wüthen, Vor allen dingen hab in acht, Die vorerwähnte lange nacht. 2. Durch die tiefen ewigkeiten Einget man nun seine huld, Pran: gend glänzen seine male, Alle fühlen ihre schuld, Tie ihn hasten, die ihn haßten, die ihn hasten Sind erstarrt, da sie ihn sehn. 3. Himmel und die erde fliehen, Die er selbst im anfang schuf, Eeine feinde bebend, furchtvoll Hören der posaunen ruf: Kommit um throne, kommt zum throne, fommt zum throne, Stellt euch vor dem richter dar! 4. Seine finder, die ihn lieben, Sehen nun ihr freuden- licht, Wonne glänzet statt des traurens Aus dem frohen angesicht. Eel': ge feelen, fel'ge seelen, fel'ge fee: len, Seht! er fommt in wolken dort. 5. Die erlösung lang erwartet, Seht, wie fey'rlich sie erscheint! Seine finder, sonst verworfen, Sind mit herrlichkeit vereint. Halleluja! halleluia! halleluja! Nun kommt das verheiß'ne reich. 6. Eeht ihn lächelnd, fest ents schlossen, Alles übel zu zerfreun. Alle nationen rühmen; Ewig wer= den sie sich freun. O fomm cilend! o fomm eilend! o fomm eilend! Halleluja! fomm, mein heil. 15. O du verruchtes menschen find, Von sünden toll, von herzen blind, Laß ab die welt zu lieben. Ach! ach! soll dann der höllen pein, Da mehr denn taufend hen- Mel. O Gott du frommer G. ler feyn, Ohn ende dich betrüben? 619, Thurechnung, rechnung lebt ein so mann, Gott 406 Vem Himmel und ewigen Leben. von dir haben, Thu rechnung, Wach auf, du stadt Jerusalem; spricht der Herr, Von allen deinen Mitternacht heißt diese funde; gaben, Thu rechnung, fürchte Gott, Eie rufen uns mit hellem munde, Du must sonst plötzlich fort, Thu Wo send ihr tlugen jungfrauen? rechnung, denke stets An diese don- Wohlauf! der Bräut'gam kömmt! ner- wort. Eteht auf die lampen nehmt! Halleluja! macht euch bereit Bu der hochzeit, Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Bion hört die wächter fingen, Das herz fängt an für lust zu sprin gen, Eie wachet und sieht eilend auf; Ihr freund kommt vem him mel prächtig, Von gnaden start, von wahrheit mächtig. Ihr licht wird hell, ihr stern geht auf. Nun komm, du werthe fron, Herr Je fu, Gottes Sonn! Hosianna; wit folgen all Bum freuden- saal, Und halten mit das abendmahl. 2. Sprich: lieber Gott! wer kann Vor deinem thron bestehen, Wenn du mit deinem knecht Willst insgerichte gehen? Weil in der ganzen welt Bu finden nicht ein mann, Der dir auf tausend nur Ein wert antworten fann. 3. Laß gnade gehn vor recht, Ach laß mich gnade finden, Sprich mich aus gnaden los von allen meinen fünden; Laß deines Sohnes blut Auch mein her; machen rein, Laß alle meine schuld Todt und vergessen seyn. 4. Laß mich in dieser welt Nur dir zu ehren leben, Laß ja mein leib und feel Dir allzeit seyn ergeben; Dein Geist regiere mich), So werd ich wohl bestehn In meiner rechnung und Bur Himmelsfreud' eingehn. 3. Ruhm und dank sen dir gefun gen, Mit menschen und mit en gels- zungen, In reinem süßßten himmelston; Von zwölf perlen sind die thore An deiner stadt, wir sind im chore Der engel dort un deinen thron! Kein aug hat je ge spürt, Kein chr hat je gehört, Col 620. Wachet auf, ruft uns dhe freude; welt gute nacht, Wir die slimme Der sind gebracht Bur stadt, wo ew'ge wächter sehr hoch auf der zinne, I wonne lacht. Vom Himmel und ewigen Leben. Mel. Jesu, der du meine feel. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein tod ist mein gewinn, Er hat mir das heil erworben, Drum fahr ich mit freuden hin, hier aus diesem welt- getümmel, In den schönen Gottes- himmel, Da ich werde allezeit Echauen die Dreyeinigkeit. 621. Alle menschen müssen sterben, Alles fleisch vergeht wie heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser leib der muß verwesen, Wenn er anders soll ges nefen Bu der großen herrlichkeit, Die den frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses leben, Weil es meinem Gott beliebt, Gern und willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt, Denn in meines Jesu wunden hab ich mun erlösung funden, Und mein trost in todes noth Ist des Herren Jesu tod. 4. Da wird seyn das freudenles ben, Da viel tausend feelen schon, Sind mit himmels- glanz unge: ben, Tienen Gott vor seinem thron, Da die Seraphinen prangen und das hohe lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die patriarchen wohnen, Vom Himmel und ewigen Leben. 407 Die propheten all zumal, wo aufchem frohen schauen Tie schaar, ihren ehren thronen Sist mit die hier ju dessen hürden tam! pracht der zwölften zahl; Wo in Wie hörst du, als mit donnerstima so viel tausend jahren Alle from- men singen Das auserwählte heer men hingefahren, Da des Herren An jenem gläsern meer, Und Mo= eigenthum, Ewig singet seinen sis lied auf Gottes harfen flingen! rihm. 6. O Jerusalem! du schöne Ach! wie hele glänzest du, Welch ein lieblich lobgetöne Hört man da in fanfter ruh; der großen freud und wonne, Jetzund gehet auf die fonne, Jehund gehet an der tag, Der fein ende nehmen mag. 7. Ach: ich habe schon erblicket Alle diese herrlichkeit, Sehund werd ich schön geschmücket Mit dem weissen himmels- fleid, Und der güldnen ehren krone: Stehe da vor Gottes throne, Echaue solche freude an, die ich nicht beschreiben fann. 8. Hier will ich nun ewig wohnen, Liebsten Freunde, gute nacht; Eure treu wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht; Hier erwart ich mit verlangen, Fuch bald selig zu empfangen; Schickt euch an zur todes nacht, Bis ihr auch den lauf vollbracht. 622. Dumeiner augen licht! Schwing dich hinauf nach jenen Salems- pforten; Denn wo fommts her, daß es dir aller orten An nuth, an fraft und freudigkeit gebricht? Isis nicht daher, daß du nicht Gott vertraueft, Und in dem jammerthal Allein auf deine quaal, Und nicht auf je= nes theure kleinod schauest? 2. Drum auf ermuntre dich: Die wunden, die dir diese dornen geben, Die währen nur durch die fes turze leben, Denn dort versucht die schlange keinen stich: Und du willst drob in Jesu dienst ermat: ten! Wird nicht die ewigkeit Die, so in dieser zeit Geschwrist, mit freud und wonne überschatten? 4. Wird nicht auch dieser munde, Der kümmerlich hier pflegt von Gott zu lallen, In Eden wie ein donnerschlag erschallen, Wenn er in dieser schaar zu aller slund Das lob des allerhöchsten wird erzäh: len: Ein schönes weisses kleid Ist dir ja schon bereit: Es wird, an feiner Freud und zierde fehlen. 5. Doch eins behalte wohl! Sein leben muß hier einer erstlich has sen, Und, was ihn in dem kampf verhindert, lassen, Wenn er zu dem triumph gelangen soll. Der alte fünden- mensch muß erst vers derben, und, wie vorhin das eamm, Am bittern kreußes- stamm mit seinen faulen gliedern ganz ersterben. 6. Tenn muß der lebensgeist Aufs neu von oben wieder dich bez leben, Und dir zum frommen wan: det träfte geben, Der dein ema pfangnes leben andern weis't. Dieß leben wird hier in die ange: fangen: Doch wenn du diese zeit es mit beständigkeit Behältst, fo wirst du ewig darin prangen. 7. Willst du nun dieses thun? Willst du dein fleisch und allen guten tagen Mit rechtem ernst bis in den tod entsagen, und nur in deineš Jesu folge ruhn? So wird dir auch die ehre nicht entstehen, Rebst deinen Sieges- Held In jener freuden- welt Wit heil gekrönt in dem triumph zu gehen. 8. Ja! ja! von herzen gern Will ich mein freuß auf diese schultern nehmen, Und in das sanfte joch den hals bequemen, Bu folgen meinem hellen Morgenstern. Wohlan! ihr lüfte müßt das leben lassen! Du harter hoffarts- sinn, Pu liebe zum gewinn, Weicht von des herzens 3. Sieh! das erwürgte Lamm, Wie herrlich geht es dort auf Bihaus, geht eure straffen. ens quen, Und wie frohlockt in fol- 9. Mein Jesu, stärke mich, Den 408 Vom Himmel und ewigen Leben. fünden- wust von mir hinaus zu tet, kämpft und wachet, Bald ist es fegen, Und, was die in den weg will hindrung legen, Taffelb jers fchell, zerhaue und zerbrich). Laß deine liebe sters mein herze füffen, Und was dein holder rath Uns auf: gehoben hat, Turch lebens- volle Hoffnung mir verfüssen. 10. Du werthe Bionsstadt, Benn werd ich einmal deinen könig grüsfen, und deiner edlen bäume frucht geniessen, Die fraft zum leben und gesundheit hat! Das herze hüpft, das blut in adern wallet, Der geist spricht mit begier: Ach! war ich nur in dir! Die junge jeho mehr vor sehnen lallet. 11. Doch, seele, warte nur: Die freude kommt doch endlich nach den forgen, und nach der schwarzen nacht der helle morgen, Hier zeigt dir die geduld die rechte ipur. In dessen mache stets und sen befliffen, Daß deiner lampen licht Kein önle je gebricht, Der braut'gam wird die beste zeit schon wiſſen. 12. Kommt, Bions- töchter, her, Dem bräut'gam nellen wir entgegen gehen: Laft uns vereint auf unfrer warte stehen, Taß durch betrug die fünd uns nicht verfehr. Hebt eure häupter auf! die gnaden fonne Tritt fammit der braut herfür, Sie öffnet schon die thür: Geht ein zur frohen Lammes- hochzeit wonne. 13. Gebt aber allen pracht dem groffen( Sott, der alles is in allen, Laßt feinen ruhm in aller mund er fchallen, Weil er in alles wohl gemacht. Etimmt an ein lob, ihr faiten, feinem namen, Wir sind fein eigentium, Cr unfre Saronsblum, Ihm sen mit aller macht gefungen amen. mitternacht. 2. Macht eure lampen fertig, Und füllet sie mit önst, Und send des heils gewärtig, Bereitet leib und feel. Die wächter Bions schreyen: Der bräutigam ist nah, Begegnet ihm im reihen, und fingt Halleluja. 3. 3hr flugen jungfraun alle Hebt nun das haupt empor Mit jauchzen und mit schalle Bunt fros hen engel- chor. Die thür ist auf geschlossen, Die hochzeit ist bereit: Auf, auf ihr reichsgenossen! Det braut'gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, Drum schlafet nicht mehr ein; man sicht die bäume blühen, Det schönste frühlingsschein Verheißt erquicungszeiten; Tie abend- röthe zeigt Den schönsten tag von weiten, Davor das dunkle weicht. 5. er wollte denn nun schla fen? Wer flug ist, der ist wach: Gott kommt, die welt zu strafen, Bu üben grimm und rach An allen, die nicht machen, und die des thie: res bild Anbeten sammt dem draz chen; Drum auf! der löwe brüllt. 6. Begegnet ihm auf erden, Ihr, die ihr Bion liebt, Mit freudigen geberden, und send nicht mehr bes trübt; és sind die freuden stun den Gekommen, und der braut Wird, weil sie überwunden, Die frone nun vertraut. 7. Die ihr geduld getragen Und mit gestorben send, Collt nun, nad freuß und klagen, In freuden fons der leid mit leben und regieren, Und vor des cammes thron Wit jauchzen triumphiren In eurer fieges- fron. 8. Hier sind die sieges- palmen, Hier ist das weisse kleid, Hier stehn die weizen- balmen In frieden, nach dem streit Und nach den wins ter- tagen; Hier grünen die gez bein, Die dort der tod erschlagen, hier schenkt man freudenwein. 9. Hier ist die stadt der freuden, Jerusalem der ort, Wo die erlöf ten weiden, Hier ist die sichre pfort. Mel. Befiehl du deine wege. 623. Ermuntert euch, ihr frommen! Beigt eus rer lampen schein, Der abend ist gekommen, Die finfire nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet Der bräutigam mit pracht! Auf! be Vom Himmel und ewigen Leben. 409 Hier sind die güldnen gassen, Hier| frenheit haben, Dich gar zu baden ist das hochzeit- maht, Hier soll sich niederlassen Die braut im rosen thal. in der Auth, Die dir, o geist, so fanfte thut. 10. O Jesu, meine wonne! Komm bald und mach dich auf, Gel auf, verlangte sonne! Und fördre dei nen lauf. O Jesu! mach ein en de, Und führ uns aus dem streit: Wir heben haupt und hände Nach der erlösungs- jeit. 6. Da wirst du deinen Bater fehn, Und deinen bruder finden. Es wird dich dessen glanz durch= gehn, Und gluth entzünden. Du wirst in steter liebe brennen, Wenn du die schönheit wirst er= tennen, Davor der erden pracht und schein Nur muß wie todte fohlen seyn. 7. Die engel Gottes werden dich Als ihren bruder grüssen, und dich), o geist, gar süssiglich In ihre mitte schliessen. Es werden selbst die Cherubinen Der groffen braut des eammes dienen, Dieweil der köz nig, der sie liebt, Ihr gleichen glanz und ehre giebt. 624. Er Frmuntre dich, be klemmter geist, Und laß dein langes klagen, Das dir mur muth und kraft entreißt. Du sollst dich einmal wagen, Dich wie ein Adler aufzuschwingen, und in des himmels glan; ju dringen, Weit über sterne, sonn und mond, Wo Jesus, dein versöhner, wohnt. 8. Da wirst du sehn die groffe 2. Willst du dein hagres angeschaar, Die deinen mittler ehret, ficht, Nur auf dein elend heften? Aus deren mund man immerdar Was wunder, daß es dir gebricht Das heilig! heilig! höret. Da An freudigkeit und träften. Weg wirst du mit an reihen treten, mit den augen von den sachen, Das höchste wefen anzubeten. Die deinen kampf nur schwerer Des Vaters ruhm, des Lammes machen, Und da voll glauben hin- preis Wird ewig üben deinen geschaut, Wo dir dein Heiland hüt- fleiß. ten baut. 9. Was wird da vor ein strom der lust Durch alle glieder dringen! Wie wird in der jest bangen brust Das herz vor freuden springen! Und was die sinnen übergehet, Und dieses lebens werth erhöhet, Ist, vaß desselben füffer schein, Wird ewig! ewig! ewig 3. Ist dir das kleinod noch zu klein, Bis auf das blut zu streiten? Du sollst ein erbe Gottes fenn Und seiner herrlichkeiten, Du sollst nicht nur von ferne stehen und sie wie Moses Canaan sehen, Du wohnst darinnen für und für: Was Jesus hat, das giebt er dir. feyn. 4. Angst, flagen, jammer, weh 10. 2uf, auf, mein geist! entund leid Wird wie ein rauch) verschliesse dich, Bis in den tod zi fliegen. Du wirst im schooß der kämpfen. Brich durch, was die ewigkeit Vergnügt und ruhig lic- ist hinderlich, und deinen muth gen. Die thränen, die sich hier er- will dämpfen. Willst du die fron gieffen, Die werden dort nicht der ehren tragen, so mußt du was weiter fliessen; Der schweiß, der für Jesum wagen, Es wird die sich damit vermischt, wird von frone, die so schön, Nur auf dein dem Vater abgewischt. haupt der sieger stehn. 5. Da wirst du zu dem meer geziel. Wie wohl ist mir, o fr. fiihrt, Das feinen boden fennet, o man im überfluß veripiirt, Was man nur nennet. Ist mußt du dich mit tropfen la ben: Dann wirst du recht und 625. Die treue siegt und wird an Gott und Jesu hält: Sie wird nur hier, nicht dort verhöhnet, Und 410 Vom Himmel und ewigen Leben wenn einst alles bricht und fällt; Wer kennet dich, und liebt dich So bleibet der, der treu geblieben, nicht! Gesetzt, daß hier noch jams Und den tein sturm von dem ge- mer- höhlen, Darin es oft an trost trieben, Der auch durch noth und gebricht; Gesetzt, die welt kann tod gekämpft; Und weil er nie zu die nicht leiden, Die sie sammt ihe rück gegangen, Ein unbeweglich rem unflath meiden, Und Jesu treu reich empfangen, So bald er höll ergeben sind. Epott, schmach und und tod gedämpft. schmerz kann dem nicht schaden, Der hier ben Gott in schuß und gnaden, und dort ein königreich gewinnt. 2. Dies ist der führer der getreu: en, Sein vorbild lockt und stärket fie, Er weiß sie innigst zu erfreus en, Ben aller noth und fauren müh: Er ist der weinstock, sie sind reben; Was ihnen fehlet, kann er geben; Und wer sich niemals von ihm trennt, Dem fehlen nie des lebenssäfte, Er merkt ben jeglichem geschäfte, Daß ihn sein treuer Heiland fennt. 3. Er gönnet andern größre gaben, Nur braucht er sein verlieh'= nes pfund: Er will aus faulheit nichts vergraben, und macht durch wort und werke fund, Sein auge sen auf Gott gerichtet; Was aber falsche klugheit dichtet, Sey seiner seelen fluch und wust. Hingegen Jesu reich vermehren, Und ihn troß welt und fatan, ehren, Bleibt stets sein zweck auch seine lust. 4. Ben solchem sinn, auf solchem wege Bleibt Gott ihm herzlich zu gethan; Er geht ben treuer fee: len- pflege Getrost auf angewief's ner bahn. Weil Jesus, der ihn führt und wecket, Ihm immer mehr sein herz entdecket, Je mehr er sich ihm einverleibt. Sein schiff behält den mast und ruder, Dies weil sein erstgeborner bruder Für wahre treu ihm treu verbleibt. 5. Was dieses bündniß mit sich führet, Begreift fein sinn, der irdisch heißt, Und was ein chrift für labfal spüret, Den Sott von seiner tafel speis't, Mag zwar auf dieser finstern erden Bezeugt, doch nicht verstanden werden, es sey dann, daß mans selbst erfährt. Sprecht, feelen, die ihr was erfahren, Und nennts, der worte zu ersparen, Die reinste lust, so erig währt. 6. O süsser stand getreuer feelen! 7. O merket dies, ihr falschen geister, Die ihrs mit Gott nicht redlich meynt: Die schlange selbst ist euer meister, Des teufels sinn, was flugheit scheint. Je länger ihr hier wankt und hintet, Und treulos eure faulheit schminket, Je näher tritt der fluch herben, Ihr wollt nicht welt, nicht himmel haf sen; Doch eins von benden müßt ihr lassen. Auf, prüfet, was zu wählen sen! 8. Was habt ihr doch von eurem heucheln? Ihr schmecket nie, wie Gott erfreut. Die falsche welt hört auf zu schmeicheln, So bald ihr nicht mehr brauchbar send: Und wenn sie euch von hinnen schicket; Co weiß sie nichts, das euch ers quicket, Kehrt euch drum bald den rücken zu. Ach möchtet ihr doch Jefum wählen: So möcht euch welt und alles fehlen, Ihr hättet Gott, trost, hülf und ruh. 9. Ach, treuer Heiland, hilf mir schwachen: Dem trägen geist gieb munterkeit, Und, um mein heri dir treu zu machen, Erinnre mich, wie kurz die zeit, Und wie mein leben nur verschwendet, Das nach dem lauf der welt verwendet, und nicht in deinem dienst vers zehrt. Ach, laß mich, was noch übrig, retten! Berreiß auch die verborgnen fetten, Co noch bis her mein herz beschwert. 10. Die treue siegt und wird ges frönet: Das zeiget die gekrönte schaar, Die hier durch Gott, mit Gott versöhnet, Und Jesu treu ere geben war. Sie gieng in ihren legten stunden, So bald sie völlig 411 Bom Himmel und ewigen Leben. uverwunden, Bur freude jenes le= 5. Ich lebe auch noch auf der bens ein. Trum, Jefu, hilf, ach, welt, Und trag mich mit dem leid laß mich eilen, Ja binde mich mit der fünden, der mich mit so viel liebes- feilen, Dir unverbrüchlich noth verstellt, An dem sich so viel treu zu seyn. greuel finden: Ich fühl den alten menschen wohl, Und kann nicht, wie ich will und soll, Tem from= men könig früchte tragen: Doch, Mel. Mein Seiland nimmt d. 626. Jch eile meiner heimath hülle mich in Jefum ein: Dann bin ich mehr als engel rein. ju, soll verjagen. dies der freuden, Bum hochzeitfaal, zum ort der ruh, Bum gläsern meer der seligkeiten, Bum Baters haus, jum Lammes- thron, Sur quell des trosts, zum großen lohn Ter von ihm treu gefundnen knechten, Bum heer vollendeter gerechten; Mein aug das vor mit thränen rann, Echwingt sich im glauben dahin an. 6. Gejest, die letzte todes- noth Macht meiner blöden seelen bange: Ich trau auf meines mittlers tod, Der siegreich meinen tod ver: schlange; Der mich im leben sei: ne hieß, wird auch in dieser finsterniß Mein tröster, licht und führer heissen, Und mich aus allen ängsten reissen. Drückt er mir dann die augen ju; So bin ich) völlig in der ruh. 7. Ob schon des freuzes schwere last Die schwache schultern traurig drücket, Wenn auch die alte schlang nicht rast, Und manche pfeile auf mich schicket; Eo ist ja eben dieß der pfad, Den Gottes Sohn betreten hat, als er zu seinem Vater gangen: Je näher wir zur stadt gelangen, Je mehr man hunde bellen hört, und durch vertiefte wege fährt. 2. Sollt ich mein abgezehrt gesicht Nur stets auf meine fünden lenken, Daran der Vater selber nicht um feines Sohnes blut will denten; So triegt ich keine freu: digkeit, und weder kraft noch muth im streit, Ich müßte mich mit furcht und zagen, Bu meines Heilands unehr plagen. Nein, lieber vor hinauf geschaut, Wo mir mein Heiland Hütten baut. 3. Der Vater schuf mich ia dazu, Der Sohn hat mich dazu erkaufet, Und schrieb mich in das buch der ruh, 21s mich sein Geist darauf getaufet. Nun er will nicht zu: rücke gehn, Sein bund und siegel bleibt mir stehn, Wenn gleich der ganze schwarm der höllen Mit ungestüm dargegen bellen: Co bleibts doch ewig fest daben, Daß ich ein erbe Gottes sen. 4. 3war leugn' ich meinen schaden nicht, Daß ich den bund mit ihm gebrochen: Toch beugt es mich, mein herze bricht, und fommt zerfnirscht zu dir gekrochen, der mir zu gut den tod ge: schmeckt; Hier wird der schade jugedeckt; In ihm der gnadenbund erneuet, Und ich von aller schuld befrenet: Gott nimmet mich so gnädig an, als hätt ich teinen fall gethan.. 8. Ta seh ich denn den Gottes Eohn Holdselig mir entgegen eilen, Und seinen glorieusen thron Mit mir, als seiner braut zu thei: len: Willkomm'n, willkommi'n willkomm'n erflingt, Das durch den ganzen himmel dringt Von der verklärten geister chören, Ta werd ich meinen Namen hören Und wer mich hier im Herrn ge= fannt, Biet't mir frohlockend hier die hand. 9. En, heißt es dann, bist du auch) da, Hast du nun völlig überwuns den? Triumph, triumph, victo: ria! Hast du die frohe ruh gefunden? Dann eilen sie in dieser rub Als kinder, ihrem Vater zu, Ihm, unter lauter glorie fingen, Den neuen himmels- gast zu bringen. 412 Bom Himmel und ewigen Leben. Sie beten ihn in demuth an, Für| vertraut, Tie gnadenblicke find das was er mir guts gethan. unzählig, Die mir von seinem angesicht, wenn mich) des freußes hise siicht, Ins herze gleich dem thaue fallen, Toch suche ich ben diesem allen, Auch noch befreyung aus dem streit Und allgemeine sicherheit. 10. Hier lieg ich, wie gebunden da! Dort werd ich jauchzend mit ihm springen, Und ein erquickend gloria, Und heilig, heilig, heilig fingen: Angst, tlagen, jammer, noth und leid Verwandeln sich in ruh und freud; Die thränen, die sich hier ergiessen, Tie werden dort wie perlen fliessen; In meines frommen Vaters haus Wird lauter gold und perlen draus. 11. Und was mich noch am meisten freut, Ist dief, daß alle meine fünden, und alle last der sterblich keit Wie rauch in starten wind verschwinden, und fury, hier hab ichs ewig gut, Ich schwimm in einer friedens- fluth: Was Vater, Sohn und Geist geniessen, Coll ewig stromweis auf much fliesſen, Ich soll, und nicht zum blossen schein, Ben Gott nun ewig selig senn. 12. Auf, auf, mein geist, ermuntre dich Ben allen deinen schwe: ren leiden: O glaube Jesu ficher: lich, Dies ist der nächste weg zur freuden; Ergieb in findlicher geduld Dich deines Baters lieb und huld: Er wird in feinen treuen Händen Dich unaussprechlich schön vollenden, lind ehe du dichs wirst versehn, Wirst du verklärt dort oben stehn. Met. Mein Seiland nimmt d. 627. Mein geift fchickt sich zur hochzeit an, Und eilt dem bräutigam entgegen, Damit ich mich mit freuden kann, Als braut zu seinen füsſen Legen! Die zeit ist da, der tag bricht ein! Da will ich heimgeführet seyn, Ich habe lang genug gestritten In Kedars schwarzen trauer: hütten, Die thränen- faat ist bald vollbracht, Bald heisset es: welt, gute nacht. 2. 3war bin ich hier schon Shrifti braut, Mithin in fester hoffnung felig, Er hat mich auch ihm an3. Ich klage dadurch Gott nicht an, als würde der mich sinten lassen, Bis bieber hat ers nicht gethan, Und sollte er mich künftig haffen? Nein, dieses findet ja nicht statt Bey dem, der theil am blute hat, Ich weiß schon sein getreues lieben: er nur ben ihm, dem fets geblieben, Den hat noch keine noth gefällt; Er ist und bleibt sein starker held. 4. Auch walle ich noch immer mit, Eo lange, wie es Gott be ichlossen, und gehe fröhlich schritt vor schritt, als einer seiner reichsgenossen Durch Christi kraft im glauben her, Und wandele vor ihm so mehr, Da meine hoffnung mir nicht fehlet, Und mich nicht furcht der höllen quälet; Sein Geist, der liebe unterpfand, Drückt Herz an herz und hand in hand. 5. 3mmittelt will ichs gern ge stehn: Das hoffen wird mir fast zu lange, Die braut will sich zur rechten sehn, Das warten thut iht trefflich bange, Die schwalbe sucht im nest die ruh, Die taube eilt dem entrinne, So ist mir, wenn ich mich schlage zu, Damit sie der gefahr befinne. Ich winſele auf franichss art ach) einer sel'gen himmelfahrt. 6. Ihr stunden eilet nur dahin, Shr tage fliehet wie die schatten, Mein bräut'gam bleibet mein ges winn, Und seine fraft fann nicht ermatten; Die zierde seines hei ligthums, Die treflichkeiten seines ruhms Und was mich ewig mag erquicken, Das werde ich nun bald erblicken Wenn der entfleidungs: tag anbricht; Denn schau ich Gott von angesicht. 7. O theures Lamm! was hast du Bem Himmel und ewigen Leben. 413 ich errig bin. mir 21s armen staub und schlech:[ stets auf gewinn mich fühlen, daß ten made, Tie nichts denn elend ausser dir, Vor luft und unerhörte gnade in Jenem leben zugedacht! Ach! wär ich nur erst hingebracht, Wie wollte ich so nunter singen: Mein Lamm! du bist vor allen dingen Preis, lob, ruhm, dank und chre werth, Hier ist nur Gott sein feu'r und heerd. 7. Da werd ich das im licht er= kennen, Was ich auf erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist mit preis und dank Die schickung im juhammenhang. Mel. Wer nur den lieben G. 628. Nach einer prüfung furzer tage, Er wartet uns die ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die flage In göttliche zufriedenheit. Hier übt die tugend ihren fleiß, Und jene welt reicht ihr den preis. 2. Wahr ists, der fromme schmeckt auf erden Echon manchen fel'gen augenblick; Toch alle freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkomm'nes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh Nimmt in der seele ab und 8. Da werd ich zu den throne dringen, Wo Gott, mein heil, sich offenbart; in heilig, heilig, heis lig, singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und cherubim, und seraphim, Und alle himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und hei lig fehn, Pas nie gestörte glück er: fahren Mit frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden augenblick Ihr heil, mein heil, mein glück ihr glück. 10. Da werd ich dem den dank bezahlen, Der Gottes weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionen malen och segnen daß er mir ihn wies. Da find ich in des Höchsten hand Den freund den ich auf erden fand. JU. 3. Bald stören ihn des förpers schmerzen, Bald das geräusche die fer welt; Bald fämpft in seinem eignen herzen in feind der öfter fiegt, als fällt; Bald sinkt er durch des nächsten schuld In kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist, wo man den glücklichen benei- I feele seyn? det, Und des bekümmerten ver: gift; er kann der mensch nie fren von pein, Nie fren von eigner schwachheit seyn. 12. Was send ihr, leiden dieser erden, Toch gegen jene herrlich feit, Tie offenbart an uns foll werden, Von ewigkeit zu ewigkeit? 5. Hier such ichs nur, dort werd Wie nichts, wie gar nichts gegen ichs finden; Dort werd ich, heilig[ fie, Ist doch ein augenblick voll und verklärt, Der tugend ganzen werth empfinden, Ten unaus sprechlich grossen werth: Den Gott der liebe werd' ich sehn, Ihn lie: müh! blindheit! bin ich ben, evig ihn erhöhn. welt 6. Da wird der vorsicht heil'ger dienen mur erschaffen, und hat wille Mein will und meine roht: mein Echöpfer mich bestellt Daß fahrt seyn; Und lieblich wesen, ich soll emsig gaffen Nach eitlem heil die fülle, Am throne Gottes gut, Und meinen muth Auf solche mich erfreun. Dann läßt gewinnthorheit sehen, Die leichtlich kann 11. Pa ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein fel'= ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein leben, Die feele mir gerettet; du! Gott, wie muß dies glück erfreun, Der retter einer Mel. Was mein Gott will. 629. 414 Vom Himmel und ewigen Leben. Den flügsten mann an leib und| bräutigam Mich) einmal kommen feel verlesen. 2. Mein Gott! erschaffen hast du mich Bu deinem freuden- leben, Das weiß und glaub ich festiglich, Doch kann ich nicht erheben Mein herz zu dir Und für und für Nach folchem leben trachten; Es ist mir leid, Daß in der zeit Ich dieses nicht kann achten. 3. Laß fleisches welt- und aus gen- lust In mir nicht länger walten, Ein bessers ist mir ja bewußt, Daran ich much soll halten. Laß meinen sinn Sich schwingen hin Bu dir, mit freud und wonne; Du bist mein licht Und zuversicht, Ja meiner feelen sonne. 4. O Bater! laß dein schwaches tind Stets deine liebe suchen, Welt ist nur dampf, welt ist nur wind, Die welt will ich verfluchen. Dein unterthan, Lauf in der bahn, Bu dienen seinem fürsten. Es foll fürwahr mich immerdar Nach deiner gnade dürsten. 5. Benn freuß und trübsal kommt heran, So laß mich nicht verjagen; Dein wort ists, das mich trösten kann und hilft mein elend tragen. Ich weiß ja wohl, Wie daß ich soll Mit dir, Herr, ewig leben, Sollt ich denn nicht, O du mein licht! Nach solcher wohlfahrt streben? 6. Was ist doch alles treuß und noth? Was ist doch alles leiden? Wis herzens- angst, was gar der tod? Was schnell und traurig scheiden? Wenn ich nur mag Den groffen tag Der herrlichkeit bedenten, und aus der welt Ins himmels zelt, Bu Bions stadt mich lenfen. 7. O schönste stadt, o Gottes: haus! haus voll freud und won ne, Ich wünsch aus dieser welt hinaus, Daß ich die Freuden- sonne, Das flare licht und angesicht Des Allerhöchsten schaue, Ja, daß ich mich Herzinniglich, mit meinem Gott vertraue. 8. Ach, ach! wenn wird mein heissen; Wenn wird er mich aus diesem schlamm, Und eiteln leben reisen? Wenn werd ich doch Dieß schwere joch Von meinen schultern legen? Wenn leuchtet mir doch bald herfür Des himmels freud und segen? 9. Wenn soll ich doch dein anges ficht, liebster Jesu, sehen? Wenn werd ich einst in deinem licht, licht der feelen, stehen? Du lieb: lichs bild, Treu, fromm, und mild, Wenn werd ich aufgenommen, Daß aus der zeit Bur ewigkeit Ich schleunig möge kommen. 10 Was irr ich hier im jammer: thal, In diesem fremden lande, Ja, leid' hieselbst so manche quaal, So manchen spott und schande: Ich will heraus, Des Vaters haus Kann ich zur wohnung haben; Ja dieser ort Wird mich hinfört, Mit höchster wollust laben. 11. O möcht ich armer doch, bez frent Bon aller angst und schrecken, Dein' unaussprechlich herrlichkeit In jenem leben schmecken. O süsſe fraft, O lebens- faft! Wenn werd ich dich empfinden, laß mich die welt, Doch als ein held Ganz siegreich überwinden. 12. O schönste stadt, o klares licht, füffigkeit ohn ende, O freud, o fried, o zuversicht! Ergreif mich doch behende; Laß mich von hier, Du schönste zier, Bur herrlichkeit bald scheiden; Denn ich bin dein, Und du bist mein: Drauf fahr ich hin mit freuden. Mel. O ewigkeit du donnerw. 630. ewigkeit du freuden mich quicket fort und fort! O anfang fonder ende? Dewigkeit, freud ohne leid! Ich weiß vor herzens- fröhl lichkeit Ganz nichts mehr vom elen de, Das sonst in diesem leben plagt Weil mir die ewigkeit behagt. 2. Kein herrlichkeit ist in der welt, Die endlich mit der zeit nicht fällt, Und gänzlich muß vergehn. 415 Vom Himmel und ewigen Leben. Die ewigkeit hat nur fein ziel, Sie 9. O ewigkeit! du freuden- wort, treibet fort und fort ihr spiel, Das mich erquicket fort und fort! Bleibt unverändert stehen; Ja O anfang sonder ende! O ewig= Gott in seinem worte spricht: Sie teit, freud ohne leid! Ich weiß von kennet die verwesung nicht. teiner traurigkeit, Wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir folchen sinn Beharrlich, bis ich komm dahin. mel. Gott des himmels und. 631. Jerufalem du schö ne! Da man Gott beständig ehrt, Und das himmlische getöne, Heilig! heilig! heilig! hört, Ach! wenn komm ich doch einmal in zu deiner bürgerzahl? 2. Ich muß noch in Mesechs hütten, Unter Kedars strengigkeit, Da schon mancher christ gestritten, Führen meine lebenszeit, Da der herbe thränen- faft Hat verzehrt die beste kraft. 3. ewigkeit, du währest lang: Wenn mir auf erden gleich ist bang, Weiß ich das solchs aufhöret. Drum, wenn ich diese lange zeit Erwäge, sammt der feligkeit, Die ewig nichts zerstöret, So acht ich alles leiden nicht, Die ja nur furze zeit ansicht. 4. Was ist doch aller christen quaal, Die pein der märt'rer alljumal, So vieles treuß und leiden? Wann man es gleich zusammen trägt, Und alles auf die wage legt, Sodann zur andern seiten Dort jenes lebens herrlichkeit, Wie wird es überwogen weit! 5. Sieht man denn die verdammten an, Wie lang ihr mar= ter währen kann, Wie grausam sie geplaget, Nur immer sterben ohne tod, Und Leben in der höchsten noth, Bom feuers- wurm genaget. Wie groß ist denn die herrlichkeit, Bon diesem allen seyn befreyt. 3. Ach wie wünsch ich dich zu schauen, Jefu, liebster feelenfreund! Baldigst in des Salems: auen, Wo man nimmer klagt und weint, Sondern in dem höchsten licht Schauet Gottes angesicht. 4. Komm dochy! führe mich mit 6. Im himmel lebt der christen freuden Aus Egyptens übelstand; schaar, Ben Gott viel taufend tau- Bringe mich nach vielem leiden send jahr, und werden deß nicht In das rechte vaterland: Tessen müde: Sie dürfen sich mit engeln ström mit milch und wein Wer freun, Sie sehen stets der Gottheit den angefüllet fenn. fchein, Sie haben güldnen friede; Da Christus giebt, wie er verheißt, Das manna, das die engel speif't. 5. Oder auserwählten städte! O der seligen revier! Ach! daß ich doch flügel hätte, ich zu schwingen bald von hier, Nach der neuerbauten Stadt, Welche Gott ur fonnen hat. 7. Ach! wie verlanger doch nach dir Mein mattes herze mit begier, Du unaussprechlich leben. Wenn werd ich doch einmal dahin Gelangen, wo mein schwacher sinn Stets pfleget hin zu streben? Ich will der welt vergesſen ganz, Mich sehnen nach des himmels glanz. 8. Fahr hin, du schnöde sucht und pracht, Du tolle hoffarts- fleider tracht, Fahr hin, du fündlichs wefen, Du falsch entzünd'te liebesbrunst, Du gold und silber reichthums- dunst, Und was die welt er lefen, Für sich zu ihrem höchsten gut! Das ew'ge macht mir besserr muth. 6. Soll ich aber länger bleiben Auf dem ungeſtümen meer, Da mich wind und wetter treiben, Durch so manches leid- beschwer, Ach! so laß in freuß und pein, Hoffnung meinen anfer senn. 7. Alsdenn werd ich nicht er= trinken, Ich behalt den glaubensschild; Shristi schifflein kann nicht sinken, Wär das meer auch noch so wild; Ob gleich) mast und feget bricht, Läßt doch Gott die seinen nicht. 416 Vom Himmel und ewigen Leben. Mel. Gott des himmels und. Laß in deinem blut mich finden Was erquicket meine feel; Gieb mir, Jesu, glaubens- traft, Sie ists, die das gute schafft. 632. Wer sind die vor Gotz tes throne Jene unzählbare schaar? Jeder träget ei= ne trone, Jeder stellt dem Lamm sich dar: Jeden ziert ein weiß gewand, Mit dem palmen in der hand. 2. Laut erschallen ihre lieder: Heil sey dem der auf dem thron Gist, und auf uns blickt hernieder; Heil dem großen menschensohn; Alle engel stehen da, Alles fingt, Halleluja! 10. Mache du mich neugeboren, Denn die neue creatur Hast du dir allein erfohren! Beige mir des geistes spur: Reiß die decke vom gesicht, Leuchte mir, du gnadenlicht. 11. Daß mein theil sey bey den frommen, Die dir, Jesu, ähnlich find, und die aus viel trübsal fommen; Hilf, daß ich auch überwind Alle trübsal, noth und tod, Vis* ich komm zu meinem Gott. 3. Es sind diese, welche tamen Aus dem tiefen trübfals- meer, Die ihr freuß gern auf sich nah men, Die von eigner würde leer; Ben dem Lamme, das geschlacht, Fanden sie die kleider- pracht. 4. Sie sind darum vor dem throne, Dienen Gott ben tag und nacht, Werfen ihre gnadenkrone Jefu hin, der sie anlacht, Der dort auf dem stuhle siht, und der ewig sich beschützt. 5. Hunger, durst, und sonnenbike Drücken ſie auf ewig nicht; Donner, und Angst der höllen und gericht Sind hier völlig abgethan Auf der rei= nen wollust- bahn. 6. Der für sie das heil erworben, Da er als das rechte Lamm, Für die ganze welt gestorben An dem hohen freußzes- stamm, Weidet sie, ja will allein Selbst die füffe weide seyn. 7. Er bringt sie zu wasserquellen Wo das ew'ge leben quillt; Nichts fann ihre luft vergällen! Hier wird nun ihr durst gestillt: Gott selbst, der ihr heil und licht, Wischt die thränen vom gesicht. 3. Ich sehe schon im geist zuvor, Wie Gottes hütte steigt empor: 8. Ach, Herr Jesu, sieh ich hebe, Hier wohnt Gott selbst den men: Meine hände zu dir auf; Hilf, fchen bey, Sagt, ob dies Gottes daß ich nach dir nur strebe In stadt nicht sey? Der sein Jerusas dem bangen pilgrims- lauf; Hier lem mit lust bewohnt, Und seinen bin ich im kampf und streit, wenn werd ich doch befrent! 4. Hier gilt fein weinen, kläglich 9. Wasche mich von meinen fün- thun, Run muß geschren und den, mache meine kleider hell; schmerzen ruhn; Was noch zur Obürgern nur mit liebe lohnt. 12. Hilf, daß ich dir willig diene als ein priester Gottes hier, Daß ich mich im flehn erkühne, Dich zu nennen meine zier; Deine hüt te decke mich Für dem heissen sonnenstich. 13. Wenn willst du mein flehn erfüllen; Komm mein heil, daß ich dich schau; Eile meinen durst zu stillen; Führe mich auf Bions au: Wische meine ihränen ab; Wohl mir, wenn ich dich nur hab. nigs braut, 633. Wie schön iſt unsers Köz man sie nur von ferne schaut; Wie wird sie nicht so herrlich fenn, Co bald sie völlig bricht herein? Triumph! wir sehen dich, wir fingen dir! Wohl dem, der dich empfängt, du Himmels- Bier. 2. Sie ist schön ihrem mann ge= schmückt, Ter ihr den glanz ent gegen schickt. In solchem zierrath fährt die stadt Herab, wenn sie die zahl voll hat; So wird der himmel fammt der erd verneut, Die creatur von ihrer last befreyt. Morgen- Lieder. alten welt gehört, 3st ganz in grund verstört, verkehrt. Der auf dem throne sist, verkündigt fren; Seht, lieben, wie mein Geist macht alles neu. 5. Die braut des Lamms wird vor der zeit Hierzu verwandelt und verneat: Und so befißt sie Gottes ruhm, und bleibt des Königs eigenthum; O güldner stérn, wie blist dein heller strahl! Wer weiß der auserwählten bürger zahl? 417 fömmt kein gößen- knecht, kein hurer ein, Obschon die thore stets er= öffnet fenn. 10. Wie freuet sich mein ganzer finn, Daß ich schon eingeschrieben bin In der verlobten gliederzahl, Durch meines holden Königs mahl! Wie gerne mach ich mich mit nichts gemein, Weil ich ein reines glied der braut will seyn! 11. Drum überwindt mein glaube weit Im geist die alte nichtigfeit, Er wartet auf die neue stadt, Die lauter neue fachen hat. Im blut des Lammis ererb ich alles mit: Das ist der sieg, darum ich fehnlich bitt. 12. 2ch! wundre sich nur nie: mand nicht, Daß ich nichts anders mehr verricht; Die braut kann doch sonst nirgends ruhn, Sie hat mit ihrem schmuck zu thun. Wer feinen hochzeit- tag schon vor sich sieht, Der ist um andern tand nicht mehr bemüht. 6. Die alte fonne scheint da nicht, Sie glänzet viel ein ander licht Weil Gottes größte herrlichkeit, Des Lammes leuchte sie erfreut. Drum geht der heiden fuß im licht umher, Hier mehrt der fön'ge ruhm des Königs ehr. 7. Sie ist von purem gold gebaut, Und was man auf den gaffen schaut, Ist als ein hell durchscheinend glas, Als sie der güldne rohr: stab maß. Ihr tempel ist der Herr und auch das Lamm, Die braut hat tempels gnug am Bräutigam. 8. Ich grüsse dich, du güldne stadt, Die thor von lauter perlen hat: Führ deine mauren hoch her vor, Sie heben deine pracht en por. Ich schau dich wohl, denn dich deckt keine nacht. O! daß ich schon längst wär dahin gebracht! 13. Wenn ich nun völlig umge fehrt, und klein als wie ein findlein werd, So ist Jerusalem nun mein, Denn solche bürger müssens seyn. Da fahr ich denn zugleich mit ihr herab, Und was ich sonst daben für ehre hab. 14. Nun ist das alte völlig hin, Das neu ist da, nach Geistes sinn. 9. Wie funkelt da der gründe Willkommen, allerliebstes Lamm! schein! Ein jeder ist ein edelstein: Komm ja fein bald, mein BräuWie blißt der engel hoher glan;! tigam, Triumph! triumph! vies Er überstrahlt die thore ganz. Dal toria! Und ewiges Halleluja. Morgen- Lieder. Mel. Der lieben fonnen licht.| 2. Sprich: Gott, ich bin nicht gnug dazu, Die gnade zu erzählen, 634. uf feel, und danke Die du durch sichre leibes- ruh Er deinem Herrn Aus zeigt haft meiner seelen; Ich kann reinem herzensgrunde: Das helle nicht jeigen an, Was du mir guts licht vertreibt, die stern In dieser gethan Nebst andern, die auch morgenstunde; Die fonn ent- trauen dir, Und eines glaubens Decket dir Der güter Gottes zier, sind mit mir. Die sich zu Gottes tinder schau Bea fpiegelt in dem morgen- thau. 82 3. Nun meiner feele hülf und schuß, Ich rühme deine treue, Die 418 Morgen- Lieder. deinen findern kommt zu nutz, Gott vollbracht, Anfang und ende Die alle morgen neue: Ich dant gut gemacht. herzinniglich, Daß du so gnädig mich Und auch die meinen dieſe nacht Durch deine engel hast be: wacht. 