Go 5004 dalaman Margrethe Jungs Vi legaline Juden Ridesheim& 520chtſ 1851 Gesänge und Gebete. Got 3weite Auflage. Mainz, Joseph Scho13. Go 5004 squal Druck von Neuter& Wallan in Mainz. Univ.- Bibl. Giessen I. Liturgie. 30+ 1. Pred. Der Friede Gottes und der Geist Jesu Christi sei mit uns allen! Gm. Am- en, A== men! Das Herz im heiß- en Sehnsuchtsdrang, SIS 1. Zu dir, o ew- ge Lie= be, stre= bet O C Geist, der küh- nen Flu- ges schwe- bet, Sucht dein Gesetz im Wel- ten= gang. Der Gott, laß uns dich hie F 24nie- den fin- den In Al- lem, was da göttlich 1 ift, t - - 2.. Der = all' mit glei- cher Lieb' um schließt! Pred. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! sen- det! spen- det! = - F Und in- nig uns durch dich ver- bin- den, = t Gm. Hal- le lu== ja! Gebet. 2. Ehre sei Gott in der Höh- e, der Jesum geDank sei dem Meister, der Fülle des Geistes uns Licht ist die Bahn, d'rauf sich zur Gottheit hin# = det. an Freu- dig der Men- schen- geist wen Pred. Heilige uns, o Herr, in deiner Wahrheit! f ť Gm. Dein Wort ist die Wahrheit. Vorlesung der Schriftstelle. 3 t 3. Der Reinste, Herrlich- ste von Al- len, Den an das Er läßt sein Friedenswort er- schallen: ,, Es bricht ein Kreuz gebracht der Wahn, neu- er Mor- gen an! Versöhnung ist der Welt gekommen, Wer in der Lie- be bleibt, allein Den hab' ich in mein Reich ge f nom- men, Der kann mein rech- ter Jüng- er sein!" Predigt. T ( Vorige Melodie.) 4. Hilf, Herr, uns bleiben in der Liebe, Und die lebend'ge Kirche bau'n, In Wahrheit frei, vom Gottestriebe Gewaltig und durch Gottvertrau'n! Hilf uns das hohe Ziel erringen, Das unsre Sehnsucht ahnend kennt: Hilf uns den Glaubenswahn bezwingen, Den Glaubenshaß, der Brüder trennt! Glaubensbekenntniß. Gm. A- men, A== men! f 5. c Der Glaube ist's, den wir be= kennen, Dem Nicht soll der Glau- be Menschen tren- nen, Lieb' wir - treu sind bis zum Tod: ist, o Herr, dein erst Ge bot. = ne ge= Das ist der JE ei= ne, all= ge= mei ne, Der rechte Glau- be, der einst siegt: Ein Ba- ter, Brü- der rings, und deiT Gemein- schaft, drein sich Je der schmiegt! Gebet. ( Vorige Melodie.) 6. D hohe Aussicht, die versöhnen Uns fann mit allem Erdenschmerz! Einst wird die Jubelhymne tönen An des Erbarmers Baterherz. Dann ist der Morgen angebrochen, Dann jauchzt die feiernde Natur; Dann ist erfüllt, was Christ gesprochen: Ein Hirt und eine Heerde nur!" Segen. ¤ Gm. A- men, A= = Mit mein- er Der sich mir 5 hab'ner Geist, ich I 2. Pred. Die Gnade Gottes, sein Geist und die Liebe, davon Jesus Christus erfüllet war, sei mit uns allen! Gm. Amen! men! € 1. Er- bab- ner Geist, den Den Gott ich nen- ne, ich im Inner sten er- ken- ne, Sprache dürft'gem Klang, zeigt im Wel- ten= gang, 7 fin- ke nie- der dir mein ganzes Sein, Und stim- me ErUnd weih- e in die Ju- bellie- der Der wei- ten Schöpfung fröhlich ein. Pred. Herr, deine Güte reichet, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. f ť Gm. Herr, gib uns deinen 2. Du Ver mag ein Von deinem 6 doch, es fühlt sein. ihm, es lebt in Frieden! Gebet. bist so groß; doch dich zu fassen muß sich völlig lei ten laffen Herz im Stau- be nicht; Glanz, von dei- nem Licht. tiefstes We- sen, dir; In dir kann Gm. A- men, A=== men! Und Du bist in es allein gene- sen, Be fie- gen seine Schwachheit hier. Pred. Dein Wort, o Herr, sei uns'res Fußes Leuchte und ein Licht auf unseren Wegen! Borlesung der Schriftstelle. fre = 3. Je frei er sich der Wenn dei- ne Lie= be Geist ent= fal= tet, Je in ihm wal- tet, Ver= herrlich er gehst du ihm auf. kläret sich sein Lebenslauf. Er wird, wie et von ge= hei- mem Zuge, Dir nach- ge= zo gen wun- der- bar, Und läßt er von dem Sin- nen= truge, Wirst du ihm klar, wird er sich klar. Predigt. ( Vorige Melodie.) 4. Hinauf, hinauf, ihr Geistesschwingen! Hinauf, hinauf, aus dieser Zeit! Hinauf, mein Geist, dort sollst du singen Im Tempel der Unsterblichkeit. Die Erde sinkt, ihr trüber Schleier Verbirgt die höhern Welten nicht! Du wirst in der Anbetung freier, Wirst lichter, nahst du dich dem Licht! Gebet. 5. 3 4 Großer Vor dir E du Herr, wir prei sen Und be= wun= dert Gott, wir neigt die Wie du warst vor in t Gm. A- men, A== dei= dei al= ler wig= feit! Segen. Gm. A- men, A== 11 men! 7 to=== ben Er=== de H men! ne ne C Zeit, dich, sich, Stär- fe. Wer- ke! 3. Pred. Die Gnade und die Kraft und der Friede Gottes sei mit uns allen! f So bleibst Gib' un- serm Mach' uns re = 1. Du Geist des Le- bens, Geist der Stär- ke, un ferm Glau- ben gute Wer- fe, Gib' al le See- len = ew- ger Se- gen - 9 Gra- be Geist- e Lie= be t — rech- te Kraft! tu- gend= haft! € 1 mit der Ga- be, Die höchste Lie- be nicht ver- gißt! Pred. Weise uns, o Herr, deine Wege, daß wir wandeln in deiner Wahrheit und Liebe! f Gm. Dich, Ba- ter! zu fin=== den! Gebet. E 2. Va ter al= ler Dei- nen Frie- den ist, Wenn unser Herz bis hin zum Stärk In der dein Lie- be send' uns du, zu, 2 Dei ne Daß wir - 10 Lieb' laß in uns le= ben! ihn der Welt auch geben, Daß kein Haß all' Hell IS die zerreißt, Die ein Vater Kinder heißt! Vorlesung der Schriftstelle. ( Vorige Melodie.) 3. Du, der selbst die Wahrheit ist, Stärk' uns, die nach Wahrheit schmachten, Daß wir, folgend Jesu Christ, Selbst im Tod nach ihr nur trachten, aus. Nach der Wahrheit, die allein Kann in Lieb' vollkommen sein! Predigt. F 4. An dich glaub'ich; Auf dich hoff ich; Gott, von Herzen lieb' ich dich! Hoch em- por hebt dem Stau- be Mich zu dir der fel= == ge 11- Glau- be: Lieb' ist Le- ben, du, der Treu- e, Bist die Lieb', die e== wig Durch dich leb' ich, Zu dir streb' ich, bleib' ich e= wig lich! Gebet. neu== e, In dir 5. Dein Reich ist's, nach dem wir ring- en, Stärk' uns, Laß uns dei- nen Geist durch- drin- gen, Der da Herr, mit deiner Kraft! Dei- ne Wahrheit laß uns weiht und Se- gen schafft! ah- nen, Dei- ne Lie- be hauch'uns ein! Dei- ne f c www.m Wor- te, die uns mah- nen, Laß' sie nicht ver- lor- en sein! Segen. Gm. E- wig- er, seg- ne uns! ¤ Gm. A- men, 12 4. Pred. Der Geist der Wahrheit und Liebe erfülle uns und gebe uns Frieden. Amen! & 1. -• A== men! Va- ter, der mit tau send Ster- nen Her nie der auf die Er de blickt, Der feit, — von den unge mess'- nen Fer- nen : 13 Und - Fül- le zu uns schickt! Wir ah- nen, Herr, in ele deinem Wer- ke Die Fül- le dei- ner Herr- lichL Des Se- gens Wir prei- sen dich und dei ne dei= ne Huld für al= le Zeit. Pred. Herr, deine Gnade und Wahrheit waltet über uns! Stär- ke & t Gm. In E- wig- keit! A=== men! Gebet. - 14 2. Bei al- lem Was kön- nen al= lem nicht in un serm = dir be=== un serm Sinnen, Bei wir be= gin = nen, Soll's Thun, ruh'n? der ent- glom- men In uns, machst du al== lein Zur : Flamm', und was voll== kom= Den Fun- ken, t Gm. Hal- le= lu== ja! men Soll sein, durch dich wird's sein. Pred. Die Wahrheit wird uns frei machen! Vorlesung der Schriftstelle. ( Vorige Melodie.) 3. Das Werk der Glaubensrein'gung Von tausendjähr'gem Wahn, Das Werk der Liebesein'gung, Wir fingen's hoffend an. 15- - Hilf du uns d'ran vollenden, Was unvollkommen blieb! Und aller Fluch wird enden, Den Menschen Sagung schrieb. Predigt. wer- den all' durch dich sein ein träch tig- lich. fe मेर 4. Die um der Glaubensform einst Feinde Sich war en, Er= neut zur hei- li- gen Ge- mein de Sich Brü- der Dich suchen aufverschieduen Wegen, Ehrt Je- der als des Bruders Recht, Und in der 21 Frei- heit Himmels- se gen Wird se- lig ein entsühnt Ge- schlecht! Pred. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns und seine Liebe völlig in uns! € Gm. Gott, du bist die Liebe! 3 4 Wo die Wir zu 5. Sei ge== grüß Und, von Ci= Lan- ge 1 Mor= gen, 16 Gebet. harr- ten letz= ten Ei= nem = et, nem ſel' Geist Schran= ken Al= tar wir schon dein; F Gm. Herr, gib uns deinen = brich her== ein! 6. Brich herein mit Himmelsglanz! Festlich wollen wir uns schmücken, Und, von dir erfüllet ganz, An das Herz die Brüder drücken! Komm, o fomm, wir harren dein; Tag der Liebe, brich herein! Segen. fal- len, wal- len! ge Zeit, geweiht, Groß- er Se== gen! • - Pred. Der Geist der Wahrheit und Liebe erfülle uns und gebe uns Frieden! 都 I Gm. Am- en, A== men! 6 2 17 1. Wir Schöpfer der Welt, Du 都 € - Al les er- hellt, Un endliche Liebe, o CƏ be= ten dich an, du hei li ge du Durch Licht uns und Liebe; dir B Fül= le des Lichts, das stre ben wir zu. Pred. Gott ist Geist; lasset uns ihn anbeten im Geiste und in der Wahrheit! Gm. Amen, A== Gebet. men! # ve 3 fe - 18- 2. O stärk' uns, Gott, des Wil- lens Kraft, Wenn Hilf uns, den Frie- den, den sie schafft, Hilf wir für Wahr- heit strei=== ten! uns, dein Reich ausbrei=== ten! trennt, Du, der Al- le kennt Als die Kinder & Ob der Buch- stab' dein, O laß uns Brü- der sein Durch dich, o Lie== be! Pred. Wer auf den Geist säet, der wird von dem Geiste das ewige Leben ernten. Gm. Das Leben im Gei=== ew'ge fte! Vorlesung der Schriftstelle. f t - Lieb' ge- schüßt, Wort ge- stüßt, 19 3. Durch deinen Geist ge-- ein- igt, Durch dei- ne Durch dei- ne Gnad' gerein- igt Und auf dein ede So steh'n wir fest und za- gen Bei al- len Stür- men nicht! Dein Tag wird Al- len ta= gen, Dein Licht wird Aller Licht. Predigt. ( Vorige Melodie.) 4. Treu hoffend laßt uns ringen, Seßt fühn das Leben ein! Denn, soll das Heil gelingen, Es muß errungen sein. Und gält's dafür zu sterben,- Dein Geist lebt ewig fort, Es wird die Menschheit erben Der Wahrheit heil'gen Hort. Pred. So lasset uns nun fleißig sein, zu halten die Einigkeit im Geiste! fest c Call Gm. Durch das Band des Frie- dens! f 5. - 20 Gebet. sei mit uns auf Gib, Geist der Lieb', uns $ Du Geist der Wahrheit und der Zu jedem Werk, das Liebe Geist des Le- bens, uns das Le= ben ¤ Gm. Herr, gib uns deinen allen Wegen, dei- nen Se- gen Kraft! schafft! t in des Gei- stes Licht! Laß dei- nen Frie- den uns umschwe- ben, Wenn unser Herz, dich such- end, bricht! Segen. Gm. A- men, A== men! Er- fas- sen Laß, 6. Pred. Der Friede Gottes sei mit uns! Se== gen! cf|- pod 1. Du, der jed' Herz er== grün Du, den das Licht ver== kün all' die dei- ne Wel ten Gnad'uns alibito - 21. wir das Werk der lenkt, schenkt, = det Und det, Das deine Stärke, Wie wir durch dich er= wacht, Bis 1 Stärk' uns durch Wer== ke, Das Werk des ad t Gm. Gott, wir ver- trau- en dir! Lichts vollbracht! Pred. Du bist unsere Zuflucht und unsere Burg, unser Gott, auf den wir hoffen! & Gebet. ( Vorige Melodie.) 2. Herr, wo ein Herz verschmachtet, Bedrängt bis in den Tod, Herr, wo ein Herz umnachtet Die bittre Zweifelsnoth, — 22 - Da laß dein Licht ihm quillen, Das es mit Kraft durchdringt, Daß es mit festem Willen Hin zur Vollendung ringt! Pred. Heilige uns, o Herr, in deiner Wahrheit! f c Gm. Dein Wort ist die Wahr=== heit! e Vorlesung der Schriftstelle. bel 111 3. Lieb' ist, o Herr, dein Wesen, Lieb' lebt in Wahr- heit nur, Das läs- sest du uns le sen In = jeder Kre= a- tur. Wahrheit und Lieb' sind LeIZ ben, Und frei, ein Theil von dir, So wollen wir erstre ben Der Liebe Reich schon hier! = Predigt. ( Vorige Melodie.) 4. Laß, Geist der Lieb', nicht wanken In uns die Kraft der Lieb', 23 Ein's fest an's Andre ranken, Treu schüßen Trieb den Trieb, Treu, wie sich deine Güte Allewig uns erweist, Sich legen Blüt an Blüte Und halten Geist durch Geist! Pred. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns und seine Liebe völlig in uns! b Pred. Gott, du bist die Liebe! Gebet. 4 2 5. Laß uns in Ein- em glüh- en, In Laß uns in Ein- em blüh- en, In dei- nes Lichtes Schein! dei- ner Lieb' al== lein! ff nennen, Dein Ruf zum Kranz uns flicht; Daß Daß, wie wir uns auch wir uns stets er fen- nen Im Zei- chen Lieb'und Licht! Segen. ť Gm. A- men, A= fe = t 24 7. Pred. Im Namen des göttlichen Geistes, der die Liebe ist, und im Namen Jesu Christi, der, von ihm erfüllet, die ewige Liebe verkündiget! Gm. Amen! men! 1. All- mäch- tig er, wir prei sen Dich, Schöpfer = Wir schau'n in Son- nen- glei sen, O Ew'ger, = der Na- tur! dei- ne Spur! Noch tönt dein Schöpfer- Wer-- de, Dem 中 einst das Licht ent- quoll, Und Him- mel, Meer und Erde Sind Dei- ner Lie- be voll! cod Gm. Hal le= Pred. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! I f c - lu== ja! Gebet. Pred. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Gm. Host an- na 25 = 3. - in der ( Vorige Melodie.) 2. Dich fühlend, Geist der Geister, Im Weltall und in sich, Kam einst der hohe Meister Und offenbarte dich! Hö- he! Er lehrt' uns, dich verstehen, Er lehrte uns, dir nah'n, Wenn wir die Wege gehen, D'rauf er uns ging voran. Pred. Wer auf den Geist säet, der wird von dem Geiste das ewige Leben ernten. b c · · · Jˆ Gm. Das Le ben im Gei=== ste! Vorlesung der Schriftstelle. = D hal le, Wort des Als Grund- ton un sers = Le- bens, Das Stre- bens Uns 4 Peopl einst der Meister sprach, tief im Herzen nach! Hül- le, 26 = Wie Mor- gen licht aus. Nacht, Her— C macht, Geist, der le= ben= dig Tritt aus des Buchstabs vor in Se- gens fül- le, Geist, der le= ben= dig macht! Predigt. ( Vorige Melodie.) 4. O wirke, Geist der Wahrheit, Du uns'res Geistes Hort, Den wir erkannt in Klarheit, Von Herz zu Herzen fort! Leicht wird des Lebens Bürde, Und licht des Lebens Nacht, Wenn Lieb' und Menschenwürde :: Gott näher uns gebracht.: Pred. So lasset uns nun Thäter des Wortes sein und nicht Hörer allein! to Gm. In Wahr- heit und Lie=== be! Univ.- Bibl. Giessen - 27 Pred. Lasset uns beten! Gm. Wie Je- sus uns lehr=== te. Vater unser. 4 2 5. Ruf, Her- zen fern und - Er= de Dein ew= ge Lieb', dein Mensch als Got- tes nah! Einst Himmel hei ter = £. ist des Mei- sters Sendung, Dann ist sein Plan er£ Wer- de In steht auf dei ner 20 da. Dann füllt, Dann zeigt sich in Vol len- dung Der Bild. Segen. = - 28 f J Gm. Seg ne uns, güt- ger Gott! Sonntags- Gottesdienst mit Abendmahlsfeier. Pred. Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserm Vater! Gm. Am- en, A== men! CJ 1. Laßt den Höch sten uns J un- ser Hort. T er==== he- ben! El Er allein ist unser Le= ben, Unser Heil und Ihm er= schal- len Jubellie der, Und die Him- mel hal- len wie=== der = Sei nen O 2 29 Na- men fort und fort! Pred. Lasset uns beten! Wie im Vaterhause haben wir uns versammelt in dieser Weihestunde, um in heiligender Gemeinschaft Geist und Herz zu läutern und zu erheben, das Band der Bruderliebe auf's Neue zu befestigen und uns zu begeistern für Wahrheit und Tugend. Gottes heilige Kraft hat uns im Verlauf der Woche gestärkt und sein Geist hat segnend gewaltet unter uns. Doch wir fühlen, daß wir neue Kraft zur Erfüllung un serer Pflichten durch den Geist heiligender Gemeinschaft bedürfen. Denn in der Trennung wurde die Selbstsucht wach in uns, und wendete unsere Gesinnung zum Kleinlichen, verleitete das Herz zu Hochmuth und Härte, zu Haß und zu Neid, und spannte die Geisteskraft ab im Streben nach Vollkommenheit. Unsere Schuld tritt in dieser Weihestunde, die uns an unsere Würde und Bestimmung mahnt, lebendiger vor unsere Seele, betrübt unser Herz und erfüllt es mit Reue und Schmerz über all das Unrecht, das wir begangen in Gedanken, Worten und Werken. Doch wir richten uns empor aus der Niedergeschlagenheit und blicken auf zu Gott, dem allliebenden Geist, wie auch zu unsern Brüdern und Schwestern, die wir beleidigt haben, und geloben Alle, der Arme und der Reiche, der Vorgesetzte und der Untergebene, durch erneuerten Eifer unserer Bestimmung nachzukommen, den Geist zu vervollkommnen, das Herz zu veredeln und, bewußt unserer Würde, in freudiger Bruderliebe zu leben und zu wirken. In diesen Entschlüssen hoffen wir Verzeihung und Frieden zu finden und versöhnt zu werden mit und in dem göttlichen Geiste. O daß wir durch ihn wieder> geboren seien zu neuem höherem Leben! f comment Gm. A- men, A== men! Pred. Schaff in uns, Gott, ein reines Herz! C 30 Gm. Und hei li- ge uns durch dei- nen = Pred. Tröste uns mit deiner Hülfe! E Gm. Und gib uns deinen Frie== den! Stau be nie der, fe O 2. Ew'ger, deiner Liebe Fül- le, Sie ist's, d'raus Doch fesselt ihn die schwache Hül- le, Er wach- sen unser Geist ent= sproß; aus des Stau- bes Schooß. Geist! U Es strebt der Staub zum Ge- bannt von B ir di- scher Be gier; O zieh- e du, All- heil'ger, wie der Das 313 Göttliche hin an zu dir! Pred. Der schaffende Geist Gottes erfüllte uns mit seinem Wesen, er gab uns Licht von seinem Lichte. Ja, wir sind dein Ebenbild, o Gott, find deine Kinder, und als Erben deines Reiches theilen wir mit dir die Fülle und Kraft deines Geistes. Beglückt und erhoben in der Anschauung deiner unendlichen Schöpfergröße und der Fülle deiner Liebe, dringt aus der freudig bewegten Brust unser Hosianna: Ehre sei Gott in der Höhe!" 6 11 t Gm. Und Frie- de auf Erden! C J A 3. Dir tönen, Gott, in Sphä- ren- frei- sen Die Son- nen Lob im Wel= ten all; Die 2 Mee- re brau- sen, dich zu prei- sen, Dich preis'tim Laub die Nach- ti- gall. stamm- te, flamm te, = = 32 - Auch der Mensch, der dir entEr, den deine Lieb' durchRuft: ,, Dir, Gott, sei Ehr' al- lein.". Pred. Aufgeschwungen haben wir uns zu dir, du Ewiger, Unendlicher, und heilige Sehnsucht entflammt Doch wie sollen wir dies uns, dir ähnlich zu werden. erreichen? Welchen Weg sollen wir einschlagen? Siehe, zagend Herz, der Weg ist gefunden, der uns zum Ziele leitet; Jesus Christus hat uns dahin die Bahn gebrochen. Sein Wort ist die Leuchte unseres Lebens, das Brod unseres Bundes geworden. Er ist unser Lehrer und Leiter geworden auf unserem Lebensgange, denn er ist das Heil, das bereitet worden den Völkern, und das Licht, das die Herzen erleuchten soll, der mächtige Held, der die Fesseln des Menschengeistes gebrochen. Wir kehren darum auch immer wieder und wieder zu ihm zurück, dem Beispiele reiner Gesinnung und edler Würde, stillen den Durst unseres Geistes und Herzens aus seinem Lebensborn, und kräftigen den Willen, seinem Beispiele zu folVernehmt nun, Brüder und Schwestern, die Worte der Weisheit, welche er und die von seinem Geiste erfüllten Jünger verkündet haben, und läßt sie in euch eine Kraft sein, welche göttliche Gedanken weckt und den. Willen stärket zur That. gen. Vorlesung der Schriftstelle. - - 33 - Pred. Das Wort des Herrn soll unseres Fußes Leuchte, und ein Licht auf unseren Wegen sein, um unser Thun und Lassen nach demselben einzurichten, auf daß das Reich Gottes hienieden immer weiter ausge breitet werde! ¤ Gm. A men, A== men! 4. Du läßt, o Gott, dein e- wig Wort, Das Der Menschen- sohn spricht's fort und fort Zu Him- mel- reich die Wort der Wahrheit tön- en, Dein Wort be- freit; Dein al- len Menschen- söh nen! I Wort, es weiht Mit schöpf e ri- schem ri- schem Wer- de Zum Er de. = Predigt. 