635. Aus meines Herzens grunde Sag ich dir lob und dank, In dieser morgens 4. Gieb, liebster Gott, daß ferner ftunde Und all mein lebentang: auch Ich heute christlich wandle, Gott, vor deinen thron, Bring ich Und meine pflicht also gebrauch, dir preis und ehren, Durch Chri: Daß, was ich thu und handle Ge- stum unsern Herren, Dem einges reiche mehr und mehr 3u deines bornen sohn; namens ehr, 3u meiner feelen heil und schuß, Und meines nächsten dienst und nuß. 5. Behüte mich vor alle dem Was leib und feele träntet: Hingegen gieb, was angenehm, Was deinen segen schenket. Wend ab gefahr und noth, Krieg, hunger, feur und tod: Schickst du mir aber freuß mit zu; So gieb geduld, trost, hülf und ruh. 6. Ich will gern alles nehmen an Bu lieb und auch zu leide, Weil deine hand es ändern kann, Und wenden leid in freude. Dein herz auf mich gericht't Kann mich ver: lassen nicht: Denn, wer im glau ben kommt zu dir, Der ist gesegnet für und für. 7. Nur dir sen alles heimgestellt, Geel, leib, stand, gut und leben: Mach alles, wie es dir gefällt, Dir hab ich es ergeben. Bewahre stadt und land, Lehr: wehr- und auch nähr- stand; Erhaltewortund facrament: Gieb ein vernünftig selig end. 8. Mein Herr und Gott, dich laß ich nicht, Dir lieg ich hier zu'n füffen, Vis mir dein mund den fegen spricht, Der alles fann verfüffen, Bis mich dein himmel tränkt, Und mir viel guts einfchenkt, Wenn mich dein füsser gnaden- geist Aus meines Jefu wunden speift. 2. Daß du mich aus genaden 3 der vergangnen nacht, Für noth und allem schaden Behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, Du wollest mir vergeben, Womit n diesem leben Ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen tag, Fürs teufels lift und wüthen, Für fünden und für schmach), Für feu'r und was sers- noth, Für armuth und für ichanden, Für ketten und für bonden, Für bösem schnellen tod. 4. Den leib, die feel, das leben, Mein weib, gut, ehr und find, Will ich dir übergeben, Darju mein hausgesind, Sie sind Herr, deine gab, Mein eltern und vers wandten, Geschwister und bekannten Und alles was ich hab. 5. Laß deine engel bleiben Und weichen nicht von mir, Den satan zu vertreiben, auf daß der feind allhier, In diesem jammerthal, Sein tück an mir nicht übe, Leib und feel nicht betrübe, und bring mich nicht zum fall. 6. Gott will ich lassen rathen, Er weiß wohl was mir nügt; Er fegnet meine thaten, Er ist es der mich schüßt; Ihm hab ich heim: gestellt Den leib, die feel, das le ben Und was er mir gegeben; Er machs, wies ihm gefällt. 7. Ich spreche darauf amen, In 9. Hierauf nehm ich mit freuden glaubens zuversicht; Ich traue an, Was mir ist anbefohlen. feinem namen, Denn er verläßt Dein Geist für mich auf ebner mich nicht; Ich strecke aus die hand bahn, Bis du mich wirft einholen und treibe, was hienieden Mir Ins schöne paradeis, Bu deinem Gott selbst hat beschieden In meis lob und preis; So ist der tag in Inem amt und stand. Morgen- Lieder. 419 Mel. O traurigkeit, o herzel.| arbeit dieser zeit Völlig wird. belohnet. 636. Die nacht ist hin, Mein geist und finn Sehnt fich nach jenem tage, Vor dem völlig weichen muß Finsterniß und plage. 2. Der tag ist da, Das licht ist nah, Das dunkle zu vertreiben: Vor dir, Jesu, schönstes licht, Kann nichts dunkel bleiben. 3. Der sonnenlicht Aufs neu anbricht unerschafne sonne, Brich mit deinem licht hervor Mir zur freud und wonne. 4. Des mondes glan; Verliert sich ganz, Er muß der sonne weichen; Mit dir, glan; der herr: lichkeit, Ist nichts zu vergleichen. 5. Der sternen pracht Muß mit der nacht Vom himmel abschied nehmen: Unsers morgensternes pracht Darf sich niemals schämen. 6. Der menschen schaar, Die als todt war, Greift jest zu ihren werken: Laß mich, Herr, ben meinem werk Dein werk in mir merken. 14. O Jesu Christ, Gieb schein und licht In unsern dunkeln zeiz ten: Führ uns aus der finstern welt In die ewigkeiten. Mel. Mein herzens Jesu! m. 637. Erhebe dich, o meine feel, Tie finsternis vergehet: Der Herr erscheint in Ifrael, Sein licht am himmel ste= het; Erhebe dich aus deinem schlaf, Daß er was gutes in dir schaff, Indem er dich erleuchtet. 2. Im licht muß alles rege seyn Und sich zur arbeit wenden; Im licht singt früh das vögelein, Im licht will es vollenden: So soll der mensch in Gottes licht Aufheben billig sein gesicht, Bu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre arbeit gehn, Den Herren zu erheben; Laßt uns, indem wir auferstehn, Beweisen daß wir leben; Laßt uns in diesem gnadenschein Nicht eine stunde müffig seyn. Gott ists der uns er: leuchtet. 7. Ein jeder will Der süssen still Und ruhe urlaub geben; Jesu, deine stille ruh Sen des geistes leben. 8. Denn ich will auch Nach meinem brauch, Bu meinem werke greifen, Aber laß aus meiner ruh Mein Herz nie ausschweifen. 9. Halt du die wach, Damit fein ach Und schmerz den geist berühre: Meinen ganzen lebenslauf Deine hand regiere. 10. Wenn aber soll Der wechsel wohl Der tag und nächte weichen? Wenn der tag anbrechen wird Dem kein tag zu gleichen. 11. In jener welt, Da diese fällt, Die Bion noch macht weinen, Coll noch heller siebenmal Tag und jonne scheinen. 12. 3a dann wird nicht Der son nen licht Jerusalem verlieren, Denn das Lamm ist selbst das licht, Das die stadt wird zieren. 13. Halleluja, En wär ich da, Bo meine sonne wohnet, Wo die 4. Sin tag geht nach dem andern fort, Und unser werk bleibt liegen. 2ch hilf uns, Herr, du treuer hort, Daß wir uns nicht betrügen: Gieb, daß wir greifen an das wert; Gieb gnade, segen, traft und stärk Im licht, das uns er: leuchtet. 5. Du jeigst, was zu verrichten sen Auf unsern glaubens- wegen: So hilf uns nun, und steh uns bey, Verleihe deinen segen, Daß das geschäft von deiner Hand Bollführet werd in alle land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach) uns bereit Bu dem, was dir gefällig, Daß ich recht brauch die gnaden: zeit: Eo flehen auch einhellig Tie finder die im geist gebor'n, Und die sich fürchten vor dem zorn, Nachdem du sie erleuchtet. 7. Das licht des glaubens sen in mir, Ein licht der kraft und stärke: 420 Morgen- Lieder. es sey die dennuth meine zier: Die Bater nenn, Sein wahres wort lieb das werk der werke. Die weis- und facrament Behalt, auch lieb heit fließt in diesem grund, Und bis an mein end. öffnet beydes herz und mund, Dieweil die feel erleuchtet. 8. Herr, bleib be., mir, du wahres licht, Daß ich stets gehe richtig: Erfreu mich durch dein angesicht; Mach mich zum guten tüchtig, Bis ich erreich die güldne stadt, Die deine hand gegründet hat, Und ewiglich erleuchtet. 10. Daß ich fest in anfechtung steh, Und nicht in trübfal unter: geh, Daß ich im Herzen troft em pfind, Bulegt mit freuden über wind. 11. Drum dank ich dir mit her; und mund, Mein Gott! in dieser morgen- stund, Vor alle güte, treu und gnad, Die meine feel em: pfangen hat. 12. Und bitt, daß deine gnadenhand, Bleib über mir heut ausgeamt, ehr, freund, leib und seel, In deinen schuß ich dir befehl. 13. Hilf daß ichy sen von herzen fromm, Damit mein ganzes chris stenthum Aufrichtig und rechtschaf fen sey, Nicht augenschein und heu chelen. 14. Erlaß mir meine fündenschuld, Und hab mit deinem find geduld: Bünd in mir glauben an und lieb, Bu jenem leben hoffnung gieb. 15. in fel'ges ende mir bescher, 2m jüngsten tag erweckt mich, Herr! Daß ich dich schaue erige lich), Amen, Amen, erhöre mich. Mel. O Jefu Chrift, meins 1. 638. Für deinen thron tret und dich demüthig bitt, Ach, wend dein gnädig angesicht Von mir, dem armen fünder, nicht. 2. Du hast mich, o Gott Bater, mild Gemacht nach deinem ebenbild, Durch deine gnade lebe ich, Bergehen müßt ich ohne dich. 3. Erretret hast du mich gar oft Ganz wunderlich und unverhofft, Da nur ein schritt, ja nur ein haar Mir zwischen tod und leben war. 4. Berstand und ehr hab ich von dir, Des lebens nothdurft giebst du mir, Darzu auch einen treuen Freund, Der mich in glück und unglück mennt. Mel. O ewigkeit, du donner. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein blut Erlöset von der Höllenglut, Das ſchwer gefes für mich 639. Gott, der du selber biſt erfüllt, Dadurch des Baters zorn gestillt. das licht, güt 6. Wenn fünd und satan mich anklagt, Und mir das Herz im leib verzagt, Ulsdenn brauchst du dein mittler- amt, Daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein fürsprach alles zeit, Mein heil, mein trost und meine freud, Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig seyn. 8. Gott heil ger Geist, du höchste traft, Deß gnade in mir alles fchafft, 3st etwas guts am leben mein, So ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, Ihn meinen Herrn und und treue stirbet nicht, Jeht sey dir tob gesungen, Nachdem durch deine große macht Der helle tag die finstre nacht So kräftig hat verdrungen, und deine gnad und wundert hat mich, als ich schlich, erhalten hat. 2. Laß ferner mich in deinen schub, O Bater! für des fatans truß Mit freuden jetzt aufstehen, Damit ich diesen ganzen tag Dich ja zu meinem mußen mag Im glauben fröhlich sehen: Vor als lem sen du selber mir Das licht des lebens für und für. 3. Des glaubens licht in mir bes wahr, Ach stärk und nehr es im Morgen- Lieder. merdar: Erwecke treu und liebe, Die hoffnung mach in nöthen fest, Dilf daß ich mich) aufs allerbest Auch in der demuth übe, Daß deine furcht stets vor mir steh, Und ich auf guten wegen geh. 4. Herr! halte meinen gang ge: wiß, Treib von mir aus die finsterniß Und bosheit meines her jens, Behüte mich den ganzen tag Für aberglauben, zorn und plag, Auch für verbotnem scherzen. Bewahre mich vor stolzer pracht, und allem was mich lästern macht. 5. Gieb daß ich dir gehorsam sen, Und mich vor zank und hader scheu, Auf daß der sonnen- strahlen, Mich diesen tag nicht zornig seh'n, Und nochmals traurig untergehn. Ach laß mich nicht bezahlen Dem nächten feine bitterfeit Mit eifer, feind schaft, grimm und neid. 6. Für unzucht und für böser lust, Für kargheit und des geißes wust Behüte mich in gnaden, ( Sieb, daß die falschheit dieser jeit, Bufammt der ungerechtigkeit, Mein her; ja nicht beladen: Ach! daß dein heiligs angesicht Dech) folche fünd erblicke nicht. 421 namens ehr, Auch meines näch)sten muß vermehr. 10. Herr Jesu Christe, laß allein mich armen ein gefäsſe fenn, und werkzeug deiner gnaden, Nicht all mein thun, beruf und stand, Halt über mir dein Hülf und hand, Eo fann mir niemand schaden, Auch wollest du gan; gnädiglich Sür den verläumdern schüßen mich. 7. O treuer Gott! erwed in mir Nur einen hunger stets nach dir, Daß mich die welt verliere, Ja, lehre mich, du starter Held, Bu thun allein was dir gefällt, Dein guter Geist mich führe, Damit ich ausser bösem wahn, Stets wand: len mög auf ebner bahn. 8. Befiehl auch deiner engel schaar, Daß sie mein leben für gefahr Den ganzen tag beschüßen: Und auf den Händen tragen mich, Daß nicht der satan grausamlich Mich könn allhier beschmißen: So werd ich gegen löwen stehn, Und unverzagt auf drachen gehn. 9. So nimm von mir, o Bater, bin, Mein herz, gedanken, muth und sinn, Hilf daß ich dir ver: traue, Behüt auch), du getreuer hort, Mein dichten, reden, werk und wort, Damit ich klüglich schaue, Mein Gott, auf deines 11. Mit Herz und mund ich dir befehl, Herr Jesu! meinen leib und seel, Auch ehr und gut darneben, Wenn ich nun fiße, geh und steh, Alsdenn so schaffe daß ich seh, Herr! über mich dich schweben, Gieb ja, daß deine gnadenhand Sen nimmer von mir abgewandt. 12. Für bösen pfeilen die ben tag Auf erden bringen große plag, Als für des todes feuche, Für pestilen; behüte mich, Damit sie nicht so grausamlich Ben nacht um mich her schleiche. Bewahr uns auch für frieges- noth, Wend einen bösen schnellen tod. 13. Gieb, lieber Herr, zu dieser frist, So viel zum leben nöthig ist, Doch nur nach deinem willen, Wenn du die speis und nahrung hie Mit gnaden fegnest spat und früh, Kannst du mich reichlich füllen, Doch, daß man deine milde gab Auch nicht zum bösen mißbrauch hab. 14. Allein zu dir hab ich gesetzt Mein Herz, o Bater, gieb zuletzt Auch mir ein seligs ende, Auf daß ich deinen jüngsten tag Mit groz fer freud erwarten mag, Drauf streckt ich aus die hände; Ach komm, Herr Jesu! komm mein ruhm, Und nimm mich hin dein eigen: thum. 15. Mein Gott und Vater segne mich, Der Sohn erhalte gnädige lich, Was er mir hat gegeben, Der Geist erleuchte tag und nacht Sein antliş über mich mit macht, Und schüße mir mein leben. Nur dieses wünsch ich für und für, Der friede Gottes sen mit mir. W 422 Morgen- Lieder. 640. Gott des himmels und o Gott, mein flehen nicht; Vers der erden! Bater, gieb mir alle meine schuld, Dr Gott der gnaden und geduld. 2. Echaff du ein reines herz in mir, Ein herz voll lieb und furcht zu dir: Ein herz voll demuth, preis und dank; Ein ruhig herz mein lebentang. 3. Een mein beschüßer in ges fahr; Ich harre deiner immers dar; Ist wohl ein übel, das mich schreckt, Wenn deine rechte mich bedeckt? Sohn, und heil'ger Geist! Der du tag und nacht läßt werden, Sonn und mond uns scheinen heißt Tes: sen starke hand die welt, Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott! ich danke dir von her: zen, Daß du mich in dieser nacht, Vor gefahr, angst, noth und schmerzen, Hast behütet und bewacht, Daß des bösen feindes list, Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die nacht auch meiner fünden Jetzt mit dieser nacht vergehn, D Herr Jesu! laß mich) finden Deine wunden offen stehn, Da alleine hülf und rath Ist für meine missethat. 4. Hilk daß ich mit diesem mor: gen Geistlich auferstehen mag, Und für meine seele sorgen, Daß, wenn mun dein jüngster tag Uns erscheint, und dein gericht, Ich dafür erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen gang nach deinem wort, Sen und bleibe du auch heute Mein beschüßer und mein hort: Nirgends als ben dir allein Kann ich recht bewahret seyn. 7. Ich bin zu schwach aus eigner traft Bu siegen über leidenschaft: Du aber zichst mit kraft mich an, 6. Meinen leib und meine feele, Daß ich den sieg erlangen fann. Sammt den finnen und verstand, 8. Gieb von den gütern dieser Großer Gott, ich dir befehle, Un- welt Mir, Herr, so viel als dir ter deine starke hand: Herr, mein gefällt: Gieb deinem knecht ein ehre und mein ruhm, Nimm mich mäfig theil: In seinem fleiße auf dein eigenthum. glück und heil. 7. Deinen engel zu mir fende, Der des bösen feindes macht, ist und anschläg von mir wende Und mich hab in guter acht. Der auch endlich mich zur ruh Führe nach dem himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre, Bater, Sohn und heil'ger Geist, Meiner bitte mich gewähre, Der du selbst mich bitten heißt; So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner hand, Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stärk ihn durch dein göttlich wort. 5. Laß, deines namens mich ju freun, Ihn stets vor meinen augen fenn, Laß, meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig fenn. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst, Das sey mein glüd, daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht, und treu In allen meinen pflichten sen. Mel. Vom himmel hoch, da k. 641. h tomme vor dein angesicht, Verwirf, 9. Echenkt deine hand mir über fluß; Co laß mich) mäßig im ge nuß, Und, dürft'ge brüder zu er freun, Mich einen frohen geber fenn. 10. Gieb mir gesundheit, und verleih, Daß ich sie nüh und danke bar sen, Und nie aus liebe gegen sie, Mich zaghaft einer Pflicht entzich. 11. Erwecke mir stets einen freund, Ders treu mit meiner wohlfahrt meynt, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath, und trost, und beyſpiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein läng Morgen- Lieder. res ziel; Und werden meiner tage viel; So bleib du meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 13. Und wird sich einst mein ende nahn So nimm dich meiner herzlich an, Und sen, durch Christum, deinen Sohn, Mein schirm, mein schild, und großer lohn! Mel. Werde munter, mein g. 642. Liebster Jesu, gnadenfonne, Meines her: jens zuversicht, meiner seelen freud und wonne, Ich komm vor dein angesicht, Ob ich schon ein sünder bin, Werf ich doch den muth nicht hin, Ich bin asch und will doch treten, mein Gott! vor dir zu beten. 2. 3war ich muß vor allen dingen, Ob ich schon nicht willig fann, Dir, o Herr! ein danklied singen, Daß du mir viel guts gethan, Von der zarten kindheit auf, Durch den ganzen lebens- lauf: Wollt ich deine gutthat zählen, Würde mirs an worten fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Kommt von deiner Baters- hand, Es ist dein geschenk und gabe, Seele, leib, gut, ehr und stand, Habe dank für deine treu, Welche alle morgen neu; Habe dank für deinen segen, An dem alles ist gelegen. 423 verstand, Daß mein thun zu dei nen ehren und zu nuß dem ort und land, Wo ich bin, sen einge richt't. Ach, mein Gott! versag mirs nicht, Wehre daß des satans tücke mir nicht dieses ziel ver: rücke. 4. Laß auch ferner deine güte lleber mir seyn tag und nacht, Mich) auf meinem weg behüte, Durch der engel starte wacht: Laß dieselbe ben mir senn, Wenn ich gehe aus und ein, wenn ich reise, wache, schlafe, Wenn ich etwas gutes schaffe. 7. Gieb geduld, und hilf mir was mich pflegt zu plagen, Oder tragen Alle aufgelegte bürd, Alles sonst beschwerlich wird. Giebt es etwan hinderniß, Und dahero auch verdries, Laß mein herz sich ja nicht quälen, Sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine fachen, Dir sen alles heingestellt, Wollest es mit ihnen machen, Wie es dir, o Herr! gefällt. Kommt mir freuß und leid zu haus, Daß es scheint, als sen es aus: Laß mich folgen deinem willen, Und damit den kummer stillen. 9. Muß ich etwa spott- red hören, Werd ich hie und da veracht, Laß mein herz sich nicht dran kehren; Bin ich von der welt verlacht, Was ists mehr? welt wie du willt, Du, o Gott! bist doch mein schild, Laß mich wider dich nichts spre= chen, Auch mich nicht an jenen rächen. 10. Soll ich hier noch länger leben, Nehm ichs gern und willig an, Will auch gar nicht widerstre: ben, Wann ich dir nur dienen kann. Schaff, daß ich dir treu verbleib, Gieb daben gefunden leib, Und daß ich mir laß begnü: gen, Wie du es mit mir willst fügen. 11. Soll ich dann von hinnen scheiden, Will ich auch zufrieden seyn, Wollst mich nur zum tod bereiten, Dann so schlaf ich felig ein: Nimm in deine hand die seel, laß den leib ins grabes höhl Ruhen, dieß ist mein begehren, Jesu! wollest mirs gewähren. mel. Als Jesus Christus in d. 5. Segne alle meine thaten Durch den werthen segensgeist, Daß sie mögen wohl gerathen, und dein name werd gepreis't. Ist es dein und nicht mein wert, So verleihe muth und stärk, Daß ich möge gleich durchgehen, Nicht auf gunst und ungunst sehen. 6. Treuer lehrer! wollst mich lehren, Gib mir weisheit und 643. Mein erst gefühl fen und 424 Morgen: Lieder. Erheb ihn, meine seele! Der Herr an mit mir, gedenkt der güter, All hört deinen lobgesang; Lobsing ihr gemüther. ihm meine seele! 2. Herr! deiner kraft ich nur jus schreibe, Daß ich noch othem schö pfen kann; Du nimmst dich mei ner gnädig an: Du Bater- herz! mich nicht vertreibe, Heut ben n bleibe. 2. Mich selbst zu schüßen, ohne macht, Lag ich, und schlief im frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, und ruhe für die müden? 3. Wer wacht wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu be: wahren? Wer stärft mein blut in in feinem fleiß, Und schüßt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge feine pflicht Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem tag und seinem licht, Die seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der welt, Und dein ist unser leben. Du bist es, der es uns erhält, Und mirš jest neu gegeben. 6. Gelobet fenst du, Gott der macht, Gelobt sen deine treue! Daß ich nach einer fanften nacht Mich dieses tags erfreue. 6. Gesegne mich auf meinen wes 7.Laß deinen segen auf mir ruhn, Igen, Mein thun und lassen lente Mich deine wege wallen; Und leh:| du, In unruh bleibe meine rul), re du mich selber thun Nach dei- Bis ich zuletzt mich werde legen nem wohlgefallen. In fried und segen. miel. Wer nur den lieben Gott. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine feele. Sen mir ein retter in gefahr, Ein Bater, wenn ich 9. Sieb mir ein herz voll zuver: ficht, Erfüllt mit lieb und ruhe, Ein weises herz, das seine pflicht Erfenn, und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer knecht Nach deinem reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine gnade lebe. 11. Daß ich dem nächsten beyzustehn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergehn Und ihrer tugend freue. 3. Israels Gott! da ist mein wille, Der sich dir willig untere giebt, Dich über alles gerne liebt, Das ist mein wunsch in früher stille, O gnadenfülle! 4. Dein angesicht mich heilig leis te, Dein auge träftig auf mich seh, Ich reise, geh, fitz oder steh, Mich zu der ewigkeit begleite; Herr! mich bereite. 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht geniesse, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebietst, beschliesse. 5. Laß feel und leib, so du gege ben, Stets seyn in deiner furcht bereit, als waffen der gerechtig feit, Auch in dem tod dir anjufleben, O seelen- leben! Sohn und heil'ger Geist, Der du mich dir zum dienst erlesen Unt dich selbst meinen Vater heißt, Hier bring ich meine kindespflicht, Da du mir zeigst des tages licht. 2. Im zelte deiner macht und gnaden Hast du vor unfall mid bedeckt, und ohne leibs und seelen schaden Mit segen wieder aufge weckt. Wie theuer, Gott, ist deine güt, Die der so schwachen mens schen hüt't. 3. Tes jägers strick, des löwen rachen Sind an mir nur umsonſt gewest: Ich laß dichs heut auch ferner machen, und glaub, daß du den nicht verlässt, Der seiner allerhöchſter men- freudigkeit zum grund Legt deinen schen- hüter, Duun- theuren gnaden- bund. 645. heilig, heilig, heilis Gott 644. begreiflich höchtes gut! Ich will 4. Ich suche nun nach deinem diropfern herzund muth: Stimmt worte Dein segen- reiches anges Mesgen- Lieder. 425 ficht. Sen meine fraft und lebens-| in dir, O Jesu, wirke mein gepforte, Die teine höllen- machtbühr. erbricht: Eo muß der feind in handen stehn, Und mir kann denn kein leid geschehn. 12. Vor allem wollest du ver: schaffen, Daß dein erwähltes gnaden- find Etets wachse in des lich5. Laß auch die welt mich nicht tes waffen, Daß kein geschöpf mich ableiten Von Jesu, meinem höch- überwind: Du bist ja größer, ten gut, Die mit so vielen schänd- starter held, Als was sich mir entlichkeiten mich zu betrügen nim- gegen stellt. mer ruht. Ihr gift fen mir ganz unbewußt, Ihr hoffart, geiß und fleisches- luft. 13. Co segne mich denn und behüte, O Herr, du ein'ge segensquell. Erquicke mich in deiner güte, Dein antlis leucht mir, freudig, hell. Herr, heb dein antlik über mich, Dein fried bleib in mir ewiglich. 6. Und weil ich noch im fleisch empfinde:( Wer wird mich gar erlösen doch?) So tödte mehr und mehr die fünde, Des todes leib; brich dieses joch Der fünden durch des glaubens fraft, Der meiner feele frenheit schafft. 7. Des glaubens der in Jesu dringet, Und mit ihm theilt die herrlichkeit, Sein bitter leiden auf sich bringet und seines Lebens reinigkeit, Damit erwart't vor Gotz tes thron, Un statt der straf, den gnaden- lohn. 8. So wird die welt von ihm getödtet In Jesu, der nur himmlisch war. Was der gedacht, gethan, geredet, Das ist des glaubens ganz und gar. Wer also Jesu schönheit fennt, Dem efelt welt, und was fie nennt. 9. Laß mich des glaubens werke üben, Lieb, hoffnung, demuth, fleiß, geduld, Genügsam, feusch fenn, feinde lieben: Amts- flugheit, schenk mir, deine huld Bur fanftmuth, treu, gelaffenheit; Bum dienst der armen mich bereit. 10. Dein wort mein her; stets träftig rühre, Daß ich nur wolle, vas du willt. Tein Geist mich elbst zum brunnen führe, Tars us, Herr, dein erkenntniß quillt, der mich zum lob und beten treib, Und als mein lehrer in mir bleib. 11. Was ich heut thu, red und gedente, laß, Herr, in deiner fraft schehn. Die werte meines amts lente, Daß sie gesegnet vor sich Shn, Daß ich vor Gott, aus Gott, Mel. O Gott, du frommer G. 646. Jefu füffes licht! Nun ist die nacht vergangen, Nun hat dein gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, un ist, was in mir ist, Bom schlafe aufgeweckt, und hat nun in begierd Bu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn mun Mein Gott! für opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine gnad einsenten, Mit leib, mit feel, mit geist, Heut dieſen ganzen tag, Das soll mein opfer senn: Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da mein Gott! Da hast du meine seele, Sie fen dein eigenthum, Mit ihr dich heut vermähle In reiner liebestraft, Da hast du meinen geist, Darinnen wollst du dich Verklären allermeiſt. 4. Da sen dann auch mein leib Bum tempel dir ergeben, Bur wohnung und zum haus, Ach allerliebstes leben! Ach wohn, ach leb in mir! Beweg und rege mich, So hat geist, feel und leib Mit dir vereinigt sich. 5. Tem leibe hab ich jetzt Die fleider angeleget, Laß meiner feele seyn Dein bildniß eingepräget Im güldnen glaubens- ichmuck, In der gerechtigkeit, Eo allen fees len ist Das rechte ehren- kleid. 6. Mein Jesu! schmücke mich 426 Morgen- Lieder. Mit weisheit und mit liebe, Mit Der mich an diesem tage Auf seis feuschheit, mit geduld, Durch dei- nen händen trage. nes Geistes triebe, Auch mit der demuth mich Vor allem kleide an, So bin ich wohl geschmückt Und föstlich angethan. 9. Sprich ja zu meinen thaten, Hilf selbst das beste rathen, Den anfang und das ende, Ach Herr, zum besten wende. 7. Hilf daß mir diesen tag Stets vor den augen schwebe, Daß dein allgegenwart mich wie die luft umgebe, Auf daß mein ganzes thun Durch herz, durch sinn und mund Dich lobe inniglich, mein Gott! zu aller stund. 8. Ach! segne, was ich thu, Ja rede und gedente, Durch deines Geistes fraft es also führ und lente, Daß alles nur geicheh Bu deines namens ruhm, Und daß ich unverrückt Berbleib dein eigen thum. 10. Mit segen mich beschütte, Mein herz sey deine hütte, Dein wort sen meine speise, Bis ich gen himmel reise. Mel. Nun laßt uns Gott dem. 647. Bach auf mein herz und finge, Dem Schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Dem frommen menschenzhüter. 2. Heut als die dunklen schatten Mich ganz ungeben hatten, Hat satan mein begehret, Gott aber hat's gewehret. 3. Ja, Gott, da er zu fällen, Mir wollte nese stellen, Brachst du des feindes banden Und machtest ihn zu schanden. 4. Du sprachst: mein kind, nun liege, Troß dem der dich betrüge, Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die sonne schauen. 5. Dein wort das ist geschehen, Ich kann das licht noch sehen, Vor noth bin ich befreyet, Dein schuh hat mich verneuet. es edlen lichtes pracht und zier Mit freuden zu empfangen. Was lebt, Was schwebt, Hochy in lüften, Tief in flüften, Läßt zu ehren Seinem Gott ein danklied hören. 2. Tu, o mein herz, dich auch aufricht, Erheb die stimm und fäume nicht, Dem Herrn dein lob zu bringen, Denn Herr! du bists, dem lob gebührt Und dem man billig musicirt, Dem man läßt in nig flingen, Mit fleiß, Dant, preis, Daß von weitem, Freuden: faiten Man fann hören Dich), meinen Heiland, ehren. 3. Ich lag in stolzer sicherheit, Sah nicht mit was gefährlichkeit Ich diese nacht umgeben, Des teul fels list und büberen, Die höll, des todes tyrannen, Stand mir nach leib und leben, Daß ich Schwer lich Wär entkommen, und ent nommen Diesen banden, Wenn du mir nicht bengestanden. 4. Allein, o Jesu, meine freud, In aller angst und traurigkeit! Du hast mich heut befreyet, u haft der feinde macht gewehrt, Mir sanft und füffe ruh beschert, Deß sen gebenedeyet; Mein muth, Mein blut Soll nun singen, Sol nun springen, All mein leben Coll dir dankes- lieder geben. 7. Die wirst du nicht verschmäs hen, Du kannst ins herze sehen, Und weist wohl, daß zur gabe Ich ja nichts besſers habe. 5. Ey mein Herr, füsſer lebens hort! as ferner deine gnaden pfort mir heut noch offen bleiben, Dein werk an mir, und senden Sey meine burg und festes schloß, 8. So wollst du nun vollenden 648. Wie schön leucht uns der Bom firmament des Himmels fern, Die nacht ist nun vergangen :,: All creatur macht sich herfür, 6. Du willst ein opfer haben, Hier bring ich meine gaben, Mein weihrauch und mein widder, Sind mein gebet und lieder. Abend- Lieder. Ind laß des seelen- feinds geschoß Daraus mic) nimmer treiben. stell dich Für mich hin zu tamfen Und zu dämpfen Pfeil und ifen, Wann der feind will macht Jeweisen. 6. Gieß deiner gnadenreichen trahl, Auf mich vom hohen him: mels- saal, Mein herz in mir verz neue, Dein guter geist mich leit und führ, Daß ich nach meiner amtsgebühr Bu thun mich innig freue. Gieb rath Und that, Daß mein sinnen und beginnen Stets sich wenden, Seinen lauf in die ju enden. 7. Wend unfall ab, fanns anders seyn, Wo nicht, so geb' ich Mel. Ach! was soll ich fünder. 649, 2, mein Jeſu! sich ich trete, Da der tag nunmehr sich neigt, und die finsterniß sich zeigt, in zu deinem thron, und bete. Neige du zu deinem sinn Auch mein Herz und finnen hin. 427 mich darein, Ich will nicht wider= streben, Doch komm, o süsser mor genthau, Mein Herz erfrisch, daß ich dir trau: Und bleib im freuß ergeben, Bis ich Endlich Nach dem leiden Bu der freuden Werd er: hoben, Da ich dich kann ewig loben. Abend- Lieder. 3. Und, mein Jefu! sieh' ich armer Nehme mich doch nicht in Er acht, Daß ich dich ben tag und barmer! Mancher tag geht so dahin, Daß ich nicht recht wacker bin. 8. Indeß, mein herze sing und spring, In allem freuß fen guter ding, Der himmel steh dir offen, vaß schwermuth dich nicht nehmen ein, Dent, daß die liebsten finde: lein Allzeit das unglück troffen; Drum so Sey froh, Glaube feste, Daß das veste, So bringt from: men, Wir in jener welt bekommen. 4. Ach! ich muß mich herzlich schämen, Du erhältst, du schüßest mich Tag und nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne heucheley Dir dafür echt dankbar sen. 5. Nun ich komme mit verlan: vn, mein herzens- freund! zu 6. Laß mich meine tage zählen, Die du mir noch gönnen willt: Mein herz sey mit dir erfüllt, Co wird mich nichts können quälen. Denn wo du bist tag und licht, Schaden uns die nächte nicht. 2. Meine tage gehn geschwinde, Wie ein pfeil, zur ewigteit, Und 7. Sun, mein theurer Heiland! die allerlängste zeit Saus't vorben wache, Wache du in dieser nacht, als wie die winde, Fließt dahin Echüße mich mit deiner macht, als wie ein fluß Mit dem schnell- Teine liebe mich anlache. Laß sten wasser- guß. mich selbst auch wachsam seyn, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. dir: Neige du dein licht zu mir, Da der tag nunmehr vergangen: Sen du selbst mein ſonnen- licht Das durch alles finstre bricht. 650. Der lieben fonnen licht nun den lauf vollführet, Die welt hat sich zur ruh gemacht, Thu feel, was dir gebühret, Tritt an die himmels- thür, Und sing ein lied dafür, laß deine augen, herz und sinn Auf Jesum seyn gerichtet bin. 2. Ihr hellen sternen leuchtet wohl, lind glänzt mit licht und strahlen, Ihr macht die nacht des prachtes voll: Doch noch zu taus 428 Abend- Lieder. send malen, Echeint heller in, 9. 9un matter leib, sahid did mein Herz Die ew'ge himmels: zur ruh, lind schlaf fein fanft uni terz, Mein Jesus, meiner seelen stille; Ihr müden augen schließ ruhm, Mein schuß, Mein schah, euch) zu, Denn das ist Gottes wil mein eigenthum. le; Echließt aber dieß mit ein Herr Jesu! idy bin dein, So if der schluß recht wohl gemacht, Rur liebster Jesu, gute nad) t. 3. Der schlaf wird fallen diese nacht Auf menschen und auf thie: ren, Doch einer ist, der droben wacht, Ben dem kein schlaf zu spühren, és schlummert Jesus nicht, Sein aug auf mich gericht; Drum, soll mein her; auch wa chend seyn, Daß Jesus wache nicht allein. 4. Berschmähe nicht das schlechte lied, Das ich dir, Jesu, finge, In meinem herzen ist tein fried, Chich es zu dir bringe: Ich) bringe was ich kann, Uch)! nimm es gnädig an, Es ist doch herzlich) gut gemeynt, O Jesu, meiner seelen freund. 5. Mit dir will ich zu bette gehn, Dir will ich mich befehlen, Tu wirst, mein hüter, auf mich) fehn, Und rathen meiner feelen, Ich fürchte feine noth, 9icht hölle, welt noch tod; Denn wer mit Jefu schlafen geht, Mit freuden wieder aufersteht. 6. Ihr höllen geister, packet euch, Hier habt ihr nichts zu schaffen, Dieß haus gehört in Jesu reich, Laßt es ganz sicher schlafen, Der engel starte wacht halt es in guter acht, Ihr heer und lager ist fein schuß, Drum sen auch allen teufeln truß. 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen armen, Dein aufficht soll die decke senn, Mein lager dein erbarmen, Mein tussen deine brust, Mein traum die süsse lust, Die aus dem wort des lebens fließt Und dein Geist in mein herz eingießt. 8. So oft die nacht mein' ader schlägt Soll dich mein geist umfangen, So vielial sich mein her; bewegt, Soll dieß seyn mein verlangen, Daß ich mit lautem schall Mög rufen überall: O Jesu, Jefu, du bist mein, Und ich bin dein und bleibe dein. Mel. O traurigkeit, o berzel. 651. Der tag ist hin, Meir geist und finn Sehn sich nach jenem tage, Der uns vels lig machen wird Fren von allen plage. 2. Tie nacht ist da, Sen du mi nah), Jeju, mit hellen ferzen: Treib der sünden dunkelheit Beg aus meinem herzen. 3. Ter sonnen licht Uns jest ge bricht: unerschaffne Conne Brich mit deinen licht hervor Mir zur freud und wonne. 4. Des monden schein Fällt nur herein, Die finsterniß zu mindern Ach! daß nichts veränderlich meinen lauf möcht' hindern! 5. Das sternen- heer Bu Gottes ehr Um blauen himmel wimmert: Wohl dem, der in jene welt Gleich) den sternen schim mert! 6. Was sich geregt Und vor be wegt, Ruht jetzt von seinen m fen: Laß mich), Herr! in ftille ruh Tein wert in mir merken. 7. in ieder will, Ben folche still Der füssen ruhe pflegen: la die unruh dieser zeit, Jeju, bal sich legen. 8. Ich selbst will auch, Nach mei nem brauch, Nun in mein bett steigen: Laß mein herz zu deinen sich als zum bette neigen. 9. Halt du die wach, Damit kei ach Und schmerz den geist berühre Eende deiner engel schaar, i mein bette jiere. 10. Wenn aber soll Der wechse wohl Ter tag' und nächte we chen? Wenn der tag anbreche wird, Tem kein tag zu gleicher 11. In jener welt, da diese fal D t = # 1 1 Abend- Lieder. 12. Alsdann wird nicht Der sonenlicht Jerusalem verlieren: Denn das Lamm ist selbst das icht, Das die stadt wird zieren. 13. Halleluja! En wär ich da, Da alles lieblich klinget, Da man hn abwechselung Heilig, heilig i inget. I R 1 Die Bion noch macht weinen, Soll och heller siebenmal Mond und erne scheinen. 1 1 ( 14. O Jesu du, Mein Hülk und tuh! Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög in deinem glanz Vor dir ewig prangen. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit in guten mir noch fehlet, Das weist du wohl, o herzens- fündiger, Ich trauchle noch wie ein unmün? diger. B Mel. Dreyeinigkeit, der Gott. 652. Der tag ist hin, mein Jeju! ben mir blei: be, D Seelen- licht! der fünden nacht vertreibe! Geh auf in mir, glanz der gerechtigkeit! Erleuchte mich, ach! Herr, denn es ist zeit. 2. Lob, preis und dank sey dir, mein Gott, gefungen, Dir sey die ehr, daß alles wohl gelungen Nach deinem rath, ob ichs gleich nicht versteh: Du bist gerecht, es gehe, wie es geh 4. Bergieb es, Herr, was mir fagt mein gewissen: Welt, teufel, und hat mich von dir gerissen, Es t mir leid, ich stell mich wieder in, Da ist die hand: du mein, nd ich bin dein. 5. Israels schuß, mein hüter und lein hirte! Bu meinem trost dein ghaft schwerdt umgürte, Beahre mich durch deine große acht, Wenn Belial nach meiner telen tracht't. 429 653. Die nacht ist vor der thür, Und liegt schon auf der erden. Mein Jesu, tritt herfür, Und laß es helle wer: den, Ben dir, Herr Jesu Christ, 3st lauter sonnenlicht. mein verfinstert herze, laß in mir 2. Gieb deinen gnadenschein In brennend seyn Die schöne glaubens- terze. Bertreib die fün dennacht, Die mir viel kummer macht. 3. Ich habe manchen tag In eitelfeit vertrieben; Du hast den überschlag Gemacht und aufge= schrieben: Ich selber stelle mir Die schwere rechnung für. 4. Sollt etwan meine schuld Noch aufgeschrieben stehen: So laß durch deine huld Dieselbe doch vergehen Dein rofenfarbnes blut Macht alle rechnung gut. 5. Ich will mit dir, mein hort, Aufs neue mich verbinden, Bu fol= gen deinem wort, Bu fliehn den wust der fünden, Dein Geist mich stets regier, Und mich zum guten führ. 6. Wohlan, ich lege mich In deinen armen nieder. Des mor= gens rufe mich Bu meiner arbeit wieder: Denn du bist tag und nacht Auf meinen nuh bedacht. 7. Ich wünsche nur von dir, nichts von der welt zu träumen. Drum bitt ich, komm zu mir, Komm doch ohn alles säumen, und heine meinen geist, Nur träumen, wer du senst. 8. Ich schlafe; wache du, Ich schlaf in Jesu namen; Sprich du zu meiner ruh Ein kräftig ja und amen: Und also stell ich dich Bum wächter über mich. Mel. Ich weiß, mein Gott! 6. Du schlummerst nicht, wenn 654. Für alle güte fen geel Gott de atte glieder schlafen. Ach! laß feel im schlaf auch gutes schaf: na: lebens- jonn! erquicte 1inen finn, Dich laß ich nicht, in fels: der tag ist hin. Sohn und heiliger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den dank, Den lobgefang, Den ich dir findlich finge. Abend- Lieder. 430 2. Du nahmst dich meiner herilich an, hast großes heut an mir gethan, Mir mein gebat gewäh: ret, Hast väterlich Mein Haus und mich Beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein ge= schenk; Der geist mit dem ich dein gedent, Ein ruhiges gemüthe; Was ich vermag Bis diesen tag, It alles deine güte. 4. Sen auch nach deiner lieb und macht, Mein schuß und schirm in dieser nacht; Vergieb mir meine fünden. Und kömmt mein tod, Herr Bebaoth, So laß mich gnade finden. tung geben, Ob ich frönimer wor den bin; Beige mir auch ferner an, So ich was nicht recht gethan, Und hilk du in allen fachen Guten feyerabend machen. 2. Freylich wirst du manches finden, So dir nicht gefallen hat, Denn ich bin noch voller sünden In gedanken, wort, und that, Und vom morgen bis jekund Pfleget herze, hand und mund So ges schwind und oft zu fehlen, Daß ichs nimmermehr kann zählen. 3. Aber, o du Gott der gnaden! Habe noch mit mir geduld, Ich bin freylich schwer beladen, Doch vergieb mir meine schuld, Rechne nicht die miſſethat, Sondern zeig mir deine gnad, So will ich auch willen mehr als heut erfüllen. Mel. Nun ruhen alle wälder, 655. Herr, der du mir das tag gegeben, Dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe Der treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. 4. Heilige mir das gemüthe, Daß der schlaf nicht fündlich sey, Dece mich mit deiner güte, Und dein 2. Mit dankendem gemüthe Freu engel steh mir bey, Lösche feur ich mich deiner gute; Ich freue und lichter aus, und bewahre mich in dir. Du giebt mir kraft felbst das haus, Daß ich morgen und stärke. Gedeih'n zu meinem werke, Und schaffst ein reines herz in mir. mit den meinen Nicht in unglüd müsse weinen. 5. Steure den gottlosen leuten, So im finstern böses thun, Sollte man gleich was bereiten, Lins ju schaden, weil wir ruh'n, So t streue du den rath, Und verhindre ihre that, Wend auch alles andre schrecken, So der satan kann er wecken. 3. Gott, welche ruh der seelen, Nach deines worts befehlen Einher im leben gehn; Auf deine güz te hoffen, Im geist den himmel offen, und dort den preis des glau bens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube Bu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der schuld entladen, Ich bin ben dir in gnaden, und in dem himmel ist mein theil. 6. Herr! dein auge geht nicht unter, Wenn es ben uns abend wird, Denn du bleibest ewig mus ter, Und bist wie ein guter birt, Der auch in der finstern nacht, Fil ich der ruh entgegen: Dein gieb uns, deinen schaafen, daß 5. Bedeckt mit deinem segen, Uleber seine heerde wacht, so name fen gepreift! Mein leben wir alle sicher schlafen. und mein ende Ist dein; in deine 7. Laß mich denn gefund erwas hände Befehl ich, Bater, meinen chen, Wenn es rechte zeit wird geist! fenn, Daß ich ferner meine fachen Richte dir zu ehren ein; Oder haft Mel. Werde munter, mein G. du, liebster Gott! Heute mir be: 656. Herr, err, es ist von mei- stimmt den tod, So befehl ich dir nem leben Abermal am ende Leib und feel in deine ein tag dahin, Lehre mich nun ach-| hände. Abend- Lieder. 431 Mel. Erleucht mich, Serr, m.| mein vormund bist. Mein schick- fal, lust und pein Hast du mit mir gemein. ach ich, so wach ich dir, Schlaf ich, so wach'st du mir. 10. Mein Heil, was fehlt mir noch) Mich) sanft in schlaf zu wiegen? Wie füsse ich das joch Das mich mit dir verband, und deine liebe hand, Die mich), auch wenn sie schlägt, Durch tag und nachte trägt. Mel.Owelt, ich muß dich lassen. 