5 fec 345. Herr, hilf uns kräftig Herr, laß' des Mei- sters rin== gen! == Licht und Lie- be Frucht des Le- bens brin-- gen! fort und fort Nach Segenswort Uns Er hal te uns're Her- zen rein, Laß Chri- sti Geist stets in uns sein, Den Geist der Bru- der=== lie== be! Pred. Wandelnd nicht im alten Wesen des Buchstabens, sondern im neuen Wesen des Geistes, bekennen wir unseren Glauben: Glaubensbekenntniß. Gm. A- men, A== men! Pred. Unser Vater, wir erkennen dich, denn du waltest auch in der stillen Tiefe unseres Herzens und ziehst uns mit verborgener Kraft in den heiligen Bund mit dir, der Menschheit und allen Wesen. Wir erkennen dich und stellen dich uns vor nach dem Bilde, das du dir selbst auserkoren, als du sprachst: Ich will den Menschen schaffen, ein Bild, das mir gleich ist." Wir schauen dich 11 35 mit Macht und Herrlichkeit angethan. Du bist nicht da und nicht dort, sondern überall. Wenn wir unser Auge vom Staube erheben zur Freiheit und Vernunft, da schauen wir dich, den Urquell alles Lebens und aller Kraft. Hoch erhaben über jedem Einzelnen von uns, denken wir dich, und wenn auch unser Gedanke deine Größe nicht fassen kann, so ahnt das Herz sie in deiner Liebe. Anbetend erheben wir uns und heiligen unser Sein und unser Wesen in dir, und vereint mit den Jubelklängen aller Welten, rufen wir: ,, Heilig, heilig, unaussprechlich heilig bist du, o Gott der Heerschaaren! Alle Welt ist deiner Herrlichkeit, deiner Liebe voll!" € = 6. Hei- lig, hei- lig, Un- aus sprech- lich = Den nicht Raum um== faßt noch GP hei== ====hei lig, lig, Zeit, Bist du, HE Gott, in E= wig = feit! Pred. Unser Herz sehnt sich nach Gott, unserem Vater, und will in heiliger Einheit mit ihm leben und sein. Und siehe, die Sehnsucht geht in Erfüllung. Denn Jesus Christus führt uns ein in das große Geheimniß Gottes und vereint uns mit ihm. In seinem Namen hat er uns verkündigt: Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater vollkommen ist! Und ihr seid Gottes Kinder, seid Brüder und Schwestern untereinander! Jch aber bin die Liebe selbst; denn wahrlich, ich sage euch, was ich geboten habe, daß ihr den Nächsten lieben sollt, wie euch selbst, das vollbringe ich; ich liebe die Brüder mehr als mich selbst, und wer mir nachfolgt. in solcher Liebe, der lebt in Gott und Gott in ihm! So schließt euch denn untereinander an's Herz, ihr Kinder Gottes, die ihr Brüder seid, und ihr werdet mit Gott vereint! So erschließet Jesus Christus der Menschheit das Geheimniß seiner Lehre, das Ziel unseres Daseins. Er knüpft aber auch sein Wort an eine bedeutungsvolle Handlung. Er nahm das Brot, dankte, brach es und sprach: ,, Dies ist mein Leib, der für euch gebrochen wird. Dieses thut zu meiner Erinnerung!" Desgleichen auch den Kelch nach der Mahlzeit, indem er sprach: Dieser Kelch ist die neue Stiftung durch mein Blut. Dieses thut, so oft ihr trinket, zu meiner Erinnerung!" Abendmahlsfeier. 7. Der== Chri ftus, 3 Liebe, Eins mit 36 je= der See- le dir! 11 schein' in voller Klarheit, CAS hier! In der in der Wahr- heit Laß' uns wer- den # 37 Pred. So feiern wir denn jetzt, Brüder und Schwestern, nicht blos das Gedächtniß unseres Erlösers, sondern wir erneuern auch seine Gegenwart unter uns im Geiste durch das treue, innige Brudergelübde, nach welchem wir, Christi Gebote gemäß, Eins sein sollen im Geiste der Erkenntniß und in der That der Liebe. Dann wird das Reich Gottes zu uns kommen, und Gott wird uns durch die Kraft seines Geistes beseelen zum ewigen Leben. Im Bewußtsein seiner Gegenwart beten wir im Geiste Christi: f f geheiligt ,, Vater unser, der du bist im Himmel, werde dein Name- zu uns komme dein Reich dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden unser tägliches Brod gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern führe uns nicht in sondern erlöse uns von dem Uebel. - Versuchung Amen!" 3 4 - ť Gm. Am- en, A== men! - 8. Dei ne = Daß stets - - Lieb' durch fla=: rer 11 ström' uns mild, fich dein Bild Daß sich Herz zum Herzen In der Menschheit Stre= ben net- ge, zei= ge! Dei- ne 38 Kraft, die uns re weiht, Führ' uns - zur Voll- kom- men= heit! Pred. Lasset uns herabflehen Gottes Segen!- Der Herr segne uns und behüte uns! Der Herr erlev sein Angesicht über uns und sei uns gnädig! Der Herr erhebe sein Augesicht auf uns und gebe uns seinen Frieden! t Gm. A- men, A== men! 9. Am Weihnachtsfeste. Pred. Im Namen Gottes, unseres Vaters! Laffet uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens! Amen! Gm. Amen, A-= men! 1. In dunk lem Stallwarst du ge= bo= ren, Du wuß- test dich zum Werk er fo= ren, : O Men- schen Den Geist zu achtet, weil ge= ring und nieder, t 39 sohn voll Gottes= fraft! lö- sen aus der Haft. Höch- sten dich ge- weiht, Und Milli== o- nen dei- ner 2 ť 2. Brü der Zur Got- tes- kind- schaft all' be- freit. Pred. Ehre sei Gott in der Höhe! t Gm. Und Frie- de auf Erden! VerHast du dem Der Gott heit tief- stes Wesen Haft Je- sus Ge- sucht, geahnt, ge le sen, Und riefft: ,, Auf, - du in dir fol- get mir! Ich will den Weg euch zei- gen, Licht, Leben, Liebe, Heil! Nicht seid dem Staub ihr ei= gen, Ihr habt am Ew- gen Theil!" Gebet. Pred. So wir im Lichte wandeln, wie Goit im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft unter einander. & Gm. Und mit uns'rem Mei- ster! 3. Frie- den Je- dem, Hast du, Das für 40 Se lig, = : durch der der am Men- schen sohn, ver== kün== det e-- wig du ge= grün === det! wer's wie J Lie- be Kraft Rei- che schafft, du er wirbt, Treu für f Lieb' und Wahr- heit stirbt! Pred. Dein Wort, o Gott, sei unseres Fußes Leuchte! TF t Gm. Und ein Licht auf unsern - 4. 41 We= gen! Vorlesung der Schriftstelle. - Des Le- bens, Und gibt ihr frei- er Kraft es tönt in unsere Seel', ihr Wor- te Der Geist schließt aufder Lehre Pfor- te 1 aus des Mei- sters Mund! Heilig- thum uns fund. zu er- ring= en, Mit Ruft Gott uns auf durch die Ver- nunft; Sie will den Mei- ster zu uns fr # Univ.- Bibl. Giessen bring- en In geist- ger, ew'ger Wie- der- kunft. 6 ť Predigt. ( oder Abendmahlsrede; nach derselben: Abendmahlsfeier.) & 5. Sei Daß Va- ters, Weg des - 42 444 du, o wir mit mit uns Hei- lands an! Ihm nach! Ift Kraft und Herrlich- feit Des star fem Muth all- zeit Den A= ===== len, wal==== len, Lieb' und Licht sein Reich, Drin wir Al- le gleich! Auf! Bor= uns- re Kraft auch schwach, Der Herr führt's doch zum Sie==== ge! Pred. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. b Gm. In E- wig- keit. A=== men! Pred. Lasset uns beten! c po Gm. Wie Je- sus uns lehr te! = Vater unser. 都 - 43 Gm. A- men, A== men! 6. Seg ne, E- wi- ger, Heil- ge, Hei- li- ger, Weih' die Menschheit durch Lie- be! Laß durch dei- nen Frie- den ē 1 Sich verbreiten das Im- mer mehr hie- nie- den Got= tes= reich! f Segen. e Gm. Segne uns, güt'ger Gott! 10. Beim Jahreswechsel. Pred. Der Friede des Herrn sei mit uns! - & C Gm. A- men, A== men! 1. Wir be- ten dich, du Dich, den kein Wechsel wan- del bar= es wer- den, sind ge = Ew'ger, an, Untref- fen kann! Wir Wesen, Wir blüh- en, wir verwe= sen, geh'n durch dich; Nur du bist unver= än- der- lich, Du warst, du bist, du blei best! Pred. Herr, Gott, du bist uns're Zuflucht für und für! Ehe denn die Berge geworden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Gm. In E- wig- keit! A== men! f Schau'n gläu- big, Auch fort und 2. Wir Pil- ger, die auf zeige dei- nen machst sie wie- der b 45 Gebet. läs- sest Jahr' und Mon- den ei= len, • Herr, zu dir hin-- an! fort die rechte Bahn! fre Er- den wallen, Söh- nen al- len Gm. Und in dei- ner Treu- e! thei- len, Bleibst du doch ewig mild und treu. Pred. Herr, unsere Zeit steht in deinen Händen! neu, Und wenn sich ihre Stunden Du Sie flieh'n, du Vorlesung der Schriftstelle. 3. Es schreckt uns nicht der Wir wissen, daß durch Zukunft Nacht, Die deine Macht Uns unsern Pfad um Licht aus Näch- ten f heil- ges Licht, Dann graut uns vor den Stürmen nicht, Die t 4. Laßt das Und die い Der Ver Soll für 46 in der Zukunft droh= en. Predigt. stets mit hül- let; Undstrahlt in uns dein quil- let. neu- e Blü- te Jahr des un- sers = ed- lung froh uns weih'n, Brü- der== wohl ge= deih'n! Le- bens Stre- bens Laßt uns rei- nem Wil- len Lie- be sä'n und Thrä- nen stil- len! Pred. Der Gott der Hoffnung erfülle uns mit aller Freude und allem Frieden im Glauben! - 47 t Gm. Und mit aller Liebe! & - Gebet. ( Vorige Melodie.) 5. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heil'gen Wegen Laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil sei jedem Stande, Fried' und Heil dem Vaterlande! Segen. ¤ I Gm. Am- en, A== men! 11. Am Palmsonntage. Pred. Der Friede des Herrn sei mit uns! Gm. A- men, A== men! h ₂ C 1. Herr, der du uns ਸੰ ge=== weck= et Zum Licht aus uns 48 lang- er Nacht, Herr, der du ge=== deck= et Mit dein- er Macht! O, Va- ter, sieh: wir schau- en Gnad' und Ge- trost zu dir hin== an, Mit in ni gem Ver= trau- en 2 Auf dor- nen- vol- ler Bahn. Pred. Tröste uns, Herr, mit deiner Hülfe! Gm. Herr, gib uns dei- nen Frieden! ( Vorige Melodie.) 2. Wie du dich voll Erbarmen Einst Israel gezeigt, Hast du mit Vaterarmen Auch uns dich zugeneigt. Einst dem Messias streute Das Volk die Palmen hin. Er läßt auch uns noch heute Die Friedenspalmen blüh'n! - 49 Pred. Lasset uns beten! ť Gm. Im Geist und der Wahr== heit! 2 t - Gebet. Pred. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! — = cff Gm. Ho- st der an= na in Höh== e! ( 3-6 wird nach der vorigen Melodie gesungen.) 3. Gelobt sei, der zur Erde Als Friedensfürst gekehrt, Auf daß vollendet werde Das Reich, daß Er gelehrt! O Christus, zieh' lebendig In alle Herzen ein! Und jedes soll beständig Des Friedens Zion sein! Vorlesung der Schriftstelle. 4. Als Friedensfürst gesendet, Hast du uns gnadenreich Den größten Schatz gespendet, Dem kommt kein andrer gleich. Daß kein Herz ihn entbehre, Schenkst du ihn fort und fort. Dein Schaß ist deine Lehre, Dein Geist ist unser Hort! Predigt. - & 50 5. Dein Geist der Lieb' und Klarheit, Heil uns, daß er uns blieb! Lieb' leit' uns stets zur Wahrheit Und Wahrheit stets zur Lieb'! Ob unter Müh'n und Lasten Das Herz uns fast erliegt, Wir woll'n nicht ruh'n noch rasten, Bis Lieb' und Licht gesiegt! Lasset uns beten! Pred. ť Gm. Wie Je- sus uns 1 lehr=== te! Gebet. 6. So laß uns geh'n hienieden, O Herr, in deinem Licht, Bis daß der Gottesfrieden Dein Gottesreich umflicht, Bis daß vor Liebes- Psalmen Der Ruf des Hasses schweigt Und unter Friedens- Palmen Sich Mensch zum Menschen neigt! Segen. ť # I Gm. Seg- ne uns, güt'ger Gott! Gm. A- men, A= 12. Am Charfreitage. Pred. Zu dir am Kreuze, o sterbender Erlöser, blicken wir heute empor! O daß die Kraft der weltversöhnenden Liebe, welche dich erfüllte, auch unsre Seelen erfülle! 51. --t = men! 4 1. Welt- ver- söh- nen- de Kraft der Lie- be, die = freu- dig sich opf- ert, Dring'her ab vom Kreu- zes= FIFP stam- me In je des Herz! Pred. Lasset uns beten, daß die göttliche Liebe uns heilige, gleichwie sie Jesum geheiliget hat! 2. Der Gm. Uns heil'ge die Lie==== be! Gebet. du, an's Hei- land Mar- ter holz ge= schlaun= ter To= des= pla= = gen, Sieg- reich be- zwangst des gen Sprichst du noch Geist und Er== lö- ser, reich an Trost, an Gra- bes 52 dei- ne off= ne To- des Graus, Le- ben aus! legz- ten Pfor= Worte Sind Kraft und Licht! Bis an des == te Ver= hall' ihr Sinn dem Her- zen nicht! Pred. Vernehmet, meine Brüder und Schwestern, die legten Worte des sterbenden Erlösers am Kreuze und schließet sie in die Herzen! Vorlesung der Leidensgeschichte Jeſu, ( Lukas, 23. 26-34.) Pred. Meine Brüder und Schwestern, die ihr euch hier zur ernsten Feier des Todes Jesu versammelt habet, o lernet von Jesus: dem Beleidiger, dem Feinde verzeihen! O laßt uns die Worte des sterbenden Erlösers in die Herzen einschreiben und sie hinausnehmen in's vielbewegte Leben: ,, Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thu'n!" G 53 - Gm. Herr, er bar- me dich = ser! ( 3-5 wird nach der vorigen Melodie gesungen.) 3. Durchbohrt an Händen und an Füßen, Wie läßest du, so liebereich, Dein Blut, für Feinde betend, fließen! Dwelch ein Herz ist deinem gleich! O Gotterfüllter, deine Seele Erringt im Tod den größten Sieg! O un= 11 Vergib den Feinden ihre Fehle!" So flehst du, und Gott höret dich! Pred. Vernehmet weiter die Kunde von dem Leiden Jesu, unseres Heilandes! Leidensgeschichte, ( Lukas, 23. 35-43.) = Pred. Wenn wir, meine Brüder und Schwestern, mit ernstem Willen strebten, dem heiligen Vorbilde unseres Meisters nachzufolgen, und wenn uns dennoch das schuldbewußte Herz an uns're Schwäche mahnt, dann lasset uns nicht verzagen, sondern es tröste uns die Verheißung, welche Jesus dem reuevollen Sünder gab:„ Wahrlich, ich sage dir! du sollst noch heute mit mir im Paradiese se in!" und vertrauensvoll blicken wir empor zu dir, o Vater, du Urquell alles Lebens! Gm. Zu dir laß uns fom= == men! - 4. Der Sünder wendet voll Vertrauen Zu dir sein reuerfülltes Herz; Du machst ihm hell des Todes Grauen, Träufst Himmelstrost in seinen Schmerz! O lieg' ich einst im Todesstreite, Dann denk' auch ich, o Jesus, dein, f 54 Dann tönt auch mir's: ,, Du sollst noch heute Mit mir im Paradiese sein!" Pred. Vernehmet ferner, mein Brüder und Schwestern, die Leidensgeschichte Jesu, unseres Heilands! Leidensgeschichte, ( Lukas, 23. 44-46.) Pred. Unser Leben ruhet in Gottes Hand! Lasset uns darum nicht verzagen, wenn uns des Lebens lette Stunde naht! Lasset uns von dem hohen Meister mit Ergebung sterben lernen und stets an das letzte Wort des sterbenden Erlösers denken: ,, Bater, in deine Hände befehle ich meinen Geist." ¤ Gm. Se lig sind die 7 Herrn ruh'n, Tod- ten, die in dem JEJI Herrn die in dem Predigt. ( oder: Betrachtung und Gebet.) 5. Wenn einst am Ziel der Lebenstage Zur Ruh' mir winkt die letzte Nacht, O daß dann ich auch freudig sage: ruh'n! Es ist vollbracht! Es ist vollbracht!" 11 Und blickt mein brechend Aug' am Ende 2 Gm. Der du in Wie Jesu Aug' zum Vater auf, Dann, dann nimm du in deine Hände Auch meinen Geist, o Vater, auf! Segen. Frie- den! - 55- - ਮੁੰਡ E- wig- keit blei best, o Gott, a t Gm. Hal- le= 3 4 - If Ewig- keit warst Und in 13. Am Osterfeste. Pred. Im Namen Dessen, der da ist die Auferstehung und das Leben! 1. Aus des Hebst des = lu=== ja! gibuns den To=== des Le=== bens Nacht her= vor Fahn' em- por, Schwebst du, Licht im Herr, im D=== ster e & 56 H Und die Mensch- heit jauchzt dir = 2 Sie= ges fran- ze, = mor= gen= glan- ze, zu: # ● C Gm. Hal- le=== lu== ja! Gebet. " Ja, des Le= bens Fürst bist du!" ( 2-6 wird nach der vorigen Melodie gesungen.) 2. Du, vom Gottesgeist erfüllt, Hast durch ihn den Tod bezwungen, Hast das ew'ge Sein enthüllt Und der Menschheit es errungen, Daß, wer sich in dich versenkt, Sich in Gott und ewig denkt! Pred. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! 2. Durch die Menschheit schreitest du, Aus der Nächte tiefsten Schrecken, Aus des Grab's verschloß'ner Ruh' Herzen, Völker zu erwecken; Und erwärmt an deiner Brust, Steh'n sie auf in Frühlingsluft! Pred. Heilige uns, o Herr, in deiner Wahrheit! ¤ Gm. Dein Wort ist die Wahr= heit! b ( oder Abendmahlsrede; nach derselben: Abendmahlsfeier.) 