658. Nun ruhen alle wälz dank Für alle dei 657. Mein ein hüter! habe ne liebe. Sie sey mein lobgefang. Du bist es wahrlich werth Daß dich mein geist verehrt. Dein gu tes auge wacht Für mich fo tag als nacht. 2. Nicht tüchtigkeit in mir, In ir ganz frene triebe,( Du wähltest uns, nicht wir,) Nicht werke meines theils, Nur züge ienes ſeils Un das mich deine hand Aus frey: er regung band. 3. Nur diese leiten mich Durch tage und durch nächte. Dein Heil, erbarme dich; Durchglühe meine brust mit heil'ger betenslust. Dein cigner trieb und drang Wirkt ächten lobgefang. 4. Wie trostlos ists, im wahn, Auch wenn man farren brächte, Mit opfern zu dir nah'n, Die un gesalzen sind, und doch daben von wind Des stolzen finns sich blähn Im ächten dienst zu stehn. 5. Es heißt durch bundes- bruch Dein heiligthum entweihen, Nicht die zum wohlgeruch Bu deinem altar gehn, und in dem dienste fehn, Den eignes feuer macht, Daran du nicht gedacht. 6. Herr Jesu! deinen Geist, Den woll'st du mir verleihen, Der mich um opfer weist, Das einst auf Golgatha Für alle welt geschah. Hier bist du wundersam Der priester und das lamm. 7. Dies opfer gilt auch mir Um abend und am morgen; Du warst, ich bins in dir; Es heiligt tag und nacht; Es ward einmal gebracht, Ind wird nun jederzeit Aufs neue Gott geweiht. 8. Mit diesem weiß ich dir Bugleich auch meine forgen, Denn du bist mein panier, Seitdem dein opfer gilt Für jeden schreckensbild. ich trifft kein fluch der nacht, Und bir sind eins geacht. 9. Was mir befohlen ist, Mag umer auf dir liegen, Weil du städt und felder, Es schläft die ganze welt; 3hr aber, meine fins nen! Auf, auf! ihr sollt begins nen, Was eurem schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du sonne blieben? Die nacht hat dich) vertrieben, Die nacht, des tages feind; Fahr hin, die rechte sonne, Mein Jesus, meis ne wonne, Gar hell in meinem herzen scheint. 3. Der tag ist nun vergangen, Die güldnen sterne prangen, Am blauen himmels saal; Also werd ich auch stehen, Wenn mich wird heisſen gehen Mein Gott aus diesem janimerthal. 4. Der leib eilt nun zur ruhe, Legt ab das kleid und schuhe, Das bild der sterblichkeit: Die zieh ich aus; dargegen Wird Christus mir anlegen Den rock der ehr und herrlichkeit. 5. Das haupt, die füß und hände Eind froh, daß nun zum ende Die arbeit kommen sen; Herz, freu dich, du sollst werden Bom elend dieser erden und von der fünden arbeit fren. 6. Nun geht, ihr matten glie: der! Geht hin und legt euch nie: der, Des bettes ihr begehrt: Es kommen stund und zeiten, Da man euch wird bereiten Bur rul) ein bette in der erd. 7. Die augen stehn verdrossen, Sie sind nun gleich geschlossen, Wo bleibt denn leib und feel? Nimm sie zu deinen gnaden, Sen gut vor Abend- Lieder. 432 allen schaden, Du aug und wäch-| ter Israel! 8. Breit aus die flügel bende, O Jefu, meine freude! Und nimm dein füchlein ein: Will satan mich) verschlingen, So laß die engel fingen: Dieß kind soll unverleget feyn. 9. Auch euch, ihr meine lieben, Soll heute nicht betrüben Ein un fall noch gefahr. Gott laß euch ficher schlafen Stell euch die güldnen waffen Ums bett und seiner engel schaar. mel. Mein Gott das herz ich. 659, Nun fich der tag geen det hat, und keine fonn mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt, Und was zu vor geweint. 2. Nur du, mein Gott! haft kei: ne rast, Du schläfft noch schlummerst nicht, Die finsterniß ist dir verhaft, Weil du bist selbst das licht. 3. Gedenke Herr, doch auch an mich In dieser schwarzen nacht, Und schenke mir genädiglich Den schirm von deiner wacht. 4. Wend ab des satans wütheren, Durch deiner engel schaar, So bin ich aller sorgen frey, und bringt mir nichts gefahr. 5. 3war fühl ich wohl der fünden schuld, Die mich ben dir klagt an; Ach, aber deines Sohnes huld Hat gnug für mich gethan. 6. Den seß ich dir zum bürgen cin, Wann ich muß vors gericht, Ich kann ja nicht verloren seyn In folcher zuversicht. 10. Und also leb und sterb ich dir, O allerhöchster Gott, Im tod und leben hitf du mir Aus aller angst und noth. au, Und schlafe fröhlich ein: Mein Gott wacht jetzt in meiner ruh, Wer wollte traurig seyn! Mel. Ach! was soll ich fünder. 660. unerschaffne lebens sonne, eicht vom unerschaffnen licht, Das die fin: sterniß durchbricht! Gehe auf u meiner wonne, und bestrahle mei nen finn, Da man spricht: der tag ist hin! 2. Finter ist mein ganzes wesen, Und Egyptens dunkle nacht, Die die höll hervor gebracht, Macht, daß ich nicht kann genesen, nicht deiner klarheit schein Meine träfte nimmet ein. 4. Denn die fünde bringt uns leiden, Als die aus dem abgrund ist, Von dem, der durch seine lit, Uns geführet in ein scheiden Von der liebe, die so zart Sich ehmals mit uns gepaart. 5. Aber dein licht ist das lebe Das die todten wecket auf, und fördert ihren lauf. D, was fra de kann es geben! Nichts als lau ter wollust ist, wo du licht und ben bist. 6. Las mich diese wollust schmes den, Die so keusch, und heilig mad Daß ich fremdes gar nicht acht. Reisse weg die fündendecken, Wel 7. Darauf thu ich mein augen dhe machen, daß dein glanz mein 3. Ach! drum dringet meine feele Aus der fünden dunkelheit hin u deiner heiterkeit, Die ich mir um trost erwähle, Wenn der finster: niß verdruß Sch mit schmerzen leiden muß. her; nicht erfüllet ganz. 7. D! daß doch der abend kant, Da es soll so lichte seyn, Und des 8. Weicht nichtige gedanken hin, Geistes heller schein Uns dir machte Wo ihr habt euren lauf, Ich baue recht bequeme: Ja, was mehr, jetzt in meinem sinn Gott einen daß ich im finn Hören möcht: die tempel auf. nacht ist hin. 9. Soll diese nacht die letzte seyn, 8. Nunmehr ist der tag erschie In diesem jammerthal, So führe nen, Der nicht seines gleichen hat, mich in himmel ein, 3ur auser: Da der güldnen Gottesstadt Coll jur Sonn und leuchte dienen Das wählten schaar. Abend- Lieder. tamm Gottes, gloria! Auf, trimph! der tag ist da! Mel. Werde munter mein G. 661. Unfre müden augenz lieder Echliesſen sich jetzt schläfrig zu, Und des leibes matte glieder Grüssen schon die abendruh: Denn die dunkle finfire nacht hat des hellen tages pracht In der die sterne aufgestecket. 2. Ach! bedenk, eh du gehst schlafen, Du, o meines lebens gast, Ob du den, der dich erschaffen, Heute nicht erzürnet haft? Thu, adh thu ben zeiten buß, Geh, und fall ihm bald zu fuß, Und bitt ihn, daß er aus gnaden, Dich der strafe woll' entladen. 433 Desen nam' uns theur und werth, Dein reich) fomm, dein will gescheund vergieb uns unsre schuld, he, Unser brod werd uns beschert; Echent uns deine gnad und huld, Laß versuchung uns nicht tödten, Hilf uns, Herr! aus allen nö then. 3. Sprich: Herr! dir ist unverhohlen, Daß ich diesen tag voll bracht, Anders als du mir befonlen; Ja, ich habe nicht betracht Meines amtes ziel und zweck; Habe gleichfalls deinen weg Edhändlid), o mein Gott! verlassen, Bin gefolgt der wollust strasſen. 662. Werde munter mein finnen geht herfür, Daß ihr preiset Gottes güte, Die er hat gethan an mir, Taß er mich den ganzen tag Für so mancher schweren plag hat erhalten und bedecket, Daß fein unfall mich erschrecket. 2. Lob und dank sen dir gefungen, Vater der barmherzigkeit, Daß mir ist mein wert gelungen, Daß du mich für allem leid, Und für fünden mancher art Co ge= treulich haft bewahrt, Auch die feinde weggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine flugheit kann ausrechnen Deine güt und wunderthat, Ja, fein redner fann aussprechen, Was dein' hand erwiesen hat, Deiner wohlthat ist so viel, Eie hat weder maaß noch ziel, Ja, du haft mich so geführet, Daß fein un fall mich berühret. 4. Ach Herr! laß mich gnad erlangen, Gieb mir nicht verdienten lohn, Laß mich deine huld einpfangen, Eich an deinen lieben Sohn, Der für mich genug gethan; Bater! nimm den bürgen an, Dieser hat für mich erduldet, Was mein unart hat verschuldet. 5. Sende, Herr, nach deiner treue, Eende deine macht herab, Daß mein banges herz nicht scheue, Selbst des todes finstres arab, Daß das übel, so ben nacht Unsern leib zu fallen tracht, Mich nicht mit dem neß amdecke, Noch ein böjer traum mich ichrecke. 4. Dieser tag ist mun vergangen, Die betrübte nacht bricht an, Es ist in der sonnen prangen, Co uns all erfreuen kann. Stebe mir, o bater, ben, Daß dein glanz stets vor mir sey, Und mein faltes herz erhise, Wenn ich gleich im finfern site. 5. Herr, verzeihe mir aus gnaden Alle sünd und miſſethat, Die mein armes herz beladen Und so 6. Caß mich, Herr! von dir nicht gar vergiftet hat, Daß auch fatan vanten, In dir schlaf ich sanft durch sein spiel ich zur Höllen and wohl, Gieb mir heilige gestürzen will: Du kannst mich atdanken: Und bin ich gleich schla- lein erretten, Strafe nicht mein ens voll, Co laß doch den acist in übertreten. mir Bu dir machen für und für. 6. Bin ich gleich von dir gewi= Bis die morgenröth angehet, Undchen, Etell ich mich doch wieder ein, han von dem bett auffiehet. Hat mich doch dein Sohn vergli: 7. Bater dreben in der höhe: chen, Durch sein angst und todes: T 434 Tisch- Lieder. pem.. Ich verleugne nicht die schlafend dein verbleibe Und te schuld, Aber deine gnad und huld Jit viel grösser als die fünde, Die ich stets in mir empfinde. 7.O du licht der frommen feelen, du glanz der ewigkeit, Tir will ich mich ganz befehlen Tiefe nacht und allezeit. Bleibe doch mein Gott, ben mir, Weil es nunmehr dunkel hier; Da ich mich so sehr betrübe, Tröste mich mit dei ner liebe. 8. Echüße mich vors teufels neHen, Vor der macht der finsternis, Die mir manche nacht zusehen, Und erzeigen viel verdries. Hilf mir, Jesu, wahres licht, Daß ich dich verliere nicht, wenn ich dich nur hab im Herzen Fühl ich nicht der feelenschmerzen. 9. Wenn das auge sich will fchliessen, Und ermüdet, schläfer ein, Denn laß doch mein herz gefliffen Nur auf dich gerichtet seyn. Meiner feele mit begier Träume fiets, o Gott, von dir, Daß ich feind mich von dir treibe. 10. Laß mich diese nacht empfins den eine sanft und füffe ruh, Alles übel laß verschwinden. D mich mit segen zu; veio und feels, muth und blut, Weib und finder, haab und gut, Freunde, feind und hausgenossen, Eind in deinen schuh geschlossen. 11. Ach, bewahre mich vor schre den, Echüße mich vor überfall Laß mich frankheit nicht aufweder Treibe weg des krieges schall: Wend ab feur und wassersnoth Pestilen; und schnellen tod: Las mich nicht in fünden sierben, Ned an leib und feel verderben. 12. O, du groffer Gott, erhött. Was dein find gebeten hat; Jeju! den ich stets verehre, Bleibe du mein schuß und rath, Und mein Hort, du werther Geist, Der du freund und tröster heißt, pöre doch mein sehnlichs flehen; Amen, es soll geschehen. Tisch- Lieder. Mel. Serzliebster Jefu, was. 663. Auf! lobt den Herrn und dankt für seine gaben, die wir von ihm aus gnad empfangen haben Jeht an dem tisch, und wo mir aller enden Uns sonst hinwenden. 2. Er hat ans licht uns alle lafsen kommen, Und durch die tauf in fein reich aufgenommen, Vergiebt uns auch, durch seines Sohnes dulden, Der fünden schulden. 3. Sein guter Geist ists, der uns felbst regieret, Straft, unterweif't, erhält und kräftig führet, Auf daß wir fest im freuß, ohn alles graus en, Ihm können trauen. nähren, und ihnen hülf in aller ne 5. Als Vater will er seine finde bescheren; Ja, läßt gewiß all the feind auferden Bufchanden werde 6. Derhalben feyd getrost n Gott, ihr frommen, Denn ihr felt schuß und brod genug bekommen, Und über dies nach diesem armen leben Bey Christo schweben. 7.Drum danket ihm von ganzen herzens- grunde, Und bittet ihn aller zeit und funde, Daß er uns helf, als seines reiches erben, Eint selig sterben. 8. Go find wir recht an leibund feel geneſsen, und reich genug ind fer welt gewesen; So haben mit den besten schatz gefunden und überwunden. 4. Er pflegt uns auch durch seiner engelschaaren Bey tag und nacht vor unfall zu bewahren, Mel. Es ist das heil uns fom. Damit der feind an uns den böſen 664. Gott, deine gute mit willen Nicht mög erfüllen. weit, In gemeiner Noth. 435 die wolken gehen: Du frönst uns und ihn ehren, Für alle seine mit barmherzigkeit, Und eilst, uns benzustehen. Herr, meine burg, mein fels, mein hort, Bernimm mein flehn, mert auf mein wort; Denn ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nich um überfluß Und schätze dieser erden, Laß mir so viel ich haben muß, Nach deis ner gnade werden. Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um ehr und ruhan, So jehr sie menschen rühren; Des guten namens Eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer ruhm fen meine Pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Bebaoth, Auch nicht um langes leben: Im glücke demuth, muth in noth, Das wollest du mir geben. In deiner hand steht meine zeit; Laß du mich nur barmherzigkeit Bor dir im tode finden. Mel. Wach auf mein herz und. 665. Nun laßt uns Gott dem Herren Dantsagen 2. Herr! unsre fünd bekennen wir, Die wollit du uns verzeihen, All unfre Hoffnung steht zu dir, Du wollest hilf verleihen, Gieb gaben, Die wir empfangen has ben. 2. Dein leib, die feel, das leben, Hat er allein gegeben. Diefelbe zu bewahren, Will er nie mühe sparen. 3. Er stärket uns das leben; Er will der seele geven, was sie von ihren fünden kann bald und ganz entbinden. 4. Ein arzt ist uns gegeben, Der felber ist das leben, Er, der für uns gestorben, hat uns das heil erworben. 5. Sein wort, fein tauf, fein nachtmahl, Dient wieder allen unfall, Der heil'ge Geist im glauben, Lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben, Die fünd, geschenkt das leben, Im himmel foll'n wir haben, D Gott! wie groffe gaben! 7. Wir itten deine güte, Woll'st uns hinfort behüten, Die groffen mit den fleinen, Du kannsts nicht böse mennen. In gemeiner Noth. Mel. Es ist gewißl ch an der 3.| bund, Um deines namens willen; Wir bitten dich aus herzensgrund, 666. Ach Herre, du gerech- Du kannst den jammer ſtillen, Bom himmel mit dem regen dein; Denn du allein kannst helfer seyn, Ohn dich kann es nicht regnen. ter Gott! Wir habens wohl verdienet, Mit uns' rer fünd und missethat, Daß un ser feld nicht grünet, Daß men= schen und vieh trauria fenn, Wenn du zuschliess'st den Himmel dein, So müssen wir verschmachten. 4. Ein anderer vermag es nicht, Taß er sollt regen geben. Den himmel hast du jugericht't, Ben dir ist hülf und leben: Allmächtig ist der name dein, Das alles kannst du thun allein Herr, unser Gott und tröster. unser Gott und tröster! 3. Gedenke, Herr! an deinen 8. Erhalt uns in der wahrheit, Gieb ewigliche frenheit; Bu preis sen deinen namen Durch Jefum, Shristum, amen. allein, Herr, uns regen und fegen dein, Um deis 667. Du Friedens: Fürft, Herr Christ! Sin mensch und wahrer Gott, Der du der rechte helfer bist Im In gemeiner Keth. 436 leben und im tod, Hör unser schreyn In dir allein Will uns der Vater retten. 2. Die noth ist groß, uns drücket fehr Des frieges ungemach; Wir find von eigner hülfe leer, rum führe du die fach; Herr, schaff uns ruh), Ja, bitte du Für uns in die sen nöthen. 3. Gedenke, Heiland, an dein amt, Das frieden uns verip icht, Und hilf uns gnädig allesammt, Sen unser trost und licht: Laß uns hinfort Dein göttlichy wort In frieden wieder haben. 4. Wir haben alles wohl ver= dient Und leidens mit geduld; Doch denke, daß du uns versöhnt; Du zahlest unsre schuld; Darum vergieb, Nach deiner lieb, Die du zu fündern trägest. 5. Da ist groß elend und gefahr, Wo pestilen; regiert, Biel grösser aber ists fürwahr, Wo frieg geführet wird, Da wird veracht Und nicht betracht, Was recht und löb: lich wäre; 6. Da fragt man nicht nach ehrbarkeit, Nach zucht und nach gericht, Dein wort liegt auch zu fol cher zeit, und geht im schwange nicht; Drum hilf uns doch), Berbrich das joch Des ungerechten frieges. Es ist nun gar Mit der gefahr Aufs äusſerste gekommen. 4. Wer ist nun, der uns hülf ers weis't? Hier ist nicht gegenwehr. Der schuß, den uns ein mensch nur leist't, wenn ein so grosſes beer, Um gut und geld, Uns über: fallt, Echafft wenig nuh und from men. 5. Mun Herr, wir haben tausend: fach Dies und viel mehr verdient, Wir hängen unfrer thorheit nad), Indem das unglück grünt: Wer will jetzt nech Im sanften jod), Dus du auflegest, gehen? 6. Man spottet oftmals deiner lehr, Und lastert deinen Geist: Der lehrer hat hier kein gehör, Den du uns doch verheißt: Es soll dein blut Dem übermuth Nur stets zu dienste stehen. 7. Wer träget wahre reu und leid? Wer denkt an besſerung! Man meynt, es sey bußfertigkeit, Man sey schon fromm genug, Wenns nur der mund Spricht oh ne grund, Und wir von aussen gleinen. 8. Wer gläubet dir und deinem wort? Man schlägt es in den wind: Man streitet drüber im merfort, Und bleibt doch taub und blind. Behorsam seyn Muß heus chel- schein, Und zankjucht glauben beiffen. Mel. Du Friedens- Sürst, 5. 668. Du Sieges- Fürst, Herr Jesu Christ, Ein wahrer mensch und Gott, Der du ein held und helfer bist, Hilf uns Herr Bebaoth: Du kennst allein Die straf und pein, Womit wir find umgeben. 9. Es gehet gottlos ben uns her, Man halt hier fein gebot: Das unglück kommt nicht ohngefähr, Es ist bestimmt von Gott; Geſeh und recht Bestehen schlecht: Gewalt hat oft regieret. 10. Herr, du hast Codom umges febrt, Gomorra mard verderbt: Was sind wir bessern lohnes 2. Du weißt, was uns ist zuge: dacht Und womit man uns draut; werth? Die wir von ihr geerbt Wie grauſam es der feind gemachten fünden- stand: Und deine Buvor und anderweit: Der frie: hand Sollt unser doch verschonen! ges- wang Dräut untergang Der stadt und unserm leben. 3 Sie sind uns schon so nah aerückt, Wir sind in ihrer hand; So bald nun wird das schwerdi gezückt, Erbeben teut urd' land. Du wolleft bey uns wohnen. 11. Du bist gerecht, bist weif und gut, Barmherzig und getreu. ( Sieb, daß, was uns der feind iet thut, Bum vortheil uns gedeih, und daß wir doch Erkennen noch), In gemeiner Neth. 43 12. O Bater, tritt ins mittel[ fiets Bey uns vorüber gehn? Wir ein, Errette selbst dein volt, Ees armen fünder flehn: Auch laß es zwischen uns den gränze- stein, nicht geschehn! Die starte feuer- wolk, Und denen, die uns angst und müh, Auf dein geheiß, erregen. 4. Befeuchte doch das land, Und tränk die matten felder. Gieß res gen aus und thau Auf wiesen, gärs 13. Gieb deinen findern die ge= ten, walder; Daß was bisher ges duld, Nimm dich der deinen an: lechit, Turch deine huld aufs neu Bestrafest du der bösen schuld, So it einem segensguß Getränkt, beßre iedermann, Damit allzeit In heiligkeit Wir gehn auf deinen wegen. erquicket ſen. 14. Laß uns im zorn nicht une tergehn, Verleih uns rechte buf, Und laß du Christum uns benstern Bu unserm heil; so muß Der gröste feind, Wenn ers nicht meynt, Bald aufgerieben werden. 15. Breit, Heiland, deines naMel. Es ist gewißlich an der. Mansehr In deinen wundern aus; 670. Here der du vor mir haft dein land Mit Durch deine gnad erleucht uns mehr, Nimm du ein stadt und gnaden angeblicket, Und des gehaus. Tämpf fleisch und blut fang'nen Jacobs band Gelöst, Durch liebes- glut Und deines Geiz und ihn erquicket; Der du die fünd fres gaben. und missethat, Die dein volk sonst begangen hat, Hast väterlich verziehen. 16. Befestige dein heiligthum, Und segne uns zugleich. Führuns, zu deiner ruh und ruhm, in in dein herrlichs reich, Daß alles leid, Sloth, frieg und streit, Ein ende mögen haben. 5. ergieß zugleich dein wort, Uls einen gnadenregen, In unser mat tes ber; it tausendfachem segen. Gieb dein gedeihn, o Herr! Breit aus die frömmigkeit! So wird auch unser land Mit fruchtbarkeit erfreut. 2. Herr! der du deines eifers alut Buvor oft abgewendet, Und nach dem Born das füsse gut Der lieb und huld gesendet: Ach) from= mes herz, ach unser heil! Nimm weg und heb auf in der eil, Was uns betrübt und fränket. Mel. O Gott, du frommer G. 669. Herr, allerhöchſter Gott 3. Lösch aus, Herr! deinen grof= Himmel und auf erden! Dem wolfen, luft und wind Allzeit gehorsam werden, Wenn dein allmächtig wort Cie heißt zu dienste stehn: Laß unfer feufzen doch Jetzt in erfüllung gehn. fen brunnen deiner anden, Erfreu und tröst uns wiederum Nach ausgestandnem schaden. Willst du denn zürnen ewiglich, Und sollen deine fluthen fich Onn alles end ergieſſen? 4. Willst du, o Vater! uns denn nicht dur einmal wieder laben, und follen wir an deinem licht Nicht wieder freude haben? Ach, aieß aus deines himmels haus, 2. Ach! überschütte uns, Oherr mit deinem fegen. Erfreu uns gnädiglich mit einem milden regen, Der unser dürres land Be: wäßre und erquick, Und es zu deis nem preis mit fruchtbarkeit be: glück. err! deine güt und fegen aus, Auf uns und unsre häufer. 5. Ach daß ich hören sollt das 3. Du wollest unfer flehn Und wort richallen bald auf erden, feufzen nicht verachten: Der ader Daß friede sollt ar allem ort, Wo ist wie staub, Die welfen früchte christen rohnen, werden. Ach schmachten. Soll denn dein regen daß uns doch Gott sagte zu, Des 438 In gemeiner Noth. frieges schluß, der waffen ruh, Und getümmel Predigt dir: befchre alles unglücks ende. 6. Ach daß doch diese böse zeit, Sich end' in guten tagen, Damit wir in dem grossen leid, Nicht mögen ganz verzagen: Doch ist ja Gottes hülfe nah, und seine gnade stehet da, All denen die ihn fürch- beuget euch! dich! 5. Donn're donner! triff den fünder, Triff fein herz! doch tödte nicht Leuchtet, bliße! scheucht die laster, Mahlt das endliche gericht! Seht den eifer, Seht ihn, fünder! 9. Der Herr wird uns viel gutes thun, Das land wird früchte geben, und die in seinem schooße ruhn, Die werden davon leben. Gerechtigkeit wird dennoch stehn, Und stets in vollem schwange gehn, Bur ehre seines namens. ten. 7. Wenn wir nun fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den frieg und alle andre noth Nach wunsch und also enden, Daß seine ehr in unserm land, Und aller orten werd er: kannt, Ja stetig ben uns wohne. 8. Die gut und treue werden schön Finander grüssen müssen: Gerechtigkeit wird einher gehn, Und friede wird sie füssen. Die steney! treue wird mit lust und freud Auf erden blühn, gerechtigkeit Wird von dem himmel schauen. Mel. Prächtig kommt der 5. 671. Laut und mäiestätisch rollet Uleber uns der donner hin, Bange angst ergreift den fünder, Ihm entbebt der stolze sinn. Steht verwirrt da Todes: bläsſe zeichnet ihni 2. Stille, sanfte ruhe gieffet Tie: fer auftritt in die brust, Die den großen Schöpfer ehret, Die sich feiner gunft bewußt, Kindlich) lallen, Steigt durch das gewölte auf. 3. Aus den schwefel schwangern lüften Drängt sich schlangenförm'ger blis; Knall auf knall bricht schmetternd furchtbar Aus dem dunkeln himmelsfiß. Berge zittern, Und die feste bebet laut. 6. Uleber euren häuptern schwebte Erst noch jüngst der bange tod. Flammenströme stürzten nieder. Bebt und glaubt, der starke droht, Aber glaubt auch, Endlich trifft fein feur gewiß. 7. Gott! erschüttre selbst die tod ten, Donnre laut dein wort herab! Stürz das schwarze heer der la: ster, Schleudre sie tief in ihr grab! Mache fruchtbar, Bions öde wis Litaney. 672. Herre Gott, erbarme dich. Shriste, erbarme dich. Herre Gott, erbarme dich. Christe, erhöre uns. Herr Gott Vater im himmel, er: barme dich über uns. Herr Gott Sohn, der welt Hei land, erbarme dich über uns. Herr Gott Heiliger Geist, erbarm dich über uns. Sen uns gnädig, Verschon uns, lieber Herre Gat. Sen uns gnädig, Hilf uns, lieber Herre Gott. Für allen fünden, Für allem irrsal, Für allem übel, Für des teufels trug und lift, Für bösem schnellen tod, Für pestilenz und theurer zeit Für frieg und blutvergieffen, Für aufruhr und zwietracht, Für hagel und ungewitter, Für feur- und wasſers- noth, Für dem ewigen tod, Behüt uns, lieber Herre Gott. Turch dein heilig geburt, Durch deinen todes- kampf und blutigen schweiß, 4. An dem schwarzen firmamente Braus't das wetter im tumult, Bittre fpötter! werde mürbe! Fühle endlich deine schuld! Laut Turch dein freuß und tod, In gemeiner Noth. Durch dein heilig auferstehung| Alle, die um unschuld gefan:) und himmelfahrt. gen sind, los und ledig laſſen. In unsrer lesten noth, Um jüngsten gericht. Alle writtwen und waisen vertheidigen und versorgen. Aller menschen dich erbar: Hilf uns, lieber Herre Gott. Wir arme fünder bitten, Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! men. Und deine heilige christliche firche regieren und führen. Alle wahre bischöffe, pfarrherrn und firchendiener im heilsamen wort und heiligen leben erhalten. Allen rotten und ärgernissen wehren. Alle irrige und verführte wie: der bringen. Den satan unter unsre füffe treten. Treue arbeiter in deine erndte senden. Deinen Geist und kraft zum worte geben. Allen betrübten und blöden helfen und sie trösten. Allen königen und fürsten in dir fried und eintracht geben. Den regierenden vätern die fer freyen staaten steten sieg wider ihre feinde gönnen. Die regierung dieses staats leiten, segnen und schüBen. Die richter, befehlshaber, beamten und diener mit deinem Geist regieren. Die christliche hohe und andere schulen bauen und kräftiglich erhalten. Die ganze stadt, unsere ge meine und firchen- rath segnen und behüten. Allen, so in noth und gefahr sind, mit huilf erscheinen. Ullen schwangern und säu gerinnen fröhliche frucht und gedeihen geben. Uller finder und franken pfle= gen und warten. Erhöre uns, lieber Herre Gott. 439 Erhöre uns, lieber Herre Gott. Unsern feinden, verfolgern und lästerern vergeben, und sie bekehren. Die früchte auf dem landegeben und sie bewahren; Und uns gnädiglich erhören. O Jesu Christe Gottes Sohn! Erhöre uns lieber Herre Gott. O du Gottes- Lamm, das der welt fünde trägt! Erbarm dich über uns. O du Gottes- Lamm, das der welt fünde trägt! Erbarm dich über uns. O du Gottes- Lamm, das der welt sünde trägt! Verleih uns steten fried. Christe, erhöre uns. Herr Gott, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr Gott, erbarme dich. Amen. Mel. Vater unser im himmel. 673. Nimm von uns Herr, du treuer Gott, Die schwere straf und große noth, Die wir mit fünden ohne zahl Ver= dienet haben all zumal, Behüt vor frieg und theurer zeit, Vor feuchen, feu'r und großem leid. 2. Erbarme dich der bösen knecht, Laß gnad ergehen vor dem recht, Denn wenn du Herr, den rechten lohn Uns geben willst nach unferm thun, Eo müßte die welt unter: gehn, Und könnte kein mensch vor dir siehn. 3. Ach Herr, laß deines trostes schein Mit Hilf und rettung uns erfreun; Beweise deine große gnad Und straf uns nicht auf fris scher that, Wohn uns mit deiner güte ben, Dein zorn und grimm fern von uns fen). 4. Dir Vater ist gar wohl bes 440 In gemeiner Neth. kannt, Wie uns die fünd aus dei- gen stehn, Und in viel fummer ner hand, In tausendfachen jam- schweben: Die nachbarschaft sich mer zicht Und wie das herze von vor uns scheut, in jeder vor uns dir flieht; Es ist ja deinem ange- flieht und lauft, als wären wir sicht Die große noth verborgen verbannet. nicht. 5. Der teufel geht umher und brüllt, Daß er die seel mit angst erfüllt; Er suchet welchen er verschling Und wie er uns ins elend bring: Es dient das fleisch und blut der welt, Die stündlich ihre nebe stellt. 6. Gedenk an deines Sohnes noth, Gedenk an seinen Freußes tod, Den er erduldet für die welt, Sein blut ist unser lösegeld, Deß trösten wir uns allezeit, Und hofs fen auf barmherzigkeit. 7. Ceit uns mit deiner rechten hand, Und segne uns're stadt und land; Gieb, daß dein wort durch deine fraft, Ben uns und in uns früchte schafft; teh uns an unferm ende bey, Damit es selig in dir sey. el. Aus tiefer noth schrey. 674. frommer und getreuer Gott Aller, die auf dich hoffen! Es hat uns eine schwere noth Durch deine hand getroffen; Dein worn der drückt uns mit gewalt, und wirft die menschen, jung und alt, mit pestilen; darnieder. 2. Du bist gerecht und dein gericht kann unser keiner strafen: Von wegen unsrer fünd geschicht, Daß wir so schnell entschlafen. Ja, unsre große miſſet hat Dich so gar hoch bewogen hat, Den pfeil in uns zu schiesſen. 5. Lehramt und andre ordnung mehr, Geht nicht in vollem schwanz ge; All unsre nahrung welket sehr, Uns ist von herzen bange, Und wiss fen weder aus noch ein, O Bater sich doch gnädig drein, Und thuu wieder trösten. 6. Laß ab von uns mit deiner ruth, 9imm sie von unserm rü: den; Was hast du nuß an uns ferm blut, Wenns thut der tod hinzücken? Ein todter förper dich nicht preis't, Noch jemand zur ers fenntniß weist Deines hochheil': gen namens. 7. Crieig uns gnad, o frommer Herr, Thu deinen grimm aufhes ben, und sen mit deiner hülf nicht fern, Du hast ja lust zum leben, Und bist ein Gott von wahrheit fest, Der seinen zorn bald fahren laßt, wenn man dich herzlich bittet. 8. Jesu Christe, unser heil, Thu alles unglück wenden, Kimm doch den bogen und die pfeil Aus des verderbers händen; Ach! heiß ihn einmal hören auf, daß er nicht so geschwinde lauf, Bu würgen deine brüder. 9. Tein will gescheh! wir bitten all, In noth uns nicht verlaſſe: Hilf uns nach deinem wohlgefall'n, Du weißt die rechte maſſe, Und wirst wohl deine zeit ersehn, Wenn uns hierin foll hülf geschehn; Wir wollen dir vertrauen. 10. O heil ger Geist, mit deiner 3. Herr, vergieb, und straf fraft, Die sterben sollen, flärte, uns nicht Im zorn so gar gefchwin: Daß man des glaubens ritter: de: Kehr doch dein Vater angeschaft Un ihrem end vermerke; sicht Bu deinem lieben finde: Laf Und sie also mit fried und Freud Fallen den gerechten grimm; Bu Den abschied nehmen aus der zeit, gnaden uns aufs neu annimm, In Christo, unserm Herren. Um deines namens willen. 4. Sieh, Herr, wie wir betrüber 675. mit um= i geben; In angst und großen for- i von gütigkeit? Willst du das ganze grofer Gott und reich In gemeiner Noth. 441 willen dein, Drum wollest du verschonen, Uns nicht nach fünden lohnen! land Strafen mit grimmigkeit? derlein Thun nach i em rechten Vielleicht möchten nochy fromme fenn, Die thäten nach dem willen dein, Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen! 2. O großer Gott von ehr! Dieß ferne sen von dir, Daß bör und fromm' zugleich Die strenge straf berühr; Es möchten etwa fünfzig fenn, Die thäten nach dem willen dein, Drum wollest du verschonen, Richt nach den werken lohnen! 3. O großer Gott von rath! Laß die barmherzigkeit Ergehen, und halt ein Mit der gerechtigkeit: 9. O großer Gott von treu! Weil vor dir niemand gilt als dein Sohn Jesus Christ, Der deinen zorn gestillt; So siehy' doch an die wunden fein, Sein' marter, angst und schwere pein; Um seinet willen schone, Uns nicht nach fünden lohne! möchten fünf Die thäten nach dem willen dein, Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen! 4. O großer Gott von stärk! Schau an das arme land, Und wende von der straf Die ausge: streckte hand: Es möchten etwa vierzig seyn, Die thäten nach dem willen dein, Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen! 5.O großer Gott von fraft! Las doch erweichen dich, weil das elend gebet So oft erholet sich: Es möchten etwa dreyßig seyn, Die thäten nach dem willen dein, Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werfen lohnen! 6.O großer Gott von gnad! Erhör auch diese slimm, und in dem hohen thron Das seufzen tief ver: nimm; Es möchten etwa zwansig seyn, Die thäten nach dem willen dein, Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen! 7. O großer Gott von that Schau, wie die arme erd von deiner mildigkeit Noch einen wunsch begehrt; Es möchten etwa zehen seyn, Die thäten nach den willen dein, Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werten lohnen! 8.D großer Gott von lob! Wenn ia das maß erfüllt Der fünden, und aus jorn Uns gar verderben willt; So möchten doch die finT2 Mel. Lobet den Herren, den m. 676. Rollet, ihr donner, und mit lichem knallen! Lasset vom dunkeln getöse die wolken erschallen! Schlaget mit macht, Daß die welt schüttert und kracht. Mir wird der glaube nicht fallen,:,: 2. Schwärzet, verdunkelt, ihr schweren gewitter, den himmel. Mache sturmwind und regen ein banges gewimmel, Brauſet daher, Rauschet, ergiesset ein meer. Mein herz ist ohne getümmel. 3. Leuchtet und strahlet, ihr helle durchschneidende blißen. Spenet nur flammen und schreckliche, feurige spißen. Schwefel und gluth Schiesset mit tödtlicher wuth. Ich will im friedenthal sißen. 4. Jesus, der starte Gott, hat mir die fünden vergeben. Ich bin er rettet und habe das ewige leben. Er ist mein freund. Ich bin ihm auch nicht mehr feind. Was soll ich nun noch erheben? 5. Gott, der Allmächtige, liebe mich fünder aus gnaden. Seine fraft schüßet die kinder, die elende maden. Alle gefahr Trifft ohne ihn nicht ein haar. Der schade selbst kann nicht schaden. 6. Will sich das Herz aus natürs licher blödigkeit scheuen; Will mich die zweifelnde furcht von dem glauben zerstreuen: Hat er geduld und seine mächtige huld Wird mich noch völlig befreyen. 7. Nun so mag alles, was schrecklich ist, fürchterlich toben. Kenn In gemeiner Noth. 442 ich doch einen, der herrschet und fibet dort oben. Er ist mein licht. Darum entfeß ich mich nicht. Ich will den großen Gott loben. 8. Sollt ich dem König zur schan de so ängstlich erbeben? Sollt ich nicht immer in göttlicher freudigteit leben? Mitten in noth Will ich den herrlichen Gott Im Geist fein lustig erheben. 9. Raubet, ihr wetter, beraubet mich irdischer dinge. Das ist dem herzen zur traurigkeit viel zu ge= ringe. Gott ist mein gut. Mein ist des Heilandes blut. Verbrennt, Mel. Auf meinen lieben Gott. ihr güter. Ich finge. 10. Nehmt mir die freunde, und schlagt die verwandten darnieder, Sind sie im glauben: so find ich fie ewiglich wieder. Nehmit, was ihr wollt. Thut, was ihr ausrichten sollt. Mir bleiben fröhliche lieder. 677. Sagt unserm Gotte dank Mit vielem lobgefang, Ihr alten mit den jun gen, Erhebet eure zungen: Den Himmels- König preiset, Der uns den frieden weiſet. 2. Dir, liebes vaterland, Ist, leider! wohl bekannt, Wie sehr du bist verheeret, Von feinden aus gezehret; Dieß unglück sich nun endet, Weil Gott den frieden sendet. 11. Willst du mich endlich, mein Abba, im wetter erschlagen. Wohl mir! so werd ich im feuer gen himmel getragen. Echenke nur muth. Stärke den glauben ans blut. So will ich nimmermehr zagen. 12. Wahrlich ich höre den donner mit freuden erschallen. Sollte mir denn nicht die allmacht des Baters gefallen? O Majestät, Die hier so fürchterlich geht! Mich labt dein blißen und knallen. 13.3ittert, ihr frechen, und fürchtet den mächtigen richter. Bebet, erschrecket, verändert die wilden gesichter. Die ihr noch liebt, Was man in finsterniß übt: Seht hier die rächenden lichter. 14. Fühlet den schauer, ihr alles verleugnende spötter. Sagt doch, was dünkt euch)? wie ist euch, ben brüllendem wetter? Ist da kein Gott? Spötter, ihr werdet zu spott! Du siegest, großer erretter! 15. Singet und betet ihr knechtischen knechte der fünden. Ist es vorüber: so lasſet den kummer verschwinden. Aber gedenkt: Der, den ihr freventlich fränkt, Wird ewiges feuer entzünden. 16. Fallet doch einmal dem Kö nig der ehren zu fusse. Bittet unt gnade zur redlichen, gläubigen busse. Seine geduld, Die unaus sprechliche huld, Vergönnt eud) heute noch musse. 17. Schlage, du donner des wors tes, zerschlage das scherzen; Leuch tet, ihr blize des Geistes, und treffet mit schmerzen. Stürmet den muuth. Regne, du löschendes blut. So wachsen früchte der herzen. 3. Rühmt Gott doch immerdar, Macht sein lob offenbar, Shr, die ihr ward geplaget, Von haus und hof verjaget: Gott hat nun schwerdt und bogen Dem feinde abgezogen. 4. All unfer lebenlang Sagt Gott lob, ehr und dank, Der den frieg weggenommen, Und frieden läffet kommen; Der durch den fried erquicket, Was vor der krieg gedrücket. 5. Aus feiner milden hand Hat Gott uns zugewandt Ganz un schäßbare gaben, Weil wir nun wieder haben Den edlen landes: friede: Drum lobet feine güte. 6. Nun, Gott, wir loben dich, Und danken ewiglich, Daß du mit un fern plagen mit leiden haft gez tragen, und uns in diesem leben Noch frieden wieder geben. 7. Hilf doch durch deine treu, Daß er beständig sey: Laß uns in unfern jahren Den frieg nicht mehr er fahren: Laß uns in frieden sters ben, Die himmels- ruh ererben. In gemeiner Noth. 443 8. Dein Geist uns lehre auch) Des1 7. Jesu, der du Jesus heißt, Als friedens rechten brauch), Daß uns ein Jesus hülfe leist! Hilf mit die friedens- zeiten Bur buß und beff'rung leiten, und wir durch neue fünden Nicht neuen trieg entzünden. deiner starken hand, Menschenhülf hat sich gewandt. Eine mauer um uns bau, Daß dem feinde das vor grau, Und mit zittern sie anz schau. 8. Höchster Hort, Immanuel, Du beschüßer leibs und feel, Gott mit uns in aller noth, Um uns und auch in uns Gott, Gott für uns zu aller zeit, Troß dem, der uns thut ein leid! Gottes straf ist ihm bereit. 9. Deines Baters starker arm, Komm und unser dich erbarm: Laß jest sehen deine macht, Drauf wir hoffen tag und nacht: Aller feinde koppel trenn, Daß dich alle welt erkenn, Uller herren Herren nenn. 10. Andre trauen ihrer kraft, Ihrem glück und ritterschaft: Teine christen sehn auf dich, Wir auch trauen festiglich. Laß uns werden nicht zu schand, Hilf uns, und dem ganzen land: Unsre noth ist dir bekannt. 9. Herr Gott, dieß alles nun Wollst du aus gnaden thun, Laß es seyn ja und amen, Alsdenn wir deinen namen, Hier und im himmel droben, Ohn ende wollen loben. 678. Treuer wächter Israel, Deß sich freuet leib und feel, Der du weisfest alles leid Deiner armen christenheit: O du wächter, der du nicht Schläfft noch schlummerst, zu uns richt Dein hülfreiches angesicht. 2. Schau, wie große noth und quaal Trifft dein volt jetzt überall, Täglich wird der trübsal mehr: Hilf, ach! hilf, schüß deine ehr, Wir verderben, wir vergehn, Nichts wir sonst vor augen sehn, Wo du nicht ben uns wirst stehn. 3. Hoherpriester, Jesus Christ, Der du eingegangen bist In den heil'gen ort zu Gott, Durch dein freuß und bittern tod: Uns verföhnt mit deinem blut, Ausgelöscht der höllen glut, Wiederbracht das höchste gut; 4. Sisest jest ins Baters reich, Ihm an macht und ehren gleich, Unserein'ger gnaden- thron, Gottes allerliebster Sohn, Den er in dem herzen trägt, Dessen fürbitt ihn bemegt, Daß er keine bitt abschlägt: 5. Kläglich schreyen wir zu dir, Klopfen an die gnaden- thür, Die wir sind dein eigenthum, Theur erkauft zu deinem ruhm: Herr, wir sind nach dir genennt; Dei nes Vaters zorn abwend, Der jest wie ein feuer brennt. 11. Gürte dein schwerdt an die seit, als ein held, und für uns streit: Ach! zerschmettre deinen feind, Ders mit uns so böse mennt. Daß bey ihm sen kein gewinn, Wirf ihn dir zum schemel hin, und brich seinen stolzen finn. 12. Du bist ja der held und mann, Der den kriegen steuren kann, Der da spieß und schwerdt zerbricht, Der die bogen macht zunicht; Der die wagen gar verbrennt, und der menschen herze wendt, Daß der krieg gewinnt ein end. 13, du wahrer Friedens- Fürst, Der der schlangen hat zerknirscht Ihren topf durch seinen tod, Frieden wiederbracht ben Gott; Gieb uns frieden gnödiglich, So wird dein volt freuen sich), Und wir ims mer preisen dich). mel. Wer nur den lieben Gott, 679. Verborgner Gott! dem 6. Deine wunden, die so roth, Halt ihm vor, sammt deinem tod, Und was du haft mehr gethan, seig ihm unsertwegen an: Sage, daß du unfre schuld Haft bezahlet in ge= duld, Uns erlanget gnad und huld. I 444 In gemeiner Noth. Was auf der ganzen welt ge- müßt vergehen, was du hast ges schicht: Was sollt ich, wie ein schaffen, Vor deinen plagen. heide, sorgen, als wüßtest du mein elend nicht? Verbirget gleich dein antlis fich, Dein herz meynt es doch väterlich. 2. Mich und mein loos hast du gesehen, Als ich noch nicht gebo: ren war, Und was mir fünftig soll geschehen, Stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein auge siehet aus der höh, Und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weiff'st auch, was ich nöthig habe, und giebst mir mein bescheiden theil, Ja, alles, Herr! ist deine gabe; Du forgest täglich für mein heil. Woran ich gar noch nicht gedacht, Hast du schon alles gut gemacht. 5. Cich an dein's Sohnes freuh und bitter leiden, Der uns erlöset hat mit seinem blute, Und eröffnen lassen sein herz und seiten, Der welt zu gute. 6. Darum, o Bater! laß uns nicht verderben, Dein' gnad und 4. Ach! solltest du denn nicht Geist durch Christum wollst uns erkennen, Wenn fummer, angst geben; Mach uns fammt ihm des und noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die thränen zählt, Du hafts gesagt, dir bricht dein herz, Trifft deine kinder noth und himmelreiches erben, Mit dir zu leben. 