5. Todbesieger! Heil'ger Muth Ström' uns aus dem Gottgedanken, Daß im Kampf um's höchste Gut, Daß im Tode wir nicht wanken, Daß wir, gottbewußt wie du, Schreiten der Vollendung zu! Pred. Lasset uns beten! 57 Vorlesung der Schriftstelle. 4. Durch die Menschheit fort und fort, Herzen labend, Völker weihend, Tönt der Wahrheit ew'ges Wort, Frieden bringend, weltbefreiend; Ob's der Wahn, wie dich, begräbt, Es ersteht, wie du; es lebt! Predigt b t Gm. Wie Je- sus uns lehr=== te! Vater unser. t Gm. A- men, A men! 6. Jenes Siegs, den Christ errang, Werde jedes Herz antheilig! = 8 Jedes, dem sein Ruf erklang, Werde gottbewußt und heilig! Segne, Herr, des Meisters Saat, Daß sie reift zur heil'gen That! Segen. t Gm. Hal- le=== lu== ja! 14. Am Pfingstfeste. Pred. Im Namen des göttlichen Geistes, dem alles Leben entquillt, der alles Leben erhält und heiliget! f Gm. A- men, A= t 1. Ew- ger Der die In des Auf der 58 dring' die Has ses schön en Her- zen men! Geist, o Brü- der leuch te noch zu dunk- le Nacht, Er- de macht! al le, Daß fie seg- nend Fein- den J O durchsich in dir ver== steh'n Und im f Wahrheit Schonden Sieg der Lie- be seh'n! Pred. Gott ist Geist! Lasset uns ihn anbeten im Geiste und in der Wahrheit! Gebet. € f Gm. Am- en, A== men! 59 ¤ 2. Nach Zum Wenn Wett- streit gen, Erfüll' uns, ew- ger gen Der Wahr- heit un- sers dei- ner Wahr- heit treu zu rinOpf er laß' uns freu- dig brinwir uns ihr ganz ben, Dann fühlen wir uns um die Geist, mit Muth! Blut! Her- zens hin- ge = = ge= £ völlig dein; Dann H wis- sen wir: das & 60 JI blüht im ew- gen Geist allein! Pred. Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit! ew- ge ¤ Gm. Hal- le=== lu=== ja! Pred. Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit! Gm. Dein Wort ist die Wahr Fê Le= ben, Es 3 4 == Vorlesung der Schriftstelle. heit! ( Vorige Melodie.) 3. Im Geist ist Freiheit; Freiheit kündet Der Geist; er offenbart das Recht; 4. Du, dem Laß' durch Und durch des Wortes Kraft verbündet Er dir das sterbliche Geschlecht. Das Wort, in dem die Wahrheit tönet, Es dring' in jede Menschenbrust, Das Wort, das einst die Welt versöhnet, Wenn jedes Herz wird gottbewußt! Predigt ( oder Abendmahlsrede; nach derselben: Abendmahlsfeier.) al==== le Kraft entfleußt, dich, ew== ger Geist, Ström' in uns von dei=== ner Stär- ke! Schaf- fen uns der Wahrheit Wer- ke! Schaf- fend nur, o E & E f 61 wir dir würdig zu. Pred. Heilig, heilig, heilig bist du, o Gott, das Weltall ist deiner Herrlichkeit, deiner Liebe voll! Schöpf- er du, 3 Gm. Halle=== lu=== ja! Gebet. ( Vorige Melodie.) 5. In der Menschheit laß uns dich, Ew'ger Geist der Welten, finden! Heil'ger, laß die Menschheit sich Dir im Heiligen verbinden, Daß fie durch die Wahrheit frei, Durch die Lieb' dein Tempel fet! Segen. t Gm. A- men, A== Stre- ben men! Gm. 1. 15. Am Stiftungsfeste. Pred. Die Gnade und die Kraft und der Friede Gottes sei mit uns Allen! - Wir Aus 62 Und träum- ten Er wuchs uns - A men, A===== men! lagen lang von Nacht um- fang- en, al- len Tö- nen, die da klan- gen, bang: sie en- de nie; kei- ne Har: mo= nie! Meisters Geist war uns ver- bor- gen, Des Des Meisters 8 Wort war uns ent- stellt; Da hast du für den neuen Mor- gen, Herr, uns re Blicke auf- ge= hellt! Pred. So wir im Lichte wandeln, wie Gott im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft unter einander. t Gm. Amen, A==== men! 4 2 63 Gebet. 2. Von dei- nem Geist er Hat sich, den Blick nach stärkt durch deine Volk em por ge== P ret- ten, Wer & C Kraft, rafft. frei sein will, wird C है Gm. Gott, du bist die ho- ben, Geo- ben, Dein Wir wuß- ten: du wirst faßten wir die Ket- ten Und brach- en sie ent- zwei. Pred. Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit! frei; So t T Gm. Ha le== lu=== ja! Pred. Herr, heilige uns in deiner Wahrheit! Wahr== heit! 10 2 64 Vorlesung der Schriftstelle. ( Vorige Melodie.) 3. Nicht Willkür soll mehr knechten Den Geist zur Todesruh; Er hält an seinen Rechten, Die ewig sind wie du! Aus deines Wesens Klarheit Entstammt und dir verwandt, Ringt fühn er nach der Wahrheit, Bis er sie ganz erkannt. Predigt. t 4. Nur Ob ben, Der ben, Sie in der Tau send Wahr- heit ist das auch verschieden = Haß er lischt in ring en nach dem ihr: em selben Le= streGlanz. Kranz; Entzün det von den= sel- ben Flam- men Des J Ur- lichts, das die Welt be- sonnt, Wie soll ten Brü- der wir ver=== dam=== men, Die nie uns has- sen £ ja ge== konnt?! be Gm. A- men, A== $ 1 fc men! ( Vorige Melodie.) 5. So ward das Licht der Liebe Bote, Und Langverborgnes ward uns klar; Nun ward im Liebes- Morgenrothe Der Meister recht uns offenbar. Nun faßten wir den Sinn der Worte: 11 Zum Vater kommt ihr nur durch mich!" Nun war er uns die offne Pforte, Wir schreiten durch und finden dich! Pred. So lasset uns nun fleißig sein, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens! Ein Leib und Ein Geist, wie wir auch berufen sind auf einerlei Hoffnung unseres Berufs! Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe! Ein Gott und Vater Aller, der da ist über uns allen und durch uns alle und in uns allen! Gebet. 6. D 65 Glaubensbekenntniß. Bis — € Gm. A- men, A=== men! steh' uns uns- res bei mit deiner Kraft, Daß Seins Er- rung- en- schaft Heißt 9 uns- re Licht und - 66 - nicht er=== mü=== de, Recht und Frie-== de! Un= ter= laß Al- lem Glau- bens- haß! hart uns droht, Ge== treu bis Lieb'! Dein Reich muß kom=== men! Segen. Gm. A- men, A==== men! in den CÔB Gm. A- men, A==== men! Kampf ohn' Te Ob er Tod Der 16. Am Erntedankfeste. Pred. Der heilige Geist der Wahrheit und der Liebe erfülle unsere Herzen! 敬 1. Al= le Dich in Ew- ge Ew- ge kün- digt 1² Liebe, Lieb', er= je de & 67- - gu= te uns- rer heit rer Pracht; Dir, o Ga- be Fel- der nur von dir! fen- nen wir. ==Aeh- re, Dich die Fruchtin Ge- ber い t Gm. Und sei ne Gü- te JJ Gu- ten, Dir sei unser Dank ge== bracht! Pred. Danket dem Herrn, denn er ist gnädig. kom- met, Se- gen, wig- keit. Hal- le Dankgebet. Dich veral= les wäh= ret in = lu= ja! - - 68 ( 2-4 wird nach der vorigen Melodie gesungen.) 2. Dankend für des Segens Fülle, Denken wir auch jener Saat, Die der gotterfüllte Meister Ausgestreut der Menschheit hat! O, sein Wort war edler Same, Und ihn tränkte treu sein Blut; Menschenliebe soll draus reifen In der Gottesliebe Hut. Pred. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit! Gm. Und mit al= ler Liebe! Vorlesung der Schriftstelle. 3. Wachse in uns, Saat des Geistes, Die der Meister ausgesät, Daß von Herz zu Herzen Segen Allen Darbenden ersteht, Jener Segen ew'ger Wahrheit, Der, je mehr er Herzen labt, Um so voller nur und reicher Euch sich mehrt, die ihr ihn gabt! Predigt. 4. Laßt uns denn den Segen spenden, Den der Vater uns geschickt, Frucht der Wahrheit, Frucht der Liebe, Die den Feind auch reich erquickt! Laßt uns Segensfrucht des Friedens - - 69 f Pred. Lasset uns beten! Aussä'n weit in alle Welt, Und die ganze Menschheit werde Gott, dein heil'ges Erntefeld! - t Gm. Wie Je- sus uns lehr== te! Vater unser. ť Gm. A- men, A= = men! Segen. b c Ell Gm. Seg'ne die Menschheit, Gott! 17. Todtenfeier. Pred. Im Namen des ewigen Vaters, von dem alles Leben ist. Amen! t Gm. A- men, A== men! fc 1. Wie Augen- blick- e fliehen, So flieht des Wie Gras und Blu- men blühen, Blüht ſei- ne = Men- schen Zeit, Herr- lichkeit; et, So - 70 Ein Hauch des Win- des wehf ist sie nicht mehr da; Dein Wort nur, Herr, besteh et, Und bleibt mit Trost uns nah! : = Pred. Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlich- keit des Menschen wie des Grases Blume; das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit! e Gm. In E- wig- keit. A== men! Pred. Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn; darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn! Gm. Se- lig sind die Tod- ten, die in dem Herrn ruh'n, die in dem Herrn Pred. Lasset uns die Herzen erheben! tove - 71- - Gm. Va- ter, em- por zu dir! Gebet. E 2. Auf Fel- sen Und Tod, du ruhet mäch- tig uns vom # el nur in's bess- re Land! unser Er den 2 Da unser Vater e= wig Auf zur Unsterb- lich- keit ruh'n! = Glau- be, stau- be wig lebt, hebt. er== bist an Va= ter= hand Uns Heimgang Vorlesung der Schriftstelle. C J J J P 3. Herr, lieb- lich wie das Mor- gen= roth Ver klärst du Leid und Grab und Tod Im schönen, heil- gen Hoffen! Treu fol- gend je- nem lich- ten Pfad, Den £ dein Fuß steg- reich einst be einst be trat, Schau'n wir den Him- mel 72 e of== fen! 4. O Geist, wir glau- ben == Predigt. auch die tief- ste Nacht durch- bricht, Das hehr das All durchflu tet! Wir glau- ben an ein = an dein Licht, Das ew- ges Sein, Wir wis- sen freu- dig stark uns dein, Ob auch das Herz ver 10 blu== tet! Pred. Lasset uns beten! Glaubensbekenntniß. e 73 t Gm. Wie Je- sus uns lehr=== te! Gebet. Uns- re & C ť Gm. Am- en, A== men!. 3 4 -0Sturm der 5. Nim- mer schreckt uns To= des== nacht bringt Nicht der Schmerz der Von dem ew- gen - groß e € Grab und Tod, Mor= gen= roth Trennungsfla- ge, Freiheits- ta= ge! Hei- math steht, Wo kein Er= de weht. 10 - 74- Pred. Der Herr ist in Wahrheit die Auferstehung und das Leben. Seine ewige Kraft erfülle uns seguend im Erdenleben und im Todeskampfe. Amen! 3 2 Gm. Der du in Ewig- feit 31 Frie- den! 1. ,, Laßt die Dei- ne E= wig- keit warst und in blei best, o 18. Konfirmation. Pred. Die Liebe Gottes und der Geist Jesu Christi sei mit uns Allen! b c Gm. A- men, A== men! Sprachst du, Sind so Je- sus, hehr, so Gott, gib uns den Klei- nen Wor- te zu mir kom- men," sind er = freu- lich, Kinder freund! treu- ge meint. Sieh: heut 1 E kom- men uns- re fie find dein! Ĵ 75 & Klei- nen; Groß- er 2 Mö- ge EE Hei- land, Ih- rer Her- zen Leit- stern sein! Pred. Dein Wort, o Gott, sei ihres Fußes Leuchte! Gm. Und ein Lichtauf ihren We== gen! Pred. Weise ihnen, o Herr, deine Wege, daß sie wandeln in deiner Wahrheit und Liebe! --0stets dein Geist, o Gm. Dich, Va- ter, zu Leh- rer, === den! fin==== Gebet. ( 2-5 wird nach der vorigen Melodie gesungen.) 2. Herr, zu deines Reiches Bürgern Weiht sich dir der Kinder Schaar! Laß sie wachsen in der Wahrheit, In der Liebe immerdar In der Wahrheit, die das Leben Frei und froh zum Opfer gibt, In der Liebe, die in allen Brüdern dich, o Bater, liebt! - 76 Konfirmationsrede. 3. Segen, Segen ihrem Streben, Daß es nur an dich sich rankt! Schüße sie, wenn in Versuchung Je die junge Seele schwankt! Laß sie dann auf Jesus blicken, Der so treu sie zu sich rief, Und das Heil'ge und das Wahre Tön' in ihren Herzen tief! Konfirmation. 4. Laß' ihr Herz für's Wohl der Brüder Schlagen, bis es einstens bricht! Fülle du die jungen Seelen Ganz mit deiner Liebe Licht! Laß den Muth, der sie durchdringet, Auch in unsern Herzen weh'n, Daß er unsre auch verjünget, Daß wir treu mit ihnen steh'n! Abendmahl und Gebet. 5. Laß sie schaffen, laß sie wirken Für der Menschheit großen Tag, Daß er einst zu deiner Ehre Weltversöhnend leuchten mag! Laß fie deiner Liebe Boten, Deiner Wahrheit Zeugen sein! Und in deinem ew'gen Herzen Schließe du fie liebend ein! Segen. ť Gm. A- men, A==== men! II. Gesänge und Gebete. +€ 88 0+ sists fmm squöls 3 Gottglaube. 19. Gott, der ewige Geist. 1. Ew- ger Geist, o, du bist! Du gibst im unend- li- chen Schaf- fen Von Jahr- tau- send tau- send Dein Da- sein fund. 2. Alles Leben entquillt Dir, ewiger Geist! Die Gesetze, Die der Welten Bahnen lenken, Sie ruh'n in dir! 3. Kein Gedanke vermag Die Größe und Tiefe und Fülle Deines Wesens auszudenken, Zu fassen dich! 4. Nur die Liebe, sie sucht Durch all die unzählbaren Welten Dich, den Einen; und sie findet Im Herzen dich! zu Jahr 80 5. Nur die Liebe, fie fühlt Dein Wesen als ewige Liebe; Fühlt's in allen Herzensschlägen, Daß sie aus dir! 6. Heilig, ruft sie, bist du! fe — In Allem, was heilig, erkennt fie Dich, den Geist, dein schaffend Walten, Dein Weltgeseg! 7. Und die Liebe, sie schwebt Zu dir auf den Flügeln des Glaubens Und sie nennt, o ew'ger Geist, dich Anbetend Gott! - 1 20. Der Allgegenwärtige. 1. Zu dir, den Schwingt aus des Ê jauch- zend prei- sen Die Stau- bes Kreisen Die Gei- ster all im Chor, See- le sich em= por; T Dich sucht sie voll Vertrau en, Dich sucht sie nah und fern; Dich, den sie fühlt, zu schauen, Fliegt sie von Stern zu Stern. 2. Schon ruht die Erd' umschleiert Tief unter ihrem Blick; Die Seele, die dich feiert, Schaut nicht auf sie zurück. Sie sucht die hellen Pfade, Wo Zions Palmen weh'n, Sie sucht den Stuhl der Gnade, Den Cherubim umweh'n. 3. Sie fliegt durch Millionen Von Welten nur nach dir! Auf welcher magst du wohnen? Und wie erscheinst du ihr? Sie fragt durch alle Sphären Nach dir allein, nach dir. Ob Alle dich verklären,- Du zeigst dich nirgends ihr. 4. Doch Geisterstimmen quellen Wie Fluthen um sie her, Sie jubeln laut und schwellen, Ein donnerbrausend Meer, Und künden hehr und prächtig Von Sonnenball zu Ball: " Der Weltgeist, groß, allmächtig, Er waltet überall!" - 81- - in 21. Gott in der Schöpfung. 1. Welche Tie- fen, welche Höh- en! Heil- ge Wie viel tau send Wel- ten dreh- en Dortum 11 Schau- er fas- sen mich. ih- re Son- nen sich! H Son- nen o= dem - = # Grän- zen, Wo sich kei- ne Welt mehr dreht, Kei- ne 2. strah- len 82 # - Und wo sind des Rau- mes glän- zen Und kein weht? Wie viel Millionen Leben Freuen sich in jeder Welt, Freuen sich, den zu erheben, Der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets sie alle Liebend, segnend überschaut? Wer, der seines Tempels Halle In's Unendliche gebaut? Le- bens3. Kann mich hier sein Name trügen? Hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen; Und sein Name heißt: Ich bin! Ja, du bist, den Gott wir nennen, Dem das Weltall eigen ist; Seligkeit ist's, dich zu kennen, Der du Aller Vater bist! fe 83 4. Deine ält're Offenbarung Liegt jetzt aufgeschlagen da, Und im Lande der Erfahrung Fand ich dich mir immer nah. 25 Du, der wölbte diesen Bogen Und der Sterne Kreis bewegt, Hast den Puls auch aufgezogen, Der in meinen Adern schlägt. 5. Hast den Funken mir gegeben, Der in mir die Nacht erhellt, Diesen Geist, der höhrem Leben Zufstrebt aus der Sinnenwelt, Jenem Leben, wo er freier, Näher schaut dich, Weltengeist, Und in des Gedankens Feier Dich, den Urgedanken, preis't! 22. Der Allwaltende. 1. Groß ist der Herr, die Wenn er in dun- feln Lie- be strömtaus Ber- ge Un= ge= JJJ Vor seiner Got- tes maje= = Der Heili = ge, vor= ü- ber= stät, geht. zit- tern wit- tern, Doch sei- ner Hand In vol- len 84 - Wol- ken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, Bis zu der letzten Sonn' hinaus Herrscht sein Gesetz; als Vater waltet Er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, Mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vertrau'n zu ihm ist deine Pflicht. Er, der dem Wurm ein Lager bettet, Der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, Erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; Mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten Ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinen Leiden, deinem Harm Wirf seiner Huld dich in den Arm. 5. O schwinge dich empor vom Staube, Verfinstern deine Tage sich! Zu ihm blick auf, und bet' und glaube! Versagend selbst erhört er dich; Doch nie enthüllt die Ungeduld Das heil'ge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, Was dir gebührt, sei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; Aus ihr erwacht der hohe Muth, 85 Der, wenn das Unglück uns umstürmt, Uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, Wenn er den frömmsten Wunsch versagt; Was hier beginnt, wird dort vollenden, Wo dir ein neues Leben tagt. Es ruh'n im engen Raum der Zeit Die Keime deiner Ewigkeit. 23. Gott ist die Fiebe. ¤ 1. Gott ist die Liebe! Jauchzt, ihr Mor- gen+ ster- ne; Froh- lockt, ihr Wel- ten heer', in hoh- er Fer ne! Ihr schnel- len Win- de, = = get eu= re re= Flügel; Er- klingt, ihr Berge, Thä- ler, Au'n und polo Hü- gel. Gott ist die Liebe! Gott ist die Liebe! 86 2. Gott ist die Liebe! Mag sein Donner brüllen Und schwarze Nacht sein flammend Zelt umhüllen, Mag auch der Erde tiefster Grund erbeben Und schäumend sich das Meer gen Himmel heben; Gott ist die Liebe! 3. Gott ist die Liebe! Betet an, ihr Sünder! Wir Sterbliche, auch wir sind seine Kinder. Nicht Angst noch Trübsal, weder Schmach noch Leiden, Nicht Tod noch Leben kann von ihm uns scheiden; Gott ist die Liebe! 4. Gott ist die Liebe! - geheiligt werde Dein Vaternam'; es wachse auf der Erde Dein Reich, der Liebe Reich; und es geschehe Dein Wille hier, wie droben in der Höhe! Du bist die Liebe! fc 24. Gott im Gewissen. 1. Durch der See- le Tie- fen Das bald leis, bald lau- ter schal- let Des Gehal= let, Un- bewis- sens ern- stes Wort, Wenn Ver- such- ung stech lich fort und fort. el BE flicht, Mahnt es mich an Kraft und Pflicht. mich um - 2. Wenn ich stark den Sieg errungen Durch des Willens hehre Kraft, Fühl ich mich von Gott durchdrungen, Der den Frieden in mir schafft, Und den Himmel, froh bewußt, Trag' ich in der eignen Brust. 3. Doch, wenn sich der Blick mir trübte, Daß ihm Gottes Urbild schwand, Wenn mich, da ich Böses übte, Die Versuchung überwand, Ruft mir das Gewissen zu: - 87- 11 Gott und dich verläugnest du!" 4. Reuig sucht das Herz den Einen Heil'gen Freund, den es verlor; Ihm sich wieder zu vereinen, Ringt die Kraft sich frisch empor Und die innre Stimme spricht: 1. Bessrung fühnt, was Schuld verbricht." 5. Ew'ges Wesen, du unnennbar ť Unbegreiflich höchste Macht, Ja, du redest unverkennbar Durch's Gewissen, das da wacht; Das da zeugt zu jeder Frist, Daß du heilig, heilig bist! 25. Gott in der Menschheit. Der du in Als Heil'ger Myr= i= wal- test a= den Welim Ver= gel 88 ten, Allmächt- ger Schö- pfer, kund dich gibst, ten, Als Va ter al= le We- sen liebst, P Dich schau'n wir in der Welt- geschichte Le ben- dig = wal- tend licht und klar, Durch dich wird sie zum Welt- gerichte, Durch dies wirst du uns of fen= bar. 2. In aller Nacht hat doch zum Licht nur Die Menschheit stets durch dich gestrebt, Und irrend selbst nur nach der Nichtschnur Des ew'gen Gottesgeist's gelebt! Was da verwes't, ward nur zum Staube, Weil es zum Geist sich nicht erhob; Und was da siegt, dem war's der Glaube An ihn, der Siegeskränze wob. 3. Ja, in der Menschheit Selbstentfaltung Verkündigst du dich, ew'ger Geist, Du, der in ihrer Selbsterhaltung Als ihre Seele sich erweist! Als ew'ges Recht, als ew'ge Wahrheit, In reinster Menschlichkeit allein Erkennt in deiner vollen Klarheit Die Menschheit, Gott, dein ew'ges Sein! 4 2 1. 89 26. Der heilige Wille. Ob Sturm und Wet- ter Ich weiß, daß e= wig ob die Erde bebt, heil- ger Wil- le lebt! to= ben, Und o= ben Ein Er gibt sich in den Bah- nen Der Wel- ten herr- lich fund, Er spricht als lei- ses Mah- nen Tief aus des Her- zens Grund. 2. Laut in der Weltgeschichte Macht er sich offenbar, Wenn spurlos wird zunichte, Was groß und herrlich war; Wenn sich zur Lebensfülle, Zur Siegesmacht erhebt, Was einst, in Grabeshülle Verschlossen, doch gelebt. 3. Welch Wort nennt ihn auf Erden Dem sterblichen Geschlecht? Er soll der Menschheit werden Lebendig kund als Recht. 12 靛 - 90 € 1. - Das spricht aus jedem Sehnen, Aus jedes Geist's Begehr, Das strahlt in Märt'rerthränen Weit auf die Welt umher. 4. Ob Kerfergrau'n umnachtet, Wer sich dem Licht geweiht, Ob auch in Fesseln schmachtet ,. Wer fühn den Geist befreit, Ob hier auf Erden sichtbar Nur Herr noch sind und Knecht, Doch lebt, lebt unvernichtbar Der Gotteswille: Recht! 5. Ob Frevel es verhöhnen, Es läugnen mag die Macht, Sein Ruf wird doch ertönen Aus tiefster Völkernacht; Dann läßt es von den Todten Ersteh'n ein neu Geschlecht Als seinen Siegesboten,- Das ew'ge heil'ge Recht! 27. Ewige Gerechtigkeit. Ob die Schuld in Ob fein Rich- ter Näch- ten schleicht, und kein je erreicht Den, der - 91- Mensch sie je ent= deck= et, sich mit ihr be- fleck= et, Ein- em, Ur- theil spricht, Fre- velnd Herz, ent- rinnst du 2. Ahnst du's? In dir selber tief Waltet Er, der heilig schlichtet; Er, der einst dir warnend rief, Er ist's, der dich jego richtet, Er, der in die eigne That Das Gericht gelegt schon hat. 4. Schlage auf der Menschheit Buch! Jedes Blatt der Weltgeschichte Offenbart im klaren Spruch Seine ewigen Gerichte; Wie die Schuld, die triumphirt, Durch sich selbst vernichtet wird. der dein 3. Er, deß Wesen kund dir ward In der Welten ew'gen Bahnen, Er ist's, der sich offenbart Dir in des Gewissens Mahnen; Der mit seiner heil'gen Kraft In dir Höll' und Himmel schafft. 5. Ob auch oft der Gegenwart Sich der Heil'ge noch verhülle,- In der Zukunft offenbart nicht! 92 Sicher herrlich sich sein Wille; Hoch schwebt über aller Zeit Ewige Gerechtigkeit! 1. Ich Und Höh- en und im in- nern Welt mich - 28. Gottgefühl. such- e las- se dich, durch von dem den ich bin, Auf äuß- ern Sinn Zur Wei- ten, leiten. Auch da, Geist Got- tes, find' ich dich; Auch da umschwebt dein We- sen mich, Du bist's, den ich em = pfin- de. 2. Du sendest deinen Sonnenstrahl; Ihn trinken Flur und Haide. Auch mich erweckt im Lebensthal Dein Segensblick zur Freude. Ich rufe, wie mein Herz mich's heißt: Geist Gottes, heil'ger Freude Geist, Verlaß', verlaß' mich nimmer!" 93 3. Geist Gottes, du der Liebe Geist, Der sich in dem Gefilde Wie in des Menschen Brust erweist Durch segensvolle Milde, Ermuntre mich zur schönsten Pflicht! 14 O, wär' auf Erden Liebe nicht, Wo wär' für uns ein Himmel? 4. Geist Gottes, du des Muthes Geist, Dich hat mein Herz empfunden, Fühlt' ich in Nöthen mich verwaist, Von Reue mich umwunden; Du gabst mir Trost von obenher, Und heil'gen Muth zur Wiederkehr In meines Vaters Arme! 5. Geist Gottes, du der Hoffnung Geist, Du schwebst auch um die Guten, Wenn Trennung ihnen Wunden reißt, Die bis zum Grabe bluten; Dann lehrest du sie Gott versteh'n Und senkst den Trost vom Wiederseh'n In die zerriss'nen Herzen. 6. Auf, meine Seele, lob' den Herrn! Ihn preist des Haines Blüte; Es tönet laut von Stern zu Stern: Wie groß ist Gottes Güte!" So nahe, Gott, bist du auch mir; Ich flehe kindlich fromm zu dir: Dein Geist verlaß mich nimmer," 2² c ach! so — ele 1. Wenn trau- ernd durch der Wol- ken HülWenn ein sam in ver= laß- ner Stil52 was dem 94 29. Vorsehung. le Die inn- re Le- bens= son= ne le Der Weh- muth trü- bes Au- ge heiß das — Was gibt, wenn al= le Freu- den schie- den, Die, Her- zen Herz ge liebt, D = scheint, weint, gibt? sa= ge, Frieden Und Kraft dem ਤੂੰ ॥ mü- den Get ste 2. Sei mir gesegnet, Lichtgedanke, Der grüßend an die Brust mir schlägt, Mich durch des Raumes enge Schranke An's große Herz des Vaters trägt: - 95 Daß auch in meines Lebens Kreise Er heiligwaltend niedersteigt, Daß er, der unbegreiflich Weise, Dem Fleh'n der Liebe treu sich neigt. 3. Da, wo geführt von gold'nem Strahle Im Riesenschritt Planeten geh'n, Dort, wo am Bach im engen Thale Der Demuth stille Veilchen steh'n, Wo nächtlich durch empörte Wogen Das Donnerwort des Sturmes braust, Und wo, vom Blätterdach umzogen, Des Frühlings kleiner Sänger haust,- 4. Hier bist du, Gott, wie dort!- Ich sehe Anbetend deines Waltens Spur; Ich ahne deines Geistes Nähe Im hehren Tempel der Natur. Du, der mit Thau die Nose feuchtet, Das Würmchen speist, das Hälmchen tränkt, Deß Lebenssonne Allen leuchtet, Du fühlst auch, wenn mein Herz sich kränkt! 5. Der Sonnenheere Myriaden, Der Wesen ungemess'ne Zahl, Der Wandrer auf verlornen Pfaden, Wie die Libell' im Sonnenstrahl, Sie alle ruh'n mit ihren Schmerzen An deiner großen Vaterbrust; Du füllst mit Wonne todte Herzen Und sättigst, was da lebt, mit Lust. 6. Auch mich, auch mich hast du erforen Und segnend an das Licht gebracht; Ich irrte wankend und verloren, Ein Blinder, durch die öde Nacht. 96 Da nahm ein Genius von drüben Mich an die fromme Liebeshand; Das starre Herz begann zu lieben, Und ach! die öde Nacht verschwand. 7. So rolle denn zum Oceane, Du gold'ner Lebensstrom, hinab! Ich steu're mit dem kleinen Kahne Durch Nacht und Sturm und Wogengrab. Der ew'ge Geist in lichter Höhe, Der helle Leitstern läßt mich nicht. Getrost, mein Herz, getrost!- Ich sehe Am Ziel der dunklen Reise- Licht. 30. Gott mit uns. ť 1. Bleib', o Herr, in unserer Se- lig füh- len wir uns in der klein- sten Hütte, of- fen ſein. Mit- te! dein, Raum soll Je= des Herz dir 6 97 2. Locken uns der Erde Güter, Blendet uns die Lust der Welt, Bleibe bei uns, treuer Hüter, Daß wir thu'n, was dir gefällt! 3. Ist es um uns öd' und trübe, Traurigkeit in unsrer Brust, Bleibe bei uns; deine Liebe Wandelt auch den Schmerz in Lust. 4. Leit' uns, Führer deiner Heerde, Auf der Wahrheit grünen Au'n, Daß auch unser Wandel werde, Wie wir deinen Wandel schau'n. 5. Deck uns, Herr, mit deinem Frieden! Bricht die letzte Nacht herein, 1. 3u mißt, Der Laß auch dann uns nicht geschieden, Laß uns ewig bei dir sein! - 31. Erhebung zu Gott. ihm, zu ihm, der al- le Him- mel e= wig ist, Dem freu- dig ſein wird, e= wig war und fingt der Sphä- ren Ju- bel13 chor, Steigt der Ge= sang des por. Wenn 98 er in ſei- nem hüllt, Die Herr- lich= keit des J Sterb- li O Glan- ze füllt, Dann ist von Zwei- feln nicht die = chen emsich entVa- ters mich erSee- le l bang, Gott mein Ge- sang, Gott mein Ge- sang. 2. Ihn preist der Schöpfung ewig neue Pracht, Ihm schimmern tausend Sterne durch die Nacht; Der Lenz verkündet seine Allmachtspur, Wie die im Schlummer ruhende Natur. Wenn er im Donnersturm vorübergeht, Im Balsamhauch der Frühlingsblüten weht, Dann ist,-voll froher Andacht singt's die Brust ,Gott meine Lust. 3. Die Blumen schimmern mild im Morgenthau, Die Sterne glänzen sanft im Dunkelblau, Die Sonne strahlt, ein hehrer Feuerball, Und sendet Licht und Wärme durch das All; — 99 Doch aller Welten Farbenpracht und Glanz, Der Sonnenheere goldner Feuerkranz, Wie hell er glüht, erreichen ihn noch nicht; Gott ist mein Licht. 4. Gott ist mein Licht, das meinen Pfad erhellt, Wie Morgenröthe in das Dunkel fällt, Wie Sonnenglanz mir dort in Eden lacht, Wenn Gutes ich im Pilgerlauf vollbracht. Wenn auch auf wildem sturmbewegtem Meer Des Lebens Nachen treibet hin und her Und der Verfolgung Welle mich umtos'tGott ist mein Trost. 5. Ich zittre nicht- Gott lebt- ich zittre nicht; Mein Licht, mein Trost und meine Zuversicht, Er leuchtet mir den rauhen Pfad hinan, Er tröstet mich auf dornenvoller Bahn, Er sendet Kraft aus seinen Himmelshöh'n Und heißt mich furchtlos seine Wege geh'n, Und tobten meine Feinde noch so wildGott ist mein Schild. - 6. Allmächtig hieß er seine Welt ersteh'n, In ew'gen Kreisen sich die Sonne dreh'n; Einst kommt der Tag, der mich mit ihm vereint, Wo mir des Urlichts ew'ge Klarheit scheint; Wenn sich der Geist aus Erdenfesseln ringt, Sich frei und selig zu den Sternen schwingt; Am treuen Vaterherzen ruht er dort. Gott ist mein Hort! Univ.- Bibl. Giessen 32. Vertrauen auf Gott. be, Von dem der t el. 1. Ich trau- e dir, du ew- ger Geist der Liewankt; Ich trau- e be Des Schick- fals - 100 Herzweiß auch im den; Dir trau' ich, U Glau- be nim- mer weicht noch J dir, ob auch im Sturm- ge= trieschwankt; Und ob auch all die lich- ten Ster- ne schwinmir das Schiff des Le- bens den, Und ob der Hoff- nung An- ker= tau zer= reißt, Das Dun- kel dich zu dir, o finWel- ten geist! = 101 2. Dir trau' ich, dir, ob Schmerz die Seele spaltet, Ob manches treue Herz der Tod zerdrückt, Ob manche Brust im Strom der Zeit erkaltet, Ob manche Freudenblume wird geknickt. Ich traue dir! Es muß ein Tag erscheinen, Wo Alles nur wird Licht und Klarheit sein, Wo alle Guten wird ein Band vereinen; Dir trau' ich, Ew'ger, dir allein! 33. Hoffnung zu Gott im Leid. = 1. Hof- fe, Herz, nur mit Ge duld! End- lich O dein Vater ist voll Huld! Kind- lich wirst du Blu- men bre= chen! kannst du zu ihm sprechen. Auf dein gläu- biges Ver- trau'n Wird er seg- nend nie- der schau'n. 2. Wolken kommen, Wolken geh'n! Bau' auf deines Gottes Gnade! Zu der Freude Sonnenhöh'n Führen stürmisch dnnkle Pfade; Doch ein treues Auge wacht. Zittre nicht in Sturm und Nacht! 3. Anfre du auf Felsengrund!! Schwinge dich zu Gottes Herzen! Mach' ihm deine Leiden kund! Sag' ihm deine tiefsten Schmerzen! Er ist gütig und erquicktJedes Herz, das Kummer drückt! fic= 102 4. Faff im Glauben fühnen Muth! Kraft wird dir dein Helfer senden; Mit der Hand, die Segen thut, Wird er deine Leiden enden. Er ist lauter Lieb' und Huld! Hoffe, Herz, nur mit Geduld! - nährst die Li- lien gis- sest un- term 34. Buflucht zu Gott. JE 1. Der du mit Thau und Son- nen- schein ErDer du die jung en Ra- ben nicht Ver auf dem Feld, Him- mels zelt, J Der du zu Wasser bäch- en führst Den Hirsch, der durst- ig auf den Tod, O - 103 gib, du — All- barm- her- ziger, Auch unsrer Zeit, was ihr so 2. Um Frieden, Frieden flehen wir,- Nicht jenen, der des Sturm's entbehrt, Der sicher in der Scheide Heft Gefesselt hält das scharfe Schwert, Nein, um den Frieden in der Brust, Dem's mitten in der Schlacht nicht graut, Weil auf den Felsen deines Worts Mit festen Pfeilern er gebaut. 3. Gib uns die Hoffnung, Herr, zu dir, Die nie zu Schanden werden läßt! Gib uns die Liebe, die im Tod Und über'm Tode noch hält fest! Gib uns den Glauben ächt und stark, Den Glauben, der die Welt bezwingt! Und auf dem Scheiterhaufen noch Dir helle Jubelpsalmen singt! 4. Wohl sind wir fündig, arm und schwach Und nimmer schon des Sieges werth; Doch du erkräftigst, wo ein Herz Nach Einigung mit dir begehrt. So hör' uns denn gleich Israel, Da er dich ringend hielt umfaßt: " Ich laß dich nicht, ich laß dich nicht, Herr, bis du mich gesegnet hast." noth! 5. Nein! du verstößest nimmermehr Den, der da flüchtet in dein Haus, Zerbrichst nicht das zerknickte Rohr, Und löschst den matten Docht nicht aus. Noch heute tönt des Geistes Ruf, Erlösend, tröstend, weit und breit: Kommt her zu mir ihr all, die ihr Mühselig und beladen seid!" 6. So kommt denn All', in deren Ohr Die hohe Freudenbotschaft klang, Die einst den Hirten auf dem Feld Der Chor der Engelstimmen sang; Kommt! Süßer. Frieden ist in Gott Und Licht, das keinem Dunkel weicht. Das Leben ist Er und sein Joch Ist sanft und seine Last ist leicht. 3 4 1. Groß- er Vor dir Herr, wir prei= Und be= wun= Wie du 104 35. Lob- und Danklieder. - Gott, wir neigt die sen dert warst vor dei dei= -6 lo== ben dich, Er= de sich = ne Stär- fe! ne Wer- ke. 3 고 al= ler Zeit, So bleibst Du - 105 in wig= feit! 2. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Durch die Nacht flammt deine Ehre! Dir erglüht das Morgenroth! Himmel, Erde, Luft und Meere Preisen deiner Allmacht Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. 3. Sturm und Wetter loben dich, Dich der Wurm, im Staube hausend! Dich preist unveränderlich Jed' Jahrhundert, jed' Jahrtausend, Jedes Volk, das je gelebt, Jedes Herz, das zu dir strebt! 4. Großer Gott, dich loben hehr Aller Weisen Lichtgedanken, Dich der Menschheit Märtyrer, Die als heil'ge Opfer sanken, All ihr Leid, ihr Siegestod Preiset dich, du ew'ger Gott! 5. Dich, Herr, preist der Wahrheit Wort, Für der Menschheit Recht gesprochen, Dich der Muth, der fort und fort Ein um's andre Joch zerbrochen, Dich des Geistes Freiheits- Saat, Dich der Liebe sel'ge That! 6. Alles, was da fühlt und denkt, Preist dich, Herr, zu allen Zeiten! Du, der all die Welten lenkt, 14 3 -2 1. Al- les, was Uns auch wolle segnend leiten! Auf dich hoffen wir allein! Herr der Welten, wir sind dein! 36. 106 4 Herrn! An- dacht und hei- li- ge O- dem hat, Lo- bet den Lo- bet ihn lo= be den Won- ne durchdring- e Un- ser Al== ler 2. Alles, was Odem hat, liebe den Herrn! Urquell der lautersten Liebe bist du, Gott, Warst's und bleibst's in Ewigkeit! 3. Alles, was Odem hat, danke dem Herrn! Huldvoll, erbarmend und gnädig beglückt er Gern mit Wonn' und Seligkeit! 4. Alles, was Odem hat, jauchze dem Herrn! Erdkreis und tönende Sphären, o preiset Gott, den Weltengeist, mit uns! 37. See- len ganz! Her- ren und Al- le, die sei- nen hochvon ihm das 107 heiligen Na- men! Le- ben be= fa= men! Al- le froh- lock= et R dem Herrn! Lobt ihn in €- wig- keit! A== men! 38. fed J Nahe und fern, Mit verein- tem Ju- bel schal= le Schwe- be Preis't den Herrn und stim- met Al= le Ein in : unser Lied em= por! die- sen Freu- den- chor:" Heilig, heilig bist du, Gott, hei- lig, Herr Gott Saba= oth!" 62 t quillt dir, ſeg- seg Preis Preis al= le ne uns re - 108 39. ê dir, o Schöpf er! Alles Sein Entdir, o Vater! Wir sind dein. O Stär== fe. Wer= = fe! Dich, der sein el heiliges Ge- bot In je des Herz geschrieben, Dich wol- len wir treu bis zum Tod In al- len Menschen lie= ben! NB. Die vorstehenden kurzen Loblieder Nro. 37, 38 und 39 eignen sich zum Beginne der Sonntags- oder Festtagsfeier, sowie die folgenden Danklieder Nro. 40, 41 und 42 zum Schlusse derselben. 40. 1. Dankdir, güt- ger Gott! Dank dir, groß- er Gott! Gott der e- wi- gen Lie= be! heil- ger Gott! # Gnädig gege ben, Dank dir, Dank dir, o 109 = t 115 2. Dank für jede Freud'! Dank für jedes Leid! 1. Nun Er MO All' kommt von deiner Liebe! Wo wir auch schreiten,- Du wirst uns leiten, Vater, Vater, du treuer Gott! 3. Laß uns dir vertrau'n, Fest auf dich nur bau'n, Der die Welten du lenkest! In Todesschrecken dan ket ist uns Der du dies Le- ben Wirst du uns decken, Sanft uns heben zu dir empor! 