5. So laß mich doch von herzen glauben, Daß deine augen auf mich sehn; Laß nichts den füssen trost mir rauben, Du merkest auf mein kindlich fehn, Bertreibest bald durch deine macht Der bangen sorgen dunkle nacht. 6. Du wirst dein wort gewiß er füllen; Du hast mir hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen tum mer stillen; Ich bin getrost und unverzagt, Es geschehn, ich zweifle nicht, Du bist mein Gott, mein heil und licht. 3. Vergieb, Herr, gnädig unfre große schulden, Laß über das recht deine gnade walten: Denn du pflegst zu schonen nach großer hulde, Uns zu erhalten. 4. Sind wir doch armie würme tein, staub und erden, Mit erb fünd, schwachheit, noth und tod beladen; Warum sollten wir gar zu nichte werden Im zorn, chn gnaden? 681, Wenn wir in höchsten nöthen seyn, Und wissen nicht wo aus noch ein, Und finden weder hülk noch rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. So ist das unfer troft allein Daß wir zusammen insgemein Dich in der angst, o treuer Gott, Um rettung flehen aus der noth. 3. Wir heben augen und das herz Bu dir in wahrer reu und schmerz, Und flehen bey der schwe ren schuld um strafen- lindrung und geduld, 4. Die du verheissest gnädiglich Allen, die darum bitten dich, In deinem Sohne Jesu Christ, Der stets unfer fürsprecher ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unfre noth Weil wir jetzt stehn verlafe sen gar In großer trübfal und gefahr. 6. Sich nicht an unfre fündens schuld; Erzeig uns deine gnad und huld; Steß uns in unſerm elend ben, Mach uns von allen Mel. Serzliebster Jesu was. 680, Wend ab deinen zorn, lieber Gott, in gnaden, Und laß nicht wüthen deine blut'ge ruthen, Richt uns nicht streng nach unsern missethaten, Gondern nach güte! 2. Tenn so du wolltest nach verdienste strafen, Wer könnte deinen zern und grimm ertragen? All's plagen fren. In gemeiner Neth. 445 7. Auf daß von herzen können| fur; hernach gar sehr erschrack, wir, Nachmals mit freuden dan als ihn der schmerz gedrücket. ten dir, Gehorsam seyn nach dei- Wo dienet nun die hofart zu? nem wort, Dich allzeit preisen Der kranke leib liegt ohne ruh, hier und dort. Auch bis ins grab gebucket. 8. Wir haben unser ganzes land Und häuser oft beflecket Mit un zucht, greuel, fünd und schand: Es treuer mund, hat uns nicht erschrecket Des Höchsten wort und donnerstimm. Ist es denn wunder daß dein grimm Uns hat so angestecket? Mel. Serr Jesu Christ, du. 682. Mie tröstlich hat dein liebster Gott, verheissen, Daß wenn uns frankheit will zu grund Und in die grube reisen, Und mir mit rechter zuversicht Vor dich zu tre ten säumen nicht, Du wollst uns nicht verlassen. 9. Nun, treuer Gott, wir können nicht Vom unrecht uns befreyen: Wir kommen vor dein angesicht, Um trost dich anzuschreyen. Es dringet uns. der große schmerz, Wir bringen ein zerschlagnes herz, Das bittet um verzeihen. 3. Der tod will uns, den schaafen gleich, Durch hitz und frankheit schlachten: Sehr viele macht ir kalt und bleich, die nicht daran gedachten. Pest ist noch schneller als das schwerdt, Das ohne scheu und reu verzehrt: Noch will man s nicht achten. 10. Auf unfern knieen liegen wir, Und unsre augen weinen. Es schreyen tag und nacht zu dir Die großen sammit den kleinen. Vergieb uns doch die missethat, Die dich so hart erzürnet hat; Laß deine gnad uns scheinen. 11. Nimm von uns diese scharfe ruth, hör auf uns so zu schlagen. Herr, straf uns, als ein vater thut, Damit wir nicht verzagen. Im glauben hab ich dich gefaßt, Hilf mir und andern diese lasſt Jeht gnädig auch ertragen. 4. Nun laß mich nicht verstocket teyn, Ich will mich schuldig nennen, Gefündigt hab ich dir allein, Bin würdig drum zu brennen, 12. Du bist noch helfer in der Wie mancher schon durch deine noth, Ben dir ist rath zu finden: ruth, In dieser pest und frankheit Du kannst die krankheit, ja den thut. Die schuld muß ich bekennen. tod, Gan; siegreich überwinden: 5. Ich habe nicht dein göttlichs wort Mit andacht angehöret; Oft hat mir ein verkehrter ort Den guten finn verstöret, Der teufel, mollust, fleisch und welt, Bon wel chen uns wird nachgestellt, Die haben mich bethöret. Du schlägst zu zeiten eine beut, Und tannst jedoch dieselb in eil, Als unfer arzt verbinden. 6. Ach Gott! wir haben geld und gut vor allem nur begejret: Wir haben unserm frechen muth Und sünden nicht gewehret. Dies ist nun worden pest und gift. Das unfre fchwache leiber trifft, 3a mark und bein verzehret. 2. Ach! Herr, wir haben diese plag Uns selber zugezogen; Die pest ist, leider! diese tag Uns schleu: nig zugeflogen. Es hat die seuch uns angesteckt, Das grab hat man: chen schon bedeckt, Eh man es recht erwogen. 7. Wir haben diesen madenfack Sehr herlich ausgeschmücket, Der 13. Nun Herr, bezeichne thor und thür Mit Chrifli blut und sterben, Daß, wenn der würger geht her: für, Wir nicht durch ihn verder= ben. Een anädig, Herr, und laß uns bald Gesunde leiber und gestalt Turch deine güt erlangen. Mel. Mit ernst ihr menschen. 683. Wir haben jest verHerr Bebaoth, Bu uns bist schreck: nommen, du, lich kommen, Durch blitz und feus 446 Reise- Lieder. ersnoth. Wir wären ja verzehrt, Für dieß, was du gethan: Ron Wenn du es nicht gewendet, und yülfe zugesendet, Wie wir von dir begehrt. deiner hülf wir fingen, Ach! nimms in gnaden an, Durch Chriftum, deinen Sohn, Um seines 2. Herr, deine macht mir prei- leidens willen, Der deinen jorn fen, Dein zorn ist uns bekannt: fann stillen, Der wahre gnadenDoch willst du uns auch weisen, thron. Wie deine gnadenhand, Die dich anflehen, schüßt. Wer sich zu dir bekehret, Der bleibet unverfehret, Wie sehr es tracht und blitt. 3. Ist trübsal da mit haufen, So denkst du jeder zeit An die, so dich anlaufen, Hilft in barmherz zigkeit. Tu hast an uns gedacht, Mel. Ach Gott und Serr. Wie du den nicht vergessen, Der 684. Wohl ſtehts im land In allem in der arch gesessen, Hast ihn zu land gebracht. 4. Das wetter ist vertrieben, Durch deine gnad und fraft: Du bist ben uns geblieben, Hast sicher heit verschafft, Wie du, Herr Jesu Christ, Im schiff dem meer gedräuet, Die jünger drob erfreuet, Gewehrt des teufels list. 5. Du hast haus, hof, leib, leben, Und was ein jeder hat, mit dei nem schuß umgeben, Ben uns und unsrer stadt. Dein freundlich an gesicht Läßt du uns wieder schauen, Die wir uns dir vertrauen Mit starker zuversicht. 6. Dankopfer wir dir bringen 7. Ach! Herr, am jüngsten tage, Wenn der herein nun fällt, Daß er mit donnerschlage Anzünde dies se welt; So streck aus deine hand Und zieh uns, die wir gläuben An dich, und treu verbleiben, Hinauf ins vaterland. Mel. Auf meinen lieben Gott. 685. Nun reif ich von dem haus In Gottes namen aus, Herr mein Gott, mich regiere, auf deinen wegen führe, Hilf mein geschäft verrichten, Und meinen handel schlichten. Wenn fried darin regieret: Der fried ernährt, Unfried verzehrt Das gut' der fried gebieret. 2. Dem fried nachjag, In lieb vertrag, Wenns nicht so gleich zuz gehet: Auf frieg und streit Kommi herzeleid; Berwüstung draus ents stehet. 3. O Gott, mein Herr, Dem fatan wehr, Daß er uns nicht bes thöre: Gut policen Und fried vers leih), Daß eins das andre liebe. 4. Co wollen wir uns für und für Der dankbarkeit befleissen, Und dich allzeit In ewigkeit Ers heben und hoch preifen. Reise- Lieder. fatans lift und tück, Für falscher leut betrügen, Für morden, raus ben, lügen, Für fünden, schanden, schaden, Behüte mich aus gnaden. 4. Wann ich dann hab verricht, Meins amts geschäft und pflicht, So bring mich heim mit freuden Buleht nach allem leiden, Hilf, 2. Mein thun steht nicht ben mir, daß ein selig ende Hier meinen Darum befehl ich dir Mein han- lauf vollende. del, haab und güter; Ach Herr, fen doch mein hüter, Und treulich mir benstehe, Wann ich aus und ein Mel. Es ist das Seil uns kom. 686. Gott, im nam Christ Reis 3. Für großem ungelück, Gürs ich nun meine strassen; Mein his Reise- Lieder. 447 er und mein hirt du bist, Du wirst 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich, nich nicht verlassen: Mein leib Du kannst stets hülfe senden; Be ind feel befehl ich dir Mein ehr ind gut, und was du mir Auf Dieser welt bescheret. 2. Ich weiß daß ich allhier auf rd Bin mit gefahr umfangen; Bu feiner zeit auch völlig werd Die ruhy daselbst erlangen: Ich bin ein pilgrim, der stets muß Fortseßen seinen stab und fuß, Der nirgend hat fein bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich immerzu Die noth noch überwinde, Bis daß ich dort die wahre ruh und rechte heimath finde; Da ist denn müh und forge aus, Da bin ich eigentlich zu haus, Die unruh hat ein ende. 4. Un solche ruhstatt denk ich hier Jehund bey meinem wallen: Ich bitt, o Herr! mich so regier, Das ich dir mög gefallen. Leit mich allleit auf rechter bahn, Und alles, was ich fange an, Das segne du von oben. 5. Du weißt, o Herr, daß es ein stand Erfordert auszureifen: Drum wollest du mit deiner hand Die wege selbst mir weisen: Bring 1aich gesund, dahin ich soll, Mein voert laß mich verrichten wohl, Und glücklich wieder kommen. 6. Bend unterdeß das unheil ab Von meinen anverwandten, Tie ich zu haus gelasſen hab, Und auch von den bekannten: Laß sie dir, Gott, befohlen seyn, Hilf, daß ich fie, und all das mein, In gutem zustand finde. 7. Daneben gieb auch dieß daben, Daß ich behutsam wandle; Und immerdar vorsichtig fen In allem, was ich handle: Durch deines heil'gen Geistes gnad Gieb rechte zeit, verstand und rath, Bu meinem thun und lassen. 8. Schick her vor mir dein engeein Den weg mir zu bereiten; taß fie mir fiets zur feiten feyn Ind immer mich begleiten. Nimm nich, o Herr, in deinen schuß, Daß öser leute lift und truß Mir nimuer können schaden. wahr und fühe mich gnädiglich Pier, und an allen enden. Und laß mich bald, wo dirs gefällt, Nach dieser unruh in der welt, Ben dir dort ruh erlangen. Mel. Werde munter mein g. 687. Werde munter, meine feele! Bu des Höchs sten dankbarkeit, Daß ich seinen ruhm erzähle Diesen tag und alleseit: Weil er, auch in dieser nacht, ich so gnädig hat bewacht, Daß ich nicht bin hingerissen Von der macht der finsternisſen. 2. O du großer Gott der ehren, Vater aller güt und gnad, Wie soll ich genug verklären Deine große wunderthat, Die vor unfall mancher art mich so treulich hat bewahrt, Daß ich heute meine pflichten Mit gesundheit kann ver= richten. 3. O Jehova, mein vergnügen! Sonne der gerechtigkeit, Laß mich doch nicht länger liegen In der seelen dunkelheit: Laß doch deinen liebes- schein Auf mich stets gerichtet seyn, Daß ich mit erfreue ter seele Deines namens ruhm erzähle. 4. Kann das licht der sonnen mas chen, Daß die thiere lustig fenn, Daß die felder gleichsam lachen, Durch den bunten blumen- schein: Ach! mein auserwähltes licht, Was wirst du denn selber nicht Dermaleins in jenem leben Dei: nem volte wieder geben! 5. Jun, ich reise meine straffen, Herr, in deinem namen ein: Laß mich, gänzlich dir gelaffen, Wandeln nur nach deinem sinn, Gleich) wie vormals deine knecht Wandetten nach deinem recht, Daß ich heut auf meinem wege Deinen himmel überlege. 6. Sen denn auch stets bey den meinen, Die mich wünschen bald zu ſehn; Laß auf sie, als auf die deinen, Deine gnaden- augen gehn. 448 Reise- Lieder. Führe sie doch allermeist, Großer[ bricht, Wohl mir ben deinem Gott, durch deinen Geist, Daß sie scheine; Strahlst mir ins hers ja nicht hingerathen In gefahr und missethaten. und angesicht, Durchdringst mark und gebeine; Erleuchte meine finsterniß, Mach meinen gang licht und gewiß: Bieh mich, ich will die folgen. 7. Schaffe, daß sich ihre herzen Mit mir sehnen nach der stadt, Wo kein unfall, sünd noch schmerzen, Das geringste an uns hat, Sondern da uns deine brust Ewig fpeis't mit himmelslust, Da wir ewig werden stehen, und dein angesicht ansehen. 8. Herr, es steht in deinen händen, Alle die gelegenheit, Wo ich mich hin werde wenden, Bu regieren allezeit: Wasser, wetter, wind und land, Alles steht in deiner hand: Ohne dich und dein bewegen kann sich kein geschöpfe regen. 9. Darum wollst du alles lenten Nur allein nach deinem sinn, Daß ich dadurch mög gedenken, wie ich dir verpflichtet bin: Deine große güt und treu, Welche alle morgen neu, Nach vollbringung meiner reifen, Testo eifriger zu preisen. 10. Gieb, daß ich vorsichtig wandel In gesellschaft böser leut: Daß ich ja an ihrem handel Hab ein abscheu allezeit; Doch, was ich nicht ändern kann, Höre nur geduldig an, Und sie doch, nach möglichkeiten, Euche davon abzuleiten. 11. Laß mich so die reis vollführen, Daß ein jeder, wo ich bin, Mög an meinem wandel spüren, Daß ich ganz nach deinem sinn Meine zeit will wenden an, Bis ich endlich ewig kann, Nach den schweren pilgrims- lasten, Fried und freudenvoll ausrasten. 3. Mein weg, ich gehe nicht von dir, Wohl mir, daß ich dich funz den; Die alten wege grauen mit, Der schlamm ist überwunden: Nimm vollends allen unrath weg, Erhalte mich auf deinem steg; o wand't ich in dir fröhlich. 4. Mein führer, ich verlange nur Bon dir geführt zu werden. Ohn dich folgt man nur falscher spur, Und findt nichts, als bes schwerden. Ach! führe mich nach deinem rath, Verfüsse mir dis freußes pfad. Bieh mich, so lan ich richtig. 5. Mein theil in jeglichem r vier; Du Herr in allen landen; Tu wohnest dort, du wohneft hier, Bist mir zu gut vorhanden. Dund dich ist, was ich sehe, mein; Dod sollst du mir das beste feyn. Bieh mich in dein erkenntniß. 6. Mein rath, ich weiß von fei nem rath, Auch nur in kleinsten dingen; Uch! rathe mir den früh und spat, so wird mein werk gelingen. Ein pilgrim komm in manche noth; Ben dir iſst rath für noth und tod. Bich mich nach deinem willen. Regierer aller creatur, Tu mußt auch mich regieren, und all dinge der natur Ben mir au gnade führen, Nachdenken, wol len, reden, fehn, Coll nur nad deinem wink geschehn. Bich mich von mir selbst abe. Wiel. Es ist gewißlich an der. 688. 3ich mich dir nach, so 8. Mein sprachgefell, ermuntre. laufen wir ein mich, Mit dir fein viel zu sprechen. licht, mein weg, mein führer, Sen meiner armuth förderlich, Mein theil in jeglichem revier, Will mirs hierin gebrechen. Mein rath und mein regierer, nüße worte laß mich fliehn; Im Mein sprachgefell, trost und pas| guten mach mich weiß und tiht. nier, Diein stab und stärke, mein sich mich nach deiner weiſe. quartier, Immanuel, mein alles. 9. ein trost! wie unverhofft 2. Mein licht, das alle welt durch entsieht Ben mir und mein Reise- Lieder. gleichen, Angst, kummer, wenn es vidrig geht, Da, da mußt du nicht veichen. In allem meinen angstgeschren Beschwör ich dich bey deiner treu: Bieh mich in dein erbarmen. 10. Tu mein panier, zu deiner fahn Hab ich vorlängst geschiroren; Jetzt hang ich mich noch fester dran; Sollt ich so senn verloren? Nein, deine lieb ist über mir, Kein ein;' ger feind besteht vor dir. Bieh mich die nach im glauben. 449 12. Du stärke für den schwachen leiv Und für die müde seele, Gieb, daß ich allzeit an dir bleib, An dir, du lebensöhle; Ermuntre mich, wenn ich gesund, Belebe mich, wenn verwundt: Co lauf ich rüstig weiter. 13. Du mein quartier und ruhestatt, In dir ist gut zu rasten. Bin ich von meiner reise matt, Gedruckt von manchen lasten; An deiner liebesvollen brust Erhol ich mich nach aller lust. Ach zieh mich in dein herze. 11. Mein stab auf meiner wan= derschaft, Auf dich will ich mich lehnen. Die creatur ist mangel haft, laß mich von ihr entreh: nen. Mit dir komm ich am besten fort: Es unterstüne much dein wort: So lauf ich deine wege. 14. Immanuet, mein Jesu Christ, er du so manche wege Su meinem wohl gereiset bist; Ich bitt, ich bitt, ach präge Wir dieß auf allen we gen ein: Bich mich dir nach, so bleib ich dein, Und du verbleibst mein alles. Zugabe einiger Lieder, welche sich zum Theil nicht wohl unter die voris gen Rubricken schickten. 689. Komm, heiliger Geist, hat den tod, So war je noth, Da Herre Gott, Erfülluns auch Gott follt geben, Gei mit deiner gnaden- güt Deiner lieben Cohn, Den gnaden- thro gläub'gen herz, muth und sinn, In dem wir möchten leben. Dein brünstig lieb entzünd in ihn'n. Herr, durch deines lich tes glanz, Bu dem glauben verfammelt hast, Das volt aus aller welt zungen, Daß sey dir Herr, zu lob gesungen. Alleluja, alleluja. 2. Du heiliges licht, edler hort, Laß uns leuchten das lebens wort, Und lehr uns Gott recht erkennen, 4. Co er uns dann sein Sohn Von Herzen Bater ihn nennen. Dhat g'schenkt, Da wir sein feind Herr, behüt für fremder lehr, noch waren, Der für uns ist ans Daß wir nicht meister suchen mehr, freuß gehenkt, Getödt, gen himmel Dann Jesum Christ mit rechtem g'fahren, Dadurch wir seyn Vom glauben, und ihm aus ganzer tod und pein Erlös't, so wir ver macht vertrauen. Alleluja, allelu- trauen An diesen hort, Des Vaters ja. wort, Wem wollt für sterben grauen? 3. Wie uns nun hat ein fremde schuld, In Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde huld, 3r Christo all verföhnet und wie wir all, Durch Adams fall, Sind ew's ges tods gestorben: Also hat Gott Durch Christi tod, Berneu'rt, was war verdorben. 5. Er ist der weg, das licht, die pfort, Tie wahrheit und das les ben, Des Baters rath und ew'ges wort, Den er uns hat gegeben 3 einem schuß, Daß wir mit truß An ihn fest follen glauben; Darum uns bald Kein macht noch g'walt Aus seiner hand wird rauben. 6. Der mensch ist gottlos u verflucht, Sein heil ist auch noch ferren, Der troft ben einem mens schen sucht, und nicht bey Gott de Herren: Denn wer ihm will in ander ziel Ohn diesen Tröster fe den, Den mag gar bald Des te fels g'walt mit seiner lift erschre den. 3. Du heilige brunst, füsfer trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost, In dein'm dienst bestandig bleiben, Die trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein fraft uns be reit, und stärk des fleisches blödigkeit, Daß wir hie rittertich ringen, Durch tod und leben zu dir dringen. Alleluja, alleluja. 690. Durch Adams fall ist ganz verderbt, Menschlich natur und wefen Das felb gift ist auf uns geerbt, Daß wir nicht fonnten genesen Ohn Gottes trost, Der uns erlöst hat von dem grossen schaden, Darein die schlang Evam bezwang Gott's jorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen, Von Gottes wort, daß sie veracht, Dadurch sie in uns allen Bracht 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, Der wird nimmer schanden, Denn wer auf diesen felt fen baut, Ob ihm gleich geht handen Biel unfalls hie, Hab ich Zugabe. 451 och nie, Ten menschen fehen fal-| sammen, Die tiefe des herzens in n, Der sich verläßt auf Gottes oft, Er hilft sein gläub'c en allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus herzens tund, Du wollst nicht von mir ehmen, Dein heil'ges wort aus neinem mund, Co wird mich nicht beschämen Mein sünd und schuld, Denn in dein huld Eeß ich all mein vertrauen; Wer sich nun fest Darauf ve last, Der wird den tod nicht schauen. göttlichen flammen. 6. Bist du in der mitte, so sind wir zufrieden, Tu heilest die fran: ten und startest die müden: Er: gieffe die gaben des geistes von oven, Dann fliessen die thränen in danten und loben. 7. Vermehre die göttlichen kräfte in allen, Kein einziger müsse sich selber gefallen, Laß demuth, und glauben und hoffen aufblühen, Die liebe der brüder laß brünsti: ger glühen. 8. Hilf uns deinen kindern zur mitternachtsstunde, Uns die wir als glieder gehören zum bunde, Berabre vor schlummer, D bräut'gam der feclen! Laß keinen von diesen der hochzeit verfehlen. 9. Erweckt euch von neuem, geht munterer weiter, Das macht eure herzen vergnügter und heiter, Bis Jeſus, eu'r braut gan, voll wonne erscheinet, Dann bringt seine garben, wer hier mit geweinet. 10. Erbaut euch zusammen auf Jesu dem grunde, Bekennt ihn wie einer mit herzen und munde, Berbannet das mißtraun, den neid, das erheben, So wird selbst der höllen- grund vor euch erbeben. 11. Der alaube an Jesum trägt heilige früchte, er haftet das dunfel und wandelt im lichte, Besieget den abarund und tödtet die fünde, Echenkt göttliche kräfte den schwöchesten finde. 12. Or leitet den pilgrim durch angst und getümmel, Vergället die erde, verfüsſet den himmel; Belegt ihn, o feinde, mit leiden und hohne, Erläft sich nicht schre den, ihn glänzet die trone. 4. Befinget die wenne, daß Jefus gefterben, Er hat uns das sterben der selbstlust erworben; 13. Verbund'ne durch glauben, Kommt rühmet verbunden den fingt freude, finat pfalmen, Der fiegenden namen, Auf! betet als| braut'gam der seelen reicht freundtinder, jauchzt gläubiq eu'r amen. lich die palmen, Bestürmet nar 5. Erscheine Herr Jesu! den be- muthig die kräfte der höllen, Da tenden armen, Wir suchen in de- Jefus uns schüßet, wer könnte uns muth nur frenes erbarmen, Ent- fallen. ünde, so oft wir im flehen bey14. Verabscheut den giftigen uns 9. Mein'n füssen ist dein heilig wort Ein brennende lucerne, in licht, das mir den weg weist fort: So dieser morgensterne In uns aufgeht, So bald versteht Der menfch die hohen gaben, Tie Got tes Geist Den'n g'wiß verheißt, Die Hoffnung darein haben. Von gemeinschaftlicher Erbauung. Mel. Ach alles was himmel u. 691. uf! glieder des bundes, kommt, tretet jusammen, Laß loben und inbrunst im innersten flammen, Echmedt freuden des Himmels im bande der liebe, Ergebet euch völlig dem göttlichen triebe. 2. Schaut hinauf die heiligen blutigen zeugen, und schliesset, wie jene, der zärtlichkeit reigen, Ber: bindet euch fester im grunde der feelen, Bis hin zum triumphe, dem sel'gen vermählen. 3. Der Heiland ist noch der, wie gestern, so heute, Er gängelt und träget die blutfaure beute. Sr schuf uns zu lichtern im finsteren lande, Ihn nicht zu bekennen, das fen unsre schande. 452 Zugabe. flat der fünden, Silt hin zu dem| Kommt zu hauf, Weinet freu farten, er wird euch entbinden, denjahren, Echließt euch an irBeweiset im reden, im schweigen, chören. im leben, Daß Jesus die fünde euch völlig vergeben. 15. Vermehre die kräfte, du haupt deiner glieder; Wir fallen verbunden zum throne hier nieder, Besuche uns alle, und siehe wie fehnlich Dein häuflein dir weinet; ach mach uns die ähnlich. 2. Rühret eure faiten, Laßt das feufzen, stöhnen, Sammit dem laus ten rubm, ertönen: Engel Got tes lächeln Euren thränen freude, Wonne teimet aus dem leide, Gott ist hier Licht und zier, Beugt euch vor ihm alle, Rühmt und jauchzt mit schalle. 16. Gelobet sen Jesus, er war in der mitten, Er bauet uns fünder zu göttlichen hütten. Heil, seeten, wir sind des Allmächtigen faamen. Auf, tallet des Abba, singt amen, ja, amen! Mel. Alle menschen müssen ft. 692. Da as ist eine fel'ge stunde, Jesu, da man dein gedenkt, Und das Herz von herzensgrunde Tief in deine wunden senkt. Wahrlich, nichts, als Jeſum kennen, Jeſum ſuchen, finden, nennen: Das erfüllet unsre zeit Mit der höchsten seligkeit. 2. Jesu, deine gnadenquelle Fließt so gern ins herz hinein, Deine sonne scheinet helle: Denn du willst genoffen senn. Und, ben aller segensfülle, Ist dein wunsch und ernster wille: Daß man, weil dein brünnlein voll, linaufhörlich schöpfen soll. Antwort. 3. Ja, zu deinen füffen Ginten wir bie nieder, Stimmen buße und lobes- lieder. Hebe selbst das lallen Auf zu deinem throne, Gott, in deinem theuren Sohne; Tu al lein, Collt es seyn, Dich soll Bion loben Hier und ewig drohen. Mel. Ich weiß mein Gott! d. 694. Wir fühlen heute dir der lobgesang, Jehova, unfre freude! Uniſtrahl uns ganz i deinem glanz; Sey Bions hirt und weide: 2. Das was hier in verwüstung lag, Was triegesmacht und with zerbrach, Hat deine hand gebaut: Dir singet heut Boll wonn und freud, er deiner huld vertrauet. 3. Komm, schlage deine woh nung bier von neuem auf, o fee ten zier! Und weiche nie von hin nen, Sen immer da Mit gnades nan, Erfülle herz und sinnen. Ben Wiedereinweihung einer zer: 4. Verbanne felbst das unge heu'r, Den stolz, den jenes ab grundsfeu'r In sich hat ausgebris tet, Für blassen neid, Haß, bitters feit, Sen Bion stets behütet. 5. Verdopple deines mortes traf Das neue menschen aus uns schalt stört gewesenen Kirche. Sieb uns, wenn wir beysammen, Mel. Wunderbarer König. bers, as bruderliebe flammen, Von fündenschmerz Ein weinend 693. Lobe, Bion, lobe Dei- 6. Dann wird aus unserm son nes Herren thaten, bald in tempel, wo dein lobers Alles ist durch ihn gerathen. schallt; Dann blicken wir mit Sünder, singt den Heiland, Prei- wonne Im pilgrims lauf fet fein erbarmen, Gent, er will tempel auf, wo du felbst biſt die euch heut umarmen. Schauet auf, fonne. 3. Nun, so laß auch diese stunde Dein gedächtniß in uns fenn! In dem Herzen, in dem munde geb und herrsche du allein, laß uns deiner nie vergesſen. Wie Maria still gesessen, Da fie deinen mund gehört: Also mach uns eingefehrt. Zugabe. 453 Pilgrims- Lieder. Echarfe seine, rauhe wege Echmerzen auf dem lebens- stege. Rel. O Jefu, mein bräutigam. 3. Doch du hast dich nicht ges 695. Erwählet, ihr finder scheuet, Theurer Heiland, durchder erden, den dunst, jugehn, Durch die welt, die dornen Eucht weltlust, vergnügen und freuet; Hilf mir gläubig aufzumenschliche gunst; Bermehrt eu- fehn Bu des vaterlandes gränzen, e bürden Mit eitelen würden, Wo mir fron und scepter glänzen. Riebt gift und verderben, fucht un- 4. Edhon erblick ich dich von ferne; O wie freundlich lächelst du! Eeht ihn, über luft und sterne Winkt er mir zur fabbathsruhy: Jesu, Heiland, gieb mir flügel, Hes be mich auf Bions- hügel. reine brunst. 2. Verfolget den pilgrim mit spotte und hohn, Doch seht auf das ende, es nähert sich schon; Es öffnen sich schlünde; Dort brennen die gründe Der höllen und flammen euch ewigen lohn. Mel. Alle menschen müssen st. fal wir glänzet von ferne Jeru- 697. Jefu, allerliebster bruz falems pracht; habe mit ab: fchen die weltlust verlacht; Erbar mer, prophete, Ich rühme und bete, Daß du mich aus gnaden hast weise gemacht. 4. Ich walle als pilgrim durch Mesech dahin; Die heimath dort oben zieht krafte und finn: In wonne und freuden, Bey fummer und leiden, Bleibt Salem mein wünschen, mein höchster gewinn. 5. Dort lebet und wohnet mein Deiland und freund, Erlabet mich ewig, dort fränkt mich kein feind: er trocknet die thränen, Er fillet mein sehnen; Dort ist meine son ne die enig mir scheint. 6. Auf, brüder in Jesu! reift eilender fort, Verdoppelt die schritte, fend fröhlich: denn dort Eind häuſer zu wohnen, Ja scepter und tronen; Dort findt ihr nach für: men den sicherheits- port. der, am mit mir mennt, Du mein anter, mast und ruder, Und mein treuer herzens- freund Der du, ehe wir geboren, Und zu deinem volk erkoh= ren, Auch mich armen erden- gast Dir zur lieb erschen haft: 2. Du bist ohne falsch und tücke, Dein herz weiß von feiner list; Aber wenn ich nur erblicke, Was vier auf der erden ist, Find ich alles voller lügen: Wer am besien tann betrügen, Wer am schönsten heucheln kann, Ist der allerbeste mann. 3. Ach! wie untreu und verlogen Ist die liebe dieser welt! Ist fie iemand wohl gewogen, Wahrts nicht länger als sein geld. Wenn das glück uns scheint und grünet, Eind wir schön und hübsch bedienet; Kommt ein wenig ungeſtüm, Kehrt sich alle freundschaft üm. Mel. Serr, ich habe mißgeb. 696. verhüte Solchen unbeständ'gen 4. Treib, Herr, von mir, und du finfires Land vollsinn: Wenn ich aber mein gemüz plage, Welt, voll the, Weil ich auch ein mensche beinen und geschrey; In dir wird bin, Echon mit diesem koth beon tag i tage Seel und leibes sprenger, Und der falichheit nachammer reu: Land wo viele fire- gehanget: Eo erfenn ich meine e fliessen, Die voll angst sich nur schuld, Bitt um gnad und um getrgieffen. duld. 2. Für den geift wächst feine eife In der traur'gen wüste hier: uf der bangen pilgrims- reife ren, was du, Herr, ur straf und 5. Laß mir ja nicht widerfah= taft Denen, die mit falschen waasigen durst und mangel mir; ren Handeln, angedräuet hast, Da Zugabe. 454 du sprichst, du mollest scheuen, Und als anflat von dir speyen Aller heuchler falschen muth Der guts vorgiebt, und nicht thut. 6. Gieb du mir ein treues herze Gegen alle meine freund, Aud) dann wenn mit freuß und schmerze Sie von dir beleget sennd, Daß ich mich nicht ihrer schame, Condern mich nach dir bequeme, Der du, da wir arm und bloß, Uns ge= feßt in deinen schoof. 7. Gieb mir auch nach deinem willen, Einen freund, in dessen treu Ich mein herze möge stillen. Da mein mund sich, ohne scheu, Deffnen und erklären möge, Ta ich alles abe lege, Diach der maak, daß mir genügt, was mir auf dem herzen liegt. 12. Gute freunde find wie stäbe, Da der menschen gang fich hält, Daß der schwache fuß fich hebe, Wenn der leib zu boden fällt. Wehe dem, der nicht zum from= men Colches fstabes weiß zu fome men, Der hat einen schweren lauf; Wenn er fallt, wer hilft ihm auf? 8. Laß mich Davids glück erleben, Gieb mir einen Jonathan, Der mir sein Herz möge geben, Der auch, wenn nun jedermann Mir nichts gutes mehr will gönnen, Sich nicht lasse von mir tren nen, Condern fest, im wohl und weh, als ein felsen ben mir steh. 13. Nun, Herr, laß dirs wohlges fallen, Bleib mein freund bis in mein arab, Bleib mein freund, und unter allen Mein getreuster, stärkster stab; Wenn du dich mir wirst verbinden, Wird sich schon ein herze finden, Das, durch deis nen geist gerührt, Mir was gutes gönnen wird. Kinder- Lieder. Mel. O wie selig sind die feelen. 698. Got Bottes Lamm, du läm merhirte, Een uns freundlich, und bewirthe Deine arme lämmerschaar, Die du dir durch blut erkaufet, und mit dei nem Geist getaufet, Da fie fatans beute war. 9. Herr, ich bitte dich, erwähle Mir, aus aller menschen meng Eine fromme heil'ge feele, Die an dir recht kleb und häng, Auch, nach deinem sinn und Geiste, Weir stets troft und hülfe leiste: Trost, der in der noth besteht, Hülfe, die von Herzen geht. 2. Freylich ist es zu erbarmen, Daß wir dir aus deinen armen Lange schon entriffen sind. Abe du bist treu geblieben. Und m süssen gnadentrieben Lockest du ein jedes find. 3. Holdes Lamm, wir kommer wieder. Höre unsre klagelieder. Ach, dein herz erbarme fich; 30 du kommst mit offnen armen, le berfliessend von erbarmen. We dich suchet, findet dich. 10. Hab ich schwachheit und gebrechen, Herr, so lente meinen Freund, Mich in güte zu besprechen, Und nicht als ein löw' und feind. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, Ist, als der in freuden- tagen Reichlich auf mein haupt mir giest Balsam, der am Jordan fließt. 4. Laß uns durch dein blutvergiefs fen Alles fegens recht genießen, Den du uns verdienet haft. Sill uns mit dem sirom der gnaden, So kann man dich wieder las den; So wirst du des herzens gat. 5. Umen, Jeſu, freund der fins der, Hirt und Heiland aller fins 11. O wie groß ist meine Haabe! O wie köstlich ist mein gut, Jefu, wenn mit dieser gabe ein herz meinen willen thut, Daß mich der, Nimm dich unfrer herlich meines Freundes treue und be an. Waich uns rein von allen ständigkeit erfreue, Wer dich fünden. Laß uns deine liebe fürchtet, liebt und chrt, Dem ist pfinden: Daß dich jedes loben dieser schatz beschert. fann. Zugabe. Mel. Die Seele Christi heilige. 699, Mein Heiland, du hast uns gelehrt; Wer nicht von herzen umgekehrt, Recht niedrig wird, und tindern gleich; Der kommt nicht in das himmelreich. 2. So laß uns kinder kindlich fenn. An iahren sind wir jung und klein. Die unart aber wächset groß, Und reißt uns arme von dir los 3. Jefu, nimm uns wieder hin. Gieb uns den selgen kinderfinn: Daß wir in deinen armen ruhn, Und nicht nach unserm willen thun. 4. Mach uns voll füsser zuversicht Bur gnade, die dein wort verspricht. Dein blut macht alle fünden gut. Lehr uns den glauben an dein blut. 5. Du schenkst umsonst und ohne geld Das ganze heil der ganzen welt: Wie man den kindern, die man liebt, Umsonst die gaben alle 6. Was hat und thut, was giebt ein kind, Dadurch es lieb und huld gewinnt? Ach nichts, als daß es tag und nacht Den eltern müh und arbeit macht. 7. So liebst du uns so wunder: bar. Dein wort, dein blut bezeugt es klar. Drum mach uns doch in deinem schooß Bon aller furcht und zweifel los. 8. Ein findlein seyn, das selbst nichts thut, Das gern in seiner wiege ruht, Und bald in nöthen findlich schreyt: Das ist der weg zur seligkeit. 9. Eo leg uns in dein herz hinein, Und laß uns da verschlossen feyn. In deinen wunden schaff uns ruh, Und dein erbarmen deck uns zu. 455 11. Ein find bleibt niemals gern allein. Es muß ben seiner mutter feyn. Es hänget sich fest an sie an. So mach uns auch dir zugethan. 12. Ein find weiß sonst von keiner lust, als nur von seiner mute ter brust. Dieß ist sein schat, sein paradies. Nichts in der welt schmeckt ihm so süß. 13. Herr, mache doch dein theu: res blut Uns auch so süß und tösts lich gut: So fluchen wir dem böfewicht, So reißt die lust der welt uns nicht.. 14. Wie niedrig und wie treugesinnt, Wie sanft, wie freundlich ist ein find? Mit solcher demuth zieh uns an, Mit liebe gegen jeder mann. 15. Geht, sorgen, stol; und heuchelen. Wißt, daß ich auch ein tindlein sen. Mein Heiland ists, der tag und nacht Für mein ge= deihn als mutter wacht. 10. Tein eigenwillen brich ent: ven. Mach) uns von troß und tüten frey. Regier uns feibst mit einer hand, Und trag uns bis ins aterland. Mel. Auf, christen- mensch, a. 700. Steh armes kind! wo eilst hin? ne dein verderben, Berändre doch den harten sinn, Ach! warum willst du sterben? Auf, auf, verlaß die fündenbahn, Dein Jesus ruft: fomm, komm heran! 2. Komm her zu niir, ich bin dein freund, Der dich so brünstig liebet, Der dich und deine noth beweint, Du hast mich sehr betrübet. Doch komm, ich schenke dir die schuld, Und hülle dich in meine huld. 3. Bedenke wie ich dir zu gut Fin armes find geworden, Ich nahm an mich dein fleischund blut, Ward eins von deinem orden; Ich litte, starb, verföhnte dich; Wohlan dann, komm und liebe mich! 4. Berfuchs einmal, wie gut es sen, Mein schäftein sich zu nennen. Nimm theil an meiner hirten treu, Ach! lerne mich erkennen; Der ist nur selig und vergnügt, Der hier in meinen armen liegt. 5. Jest ist die angenehme jeit, Jest ist der tag der gnaden, Jegt Bugabe. 456 mache dich in eil bereit, Laß heilen deinen schaden, Eh' dich die fünde weiter bringt, Und endlich ganz den geist verschlingt. 6. Eröffne mir dein ganzes herz, Es soll mein wohnhaus heissen, Ich lindre deiner wunden schmerz, Ich will dein joch zerreissen, Das fündenjoch, des feindes macht, Der deiner sonst auf ewig lacht. 7. Der teufel, find, betrügt dich nur, Wenn er dich glücklich heißfet, Co lange er auf seiner spur Dich zu dem abgrund reisset. Wer flug ist, schaut das ende an, Und rettet sich so bald er kann. 8. Auch ihr, ihr eltern zaudert nicht, Ihr habt schon viel versäumet; Bedenkt das endliche gericht, Wenn ihr noch ferner träumet Bleibt doch nicht länger blind und kalt, Ihr, die ihr schon in fünden alt. 9. Die besten jahre sind dahin, Die träfte sind verzehret: Was gab die welt euch zum gewinn, hat sich eu'r glück vermehret? Ach nein! es fagts eu'r eigen herz: Die fünde bringt nur lauter schmerz. 10. Eu'r eigen wohl, der finder heil, Erschüttre eure feele! Nehmt doch noch an der gnade theil, Ver: laßt die fünden- höhle. Jest bitt' ich, hört ihr aber nicht, So folgt ein schreckliches gericht. Wiegen- Lieder. Mel. Dom himmel hoch da k. 701. Schlaf fanft und wohl, schlaf liebes find, Dieweil die engel ben dir find: Sie fehen Gottes angesicht; Sie wachen hier und schlummern nicht. 2. Du schläfft und liegest weich daben; Dein Heiland lag auf stroh und heu: 3m finstern stall, auf holz und stein! Du liegst in dei nem wiegelein. 3. Dir störet niemand schlaf und 4. Gott fegne deiner mutter schooß: Nimm zu, gedeih und werde groß, Fromm, und an deiner fecle reich), An weisheit deinem Jefu gleich. 5. Gott fülle dich mit gnad und licht, Daß durch dich andern wohl geschicht; Und werd ein baum, der schatten giebt, Dupflänzlein, drein sich Gott verliebt. 6. Gott ist ein wahrer kinders freund, Wenn sie der weisheit schüler feynd; Eo wohl als sein Cohn, Jesus Christ, Die finder seg net, herzt und füßt. 7. Sagt: sind die freuden jener eit nicht eine finder- herrlichkeit Eagt: wer in Christi reich eingeht, als der es wie ein find empfaht! 8. Sin find weiß nichts von bos heit- schuld, Von langem zorn und ungeduld, Von rachgier, feind schaft, haß und neid, Von geis und wucher, mord und streit. 9. Een, wie das fromme Jefus find, Gerecht, getreu, und gut ges finnt! Dieß findlein gieng die gend- bahn, Und war den eltern unterthan. Du lebst ohn einigen verdruß; Da er das elend leiden muß. 10. Tein Gott verkläre für un für ein liebes Jesus kind in dir Daß deine feel erkennt und faßt, Was du am findlein Jefu haft. 11. Was Jesus ist und heißt un thut, Das ist und thut er dir gut. Dein groffes elend macht al lein, Daß er ein find, wie du, muß feyn. 12. Wer es mit diesem kinde häll Für diesen ist das reich) bestellt: Der nimmt, es sen klein oder grof mit ihm dort gleiches erb und less. 13. Wie bald ist auf der welt ver richt't, Wozu uns unser Gott pflicht't! Es ist noch um ein furs nun, Und um den letzten schlaf trun. 14. Bald weckt uns der pofaunen ton, Bald freiget Christus auf den thron, Und wer mit ihm hier in ruh; Ihm feßzen tausend feinde u. gefahr, Berachtet, arm und elend war. 15, Echlaf, liebes find, schlafuns Bugabe. betrübt, Wenn Gott verstand und jahre giebt, So wachs im geiste tag und nacht, Bis dich Gott ewig felig macht. Mel. Vom himmel hoch da k. 702. Schlaf, schlaf du kleiz ner erdengast, Da du den Herrn zum freunde haft; Echlaf fanft, du ruhst in Jesu hand, Der alles an dich hat gewandt. 2. Nun schlaf denn, schlaf denn! 6. Daß mit gerechtigkeit auch er ist nah, Dein freund, dein Sesus stärke Turch Christum mir ges felbst ist da; Er wiegt dich mit erschenket sen Will ich durch übung barmen ein, Warum willst du so guter werke Beweisen. schlaflos fenn? Mache selbst mich treu, Herr, in der liebe gegen dich! So dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der du die miſſethat vergiebst! Das haffen, was du mir vergeben, Das lieben was du selber liebst. Laß Bater! mein gewisſen rein, und heilig meinen wandel feyn. 3. Drum schlaf nur sanft und fürchte nichts, Dich trifft nicht schrecken des gerichts; Dir schadet nicht die finfire nacht, Weil dich dein Jesus selbst bewacht. 4. Wohl dir, du weißt von sor: gen nicht, Tir giebt der Heiland was gebricht; Er decket dich mit güte zu, Wie füß und stolz ist deiz ne ruh! 457 schulden häuft. Der kann kein herz zu Jeju fassen, Der zwar auf sein verdienst fich steift, Doch in der fünde noch beharrt, Dafür er selbst ein opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott zu füffenz Vergieb mir gnädig meine schuld, Und heile mein ver= wundt gewissen Mit trost an deis ner vaterhuld. Ich will mit ernst die fünde scheun, Und willig dir gehorsam seyn. Bußlied. mel. Wer nur den lieben G. 703. Wie theuer, Gott, ist deine güte! Die alle missethat vergiebt; Eo bald ein reuendes gemüthe Die fünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernfilich haft, Und zuversicht zum mittler fast. 2. Dlaß mich ja nicht sicher wer den! Weil du so reich an gnade bist. Wie furz ist meine zeit auf erden! Die mir zum heil gegebne frist: Gieb daß sie mir recht wichtig fen; Daß ich sie meiner bessrung weih! Empfindung eines Sterbenden. Mel. Mein herzens Jesu, m. 704, Mein Heiland! eine wolte zieht Sich dunkel vors gesichte. Mein herz erbebt, die ruhe flieht. Wie cente ner- schwer gerichte Stürzt fünde in die bange brust Mein Gott, mein Gott, dir ist bewußt Wie groß sie, meine fünde. 2. Ich weinte oft, und minim're noch: Mein Gott! o welche fün= den! Mich prest das harte mar ter- joch; Wo soll ich rettung fins den? Die lebens- fäfte frist der tod, Und dein gerechter eifer droht Mir wurm, was soll ich machen. 3. 3ft wohl ein schmerz dem 3. 3war, deine gnade zu verdie- schmerze gleich, Den sterbend ich nen, Sind reu und beffrung viel empfinde? Da lica ich röchelnd, Ju klein. Doch, darf sich auch ein starr und bleich, Es öffnen tiefe menich erkühnen, Bu glauben, dir gründe Dem halbaebrochnen auge verföhnt zu seyn, Wenn er noch sich, Die hölle reiffet gegen mich) liebt, was dir miffällt, Und nicht weit auf den schwarzen rachen. dein wort von herzen hält? 4. Mein Gott! mein Gott! wo 4. Nie kannst du dem die schuld fieh ich hin? Hier blöder, in die rlaffen, Der frevelnd schuld auf wunden! Verkennest du den mut U 458 Zugabe. terfinn, 3st glauben ganz verz| dich Gehn aller trübsal wetter: schwunden? Send doch getrost, hier Sterben wolltest du für mich), Einist die hand, Die bringt dich) froh iger Erretter. ins vaterland, Dort will ich dich erquicten. 4. Du hasts gethan; Dich bet ich an, Du König der erlös'ten; Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. O du erhöhter sieges- held! Die Hölle ist verschwunden. Das schrecken weicht, der kummer fällt, Ich habe überwunden. Das schwarze heer der fünden schwand, Da ich dich betend wieder fand, Dewig treuer Heiland. 5. Wohl mir! das ende naht terben. Nach so viel fummerthränen Machst du mich endlich einmal fren und sättigest mein fehnen. Nun leg ich meine hütte ab, Senft, freunde! fie ins fühle grab, Und hemmet eure thränen. 7. Noch einmal schaue ich zurück Und zähle meine tage. Ich danke Gott für jedes glück, Und auch für iede plage. Ich falte die erstarrte hand, Und segne noch das füffe band Der freundschaft und der liebe. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit macht, und zeigst daß du dein leben, Mein Versöhner, göttlich fren Habest hingegeben. 6. Das finstre that Will ich ein mal Durchwandeln ohne grauen Denn durch dich, Erlöser, ists Mir der pfad zum schauen. Auferstehung Jesu. Mel. Vom himmel hoch da k. 706. Dich bet ich an, ere retter einer fündenwelt; Du, unfre zuflucht für und für, Froh singet meine seele dir. 2. Um deinen thron, der ewig steht, Glänzt wahrheit, heil und majestät; Ich nahe mich voll zu versicht Zu dir, denn du verwirft mich nicht. 8. Send nur dem fünder- freunde treu, Geliebteste, hienieden: Dient ihm aufrichtig, ohne scheu; 3. Herr, meine seele preiset dich; So sind wir nicht geschieden. In Erlös't auf ewig hast du mich, turzen tagen folget ihr Durch Sa- So wahr du selbst vom himmel lems güldne thore mir, Dann fant, Dein leben gabst und wie: jauch' ich euch entgegen. der nahmst. 9. Mein auge wird mun dunkle nacht, Kaum hör' ich laute worte. Des nahen todes leste macht Bringt mich zur himmels pforte. O! welch ein anblick, füfe lust! So war sie mir noch nie bewußt. Heil mir! ich bin hinüber. Tod Jesu. 4. Wer ists, der mich verdam: men kann! Ich glaub an Dich und sage dann: Der Gott, durch den die himmel sind, Der ist mein Bater, ich sein kind. 5. Nun ist dieß erste leben mir Ein segensreicher weg zu dir; So lang ich hier bin, Gott, mein Heil, Hab ich an deinem frieden theil. 6. 3war trifft noch mancher schmerz uns hier, Noch, o erbar mer, sterben wir; Doch du regierst und wir sind dein, Und ewig wer den wir es seyn. Mel. O traurigkeit, o berzel. 705. 2m freuß erblast, Der marterlast, Der to des quaalen müde, Findet mein Erlöser erst In dem grabe friede. 2. Cin heil'ger schmerz Durch- 7. Ich weiß, daß mein Erlöser dringt mein her; Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an mei ne brust kann ich Tief gerühret fchlagen. lebt. trost, der meinen geist erhebt; Ich seh, durch dich ge stärkt, aufs grab Mit unerschrocke nem aug hinab. 3. Du schihest mich, und über 8. Welch eine welt voll seligkeit Bugabe. Erwartet mich nach dieser zeit: Da findet der verklarte christ Das heil, das unausiprechlich ist. 9. Der du für unsre feelen wachst, Sie zu dir zieht und selig machst, Laß mich mit freudigem vertraun Im tod auf dich, Erlöser schaun. Mel. Jesus meine zuversicht. 707. Jefus lebt! mit ihm auch Tod, wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den todten auferwecken: Er vertlärt mich in sein licht; Dieß ist meine zuversicht. Lobsinget ihm mit lauter stimm. 4. Sein sind die völker aller welt: Er herrscht mit macht und gnad als held; Er herrscht bis unter seinen fuß Der feinde heer sich veugen muß. 5. Beschirmer seiner Christenheit Ist er in alle ewigkeit; Er ist ihr haupt, Lobsinget ihm, Lobsins get ihm mit froher stimm; 6. Ja, Heiland, wir erheber dich), Und unsre herzen freuen sich herrlichkeit und majestät, Dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. In deiner hand ist unser heil; Wer an dich glaubt, dem giebt du theil Am segen, den du uns erwarbst, Da du für uns am freuße starbst. 4. Jesus lebt! fein heil ist mein, Sein sey auch mein ganzes leben; Reines Herzens will ich seyn, Und 8. Wir freuen uns nach dieser den lüften widerstreben: Er verzeit Ben dir zu seyn in ewigkeit. läßt den schwachen nicht; Dies ist Nach treuvollbrachtem glaubensmeine zuversicht. lauf Nimmst du uns in den him mel auf. 9. Dann werden wir uns ewig dein, Du größter menschenfreund, erfreun; Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. 2. Jesus lebt! ihm ist das reich lleber alle welt gegeben, Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herr: schen, ewig leben, Gott erfüllt, was er verspricht; Dieß ist meine wersicht. 459 Derr fährt auf zu seinem reich ,, Er triumphirt; lobsinget ihm, Lobinget ihm mit lauter stimm. 2. Sein wert auf erden ist vollbracht, Berstört hat er des teufels macht: Er hat die welt mit Gott verföhnt, Und Gott hat ihn mit preis gekrönt. 3. Weit über alle himmel weit Seht seine macht und herrlichkeit; die 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Der verkleinert Gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dieß ist meine zu: versicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewis, Nichts soll mich von Jefu scheiden, Keine macht der finsternis, Keine herrlichkeit; fein leiden: Er giebt fraft zu dieser pflicht: Dieß ist meine zuversicht. Erweckung. 6. Jefus lebt! nun ist der tod Mir der eingang in das leben: Welchen trost in todesnoth Wird Mel. Mache dich mein geist. es meiner fecte geben, wenn sie 709. Si Zichyrer mensch, jetzt ist es zeit, Aufzustehn gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine zuversicht. ( Von der Auferstehung Jefu handelt auch Rum. 466.) Himmelfahrt Jesu. Mel. Vom himmel hoch da P. 708. 2uf, christen, auf, und vom schlafe! Nahe ist die ewigteit, Nah ist lohn und strafe. Hör, Sott spricht: Säume nicht Seinen ruf zu hören, und dich zu be= fehren. 2. Noch weckt der pofaunen schall nicht die todten alle: Noch bebt freuet euch, Der( nicht der erdenball, Rahe seinem 460 Bugabe. falle; Aber bald Bald erschallt fuße: Sen mir gnädig! fieh, mich Gottes ruf: jur erden Solli du wieder werden. 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, Unter fündenfreuden, Deines le: bens lehte nacht, Was wirst du dann leiden! Wenn dein Herz Von dem schmerz Deiner schuld zerrissen, Wird verzagen müssen. 4. Wenn vor deinem antlit sich Jede sünd enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun erfüllet, Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner freuden, Was wirst du dann leiden. 5. Nach dem untergang wirst du Un des grabes stufen, Bang um trost und seelenruh, Dann vergebens rufen: Rette, Gott, Mich vom tod! Rette noch im sterben Mich vor dem verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nahe Jesu gnade; Eil ihr zu, Daß du ruh Für dein herz empfindest, Und vergebung findest. 2. Wie ein traum, so schnell entfliehn Jahre, zeiten, tag und funden: Das, womit wir uns bemühn, Ist mit ihnen nicht verschwunden; Der vergeltung ewigteit Solgt auf dieſe arbeitszeit. 3. Gott, wie thörigt hab ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter schnöden eitelkeiten und auf folche art verbracht, Daß es mir jest kummer macht. reut Meine hier verlorne jeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht Was mir einmal ist verschwun den, Doch bin ich der zuversicht, Nuß ich nur getreu die stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich die kurze frist, Die du mir hast zugemessen, So wie es dein wille ist, Brauchen, und es nie vergessen; Hier nur sen die übungszeit Bu der frehen ewigkeit. 4. Doch erbarmend schenkst du mir Jeßt noch zeit und raum zur busse; Herr, ich fomm und falle dir Schamvoll und mit flehn zu 7. Säen muß ich hier mit fleiß Bu der erndte jenes lebens. wie glücklich daß ich weiß, Dieß geschiehet nicht vergebens. Ewig freut sich seiner faat, Wer hier treulich gutes that. Bitten. Miel. Jefus meine zuversicht. 710. Herr der zeit und ewigMel. O Jefu Chrift, meins 1. 711. Nach dir, o Herr, ver: langet mich), Du bist mein Gott, ich hoff auf dich; Ich keit, Gieb daß und bin der ich bis ans ende, So wie mir dein werdest mich beschämen nicht. wort gebeut, Klüglich meine zeit anwende, Die mir noch dein weiser rath Auf der welt beschieden hat. 2. Der wird zu schanden, der dich schändt Und sein gemüthe von dir wendt: Der aber der sich dir ergiebt, Und dich recht liebt, bleibt unbetrübt. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser weisheit führen Und, wie es dein wort verheißt, Meinen wandel so regieren, Daß ich gutes hier ausstreu und mich dessen ewig freu. 3. Herr, nimm dich meiner feele an, Und führe mich auf rechter bahn; Laß deine wahrheit leuch ten mir Im wege, der uns bringt ju dir. 4. Denn du bist ja mein einige licht, Sonst weiß ich keinen helfer nicht! Ich harre dein bey tag und nacht: Was ists, das dich so fäumend macht? 5. Herr, wende deine augen ab Von dem, was ich gefündigt hab; Denk nicht an meinen fündenlauf, Den ich geführt von ugend auf. 6. Gedenk an deine gütigkeit Und 461 Zugabe. an die grosse füßigkeit, Damit dein mensch, in deinem leben, Leg die herz zu trösten pflegt, Das, was sich dir zu füssen legt. 7. Du, Herr, bist fromm und herzlich gut Dem, der sich beugt und busse thut; Wer deinen bund und zeugniß hält, Der wird er: halten wenn er fallt. sen stein zum ersten grund, Bleib ihm allein ergeben; Denk an den tauf In deiner tauf, Da er sich dir verschrieben Bey seinem eid In ewigkeit Als Bater dich zu lieben. 8. Ein herz, daß sich vor dir recht scheut, Das wird in seinem leid erfreut, Und wenn die noch am tiefsten steht, So wird sein treuß zur wonn erhöht. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt, Mein leben ist in deiner hand: Du siehest wie mein auge tränt Und wie mein geist nach dir sich sehnt. 10. Die angst, so mir mein herze ringt Und daraus so viel seufzer zwingt, Ist groß; du aber bist der mann, Dem nichts zu groß entste: hen kann. 11. Drum sieht mein auge fiets nach dir Und trägt dir mein begehren für: Ach laß doch, wie du Pflegst zu thun, Dein aug auf meis nen augen ruhn. 12. Die welt ist falsch, du bist mein freund, Ders treulich und von Herzen mennt! Der menschen gunst steht nur im mund, Du aber liebst von herzensgrund. 13. Berreiß die net, heb auf die strict, Bernicht des feindes list und tück, Und wenn mein unglück ist vorben, So gieb, daß ich auch dankbar sey. 2. Sen Gott getreu von jugend auf, Laß feine lust noch leiden In deinem ganzen lebenslauf Bon seiner huld dich scheiden; Sein alte treu Wird täglich neu; Sein wort steht nicht auf schrauben, Was er verspricht, Das bricht er nicht, Das sollst du feste glauben. 3. Sen Gott getreu in deinem stand, Darein er dich gesehet; Wenn er dich schüßt mit seiner hand, Wer ist, der dich verlehet. Wer seine gnad Bur brusiwehr hat, Dem kann kein teufel schaden: Wer Gott vertraut, Fest auf ihn vaut, Dem bleibet wohl gerathen. 4. Sen Gott getreu, sein liebes wort Standhaftig zu bekennen, Steh fest darauf an allem ort, Laß dich davon nicht trennen: Was diese welt Am höchsten hält, muß alles noch vergehen: Sein theures wort Bleibt immerfort Ohn alles wanken stehen. 5. Sen Gott getreu weil er stets sich läßt treu und gnädig finden; Streit unter ihm nur ritterlich), gaß über dich den fünden, Ja wi derpflicht, Den zügel nicht; Und ist der fall geschehen, So sen bereit Durch buß ben zeit Gleich wieder 14. Laß mich in deiner furcht bestehn, Fein schlecht und recht aufzuſtehen. stets einher gehn; Gieb mir die einfalt, die dich ehrt und lieber duldet als beschwert. 15. Regier und führe mich zu dir, Auch andre christen neben mir; Nimm was dir mißfällt von uns hin, Gieb neue herzen, neuen finn. 6. Sen Gott getreu bis in den tod, Und laß dich nichts abwenden: Er fann und will in aller noth Dir treuen benstand senden. Und täm auch gleich Das höllenreich Mit aller macht gedrungen, Wollt auf dich zu; So glaube du, Du bleibest unbewungen. Treue zu Gott. Mel. Was mein Gott will g. 7. Wirst du Gott also bleiben Das er dein lieber Bater sen, Wie treu, So wird er sich erweisen, 712. Sen Gott getren, halt er dir hat verheiſſen; Die lebensseinen bund, Oltron, 3um gnadenlohn, Wird er 462 Zugabe. dir dort aufseßen, Da wirst du dic)| uns feiner freun, Und bey den ans Fort ewiglich In seiner treu er: gehen. gefüllten scheuren Tem Herrn der erndte dankbar seyn. Ihm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dank zum opfer dar. 4. Nimm gnadig an das lob der liebe, Das unser Herz dir, Vater, weiht: Dein jegen mehr' in uns die triebe Bum that'gen dant, jur folgiamteit; Daß preis für deine Batertreu Auch unser ganzes leben sen. Frndte- Lieder. Mel. Ich finge dir mit herz, u. 713. Gott forgt für uns! o singt ihm dant, Ihr christen singt ihm gern, Bom auf gang bis zum untergang Trägt uns die huld des Herrn. 2. Vom menschen bis zum klein sten wurm Reicht seine gnad und macht; Im sonnenschein, so wie ' m sturm, Ist er auf heil bedacht. 3. Mit frohgerührter feele bringt Ein herz voll dank ihm dar, Die ähre, die von segen finft, Ist fein. Gott frönt das jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich Mit findlich- frohem dank: Du nährst uns und giebst mildiglich Auch mehr als speis und tranf. 5. Fried und gesundheit kraft, gedeihn Bu unsrer hände fleiß, 2uch das giebst du, und dir allein Ge= bührt dafür der preis. 6. Laß deines segens überfluß Uns nun auch nüßlich seyn, Und hilf uns, daß wir beym genuß Uns desfen mäßig freun. 7. Bermehr in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir dereinst in deinem licht Des glaubens erndte schaun. Mel. Was Gott thut, das ist. 715. Preist, chriften, mit zus Gott, den Herrn der erndte, Daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit Von au und feld entfernte. Noch stets erhält Er feine welt: Was nöthig ist zum leben, Will er uns alles geben. 2. Er ist der Herr, in seiner hand Ist, was die erde bringet; So sehr auch menschenfleiß das land Baut, pfeget und bedünget, Kommt doch allein Bon ihm gedeihn; Nur er, er läßt die faaten Blühn, reifen und gerathen. nimmt. 3. Oft fehn wir froh in hoffnung schon Der reichsten erndt entgegen, 3. So fommt denn Gottes huld und plötzlich ist er uns entflohn, zu feyren, Kommit christen, laßt Der uns gezeigte segen. Gott Mel. Wer nur den lieben G. 714. daß doch bey der rei= chen erndte, Womit du, Höchster, uns erfreufst, Sin je: der froh empfinden lernte, Wie reich du uns zu fegnen fenst; Wie gern du unsern mangel stills, Und uns mit speis und freud erfüllt. 5. Du nähreft uns blos aus ers barmen. Dieß treib auch uns zum wohlthun an. Sun sen auch gern ein trost der armen, Der ihren mangel fiillen kann. Herr, der du aller Vater bist, Gieb jedem, was ihm nüßlich ist. 6. Thu deine milden segenshände uns zu erquicken ferner auf; Vers sorg uns bis an unser ende, Und mach in unserm lebenslauf, Uns dir im kleinsten auch gerreu, Daß einst uns größers glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten fegen; Gieb, daß uns fein genuß gedeih', Und unser her; auch seis netwegen Dir dankbar und erges ben sey. Du, der uns täglich nährt und speis't, Erquick auch ewig un fern geist. 2. Du siehst es gern, wenn deiner güte, vater, unser her; sich freut, Und ein erfenntliches gemüthe Auch das, was du für diese zeit Uns zur erquichung haft bestimmt, Mit dank aus deinen Händen Zugabe. 463 4. Du schüttest deines segens fülle Herab, die wir doch nicht ver= dient: Es ist allein dein guter wille, Daß feld und au und garten grünt, Und uns, find wir es gleich nid ,: werth, Tie frucht der erde reichlich nährt. 5. Bewahre ferner unsre saaten Und unfre bäufer, haab- und gut: Bewahre uns vor missethaten; Por mollust, geiß und übermuth; Weil sonst im reinsten überfluß Die seele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, Bater, dein vergessen, Der du so liebreich an uns denkst, Eo muß der fluch den fegen fressen, mit dem du feld und haus verschenkst: Wird auch der vorrath nicht zerstreut, Co mangelt doch zufriedenheit. 6. Ja Höchster, wir verchren dich In allen deinen wegen, Und trauen unveränderlich Auf deinen milden 7. Co wollen wir dann hier auf segen; Auch unser brod, Wirst du uns, Gott, von zeit zu zeit gewäh= erden, Des guten faamen auszuren, Wenn wir dich findlich ehren. freun, Nie müde, nie verdroffen 7. Wir beten demüthsvoll dich an, Der alles weislich füget, Taß vorsicht niemals irren kann, Daß wohlthun niemals trüget: Froh danken wir, Erhalter, dir, Und preisen deine güte Mit gnügsamen gemüthe. werden, und uns vielmehr der erndte freun, Die einft, nach dieser zeit der saat, Dein rath für uns ersehen hat. rimmt und giebt, Was ihm be= liebt, Daß er als Ferr der erde Bon uns verehret werde. 4. Beigt auch gleich nicht so sicht: bar fich Ter reichthum seiner gaben, So giebet er doch sicherlich, Eo viel wir nöthig haben; Ist stets bedacht, Voll gnad und macht. Die seinen zu erhalten, Die ihn nur laffen walten. 5. Und o, was ists für ein gewinn, An dem sich gnügen lassen, Was da ist, und mit heiterm finn Das feste zutraun fassen, Daß, der die welt Regiert und hält, Auch uns so lang wir leben, Was nö thig ist, wird geben. Mel. Wer nur den lieben S. 716. Wir singen, Herr, von deinen segen, Wie wohl sie nicht zu zählen sind: Du giebst uns sonnenschein und regen, Frost, hite, donner, thau und wind, So blüht und reifet unire faat, Nach deinem wundervollen rath. 2. Der Himmel träufelt lauter güte, Die erd ist deiner schäße voll, Damit ein achtsames gemüthe Dich finden und bewundern soll, Tich, der durch seine weife macht Das alles hat hervorgebracht. 3. So sen die liebe denn gepriefen, Gepriesen fen die wunderkraft, Die auf den feldern, auf den wiesen Den erdbewohnern nahrung schafft. Tu nähreft uns, wir werden fatt; Du giebst, daß man noch übrig hat In Pest- Beiten. mel. Mein Gott das herz ich. 717. err, heiliger, gerechdrohte lang. Jest trifft er deiner wahrheit spott Und macht dem fünder bang. 2. Hier bebt die furcht, dort füllt die trau'r Tas tiefgebeugte herz, Verbreitet starren schreckenschau'r Und mehr des kummers schmerz. 3. Hier weint die gattin: Gott! er todt! Der beste gatte todtTie tinder wimmern: Gott! er todt! Der gute vater todt! 4. Dort folgt der mann der gatz tin nach Bum stillen grabe hin: Ter summe gram, der finder ad) Bewegt den härtsien finn. 5. Der sohn erbleicht, die schwe fter sinkt Ins frühe grab hinab, und unschuldsvollen kindern wintt Das offne, stille grab. 6. Ach), Gott! verwandte fühlen Zugabe. 464 fcheu, Das stärkste freundschaftsband, Der sonst so starten liebe treu Entzieht weif' ihre hand. 7. Das trantenzimmer, ad), wie öd! Gott, tröste du den wurm: Wenn jeder sonst von ferne steht, Denn tröste du den wurm. 8. Der glaube nur, Herr, an dein blut, Mit fünden- reu verknüpft, Siebt freudigkeit, macht alles gut, Macht daß das herze hüpft. 9. Und sollt auch ich verlassen seyn In meiner letzten noth; Sollt' jedermann sich vor mir scheu'n Als vor der pest und todt; 10. Dann, Jesu! sen, sen du nur nah, Sprich du nur trost mir zu. Bist du, mein feelenfreund, nur da, Wintst du mir nur zur ruh; 11. Sühl' ich nur deine gnadennäh, Denn hab' ich was ich brauch; Hilf, Jesu, daß ich dich nur seh, Sen du mein letzter hauch. 12. Der leichenzug bestehet kaum Aus zweyer freunde paar; Und jeder eilt und machet raum, Und jeder scheut die bahr. 13. Man trägt viel todte jetzt nicht mehr Dem offnen grabe zu; Nein, einsam, vom gefolge leer, Führt man sie zu der ruh. 14. Ja, selbst die stille dunkle nacht Find zwischen gräbern licht; Und der, der sonst um fpott gelacht, Fühlt auch tod und gericht. 15. Der jüngling steht, der jüngling fällt, Der stärkste mann er fchrickt, und wird dem jüngling zugesellt; Der greis wird hingerückt. 16. Jest fast den einen bangigteit, Er fliehet schnell ins land, Und suchet dort die sicherheit, Wo er den tod auch fand. 17. Dort gehn aus vorsicht andre fort: Das band der liebe zicht Sie hin an einen sichern ort Das ganze haus entflieht. 18. Wohin man in den straffen blickt, Sieht man das schrecken bald. Hier ist der ein' hinweg ge= rückt: Dert fliehen jung und alt, 19. Doch), Gott! was kann, was soll ich thun? Ich kann ja nicht entfliehn. Ich frage, Gott! was soll ich thun? Ich kann ja nicht entfliehn. 20. Dein wort ertheilet mir den rath: Thu busse, beßre dich: Du bists, der mich erzürnet hat, Thu buß und beßre dich. 21. Erkenne deiner fündengreul, Bewein' und hasse sie, Und fomm und such in Christo heil: In ihm verdirbt man nie. 22. Er ists, der jetzt zur busse lockt, Erschrockner, eil herben. D. bleibe länger nicht versteckt, Komm weinend ohne scheu. 23. Verfluch die fünden- wege gleich, Sie brachten dieses weh. Ach, komm in deines Jesu reid), Ad), komm in seiner näh. 24. Der glaube an sein blut als lein Macht dich von sünden los; Bon allen sünden macht es rein, Sie sen klein oder groß. 25. Fall tief zu seinen füssen hin, Nimm deine kinder mit. Fleh Gott! ach änd're du den sinn, Ers höre, Gott! die bitt. 26. Halt im geber und flehen an, Dein Gott erhört gewiß, Er bricht den stärksten fündenbann: Er heilt den schlangenbiß. 27.Nun, Jeſu, deine kinder flehn: Ach, hilf durch deinen tod; Laß uns des jammers ende sehn, Hilf uns in todeš- noth. Allmacht Gottes. Mel. Mir nach, spricht Christ. 718. d deine allmacht reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet: Nichts ist, das deiner herrlichkeit und dei nen thaten gleichet, Es ist fein ding so groß und schwer, Das dir zu thun nicht möglich wär. 2. Du sprichst; und auf dein mächtigs wort Fällt alles dir zu füffen: Du führeft deinen ans schlag fort Ben allen hinderniſſen: Du wintst; so stehet eilend da Was vorher noch kein auge sav. Bugabe. 465 auch heut. 3. Du hast dieß grosse weltgebäu zu ewigkeit, Derselbe gestern und Allmächtig aufgeführet; Und erd und himmel zeugt, es sen Dein arm, der sie regieret. Dein wort, das sie geschaffen hat, Ist ihnen an der pfeiler statt. 3. un verzagt auch nicht, ver: brecher! Gott ist euch nun fein strenger rächer, Wenn ihr die schuld vor ihm bereut. Durch des todes überwinder Ist er versöhnt, und gegen fünder Ein Vater der barmherzigkeit. Er ruft sein volk hinauf, Echließt seinen himmel auf, Sie zu fegnen. Wir sind ver= föhnt, Mit Gott versöhnt, Und Se= fus ist von Gott gekrönt. 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, Schöpfer, dein vermögen Weit über die gesehe steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr Herr; und ihren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf. 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, 4. Tod! wo sind nun deine schre= Wenn nach der langen grabes- den? Nicht ewig wird das grab nacht Die todten auferstehen; uns decken. Berwest der leib Wenn du von unserm staub den rest gleich in der gruft. Einst wird er Bu neuen förpern werden läß'st. jum bessern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn Jesus Den entschlafnen ruft. Dann wird das todtenfeld Bur lebensvollen welt. Alles lebet: Co, wie verneut, Bur rühlingszeit, Das pflanzenreich die erde kleid't. 6. Allmächt'ger! mein erstaunter geist Wirft sich vor dir darnies der. Der ohnmacht, wie du selber weißt, Umgiebt noch meine glieder. Mach mich zum zeugen deiner traft, Die aus dem tode leben schafft. 5. Erstandner! welch ein segen Erwartet uns, wenn wir auf wegen Einhergehn, die dein fuß betragt. Unnennbare seligkeiten, Dieß sind dir reichen, groffen beuten, Die uns dein sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser theil: Bald frönet uns das heil Deines lebens. Halleluia! Der Herr ist nah! Bald ist der tag des ſieges da! Mel. Ich finge dir mit herz. Förts, betrübte 720. Noch immer wechseln res zeiten ab: Und früh und spät ergiesset sich Dein regen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine milde hand, Und steuerst unsrer noth. Du sega nest, du erfüllst das land Mit deinen gütern, Gott! 3. Von deinem hohen himmel träuft Gedeihn und fruchtbarkeit. Die faat geht auf, und blüht und reift Und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet giebt der baum, Wenn einer schatten sucht, Ihm unter seinem zweige raum, Erfrischung und auch frucht. 7. Ach! zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. 3ft etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, Herr, umfasse! Run, Gott, ich traue deiner fraft, Die alles kann und alles schafft. Mel. Wachet auf, ruft uns d. 719. Halleluja, Sefus lebet. Erlöfte brüder, fommt, erhebet Des großen Mittlers majeſtät. fünder! gebet Der freude raum; denn Jesus lebet: Gott hat ihn aus dem staub erhöht. Mein herz! auch dein gefang Bring ehre ihm und dank! Halleluja! Dich grosser Held, Erheb die welt, Weil deine hand den fieg behält. 2. Jünger Jesu! wehrt dem leide: Lobsinget ihm, und nehmt voll freude Um siege theil, den er er ftritt. Seht, er hat erlösung funden, hat tod und Hölle überwunden; Er herrscht, der für uns starb und litt. Laßt eure feinde dräu'n! Ihr könnt getrost euch fru'n. Jesus lebet! Von ewigkeit U 2 Bugabe. 466 5. Wie fröhlich lächelt jede flur! Es fließt, sich immer gleich, Der freude quell und die natur 3st unerschöpflich reich. 6. Uns strömet sie, von dir er füllt, Luft und vergnügen zu. Wer ist so gut, so treu, so mild; So väterlich wie du? 7. Herr! ohne dich vergiengen wir, Und wir verdientens auch: Und dennoch leben wir in dir, Be: feelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deine huld, Und jeden strahlt dein licht, Du gehst, nach göttlicher geduld, Mit uns nicht ins gericht. 9. Uch menschen! betet, betet an! Erwägts, und denket mun: Was hat Gott schon an uns gethan? Was wird er nicht noch thun? Gedanken vom Gericht. Mel. Jesu, hilf siegen du. 721. Heilig und heiter, schönste der tage! Denen, die Jesum den Heiland er= kannt. Dunkel und furchtbar, voll schrecken und klage, Senen, die Jefu den rücken gewandt. Tag des gerichtes, willkommen den deinen, Hemme den fummer und stille ihr weinen! 2. Donner und blite, mit lauter posaune, Rauchendes, schwarzes gewölfe und sturm Biehen sich dir auf; erzittre und staune, Rasender fünder, verworfener wurm! Höre! es rauscht schon! erwache vom schlafe! Eile zum blute, entfliehe der strafe! 3. Beuge dich tief hin zum throne der gnade! Weine um busse und rettung zu Gott. Quaal der ver= dammten ergreift dich, o made! Gott bleibt nicht länger dein hohnvoller spott. Beuge dich tiefer und bete im staube, Bis du in wahrheit kannst sagen: ich glaube. 4. Bürger zu 3ion! send muthig in triegen, die ihr aus liebe zu Jefu noch führt. Werf das panier auf, zum kämpfen und siegen, Da euch die gnade von oben regiert. Kronen und scepter, ja göttliche freude, Wird euch zum lohne, zur ewigen weide. 5. Richter der erden und König der deinen, Brich doch die fesseln der fünde entzwey; Laß uns die hülfe von oben erscheinen, Madhe dein erbtheil vom weltdienste fren! Etürze den fürsten der finsterniß nieder, So stimmt dein volt dir die feurigsten lieder. er getrofte und betende Christ ben seinen vielfältigen Anfech tungen. Mel. Am grabe bebt, geh. 722. Der feelenfeind erre: get neue stürme, Er raft und schäumet gift der höllen aus, Die wuth erhebet sich, wie trachen, macht und graus; Cit hohe thürme, Und stürzt herab mit drohet mir, trifft aber nicht, Mein wahlspruch bleibt: Gott selbst ist meine zuversicht. 2. Ich beuge mich und beichte meine fünden, Ich flehe Gott und fasse Christi blut, Dies läßt mich heil und seelenfrieden finden, es stärket mich, macht meine fache gut; Und so wird mir der feind zu schwach, Ihn fällt das fehn, Ihn stürzet bald ein seufzend ach)! 3. Wie oft, mein Gott! machst du ihn so zu schanden, Daß er vor bitt'rem unmuth raft und tobt, Wenn dich mein geist, fren von den harten banden, Ben feiner wuth für dein erbarmen lobt. Du stärkest mich durch deine hand, Mir wird die furcht und banges zagen unbekannt. 4. Ach! hilf mir, daß ich ganz in dich versinke, Und reiß mein heri von allem eitten los. Gieb, daß ich nie auf benden seiten hinke, Mein ruheort sey nur in deinem schoes. Bergälle mir den tand der welt, Und was man sonst noch mehr für schön und herrlich hält. 5. Herr, stärke du die kraft der blöden seele, Eie haßt den koth, der fünde ist sie feind. Hilf, daß ich Zugabe. mich nicht ohne ursach quäle, Und höre mich, so oft das auge weint; Ja gieb mir stets die thränenfluth, Die in der furcht und angst die größten wunder thut. 467 weint, da du in tollen freuden lachst. Bejammernd sieht er dich und deine finder, Eieht wehmuthsvoll, was du in leichtsinn machst. O fünder, auf und weine mit! Berflucht, wer länger noch der laster- weg betritt. 6. Nun, Gottes Lamm! ich schwöre dir von neuen Die treue zu, die oft ich, fünder, brach. Es mag die welt sich über dunst erfreuen, Sie jammert mich, es rollt ein thränenbach, Ich weine laut für alle auf: Ach! hemme doch der frechen fünder Höllen- lauf! 4. Auf, weine mit; o laß dein herz zerfliessen, Komm, wirf dich gleich zu Jefu füssen hin! Er wird die thränenfluth mit huld versüssen, Er schenket dir den himmel zum gewinn. Aus thränen wird die perlenkron, Dir hier durchs thränenthal bewähr: ter seelen lohn. 7. Ich danke dir, daß du mich auserwählet: Mein Gott, wie groß ist diese seligkeit! Da du auch mich den deinen zugezählet Und von der macht des satans haft befrent. Komm, fälle ihn durch feine list, Worin der arge feind Mel. Der tag ist hin mein J. so unermüdet ist. 8. Dann rühme ich auf ewig 724. Ich dränge mich an dein diesem frohen tage, erbarmen: Wie wohl wird Mein Heil, zu dir, und weine mir na allem fummer feyn! meine plage: Ich höre nicht, die Die feinde flieh'n, ich ruh in deizunge ist mir schwer, Erbarme nen armen, Mein Gott! wie werd' dich, du großer Arzt und Herr! ich mich alsdann erfreun! Ach öffne dich, du kühles grab, mein Jesu, wische bald des kummers thräne ab! 2. Ich höre wohl, wenn mich die lüfte locken Und mir das Herz durch ihre macht verstocken. Ich höre wohl, wenn mich die welt ver= führt; Wie leicht wird da das ohr durch dunst gerührt. 3. Wenn aber dort die stimmie Jefu wallet Und göttlich füß dem ohre laut erschallet, Dann hör ich nicht der worte lauten hall, Sie werden mir ein leerer todter schall. 4. Gesehes fluch schall't furchtbar auf mich nieder, Und hallet laut in dem gewissen wieder, Er schre: det mich, doch bleib' ich, wie ich bin, Die furcht verschwindt, ich ändre nicht den finn. Die Thränen Jesu. Mel. Am grabe bebt, geh. 723. Der Heiland weint! es fliessen heisse thrä: nen Dort auf den grund verruch ter bosheit hin: Das nasse auge weint, das inn're sehnen, Wie glüht sein zarter liebesvoller sinn; werdet, thoren! einmal flug, Und wählt doch länger nicht, anstatt des segens, fluch. 2. Der Heiland weint! Was preste dem Erbarmer Denn die sen strom der heissen wehmuth aus? Dein elend wars, beweinenswürd'ger armer, Dich und dein ganzes fündenvolles haus: Dieß fahe die Allwissenheit, Sie sahe deine quaal endloser ewige teit. ueber das Evangelium vom Tauben und Stummen. 5. Der worte scherz entfließt dem fert'gen munde, Der junge schwerdt schlägt manche tiefe wun de, Es brennt wie feu'r und zün= det flammen an, Die man nach= her so leicht nicht löschen kann. 6. Ter leichtsinn führt das regi ment der rede, lind macht das 3. Dein Heiland weint! Wie fühlt dein herz, o fünder? Erlherz verstockter, blind und schnö: 468 Bugabe. de, Er schäumet koth und preift| Echrecken bebt durch mein gebein, die eitelkeit, Geht stolz einher und mordet frech die zeit. 7. Du heiltest dort den taub und ftummen kranten, Die that erscholl und jeugte loben, danten: Du lebest noch), beweise deine fraft, Die nur allein dem franken hülfe schafft. 8. Besuche uns, tritt, Heiland! in die mitte Der fünder hier und höre ihre bitte; Sie schrey'n dir zu: Ach mache uns gesund! Dein wort verheißt's, es macht die hülfe fund. 10. Herr, löfe auf das band der stummen zungen, So wie dirs sonst mit deiner fur gelungen; So auch uns und heile unsern mund, Se machet er auch deine thaten kund. 4. Dein erbarmen, das mich deckte, Flöß'te muth dem innern ein, Jeder morgen, der mich 9. Erfülle du das herz mit kraft und leben. Hilf, daß der grund des innern mög erbeben. Es weckte, Strahlte neuen gnaden: schalle laut dein Hephata umher, Erfreue uns, und schenke das gehör! schein. Kummer ward mir un bekannt; Sanft geführt von dei ner hand, Blieben meine tage heiter, Ich kam stündlich immer weiter. Hier in diefer fummer- höhle, In dem herzen lebet pein. Jene tage sind dahin, Da du Jesu mein ges winn, Da ich dich als bräut'gam tannte, Und in liebe zu dir brannte. Die traurige Klage des Christen. In eigener Melodie.- sonst nach Mel. Werde munter mein. 3. Tief vor dir gebeuget nieder, ( O wie selig war ich da!) Schalls ten dank- und glaubens- lieder, Mein gebet war Amen, Ja: Sehn: suchts- thränen weint' ich dir, Freu den- ströme flossen mir, Von dem gnadenthron entgegen, ie ein fanfter abendregen. 5. Nun lieg' ich wie tief im schlamme, Biehe kaum den othem noch, Statt der huld blißt zorn und flamme. Sünde! fünde! 11. O möchte doch das ohr zu marterjoch! Wohin hast du mich deinen lehren Bon heute an sich gebracht, Welches dunkel, welche stets und einzig kehren! Der süsse nacht, Liegt, wie berge, auf dem fchall verbreitet leben, geist, Es herzen: Mich umringen tausend ist tein heil, das er uns nicht verschmerzen. heißt. 6. Weinend flag' ich meinen 12. Erhebe laut die stimme fro- fummer, Bange feufzer steigen her lieder, Gelöster mund, und auf. Meinent lager flicht der opfre dich dem wieder, Der dich erschuf und wieder neu gemacht: Dem Arzte sey ein ewig lob ge bracht. 725. Jefu! siehe mein verderben, Siehe! wie ich matt und falt, Du wirst mich nicht lassen sterben, Nein! ach eile, komm doch bald! Sieh! ich drän ge mich zu dir, Frommer seelen höchste zier; Komm, Herr Jesu! ich vergehe, Wenn ich deine huld nicht fehe. 2. Bangigkeit ergreift die seele, schlummer. Angst bezeichnet meinen lauf. Meines Herzens jammerstand, Ist nur Gott und mir bekannt. Könnt' ich Jesum wie der finden, Dann müßt' angst und trauren schwinden. 7. Holdes Lamm besuche wieder Den erschrocknen fünden- wurm. Blicke auf mich gnädig nieder, Und gebiete du dem sturm. Laß von neuent gnad und huld Decken meine schwere schuld, Laß mich hören freud und wonne, Leuchte wieder, Gnadensonne. 8. Du kannst ja dein wort nicht brechen, Das dem fünder trost verheißt: Ich ergreife dein verspre chen, Dein erbarmen macht mich Bugabe. dreist. Hier zu deinen füssen hin Sentet sich der blöde finn; Etille mir, wie Magdalenen, Meines herzens durstend sehnen! Klage der Jugend bey dem Gefühl ihres Sünden- Elendes. Mel. O ihr auserwählten F. 726. Jefu, vorbild reiner tu gend, Bilde mich nach deinem sinn, Siehe: wie die lust der jugend, Mich zur Hölle reisset hin. Sünden stricke, Teufels tücke, Haben mich hier stets umgeben, Und vergiften mir das leben. 2.Ich bin wie die frühen blüthen Sturm und wetter blosgestellt. Ich nicht, du kannst mich behüten, Ohne dich bin ic) gefällt. Listig, mächtig, Herrlich, prächtig, Beigt fich, Jesu, deinem tinde Der verderber, welt und fünde. 3. Will ich mich zu dir erheben, Sieht mich trägheit in ihr grab, Leichtsinn treibet fraft und leben Stets von meinem herzen ab, Wen'ge stunden Werden funden, Wo ich recht in dir versunken, Epüre deines lebensfunken. 4. Mit verboster macht kärke Schreckt der feind mich ar und men wurm, Er macht seine höllenwerke Stündlich fertiger zum fturm; Nichts als beten, Dein vertreten kann, Herr Jesu! mur beschützen, Wenn des feindes waf fen blißen. 5. Durch das wort, in deinen wunden, Spür' ich neue fraft und muth, Hier hab' ich den ort gefunden, Wo die feele sicher ruht. Halt mich fester, Allerbester! Laß den pilgrim nicht erliegen, Hilf mir beten, kämpfen, siegen. Für Kinder. Mel. Ich finge dir mit herz. 727. Mein Vater! dein beglücktes find Freut deiner güte fich: Da engel meine Freunde find, Wie groß, wie groß bin ich! 2. Um meine wiege standen sie 469 Als ich ein fäugling war: Turch sie traf meine kindheit nie Verderben und gefahr. 3. Als ich am fanften leitband gieng, Sahn sie voll huld auf mich; Wenn mich der mutter arm umfieng, Da segneten sie mich. 4. Auf ihren Händen trugen sie mich durch gefahr und noth; Mein junges leben schüßten sie Für einem frühen tod. 5. Oft war mein beten ihre luft, Und bey der findheit spiel Erhielten sie in meiner brust Der got: tesfurcht gefühl. 6. O möcht ich einst, wie ist als tind, Der engel freude seyn, Co mitleidsvoll, so gutgefinnt, Co järts lich und so rein! 7. Nie wein mein schußgeist über mich, Und flich von meinem pfad; Er freue sich und segne mich Bey jeder guten that! Fester Entschluß eines Kindes sich vor den gefährlichen Versuchungen zur Unreinigkeit oder Wolluft in Gedanken, Worten und Werken zu hüten. Mel. Sier legt mein sinn sich. 728. Verfluchtes gift der triebe, zaubernde unreine liebe, Entfliehe fern aus meiner brust! Sie sucher rein're himmelsluft. 2. Du bist die pest der lebens: fäfte, Der tod der muntern fee: lenkräfte. Tu friß'st das frische jugend roth, Du nagst als tauſendfacher tod. 3. Tobt deine macht einmal im herzen, So zeugst du bange angst und schmerzen. Wer deine fef= feln sich anlegt, Der ists, der hölle in fich trägt. drachen, Dem menschen quaal, 4. Tu bist das kind des alten ein höllisch lachen Erregt, der teuflisch sich vergnügt, Wenn deiz ne macht ein herz besiegt. 5. Wie viele sind schon hingeriffen, Die tod und hölle im gez wissen Bermartert, die der fum 470 Zugabe. mer nagt Und frieden aus der| bens- armen Jesum Christum Gote brust verjagt. tes Sohn, Schmecket fein erbar men. 6. Ich will, mein Jesu, zu dir eilen, Du kannst mich armes find nur heilen, Brich) du der lüfte band entzwen! So werd und bleib ich ewig fren. 7. Berkläre dich in meiner feele! Hilf daß ich deine lieb' erwähle, Und lösche aus in meiner brust Das höllenfeur unreiner luft. 8. Ich bin ja deine braut geworden, Du zähltest mich zum him mels orden; Der tolle unfinn wähl' anstatt Des himmels, was die hölle hat. 8. Bleibt, theure, bleibt auf ewig bleibt In Jesu arm und bunde; Preiset und bekenner ihn, Fren mit herz und munde. Charfreytag. Mel. O traurigkeit, o herz. 729. Uh! er ist todt, Mein Herr und Gott! Er blaßt am freußesstamme; Ach, den ein'gen liebsten Sohn Quälte Gottes flamme. 2. Ach, seht ihn an, als wie ein bann, Als fluch muß er erblassen, Ja die tiefste höllen- angst, Hatt' ihn gan; umfaſſen. Antwort der Erstlinge. 9. Wir wollen dein, Herr! alle fenn; Wir wollen treu dir bleiben, und den leib und seele dir Täglich neu verschreiben. Empfindungen am heiligen Tos des- und Auferstehungs- Tage des Herrn Jesu. Mel. Wer nur den lieben G. 9. Ich nicht mich reißen beß're gaben, Die leib und feele ewig laben: Was Jesus hat, was Jeſus giebt, Das ists, was meine feele 730. Auf, trage nur die bürs liebt. de weiter hin, mo dein ziel der reif' sich end't! Sieh, dort wird es schon hell und heiter, Wohin dein müder fuß sich wend't: o dir die fron entgegen lacht, Wo du bald rufft: es ist voll: bracht! 2. Es sind nur noch sehr wen'ge schritte Von hier bis hin zu die iem ziel. Auf! folge Jefu tritt vor tritte: Du weißt, dein Herr vergab dir viel, O, sieh! er lächelt sanfte ruh Dir kranten, müden pilgrim zu. 3. Er neigt fein haupt: Wer an ihn glaubt, Soll nicht verloren werden; Denn sein letter athem haucht, Heil der ganzen erden. 3. Ersteige nur noch diesen hügel, s ist das liebe Golgatha. Getrost, der glaube giebt dir flügel; Hier ist dein heil dir freundlich nah; Hier fällt die schwere burd' 4. Kommt, alle doch! Berbrecht hinab Und wälzet sich in Jefu das joch, Kommt, fünder, klein' und große, Sucht nun eure hei= math auf In des Vaters schoose. 5. Denn Christus hat, An unsrer statt Den fluth hinweg getragen: Uns tann straf und fündenschuld Länger nun nicht nagen. grab. 4. Die schaar vollkommner froher geister Blickt sehnsuchtsvoll auf dich herab, Und sieht, wie du dem frommen Meister Nachkämpfſt an deinem pilgrimsstab'; Kaum bricht dein sterbend auge dir, Denn iauchzen sie; auch Er ist hier. 6. Hört, finder, ihr, Die Jefus hier Bum erstenmal erquicket, Und mit seinem leib und blut, mit sich felbst beglücket. 5. Hier, wo das Lamm uns alle weidet, Hier ist kein schmerz, fein schein der noth; o fromme 7. Ach, bleibt ihm treu; Kommt, freunde nichts mehr scheidet; hier kommt herben; Umfaßt mit glau- wohnet weder fünd noch tod Zugabe. 471 Willkommen, theure seele! du! juns arme kinder: Auch segne du Sen froh! o hier ist ewig nuh. Auf das heilige Pfingstdie eltern:,: auch segne du die el= tern reichlich heut. fest. Aufmunterung zum Lobe. 3uruf an die Kinder. 