41. Al= le nah im Gott Aus Glück, Er tief- beist uns weg- ten Her= zen! nah in Schmer- zen! lich, Was Tod und 3 4 2. - 110 er zum Welt, Der = Er Grab Er tönt sein Da sein schuf; Hoch Wir dan- ken dir, seg- net = 42. Du Geist der Lieb' und Kraft, Oläutre unser Streben! Laß deinen Frieden stets In unsern Seelen schweben! Und ruft der Tod uns ab Aus diesem Erdensein, Dann fühle unser Geist, O ew'ger Geist, sich dein! Le- bens= vä= ter= al= le Er schaf- fe= nen ü- ber ruf! Va- ter, du Schöpfer der lie- bend er hält! Du Noth! Zu 1 seg- nest im 111 — Glück- e, Du seg- nest in DE dir ziehst du seg- nend hin- an uns im Tod! 1. Stern von Licht des Stern der Um dich Christus. 43. Weihnachtsfeier. Wahr- heit, Bet- le= hem, o Lebens, D ver Liebe, wie- der flar! her der Treu- en Schaar! hell her= vor, Daß im schei- ne, ei= Licht sich = ne JU ü- ber= win- de Wahn und Haß; tritt Stern der wie- derfin- de, Was in Nacht sich lang ver= lor. 15 - 2. Süße Himmelstöne hallen Ueber die erwachte Welt; Denn den Menschenherzen allen t 1. 114 Ist der Himmel aufgehellt. Alle Geister jauchzend loben Jhn, der uns gesandt den Stern: ,, Preis und Dank dem Vater droben, Lob und Ehr' und Ruhm dem Herrn!" 3. Holde heil'ge Himmelsmahnung Tönt in's Herz und hallt drin nach, Aller Edlen lange Ahnung Wird erfüllt am nahen Tag. O so stimmt zum Himmelsliede, Erdensöhne, freudig ein! 11 Allen soll Ein Gottesfriede Und die Erde- Himmel sein!" 4. Uebertönt, ihr heil'gen Töne, Allen Ruf zu Haß und Streit! Stern von Betlehem, verschöne Neu die Welt, dem Licht geweiht! Leucht' in alle Nacht der Schmerzen, Tröstend, ew'ger Liebesstern! Leucht' in's Dunkel aller Herzen, Ewig treues Aug' des Herrn! D Er 414. Der Menschensohn. sucht ihn steht ja, nicht im mitdem Gott- heits- glanDor- nen= fran ze, Den ze Ge sei- nes zeigt er Mei- ster, auf dem krönt, bei euch, der 115 Fühlt ihr nicht sei- nes Her- zens Schlä- ge? Nicht SUPORTE euch die - D- dems mil- den Hauch? Ein Bru- der thron! Wel ten Menschen= sohn! We=- ge Zum Va- ter, $ 5 auch. und nun folgt ihr 2. D seht nur seines Auges Leuchten! Erfaßt's nur recht; es blendet nicht! O seht dasselbe Aug' sich feuchten Von Thränen, wenn euch was gebricht! All, was ihr fühlen könnt an Schmerzen, All, was ihr fühlen könnt an Lust, Er fühlt's im reinsten Menschenherzen; Sein Himmel, seht, ist seine Brust! 3. Seht ihn inmitten eurer Kinder, Er ruft sie mild zu sich heran. Noch heute winkt er Trost dem Sünder, So wie er's jenem Weib gethan. - 116- — Er nennt sich Gottes Sohn, und nennet Auch euch so, die er beten lehrt Zum Vater, der euch alle fennet Und allen gleiche Lieb' gewährt. 4. Noch heute findet ihr die Stätte, Wo unser Meister gerne weilt, An eines Kindes Sterbebette, Wo er der Eltern Kummer theilt. Noch heute seht ihr, wie er Blinden Das Aug' zu vollem Schau'n erschließt, Wie er mit jenen, die ihn finden, Das heil'ge Liebesmahl genießt. 5. Geht hin und sucht ihn an dem Grabe; Er ruft euch zu: ,, Das Grab ist leer; Was auch der Staub empfangen habe, Der Geist lebt ewig, rein und hehr! Der Haß ist Nacht! Hell muß es tagen. Wacht, Brüder, auf vom schweren Traum! Die Wahrheit werd' an's Kreuz geschlagen, Sie macht das Kreuz zum Lebensbaum." 6. O hört den Ruf! Er klingt so süße, Wie Brüdern klingt bei'm Wiederseh'n Der holde Laut der ersten Grüße; O wollt nur seinen Ruf versteh'n! Er sprach ja einst: Ich bin der Dritte, Wo zwei versammelt um mich her." So nehmt ihn auf in eure Mitte! Er geht von euch gewiß nicht mehr. Her- zen drang; Und 117 445. Der Erlöser. 7 t 1. Du fühl- test, Herr, in Das Wenn nach Er= lösung lö= sung Von Selbst- sucht lag ste Der gan zen Menschheit Sehn- suchtsVersöhnung such te du em- pfand'st all ihre Schmer- zen, STT heiß fie 1 nim- mer ih= re Ret ten = dei- nem sie und ward das Wort ge hart ge= bun- den, = rang. Licht, fun- den, stark zer- bricht. 118 2. Da rauschte, Herr, der Gottheit Quelle In deiner Brust; in dir ertönt War jenes Wort, das morgenhelle, Das durch die Lieb' die Welt versöhnt, Das Wort, das heil'ge, das befreiet, Das Wort des Ursprungs ward dir kund, Das Wort, das neu die Menschheit weihet Zum freien, ew'gen Bruderbund. 3. Da riefst du: ,, Bater" aus; du kanntest In dir das ew'ge Sohnesrecht; 11 Und wie du, Gottes Sohn" dich nanntest, Schufst du ein göttliches Geschlecht". Nun war des Grabes Fels zertrümmert, Nun war der Mensch nicht Staub allein Und in die Nacht des Todes schimmert Des Vaters Liebesblick hinein. 4. Nun konnten alle Blinden sehen, Des Geistes Tag brach ja heran; Den Tauben war im Frühlingswehen Das Weltverständniß aufgethan; Nun schritten, die an Krücken gingen, Aufrecht einher als rüst'ge Schaar, Die Zungen, die das Wort empfingen, Sie machten's herrlich offenbar. 5. Nun soll kein Gottes Sohn mehr schweigen, Wenn Gottes Stimme in ihm spricht, Und Gotteswürde will sich zeigen Auf jedem Menschenangesicht. Nicht Herr und Knecht, nur Brüder reichen Die Hände sich zum Liebesbund, Und den Erlösten, Freien, Gleichen Wird ein Recht nur, das ew'ge, fund. - ¤ 1. Ach, wo Werth des 119 6. ,, Mir nach!" so riefst du, hehrer Meister, „ Das Höchste steht noch aus, die That! Ihr Gottes- Söhne, Menschengeister, Sie laff' ich euch als meine Saat. Es wächst aus meinem Liebestode Das Leben, das den Tod bezwingt, Das siegreich als Erlösungsbote Von einem Volk zum andern dringt." 7. Ja, Herr, du hast gesiegt! Errungen Hast du der Menschheit Sieg zugleich! Denn, gottentstammt und gottdurchdrungen, Ward sie durch dich zum Gottesreich. Dir nach! Uns winkt in deinen Händen Das Siegesbanner hehr und rein! Auf, die Erlösung zu vollenden! Du wirst, im Geiste, mit uns sein! 46. Jesu Lehre. Der in's Das des - strömt der Born des e= del= sten Be= ew- ge Le- ben quillt, Menschen Sehn- en stillt? wel- cher Son- ne quil- let Uns das Le= bens, stre- bens, Ach, aus rei- ne - = 120 P - Gottes licht, Das die Nacht, die hül- let, Und ihr Grau- en 2. Ach, wo zeiget sich zum Frieden Und zur Freiheit offne Bahn ,. Daß ein irrend Herz hienieden Ruh' und Rettung finden kann? Ach, wo schließt im Todesthale Sich die Ewigkeit uns auf, Daß die Seel' in Gottes Strahle Froh vollende ihren Lauf? macht zu nicht? = uns um3. Seele, frage nicht vergebens! Sieh', aus Jesu Lehre quillt Alle Fülle wahren Lebens, Die dein Sehnen herrlich stillt. Irrst hienieden du im Dunkeln, Suchst du reiner Wahrheit Licht, Sieh', wie ihre Strahlen funkeln Dir im Wort, das Jesus spricht. 4. Daß ein irrend Herz hienieden Frieden hoffen könn' und Ruh', Rief der Meister seinen Frieden Noch vom Kreuz der Menschheit zu. Ward sein Wort oft tief verhüllet In der Sagung finstrer Gruft, Neu ersteht's, es wird erfüllet, Wenn's der Geist zum Leben ruft; — f 4 2 - 121 - 47. Jesu Ruf. 1. Kommt Al- le, die ihr 11 la- den und be= drückt, Nach mű- de, BeRuhe, Glück und JJJ Frie- de Umsonst um her ge- blickt! Kommt, ich will euch erquick- en, Ich will euch Trost ver- leih'n! O saugt aus mei- nen Blick- en Der Lie- be Fül- le ein!" 2. Und habt ihr ihn vernommen, Und habt ihr ihn geschaut, Wie zögert ihr, zu kommen Auf solchen Liebeslaut? D, hin in seine Arme, An seine treue Brust, Daß unser Herz erwarme In seines Anschau'ns Lust! 3. Wo ist ein Freund, der reiner Die Menschheit je geliebt? O Keiner, auch nicht Einer Hat solche Treu' geübt! 16 - 122 Er will die Wunden heilen, Die uns das Leben gab, Will milden Trost ertheilen, Nimmt unsre Lasten ab. 4. Ihm sind sie nicht verborgen, Die Leiden der Natur; Er kennt wohl alle Sorgen, Die je ein Herz erfuhr. Er trocknet wohl die Thränen, Die Demuth vor ihm weint, Er stillet wohl das Sehnen, Das seine Liebe meint. 5. Kommt! Seines Grußes Segen Ist Friede; Friede sprießt Auf allen unsern Wegen, Wenn er uns Führer ist. Kommt, und des Glückes Trümmer Laßt leicht und froh zurück Für einen sel'gen Schimmer Des Trost's aus seinem Blick! C 1. Dü- ster 48. Jesu lettes Abendmahl*). sank der A- bend nie- der In dem Kreis ge= lieb- ter Brü- der *) Die Gesänge 48 und 49 sind für die Abendmahlsfeier bestimmt. Zu dem Saß der floß die stil- len Herr beim leg= te sprä- chen hin; 123 - Ce- drons- Thal; A- bend- mahl. Fei'r- lich F Stun- de Un- ter Trost- ge= Je des Wort aus Mun de Hat- te heil'gen Lie- bes= = 2. An des Mahles nahem Schlusse Nahm der Meister Brod und Wein, Segnet' Beides zum Genusse Und zum Liebesdenkmal ein. ,, Nehmet," sprach er, ,, Tischgenossen, Meinen Leib zur Speise hin; Nehmt, es wird für euch vergossen Nehmt mein Blut zum Tranke hin!" 3. Zum Gedächtniß meines Leidens sei- nem Seget fort, was ich begann; Ehrt den Abend meines Scheidens, Ewig, ewig denkt daran!" Brüder! rührt euch Jesu Liebe, Ist euch heilig sein Gebot- D, so kommt aus reinem Triebe, Kommt und feiert seinen Tod! - finn. Sucht in Lo- dern - 49. Bedeutung der Abendmahlsfeier. J 1. Herz und Herz vereint zu== fam- men, Las- set eu- re Lie- bes= flam- men Haupt, und wir die 124 Got- tes auf den Brü- der; - Her- zen Rub! Hei- land zu! Glie- der, T wir der Schein; Er der Er das Licht und Er das Mei- ster, wir die Er ist un- ser, 2. Ew'ger Geist des Herrn, vereine Um dich deiner Jünger Schaar! Völlig bleibe sie die deine, Wie's dein legter Wille war! Ja, verbinde in der Wahrheit, Der du aus der Wahrheit bist, Alles, was von deiner Klarheit Durch und durch erfüllet ist! wir sind CAS sein! 125 3. So wird dein Gebet erfüllet, Daß der Vater alle die, Denen du dein Herz enthüllet, Auch in seine Liebe zieh', Und daß, wie du Eins mit ihnen, Also sie auch Eines sei'n, Sich in wahrer Liebe dienen Und durch Lieb' einander weih'n. 4. Friedefürst! laß deinen Frieden Stets in unsrer Mitte ruh'n! Laß uns, Meister, nie ermüden, Sel'gen Liebesdienst zu thu'n! Denn wie kann die Last auf Erden Und die harte Pilgerschaft Holder uns versüßet werden Als durch treuer Liebe Kraft? 5. Deinem Band hast du geboten, Daß er Liebe üben soll! O fie mache all' die todten, Trägen Geister lebensvoll! Lod're, heil'ge Liebesflamme, Schmilz der Formen Eisesbann; Und in Einem Bruderstamme Lebst du Einer, Heiland, dann! 50. Jesu Kampf und Sieg. 1. Herr, in Seh' im dei- nen Lei- dens bang- e== sten Er SE gar- ten war- ten Blick' ich, in der Schmer- zen- Nacht, Der Erge- bung heh- re Macht, frömm- sten 126 je= mals der Ge be= te, Das zum stieg, Ward dir, Herr, der € Got- tes= stark er= rung- ne In dem 3. Heil'ge Liebe, die das Leben Hinwirft mit dem Gottesmuth, Weiht dich, und der Wahrheit geben Willst du froh dein Opferblut; Stark, das Höchste zu vollenden, Nimmst den Todeskelch du hin, Nimmst ihn ja aus Vaterhänden, Für die Brüder trinkst du ihn! Va- ter heiß- erfleh- te, 2. ,, Kann der Kelch vorübergehen, Vater, so geh' er vorbei! Doch dein Wille soll geschehen, Was auch sonst der meine sei." Also flehtest du nach oben Dreimal in der Kampfesnoth, Betend bald emporgehoben Ueber Schmach und Schmerz und Tod. Sieg! 127 4. Kommt der leßte Kampf von allen, Wo die Seele los sich ringt, Möge mir der Muth nicht fallen, Daß auch mir der Sieg gelingt! Wenn die letzten Kräfte sinken Und mein Aug' im Tode bricht, Dann des Vaters Kelch zu trinken, Stärk' mich deine Zuversicht! ¤ ne Der ne Der 1 51. Jesus mit der Dornenkrone. 1. Wie bist du, Hei- land, Dem Dor nen kranz, den Lei- den Fre- vel ü- ber- ström- ten = = Wie leuch- tet hell aus un- ter Schmach und hoch und auf das hehr ge schmückt, Hauptge= drückt! # dei- nem blei- chen, BlutAn- ge mit der Krodir im Hoh= sicht Nur heller £ Streichen Her= vorder - 128 See- le gött- lich Licht! 2. In sanftem Schimmer durch die Nächte Glänzt überschwänglich deine Huld; Gelästert, stehst du, der Gerechte, Ein Lamm in schweigender Geduld. Es tobt um dich des Volks Getümmel, Das laut nach deinem Blute schreit; Du aber trägst in dir den Himmel Voll Muth und Ruh und Seligkeit. 3. Du klagest nicht, du duldest stille Aus freier Liebe, göttlich groß, Was über dich der heil'ge Wille, Den du in dir erkannt, beschloß. In einen Kranz aus lichten Strahlen Der innern Herrlichkeit zerfließt Die Krone, die, zu herben Qualen Bestimmt, dein reines Haupt umschließt. 4. Wohl Viele sieht man gierig rennen Nach Kronen, wie aus Flittergold, Drin falsche Edelsteine brennen, Die Welt sie ihren Gößen zollt. Wohl flattern leicht gepflückte Kränze Des Lorbeers Manchem um das Haupt, Die, bald verwelft im ird'schen Lenze, Des Todes falte Hand entlaubt. 5. Mich laß im dunklen Thal der Erden, Wo Kampf und Seufzen stets ertönt, Dir, hoher Meister, ähnlich werden; Mit Dornen, gleich wie du, gekrönt! Das wilde Dorngestrüpp der Sünde Reiß aus des Herzens Grunde ganz; Durch der Entsagung Schmerzen winde Sich um die Stirn ein Dornenkranz! 6. Wenn langsam unter ihm die Hülle, E 1. Die staubgeborne, sich verzehrt, Dann bricht aus ihr in Kraft und Fülle Der Geist, stets herrlicher verklärt, Bis alle Dornen in der Krone Ein Blick von deinem Angesicht Aufglühen macht vor Gottes Throne In Strahlen, Herr, aus deinem Licht! - Wie Sind 52. Die Worte Jesu am Krenze. O 129 einst in heut auch El Kreuz der Jüng- er stand, Kreuz em - por= ge= wandt. bitt- ren Schmerzen Am uns- re Her= zen Zum Wir seh'n den Hei- land H lei- den, Ge- treu bis in den Tod; Er kün- det £ s F noch im Schei- den Sein heiliges Ge= bot! 17 130 2. Die wir nach ihm uns nennen, Sein Beispiel zieh' uns nach! So wollen wir bekennen, Was er am Kreuze sprach. Aufopfernd, gottergeben, Der Wahrheit treu und rein, Soll unser ganzes Leben Wie Jesu Sterben sein! 3. Seht: für die Feinde fleht er, Die noch im Spott nicht ruh'n, ,, Die"( spricht der heil'ge Beter) Nicht wissen, was sie thu'n." So laßt auch uns vergeben. Den Feinden, die uns schmäh'n! Der wird uns schon erheben, Zu dem wir für sie fleh'n! 4. Zum Sünder, der bereute Und bat: ,, Herr, denke mein!" Sprach er:„ Du wirst noch heute Im Paradiese sein!" O tön' auch unsrer Reue, Du heil'ges Hoffnungswort! Des Vaters ew'ge Treue Stößt keins der Kinder fort! 5. Herr, unser Hort und Rather, Du Helfer in der Noth! Du zeigst dich uns als Vater Recht treu erst durch den Tod! Tod ist ja nur die Straße, Drauf zu dir eilt der Geist, Daß er dich neu umfasse In Wonn' und ewig preist! fc - 131- - 6. Sei bei uns, Herr der Welten, Mit deiner Gnad' und Macht, Jetzt, und wenn wir einst sprechen Wie Jesus:' s ist vollbracht!" Nimm, wenn wir treu vollendet Des Erdendaseins Lauf, - Nimm, Herr, in deine Hände Dann unsre Seele auf! 53. Jesus der Mutter denkend. Î 1. Als vom Kreuz er nie- der- schau- te, Da der Todihn schon um- grau- te, Dacht' er an der Mutter Schmerz. + Sei- ne heil- ge See- le fühl- te, Welch un- nenn- bar Weh durchwühlte Ihr ver- laß- nes treu- es Herz. 2. Und, zum Freund das Haupt gewendet, Spricht er, da sein Leben endet: ,, Meine Mutter, sie ist dein!" Seines Herzens letztes Bangen, Seiner Seele legt Verlangen, D, die Mutter war's allein! - 3. Tönt, ihr legten Liebesworte, d Die ihr für das schmerzdurchbohrte Mutterherz ein Balsam wart, Tönt auch mir und weiht mein Leben, Zu der Lieb' hinanzustreben, Die am Kreuz sich offenbart! 132 4. Seele, ganz in Gott versenket, Die der Mutter scheidend denket, O du bleibst der Menschheit Stern! Heil'ge alle Kindesherzen, Lind're alle Mutterschmerzen, Menschlich schönstes Wort des Herrn! stät- te Ge= - Jesu Leiden. 3 4 1. Singt mit wein- en- dem Laut, Mit heiß her- abquel- len- den Thrä- nen Den, der auf der Schä- del= ward! 2. Kelch, mit Jammer gefüllt! opf= ert Selbst bis auf die bittersten Hefen Trank er dich, bis daß im Tode Das Herz ihm brach. f 3. Dem verstummenden Lamm Gleich, ward er zur Schlachtbank geführet; Ach, er sank, er sank verzeihend Hin in sein Blut. 133 4. Noch aus röchelnder Brust - t H O staunende Menschheit vernimm es! Fleht er für der Feinde Leben, Die ihn ermord't. 5. Hoch vom Kreuzpfahl herab Tropft Blut ihm aus offenen Wunden, Und zulegt ruft er verscheidend: „ Es ist vollbracht." 6. Singt mit weinendem Laut, Mit heiß herabquellenden Thränen Den, der auf der Schädelstätte Geopfert ward! denk- end - = 55. Jesu Tod. 1. D Golga tha, zu deinen Ich will den Menschheits- hel- den = Er heb' ich ehrfurchts voll mein Herz. In seines Opfer to des Schmerz. = = Höh- en seh- en Gesei- ner To- des pein, Will ich mich 134 - ganz der Mensch- heit weih'n. 2. Wie herrlich scheidet der Gerechte, Im Tod als Mensch aus Gott verklärt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, Von Frevlern noch am Kreuz entehrt; Doch seines Muths Erhabenheit Bezeugt des Menschen Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, Mit himmlischer Gelassenheit; Bemerkt die traurigen Verwandten Und sorgt für sie voll Zärtlichkeit; Spricht Frieden, Trost und Seelenruh Den Kummervollen liebend zu. 4. Stets freudig, Gottes heil'gen Willen, Auch wenn er Leiden vor sich sah, Durch Lehr' und Thaten zu erfüllen, Fühlt er sich nun dem Ziele nah, Und, Demuth auf dem Angesicht, Freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Seht, wie er jeßt in jener Stunde, Wo mancher Held nicht Fassung hielt, Mit Gott im klar erkannten Bunde, Dem Weltgeist seinen Geist empfiehlt Und unsrer Seele hohen Werth, Durch dieses letzte Wort verklärt! 