731. Kommt, tinder! kommit betend, kommt zum thron der gnade; Kommt alle, tommt alle zu Jesu heut. Hier find't ihr des friedens froh- gebahnte pfade; Der himmel, der himmel ist hier bereit. Deffnet die herzen dem geist gern von oben. Ach, lernet alle beten:,: ach, lernet alle beten andachtsvoll. 2. O bleibe doch heute teins von euch zurücke: Es ist ja eu'r Jesus, der euch so nah; Der Bräut'gami der feelen; merkt doch seine blicke, Er sieht euch, wie Petrum er eins anfah'; Schenket euch buße und ſchentet euch glauben; Er bietet euch des himmels:,: er bietet euch) des himmels freuden an. 3. Auf, höret! es rauschet Geiftes fraft und leben In worte der gnaden ja euch auch zu. Was Jefus erworben, will er allen geben: Er senkt sich vom himmel der Geist der ruh. Deffnet die ohren, gebt ihm eure herzen, Er schmü det sie zu tempeln:,: er schmücket fie zu tempeln Gottes aus. Antwort der Kinder. 4. Nun, komm denn, Herr Jesu! tomm in unsre herzen, Komm, weihe fie heute zum tempel ein. Herr, über die fünde schenk' uns allen schmerzen, Und lehr' uns wie Petrus, sie recht bereu'n. Geist des gebetes und du Geist der gnaden, Verbreit in unsre herzen:,: verbreit in unsre herzen licht und glanz. 6. Auf, brüder! send fröhlich finget eure lieder; Mit wonne des herzens kommt, singt den Herrn. s töne das loben laut überall wieder; Kommt alle, kommt, finget ihn nah' und fern; Eltern und finder, singt in süßen tönen: Ge lobet sen sein name:,: gelobet sen sein name stets von uns. 7. Er war es, er isis noch, Bater, Heiland, Leben, und bleibt auch auf immer, was er uns war. Wer wollte des Höchsten güte nicht erheben? Kommt, stellt euch zum opfer heut alle dar. Ja, Herr, wir find dein und bleiben dein immer; Wir weißen unsre kräfte:,: wir weihen unsre kräfte dir allein. Drängt 732. Herr, ein häuflein deisich heute mit herben. Höre wie sie flehen, weinen: Mach, Herr! unsre herzen neu. Antwort. 2. Neue herzen will ich geben, Allen, die mich darum flehn. Ich will euren fummer heben; She follt meine hülfe schn. Chor. 3. Lehre du uns, Geift der gna: den, Lehre du uns selber flehn. Heite bald den seelenschaden; Lehr uns deine wege gehn. Antwort. 4. Eh sie rufen, will ich hören; stehn sie noch, so helf ich schon. Ich will Gottes weg fie lehren; Kommt herben, hier ist die fron. Chor. 5. Aber ach! dies fostet käm= 5. Du kannst uns, wir glaubens, pfen; Uns umringt der feinde ehren, führen, leiten, Den bemacht. Wer wird unsern leichtten, den rechten, gebahnten pfad. finn dämpfen, Welcher der gefahr Du mußt uns zum tempel Gottes nur lacht. lbst bereiten Durch deine so Antwort. heu'r uns erworbene gnad. 6. Nur getrost! Ich kann errettomm dann, wir flehen; segn' lten: Glaub an mich, verfluch die 472 Bugabe. fünd; Denn zerspringen alle fet-| trauer, mohl und plage, Waren ten, Denn wirst du ein freyes kind. im verfloß'nen nah. Hilf, Herr! daß mein heller blick Schaue denkend in das alte Jahr zu= rück. :,: 2. Heute steh ich wie auf höhen; Nacht bedecket meinen pfad, Den ich durch dies jahr zu gehen, und den Gott bestimmt mir hat. Eins, mein Heiland! fleh' ich nur: Brich die bande:,: der verdorbenen natur. Alle. 7. Amen, Ja! du bist uns findern, Heil'ger Geist! du bist uns nah. Laut ertönt von tausend fündern, Dir heut ein Hallelujah. Auf das heilge Weihnachtsfest. Mel. Alle menschen müssen. 733. Freude, freude über 3. Echenke deinem armen finde frommes reines herz; Tödt' in mir die macht der fünde; Heil'ge freude an den schmerz: Leite mich an deiner hand, Mein Erbarmer:,: bis ins rechte vater: land. ftus, Gottes Sohn Kommt als hir: te, kommt als weide Von des hohen himmels thron: Wird ein mensch, wie menschenfinder, An gestalt wie andre fünder. Jesus Christus, Gottes Sohn Kommt vom hohen himmels thron. 2. Jauchzet ihm zu seinen füssen; Seht, er reicht den scepter her; Auf, und wagt es ihn zu küssen Fragt nicht erst: ach wer, ach wer Darf doch diese fühnheit wagen? Hörts! was himmels boten fagen: Jesus Christus, Gottes Sohn Kommt zu euch vons himmels thron. 3. Seht, er kommt als Goel, bruder, Er, der Gott der ewigkeit, Dessen rechte hält das ruder Aller welten, aller zeit. Er aus liebe wollt auf erden Selbst ein erden. bürger werden. Jesus Christus, Gottes Sohn, Kommt zu euch) vons himmels thron. 4. Ja er wird 4. Segne, Bater! meinen vater; Gegne meine mutter auch. Sen geschwistern stets berather; Wehe deinen lebens hauch Allen gnädig fündlich zu; Laß sie schmecken:,: deinen frieden, deine ruh. 5. Aber segn' auch die gemeinde, Hör! ein find fleht innig dich. Mach zu freunden ihre feinde; Schmücke ferner gnädiglich Deis nes Bions mauren aus; Diese stätte:,: wählest du ja als dein haus. 6. Herr! noch Eins: in diesem jahre Werden viele ganz gewis Eine todte last der bahre, Singes hüllt in finsternis': Gott! sey du im tod' ihr licht; Bringe felig sie, Herr! vor dein angesicht. gar geboren, Lächelt als ein kind uns an; Suchet Bey Einweihung einer alles, was verloren; Bricht der fünden starken bann. Rettet fünder, die am ſterben, Allmachtsvoll 735. Jefu wir betrete Kirche. Mel. Liebster Jesu wir sind. dem verderben. Jesus Gottes Sohn Kommt zu uns vons himmels thron. Deines Bions heil'ge schwelle: Hier sey aller felighet, Und der reinsten freudenquelle: Hier sen viel gebet und fliehen, Hier laß stets uns hülfe sehen. 2. Gieb und fegne, Herr, dein 734. Welch ein wechsel unf- wort, Gegne du das wort wom rer tage! Edhon glauben, Führ uns durch die enge ein Neues wieder da; Freude, Ipfort; Lehr uns hier den himmel Auf das Neue Jahr. Mel. Dort auf jenem todten. Zugabe. rauben, Deifne du selbst mund und syren; Laß uns werden neugeboten 3. Führe hier der lämmer schaar, zu bunde: Hilf daß sie sich ganz und gar, Dir vertraun mit Herz und munde, Bon den alten, von den jungen Werd hier stets dein lob besungen. 4. Decke deinen tisch auch oft, Für die armen, für die franten: Stärke du sie unverhofft, Und hilf daß sie dir auch danten, Daß sie dir sich ganz ergeben, lind nur dir, o Jeju! leben. Mel. Sey lob und ehr dem. 736, nen lauf, Es teim't gleich zarten sprossen Nach dir die sehnsucht auf, In wehumuth komm ich wie der, Mit nassem angesicht Sint ich am throne nieder, Berwirf den fünder nicht. 2. Mein Gott! zerbrich die bans den, Wo ich gefesselt bin, Machy' sünd und welt zu schanden, Ers neu're meinen sinn, Du kennest mein verderben, Du siehst des ir fingen heute dei- herzens- grund, Ich kämpfe mit dem sterben, Dir ist mein jammer fund. 2. Dein tempel steht in voller zierz Dir ist er heut geweihet. Heiland, wohne du auch hier, Und hilf wenn unglück dräuet! Daß wir hier gläubig beten an, Und du auf unsrer pilgerbahn Uns unsre bitt auch schenkest. 3. Die welt will mich verschlin gen, Sie fest mir heftig zu, Auf nem ruhm, Der erd und himmel füllet, Wir sind dein saures eigenthum; Du hast den zorn gestillet; mit vollen tönen heben wir Das herz, o Gott- ermt im kampf und ringen Erfolgt mensch! auf zu dir, Dich preiset nicht jene ruh)', Die meine feele die gemeinde. merkte, Wenn sie sich zudir drang, Und die mich göttlich stärkte, Wenn ich in thränen rang. trocknet allen saft, Verstell'te eig'ne 4. Das gift der eigenliebe Bertriebe Verzehren meine fraft, Oft wiegt der trägheit schlummer Die fich're feele ein: Dieß bringet neuen fummer, Bertreibt den gna: denschein. 5. Die schwermuth der gedanken, Und tausendfacher tand, Berursacht straucheln, wanten, Entreißt mich deiner hand, Mich foltern eit'le forgen, Ein nichts, ein bloser schein. Vom abend bis zum mors gen Muß ich gemartert seyn. 6. Die folgen solcher fünden, Die mir gering gedeucht, Muß ich mit schmerz empfinden, Ich wer de tief gebeugt, Mein her; tann sich nicht faffen, In schwarzer dunkelheit Bin ich allein gelassen, der verfloß'nen zeit! 3. Ruf hier die fünder auf vom tod; Erquicke die betrübten, Sen du mit hülf in aller noth, Stets nahe den geliebten, Die sich im glauben die vertraut, und ihre hoffnung ganz gebaut, Auf dich), den grossen Retter. 473 Mel. Lobe den Herren, den. 737. Nobet ihn alle den gütigen König der ehren: Laßt das Hosanna aus brünstigen herzen heut hören, Seht er ist da -Er ist heut allen so nah, Er will euch leiten und lehren. Klagen des Alters. Mel. O haupt voll blut und, 738. In traurigkeit zerflofich mei 2. Auch ihr- ihr kleinen! sollt heute in Jefu euch freuen, Kom= met, o kommet recht findlich, ihr dürft euch nicht scheuen, Nehmt ihn nur an; Er bricht der eitelkeit bann, Heil euch! er will euch verneuen. 7. Ich fühle leibesschwäche, Auch dieß benimmt den muth, Des les bens rothe bäche, Des alters zähes blut, Stemmt seine engen gänge, Vermehrt der schwermuth pein, Führt tiefer ins ges 474 dränge: Wie kann ich fröhlich feyn! 8. Laß mich, mein Heil, nicht liegen, Ich schreye, brich herein, Gieb fraft um kampf und siegen, Laß mich doch nie allein; Ich eile Bions hügel.Nit neuem muthe zu, Gieb meinem geiste flügel, Will: kommen süsse ruh)! Bugabe. Frohe Aussicht in die Ewigkeit. und preise dich als bräutigam. Der himmel schallet wieder Von harmonie des jubeltons, Die an den stufen deines throns Auf harfen laut ertönet. 7. Du nennst mich liebe schwester, braut! Und reichest mir die trone. Auf ewig werd' ich dir vertraut, Du wirst mir selbst zum lohne. send ihr thränen, angst und leid? Ich sehe deine herrlichkeit- Wo Wohl mir! ihr seyd verschwunden. Mel. Mein Serzens Jefu m. 739, reißt mich die betrachtung hin? In frohe ewigkeiten Bieht sie den anGethsemane. Mel. Am grabe bebt, geb. dachtvollen ſinn, Er läßt ſich wil: 740. Dort bebt in dunkler lig leiten, Er wagts und schwingt sich hoch empor Bum orte, wo im höhern chor Das Lamm wird angebetet. 2. Dort strahlt von ferne glanz nacht zum ölbergs grunde Mein Heiland hin, die jünger folgen ihm, Co zählte nie die erde eine stunde, So tobte nie der allmacht heil'ger grimm; Des und pracht Dem blöden aug entfeuers glut, der fünder lohn Blist gegen. Dort, wo ein ew'ger früh ling lacht, o tauſendfacher segen Das chor vollend'ter seelen füllt Und völlig ihr verlangen stillt; Dort wünsch ich mir zu wohnen. in des mittlers brust, sie faßt den Menschensohn. 2. Gethsemane, der sammelplas von qualen, Empfängt den freund, den sonst gewohnten gast. Der 3. Ist jenes nicht mein vater: richter füllt des zornes feur'ge land, Durch Christum theu'r er ichralen Mit eig'ner hand: wie worben? Und bin ich nicht dem berge stürzt die last Auf ihn herab, eitten tand Der erde abgestor: die fündenmacht Bieht sich um Jes ben? Wohl mir! nach tausend= fum ber, wie finsterniß und nacht. fachem weh' Seh' ich von jener fel'gen höh Mit fried' und ruhe tachen. 3. Er reisset sich aus seiner freun de mitte,( Die trauer drückte ihre augen ju) Der tummer wächst ben jedem bangen schritte, Ver: bannt von ihm der seelen sanfte ruh. Der unschuld brauft der ängste sturm, Er stürzt den Gotte mensch hin, er krümmt ihn, wie den wurm. 4. Mein Heiland winkt- wie Freundlich blickt Sein auge auf mich nieder! Bon seiner maiestät entzückt, Stimmt danf- und freuden- lieder Der neu belebte himmetssinn, Und neigt sich tief zum throne hin, Wo Jesus selbst regieret. 4. Dort lieget er auf feinem an aefichte, O anblick! Er der Star Fe, beuget sich. Er nimmt den teldhy und trinkt die strafgerichte, Er zittert laut, er fühlt den ichlangenstich; Beugt tiefer fid), der höllen quaat Ströhmt flame mend auf ihn hin, in leiden ohne jahl. 5. Heut' blick ich noch von ferne auf, Doch furze schnelle stunden Vollenden völlig meinen lauf; Bald hab' ich überwunden, die Frone ist mir schon bereit't, Heil mir die frohe ewigkeit- Wie glänzt sie mir entgegen! 6. Bald sink' ich, fünfes Gottes 5. Erschrock'ner sinn, tritt näher Lamm! Bu deinen füssen nieder, zu dem kampfe Und lausche scharf: Bugabe. 475 Die laute flage wall't Bum Bater 2. Tod und abgrund thront im uf, der sich in rauch und dampfe herzen Der verworfnen rotte nun, Serhüll'i; die starte donnerstim: Die ihn würgte. Höllenschmerne hall't, Der Gott- menschen lassen sie nun nimmer ruhn." ebt, er finket hin, Voll ohn- Laut geheule, laut geheule, laut nacht tiefer noch sinkt er zum geheule Brüllt durch die erschrocktode hin. ne luft. 6. Berdrängt durch angst, ent= fieht der bangen quelle Des le: bensstrohms das reine Gottes blut: Im Herzen brennet feuer, ja der hölle Gehäufte pein; es faßt die ew'ge glut Das Herz und Drängt das blut hervor, Dieß neht der fünder grund und hebt sie Gott empor. 4. Tag der wonne! reiner freu= den, Du brichst an in voller pracht. Frohes ende aller leiden Denen, die man sonst verlacht. Halleluja! halleluja! halleluja! Seht, der heitre tag erscheint! 5. Rede freundlich mit den deis richt! Eiene, deine kinder weinen; nen, Cile, Herr! jum welt- ge= Führe sie doch bald zum licht. Die bedrängten, die bedrängten, die doch bald! bedrängten, Seufzen: Jeju, komm 6. Theu'r erkaufte! slimmt nun lieder! Eeht das Lamm auf fei= nem thron. Hall't ihr himmel: hallet wieder! Rühmt den groſſen Menschensohn! Komm, Herr Je= fu! komm, Herr Jesu! komm, Herr Jeju! Seht! Er kommt in wolken da! 7. Heil! erde, dir! du wirst mit Gott verföhnet, Auf! jauchze laut, fiel'! was der mittler thut! Der himmel staunt, Der schall der har fen tönet; Gethsemens grund trinkt heut' verföhnungs blut! Es wäscht den fluch der erde ab; Die macht der fünden find't in dieser Aluth ihr grab. 8. Verflucht senst du, du schwarse brut der Höllen, Entfleuch, und fuche deine heimat auf: Ich bin versöhnt! dieß blut soll mir ver: gällen Der laster gift in meinem pilgrims- lauf. Betrog'ne welt, o greife zu! Des Heilands blut allein bring dich zur wahren ruhy'. 3. Alle berge, inseln, meere, Himmel und der erde ball Flie: hen, Eeiner feinde heere Schredet der posaunen hall: Kommt zum richtstuhl! kommt zum richts fuht! kommt zum richtstuhl! Kommt und hört das end- urtheit! 9. Ich finke hin und bete an im ftaube, Gethsemane wird mir ein paradies; Wohl mir! es faßt dies blut mein schwacher glaube, Sun bin ich meiner feligkeit gewiß. Ich bete an, ich jauchze laut, Des groffen Mittlers blut schuf mich Jur himmelsbraut. Die Bukunft Christi zum Gericht. Mel. Prächtig kommt der 5. 741. Seht! wie majestätisch, mächtig Kommt der grosse Menschensohn! Sein ges folge, zahllos, prächtig Stellt sich um den wolken thron: Halleluja! halleluia! halleluia! Jauchz' ihm laut, erlös'te schaar! Die Hölle. Mel. O haupt voll blut und. 742. Mein Gott! tief ins verderben Stürzt mich die eitelkeit, Unendlich banges sterben Ergreift mich nach der zeit; Wenn du mich jenen schlün? den Tes feuers nicht entreiß'st, Wo trost und hoffen schwinden, Dem ort, der hölle heißt. 2. Wo aus verruchten hälsen Ein lautes winseln schallt, Das von dem feur'gen felfen Laut rauschend widerhallt; Wo ewigem verdammen Der fünder nie ents 476 Zugabe. finn: Ich fürchte nichts! ich fürchte nichts! rinnt, Wo schwefel, pech und| hin, Berändert euch, zeigt bittern flammen Das heisſe bette find. 3. Die freude jener stunden, Des fünders füß'ste lust, hat sich hier fest gewunden, Wie nattern, um die brust; Er heult mit lauter stimme: Ich wurm! ach wär ich nicht! Die hölle, voll vom grimme, Brill't nach: ach wär ich nicht! 4. Ach Gott! wie todesschrecken Stellt sich dieß bild mir dar. Wo kann ich mich verstecken Vor der gequälten schaar? Laut schallt das bange ächzen Der hölle in mein ohr Ein nie- gestilltes lechzen Mahlt sich dem auge vor. 5. Entfliehe, fünder! eile! Die flamme rauscht dir nach, Der höllenangst geheule, Verdammter feelen ach, Erschütt're die gebeine Der rohen rotte hier! Ich komme, Gott und weine, Gebeugt lieg' ich vor dir. 6. 2ch schenke wahre busse, Den glauben an dein blut! Dir falle ich zu fusse, Erbarmer- jene glut!--Noch lodert sie von weis ten Dem nassen auge auf: Entfliehet eitelfeiten, und hemmt nicht meinen lauf. 4. Stürzt feinde tausend unge= mach Auf mich herab, beweist mir schmach: Ich wante nicht! ich wante nicht! Berlaßt mich alle in der noth, Ja, wünschet mir im herzen tod: Ich zage nicht! ich zas ge nicht! Seufzender Nachruf einer in Jeſu dem Auferstandenen verliebten Seele. 5. Berreiß das reine liebesband Nimm mir das üiebste aus der hand: Es drücket mich! es drücket mich! Tu tödtest vater, mutter, find, Doch wann sie ben dir selig find: Dann tröst ich mich dann tröst ich mich! 6. Wenn aber du dich mir ente ziehst, und mich in meinem jam mer fliehst: Dann zag ich laut! dann zag ich laut! Dann ohne dich vergeht mein sinn, Ihn reißt des todes fummer hin. Verlaß mich nicht! verlaß mich) nicht! 7. Berlaß mich, Herr, im leben nicht, Grießze, wo mir was gez bricht, mit dir allein! mit dir allein! Denn hab' ich dich, dann acht ichs nicht, Wann mir auch theil! du bist mein theil! alles sonst gebricht, Du bist mein 8. Mich nagt der frankheit heif: fer schmerz, Die todesangst betobl mein herz: Erbarme dich! erbar: Mel. Seut triumphiret Gott. 743. Ich walle noch im thräs me dich! Sen mir in dieſen nöthen nenthal, Mich mar- nah'; Ich bin getrost, wenn du tert vieler forgen quaal: Erbarme nur da. Du stärkest mich! du dich! erbarme dich! Ich seufze laut, stärkest mich. erfand'ner Held, Besiege du die fünd und welt. Erhöre mich! erhöre mich! 9. Ich liebe dich, du bist mein preis, weil ich nichts auserles's ners weiß: Mein Bräutigam! mein Bräutigam! Spür' ich dich hier in meiner brust, Dann wird mir fummer unbewußt. Ichjauch ze laut! ich jauchze laut. 2. Dort weinten deine kinder sehr, Du warst nicht da, das grab war leer: Ich weine mit! ich weine mit! Mir ist kein bittrer schmerz bewußt, 20ls wann du mangelst meiner brust. Komm, tröste mich! komm, tröste mich! 3. Flieht güter dieses lebens mir, Berwelke jugendliche zier: Ich dank ich dir, Daß du so unent. traure nicht! ich traure nicht! behrlich mir. Halleluja! halle Dichmt, freunde, eure freundschaft| luja! 10. Der Himmel felbst kann nicht erfreun, Die Hölle würde himmel fenn, Wärst du nur da! wärsi du nur da! Mit heiſſen thräner Bugabe. 477 ufriedenheit im niedri| 12. Sen mein Erhalter, wenn gen Stande. den greis Die kräfte einst verlasfen: 3m alter wollst du meinen fleiß, O Gott, nicht darben lase fen! 13. Oft gönneft du mir einen blick Ins land der ruh und freuden: Wie wunderbar wirst du das glück Des armen dort ent: scheiden? 14. Einst nah' ich mich mit heis terkeit Dem schluß von meinen tagen: Mir wird dann zur er: wünschten zeit Die feyerstunde schlagen. Mel. Wenn wir in höchsten. 744. Du, aller menschen Gott und Herr! Dich will ich findlich loben: Du ist mein Gott nicht weniger, Als deß, den du erhoben. 2. Du setzest mich in einen stand, Den sorgen stets begleiten. Ich habe nichts, als diese hand, Mein brod mir zu bereiten. 3. Doch ferne sen der stolz von mir, Dich, Schöpfer, anzuflagen! Auch diesen muth hab ich von dir, Mein schwer geschick zu tragen. 4. Und dieß vertrau'n auf deine huld, Und diese ruh der seele, Womit ich findlich, voll geduld, Dir Bater, mich empfehle. 5. Du knüpfft ein glück an meien fleiß, Konntist du mir grösſers geben? Gesundheit ist der mühe preiß, und arbeit stärkt das leben. 6. Der hunger kennt des effens luft; Der schlaf labt nur den müz den. Dies glück ist vielen unbe: wußt; Mir hast du es beschieden. 7. Bon dir erbitt' ich reichthum nicht, Nicht freyheit von geschäften: Gieb nur zur übung meiner Pflicht Ein nöthig maaß von träften. 8. Die güter dieser welt find dein: Du theilst; wer kanns versleten? laß mein aug nicht neidisch seyn, Nach andrer glück zu sehen! 9. Laß mich mit frommer redichkeit mein tagwerk treu vervalten; Und die von mir verhwend'te zeit Für einen diebahl halten! 10. Ist mein lohn täglich aufgethrt, So laß mirs doch nicht rauen! Der sperling lebt, von r genährt: Sollt' ich dir nicht rtrauen? 1. Mein her; foll, wenn die ar: it winkt Boll andacht dir begegn: Und wenn die sonne nieder: ft, Gott, deine güte segnen. Abendlied am Ende des Jahrs. mel. Nun sich der tag geendet. 745. Auch dieser tag ist wieder hin; Mit ihm ein ganzes jahr. Hier bring ich dir Gott, deß ich bin! Mein Herz zum opfer dar. 2. Aus tiefer stiller mitternacht Erschallt mein lobgefang: Der Herr hat alles wohlgemacht! Ihm sey lob, ehr und dant! 3. Herr! voll von deiner gütigkeit Floh jeder tag dahin: Und voll von meiner fündlichkeit Floh jeg= licher dahin. 4. Und doch), o gnadenvoller Gott, Hast du mich nicht gestraft! Doch hat mich nicht ein schneller tod In fünden hingerafft. 5. Bater der barmherzigkeit! Ich bin nicht werth der treu. Hilf, daß ich jetzt und allezeit Dir kind: lich dankbar ſen. 6. Sen gnädig, Gott! geh nicht mit mir, Ach, geh nicht ins ge= richt! Herr, du bist heilig! ach vor dir Besteh ich armer nicht. 7. Das blut des Sohnes Gottes macht Von allen fünden rein. Ich schlafe fröhlich diese nacht In dies sem glauben ein; 8. Und hoffnungsvoll tret ich die bahn Der neuverjüngten zeit Mit findlicher gesinnung an: Mein Therz sen dir geweiht! 478 Zugabe. Schluß- Lied. Mel. Wach auf mein herz u. 746. Amen, Gott Bat'r und Cohne Een lob ins himmels throne; Sein Geist stärt uns im glauben und mach uns selig, amen. 2. Amen, es wird geschehen, Wir werden Christum sehen Ins himmels wolfen kommen, Uns mit zu nehmen, amen. 3. Umen, uns ewig währe Die freude; Gott die ehre Bringt alle sprach'n zusammen In einem glauben, amen. 4. 2men, fein tod soll schrecken. Christus will uns erweden, Ter selbst zuvor begraben, Nun evig lebet, amen. 5. Amen, Gott sen gepreiset; Der Geist auf Christum weifet, Der helf uns all zusammen Ins ew'ge leben amen. Register. Seite 2. Seite so hat Gott die welt geliebt 114 bermal ein jahr verfloffen 48 Amen Gott Vater und Sohne 478 Ach, abermal bin ich ge. Ach alles was himmel und Ach bleib ben uns Herr Jesu Ach bleib mit deiner gnade Ach, er ist todt, mein Herr u. 470 Ach frommer Gott, die sens 360 Ach anad über alle gnaden Ach Gott erhör mein seufzen 347 Am grabe bebt, gehüllt in d. 362 287 2m freuß erblaßt, der mart. 458 142 An Jeſum denken oft und viel 234 142 An wasſerflüssen Babylon 349 Arme wittive weine nicht 265 Auch dieser tag ist wieder hin 477 153 Auf alle, die Jesum den König 326 283 2uf, auf, ihr reichsgenosſen 172 Auf, auf, mein geist erheve d. 154 Ach Gott und Herr, wie groß 178 Auf, auf, mein herz mit freu. 89 Ach Gott, wie mancher fum. 263 Auf, auf, mein Herz und du 29 Ach Gott, es hat mich ganz mein ganzer finn 283 Ach Herre, du gerechter Gott 435 Ach Herr Gott gieb uns dei. Ydy Herr, wenn kommt das 348 ch hier nicht mehr, ach fern 361 Ach Jesu, dessen treu im him. 52 25 Auf, auf, mein herz und du mein finn 142 30 451 Auf, auf, weil der tag ersch. Auf, christen, auf, und freuet 459 Ach mein Jesu, sieh ich trete 427 Auf, christen- mensch, auf, auf 228 Ach mein Jesu, welch verder. 172 Auf Shristi himmelfahrt all. 96 Ach feele, sollte dich erfreuen 126 Auf, glieder des bundes, f. Ach fehet welch ein mensch 64 Auf, hinauf zu deiner Freude Ach seher welche lieb und g. 264 Auf ihr meine geister Ach wachet auf ihr faule chr. 225 Auf, lobt den Herrn und d. Ach was hab ich angerichtet 178 Auf meinen lieben Gott Ach was hat dich doch beweg. 29 Auf, meine fecte fen erfreut Ach was ist doch unser leb'n 361 Auf, feele, auf und säume nicht 61 Ach was sind wir ohne Jesu 172 Auf, feele, Jesus, Gottes e. Ach was soll ich fünder mach. 265 Auf, feel, und danke deinem ch wie betrübt sind fromme 265 Auf, schicke dich, recht feyerl. ch wie nichtig, ach wie flüch). 362 Auf, trage nur die bürde Mch wo flieh ich fünder hin 179 31 235 417 39 470 Auf, 3ion, auf, auf, tochter, f. 31 ch wunder- großer sieges- h. 96 Aus meines herzens grunde 418 llein auf Gott fet dein ver. 202 Aus tiefer noth schrey ich zu 180 Illein Gott in der höh sen ehr 107 287 266 434 288 lein zu dir Herr Jesu Chr. 180 le menschen müſsen ſterben 496 Bald ist die pilgrimschaft v. 363 Is Jesus Christus in der n. 1541 Bedenke, mensch), das e. 400 480 Register. Seite Seite Befiehl du deine wege Beschränkt, ihr weisen dieser 235 Bittet, so wird euch gegeben 219 Bringt her dem Herren ang. 329 Bringt her dem Herren lob 329 Brunn des segens, meer der Brunnquell aller güter C. Christe, du Lamm Gottes Christe, mein leben, mein 237 Christen erwarten in allerley 288 Christi wunden, die mir offen 65 Christ unser Herr zum 3or. Christus, der ist mein leben Christus lag in todesbanden 330 Du meiner augen licht 364 Du, meine feele, finge 332 131 Die feele ruht in Jefu armen 367 Die treue siegt und wird gef. 409 Die zeit ist noch nicht da Dir, dir, Jehova, will ich fin. 220 Dies ist der tag, den Gett ge. 39 Dieß ist die nacht, da mir er. 40 Dort auf jenem todten- hügel 66 Dort bebt in dunkler nacht 474 Dreyeinigkeit der Gottheit w. 107 65 Du aller menschen Gott und 477 Du bist ein mensch, das weißt 133 Du eitle jugend, wimmre h. 369 Du Friedens- Fürst, Herr 3. 435 148 Du Hirt und Heiland deiner 149 364 u junge christin, komm und 369 90 Du find der welt, das alle 1. 204 Du flagst, o christ, in schweren 349 Du lebens- brod, Herr Jeju 155 Dank sey dem ewigen erb. 330 Du lebens- fürst, Herr Jeju Dankt dem Herrn, ihr Da stehen wir die deinen Das alte jahr vergangen ist Das ist eine sel'ge stunde Das ist ein theures wort Das ist meine freude hier Das, was chriftlich ist, zu Dein mittler tömmt, auf bl. Dein wort ist ia die rechte lehr 142 Dem allerhöchsten wesen 219 Denket doch ihr menschenkin. 364 Dennoch bleib ich stets an dir 355 Der alles füllt, vor dem die 181 Der am freuß ist meine liebe 237 Der du bist A und O Der gnaden- brunn fließt noch) 173 Der Heiland lebt, er drang h. 90 Der Heiland weint, es fliessen 467 Der Herr, der aller enden 132 Der Herr hat alles wohl gem. 114 Der Herr ist gut, in dessen d. 331 Der lieben sonnen licht und 427 Der seelenfeind erreget neue 466 Der tag ist hin, mein geist u. 428 Der tag ist hin, mein Jefu, b. 429 Dich bet ich an, erstandner' h. 458 49 Tu, o schönes welt- gebäude 238 452 Turch Adams fall ist ganz v. 450 31 Durch Adams fall und misse. 174 288 Turch viele große plagen 163 332 164 32 Du sagst, ich bin ein christ Du sieges- fürst, Herr Jefu C. 436 Du unbegreiflich höchstes gut 238 Du unruh meiner feelen Du weinest für Jerusalem 266 182 49 in chor von jungen waiſen 370 Einen guten tampf hab 370 Ein feste burg ist unser Gott 28 Ein findelein so löbelich 40 356 419 in lämmlein geht und trägt 66 Fins ist noth, ach Herr, dieß 201 Endlich soll das frohe jahr Entbinde mich, mein Gott Erblaster leichnam in der g. Erhabner Gott, ich staub und 289 Erhebe dich, o meine feel Frinnre dich, mein geist, erf. 20 Erleucht mich, Herr, mein 1. 165 Ermuntert euch, ihr frommen 408 Ermuntre dich, beklemmter 400 Ermuntre dich, mein schwach, 40 Erneure mich, o ewigs licht 205 Er nimmt die armen fünder 297 Er nimmt die fünder alle an 296 66 Ernsthaftes lamm, du muster 323 Dich Jesu loben wir 52 Die engel, die im himmels- 1. 112 Die herrlichkeit der erden 367 Die liebe läſſet sich nicht th. 203 Die nacht ist hin, mein geist 419 Die nacht ist vor der thür Die seele Christi heil'ge mich 429 322 100 355 96 407 900 43 86 Register. Seite Frwählet, ihr finder der erd. 453 Es glänzet der christen in. 356 Es ist das heil uns kommen 195 Es ist gewißlich an der zeit 400 Es ist nicht schwer ein christ 166 Es ist vollbracht, vergiß ja n. 67 Es tostet viel ein christ zu seyn 167 Ewig treuer hirt der seelen 157 Ey mein herz, sey unverzaget 290 F. Fahre fort,:,: 3ion, fahre f. 267 augen, v. 68 Folgt mir wollt ihr christen 259 Fort, fort, mein herz! zum 1. 206 über freude 472 Freu dich, ängstliches gewissen 291 Freu dich sehr, o meine seele 371 Freund der herzen, sieh die f. 371 Freunde stellt das weinen ein 372 Friede, ach Friede, ach göttlich. 291 Fröhlich soll mein herze spr. 41 Frohlocket ihr völker, frohlocket 97 Frommes herz sen unbetrüb. 267 Sür alle güte fen gepreif't 429 Für deinen thron tret ich hie. 420 Fürwahr er nimmt die fünder 298 481 Seite Gott lob die stund ist kommen 373 Gott lob ein schritt zur ewigt. 238 Gott sey dank in aller welt 33 Gott sey gelobet und gebened. 155 Gott sorgt für uns, o singt ihm 462 Gott, stärke mich, ich schau h. 401 Gott, wie die tage mir verf. 373 Gott wills machen, daß die s. 268 Großer Heiland, deine triebe 239 Großer Prophete, mein herze 53 Gute nacht, ihr eitle freuden 69 Guter Hirte, willst du nicht 239 5. a 325 alleluia, immer weiter Halleluja, Jesus lebet Heiland, sich hier liegt die Heiligster Jefu, heil'gungs- q. 260 Heilig und heiter, du schönster 466 Herr, allerhöchster Gott im h. 437 Herr, allerhöchster Gott, von d. 197 Herr aller weisheit quell und 323 Herr Christ, der du allein Herr Christ, der ein'ge Gottes 42 Herr, deine allmacht reicht so 464 Herr, deine rechte und gebot 207 Herr, deine treue ist so groß 350 Herr, der du mir das leben 430 Herr, der du vormals hast d. 437 Herr der zeit und ewigkeit 460 Herr, du stellst mir deinen w. 208 Herr, ein häuflein deiner fl. 471 Herr, es ist von meinem leb. 430 Herr Gott, der du erforschest 135 Herr Gott, dich loben wir 333 Herre Gott, erbarme dich 438 Herr Gott, mein jammer h. 374 Herr, heiliger, gerechter Gott 463 Herr, höre mein gebet Herr, ich bekenne mit dem m. 294 Herr, ich bin dein eigenthum 40% Herr, ich habe mißgehandelt 182 Herr, ich zähle tag und stund. 375 Herr Jesu Christ, dich zu uns 25 Herr Jesu Christ, du höchstes 183 Herr Jesu Christ, ich weiß gar 375 Herr Jefu Christ, wahr'r m. 376 Herr Jesu, ew'ges licht 209 Herr Jesu, gnaden- fonne 209 Herr, lehr mich thun nach d. 209 Herr, mit gerührtem herzen 295 Herr, unser Gott, laß nicht 351 295 333 Geh aus mein herz und f. 127 Gelobet fey Jehova der 98 Gelobet feyse du Jesu Christ, daß du der Gelobet feyst du Jesu Christ, daß du mensch 42 Gepriesen senst du Jesu Christ 25 Gerechter Gott, vor dein ger. 401 Gott, deine gute reicht so weit 434 Gott, der du heilig bist, wir 206 Gott, der du selber bist das 1. 420 Gott, der große himmels- tön. 292 Gott der Vater wohn uns ben 108 Gott der wirds wohl machen 134 Gott des himmels und der er. 422 Gott, dir sey ewig preis und Gott du haft in deinem Sohn 196 Gott, du stifter aller wonne 128 Gottes Camm, du lämmerhir. 454 Sott ist die wahre liebe 115 Sott ist ein Gott der liebe 254 Bott ist getreu, der über mei. 292 Sott ist mein lied, er ist der 129 62 293 465 174 182 Register. Seite 357 Herr, wann wirst du Bion Herr, wie du willst, so schicks 376 Herr Bebaoth, dein heiligs w. 143 Herz- allerliebster Gott! der 210 Herzlich lieb hab ich dich, o H. 240 Herzlich thut mid) verlangen 376 Herzliebster Iefu, was hast Herzog unsrer seligkeiten Heut ist das rechte jubel- fest Heut ist des Herren ruhestag 26 Heut triumphiret Gottes Sohn 91 Hier ist mein fels, hier will ich 377 Hier legt mein sinn sich vor d. 230 Hier lieg ich Gott vor dir 294 Hier steh ich Gott und weine 183 Hier stand ein mensch, hier fiel 378 Hilf Erbarmer, schaue her 175 Hilf Gott, daß ja die kinder. 210 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 50 Hilf lieber Gott, wie große n. 167 Hilf mir mein Gott, hilf daß 211 Himmel, erde, luft und meer 129 Höchster formirer der löblichst. 334 Höchster Gott, wir danken dir 26 Höchster Priester, der du dich 283 Hofianna! unser hort 33 Seite 272 27 143 336 453 70 71 3ch) finge dir mit herz und m. 336 3ch walle noch im thränen- th.476 3ch war ein kleines findlein 380 Ich weiß es, Bater, daß ich h. 380 Ich weiß, mein Gott, daß all 271 Ich will des Herren jorn Ich will dir abschied geben 381 Ich will, o Bater, allezeit Ich will von meiner missethat 184 Jehova, dein regieren macht 135 Jehova, hirte bist du mir Jehova ist mein hirt und hüt. 11 Jehova ist mein licht und gn. 109 Jehova, König, deine güt Jesu, allerliebster bruder Jefu, deine tiefe wunden Jesu, der du meine seele haft 185 Jesu, der du wollen büffen Jesu, du mein liebstes leben 53 Jefu, frommer menschen heer. 55 Jesu, hilf siegen, du fürste des 231 Jesu, fraft der blöden herzen 176, Jefu leiden, pein und tod Jefu, liebster schatz der from. 186 Jefu, meine freude, ich und du 159 Jefu, meine freude, meines h. 211 Jesu, meine liebe, die ich oft 337 Jesu, meine luft und freude 242 Jeſu, meiner feelen leben Jesu, meiner seelen licht Jefu, meiner feelen ruh Jesu, meiner feelen wonne Jeju, meines Lebens leben Jefu, siehe mein verderben 468 Jesu, vorbild reiner tugend 469 244 Jesu, wahres lebens brod 472 158 Jefu, wir betreten heut 402 Jesus Christus, Gottes Lamm 117 467 Jesus Christus, unser Heiland 91 379 Jesus, Jesus, nichts als Jesus 244 Jesus ist der schönste nam Jefus lebt, mit ihm auch ich 459 Jesus, meine zuversicht Jesus selbst, mein licht, mein 3hr brüder, liebet, o brüder 254 hr christen seht, daß ihr aus. Ihr finder des höchsten, wie 255 3hr waisen weinet nicht Ihr wimmert, liebe kleinen 38 3hr wunderschönen geister 112 Immer fröhlich, immer fröh. 304 21 69 240 101 379 270 Ja, Jefus nimmt die fünder 295 Jammer hat mich gan; 269 Jauchzet ihr himmel, Jehovah 335 Ich armer mensch, ich armer 184 Ich bin ben Gott in gnaden 303 Ich bin getroft und freue mich 303 Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin vergnügt und halte Ich bitt, entschuid'ge mich Ich denk an dein gerichte Ich dränge mich an diesem Ich eile meinem grabe zu Ich eile meiner Heimath u 411 Ich gieng bisher auf einemt pf. 303 Ich glaub an einen Gott all. 108 Ich habe mun den grund gef. 197 Ich hab ihn dennoch lieb 241 Ich hab in Gottes Herz und 270 Ich hab mich dir, Gott, heim. 304 Ich komme, Herr, und suche 156 Ich komme vor dein angesicht 422 Ich komm jest als ein armer 156 Ich lasse Jesum nicht! mit 3. 241 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ch. 2301 In allen meinen thaten 71 117 73 55 242 74 56 381 136 Register. Seite In der welt ist kein vergnüg. 212 In meines herzens grunde In traurigkeit zerflossen Ist Gott für mich), so trete K. M. Seite 473 305 Kein stündlein geht dahin 382 Keuscher Jesu, hoch von 213 Kinder, lernt die erdnung f. 144 Komm heil'ger Geist, erfüll d. 27 Komm heil'ger Geist, Herre 450 Komm, himmlischer regen 101 Komm, himmlisch licht, heil. Komm, find der nacht, das g. 75 305 Mache dich mein geiſt bereit 226 Machs mit mir, Gott 385 Macht hoch die thür, die thor 35 Man lobt dich in der stille 341 Mein erst gefühl sen preis u. 423 Mein geist, o Herr, nach dir 245 Mein geist schickt sich zur hoch. 412 Mein Gott, das herz ich brin. 284 Mein Gott, du weißt am all. 214 Mein Gott, ich flopf an deine 221 Mein Gott, ich weiß wohl d. 386 Mein Gott, tief ins verderben 475 mein Gott und Vater fann 308 27 Komm, komm, er nimmt die 302Mein Heiland, du hast uns g. 455 Komm, mein her;, in Jesu I. 159 Komm, mein herz, zu deiner 149 Komm, o fomm, du Geist des 103 Komm, sterblicher, betrachte 383 Komm, Tröster, fomm hern. 103 Kommst du, kommst du, licht 34 Kommt her zu mir, spricht 3. 273 Kommt, ihr lieben Gottes- f. 338 Kommt, finder, kommt bet. 471 Kommt, laßt euch den Herren 168 Kommt, send gefaßt zum L. Küsse mich, o auserfohrner 358 Kyrie, Gott Bater, in ewigt. 27 431 198 Mein Heiland! eine wolke 3.457 Mein Heiland lebt, er hat die 386 Mein Heiland nimmt die fün. 188 Mein Herz gieb dich zufrieden 276 Mein herz sen Gottes lobe- th. 341 Mein herze, fen zufrieden 275 Mein Herzens Jesu, meine 1. 57 Mein hüter, habe dank Mein Jesu, den die seraph. Mein Jesu, der du vor dem Mein Jefu schönstes leben Mein Jefu, süße ſeelen lust Mein junges leben hat ein end 387 Mein leben ist ein pilgerstand 387 ein lebensfürst, zeig mir 388 Mein Mittler nimmt die fün. 298 Mein Salomo, dein freundl. 308 Mein schöpfer, bilde mich 160 92 93 199 L. 285 Mein trost und anfer in aller 77 Mein Vater, dein beglücktes 469 Mein Bater, zeuge mich, dein 58 Meine Hoffnung läßt mich n. 273 Meine Hoffnung stehet fefte Deine lebenszeit verstreicht Meine feel! ermuntre dich Meine feel ist stille, zu Gott Meine feele sentet sich 137 386 274 307 Meine jorgen, angst und pla. 275 Meinen Tef. laß ich nicht, achy 245 Meinen Sef. laß ich nicht, denn 274 Meinen Jes. Laß ich nicht, weil 274 Meines lebens beste freude 56 Menichen hülf ist nichtig, gunft 309 Mich wurm, der ich sehr arm 388 ir nach), spricht Christus, u. 261 Dit ernst, ihr menschenfinder 35 Mit freuden nimmt er fünder 300 Mitten wir im leben sind 389 Lammes- blut, Lammes- blut 76 Laffet ab, ihr meine lieben 384 Laffet ab von euren thränen 384 Laffet uns den Herren preisen 339 Last ab von fünden alle 403 Laut und majestätisch rollet 438 Lebt Christus, was bin ich b. 92 Lebt doch unser Herr Gott n. 306 Liebe, die du mich zum bilde 118 Liebes herz, bedenke doch 34 Liebet nicht allein die freunde 255 Liebster Gott, wenn werd ich 385 Liebster Jesu, das ist pein Liebster Jefu, gnaden- fonne Lieber Jefu, liebstes leben Liebster Jesu, wir sind hier 28 Liebster Bater, ich dein find 187 Litanen 225 438 187 423 Lobe den Herren, den mächt. 339 Lobe den Herren, o meine seele 340 Lobe, lobe, meine ſeele 340 483 Lobe, Bion, lobe deines Herren 452 Lobt Gott, ihr christen allzug. 43 Cobet ihn alle den gütigen 473 484 Register. Teite 460 N. 246 Nach dir, o Herr, verlanget mich), du bist mein Nach dir, o Herr, verlanget mich), mein Gott Nach einer prüfung furjer t. Nein, dennoch) muft du drum 278 Nicht so traurig, nicht so sehr 277 Nichts betrübters ist auf erd. 389 Nie will ich dem zu schaden f. 256 Nimm von uns, Herr, du tr. 439 Noch immer wechseln ordent. 465 Nun bitten wir den heiligen 104 Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet e. 342 Nun freut euch, lieben christen 118 Nun giebt mein Sefus aute n. Nun Gott lob, es ist vollbracht 342 87 aller jammer Nun Gott lob, es ist vollbracht 390 28 fingen Nun jauchzet all ihr frommen 36 Nun ist auferstanden, aus des 94 Nun ist es alles wohl gemacht 88 Nun ist es zeit zu singen hell 36 Nun kommt der heiden Heil. 35 Nun laßt uns den leib begra. 390 Nun laßt uns gehn und treten 50 Nun laßt uns Gott, dem Her. 435 Nun lob, mein feel, den Her. 342 Nun reis ich von dem haus 446 Nun ruhen alle wälder Seite O Gott, da ich gar keinen r. 151 O Gott, der du aus herzensg. 113 O Sott, der du aus nichts die 129 O Gott, der du in liebes- br. 221 O Gott, der du mein Vater 216 217 Gott, du frommer Gott O Gott, du höchster gnadenh. 28 Gott, du tiefe sonder grund 109 Gott, im namen Jefu Chr. 446 Gott, wir ehren deine m. 110 Gottes Lamm, mein elem. 311 Gottes Cohn, Herr Jesu 200 O großer Gott von macht 440 große seligkeit, die allen 2.311 haupt voll blut und wund. 79 heilig, heilig, heilig wefen 424 O heil'ger Geist, kehr ben uns 105 O Held, wie heilig bist du m. 312 O hilf, Christe, Gottes Sohn 79 himmlische barmherzigkeit 256 höchster und gerechter Gott 145 O Jerusalem du schöne, da m. 415 D Jefu Chrift, dein tripplein 358 Jefu Christ, der du mir b. 99 Jefu Christ, ich preise dich 151 O Jesu Christ, mein schönstes 119 Jefu Chrift, micins lebens 391 Jefu Christe, wahres Licht 28 Jesu, du bist mein, und ich 285 O Jesu, du mein bräutigam 161 O Jesu, Gottes Pämmelein 391 431 Nun sich der tag geendet hat 432 Jesu, Jefu, Gottes Sohn 247 Jefu, mein bräut'gam, wie 161 O Jesu, meine wonne, du m. 162 meine m. O Jefu, füsses licht, nun ist d. 425 D Jefu süß, wer dein gedenkt 59 O Jesu voller fraft, o Heiland 232 79 O angst und leid, o traur. 189 O blindheit, bin ich denn der 413 O daß doch ben der reichen e. 462 O daß doch die faulen christen 169 ihr auserwählten finder 226 O daß ich tausend jungen h. 343 O du allerfüßte freude, o du a. 104 O du Dreyein'ger Gott, dan i. 309 du finstres land voll plage 453 O du geist der herrlichkeit O du liebe meiner liebe O du schöpfer aller dinge du füffe lust aus der liebes 310 durchbrecher aller bande 215 O ewigkeit, du donner- wort 404 O ewigkeit, du freuden- wort 414 fürstentind aus Davids st. 43 O frommer und getreuer G. 440 D König, desſen majestät sich 313 O Lamm, das keine fünde je DO Lamm Gottes unschuldig O liebe, die den himmel hat liebe über alle liebe 80 105 78 O mensch, wie ist dein herz b. 146 176 O reicher Gott von gütigkeit 278 fichrer fünder, denkst du n. 190 O fiffer stand, o selig leben 217 O süffes Lamm, laß mich doch 261 D füffes wort, das Jefus fpr. 392 O tod, wo ist dein stachel nun 95 89 traurigkeit. e berzele'd 43 81 485 Seite Seite D troft, mein leiden hat ein;. 279 O ursprung des Lebens, o ew. 247 81 So gehst du dann, mein Jesu 84 So grabet mich nun immerh. 