6. So stirbt der Meister, seine Lehren Von Tugend und Unsterblichkeit Der Welt als göttlich zu bewähren! - 135 Er macht die Menschen all bereit, Der Wahrheit Zeugen treu zu sein, Den Tod nicht für die Lieb' zu scheu'n. 7. Schon viele tausend Brüder schieden Dir, Jesus, nach mit Freudigkeit, Sie fühlten jenen heil'gen Frieden, Den Gottbewußtsein nur verleiht. Das soll auch mir das Leben weih'n; So wird mein Tod, wie deiner, sein! 56. Jesus, der Auferstandene. 2 1. Vom Du, Lei- chen- tuch be == deck- et, Lag Herr, hast neu er=== weck- et Jedschlum- mernd die Na= tur, we de Kre= a: tur. Durch dich quillt fri- sches Le- ben, Das starr ge- fes- selt lag, Viel tausend Keime stre ben Dich kün- dend an den Tag. 2. Auch uns hielt Winterschlummer Gar lang in harter Haft; Wir dachten schon voll Kummer, Erstarrt sei unsre Kraft, - 136 Versiegt des Lichtes Bronnen, Die Lieb' von Frost verzehrt; Da ist die Nacht zerronnen, Die Lieb' zurückgekehrt. 3. Nun sind wir all von Banden Des geist'gen Tods befreit, Durch Christus neu erstanden, Durch Christus neu geweiht. Er, der uns lang verborgen In dunklen Nächten war, Zeigt uns am Ostermorgen Sein Antlig mild und klar. 4. Er hat den Tod bezwungen, Der heil'ge Gottesheld, Siegreich hat er gerungen Mit aller Macht der Welt; Sie wird den Geist nicht tödten. Der stark den Zwang bezwang; Drum sei in Sorg' und Nöthen Kein Herz mehr todesbang! 5. So singt mit lautem Schalle Nun All': Halleluja! Der Herr ist für uns Alle Erstanden wieder da. In seiner ganzen Klarheit, So zog er zu uns ein; Im Geist und in der Wahrheit Wird er stets bei uns sein. 6. Es kann jed' Kind ihn fassen, Jed' Herz kann ihn versteh'n, Und er will keins verlassen, Reins soll verloren geh'n. - 137 Wer in sich aufgenommen Den neuerstandnen Christ, Der wird zum Vater kommen, Der keines Sohn's vergißt. - 57. Osterfeier. I. hütet sie in ť 1. Um's Grab des Auf- er Die Wahr- heit, die die Des Früh- lings schön- ste Blü- te Aus dir, o Gott, blüht sie durch stand- nen schlin- get Welt be- zwin- get, Licht- ge- wan- den e sich; dich! 7 A Dein Geist; er ruft: ,, Das Grab ist leer; Sucht den Le- bend- gen, der erÎ stan- den, Fort- an nicht bei den Tod- ten mehr!" 2. Die Wahrheit kann nicht untergehen, Die Wahrheit ist der helle Tag; Stets muß sie wieder auferstehen, Wenn sie auch lang begraben lag. 18 — 138 Da sie aus Gott, kann sie nicht enden, Sie herrscht mit ihm für alle Zeit; Sie wirkt mit nimmermüden Händen Am Werke, das die Welt befreit. 3. Die Wahrheit ist die Geistessonne, Die Wahrheit ist des Lebens Quell, Sie spendet immer Licht und Wonne, Und was da siecht, verjüngt sie hell; Selbst ihren Feinden strömt sie Segen, Sie löst des Hasses nächt'ges Grau'n Und läßt sie froh auf allen Wegen Das Weltgeseß der Liebe schau'n! 58. II. 1. Oft- ern, Oft- ern, Frühlings weh- en! Oft- ern, Oft ern, Auf- er stehen = E Gra- bes Nacht! Blu- mer sol== len Aus des tie- fen fröhlich blühen, Her- zen sol- len himm- lisch glühen, — 139 Denn die Wahr- heit ist er wacht! 2. Die im Grabe lag gebunden, Hat die Lüge überwunden, Und der dunkle Kerker bricht. Frühling wehet auf der Erden, Frühling soll's im Herzen werden, Herrschen soll das ew'ge Licht! 59. Jesu Vollendung. 1. Es steht das Kreuz im Mor- gen- roth, Ver€ schwun- den ist des To des Noth. Der Hei- land ging zum € Him- mel ein, Von dort dringt's her wie Mor- gen- schein. 2. Verschwunden ist die finst're Nacht, Die wir im herben Schmerz durchwacht; Die Höhen steh'n schon purpurhell; Wie kräftig rauscht des Lebens Quell! 3. Die Ferne dehnt sich aus wie weit, Verliert sich in Unendlichkeit, Und der beschränkte Lebenslauf Blüht neu im Garten Gottes auf. - 140 - 4. Was tief in unserm Innern ruht, Das bleibt ein unverlierbar Gut; Was wir errungen und erlebt, Ist für die Ewigkeit erstrebt. un- serm Geist, Ird- schen reißt, 5. D Herz, harr' aus in dieser Zeit! Der ew'ge Morgen ist nicht weit! Schon steht das Kreuz im Morgenschein; Dort muß die wahre Heimath sein! 60. Pfingsfeier. 1. Heili- gend und schaffend webet Got- tes Geist in Wenn sich das Gemüth er- he- bet Und sich los vom # Strebt, zu Gott sich auf- zu- schwin- gen, Und, voll Lieb' und glau- bens- voll, Das nur ů- bet, was es soll, Got- tes Wil- len zu voll bringen, Da em- pfin- den - 141 wir den Geist, Der aus Gott in Al= le fleußt. 2. Also kam auf jene Schaaren Einst der Gottesgeist voll Kraft, Die im Herrn versammelt waren, Allem Schwanken nun entrafft! Nun der Glaub' in ihnen brannte: Jesus sei der Gottesheld, Den gesandt Gott in die Welt, Daß er Sünd' und Tod verbannte, Da, da fühlten sie den Geist, Der aus Gott in Alle fleußt. 3. Flammen wurden ihre Zungen, Allen faßlich sprach ihr Mund, Und von Wahrheitsglut durchdrungen Thaten sie ihr Inn'res fund; Fühlten ganz sich aufgeschlossen, Wie ein Hauch den Keim belebt, Der im Dunkeln lang gestrebt, Blühend an das Licht zu sproffen. So empfanden sie den Geist, Der aus Gott in Alle fleußt. 4. Geist des Ew'gen, o erfülle Das Gemüth der Sterblichen! Flamm' uns an zur Tugend! Stille Die Begier des Irdischen! Laß den Geist in uns erblühen, - 4 2 - Daß er, an das Licht gebracht, Sich entwinde jeder Macht, Die ihn will zum Niedern ziehen! Daß wir fühlen dich, den Geist, Der in alle Herzen fleußt! 142 je ner Jüng- er Schaar Gei stes Bote war; - 61. Ueue Pfingsten. 1. Schon längst schwand ein Jahr- tausend, Seit Der Sturm gewaltig brau- send Des = Da flammt' auf ih= ren Zung- en Der Wahrheit heil- ges Wort, Den Geist, der sie bezwung en, Be kann- ten sie so 2. == fort. Und wieder schien verschollen Der ew'ge Geist zu sein; Da tönt's, wie Donnerrollen, Der Menschheit: ,, Er ist dein!" 143 Da kommt der Sturm als Netter; Hinbraust er nah und fern; Da kennt jed' Herz im Wetter Den ew'gen Geist des Herrn. 3. Er läßt in Flammen lohen, Wie einst, das heilge Wort; Und, ob die Mächt'gen drohen, Doch siegt es fort und fort. Es schmilzt den Haß zusammen, Es wird die Welt befrei'n, Es wird in Läutrungsflammen Sie hell zur Liebe weih'n! 4. Hat die Befreiung endlich Vollbracht der Geist des Herrn, Dann spricht er mild verständlich Im Frühlingssäuseln gern; Ob Völker sich befehdet Lang in der Knechtschaft Weh'n, Jed' Volk, das Freiheit redet, Wird dann die Lieb' versteh'n! - 62. Christus, unser Ficht. ť c d d d p 1. Geist vom Geiste, Licht vom - Lich: te, Kamst du nie- der auf die Welt, Und es ward die - 144 - PJA dunk- le Er de Wun- der- bar durch dich er hellt. 2. Von der finstren Macht des Bösen, Aus des Geistes tiefer Noth Deine Brüder zu erlösen, Starbst du frei den Heldentod. 3. D, wie war des Himmels Wonne Und der Menschheit Freude groß, Denn die Armen wurden selig, Die Gefang'nen wurden los. 4. Und dein Tod ward uns zum Leben, Denn es geht dein Gotteswort, Zu dem Vater uns zu leiten, Durch die weite Erde fort. 5. Finstre Nacht, dein Reich soll fallen; Alle Herzen sollen rein, Alle Seelen frei durch Wahrheit, Selig durch die Liebe sein. 6. Doch die finstren Erdenmächte Sind in uns noch nicht bestiegt, Weil in jeder Menschenseele Himmel und auch Erde liegt. 7. Darum leit' uns, Fürst des Lebens, Auf der Wahrheit lichter Bahn! Geh' im Leben, geh' im Sterben Nur zum Siegen uns voran! f - Ⓡ 145 - 63. Christus in der Gemeine. 1. Wo ist dein Geist, du ew- ges Wort? In unsern Seelen lebt er fort, Du ken- nest sie, fie einen sich Im Geist der Lie be froh um dich. = 2. Was aus des Geistes Tiefen quillt, Was uns den Durst der Seele stillt, Das wogt, ein heil'ges Liebesmeer, Aus deiner Fülle zu uns her. 3. Du hast durch deines Geistes Kraft Der Wahrheit ew'gen Sieg verschafft; Hast das verlorne Gottesbild An Bruderseelen neu enthüllt. 4. Du, reich an Lieb', ein Menschenherz, Verstandest auch des Armen Schmerz; Den Sünder selber führtest du Dem göttlichen Erbarmen zu. 5. Dein ist der Geist, der in uns lebt, Dein ist der Trost, der uns erhebt, Dein ist die ew'ge Gotteskraft, Die Sieg und Heil auch uns verschafft. 6. So sind wir dein, sind frei durch dich, Und keine Seele fürchtet sich, 19 146 Wenn sie als Heiland dich bekennt, Und doch dich Mensch und Bruder nennt. - 64. Christus, der Völkerheiland. t 1. Du sprachst das ew- ge Wort des Lebens, Das Losungswort des Mensch heit stre- bens, C Das durch Jahr- tausende er= tönt, Das Wort der Lie- be, die ver= söhnt, Wort des Glau- bens, der uns weih- et, 2 Das Das Wort der F Hoffnung, die er hebt, Das Wort der Wahr- heit, die be= frei- et, Das Wort der Frei heit, die be- lebt. 2. Der Schiffer hört es in dem Sturme, Die Mutter an des Kindes Grab, Wie der Gefangne tief im Thurme, Der Flüchtling mit dem Bettelstab; Es hört's, wer festen Schritts entgegen Dem Tode eilt für Licht und Recht; 2 - 147 Er hört, wie der Erlösung Segen Umrauscht ein fünftiges Geschlecht! 3. Es hört dein Wort die Schaar der Helden, Wenn sie der Uebermacht erliegt; Ein sterbend Volk will's andern melden, Daß die Erlösung dennoch siegt! Ob Schwerter dröhnen, Ketten klirren, Und ob der Frevel triumphirt, - Die Menschheit läßt sich nicht beirren, Daß sie der Freiheit theilhaft wird. 4. Den Völkern nimmst du treu die Bürde Vom Nacken und ihr Joch zerbricht, Denn dein Wort ist die Menschenwürde, Das jedes Volk einst freudig spricht; Dein Wort wird weltbefreiend richten, Es ruft das Recht zum Aufersteh'n! Du wirst den Völkermord vernichten, Und eins nur wird, dein Banner weh'n! 5. D, laß um dich sie all' sich schaaren, Die Völker, die der Wahn getrennt, Die durch die Knechtschaft Feinde waren, Daß jedes, frei, nur freie kennt! In Freiheit führe sie zusammen, Du Völkerheiland, Friedensheld, Und in der Liebe heil'gen Flammen Verjünge die erlöste Welt! 65. Die allgemeine Kirche. ť 1. Die Her- zen wer- den sich ver= söh 148 nen Einst unter einem Freu- den- zelt, die Na- tur wird sich ver- ath- men wird die Welt! 2. Die Herzen werden sich verbünden, Sich bringen jeden Gottesgruß, Von Brust zu Brust hinübermünden Wird, Gott entströmt, ein Freudenfluß. 3. Ja, finden werden sie gemeinsam Den Weg, das Leben und das Licht, Was feiner kann erringen einsam, Wer nur sich selber Kränze flicht. schö- nen, In Lie- be 4. Es werden sich die Seelen einen In gleichem Geist und Glaubenszug, Daß sie nach ew'gen Frühlingshainen Vollbringen ihren Wanderflug. 1. Willst du Nennst du 5. Das Gottesreich, wo Freud' und Frieden, Und Licht und Kraft wird Allen sein, Des Geistes Himmel schon hienieden, O Brüder, naht. Geht zu ihm ein! 66. Des Christenthums Vollendung. Und Christdich bloß dich nen- nen, Christ, noch ler= ne fer= ne Mensch zu Je- nem, kommst du - wer- den der dein erst dem 149 erst! Du Met ster ? Rein- en, Heiland nennt, Wenn's in HE bist, ist! Näh- er Den dein Herz den je- dem Men schen dei- nen Al- ler nächsten, Bru- der 2. Menschlich war des Heilands Sendung, Alle Menschen nannt er sein; Menschlichkeit wird die Vollendung Seines Menschheitswerkes sein. Gotterfüllet wollt' er werben Menschen, alle frei und gleich, Gottessöhn', als seine Erben, Bürger all' im Gottesreich. 3. Erst wenn Namen nicht mehr trennen, Wenn in einem Gottesgeist Alle die sich Brüder nennen, So Ein Vater Kinder heißt, Dann hat Christus ganz durchdrungen Aller Herzen sprödes Erz, Und die weite Welt umschlungen Hat sein heilig liebend Herz. 4. D, so laßt uns recht erfassen Jenes Ziel, das er erstrebt, fennt! 150 Und für das bis zum Erblassen An dem Kreuz er treu gelebt. O, so laßt uns rüstig schaffen An dem Werk, das er begann, Kämpfen mit denselben Waffen, Womit er den Sieg gewann. 5. Mit dem Schwert, das er auf Erden Brachte, mit des Lichtes Schwert Muß der Wahn bezwungen werden, Der des Menschen Stirn entehrt, Der die gottverlieh'nen Rechte Noch dem Juden vorenthält, Der die Schwarzen noch als Knechte Unter's Joch der Weißen stellt! 6. Mit dem Schwert, das er auf Erden Brachte, mit der Liebe Schwert Muß der Haß bezwungen werden, Den der Wahn in Völkern nährt. Leuchte, Christus, hellsten Glanzes Jedem Volk, das dein sich nennt, Daß die Menschheit sich als Ganzes, Sich als Bruderbund erkennt! 7. Strahl' in alle Herzen nieder, Licht der Liebe, Geist des Herrn, Und geh' auf ob allen wieder, Neuentdeckter ew'ger Stern! Wenn die Lieb' die letzte Schranke, Die der Wahn erbaut, gefällt, Tagt der Eine Gottgedanke Der befreiten Menschenwelt! 1083 Got Lebensweibe. 67. Menschen würde. be = 1. Ein Mensch sein,- hei- li Ein frei er Geist, der ke, Der mich zu fe Der Kör- per= Ein Geist aus dir, der Welt- geist, Der das Flug des Wil- lens Ew- ge dir, o welt be = len= sich er wählt! = ger Ge= dan= je- der Schran= Gott, er hebt! wußt ent= schwebt! dich kann den= ken, Du All be= seelt! Ich kann den ken, Der kühn das 2. Du bist der Urquell alles Guten, Ich bin die Welle, die da fließt. D, wie der Strom der Lebensfluten Aus dir sich segensreich ergießt! Du bist das Licht, wir dessen Farben; Es bleibt; drum tilgt die Nacht uns nicht. Wenn ich, wenn meine Lieben starben, Wir strebten nur zurück zum Licht. 3. Das ist mein Kern: mich dein zu wissen. Durch Freiheit, Ew'ger, bin ich dein! Dies Einheitsband wird nie zerrissen; In dir, dem Geiste, bleibt mein Sein. So will ich freudig Mensch mich nennen Und heilig achtend, wer so heißt, In Menschenwürde dich bekennen, Ein freier Geist, dich, ew'ger Geist! 1. Du Weil - 0 x 68. Vernunft. Die dich, o Dich als des 152 gabst sie uns, dich haft uns, Herr, Ver- nunft ge sie in Myr- i== a- den O Ew- ger, Va- ter nennt, Le- bens Quell er= kennt. zu erfassen ge- ben, Le- ben Du Als un- sers 153 Da- seins heil- gen Kern! Mag al= les f - blas- sen, Sie leuch- tet hell als Got- tes- stern! 2. O daß wir als der Menschheit Krone Sie heilig achten immerdar, Wie sie an deinem reinsten Sohne Der Gotterfülltheit Spiegel war! O daß sie dich in uns verkläre, Gleichwie der Meister dich verklärt! O daß dich, Ew'ger, Jeder ehre, Wenn er der Menschheit Höchstes ehrt! ť Ird- sche uns ver1 3. Gotteslicht, mit deinen Flammen Durchsprüh' des Wahnes Winternacht! O schmilz das Eisesjoch zusammen, Das Menschen noch zu Knechten macht! O endlich laß zum Gottesreiche Die Erde, wie im Lenz, erblüh'n, In welchem Freie nur und Gleiche Für eine That der Liebe glüh'n! 69. Mensch, Beit und Ewigkeit. U 1. Es schlägt der Puls, es rinnt die Zeit, Es 20 - 154 75 reiht sich immer Jahr an Jahr, Das Le- ben ist ein - flüch- tig Heut, Nie kehrt zu rück, was ge- stern war. = 2. Die Freude lächelt und verfliegt, Die Thräne quillt, auch sie versiegt, Und Alles blüht und reift und fällt, Ein großes Grab ist diese Welt. fe 3. Doch, was aus höherm Geiste stammt, Verweset nimmer hier im Staub; Was in des Menschen Busen flammt, Wird nie der flücht'gen Zeiten Raub. 4. Dort oben über'm Sternenzelt Blüht unverwelklich eine Welt; Dort ist nicht Jahr, nicht Tag, noch Tod, Dort thront ein Gott mit Machtgebot. 5. Preis ihm, dem Herrn, deß Allmachtruf Den Geist des Menschen ewig schuf! Preis ihm in dieser dunklen Zeit! Preis unserm Gott in Ewigkeit! 70. Unsterblichkeit. H 1. Der Lenz er= freu= et, Der Blu- men schöner was da Flor er= ਨੂੰ le= bet, he= bet - freundlich läch- elt 155 Er bricht des Win- ters Fes- seln los; Ver- jüngt sich aus der Er- de Schooß, er mir zu: Un sterb- lich, = freu' dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge Das Band mit ihrer Strahlenmacht, Sieh, er erhebt die zarte Schwinge, Geschmückt mit neuer Frühlingspracht, Und winkt in höh'rer Lust mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott Forschungsgeist gegeben, Und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir, sie bürgen mir ein Leben, Wo sich des Höchsten Rath enthüllt. O, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu' dich, Mensch, bist du! Und 71. Hoffnung. ( Melodie: Großer Gott, wir loben dich.") 1. Stern der Hoffnung, leuchte mild In des Kummers öde Kammer! - 156 Waisen zeig' des Vaters Bild, Lindre Wittwen ihren Jammer! Jedem, der da einsam weint, 6 Wecke einen treuen Freund! - 2. Stern der Hoffnung, strahle treu Auf den Sterbenden hernieder, Zeig' ihm, daß das Leben neu Ihm erblüht und schöner wieder, Daß der Tod die Pforte ist, Die ein edler Sein erschließt! 3. Stern der Hoffnung, laß dein Licht In des Kerkers Nächte dringen, Den Gefangnen wird dann nicht Der Verzweiflung Macht bezwingen; Sende der Erlösung Schein, Stern der Hoffnung, ihm hinein! 4. Stern der Hoffnung, zeig' die Bahn Treu den Heimathlosen allen, d Leuchte ihnen hell voran, Die nach neuer Heimath wallen! Durch die Wüsten, über's Meer Schwebe du ob ihnen her! 5. Stern der Hoffnung, o durchbrich Hell der Knechtschaft dichtste Wolke! Zeig' als Stern der Zukunft dich Jedem tiefgebeugten Volke! Künd' ihm, wenn es fast verzagt, Daß auch ihm die Freiheit tagt! f t 157 73. Gebetestrost. 1. Be- te Sieht die — nur, betrüb- tes Herz! Laß den Wol- ken nur dein Schmerz, Licht doch Sturm rings um dich im- mer bleibt's dort to= ben! o= ben!