394 O vater der barmherzigkeit 257 Eo jemand spricht, ich liebe 258 45 O welch ein unvergleichlichs 153 So ist denn nun die hütte a. O welt ich muß dich lasſen 392 So fen denn, guter arzt, von 346 O welt, sieh hier dein leben Co wahr ich lebe, spricht dein 190 146 O wie ist der weg so schmal 189 Coll dein verderbtes herz Owie selig send ihr doch, ihr 393 Sollt es gleich bisweilen sch. 315 O wir armen fünder, unsre 82 Collt ich meinem Gott nicht fi. 121 Sollt ich meinem Gott nicht tr. 138 Spann aus, spann aus, ach f. 394 armer beſinne 191 Steh armes find, wo eilst du 455 Stilles lamm und frieden- f. 262 Etraf mich nicht in deinem z. 192 Such wer da will ein ander z. 36 Sünder, freue dich von Herzen 122 T. Register. 325 P. kommit Prange, welt, mit dein. Preis, lob, ehr, ruhm, dank 344 Preist, christen, mit zufried. 462 R. Ringe recht, wenn Gottes g. 232 Rollet, ihr donner, und 441 Ruhet wohl, ihr todten beine 394 248 Sagt unserm Gotte dank 442 Schaff in mir, Gott, ein 307 Schau meine armuth an 248 Schaß über alle schäße Schlaf fanft und wohl, schlaf 456 Schlaf, schlaf du fleiner erd. 457 Schmücke dich, o liebe feele Echönster Jefu, liebstes leben 249 Schönster Immanuel, Herzog 249 Schwing dich auf zu deinem 314 Seele, geh auf Golgatha 82 Secle, was ermüdst du dich 250 Geelen- bräutigam, Jefu, G. 120 Seht, da ist euer Gott, Imm. 37 Seht wie majestätisch, mäch. 475 Seligstes wesen, unendliche 111 Send zufrieden, lieben brüder 44 Send gesegnet, send willkom. 28 Sen getreu, fecle, sen getreu 351 Sen Gott getreu, halt seinen 461 Sen mir gegrüffet, guter birt 83 Sen mir tausendmal gegrüffet 83 Ser, leb und ehr dem höchsten 244 Sen unverzagt, o frommer c. 315 Sen zufrieden, mein gemuthe 279 Sichrer mensch, jest ist es zeit 459 Sieh, hier bin ich, ehren- tön. 222 Sich, wie lieblich und wie f. 257 Singt dem Herrn, nah und f. 345 So bin ich nun nicht mehr ein 250 So führst du doch recht selig 137 Thu rechnung, rechnung will 405 Tief im fels sich gründen 316 Trautier Jefu, ehren- tönig 251 Treuer Gott, ich muß dir tla. 233 351 Treuer hirte deiner heerde Treuer wächter Israel, des fi. 443 11. 162 und wird denn auch der G. 352 395 84 432 Unendlicher, ich fühl es Uneraründlich große liebe 1tnerschaffne lebens- fonne Unser herrscher, unser fönig Unfre müden augenlieder Ursprung wahrer freuden 352 433 106 B. Vater, laß vor deinem thr. 223 Bater unfer im himm. 223 Berborgner Gott, dem nichts 443 Verfluchtes gift der wollust tr. 469 ersuchet euch doch selbst 200 Victoria, mein lamm ist da 395 Bom himmel hoch da komm 46 Vom himmel kam die engelf. 46 Von Sinai ertönte gesehes- fl. 85 Vor dir, Herr Jesu, sieh ich hie 201 M. ach auf mein herz und fi. 426 Wachet auf, ruft uns d. 406 Wachet, wachet, ihr jungfr. 227 Wann dein herzliebster Sohn 201 Wann mein stündlein vorh. 396 486 Register. Seite Teitt 353 Wie fanft feh'n wir den fr. 398 317 Wie schön ist unsers fönigs b. 416 Wie schön leicht uns der mor. 426 Bie fehnlich nimmt er sünd. 302 398 Warum bist du so betrübet Warum sollt ich mich denn Warum traurst du, bange f. 353 Warum willt du doch für m. 139 Warum willst du draussen st. 37 ie ficher lebt der mensch Was frag ich nach der welt 218 Was giebst du denn, o meine 286 Was Gott thut, das ist wohl 280 Was hinket ihr, betrogne feel. 171 Was kann ich doch für dank, o 346 Was mein Gott will, gescheh 280 Was mich auf dieser welt bet. 218 Was soll ich thun, ach Herr 122 Was soll ich thun, dein mort 123 Was soll ich thun, mein Gott 123 Was soll ich thun, was ich b. 123 Was soll ich thun, wenn mich 124 Weg, mein herz, mit den ge. 124 Weg mit allem, was da sd). 326 Weicht ihr finstern sorgen 140 Weicht fummer, angst und f. 224 Welch ein wechsel unsrer tage 472 Wem weisheit fehlt, der bitte 326 Wend ab deinen zorn, lieber 444 Wenn Christus seine tirche f. 359 Wenn ich, o schöpfer, deine Wenn meine fünd mich) frän. 85 Wenn wir in höchsten nöthen 444 Werde munter, mein gemüt. 433 Werde munter, meine feele 447 Wer Gottes wort nicht hält 202 Wer Gott vertraut, hat wohl 281 Wer im Herzen will erfahren 63 Wer ist wohl wie du, Jesu, f. 60 Wer Jesum ben sich hat, kann 317 Wer ist wohl würdig, sich zu 224 Wer nur den lieben Gott läft 140 Wer seinen Jefum recht will 252 131 Wie soll ich dich empfangen 38 ie theuer Gott ist deine güte 457 Wie tröjilich hat dein treuer 445 Wie wohl ist mir, ich bin n. 318 Wie wohl ist mir, o freund d. 281 Wie wohl ist mir, wenn ich) 319 Willst du die busse noch Wir christenleut, hab'n jezu. 47 Wir danken dir, Herr Jesu Wir fühlen heute liebesdrang 452 192 99 47 ir glauben all an einen G. 112 Wir haben jest vernommen 445 Wir menschen sind in Adam 60 Wir menschen sind zu dem, o 147 Wir fingen dir, Immanuel Wir singen, Herr, von deinem 463 Wir singen heute deinem r. 473 Wohl auf, mein herz, zu Gott 225 Wohl dem, der den Herren f. 141 Wohl dem, der sich auf seinen 319 Wohl dem menschen der nicht 148 Wohl mir, hier ist mein ruh. 399 Wohl mit fleiß das bittre 1. 320 Wohl stehts im land in allem 446 Womit soll ich dich wohl lob. 125 Wo ist der weg, den ich muß 262 Wo ist mein schäflein das ich 194 Wo reißt mich die betracht. 474 Wo soll ich fliehen hin Wo soll ich bin, wer hilfet m. 195 Wunderbarer könig, herrsch. 347 194 3. Zähle meine thranen! fätt. 262 Berfließ, mein geist, in 3. 321 Beuch ein zu deinen thoren Bieh mich dir nach, so laufen 448 Bieh mich, ich mich mit den 253 3ion, gieb dich nur zufrieden 359 Bion tlagt mit angst und ich. 354 Bitternd und mit angst erfüllt 322 Bulest gehts wohl dem, der 282 106 51 Wer sich im geist beschneidet Wer sind die vor Gottes thr. 41 Wer weiß wie nahe mir mein 397 Wie flieht dahin der menschen 397 Wie freuet sich mein herz 252 Wie Gott mich führt, so will 281 Wie groß ist des allmächt'gen 347 Wie herrlich ists, ein schäftlein 253 Wie ist die welt so feindsch. 259 Kurze Andachten einer Gottsuchenden Seele, auf alle Tage der Woche und andere Umstånde eingerichtet. Philadelphia: Herausgegeben von I. Howe, and zum Berkauf ben Georg W. Men und Sohn, und den Buchhändlern überhaupt. 1835 Stereompirt von 3. Howe. Vorbericht. yer Verfasser der hier beygefügten Andachten, ist sonst einer von denen, die den Christen mehr auf sein eigenes Herzens- Gebet als auf Gebets- Formeln anderer verweisen: Er hat aber doch diese Undachten aufgeſeket. Finmal. Um den Auftrag feiner hochgeschätzten Mitbrüder zu befolgen. Bwentens. Denen, welche die Kraft der Gottseligkeit noch nicht erfahren haben, Gelegenheit zu geben, mit derselben durch den Gebrauch dieser Andachten bekannter zu werden. Drittens. Er hat daher dieselben so eingerichtet, daß auf eine einfältige Art die Heils- Ordnung darin abgehandelt worden. Auf merksame Gemüther werden dieses sehr leicht wahrnehmen, wenn sie die Abend- Andacht auf Montag lesen und mit den folgenden forts fahren werden. Uebrigens darf er dem christlichen Leser vor dem Angesichte des Herrn versichern, daß es wahre Gebete sind, das heißt, daß er die: felben nicht fünstlich ausgearbeitet, sondern selbst gebetet hat, und fie unter dem Gefühl seiner Unwürdigkeit, Unbrauchbarkeit und Ohns macht mit dem heissesten Flehen zu Gott hiemit seinen Glaubenss Brüdern überreichet, in der demüthigen gläubigen Erwartung, der Heiland der Welt fönne und werde, so unvollkommen sie sind, aus Gnaden einen G: gen darauf legen. I. H. Ch. Helmuth. Morgen- und Abend- Andachten. Morgen Andacht, Sonntags. Mit diesem heil'gen morgen strahlt neue wonne her; Entfliehet bange forgen, bestürmet mich nicht mehr: Mein heit ist hirt und weide; er lacht mir freundlich zu: Ich schmecke Gottes freude; o süsse fabbaths ruh! Heiliger in Chrifto versöhnter Bater, du biſt heute billig mein erſter zürne nicht, daß wage und mein bringe. Höre meine worte und merke um Jefu willen auf das schwache tallen deines univürdigen findes. Vernimm mein schreyen, mein König und mein Gott, siehe, ich will vor dir beten. Frühe wende ich mich zu deinem gnadenthrone, frühe will ich mich zu diesem heiligen tage anschicken, frühe wollest du mich hören. Du hast mir, lieber Ba= ter, diesen ersten tag unter allen tagen zu einem heiligen tage be= stimmt, vertreibe daher alles, was mir denselbigen entheiligen könnte. Nimm du selbst mein her; in deine heilige bewahrung, richte alle meine gedanken auf das eine nothwendige. Bereite mich zu, dein wort zu hören, und dasselbe in einem feinen und guten herzen zu bewahren, daß es in mir frucht bringe zum ewigen leben. Bewahre meinen fuß, wenn ich in deinen vorhöfen erscheine, wenn ich anbete in deinem heiligen tempel. Erfülle mich mit deiner heiligen furcht. Sättige mein hungriges herz, erquicte meine durstige feele mit den ströhmen des lebens. Rede du freundlich mit deinem knechte( magd) und laß dein antliş über mir leuchten, so genese ich. Leite mich in deiner gerechtigteit, um meiner und deiner feinde willen; mache deinen weg gerade vor mir her, daß ich auf demselben mit freuden an diesem ersten tage, ja allen tagen dieser woche wandeln möge. Tu tennest meinen jammer, und mein elend ist dir nicht verborgen. Du weißt, daß meine feinde auf meine seele lauren, und ihre nehe mich u fangen schon gelegt haben; aber ich fliche in deine arme, mein Gott, stoß mich nicht weg, sondern bewahre mich um meines Heilandes willen. Schente meiner seelen den geist der gnade und des gebets; eite mich durch denselben. Stärke mich durch dein wort, daß ich den weg deiner gebote mit freuden laufe. Hilf deiner ganzen christenheit. Stehe deinen knechten, den friedensboten des evangeliums ben, daß fie heute an allen enden der erden, mit Geistestraft angethan, deinem Sohne eine grosse anzahl seiner sauer erworbenen beute zufüh ren mögen. Hilf, daß das wort von busse und glauben wie ein wen= schneidiges schwerdt sen, wodurch der alte mensch getödtet und der neue lebendig gemacht werden möge. Segne dein abendmahl, o Hei: land, an allen, die dasselbe heute geniessen. Wecke heute viele schlafende sichere fünder auf: tröste die traurigen; habe geduld mit den gebrechen deiner tinder und hilf, daß sie heute einen wichtigen schritt näher zu dir thun mögen. Erbarme dich der meinigen, feßze ihnen diesen tag zum segen. Bereite mich zu, daß ich einmal würdig möge erfunden werden, mit deinem volte zur ruhe zu kommen und einen evigen fabbath vor dem throne des lammes zu feyern. Thue noch V2 490 Abend- Andacht, Senntags. weit mehr, als ich bitte und verstehe, und erhöre mich um dein selbst willen, Amen. Nun wall ich, theure Liebe, zu deinem haufe hin; Hilf, daß des Geistes triebe ermuntern meinn finn: Wie lieblich sind die auen, wie sanft des hirten stab; Hier will ich hütten bauen, hier finde mich das grab. Abend- Andacht, Sonntags. Im lob und dant zerflossen, sink ich am throne hin; Dein blut, das du vergossen, durchdringt den ganzen sinn; Du hast mich eingeladen, mein Heil, dein frommer mund Macht ben dem seelenschaden, mir die genesung fund. Robe den Herrn, meine seele, und vergiß nicht was er dir gutes ges than hat. Sollte ich bey dem beschlusse dieses tages schweigen, er: barmender Heiland, so würden die steine schrenen und meine fühl: losigkeit bestrafen. Mir hast du dich heute als den guten hirten bewies sen, mich hast du als ein verirrtes und verlornes schaaf gefuchet; ich preife deinen namen, ja durch deine gnade will ich dich hoch rühmen, dein Iob soll immerdar in meinem munde seyn. Meine seele soll sich rühmen des Herrn, daß es die elenden hören und sich freuen. Du haft mich heute besuchet. Du hast mich zu dem grossen abendmahl deines reiches eingeladen, ich bin auf der grünen aue deines felig machenden worts reichlich erquicket und mit himmlischen segen, wie mit einem strome überschüttet worden. Du hast heute Freundlich mit mir geredet. Deine ohren haben auf mein schreyen gemerket. Preiz fet mit mir den Herrn, und lasset uns unter einander seinen namen erhöhen. Doch, Gnädigster, ich überwinde mich meinem unvollkommenen stammelnden danke auch noch einige demüthige bitten beyjuz fügen; id) bete in dem namen deines Sohns, und versichre mich einer gewissen erhörung: Ich bitte, laß doch die kraft des heute von mir gehörten und betrachteten wortes, in mir sich vermehren, hilf, daß mein herz der gute acker sen, der reiche Früchte trage. Erhalte mich in einem unabläßigen seufzen, und zieh mich dir so nach, daß ich mit aller herzens treue dir schritt vor schritt folgen möge. Gieb mir die fraft deines Geistes, daß ich meine finsterniß und natürlichen jammers stand immer deutlicher erkennen, aber auch den freyen offenen born wider alle unreinigkeit in der versöhnung meines Heilandes finden und als ein neuer mensch vor dir wandeln möge. Ich weiß in allen meinem jammer von feinem andern rath als dem, den dein erbar: men hat. Gedenke aller derer, denen heute dein wort ist nahe ans herz gelegt worden. Wecke die todten und laß den wind deines Gei ftes mit lebenskraft fie amehen; trockene den weinenden die thrä nen mit dem troste des evangeliums ab: Hilk deinem volt, Herr Jefu Christ, und fegne dein erbe; vermehre das häuflein der deinen, und hilf, daß die finder geboren werden, wie der thau aus der morgen: röthe. Erbarme dich der meinigen, und laß es doch an jenem tage an feinem zu deiner rechten von ihnen fehlen. Bedecke mich in dieser nacht mit deiner barmherzigkeit. Hilf, daß ich möge machen oder schlafen, in dir meine frenstadt sey; bleibe ben mir, Herr Jefu, es will abend werden und der tag hat sich geneiget; bleibe ben mir, der Morgen- Undacht, Montags. 491 feind suchet meine seele, bewahre du mich, denn werde ich mit loben und freude der seelen, nach deinem willen, das licht des kommenden tages erblicken. Amen. Ich schmecke heil, erbarmen, ben mir ist keine nacht, Weil mich in seinen armen mein Heiland selbst bewacht: Es mögen andre jagen, wenn finsterniß sie schreckt; Ich weiß von feinen plagen, weil mich mein Jesus deckt. Morgen- Andacht, Montags. Nun, hüter meines Lebens, ich flehe nicht vergebens; Ich fand in deinen armen in dieser nacht erbarmen: Nun scheint die sonne wieder, und du blickst auf mich nieder. Entfernt euch) bange forgen an diesem frohen morgen. Gnädiger lieber Vater, ich falle vor dir nieder und bringe mein unvollkommenes morgen- opfer: Dank sey dir, daß du um Chrifti willen meinen leib und seele in der verflossnen nacht bewahret haft, dank sey dir, daß ich das licht dieses morgens wieder sehe; dank sen dir, daß ich munter und gefund wieder an das geschäfte dieses tages und dieser neuen woche gehen kann. Erlaube mir zugleich, barmher= siger lieber Bater, daß ich mit meinem armen gebete vor Dir im na: men Jesu erscheine; ich sehe meine mir vorgeschriebene pflicht, aber ich bin nicht im stande dieselbe ohne deine gnade zu erfüllen: Gieb mir daher deinen Heiligen Geist, daß mich derselbe für aller untreue in meinem mir zuerkannten berufe und stande bewahre; lehre mich, daß es dein wille sey, daß ich im schweiß meines angesichts mein brod effe; lehre mich, daß selbst die arbeit ein väterliches geschenk deiner hand sen, und daß dieselbe in meinem verderbten fündlichen zustande weit eher als eine wohlthat denn strafe zu betrachten; hilf daher, daß ich mit einem muntern und freudigen herzen an mein geschäfte gehe: daß ich aber unter demselben deiner nie vergessen möge: Tu haft mir, Herr Jesu selbst die heilsame regel gegeben, daß ich zuerst nach dem reiche Gottes und desselben gerechtigkeit trachten soll: bewahre mich daher für aller fündlichen anhänglichkeit an dem irdischen, wer de du mein bester schaß und hilf daß unter aller arbeit mein herz ben dir sey: schenke mir den finn deiner frommen jüngerin der Maria, welche mit heiffer begierde zu deinen füssen saß, und deine holdselige worte über alles schäße; gieb daß ich mit ihr das gute theil erwähle, das selbst der tod mir nicht rauben kann. Mein reichthum sen du felbst: Meine begierde stehe nur nach deiner gemeinschaft. Bewahre mich für unglauben und mißtrauen auf deine vorsorge; hilf daß ichs deinem worte glaube, daß du meine haare auf dem haupt gezählet, und daß kein einziges von denenselben ohne deinen willen auf die erde falle; geschweige daß du mein vergessen solltest, da du mich ja in deine hände gezeichnet. Willst du mir den himmel geben, warum sollte ich dir es nicht zutrauen, daß du mir mein stücklein brod geben wür: dest. Bewahre mich für betrug im handel und wandel; stelle mir deine allgegenwart beständig vor augen und gieb gnade, daß ich alle gedanken, worte und werke in dieser ganzen woche an dem probirfreine des sterbebettes, grabes und gerichtes prüfen möge. Mache du aus lauter gnaden die macht und lift des seelenfeindes zu schanden, 492 Abend- Undacht, Montags. jerreiß seine mir gelegten nehe, bewahre mich für seine mir gegra benen gruben: Een meine stärke und hülfe in der noth, so soll dich meine seele ewig preisen und mein mund deinen ruhm verkündigen, Amen. Nun tret ich ans geschäfte, laß deines Geistes träfte, Mein Gott, mich) stündlich treiben, nur stets vor dir zu bleiben. Herr, höre meine bitte, regiere meine schritte, Bis ich einmal dort oben, dich ewig fönne loben. Abend- Andacht, Montags. Jefu, siehe mein verderben, siehe! wie ich matt und falt; Heiland, arzt, laß mich nicht sterben, nein, ich eile, konim doch bald. Sieh! ich dränge mich zu dir, frommer seelen höchster zier; Komm, Herr Jesu, ich vergehe wenn ich deine huld nicht sehe. eiliger und unveränderlicher Gott, dieser tag ist nicht mehr, die stune nic wieder zurücke kehren; er ist mit dem untergange der sonnen in fein grab gefunken und ich bin einen schritt meiner todeš- kammer nä her getreten. Ich stehe billig stille und stelle eine genaue untersuchung ben dem ende dieses tages über mich selbst an, weil mir dein wort die versicherung giebt, daß am ende aller tage ich aus meinem grabe werde gerufen werden, um die genaueste rechenschaft von einem jeden tage meines lebens abzulegen. Der verflosſene tag ist nicht mehr; aber meine gedanken, meine triebe, meine absichten, meine morte und meine werke, sie sind noch alle, in dem buche deiner allwissenheit hast du sie niedergezeichnet und wirst sie am abend aller tage vor der ganzen welt offenbar machen. Ich wende mich zu dir, erbarmender Gott, und. flehe, gieb mir doch den benstand deines geistes diesen ganzen tag mit einem bußfertigen herzen zu überdenken: ich erzittre billig, wenn ich eine nähere betrachtung über mich selbst anstelle; wie eitel waren nicht meine gedanken, wie wenig waren sie mit dir, dem höchsten Gute, be schäftiget; wie viele fiindliche und unreine triebe haben sich in mir an diesem tage geregt; wie kalt war die begierde nach dir und deiner ges meinschaft. Wie untauter waren meine absichten, wie sehr habe ich meine eigene ehre und vortheile gesucht, wie wenig habe ich daran ge dacht, daß deine verherrlichung nur allein meine absichten hätten bes leben sollen! Meine worte, o Bater, was soll ich sagen, ich habe durch diese fünde auf fünde gehäufet: unnüße reden, ja wohl gar offenbar fündliche worte sind aus meinem munde gefloffen; eine gleiche bes wandtnis hat es mit meinem thun und lassen, ich habe gethan was ich nicht hätte thun follen, ich habe unterlassen was du mir zu der hei ligsten pflicht gemacht hattest; ich fühle ein beschwertes gewissen, mit wird bange, wo soll ich hinflichen: Die finsterniß der nacht vermehrt meine schrecken, je mehr ich mich in mir selbst vertiefe, desto trauriger werden die empfindungen meines herzens: Ich weiß kein mittel für meine bange feele, wenn ich es nicht im gebet und worte ben dir finde, wenn deine unverdiente barmherzigkeit nicht gnade vor recht ergehen läffet, mit schüchternen herzen, mit wankenden tnien, mit beschämten angesichte liege ich zu deinen füssen und bete im namen meines Heilandes, sen, erbarmender Gott, deinem armen knechte( oder magd) um Morgen- Andacht, Dienstags. 493 des todes Jesu willen gnädig. Bergieb, o Bater, und schone, und nicht nach fünden lohne. Ich will meine augen schliessen, die billig thränen quillen sollten, in der hoffnung schliessen, du werdest mich bewahren, und mir gnade geben, daß ich den überrest meiner tage mehr in dei ner furcht inbringen könne, als ich den verflossenen zugebracht habe, verstosse mich nicht, höre mein armes flehen, und thue meiner feele wohl, nach deiner grossen barmherzigkeit, Amen. Gott, ich liege tief im schlamme, ziehe kaum den odem noch, Statt der huld blißt zorn und flamme; Sünde, fünde! marter- joch! Wohin hast du mich gebracht; welches dunkel, welche nacht Liegt wie berge auf dem herzen; mich umringen tausend schmerzen. Morgen- Andacht, Dienstags. Du kommst noch nicht, ich wimmre noch; Wo ist dein ewiges erbarmen? Mich drückt, mich quält der fünden- joch; Sagst du's nicht selbst: Ich will umarmen Den fünder der mich rufet an: Ich bins, so komm und hilf mir dann! Mit einem beschwerten und traurigen herzen, schloß ich gestern meine nassen augenlieder. Jest öffne ich sie ben dem anbruche dieses tages, aber mit neuer scham wieder; deine unverdiente Batertreue, o Gott! sest mich in die äusserste verlegenheit, deine güte ist auch über mir alle morgen neu; wie fange ichs doch an, daß ich dir einmal recht jum wohlgefallen leben könne? Dies ist die erste und wichtigste frage, welche nur deine wohlthaten auspressen. Ich fühle ich habe ein schwadies verlangen dir einmal recht zur ehre leben zu können, aber wie geschwinde werden alle meine vorsake vereitelt, wie schleunig werde ich dahin geriffen, wie bald vergesse ich deiner wieder. In mir ist keine traft, ich bin aus fündlichem saamen gezeuget, ich bin fleisch von fleisch geboren. Ist denn aber fein weg, auf welchem ich als ein dankbares und dir wohlgefälliges geschöpf wandeln könnte? O, gelobet senst du, daß ich in deinem wort diesen weg gebahnt finde. Es ist der buß- und glaubens- weg. Echenke du mir, nach deiner verheiffung, gnade, die fen weg einmal mit ernst betreten zu können. Erleuchte meinen ver= finsterten verstand: bessere mein verdorbenes fündliches herz, gieb mir, nach deiner verheiffung, einen neuen sinn, hilf daß ich geist von geist, hilf daß ich von oben herab möge geboren werden. Meine erste geburt machte mich tüchtig zur höllen, aber diese wiedergeburt aus dir selbst macht mich nur allein geschickt zum himmel. Aus dir muß ich gebo= ren werden, dies aber ist dein werk allein; bewahre mich vor aller widerstrebung, du hast an mein herz geflopfet, gieb du mir gnade, daß ich dir die thür desselben gerne eröffne; komm herein du gesegneter des Herrn, bearbeite du doch diesen ganzen tag meine feele. Beige mir das tiefe verderben meines hersens, fen unter allen meinen geschäf ten beständig mit der arbeit deines Geistes meiner feelen nah, hilf daß wenn ich dich spüre, daß meine ganze feele mit ehrfurcht möge überz strömet werden, daß mein unabläfiges feufzen beständig zu dir auf: teige; infonderheit bitte ich dich, erwecke mich, daß ich auch am tage über zuweilen mein verschlossen kämmerlein besuche und mich recht 494 Abend- Undacht, Dienstags. nahe zu dir dränge, daß mirs einmal ein rechter ernst werde mit furcht und zittern meine seligkeit zu schaffen. Lehre du mich selbst thun nad deinem wohlgefallen, dein guter geist führe mich auf ebener bahn; leite mich um deines namens willen, und hilf mir nach deiner grossen barmherzigkeit; Mein Gott, erhöre mich, fiche, ich bin wie ein ver irret und verloren schaaf, suche deinen knecht( magd) um Jefu willen. Amen, erhöre mich), Amen. In traurigkeit zerfloffen, Berfolg ich meinen lauf; Es feimt gleich zarten sprossen Nach dir die sehnsucht auf: In rehmuth komm ich wieder, Mit nassem angesicht Cink ich am throne nieder; Berwirf den fünder nicht. Abend- Andacht, Dienstags. Traurig denkend steh ich hier, sie, des tages stunden Sind mit licht und sonnenschein, wieder schnell verschwunden: So fliehn meine tage hin; ach, wer wird mich leiten, Wer entreißt den blöden finn doch den eitelkeiten. Mein Gott, mir deucht ich sen noch immer wie ich war, das kalle, das todte mesen meines herzens, wohin wird mich doch das not bringen? Ich habe es heute versucht, ich habe mich zu dir erheben wollen, aber, es ist leider nicht geschehen, wie ich mir vorgenommen hatte, ich bin wie mit starken tetten an die eitelkeit gefeſſelt, und werde von meinem verderben wie durch einen brausenden strom dahin ge rissen. Ich fange an meine vergehungen hier in der stille vor dir jählen, aber ich werde im zählen irre, je mehr ich ihnen nachdenke, desto mehr stellen sie sich meinen augen dar, sie sind unzählig; dustel: left auch meine sonst unerkannten fünden ins licht, ich sehe sie, aber ich fühle nicht das daben, das ich gern fühlen mögte und billig em: pfinden sollte; jene göttliche traurigkeit über meine vergehungen, den haß gegen die übertretungen deiner gebote, den abscheu an beleidi gungen gegen dich, ja alles, was sich in mir regen sollte, mein Vater, das finde ich nicht in mir. Ich bin, wie jene todtengebeine, ohne geist, in welchen lauter tod war, die aber keine empfindung davon hatten. Solltest du mich in diesem zustande abfordern, in die ewigkeit abfors dern, ich wäre wahrlich ein verlorner und verdammter fünder; ich fpüre die volle fraft der fünde, ja ich will dir nichts verhehlen, weil ja deine allwissende augen dech alles sehen; ich fühle mich noch gottloser, als ich zu seyn schien, ehe ich einen ernfilichen gedanten auf die ret tung meiner feelen hatte: die fünde wird recht fündig in mir und ich erschrecke dafür nicht, wie ich sollte. Eo gottlos, so verderbt kann kaum eine andere fündliche creatur fenn, wie ich bin. Ich habe hier dein wort vor mir liegen, aber die kraft desſelben erfahre ich nicht, es i mir wie ein versiegeltes buch, du allein, o erwürgtes lamm, bist würe dig diese siegel zu brechen und deine flimme mit lebenskraft zu beglei ten. Sprich du zu dem todten, daß er lebe, wecke du mich schlafender fünder; stelle du mir die gefahr, in der ich schwebe, recht vor die au Morgen- Undacht, Mittwochs. 495 gen. Ich bin wie einer der mitten in den tobenden wellen auf den mastbaume schläfet. Erhalte mich, daß ich nicht in die tiefe stürze, chenke mir raum zur buße, ich habe sie frenlich lange, ja leider zu lange aufgeschoben, doch ich wage es und komme noch zu dir, nach deiner verbeiffung stoffe den fünder nicht weg, der gern noch felig werden mögte. Ich weiß es, Erbarmer, und sehe mit der äusſersten schaam meine thorheit, daß mir das seligwerden eine gleichgültige fache bisher gewesen; aber es ist mit mir nun gar anders; mein hauptwunsch ist der himmel, aber dieser wunsch ist noch sehr schwach, stärke ihn, mein Je= fu, und erfülle mein verlangen; laß mich um deines todes willen nicht in die tiefe des ewigen jammers finfen. Bewahre mich, daß in dies ser nacht der tod noch nicht meine augenlieder schliesse. Ich übergebe mich dir auf gnade und ungnade, aber laß, um deiner wunden willen, doch gnade vor recht ergehen; D, daß ich dich einmal den meinen und mich dein wieder gefundenes eigenthum nennen könnte. Ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu schanden werden, Amen. Wie der nächte schwarzer flor ießt die erd umhüllet, Wie der schrecken banges chor uns mit furcht erfüllet; So bedecket dunkelheit mir verstand und wissen, Mich vergräbt die eitelkeit tief in finsternissen. Morgen- Andacht, Mittwochs. Tausendfacher kummer drückt meinen geist darnieder; Hengstlich fragt er: Wer entrückt mich dem jammer wieder; Wenn geht mir die sonne auf; wenn strahlt trost im herzen; Wer schafft in dem pilgrims lauf lindrung meiner schmerzen? Gott, wohin hat mich meine fünde gebracht! Ich bin müde von feufzen, ich habe mein bette die ganze nacht geschwemmet und mein lager mit thränen benetet. Sen doch nicht fern von mir, denn angst ist nahe, ja diese angst meines herzens ist groß, führe mich aus meinen nöthen. Auch ich habe oft mit feufzen gefraget: Hüter, ist die nacht schier hin, Hüter, ist die nacht ichier hin? Aber was hilft mirs, daß die liebliche sonne über mir aufgeht, da es in meinem inwendigen noch lauter nacht ist; bey der finstern nacht sehnte ich mich nach dem lichte des tages, und nun wünschet meine feele die nacht wieder. Wie bitter sind doch die folgen der fünde, ich trage eine hölle in meinem bufen. Gestern fühlte ich diese angst noch nicht, ich bat dich um eine folche empfindung, aber, lieber Heiland, jetzt finde ich mich zu schwach unter dieser schweren last auszuhalten, ich sehe mich schüchtern nach meiner rettung um; mir deucht, ich sehe den abarund des ewigen ververderbens gegen mich offen; entfliebe, unglücklicher wurm, aber, o Gott! wohin könnte ich fliehen wo mich deine hand nicht finden würz de. Flöhe ich gen himmel, so bist du da; bettete ich mich in die tiefe der erden, siehe, so bist du auch da; nähme ich flügel der morgenröthe und bliebe am äusſersten meere, so würde mich doch deine hand da: felbst finden und deine rechte mich halten; spräche ich), finsterniß mögen mich decken, so muß die nacht selbst licht um mich seyn; denn fins sterniß ist nicht finsterniß vor dir, und die nacht leuchtet, wo du bist, wie der tag: finsterniß ist, ben deiner gegenwart, wie das licht. Ich weiß vor angst meiner feeler nicht was ich anfangen foll; dieser einzige 496 Abend- Andacht, Mittwochs. gedanke erhält mich noch, daß ich glaube, das ganze sen ein werl deiner hand, ich habe ja selbst darum gebeten; daß ich glaube, es fen dieß der anfang des schmalen weges den ich betreten muß, wenn ich felig werden will, des weges der umkehr und veränderung des her: zens, den alle deine finder haben gehen müssen. Ich bitte daher, lieber Bater, ich weine, um Shristi willen, schenke mir gnade ausju halten, ich feufie aus der tiefe meines herzens, bewahre mich, daß ich mich nicht aus deiner hand winde, ehe du dein werk in mir vollbracht hast. Du bist der töpfer, ich der thon, lehre mich stille halten, viel: leicht, o wie glücklich würde ich seyn! vielleicht kannst du auch aus mir ein gefäß der ehren zu deinem preise machen. Ist es noch mög lich, mein Heiland, daß ich in fünden alt gewordener wurm noch dein eigenthum werden kann? Ist es noch möglich, daß ich dem verderben entrissen werde? Ach sprich du doch ein wort, rede du doch einmal freundlich mit mir. Ich gehe jetzt an meine leibliche arbeit, aber ich will unter derselben dich durch deine gnade so lange suchen, bis du hörest, und mir deinem armen knechte( magd) helfest. Ja ich last dich nicht, du segnest mich denn, Amen, Amen. Sey, Herr Jesu, du mein licht in den finsternissen. Schenke mir, wenn trost gebricht, nur ein gut gewissen; Gieb den glauben an dein blut; stärke das vertrauen; Bis der geist nach kämpfen ruht, bis er dich wird schauen. Abend- Andacht, Mittwochs. Schwer beladen fint ich nieder, tausend fünden foltern mich, Ach ich weiß mir nicht zu rathen, o Herr Jesu, eil und brich Du doch selber alle banden, die die fünde mir von jugend angelegt Immer weiter komme ich auf der laufbahn meines lebens. Wies der einen tag, einen theil meiner zeit sehe ich hinter mir. Und ich bin leider, wie mir deucht, noch nichts gebessert. Viele schrecken find auch heute wieder über mich hergestürzet. Ich winfele wie ein franich und schwalbe, und girre wie eine taube. Alles was ich thue, alles was ich um mich sehe, spricht mir das urtheil meines todes. Die meinigen, mein Gott, wie habe ich sie verwahrloset! Du hatteſt sie meiner vorsorge anvertraut, ich sollte ihre seelen bilden und sie zu bürgen des Himmels aufziehen; aber leider, ich bin selbst ein felave der höllen gewesen, ich habe felten oder gar nicht sie mit dir und dei nem reiche unterhalten. Ich habe nicht für sie, noch viel weniger mit ihnen gebetet. Anstatt sie bey der Hand zu nehmen und zu dir, unter heisſen thränen, in meinem tämmerlein sie hinzuführen, habe ich sie durch mein betragen von dir abgeleitet. Wehe dem menschen durch welchen ärgerniß geschiehet; dieß wehe, mein Heiland, fühle ich in seiner völligen stärke. Ohne ausſerst schreckender wehmuth kann ich die meinigen nicht ansehen, und wie würde mir erst alsdann senn, wenn sie durch meine schuld sollten verloren gehen? 3hr blut, grau envoller gedanke! würde von meiner hand gefordert werden. Meine nachbarn und bekannten! sind sie solche, die den Herrn fürchten, fo tann ich sie vor schaam nicht anblicken. Sind es gefährten meines todten und fündlichen lebens, so reisſet ihr anblick meine gewisſens rounde noch schrecklicher auf, und ich fürchte wir werden unsere be Morgen- Andacht, Donnerstags. 497 kanntschaft in dem abgrunde fortseßen müssen, der mit feuer und chwefel brennet. Dein wort habe ich verachtet, dein blut, Herr Jesu, habe ich mit füffen getreten. Meine tage und kräfte habe ich verschleudert; ie mehr ich meinem zustande nachdenke, desto erschrecklicher kommt mir derselbe vor. Mein Gott, des tages rufe ich, aber du antwortest mir nicht, und des nachts schweige ich auch nicht. Mein herz ist in meinem leibe wie verschmolzenes wachs, es ist kein friede in meinen gebeinen vor deinem drohen, mein her; ist geängstiget und zerschlagen. Ich nehme wieder dein wort vor mir, ich suche in dem-= felben, ob ich nicht etwa ein einziges wörtlein deines trostes darinnen finden möchte. Mitten in diesem geschäfte, mein theuerster Heiland, deucht mir, als ob eine stimme im inwendigen dein wort mir lebendig mache, das wort das von einem zerschlagenen und zerknirschten herzen ist ausgesprochen worden, von welchem du selbst bezeugen läsfest, daß es ein opfer sey, daß du, o Gott, nicht verachten werdest, das wort, das du den elenden zum trost hast aussprechen lassen, das wort für die armen am geist. Mein Erbarmer, wie wird mir daben, ich spüre einen kleinen strahl der hoffnung in meiner feele aufgehen, mir deucht es sen noch rettung für meine feele. O daß ich doch wüßte, wie ich sie wahrhaftig finden sollte: Ich will suchen durch deine gnade. Ich will nicht nachlassen, Herr Jefu, unterstüße mich, ich bitte mit heiffen thränen, ich flehe, o Gott, erbarme dich über mich. Gesegnet senst du mir, o füffe thränenfluth, die mein herz zu erleichtern scheinet. Willkommen, du stille der nacht, in deiner umhüllung will ich mich satt weinen, ich will weinen und beten, und dann komme ich ja wie dein wort sagt, als arme fünder kommen sollen, ich komme weinend und betend. Vielleicht, ach vielleicht höret mich mein Gott, dann würde ich seinen ruhm verkündigen, dann würde ich frohlocken in dem hort meines heils, Amen, Amen. O wie drückt der fünden menge, O wie martert sich das her;, Gleich den bergen drückt sie nieder Und nagt mich wie todesschmerz; Du alleine, Herr, mein helfer, Kannst mich retten, rette den bedrängten wurm. Morgen- Andacht, Donnerstags. Aus angst und quaal erhebst du mich Bur wonn und himmelsfreuden. Gott schaut herab; auf, freue dich Mein geist, nach angst und leiden, Nach winseln schalle lob und dank, Bum throne walle der gesang. Ich habe beynahe die ganze nacht geweinet, und ich weine noch, wie felig bin ich, meine thränen find thränen der wronne und heiligsten Freude; o du allersüssesie nacht, in der ich meinen feelenfreund gefunden habe, ich halte ihn und will ihn in ewigfeit nicht laffen; du hast mich, Herr Jefu, freundlich) angeblicket, ich habe deinen blic im grunde der feelen empfunden, du hast gnadeavoll mit mir geres det, ich habe deine worte in ihrer völligen stärke gefühlet, die worte, 438 Abend- Andacht, Donnerstags. nach welchen du dich erclarest, daß du ein Heiland der fünder, en arzt der franken seyst; selbst die worte deiner feinde, Herr Jeju, mußten meinem schüchternen und traurigen geiste zum troste werden: dieser nimmt die fünder an; hier liege ich, wie jene fünderin, ih nese deine füsse mit thränen. Ich bin das verirrte Schaaf, aber mein guter Hirte hat mich gefunden: Ich bin von meinem erbarmenden Vater wie der verlorne sohn auf das gütigste bewillkommet worden: Ich habe und schmecke vergebung, vergebung aller fünden: Das geschenk ist so groß, mein Heiland, daß ichs kaum faſſen und glauben tann; meine augen schwinden, wenn ich in den abgrund deiner barmherzigkeit herab sehe. Du bist die liebe und barmhers jigkeit selbst; meine gedanten stehen stille, ich kann nicht weiter. Lieber Bater, ich danke dir tausendmal für deinen Sohn, ich bewuna dere deine große liebe und weisheit, du allein warest im stande ein so vollkommenes mittel zu meiner versöhnung auszufinden. Herr Jesu, ich preise dich mit heissen thränen des dankes und lobes für deine un begreifliche gnade; du hast meine tranfheit getragen, du haft für meine fünden bezahlet, ich dante dir für dein gesammtes bitteres lei den. Gethsemane, Golgatha! send mir ewig gesegnete heilige örter; hier wurde meine verdorbene sache gut gemacht, hier wurde meine schuld bezahlet. Das leiden meines versöhners mußte mir die freude erwerben, die ich jetzt schmecke und in der ewigkeit noch reichlicher geniessen werde. Der tod meines mittlers hat meinem tode die macht genommen, und mir die fraft zu einem neuen leben erwor ben; ich lebe aber, doch nicht ich, sondern Christus lebet in mir, und was ich jest lebe im fleisch, das lebe ich im glauben dem Sohn Got tes, der mich geliebet und sich selbst für mich dargegeben. Dant fen dir, reiner und heiliger Geist, daß ich durch dich das füsse Abba, lieber Bater, schrenen tann; richte du selbst mein herz zu, daß es von mun an eine heilige wohnung sen, wo du sammit Bater und Sohn unver änderlich bleiben, und mich auf dem wege des lebens junt ewigen leben fortleiten könnest. Lehre mich beten; vertritt mich mit deie nem seufzen, ich bin dein, o dreyeiniger Gott: Die banden meiner fünden, des satans, der welt und meines eigenen fleisches und blutes sind zerrissen; gelobet, ewig gelobet sen deine treue, ich bin fren, durch das blut Jefu fren, ich bin ein find Gottes, Gott ist mein Bater, was fehlet mir noch; o unaussprechliche feligkeit, Umen, Halleluja. Ich lasse Kedar hinter mir, Und geh aus Mesechs hütten; Mir lachet Salems heil'ge zier, Nun hab ich ausgestritten; Ich ehre dich, o Menschensohn! Und singe frohen jubelton. Abend- Andacht, Donnerstags. Du bists affein, und sollt es seyn Von ewigfeit zu allen ewigkeiten; Sey du mein theil, mein licht und heil, Du sollt allein mich stündlich führen, leiten. Gnädigster Heiland, du haft den weinenden fünder in gnaden an geblicket, und dein freundlicher blick hat ihn belebet; ich bin Morgen- Undacht, Freytags. 499 nicht mehr wie ich war; welche veranderung, welche himmlische veränderung hast du in mir hervorgebracht; ich bin dein find, dein tigenthum; satan hat sein sich falsch angemaßtes recht aufgeben und deinem stärkern arme weichen müssen; wohl mir, ich bin aus dem reiche der finsterniß in das reich des lichts übergegangen; und was rblicke ich da? Eine unabiehbare tiefe deiner erbarmung, ich kann die breite und länge, die tiefe und höhe deiner freyen gnade und liebe nicht begreifen, noch viel weniger beschreiben; zugleich aber, theures lamm Gottes, fehe ich in mir durch deine erleuchtung noch eigenes tauſendfaches elend, ich fühle meine gänzliche ohnmacht, ich fühle, daß ich ohne dich nichts thun kann; ich sehe deutlich ein, daß der rebe ohne dem weinstock feine früchte bringen kann, daß das schaaf ohne dir dem Hirten, teine weide hat; daß ich dich das brod des lebens, zu meiner täglichen erhaltung und nahrung brauche. Ich be schliesse mit diesem abend meinen ersten eigentlichen lebenstag, ich nenne ihn so, weil ich die andern, ausſer denen, in welchen ich noch in deinem bunde stand, mit recht todestage nennen kann; mein herz freuet sich, aber mit zittern, ich jauchze, aber mit wahrer demüthigung; versuchung von innen, lockungen von aussen habe ich in ver= schiedenen gestalten auch heute schon bemerket; meine feinde sind listig und mächtig, ich bin keinen augenblick sicher für ihnen, und kann ich mich daher anders freuen als mit zittern? Ich sehe die gefahr, und niemand als du, lebendiger Heiland, kannst und wirst mich bewahren. Gebrechen, fehltritte von welchen ich auch heute leider nicht fren geblieben bin, demüthigen mich aufs tiefste, ich versinke in mei nem nichts, o Jesu, versehe mich in dich, mein Alles; deine allmacht muß meiner ohnmacht aufhelfen. Starte mir den glauben an dein blut, dein tod ist mein leben, nimm mich unter deine flügel und er: halte mich armen, Herr Jesu, Amen. Sen, Jesu, mir des lebens zier, Und hilf mir durch dein ewiges erbarmen: Ich laß dich nicht, Herr, vor gericht Umfasse mich mit deinen liebes- armen. Morgen- Andacht, Freytags. Mein Heiland, habe auf mich acht in dieser wüstenen; Du hast mich bis hieher gebracht; ich danke deiner treu, Womit du mich, so väterlich, gegangelt und geführt: Gieb mir die kraft, die alles schafft, was meinen wandel ziert. ieber himmlischer Bater, ich bin wieder von meinem lager aufge standen; du hast in der verfloffenen nacht mich für gefahren nach ib und seele bewahret, du hast mir anade gegeben, daß meine erste begierde, da ich erwachte, nach dir stand, und nun komme ich und folge deinem winke, um mich ganz besonders vor dir zu sammlen und mein her; zu dir zu richten, ich will vor dir beten; billig sollte ich mit loben und danken meinen mund vor dir öffnen, wegen der unzähligen und unverdienten wohltharen, die du mir erwiesen hast, aber du fennest mein trägcs und todtes herz, ich bin zu allem guten höchst untüchtig und ungeschickt, am meisten aber zum gebet: Ich kann ohne dich gar nichts thun, und das tröstet mich, daß du, Herr Jesu, dieß selbst bezeuget hast. Nun, weil ich dann nichts ohne dich 500 Morgen- Undacht, Freytags. thun und also auch nicht ohne dich beten kann, so wende ich mich zu vir und bitte: Ach lehre mich beten, wie du dort deine jünger beten lehrtest; gieb mir ein recht warmes und brünstiges herz: hilf daß ich meine große untüchtigkeit zu allen dir wohlgefälligen dingen mit wehmuth erkenne, und mich deßwegen vor dir beuge, insonderheit laß mich mein laues wesen ben meinem gebete lebhaft empfinden, und bewege du selbst mein herz jest und so oft ich bete so, daß wenn ich auch öfters ohne empfindung anfangen sollte zu beten, daß ich dod) allezeit mit der feligsten bewegung meiner ganzen seele von meinem gebete aufstehen möge. Frinnre mich daher allezeit an deine so väterliche verheissungen, die du wegen der erhörung des gebets gegeben haft, hilf, daß ich mit dir wie ein Jacob ringen möge, daß ich nie aufhöre zu beten, bis h einen segen von dir errungen habe, stelle mir deine große liebe leb: haft vor augen, welche du zu allen menschen und insonderheit zu mit trägest; hilf, daß ich immer unter dem lebhaftesten gefühle meiner großen bedürfnisse und ganzlichen unvermögens bete; hilf aber auch daß ich im wahren glauben und festen versicherung von meiner ge wissen erhörung beten möge. Laß mich gnade finden, daß ich auch jetzo mit einem zerflossenen herzen vor dir liege; thue du mir selbst das Herz auf, daß es dich mit deiner ganzen gnadenfülle fasse: du bist ja doch mein Gott und mein theil. So wie ich mich einmal zu deinem dienste gewidmet habe, so widme ich mich hiemit zu demselben wieder. Der fatan mag toben, die welt mag lachen, der alte mensch mag sich sträuben: mein Gott, ich bleibe ben dem vorsatze und erneure ihn vor dir: Ich bin der deinige, ich will nur dir dienen, hier sind alle träfte der seelen und des leibes: Bater, verschmähe dieses unvollte mmene opfer nicht, es ist alles was ich habe, es ist dein, brauche es wie du willst; je mehr du mich brauchest, desto mehr werde ich brauchbar werden. Es foll meines Herzens wonne und freude seyn, wenn ich bemerke daß ich dein werkzeug seyn soll. Ich gebe nun wieder an meine geschäfte, und da tröstet mich dein wort, Herr Jesu, wieder: Ohne mich könnet ihr nichts thun, ich will auch meine äusseren geschäfte ohne dich nicht thun, ich nehme dich mit an alle meine arbeit; sey beständig mit deinem geiste meiner feelen nahe; Ich gehe in tausend versuchungen und gefahren mit diesem tage hinein, du hast mir aber den befehl gegeben, ich soll mich nicht fürchten; du willst ja mein Gott fenn. Ach hilf daß ich mit einem beständigen ſeufzen wie ein armer bettlet vor deiner thüre, auch mitten unter aller arbeit, bleibe, stärke mid), hilf den meinigen, ja allen menschen, und gieb gnade, daß ich bey dent schlusse dieses tages mit loben und danken vor dir erscheinen möge. Ach ich hätte noch um vieles zu beten, aber du fennest meire bedürfniffe, mein Gott, hilf mir nach allen meinen angelegenheiten, und höre mein flehen um Christi willen, Amen. Tu prüfest mich und kennst mein herz, Es fehnt sich treu zu seyn, Doch siehest du auch meinen schmerz, Daß es nicht völlig rein: Mein Heil, dein blut macht alles gut, Und heilet meinen geist; Sieh! wie er sich so emsiglich Der eitelkeit entreißt. Abend- Andacht, Freytags. Abend- Andacht, Freytags. Dank sen dem ewigen erbarmen, Dank sen der unverdienten Baterhuld, Die mich in ihren liebes- armen Ben tag und nacht getragen mit geduld; Die gnädig mich bedeckt, wenn mir gefahr Und tausendfacher fummer nahe war. 301 Robe den Herrn, meine feele, und vergiß nicht was er dir gutes ge= than hat; erinnere du mich, mein Gott und höchster wohlthäter, felbst an deine wohlthaten. Hier bin ich ben den beschlusse dieses tages wieder vor dir, ich überdenke denselben ganz, so weit meine fchwache erinnerungskraft reicht: Ich sehe deutlich wie du mich mit deinen wohlthaten und güte um und um umgeben hatteft; ich danke dir für speise und tranf, ich dante dir für die gesunde luft, die ich athmen durfte; ich danke dir für die decke meines dürftigen leibes; du hast mich mit deiner rechten selbst geführet und für gefahren be wahret. Wie viele sind nicht heute, auch wohl durch einen bösen schnellen tod in die ewigkeit gerücket worden, mich aber und die meinigen hast du väterlich erhalten. Du hast mir deinen benstand zu meinen geschäften reichlich erfahren lasſen: O lobe den Herrn, meine feele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat. Doch alle diese wohlthaten die du dem leibe erwiesen, und womit du mich im äuſsern erfreuet und zur dankbarkeit errecket hast, sind gering, so groß sie an sich selbst sind, gegen das gute fo du meiner armen feele erzeiget hast. Du hast mir dein wort gegeben, und an dieß dein wort hast du mich erinnert. Ich habe mitten unter meiner arbeit die belebende kraft deines evangeliums verspüret. Meine feelenfeinde verfolgten mich, und der ärgste derselben, den ich in meinem bufen trage, mein verdorbenes herz, o wie oft wallete das in so man nigfaltigen thorheiten ben mir auf. Aber deine machtvolle stimme, welche die fluthen des meeres stillen kann, dämpften auch diese fünd: liche aufwallungen, daß sie mich nicht dahin reinen und verderben fonnten. obe den Herrn, meine seele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat. Du hast deinen Heiligen Geist in meinem herzen heute oft das füfe Abba rufen lassen, durch diesen theuren tröster wurde ich zum seufzen und flehen zu dir erwecktet, durch diesen besten lehrer wurde ich bestrafet, gelehret, gezüchtiget und getröstet, wie ich es jedesmal brauchte. O daß er meiner nie schonen möchte, wo ich fehle, bis an den letzten othem meines lebens: Willst du mir alles nehmen, mein Gott, was mir lieb ist, so nimm mur deinen Heiligen Geist nicht von mir; behalte ich diese allerbeste gabe, so habe ich mit derselben alles was mich wahrhaftig froh und glücklich machen kann. Gelobet senst du, daß ich auch heute durch ihn bin erinnert worden, ganz besonders mich vor dir zu sammlen und von meinen äussern ges schäften so viel abzubrechen, um mein herz in meinem fämmerlein vor dir zu erheben; o was empfand meine seele da, da war Gottes haus, da war die pforte des himmels: dein geist sprach meinem geiste manch) süsses trostwort ein. Lobe den Herrn, meine feele, und vere iß nicht was er dir gutes gethan hat. Ich empfand meine schwach: heit, und fühlte mein verderben, aber ich wußte auch durch diesen deinen Geist sogleich), wo ich rath und trojt dagegen finden könnte, ich 502 Morgen- Andacht, Samstags. wurde auf meinen Jesum, den gekreußigten, gewiesen. Er ist das brod des lebens: in seinem rode und wunden findet meine arme feele immer neue lebenstrafte. Du hast, Herr Jesu, den wort an mir erfüllet: Kommet her zu mir alle die ihr mühselig und beladen send, ich will euch erquicken, ihr sollt ruhe für eure feele finden. Ich tam, ich wurde erquicket, ich fand ruhe für meine seele und empfinde sie noch: Lobe den Herrn, meine seele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat. Und sollte mich nun bey dem beschlusse dieses tages noch et was schrecken können, sollte die finsterniß der nacht mir entfeßen ver ursachen können; nein, ich wache oder schlafe, so bist du ben mir: Alles ist in deiner hand, alles lasse ich) in deiner gnaden- hand, ja lege es von neuen in dieselbige mit einem findlichen herzen hinein, und rufe auch noch bey dem schlusse dieses tages meiner feete, ehe sich meine augenlieder schliessen, zu: tobe den Herrn, meine seele, und vergiß nicht was er dir gutes gethan hat: denn lobende schliesse mit Amen. Von jugend auf haft du geleitet, Mein Gott! den wurm mit deiner rechten hand, Den deine allmacht selbst bereitet; Und der den dir heil und vergebung fand: Mit dank entzündet, fesz ich, Bater, dir Ein denkmal heut, ein Eben- Ezer, hier. Morgen- Andacht, Samstags. Ich walle stündlich näher hin Bum stillen fühlen grabe; Ich walle mit gerührtem finn An meinem pilgrims- stabe Bu meinem Gott, Durch angst und spott; Ich weiß die fummer- shunden Hab ich bald überwunden. Dies ist der leste tag dieser woche. Billig denke ich daben an du verfloffenen tage meines ganzen lebens, an die wohlthaten, wel che ich in denenselben genosſen, aber auch an die fehler und fünden, deren ich mich darin schuldig gemacht habe. Deine güte war alle morgen, wie sie heute ist, über mich neu, und deine treue groß. Aber, e gnadenvoller Gott, meine fünden waren auch täglich neu und meine übertretungen groß, doch deine güte überwog um Christi willen alle meine fehler, und du bliebest treu ben aller meiner untreue und da für sey auch an diesem morgen von Herzen gepriesen. So wie ich eht billig an die vergangenen tage mit wehmuth und dank mich; erinne: re, so will ich unter deinem gnaden- beystande auch der noch folgens den nicht vergessen. Wie will ich den heutigen, wie will ich alle fol gende tage zubringen, die dein rath mir in diesem thränenthale noch zugezählet hat? Wich locket und ziehet die fünde von einer, aber deine furcht und gnade von der andern seite; ach, ervarmer, reiche mit deine hand, und gieb mir fräfte dir und nicht meinem verderben u folgen. Stelle mich zu dem ende, mein Gott, in gedanken an mein sterbebette, in dem lesten tag meines lebens: o vielleicht bin ich dem felben näher als ich denke, wer weiß wie bald man das bette macht Abend- Undacht, Samstags. 503 auf welchen ich sterben werde. Wir daucht als ob mir die stimme aus dem grabe entgegen wallete: Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Ach Gott, denke ich an diesen feyerlichen auftritt, so überfällt mich angst und schrecken. Eehe ich auf die gefahren durch welche ich noch bis an meinen letzten othem hindurch zu kämpfen habe, so vergehen mir meine gedanten. Werfe ich einen blick auf mein zur sünde geneigtes und so leicht verführtes herz, fo fange ich billig an auszurufen: Was soll ich thun, wer rettet mich? Toch, mein Erbarmer, gedenke ich daben an deine treue und an die liebe, die du zu fündern trägest, so erhole ich mich wieder, und bete mit einem zuversichtlichen und findlichen Herzen: Herr Jesu, verlaß mich im tode nicht, laß deine todeskraft meinen tod in einen sanften füssen schlaf verwandeln. Rede du mir freundlich zu, wenn ich die stimme meiner freunde nicht mehr hören fann; blicke du mich in liebe an wenn meine augen brechen wollen, und kann ich nicht mehr reden, so seufze dein Geist in mir und übergebe meine erlöfete seele in deine hände, mein Heiland. Mir wird unter diesem flehen mein herz leicht, mir däucht ich sey erhöret, ja ich glaube in demuth, du wirst mir in meinen letzten augenblicken die Frucht dieses armen gebets um deiner fürbitte willen, Herr Jesu, schmecken lassen. Ich sterbe, ich gehe vor gericht, doch ich erblicke ja da dich meinen füsfesten Freund als richter, du kannſt mich, dein armes tind, das jetzt im staube vor dir weinet, nicht vers kennen; dort wird deine unverdiente güte meinem armen herzen erst recht offenbar werden. Unterdessen hilf mir, daß ich deiner stimmie folge, hilf daß ich allezeit wacker sey und bete, hilf daß ich nicht müde werde im tämpfen gegen die fünde, hilf daß ich meine augen bestän dig auf dich den Getreußigten hefte. Stärke mir den glauben, und laß mich auch an diesem tage merken, daß die macht deiner gnade sich in meinem Herzen vermehre, daß ich kleiner und zaghafter an mir felbst, aber stärker und getroster in dir meinem lebens fürsten werde. Ich weiß daß du mich erhörest, und, o mein Erbarmer, versiegle dies vertrauen in meinem herzen durch deinen Geist aus lauter gnaden, Amen. Dort liegt der letzte hügel noch Den ich zu übersteigen; Dann fällt die last des lebens joch, Dann wird mich nichts mehr beugen, Dann geb ich dir, Herr, meine zier, Den geist in deine hände; Wohl mir, dort ist mein ende. Abend- Andacht, Samstags. Ich seufze auf, ich will ins heil'ge treten, Ach lehre mich, mein Heiland, selber beten. Gieb reu und leid, gieb alauben an dein blut: Dieß macht allein die böse fache gut. Ja, Herr Jefu, ich komme mit einem ſchüchternen herzen zu deinem sünden, die von tagen tom 504 Abend- Andacht, Samstags. men in mein andenken; sie sind dahin, und hier fenre ich in der stille das ende des letzten einer ganzen woche. Een mir gesegnet du fenerliche stille, die dieser heilige abend um mich verbreitet: Ich sente mich in die tiefste betrachtung, und überdenke, vor den augen meines Jesu, mein leben. Trauriges bild, sünden sind mit fünden gehäufet, der tiefe brunnen meines verderbens hat sein gift in alle meine handlungen ergossen: Ich habe dich den besten freund meiner feelen be trübet. Mich ergreifet angst und fummer, wenn ich in mein leben zurücke blicke, wenn ich die verflossene woche überdenke, aber, mein Gott, welch schrecken faßt mich, wenn ich vor mir hin in die zukunft fehe! Hinter mir erscheint das schändliche bild der fünden, unreine begierden, unnüße worte, die mißfallige handlungen; vor mir, id) erzittere, die gefahr meiner seelen stellet sich fürchterlich meinen au gen dar; die allerfenerlichsten und dem fünder so schrecklichen auf: tritte fommen in mein andenken: Mein sterbebette, ich fühle im vor: aus die unaussprechliche angst meiner seelen, ich sehe meine erstarre: ten gebeine, aug und herz brechen, die seele nimmt ihren abschied, der tod macht meinem leben ein ende und bringt mich zu meinem grabe, dem orte meiner verwesung. Ich erblicke das gericht und die unendliche ewigkeit. Ich fühle mit den tiefsten schmerzen, daß ich) unge: schickt bin zu leben, aber auch noch nicht fertig zu sterben, und vor deinem gerichte zu bestehen. Was soll ich thun, mein Gott, was fang ich an? Ich wage, Erbarmer, einen demüthigen fußfall vor dir; ich bitte durch dein vergoffenes blut, erbarme dich über mich. Schenke mir heise thränen einer aufrichtigen buße, jermalme meine härtigkeit, und hilf, daß ich in demuth vor dir zerfliessen möge. Büns de aber auch das licht des glaubens in meiner beängstigten feele an ,. den glauben an dein blut, Herr Jesu; denn das ist ja nur die einzige bezahlung für meine missethaten. Durchstreiche mit diesem deinem blute das lange schwarze register aller fünden meines Lebens, und in sonderheit auch der nun verflossenen woche. Ich danke dir tausende mal für deine versöhnung, was würde aus mir werden, wenn ich in dir keinen Heiland hätte! ich müßte vergehen und mit höllen- angst in eine ewige quaal sinten; doch deine gnade hält mich, daß ich nicht verderbe; ich spüre den trost deines Evangeliums, ich schmecke vers gebung, frene und unverdiente vergebung aller meiner fünden; ich vermerke traft zum neuen leben. Entfernet euch), ihr fünden, ich fehre euch mit neuem muthe den rücken zu, da ich mein angesicht u Jesu wandte. Nun fahre ich auf mit flügel, wie die adler: Ich ers hebe mich zu meinem Jesu; hier schwindet die angst, hier findet der erschrockene geist den göttlichen frieden, Amen, Halleluja! Gefreußigter, du zuflucht blöder herzen, Ich dränge mich zu dir in angst und schmerzen: Ich ruh in dir und schlaf in sicherheit: Halleluja, für ihn verschwand mein leid. Seufzer eines Sterbenden, zc. Seufzer eines Sterbenden, der sich wahrhaftig zu Gott bekehret hat. O füffe ruhevolle nacht, Die mich im grab umschliesset: Nun ist mein leiden vollenbracht, Hier wird die angst verjüsset, Hier flieffet fie Die thräne nie, Hier ist nichts das mich schrecket, Weil Jesus mich bedecket. 505 Si ier liege ich erbarmender Vater, ich merke, ich bin meinem ende nahe, deine hand hat mich mit schwachheit und schmerzen belegt, ich falte meine matten hände vor dir, ich erhebe meine schwache stimme zu dir, meine junge foll dein lob stammlen, ehe ich diesem jammerthale den abschied gebe. Dank sen dir, daß du mich so weit gebracht hast. Ich sehe hinter mir, ich erblicke auf dem wege meiner nun bald geendigten pilgrimschaft hohe gebürge, welche ich durch deine kraft überstiegen, fürchterliche wüsten, durch welche du mich ficher hindurch geleitet: gefährliche nese und gruben für welchen du mich bewahret hast. Ganze heere von feinden, welche ich in deiner kraft überwunden. Ich erinnre mich an heisse angst- thränen, die jest schon anfangen abzutrocknen; an schmach und schande, worüber ich bald völlig triumphiren werde; an fummer und angstvolle stun: den, die nun bald, bald in lauter freuden sollen verwandelt werden; das was ich noch schmerzliches fühle, nehme ich als von deiner güz tigen Baterhand willig und geduldig an, und freue mich dieser trübe fal, weil ich weiß, daß sie mir zum besten dienet. Verleihe mir, güz tiger Bater, die besondere gnade, daß ich dich vor meinem ende noch preisen, und meine junge deinen ruhm verkündigen könne. Tant sen dir, daß ich in der christenheit meinen ersten othem zog. Dank sen dir für die mir mitgetheilten fräfte der seelen und des leibes, dank, tausendmal dank sey dir, daß du auch mir deinen geliebten Sohn zu einem feligmacher geschenket. Tank sey dir, unschuldiges Lamm Gottes, daß du meine sünden getragen, und für dieselben am famme des freußes mit deinem blute und tode bezahlet hast. Dant fen dir für dein Evangelium, durch welches ich von deiner liebe bin unterrichtet worden, dank sen dir für deinen mir erworbenen und geschenkten Heiligen Geist. Ich war in fünden geboren, aber du hast durch das waffer der wiedergeburt mich wieder zu deinem kinde an: genommen. Ich entriß mich deinen händen, aber o treuer hirte, du haft nicht gerunet bis du das verlorne schaaf wieder gefunden. Der gedanke, die gewisse überzeugung, daß ich weiß, an wen ich glaube, o mein Heiland das ist es, was meine seele mit strömen der freude überschüttet, dieß ist mein himmet schon auf erden. Heilige über alle schäßbare stunde, du wirst von erigkeit zu ewigkeit meinem andenken gesegnet bleiben; stunde, in welcher ich den ersten othem des geistlic dhen lebens jog. Meine heissen busthranen, die traurige angst, mein wimmern und ächzen, die erste groffe buffe, o wie süß ist mir jest das andenken an diese so heiligen augenblicke! über alles mein Heiz W 506 Seufzer eines Sterbenden, z. land denke ich mit freuden- thränen an die zeit, da du meiner schreckt lichen angst ein ende machtest, da du meine unerträgliche bürde von meinen schultern nahmest, da du mir ein sen getrost mein sohn, deine fünden sind dir vergeben, zuriefest. Ich schmeckte die kraft deines to: des, ich fühlte die macht deiner auferstehung, ich verstand das wort in seiner vollen kraft: wo vergebung der fünden ist, da ist auch leben und feligkeit. Ich konnte dir ein williges opfer bringen; alles, alles übergab ich dir, dein wort wurde mir nun ein aufgeschlossenes buch, du warest mein hirte, du weidetest mich, du schenktest mir voll ein. Ich nahm gnade um gnade aus deiner gnaden- fülle. Insonderheit mein liebster Heiland, hast du mich oft an deinem tische erquicket, da bin ich ein leib durch den genuß deines leibes und blutes mit dir ge: worden, da hast du mich oft so auf meiner pilgrimschaft gestärket, daß ich hüpfen und fröhlich seyn konnte. Da fand ich den vorhof des himmels, du warest ben mir; je mehr ich mich in die betrachtung Jeiner freyen und unverdienten gnade vertiefe, desto mehr muß ich mich schämen, daß ich dich nicht brünstiger geliebet, nicht aufrichtiger gemeint und herzlicher gelobet habe. Ich sehe mit dem äuſsersten schmerzen meiner feele, so viele auftritte meines lebens, da ich ges strauchelt, ja wohl gar gefallen bin, da ich dich mein bester Gott be trübet habe; das bekümmert mich, ich bitte um vergebung, wasche mich wohl auch von dieser missethat und reinige mich von meinen. fünden. Ich nehme meine zuflucht zu deinem blute Herr Jesu, das ist es allein, so mich beruhigen kann. Ich will nicht anders, auch jest nicht anders als ein verdammnißwürdiger fünder aus gnaden gerettet werden. Der satan schiesset auch jetzt noch seine feurige pfeile auf mich ab, mein gewissen verklagt mich, das geseß verdammet mich; aber mein Jesu, du bist meine juflucht, du sprichst mich los, wohl mir daß du mein Heiland bist, in deine hände habe ich mich überge: ben, ich bin dein frantes, dein verwundetes, dein verfolgtes aber doch auch dein glücklich wieder gefundenes find. Ich bin getrost, mein glaube ist gestärket, in der kraft dieses glaubens übergebe ich dir die ganze welt; deine Christenheit, insonderheit deine finder; werde ihnen immer theurer und hilf, daß das kleine häuflein größer und brünstiger werde: diejenigen, welche jetzt zum theil mit naſſen augen um mein lager stehen, bekannte und verwandte die empfehle ich besonders deiner hirten- treue; die dich noch nicht kennen, denen gieb dich zu erkennen, die dich kennen verbinde immer näher mit dit, laß es doch an keinem dort zu deiner rechten fehlen. Ich fühle schwä cher, Herr Jesu, meine auflösung ist nahe, in deine hände befehle ich meiren geist. Mein auge wird nun dunkle nacht, Kaum hör ich laute worte, Des nahen todes letzte macht Bringt mich zur himmels- pforte; O welch ein anblick füffer luft So wie sie mir noch nie bewust, Heil mir ich bin hinüber. Gebet eines Kranken. Gebet eines Kranken. Vergebung, Herr, ich mur begehr, Vergebung durch dein blut von meinen fünden: Die schuld ist groß, Herr sprich ihn los Den fünder, laß ihn freye gnade finden. 507 Groffer, heiliger Gott, hier liege ich in grosser schwachheit und unter mancherlen schmerzen des leibes; doch ich wollte diese gerne tragen, wenn nicht etwas in mir, in meinem herzen sich regte, das mich) vollkommen elend macht. Meine feele ist unruhig in mir, ich weiß, daß krankheiten sehr häufig vorboten des todes find, und vielleicht ist auch diese meine schwachheit eine anzeige meines nahen endes, und dieser gedanke, mein Gott, macht mich verlegen, tod und grab, o wie furchtbar! gericht und ewigkeit! mein Erbarmer! meine gedanken schwinden und ich weiß nicht, was ich machen soll; du ga= best mir meine verfloßnen tage mich auf diese grosſen auftritte zuzue bereiten, aber mein gewissen flagt mich an, ich habe meine gnaden= tage so jugebracht, daß mich furcht und schrecken mit recht überfällt, wenn ich einen blick in dieselbe zurück thun will. O der verfloßnen zeit! wo send ihr, ihr verlornen tage? ihr macht, daß ich voll unruh) frage: was soll ich thun? Wie es mit meiner gnadenzeit ist, so ist es auch mit meinen kräf: ten, feel und leib hätten dir dienen sollen, aber leider, ich habe da mit meinen bösen begierden, der welt, ja dem fatan selber gedienet: meine jugend- träfte, ach mein Erbarmer! wie übel, wie leichtsinnig und gottles habe ich die verschwendet! du gabeft mir dein wort, id) wurde durch dasselbe von zeit zu zeit zur buffe gerufen: oft versäumte ich die predigt deines Evangeliumis aus blosser trägheit und gleich: gültigkeit und wenn ich sie auch zu anderer zeit hörte, so wurde ich derselben doch nicht gehorsam; ich schob meine buffe auf von einem tage zum andern und nun hat mich krankheit mitten in meiner un bußfertigkeit ergriffen, und, ach ich habe nicht allein mein eigen heil versäumet, nein ich bin noch an dem verderben mancher andern menschen schuld, mein benspiel hat meine verwandten und bekannten nicht besser, nein es hat sie schlechter gemacht. Wo sind die frommen ermahnungen, die ich ihnen hätte ertheilen sollen: wo ist die rechtschaffenheit des wandels darin ich ihnen hätte vorleuchten sollen: wo ist das brünstige, ringende gebet, das ich um ihre rettung vor dem gnadenthron in meinem fämmerlein hätte bringen sollen. Ich elender, ich betete ja nicht für mich selbst, geschweige für andere. Aut alle meine von mir verwahrlofete verwandten; o die angst meines beriens ist groß! betet für mich, ob mir der gnadenvolle Gott, noch) busſe, wahre buffe geben mögte. Ich komme in der letzten shinde ich wende mich zu dir; ich bitte o Gott, durch Christi blut, machs doch mit meinem ende gut! ohne bekehrung und veränderung des her: zens fann ich nicht selig werden: schaffe du doch daher ein neues herz in mir; o Gett hilf doch, daß ich nicht nachlaffe zu seufzen und zu ringen, so lange noch ein othem in mir ist. Denn es ist nicht so leicht ein Christe fenn als heisſen; mein Gott, um Jefu willen, laß mich nicht sterben, bis ich die versichrung im Herzen habe, daß du mich durch das blut deines Sohnes von allen meinen fünden gereiz 508 Selbstprüfung eines Christen, c. niget haft; ach höre, ich bin schwach, hilf mir aus meinen nöther durch Jesum Christum, Amen. Ich laß nicht nach, das laute ach Steigt bis jum himmel auf zu deinem throne: Gieb, Bater, du der seele ruh, Und nimm mich an in Christo deinem Sohne. Selbstprüfung eines Christen, der wünscht würdig zum heiligen Abendmahle zu gehen. Ich habe mir vorgenommen, zum heiligen abendmahl zu gehen wichtiges, heiliges vornehmen! das allerdings die allerfeyerlichste vorbereitung erfordert. Ich habe mich daher in diesen einsamen und stillen ort begeben, dieß mein vorhaben vor dem Herrn zu über: denken. Und du, o Geist der gnaden, unterstüße mich, daß mir dieß eine gesegnete stunde werde, daß meine vorbereitung des namens werth sen. Jesus will mir seinen leib und sein blut im Abendmahle zu gewies sen geben. Ich soll dadurch der ganzen versöhnungs- gnade theilhafe tig werden, die er durch die marter an seinem heiligen leibe, und durch die vergiessung seines unschuldigen blutes mir erworben hat; aber die bedingung ist: ich muß würdig kommen; Paulus fagt mir, wenn ich unwürdig erscheine, daß ich schuldig an dem leibe und blute Christi sen. Die Pharifäer und obersten der Juden, Pilatus und die trieges- tnechte waren schuldig an dem leibe und blute Christi, fie belegten denselben mit tausend martern und vergossen Jesu alle sein blut: schändliche menschen; aber in welcher gefahr schwebe ich, es ist möglich, daß ich durch mein abendmahl- gehen mit unter den haus fen jener bösewichter fann gezählet und im gerichte Gottes ihnen gleich geschätet werden, es ist möglich, daß auch ich schuldig an dem leibe und blute Christi werde, daß ich ihn den Heiland der welt von neuem freußige, o furchtbare vorstellung, entfeßlicher gedanke! Bin ich unwürdig, so effe und trinke ich mir, wie Paulus gleich falls fagt, im abendmahle das gericht. Welches mir dem leibe und der feelen nach auf dem fusse nachfolgt, und mich in alle ewigkeit drücken wird. Der erste gedanke, der sich in mir bey dieser betrach tung hervor dringt, ist, en dann will ich lieber von diesem heiligen mahle mich entfernt halten, damit ich mich jenen traurigen folgen nicht aussehe. Allein dagegen kommen mir gleich wieder andere wichtige vorstellungen in meine unruhige feele. Jesus hat dieß heilige mahl in den letzten stunden seines lebens auf dieser erden eingesest: es ist seine leste verordnung, sein letzter wille den er mir hinterlassen hat, und wie könnte ich so frech senn und durch selbstgemachte und erzwungene erklärung denselben schwächen oder mich der beobachtung desſelbigen schämen? er hat befohlen, daß man sich dessen zum andenken an seine liebe bedienen, daß man daben feinen tod verfündigen soll. Die Apostel und ersten Christen haben es fleißig und brünstig zu diesem zwecke gebraucht. Paulus sagt ausdrücklich, daß er es w Selbstprüfung eines Christen, zc. 509 dem Herrn empfangen, was er den Corinthern in absicht dieses heiligen mahls anvertraut. Ich erkenne es, und mein gewissen über= zeugt mich völlig davon, nicht allein als eine vérachtung dieser heiligen einsehung sondern des Herrn Jesu selbst, wenn ich mich davon abhalten lasse. Ich bin das gegentheil eines freundes Jesu, ich bin fein feind, wenn ich nicht thue was er mir geboten hat. Ich habe daher beständig diejenigen mit einem mitleidigen auge angesehen, welche theils nach ihren religions- grundsäßen, den ge= brauch dieses gnaden- mittels unterlassen; oder welche aus leichtsinn wider ihr gewissen oder wohl gar aus schaam davon wegbleiben. Es ist weit von mir entfernt einen fremden knecht zu richten; aber meine seele, komme du nicht in ihren rath, und laß dir das nicht verkehren, was mit zu deutlichen worten in der Bibel gefunden, dessen beobachtung so nachdrücklich von dir verlangt wird. Aber wie ist mir denn zu rathen? Paulus verlangt im namen des Herrn von mir, daß ich mich prüfen soll, daß ich untersuchen soll, ob mein seelenzustand so beschaffen ist! daß ich würdig an dieser heiligen tafel erscheinen könne, das erste, was mir daben in mein andenken kommt und das ich als einen wink vom Herrn ansehe, ist was ich) von dem frommen David gelesen, der ben aller erleuchtung betet: Erforsche mich Gott! und erfahre mein herz, prüfe mich und erfahre, wie ichs menne. Und nun mein Bater, lehre mich diese bitte jenem könige von her: zen und glaubig nachbeten! je mehr ich mich mit diesem flehen be schäftige, desto mehr wird mir die tiefe meines verderbens offenbar, ich sehe mich durch und durch fündig, und wenn ich die predigten meines Jesu selbst ansehe, so finde ich, daß das ein glückliches seliges tennzeichen eines ihm wohlgefälligen zustandes sen, wenn ein menſch feine armuth erfennet, wenn er mühselig und beladen ist, und dies macht mich glauben, daß das erste kennzeichen eines würdigen Com municanten dieß sen: daß er seine unwürdigkeit mit wehmuth und reue vor dem Herrn erkennet; mir däucht, ich höre den Herrn seine gnadenvollen einladungs- worte auf mich richten, taufet umſonst, kom: met, es ist alles bereit. Die unverdiente freundlichkeit meines erbarmers macht mein ganz zes herz warm, ich schäme mich meiner großen unwürdigkeit und freue mich über seine unbeschreibliche, gnade mit heissen freuden: thränen: die bisherigen fünden, infor erheit meine lieblings- fünden find mir in dieser faffung des gemüths ein wahrer greuel, es nagt mich, daß ich sie geliebt habe, und ich kann es kaum begreifen, wie es möglich war, einen so gnadenvollen Heiland zu betrüben: die ganze eitelkeit, mit ihrem anhange und umfange, kommt mir ins andenfen, das liebste und beste stellet sich meinen augen dar; aber es ist alles viel zu gering gegen die überschwängliche erkenntniß meines see: lenfreundes. Ich kehre der ganzen welt mit freuden den rücken zu und wähle mit der heissesten sehnsucht meinen Gott: ich verstehe jest was Assaph fühlen mußte, wenn er ausrief: Herr, wenn ich nur dich habe, zc., oder was in dem herzen Petri vorgieng, wenn er seinem Herrn fagte: Herr wohin sollen wir gehen, du hast worte des lebens: mein vorsaß ist aufrichtig, von diesem augenblicke an nur meinem Heilande zu leben und mit wahrhaftigem herzen entsage ich daher von neuem dem teufel und allen seinem wesen, ich mache mich ferti zum tische Jesu zu nahen, ich fasse feine versöhnung und finde it 510 Fürbitte für einen kranken Verwandten. glauben an ihn, den er selbst würfet, den ganzen grund meiner würe digkeit. Ich lebe, aber doch nun nicht ich sondern Christus lebet in mir, ic. Lobe den Herrn meine seele. Fürbitte für einen franken Verwandten. Ich klage mit verwundtem herzen, Du siehst, wie hart der fummer drückt, Ich fühle meines lieblings schmerzen, Der sterbend auf mich armen blickt; Ich will, mein Gott, jeht für ihn flehn, Ach laß uns deine hülfe sehn. ier habe ich mich jetzt in meinem kämmerlein verschlossen, mein da meine liegt der liebenswürdige kranke mit welchem mich deine weisheit durch das band der freundschaft genau verbunden hat. Es kommen mir daben die traurigsten bilder vor die augen, und setzen meine seele in große unruhe; sein ächzen macht seine schmerzen zu den meinigen, und ich empfinde das artefte mitleiden bey seinem jammer, ich habe alles versucht, ihm hülfe zu schaffen, aber es däucht mir du entfernest die stunde der hülfe. O mein Vater, kaum kann ich den gedanken in worten ausdrücken, wie, wenn du durch den tod einen riß machtest, wie, wenn du mir diesen liebling meines herzens entreissen solltest, verzeihe die thränen, mein Bater, die bey dieser verstellung über meine wangen fliessen. O mein erbarmer, was soll ich sagen: be wahre mich, daß ich mich an dir nicht verfündige, mein ganzes ge fühl redet gegen diese trennung. Alle die beweise seiner zärtlichsten liebe zu mir, die auftritte unserer pilgrimschaft von so verschiedener art, alles dieß bestürmt meine bange feele. Mein Gott, mir däucht es wäre mir unmöglich diesen verlust zu ertragen; o ich bitte durch Christum beruhige mein herz. Ich weiß ja frenlich nicht, was mir oder meinem liebling das heilsamste ist; du allein weißt es, dir und deiner weisen regierung sollte ich mich findlich überlassen, aber id fühle gar wohl, wie dieß fein werk meiner naturkraft, sondern dein gnaden- werk sey, ich bitte, mein Vater, laß mich in dieser dunkeln nacht der mich bestürmenden leidenschaft nicht vergehen. Ich bitte um Jesu willen, lehre mich beten; Herr, dein wille geschehe. Ich weiß es, daß wir nicht allein für diese welt geschaffen sind, ich weiß es, daß unsere seele zum genuß der ewigen güter gebildet ist: wir ha: ben hier keine bleibende stätte, wir sollten die zukünftige suchen, doch, o mein Bater, ist es deiner weisheit gemäß, ist es den franten nicht nachtheilig, so verlängere feine tage, fo hilf ihm von seiner frankheit wieder auf. Solltest du aber in deinem rathe ein anderes beschlossen haben, nun mein Gott was soll ich sagen, ich muß mich unter deine gewaltige hand beugen, ach unterstütze meine traurende ſeele mit dei ner allmächtigen Gotteskraft, erbarme dich des franken, laß deinen geist wirksam in seinem herzen seyn, blicke ihn freundlich an, sen der arzt seiner feele, reinige ihn von allen seinen fünden in dem blute der versöhnung; o mache ihn selig, stärfe seinen glauben, o ich bitte durch Shristi blut, machs doch mit seinem ende gut, mein Gott wenn alles n verläßt, so thue du bey ihm das beste: habe ich wo etwas versäus et, ist er durch meine schuld nicht so bereit zu sterben, wie er seyn Gebet der Eltern für Kinder. 511 follte, ach) so laß ihn meine vergehung nicht tragen, verdoppele deine gnade in seiner schwachen seele, und vergieb mir um Jesu willen alle meine fünden. Ich übergebe ihn dir ganz, mach es wohl, ich kann nicht mehr, mein Gott, hilf mir aus diesem jammer, aus dieser fin stern nacht des fummers, Amen. Ach blicke, Gott, in gnaden auf den kranken, Und ströme trost in seine seel herab, Mir schwinden bey dem kummer die gedanken, Mit angst erfüllt denk ich auch tod und grab: Doch muß es seyn, drückst du sein auge zu, Denn schenke, Herr, dem liebling deine ruh. Gebet der Eltern für Kinder. O Heiland, bester finderfreund, Erbarme du dich doch der jugend, Durch dich geführt, mit dir vereint Find't sie allein den weg zur tugend. Mein Bater, es ist eine besondere angelegenheit, die mich drücket; du hast mir kinder gegeben, die ich zu deinem dienste, die ich zur ewigkeit erziehen soll. Ich sehe die große gefahr, in welcher diese lieblinge meines herzens schweben; sie haben von ihrer geburt her den saamen zu allem bösen in sich, ich bemerke den keim der ihnen von mir angeerbten fünden leider nur zu oft an ihnen; sie dauren mich, und ich erkenne es, als meine heiligste pflicht, alle mühe anzus wenden, sie zu glücklichen geschöpfen zu machen, ihnen die mittel zu zeigen, durch welche sie von der macht des in ihnen wohnenden verderbens können befreyet werden, ihnen auf dem wege zur wahren glückseligkeit voran zu wandeln und sie mit mir zum himmel zu neh men. O wie blutet mein herz ben dem verfalle derer die sich chriten nennen: wie erschrickt meine seele, ben dem anblicke der fünden und laster, welche wie ein strom die welt überschwemmet haben. Ich erzittere, wenn ich die versuchungen überdenke denen meine armen finder blos gestellet sind, versuchungen von innen, reibung und lodungen von aussen, benspiele der schändlichsten art, welche durch die unzählige mannigfaltigkeit und die oft blendenden auftritte einem unerfahrnen gemüthe desto hinreissender sind. Je mehr ich dem ver= derben der welt nachdenke, je mehr ich die drohende gefahr sehe, die über meinen findern schwebet, desto mehr empfinde ich mein unver= mögen, sie davor zu schüßen. Aber du forderst von mir die seelen meiner finder. Es ist meine pflicht sie zu nüßlichen bürgern zu zie hen: schulen und firchen können war daben hülfe leisten, aber eltern sind die ersten, welche hand anlegen müssen, ohne diese wird es unmöglich für lehrer etwas gutes zu schaffen. Es ist meine pflicht, sie mit dem wege zu dir, der quelle aller glückseligkeit bekannt zu machen, und sie in deine gemeinschaft zu führen. Aber mein Gott, das fann ich nicht, wenn ich nicht selber in deiner gemeinschaft stehe, wenn ich nicht selber auf dem wege wandele, der zum himmel fiihret. Alle meine ermahnungen nüßen nichts, wenn sie nicht durch mein benz spiel bestätiget werden. Ich bitte daher um Jesu willen, erbar dich meiner. Bekehre mich gründlich zu dir, damit ich aus eiget 512 Gebet der Eltern für Kinder. erfahrung von dem wege der wahren befehrung und des glaubens an Jefum meine finder wieder belehren könne. Uch ich erkenne es zum theil wohl, daß leider die eltern größtentheils an dem anter: gange der ihrigen selbst schuld sind, und ich betenne dir meine bisher begangenen fehler hierin, und bitte um Jefu willen vergieb mir diese schwere missethat. Es ist einmal zeit daß ich die meinigen zu lieben anfange; und ich sehe wohl, daß das nicht menschenliebe ist, wenn ich nur für ihren leib forge, denn das thun ja die unvernünftigen thiere auch, daß ich nur für fie fammle und schäße aufhäufe, denn diese sind ja leider in diesem abendlande schon vielen findern eine wirkliche ursach ihres zeitlichen und ewigen elendes geworden, daß ich sie zu gelehrten und angesehenen bürgern mache, denn was würde ihnen das auf dem todten- bette für troft bringen, wenn ich weiter nichts an ihnen gethan hätte. Nein, mein Bater, du hast sie für die ewigkeit geschaffen, und auf die ewigkeit soll ich sie jubereiten. Gieb mir weisheit, gieb mir unermüdete treue und sorgfalt, führe du selbst die meinigen zu deiner erkenntniß, gieb ihnen liebe und achtung für religion und gottfeligkeit, erfülle fie mit einem redlichen und weisen cifer für die christliche wahrheit, verklere deinen Sohn Jefum Chris ftum in ihren herzen als den wahren Gottmensch, und hilf daß sie im staube vor ihm als ihren versöhner anbeten, und seine genugthuung als den einzigen grund ihrer rechtfertigung vor Gott, und die quelle aller heiligungs- kräfte und rechtschaffenen wandels ansehen mögen. Erfülle sie mit dem Geiste der gnaden und des gebets, mache sie auf merksam auf deine väterliche führungen, hilf daß sie nur bey dem einigen bleiben deinen namen zu fürchten. Berirren sie sich von dir, ach) mein Gott, so hilk, daß sie mit dem verlornen sohne bald wieder mkehren mögen. Mache mich, mache die meinigen felig. Ich denke an meinen tod, o Bater, hilf, daß ich so mit meinen findern handeln möge, daß ich alsdenn mit einem ruhigen gewissen sie um mein sterbebette versammlen und ihnen sagen könne: Ihr wisset den weg zum leben, ich habe euch davon unterrichtet, ich bin euch auf demselben vorgewandelt. Sehet auf euren Heiland, fehet auf mich, fehet auf diejenigen, die also wandeln Ich stelle mir das gericht vor: o Er barmer, laß es dort zu deiner rechten an teinem von den meinigen fehlen; ich übergebe sie dir hiermit. Mein Gott, erwähle sie von der welt zu den deinigen, und bewahre fie, so lange sie in diesem jammerthale wallen müssen, vor dem argen. Hilf daß ich mit ihnen deinen namen in ewigkeit preifen könne, Amen. Wenn ich dort einst vor dir erscheine Am tage, wenn du hältst gericht Dann hilf, daß ich vor freuden weine, Weil es an feinem dann gebricht. AWEN. Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 5 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 18 3/ Color 19 B.I.G. Black 8