- Und der Sturm, eh du's gedacht, Er ver- treibt der Wol- ken Nacht. 2. Bete nur, betrübtes Herz! Will fich deine Noth nicht wenden, Wird dir leichter doch der Schmerz, Und dein Klagen wird sich enden; Denn dich stärket Gottes Huld, Gibt zur Hoffnung dir Geduld. 3. Bete nur, betrübtes Herz! So wirst du dein Leid bezwingen; Beten gibt Geduld im Schmerz. So wird dir dein Kampf gelingen: Wer geduldig, ist ein Held, Er besiegt sich und die Welt. - Hell 158 Tugend. € 1. Wer stets mit hei- li- gem Entzück- en Der Tu- gend reine Schön- heit sieht, Wer Gu- tes, weil es gut ist, üb- et, Ĵ Und Bö- ses, weil es bös ist, flieht, Der ahnt, der fühlt, der € sucht in fich, O Ur- quell al= ler Tu- gend, dich! 2. D laß mich stets das Gute lieben, Weil ich mich drin als dein erkannt, Weil ich in seiner hehren Schöne Begeistert dich, den Ew'gen, fand! O laß das Schöne mich versteh'n Und stets mich d'rin das Gute seh'n! 3. So will ich, wenn ich Tugend übe, Dich in mir machen offenbar, Sei du mir, wenn ich ihr mich opfre, In ew'ger Schönheit herrlich klar! Nicht Lohn ist's, nur ihr eigner Werth, Worin die Tugend sich verklärt! 159 74. Pflichterfüllung. 1. Rast- los vor- wärts, fest- en Sin- nes, Brüder, Daßdem Muth- e des Be= gin- nes Die Volauf der Bahn der Pflicht, len- dung auch ent- spricht! Den Ent- schluß zur Thatkraft spor- nen Sol- len uns des We- ges Dor- nen. 2. Starf das eigne Herz bezwingen, Sprechen, wo die Feigheit schweigt, Mit dem Unrecht mannhaft ringen, Ob es uns auch Vortheil zeigt, Treu die Wahrheit stets enthüllen, Wonne ist's, dies Pflichterfüllen! 3. Lieber schmachten in Beschwerden, Lieber dulden Schmach und Spott, Als der Pflicht je untreu werden, Das heißt: treu sein sich und Gott! Ganz sich selber hinzugeben. Für die Pflicht,- nur das heißt leben. 1 ger, der Ziele 160 75. Selbsterkenntniß und Entschluß. - 1. Jch blick' em- por zu dir, o E- wiDie auf der Prü- fung Weg zum groß- en Allen, wal len, = Vergel- ter, Rich- ter ist; ich e blick' em= por zu dir; Ach wie ge- trübt ist noch dein rei- nes Bild in mir! 2. Ich schaue prüfend hin auf die entfloh'nen Tage; Sie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; Doch ihre Thaten führt mit strengem Richterblick Mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück! 3. Die reinste Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, Das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden ,Ich selbst betrog mich drum; den bleibenden Gewinn Gab ich, von Schein getäuscht, für kurze Lust dahin. 4. Was war's, das mich als Knecht tief in den Staub gezogen, Das um die Himmelsruh' des Herzens mich betrogen? 161 Die Selbstsucht war's, die mir den Geist mit Wahn umfloß, Die mir den Brüderkreis, den Weg zu dir verschloß. 5. O weihe meine Kraft, die Selbstsucht zu bezwingen, Laß sich mein sehnend Herz zu dir, du Heil'ger, schwingen, Daß, Ew'ger, ich mit dir und mit mir selbst versöhnt, Ein Ton des Einklangs sei, der durch das Weltall tönt! f ť 1. Du, den Zu dem 76. Rene. meine See- le liebt, Ur- quell Va- ter, der ver= gibt, Komm'ich al= ler Gna== den, schuld be= la== den. O an, Wenn mit Reu- e - ? Ja, du nimmst die Sün- der zähren Sie von ihr- es AP Irr- thums Bahn Wie der zu dir keh== ren. 2. Nicht hab' ich den Weg gewählt, Den die Tugend wandelt; Nicht von ihrer Kraft beseelt, Hab' ich schlimm gehandelt. 21 Joe 162 the Ich erkenne meine Schuld; the Voll der tiefsten Neue Fleb' ich auf zu deiner Huld: Vater, ach, verzeihe! 11 3. Leite mich nach deinem Rath, Laß mich deinen Willen In Gedanken, Wort und That Treu und froh erfüllen! Meiner Schwachheit, Herr, mein Hort, Leihe Kraft und Stärke, Daß ich auf dein heilig Wort Neugeboren merke! Sittliche Kraft und Seelenfrieden. goe 1. Mag die Welt mich im- mer has sen, Kann ich Gottim O so bin ich Geist um fas- sen, Und verdammt mein Herz mich nicht, = vol- ler Freu- de, Glück- li- cher, je f mei- ner Pflicht. mehr ich leide, Bleib' ich treu nur 2. Sittlich frei mich selbst beschränken, Deine ew'ge Ordnung denken, Und mich selber stets in dir, Schmerzen, die mein Herz durchdringen, Durch des Willens Kraft bezwingen, Dazu, Gott, gib Stärke mir! 163 3. Immer neue Lasten tragen Werd' ich dann und nicht verzagen, Wissend mich in deiner Hand; Liebe, Muth und Freude quillen Aus dem ruhigfesten Willen, Der sich ganz mit dir verband. 4. Schmerzen brachten mich in's Leben; Nimmst du, Gott, so willst du geben; Schmerz gibst du ja, der mich liebt; Denn durch ihn wird mir's beschieden, 3u erringen mir den Frieden, Den die äußre Welt nicht gibt. Träge Sich der 78. Arbeit. t 1. Sel- ge Ar- beit Schaf- fend Ruh' ist Geist em nur ist nur ver= mag zu bal- ber = por zu Tod. Gott. Le- ben, he ben Nim- mer rast- end ew= ge im- mer 164 thätig Wal tet 22# Geist, Der da durch die Mensch- heit Tô Ih- res Le bens Ur- quell, fte= tig, 2. Schaffen sei denn unsre Würde, Ruhlos Wirken unsre Lust! ja der Ur- quell, fleußt. Nur wer schafft, der trägt die Bürde Der Nothwendigkeit bewußt. Nur, wer selbstbewußt die Schwere Der Geschicke auf sich nimmt, Dem nur wird des Sieges Ehre, Dem nur ist der Preis bestimmt! 3. Laßt uns denn am Lebenswerke, Brüder, schaffen, froh und frei, Und getrost, daß unsre Stärke Durch den Geist gesegnet sei; Friede ist der Arbeit Weihe, Freude liegt im Wirken schon; Nur die Arbeit schaffet Freie, Und die Freiheit ist ihr Lohn. 165 - 79. Manneswürde. Man- nes Zier- de, Man- nes- wür- = de, t 1. Das sei des Man- nes Stolz, das sei des Daß er sich stets be- wahrt die frei e 2 Daß nie das Haupt er beugt vor ei- tel Macht und Schein; Er beug' es ehrfurchtsvoll vor'm ew- gen Recht al= lein! 2. So laßt uns, Mann an Mann, feststehen all', als Ganze, Des heil'gen Menschenrechts unantastbare Schanze! Gilt's Leben oder Recht, so gebt das Leben hin, Nur nicht das Recht, nur nicht den freien Mannessinn! 3. Dazu, o ew'ger Gott, stärk' uns durch deine Stärke! Halt' aufrecht Herz und Haupt uns stets zum Manneswerke, Und bricht des Todes Sturm des Lebens Stamm entzwei, Dann laß' uns, Gott des Rechts, als Männer sterben, frei! 166 80. Weiblichkeit. - 3 4 1. Heh re Weib- lich- keit du, O weih- e mit himm- li- schem Hau-" che Uns- re Frau'n zu Pfleg= e= al rin nen der Mensch lich keit! 2. Laß fie, edel und rein, Zu Edlem und Reinem die Kinder, Laß zum Schönen und zum Wahren Sie treu erzieh'n! 3. Laß ein besser Geschlecht, Das einstens die Siege der Menschheit Froh erringt, aus ihrer Pflege Zum Licht ersteh'n! 4. Hehre Weiblichkeit du, = O weihe zum Tempel die Stätte, Wo als Priesterin der Menschheit Hold schafft die Frau. 81. Würdiger Lebensgenuß. te 1. Ge- sund mit froh- em Mu- the Ge- nieß- en wir das 167 1 Gute, Das uns der Ba- ter schenkt! Opreist ihn, Brüder, prei set Den Vater, Der uns uns mit Freud'und Lab- sal tränkt! 2. Der Ew'ge ruft: ,, Es werde!" Und Segen schwellt die Erde, Der Baum, der Acker sprießt; Es lebt und webt in Triften, In Wassern und in Lüften Und reiche Segensfülle fließt. 3. Preist dankend seinen Namen, Und strebt, ihm nachzuahmen, Deff Gnad' ihr nie ermeßt, Der alle Welten segnet, Auf Gut' und Böse regnet Und seine Sonne scheinen läßt! spei set Und 4. Mit herzlichem Erbarmen Reicht eure Hand den Armen, Wess' Glaubens sie auch sein! Wir sind nichts mehr, nichts minder, Sind Alle Gottes Kinder, Und sollen uns wie Brüder freu'n. c 1. Lie- be Wenn ich Die der Ha= be nichts als tö- nend Geist dem a= ber ein- e 168 82. Liebe. ist die al= le Menschen gibt. nicht ge liebt, Schel. le schön- ste Weisheit Erz; Denn die = D= der Ga- be, ha= be, helle, A= ber ach, es fehlt das 2. Ja, des Lebens Gaben alle Werden erst durch Liebe schön. Liebe lehrt im Weltenalle Uns ein Gottesherz versteh'n; Liebe ist des Bundes Siegel, Den uns Jesus offenbart, Lieb' ist seines Herzens Spiegel, Das in Lieb' vergöttlicht ward. Bin ich nur ein Stim- me klingt wohl Herz. Die Got tes Hold aus der - 169 m 1. Will- kom- men, zar- te Dir läch- elt Got- tes 83. Taufe. = Hauch er- schloß zum Licht! Ael tern An- ge= sicht. dich die Mutter= thrä- ne weih- te Er- den- blü- te, Va= ter= gü= te t gan- ze Er- den sein, So weiht dich jetzt zum künft- gen Strei te Für Lieb' und Licht die 2. Wie dich der Aeltern Herz betreute, Bevor du, Kind, sie noch gekannt, Ahnst du noch nicht, was dir bedeute Der Taufe Weih' durch Bruderhand. Sei uns gegrüßt im Namen dessen, Der aller Wesen Vater ist; O wolle seiner nie vergessen, Wie er auch deiner nie vergißt! Wie Zur Lieb' für's Tau- fe ein. 22 - 170 - 3. In Jesu Namen, der auf Erden Das große Gottesreich erschuf, Willkommen!- Bürger drin zu werden, Erging auch dir des Stifters Ruf! Im Namen sei des Geist's willkommen, Der göttlich wirkt im Erdenkleid, Und, wenn die Hüll' ihm abgenommen, Rückeilt zum Born der Ewigkeit! 4. Getauft in Wasser, rein und helle, Dhalte stets das Herz dir rein! Es soll, wie eine klare Quelle, Stets nur des Himmels Spiegel sein! Rein folge du, wie aus dem Bade Des Jordans unser Meister stieg, Jhm nach! Des ew'gen Vaters Gnade Verleiht dem Reinen stets den Sieg! 5. Will Gott in Schmerzglut dich erproben, Dann denk', was Jesus uns verheißt! Die Feuertaufe kommt von oben, In Feuer taufet dich der Geist. Wohl manchen Märtyrer verzehrte Die Flamme; doch die Wahrheit blieb. Wenn Gott dein Herz in Leid verklärte, Verklär' ihn du durch treue Lieb'! 6. Und müßtest du das Herzblut geben Für Menschenwohl, für Licht und Recht,- Aus deinem Blut quillt neues Leben, Es tauft ein kommendes Geschlecht. Wohlauf zum Kampf! Kampf ist auf Erden Das ganze Sein; o harre aus! Dann wird die Siegeskrone werden Dir einst im ew'gen Baterhaus! - - 171 84. Ehe und Familienleben. # CJ 1. Wohl dem, der in der Ehe Bun- de 8 In treu- er Lieb' und Eintracht lebt, Dem um des Daseins flücht'ge Stunde Der Frie- dens- eng- el segnend schwebt! Er blickt mit Ruh' und freud'gem Sinn Auf Pfad und Ziel des Lebens hin! 2. Wohl dem, dem holder Kinder Segen Des Hauses stillen Kreis verschönt Und auf des Wirkens ernsten Wegen Ihr treuer Liebesgruß ertönt, Wem in der Kinder frommer Zucht Froh reift des eignen Lebens Frucht! 3. Wohl denen, deren Hausgenossen Des Hauses Glück vor Augen schwebt, Wenn jeder treu und unverdroffen Nach seiner Pflicht Erfüllung strebt, Wenn Arbeit, Duldung, Einigkeit Das Haus zum Sig des Segens weiht! 4. Wohl wird auch oft der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr, von dir gesandt, Oft mußt die Tod und Schicksal scheiden, 172 Die Blut und Treue fest verband, Oft stört der Sorgen bittre Flut, Oft Krankheit ihren heitren Muth! 5. Doch trinken sie den Kelch ergeben, Den ja der Vater ihnen beut, Und heil'ger wird ihr Liebesleben, Wenn Eins das Andre dann betreut; So überwinden sie die Noth, Und selbst sein Grau'n verliert der Tod. 85. Aelterngefühl. 1. Die Kinder, de- ren wir uns freu'n, Sind al= le, Gott und Ba- ter, dein! Sind dei- ne best- e Gab', o Herr! Be= wah= re fie, All- lie- ben der! 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht Sie aufzuziehen in der Zucht, So steh' mit deinem Geist uns bei, Daß fruchtbar auch die Mühe sei! 3. Gib uns des Beispiels starke Kraft, Die mehr noch als die Lehre schafft, Laß unser Leben, edel, rein, Der Kinder klarste Lehre sein! - 173 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß' schau'n sie deiner Wahrheit Licht! Mit deiner Lieb' erfreue sie! Verlaß sie in Versuchung nie! - 5. Laß sie zu Menschen, schön und ächt, Aufwachsen, voll Gefühl für's Recht, Voll freud'gen Muthes für die Pflicht, Von Herzen keusch, von Sitten schlicht! 6. Begeistert und hingebungsvoll Für Wahrheit und für Menschenwohl,- Sei ihnen Reichthum nicht beschert, Laß reich sie sein durch innern Werth! 7. So mögen sie, durch dich geweiht, Einst schaffen eine bessre Zeit, Und, hüllt das Grab uns längst schon ein, Des Gottesreiches Bürger seih! 86. Kindesgefühl. 1. Wir fleh'n für Du hast sie ( unserer Ael- tern Le- ben uns zum Heil gegeben, Dich, al- ler Men- schen Va- ter, an! Sie lei ten uns auf deiner Bahn. = Von 174 gan- zem Her- zen dan- ken ੬ ॥ du uns schenk- test, dir! wir Für fie, die 2. Verleih' uns stets für ihre Lehren Ein offnes, sanftes, treues Herz; Laß sie uns lieben, sie uns ehren, Daß niemals Kummer, Gram und Schmerz Der treuen Aeltern Herz betrübt, Das uns ja stets so innig liebt. 3. Ja, Aelternlieb' ist ohne Schranken, Sie wachte über uns schon früh; Wie können wir so ganz ihr danken Für alle Sorge, alle Müh, Wenn sie in mancher langen Nacht Als Engel über uns gewacht? 4. O laß uns ringen, daß die Pflege Der Lieb' uns nicht verloren sei, Daß wir auf unserm Lebenswege, Dem frommen Ruf der Aeltern treu, Mit reiner Seele vorwärts geh'n, Bis wir dereinst am Ziele steh'n. 5. O daß wir ganz uns ihnen weihen, Als ihres Alters Trost und Stab, O daß wir immer ste erfreuen Durch edle Thaten bis an's Grab! Laß unser Leben schön und rein, Ganz Dank nur und ganz Treue sein! £ 175 87. Freundschaft. 30 1. O laß' den Freund mich fin- den, Der mit mir Laß' ihm mich ganz ver: bin- den, Daß Seel' in fühlt und denkt, Seel' sich senkt! Laß' mich dein ew'ges Wahr- heit und der Treu' In seinem Her- zen le= sen, Wo rin das meine sei! We sen Der 2. Solch Ineinanderleben, Solch wechselseit'ges Sein, Solch freibewußt Ergeben Zieht dich in mich herein! Der Herr ist ja, wo Zweie In ihm beisammen stehn! Durch jede Liebesweihe Rauscht seines Odems Weh'n! 3. Nicht, was vom Freund ich habe, Nein, was dem Freund ich bin, Ist meine reichste Habe, Mein köstlichster Gewinn; - Nicht, was ich ihm kann geben, Nein, daß ich ganz bin sein, Ein Theil von seinem Leben, Das, sagt er, das ist mein! Von ihrer 176 4. So laß, o Herr, mich leben Dem Freund, dem Bruder ganz! Und meine Treu' verweben In seines Daseins Kranz, Daß bei des Wirkens Mühen Er stets sich dran erquickt; Sie soll ihm heiter blühen, Bis einst der Tod mich knickt! Und ih= re 3 -4 1. Indir, dem Ein- en, Nach in des 1 88. Abschied von den Lieben. ( Zugleich Beerdigungslied.) Arbeit, die 1 Wer ke ruh'n uns- re Lie- ben nun sie getreu voll bracht, - folgen ih- nen e wi- gen Frie- dens Hütten. 177- 2. Von ihren Augen trocknest die Thränen du! Sie kommen freudig, bringen die Garben ein, Die weinend gingen, edlen Samen Trugen in Hoffnung, in Lieb' und Glauben. 3. Dant, Preis und Ehre sei dir, o Gott, gebracht Für deine Werke, die du an uns gethan; Daß, wie die Lieb' uns hier verbunden, In dir, der Liebe, wir ewig leben! 89. Allgemeine Brüderlichkeit. - ť 1. Dein ist, o Gott, das Reich, Drin schufst du all' uns gleich; Wem könntest du noch Höh- res ge- ben, Als Geist aus dei- nem Geist, Der kühn sich los vom Stau- be reißt, Um sich em por zu dir zu he- ben? 2. Was ist die ird'sche Macht, Was ist der Stolz der Pracht, Vor jener Kraft, die dich kann ahnen, Die kühn von Welt zu Welt Die Ordnung ahnt, die Alle hält, Und sicher mißt der Sterne Bahnen? 23 - - 178 3. Was ist der Kronen Schein, Troß Gold und Edelstein, Vor jenem heil'gen Würdezeichen Der reinen Menschlichkeit, 1 Die den geringsten Bruder weiht, Der da an Lieb' will keinem weichen? 2** 4. Was ist das Recht?- Dein Ruf, Der unser Dasein schuf! Wer kann ein höhres Recht ihm geben? So wahr du selber bist: Das Recht ist eins für all'; es ist Der Gotteskern im Menschenleben. 5. O reife d'raus die Frucht Jewedem, der dich sucht! O lass die Menschen all' erkennen, Daß feiner Herr noch Knecht, Daß alle, gleich an Würd' und Recht, In freier Lieb' sich Brüder nennen! 90. Schule. 1. Sei ge- seg- net, Schu- le! Seid ge= seg= net, Ihr, die ihr das Kind zum Menschen schafft! Seid ge- seg- net, die ihr ihm be= geg= net Lieb- reich beim Be ginn der Wan- der= schaft! 2. Menschen bilden heißt: den Segen streuen, Der da einst der Menschheit Früchte reift; Menschen bilden heißt: die Welt befreien, Daß sie selbst ihr Joch vom Nacken streift. 3. O so laßt im treuen Bruderbunde 179 Uns der Menschenbildung Hüter sein! Und die Schule weiht zu jeder Stunde, Lehrer ihr, zum Heil der Menschheit ein! 91. Wechselseitige Veredlung. fe t 1. Voll- komm- ner stets zu werden, Sei uns- res Und droh- ten der Be- schwer- den, Der Müh'n uns Ring- ens Ziel, Dem Geiste zuzu= stre- ben, Dem noch so viel! FI al les Sein ent- quillt, Das ist das ächte ben, Ein wahr- haft Gottes- bild! 180 2. Sinft in den Staub ein Müder, O dann thut eure Pflicht Und helft ihm auf, ihr Brüder, Und laßt zurück ihn nicht! Nein, führt mit treuen Händen Ihn weiter auf dem Pfad, Bis er, ihn zu vollenden, Die Kraft gewonnen hat! 3. O so vergesse Keiner Des Bruders, der da irrt, Auf daß ein Jeder reiner, Vollkommner, edler wird! Nur solch ein wechselseitig Veredeln ohne Nuh' Führt, sei der Glaub' auch streitig Dem Ziel der Lieb' uns zu. c 1. Al- le, Al= le, Schwe- re - 92. Wohlthätigkeit. De- nen - de- nen nicht das die nicht Sorge Arbeit Gott ge nack- te quält, zu ge= zählt, : Frau- en, Herz und Hän- de Las- set - ge- ben, Le- ben Män- ner, Hel- fer 6 181 sein der Noth; Eu= er spen- de, 2. - — Herz soll Eu- re Hand soll rei- chen Brüder in der Armuth Ketten, Die der Erde Qual gelost, Soll die Menschenliebe retten, Retten mit dem reichsten Trost. Sonnenschein des Hoffens, Strebens, Und den Boden, fest zu steh'n, Gebe sie, soll nicht vergebens Guten Willens That gescheh'n! 3. Sucht das redliche Gewissen, Dessen Noth die Nacht verhehlt, Sucht den Mann, deß Herz zerrissen Unter gutem Rock fich quält! Sucht die Ehre, deren Darben Nicht den Stolz der Tugend bricht, Schenkt dem Gram des Mitleids Garben, Sucht ihn auf, er bettelt nicht. 4. Um des Elends Qual zu dämpfen, Brüder, theilet euer Glück, Wo ihr seht den Bruder kämpfen Um den nächsten Augenblick. Die Gebete der Erfreuten, Jeder Dank erquickter Noth, Engel sind's, die uns begleiten Und umsteh'n im eignen Tod! Lie- bes — Brot. 182 93. Feindesliebe. € 1. Laß deinen Geist uns stets, o Je- sus, leh- ren, Das Opfer dei- ner ehren, Daß jeder treu fich Lie- be so zu F im Beruf der Liebe Necht mensch- lich ü== be. 2. Für welche du das Leben hast gelassen, Wie könnten wir sie, unsre Brüder, hassen? Dein Beispiel lehrt, wenn sie uns niedertreten, Für sie noch beten! 3. Nie wollen wir den Haß mit Haß vergelten, Wenn man uns schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Edelster, Erhabenster der Brüder, Schaltst auch nicht wieder. 4. Es ström' in uns die Lieb' aus deinem Herzen, Wie du, empfinden wir der Menschheit Schmerzen. Gott gibt uns Muth und Kraft, in deinem Namen Dir nachzuahmen. ft e 183 94. Gemeinsinn. 1. Reicht euch, Brü- der, treu die Hände Zu dem Eigen nuß und Selbstsucht en de Und es 1 Bund, den Liebe weiht! ruh= e je der Streit! Froh sei Stre- ben Je- der Einz- le an ge- mein sam hinge geben! = 2. Für die Brüder wirke jeder, Dann wirkt er für sich genug, Wer da schafft mit Geist und Feder, Wer da schafft mit Art und Pflug, Wer da je durch Fleiß erstarfte In der Werkstätt', auf dem Markte! 3. Freiheit, die im Selbstbeschränken Selbstbewußt sich offenbart, Lehrt der Menschheit Ziel uns denken, Ihm uns weih'n die Gegenwart. Nur durch freie Selbsthingebung Reift die Menschheit zur Erhebung! be 184 95. In allgemeiner Noth. HE fließen, Her- zen bre- chen, 1. Thrä- nen - jam- mern, Grei- se Nir- gends strahlt ein Hoff- nungs- stern; E sprechen: O wie stür- ben Wai- sen wir so gern!" 2. Glücklich sind nur noch die Todten, Die der Heimath Erde deckt, Doch, wie selbst todt, schläft der Boden, Dem kein Licht die Saat erweckt. 3. Ach, verdorrt der Wahrheit Blüten, Und geknickt des Rechtes Frucht! Vor des Nordsturms grausem Wüthen, Ach, die Freiheit auf der Flucht! 4. Sieh' uns, Gott, in Schmach und Ketten! Geist der Welt, dem wir entstammt, Wirst uns du, wann wirst du retten Mit der Kraft, die uns durchflammt? - 185 5. Horch! da tönt dein Wort: Wer trennet Geist vom Geist, und Licht vom Licht?! Wenn ihr mich in euch bekennet, Dann verlaß ich euch auch nicht!" 6. Ja, wir fühlen dich; wir streben. Auf zum Licht, als Geistes- Saat, Und das Wort der Kraft wird Leben Und das Gotteswußtsein- That! 96. Nach überstandener allgemeiner Noth. 3 4 1. Dan- ket an Dan ket ihm, = der uns be= glück te! Frie- den uns schick= te! — be tend dem Gnä- di- gen, der die Era lö- sung, der f. Mäch- tig zer- schlug er das Prei set ihn hoch! Joch, Das un ser = Vater- land drück== te. 2. Bater, du weißt es, wie viel wir des Elends erfuhren! Große Verheerungen sind noch die traurigen Spuren! Aber wie hell Rinnt nun der Segnungen Quell Durch die verwüsteten Fluren! 24 - 186 3. Hör', o Allgütiger, höre das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, wie All' sich im Danke vereinen! Segen gabst du, Frieden und Hoffnung und Ruh, Freude nach Klagen und Weinen! 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet, die Leiden, die über uns kamen! Fern ist die Noth; Segnend erhalt uns, o Gott, Was du verliehen haft! Amen! 97. Vaterlandsliebe. ( Melodie: ,, Großer Gott, wir loben dich.") 1. Herr, der du nach ew'gem Rath Myriaden Welten lenkest, Und des Rechtes heil'ge Saat In der Menschen Herzen senkest, Schüße, Herr, mit starker Hand Unser theu'res Vaterland! 2. Segne gnädig immerdar Unsre väterliche Erde, Daß sie uns zum Weihaltar Deines weiten Tempels werde! Jede Frucht, die sie uns beut, Zeugt von dir, der uns betreut! 3. Deinen Frieden breite hin Ueber alle Gau'n und Marken! Starfer, deines Volkes Sinn Laß in Kraft und Muth erstarken, Daß es wider alle Welt Frei das Vaterland erhält! 187 4. Schüße d'rin Gesetz und Recht, Die das Band der Ordnung weben, Daß ein edles Kerngeschlecht Stolz darf sein, in ihm zu leben! Herr, erhalt' uns fort und fort Einig für der Freiheit Hort! 5 Aufgeh'n laß' der Liebe Stern, Vater, über all' den Deinen, Daß sie sich in dir, dem Herrn, Wie ihr Glaub' auch sei,- vereinen, Daß vor'm Geist, der all' durchweht, Jeder Glaubenshaß vergeht! 6. Laß' des Geistes ew'ge Macht Herr, dein Volk weitaus verbreiten! Kühn voran durch's Grau'n der Nacht Soll's den Völkern allen schreiten, Stark und groß, der Menschheit Fahn' In der Hand, auf lichter Bahn! - 98. Allduldun g. fed I 1. Des Menschen höchstes Recht zu ach- ten, Ist, Brüder, uns- re höch ste Pflicht, Mag ihn der Irrthum noch umnachten, 5.1 1 Mag ihn durchloh'n der Wahrheit Licht. Zu dir, du Al- ler - 188 ਹੈ Va- ter, strebt Ja je- der, der hier nie den lebt! 2. In jedem loh'n dieselben Flammen, Die in uns loh'n; wie dürfen wir Den, der dich anders denkt, verdammen? Irrt, Vater, denn nicht jeder hier? Du einzig weißt, wer dich im Geist Erfaßt und warhaft würdig preist. 3. Wir sind jedweder eine Blume Im großen Garten, den du schufst, Sind Stimmen nur im Heiligthume, Die du zum heil'gen Einklang rufft; Mißtönt der Einzle, dir doch schallt Ein Loblied, das die Welt durchhallt. - 4. Das Höchste, was wir uns erringen, Ist: jener Freiheit werth zu sein, Die Herz an Herz will sanft umschlingen, Bis alle Herzen rein und dein; O stärk' uns, Herr, die höchste Kraft, Die uns der Freiheit würdig schafft! 5. Herr, weih' auch unsrer Brüder Herzen, Die noch die Freiheit nicht versteh'n, Daß aus der Selbstsucht Knechtschaftsschmerzen Sie stark hervor zum Lichte geh'n, Daß jeder, der uns noch verkennt, In Freiheit bald uns Bruder nennt. 6. Daß er an uns dieselben Rechte Froh anerkennt, die er genießt, Der Freiheit Krone dem Geschlechte, f t 189 Das deinem Hauche sich erschließt! Und, die der Glaube lang getrennt, Vereint die Lieb', die dich nur kennt! 99. Geistesfreiheit. 1. Werwagt's, den Geist zu däm- pfen, Der dir, o Er ist's, um den wir kämpfen, Durch dich zum SE E Herr, ent stammt? Du gabst, Herr, dei nen Strei tern Der Kampfent flammt. Er de höch- stes Gut, Den Muth, der, ob wir scheitern, Doch Geisteswun- der thut. 2. Er weckt ein ew'ges Leben Aus todesstarrem Wort, Und die's nicht ahnten, heben Der Wahrheit heil'gen Hort. O weh', wie Sturmeswehen, Du Muth des Herrn, uns an! Die Wahrheit muß erstehen, Und untergeh'n der Wahn. 190 3. Wohlauf im heil'gen Kriege! Den Geist gilt's zu befrei'n. Gott hilft, der Herr, zum Siege; Er will's; drum wird's gedeih'n. Der Geist, durch ihn berechtet, Sein Wesen, hell und rein, Soll länger nicht geächtet, Frei soll er endlich sein. 4. Schlingt Hand in Hand zum Bunde Und troßt der ganzen Welt, Wenn sie des Meisters Kunde Für todte Sagung hält! Der Meister ist lebendig Caye Im Geist nur, nicht im Wort; Nicht außer uns, inwendig Wirkt göttlich er auch fort. 5. Muth, Muth! Was liegt am Staube, Wenn der zusammensinft! Der Geist ist unser Glaube; Seht, wie Gott selbst uns winkt! Muth, Muth! Ob die Gewalt'gen Des Staub's uns widersteh'n, Erneu'n, vertausendfalt'gen Heißt er des Geistes Weh'n. 6. Muth, Muth! Es muß gelingen! Der Geist, der Geist wird frei! Seht: Neue Schaaren dringen Zum Geisteskampf herbei. Gott weiht sie ein; sie streben Uns nach! D'rum wir voran! Mit Gott: Licht, Liebe, Leben! Gott hilft! Es wird gethan! 191 - 100. Alles für die Wahrheit! ( Melodie: ,, Großer Gott, wir loben dich.") 1. Herr, der du die Wahrheit bist, Gib uns Kraft, nach ihr zu ringen, Ob die Lüge mächtig ist, Sie durch dich doch zu bezwingen, Daß, von ihrer Knechtung frei, Unser Herz dein Tempel sei! 2. Drohten uns in Zorneswuth Mächt'ger Feinde dichte Schaaren, Ström' aus dir in uns den Muth, Wahrheit kühn zu offenbaren Mit dem Wort, das ganz sie nennt, Mit der That, die dich bekennt! 3. Herr, durchstähl' uns Geist und Herz, Daß wir froh für Wahrheit leiden, Daß uns selbst der herbste Schmerz Nicht vermag von ihr zu scheiden. Wahrheit ist des Leidens werth Und durch Leid wird sie verklärt! 4. Sie ist's, die die Welt befreit; Gib uns Kraft, für sie zu sterben! Wer für sie dem Tod sich weiht, Wird das ew'ge Leben erben. Vater aller Liebe du, Liebestod führt dir uns zu! 1. Ein' Er gu- te uns jetzt bö se = fest- e hilft uns ist, Auf - 101. Glaubens muth. Feind 192 Groß' Macht und viel = Burg ist frei aus Wehrund Waf== fen. hat be== trof== fen. unser al= ler # Gott, Ein' Noth, Die Der alt' Mit Ernst er's jetzt meint, J List Sein' grau- sam' Rüst ung Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ. Der Herr Zebaoth, Es ist kein and'rer Gott, Das Feld muß er behalten. Erd' ist nicht sein's 2. Mit unsrer Macht ist nichts Wir sind gar bald verloren, Es streit't für uns der rechte Mann, Gtet== chen. gethan, f 193 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', Und wollt'n uns gar verschlingen; So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts; Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, Und kein'n Dank dazu haben! Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie haben's kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. - 102. Die Märtyrer der Menschheit. t 1. Ihr Ihr Ihr Mär tyr Um sonst ge = = ha- bet nicht umsonst ge strit- ten, ha- bet nicht umsonst ge= lit- ten, I er, für Recht und Licht! stor- ben seid ihr nicht! 25 Er - 194 probt in Glut der Schei- ter- hau- fen, Die euch wie Mor- gen- roth um- weht, Kommt ihr, mit Licht und Geist zu tau- fen Jed' Volk, das eu= re We= ge geht! 2. O schwebt um uns, ihr lichten Geister, Kämpft uns voran im heil'gen Krieg! Du bist der Erste, hoher Meister, Der du errangst den größten Sieg! Drüste uns mit jener Stärke Des Mathes, welcher dich beseelt, Daß er beim Welterlösungswerke, Das wir vollenden, uns auch stählt! 3. Ihr ersten Christen, die mit Thieren Die Weltmacht Rom's einst kämpfen ließ; Das Leben wolltet ihr verlieren, Ihr war't des ew'gen Sieg's gewiß! Die ihr in Folterqual bekanntet Den Christus, der die Welt befreit, Dem Geist, den euren Herrn ihr nanntet, Dem haben wir auch uns geweiht! 4. Ihr, die ihr in der Kirche Nächte - Der Wahrheit helle Fackel trugt, Wohl hat der stolze Knecht der Knechte, Dem Kön'ge dienten, euch verflucht. Doch ob auch Flammen euch umhüllten, Die Geister schwebten draus hervor; 195 Bald sprengten fie, die gotterfüllten, Des Vatikanes ehrnes Thor. 5. Die Wahrheit trug von Land zu Lande Der Scheiterhaufen Funken fort; Bald sprühten sie im neuen Brande, Zur That entflammten sie das Wort. Das Wort der Freiheit, That geworden, Erlösend schwebt' es um die Welt, Schafft Menschen aus Barbarenhorden Und die Bastillen hat's zerschellt. 6. Wer ganz der Menschheit Dienst sich weihte, Der lebt der Menschheit immerdar; So stehst auch du uns noch zur Seite, Lebendig, edle Märt'rerschaar! Ihr Weisen all, seit dem Athener, Der ruhiggroß den Giftfelch tranf, Euch wird, ihr Menschlichkeitsersehner, Der Menschheit Sieg dereinst zum Dank. 7. Und ihr, ihr göttlichen Gemüther, Die ihr das Leben, stolzbewußt Hinopfernd für das Gut der Güter, Die Speere drücktet in die Brust, Ihr aller Völker Freiheitshelden, Ihr kämpft mit uns den letzten Krieg. Und über unsern Leichen melden Sollt ihr der Freiheit ew'gen Sieg! 8. Erstanden seid ihr von den Todten, Die ihr das Leben ausgesä't,- Schon wächst empor im Menschheitsboden All eure Saat: Humanität! In euch, in uns, im Schönen, Wahren, Schafft lebend fort der Gottestrieb! & - 196 Er will, er wird sich offenbaren In Menschen würde, Freiheit, Lieb'! 103. Välkerfrieden. 3 4 1. Lich- ten Glanz- es er schein' Auf Erden, o himmlische Freiheit! Laß dein Schöpf- er- wort ertö- nen Von Volk zu Volk! 2. Jedem löse vom Aug' Die Binde, die Fessel vom Arme, Von dem Nacken löse jedem sein Knechtesjoch! 3. Mit dem flammenden Schwert O Cherub, tritt hin vor die Willkür, Wäge ab all ihre Thaten und Menschenrecht! 4. Aus unschuldigem Blut, Das rauchend die Selbstsucht umflutet, Steigt die Klage. Richte, Cherub, an Gottes Statt! 5. Haucht dein Odem sie an, So stürzet die Zwingburg zusammen, Stürztdie Selbstsucht und das Vorrecht zerfällt in Staub. 6. Haucht dein Odem sie an, So reichen sich Bölfer, die lange Wechselseitig sich gemordet, die Bruderhand. 7. Laß denn, Himmlische du, 197 Zum Völkerverbrüderungsfeste Deinen Schöpferruf ertönen der Menschlichkeit! 104. Humanität. 22 1. Wand le bei uns mit dem Pal- men- zweige, Himmelstochter du, Humani- tät! Und des Has ses grim- mer Aufruf schweige, -6e Wo, wie Frühlingswind, dein O dem weht! 2. Löse von des Menschen Aug' die Binde, Daß er auch im Feind den Bruder sieht! Schmilz der Selbstsucht starre Eisesrinde, Die des Herzens lautren Quell umzieht! 3. Theile aus des Geistes ew'ge Schätze, Daß die Armen werden froh und reich! Vor der Liebe göttlichem Gesetze Mache Starke du und Schwache- gleich! 4. Von des Gottbewußtseins lichtem Glanze Sei durch dich der Menschheit Stirn umweht, Und den Himmel auf die Erde pflanze, Himmelstochter du, Humanität! Rummer. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 8. Inhalt. I. Liturgie. Sonntagsfeier. ( Sonntagsgottesdienst mit Abendmahlsfeier) Festtagsfeier. 9. Am Weihnachtsfeste 10. Beim Jahreswechsel 11. Am Palmsonntage 12. Am Charfreitage 13. 2m Osterfeste 14. Am Pfingstfeste 15. Am Stiftungsfeste 16. Am Grntedankfeste 17. Todtenfeier. 18. Konfirmation II. Gesänge und Gebete. Gottglaube. 19. Gott, der ewige Geist 20. Der Allgegenwärtige 21. Gott in der Schöpfung 22. Der Allwaltende 23. Gott ist die Liebe 24. Gott im Gewissen 25. Gott in der Menschheit 26. Der heilige Wille 27. Ewige Gerechtigkeit 18 ● • Seite. 1 5 8 12 17 20 24 28 ● ● ● ● 38 44 47 51 55 58 62 66 69 74 79 80 81 83 85 86 ● . 87 89 90 Nummer. 28. Gottgefühl 29. Borsehung 30. Gott mit uns 31. Erhebung zu Gott 32. Vertrauen auf Gott 33. 34. Zuflucht zu Gott Hoffnung zu Gott im Leid 43. Weihnachtsfeier. 44. Der Menschensohn • 35. Lob und Danklieder ( Großer Gott, wir loben dich,) 36.( Alles, was Odem hat,) 37.( Lobet den Herrn,) 38.( Mit vereintem Jubelschalle,) 39.( Preis dir o Schöpfer!) 40.( Dank dir, güt'ger Gott!) 41.( Nun danket alle Gott!). 42.( Wir danken dir, Vater,) IL 55. 56. 57. 45. Der Erlöser 46. Jesu Lehre 47. Jesu Ruf. 48. Jesu legtes Abendmahl 49. Bedeutung der Abendmahlsfeier 50. Jein Kampf und Sieg Christus. 51. Jesus mit der Tornenkrone 52. Die Worte Jesu am Kreuze 53. Jesus, der Mutter denkend. 54. Jesu Leiden 58. Osterfeier II 59. Jesu Vollendung 60. Pfingstfeier 61. Neue Pfingsten 62. 63. Jesu Tod. Jesus, der Auferstandene Osterfeier I. Christus, unser Licht. Christus in der Gemeinde 64. Christus, der Völkerheiland 65. Die allgemeine Kirche 66. Des Christenthums Bollendung • ● ● ● . 104 106 106 107 108 108 109 110 ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● • ● Seite. 92 94 96 97 100 101 102 ● • 113 114 117 119 121 122 124 125 127 129 131 132 133 135 137 138 139 142 143 145 146 . 147 148 140 III. Lebensweihe Nummer. 67. Menschenwürde 68. Vernunft : 69. Mensch, Zeit und Ewigkeit 70. Unsterblichkeit. 71. Hoffnung. 72. Gebetestrost 73. Tugend 74. Pflichterfüllunz. 75. Selbsterkenntniß und Entschluß 76. Reue 77. Eittliche Kraft und Seelenfrieden 78. Arbeit 79. Manneswürde. 80. Weiblichkeit 81. Würdiger Lebensgenuß 82. Liebe 83. Taufe 84. Ehe und Familienleben 85. Aelterngefühl 86. Kindesgefühl 87. Freundschaft 88. Abschied von den Lieben 89. Allgemeine Brüderlichkeit. 90. Schule 91. Wechselseitige Veredlung 92. Wohlthätigkeit. 93. Feindesliebe 94. Gemeinsinn 95. In allgemeiner Noth 96. Nach überstandener allgemeiner Noth 97. Vaterlandsliebe 98. Allduldung 99. Geistesfreiheit. 100. Alles für die Wahrheit ♦ 101. Glaubensmuth. 102. Die Märtyrer der Menschheit 103. Völkerfrieden 104. Humanität ● ● . ● ● ● . Seite. 151 152 . ● ● 153 154 155 157 158 159 160 161 162 163 165 166 166 168 169 171 172 173 175 176 177 178 179 180 182 183 184 185 186 187 189 191 192 193 196 197 Inches Centimetres Blue 2 ¹3 4 Cyan K2X 21 5 ¹6 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 110 111 Red 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 4 B.I.G. Black